1. Johann Georg Hamann, der Magus im Norden, der Unbekannte in der Gleichung des K 1878,7" 11 18. Jahrhundert s.( Zu Josef Nadler: Johann Georg Hamann, der Zeuge des Corpus Mysticum.518 S.OttoMüller, Salzbur Die Stadt Königsberg wurde nach ihrem Untergange als" Stadt der Az O e reinen Vernunft verteidigt oder auch beschuldigt. Es fehlte sogar nicht an Stimme zu sollen ( n. de meinten ein Gericht darin zu sehen, dass die Stadt Kants in dem was sie einmal war, ausgelöscht wurde. Aber Königsberg war viel mehr als die Stadt der reinen zunächst Vernunft.Kant hatte/ ja nur die Grenzen der reinen Vernunft bestimmt. Als er am Ende seines von unerhörter Arbeit verbrauchten Levens von den" dunklen Gründen" sprach als die Natur, der er sich so lange ferne gehalten, den Greis wieder leise In der Romantikarkönigsberg wilden Vogelstimmen vor seinen Fenster, anredete, da scheint er uns jenseits dieser Grenzen zu stehen/ wxxxwxxxeine bedeutende Aufgabe zugefallen, wie es ja auch in der Zeit des Barock und Pietismus sein I hatte grosse Bestimmung erfüllte. Was will es aber erst sagen, dass in der" Stadt der reinen Vernunft" neben Kant und in Freundschaft mit diesem, in der Stadt des Preussenkönigs als dessen Untertanund schlecht besoldeter Beamter, der leidenden schaftlichste Widersacher der reinen Vernunft lebte: Johann Georg Hamann, der xxx> aufrahim als solcher ihm von einer Flugschrift zugeworfenen Namen" magus im Norden" und auf mächtige, aber zum guten Teil verborgene Weise wirkte; ein Magus in der Tat, umhüllt von einem Geheimnis, dessen Lichtung, nicht Aufhellung wir nun vielleicht erwarten dürfen! in de Altstädtischen Badsterbl. Er war als Sohn des Baders am Rande der Königsberger Altstadt vvider und Zwire. geboren, wo eine Holzbrücke über den Pregel führte, im Jahre 1730, sechs Jahrenach we Kant. Aber das trennt ihn von seinem grossen Freund und Widersacher-; hamann wurde geboren und wiedergeboren. Die Wiedergeburt erlebte er in London, im Jahre 1758. Nachdem er in seiner Vaterstadt Theologie, Philosophie, Rechtswissenschaften studiert, daneben Naturwissenschaften und Mathematik getrieben, gatterx er sich auf Gütern Livlands und Kurlands als Hauslehrer versucht. Im Auftrage eines ihm befreundeten Riager Handelsherrn Riager Handelshauses/ reiste er im Frühjahr 1757, zu Anfang des siebenjährigen Krieges, der seine Heimat bald bedrohen sollte, über Berlin und Amsterdam nach London. Wir wissen nicht genau welcher Art sein Auftrag war, der ihn an die russische Gesandtschaft gewiesen hatte; Hamann scheiterte in diexer Sache, verbrauchte das Geld, geriet in höchst fragwürdige Gesellschaft, wenn auch diegeistige Leidenschaft, die sein ganzes Wesen durchherrschte, niemals in ihm erlosch. Unter den Büchern, die er sich in London gekauft hatte er war immer verschwend erisch was die Anschaffung von Büchern betraf war die Bibel, eine besondere Hamann.2.Ausgabe, nach der er" mit vieler Hitze" herumgelaufen war; er hatte sie 2 lich 31. wahrscheinlich nicht zum ersten Mal gelesen; aber nun, am Abend des März 1758, in der Marborough Strett, bei redlichen Leuten, zu denen er aus dem Kaffeehause gezogen war, las er das fünfte Kapitel des 5.Buches Mose doch wiezum ersten Malr. Gottes an Kain kamen ihm in den Sinn: Die Sie Verbrechen e Worte: Die Erde hat ihren Mund aufgetan, um das Blut deines Bruders zu empfangen; trafen Hamann ins Herz: er erkamte sich als den Brudermörder des Erlösers; Gott sprach zu ihm, der Gottes eingeborenen Sohn gemordet hatte, Nun ent siegelte sich dem aus dem" Getümmel ler Leidenschaften" aufgerüttelten die heilige Geschichte:" Ich erkamte meine eigenen der Geschichte des jüdischen Volkes! So las er die heilige Schrift noch einmal; am 21. April war er zu inde; sein Herz wurde ruhiger:" In den Augenblicken, worin die Schwermut hat aufsteigen wollen, bin ich mit einem Trost überschwemmt worden, dessen Quelle ich mir selbst nicht zuschreiben kann.... Ich bin erschrocken über den Ueberflusss desselben." Ceigen Dieswar Johann Georg Hamanns Wiedergeburt; er kehrte im Sommernach Riga, dann nach Könisgberg zurück; de heilige Schrift sollte ihn begleiten bis ans Ende; er las sie in allen ihm erreichbaren Sprachen, niemals mehr wankened in seiner Ueberzeugung, dass unser Dasein und die die Existenz aller Dinge ausser uns" geglaubt werden müssen, dass wir uns ihrer auf keine andere Weise versichen können. Er hatte fortan durchaus nichts anderes zu verkünden, als das Evangelium, wie er es sich im rastlosen Studium der Offabarung wie der geglaubten Welt, freilich auch unter Hinzuziehung apopry her Schriften zu gewinnen suchte ; er wollte dabei nur" Leser" sein; das Auslegen, meinte er, komme Gott allein zu. So, mit t Bezug auf die Hingabe, die ihn stark machte, sind die Worte zu verstehen: " Glücklich der Autor, welcher sagen darf: wem ichschwach bin, so bin ich stark!