In 12 8 8 2 E — 8 2 2 3 2 80 1* 8 — 8 2 8 2 2 8 Karoline Luise von Baden als Kunstsammalerin 7 Von Gerda Kircher Schilderungen und Dokumente zur Geschichte der Badischen Kunsthalle in Karlsruhe Druck und Verlag C. F. Müller, Karlsruhe i. B. 1933 Prinzessin Margerita, Alice, Thyra, Marie-Louise, Viktoria, Scholastika, Tochter Seiner Königlichen Hoheit des Markgrafen Berthold Friedrich von Baden zu eigen. REErr... Inhaält. I. Der Fürstin Leben und Werk. 1. Das Lebensbild. HSEHiaftündüsendzeel 1 Dis aiied don Badl 2 Der plötzliche Tod in Paris.... FESieeitünd danhhf 45 0 Verlisssenschaft 8 2. Die Kunstfreundin. Eunstlerisehe EinsteeihnHsgss... 1I Das Malereikabinett 12 Karolinens Sammlung im 412 15 Eisene Eunstübhungg. 19 uüszeihnünggggg 7 3. Briefe und Reisen. Karolinens Kunstübung im Briefwechsel Golls.. 23 Sfüudlief 5 II. Die Sammlerin und ihre Berater. I. Die Pariser Erwerbungen. ieeeeffl GSors Wilhelin Elsisehhannn 39 0 Johann Heinrich Eberts 13 Briefe von Karoline Luise und Eberts 149 Pariser zeitgenössische Künstler im Urteil von Eberts 32 2. Der holländische Kunstmarkt. DisBieenl nJ 657 Johann Goll von 8 222ĩĩ²ͤ 550 SSttliedHeinien ˖. f Der Maler Dubourg„652 Spediteure und Bollandtsene Kunstler 653 3. Deutschland und die übrigen Länder.(Schweiz, Italien, England.) Die Persönlichkeiten der deutschen und schweizerischen Korrespondenz: Rat Reiffenstein Strasbürs eress,,, 6386 RAE ERrenreieh FfffütN,, Die Schweizer: Shristian on Mechel, Basll! 82 BisN FEFCCC84 Rat Herbster, E. I Chr. F. 105 B5l 87 V Werden und Wachsen der Sammlung: III. Die Dokumente der Bilderkäufe. I. Die Pariser Erwerbungen. 2. Die holländischen Erwerbungen 8 3. Käufe aus Deutschland, Schweiz, Italien, 4. Angebote Die Kurpfälzer: Collini, von Eberstein, De Vigneux, Krahe, Kobell, Verschaffelt, Pigage u. a. Die Badener: Authenriet, Hauwiller, Kissling, Melling, Nicodemo 88 95 105 144 158 169 IV. Das Karolinische Malereikabinett in der Badischen Kunsthalle in Karlsruhe. I. Bestand und Schicksal des Kabinetts 2. Das Mellingsche Inventar von 1784 3. Das Verzeichnis aus dem Christiane- Luise- Nachlaß(Werke aus Privatbesitz Karoline Luisens). 4. Alphabetisches Verzeichnis aller erwiesenen im Vergleich mit den Katalogen der Badischen Kunsthalle und dem Inventar Mellings. E V. Anmerkungen. Buchangaben Münzsorten und ihre Werte 8 Die benutzten Korrespondenzbände Bildnisse Karolinens Register Erwerbungen nur 854 Melling Aus dem Catalog von 1929 Werke 7. Schlußbemerkung Verzeichnis der N 179 182 187 194 210 213 215 217 219 219 220 225 Vorwort. In der schweren Notzeit der friderizianischen Kriege, die die europãischen Großzmächte im Banne hielt, hat Karoline Luise von Baden ihre Kleine Privat- sammlung gegründet. Das Glück war ihr hold, gute Berater standen ihr zur Seite, die mit wertvollen Werken, die heute internationalen Ruf haben, ihr kleines Malereikabinett ausstatteten und damit den Grund zur Badischen Kunsthalle in Karlsruhe legten. Eine berühmte Epoche des europàischen Kunstmarktes, die Zeit von 1759 bis 1780, entsteigt in fast lückenloser Vollständigkeit der Korrespondenz einer Badischen Markgräfin, die das Großherzoglich Badische Haus- und Familien- archiv als seltenes und wertvolles Kulturdokument bewahrt. Wir blicken hinein in den beneidenswerten privaten Kunstbesitz, den damals Paris und Holland, aber auch die angrenzenden deutschen Rheinlande ihr eigen nannten, und der später unseren öffentlichen Museen zugute kam. So fanden wir die Arbeit über die Kunstpflege einer badischen Fürstin des 18. Jahrhunderts wert, einer breiteren Offentlichkeit übergeben zu werden. Denn so groß die Not der Zeit auch sein mag, wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, daß das Feuer niemals erlösche, das in den Herzen der Kunst- freunde so leidenschaftlich brennt. Wir bekennen uns zu dem Glauben Jakob Burckhardts, daß die Kon- tinuität des menschlichen Geistes, die durch die Kunstpflege in so hohem Maßze gefördert wird,„ein wesentliches Interesse unseres Menschendaseins und ein metaphysischer Beweis für die Bedeutung seiner Dauer ist“. Die vorliegende Veröffentlichung, deren Bearbeitung schon 1925 begonnen, beruht auf einer lückenlosen Bearbeitung der künstlerischen Korrespondenz der Fürstin. Sie ist eine Fortführung der Studien, die Geheimer Rat Dr. Karl Obser schon seit längerer Zeit veröffentlicht hat, und die den Beziehungen der Fürstin zu Boucher, Voltaire und Dupont de Nemours gewidmet waren. Wir fühlen uns deswegen in erster Linie verpflichtet, Herrn Geheimem Rat Obser, Karlsruhe, den wärmsten Dank auszusprechen für die Hilfe, mit der er in uneigennũtzigster Weise die Arbeit gefördert hat. An gleicher Stelle erweise ich meine Erkenntlichkeit für diejenigen Stellen und Persönlichkeiten des In- und Auslandes, die zu Auskünften bereit waren. Zu nennen wären hier an erster Stelle der Direktor des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe, Herr Professor Dr. Hans Rott, der Direktor des Kurpfälzischen Museums der Stadt Heidelberg, Herr Geheimer Hofrat Dr. Karl Lohmeyer, sowie die Herren VII Geheimer Rat Professor Dr. Carl Neumann, Heidelberg, Professor Georg Biermann, Berlin, Kuno Graf von Hardenberg, Darmstadt, Dr. Klaus Graf von Baudissin, Stuttgart, der mir in liebenswürdiger Weise das anfänglich von ihm selbst bearbeitete Material überließß. Die Drucklegung förderten Herr Universitätsprofessor W. Andreas, Heidelberg, Herr Direktor Professor Hans Adolf Bühler, Karlsruhe, und Frau Abgeordnete Katharina Hertwig, Halle. Zur Herausgabe des Buches, um die ich mich seit Jahren bemühte, bin ich au besonderem Dank verpflichtet Ihrer Königlichen Hoheit Frau Groß- herzogin Hilda von Baden, Seiner Königlichen Hoheit Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, Seiner Königlichen Hoheit Markgraf Berthold Friedrich von Baden, dem Badischen Ministerium für Kultus und Unterricht und der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft in Berlin, die namhafte Druckzuschüsse gewährten. In der geistreichen Markgräfin Karoline Luise von Baden ersteht uns eine erlesene, vorbildliche Persönlichkeit deutschen Sammlertums, zugleich eine Fürstin, die ihrer Zeit Führerin war auf kulturellem Gebiete, die als Hüterin und Förderin geistiger Güter auch uns heute noch Vorbild sein kann. Herbst 1933. Dr. Gerda Kircher, Karlsruhe. IJ. Leben und Werk. „LEurope parle bien plus de vous,; votre goũt, vos lumières, les charmes de votre esprit et ld protection Eclairẽe que vous accordes avec tant d'eclat aux sciences et arts vous conduisent d Vimmortalitéè et font chèrir votre regne. Vous aqve⁊ toutes ces choses de commun abeCe Mr. le Margrave. Vous imite-t-il, ou Vimiteæ-uouͥs?“ Collini an Karoline Luise von Baden. Mannheim, den 4. Oktober 1765. Johann Reinhart von Hanau-Lichtenberg, der Großvater Karoline Luisens. Das Lebensbild. Herkunft und Jugendgeit. Die Markgräfin Karoline Luise von Baden, Prinzessin von Hessen- Darm- stadt, Freundin und Schwägerin ihrer Namensschwester, der„Großen Land- gräfin“ von Hessen, wurde am 11. Juli 1723 in Darmstadt geboren. Ihr Vater war der jagd- und baufreudige Landgraf Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt, ihre Mutter Charlotte Christine, die sie schon als drei- jähriges Kind verlor, war die Erbtochter des Grafen Johann Reinhart von Hanau-Lichtenberg und dessen Gemahlin Dorothea Friederike von Ansbach- Bayreuth. Der frühe Tod der Mutter(1726) setzte die Gräflich Hanauischen Groß- eltern, die mit großer Zärtlichkeit an ihrer einzigen Tochter hingen, bei den Verwaisten Enkeln an die Mutterstelle ein. So wurde die freundliche Hanauer Residenzstadt Buchsweiler das Kindheitsparadies der Kleinen hessisch-darm- städtischen Prinzessin, die bis zu ihrem sechsten Lebensjahr meist im groß- elterlichen Hause aufwuchs. Die Liebe und Fürsorge der Großzeltern hat aber nicht allein der Kleinen hessischen Prinzessin Kindheit verschönt, die an- sehnliche großelterliche Erbschaft setzte später die Markgräfin von Baden in die Lage, sich so erfolgreich der Pflege von Kunst und Wissenschaft zu widmen. Es ist bekannt, daßß Karolinens Gemäldeerwerbungen aus der Privat- schatulle der Fürstin bestritten wurden und aus den reichen Einkünften ihrer Hanauer Erbschaft. Karoline Luise erhielt aus ihr die Herrschaft Kutzen- hausen im Unterelsaß, die 1803 an Frankreich fiel und gegen die Besitzungen am Bodensee, Salem und Petershausen, ausgetauscht wurde. Karoline Luise hatte vier Geschwister: Ludwig, Erbprinz von Hessen Darmstadt, später Gemahl der„Großen Landgräfin“ und Vater von Karolinens Schwiegertochter, der Markgräfin Amalie, Georg Wilhelm und Johann Friedrich Karl, sowie eine einzige, jung verstorbene Schwester, Luise Auguste Magdalene. Wie aus ihren Briefen hervorgeht, verband Zeit ihres Lebens eine zärtliche Liebe die Markgräfin mit ihren Geschwistern und ihrem Vater. Das an Freud und Leid ereignisreichste Jahr im Jugendleben der Fürstin sollte das Jahr 1743 werden. Damals tauchte der Plan auf, die wohlerzogene und Kluge hessische Prinzessin dem englischen Thronfolger zu verloben. Wir 1 1 sind von diesen Ereignissen, die nach glänzendem Anfang plötzlich wieder im Sande verliefen, aus den Briefen des Darmstädter Familienarchivs unterrichtet. Daran anschliefßzend spielten Verhandlungen mit dem Hofe von Schwarzburg- Rudolstadt, um die Verlobung der Prinzessin mit dem dortigen Erbprinzen einzuleiten. Karoline Luise schrieb aber ihrem Vater, bedrückt über die Kleinlich ge- führten Verhandlungen, daß sie die Abneigung gegen diese Verbindung nicht überwinden könne:„C'est un abime de chagrin, qui se présente à ma vue.“ Der Landgraf gab ihrem Drängen nach, da er sich zum Gesetz gemacht hatte, keines seiner Kinder zu einer Heirat zu zwingen. Karoline Luise als Markgräfin von Baden. Es verstrichen acht Jahre, bis Karoline Luise, achtundzwanzigjährig, dem um fünf Jahre jüngeren Markgrafen von Baden die Hand zum ehelichen Bunde reichte. 1748 hatte Karoline Luise den Markgrafen kennengelernt, seine liebenswürdige Art, sein gesetztes Auftreten hatten ihre Sympathie erworben. Am 28. Januar 1751, am Karlstage, wurde die Hochzeit mit Karl Friedrich von Baden-Durlach gefeiert. „Aus einer Konvenienzheirat zur Befestigung der freundschaftlichen Bande zwischen den beiden Häusern erwuchs eine auf aufrichtiger Neigung und harmonischer Wesensergänzung beruhende, glückliche Ehe, die eine Quelle des Segens wurde für das badische Land.“ Drei Prinzen,„Karl, Fritz und Louis“, wie die Mutter die Söhne nannte, gingen aus der Ehe Karl Friedrichs mit Karoline Luise hervor. Der Erb- prinz Karl Ludwig wurde am 14. Februar 1755 geboren. Er verlor sein Leben am 16. Dezember 1801 bei dem Reiseunglücksfall von Arboga in Schweden, den die 1783 dahingegangene Mutter nicht mehr erlebte. Das Gedãchtnis des Erbprinzen lebt weiter durch seine Gemahlin, die Erbprinzessin Amalie, und durch seine Töchter, die das Schicksal zu Fürstinnen von Ruß- land, Schweden, Bayern, Hessen und Braunschweig-Ols bestimmte. Prinz Karl, der einzige Sohn des Erbprinzen, der Enkel Karoline Luisens, regierte von 1811 bis 1818 als Großherzog von Baden; er ist der Gemahl von Stefanie Beauharnais. Der zweite Sohn Karolinens, Markgraf Friedrich, wurde am 29. August 1756 geboren. Er trat 1766 in holländische Dienste als Offizier der General- staaten vermählte sich 1791 mit der zwanzig Jahre jüngeren Christiane Luise, Prinzessin von Nassau-Usingen, und starb kinderlos am 28. Mai 1817. Markgraf Friedrich war der Lieblingssohn der Fürstin, der ihre Neigungen für Kunst und Wissenschaft teiſte. Er führte ein zurückgezogenes Leben, das von 2 —.— ilie seiner zarten Gesundheit bedingt war. Nach dem Tode der innigstgeliebten, verehrten Mutter widmete er sich ganz dem stillen Dienste der Nächstenliebe. Als fürstlicher Menschenfreund steht Markgraf Friedrich in der badischen Geschichte vor uns. Als dem Hüter des künstlerischen Vermächtnisses seiner Mutter, ihr durch besondere Seelenfreundschaft verbunden, schulden wir ihm warmen Dank und Interesse. Der Mutter am unähnlichsten war der jüngste Sohn, Markgraf Ludwig Wilhelm August, der am 29. Februar 1763 geboren wurde und von 1818 bis 1830 als Großherzog von Baden regierte, da Großherzog Karl keine Söhne hinterlassen hatte. Am 8. Juni 1767 gab die Markgräfin einer Kleinen Prinzessin, Luise Karoline, das Leben; freudig war diese Geburt erwartet und erhofft worden, aber die kleine Prinzessin starb am 1I. Juni; eine Tochter ihr eigen zu nennen, ward Karoline Luise nicht vergönnt. Tod. Wir empfinden es als ein eigenartiges Geschick, daß diese Fürstin, die s0 innig mit den Künsten und Wissenschaften verbunden war, auf einer Studien- und Kunstreise vom Tode ereilt wurde. Karoline Luise starb unerwartet am 8S. April 1783 in Paris, Wo sie in an- regendem Verkehr mit ihren gelehrten Freunden am Studium der Kunst Geist und Körper kräftigen und erfrischen wollte. Der plötzliche, durch einen Hirnschlag veranlaßte Tod in der Fremde traf die Angehörigen aufs härteste, am bittersten aber ihren Lieblingssohn, den Markgrafen Friedrich, der sie nach Paris begleitet hatte und in dessen Armen sie verschied. Uns erscheint heute dieser Tod in seiner eigenartigen Verkettung mit der Lieblingstätigkeit der Fürstin als ein schöner und sinnvoller Abschluß ihres Lebens. Karolinens stets zarte und schonungsbedürftige Gesundheit war schon vor einigen Jahren durch einen unglücklichen Fall von der Treppe des Karlsruher Schlosses ernstlich erschüttert und gefährdet worden; in den Folgen dieses Falles hat man auch die Ursache des plötzlichen Schlages gesehen. In den Briefen der Erbprinzessin Amalie, die bis jetzat noch unveröffentlicht im Darmstädter Familienarchiv liegen, finden wir folgende Außzerung über den Tod der Fürstin: „On a trouvè dans la tẽte de la margrave un déẽpot de matière qui lui aurait öté dans quelques mois la raison ou au moins elle serait tombée en enfance. On croit que cette matière a étẽ la suite de la chute qu'elle a faite il y a quatre ans en tombant sur la téte en descendant un escalier.“ 3 n So sehr wir für Karl Friedrich und die Seinen sowie für das badische Land den frühen Tod Karoline Luisens bedauern, es besteht Grund zu der Vermutung, daß die Vorsehung mit gütiger Hand eingegriffen, indem sie Karo- line Luise unerwartet abrief. Uber die näheren Umstände beim Tod der Markgräfin am 8. April 1783 im Hötel d'Angleterre in Paris hat uns der badische Prinzenerzieher Dom. Ring unterrichtet. Karolinens Persönlichkeit. Der geistreiche Voltaire, der zu den Freunden und Verehrern des Karlsruher Hofes zählte, hat Karlsruhe als einen Paradiesesgarten gefeiert. Dies Lob galt aber nicht allein der schönen landschaftlichen Lage der Stadt, die in ihrer anmutigen Verbundenheit von Park und Schloß, von Kunst und Natur den Geschmack des 18. Jahrhunderts besonders ansprach, wir dürfen es ruhig als aufrichtige Huldigung für die geistige Artung nehmen, die den Besucher von Karlsruhe damals so wohltuend umfing. Ein anderer Zeitgenosse hat dies Karlsruhe des 18. Jahrhunderts, das doch eben erst aus einem Kleinen Jagdschlosse zur fürstlichen Residenz heranwuchs, eines Ver- gleichs mit dem Athen des Perikleischen Zeitalters gewürdigt. Diese höfisch galanten Urteile beruhen aber, so sehr wir heute darüber lächeln mögen, nicht nur auf Dichtung, sondern auf Wahrheit. Denn veit über die Grenzen des Reiches verehrte man den Kleinen badischen Fürstenhof als eine Heimstätte der Wissenschaften und Künste, die Karl Friedrich und Karoline Luise in einer vielfach öden, rauhen, armen, aber an kriegerischen Stürmen reichen Zeit sich geschaffen hatten, und die allen geistigen Bestrebungen des Zeitalters in aufgeklärter und freisinniger Weise offenstand. So finden wir Persönlichkeiten europäischen Rufes wie Voltaire, Du Pont de Nemours, Mirabeau, Linné dem badischen Hofe in Freundschaft zugetan, s0 wurde Klopstock, Herder, Lavater, Jung-Stilling dort Aufnahme bereitet und Anerkennung gezollt. Ein gut Teil dieses Ruhmes fällt auf Karoline Luise zurück, der schon als Bauherrin des Schlosses ein entscheidender Anteil an der Gestaltung und Formgebung dieses„Asyls“ der Künste und Wissenschaften zugekommen war. Die vielseitig begabte, geistig so regsame und tätige Fürstin, die ihren Gemahl auf allen Gebieten aufs glücklichste ergänzte, kann dem Vergleich mit attischem Geiste standhalten, denn ihr Wesen war in der Tat verwurzelt in jener platonischen Idealität, die alle Dinge zum Adel des Geistigen hinauf- hebt und die gewohnt ist, das Leben schöpferisch zu gestalten. Der Biograph ihres Lieblingssohnes, Kirchenrat Ewald“, der am besten verstand, in der Fürstin Seele zu lesen, schreibt treffend über sie: 4 „Ihre Liebe zur Kunst ging bis zum Enthusiasmus und war tätig, was der Enthusiasmus selten ist.“ Dies Urteil trifft den Kern von Karolinens Wesen. Ihre Vielseitigkeit und feurige Anteilnahme hat nie zur Zersplitterung geführt, sondern in Verbindung mit Fleiß und Ausdauer, Klarem Verstand und praktischem Wirklichkeitssinn stets zu einem abgeschlossenen Werk. Mit dem gleichen Eifer und der gleichen Hingabe sammelte die Fürstin Bücher, Bilder, Medaillen, Porzellane, naturwissenschaftliche Gegenstände. Aber nicht in wildem Durcheinander, sondern ein jedes Ding zu seiner Zeit und mit der Hingabe ihrer ganzen Persönlichkeit. Zuerst, 1750—1760, die Bücher, die die gelehrte und sprachkundige Fürstin zu ihrer eigenen Aus- bildung benötigte, dann 1759—1776 die Gemälde, die die Jüngerin der Künste einweihen sollten in die Geheimnisse der großen Maler. In reiferen Jahren, wir fühlen uns hier an Goethe erinnert, steht die natur- wissenschaftliche Tätigkeit an erster Stelle, gekrönt durch die Inangriffnahme des großen Linné-Pflanzenwerkes, das leider aus wirtschaftlichen Gründen nicht vollendet wurde“. Linné hatte recht, wenn er das Bild der Markgräfin sich auserbeten hatte, „um täglich einer die Künste und Wissenschaften so tätig verehrenden Fürstin nahe zu sein“. So steht Karoline Luise als die Begründerin der Badischen Kunsthalle, die sich auf dem Grundstock ihres Malereikabinetts auf baute, der Badischen Landesbibliothek, des Karlsruher Münz- und Naturalienkabinetts, als Bau- herrin des Karlsruher Schlosses, dessen Innenausstattung nach ihrem Ge- schmack und ihren Anleitungen gemacht worden ist, im Mittelpunkt jeder Pflege des Geistigen und Künstlerischen in ihrem Heimatlande, gar nicht zu denken der regen wirtschaftlichen Förderungen und Anregungen, die von ihr und ihrem Gemahl für Baden ausgingen. Wenn wir in dieser Arbeit die Sammeltätigkeit herausheben, so wissen wir, daſß damit das Lebenswerk der Fürstin nicht abgeschlossen ist, vielmehr wird aus dem reichen Material ihres schriftlichen Nachlasses noch manche Arbeit geschöpft werden können, die das Bild ihres Schaffens und Wirkens abrundet. Eines aber dürfen wir ruhig behaupten, daſz die Kunstpflege in dem reichen Leben der Fürstin das Gebiet war, das ihrem Herzen am nächsten stand und die glücklichsten Jahre ihres Lebens ausfüllte. In frühester Jugendzeit schon verband Karoline Luise von Baden eine herzliche Freundschaft mit ihrer Schwägerin, der Gemahlin Ludwigs IX., der Landgräfin Henriette Karoline von Hessen“. Goethe und Wieland haben *Die Sterne verweisen auf ausführliche Buchangaben in den Anmerkungen. 5 der„Großen Landgräfin“ gehuldigt und uns ein begeistertes Bild dieser be- deutenden Fürstin entworfen.„Vir ingenio, femina sexu“, hatte Friedrich der Große seiner verehrten hessischen Freundin auf den Grabstein meißzeln Iassen. Wir könnten auch Karoline von Baden, in der mannigfach hessische Erb- anlagen weiterwirkten, ein ähnliches Lob spenden. Wielthistorische Entscheidungen waren dem badischen Fürstenhause im 18. Jahrhundert nicht beschieden, aber um so größer ist die kulturelle Be- deutung dieses Hofes im Rahmen deutschen Geisteslebens. Wie Karl Friedrichs aufgeklärte Persönlichkeit Friedrich dem Großen an die Seite rückt, so ersteht in der geistreichen und warmherzigen Karoline Luise das Bild einer deutschen Fürstin, die im bescheidenen Wirken ihres Schicksals durch die Geschlossenheit ihrer Persönlichkeit Anspruch auf Größe erheben darf. Die Freundin der großen Landgräfin und der Kaiserin Maria Theresia darf zu unseren bedeutendsten Frauenpersönlichkeiten gerechnet werden. In ihrer Vielseitigkeit und schöpferischen Tätigkeit überragt Karoline Luise selbst die gefeierten Frauen der Romantik, die man als Vorkämpferinnen modernen Frauentums pries. Nachruhm. Es ist erstaunlich, wie wenig Karolinens Leben und Werk im Gedächtnis der Badener haften blieben. Selbst die trefflichen Arbeiten, die Weech und Obser“ dem Andenken der Fürstin widmeten, sind in der Offentlichkeit wieder vergessen. Niemand, der heute die Badische Kunsthalle betritt, wird auf die Gründerin der Sammlung und ihre Gemälde aufmerksam gemacht. Nicht ganz von der Hand zu weisen zur Erklärung dieser Tatsache ist der Umstand, daß die Nachfolge im badischen Fürstenhause von dem einzigen Enkel Karolinens und Karl Friedrichs auf die Kinder der Reichsgräfin von Hochberg überging, die Karl Friedrich in zweiter Ehe heiratete. Dadurch trat das öffentliche Interesse an Karl Friedrichs erster Gemahlin begreif licher- weise in den Hintergrund. Der eigentliche Grund aber für das mangelnde Ver- tändnis für Karolinens Persönlichkeit liegt darin, daß man lange Zeit dem 18. Jahrhundert weniger Neigung und Interesse entgegenbrachte. Besonders in Karlsruhe beschattet heute noch die große Bedeutung des Klassizisten Weinbrenner die vorangehende beachtliche Kunst und Kultur des 18. Jahr- hunderts. Hier möchte diese Arbeit im Interesse der gesamten deutschen Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts einen neuen Weg bahnen. Auch mit dem oft wiederholten Urteil Goethes von dem„langweiligen“ Karlsruher Hofe müssen wir vorsichtig umgehen. Karoline Luise kann nur 6 richtig vom Standpunkt des 18. Jahrhunderts beurteilt werden, dem Goethe nicht mehr ganz angehörte, in dem sie aber noch völlig verwurzelt war. Dazu kommt noch, daſz die geschäftstüchtige Markgräfin von Baden das Unglück hatte, eine Papierfabrik au gründen, auf deren schlechten Produkten der Karlsruher Buchhändler Macklot Goethe-Nachdrucke in die Welt setzte (siehe Dichtung und Wahrheit im 16. und 18. Buch). Wir begreifen, daß diese unglückliche Verkettung die Vorstellungen Goethes vom Karlsruher Hof etwas ungünstig beeindruckte. Auch die Vorliebe Karoline Luisens für die französische Kunst und Kultur verringerte das Interesse an ihrem Werk. Wir werden in den Abschnitten, die der Kunstpflege der Fürstin gewidmet sind, hören, daſß es auch damit seine Bewandtnis hatte. Das aufgeklärte Zeitalter Friedrichs des Großen kannte unseren Begriff der Nationalkultur noch nicht, dafür haben aber die führenden deutschen Persönlichkeiten dieses Zeitalters in ihrem politischen und geistigen Schaffen die Grundlagen einer kommenden Nationalkultur gelegt. Wie man in den Kreisen der Zeitgenossen der Fürstin über diese Frage dachte, das beweise uns zum Schlusse unserer Ausführungen eine Kleine Anekdote und eine interessante französische Briefstelle ihrer Korrespondenz, die zugleich unser Urteil über Karoline Luisens Wirken noch einmal bekräftigt. A. Schreiber“, der Biograph Karl Friedrichs, erzählt: „Ein französischer Herzog besuchte auf seiner Reise nach Deutschland den Karlsruher Hof. Er kannte ziemlich genau die deutsche Sprache und die Schriftsteller und Künstler unserer Nation. In einem Gespräch mit der Mark- grãfin behauptete er geradezu, die Deutschen hätten keine Namen aufzuweisen, welche mit den glänzenden Namen der französischen Literatur verglichen werden könnten. Die Fürstin nahm sich mit schöner Wärme ihrer Landsleute an und forderte den Due auf, ihr die Namen von sechs Männern aufzuzeichnen, die er für unvergleichbar hielte. Der Duc nahm eine Karte und schrieb darauf: Descartes, Fontenelle, Molière, Buffon, Montesquieu, Gresset. Die Markgräfin ergriff den Bleistift und setzte gegenüber: Leibniz, Haller, Lessing, Gmelin, Grotius, Gleim. Jetzt ersuchte der Duc die Fürstin, die Aufforderung umzuwenden. Sie gab ihm folgende Namen: Kopernikus, Friedrich II., Luther, Hasse, Winckel- mann, Klopstock. Der Duec küßte die Karte und erklärte sich für überwunden. Wenn man auch dieses Bekenntnis einer geistvollen Fürstin gegenüber nur als französische Artigkeit erachtet, so ist diese Anekdote, 80 äußert sich schon Schreiber, doch in Hinsicht der Markgräfin charakteristisch.“(S. 14 fl.) 7 ‚ Ein anderer Franzose schreibt an Karoline Luise von Baden: „Car nous ne saurons nous dissimuler que vous aues des Haller, des Rabener et nous n'avons plus rien de tout cela. Les Voltaire et les Rousseaul qui nous restaient n'ont pas daigné resten parmi nous. Fotre sage nation attacliéëe autrefois d des recherches penibles entre quljourd'ſuui en partage de tous les arts agréables et d'une littérature lègère. C'est au bon goũt des cours d'Allemagne qu'est du fond daté ce retour, et cellèe de V. A. S. est ici comme poun étre le centre de la délicatesse.“ Von Willmers an Karoline Luise, ohne Datum und Ortsangabe Nobl. Bd. 9.) Karoline Luisens Verlassenschaft. Nach dem frühen, überraschenden Tode der Markgräfin in Paris fanden sich keine letztwilligen Verfügungen vor. Ihre„Intentionen“, die ihre Söhne zu ihren Erben bestimmten, waren aber bekannt. Demzufolge kam am 30. Juli 1783 ein Vergleich zwischen den Prinzen zustande, in dem sie das Erbe der Mutter untereinander teilten. Die Brüder gelobten, daß alle zur Erbschaft gehörigen Güter, darunter auch Malerei-, Naturalien- und Porzellankabinett, ewiges Fideikommiß ihres Hauses und ihrer Nachkommen bilden sollten. Der Erbprinz Karl Ludwig beanspruchte für sich und seine Regierungs- nachfolger die Nutznießung und den Besitz des Gemälde-, Naturalien- und Porzellankabinetts und der Zeichnungen, ein Drittel der Juwelen sowie eine jährliche Rente von 1000 Gulden. Alles andere fiel den beiden Brüdern Prinz Friedrich und Ludwig 2zu. Der schriftliche Nachlaß Karoline Luisens ging durch das Los auf den Prinzen Friedrich über. Wir ent- nehmen diese Bestimmung einem Berichte W. v. Edelsheims vom 2. März 1785. Diese Verfügung betraf den gesamten schriftlichen Nachlaß mit Ausnahme der Papiere, die sich auf das Vermögen der verstorbenen Fürstin bezogen und die der Registratur der gemeinsamen Vermögensverwaltung überwiesen wurden. An den Besitz der Papiere wurde keine Bedingung geknüpft außer der einen, daſß; Markgraf Friedrich, wenn seine Brüder es wünschten, Ab- schriften herzustellen habe. Wie der Loszettel besagte, wurde Prinz Ludwigs Erbanteil für die Uberlassung dieser Papiere anderweitig aufgebessert. Uber den Verbleib der Originalmanuskripte Karoline Luisens hatte Mark- graf Friedrich schon zu seinen Lebzeiten Bestimmungen getroffen. Diese sollten zum Andenken an seine Mutter aufbewahrt werden und nach seinem und seiner Gemahlin Tode dem Archiv des Hausfideikommisses übergeben werden. Wir finden diese Bestimmung im§ 8 seines Testaments vom 25. Ja- nuar 1806. Landgraf Ludwig VIII. von Hessen Darmstadt, der Vater Karoline Luisens. —.—HI Die Sammlung der Papiere Karoline Luisens von Baden Durlach umfaßt heute 154 Bände verschiedenen Formats. Diese sind, wie Geheimer Hofrat Ring gelegentlich(Handschrift der Uni- versitätsbibliothek Freiburg 486 Band II fol. 105) bemerkt, von Ring nach dem Tode der Fürstin geordnet worden und nach dem Tode des Markgrafen Friedrich in den Besitz seines Bruders Ludwig übergegangen. Nach Ludwigs Hinscheiden blieb der in Karlsruhe befindliche Teil der Sammlung im Besitz des Großherzoglichen Hauses und ging später in das Großherzogliche Familienarchiv über. Der in Schloß Langenstein befindliche Teil kam erst nach dem Tode des Grafen Karl Douglas in den Jahren f90r und 1903 an das Archiv zurück. Die Gesamtzahl der aus alten Beständen überkommenen Bände beläuft sich auf 137; 17 Bände wurden nach Ablieferung der Langensteinschen Archivalien aus zerstreuten, lose liegenden Papieren neu zusammengestellt und geordnet. Damals wurde die Korrespondenz in zwölf Abteilungen eingeteilt und unter Beibehaltung der alten Namen neu numeriert. Der vorliegenden Arbeit liegen die folgenden Abteilungen zugrunde: I. Die eigentliche Korrespondenz.(Bd. 1—5r.) V. Geographie und Reisen.(Bd. 74—77.) VIII. Bildende Künste.(Bd. 96—Too.) XI. Volks- und Landwirtschaft.(Bd. 116—135.) XII. Varia und Supplemente.(Bd. 135—154.) Es bedarf kaum der besonderen Erwähnung, daß die Korrespondenz der Markgräfin, die alle Stände, Fürstlichkeiten, Adel, Gelehrte und Kauf leute umfaßt, in ihrer Vielseitigkeit ein unschãtzbares Dokument zur Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts bildet und als eine reiche Quelle weiterer Arbeiten an- gesehen werden kann. Christiane Luisens Verlassenschaft. Bei der Durchsicht der Verlassenschaftsakten der Markgräfin Christiane Luise, der Gemahlin des Markgrafen Friedrich, ergaben sich zwei Kleine Funde, die für uns von besonderem Wert sind: Einmal bringt das Verlassenschaftsinventar eine Aufstellung des gesamten schriftlichen Nachlasses der Markgräfin Karoline Luise(Fsz. II 1829 Bd. 283 Beilage 5). Diese Aufstellung enthält noch die leider heute verschollenen Briefe der Markgräfin Karoline Luise an ihren Sohn, den Markgrafen Friedrich. Wir erwähnen dies in der Hoffnung, daß dieser wertvolle Briefwechsel sich noch einmal ausfindig machen lasse. Außerdem fand sich in denselben Akten ein Gemäldeverzeichnis von Bil- dern aus dem Besitz Karoline Luisens(Bd. 283, 8 àa IV 1829). Das Verzeichnis ist nach dem Tode Christianens von den Hofmalern Becker und K. Kuntz aufgestellt worden, es liegt in doppelter Ausfertigung vor, vom April und Mai 1829. Dieses Verzeichnis(„Beschreibung und Taxation der zur Verlassenschaft der Hochseeligen Frau Markgräfin[Christiane] gehörigen in der Großherzog- lichen Galerie dahier bisher verwahrt gewesenen Gemälde, Zeichnungen und Kupferstiche“) enthält 131 Nummern, darunter 87 Olgemälde, 14 Pastelle und Zeichnungen in Rahmen, das übrige, Kupferstiche und Handzeichnungen, in Mappen. Der Gesamtwert der Sammlung wurde auf 4002 Gulden geschätzt. Die Sammlung enthält neben einigen Originalen zahlreiche Werke von der Hand Karoline Luisens und des Hofmalers Melling, vor allen Dingen Kopien. Wie aus einem Gutachten Beckers hervorgeht, stammte die ganze Samm- lung aus dem Besitze der Markgräfin Karoline Luise, deswegen wollte sie Becker auch der Galerie erhalten wissen. Da sich aber darüber Keinerlei schrift- liche Verfügungen im Testament Christianens vorfanden, mußte die Sammlung der Erbmasse ausgeliefert werden. Die Akten geben über ihren weiteren Ver- bleib keinerlei Auskunft. Becker hatte noch vorgeschlagen, daß Großherzog Ludwig im Falle eines Verkaufs sich die wertvollsten dieser Bilder käuf lich sichern sollte. In dieser Sammlung befanden sich unter den Originalen auch Bildnisse von Tischbein(Nr. 27) und von Perroneau(Nr. 91, Pastell) und als Nr. 92 „angefangenes Pastell-Portrait I. D. der Hochseligen Frau Markgräfin von Léotard“(Näheres siehe S. 187). Es ist besonders im Interesse badischer kunstgeschichtlicher Uberliefe- rungen zu bedauern, daß diese Sammlung mit den zahlreichen Werken von Melling und Karoline Luise nicht auf uns überkommen ist; wir vermuten zwar Teile davon im heutigen badisch-markgräf lichen Kunstbesitz. Als Erbin Christianens verzeichnen wir ihre einzige, damals noch lebende Schwester, Prinzessin Auguste Amalie von Nassau-Usingen, die später einen Grafen Bismarck heiratete. Für die Zukunft und fernere Erhaltung der Karolinischen Verlassenschaft können wir nur den Wunsch hegen, den Hofmaler Becker schon äußerte, daſz„alles, was an jene große Fürstin erinnere“, als ein„heiliges Denkmal“ erhalten bleibe. Wir hoffen vor allem, daß die Badische Kunsthalle in Karls- ruhe, der heute die Gemälde der Fürstin als hohes Gut anvertraut sind, das Andenken und das Vermächtnis ihrer Gründerin stets bewußt und in auf- richtiger Pietät pflege, damit Karolinens Werk und Bild im Gedächtnis der Heimat wach bleibe. 10 Die Kunstfreundin. Die künstlerische Einstellung. Die im Charakter der Fürstin begründete Sicherheit und Selbständigkeit ihres Urteils tritt am deutlichsten auf dem Gebiete ihrer Sammeltätigkeit hervor. Hier wandte sich Karoline Luise am entschiedensten von dem modischen Kunstgeschmack des Rokoko ab, es zeigt sich eine beharrliche Vorliebe für die realistische Kunst der Niederländer. Keiner ihrer Kunstberater vermochte diesen Geschmack zu erschüttern oder umzubilden. Eberts in Paris konnte die Fürstin nicht dauernd für die modernen Fran- z0sen gewinnen, auch die Freunde Winckelmanns, Reiffenstein und Mechel, richteten nichts aus mit ihren neuklassizistischen Neigungen und Lehren. Eine Reise nach Rom lockte Karoline Luise nie, sie bevorzugte unter den italienischen Kunststätten das malerische Venedig, in den Florentiner Samm- lungen vermerkte sie sich Bilder Rembrandts und der Niederländer, ihre erste Kunstreise galt den holländischen Sammlungen. Der Feinmalerei hol- ländischer Kunst hat sie stets den Vorzug gegeben, wie ihre Sammlung, ihre Kunstäufzerungen, ihr eigenes Kunstschaffen deutlich bekunden. Karoline Luise war leidenschaftliche Sammlerin; sie hätte auch für italienische Kunst größere Mittel flüssig gemacht, wenn diese ihr ebenso begehrenswert erschienen wäre. Diese Vorliebe Karoline Luisens für die niederländische Kunst verleiht ihrer Kunstpflege einen hohen kunstgeschichtlichen Wert. Wir wissen heute, daß im Deutschland des 18. Jahrhunderts neben der öffentlichen Kunst des Barock und Rokoko die große Tradition der nieder- ländischen Kunst des 17. Jahrhunderts weitergepflegt wurde. Als Träger dieser oppositionellen Richtung, die allerdings mehr bewahrenden, Ssammelnden und nachahmenden Charakter als eigentlich schaffenden trug, ist das deutsche Bürgertum anzuschen. Mit Karoline Luisens Kunstpflege trat aber ein deutscher Fürstenhof in diese niederländische bürgerliche Front ein, die heute besondere Beachtung verdient, weil wir gelernt haben, in ihr eine Keimzelle zu sehen zum Ausbau der arteigenen neudeutschen Kunst im 19. Jahrhundert. 14 . —.IiIA Das Malereikabinett. „Je ne cherche quèe les grands maltres, puuisque je ne regarde mon cabinet que comme la bibliothèque d'un homme de lettres faitèe poun m'instruire.“ (CKaroline Luise an den Grafen Schmettau.) Madame la Margrave possede une galerie de tableauæ choisis qu'ellè augmente 51 journellement, oùd son goũt n'admet que l'exquis. Cette collection n'est pas destinée uniquement d une contemplation de Simple curiositè, elle est essentiellement d Vòtude. S. A. S. s'en Sert poun découvrir les plus cachiébes finesses de Vart, dà déchiffrer adec un oeil initiè dans les mystères de la peinture ces fruits magiques d'um pincedu des plus grand maltres.“- (15. November 1762, Graf Schmettau an den Grafen Moltke und an die Kopen- hagener Kunstakademie.) Wir hören hier aus dem eigenen Munde Karoline Luisens und dem ihrer Freunde, daßß ihr Kkleines Malereikabinett vor allen Dingen als Studien- sammlung gedacht war. Damit war dieser Sammlung von vornherein eine persönliche Note ge- sichert, die auch bei allen Erwerbungen ausschlaggebend blieb. Karolinens Kunstgeschmack war, wie wir schon hervorhoben, ein fest und klar um- rissener. Ihre Lieblingsmaler sind Mieris und Netscher, ihr Herz ganz erobert hatte der Blumenmaler Huysum, dessen Bilder zu erlangen, sie keine Mühe scheute. So reist sie nach Holland, um den berühmten Huysum„à la branche d'orange“ zu sehen, den der glückliche Sammler Braamcamp sein eigen nannte. Auf ihrer ersten Bilderwunschliste, die sie dem Architekten de la Guèpière gesandt hatte, standen folgende Namen: Mieris, Potter, van Dyck, Rubens, Rembrandt, Netscher und Chardin. Was Karoline Luise an ihren Lieblings- malern gefiel und was sie vor allem schätzte und suchte, das war die„Accura- tesse und Finesse“ des Pinsels. Die Feinheit der technischen Durchführung, die vollendete malerische Qualität zeichnen ihren aristokratischen Kunst- geschmack aus. Es begegnen sich hier interessanterweise der altüberlieferte Geschmack des höfischen Kunstkenners mit der neuen, bürgerlichen Vorliebe für den niederländischen Realismus. Eine beachtenswerte Rubenslandschaft, über deren Besitz wir heute glück- lich wären, hat Karoline Luise wieder aus ihrer Sammlung ausgestoßzen, weil ihr die geniale Flüchtigkeit des Pinsels nicht zusagte. Karolinens Kunsteifer ist ganz der des echten Sammlers und Kenners, der völlig aufgeht in seinen Bildern. Als die berühmte Sammlung des Comte 2 de Vence in Paris versteigert wurde, hören wir sie ausrufen:„Pai à cette heure rien que la vente de Vence dans ma téète.“ Sie ist selbst zugegen, wenn die Bilder ankommen und ausgepackt werden. Sie hält mit ihrem zustimmenden oder ablehnenden Urteil bei ihren Agenten nicht zurück und spendet ihnen freimütig Lob und Tadel. „Les Hondecoeter et les Weenix sont d'une beauté comme je la désire dans tous mes tableaux“(an Treuer); oder an Graf Schmettau:„Je ne finirais pas Monsieur, si je vous dépeignais tout le plaisir que le Rubens me fait, et qu'il n'y a de sorte de reconnaissance que je ne vous en aie. II est beau, pur et bien dessiné; le corps de St. Jean et du bourreau le sont surtout; en un mot Mr., vous avez fait un marché d'or, car il est pour un morceau de pain.“ Wir verweisen besonders auf ihre Anteilnahme bei den Erwerbungen der Schäferstücke Bouchers, die ihre Kunstbegeisterung anschaulich widerspiegeln. „Je me mets à genoux lors que les tableaux arriveront.“ In der kurzen Zeit von 17 Jahren hat Karoline Luise ihre erlesene Kleine Sammlung zusammengebracht. Wie wir noch hören werden, hatte die Markgräfin in Paris und Holland ihre ständigen Kunstagenten, die sie fast täglich über alle Käufe, Angebote und Versteigerungen auf dem laufenden hielten. Der anschauliche und aus- führliche Briefwechsel mit diesen getreuen Kunstberatern der Fürstin, Fleisch- mann, Eberts, Goll, Treuer, Reiffenstein, hat uns in die Lage gesetzt, die nach- stehende Arbeit durchzuführen. Das nach dem Tode Karolinens 1784 von Hofmaler Melling aufgestellte Verzeichnis ihrer Sammlung führt über 200 Bilder auf. Wir konnten feststellen, daß es noch weit mehr waren und daſ auch eine ansehnliche graphische Sammlung dazugehörte. Aus der Kor- respondenz der Markgräfin lassen sich allein 180 Gemäldeerwerbungen ur- kundlich belegen. Von dieser Zahl fallen 78 auf Pariser Ankäufe, 57 auf hol- ländische, 50 auf deutsche, 10 Bilder stammten aus Italien, 2 aus England. Der Beginn der Sammeltätigkeit Karolinens fällt in die für die Markgräfin günstige Zeit des Siebenjährigen Krieges, die den Wettbewerb der Groß- mächte England, Preußen, Rußland auf dem Kunstmarkt ausschaltete und die Preise der Kriegszeiten wegen niedriger hielt. Viele berühmte Sammlungen kamen damals zum Verkaufe, wir nennen hier nur de Vence, Lormier, da Costa und andere. Die ersten Erwerbungen entstammten einer deutschen Sammlung. Es wWaren dies elf Gemälde aus dem Kabinett Bötticher, Leipzig, die Bankier Eberts im Juni/September 1759 von Paris aus besorgte. Dieser Ankauf machte Karoline Luise Lust, sich der Sammeltätigkeit in größerem Umfange zu widmen. 13 Schon im Herbst desselben Jahres erhielt sie ihren ersten Chardin, als Geschenk des Rates Fleischmann, der damals in Paris weilte und mit dem Künstler befreundet war. Zur selben Zeit besorgt ihr de la Guépière zwei weitere Chardins, zwei Bachelier, einen Berchem, einen Willaert. Im November 1759 schickt ihr Eberts Paris Boucher Pastelle und bestellt beim Künstler im Auftrag der Fürstin die Boucher„Pastorales“. Im Oktober 1760 schließen sich die wertvollen Käufe bei dem Maler Aved an, im Februar 1761 beteiligte sich Karoline Luise zum erstenmal an einer großen Pariser Versteigerung, sie erwirbt dank der Regsamkeit ihrer Agenten, zu denen sich noch der Kupfer- stecher Wille beratend hinzugesellt, die 16 Bilder aus der Sammlung des Comte de Vence, die ihr das wertvolle Rembrandt-Selbstbildnis, die heiß- ersehnte„Kleopatra“ Netschers, die Akademien des Malers Pierre u. a. ein- brachte. Wir finden die Fürstin jetzt mitten im Getriebe der Versteigerungen, und die Käufe folgen einander Schlag auf Schlag. Der letzte Pariser Einkauf erfolgte 1772, es war dies eine Madonna von van der Werff aus der Sammlung des Duc de Choiseul. Als erste der holländischen Erwerbungen, die mit den Pariser gleichzeitig einhergehen, haben wir einen Berchem aus der Sammlung des Grafen Ketelaar in Amsterdam zu verzeichnen(1761), als letzte einen Rubens aus dem Besitz von Bisthoven; 1763 und 1764 standen die berühmten Haager Sammlungen Lormier und da Costa zum Kaufe aus, die sich des größten internationalen Interesses erfreuten. Die letzte deutsche Erwerbung der Fürstin kam 1777 zustande. Damals erwarb sie eine Maria Magdalena in der Einöde aus der Sammlung des Rates Ehrenreich in Frankfurt am Main. Da der Hauptteil dieser Arbeit das genaue Verzeichnis aller Bilderkäufe der Fürstin bringt, können wir uns hier mit diesen andeutenden, zusammen- fassenden Bemerkungen begnügen. In den späteren Jahren der Sammeltätigkeit der Fürstin, besonders nach dem Frieden von 1763, nachdem England, Preußen und Rußland sich wieder rege am Kunstmarkt beteiligten, hören wir Karoline oft über die horrend angewachsenen Preise klagen, und mit Bedauern müssen ihre Agenten mit leeren Händen von den berühmtesten Versteigerungen heim- kehren, weil die Mittel der Fürstin mit dem neuen Preisaufschwung nicht Schritt halten konnten. Der Grund für das Einstellen der Sammeltätigkeit Karoline Luisens ist aber keineswegs im Wirtschaftlichen allein zu suchen. Er lag vielmehr darin, daſß Karolinens Wunsch erfüllt war, eine Kleine, er- lesene Mustersammlung ⁊zu besitzen, die zum täglichen Studium und freund- schaftlichen Verkehr mit den Werken großer Meister gedacht war. Es geht aus den Briefen mehrfach hervor, daſz 1776 ihr Kleines Malereikabinett, das in den Arbeitszimmern der Fürstin untergebracht war— im Westflügel des 14 Karlsruher Schlosses—,„arrangiert“ und geordnet ist und daß sie schon aus räumlichen Gründen auf keine Erweiterung mehr Wert legen konnte. Eine Reihe von Bildern, die ihr nicht zusagten, hat sie in Amsterdam durch Goll wieder verkauft. Auch dies zeigt wiederum, daß Ansporn und Ziel dieser Sammeltätigkeit das künstlerische Empfinden Karolinens war. Käarolinens Sammlung im Urteil der Zeitgenossen und Nachwelt. „Ich bin in Karlsruhe, lieber Freund! Und ich bin vergnügt in dieser heitern, angenehmen Stadt, aber doppelt vergnügt bin ich, weil auch da der Genius der Künste schon hauset, weil der gute Geschmack schon blüht und reift. Der Herr Markgraf erwirbt sich auch dadurch den ungeheuchelten Dank der Nachwelt, daß er weder Mühe noch Kosten spart, um dieser zarten Pflanze emporzuhelfen. Ihre Blumen werden dereinst keine der unbedeutendsten in dem schönen Kranze sein, welchen ihm die Unsterblichkeit flechten wird.“ Also hebt ein begeisterter Kunstberichterstatter seine„Kunstbemerkungen in Karlsruhe an einen Kunstfreund“ an, die, 1790 geschrieben, in Meusels Museum 3. Band im 13. und 14. Stück S. 68 ff. und S. 87 ff. Mannheim 1791 erscheinen. Ihr Verfasser ist, wie sich später herausstellt, der kunstbeflissene Heilbronner Archivakzessist Karl Lang, der dem„Museum“ als„kunsteifriger“ Berichterstatter dient.(Ebenda 4. Bd. S. 520.) Unser Gewährsmann sieht die Karolinische Sammlung schon nicht mehr am ursprünglichen Platz im Karlsruher Schloß, sondern in ihrem neuen Heim, in des alten Becker„Zeichenakademie“, die er uns ausführlich beschreibt. Zuerst betreten wir den alten Zeichensaal, den Gipssaal und Direktor Beckers Arbeitszimmer, wo der Künstler gerade an dem lebensgroßen Gemälde der Markgräfin Amalie als Sonnenpriesterin malt, einem etwas hölzernen Werke, dem wir heute im Baden-Badener Schlosse wieder begegnen. Nur daß wir Oelenhainz und Tischbein, mit denen Lang Beckers Werk gleichsetzt, heute entschieden den Vorzug geben werden. Die Besichtigung geht weiter durch zwei Räume des RKupferstichkabinetts, an deren Wänden Gemälde aus Basel und römische Veduten prangen. Die Sammlung der Kupfer- stiche wird, eine nicht unwesentliche Notiz, auf 40000 Gulden geschätat, vorzüglich englische Stiche und Rubens. Und nun öffnet sich das Allerheiligste der alten Galerie, das Karolinische Kabinett, in vier nach Süden gelegenen Gemächern untergebracht. Lang führt seinen Freund folgendermaßen ein: „Jetzt werde ich Sie in das Gemäldekabinett führen, über dessen Schönheiten Sie mit mir erstaunen sollen. Es gehört dem Herrn Erbprinzen aus der Ver- 15 großer Mühe Beschreibung Iassenschaft seiner Frau Mutter, welche es von ihren Taschengeldern mit und Kosten angelegt hat.“ 24 Gemãlde 2zählt Lang mit genauester auf, die wir im Auszug wiedergeben“; die dabei angeführten Ziffern verweisen auf die Kataloge Roelitz sowie die in diesem Buche zusammen- gestellten Verzeichnisse von Kircher und Melling. I. Rosalba Carriera. Idealisches Mädchen. Pastell. Berchem. Roos, H., Waterloo. .Pynacker. Wuynants. Van der Velde. Koel. 674. K. 69. M.—. Seestück. Fischerkahn mit ausgeworfenem Netz schwebt auf der Fläche eines Sees, in den eine schmale Erdzunge hineinragt. In der Ferne Dorf, Bäume und einige Anhöhen. Schiffe segeln hier und da; Holzadern des Malgrundes als Wasserlinien frei- gelassen. Vgl. Koel. 342: L. Backhuyzen? Große Landschaft. Wilde Gebirgsszenerie mit Staffage: Reisender aus dem Morgen- land stößt auf einen ermordeten Mann, daneben liegt der Mörder, ein Löwe. EKoel. 298: Schlucht im Bergwald mit der Staffage des falschen Propheten. K. 57. M. 38. Tierbild. Herde mit starkem, fleckigtem Stier weidet, im Vordergrund Schaf, dessen Wolle sich aus der Scherzeit noch nicht ganz erholt hat, menschliche Figuren, die weniger gut sind, und Ruinen eines antiken Gebäudes im Hintergrund. FKoel. 305? Landschaft. Quelle von dichtem Gesträuch umgeben, das Dunkel von einem spärlichen Lichtstrahl durchbrochen, Wildenten schwimmen paarweise umher. Foel 335: Ruysdael. Große Waldlandschaft in Abendsonne. Hirte treibt eine verirrte Ziege zu Tal, Ausblick auf Dörfer und See in der Ferne. FKoel. 320. K. 97. Eichbaum mit Bettlerfamilie und Reiter. Koel. 329. K. 83/84. M. 84/rog. Roos, H. Abendlandschaft. Herde geht eine Anhöhe hinauf, als letzter ein müder Hirt, auf einem Esel reitend, daneben ein mutwilliger Hirtenknabe. FKoel. 307. K. u. M.: fraglich. 16 EF * Karoline Luise, gemalt von J. Chr. Fiedler. eFer 9/10. Griffier. Zwei italienische Landschaften auf Holz. Flufzlandschaften mit Bergen, Wäldern, Schlössern und vielen Kleinen Figuren belebt. Koel. fehlt, da später verkauft. K. 109/110. M. 74/76. II. Roos, H. Viehstück mit Hirtenstaffage. Eine alte Frau legt dem Hirten mit Andacht ein Pflaster auf den Fufß. Koel. 306. K. u. M.: fraglich. 12. Lairesse.„Stärke väterlicher Liebe.“ Dies Bild wird als das einzige Historienbild der Sammlung genau beschrieben und mit einem gleichnamigen Bilde von Bernhard Rode verglichen, das dem Verfasser wahrer und edler erscheint:„Rode hat schöner gedacht, Lairesse har- monischer gemalt! Vollkommen im Mechanischen in der Kunst, aber in der Erfindung, im edlen Ausdruck, im Wahrschein- lichen, im Sittlichen bleibt es hinter Bernhard Rode zurück.“ Koel. 241: Antiochus und Stratonike. K. 76. M. 10r. 13. Palamedes. Wachstube. Darin schlafende und kartenspielende Soldaten. Genau be- schrieben. Koel. 243: Pieter Codde. K. 104. M. 140. 14. Berchem. Viehstück. Abendlandschaft, ein Hirte treibt seine Herde von Kühen und Schafen durch ein seichtes Gewässer an altem Gemäuer vorbei; eine Kuh verweigert ihm den Gehorsam, er treibt sie mit Zank zur Herde. Vgl. Koel. 300: J. P. Verdussen? 15. Teniers. Bauern beim Spiel. Der eine der Bauern ist mit Stock in der Hand vom umgefallenen Stuhl aufgesprungen, der andere mit großem Krug saß eben noch, beide stehen jetzt, und keiner will den Kampf beginnen. Vgl. Koel. 254: P. H. Verelst. Das Messerzücken. 16. Van der Velde. Tierstück. Groſze mit Flecken gezierte Kuh vor Wasser und Gebüsch, vom Strahl der Abendsonne gestreift. EKoel. 291: A. van der Velde. K. 48. M. 129, 165, 172. 17. Metsu, Gabriel. Gesellschaftsstück. Alter Ritter in hãuslicher Kleidung am Tisch sitzend unterhält sich mit seiner ihm gegenüber stehenden Gesellschafterin. Vermutlich Koel. 261. K. 63. M. 184? 18. Van der Werff. Vertreibung aus dem Paradiese. Dies Gemälde wird als das„gerühmteste“ Stück der ganzen Sammlung erwähnt, es ist mit einem grünen Seidenvorhang verhängt; wird vom Berichterstatter aber wenig gut gefunden. 17 ——— 8 — 2 V RRR In der Körperzeichnung und Farbengebung getadelt. Der Kon- trast zwischen dem braunen Körper Adams und dem weißen Evas sei nicht glücklch. Koel. 285. K. 156. M. 186. 19. Van Huysum. Blumenstück. Stilleben mit großer, aufgeflatterter, weißer Rose, als ein„Mu- ster zum Studium der Widerscheine und Halbschatten“ sehr bewundert. Koel. 380. K. 105 und 45. M. 190. 20. Ruysch, Rachel. Blumenstück. „Das Werk des Mannes, so urteilt Lang im Vergleich mit dem Stilleben von Huysum, sei sehr weit über dasjenige des Weibes erhaben.“ Einzeln jede Blume schön, fehlt aber die durchdachte Zusammensetzung. R0oel. 375, 376, 377. K. 12, 123; 124, 137. M. 70, 79, 89. 21. Netscher. Kleopatra. Lobt die Feinheit der Detailbehandlung. EKoel. 264. K. 28. M. 192. 22. Berchem. Viehstück. An Felsen vorbei geht eine kleine Herde bergab durch das Wasser. Ein weißer Stier, Schafe und ein Bock bilden eine vorzügliche Gruppe. Als Staffage eine junge Hirtin auf einem Esel reitend und ein Hirte, der ihr ein Kleines Lamm durch das Wasser trägt. Das Bild sehr gelobt. Koel. 299. K. 13/24. M. 182. 24. Dujardin. Tierstück. Verdrossene Bauerndirne am Spinnrocken an heizem Tage. FKoel. 301. K. 64. M. 196. Die zweite ausführliche Beschreibung des Gemäldekabinetts aus dem Nachlaſz Karoline Luisens finden wir in Friedrich Karl Gottlob Hirschings „Nachrichten von sehenswürdigen Gemälden- und Kupferstich-Sammlungen u. s. W.... in Teutschland“, Erlangen 1792, S. 110—137. Doch ist zu diesem Bericht nur zu sagen, daß er die Angaben Langs teils gekürzt, teils wörtlich im Auszug wiederholt und daher nicht als Neuheit gewertet zu werden braucht. Auch die berühmten 1777 erschienenen Reisebriefe J. Björnstahls würdigen die Tätigkeit der Markgräfin mehr nach der naturwissenschaftlichen Seite, und Brunns 1791 erschienene Karlsruher Briefe gedenken zwar der Fürstin mit hohem Lob, aber ohne auf ihre Sammeltätigkeit einzugehen. Von Bedeutung für die wissenschaftliche Würdigung der Karolinischen Samm- lung ist neben Waagens erstmaliger Erwähnung in E. Försters Kunstblatt (Nr. 58 vom 25. November 1848) die bekannte Beschreibung der Karlsruher 18 Gemäldegalerie, die Alfred Woltmann 1872 in der Beilage zur Allgemeinen Augsburger Zeitung veröffentlichte(Januar 1872, Beilage Nr. 9, 10, 16). Woltmann hat hierbei mit groſzer Liebe und Sachkenntnis des Karolinischen Bestandes gedacht, und seine Urteile haben zum großen Teil auch heute noch ihre Gültigkeit behalten. Auch das schöne Zitat, mit dem er seinen Aufsatz schlieſzt, und das er im Hinblick auf die fürstlichen Gründer der Ba- dischen Bildergalerie anwendete, wird sich heute erst ganz auswirken:„Er sammelte nicht auf öffentliche Kosten für sich, sondern er gab, was sein war, dem Volke.“ Dies Wort, das ursprünglich auf Friedrich Wilhelm III., den Stifter des Berliner Museums, gemünzt war, giſt auch für Karolinens Wirken. Eigene Kunstübung. Karoline Luise war nicht nur Liebhaberin und Kennerin der Künste, sie übte sich von frühester Jugendzeit an im Zeichnen und Malen und erreichte darin einen erstaunlichen Grad von Selbständigkeit und Fertigkeit. Alle zeitgenössischen Urteile stimmen darin überein, daß Karoline Luisens künstlerische Begabung über das Spielerische und Dilettantische hinausging. Karoline erlangte besondere Gewandtheit im Zeichnen mit schwarzer und roter Kreide(Rötelzeichnung) und im Pastellmalen. Sie hat sich auf allen Gebieten versucht, vor allem auf dem Gebiet des Bildnisses und der Land- schaftszeichnung. Ihre Lieblingsbeschäftigung war aber, ganz im Sinne und Stil der Zeit, das Kopieren nach Meisterwerken ihres Malereikabinetts, der sie mit Fleiß und Liebe oblag. Nur wenige Werke ihrer Hand sind auf uns ge- kommen. Das Großzherzogliche Familienarchiv in Karlsruhe besitzt Skizzen- bücher und Studienblätter von der Hand der Markgräfin, unter einige Bildnisstudien in Rötelmanier hervorragen. In der Badischen Kunsthalle und im Neuen Schlosde in Baden- W haben sich Pastellkopien und Handzeichnungen erhalten, darunter zwei Pastelle nach Mieris und Netscher, ihren Lieblingsmalern.(Vgl. Kat. Koel. Nr. 689, 690 und 1071. Die betreffenden Nummern wurden laut Vertrag von 1930 dem Groſßzherzoglichen Hause abgegeben.) Auch die Rötelzeichnungen der Badischen Kunsthalle, nach den beiden Schäferstücken von Boucher, sind bestimmt keine Zeichnungen Bouchers, sondern Nachzeichnungen, die nach den fertigen Gemälden in Karlsruhe gemacht wurden und die wir vermutlich Karoline Luise zuweisen können, R So sie nicht auf ihren Auftrag von Hofmaler Melling angefertigt wurden. 4 Die größte Auszeichnung, die Karoline Luise als Künstlerin zuteil wurde, war die Aufnahme in die Dänische Kunstakademie in Kopenhagen, für die sie Netschers„Tod der Kleopatra“ in Pastell kopierte. Näheres darüber siehe im folgenden Abschnitt.) 19 Wir haben schon den badischen Hofmaler J. Melling, der ihr den Rech- nungen nach regelmäßige Malstunden erteilte, als den Karlsruher Lehrer der Fürstin genannt. Ihr Darmstädter Lehrer war der Hofmaler ihres Vaters, der 9 begabte, durch die Biographie des Grafen Hardenberg neuerdings bekannt gewordene Bildnismaler Joh. Christian Fiedler, mit dem sie später noch Briefe wechselt, und dessen sie stets in Dankbarkeit gedenkt. Fiedler verdanken wir . auch das treffende Bildnis der Fürstin, das in die fünfziger Jahre zu setzen 40 ist, und das sich in Darmstadt und Baden-Baden vorfand. Zu unserer größten Freude können wir auch die früher nur„Vermutungs- weise“ erwähnten Beziehungen der Markgräfin zu dem berühmten Pastellisten 0 des 18. Jahrhunderts, zu J. Etienne Liotard, urkundlich nachweisen. Wir fanden hierfür nicht nur einen sicheren Beleg im Briefwechsel der Markgräfin mit 5 Reiffenstein(siehe a. a. O. S. 74), dem Liotard bei einem Genfer Besuch Grüße an seine einstige hohe„öSchülerin“ auftrug, sondern vor allen Dingen eine bedeutende künstlerische Urkunde. Es ist dies das aufzergewöhnlich reiz- volle Pastellbildnis der jugendlichen Markgräfin an der Staffelei, das Liotard 1746 in Darmstadt gemalt hat, anschließend an seinen Frankfurter Aufenthalt, wWo er zur Krönung von Kaiser Franz I. weilte. Ich habe die Frage der Ur- heberschaft dieses Gemäldes, das sich heute in Großherzoglich Badischem Privatbesitz im Neuen Schloß in Baden-Baden befindet, eingehend in einem gesonderten Aufsatz behandelt, der demnächst in der Gazette des Beaux Arts erscheinen wird, und auf den ich hinweise. Auch ein zweites, in Karlsruher Privatbesitz befindliches vorzügliches Pastellbrustbild der Fürstin muſz mit Liotard in Verbindung gebracht werden. Unter den Kunstberatern der Fürstin waren es vor allem Reiffenstein und Goll, die auch ihr künstlerisches Schaffen anfeuerten. Von Reiffenstein er- lernte die Fürstin die Radiertechnik, in die sie später der Stecher des Linné- werkes, Gautier Dagoty, weiter einführte. In regem künstlerischem Austausch stand Karoline Luise mit dem Amster- damer Bankier Goll, der selbst im Landschaftszeichnen dilettierte und die Fürstin stets zu eigenen Naturstudien ermunterte. Karoline Luise sandte ihm mehrere Zeichnungen von ihrer Hand, die eine Zierde der Gollschen Kunstsammlungen und eine Attraktion für die Amster- damer Kunstfreunde bildeten.(Vgl. die Beigabe des diesbezüglichen Brief- wechsels mit Goll.) Von all den vielen fleißigen Studien und Arbeiten der Fürstin ist nur wenig auf uns gekommen“. So ist es uns auch nicht möglich, ein abschließendes Urteil über ihre künstlerische Begabung, die zweifellos vorhanden war, zu geben. Vergl. S. 214. Wir sehen nur deutlich, daß diese Begabung ihre Kunstpflege anregte und dadurch so persönlich gestaltete. So sehr wir dies begrüßen, wollen wir aber nicht in den Fehler verfallen, die vielseitig begabte Fürstin ausschließlich als Künstlerin zu feiern. Auszeichnungen und Diplome. Am 4. März 1763 wurde Karoline Luise zum Ehrenmitglied der Dänischen Akademie der bildenden Künste in Kopenhagen ernannt. Die Originalurkunde hat sich erhalten. Diese Auszeichnung, die die Fürstin mit Freude und Stolz erfüllte, hatte Graf Schmettau angeregt. Schmettau, selbst ein Mitglied der Akademie, war mit deren Präsidenten, dem Grafen Moltke, befreundet. In den Papieren der Markgräfin ist der gesamte Schriftwechsel vorhanden, der über diese Aufnahme geführt wurde. Karoline war die erste Frau unter den Ehrenmitgliedern. Neben ihr finden wir die Grafen Christian Friedrich von Moltke, Waldemar von Schmettau, von Gram, von Bachoff-d'Echt, von Plessen. Der Direktor der Akademie war Jacques Joseph Saly; als Professoren lernen wir kennen: den Bildhauer Louis August Le Clere, den Maler Charles Gustav Pilo, den Stecher J. M. Preisler, die Bildhauer J. Ch. Petzoldt und J. Wiedevelt und den Königlich Dänischen Architekten Nic. Henry Jardin; die Schriftstücke unterzeichnete der Sekretär der Akademie, Christian Emil Biehl. (Siehe das Mitgliederverzeichnis der Kopenhagener Kunstakademie in Meusels „Neuem Museum“ 4. Band S. 230 ff., 17904, 2. Stück.) Als„Pièce de Réception“ hatte Karoline Luise die Pastellkopie ihres Ge- mäldes von Netscher, den„Tod der Kleopatra“, eingereicht. Das Bild fand den größten Anklang bei den Mitgliedern der Akademie. Saly schrieb darüber an die Fürstin: Kopenhagen, 29. Mai 1764. Saly an Karoline Luise. „... l'entente génerale, l'harmonie de la couleur, le bel ensemble et la belle expression de la téte de la Cléopatra, le précieux des accessoires, le transport et la légèreté des étoffes, particulièrement la franchise, le moel- leux, la finesse de la touche rien ne sent la contrainte dans ce morceau, tout est fait en grand artiste et ne peut manquer de donner une très grande idée de l'original tel quꝰ'il puisse ẽtre. Ce tableau Mad. tiendra dans tous les temps une place honorable entre les plus beaux que l'acadéemie possẽdera!“ Im Jahre 1825 wurde Karolinens„Tod der Kleopatra“ von dem dänischen Miniaturkopisten Jens Jakob Brochner Hornemann in Miniatur kopiert, ein 21 Beweis, wie sehr man dies Bild zu schätzen wußte.(Siehe Lemberger, Ernst: Bildnisminiatur in Schweden, Dänemark, Norwegen, Berlin 1912, Bd. II S. 193.) Am II. April 1770 wurde Karoline Luise in die römische Literatengesell- schaft„Arcadia““ aufgenommen.(Aufnahmeurkunde und diesbezügliche Briefe liegen den Karlsruher Akten bei.) Die„Arcadia“, eine„pastorale letteraria republica“, unterstand dem Generalkustoden Abbate Gioacchino Pizzi. Unter den Teilnehmern der Sitzung vom 1I. April finden wir den Fürsten Luigi Gonzaga da Castiglione, zwei Fürsten Romanoff, Grimm, den Minister des Sachsen-Gothaischen Hofes, und den Minister des Papstes, Marchese Iranda. Pizzi berichtete der Markgräfin ausführlich über ihre feierlich vollzogene Aufnahme in den„italiano Parnasso“, dem Karoline Luise unter dem Namen der„Cleonice Delia“ eingereiht wurde. Das Aufnahmedekret ist ein kleines, vignettengeziertes Kupferblatt. Auf den späteren Bildnissen Karolinens finden wir die Fürstin mit dem roten Bande des russischen Katharinenordens geschmückt, den sie im Früh- jahr 177/1 als besondere Anerkennung ihrer künstlerischen wie wissenschaft- lichen Tätigkeit verliehen bekam. Ein vergessener badischer Homer des 18. Jahrhunderts, der Rastatter Dichter Pecher, weiß in seinem poetischen Lebensbilde von Karl Friedrich und Karoline Luise um diese Ehrung, die in den Augen der Zeit hoch geschätzt wurde, schwungvolle Hexameter zu schlingen. Wir hören den Dichter singen von der Fürstin„Weisheit weitschallendem Ruf, von ihrem Geschick in der Künste weitem Gebiet, vom Gallier, vom Deutschen, vom Britten oft schon gepriesen“, und sehen darin noch einmal, wie sehr Glaube und Hoffnung der Zeitgenossen auf Karoline Luise von Baden als Schirmherrin der Künste gerichtet waren. Briefe und Reisen. I. Karoline Luisens Kunstübung im Briefwechsel Golls. Der anregendste unter den Kunstfreunden der Fürstin war neben Eberts Goll von Frankenstein. Wir bringen die Briefe, die die Fürstin mit ihm wech- selte, die Dokumente ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit sind. 0. D. Karoline Luise an Goll von Frankenstein. Aus dem Inhalt zu datieren vom Mai 1772(Mi-Pe)x. Der Brief berichtet über drei Zeichnungen der Fürstin: ein Bildnis ihres Arztes, des Prinzen Louis und ein Genrebild mit zwei jungen Mädchen (Vgl. Christiane Luisens Nachlaß). „Vous recevez au premier jour Mons. les 3 dessins que je viens de faire partir sous votre adresse par le coche le 28 avril(1772). IIs vous prouveront comme mon amitié pour vous Monsieur m'a donnèé des forces. Tous les 3 sont fait d'après nature, comme les deux en crayon rouge sont des Portraits, je n'en ai pas grand mèrite, puisque j'en ai fait dejà depuis une quantité d'années, ᷣ'un je l'ai mẽme recopié d'après un dessin que j'avais fait il ya 10 ans au moins. C'est le portrait d'un de nos médecins, qui ne vit plus, mais que je crois le plus digne de vous èétre présenté. L'autre est tout rècemment fait d'après Louis, mon fils cadet, et n'en est pas mal pour la ressemblance; mais le petit en crayon noir c'eSst mon chef-d'oeuvre; je'ai imaginè pour vous Monsieur. Les petites filles sont d'après nature et il n'y a que le mouton que j'ai copié d'un dessin de Berchem. Vous m'avez à cette heure mis en train Monsieur, que dès que j'aurai le temps, je vous ferai le pendant, je'ai projeté, et déjà aussi choisi les enfants, qui en doivent faire les sujets. Je ne vous dissimule pas Monsieur, que j'en ai un peu tourné et retourné celui-ci, avant que j'en aie ẽtè contente; le sujet est simple, mais je ne saurais aller au delà de mes forces. Je n'en ai eu en vue que de vous faire plaisir Monsieur, et de nẽgliger aucune occasion où il dẽpendra de moi de vous convaincre de mes sentiments d'estime et de reconnaissance, avec lesquelles je ne cesserai d'ẽtre plus que personne au monde.“ Dank und Antwort Golls auf die Sendung der drei Zeichnungen. 0. D.(Mai 1772). „Pai recu avec beaucoup de satisfaction la lettre que V. A. S. a daignéè me faire la graãce de m'ëcrire le 5 du cour.; je brũlais d'impatience de recevoir les précieux dessins, mon attente n'a pas été Iongue, car le lendemain je les recus; *Die Erklärungen der Abkürzungen finden sich in den Anmerkungen. 23 — 3 — * 35 0 mais quel fut mon ẽtonnement lorsque je les ai vus; je fus frappè de leur beauté, de la correction du dessin, de la composition, de I'harmonie, de la délicatesse enfin du tout ensemble; ma joie ne peut se tranquilliser, je fis avertir tous les connaisseurs de les venir voir, leur surprise n'a pas ẽtéè moindre que la mienne. Comment est- il possible ont-ils dit? Ce ne sont pas des dessins d'une princesse, mais d'un maitre, quelle application, quel génie ne faut-il pas pour les faire. Enfin ils ont enviè mon bonheur et m'on dit, qu'il fallait que j'eusse bien bonne gräce pour recevoir de pareilles dessins de V. A. On trouve le portrait du Prince Louis admirable, le crayon rouge maniẽé d'une délicatesse et force, qui n'est propre qu'à V. A. La composition du médecin est libre, dégagèe et plein d'esprit, mais les deux aimables enfants qui jouent avec le mouton surpasse tout, je savais bien que V. A. Etait plus forte quꝰ'elle serait en ẽtat de faire de pareilles compositions, je ne puis asse2 admirer toutes les beautés de ces précieux dessins, et PLon peut dire, que V. A. s'est surpassEe Elle-mẽme. Comme j'aime beaucoup les enfants il n'y a point de sujet que m'aurait pu faire plus de plaisir que celui-Ià. Enfin Madame ma joie et ma satisfaction sont au comble, une chose seule- ment m'inquiète et me fait de la peine, c'est comment exprimer à V. A. S. mes très humbles sentiments de reconnaissance. Il faut que quelque occasion se prẽsentera pour lui tẽmoigner combien je suis sensible, je supplie V. A. d'agréer en attendant tout ce qu'on peut exprimer de plus reconnaissant.“ Goll an Karoline Luise. 13. September 1763. Aufmunterung zum Zeichnen. 5„.. Je suis glorieux de ce que V. A. S. me fait I'honneur de me dire que Sur mon avis elle a laissé les copies et entrepris des originaux, mon avis est fondé sur mes propres expériences, mais un paysagiste doit-il donner des avis a V. A. S. qui est dans le plus haut genre de l'art?“ Goll an Karoline Luise. 