Seugamme oder Untreues Haus geſinde. Huſt⸗Opiell/ Deutſch Auffgeſetzet Von ANDREA GRVPHIO. Breßlau/ Bey Veit Jacob Dreſchern/ Buchhaͤndl. Im Jahr M. DC. KX& JJJ. F 83 8 2 NOBILTSSAMDLISS. CONSIILTIS. SIMIS. OQEE DOMIVIS OHANNT MIATTHIAE KETTELBUTTERO Hæreditario in Buchvvald, OHANNI R6GBERO, Hæreditario in Arnoldsmühle. K ſureconſultis Celeberr. Et in lupetiore Sileſiorum Curia, nec non ſupremo Ducatus Glogovienſ judi- cio Advocatis juratis. Compatribus, Fratrilusque Honorandi 3 Nimadverti jam per annos a- liquot, dum mihi publici cura, inter caſuum varia eam tem- porum calamitatem, quam ne ſonquieſcente quidem bellorum ingenti- im llrage, ſiſtere prudentia, emendare onlillis, aut potentia denique depellere A 3 licuit. Enr 7 2 8 99()g0. licuit. Præter multiplices urbium ruinas ſquallores agrorum, rupti flaviorum ag. geres, hauſtæ gurgitibus villæ, cœplo prodi- gia, minaxque maligna luce non unum ſidus, atrocior dein lues plena cadaveri- bus omnia mox obrutum disjectumque vi ſævientium ventorum, quicquid reci- divum poſuere coloni, quicquid ſemitu- tum, cladibusquè ſuis ſuperſtes, barba. riem teſtabatur exundantis latè,plusquam civici furoris. Mage funeſti motus ani⸗ morum. Odio& ſuſpicione corrupti fa · miliares. Improſpera etiam ſttenuis fa. ma; alius timore aut deſidia libimet ipfi hoſtis. Multi dignum gloria rati, æmula- tione obviam ire melioribus, agendi tem- pora conſultando abſumete, vel conce: dere in faciones, quid memotem corum, quos in ſinu quaſi fovemus perlidiam,& in ſcelus omne prona famulotum inge— nia, quorum plurimis ſolemne fraudes jam olim manifeſtas, novoο aſtu obtege · re, cœptare diſſidia propinquotum, auda. ci aſſeveratione eludere conſtantiam in- cuſantis, committere amicos nec alper⸗ mar! N 10 Ib0 ſul del n ect Aine Wöal ltbt flit lie Jikun Un fln 0f lalez Aim Mile 90ο ο nati præmia proditionum. Vix credibile quantum nequitiæ non paucis adoleverit poltquam Dominorum ſecreta rimati, ar- bitros quafi corundem ſe credunt, ſuſpi- ciuntque beneficia vix imputant, vix acce- ptis obligantur. Non domuere ſubdo- los mores edicta legum, non proprii me- tus, quin imò volupe, omni dedecore in- famibus, cum irriſu jactare facinorum pal- mas. Crebris id paſſim ſermonibus jacta- tum aliqui norunt: plures reapſe experi- untur atque dolent. Quoties ſollicitas autes circumſtrepunt lamenta variorum! hic expilatam ſupelledilem; argentum intetverſum alius in cimixis ſocietatem adſcitos, nullius ante flagtii compertos, hic venales inimicis incaut inſontis Do- mini animas, hic libidire fædatam, do- mum acertime conqucriur. Excivit is fermè omnium in Ducati Ordinum mœ. ror animum tot flagtioum impaticn- tem, obſtrinxitque acrori alamo deteſta- ri ſcelera quæ aſſuetulini jan propòè con- donamus. Id dum nolior recordatus invertiſſe me adoleſcentem Itali Vatis 84 Dra⸗ 36(0)O6. Prama quo ſervitiorum ille criminibo il. luſit. idipſum recenſete mihi viſum, atque publico dare, vel ob id, quod perſpectum mihi, arcendæ vitiorum putredini haud incaſſum adhiberi ejuscemodi ſales. Jo- corum denique apud plerosque in lon, gum memoria, qui ſapientiæ præcepta vix viſu dignantur. Auctor Operis HIE- RONVMUsS. RA EI, Hetruria ori- undus, qui vitiis temporum in gloriam ingenii ſui uſus, domeſticas haſce peſtes non fide, non affectu teneri docuit, quin folennia pecœnt, acftaude mendaciisque cuncta ſusquedeque ferant. Is perxtæſus ſolutius vivemli genus, dedignatusque præmium aut lonorem ex calamitate ci- vium capere ſeceto ſe ineluſit. Ante ta- men quam Dive Virginis quod Angelo: rum dicitur, choh˙,οj˖s ingrederetur à il- luſtre hoc atqutexmium ſui monumen. tum Zenobio DacαHlinο αοπα ꝗmiſit, qui id cum capu jam invidiæ atque turbis:- Hicronymus ſubdixiſſet, luci haud invi. git. Captis ego, hrimo Curatiſſimila- boris aſpecu, uοσotium tum quidem atque 50 Malfte ithut tob n, n Iett uum. nm wt. Im, Auile un fl fg La M Wu ül W55 Iech 10160 W0 Unk 10 0 1 10 Abln fe Wgil 0 foge σαꝰ% atque merorem, qui ob amici exeeſſum me conficiebat, ſubterfugerem, Germana veſte Nutricem Florentinam exornavi. Et ferme oblivione transmiſiſſem hancce o- peram, ni accenſus ferocia ſervili quam neque reverentia neque formido conti- netʒ ad monendos cenſuiſſem familiarum paulo ampliorum Patres, ſollicite ut per- pendant. Cui rem decus,& quod potis. ſimum, pudorem atque incolumitatem commiſerint liberorum, nepotumque. Veſtrum vero nomen Vitri Nobilisſimi Amplisſimique chartis hiſce præfigere mihi viſum, quo ſplendore, quem Vobis inſignis illa eruditio virtusque contulit, Kternaturum, obſcurius hocce ſcriptum illuſtrarem, quod mores dum maxime pernitioſos incuſat; ſuffragiis atque exiſti- matione veſtra, qui ſola bona, quæ hono- ſta eenſetis, tutum odiis atque invidiæ ſu- pererit. Accedit quod cenſendi gnaros Secuparim, atque ad ſpectaculum voca- rim, neque enim talibus ignari aut hona- rum artium rudes, capiuntur. Fuiſſe deni- ꝗque mihi amicitiam vobiscum per decen- A 5 nium, αοοοοο aium,& quod excurrit, quidni hoc pigno- re obfitmem, præſenti potiſſimum tem. porum corruptela, quo infeſtis perſæps animis diſſociantur vel ii, quos acriore Iſj nexu ſanguis,& genus& propiora necesſi. 0 tudinum vincula adſttingunt. Maneat l opto, duretquo is nobis animus, quando 0 vaneſcentibus aliis nihil validius præſtare vita poteſt, quam bonorum concordiam. 5 In hane ſpem abrumpo⸗ haud immemor odioſam Circenſibus pompam. DEUS fIn Vos Ingentes Animæ, diu incolumes mul- 10 torum emolumento⸗ ſaluti liberorum, 05 ommodo reipublicæ ſervet, ſoſpitetduæ, I1 quod vovet ex animo Nobiliſſ. Amplisſi⸗ mique Viri 101 —— 111 ad aras ANDREAS CRVPHIUS, Slogov Kalend. Aprilis. A.clo De LXII. Namen (O)οσ Namen der Spielenden. 1 3 Giſmunds Diener. LIVIus. Giſmunds Freund. GlsNuN Ein Florentiniſchet Edelman. 6 LESBIA Eine Jungfrau. Gismunds 0 Liebſte. paANIN Ein Frembder von Monack. Die Amme des Livü. n. BRUsCus Hieronymi Diener. l BARBARA. ſeine Magd. , HIERONVMIUS Gismunds Vetter. Frau GINERRA. eine Kupplerin. ͤ BROZZl. des Livius Diener. LApus. der Bruder Conſtantiæ. CONSTANTIA SILVIA Mutter. SILVIA eine Jungfrau. Die Seugamme. Die Erſte Abhandelung. Der Erſte Eingang. Musca. Lieius. Musca. Ch kan mir endlich/ wie ihrer viel/ auf kei⸗ Anerley Weiſe einbilden/ das die Dienſtbarkeit (derſelben/ welche ſich bey zungen keuten auf⸗ balten/ minder beſchwerlich/ und mehr ertraͤg⸗ Miich/ als dero jenigen die zu alten gerathen: (Denn ob dieſe wol ſehr geitzig/ frembd/ ver. drießlich/ und offt uner fatlich ſind/ und uͤber das beſprochene Lohn/ nicht die minſte Ergetz⸗ viel Arbeit/ muß ſich auch in ſo viel Gefahr nicht wagen/ als bey den Jungen/ welche/ ob ſie gleich frengebig ſind/ ſchencken/ verſprechen/ und bey allen Begebenheitten helffen: dennoch anderwerts einem ſo viel und bißweilen ſo ſchwere Buͤrden auf den Ruͤcken legen/ daß man offt Darunter nieder faͤlt/ und darmit den araus hat. Von geſtern Morgens an/ da mein Herr Gismond mit einet Fraͤwlin und mir von Piſa gezogen/ habe ich groͤſſere At⸗ heit außgeſtanden/ als die gantze Zeit meines Lebens/ deñ zu I Ahet A Wße ah A if 0 Wk 0 AI ligkeit/ oder Riebe/ einen erweiſen: hat man doch nicht ſo At 0 U 00 Die Seugatume oder Luſt⸗Spiel. 1 ju geſchtoeigen daß ich nicht wohl beritten war/ und das . Felleiſen hinter dem Sattel hatte/ habe ich hundertmal %Vvon Piſa an biß nach Florentz abſteigen/ und in einem Iiedweden Schritt/ der nicht gar zu ſanffte war/ der Fraͤw⸗ Väl lin/ oder wie ich ſie heiſſen mag/ Roß bey der Hand fuͤh⸗ ren muͤſſen/ Ja/ was noch mehr, in der geſegneten Stun⸗ de/ da wir aus Piſa gezogen/ hub es an zu regnen/ und hat nicht aufgehoͤret/ biß wir hieher kommen/ bißweilem hatte es ein Anſehen/ als wenn wir alle drey mit ſamt den Roſſen in dem Leime verſincken wuͤrden/ doch/ Gott ſey gelobet/ geſtern ſpaͤt/ haben wir biß auf eine Meile S. Ferians Thor erreichet/ von dannen ſchickte mich der Herr 0 heute frůhe ſeinen beſten Freund Livium zu erſuchen und du bitten/ daß er ihme ein Zimmer verſchaffen wolte/ in welchem er etliche Tage die Fraͤwlin halten koͤnne/ aber Gott helffe/ daß er ihrer in Ruh geniſſe/ und die Sache alhier ihre Endſchafft erreiche/ doch/ wer darvor zu ſor⸗ gen hat/ mag ſorgen/ vor mich iſts genung/ daß ich aus⸗ richte/ was mir befohlen. O! Ich hoͤre die Thuͤre von Lirius Hauß eroͤfnen. Bey Gott/ er iſt ſelbſt. So darf 6.ich nicht viel klopfen. Gott gebe dem Herren einen gutten Morgen Herr Livius. Liſius Wer iſt diſer Frembde. O einen gutten Tag ein gutt Jahr Muſca! welch wunder iſt dieſes! Mauscs Wunders genung/ das ich noch lebe. Livius, Wie gehets Herren Gismond. Musca. Sehr wohl. Er iſt auſſer der Stadt vor dem Thor und ſchickt mich her. Liyius. Wie auſſer der Stadt? vor dem Thor? Musca. Ja/ vor d. Ferians Thor/ ſo iſts mein Herr! Lhius Was thut er aldar/ daß er nicht in Florenz koͤmt? Musea. Er wird kommen/ inner zwey oͤder drey Stun⸗ den/ und ſchickt mich voran/ weil er wuͤndſchet daß der Herr wegen der groſſen Freu ie Die Seugamme ſie ſtets zuſammen getragen ihm einen Ort ver⸗ ſchaffen wolle/ in welchem er aufs wenigſte vier Tage eine ſehr liebe Sache verwahren koͤnte/ die er ſonderer Bedencken wegen nicht wil in ſeinem Hauſe abſatteln laſſen. Livius. Es wird ein junges Fuͤllin ſeyn/ die Rechnung iſt leicht zu machen/ ſaget die Warheit; Musca. Ich weiß dem Herren nicht zuſagen/ obs ein Fuͤl⸗ lin oder Fraͤwlin ſey. Livius. Iſt es denn ein Frawen⸗Zimmer. Musca. Ja! daß ſie der Krebs freſſe! denn ſie wird Urſa⸗ che ſeyn/(und wolte GOtt es waͤre nicht) daß er ein unruhiges Leben führen wird/ und mir ſhlim ⸗ me Faſtnacht/ ſchlimmere Faſten und die ſchlimen ſten Oſtern zu richten. Livius. Wer es nicht beſſer/ daß er ſte auffs Landguth fuͤhrete. Musca. Ich kan dem Herren diß nicht ſagen/ weiß der Herr nicht wie er ſen/ und was er vor einen eige⸗ nen Kopff habe? Ich hab es nicht unterlaſſen ihm vorzuſchlagen/ aber aus Furcht/ daß es der Hoffman nicht ſeinen Vetter wiſſen laſſe/ hat er allezeit geſaget/ daß ſie in keinem Ort unſicherer ſey/ als auf den Landgutt. Livius. Häͤtte ich dieſes ſein Anligen nur einen Tag zu⸗ vor gewuſt/ ſo haͤtte ich ihn ſtat meiner die Schluͤſ⸗ ſel zu dem Hauſe geſchickt/ er haͤtte moͤgen einzie⸗ hen/ und nach ſeinen Belieben zu gutten Gluͤ ſich darinnen an fhalten. Musca. Die Sache iſt nun biß hieher kommen/ und es duͤnckt mich nur Zeit verlohren/ daß man viel be⸗ dencken wolle/ was man haͤtte thun ſollen/ wenn es nicht gethan iſt/ und dem Herren die Warheit u bekennen/ wenn er erfahren wird/ wa * 8es vor eine Beſchaffenheit habe( ſo wird er geſtehen— muͤſſen/ E R l 6 0 ah aEth 0 K 0 H anhe h e UMhl tl. hf he kluſt⸗Sytel. 45 muͤſſen/ daß wir nicht Zeit gehabt haben/ alle Sachen zu uͤberlegen. Lixius. Anitzo weiß ich nichts anders zu ſagen/ als daß er komme nach ſeinem Belieben/ zwey oder drey Tage/ wil ich ſie beherbergen/ nur daß ſie nicht viel Weſens mache. Musca. Ich wil es ihm zu wiſſen thun/ aber da komt er felbſt/ es iſt mir lieb/ daß ich nicht habe duͤrffen hinaus lauffen. Lixius. Wo mag er die Fraͤwlin denn gelaſſen haben? Musca. Es iſt dieſelbe/ die in Mannskleidern an ſeiner Seitten geht. Livius. In Mannskleidern? Musca. Er hat ſie gewiſſer Urſachen und beſſerer Beque⸗ migkeit wegen alſo verkleidet. Lirius. Dem ſey wie ihm wolle/ ich begehre nichts anders zu wiſſen. Der Ander Eingang. Livius. Gismundus. Musca. und Lesbia in Mannskleidern. Livius. G Gismund, er ſey von Hertzen wilkom⸗ men. Gismundus Mein werther Livii zu gutten Glüͤck 1 muß ich ihn antreffen/ wie gehets. Liſius. Sehr wohl/ und mirch erfreuet daß ich ihn ſo friſch und froͤlich ſehe/ als er mir kaum iemals vor⸗ kommen. Musea. Des Schalckes Weib laelt nicht alle Tage. Cism. Es iſt war: wie gehets hier zu Florentz. Livius, Wie es pfleget/ wenn iſt er ankommen. Gism. 16 Die Seugamine Gism. Wir ſind geſtern bey§S. Ferians Thor angelangek und heute fruͤh ſehr zeitlich aufgeweſen/ und wie ihr ſehet in Florentz kommen. Livius: Wo ſind ſie abgeſtigen. Gism. Jenſeit der Karnbruͤcken/ da wir die Pferde wie wir eins worden/ mit dem/ welcher ſie uns zu Pi⸗ ſa fuͤr unſer Geld vermittet/ gelaſſen haben. Livius. Hätten ſie nicht koͤnnen zu Hauſe abſitzen/ und nachmals ſelbige zuruͤcke ſchicken. Musca. Der muß ein Kind ſein/ der warumb biſes beſche⸗ hen/ nicht verſtehen wil. Gism. Es iſt beſſer alſo. Livius. Diſer junge Herr etwer Freund/ hird zimlich můde ſeyn von der Reiſe/ und das boͤſe Wetter wird ihm ſehr zugeſetzt haben. Lesbia. Etwas aber doch nicht uͤbrig ſehr mein Herr Livius. Daß reitten moͤchte anderwerts bey diſen Wetter einen umb den Halß bringen. Lesbia. Es iſt wahr/ aber wir ſind mit gutter Weileẽ ge⸗ ritten. Musca. Ja freilich/ des Tages/ aber des Nachts auf der Poſt ſonder einmal abzuſitzen. Lesbia. Musca hat gutte Zeit gehabt. Musca. Er auch/ denn er iſt in einem gluͤckſeligen Men⸗ den gebohren. Cism. Mein Livius hit iſt nicht ſo viel Zett zu verlle⸗ ren/ hat er ſich beſonnen/ wo ich koͤnte/ wer nicht bequem doch etlicher Maſſen dieſen Edelman ein⸗ legen. 55 3 Livius. Er dencke wie iſts oglich/ es iſt nicht eine halbe Stunde das Musea kommen/ und mit ſein Anli⸗ gen entdecket/ ſo daß ich nicht habe nachforſchen koͤnnen. Gism. Wie werden wir es anſtellen. Musea, Denn man es anders nicht kmachen kan/ ſo Wi 50 0 6 II „ Altke W A v6 i % U lt, W Kht 1 E Luſt⸗Spiel. 17 man ihn in ein Wirthshauß fuͤhten/ ſo lange/ biß man einen bequemen Ort gefunden. Liväus. Diß gefaͤlt mir gar nicht/ und glaube viel minder daß es Gismunds Meinung ſey/ aber laſt es uns alſo machen/ und ihn ein paar Tage hier in die Unterkammer meines Hauſes/ in welcher Nie⸗ 0 nand/ es ſey denn in dem Sommer/ wohnet/ ein⸗ 4b,% Ftlaßtiren. 61 0 Giem. Weñ zwiſchen uns uͤbrigeHoͤffligkeiten nicht ůbel Jengaſtäändeſn und ich ihn mehr köͤnte verbunden werden als ich bin/ ſo wolte ich ſagen/ daß ich ohnendlich ſein Schuldner wegen diſer unermeßlichen 11 Freundſchafft/ verbliehe. Liyius. Es iſt meine Schuldigkeit. 0 Musca. Libe nur nicht einen Fuchspeltz an⸗ kte. bism. Richt Schuldigkeit/ ſondern hoͤchſte Gewogen⸗ Ahd heit, f Lifius. Richt mehr/ ich wil in das Hauß gehen/ mich 0 nach den Frawen umbſehen/ und den Schluͤſſel zu 5 diſem Zimmer von der Amme abfodern/ indeſſen 6 koͤnnen ſie meiner alhier warten. ßen, So wil er denn/ daß die Amme auch darvon Wiſ⸗ ſenſchafft tragen ſolle. Lihius. Ja/ ich kan mich ſicher auff ihre Trew verlaſ⸗ en. % Listm. leabe ſte ſpatzire etwas hinter diſe Ecke/ damit and aus meinem Hauſe/ welches hier in der naͤhe/ heraus kaͤme/ nicht ſie bey uns geſehen werden/ denn wer darauff achtung geben wil/ kan leicht mercken/ daß ſie keine Mannsper⸗ ſon. Iſts nicht wahr/ daß unter den Menſchen man ſich keine groͤſſere Gabe GoOttes einbilden koͤnne/ welche heiliger/ und beſſer ee. öpffe etrewe Freundſchafft. Geſchoͤpffen vewe F 6— 15 Die Seugamme Musca. In Warheit es iſt nicht anders doch ich wolte mich in allen Sachen auf einen Freund verlaſſen/ l auſſer einer einigen. 9hνe Gism. Was iſt diß fuͤr eine/ in welcher du einem Freun⸗ de nicht trawen wolteſt. 11 G. Musca Es ſind Libes Sachen! 211 Gism. Warumb? weiſt du nicht/ daß diß keine twahre Freundſchafft ſey/ wenn ſie nicht ſogvoß/ daß dein Freund/ gleichſam eine Seele mit dir habe/ Haß⸗ und gleichſam der andere du ſen/ fehu denn/ ob unt du dir nicht ſelber trawen koͤnteſt.. Iusca. Und darumb mißfaͤlt mir in biſem Theil die hh Freundſchafft/ denn ich wolte nicht/ wenn ich ver⸗Af liebet/ daß mein Freund der andere ich waͤre/ und un. aus diſem Grunde eben diefelbe Sache begehrete/ me die ich: 41 Wl Gistil. Du verſteheſt dich auf dieſes Wefen nicht. Musca. Mein Herr! Mein Herr! Er ſehe zu/ daß er l nicht die Salatte den jungenGaͤußlin zu verwah⸗ h ren gebe⸗ 08 Cism. Zweiffelſt du/ von des Lirius Treb. Musca. Ich weiß nicht ob ich zweiffle an ſeiner Tremw/ oder an ihme ſelber/ diß weiß ich wol uenn mir ie⸗ mand einen groſſen Hauffen Geldes ſonder zuzaͤh⸗ len vertrawete/ und ich wuͤſte/ daß ieh koͤnte ein Loch drein machen/ ſonder argwohnt baß es ie⸗ mand erfuͤhre/ ſo wolte ich ehe Hünget ſterben ⸗ 1 als mich eines groſſen bemaͤchtigen⸗ ſonder Be⸗ 100 willigung des Eigenthumbs Herren⸗ fl0 Gism. Schaw ich verſtehe dich⸗ 19 Musca: Noch mehr. Wenn ein Hauptman mir eine Fe⸗ ſtung vertrauete/ kan er ſich ſicher drauf verlaſſen/ 101 daß ich ſo Achtung drauff geben wuͤrde/ als erhn ſelbſt/ ſonder das ger iugſte zu thun/ das ihm +* i0 1 9 W6 75 Luſt⸗Spiel. 1L i te Gedanckẽ erwecken/ als daß ich etwas widritzes M, in dem Sinn haͤtte Sism. Eben das wuͤrdeſt du thun/ wenn er dir ſeine Fraw 1a beſthle oder vertrawete. Musca. Hier ſtehe ich in Zweiffel! denckt der Herr nicht/ 1 daß man pfleget zu ſagen/ der Teufel ſey ge⸗ Ae ſchwindliſtig/ das Fleiſch ſchwach/ und Stoppel ey dem Feuer verurſache Gefahr. Gism, Wo eine Treue und richtige Freundſchafft iſt/ faͤlt man nicht in derogleichen Irthüm/ denn thre ꝙGͥHeſetze verbitten ſothane Mißſchlaͤge. Musca. Habe ich nicht kauſendmahl hoͤren erzehlen/ daß die Krafft der Liebe uͤbertreffe die Geſetze der Na⸗ tur/ der Menſchen/ ja auch der Goͤtter/ bedencket denn wwie leicht/ auch dieczeſetze der Freundſchafft/ wie viel Schweſtern haben ihre Brüder geliebet/ wo wahr iſt/ was ihr alzeit vorbringt/ wie viel Toͤchter haben ihrer Vaͤter begehret/ wie viel Vaͤ⸗ ler ſind den Toͤchtern gefolget/ wie viel Muͤtter haben ſich an ihre Soͤhne gehangen/ wie viel Brůder haben nach den Schweſtern geſehen/ und daß ichs kurtz mache und anderer Sachen nicht erwehne/ wie viel Hirten haben die Heerde befle⸗ ket/ die ihnen von Menſchen anbefohlen/ ob ſie wol ſonſt von gutten Sitten und Beſchaffenheit⸗ enwaren, Eism. In diſem Stuͤck uͤbertreffen die Geſetz der Liebe/ hicht die Geſetze der Natur/ denn nicht die Ratur/ ſolidern die Menſchen/ haben wol und heilig ver⸗ hotten/ daß ſich der Vater ſolte der Tochter und die Mutter des Sohnes enthalten. Denn da man lebete/ nach dem Geſetz der Natur/ wuͤſte man nichts von Schweſtern und Nichte. Muscä. Lind wie Perrarcha ſagte/ machte man von allen Sachen ein Mangelmuß ⸗ 2 Ort/ war Kuͤch 2 Gism; und Kammer. 20 Die Seugamme Gism. Petrarchaà hat das nicht geſagt. Musca. Meinethalben hab es geſagt wer da töolle Saget mir/ ob diß den Geſetzen der Natur geinäß/ daß F/ Rerfſ 5 e ſeckäum ſich ein Weib verlibe in das ander? Mein Herr/ 1656 nein/ ſondern die Liebe hat ein Weib gezwungen dem andern nachzulauffen/ und was noch mehr 1 iſt/ man hat Beyſpiel/ daß ſich Wetber vernar⸗ Aguot ret/ in unvernuͤnfftige Thier und Beſtien. 170 Gistni. Es ſind mehr Weiber die Beſtien liebhaben als de⸗ e rer/ die Menſchen lieben. 3 Musca. Derowegen ſchauet/ ob die Geſetze der Freund⸗ ah 5 ſchafft unzerbrechlich. Uber diſes koͤnte ich noch Ae 64 tauſend Faͤlle einfuͤhren. Wn Cism. Poſſen Musca! es ſcheinet du ſeyſt auf der hohen Afß Schule gelehret: nicht ich. Weil du ſoviel dinges weiſt; Aber ſtille/ Livius komt/ mein Herr Leß⸗ 5 bius/ der Herr trette herzu. 13 Livius. Wee iſt des Herren Nahme? 5 Lesbia. Ich heiſſe Lesbius dem Herren zu dinen. Miusca. Er ſage nicht dem Herrn zu dinen/ man braucht zu Florentz diſe Worte nicht. Livius. O wol geſtalter Leib! Mein Herr Leßbius ich bit⸗ te er wolle mir ſo viel zu willen ſeyn/ und in dem NN er ſich dar auffhalten wird/ da ihn ſein Gismund Fütd einfuͤhren wil/ ſich des Geraͤuſches oder GetuͤmD⸗ f! mels enteuſern/ umb allen Argwohn/ daß iemand dee in diſem Zimmer verborgen/ zu vermeyden/ i Wl wil indeſſen der Amme befehlen ⸗ daß ſie ihn mit aud aller Nokturfft verſehen ſoll/ und da ihn Gismund ge erſuchen wil/ wird ſie ihn ſchon wiſſen einzufüh⸗ Weh g . ren/ wie ich mich denn auch von ihm verſichere/ daß er ſich geheim zu halten wiſſen wird. 105 nbhehe Lecbia. Umb mich felbſt zu vergnuͤgen/ umb Herrn Giß⸗ munds willen/ welcher die Helffte von meiner Akhikt Seelen/ wie auch meine Schuldigkeit gegen N3 er⸗ A Ae Luſt⸗Spiel. 21 Herren/ der mir ſo aroſſe Freundſchafft erweiſen twil/ zu bezeigen/ wil ich in dem Ort/ den mir der Herr einraͤumen wird/ ſo ſtille mich verhalten/ als wenn ich ſtumm ader ein Bild von Marmel waͤre. Lixius Wenn er noch mit wanigern Gaben gezieret/ als er iſt/ wuͤrde doch ſein Anſchauen unzaͤhlich ande⸗ ðrebezaubern. Ciem. Laſt uns hinein gehen/ Musca verzeuch alhier/ den Augenblicks kom ich wieder. Musca, Geht geht/ wenn der redliche Mann/ welcher vorgegeben hat/ der Geitz waͤre ſtaͤrcker als alle andere menſchliche Neigungen und fuͤrnemlich bey den Frawenzimmer/ welches man vor das aller⸗ geitzigſte helt: haͤtte beteachtet/ die Kraͤffte der Gelegenheit; Er haͤtte ſte dem Geitz an die Seit⸗ ten geſetzt/ und in kebes Sachen wol gar vorge⸗ zogen; denn unter zehn Frawen welche durch die Euſte des Fleiſches gefaͤllet/ ſind neune darch Ge⸗ legenheit/ welche ihnen an die Hand gegeben/ ver⸗ fůhret/ ich rede nicht von gemeinen und offenba⸗ ren Huren/ mehrentheils vird Ehbruch und ln⸗ zucht unter den Benahbatten/ ſo inner den Staͤd⸗ 9 len als auff den Doͤrffern/ ja zwiſchen Blutsver⸗ gtwandten durch diß Nittel geſtifftet. Wie offt t 0 NI e hat die Gelegenheit die ſchoͤnſten und Edelſten Frawen zu dem garſtiſſten Knechten und Bauer⸗ paͤngeln gereitzet/ in dem thnen das Geſicht der Edelſten und trefflihſten diebhaher verweigert. ke In Liebes Sachen iſ Gelegenheit eine weit beſſe⸗ hlh re Dienerin als God und Silber oder die koͤſtlich⸗ uiſtd, ſten Edelgeſtein/ unt ich ſo ungeſcheut als ich bin/ , wolte mir mehr wuͤldſchen gute Gelegenheit zu M irgend einem Vorlaben/ als groſſe Poſten Gel⸗ J. des. Alle Tugen)/ alle menſchliche Kraͤffte/ B 3 muͤſſen 6 2· Die Seugamme muͤſſen in diſem Foll der ſtarcken Macht der Liebe weichen/ wenn ihr Gelegenheit zu dienſte ſtehet. Man mag vor ſicher glauben/ daß die treueſten Freunde in andern Geſchaͤfften ſo ſehr uͤber ſich ſelbſt gebitten koͤnnen/ daß ſie aueh das deben vor einen Freund aufzuſetzen kein Bedencken trägen. Aber ſo fern nicht/ daß ſie widerſtehen moͤchten dem grimmen Willen der Liebe/ welche gleichſam ſich bemuͤhet/ ihre Staͤrck/ in hohen und beſchwer⸗ lichen Sachen darzuthun/ ſintemal ſie nur die hoͤchſte Ehre und den koͤſtlichen Rühm darvon traͤgt/ wenn ſte ſich in die wichtigſten und allerge⸗ faͤhrlichſten Anſcklaͤge gewaget. Mein Herr/ kan ihn nicht einbilden/ daß ein Freund den an⸗ dern in Liebes Sachen vervortheilen koͤnne/ weil er denckt/ ein Menſch ſey hier ſeiner ſo maͤchtig/ als in andern Zufaͤllen. Aber es gehe/ wie es wolle/ wo ſie darinnen ſich laͤnger wöllen auffhal⸗ ten/ werden ſie mich vielleicht hier nicht wiederfin⸗ den/ ich bin ſo můde/ und durchregnet/ daß ich mehr von noͤthen haſe die Kleider zu wechſeln und auszuruhen/ als hier zu ſtehen/ und den gantzen Tag zu taͤndeln/ ich peiß wohl daß mein Herr und ſeine Liebſte muſſen peit mehr ermuͤdet ſeyn als ich/ weil ſie unerträhliche Arbeit bey Nächt und Tag außgeſtanden. Aber diſe Verliebten fuͤhlen keine Beſchwerligket/ ſie lauffen durch Regen/ durch Wind/ ſchlafen des Nachts auf kleinen Maͤuerlein/ fehen ſonder Eſſen und Ttincken ⸗ bringen ihr Leben duth/ und achten der gantzen Welt nichts/ und ſſenn ſie wezen einer andern Sache die geringſte Biderwertigkeit außſtehen ſollen/ ſind ſie balt anfings halb todt/ ſchawt dott kounmmen ſie in dem Rchmen GOttes. Der enet ucheihh ebugde btt h ifth heed andiͤget ed se Athnöt Utket hketert che Wgi beie R ſchezrde iaß Aun he (ee tft. bi Afhe ſche öbah hde feth W Welt Luſt⸗Spiel⸗ 23 Der Dritte Eingang. 0 Livius. Gismundus. Musca. S VI LiVius. 5 A ü N Ißiſt der Schluͤſſel zu der Kammer Gißmund/ er nehme ihn zu ſich. Cisid. Ich verwundere mich über ſeinem Zufall! Musca che du was anders thuſt/ ſo gehe hinter jene Ecken zu der Gaſtwirttin wo wir kurtz zuvor abgeſti⸗ gen/ fodere das Felleiſel ab/ und ſchaff es durch einen Traͤger nach Hauſe/ damit wir diſe durch⸗ regneten und mit Kott beſpraͤngeten Kleider ab⸗ ziehen/ uns anders anlegen/ und hernach weiter was von noͤthen/ beobachten koͤnnen. Mises ABo fägt der Herr/ daß ichs abfodern ſolle. Gism. Etliche wenig Schritt/ jenſeit der Btuͤcken. Musca. Ja etliche wenig Schritt/ gehe gehe/ und diene An fagen die Kinder. 4 Cism, Laß dichs nicht verdriſſen Musca. du wirſt dich nu balt zur Ruhe begeben/ wo Gott wil. Musen. Oder der Teuffel? auf auf /kreuch durchs Waſſer/ nun du naß biſt/ ſagte jene gutte Frato zu ihrem Manne welcher gantz beſudelt/ und durchnaͤſſet zu Hauſe kam. Lithis, Er hat mir angefangen zu eꝛzehlen/ wel dieſe ſey/ ungüch wie ſte an ihn kommen/ abet es nicht gantz außgefuͤhret. nss⸗ Gion. Es ſind noch nicht zwantzig Tage⸗ als einer Nah⸗ mens Baganin von Monak in Piſa ankommen/ und in dem Hauſe da ich zu Herberge eine Kam⸗ umer gemtttet/ er war ein Mann von zimlichen W g, g Anehen/ und ſo viel man urtheilen koͤnte/ moͤch⸗ 0 Inte er gutter Mittel und Weſens ſeyn/ als er die Aüil, Kaminnet beſtanden/ welehe von andern gant ab⸗ 6 B 4. geſon⸗ 24 Die Seugamme geſondert/ und auf dem erſten Boden den Wir⸗ thin Gemach gegen uͤben/ macht ek ſich mit ein paar Pferden nach Liborn. Livius. Villeicht nach diſer Jungfer„ 14 Gism. So iſts. Denſelben Abend wie er ankam/ ging k und redete mit der Wirthin/ wegen Beſchtcknüth des Hauſes/ da fand ich heh dem Ferten die Julig⸗ fer und ſie mit einander reden/ wie man pfleget, Livius. Hatte er ſich an den Tiſch gedinget /oder liß ſich der Herr auff der Rammer ſpeiſen⸗ Sism. Ich liß mich auf der Kammer ſpeiſen n Liv. Vielleicht uͤbrige Koſten zu erſpaxen non Gism. Ja wol: umb deſto beſſer zu zehven/ zund nach ei⸗ gener Weiſe und mit mehr Freyheittzů leben. Liv. Er fahre fort. 11e Gism. Sie/ wie ich geſagt/ war bey dem Feuer/ und zim lich wol bekleidet. 11 Liyv,, Mar ſie vielleicht zur See ankommen. 4 Gism. Mann kan anders nicht von Monak wenn man gleich wolte. 1 Nis n 9 Liy. Der Herr wundere ſich nicht/ daß zch alſo rede ⸗ denn ich verſtehe mich nicht viel auf die Landbe⸗ ſchreibung/ und habe mich noch nicht gar zu weit in der Welt verſtiegen. Gistn. Sie hatte/ ihm alles aus führlich zu erzehlen/ einen Foten Camelotinn lnterrock mit Futtet gußge⸗ 4 f machet und gefalten/ ſchier wie die Maͤnner zu tragen pflegen. 1785 Liy. Ich kan nicht ſagen/ wie ehrlich And tote anmut⸗ tig mir die Frawen in den gefaltenen Kleidern vorkommen. 20 N1 65 Gism. Warhafftig ſie ſtehen wohl/ von oben erug ſie ein tunckel Roͤcklin mit ſilbernen Borten beleget/ und auf dem Haubt ein Mitzichen von Sammet glei⸗ cher Farhe/ und gleicheꝛ Staffirung/ Walkaher eet el e Akechtg /rit A lleet ſhfthte lbege KA lßttte/ äher, ag/ /0 ſende Gaſctit feg Mheſe cet Alon gNN iät EMg Afeſ ! AWI 0 0 Wen e in/ ikeit I — ALuſt⸗Spiel. 2 heen, eten gher ſo weit in die Augen gezogen/ daß man mit elben, olae Müͤhe das halbe Geſiehte ſehen konte. I, Es ſtehet auch nicht uͤbel/ und koͤmt ſehr wohl awenns kalt. 2150 ſakkch. Gitrn, Wie ich zu ihnen(als geſagt)getretten war/ gruͤſte 0 ich ſte/ und mir wurd freundlich gedanckt/ ſo bald aber Leßbia die Augen auff mich warff/ umb zuſe⸗ hen/ wer ich waͤre/ traffen ſie mir das Geſicht als zwo Sonnen/ ſo/ daß nicht viel fehlete/ ich waͤre verblendet darnider gefallen/ als wie einem zu wider fahren pfleget/ wenn thi ein unverhoffter Zufall begegnet/ derowegen ſetzt ich mich nach mei⸗ ner Gewohnheit gegen die Wirthin uͤber/ und be⸗ trachtete/ in dem ich mit ihnen redete/ wiewohl mit einer zimlichen Sitſamkeit/ das Geſicht der Leß bien/ vornemlich aber die Augen/ und mich daucht/ als wenn aus denſelben goͤttlichen diech⸗ unkern ſonderliche Geiſter fuͤhren/ welche dulch mein Geſicht ins Hertze drungen/ in mir zuvor nie ge⸗ onlfühleten Brand erweckten/ und mir darthaͤten ⸗ hedaß dieſes die Schoͤnſte/ die Zaͤrteſte/ undedie zieb⸗ ſlokeicheſte waͤre/ welche temals vor Menſchen Au⸗ gen kommen/ auch mit ſo koͤſtlichen Tugenden und Hν hohen Muthe begabet/ als iemals eine/ welche ein 600 Gedaͤchtniß bey den Geſchichtſchreibern verdienet. Livius: Man muß in Warheit nicht anders reden als daß ſie ſo viel Freundligkeits und Schonheit habk/ 1 10 W5„als man bey einer Fraͤwlin antreffen moͤchterne⸗ ſltere. Cism. Bey dieſem erſten Antreffen blieb ich ſbcheſtuͤrtzt/ nle us und ward gleich ein anderer Cimon hey dieſer e ee neuen lphigenia,daß wenn Paganin; welcher gleich , N mit zwey Frembden von dem Zollambt nach Hauſe kam/ nicht Leßbien in ſeine Kammer gefodert⸗ waͤre ich uͤber ihrer Beſchawung endlich zu einem Bilde ſonder Geiſt worden. B I 5 Livius. 26 Die Seugamme N4 Liyius. Was machte er aber hernach/ er haͤtte ſich in ſein — begeben und den Wiſſenſchafften obligen 4 en. 4 Gism. Ja ich lag der Weißheit ob uñ betrachtete bie neut Schoͤnheit der Leßbien welche mir mit jenem Au⸗ euft gen wincken allein/ als ich michs zum wenigſten ſchteen verſehen ein ſo groſſes und ſchreckliches Feuer in Ah der Seelen angeſtecket/ daß ich gantz brennete /und keinen Ort mehr finden konte/ mich zu etten. Was Aähmit ſol ich viel ſagen/ ich aͤnderte mich ſo ſehr/ daß alle nn meine Freunde/ ſonderlich die Wiſſenſchaffts be⸗ gierigen in ſelbigem Hauſe ſich daruͤber verwun⸗ dern muͤſſen/ daß ich/ der vor dieſem der Allerlu⸗ clhgte fet 3 35 5 et ſtigſte gedoeſen/ nun der einſamſte und ſchwermuͤt⸗ 0 tigſte worden/ und befrembdete ſie dieſes noch 5 mehr/ weil ihnen die Urſache meines Kummers U. verborgen. Ich liß mich wenig in dem Hauſe ſen e hen/ gieng ſelten aus/ und die hohe Schul kam eot: mir nicht viel ins Geſichte. 