EAEE im Ei ENAA E E A A Die BVehaupt und Erlaͤuterte PYROIECHNIE, Oder Die vortreffliche Kunſt dag Philofophi- ſche Feuer zu halten/ und darinnen zu Arbeiten/ in ſoweit dieſelbe zu allen kuͤnſtlichen Wiſſenſchafften(die úber alle natürliche Schwachheiten triumphiren) eine beſtaͤndig⸗ und ſichre Megweiſerin iſt/ Worinnen; 2 Mle Medicinalifche Geheimnuͤſſe die biß dghero von denen Actiſten verborgen gehalten worden/ auffrichtig und vollkommen entdecket werden. Weit dem Anhang Auß der Natur/ wie in Bereitung verſchiedent⸗ [i her Specificorum, eine herrliche Medicin verfertiget wer⸗ den koͤnne/ die der Wirckung/ Krafft/ Soheit und Tugenden nach/ dem Wunder groſſen AXCANO gleichen/ Vormahls Durch den Hochberuͤhmten Artiſten im Feuer GEORGIUM STARCKEY, { F Ing Rrip Sen nalil. Sprach befchrieben/ und an Tag gegeben/ Jego aber durch einen Freund In das Hochteutſche gebracht und denen Filiis Artis mi“getheilet. Franckfurt am iay⸗ Zu finden bey Georg Heinrich Oehrling 1711. E ATTAT TA yea eran ana EAE O IEY TE e aN me N a a EE ii a€ E EA E ENE AROG SEA e i l l 'i | fiche geba deckt tran: Hod i umb {l oder abzu dige Scht Shi hiern Licht Büc SAchdeme ich vor kurtzen Jahren earran bey lUlberſetzung des Irenæi Phi- NE 6 lalethæ wenigen Boͤgen/ von essder Verborgenheit des unſterb⸗ lichen Liquoris Alcaheſt oder Ignis Aquæ gehandelt/ auch die Verſprechung gethan/ deß Herrn Starckey Pyrotechnie oder Ent⸗ deckung vom Philoſophiſchen Feuer zu transferiren/ und auß dem Engliſchen ins Hoch.⸗Teutſche zu uͤberſetzen; Als habe/ umb den geneigten Leſer nicht zu amuliren oder mit weiterer vergeblichen Hoffnung abzuſpeißen/ dieſen ſo preiß und rühmwür⸗ digen Tractat, der alle andere Chymiſche Schrifften uͤbertrifft und in Warheit der Schlůſſel zur gantzen Hermetiſchen Kunſt/ hiermit zum Drut befördern und ang Licht geben wollen. Nicht præſentire ich eine auß anderen Büͤchern colligirt und zuſammen geſtüm⸗ l a 2 melte DEA N EAEE i S Ea N A E E ayin YEDIR melte unnütze betrogene Charteque, als deren bey kurtzen Jahrenher eine ſolche An⸗ zahl herumb geflogen/ daß man ſie bald nicht zehlen koͤnnen; und wenn man nach ihren Concipiſten fraget/ ſo ſind die mei⸗ ſten derſelben Ignoranten, Bettler und be⸗ trogene Leute/ die umb ihres Betrugs we⸗ gen ſich nicht offentlich mehr unterſchreiben doͤrffen/ auch die ſo weit von der Philoſophie und ihren Chymiſchen Operationibus ent- fernet ſtehen/ als der Eſel vom Lauten⸗ ſchlagen; zu uͤbergehen/ daß ſie ſolten in denen Kohlen herumb geſtoͤret und das ge⸗ ringſte Experiment mit eigenem Schweiß erworben oder gemacht haben ob ſie ſchon noch ſo viele Conteſtationes bezeuget und mit Anruffung des Hochtheuern Nahmens Gottes ſich groß gemachet; Sondern ich publicite hier in meiner teutſchen Mutter⸗ Sprach deß ſo wohl hekandt· und hochbe⸗ rühinten Eugliſchen Philoſophi, Georgii Starckey geheimbt/ und fuͤrtreffliche Kunſt das Philoſophiſche Feuer zu erfinden und in ſolchem allerhand Geheimnüſſe der Natur und wundervolle Medicamenta hervor zu⸗ bringen/ als welches alle andere Philoſophi biß dahero verdecket und vor der Welt ver⸗ ſchloſſen gehalten. Siehet alſo der ſehr ge⸗ neigte Leſer was vor einen Goinni ihm ihm zuh chen gere Nai Med verb frem rum biete Ente Wit ten/ ſeine glich finer mag nera krjag ſolve dute und gebr princ ftanf me. feine dum fheil als An⸗ bald nach mei⸗ y bee we⸗ iben phie eut⸗ itene n in S qee weiß ſchon und nens n ich tter⸗ chbe⸗ orgii Funſt ndin tatur r zu⸗ ſophi tver⸗ hr ge⸗ acah ihm ihm dieſer theure Mann zugefertiget und zu handen ſtellen laſſen: Denn durch ſol⸗ chen Schluͤſſel kan ein jeder Kunſtbegieri⸗ ger Sucher ohnberuͤcket ins Centrum der MNatur dringen und die allerkoſtbarſte Medicamenta hervor langen: das ſo tieff verborgene Samech wird ihm nicht mehr frembd ſeyn: und das hochgeprietzene Au- rum Horizontale wird ihm ſeine Dienſte bieten/ ja alle aromatiſche Elixire, mit dem Ente Veneris ſelbſten ſtehen hiedurch bloß. Wird er aber ſolchen theuren Rath verach⸗ ten/ und ein anderes Feuer als dieſes iſt/ zu ſeiner Arbeit nehmen/ ſo glaube Er nur feſti⸗ glich/ daß alle ſeine Operationes vergebens ſeyen. Denn ohne dieſes geheime Feuer mag Er weder im Vegetabiliſchen noch Mi⸗ neraliſchen Reich/ einigen Kampff und Sieg erjagen. Dieſes allein iſt das wahre Dit⸗ ſolvens und der Beweger aller Ding/ wo⸗ durch ein jegliches gereiniget/ reſulcitiret und zu einem neuen und geiſtlichen Leben gebracht und erwecket werden muß. Sein principium vivificans quillet auß der Sub- ſtantz des Tij und das Movens auß der Waͤr⸗ me. Denn ſobald das Principium Sis zu ſeiner Materie kommet/ ſo gehet das Humi— dum hinein/ und das Siccum im Gegen⸗ theil wendet ſich herauß. Sobalden aber A 3 das VENENE EES Diaspara ¾ das Materiatum ſich mit feinem Principio wieder vereiniget/ ſo gehet das Siccum oder die Tinctur hinein und das Humidum her⸗ auß. Doch iſt ohne das Humidum Mercu- riale ſo allein das Siccum erquicken muß/ keine Vivification zu erlangen/ oder zu we⸗ gen zu bringen. Sein Haufß iſt ein purer Geiſt/ ohne welchen es nicht geſehen wird. Artephius nennet es ſein Marien⸗Marienbad Had/andere aber ein Ignem Vapo-Ignis Vapa- roſum(feuchtes deuer) oder Ignem rolus, Sapientiæ, wellen es kein materialiſch ſon⸗ dern eſlentialiſch und Geiſtliches A. ja über · natürlich und Goͤttliches Weſen iſt; denn eè ift das Aqua Mercurii, NB. weles ohne das gemeine Feuer und die Kunſt nimmer⸗ ar angereitzet noch entzündet werden an. Und dieſes alles entſtehet auß der Hu- mectation und Hitze/ wie hiervon der Hr. Autor dieſes Buchs ſelbſten Meldung thut. Hier wolte ich mit einem eintzigen Exempel die gantze Sache demonſtriren und an Tag legen/ wo ich nicht beſorgen mlüſte/ daß mir eine groſſe Verantwortung hieruͤber auff den Halß huͤrdete. Doch frage ich den Le⸗ ſer warumb ſich die Philoſophi zweyer Feuer/ deren eines naß und kalt/ das andere aber trocken und warm iſt/ in ihren Philo- lophi- ——— EER ipio oder her⸗ rCU⸗ nuß/ we⸗ uteg wird. ienbad Vapo· fus, ſon⸗ über denn ohne nnet erden Hue tOr thut, mpel Tag G mir t auf en Le⸗ weyer ndere Philo- {ophi- ſophiſchen Opetationibus bedienen? iſt nicht das eine davon/ threſo genandte Luna, und das andere ihr lebendiges O. Wor⸗ auß ihr Aqua Permanens(ſtets bleibendes Waſſer) oder Aqua Vitæ(Lebens⸗Waſẽ ſer) hervor quillet? ſind dieſe beyde nicht das Agens und das Patiens?ẽ bringet nicht die Luna als das Weib durch die Erde und das Waſſerdas Gold aber durch die Ers de und die Lunam ihre Frucht herfuͤr? Sehr tiefffinnig und mit Nachdencken ſchreibet hiervoñ der Herr Dr. Helwig in ſeinem introitu ad Phyſic. p. 22. Wenn er gedencket: Das Feuer ſeye eine auſſeror⸗ dentliche Bewegung des Naturſaltzes/ die die aͤuſſerliche ſtarcke Bewegung ein und undern dinges/ oder(quod bene notan- dum) die innerliche Bewegung des ker⸗ ments erwecket. Denn gewiß zeiget ſich das Feuer auff zweyerley Art und Weiße/ und zwar einerſeits durch eine aͤuſſerliche/ anderſeits aber durch eine innerliche kraͤff⸗ tige Bewegung und Fermentation. Doch mag ohne Conjunction deß agentis& pa- tientis, Volatilis& fixi, alcali& acidi, ignis & aquæ, cœli& terræ, ſulphuris& mercu- rii, animæ& corporis, Gabrici& Bejæ, La- tonis& Azoth, Maris& Fœminæ, Solis& Lung diefe nimmermehr producivet und g 4 vor vor Augen geſtellet werden. Denn das Feuer/ oder der Himmel als der Mann/ ſo in ſich die Lufft begreifft/ agiret in das Weibliche(als Waſſer und Erden) nit anderſter als wie Mas in Fœminam, tnd zwar NB. das Feuer in das Waſſer/ die Lufft aber in die Erden. Und obſchon ge⸗ neraliter das Feuer und die Lufft pro agen- tibus und Maͤnnliche/ das Waſſer und die Erde aber pro patientibus gehalten toer: i den wollen/ ſo laſſen ſich doch ſpecialiter al- le vier Elementa auff gewiſſe Art und Weiß auch active und paſſivè finden: denn das Gever ift ratione feiner Flammen zwar 1 das Maſculinum, in ſo ferne es aber bloſſer⸗ dings nur leuchtet/ ſo wird es vor das Weibliche genommen. Die Lufft in ſo ferne ſie als ein Wind conſideriret wird/ iſt das Maͤnnliche/ ſo ſie aber ſtill und leer iſt/ wird es vor das Weib gehalten. Das Waſſer zeiget ſich allein nach ſeiner Maͤnnlichkeit im geſaltzenen Meer/ nach feiner Weiblichen Art aber/ wird es allenthalben in denen Fluͤſſen und Stroͤhmengefunden. Maͤnnlich iſt die Er⸗ de nach ihrer felßigten harten Art/ Weib⸗ lich aber/ wenn ſie zu der Saat bequem ge⸗ macht wird. Was nun die Lufft als das f Maͤnnliche/ ſo die Philoſophi ihren A ing n dag eann/ in dag ) nicht „und die On ge- ) agen- md die wer⸗ terai Weiß in das zwar loſſer⸗ yt DAG Wind > Ifo fie Weib allein ltzenen r/ wird und die Er⸗ Weib⸗ lemge⸗ iig das Früh⸗ ling ï j "3 nennen/ vor unſichtbahre Sewinaliſche Kraͤffte in die Erde als das Wetbliche Yi: ſſet/ das produciret der Herbſt als das Fœmininum und ſtellet es uns ſichtbar dar/ Mnd vice verſa: Was vor feurige Strah⸗ len der erhitzte Sommer in die vufft ſchicket/ das laͤſſet uns der Winter ſehen. Qui hoc kapere poteſt capiat. Inzwiſchen ſo wir dieſes Philoſophiſche Gener zu unſers Herrn Kutoris vorgeſchriebenen herrlichen Ar- tanis vor die Hand nehmien und gebrauchen wollen/ fo laſſet uns von dem Univerlal- Cbao einèicht anzünden und dae Centrum Derer Elementen, AUG det materia prima, guff welcher der Geiſt Gottes und Spiritus Mundi mit Lufft und Wind ſchwebet/ her⸗ ür hohlen/ und leiblich machen: alsdenn werden wir das rechte geiſtliche Waſſer erlangen) weles allein die Seefe und das feine Effentialifhe Wefen aller Córperex- ahiret, Diefes ift dag rechte Philofophi- e Feuer auß dem innerſten der Jung⸗ aͤulichen Erden gezogen/ von welcher das Bhiloſophiſche Vater⸗Hertz in.3. p. 20. ge⸗ encket/ daß ſie ſeye cine Erde die üͤber un⸗ rn Haͤuptern ſchwebe: Wie ſie denn in Warheit das Cryſtalliniſche Meer in der Rpocalypſi, und das wahre Lufft⸗oder Na⸗ ur⸗Saltz iſt; ein Saltz durch das Waſſer zu a E E S EA A E K SEA eoi gu einem Feuer bereitet: die radicallſche Welt⸗Feuchtigkeit/ und ein trockenes Waſ⸗ ſer das die Haͤnde nicht netzet: das geſal⸗ tzene Meer/ und die Wurtzel aller Metallen/ wovon ehemahls die Philofophi gefpros chen/ quod Salmetallorum ſit lapis Philoſo- phorum, und dieſe aſtraliſche Erde ¶ mag mit hoͤchſtem Ruhm der gantzen Natur Schlüſſel ſeyn; Sie iſt eine congelirte Lufft auß dem Waſſer/ und ein ſolches Men⸗ ſtruum wodurch die Coͤrper auffgeſchloſſen und zu einem Elixir bereitet werden. Hier wundere ſich der Leſer nicht/ daß ich bald von einem Waſſer/ bald von einem Saltz oder einer Erden rede. Denn in der Chy⸗ mie iſt das Saltz oder die Erde eins/ und Die Erde wird propris(eigentlich) vor die jenige Spirituale Materie oder Subſtantz ge⸗ nommen/ welche niemahln muͤſſig ſtehet. Eene in ſeinem zweyten Brieff amz. apitel deß 5. Vers gedencket/ daß die Ere de auß und in dem Waſſer beſtanden. Un⸗ ſer Menſtruum iſt trocken und naß/ ein Feuer und ein Waſſer/ wie man es haben will/ dahero es nur das Ignis aquæ benah⸗ met worden. Es iſt das wahre Solvens und ein pures Feuer/ auß zweyen extremis, forma und Materia hervor gebracht und ſichtbar gemacht. Sein Ulrſprung iſt ſchlecht/ ſchlec ohne Turb nure wohl dende pif e trenn Conj ritun di þe denn tere; Ben Pü vor Í nie v lang he cken Ba nach dag und und wün men ohne ihe Waſ⸗ zeſal⸗ illen/ ſpro⸗ lolo- mgg atur elirte Men- oſſen Hier hald Sali Chy- und yr Die i ge⸗ tebet, unz. e Ero Un⸗ ein aben enah⸗ lvens emis, und q ift lecht/ ſchlecht/ und ſeine Materia Chaotica wird ohne verblühmte Redens⸗Art oͤffters in der Turba genennet. Und ob es zwar an ſich nur ein einiges iſt/ ſo theilet es ſich gleich⸗ wohl in zwey/ als das wuͤrckend⸗und lei⸗ dende/ in das Maͤnnlich⸗und Weibliche/ biß es wieder in eines gebracht und unzer⸗ trennlich verbunden wird. Bey ſeiner Conjunction erwecket die Matur den Spi- ritum Mercurii, telher onf Spiritus Mun- di heiſt /und ſetzet ihn in die Bewegung; denn wenn das obert aſtraliſche in das un⸗ tere zu agiren anfaͤhet/ ſo cauſiret ſolche SVewegung(als das rechte kerment) eine Würckung/ welche Würckung denn her⸗ vor bringet und ſichtbar machet was uns nie vor Mugen gelegen, Der Artiſt er⸗ langet das wahre mineraliſch und metalli⸗ ſche Feuer auß der Minera Saturni ein troe cken und zugleich feuchtes metalliſches Waſſer/ welches Geiſt/ wenn er der Kunſt nach in einem recipienten gefangen wird/ das einige wahre Univerſal-Menſtruum und das Himmliſch⸗Aſtraliſche Feuer iſt und genennet werden kan. Hier mit hat der Leſer was er ſich nur wünſchen mag; denn die gantze vollkom⸗ mene Bereitung dieſes Auffloͤßens iſt ihme ohne dunckele Redens⸗Arten aat geleh⸗ VANAN pie YN gelehret worden. Und ſo er ja noch eine und andere Erlaͤuterung von der Materie noͤthig haͤtte/ ſo gebe ihm auß dem Theo- phraſto die Naͤchricht/ daß die Natur in denen Viſcetibus Terræ bey ſo vielen Or⸗ ten Europæ ein Metall generite /welches aͤuſſerlich mit dem Character oder Signo Majoris Mundi bezeichnet zu ſehen/ und in ſeinem Auffgang das Aſtrum Solis fuͤhre. Nicht ſage ich/ daß es ſey ein Antimonium oder Spieß⸗Glaß/ als vor welchem uns der Philaletha in der Præfation ſeines Eu- phratis, und der Kunſterfahrne Hr. Rhun- rad in ſeinem Tractat vom Hylealiſchen Chao und zwar iu der pag.36.