24. Februar 1764. Dank für eine Zeichnung Karoline Luisens. „Un nouveau lustre à mon cabinet, il surpasse en beauté, délicatesse et main de maitre si infinement mon attente et celle des connaisseurs qui Pont vu que pour tout dire je voudrais pouvoir mériter une demie douzaine de la mẽme main, afin d'ajouter par là un nouveau lustre à mon cabinet.“ 24. Juni 1771. Goll an Karoline Luise. Kleopatra. Zeichnung. „.. En verité on ne reconnait à la Clèopatra l'ouvrage d'une princesse, c'est plutõt celui d'un fameux maitre, ni moi ni les connaisseurs d'ici ne peu- vent comprendre comment on peut travailler avec tant de force et de beautẽé, le dessin doit surpasser le tableau, et cette Cléopatra fait aujourd'hui l'admiration de tout Amsterdam.“ 24 —— 4 *— 8 5—— El u, Ceruuebet Huerip-αꝗαν.οννννν νẽðiu=α οννN e M, Original-Handzeichnung Karoline Luisens. 8. Juni 1773. Goll an Karoline Luise. Rötelzeichnungen. Karoline Luisens Zeichenmanier in schwarzer und roter Kreide„est à Pavis de tous les connaisseurs si supérieur, qu'il n'y a personne qui en peut approcher“. 21. Oktober 1780. Goll an Karoline Luise. Golls eigene Zeichenmanier. „JP'ai toujours l'usage de commencer mes paysages par une légère teinte d'encre de la chine, de cette manière j'ai pour ainsi dire proportionnè le clair et brun, que mon dessin a dũ avoir. Ensuite après Pavoir bien fait sẽcher j'ai travaillè avec mes couleurs. Cette manière est fort facile et mẽme on peut Pappliquer à ces dessins, qui sont entièrement achevés à l'encre de chine.“ Karoline Luise an Goll(L. d'A. II.). August 1772. „. L'on me fit prendre des Eaux à la campagne à une petite Iieue de Ra- statt et j'y vis des sites si agréables, que j'ai pensè mourir de douleur de ne pouvoir tout de suite les croquer pour vous.“ o. D. An Goll?(Ebenso.) „S'il est moyen de me donner du talent, je vous en aurais un jour Pobli- gation, vous aurez contribuẽ plus que personne par ces beaux dessins.“ I2. Mai 1773. An Goll(Mi-Pe). Bedauert, keine Zeit zum Zeichnen gefunden Zzu haben. „.. Je n'avais mẽme qu'une très mauvaise petite chambre et notre Palais Etait le Rath-haus d'un mauvais village au milieu des bois, où nous laissons à notre départ un pied de neige le 6 de ce mois; jugez si les arts y florissent.“ O. D. An Goll(Mi-Pe). „.. Aussi longtemps que mes yeux et ma santé le permettent j'augmenterai votre collection... toute mon attention aujourd'hui roule à trouver seulement quelque genre nouveau de dessins, qui par leur monotonie vous deviendraient à la fin insupportables.“ 25. Februar 1780. Goll an Karoline Luise. Urteil Falconets über Karoline Luisens Zeichnungen. „Si je considère son sexe, sa naissance et son haut rang, je ne comprends pas— et bien d'autres avec moi comment vous avez pu porter, Mad. Part du dessin à un si haut point de perfection.“ 25 3 0 * RRR II. Studienreisen der Fürstin. Wer im 18. Jahrhundert Kunstwerke studieren wollte, mufzte sich der Postkutsche anvertrauen, um die Werke der großen Meister persönlich in Augenschein zu nehmen, von denen ihm die Feder der Freunde oder der Grabstichel der Künstler doch nur eine andeutende Vorstellung vermitteln konnten. Karoline Luise scheint trotz aller damit verbundenen Strapazen eine großze Freundin des Reisens gewesen zu sein, und es war nicht allein das löbliche Interesse einer regierenden Fürstin, der anderen Land und Leute kennenzu- lernen und der Heimat damit zu nützen, was sie zu ihren Fahrten bewog. Wenn Karoline Luise den Reisewagen bestieg, so beseelte sie meist der ge- heime Wunsch, einzudringen in jene Geheimnisse, mit denen die großen Künstler ihre Werke hervorzauberten. Darum verdienen die Reisen der Fürstin, die sie oft nur in Kleiner Gesell- schaft, mit ihrem Reisemarschall von Uxküll und ihrem Lieblingssohne, dem Prinzen Friedrich, in jungen Jahren auch mit dem Markgrafen selbst unter- nahm, als Kunstreisen besonderes Interesse. Da sie auch mancherlei kultur- geschichtlichen Stoff bieten, fühlen wir uns veranlaßt, diese Reiseberichte als Anhang dem Lebensbild der Fürstin beizufügen. Unvorbereitet hat die zielklare Markgräfin nie eine Reise angetreten, sie beschaffte sich Reiseführer und-notizen ihrer Freunde, sie arbeitete sich per- sönlich den Plan der von ihr gewünschten Sehenswürdigkeiten aus. Mainz, Mannheim, Holland, Sachsen. Die erste kleine Kunstreise, die Karoline Luise von Baden unter- nahm, führte sie 1760 nach Mainz, wo sie in Begleitung ihres Gemahls die Gemäldesammlung der Grafen Stadion und Oels besichtigte. Rat Reiffenstein hatte die Fürstin zu dieser Kleinen Reise angeregt. Es waren Originale Rembrandts und van Dycks, die Karoline Luise hier zum erstenmal und mit größter Begeisterung sah. Auf der Rückreise von Mainz wurden die Rembrandtmappen des Mann- heimer Kupferstichkabinetts besichtigt; Karoline gestand, daſß ihr die Zeit nur zu schnell dabei verflog. Sie sah s0 viel, als es in zweimal vierundzwanzig Stunden möglich war, sie wäre lieber noch ebenso viele Tage dort geblieben. Seit dem Beginn der Sammeltätigkeit der Fürstin war es ihr brennendster Wunsch, nach Holland zu reisen und die dortigen Sammlungen au besichtigen. Im Juni 1763 ging dieser Wunsch in Erfüllung. Karl Friedrich und Karoline Luise unternahmen damals eine kurze, aber wohlgeglückte Reise nach Holland, von der wir sichere Kunde haben aus den Briefen Golls, Treuers und Schmet- 26 taus sowie aus dem Anfang eines holländischen Tagebuches des Markgrafen. Die berühmte Kunstsammlung Braamcamps, die Karoline Luise besuchte, der bevorstehende Verkauf der Sammlung Lormier, an dem sie sich zu be- teiligen wünschte, gaben wohl den Anlaß zu dieser Fahrt. Vermutlich wurde sie im strengsten Inkognito ausgeführt und fehlen uns deswegen jede weiteren höfischen Nachrichten. Im Frühjahr 1764 fuhren der Markgraf und die Markgräfin nach Sachsen. Karl Friedrich wollte Land und Leute und die wirtschaftliche Lage des Kur- staates studieren, Karoline Luisens geheimes Reiseziel aber war die Dresdener Galerie. Wieder wahrte man das Inkognito auf das strengste. Wir lesen in einem Briefe des Barons von Palm, wie sehr die Kurfürstin von Sachsen be- dauerte, daſ Karoline sie nicht aufgesucht habe aus Furcht, dies Inkognito zu brechen:„Böse bin ich nicht, denn auf die Markgräfin kann ich nicht böse werden, aber betrübt bin ich.“ So berichtete von Palm über ein Gespräch mit der Kurfürstin an Karoline Luise von Baden ODDresden, 19. September 1765, Bd. Nobl.). Wir sind über diese sächsische Reise aus Notizen und Postlisten etwas näher unterrichtet; diesen Angaben zufolge fand die Reise vom 24. März bis 12. April 1764 statt; der Aufenthalt in Dresden fällt auf den 1. bis 3. April. Die Hinfahrt erfolgte über Pforzheim, Ellwangen, Nürnberg, Bayreuth, Zwickau, Dresden; für die Heimreise ist folgender Weg angegeben: Dresden, Meißzen, Leipzig, Dessau, Halle, Naumburg, Erfurt, Frankfurt, Worms, Mannheim, Waghäusel, Karlsruhe. Es heißt unterm 12. April:„In Karlsruhe angekommen mit herrschaftlichen Pferden von Waghäusel aus in der Nacht ½2 Uhr.“ Paris, Sommer 1771. Im Mittelpunkt der Studienreisen der Markgräfin stand der dreimonatige Aufenthalt der Badener in Paris vom 12. Juni bis 17. September 1771. Diese Pariser Reise diente der Erziehung und Bildung der drei Prinzen, Karl, Fried- rich und Ludwig. Der Reiseplan, die Zusammenstellung der Pariser Sehens- würdigkeiten, waren, wie die Notizen der Markgräfin zeigen, von ihr selbst ausgedacht und ausgearbeitet worden. Briefe der Fürstin liegen über diese Reise nicht vor, an ihre Stelle tritt ein sorgfältig und fleißig geführtes Tage- buch des sechzehnjährigen Erbprinzen Karl Ludwig. Es ist begreif lich, dafz dies französisch geschriebene„Journal“ des jugendlichen Prinzen trotz seiner gewissenhaften Ausführung der persönlichen Note entbehrt. Als wichtige Er- eignisse treten die Besuche bei der königlichen Familie in Versailles heraus 27 und die Sitzungen der Akademie der Wissenschaften und schönen Künste, denen die Badener als Gäste beiwohnten. Die Herren von Gayling und von Edelsheim nahmen als begleitende Kavaliere an der Reise teil. Die Beziehungen der Badener zur künstlerischen, gelehrten und höfischen Welt von Paris waren mannigfacher Art und datierten nicht erst von der Pa- riser Reise von 1771; sie wurden durch diese nur vertieft und erweitert, da viele Gelehrte, Hofleute und Künstler von Rang damals bei den Badenern ein und aus gingen. An erster und einffußreicher Stelle unter den Pariser Freunden steht der bekannte Volkswirtschaftler Pierre Samuel Dupont de Nemours, einer der Hauptvertreter der physiokratischen Schule, zu deren Anhängern Carl Friedrich zählte. Dupont hatte bei dem Pariser Aufenthalt die persönliche Be kanntschaft des Fürsten gemacht, und spãter festigte ein zweimaliger Besuch in Karlsruhe 1773 und 1777 die freundschaftlichen Bande. 1783 bis 1789 war Dupont badischer Geschäftsträger am französischen Hofe. Auch mit der kunst- liebenden Markgräfin pflegte Dupont einen eifrigen Briefwechsel; berühmt sind seine von Obser veröffentlichten Salonberichte von 1773/1777 und 1779, durch die er die Fürstin über das Pariser Kunstleben auf dem laufenden hielt. Auch der ältere Mirabeau, mit dem Karl Friedrich von 1769 bis 1787 Briefe wechselte, gehörte zu dem volkswirtschaftlichen Freundeskreis des Markgrafen. Neben der künstlerischen Korrespondenz der Markgräfin ging ein fort- laufender literarischer Briefwechsel einher, der unsere Beachtung verdient, wenn er sich auch nicht so anziehend gestaltete wie die Briefe der Fürstin mit ihren Kunstberatern. Es handelt sich hier mehr um unpersönliche Berichte über das Pariser Theaterwesen, über Bücher und literarische Neuerscheinungen. Eröffnet wurde diese Art von Korrespondenz mit den galanten Briefen von Smith, der schon im August 1748, also vor der Verheiratung der Fürstin, über einen Theaterbesuch von Voltaires„Semiramiscç, über den Salon mit Bild- nissen Latours und Nattiers gar anziehend zu plaudern weiß. Spãter treten an seine Stelle die Literaten de Morandt(gest. 1757), Maillot du Clairon und St. Aubin sowie Arnaud, der Pariser Gesandte des sächsischen Hofes, den Eberts Karoline Luise empfohlen hatte. Am 6. September 1769 sandte Arnaud einen enthusiastischen Brief an Karoline Luise, der mit folgenden Worten schließt: „Vous régnez doublement, à la cour, au parnasse! Vous enchantez tous les égards, Vous faites aimer la princesse, et l'on adore en Vous la déesse des Akts 28 Eine Reihe von französischen Gelehrten kam fast täglich in Paris mit den Badenern zusammen und unterhielt später diese Verbindung durch einen regen Briefwechsel. Wir nennen neben Mirabeau und Dupont de Nemours, Grimm, Le Sage, den Maltheserritter Sagramoso. Freundschaftlichen Verkehr pflegte man auch mit Madame Geoffrin und der Familie d'Argenville. Der Briefwechsel mit St. Simon nicht dem berühmten Abbé— bezieht sich allein auf Karoline Luisens Linnéwerk, er datiert nicht aus den Beziehungen der Pariser Reise. Die Gelehrten Cousin und Le Sage hatten Unterrichtsstunden bei den Prinzen übernommen, die im Quartier der Badener stattfanden. Karoline Luisens erster Besuch bei Hofe galt Maria Theresiens Tochter Maria Antoinette, der sie in Verehrung und Liebe zugetan war. Bei ihrer Hochzeitsreise nach Frankreich war Maria Antoinette von den Badenern in Emmendingen begrüßt worden; es war dies 1770, also im Vorjahre der Pariser Reise. In den Gemächern Maria Antoinettes in Versailles wurde auch die durch das französische Zeremoniell erschwerte Begrüſßzung der Markgräfin durch Ludwig XV. ermöglicht, und zwar bei der Abschiedsaudienz des Markgrafen (15. September). Unter den Damen des königlichen Gefolges waren es die Comtesse de Noailles, die Ehrendame Maria Antoinettes, und Ila Com- tesse de Marsan, geborene Princesse de Rohan, Ia gouvernante des Enfants de France, die die Markgräfin in Versailles einführten und öfters bei sich zu Gast sahen. Die Audienz beim König(9. Juli), bei der nur der Markgraf und der Erbprinz zugegen waren, da Karoline Luise an Rang hinter ihrem Sohne zurückstand, vermittelten der Herzog von Aiguillon, der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, und Graf Eberstein. Der Plan der Schenswürdigkeiten, den die Markgräfin für Paris ausgedacht hatte, war äußzerst reichhaltig. Die Kirchen und Klöster, die königlichen Schlösser und Landhäuser, die berühmten Mausoleen wurden alle besucht. Den Kunstsalons im Louvre, den Galerien im Palais Luxembourg widmete man sich eingehend. Die Sorbonne, die Königliche Bibliothek mit ihren 200000 Bänden, das Observatorium, die Manufakturen von Sèvres, die König- lichen Plan- und Medaillensammlungen ließ man sich nicht entgehen. Kaufleute und Künstler wurden aufgesucht. So hören wir von Mr. Poirier, marchand de porcelaine et de bronze, vom Ebenisten Rouselle, vom Kupfer- stichhändler Charan, wohnhaft aux deux piliers d'or, und anderen. Gleich an einem der ersten Tage betraten die Badener die Künstlerateliers der Bildhauer Coustou, J. B. Le Moyne, des Malers La Grenée. Beim Souper 29 — bei Madame du Boccage traf man die Maler Pierre und Le Roy; in Maison Moulin, dem Landhause von Madame Le Cointe, den Maler Watelet, bei Madame Geoffrin den Landschafter Vernet. Am 9. August sah man im Atelier des Malers Greuze das Bildnis der Madame Dubarry in Arbeit. Am 17. August weilte der Architekt de la Guépière als Gast bei den Badenern, vor seiner Abreise nach Montbèéliard. Der Bildhauer Houdon hatte seine Rezeptionsstatue für die Akademie in Arbeit. Bei einer Preisrichtersitzung im Louvre, an der sich die Badener beteiligten, am 31. August, wurden sie von Pierre, Vien, Cochin und Coustou empfangen, auch Pigalle, Wille, Loutherbourg, Vassé, Casanova und Vernet waren damals zugegen. In der Sitzung der Akademie der Wissenschaften, am 6. September, flocht Alembert ein beredtes Lob auf Karl Friedrich und Karoline Luise ein. Von Privatsammlungen wird besonders gedacht der Sammlung des Grafen Caylus, des Duc de Péquigny, der neben Chinoiserien und Naturalien ein physikalisch-chemisches Kabinett aufzuweisen hatte. Graf von Donop hatte Porzellane für Karoline Luise gesammelt, und dem Marquis de Givernais fällt das Lob zu, die vier schönsten Huysums der Welt zu besitzen. So flogen den Badenern in steter Tätigkeit und Belehrung die Tage und Monate des Pariser Aufenthalts dahin, und nur zu früh rief sie der Tod des Markgrafen von Baden-Baden nach Hause zurück. Die oberländische Reise im Juli-August 1773. „So wagt der Adler einen Zug Aus seinem Cedernhaus Und führt in königlichem Flug Die jungen Adler aus.““ Ein begeisterter badischer Musensohn des 18. Jahrhunderts schildert in Versen eine Reise ins badische Oberland, die Karl Friedrich und Karoline Luise im Sommer 1773 ausführten, um den Prinzen des Hauses das Land ihrer Väter und die Gedächtnisstätten ihrer Ahnen zu zeigen. Von der Favorite bei Rastatt begann diese Fahrt, sie galt den Zähringer- städten Mahlberg, Emmendingen, Freiburg, Badenweiler, Sulzburg, Lörrach und Rötteln. Die Klöster Schuttern, Ettenheim-Münster, St. Peter wurden besucht; den Fabriken, Bergwerken und Marmorbrüchen von Kandern, Schopfheim, Müllheim und Lörrach wandte man ein besonderes Interesse zu. In Munzingen stiegen die Badener im Schlosse des Freiherrn von Kageneck ab; die Rlosterschüler von St. Peter feierten den hohen Besuch durch die Aufführung eines eigens dafür gedichteten Lustspiels; der Fürstabt von St. Blasien stieg von der Höhe des Schwarzwaldes herab und machte seine Aufwartung in Kandern. 30 42 1 In Ebnet, dem Freiherrlich Sickingischen Schlosse, sah man bemerkens- werte Gemälde; ein Ausflug von Schopfheim galt dem damals neu entdeckten „Bergmännleinsloch“, der Haseler Höhle, in deren Tiefen die fürstliche Reise- gesellschaft wißbegierig eindrang. Den Abschluß dieser Reise bildete ein Besuch in Basel, über den der Bericht hier teilweise wörtlich folgen soll, da er verschiedentlich von Belang ist. Er ist der Beschreibung dieser oberländischen Reise entnommen, die ein Hofmann verfaßte, und die wir im Reiseband des markgräf lichen Nachlasses fanden: Aufenthalt in Basel am 30. und 31. August 1773. „Höchstdieselben hatten sich vorher die veranstaltet gewesenen Zeremonien und Ehrenbezeugungen der Stadt verbitten lassen und beliebten daselbst bei dem berühmten Kupferstecher Herrn von Mechel auf einige Augenblicke ab- zusteigen, um dessen Arbeiten und Kunstkabinett anzusehen. In Begleitung desselben ging man hierauf erst durch den fürstlichen Garten in das mark- gräfliche Palais, woselbst inzwischen die Equipage angekommen war. Nach einem kurzen Aufenthalt gefiel es H. D., noch vor der Mittagstafel das Zeughaus der Stadt in Augenschein zu nehmen. Von den Oberhäuptern derselben wurden auf höchstes Verlangen sogleich die Befehle erteilt, solches zu öffnen; der Zeugwart stand bei der Ankunft gnädigster Herrschaften und dero Gefolge dazu in Bereitschaft und gab sich alle Mühe, das Merkwürdige darin zu zeigen.“(Folgt eine genaue Beschreibung der Sammlung.) Im Zeughaus fand noch die Begrüßung des englischen Obristen von Beck statt, auf dem Rückweg besichtigte man bei Buchdrucker Haas seine neue Buchdruckerpresse. Nach Tisch erfolgte ein Gang nach der Stadtbibliothek und den städtischen Sammlungen, in denen Erasmusbriefe, Holbeins Kruzifix und Leichnam Christi besonders erwähnt wurden. Im Münster besah man das Zähringergrab und das Grab des Erasmus. „Der Frauen Markgräfin H. D. begaben sich hierauf in dero Wagen mit dem Lord Weemys und dem Herrn von Mecheln zu dem Apotheker Bernoulli, um dessen schöne Naturaliensammlung Zzu sehen, und nachher in das mit vieler Pracht erst seit etlichen Jahren gegen die Seite des Rheins aufgeführte Gebäude des Bandfabrikanten Sarasin, wohin Serenissimus inzwischen ebenfalls ge- kommen waren. Während dem Aufenthalt daselbst fiel die Nacht ein und ver- hinderte, mehrere Besuche zu machen, man nahm also den Rückweg in das fürstliche Palais.“ Den anderen Tag zeichnete ein Spaziergang in Basel aus, bei der Mittags- tafel waren die Oberhãupter der Stadt anwesend, abends stattete man dem 31 UE Stadtkommandanten von Henningen einen Besuch ab. Am 31. September er- folgte die Heimreise nach Karlsruhe über Neubreisach, Schlettstadt und Kehl. 4 Lyon, Port de Cette, Antwerpen, Brüssel, Düsseldorf. Unter den Reisen, von denen wir nur aus Routenlisten und Kostenzetteln 3 unterrichtet sind, heben sich zwei größere Unternehmungen heraus: 1779 eine 5 Südfranzösische Reise nach Lyon, Port de Cette, und im Frühjahr 1777 eine kKleine Kunstreise der Markgräfin nach Brüssel und Antwerpen. Außerdem sind einige kleine Rheinreisen au erwähnen, die rheinischen Schlössern und 4 Galerien galten. 8o fuhr Karoline Luise im Frühjahr 1775 in Begleitung ihres Sohnes Friedrich nach Düsseldorf, wo sie sich am 25. und 26. März auf hielt und im ö Hof zu Holland abstieg. Auf der Heimreise erstand man in Köln achtzehn Bouteillen Kölnisches Wasser und kehrte zu einer kurzen Besichtigung in den Schlössern Brühl, Fulderlust und Poppelsdorf an. Zweibrücken, Mainz, Frankfurt, Straßburg. Rhein, Pfalz, Elsaf und Saargebiet boten mannigfache künstlerische An- regungen. Zwei Reisen nach Mainz und Frankfurt fanden am 4.—6. Januar 1776 und am 29.—30. Juni 1778 statt. Am 9. August können wir einen Tagesausflug nach Strafzburg verzeichnen. Ebenfalls als Tagesreisen von Mannheim aus wurden die beiden Zwei- brückener Reisen ausgeführt, die besondere Beachtung verdienen, weil sie belegen, daß man sich im Zweibrückener Herzogsschloſ Rat für Karlsruhe holte. Die erste dieser Zweibrückener Reisen erfolgte 1778, die zweite im Herbst 1780, wie aus Rechnungen des Wirtes vom Pfälzischen Hofe, Denner, in Mann- heim hervorgeht. Es liegen eigenhändige Notizen Karoline Luisens über Zweibrückener Wohn- und Schlafzimmereinrichtungen und Dekorationen vor. Am ein- gehendsten sind die Aufzeichnungen und Planskizzen über ein, Petit Chãteau“, 6 vermutlich das später erwähnte fürstliche Landhaus bei Pirmasens. Hier sind alle Einrichtungsgegenstände und Möbel, besonders für die Schlafzimmer und Garderoben, genau notiert und eine kleine Skizze der betreffenden Räume beigegeben. Wir lesen von einem„Salon en blanc“, einem„Chambre à lit“, Garderoben und einer„Escalier dérobé, qui passe tous les Etages“. 32 — — 7 2 8 ⁰ 2 — + 0 . E — 8. 25 4a 8 8. ◻ 2 8 * 5 .2 — 2 — L 2 EI 2 — 8⁰ — — 8 Wir beschließen diese Reiseberichte Karoline Luisens mit der Reise nach Venedig 1780. Die italienische Reise vom 12. April bis 12. Mai 1780. Ein Tagebuch des Prinzen Friedrich und ein Reisebericht des Hofrates Ring, aus den Erzählungen der Reisenden nachträglich zusammengestellt, geben uns über die italienische Reise der Markgräfin Auskunft. Karoline Luise unternahm diese Reise, die Venedig zum Hauptziel hatte, allein in Begleitung ihres Sohnes Friedrich und ihres Reisemarschalls, des Oberstallmeisters von VUxküll, und dessen Tochter, der Hofdame der Mark- gräfin. Man hatte beabsichtigt, am Himmelfahrtstage, am 4. Mai, in Venedig zu Sein, um der berühmten Zeremonie der Vermählung des Dogen mit dem Meere anzuwohnen. Ein heftiger Sturm zwang in diesem Jahre zur Verlegung des berühmten Festes auf den nächsten Sonntag. Die Badener konnten dies aber nicht mehr abwarten, da Karoline dem Markgrafen ihr Versprechen einhalten wollte, am 12. Mai wieder in Karlsruhe zu sein. Die Reise nach Italien ging am 12. April über den Brenner; man über- nachtete in Ulm, Füssen, Lermoos, Innsbruck, Steinach, Bozen, Trient und erreichte am siebenten Tage über Volano und Peri Verona. Ring vermerkt hier, daß Karoline der Maison Quarrée in Nimes den Vorzug gab vor dem berühmten Veroneser Amphitheater. Von Verona ging die Fahrt über Caldiero und Montebello nach Vicenza und Padua. In Padua hielt man sich einen halben Tag auf und fuhr über Ferrara und Bologna nach Florenz. Florenz widmete man nur wenige Tage, vom 26. bis 28. April, um dann denselben Weg über Bologna nach Padua wieder zurück zu nehmen. In Padua stieg man zu Schiff und erreichte die Brenta herabfahrend am 1. Mai Venedig. Auf der Heimreise übernachteten die Badener in Bassano, Grigno, Steinach und Reith. Von Reith aus ging es drei Tage und zwei Nächte lang in un- unterbrochener Fahrt nach Karlsruhe zurück, das man am 12. Mai mittags um 3 Uhr glücklich und ohne Zwischenfall erreichte, so daſʒ das dem Mark- grafen gegebene Versprechen eingelöst wurde. Diese eilige Heimreise war entschieden eine Leistung; besonders schwierig und gewiſß kein Vergnügen war die Fahrt über das„rauhe Tyroler Gebirge“ gewesen, wo man acht Pferde an die Postkutsche spannen mußte und der Wagen, damit er nicht umfiele oder sonst beschädigt würde, beständig gehalten werden mußzte. Wir erfahren auch, in welchen Gaststätten die Badener in Italien logierten; in Verona Zu den zwei Türmen, in Vicenza im Roten Hut, in Padua in der Stella 33 5 6 d'Oro, in Florenz in der Auberge des Dr. Vanini al Ponte alla Carraia und in Venedig in der Königin von England am Canale grande. Aus dem Journal des Prinzen Friedrich, das uns durch bedeutend größere Selbständigkeit er- freut als das Pariser des sechzehnjährigen Erbprinzen, tritt uns ein ganz be- stimmtes Kunsturteil entgegen. Wieder steht die Vorliebe für die Malerei allen anderen Betrachtungen voran, der Prinz ist hier ein gelehriger Schüler seiner Mutter. Das Interesse für Architektur und Plastik tritt daneben mehr in den Hinter- grund. Es macht sich ein Kunsturteil bemerkbar, das sich in der Richtung des Mengsschen Neuklassizismus bewegt. Wie in Goethes Italienischer Reise, s0o finden wir auch hier die Vorliebe für die Architektur Palladios deutlich bekundet. Die Grazie, Harmonie und vornehme Zurückhaltung seines Stils fesseln und gefallen, dagegen hören wir von der Architektur des Palazzo Pitti, daß sie„kühn, aber zu groß und grob“ sei. Michelangelo wird überhaupt kaum erwähnt, er würde wohl einem ähn⸗ lichen Urteil unterworfen sein:„Ubernatürlich groß.“ Besonderes Wohlgefallen erregte auch die Klassisch klare Architektur des Kirchenraums von S. Lorenzo in Florenz. Die Beobachtungen über die Malerei und über die Landschaft Italiens sind gründlich und zutreffend. Wir fügen einige Proben aus dem Journal des Prinzen und den Berichten Rings bei. Einfahrt in Venedig am 1. Mai 1780. 5.. Vers le midi nous nous sommes embarquèés sur la Brenta pour aller à Venise, qui fait un trajet à peu près de sept lieues. Ce fleuve a une très belle eau, fort claire et tranquille, qui présente tous les objects comme un miroir; ilest bordéè de deux cotés de belles maisons de campagne. La plus belle ap- partient à la maison Pisani; c'est plutõt la plus jolie promenade que P'on puisse imaginer qu'un voyage. Depuis Fusino on entre dans l'eau salée et enfin en pleine mer. Le soleil, qui allait bientöt se coucher vers ce temps là, donna par ci par là des lumières aux vogues qui paraissent et reparaissent avec la vitesse du feu éléctrique. L'aspect de la grande et belle ville de Venise, à la- quelle nous approchons peu à peu, offre une situation très particulière et frap- pante aux étrangers, qui la voyent pour la première fois et qui distingue cette ville de toutes les autres villes de la terre. Bẽnoit XIV a dit, qu'elle ressemb la à un grand vaisseau qui a jetè ancre au milieu de la mer, qu'on aborde par des petites chaloupes et j'ai trouvè la comparaison fort juste.“ Der Doge von Venedig ehrt Karoline Luise. Aus dem Bericht Rings: „In Venedig erhob sich am Himmelfahrtstage ein heftiger Wind, daher die Zeremonie der Vermählung des Dogen bis auf den folgenden Sonntag 34 —— verschoben wurde, welches aber I. H. D. nicht abwarten wollten. Indessen speiste an diesem Tage der Doge öffentlich, und man sahe ihn speisen. Er saß da in seiner Stola von Silberstoff mit goldenen Blumen und seinen vier Zipfeln an der Perruque, welche die Corona ducale zu halten angebracht sind, ein alter Mann, Paul Renier, der erst vorm Jahre gewählt worden. Der französische Gesandte Mons. de Vergennes, der mit zu Tisch saß, erkannte die Frau Mark- gräfin, sagte es dem Dogen heimlich, wobei dieser einen Pagen herbeikommen ließ, eine schöne Nelke oder Grasblume, die er anstecken hatte, auf einen Teller legte und befahl, sie in seinem Namen der ihm gegenüber sitzenden Dame zu präsentieren. Indem I. D. die Blume nahm, erhob sich der Doge um etwas von seinem Sitze und machte ihr eine tiefe Verbeugung. I. D. haben diese Blume in Wasser und frischer Erde zu halten gesucht und sie bis hierher (Karlsruhe) gebracht.“ Vom Aufenthalt in Venedig weiß Ring noch mancherlei zu berichten; vom Besuch der Badener in der Oper, wo die Sängerin Gabrielli ihr Lob erntete; von einer nächtlichen Gondelfahrt und vor allen Dingen von der für Ring sehr wichtigen Begegnung mit seinem Freunde, dem gelehrten Franzosen Académicien Ansse de Villoisson, der Karoline Luise, die sich aber nicht zu erkennen gab, in Venedig führte und in seinen Briefen an Ring der Markgräfin hohes Lob zu spenden weiß:„Que je n'ai jamais vu de Dame si modeste, si affable, si spirituelle.“ Durch den Grafen Savioli, den kurpfälzischen Kammerherrn und Freund des markgräf lichen Hofes, durch den Kunsthändler Artaria, durch einen vornehmen Italiener, der früher einmal am badischen Hof weilte, und den Maler Tischbein von Kassel wurde das streng durchgeführte Inkognito durch- brochen. Ansse de Villoison, dessen Briefwechsel an Ring beiliegt, wurde später zum Dank für seine venezianischen Führerdienste an den badischen Hof geladen. Wir beschlieſßen diese italienischen Reiseeindrücke mit zwei interessanten Urteilen über die oberitalienische Landschaft. Prinz Friedrich gibt in seinem Journal folgende treffenden malerischen Beobachtungen wieder: „La verdure de ce pays est d'une couleur fort agréable, excepté qu'elle tire dans le premier commencement un peu sur le jaune. Les couleurs de la campagne sont en général très unies et harmonieuses et 8e laissent réduire à quelque peu de couleurs principales qu'on pourrait je crois faire un paysage avec trois où quatre teintes diffèrentes. Pai trouvè le ciel généralement extrèmement beau, d'un azur d'une couleur si haute et brillante comme je n'en ai jamais vu, il paraĩit presque toujours d'une seule couleur, excepté vers le soir où il prend des nuances extrèmement tendres. La couleur du jour ne se voit jamais de mẽme chez nous. P'attribue à ce jour les grandes 35 chutes de lumières aux ombres si extrèemement noires, qui ne sont point amenèes par des demi-teintes; de Ià vient sũrement aussi une partie de la grande et vive imagination des habitants de ce superbe climat.“ Mit einem Zitat aus Schlözers Staatsanzeiger(1783 Heft X S. 237) schließt Ring seinen Bericht über die venezianische Reise ab. Er überrascht uns, denn noch stehen wir nicht in der Zeit, da man über die Schönheiten Italiens Deutschland vergaßz. Wir lesen von der oberitalienischen Landschaft das offene Wort: „Auf einen Deutschen, der zum erstenmal nach Italien kommt, macht es einen ganz besonderen Eindruck, wenn er in unendlichen Ebenen keine einzige Waldung sieht, folglich auch keine Vögel hört, dagegen lauter Kunstbäume in geraden Linien gezogen erblickt, aber in wenig Tagen wird es ihm unausstehlich langweilig, und das deutsche Auge sehnt sich nach Wald und Natur.“ Aus nüchternen Rechnungen, fleißigen Berichten der Prinzen und Hofleute zeichneten wir die Reisen der Markgräfin Karoline Luise auf. Wir fanden sie trotz trockener Einzelheiten eingehender Darstellung wert; sie schildern ein Stück badischer Kulturgeschichte, sie bestätigen und ver- tiefen all das, was wir am Lebensbild Karolinens hervorhoben. Diese Fahrten im holprigen Reisewagen, über steinige Wege, bei denen Karoline Luise von Baden keine Mühe und Last scheute, erweisen uns noch einmal, daß im Studium von Kunst und Wissenschaften das Lebensglück dieser Fürstin beschlossen war. II. Die Sammlerin und ihre Berater. Je vous avοννο gꝗue je Suis aussi folle des tableauæ que des livres.“- (Caroline 1759 an Rat Treuer.) EFEUEFEEEEEEC. Die Pariser Erwerbungen. Die Pariser Erwerbungen der Fürstin bilden den glänzenden Höhepunkt ihres Sammlertums. Die Pariser Korrespondenz ist äußerst spannend und lebendig. Einen Atemzug vor der Wende der französischen Revolution stehen wir noch mitten in der Blütezeit französischer Kultur und Geistigkeit des 18. Jahrhunderts. Große Künstler wie Boucher, Chardin und viele andere berühmte Meister treten auf; Kunstsammlungen reicher Privatleute, die be- neidenswerte Werke ihr eigen nannten, öffnen sich uns. In ihrem Pariser Ver- treter, dem elsässischen Bankier J. H. Eberts, gewinnt die Markgräfin eine kunstverstãndige, interessante Persönlichkeit, die sie mit Wärme und Sach- kenntnis berät. So rechtfertigt sich die ausführliche Lebensbeschreibung dieses rührigen Kunstpolitikers, die wir anfügen. Der hessische Rat Fleisch- mann hatte durch seine Pariser Briefe als erster die Kunstliebe der Fürstin geweckt, die Lust zum Sammeln entfacht. Der Neubau des Karlsruher Schlos- ses und der Wunsch einer passenden Innenausstattung der Privaträume der Fürstin drängt weiter zu künstlerischen Erwerbungen; so treten anfänglich auch der beratende Baumeister des Karlsruher Schloßbauwesens, L. Ph. de La Guépieère, sowie der berühmte Kupferstecher Wille als Pariser Kunstagenten der Markgräfin auf. Nach La Guépières Entwürfen wurden die Privatgemächer der Fürstin im Westflügel des Karlsruher Schlosses, die ihr Arbeits- und Malereikabinett auf- nehmen sollten, ausgeführt. Als ihr Kunstagent tritt der Architekt aber nur im ersten Jahr der Gemäldeerwerbungen auf. Ein Berchem, eine Marine Willaerts, zwei Blumenstücke Bacheliers, zwei Stilleben Chardins, das waren die Bilder, die er besorgte, zugleich die ersten, die Karoline Luise im Juni bis Oktober und Dezember 1759 aus Paris bezog. Da allerlei spätere bauliche Eingriffe im Schloßbau vorliegen, können wir heute die Räume nicht genau bestimmen, die das Karolinische Kabinett be- herbergt habenk. Nach dem Mellingschen Inventar müssen es doch mindestens drei bis vier Gemächer gewesen sein, wenn auch ursprünglich nur das eigent- liche Arbeitszimmer der Fürstin dafür gedacht war. Dies Arbeitszimmer ver- muten wir an der Südseite des Baues, in dem zwischen Hauptbau und West- flügel eingeschobenen großen Eckzimmer, dem heutigen„blauen Salon“. Nat Fleischmann. Der hessische Geheime Hofrat Fleischmann war Karoline als väterlicher Ratgeber und Freund aus der Heimat ergeben. Wir finden diesen gebürtigen 30 Hanauer Juristen in Straßburg und Paris in hessisch-diplomatischen Diensten tätig. Der Briefwechsel mit Karoline Luise von Baden reicht bis in das Jahr 1746 zurück, noch in die Zeit vor ihrer Heirat und Ubersiedlung nach Karlsruhe. Der gütigen Mitteilung des Straßburger Stadtarchivs verdanken wir die folgenden näheren Angaben über Fleischmann: Georg Wilhelm Fleischmann ist gebürtig von Wolfisheim bei Straßburg, wWo sein Vater, Johann Georg Fleischmann, als hanau-lichtenbergischerOber- amtsschaffner tätig war.(Siehe darüber: Genealogisches Handbuch der bürger- lichen Familien Bd. 9 S. 243.) Georg Wilhelm Fleischmann hatte in Straßzburg Philosophie und Jura studiert(siehe Knodt, Die alten Matrikel der Universität Straßburg). In der Sitzung des Rates der XXIer vom 7. November 1735 wird Fleischmann als „erfahrener Rechtsgelehrter“ zum Referenten beim Polizei- oder Zuchtgericht ernannt. Diese Funktion hatte er bis Ende des Jahres 1761 inne, von welchem Zeitpunkt ab er zum hessen-darmstädtischen Geheimen Rat ernannt wurde. Er starb in Straſzburg, unverheiratet, den 31. Mai 1776 im Alter von 83 Jahren und fünf Monaten. Als Zeugen haben den Sterbeakt unterzeichnet: Christoph Wilhelm Koch, Professor und Bibliothekarius in Straßburg, als„Neveu“, und Kochs Schwager, Phil. Friedrich Kern, fürstlich hanau- lichtenbergischer Regierungsrat, ebenfalls als„Neveu“. Eine Schwester des hessischen Rates Fleischmann, Susanna Dorothea, heiratete den hanau- lichtenbergischen bzw. hessisch-darmstädtischen Kammer- rat Joh. Reinhardt Koch(geboren in Buchsweiler 1697, gestorben in Straß- burg 1755). Aus dieser Ehe gingen elf Kinder hervor, darunter mehrere nam- hafte Juristen und Gelehrte. Der obenerwähnte Neffe Fleischmanns, Christoph Wilhelm Koch, das achte Kind dieser Ehe, tritt uns später als berühmter Staatsrechtslehrer und Publizist entgegen, Mitglied des Pariser Direktoriums und Tribunals, Berater Napoleons; Goethe erwähnt ihn in Dichtung und Wahrheit als seinen Freund, wir finden sein Grabdenkmal in der Thomaskirche in Straßburg. Kaiser Joseph hatte ihn als Edlen von Koch in den Adelsstand erhoben. (Uber die Familie Koch siehe im Körnerschen Genealogischen Handbuch für bürgerliche Familien Bd. 9, 1902, S. 243 fl. und in Froitzheim, Zu Straß- burgs Sturm- und Drangperiode, 1770 1776, S. 58.) Im hessischen Staatsarchiv fanden sich außzer einigen Einträgen in Kabinetts- Protokollen keine Akten über Fleischmann; Personalakten fehlen völlig, da das besondere Archiv der Grafschaft Hanau-Lichtenberg bis auf geringe Reste zugrunde gegangen ist. 40 — — — — — S. 2 gräfin aus d Kg Larl Bildnis der Der ausgedehnte Briefwechsel Karoline Luisens mit Rat Fleischmann diente anfänglich der Befriedigung der literarischen Interessen der Fürstin. Fleischmann berät sie bei der Anschaffung ihrer Bücherei; zahlreiche Bücher französischer Autoren sowie französische Ubersetzungen Klassischer Schriften werden von Fleischmann aus Paris besorgt. Wir finden auch deutsche Bücher auf ihrer Wunschliste, wie die Schriften des„Philosophen von Sanssouci“. Im Jahre 1759 tritt in dieser ausschließlich Iiterarisch-bibliophilen Korrespon- denz, für Fleischmann selbst ganz überraschend, das Interesse für Malerei auf, das die Fürstin ganz plötzlich erfaßt hatte. Sie gesteht bei der Bestellung zweier Bilder von Meskerk:„Je vous avoue, que je suis aussi folle des tableaux que des livres.“ Es sind die Stilleben Chardins im Besitze des Pariser Abbé Troublet, über die sie Fleischmann befragt. Sie hatte von diesen Bildern in einer pe- riodischen Zeitschrift gelesen, und diese Beschreibung machte ihr Lust, selbst Bilder dieses berühmten Malers zu besitzen, dessen Pinsel sie bis jetat noch nicht kannte. Fleischmann gibt in einem Briefe vom 27. Oktober 1759 ausführlich Bericht über die Bilder des ihm bekannten Troublet und über ihren Verbleib. Er rãt Karoline zur Anschaffung von billigen Repliken und erklärt sich als lang- jähriger Freund des Künstlers bereit, diese zu besorgen. Ende 1759 hören wir zu unserer Uberraschung, daß er der Fürstin einen„joli petit Chardin“, viel- leicht die einstige Briefsieglerin, die in älteren Katalogen der Kunsthalle noch aufgezählt wird, heute aber verschollen ist, zum Geschenk gemacht hat. Karoline war über diese Gabe auf das äàußerste erfreut und suchte sie durch ein Gemälde von ihrer Hand, das sie Fleischmann schenkte, wettzumachen. Allerdings gesteht sie:„Un petit barbouillage de ma façon ne saura occuper la place du beau Chardin, dont je viens de vous priver.“ Im Frühjahr 1760 beteiligte sich die Fürstin auf Fleischmanns Anraten an der Subskription zu den Kupferstichwiedergaben der Vernetschen Seehäfen von Le Bas, die somit den Beginn ihrer kleinen Kupferstich- und Hand- zeichnungssammlung machen, die ebenfalls ein beträchtlich hohes Niveau erreichte. Fleischmann lieferte der Fürstin gleich zu Anfang wertvolle Beiträge. Er schickte Portefeuilles mit Originalzeichnungen aller Schulen und scheint sich hier wieder in liebenswürdiger Weise seines eigenen Besitzes beraubt au haben. Denn er schreibt:„Toute la grãce, que j'ai à lui demander, c'est à vouloir les garder, jusqu'à ce que je vienne à les réclamer, ce qui m'a bien la mine de n'arriver jamais.“ Ende des Jahres 1759 gingen dann zwei, jolis tableaux de Meskerk“, die Karoline sich auserbeten, zum billigen Ankaufspreis aus Fleisch- manns Besitz in den der Fürstin über. Die wichtigen Gemäldeerwerbungen, 41 5 22 A die Karoline Luise der Vermittlung Fleischmanns verdankte, waren die An- kãufe aus der berühmten Sammlung des Comte de Vence. Durch Fleischmanns und Rat Reiffensteins Empfehlung tritt noch der Kupferstecher Wille, als besonderer Kenner der Sammlung des Grafen, deren Katalog er verfaßt hatte, hilfreich und beratend dazu. Ursprünglich waren die Aufträge für die Vente de Vence an Eberts ergangen, der schon im Januar 1760 den Tod des Grafen gemeldet hatte, während Fleischmann erst im Februar der Fürstin davon berichtete. Auf Anraten Fleischmanns wird dann ein Teil der Aufträge Eberts wieder entzogen und Wille übertragen, der noch günstigere Bedingungen er- zielen kann. Mit größter Liebenswürdigkeit und größtem Eifer widmete sich Wille diesen chrenvollen Aufträgen, kein Gang, keine Mühe scheint ihm zuviel. Als geborener Hesse war er der Fürstin noch besonders zugetan. Wille erwarb die beiden„Akademieen“ Pierres für nur 25 Louisdor, in- dem er sie dem Künstler selbst wieder entlockte, der nach dem Tod des Grafen die beiden Bilder zurückgezogen hatte, weil sie noch nicht bezahlt waren. Außzerdem sicherte er der Fürstin acht Bilder auf der eigentlichen Ver- steigerung im Gesamtwerte von 1217 Livres. Eberts wurde der Ankauf von sechs weiteren Gemälden überlassen, darunter Netschers„Kleopatra“, der sehnlichste Wunsch Karoline Luisens,„le diamant du cabinet de Vence“. Mit besonderem Glück fügte Eberts auf eigene Rechnung noch drei Ge- mälde hinzu, zwei Teniers und das vorzügliche Rembrandt-Selbstbildnis, das somit zum Preis von 400 französischen Pfunden in den Besitz der Fürstin überging. Eigentlich waren noch wertvollere Werke in Sicht gewesen und gewünscht worden. Zwei Rembrandt Philosophen, die aber als Legate der öffentlichen Versteigerung entzogen wurden, und eine„Vierge de van Dyck“. Bei diesem Bild mußzte Karoline aber gestehen:„Toute belle qu'elle est, elle passe mes facultẽs, je ne peux acheter que des éventails, n'en dẽplaise à Monsieur Caylus.“ Graf Caylus hatte Karoline Luise sagen lassen, alle anderen Bilder des Grafen de Vence seien gegen diese Hauptwerke„des éventails“. Nach der so glücklich verlaufenen Vente de Vence wurden von Fleischmann keine Gemäldeankäufe mehr vermittelt; er erteiſte nur später seine Ratschläge wegen des Verkaufes zweier Bilder, die von dem Haager Maler Frank herrührten, sowie über zwei Stilleben von Bachelier, die Karoline gerne in Paris wieder anbringen möchte, da sie ihr auf die Dauer nicht zusagen. Der Briefwechsel mit Fleischmann geht aber bis zum Jahre 1773 weiter, einige Proben daraus sollen den sehr persönlichen und freundschaftlichen Stil dieser Briefe veranschaulichen. 42 Aus dem Briefwechsel Fleischmanns. Fleischmann an Karoline Luise. 21. November(2) 1760. „Que j'envie le sort de Monsieur Reifenstein! qui aura l'honneur de re- mettre à votre Alt. Ser. cette lettre avec un petit paquet, où Elle trouvera la suite des feuilles de Fréron avec quelques cours de dessins de Maitres fameux dont j'ai fait emplette dans I'Inventaire de feu Mr. Audran, graveur du roi Oui Madame après avoir vu des chefs d'oeuvre de crayon de V. A. S. on brüle d'envie d'en voir de son pinceau. A. a. o.— il me semble que si j'en Savais autant que cela je n'achèterais point des tableaux.“ Ders. an dies. 19. Mai 1761. „C'est-il possible que V. A. S. veut bien me procurer un ouvrage de son pinceau prẽcieux?“ Ders. an dies. 18. Mai 1761. Im Anschluß an die Besprechung des von Karoline Luise gekauften„Mé- decin“ von Teniers aus dem Kab. de Vence. „Quelque parfait que soit ce morceau, il y a bien d'autres motifs qui m'ani- meraient de me rendre à la Cour de V. A. S., où je suis persuadé de voir et d'admirer des qualités qui èchappent aux traits des Peintres, des Poëtes et des Orateurs, qui ont poussé leur art au plus haut point de perfection. Mais j'ose la supplier de faire réflexion qu'avant de jouir d'un avantage si précieux, il faudra passer par un chemin tout rempli d'épines, et aujourd'hui plus que jamais— travailler sans cesse et ne pas devenir plus riche, c'est mon etoile.“ J. H. Eberts und die Pariser Ankäufe der Fürstin. Jean Henry Eberts,„associé honoraire de P'académie des beaux arts“ in Paris, gehört zu jenen Persönlichkeiten des Kunstlebens, die als Kenner, Sammler und Dilettanten fördernd, anregend und geachtet in ihrer Zeit da- stehen, denen aber das Mißgeschick widerfährt, daß ihren Ruhm und den Erfolg ihrer Taten andere ernten, eben die Kunst und die Künstler, die sie gefördert und in den Sattel gesetzt haben. Und doch kann die Kunstentwicklung diese Persönlichkeiten nicht entbehren, und eine geschichtliche Betrachtung fühlt sich später veranlaßt, auch für den Kunstpolitiker und Kenner eine Lanze zu brechen. Zu den berühmtesten und wertvollsten Kupferstichwerken des 18. Jahr- hunderts gehört ein Werk, welches den Titel führt:„L'histoire des moeurs et du costume des Francais au XVIII. siècle“ oder auch„Monument du costume physique et moral“. Dieses Werk geht unter der Flagge seiner Stecher Sig- mund Freudenberg und Jean Michel Moreau le Jeune. Dieser seltene Bilder- 8 2 — kodex der Moden und Sitten des vorrevolutionären Frankreich hat aber, wenn wir uns in seine Geschichte vertiefen, den Kunstagenten der badischen Mark- gräfin Karoline Luise, den Pariser Bankier J. H. Eberts, einen gebürtigen Straßburger, zum Herausgeber und Erfinder. Wir verweisen für die Ent- Stehungsgeschichte dieses Werkes und seiner zahlreichen Neudrucke und Neu- ausgaben auf die Anmerkungen; wir heben hier nur hervor, daß es erstmals 1776 in Paris erschien unter dem Titel, Suite d'estampes pour servir à Thistoire des moeurs et du costume des Frangais au XVIII. siècle“, gedruckt bei Laurent Prault.&æ Der Zeichner und Stecher Moreau le Jeune ist bekannt, weniger der Schweizer Sigmund Freudenberg, der nur die erste Folge der Kostümgeschichte arbeitete. Freudenberg kam nach Paris in Willes Atelier, dort lernte ihn Eberts kennen und für seinen Plan gewinnen. Es erscheint uns doch beachtenswert, hervorzuheben, wenn wir Namen wie Wille, Eberts, Freudenberg hören, wie hier in Paris eingewanderte Aus- länder, auch Deutsche, ihr Teil mit dazu beitrugen, die französische Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts bekannt zu machen. Aus dem Briefwechsel Eberts' mit der badischen Markgräfin geht hervor, daſßʒ Karoline Luise zu den ersten Subskribenten der Kostüm- und Sitten- geschichte gehörte. Wir wissen auch, daß dies Werk, das Eberts sehr ans Herz gewachsen war, und von dessen glücklichem Fortgang er der Markgräfin öfters erzählte, vom badischen Hof in zwei Exemplaren angeschafft wurde, für Karoline Luise wie für die Erbprinzessin Amalie. Um so bedauerlicher ist es, daß sich der Verbleib dieses wertvollsten Besitzes bis heute noch nicht fest- stellen ließ; bei den persönlichen Beziehungen des Herausgebers zum Carls- ruher Hof, bei der Seltenheit und dem hohen Wert des Werkes ein betrüb- licher, ja unersetzlicher Verlust. Aus den Kreisen der Pariser Künstlerwelt war Eberts besonders mit dem Maler Boucher und dem Architekten Louis befreundet. Seine große Sympathie und Begeisterung für Boucher führte ihn auch dazu, vier Blätter nach Bouchers Zeichnungen in Kupferstich auszuführen, Blätter, die Widmungen an den Freundeskreis des Ebertsschen Hauses tragen, darunter so bekannte elsässische Familien wie die des Barons Dietrich. Von anderen bemerkenswerten Freunden J. H. Eberts' wären noch Necker und Gluck zu nennen. Der auf allen Gebieten der Kunst beschlagene Eberts trat auch als Literat erfolgreich auf. Er übersetzte fünf deutsche Theaterstücke ins Französische, darunter Lessings Nathan,„Les juifs“, 1781. Eine neuere literarische Würdigung und Erwähnung von Eberts und den deutsch-französischen Kunstbeziehungen seiner Familie finden wir in André 44 Giradies Biographie des Straßburger Malers Jean Fréd. Schall*. Schall gehörte ebenfalls zu den Schützlingen des Hauses Eberts. Entschieden erfolgreich tritt aber die Gazette des Beaux Arts für Eberts ein, wo Emile Dacier eine Lanze für unseren gewandten Kunstberater der Markgräfin bricht, indem er ihn als Erfinder eines Kleinen, eigenartigen Schmuckmöbels,„Athénienne“ betitelt, feiert“. Wir könnten aus der Karolinischen Korrespondenz noch mancherlei über Eberts' Möbelliebhabereien beitragen. Uber die Familie Eberts' konnten wir dank dem Entgegenkommen des Straßburger Stadtarchivs und des Direktors des Straßburger Museums, Dr. Haug, folgende Tatsachen in Erfahrung bringen. Wir hören, die Eberts waren eine angesehene Straßburger Kaufmanns- familie, die besonders dem Bank- und Speditionsgeschäft oblag, und die im 18. Jahrhundert gerade auf dem Gebiete des deutsch-französischen Kunst- handels hervortrat. Sie stammen aus einer Wormser Weinhändlerfamilie, die im 18. Jahrhundert nach Straßburg einwanderte. Philipp Jakob Eberts erwarb im Jahre 1723 das Straſßburger Bürgerrecht durch die Heirat mit der Straß- burger Kaufmannstochter Marie Salomé Vigera. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor, drei Söhne und eine Tochter; der zweitälteste Sohn ist unser Jean Henry Eberts, der am 30. September 1726 geboren wurde. Sein älterer Bruder, mit dem Namen des Vaters, Philippe Jacques, führte das Speditions- und Landkutschenhaltergeschäft des Vaters weiter unter dem Titel eines„directeur des diligences d'Alsace“, und wie wir aus der Kor- respondenz der Karoline Luise entnehmen, auch als„directeur des postes allemandes“, das bedeutet der Postwagenfahrten nach Baden und Deutsch- Iand. Philippe Jacques Eberts(1724—1798) vermählte sich mit Susanne Al- bertine Trembley. Seine einzige Tochter Susanne Albertine Eberts heiratete 1770 den Kaufmann Pierre Daniel Ottmann, den Sohn des Straßburger Arztes Isaac Ottmann. Dieser Daniel Ottmann kam in das Haus und das Geschäft seiner Schwiegereltern, das in seiner Familie bis fast auf unsere Tage verblieb. Wir kennen auch das Haus, das die Familie Eberts aus dem Besitze der Vigera übernahm. Es ist das Haus Zum goldenen Schaf in der Unteren Kauf hausgasse, das aus dem Besitz der Familie Ottmann später in den Besitz des Straſzburger Bürgermeisters Ernst Lauth überging und als solches heute noch bekannt ist. Das Haus Lauth gehört trotz allerlei Umänderungen zu den schönsten, malerisch gelegenen Straßburger Bürgerhäusern der Renaissance- 88 Zu bemerken wäre noch, daß die Firma Ottmann, den alten Traditionen der Familie folgend, das„Bureau des messageries grand-ducales de Bade“ auch im 19. Jahrhundert weiterführte. 45 — — 2 .— 15 „W. Wir sahen, Rat Fleischmann erfreute die Fürstin durch seine Beziehungen zu Chardin; der Bankier Eberts wufzte sich durch seine Freundschaft mit Boucher zu empfehlen. Die Verbindung mit dem Pariser Bankhaus Papelier et Eberts, Paris, Place des Victoires, und zu dessen kunstsinnigem Chef Jean Henry Eberts war anfänglich rein geschäftlicher Art gewesen. Sie wurde im April 1756 angeknüpft mit einem Schreiben von Eberts' Bruder, dem„direc- teur des postes allemandes“ in Straßburg. Es handelte sich in diesem ersten Schreiben um Ubersendung von Stichen, Büchern, Luxusgegenständen, Mode- artikeln aller Art, die das Pariser Kauf haus Maelrondt für Karlsruhe besorgt hatte. Aus diesen Besorgungen entspann sich dann der Briefwechsel zwischen der Fürstin und dem Pariser Eberts, der Karoline Luise am 17. Juni 1758 seine persönlichen Dienste für Besorgung von Kunsteinkäufen anbot. In diesem Anerbieten haben wir Anregung und Beweggrund zu der ganzen Sammeltãtigkeit der Fürstin zu suchen. Sehr bald fand sich Gelegenheit, durch die Bestellung der Bouchers, durch die Vermittlung des Ankaufes Bötticher den regen Briefverkehr in künstle- rischen Fragen zu festigen, ja, Eberts verstand es in hohem Maße, die Gunst und Freundschaft Karolinens zu gewinnen. Es war, wie schon erwähnt, die günstige Konjunktur des Siebenjährigen Krieges, die Karolinens aufflammendem Sammeleifer zu Hilfe kam und Z2u Erfolg führte. Kriegszeiten sind für den Sammler, der sie zu nutzen versteht, stets gün- stige Zeiten. Denn überall lagen damals die Künste danieder, gingen die Künstler nach Brot, wurden die Preise bescheiden. Unfreiwillig, doch der Not gehorchend, gab man die Kunstschätze der Privatsammler auf den Markt. Besonders der Pariser Kunstmarkt entfaltete ganz ungeahnt seine Schwingen. Von Monat zu Monat gewann er an Wert und Interesse. Die berühmten Pariser Privat- sammlungen wurden durch den Tod ihrer Besitzer öffentlicher Versteigerung preisgegeben. Namen wie die des Comte de Vence, der Peilhon, De Selle Julienne, De la Live de Jully, des Duc de Choiseul und vieler anderer belegen dies zur Genüge. Das bunteste Treiben des Pariser Kunstmarktes, in einer Zeit, da Meister- werke ersten Ranges noch zu vergeben waren, zieht an uns vorüber. Die Geschichte der Pariser Kunstankäufe Karoline Luisens gewinnt damit eine erhöhte kunst- und kulturhistorische Bedeutung. Es wird wenig Dokumente geben, die uns so lückenlos, so lebendig mit dem Runstmarkt des 18. Jahrhunderts vertraut machen, wie die künstlerische Korrespondenz der badischen Markgräfin. Es war deswegen auch das Bestreben dieser Arbeit, diese Lebendigkeit und den besonderen Reiz der Originalbriefe 46 auch in der Bearbeitung zu erhalten, was durch getrennte Anordnung des einleitenden Textes und des die Briefe in geordneter Form enthaltenden Bilderverzeichnisses erreicht werden soll. Der Pariser Briefwechsel ist von der größten Lebhaftigkeit und Anschaulich- keit, ja er entbehrt nicht des spannenden Moments. Wir stehen mit Eberts und der Fürstin mitten im Getriebe der Versteigerungen, wir werden selbst vom Sammlerfieber erfaßt. Wir brennen vor Begier, uns die gewünschten Werke zu sichern. Wir sind enttäuscht, wenn sie uns entgehen, weil die ver- fügbaren Mittel nicht reichten. Wir erwarten voll Spannung die Ankunft der Bilder, hören und sehen, wie die Kisten sich öffnen, wir nehmen an der ersten glücklichen Besitzergreifung teil. Selbst wer wenig kunsthändlerische Instinkte hat, der kann durch diese Briefe vom Sammlereifer, von Sammlerleidenschaft erfaßt werden. Wir teilen jede Begeisterung und alle Enttäuschungen der Fürstin; wir stimmen dem Eifer Eberts' zu,„de rendre le cabinet de Carlsrouhe supérieur à celui de Dresden“. Oder es ergeht uns wie der Markgrafin, wir haben„à cette heure rien que la vente de Monsieur de Vence dans la téte“. Wir verstehen auch die Verstimmung Eberts', wenn er später scheinbar die Gunst der Fürstin verliert, wenn er auf einmal nur noch spärlicher Aufträge gewürdigt wird und auf einen Brief nach dem andern keine Antwort mehr an ihn erfolgt; wir atmen erleichtert mit ihm auf, wenn das Stillschweigen sich als ein Postversehen erklärt. Wir wünschen ihm auch,„que son histoire de moeurs soit aussi coquette“, sich das Herz der Fürstin zu erobern. Doch schließlich muß dies Feuerwerk einer Sammlerleidenschaft erlöschen und der Briefwechsel Eberts' seinem Ende entgegengehen. Im Jahre 1776 ist die Kleine Sammlung der Fürstin abgeschlossen, de la Guẽpières dafür bestimmte Gemächer sind mit den Bildern geschmückt und bis zum letzten verfügbaren Platz ausgefüllt. Mehr wollte und suchte die Fürstin nicht, als ein persönlichstes und intimstes Studienkabinett, das zu täglicher Augenweide die Werke vereinigte, die ihr besonders lieb und wert Waren. Karolinens Kunstankäufe hören im Jahre 1776 überall auf, abgelöst von dem neuen Interesse für die Naturwissenschaften; auch Eberts'ꝰ unermüdlicher Eifer muſzte sich darein finden. JIäh aufsteigend von 1759 bis 1766, eine Zeit- spanne, in der 75 Bilder durch Eberts gekauft wurden, sinkt die Kurve der Ankäufe bis 1772 schnell wieder hinab, von den 78 Pariser Erwerbungen fallen nur noch drei auf die letzten Jahre. Zu dieser Tatsache ist nochmals zu bemerken, daß die Zeit des Sieben- jährigen Krieges bis zum Frieden von 1763 eine besonders günstige war, weil sie die Konkurrenz der Groſzmächte auf dem Kunstmarkt zurückhielt. 47 3 e 22 2 2 3 9—— — ——— — Das Wiederauftreten Preußens, Englands, Rußlands, Zweibrückens trieb Karoline langsam vom Kunstmarkte zurück. Eberts KHagte besonders darüber, daſz das Rußland Katharinas Paris ganz ausplündere. So hatte er sich schon 1767 bei der Versteigerung de Julienne mit größtem Bedauern über diese Tatsache geäußlert: „Quelle douleur de voir sortir et passer dans les mains des Scythes des choses si précieuses, que dix personnes au plus admireront en Russie et dont toute lEurope clairvoyante a ẽtẽ apportè de jouir ici. Tout le monde peut aspirer au bonheur de voir les bords de la Seine, et peu de monde est curieux de visiter ceux de la froide Neva.. „Il faut de demi-siècles pour former des collections à la Julienne, et un instant les disperse.“(J. September 1769.) Im Jahre 1770 bei der Versteigerung des berühmten Kabinetts de la Live de Jully, das besonders zeitgenössische Franzosen enthielt, beteiligte sich Karoline Luise, trotz aller anfeuernden Schreiben von Eberts, nicht mehr an den Verkäufen. Drouais, Rigaud, Greuze, La Hire, Largillière hatte Eberts damals zum Kaufe vorgeschlagen, aber die„prix excessifs“ dieser Maler„à la mode“ dampften Karoline Luisens Begeisterung für ihre Kunst beträchtlich. Für Rigaud wurden 50 Louisdor geboten, La Hire veranschlagte man auf 150 Louis, Chardin auf 2400 Livres, Le Moyne auf 6000 Livres, von den Bildern von Greuze soll keines unter 200 Louis kommen. Von Vernet, der sich größter Gunst erfreute, hörten wir schon 1765, daß sein berühmtes Bild„Der Sturm von Baléchon“ den„vVerrückten“ Preis von 6000 Livres erreicht hätte, während früher selbst in Rom Seine besten Bilder nicht über 1000 Livres gegangen wären. Eberts schreibt 1770: „Les commissions de V. A. pour Ia vente de la Live sont bien peu considé- rables, je crains qu'on m'ait enlevẽ une portion de sa confiance, et il me parait impossible qu'Elle ne fasse pas attention à tant d'autres sublimes tableaux, que j'ai eu l'honneur de lui annoncer.“ Einen„divin La Hire, beau comme Poussin“ hatte Eberts damals für sich gekauft, und es wollte ihm schwer in den Sinn, daß er dies Bild nicht nach Karlsruhe weitergeben konnte Vermutlich Nr. 27 des Katalogs de La Hire, Rebecca). Im September 1771 bei der bevorstehenden Vente des Duc de Bouillon schrieb er wiederum: J. B. Chardin, Stilleben mit Glasflasche. Eine der ersten Erwerbungen der Fürstin. Il y aura de superbes choses à vendre... P'ose toujours offrir mes faibles 22 8 5 8— Services à V. A. S., quoique depuis trois ans je n'aie ẽtẽ employè à la plus légère commission et sans avoir mérité ce malheur.“ Der letzte Einkauf Karoline Luisens durch Eberts erfolgte im April 1772, es war dies ein van der Werff aus der vorzüglichen Sammlung des Duc de Choiseul für 3600 Livres. Eberts erlahmte trotz der fehlenden Aufträge nicht darin, den Briefwechsel mit der Fürstin fortzuführen, ihr die Kataloge sämtlicher Versteigerungen zu besorgen und sie auf wertvolle Gemälde aufmerksam zu machen. Einen letzten Versuch machte er bei der Versteigerung des Kabinetts Blondel de Gagny. Er riet zu W. van der Velde und van Heyden, er berichtete, daßz ein 1768 von Karoline gewünschtes, damals unverkäuf liches Bild von Metsu, der berühmte„Marché au herberc“, nun zu haben sei. Er erhielt aber keinerlei Aufträge. So schlieſzt der Briefwechsel mit dem enttãuschten Brief Eberts' von 1782, es handelte sich damals um ein Angebot aus der Sammlung der Marquise von Marigny, und wir erfahren, daß Greuze und Boucher nun sehr preiswert ge- worden sind,„absolument tombés et perdus de réputation“: „Le manque de réẽponse à ma lettre tout sensible à mon respectueuse attache- ment à V. A. S. ne peut avoir d'autres causes qu'un mépris pour mes services et pour ma personne Il m'est revenu que le tableau de Lairesse, que V. A. tient de mon cabinet n'est pas fort estimé à Carlsrouhe. Si cette assertion est veritable, si Pon ætait effectivement mécontent, et s'il est encorè en bon etat, et s'il plaisait à V. A. de s'en défaire, je la supplierai de m'en donner la préférence. Je suis avec le plus profond respect Madame de Votre Altesse le très humble et très obéissant serviteur.“ Das Gemälde von Lairesse, Antiochus und Stratonike, befindet sich heute noch im Besitz der Karlsruher Sammlung, und wir haben keinerlei Grund, uns die pessimistische Auffassung Eberts' anzueignen, daß er jemals die Gunst der Fürstin verloren. Seine übrigen Briefe erweisen dies ohne weiteres. Aus den Briefen von Eberts. Persönliches.) Karoline Luise an Eberts. o. D. Konzept. 1760. „Votre goüt Monsieur ne pouvait mieux se déployer que par P'arrivèe de deux tètes admirables de Monsieur Boucher. Je les trouve aussi belles que 49 — — vous me les avez dites; mon cabinet en recoit un nouveau lustre et me voilà tous les jours plus vaincue de vos connaissances et confirmée qu'en fait d'art et de goũt je ne saurais mieux m'adresser qu'à vous Monsieur.“ Ders. an dies. 24. Oktober 1764. Bei der Geburt eines Prinzen. „Soit Mieris, soit Rembrandt, ou Rubens, les Sérénissimes Princes feront toujours le plus bel ornement de la Galerie de Carlsrouhe, et à coup sur les chefs d'oeuvre que'amateur comme le vulgaire reverra chaque jour avec un nouveau plaisir, j'en aurais bien grand plaisir si à la satisfaction actuelle de V. A. S. se pourrait joindre un modèle de Metsu; je veux dire une belle Prin- cesse pleine de grãce comme une divinité représentèe par Boucher.“ Karoline Luise an Eberts. 1. November 1771.(L. d'A.) Dank für Eberts' Bemühungen bei Karoline Luisens Pariser Aufenthalt. „Mr. de Palm que le Margrave avait laissé à Paris pour arranger nos equi- pages que notre départ subit et inattendu nous obligea de laisser en arrière Etait en mẽème chargé Mr. de notre part de mille remerciments pour vous de toutes les honẽtetẽs que vous nous avez temoignès et des soins obligeantes que vous avez pris Mr. pour nous rendre notre séjour de Paris beaucoup plus agréable. Il devait ẽgalement vous prier Mr. de témoigner notre reconnaissance la plus sensible à toute la famille d'Argenville. Mais voici qu'il m'apprend à son arrivèe que malgrè qu'il se soit rendu 3 à 4 fois à votre porte il n'a jamais eu Pagrẽment de vous y trouver. Je me hãte donc à m'acquitter moi-mëme ci en- vers vous de ce devoir et vous prie de remplir également notre intention vis à vis de toute la maison de d'Argenville sans oublier Mr. Bourgeons.“ Ders audies DeenberR (Nach der plötzlichen, durch Antreten der Baden-Badischen Erbschaft erfolgten Abreise der fürstlichen Familie aus Paris.) „Le départ subit de V. A. S. a été pour moi un coup de foudre, à P'instant que je me flattais du bonheur de la recevoir pendant quelques minutes dans mon cabinet.“ Ders. an dies. 29. Februar 1772. (Bei Ubersendung des Katalogs des Duc de Choiseul.) „Toujours pénétré de reconnaissance de la bonté dont V. A. S. a ci-devant daignẽé m'honorer, j'ose en rẽclamer la continuation et Passurer du très profond respect.. Ders. an dies. 18. März 1775. (Zur Subskription seiner„Histoire de moeurs“.) 50 „Si par évẽnement quelque morceau crüt exciter Ia curiosité d. V. 88 Ia supplierai très humblement de m'accorder de ses ordres Son ancienne con- fiance, et de consoler par là mon amour propre si fort humiliẽ par Tendroit où il eut la préẽsomption de eroire qu'il serait flatté, il est comme une petite maitresse, qui préfère qu'on en dise du mal plutõt que de ne pas S'entendre nommer. Mon histoire de moeurs est aussi coquette que cela; elle ambitionne surtout le bonheur de pouvoir mettre à Ia tẽte des suscriptions de la seconde suite les noms de l'illustre Maison de Bade. Un ancien serviteur croit oser tout Saisir pour former quelques légers titres à la continuation d'une protection, qui fait le bonheur de sa vie.“ Ders. an dies. 13. April 1775. „Je continuerai à importuner V. A. S. avec mes attentions pittores ques jusquꝰ'à ce qu'il Iui ait plu de me faire ẽcrire qu'elle en est aussi fatiguèe que de ma correspondance, malheur que je crains vivement depuis un an et qui me rẽduirait au tombeau.“ Ders. an dies. 30. August 1777. V. A. S. m'a rayé de la liste de ses serviteurs vivants, et la seconde suite 5 2 8 de mon ouvrage n'a certainement peu rencontré sa flatteuse approbation, puis- 8 que je suis privé de cela de ses gracieuses nouvelles, c'est une mortification pour l'amour propre, mais pas un motif d'oublier jamais la protection dont V. A. S. m'a honoré depuis vingt ans.“ Ders. an dies. 5. Dezember 1777. Neujahrsbrief.) „V. A. S. a toujours recu avec bonté mes voeux pour la nouvelle année, cette réflexion dissipe la crainte, où un prodigieux silence m'a plongè et je préfère Madame limportunitè raisonnèe à une timiditè puèrile. Je prie la Di- vine Providence de rẽpandre sur V. A. S. et sur son auguste Maison ses plus prẽcieuses faveurs et de prolonger sa carrière j'usqu'à Pàge le plus reculé, me fournissant durant la mienne de fréquentes occasions de V. A. S... Mes images ont fait fortune en Russie, une entre autres est regardè comme une Pro- phẽtie qui ne tardera pas d'tre accomplie.“ Karoline Luise an Eberts.(Uber Eberts' Kostümgeschichte.) 1779]So. (Regest eines Briefes o. D. und o. Adr. aus MiPe; aus Inhalt ergibt Sich Zuweisung an Eberts, Paris.) Karoline Luise bedankt sich für Eberts' eigenhändigen Stich de la prise de Granada und urteilt darüber:„Cette estampe est dessinèe avec beaucoup de feu et gravé avec bien de goũt. Je ne doute pas Mr. que votre zèle fera 51 plaisir au Roi et que vous en aurez été bien accueilli.“ Sie bedauert sehr, daßʒ durch ihre Anschriftenverwechslung, Place Vendöme anstatt Place des Victoires (Vgl. den nächsten Brief Eberts' vom 17. Februar 1780), ihre Briefe an Eberts verlorengegangen sind.— Seit zwei Jahren wartet auch sie vergebens auf eine Rechnung für die beiden ersten Folgen der„Moeurs du siècle“, die sie für sich und die Erbprinzessin Amalie bestellt hat. Sie schickt diesen Brief nun an Eberts' Bruder in Straßburg, bestellt die dritte Folge der„Moeurs du siècle“ und bittet um die Rechnung und um Nachricht von Eberts. Ders. an dies. 17. Februar 1780. Grund des Schweigens. „Je suis pénétré de la plus vive reconnaissance des choses gracieuses qu'il a piu à V. A. S. de me dire au sujet de la méchante estampe, que j'ai pris la libertè de mettre à ses pieds, elle n'a absolument d'autre mérite que Ia circon- stance de mon 2zéle, quoiqu'à la véritè mon dessin soit réellement plus suppor- table, on l'a abimé à la retouche. IIy a 25 ans que je demeure à la Place des Victoires et non Vendòme et jamais les lettres mẽme sans indication de demeure m'ont manquè, je suis désolè que celles dont V. A. S. m'a honoré depuis deux années entières soient égarées, cette privation d'un honneur dont je sens trop le prix m'a éẽté 159 fl.— inex- primablement sensible, j'ai eu le courage de le tẽmoigner à diverses reprises à V. A. S. sans doute que la méme fatalité a aussi dispersé mes lettres.“ Karoline Luise an Eberts. Rastatt. 