E Fulk 11. d .. Alfonſo und Eſtrella. Komantiſche OGper in drei Akten Franz Schubert. Textlich und muſikaliſch bearbeitet von J. U. Fuchs, k. k. Hofopernkapellmeiſter. Wien, 1881. Selbſtverlag des k. k. Hof⸗ Operntheaters. 1 46 Perſonen Mauregato, König von Leon. Eſtrella, ſeine Tochter. Adolfo, deſſen Feldherr Troila. Alfonſo, ſein Sohn. Edwiga, ein junges Mädchen. Guiſto, ein Jäger. Ein Greis. Landleute, Jäger und Krieger. Ort der Handlung: Im erſten und dritten Akt ein de Königreiche Leon benachbartes wildes Felſenthal. Im zweiten Akt die Hauptſtadt Leon. Zweite Hälfte des zehnten Jahrhunderts. 8 Zeit: dem Akk. Ein mildes Felſenthal.— Rechts im Uordergrunde die Hütte Troila's. Im Hintergrunde dichte, ſchroff aufſteigende Mald⸗ und Felspartie. Morgen⸗ arauen. l. Sceue. und Guiſto des Geſa ritt langſ die Hütte Der Chor, geführt von Edwiga am 1 behutſam auf und ſchmückt währ Blumen und Kränzen. Chor. Still, noch decket uns die Nacht. Schaffet hurtig, gehet leiſe, Daß der Vater nicht erwacht; Er, der Gütige und Weiſe, Der uns Heil und Glück gebracht. Seit er heut' vor zwanzig Jahren Hier in unſerm Thal erſchien Schützte er uns vor Gefahren Und erhob uns Herz und Sinn. Edwiga. D'rum fröhlich und munter, Das Feſt zu bereiten, Laßt reicher und bunter Das Haus uns umkleiden Mit Blumen und Grün In dankbarem Sinn. Chor. D'rum fröhlich und munter, Laßt reicher und bunter Das Haus uns umkleiden Mit Blumen und Grün. Guiſto. Er war unſer Lehrer In männlicher Tugend, Erzog ſeinen Sohn hier Als Vorbild der Jugend, rum bleib' er noch lange Uns Führer und Freund. Chor. Er war unſer Lehrer In jeglicher Tugend, Dirum bleib' er noch lange Uns Führer und Freund. Mittlerweile iſt es heller geworden, die Sonne geht Troila kommt aus der Hütte. 2. Jrene. Troila. Sei mir gegrüßt, o Sonne! Alltäglich neue Wonne Gießeſt Du in dieſes Herz. Es ſaugen Deine Strahlen Aus jeder Bruſt die Qualen, Und heilen jeden Schmerz. Recitativ. Einſt ſchmückten wohl die Strahlen der Krone dieſes Haupt, Da ward in einer Stunde mir Kron' und Reich geraubt. Indem der Chor den erſten Geſang wiederholt, geht er leiſe wieder In Sei Ihr Der Ru All, Str Na freu Arie. Hier in dieſen ſtillen Gründen, Wo ich Ruh' und Glück gefunden, Von der Sorgen Laſt entbunden, Mußten alle Schmerzen ſchwinden. Für des Rathes leichte Gabe Wird mir tauſendfacher Segen, Liebe kommt mir rings entgegen Und verſüßt die kleine Habe. Doch ſoll mein kühner Sohn In dieſen Felſenmauern Sein Leben nicht vertrauern, Ihm winkt der Väter Thron. Der Thaten ſich bewußt, Ruht wohl das Alter gerne, Allein in weite Ferne Strebt raſche Jugendluſt. Nach der Arie wendet ſich Troila gegen die Hütte, bemerkt mit freudiger Ueberraſchung dieſelbe geſchmückt. Alfonſo tritt aus der Hütte, Troila geht ihm einige Schritte entgegen.) 3. Scene. Troila. Recitativ. Sieh', o ſieh, mein Sohn! Wie die Liebe dieſer guten Leute Die Wiederkehr des Tages feiert, An dem wir verlaſſen und hilfeſuchend hier erſchienen. Doch du nimmſt keinen Antheil An dem reinen Glücke, das mein Herz erfüllt. ſes Alfonſo. upt, Mich drückt Dein ſtreng Gebot, Daß ich aus dieſem Thale mich nicht entfernen ſoll. Troila. So lautet das Geſetz und noch muß E8 Alfönſo. Ach, länger kann ich nicht die Schran Es liegen dieſe Berge wie laſtendee Arie. in mir die Sehnſucht wach, Vögel fliegen, Wolken jagen Und mein Herz will ihnen nach. Mittags lieg' ich an der Quelle An dem hellen Silberbach, Welle ſendet er auf Welle Und mein Herz eilt jeder nach. Seh' ich dann den Abend glühen Und das Licht ſtirbt al llgemach, Möcht' ich mit der Sonne zi Ihren gold'nen Strahlen nach. Nachts erg 0 tauſend Sterne An des Him nels blauem Dach, Mächtig zieht' 8 mich in die Ferne Ihrem ſüßen Schimmer nach. Und ſo rufet jede Heißes Sehnen in m wöch Aus des Herzens fiefſken Grunde Tönt's: Gib meinem Drängen nach. Troila. Recitativ. Wohl begreif' ich Deinen Schmerz 9 Doch kann ich ihn nicht lindern: Schon wenn es beginnt zu tagen, Ne Dl Ar Es herrſcht in jenem Land, das an das ut ſ're gr Ein mächtiger Tyrann. Vor ſeinem kühnen Schwert Schützt uns der Felſen Wall und unſer ſtilles Leben. tragen Alfonſo. laß' mich zu ihm ziehen Und ihn zum Kampfe fordern. hon ſchleichen meine S Auf ſich'rer Feindesſpur, Die Rache ſchreitet näher Und dringt zur ſtillen Flur. Die Ketten werden fallen, Die Dich ſo lang gedrückt, Im Lichte wirſt Du wallen, Bewundert und beglückt. Alfonſo. Noch kann ich nicht verſtehen, eine Lippe ſpricht. Troila. Viel' Dinge wirſt Du ſehen, Noch ahnteſt Du ſie nicht, Doch glaub', daß ich Dich rette Aus dieſem düſtern Ort. Gibt Alfonſo eine goldene Empfange dieſe Kette, Zum Pfande für mein Wort. Alfonſo. O Vater, ja errette Mich aus dem düſtern Ort, Ich nehme dieſe Kette Zum Pfande für Dein Wort. * roila. Es