55 Livius Er bildet mir in Warheit einen ſehr verliebten 100 4% Menſchen/ welcher hoͤchſtes Mitleidens wuͤrdig 00 Enun ab/ aber wie hat er endlich Mittel gefunden/ die nHινοUurſach ſeiner Schwermuth oͤffter zu ſehen. 0 . Gοα. In vier Tagen/ iſt mir ihr Geſicht nicht mehr vor⸗ 40 10 0 Dukommen/ doch kam es mir nie aus meinen Gedan⸗ N 815 cken. f 4 0 änadus-Endlich! 1785 0 Weh Cism. Endlich erinnert ich mich/ daß das Zimmer/ in A uwelchem ſich Lesbia auffhielt kecht unter meiner 0 Kammer waͤre/ derowegen hub ich einengiegel auf ön und machte/ ein ſolch Loch/ durch die Diehlen/ 5 daß ich kunte ſonder daß es iemand innen ward/ 0 ihr gantzes Gemach durchſehen. lavius Wer hat ihm dieſen Anſchlag gegeben. 445 ne Eism, * el 0% Luſt⸗Spiel. 5 1147 II Gism. Allein meine Beherſcherin die Liebe/ welche durch ungewoͤhnliche Mittel ihre Diener abrichtet/ durch dieſes Löchlein begunt ich mein Geſicht zu ſaͤttigen mit dieſer unvergleichlichen Schoͤnheit, Livius. Laſt uns auffs ende kommen. Gism, Nach dieſem kam ich ſo fern duich Vermittelung der Wirthin welche ſich zu meiner Hulffe erklaͤre⸗ te/ daß ich beguͤnnete bißweilen durch daſſelbe Vochlin mit und ihr/ wenn Paganin dusgegangen/ Briefe zu zuwerffen. Durch dieſes Mittel hat Leßbia meine Liebe erkennet/ und nicht verworffen oder berachtet/ ſondern freundlich an⸗ genommen/ ſp/ daß nichts mehr vor mich uͤbrig/ als in ihrem Gemuͤtte eine Gegenliebe zu erwe⸗ cken/ welches guch nicht ſehr ſchiwer zuging/ weil nicht 20, Tage von threr Ankltufft in Pila verſtri⸗ chen/ als ſie mich durch ein Schreiben wiſſen ließ/ daß ſie von Adelichen Geſchlecht/ und(wo ich des Sinnes waͤre/ den ich haͤtte blicken laſſen) ent⸗ thloſſen/ durch meine Hüͤlffe aus dieſer Dienſt⸗ barkeit zu reiſſen/ ja daß ſte ſich Verſichert hielte⸗ wenn ich vollkoͤmlich wiſſen würde/ wie es mit ihr/ mit ihrem Vatetland und Adel beſchaffen/ ich wuͤrde von ihr das geringſte/ welches der Eh⸗ ke zuwider/ und ſonder das Mittel und Band/ welches allein zwey Berliehten durch eine hetlige Vereinigung verknuͤpffet/ begehren. Derowe⸗ gen habe ich nicht ruhen koͤnnen/ biß ich ſie durch eines mir befreundeten Sküdenten und Vermit⸗ 0 telung meines Dieners/ geſte yn fruͤh/ als Paganin h aaden Tag zuvor etlicher Geſchälfte halber nach Eu- ͥ verreiſſet/ aus dem Hallff gehFacht, init ihr zu . Pferbe geſttegen/ Ind iwſerde pzt/ recht all llo⸗ 0005. tkenꝛ zukommen. 196 U ft 1 60 Livius. 28 Die Seugamme 16 läyius, Hat er ie Gelegenheit gehabt zu Piſa bey ihr zu bleiben. 845 5 Gism. Siẽ wurd aldar von ihrem Herren mehr bewachet/ als des ſupiters Kuh/ von deh Argus welcher 100. Augen gehabt. 8985 Livius, Wo haben ſie die erſte Nacht geherberget. Gism. Nahe hey Scala, aber etwas guͤſſer dein Wege ben einem Bauer. LiVius, Warumb nicht in dem Wirthshauß. Gistn. Dümit wenn Paganin hinter uns her geweſen/ er uns nicht unverſehens exwiſchet. LVius, Wie alt mag dieſer Paganin wol ſeyn. ö Gisin. Meinem erachten nahe ein Jaͤhr oder Sechtzig. Livius. Solte man wohl dar vor halten/ daß er ſie un be⸗ 8 ruͤhret gelaſſen. Gism. Ich bin deſſen hoch verſichert. Livius. Ihr bildet euch daß vielleicht nur ein. 93 15 Gism, Paganin welcher wie ich verſtande/ ſie von den See⸗ rraͤubern/ welche durch Uingewitter nach Monak 13 getrieben/ erkauffet hat/ iſt berichret/ daß ſie von einem ehrlichen und Adelichen Geſchlecht dieſes groß Herzogthumbs ſen/ hat ſie in gutter Zucht/ und nicht anders als ſeine leibliche Tochter ge⸗ K halten/ weil er der Meinung/ dermaleins zu ih⸗ reꝛ Eltern zu reiſen/ und uͤber das Geld/ daß er den Seeraͤübern vor ſie ausgeleget/ noch eine gut⸗ te Verehrung von ihnen zu erlangen. Liyius, Hat der Herr erfahren/ von wannen und aus wel⸗ chem Geſchlecht ſie ſey. Gibim. Ich habe ſo und ſo was bericht eingezogen/ aber es ſol nicht lang anſtehen/ ſo wil ich es gantz und gründlich erforſchen. Livius. Was meinet er aber mit ihr anzufangen. Cism. Die gantzk Zeit meines Lebens mit ihr zu zubrin⸗ gen/ und derowegen/ wenn ich vergwiſſert„ hfe f eW Udeth chlde 10/• Tl Fßet lhkche Jutclu tSR Aheke ſſt/ſ Adinhf e I üeeh ſachhckes F1 Aähen, MüSN ieh KLuſt⸗Spiel. 10 den/ daß ſte gutten und Adelichen Geſchlechts/ cthie ech ſchon aus ihren Sitten und Gebaͤrden verſpuͤre/ mich mit ihr zu vermaͤhlen. Liſius. Wie wird er aber die Warhett erforſchen koͤn⸗ nen. Gism. Leichte genung wie ich glaube. Lirius. Er ſehe ſich wol fuͤr/ daß ſein Oheimb welchen er an Vatersſtatt hat/ ſich nicht uͤber ihn erzuͤr⸗ Giöm Er thue was er will! Mein Sclluß iſt riehtig. Denn wenn ich ſol heyrathen/ ſo kan ich meinem Urtheil nach keine/ die ein ſchoͤner Gemuͤtt in ei⸗ nem ſchoͤnern Leibe traͤgt/ antreffen. Litits Wer hat ihr diefe Manskleyder zu wege bracht. Uiem. Ehe ich von Piſa verruͤckt/ ließ ich ihr/ von Spa⸗ niſchen Tuche diß Kleid/ das ſie anitzo trug/ zu⸗ kichten/ und ſte ſolches/ ſo bald wir auſſer der Stadt/ anlegen/ auſſerdem Mantel/ weil ſie beſ⸗ Itt in ihrem Roͤcklin zu Roſſe fortkommen koͤnte: als wir abet in Florentz abgeſtiegen/ hat ſie den Mantel und Stiefeln angeleget/ und diß iſt die gantze Sache/ wo noch was zu melden/ wil ichs denm Herren erzehlen/ wenn ich werde etwas aus⸗ geruhet/ und mich anders angeleget haben/ indeſ⸗ f wuͤndſche ich dem Herren biß auff eheſte Zu⸗ ſammenkunfft viel Gluͤcks. 3 Die Seugamme. 5 huhl Dit andere Abhandelung. Der Erſte Eingang. Paganin, ſchun ete Pagan: t dch Enn mir dieſer unertraͤglicher Schimpff/ wel⸗ Healht cher mir in Piſa begegnet in einem andern Ge⸗ enn bitt/ und unter eines andern Fuͤrſten Bottmaͤfß⸗ gaheeb ſigkeit widerfahren; ſo wolte ich/ ſonder es mehr Akef zu eyfern/ ihn mit Gedult Lerſchmertzet haben: nn damit ich nicht uͤber den Verluſt des Hauptſtuhls Flihmu 1 auch die Unkoſten tragen: und alles dieſes auff⸗geft! 5 ſetzen ruͤſte/ was ich aufgewendet/ als ich das d Kind von den Seerauberhh ertauffet/ fͤnff Jaht eker zu Monak erhalten/ und endlich ſo ehlich hieher iſ gefuͤhret/ welches die Helffte meines Vermoͤgens eſez hinweg genommen/ denn wenn ein Frembder mit einem Einheimiſchen und fuͤrnehmlich mit einem ſh Edelman rechten ſol/ wenn er gleich Gerechtigkeit uhn mehr denn uͤbrig/ ja zu verkauffen haͤtte; ſo muß li, er doch iederzeit Unrecht haͤben/ und das Endur⸗ Faſ theil laufft wider ihn: Aber weil ich verſiehert bin/ daß unter der Herkſchafft dieſes durchlaͤck⸗ Iſh tigſten Fuͤrſten man einen leden üngektaͤncktes eg richtiges und unbeflecktes Recht widetfahren laſ⸗ 5 ſe; ſo bin ich geſonnen /hieſe Verraͤhtere nicht Jimg zu erdulden: ſondern wil eher wo die uͤbrige Helff⸗ ſüle te meines Vermoͤgens nicht zureichet mein eigen ſ Leben darauff ſetzen/ und zugleich verſuchen/ ob ſeine Unterthanen mit ſeinem Willen/(da ich doch 100 des Gegentheils verſichert) andere auff ſolche Art 5 brauben und krancken moͤgen, Ob auch wee, iin 9„FEuſt⸗Spiel. 3t ihreDurchl, keiner Gunſt ſouder Recht achtet/ boch damit meine Sache nicht in die lange Banck kotume /ſondern in kurtzer Verhoͤr abgehandelt 6 wer de/ heibe ich erhalten/ daß der Herr Stadthal⸗ ter von Piſa/ ſeine Durchl. berichtet/ wie es ei⸗ 0 gentlich umb dieſe Stuͤck beſchaffen/ wer ich ſey/ And wie groß die Vektdegenheit dieſes Mefiſchel M J0 der mir diß Kind/ welches ich vor meine eigenée iflkighe Tochter hielt geſtohlen/ undentführet/ vielleicht teh der Meinung ſeinen Frevel zu vermaͤnteln/ mit dem Vorwenden/ als wenn es meme Beyſchlaͤffe⸗ W/oder fonſten ein Wetb von leichtemt Leben. Aber an dieſer Rechnüng wird ihm viel abgehen/ weil ich nun mehr denn zu wohl beweiſen kan/ daͤß naßchtdieſes Kind ſtets gehalten und geliebet/ als kine Tochter/ aufferzogen als eine Tochter/ und als eine Tochter begehre widey zufinden/ doch wil haz hch ſo unhoͤfflich nicht ſeyn/ und nicht ehe ich was sgroͤfferes anfange/ verſuchen/ ob der Oheim dieſes Menſchen/ welcher Hieronymus heiſſen ſol/ mit nicht behuͤlfflich ſeyn wolle/ daß ſie mir/ ſonder Bemuͤhung der Richter/ widergegeben werde. Selbter/ wie man mich angewieſen/ ſol umb dieſe Gegend wohnen. O eiteler Vorſatz der Menſchen geſetzt/ daß ſie mir widergeliefert werde/ ſo bin ich doch verſichert/ daß ich ſie ſo nicht bekomme⸗ als ſie mir genommen/ und die Arbeit ſo vieler Fahre/ iſt nur verlohren/ meine lange und gewiſſe Hoffnung wird in dem letzten Augenblick ver⸗ ſchnitten/ was werd ich ſollen und koͤnnen ſageit zu ihrem Vater/ wenn ich ihn gleich finden moͤch⸗ te/ wie werd ich thi einbilden koͤnnen/ daß dieſes nicht durch meine Nachlaͤſſigkeit geſchehen/ und daß er ſie darumb nichts minder lieben ſolle/ weil ich verſichert/ daß/ wenn gleich ihr deib 8 doch I Ilſt 0 Die Seugamme doch ihr unverletzliches Gemuͤtte nicht verunrei⸗ niget. Hoh! Mann mit dem Felleyſen hoh/ Traͤger! hoͤrſt du nicht. Wohlan/ weihtmich die⸗ ſe nicht gehoͤret/ wil ich an eine Thuͤre klopffen und nachfragen⸗ 1 e1 35 Der ander Eingang. Paganiß. die AÄmme und Musca. Paganin. faͤnget nach langem klopffen an. 15 4501 58 5 Pagan. 9 0 IJus Heauß hat gleichwol nicht das Anſehen/ als Ywenn es unbewohnet waͤne. 115 die Amme. Was haben ſie doch fuͤr mit der Thuͤren. Musca. zu dem der ihm[Geh in Gottes Nahmen mein das Felleiſen nachge⸗ Sohn/ du haſt/ was du haben tragen.(ſolſt. die Amme, Wer klopfft. Pagan. Meine Fraw ich bitte/ ſie ſage mir aus Freund⸗ ſchafft wo wohnet auff dieſer Gaſſen ſeine Herr⸗ ligkeit Hieronymus Goletti. Musca. OGOꝰT⁊/ wer iſt dieſer/ mich duͤncket⸗⸗⸗ ſeit abwerts. Amme.Ich weiß von keiner Herrligkeit des Klieromymus. ich kenne wohl einen Hieronymus, derſelbe woh⸗ net in jenem Hauſc/ da die Thuͤr mit den groſſen Puckeln. Musca. Ich ſah es zuvor daß er es war/ doch es dauch⸗ ſeit abwerts. te mich nicht/ wir ſind verdorbene Leute. Pagan. In dieſem Hauſe:? iſt es necht meine Fraw*3 Musca. Der Mann/ komt gewiß de mHertzog zu klagen ⸗ ſeit abw. daß ihn mein Herr beraubet. Amme. ß chaf bIt late. lchſeg Reſch aß dhetot chalt, Luſt⸗Spiel. 33 Wilrh Amme. Daſſelbe Hauß iſts mein Herr. WWfBgeh AIusca. Was ſol ich anfangen. e ſeit abw. Iutröhſ Dagan. Ich muß Achtung auff die Thuͤr geben/ daß ich ſie 1 kennen lerne. Musca. Was ſol ich ſagen/ nun! Ich habe mich ſchon be⸗ dacht. Amme. Dieſer Menſch muß noch unbekand zu Florentz f00 ſeyn/ da man niemand ihre Herrligkeit nennet/ als die Doctoren und die Abtiſſinnen oderKloſter 0 0 Vorſteherin. the 00 Der Dritte Eingang. 100 Paganin. Brosc. und Musca. Ihed Pagan. ösel 75 felhun N. dieſem Lande mliſfen die Wohnungen eine Mei⸗ le hinter der Thuͤren ſtehen/ weil man ſo lange lopffen muß/ eh iemand hoͤret/ wenn ſie zum wo⸗ 1h⸗ nigſten eine Klingel anhengten/ wie die Moͤnche 140 10 in den Kloͤſtern. 1 Brosco. Wer klopfft ſo unverſchamt. Halt was ſol ich ſa⸗ ſeintte⸗ 1 er in dem Forwerck ſen/ es iſt gut. Wer klopfft? lchefke Dagan. Freund. -Btosco. Was begehret ihr? WM K rn Dugan. Wohnet hier ihre Hertligkeit Hieronymus Go⸗ letti. gögelel Buea. Dem Herren zu dienen. Et iſt aber noch nicht ſe Doctor worden. 8 eelt, Dagan. Ich wolte gerne zwey Worte mit ihme reden/ wen A es ſeyn koͤnte. PE 5 11 Liosco. Es kan ſeyn/ wenn er in iſt. 1*. Pagan, E 34 Die S Pagan. Iſt er denn verreiſet. Brosco. Er iſt auff ſeinem Landgut. W1 Pagan. Wenn wird er wieder kommen. he Brosco. Es wird noch heute geſchehen. Er wird ſtracks Hli zurück kehren. Wil der Herk/ daß ich ihm etwas anmelde. hi Pagan. Gar nicht/ ich wil gedult haben/ biß ich ſelbſemel⸗ ccic 5 Sache vorbringen mag. Gutten Tag in deß a en. rosco. Dem Herren einen gutten Tag. Was machſt du/ das ich anfange! Musca, du wirſt Urſach ſeyn/ daß ich wackere Außputzer und vielleicht auch m e wohl gutte truckene Stoͤſſe von dem Herren de⸗ kommen werde. gehet ab⸗ Musca. Du tbirſt den Krebs bekommen/ ber treffe den der nge 1 welcher ihn begehret⸗ ich habe mir fuͤr und fuͤr eingebil⸗ye 9 det/ daß dieſer Mann ein ſolches Unrecht nicht alp 1.wür de ungeeifert oder ungerochen laſſen. Mein fchen ren ge⸗ Herr bildet ihm ein es ſeh eine Kurtzweil einem ſulj/ Fonbes. Mann von Starde ſein Fraͤwlein zu entfuͤhres. un Ich wil mir helffen/ ſo gut als ich kan/ wenn 1f nicht mehr ſeyn wil/ wil ich einen andern weg ſu⸗Rſz chen/ es iſt beſſer Vogel in der Lufft/ als Vogel in nter dem Gebaur/ dort komt auch Hieronymus eben mm zu rechte! diß eintzige mangelt/ daß et nicht ein ehlkt klein wenig eher/ weil Paganinus noch mit dem aufn/ Broſcus handelte/ ſich hergefunden, Gute Nacht/ es iſt noch nicht Zeit/ daß wir einander gun/ ſehen/ doch/ ich wil zuvor anhoͤren/ was er gaſſ ſage. ch Aheſ 15/ 10 1 Der „— R t Luſt⸗Spiel. 35 Der vierdte Eingang. e, Ekte Ihpe 3 Hieionym Us. Leich als ich willeng war dem Gismundd zu ſchrei⸗ atgitt ben daß er nach Florenz zu der Faſtnacht kommen ogh, Aui, ſolte/ ward mir geſaget/ daß er bereits vorhan⸗ den. Es iſt mir lieb/ wiewol mich etwas etlicher Ftn Maſſen verdreuſt/ daß er etwas zu zeitlich begin⸗ net/ nichts auff mich zu geben/ daß er herkoͤmt kAchut ſonder mein Erlaubniß/ aber er ſol die Freyheit (ethrlh ihm nicht mehr nehmen/ weil ich den Schluß ge⸗ 35 faſt/ nun er ſaon fuͤnff Jahr auff der hohen Gchulen zugebracht/ ihn nicht mehr wider hinzie⸗ leot hen zu laſſen/ es iſt auch niemals meine Meinung c geweſen/ wie auch noch nicht/ daß er Doctor werde. Denn weil wir nicht aus denen gar anſehnlichen Geſchlechten von Florene ſind/ er uch nicht ſo viel gelernet hat/ daß gar was ſondeis aus ihm ver⸗ den koͤnte: So wuͤrde er nur den gintzen Tag dem Buͤrgermeiſter den Hindern zu kuͤſen gehen/ oder das Pflaſter zu Florene tretten/ um einen kleinen Lecker hinter ſich fuͤhren/ wie andereneugemuͤntzte Hoctoren von Piſa. Ich habe ihr nur auff die hohe Schule geſchickt/ umb ihm den Uimbgang zu beſchneiden/ welchen er vor dieſem nit Soldaten neue Zeitung Traͤgern und Hurenjaͤgrn gefuͤhrett 04 und dann/ daß/ wem er etwas redlihes gelernet 0 10 0 haäͤtte/ er ſeinem Vaterland/ unſeren Geſchlecht lka und allen ehrlichen Leuten ſo viel nuͤtz ſeyn moͤch⸗ te/ als von erbaren Menſchen dieſer Welt gefo⸗ dert wird/ und diß GOtt Lob und Daick/ kan er fuͤglich thun/ weil ich niemand andersals dieſen Reffen habe/ er kan ehrlich und unſeren Stande gemaͤß leben/ yon dieſen das gue *. Mgn Die Seugamme te Glůck und meine Bemuͤhurs und Fleiß zu wege gebratht. Ich vernehme daß er bey den Buchla⸗ den geſehen/ ich muß hiagehen und ſchawen/ ob ich ihn antreffe/ denn ſch liebe ihn nicht weniger/ als wenn es mein Soln waͤre/ und mich duͤntket. tauſend Jahr zu ſeyn biß ich ihn ſehen werde. 0 Acbf 0 Ahtſtit Der fuͤnffte Eingang. u N . Alald, Musca. unò Gismundus. Jartle Musca./ berl Ch winckte den Herren/ er ſolte nicht herkommen/ glgriſ/ daſt Wadrde ſähltich fenmchz und gleichwohl komt er. metggl Gism. Ich verſtand nicht recht/ warumb du ſo die Ach/ lt/ n ſeln einzogeſt. avnt/ Musca. Paganin iſt in Florentz und die Sachen ſtehen ſehr ſchlim/ er wil mit dem Hieronymus reden/ und hat ihi ſchon in ſeinem Hauſe geſucht. Gism. Wie ling iſts? Wat ir Musca. Es iſtoicht lang/ in dem ſich der Herr in derRam⸗ Aoiudird mer enders anlegte. darchlt Gism. Hatir dich geſehn. rnenf Musca. In km ich hie mit dem Knaben der das Felleiſen Wtode trucfuͤruͤber ging/ dauchte mich/ als ob er mich Aünt ſehe und ob er wohl ruffte/ ſtellet ich mich doch/ fnd alswenn ich ſeiner nicht innen wuͤrde/ und wan⸗ Nu 10 dene in das Hauß. Als ich ein wenig verzogen /(ee un bey der Thuͤren den Jungen abfertigte/ ſehe fabe erth ichihn abermals in Livius Hauß Thuͤren/ da er We nahh Hieronymus Wohnung fragte. Stracks e Bel krete ieh wider zuruͤck/ daß er meiner nicht ge⸗ Aalknan nar wuͤrde/ und uͤberredete den Broſcus, er ſolte ijm antworten Hieronymus waͤre auff dem dand: aun guth/ he — Luſt⸗Spiel. 37 guth/ und wuͤrde vor Abends nicht wider kom⸗ men/ damit ich Gelegenheit finden moͤchte/ mit dem Herren mich zu beſprechen/ und etwas zu er⸗ WIc dencken. ſffee, Cistn. Gut. aber haſt du dem Broſcus was geſaget/ dar⸗ gus er von der Leßbia argwohnen koͤnte. =Mscs Haͤlt der Herr ſeinen Musca vor ſo ungeſchickt? . Siem. Gar nicht. Aber es entwiſcht einem bißweilen I etwas aus dem Munde deſſen daß er es ſelbſt nicht 0 inten wird. i Musca, Ie/ einem Kerles/ der keinen Verſtand und Ge⸗ hiinn hat/ aber laſt uns von dieſem daran was ſkhke mor gelegen iſt/ handeln/ wenn baganin, wie ich den Herren erzehlet/ vor ihrer Durchl. den Her⸗ Vantſet rei verklagt/ und die Sache den acht Maͤnnern wergeben wird/ wie wird ſich der Herr verthei⸗ kthttt digen? wohe Sism Sehlim genung; Ich ging gleich und dachte dem a Wercks nach. Musc. Vers Erſte/ wird man uns ins Gefaͤngniß fuͤh⸗ Hlke reß/ Leßbia wird dem Paganino wider gegeben/ der einer ehrlichen Frawen zu verwahren gelaſ⸗ ſet/ oder in ein Kloſter geſchafft werden/ biß die brigkeit von der gantzen Sache wohl berichtet/ ielleicht wird ſte auch ſelbſt ins Gefaͤngniß ge⸗ hloſſen/ und deñ wird man daß uͤbrige mit guter Weile ausmachen. Gism Ich glaube er werde mich mit guter Weile bey 50 dem Hertzoge verklagen. MuscagMit guter Weile ſo viel als ich verſtehe/ bringet er Schreiben an ihr Durchl. von dem Stadhalter zu Piſa. Eism. Was meineſt du denn/ daß wir machen ſollen. 0 focke, Musca Ich fuͤrchte diß Spiel werde unſer endlicher Ver⸗ 45 C 3 derb 38 Die Seugamme 0 derb ſeyn/ derowegen waͤre mein Rath/ man gebe te dem Frembden ſein Fraͤwlein wider. tlhehr! Gism. Daß ich Leßbien ſolte widergeben? eher wolte ich n nicht nur gefangen und eingekaͤrckert: ſondern gh 5 9 f 8 106 auch der ſchwereſten Straffen gewertig ſeyn biß, nflbole in den Tod. esußf Musca. Aus oder mit eingeſchloſſen/ wie ihr Rechtsge. nech lehrten redet? Auisclog Gism. Ey ſetze die Poſſen auff die Seitten! es iſt außet inſichan der Zeit. 00/ Andiſ Musca. Iſt es nicht ein naͤrriſch Ding/ das man lieber ei⸗ eneſve nes andern/ als ſein eigenes Gluͤck ſuche. a, Jeſſ Gism. Du pflegeſt ja ſonſt verſchlagen zu ſeyn/ und kanſt aheuw wenn es die Zeit erfodert allerhand Mitel finden/ hehen, dich aus den Haͤndeln und bevorſtehenden Gefaͤht⸗ ſhadtt.h. ligkeiten zu wickeln. cgek t. Musca, Hier iſt von noͤthen/ daß man aus zweyen Sꝛchen hihner eitze verſuche/ entweder/ man muß dem daganin durch viel Zuſagen und Anffſchneidereyenbe) der ulneit Naſen umbfuͤhren/ als wenn man ihn mit iner as u Poſt Geldes ſtillen wolte/ wie es ſich herde hun mc laſſen ſehe ich nicht/ oder man muß een gaitzen Handel dem Hierohymus entdecken/ unihn bere⸗ den/ daß er dem Fremhden die Koſtel fuͤr das Fraͤwlin erſtatte. Eism. Oder wie du geſaget/ dem Pagagin die ſete wider geben. Musca. Da hat der Herr ſchon geſagt/ daß er dieſe durch⸗ aus nicht eingehen wolle.„ ſuno fi Gism. Das Erſte/ den Paganin ein wenig umzufuͤh⸗ bne ren/ koͤnte man wohl thun/ aber es wirdnichts ißhn anders drauß werden/ als daß wir ein weng auf⸗ ſchieben/ was doch endlich wird gethan nuͤſſen 110 85 „ K 8 ünf werden/ und ie laͤnger es anſtehet/ ie groͤſſr wir ümn Vielleicht unſer Schade ſeyn. Elietonmno die⸗ Sache 1 N gal-Spin.. h Sache zu entdecken/ gefaͤlt mir gar nicht/ denn ſ er wird vielmehr rathen daß man Leßbien wider⸗ gebe/ als daß man einen Heller auslege. Das Letzte kan ich nicht/ das ander wil ich nicht. ggethk, Vluscs. Was teufel wollen wir denn machen? aus zweyen ſchlinmen muß man das Geringſte erwehlen/ wo 0NEN wir unſern Sachen recht vorſtehen wollen. „„„Gösm. Laſt es uns alſo anſtellen/ wo dies geliebt. Mann eltet muß verſuchen mit Paganin, ehe er was anfange zu reden/ und ihin zu verſprechen⸗ daß man Leß⸗ ben inner zwey Tagen widergeben/ oder bezahlen wolle. Indeſſen gewinnen wir/(wenn es nicht beſſer werden wolte) Zeit/ in GoOttes Nahmen durch zugehen. Mosca. Glaubet der Herr/ daß er auff unſer Verſprechen und Zuſagen trauen werde/ wenner diß thaͤte/ wolte ich ihn vor einen einfaͤltigen Menſchen hal⸗ ten. Eism. Wir wollen einen Freund bereden/ daß er ihm diß ſage/ was wir nicht erwarten wollen/ derſelbe — hernach/ wo er wil/ oder nicht anders kan/ alten. Vlusea. Ey mein Herr Gismund! glaubet der Herr ⸗ daß diß einem Edelmanne wohl anſtehe? Wie hoch zum wenigſten ſchlaͤgt er ſie an. Gism. Sie ſtehet ihn mehr als hundert Cronen. Musca. Umb hundert Cronen kaufft man vier paar Kuͤhe. Cism, Er hat ſie fuͤnff Jahr gehalten/ als ſein eigen Kind mit was fuͤr Uinkoſten/ kanſt du leicht erachten. Uber dieſes wird er auch was Gewins begehren. Musea. So daß drey hundert Cronen nicht reichen were den. Cism. Nicht Fuͤnff hundert. Musca. Laſt uns auff was anders dencken. C 4 40 Die Seugamm Gism. Laſt uns itzt den Schluß machen/ den man auff dieſe Art zwen Tage auffzuhalten/ unterdeſſen⸗⸗ Musca. Warumbd verlieren wir die Zeit und thun es nicht. Gism. Zu dieſer Sachen haben wir eines andern von noͤthen: denn Paganinus kennet uns alle beyde/ wo werden wir nu wol iemands ſinden/ der hierzu tuͤchtig. usca. Wenn Broſcus wolte/ waͤre kein beſſerer anzu⸗ treffen. Gism. Er iſt zu gemein mit dem Hieronymus, und wird entweder nicht wollen/ oder/ wir wagens auff die Gefahr/ daß ers Hieronymus entdecke/ und⸗ das Spiel/ wenn es am beſten/ gantz verderbe. Musca. Der Herr verſichere ſich/ Broſcus wird kein Wort vermelden/ ich weiß wohl/ daß er ihm ſehr bewo⸗ gen. Gism. Ich glaub es/ denn ich erinnere mich/ daß er ſtets in unſerm Hauſe geſteckt/ und ich bin mehr mit ihm als andern aufferzogen. Steh/ ich hoͤre daß man die Thuͤre auffmacht, ‚ Musca, Ben Gott. Broſcus ſelber komt/ er gehe von mir und laſſe mich machen. Gism. Wo werd ich dich wider finden? Musca. Der Herr gehe/ und laſſe mich ſorgen. Was mur⸗ melt er zwiſchen den Zaͤhnen/ ich muß ihm etwas zuhoͤren. Der ſechſte Eingang. Broſco. und Muſca. Broſc. An ſage was man wolle/ das Sprichwort blei⸗ bet war quod natura dabat, nemo negare pot- eſt. Musca. a hlhet (lhlkethe Kächhalt Chltzu Wn alter ufige aſeg/de alhe nd eh fi ,lche elthe ahgenfe Lönachtn Unkge Möuft N Cismu Mußih e Wöhchen Abn Me utdlt Aanich, Aſackke Ahte Hhllche W 540 Aengu Wedeh, hert n Walee Afaeg 10/ Luſt⸗Spiel. 41 Musca. Bey meiner Mutter Pantoffeln/ Broſcus iſt ein ie gelehrter Geſelle/ man wird mich gegen ihm ver⸗ gckt aͤchtlich halten/ der ich fuͤnff Jahr auff der hohen Schulen zugebracht. Biosco. Mein alter Herr/ ob er wohl naͤher fuͤnff und funfftzig als funfftzig Jahren/ kan doch nicht un⸗ terlaſſen/ den Werbern nach zulauffen/ und alle⸗ zeit eine in dem Hauſe zu halten. Musca, So kan man den Gismundum wohl entſchuldi⸗ gen/ welcher noch nicht uͤber zwantzig iſt/ daß er ihnen entgegen lauffe/ wenn ſein Oheim der uͤber 50. ihnen nachrennet. Bioſco, Es macht mir Nachdencken/ daß er mich auf den Marckt geſchicket/ umb etwas auff dieſen Abend einzukauffen/ wiewohl es auch ſeyn kan/ daß er dem Gismund etwas zu Ehren zu thun geſon⸗ nen, Masca,. Ich muß ihm etwas von ferne kommen/ wohin wandelt mein hertzlibſter Broſcus, Bioſco, Was haben dieſe liebliche Woͤrtlein hinter ſich? auff den Marckt mein hertzallerliebſter Muſca, und was thuſt du hier. Sihe/ da habe ich ihn gedanckt/ wie er mich gegruͤſſet. Musca. Ich ſuchte einen jungen Menſchen/ mit dem ich etwas zu reden habe. Broſeo. Ach welche gute Tage haſt du. Musca. Du haſt gute Tage/ Gott erhalte dich darbey. Musca. Gewiß/ ich lebe froͤlich genung/ weil ich mir an meinem Zuſtande begnuͤgen laſſe. Musca, Wie die weiſen Leute pflegen. Broſco. Der Herr iſt mir guͤnſtig und wohlbewogen. Musca. Nicht mehr als billich. Broſco. Daß dieſes die Warheit/ daß ich mir an meinem Zuſtande genuͤgen laſſe/ kan man dannenhero er⸗ kennen/ daß ich haͤtte 3 leben/ ein 15 5 neh⸗ 42 Die Seugamme nehmen/ und meine eigene Haußhaltung beſtel⸗ len koͤnnen/ aber/ umb mich nicht in viel Haͤndel einzumiſchen/ bin ich blieben/ wie du ſiheſt. Musca. Du verſteheſts! du biſt weiſel und derowegen ſchͤͤtz ich vor gluͤckſeltg dich und die andern/ welche wie du den Haͤndeln und Sorgen entfliehen/ aus Liebe Gottes/ wie die Moͤncke thun. Broſco. Darzu bild ich mir ein/ Gismund goͤnne mir auch nichts Boͤſes. Musca. Boͤſes? Ich glaub es bey Gott! Er goͤnnet dir mehr als Hieronymus? was ſag ich? wohl hun⸗ dertmahl mehr. Broſco. Ich bin in diß Hauß kommen/ wie er ein kleines Kind geweſen und habe ihn/ wie ſein Vater geſtor⸗ ben iſt/ mehrentheils aufferzogen. Musca. Recht zu der Sache. Er hats offte geſagt/ und du weiſt daß er in ſeinen Angelegenheiten allezeit ſei⸗ ne Zuflucht zu dir genommen. Broſco. Tauſentmahl/ wenn Hieronymus geſtholten/ daß er zu viel verzehre und auffwende) habe ich ihn entſchuldiget/ und habe hunderterley Haͤndel be⸗ deckt/ welche wider ihn Anlaß zu Zanck und Zorn gegeben haͤtten. Musca. Du wirſt ſehen/ wenn er wird vollkommener Herr werden/ daß er nicht undanckbar ſey/ ich weiß wohl/ was ich ihm offt habe hoͤren ſagen. Broſco. Warumb iſt er ſo unverſehens zu Hauſe kommen/ ehe er nach ſeiner Gewonheit zuvor geſchrieben/ und ſein Roß gefodert? Musca. Er ſpricht zwar/ er ſey kommen Faſtnacht zu Flo⸗ renꝛ zu halten/ aber hier zwiſchen uns geredet/ es iſt nicht alſo bewand. Broſco. Er wird ja nicht eine Schlaͤgerey gehabt haben. Musca. Was Schlaͤgerey? es iſt wohl aͤrger/ Broſeo. Wie? aͤrger Musca. if te Ff atefle 17 Ao du th Acheg ge % at% 6⁰ U 10 0 Luſt⸗Spiel. 43 ahle, Musca. Freylich aͤrger! der arme Menſch! es ſchmertzt mich biß auff das innerſte meiner Seelen! Broſco. Was teufel mag es ſeyn? Musca. Und wo du ihm nicht hilffeſt/ ſo wird es nicht viel fehlen/ daß er nicht in Gottes Nahmen darvon ſpringe. Ja wolte Gott er koͤnte nur! es waͤre lauter gut Ding/ wenn er ſo entwiſchen moͤchte. Bloleo. Was mag er wohl gethan haben/ daß er meiner Huͤlffe ſo hoch benoͤtiget? Musea. Er hat einem Frembden in Pila, ich weiß nicht was fuͤr einen unertraͤglichen uͤbermuͤttigen Trotz erwieſen/ welcher ihm nachgezogen/ und ſich dar⸗ uͤber bey ihrer Durchl. beklagen wollen/ und es kan uns nicht anders als uͤber alle Maſſen uͤbel gehen/ wo du nicht helffen wilſt. Beoſco. Sage mir nur/ was ich darbey zu thun habe/ als denn laß das Weſen uͤber mich higaus gehen. Denn noch neulich als ich/ ich weiß nicht was fuͤr einen Fehker des Gißmunds verdecket/ hat mich Hicronymus, ſo hefftig ausgefiltzet/ als er ſein Lebenlang nicht gethan/ und dreuete mich gaͤntz⸗ lich abzuſchaffen. Nichts weniger iſt mein Vor⸗ ſatz/ es mit Gismund zu halten. Musea. Du wirſt nicht kindiſch daran thun/ denn nach aller Welt muthmaſſen haben wir laͤnger mit ihm zu leben als mit Hieronymus, und endlich wird er doch Herr werden uͤher alles. Broſco. Ja du/ du biſt jung. 3 Musca. Du biſt vielleicht ſehr alt. Das Fell ligt dir ſo glatt auff der Stirne/ und ſiheſt doppelt beſſer aus als ich. Biofeb. Weiſt du wohl wie es beſchaffen ſey. Ein Kno⸗ pblauchskopff weniger oder mehr verderbet das Gebund nicht/ ich habe noch andere Stuͤcklin be⸗ gangen/ die dem Herren nicht zum beſten gefal⸗ len. Musca. 44. Die Seugamme Musca, Ich glaub dirs wohl. Broſco. Aber zu der Sachen/ was hab ich zu thun? Musca. Ich wil dir das gantze Werck ein andermal bey guter Weile erzehlen/ anitzo iſt von noͤthen⸗⸗ Broſco, 13 es nach einander/ denn ich habe mehr zuver⸗ richten. Musca. Du haſt dieſen Morgen den Alten geſehen/ wel⸗ cher nach Hieronymus fragte. Broſco. Ja/ warumb aber haſt du mich beredet zu ſagen/ er waͤre auff dem Landgutte, Musca. Eben umb dieſer Sachen willen. Broſco. Sehr wohl: habe ich noch mehr zu thun. Musca. Freylich: denn dieſes iſt ſchon gethan/ hoͤre! wo dir geliebet 2 3 2 7 Broſco, Ich bitt umb Gottes willen/ kom zu dem Ende/ ſonder ſo viel Umbſchweiffe zu machen. Musca, Erſtlich iſt von noͤthen/ wo du in dieſer Wider⸗ wertigkeit ihm beyſtehen wilſt/ daß du heute nicht von Hauſe weicheſt/ und ich gleicher Weiſe nicht ferne von hier bleibe/ damit/ wenn ja der Fremb⸗ de widerkaͤme/ und den Eismund oder Hierony⸗ mum anzuſprechen ſuchte/ ich dich bey zeitte koͤnte wiſſen laſſen/ was mir die Noth vor Rath geben wuͤrde/ und was du zu unſerem Beſten thun möchteſt. Broſco. Wenn mich aber der Herr irgend wohin ſchicken wolte? Musca. Es kan dir an Entſchuldigung nicht mangeln/ ſchicke eine Magd/ einen guten Freund/ erdencke einen weiſen Rath auff dem Sande/ du biſt ver⸗ ſchmitzt genung/ und wirſt wohl Mittel finden/ wenn du wilſt/ daß du nicht von Hauſe weichen doͤrffeſt. Broſco. Warumb ſagſt du mir nicht auf einmal/ was ich zu Ahlboder! uginde 1Mlunbirf einent eherr d Aiotheh n ſigke Wkenle lnt ſe guten kehun Auft W/ 100 /ell farche Luſt⸗Spiel. 45 zu thun oder zu ſagen habe/ ſonder mich den gan⸗ tzen Tag in das Hauß zu ſperren. huch Musca. Ith kan dir nichts allein anvertrauen: denn weil Aiher ich zu einem Steuermanne dieſes Schiffs geſetzt bin/ iſt von noͤthen/ daß ich denen gebiete/ die un⸗ ter mir dienen/ toie das Gluͤck/ das Wetter nnd der Wind wil. gnV Bloſco. Du redeſt wie ein Gelehrter/ abet ſol ich dir mei⸗ ne Gedancken ſagen: Ich glaube daß dieſer Han⸗ LA del ein Meer ſen/ welches uns allen ſo viel wird zu ſchaffen machen/ daß wo wir uns werden retten koͤnnen/ wir nicht wenig werden ausrichten. Achl, Muska, Der Herr des Schiffs iſt Eismund, und ihm als hete dem Vornehmſten wil obligen/ vielzu thun und zu ſinnen. Aber weil er nichk viel Erfahrung von ö1 derogleichen Ungewitter hat/ muß er ſich beherr⸗ ſchen laſſen/ von denen/ die mehr verſtehen als er/ und ihm wohl gewogen ſind. lns die wir ihm hoch verbunden/ und unfern eigenen Rutz hierbey zu ſuchen haben: wil obligen/ hierbey der Ma⸗ 0 WP Miäkeu guetroſe: dort bey dem Maſt Achtung zugeben/ „ und zu arbeiten/ daß/ wo moͤglich/ das Schiff ſt⸗ e cher Laͤnde. ee Beoleo, Oder zugleich mit dem Herren und Schiffguth lik und leben laſſen. Ul 0 0 Musca Geſegnet ſeyſt du redlicher Broſcus! denn wo du 166 dieſen guten Vorſatz haſt/ zweiffele ich nicht/ die N Gache kan nicht anders den wohl ablauffen. Bioſeo. Wonauff denn/ ich wil hinein/ und andere dahin ſthicken/ wo ich Willens war mich ſelbſt zu bege⸗ 0 ben/ weil du nicht wilſt/ daß ich viel von dem ſultn Hauſe abweiche. hiffte bnle, Der 46 Die Seugamme Der ſiebende Eingang Walene ; ente Hieronymus und Musca.