ee ——— PPIII Kreuzritter in Egypten. Heroiſche Oper in 2 Aufzügen Muſik von Maherbeer⸗ Nach dem Italieniſchen Friederike Elmenreich. Karlsvuhe, 2388 Aladin, Sultan von Damiatte. Palmide, ſeine Tochter. Osmin, Vezir, Alma, Vertraute Palmidens. Mirva, ein Knabe von 5 Jahren. Adrian von Montfort, Aei des Ordens der Ritter von Rhodus. Felicia, ſeine Nichte. Armand d' Orville, Ritter von Whetüiz 25 dem Namen Elmireno. Emire. enrur Imans. Volk. Ritter von Rhodus. Europaͤiſche Sclaven. Chor- Statiſten. Leibwachen des Sultans. Soldaten. Sclaven⸗— Ritter von Rhodus, Herolde. Waffentraͤger. Pagen. Soldaten und Mattoſen. ͤ——— Die Handlung iſt in Damiatte. A1 M Cl ter von Namen A c t Chor. Whter ſafdd mir theuer! Du ful lſt die Bruſt mit Sehnen, Hoͤr' o Himmel meine Klagen! Seufzend muß ich Feſſeln tragen! Denk ich dein mit heißen Thraͤneit Beuget Kummer dieſes Herz⸗ Das Geſchick macht uns zu Stklaven Meere trennen uns von dir. Doch die haͤrteſte der Strafen Iſt entfernt zu ſterben hier. Ein Theil des Chors. Euch Geliebte meiner Seele Sollt ich nimmer wiederfehen. Andere. Traurend muß ich hier vergehn, Bald Alieg ich meinem Schmerz Weh' mir Mehrere. Bald erlieg ich meinem Schmerz. Theure Gattin! Arme Kinder! Ach Ihr Freunde! Vaterland! Euch Geliebte meiner Seele, Sollt ich nimmer wiederſehn, Ach, das bricht mein armes Herz Ende, ach ende, Guͤt'ger Himmel bald die Leiden, Sieh herab auf unſere Noth, Wende, o wende Unſere Qualen bald in Freuden Oder gieb uns allen Tod. Chor. Seht aus dem Pallaſte dort Palmidens Selaven gehn Die hohe Juugfrau kommt, Sie naht ſich dieſem Ort. Anmuth und Schoͤnheit Entſtrahlt den Blicken, Und ihre Guͤte Fuͤllt mit Entzuͤcken, Sie iſt uns Troͤſterin In bangen Stunden, Wohlthaͤtig heilet ſie Des Herzens Wunden, Seegen verkuͤndent Gleich einer Gottheit, Nahet die hohe Den Sterblichen nur. Mitleid und Menſchlichkei Spendet ſie gnadenreich Auf ihrer Spur. Palmide. Empfanget von Elmireno O Freunde dieſe Gaben Im Leiden auch zu laben, Theil ich ſein Gluͤck. Im frommen Verein. Ahnüng ſagt ſein treues Herz Schlaͤgt nur fuͤr mich allein. Mich ſoll dein ſuͤßes Bild, Hier ſtets umſchweben, Bey dir iſt Goͤtterluſt Und neues Leben. Welch' ſeel'gen Augenblick, Gewaͤhrt das Wiederſehn Was koͤnnte dann mein Gluͤck Wohl noch erhoͤhn. Chor. Welch' ſeel'gen Augenblick Gewaͤhrt das Wiederſehn, Was koͤnnte dann ihr Gluͤck Ihr Gluͤck erhoͤhn? Osmin. Ha, der Sultan! SOsmin und Chor. Vor ihm beugt euch im Staube! Palmide. Theurer Vater Aladin. Laß' o Holde in dem Auge Freud' erglaͤnzen, Theil o Tochter des begluͤckten Vaters Entzuͤcken heut; Elmireno kehrt zuruͤck Schoͤn geſchmuͤckt mit Siegeskraͤnzen, Hat das Reich von Feinden befreit. Der treuen Freunde Kreis — Al Pe zen, heut; Ehre den Sieger 5 lohn der hoͤchſte Preis Den tapfern Krieger. Der theuern Tochter Hand, Sey ihm des Gluͤckes Unterpfand. Viel werther ihm als Siegeskranz. Ehret den Sieger, In der Freunde Kreis. 26. Palmide. Mich ſoll dein ſuͤßes Bild⸗ 10 Chor. Hoͤrt ihr fern auf den Thuͤrmen ein Zeichen 2 In der Naͤhe wird Antwort gegeben. Seht ein Schiff auf den Fluthen dort ſchweben! Hoͤrt vom Ufer die Toͤne erſchallen, Wie vom Vorwerk ſie wiederhallen! Seht von Rhodus die Flaggen ſchon nahn! Aladin. Hoch geehrt ſeyen Rhodus Geſandte Freundlich bieten ſie dieſem Lande Heute Freundſchaft, Frieden an. Palmide. Friedens Hoffnung, welch Himmelswort! Chor. Frieden! o Hoffnung! Palmide. Alma. Aladin. Osmin. Laßt frohen Jubelton 3 Die Luͤfte froh durchziehn Des Kriegers harret heut Der treuen Liebe Lohn. Der hoͤchſte ſchoͤnſte Chor. Laßt Krieges Jubelton, Die Luft durchziehn, Des Kriegers harret heut, Der hoͤchſte ſchoͤnſte Lohn. Palmide, O welche Wonne bald darf ich den Sſeſßer, An die treue Bruſt nun druͤcken, Nichts hat die Erde mehr, mich zu begluͤcken, Wird mir dieſe Seeligkeit. Aladin. Ja, voll Wonne werd ich den Sieger, An dies Vaterherz nun druͤcken Ja, den Helden zu begluͤcken, Lohn der Tochter Hand ihn heut. Palmide. An die treue Bruſt ihn druͤcken, 6 eichts kann mich mehr begluͤcken, Wird mir die Seeligkeit. Was koͤnnt auf Erden mich erfreu'n, Pa Ja, nur bey ihm, bey ihm allein, Ar: Iſt Seeligkeit. Allgemeiner Chor. Laßt Krieges Jubelton f Die Luft durchziehn ꝛc. Chor. Weht ſchmeichelnde Luͤfte, Pa Beym Hauch der Blumenduͤfte, Umgaukelt ſcherzend leiſe, Das liebliche holde Kind. Beſchuͤtzt des Lieblings Schlummer Und wehet ſanft und lind. O ſehet— ſthon wacht er Pal Ari Er gehet— verweile!