a: JOO IO O0 OC OOO ODO OOTO] E Ra EE E E a 6 f 3 o é FE k l T ConſtitutionsEdict; di z EGrundherrlichkeits Verfaſſung g Jea ka e© i 8 E; in dem Grosherzogthum Baden betreffend. — EAO ý RREN SESO) 309-09390290 NNVV.V IA sA AAAAAAAAAAAAA Aae ALONS EOE IG D — GO D, VOEN OT se LII Carlgruhe In Macklots Hofbuchhandlung VVVV.V.VV.V. V.. NAVA GCOOTEO HAAKANA? AVNA AVAAN JLS] 2G--OD FOSTOO L S On I e 5 soooa AA VAVE VANA i 2 E A E> TATEAREN AEAAARAKAAN N 3 N EN RD OSDO EDL GANO OLNE: IBA SSSA i 7 EVV V VVV VV VUV VYN:— AANER ERCA E. m aa A Wir Carl Friedrich von Gottes Gnaden, Großherzog zu Baden Herzog zu Zaͤhringen ꝛc. Ober-und Erbherr zu Fuͤrſtenberg, Baar und Stuͤhlingen ſamt Heiligenberg, Haußen, Moͤßkirch, Hohenhoͤden, Wildenſtein und Waldsberg; zu Leiningen, Mosbach ſamt Miltenberg, Amorbach, Duͤren, Biſchofsheim, Hartheim und fauda; zu Klettgau; zu Thengen; zu Krautheim; zu Wertheim; zu Neidenau und Billigheim, auch zu Hagnau ꝛc. ꝛc. Der Eintritt der ehemaligen Reichsritter unter Unſere Hobeit erfordert eine neue Reguli⸗ rung ihrer Verhaͤltniße gegen die Staatsgewalt; es wuͤrde aber ſehr unbillig gegen fie ober gegen diejenigen Nitter Unferer Lande gehandelt ſeyn, welche fruͤher ſchon unter die landes⸗ berrliche Macht eingetretten ſind, wenn Wir irgend eine Ungleichheit zwiſchen beeden Klaſſen der Ritter ſtatuiren wollten, und Wir wuͤrden auch ſelbſt gegen die Wohlfahrt Unſers Staats handeln, wenn Wir die mancherley Verſchiedenheiten, welche als Folgen der alten Feudal Ver⸗ faſſung in den einzelnen Grundherrſchaften Unſerer alten Lande beſtehen, und die daraus ent⸗ ſtehende Minderung der Wirkſamkeit der Staatsgewalt fortdauern laſſen, oder durch Ueber⸗ tragung gleicher Anomalien auf die neu erlangte Grundherrſchaften noch gar erweitern woll⸗ ten, nachdem die Vorſehung durch die Uns zugewandte Souverainetaͤt und die zugleich aus⸗ geſprochene Vernichtung der Kraft aller Reichsgeſeze, in und durch welche jene Verſchieden⸗ heiten beſtanden ſind, Uns die Mittel in die Hand gelegt hat, ſie abzuſchaffen. Wir wuͤrden zugleich dadurch Unſere Staatsverfaſſung in einen ſolchen Contraſt mit jenen Staaten ſezen, die ſich um Uns her neu bilden, daß daraus unvermeidlich bedenkliche Rei⸗ bungen entſtehen, und zur Quelle der Unruhe fuͤr Unſern Staat werden muͤßten. In dieſer Hinſicht haben Wir beſchloſſen, Unſerer ſaͤmtlichen alt-und neu mediatiſirten Ritterſchaft eine neue im Hauptweſen gleichfoͤrmige Conſtitution zu geben, welche im Einklang Ca) ſtebe, ſowohl mit der Einbeit und Energie der Staatsgewalt, als mit der Wuͤrde und An⸗ nehmlichkeit, welche dieſe angeſehene Klaſſe der Staatsbuͤrger mit Recht in Unſerm Staat zu finden wuͤnſchet, und mit der Wohlfahrt der andern Staatsbuͤrger-Klaſſen, die neben ihnen beſtehen, und auf Gleichheit Unſerer Vorſorge gerechten Anſpruch machen. Damit jedoch in der dadurch nothwendig gewordenen neuen Ausſcheidung der oberſtherrlichen und grundherrlichen Rechte alle jene Schonung eintretten moͤge, welche mit jenem oberſten Staats⸗ zweck ſich vereinigen laͤßt; ſo haben Wir mittelſt Ausſchreibens vom 12. Februar d. J. unter vorlaͤufiger Eroͤffnung der Grundzuͤge, wornach jene neue Verfaſſung auszufuͤhren ſeyn moͤch⸗ te, Ausſchuͤſſe der verſchiedenen bisherigen Rittervereine Unſerer Lande an Unſer Hoflager einbeſchieden, um jene Erinnerungen und Wuͤnſche, welche ſie dabey haben moͤchten, zu ver— nehmen, und dadurch Uns in den Stand zu ſezen, mit voller Ueberſicht deſſen, was Recht und Billigkeit erheiſchen mag, das Grundgeſetz der Rechte und Verbindlichkeiten der ſamtli— chen Grundherren oder Grundherrſchafts Beſizer Unſerer Lande,(das iſt: aller jener Orts⸗ herren, welche nicht ein unter dem Namen eines Fuͤrſtenthums oder einer Grafſchaft vorhin zuſammengeſchlagenes, und deshalb mit bep Reichs: oder Kreistågen begabt geweſenes Gebiet beſitzen) zu verfaſſen. Nachdem nun von den gehorſamſt erſchienenen Ausſchuͤſſen das Noͤthige Uns vorgetragen worden, und Wir ſolches reiflich erwogen, dabey aller Milde, die ohne Nachtheil fuͤr die Einheit der Staats-Regierung moͤglich war, noch Raum gegeben haben; ſo ſetzen, ordnen, verfprechen und verlangen Wir fúr Uns und alle Unfere Regierungs: Nachfolger zu ewigen Tagen, mwas