8 — E= S — S S E ——— E 2 8 8= S 8 8= 2. 23 SchAHRAZADE Oper in drei Aufzügen Dichtung von G6 ERDT VON BASSEEWITZ Musil von BERNHARD SEKLES DREIMASKEEN- VERLAG NeeNeEN i ii iieieeeeeee E S —. — — —.— 85 — 2+ S — HAHRZADE Oper in drei Aufaügen Dichtung von GERD VON BASSEWII2 Musib von BERNHANDW SELES Textbuch DREL MASXEN-VERLACGC BERLIN ν NCEN Copyrigcht 1917 by Drei Masken-Verlag, G. m. b. H., Berlin-München. Nachdruck verboten. Aufführungs-, Arrangements-, Vervielfältigungs- und Uber⸗ zetzungsrechte für alle Länder vorbehalten(für Rufiland laut dem russischen Autorengesetz vom 20. März 1911 und der deutsch-russischen Ubereinkunft vom 28. Februar 1913, desgl. für Holland nach dem holländischen Autorengesetz vom 1. Noyvember 1912). er- ut ler mn Das Aufführungsrecht für sämtliche Bühnen des In- und Auslandes ist ausschließlich von dem Drei Masken-Verlag, G. m. b. H., Berlin, zu erwerben. Den Bühnen gegenüber als Manuskript gedruckt. Das Buch darf nur dann zu Bühnenzwecken be⸗ nutzt werden, Wenn vorher das Bühnenaufführungsrecht durch den Drei Me Verlag, G. m. b. H., Berlin W30, Nollendorfstraße 13/14, oder dessen Vertreter im Ausland rechtmäßig erwor- ben wurde. Bernhard Sekles. Serdt von Bassewitz. Die Gestalten. Schahryar, Kalif Said-Fares, sein Großwesir 1 Omar, dessen Sohn, Palastkommandant. Sehahrazade Töchter des Großwesirs Dunyazade Saad, Tochter eines Emirs. Musair, ein Kaufherr aus Balsora. Der Obereunuichhhkh Der Kämmerer Der Schatzmeister Der Oberstallmeister Drei Sängerinnen(Banjospielerinnen) Wachen und Sklaven des Kalifen Sklavinnen der Schahrazade Ein Sklave des Groß Wesirs Muezzin — iitune hinter der Szene Eine Tenorstimme Der Henker. Zeit: —— Bariton Baß Tenor Sopran Sopran Sopran Bariton Tenor Bariton Bariton Bariton Altistinnen Als des Propheten Lehre auf Erden siegreich War. Ort: Auf den Inseln von Indien und China. Erster Aufzug. — Vorraum im Palast des Kalifen. Zwei Wächter an den Flanken des Gitters. Bewe⸗ gslos, Schwerter vor den Knien. Den Griff in rechten, die Klingenspitze in der linken Faust. Es liegt Dämmerlicht. R. Q8 Die Szene des ersten Aufzuges. Vorraum: Aus einem Ring tiefgrüner, flacher Stufen steigen acht Basaltsäulen. Sie tragen auf stumpf-silbernen Kapitälen eine indische Kuppel von nachtgrünem Stein. Zwischen den Säulen bindet matter Olivglanz sich sinkender Stoffe das Grün der Kuppel mit dem Grün der Stufen. Schwarz und grau ist das Mosaik⸗ pild des Estrichs. Aus seinen seltsamen und ent⸗ zückenden Kurven springt in der Mitte auf grünen Stuken ein Sockel von der Farbe gedunkelter Türkisen, den eine silberne Schale krönt. Links in einer Nische, umhegt von perlweißem Marmorgitter verschlungener Irisblumen, steht ein silberner Stuhl. Zu der Offnung in der Mitte des Hintergrundes führen acht schwarze Stufen; dahinter schließt ein silbernes Sitter sara⸗ zenischer Arbeit. Viele kleine blutrote und welke Rosenkränzlein hängen am Sims der Kuppel und an allen Säulen. Die Figuren des ersten Aufzuges. Der Kalif: Enganschließendes Gewand von licht- Der gelber Seide mit stumpf-silberner Verbrämung. Kleiner indischer Turban(grau) mit Juwelen- agraffe(Rubinen). Weiße, indische Schuhe mit goldener Auflage. Keine Waffen als einen grünen Dolch an silberner CKette. Großwesir: Zeisiggrünes Gewand mit goldener Verbrämung. Niederer Turban(licht⸗ grün). Goldene Ketten, viele Ringe. Rote Schuhe. Omar: Eine Rüstung, ähnlich denen, die im alten China die Ritter trugen, eng anliegend, schwarz und silbern. Der Kopf von einer glatten Stahl- haube gedeckt, die in zwei Bogen über die Stirn und dann eng um die Ohren schneidet. Weißer Sürtel und Dolch, sonst keine Waffe. Saad: Bis zum Gürtel nackt. Uber den Hüften breiter, blutroter Gurt mit schwarzer Stickerei, von hier bis zum Boden starre Silbergaze. Die Füße sind nackt. Zwei schwere, schwarze Zöpfe, mit Perlen durchflochten und unter dem Einn nach vorn genommen, hängen, mit grüner Agraffe gebunden, zwischen den nackten Brüsten herab bis auf das Gürtelschloß. Auf Die Der Der — dem Haupte ein Kranz dichter Blutrosen, daran ein Schleier bis zur Erde. Eunuchen: Graue, bauschige Gewänder mit vielen Perlen. Spitze, graue Turbane und rote Pantoffeln. Obereunuch: Grüner Gürtel dazu und viele Ringe und Ketten. Henker: Schwarz, nackt. Schädel rasiert. Uber Brust und Rücken eine breite, silberne Kette; von dieser ein etwa drei Hände breites, blutrotes Tuch, glatt bis zur Erde. Dicht um den Hals, bis unter das Kinn, ein silberner Schuppenkra gen. Die Wachen: Schwarz, Arme und Beine nackt, Brust und Hüften mit dunkelgrünen Tüchern eng umwickelt. Stahlhaube und weitgeschwun⸗ gene Schwerter. und iert. erne ites, um rner ckt, hern vun⸗ Gebet der Muezzin(hinter der Szene) Lob sei Allah, dem Weltenherrn, Dem Erbarmer, dem Barmherzigen, Dem König am Tage des Gerichts! Dir dienen wir, und zu dir rufen um Hilfe wir, Leite uns den rechten Pfad, Den Pfad derer, denen du gnädig bist. Der Wesir (tritt auf— bleibt in wartender Stellung). Die Wächter (schlagen das Gitter auf). Der Kalif (tritt aus dem Hintergrund). Der Wesir (Wirft sich aufs Antlitz). Der Kalif (steigt ruhig die Stufen herab— setzt sich auf den silbernen Stuhl). Die Wächter(schließen das Sitter). (Eine silberne Kugel fällt aus der Kuppelhöhe mit tiefem Schlag in die Schale der Mitte.) Eine Stimme(hinter der Szene) Baue auf Frauen nicht— trau ihren Herzen nicht, Denn ihre Freuden und Leiden— hangen an ihrer Lust. Kalif(nach einer Stille) Nun, Said-Fares, hast du mir das Lager Zur Nacht versorgt, wie ich's befahl?— Wesir (Küßt zwischen seinen Händen den Boden) O Herr, Allah, der Hohe, führe dich zum Ruhm Und gebe deinem Leben viele Tage, Du König dieser Zeit!