1 8 9299 775 8 Breitkopf& Härtels Muſikbücher Nr. 24 Texytbibliothek Zreitkopf& Härtels Tertbibliothek. Keine Branche unſerer Litteratur erſcheint ſo vernachläſſigt, wie die der Operntextdichtung, keine mit ſo geringer Sorgfalt und Aufmerkſamkeit auch in ihrer äußern Erſcheinung behandelt. Dieſe ſich nun ſchon über ein Jahrhundert hinziehende Klage dürfte ſo⸗ bald noch nicht verſtummen. Unſere beſſern Dichter haben ſich, mit ganz wenigen Ausnahmen, ſtets gegen eine innigere Verbindung mit der dramatiſchen Muſik ablehnend verhalten; auch das auf dieſem Gebiete publicirte, vielfach nur für den Tagesgebrauch be⸗ ſtimmt und leider auch oft nur von Tagesdauer, ward ſo leichtfertig redigirt, daß man Geduld und Nachſicht des von den Textbüchern vorzugsweiſe Gebrauch machenden Publikums bewundern muß. Die zu erhebenden Ausſtellungen beziehen ſich nicht auf die originalen deutſchen Textbücher allein, in denen abgeſehen von der Verfehltheit eines großen Theils der Dichtungen haarſträubendſte Verſe und ſinnloſeſte Reimereien ſich nur zu häufig finden, ſondern vornehmlich auch auf die Überſetzungen. Was nun die ſeitherige Redaktion der Textbücher anlangt, ſo dürfte vorausgeſetzt werden, daß ſelbige ſich den Partituren genau anſchließt; aber ſelbſt verbreitetſte Bücher (Fidelio, Freiſchütz, Zauberflöte ꝛc.) wimmeln von Unrichtigkeiten und Abweichungen. Für vorliegende Sammlung handelte ſichs zunächſt um ſorg⸗ fältige Feſtſtellung der Lesarten, wie ſie Partituren und Klavieraus⸗ züge enthalten. Bei den überſetzten Texten ſuchte man allgemein bekannten Lesarten Rechnung zu tragen, nur wo die Ausdrucksweiſe allzu mangelhaft und den Sinn des Orginals ſtörend und fälſchend erſchien oderin ſeither benutzten überſetzungen urſprünglicheRhythmen und melodiſche Gliederungen völlig mißachtet waren, hat man unter Belaſſung des irgend Brauchbaren zu Neuerungen ſich entſchloſſen. Ob trotz aller angewendeten Sorgfalt hierin immer befriedigende Neſultate erreicht wurden, ſoll hier nicht behauptet werden. Möge unfere Sammlung als ein Verſuch zum Beſſern angeſehen werden, fähig, einem mit Geringſchätzung und Oberflächlichkeit bisher be⸗ handelten Theile der deutſchen Litteratur zu endlicher Gleichſtellung mit andern Leiſtungen der dramatiſchen Poeſie zu verhelfen. Dr. H. M. Schletterer. ——— en en it 1d ich ſer ich er en 8⸗ in iſe nd en ter en. ide oge en, be⸗ ing Euryanthe. Große romantiſche Oper in drei Akten Helmina von Chezy, geb. Freiin von Kleucke. Witſik von Karl Naria von Weber. Op. 81. Leipzig, Verlag von Breitkopf und Härtel. Verſonen 25. October 1825. mit der erſten Beſetzung: Wien, Herr Seipelt. Tenor.) Herr Haizinger. Mlle. Henriette Sonntag. Herr Forti. Mad.Thereſe Grün önig Ludwig VI.(Baß.) Adolar, Graf zu Nevers und Rethel. Euryanthe von Sapoyen, Adolar's Braut. 8(Sopran.) Cyſtart, Graf von Foreſtund Beaujolois. Baß.) Eglantine von Pniſet, eine Gefangene, Tochter eines Empörers. Mezzoſopran.) baum, geb. Müller. Bertha,(ein B Sopran.) Mlle. Teimer ein Brautpaar. JJ7 Rudolph, in Brautpaar.(Tenor] Herr Rauſcher. Fürſten und Fürſtinnen.— Grafen.— Edle und Damen.— Pagen und Trabanten. Ritter, Knappen, Jäger, Vaſallen, Herolde und Reiſige. Bergbewohner, Landleute und Spielleute zu Nevers Scene: abwechſelnd auf demk niglichen ſſe zu Préméry und auf der Burg Nev geit: nach dem Frieden mit Vorbemerkung. Webers„Freiſchütz“ hatte, wie allerwärts, ſo auch in Wien durchſchlagenden Erfolg. Der damalige Pächter des Kärnthnerthorthea⸗ ters, Barbaja leinſt Kellner in einem mailänder Kaffeehauſe, ſpäter der renommirteſte Impreſſario Europa's, ſchlüßlich ein beneideter Millio⸗ nät), wünſchte nun für ſeine Buͤhne ebenfalls eine Oper, die dem in Berlin zuerſt aufgeführten Freiſchütz ebenbürtig an die Seite zu ſetzen ſein, ja ihn womöglich noch überbieten ſollte. Er richtete deshalb im October 1821 nach Dresden die Aufforderung auch für ihn ein ein ähnliches Werk zu ſchreiben und Weber, ſonſt ſo vor⸗ ſichtig und einſichtsvoll, wählte aus vielen ihm unterbreiteten Dichtungen leider„Euryanthe“. Mochte ihn dazu die wirklich ſchöne, muſikaliſcher Behandlung ſo entgegenkommende Sprache und eine Fülle poetiſcher Motive oder der das Ganze durchziehende Ton ſtolzer Pracht und ritterlichen Weſens, oder die Ausſicht wiederum ſeine ſeltene Meiſterſchaft für muſikaliſche Charakteriſtik glänzend bethätigen zu können, bewegen oder der Wunſch nun einmal— da man den Freiſchütz geringſchätzend immer ein Singſpiel nannte— eine große Oper(ohne Dialog) ſchreiben zu dürfen, genug, gerade die Wahl dieſes Textes erwies ſich als eine durchaus verfehlte und unglückliche. Der Angel⸗ punkt der Handlung und deren unverſtändlicher und unmotivirter Kern iſt hier in das Jenſeits verlegt und gründet auf eine geheim⸗ nißvolle, Niemanden intereſſirende Begebenheit zwiſchen„Emma und Kle Frei in 9 Vor in( d au Und dem in eite zu richtete auch für ſo vor⸗ chtungen ikaliſcher voetiſcher acht und ſeltene tigen zu Freiſchütz per(ohne 8 Textes er Angel⸗ notivirter geheim⸗ nma und „einem längſt aus dem Leben geſchiedenen Lieb trotzdem den Rahmen bildet, in dem vier Perſonen lein ſch pfiger Troubadour, Adolar, eine ſchwachſinnige Dul derin, Euryanthe, und zwei, jeder teufliſchen Bosheit fähige? Verſchworne, Eglantine und Lyſiart) ſich bewegen, von denen wiederum keine aufrichtige Theilnahme einzuflöſen ver nag, deren mit ein zu ernſter Zeit geſprochenen Worte zu wendendes grauſames Ge uns gleichgiltig läßt und die ungeachtet aller an ſie ver muſika liſcher fer Hee keine Lebensfriſche gewinnen, und e loſe Figuren der ieflexion und von dem hohen Choturn herab, den der Tonſetzer ſie geſtellt, ungeachtet zahlreichſter muſikaliſe Schönheiten nicht zu erwärmen vermögen. Schon die Fertigſtellung des Textes bereitete dem Künſtler, dem deſſen Schwächen, mit Aus⸗ nahme der verhängnißvollſten, alln mählig doch klar wurden, peinvol Noth. Elfmal mußte„das arme Chez“, ſo nannte Weber die Dich— terin“), in ſeinen Augen nicht Mann, nicht Weib, den Tert um⸗ arbeiten. Der von Boccaccio und Sbakesßeare(Cymbe line) b benut toff entſtammt einer altfranzöſiſchen Erzählung: Histoire de Gérard de Nevers et de la belle et vertueuse Euryant de Savoye, sa mieç ſchon 1804 W. von Chezy in's Deutſche über⸗ f Für das Opernbuch mußte die urſprüngliche Fabel, weil tellbar, völlig verändert werden. Um der Unklarheit des Textes d dem an den geheimnißvollen