SEa & J7/ A e bekrönte Glaubens⸗ Sree der inder WOttfes/ Auß den Erinnerungs⸗Worten JESll an den Engel der Gemeinde zu Smyrnen Apocal. cap. 2, V. 10. Bey Inſehnlicher Beerdigung/ Der | Pa Hoch⸗Wohl⸗ W Frauen | R M ab SUSANNÆE ELISABETHE von Motberg ꝛc. Gebohrenen Aerehin von und zu Eronegk L. Hoch⸗Wohl⸗ Gebohrenen Hn N ERREN [GEORG JACOB CHRISTOPH von Rotberg/ | Herrens zu Bam̃lach und Rheinweyler L. Weyland Hertz⸗Geliebteſten Frau She⸗BVemahlin: Nachdeme Dieſelbe zu gedachtem Bam̃lach den 20. Auguſti 1714. in dem HErren ſeelig entſchlaffen/ und Dero epea Leichnam den folgenden 23. Dito in der Pfarr- Kirche zu Blanfingen in Die Erde gefenctet worden; Vorgeſtellet und auff ramien in Drug gegeben Febaßne Friderico Pleffelio. Sz Blanſing. — ENIK À aa E UE? N— E9) Ñ`i í TDA Saaana PUA A h A íf, Y HN EE A Ne E Baſel/ Druckts Yoh. Jacob Genath/ 1715. L wnel p8 č n Wane Me — EI Me Q E F- g5 P Er Treue und wahrhafftige Zeuge/ JESli8/ welcher mit ſei⸗ nnem Blut und Tod in beſtaͤndiger Treue vor feinem Hatter Vuns das Leben erkaͤmpffet hat/ wuͤrcke in uns durch die Krafft ſeines lebendig/ machenden Geiſtes/ daß wir in ſeliger Erkaͤndtniß unſers Heyls/ alleine trachten moͤgen nach deme das droben iſt/ da Er S) 7 auch ſelbſten iſt/ ſitzend zu der Rechten GOttes/ und alſo durch Welt/ Todt/ Fleiſch und Suͤnde hindurch ringen und dringen moͤgen in dag ewige Leben! Ja gERR] durch deine Krafft uns bereit/ Und ſtaͤrck des Fleiſches Blödigkeit/ i Daß wir hier ritterlich ringen/ Durch Tod und Leben zu dir dringen! Amen/ Sallelufa! Vor⸗Eingang. z= Eliebte in Gott! Warhafftige Worte ſind es/ auß dem Munde deß Treuen und Warhafftigen/ welche der Geiſt Meßiaͤ/ der alleine Leben und Warheit hat/ Jeſataͤ dem Propheten in die Feder dictiret/ und ung zu betrachten hinderlaſſen hat/ wenn es heißt: Du ſolt mit einem neuen Nahmen genennet werden/ welchen des SErꝛen Mund nennen wird/ und du dwirſt ſeyn eine ſchoͤne Rrone in der Hand des Er⸗ ESE ren! Zwey ſondere Umſtaͤnde moͤchten wohl in difen Verheiſſungs⸗Worten zu erwaͤgen ſeyn;(4) Wenm ſelbe geredet und ge⸗ meinet ſeyen?(6) Was ſolche Verheiſſung in ſich faſſe?(2) Das Erſtere moͤgen wir auß den vorhergehenden Worten abſehen/ in welchen der Geiſt Got⸗ tes außdruͤcklich Zion und Jeruſalem anziehet; umb Zion willen/ ſpricht er/ ſo wil ich nicht ſchweigen/ und umb Jeruſalem willen/ ſo will ich nicht inne halten/ biß daß ꝛc. Xit es alfo Zion und Jeruſalem/ ſo ſich diſer Verheiſſungs⸗ Worten eigentlich anzunehmen hat: Nicht zwar jener Berg/ nicht jene Statt/ wie ſie im Buchſtaben da liget/ wohl aber das ion und Jeruſalem nach dem Geiſt/ die Glaubige Kirche Meßiaͤ/ die Kirche Neuen Teſtaments und in ſelber eine jede durch deſſen Geiſt belebete Glaͤubige Seele: Zion/ eine wie der Name in dem Grund es bezeichnet/ Duͤrꝛe/ und alfo durch denin, dem Geſetz geoffenbahrten Zorn Gottes uͤber die Suͤnde/ geaͤngſtigte/ gedez muͤthigte und zerknirſchete Seele/ ſo arm in dem Geiſt/ und all eigener Gez rechtigkeit weit entbloͤſſet/ hungert und duͤrſtet in dem Glauben allein nach der Gerechtigkeit GOttes in Chriſto JEſu/ aber eben hierdurch ein Opfer Vor Eingang aus Jeſaiæ cap.62. F. a. 3 iſt/ ſo dem HErꝛen wohlgefaͤllig/ und in dero die Gnade umb ſo maͤchtiger worden/ je maͤchtiger zuvor in ihr die Suͤnde geweſen durch die verdam̃en⸗ de Krafft des Geſaͤtzes: Jeruſalem/ eine Seele/ die dem Frieden/ als dem wahren Erbe/ nachjaget/ und ſolchen mit Gott hat/ durch unſeren HEr⸗ ſen een Efun Chviftum; Die avar in Der Pelé Anaf bat und bal von anf, 4 Diebbekroͤnte Glaubens⸗Treue ſen bald innen von denen ſo vielen Feinden angefallen wird/ indeſſen aber Durch den lebendigen Glauben an JIEſum Chriſtum den uͤber alle Menſchen⸗ Vernunfft hochgehenden Frieden beſitzet/ md vor fein einiges Erbtheil haͤlt: Dife find esz denen ſolche Verheiſſung gemeinet iſt/ alſo mag ſich gewiß nicht ein jeder derſelben/ ſo bloß hin/ wie ungebrochen er auch waͤre/ wie die blinde Welt meinet/ und wo man ihrem Sinn nicht fuͤget/ ein hauffen Klagens und Rumorens anfaͤnget/ annehmen/ ſondern nur der da in Goͤttlicher Ord⸗ nung iſt des Glaubens an Chriſtum JIEſum; Denn obgleich Die Verheiſſun⸗ gen des Evangelüi allgemein ſind/ moͤgen ſie doch nicht anders appliciret und angenommen werden/ als in der Ordnung eines ſeligmachenden und wahr⸗ hafftig-lebendigen Glaubens/ welcher die neue Creatur mit ſich bringt in Chriſto JeESU! Was aber(8) ſolche Verheiſſung in ſich faſſe/ iſt auß den taren Worten abzunehmen/ Du ſolt mit einem neuen Namen genen⸗ net werden/ ſpricht der Geiſt Meßiaͤ/ welchen des SErren Mund nen⸗ Apocal. 2. 17. Hebr. 11,13. Rom. 8, 15. Galat. 3, 24. cap. 4.-5. Luc. 1474.79- 2. Tim. 1. 12. Johan. 14,17. nen wird/ und du wirſt ſeyn eine ſchöne Krone in oer sand ores Er⸗ ren: Ein neuer Name iſt es/ deſſen der Geiſt gedencket/ und zwar ein fol cher/ welchen deß HErren Mund ſelbſt nennen wird/ eine ſchoͤne Krone in der Hand deß HErren: Es iſt wohl dieſer neue Name kein anderer/ als eben Der jenige/ welcher von dem Geiſt GYttes auch anderswo angezogen wird/ da es heiſſet; Wer uͤberwindet/ dem will ich zu eſſen geben von dem verborgenen Manna/ und will ihm geben ein gut Zeugniß/ und mit dem Zeugniß einen neuen Namen geſchrieben/ welchen niemand kennet/ denn der ihn empfaͤhet; Was aber diſer neue Name eigentlich bezeichne/ geben folgende Worte an den Tag: Man ſolle dich nicht mehr die Verlaſſene/ noch dein Land eine Wuͤſtung heiſſen/ ſondern du ſolt meine Luſt an ihr/ und dein Land lieber Bule heiſſen; Mit wenigem: Die Kirche Neuen Te⸗ ſtaments ſolle gantz lieblich und angenehm ſeyn/ gegen jener mit dunckelen Todes⸗Schatten umbzogenen Kirche Alten Teſtamentes/ in welcher die Vaͤt⸗ ter alle geſtorben ſind im Glauben/ und haben die Verheiſſung nicht em⸗ pfangeñ/ ſondern ſie von ferne geſehen/ uno fich Oer vertroſtet/ und wohl begnuͤten laſſen: Der Geiſt Chriſti ſolle in der Kirche Neuen Teſta⸗ ments und emner jeden ſelbiger in dem Geiſt und Glaubens⸗Warheit/ Krafft des rechtſchaffenen Weſens in JEſu/ zugethanen Seele/ keine knechtiſche Art und Forcht mehr zeugen/ wie ehedeſſen bey den Vaͤtteren des Erſten Bun⸗ des geſchehen/ als welche unter der Schaͤrffe und Zwang des Geſaͤtzes/ ſo ihr Zuchtmeiſter auff Chriſtum ware/ geſeufftzet/ im duncklen geſeſſen/ und dabey vieler Angſt und Sorthe underworffen geweſen ſind/ ſondern viel⸗ mehr Friede und freudigen Müth/ Freyheit und Leben allenthalben erwecken: Bey dieſem auff die neue Creatur folgenden neuen Namen ſolte nun die Seele ihres Heyls/ Friede mit GOtt/ Vergebung der Suͤnden/ Freude und Sez ligkeit/ durch den ſie je mehr und mehr reinigenden und vollendenden Geiſt verſichert und gewiß ſeyn/ mit Paulo ruͤhmend; Ich weiß an welchen ich Glaube/ und bin gewiß/ daß er kan mir meine Beylage bewahren/ biß an jenen Tag: Solcher Name iſt und bleibet der Welt/ und ihren nach dem e wandelnden Kindern unbekandt/ dann niemand kennet ihne/ denn der ihn empfaͤhet! der Mund des HErꝛen nennet ihne/ welchen frey⸗ lich die Welt in ſeiner Sprache nicht verſtehet/ ſie ſiehet Ihn nicht und kemet Ihn nicht! Ob nun alſo freylich primarid und eigentlich diſe Worte auf den nterſchied zwiſchen der Kirche Alten und Neuen Teſtaments und dero Glieder zielen/ folglich diſer neue Name vornehmlich in Die tempora” Gratiæ annoch gehoͤret/ doͤrfften wir doch keines weges anſtehen/ diſenneuen Namen nach der Intention deß Heil. Geiſtes auch in jener kuͤnfftigen Ewig⸗ keit/ und in Regno Gloriæ zuſuchen/ da nemlich die Glaubige Kirche und in Alten M ſelber w ber en⸗ ilf: cht ide ns d⸗ m- w r a n Oaa FOI A i2 i D> s i der Kinder GOttes. 5 ſelber jede glaubige Seele/ nach ſo vielen Anlaͤuffen/ Kampff/ Streitt/ Ringen/ Lauffen und Jagen/ in dem neuen Jeruſalem ſelben erlangen/ und alsdann heiſſen wird eine Siegerin/ Uberwinderin/ Triumphirerin/ Vollen⸗ derin ꝛc. Da ſie ſeyn wird unter denen/ ſo da ſtehen vor dem Lam̃/ ante⸗ than mit weiſſen Aleydern und Palmen in ihren aͤnden/ von denen der 11.16.75 Geiſt ſagt: Diſe ſinds/ die kommen ſind aus groſſem Truͤbſal/ und ha⸗ ben ihre Kleyder gewaſchen/ und haben ihre Kleider helle gemacht in dem Blut des Lam̃s; darumb ſind ſie vor dem Stuhl Gottes/ und dienen Ihm Tag und Nacht in Seinem Tempel. Und der auff dem Stuhl ſitzet/ wird uͤber ihnen wohnen. Sie wird nicht mehr hungern noch duͤrſten/ es wird auch nicht auff ſie fallen die Sonne oder irgend eine Sitze/ dann das Lam̃ mitten im Stuhl wird ſie weyden/ und leiten zu den lebendi⸗ gen Waſſerbrußen/ und Gott wird abwiſchen alle Thraͤnen von ihren Hunen. Der Geiſt Meßiaͤ faͤhret fort und ſagt: Und du wirſt ſeyn eine ſchoͤne Krone in der gano oeg Erꝛen: Eigentlich/ eine ſchoͤn⸗ und herꝛ⸗ lich⸗gezierte Crone: Iſt eine verbluͤmte Rede/ welche ohne viel Wort dié Herꝛlichkeit der Kirche und der Glaubigen Seele deſto gruͤndlicher exprimi⸗ ret: Cronen ſind ein Bild der Majeſtaͤt und Herzlichkeit/ und werden allein von Kayſern und Koͤnigen getragen/ als welche auch darum Gekroͤnte Haͤup⸗ ter in der Welt genennet werden: So moͤchten ſie auch ihrer runden Geſtalt wegen nicht uneben von einigen als ein Symbolum der unbegreifflichen E⸗ wigkeit angeſehen werden/ wodurch denn die Herꝛlichkeit einer Crone ſichumb ſo mehr offenbahret: So heiſſet es denn; Hu wirſt ſeyn eine Crone/ aller⸗ dings was herzliches/ ein angenehmes Bild/ zumahlen aber eine ſchoͤn⸗und berzlidh z gezterte Crone, eine von Der Jand Deines Gottes felbft zubereitete/-+ und in dem Schmuck der Gerechtigkeit Meßiaͤ herꝛlich glaͤntzende und ſchim⸗ merende Crone; und uͤber diß wirſt du eine fo herꝛlich⸗gezierte Crone ſeyn in der Hand deines Gottes: Wir moͤgen jetzo nicht gedencken/ daß Die Mte. dreyerley Cronen gehabt; Einige/ ſo ſie auf dem Haupt; Andere/ ſo ſie an dem Halß/ und widerumb/ welche ſie an der Hand getragen/ deren letzterer Alrt auch/ nach Tertulliani Zeugniß/ die Chriſten zu den erſten Zeiten deß Evangelii aus beſonderer Abſicht getragen/ ſondern erinnern uns nur hier⸗ bey deß in diſen Worten ſteckenden ſonderbaren Nervi, da der Geiſt ſagt: die Kirche Meßiaͤ und die glaubige Seele in derſelben ſolte ſeyn eine herzlich-gez zierte Crone in der Zand des Erren: Was koſtbar und angenehm iſt/ vfleget man gerne ſtets vor ſich und im Geſichte zuhaben/ damit man ſich deſtoweniger eines Verluſts befahren duͤrffe: Einen guͤldenen Ring/ ſo von groſſem Werth/ pflegt man an den Finger zuſtecken/ und hiemit wird er de⸗ ſto eher beybehalten: David/ der ſeine Seele nicht anders als ein herꝛliches Depoſitum ſeines Gottes angeſehen/ ſagt alſo von derſelben: Ich tratge plalm. 11s, meme Seele immer in meinen Zaͤnden/ umb/ nemlich/ ſie deſto eher vor 10s den liſtigen Nachſtellungen des Teuffels/ und der Welt ſicher zuſtellen/ da⸗ mit ſie nicht verlohren gehen moͤchte: Eben alſo ſolle die glaubige Seele vor Gott angeſehen ſeyn; Er haͤlt ſie in Seinen Haͤnden/ unter allen Anlaͤuffen des Teuffels/ Verſuchungen der Welt/ und der annoch umb⸗und anligenden Suͤnde/ nicht anders/ als eine herꝛliche Crone/ damit ſie alſo in ihrem Schmuck und Herslichkeit deſto geſicherter beſtehen moͤge/ und nim̃t ſie end⸗ lich nach ſo viel außgehaltenen Proben zu Sich in jene Ewigkeit/ da ſie ſeyn wird unveraͤnderlich in der Hand GoOttes/ und von keiner Dual mehr wird angeruühret werden; Wobey denn die Liebe/ die der HErꝛ zu Seiner Braut und Kirche traͤget/ genugſam erhellet/ und die Hochachtung/ die Er vor ſie hat/ uns zu betrachten ſich gar klar darſtellen moͤchte: Was nun bißher von der Kirche GOttes und der glaubigen S insgemein gedacht worden/ a $u ç Soneſ. 12,1. Cant. 2, 1. 2. Jeſ. 32, 18. Pſalm. 17,15. Auts liai 4 4 6 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue ſen erinneren Wir Uns vor dißmahlen inſonderheit an der Perſon der Weyl. goch⸗Wohl⸗Gebohrenen Frauen Frauen Suſanna Eliſabetha von Rotberg/ Frauen zu Bam̃lach und Rheinweyler/ Gebohrenen Freyin von und zu Croneßzk ꝛc. ꝛc. Es hatte der HErꝛ nach ſeinem unerforſchli⸗ chem Rath und Willen diſe theure Seele gleich balden von zarten Kindes⸗ Beinen an ſeine Wunder⸗Wege gefuͤhret/ da Er Sie gleich dem Glaubens⸗ Vatter Abraham auß ihrer Freundſchafft und Vatterland in ein fremb⸗ des Land geruffen: Kaum ware es 1. Jahre/ daß Sie dieſes elende Thraͤ⸗ nenthal erblicket/ ſo muſte Sie ſchon annoch in der Wiegen erfahren/ wie eitel/ wie unbeſtaͤndig/ wie nichtig und fluͤchtig diſes irꝛdiſche und ſichtbare Welt⸗ weſen ſehe? Man kan ohnſchwer hiebey gedencken/ daß der HERR Dieſelbe eben hierdurch zu einem ſonderen Gefaͤß ſeiner kunfftigen Gnade außerſehen/ und da Er Ihro die Welt/ und was in der Welt iſt/ fo gar frühe verleiden wollen/ alſo Sie umb ſo mehr zum Genuß der himliſchen Guͤtter/ und der unendlichen ewigen Herꝛlichkeit/ wiewohl nicht anders/ als in der von Ihme ſelbſt gemachten Leidens⸗Ordnung/ geſetzet habe; Welches ſich denn auch hernach in Dero folgenden Lebens⸗Jahren je mehr und mehr erzeiget/ da der getreue himliſche Vatter ſelbe durch mancherley vaͤtterliche Zuͤchtigungen heimgeſuchet/ in vielen Anfechtungen gepruͤffet/ von innen und auſſen/ in Ge⸗ dult/ in Trübſalen/ in Noͤthen und Aengſtengelaͤutert/ biß Er Sie nach vol⸗ lendetem Kampff in Die Ruhe der Seligen vor feinem Thron aufgenommen: Anjetzo moͤgen Wir Deroſelben billich ein froͤliches Io! Jo lnachruffen: Nun hat Sie den neuen Namen erlanget/ und pranget mit Sieges⸗Palmen vor dem Thron des Lam̃es: Allhier in dieſer erblichen Huͤtte ware Sie wohl im̃er ein důrres Zion/ eine Suſanna/ eine Lilie/ eine unter den Creutzes⸗Dornen lieblich⸗riechende Roſe/ und hatte unter dem Blut⸗und Creutz⸗Fahnen ihres Heylandes gegen ſo viele Feinde den Namen einer tapfferen Kaͤmpfferin/ unermuͤdeten Streitterin/ einer Kriegerin/ welche wohl ſtets ihrem Erloͤſer uruffen moͤgen: Ich lig im Streitt ünd widerſtreb/ Hilf O HEr Chrift| A en Schwachen! Jc. ꝛc. Nun aber wohnet Sie in dem Jeruſalem/ das dro⸗ ben iſt/ das iſt die Freye/ und Ihre wahre Mutter/ und zeiget ſich in der Herꝛlichkeit/ worein Sie Ihr Goel aufgenommen/ als eine glorieuſe Siege⸗ rin und verherꝛlichte Uberwinderin unter der Menge der verſigelten vieler Tauſenden/ als eine triumphirende Eliſabetha/ ſo bey dem HERren Ihre i Ruhe gefunden: Diß iſt nun Der von Ihr in dem Glaubens⸗Kampff erſtrit⸗ tene/ und von dem HErren ſelbſten Ihro genenneter Neue Name; dannen⸗ hero Ihr gewiß auch die verheiſſene Lebens⸗Crone nunmehr aufgeſetzet iſt; Ja Sie iſt wohl ſelbſt eine herꝛlich⸗gezierte Crone in der Hand des HErren: Die theure Seele ruhet in der Nand Gottes/ und keine Qual ruͤhret Sie an/ der HeEgdt bewahret Sie als ein herrliches Kleynod/ als ein in Seinen Augen werth⸗gehaltenes Depolitum, auß deſſen Hande Sie weder Suͤnde/ noch Tod/ weder Hoͤlle noch Teuffel/ weder Welt noch ein anderer Feind nun- mehro reiſſen kan/ denn Sie wohnet in Haͤuſern deß Friedens/ in ſicheren Wohnungen und in ſtoltzer Ruhe: Sie ſchauet das Antlitz ihres GOt⸗ tes in Gerechtigkeit/ und ſaͤttiget ſich mit deſſen ſeligem Genuß ohne auff⸗ hören: So nemlich wird von dem HErren belohnet die Treue Seiner Auß⸗ erwehlten; Er ruffet ſie/ ſo lange ſie hier im Fleiſch wallen/ zu dem Kampff wider die Feinde/ Er laͤſſet ſie in dieſem Kampff mit Forcht und Zitteren/ mit Ach und Wehe umbfangen werden und ob Er wohl mit ſeiner verborge⸗ nen Güte ihnen felbft beyſtehet/ ſie außruͤſtet/ und die Glaubens⸗Kraͤffte von oben herab darreichet/ und in ihnen nach ſeiner maͤchtigen Staͤrcke wuͤr⸗ cket/ verbirget Er dennoch fein Angeſicht vielmahl vor ihren Augen/ daß Angſt und Schrecken ſie ankommen moͤchte gleich einer Gebaͤhrerin; bengep q Baana a a a a Š S aan— PAE AAE S EPA E , i der Kinder G Ottes. 7 aber/ wo in dem Kampff mit aller Glaubens⸗Treue an⸗ und außgehalten wird biß an das Ende/ alsdann wird die zuvor beygelegte Lebens⸗Crone ſolchen Siegeren aufgeſetzet: Der HEr/ welcher getreu iſt/ iſt nicht unge⸗ 1 recht daß Er vergeſſe des Werckes und der Arbeit/ ſondern Sein Lohn iſt mit Ihme/ Seine Gnade waͤhret von Ewigkeit zu Ewigkeit! Diß iſt es/ was der Heilige/ der Getreue und Warhafftige verſichert/ wenn Er ſagt: Sep getreu 1 biß an den Tod/ ſo will ich dir die Crone des Lebens geben: Hieruͤber laſſet uns unſere Betrachtung dißmahlen fortſetzen/ zu welchem Vorhaben Er/ der i NEn felbſt/ uns außruͤſten wolle mit Gnad und Krafft auß der Hoͤhe! | TEXTUS, Apocal.cap.2, Y. 10. ] OI getreu biß an den Todt/ ſo will ich dir die fFrone des Lebens geben: WCO NI Davids, Der aufthut und niemand zuſchlieſſet/ der zuſchleußt 1AE J und niemandaufthut/ 4u dem Engel Der Gemeinde zu Phila- delphia: Es hatte der HERR/ der da iſt das A und Das O, der Eeſte und der Letſte/ wie Er Sich ſelbſten ſo bald im Anfange Seiner Jo⸗ hanni gethanen Erſcheinung dieſen Namen gibet/ die Wercke diſes Engels geruͤhmet/ wie er nemlich das Wort der Warheit behalten/ und Seinen Na⸗ men nicht verlaͤugnet haͤtte: Worauff ſodann diſe Verheiſſung folget: Sihe ich werde geben aus Satanas Schule/ die da ſagen; Sie ſind Juden/ und ſinds nicht/ ſondern luͤgen: Sihe/ ich will ſie machen/ daß ſie kom⸗ men ſollen/ und anbetten zu deinen Fuͤſſen/ und erkennen/ daß ich dich geliebet habe; dieweil du haſt behalten das Wort meiner Gedult/ will ich auch dich behalten fuͤr der Stunde der Verſuchung/ die kommen wird über der gantzen Welt⸗ Crayß/ zu verſuchen die da wohnen auff Erden: Hierauß moͤchte nun ohnſchwer erhellen/ was der HErꝛ in dieſer an den Engel der Gemeinde zu Philadelphia ergangenen Vermahnung ver⸗ ſtehe: Er ſaget; Halte was du haſt: das nemlich/ was du erworben/ und in meiner dir beyſtehenden Krafft bißhero beybehalten haſt; das Wort mei⸗ ner Gedult; die Gnade meiner Erkaͤntniß; die Heiligung meines Namens/ und den Wandel in der Auffrichtigkeit und Warheit: diſes haſt du/ ſaget der Heilige und Warhafftige: Aber Er ſetzet hinzu/ halte es/ behalte es auch; | balte was du haft; Eigentlich/ und nach der kmphati des Grund⸗Wortes/ Halte feſt/ mit aller Macht und Staͤrcke: Dürffte es alſo dem Engel und Biſchoff der Gemeinde zu Philadelphia nicht genug ſeyn/ ein ſo herꝛliches Klehnod gewonnen zuhaben/ ſondern er ſolte auch alle ſeine Krafft anwen⸗ den/ umb es beyzubehalten: So nemlich verhaͤlt es ſich in dem Chriſtenthum̃ Es iſt niht genug etwas zu haben/ ſondern an dem behalten und feſt halten will alles gelegen ſeyn: Non minor eſt virtus, quam quærere, parta tueri, | mag es wohl hier heiſſen: Gut anfangen mag es lange nicht außmachen/ nnd wer da ſtehet/ mag zuſehen/ daß er nicht falle! Chriſtus ſaget deutlich: Wer beharret biß ans Ende/ der wird ſelig: Ans Ende/ Ans Ende/ heiſſet ess hierauff moͤchte es ankommen; In fine videbitur cujus toni! Kinder Gotz tes ſind hiervon durch den in ihnen wohnenden Geiſt der Warheit wohl unter⸗ l richtet/ dannenhero diſer ihnen keine muͤßige Stunde laͤſſet; Ohnmoͤglich iſt es/ daß der in ihnen wohnende Glaube/ der allerdings was lebendiges? geſchaͤfftiges/ thaͤtiges und maͤchtiges in ihnen iſt/ nicht ohne Unterlaß Gu⸗ kes wuͤrcken/ und alſo biß an das R wiewohl unter vielen Aniane A e e eſtaͤn⸗ an Ailte was du haſt/ daß niemand deine Crone nehme! Diß Eingang aus F faget der Heilige md Warhafftige/ der da hat den Schlúffel Apoca cap: 1. Theſſal. 2, 19. 20. Philipp. 4, 1. 2. Tim. 2, 19. Johan. 10, 14. ISe 28. 