folgt: K Was den perſoͤnlichen Stand der Ritter und Grundhevren betrift, ſo werden ſolche: 1.) Durchgaͤngig, ſowohl in Bezug auf ihre perſoͤnliche, als auf ihre Gutsverhaͤltniſſe, kanzleyſaͤſſig, und ſtehen daher ſowohl ſie mit ihrer Familie in perſoͤnlichen Sachen, als ihre zu Grundherrſchaften jetzo gehoͤrige eigenthuͤmliche Liegenſchaften und ihre Gerichtshalter in Rechts und Polizey Sachen allein unter den Provinz-Dicaſterien und Gerichten, fo daf jener Oberbeamtung, zu welcher eine ihrer Ortſchaften eingetheilt wird, uͤber ſie in Perſonal⸗ und Realſachen lediglich keine Gewalt zugelegt werden mag. 2.) Denenjenigen aus ihnen, welche Guͤter in Unſerem Land und in andern Staaten beſitzen, die mit dem rbeiniſchen Bund in keinen widrigen Verhaͤltniſſen ſtehen, bleibt die Befugniß, beede zuſammen beyzubehalten, jedoch muͤſſen ſie innerhalb ſechs Monaten Unſerer oberſten Staats Behoͤrde zum Juſtiz Departement die Erklaͤrung einliefern: ob ſie ihren ſtaͤndigen Wohn⸗ fiy und das davon abhaͤngige Staatsbuͤrgerrecht in Unſerm Staat nehmen, oder darinnen als —$ — — C S) fremde Gutsbeſizer behandelt ſeyn wollen? In beeden Faͤllen bleibt ihnen frey, nach ihrem Gutduͤnken abwechſelnd auf dieſen oder anf jenen Guͤtern ſich aufzuhalten, ſo lange der andere Staat ihnen auch gleiche Freiheit laͤßt; wo aber irgend ein Staat fuͤr die Uns angehoͤ— rige bey ihm beguͤterte Staatsbuͤrger entgegengeſezte Grundſaͤze aufſtellte, welche ſie noͤthigen wollten, ihre ſtaͤndige Wohnung aus Unſern Staaten wegzulegen, oder ihre Guͤter zu thei— len, und nach der Verſchiedenheit Linien zu ſtiften, da behalten Wir Uns die Erwie⸗ derung dieſer Grundſaͤze gegen die ihm angehoͤrige bey Uns beguͤterte be⸗ vor. 8.) Alle ritterliche vorhin ſchon oder jezt neuerlich Uns zugefallene Familien haben als Buͤrger Unſers Staats die gerechte Erwartung zu allen Staatsdienſten, zu welchen ſie ſich gehoͤrig vereigenſchaftet haben, nach ser beſtehenden Staatsordnung zugelaſſen und dazu vor Auswaͤrtigen beguͤnſtigt zu werden, ſo wie auch Wir von der Vaterlandsliebe eines jeden er⸗ warten, daß er dem Grosherzogthum, wenn es ſeine Dienſte benuzen will, ſolche vorzuͤglich widmen werde, Demobngeachtet ſoll keiner darauf eingeſchraͤnkt ſeyn, ſondern jeder das Recht baben, in jedem auswaͤrtigen zur Zeit der Dienſtannahme mit Unſerm Staat nicht in feind⸗ lichen Verhaͤltniſſen ſtehenden Staat, Dienſte zu ſuchen und anzunehmen, der nicht durch ſeine Geſeze oder Staats Verfaſſung Unſere Landes-Angehoͤrige von der Aufnahme in ſeine Dienſte ausſchließt, und darinn zu bleiben, ſo lang nicht ein-wegen Kriegserklaͤrung ergehender Heimruf nach Beſchaffenheit ſeiner etwa habenden Dienſte ihn in den Fall ſezte, ſolche verz lafen zu muͤſſen, ſo wie hinwiederum auch keiner genoͤthigt werden ſoll, bey Uns Dienſte zu nehmen, mithin fie und ihre Familien voͤlliz vom Milizzuge frey ſind, ihre Diener aber nicht weiter, als ſoweit ſie es unter gleichen Umſtaͤnden auch in Unſerm Dienſte ſeyn wuͤr⸗— den. 4) Wir werden ihnen eine, allen ihren Gliedern eigene Uniform und den Familien Haͤup⸗ tern, welche ſich nach den zu ertheilenden Statuten hierzu vereigenſchaften, einen eigenen Or⸗ den ertheilen. 5.) Auch wollen Wir ihnen die Befugniß geſtatten, ihr Erbe in Stammgutsweiſe zu vererben, mithin von dem Landesgeſetz, welches eine gleiche Anſprache aller Kinder an das Erbe beſtimmt, ausgenommen zu bleiben, und uͤberhaupt in Abſicht auf ihre Familien-Einrichtungen aller derjenigen Autonomie zu genießen, die immer mit dem Wohl des Ganzen vertraͤglich iſt, in welch lezterer Hinſicht jedoch nur jene Ausuͤbungen ſtammhauptlicher Rechte fuͤr rechtmaͤſig gelten moͤgen, welche in Familien oder Geſellſchafts Statuten, die Unſere oberherrliche Confirmation ha—⸗ ben, feſtgeſezt ſind; weßhalb ſie ihre kuͤnftig verfaſſende Statuten jedesmal ſogleich, die jezt ſchon vorhandene aber, ohnbeſchadet der Fortdauer ihrer zwiſchen den Betheiligten bisber ges habten Gaͤltigkeit, alsdann vorlegen ſollen, wenn ſie in den Fall kommen, von ſolchen im C6) Ganzen oder in einzelnen Stellen Gebrauch zu machen, maſen, ehe Unſere Confiemation zum Zeichen ihrer StaatsUnverfaͤnglichkeit beygeſezt iſt, bey keinem Orini darauf Ruͤckſicht ge⸗ nommen