10. Februar 1774. Desgl. Dankt für die Glückwünsche zur Verlobung ihres Sohnes Karl, entschuldigt ihr Schweigen mit ihrem Befinden, das sehr zu wünschen übrigläßt; fast immer Fieber:„II n'y a que P'été que je me porte bien.“— Gemäldeankäufe sind ihr der hohen Preise wegen nicht mehr möglich; sie schreibt darüber: „Je suis fort éloignée de vous oublier Mr. et ne continuer à rendre justice à vos talents et à vos mérites. Mais la cherté présente des tabl. à Paris me dẽfend absolument à songer à des nouvelles emplettes;“on y met aujourd'hui un prix fol. Heureusement que ma collection est complète autant que je comptais P'etendre. Urteile über zeitgenössische Künstler bei Eberts. Eberts, der Freund Bouchers, des Musikers Gluck, des Architekten Louis, der Herausgeber des berühmten Kupferwerkes über Pariser Sitten und Moden, bewandert und zu Hause in den Ateliers und Kunstausstellungen von Paris, kann als beachtenswerter Gewährsmann und Kenner französischer Kunst des 18. Jahrhunderts gewertet werden; so verdienen seine Urteile über die zeit- genössischen Pariser Maler, die wir hier wiedergeben, erwähnt zu werden. 92 Es ist nicht Eberts' Schuld, daß nicht alle berühmten Franzosen des 18. Jahrhunderts in der Karlsruher Galerie Aufnahme fanden; denn er ließ die günstigen Gelegenheiten nie verstreichen, die Fürstin für sie zu inter- essieren. Aber er konnte das festumrissene, Klare Programm der Fürstin, eine kleine Sammlung von gesicherten Meisterwerken zu erwerben, durch keine noch so lockenden Schilderungen durchbrechen.— Alle zeitgenössischen Maler standen erst in zweiter Reihe auf der Wunschliste der Markgräfin, deren Geschmack allen Einflüsterungen des Modischen mit erstaunlicher Festigkeit standhielt; eine Tugend, die allerdings auch der Geldbeutel unter- stützte. Akademieprofessoren. Schon am 7. April 1761 empfahl Eberts Karoline Luise eine Reihe be- rühmter Pariser Akademieprofessoren, die nach seinem Urteil gut malen, durch den Krieg wenig Arbeit haben und darum in ihren Preisen bescheiden sind; er stellt folgende kleine Liste auf: Carle van Loo en histoire, a une superbe couleur. M. Vien le Rafael moderne, grand dessinateur. Deshayes en histoire, plein de feu. M. Greuze sujet de sociẽté. Doyen en histoire, colore comme Rubens. Drouais en tẽte de phantaisie, imite v. Dyck. Vernet pour les marines. Maetry les ruines dans le goũt de Bibiena. Eberts erklärt sich bereit, Aufträge der Markgräfin bei den Künstlern zu übermitteln, im Laufe eines Jahres könnten diese Maler ihre Werke liefern. Den Preis für ein Bild gibt er zwischen 30, 50 bis 100 Louisdor an. Le Moyne. Am 15. April 1762 rät Eberts mit besonderer Wärme zum Ankauf von Gemälden eines berühmten zeitgenössischen Historienmalers, wie sich später herausstellt, Le Moynes. Es handelt sich um den Verkauf einer Kleinen Privat- sammlung von zehn Bildern dieses Malers, die aber nur geschlossen verkauft werden sollte. Der Preis dieser Le-Moyne-Galerie soll sich auf ro0οOοοLLCivres belaufen, in Louisdor bezahlt, lieſze er sich vielleicht etwas ermäßigen. Der unbekannte Besitzer, un particulier riche, habe die Bilder seit 20 Jahren ge- sammelt. 53 —— 2 2 2 Eberts beurteilt Le Moyne folgendermaßen: „Pignore si V. A. S. connait le mérite enchanteur de cet artiste; j'ose assurer que rien n'ẽgale la noblesse de ses compositions, Ia correction de son dessin, la couleur séduisante des chairs et Paccord harmonieux qui règne dans chaque tableau; c'est le Corrège, le Van Dyck de la France, qui n'a jamais eu, n'y n'en aura jamais son égal, les tableaux inspirent un enthousiasme au plus igno- rant et font les délices des amateurs, on les voit cent fois et cent fois; ils causent un nouveau plaisir, ils sont frais, bien conservés et richement ornés.“ Die Themen der zehn Bilder sind: Pygmalion et la statue animée(ravissante). La Baigneuse, on sent le frisson sur lIa peau. Le temps enlevant la verité. Hauteur 8 pieds, Hercule et Omphale. F5 de large. Andromède. Adam et Eve avant la pomme. Sacrifice de L'Iphigénie. Hercule assommant Cacus. La continence de Scipion. Les chevaliers Danvis d'Armide. H. 4, I. 3 pieds. Oο ⏑ οο ο 2 O Im Brief vom 8. Juli 1762 schreibt Eberts noch einmal: Er würde den Ankauf der Le Moyne trotz der hohen Preise für eine Bereicherung ansehen: „une augmentation au Domaine de V. A. S. Maison, parce que P'affluence des Etrangers attirés à Carlsrouhe par la curiositè d'une Galerie de Le Moyne soit d'un rapport considerable pour les Etats de Bade-Dourlac.“ Am 5. März 1770 bezeichnet er gelegentlich der Versteigerung de La Live de Jully dessen Le Moyne Nr. 75 als„de la plus grande beauté, qui passera 6000 Liv.“. Auskunft und Urteil über Greuze. In einem Brief vom 24. Mai 1764 nennt Eberts Greuze geschickt, aber geschäftlich unreell, er ändere seine Preise:„Dans les ventes publiques les tableaux, dessins et esquisses se payent comme des van Dyck, il y a de la folie, cest Llᷣhomme à la mode“. Im Mai 1770 schreibt er anläſzlich der Versteigerung de La Live, die sehr viele Bilder von Greuze aufweist, daß seine Bilder von 10000 bis 7200 Livres angeschlagen sind, er ist immer noch sehr in Mode; unter 200 Louisdor wird kein Bild von ihm kommen. Erst 1782 bei der Ver- steigerung der Sammlung de Marigny hören wir, daß Greuze wie Boucher sehr wohlfeil zu haben seien:„absolument tombés et perdus de réputation.“ 54 Pierre. Weniger beliebt. 30. Januar 1760 schreibt Eberts bei der Versteigerung de Vence über Pierres Akademien:„Les deux Académies de Pierre n'animeront pas beaucoup les acheteurs, je suis bien trompé si elles passent 6 Louisdors la pièce.“ Jos. Vernet. 5F. Mai 1763. Vernet ist zurzeit sehr in Mode, seine Bilder auf der Vente Peilhon werden Karoline Luisens dafür ausgesetzte Summe übersteigen. 15. September 1763. Lobt die Vernets bei Peilhon, die er höher schätzt als die IVez' in Amsterdam. 3. September 1765. Vernet hat Talente, aber seine besten Bilder sind im Besitz des Königs. Eberts sah aber in Versailles eine Folge von Vernets bei der Witwe Poulhaire; diese sind gut, wenn auch nicht so schön wie der be- rühmte, durch den Stich bekannte„öSturm von Baléchon“, der den verrückten Preis von 6000 Livres erreicht hatte. Loutherbourg. 20. Oktober 1763. Eberts berichtet über den Salon von 1763 und Louther- bourgs Bilder dort:„Les tableaux de Loutherbourg, jeune enfant de Stras- bourg, fils d'un pauvre peintre en miniature, sont beaux.“ Eberts besitzt vier Bilder von ihm und Loutherbourgs„pièce de réception“, das 100 Louis ge- kostet hat. 20. August 1765. Uber die Eröffnung des Salon royal de P'académie, bei dem Loutherbourg mit 14 tableaux admirables im Wert von 7200 Livres die Palme davontrug. 28. September 1769. Auskunft über Loutherbourg:„II a 24 ans, et n'a travaillè que pour Paris, ce salon l'à mis au comble de sa gloire, comme le jeune homme est de mes amis, s'il plaisait à V. A. S. de se donner deux morceaux de sa fagon, je pourrais les obtenir asse2 prompteux et à bon compte c'est à dire à 50 Louis; deux moyens paysages dont la couleur, les animaux, les ciels et les figures Surprendraient.“ Frau Karsch, Malerin, nach der sich Karoline Luise erkundigt hatte, ist leider nicht bekannt in der Malerwelt von Paris.(Um 1770 o. D.) Vor vier Jahren hat man eine Therbusch aus Berlin in die Pariser Akademie aufgenommen, man hat diesen Schritt aber bereut, da sie kein 55 Talent hat. Anna Dorothea Therbusch(1722—1782) gilt heute als begabte und angesehene Berliner Bildnismalerin des 18. Jahrhunderts. Prevost. Blumenmaler; Eberts, der ihn Karoline Luise für Karlsruhe empfiehlt, nennt ihn einen„trés habile homme et aussi honnéte“; er kann aber zurzeit nicht abkommen, da er eine Abmachung wegen Aufträgen für den König hat. (27. April 1772.) Der Architekt Louis. Juni 1772 bis September 1772. Einer der besten Freunde von Eberts war Louis. Auf Eberts' Betreiben und auf Grund eines früher schon erbetenen Gutachtens der Fürstin hatte Louis einen interessanten Entwurf zum Ehrenhof des Karlsruher Schlosses aus- gearbeitet und eingeschickt. Leider konnte der monumentale Plan, der zu- gunsten einer groſßzzügigeren und geräumigeren Gestaltung des Ehrenhofes ab- sichtlich auf die Einbeziehung der Nebengebäude verzichtete, nicht ange- nommen werden, da Eberts-Louis mit ihren Zeichnungen und Ideen Zzu spät kamen. Der bauamtliche Entwurf, dessen eiserne Gitter und Tore schon an- gefertigt waren, machte die Annahme von Louis' Plänen aus wirtschaftlichen Gründen unmöglich. Louis erhält ein Präsent von 10 Louisdor für seine Ent- würfe, Eberts' Antrag, ihm als Dank den Titel eines badischen Hofarchitekten zu verleihen, wurde abgelehnt. Die Frau des Künstlers, der sich anscheinend in bedrängter Lage befand, war Musikerin, sie übersendet Karoline Luise kleine Klavierkompositionen. Am 23. August 1780 rät Eberts zur Subskription von Louis's Kupferwerk über das von ihm erbaute Theater in Bordeaux, da das Werk für einen Theaterbau in Karlsruhe in Betracht kommen könne. Das Werk kostet 72 Livres, bei Subskription 48. Wir erfahren laut Brief vom 21. Dezember 1780, daß die Subskription stattgefunden hat, da Eberts die Summe als empfangen bestätigt. Rembrandt-Selbstbildnis. Aus der Sammlung de Vence. Der holländische Kunstmarkt. Die Briefsteller. Die holländische Korrespondenz Karoline Luisens trägt einen anderen Charakter als die Pariser. Wir sind dem Getriebe des Kunstmarktes mehr entrückt. Dafür tauchen neben den künstlerischen Fragen eine Reihe anderer Interessen in diesen Briefen auf. Wir finden Nachrichten höfisch-politischer Art, Beschreibungen von Festlichkeiten des oranischen Hauses im Haag, per- sönliche Berichte, veranlaßt durch die Tätigkeit des Prinzen Friedrich im hol- ländischen Militärdienste oder angeregt durch die verwandtschaftlichen Be- ziehungen der Badener und Hessen mit dem Hause Oranien. Wir entdecken seit den siebziger Jahren ein immer stärkeres Sicheinstellen der Briefsteller Goll und Rat Treuer auf die naturwissenschaftlichen Liebhabereien der Fürstin. So lernen wir aus den Briefen Treuers namhafte holländische Gelehrte kennen. Neben dem sächsisch-hildburghausenschen Rat Menschen(im Haag), der sich zum Sprachrohr und Vermittler aller naturwissenschaftlichen Wünsche Karolinens macht, streiten der Bürgermeister von Rotterdam, Gevers, der Leiter des fürstlich oranischen Naturalienkabinetts, Vos maer, der Leibarzt des Prinzen von Oranien, Dr. Rathlauer, um die Palme, das markgräf lich badische Naturalienkabinett durch ihre Gaben und Ratschläge bereichert zu haben. Auch der große Gelehrte Linnè läßt durch seinen Freund, den badischen Residenten im Haag, Rat Treuer, der Fürstin 1775 die Widmung der neuen Karoline-Luise-Blume zu Füßzen legen. Linné hatte Treuer schon ein Jahr zuvor um ein Bildnis der Markgräfin gebeten, das er in seinem Studio auf- hängen wollte,„um täglich diese über alle Könige so freigebige, den Wissen- schaften so ergebene Fürstin vor Augen zu haben“. In einem Briefe vom 23. Dezember 1774 schrieb er über die Fürstin an Treuer: „Quando ad Serenissimam tuam scribas, ora me praeter deos et regem nullum sanctiorem in globo colere, quam Serenissimam Principem Carolinam Lovisam. Si occurat imago tantae principis aeri incisa, per deos oro rogoque eandem mihi des eiusque participem facias, ut in museo quotidie coram habeam in scientias pro omnibus regibus qui unquam esstiterunt longe liberatissimam et in me omnium propensissimam principem.“ Die andere Haltung des holländischen Briefwechsels ergibt sich aus der Tatsache, daßz der Hauptbriefsteller, Rat Treuer, selbst weder Sammler noch Kenner war; trotzdem entledigte er sich der Aufträge der Fürstin mit Eifer als treuergebener und dienstbeflissener Beamter des badischen Hofes. 57 11 9 —— Bei den Ankäufen selbst bediente er sich meist der Mittelsmänner, die ihn auf den Versteigerungen vertraten und ihm ihre Gutachten abgaben. In dieser Eigenschaft lernen wir verschiedene holländische Kunsthändler, Sammler und Maler kennen, wie A. Terwesten, G. C. van Haalften, Füret, Vver, van Heteren; den Agenten des dänischen Hofes, Gerard Morell, der Treuer über die Sammlung Lormier unterrichtete; Pierre Lyonet, der als Kommissionär der Käufe bei da Costa erschien. Ursprünglich hatte Treuer beabsichtigt, den berühmten Haager Sammler Frank als ständigen Kunstberater der Fürstin zu gewinnen. Dieser Plan schei- terte am plöõtzlichen Tode Franks.„C'était'homme le plus propre et le plus capable à remplir les ordres de V. A. S.“, So hatte Treuer am 27. Oktober bei der Anzeige von Franks Tode und dem bevorstehenden Verkauf seiner Samm- lung an Karoline Luise geschrieben. Regeren Austausch und persönliche Verbindungen mit der holländischen Sammlerwelt, unter denen die Namen der Braamcamp, Bisschop, Lormier, da Costa hervorstechen, hatte General Graf von Schmettau angebahnt. Schmet- tau bereiste von Karlsruhe kommend auf dem Weg in seine dänischen Dienste Holland im Frühjahr 1762. Den Grafen verband eine gleich feurige Kunstbegeisterung mit der ba- dischen Markgräfin, deren Geschmack, Talente und Liebhabereien er genau kannte. Der Graf war kaum in Holland angekommen, da schickte er Karoline Luise schon Berichte über die holländischen Sammlungen. Spãter erfolgte sein Ankauf des Rubensbildes der Enthauptung Johannes'. Schmettau war begeistert von der Sammlung Lormier. Treuer berichtete der Markgräfin ausführlich über ihren dortigen beiderseitigen Besuch. Er hebt besonders einen Potter hervor,„dix boeufs en différentes attitudes“, einen Tizian,„qui n'a pas son égal“,„des Ostade, Teniers, Hondecoeter, des van Huysum de la dernière beauté et en grand nombre“. Mit Braamcamp trat Schmettau in Verhandlungen ein, er versuchte einen Tausch in die Wege zu leiten: einen seiner berühmten van Huysums gegen eine Gemüschändlerin von Mieris aus Karolinens Besitz. Man sah später von diesem Tausch wieder ab, da auch Mieris selten war. Vor allem riet Schmettau der Markgräfin dringend zu einer Kleinen In- kognito-Kunstreise nach Holland, da die berühmten holländischen Kunstschätze eines persönlichen Augenscheins wert seien. Diese Reise wurde im Jahre darauf ausgeführt. Den berühmten Sammler Braamcamp treffen wir später noch einmal als Gutachter bei Karolinens Einkäufen aus der Versteigerung Wierman; Bisschop hatte die Fürstin bei der Sammlung Frank beraten. 58 Zu näheren, persönlichen Beziehungen der Fürstin mit diesen berühmten holländischen Sammlern kam es nicht; es mag ihnen dazu an Lust und hö- fischer Gewandtheit gefehlt haben; Eberts wenigstens schilderte diese hol- ländischen Sammler als ausgemachte Sonderlinge. Nach seiner holländischen Reise von 1763 hatte er darüber an Karoline Luise geschrieben: Er stimme mit der Fürstin überein, daß das Cabinett Fagel im Haag allen anderen Sammlungen überlegen sei; bei Lubbeling, Amsterdam, Buytenkant ragen Bilder von Dou, Weenix, Hondecoeter, van der Velde, Berchem und Wouwerman hervor; nur seien die Bilder so un- bequem zu sehen, man müsse auf dem Boden kriechen oder auf eine Leiter steigen, um sie besichtigen zu können. „Ces propriétaires sont des machines aussi absurdes que triviales“, sagt der weltmännischere und stolze Eberts. Eines guten Empfangs rühmt er sich allein bei dem berühmten Sammler Braamcamp, der jetzt den Pariser G. Dou aus der Sammlung Bernard besäſze, sehr schön seien der vor drei Jahren ge- kaufte Huysum„à la branche d'orange“, sein„divin Potter“, sein großer Weenix; hassenswert dagegen„son plat Xavery“, ein von Braamcamp be- gönnerter Huysum-Nachahmer. In der Sammlung Bisschop, deren Besitzer „plus malhonnéẽte que connaisseur“ sei, rühmte Eberts einen Dou und einen van der Werff. Eberts schloſß seinen Bericht mit einem wenig schmeichelhaften Urteil über die Unzulänglichkeit und Unzugänglichkeit der berühmten holländischen Sammlerwelt. Bei Braamcamp bemerkte er witzig im Hinblick auf seinen eigenartigen Treppenschmuck vor der Haustüre: „Iy a des monstres en dehors et en dedans.., et chez Bisschop le plein de lune décide, si l'on peut voir oùd non les belles choses, que son avarice lui fait conserver.“ Johann Goll von Frankenstein. Unter diesen etwas erschwerten Umständen war es für Karoline Luise von größtem Wert, daſßz ihr in J. Goll, dem Leiter des Amsterdamer Bankhauses Verbrugge, das auch die Geschäfte des badischen Hofes führte, eine bekannte Persönlichkeit der Amsterdamer Kunst- und Sammlerwelt entgegentrat, der sie volles Vertrauen schenken konnte. Der weltmännische„Jean Goll de Frankenstein“, selbst Sammler und Dilettant im Landschaftszeichnen, erwarb sich bald das Vertrauen und die Freundschaft der badischen Markgräfin, deren Kunstankäufe in Holland und besonders in Amsterdam er seit 1762 beratend leitete. 50 Der rege Briefwechsel, den Karoline mit Goll führte, reicht bis zu ihrem Tode, von 1770 an genau wie bei Treuer vornehmlich den naturwissenschaft- lichen Interessen dienend. Anregend und fördernd ermunterte der begabte Goll die Fürstin auch in der Ausübung ihrer eigenen zeichnerischen Talente; wir haben in einem anderen Kapitel dieser Beziehungen schon gedacht. An Aufmerksamkeiten verschiedener Art können wir den Grad der freund- schaftlichen Beziehungen ermessen, die Goll mit dem Karlsruher Hofe ver- banden. Wir lesen von Geschenken, die zwischen Karlsruhe und Amsterdam ausgetauscht wurden; als Leckerbissen besonderer Art versandte man den holländischen Kabeljau, der mit dem Auerhahn aus den„Urwäldern“ des Schwarzwaldes wettgemacht wurde. Ein andermal wanderten so willkommene und wertvolle Gaben wie indische Schmetterlinge oder chinesische Klein- plastiken nach Baden(171/72). Ein Brief, den Goll am 28. August 1770 vor seinem Besuche in Karlsruhe Karoline Luise entsandte, ist ein weiterer Beleg der guten Beziehungen: „On a beau vouloir étre discret et ne point abuser des bontés de V. A., vous savez Madame inviter d'une manière si affable et gracieuse qu'on ne peut S'en refuser, d'un autre cõté étant de si près de Carlsrouhe l'envie extrème de voir et rendre mes respects à V. A. Ss. m'a fait prendre résolution, accompagné de ma petite compagnie, savoir mon fils, mon cousin et cousine d'ici et un cavalier hollandais de diriger notre route... par München Carlsrouhe à Francfort.“ Johannes Goll, Sohn des gleichnamigen Kaufmanns zu Frankfurt am Main, wurde am TT. August 1722 in Frankfurt geboren. Er wohnte schon 1747 in Amsterdam, woselbst er sich am 1o. Dezember 1750 das Bürgerrecht erwarb. Goll war Inhaber des Bankhauses Verbrugge en Co., dann Verbrugge en Goll, seit 1777 Goll en Co. Finanzielle Beziehungen mit der kaiserlichen Regierung in Wien gaben Anlaſz zur Erhebung Golls in den Adelsstand mit Zufügung des Namens von Frankenstein. Goll starb am 12. Juli 1785 auf seinem Landgute in Velsen. Golls Sohn war ebenso wie sein Vater ein fleißiger Sammler und Kunst- förderer, auch der gleichnamige Enkel, der am 1. Januar 1832 starb. Am 1. Juli 1833 wurde die berühmte Sammlung Goll versteigert. Die Gemälde erreichten den Gesamtbetrag von 105 944 Gulden, die über 5 6000 Zeichnungen und Stiche erzielten die allerhöchsten Preise. Auch das berühmte Frankfurter Bankhaus Goll, das verwandtschaft- liche Beziehungen mit den Familien Andreae und von Neufville aufweist, bestand ebenfalls bis weit in das 19. Jahrhundert hinein fort.(Näheres hierüber siehe in A. Dietz, Geschichte der Familie Andreae S. 203 ff.) 60 Gottlieb Heinrich Treuer. Rat Treuer erfreute sich der Gunst Karoline Luisens bis in sein spätes Alter hinein. Der Briefwechsel Treuers endete 1777, er begann 1754, als Treuer die Markgräfin um die Patenschaft für seine Tochter bat. Karoline Luise willfahrte dieser Bitte mit Vergnügen, wir lesen in ihrem Briefe vom 2. August 1754: „Après une petite absence d'ici j'ai trouvéẽ à mon retour votre lettre Mon- sieur, ou vous voulez bien que je nomme la fille qui vient de vous naitre. P'ac- cepte cette pẽtition avec joie et reconnaissance et vous assure Monsieur que je ne désire rien de plus que d'avoir des occasions de prouver tant à vous qu'à tous ceux, qui vous appartiennent la sinceritè de mon estime. Papprends avec plaisir votre rẽtablissement Monsieur et vous souhaite une continuation de santé, ẽtant avec des sentiments vraiment sincères...“ Von Nachrichten aus dem Leben Treuers entnehmen wir seinen Briefen die Mitteilung vom Tode seiner Frau, 1762, 1768 bittet er die Fürstin, Karoline möge seine Tochter in ihren Schutz und in ihre Dienste aufnehmen, 1769 schreibt er wieder, daß er wochenlang von einem schweren Augenleiden heim- gesucht wurde, 1773 wünscht er eine Anstellung am Petersburger Hofe, für die Karoline Luise sich verwenden soll. Von 1772 an verlieren die Kunst- nachrichten in Treuers Berichten an Bedeutung, dafür nehmen die Besorgungen für das Naturalienkabinett zu, nebenher hören wir noch von Sendungen von Büchern. Aus dem Haager Reichsarchiv und Stadtarchiv schreibt man uns über den badischen Residenten Gottlieb Heinrich Treuer: Treuer, Geheimer Legationsrat der Höfe von Württemberg, Hessen-Darm- stadt und Baden-Durlach, lebte von 1747 bis 1775 im Haag in der Molenstraat. Seine Bestätigung als badischer Resident erhielt er am 26. September 1747. Im Credentialschreiben der Markgrafen von Baden Durlach vom 27. Januar 1747 wird Treuer vormaliger Königlich Großbritannischer und Churbraun- schweigischer Consistorialsekretär genannt. Der Briefwechsel der Markgräfin mit Treuer gewinnt besondere Bedeutung durch eine größere Anzahl von Originalbrief konzepten der Fürstin an Treuer. Diese datieren vom Februar 1761 bis zum März 1777 und handeln vor allem von Erwerbungen aus den Sammlungen Lormier und da Costa. Der Auftrag an Treuer, die Fürstin über alle Haager Versteigerungen zu unterrichten, erfolgte erst am 12. Mai 1762. Diese Kunstbriefe der Fürstin umgrenzen ihre Wünsche sehr scharf, wir bringen einige Abschriften. Einen 6¹ interessanten persönlichen Brief der Markgräfin, in dem sie als besorgte Mutter über das Befinden ihrer Kinder schreibt, haben wir im biographischen Teil der Arbeit veröffentlicht. „Les maitres dont je désire les ouvrages sont: G. Dou, Netscher, van der Werff, van Huysum, Paul Potter, van der Heyden, Hondecoeter, Rubens, van Dyck, Rembrandt; je souhaite que vous en rencon- trieʒ de bien beaux de ces noms.“(16. Oktober 1761.) Uber die Dujardins von Frank äufßzert sie sich:„Ils me feront toujours plaisir, puisque vous me les renommez très finis, et c'est que je cherche dans mes tableaux.“(19. April 1762.) Uber Schmettaus Kunstbegeisterung vor den Potters von Braamcamp äußerte sich die Fürstin:„Je connais cette exstase, dont je suis plus succeptible que personne, je vous avoue, que je brüle d'envie de faire ce voyage, et je serais enchantée, si vous voulez alors ẽtre mon conducteur.“ Der Maler L. F. Dubourg als Kunstagent des badischen Hofes. Dem zweiten Korrespondenzbande Treuers sind eine Anzahl von Briefen des Amsterdamer Malers Dubourg beigeheftet, die ebenfalls von Gemälde- ankäufen handeln. Dubourgs Briefe sind aber nicht an Karoline Luise, sondern an den Mark- grafen Karl Friedrich gerichtet. Sie fallen in die Jahre 1761—1768. Dubourg, der sich für Amsterdamer Versteigerungen zuständig erweist, stand mit Treuer und Goll nicht in Verbindung. In einem Brief vom 18. Juni 1761 ergibt sich eine ganz ähnliche Wunschliste wie bei Treuer: van Huysum, van der Werff, Dou, Mieris, Rembrandt; Dubourg teilte mit, daß Werke dieser Meister schwer und nur teuer zu erhalten seien. Von Rembrandt, von dem Historien gewünscht waren, erhalte man höchstens Bildnisse; Dubourg be- schreibt ein interessantes Rembrandt-Selbstbildnis aus der Sammlung Quink- hard, ein Kniestück in natürlicher Größe mit weifzer Draperie auf den Schul- tern, zum Preise von 425 Gulden. Im Juni 1767 meldete er, daß er keinen van der Werff, Vieux Mieris oder Huysum gefunden habe, dafür hat er aber sechs andere Bilder angekauft und nach Karlsruhe abgehen lassen: Berchem, De Heem, van der Neer, Metsu, Both, Berkheyde(siehe Katalog). Interessant ist seine Notiz über ein Gemälde des Amsterdamer Rathauses von dem beliebten Berckheyde-Nachahmer van Byen, vermutlich das Karlsruher Gemälde, Katalog Nr. 341. Außerdem empfiehlt er den Berliner Stillebenmaler Bertusch und die Malerinnen von Gröningen(unleserlich) und Wassenbergh, auch den Historien- maler Isaak Walraven, dessen Sammlung 1765 versteigert wurde. 6² Von berühmten öffentlichen Versteigerungen nannte Dubourg die des Comte de S.(vom 2. Mai 1764), die Leidener Sammlung Ducourt, die Amster- damer Neufville, die Sammlung Verkolje, die des Grafen Ketelaar, aus der er 1761 einen Berchem erwarb, sowie die schon erwähnte Sammlung Quinkhard. Auch in den anderen Korrespondenzbänden der Fürstin fanden sich Briefe Dubourgs vor, an ihrer sehr mangelhaften Orthographie leicht kenntlich. Spediteure. Die holländischen Bildersendungen Karoline Luisens wurden längs des Rheines weitergeleitet. Bei großen und schweren Frachten bediente man sich zur Verbilligung der Speditionskosten des Wasserweges. Die Sendungen gingen dann bis zum badischen Rheinorte Schröck und wurden dort mit einem herrschaftlichen Wagen nach Karlsruhe gefahren. Doch der Transport zu Wasser war ein sehr langwieriger, erschwert durch mannigfache Zoll- und Grenzschwierigkeiten und durch die Sperrung des Rheins, die die Franzosen vornahmen. Gleich die erste holländische Sendung Franks hatte unter solchen Frachtverzögerungen zu leiden, Karoline Luise war in größter Sorge, ob sie die Bilder überhaupt noch erhielte. Amsterdamer Spediteure waren die Firmen Verbrugge und Goll, Angelo und van der Bergh, Abraham Grommé. Von rheinischen Geschäftshäusern begegnen wir altbekannten Namen wie Brentano, Köln, Dom. Martin und Maria Mochetti, Rossi und Heinrich Ackermann in Mainz, in Frankfurt Kornmann und Goll, in Karlsruhe Arnold und Mallebrein und dem badischen kaiserlichen Postmeister F. A. Berner. Zeitgenössische holländische Maler in der Korrespondenz der Markgräfin. Die Maler L. F. Dubourg, Füret, A. Terwesten treten in den Briefen Karoline Luisens nur als Kommissionäre und Zwischenhändler auf. Ein lebhafteres Interesse wird dagegen auf einige zeitgenössische Maler verwendet, die als Nachahmer berühmter Holländer des 17. Jahrhunderts sich hervortaten, vor allem van Huysum-Nachahmer. An erster Stelle steht hier der oft genannte berühmte und später berüchtigte Amsterdamer Blumenmaler Xavery, der fast ausschließlich für Braamcamp arbeitete. Xaverys Bilder erzielten damals sehr hohe Preise. Graf Schmettau hatte diesen Blumenmaler Karoline Luise empfohlen, aber Eberts, Goll und Treuer waren weniger gut auf ihn zu sprechen. Im Juni 1763 erwarb Karoline Luise zwei Blumen- und Fruchtstücke von ihm zum Preis von ungefähr 300 Gulden. 63 ( .......... Damals meldete Treuer der Fürstin, daß Naverys Bilder so hoch im Preise Seien durch die Gunst, die Braamcamp ihm zukommen ließe, der 1500 Gulden für ein Bild von ihm zahle. Xaverys Bilder fänden deswegen auch, so sie Ka- roline nicht gefielen, jederzeit Abnehmer. Im juli 1763 meldete Goll, daß Xavery seinen Gönner Braamcamp unter Hinterlassung vieler Schulden und Mitnahme einiger Gemälde verlassen habe, auch im Jahre 1768 berichtete er noch einmal von der aufsehenerregenden Affaire Braamcamp-Xavery, die Braamcamp viel Spott zugezogen hätte. Auch das Interesse für den Stillebenmaler P. Geysel(Gysels) hatte Schmet- tau veranlaßt. Gysels arbeitete in der Art des„Fluwelen Brueghels“. Bisschop gab über das letzte und berühmte Bild Gysels' Auskunft, das Karoline er- werben wollte und das unter dem Namen„de Doodkist“ bekannt ist. Es handelte sich um ein Stilleben Gysels', das sich in Antwerpen befand, auf dem totes Geflügel dargestellt war; Gysels soll sich an dem Bilde, das sein letztes Werk war, zu Tode gearbeitet haben.(CJetzt Museum Antwerpen.) Ein Angebot von 1200 Gulden schien für dieses Bild noch zu nieder; Wahrscheinlich war auch Karoline Luise der Preis zu hoch, denn wir hören später nichts mehr über dieses Bild. Treuer hatte das Urteil Bisschops fol- gendermaßen wiedergegeben: „C'est un maitre infiniment estimé, la pièce représente toute sorte de volaille morte, et est nommé„de Doodkist“ parce que Geysel pour y avoir trop raffinéè en a gagné la fièvre, qui l'a mis au tombeau.“ Ein anderer sehr geschätzter Huysum-Nachahmer war van Os; für seine Bilder wurden 2400 Gulden geboten, Goll hatte ihn 1775 der Fürstin emp- fohlen. Als van Heyden-Nachahmer werden de La Farque und van Byen (Byers) genannt, von van Byen sandte Dubourg eine Ansicht des Amsterdamer Rathauses nach Karlsruhe. Derselbe Dubourg empfahl auch die Stillebenmalerinnen Gröningen(7) und Wassenbergh sowie den Berliner Maler Bertusch. Außerdem hören wir noch von den Malern Koedyck, dem Historien- maler Walraven und von De Moni, von dem Goll zwei Gemälde für Karo- line besorgte. Die Berichte und Urteile über diese Künstler sind immer kurz; Karoline war den zeitgenössischen Malern nur hold, wenn ihre Preise bescheiden blieben, sonst zog sie entschieden die gesicherten, älteren Meister vor. Kaspar Netschers„Tod der Kleopatra“. Das Lieblingsbild der Fürstin aus der Sammlung de Vence. FERER..........cGcGGGGGGGGGPGGGGGGCGCGCGCcCcCcbccCcccr Deutschland und die übrigen Länder. Wir fassen in den folgenden Abschnitten das in allen Bänden des schrift- lichen Nachlasses verstreute Material zusammen, das sich auf die Ankäufe der Fürstin aus deutschem Kunstbesitz bezieht und das uns interessante Ein- blicke in das deutsche und auch das schweizerische Kunst- und Sammler- leben des 18. Jahrhunderts bietet. Einen Mittelpunkt des gesamten Kunsthandels, wie Paris ihn damals für Frankreich, ja für die Welt bildete, gab es in Deutschland nicht, am ehesten könnten wir noch in Frankfurt am Main Ansätze dieser Art finden; dort kam deutsche und ausländische Kunst zum Verkauf, über Frankfurt fand auch deutscher Besitz den Weg zu den ausländischen Märkten. Es wäre aber durchaus verfehlt, aus diesem unentwickelten Stande des deutschen Kunstmarktes auf ein Fehlen deutscher Sammlerinteressen zu schließen. Es steht vielmehr das Gegenteil fest. Die Sammlertätigkeit nimmt in der Geschichte deutscher Malerei und Kunstpflege des 18. Jahrhunderts eine hervorragende Stelle ein. Sie beschränkte sich nicht nur auf die zahlreichen höfischen Kunstzentren, sie erfaßte in gleicher Weise das hierin sehr selbständige reichsstädtische Patriziat und den be- güterten Adeligen geistlichen wie weltlichen Standes. Während die fürstlichen Sammlungen, die damals gegründet wurden, heute noch den Grundstock unserer großen öffentlichen Museen ausmachen und den Ruhm und die Kunstliebe ihrer Gründer künden— wir nennen nur Kassel, Dresden, Düsseldorf, Mannheim, München u. a.—, wurden die zahl- reichen Privatsammlungen immer wieder zerstreut und aufgelöst, und nur literarische oder archivalische Quellen geben heute davon Kunde. Und doch war gerade der private deutsche Kunstbesitz von einer beneidens- werten Reichhaltigkeit und Qualität; überall treten uns da wirkliche Meister- werke, heutige Museumsstücke, entgegen. Die Karolinische Korrespondenz führt uns besonders den rheinischen Kunstbesitz vor Augen; um so eindrucks- voller erscheint uns seine Reichhaltigkeit, als es sich nur um den Kleineren Ausschnitt handelt, der durch Bericht und Erzählung in den Gesichtskreis der Fürstin trat. Aber von Basel über Straßburg und Frankfurt bis zu den Niederlanden hinunter erstreckten sich die Beziehungen der Fürstin. Um das Bild einigermaßen heraufzubeschwören, das rheinländischer Kunst- besitz damals bot, erinnern wir nur an die berühmten kurpfälzischen Samm- lungen von Düsseldorf und Mannheim, an die Galerien von Zweibrücken und 65 ———— Kassel, die vereint mit dem Kunstbesitz der geistlichen Fürstentümer und der Privaten die kunstsinnigen Rheinlande vor ganz Deutschland auszeichneten. Bei dieser veränderten Lage des deutschen Kunstbesitzes bedurfte Karoline Luise weniger eines einzigen Kunstagenten, wie wir sie in Paris und Holland in Eberts und Goll Kennenlernten. Von gröſzerem Wert waren ihr in Deutsch- land bewanderte Kunstkenner, die sie über den weitverstreuten Kunstbesitz unterrichten konnten. Eine derartig geeignete Persönlichkeit fand die Fürstin in Rat Reiffen- stein, der 1760 nach Karlsruhe kam. Die folgenden Abschnitte werden aus- führlich von der Tätigkeit dieses unentbehrlichen Kunstberaters der Mark- gräfin berichten. Durch ihn wurden fast alle Beziehungen zur rheinischen Kunstwelt geknüpft. Durch seine Empfehlungen traten Christian von Mechel und der Maler Grooth in Basel, die Pfälzer Krahe, Pigage, Devigneux, Rat Ehrenreich in Frankfurt, Maler Freesen“) in Kassel in Briefwechsel mit der Fürstin. Reiffenstein schilderte die Sammlungen Mechel, Ryhiner, Liotard, er entdeckte den vergessenen Kunstbesitz des Markgräf ler Hofes in Basel, er berichtete von den elsässischen Kabinetten Braun, Reishofer, General Wurm- ser, von den Sammlungen des Baron Häckel und von Vopelius in Frankfurt, von dem wertvollen Kunstbesitz der Grafen Stadion und Oels in Mainz. All diese Sammlungen bereicherten die Karlsruher Galerie durch ihre Werke. Uber 50 Bilder lassen sich als Erwerbungen aus deutschem Privatbesit feststellen. Johann Friedrich Reiffenstein. Johann Friedrich Reiffenstein, der Ostpreuße und Landsmann Herders, berühmt und bekannt im römischen Kunstleben der Goethezeit, der ge- schätzteste römische Cicerone aus der Nachfolge Winckelmanns, der Freund Hackerts und der Angelika Kauffmann, gehört zu den interessantesten Per- sönlichkeiten, die der Fürstin bei der Gründung und dem Ausbau ihres Malereikabinetts helfend und beratend zur Seite standen. Reiffensteinꝰ), der sich Freund und Lehrer der Fürstin nennen konnte, führte sie in deutsches und italienisches Kunst- und Sammelleben ein. In Deutschland weit gereist und bewandert, brachte er der Fürstin die erste Kunde von den rheinischen, elsässischen und schweizerischen Sammlungen und empfahl ihr angesehene zeitgenössische Künstler. So treten durch seine Vermittlung der Basler Christian von Mechel, der Pariser Kupferstecher Wille, Hackert und A. Kauffmann in den Gesichtskreis der Fürstin ein. Mit Christian *) Johann, Georg von Freesen, 1701—1715. Hessen-Kasselscher Hofmaler, Ko- pist und Restaurator. *) Siehe die Buchangaben Teil I. 66 RRRRRRh!U:!!!!!.... rrr von Mechel, der einmal von Reiffenstein schreibt,„mon très grand ami et aussi mon rivalꝰ“, wetteiferte er um den Ruhm, die Markgräfin, die die nieder- ländische Kunst über alles schätzte, für Italien, für die Antike, für die Lehre Winckelmanns zu gewinnen. Der Briefwechsel Reiffensteins mit der Mark- gräfin, über 20 Briefe und Berichte, die sich in ihren Korrespondenzbänden vorfanden, reicht vom Jahr 1760 bis zum Jahr 1774. Sieben Briefe der Fürstin an Reiffenstein aus dem Jahr 1760%/6r, im Konzept erhalten, ergänzen Reiffen- steins Briefe in glücklicher Weise. Diese Briefe Karoline Luisens sind im Tone herzlicher und anerkennender Freundschaft gehalten, sie beweisen, daß Reiffen- stein ein unentbehrlicher Ratgeber der Fürstin auf allen Gebieten ihrer künst- lerischen Tätigkeit war und auch ihr eigenes Schaffen förderte:„P'ai beau travailler d'un bout du jour à P'autre, vos conseils et vos yeux plus clairvoyants que les miens me manquent partout...“„Es sind nur 50 Meilen zwischen uns, und ich möchte, daß auch diese bald weg wären.“ So schreibt die Fürstin einmal an Reiffenstein. Schon im Frühjahr 1761 hatte den damals einundvierzigjährigen hessen-kasselschen Hofrat und Pagenerzieher eine Reise mit dem jungen Grafen Lynar an den badischen Hof geführt. Das Lynarsche Tagebuch be- richtet nur kurz über diesen Aufenthalt in Karlsruhe. Wir lesen darin, daßß sie bei der Markgräfin zeichneten und Reiffenstein sie die Schabkunst lehrte. Der Briefwechsel Reiffensteins beginnt gleich nach dem Karlsruher Aufenthalt. Der erste Brief vom 24. Mai 1760 ist von Straßburg geschrieben und bringt mit dem Dank für die gute Aufnahme in Karlsruhe sofort Auskünfte über das Straßburger Kunstleben. Wir schicken einer Auswahl von Originalbriefen eine kurze Ubersicht über den Inhalt des ganzen Briefwechsels voraus. Die neun Briefe aus Straßburg vom Mai bis Dezember 1760 bringen Be- richte über die Straßburger Privatsammlungen des Bijoutiers Braun und des Fünfzehner-Ratsherrn Reishofer. Aus der Sammlung Reishofer wurden durch Reiffensteins Vermittlung mehrere wertvolle Gemälde von Karoline Luise er- worben, darunter„le beau raisin“ von Desportes. Nebenher gehen Ratschläge über die Radiertechnik, der Karoline Luise sich unter der Leitung Reiffensteins zugewandt hatte, und Verhandlungen mit dem Kasseler Galeriedirektor Free- sen, der Karoline Luise Huysumkopien besorgen soll. Reiffenstein schildert die berühmten rheinischen Privatsammlungen der Grafen Oels und Stadion und veranlaßt dadurch Karoline Luise zu einer kleinen rheinischen Kunstreise. Von Künstlern empfiehlt er den Landschafter Bemmel für Surporten in das Karlsruher Schloß; für Graphik den Straßburger Stecher Stridbeck; auch ver- mittelt er die Beziehungen zu den Sammlern und Malern Krahe, Fiedler, Richard, von Donop und zu Wille in Paris, der Karoline Luise bei den Ein- käufen aus der berühmten Sammlung des Comte de Vence gute Dienste leistete. 67 5 Die Sommermonate 1760 führten Reiffenstein nach Nancy, er erzählte von den Gemälden La Tours und den Bauwerken der Stadt, die für das Karlsruher Bauwesen anregend sein könnten. Von größtem Interesse sind Reiffensteins Schweizer Berichte vom Sommer 1761. Diese„Mémoires pittoresques“ geben einen Einblick in das rege Schweizer Kunstleben damaliger Zeit. Lynar hatte ursprünglich beabsichtigt, von Straßburg zum Studium nach Lausanne über- zusiedeln. Vor der Reise in die Schweiz wurde der Besuch in Karlsruhe wieder- holt. Zuerst hören wir vom Basler Kunstleben. Reiffenstein schildert ausführ- lich die Kunstsammlungen Ryhiner, Hoffmann, Burckhard und Sarasin sowie die des Porträtmalers Grooth und des verstorbenen Malers Meyer. Mit Grooth und Rat Herbster besichtigt er die Sammlungen des Markgräf ler Hofes und stellt eine Auswahlsendung für Karoline Luise zusammen. Es ist dies der erste Bericht über die sehr in Vergessenheit geratenen badischen Sammlungen in Basel. In Schaffhausen besuchen die Reisenden die Sammlung des Land- vogtes Rischer und den Maler Hurter, der übrigens später Karl Friedrich malt. In Zürich werden die Sammilungen Kaufmann Schultheiß, Buchführer Hei- degger und Compagnie genannt, Reiffenstein befreundet sich mit dem Maler Füßli. Noch steht das Züricher Kunstleben weit hinter dem regeren von Bern zurück; ausführlich hören wir von der Sammlung des Kunsthändlers Fersen Zum Falken in Bern, bei dem Reiffenstein zu Gast ist. Ein Bild von Rubens erregt unser Interesse, weil wir es vielleicht in der Karlsruher Kunsthalle unter anderem Namen wiederfinden. In der Sammlung des Porträtmalers Handmann ragt ein Teniers„F Chymist in seinem Laboratorium“ hervor. Beide, Fersen und Handmann, hatten Karoline Luise ihre Dienste für Gemälde- besorgungen angeboten. Neben der Sammlung Lerber, die sich durch italienische Meister aus- zeichnete, erwähnt Reiffenstein noch das Kabinett des Bibliothekars Sinner. Der aus Paris zugezogene Monsieur Rivasans zeigt seine neue Maschine zum Kopieren alter Reliefs, Bildhauer Funk seine schöne Mustersammlung von Marmorarten. Von dem Maler Stuppanus in Lausanne läßt sich Reiffenstein ein Rezept für einen Pastellfirnis geben. In Genf galt der Besuch vor allem dem berühmten Maler Liotard. Der Bericht über diesen Besuch ist von besonderer Bedeutung, da er bis jetzt der einzige urkundliche Beleg über die Beziehungen der Markgräfin zu Liotard ist. Liotard nennt sich hier Lehrer der Fürstin; er bewahrt als be- sonderes Kleinod seiner Sammlung ein Selbstbildnis Karoline Luisens und eine andere Arbeit ihrer Hand; er spendet ihren von Reiffenstein mitgebrachten Zeichnungen größtes Lob. Reiffenstein dagegen weiß die Kunst Liotards we- niger zu schätzen; hier zeigt sich schon der Kassizistische Theoretiker, der hinter den Bildern mehr sucht als schöne Farben und Formen; er zieht die 68 Werke seines Freundes Tischbein in Kassel vor. Leider hören wir trotz aus- führlicher Besprechung der Sammlung Liotard nichts Näheres über Er- werbungen Karoline Luisens aus dieser Sammlung. Aus anderen Schrift- stücken geht sogar hervor, daß die von Reiffenstein getroffene Auswahl von vier Gemälden aus der Sammlung Liotard später gegen andere vertauscht wurde. Außzer Liotard werden noch der Genfer Zeichner und Stecher Soubeyran und der Medailleur Dassier erwähnt. Mit dem berühmten Schweizer Medailleur Hedlinger in Chur hatte Reiffenstein wegen eines Medaillenauftrages für den Landgrafen von Hessen-Kassel verhandelt. Die Schweizer Reise gipfelte in einem Besuche in Delices bei Voltaire, zu dem sich Herr von Palm noch eingefunden hatte, und wo man gemeinsam des Karlsruher Hofes mit Entzücken und Lob gedachte. Es ist bezeichnend für die damalige Zeit, daß in diesen Kunstberichten über die Schweizer Gebirgs- welt kaum ein Wort verschwendet wird. Ein Ausflug von Zürich galt dem Kloster Einsiedeln und seinen„zu kostbaren“ Heiligtümern, der Gletscher wird von Bern aus ein einziges Mal gedacht. Von Genf wandten sich die Reisenden nach Lyon, doch hören wir von dieser südfranzösischen Reise wenig Bemerkenswertes. Nach einem dreiwöchigen Aufenthalt in Paris entschlossen sie sich, nicht nach England, wie ursprünglich geplant, sondern nach Italien weiter- zureisen. In den italienischen Briefen und Berichten Reiffensteins tritt das Persönliche mehr in den Vordergrund. Zuerst schildert er die Reise mit Lynar, die über Oberitalien, Turin, Mailand, Parma, Piacenza, Venedig, Bologna nach Florenz führte, wo sie Erdmannsdorff kennenlernten, dann nach Neapel und Rom in den Bannkreis Winckelmanns. Das Zerwürfnis mit dem jungen Grafen, der Entschluß, in Italien zu bleiben in der Hoffnung auf die hessen-kasselsche Anstellung; das Scheitern all dieser Pläne, da der Landgraf selbst durch den Krieg der Mittel entblößt war; das vergebliche Warten auf eine Anstellung in preuſzischen Diensten: dies alles zieht an uns vorüber. Eine große Not bricht über Reiffenstein herein, der, in Florenz zurückgeblieben, lange vergeblich auf die Nachzahlungen Lynars wartet. Damals half ihm Karoline Luise mit Wort und Tat über die schwersten Zeiten hinweg, sie sandte ihm einmal 50 und dann 200 Dukaten, die Reiffenstein später in besseren Zeiten wieder zurückzahlte. Alle die Halbkünste, die Reiffenstein trieb, Versuche in der Farbdruckmanier von Strange, Kopieren und kleine Malereien konnten ihm nur einen Kleinen Verdienst schaffen, bis seine Freunde ihn aus dieser Not retteten. Ein Aufenthalt von Florenz aus bei dem gelehrten und kunstsinnigen Abbẽé Fabbroni in Pistoja, die Einladung zu Kapitän Burmann in Neapel 1763 bringen Reiffenstein über die schlimmsten Zeiten hinweg. Mit der VUbersiedlung nach Rom, im Herbst 1763, ist sein Stern endlich wieder im Steigen, er führt 60 PRRRrRrrrr ihn schließlich durch sein Ciceroneamt und seine Pensionen, die er als gotha- ischer und russischer Rat bezog, einer angesehenen und gesicherten Existenz Zzu. Auf den Inhalt der interessanteren Briefe sei noch etwas näher eingegangen: Reiffenstein, der die Geldmittel Karoline Luisens und ihr Interesse für italie- nische Kunst gern überschätzte, hatte schon 1762 von Venedig aus den Vor- schlag gemacht, Winckelmann zum ständigen italienischen Kunstagenten der Fürstin zu ernennen. Er schreibt: Man beauftrage eine wirklich kunstverstän- dige Persönlichkeit mit den Ankäufen, indem man ihr Vollmacht gibt und völlig freie Wahl und eine jährliche feste Ausgabensumme festlegt. Das Geld wird durch den Kreditbrief einer deutschen oder ausländischen Bank zur Aus- zahlung gebracht; das staatliche Verbot der Ausfuhr von Kunstwerken sei leicht zu umgehen; England habe noch nie so viel Kunstwerke ausgeführt wie gerade eben. Karoline Luise ging auf diesen Vorschlag nicht ein, sie er- warb überhaupt nur sehr wenig Gemälde aus Italien. Interessant sind Reiffensteins sehr ernst gemeinte Pläne zur Begründung einer Kunstakademie in Karlsruhe, die unter seiner und Angelika Kauffmanns Leitung stehen sollte, und die er in dem Neapler Brief vom 12. Dezember 1763 der Markgräfin unterbreitete. Die Sehnsucht nach einer Heimat im deutschen 35 Vaterlande Klingt ergreifend durch diese etwas umständlich vorgetragenen Vorschläge und„Träumereien“ hindurch. Wie oft tun wir diesen deutsch- römischen Künstlern unrecht, die nicht freie Wahl, sondern das Schicksal dauernd in Italien festhielt, weil die Heimat sich ihrer nicht annahm oder 0 nicht annehmen konnte, da die Mittel zu beschränkt waren. Die Idee der Karlsruher Kunstakademie beschäftigte Reiffenstein schon früh, und überall auf seinen Reisen sucht und findet er Künstler, die sich zur Verwirklichung dieses Planes eignen könnten. Er stellt einen vollständigen akademischen Lehr- körper zusammen. Schon in Turin auf seiner oberitalienischen Reise wußte er den Historien- und Dekorationsmaler Beaumont für Karoline Luise 2u interessieren, besonders für Entwürfe zu Deckenmalereien im Karlsruher Schloß. In Mailand weist er auf den Tiermaler Lodonio hin, dem er den badischen Hof im rosigsten Licht geschildert hatte. Als Dekorations- und Theatermaler empfiehlt er einen jungen Bibiena-Schüler, den in Florenz lebenden + Monichetti, aufs wärmste. Für die Prospektmalerei rät er zu dem jungen 7 Bologneser Mario Tessi, der sich zurzeit der Gunst des Grafen Algarotti er- 66 freue. Eine ausführliche Charakteristik gibt er von dem fünfzigjährigen Floren- 4 tiner Leonardo Frati, der, geschickt in allen Künsten, auch im Gipsabgießen, F5 Modellieren, im Landschafts- und Blumenzeichnen, sich für Karlsruhe be- sonders eignen würde. Reiffenstein schreibt:„Er und Lodonio würden die schöne Natur um Karlsruhe in ein paar Jahren durch Malen und Ktzen ver- ewigt haben.“ 70 So sehen wir hier Pläne auftauchen, deren Erfüllung erst dem 19. Jahr- hundert vorbehalten war; nie hören wir in der Korrespondenz der Markgräfin von einer Antwort auf all diese Ideen. Reiffensteins und Karoline Luisens verschiedenartige Kunstauffassungen und Liebhabereien kennzeichnet der römische Brief vom 12. August 1772; Karolinens Vorliebe für die Niederländer sucht Reiffenstein vergeblich Zzu- gunsten der Italiener umzustimmen. Ein Brief vom Februar 1765 berichtet eingehend von Reiffensteins persön- lichen Verhältnissen, dem Scheitern der Kasseler Anstellung, seinen weiteren Plänen, seiner Radiertätigkeit, den Versuchen in Rembrandt-Manier, der Ar- beit am Bildnis Winckelmanns und des englischen Schauspielers Garrick. Mehrere Briefe, August 1765, März 1771, November 1775, sind Reiffen- steins Lieblingsbeschäftigung gewidmet, den Versuchen zur Nachahmung antiker Gemmen und Reliefs. Dies von Winckelmann und Kardinal Albani geförderte Unternehmen verdient an Hand dieser Briefe doch ernsthafter be- urteilt zu werden, denn nur als„ Späße für Kinder und Reisende“, wie Goethe einmal von Reiffensteins Experimenten schreibt. Weniger für Kunst und Wissenschaft als für das Klassizistische Kunstgewerbe haben seine Bemühungen Früchte getragen. In Frankreich nahm sich der Architekt Clérisseau dieses neuen Verfahrens an. Nach England vermittelte es der Kunsthändler Jenckins, So daſ wir Reiffenstein als den geistigen Urheber der Wedgwood Dekorationen ansehen können. Reiffenstein hatte sich auch für die Wiederbelebung der antiken Enkaustikmalerei eingesetzt. Bei all diesen Experimentierkünsten kam die von seinem Vater ererbte Apothekernatur sichtlich zum Durchbruch. Friedrich Noack, der beste Kenner des deutsch-römischen Kunstlebens, gibt uns im Goethe-Jahrbuch(1909 und 1910) Bd. 30/31 eine ausführliche Lebensbeschreibung und Charakteristik Reiffensteins. Sie enthebt uns jedes weiteren Eingehens auf sein Geschick und seine Art. Der ehrenwerte und achtunggebietende Reiffenstein ist der typische Hof- meister des Klassizismus, arbeitsam und vielseitig begabt, aber ohne jeden Anflug von Genialität. In seiner pedantischen Art hat er sich oft den Spott der deutsch-römischen Künstlerwelt zugezogen. Nicht immer mit Recht und Fug, denn er war ein hilfsbereiter Ratgeber und ein treuer Freund, der man- chem Landsmann das letzte Geleite nach der Pyramide des Cestius gab. Reiffensteins Briefwechsel mit der badischen Markgräfin zeigt ihn ganz von dieser liebenswürdigen, hilfsbereiten und stets anregenden Seite. Das Leben hat ihm manchen schönen Traum zerstört, das schützende Asyl in der Heimat, das er sich und seinen deutsch-römischen Kunstfreunden so sehnlichst wünschte, wurde ihm nie gewährt, und doch finden wir selbst in Zeiten der größten Not nichts von Bitterkeit in seinen Briefen. Karoline Luise war er 4 stets in Treue und Verehrung Zugetan, ja er war immer bestrebt, für die hohe Gunst ihrer Freundschaft mit reichen Gaben zu danken. Bei der Begründung des fürstlichen Malereikabinetts steht er als erfahrener Ratgeber überall helfend zur Seite. Mit Bedauern sehen wir Reiffensteins Lieblingsidee scheitern, in Karlsruhe mit Hilfe Karolinens eine Kunstakademie zu gründen, Angelika Kauffmann dahin zu berufen. Reiffensteins Idee hätte Karlsruhe zu einer Heimstätte und Hochschule Kassizistischer Malerei gemacht und Karolinens Ruhm als Schützerin der Künste noch mehr befestigt. Aus Reiffensteins Briefwechsel mit der Fürstin. Karoline Luise an Reiffenstein nach Straßburg. Die ersten Radierversuche. Erster Brief der Fürstin. o. D.(1760). „Comment Mr. vous ne vous étes occupé que de moi depuis votre arrivée à Strasb, je devrais ètre honteuse de toutes les peines que je vous cause. II mẽ'est impossible de vous marquer combien je suis sensible à toutes vos atten- tions; vous me donnez mille preuves de votre souvenir; vous pouvez compter Mr. que vous n'avez pas été oublié à notre tour, que nous nous souvenons de vous rendre à vos merites et à vos talents ce qui leur est dü. Je vois avec plaisir que vous n'attendeʒ que l'approbation du père de Mr. je Comte de Lynar pour vous fixer pour un temps à Strasbourg. La proximitè du lieu me fait esperer ou de vous revoir encore un moment ou de recevoir plus souvent de vos nouvelles, et cela me donne de la joie. Je suis très obligèe de m'avoir fait con- naissance avec le Sr. Stridbeck, etant plus près, outre la comodité d'en pouvoir faire ici le payement, il me satisfera toujours plus promptement. Pai fait payer au jouaillier Hess les 17 Liv. pour son compte, et la Semaine prochaine je mẽdite de mettre une de ses planches en oeuvre, telle qu'elle sera, je vous la soumettrai comme à mon maitre, et si vous ne voulez pas avoir de quoi rougir de votre elève je vous prierai d'y mettre la main. Le Sr. La Roque m'a fourni une ame de Rembrandt à l'eau forte, le peintre ici les tient pour originales, elles sont fort bien. La dẽcouverte que vous venez encore de faire Mr. de plusieurs beaux tableaux m'enchante; je serai charmèe de les voir tous les 5; et si le propriẽtaire S. Braun veut faire le voyage à ses frais je ne m'y oppose point. Je crois les tableaux bien beaux, mais ils sont un peu chers.“ Der Brief bricht hier ab, die nächstfolgenden besprechen die weiteren Erwerbungen von Straßburger Bildern.— Die Originalrechnungen dieser Räufe sind erhalten. S. a. a. O.) B. Breenbergh. Landschaft mit dem Hauptmann von Kapernaum. Aus der Sammlung de Vence. Die Mainzer Kunstreise. Die Kabinette Graf Stadion und Oels, die kurpfälzischen Sammlungen in Mannheim u. a. Fünfter Brief Karoline Luisens an Reiffenstein. o. D. „Je vais donc vous faire la relation promise sur le bien que vous m'aviez dit des Cabinets à Mayence. Pai sollicité le Margrave de m'y mener. Nous fimes ce tour il y a 8 jours très en incognito nous n'en parlàames pas mẽme ouverte- ment ici notre premier soin nous conduisit chez le Grosshofmeister Cte. Stadion, mais je n'y vois ni Mieris ni autre beau tableau. L'homme qui nous ouvrit la porte ẽtait un grand benẽét, il ne nous put rendre compte de rien et après que je lui disais toujours qu'il fallait encore qu'il y eusse plus de tableaux, il me répondit, il y en a bien encore quelques uns dans le cabinet de travail de Mr. le comte, mais il en a la clef sur Iui et il est à la campagne. En revanche je vis chez le comte Oels toutes les belles choses dont vous m'aviez parlẽ, deux tẽtes de femme de Rembrandt, que vous n'aurez certainement pas oubliées. Je ne connaissais pas trop encore le maĩtre et il me semble n'avoir jamais rien vu de plus beau. Deux Bourguignons, une tẽte de Copetzky entre autres et plu- sieurs de Seyboldt fixèrent préférablement mon attention. Enfin je fus forte- ment contente de ma journẽe, que nous finissions par le cabinet du Cte. Lotter Stadion, où il y a bien de beaux tableaux encore. Surtout une tẽte d'homme de van Dyck comme il n'y en a pas à Mannheim m'ëbranla un peu; elle est superbe, j'aurais bien voulu emporter. Je ne vous nomme que les morceaux exquis que vous connaĩtrea, il est vrai j'aime à en parler avec vous. Vous pensez bien Monsieur que je vous ai mille obligations de m'avoir mis cette idèe dans ma tẽte; recevez en mes remerciments bien sincères, car vous ètes cause que j'ai passé 2 journẽes bien satisfaisantes pour moi. En passant Mannheim nous fimes un tour à la bibliothèque et vimes aussi la collection d'estampes et de dessins qui m'enchantèrent n'en ayant point vu non plus. Je m'instruisis donc beaucoup dans l'espace de deux fois 24 heures, il est vrai qu'à mon gré j'y aurais pu mettre autant de jours. Vous me parlerez aussi s'il vous plaĩt Mr. des cabinets de Mayence, si mon jugement a étẽ juste et ce que vouz y avez remarqué dessus. C'est vous qui auriez dũ faire ce tour avec moi, j'en aurais tiré un vrai fruit.— Je suis charmé Mr. de vous voir tout aussi content de votre voyage en Lorraine, tout le monde l'est du Roi Stanislaus, que Pon dit fait pour étre aimé. Le Margrave qui vous dit bien des compliments serait bien aise de savoir si ces estampes dè ce compte générale de la dẽpense des Edifices, qui viennent s'imprimer à Lunéville, donnent des lumières utiles. Comment avez-vous trouvé les La-Tour, sont ils fort au-dessus de la Rosalba? Je rends ici Mr. la lettre du Sr. Wille. En verité je n'aurais pu choisir un meilleur commissionaire. Ne rougissez-vous pas de dire tant de bien de moi? Pen suis à la veérité pénétrée, puis que cela me prouve votre amitié, qui m'est rẽellement chère, vous m'avez frayé là un bien bon chemin en faisant naĩtre bonne volonté pour moi en Mr. Wille. I me faut seulement encore at- tendre une réponse de mon autre correspondent que vous savez pour ne pas peut-tre me gãter mes affaires. 8 755 ———— Rrr Si j'avais eu le courage de vous envoyer P'original de Rembrandt, j'au- rais moins méritéè vos éloges(handelt sich um eine Radierung, die Karoline Luise nach einer Radierung von Rembrandt gemacht hat), il est que seul, il a asse2 bonne mine, mais peu à cõté de P'autre; il est cependant vrai qu'une pareille pièce est moins difficile qu'une tète; j'en ai voulu faire une, mais c'est bien autre chose je m'en tiendrai encore à temps à ces petits sujets. Pespère que ces tableaux-ci retourneront en aussi bon ẽtat, que vous me les avez envoyés, ils étaient admirablement bien empaquetés(handelt sich um Bilder, die aus Straßburg zur Ansicht gesandt worden waren); Melling s'en est chargẽ et j'y ai ẽté prẽsente. Les 81 Louis 12 Liv. 8 S. seront bien comptés. I ne me reste donc qu'à recommencer à vous remercier de vos peines, de vos soins, de vos amitiés, vous me rendez muette, rien n'égale jamais cette estime distinguèe avec laquelle je ne cesserai de vous honorer.“ Reiffenstein über Gemälde und Stiche Rembrandts in Mainz und Mannheim. Aus dem achten Straßburger Brief Reiffensteins an Karoline Luise. o. D. 1760.] „Les Rembrandt et les van Dyck(beim Grafen Stadion in Mainz) sont faits pour tenter ceux qui sont initiés dans les mystères de cette magie dont ces grands maitres ont su faire vivre des toiles. Pen suis aussi tenté toute fois quand je Ies vois, mais comme il n'est pas vraisemblable que je parviendrai jamais asse2 pour pouvoir possẽder ces sortes de chefs d'oeuvre, j'y renonce très aisẽment quant à la possession, mais je suis d'autant plus vivement tenté, d'es- sayer s'il ne serait possible, qu'en étudiant les manières de ces maitres je puisse atteindre à quelques degrés de leur perfection. La collection d'estampes au cabinet de Mannheim est immense; V. A. S. aura à peine eu le temps d'en ouvrir quelques portefeuilles. Mais cette belle suite des gravures de Rembrandt aura certainement aug- mentẽ la bonne idee, qu'Elle avait de ce maitre. Parmi les dessins dont je nai parcouru qu'un portefeuille on n'aura pas oubliè de montrer à V. A. S. ce recueil de dessins imprimés, qu'un Anglais Artur Pond a publié il yůa 9 ou dix ans, on ne peut pas se lasser d'admirer cette vérité avec laquelle on ait pu rendre en imitant les dessins en crayon rouge, à la plume, à l'encre de chine. (Srief bricht hier ab.) Reiffenstein bei Liotard in Genf. Aus den Schweizer Berichten von 1761. „Monsieur Liotard war durch das mir an ihn gnädigst anbefohlene Compli- ment recht sehr gerührt und wußte seine Verehrung gegen seine ehemalige durchlauchtigste Schülerin, von der er beständig mit einer recht väterlichen Zärtlichkeit sprach, nicht genugsam auszudrücken. Er wußte kaum, was er sagen sollte, als ich ihm die beiden Zeichnungen, mit welchen ich begnadigt worden, sehen liefßz. Er lobte dieselben als ein Kenner des darin befindlichen Schönen und Meisterhaften, und es schien mir, als wenn er zuweilen im Be- griff war aufrichtig zu gestehen, daß er nicht im Stande wäre, mit derselben Rüstigkeit und Schärfe zu zeichnen. Allein das Gelübde, so er jemals getan haben muß, seine Arbeit für die schönste in der Welt zu halten, hielt sein Geständnis immer wieder zurück. Die Kunst, sich und seine Arbeit Zzu loben, versteht er als ein großer Meister, seine Ausdrücke bei der Beschreibung seiner Gemälde sind so stark, daß sie ihn selbst entzücken. Dieser Kontrast zwischen dem Schönen und Schlechten seiner Arbeit und zwischen der jugend- lichen Freude und seinem Alter hat mir seiner Seltenheit wegen eine Weile sehr wohl gefallen. Als er aber in meinem Portefeuille die Zeichnungen von Hercules und Omphale, mit der mich der Kassler Hofmaler Tischbein be- schenkt hat, gewahr wurde und dieselben nicht allein in untadelhaften Stellen tadelte, sondern auch offen gestand, daß er aus dergleichen unvollkommenen Sachen nicht das Geringste machen könnte, und mich dabei beständig auf seine Art, die Natur nachzuahmen, als die einzig vollkommenste, verwies, S0 hatte ich alle Mühe, ihn mit der seinem Alter schuldigen Höflichkeit anzuhören. Er hat sich vor einigen Jahren mit einer jungen, artigen Frau verheiratet und hat von derselben ein vierjähriges, schönes und leb haftes Shnchen. Den Bart hat er seiner Frau zu Gefallen abgelegt und sieht also nicht halb so ehrwürdig aus, als das Portrait, welches er vor vielen Jahren von sich verfertigt hat. In diesem sowohl als in den andern Stücken seiner Arbeit, die ich bei ihm an- getroffen, hat er die Natur, so wie er sie vor sich gesehen, sehr genau und sorg- fältig, aber öfters ohne Geschmack und Haltung nachgeahmt, und in der Zeichnung der Hände ist er auch immer sehr mangelhaft. Wenn man indessen seine Arbeit nicht gar zu genau prüfet, so gefällt darin die Wahrheit, mit der er gewisse Sachen glücklich nachahmet, nebst dem Fleiße und der Schönheit seiner Farbe Kennern mit allem Rechte und bezaubert diejenigen, die die Kunst nicht nach Regeln und eigenen Empfindungen des Richtigen und Schönen beurteilen können.“(Es folgt hierauf noch eine Beschreibung von Liotards ansehnlichem, aus den Niederlanden gebrachten Malereikabinett, auf die wir an dieser Stelle nicht eingehen.) Der Maler Chevalier de Beaumont, Turin. Aus dem oberitalienischen Reisebericht Reiffensteins. 1762. „Indessen konnte er(Beaumont), als ich ihm die schöne Zeichnung wies, mit welcher ich von hoher Hand begnadigt worden, und er meine Beschreibung der übrigen hohen und seltenen Eigenschaften dieser großen Meisterin hörte, sich doch nicht entbrechen, sich zu beklagen, daß er nicht in einem solchen Lande zu arbeiten das Glück hätte, in welchem die Fürstin nicht allein die Künste schütze und belohne, sondern auch mit eigenen Händen zur Voll- kommenheit bringen helfe. Er arbeitet mit einer großzen Leichtigkeit, und als ich einige seiner Esquissen sah, welche sehr précis sind und fast das Ansehen völlig ausgemalter Stücke haben, 8o fiel mir ein, daß man bei dem allgemeinen Mangel an großen und starken Componisten sich auch in der Ferne dieses Mannes bedienen könnte, wenn man ihm Sujets zur Composition zuschickte, 7⁵ CECECE... die nachher von geschickten Meistern nach seinen Esquissen ins Groſze gemalt werden könnten. Die Erinnerung der schönen allegorischen Erfindungen au einigen Plafonds, die eine groſße Fürstin zu ihrem Vergnügen entworfen, veranlaßten bei mir diesen Einfall, den ich ihm auch nicht verschweigen konnte. Er freute sich ungemein über die Nachricht von einer für eine Fürstin so seltenen Bemühung und versicherte, daſz wenn er das Glück haben sollte, für dieselbe zu arbeiten, er seine Entwürfe wie fertige Gemälde im Kleinen ausführen wollte.“ Der Tiermaler Lodonio aus Mailand. Aus dem oberitalienischen Reisebericht. „Er verlangte von mir Nachricht von einigen deutschen Höfen, an welchen seine Kunst Gönner und Beförderer finden dürfte; ich mußte natürlicherweise ihm zuerst den Baden-Durlachischen Hof beschreiben, und da ich das Glück hatte, ihm die daselbst lebende hohe Beschützerin der schönen Künste auch aus höchstderselben meisterhaften Arbeit bekannt machen au können, und die Gnade und Leutseligkeit des Regenten getreulich abzubilden, so hat er sich diesem Hofe schon im Herzen gewidmet und würde sich glücklich schätzen, wenn er unter den Befehlen einer so hohen Kennerin und Meisterin zu ar- beiten das Glück hätte. Er hat ehemals ein Historienmaler werden wollen und hat sonderlich zu Parma die Plafonds und andere Sachen von Correggio fleißig gezeichnet; daher ist er auch in den Figuren stark, welches man bei Tiermalern Selten trifft.“(Fleiß, Feuer, Liebe zur Sache zeichnen ihn aus.) Niederländische oder italienische Kunst. Reiffenstein an Karoline Luise. Rom, 12. August 1772. „Quand à l'attachement que V. A. S. me fait I'honneur de parler pour Lécole flamande, un voyage en Italie ne la fera perdre, parce qu'elle rend en parfaite connaissance justice à la beauté, fraĩcheur et vérité du coloris des ouvrages des meilleurs maitres de cette łcole, mais quand méme V. A. S. ne rencontrait pas ici des carnations si vives et si belles qu'on observe avec tant de plaisir dans les beaux ouvrages de Gerard Dou, la Supériorité du génie, la grandeur et la correction du style dans les ouvrages des meilleurs maitres de Lécole romaine et lombarde et la couleur vraie, chaude et harmonieuse de Lécole vénẽtienne la dẽdommagerait bien amplement.“(Reiffenstein begegnet dem Vorwurf Karoline Luisens, daß die Bilder der größten italienischen Maler „noircis“ seien, mit der Erklärung des Nachdunkelns der Farben und der Wahl der Malgründe. Bei der Florentiner Schule treffe dies nicht zu, weil die ganze Rafaelschule auf weiße Gründe male, was auch Mengs wieder anstrebe. Auch in Venedig mache mancher Meister davon eine Ausnahme, was ja schon das Kolorit von Rubens bezeuge.) Er fährt fort:„Mais le sublime et la grandeur qui pënètrent dans les chefs d'oeuvre de la sculpture grecque, quand on est vis à vis des originaux mẽmes, promet à V. A. S. une satisfaction bien superieure à celle qu Elle à déjà eue en 76 voyant les jets en platre, où par le defaut de mon lueur, et de celui qui les a mises ensemble il y reste toujours quelque chose de disloque et de raide, au lieu que l'original parait étre bien d'agilitè et de mouvement. Ces grands maiĩtres laissent bien en arrière tout ceux, qui les ont étudiés jusqu'à présent. En voyant souvent avec application Ieurs ouvrages, la grande perfection quꝰon J observe fait peu à peu perdre la prẽdilection pour la peinture, où on ne ren- contre pas des idées et des perfections si sublimes.