knüpft an dies Geſchmeide Das Schickſal Deine Bahn, Es ſei in jedem Leide Dein Hort, Dein Talisman. Alfonſo. Es leuchte dies Geſchmeide Als Stern auf meine Bahn, Es ſei in jedem Leide Mein Hort, mein Talisman. (Ein Hornruf ertönt vom Thale herau Troila. Recitativ. Das Horn des Rufers ertönt, Huldigend nahen die Freunde. A. Srene. (Landleute, Hirten und Jäger erſcheinen feſtlich geſchmückt unter ihnen Edwiga und Guiſto. Mädchen und junge Burſche tragen Geſchenke— Blumen und Früchte für Troila Chor. Herbei, Ihr Freunde, herbei! Verſammelt Euch Brüder, Sin Den Laß Den 8 In σν eε U. e=⁊, S DYO= G Siugt fröhliche Lieder, Den feſtlichen Tag mit Luſt zu begeh'n. Laßt Hörner erſchallen, Den Wald widerhallen, In fröhlichem Tanz im Kreiſe uns dreh'n. Edwiga(vortretend, zu Troila). Blicke huldvoll auf die Gaben Unſ'rer Lieb' und Dankbarkeit. Edwiga und Guiſto. Was wir können, was wir haben, Sei in Liebe Dir geweiht. Chor der Männer. Dir ſei unſer ganzes Leben In Lieb' und Dankbarkeit geweiht. 0 9 1 haſt Alles uns gegeben, Chor der Frauen und Mädchen. Blicke huldvoll auf die Gaben Unſ'rer Lieb' und Dankbarkeit. Troila. Viele Jahre ſind entſchwunden, nückt Seit ich dieſes Thal erblickt. Burſche Hier vernarbten meine Wunden, Hier ward' ich durch Euch beglückt. D'rum ſei ſtets in Dank ergeben Euch mein Herz für's ganze Leben, Euch ſei es in Lieb' geweiht. Chor der Männer. Wie Dein Wort uns ſanft gemeiſtert, ein Sang uns hat begeiſtert Sind wir ewig dir in Lieb' geweiht. Chor der Frauen und Mädchen. Blicke huldvoll auf die Gaben [Unſ'rer Lieb' und Dankbarkeit, Ewig Dir ſei unſer Herz geweiht. Guiſto. Recitativ. Es hat in allen Spielen des Krieges und des L D Die Du uns anbefohlen, Alfons, Dein Sohn geſiegt. D'rum gib der Herrſchaft Zeichen, 8 Uns Allen zu gebieten, gib ſie in ſeine Hand. Troila(Alfonſo ein Horn reichend). Empfang' das Horn des Rufers, Das Beſte zu berathen, verſammle Du die Schaar. Alfonſo ein Schwert reichend. Empfang' das Ahe des Führers, Zu kühnen Heldentl s⸗ Heil Atlfonſo! neuen Führer! Alfonſo. Ich danke Freunde Euch für Euer Vertrau'n. jaten führ' Deine Freunde an! Ihr könnt im Spiel und blut'gen Ernſt feſt auf mich bau'n Er . C Chor. Nun munter ihr Brüder, Singt fröhliche Lieder, Den feſtlichen Tag mit Luſt zu begeh'n. Laßt Hörner erſchallen, Den Wald widerhallen, In fröhlichem Tanz im Kreiſe uns dreh'n. Während des Geſan ſich der Chor allmälig, Troile 7 J. Acene. Alfonſo. 325 Recitativ. Vater, wie iſt mein Herz ſo tief bewegt! Unſ're ärmliche Hütte, die Felſenklüfte und der Wald Erſcheinen jetzt mir neu und wunderbar. Troila. Doch nun, Alfonſo, laß' mich gehen, Schon harren meiner Kranke, Die auf Troſt und Lind'rung durch mich hoffen!(Geht ab.) Alfonſo(ihm nachblickend). Gott ſchenke Segen Deinem frommen Wirken! G6 6. Krene. Alfonſo. Ich kann noch nicht zur engen Hütte kehren, Zu voll iſt dieſes Herz.— bau'n. Und hier im Freien iſt mir leicht und wohl. 12 Doch, welch' ſeltſames Geräuſch? Wer dringt von unwegſamen Höh'n Herab in unſ're Einſamkeit? (Eſtrella tritt ängſtlich aus dem Walde.) Eſtrella. Duett. Von Fels und Wald umſchloſſen Verirrt ſeh' ich mich hier, Getrennt von den Genoſſen— Wer zeigt die Pfade mir? Alfonſo. Welch' himmliſch ſüßes Traumbild Seh' ich verwirklicht hier! Eſtrella. Ein Jüngling! Soll ich fliehen? Alfonſo. O wolle nicht entflieh'n. Eſtrella. Doch ſcheint er ſanft und mild. Alfonſo. Du holdes Engelsbild! Eſtrella. Doch was ſoll ich? Alfonſo. O wolle nicht entflieh'n. N Mei Dur Kam O z6 9 Du, Eſtrella. könnt' ich ihm vertrauin— Alfonſo. Du darfſt auf mich bau'n! Eſtrella. Es flößen ſeine Züge Mir Muth und Hoffnung ein. Alfonſo. 7 Der holden Stimme Koſen Dringt tief in's Herz mir ein. Alfonſo. Recitativ. Wer biſt Du, holdes Weſen, Das wie ein ſanfter Sonnenſtrahl Dies dunkle Thal erhellt? Eſtrella. fallzuraſcher Jagd verlor ich im Gebirge ein zögerndes Gefolge. Durch Schlünde, über Felſen den Weg mir mühſam ſuchend, Kam ich in dieſes Thal. O zeige mir die Pfade zur Königsſtadt zurück! Alfonſo. O eile nicht, o bleib', Du, die beim erſten Anblick Mein ganzes Herz geraubt. Eſtrella. Willſt Du der Armen ſpotten, Die von den Ihren ferne, In banger Sorge zittert? Alfonſo. Arie. Wenn ich Dich, Holde, ſehe, 23 So kenn' ich keinen Schmerz, Schon Deine ſüße Nähe Beſeligt dieſes Herz. Die Leiden ſind zeronnen, Die ſonſt die Bruſt gequält, Es leuchten tauſend Sonnen Der luſtentbrannten Welt. Und neue Kräfte blitzen In's trunk ne Herz hinein, Ja, ich will Dich beſchützen, Ich will Dein Führer ſein. Chor der Landleute(aus der Ferne, vom Thale herauf). Der Frühling kam gezogen Mit ſeinem milden Schein, Auf Liedes ſanften Wogen Zieht Lieb' in's Herze ein. Und wonnige Gefühle Sie laden uns zur Luſt, In freudigem Gewühle Durchſtrömen ſie die