— Arr O Himmel, welche Sorgen! Hier bleib er verborgenn Entdeckt man ſein Daſeyn, 4 f So drohet uns Pein. Bezaͤhme die lebhafte Gluth Folgſam ſey, ſanft und gut Mit ſuͤßen Kuͤßen Und ſeltnen Geſchenken Lohnt bald die 9t'ge Mutter dich. Wohl wirſt du's wiſſen, Die Theure zu kraͤnken, Pa! Iſt Suͤnde, denn liebend opfert ſie ſich. Palmide. O mein Geliebter! Pa! Armand. Ach! Recitativ. Arr Palmide. Du ſeufzeſt, du bebeſt, Da Aladin beguͤnſtigt unſere Liebe? Ja, ein heilig Band beglucket uns noch heute! Pa! Armand. Gluͤcklich wir beide! O hoff es nie! Arr Du wirſt mich verabſcheu'n, haſſen— Ich bin nicht Elmireno. Palmide. Ha! Wer biſt du? Pa! Armand. Ich bin deines Glaubeus aͤrgſter Feind— Ar: Der deines Vaters— ein Franke— 355 Des Kreuzes Zeichen trag' ich 7 Von Rhodus Rittern— Ich bin— Armand d'Orville!— Palmide. Ha, eben landen von Rhodus edlen Helden Sie ſind geſendet an Aladin. Armand. Ha! Allmaͤcht'ger! Wenn mein Oheim hier gelandet Großmeiſter iſt er des Ordens; Palmide. Wie, Barbar, du konnteſt mir dies 9058 be⸗ reiten? Armand. Lieb' iſt mein Verbrechen, Um dich vergaß ich Ehre, Vergaß das Vaterland, Und die Verlobte! Palmide. Was hoͤr' ich, ihr Goͤtter! Armand. Edlen Stammes iſt jene Jungfrau Die im Fluͤgelkleide ſchon Beſtimmt mir ward zur Gattin. Palmide. Was ſagſt du? O Himmel 2 Und nun? Armida. Der Schleier riß— Die ſuͤße Taͤuſchung iſt verſchwunden, Dem Geſchick erlieg ich heut. Jene Verbindung, die Pflichten— Meine Reue— mein Gewiſſen— Und die Ehre—— Fliehend ſuch' ich das Verderben! Palmide. Halt ein! O ſieh mich ſterben! Duett. Palmide. Ach nein, du fuͤhlſt nicht Liebe, Du haſt ſie nie gekannt. Armand. Nie wanken meine Triebe Dies Herz bleibt treu, Im Tode noch dir zugewandt. Palmide. So fliehe nicht aus meinen Armen Weil an der treuen Gattin Bruſt, Armand. O habe doch mit mir Erbarmen O laß mich fliehn Gewaͤhrt mein Schmerz dir Luſt. Palmide. Du koͤnnteſt mich verlaſſen? Armand. Du wirſt den Frevler haſſen Palmide. Denkſt du nicht des Sohnes 2 Armand. Verbirg ihn mir, 8 Palmide. Sieh ihn hier! Armand. Ach, wehe mir, Kannſt du dich weiden. Palmide. Ha! Barbar! Armand. An meinen Leiden! Palmide. Ha! Barbar! Armand. Sieh meinen herben Schmerz Vernichte ganz dies Herz. Palmide. Du kannſt allein Den Vater ihm geben. Armand. O nimm mein Leben, Nur dies allein Kann ich dir geben. Palmide. O hoͤr' der Mutter Fleh'n! Armand. Koͤnnteſt du mein Leiden ſehn. Palmide. Kannſt du noch wiederſtehn. Armand. Kaum kann ich widerſtehn. Richte nicht! verdamme nicht! Palmide. Ha Barbar! verlaß mich nicht! Beide. Der Hoffnung ſanfter Strahl Iſt auf ewig uns verſchwunden, Des Gluͤckes Wonne Stunden, Kehren nie zuruͤck. Getrennt von dir Winkt Ruhe mir, Nur in dem kuͤhlen Grabe Ach leiden und ſterben, Muß ich ferne von dir. Chor. Sehet dort, wie auf Silberwogen, Noch ein Schiff koͤmmt daher gezogen Freudig bringet es Frieden Das Geſaͤuſſel von kuͤhlenden Winden, Scheint ſelbſt froͤhlich uns zu verkuͤnden, Wir geleiten den Frieden Wie die Wellen ſich murmelnd erheben, Kuͤſſend ſchmeichelnd das Schiff ſtets umgeben, Das uns bringet den Frieden, Unter hoher Palmen Schatten, Winkt dir freundlich das Geſtade, Und im Dufte bluͤhender Matten Weile, o weile ſtets bei uns. 3233 Ad Ad 8 Weil' an dieſem Strande, Du bringſt unſerm Lande Den erſehnten Frieden, Er iſt aller Wuͤnſche Ziel Von Jubel erſchalle Das Ufer umher, Laut toͤn' unſere Freude Weit uͤber das Meer. Ja, Echo hallt wieder, Die jauchzenden Lieder Den frohen Geſang. Recitatib. Adrian. Hoͤret Voͤlker Egyptens Tapfere Kriegerſchaaren! Es landen nicht als Feinde Rhodus Rikter, Am Strande hier des Nils. Zu lange ſchon erlitten beide Laͤnder Durch widerſpenſt'ge Kriege Schreck und Verheerung Graus und Noth. Des Friedens Stimme ertoͤut Friede ja— und Menſchlichkeit, Wir folgen dem maͤchtigen Rufe, Sie bieten heut dieſem Reiche Freundlich die Hand, ſehet hier Der Treue Unterpfand. Cavatine. Adrian. Zitternd nur wuͤrde dieſe Rechte Gegen Euch das Rachſchwerdt ſchwingen, Laßt vereint durch ſanftere Maͤchte Uns nach Palm und Lorbeer ringen, Fried' und Freundſchaft, ſie ſind das Looſungswort, Das die Voͤlker begluͤckend vereint Wo ihr ſanfter Strahl erſcheint Fliehet ſchnell aller Streit und Mord. Shor. Fried' und Freundſchaft Sie ſind das Looſungswort Das die Voͤlker begluͤckend vereint Wo ihr ſanfter Strahl erſcheint Fliehet ſchnell aller Streit und Mord. 10 Adrian. Bebend bleibt die Gattin zuruͤcke Eilt der Mann dreiſt ins Schlachtgewuͤhl Traurend ruh'n der Mutterblicke Auf dem Sohn, voll Angſtgefuͤhl O ſchoͤner Friede! Trockne der Gattin und der Mutter Thraͤnen Mildre der Armen Schmerz Taͤuſche nicht mein glaͤubig Waͤhnen, Der Menſchheit Wohl wuͤnſcht Dieſes Herz. Chor. O ſchoͤner Friede! ꝛc. ꝛc. Adrian. Mir ſaget Hoffnung Daß vor Gefahren, Der Friede werde Euch ſtets bewahren Der Mutter Erde Lacht Ruhe nun. Eine heitere Sonne beſcheinet Gott deine Voͤlker; Die Lieb' und Eintracht vereinet. 