“ J. Vernet und die Brüder Hackert. (Ebenda.) „Rien ne me parait si juste que ce que V. A. S. me fait Thonneur de me dire sur le salon de Paris; j'en juge le mẽme, parce que je me souviens d'avoir vu moi-mème de ces maitres, dont Elle parle, et parce que plusieurs Voyageurs qui ont vu le mèẽme salon me l'ont dit. Le couchant de soleil de Vernet doit avoir été un bien bon tableau, parce que V. A. S. en a désiré la possession. Mais son avantage peut étre bien avoir été, qu'il se trouvait parmi les maitres inférieurs à lui. Iei à Rome, où on a des tableaux de son meilleur temps, il ne tient pas un grand rang, parce que quand on excepte un certain goũt agréable dans la composition de ses sujets et une touche vive et spirituelle du pinceau, on 7 défie constamment la vèrité des formes et des tons, soit dans les arbres soit dans les roches et terrasses, où tout est peint par souvenirs et où rien ne permet le moindre confrontement avec la nature, laquelle de temps en temps il parait avoir vu aux environs de Rome ou de Naples; au moins des Claude Lorrain, Caspar Poussin et Ia belle nature de nos environs ici ne paraissent incomparables avec Vernet. Pour ne pas dire que PAllemagne l'emporte deéjà sur lui, j'espère que les Français mẽme le doivent bien un jour, quand le mérite de Hackert Painé, qui peint actuellement les principaux événements des victoires des Russes, sera plus gẽnéralement connu. Lui aussi, bien que son frére avait déja beaucoup de rẽputation, il yůa quatre ans à Paris, mais pendant les quatre ans qu'ils ont ẽtudiè en Italie, en dessinant et en peignant continuellement d'une manieère très rendue les plus belles sites aux environs de Rome et de Naples après nature, ils ont fait des progrès étonnants. Le cadet est actuellement en chemin pour IAngleterre, où ses ouvrages ont ẽtẽ fort applaudis. Je Pᷣai adressẽ àMr. Mechelà Basle, qu'en cas qu'il devait passer par Carlsruhe, il le recommandãt à quelqu'un qui lui procuràt I'honneur d'etre présenté à V. A. S. Elle verra certainement avec plaisir l'immense portefeuille de ses ẽtudes, qu'il a avec lui, et qui ont ẽtẽ faites pendant 4 ans aux environs de Rome et de Naples. Celui-ci peint aussi avec beaucoup de succès des chevaux et d'autres animaux, dont ilenrichit ses paysages tantõt à la Wouwerman tantõt à la Berchem; ii peint d'un fini égal à celui des meilleurs peintres flamands. L'ainé peint des pay- sages et des marines tantõt dans le style de Claude Lorrain, de Caspar Poussin et de Salvator Rosa, parce que pour ses différents styles ceux-ci qui ẽtudient d'après nature en Italie trouvent des sujets en abondance. Il commence actuelle- ment à historiser ses paysages pour s'accoutumer à traiter des sujets plus sublimes dans le genre des paysages. Le premier morceau qu'il a fait dans ce genre est Ie sacrifice fait à lamour, tirè du Daphnis de Gessner. Pour pendant 4 ERRrRrrrrrr il peindra Parrivèe de IEnẽe en Italie. Ces deux sujets ont ẽté choisis par Mr. de Koch, compagnon de voyage du Prince Gallizin, pour ètre executés pour Mr. le Vice-Chancelier de Russie. Cet artiste distingué et aimable en mẽme temps par rapport à son caractère et à ses bonnes moeurs est déjà extrèmement recherchè de plusieurs nations; il travaille actuellement pour une couple de mois aux environs d'Albano pour y finir plusieurs ouvrages commencès et pour y faire des ẽtudes d'abord peintes d'après nature, j'irais pour quelques jours assister à ces belles scènes en compagnie de Mr. le C. de R. le cadet avec lequel je vois actuellement Rome et qui sachant, que j'ai Ihonneur d'écrire aujourd'hui a V. A. S. me charge de faire agréer de V. A. S. les très humbles respects (Reiffenstein erzählt von sich, daß er von Zeit zu Zeit Landschaften zeichne nach der Natur und nach Studien Hackerts, zum Malen komme er wegen seiner Cicerone-Beschäftigung eben nicht mehr.) Uber Angelika Kauffmann im Reisebericht von 1762. Reiffenstein schließt die Charakteristik der jungen Künstlerin mit folgenden Worten:„Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland ist ihr erster Wunsch, sich und ihre Arbeit der Durchlauchtigsten Herrschaft zu Karlsruhe zu Füßen zu legen, und des Glücks teilhaftig zu werden, durch das Urteil und den Beifall der hohen Meisterin, deren Arbeit sie mit Bewunderung gesehen, belehrt und aufgemuntert zu werden.“ Angelika Kauffmann und die Gründung einer Kunstakademie in Karlsruhe. Neapel, 10. November 1763. Reiffenstein an Karoline Luise. „Mais V. A. S. ne pourrait-elle pas faire une plus belle chose que devenir membre des Académies les plus célèbres? N'est-elle pas née pour en fonder plutöt Elle-méme une dans ses Etats, pour y perpẽtuer ces beaux arts, qu'elle protège et cultive avec de si grands succès. IIl ne serait pas nécessaire que cela füt ni sur les modèles des autres académies, ni accompagné de si grandes dé- penses que ces Instituts coũtent ordinairement aux Souverains. Selon l'idée que j'en ai ce serait une chose qui se fera pour ainsi dire de soi-mëme. Je con- nais quelques personnes très habiles qui par amour de la retraite, dans laquelle tous les arts qui dẽpendent du dessin, peuvent extrèmement étre cultivés, ne souhaitent autre chose que d'en trouver une en Allemagne, dans un pays, où les arts seraient aimés et protégés. Quand ils se rencontrent ils ne parlent que des moyens de rendre une telle idèe faisable. Enfin on a pris une idèe de résolution de cultiver autant qu'il sera possible Ses talents, de s'en procurer tous les avantages dans les pays ẽtrangers comme la France et PAngleterre, de se séparer pour cet effet quand la vocation parti- 78 culière d'un chacun le demandera, mais de rester toujours en correspondance pour pouvoir se rejoindre, si l'un et l'autre aurait trouvẽ un asile convenable. V. A. S. y verrait entre autres, j'en suis sũr avec très grande satisfaction, cette jeune peintresse allemande M'elle Kauffmann, de laquelle j'ai déjà eu Phonneur de faire un portrait à V. A. S. dans ma relation pittoresque de Flo- rence. Elle à été très distinguẽe à Rome où elle a ẽté rẽputée un des meilleurs professeurs. Depuis elle est ici ocαοαοααο α˖ faire pour des seigneurs anglais quelques copies des meilleurs morceaux de la galerie royale. Elle a fait avec grands succès plusieurs portraits et vient de recevoir Ihonneur d'ẽtre appelèe pour peindre le portrait de sa Majesté Sicilienne. On paie deéjaà ses ouvrages très bien, un portrait à deux mains lIui vaut 30 onces, qui se vient a peu près à 36 ducats, les copies après des grands tableaux du Titien ou Raphael lui sont payées à 50 ducats et comme elle se sent dẽja capable de faire quelques compositions elle-méme, les Anglais lui ont déjàa donné quelques commissions à 50 et 100 ducats par pièce. Pai fait la gravure du Père de lIa Torre“) sur son original et la téte de la femme de Potiphar, sur la copie qu'elle avait faite du tableau entier du Guide. Mais ces faibles copies annonceront mal la grande habilité de cette fille, dont les talents supérieurs et sa vertu sont dignes d'ẽtre protégẽs par V. A. S.; et il me semble que cela devrait aussi ẽtre une grande satisfaction P. V. A. S. de voir avec quelle franchise et force cette jeune fille personne dessine et peint les sujets difficiles. Quelques personnes doués de talents Sem- blables ne demanderaient et n'auraient pas besoin d'autre chose qu'une grande maison convenable à leur ẽtudes, qui devrait ètre plutõt situẽe dans la campagne que dans une ville. Là ils étudieraient et imiteraient les plus beaux sujets de la belle nature qui les environne, ils les graveraient, et ils vendraient plutöt leurs productions au dehors qu'en dedans pour attirer I'argent éẽtranger dans le pays qui leur fournirait cette asile, et les èlèves que cette acadẽmie ne man- querait de faire en serait un autre Emolument. Mais je ne m'aperçois pas que j'abuse l'indulgence de V. A. S. en lui fai- sant part de ces réveries, et j'en demande très humblement pardon en faveur de cet enthousiasme pittoresque, qui m'entretient, et de cette grande envie que j'ai de pouvoir jamais contribuer la moindre chose pour la satisfaction de V. A. S. et pour l'avantage de ses Etats. La bonne harmonie que cette académie des beaux arts pourrait entretenir avec'acadéèmie nouvellement établie à Mannheim, pourrait ètre très avantageuse pour l'une et pour P'autre.“ Rat J. B. Ehrenreich, Frankfurt am Main. In Goethes Dichtung und Wahrheit im 13. Buche wird unter den Frank- furter Privatsammlungen, denen der junge Goethe reiche Anregungen ver- dankte, auch der Sammlung Ehrenreich gedacht. So freuen wir uns doppelt, diesen bekannten Alt-Frankfurter Kunstfreund auch bei Karoline Luise wiederzufinden und an Hand ihrer Dokumente Einblick in sein Wirken und seine Sammlung zu gewinnen. ) Siov. Maria della Torre, Somaskerpater, Physiker und Königlicher Museums- direktor in Neapel, gemalt von A. Kauffmann. 7⁰ ——— —————— Der„alte“ Ehrenreich, Johann Baptist, tätig als Kunsthändler und Sammler in Frankfurt am Main, fürstlich sächsisch-gothaischer Rat, wurde Karoline Luise vermutlich durch Reiffenstein empfohlen. Seit 1761 bis zum Jahre 1782 finden wir ihn und seinen gleichnamigen Sohn, den„jungen“ Ehrenreich, der seit 1767 als Kaufmann in Hamburg lebte, als Kunstagenten der Fürstin tätig. Ehrenreichs Briefe und Gemäldeanzeigen sind in verschiedenen Bänden der Korrespondenz enthalten, meist in dem Sammelbande„Marchands“. Auch aus den Supplementbänden und den Rechnungsbüchern ergibt sich diesbezügliches Material. Aus den Rechnungszetteln erfahren wir, daß Ehrenreich mehrere Gemälde- ankäufe für Karoline Luise unternahm, daß eine regelmäſzige Korrespondenz im Gange war, daß die beiden Ehrenreich, Vater und Sohn, des öfteren in Karlsruhe ihre Aufwartung machten und dabei Gemälde zur Ansicht und Auswahl mitbrachten. So liegt eine Rechnung des Darmstädter Hofes in Karlsruhe vor, dessen Besitzer, Samuel Stein, Kost- und Chaisengeld für Ehrenreich verrechnet. Vom 8. Mai 1762 stellt der Strauſzwirt Joh. David Keller-Vogel einen Kostenzettel von 14 Gulden für einen zweispännigen Wagen nach Mannheim und zurück aus, der laut Vermerk Karoline Luisens auch für Ehrenreich bestimmt war. Ehrenreich verkaufte nicht nur deutsche Bilder, sondern auch solche aus holländischem Besitz. Durch ihn gingen Karolinens Erkundigungen und Ein- käufe aus den Sammlungen des General Wurmser, des Baron Häckel, des J. von Vopelius in Frankfurt; wir hören auch von einer Versteigerung kur- kölnischer Malereien, die ebenfalls in Frankfurt getätigt wurde. Ehrenreich besaß ein eigenes Gemäldekabinett, das er 1767 der Fürstin zum Kaufe anbot. Er schrieb, daß er eine besondere Vorliebe für Italiener und für Historien Kleineren Formats habe; im Jahre 1767 sandte er eine Ein- ladung an die badischen Herrschaften, bei ihrem bevorstehenden Besuch in Frankfurt sein Naturalien- und Malereienkabinett zu besichtigen. Durch eine Reihe von Gemälden, deren Besitzes er sich besonders rühmte, sind wir über seine Sammlung unterrichtet: „Zwei Raphael Urbino, wovon einer so schön, daß ganz gewifz in ganz Deutschland keiner zu sehen“. Ein Rubens,„welcher so fleißig ausgemalt, daſßz sich viele große Kenner daran ergötzen“. Weiter erwähnt er folgende Werke: einen„niederländischen Raphael“, einen Ger. Dou, einen„deutschen van Dyck“, welcher eine Stelle in dem allergrößten Kabinett verdient“, einen Potter, zwei Giacomo Bassano, einen Eglon v. d. Neer, zwei Huysums„von seiner starken Manier“, einen Kierings 80 N. Largillière. Damenbildnis. Aus der Sammlung de Vence. Keirincxl, einen Valckenborch„wůUnderwürdiger Arbeit“, je einen Brueghel, Wouwerman, van Balen, Rembrandt, Elsheimer, Rottenhammer usw. Im März 1777 ergänzt er seine Bilderliste durch einen weiteren Bericht; er nennt: Giacomo Bassano, einen Kleinen Veronese, eine Krönung der Maria mit 50 Figuren, van Dyck, Krönung Christi, P. Potter, Orpheus mit Tieren. Als Neuerwerbung bietet er im November 1777 ein Selbstbildnis von Rembrandt an, auf Holz gemalt,„von solcher Kraft und Fleiß als ich noch jemalen so etwas so Gutes von ihm geschen“. Sehr ausführlich beschreibt er in demselben Briefe eine Maria Magdalena in der Einöde sitzend von van der Werff, 14 Zoll hoch und 10 Zoll breit. Wir glauben, in diesem Kleinen Bilde, dessen Erwerbung zwar rechnungsmäßig nicht feststeht, doch mit Bestimmtheit den heutigen Ger. Dou der Karlsruher Kunsthalle, Katalog-Nr. 268, zu finden. Ehrenreich schrieb darüber: „Ich weiß, wann Höchstdieselbe dieses Gemälde sehen sollten, H. D. sich ganz gewiß darein verlieben würden; ganz besondere Schönheit, Zeichnung, Kolorit und Fleisch und, was dem Auge nur gefällig sein kann, findet sich in diesem kleinen und noch unverletzten Bilde, ich glaube, daß solches wohl noch ein Plätzchen, das vielleicht nicht so ausnehmend ist, in dem schönen Cabinet verdiente, ich habe solches billig und nicht nach seinem Werte über- kommen und würde mir eine Freude sein, solches wieder an H. D. zu über- lassen.“ Ein anderes Bild von van der Werff, Adam und Eva,„Vertreibung aus dem Paradiese mit viel Beiwerk“, sei ebenfalls noch in seinem Besitz, es kãme aber der Magdalena bei weitem nicht bei. Ehrenreich hatte von 1761 bis 1777 zwanzig Gemälde an die Markgräfin verkauft.(Näheres darüber siehe Katalog.) Der letzte Brief ist von dem jungen Ehrenreich; dieser übersandte am 23. Januar 1781 eine Auswahlliste aus dem Kabinett seines inzwischen ver- storbenen Vaters und hebt dabei nochmals einige bemerkenswerte Bilder hervor: Mondscheinlandschaft von Eglon van der Neer(als sehr gut bezeich- net), von demselben eine Zerstörung Trojas in völligem Brande(unbekannt), van der Poel, brennende Stadt, alter Mann mit Stundenuhr, flötender Knabe: Mannskopf und eine alte Frau mit angefangenem Changeantschleier; die beiden letzteren werden als Originale von Veronese und Spagnoletto be- zeichnet. Uber Erwerbungen dieser Bilder liegen keine Schriftstücke vor. Die Schweizer. Wir haben schon an anderer Stelle hervorgehoben, daſz auch für die schwei- zerischen Beziehungen der Fürstin Reiffenstein der Mittelsmann gewesen ist. 81 6 RRRRRRRRRRRRrr Eine Reihe von Anregungen haben sich für Karoline Luise aus diesen Schweizer Verbindungen ergeben, an erste Stelle tritt der Briefwechsel mit Christian von Mechel; eiger händige Briefe von Liotard haben sich leider nicht finden lassen, so sehr uns dies erwünscht gewesen wäre. Christian von Mechel,„célèbre graveur à Basle“. Der vielbewanderte und vielgewandte Christian von Mechel, der sich als Freund Winckelmanns und Schirmherr des Klassizismus im Kunstleben seiner Zeit eine angesehene Stellung erworben hat, der Kunstberater des Kurpfälzer und kaiserlichen Hofes, fand auch bei Karoline Luise Gehör und Aufnahme. Seine Freunde, der badische Hofrat Ring und Reiffenstein, der ihn in Rom bei Winckelmann kennenlernte, haben ihn empfohlen und eingeführt. Mechel wetteiferte geradezu mit Reiffenstein um die Gunst Karolinens:„Mon tréès grand et estimable ami et aussi mon rival... Pai l'ocαÜ'agn de m'entretenir très Ssouvent sur la bontẽ avec laquelle V. A. accueille les talents.“(Geschrieben an die Fürstin in einem Briefe vom 7. Februar 1767, kurz nach Mechels italie- nischer Reise.) Mechel erwarb keine Gemälde für Karoline Luise. Mit Eberts in Paris befreundet, hatte er nur seine Hand im Spiele beim Ankauf des Eberts- schen Lairesse, der, bevor er nach Karlsruhe ging, in Basel von Mechel„dans un goũt nouveau et coloré“ gestochen wurde. In mehreren Briefen an die Fürstin spricht er davon. Im Dezember 1777 schreibt er von seinem beabsichtigten Besuch in Karls- ruhe, wo er auf der Rückreise von Paris ankehren will. Er erzählt hier, daß er sich,„malgré toute sa rẽpugnance“, nach Paris begeben müsse, das in Seinem Herzen von Rom überfſügelt worden ist. Vom Kabinett de Thiers urteilt er: „C'était un peu péle-méle, mais il y a des bijoux en bon nombre.“ Im Jahre 177r1 erteilt er seine Ratschläge wegen des Ankaufs eines Gemäldes von Greuze,„Père de famille“, das Eberts Karoline Luise angeboten hatte; er findet den von Eberts dafür veranschlagten Preis von 6 7̃οο Livres viel zu hoch. Er selbst habe im Jahre 1763 einen sehr guten und viel größeren Greuze für den Duc de Pratin für 6000 Livres besorgt, auch der berühmte „Paralytique“ der Kaiserin von Rufzland habe nicht mehr gekostet. Karoline antwortet Mechel in einem sehr verbindlichen Schreiben vom Mai 1770, sie möchte nicht mehr als 3000 Livres für das Bild anlegen, und dankt für Mechels Ratschläge. Erhaltene Rechnungen und Briefe geschäftlichen Inhalts erweisen, daß der geschäftstüchtige Mechel nie versäumte, Karoline über die Neuerscheinungen seines Verlages zu unterrichten. Mehrfach wanderten Kupferstiche und Bücher aus Mechels Werkstätten nach Karlsruhe, verrechnet ist das Folgende: 8² Ein Stich nach Wynants für 4 Louis, zwei Schinagel zum selben Preise, 14 Pièces de Pratin für 9 Livres, 18 L. für Geßzners Idyllen, einen Katalog„de Poeuvre de Rembrandt“ für 12 L.; 1773 erfolgte für 72 L. die Subskription des ersten Teiles des Mechelschen Holbeinwerkes und die Sendung von Porträtstichen fürstlicher Personen, 1781„deux exemplaires de la gravure du plan en relief de Mons. le géenéral Pfyffer“ und die Bestellung der Fortsetzung des Holbeinwerkes; der Stich von den Zeremonien der Allianz zwischen Frank- reich und der Schweiz bildet den Beschluß. Bei den letzten Sendungen wurde ausdrücklich um baldige Bezahlung gebeten, da der Mechelsche Verlag durch die schlechten Zeitläufte wirtschaftlich sehr zu kämpfen hatte. Von besonderem Interesse sind Mechels römische Kunstberichte, die sich im Bande P. IIIX vorfanden. Die Briefe, die leider im spannenden Augenblick der Schilderung der Audienz beim Papste abbrechen, lassen sich aus den Hinweisen in anderen Briefen des Künstlers mit Bestimmtheit Mechel zu- weisen. Mechel hatte zum Studium Italiens der Markgräfin auch sein Handexemplar von Cochins„Voyage pittoresque en Italie“, das er mit eigenen Reisenotizen versehen hatte, überlassen. Einen wertvollen Fund zum Studium damaliger Kunstinteressen und Sammlungen haben wir in dem handschriftlich erhaltenen Katalog von Mechels berühmter Kunstsammlung zu verzeichnen, der sich in der Korrespondenz der Markgräfin vorfand. Die Abschrift des Katalogs trãgt das Datum von 1770, die Sammlung enthielt 77 Gemälde, die nach Sujets geordnet aufgeführt werden; wir entdecken neben älterer Kunst zahlreiche Gemälde zeitgenössischer Meister. Die Abteilung der Historienbilder führt viele italienische Namen: Veronese, Albani, Parmegiano, Carlo Dolci, Antonio Zanchi, Solimena, N. Bambini, Guercino, G. Reni; von Zeitgenossen vornehmlich R. Mengs. Unter den Bildnissen ragen Werke hervor von Rosalba Carriera, Boucher, Hurter, de Troy. Unter den Landschaften überraschen uns sechs Bilder von Loutherbourg, dem auch von Eberts protegierten Straßburger Maler, der sich in Paris größter Beliebtheit erfreute, daneben finden wir Weirotter, Schütz, Seekatz, Hirt, Wagner, Hackert, die Niederländer Berchem, van der Meulen, J. Both, die Italiener Domenichino und Salvator Rosa. Aus Mechels Briefen und Berichten. Dankbrief nach einem Besuch in Karlsruhe. o. D. „Accompagné du souvenir le plus agréable sur I'accueil si gracieux, que je venais de goũter auprès de L. A., je me suis trouvè comme dans un songe 83 85 —.—— ———— —— ———————————r transporté à la maison, ou je reconnais, que la reconnaissance et l'empresse- ment de mériter à l'avenir des grãces si distinguées doivent étre une de mes premiers devoirs. Trop content si jamais j'y puis atteindre, je commence pour remplir en partie quelques-unes des commissions, dont S. A. m'a fondu; de joindre à ceci les outils pour la manière du crayon, la recette, les dessins à coller etc. Les autres articles seront soignẽs de mẽme au plus töt. Pai l'honneur de présenter mes hommages respectueux à Monsieur le Margrave et aux jeunes Princes, étant avec le dévouement le plus profond...“ Mechel schließt noch Dank und Grüße im Auftrag von Herrn und Frau Bürgermeister Du Barry an, eine Liste mit Bücherangaben, die versprochenen Rezepte liegen bei. Aus Mechels römischen Berichten bringen wir nur die Inhaltsangabe mit den kurzen Auszügen der charakteristischen Kritik an St. Peter und seines Urteils über Mengs. Mengs:„Parmi les peintres, Mengs Saxon, mais en service du roi d'Espagne tient le premier rang. Il rèunit au suprẽme degrè toutes les parties de la peinture, mais les connaisseurs prétendent, qu'il manque de feu et de génie pour la composition.“ Kritik an St. Peter: Die Kritik an St. Peter gipfelte in dem Tadel der übergroßen Raumverhältnisse, die dem Beschauer die richtigen Ausmaßze des Bauwerks nicht zum Bewußtsein kommen lassen:„L'effet n'est pas propor- tionné à la grandeur des moyens, qu'il fallut employer, les yeux n'en sont pas frappés à proportion... Les anciens suivaient un principe contradictaire- ment en cherchant à produire beaucoup d'effet avec peu de moyens.“ Die acht Blätter von Mechels römischen Berichten handeln außerdem über die Antikensammlungen auf dem Kapitol, über das italienische Kunstausfuhr- verbot, sehr kurz nur über die berühmten Galerien Barberino, Doria, Colonna, Borghese, ausführlich und erstaunt über die anstößigen Bilder und Grab- inschriften in den römischen Kirchen und über die Freiheit und Offenheit, die der Italiener in diesen Fragen übt; über Pius V., über das graphische In- stitut und das römische Schulwesen im allgemeinen, über die Audienz beim Papste, mit der das nur fragmentarisch erhaltene Schriftstück abbricht. Uber einige Briefe Mechels an Pigage siehe unter den Pfälzern. Die Sammlung J. Etienne Liotards in Genf. Reiffenstein schreibt in seinen Schweizer Berichten, daß Liotard selbst sich als Lehrer der Fürstin bekannte, und daß er sich mit Wohlwollen seiner früheren Schülerin erinnert. Mit besonderer Pietät bewahrt er in seiner Samm- lung ein Werk Karolinens, ein Selbstbildnis der Fürstin. Der weitgereiste Liotard, den die Ungunst der Pariser aus Frankreich vertrieb, kam 1745 über 84 den Umweg durch die Türkei nach Wien, wo er am kaiserlichen Hofe sehr geachtet wurde. 1745 finden wir ihn im Gefolge des Wiener Hofes in Frankfurt am Main bei den Krönungsfeierlichkeiten von Kaiser Franz I., dem Gemahl Maria Theresiens; dort lernt er Karoline Luise kennen. 1746 scheint er ihr vorübergehend nach Darmstadt gefolgt zu sein, um das reizende Bildnis der jugendlichen Fürstin, damals noch Landgräfin von Hessen Darmstadt, Zzu malen und ihr Unterricht zu erteilen. Die Karolinische Korrespondenz enthält aber nur Schriftstücke, die sich auf Erwerbungen von Gemälden aus dem Genfer Besitz Liotards beziehen, auch hier fehlen persönliche Briefe, da Mittelsmänner die Verhandlungen ge- pflogen haben. Drei Listen von Liotards Gemäldesammlungen, die wir zur Unterscheidung a, b und c benennen, liegen uns vor: Die Liste a enthält 77 Bilder, sie erweist sich, wenn auch eine eigenhändige Unterschrift des Malers fehlt, als von seiner Hand geschrieben und ihm mit Bestimmtheit zugehörig. Wir entnehmen dies aus den beiden letzten Bildern dieser Liste, die als Selbstbildnisse des Künstlers und seiner Frau von 1757 und 1758 beschrieben sind: „J. Etienne Liotard, mon Portrait. La figure sur une chaise de canne, devant une table de bois des indes chargèe de quelques instruments de mathémathique, de dessins, de papier de musique, d'un livre reliè en veau, à cõté sur un chevalet le tableau de Rembrandt de la femme couchèe, on en voit la bordure pendue dans le cabinet; il est peint 1757 au pastel sur velin, 14 haut, 17 large, d'un fini précieux et d'un effet admirable. La frileuse, portrait de ma femme, assise, les mains dans un manchon de plume couleur de feu, un mantelet de satin blanc bordè de martre, la cappe mise sur la téte, elle est nouẽe d'un ruban couleur de feu, la jupe est de satin blanc à fleurs, les manchettes brodées, la figure est de grandeur naturelle, peint 1758 au pastel sur velin, 26 haut, 29 large, tout y est d'un effet surprenant.“ Da Reiffenstein die Selbstbildnisse des Malers und seiner Frau besonders hervorhob, so nehmen wir an, daß er die Zusendung dieser Liste an Karoline Luise veranlaßte. Zur Charakterisierung der sehr bedeutenden Sammlung heben wir hervor, daſß wertvolle Niederländer, die der Künstler bei seinem holländischen Auf- enthalt wohl alle selbst erworben und entdeckt hatte, den größten Teil seines Besitzes ausmachten. Ein auserlesenes Stück der Sammlung bildete ein Gemälde Rembrandts, „La femme couchée“, das er auf seinem Selbstbildnis wiedergegeben hatte, 85 2 3 7 4 7 4 ** ‚ 232 67 1 —————————.————.—————— eine liegende Frauengestalt, ‚un bras et une partie de la gorge nue, peint 164155. Neben fünf Bildern von Wouwerman, zwei Brouwers, fünf Teniers lesen wir die Namen: P. Brill, Danse champẽtre und zwei Landschaften, Gerard Dou, St. Franziskus in einer Höhle, Th. Wyck, Everdingen, J. H. Roos, Terborgh, V. d. Neer, v. d. Velde, v. d. Meulen, Backhuyzen, Berchem, P. de Bois, Pala- medes, Stevens, Mieris, Ostade, Sammtbrueghel, van Heyden, B. Breenbergh. Von Franzosen werden verzeichnet: Poussin, Callot, Rigaud, Claude Lor- rain; von Italienern: Carracci, L. und A., Kreuzigung und Dornenkrönung; Correggio, Olberg; J. Arpino, Belagerung von Assissi; Tizian, Lukretia; Tinto- retto, Heilige Familie; Veronese, Anbetung der Magier; Paris Bordone, seg- nender Christus; Bassano, Dianenbad und Jesus im Grabe; J. B. Piazzetta, St. Frangçois de Paule; Michelangelo, ein Schlachtbild und Mann und Zeichner in Landschaft. Von deutschen Meistern sind aufgeführt: Lukas Cranach, junger Mann und alte Frau; Bilder von Brinckmann, Schütz, Rottenhammer und dem Schaff hausener Landschafter Schalch. Die Liste zeichnet sich dadurch aus, daß sie Mafßze, Preise, Signaturen, Bildbeschreibungen äußerst genau und zu- verlässig verzeichnet. Die Listen b und c gehören zu einem Briefe Guillaume Cardonis aus Genf vom 19. Dezember 1761. Dieser Brief ist an den Markgrafen gerichtet und handelt von Gemälde- erwerbungen Karoline Luisens aus der Sammlung Liotard. Wir erfahren, daß man beabsichtigte, die von Reiffenstein getroffene Auswahl von fünf Bildern aus Liotards Besitz gegen eine andere, gleichwertige Sendung umzutauschen. G. Cardoni übermittelte das Einverständnis des Künstlers mit diesem Tausch; er berichtet auch, daſʒ Liotard nur noch in Ausnahmefällen Bilder seiner Samm- Iung verkaufe, daß er aber Karoline Luise gern diesen Gefallen erweise. „Liotard est bien aise de se réserver quelques tableaux rares qui engagent les personnes de goũt de venir le voir, mais autant il consent de bon coeur à rependre les tableaux, qu'il vendit à Mons. Reihenstein(I1) pour le compte de cette auguste Princesse au mëmes prix qu'il les Iui vendit, mais à condition, que Madame la Margrave voudra bien prendre la peine d'en choisir dans la méme valeur au moins dans la liste que je vous envoie.“ Die Listen b und c sind gleichlautend, sie enthalten 29 Bilder mit Preis- angaben, sie unterscheiden sich nur darin voneinander, daß b bezeichnet ist mit der Aufschrift:„Note des tableaux de Monsieur Liotard avec leurs justes —(C Prix. Unter der Aufschrift„Tableaux de Liotard“ findet sich in P. III noch eine kleine Nota von fünf Bildern mit Preisen und Maſßen: I. Brouwer, Bauernschlägerei, 200 argent cours de Genève. 2. Molenaer, Bettler an der Kirchtür, /60 arg. c. d. g. Molenaer, Bauer und Bäuerin in der Schenke, /60 arg. c. d. g. Peter Neefs, Große Kirche, 390 K 28/100 arg.“) Palamedes, Stilleben, Totenkopf, Pfeife, Kerze, Buch geöffnet, 19& 16/40 arg. Zu den Erwerbungen aus Liotards Besitz gehört schließlich noch eine Bilderrechnung aus Genf, die aber nicht spezialisiert ist; sie beläuft sich auf 449 Livres argent de Genève 77 513 argent de France und ist von Baron von Palm le Cadet ausgestellt. Wir können die Erwerbungen aus der Sammlung Liotard nicht einwandfrei feststellen, wir vermuten nur eines mit ziemlicher Sicherheit, daß das vor- zügliche Bild von A. Bloemaert, Hirtin mit Traubenschale(Kat. Karlsruhe Nr. 222), aus Liotards Sammlung stammt, da er von diesem Künstler ein Bild genau des gleichen Themas besaß. ο Hofrat Herbster. Der in Basel lebende badische Hofrat und Archivar J. Herbster spielt im Briefwechsel der Markgräfin nur eine sehr bescheidene Rolle. Vom 25. Juli 1761 bestätigte er der Fürstin die Rücksendung von Gemälden, die auf Reiffen- steins Anraten aus der Sammlung des Markgräf ler Hofes in Basel nach Karls- ruhe gesandt worden waren. E. Rhyhiner, Basel. Von Rhyhiner finden sich zwei Schriftstücke: Einmal die Quittung über ein an Karoline Luise verkauftes Gemälde vom 31. Dezember 1761, zum anderen ein Brief vom 6. Januar 1763 an einen Karlsruher Herrn, vielleicht an Ring. Rhyhiner schickte seinen van der Werff nach Karlsruhe, damit Karoline Luise ihr Urteil darüber abgebe. Im Sonnenlicht sehe man auf Rhyhiners Ge- mälde rechts unten die Jahreszahl 1707. Da Karoline das Mannheimer Gemälde van der Werffs kopiert habe, das Maler Grooth„plus frais de couleur“ ge- funden habe, glaubt Rhyhiner die Fürstin besonders befugt, über sein Ge- mälde zu urteilen. Mit der Rücksendung eile es gar nicht. ) Ist bestimmt nicht das Gemàlde Katalog Koelitz Nr. 212, weil dieses am 1. Juni 1833 von Carl Frommel erworben wurde. Siehe Repositur der Hofbehörden der General- intendanz der Großherzoglichen Zivilliste Fsz. 1458, Kunstsammlungen. Demnach ist diese Füunf bilderliste auch nicht bindend fur die Erwerbungen aus Liotards Besitz, auch der Molenaer Koel. 252 erweist sich als spätere Erwerbung von 1839. 87 ———————...errrrr Iselin, Basel. Chr. F. Iselin war kein Kunstkenner, wir finden aber doch zwei Briefe von ihm aus dem Jahre 1766, die an Edelsheim und Karoline Luise gerichtet sind; die Briefe handeln vom Naturalienkabinett des Dr. Lang in Zürich, aus dessen Sammlungen Karoline Luise sich Einiges gewünscht hatte. Die Pfälzer. In der benachbarten Kurpfalz erfreute sich Karoline Luise als Meisterin der Künste und Wissenschaften größter Achtung und Beliebtheit. Wir haben des lobenden Briefes schon gedacht, den der Direktor des kur- pfälzischen Naturalienkabinetts, Collini, der frühere Sekretär Voltaires, ihr unterm 4. Oktober 1765 schrieb, und den wir als Motto unserm Buche vor- gesetzt haben: „L'Europe parle bien plus de vous, votre goũt, vos lumières, les charmes de votre esprit et la protection éclairèe que vous accordez avec tant d'ëclat aux sciences et aux arts vous conduisent à l'immortalité et font chérir votre règne. Vous avez toutes ces choses de commun avec Monsieur le Margrave, vous imite-t- il ou l'imitez-vous? Kurpfälzer Leihgaben und Pigage. Die nahe Nachbarschaft Mannheims, das damals als kurpfälzische Residenz und Pflegestätte der Künste hervortrat, ermöglichte Karolinen die Erfüllung eines heiß gehegten Wunsches, Meisterwerke der Mannheimer Galerie nach Karlsruhe auszuleihen, um sie kopieren und studieren zu können. Der liebens- würdigen Fürstin wurde dieser Wunsch gerne erfüllt. So wanderten 15 Original- gemälde der kurpfälzischen Sammlung und ganze Mappen mit Zeichnungen in den Jahren 1757 bis 1770 als Leihgaben nach Karlsruhe; man hatte weiter keine Bedingungen an diese Sendungen geknüpft als die, dafz die Bilder nicht von den FKarlsruher Malern kopiert werden dürften, und daß sie nicht in ge- heizten Räumen auf bewahrt werden sollten. Als Vermittler dieser Sendungen treten die Barone von Eberstein und von Hundheim, die Galeriedirektoren Krahe und Pigler in der Karolinischen Kor- respondenz auf. Die Hofmaler Brinckmann, Meissonier, Melling sorgten für Verpackung und Versand der Bilder. Es erübrigt sich, auf Einzelheiten dieser mehr geschäftlichen Korrespon- denz einzugehen, beachtenswert ist nur, daſz die erste Sendung schon im 88 Boucher. Schäferstück. April 1757 erfolgte, daß also diese Kopiertätigkeit der Begründung des Malerei- kabinetts voranging, sie wohl wesentlich anregte. Auch der Briefwechsel der Fürstin mit Pigage steht im Dienst dieser Sen- dungen. Pigage als der angesehenste kurpfälzische Künstler wurde auf Vor- schlag Mechels ausersehen, dem Kurfürsten den Dank Karoline Luisens für die liebenswürdige Uberlassung seiner Kunstschätze zu übermitteln. Karoline— K Luise war aufzerordentlich gewissenhaft mit den von ihr meist in Pastell ko- 1 pierten Gemälden, sie ließ den Kurfürsten durch Pigage um die Erlaubnis N bitten, eine ihrer Kopien der Prinzessin von Preuſzen schenken zu dürfen, die sich ein Werk von Karolinens Hand erbeten hatte. Wir veröffentlichen im folgenden die über diese Angelegenheit gewechselten Briefe Mechels und Pi- gages, die als Dokumente zur Pfälzer Kunstgeschichte von Belang sind: Mechel an Pigage. o. D. „Présentant mes obéissances à S. A. Madame la Margrave de Bade Dour- lach, j'ai vu auprès d'Elle une belle ètude après nature faite en pastel, qu'Elle propose de présenter à S. A. E. Palatine, pensant que cela sera mieux goũté qu'une copie après quelques tableaux de la galerie de Mannheim, lesquelles copies Elle a coutume de garder pour soi, les faisant uniquement pour son ẽtude, de facon que personne peut se vanter d'en avoir fourni jusqu'à présent. S. A. Madame la Margrave est tentée de donner une de ces copies en pastel d'après van der Werff à Madame la Princesse de Prusse, puisqu'elle demande 455 avec instance quelque chose de sa main. Mais tout cela avec la bonne appro- 7 bation de S8. A. E. agissant comme vous venez de voir extrèmement scrupuleuse 6 avec ses copies.“ Antwort Pigages auf Mechels Anfrage. „L'Electeur est extrèmement flatté de lattention de S. A. Madame la Mar- 77 grave, il recevra avec le plus grand plaisir et comme marque de grande distinc- 0 tion la peinture faite de la main de cette aimable et savante Princesse, elle est bien la maitresse de faire de ses copies des tableaux de lElecteur tout ce qu'elle voudra, et la trop grande délicatesse qu'elle montre à ce sujet aà reellement humilié notre Prince.“ Mechel an Karoline Luise bei UGbermittlung der Auskunft von Pigage. „C'est avec le plus grand contentement que j'ai I'honneur de joindre ici 5 la rẽponse de la part de S. A. E., elle est je crois d'une manière bien satisfaisante pour S. A., et Monsieur de Pigage me témoigne par dessus sa reconnaissance de Pavoir employéè dans cette occasion.“ 80 —— Die Pfälzer Leihgaben. Von den folgenden Bildern der Kurpfälzischen Galerie in Mannheim konnte festgestellt werden, daß sie als Leihgaben zum Kopieren an Karoline Luise versandt wurden: I. Van der Werff. „La vierge avec l'enfant Jésus.“ „Venus assise, dont toute la téte est dans l'ombre, le corps au contraire tout au clair, encadréè dans un marlure d'or.“ Diese Sendung, besorgt von Eberstein, erfolgte 1757. Karoline schreibt über die Bilder, sie seien„äabsolument au-dessus de l'expression“, und sie bedankt sich, daß ihr diese Kostbarkeiten anvertraut wurden. 3. Mieris. „La petite femme habillée en satin blanc.“ Auch hierzu findet sich ein Schreiben Karoline Luisens: „Je ne déẽsapprouve point de tous les arrangements que vous venez de prendre pour Penvoi de ces superbes tableaux;. je comꝑte tenir parole et les renvoyer sains et saufs à la fin du mois de juillet.“ 4. Weenix. Ein Blumenstück an Stelle eines gewünschten Huysums, eben- falls 1757 gesandt. 5. Berchem. „Le soleil couchant.“ Als Nr. 58 der Mannheimer Galerie be- zeichnet. 6./7. Aless. Gherardini. „Deux tableaux de Gerardini“ bezeichnet. Nr. 174 und 176. 8.„Le Roos“. Nr. 209. Von dieser Sendung läßt sich kein Datum feststellen, doch erfolgte sie wohl bald auf die ersten. 9. G. Dou. Eine alte Frau. Nr. 47. 10. Van Huysum. 158 Studienblätter des Künstlers, die für die Mannheimer Samm- lung in Holland gekauft worden waren. 90 Die Sendungen 9 und 10 sandte Krahe 1761; 1764 bestätigt Pilger, der In- spektor des kurpfalzischen Zeichnungskabinetts, die Rücksendungen von Zeich- nungen verschiedener Meister durch Karoline Luise. II. G. Dou. Thema nicht bezeichnet. 3 12. Weenix. Ein großes Gemälde des Meisters. Werden von Baron Hundheim versandt. 13. Pietro da Cortona. Nr. 59. 14. Van Dyck. Nr. 117. 15. Palmezzano. Nr. 56. 16. L. Carracci. Nr. 499. Werden ebenfalls von Hundheim übersandt, 1770. 5 Mit Abzug der Huysum-Zeichnungen stellten wir die Uberlassung von 15 Gemälden als Kurpfälzer Leihgaben fest. Uber die Pastellkopie des Mann- heimer van der Werff werden wir nochmals unterrichtet in dem schon unter den Schweizern erwähnten Briefen Rhyhiners, ausführlicher spricht der Maler Hurter von dieser Kopie, er teilt am 13. November 1775 der Fürstin mit, daß er den schönen Mannheimer van der Werff in Email kopiere. Die Kopien Karoline Luisens sind nur in wenigen Ausnahmen auf uns 7 überkommen; vergleiche hierüber den Abschnitt über Markgräfin Christiane Luisens Nachlaß. I 9 P. Verschaffelt. Karoline Luise hatte Verschaffelt im Jahre 1767 in seinem Atelier in Mann- 9 heim aufgesucht, aber nicht angetroffen, der Künstler dankt in einem Briefe vom 5. Juli 1765(Mannheim) für den Besuch der Fürstin: 165 „Pai appris avec bien de regret que V. A. S. ẽtait venue dernièrement à mon atelier, sans que j'ai eu lhonneur de m'y trouver. Quelle satisfaction n'en aurais- je point ressenti en mettant sous des yeux aussi clairvoyants que les vötres ce que j'ai inventè et composẽ depuis que je suis en Allemagne. Pen aurais recu avec bien de la deference le jugement que vous en auriez portẽ et il aurait augmenté en moi et mẽme perfectionnẽ ce 2cle et cette activitè que jᷣẽꝓrouve pour tout ce 5 qui a rapport à mon art. La sculpture et la peinture sont deux soeurs perfection- 45 nẽes toutes les deux par le dessein. Le dessein et la peinture recoivent de nou- velles graces sous vos Mains. Aussi fais- je profession, que rien n'est ici capable de me diriger dans la perfection de mon art comme les avis et les conseils que vous auriez eu la bontéè de me donner. 91 ERREEEEEbrrr Si V. A. S. avait moins d'intelligence et d'humanité, je lui ferais des ex- cuses sur la libertè que je prends de lui ècrire; mais je suis si pẽnẽtrẽ du gracieux compliment, qu'elle a ordonnè qu'on me fit de sa part, que je n'en ai pu me re- fuser de lui témoigner ma reconnaissance. Agréez qu'en mẽme temps j'ai l'honneur de me dire avec la plus parfaite soumission et un très profond respect Madame V. A. S. le très humble et très obèissant. P. Verschaffelt. Kammerrat Krahe. Die Karolinische Korrespondenz bietet uns mit der Abschrift des Katalogs der Privatsammlung Krahe einen weiteren Beitrag zur Geschichte kurpfälzischer Privatsammlungen des 18. Jahrhunderts. Der wohlgeführte Katalog ist vom Jahre 1770, er enthält Maß- und Preisangaben. Wir lernen eine ansehnliche Sammlung von 143 Gemälden kennen, meist Niederländer des 17. Jahrhunderts und Italiener. Krahe hat mit Karoline auch wegen Gemäldeerwerbungen verhandelt; 1761 erwarb sie einen Brekelenkam von ihm und ließ sich zwei Bildnisse Jordaens zur Ansicht schicken, die Reiffenstein ihr empfohlen hatte. Karoline Luise wollte auch bei Krahe eine große Rubenslandschaft umtauschen, da das Bild für ihr kleines Kabinett zu groß sei, sie schreibt, daß sie es für 300 Gulden auf der Vente Hoet in Holland erhalten habe. Da Krahe kein passendes Tauschobjekt zur Hand hatte, nahm sich Ehrenreich später dieses Bildes an. In einem Briefe, den die Fürstin am 18. Dezember 1771 an Krahe richtete, bedauert sie, daß sein Kupferwerk über die Düsseldorfer Galerie nicht genug Subskribenten gefunden habe. Sie erhält zwei Dukaten, die sie dafür eingezahlt hatte, wieder zurück. (LEYLEN Ferdinand Kobell. Der Mannheimer Agent der Fürstin, De Vigneux, hatte Karoline Luise ein bedeutendes Werk Kobells, einen Wasserfall, angeboten(nicht das jetzige Bild der K. H.). Karoline ließ sich das Bild, das sie damals nicht kaufen konnte, zur Ansicht schicken. Sie urteilte in einem Brief vom 8S. April 1772 folgender- maßen darüber: „Le tableau est réellement de toute beauté, le ciel et les feuilles sont ad- mirables, ils font bien de l'honneur au talent de ce peintre, si je n'avais pas donnèé d'immenses commissions pour la présente vente du cabinet du Monsieur de Choiseul, je ne vous le renverrais certainement pas, mais je suis si genèe pour la place, qu'avant que mes tableaux ne soient arrangès, je ne sais quelle place me restera et quelle grandeur choisir.“ ie Das Gemälde ging wieder an De Vigneux zurück, der es, da es für eine Frankfurter Versteigerung zu spät kam, nach Paris sandte, wo die Kobells seit dem Ankauf Baudouins sehr geschätzt wurden. Im Februar 1759 finden wir in den Rechnungsbüchern(Ec. R.) 15 Louis- dor für ein„tableau Copele“ à 112 verrechnet, ebenda 30 R. 15 Kreuzer für Stiche und Rötelzeichnungen, wohl auch von Kobell. De Vigneux,„entrepreneur de la cour de S. A. Palatine à Mann- heim“, als Agent Karoline Luisens. Von 1772 bis 1781 finden wir Briefe des Mannheimer Sammlers und Kunst- händlers De Vigneux an Karoline Luise, sie handeln von Gemäldeangeboten und Besorgungen. De Vigneux, der selbst eine Gemäldesammlung besaß, ver- kaufte Bilder, die er aus Holland bezogen hatte. Laut einer Bilderrechnung in den Rechnungsbüchern kann der Erwerb von vier Gemälden von ihm als gesichert gelten, de Kalf, Bamboche, van Hulst und Dujardin. 1772 bietet er den schon erwähnten Wasserfall Kobells an und ein schönes Bild von„Onderkoeter, une poule blanche, qui ouvre les ailes pour laisser courir ses poussins“, ebenso einen„Peter van Moel, la continence de Scipion“, ein Bild mit 13 Figuren. Von Interesse sind noch folgende Angebote: 1774. Michel van Muescher, junges Mädchen mit Arzt. 1778. Mortel, ein Van-Huysum-Schüler, ein Fruchtstück. 1781. Collier, ein Gemälde. o. D. Ruysdael, ein Wasserfall, für 200 Gulden. 1782. Van Huysum, ein„vorzügliches“ Gemälde für 1400 Gulden. Frank-Frank, I'histoire de Crésus, für 1800 Gulden. Rembrandt, Bildnis eines Rabbiners mit grauem Bart und Haar, Goldkette und Buch, für 300 Louis-meufs. In der Bildbeschreibung heifzt es:„Eclairéè d'une manière ma- gique, habillé d'un manteau noir bordè de fourrure, une chaine d'or legère à deux chainons, qu'il porte dans les sens des rubans d'ordre,“ in der Hand ein Buch mit kupfergeziertem Einband, dessen Schließen er mit Anstrengung öffnet. Im Jahre 1778(der Brief ist undatiert, das Datum läßt sich aber aus anderem Zusammenhang bestimmen) machte De Vigneux der Fürstin den Vorschlag, in ihre Dienste zu treten. Er wünschte, gegen die Auszahlung einer lebens- länglichen Rente, die auch auf seine Frau übertragen werden sollte, Karoline Luise einen Teil seiner Gemäldesammlung im Werte von 101215 Gulden ab- zutreten. Die Auswahl der Bilder soll der Fürstin freistehen. Als Gegenleistung 93 erbittet er sich, Karoline Luisens Kunstankäufe leiten zu dürfen, ihre franzö- sische Korrespondenz zu führen; bei Verkäufen, die er tätigte, verspricht er Karoline Luise das Vorkaufsrecht. Er berichtete, daß er seinen KRunsthandel nach Frankreich zu verlegen ge- denke und sich nur zeitweise in Karlsruhe auf halten wolle. Wir erhalten in Karoline Luisens Manuskripten keine Antwort auf De Vigneux' vermutlich abschlägig behandeltes Angebot. Einen Einblick in die Sammlung De Vigneux' gibt uns noch eine im April 1773 der Fürstin übersandte Preisliste von 18 Bildern aus seinem Besitz: „G. E. Sybilla 200 Fl.; Devet, 330; Molenar, 330; Marine von van der Velde, 200; Underogge, 200; Steenwick, 400; Dujardin, 500; Sal. Rosa, 300; Ver- schuring, 300; Bramer, 100; P. de Laar, 220; Kalf, 250; Decker, 400; Wouwer- man, 500; Teniers, 300; van Ulst, 500; P. Veen, 150; Basreliefs de Piranesi, petits tableaux, 110.“ Kurpfälzischer Hofdichter Verrazzi, Graf Savioli, Chevalier de Paggiari. Zum Beschlusse der Pfälzer Korrespondenz sei in Kürze noch einiger weiterer Briefe gedacht. Der Sekretär und Hofdichter des kurpfälzischen Hofes, Verrazzi, übersendet Karoline Luise 1775 und 1776 einen gemalten Fächer seines in Rom lebenden Bruders. Graf Savioli schreibt 1780 Karoline über ein Gemälde, das er aus Metz kommen läßt, er empfiehlt einen Metzer Sil- houettenschneider, Grielo. Ohne Datum ist der Brief des Chevaliers Paggiari, Conte Sarrazona, der ebenfalls in Mannheim wohnte, und der Karoline die Beschreibung von fünf großen Bildern schickt, die er aus dem Besitz der Herzöge von Parma-Farnese erworben hat; Paggiari bittet die Fürstin, nach Mannheim zu kommen, um diese interessanten Bilder au besichtigen. Wir sehen aus diesen kleinen Notizen, wie die ganze kunstsammelnde Nachbarschaft mit Karoline Luise Verbindungen pflog. Badische Künstler und Hofmaler in der Korrespondenz der Markgräfin. Für das 18. Jahrhundert fließen die Quellen über badische Künstler nur spärlich; darum erscheint uns auch das wenige Erhaltene bemerkenswert. Wir bringen in alphabetischer Reihenfolge das der Korrespondenz der Mark- gräfin entnommene badische Material, es sind Briefe und Rechnungszettel. Eine badische Kunstgeschichte im engeren heimatlichen Sinne geborener Badener gab es damals noch nicht. 94 Autenrieth, Lazarus Emanuel. Kleine Rechnungen für Arbeiten eines L. A. Autenrieth finden sich in Ec. R. Es handelt sich um Anfertigungen von kleinen Deckfarbenmalereien, Tier- und Blumenbildchen, für das Naturalienkabinett. So finden wir 2. B. folgendes verrechnet:„19 fl. für Vögel, 12 fl. für Blumen“, oder laut 11. Juni 1760„pro 67 große Krebse und Insekten à 24 Kreuzer, 57 kleinere à 6 Kreuzer, 16 ganz kleine à 5 Kreuzer, zusammen 33 fl. 50 Kreuzer.“(Ein solches Kleines Blumenblatt hat sich im Kupferstichkabinett der Kunsthalle vorgefunden.) Am 15. September 1770 reicht Lazarus Autenrieth eine Bittschrift ein, in der er sich mit Berufung auf seine Hilfsarbeiten im Naturalienkabinett um eine Anstellung als Bedienter oder eine Einstellung als Kadett im Garde du Corps bewirbt.(Bd. Ma.) „Durlacher Graveur“.(vermutlich J. M. Bückle). In Ec. R. Es finden sich kleine Verrechnungen in den Jahren 1773 und 1774, darunter„Januar 74/5. II. Graveur avanciert für seine ẽconomie 6 Louis — 60 fl.“ Francard. Zwei Briefe wegen einer Kammerdienerstelle im Bd. Ma. Hauwiller, J. W., Baden-Badener Hofmaler zur Zeit des Mark- grafen Georg August. Von dem auch im Elsaſß bekannten, gebürtigen Schweizer Maler Hauwiller lassen sich heute im Badener Schloß eine Reihe von Bildnissen des Mark- grafen Georg August und der Markgräfin Maria Viktoria nachweisen. Auch Karoline Luise hat er gemalt(siehe die Liste ihrer Bildnisse). Seine im Physio- gnomischen treffsichere Art ist buntfarbig, brav und trocken und entbehrt aller Anmut des 18. Jahrhunderts. Es finden sich verschiedene Einträge in Ec. R. vor sowie ein Brief des Künstlers von 1772. I. Rechnungen: A uli5 Maler Hauwiller den Amarillis abzumalen present 2/2. 2. o. D.„Portraits“ Hauwiller(Maler) Markgraf zu Pferd für Stallmeister Moll Mich mit einem Mohren jedes.. 3 Louis 33 fl. Carnalteelll„„onis 22 fl. Fritz und Louis beyde 898 33 fl. Gloffß⸗ 2¹8 22 fl. ä. r Eopie Brüstbhiildgdgdd 1 e e d 3.„Not. Hauwiller: rechnet freye Kost und pro Monath 100 R., 4 Wochen hat er sie ge- arbeitet und 4 R. verzehrt, daher sein Conto E EE II. Brief Hauwillers an Karoline Luise vom 25. Januar 1772 über eine Allegorie auf die 1771 erfolgte Vereinigung der Baden-Badener und Baden- Durlachischen Lande und über ein anderes entsprechendes Werk: „Der gnädigste Beifall, den E. H. D. über die höchst dero Herrn Gemahl des regierenden Herrn Markgrafens zu Baden meines gnädigsten Herrn H. D. von mir untertänigst prãsentierte allegorisch entworfene Vereinigung deren badischen Landen gnãdigst zu bezeigen geruht haben, veranlaßte mich höchst- denenselben einen anderen allegorischen Gedanken, welchen ich aus dem gemeinen Ruf des Volkes genommen, unterthänigst zu präsentieren; Wenn diese Vorstellung, wovon die Auslegung derer Sinnbilder sie ge- horsamst beilieget, so vielen Beifall findet, daſz sie als eine Compagne der ersteren dienen kann, u. E. H. D. des wenigstens Theils höchst derselben Gnade um diesertwillen mich nicht ganz unwürdig achten, so bin ich so glück- lich mein vorgehabtes Ziel erreicht zu haben. In tiefster Verehrung 507 Kißling, Ph. H., Baden-Durlacher Hofmaler im 18. Jahrhundert. 65 Der ältere Kißling ist ein bis jetat verkannter, guter badischer Fürstenmaler 5 des 18. Jahrhunderts, von dem sich noch viele Bildnisse nachweisen lassen Giehe a. a. O.). Auch die Markgràfin und Karl Friedrich hat er mehrfach ge- malt. Seine Kunst gab er seinem Sohn Joh. Ludwig weiter. Wir begegnen ihm: Dreimal in Ec. R., von 1753, 1781 und o. D. I.„26 I. 1753 für Mahler Kißling auf Abschlag des Schlüters. 2. O. D.(aber vermutlich 1781). 2 Portr. Kifzling gemahit à 11 R 225 für den Margr.(u.) Herzog v. Holstein.(Schwer leserlich.) 5 3. Quittung des Hofmalers Phil. Heinrich Kißßzling für 250 Gulden:„Ein Carriol gemahlt u. mit feinem Gold verguldet u. von dem feinsten 4 Zinnober angestrichen.“ e Melling, Joseph, Hofmaler der Markgräfin. Der begabte, französisch geschulte Melling*, der Meister des Decken- gemäldes im Marmorsaal des Schlosses, kommt mehrfach in den Bänden Ec. R. Ma. Sa. und Nobl. in Briefen, Rechnungen, Notizen vor: 96 J. v. Huysum. Stilleben mit weißer Rose. Aus der Sammlung des Malers Aved. In den Notizen und Rechnungen von 1755 bis 1774 finden wir Melling besonders häufig genannt. Es handelt sich hierbei vor allem um die immer wiederkehrenden Auslagen für die„Lectionen“, die Malstunden, die die Fürstin bei dem Künstler nahm. Aber auch für Besorgungen und Zurichtungen von Farben und Malmaterial, für das Herrichten von Tüchern und Brettern zu Malgründen, für das Beschaffen einer Palette, auch beim Einkauf von Kupferstichen und Zeichnungen ist er behilflich. So lesen wir 1761, datz 2 R. 45 kr. für Estampen von van Dyck verrechnet sind. Nach 1760 werden die Malstunden nicht mehr stundenweise verrechnet, sondern ein Vierteljahrs- gehalt von 100 Gulden, also ein Jahresgehalt von 400 Gulden ausgesetzt. Von Interesse ist auch die Rechnung Mellings für seine Zeichnung zum Titelblatte von Schöpflins Zähringergeschichte, sie ist vom 27. Mai 1763 an den Markgrafen ausgestellt und lautet: „Fait un dessin, qui sert de frontispice d'un livre, qui contient Thistoire de Zaringue et un autre pour le méme livre font... deux Louis.“ (dazu) „Peint le Nain Pollonois fait... dix Louis.“ Näheres darüber siehe im Briefwechsel Schöpflins mit Karoline Luise.) Vom ꝛ1. November 1765 ist eine Rechnung des Gastwirts zum goldenen Bock PPhil. Eichhorn) in Mannheim von 5, 21 Gulden für Zehrung des Malers Melling(bezieht sich auf den Transport der Pfälzer Leihgaben). Daß Melling des öfteren solche„Commissionen“ ausführte, ersehen wir aus einem weiteren kleinen Kostenzettel für Hin- und Rücktransport von Bildern aus Stuttgart. Uber verschiedene Handlangerdienste belehrt uns die Rechnung Mellings vom 22. Februar 1759: „Pour avoir dessiné trois fois d'après nature ll iinpricner dein Petites planees u fl. fournir une toile et coller un papier bleu dessus I fl. imprimer quatre autres toiles AShaeun 18 bats fiiss fournir la couleur pour peindre une esquise..— 30 Krz. Don du éreon(hnoss Briefe Mellings. Es finden sich drei Briefe Mellings vor, der eine, undatierte, ist an seinen Freund, den Plastiker Dumont in Paris, gerichtet, der zweite vom Juni 1775 an den Markgrafen oder den Prinzen Friedrich, der dritte, vom April 1776, 97 ——————rr an die Markgräfin; in diesem Briefe berichtet er von der Begründung einer Straßburger Zeichenschule. Ein weiterer Brief des Abtes von Schuttern an Karoline Luise handelt von der Vergebung eines Auftrages von Wandmalereien für das Kloster Schuttern. Brief an Dumont in Paris(0. D.). „Monsieur et très cher ami! Vous serez sans doute surpris d'avoir des nouvelles d'un homme qui est peut-ẽtre déjà oubliéè de ses amis, mais j'espère pourtant que non, surtout de vous, que j'espère toujours avoir pour ami sincère, comme je le suis toujours le vötre. L'on m'a donné une commission qui vous intéresse, c'est de faire en sorte de vendre à Mr. Mallerond votre Polifeme à un juste prie(), avec cela de faire en sorte qu'il puisse avoir cette copie que Guiard a fait d'après le Gladiateur, vous obligerez infiniment un Melling qui est de coeur et d'àme Monsieur votre très humble et très affectionné serviteur. J. Melling. Si vous trouvez encore quelques figures qui soient bonnes à dessiner préẽposez-les au dit Mallerond, peut-etre pourra-t-il les acheter, mon frère vous fait mille compliments.“ 5 Auszug aus J. Mellings Brief an Monseigneur, wohl Karl Fried- rich. Savern, den 25. Juni 1775. Melling gibt auf Anfrage von S. A. S. Bericht über die Themen der Wand- 0 malereien im Appartement de la Reine. Dargestellt sind Szenen aus dem Trojanischen Krieg; die Surporten zeigen: „Venus läßt die Waffen Achills schmieden“ und„Juno prie Eole de làcher les vents⸗, beide gemalt nach Albano. Melling fährt fort:„J'en ferai des croquis; à l'ẽgard du tabl. de Tintorette, je compte de l'avoir à mon retour à Strasbourg, qui soit le 30 de ce mois. Je pourrai encore copier la nuit de Corrège, qui est au Palais épiscopale, là-dessus j'attendrai les ordres de V. A. S., j'aurai aussi soin de finir les dessins en encre de chine, pour le quatrième tableau de la Hire, je serai charmè d'oser le faire à Strasbourg, pour cet effet j'aurai besoin de la mesure, je ne manquerai pas à mon retour de m'informer à un peintre de miniature, je suis avec le respect le plus profond etc....“ In einem weiteren Briefe an Karoline Luise vom 24. April 1776 erklärt Melling auf die Anfrage des Prinzen Friedrich, daß er mit dem versprochenen Gemälde und den Kopien, die ihm aufgetragen wurden, nicht fertig geworden Sei, weil er in Strazburg, um den Unterhalt seiner Familie bestreiten au können, eine„Académie de dessin d'après nature“ begründet habe, die schon gut 98 besucht sei; er bittet nachträglich um Genehmigung dieses Schrittes und dankt für das Wohlwollen, das der badische Hof ihm immer bezeigt habe. Karl, Abt von Schuttern, an Karoline Luise. Schuttern, den 27. Februar 1769. „Was Euer H. D. in höchstdero tiefest verehrlichem Erlaß vom 22. diese in Betreff des dortigen Hoff- und Kunstmahlers Melling an mich gnãdigst anzusinnen beliebet, habe bereits schon Tags zuvor mittels eines an ihn, Melling, abgegebenen Schreibens so weit befolget, daß ich demselben über den mit einem andern Maler hiesiger Enden bis auf die diesseitige Unterschrift geschlossenen Accord der in dahiesiger Kirch vorkommenden so flach als in Fresco-Malerey den Vorzug anerbotten. Da nun über dieses E. H. D. Selbsten das Höchste Wort für gedachten Melling zusprechen, andurch aber mit Höchstdero gnädigsten Befehlen mich zu beehren mildest geruhen wollen, so halte mir zur höchsten Gnad, hierunter eine Gelegenheit an Handen zu haben meiner gnãdigsten Gebieterin die unter- thänigst gehorsamste Folge leisten zu können.“ (SBedauert, durch Reisen nach Freiburg und dortige Konfessualverrichtung verhindert zu sein, Karoline Luise seine persönliche Aufwartung zu machen“) Melling, Christoph, Karlsruher Hofbildhauer. Von diesem Bruder des Malers ist nur wenig in der markgräf lichen Kor- respondenz zu finden: 10. Februar 1751. Bd. Ma.— Rechnung für neu geprägte Medaillen, 8 Stück à 24 Dukaten, 4 Stück à 12 Dukaten. Ec. R.— Melling„Schreiner“— für zwei Bilderrahmen für Huys. und Breklenk. 30. Nicodemo, August, Sohn des Philipp Jacob Nicodemo, Hofmalers in Rastatt. Der bis jetzt wenig bekannte August Nicodemo“) wurde 1761 in Rastatt geboren, 1797 finden wir ihn in Neapel bei dem berühmten deutschrömischen Landschafter Ph. Hackert, dessen Bildnis er malt. In den Briefen der Mark- gräfin tritt er noch als Kunstjünger auf. Auf der Mainau befinden sich mehrere signierte Bilder von ihm, er scheint ein Schützling Karolinens gewesen zu sein. *) Nach den Rastatter Kirchenbüchern getauft am 20. Oktober 1761 auch die Namen Ludwig August Johann Nepomuk. 90 05 Ee 1. 18. November 1771: Mahler Nicodeme von Rastatt. 2. April 1772: Nicodemo, Gemälde, altes flam. mein Portrait à 3 Duc. 3. o. D.: Margr. Nicod. 70 R. Mehrfach begegnen wir ihm in Ec. R. Spl. I. u. Ma. Aufträge von Male- reien, Bildnissen; Studienbeihilfen). rahm 57 Liv. Porto 5.— 44.— 15 R. 2688 36 425,44 II. Spl. I. Bleistiftnotiz Margr. Nicod. 70 R. auf einem Brief- umschlag über Nicodemo(Fragm.): Karoline Luise hat von den Fortschritten in„Nicodemes“ Arbeit Kenntnis genommen und läßt ihm die gewünschten 12 Louisdor dafür auszahlen; sie ist mit der ersten Figur und den vier Köpfen wohl zufrieden, das andere leuchtet ihr nicht so ein.(Brief bricht hier ab.) III. Originalbrief Nicodemos an einen badischen Hofrat über den Verlauf seiner Studien bei Krahe und seine Kopieraufträge bei Karoline Luise. August Nicodemo an Herrn Hofrat.(o. D. und Ort.) „Nach dem Befehl Ihrer Durchlaucht Frau Markgräfin, welchen sie mir Selbst berichtet, hab ich das bilt von den KHugen Jungfrauen ferfertigt und habs heit auf den Postwagen gethan unter der Adres es bey ihnen abꝛugeben haben sie allso die Güthigkeit und trachen sie es Ihrer Durchlaucht vor mit meiner unterthänigen Bitt es gnãdigst aufunehmen und daſ ich noch ein glei- nes Nachtstück in der Arbeith hätte, welches ich mich auch unterstehen wirte Ihr in einigen Täg zu überschicken vor die auletat überschückte quartall mache ich auch mehrmahlen meine Danksagung mit unterdäniger Bitt das mir die nun wieder befallenen 2 quartal überschückt werden jich unterstehe mich nicht an ihro Durchlaucht selbdeswegen au schreiben und da ich ihre Gütigkeit kenne so nehme ich mir die Freyheith ihnen au bitten, das sie mich in die fernere Gnad ihrer durchl. Marggräfin empfehlen und die 2 quartahl So bald als m es ohne den fast ohnmeglich ist von den 100 Gu oeg lich überschicken da meine Umstände es so nötig haben und Iden zu leben, dann Verdienst ist hier keiner und die Studien ließen es auch nicht zu, dabei sind auch die Professores und der Krahe welche einer vor sich umsonst arbeiten lassen Kopieren verwehren, wann es nicht vor sie selbst ist. Das ist und sogar da auch die uhrsach das ich das Bilt meiner gnã digsten Fürstin nicht eher über- schicken konnte, wellen sie mich nicht anhaltend daran arbeihten ließen und e eeeeeeeee s0 untertruckten das ich es mit lauter Glagen bey dem hiessem Presidenten Herrn von Blancard zwingen mußte dies bilt fertig zu machen. Allso bitte ich ihnen nochmals inständig Herr Hofrath, das sie es ihrer Durchlaucht fortragen und mich durch ihre Güthigkeit in ihre höchstfort- dauernde Gnade empfehlen. Wodurch mich Euer Wohlgeborener Herr Hof- rath zeitlebens verbinden werden als ihren gehorsamsten Diener August Nicodemo. Als ich hieher kam mußte ich 8 Reichsthaler in die Academie for das énté(I) geben, welches ich hierher lehnen mußte, ich habe mich noch[nicht] unterstanden es Ihrer Durchlaucht zu melten, da mich nun aber die Schult selbst dazu zwingt, so bitte ich es nach ihrer eichnen Güthigkeit zu melten.“ III. Werden und Wachsen der Sammlung. Die Dokumente der Bilderkäufe. 45 5 2 Eb 28 8 S S der Au Roland de La Porte. Das Orangenbäumchen. ammlun 2—————— — iieeee.— Die Pariser Erwerbungen. Wir schicken dem Verzeichnis der Erwerbungen der Fürstin eine einleitende Bemerkung voraus: Aufgabe und Ziel bei der Zusammenstellung dieses Ab- schnittes sahen wir darin, die Lebendigkeit der Originalbriefe auch in der Bearbeitung au erhalten, weil in ihnen ein einzigartiges und einmaliges Kultur- 5 dokument vorliegt. Zu demselben Zweck, den Auf bau der Sammlung auch zeitlich zu veranschaulichen und einen Einblick in die großen damaligen** Mittelpunkte des Kunsthandels zu geben, haben wir die zeitliche Reihenfolge der Erwerbungen einer mechanisch alphabetischen vorgezogen. Pariser Versteigerungen und Sammlungen, aus denen Karoline Luise Gemälde erwirbt. ee 9. Februar 1761 7 8 Bilder durch Eberts, 1 8 Bilder durch Wille. 2. Cabinet Aved Oktober 1760, September 1761, Januar und Februar 1762 9 Bilder noch zu Lebzeiten des Künstlers. 3 Büchlhhhlhk 1759—1760 74 5 Bilder zu Lebzeiten des Künstlers. 7 ADSIl........ März 1761 A5 2 Bronzen. 4 en,,,, 15. April 1762 5 Bilder. ee 6. April 1762 3 Bilder. „eillonn Dezember 1763 2—4(2) Bilder. SDa7 April 1764 2 Bilder. April 1766 2 Bilder. 7 oöndll Juni 1766 Bronzen. II. Sabine b 1766, 1769/70 5 Bilder. L2 ulieünnnn... April 1767 Handzeichnungen. DDGäisg... Februar-März 1769 1 Bild. I Due de Cheissllll.. April 1772 1 Bild. Zusammen 51 Gemälde. Pariser Sammlungen, über deren Verkäufe Karoline Luise durch Eberts unterrichtet wurde, deren Kataloge und Angebote sie erhielt. öodspehi ſ6ööööö 1760 Dueſdde Gallazoo 1760 De9 1762 Gonnte s. 8 1762 §. IieRregailee. 1766 6. SilVestrtrtrtrtrtrrr 1767 % DaFila S 1767- 68 8 Dargensillldng.. 1768, Oktober eäee,,, 1768 10 Ved Nachlssss 1768 IIBlondel de GCSnỹʒ7 ꝛ 1768/76 L2 Baddoniffii...%0 e;;,, 177⁰0 nDeEASifl. 177⁰0 eee 1770 16 Ereident Auberfss.. 177⁰ D 1771, Frühjahr I8Boucher Naehlass. 177¹ Ienfellln 177 20 Dusde Bouilos 177 2Van Poes Naehnld 177ẽ 22 StRNFPFFVVVV.. 1775, März Nee,,, 1782, März Ausländische Sammlungen, aus denen Eberts in Paris Ankäufe für Karoline Luise vermittelte. efsdss 1759 I1 Bilder, der erste größere Erwerb der Fürstin. 106 2. Amsterdamer Versteigerung vom 1 oder 2 Bilder. 18. August 1762 eee eee eeee ee Angebot. Pariser Ankäufe unbestimmter Herkunft, von Eberts vermittelt. e EFEEFoooo171762 •2XÄBilaullar Rebtuar 1763 e, ee7 SDↄↄPb 76o FFFeneeeet,, 175 6 Bilder. Erwerbungen durch Fleischmann 759,%68 3 Bilder. Die Erwerbungen durch La Guépieère und Rat Fleischmann. I. J. B. S. Chardin. Tlema ungenannt(vermutlich die heute verschiollene Briefsieglerin) „un joli petit Chardin“, gelangt Ende des Jahires I7 5ꝙ als Geschienkł Fleischimanns aus Seinem eigenen Besits in den Besits Karoline Luisens. Dies ist das erste Bild von Chardin, das Karoline Luise erhielt und zu sehen bekam; da Fleischmann es sich nicht bezahlen läßt, gibt sie als Gegen- gabe ein Gemälde ihrer eigenen Hand:„Un petit barbouillage de ma fagon ne saura occuper la place du beau Chardin dont je viens de vous priver.“— aanss) Der Wunsch, ein Gemälde Chardins zu besitzen, geht von Karoline Luise selbst aus; sie wendet sich um Rat und Auskunft darüber an ihren damaligen Pariser Korrespondenten Rat Fleischmann; sie hat das Glück, daß Fleischmann zu den Freunden Chardins zählt und er ihren Wünschen leicht entgegen- kommen kann.— Die Abschrift der betreffenden Briefe erfolgt hier, da diese Erstlingserwerbung von größtem Wert ist und die diesbezüglichen Briefe sich alle erhielten. 19. Oktober 1759. Karoline Luise an Fleischmann.(L. d. A. Nr. 66.) „Puisque vous étes lié, Mons. avec PAbbé Troublet, je serais charmée d'ap- prendre par vous ce qu'il a payé à Mr. Chardin de 2 petits tabl. dont I'un reprẽ- Sente un verre d'eau, des cerises, et je ne sais quelques autres fruits encore. 107 Vous serez surpris Monsieur que j'ai connaissance de ces peintures, c'est que jᷣ'en ai vu l'eloge dans une petite brochure periodique où Pon parle des beaux arts; ne voilà-t- il pas abuser de votre complaisance Mr? je sais que vous me le pardonnez et que vous ne cessez d'etre persuadè de cette estime. S³Y Fleischmann an Karoline Luise. 27. Oktober 1759. „Les tableaux que Chardin a faits pour Pabbè Troublet sont point actuelle- ment chez ce dernier. On les avait montrès à l'exposition des tableaux du Louvre et depuis Chardin les en a retirés et les a gardés chez Iui. Cet habile peintre etant de mes amis depuis plus de dix ans vous pouvez Madame compter avoir des réẽpetitions de lui, qui ne vous coũteront guères plus que Pabbé n'en a payè pour les siens, quoiqu'il m'ait prié de le dispenser de m'en accuser le prix qu'il en a donnè. Les temps sont mauvais pour tous les gens et singulièrement pour les artistes. On quitte aujourd'hui lagrẽable pour s'en tenir à Putile, mẽme pour se réduire au nécessaire. Pour peu donc que V. A. S. soit d'humeur de se donner de ces petits morceaux curieux, je me fais fort de les lui procurer au meilleur marché possible.“ Antwort Karoline Luisens an Fleischmann. o. D. „Je vous suis très obligée Monsieur d'etre entré en détail sur les deux tableaux du Sr. Chardin, j'apprends avec plaisir que vous etes de ses amis, tàchez de tirer de lui par manière de discours ce qu'il demanderait d'un petit tableau (als Randbemerkung: d'une ou deux figures) mais bien fini. Je vous Tavouerai tout uniment Mrs. que je viens d'acheter en entier un bien bon cabinet de tableaux que les calamités de la guerre ont fait vendre(Bötticher); et cela m'a mené à une dépense très considérable, ainsi que je me vois encore forcée de me refuser encore pour un temps tout ce qui serait fort cher, cependant sĩ je pouvais avoir quelque ouvrage de Chardin je serais au comble de ma joie. Votre liaison Mons. avec le Sr. Chardin m'a fait naitre cette idee, mais pour peu que vous trouverez des difficultẽs ne craigneꝝ point de me le dire. Je ne connais point le pinceau de cet artiste, on me La fort Iouẽ, mais en mẽme temps on me P'a dit d'une chertè èpoAuantable. Vous n'oseriez donc pas me nommer dans tout ceci Mons. Vous connaissez vos frangais ils sont d'une facilitè et d'une politesse que on est embarquẽ avec eux lorsqu'on le pense le moins, il ne conviendrait alors plus pour moi de reculer et cela m'engagerait dans une déẽpense qu'actuellement je dois&viter; mais ayant vu de ses ouvrages et sachant leurs prix je pourrai alors prendre mes arrangements là-dessus. C'est de la sorte que je me suis donnèe à un prix très mẽdiocre une bien belle tẽte du Sr. Perroneau.