Ring anknüpfenden zuſammenhal Gedanken zum ſinnlichen Bewußtſein des Publikums zu brin⸗ gen, ſollten nach Webers und Re chlag während d Largo der Quverture und des letzten Recitativs? rs pantomiſche Darſtellungen ſtattfinden; aber mit all dem war dem Grundübel nicht abzuhelfen und man wird immer gegenüber der vielfach wund erbar ſchönen Muſik, die textlichen Mängel 8 mit hinnehmer müſſen. Wenn auch alle beſſern Bühnen die O per„Euryanthe' ſtets auf dem Repertoire haben(im Ausland ger vann ſie nie Boden), zu eigentlicher Popularität vermochte es dieſes Schmerzenskind Webers, von ihm ſtets allen ſeinen 0 Werken vorgezogen, nicht zu bringen. Immer feſſelt ſie nur für enige das von Vorſtellungen beſſere muſikaliſche Publikum(dem die Aufführung ſtets ſeltenen Hochgenuß bietet) und ſelbſt nachdem man in ihr nicht nur die erſte Quelle ſo mancher Marſchner'ſchen und Meyerbeer'ſchen Oper „ſondern auch die Urgroßmutter des Wagnev'ſchen Muſikdrama's erkannt, dem ſie be L. de( 8 Wander in Paris(1805) den O rie n Von nun an führte in Genf ſtarb. de y, von dem ſie ſie 1810 wirdert leben, bis ſie, erblindet, 28. Feb 4 ſich ihr alſo ſchon deßhalb lebhafteſte Bewunderung, auch ſeitens der Parteigänger des letztern zukehrte, blieb ihr Enderfolg der Gleiche. Weber arbeitete mit äußerſter Anſtrengung und vor der Zukunft erzitternd, an dieſem Werke. Der Gedanke den Erfolg des Freiſchütz mit ihm überbieten zu ſollen, trieb ihn an alle ſeine Kraft und Kunſt einzuſetzen und alle Mittel der letzteren in Anſpruch zu nehmen. Schon an die Dichterin richtete er die Mahnung, ihn in Gottes Namen das Leben mit ſchwierigen Versmaaßen und unerwarteten Rhythmen, die die Gedanken auf neue Wege bringen und aus ihren Schlupfwinkeln heraus zu locken vermögen, recht ſauer zu machen. Dieſer geiſtige Zwang aber unter dem der Tonſetzer ſchrieb, mußte lähmend auf ſeine Inſpiration wirken. Den Mangel an naiver Freude und hervorquellender Herzlichkeit, ſuchte er vergebens durch Aufgebot glänzender Züge und impoſanter Häufung von Ausdrucks⸗ mitteln zu maskiren. So kommt es, daß nur ſtellenweiſe das lie Meiſters ungetrübt durch⸗ benswürdige und ſangesfrohe Talent des r diejenigen ſind, während die größern bricht und daß die anmuthendſten Nummern der O ich in kleinen Formen bewegt, forcirt und unfrei erſcheinen. Weber beſaß gewißermaßen doch nur beſchränktes Talent; in ſeinen andern Bühnenwerken offenbart ſich ſeine immerhin große Begabung leicht und üppig; überſchreitet er die ihm geſteckte Grenze, dann verlieren ſeine Melodien die ihnen ſonſt eigene gewinnende Urſprünglichkeit. In der Euryanthe macht ſich conſequentes Voranſtellen dramatiſchen Ausdrucks und deklama toriſcher Schärfe, charakteriſirendes Farbenmiſchen und Vorwiegen des Orcheſters, ungewohnte Breite einzelner Nummern und ein ge⸗ wiſſes, nachmals ſo beliebt gewordenes Verflöſen von Recitativ und Cantilene, auffallend bemerkbar. Was die Muſik an Ausdruck da⸗ durch gewinnt, verliert ſie an Reiz; kühne und ergreifende Modu⸗ lationen können den ſüßen Harmonienzauber und die knappe Form, an Webers ſonſtigen Werken bewundernswerth, nicht erſetzen. In⸗ mitten des dramatiſchen, das ganze charakteriſirenden Ernſtes, wirken einige tändelnde Nummern faſt befremdend. Von geiſtreichſter Auffaſſun g und feinſtem Schönheitsgefühl gibt jedoch die Orcheſtrirung Zeugniß. Hier macht der Tonſetzer einen mächtigen Schritt vorwärts. Die ſtrah⸗ lende, kraftſprühende Duverture wetteifert durch phantaſtiſchen Glanz und edle Einfachheit mit den beſten gleichartigen Werken. Trotz dieſer Vorzüge und der großen kulturhiſtoriſchen Bedeutung der Euryanthe, wurde ſie insbeſondere von der gleichzeitigen Kritik ſchonungslos und ungerecht behandelt, was bei Weber eine tiefe, langedauernde und nie verwundene Mißſtimmung hervorrief und auf ſeine Geſundheit nach⸗ theiligſten Einfluß übte. Er hatte am 15. Dez. 1821 von der Dichterin den erſten Akt, am 6. Feb. 1822 das vollſtändige Buch in früheſter Geſtalt erhalten. Fünf Tage ſpäter reiſte er nach Wien, das Sänger— in denen er di Wẽ᷑ der iche unft chütz und men. ottes teten ihren chen. iußte aiver durch ucks lie urch ſind, ößern nur t ſich tet er ihnen macht lama viegen in ge⸗ iv und ick da⸗ Modu⸗ Form, Ilts wirken aſſung ugniß. ſtrah⸗ Glanz dieſer zanthe, os und und nie it nach⸗ ſichterin früheſter Sänger— perſonal kennen zu lernen, am 17. Mai begann er in Klein-Hoſterwitz bei Pilln im Hauſe des Winzers Felsner, ſeiner lieben Sommer⸗ wohnung, die Kompoſition mit der As dur-Arie Adolars(No. 12); de Auguſt mußte die Arbeit unterbrochen werden, da zwei Kantaten für Hoffeſtlichkeiten zu liefern waren; erſt im Januar 1823 war ſie wieder aufzunehmen, um dann am 29. Aug., mit Ausnahme der O uverture, die erſt einige Tage vor der Aufführung(19. Oct.) in Wien fertig wurde, vollendet zu werden. Die Wiener Vorſtellungen hatten ſchwer unter dem Eindrucke zu leiden, den die unmittelbar vorher da— geweſene italieniſche Operngeſellſchaft, die beſte, die Wien je geſehen, zurückgelaſſen hatte. Doch fanden die erſten Aufführungen(drei dirigirte Weber ſelbſt) ſteigenden Beifall und wenngleich der Wiener Witz vor einer„Ennuyante“ 1 rach, blie b doch das Intereſſe ernſter und urtheils⸗ fähiger Kunſtfreunde dem We ber'ſchen Werke bewahrt; leider bilden aber unter dem Theaterpublikum dieſe immer di hl. Auch Beethoven ichnete den 0 0 durch herzli 5 Entgegenkommen und liebens⸗ gſte Freundlichkeit aus. erlebte im erſten Jahre in 20 Vorſtellungen; in D eipzig, Carlsruhe und Caſſel, 1824, in Berlin, London und Stock kholl m„erfuhr ſie verſchieden⸗ artigſte Beurtheilung und Aufnahme. Publikum von damals konnte ſich in dieſe complicirte, rauſchende, ſeine Wirkung auf ganz ungewohntem Wege ſuchende Muſik nur ſchwer finden. Immerhin bleibt es bewundernswürdig, wie der Komponiſt ſich durch das unge— geſchickte Textbuch, auf das der ungenügende Erfolg der Oper immer in erſter Linie zurückzuführen ſein wird, ſo begeiſtern und eine ſo herrliche, an hohen Schönheiten, reiche Muſik 90 ſchreiben konnte. Wenn auch nicht zu den populärſten, doch zu den bedeutendſten und intereſſanteſten Schöpfungen dramatiſcher Kunſt wird„Euryanthe“, in der ſich des Kom⸗ poniſten künſtleriſche Individualität zu höchſter Meiſterſchaft erhebt, ſtets zählen. Weber erhielt von Barbaja als Honorar 1080 fl., für den Klavier⸗ auszug vom Verleger Steiner in Wien 200 Ducaten. Die einzige Par⸗ titurausgabe der Oper und zwar eine Prachtausgabe beſorgte E. Rudorff 1866. Alle abſchriftlich verbreiteten Partituren ſind durch Kürzungen entſtellt. Dem Weber'ſchen Manuſcript folgt auch vorliegendes Textbuch. Erſchöpfend handelt über Euryanthe Fr. W. Jähns in ſeinemechronolo⸗ giſch⸗thematiſchen Verzeichniſſe p. 350—75 und M. M. von Weber im Lebensbilde ſeines Vaters Bd. Uim 23, und 24. Abſchnitt. Von gro⸗ ßem Intereſſe iſt ferner das was Dr. E. Hanslick in ſeinem 5 die moderne Oper p. 66—78 über dieſe und die übrigen Oper Webers ſagt. Dr. H. M. Schletterer. Ouverture (Es dur). Allegro marcato, con molto fuoco.