1—9—9— 20 Pfe ennig. 0. 24 K. B. — N 5— 3 — RR 4 m.— 4 1 f 10 Ahet ——„5 Opernbücher. 21. Band. K 3015—5 mhn Tell. 55 nantiſche Oper in vier Aufzügen von Roſſini. Mhatng von ö F. J. E. Etienne(Jouy) und H. L. F. Bis N 2 2 Vollſtändiges Buch. n Durchgearbeitet und egeben von C. ö 5 Teipzig. 5 Verlag von Philipv Reclam jun. 8 —— 832 Vollständige Verzeichnisse der Uuiversal-Bibliothek sind duroh 4 jéde Buchhandlung stets gratis zu beziehen. J ohne 2 4.70 F 1¹ 60 f Zuftell bei K. Goethes Goethes Goethes Goethes Goethes Goethes Herders Körners Leſſings Leſſings Schillers Schillers Schillers Schillers Wallenſteins Schillers 8 Wielands Schillers Balla gegeben und ſehen von Ad Goethe und Schiller. Klaſſiter von K. Heinrich von Ein Kommentar zu Goethes Fauſt. Nathan der rwerken der deutſchen von Dr. Albert Zipper. Egmont. 4284. Götz von Berl lichingen. Nr. 4878. Hermann und Dorothea. Nr. 39 Iphigenie auf Tauris. Nr. 3638. Reineke Fuchs. Nr. Torquato Taſſo. Torquato Taſſo. 8 Minna von Barnhelm. Nr. 3576 Weiſe. Nr. 4539. Braut von Meſſina. Nr. 3812. Jungfrau von Orleans. Nr Maria Stuart. Nr. 4113. Wallenſtein. Pr. U 3740. 4316 17. ger. Die Piccolomini. Walle ilhelm Tell. Nr. 3788 8 beron. Nr. 4034. nſteins Tod. at W̃᷑̃ den. Für den Schul⸗ und Privatgebrauch heraus⸗ mit alphabetiſch geordneten Erl äuterungen ver⸗ olf Ey. Nr. 1710. Beiträge zur Aſtbetit der der deutſchen Stein. Nr. 3090. Von Hjalmar Hjorth Boyeſen, Profeſſor der deutſchen Literatur an der Cornell⸗ Aniverſität zu Ithaca, N.⸗PV. Nr. 1521/22. liothek. eratur 4878. 3918. 538. ch heraus⸗ ngen ver⸗ deutſchen Hforth Cornell⸗ Wi 57 A0K Wilhelm Cell. Romantiſche Oper in vier Aufzügen von Gioachino Antonio Roſſini. Dichtung von 7 3. J. E. Etienne(Jouy) und H. L. F. Bis. (Theodor von Haupt.) Vollſt ändiges Buch. TJeipzig. Druck und Verlag von Philipp Reclam jun. inzig Beſaro, der Geburts ſchen Provinz 10 9 Alb iſche Meer und an damals zum Kirch erhebt ſich in maler wurde am 29. Februar 1792 Gioachino Sohn eines armen Jahrmarktsmi Roſſinis Vater, Giuſeppe angeſehenen Geſchlechte aus Cotign bl0 und Lugo, von 5 einf ger Bedeutung allerdings in dem damaligen Stadttrompeter und Schlacht⸗ hausaufſeher zu Peſaro nichts mehr zu finden war. Er und ſeine Frau beſuchten als herumziehende Muſiker die Märkte der benach⸗ barten Orte und fanden ſich zu kleinen Vereinigungen zuſammen, die Opernunternehmungen dienſtbar waren, welche die geringeren Städte der Romagna beſuchten. Ginſeppe Roſſini, ein echter J icht vergeblich von ſeinen Landsleuten und Kamerad er Lebensfrohe“) genannt. Durch ſeine leich 3 3 re Natur verleitet, nahm er 1796 5 für die Sieger, als die Franzoſen in dem gena nten Jahre om Kirchenſtaat Beſitz ergriffen und die Republi Er W81 Amt und Brot und wanderte ins Gefängnis, als die Oſter⸗ reicher ſpäter die alte Ordnung wieder herſtellten. dung der G6115 ins icona gelegen, Anhb ter, wurde „II Vivazzo“(,D Im Jahre 1799 verzog die Mutter auf ihren Irrfahrten, die ſie notgedrungen während der Gefangenſchaft ihres Gatten als Sängerin unternehmen mußte, nach Bologna und übergab dort den kleinen Gioachino der Obhut eines Garkochs. Hatte er zuvor bei ſeinem erſten Muſiklehrer, einem Franziskaner in Peſaro, wenig erreicht, ſo fiel die Wahl nun auf einen Klaviermeiſter Prinetti, der durch Pe⸗ 19515 und Unverſtändnis es noch weniger vermochte, das Intereſſe für Muſik in dem lebhaften Knaben zu erwecken. Der Sohn weigerte 1* ſich ſeinem Vater gegenüber, der inzwiſchen ſeiner Haft ledig ge Muſikunterricht zu beſuchen. e hierin der Schüler, indem er veſſen g ob, allein der Vater war anderer igung ſeines Sohnes, griff er z zu einem Grobſchmied in die L 1 Mei cel⸗ nung. l einem Gewaltmittel. Er gab il und al hino nur wenige Tage den Blaſebe hatte, Pobel in ſeine Kameraden auf V zeranlaſſung des mit ſpöttiſchen Bemerkungen überſchütteten, fand er plötzlich die Be⸗ ſchäftigung 11 den ien bei Prinetti ganz 1159 Allein erſt 1804, in ſeinem zwölften Jahre, begannen ſeine gründ⸗ licheren muſikaliſchen Studien bei dem Dottore Angelo Teſsi im Klavi ierſpiel, Geſang und Kontrapunkt; bei Babbini, einem vorzlg⸗ gt von der Bef liche Geſanges. oriſten, in der Kunſt 1806 verließ er Wologi um ſei Es wurde ihm teiſter empor zu ſchw dem Taktſtock in der Hand inmitten, vor oder hinter ſeinem Orcheſter ſtel hend, wie es jetzt gebräuchlich iſt. Damals s wurde die Oper vom Klavier aus dirigiert, der Dirigent g griff bei ſchwantenden Stellen ein, um bei ſicherem Gang leicht mit der einen Hand den Takt zu geben. Allgemeines Aufſehen erregte es noch in London, als Carl Maria von Weber im Jahre 1826 bei der muſikaliſchen Leitung ſei⸗ nes„Oberon“(ſiehe„Oberon“ Univerſal⸗Bibliothek Nr. 2774) den modernen Gebrauch einführte. R 5 war jedoch zu einſichtsvoll, um nicht die Mängel ſeiner muſikaliſchen und allgemeinen Bildung zu fühlen, und ſo trat er in ſeinem 15 Jahre, im März 1807, in das Lyceum zu Bologna ein, um kontrapunktiſche Studien bei dem Pater Stanislao Mattei zu machen. Auf der Geige ſuchte er dabei den Unterricht bei Raſtrell bei Babbini ſetzte er ſeine Geſangsſtudien fort, Blasinſtrumente 5 wältigte er ohne allen Unterricht, das Violoncello übte er bei Cave dagni, das Klavierſpiel bei Cavazzoni Zanotti; ſein Gönner, der ind⸗ im züg⸗ auf tiger mit eſter vom ellen t zu Carl ſei⸗ den ꝛiner er in ein, i zu elli, be ave der 5 waliere Guiſti aus Lucca unterwies ihn in der Litteratur und be⸗ freundete ihn mit Arioſt, Taſſo und Dante. Auch Pater Mattei, ein vertrockneter Mann für den neue Formen erſtrebenden er die Bibliothek der Anſtalt in il „während die Gönnerſchaft des ar nicht der o fleißiger chen Meiſter⸗ ihm die lich machte. en Tonſchöpfungen deut er ſtudierte er Mozart und? nen Orcheſter deren W mit ſeinen und Pater Mattei nannte ihn deshalb den„kleinen Deutſchen Man verkannte im Lyceum keinesw ſechzehnjährigen Jünglings und vertraute mpoſition einer Kantate an, die nach dem herrſchenden Gebrauche alljährlich von dem beſten Schüler gefordert wurde. Sie kam am 11. Auguſt 1808 unter dem Namen:„Il pianto d'armonia per la 38 d'Orfeo“(„Die Klage der Muſik um den Tod des Orpheus“) zu beifälliger Auf⸗ ie Begabung des führung. fleißigeres Studium des ſtrengen S wurde bei ihm da⸗ eckt. Eine Symphonie, durch trotzdem nicht bez tette, eine Meſſe für Männerſtimmen, Orcheſterſatz nach dem Vorbild der Zau aus jener Zeit. Unmittelbar darauf wurde Roſſini im Jahre 18 demie der Einträchtigen“, einem muſikaliſchen Verein, der damals auf dem Lyceum zu Bologna beſtand, zum Direktor ernaunt. Nach mehrjährigem Beſuch hatte er das L Lyceum zu Bologna ver⸗ laſſen, um die betretenen ruhmreichen Pfade, ſeinen Neigungen und der Richtung ſeines Talentes entſprechend, weiter zu verfolgen. La cambiale di matrimonio“( Der Bräutigam in Canada“), eine einaktige komiſche Oper(„Far sd“) war das erſte Bühnenwerk Roſſinis. Er komponierte ſie in ſeinem achtzehnten Jahre für das Theater San Moſé in Venedig, ſie kam im Herbſt 1810 dort zur Aufführung und brachte ihm 200 Franken Honorar. Das Textbuch 8 von der„Aka⸗ 6 t, der es groß rin Car 8 ſchl echten Geſanges 8 halber verlacht und paro von Roſſi hatte e Cavalli vermittel einſt ſeine Geliebte, die Säng herzig vergaß, daß poni, öffentlich ih diert hatte. Zuri man Roſſini im gleichen Jahre(1810) die Leitung der Aufführung von Haydns Oratorium: „Die vier Jahreszeiten“, und für die befreundete Eſther Mombelli komponierte er im folgenden Jahre(1811) die Kantate:„La Didone abbandonata“(„Die verlaſſene Dido). 8 ekehrt nach Bologna, üb „L'equivoco strava gante“(„Der wunderliche Irrtum“), eine einaktige Oper nach einer Dichtung von Gasparri, wurde im Herbſt 1811 zu Bologna aufgeführt. „L'inganno felice“(„Die Getäuſchten“), einaktige tung von Foppa, fo late während des Karnevals 1812 San Moſé zu Venedig von dem dorthin zuri Auf zeigt ſich ſchor in voller „Ciro in Babilo 1 2„, ung gebracht. In dieſer? Genie 0 d la caduta di Baldasarre“(„Cyrus in Baby onien“), tra r nach einer Dichtung des Grafen Aventi, vielfach auch als Oratorium bezeichnet, entſtand in Roſſinis Engage⸗ ment zu Ferrara, wohin er ſich auf Fürſprache ſeiner Gönner wandte. Die Oper kam während der Faſtenzeit 1812 im dortigen Teatro comunale zur Aufführung. Ein Chor aus„Ciro in Babilonia“ fand ſpäter in„Aureliano“ eine Stelle und noch ſpäter wurde er von Roſſini wieder dem„Barbier von Sevilla“ eingefügt, wo er als „Eeco ridente il cielo“(„Sieh ſchon die Morgenröte der Welt ent⸗ gegen lachen“) noch heute gern gehört wird. Roſſini wurde bald nach Venedig zurückberufen, und hier kam es zwiſchen ihm und 83— dem Direktor des Moſé-Theaters, zu einem ſeltſamen Konflikt. Der Komponiſt, der ſich geringſchätzig behandelt ſah, rächte ſich in ſeiner neuen Oper. „La scala di seta“(„Die ſeidene Leiter“), Einakter nach einem Buche von Foppa, der im Frühjahr 1812 in Venedig zu einmaliger Aufführung kam, enthielt den tollſten muſikaliſchen übermut, der ſich em ger efe verlangt, als unf bekannt ſchwi doloraturen zu bewälti ich im grellſte 10 0 Und das Publikum zu pfeifen verſtel zu ſein, fragte lache ſeiner geringſchä Mailand in ein neues 5 feierte Roſ mit dem San Carlo⸗ Talentes waren. „La pietra del parag treue“, in Berlin als„Der Probierf zwei Aufzügen, nach einer Dichtung von 9 tember 1812 in der Scala mitgr tem Beifall zur Auf itswort der Oper: aller Munde und von Italien befreite Roſ ini von der Meinung beſonders das Y Einen Monat nach jener Venedig, und ſein reicher Schaff in jenem Jahre die fünfte Oper. L'occasione fa il ladro, ossia il cambio della valigia“ („Gelegenheit macht Diebe“), Einakter, nach einem Buche von Privi dali, gelangte im Herbſt 1812 auf dem Theater San Moſs in Venedig zur erſten Aufführung. „Demetrio e Polibio“(„Demetrius und Polibius“), nach Azevedo 1806, nach Fẽtis und Zanolini 1808 und nach Sutherland Edwards 1809 für Signora Mombelli geſchrieben, kam im Herbſt 1812 als eine Art von Familienoper im Theater della Va lle in Rom F zur erſten Aufführung. Boreits im Jahre 1806 tte e Roſſi i mit der Familie Mombelli freundſchaftliche Verbindungen angeknüpft; die 8 Mutter nah 108 an, zu Arien, Liedern, Ch ter, die 15 ihm in htungen übergab. um Kompon bren, men als eigene träi dieſem eworfenen Material entſtand die Partitur des vorgenann⸗ „Idue Bruschini, ò il figlio per a22 chino“), eine weitere einaktige Oper nach einem Buche von Foppa, Die beiden Brus⸗ 8 wurde im Karneval 1813 im Theater San Moſé zu Ven geführt. Aufmerkſam gemacht durch die großen Erfolge, die Roſſini in . und erzielt hatte, bat die Direktion des Fenice⸗ tabt! um eine neue Oper. Der Komponiſt ſeinen„Tankred“, d ündete und ſeir ig auf⸗ ganzen großen muſika „Taneredi“, Oper Tragödie in te während des Karnevals am 6. Februar 1813 im Teatro Fenice zu Venedig zur erſten Auff führung. Das Werk brachte dem Komponiſten 500 Franken und einen berühm⸗ ten Namen. In ſeinem achtzehnten Jahre begann er ſeine Laufbahn als Opernkomponiſt; er hatte das einundzwanzigſte Lebensjahr noch nicht vollendet, als ſein Name durch„Tankred“ in der ganzen ge⸗ bildeten Welt als„Schwan von Peſaro“ auf aller Lippen war und in allen Herzen widerklang. In unſern Tagen, wo von den vielen Opern Roſſinis nur noch der„Barbier von Sevilla“, und„Wilhelm Tell“ lebensfriſch ge⸗ blieben ſind, vermögen wir es freilich kaum zu begreifen, wie die Wogen der Begeiſterung damals ſo überfließen konnten.„Tankred“ hat ſeinen Platz in der Kunſtgeſchichte gefunden als ein Markſtein in Roſſinis Entwickelungsgang, aber weiter iſt nichts davon übrig ge⸗ blieben. Den glänzenden Erfolg der Erſtaufführung des„Tankred“ hatte Roſſini umſoweniger zu erhoffen gewagt, als er ſich einer alten ifzüger en nach einer Überſetzung von Re 6* L *◻r ſie Al ur ül Luſt pel⸗ chie⸗ eſem mnn⸗ rus⸗ ppa, auf⸗ i in lice⸗ oniſt 'e in am ing. hm⸗ ahn noch ge⸗ und ioch ge⸗ die ed“ in ge⸗ atte ten Wilhelm Tell. 9 Schuld bewußt war. Er glaubte die Blechblenden der„Scala di seta“ noch unvergeſſen und war bei Beginn der Oper nicht zu finden. Der erſte Geiger mußte bei vorgerückter Stunde und bei den lauten Zeichen von Ungeduld im Hauſe die Oper ohne den Komponiſten be⸗ ginnen. Jubelndes Entzücken lockte jedoch Roſſini ſchon nach der Ouverture aus ſeinem Verſteck an ſeinen Platz am Pianino hervor. Eine eigene Entſtehungsurſache hat die Re rie:„Di tanti palpiti“(„Nach ſoviel Leiden“). Sie wurde verurſacht durch Abneigung der erſten Sängerin, die urſprünglich an derſelben Stelle ſtehende Nummer zu ſingen. Roſſini, im letzten Augenblick erſt von einer entſchiedenen Weigerung der einflußreichen Donna unterrichtet, komponierte die neue Arie während der Zubereitung des Reiſes, den man in Italien, nur etwas angedämpft, ſehr liebte und der deshalb bei jedem Mittageſſen, nach vorheriger Anfrage des Kochs, in vier Minuten hergeſtellt wurde. Roſſini hatte von„Tankred“ ab keinen Nebenbuhler mehr. Die irektoren ſtritten ſich um ſeine Partituren. Die Anfeindungen der ritik machten ihm keine Sorge. Vollstümlich zu ſein war ſein rachten und er ſah ſich am Ziele. „LItaliana in Algeri“(„Die Italienerin in Algier“), komiſche Oper in zwei Aufzügen, nach einer Dichtung von Anelli, im Sommer 1813 auf dem Theater San Benedetto in Venedig zur erſten Auf⸗ ng gekommen, folgte dem„Tankred“ auf dem Fuße. Man nennt ſie als die erſte Oper Roſſinis, die in Deutſchland(München) zur Aufführung kam. Auch in der komiſchen Oper trat Roſſini nun neu⸗ und umgeſtaltend auf, indem er der erſtarrten überlieferung gegen⸗ über neue Formen fand. Die„Italienerin“ wurde glänzend aufgenommen und man be⸗ zeichnet ſie als eine der übermütigſten Kompoſitionen Roſſinis. Sie brachte ihm aber nur ein Honorar von 700 Franken, ſo daß man des Meiſters damalige Verhältniſſe durchaus nicht als glänzend bezeich⸗ nen kann. Als Sieger in Venedig, Rom und Mailand genannt, zog es nun Roſſini nach der Heimat hin, nach Peſaro, nach welchem er den Bei⸗ 10 namen„Der Schwan von Peſaro“ führte, um ſeine ſtets nicht nur äftig unterſtützte Familie zu beſuchen. Roſſinis waren nicht vom Glück be⸗ tige Göttin ſchien ihren Liebling verlaſſen zu vereh idern auch D ie drei nächſten günſtigt und die laun haben. „Aureliano in Palmira“(„Aureliau in Palmir Oper in zwei Aufzügen, nach einer Dichtung von Romani, kam am 26. Dezember 1813 in der„Scala“ zu Mailand zur Erſtaufführung. Die Oper iſt nach ihrem Mißerfolg gänzlich vergeſſen, bis auf Ouverture, die Roſſini mit wenigen Anderungen ſpäter zur„Eli beth“ benutzt hat und ihr des weiteren zum„Barbier“ eine dritte Verwendung gab. „Il Turco in Italia“(„Der Türke in Italien“), komiſche in zwei Aufzügen, nach einer Dichtung von Romani, Erſtauffü am 14. Auguſt 1814 in der„Scala“ zu M k zur „ Italienerin in Al fand eine etwas w aber immerhin 8 ablehnend „Si nund, König von Polen“), tragiſche Oper in zwei— igen, nach einer Dichtung von Fopp jvrend des Karnevals 1815 im Teatro Fe Zenedig erſtmalig aufgeführt, gefiel ſelbſt dem Komponiſten nicht. Es war die Zeit, in welcher Roſſini mit Domenico Barbaja(ſiehe „Euryanthe“, Univerſal-Bibliothek Nr. 2677, Seite 3), dem früheren Kaffeewirt und nunmehrigen Direktor der beiden Operntheater und der Spielbank zu Neapel, in Verbindung trat. Barbaja war in Neapel der einflußreichſte Mann. Als König Ferdinand nach neunjähriger Abweſenheit von Sicilien 1815 Neapel und ſein prachtvolles Theater San Carlo kaum wiedergeſehen hatte, brannte das letztere unvermutet nieder. Barbaja erbot ſich dem ſchmerzbewegten König zu einem Neubau in neun Monaten. Der frappierte Herrſcher war einverſtanden und der 12. Januar 1817 ſah den hohen Herrn in ſeinem neuen Hauſe. Seine Dankbarkeit war der Sockel zu des ungebildeten, aber befähigten Barbaja Machtſtellung. Schon längſt hatte Roſſini die Aufmerkſamkeit des reich gewor⸗ Ve uce zu V gre all. ſin ſchi titi die we En Sn ung. fdie ſiehe eren und onig apel itte, dem Der ſah der ig. Or⸗ 11 denen, praktiſch blickenden Emporkömmlings erregt und als Barbaja eigens zu dem Zweck nach Bologna kam, um dem Komfoniſten Vor⸗ ſchläge zu machen, waren beide raſch einig geworden. Gegen einen Jahresbezug von 12000 Franken und eine jährliche uktantieme von 3⁰ 40 Louisdor rnahm Roſſini die Wee e Spi Alan Sbem 1590 Fondo einzurichten und den örtlichen Anfo Roſſini unterzeichnete einen tr de verpflichtete und traf gegen Ende des Jah Er fand in ſeiner neuen Stellung ein ſchwach cheſte Alle in eine