8 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue beſtaͤndig außhalten ſolte! Sie ſchaffen ſelig zu werden mit Forcht und Jit⸗ tern/ alles aber nicht auß ihnen ſelbſt/ ſondern in und durch die Krafft ih⸗ 1 res Lebens/ das da iſt Chriftus in ipnen! Die Motive aber/ warumb der HErꝛ den Engel der Gemeinde zu Phi- ladelphia vermahnet/ daß er das/ ſo er haͤtte/ halten ⸗ ia feft balten folte, beſtehet in den Worten die da ſtehen/ daß niemand deime Crone nehme Halte was du haſt/ daß niemand deine Crone nehme! Durch diſe Crone 7 verſtehen einige die Crone des Lehr⸗Am̃tes/ welche difer Engel bey ſeiner er⸗ wieſenen Dreue getragen/ da er bey ſeiner kleinen Krafft das Wort behalten/ und den Namen Chrifti feines Dber⸗Hirten nicht verlaͤugnet; Wie er nun hiemit das Zeichen und Siegel ſeiner Treue bey der ihme anvertrarten Ge⸗ meinde/ des Glaubens halben/ welchen er in derſelben aufgerichtet/ erlanget/ alſo mochte er freylich ſolches ſein treu⸗gefuͤhrtes Ampt nicht anders als ſei⸗ ne Crone anſehen/ ja wohl auch ſeine Gemeinde ſelbſten bey ihrem Reichthum Den fie hatte an aller Lehre und in aller Erkaͤndtniß/ fuͤr ſeine Crone halten/ gleichwie auch Paulus ſeine rechtſchaffene Theſſalonicher/ deren Werck im Glauben/ und Arbeit in der Liebe/ Er ſo gleich von Anfang der an ſie geſchri⸗ benen Brieffe/ ſo herꝛlich/ anderen zur Nachfolge/ ruͤhmet/ alſo gehalten: Wer iſt unſere Foffnung/ ſchreibet er an ſie/ oder Freude/ oder Crone deß Ruhms? Seyt nicht auch ihrs fur unſerem gErꝛen JEſu Chriſto zu ſei⸗ ner Zukunfft? Ihr ſeyt ja unſere Ehre und Freude! Gleicher geſtalt hielte er auchdie Philipper fùr feine gewunſchte Bruͤder/ für ſeine Freude ind feine Crone i Andere widerumb verſtehen die Crone def Glaubens/ in welchem diſer Engel geſtanden/ und treu erfunden worden: So dann finden ſich auch/ welche durch dieſe Crone/ die von Chriſto erworbene/ und ihme nun⸗ mehr bey ſeinem Glaubens⸗Kampff hin⸗ und beygelegte Crone der Gerech⸗ tigkeit und des ewigen Lebens verſtehen: Wir m̃oͤgen wohl diſen Verſtand allen annehmen/ um̃b ſo mehr/ weil keiner dem anderen zuwider/ und der: Analogie Deg Textes entgegen lauffet; So iſt ja diſe dreyfache Crone ſo feſt in einander gewunden/ daß keine von der anderen moͤchte geriſſen werden; Eine folget in und auff die andere/ ob gleich eine herꝛlicher als Die andere⸗ und die letztere/ die Erone nemlich des ewigen Lebens/ die eigentliche Sieges⸗ Crone/ nach vollendetem Lauff/ genennet werden mag: Will alſo der HErꝛ ſagen: Halte was du haſt/ daß niemand die Crone deines Ampts/ die Erone deines Glaubens/ und denn auch die dir hingelegte Crone deß Le⸗ bens nehmen moͤtte! Wie ſo aber? Solte denn der Engel der Gemeinde zu Philadelphia dißfalls in ſo groſſer Gefahr ſtehen? Es beſtehet ja vielmehr der feſte Grund Gottes/ und hat dieſen Sigel; der HErꝛ kennet die Sei⸗ nen! Welche Erkaͤntniß warlich/ wie ſie nicht menſchlich/ alſo auch nicht muͤßig/ ſondern vielmehr/ wie ſie Goͤttlich/ alſo auch gewiß/ ohnfehlbar und kraͤfftig ſeyn muß/ ſo gewiß und warhafftig die Worte Chrifti fegn Fh dar zuruffen; Zalte was du haſt/ daß niemand deine Crone nehme Damit ſie nemlich nicht ſicher werden/ ſondern bey Erkaͤndtniß ihrer eigenen Nich⸗ ligkeit in einem him̃liſchen Sinn/ und mit Chriſto in GOtt verborgenem Le⸗ ben ſtets wachen/ betten/ und wider ihre Feinde kaͤmpffen/ ſo denn hiebey die Freundlichkeit und Krafft JESl in ſich deſto mehrers/ durch die innigſte ereinigung mit Yhme fi chmecken und fuͤhlen mögen: Denn hier gibt de HEr Seiner Braut Sich zu erkennen/ und machet ſie àn SeinemIfraclgleich Jaca éi i erkenne die Meinen/ und bin bekandt den Meinen/ wie Mich Mein Vat⸗ ter kennet/ und Ich kenne den Datter/ und niemand wird ſie Mir auß der Künder GOttes. pa E ih⸗ dem Auſſerwehlten: So mag demnach die dißfalls angewendete Muͤhe nicht vergeblich ſeyn. Der HErꝛ iſt feiner Verheiſſung gewiß eingedenck/ und wer Phi- da feſt haltet/ was er in dem Glauben einmal erkampffet hat/ mag ſich ohne ſolte/ fehl der ihme hingelegten Crone getroͤſten/ denn das Wort des HErren iſt Pram. 33,4: r me! warhaftig/ und was Er zuſaget/ das haͤlt Er gewiß: Und eben diß ware es 19 yone:| was unfere nunmehr in dem HEren feeligeruhende Theure Seele bey fo viel er erz, anhaltenden Anlaͤuffen Schmertzen/ und ſowohl innerlich⸗ als aͤufferlichen alten/ Anfechtungen am kraͤfftigſten aufgerichtet hat/ Sie muſte zwar manchen rnun Kampff außſtehen/ und waren Ihro der Trauer⸗ſtunden viele worden/ Sie Ge⸗ hbielte aber was Sie hatte/ und ware das Wort des HErren Ihre Veſte/ mget/ daß auch kein Kampff ſo herbe war/ welcher durch die füſſe Verheiſſungen Is ſei: Ihres Heylandes Ihr nicht erleichtert worden waͤre: Nun aber hat Sie voͤl⸗ thum lig uͤberwunden/ und die zuvor noch hingelegte Crone anjetzo voͤllig eroberet/ uten/ alſo daß Sie keine Gefahr ſelbe zu verlieren/ weiter ſcheuen/ noch einen neuen im Kampff umb ſelbe anfangen darff: Gelobet ſeye der HErꝛ/ der in ſeinen ſchri⸗ Kindern zu Seiner Ehre außfuͤhret/ was Er in ihnen angefangen hat/ wenn Eë Wer|| tadh f vielen Anlaͤuffen das Wort Seiner Verheiſſung an ihnen erfüllet/ und e deß endlich ihnen die Sieges⸗Crone aufſetzet! Wohlan/ wie wir uns hiebey der afie Treue unſers Heylandes/ und der Gewißheit Seiner Worte erinneren/ alſo jeſtalt aben wir aud) in Betrachtung Seines gegen die nunmehr in Ihme ſeelig⸗ru⸗ rende hende Seele/ in Ihrem lang⸗anhaltenden Leidens⸗Kampff erwieſenen Bey⸗ n i onean endlich geſchehenen Erfuͤllung Seiner Verheiſſung an Ihro/ ob⸗ finden beineldte zu einem Text abgeleſene Worte/ zu dem Grund unſerer gegenwaͤr⸗ enun⸗ tigen Erbauung geleget: Es hatte zwar die Gottſelige Frau ſelbſten einige erech⸗ Worte zu Ders Leich⸗Texte auſſerſehen/ und ſolten wir uns billich erfreuen/ rſtand wenn Dero Willen anjetzo erfuͤllet werden koͤndte/ nachdeme aber bey Dench id der lang anhaltenden groſſen Schwachheiten/ der Mund eine zeitlang gantz ge⸗ ſo feſt ſchloſſen/ und alſo bey außbleibender Sprache keine Nachricht von Ihro diß⸗ erdes M ndere/ Abhandlung. WEE der in unſern Tertes⸗Worten vorgeſtellten bekroͤnten Hlau⸗ parsi, Ibens⸗Treue der Kinder GSOttes/ ſehen wir zufoͤrderſt.) euf die Xinder Gottes/ die diſe Glaubens⸗Treue biß in den E EEEE OENE Z YATE FARS zuhaben ware/ uͤber diß auch nach Dero erfolgtem ſeligen Ende Ihre ieges⸗ Handen haben gebracht werden koͤnnen/ als hoffe/ daß bey Erwaͤgung ge⸗ HeErꝛ genwaͤrtiger Worte Dero Gedancken wir bey nahe errathen doͤrfften/ umb ſo eß Le⸗ Ende verharret/ alß auch nunmehr die Ihro hingelegte Crone beg Lebeng nde zu würcklich ererbet hat: Laſſet uns dannenhero acht geben auff die Bekroͤnte eBeis 1. Dle Rinder Gottes/ die diſe Glaubens⸗Treue bezeugen: ii niht| 2. Die Glaubens⸗Treue/ Worinnen und Wie ſie diſe bezeugen: : Ich a Treue gegeben wird: Ach! liebſter JEſu! Segne du ſelbſt diß unfer Vor⸗ VBat⸗ haben in der Krafft deines uns in deinem Tod wider deine und unſere Feinde iſt kein J ruffs/ hier durch dich zukaͤmpffen/ und dort mit dir zu herꝛſchen! durd E a eee Damit Nich⸗ beppie nnigfie J; Jacob Sind Worte/ die JEſus zu jemand redet: diſes nun iſt der dem ¶ Engel und Lehrer der Gemeinde zů Snu wie es heiſſet: Und E= el Büͤcher und Schrifften da man haͤtte nachſchlagen moͤgen/ zur Zeit nicht zu die l iuchr/ da Sie nicht ſowohl in der Treue gegen ihrem Heyland biß an das lmehr 1 Glaubens⸗Treue der Bindet Gottes/ und dabey beſehen ar und 3. Die Erone des Lebens/ die ihnen nach ſolch bezeugter Glaubens⸗ ir auß erworbenen Siges/ zu ſeeliger Erkaͤndtuiß deines Willens und unſers Bez Dimers M rem Lez HEr Lod bezeugen: Sey getreu/ ſagt der Text/ biß an den Tod: SH f a NA E Cantic. 3, 6. Cantic. 5, 5. Santic, 1,6. NMatth. 16,18. g. Timo. 3,12. Johan. 15, 18. 1 Di bekrönte Glaubens⸗Treue gel der Gemeinde zu Smyrna ſchreibe; das ſaget der Erſte und der Letzte/ der tod war ꝛc. Diſer Engel nun und ſeine Gemeinde moͤgen uns dienen als ein ſchoͤn und recht lebhafftes Bild der Kinder Gottes/ der Name den Sie fuͤhren/ mag deſſeu Zeugniß geben; Solcher aber hieß Smyrna/ von dem Orth da ſie geſtanden: Diß ware nun eine Seeſtatt in Griechenland/ oder eigentlich Jonien gelegen/ und ſtehet noch heut zu Tage in groſſem Flor/ ſonſt der gemeinen Meinung nach/ von Myrrhen/ einer bekandten herꝛlichen Spe ceren/ alſo benennet: Wobey zu bemercken/ daß/ ob gleich beſagte Erinne⸗ rungs⸗Worte eigentlich und inſonderheit an die damahls zu Smyrna ſtehen⸗ de Gemeinde geſchrieben worden ſind/ und/ da ſie ſelbe allein anzugehen ſchei⸗ nen/ man alſo kein weiteres Geheimniß und Vorbild auff die gantze Gemein⸗ a AAD A a E NS — n È ai de Chriſti in denenſelhen ſuchen moͤchte/ dennoch viele von den erfahrneſten Theologis unſerer Zeit als gewiß behaubten/ daß/ gleich wie die ſieben Ge⸗ meinden in Aliã/ an welche die 7. Brieffe von JEſu durch Johannem abgege⸗ ben worden/ theils ihrer Jahl/ als welche in Heil. Schrifft meiſtens was ſonderes andeuten will/ theils ihrer Namen und anderer Umſtaͤnde wegen/ was verborgenes in ſich faſſen/ indeme daß ſie die ſibenerley innerliche Zu⸗ ſtaͤnde der Kirche Neuen Teſtaments abbildeten/ alſo auch die Gemeinde zu Smyrna inſonderheit einen gewiſſen/ und zwar den zweyten Zeit⸗Periodum deroſelben bezeichne; da ſie nemlich under den heffkegſten Verfolgungen, alo in ſehr groſſer Armuth von auſſen/ von innen aber in ſehr herꝛlichem Glau⸗ bens⸗Reichthum̃ geſtanden/ und hiebey durch ihre Gedult und Standhaftig⸗ keit der theuren Blutzeugen JEſu/ dem HErren ein ſonders angenehmer Ge⸗ ruch und heiliges Opffer worden waͤre/ bevorab wenn ſie in dem Feur /Dampff und Rauch auff dem Scheiterhauffen und under den Mordbrenneren ihres Glaubens⸗Schein leuchten und Himmel aufſteigen laſſen/ nicht anders als ein Geraͤuch von Myrrhen/ Weyrauch und allerley Pulver eines Ipo⸗ theckers in die Hoͤhe ſteiget: Wenn nun dieſes ſein gutes Fundament hatz- alſo möͤgen wir wohl die Gemeinde zu Smyrna ſam̃t ihrem Engel/ nebſt dem Hiſtoriſchen/ auch in einem Geiſtlichen und Myſtiſchen Verſtand anſehen/ und dannenhero ſelbe in ihrem Leiden/ zu welchem ſie der HErꝛ beruffet/ als ein lebhafftes Bild der Kinder Gottes uns darſtellen/ umb ſo mehr/ da wir in derſelben mehr Merckmahle der wahren Kinder Gottes/ als bey den uͤbrigen 6. Gemeinden antreffen: Wie nun der Name diſer Gemeinde Smyrnaͤ geheiſſen/ und von Myrrhen/ als einem Bild/ gleich wie viler d Leiden/ alfo auch eines guten Namen⸗Geruchs/ dergeſtalten/ nicht ſowohl⸗ ihrer Truͤbſalen/ Armuth und erlittenen Laͤſterungen/ als auch des Ruhms halben/ den ſie vor GDOtt gehabt/ von dem Geiſt Chriſti benennet wurde/ fó mag gewiß die Gemeinde der wahren Kinder Gottes uͤberhaupt nicht beſ⸗ fer benennet werden/ als eine Communio Myrrhina, eine Myrrhen Ge⸗ i meinde/ Ihre Zaͤnde trieffen mit Myrrhen/ Myrrhen lauffen über ihre Finger; Fine Leidens⸗Gemeinde/ wie allerdings inHeiliger Schrifft ͤffters durch die Myrrhe und dero Bitterkeit/ davon ſie auch im Grund den Namen fuͤhret/ das Leiden der Kinder Gottes abgebildet wird/ dannenhero ſie nicht ſowohl Naemi/ als vielmehr Mara/ eine Betruͤbte/ heiſſen moͤchte; Eine Schwartze/ die von der Sonnen Sitze verbrandt; Das ſehen wir ſogleich/ wenn wir die Kinder Gottes und ihre Fata von Anfang der Welt/ zu Den. Zeiten der Patriarchen bif auff Moſen/ und ſoſort das gantze Alte Teſtament hindurch biß auff Chriſtum/ und ferner auf unſere Zeiten anſchauen wollen; Die Pforten der Soͤllen ſetzen immer an die Gemeinde Chriſti/ und iſt es nur allzuwahr was Paulus ſagt: Alle die Gottſelig leben wollen in Chri⸗ ſto JEſu/ muͤlſen Verfolgung leiden: Sie ſind dazu geſetzt/ daß ſie Trüb⸗ Tbeft..a ſaleñ/ Hohn/ Schmach/ Unbillichkeit/ ja wohl den Tod leiden muͤſſen von der Welt/ — etzte/ enen den dem oder ſonſt Spe⸗ inne⸗ ehen⸗ ſchei⸗ nein⸗ eften. Ge i gege mwas ehen/ / als da S bep einde pile wohl⸗ ihms urde/ t beſ⸗ Ge⸗ A ibre| vD; Neie Seele ift voll Jammers/ und mein Leben iſt nahe bey der Bolle: Ich bin geachtet gleĩch denen die zur Zolle fahren/ Ich bin wie vlalm. 88..3 ames i niht. ffters Eine leich/ den ment ollen; iſt es Chri⸗ Lruͤb⸗ n der Welt/ EN N a T O Welt/ die ſie baft dann Satan in ſeinen Tieffen ſtets darauff bedacht/ wte er ihnen allerley Martyria, Cruenta und Incruenta, erwecken moͤchte: Indeſ⸗ ſen aber ſind ſie abermahl gleich der Myrrhe/ daß/ wie diſe dem Gifft/ alſo ſie allem widerſtehen/ twas fie von der Liebe IEſu trennen moͤchte: Wie diſe von durchdringender Krafft/ alſo ſie ſtarck ſeyn in dem HErꝛen/ und in der Macht Seimner Staͤrcke/ alles Vermoͤgen durch den/ der ſie maͤchtig machet Chriſtum/ und gewiß ſeyn/ daß weder Tod noch Leben ſie ſcheiden ſolle von Der Liebe GoOttes/ die da ift in Chrifto JEſu! Wie ferner die Myrrhe eines ſehr lieblich⸗und herꝛlichen Geruchs/ alſo obe leich die Kinder Gottes ſchwartz von der Sonnen Hitze/ die ſie in manchen Truͤbſalen verbrandt 1 fo find fie anbey ſehr lieblich; Ja da ſie ſind eine Gemeinde/ die ſich dem HErren zu einem lebendigen und heiligen Opffer dargeben/ ſo ſteigen ſie hiemit als ein aE EE Myrrhen⸗Geruch in die Hoͤhe vor den Thron ihres Eae S In diſem Bilde nun zeiget ſich die Gemeinde JEſu/ und in derſelben ein jedes warhafftiges Kinde GOttes inſonderheit/ als unter denen in War⸗ beit Feines ohne Leiden gefunden werden mag/ und zwar eben darumb/ weil ſie Kinder Gottes ſind/ und in der Gnade ihres himliſchen Vatters ſtehen: Leiden ift ihr Beruff; Nein Kind wilt du GÖttes Diener oder Rinde sinat ſeyn/ ſo ſchicke dich zur Anfechtung/ ware die Morale bey der Alten Juͤ⸗ diſchen Kirche/ wie ſie Sirach anziehet; So wenig alſo ein leiblicher Vat⸗ ter ſein Kinde/ das er liebet/ ohne Zuchtigung kan dahin gehen laſſen/ eben ſo wenig laͤſſet der HERg die Seinige ohngeſtaͤupet/ und bringet es Seine Ciebe/ die Er gegen ſie traͤget/ alſo mit ſich: da ſie aber auch Chriſtum ange⸗ ßphoͤren/ und deffen Glieder ſind/ als moͤgen ſie ſich dem Leiden umb 9 enntziehen/ je weniger ein Glied ſich dem leidenden Haupt entziehen mag: So wir anders mit leiden/ ſagt Paulus/ welcher aud) anderswo fidh der Ge⸗ Rom. 5, 17. meinſchafft der Leiden und des Creutzes JEſu ruͤhmet: Es bleibet bey dem Phil.3, 16. Wort des HErren Will mir jemand nachfolgen/ der verleugne fid), Sil 61417 ſelbſt/ und nehme ſein Creutz auff ſich und folge mir ꝛc. Wehmet auff Match. 11, 39. euch mein Joch und lernet von mir ꝛc. Es hat aber der HErꝛ vilerley Lei⸗ S att. 16, 24 den/ womit Er Seine Kinder beleget/ Truͤbſalen von innen und auſſen/ bald 1 laͤſſet Er ſie umb ihres Glaubens und Gottſeligkeit willen von der Welt gehaſ⸗ ſtt/ verfolget/ verjaget/ oder auch gar getöͤdet werden/ bald ſchicket Er ihnen Leibes⸗Gebrechen und Kranckheiten/ bald Armuth und ander Elend zu Hauß/ i das ſchwerſte Ereutz aber ſo ſie tragen/ iſt wohl dasjenige/ ſo fie in Dem Kampfi, wider thr inwohnendes Verderben und Suͤnden⸗Gi t bey vielen Anfechtun⸗ d gen fůhlen/ da klaget denn ein frommer Hiob: Die Pfeile des Allmaͤchti⸗ en ſtecken in mir/ derſelben Hrimm ſaufft auß meinen Geiſt/ und die ob ea chreckniſſe GOttes ſind auff mich gerichtet: und ein geångftigtee Das 7 ein Mann der keine Fuͤlffe hat: Gegen dieſem Leiden achten Kinder GOt⸗ kes die uͤbrige ia geringe/ ja bezeugen ſich noch freudig in denſelbenzdie Juͤn⸗ grr/ da ſie um E prg e8 Namens JEfu willen geftåupet wurden, tyiengen frz lich von des Rahts Angeſicht/ daß ſie wuͤrdig geweſen waren/ umb feiz Aor sts nes Namens willen Schmach zu leiden: Da hingegen die Welt wunder gemeint/ wie ſie ſie doch nur beſchimpffen wolte: So ſehen wir auch einen muntern und freudtgen Paulum/ welcher ſich annoch der leiblichen T rÜ koin... len ruͤhmet: Ich/ ſpricht er/ habe mehr Schlaͤge erlitten; fuͤnffmahl empfan⸗ cap.s. 25. gen 40. Streiche weniger eins; Ich bin dreymahl geſteupet/ einmahl geſtei⸗ niget worden ꝛc. Solte wohl der Welt wunderlich vorkommen/ als die fih., beffen ſchaͤmen/ hingegen aber ihres Acecidentien/ etia 3 nz .Corint. 11, 23-27. ROm.7. 24. Johann. 8, 34. 2. Petr. 2, 19. e Pfalm, 32,10. Prov. 24, 16. Hebr.12, 11. 2. Cor. 4, 16. Rom. 5,4. 1. Petr. 1, 7. Matth. 11.29; .Corint, 1,3. :S Rom.8. 22. 23. ROm. 8,29. 2. Cor. 4, 10. 11. 2. Cor..17. Johan, 14,17. Ichan. 10,27. Jac. 1,21. Hebr. 5, 6. 12 Die bekrönte Glaubens⸗Treue Anfehens/ Freunden und Patronen ruͤhmen wuͤrde: Alſo auch Wer will uns ſcheiden/ von der Liebe GOttes? Truͤbſal oder Antzſt ꝛc. Wie be⸗ truͤbt hingegen iſt er nicht/ wenn er an die in ihme hafftende Suͤnde geden⸗ cket? Da heißt es ſehr wehemuͤthig Ich elender Menſch/ wer wird mich erloſen von dem Leibe dieſes Todes? Solch Leiden bleibet der Welt und ihren Kindern in ihrer Blindheit unbekandt/ denn ſie wiſſen nichts von dem Kampff wider die Sünde als Oeren nechte fie ſind; darumb/ wenn ſie. was Menſchliches/ eine Kranckheit/ Leibes⸗Schmertzen/ oder ſonſt ein un⸗ gluͤcklicher Zufall/ wohl auch auß ihrer eigenen Schuld betrifft/ wollen ſie ſo⸗ gleich ohne die geringſte Selbſt⸗Pruffung ſich vor Kinder GoOttes halten/ und meinen/ diſes widerfahre ihnen/ weil fie gute Ehriſten waͤren: GGTL ſucht die Seinigen heim/ ſprechen ſie flugs und insgemein: Gerade/ als wenn dergleichen Leiden nicht auch Türcken und Juden taͤglich befiele Prüffe dich dafůͤr/ wer du ſeyeſt/ und wem du angehoͤreſt/ denn gewiß auch der Gott⸗ loſe hat ſeine Plage/ er ver ſincket aber in ſeinem Unglüek! Es ſehen aber Die Kinder Gottes bey denen fie befallenden Leiden allerdings auff den Gna⸗ digen Willen ihres himliſchen Vatters/ und damit muß ihnen alle Zuchti⸗ gung eine friedſame Frucht der Gerechtigkeit geben/ denn das in ihnen wohnende verfuͤhriſche Fleiſch wird nicht ſowohl allgemach entkraͤfftet/ als aber der inwendige neue Menſch geſtaͤrcket/ Ob unſer aͤuſſerliche Menſch verweſet/ ſo wird doch der Innerliche von Tag zu Tat erneuret; ſagt grus So erlangen ſie auch hiemit manche Geiſtliche Exfahrung⸗ Jhr: laube wird bewaͤhret/ und koͤſtlich erfunden/ Fried und Ruhe kommet m. die Seele/ und wird alsdenn die Suͤßigkeit der Goͤttlichen Troͤſtungen erſt A recht und auff das inigſte geſchmecket/ die Andacht zum Gebat wird entzůndet/ und ein innigliches Sehnen nach der Offenbahrung der Kindſchafft m denr, Hertzen erwecket/ da ſie überdiß dem Ebenbilde des Gekreutzigten JEſu gleich werden/ alfo wird auch hiemit das Leben JEſu an ihrem ſtetblichen Flei⸗ ſche offenbahr/ hierdurch aber die Ehre ihres Vatters befoͤrdert/ und end⸗ lich eine ewige und uͤber alle maffe wichtige Herꝛlichkeit geſchaffet: Was Herzlicher Nutz der Anfechtungen in den Kindern Gottes! Diſe alſo ſind es/ ſo nach Smyrna/ das iſt/ indie Myrrhen und Leidens⸗Gemeinde ge⸗ hoͤren/ ſo ſind ſie geartet/ ſo zeiget ſich ihr Bilde; diſe meinet der HErzꝛ- da Er ſpricht: Sey getreu biß an den Tod/ ſo will ich dir die Crone deß Lebens geben! Tea Aa Bey diſen Worten JEſn/ daEr die zu Smyrna ſo freundlich zur Treue ermah⸗ net/ moͤchte man auch uͤberhaupt anmercken die innigſte Liebes Gemeinſchafft Ehriſti mit den Seinigen/ denn da ſeine Sprache der 2 elt frembd und un⸗ bekandt iſt/ ſie kan den Geiſt JEſu hicht empfangen/ alſo offenbahret Er ſich den Seinigen in Freundes Geſtalt/ Er haͤlt ſein Geſpraͤch mit ihnen/ Er vermahnet ſie/ ſtraffet ſie/ lehret ſie/ troͤſtet ſie durch ſeinen Geiſt/ den Er ihnen verdienet und gegeben hat: Hier hören die Schaffe die Stimme ih⸗ rés Firten/ ſein Wort/ welches Er ſelbſt in ſie gepflantzet hat/ ſie ſchme⸗ cken das gůttige Wort Gottes/ und die Braͤfften der zukuͤnfftigen Welt; Sie werden inne in ſelbſt⸗eigener lebendig⸗überzeugender Erfahrung/ was da ſehe der Reichthumb der Goͤttlichen Güte, die Krafft des Todes und Lebens 1. Joh. 2,20. Cantic, 1, 12. FESu/ Sein Geiſt/ Gerechtigkeit/ und Sieg Ihr Kindſchafft und Erbe/ Friede und Freude in Ihme/ Prieſterthumb und Herꝛlichkeit; Sie haben die Salbung von dem der Heiltg iſt/ und wiſſen/ ja haben alles: Hier zei⸗ et fich nun der Braͤutigam ſeiner Braut in dem angenehmſten Schmuck/ und ja oer Konig fich zu ihr wendet/ gibt ibr Narde ſeinen Ruch: Eben diß moͤgen wir auch von unſerer in der Hand Gottes nunmehro ſelig ruhenden Seele bezeugen; Es ware Selbe von der Wünhen eh T der Kinder GOttes. 