— Largo. — Tempo I. assai moderato. Erſter Akt. sſchloſſes. An den Säulen Waffen, Schilde und Halle des Köni Frauen, auf Lanzen der Ritter befeſtigt. Auf der einen Seite 1 5 or der der andern Chor der Edlen und Ritt Ur. 1. Introduction. Chor der Frauen. Dem Frieden Heil nach Sturmestagen! Heil dieſer Feier reiner 5 Des Helden Herz in ſtarker R druſt Darf nun füref ſanfte Freuden ſchlagen. Chor der Ritter. Den Frauen Heil! den zarten Schönen, Den Blumen in des Lebens Kranz, Wohl 5 der Muth nach Sieges Sglanz, D och L diebe muß das Leben krönen. Alle. Der Liebe Preis erſchall' in ſüßen Tönen, Doch Treue reicht den ſchönſten Lebenskranz Ernſter Reigen. (ede Dame umwindet ihrem Ritter die Stirne mit einem Kranze. Ad rückgezogen und Lyſiart, der gemieden wird, bleiben unbekr Recitativ. König. dein Adolar, ſo fern dem heitern Reigen, S0 k trübe bei des Feſtes Luſt? Adolar. Nur S6 ehnſucht herrſcht in meiner Bruſt, Ihr muß ſich ſelbſt die Freude neigen. König. Erheit're dich! Lyſiart. O Sorg' um einen Knabenl) König. Beglückend Wiederſeh'n iſt nah'! Weilt deine Braut in Nevers? Adolar. Ja, mein König. König. Heut' noch 5 ſie Kunde haben, Bald 55 ihr Anblick dich erfreu'n, rgo. Sie wird der Schmuck des Hofes ſein. Adolar. Lebreichſter König! König. Treuer Adolar! Der froh zur Seite mir im Kampfe war, Sei hier auch froh, es töne dieſem Kreiſe und Ein Minnelied zu Euryanthe's Pr eiſe Mar; ide C Adolar die an einer Säule bei ſeinen Waffen hängende Ar. 2. Romanze. gen! Unter blüh'nden Mandelbäumen, An der Loire grünen Strand, O wie ſelig iſt's zu träumen Wo ich meine Liebe fand. ten, Sie, die Reine, Eine, Meine! Keuſch wie Schnee, wie Roſen mild; Unter blüh'nden Mandelbäumen Schwebt um mich ihr ſüßes Bild Bei dem goldnen Licht der Sterne An der Loire Blüthenſtrand, Gab der reinſten Liebe gerne 80865 iſtern ein Himmelspfan lig, minnig, hold und innig, Aug in 5 Mund an Mund; Bei dem Leuchten ew'ger Sterr 5 Gab ſich Herz dem Herzen kund N, Heil'ger Treue ſchönſte Roſe An der Loire Blumenrand, Ob auch Sturm und Welle toſe, Blüheſt du, des Lenzes Pfand! Der L Dich, Lyſiart. Adolar. Lyſiart. Adolar. 8 Zarte, Reine, Süße, Meine! Du mit mir ganz Ein und Mein: Heil'ger Heil Si 8 Heil, in reiner Unſchuld Glanz! eld und Sänger, müſſe Ruhm umkrönen, Doch Treue reicht d Och trag' e Wo All Kein Sänger ringt der Treue ſchönſte? Blüht in deiner Bruſt allein (Die Herzogin von Burgund bekränzt Adolar, Frauen be gewinden wieder bei ſeinem Schi Ur. 3. Chor. 9 gen die Cither mit der Lieblichſten der Schönen, en ſchönſten Lebenskranz. Kecitativ. Peldenden könnteſt du getroſt dein Erbe, Die Cither ſorgt, Gelu Was zürnſt du gleich? Doch wohl die Worte vom Gedicht! Hör' auf, der Frauen Treu' ſol hoch zu preiſen, Des Meeres hegt Perlen, makel lrein, Des Weibes Bruſt ſchließt keine Treue ein. (Unruhe. Die Frauen verlaſſen die Halle.) (Schon athm' ich freier!)— Was entgegneſt du? nicht, Dies acht ich keiner Antwort werth. Komm' in den Wald, dort ſchließet dir mein Mit Gott! die gift'gen Lippen zu. Schwert, Roſe es nicht!)— Hör' an, Graf Adolar, Du haſt uns hoch ergötzt— mit dem Geſans ig, E danken, nimm auch meinen Dank! 1Preis dir ab, fürwahr, daß nicht ihr Held verderbe! Lyſiart, üb' ich mich in ſanften Weiſen, Für Mißlaut taugt mein—5— geſtimmtes E iſen. Die Weiſe tadl' 42 23ůł1„„ 2 426„4825 eiſen, ein, in. egneſt mein Lyfiart. Adolar. Lyfiart. Adolar. Lyſiart. König. Lyſiart. Adolar. Lyſiart. Adolar. König und Adolar. 9 Um ſchnöden Anlaß kämpfen? Nie! Die 15 ig gab ich,— nütze 1 4 Mein junger Freund, wärſt du der Preis der Ritter, Wär ich der Niedrigſte, ich ſchwör' es dir, Die Liebe deiner Braut gewänn' ich mir, Trotz deiner Roſenwang' und gold'nen Cy⸗ ther! Erbärmlich eitler Prahler nenn' ich dich, Den Handſchuh nimm!—dich lehr' ich Frauen ehren! Ich nehm' ihn nicht.— Beſiegteſt du gleich mich, Doch unbeſiegt noch meine Gründe wären. Wag' es getroſt, bekämpfe die! Du prüfteſt wohl die Theure nie? Für Euryanthe bürgt der Glaube In meiner Bruſt— Du fromme Turteltaube, Dein Glück zu ſtören trüg' ich Scheu! Mein Adolar, laß ab von dieſem Du hörſt, die Weisheit iſt auf meiner Seite Mein Gut und Blut an Euryanthens Treu No. 4. Cerzett mit Chor. Wohlan, du kennſt mein herrlich Eigenthum? Das Erbtheil meiner Väter, reich an Ruhm!— Zum Pfande ſetz' ich's, es ſei dein, Nenn' ich nicht die Geprieſ'ne mein! Es gilt! Es gilt! Chor. Vermeſſenes Beginnen! Kannſt Euryanthens Liebe du gewinnen, So nimm mein Gold, mein Gut, mein Land! Zerriſſen ſei dann jedes ſüße Band, Die Heimath meid' ich— 10 Lyſiart. Alles nach Gefallen! 9 Wie ſchön wirſt du mit Kranz und Cyther wallen. 8 Adolar. Vermeſſener! Frohlocke nicht! Schlägt es dir fehl, ruf' ich zum Gottgericht Dich, Frevler, alſobald— Lyſiart. 15 l! deß ſind alle Zeugen! Beide. Es gilt, wohlan! 0 Chor. Vermeſſenes Beginnen! Kann nichts den ſtarren Sinn euch bengen! O, geht zurück! Zu viel habt ihr gewagt! König.(O geh zurück! Lyſiart. Kehrſt du zurück? Adolar. Ich gab mein Wort! König. Ich mach' es ungeſagt. Lyſiart. Du gabſt dein Wort! Adolar. Des Edlen Wort kann nicht Gewalt vernichten. 0 König. Mein Adolar! Adolar. Ich gab mein Wort! 0 König. Du trotzeſt kühn der ſchleichenden Gefahr.— Adolar. Mein König, Frauenehre ſchirmen, war 6 Die höchſte ſtets von allen Ritterpflichten! In Demuth fleh' ich, nimm der Wette Pfand. (Ueberreicht ſeinen Ring.) Lyſiart(äberreicht den ſeinigen.) Hier dieſen 01 in deine Kö⸗ nigshand Jetzt ſchleunig rüſt' ich mich zur Reiſe, 6 Und ſiegreich kehr' ich heim! 6 König. Doch die Beweiſe? Lyſiart. Ein Zeugniß ihrer Huld dir darzubringen, Verpflicht' ich mich. 6 Chor. Mög' es ihm nie gelingen! ther ten. Adolar. Lyſiart. König und Chor. Verwandlungl: Euryanthe. Eglantine. Euryanthe. Eglantine. Euryanthe. Eglantine. Euryauthe. Eglantine. 