Bruſt. Eſtrella(dem Geſange lauſchend). Welch' ſüßer zauberhafter Klang, Der tief in's Herz mir drang! Die Ich! Dem W Deir Alfonſo Chor(wie oben) Der Frühling kam gezogen Mit ſeinem milden Schein Auf Liedes ſanften Wogen Zieht Lieb' in's Herze ein. ‚ Eſtrella und Alfonſo, S mitt Gewühle ourchſteömen ſie die Bruſt. Chor(wie oben). Der Frühling kam gezogen Mit ſeinem milden Schein. Eſtrella und Alfonſo. Auf Liedes ſanften Wogen Zieht Lieb' in's Herze ein. (Chor verklingt, Alfonſo hat Eſtrella ſauft umſchlungen.) Eſtrella(ſich losreißend Nicht länger darf ich weilen, Die Stund n zie»h'n dahin, Ich muß 0 hier nun eilen, Dem ſtillen Glück entflieh'n. Alfonſo. Warum willſt Du enteilen, Dein Antlitz mir entzieh'n, wolle noch verweilen Im ſtillen Waldesgrün. Eſtrella. Laß uns eilen! Alfonſo. O verweile! Eſtrella. Sieh' mich bitten Alfonſo. Nein, befiehl! Alfonſo und Eſtrella. O hartes grauſames Geſchick!— 607 ich aus den Himmelshöhen Läßt das Glück ſich freundlich ſehen, Doch bevor wir's ganz empfunden, Iſt's entſchwunden! So die Wonne mir zu künden, Kamſt Dr 15 lauf meine Bahn. Ach ſo ſc nell willſt Du entſchwinden Süßer Wahn! Werd' ich je Dich wiederfinden Wann, ach wann werd' ich Dich wiederfinden? (Alfonſo und Eſtrella wenden ſich zum Gehen. Der Vorhang fällt. Ende des erſten Aktes. Eil Kön Die Ve Rit Bli Mi Mi Un In 0 J + 2. Akt. Saal im königlichen Ralaſte zu Leon. I. Scene. Mauregato(im Jagdcoſtüme) tritt mit Gefolge auf. Mauregato. Vergebens unſ're Hoffnung, ſie hier zu finden! Eilt zurück zum Walde, ſucht mit erneuten Kräften— Königlich ſei Euer Lohn, wenn Ihr mir Die geliebte Tochter wieder bringt! Gefolge ab.) Mauregato(allein). O Schickſal, wann wirſt du müde, Deine Blitze auf mich zu ſchleudern! Verfolgt von Haß und Neide— Rings umgeben vom Verrath, Blieb als einz'ger Lichtſtrahl Mir Eſtrella's kindlicher Blick! Mit ihr entſchwindet jede Luſt am Leben, Und ich erliege! (Sinkt matt in einen Lehnſtuhl. Arie. In heil'gen, inn'gen Freundesbanden Floß heiter mir das Leben hin, In Fried' und Glück die Tage ſchwanden, Es trübte nichts den treuen Sinn. Da zog auf allgewalt'gen Schwingen Die Liebe in das Herz mir ein, Das ſchönſte Weib mir zu erringen, Schien mir des Lebens Ziel zu ſein. — O 0 sköniglichen Freundes Züge, ie bis dahin mein Herz erfüllt, 15 S G g ie mußten nun für immer weichen em wonnevollſten Frauenbild. Die duft'gen Locken ihr zu ſchmücken, 2 Zerriß ich kühn der Freundſchaft Band. Die Krone ihr auf's Haupt zu drücken, Raubt treulos ihm ſie meine Hand. Doch als den Gipfel wir erklommen, In des geträumten Glückes Wahn, Da faßten unheilvolle Mächte In meines Lebens raſche Bahn— Sie— die mein einzig Glück im Leben, Lag mir im Arme bleich und kalt! Ein Ebenbild der Heißgeliebten Sah ich in meinem Kind erſteh'n— Eſtrella, Du mein Troſt im Leiden, Eſtrella, milde, hold und ſchön. Soll ſie mir auch entriſſen werden, Sollt' ich ſie nicht mehr wiederſeh'n— Dann blüht für mich kein Glück auf Erden— Verzweifelnd muß ich untergeh'n. 2. Srene. (Das Gefolge des Königs, Diener, Jäger, Pagen dꝛc. treten freudig erregt auf.) Chor des Gefolges. O König! Mauregato. Was bringt Ihr? Chor. O höre die freudige Kunde, N Die Prinzeſſin kehrt zurück! Mauregato. Eſtrella!? Chor. Sie naht dem Palaſt ſich ſchon— ſie kommt⸗ Mauregato. Welch' Glück, o Gott, ich ſoll ſie Eſtrella(Mauregato in die O Vater! Mauregato. * O Eſtrella! Eſtrella. Welch' Glück, Dich zu umarmen! Mauregato. O komm' an meine Bruſt. Eſtrella. O laß mich froh erwarmen An Deiner Vaterbruſt. en freudig Mauregato. Du Himmel haſt Erbarmen Und ſendeſt neue Luſt! Chor. Wie froh ſie ſich umarmen O ſüße Vaterluſt! (Das Gefolge zieht ſich langſam zurück.) Eſtrella. Im tiefen Wald allein rcht und Angſt gequälet, W05 Du b he iſt 5u Glück mich neu nun wiederen beſeelet tein. Mauregato. Verlaſſen 190 allein Von Furcht und Angſt Wel ch Du biſt Glück mich ner gequälet, beſeelet nun wieder mein. (Fanfaren hinter der Scene.) Mauregato. Recitativ. In der Gefühle Uebermaß ich faſt die fre Daß ſiegreich und mit Ruhr mit dem Heere D'rum ſchmücke Dich, 55 dꝛ Weh' Auf's Im V h0 9 der oll üud'ge Kunde, n gekrönt, wiederkehr t aus Deiner Hand ihm der wohlverdiente Lorbeer. (Mauregato ab.) 2 3. geene. Eſtrella. mir, Adolfo kehrt zurück! ue wird er mich verfolgen! gefühl des ſto lzen Siegers Wird kühn und ungeſtüm er werben, Zum Lohn verlangen meine Hand! Wie kann mein Vater ſie verweigern? Ur De Ve M (F vo d E de Arie. Vor Angſt und Qual mein Herz erbebt Und ſchmerzerfüllt die Bruſt ſich hebt. O unheilvolle Kunde, Entſcheidend naht die Stunde, Ich ſehe von Schrecken und peinlicher Des Herzens Empfindung 1 m bedroh Des holden Jünglings Züge Stets folgen ſie mir nach, Sein Weſen frei von Lüge Rief Liebe in mir wach. Nicht ziehen Rang