— lIch tat wie immer, Und eine Jungfrau harrt auf deinen Ruf. Kalif(nach einer Stille) Sag', Alter, wieviel Frauen starben so, Seit ich den Schwur getan vor Allahs Antlitz? Wesir O kKönig dieser Zeit, der Eränzlein Zahl, Die sich im Ringe dieser Kuppel reihen, Gleicht Wohl der Zahl der Tage dreier Jahre. Kalif(dunkel) Mehr schon als tausend und noch nicht genus— Niemals genug! cht, ust. IRR (nach einer Stille) Sag', Alter, trägt mein Volk den Fluch noch immer Auf stillem Nacken? Wesir König dieser Zeit, Es weiß dein Volk, daß du gerecht und weise In allen Taten bist und trägt sein Los Kalif Und liebt mich nicht und flucht mir!— Wesir(küßt den Boden) Herr, sie lieben Kalif(fährt auf) Sie lieben mich? Mensch, so hündisch kann Mein Volk nicht sein! Sag' mir, du Hund: Die Frauen stiften Aufruhr, Die Männer scharen sich zu meinem Sturz! Sag': Nur die Treue meiner Garden schützt Mein Leben, und ich will dir's glauben!— Wäahrlich, Woð einer sich zum Rächer setzt Und Nacht um Nacht des Volkes bestes Weib Auf eines alten Grimmes Stirne Würgt, Da wachen Flüche auf, wenn sie auch knirschend Den Tag nicht finden mögen und die Tat!— Ich will ja, daß sie hassen sollen, hörst du? — 12— leh will's— und will sie treten, bis der Grimm Sie heulen läßt, Wie hungernde Hyänen! (lacht hart auf) Sie lieben mich!— (dicht an ihn) Sag' an, liebst du mich auch?— (stößt mit dem Fuß nach ihm) Sag'— liebst du mich?—— Wesir(entsetzt) leh— fürchte dich— o Herr! Kalif(nach einer Stille) Sag', Alter, einst, da hast du mich geliebt?! Wesir O Herr der Zeit, o König, wahrlich, ja. Kalif Und sag'! Seit Wann verließ dich das Gefühl? Wesir Seit dreien Jahren, Herr. Kalif Ich glaub' es dir.— Du hast mich nicht verstanden. Wesir(will antworten). RN13— —— K 1 XINI2 n nden. Kalif Nein, nimmermehr! Bei Allah, deine Seele Horstet zu niedrig! Ja, es schlich dich oft Das Grau'n in meiner Nähe an. Doch stets Warst du gehorsam, und ich war mit dir Zufrieden. Wüßt' ich nicht, daß du mich bätest Um die Entlassung aus dem Dienst des Hauses, Ich würde eine Bitte dir gewähren Wesir(entschieden) Nie, Herr, nie würde ich Kalif(hart) Du würdest doch! Und sage jetzt: Welch' Mädchen wähltest du Zur Gattin mir für diese Nacht? Wesir(ist aufgestanden) O Herr, Es spürten Omars Reiter einen Zug, Der südlich zcg, und griffen sich das Mädchen Zur Nacht aus ihrem Zelt, sie dir zu bringen. Zwar weiß man ihre Herkunft nicht genau, Doch sie ist schöner als der junge Mond Und lieblicher als weiße Lotosblüten. Kalif(Vinkt) leh will den Obersten der Wache sehen!— Wesir (Wirft sich zur Erde— küßt den Boden) O Herr des Landes und Kalif der Stunde, Allah beglücke dich in dieser Nacht! (ab) Omar (tritt auf— rasch— beugt ein Knie und verharrt) Kalif Steh auf, mein Sohn, und tritt mir näher! (Omar tut so) Sage: Es fingen deine Reiter mir ein Mädchen, Hast du das Weib gesehen? Omar Mein Herr und König!l Dein Knecht sah nie in eines Weibes Antlitz, Das dir bestimmt Ward, außer, daß ich nahm An jedem Abend jeder dieser Frauen Den EKranz und Schleier, wie du mir befohlen. Kalif (beugt sich forschend zu ihm) Und sage mir: Niemals hat deine Seele In Träumen eines Mädchens Haupt umsponnen Mit Zärtlichkeit? arrt) Onrar(zögernd) Niemals, o Herr Kalif(lehnt sich zurück) So soll es sein.— Die keusche Knabenseele Allein ist rein auf dieser argen Erde. Omar (siand mit gesenktem Nacken beugt plötzlich das KEnie) Mein König Caläif(Vinkt) Laß genug sein jetzt! Steh auf Und führ' das Weib herein. Omar (richtet sich auf— zögernd— wendet sich dann rasch— schlägt den Vorhang zurück). Der Obereunuch (erscheint— wirft sich zur Erde— küßt dreimal den Boden). (Dem Obereunuchen folgt, von zwei Eunuchen ge⸗ stützt, Sa a d, tief verschleiert.) Sa a d (tallt, als sie den Kalifen sieht, mit einem leisen 63 Schrei des Schreckens in die Knie— birgt das Antlitz erschauernd in den Händen). Kalif(zum Obereunuchen) Weiß dies Mädchen um sein Schicksalꝰ Obereunuch(küßt die Erde, richtet sich dann in kniende Stellung auf). Herr der Herren, Fürst der Fürsten, König aller Könige; Allah segne deine Tage, Deine Nächte, ja vornehmlich Deine Nächte!— Diese Jungfrau Ist von allem unterrichtet, Und das Herz hüpft ihr vor Glück, Wie ein Zicklein, wie ein Vöglein, Wie ein Fischlein in dem Wiasser, Daß die Stunde nahe ist, Da der König sie beschattet. Kalif Geinkt sehr ungeduldig ab). Obereunuch (küßt erschreckt den Boden— die beiden Eunuchen ebenso.... Alle drei kriechend ab.) (Omar steht zur Seite— das Mädchen kniet, Wie zuvor.) 3 litz Kalif(zu Omar) Nimm ihr, mein Sohn, den Kranz, wie du gewohnt bist. Omar (nimmt ihr mit kurzem Griff Kranz und Schleier zerreißt den Schleier— hängt den Kranz an eine n in der Säulen). Die Wächter(chlagen das Gitter auf). Sa a d(streckt zum Kalifen die Häinde bittend). Omar (Wendet sich zum Gehen— sieht ihr Antlit: stutzt in plötzlichem Erschrecken). S a a d (blickt ihn an.— Ihr Y Auge wird in Staunen weit. Aus ihrem Halse ringt sich anhebend, Wie ein Laut erschreckten Wunderns, schnell Wachsend, lang, ein Schrei des jauchzenden Entzückens. Sie schnellt empor und fliegt ihm zu— umschlingt ihn und sinkt langsam an ihm nieder). Omar(steht reglos überrascht). ichen S a a d Küßt kniend seine Hände— in atemloser 8 Zärtlichkeit) niet, Du hier!— Du hier!— Omar sich von ihr Zzu Umblammerung). (Versucht mit eckiger Bewegung dann stumm in ihre 16sen— steht Kalif(kalt) Was soll dies, Knabe, sprich! Saa d Haupt an Omars Eni t grogen Augen, (hockend das 8d um seine Schenkel— mi d, zum Fürsten) Du tust mir nichts, 1jetzt ist er hier, Arme eng 2 Wie ein Kin r nichts mehr tun Du kannst mi kannst m Jetzt ist er Her! Du ir nichts mehr tun! Kalif(au Omar) ich will dich bier nicht sehn! Seh du hinaus! Omar (Hefreit sieh auf den Knien) Mein König, böre mich! Du mußt mich hören! Kalif Willst du der Lüge noch die Lüge geben? Schl! E genug! Omar Bei Allahs Gnade, Herr, tritt mich in Staub. Doch höre mich zuvor! . 