11 Ich bau' auf Gott und meine Euryanth'! 155 bringe dir ein ſich'res Unterpfand. Die Unſchuld ſchütz', o Gott, mit ſtarker Hand! Burggarten zu Nevers. Emma's Gruft im Hinter⸗ grunde Ur. 5. Cavatine. Glöcklein im Thale, Rieſeln im Bach, Säuſeln in Lüften, ſchmelzendes Ach! Sterne in Wipfeln äugelnd durch Laub Ach, und die Seele der Sehnſucht R aub. Weilſt du ſo ferne? Bangſt wohl nach mir? Bringen die Sterne Grüße von dir? Alle ſo golden, ſelig und klar, Ach, doch dein Blick nicht, mein Adolar! Recitativ. So einſam bangend find' ich dich? O nenne Bangen nicht mein einzig Glück; Dies Sehnen iſt der Himmel unter Klagen. Dein Hoffen und dein Sehnen Slg 5 ir als hächſtes Glück nur Thränen— Mir bot das Leben Leid und Liebe nur. Verwaiſet lebt' ich in des Kloſters Stille, wie Veilchen blühn. Da drang der Liebe Blick, ein Pfeil, in meine unbewußte Bruſt, Und mein ward Adolar! (Weh ihm! Weh dirl) Nach Nevers führt er mich, zog in den Kampf; H1 blieb ich einſam, ſehnſuchtsvoll zurück. Da fand ich dich, dein ſchmeichelnd holdes Koſen Gab Lind'rung mir. Du wandelteſt den Kerker Zur Freiſtatt um, warſt mild der Hei imathloſen d 2 Veh Euryanthe. Eglantine. Enryanthe. Eglantine. Euryanthe. Eglantine. 12 Die ihrer Ahnen Burg in Staub geſehn, Den Vater als Rebell geächtet, flüchten! Mich tödtet die Erinnerung— O Geliebte! ö Getroſt blick in die Zukunft! Mir vertraue! Dir? nimmer haſt du mir Vertrau'n gewährt! Dich drückt ein bang Geheimniß— Leg es nieder in dieſe Bruſt, Dann kann ich ruhig ſein, Nur dann, ſonſt nie! Verſchone, laß mich ſchweigen! Des Unglücks Blick iſt ſcharf!— Um Mitter⸗ nacht In dunkler Gruft, wo du dich einſam wähnſt, Wacht Liebe dir zur Seite. O verſchweig' es dir ſelbſt, was du geſeh'n. Nichts ſagſt du mir? Ur. 6. AXrie. „„ „mein Leid iſt unermeſſen, Du kannſt mir dein Herz entzieh'n! * aß mich einſam und vergeſſen In die fernſte Wildniß flieh'n! Laß mich fort, vom Sturm getrieben, Irren, ſchwanken, untergeh'n! Nein, dein Mitleid iſt kein Lieben, Nie ſollſt du mich wiederſeh'n. Doch, wie könnt' ich je dich meiden? O, verſtoß' mich nicht von hier! Dulden will ich, lächelnd leiden, Sterben ſüß am Buſen dir! Euryanthe. Recitativ. Freundin! Geliebte! an meine Bruſt! Wie konnt' ich ſolche Lieb' ermeſſen! Vergieb! Eglantine. Euryanthe. 165 Eglantine. yrt! Euryanthe. Eglantine. Euryanthe. ter⸗ Eglantine. nſt, 13 Du liebſt mich? Alles iſt vergeſſen! So treu haſt du mit mir gewacht, In dunkler Gruft in ſtiller Nacht? Was ſtöreſt du der Todten Ruh'? O nein! Ich flehe dort für Emma's Frieden, Die Schweſter Adolar's, durch ſchnellen Tod Entrifſ en ſeiner Brudertreu'— ihr Leid Trug ſie verſchwiegen in die Gruft hinab, Wer that es kund? Ihr Geiſt! Entſetzen!— Wie?!— Euryanthe(ſchauernd in Erinnerung vor ſich hinſtarrend). Am letz⸗ ten Mai, in banger Tren⸗ nung Stunde, Bei Mondenlicht ſah'n wir von Duft umwallt Der holden Em ima Luftgeſtalt, Und ſäuſelnd 35 8von A bleichen Munde Die ihr der Liebe Thränen Herz an Herz ſo ſelig weinet, Hört mich an! Auch mir Strahlt' einſt dies gold'ne Licht,— mein Udo Liebte mich ſo treu!— er fiel in blut'ger Schlacht, Da war mein Leben mir kein Leben mehr, Aus gifterfülltem Ring ſog ich den 9 9 Tod. Weh dieſer That, die 55 vom Heil geſchie en! Getrennt von Udo irr 00 durch die Nächte. O weint um mich! Nicht eh' kann Ruh' mir werden, 14 Bis dieſen Ring, aus dem ich Tod getrunken, Der Unſchuld Thräne netzt im höch-⸗ ſten Leid Und Treu' dem Mörder Rettung beut für Mord!“ Eglantine(triumphirend). Gewicht'ge Kunde! Euryauthe lentſetzt auffahrend). Was hab' ich gethan? Verrathen Adolars Geheimniß! Gott! Gebrochen meinen Eid— Eglantine. Befürchte nichts! Ro. 7. Duett. Euryanthe. Unter iſt mein Stern gegangen, Bange Ahnung ſagt es laut! Eglantine. Kannſt du zagen, kannſt du bangen, Holde, da du mir vertraut?! Euryauthe. Weh'! ich brach des Schweigens Treue! Eglantine. Such' an meinem Buſen Ruh'! Troſt der Liebe, ſüß biſt du! ſein dein/ Herzen zu. Ja, es wallt Herz auf's Neue Beide. Selig ſoenenf, Uneinem Nie be zweifl' ich deine)q Zweifle nie an meinerſ Du nur biſt mein Alles, du! (Euryanthe ab in die Kapelle.) Ur. 3. Recitativ und Arie. Eglantine(mit ausbrechender Heftigkeit). Bethörte, die an meine Liebe glaubt, Du biſt umgarnet, nicht entrinnſt du mehr! Vor Allem nun durchſuch' ich Emma's Gruft, Für meinen Plan ſoll die Entdeckung nützen. Treue, 15 od Vielleicht ſinkt Adolar Noch reuevoll an dieſe glüh'nde Bruſt. ch⸗ O, der Gedanke löſt mich auf in Wonne Und vor Entzücken iſt die Seele trunken ng Fänd ich den Tod, an ſeine Bruſt geſunken Nur einen, einen Augenblick, Ich wollt' ihn mit Vernichtung zahlen. Hinweg, wahnſinn'ge Hoffnung! Gauklerin, Erwecke nicht dies Herz zu neuen Qualen, Ich weiß, daß ich ganz elend bin! Arie. Er konnte mich um ſie verſchmäh'n! Und ich ſollt' es ertragen?— In herbem Leid ſoll ich verzel'n In meinen Blüthentagen Er hörte kalt der Liebe Fleh'n, Mein Herz, 15 bang, ſo todeswund, Weh'! weh'! Drum ſtürz'—5 all' ſein Glück zu Grund! (Im Abgehen hört ſie Lyſiarts Bertha, Rudolf und Landleute, gehtlſie in die Kapelle. Ur. 9. Finale. Chor der Landleute. Jubel 155 Heldenſöhne, Fröhlich jauchzend euch empfangen, Kühlt von Sheit ites Glut die Wangen Mit den Roſen dieſer Flur. ht erwartend in die Scene hereingeleitend, entgege Chor der Ritter. Muth erfriſcht das Herz des Kriegers, Kühnes iſt ihm Bonne, 15 Selig, wen des Friedens Sonne Unter dieſen Blüthen grüßt. ift, en. Schöner blühen die Gefilde, Sel'gen Friedens Himmelsmilde Chor der Landleute. Seh't! entgegen lacht euch Segen! 16 Gabt, Ihr Tapfern, uns zurück! Hirtenweiſen froh euch preiſen, Ei Berg und Thal von Luſt ertönen, Laßt euch Dank und Liebe krönen heit In der Treue Heiligthum. 5 (Euryanthe mit Eglantine aus der Gruft.) Chor der Ritter. Heil der lieblichſten der Schönen, 6 Euryanthen Preis und Ruhm! un Euryanthe. Graf Lyſiart, edle Ritter, ſeid willkommen. Eglantine.(O, möchte meiner Schmach ein Rächer lom⸗ men.) Chor der Ritter. Wie ſchön iſt ſie!) L1 Lyſiart. Erhab'ne Euryanth', Reicht mir zum Dank die zarte Hand, Ich bringe Freude! Euryanthe..Wie bin ich beklommen!) E Mein tapf'rer Graf, wer hat Euch hergeſandt? Lyſiart. Mich hat des Königs Huld erwählt, Daß ich Euch zum Begleiter diene, Da noch dem Feſt die Krone fehlt. C Euryanthe. Mit Wonndbeben ehr' ich dies Gebot— O, Wiederſehen! Eglantimel 5 Eglantine. Willkomm'ne Kunde!