—ꝛů—————h——————————————..—ELÆEAæZ«ᷓAUEE—————————Q..⁰————— *— —. — SIIISOWow DELII OPER IN DRETL AKTEN UND VIER BILDERN VON FERD. LEMAIRE. MUSIK VON C. SAINT-SAENsS. DEUTSCHR UBERTRAGUNG VON RICHARD POEHL. BERLIN, KOLN, LEIPZIG. VERLAG VON ALBERT AHN. Alle Rechte vorbehalten. PERSONEN. FFECECECECCECC Mezzo-Sopran. o Tenor. OBERPRLESTER DES DAGON... Bariton. ABLMELECH, Satrap von Gaza. Bass. EIN ALTER HERRREK. Bass. EIN KRIEGSBOTE DER PHILISTER Tenor. RRSER ESEER Tenor. ZWEITER PHILISTER Bass Philister und Hebräer. SZENE: Gaza in Palästina. Zeit: 1150 vor Chr. reeeee — ERSTER AKT. Freier Platz in Gaza. Links das Portal des Dagon-Tempels ERSTE SZENE. Chor der Hebräer. Samson. Chor hinter dem Vorhang. Gott Israels! erhöre unser Flehen! Sieh uns im Staub! Nur du kannst uns befrein! Rette dein Volk, o Herr, sieh unsre Tränen, Laß deinen Zorn durch sie entwaffnet seinl Frauen. Seit jenem Tag, wo sich dein Antlitz wandte, Schwand unser Heil; dein Volk, es ward besiegt! Der Vorhang geht auf. Hebräer ergehen sich in schmerzliche Gebärden. Chor. Herrl willst denn du Israel, das verbannte, Tiefer noch beugen, bis es unterliegt? Ach, wehe uns! Tag und Nacht sinkt hernieder, Taub bleibt dein Ohr, o Herr, für unser Leidl Wann naht die Stunde der Erlösung wieder, Die uns von Schmach, vom Banne uns befreit? Männer. Vom Feinde sahn wir unser Land verwüsten. Von frecher Hand ward dein Altar entweiht. Chor. In schwerem Joch die tapfern Helden büßten, Die Gut und Blut zu opfern uns bereit. Bist du nicht mehr der Gott, der unsre Väter Einst wunderbar aus Aegypten befreit? Ward Israel an dem Bund zum Verräter, Den es beschwor, einst in der Knechtschaft Zeit? Samson aus der Menge hervortretend. Haltet ein, meine Brüder!— Den Namen preist des Herrn. Den gelobt unsre Väterl Die Stunde ist nicht fern, Die euch bringt den Erretterl Ja, schon ward mir zuvor Die Verheißung kundl Leiht dem Herrn euer Ohr, Er spricht durch meinen Mund. Unser Gott, so gnadenreich, Er kommt, euch zu erretten, Verheißt jetzt Freiheit euchl Brüder, brecht eure Kettenl Bau wieder, gläub'ge Schar, Unserm Gott den Altarl Chor. Umsonst! Vergeb'nes Sehnen, Nimmer wird uns der Sieg! Wer kann uns Waffen geben? Wer rüstet uns zum Krieg? Unser Trost— sind die Tränen. Samson. Ist der Herr nicht bei dir Mit seinen Engelscharen? Er führt dein Panier, Er schützt dich vor Gefahren, Wie so0 oft er tat Zu der Väter Zeiten, Die er beschirmet hat, Als sie sich kühn befreiten. Er führte sie durchs Meer Trocknen Fußes ans Land, Da das feindliche Heer In den Wogen verschwandl Chor. Achl jene Zeit ist hin, Wo noch Wunder geschehen! Mutlos ward unser Sinn, Gott ist taub unserm Flehent +————é— —— — +„ 3— Samson. Töricht Volk, halt einl! Du lästerst deinen Gott!l Er will stets bei dir sein, Wirf auf ihn deine Notl Sind wir in seiner Hut, Wer kann uns widerstreben? Nur auf, mit frischem Mut, Der Sieg wird dann nicht fehlen. Herr der Herr'n! Höre uns! Herr der Herr'n!l Segne uns! Leih' unserm Arm die Kraft, Die uns den Sieg verschafft! Unser Hort! Unser starker Gott!l Chor. Der Geist kommt über ihnl Der Herr hat ihn gesendet. Wir wollen mit ihm ziehn, Der unsere Knechtschaft endetl Jede Furcht sei verbannt, Der Glaube kehrt uns wieder. Jehoval deine Hand Schüzet uns! Auf, ihr Brüderl ZWEITE SZENE. Die Vorigen, Abi-Melech.— Philister. Abi-Melech. Wer ist's, von dem der Ruf ertönt? Sind's wieder jene feigen Sklaven, Die unsre Macht so oft verhöhnt, Noch nicht gebeugt durch ihre Strafen? Ich lache der ohnmächt'gen Wut, Ich fürchte nichts von dem Verrate. Doch, wenn erschöpft ist unsre Gnade, Büßt alle ihr mit eurem Blutl Der Gott, den ihr zu rufen wagt, Ist ewig taub für euer Leid. Was bilft's, daß ihm die Not ihr klagt, Ihr bleibt der Knechtschaft doch geweiht. Wenn seine Macht euch kann erretten. Steig er herab von seinem Thron. Er komme selbst, brech“ eure Ketten Eurem Glauben an ihn zum Lohn! Wie könnt ihr euren Gott vergleichen Mit