„bt Hieron. ufffeſſ Ch habe ihn wie ich gedaͤchte nicht angetroffen/ Wofte Hund wundert mich nicht wenig/ daß er/ weil er nenlen mich nicht zu Hauſe gefunden/ nicht ſtracks ſen 800 kommen mich zu ſuchen/ wie er andermal gethan/ Ifber wenn er von Piſa angelanget. Musca. Er redet von Gismund und von Piſa. Hieron. Da er ſtracks gegangen/ an ſolche oͤrter/ da er mich zu finden vermeinet dieſes mahl/ ich weiß nicht Junnis woher es komme/ iſt er nicht zu Hauſe abgeſtigen/ leſt und wie ich verſtanden hat er ſich eilends umbge⸗ lom kleidet/ iſt ausgegangen/ und hat ſich noch nie fin⸗ Kfhen ben laſſen/ wo ich ihn haͤtte ſehen koͤnnen/ da er ſheht doch ſonſt gantz liebreich/ und die Warheit zu be⸗ ſufn; kennen/ ſo wie es mit der Jugend dieſer Zeit be⸗ Wubſte ſchaffen/ nicht uͤbel gerathen/ und mir ſtets gehor⸗ angn ſaln geweſen. Ehpoh Miisca. Es iſt noch nicht aller Tage Abend worden.. Hieron. Ich habe von ihm nichts unehrliches verſtanden ſſtez er ſpielet nicht/ er ſchmaͤhet nicht/ er redet nie mphl⸗ mands uͤbel nach/ ſo habe ich auch nicht erfahren/ fagh daß er nach frembden Weibern ſehe. G0Gött Musca. Gemach/ gemach/ wir kennen einander noch nicht auff das beſte.„ Eieron. Und ob er wohl die Zeit/ die er auff der hohen Schule verzehret/ nicht ſo angewendet/ wie er cht haͤtte thun koͤnnen/ hat er ſie doch auch nicht gantz h unnützlich durchgebracht/ und Gott lob/ er iſt von Wa ſolchen Mitteln/ daf er ſein Brod nicht erſt gewin: eh nen darff. W800 Musca. cmle h, fckeherte hunulek . 1056 0 EE el, lll ölte bgfh⸗ . * Luſt⸗Spiel. 457 Musca. Er hat nicht minder von noͤthen. Hieron. Es duͤnckt mich daß er bey Leuten von Verſtande/ von allen Sachen vernuͤnfftig zu reden wiſſe/ wel⸗ chhes denn ein ſehr gutes Zeugniß. Masca. Wie viel leben auff der hohen Schule/ welche wenn ſte ihr Brod mit ihrem Cujus verdienen ſol⸗ ten/ offt eher wuͤrden Faſttag halten/ als einer in dem Calender zufinden. Hieron. Ich kenne etliche aus dieſer Stadt/ welche ein Jahr oder zehen zu Piſa/ zu Padua, zu Bononien zu bracht/ und wiſſen nicht mehr/ als wo ihnen der Kopff ſtehet. Musea Es iſt ſo war/ als das Evangelium des heiligen Johannis. Hieron. Weil es denn eſſens Zeit wird/ und er noch nicht widerkommen/ wil ich ein wenig verziehen. Musca. Es gehe nu wie es wolle. Gott verleihe meinem hochgeehrten Herren Hieronymus einen gluͤckſeli⸗ gen guten Tag. Hieron· Du biſt ein ſtatlicher Kerle worden/ wie ſtehets umb ein gut deben? Musca. Sehr wohl/ meinem hochgeehrten Herrn zu die⸗ nen. Hier Wie hat es diß Jahr zu Piſa gegangen. Muses. So wohl als es ihm der Herr einbilden kan. Hier. Iſt euch die Zehrung theuer ankommen? Musca. Bey Gott/ ſehr theuer! Hier. Ohnangeſehen dieſe Stadt nahe an der See liget: ſind doch gemeiniglich alle Sachen in uͤbermaͤſſi⸗ gem Werth. Musca. Mein Herr weiß das Sprichwort von Piſa wohl; See ſonder Fiſche/ Kirche ſonder Dreßkammer/ Hurhauß ſonder Hure/ und magere Suppen. Hier. Das eetztere ſetzeſt du aus deinem Kopff darzu/ ſind viel Studenten da? Musca. 48 Die Seugamme Musca. Nicht viel. Hier. Iſt Gismund fleiſſig geweſen. Musca. Er hat Tag und Racht uͤber den Buͤchern gelegen/ ſo/ daß ich bißweilen befürchtet/ es wuͤrde ihma ſeiner Geſundheit ſchaden. 2 Hier, Zu viel taug nicht/ rede/ daß man dir glauben kan. Musca. Wo es iemand nicht glauben wil; ſo wil ich ihme eine Verſicherung mit meiner eigenen Hand dar⸗ uͤber geben. Hier. Du haſt allezeit den Kopff voll Schwencke! weiſt du ob er in dem Hauſe ſey. Musca. Er iſt nicht darinnen/ und hat mir geſagt/ er wer⸗ de dieſen Morgen nicht zu Hauſe eſſen. Mein Herr doͤrffe ſeiner nicht erwarten. Hier. Wo wird er fruͤh Mahlzeit halten? Musca. Bey unſerm Nachbar Livio. Hier. Ja! jal ſie ſind Leib und Seel zuſammen. Aber er haͤtte mich ja zum erſten begruͤſſen/ und her⸗ nach die Freunde erſuchen und ſeine Sachen ver⸗ richten follen/ wo er eine zu verrichten gehabt haͤtte. Musca. Der Herr verwundere ſich nicht/ daß er ſeine Schuldigkeit nicht gebuͤhrend abgeleget/ weil er etliche Schreiben von hoher Wichtigkeit mit ge⸗ nommen/ hat er wollen thun/ wie einem redlichen Freunde geziemet/ und iſt derowegen mit Lius gegangen/ ſie an gehoͤrigem Orte abzugeben/ wel⸗ cher ihn hernach auffgehalten. Hier. Wolan denn! Laſt uns ins Hauß gehen. Musca. Ich bitte mein Herr laſt uns gehen/ denn ich ſter⸗ be faſt fuͤr Hunger. Hier. Biſt du noch nuͤchtern. Musca. So wůrd ich nicht lebend ſeyn. Hicr. Was haſt du angeruͤhret. Musca 11 hehhn Ahektket ige Mgtſ forbet fecget .Wohl geg fich cchpöt ichegde aszut Aaächk wan/ ezge — A Uel RAr Aeth U Lle 3 31 32 8 Luſt⸗Spiel. 49 Musck Ich wweiß nicht was von geſtrigen Uberbleibun⸗ gen. öhh“ Hier. Laß dich den Bruſcus wohl halten. ete, Musea. Der Herr trette voran/ die Thuͤr iſt offen. Welch 21 eine ſchoͤne Faſtnacht waͤre diß/ wenn wir nicht in Fune⸗ ſolcher Angſt ſteckten! Ich koͤnte alles wohl gehen —6 laſſen/ ſonder mich damit viel zu bemuͤhen: aber hlkez die groſſe Gewogenheit die Gismund zu mir traͤgt/ 0 550 und die Wohlthaten/ die ich von ihm empfangen/ verdienen nicht/ daß ich ihn verlaſſe/ nu er meiner mehr von noͤthen hat/ als iemals. Derowegen muß ich bey dem Bruſcus bleiben/ und ihn erin⸗ nern/ was zu thun/ wenn Paganinus ſich wieder nden moͤchte/ wie auch Fleiß und Muͤhe anwen⸗ den daß man/ fo viel moͤglich ſein Gemuͤth von ſo viel Sorgen und Muͤhe erleichtern koͤnne. hWgtt Diꝛ Dritte Abhandelung. iunhk g Der Erſte Eingang. ilet, Die Amme und Baͤſche. abhtl 1⸗ K Amme. Nu Gismuhd und Livins gleich bel W Augenblick mich uͤber dem beſten Anſchlag erwiſch⸗ lhl I ten/ und allen meinen Vorſatz verderbeten. Dero⸗ AA wegen wil ich ſo viel Kraut in das Schluͤſſelloch ſtecken/ damit man nicht ſo unverſehens auffma⸗ 0090 N chen koͤnne/ wenn ich vielleicht meine Entſchuldi⸗ 100 gung noch nicht recht ausgearbeitet und fertig 11 Aber was macht Baͤrbara in der Thuͤren. Wo geht der Weg hin Barbe? f D Saͤſche⸗ 50 Die Seugamme. Baͤſche. Nirgend hin/ ich war herunter gegangen Holtz 10 holen/ als mich dauchte/ ich hoͤrete an der Thuͤre klappen. Amme. Es mag dir wol ſo vorkommen ſeyn/ ſintemal nie⸗ mand verhanden. Baͤſche. Es wird vielleicht ein Bettelman geweſen ſeyn. Welch leiden iſt dieſes/ wird man auch ein Mittel hierzu finden? Was machſt aber du. Amme. Ich ſtund und ſahe mich nach den Vermumten umb/ weil ich ruffenhoͤrete/ itzund/ itzund. Baͤſche. Ihr muͤſſet hier nicht groſſe Gedancken haben/ wenn ihr euch umb die Bermumten bekůmmert/ und auff der Kindergeſchrey achtung gebet. Was machen eure Frawen. amme. Sie ſpinnen/ ſie kochen/ und Sylvia iſt uͤber maſ⸗ ſen froͤlich/ weil eur Gismund wieder zu Hauſe kommen. Baͤſche. Sie hat nicht groſſe Urſach froͤlich zu ſeyn/ wo ich recht habe hoͤren leiten. Ich weiß wol/ was ich heimlich vernommen habe/ wie Musca mit Bruſco geredet. Du verſteheſt mich wohl. Amme. Ich verſteh dich gewiß. Aber die Sache wird wohl gehen: was ſol ich viel ſagen/ wir Maͤgde koͤnnen/ doch ſo wenig ſchweigen als die Heuſchre⸗ cken. Ich kan es nicht uͤbers Hertze bringen/ ich muß dirs vertrauen: aber ſchaw/ du muſt mir zuſagen/ daß du es keinem Menſchen auff der lich⸗ ten Welt Gottes entdecken wolleſt. Baͤſche. Es ſcheinet⸗ als wenn du mich itzund allererſt kennen lernteſt/ du weiſt wohl/ wie viel Ding ich von dir gehoͤret habe/ daß kein lebender Menſch von mir erfahren koͤnnen. Amme. Dir iſt unverborgen/ daß euer Gismund numehr eine lange Zeit/ und von Kind auff von unſer Jungfer Sylia ſo hertzlich geliebet Weißt, het fu Aent cteft daß ſe abeftſe lß geh de chtsg Uloreas e. ſcht/ a Phefft ᷓT%0 Wldte hleccle, zſſhtge Antber In öc clen Keetelt. End̃ wohl iag! geſe 1 lhbeg he/ enn 6/6 t. Wch 3 Luſt⸗Spiel. 51 gee aber hat nur nicht einmal begehret/ darvon zu ſhle hoͤren/ wenn man ihm vorgeſchlagen/ daß er ſie heyrathen ſolte: ja hat auch nicht ertragen koͤn⸗ A nen/ daß ſie ihn einmahl recht anſehen koͤnnen. Baͤſche. Du weiſt ſelber wohl/ wie offt wir mit einander darvon gehandelt haben/ und daß wir gar eins ch oätcth geweſen/ dieſe groſſe Liebe der Sylvien/ ruͤhrete ſ. von nichts anders her/ als daß Eismund(wenn fh uJur er zu Florenz) ſtets in eurem Hauſe bey Lirio ge⸗ ſoalee, ſtecket. Amme So ſehr/ als die Hoffnung der Sylvien taͤglich ab⸗/ ſo hefftig hat die iebe fuͤr und fuͤr zugenom⸗ men/ ſo/ daß wie Gismund heute von Piſa kom⸗ men/ und ich weiß nicht was fuͤr ein Fraͤwlin mit ſich brachte/ welche umb daß ſie von Hierony⸗ mus nicht geſehen wuͤrde/ ſie bey uns in die Unter⸗ kammer verſtecket/ biß ſie ein bequemernOrt fuͤr ſte finden moͤchten; Sylvia(welche ſie geſehen/ und von allen Sachen berichtet /) ſich entſchloſſen an /lor ihre Stelle in das Zimmer zu gehen/ und bey dem Fandtl. Gismund zu ligen/ weil wir vermutten/ er werde Waeten heute wohl zu ihr kommen. hne“. Baͤſche. Halt an! halt an! was ſagſt du/ ſol das eine igegefe Jungfer ſeyn? den Rocken haſt du angeleget! ſabbeßh amme Ich habe gethan/ und thue noch was mir moͤg⸗ 6bep/ lich/ ſie von dieſem Vorſatz abzuletten. Weil ich 0 aber fehe/ daß ich nur Zeit verliere/ und dem Win⸗ gelll.. de predige/ hab ich mir vorgenommen/ ihr zu helf⸗ W fen/ denn meine Liebe die ich zuihr trage/ iſt zu R mo es entſtehe nu daraus/ was auch immer Iel. wolle. 3 100 Beöſche. Wie ich andermal offte geſagt habe/ woͤchte ich Gbl wohl leiden/ daß dieſe Heyrath vnm ſtatten gien⸗ 10 Athſ, ge/ dieſes aber/ duͤncket mich nicht der rechte Weg 0 darzu/ ſihe dich vor Amme/ daß du nicht auff 9330 2 7² Die Seugamme alte Tage eine Thorheit begeheſt/ daruͤber du end⸗ lich in dem Gefaͤngniß wirſt ſterben/ oder in dem Spittal verdorren muͤſſen. Die Warheit zu ſa⸗ gen/ du wageſt eine groſſe Ebentheuer. Ammnieé. Was? Ebentheuer? Livius hat die Fraͤwlein und den Gismund gebeten/ daß ſte ſich/ weñ ſie beyſam⸗ men ſeyn/ aller Worte enthalten ſollen/ damit nicht iemand von dem Geſinde darhinter komme. So/ daß Gismund gar leicht wird in die Kammer ge⸗ langen/ und von Sylvia, welche an ſtat der ande⸗ ren darinnen verhanden/ angenommen/ und auffs lieblichſte unterhalten werden koͤnnen/ wenn mich nun beduͤncken wird/ daß ſie lange genung beyſam⸗ men geweſen/ wil ich irgend was erſinnen/ dadurch den Gisminnd geſchwinde aus der Kammer locken/ und aus dem Hauſe laſſen. Baͤſche. Du betreugeſt dich/ wo du nicht denckſt/ daß ſie zum wenigſten gar gelinde mit einander reden werden. Amme. Daß kan nicht ſeyn: denn es iſt beyden ſchon ge⸗ ſagt/ daß an der Seitendieſer Kammer der Frawen Schreibezimmer ſey/ in welchem man das allerge⸗ ringſte Ding vernehmen kan. Baͤſche. Amme! Amme! du haſt dich uͤbel bedacht/ es iſt doch von noͤthen/ daß die Sache offenbar werde⸗ es ſtehe nu kurtz oder lang an Amme. Es mag offenbar werden wenn es wil/ ich gehe auff nichts anders umb/ als daß Gismund durch dieſes Mittel gezwungen werde/ Sylvien zu der Ehe zu nehmen/ damit dieſe Arme zu letzte ihren Willen habe. Baͤſche. Ihren Willen habe? wenn er ſte gezwungen/ und wijer ſeinen Willen freyen wird/ ſo wirſt du wohl ſchen/ wie ſie ihren Willen haben wird. Amme. N Waber ehgtt oßott, Hüherth Afkegrdli hte/ ſ hhägee dtle f/ e Aſhckgk die luhl, 4 Wfifen Fokei lohkeſe, flͤhlchet lſage Akdft Wmiti, lunrk / Wihaßde tlegeit Wlalſch Ah ig M A9 K bche ͤole I h• 10 h 0) Aütn Luſt⸗Spiel. 53 Amme. Die Weiber machen die Maͤnner gut und freund⸗ lich/ wenn ich wie manche waͤre/ die die fremde⸗ ſten und tounderlichſten Maͤnner haben/ ſo wolt ich mich verwetten/ daß ich ſte alle wolte liebreich und freundlich machen. Woher glaubeſt du/ daß es komme/ daß die meiſten von ihren Weibern lauffen und ſich nach Hauſe ſehnen/ als wie eine Schlange nach dem Zauberer? Nirgends anders ſteckt die Urſach/ als in der Weiber Grillen⸗vollem Kopffe/ welche ſich durchaus nicht in ihre Maͤn⸗ ner ſchicken koͤnnen. Gäͤſche. Worzu dienet dieſes Ding? Amme. Darzu. Wenn gleich GEismund muͤſſe Sylvien wider ſeinen Willen heyrathen/ und ſie nur/ wie ich mir einbilde ſich freundlich gegen ihm ſtellete; ſo wuͤrde ſie/ trotz ihm ſelber/ ihm noch und nach freundlicher und liebreicher machen. Was ſol ich viel ſagen? Maͤnner ſind doch Maͤnner! aber ich bitte dich/ du wolleſt von dieſer Sachen kein Wort mit iemand reden. Boͤſche. Weil wir beyde aus einem Vaterlande/ und ſo kelbesde lange Zeit/ als zwo Schweſtern/ ja noch vielmehr mit einander gelebet. Weil ich auch niemals ger⸗ Shtl ne neue Zeitungen herumb getragen/ ſo magſt du o dich verſichert halten/ ohnangeſehen/ meines 5 Herren eigen Nutz hierunter ſtecket/ daß von mir aeh l, kein Menſch etwas erfahren ſoll/ aber du gib wohl L Achtung was du thuſt. JGe Kenme. Ich habe mich auff alles wohl bedacht/ itzt wil ich KAee die Fraͤwlein in die neben Kammer fuͤhren/ und Sylvien an ſtatt ihrer auff den Eismund warten aäſtheng, laſſen/ welcher/ weil er noch nicht kommen/ wie b ich mich befahrete(denn derowegen fahe ich nach 16 ahchnt. der Thuͤr) mit Zeit und Weile gelaſſen hat/ daß Werck nach meinem Vorhaben zu beſchicken. 11 1 D z3 Baͤſche⸗ 4. Baͤſche. Liyius und Eismund muͤſſen dir die Sache ver⸗ Die Seugamme trauet haben; Amme. Das kanſt du wohl dencken/ wenn ich den Schluͤſ⸗ ſel zur Kammer habe/ und die Auffſicht uͤber die Fraͤwlin. lel Baͤſche. Noch eins. Weiß dylvia ſchon wie es in der Welt üſt zugehe. aſtgleß Amme. Ob ſte es wiſſe: Es ſcheinet/ du verſteheſt nicht/ Aluthel daß man nicht mehr nach der alten Weiſe lebe/ d und daß die kleinen Maͤgdlein beſſer wiſſen/ was aflen die Wieder vor Hoͤrner tragen: als da wir zung ſahel waren/ eine zimliche Flederwiſch Jungfer. Wenn nm/! dir entdecket/ wie artig ich und Sylyia von dieſer hun Sachen zu reden pflegen/ wenn wir alleine in der letb Foͤrderkammer ſitzen und mit einander arbeiten/ nuhen. du wuͤrdeſt dich zu einem Hoͤltzlinlachen. Wte Baͤſche, Erbarm es Gott/ wem vertrauet man itzund die htenl Toͤchter. Waeh Ammèe. Weiſt du nicht was unſere Nachbarin ſagte/ die wfthe noch kein Jahr verheyrathet/ den erſten Morgen/ iehan als ſie bey dem Manne gelegen hatte? Aächzuke Baͤſche. Ich weiß diß und wohl ein mehres: aber ich mag lien d nicht weiter darvon reden. Guten Tag, Anöttt ereh ———„ fighint 5 Achnit Der ander Eingang. ume Gismund. Livius. Paganinus, Broſeo.. Gism. h, ſie zu Fraw Ginelta fuͤhren laſſe/ biß man ſehe/ 5 was die Sache fuͤr ein ende nehmen wolle/ denn 6 ob ſie zwar nicht den beſten Rahmen hat/ und ſol⸗ che Haͤndel anfaͤnget/ die ihr nicht gar zu IR0 9 55 Do Herr ſagt die Warheit/ es iſt gut/ daß ich ut lg Luſt⸗Spiel. 55 fuch et anſtehen; wollen wir doch wohl Achtung auff die Fligen gebẽ/ aber ich halte vor gewiß/ ſie koͤnne dar at ſicher und ſonder Argwohn ſich auffhalten: denn cchte Leßbia wird ſich umb alles Geld der Weltzu nichts unerbares verleiten laſſen. ſhafeoeö“ Lixius. Lesbia iſt eine Fraw/ und Jung/ und Fraw Gi⸗ nefla iſt eine Fraw und eine Kuplerin. cktte. Gism. Sie kan aber ihren Handel nicht ſo auff der Poſt Ahe treiben/ und Leßbia ſol nur eine kurtze Zeit ſich bey fekekeehe ihr auffhalten. Uber dieſes/ weiß ich itzund kein gekrh beſſer Mittel. Viius Darzu komt/ daß Fraw Ginefta zimlich und luſtig 106 wohnet/ hat nicht viel zu ſchaffen/ verrichtet ihre Tunteche Kunſt gar erbar/ und kein jung Volck gehet bey ihr fkchenter aus noch ein. ſülh. Eim, Und denn weñ dieſe meine Sorgen heute und mor⸗ üfugkret gen fruͤh kein Ende nehmen/ bin ich entſchloſſen/ 1 0 Paganino wegen ſeiner Anforderung/ Pfands ge⸗ e üce nung zu geben/ oder in den Nahmen des Herrn fafke mit Besbla durch zugehen. Aber ſihe/ da kommet ſlbel.,.., ercgleich zu rechte. inchereg Lin. Ift dis Paganin. „ W Gism. Wolte Gott daß es ſo wohl ein Todter waͤre. Lit. Er gehet recht auff Hieronymus Haußthuͤren zu. iuim Laſt uns hinter dieſe kcken tretten und zu hoͤren. bag. Wo ich mich nicht ſelbſt betrige/ ſo iſt diß ſein Hauß und es mag leicht ſeyn daß er einheimiſch 0 ſey. Ich wil anklopffen. WBloſcus. Herein Musca. du kanſt nichts/ als nur Worte machen. Dag. Ich muß noch einmal anklopffen. Broſcus. Du machſt/ daß ich einen Schimpff wagen muß⸗ in ier. Wer klopfft ſo hefftig an dieſe Thuͤr? ehh W„ 993 Tſngfe Kleide. Ake, * 100 A1595 * 4 4 45 Lag. Der/ der antwortet/ muß Hieronymus ſeyn. Ich D bins/ 56 Die Seugamme 460 bius/ und wolte gerne/ wenn es feyn koͤnte zwoͤlff l t Worte mit Hieronymus wechſeln. Alſihtz Broſc. Ein dutzend Worte? gar recht! warumb nicht? fachenm Nag. Der Herr iſts vielleicht? Livius. Iſt dis der Broſcus. cfe Eroſc. Dem Herren zu dienen. utfle Gism. Ja/ aber ich bitt er ſchweige. Pag. Es ſchmertzet mich/ daß ich dem Herrn etwas ent⸗ elſn deckẽ muß/ welches ihm nicht gefallen wird. Doch/ cw ich kan nicht weniger thun/ und der Herr wird Inrz mich entſchuldigen/ wenn er wird meine Urſachen foſhetin vernommen haben und ſich dahin bearbeiten daß Mth 6 mein/ ja ſein und mein Widerwillen hiermit ein ewenteh 6 ende gewinne. Mer hond Froſco. Was hab ich mit euch zu ſchaffen/ der ich nicht: Kelelt weiß wer ihr ſeyd? 0 Pag. Der Hetr wird es bald erfahren, Sein Sohn oder Vetter Gizmung wer er iſt/ hat mir ein Fraͤd⸗ Nnſte * lein entfuͤhret/ welche ich in Piſa gebracht/ in Wil⸗ äget lens mit ſelbiger nach Rom zu reiſen/ da einer aus thren Ohemen ſie wuͤrde reichlich ausgeſtattet ha⸗ ben. chkkese Gism. 138 doch/ welch ein Gedichte der Mann erzeh⸗ 191 Erk 0/110 Broſco. Ich dachte es/ ſo hald ich euch ſah/ daß ihr ein Huven⸗und Kupler⸗geſpuͤnſt auszulegen haͤttet. bag. Huren und Kupley! Ich bitte mit Gunſt/ der 1 Herr rede anders/ ich fage ihm daß ſein Eismunch WIe 1 in bita mir meine Tochter/ oder die ich dafr hal at te/ aus dem Hauſe genommen/ und nach klorenz Aüſce, gefuͤhret/ und ich habe bereits mit dem Hertzog wegen dieſer Sachen geredet/ der mir wohl Recht ſarl 0 wird widerfahren laſſen. Wghken Mlugke Broſeo. Ich kenne euch nichl. Ich habe nichts mit 1 06 Luſt⸗Spiel⸗ 57 ſhe zuſchaffen/ hat euch Gismund beraubet/ ſo for⸗ ſſ, derts von ihm ſelber wieder. fäſl hee Ldeus. Seine Ohem muß nicht zu Hauſe ſeyn. Giem. Er kan dennoch wohl darinnen ſeyn: und entwe⸗ der ſchlaffen/ oder in der Schreibkammer welche hinten aus ſitzen. bag, In Gottes Nahmen]! Wenn ich numehr ordent⸗ liche Mittel ſuche/ hat ſich der Herr nicht uͤber mich zu beſchweren/ daß ich nicht als ein redlicher Mann ihn zuvor in der Guͤte begruͤſſet. ichlhtezl VLixiut. Broſcus ſihet in den maͤnntlichen aus als ein vor⸗ ſ Aänlekthſ nehmer Mann. Wmeee, pig. Diß iſt meine Klagſchrifft/ welche an den Geheim⸗ ſchreiber von den acht Maͤnnern geſtellet. Beolco, Ich habe euch verſtanden/ Musca, hoͤreſt du was der Mann ſaget. Ich kan es nicht uͤber das Her⸗ tze bringen/ wenn ich etwas erfahre/ ſo meinem Neffen nicht ehrlich anſtehet/ daß ich mich nicht darůͤber aͤrgern ſolle. Weil die erſten Sewegun⸗ gen nicht in unſerer Gewalt: aber hernach ⸗⸗ Elsm. Wo wird er doch hinaus wollen. Brolco. Vergehet es euch. Ich habe den Eismuncd noch heuts nicht geſehen. Dieſen Abend/ wil ieh mit ihm reden/ und wo die Sache alſo beſchaffen wie er vermeldet/ ſo wil ich Fleiß ankehren/ daß er das ſeine wieder bekomme/ unterdeſſen bitte ich/ der Herr laſſe die Sache anſtehen/ biß zu morgen fruͤh. IgMich ſol nicht verdriſſen/ biß morgen fruͤh in Ge⸗ dult zu ſtehen/ aber ich erinnere euer Herrligkeit/ daß keh hier ein Frembder bin. Broſco. Scheiß Herrligkeit! fag. Ich lige in dem Wirthshauſe/ bin zu Roſſe und in Dieſem Lande gibt man nichts umbſonſt. Daraus ich ſchliſſen wil/ daß weil ich hier mit groſſen Un⸗ S 5 koſten Wichfnit it Mtin funte fe 58 Die Seugamme koſten zehren muß/ ich morgen nicht kan die Sa⸗ che ſtecken laſſen wie heute/ der Herr verſicher mich/ daß ich mein Fraͤwlein wider haben ſol/ ſo wil ich ihm zu Willen ſeyn/ oder da ich ſie nicht wider bekomme/ gebe er mir eine Verſchreibung auff 500. Ducaten. Broſc. Aus dieſen zween muß eins ſeyn/ entweder ihr fragt nichts nach Ehr und Redligkeit und ſeyd ein lie⸗ derlicher Kerle/ oder dis Fraͤwlein muß euch nicht zu ſtehen/ weil ihr ſie umb 500. Hungariſche Guͤl⸗ den verkuppeln wollet. Es ſey nu wie ihm wolle/ gebet mir entweder eine Verſicherung oder vergwiſſert euch/ daß ich ehe eine halbe Stunde voruͤber/ mit dieſer Klage⸗ ſchrifft vor die Acht Maͤnner lauffe. Broſco, Ich vermetnete/ man doͤrffte mir Hieromymus Goletti wol ſonder Handſchrifft trauen/ dennoch/ weil ihr mich nicht kennet/ oder mich fuͤr einen ſolchen anſehet/ wie ihr vielleicht ſelber ſeyd/ wil ich euch eine Verſicherung geben/ auff ſo viel ihr begehret. Komt mit mir ins Hauß/ ich wil euch eine Verſchreibung mit meiner Hand auffſe⸗ tzen. Dis iſt gethan/ Gott gebe das Musca es nicht zu meinem Verderb erdacht. Gism. Hat der Herr in acht genommem/ wie ihn Broſcus ein wenig umbgetrieben hat. Livius. Was ſol aber das bedenten/ ich kan es nicht ver⸗ ſtehen. Gism, Ich wil es ihm ſagen. Mir iſt genung/ daß ba⸗ ganin auff dieſe Verſchreibung traue/ und heute nichts mehr vornehme/ denn Hieronymus wird dieſen Abend auffs Land ziehen/ umb etliche aͤcker zu beſehen die bey unſerm Heldgut ligen/ weil er ſie geſonnen zu kauffen. Wenn er verreiſet/ wil ich von denen Sachen die in dem Hauſe 5 dem 494˙ Pa 9. 0 0 ete et/ unfer Weſs! Wihfeg Wäbhiſ Mehier Kuh zch c̃ WWdeſn Aegeh⸗ Aͤthen, ch ichſ zuͤb Am00 AhEilb Aaheh ARleſc Atſtkl ag! Abolet chgke htſ Nech/ Hocllen U ge A· Relnit Aüfe uh Mßhat „ Luſt⸗Spiel. hheleke Paganine 500. Hungariſche Guͤlden Werths 1 /Rhne ben/ oder einen Handel treffen/ und ihm Geld illeh auszehlen/ damit er nur in Gottes Nahmen bald fchetetkie, von dannen ziehe/ und wo wegen etlicher Urſachen eft Heße mir dieſes nicht glůcken wil/ ſo wird es mir zum wenigſten nicht ſchwer ſeyn. 150. Kronen zuſam⸗ HAte men zu bringen/ welche genung zureichen/ daß ich het mit Leßbien in einem Ort auſſer dieſem Hertzog⸗ früdlehhttht thumb ziehen/ und mich da ſo lange auffhalten ö0ochuhe koͤnne/ biß Hieronytmnus, entweder aus Keb oder Letd/ dieſen von dem Halſe ſchaffe/ und mir gute Worte gebe/ daß ich wieder komme. Ii Was haben ſie vor Sachen in dem Hauſe/ welche ſo leicht zu Gelde zu machen. Cium. Haͤtte ich nur ſo wohl Gelegenheit/ was aus dem Hauſe zu bringen/ als es darinnen verhanden. Es mangelt vielleicht an Getreyde/ Oel/ Tuch/ Gold Silber? IiyWenn der Herr etwas verkaufft/ verſetzt/ oder die⸗ ſem Menſchen in die. Hand gibt/ wie wil er ſich her⸗ 0 nach mit Hieronymo vertragen. Aiirſe, Cism. Es iſt von noͤthen/ daß er Gedult habe/ er wolle/ J1ll oder wolle nicht/ es iſt beſſer ich habe mit ihm als muc⸗ einem Frembden zu thun. Und was teuffel wird er mehr thun/ habe ich doch ſelbſt Theil an dieſen Guͤtern/ die in dem Hauſe. 9 05 ſhlutt Lin Ich wolte nicht wuͤndſchen/ daß ihm der Herr die⸗ ſen Mann zu einem Feinde machte/ und ſelbigem Urſach gebe/ daß er ſein groſſes Gut/ welches itzund/ als des Herren einem andern vermachte. Ciom, Hier kan ich nichts anders thun/ wofern wahr iſt was er ſaget/ ſo wird er 500. Hungariſche Guͤl⸗ den nicht lieber haben als mich. Koͤnte ich ihn nur ſo leichte uͤberreden/ daß er mir Leßbien wol⸗ te zu einem Gemahl laſſen. Aber ſie kommen 905 aus en hk lu fethil, en O, * Die Seugamme aus/ laſt uns wider hinter die Ecke tretten. Ste ſind geſchwinde fertig worden. Pag. Wan mir der Herr anfaͤnglich ſo zu geredet/ haͤtte ees dieſer weitleufftigen Worte nicht beduͤrfft/ ich 10 wil itzund andern meinen Geſchaͤfften nachgehen/ 35 und morgen umb dieſe Stunde dem Herrn wieder al zu ſprechen. chfehr, Broſco. Dis thue der Herr/ ich bin ſein Diener. Aaltet Pag. Der Herr bleibe Gott befohlen. Diß ſind Flo⸗ rentiner eh! daß er mich nur haͤtte gebeten ben 0 ihm zu bleiben/ Gott errette mich aus dieſerbeute d! Haͤnden. ltent Gism. Bey Gott/ du haſt dis Werckartig getrieben. Vor iſlt dieſes mal iſt er weg. Herr Livius, ich muß zu aſiff Hauſe gehen/ uber eine Weile/ wil ich ihm wieder liz zuſprechen/ damit wir Anſtellung machen/ Leßbien zu Frawen Ginelta zu fuͤhren. Wkeh Lir. Inner einer Stunden wil ich zu Hauſe des Herren lale erwarten. cf Der Dritte Eingang. Livius. Se Liebe! iſts moͤglich/ daß du ſolche S JGewalt unter den Menſchen habeſt/ Krafft wel⸗ cher/ du alle Geſchoͤpffe unter deine Macht zwin⸗ Iinin geſt/ und ſol die Bernunfft/ welche die Fuͤhrerin und Leiterin unſerer Sinnen/ durch dich/ ſo dar⸗ 1 nider geſtoſſen werden. Kein Menſch in dieſer 0 Stadt hat einen Freund mehr geliebet/ als ich den Gismundd und du gibſt mir wider alle Gebuͤhr/ le Gedancken ein/ ein ſolches Stuͤck zu begehen/ wel⸗ ches ihn nicht nur verletzen/ ſondern mehr 4— achen EAH ttg, g, OEe eszg ——— 10 1ih/ 00 er 0 Rh tlit becl. Luſt⸗Spiei. 64 Sachen die ihn wider Wundſch und Willen bege⸗ gnen moͤchten/ betruͤben kan/ er liebet die entfuͤh⸗ rete ſo hefftig/ daß er ſie von Piſa mit unermeßli⸗ cher Gefahr und Ungelegenheit hieher gebracht/ er macht ihm ſich ihrentwegen ſeinem Ohem/ der wie ſein Vater/ zu einem Feinde/ ihrentwegen iſt er in Gefahr/ in des Fuͤrſten Ungunſt zu gerah⸗ ten/ welches ein wenig minder/ als Leben und Eh⸗ re zu verlieren/ ihrentwegen hat er ſich erklaͤhret/ wenn er ſich anderſt nicht retten kan/ darvon zu ziehen/ und das Vaterland auffzugeben. Unter ſo viel Frembden hat er mir allein getrauet/ und du zwingeſt mich wider die Geſetz der heiligſten Freundſchafft ihm Treu und Glauben zubrechen/ ihn zu betriegen/ ja ſeine Fraͤwlin zu verrathen. Du grimmige Liebe! was machſt du nicht mit ei⸗ nem Hertzen das du uͤberwaͤltiget/ was wirſt du thun/ elendeſter Liyius! Wirſt du die Geſetze der Freundſchafft in acht nehmen /oder gezwungen durch feurige diebe dich an GismundsStelle legen. Aber ach! wolte Gott/ daß dieſer nicht habe Reß⸗ bien nennen hoͤren. Der vierdte Eingang. Paganinus und Hieronymus⸗ Pagan. wenig Trew/ und Glauben mehr unter den Men⸗ ſchen anzutreffen! Ich dachte Eismunds Ohem haͤtte mir verſprochen eine Verſchretbung zu ma⸗ chen/ daß er mir entweder mein Fraͤwlin wieder⸗ geben/ asee Gott/ iſts wohl moͤglich/ daß heute ſo 02 1 ag⸗ Pag. Dag Pag. Pag. Pag. Hier. Hier. Hier. Hier. Hier. Die Seugamme geben/ oder 00. Hungariſche Guͤlden auszehlen folte. Itzund nun ich ſie bey guter Weile leſe/(weil ich ſie in ſeinem Hauſe nicht uͤberſehen wolte/ umb ihm darzu thun/ daß ich kein Mißtrauen in ihn ſetzte) befinde ich nichts richtiges darinnen/ und ſie iſt ſo auffgeſetzet/ daß ſich ein Hundsbube ge⸗ ſchweige denn ein Edelmann und verſtaͤndiget Menſch derer ſchaͤmen muß/ ich muß wieder zu ihm gehen/ und ihn fragen/ ob man zu Florenz auff ſolche Weiſe Verſchreibungen mache/ und wo er mir nicht eine andere gibt/ wie ſichs gehoͤret/ wil ich ſtracks den Geheimſchreiber ſuchen/ und ſonder einig anſehen/ meine Sache/ wo fern ich kan fort⸗ ſetzen/ laß ſehen/ ob er vielleicht ausgegangen: Wer iſt der Herr/ daß er alſo an dieſe Thuͤre klopfet: Ich bin einer/ der hoch benoͤtigt/ mit dem Herren von dieſem Hauſe zu reden. Was begehret er von ihm? Es iſt nicht lange/ daß ich von ihm geſchieden. In Meinung er hette mir einer gewiſſen Sache/ die wir unter einander haben/ richtige Verficherung auffgeſetzet/ nu befinde ich daß er mich betrogen habe. Der Herr hat der Thuͤren gefeylet. Wohnet hier nicht Hieronymus Goletti. Er wohnet hier. Und wird vor einen ehrlichen Mann gehalten/ und ich glaube nicht/ daß er ie etwas derogleichen gethan. Ich liege entweder in meinen Hals/ oder es iſt wahr/ daß er mich betrogen hat. Hieronymus hat euch betrogen? Hieronymus, ja mein Herr/ hat mich betrogen/ habt ihr mich verſtanden? Hier. bſpih Abicht piga WWahtte d Hl iglenen Rehnm wede eel WenRot cheruf Afhekchr. und ethiet uihene Nlſtei aindel 0 un Mitzut U rde Hling. ithe/ ſlhe L Mledet Regh uch huß Wcke Ahuer Wuth 0 fche . bllree, ier. Dag⸗ Hier. Hier. Pag. Hier. Hier. Pagan. Luſt⸗Spiel. 