(Meinem Herzen Tod!) Euryanthe(verbindlich). Verſchmähet nicht die ländlich ſtille Zelle In Nevers' Burg zu kurzer Raſt. Lyſiart(freudig). Wo du erſcheinſt, da wird die Wildniß helle, Wie ſelig wäre deines Herzens Gaſt— Beneidenswerther Freund! Chor der Ritter.(O ſchwarzer Plan!) L Euryanthe(unbefangen). Wie Wng Ihr? Lyſiart(mit ritterlicher Courtoiſie) Ehrfur cht Euch nur ſtammelnd nannte ie ſüßeſte Erd' ich— Euryanthe! Euryanthe(in heiterer Geſchäftig⸗ keit) und Chor. 17 Fröhliche Klänge, Tänze, Geſänge Feiern, verſchönen Euch den Tag, wo ihr hoch uns erfreut; Ruhet nach Stürmen bei ländlichen Tönen, Schmückt euch mit Blumen, die Treue euch ſtreut. Sehnen, Wae Schmachten und Bangen Wandelt ihr u Hoffnung in himmliſche Luſt! Wieder U Sie wird Schwellen die Seele, durchwogen die Bruſt! ihn ſehen! Wonnen und Wehen Stillt dies Verlangen ſüßes Umfangen, Schwelg' ich in Wonnen an Lippe und Bruſt— Werd' ich ihn ſehen wüthend vergehen, Marter des Feindes iſt Krone der Luſt! Nun nicht mehr Bangen, was ſie begangen, Stürzet in Trümmer ihr Glück, ihre Luſt! Nicht mehr verſchmäl jen wird er mein Flehen, Trunken vom Siege ſchon klopft meine Bruſt! Fröhliche Klänge ꝛc. Zweiter Akt. Burggarten zu Nevers. Gewitterhimmel. Nacht. Nr. 10. Scene und Arie. Recitativ. Lyſiart(ſtürzt aus dem Schloſſe). Wo berg' ich mich? Wo fänd' Euryanthe und Rudolph. n. lom⸗ Lyſiart. Eglantine. andt? Chor. Tod! ſtille helle, melnd Euryanthe. ich Faſſung wieder? Ha! toller Frevelwahn, du warſt es ja, Der ſie als leichte Beute ſah! Ihr Felſen, ſtürzt auf mich hernieder! 2 18 Du Widerhall, ruf' nicht das Ach Des hoffnungsloſen 1 Stt rebens nach! Nie wird ſie mein, o ew'ger Qualen Hyde Schweigt, glüh'nden Sehnens wilde Trie Ihr Auge ſucht den Himmel nur, In ihr wohnt Anmuth, Liebe Ganz Wahrheit iſt ſie, ganz Was ſoll mir ferner Gut und Land? Die Welt iſt arm und öde 0 ſie! Mein ihre Huld?!— Mein wird ſie nie!— Vergiß, Unſeliger! Entflieh'! Sie liebt ihn!— Und er ſollte leben? Ich ſchmachtend beben? Im Staube Sieg ihm zugeſteh'n? O nein! Er darf nicht leben, Ich mord' ihn unter tauſend Weh'n! Doch, Hölle! Du kannſt ſie mir auch nicht ge⸗ ben; Sie liebt ihn, ich muß untergeh'n! Arie. So weih' ich mich den Rach'gewalten, Sie locken mich zu ſchwarzer That! Geworfen iſt ves Unheils Saat, Der Todeskeim muß ſich entfalten! Zertrümm're, ſchönes Bild! Fort, letzter, ſüßer Schmerz! Nur ſein Verderben füllt Dies ſturmbewegte Herz! (Tritt lauſchend zurück.) Ur. 11. titativ und Duett. Rec Recitativ. os aus der Gruft ſti ſchlägt). Der Gruft entror Ich halte dich, du unter Todesſchauern — Unterpfand der ſüßen Rache! rhän ugn ißvoll er Ring, bezeuge du, Treu' verrat büße, der mein Herz verwa glantine(ather Lyſiart. Glück! Willkomm'ne Höllen⸗ kunde! Eglantine. Sie dürfen nie ſich wiederſehen! — 53 E Der Schlag muß fallen wie aus heit'rer Luft Liebe, Hoffn ung, Glück, hr' ich dieſen Schlag? 60 Lyſiart(raſch hervortretend). Durch meine Hand!(Donner. Tief⸗ ſtes Dunkel.) Eglantine. Ich bin verloren! Lyſiart. Ruhig, enoſſin; Eglantine. Was wi lſſt du mir? Lyſiart. Dein fin ſt res Werk vollzieh'n. Noch heut' ſol lſt du die Feindin elend ſeh'n, Und Adolareg eſtraft, der 15 ge ln Du haſt mir mein Geheimniß 5 lauſcht! Lyſiart(ſich vor ihr beugend). Zur Sühne beut dir Fo ore 0 ſeine Hand, Die Feſſeln wandl' ich in ein Roſenband. Beherrſchen ſollſt du dieſe reichen Gauen, Heil, Ehre, Leben darfſt du mir vertrauen! Eglantine. Und ſprichſt du wahr? Lyſiart. Bei Rache, Wuth und Glut Des ew'gen Haſſes, ja! Eglantine. Ich glaube dir! Eglantine. Lyſiart. Eglantine. Lyſiart. Beide. Verwandlung: Adolar. 20 Duett. denn, unſer Leid zu rächen, Enden ſoll der Seele Qual! Komm' Verſ DBeu Nimm mein feierlich ſprechen, Rächer werd' ich und Gemahl! 81 os muß ſie 5 hen, Die mein Leben mir geraubt! In dem Staub muß ich ihn ſehen, Der zu Sternen hob ſein Haupt. Dunkle Nacht, du hörſt den Schwur! Sei 5 unſrer That im Bunde! Ja, es ſchlägt der Rache Stunde, Rache, Rache athm' ich nur!(Beide ab.) Feſtlich erleuchtete Säulenhalle des Königsſchloſſes. Ur. 12. Arie. 0 Wehen mir Füöfte Ruh', Strömen mir Düfte zu Seliger Zeit? Füllſt du nach bangem Schmerz Wieder mein ganzes Herz 0 Süße eſtes L deid? Liebe, wie lebſt du neu, 0 Hoffen, wie webſt du treu 0 Bilder der Luſt! Glaube, wie wankſt du nicht, Herz, wie erbangſt du nicht In meiner Bruſt! 0 Sie iſt mir nah! Mein Bangen war ein Traum. 1 igkeit, dich faſſ' ich kaum! yr Auge wird mir ſtrahlen, In Himmelsreiz mir blüh'n. 2829 21 O, wie Erwartungsqualen Dies trunk'ne Herz durchglüh'n! Arme eilend.) (Euryanthe(mit Gefolge, das zurückbleibt), in Adole Ur. 13. Duett. [Hin nimm die Seele mein, Athme mein Leben ein! Laß mich ganz du nur ſein! Euryanthe Ganz bin ich dein und Adolar. Sa wie Flammen weh'n, elig um Lind'rung fleh'n, Laß mich in Luſt und W eh'n An deiner Bruſt vergeh'n. ilen in umarmung. Die Halle füllt ſich mit Edlen, zuletzt der König.) Ur. 14. Finale. Chor. Leuchtend füllt die Königshallen Cury anthens Wunderpracht. Stern der Anmuth, hold vor Allen, Strahle rein durch jede Nacht! König. Ich grüß' Euch, edles Fräulein! Euryanthe. O, mein König, Wie mild und väterlich blickt Ihr auf mich! König. Du holdes Kind, nichts trübe deine Ruh'! Euryanthe. Es ſchützen mich die Strahlen Eurer Huld? Doch, mein Gebieter, Frankreichs hohe Frauen Vermiſſ' ich hier— König. Bald heißen ſie Euch Alle Willkommen, freudig hoff' ich's, hoff' es feſt. Lyſiart(tritt auf). Mein König! ein Chor. Jetzt ſchlägt der Eifes Stunde; Allwiſſender, verleih' der Wahrheit Sieg! Euryanthe. Mich faßt ein Grauen! König und JMi Muth und Vertrauen! Adolar. Lyſiart. Adolar. König und Adolar. Euryanthe. Adolar. Lyſiart. Chor. Lyſiart. Euryanthe. Lyſiart. Adolar. Chor. König. Lyſiart. Euryanthe(it Adolar. 22 Vernimm, es muß ja ſein, von meinem Munde Ein Glück, das ich ſo gern verſchwieg— Die Lande Adolar's ſind mein! es Engelantlitz ſtraft dich Lügen. Nein! zie, mein Adolar, as iſt geſchehen? O löſe dieſes Bangen! Komm' an mein Herz! Von deinem Arm um⸗ fangen, 0 s iſt unmöglich! W̃ W̃ Der Hölle Trotz! Ber veiſe bring ich dar. Weh', Euryanthe, was haſt du begangen? Bewundernswürdig iſt's gelungen, Dies ſtolze Herz im Sturm errungen! Was hör' ich! Lyſiart errungen! Ihr! Mein Herz— den Blick erhobt Ihr nicht zu mir. o ſchnöde nun, ſo liebreich noch zur Stunde? Zur Fehde! Zur Fehde! Nein, gebt klare Kunde, Zeigt den Beweis— Dies Unterpfand Der Liebe reichte mir die ſchönſte Hand, Mit Trauer muß ich wiedergeben, Was ich empfangen ohne Widerſtand!