und Ehren, Nicht Gold und Gut mich an, Ein Herz iſt mein Begehren Mein Ziel auf dunkler Bahn Doch nahen und drängen ſich feindliche Mächte, Umſtellen mit liſtig erfund'nem Geflechte Des Herzens gewagten, fern eilenden Lauf. Vergebens mein Hoffen, je glücklich zu werden, Mir blühet nicht Ruhe, nicht Frieden auf Erden, O Gott, zu Dir flehe um Rettung ich auf. Ab im Vordergrunde A. Sceue. (Feierlicher Einzug Adolfo's und der ſiegreichen Truppen, geleitet von feſtlich geſchmückten Jur ngfrauen, Troubadours und Bürgern der Stadt. Nachdem die Krieger verſammelt ſind, erſcheint Maure⸗ gato, an der Hand Eſtrella, gefolgt von Großen des Reiches und dem Hofſtaat. Mauregato nimmt auf demt Throne Platz, zu ſeiner Seite Eſtrell Chor der Krieger und des verſammelten Volkes. Heil dem tapfern Krieger! Heil dem kühnen Sieger! Krieger. Der uns hat geführt UIn mancher heißen Schlacht; Volk. Dem der Ruhm gebührt (Für manche heiße Schlacht. Preis ſei ihm geſungen, Der den Feind bezwungen, Der uns hat befreit Von wilder Mauren Macht. (Adolfo tritt vor den Thron und beugt ein Knie. Adolfo. Recitativ. So werd' ich jeden Feind Dir bald zu Füßen legen, er mächtig und verwegen ich zu verderben droht. s ſchwingt kein Maure mehr ein Schwert in Deinem Lande, Zerbrochen ſind die Bande, Geſchlagen iſt ihr Heer! S FC Mauregato. Ich danke Dir für deine Treue, O könnt' ich würdig ſie belohnen. Adolfo. Du kannſt es, Herr! Eſtrella. Weh' mir, was wird er ſagen? Mauregato. Verlange frei! Ve De Ni It Vi Er Adolfo. Darf ſich der Knecht erkühnen? Mauregato. Mein Schwur iſt der Erhörung Unterpfand. Eſtrella. Weh' mir, er ſchwur! Gefallen iſt mein Loos. 7 Adolfo. D.: Deiner Tochter Hand! Mauregato(nach einer kleinen Pauſe). Eſtrella ſprich, Du haſt ſein Wort vernommen. gen, Eſtrella(für ſich). Ich ſehe meines Unglücks Stunde kommen! Adolfo(für ſich). Nun wird der eitle Trotz ihr nicht mehr frommen. Mauregato. So ſprich, Eſtrella!(Steigt vom Throne Eſtrella. Arie. O, wenn ich je Dir werth geweſen, So flehe ich Dich bebend an, Von dieſem Bund' mich zu erlöſen, Dem nie mein Herz ich weihen kann. Nie kann mich dieſer Mann beglücken, In ſeiner Nähe ſinkt mein Muth, Vor ſeines Auges finſtern Blicken Erſtarrt in grauſer Angſt mein Blut Herr t zürne nicht! Die Bitte iſt wohl groß: 'rum, wenn ich je Dir werth geweſen, o flehe ich Dich bebend an, on dieſem Bund' mich zu erlöſen, em nie mein Herz ich weihen kann. e S 2 Mauregato(zu Adolfo). Recitativ. Zu kühner Mann, ſteh' ab von dem Begehren Adolfo(feſt und beſtimmt). Du gabſt den Königsſchwur— nun halte ihn! Mauregato. Nimm alle Schätze meiner Krone hin, Nur dieſes Kleinod kann ich nicht entbehren. Adolfo. T Ich ford're nichts als Deiner Tochter Hand! Mauregato. Enſemble. Was werd' ich nun beginnen, Wie ſchrecklich iſt die Wahl— Kein Ausweg zu erſinnen, Mein Herz verzehrt die Qual. Eſtrella. Was wird er nun beginnen, Wie lenkt er ſeine Wahl, Es ſchwimmt vor meinen Sinnen Mein Herz verzehrt die Qual. O A Adolfo. Nun Zagen fahr' von hinnen, Mein Herz umgürte Stahl, Sie kann mir nicht entrinnen, Es bleibt ihr keine Wahl. Hofſtaat und Volk. O frevelndes Beginnen— grauenvolle Wahl! O Krieger. Was immer er mag ſinnen— Es bleibt ihm keine Wahl! Mauregato(ſteht in Nachdenken verſunken Eſtrella(für ſich) Was mag der Vater ſinnen? Adolfo und Chor. Was mag der König ſinnen? Mauregato(zu Eſtr Ein Mittel noch, es mag uns 8l 1110 85 Recitativ. zu Adolfo.) Dir ſei die Hand Eſtrella's nicht verſagt! Allein ein heil ger Schwur hat ſie bedingt: Nur wer die Kette Eurich's wieder bringt, Die noch vom alten Königsſtamme fehlt, Wird mit Eſtrella feierlich vermält! Adolfo. So brichſt Du Deinen Schwur mit falſchem (Bewegung unter den Kriegern. Sinn? Mauregato. Verweg'ner, ſchweig! Ihr Alle hier erwägt, 63 Daß dieſes Haupt die Königskrone trägt: 3 Daß Ihr Vaſallen, ich der Herrſcher bin! Gott Adolfo(bei Seite mit kaum unterdrückter Wuth). So willſt Du mit mir ſpielen, falſcher König!? D Chor des Hofſtaates und Volkes. Ha, ein neuer Strahl der Hoffnung! — Ern Chor der Krieger. Dor Weh', getäuſcht Adolfo's Hoffnung! Ein Eſtrella und Mauregato. Der Hoffnung ſüß Gefühl Und E Will mich/ Wird Dichſ Es ſchwindet jeder Schmerz 9 Und froh lacht nun das Leben auf's Neu' erheben, Adolfo(bei Seite). 