- Aber noch seliger ist der Mensch, dessen Ziel und Laufbahn sich in die Wolke jener Zeugenverleirt- deren die Welt nicht wert war." h Der Magus hat damit in gewisser Weise sein Los ausgesprochen. Was angeregt von reignissen und Uscheinungen der Zeit und im Sespräch mit the er zu sagen hatte verstreute er in einer Fülle klej ner und kleinster Schriften, and sorgfältig aubgedachten Titelbbatter für die er absonderliche Titel wählte, wie etwa" Konxompax", was angeblichderGruss eines die Elusinischen Mysterien eröffnenden Oberpriest rs war oder" Golgotha und Scheblimini", mit welchem letzten Wort Luther seinen Hausgeist bezeichnete; ja er dachte später daran, eine Sammlung seher Schriften, zu der es bei seinen Lebzeiten nicht kommen sollte als" Saalbadereien" und den ersten Teil auf gutost Hamann.3. preussisch als" Erstes Wannchen" herauszubringen, in Erinnerung daran, 3 dass sein Vater Bader gwesen war und Arm und Reich in der se ben Wanbae gebadet hatte, während er, der Sohn, alle seine Probleme in der selben Wannae, nämlich der badete und geoffenbraten zentralen Wahrheit dat klärte. Herder wehrte ab und war auch für den Titel" Metrakitische Wannchen" nicht zu haben. Im Jahre***** 1774 bat Kant seinen Freund Hamam um eine Auskunft über ein von Hamann angeregeles Buch Herders, die" Aelteste Urkunde".Hamann möge seine Meinug schreiben" womöglich in der Sprache der Menschen. Denn ich armer Erden sohn" bekannte Kant", bin zu der Göttersprache der anschauenden Vernunft gar nicht organisiert." Gewiss: Hamann schaute kraft seines Glaubens; Offenbarungsreenwaffnete ligion gegen Vernunftreligion: das war sein Kampf in seiner Zeit;* x* x* x* xin dem diese trug wesentlich christexxxich mit sokratischer Ironie bewaffnete, dixxaber für ihn auch etwas wesentGepräge; liches christliches***** x" so braucht der Christdie Ironie, um den Teufel damit diese Christ zu züchtigen." Wie hätte er sich sonst der erdrückenden Uebermacht seinesZeitalters erwehren können? Hamann hatte das Glück, die Drucklegung der Kritik der reinenvernunft"/ zu vermitteln; er bekam hinter Kants Rücken die Bogen in die Hand und erbei' Hartk noch in Richa hielt von diesem selbst das erste gebunden, Exemplar; im Juli des Jahres 1781zeigte erdas Werk auf eine knappe sachliche Weise an. Die eigentlich examкvollzog er hack denn die kritih evenitens drei Mal im Erscheinungsjahre gelesen Lalle später:" Bei mir ist nicht sowohl die Frage: was ist Vernunft, sondern vielmehr: was Beantwortung Welt. Hier ist die Que lle der Schöpfu ist Sprache!" Denn" ohne Wort keine Vernunft-keine Sp¤¤ ¢ k=* x ng und" egierung." Er musste also die F age nach dem Ursprung der Sprache beantworten und fand*** xdie Antwort in der Offenbarung: Gott war das Wort." Alles, was der beschaute und T Mensch am Anfang hörte, mit Augen sah,********** seine Händen betasteten, war d. ein lebeniges Wort." Wörter sind für ihn" Gegenstände"; die Welt ist Leib, die EinSe heit va Geist und Genstand, Sichtbarkeit, Greifbarkeit; der Jude, an den die Offenbarung ergangen ist, hat das" Wort und das Zeichen", der Heide" die Vernunft und die Weisheit." Hamann dachte van der Vernunft wie der heilige Paulus; er traute ihr nichts zu" als Erkenntnis des Irrtums", aber er hielt sie für keinen Weg zur Wahrheit und zum Leben. Dass das Wort Fleisch wurde, ist alles. and Fleisch soll rde, " " es wieder werden im Menschen, der glaubt und in seinem glauben die ganz eheilige Geschichte, wie die Schrift sie erzählt va Ausgang über Sünde und Erlösung zur Wiederk erscheinung und zum Gerichte durchlauft. So wird Hamann schon früh im *** line. stellt. Hamann.4. Jahrhundert der