05 IiIiuüusſünſſſüunüniüüunctüüntümmaümttttüümtümlün XLXR RODMANTISCHE OPER LIIIIIIIEETETImtit IN EINEM VORSPIEL UND DREI ACTEN. DIOCHTUNG UND MUSIK VON GEZA Graf ZICHV. Preis 40 kr. WIEN. 1896. Druck von Jos. Eberle&“ Co., VII., Seidengasse? Das Aufführungsrecht für Deutschland und Oesterreich-Ungarn ist ausschliesslich bei Louis von Selar in Berlin zu erwerben. ALAR ROMANTISCHE OPER IN EINEM VORSPIEL UND DREI ACTEN. DICHTUNGUND MUSIK VON GEZA Graf ZICHV. DEUTSCHVON VICTOR DEON. Im Selbstverlage des Dichters. Alle Rechte vorbehalten. WIEN, 1896. Druck von Jos. Eberle& Co., VII., Seidengasse 3—7. FPERSONEN: Alär Veéghelyi. Beéla Tömösi. llona Tömösi, seine Schwester. Lestär, Vormund der beiden Tömösi. Rumi, eine Zigeunerin, Amme des Béla und Wärterin der Ilona Tömösi. Elisabeth Drägfalvi. Bischof Sixtus. Gerö, Schreiber Alär Véghelvyi's. Abafi, ein ungarischer Ritter. Der Haushofmeister auf Burg Tömösi. Die Oberin eines Nonnenklosters. Bitter und Edelleute, Edeldamen, Geistlichkeit, Nonnen, Mäd⸗ chen, Reisige und Volk. Traumerscheinungen. Die Handlung spielt im 13. Jahrhundert u. zw.: im Vorspiel vor der Burg Tömösi's; im I. Act auf der Burg Tömösi; im II. Act auf einem Waldfriedhof bei der Burg Tömösi; im III. Act im Garten eines Klosters, früher der Waldfriedhof bei Burg Tömösi. Zwischen dem Vorspiel und dem ersten Acte liegt ein Zeit- raum von einem Jahre; zwischen dem zweiten und dritten Acte ein Zeitraum von zwei Jahren. Vorspiel. Eine felsige Waldpartie vor der Burg Tömösi, deren Zinnen und Thürme dureh das Geäst der Bäume sichtbar sind. 5 1. Scene. (Rumi sitzt auf einem Baumstrunk. Geré tritt dann aus der Burg. Man hört später Jagdhörner, bald näher, bald ferne und schliesslich verklingen.) Rumi(dumpf sinnend). und weil der Zigeuner In Acht und in Bann, So scharrten im Waldée Sie ein meinen Mann Das war wohl vor Jahren, vor langen! Zu nächtlicher Weile Da zieht es mich hin, Dort betet geheim Die Zigeunerin, Die sie Hexe nennen mit Bangen! Daneben der Kirchhof Verborgen im Wald!——— Und Seufzer um Seufzer Der Minne erschallt, Dort zwischen den Gräbern der Leichen.... Und Wolken verhüllen Des Vollmondes Licht Alär. (leidenschaftlich) Doch plötzlich ein Schimmer Das Dunkel durchbricht——— 6teht auf) Ich sah sie beim Strahle, dem bleichen! Im glühenden Kusse Bethört er die Maicd 4 Und wendend den Schritt Um die And're er freit———— Doch das Soll er nimmer erreichen! (Jagdhörner von weit hörbar.) Gerö(tritt auf; den Jagdhörnern lauschendh. Heiho! Welch' lustiges Gejaid! Die Hörner schmetternd erschallen; Vom frohen Jagdlärm weit und breit Die Wälder wiederhallen! Rumi. Und Ihr weilt fern der Jägerlust Und fern dem Waidmannstreiben? Gerö. So ist's Frau Rumi, weil ich musst' Hier auf der Burg verbleiben! Nicht nahm mein Herr zur Jagd mich mit, Nein! Muss manch' Lied noch schreiben, Das, ach, in süsser Minnelust Entquillet seiner Sängerbrust. Rumi. Ein Minnelied? Wozu erdacht? Wesshalb die Laute schlagen? Glaubt er, dass Freude d'rob erwacht In Ilon's Lebenstagen? Alär. Schön' Iona, das süsse Kind, Gleicht einer Maienblüthe, Die sorglich man vor rauhem Wind Und kaltem Reif behüte! Gerö(sich in die Brust werfendh. Alär, ein Ritter selt'ner Art, Voll Tapferkeit Im Männerstreit, Hat Muth mit zartem Sinn gepaart! Wie ihn, 80 ritterlich, 80 fein Giht's keinen Zweiten auf der Welt! Potz Schwert und Schild! Herr Alär mein Ist Minnesänger und ein Held! Rumi(mit Hohn). Walt's Gott und seine Engelschaar Dass Segen krön' das junge Paar!(ab.) Gerö(allein). Wenn solch' ein alt' Zigeunerweib Führt Gott und Engel in dem Mund. So0 ist's, als ob die Katze spräch' Voll Lob von ihrem Feind, dem Hund. Die Hexe, diese Zauberin Hat doch nur Teufelszeug im Sinn! Da naht sie wieder und mit ihr (überrascht) Drägfalvi Elisabeth——?? 2. Scene. Gerö. Rumi. Elisabeth. Elisabeth(Geré erblickend). Gerö hier? Klär. Gerö Cich verneigend). Zu Gaste auf Tömösi's Schloss! Rumi dauernd). Mit Alär und mit seinem Tross! Elisabeth. Mit Alär? Rumi Habt Ihr nicht gehört, Dass er Ilona's Hand begehrt? Elisabeth. Véghelyi KAlär? Hona's Hand? Rumi. Was steht Ihr plötzlich wie gebannt?!— Ich eile in das Schloss geschwind, Ruf' Ilon' her, das süsse Kind. Hei! Das ist eitel Lust und Freud, Dass Ihr zu Gast gekommen Seid! (Geht lachend ab.) Elisabeth stürmisch zu Gerö). Ist's Wahrheit, Gerö, was ihr Mund Von Klär mir that eben kund? Ist's Wahrheit, kann es Wahrheit sein, Dass Alär 8o vergässe mein? Du schweigst?— O treuer Diener Du, Dem Herrn so vielgetreu Was stehst Du da in stummer Ruh'!? Sprich! Brich mein Herz entzwei! Alär. Gerö. Drägfalvi Elisabeth— hört mich an! Ich künd' was mir bekannt: Dass Alär nicht als freier Mann Den Fuss hierher gewandt, Véghelyi's und Tömösi's Haus, Die kamen überein, Dass Alär zög' auf Werbung aus, Um Ilon's Hand zu frei'n! Elisabeth. Und Alär that's? Und Klär warb? Gerö. Der Häuser Machtwort es beflehlt, Sein freier Wille d'rob erstarb! Elisaheth(ausser sich). Schmachvoll hat er mit mir gespielt? (Jagdhörner, sehr nahe.) Gerö. Des Hifthorn's Schall! Sie kehren All' Nun heimwärts in das Schloss! 3. Scene. Gerö. Elisabeth. Alär. (Alär vom Felsen herunterkommend.) Elisabeth. Alär! Alar ſän entzückter Uebeèrraschung). Elisabeth! Elisabeth zu Gerö). Fort! Fort! Allein, Allein will ich mit Alär sein! (Geré6 ab.) Alär(mit grosser Ueberschwänglichkeit). Ein Sonnenstrahl in Sommerpracht, — In Himmelsglanz ein Himmelslicht, Ein Schein von überird'scher Macht Ist mir Dein holdes Angesicht Gegrüsst sei mir, Elisabeth! Elisabeth zurückweichend). Bist Alär Du, der vor mir steht? Alar. Was weichest Du so scheu zurück. Nach der die Seele bang gefleht? Du meines Erdendaseins Glück! Elisabeth. Alär!