vortreffliche Sängergemeinde, an der Spitze die gefeierte Colbrand, die den größten Einfluß auf Roſſinis ganzes Leben gewinnen ſollte, unterſtützte ſeine Beſtrebungen. Iſabella Angela Colbrand, 1785 zu Madrid geboren, kam im Jahre 1812 aus Frankreich nach Italien. Sie war ſeit dem Jahre 1806 eine der berühmteſten Sängerinnen in Europa und von impo⸗ ſanter Schönheit. Roſſini erblickte in ihr, die ſpäter ſeine Gattin wurde, das Ideal ſei für den bisk der tragiſe Zu war jedoch die Sängerin no och die Geliebte des Königs und des ſchlauen Barbaja, der durch ſie jenen Monarchen und den großen Komponiſten beherrſchte. Barbaja kam ſeinem Kapellmeiſter in allen Dingen entgegen, das Publikum blieb kühl und zurückhaltend. Zingarelli, Roſ⸗ Rivale, der l und Direktor der königlichen Muſik⸗ ſchule, ging ſo weit, ſeinen S das Studium Roſſiniſcher Par⸗ ſi ien Stern durch 356 Opernheldinnen; ihr zuliebe komponierte er vernachläſſigten M dezzoſopran und wandte ſich mehr Oper u tituren zu verbieten. Ebenſo f chtete Paiſiello ſei die aufgehende Sonne 5 zu ſehen. Roſſini zerriß das Ge⸗ webe der Intriguen durch den großen Erfolg einer neuen Oper. „Elisabetta, regina——(„Eliſabeth, Königin von England“), tragiſche Oper in zwei? en, nach einer Dichtung von Smith, gelangte am 4. Oktober 1 am Theater San Carlo zu ſten? tung. Die Handlung, nach Walter Scotts ilworth“ bearbeitet, deckt ſich mit„Graf Eſſex“ von trotz alles gegneriſchen Aufgebots ein glänzen⸗ rch die Colbrand, die alle ihre Vorzüge entfalten konnte. Ein königlicher Befehl hob ſofort die Maßregel Zingarellis auf; Roſſinis Feinde ſchwiegen. Zum erſtenmale verwandte der Kom⸗ poniſt anſtatt des Klaviers das Streichquartett bei den Secco-Reci⸗ tativen und verbannte damit das Cembalo für immer aus dem Orcheſter. Ferner beſchränkte er die Gepflogenheit der Sänger, die Koloraturen nach Belieben auszuführen, indem er jedem einzelnen ſeine Aufgabe genau vorſchrieb. Seine Aurelian-Ouverture fügte er dieſer Oper an und eine Kavatine des erſten Aufzuges der„Eliſa⸗ betta“„Frag ich mein beklomm'nes Herz“ im„Barbier von Sevilla“. glänzende Erfolg ſeiner„Eliſabeth“ brachte dem Komponiſten eine Aufforderung für Rom. „Torvaldo e Dorliska“, Oper in zwei Aufzügen, nach einer Dichtung von Sterbini, kam am2 6. Dezember 1815 im Teatro Valle in Rom zur erſten Aufführung, ohne die Erwartungen zu befriedigen. Eine wirkungsvolle Nummer aus dieſer Oper benutzte Roſſini ſpäter zum Briefduett im zweiten Aufzuge des„Othello“. Am 15. Dezember 1815 unterzeichnete Roſſini einen Kontrakt für den Karneval 1816 nach Rom. Er traf Ende Dezember in der ewigen Stadt ein und ſchuf dort in dreizehn Tagen, nach einer von Ceſar Sterbini beſorgten Neuüberſetzung der Beaumarchaisſchen Operndichtung:„Der Barbier von Sevilla“, ſeine herrliche gleich⸗ namige nächſte Oper. Am erſten Aufführungsabend, den 20. Februar (nicht 5. Februar) 1816, in ſchamloſer Weiſe von den Parteigängern Paiſiellos, dem Komponiſten einer gleichnamigen Oper, in den Schmutz getreten, fand ſie ſchon am zweiten Abend eine begeiſterte Aufnahme. Der Verfaſſer verweiſt den freundlichen Leſer hinſichtlich eines wei⸗ teren über den„Barbier“ auf Nr. 2937 der Univerſal⸗Bibliothek. Nach Aufführung des„Barbier von Sevilla“ in Rom kehrte rfolg w der, beſonders du ien wir noch heute a Der e S KS N 2 EN dem „die elnen fügte liſten einer Valle igen. päter trakt n der von ſchen eich⸗ ruar igern mutz hme. wei⸗ ek. ehrte 13 wo Roſſinis oſſini nach Neapel ſt auf 9 Opern zu („Eine Ehe ch einer Dich⸗ lg im Sommer Neapel zur erſten Auf⸗ „La gazetta, 05115 il matrimonio durch die Zeitung“), komiſche Oper in z tung von Palomba, kam ohne bemerk 1816 auf dem Theater dei Fiorent führung. „Otello, ossia il moro di Venezia“(„Othello, der Mohr von Venedig“), tragiſche Oper in drei Aufzügen, Dichtung nach Shake⸗ ſpeares Tragödie von Berio, gelangte an er 1816 auf dem Theater del Fondo in Neapel zur Erſtau Die Oper fand zuerſt wenig Beifall, man tadelte den ernſten Stoff. Es er⸗ ſcheint dies um ſo unbegreiflicher, als von der D öße Shake⸗ ſpeares wenig oder gar nichts auf Roſſini übe gegangen war. Die Höhen und Tiefen menſchlichen Empfindens hatten in ſeiner Seele und in ſeinen Schöpfungen wenig Raum. Der Komponiſt las die Tragödie—3— in einer franzöſiſchen überſetzung und„das Blut rte ihm“! Der Anſtoß, den„Othello“ durch ſeinen tragiſchen Schluß bei ſeiner Erſtaufführung erregte, wurde in der erſten Zeit dadurch beſeitigt, daß man 109 S Werk verſöhnend ausk darf uns dieſes Zugeſtändnis bei den Ite raſchen, als eine nur ku eit vorh 0 burg von ſeinen deutſchen 8 förmlich gezwungen worden war, mit den Tragödien Shakeſpeares ebenſo zu verfahren. Im Jahre 1817 finden wir Roſſini wieder in Rom, wo er für den Karneval ſeine nächſte erfolgreiche Oper komponierte. Jenerentola, ossia la bontà in trionfo“(„Aſchenbrödel oder der Triumph der Herzensgüte“), komiſche Oper in zwei Aufzügen, Dichtung von Ferretti nach Etiennes„Cendrillon“, gelangte im Frühjahr 1817 im Theater Valle in Rom zur erſtmaligen Auf⸗ führung. Es liegt ihr das alte Zaubermärchen vom Aſchenbrödel zu Grunde. Der gleichnamigen Oper Iſouards gegenüber, deren Märchenduft in Mondſcheinsnacht damals die Herzen gefangen hielt, ſchuf Roſſini ein Werk, welches in derberen Formen dem Humor zu es Th 2 5 rze 7 1ze 2 14 Wilhelm 2 Recht verha als bei den die Oper ſtür Von Rom wandte ſich Roſſini zu einem Aufenthalt von mehreren Monaten nach Mailand, um im Nack frühling 1817 eine neue Oper zu komponieren. zazza ladra“(„Die diebiſche Elſter“), tragiſche Oper in zwei Auf Rabe Dichtung von Gherardini, lam am 31. Mai 1817 in der Scala zu Mailand zur Erſtaufführung. Der Beifall war der ein⸗ ſtimmigſte üdingeoſe und drei Monate hindurch wurde die Oper faſt täglich wiederholt. Schon mit der Ouverture, der einzigen Nummer, die aus dem Werke übrig geblieben und noch auf allen Konzertprogramms zu finden iſt, war das Glück der Oper ent⸗ ſchieden; noch heute wird ſie hier und da als Einle benutzt „La ung zum„Bar Eine Neuheit war die Einführung der Trommel in das italieniſche r, und das Aufſehen und die Befremdung hierüber waren groß. Die Streichinſtrumente be haupteten damals im O Orcheſter die Alleinherrſchaft, nur ſchwer konnte ſich das Publikum an die Blas⸗ inſtrumente gewöhnen. Roſſini, der Reformator des italieniſchen , hatte ſchon im„Othello“ mit ſeinen vier Hörnern allge meines Entſetzen erregt. Er ließ ſich nicht beirren und gebrauchte nach und nach mit immer größerer Wirkung die noch heute üblichen Blasinſtrumente. Wenn das Publikum die Oper in den Himmel hob, ſo kam die Kritik als hinkender Bote nach. Und in der That, der flüchtig arbeitende Roſſini hatte in keiner ſeiner früheren Opern ſoviel Verſtöße gegen den Sinn begangen, als in der„diebiſchen Elſter“. Kaum war Roſſini im September 1817 nach Neapel zurückge⸗ lehrt, ſo ſchrieb er„Armida“ und„Adelaide di Borgogna“. „Armida“, tragiſche Oper in drei Aufzügen, Dichtung von Schmidt, iſt die belangloſe Oper, mit welcher der Komponiſt auf dem nach dem Brande von 1816 neu erſtandenen San Carlo-Theater im November 1817 ſeine Rückkehr nach Neapel feierte. Am Tage der Orch heſte groß zielte reren Oper igen ulen ent⸗ mel hat, ern hen ge⸗ bon em im der 15 erſten Auffi 0 achlaſſen der Stimme ſeiner ſpäteren Frau, der Colbrand, entgelten.„Armida“ machte in Italien und im Auslande wenig Glück. In Wien fand ſie 1821 noch den meiſten Beifall. „Adelaide 1 55 Oper in zwei A 18 zember 1817 auf dem T 119 zur erſt Im Vierteljahrd ind), tragiſche e am 30. De⸗ erwähn 3.— lheid von Bu ens⸗ werte Vore entſtand eine neue e Oper in drei le den 5. März egeben. Wiederum „Mosé in Egitto“(„Moſes in Agypten“), zügen, Dichtung von Tottola, wurde zum er 818 auf dem Theater San Carlo in Neapel in großer Eile hatte Roſſini dieſes Werk vollendet und, um ſchneller ans Ziel zu kommen, ſeinem Freunde Carafa einige Recitative und eine Arie übertragen. Der Beifall war ſtürmiſch, bis zum„Durch⸗ gang durch das rote Meer“, welcher an der Ungeſchicklichkeit des Maſchiniſten ſcheiterte. Später rettete dieſen wunden Punkt eine ierte Preghiera, di ung ſo fray ppierte und en Beif ul fand eſten g 2 e in der A während ihm„Tantred“6 600 Franken eintrugen. Roſſini arbeitete die Ope Titel„Mofſe“ um. Es war die Zeit, wo Roſſini einen kurzen Aufenthalt in Florenz, Ferrara und in ſeiner Vaterſtadt Peſaro nahm. In Ferrara diri⸗ gierte er im Mai 1818 bei Eröffnung der Akademie für Geſan und Inſtrumentalmuſik, in Peſaro wurde im Juni desſelben Jah in ſeiner Anweſenheit mit der„Diebiſchen Elſter“ das neu erbaute 0 E1 Stadttheater eröffnet. Seine Landsleute ehrten ihn nach Verdienſt und geleiteten ihn nach der Oper unter Muſik und Fackelſchein in ſeine elterliche Wohnung. Hier überfiel ihn eine gefä dalsentzün⸗ dung, die ihn mehrere Wochen an das Bett feſſe ſelte. Nach ſeiner Ge⸗ 16 neſung ke nach Neapel zurück, um die folgenden Opern ins 9 0 U ſein zu rufen. „Rieciardo e Zoraide“, tragiſche Oper in zwei Aufzügen, Dich⸗ von Berio. Erſtaufführung im Herbſt 1818 im Theater San u Neapel. Publikum und Kritik feierten die Oper, die heute vergeſſen iſt, einſtimmig. tragiſche Oper in zwei Aufzügen, Dichtung Tottola nach Racines„Andror naque“. Erſtaufführung während der Faſtenzeit 1819 im Theater San Carlo zu Neapel. Roſſini ſuchte ſich hier der deklamatoriſchen Gat tung der franzöſiſchen Oper zu nähern. Der Verſuch mißlang, die Oper wurde abgewieſe „Adina, ò il caliſfo di Bagdad“(„Der Kalif von Bagdad“), Oper in einem Aufzug, kompon lerte koſſinikinnen dreis e einen vornehmen Portugieſen, der das Werk am 20 Wer dem „Ermione Theater San Carlo i Eine Meſſe, die lichen Charakters i in derſelben Zeit geſchaffen, iſt ihres welt zu verurteilen. ni erhielt im Jahre 1819 ſeine auf vier Jahre bemeſſene Anſtellung als Direktor der beiden königlichen Theater in Neapel, und da er außer einem anſehnlichem Gehalt auch freie Koſt und Wohnung und einen Anteil an den Hazardſpielen erhielt, ſo war ſeine Lage eine vortreffliche. Er beherrſchte mit Barbaja und der Colbrand das ganze Theaterweſen in Neapel. Im Frühjahr 1819 finden wir Roſſini in Venedig, um für den Direktor des Theaters San Benedetto daſelbſt eine Oper zu kompo⸗ nieren. jalbe „Edoardo e Cristina“, tragiſche Oper, nach einer Dichtung von Schmidt, nur zum Teil neu und meiſt aus den beiden letzten Opern Roſſinis zuſammengeſtellt, kam im hjahr 1819 auf dem vorge⸗ nannten Theater zur erſten Aufführung. Nicht nur ſich ſelbſt, ſondern auch anderen Komponiſten hatte Roſſini abſichtlich nachempfunden über Bologna kehrte er nach Neapel zurück und verweilte in zwiſchen wieder in ſeiner Vaterſtadt, die ihn diesmal durch Auf ſtellung ſeiner Büſte in der dortigen Alademie ehrte. gan ſein in am füh Sen den dur vor wu gef lan tun Me nen na „Dich⸗ Saꝛ heute g von nd der ſuchte her zu dad“), einen welt⸗ eſſene eapel, und war d der rden mpo⸗ von pern rge⸗ dern En. N15 Auf gilhelm Tell. 17 Walter Scotts Romane zogen damals die Aufmerkſamkeit der ganzen gebildeten Welt auf ſich. Aus ihnen wählte er das Sujet zu ſeiner nächſten Oper. La donna del lago“(„Das Frä in zwei Aufzügen, Dichtung nach Walter Sco am 4. Oktober 1819 im Theater San Carlo z führung. Die Oper erfuhr da Sevilla“; ſie wurde am erſten Abe, am zweiten in den Himmel gehoben. Roſſini ha dieſen Widerſtand durch ſeine Vorliebe für die ſchwächer werdenden und trotzdem be⸗ vorzugten Stimmmittel der Colbrand und durch ſein Eingehen auf alle Ehrſuchts- und Geld e Barbajas her Die Oper wurde ſpäter in Paris unter dem Titel:„“ Bruce“ auf⸗ geführt. Unmittelbar nach jenem Mißgeſchick begab ſich Roſſini nach Mai⸗ land, um dort ſeine 818 Oper zu komponieren und aufzuführen. ulein vom See), tragiſche Oper Tottola, kam el zur Erſtauf⸗ Oper in zwei Aufzügen, Dich⸗ uber 1819 in der Scala zu i beit hervorgerufe⸗ „Bianca e Faliero“, tragiſch tung von Romani, kam am 26. Mailand, begleitet von einem durch die fli nen Mißerfolg, zur erſten Aufführung. Roſſini hatte ſich wieder ein⸗ nal auf ſich ſelbſt, auf Gluck und Mozart erinnert. E Sο Dezem Noch in den letzten Tagen des Jahres 1819 reiſte Roſſini nach Neapel zurück, um am„Maometto“ zu arbeiten. „Maometto secondo“(„Muhamed I.“), tragiſche Oper in G Aufzügen, Dichtung vom Herzog von V 95 brachte das San Carlo-Theater in Neapel im Karneval 1820 zur Erſtaufführung. Die Oper gefiel weder in Neapel, noch ſpäter in Venedig und Wien, was um ſo befremdlicher erſcheint, als ſie dies Mißfallen ihrer Anlehnung an den deutſchen Stil verdankt, der doch in Wien, der Heimſtätte Mozartſcher Opern, hätte günſtig wirken müſſen. Die Oper erſtand ſpäter in einer Umarbeitung zu neuem Daſein in Paris unter dem Titel:„Die Belagerung von Korinth“. n, Di P Während die konſtitutionelle Regierung in Neapel ihrem Unter⸗ ſich Roſſini nach Rom, un den Theater ia eine neue Oper zu kompo Shabran“(ſpäter„Corradino“), tragiſche Oper, Dichtung von Ferretti, kam am 25. Februar 1821 im u Rom zur Erſtaufführung. De 8 Buch war igel⸗ Roſſini geſtattete ſich ſo viele Erinnerungen aus ſeiner früheren Opern, daß ihm Torlonia anfänglich das Honorar ver⸗ weigerte. Erwähnenswert iſt, daß die drei erſten Vorſtell ungen von Nicolo Paganini dirigiert wurden, weil Roſſini in Neapel anweſend ſein mußte, um für Wien die Oper„Zelmira“ zu komponieren. Mit„Muhamed“ und„Zelmira“ ſchließt Roſſinis Thätigkeit unter der Sonne Neapels ab. haft und 72 Amira“) ſche Oper in zwei Aufzügen, Dicht ung von Tot⸗ tola nach einer Tragödie v Belloy, kam am 16 82 auf dem Theater Neapel zu ufführung. Der Gang 9 dohne Zuhilfenahme des Buches kaum eine neue Bahn, indem er die Kor⸗ Sdrucks, die Würde der ernſten deut ſchen Oper mit dem Reize ſüdlicher Lebendigkeit und dem bei ihm vorwaltenden Streben nach Effekt zu vereinigen ſuchte. Die Oper wurde mit dem glänzendſten Beifall aufgenommen. Kurz darauf begab ſich Roſſini mit dem Liebling ſeines Herzens, mit der Sängerin Colbrand auf beren Landgut in der Nähe von Bologna, um ſich mit ihr dort ehelich zu verbinden. Den vielen ent⸗ gegenſtehenden, zum Teil abenteuerlichen Nachrichten gegenüber findet ſich in dem Kirchenbuche der Pfarrkirche zu Caſtenaſo bei Bologna der Eintrag, daß dort die Trauungsfeierlichkeiten am 16. März 1822 ſtattgefunden haben. Der nicht fkrupulöſe Roſſini erwarb mit ſeiner Gattin eine jährliche Rente von 20000 Franken. Barbaja, der Theatermonarch Neapels, hatte inzwiſchen durch die Revolution ſeinen königlichen Beſchützer, ſeine Machtbefugnis und ſeine Spielhölle verloren und war gezwungen, fern von ſeinem bis herigen Wirkungskreiſe ſein weiteres Glück zu ſuchen. Er richtete ſein Augenmerk auf Wien, welches durch Sitten und N deigungen ſtets nach ndlung war! eater⸗ Oper, 21 im ingel⸗ ſeinen ver⸗ n von veſend tigkeit Tot⸗ 1822 kaum Kor⸗ deut ihm Oper zens, von ent findet logna 1822² einer durch und bis⸗ e ſein nach 19 vertrag zu einem veranlaßte zu 191 und ar März 1822 0 5 199 er Doei ab. lmira“ und ſein ſ ten Erfolg erſtenmale April 1822 deb atlicher 3— 2 „iſt nach neueren ſorgſamen Forſchunge r Kh aber immerhin höfliche Beethoven hatte nicht d den mindeſten Grund, den Huldigungsbeſuch des nach einer anderen Richtung hin ebenfalls be⸗ rühmten Roſſini abzulehnen. Als im Juli 1822 der Schluß der italieniſchen Spielzeit ſtatt⸗ fand, kannte der Vergötterungsjubel der Wiener keine Grenzen. Die Erholung, die nun Roſſini zu Bologna im Kreiſe der Seinen ſuchte, war ihm nicht vergönnt. Auf Einladung des Fürſten Metter⸗ nich reiſte er bald nach Verona, um dort unter Auszeichnungen aller Art ſein„Fräulein vom See“, ſeinen„Othello“ und eine neue Kan⸗ tate, die übrigens mißfiel, aufzuführen. Für den Karneval 1823 nahm das Ehepaar Roſſini ein Engage⸗ ment am Phönixtheater in Venedig an. Ro i ni machte ſich verbind⸗ lich, für die Summe von 26 000 Franken ſeinen ne m einigen Veränderungen in Scene gehen zu la zu komponieren. „Semiramide“, tr ai ſche Oper in zwei Aufzügen, Dichtung von Roſſi zum e iale am 3. Februar 1823 in vorge⸗ nanntem Theater zur A g. In fünf Wochen angefangen, vollendet und dargeſtellt, trug ihr Mißerfolg viel dazu bei, daß Roſſini ſeinem Vaterlande den Rücken wandte, um nach Paris und London zu gehen. Das Ehepaar Roſſini folgte einem Rufe der italieniſchen Oper in London um eine neue Tonſchöpfung. Im November 1823 berührten ſie auf der Hinreiſe Paris und nahmen einen kurzen Aufenthalt. An * * tund eine neue Oper am nach einer 20 Vergötterung grenzter Huldigungen, mit denen man den Meiſter rlichen ſuchte. Der Hof beteiligte ſich an Aus⸗ Art, die königliche Alademie der ſchönen Künſte er⸗ nannte ihn, zugleich mit Thorwal ldſen, zu ihrem ſpondierenden? zu ehren und zeichnungen aller igen korre itgliede und es reifte der Entſchluß in il z3m, ſpäter ſeinen dauernden Aufenthalt n Paris zu nehmen. Daß es ihm nicht an Winierſ und Neidern fehlte, bewe vielen anderen. heiſt neben mmniſſen recht widerwärtiger Natur der Um⸗ ſtand, daß bei dem Wahlakte in der Akademie ſämtliche Muſiker gegen 4 Ernennung, die Maler, Architekten und Bildhauer d dafür waren. Die Direktion der italieniſchen Oper wies er zunächſt zurück, um Paör nicht um ſeine Stellung zu bringen. traf Roſſini mit ſeiner Gattin in London n, von König Georg IV. als„von dem erſten( einen Abgeſandten glan 510 durch die Meiſter von ihm frül durch iwoh ſtürmiſche Meerfahrt 1515 gerufen, wurde dem ter——— die Auszeichnung zu teil, allein mit cken zu dürfen. Die Großen Englands wetteifer ten, ihn bei zu ſeinen Ehren veranſtalteten Feſtlichkeiten man bat ihn fe zvoll begrüßt. Nach eini n Tager 1 zu bewillkommnen; emlich, namhafte Ehrenhonorare anzunehmen. Die Summe von 175 000 Franken ſoll ihm der dreiviertelj jährige Aufent⸗ halt in London eingebracht haben. Die beſtellte Oper:„La figlia dell' aria“(„Die Tochter der Muſik“) kam jedoch nur in Bruch⸗ ſtücken zur Aus ihrung, die Zahlungseinſtelln ng der„Großen Oper“ verhinderte die Vollendung. Auch in London fehlte es Roſſini nicht an Neidern. Allein das klingende Ergebnis der Londoner Reiſe über⸗ ſtieg den der ganzen bis herigen ſchöpferiſchen! Thätigkeit Roſ⸗ ſinis. Der Meiſter ſchied gehobenen Herzens aus dem Londoner Goldbergwerk. Polignac, der damalige franzöſiſche Geſandte in London, hatte ‚ 0 es vermocht, Roſſini für Paris zu gewinnen. Der Meif ſter war ver⸗ pflichtet, die Dire ktion der italieniſchen Oper zu übernehmen und für dieſe, ſowie für die franzöſiſche Oper zu komponieren. Se Seine Bezüge hierfür waren auf 20 000 Franken bemeſſen. Am 30. Juli 1824 I Aus⸗ ſte er⸗ neben Um⸗ gegen aren. „um ndon 1 + dure vohl⸗ dem mit „ihn nen; Die ent⸗ iglia uch⸗ per“ licht ber⸗ toſ⸗ oner Wilhelm Tell. 21 traf er in Paris ein und bald war ſein Einvernehmen mit den fran⸗ zöſiſchen Komponiſten Boieldieu, Auber, Herold und Cherubini das beſte. Einer Bewegung gegen ihn, an deren Spitze Paör ſtand, ver⸗ galt er edelherzig dadurch, daß er ſeinem Rivalen vertragsgemäß nicht nur das volle Gehalt vermittelte, 3 ihm noch eine Erhöhung von tauſend Franken zuſichern ließ. Bahn wuchs nun Roſſinis Volkstümlichkeit von T 0 rdings mehr durch ſeine Opernſchöpfungen, als durch ſeine Leitung der italieniſchen Oper. Nach anderthalb Jahren enthob man ihn ſeiner verantwortlichen ellung unter vollem Bezug ſeiner Einkünfte mit dem Titel des fei Komponiſten des Königs und Generalinſpektors der Muſik“. Er übernahm zu ſeinem eigenen Ergötzen dafür keine weitere Ver⸗ pflichtung, als für die königliche Oper zu ſchreiben. „Il viaggio a Reims, ossia l'albergo del giglio d'oro“(„Die Fahrt nach Rheims“, oder:„Die Herberge zur goldenen Lilie“), ein⸗ aktige Gelegenheitsoper, kam nach längerer Pauſe nach einem Buche von Balocchi am 19. Juni 1825 bei der Krönung Carl X. in der italieniſchen Oper zur Erſtaufführung. Nach der Revolution 1848 wurde ſie unter dem Titel:„Adriano a Parigi“ auf derſelben Bühne wiederholt. Die Hauptnumm ern tauchten ſpäter in dem„Grafen Ory“ wieder auf und man tadelte die Muſik als ein Miſchwerk von Melodien aus„God save the King“,„Gott erhalte Franz den Kaiſer“,„La belle Gabrielle“,„Vive Henry quatre“, dem „Tyrolerlied⸗“ u. ſ. w. Jedoch der große Horizont der Weltſtadt blieb nicht ohne Wir⸗ kung auf den empfänglichen Roſſini. Seine Anſchauungen läuterten ſich, ſeine Empfindungen klärten ſich, ſein muſikaliſches Durchdringen vertiefte ſich. Die nächſte Frucht dieſer größeren Reife war die Um⸗ arbeitung der Oper:„Muhamed II.“ unter einem neuen Titel. „Le siége de Corinthe“(„Die Belagerung von 25 große Oper in drei Aufzügen, kam nach einer übe erſetzung des„Moa⸗ metto“ ins Franzöſiſche von Balocchi und Soumet am 9. Oktober 1826 in der„Großen Oper“ zur erſten Aufführung. Den Beſtre⸗ bungen Paörs gegenüber, der es bisher verſtanden hatte, Roſſinis II. Tonwerke von der„Grof uhalten, feierte der Komponiſt nun einen wie ein geborener Franzoſe. Im Jahre 1827 verlor Roſſini ſeine heißgeliebte Mutter. Aufge unte zurch den Erfolg ſeiner„Belagerung von Korinth“ auch„Mosé in Egitto“ einer Uma ung. Moſes“), große Oper in drei Ar en, wurde nach e von Balocchi und einer Überſetzung des 7 zum erſtenmale in der„Großen Oper“ zur zlig Mosé“ ins Franzöſiſe Jouy am 26. März 18 r Aufführung gebracht. Ein vollſtändiger Sieg entwaffnete auch die letzten Gegner Roſſinis. Die beiden Partituren überließ er dem Muſikalienverleger Troupenas und bezog davon die erſten Buch⸗ händlerhonorare. Leichtfertig wieder einmal in Erinnerungen ſeiner ſelbſt ver⸗ ſunken, ſchuf er ſeine nächſt E „Le comte Ory“(Graf Ory“), komiſche Oper zwei Auf ufführung Oper“ am 20. Auguſt 1828.„Die Fahrt nach R heims“ feierte in dieſer Partitur ihre Auferſtehung und dennoch ries man die Oper als eines der gelungenſten Erzeugniſſe des Meiſters. Roſſini wurde mit Auszeichnungen überſchüttet. Schon hatte ihn der„Moniteur“ als Ritter der Ehrenlegion angekündigt, als er neid⸗ los ſelber Herold vorſchlug unter dem Vorgeben, ſich erſt di Aus⸗ zeichnung durch eine neue große Oper verdienen zu wollen. E hierauf den„Guillaume Tell“ und ſah ſeinen Wunſch erfül Als ein unvergleichlic zügen, 855 einer Dichtung von Scribe, erlebte ihre E in der„ teiſterwerk eines der größten Kompo⸗ niſten dieſes Jahrhunderts bietet„Wilhelm Tell“ ein wunderbares Zuſammentreffen aller melodiſchen und harmoniſchen Rei ichtümer, die die Kunſt der Muſik hervorzubringen imſtande iſt. Die Oper offen⸗ bart einen neuen Menſchen in demſelben Manne und widerlegt die Behauptung, daß es möglich ſei, die Fähigkeiten des Genies zu meſſen. Nachdem Roſſini in der„Belagerung von Korinth“ und in„Moſes“ neue Bahnen zu wandeln beſtrebt geweſen war, erhob er ſich im„Tell“ zur höchſten Stufe der Vollendung. Dieſes Werk würde ihm eine neue Laufbahn eröffnet haben, wenn es nicht ſeine letzte Opern⸗ poniſt inth“ nach und h die dem zuch⸗ ver⸗ Auf rung nach moch te r8 eihn 15 33 Wilhelm Tell. 23 ng geweſen wäre. Nichts findet ſich von den Manieren und Unarten der früheren Werke. Formenreichtum, großartige Anlage, ſorgfältige Durchbildung des Ganzen, K arheit und kraftvolle Bündig⸗ keit des fr anzöſiſchen Stils zeichnen es aus. Die Kritik rühmte, daß N neuen volkstümlichen muſikaliſchen Schön⸗ heiten, wel ſche bis dahin d do dern wage ſich an die großen Balne welche von jeher die Menſchen bewegten. Die Entwickelung Roſſinis ging parallel mit dem gleichzeitigen Auf⸗ ſchwung des politiſchen Lebens. In der Reo 1812 bis 1820 war er nur beſtrebt, ein Vertreter des J geiſtes zu ſein. Die erſten Kämpfe aber um die Befreiung Italiens ha 15 in ſeiner „Belagerung von Korinth“ und im„Moſes“ wieder, und im,Tell“ gewann die ſeit den dreißiger Jahren lebhaft für Ital iens Einheit kämpfende Richtung einen ähnlichen Ausdruck, wie die franzöſiſche Oper in der„Stummen von Portici“. Die Dichtung, von Etienne(Jouy) und Bis verfaßt„lehnt ſi in ungeſchickter Nachbildung und geradezu gel gan das Schil⸗ lerſche Schauſpiel an und ſteht durcha der Kom⸗ poſition Roſſinis. Victor Joſeph Etienne, franzöſiſcher riftſteller, nach ſeinem Geburtsort de Jouy genannt, wurde im Jahre 1764 zu Jouy en Joſas(Seine et Oiſe) geboren. Der Ruf Jouys, ſehr groß unter dem Kaiſerreich, bei dem damals herrſchenden Mangel talen⸗ tierter Schriftſteller, hob ſich noch mehr durch die politiſche Aufgeregt⸗ heit während der Reſtauration. Von liebenswürdigem und ober⸗ flächlichem Geiſte, zu gleicher Zeit Opern⸗ und Tragödiendichter, Publiziſt und Sittenſchilderer, errang er Erfolge, die heute nahe⸗ zu vergeſſen ſind. Seine Oper„La Vestale“(Erſtaufführung: Paris, 11. Dezember 1807) mit der Muſik von Spontini erzielte den erſten Decennalpreis für lyriſche Poeſie im Jahre 1810. Sein Trauerſpiel„Sylla“ im Jahre 1824 wurde achtzigmal hinter⸗ einander au fgeführt., LHermite de la Chaussée d'Antin“ ou „Observations sur les mœurs et les usages franoais au atten, ſon G commencement du XIX Siècle“ wurde in Frankreich und in ganz Europa förmlich verſchlungen. Von ſeinen übrigen Theaterſtücken ſind noch zu erwähnen:„Comment faire“, Luſtſpiel in einem Auf⸗ zug(1799).„L'Aoide hèritier“, Luſtſpiel in fünf Aufzügen(1807). „Le Mariage de Mr. Beaufils“ au Zuſt „Le es Réputations d'em- prunts“, L ſpiel in einem Aufzug(18„Mr. Beaufils“ ou „La Conversation faite d'avance“(4807)„La Marchande de modes“, Parodie der„La Vestale“ vom Verfaſſer ſelbſt(1808). „L'Homme aux Convenances“, Luſtſpiel in einem Aufzug(1808). „Fernand Cortez“, Oper in drei Aufzügen, Muſik von Spontini (1809).„Les Bajadères“, O Oper in drei Aufzügen, Muſik von Catel(1810).„Les Oper in drei Aufzügen, Muſik von Méhul(1812).„Les Abencerages“, O Muſik von Cherubini G8189„Tippo- „Belisaire“, i Oper in drei Aufzi zügen, „Tragödi )wurden nicht autoriſiert. 1813), nlien dans les Gaules“, T e(1827).„Moise“, Oper in vier Auf⸗ zügen, Muſik von Roſſini(1827).„Guillaume Tell“, Oper in vier Aufzügen, Muſik von Roſſini(mit Bis, 1829).„La Conjuration d Amboise“, Tragödie(18 841) wurde nicht aufgeführt.„L'Héritage ou les mœurs du temps“, in fünf Aufzügen und in Verſen. Les Intrigues du Cœui“ in fünf Aufzügen und in Proſa. Jouy warMit⸗ arbeiter an den Zeitungen:„Gazette de France“„La Minèrve“, „Le Misoir“,„Le Courrier français“,„Le Mercure“„LEn— cyclopédie des gens du monde“ u. ſ. w. Er den 4. Sep⸗ tember 1846 im Schloſſe zu Saint⸗Germain⸗en⸗Laye. Hippolyte Louis Florent Bis, franzöſiſcher Theater⸗ KRöftien ler, geboren zu Douai den 29. Auguſt 17 89, war Zeit ſeines Lebens in der Verwal ltung der indirekten Steuern angeſtellt, hat e geſchrieben, deren einige, wie Blanche d'Aquitaine“(1827) unter der Reſtauration wegen ihrer politiſchen Anſpielungen einen gewiſſen Erfolg erzielten. Er ſtarb zu Therms den 7. Mai 1855 Die hauptſächlichſten Entwickel lungsſtufen des Schillerſchen Dra⸗ mas haben dem Komponiſten eine ganze Reihe von abwechſelnd eit gu N B fen an Ae an 0 ſtücken Auf⸗ 807). l'em- öou ande 808). 808). ntini von Muſik ügen, 813), Uien Auf⸗ vier tion tage Les Mit⸗ ve“, En- Sep⸗ ter⸗ ines hat che chen ms ra⸗ And ilhelm Tell 25 ländlichen und kriegeriſchen, anmutigen und leide ren und glänzenden Bildern geboten, denen durch den geſchicht⸗ lichen Hintergrund eine beſondere Wärme verliehen wird. Mit der Anmut der Kavatine und des italieniſchen Duos verband deutſchen Chöre. Wenn igfaltigkeit geiſtreich individualiſierender iten unſere Teilnahme immer von neue überraſcht wird, ſo haftet ſie dort mit ung ftlichen, düſte⸗ nze — hagen an dem volleren Fluß neren Harmonie und ne Arbeiten von unvermiſch ſüßen melodiſchen Früchte nur einzuſan ſeine Phantaſie als müheloſe Ernte jede Zu dieſem Ge⸗ ſchenk einer gütigen Natur fügte der Komponiſt des„Tell“eine durch chiedenſten Eindrücke und Erfahrungen bewährte und geläu⸗ terte Einſicht und, was die Hauptſache iſt, die in einem Punkt zu⸗ ſammengefaßte, auf ein beſtimmt erkanntes Ziel gerichtete Kraft des Willens. Er, der bis dahin ſeine Partituren faſt ohne Ausnahme in kaum glaublich kurz llerlei anderen muſikaliſchen Obliegen⸗ heiten, ſowie den mannigfach ebensgenüſſen ab ter Friſt zu improviſieren gepflegt, widmete ſeiner letzten dramatiſchen Schöpfung ein volles halbes Jahr ländlicher Zuri ickgezogenheit auf dem Land⸗ gute ſeines Freundes, des Bankiers Aguado, auf dem Schloſſe Petit⸗ Bourg. Verſchwunden ſind bis auf einige Spuren die alte Leicht⸗ fertigteit, der ſchablonenhafte Zuſchnitt im ganzen und einzelnen, das gültige Nebeneinander von Wort und Ton; bewahrt werden dagegen vom künſtleriſchen Erbteil der italieniſchen Heimat die fließen⸗ den Wellenlinien der ebenſo weichen als ſicher umſchriebenen Formen, wie der Adel der Stimmbehandlung. Statt der dürren Sandſtrecken zwiſchen den verſchiedenen melodiſchen Oaſen, auf die es ehedem allein ankam, meiſt Recitative voll Schwung und Feuer. Echt dramatiſche Accente, dem Herzen der jedesmaligen Situation entſprungen, ſind an Stelle der ſchmarotzerhaft wuchernden Koloratur getreten. Nicht mehr äußerlich als etwas von vornherein Fertiges erſcheint die Muſi gleie 26 dem Text Rleeſchlaſenz: ſie hervor. Die abſtrakt Baritons haben poetiſc der Handlung ſelbſt ſprießt und blüht No Nui&*. das Typen der Primadonna, des Tenors, des Leben und ideale Wahrheit gewonnen. Wo Sänger und Sängerinnen nur mit ihrer Virtuoſität prang⸗ zmen wir die kräftigen Atemzüge wirklicher Leidenſchaft. Die Oper„Guillaume Tell“ wurde am 3. Auguſt 1829 in der „Großen Oper“ zu Paris zum erſtenmale aufgefübrt Es folgt hier der Theaterzettel der erſten Aufführung: ten, vern Paris. Théàtre de bAcadémie royale de Musique. Guillaume Tell. Opéra en 4 actes. Paroles de M. M. Jouy& Hippolyte Bis. Musique de M. G. Rossini Représenté pour la première fois à Paris sur le thédtre de IAcadémie Royale de Musique le 3. Aoft 1829. Personnages. Guillaume Tell VM. Dabadie. Arnold Melchthal“ Suisses conjurbs. M. A. Nourrit Walter Fürst ee Melchthal, père d'ArnOl-dduoIeiiill. M. Bonel. Gemmy, fils de Guillaume Tell Me. Dabadie. Geslèr, gouverneur des cantons de Sohwitz et AUFiiiiiii HH. Erévost. Rodolphe, chef des archers de Gesler.. M. Massot. Ruodi, pécheut M. Alex. Drofont. Mathilde, princesse de la maison de E destinée au gouvernement de In Suisse Me. Cinti-Damoreau. Hedwige, femme de Guillaume Tell.. MIIe. Mori. Trois flancés et leurs compagnes.— Paysans et Paysannes des trois Cantons.— Chevaliers allemands.— Pages.— Dames d'honneur de lu Princesse.— Chusseurs, Gardes de Geslèr.— Soldats autrichiens — Tyroliens et Tyroliennes. Zallets de M. M. Aumer& Päpitas. Décors de Cicòri. blüht , des Wo rang⸗ aft. in der t hier nt. hrenu. trois ur de hiens Wilhelm Tell. 27 Das Meiſterwerk Roſſiniſcher Schöpferkraft vermochte in ſeiner führung das Publikum nicht zu entzücken. und Muſik ſielen in gleicher Weiſe und nur die Sänger und Muſiker hielten mit ihrer Bewunderung nicht zurück. Der edle Boieldieu beglück⸗ ſc rten ihn die Künſtler urch eine glänzende ind bel iebte enade. Erſt als acht Jahre ſpäter d enoriſt Duprez als„Arnold“ auftrat, der Oper im günſtigſten Sinne. Erſt Thränen vergießen, die Damen mit den T andere ſich von ihren Seſſeln erheben, um dem Werke und dem ſchentüchern winken, Künſtler Beifall zu kla l. Die Handlung der Oper ſei hier lurz wiedergegeben: Die Schweizer, übsburgs Herrſchſucht hart bedrückt, ſinnen auf Befreiung vom Joch der Tyrannei. Beſonders Tell, der wackere Schütze, empfindet die Schmach des Vaterlandes tief und be⸗ reitet alles vor, um derſelben ein Ende zu machen. Er gewinnt den jungen Arnold Melchthal, welcher um ſeiner Liebe zu Mathilde von Habsburg willen der Sache 55 Vaterlandes ungetreu zu werden im Begriff ſteht, für dieſelbe zurück, indem er ihm die Nachricht von der ſchändlichen Ermordung 118 greiſen Vaters durch die Grauſamkeit 85 bringt; er beruft die Vertreter der chweizeriſchen Stämme nach dem Rütli und veranlaßt ſie zu dem begeiſterten Schwur, alles aufopfern zu wollen, um in treuer Gemeinſchaft dem Vaterland die verlorene Freiheit wieder zu erobern. Doch zunächſt ſoll der brave Mann ſelbſt ein Opfer der feindlichen Tyrannei werden. Bei einem Feſt, welches zur Erinnerung an die vor hundert Jahren geſchehene Beſiegung der Schweiz veranſtaltet wird und bei welchem Geßler mit grauſamen Hohn die Unterdrückten mitzufeiern zwingt, wird Tell, der ſich geweigert hatte, den auf einer Stange aufgerichteten Hut Oſterreichs, das Symbol der Gewaltherrſchaft, zu grüßen, verhaftet und gezwungen, zur Strafe für ſeine Widerſpenſtigkeit einen Apfel vom Haupt ſeines Sohnes zu ſchießen. Das nach ſchwerem Kampf unternommene Wageſtück gelingt: der Apfel fällt, Gemmy bleibt un⸗ EE ell verletzt. Trotzdem wird Tell, der in ſeiner Verzweiflung den Land⸗ vogt bedroht hatte, gefangen fortgeführt, um im tiefſten Kerker ſeine Kühnheit zu büßen. Doch nun iſt das Maß der Tyrannei voll. Durch lodernde Feuerzeichen wird das Volk der Schweizer zum Kampf auf⸗ gerufen. Tell findet Gelegenheit, während einer ſtürmiſchen Fahrt über den Vierwaldſtädter See zu entkommen, worauf Geßler von ſeiner Hand fällt. Die feſte Zwingburg Altorf wird durch Melch— thal erſtürmt, dem als iegespreis Mathildens Hand zu teil wird, und Freiheit und Glück ſteigen ſegnend vom Himmel nieder. Die Oper„Wilhelm Tell“, die ſich in ganz kurzer Friſt auch die ihne eroberte, wird bei uns in einer überſetzung aus der Feder des unglücklichen Theodor von Haupt gegeben. Die iſt kein Meiſterwerk und hat zu Verbe deutſche Bi überſetzung ſſerungsverſuchen geführt.