urch det, W. A. MOZART s OPER N WE AUFEFZUCEN BEAHRRBEIHTET VON ANTON RODOEHPH 8 EIGENTUM UND VERLEGER FUR ALLE LANDER PFLUGERVERLAG KARLSRUHE MUSIKALIEN- Uοο οNRLA W. A. MOZEARTIL OPER IN ZWEI AUFZUGEN BEAHRRBEIHTET VON ANTON ROUDOLUIPH Alle Rechte, insbesondere die der Ubersetzung und Aufführung für alle Sprachen vorbehaſten. Das Auf— führungsrecht für sämtliche Bühnen des In- und Aus- lands ist ausschließlich von dem Pflüger-Verlag in Karlsruhe zu erwerbsnur Den Bühnen und Vereinen gegenüber als Manuskript gedtuckt. Das Buch darf nur dann zu Bühnenzwecken benutzt werden, wenn vorher das Bühnenaufführungsrecht durch den Pflüger-Verlag in Karlsruhe oder dessen Vertreter im Ausland rechtmäßig erworben wurde. RERREVV..V..·.·.···.E.E.EECWECEEXEXEREEVERXERXAXAXERXRVXRXARAUAUVXUXUVURURURURUUÜꝑXURURQXRXEXRXR Personen. Titus Vespasianus, römischer Kaiser. Vitellia, Tochter des von Titus' Vater gestürzten Kaisers Vitellius. Servilia, Schwester des Sextus. Sextus, Freund des Titus. Annius, Freund des Sextus. Publius, Anführer der Praetorianer. Lentulus, Anführer der Verschworenen Trebonius, ein Verschworener. Aemilia, Dienerin der Vitellia. Senatoren, Abgesandte fremder Völker, Praétorianer, Liktoren, Ver— schworenen, Tänzerinnen, Sklavinnen und Volk Die Handlung spielt im alten Rom. wantsRUnE MAνõ]s¼u⁰ν onuοeα Ar die La- Zul Sie Pre das san Eii 2u1 Gef une ein Fes neb WA for lun Spr kei Wal⸗ une ren daf und die- dad Ho Tit Pit Ver Einführung. Mozart erhielt im August 1791, noch mit seiner Arbeit an der„Zauberflöte“ beschäftigt, den Auftrag, die Musik zum„Titus“ zu schreiben. Die böhmischen Landstände wünschten die Krönung Kaiser Leopolds II. zum böhmischen König durch ein Festspiel zu feiern, sie erinnerten sich des„Don Juan“-Schöpfers, der in Prag so große Erfolge errungen hatte und sandten ihm das von Mazzola gekürzte und in zwei Aufzüge zu⸗ sammengezogene Textbuch von Metastasios„Titus“ zur Einsichtnahme und raschen Entscheidung zu. Die Frist zur Komposition und Einstudierung betrug drei Wochen. Mozart kränkelte damals schon, düster war die Gegenwart, noch düsteérer erschien ihm die Zukunft. Der unerwartete Auftrag aus dem geliebten Prag bedeutete einen Lichtblick. Vielleicht war über den Weg eines Festpiels die Aufmérksamkeit und die Gunst des neuen Kaisers zu gewinnnen. Gewiß, das Textbuch war ja, wie Mozart sich selbst sagen mußte, trotz einiger formaler Verbesserungen Mazzolas schlecht. Die Hand- lung wimmelte von Unwahrscheinlichkeiten und Wider- sprüchen. Sie war ungeschickt geführt und enthielt keine einzige, wahrhaft dramatische Gestalt. Titus selbst War ganz Biskuit, nicht minder aber auch Sextus, Annius und Servilia. Ihnen gegenüber stand Vitellia als outrie- rende Furie. Sie pochte auf das eingebildete Recht, daß, weil sie Titus liebe, er sie unbedingt wiederlieben und zur Gattin nehmen müsse. Mazzola hatte zwar diesen Widersinn bei Metastio empfunden, glaubte ihn aber dadurch abschwächen zu können, daß er Vitellia von Hoffnungen und halben Versprechungen reden ließ, die Titus ihr gemacht habe. Aber im Stücke selbst war Titus so zartsinnig, unzweideutig und edel gezeichnet, daßb man schlechterdings an diese Versicherungen Vitellias nicht glauben konnte. Blieb der Kbfall des für Vitellia glühenden und durch sie gegen Titus aufgestachelten Sextus, des Kaisers besten Freund. Dieser Verrat aus Schwäche war an sich glaubhaft, ebenso der Gewissens- ausbruch in dem Augenblick vor der Tat, wWo Sextus ausruft:„Nein, ich vermag nicht der Rache Plan dir auszuführen, Vitellia! Tod würd' mich treffen vor Titus Blicken! Hindern will ich's.(nämlich die Inbrand- steckung des Kapitols durch die von ihm gewonnenen Verschworenen, wobei der Kaiser den Tod finden sollte.) Aber schon schlugen die Flammen empor— die Reue des Sextus kam zu spät, ein tragisches Moment, ohne Frage. Nun aber geschah das einfach Unglaubliche: Sextus rannte mit dem Aufschrei„Schützt ihn, ihr grohben Götter“ kort gegen das brennende Kapitol, in der Absicht, den Kaiser zu retten. Zehn Minuten später kehrt er zurück und hat(Wie er selbt wenigstens glaubt) Titus umgebracht. Also eine plötzliche, ganz unerwartete, dabei völlig unmotivierte Sinnesänderung, zudem hinter der Szene. In dramatischer Hinsicht ein- fach eine Unmöglichkeit, zu der sich als andere im Zweiten Akt die überraschende Meldung gesellte, daß Titus unversehrt der Todesgefahr entkommen sei, an seiner Stelle aber der Verschworene Lentulus, der Wwährend des Brandes— offenbar rein aus Mutwille— den kaiserlichen Purpurmantel umgetan hatteé, von Sextus für den Kaiser gehalten und niedergestochen Worden War. Dieser Deus ex machina konnte beim Zu— hörer keinen Glauben und kein Verständnis finden. Dazu kam im zweiten Akt das unwürdige unsympathische Verhalten der Vitellia gegen Sextus, von dem sie ständig fürchtete, daß er sie als die Urheberin des ganzen Komplotts verraten und dadurch ihre bevorstehende, glücklich erreichte Vermählung mit dem Kaiser unmög- lich machen werde. Erst, als sie sich völlig in die Enge getrieben sah, als es gar keinen Ausweg mehr für sie gab, brach endlich die Reue bei ihr durch und mit dieser der Entschluß, Titus alles zu gestehen. ————+—C——————————Y——PYPpbpb bp˖pp—— rrNrrrrrree Mo Fel all. hel auf gis die We: in Sie Sch mö. 2u deue hne he ihr It 01. iten tens anz ung, ein- im dah an der VOII. hen Au- azu Sche idig Wen nde 16g- die für mit Mozart hatte obne Frage diese Fehler des Mazzolaschen Textbuches erkannt, allein der kurze Termin erlaubte keine Ausm erzung der Schwächen mehr. Er hoffte wWie so oft bei seinen Jugendwerken—, daß seine Musik über alles siegen werde; durch sie allein wollte er ja auch auf den-neuen Kaiser wirken. Er fuhr also nach izzierte unterwegs im Reisewagen und führte abends im Gasthause das rasch Hingeworfene aus. In 16 Tagen war das Werk vollendet, v