— Das Wort aus Deinem Mund, Kommt es aus Deines Herzens Grund? Alar. J Elisaheth. Du lügst, Du lügst Alär 9 Alär pefremdet). Elisabeth! Elisabeth. Steh' Rede mir! Alaàr. Was ficht Dich an? Elisabeth. Erwählt bist Du zu Ilona's Gemahl? Alaàr geicht). So ist's beéstimmt! Elisabeth. Und hast den Fuss hierher gewandt Zu werben um——— unm ihre Hand? Alär. Wie sich's geziemt! Elisabeth. Mit leichtem Lächeln, sonder Pein Gestehst Du mir dies Klles ein? Alar. Mit leichtem Muth, mit leichtem Sinn Bleib' ich doch Klär, der ich bin! Elisabeth. Nicht fass' ich, was die Rede soll? Alär. Alär. Geliebte Du, vescheuch' den Groll. Und hör' was ich gesonnen bin: Nach Burg Tömösi zog ich hin, Weil meine Sippschaft es gewollt! Und dass der Zwietracht bösen Keim Ich streue nicht in unser Heim, D'rum that ich so, wie ich gesollt. Doch wie ein Fels nicht zitternd wankt, Hat meine Seele nie geschwankt, Fern blieb mir jede Wahl! Ulona, die man mir gewählt Nie wird sie mein Gemahl! Elisabeth. Mein Alär! O, wundersame Freudigkeit Die mir das Herz erfüllt, Das Du von banger Sorg' befreit, Dess' Qualen Du gestillt. Aläàr. Wie lieb' ich Dich! Wie lieb' ich Dich! Elisabeth. Wie lieb' ich Dich! Wie lieb' ich Dich! Alär. 0, wundersame Freudigkeit Die nun Dein Herz erfüllt, Das ich von banger Sorg' befreit; Dess' Qualen ich gestillt. Wie lieb' ich Dich! Wie lieb' ich Dich! Alär. 11 Gedenkst Du noch, herzliebe Maid Des ersten Kusses Seligkeit? (zieht sie zu einer Rasenbank.) Im Wald ein Kirchhof liegt versteckt, Wo uns're Lieb' wir uns entdeckt, Und über Grab und Leichenstein Da zog das Leben in uns ein! Elisabeth(sich an ihn schmiegendh). Und ach, Dein erster Minnèesang Mir tief in Herz und Seele drang. Alär. Du Herz, du Herz, was pochst du 80 In lauten, lauten Schlägen? Du Seele mein, du Seele mein, Wem jubelst du eutgegen? Wie lieb' ich Dich! Wie lieb' ich Dich! Elisabeth. 5 Die Liebe ist's, die Einlass sucht, Im Herzen will sie thronen! Lass' ein, lass' ein sie schnelle, Herz, Allzeit soll sie da wohnen. Alar. Du Seele mein, du Seele mein, Hell soll dein Jubel Klingen, Die Liebe naht, die Liebe naht Auf ihren Engelsschwingen! Beide. Du Herz, du Herz, nun schliess“ dich zu Lass' nimmer sie entfliehen— 12 Alär. Und kehrst du einst zur ew'gen Rub'“, Dann soll sie mit dir ziehen. Wie lieb' ich Dich! Wie lieb' ich Dich! (Er umarmt sie und geleitet sie zum Pfade, der nach der Burg führt.) 4. Scene. Alär. Béla. Béla(aus dem Walde kommend). Nun endlich find' ich Dich, Alär! Du trenntest Dich von uns'rer Schaar? Alaàr. Der Jagdlust müd', kehrt ich zurück! Beéla. Und sprich, wie war Dein Jägerglück? Alar. Jenun, mein Spiess, mein Schwert, mein Pfeil Nie sind sie zu des Waldthiers Heil! Bela(Spöttisch.) Und dennoch hört' ich da und dort: Du schlichest Dich nur desshalb fort. Weil Dir Diana abhold war! Alar(auf brausend). Wer sagt's? Wer wagt's? Alär. 13 5 Béla. 80 zeig'! Alär, Was Du erbeutet auf der Jagd? Alär. Ist's Misstrau'n, dass Du so gefragt? Was ich erbeutet, liegt im Wald, Die Knechte bringen es wohl bald! Béla. Sei Du belehrt, Wenn je ein Waidmann heimwärts kehrt Und schleppt nicht seine Beute nachh (öhnisch) Man glaubt ihm nicht! Alar(hitzig). Mir diese Schmach? Ich lüge nie! Béla. Lügst fort und fort! Alär ſ(ingrimmig). Verschluck dies Wort! Béla. Nicht, wenn die Zunge mir verdorrt! Was ich gesagt, das bleibt gesagt! Alär. Ein Kind bist Du, Gott sei's geklagt! (will gehen.) 14 Alär. Bela(das Schwert ziehench. Das Schwert heraus, das fordert Blut! Nun zeig' Du, Prahler, Deinen Muth! Alär. Braucht's Muth mit solchem Bürschelein? Béla. Bei Gott, das sollst Du tief bereu'n! Her da!(fällt aus.) Alar PParirt). Zurück! Béla(auf ihn eindringend). Zur Hölle fahr'! (Alär streckt ihn nieder.) Weh mir!(zusammenstürzend). Alaàr(Wirft das Schwert weg und stürzt sich auf ihn). Béla! Bela(matt). Weh' mir, Alär? Alar. Was that ich? Béla. IW.... Es strömt mein Blut.... 8S0 Warm.. 580 roth. Alär. 15 Alar(flehendh. Eh' Du das Himmelreich erwirbst..... Vergebung, Beéla, eh' Du stirbst! Beéla. Vergib Du mir die Schuld ist mein.. Und dass sich fürder nicht entzwei'n Mit Deinem Haus Tömösi's Sprossen, Zu rächen ihren Blutgenossen, Schwör' mir Alär, schwör' mir Xlär, Dass Du Ilon' führst zum Altar Alàr(kür sich, betroffen). Ilon' mein Weib? Béla. Durch diesen Bund Verschliesst der Feindschaft man den Mund, Schwör' mir's, Alär! Alär. Du Fills“s DuüsWillst: Béla. Dass Du den letzten Wunsch erfüllst....! Mein Tod sei nicht der Zwietracht Grund, Er knüpfe einen Friedensbund! Schwör' mir Alär. Alar Gach innerem Kampf). So nimm den Eid! Alär. Béla(sich an ihn klammernd, dringendh). Schwör' mir bei der Dreieinigkeit! Alar(aum hörbar). Beim Vater.... Sohn.... beim heil'gen Geist (Rumi erscheint im Hintergrunde.) Béla(inkt zurück). Geleistet ist der heil'ge Eid. Der Ilon' Dir zur Gattin weiht! 5. Scene. Rumi. Béla. Aläar. Der Abend bricht herein; die letzten Sonnenstrahlen fallen auf den Sterbenden.) Rumi(sich auf Béla werfendh). Allgütige Barmherzigkeit Mein Béla... Ha! Und dieses Schwert...? (deutet auf Alär's am Boden liégendes Schwert.) Béla. Still Rumi, still! Leh kükle dtler Poee 18f ARR Teh Selbst ich stürzt' von meinem Pferd Und fiel. und fiel.... so in mein eigen' Schwert. Rumi. Welch' Leid! Alär. Béla. Lebt wWwohll! Alär. Mein Freund! Béla. Denk' an den Eid! Er richtet sich krampfhaft auf und stammelt mit gefaltenen Händen.) (gesprochen?) Vater unser der Du bisʒt im Himmel zukomme uns..... Dein Reichhh Forgib uns unsere Schuld.. unsere Schuld.... wie wir SEeben f(seufzt auf) Ach!!. 1 5 (fällt und stirbt.) Alär. Béla! Rumi Goller Verzweiflung schreiench. Mein Kind! Mein Sohn! (beugt sich zu dem knièeenden Alär) Sein Mörder bist Du! Alär(pringt auf). Weib! Und wagst Du's um Ilon' zu freien, So sollst Du's mit dem Tod bereuen! Alaàr. Was drohst Du mir. wahnwitzig' Weib! Rumi(mit erhobener Hand). Ich schwör's bei Beéla's todtem Leib! Der Vorhang fällt rasch. Alär. I. Aet. (Saal mit Thronsitz; der Hintergrund durch schwere Vor- hänge geschlossen.) 