9 Ihr höhntet mein Gefühl, Verachtetet mein Streben, Vor Rache glüht mein Herz, Ihr ſollt vor mir erbeben. D Krieger(zu Adolfo). Li Treu ſteh'n wir an Deiner Seite Fi Was auch immer mag geſcheh'n. Volk und Hofſtaat(zu Eſtrella Möge ſ ſchützend Dir zur Bald ein treuer Gatte ſteh'n S Ꝙ G Eſtrella und Mauregato. Ja, ich bleib' an Deiner Seite, Liebend bleibſt Du mir zur Seite, Gott erhört mein heißes Fleh'n! Adolfo(zu den Kriegern Siegend führt' ich 939 7 zum Streite, Treu müßt Ihr zu mir nun ſteh'n (heimlich zu den Kriegern.) In des Maurentempels halbverfall'nen Räumen Erwart' ich Freunde Euch um Mitternacht, Dort will ich Euch enthüllen Ein Geheimniß in thaltsſchwer Krieger. Wir folgen Deinem Willen Und erfüllen Dein Begehr Adolfo. Rache! Rache! ſei Euer Loſungswort! Krieger. Rache! Rache! ſei unſer Loſungswort! Eſtrella und Mauregato. Stets bleib' ich an Deiner Seite, Stets bleibſt Du an meiner Seite, Dies ſei unſ'res Glück's Gewähr, Lieb' und Hoffnung im Geleite, Fürchtet dieſes Herz nichts mehr Adolfo. Unheilvoll an Deiner Seite, Schleicht die Rache nun einher, Rüſte Dich zu Kampf und Streite, Du entgeheſt mir nicht mehr — Chor der Frauen(zu Eſtrella Rettend ſtehe Dir zur Seite, Bald des Gatten treue Wehr, chützend, ſei er ſel lbſt im Streite eines Herzens Glück's Gewähr * AN Chor der Männer Treulich ſteh'n wir Dir zur Seite, Inſer'm König groß und hehr, Wollen ſchützen ſelbſt im Streite, [Deines Hauſes Glück und Ehr'! ö U U 1 zu Mauregato ö Chor der Krieger(zu Adolfo). . Und erfüllen Dein Begehr, Treu ſteh'n 10 an Deiner Seite, Sei's im Frisden ſers im Streite, Stets zu Dir nur hält das Heer! Zwiſchenvorhang fällt. * d Verwandlung. Das Innere einer halbverfallenen Moſchee, welche immer noch Spuren der einſtigen Pracht aufweiſt. 5. Srene. Ein Theil der Verſchwornen.) 6011 0 11 ß5 tritt ein). Stille, Freunde, ſeht Euch vor! Furchtbar in geheimer S5 Sammelt Euch zum ernſten Bunde, Doch ſeid wachſam, ſchließt das Thor, Wahrt die Zunge, f ſchärft das Ohr, Stille, Freunde! ſeht Euch vor! Es wird geklopft.) (Leiſe (Laut (Ein e Fur Sat Doe Wa Sti Nu Wo Ade Er G (Leiſe.) Hört das Klopfen, wer mag's ſein? (Laut.) Wer iſt draußen? Zweiter Chor(von Außen). Freunde! Erſter Chor(wie früher). Eure Loſung? Zweiter Chor(wie früher). Rache! Rache! Erſter Chor. Es ſind Freunde, laßt ſie ein! (Einige gehen, um zu öffnen, der zweite Chor der Verſchwornen tritt ein. 6. Stene. Beide Chöre. Stille Freunde, ſeht Euch vor! Furchtbar in geheimer Stunde Sammelt Euch zum ernſten Bunde, Doch ſeid wachſam, ſchließt das Thor, mer noch Wahrt die Zunge, ſchärft das Ohr, Stille, Freunde! ſeht Euch vor! Nun fehlt Adolfo noch Wo mag er weilen? Adolfo! Adolfo! Er erſcheint! 7. Srene. Adolfo(in einen weiten Mantel gehüllt Adolfo. Ihr Treuen, ſeid Ihr ſchon bereit? Seid Ihr der Loſung eingedenk? Chor. Rache! Rache! Rache Adolfo(vortretend, für ſich) Ja, meine Rache will ich kühlen, Sie lod're auf in blut'ge That. Um Deine Krone will ich ſpiele Du ſtolzer Frevler Mauregat'. Um meine Schultern will ich ſchlagen Den Purpur, den Du f ſelbſt entwandt, Und Deinen Scepter will ich tragen In dieſer ſtarken Und Du C 15 a, ſüße Sch lange, Du höhnteſt, da ich milde war! Nun ſchlepp' ich Dich mit hartem Zwange dem verhaßten Traualtar. (Zu den Verſchwornen.) Freunde, Ihr mein Hort, Ihr mir Hilfe beut, anone nun mein Wort, as Euch zur Rache weiht. 2 8 8 ο αι Chor. Wir hören auf Dein Wort, as uns zur Rache weiht. Adolfo. Ja, wißt, daß auf dem Königsthrone Ein Räuber, ein Verräther 11015 Er raubte Troila die Krone Und Troila war mild und gut. Der Edle floh mit karger Habe Bei dunkler Nacht, bei Sturmesweh'n, Gr ruht wohl lange ſchon im 11 Ihn hat kein Auge mehr geſeh' D D Zu Bi Chor. In uns ſoll Rache ihm erſteh'n, Erzähle weiter, was geſcheh'n. Adolfo. Und Mauregato ſtieg— auf ſeines Freundes Thron, Zur Stunde war der Sieg— und alles Glück entfloh'n, Bis ich zu ſeinem Heil erſchienen! Chor. Zu unſer'm Heil biſt Du erſchienen! Adolfo. Wer führte ſeine Schlachten? Chor. Du! 81 Adolfo. Wer ſtützte ſeinen Thron? Chor. Du! Adolfo. Wer lenkte ſeinen Rath? Chor. Du! Adolfo. Ja, mein iſt alle That, Er ſchwelgt in feiger Ruh'! Chor. Ja, Dein iſt alle That, Er ſchwelgt in feiger Ruh'! Adolfo. Und dennoch konnt' er mich betrügen 3 85 5 S Mit jenem gleißneriſchen Spruch, 2 E Und ich ſoll mich in Demuth ſchmiegen? In Ha, nein! Ihn ſelber treffe Fluch! Ä Flief Chor. Ihn treffe Fluch! 8 9 f 3 3 Avolfo. Wir Ihr könntet es gelaſſen ſehen, Es f Ihr— die ich oft zum Sieg geführt? Es f Ich ſollte ſchmachvoll untergehen, Indeß der Stolze triumphirt? Chor. Er falle, er falle! Adolfo(ſein Schwert ziehend, tritt feierlich in ihre Mitte). Ihr Tapfern, Ihr Getreuen! Für das Werk der Rache Zu opfern Gut und Blut, Schwört mir auf dieſes Schwert! Chor(indem ſie ihre Schwerter auf das ſeine legen). Wir ſchwören, wir ſchwören! Adolfo. Der Bund iſt nun geſchloſſen, Wir ſchreiten raſch zur That; s ſei ſein Blut vergoſſen, Es falle Mauregat'! Chor. Er falle, er falle! Adolfo. Es ſchlagen unſ're Herzen In feurig ſtolzem Muth, Zur Sühne bitt'rer Schmerzen Fließ' unſ'res Feindes Blut! Adolfo und Chor. Der Bund iſt nun geſchloſſen, Wir ſchreiten raſch zur That; Es ſei ſein Blut vergoſſen, Es falle Mauregat'! N Der Vorhang fällt. Ende des zweiten Aktes. Akt. 2 Achauplatz wir im erſten Akt. (Eine ſtürmiſche Muſik, welche die Schreckniſſe in dem benachbarten Reiche ſchildert, leitet den Akt ein.) 1 l. Scene. 