urde am 6. September zum erstenmal gegeében und gefiel nicht. Es trat die gleiche Erscheinung wie bei seinen qugendopern—: Zwischen der 5 nalität der Handlung und dem drama- tischen Schwung der Musik klaffte eine zu große 515 die vom Publilt um, obwohl es natürlich diese Erklärung nicht 1555 hatte, doch klar empfunden wurde. Selbst gewiegte Mozartkenner und FFforscher erkannten nicht, dab der Meister wie stets— seine Töne aus ge⸗ schauten Gestalt empfangen hatte, Text und Hand- lung aber nur Eheate angehörten. Sollte diese breitklaffende Lücke at werden, s0 konnte das nur von der Höhe der Musik her geschehen. Nit land- läufigen ästhetischen oder dramatur gischen Kniffen War da nichts zu erreichen, es mußte scheinen, als helfe Mozart sich selbst, als merze er die oben angeführten Fehler der Handlung aus. Es galt aus dem alten Stoffe alle Möglichkeiten, die in ihm lagen, zur Verbesserung heranzuziehen; mit einem Wort, die Handlung mußte auf naturechte, starke Füße gestellt, sie mußte psycholo⸗ gisch vertieft werden. Auch die Arien und vor allem die Ensembles mußten in den Fluß der Ereignisse gestellt werden, sprachen doch die Personen des Urtextes fast in allen Nummern aneinander vorbei. Nimetschek sagte von der Musik des„Titus“, daß sie zum Aesthetisch-Schönsten gehöre, was Mozart ge⸗ schrieben habe. Die Vorliegende Bearbeitung des Werkes möchte nichts anderes, als diesen zutreffenden Ausspruch zu Ehren zu bringen. Erster Akt. Ein Teil des Forums, prachtvoll geschmückt mit Triumphbogen, Obelisken und Trophäen. Im Hintergrunde das Kapitol, zu dem eine gewundene Straße führt. An der linken Seite ein Thron. Dahinter ein Purpurzelt, in die Kulisse hineinragend. Je eine Straßenmündung rechts und links vorn. Rechts und links vom Schau- Spieler. Erster Auftritt. Lentulus, Prebonius und eine Reihe von Verschworenen. Sie treten rasch von links auf. Reeitativ. Lentulus(heftig anhaltend): Nein, erst halt hier noch, Verschworne! Mißtrau'n in unsern Reihen? Dann hier sei's erst erstickt! Endlich heut der Augenblick, den weichen Titus vom Thron zu stürzen, den einst sein Vater dem Vitellius raubte! Sextus mit uns, dess' Anseh'n und Name unser Unter⸗ nehmen sichert und schützt! Und wir, Ihr Freunde, wir sollten säumen, den Thron zu retten Roms Herrin Vitellia? Prebonius(spöttisch und wild): Nun, Lentulus du, und ist nicht Sextus der beste Freund des Pitus? Ei sprich doch, du Kluger, so sollen gar Wir heut im Netze zappeln? Lentulus: Dich kenn ich wohl, Trebonius! Weil von dir nicht der Plan ist, quälen Neid dich und Eifersucht! Schließ aus dich! Wir begrüßen's! Trebonius(für sich, giftig): Aus schließ ich dich! 0 warte! Sollst dich nicht rühmen! Lentulus: V Wir andern wollen aber heut' Rom erlösen! D'rum V eh' in alte Weichheit Sestus zurückfällt, laßt uns die U Tat vollbringen. Ich schleiche dort in's Kapitol, raube 6 den Purpur, hüll' mich in ihn! Dies sei euch das Zeichen, die Burg zu setzen in Brand!(Sie drängen rasch, der V Straße im Hintergrund folgend, hinaus. Trebonius hinter L ihnen drein.) ZWeiter Auftritt. Vitellia und Aemilia von links. Vitellia, den Abgehen— 0 den nachblickend. Vitellia(freudig): Sie sind's, die Freunde!(Nach dem Kapitol drohend) Nun weh dir, Kaiser! O Aemilia— diesen Titus zu lieben— des Thrones Räuber, der heut' vor meinen P Blicken Berenice empfing— die Barbarin! Die jetzt 1 sich ihn fangen wird! Und ich— von meinem Vater 8 bestellt zur Rache— ich zog irren Hoffens die Tat hinaus und bracht' mich selbst, ein stumm-beredtes Opfer, dar, verschmäht von Titus!(Wild.) Weg jetzt mit Weichheit! Schwachsinn ist's, Menschen zu schonen! Aemilia: Nein Vitellia! Nicht darf Leidenschaft dein edles Herz verblenden! Als Jüngling liebte Titus Berenice nur! Vitellia: Sahst du sein Grüßen?— Die Welt will Trug nur sie soll ihn haben! Denn ha— mich liebt Serxtus! Seinem hilflosen Herzen schenkt' heut' ich Hoffnung und er hielt Wort mir! Dort naht er— fort mit dir (Aemilia rasch links ab.) SFAENYRYYYYYrDSrrrrrrrerr Dritter Auftritt. iicht Vitellia. Sextus rasch und erregt von rechts. Sextus(düster und heftig): Wohl— hab' ich dir nun gehorcht? Willst du's noch rum wWeiter treiben? Glaubst du, uns segne ein solch Ver- die brechen?(wild) Du läßt mich rufen die Freunde! aube(Wendet sich halb gegen das Kapitol.) hen, Vitellia: der Willst du schwärmen? Und seh' ich gleich schon hell? nter Dir gilt die Freundschaft höher als meine Liebe? Sextus(außer sich): Titus verraten? Fühlst du die Untat?— Hör mich d'rum! Vitellia: Ben O schon geniigt's mir!(Sie wendet sich.) Sextus: Warte doch! Witellis: end) Leb wohl nur! S 2u Sestus(ihr im Wege): mnen Nein, du bleibst und vernimmst mein letztes Wort! Jetat Die Tat vollführ ich! Mißtrau'n vor meiner Liebe? ater Sieh denn: Sich und alles kann sie opfern! Tat dtes N. 1. Duett. Jetal Sestus(entschlossen und kraftvoll): nen! 2 5 Wohl denn, dein Wunsch geschehe! Alle schon sind erschienen, 5 5 5 Herz Preu dir gleich mir zu dienen: l Lentulus ist bereit, Mit den Freunden bereit! 3 Vitellia(mit großer Geste): 8 D tus Eh' d'rum die Sonne sinket 9 Muß Titus dort vom Throne! dir Roms stolze Herrscherkrone Gebiührt alleinzig mir! Sextus: Laß mich sie dir erwerben! V Vitellia: 8 Wohlan, doch muß er sterben! E Sesbus: Nur: Schützend deine Liebe f Muß dann mein Herz umblüh'n! Vitellia W (kür sich, mit Triumph): ie So leuchte, süße Rache, Verschmähtem sanftem Triebe! (zu Sextus) Dir Sextus hilft die Liebe Den harten Kampf bestehn! Sextus: Ich fürchte keine Rache Nicht des Gewissens Triebe, Hilft mir nur deine Liebe Den harten Kampf bestehn! Vierter Auftritt. Die Vorigen. Annius von der Mitte her. Recitativ. Annius: Sextus, Caesar entbietet dich! Vitellia(in höhnendem Schmerz): Fürwahr— zögert nicht! Für Berenice braucht Prunk 2 8 der Kaiser! 