Dagon, unserm höchsten Gott? Durch den wir stets den Sieg erreichen, Auch gegen euch, Jehova zum Spott. Euer Land ward uns zum Raube, Eurem Glauben sprechen wir Hohnl Wie den Falken flieht die Taube, Floh Jehova vor Dagonl Samson begeistert. Du lästerst den Gott unserer Väter, Und die Erde verschlang dich noch nicht? Zittre nunl Es naht das Gericht. Ein Engel kommt, zu rächen Den Frevel unerhört; Zu strafen dein Verbrechen, Schwingt er sein Flammenschwert. Und alle Himmelsscharen Führt er zum Kampf heran, Die schmetternd hernieder fahren, Im Sturm höré ich sie nahn. Herbei kam nun die Zeit, Wo Gottes Zorn erwacht; Er sieht sein Volk bereit, Sein Wille sei vollbracht. Herr! vor deinem Grimme Erbebt das Erdenrund; Wir hören seine Stimme, Im Donner wird sie kund. Die Hebräer. Herr! vor deinem Grimme Erbebt das Erdenrund! Wir hören deine Stimme, Im Donner wird sie kund. Abi-Melech. Halt ein, frecher Tor! Schweigt, Verwegenel Der Tod ist euch allen gewißl —— ᷓ˖tL————— ——+⏑,r FFRRR Samson. Israell werde freil Mein Volk, erhebe dichl Furchtbar die Rache sei, Sieh dein Gott kämpft für dich! Der Herr führt unser Schwert, Wie einst er mit uns war, Sein Volk hat er erhört, Lenkt zum Sieg seine Scharl Die Hebräer. Israell werde freil Mein Volk, erhebe dich!l usw. Samson. Herrl vor deinem Grimme Erbebt das Erdenrund! Wir hören deine Stimme, Im Donner wird sie kund. Du gebeutst den Winden, Und dir gehorcht das Meerl Den Pfad lehrst du uns finden, Ziehst im Sturm vor uns herl Die Hebräer. Israell werde freil Mein Volk, erhebe dichl usw. Abi-Melech zieht sein Schwert und stürzt sich auf Samson, der es ſhin entreisst und Abi-Melech damit erschlägt. Samson hält die philisträischen seinem Schwert zurück und zieht mit den Hebräern triumphierend ab. DRITTE SZENE. Die Pforten des Tempels öffnen sich, der Oberpriester erscheint. Oberpriester, Priester, Tempeldiener, Hüter, Philister. Oberpriester. Was seh“ ich? Abi-Melechl Ermordet von den Sklaven, Und ihr— laßt sie entfliehn? Herbei, ergreift die Waffen Rächt den Tod eures Herrn, Die Empörer bestraft, Vernichtet jenes Volk, Das uns zu trotzen wagt! Erster Philister. In den Adern erstarrte All mein Blut bei der Tat, Meine Hand war gelähmt, Die das Schwert ergriffen hat. Zweiter Philister. Mein Auge war geblendet, Den Sinn umhüllte Nacht, Die Kraft kehrte erst wieder, Als der Mord schon vollbracht. Oberpriester. Ihr Feigen wicht vor jenen Schwachen, Erzittert gar vor ihrem Gott? Ihr fürchtet unsichtbare Rache, Womit ein Wehrloser euch droht? VIERTE SZENE. Die Vorigen. Ein philisträischer Kriegsbote. Kriegsbote. 0 Herr! Das Volk der Hebràer, Das, von Samson geführt, sich empört, Verwüstet rächend unsre Felder, Schon ist unstre Ernte zerstört. Erster, zweiter Philister. Weh'“ uns! Hier ist Hilfe vergebens! Verlaßt diesen blut'gen Ortl O Herr, uns zu retten das Leben, Fliehen wir in die Berge fort. Kriegsbote. Verlaßt diesen blutigen Ortl O Herr, uns zu retten das Leben, Fliehen wir in die Berge fort. — Oberpriester. Fluch euchl Ew'gen Fluch eurem Stamme, Ihr Kinder Israell Weh“ euchl Vertilgt sei der Name Vom Volke Israell Fluch dir! Der das Volk hat verleitet, Erzittre du vor mirl Schrecklich“ Los werde dir bereitet, Ewigen Haß schwör' ich dirl Fluch ihr, die den Frevler geboren; Fluch, wer geliebt ihn hat! Wenn in Liebe ein Weib er erkoren, Ueb' sie an ihm Verrat! Fluch dir, den jener verehret, Dem Gott, der ihn erhört, Von mir sei sein Tempel verheeret, Sein Altar sei zerstört. Kriegsbote, erster, zweiter Philister. Dein Gott hat uns verlassen, Wir fliehen diesen Ort, Komm mit uns in die Berge, Wir suchen Hilfe dort. Sie gehen ab und nehmen Abi-Melechs Leiche mit. Hebräische Frauen und Greise treten auf. Sonnenaufgang. FUNFTE SZENE. Hebräͤische Frauen und Greise. Spüter Samson mit den siegreichen Hebräern. Chor der Greise. Lobet den Herrnl— hr Jubellieder, Steigt zum Himmel hinan! Er war mit uns, Er erlöste uns wieder, Er hat Großes