4 — 2 die igen, chts, hier, tun! nören! ch Kalif(steht auf— ehern) Ich will es, Knabe, Daß du den Raum VeIabr Omar (richtet sich auf— taumelt, wie ein Geschlagener Will zum Ausgang). Saad(schnell auf— klammert sich an ihn) Mit dir! Zu ihm nicht!— Nie, niemals bei ihm! Omar (legt seinen Arm um das Mädchen— steht so einen Augenblick neben ihr— dann stark) Herr, gib uns Gnade! Kalif (Wendet sich— schlägt ein Gong— setzt sich). (Die beiden Eunuchen erscheinen.) Kalif(ruhig) Führt die Jungfrau dort, Die meine Gattin ist, in mein Gemach! (Die Eunuchen ergreifen das Mädchen!]) Sa ad(jammernd) Nein!— Nein!— Laß mich nicht!— Hilf mir! Laß mich nicht!— 2² Kalif(ist hart aufgestanden) Knabe, was wagst du?— (zu den Eunuchen) Führt das Mädchen fort! Die Eunuchen reiken das Mädchen von (Werken sich auf Omar ihm). Saad(fortgetragen, jammernd) Jilf mir— hilf mir!— Omar (plötzlich zum Sprung gekrümmt— reißt seinen Dolch vom Gürtelring— wirft sich mit hellem Auf⸗ schrei auf den König). Kalif (fangt den geschwungenen Arm— enireißßt der Hand den Dolch). sese Die Wächter (stürzen sich auf Omar fesseln ihn). (Stille.), fort! von einen Auf⸗ Hand Kalif(Virft den Dolch zur Erde.— Ruhig) Du bist ein Mann, mein Sohn! Vielleicht der einzige Mann in meinem Reich!— (zau den Wachen) Gebt frei— und geht hinaus— und wartet dort! (Die Wächter gehen.) Kalif Du hast nach mir gebissen, junger Tiger, Und um ein Weib.— Jetzt sollst du mir erzählen, Wie du in Weibes Hände kamst.— Ich höre. Omar(fällt auf die Knie) Herr, töte mich!— ich kann nicht leben mehr! Kalif Steh auf!— ich will nicht, daß du kniest, und rede! Omar bbleibt kniend und schüttelt das Haupt). Kalif Steh auf doch, Mann! Soll ich denn Ekel fühlen Und glauben, daß auch du nun vor mir kriechst, Reuig und feigꝰ Omar(steht auf) Nein, König, feige nicht! Doch, was geschah, Hat mich getroffen so, daß ich nicht mehr. Ich hob die Hand, Herr.. und du —— Kalif Und ich senkte Die meine. Ist dir das erstaunlich 802 Du tatest just, Wwas ich er Wartet habe Seit dreien Jahren und— verge blich, Freund! Ietzt sprich Vie kamst du an das Weib?(GSetzt sich) 1 Mein Herr und Eönig, Als du zum Schah-Jaman mich reiten ließest Nach Samarkand, vor einem Jahre, traf sich's, DPaß auf dem Rückweg ich zur Tigeriagd An eines Emirs Hof geladen wurde. Hier war es mir vergönnt, des Fürsten Tochter, Die an der Jagd auf ihrem Zelter teilnahm, Vor eines Tigers Klauen zu bewahren Durch meinen raschen Dolch.— (Kurze Stille.) Nie sah ich ein Weib Bis zu dem Tag, und nicht von jenem Tage Sah wieder ich ein Weib bis heute, Flerr Einmal nur traf mich solcher Augen Strahl, Einmal nur, König, solcher Stimme Tönen, So voller Angst, so tiefen Slaubens voll; Und Eonnt' es all die Zeit her nicht vergessen, Und klang in meinem Ohr und rief und sang—— Bis ich den gleichen Ton, den gleichen Schrei Noch einmal hörte und den gleichen Blick reund! t sich) +•˖• Sonig. Wieib Der tiefen Todesnot noch einmal sah Auf mich gerichtet aus den gleichen Augen In dieser Nacht.— Dies, Herr, ist alles. Kalif(steht auf) Wiahrlich, Du Enabe, deine junge Pracht gefällt mir Und lockt Erinnern in das müde RBlut An Tage, die so träg', wie jetat, nicht Waren. (Legt ihm die Hand auf die Schulter.) Ich hab' dich gern.— Bei meinem Königswort, Erbitte dir ein Clück, ich will's gewähren. Omar (zögert kur:— dann plötzlich, das Knie gebeugt) Herr, gib sie freil— Kalif (sicht ihm plötzlich gerade ins Gesicht— legt ihm wieder die Hand auf die Schulter) Hängst du den Glauben an des Weibes Blick, Baust du dein Hoffen auf ein Frauenleben? Eh' mit dem Winde schließe Packt auf Glück, Eh' kann dir eine Flamme Frieden geben! — 24— Omar O FHerr, es kann nicht sein!—— Ich will nicht glauben, daß ihr Antlitz lügt! Kalif(fast zu sich) Dies Wollen ist es, das die Jugend schmückt, Die Mannzeit bitter macht, das Alter ekel. Omar(wild) Dann töte mich— dann will ich nicht mehr leben! Kalif(dunkel) Auch ich ward blind.— So möcht ich dich bewahren Vor solchem Los. (Seht nach dem Hintergrund— steigt langsam die tufen zum Sitter empor— wendet sich noch einmal.) Enabe, ich will dein Slück! (Ab in den Hintergrund.) Omar(steht betäubt). (Die Gitter, von selbst schließend, schlagen anein- ander.) Omar(fährt von dem Ton auf) Mein König (sieht ihn nicht) fort? (durchzuckt) Nei (R (D Ctr. Sol Me nein⸗ — 2 bei ihr?: (suchend umher). Nein, nein— das nicht! (plötzlich wild) dann lieber Ende! (Reißt den Dolch vom Boden— stürzt auf das Sitter— rüttelt rasend— brüllt) Endel!— (Das Gitter gibt nicht nach. Er bricht auf den Stufen nieder.) Stille.) Wesir (tritt vorsichtig ein späht umher— sicht seinen Sohn macht eine verzweifelte Gebärde nähert sich ihm leise) Mein Sohn— was ist geschehen?— Was tatest dus Omar (hört nicht— antwortet nicht). Wesir Sie flüstern in den Gärten, in der Halle, Mein Sohn, von einer Tat.— lst es gewiß, Was draußen alle Sklaven sich erzählen. Hobst du die Hand? Omar(bleibt stumm). — 23 Wesir(schüttelt ihn) Um Allah, sprich!— Was suchst du hier, mein Kind? Omar Ich will zu ihr! Er darf es nicht! Ich will Vernichtung eh'! (packt wieder das Gitter) EAE sblal 1081! (Wendet sich) (den Rücken am Sitter— die Hände in das Masch- Werk geklaut— keuchend) 11 Dort innen, Vater!— Und ich muß hier stehen, Das Tor zu hüten! Wesir(ängstlich begütigend) Ach, mein Sohn, Was dort geschicht, ist Allahs Wille ja. Kannst du ein Schicksal Wwenden, das sich schon Vollendet?—— Nein, versuche Allah nicht! (rührt ihn an) Hörst du mich? Omar „ Nicht retten können! Wesir(eindringlicher noch) Was soll sie dir?