1 Annius: Tu du nicht schweres Unrecht, Vitellia, unserm Herr— scher. Er selbst hieß scheiden Berenice von Rom! 2¹ Vitellia: Himmel— was sagst du? Annius: m Keine Fremde herrscht hier! Rom ist voll Freude! unk SPTP- Vitellia(für sich): Wie noch Hoffnung für mich? Doch diesmal rette Vorsicht mich vor Enttäuschung!(Teise zu Sextus) Sextus, du Vollziehst heute noch nicht meinen Willen! Es ist die Stunde noch nicht gekommen! Sextus: Wie— zaudlern plötzlich? Was sinnst du? Was schürst du mir Zweifel? Vitellia: Wie, du willst zweifeln?(süß) Kannst du ahnen, ob ich an deine Ruh nicht denke? N. 2. Arie. Vitellia(mit spielender, schwüler Andeutung für Sextus): Wer mich will zärtlich finden, Der laß den Argwohn schwinden, Der scheuch aus seinem Herzen, Der läst'gen Zweifel Schar. Nur wer da schenkt Vertrauen, Der darf auf Treue bauen, Wer aber Täuschung fürchtet Reizt nur zur Täuschung an! (Sie geht links ab.) Fünfter Auftritt. Sextus und Annius. Recitativ. Annius: Mein Sextus, nochmals nah' ich jetzt mich mit alter Bitte! Du hast Servilias, deiner Schwester Hand mir versprochen! Nichts mehr bedarf's, als daß Titus uns zustimmt! Sextus: Ja, dieser Wunsch sei gleich dir erfüllt! Niemals soll man sagen, daß das Beste ich nicht von Herzen gewollt! N. 3. Duettino. Beide(mit großem Ausdruck): Der Liebe starke Schwingen, Gebietend ausgespannt, Sie sollen stets umschlingen, Auch uns'rer Freundschaft Band! Sextus(zusammenzuckend): O Schmerz! Annius: Was gibt's? Senxtus: Weh' Freundschaft! Annius: Ist sie nicht ein heiliges Band? Sextus: D ilioeS R— J1 O heiliges Band! 11 Zeide: 2¹ — P Ja uns soll stets umschlingen 1 Der Freundschaft heiliges Band! (Wie sie hinten abgehen wollen, ertönen Marschklänge. U A— f W Sie bleiben zur Seite stehen.) 0 In Sechster Auftritt. V WW N. 4. Marsch. An der Straßenbiegung beim Kapitol erscheint der Festzug. Publius, Senatoren und Gesandte der Provinzen, die den Jahrestribut darbringen. Sklavinnen, Tänzer- innen usw. Titus kommt unter dem Vortritt von Liktoren, gefolgt von Praetorianern. Volk strömt von rechts und links hinzu. Nach dem Umaug besteigt J0 Titus den Thron. rENEYfNYYNYrrrerrrrrrrrrrr e eeeeeee der zen, 2ET- VOI Von digt N. 5. (Die Tänzerinnen tanzen.) Chor. Chor(mit stürmischer Huldigung): Gegrüßt, erhab'ner Kaiser! Du uns'rer Stadt Gebieter— Du uns'res Friedens Hüter— Du Stolz der ganzen Welt! Dir soll das Dasein Freude versüßen! Alles strömt dir zu Füßen: Die Ehrfurcht, Vertrauen Und Liebe und Treue, Dir feiernd dargebracht! D'rum sei gegrüßt, o Titus! Du uns'rer Stadt Gebieter— usw. Recitativ. Publius(au Titus): Dich grüßt heut' der Senat als des Vaterlandes Vater, und nie so freudig hat seinen Beschlüssen das Volk zugejauchzet! Die besiegten Provinzen senden ihren Tribut, es sind diese Schätze, zum Tempelbau bestimmt. Titus(stark ablehnend): Quiriten, nein, mir nicht! Schmolz nicht der Vesuv wieder in Feuer, zerstörend ganze Städte? Darf ich an Prunk da denken? Laßt diese Schätze d'rum den Tiefgebeugten des Elends Jammer mildern! Publi us: Wer könnte Worte finden, deine göttliche Großmut würdig zu preisen? Chor: Dir Dank, erhab'ner Kaiser! Du uns'rer Stadt Gebieter— usw. Recitativ. RIUSR Jetzt genug, ihr Getreuen! Sertus soll sich mir nahen, Annius noch bleiben, ihr andern seid entlassen! Marsch. Der Zug begibt sich dahin zurück, woher er gekommen: Volk nach links und rechts ab.) Siebenter Auftritt. Titus, Sextus und Annius. Recitativ. Annius(leise zu Sextus Jetzt, o mein Sexntus, jetzt sprich für mich! Sextus(zu Titus): Was hörte ich, Augustus? Berenice, die Holde TPitus(ähn unterbrechend): Kein Wort mehr davon!(Mit plötzlichem Einfall.) Doch sieh', gib du Rat mir! Rom verlangt, daß ich bald mich vermähle! Nun wohl! An die schöne Vitellia dacht' ich!(Sextus fährt zusammen.) So sühnt' ich Unrecht! Sextus, doch die Freundschaft ehrend, nähm deine Schwester ich gern! Sextus(bestürzt): Titus!(Er steht in heftigem Kampf abgewandt.) Annius(für sich): Verloren— ich und all mein Glück! Titus(zu Sextus): Sextus, wenn du bescheiden, mir denn nicht raten willst: Meine Entscheidung soll dennoch dich beglücken! Nun denn, ich wähle hiermit deine Schwester! Geh' ihr's zu melden, Annius! Annius: Ich will's ihr künden(für sich), wie es mein Herz kann! (Links ab.) Achter Auftritt. Titus und Sextus. Sextus(dumpf): Ehre zu sehr mich nicht, mein Kaiser! nen: Al1.) ich ollia ich ähm Ust: Nun hr's unn! ich jetzt nicht Sertüs Nein, beschäme mich nicht, mein edler Kaiser Titus(fest): Hier rede jetzt, Du birgst vor mir ein Leid! Doch will mehr hier steh'n ohn' dein Vertrauen! N. 6. Arie. Pitus(in energischem Ton und Spiel Hier nennst du die Beschwerden, Drangvoll in deinem Herzen! Wir sind die Herrn der Schmerzen, Ist Ruhe uns're Kraft. Den Aengsten, der Leidenschaft Sind so wir glücklich und sanft entrafft! Drum wirst du mir vertrauen! Auch ich büßt' bittere Fehle; Freundschaft hilft froh dir bauen, Läbt höchste Lehr dich schauen: Edelste Form der Seele Ist möglich hier! Doch, Freund, nun rede! Hier nennst du die Beschwerden— usw. (Er deutet auf das Zelt und tritt mit Sextus ein.) Servilia und Annius rasch von links. Neunter Auftritt. Recitativ. Servilia(stark und erregt): Ich die Gattin des Kaisers? Annius: Sündige nicht! Servilia(Faßt seine Hand): Und nie von dir laß ich! Annius(entschlossen): Dann, holdeste Servilia— dann Nimmermehr! sieh mich bei dir! N. 7. Duett. Xnniu Nein, und nie werd' ich dich lassen, Du erfüllst mein ganzes Leben! Deine Hände fest zu fassen Hi Soll kein and'rer wehren mir! Servilia: 8e Und auch ich will hier auf's neue Dir mein ganzes Herze geben, Unentwegt in ew'ger Treue Seh' die Welt mich neben dir! Ve 2 18t Annius(feurig): 88 Läßt dich Mut so kühn erröten? ve ve Servilia(aufflammend Vor den Kaiser' Will ich treten! IG W Stolze Wahrbeit 80JI uns rèétten! 