63 Wer ſeyd ihr? Was habt ihr mit ihm zu thun? Wo habt ihr iemals mit ihm geredet? Ich bin Paganin von Monak. Der Nahme lautet koͤſtlich. Pag, Gismund Hieronymus Neffe hat mir in Piſa ein Fraͤwlein entfuͤhrt/ ſelbigenach Florenz gebracht/ Hieronymus ſelbſt hat mir zugeſagt/ daß er ſie mir entweder wiedergeben/ oder ein gewiſſes Stuͤcke Geld darvor auszehlen wolle. Ich habe dieſem Morgen mit ihm geredet/ er hat mir dieſe Verſicherung an welcher nichts guts auffgeſetzt/ da fehet ihr wer ich bin/ was ich mit ihm zu thun habe/ und wenn ich mit ihm geredet. Hoͤret wie verwegen der Schalck reden darff? Bin ich ein Schalck. Du biſt ein Schalck/ wenn du diß redeſt. Und leugſt in deine Kaͤhle alles was du ſageſt. Ich bin Hieronymus, ich kenne dich nicht/ habe nichts mit dir zu thun/ und habe dich/ wo ich mich recht erinnere/ nie als itzund geſehen. Seyd ihr denn Hieronymus? Ich bins. Und daß du ſeheſt daß ich die War⸗ heit rede/ ſo mache ich die Thuͤre auff/ die iſt meine. Ein kurtz Maͤnnlin/ welches hier ſtund/ und eben ſo bekleidet war wie ihr/ wo er nicht derogleichen Kleider angezogen hat/ umb mich zu betruͤgen/ hat mich wie ich euch erzehlet/ dieſen Morgen in das Hauß gefuͤhret/ und mir dieſe Verſicherung auffgeſetzet. Der Herr trette hinein/ wir muͤſſen darhin ler kommen/ wie es mit dieſer Sachen beſchaffen. Ich gehe/ wohin es dem Herren geliebet/ denn er ſolbefinden/ daß ich ein ehrlicher Mann ſey. ek Gism. Gism. Die Seugamme Der fuͤnffte Eingang. Musca. Gismund. Hieronymus Paganinus, Muséa S ſcheinet es ſey die Warheit/ daß der Menſch keinen Anſchlag machen koͤnne/ da nicht das Gluͤ⸗ OOſcbke einen gegen Anſchlag vorbringe. Wenn Bru⸗ ſcus die Verſicherung recht auffgeſetzet/ ſo haͤtten wir den Mann koͤnnen auffhalten biß zu morgen/ ietzt nu der Herr verſtanden/ wie es mit der Sa⸗ che beſchaffen/ iſt von noͤthen⸗ daß wir auff was anders bedacht ſeyn/ und mich duͤnckt es ſen am beſten/ der Herr ſtelle ſich/ wenn ſte aus dem Hau⸗ ſe wieder heraus kommen⸗ damit Hieronymus nicht mercke/ daß wir durch die hinter Thuͤre ent⸗ wiſchet/ als wenn er itzunder allerſt ſich anheim begebe/ und laͤnger nur(wenn man auff die Sa⸗ che kommen wird /) hurtig/ daß er der ſen/ der die Fraͤwlin entfuͤhret. Wie wil es der Frembde beweiſen/ daß es der Herr gethan. Was die Handſchrifft belanget/ kanſt du wohl ge⸗ dencken daß er die Hand werde erkennet ha⸗ ben. Nusca. Wir wollen vorgeben/ als haͤtten wit den Fremb⸗ den ein wenig in die Zaͤhne geheyen wollen. Geheyen! es iſt der Warheit nicht aͤhnlich iſt es nicht beſſer/ wir thun/ wie heute fruͤh abgere⸗ det? 3 1216 Musca! Wie iſts moͤglich/ wenn Hicromymus nicht auffs Land zeucht. Gism. Biſt! du vergwiſſert/ daß er nicht verreiſen werde? Musea. Mhet. guege Aasdes a eeſe ketkedl ehch Ake Atggl ecßen Ahſgt. ohd1 Wahlngelf ntemie Whurut hube Aaßlach. ectenl Meh Hhüplin rltn Mloöſtſen ehnwo chlige alHekt mitberſe Mhlng Autſtt / ech böt ALuſt⸗Spiel. 65 0 Muzes Rur altzuviel. Schawet/ ſie kommen. Der Herr I habe einen guten Muth/ ſein Nein muß ſo viel hier tonn: gelten/ als des andern Ja. iller. Wo es dieſe Beſchaffenheit hat/ ſo iſt es genung⸗ Da komt der redliche Vogel. Gistm, Ich freue mich zum hoͤchſten uͤber des Herrn O⸗ heimbs guter Geſundheit. Wie gehets ihm. Hiet. Es ginge mir gar wohl/ wenn du nicht Uirſache waͤreſt/ daß es mir anders gehen muͤſte. Ciösem. 417 ſagt der Herr Oheimb mir dieſe Wor⸗ te 0/ KR ß Hiet Darumb/ daß du dich haͤtteſt eingezogener halten 7 ſollen/ als du gethan. 6 1 Uuom Ich erinnere mich nicht/ daß ich was verůbet/ das h folchen Vorwurff verdiene/ es waͤre denn/ daß U der Herr Ohmb eifern wolte/ daß ich ſonder ſein /Mufteuß⸗ Eklaubniß nach Hauſe kommen. 0 Wn Hiet Wo iſt die Fraͤwlin die du dieſem vornehmen Maũ ökcl eutfuͤhret. bbeh Sism. Welche Fraͤtvlin? welch vornehmer Mann? e Rier. Welch Fraͤwlin! welch vornehmer Mann, eh! Wöſeeh“ e kenneſt du dieſen? un Ciem. Ich habe ihn wohl mehr geſehen Iaene“ Fiet, ſind du richtiger Vogel? ö ö, Piases O ja mein Herr! Ich kenne ihn wohl. Iſt der Herr nicht derſelbige Frembde/ welcher zu Piſa amtlf bey Frato Urſulen mit/ ich weiß nicht was fuͤr ei⸗ lngeil nem Maͤgdlin geherberget? fnteh lagꝛn. Ith bin derſelbe/ aber das Kind haſt du und dieſer wehaß feh dein Herr mir entfuͤhret. 40 14 Mibes. Jeh ſage euch/ daß ihr/ aber 0ß kaulkem Kiem Mich verwundert daß er mit ſolchen Worten her⸗ % aus fahren doͤrffe/ und wenn ich nicht ſeiner 6W. grauen Haare ſchonete/ betrachtete ⸗ W 66 Die Seugamme ein Frembder/ wolte ich ihm dieſe Antwort erthl⸗ len/ die er verdienet. Hier. Wem unter euch beyden ſol ich glauben. Musca. Iins mein Herr/ die wir redliche Leute ſend/ und nicht dieſem Betruͤger/ der den Poſſen umb dem ſichu Herrn was abzuzwacken erdacht. Man geden⸗ färge cke! Wenn er uns in Florenz(wie er ſich vielleicht efiſhrre eingebildet) nicht gefunden haͤtte/ welch ein Spiel AullekScht wuͤrde er angefangen haben Achcht nen Hier. Dir glaube ich wohl nicht ein Vater unſer. Pagan. Weil ich ein Frembder bin/ und hier in dieſem Aätbſohat Lande keinen Beyſtand habe/ kan mir mit Wor⸗ ten und Thaten ein Trotz geſchehen/ in dem uͤbri⸗ at gen verhelt ſich die Sache/ wie ich erzehle. Gism. Der Herr verzeihe mir/ der ihm geſaget/ daß wir ihm ſeine Fraͤwlin entfuͤhret; hat ihm eine greu⸗ liche Feder durch die Naſe gezogen/ und daß ichs euch gleich heraus gebe: wo ſich befinden wird/ n 1 oder ihr durch einigerley Mittel werdet beweiſen mn 6 koͤnnen/ daß wir dieſe That begangen haben/ ſo laſſet uns ſo abſtraffen als wir verdienet. Musca. Sie wird ihm von iemand anders genommelt del ſeyn/ und derſelbe damit er ihn weg ſchaffe/ wird yum geh ihnüberredet haben/ daß wir es gethan haben. ſlureſt Hier. Der Herr hoͤret was ſie antworten. Pagan. Einer hilfft dem andern/ aber wo nur Recht iſt vor kmihchmt Frembde/ ſo wird es ſich wohl geben. mährerthn Hier. Man hat Recht vor die Frembden/ und wer falſche Iulihb Briefe macht/ der wird gehenckt/ wie dir wieder⸗ megel fahren wird/ der du dir in meinem Nahmen ei⸗ dfid ne Verſchreibung auffſetzen laſſen/ Krafft welcher achee du mich umb etliche hundert Hungarn bringen Ind wollen. fitkhllet Pagan. Dis wird ſich wohl finden. Mätet enkt ft hat H gche, N hechrh zlülehſtt filhte huk uhet MEAe g itsall 10 K 7 bef esgcheln hlkeh, rFoßkke Ihlch tiehlte hetül ilel 1 ſtthl fH Luſt⸗Spiel. 67 Eistg. Was iſt das vor eine Schrifft derer der Herr Ohmb gedenckt. Dagan. Dieſe Schrifft hat er auffgeſetzet. Gism. Er weiſe her. Dag. Er ſehe/ bin ich nu ein Betruͤger? Giem Ihr ſeyd aͤrger/ als ein Betruͤger. Ein Bube/ ein Verfaͤlſcher/ ein Schalck ſeyd ihr/ und ich wil mir an dieſe Schrifft/ wie ſie verdienet/ fegen/ was ich nicht nennen darff. 136. Wenn die Verſchreibung falſch/ und ich ein Schalck/ ſo hat er ůͤbel gethan/ daß er ſie zu riſſen/ denn dadurch haͤtte man meine Buͤberey koͤnnen entdecken/ und mich zu verdienter Straffe ziehen/ aber weil ich mit ſelbtger meine Unſchuld darthun konte/ und ihr mir euren Ehrentittel auffbuͤrdet; habt ihr mir den Brieff aus der Hand geſpielet/ und in Stücken geriſſen. In dem Nahmen des chlnHerren? Hier. Vertragt euch mit einander wie ihr koͤnt/ ich wil mir den Kopff nicht daruͤber zu brechen. Dag. Erbarm es Gott! Mich duͤnckt ich ſey in einem wilden Walde/ und nicht zu Florenz. Hier. Der Mann gehet recht auff den Geheimſchreiber 3* ſeyd ihr ſchuldig/ ſo bedenckt euch wohl. Musca. Wenn ich ihm nichts uͤbels gethan habe/ fuͤrchte ich mich vor ihm nicht. Hier. Gistnund ich bin dein Ohmb und Vater/ aber wo du ein Spiel/ das dir nicht wohl anſtehet/ geſpie⸗ let; werd ich dein Todfeind werden. Ich haͤtte mich eher anderer Sachen als dieſer von dir verſe⸗ hen. Aber der ehrliche Geſelle wird dieſes ausge⸗ bruͤttet haben. Museg. Ja/ ſo gehets/ nu regnets auff mein Dach⸗ E2 Hier., 65 Die Seugamme Hier. Juncker von der Fliege/ du ſolſt mir nicht viel umb die Naſe ſchwermen. Musca. Wo der Herr befinden wird/ daß ich in dieſer Sa⸗ chen die geringſte Schuld habe⸗⸗ Gism. Ich glaubete mein bißher gefuͤhretes Leben/ wuͤr⸗ de dem Hrren Ohmb nicht Anlaß gegeben haben/ daß er etwas anders/ als was ehrlich und redlich von mir vermutten ſollen. Musca. Weiß mein Herr wie die Sachen ſtehen. Dieſem Hier. Hurenjaͤger/ wird ich/ weiß nicht/ was fuͤr ein Ra⸗ benfell entlauffen ſeyn/ und der ſie ihm genommen hat/ wird ihn uͤberredet haben/ als ob wir es ge⸗ than/ damit er den Kerlen von dem Halſe ſchaffte/ und dieſer Rotzleffel hat ihm laſſen einen Flaͤchſer⸗ nen⸗Bart andrehen/ und iſt auff der Poſt nach Florenz kommen/ aber er wird die Reiſe verge⸗ bens gethan haben/ und in die Unkoſten verurthei⸗ let werden/ hab ich ihm diß nicht wiſſen unter die Augen zu ſagen. Hilff dir Zunge! du haſt genung gedichtet/ weg/ weg! die Warheit wird ſich wohl ſinden/ daß du Gismund die Verſchreibung zuriffen haſt/ macht mir die Gedancken/ der Frembde habe mehr recht als du. Und ob wohl die Buchſtaben zimlich verſtellet und verzogen waren/ habe ich doch wohl erkennet/ wer die Hand darzu geliehen. Gism. Begehret der Herr Ohmb nichts mehr? Hier. Das/ wo dichs gutduͤnckt du nach Hauſe geheſt. Sism. Musca laſt uns gehen. Der Mann iſt gantz von Zorn erhitzt. Der 4u Ierſec nſmus. Ughetraht 1555 tuloch vor⸗ ugeferw hider /f bemt bifkr Sae tuttet Rhedem. Afhus, nbend ff t zu viel agelten flitt ſtelechen t fafkehlte t clze Kläthrgu Mnt ein Aäctgeer unt N heineg teſ ſihteh ts lt ggbece ci ſchg, Re wffeh fehrtte AE We rckndlte Il 0 0F th nltnen, Bhi V N agkeh, huh N bin. Ihr ſeyd recht/ als ihr nicht der Erſte waͤ⸗ Luſt⸗Spiel. 69 Der ſechſte Eingang. Hieronymus. und Fraw Gineftra. Hier. Er gehet recht fuͤr die Obrigkeit/ und es ſey nu wahr oder nicht wahr/ was er ſaget/ ſo wird man doch vor allen Dingen den Gismund bey dem Kopff erwiſchen/ und ich/ ob es mir gleich ſehr zu wider/ werde gezwungen werden gute Freunde zu bemuͤhen/ und etliche Goldguͤlden wegen dieſer Sachen in den Miſt zu werffen/ aber as hat Mutter Ginefta hier zu verrichten? Ghefta. Gott gebe dem Herrn einen guten Abend /Herr Hieronymus. Hieron. 3* Abend fuͤr und fuͤr/ liebe Mutter Ci⸗ Nefra, Gihef, Ihr gebt zu viel Zinſe fuͤr mein Haupt⸗Guth. Was mangelt euch/ wie ſehet ihr ſo unluſtig alls, Teuffel hat immer was zu braten. Wo komt ikher? Ginel. Aus unſer lieben Frawen Kirchen/ da hab ich mich eine Zeitlang mit einem Herrn von des Fuͤrſten⸗ Hoffe auffgehalten. Hieron. Ihr habt allezeit mit groſſen Herrn zuthun. Was habt ihr guts mit ihm gemacht. Ein. Er wolte mir ein Fraͤwlin zu verwahren geben/ welche erſt geſtern hieher kommen. Hieron. Es iſt kein Wunder/ daß ihr euch nicht mehr wuͤr⸗ diget mit meines gleichen umbzugehen. 3 ret/ 7⁰ Die Seugamme letStir ret/ den ich wiſſen/ und wen man kan/ geniſſen e Hen laſſe/ wenn mir ein guter Biſſen unter die Haͤnde ſntzoit KEkolut. hukfe, Hicron. Ich ſchertze mit Euch. Wer iſt das Frawen ahundſch Menſch/ das/ wie ihr ſaget/ der Herr von dem Ho⸗ fchhrbe fe/ euch zu ſchicken wil? ohmeten Gin. Ich habe ſie noch nie geſehen ⸗ aber wie man mir athit ſagt/ ſo ſol es ein artig und ſchoͤn Maͤdgen/ und mylchthu noch nicht uͤber zwantzig Jahr ſeyn. Aht, Hieron. Zum wenigſten/ wo es euch gelegen/ werde ich ſie kflc ihllkchekſte Ahſhmge ſehen koͤnnen. Gin. Ja/ aber heimlich und verſtohlen/ denn er hat mir ſie hoͤher anbefohlen als wenn es ſein Eheweib o⸗ der leibliche Schweſter waͤre. Hieron. So wird es ſchwer ſeyn! Ihr verſtehet mich wohl. 15 Gin. Es wird nicht nur ſchwer/ ſondern unmoͤglich ſeyn. Wiſſet mein Herr/ daß mit ſolchen Herren nicht 0 gut ſchertzen iſt/ nichts weniger die Sache beruhet auff ihrem Willen/ wird ſie Luſt haben/ ſo iſt keine Beſchwerligkett auff der gantzen Welt/ aber wo es anders bewand/ darff ich mich einer ſolchen That nicht unterſtehen/ welche verurſachen moͤch⸗ te/ daß mir ihr Herr einen fremden Poſſen mit⸗ Shelete. Hieron. ABiſſet ihr wohl/ was ſie zu allen Sachen uͤberre⸗ 0 5 den koͤnne? ſkenkn Gin. Ich weiß es nicht/ wenn mir es der Herr nicht ſa⸗ 0 / Iſtkei get. 0 Hieron. Die Pfennige und die guten Worte der Mutter J Ginefra, lennet ihr ſie wohl? ütt e Gin. Es mag wohl ſeyn! aber mit kurtzem/ ehe ich mit dut e ihr rede und ſte ſehe/ kan ich nichts anders ſagen/ Auseige dis verſichere ich euch/ daß ich der rechte Kutſcher fl/ vr zu dieſen Pferden bin. Und ich glaube/ ich a ihnen Hufkk/ ſönlin R FVöfe o Pcg nefe u0le1 lehne“ Luſt⸗Spiel. 7¹ ihnen an der Stirne anſehen/ ob was zu hoffen o⸗ der nicht. Hiermit auff ein gut Leben! Ich muß gehen denn es wird ſpaͤt/ damit/ wenn ſie komt/ ich zu Hauſe ſey. Aber noch ein Wort; werdeich etwas Grund ſehen/ ſo wil ichs euch wiſſen laſſen. laſt euch derowegen nicht verdriſſen/ dieſen A⸗ bend/ wenn es euch gut duͤnckt einmal meine Thuͤr vorbey zu ſpatziren. Hieton Diß wil ich thun. Gute Nacht indeſſen. Cin. Gule Nacht. Es waͤre trefflich vor mich/ wenn ein hundert ſolcher Leute zu Florentz waͤren/ denn nach ſeines erſten Weibes Tode/ welche nur zwey Jahr bey ihm gelebet/ hat er niemals wieder hey⸗ dathen wollen/ und ieh habe ihm ſo viel Geld ab⸗ geſchwaͤtzt als ich begehret. In dem ich ihm heu⸗ te/ wietohl nicht ſonder groſſe Muͤh/ eine junge Magbd/ und morgen eine andere zu gefuͤhret/ und bey meiner Trew/ habe ich ſeiner genoſſen/ ſo hat er meiner wieder genoſſen/ ich habe ihm wohl ſolche zugebracht/ von welehen/ wenn ich es ſagen wolte/ es nimmermehr geglaubet werden wuͤrde/ uñ hoffe noch⸗ ⸗„„ahber genung. Was iſt mir daran gelegen/ ob es ſeinen Neffen angehe/ ich habe wohl ärger Sachen angefangen/ wenn ſie es gleich erfahren/ und mit mir zuͤrnen; was gehet es mich an? Ich vermag ſo viel/ daß ich ſonder ſie wohl leben kan/ und(daß ich die gantze Warheit ſage /) die ſich auff derogleichen Sachen nicht ver⸗ ſtehet/ iſt keine rechte Kuplerin/ wie denn kein Weib/(daß ich nicht ſage Hure) auff der Welt iſt/ die nicht beraube/ betruͤge/ und ieden/ der ihr trauet/ beſudele/ und weil den Huren und Kuple⸗ rin aus einem Sode ſind/ ſo iſt auch beyder Eigen⸗ ſchafft/ verrathen/ betruͤgen/ beſcheiſſen/ berau⸗ ben/ und wuͤrgen/ keinem/ vornemlichlaber dem/ E 4 der 7¹ Die Seugamme ber ſich auff uns verlaͤſt/ weder Trew noch blan⸗ ben halten/ Diſteln und Dornen ſeen/ Zanck und Zwytracht anrichten/ und alle Sachen zum aͤrg⸗ ſten als möglich verderben. Ich muß von hier gehen/ daß dieſer nicht ein neu Geſpraͤche mit mir anfange. Der ſiebende Eingang Livius und Brozzi. Livius, As groſſe Vertrauen/ das ich ſtets zu dir getra⸗ Ij gen/ weil ich erkennet/ daß du mich ſehr liebeſt/ und mich auff deine Verſchwiegenheit verlaſſe/ bringet mich dahin/ daß ich dir eine meiner Sa⸗ chen entdecken muß/ welche du/ ſo lieb als dir dein Leben/ ſonſt keinen ſolſt wiſſen laſſen. Broꝛzi. Der Herr halte ſich verſichert/ daß von mir nie⸗ mand das geringſte erfahren werde. Livius. Du traͤgſt Wiſſenſchafft von der Fraͤwlin welche Cismund heute fruͤh in unſer Hauß eingelaͤgert. Broꝛzi. Die Sache iſt mir wohl bekand. Liv. Kaum hatt ich ſie geſehen/ als ich empfand/ daß meine Seele durch ihre Schoͤnheit und Zierligkeit verwundet/ alſo/(damit ich dir die Sache uͤber etnen Hauffen ſage) daß ich ſonder zu gedencken/ an die viel und groſſe Freundſchafft/ die zwiſchen dem Gismund und mir/ mich an ſeine Stelle zu ihr begeben/ eine halbe Stunde mit ihr auffgehal⸗ ten/ und gleich itzt aus der Kammer kommen. Br. Drumb iſt es kein Wunder/ daß ihr ſo koth und durchſchwitzt ausſehet. Liv. elh; llhetem ufcteſoh AVhkön ſch. AehänchE Whſelmal ubd we ächteht Fafglechb Wpſlale eglub tfft dä Mckeige Aflkß von Aeßrac er zue egeg ſt t, ng bo AährHeer Munn de Amerfä Aumen /fkem luunf Aender enm Waff 01/ ſlſe, /n ech, neel ſehhe f990, Ke fachekices bööRR ec cheft/ Ihek benflhe Faftfelhen, FAf 1 1 a uhen Ii, Vind was noch aͤrger iſt/ da ich erſtlich vermeinete AN deEchhn Mo agthrchc ich wolte durch dieſe Mittel umb etwas das ver⸗ zehrende Feuer/ welches mich verbrennet/ daͤmp⸗ fen und ausleſchen: So iſts nichts anders gewe⸗ ſen/ als daß ich mehr Holtz dazu geworffen. Weil nicht nur die Liebe/ ja vielmehr diß Raſen und Wuͤten/(denn ſo mag ich es mit Recht nennen) weil es in einem Nu ſo viel in mir vermocht/ nicht gedaͤmpffet: ſondern ſo ſehr zugenommen/ daß ich glaube/ ich koͤnne nicht einen Augenblick ſonder ſte leben. Biösgi. Zu gethanen Sachen/(weil der Rath zu ſpaͤt koͤmentj ſol man das Beſte reden/ und ſte entſchul⸗ digen/ und weil diß Weſen ſo weit kommen/ darff ich nicht mehr ſagen/ daß dieſe That des Herrn Ehre zimlich beflecket/ ſondern muß nur dencken/ ihm ſo viel als mir moͤglich beyzuſtehen. Aber wie iſts glaublich/ daß ſte ihn nicht erkennet. Iüh. Sie hat feſt darvor gehalten/ ich waͤre Gismund, weil ich kein Wort geredet/ und ſie iſt dieſen Mor⸗ gen ſelbſt von mir gebeten ſich ſtille zu halten/ da⸗ mit dte Frawen in dem Hauſe/ welche in der neben Kammer zu verrichten/ ihrer nicht innen wuͤrden/ derowegen ſie denn nicht anders als ſtumm ge⸗ weſen. Broꝛꝛi. Sie mag wohl blind darzu geweſen ſeyn/ weil ſie wie der Herr ſaget ihn auch nicht geſehen. lir. Weil von dem Oberumbgang das viecht in die Kammer faͤllet/ wenn die Fenſter offen⸗ habe ich der Ammen heute frůh befohlen/ ſelbigen zuſchliſ⸗ ſen/ ſintemal er ohne diß ſtets verſchloſſen/ zu⸗ mahl man ſich wenig deſſelben Orts gebrauchet/ außer in dem Sommer. Brozzi. O grimmige Liebe! worzu bringeſt du die Men⸗ ſchen iſt ſie biß noch in den Mannskleidern? E 5 Liv. — 74 Die Seugamme Livius. Nein: denn weil ſie derſelbe uͤberdruͤßig/ hat ihr aupit Musca dteſelben Kleider/ ſo ſie von Piſa mit ge⸗ 06 Vel. bracht/ heute zugeſtellet/ welche ſie den angeleget. f 0 f Brozzi, Mit kurtzem/ bißher tſt es geluͤcket/ aber/ wenn ſie wird auſſer dieſem Hauſe gehen/ mit dem Gis⸗ 50 mund reden/ und erfahren/ daß er es nicht gewe⸗ 0 0 ſen/ wird hierdurch die Sache entdecket werden/ ne wie wird es der Herr denn anſtellen? Wn Liv. Viel leugnen waͤre Thorheit; derowegen/ wo ſich i0 dieſes begiebt/ wil ich auffrichtig bekennen/ daß e ich durch unausſprechliche diebe geztwungen/ un⸗ Wala ter ſeinem Schein deßbien betrogen/ und ihn zum ergen hoͤchſten bitten/ er wolle mir verzeihen. Welches 30 0 hekr k er mir nicht abſchlagen kan/ wo ſie/ wie leicht zu glauben/ ein Weib von gemeinem Leben/ uñn unan⸗ unel, geſehen/ daß ihn die Liebe ſo hoch verblendet/ daß iheuſt er ihm dieſes von ihr nicht leicht einbilden wird/ den 5 muß er doch die Sachen recht erwegen/ und ehe Wlg hektt er einen ſo werthen Freund verlieren wil/ mir die⸗ Aherke 14 ſes geringe Unrecht zu gute halten. Güthde Brozzi. Bey Gott/ der Herr iſt mit ihm wohl umbgegan⸗) gen als ein Freund/ weiß er nicht/ daß man ein ch⸗ ſolch Unrecht leichter von einem Frembden als ſ von einem Freunde erduldet? geſetzt/ daß dieſe Aikmt wie der Herr ſaget/ eine gemeine Fraw waͤre⸗ Ahndeu wird doch Gismund wie ſich der Herr einbildet/ mäſe die Sache nicht ſo liederlich hinſtreichen laſſen ⸗ 57900 was noch mehr/ die Verliebten ſind mehr eyfer⸗ 0 115 ſichtig gegen ihre Freunde/ Benacl barten und 05 ſc Bekandten/ als gegen Fremdde und Unbekandte/ 5 und ziehen ihnen unvergleichlich mehr ein Un⸗ 0%ü recht zu Hertzen/ wenn ſie es von Freunden em⸗ 5 pfangen/ als weñ ſie von Unbekandten beleidiget. Wwättrich Derowegen entdecke der Herr dem Gismund nicht 0 was er begangen. Woht det Livius. hhtäl Lüſt⸗Spiel. 75 Lirius Wie wollen wir es denn anſtellen? Broz2i. Der Herr vertraue ſich/ weil Gismund, noch dürch dieſes Ungewitter bedraͤnget wird/ der Fraw Ginefra, welche die Leßbien beherbergen ſol/ bitte ſie/ daß ſte die gantze Sache der Leßbien eroͤff⸗ ne und ſie uͤberrede/ niemand etwas darvon zu ent⸗ decken/ damit nicht zwiſchen dem Herren und Gis⸗ mund eine Todfeindſchafft erwachſe Lirius, Aber/ geſetzt/ daß aus dieſem nichts anders ent⸗ ſtehe; wie werd ichs anſtellen/ daß ich ins kuͤnfftig derLeßbien genieſſen koͤnne/ weil ich ſonder ſie nicht leben kan? Rozzi. Der Herr muß ſeinen begangenen Fehler nicht ſehr betrauren/ weil er ſchon den Vorſatz macht/ noch aͤrger zu ſingen/ doch weil es ſo bewand/ kan man nach dem Sprichwort mit einem Gange neh zwenerley verrichten/ eben dieſelbe Fraw Ginelra ſlerhle tan dem Herren hierinnen dienſtlich ſeyn/ daß ſie 117 0 das Gemuͤth der Leßbien erſtlich ergruͤnde/ beſin⸗ det ſie denn/ daß ſte ſich wohl behandeln laſſe und luſt dazu habe/ ſo kan ſie thun/ was der Herr be⸗ gehret. 0% Liy, Verſuchen kan nicht ſchaden. Brozzi. Der Herr hat Frawen Ginelta ſo viel Dienſt ge⸗ than/ daß ſie es gar nicht verdrieſſen darff in die⸗ 90 W H i ſem Geſchaͤffte ſich ſeinetwegen zu bemuͤhen/ und ige ob ſie wohl ſich was widern wolte/ wird doch das It, Geld/ weil ſie/ wie alle ſolche Weiber uͤbermaſſen ene, geitzig/ wohl diß verrichten/ was der Herr be⸗ NE gehret. uduuhhle Eis Wenn aber Leßbia nicht thren Willen darein geben foktnßteh wolker nOse Bronzi. Der Herr dencke der Sachen nicht ſo weit nach ⸗ es kan nicht aͤrger mit thm werden/ als es ſchon lb. 35 f 8 A 76 Die Seugamme.—.— iſt. Sie iſt ein Weib/ und derowegen leicht nach 0 eines andern Willen zu bewegen. 0 Liy. Ich habe mein Lebenlang nie eine Fraw von hoͤ⸗ Lihids herm Gemuͤth und groͤſſerm Geiſt geſehen als. Brozzi, O ſchwacher und unbeſtaͤndiger Sinn der Men⸗ 15 ſchen! wie lange iſt es/ daß ſie der Herr vor ein fchet u unzuͤchtiges und gemeines Weib hielt/ itzt ſtreicht urh er ſie ſo trefflich heraus. Wuun t Liyv. Als wenn es die erſte waͤre/ die Trotz ihres abelt⸗ ſhähuftf chen Geſchlechts und hohen Gemuͤths zu einer ge⸗ NShenz meinen Huren worden/ wer ſind Tullia von Ar⸗ Aähekchte ragon/ Iſabella von Luna und andere geweſen. Aitzlch! 15 Broꝛzzi. Wo ſie ſo ein trefflich Gemuͤth hat/ wie der Herr hiß 1 ſagt/ ſo kan ſie leicht aus Freundligkeit und Hoͤf⸗ ſktrtbet ligkeit ihm zu willen ſeyn. klähalses Liv. Und ſolt es anders gehen/ ſo muß ich durchmeinen Uen fühte Tod mich von dieſer Thorheit befreyen. unt fibi Broꝛzzi. Laſt uns ehe dem Gismund den Poſſen ſpielen/ den 5 ö0 er dem Frembden erwieſen. Wtche/! Liyv. Diß wil ich vor das letzte Mittel gebrauchen. baogt Broazi. Es kan kein verraͤtheriſcher Betrug unter dem un Schein der Freundſchafft wider einen Vorge⸗ fäm mi nommenen werden/ als wenn man ſein Mitbuh⸗ ttſe ler wird. 15 fiecht Liy. Die zwen groͤſten Bewegungen/ welche ſich in ei⸗ W nes Menſchen Gemuͤthe finden koͤnnen/ ſtreiten Auinn itzt in mir mit einander/ nemlich die Liebe und die 05 Freundſchafft. Die Freundſchafft wil/ daß ich A f0 nicht eine Sache wage/ welche dem Sismund zu f wider/ und die Liebe/ welche alle Ketten der 125 Freundſchafft/ und alle Verbuͤndniſſe verachtet/ 0 mte zwinget mich ihren Antrib zu folgen. Gehe/ 0 und warte meiner in dem Hauſe/ denn ich wil och ſalſit, ein paar Worte mit dem Gismund reden/ welcher 0 U wir gleich entgegen komt. W Der f ttgeh 56 g. tgrtſ 0 ecSIm ſfcgehngt Nälhehthe Re Lhhhe Genltenst fr Iäbehth Ihhthrefe uml Fßh ilhktrt, eh igeheehn ggg 0 Weg ber fun hmft ke /Alteſt⸗ ſben kthglt⸗ lchh ſoſhyft I0 den l fe AS hgſe 10 J8Plgc, M. mfomhe inck 104 Der achte Eingang. Livius und Gismund. Livius. Je ſtehets umb ſeine Sachen mein Herr Gis⸗ mund? Gim, Paganin hat mit den Achten geredet/ und ſeine Klageſchrifft uͤbergeben/ welche/ wie in deroglei⸗ chen Sachen zu geſchehen pfleget/ angenommen/ als eine richtige Klage. Lähius Ifts möglich? weiß es der Herr gewiß? Cism. Gantz gewiß. Lir Was iſt er aber nu zu thun geſonnen. Cünt. So bald als es Nacht/ wil ich Leßbien zu Frawn Ginelta fuͤhren/ damit wenn ich verſichert/ daß man mir ſelbige nicht nehmen koͤnne/ ich unter⸗ deſſen vor das uͤbrige ſorgen moͤge. Es iſt ja keine Sache/ die das gemeine Beſte betrifft/ wel⸗ che mit ſo groſſer Hoͤffligkeit zu treiben/ daß ich indeſſen nicht ſolte Zeit haben in des Herrn Nahmen mit ihr durch zugehen/ wenn es ja an⸗ ders nicht ſeyn koͤnte/ das groͤſte vor dem ich mich befuͤrchte/ iſt daß mir Leßbia nicht genom⸗ men und den Paganin wieder gegeben werde/ wel⸗ ches meinen Tod oder ſtets ein ungluͤckſeliges Le⸗ ben verurſachen doͤrffte. Iiu, Wie lang doͤrfft es noch wohl anſtehen/ biß ſie der Herr zu Frawen Einelra fuͤhren wil. Giöm Eine Stunde oder etwas weniger/ denn weil es ſchon umb die Zeit der Abendglocke/ wird es in⸗ deſſen ſo ſpaͤt werden/ daß man wohl wird gehen koͤnnen/ ſonder geſehen zu werden. Morgen ſo bald daß Thor offen/ bin ich entſchloſſen mit 94 86 ———— 7ð Die Seugamme bia reiß aus zugeben/ es entſtehe daraus was im⸗ mer wolle/ weil es meinem wiederwertigen Gluͤck eedt alſo beltebet. Liv. Oder mehr der Thorheit der Tugend/ die diebe gibt 00 0 ihren Dienern ſolchen dohn. 0 Gism. Ach grimmigſte Liebe! Warumb biſt du ſo ge⸗ llz 0 nau mit deiner Suͤſſigkeit gegen deinen Dienern/ und wo du mir itzund noch keine verleihen wilſt/ warumb ſchenckſt du mir zuvor Wermuth und Gallen ehe ich eine Liebligkeit geſchmecket/ war⸗ t Meſ umb ſind anderſeits ſo lange und unendliche Ar⸗ hetgus beitſeligkeiten/ ſo viel Leydens/ Bemuͤhungen h le. und Thraͤnen! O wie wahr iſts/ daß man dor die minſte Luſt tauſend Schmertzen zu gewarten en 60 abe. 10(J Liv. Mein Herr Gismund ich bitte er laſſe dieſe Thraͤ 10 nen und Seufftzer unterwegen/ laſt uns vielmehr i auff Mittel dencken wie dieſen uͤber unſern Haupt ſchwebenden Gefaͤhrligkeiten zu entge⸗ uſlen 1 0 hen. 0 Gism. Wir wollen in das Hauß. 1585 Liv, Laſt uns hinein. ileh aktket 82888 5 10 I 8 2 Rlkile — Olts leton 0 Wh Die 00 1 R/ yir Luſt⸗Spiel. 79 mdie Vierdte Abhandelung. Aghhele Der Erſte Eingang. N Livius. Gismund. Lesbia. eh kils Siſt kein Menſch zuſehen/ der Herr Gisnund komme heraus/ denn hier iſt niemand. Ghöm Hat ſich der Herr allenthalben wohl umbgeſe⸗ 1 hen. ng get AIch ſage noch es ſey niemand verhanden der Hert 1„%“ komms ſicher. elfte A Eebia, Wie weit haben wir wohl zu gehen von hier mein Wääagnetnol, Herr Gismund? .htnbonu, Etztg. Es iſt nicht fern mein Leben! ſie verdecke das Ge⸗ etsus, dr; Jichte wohl mit dem Mantel/ damtt ſie nicht erken⸗ net werde/ wenn uns etwa iemand begegnen moͤchte. Li. Laſt uns keine Zeit verlieren. Sie gehen. Gistn. Der Herr trete voran/ wir folgen. Lesbis. Wie viel Muͤhe nimt der Herr unſert wegen auff ſich/ Herr Livius. Lixius.Es iſt meine Schuldigkeit, O ſuͤſſeſte Worte! — Der Ander Eingang. Hieronymus und Broſcus. Hieron. As ſol ich viel ſagen? Was von boͤſer Art iſt/ 0 und aus einem unſaubern Geſchlecht geboren A włwird/ wird weder durch WächefSeäre Die Seugammmn. noch durch Wolthat gebeſſert. Der Bruſcus iſt in meiuem Hauſe aufferzogen worden/ von Kin⸗ desbeinen biß hirher. Mein Vater ſchon/ und wir andern hernach/ haben uns ſo gegen ihm ver⸗ halten/ daß er/(wenn er wolte/ von ſeinen eige⸗ nen Mitteln leben koͤnte/ gleichwol deſſen alles ungeachtet/ unterlaͤſt er nicht bißweilen ſolche Springe zu thun/ die gar anders denn wohlſtehen⸗ Dieſen heutigen Morgen hat ihn entweder der Schalck Musca beredet/ oder Gismund gezwun⸗ gen/ daß er in meinem Nahmen dem Frembhen eine Verſchreibung auffgeſetzet/ welche mir/ Gott weiß wie viel Wiederwillen/ und nicht ſonder Ur⸗ ſach/ erwecket. Denn wenn ſie bey den Gerichten haͤtte ſollen vorgewteſen werden/ waͤren mir/ un⸗ angeſehen/ daß ich unſchuldig/ doch nichts als Verdruß und Sorgen daͤrgus erwachſen/ aber ich wil ihm einen ſtatlichen Ausputzer geben/ damit er ein andermal ein wenig beffer den Sachen nach⸗ dencke/ ehe er ſeine Haͤnde in detogleichen Haͤndel ſtecke. Daß ich ihn gantz abſchaffen ſolte/ kom⸗ met mir anitzo nicht gelegen/ denn ohne das er auf meine Sachen gute achtung giebet/ dem Hauſẽ wohl vorſtehet/ und auff meine Nahrung ein wa⸗ chendes Auge hat; So weiß er ſonſt von vielen Sachen/ die ich nicht gerne wolte andern laſſen vor Ohren kommen/ viel weniger auch tem and ſelbſt vertrauen/ er gehet des Nachts mit mir wañ es von noͤthen/ es verdreuſt ihn nicht/ daß wenn ich was neues bekomme/ mir es biß ins Hauß zu bringen/ wenn es nicht anders ſeyn kan/ weiß er es ein Tag oder zwey in dem Hauſe zu verbergen/ daß es niemand innen wird. Dieſer Urſach we⸗ gen wil ich ihn vielmehr warnen als züchtigen. Bruſcus hoͤreſt du nicht? komm herunter/ er Achktha Ale Säche /ei Whäkhiek ſußk. Ich 1/ Mil di f etz te Aetfol AWohle erhert ö0wiel Wstoche eet. Acpohl MeikeSt Aehethel! ſf ihn Wohlwe te ehal /ußd lgeh, ſhcbe AAKl ſae. Achott, . Abefd Akehle fch, ahftl 5 Luſt⸗Spiel. 8 89 05 81 „Okk hee, eess ja gehoͤret haben. Broſcus ho! mit kurtzem/ erdg /hl wer ſeine Sachen iemand vertrauet/ macht ſich Vut ſh da er frey/ zu einem Knecht. blogchenßeß Brolco. Mein Herr hier bin ich/ was begehret der Herr? Munfngth Eliet. Kom her. Ich wil mich nicht viel üͤber dich er⸗ fhb8‚0 zuͤrnen/ wil dich aber wohl wiſſen laſſen/ daß/ ſt Hrelthf wenn du mir ein andermal einen ſolchen Auffzug köbenwe machen werſt/ wie heutigen Morgen geſchehen; ü du erfahren ſolſt/ daß du uͤbel gethan/ verſteheſt Gmtüdgg du mich wohl? r denginlol/ Broldo. Weiß der Herr wie es gehe? achenlhbak. Kiet. Ich tweiß ſo viel/ daß es genung fuͤr mich. oſchektdehe, Bioſeo Eind was noch aͤrger/ das heutige iſt nur ein Poſ⸗ c00Jucen ſen geweſen. WSärgt), Kier. Was kan wohl aͤrger ſeyn/ als in eines andern ntesch Namen eine Schrifft auffſetzen? ähſcheih. Moleo. Die Schergen von den Achten ſuchen Cismund. ſcsſut Hiet. Suchen ſte ihn; ſo iſt es ſein Schadel So muß„ rthöcen gleichwohl was anders hinter der Sachen ſeyn. gtähin Woher weiſt du es. nkhshr, Broleo, Es iſt keine halbe Stunde/ als zwen vor der Hin⸗ N nelhen kerthůren/ und zwey vor der Forderthůren voruͤ⸗ 66/öie,. ber gegangen. lregeh Rien Sihe(o haben gleichwol dieſe zwey eine digen eſrkr Horbracht/ und jener redliche Mann hat die War⸗ erckethhf heit geſaget. 5 0%/ Broſcus Wolte Gott/ daß es ſo nicht waͤre/ als wahr es iſt. Het. Woher weiſt du daß ſie den Gismund ſuchen? Sie 15 5 7 wohl einer andernlurſachen wegen hier ge⸗ urke weſen ſeyn. b918 Broſs Zum wenigſten weiß ich daß ſie mich nicht begeh⸗ U1. Uichk⸗ ken. el döſtlKier Freylich. Du biſt ein ſanberer Biſſen. 0/ A 7 Broſeus. 