— Laß ab doch, Kind! Laß ab und folge mir! —.— Omar(dumpf-stark) n Kindꝰ 8 Ich muß hier sein und Warten auf den Tagl Wesir(Z20rnig) zu ihr! Du warten auf den Tag?— Hast du nicht Schwestern, Knabe, Die ich verbarg vor des Kalifen Gier? Wer soll sie schützen? Sieh, mein Haupt ist weiß! (Zitternd vor Erregung) Masch- Ich hab' die Ehre tief im Rock verborgen, Um sie auf deinem Scheitel groß zu sehn; hen, Ich hab' die reine Hand, das weiße Kleid Mit Blut Unschuldiger besudelt, Knabe, Zu meiner zarten Kinder Lebensschutz.— Dies alles willst du e iner Stunde opfern? in Sohn,(rührend) Mein Sohn, ich bitte dich! chon tl Omar(als erwache er) Der Tag?— Es dämmert?— u michꝰ(sieht umher— plötzlich hastig) Laß Pferde satteln!— Ich will folgen! Wes ir Komm mit, komm mit! Omar Zuvor muß ich mit meinen Jägern reden, Der Fürst will früäh zur Jagd. 82 — 28— Wesir Schwörst du mir, Knabe? Omar Ich schwörel Wesir So eile, denn ich warte. (Ab.) Omar(vor sich) Und kann doch nicht! (Stille.) (Aus der Höhe der Kuppel fällt eine silberne Kugel mit tiefem Schlage in die Schale der Mitte.) Eine Stimme(hinter der Szene) Baue auf Frauen nicht— Trau ihren Herzen nicht, Denn ihre Freuden und Leiden— Hangen an ihrer Lust. Der Henker (steht, wie ein Schatten, am Vorhang). Omar (sieht ihn— furchtbar erschreckt) Was willst du) Der Henker(steht wie ein Bild). (Knisternd öffnen sich die Gitterflügel.) Tugel nicht, Lust. 4 D aà à ꝗ (tritt zwischen die Säulen— verwüstet— elend an Gestalt und Antlitz— das gelöste Haar in Strähnen über Brust und Armen.— Als sie Omar sieht, sinkt sie am Gitterpfosten nieder mit einem Laut bebenden, hoffnungslosen Jammers). Der Henker schreitet durch den Raum und reckt die Hand nach ihr). Omar (rafft tigerschnell den Dolch vom Boden— reißt das Weib in seine Arme.— Zum Henker.) Fort, Ungeheuer!l... Du nichtl... Ich alleinl (Trägt sie nach vorn— küßt ihr Stirn und Brust mit brennender Hast— kniet nieder.) 7 U Ich ganz alleinn (Stößt ihr den Dolch ins Herz.) Saad(tirbt ohne einen Laut). Omar(uiichtet sich über ihr auf) Und nun... das Ende. 501 (Tötet sich und fällt über sie.) (Stille.) Kalif (tritt in den Rahmen des Hintergrundes) Wer liegt?— Der Knabe? — 30— 10(Kalt) 0 Unwert War er der Gnade meiner königlichen Hand. (Ab.) ODer Henker steht über den Toten— die Sonne kommt.) Gebet der Muezzin Chinter der Szene) Lob sei Allah, dem Weltenherrn, Dem Erbarmer, dem Barmherzigen, Dem König am Tage des Gerichts! Dir dienen wir. Vorhang. ZwWeiter Aufzug. Halle im Landhause des GroßWesirs. Schahrazade sitzt über Papier und Büchern und zeichnet Schriftzeichen auf ein Weißbes Blatt. Zu ihrer Seite brennt ein Lämpchen mit einer Kleinen, gelben Flamme. Drei malayische Mädchen spielen eintönige Rhythmen auf dunkelfarbigen Banjos. Es ist Abend. ———— —..— RR —— Die Szene Halle im Landhause des Großwesirs. Weiter Raum, nicht hoch, indischem Bogen offen. Rec des zweiten Aufauges im Hintergrund mit hts und links glatte, nicht allzu hohe Wände. Je 2wei graue, gewirkte Tep⸗ piche, die Muster von blauen Vögeln tragen, sind mit seidenen Seilen an eine breite Ebenholzrahmung geflochten und decken die Wände. Das, nach dem Hintergrund sich öffnende Langgewölbe ist gold- farbig hell mit feiner Rankenz zeichnung in dunkleren Kupfertönen. Auf dem Boden liegen indische Matten mit bläulichem Schein. Ein kostbarer, indischer Vorhang von tiefer, fast kupferner Goldfarbe schließt den Hintergrund. Blaue Diwane laufen an den Wänden. Links und rechts nischenförmige Ausbuch- tungen, mit Ausgängen, die durch blaue Vorhänge verhangen sind. Von der Decke hängen, teils einzeln, teils zu mehreren, an feinen, unregelmäßig langen Ketten kleine, silberne Filigranampeln, in denen grüne und goldene Flämmchen brennen. 8 83—— Ul 8 rsJ Die Figuren des zweiten Aufzuges. mit cht Der Großwesir: Wie im ersten Aufzuge. 53 N Sair: Violettes Seidengewand nach arabischem 30 Schnitt, mit reicher Silbe Wieißer 118 arabischer Mantel und weißer Turban mit sil⸗ 8 berner Spange. Id- Schahrazade: Lichtgelbes Seidengewand, eng 1 anliegend, und grüner Sürtel. Unter einer sil⸗ — bernen Haube quillt ihr Haar in dunklen, 175 schweren Flechten auf. t Dunyazade: Mausegraue Seide, eng um den en feinen Körper, ohne Gürtel, seitlich bis zum 1 Knie geschlitzt. Rote Ein sil- ge bernes Käppchen schließt alles Haar ein und n. umgibt das Ge 5 Larissa: Weiße üner Turban. 5 ne Die Sklavinnen(Banjospielerinnen): Blaue Tücher, eng sewickelt, lichtblauer Turban. Der Sklavedes Großwesirs: In Grau und SGrün. Die Sklavinnen der Schahrazade: In Weiß und Grün. —— Drei Banjospielerinnen Singen wir die alte Weise, Singen sie der Herrin Seele: Von dem Mond in stillen Nächten Und dem liebeschweren Lotos. Sehnten je sich nach einander, Liebeslüstern, weit geschieden. Schahrazade Seht, Mädchen!— Dank' euch sehr für euer Lied. (Die Mädchen gehen.) Schahrazade (löscht die Lampe— legt sich weit zurück in die Kissen) Kein Buch der Weisen und nicht eine Schrift, Kein Spruch, den Allah gab, kein Trost ist mehr, Der Ruhe trägt dem unruhvollen Herzen.— Was ist so mächtig über meine Sinne, Daß ich nicht schreiben mag (macht mit der Hand eine Bewegung) nicht atmen kann? (Stille.) ODer Vorhang des Hintergrundes teilt sich ein wenig — Dunyazade steht dort.) Dunyazade Das Meer singt— hörst du, Schwesterlein? Und alle Vögel sind still geworden. 