1 Uns von aller Qual befrei'n! Sübtes Glück, G uns verbindet, Daß uns keine Not kann trennen! Kuch wenn alles rings entschwindet Bleiben wir in Lieb' vereint! Beide(jube (Servilia bedeutet Annius, daß er gehen solle. Sie führt ihn selbst links hinaus.) Zehnter Auftritt. Titus und Publius aus dem Zelt Recitativ. REitüus Ju der Vermählung alles sei rasch bereitet! Festglanz Soll herrschen! Publius: Sehr wWohl!(Geht ins Zelt zurück.) kührt Llanz Elfter Auftritt. Titus. Servilia. Servilia(rasch von links, niederknieend): Hier sieh mich knien! R Servilia Fürstin!(Er will sie emporheben.) Servilia: Nein o Herr, gib noch nicht mir so hehren Namen! Vernimm erst die Wahrheit! Mein Kaiser, dies Herz ist nicht mehr mein! Seit langer Zeit schon hat Annius es geraubt. Nicht ist mir's möglich, den Freund zu verlassen! Selbst auf dem Throne würd' ich ihn nie vergessen und gegen meinen Willen stets sein gedenken. Titus(aufgebracht): Wie? Jetzt erst hör' ich davon? Weh', ließ ich sie's kühlen, die vor mir schwiegen! Man stößt uns in lrrtum? Und läßt uns dann im Vorwurf dafür büßen? N. 8. Arie. Titus(erregt): Starke Herzen zu gewinnen— Muß entsagen ich dem Hoffen?— (Servilia emporhebend) Wär' gleich deinem jedes offen, Herrschen wäre Seligkeit! D'rum will dir ich Glück bereiten, Wie es deine Preu' verdienet; Daß es auch mag and're leiten Jhrem Kaiser zu vertrau'n! Ei doch, freue dich, Annius sei dir bald vermählet! Ja, wär' jedes Herz am Throne, TPreu und offen wie das deine usw. (Pitus geht in's Jelt.) ZWölfter Auftritt. Servilia. Vitellis 1 Recitativ. D0 Servilia(mit Ausbruch): O welch' ein Glück! Au Vitellia(rasch von links, hat Servilia's Worte gehört, Wi fährt zusammen, faßt sich schnell, anzüglich): Darf ich der hohen Fürstin, der Kaiserin der Ehrfurcht W. Zoll darbringen? Dies Angesicht verehren, das durch WA der Schönheit Zauber dem Beherrscher des Reichs die Ruhe raubte? 8 Servilia: du Laß ab, mir zu zürnen, wird doch vielleicht die Krone gle dein Haupt noch zieren! (Sie geht links ab.) Dreizehnter Auftritt. Vitellia. Gleich darauf Sextus. Vitellia(allein): Sie wagt mich zu verspotten? Ha, Titus. nun erzitt're vor meiner Rache! An mich dachtest du nicht einen Augenblick! Auch du bist erloschen jetzt, in dieser Brust! Senxtus(rasch aus dem Zelt): Vitellia! Vitellia: Ei doch— bist du bereit? Es drängt die Zeit! Der Abend, er ist schon nah'! Sextus: Schwärmst du? Du befahlst ja den Aufschub! Vitellia: Wie? Du hast doch Lentulus nicht gar schon abgesagt? Sextus: Soeben wollt' ich's tun! Vitellia: Du tust es nicht! Nein, spornen wirst du sie! Es gibt nicht Schonung mehr, noch Aufschub! Sextus: Doch ging Titus soeben zur Stadt hin! Vitellia: Ausflüchte suchst du? Du weißt, vor Abend wird er ört, wieder in der Burg sein! Dann muß er fallen! Sextus: rcht Warum dann, sprich— die neue Wendung? Zu hoffen rch Wagt' 166 die Vitellia: daß ich dich deines Schwurs gar entließe? Fängst du das Spiel von vorn nur wieder an? So muß ich's rone gleich beenden! (Sie wendet sich. Sextus tritt ihr in den Weg.) N. 9. Arie. Sextus(entschlossen und feierlich): Wohl denn, es soll geschehen! Nicht sieh' mich widerstreben! Was noch erfüllt dies Leben, Sei dir allein gegeben bt're Dir opfernd dargebracht! inen(Eindringlich.) eser Wohl denn! Doch dann Geliebte Will ich den Lohn dieser Leiden! Aus Aengsten will ich scheiden, Die schmerzend hier gewacht! Ja und in deinen Armen 55 Will ich auf's neu erwarmen. Dein Blick, er muß mich retten, Er bannt des Grauens Nacht! Nie um ein ander Wesen Würd' ich die Tat vollbringen, Einzig mich dazu zwingen, agt? Kann Deiner Schönheit Macht! (Er eilt rechts ab.) Vierzehnter Auftritt. Vitellia, dann Publius und Annius von links. Vitellia(allein): Jetzt, Titus, lösch ich aus, was meinem Herzen, meinem Stolz du angetan! Nun gleich' ich aus, was deine Sippe der meinen zugefügt! Kaiser wird Sextus! (Publius und Annius rasch aus dem Zelt.) Publius: Du hier, Vitellia? Auf, eile! Nach deinem Haus ging Titus! Annius: Vitellia, ja zög're nicht! Titus ging dich zu suchen! Vitellia: Titus—2 Publius: Ei doch, vernimm: Er erkor dich zur Gattin! Annius: Schon lange dacht' er dein! Wählt' ja Servilia erst nur aus Freundschaft zu Sextus! Publius: Jasch, Fürstin, laß uns gehen! Vielleicht noch harrt der Kaiser! N. 10. Terzett. Vitellia(wie hin und hergerissen): Haält doch! Nein ich komme! Sextus! Weh mir! Wohin ging er? O Fluch dem tör'gen Hasse! O Fluch der blinden Wut! Jetzt Bangen, solche Qualen! Es starrt zu Eis mein Blut! Annius und Publius(an ihr treibend): Eile, der Kaiser wartet, Zwinge noch jetzt dein Glück! Laß uns nicht länger säumen Zu lichtern Träumen Erwachst du bald!(Alle drei lIinks ab.) ———————————2Ä—— ————— 1eEm PPE ing erst Urrt Fünfzehnter Auftritt. Sextus von rechts Becitativ. A· LA U1 — — — Sextus(voll ungeheurer Erregung, kann sich kaum mehr aufrecht halten, wankt bis zur Straße nach dem Kapitol) Ihr Götter, und muß ich geh'n jetat, diesen furchtbaren Weg? Tötet mich! Zermalmt mich! Laßt mich enden zittern beim Hauch der Lüfte! dies 135 O Qualen zu Sinkt nieder.) Konnte ich jemals denn ahnen, wie schwer dei Wüts hluß sei, schuldig zu werden!(Sich halb auf⸗ richten 115 Doch vollbracht sei die Tat! Und ist voll⸗ bracht sie, wähl' ich tapfer den Tod! Ich— tapfer? sehmerzlich Ein kann er Verräter Sein?(Auffl mmend hie gesteh' dir's: du sannst Voö Suchst noch 5 hen! Du kennst's und eilst h es zu 0 16 10 8555 ganz du kühllos? Schon zerrissen und befleckt hast du die reinste Freundschaft, die je geblühet! Schon nicht mehr würdig zu dieser Stunde bist du ihrer! Ha, wie belohntest du Titus Güte! Darum sein Freund, sein Liebling, daß sein Mörder du werdest?!—(Springt empor.) Ver⸗ schlinge mich der Abgrund, eh' ich das werde! Nein— ich vermag nicht, Vitellia, der Rache Plan dir auszu- kühren! Fahr hin! Tod würd' mich treffen vor Titus zlicken!— Hindern will ich's!