— Je viens d'ẽtre un peu prolongée, mais j'ai eu nẽcessaire de vous mettre au fait.“ Der eigentliche Brief Fleischmanns über die Absendung seines Chardins fehlt; nur die Antwort darauf von Karoline Luise ist erhalten, aber o. D. (L. d. A. 80.) „Je ne suis on ne peut pas plus contente de vous Mons.; je me suis avisée bien à propos de vous parler de peinture puisque vous venez de satisfaire un 108 ee ee désir que j'avais depuis bien longtemps de connaitre le pinceau de Sr. Chardin, sans savoir comment m'y prendre. Je vous suis extrèmement obligée Mons. de ce que vous voulez me céder ce joli tableau qui vous appartient; je suis enchantẽe, mais vous permettez absolument que ce soit sous la condition de vous prier d'en demander un autre pour vous à cet artiste, ou de dire à Mons. Binninger, si vous ne voulez pas le dire à moi le prix de celui-ci. Vous pouvez alors vous vanter Mr. d'avoir fait pour mon cabinet de peinture ce que vous ne cessez de faire pour celui de mes livres. C'est de l'avoir enrichi d'un des plus jolis morceaux qui s'y trou- vent, et en vérité tel parfaite que soit ma reconnaissance je sens très bien Mons. qu'elle restera toujours au-dessous de ce que je vous dois Voici qu'on m'apporte votre lettre Mrs. du 31 Déc; ainsi Mrs. mille re- merciments des souhaits obligeants qu'elle contient et que je vous réitère les compliments que je viens de vous dire et qui ne finiront qu'avec ma vie.— L'année 60 aura bien des agréments pour moi, si elle me procurait le plaisir de vous voir.. Karoline Luise an Fleischmann.(L. d. A. Nr. 73.) o. D. „.. je compte vous envoyer un petit barbouillage de ma fagon(il) ne saura occuper la place du beau Chardin, dont je viens de vous priver, mais bien en remplir le vide et servir de tẽmoignage à vous et à ceux qui la verront de ma reconnaissance qui est trop au-dessous, mais de celle que je vous dois, que je brüle de vous prouver. Je rẽcepte donc Mr. pour que vous le voulez absolument avec toute la reconnaissance possible votre joli(petit) Chardin de peur de vous offenser, mais je me flatte qu'à Pavenir vous voudrez bien chaque fois joindre le compte aux tabl. et dessins que vous aurez occasion de me procurer sans que je n'aurais plus le courage de vous en dire un mot, et cependant je serais en- chantẽe de profiter de votre connaissance de cet art, de Ia bonne volontẽ que vous me témoignez et de votre séjour de Paris, qui vous met à mẽme temps d'enrichir mon cabinet de beaux dessins et de peintures.“ 2/3. J. B. S. Chardin. Ztbei Stilleben. Nichit nàier begeiclimet, erworben im Desember 1759 durch Ver- mittlung de la Guò piores von Sr. Jouillain in Paris fir ausammen 200 Livres*). Die Bilder wurden gleichzeitig mit zwei Blumenstücken Bacheliers nach Karlsruhe gesandt. Die Originalrechnung Jouillains dafür ist vorhanden; vom 8. Dezember 1759; auch der Empfang des Geldes durch La Guèpière durch Wechsel vom 17. Dezember 1759 ist bestätigt. Folgende Briefstellen über diesen Erwerb haben sich erhalten: Karoline Luise an la Guépière. o. D. L. d. A. Nr. 77. .. dankt für einen Katalog, in dem sie mehrere Stiche Rembrandts, R. Ruyschs, Netschers und Brouwers ausgesucht hat, und fährt dann fort:„Cela ) Uber die Werte der alten Münzen siehe die Anmerkungen. 109 n'empẽche point que je sois très charmèe d'avoir trouvé sur votre mé- moire deux tableaux de Chardin à 240 Liv. que j'y ai notẽs et que je vous prierai Mr. de me faire parvenir, car je ne doute point que ce ne soient des originaux, puisque vous me parleæ du marchand qui les vend comme d'un trés honnẽte homme. Je vous Serais bien obligée Mr., si en rẽpondant à ce mar- chand vous vouliez lui nommer Fr. Mieris, van Dyck, Gerard Dou, Rubens, Largilliere, Rigaud, Rembrandt et Netscher pour les maitres dont on Etait curieux et lui demander en mẽme temps le catalogue qu'il offre d'envoyer.“ Folgt hier eine sehr interessante Stelle über die nouvelle distribution ihrer Appartements im Karlsruher Schloß.) Karoline Luise an de la Guépière. Vom 24. Dezember 1759. „Je me faisais une féte Monsieur de vous voir passer quelques jours chez nous, japprends ainsi avec dautant plus de douleur la fluxion dont vous avez Etẽ incommodè puisqu'elle me prive de ce sensible plaisir. Je suis pẽnetrèe de toute vos attentions et je suis vraiement honteux de tous les embarras que je vous occasionne. Handelt sich nach durchgestrichenem Text um die verspäteten 2wei Chardins.) Dès que les tableaux sont arrivés je ne manquerai pas de vous en instruire et je ne mens point, si je dis que je les attends avec empressement,, il est tout aussi vrai, soyez Sür Mr. que rien n'ẽgale les senti- ments de Ia plus parfaite estime avec laquelle j'ai'honneur d'ètre.... Karoline Luise an 1a Guépière. 28. Dezember 1759. „. Je viens maintenant aux tableaux; ils arrivèrent mercredi au soir, j'en suis extrémement contente, et je ne saurais assez vous témoigner ma re- connaissance. Les Bacheliers sont beaux, mais les deux Chardins l'emportent, ils sont admirables. Vous en aurez recu les comptes, je vous prie Mons. de me les envoyer ainsi que les ports de lettre et autres frais. Vous me direz aussi si vous voulez que j'en fasse faire le payement à Paris p. Mr. Kornmann ou comment. Je ne vois lheure que de vous les montrer et de vous assurer debouche de ces sentiments de reconnaissance, d'estime et de considération avec lesquels je ne cesserai de vous honorer..“ Karoline Luise an la Guépière. o. D. L. d. A. Nr. 72. „Je suis extrèmement sensible Mons. à tous les soins que vous avez bien voulu prendre encore à minorer le prix des tableaux. Le Sr. Bachelier n'a pas trop bonne gràce à vous vanter le sacrifice qu'il vous fait des 200 frs. Je ne crois pas lorsque vous verrez les 2 Tableaux vous les estimez beaucoup au dessus de 600 Liv.(Summe durchgestrichen) ce qu'on en paye. J'en suis contente, mais cela n'empèche point que je ne mette les deux Char- din fort au-dessus, réellement ils sont bien beaux, et si le Sr. Jouillain regoit les tableaux dont il vous parle Mrs., je voudrais bien qu'il vous renvoyãt 110 un catalogue, nomme lui cependant des maĩtres à qui je donne des prẽfẽrences, car il s'est acquittè de sa commission en connaisseur et en honnẽte homme. Les deux Tableaux du Sr. Bachelier sont de deux pieds du roi en quarré. Voici une lettre de change pour les frères Kornmann des 638 Liv. 2 8. 6 d. qui vous reste de payer à Paris, et comme Mrs. le grand Ecuyer d'Uexküll part cette semaine, il vous remettra Mons. vos 220 Liv. 6 8. 6 d. de débourses. Il ne me reste ainsi à payer les ports de vos lettres Mons. que je vous prie instamment de me dire. (Iest dit dans la lettre du Sr. Jouillain, la caisse toute emballée pesant 198 Liv. 50 francs, est-ce que cela veut dire qu'il en a payé le port de Paris à Strasbourg, je voudrais le savoir pour ne pas le payer ici une seconde fois) (das Eingeklammerte ist wieder durchgestrichen). P'en reviens toujours à vous dire Monsieur que je suis honteuse des peines que je vous cause, toute ma re- connaissance n'y suffit point. Mon estime vous est acquise je saurais donc rien ajouter si non que sa durée égalera celle de mes jours.“ 4/5. Bachelier. Zeoei Blumenstiickèe. Ertvoorben aum Preis von 600 Livres durchi Fermittlung La Guò pières don LNlinstlen selbst und besorgt durch den Händler Joulillain, Paris.— Erhalten an Rechmungen sind: T. Eine Quittung Karoline Luisens liben diesen Kauf augüglicht noch fün Berchem und A. VVil- laert an La Guò pière vom J. Juni 1759.— Vermutlich als Be- qtãtigung des Kaulfvertrags aufaufassen: PVoörtliches Handschr. von Karoline Lalise: „Pai vendu à Mons. de la Guépière deux tabl. de Fleurs de Baptiste[Ba- chelier](Name unleserlichl) de 600 Liv.; Un tabl. sur bois de Berchem et une Marine d'Adame Willaert 400„ I000 Liv. Pai recu la somme de mille Livres du montant du prẽsent mémoire à Paris ce 4 Juni 1759.“(Aus Bd. Marchand.) In Bd. Ec. R. findet sich: „Extrait de la lettre du Sr. Jouillain du 8S Dec. 1759“; enthaltend den ge- nauen, detaillierten Frachtzettel für die Bacheliers und die beiden Chardins. Uber den Empfang der Bilder und Karoline Luisens Urteil in ihren Briefen siehe unter den gleichzeitig von Guẽpière erworbenen Chardins.— Die Char- dins gefallen ihr weit besser.— Uber Verkauf der Bilder siehe bei Fleisch- mann. Die beiden Bacheliers, die Karoline Luise nicht zusagen, werden auf Vor- schlag Willes und Fleischmanns im Februar 1761 für 25 Louis an die Manu- faktur von Lyon verkauft. Verrechnet in Ec. R. 111 6. Berchem. Un tableau sur hois. Laut Quittung de la Guòpieres im Jalhr T7 5o gleichseitig mit einer Marine von A. Tillaert fun ausammen 400 Livres eneoorben; in Karoline Luisens Briefen nichit eræbdſint. 7. Willaert, Adam. „Vne Marine.“ Sieie oben Berchem. 8/9. Meskerk. Deuæx jolis tableauæ de Meskerk. Verden Karoline Luise von Fleischmann aum billigen Anfdufspreis aus Seinem eigenen Besita iiberlassen. Der Preis æoird nichit in Zaſilen genannt.— Der Erwverb erfolgt Ende 27 50, gleich nach dem Gescſienł des ersten Chardin, die Ankunßt der Bilder in Karlseruſie veraòᷣgert ich aber. Karoline Luise an Fleischmann. o. D.; anschließend an den Dank für den Chardin: „Si je n'étais pas indiscrète de vous priver encore de deux jolis tableaux, j'accepterais bien ceux de Mesker(I) que vous mꝰoffrez si obligeamment à cẽder, car je vous avoue que je suis aussi folle des tableaux que des livres.“ Fleischmann an Karoline Luise, Paris, 19. Juni 1760. „Qu'il me soit permis de joindre à ce conseil un autre. C'est Madame celui de vouloir bien conserver dans votre cabinet les deux Meskerk de mẽme que le portefeuille et les deux cartons des dessins. Les premiers du prix qu'ils m'ont coũtés, qui à peine vaut les frais du port d'ici à Carlsrouhe et de Carlsrouhe à Strasbourg, les seconds parce qu'ils ne sauraient étre en meilleures mains Aüis eesü Karoline Luise an Fleischmann.(Februar 1760.) o. D. Fragt, warum die schon vor zwei Monaten abgegangenen Meskerks noch nicht angekommen sind. Uber den Empfang liegen keine Nachrichten vor. 10. Vernet, Joh. H. Stiche nach Vernets„Ports de mer“- von Le Bas verden an Fleischmann im Desember 2760 abgesandt, in einem späteren Brief bestätigt die Fürstin auoh den Emgpfang. 142 ke. 4⸗ 8 2 85 — — 2 2 3 E 3 — 2 8 2 2 + 2 0 — O +5 2 — 8 80⁰ 2 8 8 8 EA — 2 — 2 Die Erwerbungen durch Eberts. I. Die Sammlung Bötticher CTLeipzig). Ankauf von elf Bildern, die Karoline Luise in vier Auswahlsendungen in der Zeit vom September bis Juni 1759 geschickt werden. Die Sendungen gelangen über Frankfurt Straßburg nach Karlsruhe und werden von dem Frankfurter Kaufmann Schmiedel besorgt. Auswahlsendungen nach einer aus den Katalogen der Sammlungen oder Venten zusammengestellten Wunschliste oder nach Vorschlag ihrer Agenten sind das, was Karoline Luise am meisten wünschte. Sie übernimmt dann das Risiko und die Kosten der Sendung; werden die Bilder beschädigt auf dem Transport, so verbleiben sie ihr. Dies ist einmal der Fall bei einer holländischen Sendung Furets. Die Bilder werden in Holzkisten verpackt versandt, meist ohne Rahmen. Karoline Luise läßt die Verpackung durch ihren Hofmaler Melling be- sorgen oder durch die Spediteure. Bei der Uffnung der Kisten jst sie selbst zugegen, wie sie überhaupt alles persönlich leitet, überlegt und bedenkt. So schreibt sie einmal bei den Sendungen Bötticher(Eb. S. 10 Nr. 22): „Et comme vous voudriez vous aussi recommander à votre correspondent à Leipzig, qu'il ait grand soin, que les tableaux soient bien soigneusement em- paquetés, et qu'il prenne toutes les prẽcautions requises pour pouvoir en faire les envoyer sans risque, vu que le théàtre de la guerre est de ces cöõtés-Ià. Je vous abandonne ces arrangements Monsieur et suis persuadèe que j'aurai tout bien d'en étre contente.“ Sammlung Bötticher. 1759— 60. Elf Bilder erworben; Originalrechnung vorhanden. Erste Sendung September 1759(fünf Bilder). II. Campovivo(Weyermann).(1.) Koel. 382. Ein Blumenstiick. Katalog Bõtticher Nr. 208, bes. ein Blumenstuck auf Leinvand. Breit 2, 9/2, 5 V½ hoch in Fuß und Coll aum Preis von 300 Reichstalern. 12. Rachel Ruysch.(2.) Ein Blumenstiich auf Leintvand. Nr. q des Katal. Böttichier,: ein Blumenstiich auf Leinmuand 1,/7,8. Preis 50 Rt. 113 1 13. Berchem.(3.) Eine Landschaft:„L'abreuvoir“. Katal. Böõttichen Nr. 165 eine Landschaft auf Leintoand von Bergliem. 2, 4/1, 1T. T50 Rt. 14/15. Brouwer, Adrian.(4, 5.) Tabakrauchende Bauern. Ztbei Bilder. Katal. Bötticher Nr. 64 und 65 quf Hols. 7½%ð V Für auls. 30 Rt. Karoline Luise schreibt darüber an Eberts:„Pourriez-vous par hasard vous resouvenir de ces deux tableaux de Brawer Nr. 64 u. 65, que j'ai notés? En cas que vous les trouvere⁊ mauvais rayez-les. Ce que j'en ai vu à Mannheim de ce peintre e(s)t dans le mẽme genre, dont la couleur me plut beaucoup. Car pour des originaux je pense bien qu'on les garantit tous.“ Sammlung Bötticher. 2. Sendung. Zweite Auswahlsendung von zehn Bildern vom November 1759; gewünscht waren ausdrücklich Wouwerman, Mieris, Bassano, Metsu(dont je n'ai encore rien vu). Ausgewählt werden zwei Bilder. 16. Wouwerman, Philipp.(6.) Koel. 323. Landschiaft, genannt„le pot au laitté. Nr. 169 des Katal. Bötticher, bes.: eine Landschaft, welche unter dem Titel„le pot au lait“ in Kupfer gestochen bekannt ist, auf Leinwband. 3,1/2, 7. Der dafur verlangte Preis abar 300 Reichistaler, er puꝭe aber auf besonderen Nunschi Karoline Lulisens auf 250 Reichistalen ermähigt. Echtheitsfrage: Karoline Luise an Schmettau. L. d. A. Nr. 62. Bittet Schmettau um Besorgung eines weiteren Wouwermans, sie verläßt sich dabei ganz auf sein Urteil:„Si mon, pot au lait“ n'avait pas ce chiffre peut- Etre serait-il un Wouwerman, mais je m'en tiens à votre premier coup d'oeil Monsieur, que j'ai trouvéẽ en tout genre si juste et si excellent. II est vrai que n'ayant encore vu de Wouwerman que d'une couleur dorèe, j'avais toujours doutẽ du mien qui est argenté; mais notre peintre qui a plus vu que moi, m'assurait toujours d'avoir vu à Paris de ce ton de couleur et qui ẽtait reconnu Wouwerman; enfin vous m'en procurez un bon sur lequel il n'y a point dispute.“ 17.„van der Bolé“(Poel).(J.) Koel. 285. L'incendie. Katal. Bötticler Nr. 181, bes.„Ein Nachit- u. Brand- stuick aiſf Hols.“ 3 25 angeschilagen füin 300 Reicſistaler und er- 114 wWorben füin 250 Reiclistalen auf Antrag Karoline Luisens.— In der Originalreclmung als„besonders schönb“ beseicſmet. Dritte Sendung Bötticher, vom April 1760. Sechzehn Bilder eingesandt, davon werden drei gewählt. Zwei van Gelder und ein De Heem. 18/19. De Gelder.(8/9.) Zubei Fruclit- und Blumenstiicke mit Beiwoerꝶ. Katal. Bötticher Nr.§SO u.&IT qufft Holg. I,7 X 1, 2,; fün T00 Reiclſis- taler veransclilagt und auf besonderen Wunsch Karoline Luisens füin Susammen 70 Reichstaler ertvorben. Karoline Luise an Eberts. 2. Mai 1760. „... Je viens de choisir en attendant 3 de ceuxci savoir Nr. 80, Nr. 81 de van Gelder. Je ne sais si l'on aura acceptéè dernièrement notre marchè où non. Pour la pièce de van Heem(Nr. 1o) je me flatte cependant, car ce tableau est tout aussi payé pour 70 écus, que le seront ceuxci de van Gelder pour le méme prix; je vous prie Mons. de le lui proposer. Vu la situation présente du temps est si peu de chalant(2) je pense qu'il sera moins difficile..“ 20. De Heem.(10.) Koel. 363. „Un tableau représentant des fruits et des fleurs.“- Laut der Recſimung Katal. Bötticher Nr. T245 dort allerdings be- Seicſmet:„Ein Stuck mit Austern u. mehir. Beicberłk“, auf Hols. 1,88 35, 5 füir 70 Reicſistaler. Jet verrechnet mit einem den Pasto- rales von Boucher und ꝛbuje ausdricklich„F aus dem Kabinett von Leipæig“ beseicſmet. 21. Sandrart, Joachim von.(1I.) „Scplafendèe FVenus, wobei Cupido sitaæt u. Pfeile chimitgt.“ Nr. T197 des Katal. Bötticher, 2, 4& 1, 55 angesclilagen auf 150 Reichistalen und verłauft fiin 113 Reichtalen, àdurde als einsiges Bild der vierten Sendung Bòtticher im Juni 1760 erwworben. Die Sammlung Comte de Vence. Eberts an Karoline Luise. Januar 1760. „Les beaux arts viennent de perdre un grand protecteur, le respectable Comte de Vence est mort, dans son gouvernement de la Rochelle, on n'ignore encore, si et quand son beau cabinet sera vendu.“ 115 8 Karoline Luise an Eberts mit Dank für den Katalog de Vence. I.„Je n'ai à cette heure que la vente du Mr. de Vence dans la téte ainsi je renonce à toutes dépenses considérables.“ 2. Die Wunschliste Karoline Luisens: „I. Les deux Rembrandt a. philosophe en méditation. b. 55„ Contemplation. La vierge avec l'enfant Jésus de Vandick Portrait de Madame„Simiane“(unleserlich) de Largillière. Cléopatra von Netscher, gravée si merveilleux de Wille. Le four à briques de Berghem. Le clair de lune d'Art van der Neer. VUn paysage de Bartholoméè Brehemberg gravé par Chédel. Un canard peint par Breughel de Velours. „.. j'àai eu bien de la peine de me borner à ces 9, en lisant le catalogue on est tentè de tout. Que pensez vous de IEglon van der Neer, et de la Vieille de Gerard Dou du Cab. de Comte de Vence. Ne donnera-t-on point les prix des tableaux comme ceux de Lipsic ont fait?“ ο ιορ οο 3. 2. Mai 1760. Der Verkauf verschoben, Preisfragen: „Cela me fait pas plaisir, qu'on pense renvoyer la Vente du cabinet du Comte de Vence après Ia paix; j'en suis si empressee que tous les délais me peinent. Ne serait-il donc pas plus avantageux pour les prix des tableaux si l'on in- formait à les acheter avant qu'on les mit en vente. Comme je ne connais pas les usages qui se pratiquent dans de pareilles occasions, ceci n'est qu'une question que je ne forme qu'à vous Mons.; mon empressement à avoir les tableaux me la dicte.“ Der Verkauf der sehr wertvollen Sammlung de Vence wurde der Kriegs- umstände und Erbschaftsunstimmigkeiten halber mehrfach hinausgeschoben. Der erste Termin der Eröffnung der Vente sollte der 24. November 1760 sein; diese fand aber tatsächlich erst am 9. Februar 1761 statt. Bei der Beurteilung und Auswahl der Bilder für Karoline Luise hatte Boucher Eberts seine Hilfe zugesagt(Eb. S. 31). Die Preise Iießen sich aber vor der Vente nicht ermitteln; auf Ansichts- und Auswahlsendungen ließen sich die Erben ebenfalls nicht ein, höchstens zu den sehr erschwerenden Umständen eines Zuschlags von 5 des Schätzungspreises für jedes Bild. Vom August 1760 an wird der Verkauf soweit eröffnet, daß Eberts genauer darüber berichten kann. EESRN „Pai la parole de Mr. Boucher qu'il m'assistera de ses bon conseils. Cet aimable artiste travaille pour V. A. S. de manière à m'en attirer des compli- ments.“ 116 Wir erfahren, daſz das Hauptwerk der Sammlung— ein Philosoph von Rembrandt— als Legat an Denoyer unverkäuflich ist, und daß sich die van Dyck zugeschriebene Madonna, die ursprünglich ebenfalls als Rembrandt ging, als eine Kopie des van Dyck des Kabinetts de Julienne erwies. Als„Per- len“ der Sammlung werden weiterhin die„Cléopatra“ Netschers und„la méère de Gerard Dou“ bezeichnet. Der Erwerb der„Cléopatra“ ist der größte Wunsch Karoline Luisens; Eberts bezeichnet„Ile superbe“ Netscher einmal als den„Diamant“ der ganzen Sammlung; und er wäre untröstlich, wenn das vielumworbene Bild nicht in die Hände der Fürstin käme. Im November 1760 erhofft Eberts die ersten Bilder zu erwerben; er hatte vom Direktor der Versteigerung erreicht, daß die für Karoline Luise bestimmten Gemãlde bis zum zweiten Tag zurückbehalten wurden; so allein ist es ihm mõg- lich, sie sich noch zu sichern, denn die Preise gingen sehr hoch und durften nur in bar bezahlt werden. Das ganze Fieber des Einkaufs pulsiert in Eberts“ Briefen, wenn er Karoline Luise am 16. November 1760 schreibt:„Pachèterai en tremblant les morceaux que V. A. m'a désignés, car il ne sera pas question d'aucun autre prix que celui d'adjudication, et d'aucune autre condition que celle du payement comptant avant de rien enlever, ce sont les Iois des ventes publiques ici.“ Da wird unerwartet der Verkauf nochmals hinausgeschoben, eben auf Februar 1761, und dadurch Eberts ermöglicht, die gewünschten sechs Werke zu sichern. Zuerst die beiden Berchem, A. v. d. Neer, dann nach besonderem Sturm die Cléopatra mit den übrigen Bildern, Breenbergh, Breughel de velour. Die Preise waren infolge der Kriegszeiten sehr günstig, besonders im Ver- hältnis zu den„extravaganten“ Leipziger Preisen, über die Eberts sich jetzt fast schämt, daß er sie Karoline Luise vorgelegt hatte. Wir erfahren noch über den gewünschten Rembrandt-Philosophen, daß er für 2990 Livres versteigert wurde und dadurch die Möglichkeiten Karoline Luisens überstieg, und daß„la mère de Gerard Dou vendue à 2900 ne fut criẽe qu'à 600 Liv.“(Urteil Willes über den Dou siehe in obigem Brief). Die Vente de Vence war(Eb. S. 53 Nr. 101) laut Brief vom 7. April um- worben von den berühmtesten und reichsten Pariser Sammlern und Lieb- habern. Eberts nennt Le Due de Deux Ponts(Zweibrücken), Mr. Blondel de Gagny, Mr. Denoyer, Madame la Présidente de Baureville, Mr. Le Vidame d'Amiens, R. de Bosset, De la Live. Eberts schreibt:„Presque tous nos fameux amateurs se sont emparẽs avec une espèce de fureur de tous les tableaux distin- gues.“ Deshalb sind auch alle Bilder in feste Hände geraten und ist an Wieder- verkauf kaum zu denken. 11 45 Die Eberts-Ankäufe bei De Vence. 22. Breughel de velour(Samtbrueghel). Koel. 343. „Un canard“, attribuè d Breughel de velour. Ereoorben fiir 200 Livres. Nr. 26 des Katal. de Vence, von Wille nun aulf T00 geschiäͤtat. Mireur, H., Dictionnaire des ventes d'art. Paris 1901 ff. Bd. I S. 459. De Vence 1760. Breughel de velour. Un canard: 200 fr. Von dem Erwerb der zwei Akademien von Pierre durch Wille erfährt Eberts nichts, denn er meldet, daß sie nach Deutschland verkauft wurden, und hofft, sie möchten doch noch in den Besitz Karoline Luisens kommen. Das Selbstbildnis Rembrandts sowie die beiden Teniers, die alle drei nicht auf der Wunschliste Karoline Luisens standen, erwirbt er erst nachträglich auf seine eigenen Kosten und schickt sie dann Karoline Luise zur Ansicht nach Karlsruhe. Es ist dies ein Weg, den er später noch öfter wählt und durch den er Karoline Luise manches Werk sicherte. Die Originalrechnungen der Käufe sind vorhanden, die erste ist vom 8. Februar 1761 ausgestellt; Rembrandt und Teniers werden erst mit den Erwerbungen von de Selle übersandt, Anfang März. Die Gesamtsumme der sechs ersten Bilder beläuft sich auf 4650 Livres 13 8., mit Fracht und Kommissionskosten von 50% der Gesamtsumme auf 5035 Livres. Wir erfahren, daß ihre Ankunft in Straßburg auf den 9. März 1761 erwartet wird, am 15. Februar 1761 schickt Eberts-Straßburg diese Summe schon nach Paris, vom 17. März 1761 haben wir schon die Quittung von Eberts Paris; vom 17. April die der Nachsendungen— Rembrandt, Teniers. Es gibt keinen Einkauf der Fürstin mehr, bei dem wir so genau in allen Briefen und Berichten jedes Stadium des Kaufs verfolgen können mit allen Hoffnungen, Enttäuschungen, Erwartungen; wir glauben uns selbst mitten im Betriebe der Vente. Es war auch einer ihrer glücklichsten Griffe, wir können mit Eberts und dem ganzen kunstliebenden Paris der Fürstin zu diesem guten Fang Glück Wünschen. 23. Berchem. Koel. 297. Un tableau reprësentant un ſniver comme sous le titre„de four d Briques“. Ereoorben fuin 390 Livres.— Nr. 96 des Katal. de Vence, von Wille af 6— Sοο geschätet und„recl it gut'e beurteilt. 24. Berchem. Koel. 299 oder 296. „Un paysage, sous le titre Vabreuvoin champòtre.“- 118 Nr. 9/7 des Katal. de Vence; eræsorben für 940 Livres Is. Mireur I S. 192. De Vence, un paysage et des roches, P'abreuvoir champẽtre. 940 fr. Eberts hatte gehofft, den„incomparable“ Berchem Nr. 97 für 730 Livres zu erhalten, was aber im letzten Augenblick noch scheiterte. Von Wille, dem das Bild„nie gefallen“, auf 600 Livres geschätzt.„Es hat zwar einen sehr guten effect von Ferne, bei nahe aber ist es sehr stumpf in der Arbeit.“ 25/26. Aart van der Neer. Koel. 332/33/34. Pendants: T. un ſiiver. 2. in clair de lune. Nr. JIꝙ des Katal. de Vence, fün ausammen 460 Livres erꝛvorben. Lon Wille das Bild„Mondschein“ auf 5⁰⁰ geschidtat. 27. Barth. Breenbergh. Koel. 228. „L'ſuumilité recompensée, un tableau de consideration.“ Nr. 94 des Katal. de Vence,; errsorben für 8S6ο Livres Is. Eberts findet das Bild sehr preiswert, er schreibt:„Le Breenberg est un tableau capital et voudrait à Ia prix 20000 Liv.“ Eine„Landschaft“ von Breenbergh von Wille auf 4—500 geschätzt. Mireur I S. 448.„Le Christ et le centenier dans un paysage avec ruines. C. de Vence 1760.““ 860 fr. 28. Kasp. Netscher. Koel. 264. „La Cléopatra, gravée par Pille.“ Nr. Z12 des Katal. de Vence, ertoorben für 1800 Livres. Eberts bezeichnet das Bild einmal als„superbe“, dann als„le plus beau tableau“ und„le diamant du Cabinet“,„le colorit est d'une beauté ravissante et conservẽ le mieux“. Er schreibt über seinen Erwerb ausführlich im Brief vom 15. Februar 1761:„Peu s'en est fallu que j'eusse renoncé à la Cléèopatra, parce que j'y ai trouvè des imperfections et mon parti ẽtait pris de n'y pas mettre un sou s'il ne passait pas mille livres, comme une preuve de sa mẽdiocritè, mais j'eus la satisfaction de Lentendre criéè pour premier prix à 50 Louisdor, j'y mis d'abord 60, un autre après moi 70 et je couvris son enchère de 5 Louis, et un coup d'oeil jeté à propos à un de mes amis qui avait ordre à pousser ce tableau, épargne à V. A. S. au moins 600 Liv., car il eut ẽtẽ portẽ à 2400 Liv., on vit à ma contenance que je ne lachais point prix et on me Pabandonna. 82 tableau est le seul de toute la vente, dont le premier prix ce soit ouvert par Louisdors. . Tous nos amateurs m'ont fait compliment sur cette acquisition en m'as- surant que j'emportais le Diamant du Cabinet; à mes yeux il est tel que je supplie V. A. d'en agréer mes compliments.“ 119 8 — — 3”( Nach Wille: „Die Kleopatra von Netscher ist ein schönes Stück, es hat aber ehemals einen Stoß bekommen, das Geflickte aber ist im dunkeln Grunde, die Figuren aber und alles übrige sind ohne Schaden, ich schätze es auf 3000 Liv.“ Mireur V S. 386. De Vence 1761. Cléopatra se faisant mordre par un aspic.(16 p.—f6.) 1800 fr. 29. Rembrandt. RKoel. 238. Selbotbildnis.„UIn tabl. représ. le portrait de Rembrandt, fait par lui-mbme.“ Nachi Eberts Nr. 44 des Katal. de Vence und von iſim als„ tableau admirable de Rembrandt'e heseichmet, fün 400 Livres mit ⁊ebei Teniers fiin Sichi privat eingexauſft und Karoline Luise Sdten mit den beiden Brongen aus der Sammlung de Selle im Märs 1761 nach Karloerule übersandt.— Qulittung vorſhianden. Eberts schreibt vom 5. März 1761, daſz er das Bild am 4. März abgesandt habe, es sei„ entre frères“ 1000 Livres wert, er verlangt mit den beiden Teniers zusammen nur 900 Livres. Am 25. März 1761 spricht Karoline Luise Eberts ihre Zufriedenheit mit den Einkäufen de Vence aus; aber darin keine Einzel- heiten über die Bilder. Mireur VI S. 158. De Vence 1760. Portrait de P'artiste dans sa vieillesse. (42 p.—35.) 481 fr. Das bei Mireur zitierte Altersbild ist vermutlich identisch mit dem bei Hofstede de Groot,„Verzeichnis der hervorragend- sten Maler“, Bd. Vals Rembrandt Nr. 556 aufgeführten Bildnis[Alters- bild, Halbfigur, stehendl. Aber es ist nicht identisch mit dem bedeutend früheren Karlsruher Rembrandt-Bildnis, das Hofstede de Groot unter Nr. 547 seines Werkes aufführt. Bei Nr. 547 wird keine ältere Pro- venienz erwähnt, so daß wir die Herkunft des Karlsruher Rembrandt- Selbstbildnisses aus der Sammlung de Vence als neue, wertvolle Fest- stellung zu buchen haben. 30/31. Teniers, David. Koel. 196/97. „Le départ et Varrivèe au Sabbat.“ Ezbei Pendants, Nr. 60 des Katal. de Vence, erwoorben fun je 250 Livres und Karoline Luise im Märs 2761 gesandt, gleichgeitig mit dem: Selbstbildnis Rembrandts. Mireur VII S. 142. 1760. De Vence. Le départ pour le sabbat, Parrivee au Sabbat. Les deux tableaux 600 fr. Die Einkäufe Willes bei de Vence. 32%/33. Jean Baptiste Pierre. Koel. 481/82. „Les deuæ Académies, Bacchus et Prometſtieus.“ Ereborben im September-November 1760 auν ͥdem Preis von 25 Loilis- dor F0o Livres das Bild, durch FVermittlung PVilles direht vom Kiinstler; die Bilder gehͤrten àur Sammlung des Comte de Vence, 120 G. Metsu. Junges Bürgerpaar beim Frühstück. Aus der Sammlung Wierman. zouνdden aben vom Kiinstler viedern Zurüchgesogen von der Ver- steigerung, da sie noch nicl it beaalilt varen. Ville bemiiſit sich per- onlich mehmnfach um iliren Erꝛberb, da sie von Karoline Luise dus- drucxlicli geꝛuuinschit borden 2baren. àAm 31. Mai 1760 berichtet Eberts zum erstenmal über die Sammlung de Vence und beurteilt die Bilder; von den Pierres schreibt er: „Les deux académies de Pierre n'animeront pas beaucoup les acheteurs, je suis bien trompé si elles passent 6 Louis la pièce.“ Fleischmann an Karoline Luise. 8. September 1760. „Le Sr. Wille se Iivre avec tant de zèle à tout ce qui peut satisfaire les goũts de V. A. S. pour la peinture qu'il n'a nul besoin d'exhortations de ma part; et il lui suffit de la protection distinguẽe qu'Elle donne à son art pour seconder Ses vues avec vivacité. Voici Madame le troisième voyage qu'il a fait chez irs Pierre hatte mit dem Comte de Vence den Preis von 1200 Livres vereinbart und wollte zuerst davon nicht abgehen; schließlich erreicht Wille doch noch den Abschluß auf 500 Livres, der Künstler betont aber, daß er àhnliche Stücke unter 25 Louis nicht mehr liefern könne.— Am 12. November ist der Erwerb getätigt. Vergleiche hierüber die das Ganze bestätigenden Angaben in Willes Journal J S. 152, wo unterm Datum vom 27. Dezember 1760 der Ab- gang der beiden Bilder von Pierre an Karoline Luise verzeichnet wird. Der Preis wird auf 600 Liv. angegeben. 34. Teniers. Koel. 195. „Le mödecin empirique.“ Erꝛeborben auf der Vente de Vence durch Mille, die detaillierte Recimung fehilt, Eræberbung und Preis aus Rriefen Fleischmanms und Villes Journal aber gesichert. Wille schreibt darüber an Karoline Luise o. D.: „Le médecin empirique von Teniers, dieses Stück ist sehr herrlich, es ist 80õοõẽ,¶uW-ert, ob es gleich nicht groß ist.“ Willes Journal I S. 154/155, 5. Februar 1761.„Acheté de plus un tableau de Teniers que Mr. Tardieu a gravé sous le titre de médecin empirique, pour la somme de cinq cent dix livres.“ Katal. de Vence pag. 23 Nr. 61. Mireur VII S. 142. 1760 De Vence. Le médecin empirique. 510 fr. Und Fleischmann schreibt vom 18. Mai 1761 an Karoline Luise: „Teniers a si bien mis les caractères de Crainte et de Tristesse mélées d'espérance sur le visage de la pauvre femme qui a recours à l'Empirique que 12¹ — Quelque meraient de depuis je Pai vue et admirẽe chea feu Mr. de Vence, elle n'est point sortie de mon imagination parfait que soit ce morceau il y a bien d'autres motifs qui m'ani- me rendre à la Cour de V. A. S.“ 35. Largillière. Koel. 473. Portrãt von Madame Sinicane(den Name unleserlichi). Erwsorben durchi Ville aus der Sammlung de Vence, detaillierte Reclinung felilt. In Willes Brief:„Das Portrait de Madame Sinicane ist über 250 300 nicht wert. 36. Rigaud. In Willes Journal nicht erwähnt. Koel. 476. Selbstbildnis? Drei Portrdts von Rigaud, de Troy, Largilliere auf der Punschiliste von de Vence und in Villes Brief besproclien; bestimmter Ereberb, da detaillierte Reclmuns felilt, nicht gesichert. In Willes Journal nicht erwähnt. Wille schreibt darüber:„Die Portraite von Largillière, De Troy und Rigaud sind jedes etwa 4500 Liv. wert.“ 37. Mieris, F. v. Vgl. Koel. 272 oder 275. Selbstbildnis. Aus der Vente de Vence, von Wille vermutlich erevorben; detaillierte Rechinung felilt. Wille schreibt darüber:„Das Portrait von F. v. Mieris von ihm selbst gemalt, ist etwa 300 38. Ostade. Liv. wert, aber nicht mehr.“ Im Journal nicht erwähnt. Roel. 248. „% Joueurs de trictrac.“- Auls der Vente de Vence, von PVille errvorben; detaillierte Rechnung felult, in Villes Brief auf 4. οο geschdtat. Aus Willes Journal I S. 155 vom 5. Februar 1761 Ankauf für 264 Livres trois sous bestätigt. Katal. de Vence p. 23 Nr. 61. Laut Anmerkung in Willes Journal S. 155, 1660 datiert, gestochen von Beauvarlet. Mireur V S. 431. 1761 de Vence. Les joueurs de tric-trac(30—25). 264 fr. 39. Eglon v. d. Neer. Koel. 280. Kind mit Katse und Vogelbauler. Ereverbung Willes aus de Vence; detaillierte Rechinuns fenut. 12² In Willes Brief:„... ist hart und trocken, ich habe es nie für ein Original gehalten, ich sagte dies einmal dem Herrn Grafen, er pflichtete mir bei, es ist daher über 100 nicht wert.“ In Willes Journal nicht erwähnt. Mireur VS. 384: De Vence 1760. Deux enfants, l'un montre à un chat, un chardonneret dans une cage ouverte posee sur une fenétre. 171 fr. Schriftstücke über Willes Erwerbungen bei de Vence. Die von Wille unterschriebene Empfangsbescheinigung über 1717 Livres 7 Sols vom 21. Februar 1761, ihm ausbezahlt durch das Bankhaus Kornmann- Paris. Die detaillierte Versteigerungsrechnung fehlt; daher sind die Ankäufe Willes aus de Vence nur zu erschließen aus den Briefen mit der Wunschliste Karoline Luisens und den Besprechungen und Urteilen Fleischmanns und Willes und ihrer Identifizierung in der K. H. Am wichtigsten der undatierte und unsignierte deutsche Brief Willes aus P. II, der mit Sicherheit Wille zuzuschreiben ist. Hier findet man fehlende Auskunft über alle Bilder der Wunschliste.(Vgl. das einzelne darüber in den Anmerkungen azu den betreffenden Bildern.) 2. Zwei Briefe Willes nach dem Kauf: Vom 21. März 1761— nachträg- liches Schreiben zur VUbersendung der Bilder von De Vence; er freut sich, daſz Karoline Luise„a bien trouvé bon le peu qu'il a fait“ und bedauert nur, daſß er nicht den ganzen Auftrag hatte ausführen können; und vom 23. November 1761: Wille dankt für die Zeichnung von der Hand Karoline Luisens, mit der sie ihm ihre Erkenntlichkeit für die Ankäufe De Vence erwies; leider sei diese etwas beschädigt angekommen. Er schreibt als Landsmann sehr liebenswürdig: Mẽtait toujours fier du titre de Hessois, mais à prẽsent il me paraĩt noble...“ Ebenso I S. 96. 5. Dezember 1761. Fleischmann über Willes Dank und Urteil über Karoline Luisens Zeichnung: „Pait trouvé le moyen de faire parvenir le dessin. Man vergleiche zu diesen Einkäufen auch die betreffenden Stellen in den Memoiren Willes. Im Tagebuch des Kupferstechers Wille(Mémoires et Journal de Jean Georges Wille publié par Georges Duplessis et E. et J. de Goncourt, 2 Bde., Paris 1857) finden wir alle aus der Korrespondenz der Fürstin belegten Bezie- hungen bestätigt. Karoline Luisens wird darin an siebzehn verschiedenen Stellen gedacht: Bd. J S. 138, 150, 152, 154, 155, 156, 161, 162, 172, 182, 328, 342, 346, 353, 354, 356, 487. Wir erfahren zuerst von den Ankäufen der Akademien von Pierre(I, 150). Karoline Luise dankte für diese Gefälligkeit durch die Vbersendung einer kleinen Handzeichnung, Mädchen mit Vogelnest, die sie selbst gezeichnet hatte und die Wille am 18. November 1761 folgendermaſzen würdigte: (0 123 1 —— „Jai recu un dessein au crayon sur papier blane que madame la margrave de Bade Durlach m'a envoyé en présent. I est de la propre main de cette princesse, fort joliment fait. Il reprẽsente une fille assise par terre, tenant sur ses genoux un nid d'oiseau avec les petits, devant elle est un jeune homme, qui montre avec la main un trou dans le mur, d'ou le nid a étẽ tiré. Je suis pënẽtréè de reconnaissance envers cette princesse! Il y a assurément fort peu en état de dessiner de la sorte.“(J S. 182.) Uber Willes Ankäufe bei de Vence hören wir aus dem Journal: Wille hatte von Bankier Kornmann die Summe von 5000 Livres erhalten für die Käufe. Da die Versteigerungspreise Karolinens diesbezügliche Angaben bei weitem überboten hatten, konnte er nur drei Bilder kaufen, er bezeichnet: Ostade, Trictrac; Teniers, Arzt; Breenbergh, Landschaft. Den Abgang der Bilder meldet er vom 20. Februar 1761.(J S. 154—155.) Im Januar 1766 bemühte sich Wille nochmals um Bilderankäufe für die Fürstin; es handelte sich damals um die berühmte Versteigerung des de Ju- lienne, eines Freundes von Watteau. Die Kommission verlief ergebnislos, da die Preise Karolinens Angaben weit überstiegen. Wille gab am 5. Juli 1767 Kornmann die dafür ausgesetzten 4000 Livres wieder zurück.(Vgl. Wille J S. 328, 342, 346, 347, 353, 354, 356.) Die weiteren Eintragungen des Tagebuches betreffen den Aufenthalt der Badener in Paris im Sommer 1771. Vom 3r. August Willes Besuch bei den markgrãf lichen Herrschaften und am gleichen Tage die Akademiesitzung, die die Badener durch ihre Anwesenheit Zzierten.(J S. 487.) 40/41. Boucher. Uber die Erwerbung der Gemälde Bouchers sind die Briefe von Eberts sowie die Originalbrief konzepte Karoline Luisens erhalten; siehe darüber auch die Veröffentlichung von Obser, Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins NFS337 Zutbei Pastellbildnisse. Errborben durch Vermittlung und auf Anregung Eberts'“ vom Kiinst- ler selbst, im Nodember 1759 in Karlsruſie angehommen, Preis beiden Bilden ausammen mit Porto und Kommissionsprogenten 420 Livres. Originalrechnung vorhanden.) Diese beiden Bilder befinden sich. lieute nicht melim im Besitse der K. H., ihir Verbleib ist noch festgu- Stellen, es handelt sicl i nach einem Briefe von Eberts vermutlich um Pastellkopien von Boucſiers Arbeiten flrn Madame de Pompadour in den Säãlen des Louvre, vielleicht Bildnisse der Pompadour selbstꝰ Eb. Nr. 24. 6. September 1759 von Straßburg aus an Karoline Luise: „Aussitöt mon arrivéèe en cette ville j'ai ordonné à Mr. Boucher la téte au Pastel, que Votre Altesse a désiré des ouvrages pour Madame de Pompadour et pour le Salon du Louvre. L'on est empéẽché d'y travailler tout de suite mais actuellement il est occupè à la finir mẽme avec un pendant, j'espère que ces deux morceaux seront prèts avant la fin de ce mois; je les enverrai tous les deux 124 pour mettre V. A. à portée ou de les garder tous les deux, ou d'en choisir celui qui lui plaira le plus et de me renvoyer Tautre quoique ce soient deux soeurs inséparables.“ Karoline Luise an Eberts. „Votre goüt Mons. ne pouvait mieux se déployer que par Parrivée des deux tẽtes admirables de Mr. Boucher, je les trouve aussi belles que vous me les aviez dites, mon cabinet en recoit un nouveau lustre et me voilà tous les jours plus vaincue de vos connaissances et confirmèe qu'en fait d'art et de goũt je ne saurais mieux m'adresser qu'à vous Mr.“(a. a. O.)„Mes deux Boucher me font un singulier plaisir.“ 42/43. Boucher. Koel. 479, 480. Zebei Schiäferstuichᷣe— Ulbilder. I. Zebei Mädcehien, von denen eines einen Brief liest. 2. Jüngling eine Rose brechend und Mädcſien. Auf Bestellung Karoline Luisens beim Klünstler vom Degember 1759 im Januar bis April 2760 ausgeführt. Ankunft des ersten Bildes im Mai 1760, des acbeiten im Juni 1760. Preis olime Rahimen 600 Livres als Freundscſiaftspreis, Sonst 100 Lotlisdor für ein Bild. Preis der Rahmen und Verpachung 77, 10. Originalrechmumg des ersten Bildes vorhianden. Ausfiihirliche Berichte daruiber in Eberts und Karoline Luisens Briefen. Vber Bestellung, Ausfülirung, LVersand, Kosten, Karoline Luisens Urteil sieie auoh im Briefebechisel Reiffensteins. Zebei Bildnisstichie beꝶhannter Pariserinnen. Inre Absendung erfolgt im Juni 1760 mit dem Sebeiten Pastorale Boucſiers. Nähere Nachiricliten darilber liegen nicht von; nun sob¹el, daß Se Karoline Luise auberordentlich ge- fielen und sie die Stichie in ihirem Gemòldekabinett auflangte. Siehe Boucher, Anfeunft des ⁊vbeiten Pastorales. Karoline Luise über die Pastorales von Boucher an Eberts. (Bestellung o. D.) „Faites s'il vous plait que Mr. Boucher fasse entrer encore plusieurs ani- maux dans la composition, I'on me dit qu'il les fait Superieurement bien. Enfin je me fais une fete de recevoir ces deux tableaux et je ne saurai après vous manquer ma reconnaissance du soin que vous preneꝝ d'embellir mon cabinet. 14. Januar 1760. „Je suis charmée Mr. que le Sr. Boucher se propose de mettre de tout dans ces tableaux qu'il fait pour moi, il doit exceller dans tous les genres, ainsi cela me fera bien plaisir de connaitre son pinceau dans toutes. Ie serai extrẽme- 125 ment sensible au soins que vous voudrez bien prendre pour m'en mettre en possession et vous augmentez encore par cela cette estime vraie que vous vous etes acquise et avec laquelle je ne cesserai d'ètre.“ 0. D. Vous m'enchantez par tout ce que vous me dites des deux tableaux de Mr. Boucher, je prévois que je me mettrai à genoux lorsque je les recevrai.“ 2 NMai 1760. Vous ferez très bien Mr. de m'envoyer tout de suite l'un des tableaux du Sr. Boucher dèsqu'il sera achevé. Car je voudrais déjà le posséder et P'avoir sur mon chevalet pour l'admirer à loisir, ainsi je compte tous les moments jusqu'à ce qu'il arrive.“ Mai 1760. „Pai recu avec beaucoup de plaisir le tableau de Mr.(Boucher) il rèpond parfaitement à tout ce que vous mꝰ'en aveꝛ dit, et il augmente mon empressement à en recevoir le pendant. Ils feront tous deux un vrai ornement de mon cabinet; je suis très satisfaite des deux tétes et surtout du coloris frais de celle qui tient une lettreʒ j'ẽtais charmẽe que vous me les avez envoyès car j'allais les demander, l'on est à faire le dessin des décorations du cabinet pour lequel ils sont destinẽs;— ainsi ne m'en envoyez pas d'autres, à moins que je ne vous les demande puisqu'il se pourrait que lemplacement exigea d'autres grandeurs et d'autres formes. Vous me ferez plaisir Mrs. en me nommant les personnes dont ces 4 tétes sont les portraits.“ 21. Juni 1760. Ankunft des zweiten Pastells. Le second tableau de Mr. Boucher vient d'arriver très heureusement, j'ai ẽtẽ fort contente du premier, mais je le suis bien plus encore de celui-ci, il est admirable et d'une bien bonne couleur. Faites-en mes remerciments à Mrs. Boucher et dites-Iui s'il vous plait qu'il a rẽellement enrichi mon cabinet par Ses beaux ouvrages. Je ne suis pas moins sensible aux deux belles estampes qu'il veut bien m'envoyer, je les sais placer parmi mes meilleurs tableaux, où sans couleur par leur belle composition seule ils soutiendront toujours avec gloire la place que je leur ai donnẽe, marquez lui en tout ma sensibilitéè et combien je Lestime. La calomnie mẽme ou plutõt la jalouisie qu'on porte au gènie de Mr. Boucher me pourrait faire son Eloge. La réputation est trop bien établie pour que rien au monde lui puisse faire tort.“ Eberts über die Pastorales. Bestellung. 4. Dezember 1759. „Mr. Boucher m'a offert de me composer, peindre et supèrieurement finir deux sujets de Pastorales sur toiles de deux pieds en carré à peu près; ordi- 126 respectueuse considération qu'il a pour V. A. S. et le desir d'enrichir Sson beau cabinet de deux jolis morceaux il se contenterait de 50 Louis neufs. Si V. A. souhaite de se donner ce petit trésor, j'oserai d'avance l'assurer de Ia plus com- plete joie et satisfaction; ce serait un petit composẽ de gràce, de tendresse, d'in- génuité et de goũt, d'autant plus à chérir que cet aimable artiste n'en fera guere plus de ces sujets. Si V. A. S. s'y dẽtermine je la supplierai de remettre quꝰ'on grava ces tableaux après qu'ils eussent ẽtẽ quelques temps à Carlsrouhe.“ 3. Januar 1760. In Arbeit. Au moment que j'ai l'honneur d'ecrire à V. A. S. Mons. Boucher travaille à P'un des tableaux que je lui ai demandès, rien n'ẽgale son empressement à seconder les désirs de V. A. S., il m'a promis deux chefs-d'oeuvre, od il y aura un peu de tout, des figures, des animaux, des fleurs et des ruisseaux; la com- position en sera très gracieuse, Ie dessin correcte et le coloris charmant, il n'y a pas à en douter.“ 20. März 1760. Kurz vor Beendigung der Bilder. „Quant à leur sort mon amour propre m'assure, que j'y puis ẽtre tranquille; la plus belle Nymphe ou Bergère du siècle d'astrée n'a jamais été plus jolie que celle de ce tableau. Le berger qui la regarde d'un oeil passionnè est aussi d'un très beau choix; les agneaux, les moutons, les ruisseaux, statues, fleurs etc. sont comme nature et d'un joli fini sans froideur.“ 44. Boucher. Olbild der Madamè de Pompadour. In der Reclimung:„la belle Tote de Mme. de Pompadour“e Beseicſhmet. Im Februar Lyõ⁊ ausammen mit einem Largilliere, einem Rigaud und atbei Fruchtstiichen in den Art Chardins an Karoline Lilise ab- gesandt, die Recſmuns diesen Sendung æum Gesamtpreis von 20 59 Livres 12§. erſialten, auehi besalilt, bestätigt, aber Einselpreise nichit genannt. Vin erfaliren üben diesen Ankauf nun folgendes: 21. Juni 1760. Karoline Luise an Eberts. „Vous me ferez bien plaisir, si vous me procurez un jour le portrait de Madame de Pompadour dans une des tétes que je vous demanderai.“ I. September 1761. Eberts an Karoline Luise. „Je préparai Monsieur Boucher à me faire le portrait de Madame de Pom- padour.“ 18. März 1762. Eberts an Karoline Luise. Madame n''est plus tout à fait si bien, il n'y a pas trois ans que le „Madam P 5 V a P portrait ẽtait de la dernière ressemblance. 127 nairement on lui paye 100 Louis pour pareils deux morceaux; mais par la 8 —— Kabinett Aved. Gleichzeitig mit den Ankäufen aus der Sammlung de Vence gehen die Erwerbungen aus dem Kabinett des Malers Aved; es handelt sich um eine erste Sendung von drei Bildern im Gesamtpreis von 7600 Livres, mit Porto 8076, Huysum, Osterwyck, Mieris, vom Oktober 1760, und eine zweite im Gesamtpreis von 4352 Livres 5 8. vom September 1761 von fünf Gemälden, A. v. Velde, Slingeland, Mignon und Chardin, sowie um ein Angebot von Dou, Ostade, Breenbergh und Lairesse, dem aber nicht Folge geleistet wird. Die Nachlaßversteigerung Aveds fand erst später statt(1768); eine dritte Sendung vom Januar 1762, Fruits printaniers in der Art des Chardin, folgte nach. Karoline Luise kaufte diese Bilder noch zu Lebzeiten des Malers. Der Erwerb des Huysum ist ihr sehnlichster Wunsch, der Huysum von Aved ist der erste, der in ihren Besitz übergeht. Das Bild hat große Aufregung in K. hervorgerufen, da man es für wurmstichig hielt(siehe darüber a. a. O.). 45. J. v. Huysum. Koel. 380. LTableau de fleurs.“ Unsigniert. Ereborben aus den Sammlung Aved als Gegenstiich eines Blumen- bildes von M. Osteræuyck und æugleich zmit einem Mieris Sum Ge- qamtpreis von 7600 Livres, mit Porto 8o76 Livres; Recſmung vor- anden, aber in den Preisen nicſit detailliert, Raroline Luisè hatte Preisermäſßigung gerolinschit, Aved ꝛoan aber darauf durchaus nicht eingegangen, Eberts schireibt daruben: „Le vendeur ne vend pas par nécessité, il est fier“; da der Mieris 2000 Livres kostete, kommen die beiden Pendants Huysum und Osterwyck zusammen auf 5600 Livres. Am 3o. September berichtet Eberts schon ohne Namensnennung von den Bildern Aved und schreibt:„le v. Huysum est surtout ravissant“. Nachdem die Bilder nach Karlsruhe kommen, ist Karoline Luise von dem van Huysum und dem Mieris aufs höchste enttäuscht, weil man den Holzwurm darin vermutet; es kommt darüber zu längeren Auseinandersetzungen mit Eberts, der die berühmtesten Pariser Restaurateure zu Rat zieht und den Vorwurf als unbegründet zurückweist; er schreibt am 9. November 1760 an Karoline Luise: „Mrs. Aved est incapable de surprendre personne, c'est un homme respectẽ et respectable, riche, honnẽte homme et depuis 20 ans professeur de lacadémie et peintre du roi. Son caractère droit que je Iui connais depuis nombre d'annẽes ne lui aurait pas permis de me vendre des tableaux, s'ils eussent ẽtè dans Iꝰẽtat de dẽpèrissement prochain ou futur; je supplie V. A. S. d'en eètre bien persuadèe ainsi que de mes sentiments, je Ia conjure de se tranquilliser sur les dẽgats que les 128 W. v. Aelst. Jagdtasche mit Rebhuhn. Aus der Sammlung Lormier. malheureux vers pourraient faire dans le van Huysum et le Mieris; il n'y àa rien au monde de plus aisé que d'arrẽter le progrès de cet insecte et de Ia faire mourir. II faut faire couler de Dessence terpentine dans les petits troux, qui pour- raient paraitre sur le dos du tableau et mẽme donner toute une couche de cette liqueur au cõté du bois coloré. Et dans les 24 heures tout ver est empoisonnẽ et tout sujet d'inquiẽtude dissipé.“ Dies sei, so schreibt Eberts, der Ratschlag der berühmtesten Pariser Re- staurateure, man beachte aber im allgemeinen beim Einkauf die Wurmstichig- keit nicht, weil die Niederländer vor dem Malen ihr Holz mit einer Essenz tränkten, die den Holzwurm verhindere, an die Farbe zu kommen.— Alle Amateure hätten ihm versichert, daß sie keinen derartigen Vorfall kennen würden, wie ihn die Markgräfin gemeldet habe. Er bitte um Vorschläge an Mr. Aved; es gäbe noch einen ähnlichen van Huysum bei dem Sammler Gaignat, für den man aber jetzt 1o00 Louisdor zahlen müsse; Karoline Luise sei auf keinen Fall überfordert worden.— Er sei durch den Rückstand der Zahlung dieser letaten Sendung in beträchtliche geschäftliche Verlegenheit ge- bracht und bitte darum, diese nicht mehr länger hinauszuschieben. Am 27. November 1760 dankt er Karoline Luise für die Bezahlung des van Huysum und schreibt nochmal über die Holzwurmgeschichte:„Je veux un mal infini aux artistes de Carlsrouhe, d'avoir causé de Llinquietude à V. A. S., je la supplie de la bannir totalement et d'avoir une entière confiance au remèdè indiqué, Ie vers ne saurait tenir contre, le fait est prouvé.“ Am 7. April 176 berichtet Eberts, daß der van Huysum des Kabinett de Selle für 4500 nach Mannheim verkauft worden ist; er beurteilt ihn als vtrop clair, ne reprẽsente que des fruits“, nach Meinung der Kenner ist der Karlsruher schöner; er sei jetzt 9000 Livres wert. Am 18. Oktober 1760, nach Einkauf des Huysum von Aved, berichtet er von dem Verkauf eines Pariser Hauptwerkes von van Huysum aus dem Besitz des Prinzen von Carignac, der der Kriegsumstände halber an den König von Preußen verkauft wurde, es sei eines der 26 gesicherten Hauptwerke des Malers, auch Boucher sei für seine Originalität eingetreten, der Preis dieses Bildes wird nicht genannt. 46. M. van Osterwyek. Roel. 368. Tableau de Reurs.“ Ereborben als Pendant æau dem van Huysum im Oꝶtober 276ο aus dem Kabinett Aved fur æusammen 5600 Livres, Recimung vor- lianden, aber nichit detailliert. 47. Franz van Mieris. Koel. 274(7). „Vn siljet de Vlustoire.“- Ereborben als Nr. 33 des Katal. Aved gleichigeitig mit v. Huysum und Ostertuych fuin 2000 Livres, æusammen 7600 Livres; Karoline 129 9 Luuise ist uber den Einkauf ungufrieden, aveil das Bild dunmstichig, gehe van Huysum, 17. Januar 176 machit Eberts das Angebot eines ⁊rbeiten Mieris,„Combagnie d table dans un jardin“, für 6000 Livres. 48. A. van der Velde. Koel. 290, 291. Zꝛoei Tierstuicke(vaches et moutons). Ereborben im September 276 mit Slingeland, Mignon und Chardin aum Gesamtpreis von 4352, 5 aus Kabinett Auved, Einselpreis nichit angegeben, Gesamtrechmuns quittiert vorhianden, die Bilden rourden 20 Eberts als„Superbes““ beseicſmet. 49. Slingeland. Tnema michit beseichinet. Erꝛuorben aus Kabinett Aved im September 2761, vgl. oben. 50. Mignon. Koel. 371— 374. Tlema nichit begeichmet. Erꝛborben aus dem Kabinett Aved im Septemben Zy6r, vgl. oben, „A trés bon compte““, beseichinet. 51. Chardin. Koel. 496—-499. Tiema niclit heseicſinet. Ertoorben im September 276 aus dem Kabinett Aved, vgl. oben,; Eberts meldet im Brief vom 20. September den Abgang dieser ⁊tbei- ten Sendung Aved und bemerht bei den Chardins:„Ne sontils pas merveilleur, mais aussi ne Sont-ils pas cliers.ce 52. Chardin, Art des— Zebei Bilder,„fruits printaniersté. Ereborben aus dem Kabinett Aved im Februar 2762 und mit drei Bildnissen von Largilliere, Rigaud und Bouchen[Pompadour) an Karoline Luise abgeschicht, Gesamtpreis den Sendung 2059, 12, Eingelpreise nichit angegeben. Eberts schireibt dariiber:„Deuæ siljets de fruits Pprintaniers non de Chardin, mais du mòme méritèce. Kabinett Comte de Selle. Diese Sammlung kommt in Paris im März bis Januar 1761 zum Verkauf; sie enthielt neben Gemälden auch Bronzen und Porzellane; Karoline Luise hatte sich mehrfach dafür interessiert, aber die Gemälde überstiegen ihre Mittel oder wurden von Eberts nicht günstig genug beurteilt; von Interesse für Karoline Luise war vor allem ein Fruchtstück von van Huysum, das aber 130 dann nach Mannheim verkauft wurde(Ssiehe darüber unter v. H.) und Ge- mälde von Wouwerman. Eberts bezeichnete die Sammlung de Selle als„un cabinet peu nombreux, mais unique“. Die Vasen, Bronzen und Büsten„sont généralement de choix et sortent des plus beaux cabinets. Les porcelaines sont du vieux Japon, mais le vert céladon est plutöt olive que vert“. Am 3. Februar 1761 hatte Eberts schon eine Preisliste mit seinem Gut- achten über ungefähr 25 Bronzen der Sammlung eingeschickt, am F. März gibt er dann Bericht über den endgültigen Kauf; von fünf Stücken der engeren Wahl wurden zwei erworben, wieder fallen gelassen wurde Nr. 57(Thema nicht genannt), weil es den Preis überstieg; ebenso der vorher noch als„ad- mirable“ gerühmte Gladiateur(pas bien réparé) und Nr. 63,„le groupe d'Enèe“, worüber Eberts folgendes für seine Kunstauffassung charakteristische Urteil abgibt:„Enée paraissait ne porter qu'une plume; Ascanius etait très mal tourné, Enèe n'avait pas de caractère analogue à la situation, il paraissait 1 Die Bronzen von de Selle sind die einzigen Plastiken, die Karoline Luise erwirbt; 1769 hat ihr La Guépière nochmals eine wertvolle Marmorgruppe (Carrara) Pigalles,„le triomphe de l'amour et de l'amitié“, angeboten zum Preis von 22000 Livres; sie muß verzichten, sie schreibt damals:„il ne me manque que la bourse de notre Richard..“ Unbekannt. „Deuæ groupes d'enfants, Vamour Bacchius.““ Nr. 68 des Katal. de Selle, im Märs 2761 fiin 412 Livres ereborben, Ankunft und Besalilung bestätigt, Versand gleichseitig mit dem Selbstbildnis von Rembrandt von de Vence, von Eberts in seinem ersten Gutacliten als„ delicieuæ poumn Vagréable et le fini“ beseichinet und fuin 600 Livres angeschlagen. Coyzevox. „Deux chevaux Pegase du cëlebre Coisevox, qui sont de toute beauté.“ Aus dem Kabinett de Selle im Märs 1761 erzborben, auf den Ori- ginalrecimung beseicimet Deuæ grands Bronses bien finis représen- tant la renomèe(4) Mercure Sun les chevauæ pégase. Preis I196 Livres. Absendung, Anfunft und Besahilung bestätigt. 53. Rigaud. Koel. 474(7). Thema miclit genannt. Nur„un petit morceau très fin“ mit einem Largilliere und Srbei Bildern in den Art Chardins im Februar 2762 auf ausdrüichlichen VFunschi Karoline Luisens ertoorben aus nichit nãhien genanntem 131 9 —32 1 5 8 Pariser Privatbesits, Gesamtsumme der vien Bilden 205 Liv. 12 8., die Reclinung ist quittiert, Einselpreise aber nicht angegeben. Eberts hatte schon 1761 im April geschrieben, daß er sich nach Largillière und Rigaud umsehen will, die letzteren seien nicht so leicht aufzutreiben. 54. Largillière. „In beau tableau d un prix bien médiocre.“ Im Februar 2762 mit einem Rigaud und ⁊v¹ꝗdtilleben Chardinscher Art fün Karoline Luise ereborben, Gesamtrechmung und Herfunft 29. oben Rigaud. Kabinett Gaillard de Gagny. Nach den glücklichen Einkäufen de Vence, Aved, de Selle steht Eberts' Eifer für die Sammlung Karoline Luisens in hellen Flammen, und so hofft er aus der vortrefflichen Sammlung G. de Gagnys, die am 29. März 1762 verkauft wird, eine Reihe von Meisterwerken neu hinzufügen zu können. Sein Eifer ist groſz:„Deésirant à rendre le cabinet de Carlsrouhe supérieur à Dresden.“ Im Brief vom 8. März 1762 schwärmt er vor allem von zwei Bildern der Sammlung.„Nr. 15 un magnifique Terborgh, les tétes de femmes treès jolies, Pexéẽcution belle et tout le tableau bien conservè et brillant“, angeschlagen für 3600, und„le plus beau Lairesse“ für 5000, von dem auch Boucher entzückt ist. Am 18. März 1762 will er folgende Bilder erwerben: einen Terborch, Nr. 19, für. 1500 einen van der Werff fütr.. 2400 Feiee2 Vei Rübensffirtft 800 Pei dan Dyes fuüß 808 zusammen. 6288 Doch schließlich muß er sich mit vier Bildern bescheiden, einem großzen van Dyck, zwei kleinen Slingeland und einem Adrian Brouwer für 480 Livres, den er ohne ausdrückliche Bestellung auf eigene Faust hinzugefügt hatte; Karoline Luise aber scheint seine Begeisterung für das Bild nicht zu teilen und sendet es wieder zurück. Eberts hatte geschrieben:„plein de feu et sũrement peint par ce célèbre Biberon dans un moment d'ivresse, ce qui augmente le meérite.“ G. de Gagny. Erwerbung. 55. Van Dyck. Koel. 177(P). „In grand tableau de Famille.“ Eræborben Ende Mdrs 1762 für 2005 Livres. 13² 56. Slingeland. Koel. 269/70. 5 „Deuæ petits tableaux.““ 9 Im Gesamtpreis von 1430 Liv. 10 8. Märs 1762. Originalreclimumg beider Bilder erhalten, vom F. April 1762 aulsgestellt. Die beiden Slingeland: Nähende Mutter an der Wiege und Stillende 5 Mutter sind aus Mireur VII S. 40 eindeutig zu bestimmen: 1762. De Gagny. Une jeune femme occupèe à coudre près d'une fenẽtre fait des reproches à un petit garçon, qui a la main posèe sur un berceau ou doit dormir un enfant, un autre joue avec des balles; on voit une cheminée, un escalier tournant.— Une femme allaite un enfant près d'une croisẽe, un petit garçon derrière elle tient son chapeau et un navet; une table couverte de lègumes.(16 Pp.—19 p.) Ensemble: 1430 fr. Katal. de Gagny Paris 1762 Nr. 23/24. + Kabinett du Vidame d'Amiens. 4 Das Kabinett des Vidame d'Amiens, eines hohen Pariser Militärs, der durch einen plötzlichen Tod hinweggerafft wurde, kommt im April 1762 in Paris zum Verkauf, Karoline Luise erwirbt daraus fünf Bilder im Gesamtpreis von 4813 Livres. Die detaillierte Rechnung vom 9. April 1762 sowie die Quittung dieser Summe vom 27. Mai 1762 liegen den Akten bei. Der ursprüngliche Gesamtpreis war etwas höher angeschlagen, auf 5720 Livres, dann später er- mäßzigt. 57. Berchem. Koel. 298. „Un grand Bergliem“, an anderer Stelle„un beau Bergliem de 4 7 dur 9(oden 5 Pieds.“ Zum Preis von T500 Livres im April 2762 aus der Sammlung des Vidance d'Amiens erroorben. 58. Claude Lorrain. Un Marine soleil couchant. Von Eberts April 762 fur 21900 Livres erwworben, als„, uperbe? begeicſmet. 59. Teniers. Ein Bild von Teniers. Aus der Sammlung de Selle stammend, von Eberts für 1800 Livres ereborben. 60. Terborch. Ein Bild von Terborch. Von Karoline Lilise schon im Februar 1762 getblinsclit, damals nocli underkdulflich, fur 720 Livres erwoorben aus der Fente du Vidance Amiens. 133 61. Eglon van der Neer. Koel. 2772 Ein Bild, TJhema nichit genannt. Füir 200 Livres aus der Sammlung diu Vidame d'Amiens ertoorben. Amsterdamer Versteigerung vom 18. August 1762 (Vgl. Treuer-Goll). 62. Rubens. Landschiaft. Angeschlagen Zum Preis von 20οννονοZH§ũIorins und erwvorben fiin +570O Florins, mit Frachithᷣosten fiin 18 1I, 3 Florins 40/5 Liv. 1,9 8. aus den Amsterdamer Vente vom 28. August T762, das Bild ꝛburde uben Paris, Straßburg nach Karloruſie gesandt. Eberts versichert, daß ganz Amsterdam das Bild für echt halte, und be- schreibt es folgendermaßen, indem er einen Vergleich mit van Huysum auf- stellt:„Surtout cette fougueuse franchise qui approche la négligence et qui est si inimitable en mẽme temps qu'elle fait Ie principal mérite de ce pay- sage, qu'il ne faut pas comparer au fini d'aucun van Huysum étant diamétrale- ment opposé l'un à P'autre.“ Karoline Luise, die in den Gemälden vor allem die Feinheit der technischen Durchführung, eben den Van-Huysum-Stil, suchte, scheint das Bild in keiner Weise gefallen zu haben. Dies ein interessantes Beispiel zur Beurteilung ihres Geschmacks; vgl. auch die Zurückweisung des Brouwers von G. d. Gagny. Eberts schreibt ihr am 13. Januar 1763:„Je suis affligé qu'il(der Rubens) n'y a pas emportè le contentement de V. A. S.; il faut esperer qu'à la fin je trou- verai un de ce maĩtre qui par sa beautẽ et son beau prix adoucira ꝰamertune de celui-ci.“ Interessant ist auch die von diesem Einkauf erhaltene Originalrechnung Eberts' mit allen Fracht- und Kommissionsunkosten; ausgestellt vom 22. Ok- tober 1762. Eb. S. 67 Nr. 135. Uber den Verkauf des Bildes siehe a. a. O. 63. Metsu. Koel. 261? Unbekannter Herfunft, vielleichit Amsterdamen Vente vom 18. Au— gust 1762(Vierman). Ein Bild von Metsu, Ihiema nichit genannt, aben von Eberts Seæhn ioch geschitet:„ILJout anglais ou Hollandais Veut payé avec Plaisir 3000 Liv.“ Im Januar 2765 Karoline Luise von Eberts aur Ansichit gesandt und fuin 2400 Livres angeboten, laut Spqterem Brief vom Februar 276 behalten fün den Preis von 100 Lonuis-neufs. Vom 20. September 2765 liegt dann die Quittung fun dieses Bild von quöf Reclinung von Eberts an den Baron Dietrich, Straßbung, ausbesalilt und ↄebar in den Hoôlie von 2500 Liures. Die Vermutuns, daß Eberts das Bild auf der Amsterdamen Vente vom Iò. August 2762 erꝛborben und mit nachi Paris brachite, stüitæt sichi 134 darcuf, daß im Bericlit uber das Amsterdamer Kabinett vom 2. Aul- gust T762 unter A. auchi ein Metsu Nr. 31 fün 900 Florins(le florin va¹ν 4750 sols de france, Karoline Luise von Eberts besonders emp- fohlen ꝛburde und sonst in dieser Jeit von keinem weiteren Metsu die Rede war. Kabinett Peilhon. Diese Sammlung sollte ursprünglich schon im Mai 1763 zum Verkauf kommen, der Verkauf wird dann aber mehrfach hinausgeschoben, da der Sohn Peilhons in der Bastille verschwand, sie fand dann erst im Dezember 1763 Statt. Karoline Luise wünschte aus dieser Sammlung vor allem zwei Bilder von J. H. Vernet, und zwar Nr. 72 des Katalogs Peilhon,„Le Grec et le Turc“, und Wouwerman. Dieser Wunsch konnte aber nicht erfüllt werden, da die Preise dafür sehr hoch gingen; ganz besonders auch für Vernet, der zurzeit sehr in Mode war. Eberts erwirbt dann von fünf gewünschten Bildern nur zwei und schickt für die Vernets zwei andere, billigere des Künstlers aus anderem Besitz ein. Die detaillierte Rechnung dieser Ankäufe, die sich auf 1695,7 be- lief, ist erhalten und vom 30. Dezember 1763 ausgestellt; Eberts bat um Voraus- zahlung, da er durch den Hamburg-Amsterdamer Bankkrach vom Herbst 1763 in groſßzen Geldschwierigkeiten war. 64. Du Jardin. Koel. 301. Tuema nicht genannt, aber als Nr. 43 des Katalogs Peillion beseicſimet und erevorben fün 510 Liv. TS., sonst nichit näier beschrieben. 65. Eglon van der Neer. Koel. 279? Tnema nichit genannt. Als Nr. 43 des Katal. Peillion begeicſimet und für 240 Liv. I§. er- aworben, ein Bild des gleichen Malers Nr. A1T bei Peillion Natte Blondel de Gagny angefauft, Eberts roill sich nach einem anderen umsehien. 66/67. Joseph Horace Vernet. Koel. 485, 486. Ztoei Bilder, Thema ungenannt. Zꝛbei Bilder,„Le Grec et le Turc“, Nr. 72 des Katal. Peillion von Karoline Luise gerounscl it und auf der Rechmung vom 13. Desember 2763 aucſi ailſgefünrt æum Gesamtpreis der beiden Bilder von 500 Liv. 10 5. Eberts teilt aben laut Brief vom 7. Januar 1764 Karoline Luise mit, daß die Vernets bei P. æu ſocͤi Rkommen und er dafun atbei andere mitgeschicht liabe, ob vom elben Jhema, niclit genannt. 135 Sammlung Damery (Sun militaire à Paris“). Eberts überschickt am 5. April 1764 den Katalog dieser nicht besonders bedeutenden Sammlung und erwirbt daraus zwei Bilder. Ankauf gesichert, die Kaufsumme quittiert. Es war ursprünglich noch vom Kauf eines dritten Bildes,„un petit physicien de Netscher“, die Rede, das Wille gestochen hat, dies wurde aber von einem russischen Grafen gekauft. 68. Gottfried Schaleken. Koel. 283. „Jeune Joueun d'Instrument.“ So betitelt von Pille, der das Bild gestochen hat, von Eberts für 600 Liv. ersborben, vor Selin Jaſiren hidtte es 720 Liv. gehostet. Eberts nennt das Bild„le joli G. Schalken, le seul diamant du cabinet Damery“. Empfang in Karlsruhe sowie Zufriedenheit Karoline Luisens mit dem Kauf bestãtigt. 69. Rosalba Carriera. Koel. 674. Pastellbildnis,„veprésentant une femme d micoprè coiffee en cheveu- 250. et couronnèe de laurier“. Das Bild wurde von Eberts für 720 Livres erworben, es war ursprünglich schon für 600 Livres nach Berlin verkauft worden, wurde aber von Eberts, der es sehr hoch schätzte, nach langem Verhandeln für 720 Livres für Karoline Luise gesichert. Er beurteilt es folgendermaßen:„Vous le trouverez d'abord froid, mais à l'examen ce n'est plus un Pastel, c'est un Guide, un Corrège, et j'en suis si content, que si à la vente je Peusse vu de si près je Paurais infaillible- ment poussé à 50 Louisdors, de pareilles s'ẽtant payés à Madame Carrièra et à des ventes plus de 100 LS. V. A. S. mieux que personne au monde sait à apprécier ce beau morceau.“ Zufriedenheit Karoline Luisens bestätigt. Kabinett de la Boissière Gun riche amateur“). Im April 1766 versteigert; Eberts erwirbt daraus am 19. April 1766 zwei Bilder, Dou und Schalken, zum Gesamtpreis von 2534 Livres, die am 3. Mai 1766 nach Karlsruhe versandt werden; die Originalrechnung dieser Einkäufe ist in P. II erhalten und durch Kornmann, Paris, quittiert. Karoline Luise jist aber, wie aus Eberts' Brief vom 7. Juni 1761 hervorgeht, mit beiden Bildern nicht zufrieden. Ursprünglich hatte Eberts drei Bilder er- werben wollen; als drittes noch einen Jean Steen zum Gesamtpreis von 4000 136 Livres für die drei Bilder, diese Summe war aber Karoline Luise noch zu hoch, und da die Verkäufer mit dem Preis nicht mehr weiter heruntergingen, blieb es bei den zwei Bildern. 