2E — 39— Schahrazade Sie träumen nun, sie lauschen dem Meere. Dunyazade Man kann zu dem Liede des Meeres nicht tanzen! Schahrazade Allahs Stimme ist im Meer. Dunyazade Will er nicht, daß ich tanze, Schwester? Schahrazade Allah liebt die Freude, Kind. Dunyazade Dann soll Larissa die Harfe pielen! Ich will für Allah tanzen, ja? Schahrazade Tanze für Allah, tanze dul (Klatscht in die Hände.) (Eine Sklavin kommt.) Schahrazade Larissa soll spielen für Dunyazade! (Die Sklavin geht.) — 36— D 4 unyazade Bist du traurig, Schwesterlein? Deine Augen haben Tränen! Schwesterlein, du darfst nicht weinen! Larissa(kommt mit einer Harfe— steht stumm). ha hra 2z a de Meine Augen weinen nicht,— Tanze du, dann will ich lachen. Dunyazade Geist nach dem lintergrunde) Aber sie sollen öffnen, Allah soll sehen, wenn Schahra (klatscht in die Hände— zwei Sklavinnen kommen) Olfnet zum Meere— weit! Die Sklavinnen öffnen und gehen. (Man sieht den Sternenhimmel über einer niederen Balustrade aus gegittertem Marmor und hört nahe das Meer.) Larissa(beginnt zu spielen). Dunyazade(beginnt mit dem Tanz). Schahraza de (lehnt sich in die Kissen— folgt träumend den Rhythmen der Schwester). ——— De U. Mit ihm Musair, der Kaufherr aus Balsora.— Einen Augenblick stehen beide, dann eilt der Großwesir nach vorn, um⸗ kängt sein tanzendes Töchterchen, hebt es hoch und küßt es.) Dunyazade (widerstrebend) Laß mich tanzen, Vater! Wesir (Winkt Larissa, mit dem Kinde hinauszugehen). Wesir(liebkost Dunyazade) lör', Dunyazade— ich hab' ein Kettchen, Aus weißen Perlen vom Grunde des Meeres. Wenn du schläfst, mein Kind, dann geb' ich es dir. — Dunyazade(fröhlich) Du gibst mir das Kettchen? Cleich morgen, wenn die Sonne kommt? Wesir(drängt leise zum Ausgang) Cleich morgen, wenn die Sonne kommt. (Dunyazade mit Larissa ab.) — 38— Wesir (starrt ihr nach— einen Augenblick— rafft sich auf— wischt sich die Augen— vendet sich zum Sklaven, der im Hintergrunde harrt) Schließe dort— und geh' hinaus! (Der Vorhang sinkt, die drei sind allein.) Schahrazade(tritt ihm nahe) Mein Vater, ich sah dich lange nicht Neunmal Wanderte die Sonne. Wesir(gedrückt) Ja, mein Kind. Schahrazade(näher ihm) Dein Auge ist rot? (ihm ganz nahe) sprich, mein Vater: Was schafft dir Sorge? Wesir(hastig— leise) Neige dein Ohr, denn nicht der Wind Darf meines Mundes Worte wissen. SI (mit einer Wendung zu dem wartenden Kaufherrn) Weiß dieser Mann um dein Geheimnis? Wesir sich Musair ist es, Schahrazade; zum Ein Freund, der aus Balsora uns Zu guter Stunde kam. Musair(grüßt stumm und würdig). Schahrazade (latscht in die Hände— Sklavinnen kommen) Rüstet ein Bad dem Fremdling, Mädchen; Erfrischt ihn mit Getränk und Früchten, Sein Weg war Weit. (Die Mädchen öffnen rechts den Vorhang, Musair geht mit ihnen.) „5*.... Not kam zu uns über Nacht, Schneller als Samum, der Wind der Wüste! (Schweigt und setzt sich.) Schahrazade Nie hat mir dein Mund die Kenntnis Deiner Taten aufgeschlossen, Und wir kennen nicht den Grund, Der dich trieb, uns hier zu bergen. Wesir errn) Allah ist gerecht allein! Nie ist es ein Mensch auf Erden! — 3 Schahrazade Rede, Vater, denn ich höre. Wesir dann lebhafter, die Worte ren Gesten begleitend) 1 + 1 (erzählt, anfangs ru mit immer hefti Einst, auf den Inseln von Indien und China Herrschte ein weiser und gütiger Fürst. Siehe: der König hatte ein Weib, Schön wie der Mond und jung wie der Morgen. (Kurzes Schweigen.) Aber dieses Weibes Art War dem Abgrund ausgeboren. Ihre weißen, blanken Lenden, Ihre rosenschönen Brüste Waren so von Brunst durchschauert, Daß sie, wie ein Tier der Wüste Aufstand, wenn der Herr ihr fern war, Und im lichten Schein der Sonne Mit zehn Frauen ihres Hauses Und mit elf gemeinen Sklaven Nackt sich wälzte bis zum Abend.— Als der Herr die Sreuel sah, Die sein Weib so laut getrieben, Rief er schnell nach seinem Diener— (Stille) „Nimm ein Schwert, Wesir, und schlage Meinem Weib das Haupt vom Rumpf!“ rte Also sprach er— und ich tat, Wie er mir befohlen hatte. 3 ö Schahrazade(ebhaft) Recht hast du getan, mein Vater! Wesir Es geschah, daß der Calif Abermals zum Diener schickte: „Hebe deine Augen auf, Knecht“, so sprach er hart zu mir; „Und sieh an des Landes Töchter. Wo du eine Jungfrau findest, Schön und ohne Fehl am Leibe, Führe sie in mein Gemach, Paß sie mir Gemahlin werde! Also tu an jedem Abend- Doch am Morgen soll der Henker Ihr das Haupt vom Rumpfe schlagen Daß ich ungeschändet ruhe, Meiner Ehre sicher sei.“ Schahrazade(hebt das Haupt ein Wenig) Und du tatest ni cht, mein Vater! Wesir Und ich tat, wie er befahl. Schahrazade(springt jäh auf) Scham der Erde über dich! Schändliches hast du getan! Wesir Er ist Erbe des Propheten, Und sein Wille ist Gesetz. Schahrazade(dunkel) Während dreier Jahre Zeit Schrie der Jammer so zum Himmel, Und kein Mann, kein Held stand auf? Wesir Omar war des Königs Freude. Wie den Sohn des eigenen Herzens Liebte der Kalif den Knaben. Schahrazade (geht langsam nach dem Hintergrund) Wesir(ihr nach) Tochter, bei den Toten ist Omar, seit die letzte Sonne Ihren Bogen 20g. Schahrazade(mit weiten Augen) Mein Vater! — 13 Wesir Segen seinen Herrn und Fürsten Hob der Knabe seine Hand Schahrazade (mit plötzlichem Blitz in den Augen) Hob der Knabe seine Hand?—— Wesir Denn ein Weib fing ihn mit Liebe, Dessen Leben süßen sollte Dem Kalifen eine Nacht. Schahrazades Antlit: geht in starre Unbeweglich⸗ keit über) Wesir Ob der Fürst ihn auch verschonte, Floh er dennoch zu den Toten; Stieß mit seiner eigenen Hand Sich die Tore auf des Abgrund's. (schweigt erschüttert) Schahrazade(dunkel) Allah ist gerecht und groß. Wesir Gerzweifelt) Hart und schrecklich ist sein Wille!— (Weint) — Schahrazade(nahe zu ihm— begütigend) Vater, siehe, deine Töchter Leben.— Glaubst du unserer Liebe? Kann sie nicht dein Alter segnen? Wesir(fährt auf) Nie an diesem Orte, niemals!