— Wie, Götter—21 Lodern dort nicht schon Flammen?! Lentulus, o Ver- ruchter— handeln ohne Auftrag? Zu spät denn all meine Reue! Sechzehnter Auftritt. N. 12. Finale. Sextus: Schützt ihn, ihr großen Götter, In ihm das ganze Reich! helft mir ihn zu retten Und finden ihn sogleich!(Er will gehen.) Annius ſtritt auf): Halt, Sextus, wohin gehst du? Sextus: Ich gehe bald erfährst du's((F O Götter—(kfür sich) zu meiner Schmach! (Er eilt nach dem Kapitol.) Annius(will ihm nach): Und nicht laß ich dich gehen! (Servilia tritt auf.) Annius(erblickt sie im letzten Augenblich, erschreckt): Du hier? 0 fort, Servilia! Servilia: Liebster, welch' schrecklich' Toben! Annius: Fliehe, entffieh', du Holde! Servilia: V Man fürchtet, diese Flammen Sind nicht das Werk des Zufalls! Nein, diesen Brand erzeugte Verräterei und Aufruhr! Chor(im Kapitol. Stets beim Auf brausen der Flammen): Ach Publius(kommt hastig, hält erstaunt an): Und mehr hier nicht der Freunde, Den Kaiser zu bewahren? 5 Soll gar der Mörder Scharen So leichten Sieg's sich freu'n? Chor(auch vorn sammelt sich vereinzelt Volk, das die Chorstellen mitsingt und sich am Spiel der Haupt- personen beteiligt): Ach! — ²... 9)* 88 t⸗ Servilia, Annius, Publius Gnach dem Hintergrunde sich bewegend): Die Armen zu befreien, Dringt niemand mit uns ein? (Flammen schlagen auf, sie weichen geblendet zurück.) Ach! Vitellia(kommt atemlos, wie aufgelöst): Sprecht— um Erbarmens Willen— Sagt mir, Wo Sextus weilet,— Chor: Auch Titus ist verloren— Traf nicht mehr ihn im Haus! Nicht mehr in meinem Haus! Servilia, Annius, Publius: Wer nennt uns den Verräter, Ju sühnen Titus Pein? Ach! Vitellia, Servilia, Annius, Publius(wie vorher): Chor: Die Armen Zzu befreien, Dringt niemand mit uns ein? Wo jetzt mich noch verbergen? Oeffne dieh, Erde, verschlinge mich! (Wie vorher.) Sextus(kehrt zurück): In deines Abgrunds Tiefen, Dort schließ den Verräter ein! Sextus! Vitellia: Senxtus(Wild): Und du begehrst noch?— Wie rollen deine Blicke! Vitellia: Ha was sie auch geéseh'n! Und Titus— Pitus SeXTtus: U eiins 5 Sertbus hört 1 Er fiel von fremdem Mordst Servilia, Ihr Gött ach, Solch eine„Tat Annius, ersinnen? Sextus: IUr, ahl! Publius: Wer konnte Der schändliche Verbrecher, Der Abscheu aller Wesen War——— WaT— Vitellia cheimlich aber Schweige, willst du selber Noch dein Verr äter sein?! heftig zu jetzt KAllsfünf⸗ Der Stern ist nun verloschen, Der Friede uns gebracht! Veèerruchte Tat (mit Chor) 5 Hölle, O grause Schreckensnacht! Der Vorhang fällt. Ende des ersten Aktes ihm): ZWeiter Akt. Ein nur mäßig tiefer Raum, von zwei mächtigen Säulen flankiert, zwischen denen ein weiter Vorhang angebracht ist. Der Raum befindet sich an der Außen⸗ seite eines großen Amphitheaters und dient zum Auf⸗ enthalt des Kaisers vor den Spielen. Wenn sich der Vorhang öffnet, sieht man in großem Durchblick den Platz vor dem Zirkus. In dem Raume steht links ein steinerner Tisch, hinter dem eine halbkreisförmige Stein- bank mit hoher, geschmückter Lehne angebracht ist. Auf dem Tische Schreibgerät. Die Handlung spielt am nächsten Tage. Erster Auftritt. Sextus und Annius, der eben von links eintritt. Reeitativ. Annius: Sextus, Heil uns und allen! Der Kaiser lebt! Im Schutz der Nacht entging er den Gefahren! Ich hab ihn selbst gegrüßt! Senxtus(erschreckt, doch wild); Sprichst du im Wahne? Selbst sah ich Titus sinken in seinem Purpur, unter fremdem wildem Mordstahl! Annius: 8So komm' mit mir und Freude soll dich ganz erfüllen, wenn du ihn heil und unversehrt begrüßest! Senxtus(außer sich): Ieh— zu ihm gehen, den ich schändlich verraten? Annius: Bist du von Sinnen? Sextus: Nein! Denn den Aufruhr ich selbst rief ihn hervor! Annius: Du? Unmöglich! Sextus: Frage mich weiter kein Wort! Ich fliehe! Ich bin ewig verloren!(Er will fliehen.) N. 18. Arie. Annius(ihm rasch im Wege. Energisch.) Nie darfst du von uns scheiden! Bleibe! Hier nenn' den Quell der Leiden, Hilfe dir zu bereiten Und alles wird noch gut! (Neben ihm, heimlich. Wer dort die Tat beseelte, Es kennt und ahnt ihn keiner, Was auch dein Irrtum fehlte, Es bleibt in stummer Hut! (Warm.) Hold soll mein Haus dich hegen, Dir neu Vertrau'n erpflegen, Schnell schaff ich's traut und gut! Bleibe!(Er geht rechts ab.) Reeitativ. Sestus(allein, aufflammend): Wie— und feig' sollt' ich flieh'n? Nein, Titus muß erfahren meine Schuld—(die Hand am Schwerte) und dann sei sie gesühnt!(Er will links ab, Vitellia tritt ihm am Ausgange entgegen.) ZWeiter Auftritt. Sextus. Vitellia von links. Vitellia: Sextus— du bleibst! Hier sollst du wissen erst, wie ich deine Liebe mißbrauchte— wie ich Drieerrrrrbr eeeeeeeleeeeeeeeLE I11. eb W Ti al, 2U W fii le G1 Ft ge A ha Sestus(sie heftig unterbrechend): Nicht weiter. Fürstin! Glaubst du, 0 Fernes schmerze mich noch? Auch dich erstickte ich in meinem Herzen, eh' noch die Flammen gestern brausten! Wir beide, wir sind drum nur im Reinen!(Vor ihr, mit wildem Ausdruck.) Doch mit einem bin ich's nicht— mit Titus an dem ich furchtbarer mich vergangen selbst als du! Und zu dem muß ich hin, mein Haupt ihm zu Füßen zu legen!(Er will fort.) Vitellia(ähm im Wege): Wahnsinniger! Was die Götter selbst zu mildem Eude führen möchten, das willst du zerstören? Senxtus(halb in Spott): 0 du willst zittern um dein Glück? Vitellia: leh? Um mich zittern? Um mein selbstgeschändet, Glück? Wenn ich hier zitt're, dann ist's nur aus Furcht, daß ich nicht gut soll machen dürfen, was ich gefehlt!(Wild.) Doch— zu Titus willst du? Auf! An deiner Seite trete ich vor ihn und du sollst nicht häürter dich verklagen können, als ich mich selbst! Sextus: Weil gar du fürchtest, daß ich dich sonst vor ihm ver— riete? Glaubst du, nicht schweigen könne dieses Herz um dich? Vitellia: Um Nachsicht kam ich nicht zu betteln, sondern um Verstehn! Doch willst du nicht! D'rum hin zu Titus! Senxtus(hält sie fest): Halt, Fürstin! Und was denn ist's, was du von mir begehrst? Vitellia: Vertrauen JDaß du mich selbst die Stunde heute wählen läßt, wann ich den Kaiser unterrichten will! Und kann und will uns Titus dann verzeih'n, 80 Wahrst auch du zu meiner Ruh' dein Leben! Senxtus: Doch nie in Rom hier! Vitelli Nun wohl— wo du es willst!. Du gibst dein Wort? Und hältst so lange dich in Ruh'? V Sextus(düster): Gut denn ich geh' und harre!