8 (Frauen und Mädchen der Landleute und Jäger, Edwiga und We: ein Greis ſind beim Aufziehen hanges auf der Bühne und 83 ſchauen ängſtlich nach der Seite wo das benachbarte Reich gedack Edwiga. Wei Hört Ihr rufen, hört Ihr lärmen? Der Greis. Seht Ihr wilde Krieger ſchwärmen? Und Chor der Frauen und Mädchen.(Il. Weh', das Unglück bricht herein! W 9—3—„W̃ Edwiga. vont Gräßlich über jenen Höhen Han Sah ich das Getümmel zieh'n, Blut und Waffen mußt' ich ſehen, Schnelle ſucht' ich zu entflieh'n. Ad Greis. Eine Schaar ſchon ſah ich weichen, Muthig drangen And're vor; Alles iſt bedeckt mit Leichen, Klageſchreien dringt empor. achbarten iga und ühne und rte Reich Chor. Weh', wie ſind wir zu beklagen! Greis. Faſſet Muth, nur nicht verzagen— Chor. D Doch wir Armen ſind allein. Edwiga. Wer wird ſchützend uns bewahren, Wenn die wilden Horden nah'n. Greis. Auf der Jagd mit ſeinen Schaaren Weilt Alfonſo, Der allein uns helfen kann. Edwiga, Greis und Chor. Weh', das Unglück bricht herein, Und wir Armen ſind allein! (Flüchtlinge aus Leon: Weiber, Kinder und Greiſe ſtürzen mit dem Rufe: „Weh' uns! fliehet! fliehet!“ von links auf die Bühne. Die Anweſenden geleiten ſie, hilfreiche Hand bietend, in das Thal. Alle ab, hinter der Hütte. Die Bühne iſt leer. 2. Scene. Adolfo(kommt von links und zieht Eſtrella gewaltſam mit ſich). Adolfo. u ſollſt mir nicht entrinnen! D Eſtrella. u mit mir beginnen? D D Was willſt Adolfo. Willſt Du noch nicht Dich ergeben? Eſtrella. Nimm dies qualerfüllte Leben, Nimm es, und befreie mich! Adolfo. Sieh, noch einmal bitt' ich Dich: O vertraue meinen Schwüren, Stille meiner Liebe Gluth, Du nur kannſt mein Herz regieren, Nur vor Dir beugt ſich mein Muth. Eſtrella. Wage 65)t, mich zu berühren, Deine Hand, ſie rau 0 von Blut, Spiele Haal er nicht mit Schwüren Hemme Deine blinde Wuth! Adolfo. Sieh', Dein Vater iſt geſchlagen, Mein iſt ſeine Herrlichkeit; Seine Krone ſollſt Du tragen Die der Sieger mild Dir beut. Eſtrella. O, mein Vater!— Sieh' mich beben, Ach, wo iſt der Theure hin? Wüth'rich, nimm dies arme Leben, Nimm es und befreie ihn! Adolfo. Laß das Weinen, laß das Klagen, Deine Liebe ſchenke mir Ha St W̃ Ad M Eſtrella. Wie, Verräther, kannſt Du's wagen, Haß und Fluch nur geb' ich Dir! Adolfo. Meine Langmuth fährt von hinnen. Eſtrella. Ach, was willſt Du nun beginnen. Adolfo(einen Dolch ziehend). Wähle Liebe oder Tod! Eſtrella. Himmel, blick auf meine Noth, Steh' mir Armen gnädig bei! Adolfo. Niemand höret Dein Geſchrei, Weiche meinem wilden Grimme! Adolfo(zückt den Dolch gegen Eſtrella, auf ihr wiederholtes Hilfegeſchrei ſtürzt Alfonſo auf die Bühne). 2 3. Srene. Alfonſo(gefolgt von einigen Begleitern). E 0 Alfonſo. Welche Stimme? Alfonſo entreißt Adolfo den Dolch und zieht ſein Schwert.) Ungeheuer! zieh' und vertheidige Dich! Adolfo(ziehend). Heran! Mein Schwert ſtraf' Deinen Uebermuth. Alfonſo. Du ſelbſt ſollſt Deine Strafe finden! (Sie kämpfen. Adolfo wird beſiegt und fällt mit dem Ausruf: „Weh' mir, verloren!“ Eſtrella, die in größter Aufregung dem Kampfe gefolgt und die Begleiter Alfonſo's brechen nach Beendigung desſelben in einen Jubelgeſang aus.) Eſtrella. Himmel, der mir Rettung ſandte, J 7 Dankbar preiſ' ich Deine Macht. Alfonſo. Gott, der mich zur Rettung ſandte, Dankbar preiſ' ich Deine Macht! Die Begleiter. Unſer tapf'rer Führer ſandte Hier ihn in des Todes Nacht! Während des nun Folgenden entfernen die Begleiter Alfonſo's den Leichnam Adolfo's, ſeine Rüſtſtücke, Schild, Helm und Schwert bleiben liegen.) Eſtrella. Recitativ. Ja, ich, ich bin gerettet, Allein mein Vater, o mein Vater! Alfonſo. O nenne mir ſeinen Namen, Und künde, was bedrohet ihn? Eſtrella. Er iſt der König von Leon! isruf: und die in einen nſo's den Schwert Alfonſo. Dein Vater König, Du Prinzeſſin? O weh mir, Unglückſeligem! Sieh, Herrin, hier im Staube Verehr' ich Deine Würde!(Kniet vor ihr Eſtrella. Gedenke dieſer Würde nicht, Sie iſt die Quelle meiner Leiden, Der Leiden meines Vaters. Alfonſo. Sprich, wo weilt der königliche Herr? Eſtrella. O wüßt' ich's ſelbſt! Mich riß der wilde Mann, den Du beſieget, Hinweg von ſeiner theuren Seite. Umrungen von Kampf und Tod, Verlor' ich ihn beim Ueberfalle. Vielleicht, ach! fiel er ſchon Den Streichen der Verräther, Vielleicht erhielt ihn das Geſchick! Alfonſo(nach einigem Nachdenken, mit plötzlichem Entſchluß). Welch' neuer Strahl der Hoffnung, Ich will es, ja ich will es wagen., Duett. Schön und herrlich ſeh' ich's tagen, Deiner Liebe werd' ich werth. Eſtrella. Was will ſeine Miene ſagen, Freudig iſt ſie und verklärt. Alfonſo. Hilf' und Rettung will ich