DR * Gesangstexte Operette in drei Akten von M. WEST und L. HELD Musik von SAKRETEEEERR Neufassung in 7 Bildern Buchbearbeitung von G. Quedenfeldt u. W. Brügmann Musikbearbeitung: ARTHUR BAUCKNER Ubersetzungsrecht vorbehalten/ Den Bühnen gegenüber als Manuskriptgedruckt/ Eigentum der Verlagshandlung BRUSSEL/ LONDON/NEWVORK Copyright 1936 by Bosworth& Co. Gesangstexte Operette in drei Akten von M. WEST und L. HELD Musik von CARL ZELLER Neufassung in 7 Bildern Buchbearbeitung von G. Quedenfeldt u. W. Brügmann Musikbearbeitung: ARTHUR BAUCKNER Ubersetzungsrecht vorbehalten/ Den Bühnengegenüber der Verlagshandlung en 605WOETH& CO, nt0 BRIUSSEL/ LONDONYNEWVORK Copyright 1936 by Bosworth& Co. EERSONEN Prinzessin Marie von österreich(I. Sängerin) Gräfin Salberg(Komischer Alt) v. Machinelli, Hofmarschall(Komische Charge; mittl. Stimme) Nelly, Zofe(Soubrette) Valentin, Diener(Sprechrolle) Prinz Max von Bayern, der„Obersteiger“(Tenor) v. Schrott, Kammerherr(Komische Charge; mittlere Stimme) Florian, Jagdgehilfe(Tenorbuffo) Zwack, Bergwerksdirektor Drastischer Komiker) Der Bürgermeister(Tiefere Stimme) Die Kellnerin Die Wirtin Der Kutscher Der Wirt Der Gendarm(Sprechrolle) Eine Oberin(Sprechrolle) Julie Fahnenschwinger(Sprechrolle) (Gemischtes Quartett) Hofherren, Hofdamen, Bergknappen, Bürger, Bauern. SSSII Das Stück spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts, der erste Alet im Schloß Hellbrunn bei Salzburg, der zweite und der dritte Akt in Berchtesgaden. I. Bild: Im Gartenpavillon des Schlosses Hellbrunn bei Salzburg. 2. Bild: Empfangssalon im Etzerschlößchen der Prinzessin in Berchtesgaden. Bild: Vor dem Salzbergwerk in Berchtesgaden. Bild: Im Innern des Berchtesgadener Salzbergwerkes. Bild: Wie Bild 2. Bild: Auf dem Schloßplatz von Beſellesgaley, Bild: Auf der Landstraße zum ieeee —— 8 Ouvertüre l. AKT 1. Bild. Nr. I. Introduktion l. (Zwack und Hofdamen.) ZWack. Ha-- Man weiß wohl nicht, was mir gebührt? Ich fühle mich schandbar blamiert. Das ist mir noch niemals passiert. Damen. Ja— was denn? Was denn? Was? ZWack. Wie kommt der Lümmel dazu? Damen. Ja— wer denn? Wer denn? Wer? 5 ZWack. 5 Dem tränk' ich's noch ein, dem Filou! Damen. Ja— wie denn? Wie denn? Wie? 11 ZWack. Ha, mir das, der doch so viel versteht, — ich Direktor bin und eine Kapazität! Damen. Wissen Wir, ist ja Klar. Und was wahr ist, ist wahr! So reg'n S' sich doch nicht S80 auf! B.& Co. 19061 ZWack. Doch, ich rege mich auf. Damen. Man nimmt doch manches in Kauf. ZWack. Nein, ich nehm' nichts in Kauf. Damen. Nun sagen Sie endlich doch, Was ist denn bloß passiert? Wir sind ja so gespannt Und auch so int'ressiert. Wenn es ein Skandal wär', Freut es uns nur um so mehr! ZWack. Eines schönen Tags, ich sitz' grad' beim Kaffee, Da kommt ein Brief vom Hof, etcetera p.p. „Stellen Sie mir einen jungen Mann Per sofort in lhrem Bergwerk an!“ Dieser junge Mann, das ist der reinste Hohn, Der kommt nur so daher Und hat schon Protektion. Gut, wie ich nun einmal bin, So sagte ich nicht nein Und Stellte ihn als Obersteiger ein. Damen. Was ist das, ein„Obersteiger“? Ein„Obersteiger“, ein„Obersteiger“? Damenl. Ach, der steigt im Bergwerk wohl nur oben rum? Damen ll. Das ist doch nur ein Titel, Gott, wie dumm! ZWack. Wohl geraten, meine Damen, Doch er tut auch noch ein bisserl mehr, Hören Sie nur, bitte, her: Er muß Geologie im Kopf hab'n, Muß mit riesenlanger Nase Kreuz und quer im Pfeilerbruchbau Schnuppern, ob's gibt Wettergase. Hängebank und Schüttelrutsche, Stollen, Flötze, Abbaustrecken, Alles muß ein Obersteiger Auf Geschmack von Salz abschlecken. Damen. Salz zu schlecken, oh, wie fade, Wir sind mehr für Schokolade. Doch, was hat der Mann gemacht, Das Sie hat so in Wut gebracht?— ZWack. Ja, ich bin in Wut geraten Uber dieses Burschen Taten. Mich soll die Prinzessin hör'n, Ich Werde mich beschwer'n. Stellen Sie sich vor, Der Kerl geniert sich nicht, Er macht ans Marschallamt Auf mich'nen Schandbericht. Schreibt, das Bergwerk, das mir anvertraut, Sei durch mich verschlampt und ganz versaut. Bisserl Schlamperei, was ist denn schon dabei? 