Vernunft, ihm freventlich ersche/' nender Selbstsicherheit des Menschen zum Apokalyptiker:" Fürchtet Gott und geht Ihm die Ehre, denn die beitseines Gerichts ist kommen! Auf diese ungewöhnli he Weise fasste er die" Hauptsumme der neusten Astehtik", indem ee die Kunst unter das Gerichtstell die Kunst tewir mögen heute verstehen, wie sehr xxx dieser Erinnerung bedurfte. Für Hamann waren die Menschen auch im 18. Jahrhindert-" Kinder und Sauglinge der Schöpfig denen , zu der sich die ewige Liebe herabgeneigt hat. Ja Wir können damit nur an die das Anliegen Hamanns heranführen. Es und das Geheimnis dieses Wetkes und geschieht in dem Augenblic/, da sein Werk durch Josef Nadler erörtert, vergegen wrt werden. Nur schwer lässt es sich ermessen, welche Arbeit in der eben erschienenden Biogrpahie geborgen ist: Hamann hat ja alles getan, es seinem Biograpfen schwer zu machen, seine" Spur zu verwedeln", wie Nadler sagt; und was Hamann nicht tat, das tat die Zeit. haben wir den ausseren Rahmen des grossen Gegners Imanuel Kants,** к welcher Rahmen weit gespannt war, zwischen Riga und Waschau im Osten, Am sterdam, London, Strassburg, Basel im Westen; umso enger und widerspruchsvoller war freilich das in diesen Rahmen gefasste Dasein des Propheten, der schliesslich als Familien Packhofverwalter, in der Gewissen ehehe mit einer Magd, als/ Vater lebte und doch ohne sich entschloessen zu können vor Kirche und Gesetz diese Bindung zu vollTas uns hadlee mis feiner verständnis dentel ziehen. Und diese Sprache dieses Lebens hat etwas Unabweisbar- Symbolisches: Hamann sollte nicht in der Stadt Imanuel Kants sterben und begraben werden; die beiden grossen" Unvereinbaren", wie Nadler sie nennt, wurden im Tode getrennt Hamann starb im Jahre 1788, dem Jahre da Goethe aus Italien zurükkehrte, in Münster, wohin The Vorabend vor Trinitatis halle ersich in dineur makwürdigen schriftshielt noch einmal ihnndie Fürstin Gallitzin auf die Anregung Jacobis eingeladen hatte dort stand Lekhaunt in Solt, de Fleisch geworden, linging gezengler John. Ils den wahren Christen", den sie glocken, Goethe auf seiner Minsterereise yor Hamanns Grab" in der Ecke des entlaubten [ verhalen Furst in nach seinem Tode. Alsill. Soethe stand auf seiner Munshores Rése... Gartens." Um das Jahr 1814 verpflichtete sich Goethe, die Schriften Hamanns heraus zugeben aber die Sammlung wurde dann von einem andern Friedrich Roth, zwisch n in Sother 1821 und 1825 unternommen; zwischen 1857 und 73 folgte eine zweite. Vielesblieb verkannt. r unveräfffentlicht, unerforscht, Nach einer zwei Jahrzehnte im wesentlichen ausfüllenden Beschäftigung mit Hamann welch ein Zeichen für die Kraft des Magus: "/ Zenfuis " erscheint un Nadlers Biographie, die nur als Anfang, als Hinleitung zum Werke verstanden werden will, dessen Neu- und zum Teilerstausgabe in Wien begonnen hat. Eh diese nicht vorliegt, wird es nicht möglich sein, Abschliessendes über W Hamann.5.Nadlers Bild des Magus, aber auch über diesen selbst zu sagen. Für heut 5 kann es sich nur daraum handeln, ein Werk mit Dankbarkeit aufzunehmen, das eine Lichtfülke neuer Perspektiven freilegt; Perspektivendie etwas verwirrende shaba könnten wären sie eben nicht von der Einen zentralen Kraft, der religiösen Erfahrung Hamanns aufgebrochen worden.Hamann hat wohl- dies weist Jseof Nadler - 11 〃 - nach sein Weltbild Zug um Zug erweitert; die Mitte aber ist gefunden, da er zu sprechen beginnt:" Das ist Gott und Mensch in ihrer wechsel bezt glichen Dreifaltigkeit die Trinität ist der Ausgangspunkt; Trinität und Leben stehen untereinander in einem organischen Zusammenhang"." Wie unsere Natur physisch S.235 bis: sind und erscheinen-". Und:" Diese Einheit des corpus mysticum S.332 Bis: im ganzen Universum." vender Beiben wir bei dieser Andeutung der Botschaft Hamanns stehen. Er " geistige hat, wie Nadler sagt, das Klima" der Welt und Zeit verändert undzwar im wesentxinfogge liche auf dem Wegeüber die Dichtung, während der Denker Hamann selbstverschuldeter, aber auch fremder Vernachlässigung vor allem aber seiner EigenFork art und seiner Sendung selbst verschüttet wurde. Aber" der erste Entwurf" des Faust" deckt sich mit Hamanns Gru ndvorstellung vom Geschlecht, und als Goethe S.471. bis: hamanns