werden darf. 6) In allen uͤbrigen Stuͤcken, fie moͤgen ihre Perſon, ihre Handlungen oder ihre Beſitzun⸗ gen betreffen, wo diefe ihre von Uns erlangte GeneralConſtitution auch etwa nachgefolgte Gna⸗ denbriefe oder beſtaͤttigte Statuten nicht eine Ausnahme machen, ſind ſie und ihre Grundange⸗ hoͤrige allen landesherrlichen Geſetzen und Anordnungen, welche Staatsbuͤrger ihrer Klaſſe be⸗ treffen, ohne Unterſchied mit unterworfen, und koͤnnen einige Vorrechte nicht anſprechen, nohh` 7)irgend eine geſellſchaftliche Verbindung eingehen oder fortſetzen, die ſie als Woets: Perfo: nen auszeichnend zuſammen faſſen, und einen gegen den Staat oder gegen andere Klaſſen gez richteten Koͤrperſchaftsgeiſt wecken oder unterhalten moͤchte; weßhalb anmit alle jene Rechte, Titel und Ehrenauszeichnungen fuͤr erloſchen erklaͤrt werden, welche ihnen als Mitglieder einer unmittelbaren ritterſchaftlichen Korporation zukommen. Uebrigens ſollen ſie 8) zu perſoͤnlichen unentgeldlichen Dienſtleiſtungen, auſſer was etwa der Lehensverband ihnen auflegt, oder zu perſoͤnlichen direeten Steuern und Abgaben gar nicht, und zu Vermoͤgens— ſteuern nur alsdann, wann dieſes Beſteurungsmittel fuͤr das ganze Grosherzogthum und alle „deffen UnterthanenKlaſſen fuͤr außerordentliche Faͤlle in Anwendung kommt, pflichtig gemacht werden; annebſt ſollen ſie in Faͤllen, wo fie ihr Staats⸗Buͤrgerrecht in Unſerm Grosher— zogthum aufgeben, dem Abzug von der Fahrniß niemals, und jenem von dem liegenſchaft⸗ lichen Vermoͤgen nur nach den erſten zwanzig Jahren, von der rheiniſchen BundesConſtitu⸗ tion an zu rechnen, und auch alsdann nur fuͤr den Fall unterworfen ſeyn, wenn ſie in ei⸗ nen Staat ziehen, der die gleiche Freybeit den beruͤberziebenden dortigen Staatsbuͤrgern nicht goͤnnen will, welche Freyheit in gleicher Weiſe auch auf ausgehendes Erbe, Heurathsgut, oder ſonſtige Vermoͤgens⸗ Bezuͤge ſich erſtrecken ſoll; wie Wir denn auch jedem fúr den Hausbrauch, den er auf ſeine Guͤter oder an einen andern Ort Unſerer Lande, wo er fich aufhaͤlt, ſich zufuͤhren laͤßt, ingleichem feinen Dienern fuͤr die von ſeinen Speichern und Kellern an ihren Wohnort geführt werdende Beſoldungs Naturalien, die Zoll und Pfundzoll oder Aceisfreyheit geſtatten, ſo wie es ohne uͤberwiegenden Nachtheil oder Gefahr des Un⸗ terſchleifs wird thunlich befunden werden, mithin, daß ſie ſich jeden deßfalls noͤthigen Si⸗ cherſtellungsvorſchriften unterwerfen. II. Was den Beguͤterungsſtand der Ritter betrift; ſo Heben Wir 9) die bisher in einem Theil Unſerer Lande beſtandene Verbote des Gutsberkaufs an Ritter auf, dagegen aber ſoll r e 10) keinerley Immunitaͤt eines von einem Ritterglied beſeſſenen Hauſes oder Guts in Bezug auf Jurisdietion, ordentliche und außerordentliche Steuern, Quartierlaſten und auf alle andere Staatspflichten(nemlich durch Staatsgeſetze dem Liegenſchaftsbeſitz anhaͤngig erklaͤrte Obliegenheiten) fortbeſtehen, welche nicht jedem Gut gleicher Art, wenn es in Haͤnden anderer kanzleyſaͤßigen Staatsbuͤrger liegt, durch Unſere Staatsgeſetze verwilligt wird, und muͤſſen ſomit namentlich 11) alle ihre alte und neue Lie genſchaften, welcher Gattung ſie ſeyen, fo bald fie von einet ſolchen Art ſind, daß andere ſteuerpflichtige Klaſſen der Unterthanen davon fuͤr die ordentlichen und auſſerordentlichen Staats-Beduͤrfniſſe Steuern geben, in die Steuer gezogen werden, nur daß Wir, da ihrer Natur nach die Grundherren nicht gleichen reinen Ertrag, wie jene Klaſſen der Staats-Buͤrger, welche ihr Gut ſelbſt bauen koͤnnen, daraus zu ziehen vermoͤgen, dem alt ſchatzungsfreyen Gut derſelben das jezt erſt durch Unſere Anordnung in Schatzung faͤllt, eine um ein Drittheil verminderte Schatzung gegen den der altſchatzbaren Guͤter der nemlichen Markung oder Gegend, in denen das vorige Freygut liegt, verwilligen; wobey Wir auch die weitere Maͤßigung eintreten laſſen,daß ihr obgedachter Edelhof mit dem zu feinem Umfang gehoͤrigen Hof und Hofraithe, auch Luſtgarten, ſo wie es bey der Beſteurung Unſerer eigenen Domainen geſchiehet, auſſer Anſchlag und Steuerpflicht bleibe. Dieſemnach 2) ſollen a) alle Liegenſchaften und Einkuͤnfte derſelben, die von der Art ſind, daf ſie in ungefreyter Hand Schatzung geben, nach den nemlichen