5 Chor. Mir ſaget Hoffnung ꝛe. ꝛc. Recit ati v. Armand. O welche Qualen! Laͤnger trag ich nicht dies Leiden! Zwei Ritter ſah' ich dort, Ja dieſe befrag ich— nur muthig Adrian. Seht vom Sultan nahet ſich ein edler Emir. Armand. Mit Ehrfurcht gruͤß ich euch, tapfre Ritter hier, Adrian. O Himmel, dieſe Stimme!— Armand. Was ſeh' ich! Adrian. Er iſt's! Armand. Mein Oheim! Gott! wo verberg ich mich! Adrian. Armand, o theurer Neffe! O Gott, was ſeh' ich Ungluͤckſeel'ger! Was thaſt du? Weßhalb die Kleidung? Armand. Oeffne dich Erde! Adrian. Du, Sohn einer theuern Schweſter!— Einer von Rhodus Rittern! O der Schmach! Schaͤndlicher! Rede— wie kam es— Armand. Der Zufall— die Noth ward mir Geſſetz. 1223223 Adri Arm Adri Arm Adri Arm Adr SRe Arm Adr' „„n äigrrreeee Arm 11 Verwundet und ſterbend blieb ich allein— Tod waren die Gefaͤhrten— Dieſe Kleidung rettet mich. Adrian. Und du verließeſt des hohen Ordens Ehrenfahnen? Armand. Doch ſtets treu bewahrt ich dieſes Schwerdt. Adrian. Leg es ab! Armand. Wie? Adrian. Auf! Gehorche! Armand. Nehmt es hin! 8 Adrian. Im Namen des erhab'nen Ordens, Kraft der Wuͤrde, die mir anvertraut, Nehm' ich nun dies Schwerdt zuruͤck, Da du es frech entehrt, Sei es vernichtet. Armand. Achl Hab Mitleid, gieb die Waffen mir wieder⸗ Adrian. Schmach druͤckt dich nieder. Onertt. Flieh! flieh! trag von Land zu Lande Unwuͤrd'ger deine Schande Bis Gottes Zorn dich erreichet. Verraͤther an Vaterland und Ehre Ward'ſt du,— o welche Pein! Vergaßeſt Eid und Pflicht Mit des Ordens Wort Und heil'ger Lehre mir. Triebſt du frechen Spott er hier, Und falſchen Schein Bebend erwarte das Gericht. Armand. O loͤſe nicht die Bande Ach haͤufe nicht die Schande 91 Nichts kann dem Schmerz Der in dem Innern tobt Ich je vergleichen. Vergieb o Gott, dem Schaͤnder deiner Ehre, O lindre meine herbe Pein. Ach verſage dem Suͤnder Dein Mitleid nicht Ja des Ordens Wort Und heil'ger Lehre, ſetz. Folge ich fortan allein —— ů*— 12 Ja, noch gluͤht im Bußen mir, Reine Flamme fuͤr Ehr und Pflicht. Adrian. Willſt du Vergebung finden— Armand. Von Schuld mich loszubinden, Was muß ich thun? Adrian. Leg ab des Irrwahns Zeichen hier Auch ſag Aladin wer du ſeyſt, Und ſchnell dann folge mir. Armand. Dir folgen— O Gott! Palmide! Adrian. Bald als Felicias Gatte!— Armand. Ich— ich— Felicias Gatte 2¹ Adrian. Du bebeſt! Was kannſt du ſagen 2 Denke deiner Schwuͤre! Armand. Toͤdte mich, ich will nicht klagen. Adrian. Schaͤndlicher, du brachſt die Treue! Armand. Hoͤre! Adrian. Schweige! Armand. Hoͤre! Adrian. Nein! Beide. O welch' neue Qual! Armand. O ſaͤhſt du die Holde Die mich uͤberwunden, Solch' hoher Reitz ſolch' edles Herz, Schmuͤckt Sterbliche nicht. An der himmliſchen Seite Entſchwinden die Stunden Und beſeligt durch Liebe Ergab ſich mein Herz. Erwiedernd die Triebe, Ward' ewig ſie mein Verlaß ich die Arme, So toͤdtet ſie Schmerz. Adrian. O ſaͤhſt du die Mutter Durchſeufzend die Stunden, Beweinend den theuren Sohn Bricht Kummer ihr Herz Und dir ſind in Wonne Die Tage entſchwunden Pflicht und Ehre vergeſſend Ja ſelbſt der Mutter Schmerz. Adr Arm Adr Arm Adri 0 Arm f SSIAeECIE304. Arm Bei Kannſt du nur allein O eil' in ihre Arme. Sonſt toͤdtet ſie Schmerz Brich grauſam nicht das Mutterherz. Adrian. Nun ſo waͤhle!— Unwuͤrd'ge Liebe— Armand. Fliehe ich! Adrian. Den Weg der Ehre— Armand. Leite mich! Adrian. Bei dieſem Schwerdte, Das dein Vater einſt gefuͤhret Schwoͤr es mir!⸗ Armand. Gieb mir dies Schwerdt, Laß mich es kuͤſſen! Blick o Vater gnaͤdig nieder, Ja, dir ſchwoͤr' ich, Deiner wuͤrdig kehr' ich heut Auf den Weg der Tugend und Ehre Mit Muth und Kraft zuruͤck. 1832 Dies Schwerdt, das Sieg gewohnt Des Vaters Arm gefuͤhrt Durchgluͤht die Seele mir Mit Helden-Muth Ja, dort, wo Lorbeer lohnt, Der Tapfern nur gebuͤhrt, Fuͤr Gott und Ehre Stroͤm hin mein Blut. Adrian. Dies Schwerdt das Sieg gewohnt, Des Vaters Arm gefuͤhrt, Durchgluͤh die Seele dir. Mit Heldenmuth. Ja dort, wo Lorbeer lohnt, Der Tapfern nur gebuͤhrt, Fuͤr Gott und Ehre Stroͤm hin dein Blut, Schwoͤr es mir! Armand. Ich ſchwoͤr es dir! 274.05 Beide. Dies Schwerdt, das Sieg gewohnt⸗ ꝛc. ꝛc. ꝛ8 Ihr Leben erhalten 2 — 232———— 14 Reei t alttüc. Palmide. Wäͤrs Armand d'Orville! Felicia. Allmaͤchtiger, du kannteſt ihn! Palmide. Ich kannt' ihn! Felicia. So laß vereint um ihn Uns weinen—— 5 Palmide. So war Armand deinem Herzen theuer? Felicia. Gern gaͤb ich hin, 3 Koͤnnt ich ihn retten,— Freudig mein Leben. Palmide. Wenn Armand dennoch lebte— Felicig. Wozu die Taͤuſchung? Palmide. Wenn dies liebliche Kind— Felicia. Gott! wie ich bebe! Palmide. Wohlan! ſchwoͤre, zu ſchweigen. Felicia. Ich ſchwoͤre!