(Gibt Euryanthen den Ring.) hn emporhebend und auf die Kniee ſtürzend). Der du die Ahes kennſt, beſchütz' mein Leben! Und wollte mich ein Höllennetz umweben Du retteſt mich, wirſt aus der N heben! Nein, du errangſt den Ring durch Liſt! Mein reiner Engel, kannſt du zagen? Al A unde Um⸗ (Gibt udie chütz' ben! Lyſiart. Adolar. Euryanthe. Adolar. Euryanthe. Adolar. Euryanthe. Adolar. Lyſiart. Adolar. Euryanthe. Chor. Euryanthe. König. Lyſiart. Adolar Lyſiart(tniet 5 2 Wer ſonſt als Euryanth' und du kann ſagen, Was dieſes Rings Bedeutung iſt? i Die Gruft nur kannte Emma's Thaten! Sprich, Euryanthe! haſt du mich verrathen? O Unglückſel'ge! Brachſt du deinen Eid? Ich that es. Schlange! Unermeßlich Leid, Doch treulos bin ich nicht— Verworf'ne du Verſtumme! Höre mir mit Faſſung zu. „ Die Wahrheit ſprech' ich kühn und frei: In heller Mondennacht, am letzten Mai— Vollende nicht, nimm Alles, Alles hin, Mein Leben mit— Weh'! Ha, die Verrätherin O Unthat, gräßlichſte von allen, Die jemals auf der Welt erhört! er Treue Bündniß frech zerſtört, Vor HHimmelshöh'n in Staub gefallen! zaß mich empor zum Lichte wallen, 5 der die inn're Stimme hört. in Glaub' an Tugend iſt zerſtört, idieſer Engel konnte fallen. L ühph mein Flehen iſt erhört Und meinen Sieg ſeh'n dieſe Hallen! Fern in das 0— ich wallen, Wo Niemand meinen Namen hört. 88——— nieder). Verleih' mein Recht mir, großer König, nun! Als Graf zu Nevers huldigt dir dein Knecht. 24 König(ihn belehnend). Nimm hin das neue Leh'n, üb Treu' und Recht! Dir möge Gott nach deinen Werken thun. Adolar. Komm', Euryanth'! Euryanthe. Willkommenes Gebot. Ich folge dir in Noth und Tod! Chor. Wir Alle wollen mit dir geh'n, Wir All' ſind dein mit Gut und Blut! Adolar. O laßt, kein Auge ſoll mich ſeh'n! König. Mein Jüngling, du willſt von mir geh'n? Lyſiart. Möcht' ich nun ganz ihn elend ſeh'n! Wie ſchwelgt in ſeiner Qual die Wuth! Euryanthe. Vernimm, o Gott! der Unſchuld Fleh'n, Es wallt dein Kind in deiner Hut. Alle. Du gleißend Bild, du biſt enthüllt. Schnell folgte Strafe deinen Thaten; Euryanthe. Hört Niemand denn der Unſchuld Fleh'n? Alle. Weh' dir! die Lieb' und Treu verrathen, Das Maß der Frevel iſt gefüllt! Dritter Akt. Vollmondnacht. Oede, dicht umbuſchte Fels ſchlucht. Ueber eine Anhöhe führt ein ſteiler Pfad. Im Vordergrunde eine von Trauer⸗ weiden umgebene Quelle. Adolar ſchwarz gerüſtet, das Schwert, mit dem er ſich den Weg gebahnt in der Hand, ſteigt langſam nie⸗ der und bleibt dann, den gräßlichen Entſchluß erwägend und im Kampfe mit ſich, im Thale ſinnend ſtehen. Euryanthe, noch im Feſtſchmuck, matt und bebend, verweilt zögernd auf der Höhe. Ur. 15. Recitativ und Duett. Recitativ. Euryanthe. Hier weileſt du!— hier darf ich ruh'n?—(ſich an ein Felsſtück lehnend.) O gönn' auch Frieden meinem Buſen nun! Treu' eine rauer⸗ hwert, n nie⸗ id im och im he. —(ſich Adolar. Euryanthe. Adolar. Euryanthe. Adolar. Adolar. Euryanthe. Adolar. 25 Bei Sonnenglut, bei Sternenſchimmer Durchirrteſt du den 155 Hain, Verſchmäh teſt Raſt und Labung immer, Und neben dir, o Gott! war ich allein! Sei milde nun!— Weh'' ſolch ein Blick iſt Tod! Was iſtts, daß mir dein Zürnen droht? Du wendeſt dich h hinweg von meinen Leiden— Laß' mich nicht ohne Troſt verſcheiden.— Ein lindernd Wort nur laß der Lipp' entbeben, Nur einen Blick, wie du mir ſonſt gegeben! Dies iſt der Ort, So ſchaurig, öd' und ſtill, Wie meine That ihn will. Ich führte dich zum Tode fort. Barmherzigkeit! Vernimm mein letztes Wort! Es wecke meine Stimme Dein ſchlummerndes Gewiſſen! Du ſollſt in meinem Grimme Erbarmen nicht vermiſſen. Bereu! Ich bin mir Liebe nur bewußt! Fühlſt du nicht meine Treu in deiner Bruſt? Du, die entweiht das heiligſte Vertrauen, Den Himmel log, und barg des Abgrunds Grauen— Duett. Wie liebt' ich dich!— Du warſt mein höchſtes Gut. O ſtille deines Zornes Glut! M dein Herz iſt rein, wie meine Thaten. er höchſten Liebe ſprachſt du Hohn! So gräßlich ward noch nie die Treu verrathen; Empfange deiner Unthat Lohn! 26 Euryanthe. O höre mich— Adolar. Zu oft von deinen Lippen Hört' ich den holden Liebeton. Sirenenlied an Todesklippen; Verſtumm' auf ewig! Euryauthe. Kann nichts dich bewegen, So tödte mich! Mein letzter Hauch iſt Segen 1 Für dich, mein letzter Herzſchlag dir geweiht Adolar. Verworf'ne! Zum Tode ſei bereit! Euryanthe.(Du klagſt mich an, o herbe Pein! Vertrau'n und Glaube ſind verſchwunden, So bitt'rer Tod ward nie gefunden. Mein Leben war in dir allein! Adolar. Der Tod macht dich von Makel rein, Im Sterben nur kannſt du geſunden, Mein Herzblut quillt aus deinen Wunden, [Weh'! daß ich muß dein Richter ſein! Ad. (Euryanthe ſcheint mit ſteigendem Entſetzen Gräßliches zu gewahren und eilt pfei ſchnell die Klippen herab, ſich ſchützend zwiſchen Adolar und den nahen Felſen ſte Euryanthe. Entſetzen! rette dich! Sieh', eine Schlange, fürchterlich, Wälzt ſich herbei durch das Geſtein! Hinweg, laß mich das Opfer ſein! E Für dich zu ſterben, o verſage Dies höchſte Glück nicht meinem Fleh'n, Schon naht die Schlange— flüchte! Adolar(ſie von ſich ſtoßend). Nicht verzage Mit Gott will ich den Kampf beſteh'n!(ab.) En Ur. 16. Arioſo und Scene. Euryanthe lin heſtigſter Angſt zur Höhe zurückeilend). Schirmender Engel Schaar, Wachend all-immerdar, In tiefſter Nächte Schooß 27 Ueber der Menſchen Loos, Blicke herab! Schäumend in Kampfes Wuth, Qualmend in Dampf und Glut Dringet die Feindin ein, O, wo wird Hilfe ſein In dieſer Noth? Wie ſie dichter ihn umzingelt, ht! Sich nach ſeinem Herzen ringelt, Weh'! er fällt!— Nein! mein Held Ringt ſich auf, und hochgeſchwungen Blitzt ſein Schwert! Es iſt gelungen! Heil! der Sieg iſt ihm gegeben! Seele, fühle ganz dein Glück! O, was iſt mein Leben Gegen dieſen Augenblick! (In höchſter Freudigkeit dem zurückkehrenden Adolar entgegeneilend.) Nun laß mich ſterben! 8 Adolar. Nein, das ſei mir ferne! iend.) Dich tödten war der Ehre ſtreng' Gebot Du aber wollteſt geh'n für mich in Tod So kann ich nicht dein Richter ſein— Im Schutz des Höchſten bleibe hier allein! (Stürzt nach ſchmerzlichem innern Kampf ſich losreißend, mit einem letzten Blick auf Euryanthe ab.) Ur. 17. Scene und Cavatine. Kecitativ. 