1. Scene. Ritter. Ahafi. Diener, welche reichverzierte Trinkbecher von Mund zu Mund gehen lassen). Chor der Bitter. Lasset den Becher zum Willkomme kreisen, Lasset das Brautpaar beim Zutrunk uns preisen! Zierde der Ritterschaft Véghelyi Alär, Er führt Tömösi Ilon zum Altar! Wenn sich ein Paar, so wie dieses verbindet, Traun, solch ein Bündniss lachend verkündet Neuer Geschlechter rühmliche Kraft, Wachsen und Blühen der Ritterschaft! Heil Dir Ilon! Heil Dir Alär! Heil dem beglückten, bräutlichen Paar! Lestär(tritt ein). Willkommen edle Herr'n! Nehmt Gruss und Dankeswort! Ilon und Beéla verwaist allein, Ich musste ihnen Vater sein!————— 0O, Schmerz und Gram——— kaum ist's ein Jahr Seit Béla sank auf die Todtenbahr'! Doch fort mit Bitterniss und Pein, Denn jetzo lacht der Sonnenschein! Ilona führ' ich zum Altar, Sie zu vermählen mit Alär! Und floss von Priesters Lippen Das einigende Wort— — 20 Alär. Kann ruhigen Herzens ziehen Zum heil'gen Grab ich fort! Abafi. Ja, König Endres, rufet die Getreuen, Um Jesu Grab von Heiden zu befreien! Heil König Endres! Männer-Chor. Heil dem König, uns'rem König! Ungarns Liebe, Stolz und Ehr'! Deines Volkes starke Arme Sind des Thrones Wall und Wehr! Gott des Ruhmes, Gott der Schlachten, Segne uns'rer Krone Zier Fest im Bunde treuer Liebe Weih'n wir uns're Herzen Dir! Heil dem König, uns'rem König, Uns'rem König Heil!———— (Alle ziehen sich zurück und gehen nach und nach ab.) 2. Scene. Lestär. Rumi. Rumi(zu Lestär der den übrige Ein Wort mit Euch allein! Lestàr(unmuthig.) Was willst Du Hexe? Rumi bedeutend). In Eurer Hand liegt Hona's Geschick, In Eurer Hand liegt nun Ilona's Glück, Alär. 21 Und wollt Ihr für Ilona Glück erwählen, So darf sie nie.... mit Alär sich vermählen! Lestär(Wegwerfench. Wahnwitzig' Weib! Rumi(prophetisch). Ich schau' in Zukunftszeiten, Und seh' viel Unglück sich bereiten, Viel Gram— viel Harm, Dass Gott erbarm! Ich schau' in Zukunftszeit zu dieser Frist, Schau' Hon's Weh'! Prophetisch seh' Ich, dass Alär ein Bub' und Schurke ist! Lestär(erhebt die Faust). Bei Gottes Zorn! Rumi Schlagt zu, schlagt zu! Hört, edler Lestär, Klles, Alles hört! Béla that ni cht den Todessturz vom Pferd, Er ward ermordet... yvon Alär! (Leèstär will auf sie losfahren.) Empört Euch nicht, ich rede wahr! (Leèstär lacht hell auf.) Gezwungen nur kürt Klär hold' Hon; Die Ehe ist nicht seiner Liebe Lohn, Denn seines Herzens Fasern hangen An einem andern Weib mit zehrendem Verlangen! Lestar(stösst sie von sich). Gewiss hat Alär Dich gezüchtigt? Recht so, bist ja als Hex' bekannt! Dank's diesem hohen Freudentage, Dass ich Dich nicht zu Schanden schlage! Wahnwitzig' Weib! (ab.) Rumi(richtet sich langsam auf). Wahnwitzig Du! Du wachst noch auf aus Deiner Ruh'!——— Die Stunde kommt, die Stunde nabbt. Weh' mir! Nicht hemmen kann ich ihr den Pfad! (ab.) 3. Scene. Alär(tritt nachdenklich auf). Ein todter Mann Befiehlt mir diese Stund'! Von blut'gem Schatten still geführt Schliess' ich den Ehebund. enesssd Sie wird nun mein Gemahl! Mich zwingt ein Grab, Mich zwingt ein Eid Und nicht der Liebe Wahl! An Elsbeth hängt mein junges Herz, An Elsbeth hängt mein Sinn. Wo ich zuerst sie einst geseb'n, Da zieht es heut' mich hin Alär. 23 Vor meiner Seele Aug' erblüht Des Gartens Frühlingspracht, KAuf Gräsern, Blüthen, Silberthau Ersterbend schwand die Nacht. Eh' sich die Sonne hob Im stillen Morgengrau'n, Hehr und geheimnisvoll. Da musst ich sie erschau'n. Drägfalvi Else war's Vom Frühlingshauch umspielt; Wie war sie hold und schön, Ein zaub'risch Traumgebilcd 4. Soene. Alär Gwill gehen und begegnet Elisabeth.) Alàr Curück taumelnd). Elisabeth! Welch' Missgeschick führt Dich in meine Nähe? Elisabeth(Tuhig). Ich kenn' den Schwur, der Dich an Ilon bindet, Und will Dir beisteh'n, dass Du ihn erfüllest! Alär. O, Elsbeth, übe Gnade! (sie mit wachsender Verzückung anblickend, hauchend.) Mein... Leben.... bist Du.... und mein Sterben! Elisabeth. Verworren klingen Deine Worte! 8 Alär. Alar(cheu um sich blickend, dann mit verhaltener Gluth). Ich liebe Dich, Elisabeth! Elisabeth. Elisabeth Drägfalvi hat keine Antwort Für solch' Geständnis! (will gehen.) Alär klammert sich an sie glühendh. Bleib'.... meiner Seele erstes Träumen! Mein Schicksal bleib“!.... Du süsse Magd, Erkämpfen will ich Deine Liebe, Will sterben, bleibt sie mir versagt! O, bleib' mein Himmel und mein Hoffen, Mein hold erblühtes Paradies, Du Engel, der nach Gottes Willen Sich auf die Erd' herniederliess! Elisabeth— Du darfst nicht geh'n! Das Schicksal ist's, das für mich redet, Ein selig' Wunder ist geschehn! Elisabeth. Am Altar brennen schon die Kerzen Und reich geschmücket steht das Haus, Und Du sprichst, Gott und Menschen frevelnd, Des sünd'gen Wahnsinns Worte aus? Was Du versprachst, musst Du erfüllen, Selbst wenn Dein Herz darob zerspellt— Dann bist von Gott Du nie verlassen, Bedenke dies... Sei stark... ein Held! (Ab.) Alär. 25 5. Scene. Alär. UHona von Brautjungfern geführt; Später der Haushofmeister.