— Nein— hinweg— es ist genug! (klatscht in die Hände— Sklavinnen kommen) Ruft den Fremden, führt ihn her; Denn wir wollen mit ihm reden. (die Sklavinnen ab) (Nusair tritt ein) Wesir(eilig froh) Musair, mein lieber Sohn, Tritt herzu und nimm die Hand Derer, die ich dir vermähle! Schahraza de (hebt das Haupt— erstaunt— sehr hoch) Musair(tritt her— grüßt würdig) Jungfrau, ich begrüße dich Als die Herrin meines Hauses. Meine Tiere scharren schnaubend Und voll Ungeduld den Felsen, Ihre stolze Last zu tragen Zu den Schiffen, die sich ruhig 8 CN Q nr —— ——=— —— 4 — 40— WI7/: XA Wiegen auf der Weiten Meerbucht. S. Sehr geduldig ist die Woge, IX1 1 Dich zu tragen, und Balsoras 5 5 Zinnen harren lichtumgürtet Uberm Meere, dich zu grüßen. Pohu 4——— Fahr' denn heim, und grühe du 5 4— Deine schöne Stadt im Abend! 2 3— Schahrazades Liebe ist 77 jber ihrem Heimatlande! Wesir (bestürzt, während Musair ein venig erstaunt und 8e- kränkt abseits steht) Tochter!— Tochter!— Nimmermehr Darf dich solch Gefühl besitzen, Denn dein Sein ist segenlos Diesem Land und seinen Männern. Und was ist des Weibes Wert, Wenn nicht Männern Frucht und Freude! 0 Schahrazade Einem Manne Frucht und Freude, Frieden seiner Seele, Vater. Wesir Wer ist der— bei Allah Tochterꝰ 66 Schahrazade Schahryar, des Propheten Sohn! Wesir(prallt zurück) Der Kalif: Schahrazade Wer außer ihm ist Mann in seines Reiches Grenzen? Musair (beginnt lächelnd und kopfschüttelnd im Hintergrund auf- und niederzugehen) Wesir Kind, mein Kind, dies ist Verirrung, Junger, stürmender Gefühle; Nur vom Augenblick geboren; Ja, vielleicht von einem Traum nur Tagfremd aufgescheucht im Busen. Schahrazade Träumen, Vater, Wwar mein Leben In den Gärten dieser Insel; Nun es Licht wWard, weiß ich wWohl, Wo die Halle harrt des Liedes Meiner Brust, wWo bald das Bette Sük von meiner Blüte Odem Und von ihrem Tode duftet. 47— Wesir(fäallt auf die Knie— jammernd) Allah, ach sie weißß ja nicht, Was sie spricht; erleuchte du Doch dies wahngebor'ne Denken! (zu dem noch harrenden Kaufmann) Musair, Was schweigst du nun? Hast du nichts, sie zu bewegen? Musair(streicht den Bart.— Trocken) Herr, der Jungfrau Denken ist Sehr verworren, und ich glaube, Nicht gesund und recht gefährlich. Meines Bleibens ist hier nicht; Und der Jungfrau Wesen mag Meinen Aufbruch dir entschuldigen. (ab) Wesir(ihm nach) Bleibe, nur ein wenig bleibel Ach, er geht!.... Was soll ich tun? (ringt die Hände) (Üäuft auf und nieder— gerät plötzlich in aiemlose Wut) Meine Flüche müßt ich schleudern Auf dein wahnverwirrtes Haupt! Meines Grimmes ganze Größe Müßt ichk 48 1 Schahrazade Vater Wesir Waälzen müßt ich Meines ungeheuren Srimmes SoBe6 Schahrazade(dicht zu ihm) Willst du mich nicht hören? Wesir (Iduft umher— macht wirre Gebärden— bleibt 3 1 endlich stehen) Sage mir, was willst du tun? Schahrazade(legt die Hände auf die Brust) Vor den König will ich treten, Will mich neigen bis zur Erde Und will sprechen:„Herr der Zeit, Siehe, deine Magd ist hier, Ihrer Jugend reine Blume Dir zu bieten; tue du Nach Gefallen ihr, denn siehe, All' dein Tun ist groß und gut.“ Wesir Lachen wird er! Bis ins Mark Wird dir dieses Lachen stoßen. Schahryar glaubt nicht an das Weib. +1 N1 +— 1 E= Schahrazade Trat in aller dieser Zeit Eine Jungfrau vor den König Freien Villens? Wesir Keine, wahrlich! Keine war so ganz besessen. Schahrazade Also wird er Anders mich als jene sehen, Die man vor ihn s chleppen ließ. Wesir (tut ein paar Schritte hebt im Aufwallen die Hand— steht so einen Augenblick— schlägt sich dann plötzlich selbst die Stirn und gebärdet sich Wie ein Rasender) Hund verlor'ner, der ich war, Daß ich dir dies Ding erzählte! Narr verfluchter, schwWatzender, Elender und ganz verdammter Toller Greis!—(ktallt erschöpft auf den Divan) Schahrazade (tritt zu ihm— legt ihre Hand auf seine Schulter) Vater, ist dies Tun Deiner würdig, oder meinerꝰ 4 Wesir(starrt sie an) Mag nun werden, wWwas da werde; Untergang ist uns gewiß!— Wesir (richtet sich auf— steht auf— geht zum Ausgang) Schahrazade(bleibt— sieht ihm nach) Sehst du nunꝰ Wesir(schlägt eine Glocke) Ich will mein Haus, Eh' ich sterben muß, bestellen. (Ein Mädchen kommt— zu ihr) Tu, was dir die Herrin sagt. (ab) Schahrazade(langsam— Klar) Meine Zelter soll man schirren, Denn ich will, eh' noch die Sonne In den Mittagsbogen tritt, Mit dem Großwesir zum König. (das Mädchen geht) Schahraza de (allein— einen Augenblick still— versonnen) (Im FHintergrunde teilt sich der Vorhang von un⸗ sichtbaren Händen.— Eine Flut von Licht bricht usgang) nach) n Haus, (ab) men) on un- t bricht ein.— Srüne Wipfel— blaues Meer— goldener Morgenhimmel) (Schahrazade geht langsam dorthin— die Hände auf den Brüsten— das Haupt tief im Nacken. — Unter dem Bogen des Ausganges breitet sie, Wie ein Bild in der leuchtenden Luft, die Arme Weit in das Licht.) Allah, deine Wege sin Uber dieser Erde heili Und dein Wille wWeiß Ziel der Fahrt für jede Seele. Siehe, eines Weibes Wesen Wiegt auf deiner Wage leicht, Und ihr Wert ist karg bemessen, Und ihr Wissen ist gering.—— mit tiefer, innerlicher Kraft) Daß ich jene Pfade wand'le Die du mir bereitet hast, Sib mir Kraft und Weisheit, Allahl (streckt die Hände abwärts— neigt das Haupt) Vorhang. Dritter Aufzug. I. Spiel. Palastgarten. Es liegt Abendlicht. Eine Terrasse steigt weit und hoch gegen den Hin- tergrund, wie ein Hügel, mit weißroten Rosen dicht bestanden. Die zarten Kurven eines goldenen, — 1—8 1 5 f krönenden Sitters stehen gegen den hellen Abend- himmel. Uber das und da die Rosen in schweren Bü e VM Höhe ist frei und von weißen Stufen gefaßt. Weiße Stufen führen nach dem Vordergrunde herab. Vorn grüner Rasen. Rechts ein Steinsitz, unter dunkelgrünen Büschen, links ein schwer blühender Goldregenbaum. Uber dem Hügel sieht man gegen den Himmel einen Ausschnitt der Marmorkuppel des Palastes, dahinter 8 8— die weiße Zinne eines einzigen Minarets. Der enn 6——— Die Figuren des dritten Kufzuges. Im 