2 Die Seugamme Broſcus. Wo ich wegen des Herrn nicht gefangen werde⸗ ſo weiß ich wohl/ daß ich meinetwegen ihnen nicht in die Klauen gerathen kan. Hier. Geh/ ſchicke Kinder auff die hohe Schule? geh⸗ Solche ſchoͤne Haͤndel fangen ſie dir an/ weiß es Eismund? Broſc. Von mir nicht/ weil er von der Zeit an/ nicht in dem Hauſe geweſen. Es iſt von noͤthen/ daß ihm der Herr behuͤlfflich ſey. Hier. Daß ihm Gott ein boͤſes Jahr verleihel Wenn ich wuͤſte/ daß nicht nur was er/ ſondern auch was ich habe/ ſolte vor den Teuffel fahren/ ſo wolt ich ihm doch das Waſſer laſſen biß an den Hals kommen. Broſc. Der Herr ſehe/ daß er aus einem kleinen Blaͤtter⸗ lein nicht einen Krebs mache. Hier. Es mag/ ich weiß nicht/ was draus werden/ du ſolſt wiſſen/ wenn ich mir eine Sache vornehme⸗ daß du dich nicht darumb zu bekuͤmmern habeſt/ er mag dar vor ſorgen/ er iſt groß und erwachſen. Broſco. Wil ihm der Herr von ſeinen Mitteln nicht helf⸗ fen/ ſo helffe er ihm von dem eigenen/ das ihm ſein Vater gelaſſen/ wil er dieſes Menſchen Unter⸗ gang befoͤrdern umb die Heller zu erſparen/ und die Freunde nicht zu bemuͤhen? Hier. Was bildeſt du dir wohl ein/ daß ſein Vater ge⸗ laſſen habe? Bioſc. Geſetzt/ daß er ihm gar nichts gelaſſen habe? dünckt es dem Herren Ehrlich ſenn/ daß man ihn ſo anlauffen laſſe? Man nehme es wie man wol⸗ le/ was der Herr hat/ komt nach ſeinem Tode ihm von Rechts wegen zu/ und wenn es ſo nicht waͤ⸗ re; hat doch der Herr beſchloffen/ daß es ſo ſeyn muͤſſe. Wenn nun dem ſo/ wie es denn in War⸗ heit nicht anders iſt wie kan ſich der en f b diel ſhetbitbet. eho be beß kigen ſtbabſche ehan fl tehk Meobedtkff ücderg; Mihweß/ ethathal öl det Wlo ot Ahblſek at lachtbeſ ötklegeſ chhpdbre Ath wen Mhthell elergb httusge Alchun he Whtonh. d esſt agbch Afemir Wlhenh ANeoßege funtdef et ge Aenfhe — 0 W F fͤcgenikech fE ch, et ibee 10 Ae Hatule⸗ ghr/o W h/W eo l Hick. Brole. lier. Luͤſt⸗Spiel. 84 ten/ ihm zu helffen/ weil ihm uͤber dieſes ſeine Ehre/ und die Liebe/ die er billich zu ihm traͤgt/ darzu verbindet. So iſt es auch mit ſeinem La⸗ ſter nicht alſo bewand/ daß nicht Leute/ welche ſchier den einen Fuß in dem Grabe haben/ wohl aͤrger und abſcheulicher ſuͤndigen ſolten/ der Irr⸗ thum den man in der Jugend aus Kebe begehet/ verdienet mehr Mitleiden als Straffe. So ſo/ iedweder iſt auff ſeiner Seiten/ und du mehr denn die andern alle ingeſamt. Weil ich weiß/ daß doch endlich/ wenn ith alles werde gethan haben was zu thun; ich nicht weni⸗ ger Lob von dem Herrn derowegen verdienen werde/ als von ihm. Der Herr ſpreche den Ge⸗ heimſthreiber an/ welcher ein redlicher Mann/ und vielleicht beſſer/ als in vielen Jahren einer in dieſer Stelle geweſen/ berichte ihn von der gantzen Sachen/ und brauche Geld und gute Freunde Ich bin gewiß/ wenn Gistnund bey dieſem Handel ei⸗ nen Nachtheil leyden ſolte/ es werde den Herrn ſein debenlang bekuͤmmern und verdriſſen/ daß er ihm nicht ausgeholffen. Ich wil thun was mir moͤglich/ werde ich Wieder⸗ willen darvon haben/ ſo wird er/ Wiederwillen/ Schaden und Spott darvon tragen. Ich wil hoͤren/ wie es ſtehe/ du weiche nicht von Hauſe ſondern gib Achtung/ ich glaube/ daß Fraw Eine⸗ Ka, wie ſie mir kurtz zuvor zu verſtehen gegeben/ dieſen Abend mich mit einer Freundin beſuchen wird/ derowegen bleib auff der Hut/ damit wenn ſie hinten oder forn an die Thuͤre ſchlaͤgt; ſie nicht duͤrffe eine gantze Stunde warten/ und ſich alle Nachbarn ſehen laſſen. Wenn Fraw Ginekra weg geher ſuñ die Gefaͤhrtin hier laͤſt/ ſo ſchleuß ſie in die Unterkammer uñ ſage/ daß ich bald verhanden ſeyn werde. J 2 Broſc. Die Seugamme 4. Broſc. Ich wils thun. Der Mann lebet aͤrger bey ſei⸗ 0 nen 50. Jahren/ als er nicht that/ da er zo. war/ ides er rennet herumb als der jüngſte Menſch/ und bringet ein groſſes Geld mit Pancketen und Maͤg⸗ hnichts den durch/ ich glaube nicht/ daß ein Mann in gantz Aitticht Floren? ſey/ welcher ſich weniger bekuͤmmere/ als t de g er/ es gehe wie es wolle/ er hat allzeit einen guten alzdie Muth/ wiederfaͤhret ihm etwas uͤber ſein Ver⸗ fhel, Fr muthen/ ſo iſt er erſtlich ein wenig unluſtig/ aber e nwwt bald darauff iſt es uͤberhin. Hergegen ſind an⸗ ſennchd dere/ welche ob ſie wohl reich und von groſſem Ver⸗ ptie moͤgen/ keinen Mangel leiden/ und allezeit vor den Ichngllte Wind haben: gleichwohl iederzeit ſo unluſtig/ ſhefder unfreundlich/ und verdrißlich/ als wenn ihnen Glchi die gautze Welt zuwider. Noch wundert ſich . W0 B mein Herr/ wenn ſein Neffe der kaum 20. Jahr o⸗ 3171 der etwas druͤber erlebet/ auch umb etwas ſeinen 10%1 Begierden nachhanget/ ich habe ſchier nichts an⸗ Uöbnd ders zu thun/ als daß ich ihm bald dieſe bald jene Iün verkoppeln helffe/ die ihm dieſe Ginelta, daß ſie der—9 Krebs freſſe/ zufuͤhret. Schau/ da komt das 0 Auffgeld von dieſer Muͤntze/ Herr Lixius mit ſei⸗ Auukheſent nem Diener/ ich muß fort machen. b Achlltc K mund 00 tt/f Der Dritte Eingang. 1 ken fit Brozzi. und Livius. Brobi! daßar Leich itzund war ich in den Gedancken/ wo der Kändit Herr moͤchte anzutreffen ſeyn/ und wannen kom⸗ edt/ met er alſo allein ltrch Ich habe meinem Hertzen Geſellſchafft geleiſtet/ welches anitzt mit Leßbien/ die von Eismund be⸗ ill ys gleitet/ aneng ene eh IſWen/ Luſt⸗Spiel⸗ ige gleitet/ in das Hauß Frawen Gineltæ gegan⸗ 00 eln ag ard deonhenl Bior, Hat Leßbia niches mehr von dem Herrn als ſein Welflr Hertz? diß iſt nicht viel. bhar Ilus, Du ſageſt die Warheit. wöchäun Biot, So ſchlim als die Sachen ſtunden/ kunt es nicht W0 heſſer gehen. Fraw Ginelia iſt des allgemeinen Glaubens und wird thun was der Herr begehret. Lixus. Ich verſehe mich durchaus des Widerſptls. Btos, Gismund wird vielleicht aldar geblieben ſeyn? Iius, Er iſt aldar geblteben. Und iſt der ungluͤckſelig⸗ ſte Menſch auff der Welt/ denn uͤber dieſes/ da er ſich und Leßbien(welche er ſo ſehr liebet/ als ein Frawens Bild zu lieben moͤglich) in ſolchem Be⸗ fuͤmmerniß ſihet/ iſt von noͤthen/ daß Fraw Eine⸗ lta ſo bald/ als es nacft/ Leßbien aus dem Hauſe fuͤhre/ und in denſelben Ort/ da ſie Sie hin zu leiten geſonnen/ wil Gismund durchaus nicht wil⸗ ligen/ gedencke nun/ wie dieſem armen Verliebten 00/Wöttto. muͤſſezu muthe ſeyn. 0/U1 M Aueſ, PHlüsell Broꝛ, Woher komts/ daß ſie Fraw Einelra nicht in dem Hauſe zu behalten geſonnen? Lirius. Es iſt Sismund der ſie nicht bey ihr wiſſen wil; denn er fuͤrchtet/ ſte moͤchte ihm aldar weggenom⸗ men werden/ weil leichtlich Unſer iemand haͤtte 0 gewahr werden koͤnnen/ als wie ſie dahin gefuͤh⸗ ret. 1 Buon. Ich weiß/ daß man das Eiſen ſchmiede/ und mehr denn in einem Orte. g k.E, Liriss. Ich ſchwere dir/ ich ſey gleichfals ſo verwirret ſnino daß ich nicht weiß/ wo ich ſey/ oder was ich thue. Iiüſel Frorzl. Was iſt aber des Herrn Vorhaben? Abine Lizius. Ich woil ein wenig herumb wandeln/ und hernach 10 ðwieder zu Frawen Gineflia kehren/ und da ich ſehe/ F 3 daß Brozzi. Hat ſie auch wohl in dem hingehen irgends ſich 10 U Die Seugamme 40 00 daß Gismund weg/ wil ich verſuchen/ ob ſie da⸗ 40 5 hin zu bewegen/ daß ſte Leßbien an einen ſolchen 0 Ort fuͤhre/ da ich ſie zum wenigſten ſehen koͤnne. hit folcher Sachen verlauten laſſen daraus Cismunc 0 10 vermutten koͤnnen/ daß der Herr heute bey ihr ge⸗ Wlhen weſen? 5 guftolk. Liy. Sie hat nichts derogleichen erwehnet/ entweder/ Wachwe weil ſie nicht daran gedacht/ oder weilſte Gismung Ahnftgeh ſo bekuͤmmert ſihet/ daß es ſte nicht Zeit duͤncket Abees wät ſein Hertzeletd mit derogleichen Erzehlung zu ver⸗ Alhennth mehren. Aber ſtille/ er iſt eben ſelber dar/ laß üffkk( uns von hier gehen. ö At undff elke ziml W-aek mit 8 Altgeit e Der Vier dte Eingang. ätboeeleich Musca und Gismund. W duß es Itbe, Vs iſt hurtig! diß gefaͤlt mir! ich bitte auffs Atufln hoͤchſte der Herrerzehle wir doch diß Stüͤcke aifl dß von Glied zu Gliede. AIhins S Nach dem ich Leßbien in Frawen Ginefren Hauß anic gebracht/ und Livius hinweg gegangen/ zeucht ſie Aauflig mich in eine Kammer/ darmit uns niemand zu Fametem hoͤren moͤchte/ und erzehlet mir/ daß des Lirius l, Amme/ welche von allen Sachen gute Wiſſen⸗ ut/ de ſchafft traͤget/ ſie heute aus dem Zimmer geruffen/ uenlif in welchem wir ſte gelaſſen/ und in eine Neben⸗ Maichm kammer gefuͤhret/ unter dem Vorwenden/ die lnu Fraw muͤſte wegen etlicher Nothwendigketten in ugyhen/ das Zimmer gehen/ derowegen hoͤchſt noͤtig/ daß igtele ſie fich indeſſen in das andere begebe/ in Wer Rahtläg ie 1 1 6 0 Luſt⸗Spiel. 87 Saſc/lhe ſie/ ſie gebeten haben wolte/ mehr ſtille zu ſeyn gg denn vorhin/ und der Poſſen iſt hierauff ausge⸗ f lauffen daß ſie hernach wiederkommen/ und ſie wi⸗ fihgct der in vorigen Ort abgeholet. ſfbdeh Museg. OGott! geh/ geh/ verlaß dich auff die Weiber! Gäe, Eiem, Und vornemlich auff Maͤgdlin/ liederlich Geſin⸗ deund Dorffvolck. Kurtz hernach ſagte ſie/ waͤ⸗ re/ ich weiß nicht wer/ in daſſelbezimmer kommen/ aus welchem ſie gegangen/ ſie zwar haͤtte ihr ſicher eingebildet/ es waͤre Livii Mutter geweſen/ wenn nicht kurtz hernach ſie gehoͤret/ daß man die ander Thüre eroͤffnet/ durch welche man in das Ober⸗ hauß gehet/ und ſich einer hinein gefunden/ wel⸗ cher bey einer zimlichen Stunde entweder mit der 5 8 Magd/ oder mit Livii Mutter/ oder mit einer andern die Zeit vertrieben. hh, Alisca, Es wird Hielleicht die Amme geweſen ſeyn/ welche mit iemand von dem Geſinde ihre Leichfertigkeit/ lut veruͤbet. Ciom. Ich halte daß es wohl andere geweſen/ als Amme und Geſinde. tee I% Giem, Du weiſt/ daßiich dir anderwerts erzehlet/ daß mötze Syeia, Lävius Schweſter/ immer ein wenig mehr 10 fa Kebe gegen mich blicken laſſen/ als ſich wohl gezie⸗ 4 met/ wiewohl ich ihrer wenig geachtet. (llle, 1005 Musca, Ich erinnere michs/ und der Herr hat offt deſſen I1 0 erwehnet. C(ism. Die Amme/ welche mehrmals Sylvien haͤtte da⸗ .LMii, ect Ufeh. erbkgehret, wird hin kommen laſſen/ wohin ich ihrer begehret wir ecefe f heute wie ich mir einbilde/ als ſie mich geſehen/ aus Livius Kammer kommen und von Lesbia 100 hinweg gehen/ nach dem ſte es Zeit gedaucht/ in 0 e 8 Leßbien Stelle Sylvien gefuͤhret haben⸗ damit 105 n ich bey ihr laͤge/ und dadurch nachmals gezwun⸗ W„, F 4 gen 88 Die Seugamme gen wuͤrde/ ich wolte oder wolte nicht/ Sylvien/ ‚ wie ſie begehret/ zu der Ehe zu nehmen. 0 fo Musca. Wo die Sache alſo/ wie der Herr erzehlet/ wer mag es denn wohl geweſen ſeyn/ der/ wie Lesbia P3 gehoͤret/ in das Zimmer kommen. Cism. Es kan niemand anders geweſen ſeyn/ als Li⸗ änSche vius, welcher/ in dem er ſich eingebildet/ er lege ſihldegern ben Leßbien/ ſeine eigene Schweſter wird heſchlaf⸗ ſfean R fen haben. thigmerm Musca. Das walt der Teufel! O Gerichte Gottes? Aild Se Sism. Du wirſt erfahren daß die Sache nicht an⸗ n Rlagch ders. Wich ſoltee Musca. Wo dem alſo: wolte ich hundertgeckinen darumb marneh nicht miſſen/ ſintemal ich eine Kunſt mehr kan/ kel zu zie als der Herr weiß. Ich bin ein Wahrſager! ät habe ich den Herrn nicht heute fruͤh erinnert/ fſch/te daß man ſolche Wahren keinem lebendigen Men⸗ kenmein ſchen vertrauen doͤrffe. eß ich l A. Sism. Es iſt wahr/ du haſt es geſagt! aber ich haͤtte e⸗ Aihfot/ n ber alle Dinge geglaubet/ als dieſes. Und mich Ahltte/ e duͤncket/ als grieffe ich es mit den Haͤnden: denn Hibfknen ich habe den gantzen Tag/ ich weiß nicht was/ on hechts h dem Livius geſpuͤret/ das mit Argwohn erweckte. ärdelg. Er antwortet nichts zur S achen/ redet zitternde/ ehttnt und iſt gleichſam als weñ er aufſer ſich/ weil er in⸗ W wendig/ den Streit ſeines eigenen Gewiſſens und Aüffekätten der Liebe empfindet. 5 —ç 2 Musca. aſt uns von hier/ der/ welchen ich von dort an⸗ Wanhen kommen ſehe/ iſt baganin. Tsfchgerd Achenheil ahten Be uhheſe uſler; Der 1 K Wluft lektk/ l Kuchgeh. c0 c, J% K okeh. gehehre K Frtc Ge NEigehe ierzter Jeite Außteeſ W Böthe NA tlke A tdeg ihßntt 0 Ie a alftef datheln cheßte 4 f, —— Luſt⸗Spiel. 89 Der fuͤnffte Eingang. Paganin. iſt nicht die geringſte/ ſondern vielleicht wohl die sroͤſſeſte eine Rechtfertigung haben/ denn man kommet nimmermehr zu dem Endurtheil/ und die G5 allen Sachen/ welche die Menſchen aͤngſten/ Unkoſten und Schaͤden ſind unertraͤgltch. Als ich meine Klagſchrifft eingegeben/ iſt mir gera⸗ then; ich ſolte einen Rechtsgelehrten zu einem Beyſtand annehmen/ diß that ich/ und hub an den Beutel zu ziehen/ der Beyſtand gab mir dieſen Anſchlag/ es waͤre von noͤthen/ daß ich ſo můnd⸗ als ſchrifftlich/ tedweden von der Obrigkeit inſon⸗ derheit von meinen Sachen berichtete. Ich ver⸗ ſprach/ daß ich auch dieſes nicht unterlaſſen wolte. Er fuhr fort/ und rith/ wo ich Freunde oder Be⸗ fandten haͤtte/ ſolte ich dieſelben anhalten/ daß ſie dieſen und jenen meinetwegen anredeten denn Gunſt machts und thuts. Ich fragte/ wozu ſind ſo viel Haͤndel von noͤthen/ ſintemal der Hertzog eines gerechten und guten Sinnes/ er gab mir die Antwort/ daß/ obwohl ihre Durchl. befohlen/ mit mir auffs kuͤrtzeſte abzukommen/ und da man wuͤr⸗ de befinden/ daß ich die Warheit redete/ mir wie⸗ der zu mein emð raͤwlein zu verhelffen:daß dennoch die Aus fůhrer dieſes Befehlichs/ entweder weil ſie dem Gegentheil mehr gewogen/ offt nicht rechten und wahren Bericht geben/ oder die Sache in die lange Truhne ſchieben/ daß jener weil ihm die Un⸗ koſten ſchwer zu ertragen/ endlich tantzen muß/ wie ihm der Wiederſacher/ der geſuͤnder in dem Beutel vorpfeiffet/ oder ja gar aus Verzweiffe⸗ F 5 lung 90 Die Seugamme lung den Rechtsſtreit mit Verluſt/ Hauptguts und Unkoſten/ zu uͤbergeben gedrungen wird. Weil ich ich nun nicht gerne wolte/ daß mir derogleichen begegnete/ waͤre ich wohl geſonnen/ mich mit dem Hicronymus in der Guͤte zu vertragen; wenn ie⸗ mand verhanden/ der ſich in das Mittel ſchlagen/ und ihn auff ein ſtuͤcke Geldes behandeln wolte: denn diß Kind iſt nicht mehr vor mich/ begehro auch ihren Vater nicht mehr zu ſuchen/ ſintemal ich ihm eine Hure ſtat einer Jungftawen wieder bringen ſol. Ob mich wohl diß Ungluͤck des ar⸗ men Maͤdgens biß in die Seele kraͤncket ja mehr/ als mein eigen Verluſt/ der ich darůbit ſchier umb alles kommen/ und faſt meine Augen auffgeſetzet! Nun/ es ſey Gott befohlen/ ſie haben dochendlich ſich auffs meiſte verunehret/ eine von ihren Va⸗ terlande betrogen/ und wie man ſagt/ ihr eigen Neſt beſudelt. Der ſechſte Eingang. Lesbia und Fraw Gigefta. Lesbia. Ch bitte/ laſſet dieſen Mann zuvor voruͤber ge⸗ 4 hen. Binefra. daſt uns unſeret Thuns warten/ was haben wir mit ihm zu thun. Lesbig. Zum wenigſten/ wo euch beliebet/ laſſet ihn zuvor hinter jenc Ecken kommen. Gin. Gehet fort! er iſt voruͤber. Lesbia. Ich wolte nicht umb alles auff der Welt/ daß er mich geſehen haͤtte. Gin. Warumb dieſes? Lesbia. Ahbeksl Wichekich Wleket Mfathet/ Agkchfft ehwelch lllet. iäswet o ißdiekm childe en atk. hlletwer Aeſet nic ftszumit Agith/) /5 oll nek 0 Aggläck n hogfi Mle. * toil Aſhetzſe gerit ch cliche lͤch ihp f herſe Fithnht/ Thgbih be ſullkeg K eg 4 Luſt⸗Spiel. ſültſe Ledpia. Ihr werdets mit der Zeit wohl erfahren/ aber/ wo Mmnguo Wollet ihr mich hinfuͤhren? Ein. Umb derer Urſachen willen/ die ihr von Eismund verſtanden/ iſt von noͤthen/ euch in ein Hauß ei⸗ ner gar auffrichtigen uñ ehrlichenperſon zu brin⸗ gen/ bey welcher ihr die beſte Bequemigkeit haben werdet. Lesbia. Iſt es weit von hier? Ein. Hir in dteſem Hauſe. Laſt uns hirumd gehen/ denn ich wil daß wir durch die Hinterthuͤre hinein kommen damit wir ſo wenig als moͤglich moͤgen verſpuͤret werden. 85 Lesbia. Bergeſſet nicht Herren Eismund zu fagen/ daß er ſtracks zu mir komme/ und bittet die Fraw in de⸗ ren Hauß ihr mich fuͤhret/ daß ſte/ auſſer Herrn Gismund, nicht einen einigen Menſchen zu mir laſſe. Gin. Mein Kind/ die in deinem Zuſtand iſt/ muß etwas leyden/ daß ihr nicht beliebet. ——lesbia Ich wil mit gutem Hertzen alle Arbeit/ Elend/ 00 und Ungluͤck ertragen/ wenn ich nur an meiner Ehren von niemand angetaſtet/ oder beleidiget (Gabelt, werde. „Gig, Wer leben toil/ muß itzund alles leyden. Loobis. Bin ich gleich in dieſem Zuſtande/ in welchem ihr g mich fehet; ſo ſchaͤtze ich derowegen meine Ehre 67 ö nicht ſo geringe/ daß ich auffs wenigſte wolte aus dle h der Art meiner Vorfahren ſchlagen/ welche ſtets hoch adeliche und hochgeachtete Kute geweſen. Und ob ihr mich ſchon unter den Haͤnden dieſes jungen Menſchen findet/ ſo bildet euch doch ein/ daß ich nicht/ dafern er mir zuſage/ und Glauben halten wil/ bey ihm/ als ein unzuͤchtig Weib lebe. Ein. Mein liebes Kind/ ich wil euch zu einem huͤbſchen alten Manne und einer betageten und ſitſamen 15 Frawen 9² Broz. Die Seugamme 1178 Frawen begleiten/ welche euch nichts als liebes ſn und gutes werden erzeigen/ in dem uͤb rigen ma⸗ 10 chets/ wie es euch beliebet. Ae Lesbia. Ich werde das Leben keinmahl hoͤher achten als 11 die Ehre/ denn ob man wohl jenes lieben ſol/ uß fl 10 man dennoch dieſe nicht ſo geringe ſchaͤtzen/ daß aik man ſie dem Leben wolle hintanſetzen. Denn/ Aß das Leben ſonder Ehre bey einer Frawen/ iſt nicht ngl Leben/ ſondern Lod/ und eine Fraw ſonder Ehre/ min iſt keine Fraw. Aberbel Ein. Dieſe predige von der Keuſchheit/ und hat dem fh Teufel in dem Hindern/ laſt uns hieher gehen anſ U denn es kommen Leute. afkfl coket W. — hft 0 R Wh Recht Der ſiebende Eingang. 115 Livius und Brozzi. 0fhhe Livius. eleich 9 6 Ben dieſe Weiſe/ durch welche ich heute Leßbien luchz Abetrogen/ kan dienen/ ſie noch dieſe Nacht hinter emt das Liecht zu fuͤhren/ wo Fraw Einelta wil. Denn ſuszit wenn ſie Leßbten in das Hauß von einer Frawen hffe fübret/ kan ſie ihr gebieten/ ſich ſtille zu halten afeis umb daß man ſie in dem Hauſe nicht hoͤre noch er⸗ ſfbiß kenne/ und ieh/ an Alter und Geſtalt ihm nicht ſehrn liete ungleich/ wil ein ſolches Kleid anziehen/ wie er ingt, traͤget/ und durch gleiches Stillſchweigen verſu⸗ anfhut chen/ zu ihr zutommen. Aub fomt Brozzi. Wenn aber Eismund zu Frat Ginelta ſagte/ daßt ns e er ſelber begehrete ben ihr zu ſeyn? ikgent Livius. So kan ſie antworten/ ſie waͤre in redlicher Leute achit Hauſe/ da hinein er nicht gehen doͤrffte/ und wenn Mfcg, thim lieb waͤre/ ſie zu verbergen/ muͤſte er etwas Gedult haben. ac tg l, kmilnen ſlhäög gh reslekhſh fägse kekſcg, Jy ctepſe (Srpſuh ſhet/ lhghh E emen. g WI geihhekket“ ek ohkhur Glefz chet bohäh rtthzn fztü htn⸗ filhöntht. e/e iß Iiſchrl ö ſtegghetl“ iſen“ I Luſt⸗Spiel. Br022ĩ. Fraw Ginelia kan alles/ wenn ſie wil. Iiy Sie hat den Willen zu allem oder zu nichts. Bro22i. Ich verſteh diß nicht. Litius. Wo ſie ihren Willen drein gibt/ daß ſte mich zu ihr fuͤhret/ wird ſie ihr das ander auch wohl belie⸗ ben laſſen/ ſchlaͤgt ſte mir aber das eine ab/ ſo iſt das ander nicht zu hoffen. Bronzi-Geſetzt/ daß es alles nach des Herrn Wundſch von ſtatten ginge/ ſo wird er doch morgen in groͤf⸗ ſeren Verwirrungen ſtecken als heute. Gismun⸗ den wird er verlohren haben/ welcher ihn/ und nicht unbillich/ vor einen ſchaͤndlichen Verraͤther halten wird. Lesbia wird eine Todfeindſchafft auff ihn werffen/ und er wird dieſer Sachen wegen von der gantzen Welt geſchimpffet/ und von einem ie⸗ deen gehaſſet werden. Linlus. Es wird nichts oder wenig derogleichen geſche⸗ hen: denn ich verſichere mich/ daß ich der Leßbien Gemuͤth ſo weit durchforſchen wil/ daß/ wo ſte ſich/ wie leicht geſchehen kan/ entſchliſſen mag/ mit mir durch zugehen mach ich mich morgen auf/ und ziehe mit ihr von Florentz. Broxzi. Diß was ihr vorhabt/ ſie gar zu behalten/ iſt das gefaͤhrlichſte aller Anſchlaͤge/ der Herr verleuret hierůͤber ſein Vaterland/ und Gismund wird ihn verfolgen biß auff den Tod. Er ſehe wohl zu/ daß ihn dieſer Wahnwitz/ nicht umb Gut und ke⸗ ben bringe. Lix. Es mag ſeyn wie es wil/ es muß alſo gehen. 9³ Bioꝛ⁊i. Warumb kommet er nicht viel eher dem Gismund mit etwas Geld zu Huͤlffe/ damit er aus dieſen Haͤndeln gerathe/ denn ſo koͤnte geſchehen/ daß er ſie hernach mit euch gemein haͤtte/ wie wohl ande⸗ re pflegen. Litius Hieran darff man nur nicht gedencken: denn er hat Die Seugamme hät ihr verſprochen/ daß er ſte heyratheit tvolte. Broꝛ. Wo ihr euch denn entſchloſſeu habt mit ihr durch zugehen/ ſo thut es auffs wenigſte/ ſonder ihr et⸗ Wees Wambzfögen mattknheßenmieh tel. Liv. Was fuͤr eines. Bio⁊. Der Herr gehe mit Fraw Ginefra zu Leßbien/ gebe vor/ Gismuud ſchickte ihn zu ihr/ und liſſe ihr an⸗ melden/ ſie waͤre in groͤſſerer Gefahr/ ergriffen zu werden/ als iemals. Derowegen ſchickte er ihn zu ihr/ daß er ſie aus Florens fuͤhren/ und an ei⸗ nen ſichern Ort bringen ſolte/ ſie wird dem Herrn allen Glauben zuſtellen/ und gerne mit ihm gehen/ ſo bald als morgen das Thor eroͤffnet; mache der Herr ſich mit ihr in ſeines Freundes Solianns For⸗ werg/ welches einſam und recht bequem zu dieſer Sachen/ da kan er ſich ſo lang auffhalten/ biß er ſie auff ſeine Meinung bringe/ ſie/ weil ſie nicht wiſſen wird/ wo ſie ſey/ noch gegen wem ſie ſich zu beklagen habe; wird endlich diß gezwungen thun můſſen/ was ſte in der Guͤte nicht wolte/ und des Herrn freundliche und liebreiche Arten und Sit⸗ ten/ werden ſie in ihrer Wohlmeinung mehr und mehr verſtercken/ der Herr weiß wohl/ eine Fraw iſt ein unbeſtaͤndig und wandelbares Ding. Livius. Und dieſer mein Vorſchlag kan dem Gismund eben ſo wohl zu keinem geringen Gluͤck und Frommen gedeyen. hro. Der Herr redet/ als wenn das uͤbel ſchon geheilet. Liyius. Wenn er ſte nicht ſtets ben ſich hat/ wird er viel⸗ leicht dahin zubringen ſeyn/ daß er einen Mit⸗ buhler annehme/ und durch dieſes Mittel/ die Schande ſie zu heyrathen vermeide: So kan ihm auch dieſes behuͤlfflich ſehn/ zu Befriedigung der Haͤndel mit dem Paganin, Hier ſind nun zwen Dinge Aolet lichete ACigekte agehdetg⸗ Wmgftd WReß zu kbeſſer Aage Ciömlad, hekkibig oſef. Wgechin Atwort Achhofelbſe Ogt Cine hchrkan⸗ fHurdtbe aMaſ berbete Halfegehef Aüczenh. kehen/ b Ihiteigem Akhegwey / erm Aaknt, Kutnt i;1 Aflechic nönm ſchchechät hbt mtchtz Uſhlaßz ſcht fn aͤfebt felſrkt heſefth föggsugge eotlrkee ae ung We uihlfagg uft⸗Spiel. 95 Oluge von noͤthen/ einmal muſt du zu Gismund gehen/ uñ ihm anmelden/ er ſolle ſich nicht viel bey Frauen Ginelrä Hauß finden laſſen/ weil ihn die Schergen der acht Maͤnner hin und wider ſuchen/ durch dieſes Mittel ſind wir vor ihm ſicher. Vors ander ſo muſt du mir bey meinen Freunden zwey gute Roß zu wege brinten/ daß wir morgen ie fruͤher te beſſer darvon kommen/ diß beydes iſt ſonder einige Beſchwerligkeit gar leicht zu thun: denn Gismund, welcher in hohem Verdacht/ wird dir ſonder einig Nachdencken Glauben zu ſtellen/ an den Roſſen kan es nicht mangeln. Gehe dero⸗ wegen geſchwinde/ vetſeume keine Zeit/ und brin⸗ ge mir Aütwort/ in Frawen Ginelre Häuß/ wo⸗ Een ich daſelbſt nicht bin/ ſo erwarte meiner al⸗ ar. Der achte Eingang. Ginefta alleine. Je mehr kan als ich/ mag ſich Meiſterin von dem Handwerck nennen! Nach dem ich das junge Menſch dem Broſcus und der Baͤſche uͤ⸗ bergeben begegnete mir Hieronymus, der gleich zu Hauſe gehen wolte. Bey dem hab ich nach einem kurtzen Geſpraͤche zur Beute/ wie die Lands⸗ knechte reden/ wenn ſie ihre Diebſtuͤcke und Rau⸗ beren mit einem zirlichen Namen bekleiden/ ge⸗ genwertige zwey Goldſtuͤcke bekommen/ dieſe ſind nu meine/ er mag von dem Maͤgden bekommen was er kan. Sismund darff aus Furcht der Haͤſcher nicht nach Hauſe/ daß er ſie ſehen koͤnne des Morgens/ wenn man ſie heraus fuͤhren wird/ wird ſie doch nicht wiſſen/ wo ſie geweſen/ und derowegen Gismund nicht entdecken koͤnnen ⸗ 16 Die Seugamme Uffe ſie bey ſeinem Ohemb zur Herberge geſtanden. Ja wiftkrrt wenn es auch an Tag kaͤme/ ſo wolte ich mir doch nicht die geringſten Gedancken darumb machen. Hieronymus und Gismund wiſſen/ daß ich eine Kuplerin bin/ und von Kuplerinnen hat man nichts anders zu gewarten. Der neundte Eingang. Brozzi. Gismund. Musca. BrOzZz1. Enſchen kan man ja leicht betruͤgen/ und ihnen mit Worten eine andere Sache vorſtellen/ als in dem Hertzen ſteckt: aber nicht Gott den allerhoͤth⸗ ſten der in das Geheim unſerer Gewiſſen ſiehet. Mein Herr Livius hatte ſich eingebildet/ er wuͤr⸗ de gar nicht/ oder auffs wenigſte/ nicht ſo bald die verdienete Straffe ſeiner Untrew zu ertragen ha⸗ ben/ aber ſeine Suͤnde hat ihn/ als er ſich auffs minſte vermutet/ den Schergen in die Haͤnde ge⸗ fuͤhret: Schaw/ ob der Teufel nicht liſtig/ und durchtrieben/ weil er heute bey Lesbia geweſen/ und dieſen Abend ihm vorgenommen/ ſie durch eben ſolchen Betrug noch einmal zu hintergehen/ hat er ein derogleichen Kleid/ als Eismund traͤgt/ angezogen/ und eben dieſes hat verurſachet/ daß man ihn vor gismund angeſehen/ und ins Gefaͤng⸗ niß gefuͤhret. Ob er nu wohl nicht der jenige/ den ſie geſuchet; wird er doch Muͤhe haben heraus zu gelangen. Und wenn ihm gleich nichts anders wi⸗ derfuͤhre/ ſo wird ihn doch genung aͤngſten/ daß er dieſe Nacht/ welche er ihm ſo ſüͤſſe uñ lieblich einge⸗ bildet in demgercker mit Seufftzen zubringẽ ſolle. Schaw/ chlder Frol Arol der! cer feine hſo Hiel fſhlchgehan ſfeheddiege aßdiße G. kfabengot Alhnten/ hůghen/ lk/ reer legegket, ctlirius e, Abſhetſeht A bilundf AitesSsche ieman d ſuht moͤge. Akhon det on dog lifetmi Uehel. Ahuctent W guröe 40 Gikeltz zuuetkle 9 Luſt⸗Spiel 10 Schatd/ wie oft trret das Urtheil der Sterblichen 10 1506 Er gedachte der Froͤlichſte auff der Welt zu ſeyn/ ufhſe und darff wohl der Ungluͤckſeligſte und Elendeſte nge werden/ aber ſeine Suͤnde(in dem er den Gis⸗ ßſ mund, der ihm ſo vtel vertrawet/ ſo verraͤhterlich und ſchaͤndlich gehandelt) hat zu letzt keine gerin⸗ ◻ dᷓere Straffe verdienet/ und uͤber diſes/ muß man glauben/ daß dieſe Gefaͤngnuͤß dannenher entſtan⸗ U den/ daß er ſetnen gottloſen Vorſatz/ in welchem er ihm vorgenommen/ noch aͤrger als heute mit Gis⸗ Nase⸗ mund umbzugehen nicht ſo laͤſterlich zu Wercke lichten koͤnte/ wie er gethan haben wuͤrde/ wenn hüher/ Ahnt.( 38 kenel 1 15 Giln Ifrdiß nicht Lĩvius Diener/ welcher dort mit ſich a Aleine redet. l Ilucs. Er iſts/ und ſihet ſehr erſchrocken aus. Was wird 6 33 5 Auſfenlaf 0 Ich muß es Gilmund wiſſen laſſen; damit er ach⸗ 10 10 tung auff ſeine Sachen gebe. Und hernach Fabe üß een Mogtn Ul* 0%0 An Was redet er von dem Gefaͤngnuͤß? aeh vorgelauffen/ was haſt du da zu ſeß den Aö on cs twiffen witſt. /wirlt du auch nicht f 3 5 1 wirſt/ wirſt du auch nicht ſehr 17 Ciln.—U mich nicht entdecken/ damit er deſto freyer ee, en möge. 970 0 Mie. Un Ber trere zurůcke/ daß er ſeiner nicht gewabt MIAl* ue Bien Lirius iſt bey Gineftæ Hauſe von den Schergen w VI agSilnmadls Skelle gefangen. 5 U 6. 55 Keimen K Jgefongend 6060 65 Maſca. ——— Die Sengamme 605 Niaſel, Wie iſts moͤglich/ wenn Liyius Litius, und Gi⸗ 5 ile mund Giſmund iſt. 0 Broz. Ich weiß das ſelber wol: Aber es iſt keine groſſe ißb Sache/ weil einer dem andern zimlich gleich/ an I 00 Alter/ Geſicht und Kleidung/ und was noch aͤrger/ 0 b f und vor dich ſchlimmer iſt /wenn du waͤreſt vor⸗ f handen geweſen/ haͤtteſt du ihm muͤſſen Geſellſchaft halten.. Muſca. Was habe ich mit ihm zu thun? 0 Broꝛzi.Daß wirſt du wol wiſſen/ Geſelle, Giſmund wird etwas Unkoſten und Widerwertigkeit darvon ha⸗ 40 ben/ aber du wirſt gar auffgehenckt werden/ weil 1005 du dieſe Rauberey befoͤdert. Wa5 Muſca. Ich ſage dir hoͤchſten Danck vor dieſe gute newe Zeitung! Du haſt eine koͤſtliche Hoffnung von meinen Thatenn Brozzi. Die Hoffuung iſt gleich deinen Wercken. Giſm. Guten Abend! ſtellet den Schertz auff die Seiten ⸗ iſt Livius gefängen? Eroz. Er iſt gefangen! und wo ſich der Hert nicht aus ulltcht dem Staube macht; wird er eben ſo wohl einge⸗ hiröf 5 werden/ und dieſer redliche Mann zu für⸗ W08 derſt. 0 Muſca. Imb Gottes willen mein Herr/ laſt uns fort. h Mich duͤncket ich habe den einen Fuß ſchon in dem 0 lübfe Thurme. AgteR —5ꝗ— Giſin. Man mi iß zum wenigſten warten biß morgen⸗ zett Wilſt du uͤber die Mauren ſteigen/ und aus der Rehebe Pfannen in die Kohlen fallen⸗ Radfts Broz. Mein Herr Giſmund, der Muſca macht ihm kein Ge⸗ Aakgn wiſſen uͤber die Mauren zu ſpringen/ denn er weiß h Sh/ 5 hi erfeh. Auchmas lcht wol was er ſonſten verdienet. heme Muſca. Morgen werden wir nicht zu dem Thore duͤrffen/ denn es wird mit Wache beſetzet ſeyn⸗ W5 0 W550˙ Giſm⸗ Luſt⸗Spiel. 909 Fislits e“ Cilm. Haſt du geſehen daß die Schergen in Ginelræ Haäuß eingefallen. Wachgtee, Bros, Ich weiß dem Herrn nichts anders zu ſagen/ denn WI0 o bald Livius an die Thuͤre geklopffet/ in ihenl Meinung nach dem Herrn zu fragen/ waren ihm Wen Ut die Schergen auff dem Nacken/ ich ſtund ein wenig 0 ferne bon ihm/ als ich aber ſahe/ was vorliff; ſetz⸗ kö ich die Fuͤſſe auff die Erde/ und gieng durch/ und ob er mir gleich etlich mahl ruffte/ wolte ich ihm ‚doch nicht antivorten. Elln. Woher weiſt du denn/ daß ſie ihn vor mich gefan⸗ gen genommen. Btoꝛ Es kan nicht anders ſeyn/ wenn der Herr allen Sa⸗ chen recht nachdencket. Miſea. Mein Herr/ hier iſt nicht viel zu ſtehen/ daß wir nicht denerſten Irthumb mit dem andern vergroͤſ⸗ 0 3 Ugeſte Gibn. Hlieronymas iſt Urſache an allen dieſen Haͤndeln. KEchlhue Wenn er nccht ſo viel Weſens gemacht; hette Pa⸗ t 37 wol nichts angefangen biß morgen. lfelelll hit Brein Herr Eſmuuch lange hier zu ſtehen/ iſt weder N vor mich nochandere/ es iſt beſſer ich gehe/ und be⸗ ſthltedhnßl fuche den Liyius und forſche von ihm/ ob er was bon noͤthen habe Hat mir der Herr nocheines oder ihe, aeldere zu befehlen?: cnäke. Citen. Brozzi gute Nacht; Ob ich wol glaube/ daß Gine⸗ ſla bey Zeiten wir) Lesbien aus dem Hauſe ge⸗ ſchaffet haben/ wi ich doch nichts weniger hinge⸗ t ſhg hen/ nachforſchen/ ind meine Sachen ſo anſtellen/ ſtl, 0 daß wir morgen/ wefern uůſertwegen nicht Waͤch⸗ intaee ter an die Thore geſtzet; wegkommen koͤnnen. ſͤßreßzlullh. zlulea. Wo vermeinet aberder Herr dieſe Nacht zu blei⸗ M ft indb, Giln. Hier und dar/ umbziſehen/ und nachzuforſchen/ e wgs man vor hat. A 2 Maſcas 10⁰ Die Seugamme Muſca. Und wo wir Morgen nicht koͤnnen aus Florenz ndocht kommen? Ale Giſm. So muͤſſen wir ſo lange eingeſchloſſen bleiben/ biß maͤn ſonder Gefahr abreiſen kan. Wir haben ja nicht die groͤſſeſte Suͤnde von der Welt begangen. an Derowegen werden die Wäͤchter(Schekgen und hun Diener/ der acht Maͤnner/ nicht fuͤr und fuͤr an den 0 1 Thoren ſtehen. Was den Lixium belaüget/ hat A es nicht viel auff ſich/ denn/ wo ſie ihn vor mich er. Itaßricht 0 wiſchet/ ſo werden ſie ihn wol loß geben/ wenn er dargethan/ daß er nicht Gilmund ſen. Muſca. Hier iſt nicht Ort oder Zeit viel zů reden/ laß uns von hinnen. 