's gibt's auf der ganzen Welt, Wo Beamte angestellt. Dieser aber schwärzt mich an Und übertreibt gemein, Und das stellt man als Obersteiger ein! Damen. Das also ist Ihr Obersteiger, Ihr Obersteiger, Ihr Obersteiger! Daß Sie dieser Obersteiger S0 sekiert, Das hat uns wirklich furchtbar int'ressiert. ZwWack. Eil Skandal ist's o eic en! S0 Was O Ssein! Doch wie gesagt, ich tränles illm ein! Damen. Solche Ja, Wer hätt Er schlecke Salz und macht Berichte, Und das End' von der Geschichte Scheint uns ja in diesem Fall Ein ganz riesengroßer Mordsskandal! 8 1 das gedacht: Nr. 2. Auftrittslied Florians. (Leiser Jodler.) Holdrio duljö, Holdrio duljö. Duljé Tief in den Bergen drin, Wo ich geboren bin, Da, ja da nur ganz allein Kann meine Heimat sein. Droben bli 5 Edelweis Wier sich' 1 holen weigß, Der hat echten Mut, Dem liegt die richtge Schneid in seinem Blut. (Gesprochen.) Schön ist's, wenn man so in aller Herrgottsfrüh' auf dem Berg steht und die Sonne geht auf! (Gesungen.) Da rötet sich das Felsengestein, Die Bergwänd' glüh'n im Frühsonnenschein. (Gesprochen.) Und wenn ich dann in den Hochwald komme, wWo es 80 Still ist wie in der Kirche, 0 (Gesungen.) Da mein' ich immer, es geht ins Parad (Leiser Jodler.) Holdrio duljö, Holdrio duliö. Duljö! Bergland, mein Heimatland, Du hast mein Herz gebannt. Deine Wunder sind stets neu, Dir bleib' ich ewig treu! Berge und Jägerei Sind meine Schwärmerei, Sonst gibt's nur noch eins auf der Welt, Was mir gefällt: Blonde Mädeln sind mein Fall, Nicht zu schlank und nicht zu drall. Doch auch reizend ohne Zweifel Ist ein rechter schwarzer Teufel. Aber soll's'ne Braune sein, Ja, da sag' ich auch nicht nein. Doch gleich brenn' ich ganz und gar Für ein Mädel mit fuchsrotem Haar! (Unterdrückter Juchzer; angedeuteter Tanz.) Ich trag' kurze Wichs lies Und will ein Jäger sein, sonst weiter nix! Nr. 3. Auftrittslied der Prinzessin. (Mit dem Chor der Hofdamen.) Prinzessin. Eine Prinzessin, ganz unerkört, hinein. Die ist doch schließlich auch noch was wert! Schikaniert man sie, Kommandiert man sie Sans facon? Ich sag': Non! Aber der Gipfel, pfui, wie gemein, Zwingt man mich gar in die Ehe hinein! Soll ich das dulden, Ohne Verschulden? Soll ich s0o töricht sein? Ich sag': Nein! Hofdamen. Kaiserliche Hoheit—— Prinzessin. Macht Euch doch nicht lächerlich! Hofdamen. Wie sollen wir Sie nennen? Prinzessin. Nennt Pechmarie, von mir aus, mich! Euch fatal, Mir ist's egal. Ich mein' es wirklich ernst und gar nicht scherzhaft. Hofdamen. Ach, gar zu komisch wär' das doch, Sie sind Prinzessin immer noch, (Uns ist es gar nicht ernst und wWirklich scherzhaft. Prinzessin. Jung müßt' mein Gatte sein, Grohß, elegant und fein, Auch wünscht ich, daß er Wär' Keck, aber nicht zu sehr. end vor Ubermut, Daß alle Frau'n ihm gut. Auch voll Temp'rament en ich den Gatten mir, Wenn ich ihn nur fänd'! Hofdamen. Jung soll er sein, Elegant, keck und fein, Und auch Sprühend vor Ubermut soll uer sein. Ja, so wünscht' sich die Prinzessin ihn. aft. aft. Prinzessin. Fängt er dann Mal zu streiten an, Mach' mir nichts draus, Kratz ihm höchstens die Augen aus! Wehrt er sich und beschwert er sich, Dann wird es erst vergnügt im Haus. Ja dann, ja dann, lch kratz' ihm die Augen aus, Ja die Augen aus, Dann wird es erst vergnügt im Haus! Hofdamen. Fängt er dann Mal zu streiten an, Macht sie sich nichts draus, Kratzt' ihm höchstens die Augen aus! Ja dann, ja dann wird's erst vergnügt im Haus! Prinzessin und Hofdamen. Ach, wenn die Welt doch ohne Männer wär'! Dann wär' das ganze Leben nicht so schwer. Das wäre wunderschön, Wir wären gleich dabei, Dann wär'n wir frei, Hei! Nr. 4. Duett. (FlorianNelly.) I. Florian. Nicht bei Hof nur, auch auf Bergen Finden sich gar manche junge fesche Leut. Eins der schönsten Exemplare Kannst Du, wenn Du willst, Mein Mädchen, küssen heut'! Nelly. Ja, mein Herr, ich muß gestehen, Sie sind jung und sehen wirklich schneidig aus. Doch bei Hofe hat man Haltung, Fällt nicht mit der Türe gleich ins Haus. Florian. Auf den Berg en hat man's Herz am rechten Flech, Jort herrscht Freiheit und Humor, Wenn ein Mädel nur ein hübsches Goscherl hat, Sagt man gleich ihm leis' ins Ohr: Refrain: Es ist ja schließlich nichts dabei, Wenn sich zwei Menschen küssen. Was Küssen und was Liebe sei, Muß auch ein Mädchen wissen. Der Herrgott hat es so bestimmt Und der hat seine Gründ'! Drum Mädel, zier Dich länger nicht: Ein Kuß ist keine