70. Gerard Dou. Koel. 267. „Une femme faisant de la dentelle àur un fond d'appartement.“- Mit einem„sijet galant“ von Schalſèen fün den Gesamtpreis von 2400 Liv., mit Frachit und Kommission 2554 Liv. 3 8. errvorben; quittiert im Juli 1766. Karoline Luise benachrichtigt Eberts, daß sie den Dou nicht gut findet; über Dou siehe auch unter Angebote von Eberts, 1763 und 1766. 71. G. Schalcken. „Siljet galant.“ Von Eberts mit der Spitsenhlöpplerin von Dou ersvborben fiin 2400 Livres, quittiert. Karoline Luise hält das Bild fün eine Kopie. Kabinett Bois-Jourdain. Am 30. Juni 1766 meldet Eberts, daß er auf der Vente der Madame Bois- Jourdain zwei„Articles“ für Karoline Luise gekauft hat, deren Quittung vom 6. Juli 1766 auch vorhanden ist; es handelt sich den niederen Preisen nach wohl um Kleinplastiken. Nr. 1078. 3 Bronces E185T1 Nr. 1091. 2 figures en bois 19,3 mit Porto 3,16 zusammen L. 37.— Näheres über diesen Einkauf erfahren wir nicht. Kabinett Eberts. Am 22. August 1766 bietet Eberts, dessen Vermögensverhältnisse seit dem groſzen Hamburg-Amsterdamer Bankkrach erschüttert waren, Karoline Luise seine gesamte Kleine Privatsammlung zum Kaufe an; er nennt dabei vor allem seinen besonderen Liebling, einen Lairesse, der später, 1769, ebenfalls in den Besitz der Fürstin überging. Zuerst erfolgte aber der Erwerb von vier Bildern aus der Sammlung Eberts, deren Kaufsumme Eberts am 21. Januar 1767 Karoline Luise durch Kornmann, 137 Paris, als empfangen bestätigt; die Bilder werden in diesem Brief nicht genannt, es müssen aber unzweifelhaft die vier Bilder: zwei Grimou, ein W. v. der Velde und das Orangenbäumchen Roland de la Portes sein, deren Abgang nach Karlsruhe Eberts am 20. September 1766 meldete, da sonst keine Bilder in dieser Zeit von Eberts für Karoline Luise gekauft wurden. Die Originalrechnung des Einkaufs ist vorhanden, aufzerdem die Abschrift eines„Catalogue d'une partie des tableaux provenant d'un cabinet d'un parti- culier“, der die vier Bilder sowie den Lairesse enthält und sich somit als Katalog des Kabinetts Eberts erweist. Am 25. August 1766 erklärt Wille Karoline Luise seine Bereitwilligkeit für Aufträge,„concernant deux objects du cabinet Eberts“, aber nähere Be- zeichnungen fehlen. 72%73. Grimou, J. A. Koel. 477/478. J.„La Liseuse.“ 2.„L'Espagnolette.“ Beide Bilder cburden aus den Sammlung Eberts im September 1766 erꝛborben, die Recſimung ist vom 20. September Z76α ausggestellt, den Preis beider Bilder belͤuft sich auf 1200 Livres. Eberts schreibt darũber: „Les deux tableaux de Grimoud() sont très bien pour ce maitre, qui cherchait la couleur dorée qu'il outrait quelques fois, cependant les deux tableaux ne sont pas dans cet excès, sur l'un qui est très beau un amateur qui veut en avoir les payera toujours à 25 Louis pour la pièce.“ In dem„Catalogue d'un Particulier“ heißzt es: 1.„Une Espagnolette, la plus séduisante figure.“ 2.„Une Liseuse, jeune personne fait pendant.“ Am 18. März 177o, bei Gelegenheit der Vente de la Live, spricht Eberts von den„charmants Grimou's“ von seinem Kabinett, die zu Unrecht mit den beiden Drouais bei la Live verglichen werden, für die sich Karoline Luise interessierte, und schreibt dabei:„II yůa une difféèrence comme du jour à la nuit.“(Diese Stelle ist zugleich ein weiterer Beweis der Herkunft der Bilder aus Eberts' Privatbesitz.) 74. W. van der Velde. „Ine tempote effroyable, Vhieure de Ventrée de la nuit, Vernet restèe en exstase devant ce tableau.“ Zum Preis von 720 Livres von Karoline Luise im Septemben 1766 aus der Privatsammlung Eberts ersvoorben, obiges Zitat stammt aus dem„Catalogue d'un Particulier“, in dem das Bild duſgefüllnt ist. Vgl. Melling Nr. 85; das Bild später im Tausch abgegeben, siehe Waagen, G. F.,„Kunstwerke u. Künstler in England““, Berlin 1838 Bd. II S. 210, 138 211:„In wie weiten Kreisen die Liebhaberei an schönen Bildern hier verbreitet ist, magst du daraus abnehmen, daß ich hier bei einem Hut- macher, Herrn Artis, einige Gemälde gefunden, welche werth wären, in der größten fürstlichen Galerie zu hängen. Ein Seesturm von Willem van der Velde mit 1673 bezeichnet, ist in der Wirkung s0 ergreifend und poetisch u. dabei so vollendet, daß es zu den besten Bildern dieses großen Malers zu rechnen ist. Es soll noch vor wenigen Jahren die Gallerie des Großherzogs von Baden in Carlsruhe geziert haben.“ 75. Roland de la Porte. Koel. 495 als Chardin. „Un Oranger, tableau de fruits d'une vérité et touche admirable, Catal. d'un Particulier.“ Sieie Band Peint. Karoline Luise fin 300 Livres von Eberts iiber- lassen im September 2766, Originalrecihmung vorhanden soꝛoie ein Brief Eberts' vom 20. Sebptember 1766, worin er den Abgang des „„Joli Oranger““ von Roland de la Porte Karoline Luise meldet, augleich mit den beiden Grimous und dem Sturm V. van der Veldes. Uber die Zuweisung dieses Bildes an R. de la Porte siehe ausfüuhrlich in meinem Aufsatz„Chardins Doppelgänger R. de la Porte“. Cicerone 1928, H. 3. 76. Lairesse. Koel. 241. „Couronnement d'Antiochus et de Stratonice, large 2 P. 6, 20 p. de haut, le chef d'oαhνi⁶re deè la peinture“(Catal. d'un Particulier). Von Karoline Luise aum Preis von 6000 Livres im Märs-April 2769 ersborben. Das Bild kommt über Basel, wo Christian von Mechel-Basel es„dans un goũt colorè et nouveau“ gestochen hat, und Straßburg, wo es vorübergehend im Besitz von Baron Dietrich weilte, nach Karlsruhe; am 20. April 1769 hat Eberts die Bestätigung Karoline Luisens über ihre Zufriedenheit mit dem Bild, das von Karoline Luise als„F beau“, von Eberts als„,sSublime“ bezeichnet wurde. Eb. 233. 20. April 1769. „V. A. S. trouve mon Lairesse beau, il est sublime suivant moi, et plus on le contemple, plus on l'examine et plus il gagne; la composition en est maje- stueuse, les détails très précieux et les richesses employès par cet habile homme sont du meilleur goũt possible. Les caractères de tẽtes surpassent tous les mo- dernes pour la verité de P'expression. V. A. en jugera mieux que je ne pourrai jamais le dire.“ Die Zahlung des Bildes erfolgt in sechs Monatsraten an Baron Dietrich in Straßburg, dem Eberts Geld schuldete; die Briefe darüber von Karoline Luise an Dietrich und umgekehrt sind ebenfalls vorhanden. 17. September 1769. Dietrich an Karoline Luise. „Sr. Eberts m'a engagè il y a six mois de cẽder à V. A. S. un tabl. peint par Lairesse, j'y ai autant plus volontièrement consenti que sa beauté mérite une 139 place dans son magnifique cabinet.“ Er schickt die von Mechel verfaſzte Be- schreibung der Bilder, die nicht beiliegt. Am 18. September 1769 schreibt Karoline Luise an Dietrich: „Je ne dois la possession de ce beau tableau qu'à votre complaisance d'avoir bien voulu me le cẽder et consentir si poliment aux arrangemants que ö j'avais faites avec Mr. Eberts.“ Die erste Zahlung wird am 1. Januar 1770 erfolgen. ber die Herkunft des Bildes sagt die Korrespondenz folgendes aus: Es stammt unzweifelhaft aus der Privatsammlung von Eberts, wie er in seinen Briefen persönlich mitteilt und versichert, es gehörte sogar zu seinen Lieblings- bildern, die Eberts unbedingt in Karlsruher Besitz geborgen wünscht. Eberts und Mechel sind sich in der Schätzung dieses Meisters mit Winckelmann einig, der ein Antiochusbild von Lairesse, das vorübergehend in der Dresdener Galerie war, in seinen Werken besprochen, wie Eberts und Mechel Karoline Luise melden. Eberts, 8. Juli 1762. Vgl. auch Eb. 219. „Le Lairesse est trop considérable pour pouvoir étre remis à aucun cu- rieux, d'ailleurs il est entre les mains des graveurs, le faisant gravé pour faire connaitre à Punivers. Winckelmann dans ses reflexions sur l'admiration des Grecs. Edit de Dresden 1756 fol. 76 à 80 en parle avec le plus grand enthou- siasme.“ Am 20. August 1767 schickt Mechel die Auszüge aus zwei Büchern(Titel nicht genannt) an Dietrich(2)(nicht genannt), in denen von des Adressaten schönem Lairesse gesprochen wird, sowie die Besprechung des Bildes, das Winckelmann„celèbre connaisseur voyait alors devant lui à Dresden du temps, qu'il devait faire partie avec les tableaux de la Galerie Electorale“. Dieses Antiochusbild erweist sich als dasselbe, das Winckelmann in seinem II. Sendschreiben über Gedanken von der Nachahmung der griechi- schen Werke ODresdner Ausgabe von 1808 Bd. J S. 98 ff.) eingehend be- schrieben hat. Wir erfahren dort auch, daß die Beschreibung Winckelmanns, die Eberts in seinem oben erwähnten Brief zitierte, auf die zweite, kleinere Fassung des Gemäldes zurückgeht, die aus der Sammlung Boissière— W. schreibt„Boixière“— stammte, ein Bild, das zum Verkauf vorübergehend in Dresden gewesen war. Wir haben es demnach mit einer zeitgeschichtlich hochinteressanten Er- werbung zu tun und verstehen um so mehr Eberts' Vorliebe für dieses Werk. Das Karoline Luise schon 1762 angebotene Gemälde von Lairesse stammte aus dem Kabinett Gaillard de Gagny, Nr. 26 des Katalogs Gagny, von Boucher als Original beurteilt und von Eberts für 5000 Livres dringend zum Kauf vorgeschlagen, ebenfalls„le plus beau Lairesse“ genannt, damals nicht gekauft. Es ist gut möglich, daß Eberts das Gagny-Bild 1762 für sich erworben hatte und es 1769 an Karoline Luise weitergab. Aus der Sammlung Bötticher, Eb. Nr. 65, war ebenfalls schon ein Lairesse für 1200 Livres Karoline Luise angeboten worden. 140 In Eb. Nr. 111 findet sich„un magnifique Lairesse“; 1I. Februar 1762 aus Kabinett Aved angeboten. Am 20. April erfolgt dann ein weiteres Lairesse-Angebot durch Eberts, ein Abendmahl für 7200 Livres, für das Karoline Luise aber dankt. Als Letztes Eb. 170. 16. März 1782. Anfrage, ob der Lairesse nicht in Karlsruhe gefällt. Mireur IV S. 154: Gaillard de Gagny. Antiochus und Stratonice, dans le fond une statue équestre d'Hercule.(2 pieds, 9 pouces3 pieds.) 18 10 fr. Kabinett Julienne. Schon am 15. April 1762 hatte Karoline Luise den Katalog des Kabinetts Julienne, das zu den bedeutendsten Pariser Sammlungen zählte, gewünscht, damals war er noch nicht zu erhalten. Im April 1767, als die Versteigerung des Kabinetts stattfand, erwirbt Karoline Luise daraus nur Handzeichnun- gen in der Höhe von 1500 Livres; die Anschaffung ist aber nicht näher genannt. Zu größeren Gemäldeeinkäufen, die ursprünglich geplant, reichen die Mittel der Fürstin nicht aus, da die Preise vor allem durch die Beteiligung Rußlands, Englands, Polens, Zweibrückens sehr gestiegen waren. Von den „extravaganten“ Preisen berichtet Eberts. Für einen Vernet, der zu Lebzeiten des Künstlers in Rom 1000 Livres galt, wird jetzt 3850 Livres geboten. Eine Vase, für die Karoline Luise sich interessiert hatte, überschreitet den Preis von 10 Louisdor, Karoline Luise hatte 4 Louisdor dafür bestimmt. Datz die besten Stücke nach Rufzland gekommen sind, bedauert Eberts mit folgenden Worten: „Quelle douleur de voir sortir et passer dans les mains des Scythes des choses si préẽcieuses, que 10 personnes au plus admireront en Russie, et dont toute Europe clairvoyante a éẽtẽ à portẽe de jouir ici. Tout le monde peut aspirer au bonheur de voir les bords de Ia Seine et peu de monde est curieux de visiter ceux de la froide Neva.“ Auch von Wille erfahren wir, daß Karoline Luise ihm Aufträge bei Julienne übergeben hatte, und daß er mit Bedauern die dafür ausgesetzte Summe von 7000 Livres wieder an Kornmann zurückgab, weil die Preise alle Erwartungen überstiegen(Wille an Karoline Luise, 7. Juni 1767). Wille teilt mit: „Gerard Dou ist von 2400 Liv. auf 3100 Liv. gestiegen, P. Potter auf 4911 Liv. Die groſze Landschaft von Berchem, die Julienne für 2000 kaufte, auf 8012, Wouwerman(chasse) 16760, ein Keiner Ostade auf 7410, der König von Preußen habe einen Lairesse für 9610 Liv. erworben, der geringer ist als der, den Eberts besitat.“ 141 Kabinett de Gaignat. Eine berühmte Pariser Sammlung, deren Versteigerungskatalog Eberts am 13. Oktober 1768 mit dem Katalog Davila an Karoline Luise schickt. Die Ver- steigerung wird von verschiedenen neuen reichen Sammlern begünstigt werden, und die Preise werden deswegen sehr hoch kommen. Eberts nennt als Inter- essenten besonders den Duc de Choiseul und Ms. Delaborde. Er hebt eine Reihe von Bildern als besonders begehrenswert hervor. Nr. 35 des Katalogs de Gaignat, einen Wouwerman, das beste Stück der ganzen Sammlung, eine heilige Familie von Murillo, ein Bild von van der Werff und zwei G. Dou. Die Preise, die er in einem weiteren Brief vom 12. Oktober 1768 angibt, aber nur mit den Nummern der Bilder, belaufen sich auf 5 2000⁰0 Livres. Die Versteigerung findet dann am 14. Februar 1769 statt; Eberts erwirbt einen G. Dou. 77. G. Dou. Koel. 266. Niema nichit genannt, nach Ville:„Jeune femme tenant du poisson.“- Preis aucli nicht angegeben, ertborben aus den Sammlung Gaignat im Februar 2769. Der Erwerb geht allein aus einem Brief vom 18. März 1769 hervor, in dem Eberts Karoline Luise seine Freude darüber ausdrückt, daß der von ihm be- sorgte G. Dou(ich vermute eben von Gaignat) die Zufriedenheit der Fürstin gefunden hat. Es ist dies der zweitletzte Einkauf von Eberts, der Ietzte erfolgt erst drei Jahre später, 1772. Daßz dieser Dou die„Köchin mit dem Fisch““(Koel. 266) ist, läßt sich aus Willes Journal J S. 398—400 belegen: Wille schreibt vom 17. Februar 1769 von der Versteigerung Gaignat, deren Katalog 1768 schon im Druck erschien:„Après mon acquisition(er erwarb für sich zwei Gegenstücke von Berchem für 4101 Livres) je poussai un tableau de G. Dow, représentant une femme tenant d'une main un poisson, et etant appuyee avec'autre sur un banquet. Derrière elle est un garœon portant un lièvre sur le bras; des choux, des carottes, des paniers, des pots de cuivre, des mortiers etc. étoient avec un basrelief au bas les accessoires dans ce charmant tableau. J'ai poussè ce tableau à six mille deux cent livres. Après cela il fut adjugéè à une personne qui avoit com- mission pour cela, et il doit passer dit on en Allemagne. Je le regrette. Vgl. hierzu Miereur II S. 527: G. Dou. Gaignat 68. Jeune femme tenant du poisson. 6220 fr. Kabinett Duc de Choiseul. Am 29. Februar 1772, eben von einer holländischen Reise zurück, schickt Eberts den Katalog der Sammlung Choiseul, er betont, daß er sie nicht weiter zu loben brauche, da Karoline Luise die Sammlung von ihrem Pariser Auf- enthalt her persönlich kenne. Uber die Käufer schreibt er vom 27. April 1772: 142 „Les plus forts acheteurs de cette vente sont Ms. du Barry, Ms. Dela- borde, die Russen Demidoff et Strogonoff, die Kaufleute Claudon und Bon- jeux. Mr. de Blondel de Gagny n'a rien acheté; mais beaucoup de moyens tableaux ont été dispersé dans le public et entre les mains des amis de ce mi- nistre.“ Für Karoline Luise erwirbt er ein einziges Bild, den letzten Einkauf für Karlsruhe. 78. Van der Werff. Une Vierge. Fiin 3600 Livres, en schireibt aben vom 27. April 1772 an Karoline Luise, daß er das Bild nichit gelauft liätte, abenn er ihiren Brief frülier erhialten hätte,„, Parce qu'il n'ẽtait point agréable, la tëte de la Vierge était du plus mauvais choix, aans finesse et ans gràce, le prix de 3600 en est la preuve.“ Mireur VII S. 496. Van der Werff. Une sainte famille. Pouces 13—10½. 2700 fr.[71 Die holländischen Erwerbungen. Durch ihre Agenten Treuer, Goll und Dubourg beteiligte sich Karoline Luise an den Versteigerungen der Haager Sammlungen J. W. Frank, Drognat, Verschuring, da Costa, Lormier, van Breemen; der Amsterdamer Wierman, Bisschop, Neufville, J. A.„Ketelaar“ sowie an zwei ungenannten Amsterdamer Versteigerungen von 1762 und 1763. Als Einzelkäufe bezeichnen wir wiederum Bilder, die von Privaten unter der Hand erworben wurden und nicht auf Versteigerungen. Sie werden im Katalog besonders aufgeführt, ebenso wie das Verzeichnis der wichtigeren Angebote. Im ganzen wurden 57 Bilder von Karoline in Holland erworben, 34 aus öffentlichen Versteigerungen, 23 privater Herkunft. Kabinett Graf J. August„Ketelaar“, Amsterdam 176l. (Wohl Kastelaar. Mireur II S. 525.) 79. Berchem. Ein Bild, Thema ungenannt. Ereborben durch Dubourg aum Preis von 200 Gulden im Septemben 2761 aus der Sammlung Ketelaar, qulittiert. Sammlung J. W. Frank im Haag, Frühjahr 1762. Die Sammlung Frank wurde im AprilMai 1762 versteigert. Karoline Luise erwirbt daraus sieben Bilder durch Vermittlung Treuers; die Original- rechnung dieses Kaufs, die vom 9. Juni 1762 ausgestellt ist, von A. Terwesten unterzeichnet, ist vorhanden, die Gesamtsumme mit Kommission und Aufgeld beläuft sich auf 34), 12 Gulden, also sehr niedrige Preise. Sie ist aber nur nach Katalognummern, nicht nach Malernamen spezialisiert. Von Karoline Luise selbst sind neun Briefe über die Ankäufe bei Frank erhalten, vom 1. November 1761 bis 8. Oktober 1762, wWo die gute Ankunft der Bilder in Karlsruhe gemeldet wird und Karoline Luise ihre Zufriedenheit mit dem Kauf ausspricht. Die Bilder, über die Goll und der Sammler Bisschop sein Gutachten abgab, werden von Goll und Verbrugge in Amsterdam an Stef. Ant. Brentano in Köln gesandt und von diesem wieder weiter an Arnold und Mallebrein in Karlsruhe. Ihre verspätete Ankunft in Karlsruhe wurde durch die Rheinsperre der Franzosen verschuldet. 144 Egl. v. der Neer. Dame mit Hund Aus der Sammlung Drognat. —— ————4.—— 80/8T. Van der Heyden. Jubei van Heyden, ein größeres und ein Rkleineres Bild, zvdurden im Mai 2762 vermutlich aus den Sammlung Franſè erꝛoorben. Vielleicht gtammen sie aucht aus anderem Privatbesits, der Briefrbechsel Treuers läßt des õfteren an Deutlichłeit und Klarſieit au wüinsclien iubrig. Der Preis, der füin Sie genannt voird, ist 300 Gulden, es hat den Anscliein, als ꝛwdren an Stelle der Franfeschen van der Heyden, die dꝛelleicht nicht gans im Geschmack Karoline Luisens waren oder anderebeitig verꝶauft aburden, ⁊:b¹. ,ere besorgt vworden. Karoline Luise schreibt darüber vom 19. April 1762 an Treuer: „Deès qu'il y avait le moindre doute sur I'originalitè des figures dans le van Heyden, je ne le regrette plus, quoique ce soit un peintre dont je désirais beau- coup avoir un beau tableau, surtout la vue intérieure d'une ville hollandaise, peut étre le hasard vous en fera rencontrer un un jour.“ Vom 8. Oktober 1762 bei der Ankunft der Bilder: „Le grand van Heyden est un beau tableau, le deuxieme moins.“ Es handelt sich hier also auf keinen Fall um die beiden van der Heyden der Galerie(Katal. 339 und 340). Treuer hatte am 21. Oktober 1762 den Abgang von zwei v. Heyden gemel- det, die Bisschop laut Brief vom 13. Juli als„bons“ beurteilt hatte. 82. Van Dyeck. Une tote. Erꝛoorben von Treuer aus der Sammlung Franß, am 6. Märs 1762 gchon auf der Funschiliste Karoline Luisens verseiclinet, nach der Ankunft des Bildes Franꝶ von Karoline Luuise als„je ne lè crois pas original“ beseichmet, im Urteil Bisschops und im Briefepechsel Treuers nichit genannt. Hoet, W. G., Catalogus of Naamlist van Schilderyen met derzelwen prysen zedert den 22. VIII. 1752 tot den 21. XI. 1768 20 in Holland als Brabant en andere Plaatzen in het openbaar verkogt. In's Gravenhage 1770, Bd. III S. 246. Sammlung Frank Nr. 20: Een excellent Vrouwe Pourtrait, door Anton van Dyk; hoeg 2 voet, breed 1 voet 9½ duim. 16—0. 83/84. Wynants. Koel. 328, 329. Ztbei Tabl. Thema nichit genannt. Gingen ursprünglichi fiin„Dujardin“, von Treuen als„il ne peut avoir rien de plus vif et de plus achievè““ beurteilt, von Bisschop „admirableste, von Karoline Lulise„vraiment admirablese beseicſmet. Hoet III bei Frank nicht vorhanden. 85. De Moor. „La femme en Pleurs.“ Treuer urteilt daruben:„II est une vraie trouvaille, Franh Vayant achetè lors de la ventè Bicker van Cieten d f. 1305, Bisschob:„Bon, 145 10 — 2 — mais je ne Vaime pas les Moor“, und Karoline Lulise pfliclitet ilim bei„Je Suis du sentiment de Biscop, je n'aime pas ce mabtre, il est froid et raide, je ne guis cependant pas fachée d'en avoin un.“ Hoet III S. 246. Frank Nr. 5. Een weenent Vrouwtje in een Kluys, zere uitvoerig door den Ridder Karel de Moor. h. I v. b. 10½ d. 86. Van Berchem. Tnemaꝰ Vielleicht Dame mit Katse Spielend. Hoet III S. 245. Frank Nr. 78. Landschaft mit Figuren und Kühen und Landschaft mit Kühen und Schafen und spinnender Hirtin. Treuer hatte einen Berchem,„Dame mit Katze spielend“, am 13. April 1762 Karoline Luise zum Preis von 150 Gulden angeboten. Später meldet er aber den Abgang des„besseren“ van Berchem, so daß es den Anschein hat, ähnlich wie bei den v. Heyden, als ob das ursprüngliche Bild gegen ein anderes getauscht wurde. Wir finden auch Bd. Sa. eine Rechnung C. C. Haalftens an A. Terwesten über den Ankauf eines Stückes von Berchem, das Haalften bei Frank gekauft hat und das nicht unter 160 Gulden verkauft werden kann. Diese Rechnung ist vom 4. Mai 1762. Der Abgang des Bildes, den Treuer meldet, vom 21. Mai 1762. Im Urteil Bisschops gilt das Bild als, de la deuxième espèce“. Karoline Luise schreibt darüber:„Le v. Berchem est joli.“ Sammlung Wierman, Amsterdam. Versteigert 18. August 1762. Karoline Luise erwirbt aus dieser Sammlung, die immer nur als Amster- damer Versteigerung vom 18. August 1762 angeführt wird, deren Besitzer aber aus einer Briefstelle sich erschließen läßt, fünf Bilder. Goll, Treuer, Bisschop und Braamcamp beraten Karoline Luise bei diesem Einkauf. Die spezialisierte Rechnung, die sich auf die Gesamtsumme von 1450 Gulden beläuft, ist vor- handen; auf der Wunschliste Karoline Luisens standen die Namen mit der äußersten Preisangabe:„v. d. Heyden 500 fl., Griffier 100, Saftleven 100, Weenix 400, Hondecoeter 300, Pynacker 100, Tornvliet 50(pas plus car j'en ai déjà deux), E. v. d. Neer 100, Elsheimer 100“; außerdem waren noch ge- wünscht de Heem, Metsu, J. Steen. Die Bilder wurden nach Golls Bericht zu„prix excessifs“ verkauft, des- wegen konnten nur fünf erstanden werden; der Käufer ist Goll. 87/88. Hondecoeter. Koel. 344, 345. Zubei Bilder, TJhema ungenannt. Nr. 24 und 75 den Amsterdamen Vente vom 18. August 1762, aum Preis von je 205 Gulden, also ausammen 410 Gulden, erwoorben laut Originalrechimung. 146 88888———— Die Bilder wurden laut Brief Karoline Luisens vom TT. Oktober 1762 sehr günstig beurteilt:„Les Weenix et les Hondecoeter sont d'une beautéè comme je la désire dans tous mes tableaux.— Supeérieurs au van der Heyden.“ Der Anschlagspreis für einen Hondecoeter war 40-300 Gulden. Hoet III S. 264/65: Wierman Nr. 74. Een plaisant Stuk, verbeeldende een groote roode Haan, benevens een Goudlaakende en een zittende witte Hen; voorts diverse Kuikens en eenige Duiven, zittende boven op een Schutting, door Melchior Honde- coeter; extraordinair wel geschildert, en in zyn beste manier en tyd; hoeg 33, breet 411½ duimen. Een dito weetgaa, zynde twee vechtende Haanen, benevens en zwarte Hen met Kuikens, en een Goudlakende Hen op een Trap zittende: voorts in fraaiheid en kunst het ander evenaardene, door den zelven; hoog en breed als't voorgaande. Preis zusammen 410—0 89. Van der Heyden. Ihema ungenannt. — Ereboorben durch Goll aus den Vente VFierman laut Originalrechinung fun 40 Gulden, im Voranschilag Karoline Lulisens zbaren von ihi 500 Gulden dafun angesetat worden mit der Bemerkung:„500 fl. et autant plus pas, ꝰᷣil le merite, et je ne lèe veuæ pàds du tout, Sil n'est pas.“ Nachi der Anfeunft des Bildes von Karoline Luise be- urteilt„LTrès bien aussi, mais quoique les deux autres PFeenix et Hondecoeten lui sont upërieurs.““ Hoet III, bei Sammlung Wierman nicht festzustellen. 90/91. Weenix, J. B. EKoel. 347, 348. Zebei Gemdlde, Jhema ungenannt. Nr. 72 und 75 des Katalogs der Amsterdamer Versteigerung vom 18. August 1762 Zum Preise von 2757 und 200 Gulden, Karoline Liise mit den Bildern außberordentlichi aufrieden, Siehe unter den Hondecoeters. Den Anschilagspreis, den Treuer gemeldet hatte, warn §0οο Gulden, Karoline Luise gab dafuin 400 an,„Sil en est digne, ou rien“. Hoet III S. 264. Wierman Nr. 72%73. Een uitneemend fraay Stuk, verbeeldende een doode Haas, hangende met zyn eene Looper aan een Tak van een Boom, voorts voorzien met eenig Jagttuig en een doode Patrys Rebhuhn) met ander klein dood Gevogeltje; eindelyk een fraay verschiet met een Gebouw etce, door Jan Baptist Weeninx; hoog 37, breet 29½ duimen. 275—0. Eeen diergelyk Stuk, verbeeldende een doode Haan, benevens een bonte Faisante-Haan en een Duif en ander klein dood Gevogelte: verdets en Landschap en eenige Druiven en andere Vruchten; door denzelven, deeze beide Stukken zyn zeer kragtig en uitvoerig geschildert, 20 goed als ze van hem bekend zyn; hoog en breet als't vorige. Wiermans große und wertvolle Sammlung, von der Hoet 128 Nummern aufzählt, wurde am 18. August 1762 versteigert. 147 10²* 54 —— Amsterdamer Versteigerung vom 18. November 1762. 92. J. Both. Koel. 318/19(0 Eine Landsochaft. Erꝛuorben laut Brief Duboungs fun 90o0 Gulden(niclit quittiert). 93. Metsu. Koel. 261/62 nicht möglich, weil mehrere Figuren. Vgl. 214/ oder 274/275. Ein Ein figurenbild. Aul, derselben Fentèe durch Duboug ertvorben zum Preis von 500 Gulden und von P. Fouquet junion auchi der Emgfang der Kaulf- summe an Dubourg quittiert. Dubourg schireibt daruben:„Le Metau est original, bien conservè, mais ce n'eSt qu'une Seule figure, dont les accompagnements sont à mon sens très précieuæ.“ Amsterdamer Versteigerung vom Oktober 1763. 94. Berckheyde. Koel. 341(0) Ein Bild, Jhema ungenannt. Ertuvorben durch Duboung füin 199 Gulden, quittiert vom T. No- dember 1765. Der Anfeauf von mehreren Bildern war geplant, aben die Preise au liochi. Kabinett Drognat, Haag, Herbst 1762. Drognat war ein Freund Treuers. Karoline Luise erwirbt aus dieser Sammlung vier Bilder zum Gesamtpreis von 1550 Gulden, von denen sie aber eines, einen A. v. d. Velde, den Treuer auf eigene Faust mitgeschickt hatte, und der 200 Gulden kosten sollte, wieder zurückgab; also eigentlich Erwerb von nur drei Bildern zum Preise von 1350 Gulden. Die Originalverrechnungen sind vorhanden. Bisschop hatte sein Gut- achten beim Einkauf, den Treuer unternahm, abgegeben. Auf der Wunschliste Karoline Luisens war noch ein van der Werff genannt, für dessen Gemälde Karoline Luise ebenfalls ein großes Interesse bezeigte. Drognat nicht bei Hoet.] 95. Eglon van der Neer. Koel. 278. Ein Bild, Thema ungenammt DDame mit Hundꝰ). Aus der Versteigerung Drognat aum Preise von 400 Gulden errvorben, die Verrechmung der Ausgaben in Karoline Luisens Ec. R. von 1763 verseicſmet unten diesem Bild:„fr. t. d. Hund.“ Originalrechmumg vonianden. 148 96. Potter, Paul. Koel. 288/89 7 Ein Bild, TJhema ungenannt. Ereborben aus dem Kabinett Drognat fun 600 Gulden, Recſimung 7 vorhianden, Karoline Luise hattèe geùuhßert, daß sie das Bild nun zoolle, ꝛbenn es ebenso gut Sei ⁊ꝛbie die Potten von Lormier, onst aollè Sie auf diese Versteigerung ꝛwarten, Bisschop ꝛbird gebeten, darübern Sein Urteil abaugeben, das dem Anfauf nachi gut ausgefallen Sein muß. 97. Pynacker, Adam. Koel. 320. Ein Bild, TJhema ungenannt. Erꝛoorben aus der Fente Drognat Zum Preis von 350 Gulden. Seiner Grõße awegen auf dem Wasserꝛbege versandt, Originalrechmung Sovoie Frachitsettel erhialten, Ankunft in Karlorulie erst Mai 1763. Kabinett Verschuring, Haag, Juni 1763 und 1765. 5 Karoline Luise erwirbt daraus durch Vermittlung Treuers und Teerwestens 45 im Juni 1763 vier Bilder zum Gesamtpreis von 680 Gulden. Originalrechnung und Quittung vorhanden; ebenso Briefe Treuers und Karoline Luisens darüber. 9 98/99. H. Saftleven. Zebei Rlieinansicſiten. Füir ausammen 200 Gulden erzvorben. 3 Vgl. Hoet II S. 475: Vier Rheinansichten von Saftleven. 14 100. Wyck, Thomas. Koel. 314 oder 315.. Ein Bild, Thema ungenannt. Fiir 250 Gulden errvorben. Vgl. Hoet II S. 475: Een Alchimist met zyn volk laborende met con- siderabel veel bywerk door Thomas de Wyk, h. 23 d., br. 20 d. 10I. Jean Steen. Koel. 260? „Een Capitalstiichk.“ Fiin 250 Gulden erworben. Hoet II S. 474: 1) Hurenhaus mit kartenspielenden Bauern, 2) Eine fröhlich spielende und trinkende Gesellschaft. 102. Potter, P. Koel. 288 oder 2897 Ein Bild, Thema ungenannt. 4 Vird im Desemben 1765 von Treuen fiin Karoline Lilise angekauft furn 250 Gulden, aus den Sammlung Verschuring stammend. Goll, der das Bild expediert, schreibt am II. Februar 2766, daß er den Preis riclitig findet, dièe Qualität aber nicht glänsend 2 2 — ———— Kabinett Lormier im Haag, Juli 1765. Karoline Luise erwirbt aus dieser berühmten holländischen Sammlung, die im Juli 1763 nach dem Tode ihres Besitzers versteigert wurde, sechs Bilder zum Gesamtpreis von 1361 Gulden; ein Erwerb, der durch Treuer erfolgte und zu dem Goll sie ausdrücklich beglückwünschte. Diese Versteigerung war von Karoline Luise schon seit Jahren mit hohem Interesse erwartet worden, denn Graf Schmettau hatte ihr ausführlich davon berichtet; er hatte auch den dänischen Kunstagenten Gerard Morell zur Beratung empfohlen, da Treuer kein so beschlagener Kenner war und man fürchtete, die Witwe Lormier könnte die Originale mit Kopien vertauscht haben.— Dieser G. Morell bot Karoline Luise in einem persönlichen Schreiben seine Dienste an, wird aber dann nicht zugezogen. Schmettau hatte in einem Brief vom 26. März 1763 noch einmal besonders hervorgehoben:„Jean Steen, le peintre avec sa maitresse et un chien“ und Hondecoeter, die er„admirables“ nennt. Die Hauptattraktion der Sammlung bildeten ein van der Werff, den man nach Morell mit 2500 Gulden nicht zu hoch bezahlt hätte, und ein Rubens. Beide Bilder werden von Preuſzen angekauft; der v. d. Werff,„La Samaritaine“, wäre sehr im Geschmack Karoline Luisens gewesen, er ist ihr aber zu teuer. Die Originalberechnung der Ankäufe, die von van Haalften unterzeichnet ist, hat sich im Bd. 2 Peint. vorgefunden; den Empfang der Kaufsumme bestätigt Goll, der den Versand übernahm, in einem Brief vom 13. September 1763. Der Transport wurde über Köln, M. Mochetti, nach Karlsruhe geleitet. Der gedruckte Versteigerungskatalog der Sammlung Lormier liegt eben- falls den Akten bei PP. II Nr. 200). Nach Hoet III S. 313 ff. enthielt die Sammlung 353 Nummern und wurde am 4. JIuli 1763 versteigert zum Gesamtpreise von f. 137213—7. 103. Marseus van Schrieck, Otto. Koel. 353. Ein„Marseus“, Thema ungenannt. Erævorben fürn 10, 10 Gulden auf der Vente Lormien, Nr. 208(5) des Katal. Lormier. Hoet III S. 326. Nr. 192. Bloemen, Kruiden en Vlinders, door Otto Marseus; Doek, breet 1 v. 5 d., h. I Vv. 4 d. 10—ro. 104. Codde, Pieter. Koel. 243(Vachtstube). Ein Codde, Thema ungenannt. Erꝛvoorben aif der Vente Lormier fün 160 Gulden, Nr. 63 des Versteigerungsſfeatalogs Lormier. Hoet III S. 517. Lormier Nr. 61: Twee speelende, en drie slapende Spaanse Officieren, door Pieter Coddé. Paneel; breet 1 voet 10½ d., HAAET Ad. 150 105. Van Huysum. Koel. 379—381 Ein Bild, Thema ungenannt. Ereborben fiin 525 Gulden auf den Vente Lormier, Nr. 227 des Versteigerungsfatalogs Lormier. Hoet III S. 321. Nr. 127. J. v. Huysum. Früchte u. Blumen auf lichtem Grund. Koper; b. I v. 3½ d., h. 1 v. 7½½ d. 1000—0o. Nr. 128. Ebenso auf dunkelm Grund. Paneel; b. I v. 8 d., h. I v. 9½ d. 525—0. 106. Oudendyck, Adam von. Koel. 293. Ein Gemälde,„Ouden Dycht, TJhema ungenannt. Ebenda erævorben fun 105 Gulden, Nr. 210 des Katal. Lormier. Hoet III S. 327. Nr. 211: Een Landschap met Figuuren, Koeyen, Schapen en een Kameel, door A. Oudendyk; Doek b. 2 v. 7 d., h. 2 v. 1½ d. 105—0. 107. De Moor. Koel. 284(?2) T. Thlema ungenannt. Ebenda eræborben furn 280 Gulden, Nr. 24 des Katal. Lormier. Hoet III S. 318. Nr. 74: Een Mans Pourtrait meet een Kraag, door de Ridder A. van Dyk; Doek. b. 1 v. 88¼½ d., h. 2 v. 194 d. 107 a. Van Aelst, Wilhelm. Koel. 350. I, Thema ungenannt. Nr. T des Katal. Lormier, erworben aum Preis von 126 Gulden. Hoet III S. 313. Nr. 1: Een doode Patrys, Wy-Tas en ander bywerk door Willem van Alst; Doek. b. I v. 8½ d., h. 2 v. 184 d. 126—0. Kabinett da Costa im Haag, August 1764. Das berühmte Kabinett da Costa wurde am 13. August 1764 im Haag versteigert; Treuer übernimmt dafür die Ankäufe, die P. Lyonet als Kom- missionär ausführte. Von ursprünglich zehn, dann fünf gewünschten Bildern konnte schließlich nur ein einziges, ein Franz Mieris, erworben werden. Wir haben zu diesen Ankäufen Briefe Karoline Luisens, die Originalrechnung sowie den gedruckten Versteigerungskatalog. Wir geben die Wunschliste von Karoline Luise vom I. November 1761 bekannt: „I. Rubens. Ontdekking van Calisto. Hoet II S. 467. 2. P. Potter. Landschap met Koopen. Hoet II S. 468. 3. Netscher. Twee Kindertjes die Blaasjes maaken.[Hoet II S. 468. 4. Franz Mieris. Een Man met een Roemer. Desgl.] 5F. detto. Een Vrouwtje.[DDesgl.] 151 SEEErrrrrrr.. 6. detto. Een Vrouwtje in et wit satyn. Hoet II S. 469 als Netscher.] 7. G. Dou. Twee biddende beelden. Desgl. 8. Netscher. Een Nopiter. Name unleserlich.) Nicht vorhanden bei Hoet.] 9. van der Werff. Lot met zyn Dochters.[Hot II S. 468.] 10. G. Dou. Een Jongens, Kopje.“ DDesgl.] Die fünf Bilder, die sie 1764 wünschte, waren Fr. Mieris, Netscher, v. Hey- den und Houbracken. Karoline Luise hatte eine Summe von 2000 Gulden für die Ankäufe bei da Costa ausgesetzt; da die Preise zu hoch waren, wurde nur ein einziges Bild erworben. 108. Mieris, Franz. Koel. 261 als„Metsu“(2). Mann mit Weinglas und Dame,„tenant une petite Plie“. Nr. 36 des Katal. da Costa, erꝛborben für 615 Gulden. Original- rechmung Lionets erſialten. Kabinett Neufville, Amsterdam. August 1763 bis Mai 1765. Aus der Sammlung dieses reichen Amsterdamer Bankiers, den Karoline Luise selbst kannte, interessierte sich Karoline Luise für zwei Bilder von Griffier und für einen Potter. Die Preise dieser Bilder, über die Goll ihr be- richtet, waren aber bei dem Verkauf der Sammlung, der durch den Bankrott der Firma im Sommer 1763 nötig wurde, sehr hoch. Die beiden Griffier sollten 3000 Gulden kosten, was Goll für viel zu teuer hielt; der Potter ging für 600 in andere Hände über. Zwei Jahre darauf gelang es Goll aber(1765), die beiden Griffier, die inzwischen in den Besitz des Kunsthändlers Fouquet gekommen waren, für Karoline Luise noch nachträglich zu bedeutend billigerem Preise zu erwerben. 109/1T0. Griffier. Zebei Gemdlde, Jhema ungenannt. Erꝛboorben im Mai 2765 von Fouquet aum Preis von 1600 Gulden. Goll beunteilt die Bilder als seſhn gut, nach den jetsigen Preisen xdimen Sie aν˖‚ͥdν¹οονο saν stelen, im Ofetober Z765 bestäͤtigt Karoline Lulise ihren Empfang ausammen mit einem J. Mieris, sie meldet aber, daſ e mit dem Kaulf unsufrieden ist, obebohil Goll ilin bᷣestätigt, daß es die von ihin Selbot bei Neufville geselienen und gerounschiten Bilder eien. Schion ZIys? cbar ein Bild Griffiers Sν 10ο Gulden auf den Vunschliste Karoline Lulisens zur Vente Pierman gestanden. 2 Kabinett van Breemen im Haag. 1769. III/II2. De Moni. Koel. 286/87. Zebei Gemälde, Nhema unbehannt, oerden von Karoline Luisèe durch Vermittlung Golls und Fouquets aus dem Kabinett van Breemen im Friihjahn ZT769 gekauft Sum Preise von 47570 Gulden. Karoline Luise schreibt nach Emhfang der Bilder am 23. Mai 1769.„Passablement Satisfaitè des deus dée Moni.“ Einzelkäufe, teils unbestimmmter Herkunft. (Chronologisch geordnet.) II3. A. v. Ostade. Koel. 246. „Pfnilosopli in Seiner Studierstube schmeidet sich die Feder.““ Ereborben durch Furet im Januar 1762 fün 35 Gulden, die Recſmung doie die Liste der Auszoahilsendumg erhialten, gleicheitig mit einem P. Potter und Srbi˖ SghBreda. II4. Potter, P. Vgl. Koel. 288. Landliche Liebessgene. Erꝛvorben aus einen Austbalilsendung Furets im Januar 2762 flin 32 Gulden, Nr. 4 der Liste Fürets. Genauere Bildbeschreibung dieser Liste siehe O. T. PI Nr. Ior. I15/I16. Breda. Koel. 204/05()) Michau. Zꝛoei Landschaften mit Figuren, Tieren, Fliissen, Sclui ſßen. Ereuorben durch Furet im Januar 1762 Zum Preis von 100 Gulden, d01e Oben. Originalrechnung und Liste vorhanden. II7. A. v. Ostade. AMiniaturen. Befinden Sichi auf den Auszahlliste Furets von 2762, Erwerb nichit Sichergestellt. S. ꝛbie oben. II8.„Byen“(Byers). Koel. 341. Als Berck- Heyde? J Ansicht vom Amsterdamer Rathaus. Dubourng schreibt, daß er dieses Bild des ehn geschätgten Zeitgenòssi- Schien dan- Heyden-Nachalumers an Karoline Lulise abgeschicht hiabe, laut Brief vom 2. Oxtoben 17671.— Preis niclit erꝛbdſmt, Rechinung niclit gefunden. —— S rrrrrr 119. De Heem. Ein Bild, Thiema unbefannt. Erecoorben durch Duboung Susammen mit einem A. v. den Neer un- beſannter Herkunft, Recimung fehilt, Absendung in einem Brief vom I2. November 1762 erꝛvbdhmt. 120. A. v. der Neer. K0oel. 332, 333, 334. Ein Bild, Thema unbekannt. Herkunft ebenso, erworben im Sommen 2762 durch Duboung, Stelie oben De Heem. 121I. Rubens, P. P. Koel. 180. „Deécollation de St. Jean.“ Ereborben durch Graf Schmettau aus Antrberpen aus dem Privat- besits eines D. Hayoit im Mai-ui ο e·peͤiç Preis von 60⁰0 Gulden. Schmettau schreibt darüber an Karoline Luise, Neustadt, den 5. August 1762: „Je suis dans une joie extréème d'avoir procuré un Rubens à V. A. S. dont elle est satisfaite. Je me suis fait un devoir et un plaisir infini de rendre compte à V. A. S. de tous les tableaux qu'il m'a été possible de voir autant que le temps et mes faibles connaissances me le permetteraient; je suis trop heureux que mes petites remarques n'aient pas deplu à V. A.“ gRerichtet noch weiter von einem Besuch auf Ludwigslust beim Prinzen von Mecklenburg, wo er einige sehr gute Bilder antraf, vor allem van der Werff und van Huysum; den letzteren wollte er Karoline Luise verschaffen, was aber nicht glückte. Rubens(Schmettau). Karoline Luise an Graf Schmettau: o. D. „... Je ne finirais pas Monsieur, si je vous dépeignais tout le plaisir que le Rubens me fait et qu'il n'y a sorte de reconnaissance que je ne vous en ai. II est beau, pur et bien dessiné, le corps de St. Jean et du bourreau le sont sur- tout. En un mot Mr. vous m'avez fait un marchè d'or, car il est pour un morceau du pain.“ Sie wird dem Kaufmann in Antwerpen sofort Anweisung geben, um Schmettau seine Auslagen ersetzen zu lassen. Außerdem fand sich im Nachtragband zu Treuer ein Brief des Besitzers des Bildes D. Hayoit an Karoline Luise vor, worin er schreibt, daß er mit dem Preis des Bildes nicht mehr heruntergehen könne, da er früher das Angebot von 800 Gulden dem„ Comte Bretorius, Gouverneur de Bergopsom“, abgeschlagen habe. 154 122. Gillig, Jac. Koel. 352. Ein feleines Bild, Jhema ungenannt. Vurde von Graf Schimettau gleichzeitig mit dem Rubens im Sommer 1762 fiin Karoline Lilise angefecuft Zum Preis von 40 Gulden. Karoline Lilise Schireibt daruben an Treuer und läßt im Juli 1762 das Geld dafun und fur den Rubens an Angelo und van der Bergli ansbeisen. 123/124. R. Ruysch. Zꝛoei Stilleben, Blumenstüche. Am 10. Juni 2765 meldet Treuer den Abgang von 6 Bildern, 2 Xa- very, 2 Rilyscli, 2 Lilienberg; letstere stammen von van Haalften. Die beiden Ruyscſi Eosten 47ꝙ und 350 Gulden— Originalrechmuns dorhianden— und aberden folgendermaßen beschrieben: Koel. 378.„A. Ruysch“. 1.„Un excellent tableau de la première espèce de R. Ruys représentant des fleurs d'un grand fini et transparent. 450 fl.“ 2.„Un dito du méme maitre, également beau 350o fl.“ An einer anderen Stelle folgendermaßen beschrieben: K0oel. 378. „VUn tronc d'arbre ornè de fleurs et d'insectes, quoique inférieur au premier il n'est pas moins digne d'ẽtre placè dans le plus grand cabinet.“ I25. J. D. de Heem. Koel. 361. Ein Fruchtstiichꝶ. Eræeborben durch Treuen gleichseitig mit einem Frans Mieris im April 1765 für 400 Gulden. Originalrechnung und Briefe darüiber vorhanden, im Brief Treuers als„Aprikosen“ begeichinet, auf der Reclinung folgende Beschreibung: „Een capital Schildery verbeldende een tafel met allerley Vrugten door J. de Heem, van syn allerbeste tyd; hoog 18 duym, breet 22 d. 400 fl.“ 126. Franz v. Mieris. Nicht Netschers Konzert, Koel. 265, Dame mit Gitarre im gelben Seidenꝶleid mit iirem Musiklehrer und Hündelien. Ereborben im April 769 gleichseitig mit einem De Heem fiin Toοο Gulden durch Treuer. Quittierte Recſmung flin beide Bilden vor- ianden.(Bd. P. I Nr. 16.) Hier das Bild folgendermaßen be- Schrieben: Vermutlich aus dem Besits v. Haalftens(Siehèe Poueber- man-Angebot). „Lyste Schilderiyen op gegeeven an D. H. Treuer a. L'Hage. 1. Een capital Stukje door F. Mieris verbeeldende een Dametje speelende op een Guitarre Angelique, gekleet in het gel Ssatyn; achter haar en achter een 155 SS..RR............„„„cC..........W......... 4 RRR tafel die nast haer staat, de welke met een ryk tapyt overdekt is, staat haar Musyk Meester, die met een glaasje in d'eene en een kannetje in de andere hant staat om te verfrieschen, voor de tafet een Hondje, die op het geluit van het instrument beginnt de schreuwen en verder bywerk synde soo uitvoerig in alles geschildert dat het een wonder om te sien, is hoog 14 duym 11½% breet. f. TOO0O.“ 127%/ö128. Lilienberg. Zꝛoei Stilleben, Vildbret. Erꝛoorben mit den beiden R. Ruysch und Xaveny Zum Gesamtpreis vo 1656 Gulden durch Treuen im ꝓuni 27659 aus dem Besits von van Haalften, Karoline Luise aber niclit gefallen, darum vbieder auriichgeschict, die Bilden aben beim Riicktranqport bescliͤdigt, Bleiben an Karoline Lilise anliͤngig. Treuer schreibt darüben?, Gibier mort, vraiment d'un bon Madtre, qui réellement ne cede d PFeenix.“ Preis 300 Gullden. 129/ 130. Xavery. Ztbei Stilleben. Eræboorben durch Treuen im Juni 2763, sielie bei Lilienberg und R. Riiysch. In der Rechinung beschrieben: „Deux tableaux de Xavery représentants toute sorte de fleurs et de fruits comme Raisins, Péches, Prunes etc. dans le goũt à l'imitation de van Huysum.“ Preis hier nicht spezialisiert; auſzerdem heißt es in einem Brief Treuers vom 17. Juni 1763, daſ die Bilder Xaverys, den Schmettau ihr empfohlen, teuer sind, weil Braamcamp, für den er fast ausschließlich arbeite, 1500 Gulden für ein Bild zahle. Wenn diese Bilder Karoline Luise aber nicht wertvoll erscheinen, 80 ließen sie sich jederzeit wieder weiterverkaufen. 131. W. Mieris. Ein Bild, Thema unbekannt. Eræborben durch Goll gleichæeitig mit den beiden Griffiers fiin 450 Gulden im Sommer 276 5 Karoline Lulise bestätigt im Oxtober 2765 die Anfeunft dieser Bilder, mit denen sie niclit Zufrieden ist. 132. Rubens, P. P. Koel. 179(?) Ein Bild, TJhema ungenannt. Aus dem Besita des Herrn von Bisthioven am 25. Novemben 2775 von Mallebrein fun Karoline Luise verrechinet mit Frachitspesen flir 112 Gulden. 133/134. Van der Heyden. Koel. 3390 und 340(2) Zuoei Stadtansichten. . Kandl an der Stadtmauer mit Minervabriiche. 2. De poort van der Stad Ahen mit 20 Figuren. 156 Von diesen beiden Bildern fand sich nur eine ausführliche holländische Beschreibung im Bd. P. II Nr. 19 als Kleine Liste mit Mafzen, also ohne Preise und sonstige Angaben des Zubehörs; die Abschrift davon lautet: I.„Een schildertje van van der Heyden hoog 14½ duym, breed 17%f duym Rynländische Maas. Verbeld een gesigt in een Stad over de Stads Muur, verciert meet ver- scheyende beetjes, over de Muur stad een te vissen vor by de Stads Muur loopt een Water, waarin een Man met een roeyschuytje, op de Stadsmuur boven een brugge staat de Statue van Minerva, verder verciert met boomen etc. 2. Een dito Stukje van van der Heyden, hoog 12 duym, breed 10 d. Verbeeld de poort van de Stad Aken verciert met wel 20 Figuurtjes, en verder fraay bywerk. Dese twee schilder syn veritable origineels seer fraay in Couleur en seer wel conserweert.“ 2 5 1 6 6 2 Die Erwerbungen aus deutschem Kunstbesitz. Das Elsaß als zum bürgerlich eingestellten rheinländischen Kunstbesitz gehörig hier mit einbezogen. Elf Gemälde aus der Sammlung Bötticher, Leipzig. (Juni September 1759/60) siehe bei Eberts Nr. 1I21. 135. Drei Porträts von Kassel. Vermutlich Kopien der Kasselen Galerie, Quittung von L50 Gulden dafun vorhanden, ausgestellt Durlach, 10. Februar 2759 von„de Pelken, ꝛbittib, née de Eschiaus“. 136/137. R. Ruysch. Vgl. Koel. 376/77. Zꝛbei ehr gute Gemälde, Nema ungenannt. Erꝛborben im Oftoben Z75g aus den Privatsammlung von Baron Häckel in Frankfurt fun 10ο Dukaten. Laut Originalbrief Häckels an Herrn Kammerjunher(ꝰ) in Karlsrulie stammen die Bilder aus der Sammlung von Vopelius, der Sie vermutlich von den Grafen Bilichibung eræborben hatte, eine eigenhändige Notis Karoline Luisens au¹νf der Riichseitè dieses Briefes bestätigt den Ankauf der ⁊rbei Ruysch. Ein Ger. Dou, ⁊ebei Trautebein und ⁊ærᷣei Schiits awaren ebenfalls angeboten worden. 138. Desportes. Koel. 493. „Le beau raisin.“ Ertborben im Juli 2760 durch Rei ſfenstein aus den Sammlung des Ratsſierrn Reishiofen in Straßburg. Quittung vorhanden. Sieſie unten. Preis 20 Louisneulfs. Aus der Sammlung Reishofer wurden vier Bilder erworben; ausführlich berichtet darüber Reiffenstein in seinen Straßburger Briefen; das obige Bild wird von ihm in einem Brief vom 27. Juni 1760 folgendermaßen beschrieben: „La première pièce représente une corbeille remplie de grappes de raisin de plusieurs couleurs posèe sur une espèce de piédestal travailléè en basrelief, au bas duquel il y a encore quelques fruits. Le coloris est transparent, vrai et vigoureu et le tout parfaitement bien conservé. Le possesseur n'en connait pas le pinceau, il me parait ẽtre celui de Desportes, mais il se doit étre surpassé dans cette pièce, puisquꝰ'elle est meilleure que les pièces de ce maitre, dont j'ai eu I'honneur de faire mention dans ma précéẽdente. Elle a eu apparence 2 p. de hauteur sur 16 pouces de largeur, cadre de bon goũt doré, prix 20 Louis- neufs. 158 139. Sogenannter Largillière. Koel. 349,„Art des Weenix“. Hase mit Spanierſnund. Eræborben aus der Sammlung Reisſiofen in Straßbung durch Reiffen- stein Juli J760 fin 20 Lotlisneufs. Die Bildbeschreibung Reiffensteins lautet: „La deuxième(pièce) représente une corbeille remplie de toute sortes de fruits, mais renversee, sur laquelle git un lièvre tue, au cõté est assis un très joli chien espagnol et derrière Ia corbeille on voit une groupe de fleurs peintes comme le tout avec grand et beaucoup de vérité. Le Sr. Rishofer l'a donné pour un Largillière, mais comme jusqu'à présent je n'en ai(vu) que des por- traits de ce maitre, je n'en saurais juger, mais si cette pièce n'est pas de lui elle n'en est pas moins belle; elle a à peu près 3 pieds de largeur sur 2 pieds de hauteur et un cadre doré, le prix est 20 Louis neufs.“ 140. Benedetto Castiglione. K0oel. 346. Halinenfeampf mit Ente. Ebenfalls durch Rei ffenstein im Juli 2760 aus der Sammluns Reis- liqfer, Straßbung, eræborben. 30 Louisneufs Anschlagspreis. Bie Be- Schireibung Rei ffensteins lautet: „La troisième(pièce) représente un combat de deux grands coqs, accom- pagnés de plusieurs poules et un canard, qui avec ses petits,(qui) autant que la plupart des poules paraissent effrayèes de ce terrible combat, et en agissant en consẽquence fournissent un contraste agréable en soutenant P'unité de Paction. Ce beau morceau est de Benedetto Castiglione peint avec grand goũt et beaucoup de force. La largeur est de quatre pieds sur 2 p.(2) de hauteur, sans cadre 30 Louis.“ Diese drei Bilder, Desportes, Largillière, Benedetto C., gehen zum Gesamt- preis von 65 Louis in Karoline Luisens Besitz über; die Originalquittung Reis- hofers vom 18. Juli 1760 ist vorhanden und lautet: „Daß mir Endtsunterschriebenem S. F. Herr Johann Friedrich Reiffstein Hochfürstlich Hessen Casselischer Rath, vor drey Taffeln worunter zwey Hähn, die miteinander streiten ferner ein Haaß liegend sambt einem Espagneule Hundt, und dann ein alter Korb voll Trauben vor accordirter Maßen, Im nahmen Ihro hochfürstl. Durchlaucht der Frau Margräfin von Baden Durlach die Summe von Sechzig und fünf französischer Louisdor oder 770 RZugestellet, weswegen denselben bestermaßzen quittiere, Straßburg, den 18. July 1760 Johann Christoph Reishofer XVer.“ Reiffenstein hat, wie wir aus seinem Brief vom 19. Juli 1760 erfahren, die gewünschte Summe von 65 Louisdors Karoline Luise vorgestreckt, da Reis- hofer auf Barzahlung bestand. 159 12 DDDDDDDD I4I. Desportes. Koel. 492. Hase, Rotſiulim, Friichte(Pfirsichie). Ertoorben durch Vermittlung Rei ffensteins aus der Sammlung Reio- ligfer in Straßburg am 28. Juli J76ο. Preis 16 Lonisdors oder 92 Reichstaler. Auf Wunsch Karoline Luisens hatte Reiffenstein der ersten Sendung der drei Reishofer-Bilder noch drei Gemälde von Desportes aur Ansicht beigefügt. Zwei davon mit Rebhühnern bildeten Pendants, die Reishofer nicht einzeln hergibt; das dritte, Hase mit rotem Feldhuhn, ist ein Einzelstück. Reiffenstein urteilt über diese drei: „I me parait non seulement inférieur aux deux autres, mais méme soit peu suspect de pouvoir étre une copie d'un habile homme.“ Faroline Luise wählt dennoch dieses Bild, weil die Rebhühner 2u sehr ihren Chardins gleichen; sie schreibt über diesen Kauf an Reiffenstein: „1. Pour les Desportes je meure d'envie de les voir, s'il veut me les en- voyer il pourra quasi étre sür d'en vendre un. Si ce n'est les deux pendants mẽme, car c'est cet embarras de choix(qui) me détermine à vous engager Mr. de lui demander très serieusement cet envoi. Je ne vois pas trop ce qui Ppourrait le disposer à 8'y refuser. Il voit qu'on achète 3 de ces tableaux et qu'on est dans L'intention d'en prendre d'avantage.— Ils ne resteraient que trois jours ici et resteraient moins, s'il ne me fallait pas attendre, personne ne les 165 verra. Ce serait donc de l'humeur s'il dit que non. 5 2. Mon choix des Desportes vous surprendra, il est tombè sur ceſui qui est 106 seul, mais voici la raison. Ce n'est point que je ne trouve les deux pendants plus beaux, mais ils sont moins variés entre eux-mémes, presque les mëmes 7 oĩseaux et outre cela Ies gelinottes sont si ressemblables à celles que j'ai du Chardin que pour mon but, que vous connaissez Mr. je me retire plus de fruit Par le faisan, n'en ayant point encore.“ Die Quittung Reishofers lautet: *„Daß mir Endtsunterschriebenem S. F. Herr Joh. Friedr. Reiffstein, Hoch- fürstl. Hess. Cass. Rath von einer Taffel worauf ein Haßen, ein roth-Feldhun u. ettliche Pfirsing gemahlt accordirter Maß im Nahmen Ihro H. D. der Frawen 5 Marg. v. Baden Durlach die Summe von sechzehn Louisdors oder hundert u. zwey u. neintzig Guldten wohl bezahlt und entrichtet, deßwegen derselben 76 bestermaßen quittiere. Straßburg den 28. July 1760. JIohann Christoph Reis- hoffer Fünfzehner.“ Uber Reishoffer oder Richshofer siehe auch: Rott, Hans, Straßburger Kunstkammern im 17. und 18. Jahrhundert. Z. G. ORh. N. F. Bd. 44 A838 142/143. Zwei Poelenburgh. Koel. 227, 226 Liema ungenammt, aum Preis von 400 Gulden mit den& folgenden Bildern, 2 H. Roos, I Lingelbach, 1 Bramer, I„alter Hemsßerkte, Ostade, 2 J. dèe Heem aum Gesamtpreis von 1250 Gulden im Aßril Z256 οðn Ehrenreich erevorben. 160 * 4 M. d' Hondecoetter. Hühnerhof. Aus der Sammlung Wierman. PPP Die Rechnung für diese Ankäufe, die im Briefwechsel nicht besprochen werden, ist in doppelter Ausführung erhalten: Erstens als Eintrag Karoline Luisens unter Bildernota in Ec. R., hierbei zugleich Randbemerkungen über die Zahlungsmöglichkeiten, und zweitens in Bd. Sa. als Originalrechnung Ehrenreichs. Das Datum ist nicht angegeben, lätzt sich aber aus anderen Schriftstücken festlegen. Von den beiden Poelenburgh bemerkt Karoline Luise, daß sie sie als Tausch- objekte wieder weitergeben will. 144/145. Zwei Heinrich Roos. Vgl. Koel. 303-310. Ztoei Bilder, Jhema ungenannt. Errborben 76 durch Ehrenreich fiirn 300 Gulden, Näſieres siehie oben, laut Anmerfung Karoline Luisens als Tauschobjeꝶte gegen eine Landschaft von Rubens, die Raroline Luise schon Kraſie angeboten liatte. 146. Lingelbach. Koel. 200, 316. Ein Bild, Jhema ungenannt. Ereborben 276 fün 200 Gulden durch Ehrenreich, Näſieres sielie oben unten Poelenbungli. 147.„Bramer.“ Koel. 236/237. Ein Bramer, Jhiema ungenannt. Erroorben Z76r durchi Ehrenreich laut Originalrechmung. Sieſie Poelenburgh. Preis 75 Gulden. 148. Ostade. Ein Ostade, Jhema ungenannt. Ereborben 276 durch Ehirenreichi laut Originalrechmumg. Siehie à4. a. O. Preis 50 Gulden. 149. J. de Heem. Koel. 364 und 365(7) Zꝛbei J. de Heem. Ereborben Z7õr durch Ehrenreich aum Preis von Z50 Gulden. Siele d. d. O. 150. Hemskerk. Koel. 220.(Cornelis C. van Haarlem.) Ein„alter Hemsfeerk““. Erꝛoorben 1761 durch Ehirenreichi Sum Preis von 75 Gulden. Sieſie d. d. O. I5I. Both. Koel. 318/19(P) Ein Bild, Tliema ungenannt, vielleicht aucht Sebei? Erꝛuoorben laut Ec. R. vom 10. Februar 276t mit Bildern von 161— 33—— Brincmann aus dem Kabinett Vurmser, der Vermerk lautet: „Turmser. 10. L. 67T 5 Tabl. Both 10 L. 158 R. Brinckmann 4, T4.“ 152. Brinckmann. Vgl. Koel. 385/86. Sieie oben bei Botſli. 153. Heda. Koel. 356. Ein Heda, Lliema ungenannt. Durch Reiſfenstein ereborben, nur in Ec. R. notiert— ohme Preis- angabe(vermutlich 2767). 154. Weirotter. „Ein PVeirot.“(J) Fiir 158 Reichistaler in Ec. R. vom Jahr 27617 verrechmnet. 155. Brekelenkam. Koel. 256 oder 255. Ein Bild, Jhiema ungenannt. 2761 aus der Sammlung Kralie erwoorben, erebdhimt im Briefrvechsel Kralie und Efirenreich, den Krahe das Geld dafüun(Preis nichit ge- nannt) überbringt. 156. Van der Werff. Koel. 285. Adam und Eva, Fertreibung aus dem Paradiese. Für 800 Gulden im Oktoben 276 von Rat Ehirenreichi erroorben, Originalrechmung und Brief vorhianden. Ehrenreich an Karoline Luise vom 19. Oktober 1761: „Der durchlauchtigst Regierenden Frau Markgräfin von Baden Durlach verspricht unterzeichneter, dasjenige Bild, worauf Adam u. Eva, wie solche aus dem Paradies fliehen von dem Ritter van der Werff gemalt worden, wann solches Allerhöchstderselben in Jahr und Tag nicht mehr gefallen, wiederum vor die 800 Gulden, wie solches davor bezahlt worden, gegen andere Malereyen zu dem nemlichen Werth anzunemmen und auszutauschen. Carlsruhe d. 19. Okt. 1761. J. Ehrenreich, fürstl. Gothaischer Rath.“ In Ec. R. finden wir verrechnet: Ehrenreich nach d. 13. April 500 R. v. d. Werff. ODemnach die Kaufsumme in Raten bezahlt.) Weitere Notiz in P. III. 162 157. Watteau. Ein Fatteau, Iema ungenannt. Ereoorben im Desemdber 276 v'ο Ehrenreich auf Punsch Karoline Luisens, das Bild æuird der Flüirstin von Baron von Edelsheim per- Sönlich iiberbrachit laut Brief Ehrenreichis an Karoline Lulise. Preis nichit genannt, vbeiterveręauft in Amsterdam, durchhi Goll. 158. Brekelenkam. Koel. 256 und 257. Ein Brehelenfam. Zusammen mit einem Brouꝛber und Saftleven ertvorben dureh Ehuren- reich auf einer Franhfurter Auletion im November 1765 aum Preis vo IA Reichistaler laut Originalrecimuns, Gesamtpreis fün die drei Bilder 375 Reichstaler&. Detaillierte Rechnung und Briefe Ehrenreichs erhalten, ebenso die Original- quittung des Frankfurter Direktors der Versteigerung, Joh. Christ. Haller, vom 10 19. November 1763. 3 159. Saftleven. Ein Saftleven, Iema ungenannt. Im November J763 für 254 Reichstaler auf einer Frankfurter Ver- steigerung durch Ehrenreichi ereborben, Siehe oben. 160. Brouwer. Ein Broueber, Iema ungenannt. + Fütr 60 Reiclistaler grabe Taler auf der Frankfurter Versteigerung 1 vom 9. Nodember 2763 erwworben, siehe oben. 161. Van Goyen. Koel. 325. Ein Finterstuch. Nach Ec. R. fün 48 Gulden 6 Kreuger 1763 auf Konto des jungen 7 Ehrenreichi verrecſimet. 6 162. Rigaud-Schule. Roel. 475 und 474. Ein Bild, Ihema ungenannt. „Frangois Josepli Rösch, peintre de Y Université et pensionnaire de la Coun de Vienne“ in Freiburg hat laut Brief von Freiburg, den I2. April Lyõg, Karoline Lilise ein Bild„cole de Rigaud“ als Geschiene mit der Bitte um Protektion iibersandt, bemerkt àuls- 4 driichlich, daß es niclit von ihim gemalt ist. 163/164. Seekatz. Zubei Gemälde. Im April 2775 fuin 66 Reichstalen den Pitꝛoe von Seehats in Ec. R. derrecſinet. 163 FFEEEUEUE 165. Du Jardin. Koel. 302 oder 301. Ein Di Jardin, Thema ungenannt. Aulf einer Recſimung De Lignieuæ an Karoline Luise vom 26. Oxtoben 4 2773 fün 40 Loulis mit drei anderen ausammen verseicſinet, vermut- lichi erꝛborben. Ec. R. 166. De Hulst. Koel. 326. Ein„v. Ulst't, Marine. Für& Louis im Oxtober 2775; ꝛbie oben— Ec. R. 6 167.„De Bamboche.“ Ein De Bamboche, Ihiema ungenannt. Für 13 Louis 1773 erworben, eoie oben„v. Vlstee und Dul Jardin. 168.„De Kalf.“ Koel. 360. Ein„De Kalf“, Tliema ungenannt. Fiir 18 Lonis erworben, vbie oben. 169. Van der Werff. Roel. 268 als„Dou““. Maria Magdalena in der Einõde sitgend. Ein Bild kleinen Formats, von bester Erhaltung, Karoline Luise am 21. November Zyyy von Eyrenreich als Neueraberbung angeboten mit dem ausdruicklichen Bemerken, daß das Bild gans im Geschmache Karoline Luisens sci. Die genauere Beschreibung liegt dem Briefe bei Siehe im Abschnitt Ehren- reich). Uber den Erwerb liegt keinerlei Notiz vor; trotzdem liegt die Vermutung sehr nahe, dafz es der Ger. Dou der K. H. sei, Kat. Nr. 268. 170. Bloemaert, Abraham. Koel. 222. Hirtin mit Traubenschale. Vermutlich aus der Sammlung Liotard, Genf. Sielie a. à. O. S. 877 K Erwerbungen aus Italien und England. „Je crains les copies comme le feu“, hatte Karoline Luise einmal einem ihrer Agenten geschrieben. Beim Ankauf italienischer Bilder war es doppelt schwierig, Originale zu erhalten; die Furcht, hier mit Bildern mäßiger Qualität beschert zu werden, mag außer der anderen Einstellung ihres Geschmackes die Zurückhaltung der Fürstin beim Erwerb italienischer Meister erklären. Rat Reiffenstein, der Unermüdliche, hatte der Fürstin in Venedig die Sammlung des Residenten des Königs von Polen, des Marquis Gregorio Agdollo, empfohlen. Agdollo wandte sich mit mehreren Briefen und An- geboten an die Fürstin. Als einzigen Erfolg seiner Bemühungen können wir den Erwerb einer„Musa di Guido Reni“ verzeichnen, die 1762 nach Carls- ruhe kam, die dort aber wenig Sympathie erregt haben muß, da wir sie auf Golls Antwerpener Verkaufsliste wieder finden. Von Reiffensteins hoch- gehenden Plänen, Winckelmann und Casanova zu Kunstagenten der Fürstin zu ernennen, haben wir schon an anderer Stelle gesprochen. Dieser Plan war auf keine Gegenliebe gestoßen. Im Jahre 1765/66 hatte aber doch ein Erwerb von neun Gemälden statt- gefunden, die aus Rom stammten. Baron von Kageneck war der Vermittler dieses Kaufes, vermutlich gehörten die Bilder dem Ambassadeur de Malthe, Chevalier Le Baillit de Breteuil. Es finden sich eine Reihe von Briefen über diesen römischen Kauf vor, nur fehlt teilweise die sichere Bestimmung des Briefsenders wie des Empfängers. Die Auskunft erteilende Persönlichkeit war ein in Rom sich auf haltender Künstler. Die damals in Rom lebenden Maler Natoire, Pécheux und Maron bezeugen die Originalität der Bilder, wie Kageneck der Fürstin mitteilte. Unter den neun Gemälden befand sich ein Parisurteil Claude Lorrains, das unser besonderes Interesse erregt; dieses Bild wurde aber von einem Engländer vorweggekauft und ist durch eine Skizze Solimenas, eine Himmel- fahrt, ersetzt worden. Vber die Ankunft der Bilder in Karlsruhe und Karolinens Urteil liegt ein Brief der Fürstin vor(iehe Katalog). Uber fünf Gemälde aus dem Besitz des Herzogs von Parma Farnese haben wir unter Paggiari im Ab- schnitt der Pfälzer berichtet. Auch den Erzbischof von Ravenna finden wir für Karoline Luisens Samm- lung tätig, es handelte sich um ein Bildnis von der Hand Rosalba Carrieras, nach dem er fahndet, über den Erfolg dieser Bemühungen erfahren wir aber 165 — — 15 REEEEEEREE nichts.(Vermutlich Kat. Koel. Nr. 675.) Weitere Ankäufe aus italienischem Kunstbesitz haben wir nicht zu verzeichnen, die einfachen Gründe dafür wurden schon genannt. England, mit dem Karoline verschiedentliche Beziehungen persönlicher Art verbanden, wie wir aus ihrer englischen Korrespondenz ersehen können, kam ja als Kunstexportland immer weniger in Frage. Karoline erwarb hier durch Vermittlung des Hauptmanns Burdett zwei Landschaften von Wright. 171. Guido Reni. „Iusd““„e tutto quel bello, che si può vedere“, alto 4½4, largo 3. Erꝛborben T762 aus dern Sammlung des Marquis Gregorio Agdollo in Venedig fiin 17% Duleaten. Aufßzer den Briefen Agdollos und Karoline Luisens über diese Erwerbung besitzen wir den Rechenzettel der Landschreiberei: Nachtrag betreffs der Quittung des Joh. Martin Spangenberg, Augsburg, vom 17. November 1762 für 17½% Dukaten auf Rechnung des Marquis Agdollo in Venedig von Karoline Luise erhalten; ausgezahlt durch Sammweber und Poorwein[unleserlich]. Wir bemerken zu dem Briefwechsel Agdollos mit Karoline Luise noch folgendes: Zwei Ansichtssendungen wurden von Agdollo über Spangenberg-Augsburg nach Karlsruhe gesandt; die erste Sendung enthielt neben der Musa Guido Renis, die für 15 Zechinen veranschlagt war, noch folgende fünf Bilder: I. Ricci, Emaus-Mahl. 40 Z. 2. Ferabosco, Una mezza figura 18 Z. an and. Stelle 2 Philosophen 3. 85„ altra 115 2 genannt. 5/6. 2 Veduten von Venedig von Domenichino je 12 Z. Eine zweite Sendung enthielt eine Diana Correggios und ein Gelehrten- Bildnis von Tizian, das auf 65 Zechinen gesetzt ist. Diese zweite Sendung ging wieder zurück. Interessant ist auch die den Briefen beiliegende Auswahlliste Reiffensteins von 20 Bildern mit Beschreibung, Maßen und Preisen. Die Namen, die dabei genannt werden, sind:„ Guido Reni, Bordone, Castiglione, Bassano, Cappuc- cini-Genovese, P. da Cortona, N. Poussin, Giordano, Santo Piatti, Carlo Loth, Liberi, Paulotto(2), Salvator Rosa.“ Die Preise belaufen sich von 15 über 60%/70 bis 150 Zechinen. In einem italienisch geschriebenen Brief Karoline Luisens vom 12. April 1762 bedankt sich Karoline Luise für Agdollos gentilissima let- tera; sie bedauert nur, daſʒ Reiffenstein ihn nicht darauf aufmerksam gemacht habe, daſß sie nur Kleinere Bilder brauchen könne,„perchè la mia collezione non è una galleria ma un gabinetto di quadri“. Neun Bilden aus Rom aum Gesamthpreis von 3086 Dulaten SOον Ecus Romains, von Natoire, Pocheus und Maron als Originale bestätigt. Teils aus dem Besits oder durch Vermittlung le Baillit de Breteuils erꝛborben 176 5 in Karloruie angehommen 1766. Besorgt durch Baron von Kageneck. 166 172. Albani. Koel. 453? Ein Albani, beseicſmet als Landschaft und als„, de toute beauté“ geschuldert. Raulfsumme dieses Bildes in der Recimung nichit ꝓesiali- diert, ausammen mit den Bildern von Solimena, P. Cortona, ævbei §. Rosa, einem C. Dolci, einem Bourguignon fün 202% Dulkeaten 405 Ecus Romains verrecſùmet laut Brief Kagenechs vom 24. No- vember 176 5. Karoline Luisens Urteil sieſie in dem unten ⁊itierten Briefe. 173. Solimena. Koel. 450 stammt aus der Sammlung Maler. „Une esquisse“ einer Himmelfalirt mit mehreren Heiligen. An Stelle des Claude Lorrain erꝛworben, von dem es heißᷣt:„II était original, mais petit et peu intéressantt''— d sa place la superbe esquisse de Solimena terminèe de toute beauté, que Mr. de Baillit aimerait beaucoub mieuæ, de 3 pieds de haut sun 2 de large, repré- gentant une assomption dune singuliere composition avec plusieurs Saints. Ce tableau est de la troisième maniere Solimene, qui était qa meilleure unique d Iui.“ Preis und Rechmung sielie oben bei Albano. 174. P. Cortona. Koel. 458.„Spada“? Ein Cortona, Thema ungenannt. Preis und Eræberbung ꝛbie oben. 175. Bourguignon. Nicht RKoel. 472, das unter Frommel angekauft wurde. Ein Bourguignon, Jhema ungenannt. Vie oben. 176/ 77. Salvator Rosa. Koel. 460%/61? Zꝛoei Salvator Rosa, Thema ungenannt. Vie oben. 178. Carlo Dolci. „Une tote de femme.“ Wie oben; im Brief Kagenecłks vom 12. April 1766 schreibt er iiber dieses Bild:„Je me souviens ddοονH]) uans la collection du Cardinal Valenti Secretario di Stato le Carlo Dolci, qui est la tote d'une belle femme peinte avec une noblesse et une exhression charmante dans un ton bleuætre uniquement d ce maũtre, en un mot je ne doute nulle- ment que son A. ne reste de Vachat.“(Hofft, daß die Bilder, die über Basel geschicht aserden, noch diese Woche in die Schubeis Kommen.) 179. Battoni. Ein Battoni, Iliema ungenannt. Ereborben fun 70 Dufaten 180 Ecus Romains auls dem Besits Je Baillit de Breteuils in Rom durch Kagenech, Sielie oben. 167 180. Pécheux. Ein Pochieuæ, Thema ungenannt. Als Pendant au Battoni fün 60 Dukaten I20 Ecus Romains er- ꝛoorben, ꝛoie oben. Lon beiden Bildern erꝛoirbt Karoline Luise auoni die Kupferplatten aum Preis von 48 Dufaten= 90 Ecus Romains. Brief Karoline Luisens an Kageneck nach Ankunft der Bilder in Karlsruhe, 0. D. Konzept nach dem Juni 1766 geschrieben. Sie ist mit dem Ankauf zufrieden, ihr Befinden(mal à la tẽte) ist Grund ihres verspäteten Schreibens: „LAlbani est admirable et vaut beaucoup en-dessus de ce qu'il m'a coũté; Le Solimène, quoique esquisse est excellente, Le Pietro Cortona pourrait bien étre un peu douteux sur son originalité et d'autant plus que le mẽme tableau se trouve à Paris au Palais Royal. Les deux Salvator Rosa sont bons. La téte de Carlo Dolci très vrai et très bien peinte. Le Bourguignon bon, mais pas du premier ordre. Le deux autres dont je ne puis me rappeler dans ce moment les noms des maitres(Battoni und Pècheur) I'un est encore original, mais I'autre je serais tentẽ de dire que non; enfin vous le verrez et vu le prix je n'ai que bien en etre très satisfaite et de vous réitéẽrer mes remerciments Mons. comme d'une emplette admirable, ce qui je prierai aussi de faire lorsque vous écrivez au Chevalier de Breteuil.. Die Auslagen des Herrn von der Mühlen sollen in Freiburg an Mr. votre frère bezahlt werden.