& 69. Roßen⸗ Creutzer in Aſtronomia inferiori und an⸗ dere mehr warnen. Noch kan es das ge⸗ mein⸗und in aller Welt bekandte Vitrio- lum ſeyn/ davon uns ebenfalls der Anony- mus in ſeinem Tractat de Venere vitriolata Pag. 249. und audere Philoſophi abgera⸗ then. Denn der Philoſophen Vitriol iſt ihr Sulphur Naturæ, oder Sal Philoſophicum (ro bey thuen auf gewiſſe maß eines iſt) ein wahres Sperma und der Saamen und Aufang aller Dinge/ auch deß gemeinen Vitriols ſelbſten/ auß welchen nachgehends durch die Spagyriſche Kunſt Magneticè das Magnale Magnum und reine ætheriſche Weſen Weſe Lufft keinet andi glaͤnt Dasti ma te DemnA Ruft ſchen wird/ aqua RO öffne maliſ gleich len R peltei fuͤhre ſen b Der S| fenci Mih ſchen Eung chet nach ſchen ſophi j eine aterie heo- ur in n Ore ihes Signo nd in fuͤhre. nium t ung $ Eu- ihun- ſchen oßen⸗ > Ati 6 ge⸗ trio- ony- olata gera⸗ iſt ihr icum s iſt) nund einen ends leticè riſche Beſen Weſen mit dem allgemeinen Aſtraliſchen Cufft Geiſt extrahiret wird. Es iſt auch keiues wegs ein gemein Bley/ Mineraloder ander dergleichen Metall, ſondern die hoche glaͤntzende Minera guß deun Berg Saturni, das reine Jungfraͤuliche Saltz und die pri⸗ materialiſche allgemeine Erde/ welche von demm Mynſicht Filia Vatis Calcanthis benah⸗ uet worden: ſobalden dieſe zu einer Azothi- ſchen Waͤßrigkeit bereitet und verkehret wird/ ruffet fie mit heller Stimme/ Ego aqua ſalis ſapientiæ aperio, ego claudo. d. i. Ich Waſſer auß dem Saltz der Weiſen öffne und verſchlieſſe. Dieſes Saltziiſt ani- maliſch/ vegetabiliſch und mineraliſch zu⸗ gleich/ und bezeiget ſeine Herrſchafft in al⸗ ſen Reichen: Es iſt nicht allein einer dop⸗ peiten mercurialiſchen ſubſtantz/ ſondern fuͤhret auch ein gedoppelt ſalphuriſch We⸗ ſen bey ſich. Jn ihme allein ruhet haͤuffig der Spiritus Mundi ohn ſpecificiret eiuge- ſencket/ und mag man ihn gantz frey ohne Mihe darauß haben und zu einer wetalli- ſchen Form mit allen piritualiſchen Wuͤr⸗ (tungen bringen. Mit einen Wort: Su⸗ chet das nitroſiſche Eufſt⸗Saltz/ welches nach vorgezeigter Arth auß der Philoſophi⸗ ſchen Lufft bereitet worden/ denn die Philo. lophi ſind einhellig der Meinung/ daß es VETRINE nene Spie 5 „es in dem Baad gezeuget und in der „Lufft gebohren werden muͤſſe/ ſo habt ihr euern Wünſch erfuͤllet. Das iſt/ wenn das Philoſophiſche O und Coder Agens und Patiens, noch deutlicher das Waſſer und die Erde conjungiret und ver⸗ maͤhlet ſind/ und die Actio und Reactio ſich geleget haben/ ſo habt ihr durch die inner⸗ liche unſichtbare Bewegung ein neues Le⸗ ben und Liecht angezüͤndet(erwogen nicht der ſicht bare Streit und Actus, ſondern die Aſtraliſch'und Geiſtliche Einſtrahlung deß obern in das untere die Beſchwängerung cauſiren mũſſe) und ein ſolches Werck ver⸗ richtet/ welches bey ſeiner Geburth ein weit herrlichers als ſeine Eltern waren hervor geben wird. Dieſes iſt die rechte reine Jungfraͤuliche Erde auß der Riebe deß Adams bereitet/ ein ſolches Saltz woraus die Philoſophi ihr pontiſches Waſſer berei⸗ ten. Und dieſes haben wir bey unſerer Pyrotechnie und Feuer⸗Kunſt als das ge⸗ heime Philoſophiſche Feuer vor allen noͤ⸗ thig/ ohne ihme mag weder im Minerali- ſchen noch Vegetabiliſchen Reiche was fruchtbarliches vor die Hand genommen und zu Ende gebracht werden. Es lolvi⸗ ret alles und bringet daſſelbe in ſein erſte⸗ tes Weſeg/ ſchlieſſet ein jegliches in der Wur⸗ Wurt Anderi Rien kandt! fir un Gold/ Alfo ra! lehlo R í Baffi ĝontin Eyß ir Auf Abneht liche R ruum welche neni es Di i afi p himm Curial ee ke erſtol h oer / ſo agilt oder t DaS d ver⸗ ofið unner⸗ eg Le⸗ nicht cn die g deß rung kver⸗ weit ervor reine e deß rans berei⸗ erer E ge⸗ noͤ⸗ erali- was unen Olvi⸗ erſte⸗ | Der Vur⸗ Wurgthel auff/ und verbindet es mit einem andern/ daß es nicht mehr zu ſcheiden iſt. Wie mir dann auß eigener Erfahrung be⸗ kandt geworden/ daß dieſes gelſtliche Waſ⸗ r und übernatürliche Menttruum das Gold/ nach ein oder mehreren Abſtraction Alſo radicaliter in forma pulveris rubei auf» geſchloſſen zurůck gelaſſen/ daß es ſich alſo leich in einem jeglichen Liquore, es ſeye Baſſer/ Spiritus Vini oder was anders/ in Continenti ohne einigen Gag völlig mie Eyß in Waſſer lolviret und aufflöͤßet. Auß dieſem nun wolle der geneigte Leſer bnehmen/ was deß Herrn Starckey eigent⸗ liche Meinung ſeye/ nemlich ein ſolch es Men⸗ ruum und Solvens Univerſale zu bereiten) welches ſie ihr geheiimes verborgenes und himmliſch Aſtraliſches Feuer geheiſſen. Es haben aber die Philoſophi drey Feu⸗ f. 1. Ein vegetabiliſches/ welches tem⸗ Periret iſt/ und ein wohl rectificirter Eſſig genennet wird. 2. Ein mineraliſches/ wel⸗ ba der rechte Spiritus Nitri iſt/ ein geiſtlich Waſſer auß dem Nitro, der Hitz und Kälte Pe in ſich fuͤhret/ und hoͤlliſch und immliſch iſt/ entſpringend; dieſes iſt mer⸗ eurialiſch und ſaturniſch zugleich/ ohne wel⸗ es kein eintzig Metall mag generiret noch herſtöhret werden. Und.ein nipapo ! alte e E N AE UTARI kaltes Feuer/ ſo alle Metalla auch das O ſelbſten deſtruirt und zu nichte macht/ doch ſonder Verletzung deſſen innerlich verbor⸗ genen Saamens/ als welcher nicht bezwun⸗ gen noch uͤberwunden werden kan/ und ſol⸗ ches Feuer iſt das Bley oder der Saturnus. Dieſes kalte Feuer wird auch ein kaltes Waſſer benahmet/ ſo die Philoſophi ihren Mercurium getauffet. Einige ſtatuiren vier Feuer/ davon das erſtere Elementariſch/ welches der Spititus Corroſivus iſt/ genen⸗ net wird. Das andere/ heiſſet das unna⸗ tuͤrliche oder zufaͤllige/ weilen es in der Copjunction des fixen und deß fluͤchtigen erwecket wird/ bey dieſer Zeit prædomini⸗ ret keines von beyden Feuern. Das dritte/ iſt das Feuer gegen oder wieder die Natur/ dieſes liegt in dem Fliſchen Waſſer verbor⸗ gen und heiſſet der Orach/ weilen es den Coͤrper zerſtoͤhret/ und zu einer Multipli- cation zugleich tuͤchtig machet. Das vierdte Feuer iſt das edelſte/ die Tinctur oder das Sulphur des Philoſophiſchen Gol⸗ des ſelbſten. Doch will ich mich bey die⸗ ſem weiters nicht mehr auffhalten/ ſondern erinnere noch einſt in Kuͤrtze/ daß bey al⸗ len unſern Starckayiſchen Experimentis der wohl rectificirte Philoſophiſche Eſſig/ oder das das ſo ünd te den ſeh faf ve günſti heme und ni gll cen Eugli cket ge Chriſt genon turbe Außle theidi. piger Ole RE-© / doch erbor⸗ zwun⸗ ud ſol⸗ Urnus. kaltes ihren tuiren ariſch/ genen⸗ unna⸗ in der tigen Mini- ritte/ tatut] erbor⸗ $ Den Itipli- Das inctur Gol⸗ y die⸗ ndern eyal⸗ tis der joder das oR(0) 26 das ſo genannte vegetabiliſche Menſtruum und temperittes Philoſophiſches Feuer/ den ſehr begierigen Sucher in ſeinem Vor⸗ ſatz vergnuͤgen werde. Ich aber bitte den günſtigen und ſehr beſcheldenen Leſer/ ſol⸗ che meine Arbeit nach der gutenintention⸗ und nicht nach der Zierlichkeit der Worte zu cenliren/ erwogen der Senſus nach der Eugliſchen Sprach etwas hart verſchren⸗ cket geweſen. Solte es nun mit einer Chriſtlichen Beſcheidenheit au⸗ und auff⸗ genommen werden/ ſo verſpreche auch in kurtzem deß Herrn Autoris Chymic oder Außlegung der Natur/ ſampt ſeiner Ver⸗ theidigung deß Herrn Helmonts, nicht we⸗ piger auch deſſen Beſchreibung von dem Oleo Sulphuris Vivi, und noch uͤbrigen Schrifften an den Tag zu bringen. W o h * b Schrei⸗ SEAP 7 REE Ns ia hie EN DELA A £ FRALO i“hE C LLELELEELLELEEL ON a Schreiben deß Autoris Freund berſich Ei NG Haͤntzli⸗ l,| anden Lefer. Wane a i Mein Leſer! fonder H Lo nenne ih dich ohne weiteres on AR Compliment, wo michs anderſt Wi nicht gereuen moͤchte/ daß ich dich als einen frembden/ von deſſen Ehren⸗Ti⸗ tuln und Chargen mir der Zeit weiter nichts bewuſt iſt/ nicht beſſer reſpectiret. Doch ſeye du wer du ſeyeſt/ mir gilt alles | gleich:biſtu Aomi Btuder/ ein Satyrus und meine Höfling/ ſo hoͤre ich dichnicht. Gleichwol Korbi | aber wolte nicht mein Feuer angeſteckt/ W f noch die Finger alſo hart bey denen Kohlen a i ; verdorben haben/ wo mir nicht zu gleicher ndS i Zeit auch vorgenommen/ dir hiemit an Tag füllt o gu legen/ Daf der wahre Dienſt eines Erdei ſchlechten Meiſters vor den Beyſtand dei⸗ itrig g | nes treuen Dieners paſſiren koͤnne/ als gebrat durch deſſen treuen Rath dir viel nutzliches de folc zuwachſen mag. Hir meinen Lefer! ſen dat præſentire ich mich als einen Vorredner/ den G der ich deß Vulcani Schüler und junger vor d Cyclopsbin. Dann es hat der Meiſter mir pürge befohlen/ vor dein allzugroſſes Compli- tkir ment dir mit Treu verbunden zu ſeyn/ und lich ſe bey deinem Fleiß dir ein ſolches Spiel zu a aey we. Ki Vorſtell tér Lel liches“ feurige wiil er iteres nderſt h dich n⸗Ti⸗ veiter ctiret. alles Is HD chwol eckt/ ohlen eicher Tag eines d dei⸗ | ats liches efe! ner/ maer tmir mpli- [und iel zu zei⸗ zeigen/ deſſen geſegneter Außgang alle Muͤ⸗ he und Koſten belohnet. Derohalben dich verſichere/ daß das Lahme Bein Vulcani gaͤntzlich ſolle curirt werden/ damit ohne Wancken er ins kuͤnfftige fluchtig ſeye/ und ſonder guͤldene Ballen ſeine Hypolitam ver⸗ folgen/ ja die holdſelige Dapbnis durch das Netz der Veneris erjagen underhaſchen koͤn⸗ ne. Kuͤrtzlich zu erklaͤren/ was ich hierdurch vorſtellen will/ ſo wiſſe/ daß mein angereg⸗ ter Lehrmeiſter Vulcanus auff dein anſehn⸗ liches Anhalten dir nach Wunſch in recht feuriger Begierde dienen werde. Doch ich will erſt Laͤrmen machen/ und zuvor in meine Trompeten ſtoſſen/ ehe ich das neue Scorbutiſche Gemählde von dem frembden Waſſer Feuer in ſeiner Wuͤrckung auß⸗ haͤnge: Alles ſoll ſich ohne Gauckelwerck und Zauberey gantz frey erzeigen/ und ich ſtelle einen ſolchen feurigebrennenden See vor deine Augen/ ia deſſen Wirbel lauter ikrige Fiſche ſtreichen. Sie werden nun gebraten oder geſotten/ ſo geben ſte am Eu⸗ de ſolcher Arbeit die allerkoſtbarſten Spei⸗ ſen dar/ welche/ wann ſie recht gekoſtet/ und dem Geſchmack nach examinirt werden/ vor das heylſamlichſte und protitabelſte Phyſicaliſche Tractament paſſiren. Solteſt du nun Leſer mich hier fragen/ wer anfaͤng⸗ lich ſolche Seltzamkeiten zu Werck ge⸗ b 2 Dracht è j S: Tani ysa O K ENR ENI PNS ENEE SCRAN bracht? So diene ich dir in Antwort /daß ein hocherfahrner Teutſcher Meiſter/ der ſelbſt die Weißheit in hohen Ehren haͤlt/ als der andere Elias mit feurigen Roſſen daher gefahren/ und auß lauter Liebe von dem Wageneinen Glantz ſchieſſen laſſen/ weilen er ſich aber in aller Eyl wieder zu de⸗ nen Sternengeſchwungen/ hat ſein friſch und munterer Geiſt ſich alſofort auff den treuen Eliſain geſetzet/ der biß dieſe Stunde hin und wieder herumb wandelt/ und die jenigenſſo ſich eloſt zum Fallbringenſoder als bruͤllende Loͤwen andere zu verſchlin⸗ gen ſuchenſaußrottet. Ein ſolches trium⸗ virat zu eroͤßuen/ ſtelle ich dir den Autorem dieſes Tractaͤtgens vor/ fuͤhreſt du dich ge⸗ gen ihn als ein Nebncadnezarauff /sver⸗ ſichere ich dich/ daß ſichin dem Feuer⸗Ofen die drey Kinder Gottes darſtellen/ und lie⸗ ber in dem glüenden Ofen zu wandelnfals das Galeniſche Goͤtzen⸗Bild zu verehren/ ſich relolviren werden. Wann auch ſchon das angefuͤhrte Gleichnuß nicht auß vieren zu ſeyn ſcheinen will/ ſo iſt gleichwol bey die⸗ ſeim truumvirat das vierdte noch verbor⸗ gen/ ſodem Sohn Gottes als der unendlich ewigen Weißheit gleichet. Dieſes haͤlt das Feuer/ ſo uber ihme keine Macht hat/ vor ſeine Aumuths⸗volle Luſt⸗Gaͤrten und Al- leen, in welchen alle koſtbare Blumen und Ge⸗ Gemi herrlie Fruch gleiche Und in refri welche ſen/ un Erdbe geben ich m md A Hanı nicht rigen verw. kehrer deß S Dieſe deſit& ſte E ſetzet. Perf feing fer in dienſt ne Y ubert dir ſe heiß; Daf der aͤlt/ oſſen evon ſſen/ ti de⸗ friſch T den Unde d die oder ſchlin⸗ ium- orem ich ge⸗ DOr Ofen nòd lie nals yten/ ſchon dieren ey die⸗ rbor⸗ ndlich lt das vor 1d Al- nund Ge Gewuͤchſe/ als die Sonnen⸗Blumen/ die herrliche Luvaria, der Paradiß Apffel/ die Frucht deß Lebens⸗Baums/ und was der⸗ gleichen niehr überflüſſig enthalten find/ tnd in voller Zierde prangen. Dieſe koſtba⸗ te Früchte ſind rin ind dch Todtes/ vor weichen fch alle Krankheiten egen mif ſen/ und deren Blaͤtter alen Voͤlckern deß Erdbodens eine unaußſprechliche Artzney geben. Wunderedich mein Leſer nicht/ daß ich mich dergleichen Alluſionen bediene/ Und auff Gottes Garten in Eren zieke. Dann es ſtehet deſſen Huͤter der Cherub nicht mit einem bleſſen/ ſondern ſehr fen⸗ rigen Schwerd vor ſeiuem Eingang/ und verwaͤhret ihn/ daß auch niemand zurüuͤck zu kehren vermoͤgend iſt/ der nicht uuberührt deß Schwerds unter ſolchen eingegangen. Dieſer allein hat die Freyheit in die Mitte deſ Garteus zu tretten,als wohin der hoͤch⸗ ſte Schoͤpfferſeinen Baun deß Lebens ge ſetzet. Ohne Feuer iſt weder Erloͤſungnoch Verſoͤhnung zu haben/ wann auch ſchon kein Ver dienſt nicht waͤre/ und wo die Opf⸗ fer mangeln/ weicht von ſelbſt der Gottes⸗ dienſt. Wird alſo dei allein das verborge— ne Manna zur Speiſe gereichet/ der da überwunden hat. Wolan mein Lefer! Dir ſcheinet dieſes Buch in der Hand zu heiß zu ſeyn/ doch iſt es dir AGND balte 3€ VATRE RE ENEN stet es noch ein wenig/ ehe du es von dir legeſt erwege erſtlich/ welches doch das heiſſeſte ſeye/ einen unverſtaͤndigen blinden Eyfer bezeigen/ oder ein allzufrey und unver⸗ ſchaͤmtes Urtheil zwiſchen einem geringen und koſtbaren Dinge faͤllen? Das iſtůber⸗ lege doch den Uuterſchied der freſſenden feu⸗ rigen Hoͤllenglut/ und deß ſaufft wehenden und erwaͤrmenden Liebes⸗Feuers/ ja be⸗ ſchaue recht die geſegnete Flamm derHertz⸗ brennenden Goͤttlichen Liebes⸗Kertze/ und ſtelle mir eine Antwort darauff. Doch ich bin was weit durchs Feuer von dir abge⸗ tretten/ und allzuſchnell von deinen Augen gekommen/ dahero dir woldieſes Werck⸗ lein ſcheinen moͤchte/ als waͤre es ein bloſſes Gedicht/ durch welches dann mein gantzer eftim zugleich mit auff eimnahl fallen und vergehen ſolte. Ich will dir aber mit der That erweiſen/ was du leicht begreiffen maaſt/ und ſo du auch den allergeringſten Verſtand vom Ariſtotele nur haͤtteſt/ ſo wüuͤrdeſt du bekennen muͤſſen/ daß das Feuer das alleredelſte Element zu nennen ſeye dieſem zu begegnen/ bediene mich eines Ade⸗ lichen Urtheils/ und ſage/ daß er allzuviel bon der Warheit getretten dann dieſes brennende Feuer vermag eine ſolche unend liche Menge Thiere(in ſo viel nehinlich dal herrliche Muſter⸗Buch der Natur uns im mer r hie f mert einen Patric ſich hi würc geuri gen b meini dann So Was iſt die ckung ſcheid uida Uns z ihme das& logis Lefer ginuli neſt U leinf ich at Perf dann heit/ Orac Din; Redi legeſt) iſſeſte Eyfer nver⸗ singen uber⸗ enfeu⸗ jenden ja be⸗ Hertz, e/ und och ich abge, Augen Verck⸗ loſſes anger n und it der reiffen naften t/ 0 Feuer ſeye 6Ade⸗ zuviel dieſes mend: ch das as ini mel mer vorzuzeigen weiß/ Zu braten/ und in einem Banquet darzuſtellen/ daß der groͤſte Patriot, wo er nur genugſam Wein haͤtte/ ſich hieran ergetzen koͤnte. Und dieſes Leſer/ wiüucket allein die Sphæra(Umbkreiß) deß Feuers/ welche alles effectuiret/ und zu we⸗ gen bringet/ was ſonſt ins geinein das ge. meine Küchen⸗Feuer vermag. Dahero dann der Hermes Trismegiſtus geſprochen: So behaupten wir/ daß das jenige Was oben iſt/ auch unten ſeye. Dieſes iſt die unverfalſchte Warheit/ und die Wuͤr⸗ ckung aller Dinge/ ob ſchoneiniger Unter⸗ ſcheid mit vorlaͤuffet; doch bleibet es wahr undaußgemacht/ daß das Kuchen⸗Feuer uns zu alien dieſen Oingen diene/ was von ihme der Heerd erfordere/ und was zugleich dasElementariſcho Fcuer bey denen Altro⸗ logisam Himel würcke. Wiſche alſo mein Leſer! deine verduſterte Augen auß/ und glaube/ daß ich naͤher als du ſelbſt vermei neſt bey dir ſtehe. Bamit ich aber zeitlich al⸗ lein falſchen Urtheil vorbiege/ ſo protelſtire ich auff das aͤuſſerſte/ mich nicht unter die Perſianiſchen Goͤtzen⸗Diener zu rechnen: dann das Feuer iſt mit nichten meine Gott⸗ heit/ ſondern ſelbiges iſt allein das wahre Oraculum der Warheit/ das da Goͤttliche Dinge redet. Es fuͤhret keine zweydeutige Reden/ ſondern weiſet ſich zu jederzeit gautz b 4 auff. VAERET TOT IEE 8. EES pA y A ET E E auffrichtig/ kan auch nichts vor ihme ver⸗ borgen werden. Dieſes entdecket allesnach der Art ſeiner Eygenſchafft/ und ſtellet ein jegliches Ding in ſeinemoBeſen dar. Findet ſich nun Heucheley und Schlackenwerck ſo zerſtoͤret und verzehret daſſelbe alles/ was in feinem(centro) inuerſten vergrabin ligt/ iſt Gold/ und glückſelig biſtu Menſch/ wann du dir dasjenige zu deinem Dienſt benutzen kanſt/ was von ſeiner Schooß dir zu nehmen vergoͤnnet iſt. Auſſer dem Waſſer hat es keine Vermiſchung und Entzuͤndung: das aqua Mercurii iſt ſeine Eva/ und vor ſich iſt es der Hoheprieſter der Natur/ dann es ver⸗ bindet Hand und Hertzen alſo feſt/ daß da⸗ durch die groͤſſeſten Feinde unter ſich ver⸗ ſoͤhnet werden/ und einander mit Liebe umbfaſſen; Ihr Vorbringen iſt wunder⸗ bahr/ und ihre Zweige ſind die weit umb⸗ greiffende Weißheit/ das lange Leben/ und der beſtaͤndige Reichthum/ ja ſie ſelbſt iſt die wahre und weſentliche Ehre und Fuͤrtr eff⸗ lichkeit: das Ignis aquæ oder feurige Waf ſer iſt die Verbind⸗ und Vermaͤhlerin/ von der wir mehr als gemeine Freude erwar⸗ ten/ und deſſenLohn weit uͤber jenes Pabſts Præſent gehet/ da er einen Printzen auß Spanien an tine Koͤnigliche Princeſſin auß Franckreich vermaͤhlet. Ja dieſer Koͤnigl. Printz ſelbſten mit ſeinen beyden Oſt⸗und Brefi Weſt digen radiſt Glüc anſeh als w̃ verbu gung reff ere Regi Mia ſelbſt Laͤnd ben a ſer ve Phile erwe nenſt tagi Nutz