Sünd'! II. Nelly. Zugestanden, in die Berge Paßt ein solcher Ubermut gewiß hinein. Aber zwischen Goldtapeten Muß man sich beherrschen und manierlich sein. Florian. Geh mir doch mit Goldtapeten, Die sind auch nicht besser als das Tannengrün! Wier viel fragt, bekommt viel Antwort. Frag' nicht, wenn die jungen Herzen glüh'n. Nelly. Denk ich drüber nach und überleg' ich's recht, Kommt mir das sehr richtig vor! in. in! it, Also geb' ich meinem Her⸗ Und 8 geht es leicht Refrain: Es ist ja schließlich üente⸗ Wenn sich zwei Mensc Was Küssen und Was 155 Sei, Muß auch ein Mädchen wisse Der Herrgott hat es so béstimmt Und der hat se eine 8 81 ründ'! Drum, Mädel, zier' Dich länger nicht: Ein Kuß ist keine Sünd'! Nr. 5. Duett. (Prinz Prinzessin.) . Prin z. Nehmen wir an, ich sei nicht der Mann Als der ich vor Ihnen stehe- Prinzessin. Sie sind wohl Baron und noch viel mehr, Vielleicht ein verkappter Millionär?— EFIEIA Wie gefiel ich lhnen dann? Prinzessin. Soweit ich Sie verstehe—— daß Sie ein Ober⸗ Stéiger sind EIIIRRR Das ist's, was ich schade find'! Prinzessin. Wir sind alle doch einander gleich, Man hört das immer 80 erzählen— Prinz. Ein Grundsatz, der vielen nicht genehm, 4 Die finden so etwas unbequem. Prinzessin. Wenn man nur den Mut dazu besitzt— Prinz. Mir würde es daran nicht fehlen, Doch immer bin ich abgeblitzt—— Prinzessin. Doch fragt es sich nur bei wem?— Prinz. Aber geh'n Sie, aber geh'n Sie, Der Prinzessin fällt manches wohl schwer— Aber seh'n Sie, aber seh'n Sie, 1 Ich fänd's wunderschön, Wenn es mal wirlelich S0 Wär'! Prinzessin. Aber geh'n Sie, aber geh'n Sie, Wäre es so mit den Menschen bestellt, Ja, dann seh'n Sie, ja, dann seh'n Sie! Nichts Unmögliches gibt's auf der Welt. Prinz. Ja, auf Ehre, wenn's so wäre, wenn's s0 wär' bestellt, Ja, dann seh'n Sie, nichts Unmögliches gibt's auf der Welt! II. Prinzessin. Nehmen wir an, was sagen Sie dann, Wenn ich nicht Prinzessin wäre— 7 Prinz. Ein Mädel, nur aus dem Bürgerstand, Ein Dirndel vielleicht, so recht vom Land? Prinzessin. Nun, wie fänden Sie denn das? lt, Uuf Prinz. Sie wollen damit sagen, Weil Sie aus einem Fürstenhaus— Prinzessin. Da mach' ich mir gar nichts draus. EFIiII2 Sie sind hell umstrahlt von Macht und Glanz, Man hört das doch so schön oft schildern— Prinzessin. Sehr richtig, doch unter uns gesagt, Wie gut hat's oft eine Bauernmagd. PFIH2 Bauernmädel lieben brav und schlicht. Prinzessin. Sie sprechen wirklich sehr in Bildern— Sie glauben wohl, ich kann das nicht?— Prinz. Das habe ich nicht gesagt! Prinzessin. Aber geh'n Sie, aber geh'n Sie, Stellen Sie sich zum Scheine nur dumm?— Ja, hier seh'n Sie, ja, hier seh'n Sie, Wer verliebt ist, der kümmert den Teufel sich drum. PFEIIAR Aber geh'n Sie, aber geh'n Sie, Ist es so mit der Liebe bestellt, Ja, dann seh'n Sie, ja, dann Sel'n Sie: Nicht Unmögliches gibts auf der Welt! Prinzessin. Ja, auf Ehre, wenn's so wäre, wenn's so wär' bestellt, Ja, dann Sel'n Sie, nichts Unmögliches gibt's auf der Woelt! 13 Nr. 6. Finale l. Hofdamen. jetzt endlich ist die Stunde da, Wie wir uns freu'n! Ein altes Band, von Land zu Land, Wird sich erneu'n! Diese Stunde, sie gibt Kunde: Zweier Herzen Glühen, zweier Länder Blühen Gilt es zu betreu'n. Hofherren. Wir kamen gern aus deutschem Land, Weil unser Fürst sein Glück hier fand. Alle. Ja, diese Stunde, sie gibt Kunde: Auch malW/ eltgeschichte hängtan einem Liebesband. Hofdamen. Wo bleibt denn unser Hofmarschall? Man sieht ihn sonst doch überall Bei einem großen Hofempfang, Wo's Etikette gilt und Rang. Und heute— kann man das versteh'n— Soll'n Wir ihn gar verspätet seh'n? v. Machinelli (tritt sehr verstört auf). Hofdamen. Aber nein, er trifft ein, doch seltsam, ganz allein. Hofherren. Auch unser Hofmarschall kommt nicht, Er hält doch sonst auf Schick und Pflicht. Als Muster gilt er weit und breit Und hält auf große, strenge Pünktlichkeit. vV. Schrott EKommt ebenfalls sehr aufgeregt herein). nd. ein. Hofherren. Gottlob, da kommt er angerannt, jedoch trotz Stern und Staatsgewand Echauffiert, konsterniert!l Ist da was passiert? Hofdamen (zu Machinelli). Ach sagen Sie, Herr Hofmarschall, Man sieht Sie sonst doch überall, Vo's Etikette gilt und Rang Beim Hofempfang. Und heute lassen Sie uns fast im Stich? Und, bitte, wWie erklärt es sich, Ganz allein? Ja, was soll das sein? V. Machinelli (übergibt Herrn v. Schrott ein Schreiben). Dieses Schreiben der Prinzessin Halt' ich zitternd, bleich wie Wachs. V. Schrott (übergibt ebenfalls einen Brief dem Marschall). Und ich halte, Unheil witternd, Einen Brief hier von Prinz Max. (Liest.) Ein höchst peinliches Erlebnis Führte mich zu dem Entschluß—— V. Machinelli (liest). Bitte vielmals zu verzeihen, Daß ich mich entschuld'gen muß— Bin untröstlich— aber leider— Zur Verlobung noch zu früh—— v. Schrott (aus seinem Brief weiterlesend). Ich bin abgereist, verzeih'n Sie,— Besten Gruß— Prinzeß Marie. 