Schriften"..." Fasts Erkenntnis wille ist der Urfrevel des Menschen." Ueber Herder, seinen grössten Schüler, erreichte Hamann Geothe und ungen- von ✓ ie Jean Paul; über seien Freud Reichardt erreichte er Tieck, Wackenroder und die is ; ja ei erreible noch stillparzá Romantik überhaupt zu unbegrenz barer Wirkung Aber das packendste Drama, das Nadler Abscherin. in seinem xxxgeistigen Spannungen gesättigten Werke entfaltet, ist das zwischen Hamann und Friedrich dem Grossen, der Prjektion des Dramas zwischen" ant, Mendelssohn und Haman ins Geschichtliche: Friedrich ist, wenn auch, wie Hamann gestand, " ein grosser Mensch, in der Kunst, seines Gleichen zu regieren" sein ihm von stechenden Anfang bestimmetr, mit überrraschender Oeffenheit- aber auch mit vielen Anspielglühend bekämpfter Widersacher: Friedrichs Staat ist ja das" Werkzeug der Weltanschauung, die zu bekriegen der Magus ausgezogen war." Es ist dir nicht erunter Fridine laubt S.143 bis zu machen" ruft er dem König zu; untefvihm wurde der" aufmannsFarin ein fuecher Olfer ostpreuss inter Art, geist" mächtig, den Hamann," weder an Fürsten noch an Gelehrten ausstehen mochte". Frichich Ja erist, kraft dieses Geistes," der Fürst dieser Welt", der Feind, mit dem Zvon Anfang Hamann durch einen" Zauber" verkettet ist, bis dieser Zauber sichzugleicherZeit löst Als Friedrich starb, sah Hamann eine Aera beendet, eine andere kommen, die The König ist, in oronischen Sinne, des" Salomon in horden, denn der magus in norden, der frivole Philosoph von Sans Soucy, den Hamann von belastet mis der hat der vertheleten belt und macht, macht, widerspricht. My grand- Soucy, der Antichrist. J Einschaltung: Universum"********* x* x* x* x* xxxxxxxxx¤gæx ****@****************** x* x* x* x* x* x**** Den Vorwurf, Hamam kein den Hegel*** xspäter machen sollte, dass System ausgebaut habe, hat dieser im voraus entkräftet: das System schien ihm ein" Hindernis der Wahrheit". Aber die Wahrheit war wxx da als Gestalt seiner Welt. Bleiben wir Hamann.6. wohl noch der Raum seines Wirkens, nicht mehr seines Lebens sein sollte eine Aera, die, wie der Apokalyktiker in aller Ende serwartung doch hoffen mochte, seiner Vorstellung vo weltlicher Ordnung wieder näher kam. Denn" Alle Monarchansind S.3778" Li Bin Heit und Eine" erde sein wird." Ist die Welt Leib, gilt die oft wiederholte Forderung Hamanns an den Menschen, seine Leidenschaft en zu brauchen, ganz zu sein, Leib und" eist; ist die zeugende Kraft die göttliche euerwurzel der Welt", so snd auch" Gottesdienst und weltliches Regiment Ordnungen Eindes und des selven höchsten Willens." gescholten des Und mit dieder Erkenntnis f************ мagus, der zu Unrecht es Josef Nadler gelingt, am Ende seiner Biographie dunkel geworden ist, wähernd es Josef Nadler ge Hamanns Weltbild in Kristallenen Setzen des Denkers zusammen zu fassen mit eltbild Zwischen dieser Forderung nach der Entsprechung n Gottesdienst und weltliche Regiment Ter spricht Magus unmittelbar zu uns und der Weltnot, die uns heimgesucht hat: wenn wir das menschliche in Ehrfurcht vor dem Schöpfer als göttlich verstehen und achten, wenn wir die Ordnung der menschlichen Dinge ansehen als Gottesdienst, so werden wir vollbringen, was die reine Ver freilich nicht vermag: Ordnung Eustaching auf Erdeb, Gerechtigkeit, die Pache des Glaubensist.Denn, wie der Magus lehrt: "" Mit unserem Vertrauen auf Gottt wächst unser Vertrauen auf Menschen und unsere Stärke, das Böse mit Gutem zu überwinden und nicht Böses mit Bösem zu vergelten" 1.6.50 oben: des die Sache des Glaubens/ mit allen seinen Kräften tätigen, zwischen Anfang und Ende, Genesis und Parusia, gestellten Menschen ist. Und, wie der Magus in deutlichem Widerspruche zum Pessimismus Kants lehrt:" Mit unserem Vertrauen auf по K2878,7 1104 a Johann Georg Hamann, 1 underts der Magus im Norden, der" Unbekannte in der Gleichung des 18. Jahrh ( Zu Josef( Nadler Johann Georg Hamann, der Zeuge des Corpus Mysticum. 