3 13 — W durch die vielfaͤltige Heimſuchungen aber/ ſo Ihr Getreuer Vatter Ihro von Will irnnen und auſſen pres Erli t zugeſendet/ iſt Sie in die ſuͤſſeſte Gemeinſchafft ihres Erloͤ⸗ e beż fers eingedrungen/ und hat hiemtt durch Seinen Geiſt das Zeugniß Ihrer den⸗ Kindſchafft erlanget; Dahero ware es Ihr Vergnuͤgen/ wo Sie in der Stille nia zu Ihrem Braͤutigam nahen/ und in der BetrachtungSeiner Lebens⸗Worte am Sich erquicken konte; Wie Sie denn auch zu diſem Ende eine eyfferige Lieb⸗ dem haberin Geiſtreicher/ inſonderheit aber deß Seel. Arndtit herꝛlicher Buͤcher mn ſie von dem Wahren Chriſtenthum geweſen/ un d vile Excerpta auß diſen und un⸗ anderen zu Ihrer mehreren Erbauung gemacht/ auch einige Gedancken/ wie ſie ſo⸗ dem Unglauben in Aufechtung zu begegnen? von ſelbſten zu Papyr gebracht: lten/ So muß es demnach offenbar werden/ wie der Trieb zu dem Guten ſich in SET den Kindern Gottes zeige/ und ihnen das Wort Ihres Vatters ſuſſer ſeye val. 1. tr. als denn Sonig und Honigſeim/ ja viel lieber deny Diel tauſend Stuͤck Goldes Fiame TO riffe und Sübers. TT E Bott O Golget.) Worinnen und Wie Kinder GOttes Ihre Glaubens-Trene pasi A bezeugen 2 Der Geit JESlli ruͤhmet die zu Smyrna/ daß Sie folch ibre pna Treue vornehmlich bewiſen.) In einem lebendigen/ und durch d 1 ie Liez ichti⸗ bes⸗Wercke thaͤtigen Glauben.) In freudiger Erduldung der Trib inat| faalen: y) Yn Verlaͤugnung ihrer ſelbſt/ und aller ſichtbaren rm? Lals J4.) In Ertragung der ihnen von Satanas Schule zutlefuͤgeten Laͤſte⸗ enſch rungen: So ware es alfo.) Ein Lebendiger/ und in Liebes⸗Wercken fagi g thaͤtiger/ von dem HErꝛen und Seinem Geiſt in ihnen gewuͤrcketer Glau⸗ Ibr:(be: Ich weiß deine Wercke/ heiſſet es: Es hatte diẽ Kirche/ wie Sie net ſt Aunter dem Namen Ephelus beſchrieben wird/ ihre Erſte Liebe verlaffen/ und en erſt ware einiger maſſen laulicht worden; Der HEdedr ſagt zu ihr: Ich habe Apocal.2,4 indet/ wider dich/ daß du die Erſte Liebe verlaͤſſeſt: Sean denn/ wovon 72 ndem du gefallen biſt/ und thue Buſſe/ und thue die Erſte Wercke: Dr NEn gleich gebrauchte demnach/ umb ſie zu laͤuteren/ Seine gewoͤhnliche Ruthe Fund Flei⸗ den Offen deß Elendes; damit brachen alſo die Gla ubens ⸗und thaͤtige Lie⸗ dend⸗ bes⸗Wercke/ Die bißher bey der Kirche in dem vorigen Periodo Epheſinà Was in etwas abgenommen hatten/ durch die entſtandene Truͤbſaalen/ wie Dag o ſind unter der Aſchen verborgene Feuer durch den Wind/ in Smyrna widerumb dece⸗ hervor: Wies alſo diſe Werde auß dem Grund ihres Glaubens gefloſſen/| Ere“ und durch den Geit JESU/ det unter diſer Gemeinde gewandelt/ gewuͤr⸗ ishg| sedef cket waren/ alſo konden ſie nicht anders denn dem HErren angenehm ſeyn; daher ſpricht Er: Ich weiß deine Wercke; Das iſt: Sie ſind mir be⸗ 4| rmah⸗ klandt; Ich ſehe ſie mit Gnaͤdigen Augen an! Welch ein herꝛliches Zeug⸗ ſchafft niß der Kindſchafft Gottes! und gewiß/ nicht ohne ſondere Bewegung/ zu nd un⸗ Beſchaͤmung unſerer jetzmahligen Namen⸗Chriſten/ muß man in der Kirchen Er pa Hiſtorie ſelbiger Zeit/ die Liebe der erſten Chriſten/ in ihrem Ehffer/ Thaͤ⸗ RE 3 1/ Er ligkeit und Wuͤrckungen bewunderen: Sie wuſten von keinem Haß/ Falſch⸗ den Er heit/ Lugen/ eigenem Intereſſe/ Ungerechtigkeit/ Mißgunſt und Verfolgun⸗ me ih⸗ gen noch wider einander ſelbſt/ noch wider ihre Feinde/ denn wie die Liebe ſchme⸗ der Welt und der ſichtbaren Dinge/ welche ſonſten in den Kinderen diſer Welt; Welt die Quelle aller Unordnung/ Affecten und Suͤnden iſt/ durch die le⸗ vas da bendige Erkaͤndtniß Chrifti auß ihrem Hertzen außgebannet ware/ alſo zeig⸗ Lebens ten Sie gegentheils/ daß in JEſu ein rechtſchaffenes Weſen ſeye/ UNO Ephel par,[| Erbe/ in Ihme nichts gelten moͤge/ denn allein der Glaube/ der durch die Lie⸗| ben die be thaͤtig iſt; die Worte ihres Meiſters lagen ihnen immer im Sinn/ da Er Lalat. 56 6.| jier: geis ſagte: Ein neu Gebott gebe ich euch/ daß ihr euch under einander liebet; ohi uckund ¶ dabey wird jederman erkennen/ daß ihr meine Jünger ſeydt/ ſo ihr Liebe. unter einander habt: Und dieſes ihr Thun unte? einander in der Liebe ware nmehro ſo gar von aller Heucheley/ dincerationen/ Conteſtationen/ Gebaͤrden und neinde D ande⸗ dwd To E A j om. 5, 1. es 2 As Rom. 1, I7. Galat. 3,11. Kpheſ.4,21. Galat. 5, 22. 65155 Ebr. 12,14. Matth.§, 16. 1. Petr. 2, 12. Ebr. 12, L. Philip. a, 13. Philip. 3,.9. 10. Matth. 8,24. Epheſ.2,2. 1. Timoth. 2, I2. Ebr. 11537. mey * Matth. 26, 41 14 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue anderem Zwang⸗Weſen entfernet/ daß auch ihre Feinde/ die Heyden/ ſie nur an der Liebe bemercket: Sehet/ ſehet/ ſagten ſie/ wie die Chriſten ſich unter einander lieben! Das ware eg/ was Hieronymus irgendwo ſagte: Quando Domini noſtri adhuc calebat cruor,& fervebat recens in tre- dentibus fides: Das Blut ZEſu ware in ihrer Bruſt annoch warm/ und der Glaube feurig! Laſſet uns lieben/ ſprachen ſie/ denn wie faſt alle andere Ereaturen ihre Wehr und Waffen mit fich auff die Welt bringen/ ſo hat un⸗ ſer weiſe Schoͤpffer uns dagegen gar ſchwach und upand gebohren werden/ damit wir deſto mehr uns unter einander lieben: So ſtunde es da⸗ mahls zu Smyrna/ und in diſer Myrrhen⸗Gemeinde! Go bewieſe Sie ihre Glaubens⸗Treue! So aber ſind auch wahre Kinder Gottes geſinnet/ Sie beweiſen nemlich ihre Glaubens⸗Treue in einem lebendigen Glauben; Wie Sie durch ihren Glauben an Chriſtum gerechtfertiget worden/ alſo le⸗ ben Sie auch diſes ihres Glaubens: Wie Sie auch Ehriſtum in der War⸗ heit gelernet/ alſo zeigen Sie ferners/ wie in Ihme ein rechtſchaffen Weſen ſeye: Alles offenbahret ſich an Ihnen durch die Liebe/ und uͤbrige bey der Liebe ſtehende Fruͤchte deß Geiſtes/ Freude⸗ Friede/ Gedult/ Freundlichkeit/ allerley AET Gerechtigkeit/ Warheit/ Glaube/ Sanfftmuth/ KReuſchheit/ ie jatten nach oemt riede und der Heili⸗ gung/ und laſſen ſofort in himliſchem Sinn ihr GlaubensLiecht leuch⸗ ten vor den Leuthen/ daß ſie ihre gute Wercke ſehen/ und ihren Vatter im Zimmet preifen; daneben aber ſind ſie in Erkaͤndtniß ihrer Schwach⸗ heit/ und Sie ſtets umblitzend⸗ und anklebenden Sunde/ ferne von allem| felbft-eigenem Geſuch einigen nd Ruhms/ als welcher dem HæErꝛen alleine gebuͤhret/ Der in ihnen wuͤrcket beyde das Wollen und das Vollbringen nach Seinem Wohlgefallen: Vielmehr ſprechen Sie mit Paulo: Ich achte es alles fuͤr Schaden/ auff daß ich Chriſtum gewin⸗ he/ und in Ihm erfunden werde/ daß ich ꝛc⸗ Ein .) Bezeugte auch Smynra ſeine Glaubens⸗Treue in freudiger Er⸗ duldung der Truͤbſalen: Ich weiß deine Truͤbſal/ ſagt der HErꝛ: Dieſer Truͤbſalen waren ſehr viel/ Trůbſalen von innen/ Trübſaalen von auſſen: Auß⸗ ſa wendig Streitt/ Inwendig Forcht:Trubſe aalen hatten ſie vom Teuffel;z Truͤbſa⸗ len von der Welt; Truͤbſalen von ihrem ſelbſt⸗eigenen Fleiſch; Der Teuffel/ wie er ehemals wider Chriſtum ein groß un eſtům erwecket/ hatte diſe Ryrrhen⸗Ge⸗ meinde ſehr verfolget; Diſer hatte nach ſeiner verborgenen Macht in den Rin⸗ dern der Boßheit/ die Heydniſche Obrigkeiten wider ſie auffgebracht/ wie Der DERN fagt| Bibe der Teuffel wird etliche von Euch ins Gefént f niß werffen ꝛc. und alſo auch die Welt mit ihren boͤſen Menſchen ſehr hefftig wieder ſie angehetzet: Sie waren Leute/ die fuͤr ihre/ obgleich Heydniſche S⸗ „brigkeiten/ Gebett und Fürbitte gethan⸗ und dabey ein ſtilles Leben gefuͤh⸗! ret: So hatten auch verſchiedene/ der Heydniſchen Kayſer/ Landpflegere und Beambtete ihnen die herelichſte Zeugniffe der Unſchuld/ Einfalt und Liebe ge eben$ Pliniusder fehr vernůnfftige und ohnintereſſirte Heyde ſchriebe an eyſer Trajanum ſeinen Herren: Er kondte nimmermehr was Boͤſes an den Chriſten finden/ denn ſie im geringſten kein Laſter begehen wol ten Dennoch aber ſchrye man ins gemein/ Chriſtianos ad Leones, Sie wurden geraͤdert/ gekreutziget/ den Beſtien vorgeworffen/ zu Bergwercken verdammet/ mit Baͤumen zerriſſen/ in PST verbrandt/ in Sehl geſotten/ den Fliegen und Weſpen zur Qual dargegeben/ Sie ſind geſtein: get/ zuhacket/ zuſtochen ꝛc. Ferner mag auch ihr eigen Fleiſch und inwoh⸗ nendes Verderbniß ihnen viele Leiden von innen gemacht haben/ um ſo mehr, ur je weniger des Teuffels und der Welt Anlaͤuffe von demſelben erkennet undi erduldet werden moͤgen; Der Geiſt iſt willig/ aber das Fleiſch iſt fpina$ u — der Kinder GOttes. 17 w und geluſtet es das Fleiſch immer wider den Geiſt: So wird gewiß uͤber Galat. sry. x diß alles auch der NERN Selbften nach Seinem Rath bey dergleichen An- + laͤuffen Sein Angeſicht vielmahlen vor Ihnen verborgen/ Seine innerliche si Troͤſtungen eine Weile entzogen/ in hohen Anfechtungen ihren Glauben d und Beſtaͤndigkeit gepruͤffet/ dem Teuffel ſeine feurige Pfeile auff Sie zu ve ſchieſſen geſtattet/ und ſich uͤberall in einen Grauſamen wider Sie verſtellet .haben/ denn diß iſt das Luſt⸗Spiel ſeiner Ewigen Weißheit/ ſo Er mit und en in Seinen Heiligen/ gleich der Braͤutigam mit Seiner Braut/ treibet/ biß 0 El daf Er endlich alles in Ihnen ausfuͤhre zu einem herꝛlichen Sieg: Alle der⸗ we P gleichen Zrübfaalen aber widerfuhren diſer Myrrhen⸗Gemeinde nicht auß ei⸗ A nem zornigen Straff⸗Gerichte GOttes wider Sie/ ſondern umb deß Nah⸗ diemens JEſu willen/ umb ihren Glauben zu verherꝛlichen/ darumb kondte Sie le⸗ auch in Kindlicher Erwaͤgung des liebreichen Willens ihres Gottes uͤber ar⸗ Sich alle dergleichen harte Verſuchungen wohl uͤberwinden: Sie ware ge⸗ fen treu in freudiger Erduldung aller diſer Truͤbſalen von innen und von auſſen: ige Sie hatte/ wie die Kirchen⸗Hiſtorie zeuget/ fich als eine wahre Streite⸗ lt rin mit Gedult gewapnet/ alle Marter verlachet/ und umb der Liebe Chriſti be/ wilůlen alle Peyn viel füͤſſer gehalten/ als alle Luſt diſer Welt: Herꝛliche Glau⸗ eili⸗bens⸗Treue! Sie ſagten mit Paulo: Wir haben allenthalben Eruͤbſal/.Corinth. 4, ch⸗aber wir aͤngſten uns nicht/ uns iſt bantte/ aber ꝛc. Aber auch hierinnen-9 1o11. ter folgen Kinder GOttes diſem Smyrna nach: Auch Sie pen Truͤbſalen: ch⸗Tuuͤbſalen von innen/ Trůbſalen von auſſen: Truͤbſalen haben fie von dent lem Ceuffel/ welcher mit ſeinen Ferſen⸗Stichen auch Chriſti Selbſt nicht geſcho⸗ dem net; Diſer hat ſeine feurige Pfeile/ die er wider die Kinder Gottes meiſter⸗ und lich abzuſchteſſen weiſt/ wie die Exempel der Heiligen ſattſam bezeugen: Er mit faͤllet Sie bald auſſerlich an/ bald innerlich: Bald will er ſie zum Miß⸗ oin⸗trauen gegen Gott verleiten/ zu einer Zeit/ da Sie entweder in groſſem Mangel/ oder Verfolgung/ oder anderer Noth/ oder auch hohen Anfech⸗ Er⸗tungen und Angſt uͤber ihre/ auch ehemals in der Jugend/ begangene Suͤn⸗ ieſer den/ ſtecken/ und die Macht der Suͤnden in ihnen durch die Krafft des Gez Auß⸗ ſaͤtzes ſo groß wird/ alſo daß auch alles Gefuͤhl des Glaubens ihnen entge⸗ ibſa⸗ hen moͤchte; da tritt er denn hervor/ und ſpricht: Wie? Biſtu GoOttes Match. 4, 3. ieer Sohn? biſtu Gottes Kind? Schlaͤgt ihm diſer Sturm ab/ greifft er es flugs Ge⸗anders an mit Verſuchuntt zur Sicherheit/ da er ſie unter ean Cia Kinz B fen Der Gnade ihres Watters/ und dem inneren Frieden/ vermeſſen zumachen/ WE E dzu allerley Suͤnden/ die er alsdann trefflich geringe/ die Gnade Gottes and⸗ aber in Vergebung der Suͤnden/ Ererbung der Seeligkeit durch den Glau⸗ efftig ben allein ohne die Wercke deß Geſaͤtzes/ Verdienſt und Tod Chriſtt/ ſehr heO⸗groß und überſchwencklich vorzuſtellen weiß/ zu verfuͤhren trachtet: Muß er efüh⸗ auch hier weichen/ und endlich ſehen/ daß er von der in Ihnen wohnenden eund Glanbens⸗Krafft uͤberall uͤberwunden wird/ kom̃t er doch immer wieder/ be ge⸗ und ſuchet/ wie er ihnen/ wenigſtens mit boͤſen/ wo nicht gar Gotteslaͤſterli⸗ be an chen Gedancken/ auch wohl in dem groͤſſeſten Ernſt ihrer Gottſeligkeit/ in dem 5öſes Gebett/ Betrachtung des Worts/ Umbgang mit Gott/ und andern Glau⸗ wol] kene ttemeen eines verſetzen moͤge! Teuffels⸗Griffe! Die umb ſo viel giffti⸗ Sie ger/ als er bey ſeinen Anlaͤuffen insgemein/ nicht zwar als ein Allwiſſender/ ercken doch aber verſuchter/ alter/ ſubtiler/ penetranter und unverdroſſener Geiſt/ Dehl trefflich die Complexiones, Temperamenta, Affecten und Inclinationen ſtein: der Kinder GOttes zu erforſchen/ die Zeit/ Stand und Ort wohl zu under⸗ nwoh⸗ ſcheiden/ die Schrifft ſelbſt in allen Zufaͤllen behend und ſcheinbar anzuziehen/ mehr, und alles gar meiſterlich anzugreiffen weiſt: Summa: Sie haben nicht mit et und Fleiſch und Blut zu kampffen/ ſondern mit Furſten und Gewaltigen/ mit xonel.o, ru. aA dengerren der Welt ꝛc. Die ſchreckhaffte ſo Paulus im 2. E ****EE Johan. 15, 18. Sap. a, 10- 22. Johan. 16,2. 2. Corinth. 6, 14. 15. 16. 1. Jah. 2, 15. Geneſ.2 5, 22. 1. Joh. a, 16. Matth. 13,25. Pſ. 49,13. 21. 2. Petr. 2; 7. 8. Roman, 7, ` 18-24. 16 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue de fuͤhret/ peod eias, aoxàs, eksTias, xoruoxedmeg Z ouótss, mvudlizà mg? mynezas, Greifen febr weit/ und geben die unbegreiffliche/ unſichtbare Tiefen P des Satans/ als eines maͤchtigen/ liſtigen und ſchroͤcklichen Feindes/ ob⸗ gleich rohe Leuthe ſeiner lachen und ſpotten doͤrffen/ genugſam zu erkennen. Auff den Teuffel folget die Welt/ des Teuffels liebe Braut; da diſenun in dem Argen liget/ das iſt/ in der Suͤnde/ oder dem Teuffel ſelbſt/ wie ein Kind. im Schooß/ alſo kan auch ſie nit anders/ denn den Kindern GSttes Verdrieß und Truͤbſal anthun: Ste kan die nitlieben/ welche GOtt lieben/ und von GOtt. geliebet werden:darumb ſagt Chriſtus zu den Seinigen/ SoEuch die Welt haſ⸗ ſet/ ſo wiſſet/ daß ſie Mich vor Kuch gehaſſet hat: Es kan die Welt von ih⸗ rem Perſecutions-Geiſt wider Kinder Gottes unmoͤglich laſſen: Sehr paz thetiſch und nachdencklich ſtellet die Weißheit das Thun der Welt⸗Kindern dißfalls vor: Laſſet uns/ ſprechen ſie/ auff den Gerechten lauren/ denn er macht uns viel Unluſt/ und ſetzet ſich wider unſer Thun: Ér ſtrafft was wir im Hertzen haben; Er iſt uns nicht leidlich auch anzuſehen: Was wir nur thun konnen/ das folle recht ſeyn/ dann wer nichts thun fan/ was ihme geluſtet/ der gilt nichts: ꝛc. Es bleibet bey den Worten Chriſti: Bie werden Luch in den Bann thun: Summa: Gott und Welt ſtimmen nimmermehr miteinander; So jemand die Welt lieb hat/ in dem iſt nicht die Liebe des Vatters; Hier muß ſich Jacob immer mit E⸗ ſau ſtoſſen/ ehe er auch noch wohl an die Krafft der Geburt komt: Es wap⸗ net ſich die Welt/ umb den Kindern Gottes wehe zuthun/ mit ihrer Fleiſches⸗ Luſt/ in Uppigkeit und allem/ womit das ſuͤndliche Fleiſch gereitzet werden mag: Mit ihrer Augen Luſt/ in den aͤuſſerlichen Objectis, und 1000. Siñj⸗ lichkeiten/ wodurch der thieriſche Menſch gefangen/ und das Hertz in Suͤn⸗ Den auff die Creatur gelencket wird: Mit ihrem hoffaͤrtigen Leben/ in aͤuſ⸗ ſerlichem Anſehen/ Pracht/ Geld/ Ubermuth/ Menſchen⸗Tagen Sodomi| tiſchem Suͤnden⸗Ruͤhm/ Trotz/ Gewalt⸗thaͤtigkeit/ Pralerey/ Luͤgen/ Ca, balen/ Intriguen, Betrug und Ungerechtigkeit: diß iſt der Grund all ihres übrigen Thuns: Ihrer Sitten/ die allerdings eitel/ falſch/ frech/ hochtra⸗ bend/ hoͤniſch/ verfuͤhriſch/ leichtſinnig und außſchweiffend ſind; Ihrer Suͤndlichen Gebraͤuche/ die von der Alten Schlange/ zur Zeit/ da die Leute ſchlieffen/ gleich einer alten Poſſeſſion, eingeſchoben wordẽ: Ihrer Wercke/ die niemahls nach GSOtt und deſſen Willen/ oder nad) dem Exempel der Glau⸗ bigen/ und Chriſti Fußſtapffen/ ſondern nach der verdorbenen/ und von GOtt entfrembdeten Menſchen⸗Mode/ nach dem verderbten Lauff der Zeit/ und An⸗ ſehen der Ihrigen eingerichtet: Ihrer Freuden/ Die nimmermehr in GOtt einigen Grund haben/ noch den Inneren Menſchen zu beruhigen vermoͤgen/ ſondern die Seele auſſer ſich in die Eitelkeit/ und die unter dem Fluch ligende f Ereatur hinein ziehen/ hiemit/ nach der Red⸗Art Heil. Schrifft/ den Men⸗ ſchen zu einem Vieh vor GOtt machen: Sihe da/ was Greuel/ welcher Denen . mit Der Welt/ und ihrem unſchlachtigen Geſchlechte ſtets und uͤberall umbge benen Kindern Gottes immerdar zum Anſtoß Verſuchung/ und Ubung ihres Glaubens ⸗Kampffs bey allerley Truͤbſaalen im Wege liege mug.:; i Zu der Welt und Teuffel geſellet ſich das verdorbene Fleiſch/ welche wohl Der Kinder Gottes gefaͤhrlichſter Feind/ darumb/ weil er in ihnen ſelbſt wohnet: Welt und Teuffel ſolten ihnen wohl wenig anhaben/ wo diſer Ver⸗ h geſetzet haͤtte: diſes be⸗ raͤther nicht ſelbſt in ihrer Hertzens⸗Veſtung ſich fe Faget ein Erfahrener und Widergebohrner Paulus: Ich weiß/ ſyricht Er/ daſ 1 in mir/ das iſt/ in meinem Fleiſche wohnet nichts gutes: Ich ſehe ein ander Geſetz in meinen Gliederen/ daß da widerſtreitet dem Geſetz in meinem Gee muthe ꝛc. Wir ſehen/ wie Er ůber die boͤſe Luſt/ und die Unmoͤglichkeit beroklon a j i i a ie a a ot ay J a pap N N PR a EP aA p e a d e E d aG Ga e d ai p T a Ma mp pap t GAA g -W w m e AA AG A pl parm rp E a a D a E O der Kinder GOttes. 17 zu werden/ ſo bitterlich ſeufftzet: Das Gute/ das ich will/ ſagt Er/ das thue ffen ich nicht/ ſondern das Böſe/ das ich nicht will/ das thue ich; nicht in ob⸗dem Verſtand/ den die Welt gern erdichten wolte/ ſondern allerdings nach .dem Sinn Lutheri: Thun heiſſet hier nicht das Werck vollbringen/ ſon⸗ nun dern die Luͤſte fuͤhlen/ daß ſie ſich regen: Vollbringen aber iſt/ ohne ind Luſt leben/ gantz rein/ das geſchihet aber nicht in diſein Leben: und dar⸗ rieß umb ſeufftzet Baulus: Ich Elender Menſch/ wer wird mich erloͤſen von Ditt[1 dem Leibe difts Todes? Kurg: Es finden fich in den Kinderen Gottes/ haf⸗ſo lange Sie auff Erden wallen/ die zwey Feinde/ Geiſt und Fleiſch/ dieſelbe Caly, nih⸗geluͤſten/ und ſind immer wider einander/ daß ſie nicht thun/ was Sie paz[| wollen: Gie Thun zwar nimmermehr einige Sünde Sie laffen die Sun⸗ Taa dern de nicht herꝛſchen in ihrem ſterblichen Leibe/ ihr Gehorſam zu leiſten in cap.5, 18. en ihren Luͤſten/ und das darumb/ weil Sie nicht unter dem Geſaͤtze ſind/ Rom..ra. 14 afft ſondern unter der Gnade: Lutherus: So lange die Gnade regieret/ hen: ¶bleibet ihr Gewiſſen frey/ und zwinget die Suͤnde im Fleiſch; Indeſſen hun aber Haben Sie dennoch die Suͤnde in ſich wohnend; Diſe wie ſie ihnen im⸗ rten ¶ mer anklebet /oανPd]n, umb ſie her iſt/ alſo reiset fie Diefelbe Durch Die aufz Hebr. 12, z. und ſtetgende Lũſten immer zum Boͤſen/ ſuchet ſie traͤg und faul zumachen/ daß hat/ ſie das Gute entweder gar unterlaſſen/ oder wenigſtens nicht mit der gehoͤ⸗ it Erigen Munterkeit/ Fleiß/ Ernſt/ Tapfferkeit/ Glaubens⸗Muth und Eyffer bap⸗(thun moͤgen: Iſt eine Truͤbſaal/ die allein Kinder Gottes fuͤhlen/ und gegen besz|| welcher Gie alle andere fúr geringe achten/ darumb ſie auch der Seel. Arndt rden ¶das Eigentliche Wahre Chriſten⸗Creutz nennet: Sin⸗ Diſe drey Feinde/ Teuffel/ Welt und Fleiſch moͤgen alſo Kinderen Sun⸗ Gottes viel zu thun geben: Aber alsdann iſt ihre Truͤbſaal umb ſo groͤſſer/ uf wenn auch Gtt ſelbſt/ ihr Vatter und Haupt/ von deme Sie alle Krafft zu omi kaͤmpffen erbetten muͤſſen/ Sich in einen Feind wider Sie verſtellet/ wenn Ca, Er nur plaget/ ſchreckt/ ſchlaͤget/ die Ohren zu ihrem Gebett zuſtopffet/ und pres Sein Angeſicht verbirget/ ja wohl Selbſt Sie zum Kampff außfordert: htra⸗ diſes klagt Hiob: Gott/ du biſt mir verwandelt in einen Grauſamen/ hrerund zeigeſt deinen Grauen an mir mit der Staͤrcke deiner Zand: So auch eute Aſſaph: Wird denn der Erꝛ Ewiglich verſtoſſen/ und keine Gnade pfam.77,8. rcke/ mehr erzeigen/ Iſts dann daun und Far auß mit Seiner Guͤte? Go 2101 zlau⸗ muſten auch andere diſen Kampff antretten/ ſonderlich aber David und Ja⸗ zOtt cob/ die verſuchte Glaubens⸗Helden/ und jene von Chrifto gleich einem Hund ‚An⸗ geachtete/ tapffere Cananitin: Wie aber der HErꝛ Sich dißfalls nur alſo JDE| gegen den Seinigen ſtellet/ und darumb es thut/ daß Er ihren Glauben pruͤf⸗ gen /fen/ Sie wunderlich fuͤhren/ in die Erfahrung bringen/ und endlich groß/ zende und zu dem wahren Ifrael GOttes machen moͤge/ alſo bleibt Er dennoch al⸗ Goneiaaas, Nen⸗ lezeit Ihr Vatter/ Goit/ Freund/ Haupt/ Bruder und Braͤutigam/ der auch A$ enen Selbſt Sie in dem Kampff mit Ihme ſtaͤrcket/ den helm deß Zeils auffſetzet/ zpuecs, ꝛ. ubge⸗ und Ihnen den Schild deß Glaubens/ und das Schwerdt deß Geiſtes 1. bung zu fuͤhren/ verborgener Weiſe in die Hand gibet/ da Sie denn der Verheiſſun⸗ iegen gen inngedenck/ in dem Vertrauen auff ihren GOtt nicht mude werden/ ſon⸗ dern außharren/ und den HErren alsdann erſt recht kennen lernen/ wider ih⸗ lches ¶re warhafftige Feinde aber immer zu Felde ligen/ und in denen Truͤbſalen /ſo ſelbſt Ihnen von der Welt/ Teuffel und Fleiſch zugefuͤget werden/ Den Harniſch cap. 6,13.14. Ver⸗ Söottes ergtreiffen/ ſtehen/ ihre Lenden ſit Warheit umbguͤrten/ den es be⸗ Brebs der Gerechtigkeit anziehen/ Sich vor der Welt unbefleckt behal⸗ daſt ten/ den Willen Gottes pruͤffen/ Selben thun/ und endlich in freudiger Thel ga, moer: Erduldung aller ſolcher Truͤbſaalen/ ihre Glaubens⸗Treue bezeugen/ umb ſo Ger Nmehr/ weil ſie wiſſen/ daß alle diſe Leiden Sie befallen muͤſſen/ daß die Wer⸗ Johanns, 3, kipe cke Gottes zum Gericht der Welt/ E werden an Ihnen/ und en B 5 auß Hiob. 20,21. x S EEA AAE AA S D a — ⁰iL.