— llona bleibt einen Augenblick in der Thüre stehen und zeigt in freudiger Erregung ihren zräutigam den Brautjungfern. Sie eilt dann Alär entgegen, der erschrocken zurückweicht und sich nach einigen qual- Vollen Augenblicken tief und förmlich vor seiner Braut verneigt. Ilona blickt fragend zu Alär empor.— Das Er- scheinen des Haushofmeisters beendet diese stumme Scene. Haushofmeister(tritt ein, verneigt sich vor Ilona). In langer Reihe naht die Schaar, Der Wünsche Boten, nun Nach altem Brauche edle Braut, Vor Eurem Throne Euch zu grüssen! 6. Scene. (Lestär tritt mit den Verwandten seines Hauses auf, dann kommen die Ritter mit Abafi wieder in den Saal zurück; hinter ihnen Gerö und Rumi.— Klär steéht reéchts vom Throne Ilona's, hinter Klär steht Geré. Es naht der Bischof Sixtus in ganzem Ornate, umgeben von der Geistlichkeit. Ilona erhebt sich und kniet vor dem Bischof nieder, der ihr den Segen ertheilt.— Hierauf kommen ältere Edelfrauen mit einem goldenen und einem silbernen Korb, in welchem sich Früchte befinden. Ilona küsst der ältesten Edelfrau, die zugleich den Zug anführt, die Hand, worauf die alte Frau sie umarmt.— llona besteigt wieder den Thron. Es kommen nun Grosse des Reiches, verbeugen sich vor der Braut, begrüssen und beschenken sie mit reich verzierten Schmuckkästchen eté. etc.) 7. Scene. Den Zug der jetzt kommenden Mädchen eröffnet Elisabeth Drägfalvi mit einem Korb Blumen in der Hand.— Alär, Elisabeth erblickend, greift mit der linken Hand an sein Alär. Herz, mit der rechten nach Gerö, sich gleichsam stützend. Er blickt unverwandt nach Elisabeth.— llona übernimmt die Blumen, den Freundinnen herzlich dankend, und setat sich wieder auf den Thron, die Mädchen begeben sich auf die rechte Seite, Elisabeth als erste, so dass sie Alär gerade gegenüber zu stehen kommt. Nachdem sich so Alle grup- pirt haben, bringen Ehrenjungfrauen Alär's Säbel, Mente und Kueésma, die sie ihm anlegen. Währenddem Chor der lungfrauen und Gäste. Heil dir, hoher Tag der Freude, Heil dem bräutlich edlen Paare, Lart empfindend wallen Beide In den Dom zum Traualtare! Glücklich, wer ein Herze fand, Das treu in Lieb' erglüht, S'ist seines Heiles Unterpfand Sein Lebensglück erblüht! (Es theilen sich die rückwärtigen Vorhänge und man er- blickt die Kirche, zu deren reich geschmücktem Altare sich Bischof Sixtus sammt Gefolge begibt. Die Kirche ist mit Volk gefüllt, an der rechten Wand befindet sich die Statue einer Heiligen, unter derselben ein Betschemel; der Hochzeits- zug tritt in die Kirche. Alär voraus von zwei Ehrenjung- frauen geführt, hinter ihm Ilona zwischen zwei Brautführern.) Bischof Sixtus. Gesegnet, wer da Christum ehrt, Und demuthsvoll zur Kirche kehrt! Er segnet jedes reine Herz. Und führt es gnädig himmelwärts! Chor. Er segnet jedes reine Herz, Und führt es gnädig himmelwärts! Alär. 27 Bischof Sixtus. Der Christ nur einen Glauben hbab', Nur eine Liebe bis zum Grab! Chor. Der Christ nur einen Glauben hab', Nur eine Liebe bis zum Grab! Bischof Sixtus(erhebt segnend die Hand). In Glauben und in Liebe rein, Soll Euer Bund gesegnet sein! Amen. Chor. Amen! Amen! (Alär steht während der ganzen Ceremonie wie versteinert; während der Bischof das Brautpaar segnet, tritt Elisabeth zu dem Betschemel, welcher sich unter der Statue befindet und kniet nieder. Bei dem Amen« des Chores ergreift Klär, die Hand Ilona's und wendet sich dem Volke zu. Er er— blickt Elisabeth, lässt Ilona los und starrt in höchster Ver- zückung nach Elisabeth.) Rumi(hat sich neben Uona geschlichen). Weh mir! Weh ihr! (flüsternd zu Ilona). Dies bleiche Mädchen dort.. Hona mauchend und sich auf Rumi stützend, ahnungsvolh. FEr liebb Sie Alar zum Bischof). Hör' mich, Du Kirchenfürst, Hört mich, Ihr Edlen an: Alär Grösser ist jener Schwur, Den ich dereinst gethan! Ich schwur: das heil'ge Grab, Sei meiner Kämpfe Ziel— Und dies zu jener Stund', Da mir's am schwersten fiel! 5 Nie ward mir gröss'res Glück, Als heut' gefühlt ich hab'! D'rum zieh' am Hochzeitstage Ich zu dir, heilig' Grab! Hefte mir an die Brust Dein Kreuz, dies heil'ge Gut, Makellos bring' ich's heim Trifft's ein Fleck——— ist's mein Blut! (Bewegung unter den Gästen; Bischof Sixtus trennt das Kreuz von seiner Stola und reicht es Alär.) Rumi. Oh! Meine Ahnung! Lestar zu Rumi). Weib! Deine Mahnung.... llona. Weh! Meine Liebe! Elisabeth (ist aufgestanden und bleibt unter der Statue stehen). Weh! Meine Liebe! Alar (küsst das Kreuz, welches er vom Bischof erhielt und wendet sich gegen die Statue). Jungfrau Du, rein und hehr, Leitstern auf dunkler Bahn, Klär. In Deinem Namen heft' Ich dieses Kreuz mir an! Dein Ritter stirbt als Held Jungfrau Du, hehr und rein, Sein letzter Athemzug— Dein sei er, er sei Dein! Die Bestürzung wächst, Ilona flüchtet sich zu Rumi) Rumi. Mein Kind! Armes Kind! Lestär CEu Ilona). Mein armes Kind! Gott steh' Dir bei! Zott strafe ihn! Chor. Wehe! Wehe! Was ficht ihn an! O, armes Weib! Am Hochzeitstag O, traurig Fest! Gott strafe ihn! Er bricht ihr Herz! Gott steh' ihr bei! Schmachvolle That! Bischof Sixtus. Gott blickt zum Herzensgrund Und wägt, was gut und schlecht! Fromm ist, was Du beginnst— Doch ob es auch gerecht, Weiss Dein Gewissen nur. Geh', mein Sohn, wag' Dein Blut!