getan! Aus tiefer Not hat Er uns errettet Allein durch seine Macht. Er schlug den Feind, der uns lange gekettet, Ihm sei Dank gebracht! Die Hebräer treten mit Samson auf Ein alter Hebräer. Er strafte uns in seinem Grimme, Weil wir verachtet sein Gebot, Bis wir erhoben unsre Stimme, Ihn riefen in der tiefsten Not. Da neigte Er sein Antlitz nieder Und führt“! den Retter uns herbei, Den Arm bewehrte Er uns wieder, Sein Volk, Er macht es wieder frei. Chor der Greise. Er hat sein Volk nun wieder erhoben Aus der Knechtschaft Schmach, Vor seinem Zorn die Feinde zerstoben; Der Ihn gehöhnt, unterlag! Lobet den Herrn!— Ihr Jubellieder Steigt zum Himmel hinan! Er war mit uns, Er erlöste uns wiedel, Er hat Großes getan! SECHSTE SZENE. Samson, Delila, Chor der philisträischen Frauen, ein alter Hebrker, Chor der Hebräer. Die Pforten des Tempels öffnen sich wieder, Delila erscheint. Frauen. Des Lenzes volle Blütenpracht Den Helden sei sie dargebrachtl Grüßt, Schwestern alle, Mit hellem Schalle, Singt Jubellieder, Weil holder Friede wieder lachtl Der Jugend Reiz, der Schönheit Glanz Beut mit dem Frühling euch den Kranz. Die holde Liebe Mit süßem Triebe, Sie winkt uns wieder Und ladet ein zu Spiel und Tanz! Delila zu Samson. Gegrüßt sei mir, du stolzer Krieger, Der sein Volk befreit hat! Delila preist die Heldentat— Auch in der Liebe warst du Sieger; Willst deines Sieges du dich freun, Folg, mir zum Freudenmahle Nach Sorek, dem lieblichen Tale. Delila harret dort dein! Samson für sich. 0O Gottl Du ließt mich viel vollbringenl Gib mir Kraft, auch hier, wie zuvorl Stähle mein Herz, schliehe mein Ohr Dem Ton, der den Sinn will bezwingen. Delila. O komml dir winket der schönste Lohn! Sieh mich in Lieb erglühenl Es will die Rose von Saron An deiner Brust nur blühen! Samson. Laß mich entfliehn dem holden Klang, Mein schwaches Herz will er berückenl Verlösch“ die Glut in ihren Blicken, Die schon verzehrend mich durchdrang. Alter Hebräer. Entflieh, mein Sohn, verschließ dein Ohr. Sie lockt dich nur in ihre Schlingen, Der Feindin darf dies nie gelingen,— Die nur zum Opfer dich erkorl Delila. Süter als der Traube Saft Sind die Küsse von meinen Lippen; Komm, von dem Becher zu nippen, Der dich berauscht mit Wunderkraft. Samson. Vergebens! Ach, ihr widerstehen Kann ich nicht mehr! Die Kraft fehlt mir. O, hilf mir, Herr! Ich ruf“ zu dir, Sieh“ meinen Kampf, erhör' mein Flehenl Alter Hebräer. Weh' dir, kannst du nicht widerstreben Dem falschen Weib, die dich bedroht! Der Schlange Gift bringt dir Verderbenl— O, fall' nicht ab vom Herrn, deinem Gott!l Delila. Komm, an meiner Brust zu erwarmen, Und verschmäh“ meine Liebe nicht, Du stolzer Held, meiner Augen Licht, Ruhe sanft in meinen Armen! Tans der Priesterinnen Dagons. Delila. Die Sonne, sie lachte, Der Frühling erwachte Und küßte die Flur, Er zog durch die Lande Im Blumengewande Auf duftender Spur. Er bannet die Schmerzen, Die einsame Herzen Verschwiegen gequält, Und Liebesgedanken Durchziehn ohne Schranken Die hoffende Welt. Genieße des Lebens, Es schwindet so bald; Du leugnest vergebens 9 Der Liebe Gewalt. Und wirst du vergessen, Und bist du verwaist, Was einst du besessen, Dir keiner entreißt. 3 — 13— Sich zu Samson wendend. Ich ruf' ihn mit Tränen, Sein harr' ich mit Sehnen, Bis er wiederkehrt, Die Liebe erhört. Dann will ich ihn lassen Nimmermehr von mir, Ihn fester umfassen, Küssen für und fürl O, du wonnige, selige Zeit, O wärst du nicht mehr weitl Alter Hebräer. Ein böser Geist hat dies Weib erkoren Dir zum Verderb— denn Verrat brütet sie, O, kolg' ihr nicht, sonst bist du verloren, Hör' meinen Ruf, eh's zu spät: fliehe sie Delila. Dann will ich ihn lassen Nimmermehr von mir, Ihn fester umfassen, Küssen für und fürl O, du wonnige selige Zeit, O wärst du nicht mehr weitl Delila hat sich immer mehr zum Tempel zurückgezogen. Samson unter dem Zauber ihrer Blicke zaudert und kümpft in leiden- schaftlicher Erregung. — Der Vorhang füllt. ZWETTER