“ Buch im Verlag von Breitkopf und Härtel in Lei vollſtän ige Umdichtung und überarbeitung. So lö ſuch erſcheint, ſo hält es der Verfaſſer nach den Ausführungen, die er in ſeinem Buch des„Don Juan“(Univerſal-Bibliothek Nr. 2646, Seite 11 und 12) niedergelegt hat, auch hier für unmöglich, jemals etwas neues an die Stelle der älteren übertragung zu ſetzen. Theodor(eigentlich Marcus Theodor) von Haupt wurde Februar 1784(nach Oettingers Datenlexilon 1782) al kurfürſtlichen Hofkammerrats zu Mainz geboren. ſeine Erziehung, obwohl katholiſcher Konfeſſion, auf dem proteſtan⸗ tiſchen Gymnaſium zu Grünſtadt, abſolvierte ſein Studium der Juris⸗ prudenz, mit ſeinen Eltern den Wohnſitz wechſelnd, auf der damaligen Univerſität Aſchaffenburg. Im Jahre 1804 trat er als Praktikant in den Staatsdienſt, wählte ſchon 1805, zuerſt in Michelſtadt, dann in Erbach den Beruf eines Rechtsanwaltes. 1808 ließ er ſich als Hof⸗ gerichtsadvokat in Darmſtadt nieder und hier begann er mit ſeinen erfolgreichen ſchriftſtelleriſchen Arbeiten. Der Großherzog von Heſſen Ludwig I. zeichnete ihn dafür aus und der Fürſt Primas von Frank⸗ furt verlieh ihm die große goldene Verdienſtmedaille. Da trat die durch ihre plaſtiſchen Darſtellungen und durch ihre Schönheit Auf⸗ 8 Sohn Er genoß Jand⸗ ſeine Durch auf⸗ Fahrt von elch⸗ wird, ch die ͤ der bung Das eine Ver⸗ igen, Nr. lich, zu urde ohn noß an⸗ ris⸗ Wilhelm 2 ſehen erregende dramatiſche Künſtlerin Händel(ſpätere zerſtörend in ſein Leben. Tief verletzt von ihrer Unb ließ er Darmſtadt, um in Hamburg als Advokat und S neue Erwerbswege zu ſuchen. In der damaligen fran pation der alten Hanſaſtadt wirkte er durch ſeine unerf deutſche Treue zum Wohle der Unterdrückten mit Der franzöſiſchen Sache verdächtig, zwang il zur Flucht nach Lauenburg; er wurde franzö ſein Hamburger Beſitz wurde konfisziert. lung im Hauptquartier der Verbündeten und rariſch beſchäftigt, nach Paris. Nach Napoleor war er bei der deutſchen Armeepolizei thät Nach 7 Friedens⸗ ſchluß wurde er im preußiſchen Juſt 1 Inſtruktions⸗ richter zu Düſſeldorf und im Jahre 1820 erfolgte ſeine Ernennung als Landesgerichtsrat nach Trier. Der ahise fand auch hier das Glück und die Ruhe nicht. Im Jahre 1827 nahm er un⸗ vermutet ſeinen Abſchied, um in Mainz ſich ausſchließlich ſchrift⸗ ſtelleriſcher Thätigkeit zu widmen. Da zog ihn die franzöſiſche Juli⸗ revolution wieder hinaus in den Wellenſchlag der Begebenheiten; er wirkte, immer Aufſehen erregend, zuerſt in Straßburg, dann in Paris. Seine näheren Erlebniſſe daſelbſt ſind in tiefes Dunkel gehüllt. So⸗ viel bekannt iſt, machte er in Mut⸗ und 2. Juni(2) 1832 durch eine Kugel ſeinem Leb Thätigkeit als Advokat, Publiziſt, Poet, dramati ſcher Schrift iftſteler, Biograph und Erzähler kennzeichnet ihn als begabten, kenntnis⸗ reichen, geiſtvollen Menſchen, dem ein beſſeres Los zu gönnen ge⸗ weſen wäre. Ein genaues Verzeichnis ſeiner litterariſchen Arbeiten findet ſich in Scribas biographiſch⸗litterariſchem Lexikon der Schrift⸗ ſteller des Großherzogtums Heſſen. all Davouſt geüch tet und Selten iſt ein Werk ſch'mpflicher verſtümmelt worden, als Rof⸗ ſinis„Tell“. Man hat bei den Aufführungen oft eine ganze Anzahl von Nummern und während langer Jahre ſogar einen vollen Auf⸗ zug unterdrückt. Man gab auch wohl nur den zweiten Aufzug als lers Vorſpiel zu einem Ballett und ließ Tell anſtatt Geßlers einen fran⸗ bringen. Allerdings ſte nach den wetten g, deſſen herrliches Finale auf voller Höhe der llerſchen tung ſteht, die Handlung, um im vierten Aufzug wenig inter⸗ eſſant beinahe zu verſiegen. Dies thut jedoch der Gr poſition keinen Abbruch. der Kom Auch die Cenſur that in der Zeit drückendſter Reaktion dem Gewalt an und man verwandelte Namen und Ort der Handlung. Bei den deutſchen Aufführungen in Rußland kennt man die Oper noch heute nur unter dem Titel und Perſonal: Werke Karl der Kühne. Große Oper in 4 Aufzligen, mit Beibehaltung der Muſik zur Oper „Wilhelm Tell“ von Roſſini. Karl der Kühne, He und. af Campo⸗Baſſo, Feldher rzog von Bur Rudolf Dopperguggel,? Hedwig, Rudolfs Gattin. Gemmhy, Rudolfs Sohn. hrer dreier Kantone. Melchthal, Landmann aus Kanton Schwyz. Arnold, f Walter Fürſt, Landmann aus Unterwalden. Leuthold, Landmann aus Uri. Ein Fiſcher. in Sohn. Landleute aus Schwyz, Unterwalden und Uri. Herolde, Reiſige, Gefolge des Herzogs W „Wilhelm Tell“ hat alſo d rt den ſonderbaren und a ligen Namen:„Rudolf Dopperguggel“, und noch wunderbarer iſt, daß nur der Theaterzettel von der Cenſur betroffen zu ſein ſcheint. In der Aufführung hört man die fremden Namen nicht, die Sänger ſingen ohne irgend eine Abänderung, was ſie aus Deutſchland ge⸗ wöhnt ſind. Es wird nicht geſungen: „Man preiſt dich, den Dopperguggel!“ ſondern: „Man preiſt dich, den Tell!“ was auf manchen Zuhörer vecht verwirrend wirkt und einen ſeltſamen Eindruck macht. nter⸗ Lom Werke ng. Oper folge igen daß In uger ge⸗ 'echt Wilhelm Tell. 3¹ rauf dem Berliner Hoftheater erſchien im Jahre 1830 die Oper z uerſt in einer vom Komp ſten ſelbſt gebilligten Faſſung als: Andreas Hofer. Große Oper mit Ballet in vier Aufzügen nach dem Inhalt einer eng⸗ Hofer, the Tell of——— von Planché, zur e bearbeitet liſchen Oper gleichen Name behaltenen Muſik zu,? und eingerichtet andwirt von Andreas Hofer, genannt der Franz, deſſen Sohn, Knabe von vierzehn Pater Joachim Haspinger Joſeph Speckbacher Walter Brunn, ein junger Gemſenjäger Peter Meyer, ein wohlhabender Grundeigentümer. Bertha, deſſen Tochter, Walters Braut. Joſephine Negretti, ihre Anverwandte, eine Italienerin Der in Tirol kommandierende franzöſiſche Marſchall. Obriſt Lacoſte. Graf Hugniatti, k. öſterr. kommandierender G Häupter der Tiroler Inſurgenten. Franz ſhe Offiziere und Soldaten. daten. Die Geſchwiſter Rair 8 Tiroler Inſurgenten. Handlung: in einem Dorfe unweit Botz paß bei Caditſch, zuletzt auf dem Platz am goldenen Hauſe zu Inſpruck. ner Inſprr n, auf den Brenner, am Brücken⸗ Erſt im Jahre 1842 finden wir auf dem Spielplan der Berliner Hofoper den wahrhaftigen„Wilhelm Tell“. Die Operndichtung„Andreas Hofer“ wurde nebenher bemerkt, im Jahre 1847 auch von Julius Kirchhoff komponiert. Weiter gab man Roſſinis Kompoſition als:„Vallace, ou l'eroe scozzese“(„Vallace, der ſchottiſche Held“) am 26. Dezember 1836 zu Paris mit Unterlegung einer Dichtung von Romani. Bemerkenswert iſt, daß man in Deutſchland verſucht hat, die Oper der Schillerſchen Dichtung näher zu rücken, indem man der Schlußſcene im dritten Aufzug eine größere Ausdehnung und einen kräftiger wirkenden Effekt gab. Das Recitativ, welches zu dieſem 32 Zweck nach dem Wortlaut S ich euch! eingefügt llers: Mit dieſem zweit Ifeil durch⸗ wurde, hat den Kapellmeiſter Carl Friedrich zuhr, geboren den 30. Oktober 1787 zu Militſch in Schle⸗ ſien, vortrefflicher Pianiſt, Komponiſt einer Oper„Die Ve ſtalin“ Op lhelm ausgezeichneter Violiniſt und Operndirigent, geſtorbe en den 22. Juli 1848 zu Frankfurt a. M., zum Komponiſten. Die Oper wird heute überall mit dieſer Einfügung gegeben. ers Schauſpiel„Wilhelm Tell“ wurde zum erſtenmale am 1804 zu Weimar aufgeführt. Bernh und Karl Reinecke ſchrieben Kompoſitionen dazu. Es riſtieren ferner von dieſem Stoff an Opern und Balletts:„Guillaume Tell“, fran⸗ zöſiſche Oper in drei Aufzügen, Dichtung von Sadaine, komponiert von Grétry, Erſtaufführung, Paris, 9. April 1791, neu überarbeitet von Berton, Paris, 24. Mai 1828.„The archer Amſelm Weber aineers of Switzerland“(„Die Bogenſchützen“) engliſche Or der, Dichtung von Dunlop, komponiert von“ Benjamin Carr, New⸗York, 18. April 6.„Guillaume Tell“, franzöſiſches Ballett von Piceini, Paris 18„Hofer, the Tell of Tirol“, engliſche Oper in vier Aufzügen, Dichtung von Planché, komponiert von Henry Rowley Biſhop, London, 1. Mai 1830.„Guillelmo Tell“, ita⸗ lieniſches Ballett von Ceſare Pugni und Bajetti, Mailand, 20. Fe bruar 1833.„Wilhelm T Oper von Hermann Zopf(1870). Die neueren Opern ſtützen ſich ſämtlich auf Schillers Schauſpiel. In ſeinem 37. Lebensjahre vollendete Roſſini mit ſe ſeiner 37. Oper, ſeinen Schwanengeſang, der Bühne 0 9, Vermächtnis. Tell“ 1„Tell“, m letzten Es iſt viel darüber geſprochen und geſchrieben worden, weshalb er ſich dieſe Zurückhaltung auferlegte. Er ſelbſt hat ſich oft darüber geäußert und bei allen möglichen Veranlaſſungen darüber geſprochen. Dennoch hat die Nachwelt eine ausreichende Begründung noch zu er⸗ warten. Allein iſt dieſe Entſchließung bei der leichtlebigen Natur Roſſinis nicht naheliegend? Er faßte den Entſchluß nick ſogleich, ja er trug ſich jahrelang noch mit Opernentwürfen, und erſt mit der Gewöhnung an den Entſagungsgedanken trat der kluge Mann im wen Nur ande Beir lichk Einz ſich! durch⸗ riedrich Schle ſtalin“, 2. Juli d heute ale am Weber ferner fran⸗ 'oniert rbeitet iount Oper, Nork, von »Oper enry „ita⸗ ). Fe 870). el. Tell“, letzten Shalb rüber ochen. u er⸗ tatur leich, it der n im Dmittel, ein lligt erfreuen zu können. 5 hter, der ften weiteren Ruhm, bei lieren konnte. zurück, um währenden iſion von 6000 1830 kam er nach der J ie neue sg ß hinſichtlich ſeiner ihm frül zu führen. Das„Stabat mater“, ſeine letzt f Varela in einen ſieg Nur die erſten ſechs andern hatte ein befreunde Beimiſchung wurde entfernt, als lichkeit trat und ſo die Geſtalt e Einzelne Nummern erregen ein gro ſich das„Stabat mater“ in Deut „in der es jetzt 15 iſt. hat ßes Intereſſe, ale blan nicht h ch B ologna. Gan ſc 1837 trennte er ſich mivlge ehelicher 15 wiſ brand. iten von der Col⸗ Im Jahre 1839 verlor er ſeinen Vater, am 7. Oktober 1845 Ime ſtarb J la Roſſini-Colbrand zu Bolog Am 21. Auguſt 1846 vermählte er ſich mi 6 einer reichbegüter d den Um⸗ gang mit der Muſik, beſchäftigte ſich mit Malerei, Landwirtſchaft, en begeiſterten Verehrerin. 3 Wilhelm Tell. Schweine- und Fiſchzucht, vermehrte ſein Vermögen und die Bolog⸗ neſer erwählten ihn zu ihrem Stadtrat. de Politiſche Vorkommniſſe veranlaßten ihn 1, im April des Jahres 1848 nach Florenz zu überſiedeln. Zwar bewog man ihn, vom Sep⸗ tember 1850 bis Mai 1851 na ch Bologna zurückzukehre n, doch wandte L er dieſer Stadt infolge einer ihm widerfahrenen Beleidigung nun für 10 immer den Rücken. Er war in ein mehrjähriges ſchweres Nerven leiden verfallen, für welches der Ar rzt Paris als das ric htige Heil— mittel erkannte. Im Mai 1855 nahm er in der Seineſtadt dauernd ſeinen Wo ſitz. Verehrt und bewundert, für die letzten Jahre ſeines Lebens der Mittelpunkt eines Kreiſes der angeſehenſten Vertreter der Kunſt, genas er bald und fand die Spannkraft wieder. Es iſt ſeltſam, daß Paris auf keinen ſeiner Bürger ſo ſtolz war und iſt, als auf den Italiener Roſſini. 0 ſeinem Hauſe ver hrte, 1 in der Reſidenz von Namen und Bedeutung anweſend war; er war nicht minder berühmt durch ſeinen Komponiſtenruhm, als durch ſeine auserleſene he. Mit Paris und ſeinen geiſtigen Beſtreb ebungen verwachſen, ſchätzte man in ihm einen Förderer junger teilnahme an jedem ſck Talente, mit reger An⸗ höpferiſchem Aufſch hwung, einen ſtets bereiten Gaſtfreund und Ratgeber, einen Mann, der durch Feinheit und Humor die Schwächen des Alters vere geſſen zu machen verſtand. Roſſini komponierte nächſt ſeinen Opern für alle Gattungen der Vokal⸗ und Inſtrumentalmufik und iſt das Verzeichnis dieſer Ton⸗ ſchöpfungen ein ſehr umfaſſendes. Am 13. November 1868 ſtarb er in ſeiner Villa zu Paſſy bei Paris. Schon lange vorher ſchmückte ſeine Marmorbüſte das Foyer der „Großen Oper“, wie auch den Hauptpl atz ſeiner Vaterſtadt Peſaro ſein Standbild 15 Seine Leichenfeier hatte ganz Paris in Bewegung geſetzt; er 1 ruhte auf dem Pore La chaise bis zum Jahre 1887, wo man ihn 9 in glänzender Weiſe im Heroen⸗ Pantheon zu Florenz z beiſetzte, deſſen Thür ſchon Jahre vorher eine diesbe zügliche Inſchrift trug. e Bolog⸗ Jahres om Sep⸗ h wandte nun für Nerven ige Heil— Wohn⸗ bens der r Kunſt, am, daß auf den Reſidenz minder zerleſene vachſen, ger An⸗ bereiten Humor gen der r Ton⸗ Paris. her der Peſaro zt; er an ihn deſſen Wilhelm Tell. 35 Erſtaufführungen der Oper:„Wilhelm Tell“ erfolgten in den Städten: Paris, 3. Auguſt 1829(Premiere). Berlin(Hofoper), 18. Oktober 1830 in der Bearbeitung von Lichtenſtein als:„Andreas Hofer“. Es fanden vom 18. bis 31. Ok⸗ tober 1830 nur drei Aufführungen in dieſer Bearbeitung ſtatt. Mannheim, 4. Mai 1830. Stuttgart, 26. Mai 1830. Wien(k. k. Hofoper), 25. Juni 1830. Hannover, 17. September 1830. Leipzig, 22. September 1830. Bremen, 6. Oktober 1830. Hamburg, 10. Dezember 1830. Prag, 30. Dezember 1830. Dresden, 28. Januar 1831. Weimar, 16. Februar 1831. Darmſtadt, 10. April 1831. Frankfurt a. M., 21. September 1831. Kaſſel, 4. Dezember 1831. Karlsruhe, 13. Januar 1832. Braunſchweig, 22. Januar 1832. München, 3. Mai 1833. Schwerin i. M., 23. Mai 1886. Gotha, 15. März 1840. Deſſau, 27. März 1840. Koburg, 4. Mai 1840. Brünn, 24. November 1830 im alten Hauſe. Brünn, 16. November 1882 im neuen Hauſe. Berlin(Hofoper), 6. Oktober 1842 in der Überſetzung von Theo⸗ dor von Haupt als:„Wilhelm Tell“ und kam die Oper bis zum 17. Januar 1891 in dieſer überſetzung einhundertundzweimal zur Aufführung. Imgegend dſtätterſees: Bürg 1 des Rütli. und Erſter Aufzug. eln in der Schweiz. vorn Tells zus, einige rechts rückwe Links vorn eine Laube, teht; weiter zurück Fe 0 hintern linken Ecke an einem Felsvorſprung mitten des Platzes, mehr nach vorn ſteht ein Bänke und Sitze rechts und links Fiſchernetze, landen und Kränze, Rechen, Her Armbrüſte für enkörbe, Guir⸗ gabeln für die Männer und Frauen. ützen und Knaben. Zwei Ruder im Kähn für den Fiſcher. Sweiter Aufzug. iſt ld. Abend.) DOffene Verwandlung. Das Rütli mit der Ausſicht auf den Vierr waldſtätterſ Den Horizont egrenzen die Gletſcher von Schwyz. In der Tiefe das Dor Brunnen. Dichte Tannenwälder und Felſenſteige zu beiden Seiten. Dritter Aufzug. Burg anſtoßenden gotiſchen Kapelle. Verwandlung. Marktplatz zu Altorf mit einzelnen Linden und A lpfelbäumen. Rechts hinten Geßlers B urg, von welcher der Burgweg nach dem Platze hin unterführt; hinten in der Nähe des Bur ein her melinver rämter Hut angebracht mit zwei Thronſeſſeln; rechts und links daneben, etwas andere Seſſel; lints rückwärts ein großer Baum. Innere einer an wegs eine Stange, worauf Links vor te Eſtrade vorn iefer, zwei Vierter Aufzug. 3 In der Wohnung des alten Melchthal. Offene verwandlung. Felsgegend am Vierwaldſtätterſee. Auf einer Anhöhe Tells Wohn⸗ haus. Links ein Felſen. Schwere Wetterwolken, Sturmesvorboten, bedecken den Horizont; die Wogen des Sees brechen ſich in wilder Wut an den Ufern. N Guir⸗ auen. n für tzont unen. brauf trade zwei 16. 18 Zweiter Aufzug. Jäger und Hirte Laſſet di 1 Recitativ und Romanze. E Recitativ und Dr Ach, Recitativ und] Cerzett. Ma Finale. itativ und Duett. in deiner Bruſt?] ‚ C Gebieter. Marſch und Ch Pas de trois und Chor. Soldatentanz. Recitativ, Qua Scene und Finale mit Einlage. ett und Chor. gecitativ und e Reci [Gebet und! Wilhelm Cell. (Oper.) Perſonen. Geßler, kaiſerlicher Landvogt der Schweiz.(Baß.) Rudolph der Harras, ſein Vertrauter. Wilhelm Tell.(Bariton.) (Tenor.) Walther Fürſt.(Baß.) Fr. Melchthal.(Baß.) Schweizer Arnold, Melchthals Sohn. 01 Im Leuthold.(Baß.) 25 bar Prinzeſſin Mathilde von Habsburg.(Sopran.) f ein Hedwig, Tells Gattin.(Sopran.) nac Gemmy, Tells Sohn.(Sopran.) 1 Ein Fiſcher.(Tenor.) 