—— ⏑]———————————— 18 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue auß einem zornigen Straff⸗Gerichte Gottes wider Sie von dem HErren kommen/ ſondern umb deß Namens JESU willen) ihren Glauben zu ver⸗ þerzlichen> Es ift Feine ruwere, zur Straffe/ wie bey den Baſtarten und Pſalm. 32, 10. Gottloſen/ die viel Plage baben múffen/ fondern rudda, zur Zucht und Bewaͤhrung ihres Glaubens/ wie auch der Erkaͤndtniß des annoch in Ihnen wohnenden Suͤnden⸗Giffts/ angeſehen: Hievon ſagt der HErꝛ zu dem En⸗ gel der Gemeinde zu Laodicæa: Welche ich lieb habe/ die ſtraffe und zuͤch⸗ Apocal. 3, 19. fige ich: und Paulus: Welchen der ERR lieb hat/ den zuͤchtiget Er/ Hebr. 12,6. 1. Er ſtaͤupet aber einen jeglichen Sohn/ den Er auffnim̃t: So ihr die Zuͤchtigung erduldet/ ſo erbeut ſich euch GGtt als Kindern/ denn wo iſt ein Sohn/ den der Vatter nicht zuͤchtiget? Alſo gabe der HERR einem du. Cor. 12,7. Außerwehlten Paulo einen Pfal ins Fleiſch/ des Satans Engel/ der Ihne ö mit Faͤuſten ſchluge/ nicht zum Verderben/ ſondern daß Er Sich der hohen Offenbahrungen nicht uͤberhebe/ und in der Demuth blibe; Eben dieſer theure Ruͤſt⸗Zeug muſte in ſich die Geſchaͤffte des Fleiſches mit Ach und Wehe fuͤhlen/ nicht zu ſeinem Todte/ ſondern daß Er umb ſo mehr nach der Erloſung von dem Leibe des Todes ſich ſehnen mochte: So ſatzte der KErꝛ auch die Gerechte Seele Lots dazu/ daß Sie von der ſchaͤndlichen Welt und Leuten zu Sodom/ unter denen Sie wohnete/ mit ihrem un⸗ zuchtigen/ viehiſchen Wandel und ungerechten Wercken/ gequaͤlet und gepeiniget werden muſte/ nur darumb/ damit Sie die Erloͤſung Ihres GOttes auß uͤberwundener Verſuchung deſto mehrers erkeñen und ruͤhmen moͤchte/ da jene hingegen dazumal umgekehret/ vertilget und verdam̃et werden muſten. a Smyrna wieſe ferner Seine Glaubens-Treue in Verlaͤug⸗ nung Ihrer Selbſt uno elier Sichtbaren Minge; Ich weiß deine Armuth/ ſagt der HERR: Es ſtunde nemlich Smyrna/ und die durch Selbes vorgebildete Erſte lautere Gemeinde in groſſer Duͤrfftigkeit/ denn die immer anhaltende Verfolgungen beraubten Sie aller Haabe, ſo gar/ daß Hebr. 13, 14. Sie auch keine bleibende Staͤtte hatte/ und bald nicht wuſte/ wo Sie ihr Matth.3,20. Haupt hinlegen ſolte/ und uͤber diß der Folter und Schlachtbanck taͤglich ewaͤrtig ſeyn muſte: Die bekehrte aus den Juden hatten das Ihrige in der Verwuͤſtung des Juͤdiſchen Landes verlohren/ und arme Kinder nachgelaſ⸗ ſen; Die auß den Heyden wohneten unter den Ihrigen in groͤſtem Haß und Schmach/ wegen des erkaften Namens JESu; Sie lebten ſaͤmbtlich unz ter Heydniſcher Obrigkeit und Beampten/ da Sie kein Recht funden/ ſon⸗ dern nur gedrucket wurden; ſo hatte Sie durch diſe Drangſaalen alles ſicht⸗ bare dergeſtalten zu verlaͤugnen gelernet/ daß Sie auch Selbſt kein Verlan⸗ gen nach Irꝛdiſchen Guͤttern mehr gehabt/ ſondern ihre Sinne nur Himmel an gekehret haben; Die Heyden ſahen Sie dannenhero als ein Spott der Leute an/ und ſagten zu Ihnen: Sihe eure allerbeſten Leute ſind ein arm⸗ ſeelit/ a mR und hungerig Volck/ die weder Ehre noch Reich⸗ thumb haben!] Wohl eine arme Gemeinde! Arm/ aber doch Reich! Ich weißf deine Armuth; du biſt aber Reich! Arm an Zeitlichen Guͤttern/ ge⸗ bañt/ beraubt/ verjagt: Reich hingegen an Geiſtlichen Gaben; Reich am Gamm XEfu Chrifti; Neich am Glauben und guten Wercken; Reich an Siebe unb Doffng Reich an Gedult und Beſtaͤndigkeit; Reich an freudigen Bekennern und Blut⸗Zeugen JEſu; Reich an Gottſeeligen Leh⸗ rern/ Die da waren Fuͤrbilder der Heerde! Sihe da Statum Eccleliæ flo- rentiſſimum! Blinde Vernunfft/ Wilt du wohl diſem Urtheil des wahr⸗ hafftigen GOttes mit deinem Eigenſinn widerſprechen? Wilt du was hie⸗ gegen einwenden? Ich weiß deine Armuth/ du biſt aber Reich! Spricht der HErꝛ Selbſt: Nemlich/ anders urtheilet Welt und Vernunfft; Anders der HErꝛ! Kinder Gdottes/ als die Einig⸗wahre/ lebendige Eaua Z . pi EPEE AEREE AE EEE ETO E SE E“vͥ E E E E A EE I E N TE N SS di tz E 1D en n⸗ h⸗ jie ift m ne en ſer nd eg der eſt m⸗ nd es da en. itiz ine rch die aB ihr ich Der af ind un⸗ on⸗ ht⸗ an⸗ l i der Kinder GOttes. 10 Chriſti/ haben mit Smyrna gleichen Sinn! Sie ſehen mit David und Aſ⸗ ſaph gar wohl/ wie die Kinder diſer Welt ihren dreyen Götzen nach huren 170-216. il in di Pfalm. 17,14. ihr Theil in difem Leben ſuchen und haben/ den Bauch u been OON o nu Phil.3, 19. machen/ umb Gewinn/ Genieß und Geldtes willen Gewaͤlt und Unrecht thun/ in keiner Gefahr des Todtes ſeyn/ nicht in Ungluͤck leben/ trotzen Pral. 33,4. 5. und frevelen/ ſich bruͤſten wie ein fetter Wanſt/ mit Unrecht und Geitz 67.12. | teih werden, thun/ was fie nur Bófes gedencen/ und fich difes guten puka. | Lebens tròften! Gie machen fich aber aller difer Greueln nicht theilhafftig/ | ob Sie gleich unter folch unſchlachtigem Geſchlecht leben und leiden muͤſſen! Ihr Ruhm hingegen/ Reichthumb und Herslichkeit iſt in dem Creutz und-Corint.2,2. Armuth JEſu! Sie huͤten ſich vor dem Geitz/ der da ift eine Wurtzel alles 1. Timoth.s, Ubels/ Mißtrauens/ Bauchſorge/ Untreue/ Falſchheit/ Zweiffel/ Unge⸗ rechtigkeit und aller Laſter/ und die Menſchen verſencket ins Verderben und Verdam̃niß; denn wer Gold und Geld liebet/ iſt ein geſchicktes Werckzeug deß Teuffels zu aller erſinlichen Boßheit/ ein Narꝛ/ Goͤtzen⸗Knecht und Un⸗ Chriſt: Sie trachten nicht reich zuwerden auff und von der Erden/ faͤllet vſalm. 52, 1r. Ihbnen aber/ wie Abraham/ Jacob/ Hiob/ und anderen Glaudens⸗Helden/ Reichthumb von dem SErren zu/ ſo haͤngen ſie das Fertz nicht dran/ Peim. 11a,). ſtreuen aus/ geben den Armen/ und ſind mit Paulo/ wie die da weinen/ als.Corinth. 5, weineten ſie nicht; Die ſich freuen/ als freueten ſie ſich nicht S OEOR 39: kauffen/ als befaffen fie es nicht; Sie ſuchen ihre zukuͤnfftige Staͤtte; Ihr Hebr. 12,14. Sinn ſtehet nicht auff das Irꝛdiſche; Sie wiſſen was beſſeres/ und laſſen der Welt bey ihrer Blindheit ihr Puppen⸗Werck und Kinder⸗Freude; r 416%% s xaiw heift es bey Yhnen; Das Ewige Gut macht recdpten Muth! Gie Hebr. 11, 25. haben den Sinn Moſis/ welcher erwehlte viel lieber mit dem Volck 46. Gottes Ungemach zu leiden/ denn die zeitliche Ergoͤtzung der Sunden zu haben/ und achtete die Schmach Chriſti fur groͤſſer Reichthum̃/ denn die Schaͤtze Egypti: Ihre Freude iſt/ daß Sie ſich zu Gott halten/ und Plalm. 73, as. Ihre ʒuverſicht ſetzen auff den SLren Erꝛen/ daß Sie verkuͤndigen al⸗ lein Sein Thun: HEre/ wann Dich nur ich habe/ ruͤhmen Sie/ ſo frage*. | ih nicbts nech Simmel und Erden! Wie Reich in GStt/ und in den Au- gen GDttes? Wie Arm aber in der Welt/ und nach dem Sinn der Welt? Laſſe es aber ſo ſeyn/ denn diſen Reichthumb und Guͤtter erkennen die blin⸗ de Menſchen diſer Welt nicht/ darumb auch kein Wunder/ daß ihr Sinn/ aber zu ihrem eigenen Strick/ Fall/ und Verderben/ fo ſehr auff das ſichtbare außgekehret iſt: Was aber arm und nichts iſt fůr der Welt/ iſt der Wahr⸗ hafftige Reichthumb der Kinder GOttes! Der Grund hievon iſt das An⸗ ſchauen des Antlitzes Ihres Gottes in Gerechtigkeit/ und das Ereutz IJEſu bſalm. 1,15. Chriſti/ deſſen Sie ſich alleine ruͤhmen/ hierdurch iſt Ihnen die Welt ge⸗ kreutziget/ und Sie der Welt: Sagen alſo mit Paulo: Wir ſeyn als die Calar. 6, 4. unbekandte/ und doch bekandt; Als die Sterbende/ und ſihe wir leber;.Corinch. 6, Als die Gezuchtigten/ und doch nicht ertodtet; Als die Traurigen/ aber 10. allezeit frolich; Als die Armen/ aber die doch vile reich machen; Als die nichts inne haben/ und doch alles haben .) Endlich auch bewieſe Smyrna ſeine Glaubens⸗Treue/ in Ertra⸗ i gung der Ihme von Satanas Schule zugefuͤgten Laͤſterungen: der HErꝛ ſa gt: Ich weiß die Laͤſterung von denen/ die da faten: Sie ſind Juden/ und ſinds nicht/ ſondern ſind des Satans Schule: Die damahlige Myrꝛ⸗ hen⸗Gemeinde muſte von denen Heyden ſehr gelaͤſtert werden/ Sie hieſſen Sie nur Nazarener/ Atheiſten/ Zauberer/ beſchuldigten Sie/ als ob Sie die Son⸗ ne verehreten/ und einen Eſel anbeteten/ nenneten Sie Alinarios, Sie mu⸗ ſten Rottierer/ und ein auffruhriſches unnuͤtzes Wold ſeyn/ Feinde des Key⸗ ſers/ und Reichs/ Verwirrer des gememen Gottes⸗Veraͤchter; 2; Wenn 20 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue Wenn die Tiber zu Rom Schaden gethan/ oder der Nilus nicht/ wie ſonſt/ das Land befeuchtet; Wenn etwa das Wetter nicht gut/ oder ein Erdbeben geſchahe/ Waſſerfluthen und Kriege ſich erhuben/ wenn Hunger und Pe- f ſtilentz einfiele/ ſo muſten an allem nur Die Chriften ſchuldig ſeyn: Hier aber ſind es nicht ſowohl Heyden/ als vielmehr Juden/ die ſie gelaͤſtert; das iſt es/ die Juden halffen tapffer dazu/ wo es wider die Chriſten gienge/ ob fie| gleich auch ſelbſt der Heiden aͤrgſte Feinde waren; So aber weiſt der Teuffel die ſeinige von den Enden der Welt wider Chriſtum herbey zuruffen/ und Sie/ ob ſie gleich Woͤlffe und Drachen unter einander ſelbſten ſind/ wider Chrifti Glieder zu vereinbaren und anzuhetzen: Sonderlich aber beſchuldigten die Matth. 3, 3. Juden der Chriſten Religion/ als ob ſie neue waͤre/ und/ wie ſie ſich ſelbs Roman.9,4. ſten Binder Abrahams nenneten/ die da ſind von Iſrael/ welchen gehoͤe ret die Bindſchafft und die Herꝛlichkeit/ und der Bund/ und das Geſatz/ und der Gottesdienſt/ und die Verheiſſung/ alſo nahmen ſie Urſache/ die/ ſonderlich auß Ihnen zu Chriſto bekehrte Glaubige/ zu laͤſteren/ und meinten/ Pfalm. 3, 2. 3. hach der gewohnlichen Welt⸗Art/ die ſo viele Verfolgungen/ md bre Pfalm. 35,2. jam̃erlicher Zuſtand/ waͤren ein gewiſſes Zeichen/ daß GOTT Grenet an| Ihnen habe: Sie kondten aber nicht anders/ als diſe Sünger Chriftilåfte| ren/ weilen ſie es ehedeſſen Chriſto Selbſten nicht beſſer gemacht/ denn diſer Johann.8, 48. muſte den Teuffel haben/ ein Samariter/ Rebell wider die Obrigkeit/ und I Luc.23,2.. Perführer deg Volts beifen/ Beine Lepre aber was neues feyn: Be NMatt. 27563. Ichann..12. dencklich iſt hier die Beſchreibung/ die der HErꝛ von ihnen macht: Sie ſa⸗ Marc. ,27. gen/ Sie ſind Juden/ und ſinds nicht; das ift: Sie trotzen auff ihre Poſ. feſſion, Alterthum und Namen/ ſagen wohl/ wie ſie Juden waͤren/ ſind es aber nicht/ ſondern des Satans Schule/ das iſt/ eine Synagoge/ Rotte und Verſamlung des Teuffels: Mein GOTT! Hier ware es eine groſſe Menge/ dorten wenige Namen; hier ein Anſehnlich Volck/ dort eine ſchwa⸗ che Heerde; doch waren diſe eine Schul und anſehnliche Menge deß Teuffels/ jene aber verachtete wenige Kinder GOttes! O welch eine Tieffe/ welch ei⸗ ne Maht des Satans! diſer hat allezeit den groͤſten Hauffen/ und lehnet ſich in ſeinen lieben Getreuen/ mit ſeinem mehreren Anhang/ Macht und Anſehen immer wider den HEcren auff; Die Herren rahtſchlagen mit-⸗ Pfalm. a, 2. einander wider den Erren und ſeinen Geſalbten! So kom̃t es alſo in den Augen Gdttes nicht auff die Menge und der meiſten Stimme oder Wort an/ auch nicht/ daß ich bloß ſage/ Ich bin ein Chriſt; Ich bin getaufft/ Iohan.83,44. UBO MIH ſofort Gottes/ ſeiner Gnade/ Verheiſſung/ Him̃els und See⸗ 1. Johan. 3, 8. litikeit getroſte! O wie mancher will ſich dißfalls was ruͤhmen/ und gehoͤret dennoch zu deß Satans Schule/ zur Teuffels Synagoge/ Iſt beh femer| Tauff und Chriften Namen dennoch von dem Vatter dem Teuffel: Sol⸗ che ſagen/ Sie erkeßen Gott/ aber mit den Wercken verlaͤugnen Sie Tit.1, 15. Ihn; denn das iſt nicht ein Jude/ oder ein Chriſt/ der außwendig ein Rom. 2, 28. Jude oder ein Chriſt iſt! Sihe da/ abermahl ein Urtheil/ ſo zwar die heu⸗ tige Welt nicht leiden will/ und dagegen tobet und ſchnarchet/ aber ein Ur⸗ theil von dem HErꝛen Selbſt gefaͤllet/ und warhafftig! Hier wird Pruͤf⸗ fung Seiner fel erſordert! Aleine/wie berhielte fid) Smyrna gegen dife Laͤſterungen? Sie ertruge alles mit Gedult/ ſahe an das Exempel Ihres 1. Petr. a, 12. Hehlandes/ und wapnete Sich hingegen mit einem Zeiligen Wandel: In⸗ deſſen ſihet man hierauß/ wie die Welt/ ihre ſtoltze Tempel⸗Altar⸗ und O⸗ pffer⸗Heilige/ Heuchler und Trotzer allezeit gegen CHriſtum und Geine l Glider geſinnet ſeyn; nemlich/ Kinder Gottes muͤſſen mmer ein Smyrna| Johan.15;19, RYN/ die Welt muß Sie laͤſteren/ denn ſie ſind nicht von ihr: Ihres gleichen kan ſie wohl leiden/ ja loben und erheben/ Chriſtum aber/ und ſei⸗ ne Glieder muß ſie laͤſteren; Barrabam den Moͤrder will ſie loß wifin i eT r zi E L a AA e E ee o leg o g e a ae er E ao e nf e ] E⸗ ber iſt ) fie die ie/ rifti Die elb⸗ hó; àatz/ die/ ten/ Ihr an iſte⸗ ifer und Be⸗ € faz Jof Deg| otte roſſe wa⸗ els/ h eiz hnet und mit⸗ den Bort ufft/ Zee⸗ oͤret iner Zol⸗ Sie { ein heu⸗ Ur⸗ ruͤf⸗ diſe hres In⸗ D⸗ eine pena hres ſei⸗ a der Kinder GOttes. ài da Sie uͤber Chriſtum das Creutzige rufft: Sie verwirfft den Nahmen Johan. 18,40. der Kinder GOttes/ als einen boßhafftigen/ und Ihr Glaube muß ihr ruc.s, 22. ſtets zum Fall und Aergerniß da ligen! So ware es allezeit! Elias muſte Luc. 2,34. nach der Meinung des Blinden/ und nur Übels zuthun fuͤr dem SErꝛen 1. Reg.21 20. verkaufften Ahabs/ Iſrael verwirꝛen: Amos/ nach dem Urtheil des ver⸗ kehrten Prieſters zu Bethel/ des Amaziæ, ein Auffruͤhrer heiſſen; und die Amos. 7,ꝛ0. Juͤnger Chriſti muſten es leiden/ daß die Welt an Ihnen laͤſterte/ wovon ſie 2ÄPetr. a, ra. nichts gewuſt/ Drum waren Gre in ihren Augen ein Fluch der Welt/ eim Jud. x. xo. Fen⸗Gpffer aller Leuthe/ und in Summa/ Gefaͤhrliche/ und ſolche Leute/.Cor.1. welche/ da Sie wider die allgemeine Verderbniß und Blindheit der Men⸗ ſchen eyfferten/ und Chriſtum/ das Liecht der Wellt/ verkuͤndigten/ den gan⸗ Johan.8, 12. tzen Welt⸗Crayß erregen und irꝛe machen/ zugleich aber Sas Wort ihz 2201-1620. | tes NTeifters erfúllen muften: Nun difes alles fuhen Kinder GOttes mit Mesaaa. Chriſto zu dulden/ mit Glauben in einem Seiligen Wandel ſich zu wapnen/ 35:36- .. e Q e 4» und eines guten Gewiſſens in allen Dingen zu befleiſſen/ rigens ders sess? gleichen Anfaͤlle nicht hoch zu achten/ als die Ihres Glaubens und Ruhms 1. Petr. a, 12, in JESii Chriſto bey allen Verfolgungen viel gewiſſer ſeyn/ als daß Sie P316 von der blinden Welt daruͤber ſich lang ſolten irre machen laſſen: Es iſt Ih⸗ i nen ein geringes/ von der Welt oder einem Menſchlichen Tage gerichtet 1. Corint.42. zu werden/ und folgen Paulo nach/ wenn Er ſagt: Wir beweiſen uns/ 2. Corinth. 6, als die Diener GOttes/ in dem Heiligen Geiſt/ in dem Wort der War⸗ 67.t. heit/ in der Brafft Gottes/ durch Ehre und Schande/ durch boͤſe Ge⸗ ruͤchte und gute Geruchte/ als die Verfuͤhrer/ und doch Warhafftig! Diß ſind die Stuͤcke/ worinnen Smyrna Seine Glaubens⸗Treue be⸗ wieſen; Wie nun dieſe 4. Stuͤcke wohl die Capita des gantzen Chriſtenthum̃s außmachen/ als ſuchen auch Kinder Gottes in denſelben getren zuſeyn: Nun fraget ſichs annoch nach dem Modo und Art/ Wie ſie diſe Ihre Glaubens⸗ Treue beweiſen/ und beweiſen ſollen? Der HErr ſagt: Sey getreu biß an den Tod: Treue will nemlich der HErꝛ haben! Ein Hertz mit Treue erfuͤllet! Falſchheit/ ſo gemein ſie auch iſt/ ift ſchaͤndlich/ und wird auch ſo gar von nur Natuͤrlich⸗Guten Menſchen gehaffet; Jener Heyde ſagt: di illos, ceu clauftra Erebi, quicunque loquuntur Ore aliud, tacitoque aliud fub pe&tore condunt! Er haſſe falſche Leute als den Teuffel ſelbſten: Wie vielmehr haſſet ſie denn der HSRdt/ der die Warheit Selber iſt? Er bringt die Lügner umb/ der Pram. s, TERR bat Greue! an den Blutgierigen und Falſchen! Treue fordert alſo der HERR/ aber eben hiemtt fordert Er auch viles/ nemlich das gantze Hertz/ und daß alles/ was geſchihet/ auß treuem Hertzen/ nach unſern Tauff⸗Pflichten geſchehe: Groſſe Herren fordern ihren Dieneren den Eyd Der Treue ab; Wie viel Exempei aber finden ſich nicht in der Welt/ von Un- treuen/ Meyn⸗eydigen und Eigennuͤtzigen Dieneren/ ſo dißfalls ihre Pflich⸗ ten wenig beobachten/ wo ſie nur im Verborgenen bleiben koͤnnen; Vor dem Allſehenden GOtt aber mag diſes nicht beſtehen: So dringen auch Irꝛdi⸗ ſche Potentaten eben nicht auff das Inwendige/ ſondern ſind zufriden/ wenn nur Ihr Will und Befehl erfuͤllet wird/ fra⸗ en weiters nicht/ ob es die Un⸗ derthanen gerne thun oder nicht/ genug/ Daf ſie es gethan: Aber auch diß iſt vor dem HErꝛen ein Greuel!: Treue/ und ein rechtſchaffenes Hertz will Er haben; So jemand auch kaͤmpffet/ wird er doch nicht gekroͤnet er.Timot. a,g. kampffe denn recht! Nicht eine jede Art gefaͤllet dem HErren/ aller Eigene Wille/ Selbſt⸗wehlen/ bloſſer Mund⸗und Lippen⸗Dienſt iſt Ihme gaͤntzlich zuwider: HErꝛ/ SErꝛ ſathen/ in ſeinem Namen Weiſſagen/ Teuffel auß⸗ Matt. 7, 22. treiben/ und viel Thaten thun/ den Leib brennen laſſen/ und alle Saabe a den Armen geben ꝛc. Taugt ohne die Liebe mit einander nichts: g Eer: ni , Ás s DI Gi 22 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue nicht die Frage/ Quid, Was geſchehe? wie die Welt blindhin urtheilet; fonz dern Quis, von Wem/ mit was für Hertzen es geſchehe? Summa 5; dife Freue fordert ein willigeg/ ungezwungenes/ liebhabendes/ unverſtelltes zu E6t bekehrtes Hertz/ und den Gangen Menſchen von innen und auſſen/ Rom.12 1 der ſich mit Geiſt/ Seele/ Leib mò silen Gliederen dem Erren zum le⸗ 4,4. bendigen Opffer in ſeinen Pflichten darſtelle/ und nur allein Ihme zu gefal⸗ len ſuche; Diß meinet der HEre/ wenn Er ſagt: Sey getrert; Er forderet Hebr. 13, 4. gher eine beharrende Treue/ die biß auff das Blut und an den Tod waͤhret/ Aund auch mikten in dem Tode ſelbſten ſich zeiget: denn Wir ſeyn das Hauß Hebr3é Chriſti ſo wir anders das Bertrauen und den Ruhm der biß a o ro ans Ende feft behalten: Wer beharret biß ans Ende/ der wird ſelig! Solcher Treue Beſtaͤndigkeit nun recht zu gruͤnden/ richtet der NEn Sen Smyrna ſelbſt mit allem Goͤttlichem Troſt auff“ wenn Er ſagt: Fuͤrchte dich fur der Keinem das du leiden wirſt; Solte der Teuffel in ſeinen Mach.1618. Schuppen noch ſo ſehr wüten/ ſolte es nur getroſt ſeyn/ denn die Pforten ene der Höllen ſolten es nicht nur nicht uberwaͤltigen ⸗ ſondern auch ſein Maͤr⸗ tyrer⸗Blut ſolte deſto mehr der Saame ſeyn/ worauß die Wahre Kirche und Kinder Gottes nur ſo viel haͤuffiger ſolten gebohren werden/ wie der Thau aus der Morgenroͤthe: So muf denn wahre Beſtaͤndigkeit allein die Cro⸗ ne auffſetzen Freylich/ wo das Ende fehlet/ iſt ales gefehlet/ und alles vo⸗ rige gleich falſcher Muͤntze zu achten/ wie ſich ohne deme Falſchheit bey aller Levit.10,1.2. Verſtellung nicht halten kan/ und das frembde Feuer einem Nadab und Abihu ſo gleich nur den Tod und Feuer⸗Sorn von oem HErꝛen mitbringet: Nur eine beſtaͤndig⸗treue Seele/ wie Sie alles mit und in ihrem Grunde Chri⸗ fto redlich treibet/ dringet hindurch und erlanget die Crone: Nur ein recht⸗ Poa ſchaffener Jacob überwindet endlich die Tice eines Welt⸗geſiñten Labans/ und erlanget den Seegen! So auch haͤlt ein Kind Gottes mit der Treue ſei⸗ i Pett.x, 10. NES Hertzens an/ und wird bey Selbiger feſt in ſeinem Beruff und Erweh⸗ 1. lung/ und dann wird ihme reichlich dartereichet der Eingang zu dem Ewigen Reich unſers FErren JESü! Bey ſolch⸗anhaltender Trene ſi⸗ het alsdann die Seele erſt recht den Schlangen⸗Saamen/ und das von den allerwenigſten erkandte Satans⸗Bild in ſich/ betrůbet fich über ihre Bloͤſſe/ wird arm an dem Geiſt/ und verlaͤugnet alles was Menſchliche Krafft⸗Witz/ Rath/ und Troſt/ ihr vorſchwatzen moͤchte; Zugleich aber auch wird Ihr auffgedecket der herzliche Reichthumb der Goͤttlichen Gute/ und der Troͤſtun⸗ .Corinth. 