518 S., Otto Müller, Salzburg, 1949) Die Stadt Königsberg wurde nach ihrem Untergange als" Stadt der reinen Vernunft" verteidigt oder auch beschuldigt. Es fehlte sogar nicht an Stimmen, die meinten, ein Gericht darin sehen zu sollen, daß die Stadt Kants in dem, was sie einmal war, ausgelöscht wurde. Aber Königsberg war viel mehr als die Stadt der reinen Vernunft. Kant hatte zunächst ja nur die Grenzen der reinen Vernunft bestimmt. Als er am Ende seines von unerhörter Arbeit verbrauchten Lebens von den" dunklen Gründen" sprach, als die Natur, der er sich so lange ferne gehalten, den Greis wieder leise anredete mit den Vogelstimmen vor seinem Fenster, da scheint er uns jenseits dieser Grenzen zu stehen. In der Romantik sollte Königsberg eine bedeutende Aufgabe zufallen, wie es ja auch in der Zeit des Barock und Pietismus seine große Bestimmung erfüllt hatte. Was will es aber erst sagen, daß in der" Stadt der reinen Vernunft" neben Kant und in Freundschaft mit diesem, in der Stadt des Preußenkönigs als dessen Untertanxx und schlecht besoldeter Beamter, der leidenschaftlichste Widersacher der reinen Vernunft lebte: Johann Georg Hamann, der den ihm von einer Flugschrift zugeworfenen Namen " Magus im Norden" aufnahm und als solcher auf mächtige, aber zum guten Teil verborgene Weise wirkte; ein Magus in der Tat, umhüllt von einem Geheimnis, dessen Lichtung, nicht Aufhellung wir nun vielleicht erwarten dürfen! Es war als Sohn des Baders in der Altstädtischen Badestube geboren, vor der eine Holzbrücke über den Pregel führte, und zwar im Jahre 1730, sechs Jahre nach Kant. Aber- das trennt ihn von seinem großen Freund und Widersacher-: Hamann wurde geboren und wiedergeboren. Die Wiedergeburt erlebte er in London, im Jahre 1758. Nachdem er in seiner Vaterstadt Theologie, Philosophie, Rechtswissenschaften studiert, daneben Naturwissenschaften und Mathematik getrieben, hatte er sich auf Gütern Livlands und Kurlands als Hauslehrer versucht. Im Auftrage eines ihm befreundeten Rigaer Handelsherrn reiste er im Frühjahr 1757, zu Anfang des Siebenjährigen Krieges, der seine Heimat bedrohen sollte, über Berlin und Amsterdam nach London. Wir wissen nicht genau, welcher Art sein Auftrag war, der ihn an die russische Gesandtschaft ddat 81 aab gando telo zob at etans ( еAPI szeb rob that is mol doen' ab dan be us neden mixed date on oibus in a 2001s V genlex rob nosneb stb un et dous eded tax. dod died 100 sales obese Autod dzev 10.18bzutak elb als desige" beldaub" neb soy aneded eteboins este rebels also as mediens en aleamet and to datedes ab etenst montes nov Astralso I sob sie zeb al noue st 2 bloffstus edsa dole nobis 8 02 03 bed so Iite soedded sex neden" lb beta reb mt flors enter a be a ba zeds agad asb 588 obat meet the doar at ba als $ 100 TT A menie nov Instab nedolely -93 odudasbed godoa bada IA b at exeba ob dol als new a петос nov adi Janab- A.Ja exodes eidqoa :- todo stebau bauen noong mentee alsobno nt to edele degree old nezadoszobain bau -10% bu abaniv LI 100 tus ole se senedetto tel edebated mat sente 0861010A I.Jdouassy 101defaval ain abnel zed.Ioa edorbed Jamie enies zebesgel mes Pidot node ta - 2- gewiesen hatte; Hamann scheiterte in dieser Sache, verbrauchte das Geld, geriet in höchst fragwürdige Gesellschaft, wenn auch die geistige Leidenschaft, die sein ganzes Wesen durchherrschte, niemals in ihm erlosch. Unter den Büchern, die er sich in London gekauft hatte er war immver verschwenderisch was die Anschaffung von Büchern betrag war die Bibel, eine besondere Ausgabe, nach der er" mit vieler Hitze" herumgelaufen war; er hatte sie wahrlich nicht zum ersten Mal gelesen; aber nun, am Abend des 31. März 1758, in der Marborough Street, bei redlichen Leuten, zu denen er aus dem Kaffeehause gezogen war, las er das fünfte Kapitel des 5. Buches Moses doch wie zum ersten Mal. Die Worte Gottes an Kain **** kamen ihm in den Sinn: Die Erde hat ihren Mund aufgetan, um das Blut deines Bruders zu empfangen; sie trafen Hamann ins Herz: er erkannte sich als den Brudermörder des Erlösers; Gott sprach zu ihm, der Gottes eingeborenen Sohn gemordet hatte. Nun entsiegelte sich dem aus dem" Getümmel der Leidenschaften" Aufgerüttelten die heilige Geschichte:" Ich erkannte meine eigenen Verbrechen in der Geschichte des jüdischen Volkes." So las er die heilige Schrift noch einmal; am 21. April war er zu Ende; sein Herz wurde ruhiger:" In den Augenblicken, worin die Schwermut hat aufsteigen wollen, bin ich mit einem Trost überschwemmt worden, dessen Quelle ich mir selbst nicht