16 OShor. Sie ist fort! Das ist ja wohl nicht wahr— V. Machinelli und v. Schrott (kläglich). Es steht doch hier im Brief ganz sonnenklar! Chor. C'est un malheur! V. Machinelli und v. Schrott. leh kann nicht mehr! Ohor. Oh, quel horreur! (Zwack tritt auf.) Alle. Ja, Wer ist denn das? Ja, was kommt denn da? Ja, was macht sich da so breit? WO kommt das her, wWo will das hin Im wunderschönen Kleid? ZWack. Ach bitte, zürnen Sie mir nicht, Ich bin ein Opfer meiner Pflicht! Ich heiße Zwack, man kennt mich schon, Ich bin die Bergwerksdirektion. Statt der Audienz, die ich erbat, Erhielt ich diesen Kleiderstaat— Ich kam wohl rein, doch nicht mehr raus, Drum schau ich auch entsprechend aus! Doch jetzt verlier' ich die Geduld, Der Obersteiger ist dran schuld. 8 Alle. Wieder einmal der Obersteiger, der Obersteiger, der Obersteiger! Dieser junge Mann ist wirklich wundervoll, Er tut, scheint's, immer das, was er nicht soll. Prosa. Chor. Wou Verlobungsstrauß, Es geht ganz anders aus, Zwar ist das Geschenk sehr ehrenvoll, Doch, der man's überreichen soll, Die ist ja nicht mehr da Wer weiß, was da geschah Prinzessin Marie War s0 entzückt, Daß sie sich gleich gedrückt. v. Machinelli, v. Schrott und Zwack. Wir sind sehr deprimiert, Daß uns so was passiert. Chor. Wir kondolieren, wir kondolieren. v. Machinelli, v. Schrott und Zwack. Das Beste ist da schon, Wir gehen in Pension. (Sie gehen zu dritt in geknickter Haltung ab.) CHhor (ihnen lachend nachrufend). Welch Pech für die Nation! Hofherren. Pardon, was sollen wir Jetzt mit den Blumen hier? Wird aus der schönen Blumenpracht Nicht für die Damen was gemacht? Hofdamen. Ja, wir haben Blumen gern, Drum bitte, meine Herrn Sei'n Sie galant- Auch wir haben Blumen gern, Ja, ja, ja, ja, auch wir hab'n Blumen Hofherren. Auch sie hab'n Blumen gern, Wir sind galante Herrn. Auch sie hab'n Blumen gern! Ja, ja, ja, ja, auch sie hab'n Blumen gern! Alle. Verlobung ohne Braut, Das klingt nicht sehr vertraut! Der Bräutigam, wo bleibt denn der? Vielleicht kommt er jetzt auch nicht mehr? Wir machen uns nichts draus, Wir gehn zum Festtagsschmaus, Und ist das Brautpaar auch nicht da, Wir rufen doch: hoch— hoch— hHurrah! (Alle begeben sich nun nach rückwärts hinaus in den Park zum Schloß.) Prosa. CHor (Von weitem). Und ist das Brautpaar auch nicht da, Wir rufen doch: hoch— hoch— hurrah! II. AKT 2. Bild. Nr. 7. Einleitungsmusik. (Marsch der Knappschaftskapelle.) Nr. 8. Melodram und musikalische Szene mit Spielwerk. Nr. 9. Ensemble. (Prinzessin, Gräfin, Hofdamen.) Alle. Ja, heute geh'n wir tanzen, Wir toben uns mal aus, Und wer ein Spielverderber, Der bleibe gleich zu Haus. Wir sorgen uns nicht weiter, Borgen Schuh' und Kleider, Hut aus Lack mit Band, Mantel, Cape und Gürtel, Handschuh 9¾, Sonst noch allerhand. Gräfin (gewichtig). Und ich als Oberin geh' mit! Prinzessin. Wenn man nur die richtige Schneid' hat Und zwei flinke Beine, Alles geht dann wie am Schnürchen, Sorgen macht euch keine! 20 Alle (mit ausgelassener Fröhlichkeit). Wenn man nur die richtige Schneid' hat Und auch Temp'rament— (Frömmelnd.) Lieber Gott, laß dich erbitten, Daß uns niemand kennt! Gräfin. Nur keine Angst, ich passe auf! Prinzessin und Damen. Schicksal, nimm jetzt deinen Lauf! Gräfin. —— Mut, nur Mut. Prinzessin und Damen. Oenon gut, schon gut. Alle. Ja, heute gehn wir tanzen Und toben uns mal aus, Wir tanzen bis zum Morgen Und gehen nicht nach Haus. Wir lachen um die Wette Auf Zwang und Etikette, Sind aus Rand und Band. Fragt man uns nach Namen Und woher wir kamen: (mit einem Knix) „Findelkind vom Land!