157 8 5 un! Edelherren und Frauen. Zwei Herolde. Hellebardiere. Soldaten. Pagen. Männer, Frauen und Kinder aus Schwyz, Uri und Unter⸗ walden. Ein Scherenſchleifer. Fiſcher. Bogenſchützen. Tänzer. Tänzerinnen. Volk. Ort der Handlung: Die Schweiz; Umgegend des Vierwaldſtätterſees: Bürgeln, Altorf und das Rütli. Zeit: Zu Anfang des vierzehnten La Jahrhunderts. Si un Ar Rechts und links vom Darſteller. Kr Ko —— K. br Spielzeit: Dreiundeinehalbe Stunde— ih ne —— f de K Erſte Aufführung: Paris, g3. Auguſt 1829. aten. nter⸗ inzer. ſees: ynten Ouvertüre. Erſter Aufzug. im Kanton in der Freier Platz im Dorfe brücke ein Im Hintergrunde der See; in der Mitte an einer vorn Tells Ha Kahn in Schaukelbewegung. barte Häuſer nach rechts rückwärt Links vorn ein bekränzter Armſtuhl ſteht: weiter zuri nach unten; in der hintern linken Ecke an Scheibenſtand. Inmitten des Platzes, mehr nach vor ſchleiferkarren. Bänke und Sitze rechts und links. Fiſ körbe, Guirlanden und Kränze, Rechen, Heugabeln und Frauen. Armbrüſte für die Schützen und Kna im Kahn fülr den Fiſcher. g von oben orſprung ein ht ein Scheren⸗ e, Weiden⸗ für die Männer ben. Zwei Ruder Rechts undlinks vom Darſtelle 8 Erſler Auftritt. 8 und links auf Bänken und ndend; auf Rechen ſtetzen arbeitend. Häuſer mit tzes an ſeinem Karren herum. Knaben zurückſtehend in der Mitte des Platzes, f ßen mit der Arm⸗ bruſt nach der Scheibe links hinten. Hedwig ſitzt rechts vorn vor ihrem Hauſe, flicht an einem Weidenkörbchen und blickt abwechſelnd nach ihrem Manne und Sohne. Tell ſteht links vorn in tiefem Nach⸗ denken auf ein Grabſcheit gelehnt. Gemmy beteiligt ſich unter den Knaben am Scheibenſchießen. Der Fiſcher im Kahn inmitten des Sees. Landleute, Frauen und Männer rech Sitzen ruhend; arbeitend, Guirlanden und Kränze w und Heugabeln geſtützt; am Ufer rechts hinten an Andere Landlente ſchmücken drei Brautp Kränzen. Ein Scherenſchleifer iſt in de Karren beſchäftigt; Männer ſtehen und lagern um RNr. 1. Introduktion. Chor der Landleute. Mild erglüht die Maienſonne, Auf, begrüßt ſie mit Jubelklang!l e Tag mit Wonne, froher Morge nſang!— 1Hunſern Bergen halle es Forſt und Flur erſchallt von Jubelklanc gl Mild er ⁰ lüht die Maienſonne, Auf, begrüßt ſie mit Jubelſa Von un ern Bergen halle es wieder, Halle es wieder den Forſt entlang! 5 Schall' es den Forſt und die Flur er itlang! Hedwig lerhebt ſich 811581 des Chores). Gemmy(legt ſei ne Armbruſt fort). Beide(gehen zu nen nach hinten). Der Fiſcher(in ſeinem Kahn). O komm, mein ſüßes Leben, die Stunden ſchnell eut⸗ ſchn Es fliegt der Kahn vom Sternd komm, Lieb' Zaube Dort blüht dem Herzensbande ein Himumel⸗f (Er landet mit ſeinem Kahn.) Hedwig und Gemmy(bewillkommen ihn). Der Fiſcher(tritt nach rechts vor). Tell(Clints vorn). üßer Luſt — 2 Er ſingt in Wonnefreude, ich bin des Grames Be eute, en Ha, meinem tiefen Leide, ihm bricht das treue Herz; 5 Weh meinem Vaterlande! Schwer laſten Sklavenbande, 6 Der Schweizer, der Verkannte, erliegt dem tiefen Schme Der Fiſcher(rechts vorn). die Berge rund erglühen, die Roſenwolken ziehen, die Blumen neu erblühen, komm, Liebchen, komm mit mir! Dir, See darfich' 8 wohl wagen, mein ſtilles Leid zu iklagen, Wirſt 6115 Seufzer tragen zum fernen Lieb', zu ihr Hedwig, Gemmy(in der Mitte). Er ſtrebt mit keckem Sinne, im füßen Traum der Minne, Nach Liebesſoldgewinne, und träumet nur von ihr; D 8 eut⸗ zum e, Juſt zeute, erz; ande, merz! mm gen, ihr! me, Doch naht der Stürme Brauſen, Gefahren ihn um⸗ grauſen, Weh', armer ziffer, dir! Tell. Weh' meinem Vaterlande! Schwer laf bande, Der Schweizer, der Verkan dem tiefen Schmerz, d treten vor die Alle(ſtehen auf, ſtell Bänke entfernt Auf unſern Wo in f In Da wöhnz das wahre C Melchthal, geführt von Irnold(ommen 1 während des Chores langſam vor). Cell, Hedwig und Gemmy(eilen ihnen ente (5 rzliche Begrüßung.) Gemmy(cchmiegt ſie tlich an den alten Melchthal an). Der Fiſcher, Cell, Gemmy, Hedwig, Chor(begeiſtert) Heil, Heil dem ed dlen Greiſe, Heil, bied'rer Melchthal dir! Hedwig. Das frohe Hirtenfeſt, n Weiht vereint heut' zum Glüc Arnold(für ſich). Ach, zum Glück? Mich flieht der Seelenfrieden! 42 Wilhelm TLell, Hedwig(zu Melchthal). O ſegne ſie! Melchthal. Wie, ich? Hedwig. Dir alle huld'gen wir. Tell. Dem Alter iſt dies heil'ge Ehrenamt beſchieden, O ſegne du ihr Glück, der Ew'ge lohne dir! (Hörnerſchall entfernt von links.) Melchthal. Erſchallt ihr frohen Feſteslieder, Von Thal und Bergen halle wieder Der Liederklang und Minneſang, Liederklang und Minneſang! Frauenchor(ebhaft). Erſchallt, ihr frohen Feſteslieder, Von Thal und Bergen halle wieder Der Liederklang und Minneſang, Liederklang und Minneſang! Alle. Von Thal und Bergen halle wieder Liederklang und Minneſang!— nen [GSörnerſchall entfernt von links.) Alle. Auf, laßt die Hörner ſchallen, Echo laßt wiederhallen, Berg und Thal vom Hörnerſchall!l] 7 Melchthal(trat an Gemmy und Hedwig vorüber zu Arnold). Tell(nahm zwiſchen Gemmy und Hedwig die Mitte). Der Fiſcher(geht ins Haus rechts vorn). Die Landleute(gehen mit ihren Geräten langſam nach verſchiedenen Seiten ab). Einige Burſchen und Kädchen(bleiben nach der Mitte hin zurüch). A 6 0 0 2 1 Drilter Auftritt. Gemmy. Tell. Hedwig. Melchthal. Arnold. Einige Burſchen und Mädchen. Nr. 2. Recitativ und Duett. Tell(zu Melchthal). Kommt! Vor der Sonne Glut Euch beſchirmt meine Hütte; Friede wohnet in ihrer Mitte; Die Ahnen hauſten da in ſtillem Lebensglück. denen rück). und itte; Wilhelm Tell. Hier entflieht meine Bruſt dem Tyranuenblick, Hier beglückt wohnt der Tell in ſeiner Lieben Mitte. Melchthal(für ſich). In ſeiner Lieben Mitte!(Zu Arnold.) Sohn, du hörſt, o mein Sohn! Willſt nie du Vater ſein? Sieh dieſes greiſe Haupt, des tiefen Kummers Beute, Die Paare ſieh, die heute ſich dem Glücke weihn. Mich flieht allein, ach! nur mich, Vaterfreude! Du, mein Sohn, du entſagſt dem ſeligſten Vereinꝰ Gemmy(eilt nach rechts vorn und öffnet Tells H Tell und Hedwig(führen Melchthal ins Haus ab). Cell Kordert Arnold mit einer Bewegung auf, zu folgen). Arnold(kehrt ſich ab). Die Burſchen und Mädchen(entfernen ſich langſam nach verſchiede⸗ nen Seiten). Vierter Ruftritt. Arnold allein. Dann Tell. Arnold. O muß mein Herz des Grames Beute ſein? Auf ewig floh mein Seelenfrieden! Nie ſtrahlet meiner Bruſt der Minne trautes Glück! Mich kränzen nie der Wonne Zauberblüten! Mir iſt Gram nur beſchieden! [Mathilden glüht die Bruſt, Doch mein Herz, ach! es fühlt ſich ſchuldbewußt. Du ſahſt mich einſt, o du, mein Leben, Vom Tode rettend, dich umſchweben; Dem Dank entblühte unſer Herzensband; Doch nie wird mir die Schuld vergeben Des Schweizers teures Vaterland! Von Hoffnungswahn bethört, erfüllt von Liebesgluten, Weiht' ich in frevler Luſt mich der Tyrannenmacht, Erkämpfte Undank nur in mancher heißen Schlacht; Zur Schmach dem Lande ſah mich die Schweiz für Fürſten bluten, Band chts vorn, um im Hintergri e nach 6 eobachten, was es giebt). erſchallt?— Was erſchallt? hrannen, die uns frech verhöhnen! 0 ind's, ihre Hörner ertönen!—— Geßler, du nahſt— Mathilde dir zur Sei Noch einmal ſie zu ſehn, zum letztenmallf Wie dieſem Zauber, ach, ihm widerſtehn! (Er will nach rechts hinten davon eilen.) Cell(vertritt ihm den W Fünfter Auftritt. Arnold, Tell zu ſeiner Li Tell. Ha, wohin?— Sprich, was ſoll dein Eilen? [Du fliehſt den treuen Freund, Willſt nicht bei ihm verweilen? Arnold(ge end einige Schritte nach rechts vor). Nein! Nein! Tell. Warum bebeſt du?ꝰ Arnold Geeiſeite). Verſtellung dieſem treuen Herzen? (CLaut.) Wo bliebe bei der Knechtſchaft Schmerzen Meiner Bruſt, meiner Bruſt die Seelenruh'?] Cell. Mein teurer Freund, teile deine Schm ch offen biſt nicht, Arnold, du! brich, mein armes Herz. Sprich, was ſoll's, Wie mir deuten dies Grauen? Nicht mir vertrauen? Arnold. Was willſt du mir? Was willſt du mir? Tell. Es ruft dein Land, es ruft dein Land! Die Ehre rufet dir, ſie rufet dir! 1 D Arnold. Brich, o b Cell. Band inde nach len? H˙5 16˙9 Tell(Arn Laut.) Arnold. Tell(geht Arnold. Arnold Tell. Arnold. Tell. Arnold. Tell. Arnold. Tell. Arnold. Tell. Arnold. old be Ja, meinem Land Ihm opfre ich die Bande, Mich 158 mit treuer Schwe 23 2— veizerbruſt! 1 tten uns 8 οe an? ia Fließe Blut, die Schmach zi rächen! 2 fremdem Joch, die ie ringt ſich nich Muth! Er ſiegt! Das ſchönſte Los: der Tod, dem lieben Vater⸗ lande!— 1 kraft erliegt! 25 8 —— 2 2 nach dem Hauſe Tells zeigend). Wagſt du dein Erdenglück? Dem Lande! O 5215 mir ahnt nur Mißgeſchie Schwer laſten unſere harten Sklavenbande, Die Freihei nur iſt echtes Glück! Ach, eitles Hoffen! Mein Blut dem Lande; O brich mit mir der Kuechtſchaft ſchnöde Bande! Soll Freiheit ſiegen—? Will e 8 Gott! Was unſer harret—2 Sieg und Tod! Wenn wir, o Tell, wenn wir 46 Wilhelm Tell. Cell. Die Bahre. Arnold. Sprich wer, wer rächet uns, wer rächet uns? Tell. Gott! Arnold(beiſeite). O Mathilde, du Engel meiner Triebe, Wie, ach! Entſagen meiner Liebe? Ja, meinem Laude, Ihm opfre ich die Bande, Mich ihm mit treuer Schweizerbruſt! Cell(Arnold beobachtend, beiſeite). Ha, was ſtürmt ihm in der Bruſt? Ja, er fühlt ſich ſchuldbewußt! Doch er löſt die Sklavenbande, Weihet nur dem Vaterlande Seine treue Schweizerbruſt! Arnold daut). Freund, mein Wort, ich eile zum Kampfe, Sobald die Stunde ruft!(Er will ſich entfernen.) Tell. Verweile! Arnold. Unſel'ger Augenblick! Tell. Zurück, halt' ein!— (Jagdhörner, entfernt von links.) Cell. Sie nahet! Geßler naht! Zitterſt du vor Tyrannen? Schweizer, wie, du vermagſt zu buhlen Um eines Gnadenblickes Gunſt? Arnold. Kannſt du mich ſo verkennen? Wer Schweizer ſich mag nennen, Fühlt edlen Stolz entbrennen In kräftig freier Bruſt! Tell. So biſt du ganz Schweizer wieder, Stolz blickt auf dich das teure Vaterland! Dem Freund vergieb, dem Freund vergieb, Der, Arnold, dich verkannt. Arnold. Mein Vater! Tell(ihn beobachtend, für ſich). Er erbebet! Arnold. O mein Land! pfe, en.) Wilhelm 2 CTell für ſich). Er erbleicht? Arnold. Meine Liebe— Tell(ebenſo). Ha, darf ich— Arnold. O Grauen! Tell(ebenſo). Ihm vertrauen. Arnold Geiſeite). [O Gott, nur dir darf ich den Schwerz Liebe weicht dem Pflichtgebot!(CLaut“) Heil unſrer Schweiz! Heil uns! Tyrannen Tod! Tell. Dort ſchallen ſie, die frohen Feſtgeſän Die Kränze, die uns holde Freude licht, Sie trübe unſres Grames Thräne nicht. Der Thäler heitre Jubelklänge Umſtrahle heut noch Roſenlicht. Arnold eiſeite). 0 Des Freundes Blick ſchau die Thräne nichtl] O Gott, nur dir darf ich den Schmerz vertrauen! Cell(Oeiſeite). Heil uns! Nun darf ich ihm vertrauen! Heil uns! Es endet unſre Not! Gaut). Unſrer Schweiz, Heil! Heil uns, Heil! er Schweiz, uns Heil! Tyrannen Tod! vertrauen, ge, Tyrannen Tod! Heil unſre Tyrannen Tod, uns Heil! Arnold Geiſeite). Liebe weicht dem Pflichtgebot. GSaut.) Heil unſrer Schweiz! Heil uns! Tyrannen Tod! Tyrannen Tod, uns Heil, Tyrannen Tod! Tell Gordert Arnold auf, ins Haus einzutretenh. Beide(ab nach dort). Landleute und Kinder(kommen von allen Seiten). Ein Brautzug zieht den Felsweg links in folgen Anaben. vier Bauern mit Kranzſtangen. Ein Bauer mit einer ſchweizer F vier ländliche Muſikanten mit Blasinſtrumenten. Bauern und Bäuerinnen. Drei Grautjungfern mit Kiſſen, worauf Kranz und Schleier. Drei Brautpaart. der Ordnung herunter: 15 Ror 17 18 ibhel LTell Mädchen, ſechs j nann(cſtellt d ommen voner ẽvor der ihnen von dort). der Einzugsmuſik zweimal den Platz und dann Auffſtellung. Sechller Auftrikt. Der alte Melchthal auf dem Stuhl vor der Laube ſitzend; wig, Arnold ar r ite; emmy und der ſeir S ier auf der rechten Eck paa Schweizer Brau Tell, Hed i Ul an des enträger r r Frauen und Kinder rechts e Muſikanten im Hintergrunde rechts. Nr. 3. Recitativ und Chor. Hedwig. Wie hold erſtrahlet uns die Sonne, Sie weilt in ihrem Lauf mit mildem Segensblick, Zu ſchauen dieſes Tages Wonne Edler Greis, uns ſo wert, dich erkor das Geſchick, Dich, zu weihn dieſes Tages heiter ſtilles Glück. „an Melchthal vorüber, zu Gemmy vor.) [Arnold(beiſeite). Stilles Glück! Melchthal. Was der Himmel gnädig euch gewähret, Fürwahr, bedarf des Greiſes nicht. Tell. Ja, weſſen Herz das Pi ehret, Den lohnet die erfüllte Pflicht!] Alle. O Licht des Hi Aümels du goldne Sonne, Von deinem Throne ſchauſt du auf ſie herb Auf ihre Wonne, dem Glück geweiht! Von deinem Throne auf ihre Wonne, Der reinſten Liebe, dem Glück geweiht! Der Kapuziner(führt jedes Brautpaar und Gefolge von rechts nach L Melc He M S8 —— 2 links Haus Itz und Sblick, chick, ück. ernb rechts nach links zu Hedwig und zu dem auf dem bekränzten Stuhl ſitzend melchthah. 5 Hedwig elchthal(ſegnet di Arnold E ie kränzt das Gl Rie blüht mir Wonnte ie, g uf ihre Wonne ef du von Der reinſten Liebe dem Glück gewe Melchthal(zu den Brautp In euch ſoll ur Euch winkt ein hohes Schweizernamen wird ſtets man ehre Bleibt eurem Land getreu, nur we frei T S8822 Dieſe Glücklichen, ihr, vereint di In eurem keuſchen Schoß ruht künf Saat! E 2 inſt, kühn in Rat un Vaterlande! de! Söhne ſchenkt ihr uns ei Zum Troſt, zum§ eil dem Vat ernt von link Tell. Ha, Geßler naht!(Er nimmt die Die Männer(umgeben Tell). Tell. Ha, Geßler naht! (Allgemeine Unruhe.) Melchthal(erhebt ſich). Ein Kandmann(ttellt den Lehnſtuhl in die Laul (Die Fahne und die Kranzſtangen werden in den umlie geborgen.) Arnold(ſich unbemerkt nach rechts hinten entfernend), Sie naht! Hiebenter Ruftrikt. Die Vorigen ohne Arnold. Tell(ſchmerzlich). Wer höret unſer Flehn? Er nahet der Tyrann, unszur Schmach, unſerm Lar Fluch ſeinem S venbandel (Es wird etwas dunkler.) 50 lhelm Tell. ähm fröhnt der Schweizer, der Verkannte; Soll unſer Ruhm ganz untergehn, Kein tapfrer Ahne wieder auferſtehn? Nicht Helden ſproſſen mehr entartetem Geſchlechte? Was ſoll der Söhne Erbe ſein? Ihr wollt dem ſchnöden Joch ſie weihn? (Zu den Brautpaaren.) Eutſagt, entſagt dem ſüßeſten Verein, Schon hat die Schweiz genug der Knechte. Hedwig(tritt Tell zur Rechten). Tell. Wie beſtürmt dein Herz unſre Schmach! Tell, wann erſcheint, wann erſcheint, wann der Tag, Der Heil und Glück uns bringt? Er naht!— Arnold ſeh ich nicht mehr? Gemmy(Tell zur Linken). Er ging eben. Tell. Hedwig. Cell. Schuldbewu(Zu Hedwig.) Umſonſt verbirgt er mir die Stürme ſeiner Bru Rede ſoll er mir ſtehn, walte du bei dem Fe Mir ſtarrt das Herz im Buſen, Und Tell, du ſprichſt von Feſter (Entfernter Donner.) Du hörſt nicht, Tyrann, des Donners fernes Brüllen, Dir tönt nur der Freude Wonnelaut. Was wir der ſtillen Nacht vertraut, Soll ſich bald dir enthüllen! (Er entfernt ſich nach rechts hinten.) iſt; ſte. ( — Achter Auftritt. Die Vorigen ohne Tell. Hedwig und Gemmy(wenden ſich wieder zum alten Melchthal), (Es wird langſam wieder heller.) Nr. 4. Chor mit Tanz. Tag dex Wounne, Maienſonne, Tag der W zonne uns erſtrahlt! fernes hthah. 0 — Wilhelm Tell, Lieder tönen wieder, erſchallt, Echo hallt! Liebe, ſüße Triebe, Liebe, dir den Kranz: Unſerm Reigen, Stürme ſchweigen, Schlingt den Kranz, ſchlingt den Kranz! Tag der Woune, Maienſon Tag der Wonne uns erſtr Heldentriebe weicht die L Dir die Liebe, Vaterland! Dir nur glühet, zu dir zieh Zu dir ziehet heil'ges Band! Tag der Wonne, Maienſonne, Tag der Wonne uns erſtrahlt! Unfre Lieder tönen wieder, Sang erſchallt, Echo hallt! K II (Während des Chores wird links hinten eine neue Scheibe aufgeſtellt.) Größere Kinder und Erwachſene ebeteiligen ſich während des Tanzes am Scheibenſchießen). Gemmy lebenfalls). Nr. 5. Pas de six.] RNr. 6. Marſch der Bogenſchützen und Chor. Gemmy(cchießt nach dem Ballett zuletzt). (Die Scheibe fällt.) Hedwig(kommt herbei). Gemmy(eilt ihr voll Freude entgegen. Umarmung). Chor. Gemmy. Hedwig. Chor. Seht, der Tell lebt uns im Sohn! Iſt zu Ruhm und Glück erkoren! Liebe Mutter! Liebe Mutter! Heil mir, die dich geboren! Ja, er iſt zum Ruhm erkoren, Ihm winkt des Sieges Ehrenlohn!— Wonne!— Wonne! Uns, ohne Schwert und Lanze, Im blut'ger er Panzer unſr Iſt! Doch mit geübten Händen Pfeile zu verſenden, zruſt! Feind zu ſpenden, Iſt echte luſt! Gemmy(wollte aufs neue die Armbruſt holen, um nach der Sche be hießen). Leuthold(eilt mit einer Axt bewe herab). (Man hört fernen Donner, ein Gewitter ſteigt auf.) (Es wird dunkler.) (Der See gerät in größere Bewegung.) Neunter Ruftritt. Die Vorigen. Leuthold. r. 7. Recitativ und Sinale. q 1 Gemmy Geuthold erblickend). Sieh, Mutter! bleich, die Füße kaum ihn tragen, Ein Hirt dort naht, gebeugt von Not! Fiſcher. Er, der biedre Leuthold, ach, er iſt zu beklagen! Leuthold(kommt vor und bricht in bö Angſt inmitten des Platzes zuſammen). Rettet mich! Rettet mick Hedwig(mit Gemmy zu ſeiner Rechten). WIs Leuthold. Ach, der Tod! Hedwig. Leuthold, wie? Was haſt du verbrochen? Feuthold. Schwer wird an mir die Pflicht gerächet! Ich trotzte kühn Tyrannen wilder Wut. (Auf den Knieen.) Freunde, Rettung mir, ſonſt fließt mein Blut! Melchthal(mit dem Fiſcher zu ſeiner Linken). Dein Vergehn? Leuthold. Meine Pflicht! Von allen meinen Lieben War eine Tochter nur, einz ges Kind, mir geb lieben; dir drohtꝰ ragen, agen! ten des tꝰ lieben; ſch nöde Der Bube! Ich bin Vater; mein Traf meine Axt ihn ſchwer, Hab den Kopf i Freunde, ſeht (Das E Melchthal 6z Aber weh, Leuthold 6z er Ehre Stimme! Grimme! ben winkt! ern! doch mein Leben Dieſes Sees wilder Wut, ihr es zum Opfer geben, Wer es wagt, iſt dem Tod, rettungslos ihm geweiht! Leuthold. Ha, ſo kannſt von dem Tode Du mir Rettung verſagen? O gedenk, gedenk an die Ewigkeit, Ich werde dich vor Gott verklagen! Tell(kommt von rechts hinten zurück). Zehnter Auftritt. Die Vorigen. Tell. Soldaten Cell(fur ſich). Arnold mir ſchnell entſchn Er floh mit raſchen Schritten! Er tritt z g und Le Soldaten(entfernt). Ha Fluch, Leutholt Leuthold. O Gott! Soldaten(entfernt). Den Tod! Die Landleute(geraten in Angſt und Unruhe). Leuthold(zum Tel). Ich fleh um Rettung dich! eſes Drohn, was dies Bitten? Tell. Was ſoll di Leuthold(umfaßt Tells Kniee). O ſieh mich, o Tell, erbeben! Ich übte Pflicht, doch gilt es meinem Leben! 