3, gen Ihres Heylandes/ als deffen Klarheit ſich in Ihr ſpiegelt mit auff⸗ 6. gedecktem Angeſicht/ da ſie verklaret wird in Sein Bilde von einer Klar⸗ pe zu der anderen: Und wie Sie hiebey in der Armuth des Geiſtes mit uchen und anklopffen immer umb neue Krafft und Sieg anhaͤlt/ alſo gelan⸗ R get Gie von Tag zu Tag zu mehrerem Wachsthumb/ wird ſtarck in dem Pneſ., 10. SErꝛen/ und in der Macht ſeiner Starcke/ zu endlich voͤlliger Beſiegung aller ihrer Feinde/ des Teuffels/ der Welt/ und eigenen Fleiſches! Ben ſolch ſtandhafftiger Treue findet ſich ſo denn auch Ernſt und Eyfer; denn was dauren und waͤhren ſolle/ muß mit Ernſt getrieben ſeyn/ ſonſt zer⸗ faͤllet es vor der Zeit; Beſtaͤndigkeit will einen ſatten Grund haben; das Match.7,27 Sauß muß 9 gen die Winde auff einen po gegruͤndet ſeyn: Die Kof Lucht mnuß wohl uberſchlagen ſeyn/ ſonſt beſtehet man mit Schanden: Rin⸗ cap.1224: get darnach/ ſagt Chriſtus daß ihr durch die enge Pforte eingehet/ demn ie Pforte if eng und: der Weg iſt ſchmal/ der zum Leben führer; Nur Machina, Mie veiffen das Simmelreicdh zu ſich⸗ die demſelben Gewalt anthun: Es Pſalm. 110, 3. n nemlich Vernunfft und Fleiſches⸗Werck nimmermehr was gelten: Ein ind andere a opera operata, Cigen-Lauffen/Cinbildung/ Dpffer obne chneidung und Vorhaut ſind Thorheit vor. GOftt/ woruͤber viel 1000. Glauben/ X poeeme e a ni n Aam AJA OO e END ONR te PE e A a a a G a ae n T N EN N N E A O E ELE Ee TUERO. EET S E N rad FO” mp 4H NISN yt n⸗ p it n⸗ i32 18 vs t2 as f n⸗ m ur ES M ne iel DOs der Kinder GOttes. 23 1000. und aber 000. Heuchler/ bey alle ihrem Thun/ Leſen/ Beten? Sin gen/ Allmoſen/ Stifftungen/ und dergleichen Muͤhe dennoch zu Grunde ge⸗ hen/ gleich wir an den blinden Juden ſehen; denn diſe waren Diebe/ Gei⸗ Jerem. 7,6. 9. tzige/ Moͤrder/ Ehebrecher und Meineydige/ die den Frembdlingen/ Mich,ş,2..4 eyſen und Wittroen Gewalt gethan/ kein Recht gehalten/ Diebs⸗Ge⸗ ſellen und Abtruͤnnige die gerne Geſchencke genommen/ und hiemit dem Jn 23. Gottloſen in ſeiner Boßheit uͤbergeholffen; doch kamen ſie zu erſcheinen Cap. 1, 12. fir dem BErꝛen/ trotzten auff ihren Tempel/ Raͤuchwerck/ Opffer und Jerem. 7, 4. Gebett/ womit ſie aber ſchaͤndlich abgewieſen wurden: So mochte Herodes Amos.5, a1. bey Gott noch Danck wiſſen wollen/ daß er Johannem fur die Inge Mae. g ao, Weile gerne gehoret: lind Cain der Bruder⸗Moͤrder trotzte wohl den HErren/ da er Ihme mit ſeinem Moͤrderiſchen Hertzen ein Opffer darbrin⸗ Cen. 4. ro. gen/ übrigens aber nicht bedencken wollen/ daß die Stimme ſeines Bru⸗ ders Bluts wider ihne zu dem Erren ſchreye von der Erden: Diß aber vermag der fich ſelbſt gelaſſene/ und nod auſſer der Gnade ſtehende Menſch/ Er kan das Wort hoͤren/ betten/ ſeine Liederſingen/ Allmoſen ge⸗ ben/ Beichten und Communiciren ꝛc. Ob er gleich mit ſeinem Diebſtal/ Mord/ Hurerey/ Lugen/ und Ungerechtigkeit den HErren verlaͤugnet: Alleine diſes alles bleibet ohne Die Hertzens Enderung Tand und Elend vor GOtt/ und E BANE wo der Geiſt des Gebetts nicht in uns wohnet/ und felbften fenffget/ it alleg 173 Gebett vor dem HErren nur deſto groͤſſerer Greuel und Suͤnde: Nur das Rechtſchaffene Weſen in Chriſto JESU gilt etwas; Geiſt/ Wahrheit nonel.4,r. und Eyffer in lebendiger Erkandtniß GoOttes/ Ein durch die Liebe thaͤ⸗ Cag? tiger Glaube/ und in JEſu Chriſto neu⸗geſchaffene Creatur/ moͤgen Jeug Cap. o, rs. niſſe einer Wahren Glaubens⸗Treue ſeyn/ und wider die Feinde was auß⸗ richten/ was nicht auß diſem Grund gehet/ iſt verlohren in dem Gerichte om.14523. Gottes/ wenn es auch noch ſo ſehr von den blinden Welt⸗Menſchen erho⸗ ben wuͤrde! Uber diß findet ſich bey ſolcher Glaubens⸗FTreue/ nebſt dem Eyf⸗ ſer und Ernſt auch RMuth und Munterkeit: Denn hierinnen ſtehet faſt die Seele einer tapffern Beſtaͤndigkeit; Zagheit und Forcht lauffen vor dem Feinde/ ehe ſie ſeiner gewahr werden/ der Verʒagten Theil aber wird ſeyn Apocal. 2,; in dem Pful der mit Feur und Schwefel breñt: Muth gehoret zum n⸗ griff der Heinde/ daß man ſich nicht lange beſpreche mit Fleiſch und Blut/ Son a denn dieſen iſt das Creutz JEſu nur ein Ergerniß und Thorheit/ ſondern in Glauben auff die Verheiſſung zufahre/ ſich mit der Krafft des Blutes ĨESll wapne/ und alſo einen Gang nach dem anderen thue/ denn der HErꝛ hat bereits der Schlangen den Nopff zertretten/ und ſtehet ſeinen Glide⸗ Gean leidet/ vollbereiten/ ſtaͤr reu zur Seyte/ da Er Ihnen nicht ſo woͤhl das Schwerdt in die Hand gibet/ als auch es wohl Selbſten fuͤhret/ und waͤhrenden Kampff den Glauben it ihnen ſtaͤrcket und vermehret:Muth gehoͤret zu Fortſetzung des Kampfs/ deñ es geſchihet wohl/ daß der Feind den Kinderen GOttes oͤfters eines verfetzetz da will etwa der Glaube ſchwach werden/ die Hoffnung außgehen/ Klein⸗ müthigkeit hingegen uͤberhand nehmen/ Unglaube/ Zweiffel und Ungedult wollen ſich a ſonderlich wenn die Gefahr zunimmet/ und die Waf⸗ pſalm.6,2, ſer biß an die Seele gehen; Hier/ ſpreche ich/ wird neuer Muth erfordert/ daß man die Sache nicht verlohren gebe/ ſondern mit Sam̃lung neuer Glau⸗ bens⸗Kraͤfften den Kampff im Namen deß HErren wider anfange/ und | a g oöligen Sieges ſich in Chriſto getroͤſte; denn das Wort der Verheif⸗ ung liget da: Gott iſt getren/ der Euch nicht laͤſſet verſuchen úber euer PEE Vermoͤtzen/ ſondern ꝛc. Derſelbige wird Euch/ die Ihr eine kleine Feit 1. petr.5, 10. cken/ kraͤftigen/ grimden! der in Euch angefan⸗ Aa bat das gute Werck/ der wird es auch vollführen biß an den Eag hil.r,c. KOU Chrifti! Endlich ift auh w und Vorſichtigkeit 2 iſe 24 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue Dife muf bep der beharrenden Glaubens⸗Treue das Ruder fuͤhren/ und der Kampff dirigiren; Ein Sicherer und Roher Sinn taugt nirgend hinzu; von einem ſo bloß verachteten Feind iſt man uͤberwunden/ ehe man es meinet: Wo auch nach erkaͤmpfftem Sieg der Muth ſteiget/ ſeiner vergiſſet/ und des Feindes ſo dann ſpottek/ alsdenn verlieret man wol das Gewonnene ſelbſt/ und kan dem Feinde gar zum Raube werden; Die Schlange hat ihre ver⸗ borgene Gaͤnge/ die Welt behaͤlt ihren Schein/ und das Fleiſch ſeine ver⸗ füͤhriſche Tuͤcke: Darumb redet das Wort der Wahrheit ſo viles von Wa⸗ Matta,a6 di, chen/ Betten/ Nuͤchtern ſeyn ꝛc. Damit Kinder Gottes/ ihrer Nichttgkeit .Hor.10n5; ingedenck/ bey ſteter Wachſamkeit über ſich ſelbſt/ den Erzen um neuen Muth cap.5,3. und Kraͤfften anflehen/ Ihr Sertz/ woraus das Leben gehet/ mit allem TRIR Fleiß behuͤten/ und alſd ſchaffen/ daß ſie ſelig werden mit Furcht und Phil.2, 13. Zittern! Hier erinneren wir uns billich unſerer in dem HErren ruhenden Theuren Seele/ als welche den Ihro dißfalls verordneten Glaubens⸗Kampff treulich gekaͤmpffet/ und in demſelben das Ihrige wohl außgerichtet: Tratt der Verſucher mehrmahls zu Ihro/ umb Sie in Ihrer Veſte anzufallen/ ware Gie mit dem Schwerdt des Geiſtes wider ihne fertig; Die gehabte Leyden machten Ihro die Welt ſo bitter/ daß Sie vor derſelben einen hertzlichen Ab⸗ 2. Cor.416. ſcheu gehabt/ und da ſonderlich Ihr aͤuſſerlicher Menſch zu verweſen ange⸗ fangen/ fo wurde bep Ihr der Innerliche von Tag zu Tag erneueret: Sie kaͤmpfete beſtaͤndig als eine von CHrifto mit Seiner Krafft ergriffene Redliche Seele/ Ernſt und Eyffer ware bey Ihrem Thun/ und die vile in der Stille gen Himmel geſchickte Suſpiria zeugeten von Ihrem Him̃liſchen Sifi! Muth und Munterkeit fanden ſich bey denen ſo vielen Leibes⸗Schwachhei⸗ ten/ und wo die Anfechtung zu hart anſetzen wolte/ tratte Sie den Kampff von neuem in friſch⸗gefaßten Glaubens Kraͤfften an/ und die von Ihr beſtaͤn⸗ dig⸗erwiſene Vorſichtigkeit in ſtetem Wachen uͤber Ihre Seele hatte diſen Seegen von dem HErren/ daß Sie in dem Kampff außhalten/ und Ihren Feinden das Feld nim̃ermehr raͤumen/ ſondern einen AEM dem andern in. der Krafft ihres Erloͤſers davon tragen duͤrffte! Wie Seelig ſeyn wir alſo wenn wir kaͤmpffen/ rechtſchaffen/ dem HErꝛen zu Ehren/ und nach dem Be⸗ ruff/ wozu wir uns in unſerer Tauffe Ihme verpflichtet haben. Pars III, Qu betrachten ift noch úbrig oie Erone des Lebens/ die denen in Ihrer Glaubens⸗Treue biß in den Todt beharrenden Rindern GOttes zugez ben verheiſſen wird: So will Ich dir die Crone des Lebens geben/ ſagt der HErꝛ i Gdtt iſt ein GOtt der Ordnung/ alles thut Er zu ſeiner Zeit/ Sap. 11,22. Alles in ſeiner Ordnung/ nach Maaß/ Sahl/ und Gewichte: Demnach ſte⸗ het hier/ So/ alsdann will ich dir die Crone geben: Es folget auff den Kampff der Sieg/ auff den Sieg die Crone/ auff die Arbeit der Lohn: Zweny Stuͤcke ſind hier zu erwaͤgen; Der Geber und die Gaabe: Der Geber ik der Erſte und der Letzte/ der Todt war/ und iſt lebendig worden/ Wie Er Sich Selbſten nennet; Chriſtus JEſus: Es zielet mit diſem Namen Johann.. Der HErꝛ ſowohl auf Seine Majeſtaͤtt/ Allmacht und Ewitee Gottheit/ da Er iſt das Wort/ durch welches alle Dinge gemacht/ und ohne wel⸗ ches nichts gemacht/ was gemacht iſt; als auch auff Seine Menſchheit/ in welcher Er den Todt geſchmecket/ aber auch uͤberwunden/ und hiemit Sich zu einem Haupt Seiner Gemeinde geſetzet hat/ welchen Namen in Seiner Krafft und Umfang Paulus auff das herꝛlichſte paraphratiret, da Er ſpricht: Cola 15-20 Chriſtus iſt das Ebenbilde des unſichtbaren Gottes/ der Erſtgebohrne vor allen Ereaturen; denn durch Ihn ꝛc. Inſonderheit aber ſihet diſer Name auff die der Gemeinde zu Smyrna annoch bevorſtehende Leyden/ wie Sie fich fúr der keinem furchten ſolte/ dein Sie auch in Den groͤſſeſten To⸗ des⸗Aengſten diſen Troſt haͤtte/ daß der HErꝛ auch Selbſt geſtorben/ n ER; von ANEA AN E A A e O D AAN E o E e AA S der Kinder GOttes. 27 von dem Todt doch nimmermehr gehalten werden kondte; Er ware tod und wider lebendig worden; Zu Ihrer Verſicherung/ daß auch Sie mitten in aͤuſſerſter Marter und Todt nimmermehr von demſelben verſchlungen wer⸗ den/ ſondern vielmehr in demſelben/ Krafft deß Todtes Ihres Vorgaͤn? gers JͥEſu/ das Leben finden ſolten/ denn Ich lebe/ ſpricht Er/ und Ihr Lohan. 14, iß, ſolt auch leben: Er iſt der Erſte und der Letzte/ darumb/ wie auſſer Ihm IE tae: kein Gott/ alſo auch waͤre Tod und Leben in Seiner Hand/ und koͤndte Sie kein Tod auß Seiner Hand reiſſen: So ſolten Sie auch mitten in dem Tode nicht verzagen/ ob moͤchten Sie alsdann erſt auß Ihrer Glaubens⸗Veſte entfallen/ denn Er waͤre ja der Anfaͤnger Ihres Glaubens/ ſo wollte Er Ebi. 12, auch deffen Vollender ſeyn; In Ihme waͤren ſo denn alle Gottes Vers i cori ao heiſſungen YA/ fo folten fie auh ANTELI feyn; Alles und in Alem” Chriſtus! welcher denn auch als Ihr Goel/ Bluts⸗Freund und Raͤcher zu n 3511. letzt leben/ Sie aufferwecken/ und als der Letzte auff[ Ihrem Staube ſte⸗. ben wolte: Wie aber der HErꝛ den Seinigen zu Smyrnaͤ ſo freundlich bege⸗ gnet/ alſo verhaͤlt Er Sich noch immer gegen Seine Glieder/ wenn Er Sie unter allen Anlaͤuffen der Feinde mit ſeinem Worte underſtuͤtzet; Da moͤgen Sie in dem Glauben jauchtzen: Unter deinem Schirmen/ bin ich fúr den Stuͤrmen ꝛc. Weicht ihr Trauer⸗Geiſter ꝛc. Wie der NWame des Er⸗ blalm. 48,15. ren/ ſo iſt auch Sein Ruhm/ nemlich Groß und nN denn Er gibet: ſolche Crone Gewiß/ ſo denn aus Gnaden/ und endlich zu Seiner Feit: Ge⸗ uia wiß/ denn Er ſagt: So will Ich dir Sie geben: Jftein Wort geredet yon E 22: dem/ in deſſen Munde kein Betrug iſt erfunden worden: Durfften alſo die zu Smyrna ſich feſt an diß Wort halten/ und es Ihrem Goel zur Stun⸗ de deß Todes in dem Glauben fuͤrhalten/ und hiebey Seiner beyſtehenden vlalm. 47,à. Krafft zu aller Seeligen Uberwindung gewiß ſeyn/ zum Troſt aller Glau⸗ Hhens⸗Bekenner/ ſo von der Welt umb des Gewiſſens willen leyden muͤßen; Solcher Gewißheit troͤſtete Sich auch Paulus/ da Er ſagt: Ich habe ei⸗ nea | pen guten Kampff gekaͤmpfet ꝛc. Zinfort iſt mir beygeleget die Crone der sg 7 Gerechtigkeit ꝛc. Indeſſen thut es der HErꝛ alles aus Gnaden: Die Cro⸗ ne iſt hingeleget zur Belohnung; Aber zur Gnaden⸗Belohnung! Der HErꝛ ſagt: Ich will Sie dir geben: Geben ohne einig Verdienſt; Und ſo nah⸗>- r f meneg auh die zu Smyrna an/ denn Sie wuſten wohl/ daß Ste alles was Sie gelitten und gethan/ der Staͤrckenden/ Braͤfftigenden/ Gruͤndenden ktund Vollbereitenden Gnade Ihres JEſu zu dancken hatten; Ihre Marter.betr.516, t hatte kein Verdienſt/ denn Ihr Glaube ware von der Krafft SEſu in Ih⸗ s nen; Jhr Muth von Seinem Sie belebenden Geiſt/ und Ihre Beharrung unvon dem uͤberſchwenglichen Reichthumb der Guͤtte GOttes an Ihnen: Sie k koßten alſo nichts nehmen/ es wurde Ihnen dann gegeben vomhimmel! 3* Aͤer eben diſes erkennen auch Kinder GOttes/ darumb werden Sie deſto e. freudiger zum Kampff/ je mehr Sie der Gnade Gdttes gewiß ſeyn/ da Sie naber die Erone zu verlieren foͤrchten muͤſten/ wo es auff einig Ihr Verdienſt ankommen ſolte: Je mehr die Crone von Seiten Gottes zugeben/ je ge⸗ b wiſſer Sie zu erlangen ift; Je mehr unſer Verdienſt gelten ſolte/ je eher Sie t ⸗ verlohren waͤre; denn was iſt wohl fluͤchtiger als unſer Sinn/ was verzag⸗ ch ter als unſer Muth/ was betruͤglicher als unfer Hertz/ was verfuͤhriſcher als unſer Fleiſch? Was aber gewilſer als der HErꝛ/ was wahrhaffter als Sein f; Wort/ was feſter als Seine Gnade? Der veſte Grund Gottes beftehet/.Tini 2, 197 nund hat diſen Sigel; der ER R kennet die Seine! Iſt es alſo Rinden ſer. Gottes kein geringer Troſt/ was Paulus fagt: Auß Gnaden ſeyt ihr ſee⸗ dielig worden durch den Glauben/ und daſſelbige nicht auß Euch ꝛc. So hat#EE3829 115| Der HEr auch hiebey Seine Ihm gefållige Zeit und Art; Einem gibt Er die A Crone fruͤher/ dem andern ſpater; Suay dem andern anders; Seinen s rap> E WEET E N A N w N S ama. t TAY N der Kinder GOttes. i nicht vòllig/was Yonen gegeben ift: Verborgenunterdem Leibe des Todtes/ Rom., 24: da der ſterbliche Leichnã die Seele beſchweret: Verborgen in viler Schwach⸗ eien 215: heit/ und von Natur anklebender Finſterniß: Verbortzen unter vilemKampff/ Widerſpruch/ Hohn und Laͤſterungen: Bey allem diſem aber dennoch Ver⸗ borgen in Gott/ auß deſſen Fuͤlle durch Chriſtum Ihnen Seine Liebe/ Krafft/ Sieg und Seegen in aller Schwachheit zuflieſſen/ daß Sie nehmen moͤtzen Gnade umb Gnade: Demnach iſt des Boͤniges Tochter gantz herꝛlich inñ⸗„.„ wendig! herꝛlich/ aber Innwendig/ verborgener Weiſe/ daß diſe Herꝛlich⸗ Feit wohl nicht von auſſen erkennet werden mag; doch bletbet es eine Herꝛ⸗ lichkeit! In diſer Herꝛlichkeit erkennen die Glaubigen ihren hohen Adel/ wie Sie zur Kindſchafft verordnet; Sie ſchmecken die Liebe des Vatters; Sor⸗ pfal.34, 3. gen nichts/ und wiſſen bey lebendigem Vertrauen auff Seine Guͤtte/ daß Er Phil.4, 6. Ihre Seufftzer allezeit erhoͤret/ und alles/ was ſonſten der Welt zum Ge⸗ oha, D richt gereichen muß/ Ihnen nur zur Verſicherung ihres Heyls zufendef; Rom.s,28. Nichts mag Ihnen ſchaden/ denn Sie hangen dem HErren an/ und ruͤh⸗„ men mit Petro: Gelobet ſeye Gott und der Vatter unſers Erren JE⸗.perr.1.4. ſu Chriſtt/ der uns nach Seiner groſſen Barmhertzigkeit ꝛc. Bey ſolcher ſeeligen Kindſchafft ſtehen Sie fo fort in der ſuͤſſeſten Gemeinſchafft ihres JESU, Saben durch Ihne Vergebung der Sunden/ und Sieg wider konecu. Ihre Feinde/ ſind außgeruͤſtet mit lebendiger Gottes T allem Wachs⸗' thumb in dem Guten/ und beſchencket mikt allem was zum Leben und Goͤtt⸗ peir u3. lichen Wandel dienet; Sie leiden zwar mit Ihme/ nur aber zu Ihrer roms, 17, kunfftigen Verherꝛlichung: So iſt Ihnen auch der Geit JESU gefdhen cket zum Pfand ihres Erbes/ woran Sie erkennen/ daß Chriſtus in Ihnen Jolann. 3,44. bleibe; Sie find mit Chrifto bereits in das him̃liſche Weſen verſetzet/ und spher.z,s. haben hiemit allen Troſt/ Ruhm/ Friede und Freude/ biß zu kuͤnfftiger Of⸗ fenbahrung Ihrer Herꝛlichkeit! Demnach mag ein von JEſu und deſſen Geiſt belebeter Paulus wohl ſagen: Als die Sterbende/ und ſihe wit leben? Corepa Sihe da eine Crone des Lebens! Solche verheiſt JEſus Seinem Smyrna/ wo es treu bleiben wuͤrde/ zu geben/ ia nicht ſo wohl erſt zu geben/ dann Sie Selbe bereits aus Seiner Hand empfangen/ als vielmehr unter der aͤuſſer⸗ ften Marter bif an den Todt zu erhalten/ welche Warheit der Erꝛ Ihro PALSE So auch treulich gehalten hat/ denn was ware der in den Erſten Bekenneren bey Schwerdt/ Creutz/ Feuer/ und aller Marter wohnende Glaubens⸗ Muth/ Freude und Standhafftigkeit/ anders/ als eine Crone/ 15 von Ihrem IESůu in Ihnen gewuͤrcketen Geiſtlichen Lebens? Hier iſt der Grund/ warum Sie Ihre Neue Geburt in dem Tode geſucht/ war⸗ umb Sie Ihren Peinigern entgegen gelauffen/ und lieber zům Todt ver⸗ dam̃et/ als loß geſprochen werden wollten; darumb freuet ſich ein munterer Ignatius unter denen Beſtien; ein getroſter Cyprianus unter dem Mordbeil; Ein ſtandhafftiger Laurentius in dem Feuer; Ein freudiger Baby las trotzet in ſeinen Ketten/ die Er auch mit ſich im Grabe haben will; Und Agatha ie muthige Bekennerin ruͤhmet unter den empfindlichſten Schmertzen: Reiſſe/ Pſal.45, 14. brenne/ ſchneide wie du wilt/ in JEſu iſt mir alles ſuͤſſe! Welch eine Lebens⸗ Crone? Insgemein aber moͤgen wir uns hiervon den Muth Pauli zu einem Erempel vorſtellen/ da Er ſpricht: Es ſeye ferne von mir ruͤhmen/ denn allein von dem Creutz unſeres HErꝛen JESill Chriſti/ durch welchen Salats, rg: mir die Welt gekreutziget iſt/ und ich der Welt; hinfort mache mir nie⸗ 17. mand weiter Muͤhe/ denn ich trate die Mahlzeichen des Erren JEſut an meinem Leibe! Iſt nun aber diſe Lebens⸗Crone/ mit welcher der HeEgR Seine Kinder/ da Sie annoch im Fleiſch wallen/ zieret unter aller Marter/ und in dem Tode Selbſten/ ſo herꝛlich/ wie wird denn Jene ſeyn/ welche Vitam Gloriæ LCeben im Schauen/ i ia 28 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue faſſet/ und Ihnen dermalen eins wird ge eben werden? diſe verſtehet der HERK eigentlich in unſern Worten: Es ift dife Crone noh zutünfftis/ und wird den Glaubigen nicht eher gegeben/ als nach Ablegung diſer Leibes⸗ Huͤtte/ und erlangten voͤlligem Sieg uͤber alle Feinde: Zwar hat man einige Exempel von Kindern Gottes/ welche/ ſonderlich zur Zeit Ihres Abſchids ⸗ gleichſam mit einem Blig aus dem Glantz diſer Crone/ etwa in anmuthigen Geſichten/ durchdringenden Empfindungen ꝛc. ſind angeſtrahlet worden; Hie⸗ von wiſſen wir ein Cuempd an dem Seel. Arndtio; So iſt es auch bedenck⸗ lich was dißfalls Auguſtinus von ſich ſelbſten ſagt: Ich befinde offt eine Bewegung in mir/ wenn dieſelbe imer in mir bliebe/ ſo koͤndte dieſelbe nichts anders ſeyn/ denn das Ewige Leben; So ware ſeine from̃e Mut⸗ ter Monicaeinsmahls faſt auſſer ſich ſelbſt/ und ſprach: Evolemus, Evole- pſalm. 