1.5Spiel Der Kalif: Enges Gewand aus kupferfarbener Seide. Grüner Turban mit Türkis-Agraffe und Schwarzem Reiherstutz, goldener Gürtel und gol⸗ dene Schuhe. Keine Waffe, außer einem grünen Dolch an goldener Kette. Der Großwesir: Wie im ersten Aufzuge. Schahrazade: Sehr enges, sehr langes Sewand von weißer Seide, das die Formen des Körpers Elar gibt. Silbergrauer Gürtel. Die schwarzen, schweren Zöpfe unter dem Kinn nach vorn, mit Perlen durchflochten, von einer silbernen Spange gebunden. Auf dem Haupte den blutroten Rosenkranz. Der Obereunuch: Wie im ersten Aufzuse. Der Oberstallmeister: Tiefschwarze, eng⸗ anliegende Seide; silberner Kettengürtel mit breitem, weißem Schwert. Schwarzer Turban mit weibem Reiher und Diamantenagraffe. Weiße Handschuhe und Weiß-lederne Ga- maschen. Große silberne Sporen. Der Schatzmeister: Langer, eigelber Kaftan blattgrünen Kanten. Unter⸗ gewand. Um die Hüften, bis zur Brust, breiter, Goldgelbe Grüne Schuhe. grauer Gürtel mit grüner Stickerei. Chinamütze mit grünem Knauf. Kämmerer: Gewand aus grau- 8 Blauer Tur- blauer Seide mit Silberverbrämung. ban mit silberner Agraffe. silberne Kette auf der Brust. Der Diener des Kalifen: Blaue Schuhe. —.——H— Eine ltan iter- iter, elbe uhe. rau⸗ Cur- Zine 57 Obereunuch(mit großer Geste) „Said-Fares bin ich, seht; Croßwesir und Herr des Hauses! Meine Hand hält die zwo Eimer Eures Glücks und eures Endes!“ Ja, so stand er— und er blies Uns den Wind aus seiner Nase! Schatzmeister Ausgepfiffen hat der Vogel Und legt keine Eier mehr; Raubt auch nicht in fremden Nestern, Denn der Sperber sitzt ihm nahe, Seiner Kücken Not ist grofßß! Obereunuch Hie— hie— hie— ja: (Wieder mit großer Geste) „Omar“, hieß es, „Omar ist dem König lieb: Omar wird dereinst wohl gar Erbe des Propheten werden!— (reibt sich die Hände) Nicht ein Hund hat aufgeheult, Als sie ihn zu Grabe trugen. 46 Oberstallmeister Dieser Omar war ein Knabe. 882 98 Unerfahren ist die Jugend, Und ein Knabe ist kein Mann Obereunuch Und ein Esel ist kein Streitroßz Kämmerer(kommt eilig von rechts) Wißt ihr noch nichts?— Dann hört Unglaubliches: Die Tochter des Wesirs ritt durch das Tor Mit prunkendem Gefolg und will zum König Freiwillig— diese Nacht noch. Obereunuch, Oberstallmeister, Schatzmeister(à2ugleich) Bei Allah, Das nenn' ich eine Mär'! Kämmerer Nicht eine Mär'! Ich sah sie reiten; den Wesir im Zuge Mit tiefgeneigter Stirn, und seine Tochter An seiner Seite, hoch auf ihrem Roß Und schön, und stolz, und lächelnd, wie der Morgen. Aus allen Häusern, Hallen und Basaren, Von allen Plätzen wälzte sich das Volk. Die küßten ihr den Bügel, die den Saum, Die Warfen grüne Zweige auf das Pflaster. ———V—V—VB'Bu4 ie ibe b. Als 26 Gekom Still! Als 26ge sie, ein Engel Allahs, ein, Gekommen, uns vom Fluche zu erlösen. Schatzmeister (Cleichzeitig) Ich sage, daß sie toll ist— ganz besessen! Er wird sie Würgen, wie die andern auch! Oberstallmeister Sie scheint zu slauben, daß der Opferwille Den Fürsten rührt. Ich glaube nicht daran. Obereunuch Was will das Weib? Zum König?— Diese Nacht? Es ist nicht wahr!— Ich weiß noch nichts davon Kämmerer(hebt die Hand) Stilll..... Der Wesir! (Oleichzeitig) Obereunuch Er sieht nicht heiter auus Oberstallmeister Geht wie ein Schlafender Schatzmeis ter Allah gibt ihm, was er am Volk setan hat. Wesir (kommt von rechts— gebeugt— müde— der Sruppe nahe, blickt er auf) Was steht ihr dort?— Geht alle!— weicht von mir! (Gleichzeitig) Obereunuch Said-Fares, nun sengt es deine Haut, Das Feuer, das du anderen emsig trugst. Oberstallmeister Du hast im Land gewütet, Großwesir, Schlimmer als Pest und schlimmer als der Hunger. Schatzmeister Aufrichtet sich dein eigen Fleisch, zu schla gen Mit gleicher Geißel dich, wie du das Volk. Wesir Laßt mich! Ich tat nach dem Befehl, Wie ihr es alle tut. Hängt ihr drum Schuld Mir auf den Nacken?— Kämmerer(nahe an ihn) Sag', Said-Fares, nun du elend bist— Dienst du dem Drachen noch, der Gift uns speit? — f S — 61— Wesir(maßlos) Verflucht sei der, dem ich gehorsam War! Verflucht in Ewigkeit, und Nacht auf ihn Und Finsternis und seiner Sterne Sturz Ins fernste Meer! Alle Bei Allah, wahrlich, wahrlich!— Wesir Ihr Männer, liebe Brüder, hört mich an! Soll der, des Fittich Segen regnen Sollte Uper sein Volk, soll der auch fürderhin Die Geißel heben seines tollen Wahns? Genug verborgenen Grimmes, stummen Srames! Wer hebt die Hand?— Wer tut's?— (Alle schweigen— schen sich verlegen an.) Wesir(dringlicher) Wer tut's? (Alles schweigt abermals wachsende Verlegenheit) Wesir(plötzlich) Ist keiner hier bereit, so bleibt es mir! Alle(um ihn— lebhaft) Allah sei mit dir! Wes ir(zu ihnen— leise) So will ich heute Nacht Obereunuch(hastig) Der König kommt!l Alle (Wie vom Winde zur Erde geweht— küssen zwischen ihren Händen den Boden) Der Kalif (kommt auf der Höhe von rechts— von seinem Diener gefolgt. Der Diener legt den Gebets⸗ teppich auf die Mitte der Höhe nieder und geht) Der Kalif(Vendet sich dem Abend zu) Die Liegenden (erheben sich— scheu— einer dem andern nach und sind fort. Der Wesir allein bleibt) (Auf vielen unsichtbaren Zinnen, nahe und ferner, beginnt das Gebet der Muezzin) Kalif (kniet nieder, als das Gebet beginnt, die flachen Hände erhoben, und neigt sich dreimal) Schahrazade (Von links auf der Höhe— das Haupt hoch, die ommt! zen seinem jebets- geht) u) ch ferner, lachen 63— Hände auf der Brust. Sie steht s0, einem Bilde gleich, bis das Gebet beendet ist— dann kniet sie) Kalif chat sein Gebet beendet— steht auf— sieht sie Zzu ihr) Da bist du ja, die mich Erstaunen lehrt Noch einmal!— Kennst du dein Schicksalꝰ Schahrazade Herr, ich weiß von allem! Kalif Und glaubst du, Weib, daßs mein Erstaunen dir Den Weg zur Gnade ölfne?