(Er will links ab.) Dritter Auftritt. Die Vorigen. Publius und Wachen durch den Vorhang. Publius: Sextus! Sextus: Du wünschest? Publius: Gib dein Schwert mir! Sextus(zuckt): Ich? Weshalb? Publius: Jener, der gestern Nacht, angèetan mit des Kaisers Mantel, sterbend vor deinen Augen hinsank, den durch das Kleid, das er trug, betrogen, du für Titus hieltest, es wWar Lentulus! Ihn traf jedoch nicht tödlich Trebonius! Jetzt weißt du alles! Folg mir! Vitellia(für sich): O furchtbares Ende! Sextus(gibt sein Schwert): Du siehst, Vitellia Publius: Sextus, wir eilen! Schon ist versammelt der Senat, dich zu richten! Sextus(au Vitellia): Leb' wohl, ich scheide! N. 14. Terzett. Sextus(bitter lächelnd): Vielleicht gar bald ein Lüftchen(4 Wird deine Wang' umbeben, — ˙— 6˙⁰ Dann denke, daß mein Leben Mit diesem Hauch entschwand! Vitellia(leidenschaftlich, aber unterdrückt zu Sextus): Und du für mich— zum Tode 21 Es darf nicht nimmer darf's geschehen! (Auf Publius zufliegend.) Zum Kaiser rasch zu gehen. Leih' hilfreich deine Hand! (Publius macht eine Geste des Bedauerns.) Es bleib' mein einzig Flehen An Titus je gewandt! (Publius wie vorher.) Publius(zu Sextus): Folg' mir! Sextus: Ieh folge!(Zu Vitellia) Leb' wohl denn! Vitellia(Wwankend): Sextus— ich sterbe! 0 Götter! (Ju Publius) O grausam— du! Sestus(zu Vitellia Laß still mich meinen Schmerzen, Mein Los sei fest getragen! Nur schenke du im Herzen Vielleicht dein Mitleid mir. Vitellia(außer sich zu Sextus): O säh'st in meinem Herzen Die Gualen du und Reue! In meiner Seele Schmerzen Naht auch der Tod sich mir! Publius(halb auf Vitellia zu): Verschwende keine Tränen An diesen Undankbaren! Ihm ziemt nicht dein Erbarmen, Es gilt kein Mitleid hier! (Publius und Sextus mit den Wachen durch den Vorhang, Vitellia nach der linken Seite ab.) e5 Vierter Auftritt. Se lel Titus mit Gefolge tritt während des Vorspiels von rechts ein. Kurz beéevor der Chor einseètzt, gibt der Kaiser ein stummes Zeichen, den Vorhang zu öffnen. N. 15. Chor. Chor(der sich draußen bis an die Säulen herandrängt. Mit warmer Huldigung): Sei Heil dir auf immerdar Und Preis jener Art, Die Titus, dich Guten Dem Leben bewahrt! itus: Sei Dank euch, ihr Lieben, Mich freut eure Freude! Wie stolz fühl' ich einzig Für euch mich gerettet, Da Liebe zu Titus Das Herz euch erfüllt! 0 hor: Sei Heil dir auf immerdar uSw. (Der Vorhang schließt sich wieder, nachdem der Chor geendigt hat. Während des Chors und Nachspiels ent- läbt Titus das Gefolge nach rechts.) 2 8 Di Fünfter Auftritt. Titus. Publius rasch von links. Recitativ. PRUbTius: 0 Soll noch harren das Festspiel? Ungestüm wünscht das 52 Volk deine Vermählung! TPitus(heftig): C3 Sollt' da ran ich jetzt gar denken? Zuerst muß ich 0 erfahren des Sextus Schicksal! Er hat vor dem Senate 0¹⁰ or ut- ich ate gewiß sich schon verteidigt! Man hat erfahren, daß Sextus ohne Schuld ist!(Ungeduldig und schmerzlich“) Ileh muß zu lange auf diese Botschaft warten! N. 16, Arie. Publius: Ja, nie erwartet, Der schnöde Untreu, Der selbst die Treue Noch niemals brach! Dein Herz voll Wahrheit Ehre und Liebe Sucht drum bei andern Nur Ehr' und Liebe, Kann nie befürchten Der Untreu Schmach! Laß drum, bei Güte Vorsicht- auch walten!. Oft bringt die Milde Dem Herzen Gram! Bosheit und Tücke, Sie treiben Spiele Sonder Scham! Sechster Auftritt. Die Vorigen. Annius tritt erregt auf und übergibt dem Publius ein Pergament. Recitativ. Annius(vor Titus niederkniend): 0 Herr, hier sieh mich flehn! Laß Gnade für ihn wWalten! Publius(der das Blatt gelesen): Cäsar, wie ich sagte, Sextus, er war es, der Verschwo— renen Haupt! Pitus(mit Ausbruch); Publius— es kann nicht wahr sein! me Publius: rei Nur zu sehr! Er selbst hat alles offen bekannt! Zum No Kampf mit wilden Tieren sind sie alle verurteilt und gre hier gleich beim Feste! Empfange den Rechtsspruch, tre es fehlet nur noch des Kaisers Name!(Gibt Titus une das Blatt.) bes Titus(setzt sich): ich O all ihr großen Götter!—.— 8 Sei Annius: Hör' mich, gnädigster Kaiser! Vie N. 17. Arie. Fre aue Annius(bitter und leidenschaftlich): Het Verräter war Sextus! O dürft' ich es leugnen! Doch wag' ich zu flehen Um Gnade für ihn! Lit (Eindringlich.) 1 War nicht deinem Herzen Ich Er selber wie teuer? Nic Dann sieh' unsre Schmerzen, 8 Die dich auch durchglüh'n! Wi Und kannst in Erbarmen 4 Du süß nicht erwarmen Nei So siéh' hier mich bieten Wir Als Bürge für ihn! 8 (Titus winkt, Annius und Publius gehen ab.) Nei 1 Nu. Siebenter Auftritt. Titus. Dann Wache. Recitativ. Pitus(wie ein Aufschrei): Graun! Ha schwarzer Undank! Ha schändlicher Ver- rat! Er heuchelt Freundschaft, ist immer mir zur Seite! GCCCoCooooo· 2 An jedem Tage bewies ich ihm auf's neue meine Gunst,; meine Liebe! Er sinnt indessen, mir den Tod zu be- reiten!(Wild) Und ich verzögere noch seine Strafe? Noch ist das Urteil von mir nicht vVollzogen?(Er er- greift die Feder, um zu unterschreiben.) Es sei: Tod trefle den Verräter!(hält inne) Wie— Fod?—(Scharf und hart betonend) Sieh doch, wWo find' ich mich? Den bestürzen nichts sollt'? Wo meine Ruhe, daß in Zorn ich nun glühe? Begehr ich Treue und kann selbst mir nicht treu sein!(ruft) Herbei!(Für sich) Das Eine Seinen Grund will ich wissen!(zur Wache, die einge- treten ist) Laßt Sestus zu mir führen!