“ Gräfin (gewichtig). Und ich als Oberin geh mit! Prinzessin. Wenn man nur die richtge Schneid' hat Und zwei flinke Beine, Alles geht dann wie am Schnürchen, Sorgen macht euch keine! S ——— Alle. Wenn man nur die richt'ge Schneid' hat Und auch Temp'rament, Lieber Gott, laß dich erbitten, Daß uns niemand kennt! Gräfin. Nur keine Angst, ich passe auf! Prinzessin und Damen. Schicksal, nimm jetzt deinen Lauf! Gräfin. Nur Mut, nur Mut! Prinzessin und Damen. Schon gut! Schon gut! (Alle tanzend ab.) Nr. ga. Zwischen-Musik. 3. Bild. Nr. 10. Introduktion II. Florian, Nelly, Wirt, Wirtin, Kellnerin, Kutscher) . Florian Eingt, Zither spielend, versonnen vor sich hin). Und ich hab' Dir in d' Augerl g'schaut, Die Augerln war'n trüb! Und ich hab' mir's nicht sag'n traut, Daß ich Dich so lieb. Denn ich lieb Dich so fest, Wie der Baum seine Ast', Und wie der Himmel seine Stern', Grad' so hab' ich Dich gern. (Jodler.) Nelly (ist zufällig vorübergekommen, stehen geblieben und singt jetzt, ohne daß Florian es merkt, die zweite Strophe mit). II. Hinter'm Gartenzaun, tief im Jasmin, Sitzt Stärin und Star. Alle jahre bau'n sie's Nest dorthin, Wäo's alte Nest war. Und wie's die Staren zieht zum alten Strauch, So lockst Du mich auch. Und drum ist dort allein für mich ein Platz, Wo Du bist, mein Schatz. (Jodler.) Wirt, Wirtin, Kellnerin und Kutscher (ind, vom Gesang angelockt, aus dem Hause getreten und singen, fast unbewußt, die dritte Strophe mit). III. Wenn Frühlingszeit zu Ende geht, Ist's Blühen vorbei. Alle Blumen sind im Wind verweht, Adieu, schöner Mai! Nur mir allein vergeht der Frühling nie, Hab' Dich ja, Marie! Mir lacht der liebe Frühling immerzu, Mein Frühling bist Du! (Jodler.) Nr. 11. Aufzug der Prinzessin und ihrer Hof⸗ damen als Findlingsinstitut. (Ode an den Frühling.) Alle. Das Glöcklein klingt im nahen Tal, Die Vöglein zwitschern so munter, tui, tui, tui, Des Früthlings erster Sonnenstrahl Hüpft fröhlich das Bächlein hinunter, hui, hui. Gräfin. Schäkernd im Grase Eläsin und klase Prinzessin und Damen Lächeln und sind sich gut, Rr Gräfin. Kühe und Kälber Eüflens eAbsHE Prinzessin und Damen. Wie wohl der Frühling uns tut. Ach, wie gut! Der Klausner mit dem langen Bart Hätt' sich so gerne rasiert, Wieil er sogar im Büßerkleid Ein Frühlingsahnen spürt. Prinzessin und Gräfin. Drum laßt ertönen Psalter und Harfe, Damen. Wie es dem Wunder des Frühlings gebührt. Prinzessin und Gräfin. Omnes delectat Veris juventus Damen. Omnes delectat Veris juventus— Alle. Drum laßt ihn uns preisen Mit zierlichen Weisen, O Frühling, wie bist du so schön! (Nun fröhlich werdend.) Die Ziege und der Ziegenbock, Die greifen schon zum Sonntagsrock, Ein Frühlingswalzer, eins, zwei, drei—— Prinzessin (wieder ernst). Quod licet jovi Non licet bovi— lala— Alle (Wwieder ernst). Quod licet jovi Non licet bovi— lala- Nr. Ila. Festzug zum Nr. 12. Einfahrt ins Bergwerk. ble.) Dialog— Tanz— Dialog. (Ensem Bürgermeister (tritt vor). leh bitt' um Ruhe jetzt, das Fest beginnt, Wir fahr'n ins 8W8 K ein, jetzt gleich geschwind. Soli und Chor O, das wird herrlich sein, wir fahren ein! 3Zürgermeister. Den alten Ber; zannsbrauch v ersäumt mir nicht: Bei jedem Bergwerksfest ist's PII5 pPpenpflicht: Man fährt nur paarweis' ein und gibt der Dame, Die man erwählt, sein Grubenlicht. Prinz. Drunten im Schacht Ewig in Nacht, Sucht sich der Bergmann sein täglich Brot. 8 blinkt in der Schicht Stets nur sein Licht, Nicht sieht er Morgen- noch Abendrot. Prinzessin Wie das Geleucht dem Bergmann die Nacht erhellt, Ist zum Lichte des Lebens die Frau bestellt, 6 Strahlt in Herzensnacht, Hat Glück und Licht gebracht. Prinz. Wie das Licht die Nacht erhellt, Ist dem Mann die Frau gesellt. 