Grundſaͤtzen und Schaͤtzungen in das Steuerbuch eingetragen werden, nach welchen jeden Orts die alt ſchazbare Guͤter eingetragen ſind. b) Von dem hiernach ausfallenden SteuerKapital iſt jedoch ein Drittheil abzuziehen, ſo⸗ mit find nur die bleibende zwey Drittheile als das Herrenſteuer Kapital anzuſetzen, wovon o) ſie die Steuer unmittelbar an die ihnen zugewieſenen landesherrlichen Steuer Einnehmer abzutra⸗ gen haben; es kann hingegen d) jener mildere Steuerfuß auf unfreye Guͤter nicht angewen— det werden, welche der Adel beſizt und bisher ſchon nach dem landuͤblichen Steuerfuß verſteuert hat. Damit man auch e) in den Stand komme das Steuer Ordinarium ſowohl fuͤr die bisher ſteuerbaren, als auch fuͤr die nach obigen Grundſaͤtzen neuerlich in Steuer fallenden Liegenſchaf— ten, bis zu einer allgemeinen Steuerausgleichung vorſorglich zu beſtimmen, ſo iſt binnen 6 Wochen ein zehenjaͤhriger Rechnungsausweis uͤber die vom Jahr 1781. bis 1790. einſchließlich, in jedem Kanton erhobene Ritterſteuern, und laͤngſt binnen drey Monaten die nach einem ohn⸗ gefehren Ermeſſen ohne Ausmeſſung vorgenommene Beſchreibung und Schatzung der nun erſt in die Steuer fallenden ſo wie der alt ſteuerbaren Liegenſchaften, mit denen etwa zur Gleichbeits— beurtheilung noͤthigen Erlaͤuterungen einzuſenden, fuͤr deren gewiſſenhafte Faſſung der Grund: berr mit lebtaͤglichem Verluſt der Herrenſteuer-Ringerung verantwortlich, emngetht wird. Was Cenar (8) III Die Rechte ihrer Grundherrlichkeit anbelangt; ſo koͤnnen Wir 13) um vieler bewegenden Urſachen willen zwar ihnen die hoͤhere Strafgerechtigkeitspflege nicht zukommen laſſen, da die jetzige Erforderniſſe einer guten Verwaltung derſelben viel zu koſtbar ſind, als daß der Ertrag der Hochgerichtsbarkeit von wenigen einzelnen Ortſchaften eine gute Beſorgung derſelben moͤglich lieſſe, und daber deren Belaſſung dem Wohl ihrer Grundan⸗ gehoͤrigen eben ſo, als(richtig betrachtet) auch ihrem eigenen Wohl entgegen waͤre; und Wir ziez hen alſo dieſe Gattung der Rechtspflege an diejenige Oberaͤmter, welchen Wir ihre Orte zuthei⸗ len, ſo wie die Kirchenherrlichkeit ſamt der geiſtlichen Gewalt und Gerichtsbarkeit in den pro⸗ teſtantiſchen Orten an Unſere betreffende Staatsbehoͤrden uͤbergeht. Wohingegen Wir 14) als Attribut der Grundherrſchaft ihnen belaſſen: a) die buͤrgerliche Strafgerechtig⸗ keitspflege, wie ſolche in Unſerm 8ten Organiſations Ediet vom Jahr 1803. H. 4. beſtimmt iſt, vorbehaͤltlich des Recurſes an Uns oder Unſere Hofgerichte in denen nach den Geſetzen fuͤr die Urtheile Unſerer Beamten dazu geeigneten Faͤllen; b) die buͤrgerliche Gerichtsbarkeit uͤber Streitſachen gegen die in ihrer Grundherrſchaft ſeßhaften ungeft eyten Buͤrger und Hinterſaßen, ſodann uͤber alle darin gelegene Gemeinds-und Privatguͤter, nicht minder uͤber alle darinn ſich aufhaltende innlaͤndiſche oder auslaͤndiſche Fremde amtsſaͤßigen Standes, die nicht in Unſern beſondern Geſchaͤften ſich dort befinden, endlich úber alles darinn ſich aufhaltende Geſinde, ohne Unterſchied, und zwar in der Maaſe: daf æ) ſie von ihnen ſelbſt nur verſehen werden kann, wenn ſie ſich deßhalb ordnungsmaͤſig bey Unſern Hofgerichten auf die Juſtiz haben verpflichten laſſen; daß auſſer dieſem Sall B) fie ihren Gerichtshaltern ſolche uͤberlaſſen muͤſſen, die ſie mittelſt ordentlicher Beſtallung und opne Aufkuͤndigungs⸗Vorbehalt aus der Zahl allgemein von Uns fuͤr ſolche Dienſte approbirter Subjeete nehmen, oder ein beſonders von Uns zu einem ſolchen Dienſt tauglich und annehmlich erkanntes Subjeet anſtellen, und bey Strafe der Nichtigkeit aller Amtshandlungen vor der betreffenden Behoͤrde verpflichten laſ—⸗ ſen muͤſſen, fie auch nicht eigenmaͤchtig, ſondern nur mit Staats Approbation oder gerichtli— chem Erkenntniß der Behoͤrde wider ihn, entlaſſen koͤnnen; daß) ihre auf die gemeine Lan⸗ des und etwaige beſondere Provinz oder Ortsrechte zu gebende Urtheile, wenn ſie dreyſig Gulden oder daruͤber, doch unter ſechshundert Gulden an Werth betreffen, von den Pars thien an dasjenige Ober Umt, dem die Ortſchaften ſolcher Grundherren werden zugewieſen ſeyn, durch ordnungsmaͤſige Appellation gezogen werden moͤgen, von weſſen Spruͤchen nachmals ſo— bald die zur Reviſion