AKEr. ö Delilas Behausung im Tale Sorek Palüstina). Die Nacht beginnt, es wird immer dunkler. ERSTE SZENE. Delila sitzt auf einem Felsblock, nachdenkend. Samsonl Diese Nacht muß ihn bringen, Er kommt,— meine List wird gekrönt. Heute muß meine Rach' gelingen, Die unsere Götter versöhnt. O Liebel dem Haß steh' zur Seite, Dein süßestes Gift leihe mir, Daß ich ihm sein Schicksal bereite, Daß gefesselt er liegt vor mir. Meinem Reiz wollte er sich entziehen, Vergebliches, törichtes Müh'n! Die Erinnerung kann er nicht fliehen, Diese Flamme verzehret ihn. Mein bleibt er und ist mein Sklave, Wohl fürchten die Brüder ihn; Ich fürchte ihn nicht, ja— ich lachel Doch sinkt er zu Füßen mir hin! 0 Liebel— Dem Haß steh' zur Seite, Dein süßestes Gift leihe mir, Daß ich ihm sein Schicksal bereite, Daß gefesselt er lieg“ vor mir. 8 Die Liebe ist stärker als alle, Selbst er, der Stärkste, erliegt, Der sein Volk erhoben vom Falle Von einem Weib wird er besiegt. ZWEITE SZENE. Oberpriester. Delila Oberpriester. Ich klomm auf diese Felsen, Um dich allein zu sehn, Dagon, der mich gesendet, Lieb kein Leid mir geschehn. Delila. Ich grüße Euch, mein Vaterl Seid hoch willkommen mir, Die folgsam Euch verehrt. Oberpriester. Auch ich vertraue dir. Zu leichten Sieg errungen Hat der Hebräer Schar, Die unsre Stadt bezwungen, Als niemand ahnt“ Gefahr. Das Heer war furchtbetört Beim Namen von Samson, Des Kühnbeit unerhört— Die Tapfersten selbst flohn. Dem Land zum Verderben Ließ der Hebräer Gott Ihn Wunderkraft erwerben, Der ird'schen Macht zum Spott. Samson ist auserwählet, Gelübde binden ihn; Daß er sein Volk errettet, Ward Großes ihm verliehn. Delila bitter. Ieh weiß, daß seine Taten Euch täglich neu bedrohn, Dem Land und Euch zum Schaden Spricht seine Kraft Euch Hohn. 16 Oberpriester. In deinem Arm die Kraft Er einst sich schwinden sah, Da hat er sich ermannt, Zu fliehn, dich Delila. Man sagt, daß seine Liebe Von ihm jetzt wird verlacht, Daß er den Reiz verschmähet, Der ihm Gefahr gebracht. Delila. Ich weiß, daß seine Brüder Wohl seine Klagen gehört; Er kümpft mit seiner Liebe, Die ganz sein Herz betört. Samson kann mich nicht flieh'n, Ringt er auch noch s0 heihß, Ich weiß, wie er mich liebt, Daß nichts ihn mür entreißt. Mir wagt er nicht zu trotzen, Wenn Euch er auch besiegt, Ein willenloser Sklave, Wenn mir im Arm er liegtl Oberpriester. So übe deinen Zauberl Uns leihe deine Machtl Daß wehrlos er, gefesselt Noch sei in dieser Nacht. Verkaufe deinen Sklaven mir Um jeden Preis, ich zahl' ihn dir, Lieferst den Feind du uns gefangen, Darfst kühn den höchsten Lohn verlangen. Delila. Was fragt Delila nach Eurem Goldl Sie übt Verrat für keinen Sold, Hätt“ ich nicht selbst ihm Rache geschworen, An mir wär' deine Kunst verloren. —— ——— In falschem Wahn Ihr Euch betrügt: Samson hat niemals mich besiegt. In Lieb' ich nimmer ihn umfasse, Weil ich noch mehr als du ihn hassel Oberpriester. Wohl hab' ich deinen Haß Geahnt, den Plan erkannt! Mein Geist durchschaute dich— Er muß dir unterliegen! Doch— ist er dir gewiß? Hat nie er sich ermannt, Um deine Macht zu flieh'n? Hat nichts er dir verschwiegen? Delila. Schon dreimal hat er durchkreuzt meinen Plan, Das Gebeimnis der Kraft, die ihn stählt, zu durchschaun, Ich umstrickte ihn nur, ich gewann seine Liebe, Weil ich hoffte, daß dann nichts verborgen mir bliebe. Doch dreimal täuscht' er mich, hier erlahmt mein Bemühn; Noch kenn' ich die Macht nicht, die Stärke ihm verliehn, Vergebens versucht' ich ihm Liebe zu heucheln, Vergebens hofft“ ich, sein Vertraun zu erschmeicheln! Den Stolzen sah ich, als mein Arm ihn umwand, Meinem Lager entfliehn, weil er mich erkannt! Doch heute gewiß will mein Ziel ich erreichen, Er zittert vor mir, ich sah ihn erbleichen! Ich weiß, heut' kommt er; die Trennung trägt er nicht, Ersehnt schon die Zeit, wo mein Arm ihn umflicht. Im entscheidenden Kampf sollst du siegen mich sehn; Meinen Tränen kann er nicht widerstehn. Oherpriester. Und