54 0 Mein harrt der Tod an dem Geſtade hier! Nur drüben winket dort die Ret tung mir. Cell(zum Fiſcher). Dein Kahn iſt da, es gilt, raſch ans Werk! Leuthold(in größter Angſth. Weh mir, ach! Gleich der Tyrannenwut iſt taub er dem Er⸗ barmen! Cell(entſchloſſen). Verſagt er feig die Rettung dir Weiht dich dem Tode? Dich führt de (Er zeigt nach der Landungsbrücke, wo der Kahn des F Foldaten(näher). Ihm den Tod, laßt die Schwer Ha, Fluch dir, Tod, Fluch dir, Leuthold! Tell(hat ſeinen Sohn an die Bruſt gedrückt) Fort, nur fort! ſeht, ſie nah'n, lebt wohl! Hedwig. Du gehſt zum Todꝰ CTell Gunarmt Hedwig). Mich wird ja Gott beſchütze Freilich, groß iſt die Gefahr,(gen Himn Doch der da oben wacht! (Er bt Leuthold einen Wink nach hinten.) Leuthold(eilt ihm auf die Landungsbrücke voran) Tell(beſteigt mit Leuthold den Kahn, erfaßt die Ruder und ſteuert in den See hinaus, wo er bald den Blicken entſchwindet). (Der Sturm raſt, Blitze zucken, der Donner grollt, der See ſchäumt auf in heftigſter Bewegung.) (Es wird allmählich Nacht.) elm TDell. Tell! ͤ liegt.) blitzen! Elfter Auflritt. Die Vorigen ohne Tell und Leuthold Alle(ſinken betend in die Kniee). Chor der Landleute. Du ew'ger Gott, o Gott der Huld, O brich ſie uns, die Sklavenketten! Laß den Tell, laß, o Gott, ihn erretten, Er iſt ohne Schuld, ja, ohne Schuld. Rndolph der Harras(kommt mit Soldaten, einige mit Fackeln, von links über den Felsweg). — 33 K — 0 ell! liegt.) litzen! igend). ſteuert umt auf Fackeln, Die Vorigen. Rudolyh der Harras ni der linten Seite Zwölfter Auſtritt ldaten auf er ihnen zd Ha, Fluch und ie Lar udleute(ſtehe f‚ Soldaten. Rudolph. Soldaten. Dem Mörder Tod, den 2 Rudolph. Er muß ſterben! Soldaten. Er ſterbe! Chor der Landleute 1 ew'ger Gott, o Gott der H O brich ſie uns, die Sklave Laß den Tell, laß, o Gott, Er iſt ohne Schuld, ja, ohne Schuld! Gemmy, Hedwig. O Ew'ger, Dankl Rudolph. Entflohn? Ha, verraten! Soldaten. Ha, Tod und Fluch, Tod und Fluch! Ha, ver⸗ raten! Hedwig. Der Ew'ge beſchützt edle Thaten! Hedwig, Relchthal. Der Ew'ge beſchützt edle Thaten! Rudolph. Sie jubeln! Ha, wir ſind verraten! (Zu den Landleuten.) Ihr Knechte, bebt, euch allen Fluch und Tod! Gemmy, Kelchthal(zu den Soldaten). Tyrannenknechte!— Schweizer Herzen, Zur Rache ſpornt des Landes Not! Chor der Landleute. Uns ſtarrt das Blut in Wut und Schmerzen, Hinweg, hinweg, uns droht der Tod! (Sie wenden ſ um davon zu n.) Kudolph(hält ſie zurück). Ihr bleibt!— Euch iſt der Tod geſchworen! Dem Mörder Tod! „Tod und Verderben! den Tod! „ wer 2 Fluch und Tod! R Nennt d iter! Euch allen droht der Todl (De 1 ſchwächer. Gemmy(für ſie ch). ſind beſtürzt! 6). Sie ſind beſtürzt! S Dem Tod iſt er erkoren!(Dar Hedwig(e Dem Tod iſt er erkoren! 8 Rudolph(ſtreng). Gehorcht, gehorcht! 6 Rudolph und Soldaten. Euch allen Fluch und Tod! Gemmy, Hedwig, die Frauen. O heil'ge Mutter, hör' uns flehen Laß uns, ach, nicht untergehen! 6 Erbarme dich, ach! unſrer Not! O rette ſie und uns vom Tod! Der Fiſcher, die Männer Gu Ru 555 Mitleid ſchenkt unſrer Not! (Für ſich.) Ach, uns droht blut'ger Tod! Melchthal(zu Rudolph). 5 ſchenkt unſrer Not! 7 Alle ſie ſchreckt d Tod! Rudolph(zu den Landleuten). Alle ſie ſchreckt der Tod! Gehorcht, gehorcht! Ha, Fluch! ge orcht Allen euch Fluch und Tod! Koldaten(zu den Landleuten). Alle ſie ſchreckt der Tod! Allen euch Fluch und Tod! Melchthal(zu den Landleuten). Hleich dem Tell mußten wir verfahren; Nur Mut gefaßt, nur, Freunde, Mut! Wie er gethan, trotzt der Gefahr. Chor der Landleute. Wie er gethan, trotzt der Gefahr. Rudolph. Erbebt! Erbebt! Ha, nennt den Verräter! mlelchthal. Sag dem Tyrannen: ſeit tauſend Jahren Verrat war fremd dem Schweizerblut! Audolph. Ergreift den frechen alten Thoren, Er fühle meine ganze Wut! vier Soldaten lergreifen Melchthal). Felder und B Harrt ſchon die Der heil'gen Sach Ha, wir trotzen t! Der Fiſcher und Relchthal. d! Laßt Flammen wüten, r und B 18 od! Rudolph. Euch biete Frieden, Frieden der Bebet ob meiner Wut! Knechte Wut! ahr. 5 Wut! 3780 Soldaten. Laßt Flammen wüten, plündert die Hütten ter! 0 1 f ren Felder und Blüten, allen den Tod! Büßet ihr Knechte, büßt eitle Rechte! Euch biete Frieden, Frieden der Tod! Bebet ob ſeiner Wut! Knechte, bebt ſeiner Wut! Landleute. Laßt Flammen wüten, plündern die Hütten, 8 Re ichel Tell ſchwur dir 9 1555 ſchwur euch zoldaten(ſchleppen Melchthal 6h andleute(wollen ihn befreien). zoldaten(drängen ſie mit den Lanzen zurück) Zweiter Aufzug. Hirten entfernt im Gebirge. Jäger- und Hirtenchor. die Hörner erſchallen, Thäler und Berge erhallen, Gemſe verſtrömt ihr B Vil 80 brauſet des Waldſtroms Flut; 5 Seelenfreude 8885 K 2 2 Wenn ik reicher Schützenbeute Unſer Müh'n Diana lohnt! Es naht die Nacht! Hirtenchor(in der Ferne). Schon ſinkt die Sonne in die§ In ihr Wellengrab, Die 515 8 in Roſengluten A 1l komm Jagd D Jagd im Dorfe die Glocke drüben, ache, e rufet zur Ruh, zu den Lieben, Es naht die Nacht! Wut! Ein Zäger. Der Hirten Geſang tönet drüben, Hört Gefß Die Zäger. Zur Es naht die Nacht! Alle(entſernen ſich nach rechts Mathilde(die ſich abſichtlich von der Jagd en z ei Pagen von lin ſcheint, 8). kommt, einen Jagdſpeer in der Hand, mit zw Zweiter Nuftritt. Mathilde. Zwei Pagen. Nr. 9. Recitativ und Romanze. k und Mathilde(giebt den beiden Pag iberreicht den Jagdſpeer). Die beiden Pagen(entfernen ſich in ehrerbietiger Ha Jagdſpeer nach links). Mathilde. Endlich bin ich allein, dir nah, o du mein Leben, Mein ahnend Herz betrog mich nicht!— Er folgte meiner Spur, es naht mein Augenlicht!— Er nahet, mich faßt ſtilles Beben! Wie füllt die Zaubermacht der Liebe mich mit Luſt! Muß, Arnold, mich dein Bild, du Teurer, ſtets um⸗ ſchweben? g mit dem Dir Arnold, dir glüht dieſes Herz, Du ſtörteſt meines Buſens Frieden; Dir meiner Minne Erſtlingsblüten, Du erfüllſt mir die Bruſt mit ſüßem Wonneſchmerz! Dir, ach! nur dir erblühen ſie, die holden Triebe, Nur dir die treuſte Liebe, t, was des Hofs Hier hauſt das Glück, es entblüht dieſe Windet mir, windet mir den holden Echo dir nur vertraut, nur dir ſich me ſtrahlſt ſo licht meiner leuc teſt mild, unſern Bund einzuwei Segne 13 du ſch auſt herab vom Himmelsthrone, ſt ſo hold, ſo hold dem ſeligſten Verein; Echo dir nur vertraut, nur dir ſich meine Bruſt! M Arnold(kommt von lin Dritter Auftritt. Mathilde, Arnold zu ihrer Linken. Nr. 10. Recitativ und Duett. ier Liebe! Arnold. Ach, verzeihe, vergieb, o vergieb m Mathilde, vertrauend Eurer. Wagte kühn ich zu Euch mir einen Weg zu bahnen! At Mathilde. Gern verzeiht, ach, mein Herz dem ſüßeſten der Triebe! Arnold es teilt die Schuld! Dies Wort, o du meinet 8 Leben, t Mitleid mir, ich fühl's mit Wonnebeben, deinem holden Mund; Der Himmel zürnet unſerm Bund, Ach, er weihet uns ew'gen Schmerzen! Mathilde. Vertrau', o Arnold, meinem Herzen! Arnold. Mein Herz gebeut, Es gebe dir ſich kund ohne Hehl meine Bruſt! Mathilde, mir ſo teuer, ie enthülle dir heut ſich ohne allen Schleier! Kühnes Wort, o verzeih, Mathilde, mir: Arnold. Liebe! bahnen! ſüßeſten iebe! nnebeben, Bruſt! ſchleier! mmel mir beſchieden! raubt dich, aubt mir den Gebeut, o Teure Weinend muß Ach, nur der 0 N Mag mein Grab, ja mein G mein Vater Teure du, o mein Los entſcheide du Mathilde. Sei mein!— Dir erglühn, dir glühn ſi r dir allein geweihten erfüllt Zauber treuer Wonne ſel'ger Götterluſt! erfüllet mit Luſt die 15 5 erfüllt ſie mit Luſt uns die Bruſt! Ja, dir erglühn n die Triebe Der ewig dir geweihten Bruſt! Arnold. Dein Herz erwidert meine Liebe? r O was gleicht dieſer Stunde Luſt! lzaubern ſüße 5 91 Zum Himme Was gleichet dieſer Stunde Mein Herz weiht ewig dir die Liebe, Der Wonne erliegt meine Bruſt!— Ja, dein Herz erwidert Liebe, Ach, was gleichet meiner Luſt! Doch mich erfaßt geheimes Grauen, Ach, mir ahnt finſtres Mißgeſchick! Mathilde. Laß feſt dem Himmel uns vertrauen, ie, der Treue erſtrahlt das Glück! ſũ Tr Trer Arnold. Seligkeit! mit ſüßem Beben, Weiht dein Treuer, weiht ſich ewig dix! Arnold. Mathilde. Arnold. Arnold. Mathilde. Arnold. Mathllde. Mathilde. Zur Seligkeit ein; Wilhelm Tell. Dir we Du biſt des liebe dich ich mein ganzes Leben, Daſeins Sonne mir! mein ſüßes Leben, biſt des ſeins Sonne mir! mein Herz, dir mein ganzes du biſt des Daſeins Sonne mir! liebe dich, mein ſüßes Leben, biſt des Daſeins Sonne mir ch, mein Herz! Ach, mein Herzl liebe dich, mein ſüßes Leben, ibiſt des Daſeiuns Sonne mir! Swig dir, mein ſüßes Leben, Es weiht dein Treuer ſich ewig dir! In dem blut'gen Schlachtengewühle em Heldenruhme dich zu weihn, if, hinaus! es führet am Ziele, SS Leben! 2 90 2 S 2 8 8 S h Liebe zur Seligkeit ein. Minne weiht, o du mein L el⸗ em Helden ihren Myrtenkranz N Di S8 D I5 der Schlacht wird dein Bild mich um⸗ ſchweben, Am Ziel mich der Seligkeit weihn! Dein Zauberbild, mein ſüßes Leben, Wird dem Heldenruhme mich weihn! Ich werde ſchützend dich umſchweben— Dein Zauberbild, mein ſüßes Leben Den Myrtenkranz dem Helden weihn, ja!— Im Schlachtengewühle führt Liebe zum Ziele, Zur Seligkeit ein; Dich wird, o mein Leben, die Treue umſchweben, Mathilde bleibt dein! Wird dem Heldenruhme mich weihn, ja! Im Sch hlachtenge ewühle führt Uiehe zum Ziele, es 8 . KKN ich um⸗ U ja!— Ziele, weben, Arnold. Dem Heldenruhme mich zu 0 5 Wilhelm Tell. 63 nd, um⸗ Du wirſt, o mein Leben, mich ſchütz ſchwe Dem Ruhme mich weihn! In der Schlacht wird dein Bild mich umſchweben— Mathilde. In dem blut'gen Schlachtengewühle— Arnold. Dem Heldenruhme mich zu weihn! Mathilde. Dem Heldenruhme dich zu weihn! 85 55 5 du—— L0 eu— Arnold. 0 Mathilde. Liebe den Myrtenkranz dir weihn— Mathilde. Im Schlach Zur Seligkeit ein; Dich wird, o mein Leben, die Treue umſchweben, Mathilde bleibt dein! Dich wird, o mein Leben, Mathilde umſchweben, Dem Ruhme dich weihn! Mathilde bleibt dein, dich dem Ruhme zu weihn! Arnold. Im Schlachtgewühle führt Liebe zum Ziele, Zur Seligkeit ein; Du wirſt, o mein Leben, mich ſchützend um⸗ ſchweben, Dem Ruhme mich weihn! Nr. 11.[Recitativ undl Terzett. (Mathilde(nach links blickendy. Man naht, laß ſcheiden uns! Arnold. Ich darf dir feſt vertrauen? Mathilde. Bis zum Grab! Arnold(umarmt ſie). Ewig dein! Mathilde. Beim jungen Tagesgrauen. In der alten Kapelle, in Gottes Gegenwart, Mathilde morgen deiner harrt. Arnold. O Seligkeit! Mathilde. Man kommt; Freund, laß uns ſch ſie heiden Arnold. Ha, Walther und der Tell! O fliehe ſie, die beiden! e einige S waltl jer(kommen von (Die U Auftritt Arnolder Tell in der Mitte. Walther links Tell. Du hier, Arnold, nicht allein! Arnold(kurz). ſoll's? Tell. Schad Arnold. Ihr wißt, mich k kümme ert 100 was Ihr im Sinn. Walther(auff nend). Erröten du, gefühllos bei des Landes Nöten! Tell. denn was kümmert ihn, was ihn das Naterland? Satcttandb: Er nur huldigt allein dem ſchnöden S iband. Arnold.? irꝰ Cell. und Mathildens Entfliehen. Arnold. Mich umſpähſt Wilhelm du? Cell. Der Schmach dich zu entziehn! Glaube, Arnold, mir, ich durchſchaue dich! Arnold. Doch wenn Liebe— walther. O Gott! Arnold. Wie, wär' ich ſelbſt geliebt? Dein Verdacht? Tell. Allzu wahr! Arnold. Und mein Herz? Walther. Fluch dem Bande! Arnold. Mathilde? Tell. ingt Unheil unſerm Lande. Walther.„grade ſie bereitet uns die Knechtesbande! Cell. Und du trägſt, du ihr Joch mit ſchnöder Die⸗ nerluſt dl] Arnold. Mit welchem Recht ſchmähet Ihr He rzeusbande? Tell. Du fragſt? Fragſt? Regt ſich's nicht in der Schw oeizerbruſt? Kennſt du Treuꝰ Kennſt Liebe du zum Vaterlaude? CTel Ar: enblick. Sinn. ten! yn das 52 nband. jen. —— acht? bande! er Die⸗ sbande? in der erbruſt? + Son aterlande? Ihm g Hinweg aus unſern Matten, Cell. Arnold. Walther Arnold. walther. Arnold. Walther. Tell. Wo Zwietracht, Haſſeswüten nur noch walten Mit den Ketten Rä Auf, ins Feld! Ꝙ. 2. S 8 E , ſt rb wir werden freil echt, wir werden fr Stirb, Feiger, denn wir Welden Mir blüht der Ruhm im Waf Ja, dort wo Sſtreichs Banner wwinkt der Sieg mit blut' Mag unſre eit untergeh Ein Vorſpiel gab dir ſchon Der Tyrann, ſchon floß dein Zur Rache ruft ein Greis im Tote Erwürgt, er ſtarb von Geßlers Wut Ha, Fluch! Erwürgt, er ſtarb von 6 Ha, ſolche That heiſcht Rache! Sprich, wer war der Grei Er fiel der heil'gen Sache, Ha, wer? Sein Blut heiſcht Rache! Ach, armer Sohn, ach, frage 1 C De 8 Arnold(zurückprallend). Mein Vater! Walther. Sohn, zur Rache! Er ſtarb, dein Vater heiſchet Blut Der Greis, der edle Greis Fiel durch Tyrannenwu I vor deinem Thron! Arnold. Mein Vater! Tell und Walther. Er erbleicht, er 111 5 bl lut'ge Rache, k1 der heil'gen ſie heiſcht Rache! O Gottl Er ſteht vor Gottes Thron! Er fiel, er ſt er ſteht vor Gottes Thron! Ach, der Greis vor Gottes Thron, Er ſteht vor Gottes Thron! Ach, der Greis ſteht nun vor Gottes Thron, Er ſteht vor Gottes Thron! Cell und Walther. Er erſinnt blut'ge Rac Rach he führt ihn zurück! erſinnt blut'ge Rache, rt der Schweiz ihn zurück! eh von Heldenmut ihn erbeben, „ſein Herz faßt wilde Wut! Weiht der Freiheit ſein Leben, Freiheit führt ihn uns zurückl Arnold. Walther. alſo wahr 71 Ich ſah ihn enden. Cell und Walther. Er erbebet! Er ſinnet blut'ge Rache, Arno Waltl Arno Cell. Arno Cell. Arno Tell. Arn Cell. 82 Thron! Thron, Duv! Ich ſah ihn erſchlagen, Freunde, auf! Frer Faſſung, Freund! Es he 2 Du ſiehſt bald hier, os? Entflammt, die Beld Hu na Sie teilen deine Zur Waffe wird der P f ach, von Mörd Gott! Mein i ein Mann! Auch mir den Tod! Auf zur Rache! r Fluch und Er nir Unſer Land, Rache ihm und dei So ſprich, o Tell! Schon ſinkt die Nacht, ſie ſoll verhüllen, Vas Tyrannen euch 10 bl ſo Sie wagen Gut und Blut, · nerzen; flug dem kühn Für unſres Landes Pflichtgebot Trotzt jeder Schweizer ſelbſt dei U, Arnold und Walther. Trotzt 189 Ihr unſer Hände reichend.) Dem Lande ſei es Dein(mein) Vater wird, wird uns Rache ihm Rache weiht ihm—.— S0 hn! 7 UF eber Ach, für ſein Land gab er das L Der Freiheit ward es hingegeben; Wo ew'ge Wonnen ihn umf ſchweben, Genießt er ſeiner Thaten Lohn! (Sie entfernen ſich nach links.) Offene Verwandlung. Das Rütli t begrenz 1. Dicht ldſtätterſee. Den Hori der Tiefe das Dorf Tannenwälder und Felſenſteige zu beiden Fünſter Auflritt. Walther rechts. Tell in der Mitte. Arnold links. Nr. 12. Finale. Tell. Horch, aus des Waldes dunkler Sde Ein dumpfer Laut von Tritten ſchallt Freunde hört! Arnold. Freunde, hört! Tell. Nur ſtille. Walther. Ja, leiſer Stimmen Tönen erfüllt rings den Wald Arnold. Hört, hört, ſie nahen! Cell(anrufend). Halt! Steht Rede! Männer aus Unterwalden(nahen von ree dämpft). Des Vaterlandes Freunde! noch entfernt, ge mmen von rechts. Hechſler Auftritt. Die VBorigen. Die Münner aus unterwalden nehmen au f der linke Seite Aufſtellung. egrüßung.) Cell. Seid gegrüßt! Arnold. Tag der Rache! Tell. Heil, Heil! Walther, Tell und Arnold. Heil, Heil, gerechter Sache! männer aus Unterwalden. Ruft das Land, ruft die Schweiz, Gern weihn wir unſer Blut Bis zum Tod der gerechten Sache! Cell. Walt Mär Die Vo Mär Cell. Alle Wal Cell Wilhelm 2 2 * verzagt, wo es gilt S chweizers hö chſtes Gut?ꝰ Es erſchallet der Ruf der Rache! s und Strom, Wald und Nacht eute nicht unſer Mut. ihm wir weihn Gut und 2 ⁰ 8 28 0 0 5 8 8 — — 84 — 2 — Cell. S* Stets ſah man für die Schweiz ks.