— nun dieſes Kind— Palmide. Iſt Armands Sohn! Felicia. Und die Mutter! Palmide. Bin ich! Pal Felicia. O ungluͤckſeel'ge Felicia! Palmide. Du Felicia 2 Du, die laͤngſt erleſen Armand zur Gattin. Ach, wehe mir. O Sohn! Ja Schande, Tod, Wird nun bald unſer Loos. Felici a. Bleib Ungluͤckſeel'ge! Mutter biſt du— Fuͤr ihn leben iſt die Pflicht. Palmide. Fuͤr ihn 2 Felicia. Ja! hier dies Kind Loͤst meine Bande, 3 Und knuͤpft die Deinen. 3 Palmide. O koͤnnteſt du Armand je entſagen. Bei Vergeſſen— Arm Felicid. Ja, ich entſage ihm. Pal Ach! du kenneſt nicht die Kunſt, Fel⸗ Durch die er einſt mein Herz gewann. Pal Schuldlos war ich, erkundig jener Trieb,— Durch Minnelieder, die er zaͤrtlich erſann Fel Weckt er grauſam die Liebe. Pal ler? 15 Wenn er bei Luna's Silberſtrahlen Ruͤhrend ſchildert die Qualen, So toͤnt des Saͤngers Klage— Fuͤhl' was ich ertrage. erötekl⸗ Durch den duft'gen Bluͤthenhain Seh' ich einen Juͤugling gehn, Bei des Mondes blaßem Schein Traurend bei dem Liebchen ſtehn. 5 Blickt ſie ſchweigend, zaͤrtlich an, 4111 Senkt den Blick und ſeufzet dann. 9 Legt die Hand nun auf ſein Herz: O lind're(ſo ſagt er ihr) nun der Liebe herben Schmerz⸗ Wahret, Maͤdchen; euer Herz, Mancher treibt mit Lieb' nur Scherz. O trauet nicht der Maͤnner Schwur! Palmide. O ich kenne den Zauber jener Toͤne— Zum Herzen dringen ſie; Unter den Mauern 2 62 Des einſamen Harmes, 725 Wo oft mein Ohr Der Liebe Fleh'n ich lieh, Hoͤrt' ich die Worte: Jugendreitz und Anmuth mahlt Sich in Chloe's ſanftem Blick, Laͤcheln ihrem Aug' entſtrahlt, Kuͤndet dem Geliebten Gluͤck. Dem Gefuͤhl nichts Worte lieh, Schweigend blicket er auf ſie; Doch er ahnet Goͤtterluſt, Druͤckt die Theure voll Wonne an die Bruſt. Beide. Wahret Maͤdchen ꝛc. ꝛc. ꝛc. Armand. Maͤdchen wahret ꝛc. Palmide. Seine Stimme! O Himmel! Felicia. Was thuſt du, o Palmide? Palmide. Ach, dieſe Toͤne kuͤnden mir Armen Heut' ſein Lebewohl! Weh' mir! Felicia. Weile doch! o warte! Palmide. Armand! Armand! 16 Felicia. Bleib, hoͤr' meine Bitte! Armand. Chloe harrt einſt liebevoll— Felic. Hoͤre! Arm. Weh' der Armen! Palm. Ach, Erbarmen! Arm. Seufzend fagt er ihr Lebewohl! Felic. Ein Lebewohl!! Arm. Erkenne, Theure, wer ich bin. Palm. Welch ein Schmerz! Felic. Armes Herz! Arm. Fuͤrchterlich iſt ihr Geſchick, Nacht umhuͤllt der Armen Blick. Und den Abſchieds⸗Kuß druͤckt er Weinend auf die kalte Hand, Blickt zuruͤck noch und verſchwand⸗ Palm. Von ihm verlaſſen Wuͤrd' ich erblaſſen. Welch ein Leiden Droht uns Beiden! Felic. So floh mich einſt Den du beweinſt. Arm. Nie empfinde, liebend Herz, Herber Trennung bittern Schmerz. Felic. und Palm. Nie empfinde ꝛc. ꝛc. ꝛc. Palm. Ach, ſieht er ſie, die einſt ſein Gluͤck? Was wird aus mir 2 Welch' ein Geſchick! Mir ſtarrt das Blut, Hin iſt mein Muth! Felic. Ich wag' es nicht, zu zeigen Mich heute ſeinem Blick. Kir ſtarret das Blut! ꝛc. ꝛc. ꝛc. Armand. Mich ruft die Pflicht und mein Geſchick, Dahin iſt nun der Liebe Gluͤck. Die Theure fliehen? nein! Mein ganzes Gluͤck, Mein hoͤchſtes Gut! Alle Drei. Nie empfinde liebend Herz ꝛc. ꝛc. ꝛc. Ala Adr Ala Adr Ala Fel Adr Pal Ala 17 8 ien al e.(Großer Marſch.) Chor der Imans. Schuͤtzend Hymens hehre Feie Steig vom Himmel nieder! Segnend dieſen heil'gen Schleier! Toͤne dem Propheten Lieder, O ſteig ſegnend herab! Chor der Ritter. Friedensruf hallt wieder, Weit ertoͤn' die Kunde. Eintracht, Freundſchaft ſichere heut' Segen unſerm Bunde. Stets fuͤr Gottes Rechte ſtreiten, Unterdruͤckter Unſchuld Hort, Muthig in Gefahr und Leiden, Ehre! Treue! Sey des Ritters Loſungswort⸗ Recitativ. Aladin. Erhabner Beſchuͤtzer und Meiſter Und euch tapfre Ritter begruͤße ich! Freundſchaft und Frieden, Bietet ihr heut' dieſem Land, Geſchloſſen ſey der Eintracht Band. Adrian. Ja, ſchon als Feind Mußt' ich dich achten. Dies Wort ſey der Freundſchaft Unterpfand. Denn Großmuͤth und Tapferkeit Verehren wir in jedem Stand. Aladin. In Freiheit ſetz ich die Selaven, Die, mir dienend, Franken ſich nennen. hick, Adrian. Alle? Aladin. Ja, Alle! Felic. Ach, wohl verſteh' ich ihn. Adrian. Segenkuͤndend lacht uns die Sonne! Palm. Mein Gluͤck iſt hin! c. Aladin. Verſpricht dem Reiche hohe Wonne⸗ Ja, es wird die theure Tochter Dem tapfern Juͤngling Elmireno Heut vermaͤhlt. Fuͤnf Jahre ſind es nun, Daß dieſer Held Die Stuͤtze iſt meines Thrones, — 18 Den ich, nach meinem Tode, 0 Zum Herrſcher euch beſtimmet 1 Komm Elmireno. Armand. Nicht Elmireno bin ich! 9 Mein Oheim! Ar m Alle. Ha! was ſeh' ich! Palun So iſt es Wahrheit! Arm. Vor Angſt vergeh' ich! 9 Aladin. Ha, Verraͤther! Alad Elmireno! Elmireno!! 