Dagon, unser Gott, wird dir zur Seite sein! Du kämpfest für sein Reich— er wird dir Sieg verleihn. Beide. Ich will, meinen Haß zu kühlen, Er soll Delilas Ketten fühlen! Er sei durch die Liebe besiegt, Bis er hier im Staub vor mir ſiegtl 8 Oberpriester. Auf dir allein ruht all mein Hoffen. Des Rächers Los hat dich getroffen. Delila. Dein Hoffen ruht auf mir allein, Der Rache Ruhm sei meinl Beide. Wir schwören hier vereint: Tod, Todl Unsres Volkes stärkstem Feindl Oberpriester. Samson, bist du gewiß, heute Nacht hier zu sehnf Delila. Sicherlich. Oberpriester. Dann leb wohll— Eh' er naht, muß ich gehn; Ich kehre bald zurück auf dem geheimen Pfad. Das Geschick meines Volks, es ruht in deiner Handl Zu seinem Vertraun mußt den Schlüssel du finden, Das Geheimnis der Kraft, die ihn schützt, du ergründenl Ab. DRITTE SZENE. Delila allein.— Spüter Samson. Delita. Sie nähert sich ihrem Hause und lehnt sich an einen Pfeiler. Wenn auf sein Herz— doch kann's nicht sein!— Den Zauber verlor meine Liebe. In Dunkel hüllt die Nacht uns ein, Daß die Tat nicht verborgen bliebe—— Doch— ach!— Er kommt noch nicht! Samson tritt auf, zaudernd, erregt. Willenlos hat mich hierher gelenkt mein Schritt Ich wollte fliehn vor iar.. ich kann es nicht! Meiner Liebe fluch“ ich— aber doch muß ich lieben— Hinweg, hinweg von bier— s0 laug mir Kraft gobüebenl. 8 8 — 19— Delila tritt zu Samson. Du bist's, du bist's, geliebter Mann! Deiner harr' ich mit Sehnenl Mein Leid, vergessen ist es schnell in deiner Nähe. Gegrüßt sei mir, o du mein stolzer Heldl Salnson Halt einl Du täuschest dich!— Hören darf ich dich nicht— Mich beschleicht tiefe Reu'l Delila. Samson! O, du Geliebter mein! Warum meine Liebe verachten? Warum willst du nicht glücklich sein? Warum soll vergekens ich schmachten? Samson. O, wende ab den holden Blick, Vor ihm fühl' mein Herz ich erbebenl Ich würde opfern gern mein Leben Für deiner Liebe höchstes Glückl Delila. Holder Mann, der mich Arme erkoren, Kannst du glauben, dich liebt' ich nicht mehr Du allein bist mein Heil— bist mein Herr! Hab' den Reiz ich für dich schon verloren? Samson. Weh mirl— Erwählet von dem Herrn, Folge ich seinem heiligen Willen, Bleibe ich deinem Zauber fern! Laß gehorsam sein Wort mich erfüllen. Hierher kam ich— zum Lebewohll Israel wird herrlich auferstehen, Und bald die Stunde kommen soll, Die groß und frei wird uns sehen! Denn Gottes Stimme sprach zu mir: „Du bist erwählt, für mich zu streiten, „Dein Volk zurück zu führen zu mir. „Euch zu erlösen von allen Leiden!“ Delila. Was kümmert mein trostlos Herz Der Ruhm und das Glück deiner Brüder? Für mich gibt's nur einen Schmerz: Daß dein Gott dich entreißt mir wieder. Nur Liebe hat mich ganz beseelt, Seit ich geglaubt deinen Schwüren; Zum Gift wird sie, das mich verzehrt, Wenn ich dich, mein Glück, soll verlieren! Samson. O schweig! Mein Herz kennst du nicht, ES gehorcht nur dem Rufe der Pflicht; Dein Leid— ich kenn's— es zehrt auch mich. Delila!— Delila!— Ich liebe dichl Blitze in der Ferne. Delila. Es gibt einen mächtigen Gott, Dem alle Götter unterliegen; Du vernahmst durch mich sein Gebot: Der Gottder Liebe er muß siegenl Gedenk an die selige Zeit, Wo du mir zu Füßen geschworen Liebe und Treue in Ewigkeit, Die mir nun für immer verloren! Samson. Unglücksel'gel— An mir zweifle nicht! Zwischen uns soll ein Höherer richten, Ja, treffe mich Gottes Gericht, Sein Blitz möge hier mich vernichten, Das Gewitter nähert sich. So groß ist zu dir meine Liebe, Daß Gott selbst zu trotzen ich wage, Wär's zum ewigen Fluche für mich: Delila, Delila! leh liebe dichl Delila. Mein Herz erschließet sich der Glut deiner Liebe. Wie dem Sonnenstrahl die Blüte; Ach, meiner Tränen Flut unv ersiegbar bliebe, Wenn dein Herz mich je Verrietel O sag, daß Delila stets dein eigen soll sein. Daß ihr du hast vergeben, Nur das Wort sage mir: Delila, ich bin deinl Und sieh mich vor Wonne beben, Mein höchstes Glück, du mein Lebenl Samson. Delila, Delila!