oder Appellation an ein Hofgericht beſtimmte Summe vorhanden iſt, der weitere Zug an Unſer betreffendes Provinzhofgericht gehet, und dort fih ſchließt; an deffen ſtatt hingegen d) bey Sachen, die uͤber ſechshundert Gulden an Werth, oder im ObergerichtsOrdnungs Sinn, unſchaͤzbar find, von ihrem Amte(das den Titel grundherrli, ———⏑ y(9) T dhes von N. Nſches Amt zu fuͤhren hat) die Berufung und andere zulaͤſſige Rechtsmittel unmittelbar an das Hofgericht, und von da in geeigneten Faͤllen an das Oberhofgericht ge⸗ bet: wornaͤchſt e) von ihren Gerichtsſtellen Unſere erſcheinende Untergerichtsordnung und alle auf die Prozeßfuͤhrung Bezug habende Geſetze zur genauen Richtſchnur ihres Verfahrens ge⸗ nommen werden muͤſſen; endlich E) darf der Sitz des grundbeßlichen Gerichthalters nicht i úber drey hoͤchſtens vier Stunden von dem entlegenſten grundherrlichen Ort entfernt, und muß innerhalb Unſeres Staats ſeyn. c) Alle gerichtliche und obrigkeitliche Rechtspolizey, ? als Inventuren, Theilungen, Urtheilsvollziehungen u. ſ. w. ſodann Beſtaͤttigung oder Ver⸗ faſſung der Contracte und lezten Willensverordnungen der Grundangehoͤrigen nach Maas der Geſetze, Fertigung der daruͤber ſprechenden Urkunden oder Bekraͤftigung derſelben, Beſtel⸗ lung der Vormuͤnder und Aufſicht auf die Pflegſchaften u. dergl. d) Die ganze Ortspoli— zey in der nemlichen Ausdehnung und Einſchraͤnkung wie ſie Unſere Beamte in ihren Amts: Bezirken Kraft Unſerer Geſetze in der Markgrafſchaft bisher hatten, mit Ausſchluß jener Theile derſelben, welche wegen ihrer untrennbaren Verbindung mit andern Ortsbezirken, als 3. E. allgemeine Sicherheitsanſtalten, Chauſsée- und Flußbau, oder wegen ihrer Erforder— niß beſonderer ſachverſtaͤndigen Geſchaͤftsbeſorger, als Kirchen- und Schul- oder Sanitaͤts Polizey, Unſern deßfallſigen angeſtellten Dienern vorbehalten bleibt,(die jedoch ihre Beamten von allem noͤthig findenden in Kenntniß zu ſetzen, ihre Erinnerungen willig anzuhoͤren und nach Billigkeit zu erledigen,nnd wo zur Vollziehung die Anwendung der grundherrlichen Gewalt noͤthig iſt, die ihrige, ſolang ſie zureicht, vor allen Dingen aufzurufen, werden angewieſen werden) dagegen mit | Einſchluß der Annahme des erſten Schutz ſuchenden Kindes einer bey ihnen ſchon im Schutz befindlichen Indenfamilie, ingleichem der Abhoͤr und Berichtigung der Ortsbeiligen und Stiftungsrechnungen, unbeſchadet der Oberreviſion Unſerer betreffenden Oberb ehoͤrden. e) 4 Die Aufſicht auf die Gemeinds Haußhaltungen in gleicher Maaſe, wie ſie Unſere Aemter zu — fuͤhren baben, ſo lang ſie nicht zum Rechtsſtreit erwaͤchſt. Alle dieſe Polizey⸗Verhaͤltniſſe ihrer Orte ſtehen jedoch unter Aufſicht desjenigen Unſerer Oberbeamten, zu deſſen Bezirk ihre Ortſchaften gewieſen ſind, welcher Erinnerungen an ih— re Beamte zu verfuͤgen, Auskunft von ihnen zu verlangen, proviſoriſche Anordnungen Darz uͤber in eilenden Faͤllen zu geben, und im Fall verſchiedener Anſicht die durch ſeine Be— richte von der Provinz-Behoͤrde einzuholende Hauptbefehle eben ſo, wie alfe von oben er: gehende Staatsgeſetze und Provinzverzrdnungen ſolchen zu verkuͤnden hat. G 15.) So wie ſich von ſelbſt verſtehet, daß das Steuerrecht, nemlich die Befugniß, Ab— L gaben aufzulegen, oder beſtehende zu erhoͤhen, ſammt der Staatsdienſtpflicht od er dem Recht —nzu den Landesfrohnden aller Art nur Uns angehoͤrt: ſo kann auch der Bezug der Schaz— zung und Steuer von den Grundangehoͤrigen allein Uns zukommen, ſo wie Wir fuͤr die darauf ( to) radicirte Staatsbeduͤrfniſſe der Regierung in Civil- und Militaͤr Hinſicht alein zu ſorgen ha⸗ ben, wo bingegen da, wo Vaſallen ſolche von Uns zu Lehen tragen, oder ſonſt als mit⸗ telbare Guts Beſitzer dieſelbe inne haben, Wir Uns verpflichtet erkennen, eine nach Unterſu⸗ chung aller einlaufenden Umſtaͤnde von Uns naͤher zu ermeſſende verhaͤltniß maͤſi ge Vergari ihnen zukommen zu laſſen. Auch 16.) Die hohen Serrlichkeiten oder die vegalia majora koͤnnen nur Uns angehoͤren, wohin Wir die BergConeeſſions Einkuͤnfte von eigentlichen Bergwerken nach der Beſtim⸗ mung, die Unſer 7tes Organiſations Edict vom Jahr 1803. Art. 27. daruͤber giebt, und unbeſchadet des Privateigenthums der Beſitzer der ſchon eroͤffneten Bergwerke, das