petri rer/ d ferne ich di nes{ alſol und! geſel Arb Hrt pér nach teim indet ck/ ſo was ligt/ vann utzen inen qt es : Dag ch iſt Spet» f da⸗ Ver⸗ Liebe Üder⸗ umb⸗ | und ftdie tef- Waſ⸗ von war⸗ abite auß aug nigl. und Veſt⸗ WeſtIndiſchenLanden/ auch hochverſtaͤn⸗ digen Voͤlckern und Anmuths⸗vollen Pa⸗ radiſiſchen Herrſchafften kankeine groͤſſere Gluckſeligkeit hoͤhern Reichthumb/ noch anſehnlichere Ehre und Herꝛlich keit beſitzen/ als wer dieſe beyde(ſe. Feuer und Waſſer) verbunden/ und in wolſtehender Vereini⸗ gung mit allen tbren Koͤnige reichen und groſſen Herrſchaßften benutzet. Ich verſi⸗— chere dich M. L. daß er und ſie das hoͤchſte Regimeut/ ja die allgemeine Regierung deßt gantzen WMelt. Kreyſes fuͤhren/ und daß ſelbſt die Sonne durch die Gräntzen ihrer Laͤnder ihren Lauffſt llet/ und in denenſel⸗ ben allein ihre Ruhe haͤlt. Urtheile alſo Le⸗ ſer von dieſer beyden hoben Schatz/ dendie Philofophi jederzeit ſo hoch gehalten/ und erwege ihr Vermoͤgen/ wann ſie dir zu die⸗ nen ſich verbinden wolten. Judicire vonih⸗ rer Weißheit und er meſſe/ was doch der vor Nutzen zoͤge/ der ſie zu erlernen ſuchte? Ja betrachte die uͤber groſſe Gluͤckſeligkeit de⸗ rer/ die davon zu ſprechen wiſſen. Dich aber ferner hier nicht auffzuhalten/ ſo uberreiche ich dir die Flaggen und das Contrefait mei⸗ nes Entwurffs/ in weihen fid das Leben alſohald entdecken wird: gehe nur hinein und betrachte es/ als etwas das du niemaln geſehen. Verwundere dich und rühme dieſe Arbeit/ als einer der auß freinbd entlegenẽ Orten dieſes groſſe Geheimnuß zu feiner b 5 Lehr SA ORNE SNA a ai aia aani sidi aih iaaa AA Lehr und Arbeit mit nach Hauß gebracht. der A Hier iſt m Leſer! alles dir zu weiterer= yii» l n i dum | ll Speculation NUD Gefliſſenbeit auheinge⸗ ai D|| ftelitúberlege es und forfdheavas vor frent Gei D de Eigenſchafft doch dieſes Weſen führen werd müſſe/ das da nirgendswo uͤberfluͤſſig zu tesu i finden/ gleichwol in ſeiner Hauptſum eiue Schi Unendlichkeit/ wie in einemFüncklein zeue: und⸗ | verborgen haͤlt. Laß hier deine Gedancken die 5 frey/ und oͤffne ihnen den Zugel: Tritteſt du Sch zurück/ ſo fange wieder von fornen an/ und fichè überlege recht/woher das Ding entfpringe/ das man ſonſten das Feuer heiſt? auch wo⸗(diei | hin es ſeine Kraͤfften werffe/ ja was es an und und vor ſich ſey und würcke? Biſtu nun ſo das« weit damit gekom̃en/ ſo tritt nocheinmahl dora da hervor/ und erwege/ waruumb der aller⸗ iit? aa Mithe Chymicusund Runder Gott einn die Welt mit Feuer ſaͤubern wille Auchwa⸗| peni riũiiib cł ſolche vormahle mit dem Waſſer Sd l abgewalchen undines fúnftigemit Zar Con i| zũ reimigen ſich vorbehalten? Ja warumb acht das Feuer und dãe Waſſer die Gebähterin die a ales fieu moba Reene find? Ste Allẽs Uijſichrbre hervor bringen und dar⸗ tra ſtellen/ als wordurch ſolche Coͤrper/ dieihre Ra (i eigene Kinder freſſen/ gebohren werde Tau⸗ dic | ſenderley ſolchẽ Frãgeñ kanſtu dir ohne die me pi geringfteMúhevorftellen/wmanndnauf die Ha g Stimme deß Feuers(die dein Meiſter iſt/ blei A Achtung gibeſt; ſeynur nicht kindiſch pop acht. terer l Aea rem⸗ hren 9 Au eiue sitte? icken ſt du und ugel wo⸗ an in ſo nahl ller⸗ Bott wa⸗ afer euer umb erin nd dar⸗ ihre Tau⸗ e die f die ift/) bey der der Auffmerckung/ und bezeige di dich nicht dum und unverſtändig in Qurchlelung der Chymiſchen Sdt Feen wam fedir inder Feller-Schule dargelegt und praſontirt werden. Dief uud die Hoher fahrne Docto- res und Profeſſores der berühlmten Feuer⸗ Schule/ in ſpecie der hocherleuchtete Mann und Autor dieſes Tractats fuͤhren dich in die.Goͤttliche Schrifft/ und weiſen dir im Schweiß deines Angeſichts dein Brod zu ſuchẽ/ von welchẽ jener kluge Post alſo redet: Dii vendidere ſudoribus artes. (die Goͤtter haben die Kunſt durch Schweiß und Muͤhe dargebotten.) Gehe nicht guff das allgemeine Geſchwaͤtz der falchen La; borante duiSxc einiẽmi Chier gleĩchet/ ũnd iñ kẽineim Feuer beſtehet/ noch demelben EaD E uE tteũſick erkuͤh⸗ nen darfflhalt die Relt vor ẽine Furchteund SchreckenWolle Wildnuß die mit[aufer Löwen Bären und Tiegern angefuͤllet. Ja achte fie vor das jenige Africa, worinnen E Beftien ihre Wohnung haben. Stehe in der mitten dieſes Walds/ und be trachte die Gefahr und den ſchroͤcklichen Rachen der bruͤllenden Thiere/ verwahre dich mit einer Jeuermauer/ und laß ſie im⸗ mer toben /ſie könenkeinen Schaden brings. Haſtu einmahl deinen Zweck erlanget/ ſo bleibſtu allzeit ſicher ſtchen. Ach gedencke daß die Welt treu und nle einen TREER pe N —— e keinen andern Oanck erweiſet/ als vor ihre Müh und Auffrichtigkeit ſie zu laͤſtern/ ja inache di den Schluß/ ob auß boſen Her⸗ tzen könne etwas guͤkes quellen? Kurtz hie⸗ von zu ſprechen/ verachte ihren Lohn/ ſo er dir umb ihres Lobs wegen gegeben iſt; fin⸗ deſtu aber etwas/ ſo deiner Vernunfft und der wahren Phyſic heſcheiden faͤllet/ jo achre es vor einen koͤſtlichen Lebens⸗Tranck/ und Goͤtilichen Necktarfaft/ ja vor eine himmli⸗ ſche Panacæam. Es verachte nun der unge⸗ waſchene Mund der boͤſen Welt deß Herrn Autoris Pillen wie er wolle/ und halte ſie mit andern ſeinen nutzlichen Medicamentis vor bittere und widerwaͤrtige Saͤchen/ ja ruffe ſelbige gar vor nichts auß/ und laͤſtere fie nach ſeineim Gefallen ſo ſoll er gleichwol wiſſen/ daß man ihn verlachen/ und vor ein unverſtaͤndiges Kind halten werde. Ich wende mich aber zum Schluß mein Leſer! da mir jetzt der Poſt⸗Kuecht ruffet/ und weilen dieſer einen Buchdrucker bey ſich fuͤhret/ ſo ſende dir zum Vorauß meine ge⸗ wledmete Zeilen/ dir damit an Tag zule⸗ gen/ daß dich ineine Liebe ehre. Dieſes bitte ich noch zum Beſchluß/ daß du meine uner⸗ kandte Fehler mit deiner Sanfftmuth und Beſcheidenheit uͤberſehen wolleſt/ der ich mich übrigens deiner Correction gantz willig und gerne unterwerffe. a Philanthropos, Dem gen]| Hn derte daher mein nach DauN lidi unda werd ihre ja Der⸗ hie⸗ ſo er fiti und chte und uili- gée⸗ trn e ſie ntis | ja tere wol ein Ich fer! ind ſich ge⸗ ife itte Iets mD ich ný CER oe oag licd Lale la yez lase⸗ Dem Hoch⸗Edlen/ An allen Tugenden/ und ruͤhmlichen Quali⸗ taͤten vollkommen prangenden HERRN/ HERRN Bo I4 Io NOt hga Robert Boyle, Rittern/ Meinem ſehr vertrauten Freund. Alles beſtaͤndige/ und mehr und mehr zu⸗ bluͤhende Gluͤck/ auch ewigen Segen. Niein Herr! (Onder Zeit/als wirmit demHHerrn &RobertChild(an welchen ich mit drur groͤſten reverentz/ und altlem erſinulichſten reſpect, als an einen hochver⸗ ſtaͤndig und gelehrten Mann oͤffters g dea⸗ cke/) die vertrauliche Freundſchafft gepflo⸗ gen/ finde ich Gelegenheit/ eure geehrteſte Haͤnde zu küſſen: und weileure unveraͤn⸗ derte auffrichtige atlection gegen mich biß dahero jederzeit continuirt/ ſo erachte bil ich meine ſchuldigſte Pflicht zu ſeyn/ ſolches uach allem Vermoͤgen zu erkennen/ wie dann/ wann ich dieſes übergehen wuͤrde/ bil⸗ lich mit dem ſchwartzen Merckmahl eines undanckbaren Menſchens auffgezeichnet zu werden verdienet haͤtte: Solte ich aber cure in E anin iknin maaa d ih i ahaaa a iadi atai i aa ad aa iian a. Kindik kia $ meiner Dedication angeben /ſo wuͤrde mei⸗ nem Herra ſo wol als der Waͤrheit ſelbſten nicht geringes Leyd anthun/ und zu nahe tletten. Doch euch prælentire ich hiermit m eineſchlechte Zuſchrifft/ und wiedme euch als einer hoch⸗geprieſenen Perſon/ deren herrliche Meriten vor allen andern hochbe⸗ ruͤhimmten Maͤnnern in Engeland denPreiß und Vorzug tragen/ dieſe meine verpflich⸗ tefte Dedication; alg woran midh/ wann ich auch ſchon frembd waͤre/ euer wol be⸗ kandter Ruhm(da ihr von dem Beherr⸗ fer der gantzen Natur/ in Entdeckung ſo vieler groſſen Geheimnüuſſe/ auch deren Operation und beygefuͤgten Beweiß⸗ Grunden/ die viele hochgelehrte Maͤnner nicht erforſchen moͤgen/ geſegnet und beglüͤ⸗ cket ſtehet/) allein verleiten würde. Euch aber uͤbergebe ich dieſe meine Pyrotechni⸗ caliſche Lucubrationes und Studia(Arbei⸗ ten) nicht anderſt als ein ſchlechter Mahler/ der den einfaͤltigen Strich ſeines Pinſels der Cenſur deß Apellis zugeſtellet als ei⸗ nem wuͤrdig befundenen Centort, und laſſe dabey alle eingebildete Autoritaͤt fallen/ mit Bitte/ ſolches nach ſeinem Befinden an⸗ und auffzunehmen/ ja dieſe meine Zeilen nicht wie ich wuͤnſche/ ſondern wie fte nad threm wahren Verſtand und Einhalt zu COH in mich geſetzte Hiebe vor die ttri en A geſetzte Liebe vor die Urſach dieſet konid zumah dieſem guff di die rcal mente! Heroa! wolal: lichene ſoll/ ur in das knige würdi mahle Belar bey/ f kurem Lob h. hin ſck auffri ſolcher ohnge le me moͤch dieſes Hm de/ da die Y Deret an n iefet mei⸗ oſten nahe enit cd eten hbe⸗ reif lich⸗ ann be⸗ err⸗ t9 f0 eren eiß⸗ ner yi uh i- Deto ler/ ſels et⸗ ifie nit Ufs len I zu jila Londderiren ſeyn moͤchten/ zu betrachten/ en da ich verſichern kan/ daß bey A eien Wercklein nicht n guff die Zierlichkeit der Worte/ als af die realitàt und den Vortrag derer Jh; menten ſelbſt bedacht geweſen: Ta hero anch verhoffe/ daß es meinem Her ri i Wolals andern Nachforſchernderer na m lichen Geheimnuſſen ein Vergut anao> ſoll/ und perſuadire mich dabey/ daß 2 {ndas túnfftige diefe meineOperarioncs die jenige Schulen/ worinnen würdiger Lehrling mit groſſer Mühevor⸗ mahls intormiren laſſen/ rühmen werden. Belangende aber tneine Schuldigkett an hey/ ſo trage hier Bedencken e uh nad turen Ruhm mit einem wettlaußtigen Lob herauß zuſtreichen! weilen euchohne⸗ hin ſchon meine Perſon bekandt/ und ent auffrichtige Liebe gegen mich ſolchen Mitleiden bekleidet ſtehet l ìÌ af- ohngezweiffelt glauben kan/ es werden as le meine Fehler/ die ſich an mir pa moͤchten/ entſchuldiget bleiben. Unde x dieſes iſt die eigentliche Urſach/ warumb ich mich zu einem ſo werthen Freund Tan de/ dann ich bin gewiß/ daß ihr/ dic ihr auff die Deutlichkeit und umbſtaͤndige War heit Derer Dinge allein 98 0 9 5 umb ſo mehr se 3 Ne an mir rühmen werde eaf, Laſſet andere nin von meinem du men Verſtand ſprechen was ſie wolle und verſichert euch nur dieſes/ daß iche nerf Ehr und Hoheit in weit gròfferent ekimi halte/ als daß ich ſie beleidigen ſolte: ja daß Kas ich nimmermehr mich erkühnen wuͤrde diefe meine Dedication, nach dem erſten a meines Lractats(der ohne dem etwas pitzig gegen die Galeniſcheghreißbraͤuche ſtellet iſt und deß wiedrigen A AEA mé nach dem Gewicht abmiſſet Vorſchein konnnen zu laſſen/ a aon unverantwortliche Grobheit derer Galeni- ſten/ die zum Theil die edle Kuuſt ſelbſten/ zuin Theil aber den von Helmont(welcher ſo wol von euch als mir jederzeit vor einen groſſen kavoriten gehaſten worden/ weh chen zwar nicht umb ſeiner Beweißthu⸗ mer und Schluͤſſe wegen/ ſondern wellen er meine Experimenta und augenſcheinliche Demonſtrationes mit der practicaliſchen Warheit contirmiret/ zumeinem Evan⸗ geliſten angenommen /) durchgezogen und gelaſtert/ mir ſo ſehr das Hertz gerüͤhret. Ich muß frey bekennen daß inich viele von denen allgemeinen Feiuden dieſer theu⸗ ren und würdigſten Kunſt/ undihren Chy⸗ miſch⸗und Pyrotechniſchen Liebhabern an⸗ gefeindet/ und in vielem guten verhindert; geſtehe auch darneben gerne/ daß ich et was allzu⸗ ekenne ndern tj nid| ſiſch ge Schwer i mich Defe per ih einer fet ſind frer& Eo l Höthig! greiffen ober ir fer Ap Mre 3 Fuͤhmet das ſch Menſo Hochn fangen bag jei rechtfe unſchaͤ Erden Nie meint ſinnten Hen w olien }(o) m chouer aubar geſchrieben/ und die Revenge dabeh eſtim ja daß ürde/ erſten etwas he ges ‘nome zum steine aleni- ſten/ elcher einen wel⸗ thů⸗ fener liche chen VAN» und viele heu⸗ hy- Aita ert; DAS zu⸗ icht uͤberſchritten: Doch es bleibet einmahl wahr as das Spruͤchwort fuͤhret/ parit indignatio Verum:.i. Ein Wort giebt das ander: Ich ſekenne aber offeutlich daß nuch keinbrivatHaß ⸗ Indern der hochverdienten Vorfechtereklelmon⸗ dj und Paracelli grobe Beſchimpfungen in Har⸗ giſch gejaget/ und dahin bewogen haben das Schwerd aus ſeiner Scheiden zu ziehen und weil ſch mich befoͤrchtet/ daß der gemeine Poͤbel/ der Defe beyde nicht gekannt/ und deren Schrifften heiner außlaͤndiſchen fremden Sprache verfaſ⸗ ſt ſind/ noch andere hochberuͤhmte Manner un⸗ Frer Engliſchen Narion mehr/ mit ihnen ver⸗ Ichten und verſpotten moͤchte/ ſo habe ich vor thig erachtet Feder und Papier daruber zuer⸗ einen und wieder alle Intention(als der ich leber in Ruhe ſtuͤnde) mehr dieſer theurenMan⸗ fer Apologie und Schutz⸗Rede zufuͤhren/ als ihre Buͤcher(wozu mich incapable erachte) Zu kühmen und zu recommendixen. Hat nun Gott das ſchlechte und geringe ja die Einfalt derer Menſchen felbſt vor andern erwehlet, damit die Hochmuͤthige und Klugen in ihrer Weißheit ge— fangen wuͤrden/ ey ſo will ich nickt verhoßſen daß jemand dieſen weißen Werckmeiſter daruͤber rechtfertigen und zu Rede ſetzen/ oder emen ſo unſchaͤtbaren Reichthum in einer ſo ſchlechtet Erden verachten und verwerffen werde. Nicht laßß ich dieſes flieſſen/ als wenn ich euch mein. Herr dadurch beleidigen/ oder eüren redl. ge⸗ ſfinntenGeiſt in eimgen Verdacht u. Q pah Enn s aene s Gaer) NICIRS a ESE DSe? get 78. RE GRAAL RYA Ry CY EREA Das 1. Capitel. Iſt eine Einleitung zu dieſem Werck. bocen I (Jae fuͤrtrefflichen Worte Cice. ronis, ſo er zu ſeinem unſterblichen Ruhm der Nachwelt hinterlaſſen/ Pirtutis laus omnis in actione confifiit, (das iſt: Der Tugend gantzes Lob beſtehet in der wahren Thäͤtigkeit und Praxi,) verdienen billig daß man ſie mit guldenen Buchſtaben denen ſterb⸗ lichen Menſchen auffgezeichnet erhalte/ nnd nach jenes klugen Poeten Außſpruch: Quo mihi fortunam, fi non concefferis utt? (das iſt: Was hilfft mich das Gluek/ wenn ich mich deſſelben nicht. bedienen Fany) fich fiets vor Augen ſtelle. 2. Denn was mag doch ein fubtiles ſpecu⸗ liren und Nachdencken fúr einen Nutzen geben/ wo nicht deſſen wahrer Grund durch die Praxin und Handarbeit unterſuchet und probiret werden kan? Oder was nuͤtzet einem die bloſſe Theorie und Wiſfenſchafft/ die er nicht aus dem Grund durch ſeine Hand erforſchet hat? Eine ſolche grundliche Experimentation und Unterſuchung/ erfordert auch die unbetruͤgliche Pyrotechme> Alg welche auſſer der practicaliſchen demonſtration (Handarbeit) bey dem Feuer/ gantz ohne Nutzen und Gebrauch iſt. Habe ich nun in meiner vor⸗ J her⸗ (.) 