34,3. mus ad æterna Gaudia! Go auh David/ wenn Er fagt: Nein Leib À und Seele freuen ſich in dem lebenditen GOTT! Difer Gradus aber/ ob er gleich allerdings hoch/ und wahrhafftig uͤber allen Menſchlichen Captum, Verſtand und Sinne gehet/ mag doch nur ein Vorſchmack des Ewigen Le⸗ bens ſeyn/ und da es gleichſam in einem Blit zugehet/ alſo geſchihet es nur 1. Cor. 13,14. zu Zeiten/ ſtuͤckweiſe durch einen Spiegel in einem dunckeien Wort; denn aber wird es geſchehen von Angeſicht zu Angeſicht/ denn wird ſich diſe Crone zeigen in ihrem voͤlligen Glantz/ und beſtaͤndiger Herrlichkeit .Cor.29: Von Difer Herꝛlichkeit moͤgen wir jetzo noch nichts reden/ Denn es kein Au⸗ ge geſehen ꝛc. Duͤrffen wir aber nach Anweiſung der Schrifft davon lallen/ ſo iſt Selbe allerdings etwas ſehr wichtiges/ zumahlen es unendlich und in Srim456. Ewigkeit beſtehet: Paulus nennet diſe Perelichkeit die Crone der Gerech⸗ aa tigteit/ da nemlih Gtt Seine Gerechtigkeit/ Heiligkeit/ Weißheit/ Macht und Wahrheit denen Glaubigen erſt recht auff decken wird; Petrus aber eine Persa Uwerwelckliche Crone der Ehren; Ein unvergaͤngliches/ und unbefleck⸗ und unverwelckliches Erbe ꝛc. Es ſolle ſeyn zinios Bág@ déns xag UEOAIT yeoboay de vaeeRBoay Eine ewige uns iber alle maffen wichtige 5er: lichkeit; Eigentlich/ Ein eog Gewicht aller Herꝛlichkeit/ von einer uͤberſchwenglichen Fürtrefflichkeit zu der anderen! Eine Herelichkeit In- tenſivè und Extenfivè, Groß und Ewig! Erwehnter Paulus haͤlt gegen rois 18. Gelbe alle Leyden vor nichts/ mô fagt> Jh balte es dafuͤr/ daß diſer Zeit Leyden nicht werth fepe der Herꝛlichkelt/ die an uns ſolle offenbaret werden: Er kondte dißfalls aus bereits gehabter Erfahrung und Überzeu⸗ gung reden/ wenn Er ſich erinnerke Seiner Entzuckung in das Paradiß/ a, allwo Er unaußſprechliche Worte gehöret: Summa,: Die Glaubige Johan. 34. yerden GoOtt gleich ſeyn/ denn Sie werden Ihn ſehen/ wie Er iſt: Iſt Pialm. 36,10- giel und alles geſagt! Wie nun bey GOtt dic Guele if alles Lebens/ aller Pialm. z611. Freuden/ aller Schoͤnheit und Vollkommenheit/ Fur Yom ift Freude die Pn liebliches Weſen/ alſo ſollen Sie diß alles in GOrt ſehen/ Sie ſollen Ihne ſehen mit den Augen Ihrer Seele/ und Leibes: Sie ſollen ein⸗ dringen in den HErꝛen/ und erfüllet werden mit alle Seinem Liecht ⸗ Glorie Ar0d. 33,3. MD Seligkeit Sehen/ nicht hinden nach/ ſondern in Sich Selbs/ und in Seinem Weſen: Sehen in vollkommenem Genuß Seiner Ewigen Liebe und alles deſſen/ was Er ſeinen Kinderen bereits in Chrifto worden iſt: Ich . con. izna. werde es erkennen gleich wie ich erkennet bin/ ſagt Paulus: Ewige Suͤſ⸗ ſigkeit/ unendliche Herrlichkeit Nicht ohne ſondere Hertzens⸗ Erquickung kiſet es ein Kind GOttes wie Jacob nach ſeinem Kampff mit Sri pa . Í as hiebey cidni o 8e bte auen Gottes in Seiner Seele gefuhlet: Er hieß die Staͤtte *0ſeines Sieges/ Pniel/ und ſprach: Ych babe GOTT von Yngefidht gef hen/ und meine Seele iſt geneſen: Er wolte fagen Mir iſt nun soga E XNI1 Na EEN LNN a — wenn Ich erwache nach Deinem Bilde! men/ Jetzo erndtet Sie mit Freuden ohne auffhoren/ und bringet Ihre SGarben/ nachdeme der HENN alle Thraͤnen von Ihren Augen abge⸗ Apoc., it wiſchet: Die Crone des Lebens/ ſo Ihr aoa beygeleget ware/ iſt Ihr nůn⸗ P254 der Kinder GOttes. 20 Ich habe Gott/ mein Alles/ geſehen! Sehr erquickend iſt es/ wenn Hiob unter den empfindlichſten Leyden/ auß dem kuͤnfftigen Anſchauen Gottes ſeine Seele mit Gedult faſſet: Ich werde/ ſpricht er/ in meinem Fleiſche Sott ſehen/ Job. r9, 26. denſelben werde ich mir ſehen/ und meine Augen werden Ihn ſchauen! A Was herꝛliches ware es/ daß die gaut des Angeſichts Moſis aũs der Gemein⸗ Rxod.4,15. ſchafft und Umgang/ den Er mit GSOtt/ alß Er mit Ihme geredet/ nur einige Tage gehabt/ glaͤnʒend worden:Nicht weniger bringet die Verklaͤrung JEſu auff dem Berß Thabor/ bey der Erſc cheinung Moſis und Elia geſchehen/ zu iR D23 Verſchmaͤhung der Welt/ hrer Freuden und Herelichkeit/ wahrenͥKindernGot⸗ tes eine ſehr durchdringende und lebendige Empfindung in das Hertz/ daß ſte auch ſelbſt alßdann mit Petro ihre zuͤtten machen/ und ſprechen moͤchten/ Hier iſt gut ſeyn! Alles diſes aber ſind nur wenige Tropffen aus jenem Strom und unendlichen Meer/ nur einige Stralen aus dem Glantz jener Crone und Sonne/ und ſo das Angeſichte Gottes in einem Dunckelen Licht den Glaͤubigen hieni⸗ Erod. 40)at. den auff Erden ſo ſuſſe iſt/ umb wie viel Herꝛlicher wird denn deſſen jener voll⸗ komene Genuß in ſeiner Klarheit auff Ewig ſeyn Iſtael/ Manoah/ Jeſaias und geſekiel/ erſchracken zwar ſehr ùber dem von Ihnen erblickten Ange tehte Jeſa.6, 5. Gottes/ alleine die Urſache hievon ware das Ihnen noch anklebende Fleiſch Ezech. 1,28; und Suͤnde/ dorten aber wird alles vollkommene Freude ſeyn/ weil Tod Apoe.1,4 und Suͤnde/ der Grund alles Schreckens/ ferne ſeyn werden: Es wer⸗ den Kinder GOttes erfuͤllet ſeyn mit aller Weißheit/ vollkommenſten Hei⸗ ao ligkeit/ und immerwaͤhrendem Ruhm Ihres GOttes/ Sie werden trun⸗ Pfalm.36,9. cken ſeyn von den Reichen Guͤttern Seines Hauſes/ und getraͤncket mit Wolluſt/ als mit einem Strohm Denn fuͤr dem HErꝛen iſt Sreude die PHL 16, 11. Fuͤlle/ und liebliches Wefen zu Seiner Rechten Ewiglich! Gott wird ſeyn.Cor. 15,28. Alles in Allem! Kurtz: JEſus wird Seine vollkom̃enſte Herelichkeit/ in der Vereinigung mit Seinem Vatter/ an und in Seinen Glideren alsdann offen⸗ bahren/ wie Er ſolches ehemahls vor Sie von Seinem Vatter in Seinem blu⸗ tigen Todtes⸗Kampf kraͤftigſt außgebetten: Vatter/ Ich will/ daß/ wo Ich joh. iz, i4: bin/ auch die bey mir ſeyn/ die Du Mir egeben haſt/ daß ſie Meine Herꝛ⸗ lichkeit ſehen/ die Du Mir gegeben halt Hierinnen nun beſtehet die Le⸗ bens⸗Crone/ die der HERR Seinem Smyrna nach erwieſener Glaubens⸗ Treue/ zu geben verheiſſet/ da Er ſagt: Sey getreu biß an den Todt ꝛc. Diſe Crone verheiſſet Er auch allen/ die Smyrna un Glauben nachfolgen/ Al⸗ len/ die Ihne angehoͤren/ Seinen Glideren und Schaffen/ die Seine Stim̃e hören: Deſſen getroͤſten ſie ſich auch in allem Leyden allhier/ und auff Die Erloͤſung Ihres Leibes wartende/ ſprechen Sie mit David: Ich will Pfal. 17,19. ſchauen/ HErꝛ/ Dein Auntlitz in Gerechtigkeit/ Yh will fatt werden Fa y 2 Solcher Herꝛlichkeit in dem Him̃liſchen Paradiß iſt nun auch/ der Seelen nach/ bey Der vollkommenſten Freüde vor Ihrem Erloͤſer/ theilhafftig worden Unſere in dem HErren ſeelig⸗Verſtorbene Frau von Rotberg! Ihr Jammer/ Truͤbſaal und Elend/ Iſt kommen zu einem ſeligen End/ Sie hat getragen Chriſti Joch/ Iſt geſtorben/ und lebet doch noch! Hier iſt Sie in aani ge⸗ weſen/ Nun aber vollkoͤmlich geneſen/ In Ewiger Freud und Wonne Leuch⸗ fet Sie wie die hele Sonne! Hat Sie ehemals mit Smyrna gekaͤmpffet/ ſo hat Sie nun mit Demſelben auch Ihre Erone erkaͤmpffet/ und beſitzet Selbe nunmehro in Ihrer Verherꝛlichung Hier ſihet Sie das Angeſichte des Apoc. aà, 4. Lam̃s/ und Sein Name iſt an Ihrer Stirne: Vormahls thate Sie man⸗ vlal.r46,.6. che Thranen⸗Saat/ Sie gienge bin und weinete/ und true Edlen Saa⸗ Calk P3 Jeſaic 25, d mehro 3 Diebekrönte Glaubens⸗Treue Gen. 32; 30. Jeſ. 32,17.18, Pſalm. 91, 14. e ESEG Hebr. 13,7. Jeſa.5 7, 1. Matth. 16,3. 2. Timot. 23 §` Proverb.21; 25. cap. 10,28. Pſal. 112, 10. Galat. 6, 7. S. 1. Joh. 372. J. Petr. 1, 22. 2. Gorint. 75T. Epheſ. 4, 15. 2. Petr. 3, 18. 1. Petr.2,21. Rom. 12, 2. Hebr. 12, 14. Apoc. a1, 27. cap. 225 15· Matth. 5,8. mehro nach beſtaͤndig⸗biß an den Todt erwieſener Treue auffgeſetzet/ Ihre Seele iſt mit Jacob nach dem Bampff geneſen/ und findet ſich nunmehr in Ewiger Stille und Sicherheit/ denn Sie wohnet in Haͤuſeren deß Fri⸗ dens/ in ſicheren Mohnunden und in ſtoltzer Ruhe! Wir preiſen billich den HErren úber diſer Theuren Seele/ wenn Er nebſt anderen Seinen Kin⸗ deren/ auch an Ihr nunmehro Seine Verheiſſung erfüllet/ und Sie nach vilem Ruffen geſchutzet/ Ihr außgeholffen/ Sie erhoͤret/ in der Noth beyne⸗ ſtanden/ herauß geriſſen/ zu Ehren gemachet/ nummehr ſattiget mit lan⸗ í feit zu Emwigteit! S Sich von hinnen reiſſet/ ſoll Glauben folgen; Schande iſt es/ wenn rechte kom̃t umb/ und niemand iſt/ me! X ift es der meifte Haufe welcher in feiner Sicherheit dahin gehet/ und auff fein Zeichen achtet; Wie alles andere/ alſo iſt auch Sterben bey der Welt zu einer Gewohnheit worden/ und erwegen es wenige/ Was es ſeye/ in dem SErren ſterben; Chriſto wollen zwar Ale ſterben/ die Wrenigfte aber leben; Beydes muß beyſam̃en ſeyn:€g bleibet bey dem Außſpruch jenes Tapffern Seel. Theologi, Reiner ſtirbet in Chriſto/ der nicht in Chriſto lebet! Was ⸗ und Wie/ kaͤmpffeſt du? Iſt es wohl der Kampff des Glaubens an IJEſum? Iſt der Kampff auch recht 2 So jemand auch kampffet/ wird er doch nicht gekroͤnet/ er kaͤmpffe denn recht! Ach wie vile kaͤmpffen ſich mit ihren Suͤn⸗ den in die Hoͤlle/ da ſie in ihren ſchaͤndlichen Luͤſten/ Unreinigkeit/ Geitz/ Lů⸗ en/ Ungerechtigkeit und Welt⸗Liebe/ bey viler Muͤhe/ Sorgen⸗ Tichten/ rachten und unruhigen Gedancken/ umb ihren Zweck endlich zu erhalten/ ſich es ſauer genug werden laſſen/ und hiemit nur zu Grunde gehen! Zwar wol⸗ len diſe auch Alle ſeelig werden/ und murren/ wie ehemals die Juden wider ih⸗ re Propheten/ wenn man ihnen von Verdam̃niß/ der Macht des Teuffels/ Zorn GoOttes uͤber die Suͤnde/ Verderben ihres Hertzens in anererbtem Schlangen⸗Sagmen des Teuffels/ und der ſo wenigen Anzahl der Auſſer⸗ wehlten/ redet; Allein ihr Wollen gehoͤret zu dem Wunſch des Faulen/ der iber ſeinem Wuͤnſchen ſtirbet/ penn feine Zaͤnde wollen nichts thun: Vid. Luth. Gloſſ. Der Gottloſen PO R 8. verlohren ſeyn/ denn was ſie gerne wolten/ das iſt verlohren; Bloß den Himmel wollen/ und ſich denſelben einbilden/ wird die ſich in ihren Suͤnden ſelbſt⸗gelaſſene Welt⸗Menſchen dermalen eines gewaltig faͤllenn: Erwaͤge hier/ O RMenſch/ die Worte Pauli: Was der Menſch ſaet/ das wird er auch erndten; Wer auff ſein Fleiſch ſaet/ der wird von dem Fleiſch das Verderben erndten: Solche ſaͤen Wind/ Wind der Eitelkeit/ Suͤnden/ Thorheit/ und erndten Ungewitter! Es beſtehet das Ewige Leben in dem ſeeligen Anſchauen Got⸗ tes/ Wir werden Ihn ſehen/ wie Er ift| Sie bereiten fich aber Kinder Gottes hiezu/ weil fie noch alhier wallen? Der Heil. Geiſt ſagt; Ein jen⸗ licher/ der ſolche(Gewiſſe Glaubens⸗) Soffnung batzu Ihm/(Ihn anzu⸗ ſchauen /) der reiniget ſich/ gleich wie Er auch rein iſt/ Er machet ſich keuſch/ und rein von aller Ag des Fleiſches und des Geiſtes; Er reiniget ſich kta von Sünden/ åbret fort in oaen Wachsthum̃ alles Guten/ und fihet imer auff die Fußſtapffen ItkSů/ und den Willen ſeines GOttes/ welcher auch rein iſt/ denn ohne die eiligung wird niemand den Erꝛen ſehen; In das gim̃liſche Jeruſalem wird nicht eingeben ir⸗ EHM ein Gemeines/ und das da Greuel thut und Luͤgen/ ſondern allein ie geſchrieben ſind in dem lebendigen Buch des Sames! Seelig find dannenhero die reines Sertzens ſind/ denn diſe werden Gott ſchauen! 3 ee S A a Eg Ii | w LE CEE N E E E E DA NE EA Tit. Herꝛ Hannibal, Freyherren zu Égi gi dungerspach/ Erb⸗Land⸗ i 2 der Kinder GOttes. 3¹ lig! die hierinnen in beſtaͤndiger Treue beharren biß an den Todt/ denn diſen wird JEſus die Crone des Lebens gebenn. o SGib HErꝛ JESu/ Du König der Ehren! daß Wir recht kaͤmpffen/ damit wir diſe Crone erlangen! Du haſt ſie uns durch Dein Blut bereits er⸗ kämpffet; Gib uns aber Deinen Geift/ der Glauben und Trene in unſern Hertzen wuͤrcke/ damit wir diſem uns von Dir auffteſtecktem Kleinod mit ohnbeflecktem Fleiſch und Geiſte nachjagen/ biß Wir bey Deiner Erſchei⸗ l nung Dir gleich ſeyn/ undin unſerer Verherꝛlichung/ Dich/ wie Du biſt/ fat Deinem Watter und Geiſt/ in Deiner Herꝛlichkeĩt auff Ewig anſchauen moͤgen! G Wie bin ich doch ſo hertzlich froh/ Daß Du Mein JEſu/ biſt das A und O/ Der Anfang und das Ende! Du wirſt mich doch zu Deinem Preiß/ Auffnehmen in das Paradeiß; Diß klopff ich in die Haͤnde: Almen! Amen! Kom̃ du Schoͤne Freuden /Crone/ EBlliib nicht lange/ Deiner wart ich mit Verlangen! PERSONALIA md Shren⸗Vedaͤchtniß. “O hat nun ſolche Lebens⸗ und Ehren⸗Crone bereits auch in voͤlliger Glaubens⸗Treue zu Ihrem Heyland/ nach vilen Anlaͤuffen Sieg⸗ N reich erſtiegen und erkaͤmpffet/ die Weyl, Soch⸗Wohl⸗Gebohrene Frau/ Frau SUSANNA ELISABETHA voi Rotberg/ Frau zu Bam̃lach und Rheinweiller ꝛc. Eine Gebohrene Freyin von und zů Cron⸗ egl ꝛc. Welche gebohren worden zu Schlainingen in dem Boͤnigreich Ungarn .C. 1652. Den sten Januarii. Dero Herz Hatter mare der Weyl. Soch⸗ Wohl⸗Gebohrene Herꝛ/ herdinand, Freyherꝛ von und zu Cronegk/ zu Maßburg und Glaneck/ Rittmeiſter; Die Frau Mutter aber die gleichfalls Hoch⸗Wohl⸗Gebohrene Frau/ Ether Regina, Gebohrene Freyin zu Egk und Zungerspach: Von Vaͤtterlicher Linie ware Dero Herꝛ Groß⸗Vatter/ Iit. Herꝛ Carl, Freyherꝛ von und zu Cronetfk/ auf Zimmelau/ Mieterau/ und Vaſſolzberg; Ihrer Hochfüͤrſtl. Durchl. Ertz⸗Hertzog Ferdinandi zu Deſterꝛeich/ Obriſter Kuͤchen⸗RMeiſter/ auch Odrilt⸗ Wachtmeiſter uͤber die Steyeriſche Ritterſchafft; Die Frau Groß⸗Mutter aber Tit. Frau Maria, Eine Gebohrene von Wilverstorff: Der Herꝛ Uhr⸗Groß⸗Vatter aber ware Tit. Herꝛ Chriſtoph, Freyherꝛ von und zu Cronegt/ auff zimmelau und Vaſſolzberg/ der Roͤmiſ. Kayſerl. Maj. Kaiſer Eerdinandi I. Hoff-Cam̃er⸗ Raht; Die Uhr⸗Groß⸗Frau Mutter ware Tit. Frau Regina, Gebohrene Fallin von Sintzheimb: Der Herꝛ Uhr⸗Uhr⸗Groß⸗ Watter aber ware Tit. Herꝛ Panthaleon, Freyberꝛ von und zu Cronegk/ der Roͤmiſ. Kayſ. Maj. Keyſers Maximiliani I. beſtelleter Hauptmann; Die Frau Uhr⸗Ahr⸗Großß⸗ Mutter Frau Eliſabetha von Wildershofen: HN Von Muͤtterlicher Seiten aber hat Dieſelbe zu einem Herren Groß⸗ Vatter/ Tit. Herz Georg Sigmund, Freyherꝛen zu Egk und Hungerspach/ Erb⸗Land⸗Staͤbel⸗Meiſter in Erain/ und zur Frau Groß⸗Mutter Tit. Frau Concordia, eine Gebohrene von Gaysruͤckh: Zum Herꝛ Uhr⸗Groß⸗Vatter/ Staͤ⸗ l [i H i i (ig H H H Ho i T iii W W tIS 4 —— —— —— š é 4 + j 32 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue Staͤbel⸗Meiſter in Crain und der Windiſchen Marck; Zur Frau Uhr⸗Groß⸗ Mutter/ Tit. Frau Eſther, Eine Gebohrene Freyin von Dietrichſtein zu Hollenburg; und zum Uhr⸗Uhr⸗Groß⸗Herren Vatter/ Tit. Herꝛ Bonaven⸗ tura, Freyherren zu Egk und hungerspach/ und zur Uhr⸗Uhr⸗Groß⸗Frau Mutter/ Tit. Frau Eliſabetha, Gebohrene Freyin von Maßenbertz/ ꝛc.ꝛc. Wir koͤndten zwar mit fernerer Erzehlung ſolcher ſo Edelen Vorfahren durch mehrere Secula hingehen/ da wir ſodann die Hohe Fuͤrſtliche und Graͤffliche Haͤuſer von Liechtenſtein/ Dietrichſtein/ Stahrenberg/ Windiſchyraͤtz/ Trautmañsdorff/ Miltitz/ Schaumburg/ Runhenburg/ Rappach/ Herberſtein ꝛc. ꝛc. antreffen/ und hierbey den Uhr-Alten Ruhm der Hoch⸗Freyherꝛlichen Zaͤuſer von Cronetk/ Egk und gungerspach/ erkennen wuͤrden; Wann wir aber mit Anfuͤhrung bereits gemelde⸗ ter/ umb einige Weitlaͤuffigkeit zu vermeiden/ fuͤr dißmahl es billich be⸗ wenden laſſen/ als moͤgen wir/ nach Anlaß der von dem Braͤutigamb zu Seiner Braut/ der Kirche/ geſprochenen Worte/ Geſambte Hohe Familles und Vorfahren einem Luſt⸗Garten von Granat⸗Aepffelen mit Edlen Fruͤchten vergleichen/ die Wohl⸗Seelige Frau aber/ in Erwegung diſes Ihr anererbten Tapfferen Adels/ ein lieblich Gewaͤchſe nennen/ und zum Bilde deſſen einen mit Seiner/ Ihme von der Guͤttigen Natur mitgetheilten Cro⸗ ne/ prangenden Granat⸗Apffel, hieher ſetzen/ mit der Beyſchrifft: Cum Coronã Naſcor: Des Adels Hoher Ruhm mag an die Sterne ſteigen/ DaStam̃ und Nahm zugleich von Meiner Lrone zeugen! ~ Gleich wie aber alle ſolcher Ruhm vor GOtt annoch nichts tauget/ ſon⸗ dern vielmehr unter den von Adam anererbten Fluch und Verdam̃niß mitge⸗ hoͤret/ als haben ſich deſſen der in dem Herren Seelig⸗ruhenden Frauen Hoch⸗ ermeldete Elteren wohl erinnert/ und/ umb ſolch Ihro/ ob gleich von Natur ſehr Liebliche/ Gewaͤch ſe zu heiligen/ Selbiges dem HErꝛen bey zeiten zueinem pfer dargeſtellet/ Da Sie es ſo bald nach der Leiblichen Geburt/ durch das Bad der H. Tauff/ dem Gnaden⸗Bund Gbttes einverleiben/ und nebſt beygelegtemNa⸗ men/ SUSANNAELISABETHA, mit dem Blut JEſu von Suͤnden abwaſchen/ und ſo denn in die Gemeinſchafft Deſſen Creutzes und Todtes einzeichnen laf ſen/ woben ſich Denn auch die Krafft hievon ſogleich mit mehrerem geaͤuſſert/ da die Gottſelige Frau ſo gar auch in ſehr fruͤhen und annoch unmuͤndigen Jahren/ nemlich kaum in dem wenten Fahr hres fo zarten Aters mit A- f braham/ dem Glaubens⸗Vatter/ Ihr Vatterland und Freundſchafft verlaſſen/ und in ein Frembdes Lande gehen muſte/ hiemit aber der Leyden Ihres Hey⸗ landes/ wozu Sie fich in der Heil. Tauffe verpflichtet/ in gewiſſer Maſſe ge⸗ wuͤrdiget/ ſo denn/ umb mehrere Gnade von oben/ zu richtiger Fuͤhrung Ihres kuͤnfftigen Wandels/ erlangen zu koͤnnen/ zur Demuth und Verlaͤugnung y; Welt und ſichtbaren Dinge/ wie auch Ihrer Selbſt/ bep Zeiten von dem HEr ren angewieſen wurde: Wir moͤgen in Erwaͤgung ſolch Ihres in Heil. Tauffe f 4 mit Chriſto/ zu Seinem Creutz/ Blut und Tode getroffenen Bundes/ wie auch⸗ der ſo gleich hierauff erfolgeten Leyden/ uns abermahl eines Granat⸗Apffels/ l. in Seiner Erſten Purpur⸗Blüthe erinneren/ mit dem Beyſatz: Flos, Purpura, Primus: Was IEſu Gnad und Him̃els⸗Schaͤtze ſoll ererben/ MNuß Deſſen Purpur Blut in fruͤher Bluͤthe faͤrben!l, sa Oa———————— der Kinder GOttes. 