24 e Soli und Chor. Drunten im Schacht, Ewig in Nacht, Sucht sich der Bergmann sein täglich Brot. '§ blinkt in der Schicht Stets nur sein Licht. Nicht sieht er Morgen- noch Abeéndro Wie das Gèleèucht dem Bergmann die N- acht erhellt, Ist zum Lichte des Lebens die Frau bestellt. Wie sein Licht die finstre Nacht erhellt, Ist im Leben ihm die ul boctellt, Strahlt in des Herzens Nacht Und hat Glück ihm gebracht! Jetzt das Leder an und auf die Kappen dann, Laßt schnell die Hunte! Und gleich Platz genommen, Und dann lose gefaliren mit Glückauf! ODie Hunte werden vorgefahren, alles steigt paarwe ise ein): Glückauf, Glückauf, Glückauf mit frohem Mut, Heut gibt's ein Fest und alle Arbeit ruht. Ilm Festesglanz erstrahlt der dunkle 15 acht, Glückauf, Glückauf, zum Tage wird die Nacht! Ein jeder setzt zur Fahrt hinab Sein Mädel vor sich hin, Daß ihr nichts dabei passiert, Und sie nicht den Mut verliert. Man sucht sich seinen Vordermann Und wünscht einander dann Zum eil'gen Lauf: Glückauf, Glückauf! Und dann geht's runter, immer runter In die tiefe Unterwelt So in 8 9 Galopf Wie's dem Bergmann 115 geéfällt. Und dann geht's Sechzig j Stebꝛig, achtzig, Neunzig, hundertt tausend Schuh, Und eh' du's denkst, bist drunt' im Nu! 26 Nr. 12a. Zwischenmusik. ODie Rutsche ins Bergwerk.) 4. Bild. Nr. 13. Lied des Prinzen. (Mit Chor.) Grubenlichtertanz. I. Prinz. Zieht der Bergmann aus das Leder, Dann bedeutet's ihm ein Fest, Wieil nach Müh' und Plag' ein jeder Sich vom Frohsinn tragen läßt. Denn beim Feiern, wie beim Küssen Rasch zu sein, ist Bergmanns Art, Kann der Steiger doch nie wissen, Ob er heimkehrt von der Fahrt. Gilt's erst da— für St. Barbara, Nimmt er Freude, Licht und schöne Frauen Mit zum Schacht, 1 Macht zum Tag die Nacht, Als leuchte die Sonne auch hier— OChor. Als leuchte die Sonne auch hier— Prinz. Als leuchte die Sonne auch hier! Heut' ist heut', heut' ist heut', Nutze den Augenblick, Eh' Dich's gereut! Chor. Heut' ist heut', heut' ist heut'— + Chor und Prinz2. Heut' gibt's nur Frohsinn und Freud'! II. Prin 2. Hört, Ihr Frauen, wenn ich sage Herrlich ist des Bergmanns Los, Schätze fördert er zutage Aus der Erde dunklem Schoß. Doch nicht minder sollt Ihr preisen, Wenn Ihr heut' sein Loblied singt, Daß er Euch statt Salz und Eisen Liebe auch entgegenbringt. Gilt erst da- für St. Barbara Nimmt er Freude, Licht und schöne Frauen Mit zum Schacht, Macht zum Tag die Nacht, Als leuchte die Sonne auch hier— Chor. Als leuchte die Sonne auch hier— Prinz. Als leuchte die Sonne auch hier! Heut' ist heut', Nutze den Augenblick Eh' Dich's gereut. Chor. Heut' ist heut', heut' ist heut“— SChor und Prinz. Heut' gibt's nur Frohsinn und Freud'! Tanz der Grubenlichter. Nach dem Ballett: Alle Soli und Chor. Zur Polonaise stellt Euch an, Und es beginnt der Tanz sodann. Ein Bergmannsfest, das ist apart, Denn froher Mut und leichter Sinn ist Bergmannsart. (Alle marschieren mit Lichtern paarweise in den Stollen rechts 28 in Polonaise ab. Es bleibt nur der Wirt.) Nr. 14. Duett. (Prinz und Prinzessin.) Prinz. Wir sind im Stollen ganz allein, So hab' ich mir's immer gedacht. Prinzessin. Auch ich wünscht' mir Zu sehen hier, Was lebt und webt tief im Schacht. Prinz. Die Felsenwand raunt allerhand Von Dingen, die oben verweh'n.. Versteh'n Sie, was ich sagen will? Hier sieht man sich an, verträumt und ganz still, s ist wie ein heimlich Sichversteh'n. Prinzessin. Ich bitte Sie, weiter zu geh'n. EFfIII2 Hier sind Bergłristalle, Eingebettet tief im Stein— Prinzessin. Glasklar sind sie alle- Prinz. So wie Herzen sollten sein. Prinzessin. Wohin führ'n die Gänge? Führ'n ins Dunkel sie zurück? Prinz. Sie führ'n aus der Enge, Führ'n ins Lichte, in das Glückl Möchtest Du einmal recht glücklich sein, Komm' und fahr' mit mir frisch in die Welt hinein! Beide. § lockt so süß, nütze den Augenblick, Komm' und besinn' Dich nicht, Wir fahren, wir fahr'n ins Glück!l Prinzessin. Mir scheint, wir kehren lieber um, Sie fahren mir etwas zu schnell. Prinz. Ich mach' es, wie der Sturzbach dort, Der donnert herab im Gefäll. Prinzessin. Doch sagten Sie, Es fängt ein See Die schäumenden Wasser hier auf. Versteh'n Sie, was ich sagen will, Man schäumt erst wild, doch dann wird man still Das Leben macht uns abgeklärt— Pri n2. Wer hat Sie denn sowas gelehrt? Prinzessin. Ei, man intressiert sich für so viel, was man hier sieht. EFIin2 Darf ich Sie was fragen? Prinzessin. Wienn mit Anstand es geschieht— 30 Pri n 2. Glauben Sie an Liebe auf den ersten Augenblick?