Verehrter Herr Dr. Goldschmit-Jentner! Nun bin ich also gesäübert und ohne dass ich es merkte, man hat doch einmal den Pelz gewaschen und nicht nass gemacht. Ihre stürmische Apostrophe scheint unmittelbar gewirkt zu haben; denn die Ent- scheidung - ohne Sühnemassnahmen - fiel schon am 5.Januar, und es ist wohl ein Pröbchen bürokrati- scher Poesie, dass mir der Spruch nach drei Monaten als Osterei über den Weg rollt. Haben Sie nochmals herzlichen Dank! Ich habe an Professor Robert Goldschmit, der in Tertia mein Klassenlehrer war, immer gern gedacht. Er war ein guter Lehrer, war gerecht, war liebens- würdig in Verkehr mit uns und hatte Humor für den unvermeidlichen Unfug: wenn er einmal mit scharfer Stimme eingreifen musste, dann rief er uns bei unsern Übernahmen. So freut es mich, indem ich Ihnen zu danken habe, auch wieder dankbar an ihn denken zu können. mit den besten Wünschen und Grüssen Badenweiler, den 11.4.49.