“ 181/182. Wright. . Ausbruch des Vesuus. 2. Ein Feuertberſè auf dem Castell St. Angelo in Rom. Laut Brief des Hauptmanns Burdett aus Rastatt fun 50 Guineas aus London duroh Burdetts FVermittlung ersborben, 20. Oxtober Z776, fraglich ist nur, ob von den genannten Bildern beide er- oorben ꝛburden. Angebote. I. Pariser Angebote. Auf der Versteigerung des Comte de Vence fallen uns zwei Hauptwerke Rembrandts auf,„le philosophe en méditation“ und„le philosophe en con- templation“, die wir gerne der Karlsruher Galerie gesichert wüßten, sie be- finden sich heute als berühmte Rembrandt-Werke im Louvre in Paris. Diese beiden Bilder standen an erster Stelle auf der Wunschliste Karolinens, sie waren aber als Legate der Versteigerung entzogen worden. Das dritte Hauptwerk der Sammlung de Vence,„la vierge de van Dyck“, das der Fürstin des hohen Preises wegen entging, stellte sich später als eine Kopie aus der Sammlung Julienne heraus; wir können diesen Verlust eher verschmerzen. Mit größter Spannung verfolgen wir aber 1763 das Angebot eines berühmten Hauptwerkes des Gerard Dou. Dies Bild ging in den Besitz des holländischen Sammlers Braamcamp über. Wir bedauern, daß dies Meister- werk nicht für Karlsruhe gewonnen werden konnte, um so mehr, weil die Sammlung Braamcamp, eine der berühmtesten ihrer Zeit, nach dem Tod ihres Besitzers nach Rufßland verkauft wurde und zum Teil beim Transport durch einen Schiffbruch zugrunde ging. Uber das interessante Angebot von zehn Bildern von Le Moyne haben wir schon berichtet(5. a. a. O. S. 53 f.). Ein berühmtes Bild van Huysums, des Lieblingsmalers der Fürstin, wurde ihr vom König von Preufzen, ein anderes vom Kurfürsten von der Pfalz ent- führt. Auf zwei anscheinend sehr gute Teniers, die aus Brüssel stammten, verzichtet sie, da sie Mieris und Netscher vorzog. Wir stellen im folgenden eine Kleine Liste der Pariser Angebote zusammen: Boucher. Zubei neue Pastellbildnisse aus dem Katal. Eberts, im Märs 2761 Karoline Luise von Eberts angeboten. Gerard Dou. Angebote 1763 und 1766. Schon 1762 hatte Karoline Luise Eberts mitgeteilt, daß sie Bilder von G. Dou, van der Heyden und Rembrandt wünsche; auf der damals im Juli 1762 stattfindenden Vente des Grafen von Salvert kann Eberts aber keines der gewünschten Bilder finden. Am 5. Februar 1763 bietet er aber dann ein Hauptwerk G. Dous, ein Interieur mit Mutter und Kind, aus der Sammlung Samuel Bernard Karoline 169 E EEEEE 1 4 Luise zum Kauf an. Das Bild, dessen Ankaufspreis 2400 Livres war, soll für 18000 Livres verkauft werden; 1754 hatte man dem König von Preußen den Kauf für ein Angebot von 16000 abgeschlagen. Am 2. August 1763 meldet Eberts, daß noch eine letzte Frist von zwölf Tagen vor dem endgültigen Verkauf des Bildes frei sei, schon ist ein englisches An- gebot da. Der Preis sei jetat auf 15000 festgesetzt; das Bild ist dem berühmten holländischen Sammler Braamcamp angeboten, der es dann auch wirklich er- wirbt. Eberts gibt eine genaue Beschreibung: „Le tableau est le plus considérable que le maitre ait fait, 30 p. de haut, 20 de large; reprẽsente deux appartements, on regarde dans le premier(plan) au moyen du rideau de tapisserie de turquie relevè dans lequel on sent de la laine et on compte fidèlement tous les points; la figure principale est une belle femme, qui nourrit un joli enfant, qu'on reconnait ètre le sien; à ses pieds est un berceau d'osier où on compte tous les brins et toutes les mailles à la toile qui le couvre, ainsi quꝰà la belle traperie qui est couverte sur une table surmontèe de quelques vases délicieusement bien faits, au fond est un lit, une cheminee et une fille dans la demi-teinte; la porte qui est ouverte reprẽsente un second tableau plein de finesse, c'est la boutique d'un chirurgien occupè à la bouche d'un paysan dont la femme fond en larmes. etc. Mrs. Décamps en parle dans le tome II. des Peintres flamands à l'article de ce peintre fol. 221.“ Am 22. Februar 1766 bietet Eberts Karoline Luise wiederum einen großen Ger. Dou zu 6000 Livres an, den er für 4800 erhielte; er meldet aber dann im März, daß er nach Rußland verkauft wurde; Thema und Herkunft werden nicht genannt. Es folgt darauf im April das Angebot des kleinen Dous, Spitzenklöpplerin, aus der Sammlung De la Boissière, der von Karoline Luise angekauft wird. Siche Nr. 70. 1769 wurde aus der Sammlung De Gaignat vermutlich nochmals ein Dou erworben. Wir verweisen noch auf„la mère de G. Dou“, die auf der Wunschliste der Versteigerung de Vence gestanden(s. d.). Barth. Breenbergh. „Siljet de composition.“ Karoline Luise von Eberts im Februar 1762 ans der Sammlung Aved angeboten fun 5000 Livres. Jouvenet. „Un beau Joudenet, sujet de Cevalet.“ Am Tr. Februar 1762 Karoline Luise von Eberts fün T200 Livres angeboten. De Heem. Ein Bild, als„„fort agréable“ beurteilt, am II. Februar Ty62 aum Preis von 240 Livres von Eberts angeboten; er meldet am 28. Februan LTy62, daß er es Rquffen obill, aben bestimmte Nachrichiten dariiber liegen niclit vor. 170 J. v. Huysum. 18. Oxtoben 1760 ein Haupteberè von v. Huysum dem Prinsen Carrignac gehùõrend, das Eberts Karoline Luise angeboten, wurde dom Konig von Preußen gefeauft. Eberts schreibt- „Sous la circonstance de la guerre, le roi de Prusse aurait le beau v. Huysum, qui est un des 26 tableaux que ce maĩitre a fait dans toute sa vie, il sort du Cabinet du Prince du Carrignac.“ Boucher sei für seine Originalität eingetreten. J. v. Huysum. Ein Fruchtstuck, signiert. Aus dem Kabinett de Selle fun 4500 Livres nach Mannhieim ver- Kaulft. Eberts urteilt vom 17. Abpril 761. „C'est trop clair, ne représente que des fruits,“ nach Meinung der Kenner sei der Karlsruher der schönere, er sei 9000 Livres wert. Van der Meulen. „Ine chose de Cavalerie.“ Am g. Mai Z764 von Eberts Karoline Luise fun 3000 Livres angeboten. Mieris, Franz. Josephi et Potiphar.(K. H.) 276? Bn. I7 pieds/1g pieds de large. Dieses Bild finden abin quñgefilhmt als NVr. 20„ d“un Catalogue d'une belle et nombreuse Collectionò, die am 20. Februan 2755 in Paris dersteigert uurde. Die Beschireibung lautet: „Joseph laissant son manteau à la femme de Potiphar, qui le veut séduire, les figures ainsi qu'un grand tapis sont d'un extrẽme fini.“ Preis 2000 Livres. Peter Neefs. Ein Bild von P. Neefs Sum Preis von 600 Livres avird Karoline Luise am TT. Februar 2762 aum Kauff angeboten. Ostade. „Sonmneur de flute.“- Aus der Sammlung Aved, Karoline Luise am IT. Februar T76 ſeu] Preis von 800 Livres von Eberts angeboten. Teniers. T.„Kermesse flamande“ und 2.„Lendemain de Noces en chambresé. 171 Jꝛoei Selin gute Teniers aus dem Besits des Prinzen Rubempré, füin 22000 Livres von Eberts am 3. September 1765 Karoline Lilise an- geboten, aber abgelelmt, da die Fürstin Mieris und Netscher will. Ruysdael. „Un joli paysage.“ Für òoO Livres am II. Februar 1762 Karoline Luise mit anderen Bildern angeboten. Wouwerman. Thema ungenannt. Mit mehireren anderen Bildern am TT. Februar 1762 fin 2600 Livres don Eberts Zum Kauff angeboten. II. Holländische Angebote. I. Berühmte holländische Sammlungen, aus denen Karoline Luise Angebote gemacht wurden: a) Bei Treuer. T. van der Werff. November 1762. La Court Leiden-Rotterdam. 1766. .Oudaan-Haag. Dezember 1766. Kinschot Delft. Juli 1767. Boendermacker. April 1768. Van Huysum gewünscht, zu teuer. Heemskerk. April 1770. Opdam. 1770. Sammlung Bisschop. Mai 1771(Nachlaß). .Comte de Moni. 1772. .Viet, Amsterdam. 1773. van der Mark. 1773. I2. Cronovius. 1778. b) Bei Goll. I. Neufville, Amsterdam. 1763. 2. Amsterdamer Versteigerung vom 22. Juni 1762. 3. Amsterdamer Versteigerung vom 25. Mai 1765. Mieris geplant. 4. Kabinett Barth. Juli 1763. Kupferstiche. οο α f ο —— — 8 c) Bei Dubourg. I. Amsterdamer Versteigerung vom 7. Dezember 1761. Wunsch Vernet. 2. Quinkhardt, Amsterdam. 1761.(Rembrandt-Bildnis empfohlen.) 172 Leidener Sammlung von 1762 im Haag versteigert. Verkolje. 1763. Haager Sammlung von 1763. Van der Werff-Samson. Cardinal Valenti Italienische Schule. 1763. Du Court, Leiden. 1763. 6 Iaak Walraven. Oktober 1765. 6 5 VUnbekannte holländische Versteigerung von 1767. 61 1 10. Lydenweat. 1766. 1 οο νσ Æσ ο 2. Interessante Angebote verschiedener Herkunft. Geordnet nach Malern, alphabetisch. Claude Lorrain. Ein Bild, Ihema ungenannt. Angeboten durchi Dubourg im November Zy6 auf Vunsch Karoline Luisens, Duboung nennt es aben eine schilechtèe Kopie, die nur 50 4 Gulden wert sei— Falls echt T9οοο bulden. Backhuyzen. Nr. Z57 der Amsterdamer Versteigerung vom 7. Degember T761, uber To0 Gulden geschidtæt und Karoline Luise von Dubourg genannt. „Aer agité““— aus der Sammlung Quinkhardt, 3 piedsſ Pieds— 525 Gulden, von Duboung Karoline Luise empfohlen. T76r. Bloeckland. Anthonius von Montfoort. Himmelfalirt Mariù, Verxkiuindigung und Geburt. Ein neu entdechtes Drei flugelaltarbild vom Jali 1579, Karoline Luise durch Treuen im August 1769 für uben 750ο ſgulden aum Kauf angeboten, aus Privatbesits stammend, gehòrte bis 1609 einem Niheolas v. Ryeenen, der jetsige Besitser nicht genannt. De Bois. Ztoei Bilder„Deboist', Thema ungenannt, aus dem Besits von Braamcamp, Karoline Lulise interessierte Sich dafur, Braamcamp verlangte aber 500 Gulden dafur, àd& Goll, der ihr im Juli 2765 darüben berichitet, für æu teuen lält. 4 Eckhout. Drei Konige. Aus einer Haager Sammlung von 1763, Dubourng coill Sich im Audf- trag Karoline Luisens danachi erꝶundigen. 173 EEEEEECCECECCCCCCCCCCCCCC —— — R Van Huysum. 176 2. Vorschlag Schmettaus an Karolinèe Lulise, mit Braameamp gegen einen Mieris einen ehn Schiönen van Huysum æi tauschen, Treuen rjt aber ab, da aueh die Mieris Sehr rar. 1765. Karoline Luisèe interessiert Sch fün die van Huysums von Vover in Ammsterdam. 276ò. Goll und Treuen machen Karoline Luise das Angebot eines Selin ebertvollen van Hihysupͤms aus den Sammlung Boendermacher, Fruchtstuck, Karoline Lilise ꝛbill dafuin T200 Gulden auggeben, das Bild ebird aber fur 145 gsauegeboten und gelit Schließlich fin T6οο Gulden in den Besits von Bisschiop in Rotterdam Über. Im April 1769 meldet Goll, daß es Sich als eine Shiase ſierausgestellt habe. 2766 Hatte Duboung Karoline Luise einen van Huysum aus dem Kabinett Lormier angeboten fiin 900 Gulden. Das Bild aber be- Scliddigt, unten ein Stiich Leinwoand angefugt, man sdhie es kaum. 2775 meldet Goll, daß er ærbei van Huysums, Originalgeichmungen, für 5500 Gulden seiner Handseichmungssammlung eingefügt nat. 2762/63 berichtet Graf Schimettau idber van Huysums aus der Sammlung des Prinzen von Mechlenburg auf Schloß Ludroigslust, die Karoline Luise gern ereborben, aber der Prins geſit nichit darauf ein, ꝛbill eine Kopie schichen. Holbein. Bildnis den Anna„Boulan“ vo MHolbein aus der Sammlung des Bürgermeisters Six, wird Karoline Lilise von Duboung fuin 200 Gulden Zum Kauff angeboten aus der Sammlung Ketelaar. 1761. Maße, 19%/T. Gerard Lairesse. „Renaud et Armide“, mit J5 Figuren, 2 pieds large/iꝙ pouces l, 220 Gulden. Karoline Luise 276 von Duboung aus den Sammlung Quinfehiardt angeboten. „La Samaritaine.““ Vunschi Karoline Lilisens aus den Sammlung Lormier, ⁊u teuer, an Preuhen verfegufft. Potter. Ein ebertvoller Potter. Füir 3900 Gulden T76 laut Brief Dubourgs von Braameamp an- gefeauft. Rembrandt. Selbstbildnis in natürlichen Grôße, Kniestuch, mit einer cbeißhen Draperie auf den Soſnultern. 174 Vernet, Jos. Auls dem Besits von Quinkhardt, 276 Karolinèe Luise von Dubourg fun 425 Gulden angeboten. Ein Original,„mais peil fini“. Füin 40-◻ν Gulden aus einen Amsterdamer Versteigerung vom 7. Degember 2761 Karoline Luise von Dubourg angeboten. „Bildnis Platos.““ Karoline Luise am 28. Okxtober 2765 mit anderen Gemàlden, die aus Holland stammen, von Christian Benjamin Rauscher, Büirgen und Stucador in Frankfurt, aum Kauf angeboten. Kein Preis genannt. Kleine Historie. Von Karoline Luise gerꝛblinschit bei Füret, aber nicl it aufzutreiben. I2. Mai 1762. Rubens, P. P. Ein Altarbild, Bekehrung des Paulus vor Damastus, aus einer Brabanten Kirche stammend, ꝛbird Karoline Luise von Treuer im Desember Z765 aum Preise von 2000 Gulden angeboten, eine genaue Beschireibung des Bildes liegt den Axten bei. Brief Treuers vom 6. Degember 2765. Ein Bild FVernets fün Toο ννο Gulden aus den Amsterdamer Ver- teigerung vom 7. Desember 2761 aoird Karoline Luise von Dubourg empfollen. A. v. d. Werff. Bildnis der Tochiter des Pierre v. d. Verſ,„femme de Scſierner, Monckt Scſii ffer de Rotterdam d Dordrecht, comme enfant, donnant dà manger d Son Perroquet, vendu du Sr. Gévers d Rotterdam gendre du gendre dil Chevalier van der Werſf d 500 Guinées en Angleterre.“ Dieses Bild, ursprunglich aus dem Besits Scherners, dann dem von Gevers in Rotterdam, Scheint in den Kunsthandel gekommen ⁊u Sein und ⁊oirCd Karoline Lilise angeboten— von welclier Seite, nichit fest austellen, auoh das Datum nichit, àvir entnelmen die obigen Angaben nur einen kleinen Gemdldeliste in Bd. P.(Nr. 25). Wouwerman. Lagerbild. Karoline Luise aus dem Besita van Haalftens im April Z763 mit einem Mieris und De Heem von Treuen gesandt, aber, ꝛbeil nichit ge- fallen, abieder auruchgegangen,; Preis nichit genannt. J. Steen. Im Wirtshausgarten. Aus der Sammlung Verschuring. IV. Das Karolinische Malereikabinett im heutigen Bestand der Badischen Kunsthalle. Bestand und Schicksal des Kabinettes. Als Unterlage zur Bestimmung der Karolinischen Sammlung dient neben der Korrespondenz der Markgräfin vor allem der Mellingsche Inventar von 51 1784, der sich im Nachlaß des Erbprinzen Karl Ludwig vorfand. Dieses Ver- zeichnis von über 200 Werken Karolinischer Herkunft, die Melling auf einen* Wert von 46831 Gulden schätzte, ist leider kein Musterbeispiel eines Gemälde- katalogs. Es fehlen bei Melling die so wichtigen Maße, die Angabe des Mal- grundes sowie eine eingehendere Bildbeschreibung. Außerdem kann dies Inventar nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, da sich eine Reihe von Bildern feststellen ließ, darunter die schon von Obser als Karolinisch nachgewiesenen Bouchers, die zum Karolinischen Besitz gehörten, ohne bei Melling verzeichnet zu sein. Es ist ja bedauerlich, daß kein Verzeichnis vorliegt, das unter den Augen der Fürstin angefertigt wurde. Wir veröffentlichen das Mellingsche Verzeichnis, da es trotz seiner Lücken- haftigkeit ein wichtiges Dokument darstellt. Als eine Art Ergänzung fügen wir das Gemäldeverzeichnis aus dem Christiane-Luise-Nachlaß bei, das auch erweist, daß der Bestand der Samm- lung über Melling hinausging. Eine weitere Unterlage zur Festlegung der Karolinischen Sammlung bietet der erste amtliche Katalog der Kunsthalle von 1823, der den Altbesitz des Museums nachweist und nach Abzug der Neuerwerbungen der Jahre 1784 bis 1824 den Karolinischen Besitz. Der Karolinische Besitz fällt in die heutigen Abteilungen der nieder- ländischen, vlämischen und deutschen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts, die sich fast ausschließzlich als Karolinisch erweisen werden, innerhalb der Nummern 162 399 des gedruckten Katalogs der Kunsthalle. Dazu kommt die französische Schule, Nr. 467 499; am schwierigsten zu bestimmen ist die Kleine Anzahl italienischer Werke, Nr. 444466, die eigentlich nicht Karo- linisch sind, sondern meist aus der Sammlung Maler oder altmarkgräf lichem Besitze stammen. Wir sahen uns veranlaßt, für diese Arbeit auf den Koelitzschen Katalog der Kunsthalle zurückzugreifen, der in verschiedener Beziehung, auch in der Bildbeschreibung, vollständiger ist als der 1929 neu bearbeitete Katalog. Das alphabetische Verzeichnis bringt eine Liste aller in dieser Arbeit urkundlich 179 12 nachgewiesenen Erwerbungen im Vergleich mit dem Mellingschen Inventar und dem heutigen Bestand der Kunsthalle. Dank der Pietät, die man im badischen Fürstenhause durch alle Genera- tionen dem Andenken der Fürstin erwies— hatte doch die verstorbene Groß- herzogin Luise die Markgräfin Karoline besonders hoch geschätzt und ihr Bild ihrem Badener Arbeitszimmer einverleibt—, ist das Karolinische Kabinett mit geringen Ausnahmen fast geschlossen auf uns überkommen. Im 19. Jahr- hundert erfolgten nur zweimal Eingriffe in seinen Bestand. Der erste 1833 unter der Galerieleitung Frommels, Wo durch den Tausch Noe 35 Bilder aus dem Altbesitz der Galerie gegen vier neue Gemälde abgegeben wurden. Damals kamen das Bild„Beim Arzt“ von Teniers, Koel. Nr. 194, und der Innenraum von P. de Hooch, Koel. Nr. 259, zwei vortreffliche niederländische Werke, die also nicht Karolinisch sind, neu dazu. Auch aus Rastatter Beständen fand die niederländische Abteilung Bereicherung. Eine neue Abgabe erfolgte durch eine Versteigerung der Bildergalerie, die 1853 am 18. November statt- fand und bei der etwa 170 Bilder, 26 aus der Sammlung Maler, abgestoßen wurden. Wo möglich, wurden diese Abgaben in unserer alphabetischen Bilder- liste vermerkt. Zwei Werke ragen dabei als besonders bedauerliche Verluste heraus. W. van der Veldes„Seesturm“, der auf dem Weg des Kunsthandels nach England kam, und eine, wie es damals schien,„unscheinbare“ sogenannte Rembrandtlandschaft, die sich heute als gesichertes und seltenes Werk von H. Seghers im Berliner K.-F.-Museum befindet(Ssiehe a. a. O. S. 215). Von diesen Verlusten abgesehen kam die Karolinische Sammlung als wert- Volles Teilgut des privaten Kunstbesitzes des Großherzoglichen Hauses 1930 laut Vertrag mit dem Badischen Staate in dessen Besitz. Wir können dem badischen Fürstenhause, das sich schweren Herzens und nur notgedrungen von diesem Besitz trennte, nicht dankbar genug sein, daſz dieser Vertrag angenommen wurde. Er ist für den Badischen Staat, trotz der scheinbar sehr hohen Abfindungssumme von 4 Millionen, in bezug auf die erhaltenen Werte außerordentlich günstig ausgefallen, und damit blieb auch die Karolinische Sammlung vor dem traurigen, unverantwortlichen Los der Versteigerung und Verstreuung in alle vier Winde bewahrt. Denn dieser wertvolle Grundstock der Galerie darf nicht nur als bedeutender Kunstbesitz gewertet werden, sondern als ein seltenes Kulturdokument, dem gegenüber wir Verpflichtungen haben. In diesem Sinne können wir auch dem 1931 ge- planten, dann aber der schlechten Verhältnisse auf dem Kunstmarkt wegen nur in Kleinem Ausmaß getätigten Neuverkauf aus Karolinischem Besitz nicht zustimmen. Diese Werke müssen eben anders denn nur nach dem Marktwert behandelt werden. Wie wir aus den Akten der Kunsthalle ersehen, waren die Eingriffe umfänglicher geplant, es kamen dann aber auf der Versteigerung 180 Helbing, Mai 1931, bei einem Angebot aus„altfürstlichem“, das heißt Ka- rolinischem Besitz nur zwei Stilleben zum Verkauf: J. D. de Heem(Koel. Nr. 365); R. Ruysch(Koel. Nr. 375). Durch Tausch 1932 M. Oosterwyk, Blumenstück(Koel. Nr. 368). Die übrigen Werke, Koel. Nr. 216, 364, 369/70, 382, gingen nach einer Kleinen„Vergnügungsreise“ wieder an die Kunsthalle zurück und befinden sich, so sie nicht ausgestellt sind, heute in guter Hut in den Depoträumen des Museums. Inventar Melling. I784. Designatio derer sämtlichen Mahlereien im fürstlichen Mahlerei-Cabinet. Auf höchsten Befehl von Hof Cammerrath Wielandt— dem ohnehin hier anwesend gewesenen Mahler Melling von Strasburg— und dem Meubles Verwalter Vierordt, den 29. und 30. Junii 1784 unter Bemerkung derer Mei- stern, welche solche gefertigt, so viel solche nehmlich ausfindig zu machen waren, nachstehendermasen aufgenommen und numeriert: οννν 201. 202. 23 24. 25.1 26. 27. 28. 29. 30. Ein Weibsbild von Bloemar, mit einer Schüssel voll Trauben, in vergoldter Rahme. 32 33. Erstes Zimmer. Ein Frucht- und Blumenstück von Vanhuysums gousto, auf Holz in vergoldter Rahme. Eine colorierte Zeichnung in Wasserfarbe vom alten Parosselt, in vergoldter Rahme. Ein Weibskopf, ohne Rahme. Ein Mannskopf mit Hut. Zwei grosse Blumenstücke von Baptiste, in vergoldten Rahmen. Ein halbnacktes Frauenzimmer, ein Pastell von Rosalva, die Historie vorstellend. Ein Marienkopf in Pastell von Leotard, in schwarzer Rahme. Ein grosses Geflügelstück von Hontecotter, einen Hahnenkampf vorstellend, in vergoldter Rahme. Eine Landschaft mit Vieh- und Figuren en Pastell von Pillement, den Sommer darstellend, in vergoldter Rahme. Eine Landschaft mit Vieh- und Figuren en Pastell von Pillement, den Winter vorstellend, in vergoldter Rahme. Ein Frauenzimmer in venetianischer Masque, in Pastell von Leotard. 10. + 12. 13. 14. 15. 16. 17 18. 19. 20. 2 22. Ein Frauenzimmerkopf in Pastell von Perronot, in schwarzer Rahme. Ein Gemäld en Pastell, ein Pastorelle von Netscher, copirt von Serenissima. Ein Frauenzimmerkopf in Pastell, in schwarzer Rahme. Eine Landschaft ohne Rahmen. Ein Blumenstück auf Kupfer gemahlt von Cegers, in schmaler vergoldter Rahme. Ein großzes Stück, die Begräbnis Christi von Melling, in breiter vergoldter Rahme. Eine Landschaft ohne Rahme. Ein Blumenstück von Verrendach, in vergoldter Rahme. Zwei Academie-Stücke, gemahlt von Pierre, in schmal vergoldten Rahmen. Die Taufe Christi von Heis, in breiter Rahme. Eine kranke Frau in Pastell in schwarzer Rahme nach Miris von Serenissima. Ein flammändisches Haushaltungsstück. Venus en Pastell nach Vanderwerft von Serenissima. Zweites Zimmer. Ein Früchtenstück, ohne Rahme. Ein Weibsbild, einen Brief pitschierend von Jardin, in vergoldter Rahme. Ein Seestück auf Holz, ohne Rahme. Ein Prospekt von Schüz, in schwarzer Rahme. Eine Landschaft auf Kupfer von Broegel, in holzenem Rähmgen. Ein Prospekt von Schüz, in schwarzer Rahme. Ein Seestück von Vandervelden, in schwarzer Rahme. Eine Landschaft von Huysmann, in vergoldter Rahme. Zwei Geflügelstücke von Hondecotter, in holzenen Rahmen. Ein Vieh-Stück von Heinrich Roose, ohne Rahme. 18² 67. 68. 69. 70. G1 72 73. 74. 75. 76. 77. 78. 79. 80. 81. 82. 83. Bachus und Erigone, in der Manier des Albans, ohne Rahme. Ein Portrait eines Maltheser Ritters, in vergoldter Rahme. Ein Früchtenstück von Desporte, in verziert goldener Rahme. Ein Früchtenstück von Jardin, in vergoldter Rahme. Eine groſze Landschaft von Berghem, in breiter vergoldter Rahme. Ein Jagdstück von Desporte, in breiter schwarzer Rahme. Ein ovales Stück von der Schlittenfahrt, von Vangoyen, in vergoldter Rahme. Ein großes Frauen-Portrait, die Flora vorstellend von Largillière, in verziert gol- dener Rahme. Ein Blumenstück von Campovivo in breiter, schwarzer Rahme. Ein Seestück, Christus mit den Jungern in einem Schiff, in holzener Rahme. Eine große Landschaft von Salvator Rosa in schwarzer Rahme. Ein Früchtenstück mit einem Kleinen Orangenbaum in einem Scherben, von Jardin, in vergoldter Rahme. Ein Fruchtenstück mit bouteille und Becher von Jardin in vergoldter Rahme. Ein Seestück mit Figuren, von Vernet in verziert vergoldter Rahme. Ein Blumenstück von Dehem ohne Rahmen. Eine Hexenfahrt auf Holz von Tenier, in verziert goldener Rahme. Ein Früchten- und Vildpret-Stuck von Jardin in verziert goldner Rahme. Ein Früchtenstück, ohne Rahme. Ein Früchtenstück von der Manier des Rubens, ohne Rahme. Eine Landschaft von Boote, in verzierter goldner Rahme. Ein Wildpret-Stück von Jardin in verzierter goldner Rahme. Ein kleines Früchtenstück ohne Rahme. Ein Frauenzimmer mit einer Möhrin von Vernet, in verziert goldner Rahme. Ein Blumenstück, worauf einzelne Blumen, ohne Rahme. Ein Hexenstück von Tenier in verzierter goldner Rahme. Eine Landschaft in holzerner Rahme. Eine Landschaft mit Pferden in der Manier des Wouwermans in schwarzer Rahme. Eine Landschaft auf Kupfer von Broegel, in holzerner Rahme. Ein Blumen-Stück von Maria von Osterwick, in verziert vergoldter Rahme. Ein Blumen- Vieh- und Früchten-Stück von Wenigs in verziert vergoldter Rahme. Ein Austernstück mit unterschiedlichen Gefäsen, in verzierter goldener Rahme. Ein Vieh- und Früchtenstück, von Desportes Manier in verzierter goldener Rahme. Ein Stück mit Austern, Citronen und silbernen Gefäsen, auf Holz in verziert goldener Rahme. Drittes Zimmer. Eine Landschaft von Meier, in verziert goldener Rahme. Eine Landschaft mit einem Reitenden von Winans, in verziert goldener Rahme. Eine kleine Landschaft von Brinckmann in verziert vergoldter Rahme. Eine Mahlerei von Rachelreusch, ein Blumenstück in verzierter vergoldter Rahme. Eine Landschaft mit Vieh, von Heinrich Roose, in verziert vergoldter Rahme. Ein Stück mit Austern und Früchten in verzierter goldener Rahme. Ein Frauenzimmer mit einem Buche von Grimous, in vergoldter Rahme. Eine bergigte Landschaft mit vielen Figuren von Griffier, auf Kupfer in breiter Rahme. Ein Bauernstück von David Tiniere in verziert goldener Rahme. Ein Blumen- und Früchtestück von Dehem, in verzierter vergoldter Rahme. Ein alter Mannskopf mit Music, von Morillo, in vergoldter Rahme. Eine Landschaft auf Kupfer von Griffier mit schwarzer Rahme. Ein Früchtenstück in der Manier der Rachelreusch, in verziert vergoldter Rahme. Eine Landschaft mit Vieh und Figuren von Heinrich Roose, in verziert vergoldter Rahme. Ein Stück mit Kastanien, Pfeife und Lunte bezeichnet A. M. in verziert vergoldter Rahme. Eine halbnackte Mannsperson, einen Fuchskopf in der Hand haltend, auf Kupfer von Phoeti, in verzierter vergoldter Rahme. Eine kleine Landschaft mit einem Wasserfall von Brinckmann, in verziert ver- goldter Rahme. 183 84. Ein Seestück, einen Sturm vorstellend, in verzierter vergoldter Rahme. Ein Geflügelstück, worauf ein toder Hahn von Hondecotter, in breiter, schwarzer 87. Ein Früchtenstück von Mignon, in vergoldter Rahme. 89. 90. 91. 92. 93. 94. Ein Stück mit Fischen an einer Schnur gefaßt, von Gilig, in holzerner Rahme. 96. 97. 98. 99. 100. 10T. 102. 103. 104. 105. 106. 107. 108. 109. 110. I 1II2. 113. 114. 115. 116. 17Ä IIS. 119. 120. 121. 122. 123. 124. 125. 126. 127. 128. Eine Skizze einer Landschaft mit Figuren von Winans, in schwarzer Rahme. Rahme. Eine Landschaft, worauf Christus, auf Holz, in verzierter goldener Rahme. Ein Blumenstück von Rachelreusch in vergoldt und schwarzer Rahme. Ein Früchtenstück von Mignon, in vergoldter Rahme. Ein Seestück von Vandervelden in holzerner Rahme. Ein Stück, worauf ein toder Haas und unterschiedliches totes Geflſügel von Woenigs, in schwarzer Rahme. Ein Portrait von Rigo, von ihm selbst gemahlet, in vergoldter Rahme. Eine kleine Landschaft mit einer Brücke, in vergoldter Rahme. Eine Landschaft mit Enten in schwarzer, breiter Rahme. Eine Landschaft mit vielen Figuren auf Kupfer von Mickau in vergoldter Rahme. Ein Stück den innern Teil eines Bauernhauses, mit allerlei Geräthschaften vor- stellend, auf Holz gemahlt in vergoldter Rahme. Ein Weibsbild in spanischer Tracht von Grimous in vergoldter Rahme. Ein Stück mit Krebs, Gefäss und Obst auf Holz von Gehler, in schwarzer Rahme. Ein Stück, eine alte Geschichte, nach welcher der Vater seinem Sohn seine Bei- schläferin übergibt, von Lairesse, in verziert vergoldter Rahme. Eine Feuersbrunst von Coepe auf Holz in schwarzer Rahme. Ein Mannsbild im Brustbild, von Reimbrand in verziert goldener Rahme. Ein Blumen- und Früchtenstück auf Holz von Gehler, in schwarzer Rahme. Eine Landschaft von Boothe in schwarzer Rahme. Eine Landschaft mit vielen Figuren, auf Kupfer von Mickau in vergoldter Rahme. Ein Stück, das Innere eines Bauernhauses mit Gerätschaften und einer Katze vor- stellend, bezeichnet L. N. in vergoldter Rahme. Eine Landschaft von Wouwermann in vergoldter Rahme. Eine Landschaft mit Hornvieh von Winans, in vergoldter Rahme. Eine Landschaft von Brinckmann in vergoldter Rahme. Ein groſzes Landschaftsstück, eine Schlägerei zwischen einem Bauern und einem Falkonier-Jäger vorstellend, von Philipp Wouwermann in schwarzer Rahme. Ein Stück einen offenen Platz einer Stadt mit großen Gebäuden und vielen Figuren vorstellend, von Vanderheiden, in schwarzer Rahme. Viertes Zimmer. Eine Landschaft von Reimbrandt in vergoldter Rahme. Eine Landschaft von Schüz in verziert vergoldter Rahme. Eine Landschaft mit einer Spinnerin in vergoldter Rahme. Eine Skizze von Rubens, die Enthauptung des Johannis, in verzierter vergoldter Rahme. Eine Landschaft, worin der junge Tobias mit dem Engel, in verzierter vergoldter Rahme. Ein Frauenzimmer in Pelz gekleidet, beschädigt, in vergoldter Rahme. Nal Steht auf dem Boden. Das Nal bedeutet wohl eine Signatur.!] Eine Landschaft von Reimbrand in vergoldter Rahme. Eine Landschaft mit einem Schiff, das ausgebessert wird, von Vanostad in verziert vergoldter Rahme. Ein Blumenstück mit Insekten, in breiter schwarzer Rahme. Eine kleine Landschaft mit Vieh von Paul Poder, in verzierter vergoldter Rahme. Ein Frauenzimmer mit einem Hund von Dehem, in holzerner Rahme. Ein Mannsbrustbild in einem Oval, in verziert goldner Rahme. Piramus und Thisbe von Dehem in kleiner verziert goldner Rahme. Ein Bauernstück in kleiner verziert goldner Rahme. Der flammändische Chirurgus von Saffleven, in holzerner Rahme. Die heiligen drei Könige, das Jesuskind anbetend von Reimbrand in verziert gol- dener Rahme. 184 129. 130. 131. 132. 133. 134. 135. 136. 137. 138. 139. 140. 141. 142. 143. 144. 145. 146. 148. 149. 150. 151. 152. 153. 154. 155. 156. 157. 158. 159. 160. 161. 162. 163. 164. 165. 166. 167. 168. 169. 170. 171. 172. 173. Eine Landschaft, worauf eine Kuh, von Vandervelden, in verziert goldner Rahme. Ein Gemũse-Stück von Brekelenkam in holzerner Rahme. Ein Gemäld, der sogenannte Kalchofen von Berghem, in holzerner Rahme. Eine Landschaft mit Vieh, von Berghem in verziert goldener Rahme. Ein Bauernstück von Vanostad in verzierter vergoldter Rahme. Ein altes Weibsbild mit einem jungen Knaben von Schalken, in verziert goldener Rahme. Eine Katze mit zwei jungen Leuten von de Moni, in verziert vergoldter Rahme. Eine Landschaft, worin Christus mit den Jüngern von Emaus, von Pollemburg, in verziert goldener Rahme. Ein Frauenzimmer mit einer Laute von Vanderleer in verziert goldener Rahme. Ein Fischmarkt von P. Bout in vergoldter Rahme. Die schlafende Venus von Sandrad in schwarzer Rahme. Fünf Kriegsleute, welche spielen und schlafen von Molenar, in verziert goldener Rahme. Ein öffentlicher Platz einer Stadt mit vielen Figuren, von Vanderheiden, in schwar- zer Rahme. Ein Weibsbild, einen Fisch in der Hand haltend, von de Moni, in verzierter, gol- dener Rahme. Eine Landschaft, worin Abraham und Isaac, von Pollemburg, in verziert ver- goldter Rahme. Ein Urinbeschauer in verziert vergoldter Rahme. Ein Knab mit einem Kefich, von Schlingeland, in gelber Rahme. Ein Seestück von Hulst, in vergoldter Rahme. Ein Streit zwischen zwei Bauern von Brauer, in schwarzer Rahme. Eine Gesellschaft Kriegsleute, Music-Instrumente haltend, in verziert goldener Rahme. Ein alter Mann, welcher Salmen in einem Körbchen hat, benahmset von Brauer, in schwarzer Rahme. Ein Stück mit Bauern, welche Geld zählen, ohne Rahmen. Ein Bauer, der eine Pfeife Taback rauchet von Vanostade, in verziert vergoldter Rahme. Ein Bauer eine Feder schneidend, in der Manier des Brauers, in holzerner Rahme. Eine gescheckte Ente von Sneiers, in vergoldter Rahme. Eine Mannsperson mit einem Brettspiel vor sich, von Vanostade in verziert goldter Rahme. Ein kleines Bauernstück von Vanostade, in verziert vergoldter Rahme. Zwei Verliebte, von Bega, in holzerner Rahme. Eine Bauerngesellschaft, welche rauchet und spielet, von Vanostade, in verziert goldener Rahme. Eine nackete Mannsperson mit Kriegsrüstung von Schalken, in verziert goldener Rahme. Die büßende Magdalena, von Gerardau, in verziert goldener Rahme. Ein Früchtenstück von Dehem in verziert goldener Rahme. Ein Medaillon, basrelief, vorstellend Isaac Newton in holzenem Kistgen. Na! Steht auf dem Boden. Ein Ruinenstück mit Vieh von Jean Boothe, in verziert goldener Rahme. Ein Bauerntanz von Borchmann, in verzierter, goldener Rahme. Eine Landschaft mit Vieh, von Vandervelden, in verziert goldener Rahme. Eine Spitzenmacherin von Gerardau, in verziert goldener Rahme. Eine Landschaft mit vielen Figuren von Vandendyck, in schwarzer Rahme. Ein Frauenzimmer, ein Buch in der Hand haltend, von Terburg, in verziert ver- goldter Rahme. Ein Urinbeschauer von Tenier, in verziert vergoldter Rahme. Eine Landschaft mit einem Milchmädchen in vergoldter Rahme. Ein Prospect einer Stadt mit vielen Figuren von Engelbahn, in verziert vergoldter Rahme. Eine Landschaft mit einer Figur und unterschiedlichem Vieh, von Vandervelden, in verziert vergoldter Rahme. Eine alte Spinnerin von Thoorenvlick, in verziert goldener Rahme. 185 5 174. Ein Zahnarzt von Brauer in verziert vergoldter Rahme. 6 175. Ein junger Rnab in spanischer Tracht mit einem Kefich von Schlingeland, in 1 goldener Rahme. 176. Ein Mannsbrustbild, in verziert vergoldter Rahme. 177. Ein Früchtenstück von Dehem, in verziert vergoldter Rahme. 178. Eine Säugende Frau von Molenar, in verziert vergoldter Rahme. 179. Eine flammändische Köchin, welche Fisch puzt, von Brauer, in schwarzer Rahme. K 180. Eine Weibs- und eine Mannsperson verliebt Wein trinkend, von Prun. 4 181. Eine Landschaft mit vielen Schlittschuhfahrern von Vanderleer, in verziert ver- F goldter Rahme. 552 182. Eine bergigte Landschaft mit einem Weibsbild, so auf einem Esel reitet von Berg- hem, in verzierter goldener Rahme. 183. Ein Viehstück von Paulpoother, in verziert vergoldter Rahme. 0 184. Eine Manns- und eine Weibsperson, Champagnerwein trinkend, von Metsu in 1 vergoldter Rahme. 185. Ein Weib mit Fischen von Franz Miris, in verziert vergoldter Rahme. 63 186. Adam und Eva aus dem Paradies verjagt, von Vanderwerf, in verziert vergoldter Rahme, mit grün taffetem Vorhänglen. 187. Ein kleiner Baurenkopf von Brauer in vergoldtem Rähmgen. 188. Eine Landschaft von Brinckmann in verziert vergoldter Rahme. 189. Zwei Baurenköpfe, in kleiner vergoldter Rahme. 190. Ein Blumenstück von Vanhuysum in verziert vergoldter Rahme. 191. Ein Früchtestück von Dehem, in verziert vergoldter Rahme. 4 192. Cleopatra von Netscher, in verzierter vergoldter Rahme. + 193. Ein Veibsbild mit Fischen, samt einem Rnaben mit einem Hasen von Girardau in verziert vergoldter Rahme. 5 194. Der keusche Joseph von Dehem in verziert vergoldter Rahme. 195. Eine Landschaft bei Mondschein, von Vanderleer, in verziert vergoldter Rahme. 196. Eine Landschaft, worauf eine Spinnerin samt Maulthier und Steinesel von Jardin, in verziert vergoldter Rahme. 197. Prospect einer Stadt von Vanderheyden, in schwarzer Rahme. 198. Eine Hausfrau mit ihren Kindern in verziert vergoldter Rahme. 199. Ein Stück mit Austern, Brod, Citronen, von Dehem in schwarzer Rahme. 15 200. Ein Chymist mit vielen Gerätschaften von Wyck, in verzierter vergoldter Rahme. 4 Summa sämtlicher Gemälde. 205 Stück. Verzeichnet, Carlsruhe, den 29. und 30. Junii 1784. gez. P. L. Wielandt. Nach Schätzung Mellings vom 29./30. Juni wird der Gesamtwert der Bilder auf 46 831 fl. berechnet. Verzeichnis von Mahlereyen, die zur Verlassen- schaft Ihrer Hoheit der hochseligen Frau Mark- gräfin Christiane Luise gehören(829). Oehlgemälde. Nr. 1.*Christus und ein Kind, das an ihm hinaufsiehet, auf seinen Schoos lehnend von Benj. West. 5 1 Jf% 9058 L. ohne g. R. 165 f. Nr. 2. Eine ländliche Scene in Italien vor einer Osteria, von Nic. Berghem. ese EFRASRN165 f. Nr. 3. Eine niederländische Köchin, von Metsu. h L. ohne R. 220 Nr. 4. Ein Stilleben von Dehem, wohlerhalten. n L. neue g. R. II0 Nr. 5. Eine Aussicht vom Thunersee, von Aberli. EEE8bb IL. in 8 R 110 Nr. 6. Ein kleiner Wasserfall, von Ruisdahl. 187 H. 85* br E BRS R275 Nr. 7. Madonna mit dem Kind und der Hle. Catherina, von Pietro Beretino da Cor- tona, nicht gut erhalten. 3Bb Dalte sehn 8 R. 55. Nr. 8. Ein Viehstück, von H. Roos, schlecht erhalten. 24 bry 2n PFASsR55 Nr. 9/1o. 2 Früchtestücke auf Kupfer gem. von Mad. König geb. Treu. i al. g. R. 16, 30. Nr. TIT. Ein Blumenstück, von Batist. ress br al. g. R. 16, 30. Nr. 12/13. 2 kleine Landschaften, von Salvator Rosa. J I, I schm. n. g. R. 15. Nr. 14. Eine Köchin, die von einem Gärtner Blumenkohl kauft, von Franz Mieris. Ab EE AISR2 Die Sterne und Striche sind in Inventar 2 GBecker) im Original enthalten und bedeuten laut Beckers Schreiben die Bilder, die er zum Ankauf vorschlägt. bedeutet von Karol. Luise, siehe Beilage 3. Im Inventar 1 vom 7. Mai 1829 sind alle Nummern mit roten Rötelkreuzen ver- sehen. Die Zahlen unter der Bildbeschreibung links bedeuten die Maße in Fuß und Zoll; die Abkürzungen rechts die Malgründe, wie H. Holz, L. Leinwand, R. Rahmen, g. goldner usw., die Preise in Gulden f. 187 15/16. Ein Sturm und eine ruhige See, von Backhuysen, gute C. h. v. Oos. brrn m. g. R. 44. Nr. 17. Die Geburt Christi, von Vanloo, Scize. 2355 brrnbr Leinwand obhne R. 60. Nr. 18/T9. Zwey Landschaften, von Durk Maas. bbrles DEei6 Nr. 20. Ein niederländisches Fischerdorf, zu beiden Seiten eines Canals, von van Goyen. ob EHZaltg83 Nr. 21/22. Zwey Hände, die aus einem verdorbenen Bild von Morillo geschnitten. ſs59 9 iel E SehhSR Nr. 23.*Schwebende Kinder in der Luft, unten eine kniende männliche Figur und ein 3 niederer Horizont, von Poelenburg auf Messing. 6 ο ‚ pοσ⏑⏑‚ ‚ abhpẽ in alt. schm. goldnen Rahmen 22 f. 75(bis dahin aus Liste II, jetzt aus Liste I.) Nr. 24. Eine Landschaft mit Ruinen, vorn einige Figuren und Vieh im Mittelgrund, 0 von Poelenburg. ol auf Kupfer ohne R. TTOf. Nr. 25. Die Königin von Saba kommt zu Salomo, von Solimenee. 53 eee il auf Leinw. m. alt. g. R. 75. Nr. 26. Die Tochter Pharao findet das Kind Moses am Ufer des Nils, vom neml. 3lr 75. 27. Ein weibl. Portrait, vom Wihl. Tischbein. eis auf LW. ohne R. II. 4 Nr. 28. Minerva unterrichtet die künftige Gemahlin Heinrich IV, die Grazien und Merkur assistieren; alte, gute Copie nach Rubens. Air in alt. g. R. 132 f. Nr. 29. Landschaft von Berghem mit einer schönen Gruppe Menschen und Vieh. Gute Copie von Melling. Ph, I auf LW. in alt. g. R. 66. Nr. 30. Spielende Kinder im Hintergrund eine antique Statue auf einem Piedestal, von G. Dow; Copie von Melling. (ohne M.) Holz in neuer g. R. 25. 16 Nr. 31. Eine Obsthändlerin, von G. Dow; Copie von Melling. 0 sR in neu. g. R. 66. Nr. 32. Maria mit dem Kinde und dem kleinen Johannes und St. Joseph, von van der Werff. Copie von Melling. eier in neu. g. R. 66. Nr. 33. Eine in Ohnmacht liegende schöne junge Frau, von Miris. Copie von I. D. der Frau Markgräfin[K. L. J. lſjeih lel im neu. gold. R. Hier bemerken die beyden Taxatoren, daß sie dieses Bild, das von der Mutter S. K. H. gemahlt sey durchaus nicht taxieren. 6 50 Nr. 34. Ein Diana Bad, von d. Werff, Copie von Melling auf Holz. ei br in neu. g. R. 30. 188 Nr. Nr Nr. Nr. Nr Nr Nr. Nr 35. 36. 87 38. 39. 40. 4 43. 44. 45. . 46. r. 47. 48. 49. 50. 51 52 53. 17 kleine Gemählde von verschiedenen Dimensionen auf Mahagoniholz zum theil und theils auf Messingplättchen gemalt, von Polemburg. Foöir22 in 1 verg. R. 200. 22 kleine Gemälde von verschiedener Größe auf Mahag. Holz, von Polemburg. I%/ bre r2 1R 158 Eine Köchin, die mit einem Manne um 1 welschen Hahn handelt, von G. Dow. ibr gute Copie in gold. R. 22 fl. Eine schlafende Hirtin am Fuss eines Piedestals worauf eine antike Vase ist, von Woenix. Copie von Nelling. I‚nbr. R 22 S2Scizen in Oel, eine nach Huysum, die andere nach Dehem, von I. D. d. Frau Markgräfin. 17353 105 be Eine Scize nach einem Fruchtstück von Dehem(I) von derselben. Bemerkung der Taxatoren für 39/40 wie Rubrik 3. Ein städtischer Plaz eine Kirche im Hintergrund, von von der Heide. iee in g. R. alte Copie. 10. Ein Viehstück von H. Roos, Copie von Melling auf Leinwd. br. oh. R. 5, 30. Eine Landschaft von Thiele. FFren auf Lw. in alt. g. R. 1, 30. Einige tote Vögel, Copie nach Hamilton. I18 brel auf LW. alt. gold. R. I. S3 Scizen in Oel nach Dehem, von I. D. der Frau Markgräfin. Feiies FEine Grablegung Christi von H. Carracci, gute Copie von Melling. 3 br 12 in alt. gol R. 33. Eine Landschaft von van Goyen, Copie von Melling. JöI auf LV. in 8. R. 15, Eine todte Taube und einige andere Vögel, Copie nach Hamilton. öebr Auld IE Blumen u. Fruchte von Huysum, Copie von Nelling. gCzi e auf Holz i. alt. schm. verg. R. 20. Rindergefecht, von Querfurth. in auf LwW. in alt. g. R. 33. Eine Landschaft von Thiele, gehört zu Nr. 44. ee auf LW. i. a. g. R. 1, 30. Ein männl. Portrait, gute Copie von Melling auf Holz. ns8ses in neu gol. R. 22. 2 todte Vögel. ee auf Leinw. in a. g. R. 1,30. Nr Nr — 3 C 323.—— Nr. Nr. Nr. Nr. Nr. Nr. Nr. 55. . 56. 57. 58. 59. 60. 61. 62. 63. 64. 65. 66. 67 Ein Fragment aus einem Fruchtstück von Huysum, Copie von Melling. 3 b„ auf Holz i. rund. hölz. Leiste. 16, 30. Ein Mädchen mit einer Laterne und einem brennenden Licht in der Hand, von Schalken, Copie v. Melling. nis br auf Holz in r. Leiste. II. 2 Vögel, ein lebend. und ein todter u. eine alte Schachtel. ‚R auf Holz oh. R. I f. Loth mit seinen Töchtern, von d. A. Werff, Copie v. Melling. IAobr auf Holz m. Leisten. 3.f. Ein nächtl. Brand, Copie. en in auf Holz in hölz. Leiste. 30 Kreuzer. Eine Kirche und eine Kapelle, schlechte Copie d. van d. Heiden. 8 ½˙ h., 87 br. auf Blech in schm. g. R. 1,30. FEine alte Frau sitzt beim Abendessen, von G. Dow, Copie v. I. H. Frau Markgräfin K. L. 10 ½% h., TO'' br. Ein Hahn und zwei Hennen, Fragment aus einem Bild. auf Holz in alt. go. R. If. Ein alter Mann mit einem Tabackspfeifchen im Mund, von G. Dow, Copie von Melling. 8D auf Holz m. gol. Leistchen. I f. Ein Fragment aus einem Fruchtstück von Huysum. Copie v. I. D. der Frau Markgräfin. 7½ br., 6½ h. Eine Landschaft nach Rubens, alte gute Copie. öhees in verg. R. 88. Eine weibliche Figur mit einem schwarzen Hütchen, Copie nach Mieris v. I.D. d. Frau Markgräfin. 4½ h., 4½“ br. Maria mit dem Kinde u. Joseph, v. van d. Werff, Copie von Melling. 8 Hn auf Holz m. gold. Leisten. II. Zwei junge Mädchen bekränzen ein Lamm mit Blumen, von Melling. ESbr auf Holz mit gold, Leisten. 4. 68/69. 2 Landschaften auf Kupfer. 70. 71. 72. S8n in alt. g. Rahmen. 4. FEin Brustbild einer Frau, die mit einem Hund spielt; angefangene Copie von I. H. D. Frau Markgräfin. O. M. FEin Fragment aus einem Bild von van Huysum, Copie v. I. H. d. Fr. Mark- gräfin. 8% 6 b S2 junge Mädchen bekränzen ein Lamm mit Blumen, Copie angefangen nach Melling v. I. H. d. Fr. Markgräfin. 11 ½ h., 97 br. 190 Nr Nr. Nr. Eine Gruppe weiss u. rother Rosen, Fragm. aus ein. Blumenstũück v. v. Huysum, Copie I. H. d. Frau Markg. 141 1515 15 2⁵² br. 74. Eine Gruppe Vieh nach H. Roos. Sl auf Leinwand ohne Rahm. 30 m. 75. Ein alter Mannskopf. is auf Leinwand o. R. 30 Kreuzer. 76. Ein Fragment aus einem Blumenstück von V. Huys., Copie v. I. H. der Fr. Markg. 1053 H 75 br .77. Eine Spitzenklöpplerin, von Melling. 10% B., 827 br. auf Holz o. R. IIf. 78. Ein männl. Portrait in schwarz. Gewand, Copie v. I. H. d. Frau Markg. 65 Anr auf H. m. Holzleiste. 79. Ein alter Mann mit einer wollenen Mütze, Copie nach G. Dow. 55 auf Holz in holz. Rah. 5 f. 24. 80. Ein kleines Mädchen mit ein. Licht in der rechten Hand, Copie nach Schalken V. I. H. d. Fr. Markg. 55 115 33 br. 81. Ein Mannskopf mit rother Mütze u. schwarzem Mantel. Copie nach Mieris von I. H. der Frau Markg. 5%½ h., 4 br. auf Holz i. alt. gol. R. 82. Ein Mannskopf mit ein. Mütze, mit ein. Feder, im Harnisch. Copie nach GDow. 5% h., 4“ br. auf H. m. g. Leiste. 30. 83. Ein Mädchen das einen Kessel scheuert, Copie nach G. Dow. Fne auf Blech i. h. R. I f. 84. Derselbe Kopf wie 81. auf Holz i. hölz. Rahmen. 30 Kreuzer. 85. Eine Landschaft, schlechte Copie nach Sachtleben. 10˙ br., 6%½ h. auf Holz oh. R. 30 Kreuzer. 86. Ein weibl. Kopf mit schwarzem Schleier, schlechte Copie. 353bb auf Holz in hölz. R. 30 Kreuzer. 87. Eine alte Frau sitzt am Abendessen, verdorbene Copie nach G Dow von Melling. 10 ½% h., 105 br. I f. (die 60 Kreuzer machen 1 f.) Pastellgemälde u. Zeichnungen unter Glas u. Rahmen. 88. Portrait s. K. H. des Großherzogs gemalt 1787. e in gol. Rahm. (Wird als Familienportrait nicht taxiert.) 89. Maria mit d. Kinde u. Joseph, angefangene Copie nach v. d. Werff v. Melling. 15 bir2 B. i. schw. Leiste. 2f. 90. Portrait einer alten Frau, von Chevalier Baufleur. es bs i. Sschwarz. R. 2f. 191 85 2 93. 94. 95. 96. 97 98. 99. I0I Portrait einer jungen Dame, v. Peroneau. ebr R2 Angefangenes Portrait I. D. der hochseligen Frau Markgräfin, von Leotard. 1˙ 2²² h., 10˙˙ br. Ein unvollendetes Blumenstück. EU iel5 obhne Rahmen. 16 f. 30. Ein Portrait von Herrn von Adelsheim, in rother Kreide gezeichnet von Melling. e J ö 1Schy7. R kłkIEIEH. 2 weibliche Hände bekränzen ein Lamm, von Melling. 2 Jile F J950 i. Schw. R. 8f. Ein todter Hahn, von Melling. O. M. i. Sschw. R. 8f. Menelaus, eine antique Büste, in Sepia gezeichnet von Seidelmann. Snerr br 18eR 22 H Niobe, antique Büste, in Sepia gezeichn. von demselb. wie 97. i. schw. R. 22 fl. Ein Portrait von der verwittibten Königin von Bayern 1787 gem. Bem. wie bei Nr. 88. in schw. R. mit g. Leisten. I00O. Portrait einer Dame, gemalt von Edelmann. ees in schw. Leiste. IIf. .Portrait einer Dame des fürstl. Hauses. Bem. wie 88. ee i. schw. Leiste. 102/103. 2 Portraits fürstl. Personen, wahrscheinlich von Herrn Markgraf Carl Friedrich u. seiner Gemahlin Hoheit von Chevalier Bonfleur. Bem. wie 88. Sl in schw. R. ˖ Nr. 104. H. Erbprinz Karl Ludwig, gemalt von Melling. 4 J10 J I in schw. R. wie bei 88. Nr. 105. Früchte u. Blumen. 5‚ bbr in schw. R. 2, 30. Nr. 106. Portrait einer Dame in rothem Pelz. br in schw. hölz. Leiste. zum fürstl. Haus— Bem. wie 88. Nr. 107. Ein alter Kopf mit ein. dunkhelblauen Barett u. einer Ordenskette über das Kleid, von Chev. Bonfleur. f inr 8 fl. Nr. 108. Angefangene Zeichnung in roter Kreide, von Melling nach Jouvenet. O. M. in schw. R. 22 f. Nr. 109. Maria besucht ihre Freundin Elisab., Copie nach Carl Maratta. O. M. iSen R 2 192² J. v. der Heyden. Kanal an der Stadtmauer. Aus holländischem Privatbesitz. Nr. III. II2. 3851 114. 15 1 8 7 8 119. I20. I2I. I22. 233 2 128. 129. .130. 131¹ Madonna mit dem Kinde u. Joseph auf einem Piedestal unten St. Franciskus, Joh. als Kind u. St. Hieron.— Cardinal, auf der linken Seite sieht man noch den Kopf der Heil. Katharina. Copie nach Paul Veronese. 22. f. Oelgemälde— Madonna mit d. Kinde, von Melling. br 16 fl. 30. Kupferstiche. Elisabeth Alexiewna, grande Duchesse de toutes les Russies, née Princ. de Baden, p. p. Louis le Brun 1798, gr. p. Klauber. 1383 Karl Friedr. Ludwig, Kurprinz von Baden, in aquatinta v. K. Kuntz. 1 f. 30. The fruit-Barrow, p. by H. Walton, eng. by Smith. 1,30. Mrs. Fordyce at the grave of Fingal, p. p. Ang. Kaufmann, m. t. ing. V. Green. 2 Of suches the Kingdom of God, p. by Wm. Peters, engr. by W. Dickinsor. 2,30. La madonna cos bambino, S. Franziscos St. Girolamo, dip d. P. Veronese, inc. d. Wagner.—45. St. Domenico con diversi altri Santi, dip. de Giam. Piazetta, inc. Fr. Barto- lozzi.—30. Adam et Eve, chassés du Paradis, peint et gr. p. Bounien. I. I2. Le triomphe de Minette, p. p. Melle. Gerard, gr. p. Didal. 1,I2. His roy. Highn. Prince William Henry, p. by B. West, engr. b. Fr. Bartolozzi. 4f. Charlotte, queen of Gr. Britain, and the princess royal, p. b. B. West, engr. b. V. Green. 3 f. Their R. H.'s Prince Ernst Aug., Pr. Aug. Fredérich, Pr. Ad. Freder., Pr. Aug. Sophia, Pss. Elisabeth et Pss. Mary, p. b. B. West, eng. b. V. Green. 3f Frontispice de la Galerie de Dùsseldorf, p. p. le Chevalier v. d. Werff, g. m. tinto p. J. E. Haid. St. Col. Tarleton, p. p. Sir J. Reynolds, engr. b. J. R. Smith. 1I f. Franciscus de Moncador, Marchio Aytonae, p. p. V. Dyck in d. R. Morghen. 13 f. 30. Les cascatelles de Tivoli, des, et gr. p. G. Gmelin, 1791. 38 La visitation de la Vierge, tabl. du Chev. v. der Werff de la Gal. de Düssel- dorff, gr. m. t. J. E. Haid. 4. Bathseba bringing Abishag to David, p. by van der Werff, eng. m. b. R. Earlom. 8. 15 Steinbruch zwischen Wolfahrtsweier u. Grünwettersbach, Aquatinta. If. Porte de la Ville du Havre, dessiné p. C. Cochin, gr. p. Ph. Le Bas. I f. 30. 193 13 6 5 * Die Karolinischen Erwerbungen (alphabetisch) irmn heutigen Bestand der Badischen Kunsthalle. Die Anordnung dieses Verzeichnisses ist folgende: Die fett gedruckten unter Nr. zuerst angeführten Zahlen verweisen auf die fortlaufenden Nummern meiner Dokumente der Bildererwerbungen und dienen zum sofortigen Nach- schlagen über alle näheren Angaben; die darunter gestellten Zahlen unter der Chiffre Koel. sind die Nummern des Katalogs Koelitz der Kunsthalle; die in Klammer hinter der Bildbezeichnung angefügte Nummer M. verweist auf das Inventar Melling;„Fischel fehlt“ bedeutet die im Katalog von 1929 fort- gelassenen Nummern. Aelst, W. v. Nr. 107 a. Ein Bild aus Sammlung Lormier im Haag für 126 fl. FKoel. 350. Jagdtrophäe mit blausamtner Jagdtasche; bez. und dat. Albani, F. Nr. 172. Eine Landschaft aus Rom für 120 Ec. R. FCoel. 453. Bacchus tröstet Ariadne. Figurenbild in Landschaft; unbez. Bachelier Nr. 4/5. Zwei Blumenstücke aus Paris für 600. Wieder verkauft. Bamboche Nr. 167. Ein Bild aus Mannheim, 1773. Battoni Nr. 179. Ein Bild aus Rom. Berchem, Cl. P. Sieben Bilder erworben:(7) Nr. 23. Le four à Briques, eine Winterlandschaft aus der Sammlung De Vence, Paris, für 390 fl. Koel. 297. Winterlandschaft, Kanal mit Schlittschuhläufern, im Hintergrund Bauern- hãuser und rauchender Kalkofen; unbez. Nr. 24. L'abreuvoir champétre, eine Landschaft aus der Sammlung De Vence, Paris, für 940 Livres. 19⁴4 EKoel. 299 oder 296. Furt mit Hirte und Hirtin und Furt mit Hirte und Herde; bez.(M. 182.) Nr. I3. L'abreuvoir, aus der Sammlung Bötticher, Leipzig, für 150 Rt. EKoel. 299 oder 296. Wie oben.(M. 182.) Nr. 57.„Un grand Berghem“, Landschaft aus der Sammlung des Vid. d'A- miens, Paris, für 1500. Koel. 298. Schlucht im Bergwald; bez. und dat. Maße 143/7171 cm.(M. 38.) Nr. 86. Ein Bild aus der Sammlung Frank im Haag für 160 fl. Nr. 6.„Un tabl. sur bois“ aus Paris. Nr. 79. Ein Bild aus der Sammlung Ketelaar, Amsterdam, für 200 fl. Berckheyde Nr. 94. Ein Bild aus Amsterdam für 1909 fl. Koel. 341 Rathaus von Amsterdam; bez. und dat(5). Bertin Jesus und Magdalena, erworben aus Rom für 40 Taler. Boucher, Fr. Nr. 40/4T. Zwei Pastellbildnisse aus Paris, vom Künstler für 384 Livres. Boucher F.(3) Nr. 42/43. Zwei„Pastorales“. I. Zwei Mädchen, einen Brief lesend. 2. Jüngling, eine Rose brechend, und Mädchen, erworben vom Künstler für 600 Livres. Koel. 479 und 480. Jüngling und Mädchen im Park. Zwei lesende Mädchen im Park; bez. und dat. 1760. Nr. 44.„La belle téte de Madame Pompadour“, vom Künstler aus Paris 1762. Bourguignon Nr. 175. Eine Schlacht aus Rom für 50 und 40 Taler, 1765/66. Koel. 472. Italienische Reiterschlacht; bez. Ist am 1. Juni 1823 von Carl Frommel erworben. Repositur der Hof behörden, Generalintendanz der Gr. Zivilliste Fsz. 1458, Kunstsammlungen.(Fischel fehlt.) Vorrat. Both, J.(2) Nr. I51. T. Aus dem Kabinett Wurmser für 158 R., 1761. 195 Koel. 318. J. Both, Italienische Abendlandschaft mit Schimmelreiter und Hirten; bez.(M. 105.) Nr. 92. 2. Aus Amsterdam für 900 fl., 1762. Koel. 319. A. Both? Titusbogen in Rom; unbez.(M. 53.) Bramer, L. 6 Nr. 147. Ein Bild erworben aus Frankfurt 1761 für 75 Rt. Koel. 236 und 237. Erregte Besprechung; dat. Beschneidung Christi; bez. 0 Breda Nr. II15/IT16. Zwei Landschaften mit Figuren, Tieren, Flüssen, Schiffen, aus dem Haag für 100 fl., 1762. Brekelenkam Nr. 155. Ein Bild 1761 aus Mannheim. Nr. 158. Ein Bild 1763 aus Frankfurt für 141 Rt. FKoel. 256/257. Küchenszene, Orangenschnittenverkäufer; bez. Küchenstilleben; bez. und dat.(M. 130.) Breenbergh, B. Nr. 27.„L'humilité recompensée“ aus der Sammlung De Vence, Paris, 1761, für 860 Livres. EKoel. 228. Römische Ruinenlandschaft mit Staffage aus der Geschichte des Haupt- manns von Kapernaum; bez. und dat. Breughel de velour Nr. 22.„Un Canard““, 1761 von De Vence, Paris, für 200 Livres. I „ Koel. 343. Gysbert d'Hondecoeter, Gefleckter Erpel; unbez.(M. 154 als Sneiers.) Brinckmann Nr. 152. Ein Bild aus dem Elsaß, Kabinett Wurmser, 1761. EKoel. 385/386. Abendlandschaft und Mittagslandschaft, Gegenstücke; bez.(M. 69, 83, IIO, 188.) Brouwer, A.(3) Nr. 14/15. Zwei Bilder, Tabakrauchende Bauern, für 30 Rt. aus der Sammlung Bötticher, Leipzig. Nr. 160. Ein Bild aus Frankfurt 1763. EKoel. 191/192. Der Zahnarzt; unbez. Der Schläfer; bez.(M. 174, Zahnarzt.) 196 Byen(Byers) Nr. 118. Ansicht des Amsterdamer Rathauses, 1761 aus Amsterdam. Koel. 341? Berckheyde, Amsterdamer Rathaus; bez. und dat.(M. I12.) Carriera, Rosalba Nr. 69. Pastellbild,„repréẽsentant une femme à micopre coiffée en cheveux et couronnèe de laurier“, 1764 aus Paris für 720 Livres. EKoel. 674. Die Poesie, lebensgroßes Brustbild in Pastell.(Fischel fehlt.) Diensträume. Castiglione, Benedetto Nr. 140. Hahnenkampf mit Ente, aus Straßburg 1760, für 30 Louisneufs. Koel. 346. Hahnenkampf, zwei Hähne und zwei Hennen mit Küchlein; bez. u. dat. als Hondecoeter. Chardin(5) Nr. I. Ein Bild von Fleischmann, aus Paris als Geschenk 1759. EKoel. 495. Orangenbäumchen, auf Grund dieser Arbeit Roland de la Porte zuge- wiesen, siehe dort; unbez.(M. 45, Orangenbäumchen.) Nr. 2/3. Zwei Stilleben, 1759 aus Paris durch La Guépière für 200 Liv. Koel. 496. Zinnkrug mit Früchten; bez. EKoel. 497. Glasflasche mit Früchten; bez. Gegenstücke.(M. 46, Früchtenstũck mit Bouteille und Becher.) Nr. 51/52. Zwei Stilleben, 1761 aus dem Kabinett Aved, Paris. EKoel. 498. Totes Rebhuhn. EKoel. 499. Totes Kaninchen; bez. Gegenstücke, wohl diese, die von La Gueépiere erworbenen.(M. 24. Ein Weibsbild, einen Brief pitschierend. 37.) Chardin-Art Nr. 52. Zwei Bilder,„Fruits printaniers“, 1762 von Aved, Paris. Codde, P. Nr. T04. Ein Bild aus der Sammlung Lormier im Haag, 1763 für 160 fl. RKoel. 243. Die Wachtstube; unbez.(M. 140.) Cortona, Pietro da Nr. 174. Anna Selbdritt, 1765/66 aus Rom für 140 Ec. R. Koel. 458. Lionello Spada, Heilige Familie, St. Anna zur Rechten reicht das Jesus- kind der links sitzenden Maria, Joseph steht dahinter; unbez. 107 Claude Lorrain Nr. 58.„Une Marine et soleil couchant“ aus Paris, Sammlung Le Vid. d'Amiens, 1762, für 1900 Livres erworben. De la Porte, R. H. Nr. 75.„L'oranger“, 1766 aus der Sammlung Eberts, Paris, für 300 Livres. Koel. 495. Bei Koel. als Chardin, Das Orangenbäumchen; unbez. Bei Fischel auf Grund dieser Arbeit als De la Porte verzeichnet.(M. 45 als Chardin.) De Moni Nr. III/112. Zwei„gute“ Bilder aus der Sammlung van Breemen im Haag fur 450 fl., 1769. FKoel. 286/287. Gegenstücke. Rettung des Vogels von der Katze. KRnabe auf Fenster- bank und Katze, dahinter ein abwehrendes Mädchen; bez.(M. 135.) Fischhändlerin, einen Häring dem Kübel entnehmend, vor ihr kaufender Knabe; bez.(M. 142.) Hängen zurzeit im Sekretariat der K. H. Desportes, A. F.(2) Nr. I4T. Fasan, Hase, Rothuhn und Pfirsiche, aus der Sammlung Reishofer, Straß- burg, 1760 für 16 LSd. Koel. 492. Rothuhn über Nische hängend, darunter auf Steinbank Fasan und Pfir- siche; bez und dat. Fischel fehlt. Vorrat.(M. 36.) Nr. 138.„Le beau raisin“, aus Straßburg, Reishofer, 1760 für 20 Louisneufs als Anonymus gekauft. FKoel. 493. Traubenkorb auf Architekturfragment, auf der Erde Pfirsiche und Apfel; unbez.(M. 39.) Du Jardin(2) Nr. 165. Ein Bild aus Mannheim, 1773, für 40 LSd. Koel. 302. Die Jäger; unbez. Kopie nach dem Bilde der Darmstädter Galerie. Nr. 64. Ein Bild aus Paris, Kabinett Peilhon, 1763, für 510 Livres. EKoel. 301. Spinnende Hirtin in Landschaft; bez.(M. 196.) Dolei, Carlo Nr. 178. 1765/66 aus Rom für 40 Ec. R. Dou, Ger.(2) Nr. 70.„Une femme faisant de la dentelle sur un fond d'appartement“, 1766 aus Paris, Kabinett La Boissière. E 0 WI 8 Koel. 267. Die Spitzenklöpplerin zum Fenster herausschauend; dat.(M. 166.) Nr. 77.„Jeune femme tenant du poisson“, 1769 aus Paris, Kabinett De Gaignat. Koel. 266. Köchin am Fenster, vor ihr ein Kübel mit Fischen, dahinter ein Rnabe mit einem toten Hasen; bez.(M. 179.) Koel. 268. Büßende Magdalena; siehe v. der Werff. Dyek, A. v.(2) Nr. 55.„Un grand tabl. de famille“, 1762 aus Paris, Kabinett Gaill. de Gagny. Koel. 177. P. P. Rubens, Familienbild, Mann, Frau und Söhnchen; unbez. 21 Nr. 82.„Une Teéte“, aus Sammlung Frank im Haag. Karoline Luise urteilt:„Je ne crois pas original.“ Koel. 185(2). Junger Mann, Perlschnur haltend; unbez. Kopie. Koel. 182: Selbst- bildnis mit Ritterkette und Sonnenblume; unbez., laut Akten für 495 Gul- den 1836 erworben. De Gelder Nr. 18/19. Zwei„Frucht- und Blumenstücke mit Beiwerk“, aus Leipzig, Bötticher, 1760 für 70 Rt. Abgegeben, Tausch Noe. Rep. der Hofbeh. Fsz. 585. Inventar 1823 Nr. 294/295. Gillig, J. Nr. 122. Ein Bild aus Holland, 1762, für 40 fl. Koel. 352. Tote Fische; bez. und dat.(M. 95.) Goyen, Jan v. Nr. 16T. Ein Vinterstück, 1763 für 43 Rt. 6 Kr. aus Frankfurt. Koel. 325. Holländische Winterlandschaft mit Fischern, Schlittschuhläufern und Schlittenfahrern. Fischel fehlt. Vorrat.(M. 40.) Griffier Nr. 109/110. Zwei Gemälde, 1765 für 1600 fl. in Holland erworben. Abgegeben, Tausch Noe. Rep. d. Hofbeh. Fsz. 585.(M. 74/78.) Grimou, J. A. Nr. 72/73.„La Liseuse“,„L'Espagnolette“, 1766 aus Paris, Kabinet Eberts, fuür 1200 Livres. Koel. 478/477. Gegenstücke. Sinnendes Mädchen mit Buch; bez. und dat. Edelfräulein mit Federbarett; bez. und dat.(M. 73/99.) 199 Hamilton Ein„Ham“' für 147 Rt. 40 Kreuzer 1760 verrechnet. Foel. 354/355? Vorrat. Heda Nr. 153. Ein Heda von Reiffenstein 1761 verrechnet. Koel. 356. Frühstück, Tisch mit grüner Decke, liegender silberner Pokal, Römer, Zitrone u. a.; bez.(M. 64 und 199.) Heem, J. D. de(5) Nr. 125. Ein Tisch mit allerlei Früchten und Aprikosen, 1763 für 400 fl. aus dem Haag. Foel. 361. Blumen- und Fruchtefeston mit Aprikosen; vollbez.(M. 76.) Nr. 149. Zwei„Fruchtstücke“ für 150 fl. 1761 aus Frankfurt. Koel. 364/365. Fruchtstücke, Gegenstücke; bez.[365 wurde 1931 verkauft, 364 im Vorrat.](M. 177, 72, 161, 191, alle nur als Fruchtstücke bezeichnet.) Nr. 20.„Ein Stück mit Austern und mehr Beiwerk“, 1760 aus Leipzig, Sammlung Bötticher, für 70 Rt. Koel. 363. Frühstück mit Austern, auf Steintisch mit violetter Decke; vollbez. Nr. II19. Ein Bild aus Holland, 1762. Koel. 362. Fruchtstück auf Holztisch mit gruner Decke; vollbez. Hemskerk, E. v. Nr. 150. Ein„alter“ Hemskerk für 75 Rt. 1761 aus Frankfurt. Koel. 220. Cornelis C. van Harlem, Taufe Christi, datiert und signiert C. v. H. 1623, ging früher als Hemskerk.(M. 19, Die Taufe Christi von Heis in breiter Rahme.) Heyden, J. v. d.(3) Nr. 133/134. Zwei Stadtansichten. 1. Kanal an der Stadtmauer mit Minervabrücke. Koel. 339. Sogenanntes„Freies Motiv der Vijvergracht im Haag mit Brücke mit Minervafigur“; unbez. 2.„De poort von de Stad Acken“ mit 20 Figuren, erworben aus Holland, fraglich, ob identisch mit den beiden Bildern Frank-Haag, 1762 für 300 fl. Koel. 340. Marktplatz von Veere in Zeeland mit Backsteinkirche; bez.(M. 441.) Nr. 89. Ein Bild aus Amsterdam für 430ö fl. 200 Hondecoeter, M. de Nr. 87%/88. Zwei Bilder aus Amsterdam, 1762, für je 205 fl. Roel. 344/345. Gegenstücke: Ruhiger Hühnerhof, Krieg im Hühnerhof.(M. 8.) Hulst, Fr. de Nr. 166. Marine für 8 Louis, 1773 aus Mannheim. EKoel. 326. Burg am Wasser; bez. und dat.(M. 146, Seestück.) Huysum, J. v. Nr. 45.„Tableau de Fleurs““ aus Paris von Aved als Gegenstück zu einem Oster- wijck, 1760. EKoel. 380. Blumenstrauß in Tonvase, Gichtrosen, Tulpen u. a. mit Buchfinken; bez. und dat. Maße wie 368 Osterwyck.(M. 190.) Nr. 105. Ein Bild für 525 fl. aus dem Kabinett Lormier im Haag 1763. Koel. 379. Tonvase mit Blumen und Frùchten und Schmetterlingen; bez. und dat. Koel 381. Italienische Landschaft mit Wasserfall; bez. Kalf, W. Nr. 168. Ein Bild für 15 L. 1773 verrechnet. Koel. 360. Inneres einer Tenne; unbez. Lairesse Nr. 76.„Couronnement d'Antiochus et de Stratonice“ für 6000 Liv. aus dem Kabinett Eberts, Paris, 1770. Koel. 241. König Seleukos tritt seinem Sohne Antiochus die Herrschaft und seine zweite Gemahlin Stratonike ab; unbez.(M. 101.) 9 Largillière(3) Nr. 35. Porträt von Madame Sinicane aus Paris, De Vence, 1761. Koel. 473. Madame Adelaide(2) als Flora; unbez.(M. 41.) Nr. 54.„Un beau tableau à un prix bien médiocre“ 1762 aus Paris. Nr. 139. Hase mit Spanierhund aus Straßburg. Koel. 349. JIan Weenix, Art. Toter Hase mit Wachtelhundchen u. a.; unbez. Fischel fehlt. Vorrat.(M. 637) Lilienberg Nr. 127/128. Zwei Wildpret-Stilleben aus Holland, 1763. 201 E ———.—— Lingelbach, J. Nr. 146. Ein Bild für 200 Rt. aus Frankfurt 1761. Koel. 200. Halt von Reisenden; bez. und dat., aber bei Koel. als? bez. Koel. 316. Marktplatz in italienischer Stadt mit allerlei Staffage; bez. und dat. Meskerk Nr. 8/9.„Deux jolis petits tableaux“, 1760 aus Paris. Metsu Nr. 93. Ein Einfigurenbild für 500 fl. aus Amsterdam, 1762; nur eine einzige Figur,„dont les accompagnements sont très précieux.“ Vgl. Koel. 214: Adriaen van Utrecht, Dame mit Speisen und Küchen- vorräten. Fischel fehlt. Fraglich, ob Karolinisch, da sehr großes Format. EKoel. 272. Mieris, Mann mit Landkarte. Koel. 275. Mann vor Vorhang. Nr. 63. Ein Bild, ein sehr gutes, aus Amsterdam für 2500 Liv. durch Eberts, Paris, 1763. Koel. 261. Junges Amsterdamer Bürgerpaar beim Frühstück; bez. und dat.(M. 184.) NMieris, Fr. Nr. 108. Mann mit Weinglas und Dame„tenant une petite plie“ aus dem Haag, da Costa, 1764 für 615 fl. EKoel. 273. Knabe mit Kanarienvogel; dat.(M. 145.) Nr. 47.„Un sujet d'histoire“ aus dem Kabinett Aved, Paris, 1761 für 2000 Liv. angeboten; Kaufpreis nicht detailliert. Koel. 274. Pyramus und Thisbe in Mondscheinlandschaft; unbez. Mieris d.&. Art. (M. I25 als Dehem.) Nr. 37. Selbstbildnis aus dem Kabinett de Vence, Paris, 1761. FKoel. 272. Junger Mann mit reichem Haar und rotem Mantel vor Vorhang und Säule sitzend. R. Blick in die Landschaft. Oval; unbez.(M. 124, Brust- bild in Oval.) Koel. 275. Junger Mann mit Landkarte, Halbfigur; bez. Nr. 126. Dame in gelbem Satinkleid Gitarre spielend mit ihrem Musiklehrer und Hündchen für 1000 fl. 1763 aus Holland. Mieris, W. Nr. 131. Ein Bild aus Holland 1765 für 150 fl. Karoline Luise nicht zufrieden damit. Eoel. 276. Joseph und das Weib des Potiphar; bez.(M. 194, als Dehem.) 202 Mignon, A. Nr. 50. Les Mignons, zwei Bilder„à très bon compte“ aus dem Kabinett Aved, Paris, 1761. Koel. 371/372. Frühstückstilleben, Gegenstücke; bez. Vorrat. 371/372 im neuen Katalog unter Walscapele. Koel. 372. Frühstuck mit Kastanien, Feldflasche und Tonpfeife u. a.(M. 8r, mit Kastanien, Pfeife und Lunte.) Koel. 373/374. Fruchtstücke, Gegenstucke; bez. 373/374 Fischel fehlt.(M. 88 und 90, Fruchtstucke.) Moor Nr. 107. Ein Bild aus Holland für 280 fl. aus dem Cabinett Lormier 1763. Koel. 284. Karel de Moor d. J., Die Fischhändlerin; Bildnis einer besseren Dame, einen Hering in der Hand haltend; bez.(M. 185.) Nr. 85.„La femme en pleurs““ aus dem Haag, Kabinett Frank, 1763. Nr. 25/26. Zwei Landschaften, Pendants. 1. Un hiver 2. Un clair de lune, aus Paris, de Vence, 1761 für 460 Liv. Koel. 332/333. Mondscheinlandschaft; bez. Desgl. unbez.(M. 195, Mondschein- Neer, A. v. d.(3) landschaft; M. 181, Schlittschuhläufer.) Nr. 120. Ein Bild 1762 aus Holland. EKoel. 334. Schlittschuhläufer auf Kanal; bez. Neer, Egl. v. d.(4) Nr. 39. Kind mit Katze und Vogelbauer, aus Paris, de Vence, 1761; nach Ville nur eine Kopie. Koel. 280. Reich gekleideter Knabe den Vogelbauer einer Katze zeigend und Mäd- chen; bez.(M. 175? Als Slingeland.) Nr. 61. Ein Bild aus Paris, Vid. d'Amiens, für 200 Liv., 1762. Koel. 279. Die Lautenspielerin; bez. und dat.(M. 137.) Nr. 95. Ein Bild aus Holland, Drognat, 1762, für 400 fl. Koel. 278. Junge Dame mit Hündchen; bez.(M. 123.) Nr. 65. Ein Bild aus Paris, Peilhon, für 204 Liv., 1763. Koel. 277. Tobias mit dem Erzengel Michael in italienischer Waldlandschaft; bez. (M. 117.) Netscher, C. Nr. 28.„La Cléopatra“ aus Paris, de Vence, für 1800 Liv., 176r. 203 —— — ———— Koel. 264. Tod der Kleopatra; bez. und dat.(M. 192.)(Nr. 265, Netschers„Kon- zert“, nicht Karolinisch, stammt aus der Sammlung Leopold und ist wie die betreffende Kreidezeichnung der Markgräfin eine Kopie des heutigen Münchner Bildes.) Oudendyck, A. v. Nr. 106. Ein Bild aus Holland, Lormier, 1763, für 105 fl. Koel. 293. Pastorale, am Brunnen mit der Statue einer Muse, zwei Reisende mit Kamel und zwei Hirten mit Herde; bez. und dat. Oosterwyck, Mar. v. Nr. 46.„Tableau de fleurs“ als Gegenstück zu J. v. Huysum aus Paris, Aved, 1760. Koel. 368. Blumenstrauß: Rosen, Tulpen, Sonnenblumen und Schwertlilien im Glasgefäſ; auf Steintisch; bez. Fischel fehlt.(M. 62.) 1932 verkauft. Ostade, A. v.(4) Nr. 38.„Joueur de Trictrac“ aus Paris, De Vence, 1761. Koel. 244, 245, 246, 247, 248. Koel. 248. Triktrakspieler; bez. und dat. Nr. II3. Philosoph in seiner Studierstube schneidet sich eine Feder, aus Holland, 1762, für 32 fl. Koel. 246. Federnschneider. Gffentlicher Schreiber am Tische in der Stube, nach links gewandt, sitzend; unbez.