1 3 Broz. Daß dich der Krebs! dieſe zwey fuͤrchten ich auch/ wiewohl nicht ſonder Urſach. Ich wolte zuvor ehe nach Hauſe gehen/ als den 11v/iumn beſuchen/ aber ich halte/ es ſey beſſer/ daß ich mich bald zu Nalehev ihm mache: Denn die Fraw moͤchte mich ſo lange aflif, auffhalten/ daß ich hernach nieſt thun könte was as ich wolte: Daͤrzu wil ich auchnicht der ſehn/ der aunge die newe Zeitung von Livi Gefaͤngnuß anbringen hin wird. Aber was ſehe iel/ kꝛmmet doch die Amme Wen aus dem Hauſe/ waͤs hatdas auff ſich/ daß ſie ſo ethol ſpaͤt mit dem Waͤndergeruͤhe/ unter den Armen Aegztt/ auf die Gaſſen komt. Ich halte ſie gehet aus/ aſhe ich muß doch hoͤren was ſe ſage/ was winſelt ſie. ann 55 Zaſend * Fa Aegennn Der zehende Eingang unen 3 2 Aer3 Die Amme lind Brozzi. Teti Amnne, Ungluͤckſelige! Oarne Amme! Wie wird es mik gehen! Die alte Frav iſt darhinter kommen/ 1. tete ilgeröce . Are e M ihek/ Eihh niktftipfhnt Lumü Foſtteh e Pnäſh, plc Wifffthf ſch. Aüb öff /W0 10 ö kch facththge ufthiche Fteikclter affthf 1/ttka lef% geetn ——. Rrocl 1 Mte ctthunt, Luſt⸗Spiel. 101 es mit der Tochtec nicht richtig/ traͤumet ihr auch ſchir/ was die Urſache ſenn muͤſſe/ und vielleicht⸗ (ja/ was vielleicht?) hat ſie etwas Anzeigung wie es ſtehe. Ich wolte daß das junge Volck Holtz⸗ apffel in dem Hindern haͤtte/ weil man doch nichts mehr von ihnen als Unluſt und Widerwillen zu ge⸗ warten. Biozrl. Was iſt das? Wo lauffſt du ſo verzweifelt hin/ Amme? Amme. Ich Weiß nicht! Ich wolt daß ich nie gebohren were! btor Die Frgw wird vielleicht innen worden ſeyn; daß Gilmunds Fräwlein heute in demHauſe geweſen? Alme. O daß were Zucker und Honig! Bos. Was mag es denn ſeyn? Aume. O du elende verſtoſſene Amme! verflucht⸗⸗⸗ Broz. Was Teufel iſt es denn? Uume. Man muß es doch wiſſen laſſen/ ich halte/ daß du wol achtung gegeben/ daß unſere Jungfer Sylvien etliche Jahr immer nach Giſmund geſehen. BroE, Ich habe wohl/ ich weiß nicht/ was gemercket/ und glaube ſie habe ſich allein in ihn verliebet. Auntge Wolte Gott/ ſie haͤtte ſich alleine verliebet. Heute als ſie erfahren/ daß Giſmunds Fraͤwlin in der Unter⸗Cammer geweſen⸗ ⸗⸗S ich wolte/ daß der/ der ſie in dieſes dand gebracht/ tauſendmahl muͤſte den Halß brechen! Rioꝛ. Es were genung/ wenn es einmal geſchehe. Aunme. Brachte ſie mich darzu/ daß ich ſie heraus/ und in ein ander Zimmer fuͤhrete⸗⸗ Bro. Was hat das auff ſich /ſie brachte mich darzu? Hat ſie dich gezwungen? umme Es iſt genung/ bitten kan mehr als Zwang! und daß ich es kurtz macke/ ſe ſtellete ſich an ihrem Ort/ umb bey dem Giſmund zu liegen. G 3 Broz, 10⁵ Die Seugamme Broꝛ. Und iſt diß augegangen? Amme. Ja/ wenn es angegangen were! Du weiſt nicht/ bas noch uͤbrig/ ſo bald ſis in der Cammer war/ gieng ich in die Kuͤchen/ und ſtieg hernach ein we⸗ nig hinunter/ legete die Ohren an die Breter/ und hoͤrete/ daß ſte ein wunderlich Spiel tnit ein⸗ ander vor hatten. 8 Broz. O Staup⸗Beſen! O Schandmuͤtze! OEſell Amme. Ich gteng wieder hinauff/ und legete mich uͤber den Gang/ welcher uͤber das Hauß gehet/ umb zu ſehen/ wenn Giſmund heraus kaͤme/ da daucht mich/ und dauchte mich nicht ⸗ Broz. Was dauchte dich? ſage/ daß dich der Krebs ankom⸗ me. Amme. Und den die Fiſtel/ der hieran Urſach! daß Li⸗ Vius und nicht Giſmund yon ihr kaͤme. Brozzi. Was? dauchte dich? du kenneſt ja einen vor den andern. Amme. Er gieng ſo geſchwinde fort/ als einer der ihm nicht trawet daß er weg kam/ ehe ich ſeiner recht innen wurd. Ich gieng wieder hinunter/ umb die Sachen recht zu erfahren/ und fand den Livius in ſeiner Kam̃er gantz alleine erroͤttet und verſtel⸗ let. Derowegen begunnete ich zu befahren was ge⸗ chehen/ doeh umb eine Gewiß heit zu hahen/ frag⸗ te ich Sylvien, ſonder mich zů entdecken/ umb viel Sachen/ und als ich dieſes mit jenem/ und jenes mit dieſem uͤberleget/ befand ich/ daß ſie bey Livi. us ihrem Bruder gelegen. Broz. O Galgen! O Strang! OHalßeiſen! OFeuer! was machet ihr? Amme. Ja was noch aͤrger iſt⸗ Broz. Was mag noch aͤrger ſeyn? Amme Es iſt ja ein Irrthum/ daß man fuͤndigeoder Boͤ⸗ ſes begehe. Aber das ſchlimmſte iſt/ wenn.. na Aakekktb fcht 3 WAe/die laknilhe ſeſchekgu Aeliis cktet h hg lalicht ehCite Akacht l, Akſch Hätk, Es Who ft ſte Inde Aigh, 9 Aieiter wöhtkt 0 Ran ehStad AhVotl Abtorzi! Awſebe Hagftefl fluchieg 0 Luſt⸗Spiel. 105 nach entdecket wird. Verborgene Suͤnde iſt halb vergeben. Broz. Recht! recht! Ich verſtehe dich du Ungehewer! Buume. Die Alte/ die den Teufel hinter den Ohren hat/ hat dylvien in eine Kammer geſchloſſen/ and will/ che ſie ſie heraus laſſet/ auff den Grund kommen. Bios Ich halte Livius ſen auffden Grund kommen! Aums.Daß du erkrancken můſſeſt! du ſteckeſt allezeit voll Poſſen. Btoe. Was wird sylvia ſagen? Amnme. Sie kan nicht mehr ſagen/ als was ſie glaubet/ daß ſie bey Giſmund gelegen. Die Fraw wird/ wie leicht zu erachten/ ein groſſes Weſen anfangen und Eilinund wird es hefftig leugnen. Btoꝛ. Wer weiß das! Er kan auch Livio zu gefallen ja ſagen, Amite. Wenn er ſich nicht in die junge Fremde vernar⸗ ret haͤtte. Es iſt genuns Die Sache iſt entde⸗ cket/ und wo ich nicht ſtracks fortgehe⸗ werd ich er⸗ griffen/ und ſtehe in Gefahr/ in das Gefaͤngnuͤß zu gerahten. brot. Was? In das Gefaͤngnüß? Das ſolte noch eine luſt ſeyn. Man wird dich viel eher wie du ver⸗ dienet in einen Kaͤficht ſtecken/ aber nicht eher/ biß das gewoͤhnliche Gepraͤnge auff dem Eſel mit Rut⸗ ten und Maulkoͤrbe an dir vollzogen und du der gantzen Stadt Schawſpiel/ und anderer deines gleichen Vorbild worden. Aumme. Ja Brozzi! Wenn alle Leute ſolten geſtrafft wer⸗ den/ wie ſie verdinet man wüͤrde nicht Stricke vor eö die Helffte finden/ es iſt nur von noͤthen/ G07 umb gut Gluͤck zu bitten. Haſt du mich wohl ver⸗ ſtanden? Was mich anlanget/ wo mir die Schen⸗ kel nicht liegen/ verhoffe ich Morgen auff den A⸗ G 4 bend ffbgfMen l F1 /f 0/ 0 Ieeh 104. Die Seugamme bend umb dieſe Zeit an einem andern Ort zu ſeyn⸗/ da ich nichts derogleichen zu befuͤrchten. Broꝛzi. Wo geheſt du denn mit dieſem Gebuͤndlein hil.? Amme, Ich wil mich biß zu Morgen ben einer guten keundin verbergen. Broꝛ. Ich wolte nicht gerne/ daß du dieſen Abend durck⸗ gingeſt/ denn wo die Sache alſo/ wie du erzehleſt/ wirſt du dein und Liyn Verderben verurſachen. Er iſt itzund gefangen/ wegen eines geringen We⸗ ſens/ und wo du dar von lauffſt/ kanſt du leicht dar⸗ durch zu wegen bringen/ daß die gantze Sache eher offenbar werde/ als ſonſten. Derowegen er ſtren⸗ ger eingezogen werde/ und den Kopff verlieren doͤrffte/ wordurch dir doch nicht das wenigſte ge⸗ rathen/ wenn du aber bleiheſt/ kan es ſo bald nicht offenbar werden/ Morgen frůh wenn Livius aus dem Gefaͤngnuͤß/ kanſt du gehen/ ſo dir beliebet/ ich weiß/ daß du ihm ſo ungewogen nicht biſt/ daß du ſein deben nicht hoͤher ſchaͤtzen ſolleſt/ als deine ge⸗ ringſte Bequemigkett. Amme. Wenn es aber offenbar wuͤrde/ und ich in dem Hauſe were? Broꝛ. Was wird es mehr ſeyn/ es wird doch von itzt biß zu morgen an nichts anders draus werden/ du ſeyeſt auch wo du wolleſt. Glaubets dylvia nicht/ daß ſie bey Gilſmund gelegen? Amme. Ja/ aber ob dieſer gleich es Lixio zu gefallen be⸗ kennen wolte; wuͤrd' ich doch dadurch nicht un⸗ ſchuldig werden. Bioꝛ Geh in das Hauß/ und verlaß dich auf mein Wort/ wo dir etwas von itzt an biß zu morgen begegnen ſolte; verſichere ich dich/ daß ich dich nicht ſtecken laſſen wil/ ſo wahr als ich lebe. Amme. Sihe zu/ was du thuſt! Broꝛ. Ich weiß/ was ich rede/ du weiſt auch/ wie ich Eir. ort Iftdähin chrkepet edn in di lalegeſt 1. Cßſſt Aihkel Aſffhlche Wg uff let Re 5I/) erhhmh Ageſnde eg/ Ri Denn! ſt heke bein h Aiß Dit ghert 10 5/ö h/h Wohlvert MWer Mentch Oe Ats hen ſkandt KEledſe Iüt Wglutd ie Ale 0 0 achenong ihfckc, zuſt⸗Spiel. 105 Wort halte. Gehe in das Hauß/ und mache es wie ich will. ſchidtth Vunmg. O ich elendes Weih! Wohin bin ich gebracht/ ich IHA udiecr ehh 0/ ecez akkteykühſ rensgttn faf eh fiih/mn I dgehh afcgtng, äPe/öe öcheteſ öug Va/ Fugn Inglleis caß ntir ſͤhgfe bot 1 dee htt ct anetet ſhüälnih, 6 gehe dahin du wilſt. Brorzi, Du biſt dahin gebracht du Schandhure/ da deine Schelmereyen verdienet/ du haſt die guten Tage/ welche du in dieſem Hauſe/(da du üuͤber Guͤter. und Leute geſtellet) genoſſen/ nicht ertragen koͤn⸗ nen. Es iſt wol war/ daß ein redliches Frawen⸗ zimmer ihre Ehre in keine Gefaͤhrligkeit ſetzet/ hey offentlichen Zuſammenkuͤnften/ ſondern mehr achtung auff ſich zu geben habe/ in ihrem eigenen und ihrer Nachbarn Hauſe. Es mag ſich ein leder huͤten/ vor Maͤgden/ Ammen/ Bettelvolck/ Kleider⸗Umbtraͤgerin/ und dergleichen ltederli⸗ chem Geſinde/ und nicht hergegen den Kindern verbitten/ Kirchen und vornehme Oerter zu beſu⸗ chen: Denn durch ſolch Teufels Geſchmeiſſe wer⸗ den ſie beredet/ zu Hurerey und Ehebruch. Schawe in welch einem Irrgange Livius itzt ſteckt. Wo diß Ding an den Tag kom̃t/ ehe er der Ge⸗ faͤngnüß entſchlagen; ſo iſt der arme Menſch umb den Halß/ oder/ da es gar wohl gerahten will/ in Gefahr/ ewiger Gefaͤngnuͤß. Man moͤchte ſich ja wohl verwundern/ daß er nicht innen worden ⸗ an den Worten oder Gebaͤrden der Lesbien, daß ie dieſe nicht were/ mit welcher er zu ſchaffen ge⸗ habt. O elendes/ O biß auff den Grund ver⸗ derbtes Hauß/ wie faͤlt man ſo in einem Augen⸗ blick von dem hoͤchſten Glaͤck/ in das ſchmertzlich⸗ ſte Elend Mit kurtzem/ ſolche Haͤndel ſollen uns zu Gemuͤthe fuͤhren/ daß hier nicht unſere Woh⸗ nung/ und daß wir nicht nur wegen der Welt er⸗ ſchaffen/ als in welcher nur ſtete Arbeit/ und we⸗ der Ruhe noch einige Erquickung. Hier iſt kein G 5 ander Der Seugalnme damit wir ſehen/ ob wir Liyium noch dieſen Abend koͤnnen aus dem Gefängnuß erretten/ und her⸗ nach den Zufall biß morgen verbergen/ damit un⸗ terdeſſen Livius aus Florentz kommen könne. Kei⸗ ne andere Außflucht wil mir einfallen: Denn ich bin gewiß daß Giſinund nicht wird wollen/ auch nicht konnen bekennen/ daß er diß Stuͤck began⸗ gen/ damit er ihm die Laſt nicht auff den Halß zie⸗ he/ Sy Lvien ſo/ wie ſie nu iſt/ zu heyrathen/ vor⸗ nemlich/ weil er ſeine Fraͤwlin mehr als ſich ſelber liebet/ ja gleichſam aubelet. 2 2 8 8 1 Die Fuͤnffte Abhandelung. 1. Der Erſte Eingang. 6 Giſmund. Brozzi, Muſca. Giſm. IIß eintzig mangelte noch/ das Maaß meines E⸗ lendes zu überhaͤuffen/ und mich zu dem elende⸗ ſten Menſchen auff der gantzen Welt zu machen: Grauſames Gluͤck! Diß iſt ein recht verfluchter und widerwertiger Tag vor mich geweſen. Muſca. Hier iſt keine Zeit zu klagen/ ſondern man muß auff Mittel dencken/ wo noch irgend eine zu fin⸗ den/ und ſelbe hernach ins Werck richten. Liyius ſitzt in dem Gefaͤngnuͤß/ in Gefahr/ ſclaͤrffer ge⸗ bunden zu werden/ und einen uͤbeln Außgang zu erleben. Der Herr und ich/ ſind/ anderer Sachen zu geſchweigen) der troͤſtlichen Zuverſicht/ hm die Geſell⸗ ander Mittel/ als daß ich Herrn Giſmundl fuche⸗ f5 llk a Luſt⸗Spiel. 10) Gefellſchafft zu halten/ mit Lesbien ſtehet es wie s kan/ 8ylxia mag wol die Elendeſte auff der gan⸗ tzen Welt ſeyn. Hicronymus iſt gantz verzwei⸗ ühh felt/ in Lixius Hauß gehet es gantz bund uͤberEcke/ Ferfla, mit kurtzem/ alle Sachen ſind in hoͤchſter Vexwir⸗ ſihtht, rung/ und der Herr wil hier ſtehen und winſelnles Falſe iſt was anders von noͤthen. ſtt bien. Was Mittel aus dieſem Elend zu gelangen? Maſca. Hat denn der Herr keinen Freund/ den er hin⸗ ſchicken und durch denſelben darthun koͤnte/ daß Lirius nichttzilmund ſey/ man kennet ja einen vor den andern in gantz Florentz wol. Fiuln, Geſetzt daß man genung darthun koͤnne/ daß er Li⸗ Vius und nicht Zilmund ſey; wird er dennock nicht 0 6 aus dem Gefängnüß kommen/ weil/ wie der War⸗ l heit aͤhnlich/ man ſchon erfahren/ daß Lesbia in ‚ ſeinem Hauſe geweſen/ und daß er Wiſſenſchafft I von der gantzen Sachen trage. 05 Muſca. Man mag ſicher glauben/ daß die Acht Maͤnner II und der Secretatius alle Sachen richtig erfahren⸗ weil wir heute nicht das geringſte gethan/ auff welches man nicht achtung gegeben/ und ſo wohl eksl dem Frembden als der Obrigkeit zugetragen. Biot. Wenn dieſes denn ſo bald nicht thulich/ ſo bitte ich Herꝛ Giſmundds er ſen ihm nur in einer andeꝛn Sa⸗ chen indeſſen zu willen/ und vergeſſe/ das Unrecht/ das ihm Livius hent ertvieſen/ wofernes ein Un⸗ recht oder Suͤnde zu nennen/ was man diurch zu hefftige eiebe ůberwunden und gezwungen began⸗ gen. Giln. Was Livium anlanget/ iſt nicht von noͤthen/ daß lemand etwas von mir bitte/ dafern es nur eine Moͤgligkeit/ und in meiner Macht. Waas ſich KoFagbertSel. 4 ſüin heute zugetragen/ gchte ich auff der Welt nichts/ ſähnhe, Kuse bicht zu es in dem mi wil auch nicht zugeben/ daß es in dem minſten un⸗ ſere 109 Die Seugamme ſere Freundſchafft verletze oder die unzehlichen Wolthaten/ die ich von Lixio empfangen/ ver⸗ dunckkele/ ſoll mich auch nicht abhalten/ vor ſein Heil eben daſſelbe zu wagen/ und zu thun/ was vor mich ſelbſt. Sey gewiß/ ſeine Haͤndel kraͤn⸗ cken mich nicht weniger/ als meine eigene, Muſcta. Hat der gute Livius gefündiget/ ſo muß er itzund Br021. Bilm. wol daruͤber buͤſſen; wolte Gott es were nicht ſo/ er glaubete/ er haͤtte einen andern gekratzet/ und wird nu wol empfindẽ/ wo es ihm ſelber wehe thue. Wo die Sache in dem Hauſe entdecket/ wird dylvia ſagen/ wie ſie denn nicht anders zu ſagen weiß/ ſie habe bey dem Herrn gelegen: Denn bette ich umb den Liyius aus der Gefahr zu retten/ wolle der Herꝛ vorgeben/ es verhalte ſich nicht anders/ und er ſey Willens/ die Miſſethat außzuſoͤhnen/ durch ih⸗ re Heyraht. Was die Amme betrifft/ die auſſer dem Herrn wol weiß/ wie es umb die Sache ſtehe/ die wil ich leicht bereden/ daß ſie ſchweige/ oder mit SlVia uͤbereinſtimme. Des Liviustbngluͤck gehet wegen der Freundſchaft/ die wir zuſamen 8540 mir ſo hoch zuHertzen/ daß wenn die diebe/ die ich zu Lesbien trage/ mich nicht dahin brackt/ daß ich ihr/ dafern ſiewol gebo⸗ ren und erzogen/(wie ſie mir verſprochen/ ſo zu erweiſen/ daß ich es mit Haͤnden greiffen koͤnne)die Ehe zugeſagt; wolte ich dieſes nicht nur bekennen/ ſſondern auch in der That/ wenn anderwerts Li⸗ vius Leben und Ehre nicht zu retten/ miel mit Syl⸗ vieu vermaͤhlen laſſen/ angeſehen/ daß wegen des heutigen Verbrechens mehr das Gluͤck/ als er zu beſchulden. Weil aber von dieſenzwey Sachen ich nun nicht mehr als die eine thun kan/ ſo bin ich/ wie du ſiheſt bereit/ außzugeben/ als ob ich bey dyl⸗ Via heute geweſen/ demit er indeſſen aus der Ge⸗ 63 faͤngnuͤß ſhißttktt Migte zu Agelun Kahblßwe Jchetpohl Wh/w. figen lle detlche trckn? Wegihn K atgläche ſafhciege⸗ hekkn cfieto Aer Lü, akhtgk At tef U0 Bei chſame Aadekeal Alkihtet W Ahctes JEgge Wkfei henn. le böher, äher fhfee Aö t kuſt⸗Spiel. 166 un ſen fängnuͤß errettet werde und Zeit gewinne/ 5 ſefnte, Außfluͤchte zu ſinnen. echäkkhec, BotMeht als genung vor dieſes mahl. Weñ er aus dem aß fd,. Gefaͤngnuͤß/ mag er ſelbſt ſeinẽ Sachen nachdenckẽ. g Mules Diß gehet wohl hin. Aber was wird der Herr wei⸗ nſleihet ter machen/ wenn die Sache/(wie ſie denn nicht fultſreh verborgen bleiben kaͤn) außbricht/ wenn ihre Oalkttte 0 Freunde euch und dem Hieronymus werden unter chent Augen treten? Und wo ſie den Herrn finden/ ſo Afch werden ihn auch wohl die Schergen finden/ denn e ben derogleichen Haͤndeln/ iſt man nimmermehr e ſo verſchwiegẽ als ſichs gehoͤret/ wo nu die Freun⸗ I ehn deden Herrn antreffen/ und der Herr geſtehet/ Ietggkkrkt was er anietzo verſprochen; ſo werden ſie begeh⸗ r/ung„ken/ daß er Livien denn den Trauring gebe? e 90Z. Was den Ring betrifft kan es nicht anders ſeyn. mienhnekt, Jäuſen, Diß komt erefflich daß der Herr ihm belieben Aunegle laſt/ zwen Weiber auff einmal zu nehmen/ und die eine gleichſam dem Vater aus der Schoß rauben. ——ç ſſihettthanl.(“, ein 0 Pemm Citzt Keine andere als Lesbia, ſoll in Ewigkeit meine Canfunet Seite beruͤhren/ keine wird mein uñ ich keiner an⸗ fthgher dern ſeyn. Was die Gefahr von den Schergen W belanget/ hat es nicht noth/ denn wo die Freunde tkenkelet mit mir reden wollen/ ſ 5 muͤſſen ſte entweder mich/ eh/v der ich ſie an einen ſichern Orte finden. age/ Bies. Iſt uns denn keine Zeit mehr verlieren. 1 Giln. Norgen wenn ich durchgehen werde⸗ will ich alle umael,, igteinerlen Mönze bezahlenn.. NA Mulca. Acht! wo der Herr nur kan/ habe ich ihme nicht geſcgt/ daß uͤber dieſes/ das man befohlen/ ihn bey o 1001 denftopfe zn erwiftzen“ auck Morgen das Tho⸗ froreänſ mit Bache beſetzen werde/ damit er nicht entge⸗ 10 1f hen knne/ wie ich kurtz vorhin verſtanden/ von alhet ö Wüm K* umb 05 Sache nicht wenig weiß. Es loſſuak, iſt von zͤthen/ daß man etlicher maſſen den Paga, 1f 1 niubehamele. Wo wir es anders machen wollen/ 3 richten 115 Giſm. Biſm. Die Seugamme richten wir uns ſelbſt und den Liyius auff einmal leh bit zů grunde. ſüchrnichtn Hoͤre doch! welche naͤrriſche Anſchlaͤge! wenn ich ſuſenpſder den Paganin koͤnte befriedigen/ were allen Sachelr d, abgeholffen. Iloketdeſf Muſca. Das weiß ich wohl/ und derohalben/ wenn ich ſt⸗ Angderffn ge/ von Befriedigung des Pagahins; vermeine ich lanndes dtr nicht/ daß man ihn gantz und gar hind an fertigen ſunnföhtene ſolle(welches wie ich beſter maſſen verſtehe nicht ecushierut leicht moͤglich)ſondern mein Raht iſt/ man ſoll ver⸗. ſuchen ſich nur ſo lange mit ihm abzufinden/ biß GſKR inan Zeit gewonnen/ des Herrn und Liyius Ange⸗ O An legenheiten nachzudencken. Läpr Vorhin/ als ich meinen Einfaͤllen naͤchhing; erin⸗ nerte ich/ daß Hierob ywus in ſeinem Schtkib⸗Zim⸗(000 mer ein klein Sitzkaͤſtlein verwahret/ in welchem ent allerhand Sachen von Gold/ Silber /Edelgeſfei⸗ nen/ Perlenen Halßbaͤndern und detogleichen von ug hohem Wehrt verwahret/ welche meiner Mutter i geweſen/ und weil ich einen Schluͤſſel habe/ wacher üghet das Zimmer auffſchleuſt/ den ich mir nachmichen ufen Ete laſſen/ damit ich ihm biß weilen/ wie man gleget/ Wlakrölhe ein paar Thaͤlerichen außfuͤhrẽ koͤnte; giene ich zu⸗ hal ſien vor hinein und ward gewar daß alle Sehen in Pfitdernl. dem Stande wie vor langer Zeit/ zu bfinden:: hat und daß der Schluͤſſel zů dem Kaͤſtlein an er Mau⸗ uffſſet ren hienge. Derowegen bin ich entſchloſſn erſtlich ů ein paar hundert Cronen werth/ aus ſebigem zu llhe h nehmen/ damit ich Zehrung auff den Weg habe/ n it d üachmals wil ich das Kaͤſtlein dem zganin vor iſhhzaren Fuͤnffhundert verſetzen/ damit er ſeis Klage auff⸗ Aßhanlch! hebe/ und ich morgen von Florens kenmen koͤnne/ unhhhtt will aber zuvor Anſtalt machen/ dafes Bruſcus den Wukznhten Hieronymus wiſſen laſſe/ damiter ſich mit dem ſultſt f Paganin abfinden koͤnne/ ehe er mt den Edelgeſtei⸗Ghgn, nen darvon ziehe/ herhach gehe ͤ wie es 5 1 Ulées. 6„W Luſt⸗Spiel. Itt litskkt Rulca Was bringen wir denn die Zeit viel zu? Warumb Kl fuchen wir nicht mit ihm zu handeln. Ahi Eikn. Kom/ kom/ ſonder einigen Augenblick mehr zu ver⸗ Wkkglch lterén. 9 Biön, Ich wil unterdeſſen zu Hauſe gehen: Wenn ich ja ab.des Herren duͤrffend/ wo wuͤrde er aͤnzutreffen ſeynꝰ Gn Giln. Mulca wird es dir wohl ſagen. Halt bich an ihn arthch, wo von noͤhten Mulea: Laſſet uns hierumb gehen/ denn ich hoͤre Volck. Der Ander Eingang. Lapus, Broazi.* A As mag Conſtanee wwollen/ daß ſte bey ſb ſpaͤtet Nacht nach mir ſchickt? er Ingluͤck. Dieſer iſt Lapus meiner Fraw⸗ en Bruder/ ſte wird ihn in Warheit beſchicket ha⸗ ben. Nu gehet es recht übel! Nu ſind wir auff der hoͤch ſten Staffel unſeres Elendes Es iſt von noͤthen daß was hochwichtiges vorge⸗ fallen/ weil ſie mich anitzt ſo eilends durch die Magd fovdern laſſen. Wolan denn/ GOtt helffe daß haben ſie doch die Thuͤr eroͤffnet/ ehe muͤſſen gewiß auff mich gewartet haben.. Obetruͤgliche Welt! bey meiner Trew! Ich gehe nichk wieder in das Hauß. Doch ja/ ich will end durch die Garten Thuͤre mich hinein machen/ da⸗ mit ich heimlich verſtehen koͤnne was ſie reden/ a athun/ und vorhaben/ umb meine Seegel nach dem U feeket 4 eſcunn. m Winde zu richten. Siehe lieronymus! Gemach gemach/ das iſt auch nicht vor dich. Es iſt noch nicht Morgen. Der AWilerkon utbf/ ſnd. itte Eine Ihſchigett Der Dritte Eingang. me Hieronymus. 100 105 e wohl moͤglich/ daß in einer Frawens Perſon rihfng Der Seugamme ſich ein ſo hobes Gemuͤth und ſo kreffliche Sitten ſühnillet waͤ finden ſollen! Ich habe von der Fraͤw lin/ welches aßdete mir FrawGinefta vergangenenAbend in das Hauß Gbiß Bot gebracht/ weder durch Bitte noch Verſprechen minhehen noch Draͤwen/ nur einen Kuß erhalten koͤnnen/ Richt länger und wenn ſie mir es haͤtte abgeſchlagen/ auff ſolche uniengn Weiſe/ wie andere pflegen/ haͤtte ich mir vielleicht fe hoſen/ dieſe Gedancken aus dem Gemuͤte geſchaffet/ aber figenmt ſie hat es mir mit einer ſo lieblichen Manier ver⸗ umylhr wiedert/ daß ſie in mir mehr und mehr Begierden hnnechiz entzuͤndet/ in ihrer guten Gunſt zu ſtehen. Und WIcsvbon! dieſes ruͤhret nicht von dannenher/ weiln wir/ was Wyneliihf verboten/ immer hefftiger begehren/ als was er⸗ Agendent laubet ſondern weil ich ein ſo edles Gemuͤth in Moheer wä 0 einem Frawen Zimmer 1% welches man 0 0 kaum bey Mannes Bildern ſuchen doͤrffte. Ach!—. ſagte ſie/ mein Edelmann/ will er wegen einer ſo e bfe geringen Wolluſt/ dergleichen ihm doch die Welt 1lt überflusſig geben kan/ die Ehre und Redligkeit e Cisr von einer armen Fraͤwlin verletzen/ die das Un⸗ ö gluͤck zu dieſem euſerſten gedraͤnget? helffe Gott! Ueherec daß ich eher mein Leben ſchliſſe als das geringſte 0 veruͤbe/ das der Ehre zu wider. So die gottloſe lägetth Frau/ welche mich in dieſes Hauß gefuͤhret/ Vhnt 5 umb wie ſie vorgab/ mich aus einer vor Au⸗ 5 gen ſchwebenden Gefahr zu retten/ mich ihm uͤ⸗ ſunh pergeben als ein unzüchttges Welb; wird ſieſch muſn betrogen finden/ und wo es der Herr glau⸗ n E bet/ irret er weit von der Warheit/ zu dieſem Ahlatz meinem 10 Köhcht ftht ihh eb foh Hehte I9ͥöc Ichrtet Re 5, ehhebees ch/ eßt, L fhſehsel,. 0 U, A.. Lubechche dg. WIcbRg 0 /al fc L 1fg Luft⸗Spiel. 11z meigem Willen kommet noch/ daß ich nicht mehr die meine bin/ ſondern deſſen/ deme mich die goͤtt⸗ liche Vorſichtigkeit uͤbergeben. Drumb ſol und kan ich nicht eines andern Sache mißhandeln laſ⸗ ſen/ und dadurch die Geſetze Gottes/ der Men⸗ ſchen/ mein Ehegemahl/ und endlich mich ſelbſt verletzen: ich fragte von wannen und mit weme 5 vermaͤhlet waͤre/ konte aber nichts aus ihr ringen/ daß der Warheit aͤhnlich ſchiene. Weil e denn gewiß von hohem Adel ſeyn/ und einem ann von hohem Stande zu gehoͤren muß/ wil ich ſie nicht laͤnger in metnem Hauſe behalten⸗ und dadurch iemand einen Wiederwillen erweiſen/ der dieſen Poſſen/ dem ihme Fraw Ginetra geriſ⸗ ſen/ hefftig an mir raͤchen moͤchte. Darumb ge⸗ he ich/ und wil ihr ſagen/ daß ſte die Fraͤwlin ab⸗ hole/ oder nach ihr ſchicke und ihr anzeige/ daß ſie mich/ da es von noͤthen/ zu ihren Dienſten ge⸗ brauche/ weil ich ſie wegen dieſer ſo frembden und hohen Tugenden nicht wemiger als wenn es meine eigene Tochter waͤre/ lieben muß⸗ Der vierdte Eingang. Musca. Gismund. Paganinus. 311 Musca. Ch bitte/ gemach/ ſtnoch nicht von dieſer Ecken weg: llhltt“ Gean Wolte Gott daß er aus dieſem deben weg waͤre. ehre) Müsca. Der Herr goͤnnet ihm viel guts. (ctenA⸗ Shm dlusca ſihe/ ob Hieronymüs zu Hauſe ſeyn. Mein anch l 00f Hen. cblR guter Freund/ ich wil mit dem Knaben hinein und euch dieſe Sachen heraus ſchicken/ davon wir anfaͤnglich geredet/. wir gehen/ 465 18 Die Seugamme 0 hin ihr ſelbſten begehret/ und wenn ihr euch wer⸗ acher det verſichert haben/ daß die Kleinoter/ welche dar⸗ fuchte innen/ ſo viel werth als ich euch gefaget/ und wir 0 mit einander abkommen/ ſo wollen wir zugleich Auhit meinen Freund aus dem Gefäͤngniß erretten/ und /mwalen ihr moͤget die Klage auffheben/ damit die Gerich⸗ Faſenbh te nicht weiter fortfahren. fanßdtsmuce Dagan. Der Herr redet ſehr wohl/ aber warumb nimt er fietwegel/ nicht die Sachen aus dem Kaͤſtlein/ welche/ wie er fbſt h er ſaget/ darinnen ſind/ damit man ſie deſto leich⸗ mü ter fortbringen koͤnte? ifffhetzen lhee/ und Musca. Hieronymus iſt nicht zu Hauſe. 110 Gism. Es iſt gut! damit ihr ſehet/ und deſſen gewiß ſeyn Afennende ſollet/ daß ich euch nicht betriege/ vil leh das Kaſt⸗ Mackt beß lein auffſchliſſen/ weil man itzunder nieht alles Aalfchefehe heraus nehmen kan. Ihr moͤget in deſfen die Sa⸗ aſh, W chen/ ſo darinnen verwahret/ ſo lange zum Pfande Vatern, behalten/ biß ich/ oder ein ander/ euch mor gen z00. fFnd Ducaten auszaͤhle⸗ tb Cuascot Musca. Weißlich! und wegen vieler Sachen. Achcleben? Gism. Du Musca und ihr Paganin bleibet ſo lange alhier/ ffiklätgſt 900 und wo er vielleicht wiederkomt/ welches ich doch ſelkſemSo nicht glaube/ ſo gieb du mir ein Zeichen/ daß er Rute mitte mich nicht unverſehens uͤberfalle. bdlecken Musca. Ich wils thun. An Erben Gism. Du FJunger kom mit mir. ſedd Du pag. So/ wie die Sachen ſtehen/ konte dein Herr wohl maſtalle keinen beſſern Schluß faſſen/ als dieſen er wird mlegeget ſich und mich aus dieſen Haͤndeln und Widerwil⸗ nae G0 len ziehen/ und ſeinen Oheimb wird es tauſend ausm Jahr duͤncken/ biß er mit ihm vertragen. Uheetkont Musca. Wenn man die Liebe beobachten wil/ die er zu ihm blien traͤgt/ kan man ihn vor mehr denn ſeinen Vater ufhächtr! halten. Atl gtͤſet pag. Deſto beſſer iſts. Aber wie iſt es zu gegangen nreh daß f 0 ücithe Luſt⸗Spiel. 113j bhe daß ein ander vor den Eismund ins Gefaͤngniß hicht 4 geführet? ienbeg Musca. Weil man ihn in denſelben Ort hat ſehen hinein inßeh gehen/ wo allem Vermuthen nach Gismund die MugLeß bien ſuchen wollen. Pag. Er muß Gismundes groſſer Freund ſeyn/ weil er ecrnuſler umb ſeinetwegen/ diß hat thun und wagen wollen/ che welches er felbſt heute nicht wollen oder koͤnnen N verrichten. Musca. Es iſt ſein Hertzens Freund/ wohnet gleich hier gegen uͤber/ und ſie ſind wegen dieſer Nachbar⸗ 3 ſchafft mit einander aufferzogen als Bruͤder. bag Mich duͤncket daß ich ihn dieſen Morgen an der Thuͤren habe ſtehen ſehen. Es iſt ein feiner jun⸗ ger Menſch. Weßen Sohn iſt er? Musta. Seines Vatern. 0 Pag. Wie heiſt ſein Vater? Musca Leonhard Guascon. 1 Pag. Iſt er bey Leben? ſüuſiech Miset. Er iſt unlaͤngſt geſtorben. fochk Tag. Hat er dieſem Sohue gute Mittel verlaſſen? 0 Mästa, Sehr gute Mittel. Er hat einer Tochter drey 1 tauſend Ducaten mitgegeben/ und dieſen Liyvium zu einem Erben des uͤbrigen/ welches ſich uͤber zehn tauſend Ducaten erſtrecket/ eingeſetzet. Gism. Wenn einer alle Sachen auffgezeichnet haͤtte/ wel⸗ 6600 chemir begegnet/ ſeyd ich von Piſa hieherkommen/ 050 haͤtte er eine Geſchicht⸗Erzehlung oder ein Luſt⸗ 0 aün,“ Spiel daraus machen koͤnnen. Musea. Mein Herr komt! oder wohl ein Trauerſpiel/ wo ieg,„ ſch das Gluͤcknicht aͤndert. fl bGism Mein redlicher Mann/ hierinnen ſind Sachen 40 von weit groͤſſerem Werth/ als ich euch geſagt. K066% Gehet in eure Herberge/ in einer halben Stun⸗ den wil ich euch mit dem Schluͤſſel folgen/ und H 2 wenn 8 Die Seugamme. wenn ihr alles werdet geſehen haben/ wollen tott uns ſchon mit einander vergleichen. Pag. Er ſchliſſe zuvor auff/ damit ich nicht mehr umb⸗ gefůhret werde/ fondern ſicher gehe und mir nicht widerfahre was mir dieſen Morgeß mit der Schrifft begegnet. Gism. Ich bitte er bringe mich nicht alhir uinb diegeit/ iſt es nicht wie ich ihm geſaget habe: ſo mag er thun was ihm beltebet und iſt nicht ſchuldig ſeiner Zuſage nachzukommen. Dag. Es iſt wahr. Kom Junger nim das Kaͤſtlein/ gute Nacht⸗ Musca. Was bedeut diß Lippen Beiſſen? diß Haͤnde⸗ Windenꝰ und ſo viel Wunderns? Gism. Ich entſetze/ ich verwundere mich und verſtarre/ uͤber denen Sachen/ die mir begegnet/ und bege⸗ gnen/ und weiß nicht/ ob Ich Ich/ oder ein ander ſey/ ob ich wache/ oder ob mir traͤume. Musca. Mich duͤncket/ der Herr wache⸗ Gism. Mich duͤncket mir traͤume. Denn anders kan es nicht ſeyn/ als ich das Kaͤſtlein itzund holete/ be⸗ fand ich/ daß darneben/ wer wolte diß geglaubet haben/ meine Leßbia verſchloſſen/ welche voll Verzweiffelung/ ſich uͤber ihr Ungluͤck bellagte. Musca. O Gott was ſaget der Herr. Sism. Und weil Barbe/ welche wohl wuſte/ wie es mit der Sache beſchaffen/ mir den Schluͤſſel zu der Kammer nieht geben wolte; habe ich ihr ſelbigen mit Gewalt nehmen muͤſſen/ aber laſt uns keine Zeit mehr verlieren!l hinein zu Leßbien/ welche auf mich wartet. Musca. Hinein geſchwinde/ ich hoͤre ein Geſchrey/ und mich duͤncket es ſey Hieronymus, ich zweiffele: daß 7 7 85 2 Der Ouft feronyn fb fözu! ocwokom Fethänt woh ucheukee Hecher Jungel AMfet June fehendi nEleme et heläm Mfrdmeine Wahtir geſte Mler Herrt fl, öggt i helhaben/ Raſleditm Aftcher Ibts Käſt 00 ſhken z Alzufeget netde r/ pohl/ Haſtbh, Mäten Hie Allh, Woubtde goſet, ſeh Wüscgtt /wet f ſchthhz heüchreh W 00 t c he 0 Dates A/ ake 1 ff/icl hetkekg. 