zuschreiben kann... Ich bin erschrocken über den Überfluß desselben." Dies war Johann Georg Hamanns Wiedergeburt; er kehrte im Sommer nach Riga, dann nach Königsberg zurück, die Heilige Schrift sollte ihn begleiten bis ans Ende; er las sie in allen ihm erreichbaren Sprachen, niemals mehr wankend in seiner Überzeugung, daß" unser eigen Dasein und die Existenz aller Dinge außer uns" geglaubt werden müssen, daß wir uns ihrer auf keine andere Weise versichern können. Er hatte fortan durchaus nichts anderes zu verkünden, als das Evangelium, wie er es sich im rastlosen Studium der offenbarung wie der geglaubten Welt, freilich auch unter Hinzuziehung apokrypher Schriften zu gewinnen suchte; er wollte dabei nur " Leser" sein; das Auslegen, meinte er, komme Gott allein zu. So, mit Bezug auf die Hingabe, die ihn stark machte, sind die Worte zu verstehen:" Glücklich der Autor, welcher sagen darf: wenn ich schwach bin, so bin ich stark! Aber noch befliger - ist der Mensch, dessen Ziel und Laufbahn sich in die Wolke jener Zeugen verliert deren die Welt nicht wert war." - - 3- Der Magus hat damit in gewisser Weise sein Los ausgesprochen. Was er, angeregt von Ereignissen und Erscheinungen der Zeit und im Gespräch mit ihr, zu sagen hatte, verstreute er in einer Fülle kleiner und kleinster Schriften, für die er auf sorgfältig ausgedachten Titelblättern absonderliche Titel wählte, wie etwa( " Konxompax", was angeblich der Gruß eines die Eleusinischen Mysterien eröffnenden Oberpriesters war oder" Golgotha und Scheblimini", mit welchem letzten Wort Luther seinen" Hausgeist" bezeichnete; ja, er dachte später daran, eine Sammlung seiner Schriften, zu der es bei seinen Lebzeiten nicht kommen sollte, als" Saalbadereien" und den ersten Teil auf gut ostpreußisch als" Erstes Wannchen" herauszubringen, in Erinnerung daran, daß sein Vater Bader gewesen war und Arm und Reich in der selben Wanne gebadet hatte, während er, der Sohn, alle seine Probleme in der selben Wanne, nämlich der geoffenbarten zentralen Wahrheit badete und klärte. Herder wehrte ab und war auch für den Titel" Metakritische Wannchen" nicht zu haben. Im Jahre 1774 bat Kant seinen Freund Hamann um eine Auskunft über ein von Hamann angeregtes Buch Herders, die" Älteste Urkunde". Hamann möge seine Meinung schreiben" womöglich in der Sprache der Menschen." Denn ich armer Menschensohn", bekannte Kant," bin zu der Göttersprache der anschauenden Vernunft gar nicht organisiert". Gewiß: Hamann schaute kraft seines Glaubens; Offenbarungsreligion gegen Vernunftreligion: das war sein Kampf in seiner Zeit; er waffnete sich mit sokratischer Ironie, aber diese trug ein wesentlich christliches Gepräge;" so braucht der Christ die Ironie, um den Teufel damit zu züchtigen". Wie hätte dieser Christ sich sonst der erdrückenden Übermacht seines Zeitalters erwehren können? Hamann hatte das Glück, die Drucklegung der" Kritik der reinen Vernunft" bei Hartknoch in Riga zu vermitteln; er bekam hinter Kants Rücken die Bogen in die Hand und erhielt von diesem selbst das erste gebundene Exemplar; im Juli des Jahres 1781 zeigte er das Werk auf knappe sachliche Weise an. Die eigentliche Beantwortung vollzog er später nachdem er die Kritik wenigstens wei Mal im Erscheinungsjahr gelesen hatte:" Bei mir ist nicht sowohl die Frage: was ist Vernunft, sondern vielmehr: was ist Sprachel" Denn" ohne Wort keine Vernunft keine Welt. Hier ist die Quelle der Schöpfung und Regierung." Er mußte also die Frage nach dem - 4 · Ursprung der Sprache beantworten und fand die Antwort in der Offenbarung: Gott war das Wort." Alles, was der Mensch am Anfang hörte, mit Augen sah, beschaute und seine Hände betasteten, war ein lebendiges Wort." Wörter sind für ihn" Gegenstände"; die Welt ist Leib, die Einheit von Geist und Gegenstand, Sichtbarkeit, Greifbarkeit; der Jude, an den die Offenbarung ergangen ist, hat das" Wort und das Zeichen", der Heide" die Vernunft und die Weisheit". Hamann dachte von der Vernunft wie der heilige Paulus; er traute ihr nichts zu" als Erkenntnis des Irrtums", aber er hielt sie für" keinen Weg zur Wahrheit und zum Leben". Daß das Wort Fleisch wurde, ist alles. Und Fleisch soll es wieder werden im Menschen, der glaubt und in seinem Glauben die ganze