9 Armand. Sieh den Ritter nun in mir, Arme Von Rhodus Orden, Alad Der treulos ward an dieſem Strande, Stand und Namen barg ich dir, Felie Ein Sclav' unwuͤrd'ger Liebesbande. 8 Doch der Ruf der Ehre dringet Maͤchtig in die ſchuldbewußte Bruſt. 5 2 Aladin. Adrian! Adrian! Al 15 Adrian. Vom Stamm der Edelſten der Franken Feli Iſt er entſproſſen. Durch Tapferkeit Ala d Ward er des Ordens Zierde. Palm Hier wo unſre Helden ſanken, W Hat auch er ſein Blut vergoſſen. A Traurend trug ich den Verluſt. Beid Er entſagt der Liebe Bande, 15 Meiner wuͤrdig kehret der Verirrte 3 Schnell zu ſeiner Pflicht zuruͤck. 80 Aladin. Ach, wen liebſt du? 5 N Arme Tochter! B Palm. Wohl weiß der Undankbare, Alad Daß ich ihn uͤber alles liebte.— Kann der treulos mich verlaſſen,— Der durch Zaubertoͤne 8 Und durch heiße Schwuͤre S Gewann dies Herz? E Dennoch kann ich ihn nicht haſſen, J Toͤdtet mich auch Gram und Schmerz. 3 Aladin. Iſt es wahr? Verraͤther waͤrſt du? Felie Ich war dein Freund! 3 Adrie Vertheid'ge dich! Alad Adrie 19 Elmireno— ihn gib mir wieder, Und auf's Neu ſind wir vereint. Herrſche du mit mir auf dem Throne Nimm der Tochter Hand zum Lohne. Armand. Nein, beſchloſſen— Palm. Koͤnnteſt du? Arm. Mich bindet mein Schwur, Meine Pflicht! Aladin. Bedenke— weile noch— Ha! mein Zorn kann dich vernichten. Armand. Sterben kann ich! Aladin. So ſtirb, Verraͤther! Felicia. Verwegener! Halt ein! Wenn dein Herz nach Blute duͤrſtet, So vergieß das meine hier. Ach, fuͤr ihn, den Heißgeliebten, Iſt zu ſterben Wonne mir. Aladin. Dies iſt 2 Felic. Mein Bruder iſt's. Aladin. So mag er ſterben. Palm. Was thuſt du? O Himmel, halt ein! Ach welch' neue Qualen. Beide. Schmeichelnde Traͤume Von Frieden und Liebe, Ihr ſterbt im Keime Ließt mir nur Schmerz— Nicht Frieden, nein, nicht Liebe, Begluͤckt dies Herz Aladin. Gehet nun, Stolze, Osmin geleite euch, Der naͤchſte Morgen Finde euch nimmer im Lande Sonſt trifft mein Zorn euch ſchwer⸗ Er bleibt an dieſem Strande, In finſtrer Kerkernacht Zitt'r er vor meiner Macht. Felic. Du darfſt es wagen 2 Adrian. So kündeſt du deinen Willen den Rittern? Al adin. Wer mich beleidigt, der mag erzittern. Adrian. Vor uns magſt du erzittern 4* 2 — a2⁰ Aladin. Osmin. Egypter. Auf zum Kampfe! zur 8 Rache! O Schrecken, o Graus! Aladin. Geh! Furchtbar toͤn' im Tempel Des Erzes grauſer Klang, Des Krieges ſchrecklich Zeichen. Verſtumme Jubelſang, Es wehe die Siegesfahne Zur Ehre des Propheten. Auf, eilt den Feind zu toͤdten Zu raͤchen unſre Schmach. Adrian. Weit ſichrer fuͤhrt zur Siegesbahn Des Glaubens Banner uns hinan. Ihm folgen wir in Gefahr und Noth, Wer Ehr' und Treu verlezt dem bringt es ſichern Tod. Armand. So dich verlaſſen! Kannſt du mich haſſen 2 Palm. Du mich verlaſſen? Alle. Weh! wie furchtbar das Erz erklinget, Zeichen uns zu Kampf und Streite. Wenn das Schwerdt der Tapfre ſchwinget, Weht die Todesfahne heute. Bei des Donners maͤcht'gem Toben Oeffnet ſich ſchon der Hoͤlle Schoos, Tauſend herbe Marter-Proben, Sind heut dieſes Herzens Loos. Adrian. Osmin. Aladin. Chor. Auf zum Streite! zum Kampfe! Schon winket uns Ehre und Ruhm. Laßt kaͤmpfen uns heute, Uns raͤchen am Feinde mit tapferer Hand, Zum Kampfe, zum Streite Fuͤr Recht und Vaterland. Palm. Felic. Du ſchwurſt einſt mir Trene Und nährteſt die Triebe, Es fleht um dein Mitleid Natur und Liebe. O grauſame Ehre! grauſamer Ruhm! Feli — Neeeeene 2288282828 2 Æ◻ 22 22222 Feli⸗ 2 Chor Felie 6 Chor 2 e! zur rn Tod. kreitel fe! 21 Act us II. Recitativ. Felic. Wohin wend ich die Schritte, Wer verkuͤndet mir wohl Des Theuren Loos? Wehe mir! Ach in Feſſeln Schmachtet er in finſtrer Kerkernacht, Getrennt von Allem, was er liebte— Wer fuͤhlt ſein Leid, Wer zaͤhlt die Thraͤnen, Wer hoͤrt ſein Seufzen wohl? Und doch fließt nicht Eine Fuͤr die, die ſo treu ihn geliebt Ungluͤckſeel'ge!— Dennoch bleibt er mein Alles, Und dies Herz kann nie ihn vergeſſen. Ihn zu retten, achte ich nicht Gefahr, Ja ſelbſt mein Leben Fuͤr den Treuloſen Sey es hingegeben. Ari e. Ja, dies Herz ſchlägt noch fuͤr dich, Oft ſprachſt du wohl, Vergiß mein, Theure, nicht. Dein Bild, das nie entwich, Es mahnt mich wohl, Vergeſſen ſey nun Pflicht. Ein Opfer der Liebe, Nie wanken die Triebe, ſcie wird enden meine Pein, Fuͤr mich nur Ruh' im Grabe ſeyn. Chor. Was willſt du, Fremdling hier beginnen, Auf, eile ſchnell, der Gefahr zu entrinnen, Dem Zorne Aladins entflieh. Felic. Laßt mich des Sultans Knie umfaſſen, Des Bruders Freiheit erfleh'n von ihm. Chor. Wie, Elmireno willſt du retten? Felic. Ja, ihn zu retten Gaͤb' ich mein Leben. Chor. Wohl gaͤb's ein Mittel, Das loͤst die Ketten. 