— Ich liebe dichl Delila. Wie in der Lüfte Hauch sanft die Aehren sich wiegen. Jede Blüte leis erbebet, So schauert still mein Herz bei dem Klang deiner Stimme. Die das Hoffen neu belebet. Delila. So rasch fliegt nicht der Pfeil Nach dem tödlichen Ziel. Als ich in deinen Arm, Wo sterben ich will! Ach. sieh mich vor Wonne erbeben, Mein höchstes Glück, du, mein Lebenl Samson. Mit meinen Küssen will ich deine Tränen trinken, In deine Arme laß mich wonnetrunken sinken! Delila, Delila! Ich liebe dichl Heftiger Donnerschlag. Delila. Doch nein— ich träume nurl Die arme Delila. Sie traut nicht deinen Schwüren, Die nur betört ihr Herz, wie einmal schon geschah Als ich dich sollt“ verlieren 5 Samson. Weil bei dir ich vergaß meinen Gott, Mein Gelübde, mein Volk, das Gebot Des Herrn, der mich gnädig erwählte, Mit Wunderkraft den Arm mir stählte. Delila. Auch du sollst mein Herz nun durchschaunl Dein Gott ist's, dein Herr, den ich neide, Dein Gott, dem mit blindem Vertraun Du gehorchst, während ich durch dich leidel Den Schwur, der dich ihm hat geweiht, Der dich zwingt, dich mir zu entwinden, Nenn' ihn mirl— Aus Barmhberzigkeit Laß dein Geheimnis mich ergründenl Blita und Donner in der Ferne. Samson. Delila! was willst du von mir? Wehl Mat“ ich zweifeln an dir. Delila. Wenn je ich besaß deine Liebe, Bewähre sie jetzt ihre Macht! Nur Fluch hätte sie mir gebracht, Wenn beraubt des Vertrauns ich bliebe. Samson. Halt einl Zu viel forderst dul Blitze und Donner nähern sich. Jenes Rätsel meines Lebens Deckt ein ew'ges Geheimnis zu. Delila. Es gilt mein Glück— meine Ruhe! Samson. Selbst deine Macht ist hier vergebens. Blitze ohne Donner. Delila. Ja, falsch ist meine Macht, Denn falsch sind deine Schwürel Mich beschimpft dein Verdacht!— Wenn dein Herz ich jetzt nicht rühre, Wenn der Schwur, den du erfüllst, Ein Geheimnis mir bliebe, Du das Rätsel nicht enthüllst, War Trug nur deine Liebe. Samson. Mein gepeinigtes Herz Fleht um Gnade ⁊zu dir; 0 Herr, sieh meinen Schmerz, O mein Gott— bleib bei mir. Delila. Nur für ihn lebte ich, Nur ein Glück gab's, ihn zu lieben Alles schwand hin für mich,— Tränen nur sind mir geblieben. Samson. Herr, starker Gottl Verlaß nur jetzt mich nichtl Delila. Mein letztes Lebewohl Ersticken Tränenfluten; Flieh, Samson, diesen Ort, Laß still mein Herz verbluten. Samson. Schone michl Delila. Das Gebot? Samson. Frage nicht. Delila. Das Gebot, nenn' es mirl Noch einmal fleh' ich zu dirl Blitze ohne Donner. Samson. Vernimm, wie Gottes Stimme spricht In Donnerworten; Seinem Blitz entflieht der nicht, Der untreu ihm geworden. Delila. Dir wie ihm biet' ich Trotzl Komml Samson. Neinl Delila. Komml Samson. Laß mich los! Gottes Zorn sprich nicht Hohnl Delila. Ich verachte sein Drohnl Samson. Treffen wird mich sein Fluchl Delila. Feiglingl— Nun ist's genug! Geh— ich verachte dich— fahr hinl Delila flieht ins Haus. Das Gewitter tobt mit furchtbarer Wut. Samson hebt die Arme flehend zum Himmel, stürzt dann Delila nach ins Haus. Philistrkische Kriegsleute kommen und sammeln sich um das Haus der Delile Delila erscheint auf der Terrasse. Delila. Herbei, Philister! Zu miri Samson. Ha, Verratl Die Krieger stürzen ins Haus. Der Vorhang fällt. 18. a8. DRITTER AKT. ERSTES BILD. Samsons Gefüngnis in Gaza. Samson in Ketten, seine Haare sind gekürat, er ist geblendet, er dreht einen Schleifstein. ERSTE SZENE. Samson allein. Samson. O, sieh mein Elend, Herr! Sieh meine Qualen; Erbarm dich mein, der, achl so tief gefallen! Weil sich mein Fuß verirrt vom rechten Pfad, Hat fürchterlich gestraft mich deine Hand. Wann willst du enden, Herr, mein bittres Leiden? Wann mich befreien aus der Hand der Feinde? Sie haben mich des Augenlichts beraubt Und häufen Schmach und Hohn nun auf mein Haupt. Chor der Hebräer hinter der Szene. Samson! Was hast du deinen Brüdern getan? Was tatest dem Gott deiner Väter du an? Samson. O Gott! Israel, in der Schmach, Von dir unerbittlich