——— Alär. (zu Ilona.) Und Dir, Du armes Weib, Schenke Gott Trost und Muth! Du trägst das heil'ge Kreuz Schwerer als Dein Gemahl Stütze Dich Gott, der Herr, Dess' Gnaden sonder Zahl! (Sixtus geht mit der Geistlichkeit ab, Alle kommen nach Vorné.) Elisabeth. Wie seine Blicke Heiss auf mir glühen! Ach! Soll ich ihm entfliehen? Nicht kann ich, Nicht bann' ich, Ach, Aus der Brust, Sünd'ge Lust, Weh', welch' finst're Macht Hat mich zur Sünd' gebracht? Es tobt in mir Ach, ein banger, harter Streit. (Faltet inbrünstig die Hände.) Gott, Gnad', Gnade beut! Weich' zurück In des Busens Stille, Lass' ab, Sünde lock“ Mich nicht Vom Pfad der Pflicht, Könnt' ich mich befrei'n Ich kann es nicht——— Möge Gott verzeih'n! Alär. llona. Des Todes Wunde Schlug diese Stunde, Mein Glück ist hin! Noch fasset nicht mein Sinn Die böse Kunde! Ach, kaum ist Der Freuden Tag erwacht, Ward's wieder Nacht! O grausam' Schicksal— Weh', welch' ein Geschick, Es ist dahin mein Lebensglück! Im Myrthenkranz Steh' ich verlassen ganz! Weh'! Weh'! Niemals ward erschaut Solch' eine Braut! Weich' zurück In des Busens tiefe Stille, Stolzer Wille Bäum' dich nicht empor, Ich leih' dir nicht mein Ohr, Und trag', was mir verhängt, Wie Gott es lenkt! In Geduld Trag' ich, was mir sendet Gottes Huld, Und murre nimmermehr, Wär's noch so schwer, Ich ertrag's, o Herr! Rumi. Web', all' mein dunkles Ahnen, Es hat sich erfüllt! Alär. Es tobt hier ein Sturm 80 wild! Furchtbar soll's ihn mahnen. Wenn in heisser Rache Blutig wird mein Grimm gestillt! Weh', dreimal wehe, Alär!— Hier am Altar Erneue ich den Eid: Tod, dir ist Alär geweiht! Es wächst mein Hassen, Seh' ich verlassen Ilona! Der Rache Zeit ist da, Weich' zurück Von mir jed' menschlich' Fühlen! Ich will kühlen, Was wie Feuersgluth Zu Flammen schürt mein Blut! Die Rache, die ich schwor Vor Gottes Ohr! Nimmer weit Ist nun blutiger Vergeltung Zeit Dem Tod ist er geweiht, Für all dies Leic Ich erfüll' den Eid! Alär(zu Elisabeth gewendet). Was ich gethan, Sei es auch Wahn! Was gilt mir alle Pflicht? Anders konnt' ich nicht! Was mein Herz befahl, KAch, in Qual Ja, das musst' geschehen! Aufwallt mein Blut —— ——-—— *— Alär. 33 In Liebesgluth! Du bist mein Lieben nur, Nur Du allein! Leh bin Denrn; dein Das ist mein Schwur, Ja, Dein! Weich' zurück Nicht von mir, holdes Weib! Ich kann genesen Von aller Pein, Ach, nur Du allein, Von jeglicher Pein Kannst erlösen Du mich allein! Gerö6. Fasst ihn ein Dämon? Spricht er aller Sitte Hohn? Er ist von Sinnen, War das sein Minnen? Mein Blut Kkönnt' ich geben Für sein Leben.— Doch was hat er da gethan? Ihn fasste ein Wahn! Alär, ach, was hast Du da gethan? Dein Name war so blank und rein! O, halt' ein, Klär halt' ein! Weich' vom Pfad, Klär, nicht ab, den Dir Dein Vater einst gewiesen hat, Makellos und rein, Wie Dein Schild und wie Dein Schwert, Soll Dein Name, Dein Name sein! Alär. Mach' es gut, was Du da gethan, 's gilt Dein Glück und Deine Ehr'! Deine Ehr', Die Dir Schild und Wehr! Lestär. Schmach ruht auf dem Hause der Tömösi, Und wer diesem Stamm gehört, trägt sie nie! Die Ritterehre ist verletzt, Mir hat ein Bube Einen Schlag verseétzt. Nein! Ich trage diese Beschimpfung nie! Schwer nur halt' ich in der Scheid' Mein reines Schwert, Das er entehrt Mit lästerndem Eid! Schimpflicher Hohn! Ward mir, ach! Das ist mein Lohn! Weh'! Bittere Schmach! Diesen Schimpf gilt es zu rächen, 80 lang mein Odem weht, S0 lang noch das Banner der Tömösi aufrecht steht,— Gilt's abzuwaschen diese Schmach Zu strafen das Verbrechen, 80 soll's Sein, Gott möge Kraft verleih'n! Chor der Frauen. Aermste Braut, Kaum getraut. Stehst du verlassen! Weh', wie ist der Tag trüb, —— — Ach! s0o trüb— Und statt der Freuden Blieb die Qual, Denn es scheidet von Dir Dein Gemahl. Gottes Huld Schenke Dir Geduld! Chor der Männer. Seinen Eid, den er einst geschworen, Zu pilgern hin zu Christi Grab— Alär erfüllt ihn zur schönsten Stund', Die Gott ihm gab, Er wallt zu Christi Grab! Alàr deise zu Elisabeèth). Im Waldfriedhof.... da harr' ich Dein Heut' Nacht beim Mondenstrahl. Rumi(die hinter Klär steht, für sich, flüsternd). Im Waldfriedhof! Alär(wie oben). Dort sänftige Dein Abschiedskuss Des Herzens bange Qual! Du kommst? Elisabeth(erschauerncdh. Neiflf!:!: Alär. Fort, mich ruft heil'ge Pflicht! (Ab. Geröu ihm nach.) Alär. llona(ruft ihm nach). Alär!(und stürzt zusammen.) Rumi(zu Lestär bedeutend Ich schaut' in Zukunftszeit vor dieser Frist Und sah, dass er ein Bub' und Schurke ist! Lestär(ingrimmig). Bub' und Schurke, ich kürze Dir den Lebenslauf! Chor. Ach, verstummet ist Jubelklang Und der Hochzeit froher Sang, Klage wird nun laut, Arme Braut! Der Vorhang fällt. II. Act. 3 Waldfriedhof. Mondnacht mit wechselnder Beleuchtung. 1. Scene. Lestär. Rumi. Lestar. Was schleppst Du mich hierher in diese Oede? Ein Waldfriedhof? Zerfallen, geisterhaft! Ein Ort des Grausens! Sieh' nur, wie gespenstisch Das Beinhaus hergrinst und die Todtenschädel! Was soll ich hier? Rumi. Ein Fest der Liebe seh'n! Lestär. Man wählt wohl andern Ort zur Minnelust! Rumi. Aus Gräbern, die zerfallene Leiber bergen, Sprosst oft empor in üpp'ger Farbenpracht, Und mit berauschend süssem Duft ein Blumenflor! So sollt Ihr über diesen Grabeshügeln Ein banges Seufzen hören schwüler Minnelust! Lestaär. Ich mag nicht Geister sehen— Gott sei bei uns! Rumi. (Cacht schrill auf). — Thaufrisches Leben athmen diese Geister, Wie junges Blut.... wie Klär und wie Elsbeth! Lestär. Was sagst Du da? Rumi. Ja, Elsbeth ist das Weib, Um das er Ilona verlassen hat! Lestar. So treff' den Schurken hier mein Schwert! Rumi. Gemach! Ich hab' Euch darum nur hierhergeleitet, Dass Ihr der Hexe glaubt, der Hexe, die So tief das Leid fühlt um die beiden Kinder. Die sie geliebt wie eine Mutter hat, Die jener Bube um ihr Heil gebracht! Nicht tödten sollt' Ihr ihn! Mein ist die Rache! Ein Hieb, ein Stoss— fürwahr ein schöner Tod. So leicht darf Alär nicht zur Hölle fahren! Seid Ihr mit mir im Bunde, Lestär, hört: Wir wollen ihn zu Tode martern, quälen, Die Seel' ihm aus dem Leibe dreifach reissen, Er soll zu Tod sich leben, eh' er stirbt! In seiner Sünden üpp'gem Blüthenflore Soll ihn der Tod ereilen, Er soll verfallen sein des Satans Macht, Dass er vor Gott auch nimmer Gnade fände! Lestar(Bastig). Sprich weiter! Alär. 39 Rumi. Durch Künste, die kein Zauber sind, Will ich ihm heute diesen Trunk crèdenzen! (Leigt eine in Stroh geflochtene Pilgerflasche, die sie an einer Schnur, um die Schulter hängend, trägt.) In Wonneschlaf wiegt er ihn ein, Doch wacht er auf, so brennt ein Meer von Flammen Verzehrend sein Gebein. Nach Küssen und nach Wonne lechzend, Soll es ein Leben ihm voll Qual und Jammer werden; Und stirbt er, ist sein Seelenheil dahin! Seid Ihr's gewillt? Lestär. Ich bin's! Denn meine Rache, Sie lodert flackernd mir im Herzen auf! Rumi. So kommt! Ich höre Schritte! Unerkannt Muss ich ihm bleiben, wenn es glücken soll! (Schlägt fantastisch ihr Tuch um sich“) Nun, Hölle! Lechze wieder Nach einer Seele Schmaus! Ich will sie dir erhaschen, Eh' meine Zeit noch aus! Und werf' ich Alär's Seele In deinen heissen Schlund— Dann segne ich mein Tagwerk, Dann geh' ich gern' zu Grund (Ab mit Lestär.) Alär. 2. Scene. Alar dann Rumi. Alär. Gegrüsst, du Kirchhof, freudenreich, Du Wildniss, mir so traut, Wo ich Elisabeth ersiegt, Des Frühlings holde Braut! Hier unter Gräbern athm' ich Lust. Hier find' ich meine Ruh'; Kein Berg, kein Thal, kein Paradies Ist mir s0 lieb, wie du! (Mondlicht.) Rumi(tanzt, noch fantastischer angethan, heraus). Heissah! Hollah! Mach' Platz! Gib Raum! Alär(weicht betroflen zurück, schlägt ein Kreuz). Was schau' ich da?! Ist es ein Traum? Rumi(tanzench. Im blüthenreichen, sonnigen Thal, Am Arme meines Liebsten— Da tanz' ich Reigen ohne Zahl, Thu' mit dem Buhlen springen, Thu' kreisen, jauchzen, singen,— Wiegend, wogend, wiegend, wogend! Sieh'! Er drückt mich an die Brust. Himmelswonne schlürf' ich gierig, Störe nicht die süsse Lust! Alar(chaudernd). Eine Hexe! Alär. 41¹ Rumi(zuthunlich). Hexe, Hexe, Kann Dir nützen, Dich durch Zaubersprüchlein stützen! Alar(nachdenklich). Kannst Du in die Zukunft blicken? Rumi. Bin geübt in solchen Stücken! Alär(chnell die Hand hinhaltend). Was sagt Dir die Hand? Rumi. Gleich sei es Dir bekannt! Aläàr. Was siehst Du? Rumi. Wollust im Weiberkuss! Liebchen zum Ueberfluss Arm in Arm Geh'n mit Dir! Herrlich Dein Leben hier! Doch Du bist krank— Nimm den Trank! Nippe nur von seinem Schaum, Sieh', Dein Lieben dann im Traum! (Rumi reicht Alär eine Fiole, die er gierig austrinkt.) Alär. Alär(trinkt). Hoch Elsbeth! ES kreist die Welt Ein Schleier fällt. Dies Zauberweib ahnt Seel! und Leihß (Alär sinkt nieder und entschlummert.) Rumi(deutet lachend auf Alär). Des Trankes Geist Hat ihn besiegt, Ihr Traumeswirren Gaukelt, fliegt! (Sie breitet die Arme aus, es fallen Nebel und Wolken, in denen sie mit Lestär verschwindet.) BALLET. Nachdem sich die Nebel und Wolken getheilt haben, erblickt man im Hintergrund einen herrlich gelegenen See; in einem Kahne erscheint von links Alär dem See, gegen das Ufer fahrend. Bei der Treppe gelandet, setzt er sich, in Gram versunken, dass er Elisabeth nicht finden konnte, auf die Stufen nieder. Nun tauchen im See e zelne Nixen-Köpfe auf, die Nixen steigen aus dem Wass zu Alär empor und versuchen ihn zu erheitern, er schenkt ihnen aber kein Gehör. Sie necken ihn mit Schilfstengeln und Wasserrosen. Nun erscheint die Nixenkönigin; sie ist von dem Anblicke Alärs ganz bezaubert und gesteht ihm, dass sie ihn liebe.(Walzer.) Alär, unerschütterlich, entreisst sich ihren Liebeswerbungen, stösst die Königin von sich, die Nixen stürzen über die Treppe in den See zurück, der hoch aufschäumt und grosse Wellen wirft. Es heller Morgen, an Stelle des See's ist ein herrlicher Garten entstanden. Der Prospect ist geblieben. Im Vordergrunde der Bühne sind mehrere Blumenbeete, Teppichpartieen; einzelne Blumenkelche öffnen sich langsam und es ent- steigen ihnen Tänzerinnen. In der Mitte kommt aus der Erde eine fantastische Blumengruppe mit fünf reizenden Alär. 43 Mädchen empor, die Mädchen sollen die Personificationen von Begierde, Kuss, Witz, Taumel und Wollust darstellen. In der Mitte sitzt auf einem riesigen, rothen Fliegenpilze die Wollust, Elisabeth ähnlich, um sie lagern die vier anderen Mädchen; sie singen je eine ihrem Charakter entsprechende Strofe: Begierde. Liebende tröst' ich; Manchen erlöst ich, Der still im Geheimen In sehnenden Träumen Des Liebchens gedacht! Kuss. O schau' meine Reize, Womit ich nicht geize! Von schwellenden Lippen Magst Küsse Du nippen, Die Feuer entfacht! Witz. Ich glätte die Falten, Lass' Trauer nicht walten; Schlicht' seelische Fehden Durch lustige Reden— Sei heiter auch Du! Taumel dnit einem Rebenast). Nur Staub ist das Leben! Lass' pressen die Reben, Vergessen und trinken Und endlich versinken In selige Ruh'! Alär. Wollust anit einem goldenen Becher in der Handh. Zu Lüsten geboren, Zur Freude erkoren, In glühenden Armen Mögst Ritter, erwarmen Zu wonniger Lust! Die Wollust reicht Klär einen goldenen Becher; er blickt auf die bestrickenden Wunder der Gruppe, schon will er nach dem Becher greifen, da dringen auf ihn von rechts, und links kommend, wieder andere Mädchen ein; sie ziehen ihn in den Vordergrund.