(Wache ab) Vielleicht hat Verleumdung mir sein Herz gar entwendet! Fremde Heuchelei ihm das Urteil getrüßet! Wie dem auch sein mag: Nicht soll er sich ve rstocken Ju seinem Heil und Selbstbefrei'n soll er anders jetzt mich finden! Achter Auftritt. Titus, Sextus von Publius und Wachen hereingeführt. Titus(scharf aber beherrscht): Ich hörte seltsame Dinge, deren selbst du dich zeihst! Nicht wollt' ich glauben, eh' ich dich selbst vernommen! Senxtus: Wirf mich in Nacht, o Herr! Nur laß mich schweigen! 434518 Nein, du sprichst hier! Deine Gründe, die dich geleitet, Wirst du mir nennen! Sextus: Nein unmöglich! Ich darf nicht! Titus(scharf und übermächtig Nun denn, beim Himmel, so wirst du reden lernen! N. 18. Terzett. Sextus(für sich, einen Schritt wegtuend) Ist das des Titus Antlitz? Weh' mir, wenn seine Güte Nun nie der Welt mehr blühte Mir ziemte Flammenpein! Pitus(für sich): Du rächend Schicksal! Hast 80 Du Sextus gar schon verwandelt? So furchtbar gräbt Verbrechen Sich in das Antlitz ein? Publius(für sich): Mitleid faßt meine Seele, Seh' Sextus so ich beben! Daß er doch nur g Es könnt' ihm Rettur estände, 27 1g sein! A88 478 Sextus, nahe dich! Sextus(noch einen Schritt wegfliehend, leidenschaftlich für sich): Stimme! Nicht darfst du mich betören! Titus(erhobener): Du börst nicht? Sextus(wie vorher, furchtbar gegen sich ankämpfend): Nein, du Ton, Darfst zerschneiden mir nicht das Herz! Titus(Wie vorher): Sextus, nahe dich! Sextus(wie vorher): Laßt stark mich, ihr Götter! Titus(Wie vorher): Du börst nicht? I Jun 1 8 Daf ich Selb dah 4 Wa ihr 8 Neir grül Sextus(erschüttert vor Pitus): Ja tief, so schändlich sank ich in Schuld, Nicht tiefer stoß' mich nieder. Nicht heiß' mich reden mehr. Nicht nimm mir letzte Ehr'. ö 151 18 n dem Falschen! Lab schweigen ihn ewig! Titus und Publius: Sinnst du mir(ähm) auszuweichen? 5 5 Hier 155 75 dir kein Verschw eigen Und klar wirst du gesteh'n! Recitativ. Titus(drohench: Zum letzten Mal nun! Was hast du mir àu sagen? Sextus: Daß mich die Götter mit ihrem Zorn verfolgen, daß ich mein 105 ksal nun länger nicht ertragen kann, daß selber ich mich se huldig DeKeBiR schuldig 5 Treubruchs, dahb ich den Tod und ihn 86 Pitus: Was du willst, soll dir werden! Eu den Wachen) Heran, ihr Wachen! Führt ihn aus meinen Augen! Sextus: Nein, hier laß, Titus, zum leètzten Mal dein Aug' mich grühen! N. 19. Arie. Senxtus(überquellench: Ach nur einmal noch im Leben Schenk mir einen Blick der Huld! Läbt mich doch in Scham erbeben Deine Strenge, die eig'ne Schuld! Zwair verdiente ich nicht Erbarmen, Vor mir selbst befällt mich Grau'n, Dennoch zürntest du mir minder, Wenn du könntest mich durchschau'n! Ach nur einmal noch usw. In Verzweiflung muß ich scheiden, Doch der Tod macht mich nicht leiden, Nein, mich quälet der Gedanke, Daß voll Falschheit war mein Herz! (=hit sich aufhellenden, verklärten Zügen,) Drum laß Güte deiner Seele Hoffen mich ein fern Verzeih'n!.Husw. wird von den Wachen auf einen Wink des Titus Iinks abgeführt) (0 Neunter Auftritt. Titus. Publius. Recitativ. Titus(nach der Seite sprechend, wo Sextus abgegangen ist): Sinnst du mir zu entgeh'n? Meinst du, ich fühle hinter dir nicht das Geheimnis, das ich lösen muß? Nein, du kommst mir nicht los! Die Sache treib ich weiter, dann wird sich schon etwas verraten! Denn Klarheit muß ich haben!—(Zu Publius) Publius! Publius: Herr! Dtus Zum Volke will nachher ich hier reden! Publius: Hud Sestus TPitus: Und Sextus...? Hierher wird er gebracht! Publius: So ist sein Schicksal. Päitus: Sein Schicksal ist entschieden! Publius(für sich): Der Unglücksel'ge! ECCEECCCCCCC CCoC· · b 4 (Er folg rat V Pub E Was V Gest Sext P Er 9 Sext tus ven ter du inn ruh N. 20. Arie. Pitus(in lebhaftem Spiel teils gegen Sextus nach): Hier muß Strenge, die harte Strenge, Einmal machtvofl und fest geübet, Blinden, fühllosen Trotz zerbrechen! Kann die Güte, kann sanft Ermahnen Euch nicht 8181195 mehr ans Herz: O 80 sollt ihr Macht emptinden, Nicht so bald mehr weich mich finden Und in Reue sollt ihr erkenne m, Was ihr selber euch verscherzt! (E tWas wWeicher, doch immer männlich Wollt' ich liebend euch nicht hegen, Nicht mit treuer Sorge leiten? (Herb.) Doch: Sc heint Güte euch nur Schwäche, Eure Schwäche fühlt dann selbst! Denn nie achtet ich der Treue. Die aus eitler Furcht entstehtl!. Drum muß Strenge, die harte Strenge—— usw. (Er geht rechts ab, Publius einen Wink Febendd ihm zu folgen. Wie dieser abgehen will, faßt ihn Vitellia, die rasch von links eingetreten ist, an seinem Gewande.) Publius, teils Zehnter Auftritt. Publius. Vitellia Recitativ. Vitellia(angstvoll): Publius, ein Wort noch! Publius(stehen bleibend) Was willst du? Vitellia: Gesteh! Titus war wie stets auch eben mild! Er hat Sextus verziehen und begnadigt! Publius: Er? Irre dich nicht! Nie sah ich Titus 80 strenge, Sextus Wwird fallen! Er geht dem Kaiser nach.) Elfter Auftritt. Vitellia. Gleich darauf Servilia und Annius rasch von links. Recitativ. Vitellia chochaufgerichtet): Ihn nicht begnadigt ihm nicht verzieh'n?(Spöttisch.) Sieh doch, so trügt auch dich dein klares Auge, Titus, und deine Weisheit wankt im Dunkeln? Und Güte wird dem nur, der den Guten vor dir zu heucheln Weihb? So warte du Kluger! Dich soll bestürzen Sextus' trübes Schicksal! Den Weg dazu ich werd' ihn finden!(Sie sinkt auf die Bank. Servilia und Annius von links.) Recitativ. Servilia(leidenschaftlich auf Vitellia zu): Hilf, Vitellia! Rette den Bruder mir! Er ist verloren, wenn sich seiner nicht jemand erbarmt, der die Macht hat wie du und dem er anhängt wie dir! Annius: Doch bettelt er nicht um sein Leben! Er erwartet den Tod! Und dennoch zeigt seine Haltung Unschuld! Servilia: Du schweigst? Fühlst nicht mit ihm? Vitellia: Siehst hier du nicht die Träne? Und glaubst, daß ich mit euch, mit ihm nicht fühle?