2655 hergehenden Tractation(Handlung) der Chy⸗ miſchen Medicin wahren Grund durch eine Schutz⸗ rede(Apologie) gegen den unbefugten Zadel der Galenicorum defendiret/ und zugleich erwieſen/ daß die von ihnen ang egebene Chymiſche Medica- menta nur lauter Gifft⸗ und Mord⸗ Meittel ſeyen/ ſo wil ich auch anjetzo mir gefallen laſſen/ dem Leſer einen ſolchen Medicinaliſchen Vorrath vor die Augen zu legen/ daß er in der der That erfah⸗ ren koͤnne/ welches das wahre Heyl⸗Mittel ſey/ ſo vor andern Medicamenten an Krafft und Tu⸗ gend den Vorzug habe. 3. Nun finden fich zwar verſchiedene Galenici, die den hochverdienten Helmont unverdient be⸗ ſchuldigen wollen/ daß er wol anderer Gebaͤude in den Grund zu legen ſich beſtreber/ kein anderes aber dagegen an ſolchen Platz zu ſtellen/ ſich finden laſſen: Ja/ daß er nur der einige ware/ ſo die biß⸗ her in der Medicin gewoͤhnliche Mechode vertt orf⸗ fen/ aber doch gleichwol nichts beſſers zum Vor⸗ ſchein gebracht haͤtte. 4. Es iſt aber allen unparthehiſchen Liebha⸗ bern und Soͤhnen der Philoſophiſchen Kunſt uͤber⸗ fluſſig bekant/ daß dieſer theure Philofophus un: umſtoͤßliche Geheimnuͤſſe der wahten Medioin ans Licht gebracht/ wofůr dem lieben GOtt zu dancken wir noch ſchuldig ſind. 5. Diejenige/ ſo ſich uber ihn beſchweren/ halte ich fúr unverſtaͤndige Kinder/ welche ihre Speiſt zubereitet vor ſich haben/ und doch nach anderer ſich umſehen. Denn ſolten ſie nicht vor allen erſt be⸗ hertzigen/ daß derjenige ſich eine groſſe Laſt auff. buͤrde/ der allein zur Conlervation Deg Lebeng 10 ý ſo theur daf fich eine ſcht der in D koſtbare ſeine Erg Hoffart ſuche: und der Sind de ten und treue JL ſchen/ ale ſchauet/ genen Si ſer Schr get dir/ wieder/ habeſt/ d Die Perli Und hab art befliſſ hero uns falls vor (bunckel hen ſeye/ Unſern B lichen Co ren(ver 4i (Mast Schreibe herſtehen Chy⸗ chutz⸗ el der ieſen/ dica- ſehen/ dem h vor erfah⸗ el ſey/ Tu⸗ enici, it bes ván ðe deres inden e bif- worf⸗ Vor⸗ ebha⸗ úber s un nang ncken halte peiſe er fih aufi’ Sauf ſo 82(3. e5 ſo theure Medicamenta eyfferig bedacht ift/ und daß ſich ein Menſch am allgemeinen Gerichts⸗Tage eine ſchwere Verantwortung auf den Hals ziehe/ der in Betrachtung ſeines edlen Lebens/ die übers koſtbare Zeit alſo unbenutzet verſtreichen laſſe/ ja ſtine Ergetzung gang allein in Luſt und Uppigkeit/ Hoffart/ eingebildeten Wahn/ und dergleichen ſuche: Du er doch allein nach Weißheit ſtreben Und der Tugend und denen Kunſten folgen ſolte. Sind derowegen unſere herausgegebene Schriff⸗ ten und Buͤcher denen Kunſt⸗begierigen Artiſten/ treue Wegweiſer und Anleitungen zum Nachfor⸗ ſchen/ als wodurch ein jeder/ der ſich darinnen um⸗ ſchauet/ nach GOttes heiligem Willen/ ſeinen ei⸗ genen Fleiß benutzen mag. Die Intention bey die⸗ ſet Schreibart und vorgenommenen Matetie, eio get dir /o Lefer! daß du unſere Schrifften hin und wieder/ oder aber nur wechſels⸗weiß/ zu verſtehen habeſt/ denn wir/ nach dem heiligen Evangeliſten/ Die Perlen niht vor die Saͤue werffen wollen. Und haben wir uns darbeh einer ſolchen Schreib⸗ Art befliſſen/ als ware kein Verſtand darinnen/ da⸗ hero uns ein- und andere uͤberwitzige Galenici eben · falls vorgerucket daß wir eine ſolche obſcure (dunckele) Feder fuͤhreten/ die da nicht zu verſte⸗ hen ſeye/ wollens auch mit Dem erweiſen/ daß in unſern Buͤchern und Schrifften/ ja andern muͤnd⸗ lichen Converlationen/ wir niemahlen jU penetri- ten(verftehen) geweſen/ ſagende QNuid mihi cum Autore ,guinon vult intelligi? (Ias nuket mir ein ſolcher Autor, der in feiner Schreibart zu dunckel iſt/ und den man nicht wohl herſtehen kan.) WA 6. Ich 3(4.) W 6. Ich gebe aber dieſen uberweiſen Kluͤglin⸗ gen zur Antwort/ daß der Unterſcheid aller Wiſſen⸗ ſchafften/ theils in der Theorie(oder bloſſem Wiſ fen) theils aber in der Praxi,(oder der That und Arbeit ſeibſten) beſtehe/ mit welchem erſteren ein Vernuͤnfftiger den Beweiß aller Dinge fuhret/ in dem letzteren aber die Mechaniſche Praxis ihr fun. datent leget. Belangend nun den ſpeculativi⸗ ſchen Theil oder Die Theorie, fo fuſſen ſich unſen demonſtrationes und Beweiß-Gruͤnde alleinig auf die Natur und Eigenſchafft ſolcher Dinge/ dit da ohnbeweglich ſtehen/ daß ich ſelber nichts en⸗ finden moͤgen/ das nicht ſchon vormals/ von dem wahren Weſen Krafft und Tugend dieſer unſerer edlen Medicin, die hocherleuchtete Maͤnner Hel⸗ mont, Paracelſus, und andere redliche Philoſophi, treulich und offenhertzig entdecket; twas aber Dit Praxin betrifft/ ſo bleiben wir entſchuldiget/ mwen unſere Feder nur alſo geſtellet/ daß ſie allein von denen Soͤhnen der Kunſt verſtanden werden mag nicht zwar durch ein bloſſes leſen/ ſondern und zu⸗ gleich auch durch ſtetes meditiren und inbruͤnſti— ges Flehen zu Gott/ auch durch eine immerwäh⸗ rende Ubung in und durch das Feuer/ als welches fektere Durch Beyſtand des Allerhoͤchſten der Haupt⸗Schluͤſſel unſers Vorhabens ſeyn und bleiben muß/ wenn wir in das innerſte Cabinet unſerer Myſterien(Geheimnuͤſſen) tretten und gelangen wollen. Wer nun dieſes alles wohl be⸗ hertziget/ erlanget einen ſolchen unaußſprechlichen Nutzen ſeines Vorhabens/ daß er/ wie der Gre fahrende Schiffmann(dem die gewohnliche und ungewoͤhnliche Meeres⸗Zeichen zum Ruder ſeine Seege Seegel ſonderl Worte und po! gegrúni fich beji i A B aber die Kunfti ung he Feuer zi zu halte das vor agentia liches n tionen Ù und der Unterſc vermag ckende 3 brguchb agens q Werck in feine: weit ur doch ni ckung. Auͤglin⸗ Wiſſen⸗ m Gif hat und eren ein hret/ in ilv fun- ulativi— h unſen alleinig nge/ dit ichts er⸗ ON Deni unſeret yer Hel- ofophi, aber dit t/ wenn lein von en mag und zu⸗ brüunſti⸗ gerwäh⸗ welches ten der yn. und Cabinet ten und vohl be echlichen yer Eee iche und er feine Seege a(fe) Seegeln dienen) ſicher in den Haven lauffen kan/ ſonderlich wo er nach reiffer Uberlegung unſerer Worte/ die operation ſelbſten vor die Haͤnde nim̃t/ und vorher wohl examinirt/ ob alles in der Warheit gegruͤndet ſey? Und bey Befindung eines Fehlers ſich beſtrebet/ wie er ſelbigen verbeſſern moͤge. Das 2. Capitel. Von der Kunſt der Hyrotechnie insgemein. i S) Ey einigen iſt dieſe Kunſt/ die Chymie oder Scheidungs-Kunſt/ bey andern aber die Alchymie oder Halchemia, das iſt die Kunſt die Salia zu entſcheiden und zuzerlegen. Bey Uns heiſſet es Pyrotechnia, oder eine Kunſt das Feuer zu regieren/ und in ſeinem gebůhrenden Grad zu halten: Denn das Feuer iſt in unſerm Werck das vornehmſte Stuͤck und agens. Alle andere agentia find entweder ſiüngularia(deren ein jeg⸗ liches nach ſeinem Zuſtand nur zu gewiſſen opera- tionen dienlich/ wie ein Spiritus vini, ein Eſſig und und dergleichen) oder univerlalia, die Coͤrper ohne Unterſcheid auffzuſchlieſſen/ wie der Liquor Alcaheſt vermag: Gleichwol muſſen alle ditſe agentia(wuͤr⸗ ckende Dinge) alleinig durch und bey dem Feuer brauchbar gemachet werden. Iſt derohalben das agens qud) Dag univerlalfte bey unferm. Werck/ wiewol aber keines weges das allergroͤſſeſte in ſeiner Krafft und Tugend: Es iſt von einem weit um ſich greiffenden Nutzen und Gebrauch/ doch nicht von der aͤuſſerſten Macht und Wuͤr⸗ ckung. A3 2. Un⸗ A IE rI E E A N eE aN 2(.) 28 2. Unſer Liquor dillolviret und vernichtet wat jene nicht vermoͤgen/ und machet/ daß das jenige/ was die andern fix/ beſtaͤndig und ohnveraͤnderlich gelaſſen/ auffgeloͤſet/ fluͤſſig und in unſere und ſeine ſelbſt eigene Elementa ſepariret und auffgeſchlof⸗ ſen wird. Und dieſes iſt unſer verborgener Namt und das Diploma, welches wir für uns behalten und keinem andern communiciren wollen. Dat⸗ duſſerliche agens, nemlich das ſichtbare Feur oder unfer agens fine quo nun,(unfer wuͤrcken, des/ ohne welches nichts anders bereitet merd mag) ift auch ein Ding von tinem univer. Nutzen und Gebrauch/ defmegen wir unfer de- rivation oder Benennung/ von ſolcher entlehnet und fprechen mit Helmont, lieber tin Philofophus durchs Feuer genennet zu werden/ als aufſer ſol chem allein von der Schul-Philoſophie den Na⸗ men eines ſolchen Meiſters zu fuͤhren. Fßrote. 3. Die Beſchaffenheit aber der Pyro: ehnis, technie kürtzlich und aus dem Grund 1 beſchreiben/ ſo iſt ſelbige ein wahres Vulcamfehe Hülffs⸗Mittel/ wodurch man in die Geheimnuſſ der Natur kommen/ und die jenige Dinge welch⸗ in denen conchetis vegetabilibus,(verſchloſſene! Gewaͤchſen) animalibus,(Thieren) und Miners. lien eingeſchrencket und verbunden liegen/ auff ſchlieſſen und zerlegen koͤnne/ deren pertection umd Vollkommenheit/ vermittelſt eines verborgen und geheimen agentis(Wurckers) durch di Hülfe des Feuers und eines erfahrnen Artiſtene in der Natur gar fúglich Fan erlanget werden, Weilen denn nun folcher geftalt unfer-agens feit formales Weſen ſelbſten der præparation des Feuß ei erg gufo agens t Namet oDer Si Dahr t $. Ql Ay Zweck Beſitze jeder d einen ginen P zu hali len wa in der gleichr Dinte ſehen/ ift od der S kan /! darleg auch f ſophif durch Meiſ dieſen tuͤcht welch tf toag jenige/ Der tich ò fem ſchloſ⸗ Naͤme halten Daf Feuen Acken— werdi veral. ere de. lehnet loph il fer fol n Na⸗ ' Pyro. und ii iniſchtt mnuͤſt welcht offene Åinera: auff on und genei rch dit tiſtene verden, ns feit c8 Feu e S3(7) 26 ers zuſck reibet/ ſo gibt es ihm als das univerſal- agens unſerer Kunft/ billig auch den behoͤrlichen zamen von dem Feuer/ und nennet es Pyrotechnie oder Feuer-Kunſt. Das 3. Capitel. Daß nicht alle/ die ſolcher Runſt ſich un⸗ terfangen/ wahre Artiſten ſeyen. 1. OEicht iſt aus dem vorherigen zu ſchlieſſen/ daß alle die jenige/ die da nach dem Ziel und Zweck dieſer Kunſt ſtreben/ noch fuͤr keine Erben und Beſitzere derſelben zu achten ſeyen/ erwogen/ ja ein jeder der ein bloſſes Feuer anzuſtecken/ oder ſonſten einen Offen auffzubauen weiß/ nicht fo gleich fúr einen Philolophum und geuͤbten Artiſten im Feuer zu halten iſt; ſondern allein der jenige/ der nach al- len wahren principiis und Anfaͤngen der Natur/ in der operation weißlich zu verfahren weiß. Denn gleichwie der jenige/ der mit einer guten Feder und Dinten/ auch uberffuͤſſigem Schreib Papir. ver- ſehen/ noch fuͤr keinen guten Schreiber zu achten iſt/ oder aber der jenige/ der einen guten Degen an der Seiten fuͤhret/ fuͤr einen Fechtmeiſter paſſiren kan/ wo er nicht zu gleicher Zeit auch ſeine ns darleoet/ alſo wird der Kunſt⸗begierige Sucher auch fo fang fúr feinen wahren Meiſter der Philos ſophiſchen Kunſt gehalten werden/ wo er nicht durch feine Praxin in der That ſich als ein geuͤbter Meiſter darſtellet und offenbahret. 2. Nun iſt zwar nicht zu laͤugnen/ daß bey dieſem Werck auch ein bequemer Offen und ein tuchtig und geſchicktes Gefaͤß noͤthig ſey/ als ohne welches vimmermehr was nuͤtzliches kan verrichtet A 4 wer⸗ 8(.) 865 werden. Wenn man aber gantzallein auf die aäuſ⸗ ſerlichen Præparationes und Zuruͤſtungen von Oeffen/ und andern noͤthigen Inſtrumenten min gedencken wolte/ wuͤrde man wenig Vortheil ha⸗ ben/ und als ein blinder Maulwurf in der Philo- ſophie þerum tappen. Zumahlen ja der für keinen adeptum gehalten werden kan/ der mit vielen ſcharffſinnigen und ſubtilen operationibus im Feuer umgeſprungen: Weilen viele und wunder— ſame Geſchoͤpffe GOttes ſind/ daß wenn man einer⸗ lty objectum verſchiedentlich tractiret/ man auch verſchiedene Wuͤrckungen davon darſtellen Fan, Alles fället zwar ins Geſicht/ das meiſte aber iſt ein Schein davon/ und ſo bald es der Artiſt oder Kuͤnſtler in ſeinem Unverſtand erblicket/ ſo kommt er in Verwunderung/ und bildet ſich guldene Berge ein/ biß er ſeiner Ignorantz und Unwiſſenheit gaͤntz⸗ lich uͤberführet und zur Schaam gebracht worden iſt. Bleibt es alſo außgemacht/ daß die Kunſt nach ſolchem nicht zu ſchtzen/ wenn ſie nicht zu gleicher Zeit das Meiſterſtück vollkoͤmmlich mit darſtellet/ Denn der meiſte und befte Theil der ſo genannten Soͤhnen der Kunſt/ ſind todte Fliegen/ und ein ſolches unnuͤtzes Geſchmeiß/ deren gantzes Leben abzuſchildern/ mir hauptſaͤchlichen vorgenommen/ auf daß ſie moͤgen erkennet und in der That fuͤr die gehalten werden/ fuͤr telhe fie zu halten find. Das 4. Capitel. Von denen irrig⸗ und verkehrten Labo⸗ ranten ins beſondere und etwas außfuͤhrlicher. Y, S Jeſen der Gebuͤhr nach die Larve vom Ges ſcht zu nehmen/ wende mich am erſten gegen Kegen Philol alſo fo Heuer Arbeit gantz Der m und w Dichte ſchnap pb feti Werc und n und de der W es fúr Thorh Fchl g einem fie abei ihr fai Erfolg Griffe bahre nahme im Hel wie ſie gen in hocheit ſchafft ſtets h gereim tollen í duſ⸗ von nur ha⸗ hilo- einen yiten s in) der⸗ iner⸗ auch kan. er iſt oder mmt jerge Anh: rden nach icher let/ nten ein eben nen) t Die bo⸗ Ge⸗ ſten gen S(9) 6 gegen die/ welche/ wenn ſie nur die Haͤnde voll Philoſophiſcher Proceſſe und Tractdtgen haben/ alſo fort mit einer ſehr groſſen Wiſſenſchafft im Ftuer prangen/ und ehe ſie noch jemals an einer Arbeit geweſen/ ſo gleich ihre gefaſte Concepta gantz blind ins Werck zu richten bedacht ſind. Der meiſte Theil bildet ſich das guldene Fließ ein/ und wendet groſſe Koſten an/ ja er richtet alle ſein Dichten einig nur dahin/ wie er moͤge Geld er⸗ ſchnappen/ da er doch zufoͤrderſt ergruͤnden ſolte/ ob ſein vorgeſetzter Labor und Proceſs quh im Werck tundiret ſey? Alles wird aus Unverſtand und nach dem Buchſtaben Hermetis gearbeitet/ und das uͤbrige/ wann es ſchon das groſſe Elexir der Weiſen ſelbſt waͤre/ verachtet man und hált es fur gering/ wodurch die meiſten denn von einer Thorheit in die andere fallen/ und zuletzt einen Fehl gebähren/ da ihnen der Stein der Weiſen zu tinen Stein des Anſtoſſens worden. So bald ſie aber dieſer Thorheit uberfuͤhret ſind/ ſuchen ſie ihr falſch-gefaſtes Concept/ das durch widrigen Erfolg zu Waſſer worden/ mit andern liſtigen Griffen zu bemaͤnteln und wolleen eine ſolche koſt— bahre und kraͤfftige Artzney bereiten/ die vhne Auß⸗ nahme alle Menſchen curiren koͤnne/ gedencken aber im Hertzen ihrem krancken Beutel zu helffen/ und wie ſie ſich bereichern moͤgten/ die Patienten moͤ⸗ gen immer andern bleiben. Dieweilen denn dieſe hocheingebildete Philofophi ihre groſſe Wiſſen⸗ ſchafft langer nicht zu bergen wiſſen/ ſo vagiren ſie ſtets hin und her/ und ſuchen durch allerhand un— gereimte ſubjecta ihren raßenden Verſtand und tollen Eyffer an den Tag zu legen. SUGE eR ; da AS das guͤldene Fließ im Regenwaſſer/ andere in dem Maͤyen⸗Thau/ noch andere in dem lebendigen Schweffel/ einige im Queckſilber/ und viele in dem f Er a E E cin, 2 Die cim Schaar erwehlet ſich das Gold/ eine andere das Nitrum der Erden/ bey welchen Dingen ſie ſich denn gar Wunder⸗ſeltſame Einbil⸗ dungen machen. Schlaͤget ihnen der Labor ihres falſchen Concepts fehl/ ſo wiederholen ſie die Arbeit/ und fallen auf ein anderes ſubjectum, und ob ſie zwar was vorſichtiger im operiren ſind/ fo reimet ſich dieſes doch ſo wenig als das erſtere. Denn da ſie nicht das Centrum ergruünden/ und nur einig um die Peripherie, oder den auſſerſten Rand ihres ſubjecti herum ſchweiffen/ ſo ift ihr ganges Thun eine thoͤrichte Einbildung/ die da nicht erforſchen mag/ was der hoͤchſte Schoͤpffer durch die Natur in fo manches tubjectum geleget. Faͤllet nun die Probe ohne Frucht und Nutzen/ und uͤberführet fie der Außgang/ daß der Stein der Weiſen nicht darinn zu finden geweſen/ ſo legen ſie das Werck bey Seiten/ und nehmen etwas anders vor. Aber/ was moͤgen dieſes fuͤr Leute ſeyn? Mich beduͤncket/ das es Maͤnner ſeyen/ deren Wiſſen ein pures fal⸗ ſches Weſen iſt. Zwar ſo viel ſie uns berichtet/ ſo iſt der Siein der Weiſen weder in dieſem noch in jenem ſubjecto zu holen/ wiſſen aber gleichwol nicht zu ſagen/ in welcher Maretie ſolcher denn eigentlich zu finden ſey. Eine noch weit ſchlimmere Art die⸗ ſer Philoſophen iſt die/ welche ihre Zeit und Mittel ín dem Studio Chymico vergeblich verſchwendet/ und nun aus Armuth zu ihrem weiteren Unterhalt fih a nicht wend çin Ù fen fi perfe defti! oder ſo m pfleg Elex bilde ſuche Elixi betri Hol. davo ſeine wori iſt/ con) acht folte alſo zu v. pillig Ade Nat ange mweri 2( 11.) 26 fid auf allerhand Ráncte legen/ auch das/ was nicht einmal den Mißfall in denen Metallen abzu⸗ wenden vermoͤgend iſt/ fúr eine univerfal- Medi- cin der Krancken außruffen: Denn bald erweh⸗ len ſie zu ihrem wahren lubjecto die ſchon laͤngſt verſcharrt⸗ und vergrabene Menſchen⸗Beine/ ynd deſtilliren ſich daraus einen ſtinckenden Spiticum, oder lublimiren ein ſolches fluͤchtiges Urin⸗Saltz/ ſo man ſonſten aus dem Hirſch⸗Horn zubereiten pfleget/ und nennen es gantz vermeſſen/ ihr groſſes Flexir der Weiſen/ halten auch dieſe falſch⸗einge⸗ bildete Panaceam dem Gold gleich. 