getroffen, Wagt nicht mehr, Gnade zu hoffen Für alle Schuld, die es verbrachl Kann unsre Reu' nicht deine Strafe enden, Soll deine Gnade nimmer uns erblühn? Wird deinem Volk die Schuld nie mehr verziehn, Willst du dein Antlitz ewig von uns wenden? Chor der Hebräer. Gott hat uns deinem Arm vertraut, Wir hatten fest auf dich gebaut! Samsonl Was tatest du den Brüdern, Was deiner Väter Gott du an? Samson. O Brüderl Euer Klaggesang Das Maß meiner Leiden vermehret! Meine Seele, von Reue verzehret, Vergebens nach Erbarmen rang! Gott, nimm als Sühne hin mein Leben, Laß mich für sie das Opfer sein, Labß büßen mi ch die Schuld allein, Doch deinem VolkKe sei vergebenl Chor. Für jenes Weib er uns verriet, Für Delila, die i hn verraten! Der für sein Volk einst siegreich stritt, Hat nun sein Volk mit Fluch beladen. Samson. Noch einmal, Gott, fleh“ ich zu dir, Die Hand, die mich schlug, will ich preisen, Willst du dein Volk dem Feind entreißen, Nimmst Israels dich gnädig anl Chor. Samson! Was hast du deinen Brüdern getan? Was tat'st du dem Gott deiner Väter? Philisträische Krieger lösen Samson von den Ketten und führen ihn ab. Verwandlung. ZWEITES BILD. Das Innere des Dagon-Tempels. Vor der Statue des Gottes ein Altar. In der Mitte des Tempels zwei Säulen, auf denen das Gewölbe ruht. Der Oberpriester ist von mehreren Philistern und Kriegern umgeben. Delila inmitten junger Müädchen mit Blumen geschmückt und Trink⸗ schalen in den Hünden haltend. Das Volk füllt den Tempel in allen Rüumen. Der Tag bricht an. ZWEITE SZENE. Oberpriester, Delila, Mädehen, Priester, Krieger, Volk. Chor. Die Sonne erwacht, der Tag bricht herein, Die Fackel erbleicht bei dem rosigen Schein. Unsére festlichen Spiele soll er nicht trüben. Wir wollen nur lieben, Der Freude allein, Der holden, uns weihn. Vorm Hauche des Morgens entfliehet die Nacht, Die Wonne uns nur und Jubel gebracht. Sinkt die Sonne wieder zum Schlummer hernieder, Dann, Freunde, uns lacht Wieder Liebesglück Mit berauschendem Blick. Grosses Ballett.— Der Priesterinnen Erwachen.— Bacchanale. DRITTE SZENE. Die Vorigen. Samson von einem Knaben geführt. Oberpriester. Seht hier! Er naht, der Richter Israels, Zu würzen unser Fest, euren Blick zu ergötzen! Delila! Schnell herbei, ihm den Met zu kredenzen, Reich dem Gemahl den süßen Trank! Er soll die Schale leeren, Um würdig dich zu ehren, Und feiern dich im Liebessangl Chor. Samson, laß uns trinken mit dirl Delila, die Schöne, soll leben! Auf, preise der Mädchen Zierl Neue Kraft wird der Wein dir geben! Samson für sich. Meine Seele, tief betrübt, Beugt sich, o Herr, vor deinem Willen! Mein Schicksal soll sich hier erfüllen, Wenn Kraft mir deine Gnade gibt. Delila. Ich biete dir zum Gruß die Hand Und knüpfe neu der Liebe Band! Und wie du einst, in nächt'gen Stunden, So leicht den Weg zu mir gefunden, Hat dir nun deiner Augen Nacht Zurück dein sübhes Lieb gebracht. Gedenk der wonnigen Zeiten, Als dich umschlungen mein Arm; Die höchste Lust dir bereiten, Gedenk meiner Küsse, so warm! „Ach, sieh mich vor Wonne erbeben, „Mein höchstes Glück du, mein Leben!“ Die Liebe, sie diente nur mir, Um meine Rache zu kühlenl Nur eines zog mich zu dir: Dein Geheimnis wollt' ich enthüllen. Blöder Torl Dir ward nur dein Recht. Du schmiedetest selbst deine Bande, Delila, sie hat nun gerächt Ihren Gott, ihr Volk,— ihre Schandel Chor. Delila, sie hat nun gerächt Ihren Gott, ihr Volk,— ihre Schandel Samson für sich. Herrl Dein Gebot achtet“ ich nicht In meiner Leidenschaft blindem Verlangen; Gerecht war, o Gott, dein Strafgericht, Weil diesem Weib ich angehangen. Oberpriester. Wohlan, Samson, der Liebe Ruf Wird doch bei dir Erhörung finden? Was einst bei ihr dir Wonne schuf, Mögst du im Liede uns verkünden. Vermag Jehovas Wundermacht Dein Augenlicht zurückzugeben, Sei gleich ein Opfer ihm gebracht, Will ich zum Gotte ihn erheben. Doch flehest du vergeblich ihn, Den Gott, der dich erwählt zur Rache, Veracht' ich nur, verhöhne