(Sie sitzt in Schmerzen.) N. 21. Arie. Servilia(bitter): Wenn du nur Tränen hast Für seine Leiden, Dann wird er nimmermehr Durch dich befreit. EEEECCCCCCCCCCCCPPPCC0 Nur meh in d CTL 1 lang Sin Selb ich flam ist! Keil die Rom mir stün mir: VOU Hen ich on.) Solch Mitleid unnütz nur, Und fern von Taten Wie gleicht es allzusehr Der Grausamkeit. Wenn du nur Tränen hast—— usSwW. (Servilia und Annius links ab.) Zwölfter Auttritt. Vitellia allein. Recitativ. Vitellia(erhebt sich ungestüüm, indem sie sich selbst heftig anfaßt): Nun, Vitellia, wird dir klar jetzt, daß keinen Ausweg mehr es gibt? Hast du nicht alles, was dir nah kam, in den Strudel deines Hasses mit herabgezogen?— Sextus, er liebte dich mehr als sein eignes Leben, auf dein Ver- langen ward er Verbrecher! lit höchstem Ausbruch.) Sünde o Schuld und Schande! 0 Abscheu vor mir selbst! In wildem Wüten niederstürzen die Welt, ja ich wollt' es— und hab' selbst mich vernichtet!(Auf- flammend.) Doch retten muß ich, was noch zu retten ist! Ja hört's, ihr Götter, ich allein sei das Opfer! Kein Anrecht mehr hab' ich auf die seligen Wünsche, die einst heiß ich geheget! Die beiden edelsten Männer Roms stieß ich von mir! Verachtung weih'n sie jetat mir statt Liebe! Könnt' ich retten selbst Sextus. stünd' ich zwischen Beiden! Was tun ich muß, ist klar mir: Rom ewig zu fliehen! N. 22. Rondo. Vitellia: Nie soll mit Rosen, mit duft'gen Myrten, Hymen mir schmücken die Lebensbahn. (Sie steht noch einen Augenblick in tiefem Schmerz, un fährt sie auf und schreitet nach rechts. Pitus, hinter ihm Gefolge, tritt von rechts ein. Er grüßt tellia und bietet ihr die Hand, um sie zurückzuführen. tellia steht in tausend Qualen und reicht ihm erst ch nochmaliger Aufforderung zaghaft die Hand. Er geleitet V itellia, Wie im Zuge, nach der andern Seite.) da Vi Vi na Vi Schon seh' ich grauenvoll Sextus dort kümpfen, Schon Todesqualen furchtbar ihm nah'n Schmach mir Falschen! Schnöd' Verbreéchen! Weh', Was wird sein Schicksal sein? Wilde Reu, die ich erdulde, Und doch, wer erbarmt sich mein? Dreizehnter Auftritt. tellia. Titus, Publius und Gefol Ige von rechts. Der Vorhang öffnet sich. Volk drängt von allen Seiten herzu. Annius und Servilia von links. 8 N. 23. Chor. Chor: Daß die Herrscher aller Welten Schützend sich dir zugesellten, Daß sie deiner huldv oll denken Jubelnd haben wir's geseh'n! Doch froh Erstaunen mußt uns fassen, Daß die Flammen dich nicht rührten, Daß die Götter selbst dich führten, Und dir stets zur Seite steh'n! Recitativ. Mäitus: Eh' gel ich zum Anfang des glänzenden 5 as Zeichen )e, ihr Wachen, führt 157 an diesen Platz den Ver- brecher! Anni us: Herr, schenk ihm Gnade! EE Die Sext Was verlé raten undee Jetzt V.I Halt, hier Ji Erhe VIi Ju d Ji Wer VIi Du v J i Wesh U. n Servilia: Erbarmen, 0 Herr! Titus: Still, dort naht er! Nun Ruhe! (Sextus wird hereingeführt.) Servilia: O Sextus! Annius: O Peurer! Vierzehnter Auftritt. Die Vorigen. Sextus, Lentulus(Verwundet), Trebonius und Wachen. Recitativ. Pitus: Sextus, was du verbrochen, hast du bekannti Du wWeißht, wWas du deshalb verdient. Rom ward bedroht, die Majestät verletzt, das Recht verachtet und die Freundschaft ver-⸗ raten. Das Volk, der Senat verurtéilen dich zum Tode, und dein Verbrechen, du weißt, war gegen mich gerichtet. Jetzt höre Vitellia: Halt, mein erhab'ner Kaiser, sieh mich verzweiflungsvoll hier knieen 84 Ritzüs Erheb' dich! Was ist? Was willst du? Vitellia: Ju dir führen das Haupt der gräßlichen Verschwörung! Titus: Wer ist's? Vitellia: Du wirst's nicht glauben! TPitus: Weshalb? Vitellia: Weil ich es selbst bin! Ri Wie— du? Sextus, Servilia: O Himmel! Annius, Publius: Ihr Götter: Pitzus: Wahrlich, wie viele wollten mich denn verraten? Witenlis: Ich jedoch bin schuldiger als sie alle! Den Plan hab ich ersonnen, den treusten deiner Freunde hab ich ver⸗ führt, habe durch seine Liebe zum Verrat ihn verlocket! REitus Und durch was weckte in dir ich Haß? Vitellia: Vernimm es denn: Durch Liebe! Mein Herz, dir schlugs allein! In Sehnsucht hofft ich,— glaubt zweimal mich getäuscht! Da sann ich Rache! Winke nicht! Mein Stolz kennt seine Sühne! N. 24. Recitativ. P Ja hell wollt ich hier sehen! Durch Strenge wollte ich zur Klarheit— und seh in's— Grelle! 0 niedriges Gefühl, daß die Freundschaft den andern oft nur Spiel! Verdammen möcht man das Weiche, um statt der Güte auszuwäblen: Strenge und Grausamkeit! Doch nimmer sollt ihr mich wanken sehen! Nimmermehr laß von dem ich, was mir das Herz, die Pflicht gebeu'n! Laßt seh'n, was größer wohl und fester: Ob eure Untreu, ob Titus Güt' und Sanftmut! Herbei! Löset die Fesseln! Wieder empfangen Lentulus und die Genossen ihr Leben! Sie seien frei! Rom soll erfahren, daß ich nicht wanke, daß ich von allem weiß, doch verzeihe, ja selbst vergesse! 4—. ————— 2—— g8 ch in N. Sextus(leidenschaft lich); Nein, und magst du auch vergeben, Doch mir vergeb ich nimmer! 25. Finale. Glüht mir von Ehr auch nur ein letzter Schimmer Muß ich in Reu entflieh'n! Titus(nachdrücklich): lier gilt, was ich gesprochen, blei ö 1 Jeibst mir hier zur Seite! ch achte nicht gebro- 1en Von dir die einst'ge Treu! IteLlia, ServVilia, Annius(überströmend): Heil dir ewig, Großmüt'ger! )er uns S0 tief beschämet! zieh hier die Träne blinker )ie Dankbarkeit dir weiht Alle(außer Titus): Dir soll in fernsten Tagen Noch Dank und Jubel schallen, Jubel und sel'ger Dank! Titus: Nicht mir ziemt euer Danken. Uns all' bedränget Schwäche, Nur ein's läßt uns nicht wanken: Der Liebe tiefst Verstehn! A 11 Bewahret, ihr Götter Des Kaisers hohes Walten. Es sei in ihm erhalten Roms höchste Seligkeit Ende. LIEDER UND GESXNGE VCON ARTHUR KUSTERER. L 101—3. Op. 7. 3 Gesänge für 1 Sing⸗ 8 stimme mit Klavierbegleitung. L 101. Johannisnacht MNM. Susmann L 102. Entbietung EK. Dehmel L 103. Maienglöcklein läuten H. Löns L 105—8. Op. 6. 4 Lieder für 1 Sing⸗ stimme mit Klavierbegleitung. L 105. Tantaradei C. Flaischlen L 106. Mein Liebchen Johs. Kleinheins L 107. Strampelchen.V. Blüthgen f L 108. Gold und Silber. FH. Löns PFLUGERVERLAG KARLSRUHE. 17 234187 1 034 BLB Kkarlsruhe 28 1 4 5 82