heilige Geschichte, wie die Schrift sie erzählt vom Ausgang über Sünde und Erlösung zur Wiedererscheinung und zum Gerichte durchläuft. So wird Hamann schon früh im Jahrhundert der Vernunft, einer ihm freventlich erscheinender Selbstsicherheit des Menschen zum Apokalyptiker:" Fürchtet Gott und gebt Ihm die Ehre, denn die Zeit seines Gerichts ist kommen!" Auf diese ungewöhnliche Weise faẞte er die" Hauptsumme der neusten Ästhetik", indem er die Kunst unter das Gericht stellte; Wir mögen heute verstehen, wie sehr die Kunst dieser Erinnerung bedürfte. Für Hamann waren die Menschen auch im 18. Jahrhundert" Kinder und Säuglinge der Schöpfung", zu denen sich die ewige Liebe herabgeneigt hat. - Wir können damit nur an das Anliegen Hamanns heranführen. Es geschieht in dem Augenblick, da sein Werk und das Geheimnis dieses Werkes durch Josef Nadler erörtert, vergegenwärtigt werden. Nur schwer läßt es sich ermessen, welche Arbeit in der eben erscheinenden Biographie geborgen ist: Hamann hat ja alles getan, es seinem Biographen schwer zu machen, seine" Spur zu verwedeln", wie Nadler sagt; und was Hamann nicht tat, das tat die Zeit. Wohl haben wir den äußeren Rahmen des großen Gegners Imanuel Kants, welcher Rahmen weit gespannt war, zwischen Riga und Warschau im Osten, Amsterdam, London, Straßburg, Basel im Westen; umso enger und widerspruchsvoller war freilich das in diesen Rahmen gefaßte Dasein des Propheten, der schließlich als Packhofverwalter, in der Gewissensehe mit einer Magd, als Familienvater lebte und doch ohne sich entschließen zu können, vor Kirche und Gesetz diese Bindung zu vollziehen. Und die Sprache dieвes Lebens hat etwas Unabweisbar- Symbolisches, das uns Nadler mit feinem - 5- Verständnis deutet: Hamann sollte nicht in der Stadt Imanuel Kants sterben und begraben werden; die beiden großen" Unvereinbaren", wie Nadler sie nennt, wurden im Tode getrennt. Hamann starb im. Jahre 1788, dem Jahre da Goethe aus Italien zurückkehrte, in Münster, wohin ihn die Fürstin Gallitzin auf die Anregung Jacobis eingeladen hatte. Am Vorabend vor Trinitatis hatte er sich in einem merkwürdigen Schriftstück noch einmal bekannt zu Gott, der Fleisch geworden, einzig gezeugter Sohn. Als den" Wahrsten Christen", den sie gesehen, verehrte ihn die Gürstin nach seinem Tode. - Goethe stand auf seiner Münsterer Reise vor Hamanns Grab" in der Ecke des entlaubten Gartens". Um das Jahr 1814 verpflichtete sich Goethe, die Schriften Hamanns herauszugeben, aber die Sammlung wurde dann von einem andern, Friedrich Roth, zwischen 1821 und 1825 unternommen; zwischen 1857 und 73 folgte eine zweite in Gotha. Vieles blieb unveröffentlicht, unerforscht, verkannt. Nach einer zwei Jahrzehnte im wesentlichen ausfüllenden Beschäftigung mit Hamann welch ein Zeugnis für die Eraft des Magus! erscheint nun Nadlers Biographie, die nur als" Anfang", als Hinleitung zum Werke verstanden werden will, dessen Neu- und zum Teil Erstausgabe in Wien begonnen hat. Eh diese nicht vorliegt, wird es nicht möglich sein, Abschließendes über ber Nadlers Bild des Magus, aber auch über diesen selbst zu sagen. Für heute kann es sich nur darum handeln, ein Werk mit Dankbarkeit aufzunehmen, das eine Lichtfülle neuer Perspektiven freilegt; Perspektiven, die etwas Verwirrendes haben könnten, wären sie eben nicht von der Einen zentralen Kraft, der religiösen Erfahrung Hamanns, aufdies weist Josef Nadler nach gebrochen worden. Hamann hat wohl sein Weltbild Zug um Zug erweitert; die Mitte aber ist gefunden, da er zu sprechen beginnt:" Das ist Gott und Mensch in ihrer wechselbezüglichen Dreifaltigkeit". Die Trinität ist der Ausgangs" Trinität und Leben stehen untereinander in einem organischen punkt: Zusammenhang." " Wie unsere Natur physisch an Himmel und Erde gebunden ist, so auch das fleischliche Band des Lebens, des Geschlechts und der Gesellschaft. Gottes Herz ist der unmittelbare Brunnen des Lebens und das Verhältnis von Gottheit und Menschheit stellt sich als Wechselbeziehung von Vater und Sohn dar. So faẞt nun Hamann endlich den entscheidenden Gedanken von Haupt und Leib, den Gedanken des corpus mysticum als der lebendigen Gestalt, in der Christus und seine Gemeinschaft da sind, sind und erscheinen." Und - 6- " Diese Einheit des