Beſal— zungsrecht, vorbehaͤltlich einer von Uns zu ermeſſenden Verguͤtung an jene, die ein berech⸗ tigtes SalzMonopol als mittelbare Gutsbeſitzer hatten, das Salpeterrecht, Muͤnzrecht, das Recht uͤber herrenloſes Gut, Baſtard Erbe und BaſtardFall, die Lach Erbengelder, den Conſiscations Ertrag, die Goldwaſche(mit gleichem Vorbehalt wie bey dem Beſalzungs⸗ recht) die Taxen der Privilegien⸗Verleyhung, die Nutzungen der oberherrlichen Gerichts⸗ barkeit und den Stempfel Ertrag rechnen; wohingegen 17.) die niedere Serrlichkeiten odee regalia minora, ſoweit ſie ihrer Natur nach billig in dieſe Klaſſe gehoͤren, allein Unſern Grundherrſchaften verbleiben. Dabin rechnen Wir den Ertrag von Zwangsrechten, als BannKeltern, Bann Backoͤfen, Bann Muͤhlen, Bann⸗ Wein, gebanntes Saitenſpiel urd andere dergleichen grundherrliche Monopolien, ſoweit ſie verfaſſungsmaͤſig hergebracht ſind; ingleichem die Recognitionen von Gewerben,(ſofern ſie nicht die Stelle der Gewerbsſchatzung vertretten) die ſeither uͤblich geweſene Nutzungen des Alleinhandels oder der ausſchließlichen Gewerbstreibungen, z. B. Alleinhandel mit Eiſen, Kupfer, Kaminfegere Pacht w,(jedoch dieſe Nutzungen unter der Bedingung: fich deren Abkauf gegen den Durchſchnittsertrag zu jeder Zeit gefallen zu laſſen); ferner die Guts⸗ pflichten, als Herrenfrohnden, Todfall, Entlaſſungsgebuͤhren, Buͤrgergelder, Judenſchutz⸗ gelder,(vorbehaͤltlich jedoch, daß, wo die Juden nicht auſſer dem Schutzgeld eine beſonde⸗ re Kopf: und Gewerbſteuer ſchon geben, ſie dazu in Gleichbeit mit chriſtlichen Gewerbs⸗ leuten kuͤnftig angezogen werden, und darnach verhaͤltnißmaͤſig alsdann die Schutzgelder der Ortsherren einen, nach Befinden geminderten Tarif erhalten ſollen) Beeten, Guͤlten, Zinn⸗ fen, und alle EigenthumsESinkuͤnfte. Anbelangend aber 18.) jene Rechte, welche ihrer Natur nach zweydeutig ſind, und zu einer wie der an⸗ dern Gattung der Herrlichkeiten gerechnet werden koͤnnen; ſo wollen Wir 4,) das Patronatrecht da, wo die Grundberren entweder die ganze geiſtliche Hoheit uͤber⸗ haupt, und alſo mit ihr den Pfarrſatz oder nur die Kirchenlehenberrlichkeit alein perge: bracht haben, ihnen leztere belaſſen, jedoch gebunden an hierlands approbirte Landeskinder, und bey Katholiſchen(wo die Praͤſentations Urkunde nicht an Unſere Stellen, ſondern an den Biſchoff ergehet) gebunden an Unſer derſelben beyzufuͤgendes Gutheiſen ihrer Nomi— nation, und biernach richtet ſich dann nicht blos das Recht, Pfarrer, ſondern auch Schul⸗ lehrer zu ernennen, wogegen dieſes Ernennungsrecht keineswegs ein Recht zur Entlaſſung oder Suſpenſion mit ſich bringt, als welches niemanden, als der geiſtlichen Oberbehoͤrde in“ verfaſſungsmaͤſigen Wegen zukommt. b.) Das Zehendrecht, wo ſie es haben, bleibt ihnen und zwar mit der Ausdehnung: daß da, wo der ordentliche Zehendherr, er moͤge ein Cin beimiſcher oder Fremder ſeyn, beſizlich oder rechtlich die Befugniß zum Neubruchzehenden her, gebracht hat, ſie ihm auch kuͤnftig bleiben ſolle; wohingegen Apren Orten das Neubruchsrecht nach dem RegalitaͤtsPrinzip oder bisheriger Uebung Uns zukommen wuͤrde, da ſolle es in den diſſeitigen Souverainetaͤtsdanden kuͤnftig als grundherrlich angeſehen werden, und alſo den Grundherren zukommen, jedoch mit der Einſchraͤnkung, daß cR.) wo innlaͤndiſche Pfarreyen Decimatores ordinarii minores geweſen, denenſelben auch in den Neubruchsdiſtricten der kleine Zehende kuͤnftig zufalle, und daß B.) in Faͤllen, wo zwar Reubruͤche angelegt, dahin⸗ gegen aber vorher gebaute Diſtricte in Unbau verſezt werden, und alſo jene nur als Surro⸗ gate dieſer leztern betrachtet werden koͤnnen, kein Neubruchzehende eintrette, ſondern die ordent⸗ lichen Zehendherren den Zehenden zu beziehen haben, als welche beede Einſchraͤnkungen uͤber⸗ haupt in Unſerm Grosberzogthum kuͤnftig als geſezlich fuͤr all und jedes Neubruchzehendrecht, es moͤge Uns oder andern zuſteben, angeſehen werden ſolle, /.) Den Zoll(d. i. die Abgaben vom Tranſit zu Waſſer und zu Land) wo ihn ein fruͤher ſchon landſaͤſſig geweſener Ritter her⸗ gebracht bat, belaſſen Wir ihm als ein Privat Eigenthum, jedoch auf Einloͤſung durch Dar⸗ legung des Werths oder durch Compenſation des Ertrags, die Wir Uns auf ewige