ihn, Und deines Gottes Grimm ich lachel Samson. Gott, du hörst, wWwie der Lügenprophet Lästert deinen heiligen Namen! Daß du den Frevler mögst verdammen, Erfleht von dir mein heiß Gebet! Rüste mich aus zum Rachewerke, 0 Herr, durch deinen Gnadenblickl Und gib noch einmal mir zurück Der Kugen Licht und meine Stärke! Chor. Ha! Ha! Hal Ha! Ha! Ha! Dein Drohn wird nur verlacht, Dein Arm hat keine Macht! Ha! Ha! Hal Hal Hal Ha! Versuch's mit deiner Rache, Samson, du schreckst uns nichtl Dein Gott erhört dich nicht, Kann dich nicht sehend machen. Hal Ha! Ha! Ha! Ha! Ha! Oberpriester. Auf, Delila, laß uns feiern den Tag, Wo Jehovah Dagons Macht unterlag. Mög' Gott uns stets seinen Beistand verleihenl Kommt, ihm ein Opfer des Dankes zu weihen. Delila und der Oberpriester wenden sich gegen den Opferaltar, er- greifen die heiligen Gefüsse und entzünden die Opferfeuer. Samson steht in der Mitte der Saene einsam mit seinem Knaben, von Schmern gebeugt im Gebet versunken. Oberpriester und Delila. Dagon, dir sei Dank gebracht, Der dich(mich) gnädig auserwählte Zu dem Werkzeug seiner Macht Und mit Mut dein(mein) Herz beseeltel Preis dir, mächt'gem Herrn der Welt, Dem die Götter selbst sich beugenl Deszen Wille uns erhält! Wollst zu uns dich gnädig neigenl Chor. Segne den Weinstock, segne das Feld, Die Herde segne, den Hirten im Zelt; Daß stets des Friedens Sonne uns scheint, Schirme dein Volk, Herr, vor jeglichem Feind. 30— Oberpriester und Delila. Empfang' mit gnäd'ger Huld Die Gaben, die wir bringen Zur Sühne aller Schuld; Laß unser Opfer gelingenl Chor. Herr, segne uns! Oberpriester und Delila. Vor der Priester heil'gem Bliek Mögst die Zukunft offenbaren! Lasse deinen gläub'gen Scharen Künden unsres Volks Geschickl Delila, Chor. Gott sei uns gnädig für und für, Um deinen Schutz flehn wir zu dir. Samson gabst du in unsre Macht, Hast Israel zu Fall gebracht! Oberpriester und Delila. Dagon steigt hernieder, Flammen lodern wieder Hoch empor Auf der geweihten Stätte. Er neigt sein Ohr Des Volkes heißem Gebete. Chor. Dagon steigt hernieder, Hammen lodern wieder Hoch empor Auf heiliger Stätte, Er neigt sein Ohr Unserm Gebetel Oberpriester und Delila. Dagons Macht Seht hier sich neu bewähren, Dank sei ihm und Ehren dargebracht! ̃RN eeeeee 323. Chor. Dagons Macht Seht hier sich neu bewähren, Dank sei ihm zu Ehren dargebrachtl Oberpriester zu Samson. Um unsern Sieg würdig zu krönen, Herbei, Samson, hier zum Altarl Vor Dagon kniee nieder im Staube, Bring unserm Gott ein Opfer darl Zum Knaben. Führ ihn zu uns! Geleite seine Schritte, Allen zur Schau, hier in des Tempels Mitte. Samson. O, Herrl Die Stunde ist da, Nur jetzt verlaß mich nicht! Zum Knaben. Führ mich zum Säulenpaar, Mein Kind, fürchte dich nicht. Der Knabe führt Samson zwischen die beiden Säulen. Chor. Dagon steigt hernieder, Flammen lodern wieder Hoch empor Auf heiliger Stättel Dagons Macht Seht bier sich bewähren. Ihm sei Dank und Ehren dargebracht. Mächtiger Gott, Dagon, hör uns! Segne dein Volk, Herr, bleib bei uns! Höchster der Götter, gib uns stets Sieg, Tilg unsre Feinde, wir flehen dichl Israel ward durch dich Nun für immer geschlagen, Ihr Jehovah blieb taub Allen Bitten und Klagen! Du gabst uns Sieg, Dank dir, Dagonl Tilgtest die Feinde, die dich verachten, Du straftest sie, Jehova zum Hohn, Die frech dein Machtgebot verlachten, — 32 Gnädig sei uns, Herr, für und für, Um deinen Schutz flehn wir zu dirl Samson gabst du in unsre Macht, Hast Israel zum Falle gebracht. Dank dir, Dagonl Ruhm dir, Dagonl Samson hält die beiden Säulen umschlungen und sucht sie zu erschüttern. Du starker Gott, erbarm dich mein, Dem frevelnd sie das Auge geblendet! O Herrl Du wollest nur jetzt mir verleihn Die Kraft, die du einst mir Armen gespendet! Lasse mich jetzt deinen Rächer sein, Stärke mich, dies Volk dem Tode zu weihn! FRRRRRRRrrrr Der Tempel stürzt zusammen, unter dem Wehgeschrei des Volkes. Der Vorhang füllt. Ende — — S 19593 18