3. Einige erwehlen ſich das Sußholtz/ und ſuchen durch die Bad⸗ mäſſige Hige das groffe Elixir heraus zu gruͤbeln/ dabey ſie ſich alles ſo un⸗ betruͤglich vorſtellen/ als wenn daſſelbe in dieſem Holtz vergraben laͤge. Brennen auch ein Waſſer Davon sfo fie mit dem fluͤchtigen Urin⸗Saltz und ſeinem ſtinckenden oleo, das etlichemahl rectitſciret worden/ im pregniren/ und wenn es alſo bereitet ift/ geben fie ihm den Namen eines ignis vitæ, re- commendiren es in allen Kranckhtits Faͤllen/ und achten deſſen Tugend dem Gold gleich. Wer ſolte nun nicht ſagen/ daß ihre gefaſte Blindheit alfo hoch geſtiegen/ daß ſie auch dem Namen nach zu verwerffen fey? Halte fie dannenhero nicht un⸗ billig fuͤr Heffen⸗klebende Boden⸗Sacke wahrer Adeptorum, und verwerffe fie/ adyte auch ihre Namen nicht hoͤher/ als Daf fie mit Der Kohle angezeichnet/ und in das Schwartze geſchildert werden moͤgen. 4. Noch eine dergleichen Gattung findet man unter denen/ die/ wenn ſie die ſchlechte Wurckung a TEER 4l S3( 12.) è Würckung einer gemeinen Artzney gefunden/ ſich alfo bald auf die Mineraliſche Medicamenta und Chymiſche operætiones legen/ und indem ſie dar⸗ innen eme weit mehrere Vergnuͤgung auch gluͤck⸗ lichere opetation als in andern Schmieralien ver⸗ ſpuͤhren/ alſo fort die Feder ergreiffen/ und ihre ge⸗ fundene Geheimnúffe der Welt mittheilen/ ob waͤren ſie hocherfahrne Maͤnner/ ſchreiben auch ein gantzes Buch voll ſolcher ihrer erfundenen Geheimnuůſſe und Chymiſchen Procelle/ wovon ſie das wenigſte doch gearbeitet/ und das meiſte nur erdichtet haben/ dadurch ſie ihre unreiffe Geburt dieſer ihrer uͤberfluͤſſigen Gedancken/ die nimmer⸗ mehr zu practiciren ſind/ an Tag legen. Schet nun und behertziget was doch dieſes für ein Betrug und unverſtaͤndiges Unternehmen ſey? Und wie nachtheilig es denjenigen fallen muſſe/ die dergleichen gifftig und falſche Artzneyen fuͤr ihr turbith und andere aug Sio und Nre bereitete Dinge gebrauchen ſollen. Ja ich ſage zum Über⸗ fluß/ ſehet und erweget/ ob eine ſolche hoͤchſtgefaͤhr⸗ liche Artzney mit Fug und Recht koͤnne verkaufft werden? Uud ſolcher ewpyriſchen Artzneyen oder præparationen durchs Feuer/ findet man anjetzo in denen Officinen und Apothecken einen Uberfluß/ welche täglich um des ſchnoͤden Gewinß wegen noch mehr und mehr verfaͤlſchet werden/ wodurch denn die wahre und hochgeprieſene Chymie gantz und gar in Verachtung kommt/ und nicht ein oin wahrer Sohn derſelben faſt mehr zu fin⸗ ben ift. 6. Ich beſchneide aber nicht unbillig dieſen falſchen Laboranten ihre ſtoltze Federn ein wenig/ denn denn bloſſe chen/ einer, fmd f paſſir Vo! 1. C cx Kun fleiſſi aus a auch Hyd Arbe liebe ohne nimt kom foll f zeitb fw Seg lens und diſch Ehre ben/ Hier ernſt (13.) E65 denn ein. jeder inder That erkennen muß/ daß ſie bloſſe Prahler ſind/ die einer Waſſerblaßen glei⸗ chen/ welche auf dem Waſſer ſchwimmet/ oder einer Wolcken ſo ohne Waſſer iſt. Summa/ es ſind ſolche/ die vor weniger als rechtſchaffene Leute paſſiren koͤnnen. Das 5. Capitel. Von denen wahren und rechtſchaffenen Soͤhnen der Hretechme. LS€r den Namen eines wahren und recht⸗ ſchaffenen Sohns unſerer Chymiſchen Nunſterlangen wil/ muß vor allen Dingen ſich be⸗ fleiſſigen/ G Ott ſeinem Schoͤpffer treue zu ſeyn/ und aus allen Kraͤfften ihm anhangen und dienen/ dabey auch einen gantz reinen und GOtt wohlgefaͤlligen Wandel fuͤhren/ uͤbrigens ohnermudet in ſeiner Arbeit ſtehen. Sein Fuͤhrer und Regent muß der liebe GOt und Geber aller Weißheit ſeyn. Denn ohne eyfferig und anhaltendes Gebet/ wird er nimmermehr zur Weißheit noch Erkantnuß kommen und der Haupt-Zweck feines Thung ſoll ſich in der Liebe gruͤnden/ das iſt/ er ſoll jeder⸗ zeit barmhertzig und mitleidig gegen ſeinen armen ſchwachen Naͤchſten ſeyn/ und ſo ihm GOtt den Segen ſchencket/ ſolchen dem Duͤrfftigen mitthei⸗ len; eben dieſen wil die Hand des HErꝛn ſegnen/ und mit voller Gnade ſpeiſen. Wer aber irz⸗ diſche und eitele Begierden fuͤhret/ und allein nach Ehren ſtrebet/ wird den Fluch zur Außbeute ha⸗ ben/ und in allein ſeinem Thun verkuͤrtzet werden. Hieraus erfenne mm/ mwas die Medicin fúr eine ernſthaffte/ beflieſſenſte/ geheim⸗ und heilige Kunſt ſey/ NA a I E NE a henee S( 14.) ſey/ welche einen gantz vollkommenen Menſchen erfordert. So nun deine Arbeit aug einer rejs nen Liebe quillet/ und zum Dienſte deines armen und muhſeligen Naͤchſten gerichtet iſt/ kanſt du ſie zur Hand nehmen. Ja wo dir keine Hindernüß in der wahren Medicinaliſchen Wiſſenſchafft ent⸗ gegen tretten ſoll/ ſo laß alle dein Vornehmen zum Preiß deines Schoͤpffers/ und zur Aufuͤbung des guten gerichtet feyn: Und dieſes iſt zu ſchreiben hier gar noͤthig/ weil von allem boſen derjenige laffe muß/ der zum glucklichen Ende kommen twil,; 2. Die vornehmſte und erſte Hinderung ſei⸗ nes Vorhabens/ quillet aus der Verachtung des lieben GOttes/ und kein Artiſt/ der nicht inbrun⸗ ſtig um die Benedeyung ihn anruffet/ wird in Unterſuchung der natuͤrlichen Geheimntiſſe gum Zweck gelangen. Weil denn alle gute und volf- kommene Gaben von dem Vatter des Lichts aus der Hoͤhe konunen/ ſo beſtehet es nicht im bloffen Leſen guter Buͤcher/ noch in muͤhſamer Arbelt in dem Feuer/ ob man aus demſelben was gutes und heylſames finden und erlangen moͤge/ ſondern alles gruͤndet ſich auf den Segen GOttes/ wel⸗ cher ohnermůdet in einem ernſtlichen/ andaͤchti⸗ gen und eyfferigen Gebet geſuchet und uͤberkom⸗ men werden muß. Denn hindert auch zum an⸗ dern das gute Vorhaben/ ein Laſter-hafftes Leben und die Convetlation odet Geſellſchafft böſet Leute, Dieſe in Warheit hindern alle Bemuͤhung eines Menſchen/ und machen deſſen Arbeit Frebs⸗ gaͤngig/ und zu nichte/ ja halten eines Wannes Gemuͤth vom Fleiß ab/ wie denn ein eintziges ſolches ſolches tens mwe nachlaͤſſ liche/ d auptſace Ti b uno fein noh ge wenn i Und eb fie Dur men/ w vor der Muth eigene verinef wnn a heit ſel und da riren g Parace undbilli perve! Das koͤnnet reits fi Endli bey U ten/ d fúr ei ſchaff Kofte wody ſchen rei⸗ nnen ti fie rnuß ent⸗ zum des iben 'nige men ſei⸗ des run⸗ Din zum oll⸗ aus fen tin und ern vels tis itis an⸗ ben fet mg bg» neg ges jts sg( rs.) 06 folches Laſter alle Sinnen vom guten leitet. Drit⸗ tens weichet der gute Endzweck durch die eitelen/ nachlaͤſſig· und verdroſſene/ auch faule unordent⸗ liche/ doch aber dabey geitzige Begierden welche hauptſaͤchlichen darinnen mit beſtehen/ daß man gleich bedacht iſt/ eine reiche Ernde zu machen/ uno feine Gulle in Menge iu fammlen/ ehe man noch geſuchet/ wie der Grund zu bereiten ſeye/ und wenn die Außſtreuung des Saamens noͤthig. Und eben dieſes iſt die Urſache bey ſo vielen/ daß ſie durch das Leſen nicht zu ihrem Zweck gekom⸗ men/ weilen ſie/ wenn: fie eine gute Arbeit einmahl vor der Hand gehabt und gefehlet/ alſo fort den Muth fallen laſſen. Viertens/ tauget nichts die eigene unbillige und hochmuͤthige artoganz auch verineſſene Einbildung/ da man fich Hattiret/ als wenn alle Kuͤnſte/ Wiſſenſchafften/ und die Weiß⸗ heit ſelbſten mit ihm gantz allein gebohren waͤren/ und da man öffters eine kleine Zeit nur beym laho- riren geweſen/ ſich ſtracks fut den Hermetein und Paracelſum halt. Von ſolchen hat vor dieſem nicht unbillig Seneca geſprochen: Multi ad virtutem pervenire potuiffent, nih fe putaſſent perveniſſe. Das ifi: Viele hätten zur Weißheit kommen koͤnnen/ wenn ſie fich nicht eingebildet/ daß ſie be⸗ reits ſchon auf dem Gipffel der Weißheit ſtuͤnden. Endlich ſtehet auch der Geitz im Weg /da man bey Unterſuchung ſolcher geheimen Wiſſenſchaff. ten/ das Geld ſchonet/ und viel lieber quf einmal fuͤr ein gutes Stuck Geld in Cómpagnie( Gefell⸗ ſchafft) einen Procels kauffet/ als durch wenge Koften ſelbſten ſuchet die Natur zu erforſchen/ wodurch denn gantze Familien ruiniret/ und an Geſund⸗ D( 16.) 26 Geſundheit und Vermoͤgen verkuͤrtzet werden Bey ſolchen mag jenes geitzigen Kaͤyſers Spruͤch— wort applicirtt werden? Lucri bonns odor€x re qualiber, Das iſt: Wenn ich nur Ged machen kan/ es komme darnach her wo es wolle. Gelan⸗ get alſo an ſo geſinnte Laboranten mein hertzliches erſuchen/ ſich dieſes unſers Geheimnuͤſſes zu ent⸗ balten/ weil fúr fie dergleichen nicht gegeben ift. Dir aber freundlich geliebter Lefer /der du fromm und gerecht bift/ aud) Feinen Seip in deiner Arbeit ſpareſt/ deinen Naͤchſten von Hertzen liebeſt/ und mit aller Huͤlff zur Seiten trittſt/ verſichere ich gantz auffrichtig/ daß ich dein treuer Wegweiſer und Fuͤhrer ſeyn wil/ in ſo fern/ als einer dem an⸗ dern etwas offenbahren kan/ ohne daß ich die allge⸗ meine Regul der Philolopbie übertretten werde/ welche darinnen beſtehet/ daß man alle die jenige Perſonen/ welche dieſer Kunſt unwüuͤrdig ſind/ ſo viel als in unſerer Macht beſtehet/ außſchlieſſen folle, Das 6. Capitel. Von denen Chymifehen Operationibus. 1 H Jer darff niemand dencken/ ob wolte ich H den Anfang von Erbauung derer Heffen machen/ denn die noch keine Wiſſenſchafft von denen Deffen haben/ denen dienet dieſes Buch zu nichts/ habe eg auch fúr fie nicht aufigefertiget, Ich ver⸗ muthe alſo/ daß du ſchon verſtehen werdeſt die be⸗ hoͤrige Regierung des Feuers/ und wende mich fo gleich ohne Auffenhalt zum vorgeſetzten Zweck/ verweiſe dich aber Unverſtaͤndiger zum Baumeiſter/ um einige Information in denen Mechaniſchen pER- princip zuholen fo dieni daß er Í Form Und vo ſen erfo anders 2. hingege ten/ bei bringen Schwe por ge euer í tinem I zu ſein⸗ Befind finden vention Mange fordert wenn€ aller Ze er ſpielt darauf begierie bey Ha Koſten um Hu Kunſt Kkel ſint tr auch werden Spruch FEx Tê nachen Gelan— tzliches zu ent: en iſt. TOMM Arbeit t/ und ere ich weiſer man⸗ allge⸗ verde/ jenige 1D/ ſo lieſſen j s te ich effen yenen chts/ j pers e he⸗ mich veck/ ſter/ chen TIR- grr s3(17.)®© principiis oder Wiſſenſchafften von ſelbigem ein⸗ zuholen. Damit ich mich auffrichtig hier erklaͤre/ fo diene einem jeglichen Anfaͤnger zur Nachricht/ Daf er fich nach ſeinem eigenen Verſtand/ eine Form der Orffen und Gefaͤſen ju feinem fcopo Und vorgeſetzten Werck erdencken/ und nach deſ⸗ ſen erfordern gar veraͤndern oder umſetzen/ und anders erbauen moͤge. 2. Einige machen ihre Oeffen ſelbſt/ andere hingegen affen ſie nach ihrem Gutduncken berei⸗ ten/ beydes aber kan weder Nutzen noch Schaden bringen. Denn wie ein Fechter ein jegliches Schwerdt gebrauchen kan/ welches der Schwerdt—⸗ eger gemacht hat/ alſo mag ein jeder/ der im euer arbeiten wil/(weilen es ohne dem von kinem Philoſopho vermuthet und erfordert wird) zu ſeinem inrendirenden Zweck/ leichtlich nach Befindung der Nothdurfft/ einen Offen ſich auß⸗ finden und auffbauen. Doch kommt denen In- ventionen nichts mehrers zu ſtatten/ als wenn der Mangel eines Dinges ſo unumgaͤnglich doch er⸗ fördert wird/ bey einem Werck hervor tritt. Denn wenn ein verſtaͤndig und kluger Mann nicht ¿u aller Zeit ein jedes in Bereitſchafft hat/ ſo geraͤth er ſpielend auf ſolche kurtze Wege und Handgriffe/ darauff er nie gedacht haͤtte. Hat nun der Kunſt⸗ begierige Sucher die Inſtrumenta und Materialien bey Handen/ ſo muß er keinen Fleiß/ Muͤhe noch Koſten ſpahren/ und ſtaͤtigſt den lieben GGTT um Hulffe bitten/ auch/ weil die Principia dieſer Kunſt mehrentheils verborgen/ geheim und dun⸗ kel ſind/ ohnermuͤdet in dér Arbeit bleiben/ wenn tr auch ſchon oͤffters fehlen ſolte. Und ſo er alle Y feine a E RG DEA S3(18.) 285 ſeine Irrthuͤmer wohl behertziget/ auch die Arbeit mit ihren gethanen Etfecten reifflich uberleget und votiret/ ſo wird er leichtlich ſchlieſſen koͤnnen/ was die Urſach ſeines Fehlers geweſen/ und demnach durch weiteres Nachſinnen auch die innerſten myſteria oder Geheimnuſſe der Natur erforſchen/ die fich durch dergleichen nachgruͤbeln alleinig fin⸗ den laſſen und an Tag legen. 3. Endlich ſuche/ mein Artiſt/ deinen Haupt⸗ Zweck in denen koſtbaren Artzneyen/ verfolge ihn/ und trachte/ daß du die ſo in geringem Preiß und Werck ſeyn/ nicht wie jener untreue Knecht im Evangelio gethan/ der ſein eintziges Pfund ver⸗ graben/ negligireſt und verſchlauderſt: Employire das von GOtt dir anvertraute Gut/ ſo lang und gut/ biß du burch oͤfftere Proben deiner Qualitat und Geſchicklichkeit/ tauſendfachen Nutzen er⸗ wuchert haſt/ welches GOtt der HEr? auch denen frommen und getreuen Knechten verheiſſen hat. Das 7. Capitel. Von denen verſchiedenen Arten derer Artzneyen/ welche durch dieſe Runſt koͤnnen prapariret werden. 1.( O bin ich nun durch die Segens⸗volle Hand des Hoͤchſten alſo weit geleitet und gefuͤhret/ daß ich nunmehr alle edle Medica- menten durchgehen und erforſchen kan/ welches auch der Anfang meines vorgenommenen Zwecks iſt. Bitte derowegen weiter nichts von dir/ mein Leſer! als eine wenige Gedult im Auffmercken, fuͤr ſolches dir alle Treue/ Auffrichtigkeit und Warheit verſprochen werden ſoll. Belangend aber aber ci finden f Einige q einige ù Kranck rt noch die zu ſe tel und wie ma gußuͤbe treiben, toria ui fich der mont, vaſ⸗ (GoOt tien gái p fer zu v meiſten ſimplic her nich Artzney werden Alhier daß ma Fleißer Und da ben/ d DaS Keu Dag age bringen oder de Arbeit et und n/ was mnach nerſten rſchen/ ig fin⸗ Haupt⸗ ge ipn iß und cht im d ver⸗ loyire 9 und aalität en er⸗ denen jat. rer ſt z polle eleitet edica- elches wecks mein rcken/ und ngend aber her nicht. “Jeki N s3( 19.) W aber eigentlich die Gattung derer Artznehen/ ſo finden fich deren zweyerley/ davon einige ſpecial einige aber univertal genennet werden. Das ift einige dienen nur zu gewiſſen/ andere aber zu allen Kranckheits⸗Faͤllen: Und dieſe Eintheilung fuͤh⸗ ket noch eine andere Zertheilung in und bey ſich/ die zu ſeiner Zeit erwieſen werden ſoll. Die Mit⸗ tel und Wege aber/ wodurch die Arkneyen(ſo wie man ſie zu haben verlanget) ihre Würckung gußuͤben/ zeigen ſich durch ſchwitzen und Harn⸗ tkeiben/(per diaphoreſin& diureſin) die vomi- toria und purgantia laſſe ich gerne zu/ daß man ſich deren bediene: Und halte es deßfalls mit Hel- mont, wenn er ſpricht: Reus ſim coram Deo, {i{valero à purgantibus prorfüs abftinendum. (Gott finde mich/ wenn ich von denen Purgan⸗ tien gaͤntzlich abzuſtehen rathe.) 2. Die Artzneyen welche der hoͤchſte Schopf⸗ fer zu vielen/(wil nicht ſagen zu allen/ oder denen meiſten) Kranckheiten geordnet hat/ und welche ſunplicia genennet werden/ gehoͤren dißmahl hie⸗ Denn dieſer Tractat nur von denen Artzneyen handelt A die Durch Dag Seuer bereitet werden muſſen/ und bey deren Erfindung man allhier auf den Segen GOttes zu bauen hat doch daß man auch dabey ſeine Arbeit mit gebuͤhrendet Fleiß rractire/ und unverdröſſen darinnen ſey. Und da kan man keine geweſſe Reguln vorſchrei⸗ ben/ deren man ſich hier bedienen könte. Denn das Feuer iſt ein widriges Ding/ und Des geuer⸗ das agens heterocliton, deſſen Herfuͤr⸗ bringen nach der Vernunfft geurtheilet a oder demonſtriret werden kan. Es machet cor⸗ B 2 rofi- Siehet man nun die operation deg Kuͤnftlt Sp( 20.) 