55 Euryanthe. So bin ich nun verlaſſen, So muß ich hier erblaſſen Im öden Felſenthal, nder In Einſamkeit und Qual! Was rieſelſt du im Haine, Du Quelle, mildiglich? Was blickſt mit goldnem Scheine, Die erſte Strophe hinter der Scene, die zweite auf den Bergen.) 28 So lieblich, Mond, auf mich? Nicht ſieget deine Pracht Ob meiner Leiden Nacht. Wo irr' ich hin? Kö Ach nirgend hin! 6 Die ganze Welt iſt öd' und leer, Rö Mir bleibet keine Heimath mehr! Cavatine. Hier dicht am Ouell, wo Weiden ſteh'n, Die Sterne hell durchſchauen, Da will ich mir den Tod erfleh'n, Mein ſtilles Grab mir bauen. Wohl kommt auch er einſt weit daher, Und findet kaum die Stätte mehr— E Dann rauſcht ihm ſanft die Weide zu: Sie fand von Lieb' und Leide Ruh'! K. Die Blum' im Thaue ſpricht: Nein! ſie verrieth dich nicht! E (Sinkt erſchöpft an der Quelle hin. Die Morgenröthe bricht an.) Ki Ur. 18. Jäger⸗Chor. 7 Die Thale dampfen, die Höhen glüh'n. Welch fröhlich Jagen im Waldesgrün! Der Morgen weckt zu friſcher Luſt, 8 Hoch ſchwillt die Bruſt des Siegs bewußt. K Dringt muthig durch Schluchten und Moor, Laßt ſchmettern die Hörner im Chor: Ihr Fürſten der Waldung hervor! Nun freudig ſieget das gold'ne Licht, 8 Vom Bogen flieget des Pfeils Gewicht, Ereilt den Aar auf luft'gem Horſt, C Erlegt die Schlang' im dichten Forſt.— 6 Wohlauf denn durch Schluchten und Moor, König. Chor. König. König und Chor. Euryanthe. König. Euryanthe. König. Chor. Euryanthe. König. or, Euryanthe. Chor. Euryanthe. S 29 Laßt ſchmettern die Hörner im Chor: Ihr 159510 der Waldung hervor! ſeht! die Schlang' erlegt von ſtarker Hand! nd hee⸗ in Thränen eine zarte Frau! Ver du auch ſein 5 holde Unbekannte, zerbanne jede Scheu, blick' auf zu mir, es Unglücks Hort, dein König, ſpricht zu d Zeig' uns dein Antlitz— nthe wendet ihr 2 Eurbanthe! Ur. 19. Duett mit Chor. Laßt mich hier in Ruh' erblaſſen,⸗ Gönnt mir dieſe letzte Huld! Nein, ich will dich nicht verlaſſen, Komm' zu ſühnen deine Schuld! Meine Bruſt iſt rein von Schuld. Du nicht ſchuldig? dürft' ich's Hilf uns 180 der Wahrheit Spur Eglanti 8 flehend Koſen Lockt' mir mein Geheimniß ab; Natter war ſie unter Roſen, Die den Tod mir ſchmeichelnd gab. Euryanthe, ſprichſt du Wahrheit, O, ſo nimm mein Wort zum Pfand Höllentrug bring ich zur Klarheit, Neu knüpf' ich dein ſchönes Band. Wiederſeh'n!(ſich langſam aufrichtend) mich ihm verſöhnen, Wär' es möglich? Hoffe! Lebe! Stürb' ich hin in dieſen Tönen! Täuſcht mich nicht. O, wie ich bebe! 30 Chor. Lieb' und lebe! Euryanthe. Kann ich's faſſen, ach, ich bebe! Chor. Glaube, hoffe, liebe, lebe! Nr. 20. AXrie mit Chor. Euryanthe(in Wonneglut aufſpringend). Zu ihm, zu ihm! o weilet nicht! Wo biſt du, meines Daſeins Licht? Zu ihm, daß ich ihn feſt umfaſſe, Ihn nimmer laſſe; So Herz an Herzen, Aug' in Auge, Aus ſeinen Blicken Leben ſauge— Chor. Fort zu ihm, o weilet nicht! Leb', dir winkt ein Himmelsſtrahl! Euryanthe. O, Hoffnung, Himmelsſtt rahl, Ich trag' es nicht! Ich ſterb' in Wonn' und Qual!(inkt zuſammen Die Jäger legen ſie auf eine 2 8 Ifaulietz unerhört! lieblichſte der Blüthen, zie hat ſo früh das Wüthen es Sturmes dich zerſtört! Verwandlung: Freier, von Bäumen nnnheben ter Platz vor der Burg Nevers. Vorn die rebenumrankte Hütte Bertha's, die von den Land⸗ leuten mit Blumengewinden geſchmückt wird. gen und tragen ſie hinweg.) Chor. 8 W W᷑ 8 De Ur. 21. Geſang mit Chor und Tanz. Eine Stimme. Der Mai bringt friſche Roſen dar, Die Roſe ſchmückt der Jungfrau Haar, Und Niemand weiß im grünen Mai, Was Roſe, noch was N lädchen ſei: Chor. Denn was da blüht iſt Roſ' im Mai! Stimme. — er Mai bringt friſcher B 8 lüthen viel, ie Liebe iſt des Maien Spiel. D Di Che Sti Ch. Adt 2 — E4 Ch Be All Ad Be B Ad Ch Ad und 5 zurg ind⸗ 31 3 Und Niemand weiß im grünen Mai, Was Blüthe, noch was Liebe ſei. Chor. Denn was da blüht, das liebt im Mai! Stimme. Der Mai bringt dir, du theures Paar, en allerſchönſte dar. ißt ihr zwei im grünen Mai, Wie ſelig Lieb' und Treue ſei. Chor. Denn eure Treu' krönt heut' der Mai! kt, den Geſang unterbrechend, herein). Adolar(mit geſer zi kt Nicht giebt es Treu' auf weiter Erde mehr, avon, davon iſt mir das Herz ſo ſchwer. D In Liebesglut iſt nichts als Wankelmuth, Am falſchen Herzen ſich's gefährlich ruht. Die Landleute. Welch' Klagen hier trübt froher Liebe Muth? — We Adolar.„Fahr' hin, fahr' hin, du ſüßer Liebestraum, Gib dunkler Nacht und ihren Schrecken Raum Nacht ohne Licht herein mit Stürmen bricht; Heimath, verſag' ein Grab dem Müden nicht. (Sinkt auf ein Raſenbank 1 Helm 1a herab.) Chor. Er iſt's, o Glück, o neuer Hoffnung Licht! Bertha. So mußte der erſehnte Tag erſcheinen! Alle. Geliebter Herr! willkommen bei den Deinen! Adolar. Hinweg! Laßt meiner Trauer mich! Bertha. Hier ſchlägt noch jedes Herz für dich! Bertha und fFühr' an der Jugend muth'ge Schaar, befreie Chor.[Dein ſeufzend Land— Adolar. Du ſüße, heil'ge Treue! Du lebſt, doch nicht in Euryanthens Bruſt! Chor. Den ſchnödeſten Verdacht entferne, Ich ſpreche Wahrheit ſonder Scheu: s wankten eh' des Himmels Sterne, Als unſ'rer ſüßen Herrin Treu'! Adolar⸗ Nein! ſie verrieth mich! 32 Bertha. Hör' gewicht'ge Kunde: Mit deinem Feind iſt Eglantin' im Bunde, Auf deiner Ahnen ſtol zem Sitz, Wo du ihr Zuflucht einſt gegeben, Will Lyſiart heut' zur Herrin ſie erheben, Adolar. Allwaltender, wo iſt dein Blitz?! Ur. 22. Solo mit Chor. ernichte kühn das Werk der Tücke, ertrau' der Liebe und dem Glücke! Es jauchzt dir zud dein ganzes Land, Zum Schwert für dich greift jede Hand Adolar. Hilf mir durchſchau'n das Werk der Tü ücke, Allwiſſender, mit klarem Blicke, Gib Kraft zum Siege meiner Hand Für Ehre, Treue, Gut und Land. Bertha, Ru⸗2 dolph u. Chor.“ 3 Ur. 23. Hochzeitsmarſch, Scene und Chor. Landleute. Das Frevlerpaar! Weh' dieſem Bunde! Adolar. O,k lopfend Herz— ſei ſtark zu dieſer Stunde! der Bur 18 Terraſſen und Zugbrücken von Frauen unterſtützt. (Ein prachtvoller tszug bewegt ſich aus herab nach dem Vordt rgrund. ſiart, Egla Landleute und Adolar zieh en ſi ich zurück) Eglantine(den Zug unterbrechend, ihr Entſetzen geht in Wahnſinn über). Ich kann nicht weiter! Todesſchauer Durchrieſeln mein Gebein! Mich drückt die Luft— Sieh! Enlne ſteigt aus dunkler Gruft, Sie winket mir mit ſtarrer Oen 19· Was forderſt du zurück der Rache Pfand? Ich gab es hin, die Unſchuld zu ermorden! Hinweg! Hier bin ich Herrſcherin geworden! Auf ewig, Lyſiart, bin ich dein! Geſchmiedet iſt der Trauring, feſt und eigen, Chr Lyf Ade Lyf (Reif Ch Eg Cl Mit Meineid, Blut und Wien ten— kannſt du ſchweigen? Sei ruhig! Nacht hüllt 112 eThaten ein! (Lyſiart ſchaut ſie an.) Chor. Welch' Entſetzen! Welch Gericht! Die Vergeltung ſchlummert nicht. 