(Gedämpfter Hornruf e walther. Horch, die Schwyzer, ſie nahn! N Der uns am Ziel, am hohen on Schwyz(nahen von links). Sie kommen, treu den Ruhm z0 Mãnner v Hiebenter Auſtritt. Blut! Unte 3 ſei gegrüßt! Mit Väterruhm gekrönt, N— 5 r den Wald Die Vorigen. Die Männer aus Schwyz nehmen auf der rechten Seite Aufſtellung. Gegrüßunt itfernt, g“ männer aus Schwyz. Geßlers Joch laſtet ſchwer, von rechtg Laſtet ſchwer auf dem Lande; Nicht ſind wir Schweizer mehr, Uns drücken Knechtesbande! der linken Kaum ertönt eine Klage, Es verſtummt höchſtes Leid! Tell Wir verzeihen dies Zagen in blutig ſchwerer Zeit; Sie ſind getreu dem Ruf der Rache, Dem Lande iſt ihr Arm Heil, Heil gerechter Sache!l zache! Alle. Heil, Heil gerechter Sache! walther. Nur Uri fehlet noch, hört es nicht de 3 Ruf der Rache? Cell. ie ſind uns treu, bereit zu Rat und That; Die Vorſicht willss: auf andern Wegen lle der ſti nicht Verrat. See eutgege Flut dräuet Männer von 1 Art(nahen Walther. Seht, Freunde, ſeht, ſchon nahen ſie dem Strand Die Brüder n Cell(anrufend). Wer naht? Männer von(noch entfernt auf dem Heil, dem Vaterland (Sie landen und Kähnen über den See). Achter Ruffrilt. die Vorigen. Die Männer aus Uri nehmen zurückſtehend in d Mitte Aufſtellung. Arnold. Heile Tell. 1 Männer aus Antern, alden und Sgum, Bundesbrüder grüßer Männer aus Unterwalden, Sch 1155 uri(nacheinander voß kommend). Du ſiehſt bereit uns hier, O Tell, dir folgen wir, Die Schweiz vertraue t bir, 2 brechen Sklavenbande!(Sie umringen Dell in Wort füllt mit Mut, ie Bruſt mit Heldenglut, ie Freiheit winkt dem Lande ihr unſer Gut und Blut! Sprich Tell! Entflamme unſern Mu Heil unſerm Land, der Freiheit unſer Blut! Heil unſerm Land! Heil unſerm Heldeumut!= (Sie treten erregt vor.) Freiheit!— Freiheit! Tell(in. die Mitte der Bundesbrüder tretend). [Minder ſchreckt uns der Donnerſturz, Lawinen brauſen, Sklavenjoches Grauſen. — 7³ E SE Als unſers S itgege em Strand ipft). tehe d Cell. Fühlt ihr das Joch, ſo ſck Fühlt, Schweizer, ihr di wir! enket nur an eure Lieber ach noch g inan vo bleibt der K Walther tief entarte Heſchlecht! Tell. Tyran tenb heil gen St ige Alle. die n flucht der nl it, 8 der Schmach, auf, auf zu r Blut! Arnold( u cher Betäubung rend). denmut! Dem Vater 68—5 Alle. Er ſtarb? Was that der Bie Arnold. Seine Schuld! Liebe zum V z, Lawinen Alle. Ha, blutig ſchnöde Sklavenban el ſen, Cell. Auf, zum Kampf, auf zum Streitl E ichen ſich die b Arnold(nach den Bergſpitzen zeigendd. Der Morgen tagt! Wilhelm Tell Tell. n Waffentanze, 0 ert und Lanze Mit kühnem Heldenmut! Auf, auf zur „ 5 1Waffentanz 95 Lan ze ringsumher die Feuerzeichen leuchten, üder, ihr bereit? und Blut Aum Streit! Seid z zum Kampfe Berei Ja ſelbſt zum Tod—7 Bereit! Laßt d handſchlags heil'ge Bande Geloben 9 Rettung unſerm Land e. dände und bilden die Kette). Gelobt es ſei bei unſrer Schmach! Gelobt es ſei bei unſrer Schmach! Bei Schweizertre u, bei unſerm Lande! Bei S Schweizertreu, bei unſerm Lande! chienen ſei der Rache Tag! chienen ſei der Rache Tag! brechen ſie, die Sklavenbande! ir bacgen ſie, die Sklavenbande! räter treffe 8 und Schande, e labe nicht der Sonne Strahll Kein gaſtlich Dach ſoll ſie empfangen, Sie keine Grabesruh umfangen! Nie ein Ziel ihrer Qual! Ja, ſo ſei's gelo *2 2 8 E 88 t! (Es wird—.— etwas heller.) euthuſiaſtiſch). O bring Segen er im Geleite! Ja, wir eenl Das Loſungswort dem Lande d Wilhelm Tell. Arnold. Zum Streite! Tell, Arnold und Walther(nac Alle(ziehen die im Streite! ieden und entf vorn). Zum Streite! rzen nach vorn). verter und (Sie ver ernen ſich, woher ſie gekommen ſind.) ßeuerzeichen en, Dritter Aufzug. LDas Innere einer an Geßlers Burg anſtoßenden gotiſchen Kapelle je Bande Erſler Auſtritt. Mathilde und Arnold. Nr. 13. Recitativ und Duett. Mathilde. O ſprich, was ſtürmt in deiner Bruſt? So erſchwerſt du mir, ach, beim Scheiden Der langen Trennung Leiden? Bald, o Freund, bald uns winkt ſehe Arnold. Nein, ich bleibe! Nur Rache glüht mir in der Bruſt! Gut und Blut für die heil'ge Sache! Mathilde. Erwäg es wohl! Arnold. Gelt es Tod, ha, nur Rache! Sie allein meines Lebens Ziel! gelobt! Dir entſagen, ſelbſt einem Throne, tagt! Heiſcht die Pflicht vom treuen Soh Mathilde. Arnold! du mir? eleite! B3: A 3 eleite! Arnold. Mein Vater fiel. Der edle Greis, er ſtarb von Mörderhänden! Mathilde. Gott! 74 Arnold. Mathil Arnold. Mathil Arnold. Mathilde. Arnold. Mathilde. Arnold. Mathilde. Bilhelm Tell. Wiſſe denn, wer vergoß ſein Blut! de. Sprich, meine Qual zu enden! Blut'gen Fluch, dir den Tod, Tyrann! de. O Gott!— )u holder Traum, der uns verbu D Schn ell eutflohn die Wonne eſtund ˖0 Fein dlich trennet uns das 6 weiht Gram und 9 Unſer Herz, ew'gem Scheiden! Konnt er uns dies Los bere Wie entſchwand unſer Glück! Mein Herz, es war von Glanz umgeben, Nur dein, in Ewigkeit nur dein! Dir, o Freund, Arnold, dir e Uns hat Gemo licht und Lel ebenden Frieden; ohn, nur zur Rache bereit! Verſtummt, il r ſüßen Triebe, Die Bruſt Aliet dem Schmerz Mein Leben war nur Liebe, O brich, du armes Herzl Entfernter Feſtes Dort ſchallt Geſang zu einem Geſang!— Die wilden Gäſte Ha, du Tyrann, du biſt erwacht! Ach, Freund, eines Kriegerfeſtes Freude zerkündet dieſer Jubelll klang! Arnold, flieh, mir iſt ſo bang! flieh, du biſt des Grabes Beute, Arnold, flieh, ſieh mich erbeben! Sieh, ach Gefahr, ach Gefahren dich umſchweben! Ha, fliehn! Ha, fliehn? Sieh, Gefahren dich umſchweben, 55 hweben! O rette mir dein teures Leben Erhöre, Freund, hör ach, mein Auch fern wird dich mein Geiſt Wird dich mit umw Arnold. Ha, n auch umſf Ihr 8 Ha, Mathilde. Ach, b iag der Arnold. Ha fliehn? Mathilde. Arnold, ſi O rette mir Ach, höre F 15 hei Auch fern wird mich dein Gei Wird dich mit Liebesh⸗ auch umr Mein Leben! ſt Arnold. Mein Herz ſieh erbeben! Mathilde. O brich, mein Herz in Gram und Schmerzl Leb ewig wohl, leb wohl, leb ewig wohl! Leb wohl, ewig leb wohl, mein Leb O brich, mein Herz in Gram u 8 1 ben! ich, Y Leb ewig wohl, leb wohl, Leb wohl, ewig leb wohl, ewig Ewig wohl, leb ewig wohl! Arnold. Brich, o mein Herz in Gram und Schmerz! Leb wohl, Mathilde, leb wohl! Ewig leb wohl! Ach, ſieh mich erbeben! o mein Herz in Gram und Schmerz! Brich, o mein armes Herz, leb wohl! Leb wohl, Mathilde, leb wohl, ew Ewig wohl, ewig wohl, leb ewig v Beide(gehen ab)⸗ e E „ Wilhelm Tell. Verwandlung.J Marktplatz zu Altorf mit einzelnen Linden⸗ und Apf von welcher der Burgweg nach den der Nähe des Burgw i ange, worauf ein hermelinverbrämter Hut angebracht iſt. eine Eſtrade mit Thronſeſſeln; rechts und links daneben, etwas tiefer, vier andere links rück⸗ wärts ein großer Baum. 1 n. Rechts hinten Geßlers Burg, Platze hinunter ührt; hinten in Zweiler Auftlrill. Landleute, Frauen und Kinder bewegen ſich Gruppen auf dem Platze hin und her und harren des Feſte Zwei Wächter am Hut. Ein Soldatenchor hält die Mitte und drängt wäh⸗ rend des erſten Chores alles Landvolk nach rechts; die Weiber bleiben in der erſten Reihe und die Soldaten ſtellen ſich als Die Hellebardiere kommen gleich herunter und bilden S in unge ezw üngenen Kette davor. ig von rechts hinten den Burgweg lier für Geßlers Zug. Nr. 14. Narſch und Chor. Männerchor. Heil dir und Ruhm, Gebieter, Dir, Geßler, Heil in Thrones Pracht! Wir ſinken in den Staub darnieder, Dir tönen unſre Lieder, Sie huld'gen deiner Macht. Dir Heil, Geßler Heil! Dir Heil! [Frauenchor. Mathilden unſre Lieder, Heil ihr, Heil ihrer ſanften Macht! Preiſt ſie, denn ihr gehorcht ſelbſt der Gebieter! Heil! Ihr tönen unſre Lieder, Ihr weicht, ihr des Thrones Pracht! Männerchor. Heil dir und Ruhm, Gebieter! Wir ſinken huld'gend nieder! Dir tönen unſre Lieder, Sie huld'gen deiner Macht! Frauenchor. Heil, ihr ertönen unſre Leeder! Wir ſinken huld'gend nieder! Dir tönen unſre Lieder, Sie huld'gen deiner Machtl inten in brämter ſeſſeln; rück⸗ ingenen Zwei väh⸗ 3 t 1 1 bleiben davor. urgweg herren und damen.— Geß Rudolph der Harras.— vier Pagen.— hellebardiere. Dritter Auſtritt. Die Vorigen. Geßler. Matbilde. Rudolph der Harras. Vier paar Edelherren und Damen. Zwei Herolde. Acht Pagen. Hellebardiere. Soldaten. 35 Geßler. Euren Sinn, ihr Schweizer, zu beuge Sollt ihr vor meinem Hut euch neig Vernehmet, vernehmet mein Gebot: Wer nicht Gehorſam will erzeigen, Sich nicht meinem Hute will neigen, Ihn ſtraft der Tod, ihn ſtraft der Tod! n; Frauenchor. Geßler. olgenden Chores wend und G Ruhm, en Staub Lieder, ſinken in d tönen unſre huld'gen deiner Macht Heil, Geßle eill 815 ir Heil! Frauenchor. Mathilden ünſtz Lieder, Heil ihr, Heil ihrer ſ Preiſt ſie, der Gebieter! Heil! Ihr tö Ihr weicht, ihr des Thrones Pracht! Männerch eil dir und Ruhm Gebieter! huld'gen deiner Mac 1 Heil, ihr ee⸗ Wir ſinken huld ertönen un ſinken huld'gend nieder! tönen unſre Lieder, cht ſre 'gend nieder Dir tönen unſre Lieder, Sie huld'gen deiner 2 Was ihr Schwei dankt dem deutſchen Reiche, Erwigt es ti Bruſt, Schweiz ihm erzeige, Luſt. Entflohn iſ Jahrhundert, ſeit unſre Si Euch dem dentſche n Scepter geweiht! ege Auf, feiert jene Zeit! 1. Dieſen Tag, ihr geweiht, ihn, eures Glückes Wiege! li Auf, gehorcht! ebieter! n Reiche, Von Luſt Mit Von Luſt Mit frohem hier er unſer Horch, Lieder tüne Mit Luſt uns Männerchor. Blütenkekne,— Ni D onne, Dir zum Lohne, ſchwebe hin! Horch, Lieder tönen, ſie lehren di Schönen kit Luſt uns kröne hin! Wonne, dir die s Dir zum Lohne, f Luſt belebet, Spi Spiel und Tänze, Blütenkr Deinem Lenze, dir die Krone Luſt und Wonne, dir zum Lohne, ſchwebe hin! Spiel und Tänze, ſchwebe hin! Deinem Lenze, e hin! Schweb' im Lenze, ſchwebe hin! Horch, Lieder tönen, ſie lehren die Schönen, Mit Luſt uns krönen, o ſchwebe dahin! r. 16. Soldatentanz. Mathilde(erhebt ſich mit Geßler und den Damen, mit den Edelherren, Edelfrauen und den Pagen zum Ab links hinten). Geßler(beglei Tell Gnit Armbruſt, und geht an d 5 en, ko rechts„ohne ſich zu gen). Gemmy von Die ras zu beider Linken. Soldaten hinten nach der 0 rn. Landvolk a 4 ann Geßler. Nr. 17. Recitativ, Quartett und Chor. 8 audolph(zu Tel). Ha, Frecher du, verbeuge dich! Cell. Er mag dem Volk von ſeinem Throne, Mag ihm dräun, doch mich ſchreckt er nicht! Wiſſ': das Geſetz nicht achte ich, Erlaſſen uns zu ſchnödem Hohne! ten Rudolph. Du darfſt's wagen? 1 Männerchor(dumpf).)1 Er op r edle Tell iſt zu bek ick und tritt Rudolph zur Linken). Rudolph. Hohe rr, verhöhnt ſiehſt du dich! Geßler. Wer iſt ſo kühn, wer darf es wagend! Rudolph. Ha, ſelbſt nicht dir beugt er ſich! Cell. Es ehrt der Tell des Reiches Rechte, Wenn ſie die Schweiz dem Frieden, dem ſtillen Glücke weihn; Doch nie wird Tell zum feigen Knechte, Beugt ſich vor Gott allein. Geßler. Frecher, dich erfaſſe Beben, Gehorche, denn du zahlſt, ha, du zahlſt mit dem Leben Nach den Hellebardieren hinten zeigend.) Sieh die Speere, dir droht der Tod! Cell. Ich ſehe ſie, ja, ich ſehe ſie, doch ſchreckt mich nicht der Tod. Geßler. Der Sklave wagt ſich aufzulehnen? Erbebe, Knecht, ha, zittre meiner Wut! Cell. Säh'ſt Geßler, du mich hier, wagt ich nicht kühn mein Blutꝰ Geßler(ko Solche Kühnheit, o§ nicht! S GGs Audolph 61 m ſtillen Dein B dlut ſobll fl weihn; 3(leiſe zu Gemmy). Nein Blut, mag es fließ Nur du ſollſt nicht büßen, ſchnell Gemmy(zu Telh). mit dem Mag mein Blut euch fl Du nur ſollſt nicht büße Tell. Mein Blut, Rudolf(zu Geßler). ckt mich Sein Blut, laß es r Tod. Mag er es ieße Geßler(zu Rudolp icht kühn Schrecklich Rs dr lutꝰ Dein Blut ſoll Wilhelm Tell. Soldaten. Le ihn ſchaurig büßen, fließen dir 01 3 Blut, ſein WAnt: Es ſtröme dir ſein Hinweg, ſchnell eile, gieb d Laß 1 allen Bergen die Flammen zum Himme ſteigen. Es gelte nun Bint, gelte nun Blut um Blut! bemmy(wi Geßler(wer n abeilen). Weg). Du b leibſt iebt einen Win 5 hier! t ihm den Zwei andere daten(treten vor und Geßler äzu Rudolph). Freund, dem Schrecklichſten ſei er erkoren!— Tell, mein Gebot. (Zu Tell).) Frech höhnteſt du, Iſt das dein Sohn. Cell. Mein Sohn. Heßler. Ihn errette Tell. Wie, ihn vor Geßler. Er iſt dein S Dein Trotz, dein Verrat hat auch ihm den Stab gebrochen! Cell. Ich allein trotzte dir, was that, verbrach mein Und ſein Verbrechen? hütze, dir blühet Ruhm; Sohnes Geßler. Kühner Schi Es gilt des Er pflückt von ein naheſtehenden Baum einen niedrig hängenden Apfel. Man preiſt dich, den Tell, als aller Schützen Krone, 0 Dieſen Apfel, wohlan, ſchieße vom Haupt dem Sohne! Cell(bebt mit einer abwehrenden Bewegung zuſammen). Geßler. Gehorche kühner Tell, meinem Machtgebot, Sonſt droht euch beiden der Tod. (Große Bewegung unter allen.) Cell(befreit ſich von den beiden Soldaten). Ha! ich ſoll? Geßler. Ja, ſo ſei's! Tell. Zielen ich nach des Sohns, nach des Sohns teurem Haupte? Du kennſt, o Herr, nicht Vaterſchmerzen, Ende ſo blut'gen Hohn! Wilhelm Tell. in Blut! Geßler. Raſch ans Werk! Blut! Cell. Ach, du haſt keinen Sohn! Geßler, es lebt ein Gott! 3 Geßler. Gehorche! nel ſteigen. Tell. Bei ſeinem Thron—l ut! Geßler. Auf ans Werk und fehle nicht das Ziel! Tell. Ha! nimmermehr! Geßler Gheſiehlt ſeinen Sold feſt). Cell. Halt ein! Ach, Nichts iſt zu teuer zbren!— Es erliegt, ach, Schr nerzen! 0 Sieh her, es beugt der Tell ſein Knie vor dir!- Geßler. Wie, Tell! liegſt du ſo nun im Staube? So zagt der unerſchrockne Pilot, chenꝰ Die kühne Bruſt dem Schmerz zum Raube? . Tell(ſteht auf). Wahn war's, an deine Menſchlichkeit zu glauben. Vor dir, Tyrann, zu knien, iſt mehr als Tod! Gemmy. Mein Vater, vertraue dem Glücke! Tell(fur ſich). Die Hand erbebt dem Sohnesblicke! Gemmy(Tells Hand auf ſein Herz legend). Frage mein Herz, nicht ahnet es Gefah den Stab en! rach mein 9 nden Apfel.) Beut getroſt deinem Pfeil ſich dar. zen Krone, Er befreit ſich von den Soldaten, eilt auf Tell zu und liegt in ſeinen 2 en.) haupt dem Armen. 7 Nr. 18. Scene und Finale. Cell(zu 1 Ich ſegne dich, verſtummet, meine Klageni An deiner Bruſt kehrt mir die Kraft lꝰ Des Sohnes Seelenruh ſtärkt mir den Vaterblick: Wohlan! Das 4 Höchſte will ich mutig wagen, s Sohus Nicht die Schmach zu ertragen. aupteꝰ Gebt die Waffe mir zurück, en, Der Tell bin ich nun wieder!- Die Soldaten Tells(geben Tell die Armbruſt zurück⸗ 6* en vor un r auf der rechter volk eine K Geßler Die beiden Gemmy(wehrt ſich den mi Die beiden Soldaten mmys(treten zu Gemmy. Nein, nein! ſterben will ich nurf Mein Blut dem teuren Vaterlau Ich trotze ihr, der Tyrannei! et den daten Gemmys(treten vor, wollen 1 R7 Ha,! (Er eilt zu dem großen Baume links irts ſtellt ſich dor 5 Das Landvolk. Wie? Taub der Unſchr huld ſanften Tönen, Wagt die Menſchheit er zu verhöhnen? Geßler(reicht Rudolph den Apfel). Rndolph Gemmy. Tell(angſt (Cegt 1 10 Ge pt) rs, ach, entgleiten Pfeil und Bogen, Thränen iſt der trübe Schmerz sblick um zogen! Mein Sohn, mein Sohn, komm an die Vaterbruſt Zum letz tenmal! Gemmy(eilt zu ſeinem Vater nach vorn in ſeine Arme; der Apfel fällt dabei von ſeinem Haupte). Rudolph chebt den Apfel auf). Tell. Sohn, knie nieder! Gemmy(kniet vor ſeinem Vater). Tell. Ohne Erbeben, oben richte den Blick! Bete zu Gott, nur er lenkt dein Geſchick! Er ſchirmt im lieben Sohn des Vaters Leben. So bleibe, erhebe fromm den Blick! Kind, dort hinauf! Ach, du könnteſt erbeben! Gnade, Gemmy, erfleh vom hohen Kein lauter A ltemzugl Dich laß der Mutter Bild umſchweben! ie lebt allein in ihrem Sohn!(Er küßt Gemmy.) zum Baum zurück) S Gemmny Leilt dolph Gegt ihm (ergreift mit di 8 t ihn auf die Ar Gemmy(eilt fr Rudolph chebt den t ihn der rt auf.) Nar 8 Volke). Tönen 85 Das Landvolk(8 den Hellebar Das Landvolk(Tell umdrängend). O Gemmy. Mein Vater! Das 1 Tell(erſ lick um Geßler. Rudolph(überrei Das Landvolk 6 feil und Wie? liſt gefallen? erbruſt Das Landvolk(wie oben). Geßler(wie oben, fi (Er ſchärft ſein ick! 1 Das Fandvolk(wie oben). Heil und Glück! O 5 Gemmy(än des Vaters Dank gnädigem Ge Ho 8 85- Fallen konnt ich ja nicht von meines Vaters Hand! Tell(vankend). Mein Aug' erliſcht, Nacht wird's vor meinen Blicken, Du biſt's, mein Sohn, die Sinne ſchwinden n eben! lsthron! ter Bild ben! Er ſinkt in die Kniee.) Helfet, o helfet dem Vaterl finet Tells Koller, der zweite Pfeil fällt berons.) Gemmy. Gemmy.) An Er 5 86 Wilhelm Geßler(für ſich). Muß er ſo ſich erretten?(Den Pfeil erblickend.) Was ſeh ich? Tell(knieend). O Ew'ger, ich danke im Staube dir! )Geßler. Tell!l Noch einen zweiten Pfeil ſteckteſt du zu dir! Ja, ja, ich ſah es was meinteſt du damit? Tell(verlegen, aufſteher Herrl Das iſt 1 1 117 lich bei den Schützen. Geßler. Nein, Tell, die Antwort laß ich dir nicht geltenz Sag mir die Wahrheit ohne Scheu; Was es auch ſei, dein Leben ſichr' ich dir. Wozu der zweite Pfeil? Tell. Wohlan, o Herr, Weil Ihr mich meines Lebens habt geſichert, So will ich Euch die Wahrheit gründlich ſagen. (Er nimmt den Pfeil vom Boden auf und ſieht Geßler mit einem furchtbaren Blick an.) Mit dieſem zweiten Pfeil durchſchoß ich Euch, Wenn ich mein liebes Kind getroffen hätte, Und Eurer, wahrlich, hätt' ich nicht gefehlt! Geßler. Wohl, Tell!l Des Lebens hab ich dich ge— ſichert, Ich gab mein Ritterwort, das will ich halten; Doch weil ich deinen böſen Sinn erkannt, Will ich dich führen laſſen und verwahren, Wo weder Mond noch Sonne dich beſcheint, Damit ich ſicher ſei vor deinen Pfeilen.