(Walzer.) Die mittlere Baumgruppe versinkt mit den Mädchen; zugleich geht der rückwärtige Prospect in die Höhe. Man erblickt in der Tiefe der Bühne einen märchenhaft, prächtigen Féenpalast, mächtige Säulen- gänge schliessen den Palast rechts und links ab. Vor dem Palaste sind Bassins und Springbrunnen; die Wasserwerke sind von lebenden Statuen umgeben die auf farbigen, durch- sichtigen und von Wasser umflossenen Piedestalen stehen und langsame graziöse Bewegungen ausführen. Hellster Tag. Nach Schluss des Walzers sinkt die ganze vordere Wand, des rückwürtigen Palastes nieder, so dass man Ein- blick in dessen Inneres gewinnen kann. Apotheose. Elisa- beth, von Amoretten und allegorischen Figuren umgeben, steht dort auf einem Throne und breitet Alär ihre Arme entgegen. Er eilt gegen den Zaubersaal; es fällt immer dichter werdender Aschenregen, der die Blätter der Pflanzen und Blumen verdorren macht. Alles zieht sich gegen den Hintergrund. Bevor Alär Elisabeth erreichen konnte, tritt vollständige Dunkelheit ein. Es fallen Nebel und Wolken Alär erwacht aus seinem Traum. Während seines folgenden Gesanges theilen sich wieder Nebel und Wolken; man sieht den Friedhof, wie zu Anfang des Actes. Mondnacht.— 3. Scene. Alar dann Elisabeth. Alar(erwacht und Springt auf). Furchtbare Traumesqual, Alär. 45⁵ Endlich bist du verweht! (eilt Elisabeth entgegen.) Elisabeth! Elisaheth. Wollte Dich nimmer seb'n, Musste Dich seh'n auf's Neu'— Und nun, da ich Dich schau', Erfasst mich tiefe Reu'! Ja, mich trieb's hierher An diesen Schauerort— Wie Sturm die Blätter fegt, Riss Deine Macht mich fort! Alär. In Deines Athems Nähe Vergess' ich jede Noth Nah sein, ist Seligkeit, Fern sein, ist Grab und Tod! Elisabeth. Sünde ist's, dass ich hier bin! Alär. Lieb' Deine weisse Stirn', Stolz wie der Alpen Firn! Lieb' Deines Wesens Pracht Mit ungestümer Macht! Fern von Dir bebe ich, Wo Du bist, lebe ich, Du gibst mit Allgewalt, Der schwanken Seele Halt! Alär. Du bist mir meine Welt. Die mich gefangen hält! Du bist mir Luft und Brod, Dich lieb' ich bis zum Tod! (Er stürzt vor sie hin, umfängt ihre Knie und küsst glühend 8 ihre Hand.) Elisabeth. Du fühlst, Geliebter Du, Dass meine Seele Dein. Bis zu des Grabes Rub' Will ich die Deine sein! Nur Deines Herzens Schlag, Fühl' ich in meiner Brust! Dein Tod— mein letzter Tag, Dein Leben— meine Lust! Er umfüngt sie, sie reisst sich heftig los.) Alär, o lass' mich! Wir müssen scheiden! Alär(sehr leidenschaftlich.) Wenn Du entschwunden bist, So ist's auf ew'ge Jeit; Drum sei die karge Frist Der Liebe ganz geweiht! Mein Lebensglück entschwand, Leuchtet das Morgenroth; Dann fort in's heil'ge Land. Fort dann zu Kampf und Tod! Elisabeth. Alär! Du musst leben Und wär's um abzubüssen Die schwere Sündenlast, Alär. 47 Die Du in Buss' und Reue Mit mir zu tragen hast. Alär. Ich liebe Dich! Ich liebe Dich! Elisabeth. Dein Weib hast Du verlassen, Du logst vor dem Altar, Sprachst Hohn der heil'gen Kirche Weil ich.... Dein Götze war! Alàr. Ich liebe Dich! Elisabeth. Genug sei's nun der Frevel! Verlass' mich! Geh' von mir! 0 Alär, sei barmherzig, Niemals gehör' ich Dir! Alär(immer glühender). Ich liebe Dichk Du bist ja meine Welt— Elisabeth. 0, lass' mich! Alär. Die mich gefangen hält! Elisaheth. O, lass' mich! Du bist mir Luft und Brod— Elisabeth. O, weh' mir! Alar. Dich lieb' ich bis zum Tod! Elisabeth. Alär! Alär! Alär! (inkt in seine Arme.) Mein Alär! (Rumi schreitet im Hintergrunde mit Lestar vorüber und lacht gellend.) Der Norhang fällt. — e ——— Alär. 49 III. Act. Klostergarten; derselbe Prospect wie im II. Acte. Links auf einer Anhöhe die Burg Tömösi. Rechts steht ein grosses Kloster, wie an Felsen gebaut. Gegen den Hinter- grund zu, rec hts grenzt an das Kloster einèe zerklüftete und aufragende Felsenpartie, hinter welcher ein Al grund anzu- nehmen ist. In der Mitte der Bühne ein Lindenbaum, an welchem ein Muttergottesbild, davor ein Betschemel. Et- was weiter rückwärts läuft quer über die Bühne eine Gartenmauer mit einem hohen runden Thor, dahinter ist die Strasse sichtbar, die nach Burg Tömösi hinaufführt. An der Mauer grüne Sträucher und Blumen. Es ist Abend. 1. Scene. llona dann Rumi. lona Gvor dem NMarienbild am Baum). Maria, süsseste der Frauen, Du heil'ge Muttergottes, hör'! Mögst gnadenreich auf mich du schauen—ͤ—— Es ist mein Herz so schwer——— s0 schwer... O, lass' die Strahlen deiner Huld Erstarken deine arme Magd———— Und ihm——— vergib ihm seine Schuld, Um den die Seele weint und klagt! 0, Klär, Alar— Heiligste— (Sie schluchzt, umklammert den Lindenbaum und bleibt, das Haupt an diesen gepresst liegen.) Rumi(durch das Thor; blickt gramvoll auf Ilona; nach einer Pause). Im dumpfen Schmerze find' ich sie So Tag für Tag, so Nacht für Nacht, Und nimmer wird ihr Trost gebracht! Alär. Aus der Burg floh sie fort, Haust am heiligen Ort, Im Kloster, da sucht sie Frieden llona pplickt sie starr an und steht auf). Rumi(schliesst sie in die Arme). Ilona komm'! Es ist nicht gut, es ist nicht fromm, Allzeit sich gramvoll zu versenken! llona deidenschaftlich). Ich will ja nicht mehr an ihn denken, Will d'rum das Klostergelübde thun, Auf dass meine wilden Qualen ruh'n! 2. Scene. Vorige. Elisabeth. Es erscheint ausserhalb der grossen Klostermauer Elisabeth, auf eine Begleiterin gestützt. Elisabeth ist schwer krank, ein gebrochenes bleiches Wesen.— Langsam naht sie Ilona. — Begleiterin ab. Elisabeth. Ilona! Hlona(überrascht). Du? Rumi(Bämisch). Welch' selt'ner Gast! Alär. Elisabeth. Ju Tode krank, halb sterbend, sieh', Naht Dir Elisabeth! llona(Sanft). Was führt Dich her? Elisabeth. Vergib nur, Iona, vergib nur mir! Ein sterbend' Weib fleht nun zu Dir, Das schwer gefehlt und schwer gebüsst, Es sei ihr Tod durch Dich versüsst, Hast Kunde Vdu. Kunde von ihm? Ach, nein! Elisabeth kniet nieder). Ich weiss genug, Gott segne Dich! llona nmebt Elisabeth auf). Du armes Weib! Dein Schmerz ist auch der meine nun, Das Unglück soll beim Unglück ruh'n, Hier in des Klosters Hut verbleib'! Elisaheth. Hab' Dank——————— hab' Dank! llona. Komm' denn——— hbleib' hier!