11 ö Weti 0 iß 0 1 Ili ie Ibale he 0 0 fl. 4 Luſt⸗Spiel. 117 e Der fuͤnffte Eingang. Hieronymus und Paganin. Hier. Ehets ſo zu! Eh/ Straſſenraͤuber! Verraͤ⸗ therl wo kommeſt du zu dieſem Kaͤſtlin? FIhr thaͤtet wohl mein guter Mann: Wenn ihr euch umb eure Sachen bekuͤmmertet. Hieron. Hieher Junger! ſetze das Kaͤſtlin nieder! Dag. Gehe fort Junger: ſtehe nicht ſtille/ gehe fort. Hieton.Er ſol ſtehen dir zu Trotze. Pag, Bey dem Element! wo ihr euch chk umb eure Sachen bekuͤmmert⸗ Hleron. Diß ſind meine Sachen und dieſe üter ſind mein/ die du mir geſtolen haſt. W c der Herr uͤber dieſe Sachen/ hat mit ſie ge⸗ geben. Hieron, Du leuͤgſts in den Hals/ der Herr kan dir ſie nicht gegeben haben/ ich bin Herr darzu. g. Ich wolte dir mit 5iß eee du ver⸗ dieneſt: aber⸗ Hierog, Laß das Kaͤſtlin hier Gilderſeben/ und ſonder viel Geſchrey zu machen/ ſage iedweder unter uns/ was er zu ſagen. Pagan. Ihr beginnet das Tuch an dem andern Ende anzu⸗ greiffen/ wohl/ da ſtehets. Hier. Woher haſt du es bekommen? Dag. Von einem Hieronymus der mir 500. Ducaten ſchuldig 9* Hier. Ah ha/ du biſt der redliche Nann/ der heute bey mir fruh geweſen. Pag. Ich bin derſelbige/ und bin warhafftig nichts an⸗ ders als ein redlicher Mann. 82 Hier⸗ 118 Die Sengamme Hieron. Biß wer du wilſt! hat Eismund Schulden/ ſh zahle er ſie von dem Seinigen⸗ und nicht von dem Meinen. Pag. In dieſem Fall hab ich mit euch nichts zu ſchaffen; und ſuche niemand anders als ihn. Hieron. Haſt du mit ihm zu thun/ ſo laß indeſſen meine Sachen ſtehen. b. Pag. Ich ſchaͤtze diß vor ſein: denn ich habe es von ihm zu Pfande empfangen. Hier. Wie lang iſts/ daß er dirs hat gegeben? Pag. Itztaugenblicklich. Hier. Wo iſt er hernach hingegangen? Pag. Jus Hauß mit ſeinem Diener. Hier Wo du mir nicht darthuſt/ daß du das Kaͤſtlin von ihm empfangen/ ſo wil ich dich bey den acht Maͤnnern vor einen Raͤuber anklagen. Pagan. Und wo ich macke/ daß ihr es mit Haͤnden greif⸗ fen koͤnnet/ daß ichs von ihm empfangen/ was habe ich vor Lohn zu gewarten? Hicr. Daß man dich nicht in das Haltzeyſen ſtecken wird/ wie du verdteneſt. Das Kaͤltlin wil ich in meinem Hauſe haben/ und wo du wilſt mit Cismund reden/ ſo kom herein und fuͤhre deine Sachen aus. Hoͤr eſt du nicht/ he! Bruſco! kom herunter. Pagan. Iſts moͤglich/ daß man in dieſem Lande alſo lebe! Hier. Nim diß Kaͤſtlin/ und trag es hinein/ gibſt du ſo achtung auff das Hauß? he! Bruſcus. Es war gleichwol heute in dem Schreibezimmer als mich der Herr hinein geſchicket. Hier. Es war dar/ aber dieſer Kerle hat es heraus ge⸗ nommen/ und entſchuldiget ſich/ als wenn es ihm Gismund gegeben. Pag. Ich kenne dich wohl auch/ vunn/ Bruſco. 0 Wätücherke Allkdichber t wörge ſtger und füft, Wfglchl AededosRe Mgchenundt eht/ das baßihrenke /nddies aihekem Hachkohleit Afthd unve Wgelles wä älbas Pfan aßättet/h ihgund WeBeſet MicherFre hettäͤt tzinmei Ilget hute Rähage, Wuüttgeth 15 Ugd't le geich des 000 Aäkktetor Wällehrd 0 mühtStehh agknche ier. I*5 fel T kubn pagan. 0 e Ikotget ,, g echfcgn/ e Bruſe, Hprſer. Fiet. t WiRidk, Ae ATN Pag, 0J HA Fehne; 1 Blulc. Wäshaut“-Hier. te Biuſc. 11 Hier. Luſt⸗Spiel. 1 19 Fruſc, Du ſolſt mich erkennẽ vor den/ der ich bin. Ich aber erkenne dich vor einen Dieb und Raͤuber, Du ſolſt morgen ſeyn/ wo man die Schelmen/ Betrieger und Beutelſchneider wie du biſt/ ab⸗ ſtraffet, 8 Oja/ freylich! das gefaͤlt mir! die Gewalt kan mehr als das Recht. Ich muß zu den acht Maͤn⸗ nern gehen und mich beklagen/ nicht nur uͤber die⸗ ſes Unrecht/ das ihr mir itzund mitſpielet: ſon⸗ dern daß ihr euren neuen Schelmereyen die Hand bietet/ und die Fraͤwlin/ die ihr mir zu Pila ent⸗ fuͤhret/ in eurem eigenen Hauſe habt. Ihr bil⸗ det euch wohl ein/ man wiſſe eure Stuͤcklin nicht: und ſte ſind unverborgen/ was wolt ihr euch ent⸗ ſchuldigenꝰes waͤre euch beſſer angeſtanden/ wenn ihr mir das Pfand/ das mir Eismund gegeben/ gelaſſen haͤttet/ biß er mir gezahlet haͤtte/ was er mir ſchuldig und verſprochen. Auff dieſe Weiſe wird iedweder zu thun finden. Rein lieber Freund/ ich weiß nicht was er ſagen wil von der Fraͤwlin/ und habe mit meinem Wiſ⸗ ſen nichts in meinem Hauſe/ das ihm zuſtehet. Er beginnet gute Worte zu geben. Die Sache iſt/ wie ich ſage. Et und Gismund haben heute keinen Tritt gethan/ auff den man nicht achtung gegeben. Lind vielleicht/ ehe er noch ſchlaffen geht/ ſol er Zeichen ſehen/ die ihm nicht gefallen werden/ und es wird ihn gereuen. Doch genung hietvon. Nun kriegt Hieronymus auch ſein Theil. Was koͤnnet ihr denn mit mir thun? Gismund, die Magd/ und ich/ werden in das Ge⸗ faͤngniß tantzen. Pagan. Der Herr wirds erfahren/ nicht mehr! Warhafftig Fraw Ginefra* H 4 Rruſe: 120 Die Seugamme Bruſc. Es wird nur allzu wahr ſeyn. Hier. Wil der Herr wohl thun/ ſo kom er in das Hauß da Gismund ſeyn muß/ und verſichere ſich darin⸗ nen/ daß dieſe Sachen mir zuſtehen/ und ſage ihm ſelbſt/ was er zu ſagen hat. Pag. Ich wil vor ſicher hinein/ und mein Recht ſonder auff iemand mehr zu fehen/ befoͤrdert wiſſen. Junger geh in die Herberge und warte meiner daſelbſt. Der ſechſte Eingang. Lesbia, Gismund und Musca. Lesbia. Enn nach ſo viel Elends und Ungluͤcks das Gluͤck/ mich und meine Ehre/ ihm mein Hertz/ erhalten hat: ſo vergeb ich demſelben tauſend 8 die es mir vorhin erwie⸗ en. Sism. Iſts moͤglich/ daß Ginelta ſo unverſchaͤmt ſen/ daß/ da ſie ſie haͤtte in ein Hauß fuͤhren ſollen/ in wel⸗ chem ſie mehr ſicher geweſen/ als in dem ihrigen: Sie ſelbige in meines Ohems und mein Hauß ge⸗ bracht/ nicht anderwerts als ſte pfleget leichte Weiber einzufuͤhren/ die ſte in dieſer Stadt an der Hand hat. Aber ich verſichere ſie; ſol ich iemals den Tag erleben/ an welchem ich mich aus dieſer Angſt/ die mich itzt hauffenweiſe umbgiebet/ be⸗ freyet finden werde; daß ich dieſen Schimpff wol werde zu raͤchen wiſſen. Musca. Vor wem haͤlt der Herr die Ginefta? Gism. Vor eine Kuplerin Musca fedenſ i benaſte Kuͤldern. Shufergeche etcher Kle ach Hände Abeine Roß lanet /gef rhundertf Wgekedit al mſhänt it Fhitteſſe w jthlfihret/ ſaghabt: od ſlchetworde bißherge uees ma Auaß meht thir czallei ekr an f hedet nie keuuwerfte hten. Wgeſrott Aecber v n Huren Mchet Ner nhübiſche Aungnt We/ dan umddete unprt/ hchtetit Luſt⸗Spiel. 121 Musea, Wenn ſie denn ihr Handwerck uͤbet/ und thut was dhaffhe demſelben anſtehet/ hat ſich niemand daruͤber zu U Lerwundern. Die Leinweberinnen wircken. Die Schuſter machen Schuh/ die Tiſcher Kiſten/ die Schneider Kleider/ und die Kuplerinnen dero⸗ Rfeg gleichen Haͤndeſ. Fraw Ginelia haͤtte wohl ie⸗ lff mand eine Nonne vorgezogen/ wenn man ſie ihr üxreh vertrauet/ geſchweig denn eine andere/ und der Herr wundert ſich/ daß ſie dieſes gethan? Giom, Ich gebe dir alle Sachen zu: aber darff ſie ſie ſo — unverſchaͤmt in mein Hauß fuͤhren? Musca. Sie haͤtte ſie wohl in die Kirche oder in das Klo⸗ 10 ſter gefuͤhret/ wenn ſie ihren Nutz davon zu hof⸗ fen gehabt: oder von dem Hieronymus darumb Muu. erſuchet worden. Der Herr kennet ſeine Natun 5 und bißher gefuͤhrtes Leben wohl. tle Lebbia. Vor dieſes mahl ſind Er und Sie/ beyde betro⸗ gen. 5 0% Göm Ich weiß mehr denn zuviel wie er iſt! wolte Gotk fla er waͤr es allein/ in dieſer Stadt hat es nie ge⸗ thhzez mangelt an ſolchen ſeines Alters Leuten/ welche N entweder nie geheyrathet/ oder nach der erſten bäe Ehe unverfreyet blieben/ damit ſie nur allezeit f415 das Hauß voll Huren und Kuplerinnen halten ehge moͤchten. üugbe Fus ca. Aerger ſind noch die jenen/ welche Weiber haben/ 110 elbige aber verlaſſen/ und mehr von einer lieder⸗ 9 lichen Huren oder Magd halten/ als von ihnen/ 06 ſ, welcher der Herr wohl etliche kennen wird/ als 5 derer buͤbiſches ꝛeben unverborgen. SGim. Genung/ und weiß hergegen wohl/ daß die armen frehhnfen Weiber/ damit ſie nicht allezeit alleine bleiben; ihnen andere ſuchen. Lesbia. Mein Herr/ wo es ihm geliebet/ ſo laſſet uns von hier abtreten/ damit wir nicht von ſeinemOhemb/ 9„T L8, H 5 wenn E2³ Die Seugamme wenn er mit dem rembden heraus kommen moͤch⸗ te/ angetroffen werden, Cism, Sie reder wohl mein Hertz. Musca, weil ich in dieſer Stadt viel Freunde habe/ von welchen ich mich alles zu verſichern/ bin ich noch nicht ent⸗ ſchloſſen/ bey welchem ich dieſe Racht zubringen werde. Aber ich ſey wo ich wolle/ ſo wil ichs dich doch wiſſen laſſen/ damit du bißweilen kommeſt/ und ſchaueſt/ ob mir etwas von noͤthen/ und Be⸗ richt gebeſt/ wie die Sachen ablauffen/ biß wir/ ſo bald moͤglich/ moͤgen ſicher ausgehen/ und uns an einen Ort verfuͤgen/ da wir uns vor dieſer Obrigkeit nichts zu fuͤrchten, Liyius wie du ſtheſt/ iſt in dem Gefaͤngniß/ nicht ſonder Gefahr/ wo die Sache entdecket wird/ ſeinen Kopff zu verlie⸗ ren/ in ſeinem Hauſe wird alles uͤber und uͤberge⸗ hen/ das unſere iſt eine lebendige Helle. Lesbia und ich befinden uns/ wie du ſiheſt/ und gehen ſon⸗ der zu wiſſen/ wohin/ als verzweiffelte Leute. Bleib du derowegen alhter/ und hoͤre fleiſſig nach 4 allen Sachen/ die du vernehmen magſt. Uber gl⸗ les begib dich nicht von dem Hauſe/ es ſey denn die hoͤchſte Noth/ damit wenn ich dich begehren moͤchte/ du in einem Ort ſeyeſt/ in welchem du leicht zufinden, Lesbia. Musca ſetze uns/(weil es ja dem Gluͤck alſo gefal⸗ len) doch nicht aus der Acht! Musca. Ich wil gewiß ihrenthalben thun/ was mir moͤg⸗ lich/ und das Hertz moͤchte mir brechen/ wenn ich ſie ſolcher Geſtaltſehe aus dem Hauſe gehen/ und nichts mehr ſuchen/ als wo ſie dieſe Nacht herber⸗ gen ſollen. Gism, Meiner Widerwertigkeit und Schmertzen achte ich nicht ſo viel! dieſes allein kraͤncket mich/ daß ich meinetwegen Leßbien in ſochem Elend 85 er chlichf ſalt/ hehn! Anghet/ l elgeh Ixolen mi geheltde Mabektigke A, efege WIllke öff igogehen/ Ibeltekkich egteyele Aäbermaff hche fecht /elcher n ſhekorkt/ chſheitet, aerkreeee a Oefit b. Co CCorſugrel heh. Mlbe Coälf sſeſgh Hehgas Wech Wfig/ Wcgneh Wthvoh A 4 l 0 oh fhertz 0 0 u ſHſhke, ¹ hherbn ß Hreft Ebſcf/ Gſſcht /h0 fbglk. häbeg: G ein, Arphkehſt Fflk Fat⸗ rfefteh. üſtecbent elthn. Poch lach aetn egl, galtſig⸗ fhhebt) 0 0 Aäätkah' f 0/ Ech„, W0 IIt luſt⸗Spiel. 123 Aber twenn ich ſie nur erhalte/ bin ich mehr ver⸗ gnüget/ wenn mir gleich alles zuruͤck und wider Willen gehet/ als wenn ich ſonder ſie ſolte uͤber die gantze Welt gebieten. Lesbia, Wir wollen mit eheſtem in feſteſter Hoffnung des Tages gegenwertig ſeyn/ welcher unſere ſo groſſe Widerwertigkeit und Elend in Freuden verkehren wird. Muzen, Ich bitte/ ſie gehen fort/ ich hoͤre daß man des Li⸗ vius Thuͤre oͤffnet. Gism Laſt uns gehen/ wohin uns das Gluͤck fuͤhren wird. Musea. Wer wolte nicht weinen/ wenn er betrachtet/ wor⸗ zu dieſe zwey elende und ungluͤckſeligſte Verlibten durch übermaͤſſige Liebe gebracht/ unangeſehen/ ihre lebe recht ehrlich und Edel. Armer Livius! der/ welcher mit Frawen Conſtanzen aus dem Hauſe komt/ iſt Lapus ihr Bruder. Gott helffe dir! es ſcheinet/ die Sachen ſtehen gar uͤbel. Der ſiebende Eingang. Lapo, Conſtanze und Muſca. Lapo, WMeree dich doch nicht mehr als von noͤthen. Conſt. O elende Conttame]! Sol dieſes die Ruhe deines Alters ſeyn! L4bd, Ehe man was weiters ben der Sachen thut/ wil ich mit einem guten Freunde/ wecher wetſe und verſtaͤndig/ Rath halten; aber ſage mir doch/ was du deñ eigentlich vonAnfang geſehen/ welches dich in den Argwohn dieſer veruͤbeten That gebracht/ damit 124 Die Seugamme ltbnt damit ich mich beſſer mit ihm unterreden möͤge. Aaſte Conſt. Heute nach der Mahlzeit befand ich mich etbas l unpaͤßlich/ derowegen legt ich mich ein wenig auff 0 das Bettlin. f000 0 Musca. Ich kan nicht alles wohl hoͤren. Wlter ſch Conſt. Als ich erwachte/ und Sylvien weder in derKam⸗ all 0 mer noch auff dem Saale fand; fraget ich die Am⸗ 10 9 8 me wo ſie waͤre/ die gab zur Antwort/ daß ſie es ,‚ nicht wuͤſte/ hielte aber darvor/ daß ſie hinunter ldie in das Hauß oder in den Garten gegangen. Ich eli fie glaubte daß dem alſo waͤre/ und gab mich zu frie⸗ z lbt den. Kurtz hernach/ weiß ich nicht/ aus waſſer⸗ uh Eſl ley Bewegung ich mich in das Kammer⸗Fenſter/ ſnalich y welches uͤber den Vorhoff gehet/ gelegt/ ſahe auch ſtzver ſo ſtracks als ich mich dahin begeben/ daß Sylvia ftedl An aus der groſſen Unterkammer/ gantz roth/ furcht⸗ hund ſam/ und mit verwirreten Haaren hervor lan/ komt. lange Lapo. Sie muß fleiſſig gearbeitet haben. Wlögwir! Conſt. Ich ſtund/ ſahe/ und hoͤrete/ was ſie machen wol⸗i/ ind te/ und werde innen/ daß ihr die Amme mitten + auff der Treppen begegnet/ welche mit ihr einzim⸗ Itepenlt 1 lich Geziſchel hielt/ ich verbarg meinen Argwohn/ boſl he ſo gut als moͤglich. Die Amme kam wieder hin⸗ dicln auff/ und ging in dem gantzen Hauſe/ bald oben/ elt ſokd bald unten herumb/ ſonder daß ſie wuſte/ was ſte Hundeft thun ſolte. ö IEnheif Lapo. Die verraͤhteriſche Hure! Ahelftn. Conſt. Ich ſtellete mich frölich/ demit ich ihr nicht bo:⸗ Iicit ſe Gedancken machte/ und redete nach meiner Rulic Gewohnheit ſo mit ihr/ als mit Sylvien. Belche/ wie die jungen Leute pflegen/ alſo aus⸗ Auk 10 ſah/ daß man die begangene Miſſethat gleichſam filz aſtz guff ihrer Stirne leſen konte. 690 Musca. Whe Luſt⸗Spiel. Itzk tene, Ausca. Ich bilde mir es ſo feſte ein/ als wenn ich ſie vor h Augen ſehe! Uchhete, Ecult⸗ Letzlich umb zu wiſſen/ was es denn waͤre/ und 1 was ſo viel Furcht und Veraͤnderung desGeſichts bedeutete: ſchloß ich mich mit Sylvien in eine Kammer/ ſie fiel auff ihre Knie/ und bekandte/ ehe f0 ſie umb etwas fragte/ wie die gantze Sache uͤnde. Labo. Nicht/ wie die Sache ſtehet: ſondern wie ſie ver⸗ meinet/ daß ſie ſtehe. Conſt. So iſts! ob wohl ihre Wort durch ſo viel Seuf⸗ tzer und Schlucken gebrochen waren/ daß man kuͤmmerlich verſtehen konte/ was ſie redete/ als ich dieſes vernommen/ ſchloß ich ſie wieder ein/ ruffte die Amme/ welche gleich mit einem Wan⸗ der⸗Gebund unter dem Arme zu ber Thuͤre wieder hinein kam/ in einẽ andere Kammer/ und hieolt ſie dar ſo lange auff/ biß du eben zu rechte kom⸗ men/ da wir ſie mit einander auff diß Stuͤck be⸗ fünthen, fraget/ und diß befunden haben/ was du gehoͤ⸗ nnie.ket.. 33 Ilkhetke⸗ Labol Und fuͤrnemlich/ daß das Ubel viel groͤſſer/ als Wne wie wohl vermeinet: denn wenn der Anſchlag Aihrhh, waͤre abgelauffen/ wie die Amme gedacht und an⸗ WIO0! geſiellet/ ſo koͤnte man ja irgend ein Pflaſter zu die⸗ jſer Wunde finden.. Plusca. Di(Sache iſt entdecket. Gismund kan hier nicht mehihelffen. (Filä“ Coalt. Ouglucküͤber Ungluͤck! uhnn Musca. Das Zluͤck hat hir mehr geſundigt als die Am⸗ AA me. 15 Tado. Je metr ich nachdencke; ie mehr muß ich mich 10—7 0 eitſetzen/ und weiß nicht was ich ſagen 0 ol. Conſt. Warumbhaſt du mich zu ſolchem Elend 7 6 1 05 Die Seugamme gehalten; wie offt hab ich dich gebeten Lapo, dit ſolteſt mir einen huͤbſchen Mann vor Sylvien ſu⸗ chen helffen/ und du haſt die Sache von Tage zu Tage auffgeſchoben. Lapo, Danck habe du. Die du ſo offt als ich dir einen in die Hand gegeben geſaget/ dieſen mag ich nicht/ der gefaͤlt mir nicht/ ja alles ſtanck dich an Dencke nun/ ob du itzt nicht lieber wolleſt/ daß deine Tochter einen armen Handwercks Mann genommen/ als daß du ſte in dieſem Zuſtande be⸗ halten ſolleſt. Musca, Das heiſt Jungfrawen in dem Hauſe! Conſt. Ach Lapo mein Bruder! 1. Musca. Schaw/ was dieſe vor einen Irthumb began⸗ : zenl Conſt. Has denckſt du nun? 1035 Musca. Ja Frawen! es ſolte ihnen wohl an Entſchubbi⸗ gung mangeln⸗ Lapo. Wolan denn! die Sache iſt nun ſo bewandl ſchicke morgen ſo bald der Tag anbricht das Mägd⸗ lein in däs Kloſter/ und laß unſerer Schveſter andeuten/ daß ſie ſie mit keinem Menſchen reden 505 laſſe. Musca. Recht ſo/ nun ſol ſie vor unſern Herrn Gott gut genung ſeyn! Lapo. Uind halt die Amme in der Kammer/ de kwir ſie itzt gelaſſen haben/(weil ſie weit entfernſt/ verſchloſ⸗ ſen) damit ſie niemand ſehe/ noch ſelbſ von iemand geſehen werde. Wo iemand in den Hauſe iſt/ welchem bewuſt/ was vorgelauffen/ ſo kehre Fleiß an/ daß er mit niemand zu reden konme. Livius (wie dir wiſſend) iſt in dem Kercke/ und diß allein ſchmertzet mich/ daß er nicht wegen einer Sachen gefangen/ umb welcher Willei er morgen an den Galgen ſolte. Denn durchſeinen Rolkaze, en tle. Se thch Alcher AinPeater Mlcht“ O Thleblcher maßfetzoge Akbontn Wehehetein ſe, ſhithicke Aflgen her girdige gegleubt ſanem B nufe en“ Wern W,P.ek cheyt/ Akt, Hlß roch Allkäckkt Wöchtkt h Mbukch Et Rel ſo Raihn he Wͤfhjckel, Aäeftlltf Aalnce Uffte Wß ſh i l. %0 den alle Sachen nichtig gemacht werden. lureſe. Muscg. Ey freylich Eueh zu iet tele Coult⸗Wohl aber! Was Ehre wuͤrde mein Ehmann gan n und ſein Vater darvon tragen? ich wil diß durch⸗ clee aus nicht! Denn ob er wohl in Warheit nicht 015 mein leiblicher Sohn/ gleichwol/ weil er gantz von mir anfferzogen/ liebe ich ihn nicht weniger/ als wenn er von mir geboren. Musca. Sie haben einander gar anders aufferzogen und genoſſen. Conſt. Und in dieſem Werck hat ſein Verbrechen groſſes Mitleiden verdienet/ weil er auſſer allem Vor⸗ ſag geſuͤndiget/ in dem er darvor gehalten und 8( noch geglaubt/ daß er nicht mit Sylvien: ſon⸗ Matke dern ſeinem Begehren nach mit dieſer verfluchten Huren zu ſchaffen gehabt. ſüchh? Rüises. Huren? wenn alle ſolcher Art und Sitten waͤ⸗ ohih ken/ ſo würde ein gemeines Frawen Hauß ſo 3 ſeyn/ als wohl das reineſte Jungfrauen Oſter. Cönſt. Ich Wiß noch weiter mit dir reden/ dieſes Un⸗ gluͤck kraͤncket mich nicht weniger/ ſeiner als mei⸗ 15 b40 lſe dee M. ek Eehekt Aafkk hger Tochter und meiner ſelbſt wegen/ und wenn man durch Erlaubniß der Geiſtlichen oder ande⸗ ereyl te Mittel ſo viel zu wege bringen koͤnte/ daß Ylvia ihn hehrathen moͤchte/ wuͤrde es ſich ſehr 10 Loblſchicken. fh Mußses. Deeſer ſtellet ſich naͤrriſch/ oder er iſts in Warheit/ ſhehme und wil nichts verſtehen. üe, Cooſt. Was doͤrffte er wohl darauff wagen? het Lapo. Was weiß ich umb die Sachen? Wie alt war IPs Livius als ihn Leonhard aus Sieilien gehracht W hat. biitethn Conſt. Er war ſehr klein/ mache deine Rechnung auff unt fünff Jahr. ſnie, Lapo 128 Die Seugamme Lapd. Hat er dir nicht gefaget von was voͤr einer Frawen er ihn in Palerm bekommen. Conſt. Ja/ ich erinnere mich gar wohl/ er gab vor/ et haͤtte ihn von einer ſehr Edlen Wittwen in ſelbi⸗ ger Stadt erhalten/ aber/ worzu dieſes Mit wenigem: Leonhard hat ihn ſo hoch geltebt/ daß kurtz zuvor ehe er geſtorben/ er thn hat laſſen ehe⸗ lich erklaͤren/ und bald darnach(wie dir wohl be⸗ wuſt) zu ſeinem Erben eingeſetzet. Lapo. Weiler allzeit ein ſolcher Geſelle war Musca. Verraͤtheriſcher Geitz. Conſt. Und in Watheit/ er hat ſich ſtets gegen allen alſo verhalten/ daß ich mein hoͤchſtes Vergnuͤgen dar⸗ an gehabt. Musca. Das kan man glauben/ auch ſonder euer Schwe⸗ ren. 4 Lapo. Wenn du denn nicht wilſt Urſach an ſeinem Ver⸗ derben ſeyn/ ſo iſt von noͤthen/ daß man/ wo ſich nichts beſſers thun leſt/ die Sache zum wenigſten ſo lange verborgen halte/ biß er aus dem Gefaͤn⸗ gniß gerathen koͤnne. 1 Conſt. Das ſage ich/ und ſage es allezeit. Wilſt du daß er übel anlauffe/ vertrieben werde/ und unſer Vermoͤgen/ wie auch der ſaure Schweiß meines Leonhards in gemeine Haͤnde gerathe. Du ſageſt die Warheit ⸗ wegen dieſer und ander 95 iſt hoͤchſtnoͤtig/ daß man nicht viel Wor⸗ te mache/ der Syloten/ ſo bald als moͤglich einen Mann zu geben ſuche/ und alles nicht ſo genaue beobachte. Conſt. Sie wird nicht die erſte ſeyn/ die ſo/ wie ſie zu dem Manne kommet⸗ usc herfe glkGehe eSecheſt grahen w. Wits Es iſt lkſtomer glet ſed. latunsh bbem Hauf Ihkilken ber Aſceletſte abchott hef /;ilte ſrgolzn. Il A igus. E t in ſti Antbeh ſachharget ebrem 9 dbeß i /e Ahhieleg! Wfß/aß lnd enhntz 0 0 ſümt 15 Migyſch Luſt⸗Spiel. 8 129 b Mufea: Und det/ der ſie freyen wird/ wird noch eine gute . Morgen⸗Gabe mit erwiſchen. keächle Lapo,. Wo die Sache ſtille gehalten wird/ kan allem Un⸗ Mglt heil gerathen werden/ und das iſt alles. Lonſt. Alſo iſts! Es iſt beſſer in dieſer Welt/ daß man ei⸗ g nen vor from anſehe/ als daß er from ſey. ahulgßoh“ lufes. Geſegnet ſeyd ihr zu tauſendmahlen! herch, Conſt. Lapo, laſt uns hinein gehen/ damit dieſelbigen/ die 1 aus dem Hauſe des Hieronymus kommen unſer 10 nicht innen werden. Muſea Es ſcheinet ſie haben ſich wohl verglichen. ſege, Lapo, Bleib GOtt befohlen Conſtanae! Ehe ich ſchlaf⸗ Tahthnt fen gehe/ will ich dich vor beſuchen/ ſchleuß dieſe Thuͤre wool zu. eäkeSit luked D er A ch te Eingang. Paganinus. Hieronymus. Muſca. Mulca bleibt in ſeinem Winckel alletne ſtehen. 06 Paganin. Wat 8 S iſt mir lieb/ daß ich meine Sache außgefuͤhret/ f 6tufun und euch dargethan/ daß ich das Kaͤſtlein/ welches 5 ich von ewrem Neffen bekommen/ nicht geſtolen 65 1 habe/ und daß ich ein ehrlicher Mann ſey; Euch NNM 060½ kotmet nu zu/ ewer Wort zu halten/ maſſen ihr A mit nach vielem Reden und Widerreden verſpro⸗ 010 chen/ das iſt/ daß ihr mir Fuͤnffhundert Ducaten außgezehlet/ und damit hat dieſer Streit ein En⸗ e. NIER Muſca. Hieronymus ſtehet voll von Gedancken. Tagan, Und kommet es euch anitzt nicht gelegen/ ſo gebet air eine Verſicherung unter ewrer Hand. f J Mier. 20 Der Seugaume Hieron. Es iſt nicht mehr denn billich! Ich begehre nicht daß ihr von mir ſcheidet/ ehe ihr befriediget/ aber ich wolte wohl daß ihr mir zuvor einen Dinſt erwieſet. pagan. Ich bin bereit zu ewrem Befehl. Muſca. Die Sache wird recht wohl ablauffen/ ich wil mich entdecken. Wer weiß⸗ ⸗der Hoͤchſte verleihe euch einen guten Abend mein Herr. Hieron Du kommeſt eben zu rechte/ gehe ſtracks in das Hauß des Livius, und berichte ſeine Mutter Fraw Conſtanzen; daß ſie mit eine groſſe Ehre erzeigen wuͤrde/ wenn ſte ſich biß hieher bemuͤhen wolte. Muſca.. Ich gehe. Was newes wird das werden! bagan. Und ich wil nicht allein wo euch beliebet/ euch Zeit goͤnnen/ ſondern auch wo ihr euch wuͤrdigen wol⸗ iet /es vor ein Geſchenck auffzunehmen: werde ich euch ſtets hoͤchſt verbunden bleiben/ denn ich bin nicht weniger meiner Sachen freygebig/ wenn ie⸗ mand deroſelben aus Freundſchafft begehret: als bereit das Leben auffzuſetzen/ umb mich an denen zu raͤchen/ die mir Unrecht thun/ oder das meinige mit Gewalt abdringen wollen. Hieron. Ich bedancke mich/ und bin euch ewig verpflich⸗ tet/ wir wollen ein wentg zu dieſer Thuͤren treten/ da Muſca hinein gegangen iſt/ denn ich muß ein paar Worte mit der Frawen reden/ welche herun⸗ ter kommen ſoll. Pagan. Laſſet uns gehen/ wohin es euch geliebet. Voran/ denn ich willeuch folgen. Hier. Schawet/ ſie kommet gleich. Muſca. Mein Herr/ hir iſt Fraw Conſtanze. Der luſt ———— U Nal llte, Hler J eEt fbegerf ſchtehg WFtoc Conf Abett, pffnd ty AWes wohl Ahbus Fre /het ech Tchhetzehle / dag er hof Atliisge Aenchle Aenbön p⸗ flöckaftig Anichtalſe Adeßihnin Aülhen Kg Mober belf fletb fag/ oh ehr/ Alzin felbſ 00 Jalgk We 0 5 5 Aclee Agachmt Alit, ͤh A luf Spiel Ibient p, Der Neundte Eingang. Conſtanze. Hieronymus. Paganinus. ſthie Muſca. 4 0 Conſtanze. Ath Qᷓ Ott helffe daß er nicht etwas von der Sachen er⸗ Eegg, Klahten habe! 1 51 Kce, lier Fraw Conſtantia. Gott gebe euch einen 1000. frolichen Abend. Iüntn“ Conſt Die Herren find willkommen. Ich bin eines froͤ⸗ chthl“. ütchen Abends wohl benoͤtiget. ibhon, Hiet Saget mir aus Freundſchafft/ vo es guch erlaubt 5ü zu fragen/ hat ewer Leonhald ſeel. Gedaͤchtnuͤs nes kicht irgend erzehlet/ wer deſſen Kindes Murter A Heweſen/ das er vom valerm mit hieher gefuͤhret/ 1975 And änitzt Livius genennet wird, nnen Conſt. Er hat mir erzehlet/ daß er ihn von einer adeli⸗ 1. un chen Witwen von balermo gehabt/ und dieſes hat 3. Kalkezet bekraͤfftiget. 0 80 ſalbrt⸗ Hiet. Es iſt dem nicht alſt Göbelhrwit mein Herr nicht hderſh kezehler/ daß ihn in Valetm dem Leonhardo Gua- be koneirti einen Knaben von ungefehr fuͤnff Jahr . verfauffet oder verſchencket. chuikenen pagan, Ich habe es geſagt/ und ſage es nochmals/ und ſa⸗ chhrn geeuch noch mehr/ und weiß es(denn Lconhard hatte damals in felbigen Oertern keinen vertraw⸗ tern Freund/ als mich) daß er keinen Umbgang mit Witwen gehabt/ auch keine Kinder in ſelbiger Stadt bekommen. 1 klier. Wie hat er denn dieſes Kind von euch erhalten? agan. Ich will es euch mit kurtzem ſagen. K Alöſca. Laſt uns höͤren; Was wird dieſes vor eine newe Zeitung werden J 2 Pagan. Die Seugamme 4 3 2 8 6 Pagan. Es kamen ungeh etliche Moren⸗Schiffe nach Ahare Monach/ welche die Gegend des Toſcaniſchen Mee⸗ tden L res beſtrichen/ groͤſſe Beute gemacht/ und unter Wſite oe vielen Leuten/ welcher ſie unterſchiedener Orten chttt gefangen hatten/ waren zwey Kindlein/ ein Knaͤb⸗ ſuluchfe lin/ und ein Maͤgdlin/ welche ich weinend ſahe/ un Wgdech/e weil mich deren jammerte/ in dem es ſich gnung⸗ Aefele ſam außweiſete/ daß ſie adelichen Herkommens/ be⸗ Aenochetk handelte ichs ſo weitſ/ daß die Moren/(wie ich uaervot euch Herr Hieronymus geſaget) mir die Kinder mfencht gegen einer Verehrnng liſſen/ in dem man auch bey;lſtest ibergabe der Kinder eine Frawen/ welche mit ih⸗ nen wat gefangen worden/ weder von den Kindern/ Aalltbeh noch die Kinder von ihr loß bringen konte; ward gehret ich aus Wehmut und Mitleiden bewogen/ daß ich Haßſeſſe felbte auch erhandelte und vor ſie nicht ein gerin ⸗ aſt khern ges Geld außlegte. Als ich ſie hernach nach Pa. oben/ lerm, da ich meine Wohnung und einen zimlichen ſlg Handel hatte/ gebracht; Bildet ich mir ein mit gu⸗Mumdet⸗ ter Weile von der Frawen zu vernehmen/ von ggteihe twannen dieſe Kinder weren/ umb ſolches ihre El⸗ Auſtdeh tern zu berichten/ damit ich/ wenn ſie reich ober jſind edel weren/ mein vor dieſelbigen außgelegtes Geld ihittepg wieder bekommen/ und vielleicht auch was gewin⸗ Ig Jate nen moͤchte/ aber es kam ein Zufall/ welcher dieſe hne Frau in weniger denn J. Stunden hinweg nam/ olkaz nicht ſonder groſſe Schmertzen und Verdruß die⸗ Aerſ fer Kinder/ von welchen/ weil ſie ſo ſehr jung/ und ſen keinen Belicht von den ihrigen zu geben wuſten/ Ahen ich gar nichts meinem Begehren nach/ erforſchen Meedbe kunte. Weil mir nu die Hoffnung benommen et⸗ Wünalt was/ ſo ihnen oder mir nuͤtzlich zu erfahren/ ent⸗, f6 ſchloß ich mich ſte ſo lange zu behalten und zu b4. 0 wahren/ biß ihnen Gott ein Gluͤcke zuſchickte. 1 5 Wie nun GoOtt niemand verlaͤſt/ alſo begab es ſich 0 8 nicht Vch f Nu,Elet WTce enlhe)ch chege fun hg Auhakeurtt Ng /5% fieb hngaklz he kun ecgche e Ft e faähgegfe ncteg gn hähth h Whe hnrtle ahet/ Fachehte Anſethtt fänfllgtke achand berhe erg n 1010 Ia die 0 fagth c gunn ee 0 bätrn iötreh 1%l UEI 0 10 Luſt⸗Spiel. 133 nicht lange hernach/ daß ich in vertraͤwliche Kund⸗ ſchafft mit dem Leonbard gerith/ und wie er des Knaben gute Geſtalt und trefflichen Verſtand er⸗ kennet/ begehrete er denſelbigen von mir/ und ob ich wohl mich ſehr/ etwas zunehmen/ verwiderte/ hat er mir doch/ was ich vor das Kind auß geleget/ wieder zugeſtellet/ bald darnach iſt er mit dent Knaben nacher kloren; gezogen/ und ich habe von daran/ weder von einem noch dem andern nicht das geringſte mehr vernommen. Conftipze. Wte iſt es aber ferner mit dem Maͤgdlin ver⸗ bliben? Nagan. Sie verblib bey mir und meiner Ghe⸗Frawen/ wel⸗ che wegen ihrer guten Sitten ſich ſo hoch in ſie ver⸗ liebt/ daß ſie ſte ſtets als ihr Kind gehalten. Nach dem ſie aber noch nicht vor voll dreyen Mong⸗ ten geſtoiben/ und mir/ ehe ſie die letzte Stunde er⸗ keichet/ ſo oiel Rachricht gegeben/ als ſie von dem Kinde und der Magd erhalten/ die ſie mir vor die⸗ ſein nicht entdecken wollen/ aus Furcht/ daß ſie nicht umb dieſe Tochter/(denn ſie nennete ſie und hilt ſie vor ihr Kind jkaͤme: hab ich mich auffgemacht/ ehe deñ Gott etwas inders uͤber mich verhaͤngen moͤch⸗ te/ ihren Vater und Mutter(wo ich koͤnte) zu ſu⸗ chen/ und ihnen/ yo und wie ſie begehreten/ dieſes Kind wieder zuzuſtellen. Wenn aber niemand zu finden/ der ſich ihrer annehmen wolte/ war ich ge⸗ ſonnen ſie inihrem Vaterlande in ein Kloſter zu ge⸗ ben zu ihrembeſſerm Ruhm undEhre/ und ſo wohl meiner als meiner Liebſten Befriedigung welche vor ihrem Ahſchied nichts ſo ſehr von mir gewuͤnd⸗ ſchet/ als daß ich mit dieſer Jungfrawen nicht an⸗ ders umbgeher wolte/ als wenn ſie von ihr geboh⸗ ren. Derowagen machte ich mich mit ihr auf den Weg/ brachte je biß nach Pila, und wie ich gon 14 dannen 134 Der Seugamme dannen mit ihr nach Floren kommen wollen/ iſt e heute numehr die gantze Welt wei 11366 nnt! 94 1 Hieron. Habt ihr die Jungfraw ſo hoch/ als ihr vorgebt/ geliebet;; Warumb habt ihr euch denn nicht mehr hemuͤhet ſie wieder zu bekomen/ als ſie gegen fuͤnff Hungariſche Guͤlden weg zu laſſen? Pagan, Ich habe dem Giſmunck eines und das andere an⸗ gemutet/ ſintemal ich in deren Gedancken; Er wuͤrde/ weil ihm Geld mangelte/ mir eher die Fraͤwlin wiedergeben/ als bahres Geld außzeh⸗ len/ da er mir ſie wiedergeben wollen/ oder noch gebe? haͤtte ich ſie/ weil es nicht anders ſeyn koͤn⸗ nen/ wieder zuruͤcke genommen/ wolteſte auch noch nehmen/(wiewohl/ GOtt weiß mitwas Hertzen) weil ich aber verſtehe/ daß ſie ſich nit ihm/ wie er mit ihr vergnuͤget/ muß ich ſie GOtt befehlen/ welcher nichts ergehen laſſen wid/ als was zu ih⸗ rem Beſten dienet/ und habe mein Gemuͤt berei⸗ tet/ zu allem was noch geſchelen kan. Hicron. Wie ward die Fraw genennet/ welche euch mit dieſen Kindern iſt in die Hoͤnde gerahten? Pagan. Wo mich mein Gedaͤchtnis nicht bedraͤnget/ ſo hat ſie Brigitta geheiſſen Hieron. Wie lange mag es nach wrer Rechnung ſeyn/ daß ſie gefangen worden, Pagan. Funffzehen Jahr/ oder ein wenig mehr. Conſt. Was hat ewre Fraw hiervon vor Bericht zu geben wiſſen? Pagan. Daß der Vater ſo eines als des andern Kindes damals zu Piſa gewohnet. Der eine zwar als Obergebieter ůͤber die Schifahrten/ und der ander als ein Kauffmann/ welcher auff⸗und abreiſete wegen ſeiner Geſchaͤffte. Hier. Aalette fe lusdieſt Ahuſt tz Ethfyur lt ſeh /ſ lhbe Aläckkligen erStufe WErrzul 1 J6.h Kf Achtch, l fuchen hbrehende ſgekkcget ß fal A/᷑kwelke enhatke ſͤfteinet, ktigget Aabloß kr Auldgleich Joch An each; 67/alöd Wäblt l Aeubh chethre9 ur/ Aerfn W%ppet Autn 00 . umn L ſhhghh feuthrite ffkrgmf e äugkgeg . ät 6 aceFy s0 h 10/0 W gagceeh Stbgößugh ehe Mlhe Iö fecſpen gn fh fhegehe eu chgte Wtl, Luſt⸗Spiel. 