(er giebt einen Wink nach hinten.) Ergreift ihn! bindet ihn! *) Die geſperrte Stelle iſt nach dem Wortlaut von itteen Tell“ Einlage, komponiert von dem Kapellmeiſter Wilhelm Guhr in§ kfurt a. M. Im Original heißt es nur: Geßler. Wem war, wem dieſer Pfeil beſtimmt? Tell. Dir, Geßler, dir! Geßler. Zittre! Tell. O nun nicht mehr! Geßler. Den Tell, ihn legt in Ketten! Ei eſſeln M hinter amitꝰ hützen. rnicht hlt! ich ge⸗ alten; t, en, int, Er giebt et ihn! feſſeln ihn mi Die Vorigen. Mathilde tritt Einige von den Jo 2 renn Stricken Alathilde(kommt mit einigen Edeldamen und Pagen von links hinten zurück). Fünfter Auftrilt. Gemmy. Edeldamen und Pa Gemmn(eilt hilfeſuchend z [Mathilde. Wie, iſt's wahr? Gräßlich dies Gebot! Die Candleute. Dem Tell den Todꝰ Den Die Soldaten. Dem und dem Soh u, Geßler. Ich kürze nicht d Denn ich G2rff8h d i Beider harrt, harrt im 11 Kerker Mathilde(entſetzt)',. Wie, ſein Sohn? Dieſe O Herr, o hört des Mitleids Stimme! Geßler. Wißt, ich befahl: ſie fallen meinem Grimme, Tell und der Sohn! Mathilde(geht an Gemmy vorüber zu Ge Ich trotze dem Gebot! Nein, nein, nein Ich hlan des Kaiſers Statt will den Ku Seht Ihr die Wut aus aller Augen blitz Sie drohn Euch den Tod! Audolph(zu Geßler). Gebt nach, Tell bleibt ja Eurer Rachel Die Landleute. Der Himmel führt der Unſchuld S Die Soldaten. Gebt nach, Tell bleibt ja unſrer Die Landleute. O Tell, dich opfert wilde Rache! Ach, Edler, dich beweinen wir! Rudolph(wie obe 5 Horch, ſie murren, ſie fluchen dir! Geßler. Sie wollen, ſeiner wert, kecken Mutes ſich zeigen! Gu den Soldaten.) Nach Küßnacht fort mit ihm, in der Nacht tiefem 1 6 U 9 iſt's 1 7 Stur wenn Klippen! Cell, den irſt ihr Mahl! 2 85 2 jer Schoß! R zt). O mein Vater! E 6 Mathilde. Tell. O mich magſt du verderben, nur den Sohn laß; 1 nich Als O Gemmy. V Ach, es Mathilde. 7 Doch den Sohn rette ich vom Verderben! 7 nt nur ſein Blut! Soldaten. Frevel Rudolph un Ihn ereilt ſein Verderben! Ha, er muß, er muß ſterben! Frevel ſühnet nur Blut! Die Landleute. Tell den Tod? Soll er ſterben? Solchen Lohn, ach, erwerben? Für die Freiheit fließt ſein Blut! ohn laßz en Sohn derben! ſterben! olchen nꝰ ilhel weig t! Gehorchet d Rudolph. Tell. Sie ereilt dich, Tyr imy. Bald naht der ereilt dich, Tyrann! Dem T lde. Blutiger Tyrann! Bald Heßler. Euch alle Euch, Rebellen, Rudolph. Rebel Rebellen, Tod und Bann Chor der Soldaten. Heil, G Rebellen, Tod und—5 ch, Chor der Landlente. Fluch und Tod d dir, Gemmy(eilt zu Tell Tell chebt ihn 15155 den n hoch empor und küßt ihnd 90 W Wilhelm Tell. um Burgweg). Geßler und Rudolph(wenden ſichen Die beiden gerolde(folge Die Landleute(ſtellen ſi gegen). Die FSoldaten(ſchleppen den den Soldaten ent⸗ ge mit ſich fort in die Burg, indem ſie ſich Bahn durch die Menge br Mathilde(fuhrt Gemmy nach links k Die Edeldamen und Pagen(folger inten mit ſich hinweg). ihr). vierter Aufzug. In der Wohnn alten Melchthal. links ſteht halb offen. Erſter Auſtrilt. Arnold allein. Dann Schweizer Männer entfernt hörbar. Nr. 19. Recitativ, Arie und Chor. Arnold(kommt von links). Steige herauf, herauf, du Geiſt der blut'gen gere Rache!— e gerechte Sache; Im Kerker ſchmachtet Tell für di 0 Doch Arnold, Freund, bringt Rettung dir!— In dieſen Mauern, welches Schweigen!— Totenſtill! Ach, es hauſet das Echo nur hier! Die Bruſt bebt von geheimen Schauern! (Er tritt näher.) Hinein! Mein Vater ſtarb, er ſtarb in dieſen Mauern! Es ſtarrt mein Herz, Vater, hier ſtarbſt du mir! Du, meiner Väter Hütte, Heimat ſüßer Friedensluſt, Geſtern noch lag er in deiner Mitte, Ar Sc Wilhelm Tell 91 weg). Au ſeines Sohnes treuer Bruſt! Der Vater ruht im Grabesſchatten, ldaten ent⸗ Er höret des Sohnes Klagen nicht! lebet wohl, ihr ſtillen Matten, Wo ich erſchaut das Himmelslicht! Du, meiner Väter Hütte Ach, lebt wohl, lebet wohl, ihr Matten, Wo ich erſchaut, ich erſchaut das Licht! O lebet wohl, o lebet, lebet wohl! Cschweizer Känner(aus der Ferne links). Zum Kampf! Zum Kampf! Arnold. Ha, ſie nahn! Fallt, fallt, ihr Sklavenketten! Schweizer Ränner(wie oben). Zum Kampf! Zum Kampf! Arnold. Die Freunde ſind's! Sie nahn, erfüllt von Racheglut!— Die Schweizer Ränner(kommen von links). Zweiter Ruftritt. bar. 5 Arnold. Schweizer Männer. Schweizer Männer. In Banden liegt der Tell, Brüder auf, ihn zu retten! blut'gen Es gelte unſer Gut und Blut; Fallt Ketten, fallt Ketten! Sache; Es ſiegt der kühne Mut! Fallt Ketten! ir!— Arnold zeigt nach links). Wißt, ſchon längſt um das Land in Sorgen hier! Hat der Tell euch zum heil'gen Streit Dort am Felſen die Waffen, euch Brüder, verborgen! Auf, auf, auf, ſeid bereit! Auf, auf, auf, ſeid bereit! auern! Schweizer Männer. Auf, auf, wir ſind bereit! Auf, auf, du mir! wir ſind bereit! Auf, auf! Sie eilen nach links hinaus.) Arnold. Brüder, laßt uns nicht mehr klagen! Gut und Blut laßt uns wagen! elm ron herab! uns erkoren Da unſer Tell uns Waffen ga Arnold(beg Zum Kampf! Zun Streit! Auf, folgt mir zum ffentanze, edle Tell im Kerker liegt; Ihn befreit unſer Schwert, unſre Lanze, Auf, auf Brüder, auf! Freiheit ſiegt! Auf, au f Der Auf, mir nach! Auf, mir nach! 2 f ihr Sklavenketten, All O laßt unſern T t uns erretten! Art Ihm, dem Tell, dem Tell, ihm den Tod? Er nur endet 1 Not! Schweizer Männer a, Tyrann! Fallt, Sklavenketten!. * Auf ei O laßt unſern Tell, ihn uns retten! Wetter Er nur endet, er unſre Not! Auf, zum Kampf! Auf, zum Streit! Sieg und Tod! Auf, zum Streit! Du ſiehſt! Du ſiehſtll Schwe 5 Auf, zum Kampf! Auf, zum Kan 115 luf, mir nach! Auf, zum Kampf! An zum Streit! Sieg und Tod! Seid bereit! Scd Gegeiſtert.) Zum Kampf! zum S Auf, folgt mir zum Waffentanze, He Der edle Tell im Kerker liegt; Sd Ihn befreit unſer Schwert, 18 Lanze, Auf, auf Brüder, auf, Freihe t ſiegt! He Auf, auf Brüder, auf! Freil iheit Auf, mir nach! Auf, mir nach! 4 Ha, fallt, ihr Sel avenketten,. O laßt unſern Tell, ihn uns rett en! Ihm den Tod, dem Tell, ihm den Tod? Zum id). Auf, i nach! Auf, Auf, au Ha, fallt, ihr Skla 5—— O laßt unſern Tell Er nur endet unſre Auf, zum Kampf! Auf „3 Tod! Seid bereit! er nur 3 unfre Not! n nach links hinaus 51 1 old(ab nach links). 9 5 50 ber uketten! Auf einer Wetterwo Dritter Ruflrikt. Du ſiehſtll nzerf ö ſiehſt Schweizerfrauen kommen von re Hedwig gle Dann Gemmy. Nr. 20. Recitativ und Terzett. reitl Schweizerfrauen. Ach, 1 Gebiete deinen Schmerzen! Hedwig, zurück! Zurück, die Feinde nahn. Hedwig(erdüſtert). Ma kag's! Er höre mich, der Tyrann! Schweizerfranen. O was hoffſt du von ſeinem Herzen? Den Tod! Den Tod! Hedwig. Mich zu erlöſen! Ich biete kühn ihm Hohn! Mein Gatte iſt dahin, verloren mir der Sohn! ts). O Mutter! Gemmy(aus der Ferne von rech hedwig. Wer nahet? Sie beobe Soll der Sohn mich beglücken? Gemmy und Mathilde(kommen von rechts). ichtet freudig erregt nacher Wilhelm Tell. Vierter Rufl rilt. Mathilde rechts. Gemmy in der Mitte 8 links. frauen zu Schweize Gemmy ein Hedwigs Armen). O Mutter! Hedwig. Er iſt's, Entzücken!— Er iſt's, er iſt's! Es iſt mein Sohn!— Es iſt mein Sohn! Seligkeit Gemmy und Hedwig. Seligkeit!— Hedwig. Doch weh mir! Dein Vater, nicht folgt er dir Gemmy. Er wird, der teure Vater, nein, er wird un nicht ſterben!(Auf Mathilde zeigend.) Ein Engel ihn ſchützt vor Verderben. Hedwig(zu 1 hilde). ſſin, mir; die— danket dirl] O laß den Gatten mir nicht ſterben, Beſchirme mild mein Lebensglück!— Mathilde. Ich gebe, Mutter, dir den lieben Sohn zurück Du ſiehſt in deinem Sohne des Schweizerlandes Wonnt Bald ſchweigt des Sturmes Wüten; Mit mildem Segensblick bekränzt mit Wonneblüten Euch gnädig das Gef Ich gebe, Mutter, dir den lieben Sohn zurück: Du ſiehſt in deinem Sohne des Schweizerlandes Wonnel Heil deinem Sohn! Euch kränzet mit Wonne Mild das Geſchick! Gemmy. Mathilde, Engel uns! Du führſt das Glückzurück! Wie auf die Nacht die Sonne, erblüht aus Schmerz uns Wonne; Bald ſchweigt des Sturmes Wüten; Mit mildem Segensblick, bekränzt mit Wonneblüten Uns gnädig das Geſchick! Mathilde. Euch bekränzt mit Wonne, mit Glück euch das Geſchickl Euch lächelt hold das Glück! Euch blühet das Glückl chick. Ge He U M 81 Seligkeit t er dir wird un zeigend.) dirl] 'n zurück 8 Wonn blüten Wonnel neblüten ick euch ckl 8 Glück! Gemmy. Mathilde, Engel uns, ſie führt das Glück zurück! Bekränzt mit Wonneblüten uns gnädig das Geſ Uns helt hold das G Mathilde, Engel ꝛ und Wonne; Bald ſchweigt des Mit mildem Sege Uns gnädig das Geſ Uns läch elt t hold das Glück! Uns blühet mit Wonneblüten Ar. 21.([Gebet und] Finale. DLU9 edwig(nimmt die Mitte). Wie, Herrin, willſt du noch bei uns verweilen, Willſt unſern Schmerz, willſt unſre Leiden teilen? O was kommt dir, was deinem Herzen gleiche! Mathilde. Ihr ſeht mich für den Tell bei euch als Geißel 8 weilen, zißt, für ſein Leben bürgt Mathilde euch. Ndolg: O mein Tell, was vermag, Teurer, dich mir zu rettenꝰ O Gott, ſei gnädig unſrer Not! Gemmy. In Altorf iſt er nicht? Mathilde. Auf dem See dort in Ketten. Hedwig(än größter Sorge).— dem See!— Gemmy(eilt nach rechts und holt eine Fackel). Hedwig. Und ſchon peitſcht t wild der Sturm ſeine Fluten! Ihm doppelt drohet dort der Tod Gemmy(kehrt mit der Fackel z rüch. Flammt denn, der Rache Gluten! Unſer Land ſoll dies Zeichen ſchn, Aus Flammenglanz uns ſoll die Freiheit auf⸗ „ 7 hedwig. Was hoffeſt 96 Gemmy. Ihn den Bund, er bricht Ketten! Wo Geßler, der Tyra den mag, er büß' unſre Schmach! echts ab.) Ihm den (Er eilt nach Fünfler Auftrilt. Die Vorigen ohne Gemmy. Mathilde. Im Sturm die Berge rund erbeben! Hedwig. Alles wankt; ach, ich zittre für ſein teures Er ſchaut 0 mehr den Tag!— (Knieend.) Du güt'e deinem T Flehe t ihrem Sohn Nicht Tod, die Tugend lohne, Laß untergehn hrannen Wut! O Gnade uns, hör' unſre Klage, Verbrechen treffe blut'ge Rache! Ew'ger, beſchütze des Gatten Tage, Ach, für ſein Land fließet ſein Bl Mathilde und Schweizer Frauen ekknieend). Ew'ger, beſchütze des 0 Tage, Ach, für ſein Land fließet ſein Blut! Leuthold(eilt von links herbei). — 2 Hechſter Auftrilt. Die Vorigen. Leuthold die Mitte nehmend. Alle Frauen(ſteh Leuthold. Folgt mir nach! Folgt mir nach. (Er zeigt nach dem See.) Nah ſah ich dort dem Lande Den Tell in wilder Sturmesuacht; Entledigt iſt er ſeiner Bande, auf). wo er nur auch unſre lan⸗ Leben, Das Steuer kühn er führt mit voller Macht. Tell Hedwig. 1 ch lan⸗ Mathilde. Auf, zu ihm hin! Alle. Auf, zu ihm hin! Geßl nach Gemmy Bewaffnete 8 Leben, in hö Blicken nach der Gemmy. Hedwig. Schweizer Männer und Frauen. Jeßler, d wird von d t, die Armb m Fußſtoß hinter r er). Hedwig und Gemmy(eilen i Tell(umarmt ſeine Lieben i vorn). nach (Große Bewegung der Freude übe Achter Auftritl. Tell zwiſchen Gemmy und Hedwig rechts vorn. Mathilde li Die Landleute zurückſtehend. Hedwig(beglückt). Du wieder mein! Gemmy(ebenſo). Mein Vater! Hedwig(erhobenen Blicks). Ew'ger, Dank di Nacht.(Tells Wohnhaus lodert in Flam tStunde!— egen d DSti rrt dein Lohn! Cell. Tyrann, Soldaten(entfernt vo Der Tell, er iſt entflohn; Ihm nach, er iſt verloren! Geßler(ebenſo). Ihm Rache geſchworen, Ihm Rache, ihm der Tod! Geßler und Soldaten(ebenſo). Ihm iſt Rache geſchworen, Ihm Rache n den Tod! U Hedwig lerſchr Tell(beſteigt raſch den Felſe Gemmy, Hedwig eu Tell(weiſt nach links). Entferut eu 3 Andern(en Geßler(erſcheint mit Gefolge rech ie Frauen(erſ vorn und nach links), ts hinten). n ſich eilig nach Neunter Auſtrilt. Geßler mit Gefolge rechts. Tell auf dem Felſen links. ſich). ilt dein Verderben, dir Tod, Tyrann! Er ſchießt.) Geßler(bricht tödlich getroffen zuſammen). Getroffen! Das Gefolge(nach allen Tell(ſpannt di . eiten fliehend). 8 Geſchoß! Geßler(wird unauffällig nach er Das volk der Schweizer(ſtrömt von allen (Gruppierungen der drei Kantone.) Tell(verläßt den Felſen und kommt nach rechts vor). Arnold und Walther Fürſt(kommen mit der großen S ſahne von rechts). Hedwig, Gemmy und Mathilde(kommen von links). (Große erregte Bewegung.) iten herbei). inks. Tyrann! Zehnter Auftlritt. Tell. Gemmy. Mathil rnold. Walther Fürſt. Hedwig. Volk der Se Stellung Männer von Schwyz„„ Hedwig. Triumph der heil'gen Sache! Hedwig und Gemmy. Sein Tod, er 55 unſer 5 Es ſiegt, ew ger r Danl, heil'ge Sach nicht vermag rnſtem Tage; eht, ihn ereilt des Frevels Rache, ie hat dem Tod ihn geweiht! ie 7N§ſind d walther Fürſt. O Freunde, ſel Laßt die Tyrannen, Fluch, Geßler Doch was ſeh *„ Er ſterbe der Tyrann! Tell. Freund, was ſoll'8ꝰ walther. Er ſoll bluten! Tell(nach hinten zeigend). Dort im See ſieh Hedwig und Gemmy. Heil, Heil, dir Heil! dir edler Vater Heil! Hedwig, Gemmy, Mathilde, 281 Fürſt, Schwelie Heil, Heil, ihm Heill dem Tell, dem Edl ſein Grab, die Fluten. Arnold. Alathilde. Ihr ſieget! Ihr ſieget! Altor Alle üb Arnold. (Das Gewitter hat ſic über den S den See Hedwig. Gemmy. Arnold. Tell. 0 0 vertrauet, So lang Altorfs feſte Burg ſtolz und hehr Mit ihren Türmen auf uns niederſchauet! (A6EJ, Heil uns, die 5 gburg iſt nicht mehr! 8 Die ſtolzen Mauern f zefallen! 9 rigen. Wir ſiegen! Altorfs ſtolz fallen. Vom Himmel blickt auf unſre Gaue Freiheit Glück en; es zeigt ſich ei Mein Vater, unſrer im Sonnenli ſtrahlt nach Sturmesnacht die Flammenpracht! Wie licht, ſo weit die Blicke reich en! Beuget euch vor des Schöpfers Er ſpricht zu uns in Gnadenzei Seht durch des Ew'gen hohe Macht Freiheit nach unſrer Leide usnacht Vom hohen Himmel niederſteigen. Freiheit nach 1 unſrer Leidensnachtl Seht, ſeht vom Himmel die Die Freiheit Joh. ſteigen! Joſ Freiheit nach unſrer Leidensnacht! Pitiumpr REOLARI Imelie Bar bier Ul Don Juan.? Ernani. Euryanthe. Eut ichrun Fra Diavol Fidelio. 2555. Figaros Hochzei Der Freiſchütz.s) 2530. 9 Die ſchöne Galat hee. Guſtav r Me 56. Haus Heiling. 3 La. Haus Sachs. 4488. W Die Hugenotten. 3651. D Die Jagd. 4556. 12 nieder⸗ Johann von Paris.ͤ) 3158. Der Joſe ‚h.8) 3117. Undine. isnacht! Die 2826. Der Der Li trank. 1144. Dde Lucia von Lammermoor.“) 3795.] De Luſtigen Weiber v. Windſor. 49[Die weiße Maurer und Schloſſer.?) 3037.[ De Das Nachtlager v. Granuada. 3768. Za Die 9 twandlerin 3999 Za Norma.“) 4019 Di Jedes Opernbuch iſt fü 2 Bei Beſtellung ) Der vollſtändige Klavier-Aus iſt ſchienen und für 2 Mark zu haben. D im JIUN. Vampyr. r Waffenſchr r Waſſerträg er 9 ger. Dame er Wildſchütz. mer. r 20 Pf. käuflich. en genügt die Angabe Leclan us„Univerſal-Bibliothet. 20 Pf. Bach. ortzing. Marſefre Von C. Cor Von Dr. Franz. Gluck. Händel. Haydn. Liſzt. 1. Von Ludw. Erinnerungen an Kich. Anſil und Muſiker zumann. gegeben von Dr. Heinrich Simon. 2. 2621/22. In 1 Band geb. 1 M. 75 Pf. jer ch 1 Aiuſſkaliſch e Aphorismen Pher n. 1550 Allgemei ine C. A. Berm. Wolff, f„ er ˖ r der Muſik. 1.— Geb. 60 Pf. Allgemoine Muſfil Ageſchir lle. Pop ulär dargeſtellt von Dr. E udwig Nohl, Dozent der Muſikgeſ ſchichte an der Univerſität Heidelberg. In Ganzleinenband: 1 Mark. Bremers Handlexikon der Muſik. Eine Enzyklopädie der Tonkunſt. erausgegeben von Brund Schrader. Nr. 1681/86.— In Ganzleinenband 1 M. 75 Pf. De VEBLAG vox PHIIIEP Krclaun WN. 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Richard Wagners Triſtan und Iſolde. Nr. 4768. Richard Wagners Ring des Nibelungen. Vorabend: Das Rheingold. Nr. 4789 1. Tag: Die Wallüre. Nr. 4790. 2. Tag: Siegfried. Nr. 4803. 3. Tag: Götterdämmerung. Nr. 4804. Richard Wagners Par rſifal. Nr. 4805. Die Meiſterſinger v. Nürnberg. Hiherd Wagner: Nr. 4816. Richard Wagners Rienzi. Xr. 4942. Georges Bizet: Carmen. Wr. 4886. Richard Strauß: Salome. Nr. 4855. Zacques Offenbach: Hoffmanns Erzählungen. Nr. 5036. Alultrierte Wochlenſchrift mit akfueller J W. 16 Irrel„ 7* NI Weltrundichdu Jährlich 52 Hefte d 30 PDfennig. Im Hbonnement pro Quartal: Bei ſpeienfreier Zultellung ins Haus 3 IIlk. 62 Pfi. 5 Kronen — Franken= 2 Kubel 1o Kopeken und im übrigen Huslandk 7 Ilurk 50 Pf. lluxus⸗Husgabe d Heft 50 Pf. Quartalspreis bei ſpelenfreier Zuſtellung ins Baus 5 IIk. 20 Pf. 6.50 Kronen= Franken=3 Rubel und im übrigen Husland 10 IIlark. 36 07875 1 0537 8