2$ roſiviſche Dinge ſuͤß/ und eTii die Suͤſſe wieder in ein corroſiy: Diſſolvixet und loͤſet gantze Coͤrper auf/ coaguliret auch wiederum das ffuch⸗ tige/ das fixe machet es fluͤchtig/ und das flüchtige wieder fik. Sonſten findet man wenig Licht, wobey man koͤnnte den Werth der veſt⸗ verſchloſ ſenen Coͤrper( concrerorum) erkennen/ oder ſon⸗ ſten die hervorgebrachte D Dinge, ſchaͤtzen und urthei— len. Bleibet derowegen in allen und jeden/ was die operation anlanget/ die Natur frey/ als deren Wuͤrckung wunderſam iſt: Ja Bre IBe, ge und Fußſtapffen ſind alſo mit der Dunckelheit um— ſchräncket und bedecket/ daß man ohne Fuͤhrung und Hulffe des HErꝛn/ nebſt angewandtem Fleiß/ unmoͤglich zu derſelben Grund gelangen kan. Das 8. Capitel. Von dem Schluͤſſel insgemein zu dieſer Runſt. c ye Schluͤſſel$ diefer Kunft find dK 1 und diſſolu- tion(Auffloͤfung) oder Fluͤch gomang(volati Iiſation) und Fixmachung(Fixation) als guf welcht ſich alle Chymiſche operationes gruͤnden. Und gehet die teparation, digeftion, fermentation un) cohobation, auf eben dieſen Weg daß ſie nemlich dasjenige was zuvor ein grobes/ dickes C pae goren flieſſend und ſubtil machen/ oder Das mai volatiliſch war/ figiren/ und auf gleiche 2 wieder umkehren. Das Mittel aber gu akk chen Dingen/ wenn ſie in ihrem natuͤrlichen ſtand recht betrachtet werden/ iſt das tern was ge zweyer (Patien der Beſ Ding den wi 2. man d concret darſtell. An dem gefange den/ ſeit in Der c klaren? vor der ſens/ d ſolcher Dicer je nige Di nach/ d menratı r fbidh zu ſeher wenigſt cium ¿l die Zub worden lignitát nicht di 3. dernuſſ chung ie Suͤſſt ſet gantze gs fluch⸗ flüchtige ig Licht/ erſchloſ— der ſon⸗ urehei— en/ was fg Deren ege und tit um uhrung n Fleig, N. zu find Di diſſolu- (volati fwelcht Und ion und nemlich (27.) 26 was genauer an/ ſo findet man eine application zweyer wuͤrckenden(agentium) und leidenden (Patientium) benebſt ciney aͤuſſerlichen Hitze/ die der Beſchaffenheit nach/ eben ſo/ wie ein jedes Ding es erfordert/ moderiret und gehalten wer⸗ pen mwil, 2. Und durch dieſes letztere inſonderheit muß man die verborgene virtutes und Kräfften des concreti ſuchen/ daß ſie ſichtbar werden und ſich darſtellen/ was ſie an ſich ſelbſten ſind/ denn wie An dem concreto zu ſehen/ ſo iſt es/ mwenn eg ans geßarngen ·u · wuncken/ Und bereits gebohren wor⸗ den/ ſeiner Krafft nach. gantz was anders/ weder es in Der einfachen cruditát war/ twie deffen einen klaren Beweiß uns ein guter Wein darſtellet/ der vor der Gaͤrung oder Ablegung ſeines rauhen We⸗ ſens/ da er noch in ſeinem gaͤren war/ mit eben ſolcher innerlichen Krafft und Tugend prangete/ die er jetzt an Tag geleget. Indeſſen obſchon ei⸗ nige Dinge der Elſential. Form/ oder dem Weſen nach/ die noch pon dem vita ultima Çi, e. Der fer- mentation) des ſubjecti dependiren/(wie haupt⸗ ſaͤchlich in allen Magnetiſch⸗wuͤrckenden Dingen zu ſehen) einerley-Krafft haben/ fo find doch die wenigſten derſelben in dem Catalogo der ſimpli⸗ cium ju gebrauchen/ wo ſie nicht vorhero durch die Zubereitung des Kuͤnſtlers brauchbar gemacht worden; denn ihr roher Coͤrper oder gifftige ma⸗ Iigvitat iſt die Hindernuͤß der Wuͤrckung/ daß ſie nicht die wahren Kraͤffte von ſich geben koͤnnen. 3. Es werden aber ſolche Corporaliſche Hin⸗ dernuſſe durch die Auffloͤſung und Fluͤchtigma⸗ chung hinweggenommen/ als durch welche mei⸗ Y 3 ſtens r a ea T ITT iH S3(2z) 6, i| ſtens die malignitqt des ſubjecti deſtruiret/ un | wo nicht aus dem Grund vertilget/ doch einen | groſſen Grad vermindert wird/ zumahlen da daf⸗ Feuer/ welches ſie von ihrer Unreinigkeit ſaͤuben | mug/ auch zugleich felbige in ihrer Cruditát un) | unvollkommenen Geſtalt/ zeitiget; denn es digeri ret alles gifftige/ und verwandelt ſeine m aligniti | in gang andere nene und heralichere Qualitáte Auf ſolche Weiſe nun toird die Krafft einig⸗ Dinge viel tauſendfacher verbeſſert und erhoͤhet weder ſie vorhero war.& Weilen aber bey alle i dieſem das Feuer/ wo es TI i ai gang allicin vie emina Rra n Eugen) 5 nicht allein deſtruiret und zu nichte machet/ wat fich dureh ſie auſſert/ ſondern auch den Saamen | felbft erfticEet/ und wundernswúrdiger Weife i ein frembdes Weſen(heterogeneum.verwan delt/ in welchem doch Die vornehmſte craſis nich || zu ſehen war/ als haben ſich die Soͤhne unſere o Kunſt ſolche Mittel und Bege zu einer vorher gehenden dil lolution der veſt verbundenen Crp! erſonnen und bereitet/ Daf fie die au ffgeſchloſſen A Corpér nach ihren alleredelfien Sheen/ pon du i annur uno unrieptaen. Ben l Dag Fein Würckung hat/ ſchelden und Und abſondern moͤgen, Und auf ſolche Art iſt ãllein der der Zidec cE ju baber. J Das 9. Capitel. || a Von denen Schluͤſſeln der Kunſt inſon⸗ derheit/ und zwar erſtlichen vom Liquore Alcaheſt. H jer komme ich auf dies Reitecheur t A nes ſchr wunderwuͤrdigen lubjecti, da oll pon i heimt unver conci rie A! talitd Fluͤd zugel Alca- heft. zur C fiche gine und nimi von fo it vern puni feine iſt v mel nen hier dert eige oDe wel den Kr nes et/ und Sch einen 1 DA dai j ſaͤuben fát un $ digeri: alig nitg alitáten, tinig erhoͤhet sen alfe t ITD Fugen et/ oi Saane eife il fis nich unfer vorhel Coͤrptt ploffen O De $ fcin mógen, ber. iſon⸗ m ung ti ti, Di gol c33( 23.)&6 von einem ſeltſamen und uͤbernatuͤrlichem Ge⸗ heimnuͤß ift. An fich ift eg ein unverweßlich⸗ und unverzehrliches kus, das da die Gewalt hat/ alle concreta in der Natur in ihre erfte liquide imate- rie auffzuſchlieſſen. Dennes nimmt thre Corpo- falitát weg/ deſtruiret ſie/ und bringet ſie zur Fluͤchtigkeit. 2. Sein erſterer Narne/ den ihm Paracelſus ugeleget/ heiſſet auf teutſch All⸗Geiſt/ oder allge⸗ Alca. meiner Geiſt/ ſonſten aber Alkeheſt oder beſl. Alcaheſt: Aus welcher Benennung denn zur Gnüge ſchon am Tage lieget/ was ſeine natur⸗ liche Wuͤrckung ſey. Es iſt aber dieſer Geiſt von einer ſo einſtimmigen(homogeneiſchen) ſubſtanz und Eigenſchafft/ daß er in ſeiner gantzen Natur nimmermehr kan geaͤndert werden ohne allein von ſeines gleichen/ das iſt/ von demjenigen Ding/ ſo ihm durch die compoſition und Beyfuͤgung verwandt iſt. Denn wo er mit dergleichen ver⸗ bunden wird/ ſo veraͤndert er ſich und verliehret feine Krafft/ nur allein daher/ weil er mit ſolchem iſt vermiſchet und verknuͤpffet worden. Dieſes melde ich in kuͤrtze/ weil ſchon anderwaͤrts in ei⸗ nem Tractat DAVON gehandelt wordenz dahero ich hier das jenige nicht wiederholen wil/ was ich an⸗ derwärts mit klaren Umſtaͤnden gemeldet: Weil eigentlich mein Vorſatz iſt/ von der Dyrotechnie oder Feuer-Kunſt ein kurtzes ſyſtema zu machen/ welches ohne vorherigen klaͤrlichen Bericht“ von dem vortrefflichen liquore Alcabeſt(als deſſen Krafft und Tugend die allerherrlichſten operatio- nes wuͤrcken) ohnmoͤglich ſonſt geſchehen kan/ B 4 ander⸗ 8( 24:)%6 anderſter auch dieſes Buch den Titul eines un⸗ vollkommenen Wercks erhalten wüͤrde. Liquoris 3. Es iſt aber dieſer Liquor das⸗ Alcahef ſenige Feuer/ von welchem kan geſaget definitio, werden: Vulgus igne cremat, nos aqus. (der gemeine Mann brennet mit dem Feuer/ wir aber mit dem Waſſer) Aus dieſer Urſache nennet eg der edle Helmont ſein ſummum& perpetuum corroſivum, ja ſein holliſches Feuer/ von deſſen Macht und Wuͤrckung wir erſtlich reden wollen/ ehe wir beſchreiben/ was ſein Weſen(Watetie) und wie er zubereitet wird/ als wodurch ich glaube/ daß ein ieder Sohn der Kunſt/ groſſen Reichthum úber: kommen ſoll. Vor allen Dingen aber wird noch nathig fallen/ alles ungleiche cenfiren oder Urtheil vorhero von mir abzuleinen/ denn ſonſt dieſes Wercklein gantz in die Verachtung kommen/ mit⸗ hin ich auch felbften fúr einen böſen und verkehr⸗ ten Schreiber/ der da nur von Dingen redet/ die er nicht geſehen noch gelernet/ gehalten werden mogte, 4. Ich appellire zu GOTT dem Allerhoͤch⸗ ften /der die inuerſte Gedancken des Hertzeus pruf⸗ fet und bezeuge durch ihn/ daß alles was ich ſchreibe/ wahr ſeh/ und aus meinem Leſen/ Fleiß und eigener Practie fleſſe; denn ſo gleich von Kins des: Beinen liebte ich Die wahre Philolophie mehr/ als alle andere Sachen 4 und diefe hielte ich úber alle Herꝛlich keiten der Welt/ dannenhero auch alles daran wandt/ und mit Chriſtlichem Eyffer mich gantzlichen darauff legte/ da es auch dem lieben GOl gefallen/ mich Uinwuͤrdigen mit ſeiner Gna⸗ de gnzuſehen/ und meinen Verſtand zu erleuchten, Dap baß ich leget/ andern lungen lich hal dageger idh mid rem Ali deffen i zubrach gefunde Wuͤrd Nun en meine? {eh mar aber ha gaͤntzlic Und Ark pon we AUS Der und zu heimnu nen S Muncii durch E fangen A füng m 8 une r Dag- jeſaget aqua. wWir jennet tuum deſſen ollen/ ) und / daß uͤber⸗ noch xtheil dieſes mit⸗ kehr⸗ die er yden zͤch⸗ ruf S ich Fleiß Nin⸗ ehr/ uber lleg nich :n ng ten/ Daf 83(2S) 0% baß ich ſeine Geheimnuſſe/ ſo er in die Natur ge⸗ leget/ faſſen und begreiffen moͤgen/ welches vielen andern/ die es gleicher Weiſe geſuchet/ nicht ge⸗ lungen/ wodurch denn die meiſten es fur unglaub⸗ lich halten/ obſchon einige rechtſchaffene Manner Dagegen eg wieder vertheidigen. Hierauff legte ich mich nun mit einem ſolchen Eyffer auf den liquo- tem Alcaheſt, daß ich acht Fahr mit Unterſuchung deſſen innerſter Krafft und Tugend in ſteter Arbeit zubrachte/ wobey jederzeit eine ſolche Ergoͤtzlichkeit gefunden/ daß in Unterſuchung deſſen groſſer Wuͤrde und Hoheit/ immerhin was neues fand. Nun muß ich zwar bekennen/ daß zuweilen auch meine Arbeit ſonder einigen Nutzen geweſen/ und ich manchmahl in Kleinmuth gerathen/ gleichwol aber habe ich meinen Geiſt und Eyffer niemahlen gaͤntzlich fallen laſſen/ ſondern immer im Gebet und Arbeit angehalten/ biß der Vatter des Lichts/ von welchem alle gute und vollkommene Gaben aus der Hoͤhe kommen/ mir mein Werck geſegnet/ und zu einem vollkommenen Ende in dieſem Ges heimnuß kommen laſſen. Wil alſo dieſes de⸗ nen Soͤhnen der Kunſt hiermit auffrichtig com- municiren/ damit ſie ohne fernern Lehrmeiſter durch GOttes Segen auch zu ihrem Zweck ges fangen moͤgen. ME Das 10. Capitel. Von diefes Liquori Krafft und Tugend i insgemein. J. N Jeweil jederzeit das gute und nuͤtzliche ; a(bonum& utile) eine ſolche Verknuͤpf⸗ fung mit einander haben/ daß keines von beyden N ADS das a(26.) 26 das oberſte genennet werden mag/ ſondern dat letztere eben ſo wol fuͤr das vorderſte/ als das vor⸗ dere fuͤr das letztere zu halten/ ſo erachte nicht gar unbillig gethan zu ſeyn/ wenn mit folgenden Zeilen dem Leſer eine deutliche Erzehlung aller Nutzbar— feiten dieſes Liquoris hiermit darſtelle/ anerwo⸗ gen Muth und Hertz hierdurch geſtaͤrcket wird daß der Menſch von ſeinem Fleiß nicht abweiche biß er ſeinen vorgeſetzten Zweck erreichet. 2. Es findet ſich aber ſolches Preiß⸗ wuͤrdigen Secteti encomium und Lob in des hocherleuchtt, ten Helmonts Schrifften/ mwenn eg heiſſet „In der Natur iſt nur ein eintziges Feu⸗ „er/ welches unfer verzehrender Vulcanus ifi „Dieſer wird urſprünglich in der Natur „Befunden/ durch Aunft aber ans Lidt » gebracht. Denn wie bey gewaltſamen Schlag des Stahls an dem Feuerſtein/ das ver⸗ borgene Feuer leicht aus ihm gebracht wird/ daf man es ſehen und durch den Bunder fangen, fer ner auch(wie gemeinen Kuͤchen-Mägden bewufß durch einen ſchlechten Wedel oder Blaßbalg an, feuern und vermehren kan/ wodurch aus einen eintzigen Funcken/ eine Flamme/ und aus ſolcht ein ſo groſſes Feuer erwecket werden mag/ das di vermoͤgend iſt/ alles was in der Welt iſt/ ju ve zehren/ und in die Aſche zu legen und zu verbren⸗ nen. Alſo auch dieſer cinige Liquor, der mit dm Seyer verglichen wird/ ift pon einer weit grófjen Macht und Wuͤrckung/ als das gemeine Feuel denn alle ſolche Dinge/ die das gemeine Feuer nich verzehren kan/ werden durch deſſen Macht zerſtoh ret/ und aus der Wurtzel auffgeloͤſet. 3. Dit und u den/ mahl nache xectil pon f hemli ſtellet rius( beya éticit pur í deſto gari| ihn f lieget turni loͤche Met er in laffe Jul Fo deki Şie Í num Pul hire es d dem E ern Dag sy? C 17.) 06 apor” z. Dieſes Feuer/ welches von ropen- tuei“ icht ga und unvollkommenen Metallen deſtilliret wor⸗“| n Beilen den/ loͤſet ſie allezeit zum erſten oder zwiyten$ Kutzbat- mahl in ein guͤnſtiges Weſen auf/ von welchem“ nerwo⸗(nachgehends auch/ gleichwie eine Tinctur in hoch⸗“ t wird rectilicittem Spititu vini, leichtlich extrahiret und“ weicht) pon feinem reliduo geſchieden wird/(wenn es! nemlich drey Tage in eine laulichte Wärme ge⸗“ uͤrdigen Iſtellet wird) der lebendig⸗und lauffende Mercu-“ leuchte⸗ rius abgefonderé merdin MAH:» und folches Fan heiſſet bey allen/ ja denen hollkommenſten Metallen pra- 8 Feu⸗ kticiret und gemachet werden⸗ wenn man ihnen nur eine längere Zeit giebet/ und die cohobation anus ifi, 5 Natu deſto oͤffter wiederholet. Licht Wund nun dieſes Feuer von dem& vul- 2 Itame gari ein einigesmahl abgezogen/ ſo machet es! IE a8 De ihn fix daf ercoaguliret/ am Boden des Glaßes“ d/ daß liegen bleibet/ und alſo im Probier⸗Offen des Sa en, fer turni beſtehen kan/ er wird gantz poros(durch⸗“ bewufſ loͤchert) wie ein Bimſenſtein/ oder ſiehet einem““ salg am Metall das durchfreſſen iſt/ ahnlich/ jedoch koͤmmt⸗ g eine er in der Schwere dem Turpetho minerali gleich/“ ſolchtl laſſet ſich auch/ ohne einige Schwuͤrigkeit/ zu“ dasde' Pulver ſtoſſen. Abſtrahiret man rs ferner mit“ zu ven Waſſer und Eyerweiß/ ſo machet es zwar Dag“ perbren deſtillirte Waſſer ſtinckend/ es bekommet aber“ mit den die hoͤchſte Corallen-Farb/ daher es das arca- gröſfen num Corallinum benahmet Morden. e Reue 5. Solte ferner dieſes Feuer uͤber einen zu“ p uer nich Pulver geſtoffenen koſtbahren Edelgeſtein abftra-“ erft) hiret und herüͤber gezogen werden /ſo verkehret“ es daſſelbe in ein reines Meer⸗Saltz/ welches 3. Dit dem Gewichte nach dem Edelgeſtein gleichet; Pers“ ! len S( 23.) 26 » len refolviret egin thr efes Weſen/ als eine „Milch/ nicht weniger die Krebs-Augen/ welche „zwar nur Steine ſind/ aber darum Krebs-Augen „genennet werden/ weil ſie in denen Koͤpffen der „Krebſe ſtecken. Ja alſo o periret es in allen Vege⸗ tabiliſchen Steinen/ als Pfirſing/ Datteln/ und andern Kernen. Mit einem Wort/ es thut alles/ was nur vegerabiliſch/ animaliſch und mineraliſch peton wird/ ſolviren und in ſein erſteres Weſen ringen: Die conerets aber/ ſo in ihrem hetero» geneiſchen Weſen enthalten/ oder daraus entſprun⸗ gen/ entbinden und ſein innerſtes davon entdecken. 