3³ Da nun die Gemeinſchafft der Leyden Chriſti ſich bey der Gottſeligen Frauen ſo gar fruͤhe⸗zeitig geoffenbahret/ ſo geſchahe es hierdurch/ daß/ Wie Sie hiemit zu einem tuͤchtigen Gnaden⸗Gefaͤß von dem HeErꝛen Selbſt Keſchaf⸗ fen und zubereitet worden/ auch in den darauff folgenden Kinder⸗Jahren die Stroͤhme Goͤttlicher Guͤtte umb ſo reichlicher auff Sie zugefloſſen; denn nachdeme Dero Hoch⸗Freyherꝛliche Liebe Elteren nicht das geringſte/ twag zu Pflegung einer jungen Ehez Pflantze noͤthig ſeyn will/ an Ihro verab⸗ faͤumet/ ſondern Dieſelbe/ wiewohl unter vilen Anſtoͤſſen und Widerwaͤr⸗ tigkeiten/ in frembden Landen/ doch unter ſtetiger Empfindung Goͤttlichen Schutzes/ Beyſtandes und Segens/ auff das ſorgfaltigſte in der Zucht und Vermahnung zu dem HErꝛen/ auffgezogen/ als hat ſich fo bald eine gute Art und feine Seele bey Ihr gezeiget/ Welche/ ferne von den Lüften und Eiz telkeiten der Jugend/ als vor denen Sie jederzeit einen hertzlichen Abſcheu gehabt/ an dem HErren Ihre Luſt geſuchet/ und in Seiner Forcht Sich ge⸗ ubet/ deßwegen Sie auch bey dem Wachsthumb und Zunahm in allen GStt Wohl⸗gefaͤlligen Tugenden billich anderen zu einem ruͤhmlichen Bilde dienen kondte/ ſonderlich da durch die Regen und Sturmwinde der ſo fruͤhen Leyden alles in Ihro umb ſo vil eher reiff geworden/ und zu einer anmuthigen Zei⸗ tigung gelanget ware: Wenn nun die Seelige Seele dißfalls nicht unbillich eine Zierde Ihres Preiß⸗wuͤrdigen Hauſes genennet werden mag/ als ſtellen wir Sie unter dem Bilde einer Edlen/ in einẽ Guͤldene Crone verſetzten Perle dar/ mit der Obſchrifft: Decus Allatura Coronæ: k Die Perle Meiner Zucht/ und Angenehmen Tugend/ Ziert Meines Hauſes Kron in annoch Fruͤher Jugend! ays Der Ruhm und Liebliche Geruch fo angenehmer und Gott⸗gefaͤlliger Tugenden kundte/ bey mehrers eintrettenden Jahren/ umb ſo weniger verborgen bleiben/ je mehr Dieſelbe durch ein ftetes Exercitium Ihre Soliditæt errei⸗ chet haben; dannenhero es auch geſchehen/ Dag die damahls Regierende/ PS nunmehr Verwittibte Durchleuchtigſte Fuͤrſtin und Frau/ Frau A0808T MARIA, Marggraͤffin zu Baden uno gachberttꝛcac. nachdeme Ih. Sochfl. Drl. von der Wohl⸗Seeligen Frauen Chriſtlichem und Tugendhafftem Wan⸗ del ſattſame Wiſſenſchafft gehabt/ Selbe zu Dero Hoff Dame verlanget/ und wehrender Zeit von Dero Bedienung alle Gnaͤdigſte Satisfaction geſchoͤpffet/ biß es ſo denn dem HErren gefallen/ Sie bald hierauff widerumb einen an⸗ deren Weg zuruffen/ welchen Er Ihro gezeiget in der Perſohn deß Hoch⸗ Wohl⸗Gebohrnengerꝛen/ Yn. GEGRGFACOB CHRIS TOPH von Kot⸗ berg/ Serrens suff Barlach und Rheinveiller ꝛc. Welchem der Er? nad Seiner vor Menſchen zwar verborgenen/ doch allezeit Güttigen Fuͤgung üni Vorſehung/ das Hertz zu der Seeligen Frauen gelencket/ indeme och⸗ Wohl⸗Gedachter ver/ durch Dero bekañten Tugend⸗Wandel bewogen/ mit Selbiger/ nach dem Seeligen Hintritt Dero Zoch⸗Wohl⸗Gebohrenen Erſten Frau Ehe⸗Gemahlin/ Frau Maria Lucia, Einer Gebohrenen von i Platten/ in das Zweyte Ehe⸗Verloͤbniß zu tretten geſuchet/ und zu dem Ende nicht ſowohl bey Ihro Durchl. höͤchſt⸗beſagter unſerer Gnaͤdigſten Fuͤtſtin und Frauen/ als auch Dero Ser Brudern/ dem Foch⸗Wohl⸗Gebohre⸗ nen/ nunmehro laͤngſtens in GDtt ruhenden Zerren/ Herren Carl Sigmund, Freyherren von und zu Cronegk ꝛc. damahligem Zochfurſtl. Marggrafl. Baden⸗Durlachiſch. hoͤchſt⸗ Geheimbden a ie à a 34 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue Soff⸗Marſchallen und Prælidenten/ umb Dieſelbe gebührende Anwerbung gethan hat/ worauff denn beſagtes Verloͤbniß durch Goͤttlichen Beyſtand den 16. Martii 1684. vermittelſt Prieſterl. Copulation, in dem Seegen voll⸗ zogen wurde: Wir mochten die von der Seeligen Dame Dero hinterlaſſenem hoͤchſt⸗betruͤbtem Herꝛ Wittiber damahls zugeſagte/ und in folgenden Zeiten/ wehrenden Dero Eheſtandes/ in der That bewiſene Eheliche Treue und Liebe gar fůglich unter dem Bilde der/ nach Plinü Zeugniß/ immer Gruͤnenden und nicht verwelckenden/ ſondern allezeit neue Aehren hervorſchoſſenden Blume des Amaranthi, oder Tauſend⸗Schoͤnes/ darſtellen/ und hinzuſetzen: Nec Moritura Fides: So muf die eiebes⸗Treu in Ihrem dlor heſtehen/ Da Sie in Ihrem Glantz Sich kan verjuͤnget ſehen! Oleich wie nun diſes Ehe⸗Band mit hertzlicher Liebe und Treue geknuͤ⸗ ffet worden/ alſo wurde es auch von dem HErren hernach mit aller erſinn⸗ ichſten Vergnuͤgung auff allerley Weiſe beſeeliget/ wenn nemlich die in dem aen Ruhende GOttſeelige Frau Ihren mit Dero Liebſten Herꝛen Ehe⸗ zemahl uͤber 30. Jahr geführten Ehe⸗Stande nicht nur in Erwuͤnſchter Ei⸗ nigkeit und Fride zugebracht/ ſondern auch einen erfreulichen Kinder⸗Segen/ nemlich 6. Sohne/ und 1. Tochter/ auß der Guͤttigen Hand Ihres GOttes empfangen hat: Es koñte ſolches von Ihro billich nicht anders angeſehen werden/ als ein Zeugniß Goͤttlicher Liebe uͤber Sie/ und als ein Grund und Brunn⸗Quelle alles uͤbrigen Seegens und Vergnuͤgung/ wie diſes ſich hin und wider bey den Heiligen und Außerwehlten GSttes zeiget; Nachdeme aber Der Erz feinen Kinderen/ die Er liebet/ ſeine Guͤtte/ Seegen und Ga⸗ ben nicht anders zu ſchmecken darreichet/ al8 cum exceptione Crucis, ja wohl in alle die Liebe/ ſo Er zu Seinen Auſſerwehlten traͤget/ auch Selbſt Sein fo heilſames und von dem Creutz Seines Sohnes geheiligte Creutz/ wie Er von Anbegin der Welt diſe Weiſe mit Seinen Heiligen immerzu gehalten/ leget/ alſo geſchahe es auch hier? maffen Er/ der HErꝛ/ auß diſer ſonſt ſo Erfreulichen Seegens⸗Quelle auch die Waſſer der Truͤbſaalen/ und darauff erfolgenden Traurigkeit/ zugleich mitquillen lieſſe: denn es gefiele Ihm nach Seinem heiligen Rath und Willen/ a. von Deroherren Soͤhnen/ ſ⸗ am̃tder eini⸗ gen Fraͤulein Tochter ſogleich inihrer fruͤhen Jugend zu Sich in Seine Him̃els⸗ Freuden auffzunehmen/ 2, aber von denen nod) 4, übrigen Zerren Soͤhnen erſt vor einig⸗wenigen Jahren/ in dem Flor Ihres Alters/ der Wohlẽſee⸗ ligen Frau Mutter voran/ auß diſer Zeit in die Ewigkeit hinüber zurucken/ deren der Aeltere Tit. 5er: Philipp Jacob pon Rotberg ꝛc. vor 12. Jah⸗ ren/ in der damahligen Belaͤgerunt Landau/ durch einen ungluͤcklichen Schuß von einer Stuͤck⸗Bugel Zein Leben Zelden⸗muͤthig geendet/ der Jüngere Sohn aber Tit.$2. Ferdinand Reinhard von Rotberg ꝛc. nach ab⸗ gelegten Moſcowitiſchen Kriegs⸗Dienſten/ vor 2. Jahren/ auff der Ruck⸗ Reiſe nach Hauß/ in der Ronigll. Polniſchen Reſidentz Cracau/ und zwa: in Beyſeyn deß annoch lebenden von dar widerumb bey uns/ durch Got⸗ tes Gnade/ gluͤcklich zuruͤck angelangten Jingſten gerꝛn Bruders/ diſeseit⸗ lichechriſtlich und Seeliglich geſegnet hat: Wie ſehr durch diſe auſſerordent⸗ lich⸗betruͤbte Zufaͤlle/ und ohnvermuthete Todes⸗Poſten das zarte Mutter⸗ Sertz der in Gott Seelig⸗Ruhenden Frauen erſchuͤttert worden/ iſt eher in der Stille zu gedencken/ als viel davon zu reden; Indeſſen aber ufte Sie, Sich/ nach der in Ihro von dem HErꝛen und Seinem eiſt gewuͤrcketen a, VEG t x s g der Kinder GOttes. v de/ allezeit mit Glauben und Gedult zu wapnen/ und in voͤlliger Gelaſſenheit Sich in den Willen Ihres Himliſchen Vatters zu ſchlieſſen und einzuſencken; Lieſſe uͤber diß Ihre vornehmſte Sorge diſe ſeyn/ daß Sie/ in Pruͤffung deß Guten und vollkommenen Willens Gottes uͤber Sich/ den Herren und Seine Gůtte/ auch in difen Sie betroffenen Leyden/ erkennen/ und Ihne dafuͤr in Kindlichem Gehorſam ruͤhmen und loben moͤchte: In Erwaͤgung diſer/ Zeit wehrenden Ehe⸗Standes/ die Seelige Dame, ſam̃t Dero hinterlaſſenem be⸗ truͤbtem Herꝛen Gemahl/ bey dem vilen von GOtt erlangten Seegen/ Freude und Vergnuͤgung/ befallenen Leydens⸗ und Truͤbſaal⸗Stunden/ erinneren Wir uns billich der auff diſem Erden⸗Rund ſich insgemein aͤuſſerenden Unbe⸗ ſtaͤndigkeit/ und des immer in Leid und Freude/ Bitter⸗und Suͤßigkeit/ an⸗ haltenden Wechſels; Setzen demnach diß in etwas abzuſchildern/ einen Ma⸗ lum Medicum; oder Eitrone/ mit dem Bey⸗Wort: jipii A can PAYRYTIKPONG senis Durch Bitter⸗ſüſſe Wegfuͤhꝛſt du/ HEruRich zuEhrk; Drumb will Ich md Dein Lob doꝛt/ und noch hier/ ver⸗ Solches Ruhm⸗und Lob⸗Opffer brachte die Gottſeelige Seele nicht ſowohl mit dem Mund und Lippen/ als aber/ und vilmehr mit der That und EA Ihrem GOtt und Schoͤpffer dar; zu dem Ende trachtete Sie Sich mit Leib und Seele/ Willen und Glideren Ihrem Schoͤpffer zu einem le⸗ bendigen Opffer dar zuſtellen/ und dannenhero das Ihro von Adam her an⸗ ererbte Suͤnden⸗Gifft nicht ſo wohl in hertzlicher Auffrichtigkeit zu erkennen/ als auch die auß diſer vergiffteten Quelle Ihr anklebende Schwachheiten bit⸗ terlich zu beſeufftzen/ und Sich vor GOtt zů demuͤthigen/ Ihre begangene Feh⸗ ler dem HErren in Ernſtlicher Reue abzubetten/ und bey taͤglicher Erneue⸗ rung des Hertzens/ Ihren Wandel in Kindlichem Gehorſam vor Demſelben zuführen; Sie richtete in abgeſchidener Einſamkeit Ihre Gedancken ſtets zu dem HeErren/ und ſuchte Ihre Lebens⸗Zeit/ Ste bey immer anhal⸗ tenden Krieges⸗Unruhen meiſtens in der benachbarten Statt Baſel in Stille zugebracht:) vornehmlich in dem Gebett/ und ſteter Pruͤffung des Goͤttli⸗ then Willens an Sich/ zu heiligen/ fo denn diejenige Stunden welche an⸗ dere in ihren Eitelkeiten verlteren ſzʒu Leſung und: ooo Geiſtreicher Buͤcher anzuwenden/ wie Sie denn nebſt Heil. Schrifft/ nicht ſowohl an den Kernhaften Buͤchern des Gottſeltgen Arndtii von demWahren Chriſtenthum̃/ und deffen Erklaͤrung uͤber die Pfalmen Davids/ als auch anderer Rechtſchaf⸗ fener Lehrer/ ſonderlich der Theuren Maͤnner/ Mülleri und Lutkemanns herelichen Schrifften Ihre Luſt gehabt: Sa fande Sie ſich auch ſehr erwecket aus Herꝛn Emanuel Sonthoms Guͤldenem Kleynod der Kinder Gottes; Alle dieſe Schrifften laſe Sie nebſt anderen nicht nur mit fleißiger Auffmerckſam⸗ keit/ ſondern machte auch auß denſelben Ihre Excerpta, und hatte mehrmahls aus eigenem Grund Ihres Hertzens Selbſt einige Betrachtun en/ zu Ihrer Erbauung zu Papyr gebracht: Gerne hatte Sie es/ wo man Sie befuchet/ und durch Ditcourſe von Goͤttlichen Dingen/ Ihro zu mehreren guten Ge⸗ dancken Anlaß gegeben: Diß alles geſchahe von der Gottſeeligen Dame, nicht etwa aus einiger Gewohnheit[nur die Zeit damit zu palliren/ oder auch ei⸗ nigen Ruhm der roͤmmigkeit vor Meuſchen zu erjagen/ ſondern auß einer Redlichen Liebe zu Ihrem GOtt/ Ihr Hertze vor Demſelben von Tage zu Tage darzuſtellen/ und von alſem/ wag Ihme u wider/ je laͤnger je mehr in AEA RRN A e ie aaeeea Rom: i2; is .Ich- 2515. 36 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue Erkaͤnntniß Seines Wortes und Willens/ zu reinigen/ wie Ste denn gewiß aller Eitelkeit/ und Welt⸗Freude von Hertzen feind ware/ welche Ihr auch umb ſo mehr ein Greuel ſehn muſten/ je mehr die Seelige Seele bey Ihrem demůthigen und ſtillen Wandel/ unter der Zuͤchtigung Ihres Him̃liſchen Vatters/ und der hierauf erwachſenen Lebendig⸗thaͤtigen Erkaͤnntniß JEſu Chriſti/ gelernet/ daß alles/ was von der Welt waͤre wider die Liebe des Vatters ſeyn müſte: Ihren Umbgang mit dem Nachſten betreffend, fo hatte Gie fo gar auch von Natur ein Gemuͤth/ welches Redlich⸗und Auffrichtig⸗ keit geliebet/ und alle Falſchheit/ Zwang⸗weſen/ deßgleichen auch Uberfluß in Reden aͤuſſerſtens gehaſſet: Ihr Geiſt ware allezeit ſehr ſanfft und ſtille/ bey Sich ſelbſt/ ohnaußſchweiffend/ zufriden /geſetzet und ſehr vernuͤnfftig( Wie aber alle diſe Ihr beywohnende Gaben durch den Geiſt Chriſti geheiliget waren/ alſo bekamen Sie auch hiebey ihr rechtes Gewicht/ wodurch Sie von andern/ bloß⸗Natüuͤrlichen und Schein⸗Tugenden/ ſehr weit unterſchieden waren:Ihr Thun ware rechtſchaffen/ und hatte ſo gar nichts verſtelletes an ſich/ daß auh Treue und Wahrheit in alle Ihrem Wandel und. Geſchaͤfften hervor ge⸗ blicket; In Reden und Gebaͤrden ware Sie ſehr Ernſthafft/ anbey Liebreich/ Sanfftmuͤthig und Sittſam: Inſonderheit truge die Gottſelige Dame ge⸗ gen Dero Herzen Gemahl allezeit den von dem Geiſt Gottes angewiſenen E⸗ vangeliſchen Sinn/ wie Sie denn auch erſt vor einem Jahr/ bey Deſſen letzte⸗ ren zimblich gefaͤhrlichen Kranckheit/ eine nicht geringe Probe Ihrer hertzli⸗ chen Liebe und Treue gegen Denſelben mit aller erſinnlichen Sorgfalt an den Tag geleget: Gegen Dero Angehoͤrige ware Sie freundlich und Leutſeelig; Mittleidig und Huͤlff reich gegen die Arme und Noth⸗leidende/ und in Sum⸗ ma/ Wohl bedaͤchtig/ Vernuͤnfftig und Rechtſchaffen in alle Ihrem Thun/ Neden und Gebaͤrden/ alſo/ daß auch jederman/ wer nur mit Ihro umbzuge⸗ hen Anlaß bekommen/ nothwendig allen Reſpect/ Liebe und Hoch⸗achtung vor Dieſelbe bezeugen muſte: Es folle uns demnach wohl erlaubet ſeyn/ die Gottſeelige Dame, umb Sie in Dero Chriſt⸗Ruͤhmlich⸗gefuͤhrtem Tugend⸗ Wandel unſerm Gedaͤchtniß in etwas einzupraͤgen/ unter dem Bilde/ eines iyon dem HErꝛen mit allerley Seiner Goͤttlichen Krafft/ durch den Geiſt von oben/ erfuͤleten Gnaden⸗Gefaͤſſes/ auß deme das verborgene Krafft⸗ und Geiſtes⸗Weſen widerum Himmel angehet und in beſtaͤndigem Lobe Gbdttes Seinem Urſprung zuſteiget/ wie ein Geraͤuch von Myrrhen/ Weyrauch/ und allerley Pulver eines Apotheckers/ der Liebliche Geruch aber ſich hin und wider auff Erden/ unter den Leuten in guten Wercken auß⸗ hreitet/ vorzuſtellen/ mit dem Beyſatzz BI: 3a: Ceelo Spiritum, Odorem Terræ: So muß Mein Tugend⸗Ruch Sich hier auff Erden a zeigen; ; Doch ſoll Mein s Geiſtes Krafſt nur Hümel⸗werts auffſteigen! So ware Die Fromme in dem HErren Seelig⸗ ruhende Seele gefinnet/ l daß Sie bey Ihrem Wandel von allem Menſchen⸗ Geſuch und Tagen weit entfernet/ nur den HErꝛen zu verherꝛlichen geſuchet/ uͤbr gleich unter den Menſchen einen Lieblichen Namens⸗Geruch hatte/ dennoch EENS a aa AEA a a A EEE igens aber/ ob Sie| von ihnen keinen Ruhm verlanget/ vielmehr Sich vor dem HEren geden i thiget/ und alleine an Deſſen Gnade kleben und hangen wollen A ie ſchahe ........ ENE i REEA A E S ee meeer C TEA. JRA a i aa ajui 2 der Kinder Gottes. 35 geſchahe es/ daß wie Ihr Geiſt allezeit him̃liſch geſinnet ware/ der HEr Dieſelbe Sich zu einem angenehmen Opffer auſſerwehlet/ umb ſo mehr/ da Er Selbſten alle das Ihr beywohnende Gutte durch Seinen Geiſt in Ihro gewuͤr⸗ cket/ und zu dem Ende gar fruͤhe an Ihrer Seelen zu arbeiten angefangen hat: O wie herꝛlich wurde Sie dißfalls niht in den Augen Gottes/ wenn Sie wuͤrdig wurde/ noch in Ihren zarten Kinder⸗Jahren etwas von dem Creutz⸗Kelch Ihres Heylandes zů koſten? Wie herꝛlich/ da Sie ſchon da⸗ mahls etwas in die Verlaͤugnung Ihrer Selbſt von dem HErꝛen eingezogen/ und dabey zu der Erkaͤnntniß diſes elenden Welt⸗Weſens angefuͤhret mot den/ da viel 1000,. auch wohl in hohem Alter/ hievon noch unwiſſend/ Scha⸗ ben und Koth in ihrer Blindheit vor Gold und Gewinn achten? Wie herd⸗ lich/ da der HErꝛ Ihre Fleiſches-und Hernunfft8-Wege bey Zeiten mit Dot- nen verzaͤunet/ hingegen in Seinen Heyls⸗Wegen immer mit Ihr fortge⸗ lauffen/ und Sie niemahls ohne Zuͤchtigung gelaſſen? Wie herꝛlich/ da Sie von Ihme bey geraumer Zeit zum Leyden am Fleiſche beruffen worden? Denn eben durch dſie Fůhrungen kame Sie zu derErkaͤntniß der Wahren in demCreut Chriſti verborgenen/ ob gleich von der Welt fuͤr Schmach/ Schaden und Vet- luſt geachteten/ Schaͤtze/ und Ihr Thun bekame/ gleich einer reiffen und wohlszei⸗ tigen Frucht/ den rechten und angenehmen Schmack vor GOtt/ und da die Ver⸗ laͤugnung Ihrer Selbſt und Verſchmaͤhung der Welt bey Ihr zum Grund gele⸗ gen/ fo mufte auch alles dem HErren gefallen/ mas auß demſelben hervor gequil⸗ let; So lernete Sie alfo die Rechte Ihres Gottes/ und wurde groß/ nach⸗ Pfal. f19, 71. deme Sie von Ihme gedemuͤthiget worden; So bekam Ihr Glaube die Pſalm. 18,76. rechte Geſtalt/ Art und Liecht/ wie auch das Leben von oben/ gleich dem Edlen Diamant/ welcher nicht anders als Durch) vile Schnitt zu ſeinem Glantz und Geſtalt kommen mag; diſes erkañte auch die Gottſelige Dame, und ſprach mit jener in ihren Anfechtungen wohl⸗gepruͤffeten Seele Davids: Minuis Dum Formas: œ a. 6,, 2 E y ONS sg 3:» Sh Ich muß nur in die Tieffſte Nidrigung eingehen/ Eh Du Kich/ HErꝛl zu Deinen Ehren wiůlt erhoͤhen In ſolcher Glaubens Erkaͤnntniß mochte Sie demnach beh alle Ihrem Leyden nimmermehr den Muth ſincken laſſen/ vilmehr/ da Dieſelbe bey 20; Jahren her und drüber von dem Herren mit febr vilen Bloöͤdigkeiten und Schmertzen am Leibe heimgeſuchet worden/ durffte Sie ſtille/ gelaſſen/ und in allem zufriden ſeyn/ ohne Murmel md Zweifel mit David abermahls ſporechend: Ich will ſchweigen/ und meinen Rund nicht auffthun/ òu Plalm.75 1r SDerꝛ wirſt es wohl machen! Brach alſo dißfalls Ihr Glaubens⸗Licht in S uten Werten deſto mehrers hervor/ und durch dergleichen Anlaͤuffe konnte: ſich die Ihr beywohnende Geiſtes⸗Krafft/ in Gedult/ Demuth und Gelaſſen⸗ heiit/ anderen zu einem Exempel und Erbauung/ umb ſo reichlicher mittheilen/ gleich dem in dem Gluͤckſeligen Arabien ſich findenden Myrrhen⸗Baum/ wel⸗ cher/ nach der Phyticorum Bericht/ ſeinen Safft und herꝛliches Gummi umb ſio milder flieſſen laͤſſet/ wenn nach vorhergegangener Umbgrabung biß auff die Wurtzel und geſchehenem Einſchnitt/ die Winde von allen Orten tapffer auff ſelben zuſtůrmen: Da ſolte man ſprechen: Uberior Concuſſa: Ulnd wenn auch noch ſo ſehr die Winde Mich zerſtieſſen/ | Sofo Rem Sanbens ſͤft nut umb ſo mier fiiefen! CNi sÁ i4 é RAH a O y o8 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue Solche Myrrhen⸗Art aͤuſſerte auch bey der Gottſeligen Dame ſich umb fo deutlicher/ je mehr Sie die Hand Gottes/ nebſt den vilen und ſtets anhal⸗ tenden Leibes⸗Leyden/ in denen ſo manchen innerlichen/ ſchweren und biß auff die Seele eindringenden Anfechtungen/ uͤber Sich fuͤhlen/ und auff allerley Weiſe Sich geaͤngſtiget ſehen muſte; Diß aber geſchahe darumb/ weil der HeErꝛ Dieſelbe in Seinem Heiligen Rath Seinem Smyrnen und Myrehen⸗ 4 Gemeinde von Ewigkeit her/ auch annoch in Ihrer zarteſten Jugend/ beygezeh⸗ ket; Dannenhero muſte Sie kaͤmpffen; Kaͤmpffen wider den Teuffel/ kam⸗ pffen wider die Welt/ kaͤmpffen wider Ihr Fleiſch und Vernunfft/ kaͤmpffen wider den uns angebohrnen Unglauben und Kleinmuͤthigkeit/ wobey mich ein und anderer von Ihro ſchrifftlich⸗verfaſſeter Gedancken erinnere/ worin⸗ hen Die Theure Seele nicht ſowohl Die Art des Unglaubens erwogen/ und 5. Artzneyen demeſelben entgegen geſetzet/ ſondern auch die Krafft des wahren Gebet und den vilfaͤltigen herꝛlichen Nutzen der Anfechtungen bey Sich Selbſt uberleget hat: So waren es wohl harte Anlaͤuffe und Gewaltige Schre-⸗ fF cken von innen und auſſen/ aber doch ſo beſchaffen/ daß allezeit die Liebe Got⸗ tes fich dabey gegen Ihro gar klar bewiſen; denn diſe bey dergleichen Leyden und Anfaͤllen die Fromme Seele von der verfuͤhriſchen Welt/ ihren Eitelkei⸗ ten und Lüften uur umb ſo ſicherer bewahret/ und bey einem him̃liſchen Sinn Ihren Beruff und Erwehlung zum Leben umb ſo feſter gemachet hat; Wie ſolch ein Bilde der Weiſe Schoͤpffer ſo gar auch in die aͤuſſere Natur geleget/ da Selbe eine Edle Perle/ wenn Sie von der harten Mutter umbſchloſfen und gleichſam gedruͤcket wird/ vor aller Gefahr auff das ſicherſte beſchirmet/ und dadurch zur Zeitigung bringet/ endlich aber gar zu Ehren hervor ziehet; Hier moͤchte ein Kind Gottes ſagen: Me Dura Tuentur: Wenngleich der Leyden Angſt Mich ſchmertzlich preßt und druͤckt/ e Verd Ich nur deſto mehr zum Huelreich geſchickt! Und diß waren auch die Gedancken der ſo Edelen Seele; Sie wuſte nemlich/ daß Ihro fold) Reich von Ihrem Himliſchen Vatter nicht anders ES koñte beſcheiden werden/ als Er es auch Chriſto dem Erſt⸗Gebohrenen AAuund gaupt Seiner Gliederen Selbſten beſchieden hat/ das iſt/ in der von Ihme gemachten Leidens⸗Ordnung/ nach dem Exempel aller Heiligen/ und dem Außſpruch des in den vilen Leyden ſo trefflich gewiegelten und erfahre⸗ nen Pauli: So wir anders mit leiden/ denn werden wir auch mit Chriſto zu gleicher erꝛlichkeit erhaben; denn welche Er zuvor verſehen Rom. 3,.ap hat/ die hal Er auch verordnet/ daß ſie gleich ſeyn ſolten dem Eben bil⸗ de ſeines Sohns! Sihe da/ das vor der Welt verborgene Geheimniß des Creutzes IEſu/ das Leben mit CHriſto verborgen in GOtt/ die Herꝛlichkeit in den Truͤbſaalen/ und die Seele mit einer Crone mitten in allem Leyden ge⸗ zieret; gleidh der Sonne/ welcher die finſtere Wolcken/ mit denen Sie umb⸗ zingelt/ wohl auch ſelbſt zu einer Crone dienen mågen! Adverſa Coronant: Will gleich ein Duͤſtre Wolck Mein helles Licht verlezen/ Muß doch dieſelbe Nir au Seib die Cron auffſezen! Auß deme aber/ was bißhero von der in dem HErren Seelig⸗ruhenden Seele/ und Ihren von innen und auſſen gehabten Leyden/ gemeldet taor : moͤchte 4%$„AS$ E Hgs der Kinder GOttes. 