Zeiten un— verjaͤhrbar vorbehalten, den Reichsrittern aber, deren Orte erſt jezt mediatiſirt worden, koͤnnen Wir ſolchen, da er als ein Anhang der nun verlohrnen Reichshoheit anzuſehen iſt, nicht be⸗ laſſen, auſſer wo ſie erweiſen koͤnnen, daß ſie ihn nicht aus Reichshaͤnden, ſondern aus Han⸗ den ſolcher benachbarter Reichsſtaͤnde, die niemals in ihrem Ort die Hoheit hatten, oder anſpra⸗ chen, empfangen haben, und wo er mithin in keinerley Hinſicht als Anhang ihrer Reichsterritorial⸗ Gewalt angeſehen werden koͤnnte, in welchem Fall er hinwiederum gleicher Einloͤßlichkeit un⸗ terworfen bleibt. d.) Das Abzugsrecht belaſſen Wir ihnen, wie allen Unſern Landſaſſen die es baben, jedoch ſo: daß es von keinem Zug innerhalb tandes in Ausuͤbung komme; ſo wie auch aus beſondern bewegenden Urſachen und Landesher rlicher Gnade als Ausnahme von der Regel das Ohmgeld, in ſoweit ſie ſich in dem Beſitz des rechtmaͤſigen Bezugs deſſelben befinden. Hingegen bleibt e; der Accis oder Pfundzoll Uns ausſchließlich. f) Die Jagd belaſſen Wir ihnen in und auſſer ihren Grundherrſchaften, wo fie dermalen im rechtmaͤſigen Beſitz derſelben ſind, doch vorbebaͤltlich mit Einzelnen, Die in Unſern Ortsherrlichkeiten Jagd haben, oder C e) in beren Gemarküngen Wir ſolche haben, nach beedſeitig billigen Grundſaͤtzen eine Ausloͤſung zu reguliren. g) Die Befoͤrſterung ihrer Waldungen, mithin der Gebrauch eigener Waldaxt, untergeordnet unter die landes herrliche Oberforſtbehoͤrde, moͤgen ſie da haben, wo ſie dafuͤr einen „eigenen forſtgerechten Diener zu deren Beſorgung aus der Zahl der deßfalls approbirten Landes— Kinder Unſern Oberbehoͤrden zur Beſtaͤttigung vorzuſtellen der Koſten werth finden, ſo wie ſie auch aus ihrem Gebiet die Waldruͤgſtrafen beziehen, obgleich ſolche von der landesherrli— chen Oberforſtbehoͤrde angeſezt werden. h) Die Siſcherey bleibt ihnen in der Maaſe, wie ſie ſolche vorher genoſſen, ordnungsmaͤſig zu gebrauchen. i) Alle PolizeyGefaͤlle, als: Con⸗ ceſſions, Diſpenſations Taxen und Strafen, theilen ſich nach der Berechtigung der Polizey— Gewalt und fallen Uns oder ihnenzu, je nachdem Wir oder ſie, obiger ausgeſprochenen Regel zufolge, die Verwilligung zu ertheilen, und die Uebertrettung zu ruͤgen haben, mit der einzigen Einſchraͤnkung, dag wo eine Strafe wegen Unterſchleif bey Gefaͤllen angeſezt wird, ſie oh⸗ ne Ruͤckſicht auf die Stelle, welche die Strafe angeſezt, Uns oder ihnen allein oder jedem halbtheilig gehoͤrt, je nachdem das Gefaͤll, wogegen der Unterſchleif getrieben wird, zu be— ziehen iſt. 10.) In gemeinſchaftlichen Doͤrfern, wo Unſere unmittelbare Unterthanen neben adeli: chen Gerichtsunterthanen ſich befinden, tritt als Regel zwar gleiche Befugniß des Grund: herrn uͤber die ihm angehoͤrige Unterthanen ein, hingegen die Polizey und Gerichtsbarkeit úber alles gemeinſchaftliche Eigenthum, als Allmenden, Straſen, Baͤche u. ſ. w ſo wie die Local Sicherheitspolicey uͤber Perſonen und Guͤter, mithin auch die Feuerpolizey, hat Unſer Beamter allein zu verwalten, doch ſo, daß von allen Reſultaten der Grundherrli— che Beamte benachrichtigt, auch von den deßfallſigen Polizeygefaͤllen der Antheil, welchen in der vorigen Verhaͤltniß die Grundberrſchaft daran hatte, ihr ferner verbleibe und aus⸗ geliefert werde. 20.) Die ritterſchaftlichen einzelnen Hoͤfe und Guͤter, die einen eigens abgeſteinten Bann haben, werden den grundherrlichen Ortſchaften gleich behandelt, in ſolang der Grundberr alleiniger Beſitzer derſelben bleibt; dieſer Vorzug hoͤrt aber auf, wenn der Hof an Anſied⸗ ler uͤberlaſſen, oder theilweiſe verkauft wird, in welchem Fall die getheilten Grundſtuͤcke, ſo wie uͤberhaupt alle einzelnen ritterſchaftlichen Beſitzungen, die keine eigene abgeſteinte Baͤnne baben, zu jenen Baͤnnen, in denen ſie liegen, gehoͤrig, und in Hinſicht auf Gerichtsbarkeit, Polizey Aufſicht und Markloſung da, wo dieſe bergebracht iſt, kuͤnftig dem Markungsrecht unterworfen ſind. 21.) Als Ehrenrechte der Grundherren beſtimmen und beſtaͤttiſgen Wir hiermit a) das Recht, daß ſich der Grundherr, und wo deren mehrere ſind, der durch Primogenitur, Ma— C 3) jorat oder Seniorat beſtimmte Vertretter der grundherrlichen Rehte(indem auh da, wo der Grundherrlichkeitsgenuß