— Nimmermehr! Schahrazade(noch Eniend) Tu du mit deiner Magd, wie dir gefällt! Kalif Das will ich wohl; doch sage du mir ehl: Wer zeugte dir den Einfall?— Sag' es nur: Der Vater zwang dich, um mich zu versöhnen? Schahrazade Niemand auf Erden zwingt das Her2 der Frau, Zu tun, Was seinem Pulse Widerstrebt. Kalif(lährt auf) Was hat dein Herz mit dieser Tat zu tun, Die deinem Haupt vielleicht zur Ehre dient Als eines schlauen Weibes kluger Schlich? Doch täusche dich nicht: Keines Weibes List Knüpft Schlingen mir, noch Schleier meiner Einsicht. Dein Leben ist verwirkt, wie das der anderen. Schahrazade(immer kniend) Ich schenke dir mein Leben, sieh, ich opfere Es selbst.— Nun ist es deiner Ra che nicht Ein Opfer mehr.—— Schahrazade Löste ihr Leben von der Erde ganz, Als sie das Haupt vor deinem Antlitz neigte. Kalif Bei Allah, dies ist neu, scheint ungeheuer;— Es scheint mir so. Und darum wüßt' ich gern, Welch' Trieb in dir, du Weib, so mächtig ist, Dies zu befehlen? Schahrazade (legt das Haupt in den Nacken.— Einfach— innerlich) Herr, ich liebe dich! Kalif(einen Augenblick getroffen) Du liebst?(kalt) Steh' auf!— Ich kenne diesen Plan! — 1+4 99 2 65— Du lügst, wie je ein Weib aus Klugheit log! Sag', daß du hassest, daß du durch dein Opfer Mich schänden willst vor Allah, dem ich schwor. Ja, wäre das, führte der Haßz dich her, Dann wollte ich zum ersten Male hier Bekennen, daß ein Weib ich mächtig sah Und wollt' dir's lohnen.— Sag:— Du hassest michl Schahrazade(ruhig) Und wär' dein Lohn des Himmels Seli gkeit; Nicht Haß, nur Liebe trieb mich, Herr, zu dir! Kalif(hoch und fremd) Fürwahr, ich muß dich anschauen, Weib!— Es hat Mir Allah bis zum heutigen Tag durch dich Noch eine Offenbarung vorbehalten. (Stille.) Bei deinem Schandgefühl beschwör ich dich: „Wie kommt's, daß du mich liebst?“ Schahrazade b. Auf der halben Höhe bleibt (Kommt langsam hera sie stehen) Hörst du mich an? Kalif(seizt sich vorn) Ich will dich bören, rede. 5 (kommt nach vor ihm stehen) Als var PFN 8S mir von meines jungen Bruderse Lode Die Nachricht kam, war es zum erstenmal Die Nachricht kam, war es zum erstenmal, Pi P als ich von dir, von deinem Leben hörte 5— 5 8 Und von den Taten deiner 1 — Herr, Aufstand dein Bild vor meinen Augen da, Daß eines Menschen Antlitz nicht mehr schien Die Züge solcher Scheußlichkeit zu tragen, Daß Engel weinen müßten über dir Und solcher grenzenlosen Einsamkeit Auf einer Welt des Lichtes und der Liebe. Und als ich Sang mir in Die nie ich nocl 15 dieser Mär, Da War's, als Und wies auf Und laut vor 1 8 Hob sich meiln Hand mich àn deinen Namen, und von Tränen heiß — Doch wuchs ein anderes 83 1 In meiner 8 er noch als jenes Und trieb mich, Herr, so vor dein Angesicht. choch— stolz), Daß du die Frauen liebst, Wie noch kein Mann vor dir, da deine Liebe S0o haßigewaltig ist, daß ihre Rache Nicht stirbt am Jammer eines ganzen Volkes, Dies weckte mich im 85 en auf; Denn dies Gefühl ist s0 gewaltig, Herr, eHe — 3 Faieen 1 5 hen einander Dies Eine ist gewiß: Ein Weib vor mir, wie du— niema Es sei! (reicht ihr die Hand) Und nun.... du bist für diese Nacht Die Königin! (Sie steigen die Stufen hinauf.— Als sie verschwun⸗ den sind, springt der Wesir leidenschaftlich auf.) 5* 88 333 (einige Stufen hinauf, mit drohender C Das Leben hat als Neige mir gelassen Der Rache Süßigkeit!— Zwischenvorhang. ter— Zvwischenspiel. Es ist noch Nacht; aber der Himmel hat schon 3 Jebfiguren. Kleine den blasses Licht. Fensterbogen). 7 — Ffer 1.) 4 1 J n1 2 ꝗ dE de bist d Tiefe diese r du bist die lere dileser de(Wendet sich langsam) CHa hT 1de(Wendet sich langsam) 1 1 schlagen ungestraft? t mich gewaltig umfangen; Füßen des Schlafenden) tet in einer Zeder — ———— 3 1es 1e — herzt sie noch en Munc einmal— steht auf). Er schläft!——— (Hebt die Hand und W Schahrazade (mit schneller W. endung vor ihm) N Was willst duus Schande über dich! kniet Cegt ihr die Hand aufs Haupt und sieht sie lange an.— Dann zum Wesir) Dein Stamm ist schön, bei Allah, Said Fares! ieeeeeeeeneeee ehlt, so will ich tun. ußende des Lagers.) Dunvazade (kauert am Boden nieder— das Köpfchen am Enie der Schwester). Wesir lle nach der Sitte zur Erde). (Setzt sich an der SchwWe 8 7 Eine Stimme(hinter der Szene) A— Augen in ewegung). (richtet sich langsam auf seinem Lager auf— winkt dem Henker, zu gehen). Der Henker(geht). Kalif Gegt seine Hand leise— zärtlich auf den Scheitel Schahrazades) Gib mir von deiner Schönheit, Schahrazade; Ich träume einen neuen Traum mit dirl. Erzähl' dein Märchen, und ich will dir lauschen! chahrazade 0 * 4 (neist das Haupt ein wenig.— Kurzes, erwartungs- volles Schweigen.— Sie hebt die Stirn) 5 3 Im Land Arabien lebte einst ein Kaufmann Vorhang. Ende. Buchdt. Gustav Ascher G. m. b. H., Berlin SW 61 SCHAHRAZADE Oper in drei Aufzügen DICHTUNG VON GERDT V. BASSEWITZ MUSIK VON BERNHARD SERKLES Klavierauszug mit Text M. 20,— no⸗ FEPO HHNN PCVOHEE EROS UND PSVYCHE Oper in 5 Bildern und einem Nachspiel DICHTUNG VON JERZI ZULAWSEI Au Polnischen ins Deutsch übertragen und bearbeite STEFANJA GOLDENRINOG u. FELICITAS LEO MUSIK VON LUDOMIR ROZYCEKI de 6 Vollständiger Klavierauszug M. 20,.— no. Textbuch 100% Teuerungszuschlag no, DREI MASKEN VERIAC 6G. H.BE H BERLIN/ MUNCHE EN ELAINE 4 Aufzügen Eu n 0 — 6‚ Vollstänc Klavierauszug M. 20,— no, buch 100% Teuerungszuschlag no, Da DICHTUNG VON HUGO HOFEFMANN Vollständiger Klavierauszug M. 20.— no. Textbuch 100% Teuerungszuschlag no, 1 N EI MASKEN RILAC 6.M.B.H./ BERLIN/ MUNCHEN DICHTUNG VON H. R. WEINH6GPPEL MUSIK VONIGNATZ WACHXALTER Oper in 3 Aufz ü 8 RICHARD WILDE MUSIK VON OTTO TAUBMANN Wollständiger Klavierauszug M. 20,.— no. Textbuch E A. 100% Teuerungszuschlag no, ——— DREI MASKEN VERLA G. M. B. H./ BERLIN VMUNCHEN