30 moͤchte wohl ſo bald abzunehmen ſeyn/ daß Dero hier auff Erden gefuͤhrte Wallfahrt nichts anders denn eine Thraͤnen⸗Saat geweſen/ welche aber in ihren Fruͤchten umb ſo herꝛlicher erſcheinen duͤrffte/ wenn dermalen eines die Freuden⸗Erndte mit vollem Jauchzen/ bey der Offenbahrung der anjetzo un⸗ ter vilen Leyden und Verfolgungen verborgenen Kinder Gottes/ angehen wird: Die mit Thraͤnen ſaͤen/ werden init Freuden Erndten: Wir moͤch⸗ ten uns hieben einer im Anfang Weinenden/ nach dem Weinen aber die ſuͤſ⸗ ſeſte Fruͤchten hervorbringenden Rebe erinneren/ und dabey ſchreiben: Poſt Lacrymas Fructus: Es muß bey viler Angſt Allhier Gethraͤnet fm Wenn Dorten folgen follder Suͤſſe Freuden⸗Wein Auff diſe Weiſe mare demnach der von Unſerer in dem HeErren Seelig⸗ Ruhenden Seele hier auff Erden geführte Wandel anzuſchauen! In diſem Bilde ſtellen Wir Ihre Wallfahrt unſeren Augen dar/ nachdeme Sie noch mitten auff dem wilden Meer diſer Welt von mancherley Winden der Truͤb⸗ faalen und Aengſten herumb getrieben/ und von deſſen brauſenden Wellen uͤ⸗ berall angeyrellet wurde: Da Wir aber ſehen/ daß Dieſelbe mit Ihrem Glau⸗ bens⸗Schifflein nunmehro dem Seeligen Port Ihrer Verherꝛlichung zueilet/ alfo finden Wir Sie unter allen Stuͤrmen und Anfaͤllen deſto muthiger/ und mit auffgehabenem Haupte umb ſo getroſter/ je mehr fidh Ihre Erloͤſung her⸗ bey nahet: Es waren allerdings hefftige/ ja wohl die empfindlichſte Aeng⸗ ſten/ womit die Wohl⸗ſelige Frau turg vor Ihrer voͤlligen Uberwindung von Ihrem Him̃liſchen Vatter heinigeſuchet wurde/ und waren es 8. Monate/ in welchen Sie wohl mit der bitterſten Quaal von den beſtaͤndigſt⸗anhalten⸗ den Steinſchmertzen gepeiniget wurde/ ſo gar daß Sie auff keiner Seite mehr zu ligen vermocht/ und bald nicht wuſte wohin Sie Sich lencken und wenden ſolte: Nichts deſtoweniger ware hiebey Ihr Glauben feſt/ Ihre Gedult be⸗ ſtaͤndig/ und die in Ihre Theure Seele von dem Geiſt Ihres Heylandes ge⸗ ſenckete Hoffnung ohnverwelcklich und ohnunterbrochen: Jener/ da er den Mutium Scævolam, den beruͤhmten Roͤmer General mit ſeiner in heiſſeſter E von ihnre felbften verbrañten Rechten Hand erblickete/ durffte wohl ſagen: Agere& Pati Fortia, Romanum Eft: Groß Thun und Leyden war zu aller Zeit Allein der Roͤmer Tapfferkeit! Ein ſolches aber mag von den bloſſen Natur⸗Kraͤfften eines unwider⸗ gebohrnen Menſchen wohl nimmermehr geſaget werden/ und ſind auch hier⸗ innen die Heyden gantz eitel in ihrem Thun: Es muß zuvor der Gute Baum geſetzet ſeyn: wenn Gutte Fruͤchte folgen ſollen: Wie Sie demnach hie⸗ bey nur eine verdamliche Ambition zum Grunde gehabt/ als hatten Sie bey allem Schein auſſer Chriſto/ nichts denn Vitia ð lendida, und deſtomehrere Greuel an Sich: Wir kehren es alſo mit allem Recht umb/ und da Wir die Seelige Seele in ſo tapfferer Gedult/ bey alle Dero von auſſen und innen er⸗ littenen Truͤbſaalen uns anjetzo vor Augen ſtellen/ erwaͤgen Wir hingegen die Krafft Chriſti/ die Er in den Seinigen beweiſet/ und ſprechen: R à Agere Pfalm. 126, ș. Matth. 12,33, 40 Die bekroͤnte Glaubens⸗Treue Agere& Pati Fortia, Chriſtianum Eft: Tapffer Thun und Tapffer Leyden Iſt nur&hriſten zubeſcheiden! T Auß diſem Grund ſpricht ein Tapfferer Paulus: Wir beweiſen uns SEDES als die Diener GOttes/ In groſſer Gedult/ in Truͤbſaalen ꝛc. und aber⸗ Pulea mahl: Ich kan nidrig ſeyn/ und kan hoch ſeyn ꝛc. Alſo auch ferner: Wir a,Gor.4,.8. haben unſeren Schatz in Irꝛdiſchen Gefaͤſſen/ auff daß die uberſchwenn⸗ 9. 10. liche Brafft ſeye GOttes ꝛc. und widerumb; Biß auf diſe Stunde leiden ee 1 wir Sunger und Durft ꝛc. So trotzt Er auch endlich gegen alle Leyden/ Rom,8,35.36 UND fágt? Wer will uns feheiðen vòn der Liebe GOttes/ Trubſaal oder 87-3339 Angſt ꝛc. Solcher geſtalt nehmen Kinder Gottes ihres Beruffes wahr/ und bedenden e8/ wozu Sie von dem HEren gefepet find/ bleiben alfo ge- troſt unter allen Anlaͤuffen/ und tapffer in allen auff Sie zuſtoſſenden Leyden: Und diß iſt es/ mas Wir auch hier an der Gottſeligen in dem HErꝛen ruhen⸗ den Frauen bemercken; denn Sie bezeugte Sich alſo/ daf Sie/ auch bey den ſchmertzlichſten Anlaͤuffen/ Ihres Schoͤpffers in dem Glauben an JEſum Ih⸗ ren Heyland/ Sich getroͤſtet/ und Ihne vor Ihr Theil und Heyl gehalten; Sie wuſte/ daß es der HErꝛ dennoch endlich wohl mit Ihro machen/ und Sie nicht uͤber Vermoͤgen verſuchen wuͤrde: In ſolcher Glaubens⸗Feſtigkeit truge die Theure Seele das innigſte Verlangen nach dem Genuß des Heil. Abendmahls/ damit Sie n Demſelben des Heil. Leibes und Blutes IEſu Ihres Erloͤſers/ und hiemit mehrerer Krafft und Staͤrcke von oben/ u dem annoch bevorſtehenden Kampff/ und einer ſeeligen Uberwindung/ theilhafftig werden moͤchte/ deſſen Sie auch der HErꝛ nach Seiner Gnade zu Dero grof- ſeſten Erguickung/ gewaͤhret þat: Inzwiſchen nahme Dero Kranckheit/ die ſich bereits zu Anfang diſes Jahres mehr als ſonſt jemahls mit den heff⸗ tigſt⸗ und aller⸗empfindlichſten Schmertzen geaͤuſſert/ je laͤnger je mehr uͤber⸗ hand/ alſo daß Sie auch bald nicht die geringſte Ruhe mehr davor haben/ und bey Nacht kaum mehr ſchlaffen koñte: Es hatte zwar Dero Hertz⸗Ge⸗ liebteſter Herꝛ Gemahl mit Zurath⸗ziehung des Heren Medici, und Herbey⸗ ſchaffung der kraͤfftigſten Artzney⸗Mittel/ alle erſinnliche Liebes⸗Vorſorge angewendet/ und es nirgend fehlen laſſen/ auch Selbſten bey aller Pflege und Wartung Deroſelben nimmer von der Seite kommen wollen/ allein wolte alles/ nach dein unerforſchlichen Rath und Willen Gottes/ nicht das geringſte| anſchlagen/ und wurde die Gottſelige Dame von den hefftigſt⸗erlittenen und taͤglich uͤberhand nehmenden Stein⸗ſchmertzen/ bey gaͤntzlich verlohrenem Appetit/ und groſſer Schwachheit endlich ſo zugerichtẽt/ daß Sie einem zer⸗ riſſenen und uͤbel⸗zugerichteten Marter⸗Bilde bald aͤhnlicher als aber einem Menſchen geweſen: Als ich die Seelige Frau einsmahls in ſo gar erbaͤrmlichem und Mittleidens⸗wuͤrdigem Zuſtande gefunden/ dabey aber Ihren ſtets an⸗ haltenden Glaubens⸗Kampf in aller Stille/ Gedult und Gelaſſenhett/ und alfo die Maͤchtigſte Krafft Ihres Getreueſten Erloͤſers in Ihrer Theuren Seele aenant erinnerte mid) der Worte/ welche jener Feld⸗Obriſte ũber eine in dem Streitt üͤbel zerriſſene/ ihme prælentirte/ Fahne ſetzen laſſen: Solche waren Gratum, Dum Lacerum: Da Ich ſo viel gelittenl/ Hab Ich nur Groöß re Huld erſtritten! Es ØEN EA az© O RITE — der Kinder EOttes. 41 Es konnte nemlich die außgemergelte und von ſo vilem Leyden faſt s uͤberall außgezehrete Leibes⸗Huͤtte/ die in Selber annoch wohnende Theure Seele vor Ihrem Schoͤpffer nimmermehr verſtellen/ vilmehr gefiele Sie in diſer Geſtalt Deme/ Der Sie angenom̃en hatte/ und/ da diſes ein Zeugniß 2. rimot.2,4. Ihrer Standhafften Treue/ und derin Ihrem Kampff erwiſenen apffer⸗ keit ware/ alſo wurde Sie in diſem ſonſt ſehr elende⸗ ſcheinenden Zuſtand vor ns Defien Augen nur umb fo angenehmer/ und erſtritte dißfalls beh Ihrem JEſu er⸗ unter deſſen Blut⸗Fahne und Panier eine umb ſo groͤſſere Liebes⸗Huld/ gleich 5 wie wir an Jacob/ dem tapfferen Glaubens⸗Helden ſehen/ welcher/ nach dem Inz Ihm uͤber dem Ringen mit GOTT/ dag Gelenck Seiner Huͤffte verrencket vet wurde/ daß Er auch hincken muſte/ von dem HErren den Seegen/ und den en/ Namen Iſrael/ der nemlich mit Gott Selbſten gekaͤmpffet un d obgelegen/ er⸗ der halten hatte: In ſolcher Potitur nun und einmahl ergriffenem Glauben jt/ faſſete die Theure Seele A je laͤnger je mehr/ harꝛete au und fand immer ge⸗ einen Sieg wider die fo vile chmertzliche Anlaͤuffe/ auch in Ihrer Gedult und en: Liebe zu GOtt zu zeiten wohl ein und andere Linderung in den erltttenen Lei⸗ 7 bes⸗Schmertzen: Es wolte hiebey die Seelig in GOtt ruhende Frau es ver⸗ en ſuchen/ ob nicht etwa die Lu t⸗Enderung Ihro was dienlich ſeyn moͤchte/ Ih⸗ deßwegen Sie auch gantz ernſt lich Ihre Gedancken herunder auff das Lande enz erichtet/ kame auch durch GStkes Gnade vor 3. Wochen gluͤcklich zu md Barnlach an: Es gefiele aber dem Getreuen GOtt Dieſelbe nicht ſo wohl keit Ihres Wunſches und Verlangens/ welches Sie immer nach dem Lande ge⸗ eil. Habt/ hiemit zu gewaͤhren/ als vielmehr Ihr das Langwierige Creutzes⸗ Efu Joch Seeliglich abzunehmen/ darumb Er auch die Seelige Seele mit den füf- dem ſeſten Einfluͤſſen Seiner Gnade/ bey beſtaͤndiger Gedult und ſtiller Ruhe in ftig Ihme/ je mehrers erquicket/ je naͤher Er Sie zů Sich gezogen: Man kondte roͤf· ¶ hier ſehen/ wie Ihr Glaube/ in fortwehrenden Kamp bey herannahendem die voͤlligen ao nur deſto mehr zugenommen/ und/ ohneracht die Seelige Dame eff-einige Tage ang bey geſchloſſenem Munde kein Wort mehr zuſprechen ver⸗ ber⸗ mocht/ bereits 1 Krait beygewohnter Hoffnung/ in Seine Verherꝛlichung en/ einzutretten/ das iſt/ in das Weite Schauens⸗Meer der Seeligen Ewigkeit Ge⸗ einzudringen angefangen/ gleich einem Strohm/ welcher/ da Er Seinen dey⸗CLauff nun bald vollenden/ und Seiner Ruhe zuͤeilen/ das iſt/ in das Weite orge Meer hinein Sich ergieſſen will/ ſich nur deſto mehr mit Seinenraͤfften auß⸗ 7 breitet und vergroͤſſert: Es mag bier peifen;= DITE 0 uo| Major, Quò Termino Propior: nn f Go breitet Sid mẽin Strohm in Glaub und Hoffe nem| o mmg pin/ NE E m| Se náher SS den Stolben Civigfeiten bin) und Erndlich ruckte dann die Stunde der voͤlligen Uberwindung in einer Sees uren ligen Auffloͤfung heran/ denn es geſchahe naͤchſt⸗verwichenen Montag/ A⸗ riſte bends umb halb 9. Uhr/ Daf die Wohl ⸗Seelige Frau unter dem Gebeft und ſſen: Seufftzen Dero Herꝛ Gemahls/ Herꝛ Sohns/ und uͤbrigen Hoch⸗Adelichen Umbſtandes und Anverwandten/ in Ihrem Erloͤſer JESu gantz ſanfftund ſtille eingeſchlaffen/ hiemit Spre zeitliche Wallfahrt 7 auff welcher Sie 62. gopr, 7. Monat/ 12. Tage zugebracht/ Seeliglich geendet diß ware das nde Difer Gerechten/ der Sch uß Ihres Kampffs/ und die Vollendun Ihres Seelig⸗geführten Lauffs! Wir moͤchten uns hier einer Ihren Lau vollendenden Sonne erinneren/ und ſagengn €s f Occi- g2 Die bekrönte Glaubens⸗Treue ri g Der Guüldne Glantz verblicht p tA Nachdem Sie von uns weicht! Wenn nemlich die Seelig⸗in dem HErren Ruhende Seele unſeren Au⸗ gen nunmehr entriſſen/ alſo ſolte es ſcheinen/ Ihr Tugend⸗Glantz haͤtte Sich gleichfalls vor uns verborgen; und gewiß mag Dero Tugend⸗ Ruhm Sich unſerem Gemüth kuͤnfftig hin nimmermehr ſo lebendig darſtellen/ als da Wir Sie noch unter uns wandelnd geſehen/ und Dero Froͤmmigkeit/ durch die brennende Stralen Ihres Glantzes demeſelben einpraͤgen moͤgen: Doch/ wie. die von den heiſſen Sonnen⸗ Strahlen den Tag uͤber in die Erde gedrun⸗ sene Waͤrme auch beh finſterer Nacht ihre Krafft niht verlieren mag/ alſo lle/ ob Sie Sich gleich vor uns verborgen dennoch Ihr Liecht/ das Sie unter uns in dem Glauben leuchten laſſen/ in unſerem Gedaͤchtniß nimmer⸗ mehr verloͤſchen/ vielmehr aber allezeit in dem Seegen bleiben: Der Gewiſ⸗ ſeſte Troſt aber/ mit dem Wir uns hierüber aufrichten/ iſt diſer⸗ daß/ wie Wir die Sonne niemahls ⸗ als in der Erfreulichen Hoffnung ihres ſo gleich wider hervorbrechenden Auffgangs untergehen ſehen/ wir auch alſo mit freudigem M th. alhier ſprechen duͤrffnn: Si geht nach heut⸗ beſchloſſnem Lauff FJIu vollem Glantz doch morgen wider auff! X Dier Freudige Morgen Jener Ewigkeit wird es ſeyn/ da die Wohl⸗ Seelige Frau/ nachdeme Sie Sich vor uns uͤber ein kleines verborgen, wi⸗ ortretten /. d Sich unſeren Augen darſtellen wird: Ihre et zwar bereits in der Hand Gottes von allem Kampff und Arbeit/ Sie lebet in dem Paradiß Ihrer Herꝛlichkeit/ unter den ſuͤſſe⸗ ſten Troͤſtungen Ihres Braͤutigams JESUL dody muf Der Leib indeſſen widerumb/ wie Er ehemals ware/ zu Staube werden und biß an den Tag der herꝛlichen Erſcheinung JEſu in Seine Verweſung und Nichts/ wie Er vor geweſen/ eingehen; Alleine getroſtidie nunmehro vor Dem HErꝛren jauchtzende Seele wird/ nach dem Wort Ihves Schöoͤpffers ⸗ Sich widerum vereinigen mit dem vor uns Ligenden erblaſſet⸗ und erſtarreten Leichnam: Alsdann wird Unſere Bope Grau widerumb hervortretten/ nicht in einemunvoll⸗ kom̃enen Liecht/ ſondern dem zenigen Glantz/ womit Sie der HErꝛ ſelbſten verherꝛlichen wird! Sie wird hervortretten in Ihrer Aufferſtehung/ gleich einer Aufgehenden Sonne; Servortretten Durch die Krafft JEſu/ und Seiner Alles Neu⸗machenden Stimme Hervortretten/ nicht in einem verweßlichen/ nichtigen/ ſondern unverweßlichen⸗ und Solchem Leibe/ der in Seiner Verklaͤrung aͤhnlich ſeyn wird dem verklaͤrten Leibe JEſu Ihres Heylandes; Zervortretten/ zu der Rechten Deſſen/ an Den Sie Sich hier in dem Glauben gehalten; Servortretten/ mit viel 1000. Heiligen? den HErꝛen mit Ihnen zu ruͤhmen/ und bey Demſelben zu ſeyn von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit Mit diſen Worten troͤſtet Euch untereinander ſte 1 troͤſte wa a a aa a a a r a a e A A È CA èa AA Aa ga. Ad A D ya DA n der Kindercz Ottes. 43 troͤſte Sich Der Foch⸗Wohl⸗Gebohrne Ferꝛ Wittiber/ in Erhebung des Geiſtes auß dem Staube der Betruͤbniß/ die Wege des HErren ſeeliglich zu erkennen/ und Dero Seeligſt⸗von uns hingegangenen Frau Ehe⸗Gemah⸗ lin durch Glauben und Hoffnung in jene Ewigkeit nachzuſchauen! Es troͤ⸗ ften Sich Die Hoch⸗Wohl⸗Gebohrene/ gerren Söhne/ Frau Tochter/ und gerꝛ Eydam/ Ihre Seelen in Gedult zufaſſen/ und in Seeliger Erwaͤ⸗ gung Jener/ von der Wohl⸗Seeligen Frauen nun erlangter Herꝛlichkeit/ den Rath des HErren auch hierinnen an Sich zu preiſſen! Es troͤſten ſich Geſambte Zoch⸗Adeliche Verwandten und Angehoͤrige/ Sich dem HEr⸗ ren hiebey in ſtiller Gelaſſenheit darzuſtellen/ ſonderlich aber Aller ſeyts da⸗ bin Sich je länger je mehr zu beſtreben/ wie Sie in Glauben/ Hoffnung und Gottſeeligem Wandel auch Selbſten dem vorgeſteckten Ziel und kleine Nach⸗ jagen/ Ihren Lauff vollenden/ die Crone des Lebens erkaͤmpffen/ und der⸗ mahlen eines bey froͤlicher Wider⸗Anſchauung Unſerer Seligſt⸗Vorange⸗ gangenen Frauen Mit Ihro vor dem Thron des Lammes/ dem HErꝛen Preyß/ Ruhm und Ehre bringen moͤgen von Ewigkeit Zu Ewigkeit! Auch Ihr Alle/ die Ihr bey diſer Trauer⸗Ver ſam̃lung auß Liebe/ und billichſter/ auch underthaͤniger Pflicht und Sochachtung vor die Wohl⸗ Seelige Frau/ Deroſelben das Geleit zu Ihrem Ruhe⸗Bettlein geben wollen und ſollen/ troͤſtet Euch mit diſen Worten unter einander/ denn diſer Leib/ den Ihr hier/ wie Er jetzt geſaͤet/ und in die Erde geſencket wird/ in Seiner Verweßlichkeit anſchauet/ wird aufferſtehen unverweßlich/ in gerꝛlich⸗ keit/ in Krafft/ in Geiſtlicher Blarheit und uͤberall verherꝛlichet durch die lebendige Macht JEſu/ und Seines Geiſtes/ Der Ihne zuvor bewohnet! Diß iſt der Weg/ und die Thuͤr zu Jenem Leben/ der Durchgang zu Jener Herꝛlichkeit/ welche uns verheiſſen iſt/ Worauff Ihr auch wartet/ und Selbe zu ererben hoffet: H, oi e wet Nur dak Shr den Geift erhebt// -Hon den Lüften difer Erden/ Und Euch Dem ſchon jtzt ergebt/ Deam Ihr beygefuͤgt wollt werden? Schickt das Hertze da hinein/ Wo Ihr Ewig wuͤnſcht zu fen? INA a g e e 2 NA NA 2 ðs X eta N A NANA Jana: D aa t ch Ç à Letzlich ſtellen Wir die Wohl⸗Seelige Frau Uns annoch vor unter den=» BBilde Liner Glaͤubigen Seele/ welche uͤber den mit Chriſti Blut beſprengten Rothen⸗Treutzes⸗Berg/ unter deſſen Blut⸗Panier/ Himmel angeſtiegen/ die Crone des Ewigen Lebens ergriffen /und bey den Serligen Schauen in dem Eck⸗Steine Chriſto JESlü die Wahre Ruhe nunmehro gefunden! hen, S S iſ/ Mein YEfu/nunvie Erone anh ertiga F GSie ich zuvor von fern nur habe angeſchaut:: Was unbeſtaͤndig iſt laß ich dahinten liegen/ HOb gleich die blinde Welt ihr Gluͤck auff ſelbes baut: oſltete es Muͤh/ viel Arbeit/ Kampff und Ringen// Der Berg/ den ich erſtieg/ hat manchen Schweiß erpreſt/ Doch kan Ich/ ZESli/ Dir amjetzt mein DanckLied ſingen/ Nachdem mich Deine Treu von Aller Angſt erloſt: u Du zeigteſt mir die Cron/ die Du mir Selbſt erworben Von Deines Thrones Pracht mir Deiner Sieges Hand| Hier hate Ich erſt die Lieb/ in welcher Du geſtorben/ Und deine Treu fuͤr Mich im Glauben recht erkañtl Ich ſtieg denn Himmel any md OU gabſt Selbſt die Staͤrcke/ Dein Purpur hal Mein n Berg mit Suͤſſer Krafftbethaut/ Hier anckerte Mein Sinn ohn all Mein⸗Eigen Wercke; Hier hat Mein Glaube Di Sein Centrum! angeſchaut: Deingreukamd Blut-Panier/wos JR Kich verpflicbret| Bey Meiner Tauff⸗Geburt/ zog Dir Mich immer nach/ Mein Nyl frieg iu Dit auff, So turd ver Kampf verrichtet Und Seelliglich vollendt/ nach vilem Weh und Ach: Eo fe Mein JESU! Dir im Siege Lob gefungen Da Zh die Erone nun des Lebens hab erkaͤmpfft/ Und nach dem Kampff zuletzt Mir Alles wohl gelungen/ Und Selbſt/ Mein Heland! DU vie Feinde haft gedaͤmpfft Ich bin aus Glauben nun ins Schauen Selbſt getretten ⸗ < Du haft Deit Wott ån Miry Mein Goel! wahr gemag D SWO APAE I C 45è) Es kan kein Feind noch Todt Mich alſo furter tödten Ob gleich Sie uͤber Mir eh mahls hier ſtets gewacht: Mein Felß i Nich feſt auff Sich er⸗ aae e O E Auff Wn Waurkür⸗Beke hab Ich die Ruh er⸗ langt/ A Wer auff diß Eronen⸗Egk mit MirimGlauben ſchauet/ Iſt Seelig/ und mit Mir in Lebens⸗Vronen prangt. JEP. Po asila khh Ta HEE ee e E Ee eE e toit hs PEPPY nd Der Finder Bottes betrachtet W Auß den Worten des Leichen⸗Textes Apocal. II, 1o0. P €— Wn Smyrna wurde zwwar die Crone aufgeſtecket/ Akosl 5 F R ES Die Crone/ welche von des Him̃els Klarheit ſtralt/ | CS) Doch ward ein Todten⸗Bild in greßlicher Geftalt Aroc- 1o: Vor diſer Trone Pracht zugleich mit auffgedecket | Hier wieß des Geiſtes Sinn der Feinde Grim̃ und Wuͤten/ Und wie der Grimme Drach des Treuen JESU Brane Durch Abgeſchiedenheit im Glauben Ihm vertraut Fort in die Wuͤſten ſtieß die Kirche zu zerruͤtten. oi T Apo, x36 Schwerdt/ Bloͤſſe/ Spott und Schmach/ Verſtoſſung/ Wuͤſteneyen/ Feur/ Waſſer/ Band und Strick/ und der Tyrannen Wuth/ Der Myrrhen Bitterkeit/ der Theuren Maͤrtyrer Blut Nußt diſes Smyrna ſtets in ſtrengem Kampff einweyhen. Doch blieb des Glaubens Hand ſtandhafftig außgerecket Nach diſer CRONME Zier von JESll Liebeshand Den Streitern vorgezeigt; Das Him̃liſch Vatterland Und deſſen Treue Lieb hat Blut und a erwecket. eiſt war Freuden voll /Er gab Sich willig dar/ Uind eilt Sein m Centro zu woher Er kommen war/ rompa Der Todt riß Sie nur loß von Ihren Llibes⸗Buͤrden. Wer nun der Chriften Stand und Adel will erlangen/ Der richt des Geiſtes Aug nach diſem Smyrna hin Wo Unß'rer Ahnen Muth und tapff ter Helden⸗Sinn Im Blut⸗ beſpritzten Feld mit tauſend CRDONen prangen. Kein Adel/ Hicht das Blut der Elteren dorfft Sie adlen aaxvms-Die hope Auß⸗Geburth aus GoOttes Uhr⸗ Geſchlecht Im Leben außgedruckt bracht Gottes Kindſchaffts⸗Recht/ Und diſen Adel kan der Gelbe Neid nicht tadlen. setve: Zr Glaube war det Schild/ Ihr Helm der Hoffnung Sie giengen im Triumph wann Sie gemartert wurden/ Ihr PEPEE uͤthe/ um Ghriſti Creutzes⸗Fahn Ihr hlutiges Panier/ Ijbt Wappen JecSu Bild in Veiſſer Unſchuldo⸗Zier Durch Reine Liebes⸗Krafft gepraͤget ns Gemuͤthe. poh. VIII36. Wer diſen Adel fuͤhrt/ der iſt recht Frey zu nennen/ Und traͤgt des Geiſtes Schwerdt zu lauter Sieges/Krafft/ Der Fuͤrſt der Finſterniß muß dife Ritterſchafft Mit ſeiner Braut der Welt/ ſelbs fuͤhlen und erkennen. Wo And re aber ſich mit Laſter⸗Kot Wer ſich in Lüͤſten waͤltzt/ und doch Der hat den Adel nicht nach Gottes Bild erlangt/ yonvans4 Er bleibt ein Armer Menſch und Dienſt⸗Sclav der Affecten. So ſelten nun geſchicht ⸗ daß reine Tugend⸗Frone Sich mit dem Stande paart/ ſo Hochgeſchaͤtzt uns bleibt Hoch⸗Stelige! Eur Bild den Sternen einverleibt/