„ Prinzessin. Das ist eine Frage, eine Frage an das Glück! Prin z. Möchtest Du einmal recht glücklich sein? Komm' und fahr' mit mir frisch in die Welt hinein! Beide. '5 lockt so süß, nütze den Augenblick, Komm' und besinn' Dich nicht, Wir fahren, wir fahr'n ins Glück! Nr. 15. Finale II. (Zwack, Prinzessin, Prinz, Bürgermeister, Nelly, Wirt, Florian, der gesamte Chor.) Soli und Chor (Kommen von der Polonaise zurüch). Glückauf, Glückauf und Bergmannsheil Zu frohem Fest und kurzer Weil'! Glückauf, Glückauf zu Tanz und—— (Alle stutzen und bleiben stehen.) Was ist los? Sagt's doch bloß! Was ist hier denn nur gescheh'n, Daß wir Sie so in Verwirrung seh'n? Hört nur, wie es kracht! Habt acht! Habt acht! Macht uns klar: Sind wir gar in Gefahr? Prinz. Nur Ruhe, nur Ruhe,'s ist alles nicht so schlimm! Es Spielt ein dummer Zufall bloß: Das Feuerwerk, zu früh ging's los! Es solltè erst zum Schlusse kommen Oben am Portal, Doch brennt es jetzt schon ab inzwischen Durch ein falsch' Signal. CHhor. letzt ist der ganze Spaß verdorben 5 3 7 Das ist sehr fatal! Soli und Chor. So ein Pech! Das ist toll! Welch ein Schlag! Jammervoll! Das Feuerwerk, das schöne Feuerwerk ist futsch! Bürgermeister. Das Geld fürs Feuerwerk ist hin— Das muß bezahkn, das ist ganz kKlar, Wer schuld an diesem Vorfall war. (Schaut suchend im Kreise, ob sich der Schuldige meldet.) Prinzessin (tritt hervor). Ich, ich hab's getan, Ich allein bin schuld daran! Wieiter muß bekennen ich: So, wie Sie hier sehen mich— Prinz (källt ihr in die Rede, um sie vom Geständnis ihres Standes zurückzuhalten). Halt, jetzt rede ich! (Harmlos zu den Leuten gewandt.) Dieses Fräulein hier, Das konnte nichts dafür! Sie wußte nicht, wenn man dort zieht, Daß gleich da ein Feuerwerk sprüht. Bürgermeister (mürrisch). Auch wenn's sich 80 verhält, Kost's trotzdem sehr viel Geld! Und wenn sie's nicht bezahlen kann, Dann muß halt der Vater ran! 32 Nelly, Florian und Chor. Ha, ha! 5 Wie sich die Sache verhält, Das kostet sehr viel Geld! (Nelly lacht unbändig.) ZWaCE (für sich). Scheußlich! Nelly, Florian und Chor. Doch der Vater, wer ist der? Der Vater, der muß her! JWaͤCE (für sich). Gräuslich! Bürgermeister (zur Prinzessin). Sag' mir jetzt, wie Du heißt, daß ich gleich — 7—— 8 Deinen Herrn Vater such' und ihm die Rechnung 0 reich'! Prinzessin. Großer Gott, steh' mir bei, Fragt er so, wer ich sei! (Sieht zum Prinzen hin, der ihr Zeichen macht, nichts 2u gestehen; plötzlich mutig): Einerlei! Ich heiße(Knixt): Julie Fahnenschwinger. Bürgermeister (Stockend vor Uberraschung). Was— Du bist Julie Fahnenschwinger?? (Sieht Zwack durchbohrend an.) ZWacCK EZitternd vor Angst). O, jetzt ist alles aus, Jetzt kommt die Sache raus! Bürgermeister. Meine Herr'n, hör'n Sie Zzu, '5 fällt mir zwar ziemlich schwer, Doch ich sag's: der Vater, der ist der!! (Ceigt auf Zwack.) JWaCEK (ein Bild des Jammers). Stimmt! Nelly sich vor Lachen schüttelnd, gratuliertdem, Institutsmädel“.) Nelly, Florian, Bürgermeister und Chor, Na, da hab'n wir'n Vater ja! Schwerbekümmert steht er da! (Ausgelassen.) „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein aber sehrIII“ Da steht der Herr von Zwack In seinem blauen Fracłe, Seine Freude sich auf dem Antlitz malt, Herr von Zwack, der zahlt! Prinzessin, Gräfin und Prinz. Das ist wirklich gar zu toll! Wie das bloß noch enden soll? Das Maß ist übervoll! Bildet er sich wirklich ein, Sie soll seine Tochter sein? Ob er nun grollt oder prahlt, Herr von Zwack, der zahlt! Pri n2. Herr Bürgermeister, Auf ein Wort! Für den Schaden verbürge ich mich, Alles bezahle ich. Alle (außer Prinz). Wie? Alles zahlt er? Wo nimmt er's denn her? 34 Wer verliebt, der fragt nicht lang', Sieht nur in ihre Augen! Dialog. Alle (außer Prinz, Prinzessin und Zwacl). Was macht er nur, der Obersteiger? Der Obersteiger, der Obersteiger? Wenn's auf diese Weise noch lang' weitergeht, Dann macht er noch die ganze Welt verdreht! Prin 2. Eine kleine Fahrt, ganz auf gut Glück Prinzessin. Die führt' uns beide heut' zusammen. Beide. Beseligt kehrten wir zurück, Für uns war's eine Fahrt ins Glück! Gräfin und Hofdamen. Das ist unmöglich! Das ist unmöglich! Das ist unmöglich! Pri n 2 (Wendet sich lächelnd zur echauffierten Gräfin). Aber geh'n Sie, aber geh'n Sie, Warum nehmen Sie uns das s0 krumm? ja, hier seh'n Sie, ja, hier seh'n Sie, Wier verliebt ist, der kümmert den Teufel sich drum! Gräfkin. Ganz unmöglich, ganz unmöglich! Nein, und hätten Sie noch s0 viel Geld, Nein, nein, nein, geprellt! Pri nz. Wenn die Liebe vom Himmel fällt, Ja, dann seh'n Sie, ja, dann seh'n Sie, Nichts Unmögliches gibt's auf der Welt! Gräfin