8 Lyſiart. Hört! daß Wahnſinn aus ihr ſpricht! Adolar. Hal mir tagt ein ſchrecklich Licht!)(Vo Erzittre, ruchloſes Paar! Es naht d Der Himmel fühn t bedrückter Unſchuld Süche Lyſiart. Was ziſcheſt aus dem Staub du, nicht'ger De Wurm? Vaſallen, werft den Fren udling in den Thurn Freudi es Erſtau⸗ (Reiſſige auf Adolar eindringend. Er inſturz auf. nen in Jub d). Chor. Heil, Adolar! In ſeiner Väter Hallen. (Sich liebkoſend um ihn drängend Geliebter, unſ're Demuth dich verſöhne! Eglantine(aus dumpfer Betäubung erwachend und ſich in die Arme ihrer Frauen ſtürzend). Er iſt's! in ſeiner Glorie,ſeiner Schönel Weh mir! Lyſiart. Verderben, Fluch euch Allen! Verwegne Knechte, büßend ſollt ihr fallen! Ur. 2A. Duett mit Chor. Chor(ſich drohend gegen LTyſiart gruppirend). Trotze nicht, Ver⸗ meſſ'ner! Strafe dräut, Verräther! Tilgt das Werk der Nacht. Zitt're, Gottvergeſſ'ner! Birg dich, Miſſethäter! Gottes Auge wacht— Adolar. Zum Kampf, zum Gottgerichte, Verruchter Frevler, du! Euryanthe. Lyſiart. Daß ich dich. Feind! vernichte, Jauchzt mir der Abgrund zu! Adolar. Dein ſe 1 e8 Herz durchwühle Mein ſi ieggewoh nter Stahl! Lyſiart. Dein ſtrömend Herzblut kühle Der Seele Folterqual Chor. /Schande nur und Verderben, 5 ſt ewig dir geweiht. Lyſiart. 0 nicht um Mitleid werben, (Heran! ich bin bereit! Ur. 25. Finale. (Der König mit wenigem Gefolge tritt zürnend zwiſchen ſie.) König. Laßt ruh'n das Schwert, der höchſte Richter naht, Der Rächer jeder Frevelthat! (Alles beugt ſich ehrerbietig. Lyſiart, das Schwert ſenkend, zieht ampffertig zurück.) Adolar. Mein König, hör' den gräßlichſten Verrath! Wir ſind getäuſchet, aller Tugend Bildniß War Euryanthe— Weh mir! in der Wildniß Verlaſſen irret ſie umher— Hilf, rette, ſtrafe!— König. Hemme deine Klagen Faſſ' dich, als Held das Gräßlichſte zu tragen Dich ſegnend iſt das treu'ſte Herz gebrochen! Eglautine(in teufliſcher Luſt auffahrend). Triumph Jgerochen Iſt meine Schmach! der Feindin Herz gebrochenl Es ſtürmt der Tod durch deine Bruſt! Betrogner! war dir meine Glut bewußt, Wie legteſt ſorglos und vermeſſen Die Schlange du an der Geliebten Bruſt? So hatteſt du mein Flehn vergeſſen? Vergeſſen meinen Todesſchmerz? Ad Eg Ch Ly Eg Ly Cl Kü Ad (Er Kaltſinns Hohn? Zornes Drohn! Vergeſſen Verge I meines Adolar. Abſcheuliche! Eglantine. Grie Adolar! Verzweifle, da ſie ſchuldlos war! Ich war's, von deren Hand den Ring Der kühne Räuber dort empfing; Ich war's, die ihn der Gruft entwandte,— Rein, wie das Licht, war Euryanthe! Chor. O, hölliſcher Verrath! o, herb Geſchick! Lyſiart. Wahnſin Eglantine. Schnödes Werkzeug meiner Dich ſchleudr' ich dein Nichts zurück! Lyſiart. Was mich, daß ich dich zern niälme Meineidige! Verrätherin! ler ſtößt ſie nieder. en ſtehen ihr bei. Lyſiart Chor. Ruchloſer Mörder! König. Führt zum Tode ihn! Adolar. Nein, gebt ihn frei! Laßt ganz ſein Werk i önen. n kr Hier Iſt mein Herz, Dder Mörder ſei Befriedig— Gottl wen nannt' ich Mörderl ich, Ich bin der r Mörder und der Fluch trifft mich! Wer mordete mit wildem Triebe Die höchſte Treue, Glauben, Unſchuld, Liebe! ein Frevler ſonſt, als ich? glantine wi agen. Lyſiart Wo lebt (Er verſinkt in dun abgeführt. A Chor der Jäger(hinte r der Scene). 8 Wonne! ſie athmet! ſie lebet! Duett mit Ehbe. (Euryanth e, hoch von Jägern getrag Ado lar ihr entgegen.) Euryanthe[Hin nimm die Seele mein! und Adolar.Athme mein Leben ein. 36 Laß mich ganz du nur ſein, Ganz bin ich dein! Laß mich in Luſt und Weh'n A UAn deiner Bruſt vergeh'n! 76. 9 7 1 Chor. O Treue, ſtark und rein, 159.1 O Luſt nach Todespein, 7 Holsdſeliger Verein, 4. 2 Du ſein, er dein! Recitativ. Adolar(von Entzückung ergriffen). Ich ahne, Emma, ſelig iſt ſie 170 jetzt: 366. 2 Der Unſchuld Thräne hat den Ring benetzt. 368. 2 A1 81 N 347. 2 Treu' bot dem Mörder Rettung an für Mord, 348. 2 Ewig vereint mit Udo weilt ſie dort! 0 Schluß-⸗Chor. Alle. Nun feiert hoch in vollen Jubeltönen 195 8 er Ritter Schmuck, die treu'ſte aller Schönen. 81. 2 G0 prüftes Paar, be eſiegt iſt Nacht und Tod, 3 Die Wahrheit ſtrahlt im reinſten Morgenroth,—— Der Himmel ſchirmt dies Band! 185. Heil Adolar! Heil Euryanth'! 372. 367. 350. 84. 330. 15. 268. Abert, Aſtorga. 1 77. 157. 158. 3. Adam, Poſtillon von Lonjumeau. Adam, Schweize Albeniz, Pepita Jimér d'Albert, Gernot. 171 d'Albert, Ghismonda. 1 d'Albert, Ghismonda(oh. Scenerie) d'Albert, Auber, Fra Diavolo. Auber, Auber, 7. Auber, Schwarze Domino. Auber, Stumme von Portici. Auber, Maurer und Schloſſer. Auber, Des Teufels Antheil. 239. Beethoven, Fidelio. Bellini, Montecchi und Capuleti. 178. 81. 167. Berlioz, Benvenuto Cellini(Ausgabe Berlioz, Benvenuto Cellini(Ausgabe Boieldien, Johann von Paris. „Boieldien, Die weiße Dame. Bolck, Der Schmidt v. Gretna⸗Green. Cherubini, Medea. Cherubini, D Cimaroſa, Die heimliche Ehe. 5. Cornelius, Gunlöd. 17 75. Curti, Lili⸗Tſee. 1. Curti, Lili Tſee(engl.) 80 Pf. Doebber, Der Schmidt von Gretna Donizetti, Abert, Ekkehard. 1 Abert, Ekkehard(Ausgabe f. Berlin). 1 Abert, Ekkehard(Ausgabe f.München).f ütte. Der Rubin. 17 r Maskenball. Die Sirene. Baußnern, v., Dürer in Venedig. 11 Bellini, Nachtwandlerin. Bellini, Norma. Berlioz, Benvenuto Cellini Berlioz, Benvenuto Cellini f. Berlin). 17 (Ausgabe f. Dresden). f. München). 1 r Waſſerträger. Green. 1 Donizetti, Der Liebestrank. Donizetti, Lucia von Lammermoor. Lucrezia Borgia. Donizetti, Regimentstochter. Enna, Cleopatra. F. Enna, Cleopatra(franz.) 80 Pf. Enna, Das Streichholzmädel. 351. Flotow, Aleſſandro Stradella. 352. Flotow, Martha. .Gluck, Alceſte.(Deutſch v. Cornelius.) Gluck, A Gluck, Iy 9. Gluck, Iphig R. Wagner.) Gluck, Iphigenie in Aulis(m. Sc.). t 86. Gluck, Iy 6. Gluck, Orp .Gluck, Orpheu v. M. Kalbeck.) Goldſchmidt, v., Heliantus. 1 Goldſchmidt, v., Die 7 Todf Goldſchmidt, v., Die (franzöſiſch). 11 Grötry, Kurirte Eiferſucht. Gröétry, Rich Löwenherz. Halévy, D Halévy, Die Jüdin. Händel, Orlando. Händel, Rhadamiſt. Händel, arme. Hellmesberger, Das Licht(Ballet). Hellmesberger, Meißner Porzellan (Ballet). 7. Hörold, Zampa. Hiller, Die Jagd. Hofmann, Donna Diana. 11 Hofmann, Wilhelm von Oranien. 11 9. Holſtein, Der Erbe von Morley. + 8. Holſtein, Der Haideſchacht.. .Kaun, Oliver Brown... 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