bringen Deinem Vater in der Schlacht. Eſtrella. Nimmer wird es Dir gelingen, Dich bedroht des Todes Nacht. Alfonſo, Wenn ich auch im Kampfe bliebe, Gibt es wohl ein ſchön'res Los, Als für ſeine reine Liebe Sinken in des Grabes Schooß? Alfonſo. Aber muthig im Getümmel Kämpf' ich um des Siegers Kranz. Eſtrella. Ja, ich ſeh' Dich im Getümmel Schreiten in der Hoheit Glanz! A. Stene. Krieger aus Leon kommen fliehend von links. Eſtrella(von Ferne ſie erblickend). Wehe, wehe! meines Vaters Schaaren Seh' ich dort vorüber flieh'n. Alfonſo. Wenn die Hilfe ſie gewahren Wird ſie neuer Muth durchglüh'n. Chor(der fliehenden Krieger). Wehe! Wehe! laßt uns fliehen! Mu Ich Au o⸗ Den Kö (Al Un Alfonſo(ihnen in den Weg tre Halt! nicht weiter! Seid Ihr Krieger, Und ergreifet feig die Flucht? Chor. Uns verfolgt der wilde Sieger, Hemme nicht die bange Flucht— Alfonſo. Seht, noch halten Eure Brüder, Muthig kehrt zum Kampfe wieder! Ich— ich will Euer Führer ſein. Chor. Der Feind iſt ſtark, Du biſt allein! Alfonſo. Recitativ. Nicht bin ich allein! Auf dieſes Hornes Ruß eilt ſchnell Der Freunde Schaar herbei! Chor. Was wird er beginnen, Könnte Hilfe er uns bringen? (Alfonſo ſtößt in ſein Horn— ein feruer Hornruf antwortet, nach einer Pauſe ein noch fernerer.) 5. Srene. Alfonſo. Sie haben den Ruf ſchon vernommen Und Hilfe erſcheint in der Noth. Eſtrella. Hilfe und Rettung, o Dank Dir, mein Gott! Chor der Jäger(noch hinter der Wir kommen, wir kommen! Chor der Krieger. Sie haben den Ruf ſchon vernommen, Und Hilfe erſcheint unſ'rer Noth! Chor der Jäger(auf das Theater eilend). Was heiſchet des Führers Gebot? Alfonſo. Seht hier des Führers Schwert, In Kampf und Streit bewährt, Es leuchte Euch voran Auf blut'ger Siegerbahn. Wir folgen Deinem Jägerchor. Schwert, In Kampf und Streit bewährt, Es leuchte uns voran Auf blut'ger Siegerbahn. Wir ſind zu folgen Beide Chöre. Dir bereit, Auf führe uns zu Kampf und Streit! Auf folget mir zu Kampf und Streit! Alfonſo. cen E). (Indem ſie abgehen wollen, tritt Troila aus ſeiner Hütte.) Was ſeh' ich! Leon's Krieger in dieſem Thale? So wäre der Vergeltung Tag ſchon gekommen? 6. Srene. Troila(für ſich). Recitativ. eilt auf ihn zu). Alfonſo(hat ſeinen Vater bemerkt und O mein Vater! Der Himmel ſandte Dich. Deinem Schutze gebe ich dieſe edle Frau, Bis ich den Vater ihr befreit. (Eſtrella ſchmiegt ſich an Alfonſo. Troila. Wer iſt die ſchöne Unbekannte, Die ſich vertrauend an Dich ſchmiegt? Alfonſo. Es iſt die Königstochter von Leon! Troila. Von Leon? Die liebeſt Du? Alfonſo. Mit allen Kräften meiner Seele! Troila. Und willſt für ihren Vater kämpfen? Alfonſo. Ich hoff' ihn zu erretten. Troila. Halt ein! Niemals ſollſt Du hemmen den Lauf des ütte. Geſchickes! Alfonſo(beſtürzt zu Troila). Mein Vater! Troila. Du ahneſt nicht, wie tief mich erſchüttert Deine Liebe und Dein Beginnen! (Nach einer kleinen Pauſe zu Eſtrella, die ihn erſchreckt anblickt.) Du alſo wärſt Mauregato's Tochter? Eſtrella. Ich bin es; kennſt Du meinen Vater? Troila. Wohl kenn' ich ihn, o könnt' ich ihn vergeſſen! (Für ſich.) Doch ſtill mein Herz! Beſtehe feſt den letzten Kampf— Der ſchönſte Sieg iſt— ſeinen Feinden zu verzeihen! (Laut zu Alfonſo.) Zieh' hin, kämpfe Du für ihn— Ich will die Tochter ſchützen. Troila. Enſemble. Nun wird mir Alles klar, Der Fluch, er wird zum Segen— O Herr, auf Deinen Wegen Wie biſt Du wunderbar. Chor der Krieger und Jäger. Sein Blick ſo ſtolz und klar, Spricht Hoheit nur und Segen, Trotz allen Schickſalsſchlägen Bleibt mild er immerdar. (Alfonfo hat den Helm und Schild des beſiegten Adolfo genommen. Alfonſo. Mit dieſem Stahlgeſchmeid' Will ich das Haupt umhüllen, Nun werd' ich es erfüllen— Zum Kampf bin ich bereit! N Bald Mei Vor V Nach Nun Geko N Zum E Des Du! Mei D Es u Die Was 2 21 Der (Alfon ommen. Eſtrella. Nun ziehen ſie zum Streit, Bald muß es ſich erfüllen, Mein Herz erbebt im Stillen Vor Luſt und Bangigkeit. Troila. Vorbei iſt alles Leid Nach eines Höhern Willen, Nun wird es ſich erfüllen, Gekommen iſt die Zeit. Chor. Nun wird es ſich erfüllen, Zum Kampf ſind wir bereit! Alfonſo. Zum Kampfe werd' ich fliegen, Mir folgt Dein Segen nach, Die Liebe lehrt mich ſiegen, Trotz jedem Ungemach. Eſtrella. Es wird in Deinen Zügen es Muthes Flamme wach, Du wirſt zum Kampfe fliegen, Mein Hoffen eilt Dir nach. Troila. Den Haß will ich beſiegen, Es wird die Liebe wach; Die Huld ſoll überwiegen, Was ſeine Schuld verbrach. Chor. 2 Zum Kampf! Wir werden ſiegen, Der hohe Muth iſt wach! (Alfonſo mit den Kriegern und Jägern ab nach links. Troila Eſtrella in ſeine Hütte.) 