135 Hieton, Conſtanze, ſonder mehr nachzudencken/ aus al⸗ lem/ was dieſer Herr/ fo anietzt alhier als in mei⸗ nem Hauſe erzehlet/ erhellet ſo viel; daß Livius mein Sohn/ und die Fraͤplin des Giſmunds ewre Tochter ſey/ welche/ wie ihr euch wohl erinnern werdet/ hinweg geraubet worden/ an jenem vor ſie ungluͤckſeligen Tage/ da ſie aus Luſt nach§. Peter auff der Staffel/ und von dannen auff einer Bar⸗ cke die See zu beſehen mit unſerer Dienerin Bri⸗ girra, zwey Knechten/ und anderer Geſellſchafft außgefahren. Und daß wir nicht ferner wahre Zeichen ſuchen/ ſo verſichert mich eine gewiſſe Hertzbrechende Kinder⸗Liebe/ die ich ſtets zudieſem Livius getragen/ daß dieſem alſo ſey. Zu geſchwei⸗ gen, daß ſein Geſichte und ſeine Geſtalt ſeiner Mutter/ welche wenig Monden/ nach dem ſie ihn gebohren hatte/ geſtorben iſt/ ſo genawe gleichet/ daß es ſcheinet/ als wenn ſie es ſelber were. Aber was vor ein gewiſſeres und klaͤrerers kan man ha⸗ ben/ als daß er in allem ſo ſehr meinem Neffen dem Giſmund gleichet/ welchen ich als meinen Sohn liebe Jedoch ſaget mir/ dann dieſes hatte ich vergeſſen euch zu fragen/ wie wurden die Kinder ſo eines/ als das andere von der Amme genennet? Pagan. Das Knaͤblin hiß Gerhardin/ das Maͤgdlin Leßbia. Hieron. Warumb habt ihr ihre Nahmen verendert? ell pagan. Ich habe ihre Nahmen niemals verendert/ ſondern n Kne poen die Moren/ die ſie mir verkaufft/ haben mich be⸗ richtet/ der Knabe heiſſe Liwius und das Maͤgdlin Lucretia, und ſo habe ich ſie iederzeit genennet. gemen Hicton. Was ſagt ihr nun Fraw Conſtantia · 0 Lonſtanze. Wenn ich die Fraͤwlin des Giſmunds ſehen E werde/ ſo werd ich ſtracks erkennen/ ob ſie meine Lucretia ſey. 34 Muſca 136 Hier. Pagan Conſt Pagan Die Seugamme Muſca. Nun ſolten mich keine Ketten abſchrecken/ daß ich nicht bald itzt dieſen Augenblick den Gulmunck ſuche. Von Gerhardin/ nu nicht mehr Liyü hab ich gantz keinen Zweifel/ und itzt erinnere ich mich/ daß die Narve/ die er oben auff der Stirne traͤgt/ ibm uͤ⸗ berblieben von einer Verletzung/ die er kurtz zu⸗ vor bekommen/ ehe er mir geraubet/ als eꝛ die Stie⸗ gen hinab gefallen; O mein allerliebſter Sohn! Conſtanze. Erinnerte ſich das Maͤgdlin nicht/(ſo als die Kinder pflegen) ihres Vaters oder Mutter? Ich doͤrffte wohl ſchweren/ ich haͤtte gehoͤret/ daß ſie von Fraw Conſtanzien, und ich weiß nicht was/ von einem Imbroglia gelallet. Imbroglia iſt unſer Knecht geweſen/ welcher ſie ſtets an dem Halſe hatte/ welcher vielleicht auch in dieſem Ungluͤck uͤbel gefahren! Aber/ wie iſts glaublich/ daß dieſes Werck nicht entdecket/ weil Leonhard, welcher/ wie ihr ſaget/ ewer ſo wehrter Freund geweſen? Sich ſor offt bey euch befun⸗ den? Das iſt keine ſo groſſe Sache/ denn von der Zeit an/ da ich die Kinder von den Moren erkaufft/ biß auff dieſelbe/ da ich den Knaben dem Leonhard ge⸗ geben/ ſind mehr denn drey Jahr verlauffen. Conſt. So lang iſts nach Verluſt der Luctetien, daß er nach Palerm gezogen. Hat er das Maͤgdlin nie⸗ mals geſehen? Pagan. Nein/ meine Fraw/ er hat auch nie etwas dar⸗ von erfahren/ denn damals war ich ſehr reich/ da ich anitzt hergegen arm worden bin. Hieron. So iſts mit dem Weſen der Handels⸗Leute be⸗ wand. Fagan. Und weil ich niemals Kinder gehabt/ dieſes Maͤgdlin aber ſehr liebreich/ js von mir und mei⸗ ner We⸗t b: Het eh/nda ter me ‚1ach L. fnalsetze hokmite eHoff peller! ndes niſ Htlegenhe Raub⸗E ſhen ger! ſh Her z Akedete, Aenbas th. laß w. fübllt, Ueſkehen ſbgehen. AtCettat Fecerzubt ſiget d bennm auſſr llahke/ Utz er ſt net/d ſgfterh Auldetht⸗ lündottkh Wpfrrt 1 würeh flit mkel falclehte hK * /et äheö⸗0 0 Wetſte I/ Wgpäftf Ftea batet lſ, nlt 1 0 i, 05 6 Luſt⸗Spiel. 137 ner Ehe⸗Frauen mehr angebetet als geliebet ward: Hatte ich beſchloſſen ſie als die meine zu halten/ und als die meine/ wenn esZeit ſeyn wuͤr⸗ de/ beſter maſſen zu verheyrathen. Hieton. Hat euch Leonhard den Verluſt ſeiner Tochter niemals erzehlet? Pagan. Er hat mir es wohl erzehlet/ es blickete aber/ daß er keine Hoffnung hatte/ ſie iemals wieder zu ſe⸗ hen/ weil er vor gewiß hilt/ daß ſte geſtorben we⸗ re/ und es nicht wohl anders ſeyn koͤnte wegen der Ungelegenheit/ welche ein ſolch zartes Alter auff den Raub⸗Schiffen/ und unter den Haͤnden der Moren gar uͤbel außſtehen und ertragen koͤnnen. Conſt. Er lid hier nicht gerne/ daß man viel mit ihm dar. von redete. Pagan. Eben das that er auch in Sicilien, und ich glaube nicht/ daß wir zweymal hiervon mit einander ge⸗ handelt. Hielon, Was ſtehen wir hier? Was machen wir? War⸗ umb gehen und ſuchen wir nicht den Livins nu⸗ mehr Serhardin, weil er es gar gewiß iſt/ ausſdem Ker cker zu bringen? Conſt. Ihr ſaget die Warheit/ gehet/ verlteret keine Zeit/ denn mich duͤncket es tauſend Jahr/ biß ich ihn auſſer ſo viel Widerwertigkeiten ſehe und erfahre/ daß nach dem Tode des nicht waren Vaters er ſeinen leibhafftigen Vater gefunden. Hieron Schawet/ da komt Muſca gantz froͤlich. Was bringet er vor Volck mit ſich? Gilmund, Gerhat⸗ din und ewre Tochter Lucrotia. Eonlt, Und dort komt mein Bruder Lapus. O Goktt/ dir ſey fuͤr und fuͤr Lob/ Preiß/ und Danck geſaget. 3s Der Die Seugamme Rut —— aaſenn D 10 9 A% Hi flebliche Der Zehende und letzte Eingang. Muſca. Hieronymus. Gethardinus. chken t Lucretia, Gi[mundus. Conſtantia. 58 Paganinus, Lapus. die Amme. und afflue ‚ Silvia. hckm ande eilgeſeh Muſca. Acheckomt Cerhardin ewren Vater! umbfanget ihn. bgs dtſ lieron. O ſey zu viel hundert tauſendmahlen will- her! kommen mein allerliebſter Sohn! derAle Cerhard. Ich wuͤndſche euch Gluͤck und Heil mein Vater. lufderle Muſca, Es ſcheinet/ daß er nicht reden koͤnne! Er iſt ganz legene auſſer ſich. O unerwartete Frewde! Mein Herr iffunb m Hieronymus, Sylvien ewre Schnur werdet ihr iliſet/ auch bald ſehen. Leßbia ſchawet/ diß iſt/ wie ich Auoſfn get geſagt habe/ ewre Fraw Mutter. Herr Gilmund ſtethe n bittet ewrer Schwiger⸗Mutter die Fauſt/ ſchaͤmet uneRich euch nicht. r anderg Giſm. Es ſolte nun wol Zeit ſeyn! Ja! geüch Lonſt. O mein ſchoͤnſtes Angeſicht/ du kanſt nicht leu⸗ ſichſte M gnẽ/ daß du die Tochter des Leonhards ſeyeſt/ dein gäͤchfl O Chawet hier wie ich euch geſnget habe mein Herr hltih Antlitz und die Augen machen es offenbahr. eigen J. Lucretia. O meine hochgewuͤndſchte Fraw Mutter! Ageh/ ſ Muſca. Haltet ſie auff/ denn ſie wird ohnmaͤchtig. fhelikel Giſm. Richtet euch auff! Bleibet ſtehen mein Leben! gelt Conſt. Giſmund mein Eydam und mein Sohn/ ich wuͤnd⸗ ihe(0 90 ſche euch Gluͤck! gſhe/ xe . Lucxe- 6 Luſt⸗Spiel. 139 lugretia. Meine Mutter/ gebet dieſem ehrlichen Manne — die Hand/ denn er hat mich aufferzogen/ nicht an⸗ ders als ihr wuͤrdet gethan haben/ und wenn ich I ſeine leibliche Tochter geweſen/ wie ich euch zu be⸗ 16 quemer Zeit erzehlen werde. Akdng, Conſk, Endlich kan ich nicht laͤnger auffſchteben dir deine batz Schweſter zu zeigen. Mulca kom her/ gehe hinauf und ſchleuß mit dieſem groſſen Schluͤſſel die Kam⸗ ſne o mer auff/ in welche ich die Amme eingeſperret/ und mit dieſem andern kleinen oͤfne die ander/ jn welche Ylvin eingeſetzet/ und laß ſo wohl eine als die an⸗ der hieher kommen. hFbN Muſta, O wie thut ihr ſo wohl! O das ſind newe Zeitun⸗ ptt., gen/ die das Tranckgeld verdienen uubl. Conſt. Mein Herr! Wie hoch bleibe ich euch verbun den! Der Allerhoͤchſte verleihe mir/ daß ich euch⸗ lünmll, ſo viel wteder leiſten moͤge als ewre groſſe Freund⸗ Segmz ligkeit verdtenet. e be Eeiſ and mermhr den n pel vaage t l well ich dieſes/ alſo zu reden/ alles meiner Tochter Wch zum Beſten gethan. Gubte apus Jch erfrewe mich Hicrommus, daß ewer Sohn Jufflet und meine Nichte wieder gefunden/ und daß er meiner andern Nichte Ehemann worden. Hieron. Ich ſag euch Danck und bekenne/ daß ich der al⸗ fuſitlh, lerfroͤlichſte Mann auff der Welt ſey! m Gerbard-Und gleichfals ich habe mir/ naih dem mich f Gott meinen Irrthumb hat erkennen laſſen/ vor⸗ 10 genommen/ Sylxien zu heyrathen/ und trage zu iht H ſo eine heilige Liebe/ als ſich iemand einbilden kan/ 160 und die weit anders beſchaffen/ als jene/ mit 1 üuln welcher ich vorhin viehiſcher Weiſe Lucretien Men nachgeſetzet/ welche ich numehr als eine Schweſter ehre. 84 25 Lapus. 140 Die Seugamme Lapus, Und ich Herr oiſmund frewe mich mit euch/ daß ich euch mit dieſer meiner ſchoͤnen Nichte gluͤcklich und froͤlich ſchawe. 140 Muſca. Ja Weiber! gleubet ihr wohl Fraw Conſtantia, daß ſie unter den Schloͤſſern waren. Conſt. Du weiſſeſt wohl/ daß ich es glaube/ denn es kan nicht anders ſeyn als alſo. Muſca. 0 mir meine Fraw! Ihr betruͤget euch! Conſt. Warumb? Muſca. Denn ich habe ſie vor dem gegitterten Fenſter/ auff der Mittelſtigen gefunden/ da ſie alles ſo wohl gehoͤret und geſehen/ daß ſie beſſer wiſſen was ge⸗ ſchloſſen als wir ſelber. Spatzieret heraus Fraw Amme/ ſchaͤmet euch doch nicht ſo ſehr. Conſt. So duͤrffen wir uns denn die Muͤhwaltung nicht nehmen/ ihnen zu erzehlen/ wie unſere Kinder ge⸗ funden. Lapus. Conſtantia, gib ihnen ein gutes Geſicht. Conſt. Ich kan und weiß es nicht anders zu machen wenn ich gleich gerne wolte. Lapus. Sylvia, Gerhardin der Sohn des Hieronymus der biß hieher Liyius genennet worden/ iſt ein Braͤuti⸗ gam/ und Giſmund dein Verwandter/ wie gefaͤlt dir diß? Muſca. Habe ich es nicht vorhin geſagt/ ſie wiſſen alle Sachen beſſer als wir! Machet euch nicht ſo viel Muͤhe! Sylvia. Mir gefaͤlt es uͤber die maſſen wohl/ und ich bitte vonihm/ von euch/ und von meiner Mutter Ver⸗ zeihung/ meinet und meiner Amme wegen. Conſt. Man verzeihet beyden alle Sachen/ ja auch dir Amme hab ich groͤſſeſten theils dieſe Gluͤckſeligkeit zu dancken/ weil durch dieſe deine Verrichtung ie hehe oluſtz Abubegehf dis eue i0itehö Aeeit fähthagtt etken due ſefechen Wohtet/chh /uhe egeſp Aſßthlichder Dualkedl Au Maſ⸗ käbel pit cher/ ſl baß Hie ſlakder ke fcegehe Canltentis In Sohſ e/ n Mündag ehuwol ihpen ücht lugiltzt . U Luſt⸗Spiel⸗ 141 enthtuk die Fahre/ die mir noch uͤbrig in hoͤchſter Wonne 188 m Jteh und Wolluſt zu zubringen verhoffe. llkuctt. klales. Derowegen ſoll man alle Sachen Gott anheim 6650K70 ſtellen/ und ihn machen laſſen. ecu, koune. Ich bin euch wegen dieſer ewrer Freundligkeit 0 und Guͤte hoͤchſt verbunden/ zumal/ nu ich ſehe/ WI Piti daß dieſe meine Tochter/ denn ſo nenne ich dylvien, hoͤchſt vergnuͤget/ und bin ſo erfrewet/ daß/ wenn 1 ich dieſen Augenblick ſterben ſolte/ ich die Gluͤckſe⸗ Mie i ligſte ſterben würde/ ich wůndſche dir Glück meine 160 Tochter/ ich weine vor Frewden. er gb 818 1 el kbus. Amme/ du haſt einen Crantz verdienet! Mſca. Eine zugeſpitzte Muͤtze wil der Herr ſagen. Airde. Habe ich denn ſo Unrecht Muſca? Mlea. O wolteſt du nicht geiſtlich werden! Schlißlich! h Die Menſchen koͤnnen ſich dem Willen Gottes nnhemn gar ůbel widerſetzen/ oder machẽ/ daß diß was ge⸗ ſßchehen/ ſoll nicht vor ſich gehe. Was bedeutet Hiath diß/ daß Hieronymus und Lapus ſo heimlich mit fialtekdit einander reden? Huͤtet euch ihr Hennen/ denn die üte eg Fuͤchſe gehen mit einander zu Rathe. ath']P Lapus. Conttantia, Sintemal beyde deine Tochter und l dein Sohn/ denn ſo kan ich den Gerhardin wol nennen/ mit allen ihren Guͤtern und Vermoͤgen Wahrulltt nun in das Hauß des Hieronymus kommen: koͤn⸗ örheen de. teſt du wol was beſſers thun/ als daß du auch WIü, 40 mit ihnen zoͤgeſt/ und des Hieronymus Fraw 0M0 wuͤrdeſt ꝛ Solte dieſe liebe Geſellſchaſſt nicht ſs Börl lange als es Gott gefaͤllig/ gluͤckſelig mit einander W h U leben. 16 0 Conſt. Die Seugamme Conft. Wo ſie und du hiermit zu frieden/ la ſe ich es mlir auch ſehr wohlgefallen. einet Muſca. LIind ich bekomme nichts darvon! auff! auff laſt uns nach Hauſe/ es iſt zu ſpaͤt hier zu ſtehen/ und 4 offentlicher Sraſſe derogleichen Geſpraͤche zů halten. Hicron. Gehe derowegen/ und ſchleuß die Thuͤr auf/ laffet uns in deſſen Conſtantia einander die Haͤnde auff die Zuſage geben. Conſt. Es geſchehe zu gutem Gluͤck und zu guter Stn⸗ de⸗ 2 Muſca. Gemach! gemach! Sylvia, du biſt gar zu geſchyin⸗ de ſo heimlith und zahm mit dem Gerhardin dor⸗ den. Gute Nacht mein Maͤgdlin Gethat. Laß ihn ſagen was er wil den Pofſenreiſſer. Hiecr. Dieſen Abend mag ein iedweder nach ſeinem Hauſe wandeln/ weil man hier und da der Ruhe benoͤ⸗ tigt/ auff Morgen aber/ wollen wir alle ſeyſam⸗ men luſtig ſeyn. Muſca. Und denn wird ein Schaffſtall und ein Hirte wer⸗ den. Herr Hieronymus; Bruſco wactet dort an der Thuͤr/ und ich raſe vor Hunger/ diß Geſchwaͤ⸗ tze fuͤllet den Bauch nicht. Hie r Herr Paganin, damit ihr nicht meinen duͤrffet/ als haͤtten wir bey dieſer Frewde ewrer Sachen ver⸗ geſſen/ ſo wiſſet/ daß euch ewre Gelder zugezehlet werden ſollen/ wenn/ und wie es euch gelegen/ da⸗ mit ihr ewres Thuns warten moͤget, Wofern aber hghket⸗ ntwel echund zu W(fteral kechß ach eſke Uel Kiß Lh elheize Achkeßs f blerächt Hahlchloſf Has ihk APerwöhe Kactächt/n efflecht (hähckem euch zu. Adburch. Hüuf eing Cethatd. hlud. fkbeffr Hehe ßſfurf MWheht Ahaln lhen. 3 Kuſt⸗Spiel. aber begehret/ die unzehlichen Pflicht Schuld fehe keiten/ mit welchen ihr uns verbunden: noch zu mehren und zu vergroſſeren/ ſo bleibet bey uns/ und(ſintemal ewre Tiebſte geſtorben) bringet 143 ig⸗ WAfß den Uberſchuß ewrer Jahre in gewuͤndſchter Ru⸗ u he/ bey dieſen etoren Kindern zu. A Pagäl. Weil kein Land ſchoͤner als dieſes/ keines meht gluͤckfeltg/ keines unzehlicher Urſachen wegen mehr M Begehrens wuͤrdig/ weil dieſe Stadt fuͤr allen an⸗ ſſhnert dern die praͤchtigſte/ die edelſte/ die lieblichſte/ bin ich entſchloſſen ſonder weiters nachdencken zu 1 thun/ was ihr ſaget/ wil derowegen/ ſo bald ich WogherEhh mein Vermoͤgen/ es ſey nu wenig oder viel/ heruͤ⸗ ber gebracht/ mit euch und mit dieſem hochgeehr⸗ 60 ten Geſchlecht die Tage meines Lebens vollenden. NR/% lcteuth Hiet. Ich bedancke mich vor dieſe Freundligkeit/ und 0 nehme euch zu meinem Bruder an/ nicht weniger 061 ergetzet/ durch dieſe als andere Begebenheiten. Aſfcfke 3 „Ceufl. Riun auff ein glückſeliges Widerſehen biß Mot⸗ wöen uf gen! Gerhardin diß iſt unſer Weg/ fuͤhre Sylvien gche, bey der Hand. A W Gerh. Wem iſt beſſer als uns? keete] Sylria. Richt einem mein Leben! ſoheßloktk.. ie, Eilm. Und diß iſt unſer Weg. Lucretia laſt uns gehen. Luctetia. Gute Racht! Bleibet Gott befohlen; 6 n Lapus Und ich wil mich in mein Hauß begeben/ nun ich U 1 dieſer Sorgen entladen. J10 10 61 Muſca: 4 Die Seugamme AMuſca. Sehet/ wie ſind die jungen Leute geartet? Meinet gedenckt man mit keinem Worte/ als wenn ich ih⸗ nen niemals etwas zu Dienſte gethan. Aber/ wo ich mich nicht auch recht luſtig mache: ſo dey der Schade mein! Ihr zuſeher/ was noch uͤbrig/ wird darinnen verrichtet werden/ dieſen Abend gehen alle ihrer Ruhe abzuwarten/ auff Morgen ſeyd ingeſamt gebeten zu der Hochzeit/ zu dem Tantz/ und zu allen Froͤligkeiten/ le⸗ bet gluͤckſelig. Anmer⸗ ſihftge Wſint cfff Woökſc ſlc/ „chiſan ſath ol „enſſe Mihöchtet igder! auff Allkett tt Ant hnicht cheh W Fl 0 J ailhett. Wacht Wetheg'e lct, Ieh Aegkehe /lekehth eha; S W1 g0 Anmerckungen. f5eh/eh e mmh Großquͤnſtiger Leſer. chn S iſt unvonnoͤthen dieſes Luſt⸗Spiel ia weitlaͤtffug ausuſtreichen: weil es we⸗ gen der ſchoͤnen Erfindung/ artigen Ein⸗ itheilung/ kaͤnſtlichen Verwirrung/ be⸗ vehlichen Schliffung und Lehrreichen Reden ſich ſelbſt genungſam lobet. Etliche wenig Orter/ die ie⸗ mand der Italteniſchen Sprach unerfahrnen dun⸗ elllſcheinen moͤchten/ mit kurtzem zu ertlaͤren: So mekcke daß in der ll. Abhandelung anderm Eingange auff die Frage/ woͤhnet hier Ihre Herrligkeit Hieronymus Goletti dem lazanin ſtatt Antwort ertheilet wird. Er waoͤre noch nicht Doctor worden. Welches darumb geſchehen/ umb daß das Ehrenwort Mel⸗ ſere niemand zu Florenz gegeben wird als den Dockoren und Aptiſſinnen. Eigentlich heiſt Vellere mein Herr. Weil aber dieſer Tittel bey uns Deutſchen mehr denn gemein/ habe ich vor ſel⸗ ben/ lieber einen etwas weniger gewoͤhnlichen brauchen wollen. Sonſten iſt Mellere bey den Welſchen/ wie bewuſt/ titolo de maggio- Fanza. In Aumerckungen. Went In dem V. Auffzug/ und nachmals rke durch und durch wird der Acht Maͤnner erweh⸗ ffen let: welche das Judicium Octovirall beſitzen/ und ſlchen zu Florentz, unter andern auch die peinlichen Sa⸗ chen abhandeln. N. In dem J. Auffzug der III. Abhande⸗ ftaurie lung/ kommen die Wort. Was die Wi,. der vor Hoͤrner tragen: In dem Welſchen Malen e lautet es: con che corna cozzano gli homini. h. 0 Welch es wir gewiſſer Urſachen wegen von Wort I zu Wort nicht geben wollen. Zu weilen finden belhle ſich zwar ein und andere Reden in dieſem Gedicht/ A welche nicht gar zu keuſch ſcheinen/ ſed meliorum ale interuentu penſantur. Der Großguͤnſtige Leſen Wgeſhitke hat zufoͤrderſt auff den Zweck zu ſehen/ welcher nef 11‚ auff die Strafſen menſchlicher Boß heit zielet/ un⸗Aauf del 1 ter welchen nicht die geringſte; wann Suͤnde mit lan Suͤnde/ Hurerey mit Blutſchande vergolten ſuff be wird/ in welches abſcheuliche Elend zu gerathen⸗ lohe d Livius durch ſeine Leichtfertigkeit nicht wenig Ge⸗ me del 146 fahr laufft. er9pl In eben ſelbtem Auffzug/ Fleder⸗ utſ⸗ wiſch Jungfer: ein hochmuͤthiges damals un⸗ 8 ver heyrathetes Frawenzimmer nennete die jun⸗ ent gen Mannsperſonen ſo noch ledig/ Velpor⸗oder 10 1 Abendknechte. Der alſo bald ein geſchwinder llit und hurtiger Geiſt mit Erzehlung einer artigen alin⸗ Geſchicht von verlebten Jungfrawen begegnete/ ft int welche nach dem ſie viel gewehlet und gewartet/ Uuingg zu ö 0 An den Großguͤnſtigen Leſer. ötttt iwlett in Einſamkeit verbleben 110 Fledertviſche Wimnc berkaufſen muſten. Dannenher dieſer Orte inllhfthh der Namne beklieben/ und im Gebrauch geblie⸗ fatlhne/ ben. In der W. Abh In der V. Abhandelung. IV. Auff AlbAhch, Koglrufft Prozi.O Gauß⸗öegent O S m Muh und in der V. Abhandelunge letztem Auff⸗ kutze/ ſagt Muſca eine zugeſpůtzte Můtze: uut und bald her nach. O wolteſt du nicht geiſt⸗ ghelkeke, kich werden! In dem Welſchen ſteher das Wi Wikt Raitra: welches Wort doppelſinnig/ wohin önerkoch indett, letzten Auffzug gezielet wird. Denn ein⸗ Agckm mal bedeutet es eine Biſchoͤffliche Inſull/ ander⸗ rſ koekts einen zugeſpitzten Hut oder Schand⸗Muͤtze/ 00/0 welchedenen in Welſchland pfleget auffzeſetzet zu Woeed Wetden! die auff dem Eſel geſtrichen/ und der enen, Stade oder des Landes vertwieſen/ oder ander⸗ cüe wetts beſthimpfft werden. Vorbey ſehr denck⸗ fceren Jwurdig und beyde Deutungen erklaͤret/ was Au⸗ 1 0 beri enn partie de!' hiſtorie des Cardinaux in dem leben Kner Sylvii nachmals Bapſts Pii des fi Andeen/ aus unterſchiedenen Geſchicht⸗Schrei⸗ lo, heen erwehnet. Sa mere Etant groſſe de AR luylongea vne nuit quelle stdit deliu- aret ree d vn fils Mitré: ce que la crainte 0 00 plus forte ordinairement que 1' espe. 114 ance luy fit interpreter en mauuaiſe ,Part, s allant imaginer que cet enfant ſer- 600% 004 6 K 2 vit 148 Anmerckungen. vit quetque iour la honte& le des hon. W50 neur deſafamille. Il faut ſcauoir que& ünned etoit, vne facon de degrader les Cletes, ekle pratiquẽe pour lors en Italie, en France& käkencer ailleurs, que de les faire voir en publie klült pnt coifez d' vnc Mittre de papier: cœ qui8 fut ac. appelloit mittrer vn criminel; comme i& ne nous Fapprenons pat pluſicurs erem. liht, ples,& nommẽment pax le fupplice de el0ũ Guillaume Edelinèe, que Monſttelet rap. Kuntelä porte ainſi dans le troiſiẽme Lome de ſes me voll Ghroniques. Audit an le Dimanche, unemy ſurueille de Noël, fut eſchaffaudè& pre- Aug m0 ſchiæ publiquement en la cité d Euteus, nelt, & condamne à demourer perpetuelle-bilaum mentẽs priſons de Euesque de icelle ci- Binon te, maitre Guillaume Edeline, Dodtcur ſuse en Theologie, Prieur de ſaint Germain kouillu en Laye,& au deuant Auguſtin& decet-0il fu taines autres Ordres, lequel pat temptati--Mutque on& exortation de Fennemy d Enter, deß auquel il'8'· eſtoit donnẽ pour accomplir Itfl ſes delices mondaines,& pat eſpecial Al pour faire ſon plaiſit d vne Dame Cheua-Gliun ler bi, U ukt ſalkaote terttkrl ll i8roteez Pnl nide en 1 fle 0 thakchet ſur lulke Hectlotch ank U030 E AAK dolkk fehb. kek e dEkenf Aribter % A u „f fi chbie An den Großguͤnſtigen Leſer, 149 letelſe, com me on diſuit,& ſe miſten tel- leſetritude delennemys qu' il Iuy con. uenoit Etre en certain licu toutes fois qu- ileſtoitinuitè Par ledit ennemy. Onquel lien audient accouſtumè de faire leur Conſiſtoire,& ne luy falloit que monter lur vn balayt, qu' il eſtoit peſtrement ttanſportè là Ooù ledit Conſiſtoireè ſe fai- OitEt confeſſa ledit maitre Guillaume de ſa bonne voulonté, auoit fait hom- moge Alennemy, eſtant en eſpece& ſem- blance d'ung möuton, en le baiſant par Ieſondement,& perſeuctale deſſusdit mailtre Guillaume par pluſieurs& diuer- ſes aunẽes en ſon dampnable propos,& Auoit tonſivurs eſte aydé del ennemy, entout ee q̃u'illuy vouloit requerit, jus- qued abequil fut accusẽ& ätteint dudit maleffec? par quoy il fut arteſtẽ& detenu Ptilonnier, depuis lequel empriſonne- went fait pat jultice, la puiſſance de I en- nerch füt de nul effet,& demoura ledit Maitte Guillaumée en priſonen la foſſe, au 8„& à l'caus par la condampna- K 3 tion⸗ 100 Anmer ckungen. 1 tionque diteſt. Et luy remonſtra fIn. 11 15 quiſiteur de la Foy moult hautement& 19 ſollempnellement, les belles predications 5 & enſeignemens qu il auoit fait aupeuple chlheit, au temps paſsẽ, quant ilalloit pat les pays U preſcher la Foyde jeſus,& pluſicurs autres mhun remonſtrances luy furent faites pat ledit fgaf Inquiſitcur,& EVT MITTRE en la 15 preſence de grant multitude de peuple, in durant la predication dudit Inquiſiteus. t an Apres laquelle remonſtranee, ledit mai- Mon ſtre Guillaume ſcaichant qu' il auoit voi- Aef rement delinquẽ moult grandement enu- an ers nolire Redempteut& Creatur; com. 10 menga Agemir& douloir de ſon meffait, übten en criant mercy à Picus à H Eueſque&A la ſuſtice& en ſoy, recommodant aux Staht Prĩeres des aſſiſtans. Puis fut enferté& Wibe mend en lafofle, pour faire penitence du aff tres horrihle cas qui luy eſtoit aduenu. Waue Das iſt/ ſeiner des Sylvü Mutker/ in dem ſie mit udl ihm ſchwanger ging kegüimet eine Nacht/ als ung wenn ſe eines Sohnes geneſen der mit einer Miter auff die Welt kommen. Welches ſie die Paff Furcht /ſo mehrentheils ſtaͤcker als dis Hoff⸗ ach 11 nung/ ktnotllgd kalent lesien ͤl Iotret U „Sen filgfit IIAel Iettzafſ üöhlh gch ch 0 E HCkunt⸗ I0100 5 Pülheh⸗ Koune ttchr fiiepoöstel Melt Ia N öh Wol 1 110 0 e 1 00 W% An den Großguͤnſtigen Leſer. Ir nung/ aufs aͤrgſte auszulegen gezwungen/ in dem ſie ihr eingebildet/ es wuͤrde dieſes ihr Kind mit der Zeit die Schmach und Schande ihres Geſchlechts ſeyn. Man muß wiſſen/ daß es ei⸗ ne Gewohnheit/ die Geiſtlichen ihrer Wuͤrde zn entſetzen/(welche damals/ in Welſchland/ in Franckreich und anderwerts uͤblich) daß man ſie oͤffentlich verſtellet/ bedeckt mit einer Miter von Papir/ welches eigentlich heiſt einen Miſſe⸗ thater behauben. Wie wir aus unterſchiede⸗ hen Beyſpielen lernen/ ausfuͤhrlich und na⸗ mentlich aber aus der Straſſe Wilhelm Ede⸗ lids welches Monſtrelet in dem dritten Theil ſei⸗ net Zeitbuͤcher folgends erzehlet. In erwehn⸗„ tem Jahr an einem Sontag in dem,, n Weinacht Abend ward in der Sta t Eureux auf das Geruͤſte geſtellet/„ oͤffentlich beruffen und verwieſen/ ewi⸗, glich in dem Biſchoͤfflichen Gefaͤngniß ⸗ falbter Stadt verwahrt zu werden/ Meiſter Vilhelm Edelin- Doctor der heili⸗,, gen Schrifft/ Prior von S. Germain en La- ge. Zuvor Auguſtin, und etlicher andern„ Urden/ welcher durch Verſuchung und Etmahnung des hoͤlliſchen Seindes, dem er ſich ergeben/ umb ſeine weltliche Löſte zu erfüllen verführet. Inſon⸗„ derheit aber auff daß er(wie man ſagt)⸗ K 4 ſeine 3 157² Anmerckungen. ſeine Begierde erfůllen moͤchte mit eines „Ritters Frawen. Und dieſer hat ſich ſo fern in Bienſt des Feindes eingelaſſen/ „ daß er ſchuldig geweſen an einem gewif⸗ „ſen Grt zu erſcheinen/ ſo offt ihn der »Seind eingeladen. An welchem Orte „„ie die Zaüberer ihre Zuſammenkunfft „gehalten · Und iſt nicht mehr zu thun „von noͤthen geweſen/ als daß er ſich auff „einen Beſem geſetzt/ da er denn ange⸗ „ſichts dahin gefůhret/ wo die Zuſam⸗ „menkunfft gehalten. Und hat beſagter „Meiſter Wilhelm aus freyem Willen „ bekant/ daß er dem Feind/ welcher er⸗ „ſchienen in Geſtalt eines Widers ſich „verſchworen/ und ſeinen Hinderſten ge⸗ kuͤſſet. Und offt benenter eiſter Wil⸗ helm hat viel unterſchiedene und lange „Jahr in ſolchem verdamlichen Vorſaͤtz „verharret/ und har ſtets des§eindes Beyſtand und Fuͤlffe in allem dem/ was „ er von ihm begehret/ erhalten biß auff „ die Zeit/ da er dieſes Laſters halben an⸗ geklagt und angehalten/ derowegen er denn derhafft und gefängen/ nach wel⸗ uchem gerichrlich/ und rechtmaͤſſigen Be⸗ ſtricken alle Macht des§eindes von kei⸗ nen Kraͤfften geweſen/ und iſt 50 eter ene ſeſtr i 10 10 ſhals. s Rid ſchöten Ae helm Athu Aeptedt geh⸗ ſflet n war ſgtine eU0 6 Glgt helchel ſter! öfent her un aft fBen u / d0 Met v hböchetd Accht Min ut Mlche U ſcheeh Reſerhecth ettßgc th Mch hy aetf htgth efuſbaf, ehſ WbrFſ oheebeeh⸗ eh Wün E 6 Uſh a ee Feſtog, che 8s fh, hc fe ſacfhhndl, N nl nb baſ oſteehrl ſt An den Großguͤnſtigen Leſer. 153 deter Meiſter in dem Gefaͤngniß in der⸗ Gruben verblieben/ Krafft erwehne⸗ ten Urtheils. Wie ihm denn auch der⸗⸗ Glaubens Kichter ſohr hoch und treff⸗„ lich die ſchoͤnen Predigten und Lehren/ v⸗ welche er verwichener Zeit/ als er das„ Chriſtenthum durch das Land hin und„ wieder geprediget/ zu dem Volck ge· v than/ vorgehalten/ und mehr anders! vorgeſteller und zu Gemůthe gefůhret. und ihm ward eine Haube oder Miter⸗ auffgeſetzt in Gegenwart einer ſehr groſ⸗v ſen Nlenge Volcks/ ſo lang dieſe Pre⸗ v digt des Slaubens Richters gzewehret. v Nach welchen Ermahnung offt gemel/ v ter Meiſter Wilhelm/ wohl wiſſend/ ⸗ daß er oͤffentlich ſchrecklich geſündi⸗ ⸗ get/ wider unſern Erloͤſer und Schoͤpfv ſer angefangen ſeine Miſſethat zu“ beſeufftzen und zu betrauren und GOE/ den Biſchoff/ und die Ge⸗ rechtigkeit umb Genade geberen ſich ⸗ dem Gebet der Umbſtehenden anbefoh⸗ len. Nachmals ward er eingeſchloſ⸗/ ſen/ und in die Gruben gefůhret umb 5 Buſſe zu chun wegen dieſes hoͤchſt⸗, ſchrecklichen Falls/ der ſich mit ihm 50 1 .— 14 Anmerckungen⸗ geben. Der Vicoriæ Traum hergegen hat dem Sohn die Biſchoͤffliche⸗und nachmals Paͤbſtliche Wuͤrde bedeutet/ wie daſelbſt ferner zu le⸗ ſen. fgg he J( 1 Sn di Sa öd 166 8 Mit 1 8est Froßtee de I: Freuden u. Trauer-Spiele auch Oden u. Sonnette. 9 Tle. Lzg. u. Brsl., Hahn für Trescher, 1663. Front., 6 Bll., 777 SS., 3 Zw.-Tit.(außer Pag. nach S8S. 184, 255, 331).— Goed. III, 219, 19; v. Faber du Faur 633; Szyrocki, Gryphius 67.— Neue, teils umgearb. Aufl. der Ausg. 1657. Inh.: 1) Leo Armenius, 2) Cath v. Georgien, 3) Beständ. Mutter, 4) Cardenio u. Celinde, 5) Ermord. Majestät oder Carolus Stuardus, 6) Majuma, 7) Kirchhoffs Gedancken, 8) Oden. 4 Tle., 9) Sonnette. 4 Ile. II: Epigrammata oder Bev-Schrifften. Brol., Trescher, 1663. 79 SS.— Goed. III. 219, 20. V. F. 634, Anm.; Szyr. 680.— Einzeln vork. Tl. e. Samml., auf S. 57 Tit.:„Der Weicher-Stein“. II: Der Sdtwermendé Sdäffer Pbda 1663 80 88. Soed. III, 219, 20; v. E. 634, Anm.; S2Zyr. 68b.— Einzelteil wie vorher. IV: Absurda Comica, oder Herr Peter Squentz. O. O., Dr. u. J.(1658). 2 BlII., 42 SS. mit Musik- noten(auf S8. 28—30), 1 W. Bl.— Titelaufl. meist mit Ausg. 1657/8 zusammengebdn. V: Horribilicribifax Teutsch. Brslö, Treschex,(1663). 6 Bll., 98 88.— Goed. III, 218, 17; v. F. 631; Sz2yr. 73.— Erste Ausgabe. VI: Scugamme oder Untreues Hausgesinde. Ebda. 1663. 154 88% AI05 3 W. BII.— Goed. III, 218, 17; v. F. 634; Szyr. 68a.— Einzelteil wie vorher. II: Knorr, C. Signaculum Dei... X Gryphii... Beerdigung. Ebda. 1665. 68 SS.— v. F. 638, jedoch fehlt bei uns das dort erwähnte Portr. des Verstorbenen. VIII: Pircher, S. Epigramma. Beati Gryphii, i. e. Letztes Ehren-Gedächtniß. O. O. u. Dr. 1665. 68 88.— V. F. 636. IX: Stosch, B. S. Last- u. Blieer dane idereee 1788 Reichhaltiger Sammeibd, der mit wenigen Ausnahmen, alle wichtigen Schriften von K. Gryphius enthält. Einige Bll., besonders die beiden letzten von IX, mit Kl. Papierdefekten. Mehrere Bll. bei V. VIII, IX im Oberrand etwas angeschnitten. Innen, bis auf gelegentliche, in d. damal. Zt. üblichen Papierbräunungen, sehr gut erhalten. Einbandgelenke brüchig, Deckel berieben, unterer Verschlußstift defekt. „