6. Es wil aber dieſer hochverſtändige alte Philoſophus einem jeden Kunſt⸗liebenden/ und der ſich hierzu einmahl gewiedmet/ gerathen haben/ daß er vor allen Dingen dieſes Feuer zu erlangen/ ſich beſtreben/ und ſeinen gantzen Vorſatz alleinig auf die univerſal-Medicin wenden und richten wolle/ da ſich denn von ſelbſten ergeben wuͤrde/ wie beydes gar muͤheſam zu finden/ und allein von GoOtt erlanget werden muͤſſe/ der die Seinigen hierzu außgeſondert und erwehlet. Damit nun die theure Geſellſchafft und wertheſte Mitgenoſſen dieſer unſerer edlen Kunſt/ in ihrem ſuchen nicht gar geſchrecket und verzagt gemacht werden moͤg⸗ ten/ weil ſie ohne dem/ durch viele undeutliche ſchwer- und dunckele Redens-Arten des hocher⸗ fahrnen Paracelſi und ſeines Außlegers Relmontü, auch anderer die von ſolcher Materie geſchrieben/ in Furchten geſetzet werden/ ſo wil meines Orts hier ein wenig deutlicher gehen/ und ſo wol von dem eflect als der Eigenſchafft dieſer Geheimnuͤſſe Mel⸗ dung thun. Wobey zugleich auch mit eroͤffnet werden werden - Ales n Kunſt Wegn deſto a Von 5 vo orh Unter jectis glaube Verw ſtand hat/ D bilden ESontir haben falſche fie auc Alcah Üno t dhen/ nunff rialite (dem eigent Dere o mus l 8 eine velche tugen en der Vege⸗ und alles/ Gefen trO» yrun ken. alte d der ben/ gen/ einig chten urde/ von igen nun ofen nicht noͤg⸗ liche cher⸗ nti, ben/ Irts dem Nel⸗ juiet den 2(29.) e8 werden ſoll/ nadh welchen Zeichen und Figuren dueg måge erkennet werden /,auf daß es denen Kunſt⸗ liebenden Söhnen en unpartheyifcher Wegweiſer ſehn/ und ihnen dieſes mein Werck deſto angenehmer fallen moͤge. Das 11. Capitel. Von denen anderweitigen fuͤrtrefflichen Tugenden dieſes Liguori. í i. S) Bn muf vor allen Dingen wiſſen/ daß wir von dem erſteren Vorſatz unſers WVorhabens nicht abweichen werden/ den wahren Unterſcheid dieſes Liquoris von denen andern tub- jectis darzuſtellen/ als zwiſchen welchem/ wie man glauben mag/ eine nicht geringe harmonie und Verwandſchafft ſich findet. Denn der uͤble Ver⸗ ſtand in allen Dingen/ leider/ es dahin gebrach hat/ daß einige unverſtaͤndige Laboranten ſich ein⸗ bilden/ den Liquorem bereits gefunden zu haben/ eontinuiren dannenhero in ihrem falſchen Vor⸗ haben/ und eilen gleichſam mit Gewalt zu ihrem falſchen Ziel. Igeeben dieſclindes(welchelarm ſie auch immer ſiñd /ohne Unterſcheld den liquorem Alccheſt mit Dem& Philoſophorum confundixen/ uno pon ihrem vorgeſetzten labore nicht abwei⸗ chen wie ſehr T8 auh gegen Die geſunde Ver⸗ nunfft ſtreitet. 1. Beyde dieſe Stuͤcke aber ditteriren mate⸗ rialiter(der Materie nach) und ſubſtantialiter, (dem Weſen nach) das eine ift der warhafftige eigentlich ſo genannte§ Philgleꝑberum, das an⸗ dere aber SaKecirculstum majus(allum& lalinitſi- mus liquor lalis. Zweytens iſt das eine nicht allein metal⸗ S3( 30.) 06 metalliſch/ ſondern fuͤr ſich ſelbſten auch ein wahres Metall der Philoſophen/ denn die Philofophi mel den einhellig/ quodin metallis perficiantur metalla, daß in und durch die Metallen/ die Metalle generi- ret und vollkommen gemachet wuͤrden/ ja daß alle und jede principia der Philoſophiſchen Elixiren homogeneiſch(in ihrer Natur einerley Geſchlechts) und von einerley Art waͤren/ und eines mit dem andern gleiches urſpruͤngliches Weſen hät en/ weßhalben denn ein jedes in und mit dem andern formaliter@Dem geiſtlichen Weſen nach) ver— knuͤpffet und in ſein eigen Weſen gebracht werden muß/ dainit das agens zum patiente, und das pa⸗ tiens zum agente verkehret/ beyde aber eines wer⸗ den/ anderſter man zu keinem gluͤcklichen Zweck des was das groſſen Elixirs gelangen wird. Iſt und A wird alſo das Philoſophiſche Feuer ein trockenes Waſſer genennet/ welches die Haͤnde nicht netzet/ auch nichts befeuchtet/ als was ihm in ſeiner Gleichheit verwandt und einſtimmig Was får ifte Hier iſt auch ju mercken/ daß zwi⸗ na sailhen dem Gold und Mercurio det Wei⸗ ſchen dem ſen/ kein anderer Unterſcheid zu finden O und F ſey/ als daß eines pertect und reiff/ das Phil. ſey. andere aber unvollkommen. Wie hie⸗ von Artephius, uns allen Zweiffel zu benehmen/ alſo gefchrieben: Es ift Der Mercurius des Saturni- ſchen Antimonii in welchem kein Metall reſolvi- ret/ wol aber das Gold darinnen auffgelöſet wor⸗ den iſt; zu mehrer Bekräfftigung er noch ferner beyfuͤget: Diß eintzige agens in der gantzen Welt iſt zu unſerer Kunſt noͤthig/ und Graf Rernhardus Treviſatlus(um alles diſputiren abzuſchneiden) poli- Oſitis hiſch (Den g lóften C bindet/ Feuchti, innen f Werde nicht D Corpi! worffer nes Coͤ des au beyde v zertren nimme fer he Trevil tri Chy mam p von de fera, t het ii ges Fi fie fey: creto Welt feucht lution Waͤr Gani Galite wahres hi mel⸗ lechts) it bem hãt en/ andern ) ver⸗ verdin AS pa; 6 wer⸗ ecf Deg ſt und Uer ein hes die (Siwas immig ß zwi⸗ turni- folvi- wor⸗ ferner Welt lardus iden) pofi 632(31.) 285 Oſitiv ſetzet/ daß kein eintzig agens in ihrer Philo⸗ öphiſchen Arbeit Nutzen habe/ wo es tormaliter (Hem geiſtlichen Weſen nach) bey denen auffge⸗ loſten Corpern verbleibet/ und mit ihnen fid) pers bindet/ ſo daß ſie eines iworden/ dergleichen uns di Feuchtigkeit des Erdreichs guch vorſtellet/ als dar⸗ inpen ſich das Wäitzen⸗ Koͤrngen auffſchlieſſet. Werden alſo alle auffſchlieſſende Liquores, die nicht bleibend find/ und fich mit Denen folvirten ECörpern vereinigen/ und wieder congeliren/ ver⸗ Worffen. Denn die Philoſophiſche diſſolution ei⸗ nes Coͤrpers/ muß zu ſolcher Zeit eine congelation des auffloͤſenden Spiritus feyn/ alg wodurch fie beyde vereiniget/ und in ein ſolches veſtes und un⸗ zertrennliches Band gebracht werden/ welchts nimmermehr zu ſcheiden iſt. Lieſe des Artephu ſehr herꝛliches Buch von denen Geheimnuͤſſen/ und Treviſanum im erſteren Theil des bekannten Thea- tti Chymici, vornemlich ſeine Brieffe an den Tho- mam von Bononien, welche in dem andern Volum. von der Goldmachenden Kunſt/ oder Arte auri- fera, befindlich. . Iſt demnach der Liquor Alca- Liguor heſt im Gegenſatz ein reales warhafftiz Aeakef. ges Waſſer/ ſo die Hand oder andere Dinge/ wie ſie ſeyn moͤgten/ netzet/ und fid) mit Feinem con- eteto(veſten verſchloſſen Coͤrper) in der gantzen Welt verbinden laſſet/ ſelbige zwar nicht allein bes feuchtet/ ſondern gar auffloͤßet und nach der diſſo- lution mit ihnen ubrig bleibet/ auch durch linde Waͤrme im andern Grad des Feuers aus dem Sand/ uberſteiget/ und ſich detilliren laͤffet/ raci⸗ caliter aber nicht vermiſchet/ indem es von allen/ mit (322.) 265 mit welchen es vormahls in der dillolution gebun, den war/ zu ſcheiden iſt/ eben wie ein phlegma, dat von ſeinem oleo vitrioli geſchieden werden mag, Auf ſolche Weiſe relolviret es auch das Gold/ und bleibet. doch mit ihm nicht veſt verbunden wenn g auffgeloͤſet iſt/ welches doch ſicherlich bey alleh Vortheilen abſolur erfordert wird/ wie wir mit kurtzem zeigen/ und den Unterſcheid in ein- un) anderem/ Die der Materie, Gorm und der opera tion pach vorkommen moͤgten/ lehren wollen. Mereuri- 4. E8 ift aber der Philofophify #s Philof.& ius ein antimonialiſch/ Saturniniſch Queckſilber/ mittlerer fubſtanz,(Weſens) klar all ein feines Silber/ wie Artephius meldet/ und der Liquot Alcaheſt iſt ein Sältz im hoͤchſten Grud und fluͤchtiger Natur/ von außerleſener feuriger Wurckung/ dergleichen in der gantzen Welt kei⸗ nes zu finden/ nicht metalliſch/ nicht mineraliſch/ ſo lang ſich circulirend/ biß es zu einen warhaffti⸗ gen Spiritu(welcher Der Alcaheſt iſtz gemachet wird, Der Philoſophiſche Mercurius neget weder die Häͤnde noch etwas anderſter/ wenn es nicht ſei⸗ ner(metalliſchen) Natur iſt/ verbindet ſich auch mit keinem andern Ding/ opne was ibm an ftándig. $. Der Liquor Alcahet aber mahet die Haͤnde und andere Dinge welche deren auch ſeyn moͤgen/ naß/ dillolviret ein jedes nach ſeiner Art/ reduciret eg in ſein erſteres Weſen/ und ver⸗ miſchet ſich mit ihm/ wie ein Spiritus mit feinen phlegmate, doch laͤſſet er ſich mit ſolchem nicht verbinden aus der Wurtzel/ denn er Fan pon allen dieſen dieſen d ihn aufi 6 unD Der Entbun der diſlc ſcheiden zweyen heft dif lifche Sı bunden hero lei loͤſung Vorth nicht al verbun und eir then 3 ung di der und nien it ſcheidet nihi n lich we bet e8 í metalli ret ift. Macher Mercu von d heimnt kterſchie ſten de 3 gebu ma, das en man, old/ und wWenn keßs jey alic wir mit ein- un) , Opera llen. ophiſcht rniniſch flar ali und der Grud Feuriger elt kei⸗ raliſch/ rhaffti⸗ Ek wird, der die icht fei ch auch m an⸗ het die n auch ſeinet d pers ſeinem n nicht n allen dieſen (33.0%6 dieſen Dingen lepatiret werden/ die bey und durd) ihn auffgeloͤſet morden. 6. Im Philoſophiſchen Mercurial- Gold/ und dem Impeln/ iſt ſo wol der Entbinder als das Entbundene/ gantz verſchwunden; beyde ſind nach der dillolution alſo veſt verknüpffet/ daß ſie niemand ſcheiden kan/ dahero ſie auch in ſich ſelbſten aus zweyen eins geworden. In dem Liquore Alca- heft diffolviren fich das Gold und andere metals liſche Subſtantien/ doch ſo/ daß er mit ihnen unver⸗ bunden bleibet/ und weiter ſich nicht andert: Da⸗ hero leicht zu ſchlieſſen/ daß die lolution und Auff⸗ loſung durch den Philoſophiſchen Mercutium mit Vortheil geſchehen muſſe/ als wodurch die Tinckur nicht abgeſondert und geſchieden/ ſondern veſter verbunden wird/ daß beyde zuſammen wachſen und eines werden muͤſſen/ und ſich nach ihrer ei⸗ then Art multipliciren; dahingegen die Auffloͤ⸗ Ung durch den Liquorem Alcaheſt ein zerſtöhren⸗ der und zernichtender Weg iſt/ welcher den Saa⸗ men in feiner zeugenden Krafft erſticket/ denn er ſcheidet die Tinctur und den Mercurium, daß ſie nicht wieder vereiniget werden moͤgen/ abſonder⸗ fich weil er Die Tinctur fluͤchtig machet; doch gie⸗ bet es eine ſehr koſtbare Artzney/ denn es von alier metalliſchen Natur und Art entfernet und lepari- ket iſt. Kurtz/ um dieſem Dileurs ein Ende zu machen/ ſo ſage ich zum Beſchluß/ daß beyde der Mercurius Philoſophicus und Liquor Alcaheſt; von deßen alleredelſten und fuͤrtrefflichſten Ge heimnuſſen ſeyen/ doch alſo weit von einander un⸗ kerſchieden/ daß keiner von dem andern im gering⸗ ſten dependire/ und ſind ſelbige ihrer Materie/ © Form Se(34.) e65 Form und Wuͤrckungen nach/ gantz von einander abgeſondert/ welches man ſo leicht nicht begreiffen kan. Einige haben dieſen Liquorem für ein Sliſches Waſſer gehalten/(unter welchen der Autor Deg Chymiſchen Dictionarii iſt/ wann er ſchreibet: Alcaheſt eſt% ius optime præparatus contra Hepatis obſtructiones. Das iſt: Der Al. caheſt iſt ein koͤſtlich bereiteter und wieder alle Ver⸗ ſtopffung der Leber dienlicher Nius) Andere ſuchen dieſen Liquorem aus dem Vitriol/ oder ſeinem Spi⸗ ritu zu machen/ und circuliren ihn mit dem Spiritu vini. Noch andere behaupten/ daß es ein bloſſer Spiritus falis fey. Diejenigen dermahlen zu úber gehen/ welche ibn fúr himmlifhes oder Ætheri- ſches Waſſer halten/ ſo da aus der Lufft gezogen/ und mit einem ſauren Saltz geſchwängert iſt. Viele halten ihn fuͤr den wahren und weſent⸗ lichen Spiritum nitri, als zwiſchen welchem und dem Salpeter ſie einen groſſen Unterſcheid machen; ich aber glaube/ daß ſie nicht wiſſen wo ſie ihn fin⸗ den ſollen/ dahero ſie auch andern keinen Unter⸗ richt davon geben koͤnnen. Dieſes weiß ich wohl/ daß die dubtilitäten der ſpeculativiſchen Theorie in der Praxi oͤffters zu Waſſer worden/ welches ich aus ſelbſt eigener Erfahrung fagen Fan. 7. Der hocherleuchte Helmont ſetzet uns gar deutlich/ daß in der gantzen Welt nur ein eintziges Feuer ſey; und wil dahero ſchlieſſen/ daß auch nur ein eintziger Liquor ſiyn muͤſſe/ ja es iſt auch keiner mehr zu finden/ der ſolche Qualitaͤten wit dieſer haͤtte/ welches allen wahren Adeptis der Kunſt wiſſend/ die es auch gnugſam in ihren Schrifften bezeugen/ wenn ſie zum Theil* nach⸗ nachſinn nes Ort. mag/ o Pariren! 8. hochtheu de Lithi: fames 2 andern& e Die liZoiw fi ein ſchwe Läpala geſchehen nieren d hierzu h. demonſt ich denn ner Erka dieſes L. ſchreibur pan ern daß mei ſtimmet, noch ver ., 50. Tag richten k quf gera Irꝛthun fehe/ vii Wegen tinin Sel nander peifen úr ein en der ann er Ja ratus Jer Al- e Ver⸗ ſuchen m Spi- Spiritu bloſſer uͤber⸗ itheris zogen/ ré ift vefent: m und achen; hn fin: Unter⸗ wohl/ orie{t ES ich us gar ntziges 6 auch ſt auch n twit tis der ihren il alſo nach⸗ sa(35.) 26 nachſinnlich und verdeckt geſch rieben/ daß ich mei⸗ nes Orts ſelbſten keine Erklarung daruͤber fuͤhren mag/ ob ich ſchon ſon iſten den Liquorem zu præ- Pariren weiß. y iA f 8. Und eben dieſes bekraͤfftiget auch dieſer hochtheure Mann der He Uoni, in ſeinem Buch dé Lithia fi cap.< 9. wenn er meldet/ d daß es ein můh⸗ ſames Werck zu præpariren ſey: Auch in einem andern Capitel von dem Ducle ch reſoluto, wenn e die præparation des luti zu dem Aibo. lizoin fehret/ und dabey gedencEet/ daf daffelbe ein ſchweres Werck ſey/ nicht zwar in Anſehung der Præ paration des luti, denn dieſes in einer Stunde geſchehen Fan/ fondern in Berrachtung der Wa nieren den liquorem Alcaheſt zu verfertigen; und hierzu haben die Ade pti eine Probe/ we lche auf alle demonſtrationes und Beweiſe ſich gruͤndet/ wie ich denn bekennen muß/ daß es das einige zu mei⸗ ner Erkaͤntnuß geweſen/ ſo mich zur præ paration dieſes iii⸗ nach allex Philoſophorum Be⸗ ſchreibung und Lob⸗S Spi uchen/ geleitet und zu ei⸗ nein erwunſchten Zweck gebꝛacht hat; doch finde/ daß meine Meynung mit der ihrigen nicht ein⸗ ſtimmet/ ob ich wol feine derſelben weder bejahen noth verneinen kan. 9. Ich bereite das Meinige/ ſo ich weiß/ in 50, Tagen/ moͤgte es auch wol in 40. Tagen ver⸗ richten köͤnnen. Das erſtere ſo ich gearbeitet/ war auf gerathe wohl gemachet/ dabero auch manchen Irꝛthum begangen habe/ und habe/ wie ich jetzo ſehe/ viel und mannigfal ig auf meit und firuen Wegen gewandelt. Ob ich zwar ſchon offters einen Fehl begieng/ ſo behielte ich doch immerhin C 2 ſo S3(36.)$ fo viel von meiner Materie zuruͤck/ daß wenn e mir ſchon 2. 3. und mehrmahlen gefehlet/ ich noch allezeit einen Vorrath fand/ einen neuen laboren damit anzufangen. Und weil diefe Arbeit nur eint bloſſe Unterſuchung und Erforſchung war/ ſo lieſt eg mir eben fo ſehr nicht angelegen ſeyn/ ſonden nahm auch dieſe Dinge/ die mir bereits wiſſem waren/ zu meinem Vortheil an/ alſo habe ich mein vor⸗und außgeſetztes Verlangen/ endlich zu einen erwuͤnſchten Zweck gebracht/ welches mir die Keh ler mehrentheils vor Augen geſtellet. 10. Ich lernte auch hierdurch viele anden Chymiſche præparationes, die weit muͤhſame als dieſe waren/ und von welchen verdrießlicher langen arbeiten/ der mehr beruͤhmte Helmont viel Meldung gethan. Ich glaube wol/ daß von ſol chen prxparationibus eihem ein Eckel entſtehn ſolte/ weil immer eine Arbeit mehrere Zeit und Ko ſten erfordert/ als die andere/ abſonderlich nachden der Artiſt ſeine Methode angeſtellet/ und ſeine lu. ſtrumenten darnach bereitet. Denn hierinnen if ein groſſer Unterſcheid/ ob auch ſchon der labor auf eines hinaus laufft/ oder demſelben nahe komm. Selbſt aber zu unſerer Materie zu ſchreiten/ P ſage ich/ daß dieſes ſey ein ponderoler und gewich⸗ Liquoris„GeT Liquor; alg ein Galh ohne einig Aleaſee Waäßrigkeit/ vollſtaͤndig/ volatiliſch defcriptio, Durch und Durch ein Spiritus, ohne einig zuruͤckgelaſſene Corporalitaͤt/ nod) vo Pin der ſich gebenden Geruch/(weil alle des eruch bey aih~;; i einem Ding Vleichen riechende Dinge volatil und au bemercke: verſchiedenen widerwaͤrtigen und nih uͤbereinſtimmenden Qualitaͤten ſind) doch nicht Ati auf die allergefi ſondern ritus ſeit Cohcrett hat/ ſich Balneo} zumahl Farben! mit aller indem S 11 ſen/ d werden denen co denn er tvenn er davon 9 „Derzeit b fen mwiet gleichwe auch per einige U digen al Von g ſeltſame faſſen f S9(37.) 26 guf die Art wie ein Spiritus vini, Der durch eine allergelindeſte Hike auffſteiget/ und davon gehet/ ſondern/ der da als ein gewichtiger ponderoler Spi. ritus ſein phlegma von ſich ſtoͤſſet/ und wenn er ein concretum auffgeloſet/ und volatiliſch gemacht hat/ ſich bey gelindem Grad des Feuers aus dem Balneo Mariæ, gar leichtlich wieder ſcheiden laͤfſet/ zumahl da er das auffgeloͤſte in verſchiedenen Farben uͤberſteigen machet/ und er der Auffloͤſer mit aller feiner Krafft und Tugend ohnvermiſchet indem Kolben gurú bleibet. 