und Hofdamen. Ganz unmöglich! Ganz unmöglich! Nicht um viel Geld! Nein! Nein! Geprellt! Alle übrigen Soli und Chor. Aber geh'n Sie, aber gehn Sie, Waenn die Liebe vom Himmel f Ja, dann seh'n Sie, ja, dann seh'n Sie, Nichts Unmögliches gibt's auf der 36 III. AKT 5. Bild. Nr. 16. Wander-Duett. FlorianNelly.) I. Florian. Wenn es dunkelt und der Mond sein Licht anschürt, Wird das Wanderränzel heimlich zugeschnürt. Nelly. Frohen Muts, von allen Sorgen unberührt, Folgen wir dem Weg, der in die Ferne führt. Florian. Berchtesgaden, du schnödes, adieu, behüt' dich Gott! Nelly. Auf Niewiederseh'n! Florian. Wir sind stolz, wir verzichten auf dich und deinen Spott— Nelly. Mag, was will, gescheh'n! Refrain: Bei de. Wie sind wie Schwalben frank und frei! Wohin es geht— ist einerlei, Wir sind uns herzlich gut, wir zwei, Und pfeifen auf die Welt. Juchhei, juchhei! II. Nelly. Andre Dörfer, andre Städtchen gibt's noch viel, Eines wählen wir zu unserm Reiseziel. Florian. Wohin immer uns verweht des Zufalls Spiel, Bauen wir ein Nest nach unserm eignen Stil. Nelly. Fällt auch dort nicht vom Himmel das Glück uns in den Schoß, Florian. Zieh'n wir weiter fort! Nelly. Singen keck uns ein Lied und marschieren frisch drauf los— Florian. Nach dem nächsten Ort! Refrain: Beide. Wir sind wie Schwalben frank und frei! Wohin es geht— ist einerlei. Wir sind uns herzlich gut, Wir zwei, Und pfeifen auf die Welt! Juchhei, juchhei! 37 38 6. Bild. Nr. 17. Fanfaren. Nr. 18. Lied des Prinzen mit Chor. (Fabel von dem Fischer und der schönen Müllerin.) l. Prinz. Wo sie War, die Müllerin, Zog es auch den Fischer hin, Doch sie lachte ihn nur aus, Denn sie wollte hoch hinaus. Nachts, da er zum Fischen geht, Klopft er leise an und fleht: Werde mein und mach' mir auf, 7 Doch sie singt spöttisch drauf: Sei nicht bös', es kann ja nicht sein, Sei nicht bös' und schick Dich drein, Sei nicht bös' und mach' kein G'sicht, B'hüt Dich Gott, b'hüt Dich Gott! Vergiß mein nicht! Chor. Sei nicht bös', es kann ja nicht sein, Sei nicht bösꝰ und schick' Dich drein, Sei nicht bös' und mach' kein G'sicht, B'hüt Dich Gott, b'hüt Dich Gott! Vergiß mein nicht! II. Prinz. Und s0 z0g die Müllerin In die Welt mit stolzem Sinn. Endlich kommt sie wieder her, Aber stolz ist sie nicht mehr. Fährt nun nachts der Fischer aus, Kuft sie bang zu ihm hinaus: Tröste mich und komm 2zu mir! Doch jetzt singt er zu ihr: Sei nicht bös', es kann ja nicht sein Sei nicht bös' und schick' Dich drein, Sei nicht bõs' und mach' kein G'sicht, B'hüt Dich Gott, bihüt Dich Gott! Vergiß mein nicht! Chor. Sei nicht bös', es kann ja nicht sein, Sei nicht bös' und schicł Dich drein, Sei nicht bõsꝰ und mach' kein G'sicht, B'hüt Dich Gott, b'hüt Dich Gott, Vergiß mein nicht] 7. Bild. Nr. 19. Die Fahrt ins Glück. Erinz und Prinzessin.) Dialog. Beide. (Gesungen.) Wundersam ist dieser Augenblick, Er berauscht so süß— Wir fahren, wir fahr'n ins Glückel Operette in drei Akten Münchner Fassung(6 Bilder) Buch(nach M. West u. L. Held) von G. Quedenfeldt und W. Brügmann Musik von CARL ZELLER ANTHUR BAUCKNER Bisher erschienen: FUR GESANG UND KLAVIER Nr. 3. Auftritt Kurfürstin:„WeißBlau“ ODu mein Bayernland). Rm. I.50 no. Nr. 6. Lied des Adam:„Schenkt man sich Rosen in Tirol“.... Rm. 1.50 no. Nr. 10. Duett Kurfürstin. Adam):„Nichts als Sonnenschein“.. Rm. 1.50 no. Nr. 12. Duett(Christel- Sl8„Wenn ich einmal ein kleines Mädel hätt' Rm. 1.50 no. Veiters Einzelnummern und Arrangements folgen in Kürze BOSWORTHů& CO. LEIP BRUSSEL/ LONDON/ NEWVORK Textbücher der Bühnenwerke aus dem Verlag NTH& Cꝰ F 8 5 9 8 0 Leipzig Wien/ London/ Brũssel/ New Vork Der Mikado Die Gondoliere. Der Königsgardist. Die Rose von Persien. Der Vogelhändler. Der Vogelhändler Neubear 1 Der Obersteiger Der Obersteiger Nl Der Opernball Das Baby Edelweiß Der Pfeifer von Earalt Der Schatz der Rhampsinit. Die Diva. Gaudeamus. Clo- Clo Der Lebemann Zur indischen Witwe Der Bundschuh. Das Mädchen für Alles. Die Schönen von Fogaras. Sullivan Sullivan Sullivan Sullivan Zeller Zeller-Bauckner Zeller Zeller-Bauckner Heuberger Heuberger Komzãk Langer Gorter Weinberger Held Pagin Grünfeld Straus, Oscar Reiter, Jos. Reinhardt Grünfeld Klavier-Auszüge mit und ohne Text Potpourris, Lieder, Tänze ete. Nr. 7a8 igonue