(M. 153.) Nr. I17. Miniaturen aus Holland. Koel. 247. Der Raucher, auf dem Stuhle sitzend, die Pfeife in der Linken, den Rauch aus dem Mund blasend; bez.(M. 189.) Nr. 148. Ein Bild aus Frankfurt, 1761, für 50 fl. Koel. 245. Bauernschenke. Gruppe von vier Bauern um einen Kübel stehend und sitzend: rechts Schläfer, links Raucher, dazwischen zwei miteinander Sprechende, im Hintergrund ein fünfter sich bückend; bez. EKoel. 244. Fischerhütte. Bauer, sein Weib am Herd und zwei Kinder; bez. und dat. Pécheux Nr. 180. Ein Bild aus Rom, 1765. Pierre, J. B. Nr. 32/33. Zwei„Akademien“ aus Paris, de Vence, für 25 Louis. Koel. 481/482. Gegenstücke: Bacchus vom Rücken gesehen auf Pantherfell, Pro- metheus von vorn, am rechten Arm an den Felsen geschmiedet; bez, (NM. 18, beide.) 204 Poel, E. v. d. Nr. 17. Ein Nacht- und Brandstück, 1759, für 250 Rt. aus der Sammlung Böt- ticher, Leipzig, erworben. Koel. 258. Nächtliche Feuersbrunst; bez. und dat. Fischel fehlt. Vorrat.(M. I02.) Poelenburgh, C. v. Nr. 142/143. Zwei Bilder aus Frankfurt, 1761, auf 600 Rt. geschätzt. Koel. 226/227. Gegenstücke: Italienische Berglandschaft mit Opferung Isaaks als Stoff; bez.(M. 143.) Desgl. mit Gang nach Emmaus; bez.(M. 136.) Potter, P. Nr. 95. Ein Bild aus Holland, Drognat, 1762, für 600 fl. Koel. 288. Bauernhütte mit Leuten und Vieh, rechts Hirtin mit Kühen, links hornblasender Hirte, Rind führend; bez.(M. 122, Landschaft mit Vieh.) Nr. 114. Ländliche Liebesszene, aus Holland, 1762, für 32 fl. EKoel. 289. Zwei stehende Rinder und ein liegendes, dahinter Schaf am Pfahl sich reibend; unbez. Fischel fehlt. Vorrat.(M. 122.) Pynacker, A. Nr. 97. Ein großes Bild aus Holland, Drognat, 1762 für 350 fl. Koel. 320. Italienische Morgenlandschaft, 145/177 em; bez. Reni, G. Nr. 171. Eine Musa, 1762 aus Venedig, später von Karoline Luise selbst wieder verkauft. Rembrandt Nr. 29. Selbstbildnis, 1761 aus Paris, de Vence, für 400 Liv. EKoel. 238. Selbstbildnis, lebensgroßes Brustbild, roter Mantel, braune Mütze, Samt- kragen; bez.(M. 103.) Regenoster, P. v.(Regenmorter) Zwei Gemälde für 20 Louisdor 1774 aus Antwerpen. Nur Speditions- notiz. Rigaud, H.(3) Nr. 53.„Un petit morceau très fin“, 1762, aus Paris. Koel.4 74. Französischer Edelmann geradeaus schauend; unbez. Maße: 80%/63. Sammlung Maler, nicht Karolinisch. 205 Nr. 36. Bildnis, vermutlich aus Paris, de Vence. Koel. 475. Rigaud Art, Selbstbildnis; unbez.(M. 93, Rigaud, Selbstbildnis.) Nr. 162. Ein Bild der Rigaudschule aus Freiburg, 1769. Koel. 476. Großmeister des Johanniterordens? Unbez. Roos, J. H. Nr. 144/145. Zwei Roos für 300 Rt. aus Frankfurt, 1761. Koel. 303-310. Acht Pastorale in italienischer Landschaft; sieben bez.(M. 33, Vieh- stück.) Kl. 304 im Jahre 1920 verkauft. 304/305 stammt aus der Sammlung Naler. Rosa, Salvator Nr. 176/177. Zwei kleine Marinen 1765/66 aus Rom für 15 röm. Tal. FKoel. 460. Zwei Krieger in einer Schlucht einen Gefangenen bewachend; unbez. 49/66 m.(M. 44, Große Landschaft.) Fraglich, ob Karolinisch. Foel. 461. Naher Felsstrand, im Vordergrund Fischer; unbez. 39/58 m. Stammt aus der Sammlung Maler. Rubens, P. P.(3) Nr. 62. Eine Landschaft, 1762 aus Amsterdam erworben, aber später wieder ver- kauft, 1970 fl. Nr. I2I.„Deécollation de St. Jean“ aus Antwerpen, 1762, für 600 fl. P 7 Koel. 180. Enthauptung Johannes des Täufers. In der Mitte Henker, auf den Leich- nam tretend, links ein Liktor, rechts Herodias, das auf einer Schüssel liegende Haupt des Johannes an der Zunge fassend, daneben Salome; unbez. Geht als dem Rubens nahestehende Skizze. 30/36. Eichenholz. Nr. 132. Ein Bild aus Holland, 1773, für 112 fl. Vgl. 178, 177 und 179. FKoel. 178. Seneca sich im Bade die Pulsader öffnend; unbez. Stammt aus Rastatt. Koel. 177. Familienbild; vgl. Kircher Van Dyck. Koel. 179. Lebensgroßes Brustbild; unbez. Ruysch, R. und A.(3) Nr. 123/124. Zwei Stilleben, Blumen, 1763 aus Holland für 450 fl. I. Un tronc d'arbre orné de fleurs et d'insectes. Koel. 378. Waldesdickicht mit wilden Blumen und Tieren. Anna Ruysch; unbez. Nr. 124. 2. Un excellent tabl. de la premier espèce de R. Ruys représentant des fleurs d'un grand fini et transparent. Koel. 375? Blumenstrauß; bez.: Rosen, Zinnien u. a., 1931 verkauft. (M. 70%89 Blumen, 79 Früchte.) 206 —— Nr. 136/137. Zwei sehr gute Bilder aus Frankfurt, Hackel, für 100 Dukaten. Koel. 376/377. Gegenstücke. Georginen, Rosen, Mohn u. a.; bez. und dat. Nr. 12. Ein Blumenstück 1759 aus Leipzig. Saftleven, C. Nr. 159. Ein Bild aus Frankfurt 1763 für 154 Rt. Eoel. 250. Chirurgische Operation. Ein Wundarzt legt einem Bauer ein Pflaster auf, im Hintergrund seine Familie u. a.; bez. und dat. Nr. 98/99. Zwei Rheinansichten, Verschuring-Haag, für zusammen 200 fl., 1763. Koel. 251. Hiob von bösen Geistern geplagt; bez. Dies Bild wurde am r. Juni 1833 von C. Frommel erworben; siehe Kunstsammlungen(Zivilliste) Fsz. 1458. Sandrart, Joach. Nr. 21. Venus mit Cupido, 1760 aus Leipzig, Bötticher, für 113 Taler. Abgegeben 1833, Tausch Noe. Rep. d. Hofbeh. Fsz. 585. Inventar 1823 Nr. 248.(M. 139.) Schalcken, G. Nr. 68.„Jeune joueur d'instrument““ aus Paris, Damery. EKoel. 283. Rommelpotspieler; bez.(M. 134.) Nr. 71.„Sujet galant“ aus Paris, Boissière, 1766. Koel. 282. Nackter Krieger; bez. EKoel. 281. Die Badenden. Zwei Gefährten beim Baden; bez. Seekatz Nr. 163/164. Zwei Gemälde aus Frankfurt 1773 für 66 Rt. Slingeland(3) Nr. 56.„Deux petits tabl.“ für 1430 Liv. 1762 aus Paris, G. de Gagny. Koel. 269/270. Gegenstücke, bez. und dat. Bürgerliches Innenleben in Holland mit säugender Mutter u. a. Desgl. Die nähende Mutter mit Kind in der Wiege und zwei Knaben. (M. 178 und 198 als Molenaer.) Nr. 49. Ein Bild aus Paris, Aved, 1761. Solimena Nr. 173.„Une assomption(Mariens) d'une singulière composition avec plusieurs saints.“ 207 Koel. 450, stammt aus der Sammlung, Maler Guido Reni-Art. Himmelfahrt Mariens mit Engeln, Skizze; unbez. Schrieck, Otto Marseus v. Nr. 103. Ein„Marseus“' für 10, 10 fl. aus Holland, Lormier, 1763. Koel. 353. Unkraut mit Blumen und Tieren; bez.„Marseus“. Vorrat. Steen,]. Nr. 10T.„Een Capitalstück“ für 250 fl. aus Holland, Verschuring, 1763. Roel. 260? Der Wirtshausgarten; vorn unter der Laube ein Liebespaar Wein trin- kend, ein Zuschauer u. a.; bez. Teniers, D. Nr. 30/31. Zwei Bilder:„Le départ et larrivée au Sabat“, 1761 aus Paris, De Vence, für 500 Liv. Koel. 196/197. Gegenstücke, bez. Hexenszene: Alte gräbt unter dem Galgen u. a. Alte am Tisch sitzend mit Spukgestalt; zwei Hexen durch den Schorn- stein hinausfahrend. Nr. 34.„Le médecin empirique“, Paris, De Vence, 1761. EKoel. 195. Dorfarzt am Tische sitzend mit Buch in der L., dabei Bäuerin und Fa- mulus; bez. Nr. 59. Ein Bild aus Paris, Vid. d'Amiens, 1762. Koel. 194. Der Arzt am foliantenbeladenen Tisch mit konsultierender Frau und Famulus; bez. und dat. Erwerbung Frommels von 1833, nicht Karolinisch. Terboreh Nr. 60. Ein Bild aus Paris, Vid. d'Amiens, 1762. (M. 168, Frau mit Buch in der Hand.) Nr. 135. Unbekannt. Drei Portraits von Cassel, 1759, wohl Kopien. Velde, A. v. d. Nr. 48. Zwei Tierstücke,„vaches et moutons“, 1761 aus Paris, Aved. Koel. 291/292. Gegenstücke; bez. und dat. Rinder und Schafe am Waldwasser mit Hirten u. a. Koel. 290. Pastorale, weidende Rinder und Schafe ohne Figur; bez. und dat. (M. 129, 165, 172.) Velde, W. v. Nr. 74. Der Sturm, aus Paris, Eberts, 1766, für 720 Liv. Abgegeben 1830 im Tausch Noe. Rep. d. Hofbeh. Fsz. 585, Inventar 1823 Nr. 29.(M. 85.) 208 G. Dou. Die büßende Magdalena. Aus der Sammlung des Rates Ehrenreich. — 88 K————* ede RRRRRrrrr———— Die Beilage zu Nr. 28 der Karlsruher Zeitung vom 2. Februar 1872 bringt Nachricht über den Verbleib des Seesturms von W. van der Velde. Das Bild kam auf dem Wege des Kunsthandels nach England, wo es Waagen in seinem Buche„Kunstwerke und Künstler in England“(Berlin 1838 Bd. II S. 210%/2T11) als aus der Großherzoglichen Karlsruher Galerie stammend erwähnt. Es wurde von Otto Mündler damals auf 70o00O Fr. geschätzt und seine Weggabe von Karlsruhe sehr bedauert und Kritisiert. Vernet, Jos. Nr. 66/67. Zwei Bilder als Ersatz für„Le Grec et le Turc“ von Peilhon, für 800 Liv. aus Paris 1763. Koel. 485/486. Toilette der Sultanin im Garten; unbez. Vornehme Türken am Strande; bez.(M. 56/57.) Watteau Nr. 157. Ein Bild aus Frankfurt 1762 erworben, aber von K. L. wieder verkauft. Weenix, J. B. Nr. 90/91. Zwei gute Gemälde aus Holland 1762 für 275 und 200 fl. Koel. 347%/348. Gegenstücke. Toter Hahn auf der Erde liegend umgeben von Trau- ben und Vögeln; bez. und dat. Toter Hase an einen Ast gebunden umgeben von toten Vögeln und Jagdgeräten; bez. und dat.(M. 86/92.) Koel. 349. Weenix Art siehe Largillière. Werff, A. v. d. Nr. 156. Adam und Eva, Vertreibung aus dem Paradiese, für 800 fl. Oktober 1761 aus Frankfurt. Koel. 285. Die Vertreibung aus dem Paradies, Adam und Eva entsetzt nach rechts fliehend, links oben Lichtglanz des Cherubs; unbez.(M. 186.) Nr. 169. Maria Magdalena in der Einöde sitzend, von Frankfurt 1777. Koel. 268. Als Ger. Dou: Büßende Magdalena. Im Gewölbe aufwärts schauend, über auf dem Felsen liegendes Buch gelehnt. Brustbild. Bez.(G. und D. ver- bunden). Frühzeit.(M. 160 als Dou.) Nr. 78.„Une vierge“ etc. aus Paris 1772, Duc de Choiseul, für 3600 Liv. Weirotter Nr. 154.„1 Weirot“ für 158 verrechnet, 1761. Weyermann, Jac. Campovivo. Nr. II. Als„Campovivo“. Ein Blumenstück aus Leipzig, Bötticher, 1759 für 300 Rt. Koel. 382. Blumenstrauß, Rosen, Tulpen, Winden, Kornblumen u. a. in Vase auf Steintisch; bez.„Campo vivo“. Vorrat.(M. 42.) 209 Willaert, Ad. Nr. 7.„Une Marine“, 1759 aus Paris. R Wouwerman, Phil. Nr. 16. Landschaft, genannt„Le pot au lait“, aus Leipzig, Bötticher, für 250 Rt. Koel. 323. Pieter VWouwerman: Der Milchtopf. Zusammenstoß eines FKavaliers mit fahrenden und gehenden Bauern, wobei durch sein sich bãumendes Pferd ein Milchtopf zerbricht; bez. P. W. Kopie nach Original der Dresdener Galerie von Phil. Wouwerman. Fischel fehlt. Vorrat.(M. III.) Wright Nr. 181/182. Zwei Gemälde: 1. Ausbruch des Vesuvs, 2. Feuerwerk auf dem Kastell St. Angelo in Rom, 1776 aus England für 50 Guineas. Wyck, Th. Nr. 100. Ein Bild fur 230 fl. aus Holland, Verschuring, 1763. Koel. 314. Alchimist in Laboratorium mit seinem Gehilfen und allerlei Gerät; bez. (NM. 200.) — Ein Bild für 150 Liv. Herkunft? f Koel. 315. Marina grande auf Capri; bez. —— Wynants,]. Nr. 83/84. Zwei sehr gute Bilder aus Holland, Frank, 1762. K0oel. 328/329. Gegenstücke, bez. Der Weg um den Sandhügel, darauf Hirte und Herde; Der dürre Eichstamm, davor Bettlerfamilie und ein almosen- gebender Reiter.(M. 109 und 84.) Xavery Nr. 129/130. Zwei Frucht- und Blumenstùcke in Nachahmung van Huysums, 1763 erworben. 24 Gemälde der Galerie, als Karolinisch aus dem Mellingschen Inventar festzustellen. (In der Korrespondenz nicht erwähnt). 1. Berekmans, M. M. 164. Bauerntanz von Borchmann in verz. g. R. EKoel. 253. Bauerntanz in der Scheune; bez. und dat. 210 2. Bloemaert, A. M. 22. Ein Weibsbild von Bloemar, mit einer Schüssel voll Trauben. Vermutlich aus Sammlung Liotard, Genf. Koel. 222. Hirtin mit Traubenschale, geradeaus schauend, in gelbem Seidenhut, die linke Brust entblößt, in den Händen eine Schüssel mit Trauben, Zzur Seite Schippe und Trinkflasche. Lebensgroßes Kniestück; bez. und dat. 3. Bout, Pieter M. 138. Ein Fischmarkt von P. Bout in vergold. Rahme. Koel. 203. Fischmarkt am Strande; rechts großes Schiff, davor Hütte, links die See; bez. und dat. 4. Claesz, Pieter M. 66. Ein Stück mit Austern u. Zitronen und silbernen Gefäßen auf Holz in verziert gold. Rahme. Koel. 257. Frühstück. Auf Tisch mit grüner Decke liegender silberner Pokal, Römer, Zitrone, Messer und Zinnteller mit Austern. Eichenholz; unbez. 5/6. Dietrich, Chr. W. E. Rembrandt-Nachahmer) M. IIg. Eine Landschaft von Reimbrandt in vergold. R. Koel. 387/388. Gegenstücke. Felsengebirge mit Tannen; links Wasserfall, rechts Blick auf See und Ferne. Gegenstücke bezeichnet mit D. 388 fehlt bei Fischel. Vorrat. 7. Huysmans, C. M. 174. Eine Landschaft von Huysmans in verz. gold. R. Koel. 208. Waldlandschaft, Abendstimmung, Furt mit Landleuten, Hirten und Herde; unbez. 208 fehlt bei Fischel. Verbleib noch festzustellen. 8. Michau, Theob. M. 106. Eine Landschaft mit vielen Figuren auf Kupfer von„Mickaué“. Koel. 204. Flämische Landschaft mit reicher Staffage, Furt mit vielen Schiffen u. a. M. 97. Eine Landschaft mit vielen Figuren auf Kupfer von„Mickau““. Koel. 205. Desgl. Furt, dahinter Burgruine im Walde. Gegenstücke; bez. Kupfer. 204/205 fehlen bei Fischel. Vorrat. 10. Meyer, G. F. M. 67. Eine Landschaft von„Meier“ in verz. g. R. 21 Srrrrrrreererr NN Koel. 389/390. Abendlandschaft mit Staffage von Hirten. Felswand, davor Rei- sender von Räubern angefallen. Gegenstücke; unbez. II. Monogrammist F. H. D. J. M. 107. Ein Stück, das Innere eines Bauernhauses mit Gerätschaften und einer Katze vorstellend, bezeichnet C. N. in vergold. R. Rrr Enten und allerlei Geräte und Lebensmittel; Gegenstücke; bez. mit Monogramm F. H. D. J. Auf dem ersten Bild sitzt ein Bauer mit einer Katze. Eichenholz. 358 und 359 fehlen bei Fischel. Vorrat. FKoel. 358/359. Gerümpel; Inneres eines Bauernhauses, worin Hühner, Tauben, —.— 12. Desgl. Ein Stück, den inneren Teil eines Bauernhauses mit allerlei Gerätschaften vorstellend, auf Holz gemalt in vergold. R. 13, I4. Monnoyer, Jean Baptiste M. 5. Zwei große Blumenstücke von Baptiste in vergold. R. FKoel. 490/ꝗ491. Blumenstück, Gegenstücke, bez.,, Baptiste“. 1. Blumenvase aus Ton, darin Tulpen, Hyazinthen und Mohn, auf antikem Relief mit Kriegern und Flötenbläsern. 2. Desgl. mit Tulpen, wilden Rosen, Mohn und spa- nischem Flieder auf antikem Relief, Satyr mit Bock und Kranz haltendem KEnaben. er ‚ 15. Ochtervelt, Jak. M. 152. Zwei Verliebte von Bega, in hölz. Rahm. Koel. 262. Der Liebesantrag an die Lesende. Links am Tische sitzt ein Mädchen im Hauskleid in ein Buch vertieft. Ein junger Mann zur Rechten legt die Linke auf ihren linken Unterarm und schaut sie fragend an. Kniestück; unbez. 16. Olis,]. M. 144. Ein Urinbeschauer, in verziert vergoldt. R. 1. Koel. 263. Die Konsultation. Ein Arzt, das Uringlas emporhaltend, wendet sich zu 0 der rechts hinter ihm stehenden ihn befragenden Dame. Dahinter tritt ein Weib mit einem Eimer Wasser ins Zimmer, im Vordergrund Tisch mit 5 Buch und Geräten. Halbfig.; unbez. 263 fehlt bei Fischel. Vorrat. 17, 18. Pillement, V. M. 201. Eine Landschaft mit Vieh und Figuren en Pastell von Pillement, den Sommer vorstellend, in vergold. R. Koel. 699/700. Italienische Berglandschaft mit Staffage von Hirten und Herden; bez. und dat. 1782. Gouache. 6 85 M. 202. Desgl den Winter vorstellend. 212 Seghers, D. 20. 21 22. 23. 24. Kl. 325. Goyen. Vorrat. M. 14. Ein Blumenstück auf Kupfer gemahlt von Cegers, in schm. vergold. R. Koel. 215. Blumenkranz um Steinrelief der Madonna mit Kind; bez. und dat. Son, J. v. M. 100. Ein Stück mit Krebs, Gefäſß u. Obst auf Holz, von Gehler, in schw. R. Koel. 219. Frühstuck auf grüner Decke mit Hummer, Zitrone, Trauben, Pfirsichen, Birnen, Nüssen. Delfter Schussel mit Pflaumen und Weinglas mit Unter- Satz; bez. 219 fehlt bei Fischel. Vorrat. Diensträume. Sorgk, H. M. M. 150. Ein alter Mann, welcher Salmen in einem Körbchen hat, benahmset von Brauer, in schw. R. Koel. 255. Fischer mit Lachsschnitten in einem Körbchen; Halbfigur; unbez. Verendael, N. v. M. 17. Ein Blumenstück von Verendael, in vergold. R. Koel. 216/2 17. Blumenkranz vor Flachrelief; unbez. Blumengewinde; unbez. 216 Diensträume. Verelst, P. H. M. 148. Ein Streit zwischen zwei Bauern von Brauer, in schw. R. Koel. 254. Das Messerzücken, zwei Bauern im Streit; bez. mit dem Monogramm Brouwers. 254 fehlt bei Fischel. Vorrat. Wit, Jac. de M. 162. Ein Medaillon, basrelief, vorstellend Isaac Newiton, in hölz. Kistchen. Nal steht auf dem Boden. Koel. 242. Der englische Mathematiker Is. Newton im Profil, Nachahmung eines Marmorreliefs; unbez. fehlt bei Fischel. Diensträume. 25 Bilder des Katalogs Koelitz, die sich als Karolinisch erweisen, die aber in dem 1920 erschienenen Katalog der Badischen Kunsthalle nicht mehr verzeichnet sind. Kl. 674. Carriera. Vorrat. Diensträume. Kl. 388. Dietrich. Vorrat. Kl. 492. Desportes. Vorrat. — R Kl. Kl. El. Kl. Kl. El. El. Kl. Kl. Kl. Kl. El. El. El. 249. Hemskerk. Vorrat. 208. Huysmans. Vorrat. 373/374. Mignon. Vorrat. 204/205. Michau. Vorrat. 358/359. Monogrammist F. H. D. J. Vorrat. 263. Olis. Vorrat. 368. Oosterwyck. Verkauft 1931. 258. Poel. Vorrat. 289. Potter Art. Vorrat. 214. Utrecht, Adr. v. Rastatt, Schloß. 254. Verelst. Vorrat. 349. Weenix Art. 7 342. Wit. Vorrat, Diensträume. 323. Wouwerman. Vorrat, Dienstràume. Auſzerdem: Vier Originale Karoline Luisens. Jetzt Baden-Baden, Neues Schloß. Rück- Kl EKl Kl gabe an das großherzogliche Haus laut Vertrag von 1930: 769/%7o. Karoline Luise, Tod der Kleopatra und Das Konzert, Kopien nach Netscher(Nr. 264 und 265 der Galerie). Kreidezeichnungen. Gegenstücke. 689. Pastellkopie nach Franz v. Mieris d. K.: Die kranke Frau Munchen, Pinakoth). 690. Pastellkopie nach C. Netscher: Nymphe im Schoße eines Fauns. Kleine Zusammenstellung weiterer Originalarbeiten Karoline ο Luisens. Bildnis des Leibarztes. Rötelzeichnung. Nur literar. erwähnt. Vgl. S. 23. Bildnis des Prinzen Ludwig, ihres Sohnes. Rötelzeichnung. Desgl. S. 23/29. Zwei junge Mädchen bekränzen ein Lamm. Bleistiftzeichnung. Desgl. S. 23 La princesse à la balustrade“. Pastell. JIugendliches Selbstbildnis der Fürstin im Besitze Liotards. Vgl.: Revilliod et Tilonius: L'oeuvre de J. E. Liotard. Be- schreibendes Verzeichnis Nr. 19 ff.(H. 26. L. 21). Im Nachlaß Liotards im Amster- damer Kupferstichkab. heute nicht mehr vorhanden. Der Lesende. Herrenbildnis mit Büchern. Rötel. Karlsruhe, Kupferstichkab. Viel- leicht Wiederholung von Nr. 1. Karl Friedrich von Baden am Schreibtisch. Rötel. Baden-Baden, Neues Schloß. Laut Originalaufschrift auf der Rückseite von der Hand Karl Friedrichs als Original. zeichnung der Markgräfin bestätigt. Karl Friedrich von Baden— Profilbildnis. Kupferstich Christian von Mechels nach einer Originalzeichnung Karoline Luisens. Handzeichnungen und Studien im Besitz des Großherzoglichen Familienarchivs. 214 Schlußbemerkung. Von den 189 urkundlich erwiesenen Erwerbungen stellen sich 140 Bilder heute als vorhanden heraus, 60 von diesen 140 in genauester namentlicher Ubereinstimmung der Themen. 24 Bilder lassen sich aus der Korrespondenz als Karolinisch feststellen, obwohl sie im Mellingschen Inventar nicht nach- zuweisen sind. Weitere 24 Bilder ergeben sich als karolinisch allein aus dem Mellingschen Inventar, ohne daß sie in der Korrespondenz namhaft gemacht werden. Etwa vier Bilder stammen aus der Sammlung Liotard, vermutungsweise (Vgl. a. a. O.). 25 Bilder des Katalogs Koelitz, nachweisbar karolinisch, werden im Katalog Fischel nicht aufgezählt, da in den Vorrat verwiesen. Die Durchsicht der Inventare der Schlösser Karlsruhe, Baden-Baden, Mainau ergab noch keine bemerkenswerte Ausbeute in bezug auf Restbestãnde aus Karolinischem Besitz. Als verschollen sind bis jetzt anzuschen einige sehr wertvolle Bilder: Chardin, Dame, einen Brief siegelnd, Melling Nr. 24(Inventar 1823 Nr. 40);ʒ in Ed. Pilons Chardin-Monographie,„Maitres de Part“, Paris o. D.(etwa 1909) S. 109 noch aufgezählt unter den Chardins der Karlsruher Galerie; drei Boucher- Bildnisse, Pastelle Liotards und Perroneaus; letztere zwei vermutlich im Neuen Schloß in Baden-Baden wieder aufgefunden. Eine besondere Bewandtnis hat es mit den bei Melling angeführten Rem- brandts, Anbetung der Magier Cvielleicht Kl. 237: L. Bramer, Beschneidung Christi) und vor allem den zwei Landschaften(M. Nr. 113 und 119), über deren Verbleib wir folgendes feststellen Konnten: Uber den Verbleib der beiden Rembrandt-Landschaften berichtet Baron Kettner in einem Aufsatz über„Die Gemäldegalerie in Karlsruhe“, Beilage zu Nr. 24 der Karlsruher Zeitung vom 28. Januar 1872, daß eine Rembrandt- landschaft mit einem Kleinen, ganz verdorbenen Gegenstück unter dem Aus- schuß vorhanden war und als minderwertig mit abgestoßenen Werken der Malerschen Sammlung zum Verkauf gebracht wurde, von Wo sie in die Landau- ersche Sammlung(Stuttgart) kam. Kettner nält den Verlust für gering. In Nr. 28 der gleichen Zeitung(2. Februar 1872) entgegnet Woltmann auf den Kettner- schen Artikel und teilt mit, daß es sich hierbei um das vorzügliche Kleine Bild handelt, das 1872 in der alten Sammlung Suermondt in Aachen ist:„Peinture ſine, sobre, exquise; de la première manière du maĩtre“(vgl. den Nachtrag 215 von 1860 zu Waagens Katalog der Suermondt-Galerie: War durch Firnis- trübung vermutlich unkenntlich geworden). Dieses Bild findet sich heute im Gefolge der alten Sammlung Suermondt im Kaiser-Friedrich-Museum und wurde von W. v. Bode(Jahrb. der Pr. Kunst- sammlungen XXIV. 1903 S. 185) als H. Seghers festgestellt: Beschreibendes Verzeichnis der Gemälde im K.-F.-Museum Nr. 806. B:„Holländische Flachlandschaft mit dem Stãdtchen Rhenen.“ Wie wir schon an anderer Stelle betonten, scheint es uns eine der wichtig- sten Aufgaben, daß die wertvolle Sammlung der Begründerin der Badischen Kunsthalle mit Pietät bewahrt werde, und daß sie als solche auch dem Besucher kenntlich gemacht werde. Einem Bildnis der Markgräfin Karoline Luise oder einem Hinweis auf ihr Werk begegneten wir in der Badischen Kunsthalle in der letzten Zeit nach der Neuordnung der Galerie von 1919 nicht mehr, obwohl das Museum ihrer Tatkraft und ihrer Kunstliebe sein Dasein verdankt. Wir können aber ver⸗ sichert sein, daß diese Unterlassung von dem derzeitigen neuen Leiter des Museums, Professor H. A. Bühler, bald und in bester Form nachgeholt wird. Denn Karoline Luise stellt eine geniale Sammlerpersönlichkeit dar, die gerade der heutigen Zeit wieder richtunggebend sein kann, und deren wir stets mit Stolz und Dankbarkeit gedenken wollen. Anmerkungen. Buchangaben zur Lebensbeschreibung u. a. Die beste und vollständigste Zusammenstellung aller Karoline Luise betreffenden Veröffentlichungen findet man in F. Lautenschlagers Bibliographie der badi- schen Geschichte Bd. J(Allgemeine politische Geschichte) S. 53, 54, 55 Nr. 4648 bis 4665. Wir heben hieraus die für uns wichtigsten Aufsätze heraus: L. 4657. L. 4658. L. 4659. L. 4660. L. 4661. L. 4662. L. 4663. L. 4664. L. 4665. Weech, Friedr. von. Die Markgräfinnen Maria Viktoria und Karoline Luise von Baden. Derselbe: Aus alter und neuer Zeit. Vorträge und Aufsätze. Leipzig 1878. 94-116. Fſunckl, H. Die Markgräfin Karoline Luise von Baden und der Philolog Villoison. Karlsruher Zeitung 1883 Nr. 15 und 16. Obser, Karl. Voltaires Beziehungen zu der Markgräfin Karoline Luise von Baden-Durlach und dem Karlsruher Hofe. Festschrift zum Sojährigen Re- gierungsjubilàum S. K. H. des Großherzogs von Baden, gewidmet vom Groß- herzoglichen Generallandesarchiv in Karlsruhe. Heidelberg 1902. 55—05. Obser, Karl. Zu Voltaires Briefwechsel mit der Markgräfin Karoline Luise von Baden-Durlach. Z. G. ORh. N. F. 17. 1902. 540. Obser, Karl. Die Markgräfin Karoline Luise von Baden und ihr botanisches Sammelwerk. Z. G. ORh. N. F. 23. 1908. 41—78. Lettres sur les salons de 1773, 1777 et 1779 adresseeSs par Du Pont de Nemours à la Margrave Caroline-Louise de Bade. p. p. Karl Obser: Archives de l'art francais; Recueil de documents inédits p. p. la sociétéè de I'histoire de l'art français, nouvelle période, tome 2. Paris 1908. 1—123. Du Pont de Nemours Pierre-Samue)). Lettres à la Margrave Caroline- Louise de Bade sur les salons de 1773, 1779 publiés par Karl Obser avec le concours de Gaston Brière et Maurice Tourneux. Paris 1909.(Extraits des archives de l'art frangçais, nouvelle serie, tome II. 1908.) Obser, Karl. Karoline Luise, Markgräfin von Baden-Durlach. A. D. B. Leipzig 1910. 510—513. Kircher, Gerda. Johann Friedrich Reiffenstein und die Markgräfin Karoline Luise von Baden. Z. G. ORh. N. F. 42. 1929. 84—100. Sonstiges: Obser, Karl. Zur Geschichte der Badischen Gemäldegalerie. François Boucher und die Markgräfin Karoline Luise. Z. G. ORh. N. F. 16. 1902. 331 ff. Kircher, Gerda. Chardins Doppelgänger Roland De La Porte. Zeitschrift Cicerone 1928 XX. 95. 2 —— 106 SSEERAACCCCCCCCCC..˖... .— Kircher, Gerda. Markgräflicher Besuch in Karlsruhe Anno 1760. Pyramide Wochen- schrift zum Karlsruher Tagblatt) 22. Ihrg. 1933 Nr. IT. Behandelt die Be- ziehungen zur„Großzen Landgräfin“ Karoline Henriette von Hessen-Darm- stadt. Drais, E. Gemalde aus dem Leben Karl Friedrichs. Mannheim 1829, S. 9. Beschreibung des Gemäldes des Markgrafen mit dem Erbprinzen in Trauerkleidung. S. 78. Tod der Markgräfin. Schreiber, A. Lebensbeschreibung Karl Friedrichs von Baden. Heidelberg 1811, S. 14—17. K. L. und der französische Herzog, vergleiche dafùr auch: Rabiosus, Ans. Reise durch Oberdeutschland. Salzburg u. Leipzig 1778; S. 142— 144. der Karlsruher Hof. Ewald, Joh. Ludwig. Der fürstliche Menschenfreund, Friedrich, Markgraf von Baden. Eine Gedächtnisrede. Karlsruhe 1817. S. 9 ff. Verhältnis des Prinzen Friedrich zu seiner Mutter. Gutman, Emil. Das großherzogliche Residenzschloß zu Karlsruhe. Heidelberg 1911. Zeitschrift für Geschichte der Architektur, hsg. von Fr. Hirsch, Beiheft 53 wobei eingehender über Gemàldeerwerbungen und uber Eberts berichtet wird. Wille, J. G. Mémoires et journal. p. p. Georges Duplessis et E. et J. de Goncourt. Paris 1852. 2. Bd.[Mehrfach siehe das dortige Register,] Colombier, Pierre de. L'art frangais dans les cours rhénanes. Paris 1930. S. 178/179. Ring, Dom. Bericht über den Tod der Markgràfin in Paris und die Beisetzungsfeierlich- keiten. Handschrift. GLA. 1293. S. 90—93, Tod. Desgl. Die italienische Reise der Markgräfin von 1780. S. 42—83. Desgl. Versuch einer Generaltabelle von Karlsruhe; teilweise veröffentlicht im Folgenden: Funck, H. Der badische Hofgelehrte Ring beschreibt 1772 das Schloß zu Karlsruhe. Pyramide, Wochenschr. 2. Karlsruher Tagblatt X. 1921. Nr. 31. Zu Eberts' Kostümgeschichte: Sig. Freudenberg-Eberts. Suite d'Estampes pour servir à Ihistoire des Moeurs et du Costume des Frangais. 12 Kupferstiche mit Text. Originalausgabe. Paris, bei Laurent Prault. 1776/77. Sig. Freudenberg et Moreau le Jeune. Lähistoire des moeurs et du costume des Francais. Pariser Neudruck von 1876. Kupferwerk mit einleitendem Text. Moreau le Jeune. Monument du costume physique et moral. Fortsetzung des obigen Werkes. Paris 1876. Moreau, Jean Michel, und Freudenberg, Sigmund. Trois suites d'estampes pour servir à Ihistoire des modes et du costume des Français dans le XVIII. siècle. Nachdruck nach den Originalausgaben der Lipperheideschen Kostüm- bibliothek, hsg. von Max von Boehn. Askanischer Verlag. Berlin 1920. Zur Biographie von Eberts: Füussly. Künstlerlexikon. Suppl. M. M. S. 319. Thieme-Becker. Künstlerlexikon. X. 308. Seyboth, Ad. Das alte Straßburg. S. 59 und 120: Uber das Haus zum goldnen Schaf und seine Besitzer. 218 Salomon, E. Un coin du vieux Strassbourg. Bulletin de Ia Société pour la conservation des monuments historiques. Straßburg 188 1. Das Baugeschichtliche zaum,„Haus vom goldnen Schaf“. Giradie, André. Jean Fréd. Schall; un peintre des fétes galantes. Straſzburg 1927. Dacier, Emile. L'athénienne et son inventeur. Gazette des Beaux Arts 1932§8. 112 bis 122. Behandelt ein von Eberts erfundenes Kleines Ziermöbel. Zur Biographie von Melling vergl. K. Obser, Thieme-Becker Bd. XXIV S. 366/67. Altere Münzsorten und deren Werte in Reichsmark bis zum Jahr 1933. Ein Gulden(Rheinischer oder Suddeutscher Gulden)= floren(abgekürat: fl.) Silbermünze zu 60 Kreuzer ü15 Batzen, bis 1876 Wert 1,714 Mark. Der Niederländische Gulden, Wert 1,701 Mark. Ein Taler Geichstaler) bis 1872 Münzeinheit in Norddeutschland zu 30 Silber- groschen 3 Mark. Der Kronentaler= 2 fl. 42 kr. 4,60 Mark vorwiegend in Süd- deutschland geprägt. Livre Tournois Münzstätte Tours): französische Silbermünze bis 1795 Einheits- münze in Frankreich. Wert 80 Pfennig. Livre Parisis; Wert 1 Mark. Seit 1795 jist der Franken(franc) Einheit des französi- schen Münzsystems: Wert o,81 Mark. Burch die lateinische Münzkonvention 1865 bildeten Frankreich, Schweiz, Italien, Belgien, Rumänien u. a. ein einheitliches Münz- System. Sovereign: englische Goldmunze zu 1 Pfund Sterling 20, 4295 Mark. Louisd'or: französische Goldmünze seit Ludwig XIII. 20, 23 Mark. Diese Münze ging 1803 in das Zwanzigfrankstück über. Pistole: ältere spanische Goldmünze zu 15,50 Mark, später allgemein alle Münzen zu 5 Taler Gold. Friedrichsd'or: preußische Goldmünze von 1703 bis 1874 52½ Taler Silber- kourant= Wert 16, 829 Mark. Dukaten: bis 1857 in Deutschland in Gold geprägt 9,60 Mark. ODer Dukaten hat den früheren deutschen Goldgulden, auch in Baden wurden Stucke zu 5 und 10 Gulden aus Rheingold geprägt, verdrängt). In der Markgrafschaft Baden-Durlach wurden Dukaten seit Markgraf Karl Wilhelm, dem Grunder von CKarlsruhe, unter Karl Fried- rich(Münzstätte Durlach) und Großherzog Leopold vorwiegend aus Rheingold ge- prägt. Stücke zu 5 und 10 Goldgulden— Wert 8,60 Mark und 17, 20 Mark— kamen nur unter Großherzog Ludwig bis 1830 zur Prägung. Karolin[Karlin], kurpfalzische Goldmùnze[IIr suddeutsche Gulden] 18,85 Mark. Benutzte Korrespondenzbände und deren Abkürzungen. Am ergiebigsten für die Arbeit waren die mehrbändigen Korrespondenzen der Agenten Eberts, Fleischmann, Goll und Treuer. 219 —— — — Zur Ergänzung wurden hinzugezogen die Bände Noblesse(Nobl.), die in alphabetischer Folge die Briefe von Fürstlichkeiten und Adligen enthalten; desgleichen Savants, Gelehrte(Sa.), Marchands, Kauf leute und Handel- treibende(Ma.). Wichtigen Stoff ergaben die Bände„Peinture“(P.), die Bilderrechnungen, Versteigerungskataloge u. a. enthalten; ebenso wie die Bände„Minutes et Papiers épars“(Mi-Pe.),„Economies rurales“(EC-R.); Lettres d'Artopoeus, eines Sekretärs der Fürstin(L. d. A.); Suppléments (Spl.); Voyages, Reisen. Die Arbeit ist aufgebaut auf doppelt geführten Re- gesten der genannten Bände; Regest J enthält bandweise die Briefabschriften und Auszüge, Regest II ist aus I systematisch geordnet in fünf Abteilungen: I. Frankreich, II. Holland, III. Deutschland und die übrigen Länder, V. Vita, V. Varia. Angeführte Zahlen bei Briefstellen beziehen sich nicht auf die Ori- ginaltexte, sondern die Numerierung meiner Regesten; auf diese Weise ist eine klare Ubersicht und erschöpfende Behandlung des archivalischen Stoffes gewährleistet. Bildnisse der Markgräfin Karoline Luise. Das folgende beschreibende Verzeichnis der Bildnisse Karoline Luisens erscheint hiermit erstmals; ich versuchte alles heute noch Erreichbare zu er- fassen, ohne auf Vollständigkeit Anspruch zu erheben; für weitere Angaben bin ich stets dankbar. Die Bildnisse der Fürstin bieten einen willkommenen Beitrag zur Geschichte badischer Malerei im 18. Jahrhundert. Die Zuweisung an die Maler ist nach eingehenden Vergleichen durchgehend neu erfolgt. Eine noch in Arbeit befindliche Darstellung über badische Fürsten- bildnisse des 18. Jahrhunderts und ihre Meister wird die hier aufgenommenen Studien, zu denen die Sammlung von Fürstenbildern im Badner Schloß wert- volle Beiträge lieferte, vervollständigen. Es sei auch an dieser Stelle noch einmal Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Großherzogin Hilda von Baden und Seiner Königlichen Hoheit dem Markgrafen Berthold Friedrich von Baden für die Förderung meiner Studien in den betreffenden badischen Schlössern gedankt. Darmstadt, Schloß museum. 5 ISiel ell Die Marfgrͤſin im Hochiseitsstadate. Brustbild der Fürstin in weißem Spitzenkleid und rotem Hermelin- mantel vor dunkelm Landschaftshintergrund. Gesicht in Dreiviertel- Profil. Gl auf Leinwand. 83/66 m. Kat. D. Nr. 259. Unsigniert, aber mit Bestimmtheit Fiedler zuzuweisen. Wiederholungen davon im Badner Schloſß Nr. 295 und 254. Dies Gemälde muß als eines der besten Bildnisse angesehen werden, die späteren Gemälde der badischen Hofmaler weit überragend, farbig Fiedler entsprechend, etwas hart, physiognomisch aber sehr treffend. Zu datieren in die Zeit der Verheiratung 1751, Briefe mit dem Maler bestätigen diese Aufträge. Vergleiche die Fiedlerbildnisse von Karolinens Angehörigen, Baden- Baden Nr. 89, 80, 92, 81, 83, 90, 91, sämtlich neu bestimmt. Im selben Darmstädter Besitz noch weitere Gemälde der Fürstin, von mir persönlich noch nicht besichtigt: 220 105, 99/76 em. 217, 50%4 om. 266, 32,5/26 cm. 1151, 65/65 em. 1153, 84/66 em. 1158, 27/21,5ñ em. Aquarell, die anderen alle Ol. Desgleichen Schloß Wolfsgarten bei Darmstadt. D N 5. DN ADr S DοN 6. D. Nr. F 8. 9. W. Nr. 393, 33,5/26, 5S em. W. Nr. 499, 82,5/67 cm. Baden-Baden, Neues Schloß. Die Nummern am Schluß der Beschreibung bedeuten die Nummern der alten Inventare der Schlösser von Baden und Karlsruhe(K. J). 10. J. E. Liotard. Die Markgräfin an der Staffelei. Pastell. Die Fürstin in ganzer Figur an der Staffelei sitzend, dahinter Mal- tischchen, Gesicht im Dreiviertelprofil nach links, weißes Seidenkleid mit bunter Stickerei am Saum und roter Rüschengarnitur, auf dem Stuhl im Hintergrund rechts liegt ein blauer pelzverbrämter Samt- mantel. Pastell auf Papier. 59/49 m im Rahmen, 63/51 m ohne Rahmen. Signatur keine, aber aus der Literatur J. Etienne Liotard zuzuweisen, gemalt vermutlich 1746 in Darmstadt, anschliefend an den Aufenthalt des Künstlers in Frankfurt zur Kaiserkrönung am 13. September 1745. Siehe mein Aufsatz in der Gazette des Beaux Arts, der noch 1933 er- scheinen wird. Nr. 429(K. J.). Großzherzogin Luise(Privatbesitz) Nr. 89. II. Fiedler-Werkstatt. Karoline im Staatskleid und rotem Hermelinmantel. Brustbild in Dreiviertelprofil. Gl auf Leinwand. 82/65 cm. Unbezeichnet, aber Fiedler zuzuschreiben. Baden Inv. Nr. 295. 12. Fiedler-Werkstatt. Desgleichen, etebas verànderte Fassung. G1 auf Leinwand. 75/66 cm. Baden. Inv. Nr. 254. I3. J. W. Hauwiller-Rastatt. Die Markgrä fim als Natuuvoissenschiaftlerin. Karoline Luise mit dem russischen Katharinenorden geschmückt sitzt an einem Tische und blättert in einem großzen naturwissenschaftlichen Bilderbuch, daneben ein Käàstchen mit Medaillen. Gesicht von vorn, weißes Kleid, hohe Frisur, darauf eine große, weiße Faltenhaube, gemalt um 1771—1780. Breit, matronenhaft energisch, Farben bunt und hart. 22¹ —— S.. R SR 7*3— 8 ——— OMauf Leinwand. 1,25/1, 00 m. Unsigniert, aber ganz in der Art signierter Werke von dem Rastatter Hofmaler Hauwiller. Baden Inv. Nr. 351. I4. Badisch, 18. Jahrhdt. Brustbild mit dem Katharinenorden um 1772. Oval. auf Leinwand. 58/48 m, Fragment. Laut Inschrift auf Rückseite 1772 zu datieren. Baden Inv. Nr. 76. 15. Nicodemo August.(2) Die Fürstin am Schreibtischi. Die studierende Markgräfin mit Katharinenorden in ganzer Figur an einem Tische sitzend, Münzkästchen und Bücher auf dem Tisch, im Hintergrund das Arbeitszimmer. Nr. 365. OUauf Leinwand. 56/62 cm. Unbezeichnet. Gegenstück zu Nr. 366: Karl Friedrich. 16. J. W. Hauwiller. Regierende Fürstin mit Rathiarinenorden, nach dem Badner Indentar failoclilich Karoline-Luise von Baden. Diese Fürstin mit dem Katharinenorden ist ein KRniestück in Front- ansicht, weißes Kleid, hohe Frisur mit seitlich auf die Schulter fallenden Locken. GI auf Leinwand. Unsigniert, aber der Art nach Hauwiller zuzuschreiben. Um 1771 zu datieren. Nr. 367. 17. Badisch, 18. Jahrhdt. Wohl Joh. Ludwig Kißling? Karoline Luise mit der Haube. Altersbild der Fürstin mit Katharinenorden, weiſßzes Kleid, hohe Frisur, Haube. Brustbild von vorn in ovaler Fassung, aber viereckigem Rahmen in der Art der Bilder des jüngeren Kifzling. Nr. 32(K. J.). Segenstück zu Nr. 255(K. J.), Karl Friedrich. auf Leinwand. 18. Badisch, 18. Jahrhdt. Wohl Ph. J. Nicodemo? Karoline in blauseidenem Vams. Die Fürstin in blauem, pelzverbrämtem Seidenumhang mit glatt- gescheiteltem Haar und kranzartigem Haarschmuck; mit Katharinen- orden, Brustbild von vorn, kurz nach 1771 zu datieren.[Abbildung in dem Buch„Badische Fürstenbildnisse im Karlsruher Kunstverein Dez. 1906◻]anuar 19075; Karlsruhe 1908, Tafel 9.] Nr. 353.(K. J.) Vermutlich Gegenstück zu Nr. 276(K. J.): Karl Friedrich in blauem Rock, das nach einer Kopie im Darmstädter Schloßmuseum als von Nicodemo stammend bezeichnet ist. I auf Leinwand. 75/58 cm. 222 19. Badisch, 18. Jahrhdt. Selbstbildnis? Pastellbrustbild in rotem Kleid. Mit Katharinenorden, hoher Frisur, rotem Kleid, keine Haube. Nr. 358 (K. J.). Geht im Inventar als Weibliches fürstliches Brustbild, aber destimmt Karoline Luise. Erhaltungszustand nicht gut, Wasserränder. Könnte Pastellkopie von der Hand der Markgräfin sein oder Selbst- bildnis(2). Papier. 44, 6/37,8 œm. 20. J. Grund. Karoline in vveißem Festxleid und Fürstenmantel. Bearbeitung nach älteren Vorlagen Fiedlers und Kißlings. Nr. 98. G1l auf Leinwand. 75 X& 60 cm. Bildnisse verschiedenen Verbleibs. 21. August Nicodemo. Karoline Luise, Bildnis. Festgestellt aus Mainau, Schloßinventar: Nachtrag vom 14. Februar 1929. Nr. 170. Gegenstück dazu Nr. 169, Karl Friedrich. Besichtigung im Augenblick nicht möglich; dies signierte Bild wäre wichtig zur Bestimmung des Werkes von A. Nicodemo. 22. Joh. Ludwig Kißling-Durlach. Karoline Luise als Markgràſfin von Baden. Kniestück in weifzem Festkleid mit reichem Perlenschmuck, Barock- architektur im Hintergrund. Heidelberg, Kurpfälzisches Museum. Kat. Nr. K. H. 819. Gl auf Leinwand. 144/107 m. Unbezeichnet, aber mit Sicherheit J. L. Kißling zuzuweisen, in die Zeit von 1751 bis 1767 au setzen. Das Bild läßt sich genau bestimmen aus dem Buch von J. Ch. Sachs,„Geschichte der Markgrafschaft Baden“, wWo im 1767 erschienenen 2. Band ein Kupferstich nach diesem Gemälde als Titelbild erscheint; dieser ist folgendermaßen bezeichnet: Kisling jun. pict. Aul. pinx. Rein sc. A. V. Bis auf den vereinfachten Hintergrund dem obigen Bild genau entsprechend. 23. Kißling-Werkstatt. Dasselbe ↄwie Nr. 25. Pfinzgaumuseum Durlach, aus dem Durlacher Rathaus stammend, fälschlich„Luise-Karoline von Hochberg“ bezeichnet; schlecht erhalten. 24. Kißling-Werkstatt. Brustbild der Füirstin mit Federnkopfputs. OU auf Leinwand. 29/23 m. Basel, Gffentliche Kunstsammlung, Kat. Nr. 193, im Katalog von 1910 erwähnt als deutsche Schule; Legat von Frau Anna Maria geb. de Re- 223 B. 437. 8 B. 438. 6 B. 439. B. 440. B. 401. 1 B. 404. B. 436. boulet, Witwe des badisch-durlachischen Hofrates und Comes Palatinus, Peter Mangold, 1779. Testament vom Jahre 1776; im alten Basler In- ventar von 1769 erwähnt. 25. J. E. Liotard zugewiesen. Pastellbrustbild der Marꝶgrä fin in blauem Nleid. Papier. 31/24, 5 m. Karlsruhe— Privatbesitz. Frau A. Wagner. 0 26. Markgräfin Christiane Luise? Karoline mit Katharinenorden und Haube. Brustbild in Profil, gezeichnet im Todesjahr der Markgräfin 1783. Bleistift. Früher Großherzogliches Kupferstichkabinett aus dem Nach- laß des Sohnes der Markgräfin Karoline Luise, des Markgrafen Frie- drich. Verbleib heute fraglich. Photo: Generallandesarchiv Karlsruhe. 27. A. von Werner. Bildnisgeiclinung der Marꝶgräfin. Kniestüick. Bearbeitet nach dem Badener Pastellbildnis Liotards für Weechs Chronik von Karlsruhe. 26,5/21 cm. Besitzerin Fräulein Uta von Weech, München. Für Kupferstiche und ältere Angaben vergleiche auch Brambach: Badische Fürstenbildnisse, Mitteilungen der Badischen Lan- desbibliothek VoSeite 54. Karoline Luise unter CXV. Nr. AAA. Stehende Figur. G. N. Fischer del. A. H. J. Degmair Fecit A. Vind. Schabkunstblatt. Folio. Pendant zu Nr. 382: Karl Friedrich. Heute Badische Kunsthalle, Kupferstich-Kab.] Gürtelbild. Kisling jun. pict. usw. Vergleiche Kircher Nr. 24 Anm. Gürtelbild. Kupferstich. 8. Neue Europ. Staatskanzlei XLVI. Titel- kupfer. Handzeichnung Christiane Luise; vergleiche Kircher Nr. 28. Gemälde unbekannten Ursprungs und Wiederholungen aus den ba- dischen Schlössern und Rathäusern, davon nicht in meinem Verzeichnis: Sulzburg, Privatbesitz; Schloß Kirchberg-Jagst; Karlsruhe, Rathaus; Basel, Bibl., Handzeichnung. Medaillen. Abbildung in Müllers Badischen Fürstenbildnissen. Familienbilder. Da das Zähringer-Museum ⁊zurzeit für wissenschaftliche Studien nicht zu- gänglich, konnten dessen Bestände nicht berücksichtigt werden, ebensowenig wie die Bildnissammlung auf Schloß Mainau. 224 A. Bloemaert. Hirtin mit Traubenschale. Aus der Sammlung Liotard. Ackermann, H., 63. Aelst, W. v., 151. Agdollo, G., 165, 166. Aiquillon, Herzog v., 29. Albani, F., 83, 167. Albani, Kardinal, 71. Albertas, 106. Alembert, J. L. d., 30. Algarotti, Graf v., 70. Angleterre, Hotel de, 4. Antiochus(Bild), 17, 49, 139—140. Arcadia, Lit. Gesellschaft, 22 Arnaud, 28. Arnold, 63, 144. Arpino, J., 2 Artaria, D., Kunsthändler, 34. Artis, Huthändler, 139. Autenrieth, L. A., 95. Audran, Graveur, 43. Aved, J. A., 14, 105, 106, 1289 170, 17T. Bachelier, Nic., 14, 39, 109, IIo, III. Bachoff-d'Echt, v., 21. Backhuyzen, 16, 86, 173. — —. Baden, Fürstenhaus: Amalie, Markgräfin und Karl Friedrich, Mark- graf und Groß herzog, 2, 4, 6, 15, 26, 27, 28, 29, 68, 73, 96. Karl Ludwig, Erbprinz, 2, 8, 15, 27, 29,§2, 95. Karoline Luise, Mark- gräfin, passim. Ludwig W. A., Mark- graf und Großherzog, 2, 3, 8, 9, 23, 24, 275 95. Luise Karoline von Hoch- berg, Reichsgräfin, 6. Maria Viktoria, Mark- gräfin von Baden-Ra- statt, 95. Luise Karoline, Prinzes- sin von Baden, 3. Stephanie Beauharnais, Großherzogin, 2. Baillit de Breteuil, Le, 165, 166, 167. Balen, H. v., 81. Bambini, N., 83. Bamboche, d., 93, 164. Barberino, 84. Barth, 172. Bassano, Giac. da Ponte, 80, 81, 86, 1I4. Battoni(Batoni), P. G., 167. Baureville(Bandeville), de. Erbprinzessin, 1, 2, 5, Beaumont, C. F., 70, 75. 44, 52. Deren Töchter, 2. Berthold Friedrich, Markgraf, VI, 220. Christiane Luise, Mark- gräfin, geb. Prinzessin von Nassau-Usingen, 8, 10, 187 fl. Friedrich, Markgraf, 2, 35 8, 9, 26, 27, 33, 34, 95, 98. Georg August, Markgraf von Baden-Rastatt, 30, 95. Hilda, Groſß herzogin von Baden, VI, 220. Karl, Großzherzog, 2, 3, 6. 277 Baudouin, P. A., 106. Becker, Ph. J., 10, 15. Beck, Oberst von, 31. Berchem, N., 14, 16, 17, 18, 23, 39, 59, 63, 83, 86, 90, II2, II4, I16, IIS, 133, 141, 146, 155. Bergh, v. d., 63. Berckheyde, G. u. J., 148. Bernard, Sammler, 59. 625 Personennamen-Verzeichnis für Teil LIII. Bismarck, Graf v., Gemahl der Prinzessin Auguste Amalie, 10. Bisschop, Sammler, 58, 59, 144, 145, 146, 149, 172, 174. Bisthoven, v., 14, 156. Bloemaert, A., 81, 164. Boccage, Madame de, 30. Boendermacker, 172. Bois, P. d., 86, 173. Bois-Jourdain, 105, 137. Boissière, de la, 105, 136, 170. Borghese, 84. Bordone, P., 86, 166. Both, J., 62, 83, 148, 161. Boucher, Fr., 13, 14, 19, 39, 44, 49, 50, S4, 83, 105, 106, I16, 124—127, 169, 171. Bouillon, Herzog von, 48. Bonjeux, 143. Bourgeons, 50. Bourguignon, 73, 167. Bernoulli, Apotheker, 31. Bertusch, Maler, 62. Berner, F. A., 63. Biehl, Ch. E., 21. Bicker van Zieten, 145. Binninger, Rat, 109. Björnstahl, J., 18. 225 Bötticher, Leipzig, 13, 46, 106, II3—II5S. Braamcamp, Sammler, 12, 27, 58, 62, 64, 146, 156. 169, 170, 174. Bramer, L., 94, 161. Braun, Sammler, 66, 67. Breda, 153. Breemen, v., 153. Breenbergh, B., 86, I17, 119, 170. Brekelenkam, Q. G., 162, 163. Brentano, St. A., 63, 144. Bretorius, Graf v., 154. Brill, P., 86. 116, Brinckmann, Ph. H., 86, 88, 162. Brochner-Hornemann, J. J., 21. Brouwer, A., 86, 87, 11I4, 132, 163. Bruegel, 81, 86, 116, 117, 118. Brunns, 18. Burdett, Hauptmann, 166. Burckhardt, Sammler, 68. 15 „ —0 *4 „„ Burmann, Kapitän, 69. Bückle, J. M. 95. Buffon, 7. Byen, von(Byers), 62, 64, 153. Callot, 86. Cappucini, 166. Cardoni, G., 86. Carrisra, R., 16, 83, 136, 165. Carignac, Prinz v., 129, 171. Carracci, A., 91. Carracci, L., 86. Casanova, F., 30, 165. Castiglione, L. G. da, 22, 166. Castiglione, B., 159. Caylus, A. C. Ph. Graf von, 30. Charan, N. N., Kunst⸗- händler, 29. Chardin, I5 S8 12 14 39, 41, 48, 107, 108, 109, 11I0, II2, 130. Choiseul, Herzog von, 14, 46, 49, 50, 106, 142. Claude Lorrain, 86, 133, 165, 173. Claudon, 143. Cleonice Delia, 22. Clerisseau, Ch. L., 71. Cochin, 30, 83. Codde, P., 17, 150. Collier, Maler, 93. Collini, C., 88. Colonna, 84. Costa, B. da, 13, 58, 61, 151, 152. Cousin, Pariser Gelehrter, 29. Coustou, 30. Correggio, 86, 98, 166. Cortona, P. D., 91, 166, 167. Coyzevox, A., 131. Dacier, E., 45. Damery, Sammler, 105, 136. Dargenville, 29, 50, 106. Dassier, Medailleur, 69. Davila, 106, 142. Decker, C., 94. De Gelder, 115. Delaborde, 142, 143. De la Porte, R. 139. Demidoff, 143. De Moni, 64, 153. Deénoyer(Desnoyers), 106, 117. Descartes, 7. Deshayes, 53. Desportes, F. A., 158, 160. Devet, 94. Devigneux, 66, 92, 93, 164. Dietrich, Baron von, 134, 139. Dolci, C., 83, 167. Dom nichino, 83, 166. Doncp, Graf von, 30, 67. Doria, 84. Dou, G., 59, 62, 75, 80, 86, 9+187 18 116137, 141, 142, 152, 169, 170. Douglas, K. v., 9. Drognat, Sammler, 148. Drouais, 48, 53, 138. Dubarry, Frau v., 143. Du Barry, Bürgermeister, 84. Dubourg, L. F., 62, 63, 148, 153, 154, 172, 173 f., 174, 175. Ducourt, 63. Dujardin, C., 18, 62, 93, 94, 135, 164. Dumont, Bildhauer, 97, 98. Duplessis, G., 123. Du Pont de Nemours, P. S., 4, 28, 29. Fleischmann, G. W., 13, 14, 39—43, 46, 107, 108, 0s Hischles Fenss6 Fonspertuis, 106. Fontenelle, 7. Förster, E., 18. Fouquet, P., 148, 153. Frank, J. W., 58, 62, 63, 93, 144. Frankreich, Ludwig XV. von, 29. Frankreich, Maria Antoi- nette von, 29. Rae Freesen, G., 66, 67. Frégatte, Le, 106. Francard, 95. Freérou, 43. Freudenberg, S., 43, 44. Frommel, K., 87. Funk, Bildhauer, 68. Füret, J., Maler, 58, 63, 153 f., 175. Füssli, M. oder R., 68. SGabrielli, Sängerin, 34. Dyck, A. V., 12, 42, 54, 62, 73, 74, 80, 81, 97, 97, II10, 116, 117, 132, 145, 151, 169. Gagny, Blondel de, 49, 106, 117, 143. Gagny, Gaillard de, 105, 132. SGaignat, 106, 129, 142, 170 Gallazo, 106. Garrick, Schauspieler, 71. SGautier-Dagoty, 20. EBEIFHFF 28, 39, 42, 43— 56, 58, 66, 83, 105, 113, 1I4, I16, 117, I18, 120, 124, 137 140, 169, 170 f. Eberts, J. Ph., 45. Eeckhout, G. v. d., 173. Edelsheim, W. von, 28, 88. Ehrenreich, J. B., 14, 66, 163. Elsheimer, A., 81, 146. Gayling von Altheim, Frei- herr, 28. Geoffrin, Madame de, 30. Geßner, S., 77, 83. Gevers, Rotterdam, 57, 175. Gherardini, Al., 90. SGillig, J., 155. Siradie, A., 45. Sivernais, Marquis de, 30. Gleim, 7. SGluck, Musiker, 44. 79— 8T, 92, 161T, 162, Erdmannsdorff, W. v., 69. Everdingen, A. v., 86. Ewald, 5. Fabbroni, Abbé, 69. Fagel, Sammler, 59. Falconet, 25. Ferabosco, 166. Fersen, Kunsthändler, 68. Fleischmann, S. D., 40. 226 Gmelin, F. Ch. Botaniker. 7. Sosthe 5 618 Eichhorn, Phil.(Wirt), 9. Goll, J., 13, 20, 23—26, 59- 60, 62, 63, 66, 144 bis 157 ff., 172, 174. Soncourt, E. u. J. de, 123. Soyen, J. v., 163. Greuze, J. B., 48, 49, 53, 54, 82. Gram, V., 21. Gresset, 7. Griffier, 17, 146, 152, 156. Grimm, M. v., 22, 29. Grimou, J. A., 138. Grommé, A., 63. Firt, 83. Lacourt, Sammler, 172. Gronovius, 172. HFHoet, W. G., 92, 145 fl. Laer, PEN. 94 Grooth, J. N., 66, 68, 87. FHoffmann, Sammler, 68. La-F rque, 64. Gröningen, von, Malerin, Hofstete de Groot, 120. La Grenée, Maler, 29. 62. Holbein, H., 83. La Guiche, de, 106. Grotius, 7. Hondecoeter, G. u. M. d., La-Hire, 48. Guepière, Ph. de la, 12, 30, 58, 59, 62, 93, 146, 150. Lairesse, G., 17, 49, 82, 39, 47, 107, IIO. HFoudon, J. A., 30. 139—140, 14T, 174. Guercino, 83. FHulst, v. d., 93, 94, 164. Lalive de Jully, Sammler, Hurter, J. M., 68. 46, 48, 106, 117, 138. Huysum, J. v., 12, 18, 30, Lang, K., 15, 16, 18. 58, 59, 62, 67, 80, 90, 93, Lang, Dr., Zürich, 88. 128—129, 151, 169, 171, Largillière, N. de, 48, 107, Gysels, P., 64. Haalften, G. C.,(Wohl Haaften), 58, 146, 150, 155, 156. 174. 6 18 116, 1I22, 132, 159. Haas, Buchdrucker, 31. ̃ 1; Haclct, P16 188583 Jardin, Nic. H., 21. Latour, F., 28, 68, 73. Häckel, Baron v 66 158 ordaens, I. 92. Lauth, E., 45. ale v. 7 8 Iranda, Marchese, 22. Le Bas, 41. Hallek 1 Cn. 163. Iouillain, Kaufmann, Paris, Le Clerc, L. A., 21. 8 5— Handmann, Sa immler; 68. 8 Le. Oointe, Madame, 30. Jouvenet, 170. Leibnitz, 7. Hanau-Lichtenberg Julienne, de, 46, 48, 106, Lemberger, E., 22. Dorothea Friedericke, 141. Lempereur, 106. Gräfin v., I. Jung-Stilling, 4. Lemoyne, J. B., 29, 48, Johann Reinhart II., 53— 54, 169. Graf v., I, 2. Kageneck, Freiherr v., 30, Le Roy, 30. Hardenberg, K. Graf v., 1565, 166, 167, 168. Lerber, Sammler, 68. Le-Sage, Gelehrter, 29. 20. Kalf, W. d. 93, 94, 164. Haug, H., Karl, 55 von Schuttern, Lessing, G. E., 7, 44 Hauwiller, 1 W.., 95, 96. 98, Liberi, 166. Hayoit, D., 154. K 01 Luise, Mark- Lilienberg, 156. Heda, 162. gräfin, passim. Lingelbach, 161. Heem, J. de, 107, II5, 146, Karsch, Malerin, 55. Linné, 4, 52 20, 29, 57. 154, 155, 161, 170, Katharinenorden, 22. Liotard, J. Et., 10, 20, 66, Heemskerbk, 161, 172. Kauffmann, A., 66, 7o, 68, 69, 74, 84—85. Heidegger, Sammler, 68. 78, 79. Lodonio, Maler, 70, 75. Hennigen, von, Stadt- Keirincx, 81. Loo, O. V., S, 106. kommandant, 32. Eeller-Vogel, J. D., Gast- Lormier, W., Sammler, Herbster, J., 87. Wirt, 80. 13, 14, 27, 58, 61, 775 Herder, 4. Kern, Ph. Fr., 40. 149, 150—151, 174. Hess; Jouailler, 72. Ectelaar, J. A. V., 14, 63, CLoth, Q., 166. Lotter-Stadion, Graf v., 73. 1 174. Hessen Darmstadt, Ki B01,72 Louis, Victor, Architekt, Fürstenhaus: 3 8 K.leopatra(Bild), 14, 18, 44) 5 Charlotte Christine, 10, 21, 24, 42, 117, 119, CLoutherbourg, J. d. J., 30, Landgräfin, 1. 128 557 83. Georg Wilhelm, Prinz, 1. Kircher, G. Fr., 16. Lubbeling, J., Sammler, 59. Johann Friedrich Karl, Klopstock, 4, 7. Luther, Martin, 7. Prinz, I. Kißſling,. L., 96. Lydenweat, 173. Henriette Karoline, KCitßling, Ph. H., 96. Lynar, Graf v., 58, 67, 69, Landgräfin, 1, 5, 6. Cobell, Fr., 92, 93. 72. Ludwig VIII., Land- Koch, Chr. W., 40, 78. Lvonet, P., 58. graf, I. EKcoelitz, 16. Ludwig IX., Landgraf, 1. Kopernikus, 7. Macklot, Buchhändler, 7. Luise Auguste, Prinzes- Kornmann, Bankier, 63, Maelrondt, Kaufmann, 46. sin, I. 123, 124. Maetry, 53. 0 Heteren, van, 58. Krahe, L., 66, 67, 88, 92, Mallebrein, Kaufmann, 63, Heyden, J. v. d., 40, 62, 86, 162. 144, 156. 145, 147, 152, 169. Kuntz, Karl, 10. Maillot du Clairon, 28. Hirsching, P. G., 18. EKupetzky, 73. Maria Magdalena, Bild, 14. 227 ⏑ — SS Mark, v. d., 172. Maron, A. v., 165—166. Martin, Dom., 63. Marigny, Marquise de, 49, 54, 106. Mechel, Chr. v., II, 37, 66, 67, 77, 82—83, 89, 139, 140. Meissonnier, J. A., Archi- tekt, 88. Melling, Christoph, 99. Melling, Josef, 10, 13, 16, 39, 74, 88, 96—99. Mengs, A. R., 83, 84. Menschen, holländischer Rat, 57. Meskerk, 41, II2. Metsu, G., 17, 49, 50, 62, I1I4, 134, 146, 148. Meulen, v. d., 83, 86, 107, 171. Meusel, 15. Meyer, 68. Michelangelo, 34, 86. Mieris, Fr. v., 12, 19, 50, 62, 73, 86, 90, 110, 114, I22, 129, 151, I52, 155, 169, 171, 174. Mignon, A., 130. Mirabeau, V. R. v., 4, 28, 29. Mireur, 120 ff. Mochetti, M., 63, 150. Moel, P. v., 93. Molenaer, J. M. v., 87, 94. Molieère, 7. Moll, Stallmeister, 95. Monichetti, 70. Montesquieu, 7. Moor, K. de, 145, 151. Morandt, de, 28. Moreau, J. M., 43, 44. Morell, G., 58, 150. Mortel, J., 93. Moltke, Chr. Fr. v., 12, 21. Muescher, M. v., 93. Murillo, 142. Nassau-Usingen Auguste Amalie v., 10. Christiane Luise v., 2, I0, 187 f. Napoleon, 40. Natoire, Ch. J., 165, 166. Nattier, 28. Necker, 44. Neefs, P., 87, 171. Neer, Egl. v. d., 62, 80, 81, 86, 122, 134, 135, 146, 148. Palm, Baron v., 27, 69. Neer, d rre 119, 154. Netscher, K., 12, 14, 18, 19, 42, 62, 109, TI10, 116, 117, I19— 120, 136, 152, 155,, 169. Neufville, v., 63, 152, 172. Nicodemo, Phil. Jac., 99. Nicodemo, August, 99, 100. Noack, Friedr., 71. Noailles, Madame de, 29. Obser, Karl, 6, 124. Oelenhainz, F., 15. Oels, Graf v., 26, 66, 73. Gsterreich, Franz I., Kai- Ser, 85. Osterreich, Maria There- sia, Kaiserin, 6, 85. Oranien, 57. Orloff, 95. Ostade, A. V., 58, 86, 122, 141, 153, 161, 171. Osterwyck, M. v., 129. Ottmann, D., 45. Oudaan, 172. Oudendyck, A. v., 151. Paggiari, Chevalier de, 94, 165. Palamedes, 17, 86, 87. Palmezzano, M., 91. Papelier, 46. Parma- Farnese, Herzog von 94, 165. Parmeggiani, G., 83. Paule, St. Fr. de, 86. Paulotto, 166. BESHeDANANR Pécheux, L., 165, 166, 168. Peilhon, 46, 105, 135. Perroneau, 10, 215. ESFEZOIAEF FEhE2NR Péquigny, Herzog von, 30. Pfalz, Karl Theodor, Kur- fürst von der, 89. Pfyffer, General, 83. Piatti, S., 166. Piazetta, J. B., 86. Pierre, J. B., 14, 30, 42, 55, I18, 120, 123. Pigage, N. d., 66, 89. Pigalle, J. B., 30. Pigler Pichler), 88. Eiles Piranesi, 94. Pius V., 84. Eizzei G22 Plessen, v., 21. 228 Eöel, E. v. d., 81, 114. Poelenburgh, 160. Poirier, N. N., Kaufmann, 29. Pompadour(Bild), 106, 124, 127. Pond, Art., 74. Eotter, B T2 58 62 885 81, 132, 141, 149, 151, 152, 153, 174. Poussin, C. u. N., 48, 77, 86, 166. Prault, L., 44. Preissler, J. M., 21. Preußen, Prinzessin v., 89. Friedrich II., 6, 41. Friedrich Wilhelm III., 19. Prévost, 56. Pynacker, 16, 149. Quinkhardt, 172—175. Rabener, v., 8. Räafael, S., 75, 79, 80. Kathlauer, Dr., 57. Rauscher, B., 175. Reiffenstein, J. F., 1I, 13, 20, 42, 43, 66—79, 81, 8287 158 268 162 165, 166. Reishofer, J. Ch., 66, 67, 158, 159, 160. Rheenen, N. v., 173. Rembrandt, H. v. R., II, 12, 26, 42, 50, 62, 71, 72, 74 f., 87, 83, 85, 93, 109, II T16 r Ilr8129, 169, 174, 175, 215. Reni, G., 79, 165, 166. Renier(2), Paul, Doge, 35. Ricci, 166. Richard, 67. Rigaud, H., 48. Rige⸗ Dom.,, 45 9, 33, 34, 7 Rischer, Landvogt, 68. KRivasans, 68. FBöaesB KRohan, Prinzessin v., 29. Romanoff, Fürst, 22. Roos, J. H., 16, 17, 86, 90, 161. Rosa, Salvator, 77, 83, 94, 166, 167. Rossi, 63. Rott, Hans, 160. Rottenhammer, 87, 86. Rouselle, N. N., Ebenist, 29. Rousseau, E., 8. RAEES 50, 58, 62, 68, 75, 80, 92, TTO0, 132, 134, 150, 151, 154, 175. Rubempreè, Prinz, 107, 172. Rufzland, Katharina II. von 48, 82. Ruysdael, J., 16, 18, 109, 113, 172. Ruysch, R. u. A., 18, 119, II3, 155, 158. Ryhiner, E., 66, 68, 87. Sachsen, Kurfürstin v., 27. Sage-Le, Pariser Gelehrter, 29. Saftleven, C., 146, 149, 163. Salvert, Graf v., 106. SaIJ 271 Sandrart, J., II5S. Sarasin, Kaufmann, 68. Savery(Kavery), 59, 63, 64, 156. Savioli, Graf v., 34, 94. Seekatz, 83, 163. Selle, Graf v., 46, 105, 120, 129, 130—133, 171. Seybodt, 73. Sickingen, Freiherr v., 31. Silvestre, 106. Slingeland, P. C., 130, 132. Sinner, Bibliothekar, 68. Six, Bürgermeister, 174. Solimena, 83, 165, 167. Spada, L., 167. Spagnoletto, 87. Spangenberg, J. M., 166. Sybilla, G. E., 94. Schalch, 86. Schalcken, G., 136, 137. Schall, J. F., 44. Scherner, Rotterdam, 175. Schinagel, 83. Schlözer, 34. Schmettau, W. v., 12, 13, 21, 26, 58, 62, 63, 64, II4, 154 f., 156. Schöpflin, 97. Schreiber, Al., 7. Schrieck, O. M. v., 150. Schwarzburg-Rudolstadt, 2 Schultheiß, 68. Schütz, Maler, 83, 86, 158. Stadion, Graf v., 26, 66, 73. Stanislaus von Polen, 73. Steen, J., 146, 149, 150. Steenwick, 94. Stein, S., Gastwirt, 80. Stevens, 86. St. Simon, 29. St. Remy, 106. Stridbeck, Kupferstecher, 67, 172. Strogonoff, 143. Stuppanus, Maler, 68. Trautwein, 158. Teerwesten, A., 144, 146, 149. Therbusch, A. D., 55, 56. Tessi, 70. 58, 63, 106. 86 94 el8S 1280 133, 169, 171. Teniers, D., 86. Terborch, G., 132, 133. Tintoretto, 86, 98. Tischbein, Hofmaler in Kassel, 10, 15, 69, 75. Tizian, V., 79, 86. Torenvliet, A., 146. Torre, G. M., 79. 575 59, 61, 62, 144 fl., IJrembley, S. A., 45. ITroublet, Abbé, 10), 108. Weyermann, C., 113. Wiedevelt, J., 21 Wieland, Ch. M., F. Troy, de, 83, 122. Unnbekannt, 131. Underogge, 94. Uxkull, Freinerr v., Reise- marschall, 26, 33. Valenti, Kardinal, 172. Valkenborch, 81. Vanini, Dr., 34. Vassé, 30. Veen, O. v., 94. Velde, A. u. W. v., 16, 17, 49, 59, 86, 94, 130, 138, 148. Werff, A. v. d., 14, 17, 49, Veronese, P., 81, 83, 86. Verrazzi, Graf v., 94. Verschaffelt, P., 91. Verschuring, 94, 149. Vidame d'Amiens, Le, 105, II7, 133—134. Vidame de Vassé, Le, 106. Viet, 172. Vien, Maler, 30, 53. Thiers, de, Sammler, 82, Vigera, M. S., 45. Villoison, A. de, 34. Voltaire, 4, 8, 28, 69, 88. Vanloo siehe Loo, C. v. Vosmaer, 57. Vopelius, J. v., 66, 80, 158. Teniers, A. v., 17, 42, 58, Waagen, G. F., 138. Wagner, 83. Walraven, J., 62, 64, 173. Wassenbergh, 62. Watelet, Maler, 30. Waterloo, 16. Watteau, 124, 163. Weech, Friedr. v., 6. Weenix, J. B., 13, 59, 90, 91, 147, 156. Weinbrenner, Friedrich, 6. Weirotter, F. E., 83, 162. 62, 81, 87, 89, 90, 132, 142, 143, 150, 152, 154, 162, 164, 172, 175. Wierman, 58, 146. Willaert, A., 14, 39, II2. Wille, J. G., 14, 30, 39, 42, 44, 66, 67, 73, I05, III, I19, I20—123 f., 141, 142. Willmers, v., 8. Winckelmann, J. J., 7, II, 66, 67, 69, 70, 7, 82, 165. Woltmann, A., 18. Vence, Graf v., 13, 42, 43, 46, 47, 67, 105, II5—I24, 169. Verbrugge, 59, 60, 144. Verdussen, J. P., 17. r Vergennes, v., Gesandter, 34. Verkolje, 63, 173. Vernet, J. H., 30, 41, 48, 535 85, 77 II2, 135, 175. 229 Wouwerman, Ph., 59, 77, 81, 86, 94, TI4, 142, 172, 175. Wright, 166, 168. Wurmser, General, 66, 162. Wyßyck, Th., 86, 149. Wynants, J., 16, 83, 145. Zanchi, A., 83. Zweibrücken, Herzog von, ——75 Badischen Kunsthalle hergestellt. Verzeichnis der Abbildungen. Pastellbild der Markgräfin an der Staffelei. J. Et. Liotard zugewiesen. Baden- Baden, Neues Schloß. Titelbild. Johann Reinhart II. Graf von Hanau-Lichtenberg. Glbrustbild von J. Chr. Fiedler-Darmstadt. Karlsruhe, Landesmuseum, Schloß, Familienzimmer der Markgräfin. Ludwig VIII. von B Oibild in von Darmstadt. Karlsruhe, Landesmuseum, Schloß. Familienzimmer. Karoline Luise, Markgràfin von Baden. Brustbil in Ol von Fiedler- Daladt Darmstadt, Schloßmuseum. 0 16 J 5. Der Lesende. von 55 111 Karlsruhe, Kupferstichkabinett. 24 734 6. Markgraf Karl Friedrich von Baden und 5 Erbprinz Karl 146018 1 in Tr auer- 6 kleidung nach dem Tod der Markgräfin. Glbild auf Kupfer gemalt von dem . Züricher Maler H. Freudweiler. Baden-Baden, Neues Schloß 8 32 7. Bildnis der Markgräfin Karoline Luise in ihrem letzten Lebensjahr, 705 Bleistiftzeichnung, vielleicht Original der Fürstin, aus dem Nachlaß ihres Sohnes, des Markgrafen Friedrich. Früher Großherzogliches kabinett; Verbleib heute fraglich. 40 8. J. B. Chardin. Stilleben mit Glasflasche 110 Eüenen nlune Badische Kunsthalle, Nr. 497 48 9. Rembrandt-Selbstbildnis. 8 B34119818 18 238 56 10. K. Netscher. Tod der Kleopatra. Karlsruhe, Badische Kunsthalle, Nr. 264 64 II. B. Breenbergh. Landschaft mit dem Hauptmann von Kapernaum. Karlsruhe, 3 Badische Kunsthalle, Nr. 228 12. N. Largillière. Bildnis einer Edeldame. Carlsruhe, Badische Kunsthalle, 6 Nr. 473 8 80 N 13. Fr. Boucher. Schäferstuck: 11 WIAdene Ene B3 i8ch 3 1 halle, Nr. 480 88 14. J. v. Huysum. mit 8 R088 Badische halle, Nr. 380 5 96 15. R. de La Porte. Das Oucakecbüumehen. E Badisclte lle Nr. 495 104 16. G. Lairesse. 50 Badische Kunstballe, Nr. 241 112 17. G. Metsu. Borgerear beinn Erühstück. 308 4415618 Bansthele, Nr. 261 0 120 ‚ 18. W. v. Aelst. 13881801 mit 15 961855 15 Nr. 350 128 6 19. Egl. v. der Neer. Halbfigur einer jungen Dame mit Hund. Karlsruhe, Badische Kunsthalle, Nr. 278. 144 4 20. M. de Hondecoeter. Hubnerhof, E llie lle W25 160 40 21. J. Steen. Im Wirtshausgarten. Karlsruhe, Badische Kunsthalle, Nr. 260 176 75 22. J. v. der Heyden. Kanal an der Stadtmauer mit Minervastatue. 5 Badische Kunsthalle, Nr. 339 292 4 23. G. Dou. Büßzende Magdalena. E1 Badische ialle Tr. 268 208 4 24. A. Bloemaert. Hirtin mit Traubenschale. Karlsruhe, Badische Kunsthalle, 8 Nr. 222 FF 224 Die Druckstöcke zu den Abbildungen Nr. 8, 9, 12, 17 sind vom Verlag Julius 38 Bard, Berlin, zur Verfügung gestellt; die übrigen Druckstöcke wurden teils nach den 9 Aufnahmen des Verlags F. Bruckmann A.-G., München, teils nach Neuaufnahmen der JOS. AU G. BERINGR: Badische Malerei 1770— 1920 Zweite Auflage, 240 Seiten, 174 Abbildungen. Halbleinen RM. 8.—, Halbleder RM. 11. Ein entwicklungsgeschichtlicher Uberblick über das Kunstschaffen in Baden und ein bis jetzt einzig dastehendes Beispiel kunsthistorischer Betrachtung für ein begrenztes deutsches Gebiet, in dem über 330 Künstler behandelt werden. „Nicht allein in Baden geborene, sondern auch solche auswärtige Maler sind be- Sprochen, die im Lande, namentlich in Karlsruhe, mit Auszeichnung gewirkt haben, Wie z. B. Schwind, Canon, und solche, die, in Baden geboren, anderwärts bahnbrechend wirkten, wie Rottmann. Beringer hat mit einer staunenswerten Einfühlungs- kähigkeit den gewaltigen, stets fluktuierenden Stoff bewältigt, das suum cuique auf das gerechteste betätigt. Mancher wird dies oder jenes anders beurteilt wünschen— bei der Kunst ist eine gewisse Subjektivität, eine persönliche Vor- liebe oder Abneigung unvermeidlich. Niemand aber wird hier sagen können, ein anderer hätte es besser gemacht. Stoffbeherrschung, Zusammenfassung und Gründ- lichkeit sind unerreicht. Kein Leser wird das Werk unbelehrt, niemand wird es unerfreut aus der Hand legen. Ausstattung, Dapier, Druek, IIlustration sind musterhaft, der Preis ist ein sehr mäßiger zu nennen.“ O. E., Kunst für Alle. HERMANN ERIS BUSSE: Hans Adolf Bühler 180 Seiten, 72 Abbildungen und 2 Farbtafeln. Halbleinen RM. 5.85, Geheftet RM. 4.30. Die erste Monographie über den hervorragenden Meister und Leiter der Badischen Landeskunstschule. Von einem stammverwandten Dichter, in schöpferisch gestal- tender Sprache, mit feinstem Verstehen und Einfühlen in den Werde- und Ent- wieklungsgang geschrieben. „Diese Monographie ist zunächst die meisterliche, spannend geschriebene Er- zühlung eines Künstlerlebens. In die schöne, sinnerhebende und herzstärkende Erzählung vom Werde- und Meistergang eines deutschen Malers ist eine oft prachtvolle, immer eindringliche und bei aller Farbigkeit höchst besonnene Schilderung, Deutung und kritische Wertung des Bühler'schen Werkes eingewoben. Die reiche und vortrefflich gewählte Bebilderung des Textes unterstützt die Kunst der sprachlichen Darstellung auf das willkommenste und beste... Busses Schilderung führt, selbst aller Seelenmärchen kundig, in die unvergleichlich innige und traumdurchleuchtete Landschaft Bühlers ein, die dessen Radierstift wie dessen Pinsel mit gleicher Meisterschaft ins Bild, ins Gleichnis zaubert.“ Prof. Dr. F. A. Schmid-Noerr, Münchener Neueste Nachrichten. O. F. MULL E RVERLAGK ARLSRUHE GB A D E N F. W. GAERTNER: FERDINAND KELLER . 127 Seiten, 75 zum Teil vierfarbige Abbildungen. 1 Ganzleinen RM. 5.—. Ferdinand Keller hat fünf Jahrzehnte hindurch an der Karlsruher Akademie gewirkt, sein Einfluf, auf ihre Entwieklung war groß, sein Ansehen über ganz Deutschland verbreitet. Gaertners Mono- graphie gibt in pietktvoller Würdigung ein fest umrissenes, lebendiges Bild seiner künstlerischen Persönlichkeit und seines Lebenswerkes. Die Ausstattung ist vornehm. 5 JOS. AUGG. BERINNGER: EMIL LUGO 140 Seiten, 105 Abbildungen. Halbleinen RM. 5.—, Halbleder RM. 7. Diese Schrift ist die erste umfassende Darstellung der Entwieklung Lugos. Das reiche Schaffen des 7— Meisters erfährt eine warmherzige Würdigung, die auch der ethischen Seite der Lugo'schen Kunst 6 gerecht wird und so den Beweis erbringt, daß Lugo(wie Thoma und Böcklin) die Kunst des Ale- mannentums Zzu einer Angelegenheit der gebildeten Welt erhoben hat. 138 Seiten, 126 Abbildungen. Halbleinen RM. 5.—, Halbleder RM. 7.—. Schönleber, der grofbe Meister der Landschaft, hat in diesem Buche durch die ausgezeichnete Dar- stellung Beringers und die sorgsam ausgewählten und wiedergegebenen Bilder ein hervorragendes Denkmal erhalten. Es ist ein Kunstbuch in bestem Sinne. J08. AUG. BERINGER: GGSTAV SCHGNLERBER H. E. BUSSE: HERMANN DAUR Zweite Auflage. 110 Seiten, 83 Textabbildungen und 2 farbige Tafeln. 6 Halbleinen RM. 3.15, geheftet RM. 1.80. 4 Wesen und Art des Markgräfler Malers Hermann Daur, Meisterschülers von Hans Thoma, werden von H. E. Busse in einfühlender Weise geschildert. Daurs Kunst ist schlicht und wahr, volkstümlich in gutem Sinn, und so darf auch Busses Einführung einer freundlichen Aufnahme gewiß sein. 90 Seiten, 55 Abbildungen. Halbleinen RM. 4.—, Halbleder RM. 6.—. Die vorliegende Monographie gibt an der Hand zahlreicher Abbildungen eine vortreffliche Ein- kührung in das plastische Werk des Karlsruher Meisters, das sich über 5 Jahrzehnte erstreckt und weit über Deutschland hinaus Verbreitung und Anerkennung fand,— in das Werk eines Künstlers, der heute als Achtzigjähriger noch rüstig, Vollendetes schaffend, an der Arbeit ist. ARITIHUR VALDENAIRE: FRIEDRICH WEINRBRENNER 5 10 SEIN LEBEN UND SEINE RBAUTEN Zweite Auflage. 354 Seiten, 256 Abbildungen und Pläne und 10 Tafeln. Leinen RM. 16.20, broschiert RM. 14.40. Weinbrenner, der berühmte Karlsruher Baumeister, der der Stadt Stil und Geprüge gegeben, und sein großes stadtbauliches Werk, dem die Gegenwärt wieder vollstes Verständnis entgéegenbringt, haben hier zum erstenmal eine mustergültige Würdigung gefunden. Dafh die erste Auflage des Buches binnen kurzer Zeit vergriffen war, bezeugt, wie stark und lebendig gerade heute das allgemeine Interesse ur Weinbrenner wieder ist. O. F. M U LL ER νVHRLAG α K ARLSR U HE A D HN 22 24400 4 0371