22 *2+ Felic. O ſprecht! Könnt ihr mir Hoffnung geben? Chor. Wenn die Gefaͤhrten dich unterſtuͤtzen, Und unſer Plan gelingt, Kann er dir nuͤtzen Ja, den Bruder retten wir. Felic. Ihr rettet mir den Bruder hier 2 Schmeichelnd kehrſt du zuruͤck, Du meiner Hoffnung freundlich Licht, Preiſend dank ich dem Geſchick Frommer Glaube taͤuſchet nicht. Ja mit Freuden Will ich, o Theurer, Alles leiden, ja alles fuͤr dich. Dankend faͤllt wohl einſt dein Blick Auf mich, die liebend ſtirbt. Chor. Ja, vertraue unſern Worten, Achte nicht Gefahr und Noth Ja, wir oͤffnen des Kerkers Pforten. Ihn zu befrei'n, Schreckt uns nicht Martertod. Palmide. Weh' mir! Iſt er dahin 2 Hat ihn der Vater Seiner Wuth ſchon geopfert? Verlohr ich ihn, was ſoll mir noch das Leben? Alma. Blick' auf den Knaben, dann entſcheide! Osmin. Nun, ſiehſt du, ich ſprach Wahrheit. Palmide. Ach mein Sohn! theurer Sohn! Aladin. Dein Sohn!— Er ſterbe!— Palmide. O Himmel! Grauſamer halt ein! FF eeedNe O hoͤre! Aladin. Rede,— taͤuſch' mich nicht Sonſt faͤllt mein gerechter Zorn Cho Auf dich— auf ihn— ja ſein Blut— Aa⸗ Palmide. Iſt auch das deine Ha, Barbar, er iſt Elmireno's Sohn 1 Pal⸗ Aladin. Schaͤndlicher! 0 Palmide. Doch war er einſt dir theuer; Wuͤrdig meiner Hand und deines Reiches, Beſtimmteſt du ihn mir zum Gatten. Cho Laͤngſt ſchon verband uns Liebe— 5 Ja, ſie kam des Vaters Wunſch zuvor. Palir n2 28 Willſt du grauſam es raͤchen, Hier iſt die Bruſt, Auf, ſtrafe mein Verbrechen, Auf, laß dies Leben enden Von Vaterhaͤnden. Arie. Laß mich ſterben! Ja, ſchnell durchbohre das Mutterherz, Laß mein Blut Die Erde faͤrben. Ja, nur mich allein laß buͤßen, Nur an mir ſtill die Wuth, Und wenn ſchweiget dein Gewiſſen, So vergieße kuͤhn mein Blut. Meinen Tod laß dir genuͤgen, Schon das Pfand der reinſten Liebe, Gern will ich dem Zorn erliegen Verſchone nur den Sohn. Sieh wie im Engelsblick Anmuth ſich mahlet, Freundlich der Unſchuld Gluͤck Im Auge ſtrahlet. Sieh' wie die Haͤnde Er flehend hebet. Ach, dein Mitleid ſpende Dem, der fuͤr mich bebet. Raube dem Armen Den Vater nicht, Ach hab' Erbarmen Raub' ihm den Vater nicht. Chor. Ihrem Bitten, ihrem Flehn Kaunſt du laͤnger nicht widerſtehn. Aladin. Wer koͤnnte widerſtehn! Kommt in die Vaterarme! Palm. Kuͤſſe den Sohn. Ach! Gott hat erhoͤrt ſein Flehen. Ach, wie ein Augenblick Wandelt Leid in Freud. Chor. Ach, wie ſich dein Leiden heut Wandelt ſchnell in Freud. Palm. Doch wo iſt Elmireno? E A4 Aladin. Laßt es Adriatt verkuͤndett— Palm. Des Theuren Feſſeln loͤſen Sey hohe Wonne mir. Aladin. O bleibe, theure Tochter, Bald ſieheſt du ihn hier. O kommt an dieſe Bruſt. Palm. Welche Wonne die Bruſt durchbebet— Seine Ketten loͤs' ich heut. Schon ſeh' ich wie ſich ſein Blick belebet, Wenn die Gattin ihm die Arme beut. Sohn und Gatten O welche Luſt Darf ich druͤcken An die Bruſt. Dieſes Augenblickes hohe Seligkeit Traͤgt kaum dies Herz. Chor. Ach wie dein Leiden ꝛc. ꝛc. ꝛc. Palmide. Sohn und Gatten ꝛc. ꝛc. Suarkktt. Verwerfen wird er mich Armand. Er iſt das Weſen der hoͤchſten Guͤte. Staͤrke und Muth erfleh' Er wird ſie dir verleihen. Palmide. Ach, noch bin ich ſeiner nicht wuͤrdig— Ich bebe— in dieſem Herzen— Neben ihm, ſteht das Bild des Vaters. Armand. Doch Gattin biſt du und Mutter Kannſt verlaſſen den Gatten und Sohn 2 Palmide. Euch verlaſſen, nein niemals! Armand. Wohlan, ſo komm! Folge mir in des Ordens Tempel dort. Doch oͤffnen ſeh ich des Heiligthums Thuͤre— Er iſt es! nun ſey's gewagt. Palmide. Himmel! Armand. Vergoͤnn'—— Adrian. Du wagſt es 2 Felicia. Ach Freundin! Palmide. O weile! Felicig. Hoͤre ſie! Palmide. Ach Verehrter! Felicig. Gieb Mittleid Raum! Adri Pal: E Arm 2 Adri Felie Adri 522272 X2 Pal 1 Adri Arm Feli Adri 8 0 Pal; Arm 191 Paln Feli 8 Alle Alat Pals Alaꝛ Pals Adr⸗ N 25 Adriat. Wie, du fleheſt fuͤr ſie? Palmide. Hoͤre mich! Set ihm auf's Neue heut' deine Liebe, Daß Chriſtin ich bin, erfahre! Aemand⸗ Schon laͤngſt war ſie ins geheim Bekennerin unſers Glaubens, Iſt vor Gott meine Gattin. Adrian. O froher Tag! Nein nicht troſtlos werd' ich ſterben! Felicia. Ach, eine theure Schweſter find' ich in dir. Adrian. Vollende das Werk! Schwoͤre dem Gott, der dich erleuchtet Treue und Glauben, bis in den Todt. Schwoͤre zu verlaſſen dies Land, Wo ſeine Feinde wohnen. Nicht ziemts den Glaͤubigen, Daß er hier verweile. Palmide. Doch laß ich hier den Vater, Ungluͤcklich bleibt er hier zuruͤck. Adrian. Er iſt dein Vater! entſcheide! Armand. Und dein Gatte und dein Sohn? Felicia. Folg dem Herzen. Palmide. Euch verlaſſen, welche Schmerzen Gott der Gnade nimm' du dich meiner an. Adrian. Den Schwur zu hoͤren. Oeffnet ſich