7. Stene. Steh Mauregato(tritt fliehend aufß. Ich k Der 6 Wo find' ich einen Ort Mein Haupt zur Ruh' zu legen, Das Schickſal reißt mich fort, Dem Untergang entgegen. Die; In den weiten Königshallen Nie k Stand ich wie ein mächt'ger Baum, Dein Ruhmeslieder hört' ich ſchallen— Ach,— zerronnen iſt der Traum! Denn die Rache drohend winket, Di Und der Baum, er ſteht entlaubt So w f Und die goldne Kron' entſinket Ich b 3 Klanglos meinem müden Haupt. Du 0 Weh' es öffnen ſich die Grüfte! Aus der Geiſter wildem Chor Tönen ſchaurig durch die Lüfte 9 Grauſe Flüche an mein Ohr! O Troila, mein Herr, An Dir hab' ich gefrevelt, Die Rache laſtet ſchwer, Sieh' her, Du biſt gerächet. (Troila iſt aus der Hütte getreten, entſetzt ſtarrt ihn Mauregato an.) — 2 — S. Stene. Mauregato. 0 „E 85 En Weh' mir, ſein Geiſt! laß' ab, verſchone! Des! Wie foltert mich Dein Blick 38 Nimm die geraubte Krone, O nimm ſie Dir zurück!(Stürzt ſich zu Troilas Füßen.) „ Troila. Kein Geiſt, ich bin am Leben Steh' auf und ſieh' mich an, Ich komme zu vergeben, Der Haß iſt abgethan. Mauregato. O Herr, ich bin nicht werth, Die Blicke zu erheben, Nie kannſt Du mir vergeben, Dein Glück hab' ich zerſtört. Troila. Die Vorſicht iſt gerecht, So wie ſie gnädig iſt, S 57 Ich bin genug gerächt, 9 3 8 Du haſt genug gebüßt. Mauregato. Wie faß' ich Dein Gemüth, Dn biſt ſo groß und gut. Troila. Die Liebe iſt erblüht, O faſſe neuen Muth. — + roila. Recitativ. Empfange nun aus meiner Hand Des neuen Bundes Unterpfand. Führt Eſtrella aus ſeiner Hütte. 9. Scene. Troila. 31 Nimm Deine Tochter hin! 7 Mauregato. L45 Täuſcht mich mein trunk'ner Sinn? von! Eſtrella(welche Mauregato in die Arme geflogen). Ich lieg' an Deiner Bruſt, O welche Seligkeit! Ci Mein Herz erbebt vor Luſt, Von Noth und Angſt befreit. 955 . Mauregato. Die! Es iſt die höchſte Luſt, Und „Die mir das Leben beut, Und Mein Kind an meiner Bruſt, Mit Mein Freund, der mir verzeiht. 55 8 le Troila. 517 Es iſt die höchſte Luſt, In 8 Die uns das Leben beut, Von (Wenn man an Feindesbruſt, Erob „Sich liebevoll verzeiht. Doch (Fanfaren und kriegeriſcher Marſch hinter der Scene.) Ihm Der Mauregato. Auf Recitativ.(Am Was hör' ich? Welche Klänge? ſteigt Troila. Eine Dir getreue Schaar kehrt ſiegreich aus dem Kampf zurück. Hieher lenkt ſich der Zug! dampf ück. Eſtrella. Alfonſo kehrt zurück! O Gott, ich danke Dir! (Die mit Alfonſo ausgezogenen Krieger und Jäger kehren ſieg reich zurück und tragen ihren Führer triumphirend auf den Schildern. Durch die Klänge des Marſches herbeigelockt erſcheinen Landleute Edwiga unter ihnen] und die Flüchtlinge aus Leon von der Thalſeite her, ſo daß nach und nach die Bühne ſich füllt. 10. Srene. Chor der Krieger und Jäger während des Marſches. Die Schwerter hoch geſchwungen, Der Sieg, er iſt errungen, Die Feinde ſind bezwungen Und unſer iſt das Feld. Und der die Schlacht geſchlagen, Mit jugendlichem Wagen Wir bringen ihn getragen, Es lebe unſer Held. Der Held muß ſich erproben In Kampfes wildem Toben, Von Muth und Kraft gehoben Erobert er die Welt. Doch nach des Kampfes Mühen Ihm Ruhm und Ehr' erblühen, Der Jungfrau Wangen glühen Auf die ſein Auge fällt. (Am Schluſſe des Marſches ſenken die Krieger die Schilder, ſteigt herab, beugt ſein Knie vor Mauregato, ihm ſein darbietend.) llfonſo chwert N Alfonſo. Recitativ. O König, dieſes Siegerſchwert leg' ich in Deine Hände. 4 Du, König? AI Mauregato. Nicht ich! Hier(auf Troila zeigend Eſtrella und Chor. Ja, ich bin König Troila! Alfonſo. Mein Vater— König? Sein Sohn? Mauregato. Eſtrella. Er iſt's, der mich gerettet! Wie wunderbar! 8 Mauregato. Er trägt die Kett 55 e Vorſicht waltet hier; Empfange iunger Held Mein ſchönſtes Eigenthum, Es ſei des Sieders Lohn! e Eurich laßt mich den Spru (Führt ihm Eſtrella in die Arme.) Und ich verleihe Dir der Sei Deiner Ahnen werth Troila. Chor. Heil, Alfonſo von Leon! Alfonſo. Wie hoch bin ich erhoben! Es blendet mich der Schein. „ ch erfüllen: Väter heil'gen Th ron, Alfonſo von Leon! 6 — ——— S — G Fo Ueb Alle Wer Geb Ble Hie: nk blick' ich nach Troila. Alfonſo und Eſtrella. Die Huld des Herrn zu loben Wtimmt Alle freudig ein. A gato und Chor. Folgt milder Sonnenſchein. 0 Nach wilden Sturmestoben, Alfonſo und Eſtrella. Liebe hat den Friedensbogen en: Ueber dieſe Welt gezogen, Aller Schmerz iſt aufgewogen, Wenn ihr Hauch den Buſen hebt., Chor der Krieger. Heil dem jungen Paare, Heil! Troila(zu den Jägern und Lan Gern entſage ich dem Throne, Gebe freudig ihn dem Sohne, Bleibe Eurer Treu' zum Lohne E Hier in 0 Thal zurück. Chor der Landleute und Jäger. Vater! Heil unſer'm Heil! Allgemeiner Chor. Liebe hat den Friedensbogen Ueber dieſe Welt gezogen, Aller Schmerz iſt aufgewogen, Wenn ihr Hauch den Buſen hebt. Alfonſo und Eſtrella. Himmel, ſieh' ein ſelig Paar, Bringe heißen Dank Dir dar. Mauregato und Troila. Himmel, ſieh' ein Freundespaar, PNeu vereint für immerdar. Chor. Heil ſei Dir, Du junges Paar! Sei geſegnet immerdar! Der Vorhang fällt. Ende der Oper. Aer