——— 4 Alär. Elisabeth heftig und entschieden). Nein! Nein! Gleich scheide ich von Dir: Lass' mich ziehen unverwehrt, Auf dass, bis Klär heimwärts Kehrt. Von mir verschwunden jede Spur! Bis auf ein Kreuz im Wald.. 8 (Schluchzt) Ilon'——— nicht wahr, Du hast vergeben mir, hast mir vergeben.. (Jona nickt mit dem Haupte, Elisabeth küsst ihr die Hand und wankt dem Thore zu, plötzlich hört sie Hörner er- schallen und bleibt stehen.) Rumi. 0 horch', Trompetentöne schallen! Elisabeth. Welch' Kunde hör' ich nun? Gerbirgt sich hinter einem Baum.) Rumi. Umgeben von Burgrasallen, Sprengt Lestär grüssend, hoch zu Ross, Mit seinen Mannen ge'n das Schloss. (Sie winkt hinaus.) llona. O, brächt' er meinem Herzen Trost! Chor chinter der Scene, unter Trompetengeschmetter). Heil! Lestär, Heil! Zu froher Rückkehr, Heil! Heil Dir, Du tapf'rer Held! + Rumi. Hört, wie der Willkomm ihn umtost! 3. Scene. Vorige. Chor dann Lestär. Chor(Reisige und Ritter, die im Hintergrunde ausserhalb des Thores, auf dem Felsen bleiben). Heil Dir, o, Lestär, Lenker der Schlacht, Der uns zur Heimat Wieder gebracht! Segen erstand uns Durch sausende Wehr, Du hast gesiegt Und Dir, Siegreicher, Ehr'! Gott hat gesprochen Hier auf Erden! Sieger der Heiden Solltest Du werden. Segen erstand uns Durch sausende Wehr, Du hast gesiegt Und Dir, Siegreicher, Ehr'! Lestäar(tritt ein). Ilona, Kind! (umarmt sie.) llona. Mein Vater! (erwartungsvoll: Dock agtt. WO Klär ist? Alär. Lestäar(feierlich). Ihn traf Gott! llona. Mein Jesus! Elisabeth(dumpf). Todt!! Rumi gherb). O, Schmach und Spott! (ingrimmig für sich) Entkommen meiner Rache Gluth! Lestar. Im Gotteskampfe floss sein Blut— Dies Schwert, es war der Sühne Stahl! liona(weicht von Lestär zurücgj). Mir schaudert vor Dir! (ringt die Hände und schlägt sie dann vor's Gesicht) Mein Gemahl! Rumi opallt die Faust gegen Lestär). 0, Höll' und Teufel. Euer Schwur? Lestar mit Würde). Ich war der Allmacht Werkzeug nur! (ab mit Chor.) Elisabeth(die wie geistesabwesend vor sich hinstarrt.) Dauhids Gabhi verloren. 1Bß Unehrlich sank er hin Im Gotteskampf... durch Gottesgebot. S. Alär. llona. Wie jammervoll ich bin! Elisaheth(jäh und hastig). Verwirkt ist seiner Seele Heil, Sein Grab, es ist in Acht (entschlossen) Nicht werde mir ein bess'res Theil, Die ihn so weit gebracht! (zu Ilona) Gott.... schütze Dich.... und fahre wohl! lona. Bleibe! Elisabeth(duster). Lasse ab, Jeh gehe zu Alär. (Läuft den Felsen hinauf.) Sei Jesus gnädig meinem Grab! (Stürzt sich in den Abgrund.) Hona. Weh! Rumi(äst Elisabeth nachgeeilt und schreit in den Abgrund): Stirb, Natter, Du! (Iona eilt zur Klosterpforte, läutét; Nonnen mit der Oberin treten heraus, sie deutet nach dem Felsen; eine Anzahl Nonnen eilen zum Thore. Die Oberin tritt zu Ilona, die zu sinken droht, und wird von ihr aufrechterhalten; es ist beréits Nacht.) Alär. llona. Sie starb, das ist der Liebe Schluss!—— Nun höret, was ich thun jetzt muss! ODeutet nach der Klosterkirchée.) (fest) Ewiglich 6 Als Jesu Magd will büssen ich! Und willst Du eine Gunst gewähren, Lass' gleich mich das Gelübde schwören! Kommt, kommt zur Kirche! Oberin. Wohlan! Es sei! Stimmt an die fromme Litanei! Chor der Nonnen. Ave virgo dulcis cœli Mater Dei dolorosa! (Alle ab in feierlichem Zuge in die Klosterkirche; Rumi folgt in tiefster Erschütterung.) 4. Scene. Alar. Gerö. (Alär baarfuss im Pilgerkleide, Gerö in Waffen.) Alar. Selbst von den Freunden unerkannt. Gebleicht der Bart, das Haar— Irr' ich umher im Vaterland Wo ich mein kurzes Glück gefunden, Hier ist der düst're Ort; Alär. 1 Doch sind die Gräber all' verschwunden— Ein Kloster stehet dort! Du heil'ge Schwelle, sei gegrüsst, Wie schwer, wie schwer hab' ich gebüsst Der süssen Liebe Zaubermacht. Gerö. Als Lestàr Dich durchbohrt Und Du Dein Haupt geneigt, Denk' an der Sühne Weg, Den Sixtus Dir gezeigt: „Wenn Gott Dein Leben schirmt Und Deine Wunde schliesst, Kehr' baarfuss heim zum Weib, Das sündhaft Du verliess't. Vergebung wird Dir nur Durch ihr erlösend' Wort; Ihr dienend trag' das Kreuz Still und ergeben fort.“ O komm', verlasse diesen Ort, Er mahnt an Schmerz und Leid. Sieh', Burg Tömòôsi winket dort, Es harrt Dein Haus, Dein Weib. 5. Scene. Vorige. Oberin, Hlona als Nonne, Rumi. Alle aus der Kirche. Alär(pringt auf). Sieh doch——— wer nahet dort? Hona(Casch auf ihn zuschreitend). Alär! Alär. Alaàr. Ilon! Rumi(für sich). Er lebt! llona(entzückt für sich). Er lebt! (Au Alär: Todt glaubt' ich Dich, und nahm dies Kleid Für Deiner Seele Heil! Kann nimmer einen mich mit Dir, Entsagung ist mein Theil. Hier in dem Kloster berg' ich still Was mir das Herz bedrängt, Die Kette, die mich an Dich schloss. Die Kette ist gesprengt! Zu sprengen sie, die fest und stark, Es war nicht leicht, Klär! Du aber hast es nie geahnt. Was meine Liebe war! (Ab mit den Klosterfrauen.) Alär. Nun bin ich frei, bin frei, bin frei, Die alte Flamme sprüht! Es bäumt sich stolz das junge Herz, Von Lebenslust durchglüht! Elisabeth! Ich eil', wer ist an Glück mir gleich, In Deiner Arme Wonnereich! Elisabeth! Elisabeth! Er stürzt gegen die Tiefe der Bühne.) Alär. 59 Rumi(erscheint im Thore des Klostergartens). Elisabeth gab sich selber den Tod! Alar. Entsetzlich! Verbirgt sein Antlitz.) Rumi(durchbohrt ihn von rückwärts). Stirb Bube, Du.... ich hab's geschworen! Himmel ausbreitend) Ich komme! (Er stirbt.) Ende der Oper. 2 ⏑ fuun