ſchon der Himmel! Gott iſt erſchienen! Palmide. Ich ſchwoͤre, ſtets Eurem Gott zu dienen. Armand. Allmaͤchtiger, o hoͤre! Was treu' ich gelobe, Was feyerlich ich ſchwoͤre. Dies Herz erprobe, Natur und Liebe ſie leiten zu dir. Palmide. Alllmaͤchtiger o hoͤre. Felicia. Adrian. Allmaͤchtiger o hoͤre, Was treu ſie ſchwoͤren. ꝛc. ꝛc. ꝛc. Alle Vier. Blick ſegnend herab auf dies heilige Band. Aladin. Was ſeh' ich! o Himmel! Palmide. Armand. O Schrecken! Aladin. Palmide du! du! Palmide. Weh uns allen! Adrian. Vereint mit dem Sohne, Flehſt du zum wahren Gotte, Treu ſchwur ſie dem Gebothe, Nahm des Gatten Glanben an⸗ EGGGGGGGGGGAWUUUUUUUVUUWUUAWAAA—— 26 Aladin. So lohnſt du Vaterliebe! Palmide. Gott lenkt des Herzens Triebe. Ala din. Verfuͤhrer warſt nur du! Felicia. Entſchuld'ge ihn, Verleitet hat Lieb ihn dazu. Aladin. Weg von mir Undankbarer! Armand. Kannſt du mir Undank zeihn, Da treu ich blieb der Ehre Sollt ich nicht Vater ſeyn, Und mich erhalten dem Sohn. Palmide. Ach Vater! Aladin. Ha, laßt mich Verworfne, Ich haß euch beyde Euch allen drohet heute, Der martervollſte Tod. Palmide. Weh uns— beſaͤnft'ge dich o Herr! Armand. Ha, zittre Grauſamer! Aladin. Verwegner! Chor. Nein, nein o Herr hoͤr ſie nicht an, Die treulos brachen Ehre und Pflichten, Laß ſie dein Zorn vernichten. Fließend Blut verſoͤhne heut, Die unerhoͤrte Schuld. Beſtrafe, vernichte! 5 Felicia. Palmide. Beſaͤuft'ge dich, o hoͤre! Armand. Grauſamer! Ha zittre! Aladin. Verwegner!. Ewig ſchloß ſich dieſes Herz, ſeitleid fuͤhlt es nicht fuͤr euch. Palmide. Dies iſt der Augenblick Wo ich verlieren ſoll, Ach dich mein einzig Gluͤck! Nimm hin dies Lebewohl; Sterben wird Palmide mit dir Ach, ohne dich, Iſt verhaßt das Leben mir. Armand. Trockne die Thraͤnen Leb' fuͤr des Sohnes Gluͤck. Darf ich dies waͤhnen Dankt ſterbend dir mein Blick. Reich den Troſt im Todte mir, Muth gewaͤhrt der Himmel dir⸗ Adrian. Stille Barbar die Wuth, Nimm unſer Leben. F. S N Chor. Felic N D Ze Aladi S Zi K. Il V. Adrie N W NM D D Ii S S Ut A οe 2 eeee Adri Folge der wilden Gluth Sterben iſt mir hier Gewinn, Nichts aͤndert meinen feſten Sinn. Chor. Nein, nein o Herr ꝛc. Felicia. Es fließen Thraͤnen Nicht meinem Mißgeſchick Der Armen Sehnen, Zerſtoͤret all mein Gluͤck. Ala din. Verraͤther, euch zu 6 5 Sey die größte Wonne mir Zittert vor meinem Zorn, Kuͤhlen will ich die Wuth In eurem Blut, Verſoͤhnen kann nur euer Tod. Re citati v. Adrian. Was beut dies Leben! Noch wenig Augenblicke und dann— ſterben! Willkommuner Tod erſcheine, Muthig wandle ich die Bahn. Doch ich beweine Daß ſo viel Tapfere Im Fruͤhling ihres Lebens Schmaͤhlich hier den Todt erleiden Sie einſt des Vaterlandes Hoffnung. Und mein theurer Neffe! O Himmel! Ach, bey dem ſchmerzlichen Gedanken Fuͤhl ich meine Thraͤnen fließen Die Zierde einſt der Franken, Soll er fern von der Mutter Erde, Sein Blut vergießen O dieſen herben Schm erz/ Traͤgt nicht dies Herz Schon oͤffnet ſich des Kerkers Thuͤre, Jeder Schwaͤche Gefuͤhl, Verſtumm' im Buſen mir Gieb den Gefaͤhrten im letzten Augenblicke Noch die erhabne Lehre, Fuͤr Glauben und Ehre Mit Muth zu ſterben. Edle Ritter! Die Ritter. Adrian!— O Meiſter!„ Herr! Adrian. Gnaͤdig hat Gott, vor unſerm End' uns vereinet⸗ 1— 8 2 2 Zu ihm laßt uns erheben Geiſt und Herz, Fern ſey der Schmerz; zeigt wuͤrdig euch, Geht muthig fuͤr ihn heut in den Tod. Bald wird die Seele auf ſich ſchwingen, Unſrer harrt Seligkeit Laßt uns ihm heil'ge Lieder Zum Opfer bringen. Chor der Ritter. Bringt Lieder ihm zum Opfer dar. Sterbegeſang. Adrian, die Ritter. Bald ſchlaͤgt die ernſte Stunde Des Todes Des Menſchen Loos iſt bald vollbracht. Du heilſt die Wunde Die uns die Bosheit ſchlug, Verbreiteſt Segen Erhellſt die dunkle Nacht Und unbegreiflich groß Winkt Ewigkeit Du unſre Hoffnung, unſer Hort Erhoͤr' der Soͤhne glaͤubig Flehn O Herr! Erbarmen, Erbarmen! Vergoͤnne daß dort, Wir deiner werth dein Antlitz ſehn. Auf dich o Herr vertrauen wir, Auf dich allein, o Herr! Aladin. Auf fuͤhre nun zum Tode Osmin, ſchnell die Verraͤther. Warnend ſey ihre Marter Ein Beiſpiel Jedem hier, Der frech mich wagt zu hoͤhnen, Zu trotzen meinem Zorn, Gebt eure Schwerdter nun, Verwegne in unſre Haͤnde. Adrian. Wie, unſre Schwerdter 2 O Gott, wer darf ſie uns rauben 2 Ich trug es fuͤr den Glauben. Wer wagt es! Nein, nimmer koͤmmt dies Schwerdt Aus unſern Haͤnden. Aladin. Ha zittert! Verraͤther! Die Schwerdter gebt In unſre Haͤnde. Adrian. Dies Heiligthum zu relten Er Ich Ko We Aladi Di Adriat De Aladi! Adria dar. tunde Erfordert Ritterpflicht, Ich laß es nicht! Kommt her, um mich zu toͤdten, Wenn Muth und Kraft gebricht. Aladin. Vergebens, Verraͤther! Dies