corpus mystimysticum ist das Geheimnis des Himmelreichs von seiner Genesis an bis zur Apokalypsis, der Brennpunkt aller Parabeln und Abbilder im ganzen Universum." Den Vorwurf, den Hegel später machen sollte, daß Hamann kein System ausgebaut habe, hat dieser im voraus entkräftet: das System schien ihm" ein Hindernis der Wahrheit". Aber die Wahrheit war da als Gestalt seiner Welt. Bleiben wir bei dieser Andeutung der Botschaft Hamanns stehen! Er hat, wie Nadler sagt, das" geistige Klima" der Welt und Zeit verändert und zwar im wesentlichen auf dem Wege über die Dichtung, während der Denker Hamann infolge selbstverschuldeter, aber auch fremder Vernachlässigung, vor allem aber seiner Eigenart und seiner Sendung verschüttet wurde. Doch" der erste Entwurf des Faust deckt sich mit Ilamanns Grundvorstellung vom Geschlecht, und als Goethe das Gedicht abschloß, las er nach Ausweis seines Tagebuchs wieder Hamanns Schriften."" Fausts Erkenntniswille ist der Urfrevel des Menschen. Über Herder, seinen größten Schüler, erreichte Hamann Goethe und Jean Paul; über seinen Freund Reichardt, Tieck, Wackenroder und die Romantik überhaupt zu unbegrenzbarer Wirkung; ja, er erreichte noch Grillparzer. XXX #t Aber das packendste Drama, das Nadler in seinem von geistigen Spannungen gesättigten Werke entfaltet, ist das zwischen Hamann und Friedrich dem Großen, die Projektion des Dramas zwischen Kant, Mendelssohn und Hamann ins Geschichtliche: Friedrich ist, wenn auch, wie Hamann gestand," ein großer Mensch, in der Kunst, seines Gleichen zu regieren" sein ihm von Anfang bestimmter, mit überraschenden Offenheit aber auch mit vielen stechenden Anspielungen glühend bekämpfter Widersacher: Friedrichs Staat ist ja das" Werkzeug der Weltanschauung", die zu bekriegen der " Es ist dir nicht erlaubt, den Glauben Magus ausgezogen war. deiner Väter und deiner Neffen eidbrüchig zu machen", ruft er dem König zu; unter Friedrich wurde der" Kaufmannsgeist" mächtig, den Hamann, darin ein Sprecher alter ostpreußischer Art," weder an Fürsten noch an Gelehrten ausstehen mochte". Ja, Friedrich ist, kraft dieses Geistes," der Fürst dieser Welt", der Anti yon Anfang - 7- christ, der Feind, mit dem Hamann durch einen" Zauber" verkettet ist, bis dieser Zauber sich zu gleicher Zeit löst. Der König ist, in ironischem Sinne, der" Salomon in Norden", dem der" Magus in Norden", der frivole Philosoph von Sans- Soucy, dem Hamann von Grand- Soucy, belastet mit der Not der verkehrten Welt und Macht, widerspricht. Als Friedrich starb, sah Hamann eine Aera beendet, eine andere kommen, die wohl noch der Raum seines Wirkens, nicht mehr seines Lebens sein sollte; eine Aera, die, wie der Apokalyptiker in aller Endeserwartung doch hoffen mochte, seiner Vorstellung von weltlicher Ordnung wieder näher kam. Denn" alle Monarchen sind in meinen Augen Schattenbilder der goldenen Zeit, wo Ein Hirt und Eine Herde sein wird." Ist die Welt Leib, gilt die oft wiederholte Forderung Hamanns an den Menschen, seine Leidenschaften zu brauchen, ganz zu sein, Leib und Geist; ist die zeugende Kraft die göttliche" Feuerwurzel der Welt", so sind auch" Gottesdienst und weltliches Regiment Ordnungen Eines und des selben höchsten Willens." Und mit dieser Erkenntnis des Magus, der zu Unrecht dunkel gescholten worden ist, während es Josef Nadler gelingt, am Ende seiner Biographie Hamanns Weltbild in kristallenen Sätzen des Denkers zusammen zu fassen: mit dieser Forderung nach der Entsprechung zwischen Gottesdienst und weltlichem Regiment spricht der Magus unmittelbar zu uns und der Weltnot, die uns heimgesucht hat: wenn wir das Menschliche in Ehrfurcht vor dem Schöpfer als göttlich verstehen und achten, wenn wir die Ordnung der menschlichen Dinge ansehen als Gottesdienst, so werden wir vollbringen, was die reine Vernunft freilich nicht vermag: Ordnung auf Erden, Gerechtigkeit, die Sache des Glaubens XXX, des mit allen seinen Kräften tätigen, zwischen Anfang und Ende, Genesis und Parusia, gestellten Menschen ist. Und, wie der Magus in deutlichem Widerspruche zum Pessimismus Kants lehrt:" Mit unserem Vertrauen auf Gott wächst unser Vertrauen auf Menschen und unsere Stärke, das Böse mit Gutem zu überwinden und nicht Böses mit Bösem zu vergelten." 1.6.50