unter mehrern ſich vererbt, das Herrſchaftsrecht und die Pflicht, Uns daruͤber Rede und Antwort zu geben, durchaus in einer Hand liegen muß, an die Wir Uns deßfalls halten koͤnnen) die Grundhuldigung durch feyerliche Vergeluͤbdung von allen GrundAngehoͤrigen vach einer anpaſſenden, von Unſerer oberſten Staatsbehoͤrde genehmigten Formel ablegen laffe. b) Das Recht, daf feiner und feiner Familie in einer von Uns vor: zuſchreibenden Formel, nach dem Gebet fuͤr den Landesherrn und defen Familie, im Kirchen⸗ gebet gedacht werde. c) Das Recht, daf nah dem Ableben des Grundherrn, keineswegs aber nach dem Tod anderer Familienglieder, ein achttaͤgiges Trauergelaͤut, und eine vier⸗ woͤchentliche Einſtellung des Saitenſpiels in ſeinem Grundgebiet, auf Verlangen des Grund⸗ Nachfolgers, eintrette. 2.) Gleichwie uͤbrigens ihre Grundherrlichkeit ſich auf nichts kuͤnftig ausdehnen kann, r fie nicht durch die neue Conftitution bezogen wird, fo Fann fie auch nie ire Grund: Angehoͤrigen irgend einer Unterthanenpflicht entheben, wovon ſie nicht ausdruͤcklich befreyt fnd, und ift in allen Berechtigungen, die eine Gewaltsausuͤbung auf andere Staatsbuͤrger betreffen, im Zweifel die Vermuthung eben ſo fuͤr Uns zu ziehen, als in allem, was Gegen⸗ ſtand des Privateigenthums ſeyn kann, fuͤr die Grundherren. Was weiter IV. Die Cehenſchaft betrift, ſo muß: 23.mihr voriger Lehensverband gegen Uns niht nur fortdauern, ſondern auch alle vori⸗ ge fremde Lehnbarkeit auf Grundherrſchaften in Unſern Staaten, ſie moͤge von Kaiſer und Reich oder von andern Souverains hergeruͤhrt haben, ſollen ſie kuͤnftig blos von Uns tra— gen, und deßfalls nach Unſern beſtehenden und ferner ergeh enden Lehensgeſetzen ſich riten, und den aufgeſtellten Lehensbehoͤrden geziemende Unterwerfung leiſten. Um endlich V. Den Vollzug die ſer Conſtitution zu ſichern, beſtimmen wir 24) Daß die Veraͤnderungen in Bezug auf Steuer-und Gefaͤllſachen von Georgit d. J. an, jene in Jurisdietions- und Polizey- auch andern Sachen aber, mit dem erſten Tag deg erten Monats, nachdem dieſes im Regierungsblatt wird verkuͤndet worden ſeyn, in Ausuͤbung kommen ſoll, wohingegen auch von jenen Terminen an, die hier oder da demnaͤchſt ju ferin de Verguͤtungen laufen ſollen, zu welchem Ende pi 25) Wir Unſere oberſte Staatsbehoͤrde beauftragen, alles dasjenige Aano und fy ver⸗ fuͤgen, was zu Aetivirung dieſer Conſtitution, ſofort Liquidirung und gutaͤchtlicher Beſtimmtung Cu) der von Uns zu ermeſſenden Verguͤtungen noͤthig ſeyn wird, und dieſes zwar alſo: daß ſolche t Liquidirung im Lauf des jetzigen Rechnungs Jabrs vollendet, mithin am Schluß deffelben darauf unfehlbar abgerechnet werden moͤge. Nach dieſem Unſerm in Kraft ewigen Grundgeſetzes Unſerer Staatsverfaſſung ausgeſproche⸗ nen Willen, verſprechen Wir nunmehro fuͤr Uns und alle Unſeret Nachkommen an der Regie⸗ rung, allen Rittern und Grundherren Unſers Staats Sicherheit und Schutz fuͤr die ibnen dar⸗ nach zugeſprochenen Rechte, ſo wie Wir Uns auch der hiernach abgemeſſenen ungetheilten Unter⸗ wuͤrfigkeit von ihnen ſicher gewaͤrtigen, und befeblen Wir allen Unſern Miniſtern, Praͤſiden⸗ ten auch bohen und niedern Raͤthen und Beamten, die jezt ſind oder kuͤnftig ſeyn werden, ſich darnach genan zu achten, und darwider nicht zu handeln, ſo wie Wir Unſern Gerich⸗ ten, insbeſondere auf das Gewiſſen geben, in ihren Rechtserkenntniſſen davon, es geſchehe denn mit beider Theile Willen, nicht zu weichen, ſondern denſelben ſowobl wider Uns als fúr Uns buchſtaͤblich und genau nachzugehen.: Deſſen zur Feſthaltung und Urkund haben Wir zwey Exemplarien eigenbaͤndig unterſchrieben und mit Unſerm StaatsInſiegel verſehen laſſen, davon eines Unſerm Oberhofgericht zu inſt⸗| 5 nuiren, das andere bey Unſerm Archiv niederzulegen iſt, ſodann weiter verordnet, daß jeder r grundherrlichen Familie ein öffentlich beglaubter Abdruck davon in Kraft authentiſchen Pri⸗ T vilegs zugeſtellt, und ſolches durch das Regierungsblatt oͤffentlich verkuͤndet werde, Verordnet und gegeben in Unſerer Reſidenzſtadt Karlsruhe den z2ten July 1807, Carl Friedrich LS) Vdt. Sreyherr von G aylin g~| KE To ALuf Sr. Koͤnigl. Hoheit Spetial Beſel. ao Tea W. Reinbard. aA aia BA, P AE pila WA A 7 AT|: $o; 2 7 A a