Eiſen fuͤrcht ich nicht. Adrian. In Unglaͤub'ger Haͤnde, Das Schwerdt des hoͤchſten Gottes, O Ew'ger nun ſende, Den Engel des Todes Grauſame, welch Leiden, Wollt ihr der Seele noch bereiten Weh mir! weh mir! Erleuchtend ſank nieder Vom hohen Himmelszelt, Ein Strahl, der die Nacht erhellt. Dies Schwert von Schmach befreit— Chor. Wie leuchtet ſein Antlitz, Kann hoffen er wieder, Kann hoffen er heut? Adrian. Laßt der Schmach uns nicht erliegen Selbſt im letzten Kampf uns ſiegen Edle Ritter folgt meinem Beiſpiel. Aladin. Osmin. Was ſeh ich! Adrian. Nehmt nun die heil'gen Waffen hin, Aladin. Vernehmt ihr die Toͤne, Die Schrecken verkuͤndend Die Stunde bezeichnen, Wo Tod euer harrt, Laßt Stolze nun ſehen, Wie lange ihr Muth Und Glauben bewahrt. Adrian. Beim Anblick des Todes Werd ich nicht erliegen, Die maͤnnliche Seele Wird mit Kraft Deine Rache beſiegen, Dem Glauben getren Schon oͤffnet Gefaͤhrten Sich glanzvoll der Himmel Unſterblicher Lorbeer Flicht dort ſich zum Kranz, Er lohnt den ſchoͤnſten hoͤchſten Sieg, Chor. Die maͤnnliche Seele ꝛc. c. 50 Armand. O du erhabnes Weſen Du meiner Vaͤter Gott! Und auch du heil'ge Ehre, Leite mich, auf des finſtern Todes Bahn, Schwer iſt der Kampf, Der herben Trennungsſtunde. Ach, die Theuren Die Heißgeliebten, Sah ich heute zum leztenmal Auf ewig riß man ſie Vom Herzen mir. Ach theure Gattin! Welch ſchrecklich Loos ward dir— Osmi Felicia. Armand! Arme Armand. Fuͤr mich ſollſt auch düu——— Adrian. Schon naht der Tod, S Umarmt mich Ritter! W Ja, Gott gibt Kraft und Muth! Aladi Chor. O hoͤrt, was ſich begeben, B Das Schickfal laͤchelt euch. J ie retten euer Leben, Adrie Von Tyrannen das Reich, Le Folgt ihr nur unſerm Sinn, Arma So faͤllt heut Aladin. 8 Ritter. Ihr gebt uns Waffen wieder. R Chor. Wir geben Waffen wieder D Verbergt mit Vorſicht ſie, Er muß vom Thron hernieder. Ritter. Wir bergen ſorgſam ſie, Palm Er muß vom Thron hernieder Di Wir werden Sklaven nie. D Chor. Er wuͤrd uns ſtreng beſtrafen, N. Auch uns droht Sclavenjoch, D Wer zoͤgert laͤnger noch. La Tod dem Tyrannen! D Vertheilt euch Freunde fort, Wẽ᷑ Harrt auf das Zeichen dort Ai Nur Muth, bald fließt ſein Blut. Urma, Nur ſtille und leis Ac Verfolgt den Plan Eg Bald fließt ſein Blut Ac Tod dem Thyrann. Fi Osmin. Den Wuͤthrich zu Aalben La Sey Wonne mir. 4 Armand. Dies Schwerdt ſtraft Nur den Verraͤther hier emin. Doch er nahet! Aladin. Ritter hoͤrt! Kurze Friſt iſt euch vergoͤnnt. Zeiget in Demuth hier, Daß meine Milde ihr erkennt, Nun waͤhlet! Adrian. Tod und Sieg! Aladin. Ha Stolze! ſo ſey es! Undankbare! Euer Loos habt ihr ſelbſt beſtimmt Ha zittert! Mein Zorn ſoll euch verderben. Osmin, ſie ſterben! Osmin. Erſt falle der Tyrann! Armand. Falſche Seelen! haltet ein! Verrath am Koͤnig! Ihr Freunde, Steht ihm bei, bis in den Tod, Will ich Schutz ihm weih'n. Aladin. Was hoͤr ich! Du wollteſt— welch Beiſpiel ſeltner Tugend! Iſt's moͤglich! Adrian. Wie wir am Feind uns rächen Lehrt Armand dich! Armand. Dir zu Fuͤßen leg das Schwerdt ich Das dir Leben und Thron erhalten Richt uͤber mich— Dein Gefangener bin ich. Duett und Finale. palmide. O ſtaune! bewundre! Die Seele Des groͤßten der Helden Nicht laͤnger verhehle Das Vatergefuͤhl. Laß Mitleid und Großmuth Dich leiten ans Ziel. Wer wuͤrde nicht ſtolz Auf ſeine Liebe ſeyn. Urmand. Entwaffne die ſtrengen Triebe Ach ende die Leiden Laß zur Milde dich bewegen Ach, erbarm dich der Mutterliebe Fuͤr den Schuld'gen. Laß neue Feſſeln ſich bereiten. 6ékk ieeiee 32 Beſchließt du meinen Tod, Folgt mir die Theure in's Grab. Palmide. Armand. Du wekteſt im Buſen Die ſchlummernden Triebe Du ſelbſt fachteſt Liebe, In unſern Herzen an. Vergebens bekaͤmpf ich das fuͤße Gefühl Entſagen meiner Liebe Iſt fuͤr dies Herz zu viel. Ehor. Es kann nicht ſein Herze Dem Bitten dem Flehn Der liebenden Kinder, Hier widerſtehn. Aladin. Naht euch dem Vaterherzen Vergeſſet alle Leiden Geendet ſind die Schmerzen. Das Schiff laßt ſchnell bereiten, Der Himmel verleihe Euch Seegen und Gluͤck Dem Vater verzeihe, Theure Tochter geden Noch oft an ihn zuruͤck. 93 Ehor. Welch ſelige Wonne Welch Gluͤck fuͤhlen beide Erweicht hat ihr Bitten Das Vaterherz. Palmide. Vater! Gatte! Ach welche Luſt Ha Seeligkeit Fuͤhlt dieſe Bruſt! 5 Ja neues Leben, Haſt du gegeben. Sieh unſres Dankes fromme Zaͤhre Moͤge Gott dir gewaͤhren, Deiner Thaten ſchoͤnen Lohn. Palmide. An deiner Seite Bluͤht mir nur Freude Was gleicht der Wonne. Armand. Ach ſtets bei dir Lacht mein Geſchick Was gleicht dem Gluͤck. ö Palmide. Ach Seligkeit ꝛc. ꝛc. Chor. Nichts gleichet ihrer Luſt Nichts ihrer Seeligkeit. N 5 BLB Karlsruhe Me 46 72341 5 031