11. Dieſer Liquor iſt das unſterbliche We⸗ ſen/ deſſen Tugend und Krafft nicht erſchoͤpffet werden kan/ wenn auch ſchon die operation in snr piel denen concretis öffters wiederholet werden ſolte/ pon fi DN er bleibet immerfort unveraͤndert zuruͤck/ ntſtehe wenn er etwas auffgeſchloſſen hat/ und ex balneo md Ko dabon geſchieden worden. Seine Krafft iſt je⸗ zachden derzeit beſtaͤndig/ die corpora in ſich einzuſchlieſ⸗ feine in feny wiewol er doch auch einer fichern Zufaͤlligkeit/ Ahen i gleichwol aber keiner Veraͤnderung/ mit was er Gota auch verbunden werde/ unterworffen; dieſes iſt die komm. einige Urſache/ warum er bey denen Kunſtverſtaͤn⸗ Moi digen alfo hoch und theuer gehalten wird., 45 Das 12. Capitel. i Von denen Miedicamenten/ ſo durch ne einig dieſen Liquorem bereitet werden oh oom n; koͤnnen. Be der O ferne wir das jenige werden entdecket und aut nanen. was dieſes Liquoris Wunder⸗ d nihi ſeltſame Natur iſt/ ſo wird gar leichtlich auch zu Dni faffen ſeyn/ was das fuͤr ein Schluͤſſel zu der W C 3 Medi- j venn e ich nod aboren nur ein fo hefi fonder wiſſend ch mein u einem die Feh⸗ anden uhſame jeßlichen (38.) 6 Medicin und Philoſophie ſey/ fuͤr die jenige ſo da⸗ von Meiſter ſind/ ich achte für unnoͤthig dieſes zu erlaͤutern/ und beruͤhre nur allein die Wunder, ſeltſame Medicinaliſche Krafft und Wuͤrckung/ die in denen metalliſch ⸗ und mineraliſchen Coͤrpern/ als in denen Edelgeſteinen und Perlen/ animaliſch⸗ und vegetabiliſchen Steinen enthalten und per borgen lieget. Alle vegerabilia werden durch die⸗ fen Liquorem in ihre erftere liquide materie refol. viret/ und in demſelben von ihrem heterogenei— ſchen Weſen durch verſchiedene Farben auf maw cherley Art ſepariret und abgeſondert/ bey welche ſolution allezeit ein jedes abgeſchiedene ſeinen.⸗ ſondern Sitz uber und vor dem andern behalt; ein geringer Liquor aber/ der von andern an der Farbe wohl zu unterſcheiden iſt/ ſetzet ſich gantz allein als in welchem die gantze craſis des Baume) Krauts oder Saamens/ zuruͤck verbleibet. 2. In dieſem retrogradu des concreti(Zet, legung in das erſtere Principium) ſo vermittelſ der diſlolurion geſchiehet/ iſt kein Abgang noch Verluſt der Kraͤfften oder Wuͤrckungen zu ſpuh— ren/ ſondern es vermehret fich vielmehr derfelben Wurckung in weit hoͤhern Grad als es vorher geweſen: Uber diß/ ſo mag des concreti Rohig⸗ keit oùer Gifft ſo groß auch ſeyn als ſie immer wolle/ ſo wird ſie durch die dillolution zerſtoͤhret und gäntzlich umgewandt.£ Sefer! ich trage nun keinen Zweiffel mehr an dieſem deinem Gemuͤths⸗ Eyffer/ und wuͤnſche dir von Hertzen/ dag deir Vornehmen nach allem Wunſch gelingen moͤge/ auf daß es nicht bloſſer Dings nur heiſſe: Velle ſuum cuique eſt, nec voto vivitur uno;(es hat ein ein jed iſt aue den /) ſtehe. beffeiſſ Modu du alle in ihr Satz/ theil u gin un theilg chen; der zı Dem E mit f Saltz CONCE endige Beuc dem! wird permi allerh craſis phleg nen i bey o zu ge getrie perdr e ſo da⸗ ie ſes 4y zunden ung/ di oͤrpern, naliſch⸗ nd per rch Dit: e refol. genei- 1f man toele nen be ilts ein r Farbt allein aume) (3e wittelſt g noch ſplh⸗ rfelben vorher Rohig⸗ wolle/ f und ze nun nuͤths⸗ g dein moͤge/ Velle es hat ein S3?( 39.) 26 ein jeder die freye Macht etwas zu wuͤnſchen/ und iſt auch niemand an das Wunſchen allein gebun⸗ den /) ſondern daß die Warheit ſelbſt zur Seiren ehe. to 2. Iſt nun dieſes auch dein Wuͤnſchen/ ſo befleiſſige dich verſtäͤndiglich den rechten Weg und Modum zu ſuchen/ befleiſſige dich darauff/ ſo wirſt du alle Kraͤuter in einen Liquorem reloleixen/ und Ín ihre principia, ohne den geringften Boden⸗ Satz/ zu ſcheiden capable ſeyn/ deren Theile zum theil unctuös, oder kleberig wie ein Gummi/ von ein und anderm Saamen Baum oder Wurtzel/ theils aber aquös und waͤſſerig außſehen/ bey wel⸗ chen zugleich das volatiliſche Saltz des concreti iti Der Zufammenfúgung Fan probiret werden/ fo an dem Geſchmack zu erkennen. 3. Dieſen ſaliniſchen Liquorem kan man mit ſeinem eigenen Oehl zu einem eſſentialiſchen Saltz circuliren/ ſo das erſte Weſen(ens) des concreti iſt. Wilt du nun das Werck in kurtzem endigen/ ſo mache deine dillolution mit ſtärckerem Feuer/ und deſtillire den auffgeloͤſten Coͤrper mit Dem Liquore in einem bequemen Feuer uͤber/ ſo wird das oͤhlichte Weſen ſich in einen Saltz⸗Geiſt verwandeln/ der da in der deſtillation ex balned in allerhand bunten Farben auf⸗ und uͤberſteiget. Die craſis aber wird ſich ſelbſten ſcheiden/ und ſein phlegma abwerffen und von ſich ſtoſſen/ auch ſei⸗ nen uͤbeln Geruch und Geſchmack ablegen/ wie bey andern dergleichen gemeinen deſtillationibus zu geſchehen pfleget/ die/ wenn ſie uber den Helm getrieben werden/ ihre Farben und Geſchmaͤck verändern/ der auffloͤſende Liquor hingegen/ ſetzet To Ea ſich S( 40.) 26 ſich zu Grund /und bleibet in dem Glaß/ ohne daß er den geringſten Verluſt an ſeiner Qualitat und Krafft leide. 4. Wird nun dieſer Liquor úber Nießwurtz (kelleborum) geſchuͤttet/ ſo machet er daſſelbe zu einem herꝛlichen ſpecilico, die Gicht/ die Melan- choliam hypochondriacam, Tobſucht/ und alle Fieber zu curiren. Und gieſſet man ihn auf Colo⸗ quinten/ ſo vertreibet er das Fieber/ nimmt man ihn aber zu Myrrha/ Aloe und Saffran/ ſo gibt er ein Preiß⸗wuͤrdiges remedium, das die Hectic/ Wahnwitz/ Tollheit/ Ohnmachten/ Convulſioßes und dergleichen curiret. F. Mit einem Wort/ es wird dieſer Liquor dir Reichthum/ Krafft und Wuͤrckungen genug aus denen Vegetabilien zuwenden und ſchencken/ wenn du ihn gebrauchen wirſt. Hier iſt noch zu melden/ daß durch dieſen Liquorem auch die Ellen⸗ der Cedern/ welche uns der beruͤhmte Helmont zu Verlaͤngerung des Lebens ſchon laͤngſtens ſehr recommendiret/ nicht weniger dag Elixir propric- tatis, wenn es in linder Waͤrme/ gleich der Son⸗ nen- Hige im Fruͤhling/ in demſelben folviret und digeriret wird/ zu haben fey. Wenn ſich aber das Oehl mit dem Waſſer gantz vereiniget/ gibt es ein rein ellentialiſch Saltz/ und auf ſolche Art laffen fich alfe vegetabiliſche Dinge tractiren/ ohne daß bey ihrer coneretorum vita ultima etwas von ihrer Krafft und Tugend entzogen werden moͤgte/ wenn es von dem Künſtler geſuchet wird. 6. Solcher geſtalt ſolte auch noch wol eine andere geſchwindere Art guter Artzneyen verferti— get werden koͤnnen/ welche/ ob ſie ſchon ihrem eflect effet n Diefe d niht h Und ol und A ein, zu Und he Derer c Hift ſchen e ailein f getabi! i ſchreibe genom Zeit n Denn 11 muf íc Unterfi tiſche des/ e vieles! mit ſo ich mei einiger kroͤnet uberm nes zu wenn dern g ſatz de durch worde je daß t und wurtz (bè zu felan- d alle Colo⸗ man »gibt ectic/ oñes quor enug ĩcken/ ch zu Menz nont ſehr prie- Son⸗ und aber gibt Art ohne von oͤgte/ eine fertis wem flect Gom) efec nach in denen Curen gleich ſind/ gleichwol dieſe frafftige Wuͤrckung und den Nachdruck nicht haben/ ein lang taurendes Leben zu erwecken. Und ob auch ferner ſchon nach vor gelehrter Art Und Weiſe aus dem Regno vegetabili eine Medi- cin, zur erhaltung eines langen Lebens/ zu haben und hervor zu bringen waͤre/ welche in Anſehung derer conctetorum ein groſſes Anſehen meritirte/ fo ift doch dieſes alles keinesweges denen metallis ſchen extractionen zu vergleichen ⸗ als welche gantz Ailein folche Medicin von fich geben/ die kein ve⸗ getabile jemahlen vermoͤgend iſt. 7. Ich rede hier nur allein von dem was zu ſchreiben mir hauptſaͤchlich in dieſem Tractat vor⸗ genommen habe/ und laß das uͤbrige zu anderer Zeit mit ſeiner Außfuͤhrung bey Seit geſtellet; Denn mein Gemuͤth auffrichtig zu entdecken/ ſo muß ich oͤffentlich bekennen/ daß ich in dergleichen Unterſuchungen ſo muͤheſamlich/ als das Ifraeli⸗ tiſche Volck/ das bey Suchung des gelobten Lan⸗ des/ eine ſo groſſe Wuͤſten durchwandert/ und ſo vieles Ungemach außgeſtanden/ gearbeitet habe/ mit ſo groſſer Muͤhe/ ſage ich noch einmahl/ habe ich meine Arbe it gefuͤhret: Und ob ich ſchon davor einiger maſſen mit dem erwuͤnſchten luccels be⸗ kroͤnet wurde/ ſo trieben mich doch fernerhin die ubermaͤſſige Begierden nicht/ alle ſolche operatio- nes zu wiederholen/ ſondern ich war zu frieden/ wenn allein durch des Hoͤchſten Gnade/ denen an⸗ dern Menſchen dienen kante: In welchem Bore fag denn id) auch alfo lang angehalten/ biß ich durch den Segen GOttts meines Zwecks erfreuet worden/ dabey mir erſtlich mit vorgeſtellet/ daß €f kin PEIEE ASAT E ETI, w PESI EEA ES ma E S32( 42.) 2% kein anderer Weg auſſer dieſem zu haben ſey: Dem Hoͤchſten ſey nun ewiger Preiß und Danck davor/ daß er dieſes mein Talent geſegnet/ und mich wuͤr⸗ dig gemachet hat/ meinem Naͤchſten dienen zu koͤnnen. Bey dieſem Liquore habe ich viele Dinge geſehen/ und noch mehrere/ vermittelft der Ana- logie, erkennen lernen/ kan auch veſt verſichern/ daß alles dieſes/ was ich nur geſchrieben oder me⸗ ditiret/ einem nachſinnlichen Gemuͤth zu ſeinem Behuff reichlich dienen werde: Ja um ſo viel mehr/ weil alles aus der Warheit gefloſſen/ und von meiner eigenen Hand erfunden worden/ als welche demonſtrationes am gewiſſeſten ſind/ und vor allen andern den Vorzug behalten. 3. Gehen wir dein uf pon denen Vegeta- bilien zu dem Regno minerali, als in welchem ſich dieſer unſer Liquor approbiret(Preiß⸗ wuͤrdig) machet/ und als eine Krone der Naturkuͤndiger und Foftbarer Diamant aller wahren Philofopho- rum pranget/ ſo finden wir/ daß durch ihn allt elende/ gefaͤhrlich⸗und muͤheſelige Gebrechen ge⸗ hoben/ und wie das Graß oder die Frucht abge⸗ hauen und zu Boden geleget werden. 9. Hier moͤchte noch zu unterſuchen vorfal⸗ len/ was er eigentlich mehr in denen Metallen/ Mi⸗ neralien/ Steinen/ Saltzen/ Perlen und Corallen/ auch andern dergleichen Dingen/ wuͤrcke/ und koͤnten wir es noch deutlicher außfuͤhren/ und gleichſam als in einer kleinen Land⸗Carte vorſtellen/ tvenn wir nicht beſorgen muͤſten/ daß uns dieſer kleine Tractat in ein groſſes Volumen erwachſen moͤgte. 10. Das ander firefe Vulca fenn ſolvir Bode Z heil geſchle Phiot geſetz⸗ Waf fendi abzieh Saltz Lique volati fhid Dag r ein w Den n f quor ſelbſte wiede prap: dieſes Quin allerg ben: Hülf dami Dem davor/ wuͤr⸗ en zu Dinge Ana- chern/ t me- einem fo piel und / alg und egeta m fih irdig) diger pho- n alle en ge⸗ abge⸗ orfal⸗ Mi⸗ allen/ und und ĩellen/ dieſer chien Das S3( 43.) 2S 10. Dag Gold/ alg der onig unter allen andern Metallen/ welches nach ſeiner Natur das fireſte und Feuer⸗ beſtaͤndigſte in allen Proben des Vulcani(Feuers) iſt/ und von ſolchem im gering⸗ ſten nicht diminniret oder verringert werden kan/ folviret fich in ihm in wenig Tagen Ohne Soluzio Boden-Satz/ wenn es nur in kleine O Theile calciniret/ oder zu dunnem Blech geſchlagen/ und in einem reinen wohlvermachten Phiolen⸗Glaß bey ſolchem Grad des Feuers ein⸗ geſetzet wird/ daß es wie in einem heiß⸗ ſiedenden Waſſer ſtehe/ und wenn es einmahl auffgeſchloſ⸗ ſen/ darff man nur den Liquorem von ihm wieder abziehen/ ſo bleibet es in Form eines fluſſigen GSaltzes zuruͤck. 11. Solte man es aber oͤffters mit dem Liquore cohobiren(abziehen) wird das Gold gantz volatil und fluͤchtig werden/ und ſich in zwey ver⸗ ſchiedene Farben/ als weiß und roth/ theilen/ Davon das rothe die Blut⸗rothe Tinctur, das weiſſe aber ein weiſſes mercurialiſches Corpus genennet wer⸗ den mag/ welche ſich nach der diſlolution per li- quorem(Serſtoͤhrung durch den liquorem), von ſeloſten ſepariren und ſcheiden/ leichtlich aber ſich wieder reduciren laſſen. Und dieſe iſt die hoͤheſte præ paration des Goldes/ ſo man durch die Huͤlffe dieſes Liquoris vor die Hand nehmen mag/ die Quint-Effenz damit heraus au Bringen./ und die allergefaͤhrlichſte Kranckheiten dadurch zu vertrei⸗ ben: Ja diß Magiſterium Solis, ſo durch Mazi Dúl? diefe Liquorismur pum erftenmal 276e damit bereitet worden/ iſt ſchon eine ſol⸗ che herzliche Medicin, daß ſie alle gefaͤhrliche e er/ AA, VN KES Era S33( 44.) 26 ber/ Peſtilentzialiſche Zufaͤlle/ Hertzklopffen/ und dergleichen/ curiren und hinwegnehmen mag. 12, Und auf gleiche Ure wird quch DaS Ar- Argentum gentum potabile gemachet. Greine El- potabile, fenz ift von ungemeiner Vortrefflichkeit und Wuͤrckung/ wiewol daſſelbe noch das ſuͤſſe Oleum Veneris in ſeiner Wuͤrckung uͤber⸗ trifft/ wo es nemlich durch beſagten unſern Liquo- trem auf nachfolgende Art bereitet wird. Olei yine- 13. Caleinire gufen Vittiol, biß er yis prapa- DUTH UND durch zerfallen und von einans vatio. der gegangen/ denn ſuͤſſe den Colcothar aus mit Waſſer/ und truckne ihn auffs beſte/ und ſetze ihm nachgehends gleiches Gewicht von unſerm Liquore zu/ ſo wird ſich dieſer Vitriol behend und leicht lolviren/ Dag liquidum cohibire 12. biß 1F. mahl/ das iſt/ deſtillire es fo offt úber den Helm/ ſo ſteigen alle Theiſe des Colcothars in Geſtalt eines Liquoris uber/ digerire eben dieſes vorhero einen Monath lang im Balneo Mariæ, und denn deſtillire es in einem langſamen Feuer/ fo wird die gantze metalliſche Subſtanz, oder das We⸗ fen Veneris uͤbergehen/ und den Liquorem am Bo⸗ den der Retorten vollgewichtig/ und in ſeinen vo⸗ rigen Kraͤfften liegen laſſen. 14. Dem ſpititualiſchen Liquori ſetze ein gleiches Gewicht von Salmiac zu/ und diflolvire es mit fo viel Waſſer als dazu noͤthig iſt/ ſo ſchei⸗ det fich der grúne Liquor von tinem weiſſen Satz/ weiß welcher nichts anders als ein weiſſes Me⸗ Rupffer. all iſt/ das als ein Silber feine Probe im Saturno außſtehet/ weſentlich aber vom Silber unterſchieden iſt/ doch wirſt du als fin our HO- Phili {urgi nun nen’ wen finde dure alſo befte recti fafie! fern: ein gon effer über beyi ſelbſ Phi he v Kro grol zuw dem solli lichi ži jedo find fah LeN 1/ und + as Ar- ine El- ichfeit e noch uͤber⸗ iquo- biß er einan⸗ othar auffs wicht itriol hibire úber urs in dieſes uUnd / ſo We⸗ Bo⸗ n poz ein Iire ſchei⸗ Batz/ Me⸗ se im ilber zuter hila- S3( 45-) e85 Philofophus befermen múffen/ Dag eg denen Metale lurgiſten ſo gut als das beſte Silber ſey. Trockene nun den grunen Liquorem ferner in einer glaͤſer⸗ nen Phiolen voͤllig durch das evaporiren aus/ und wenn die Feuchtigkeit alle gar verſchwunden/ ſo findeſt du das wahre Sulphur Yii» DAS Sytppur durch ſolchen Zuſatz des Salis ammoniaci F alſo fix worden/ daß es nun in alem euer E beſtehen kan/ dieſes extrahire mit dem allerhoͤchſt⸗ rectificirten Spiritu vini, denn er loͤfet es auf/ und laͤſſet das Sal ammoniacum zuruͤck: Abſtrahirt ferner den Spiritum vini davon/ ſo bekommſt du ein gut und kraͤfftig riechendes gruͤnes Oleum, von einer ſolchen groſſen Suſſigkeit(ſo der wahre ellentialiſche Schweffel iſt) daß es auch das Oehl uͤbertrifft/ und iſt eine ſolche herꝛliche Medicin, dem bey denen meiſten Kranckheiten auch das Univerſal ſelbſten nicht vorgehen mag. Dieſes iſt der wahre Philoſophiſche Nepenthes, der ſichere Ru⸗ Nosia he verſchaffet/ und alle Schmertzen der shes, Kranckheiten benimmt/ denn er bringet in groſſen ſchweren und gefährlichen Kranckheiten zuwegen/ daß die Menſchen mehrentheils nach dem Schlaff/ den er verurſachet/ ſich entweder vollkommen wohl auf/ oder doch um ein merck⸗ liches beffer befinden. 15. Von ſolchem Subjecto und von dem Fio, He und§io, bey welchen letzteren dreyen⸗ jedoch bey weitem nicht cine fo groffe Krafft zu finden ift /Eónte ich aus meiner Experienz wnd Er» fahrung gar viel fchreiben; weil aber den Lique- rem noch einmahl zu machen mir vorgenommen⸗ ſo 1| ſo verſpahre eg dahin/ und gebe fo denn meinen hatte/ W i außfuͤhrlichen Bericht davon. E- a 1 y| I | 16. Ich gruͤnde mich in meinen demonſtra. lichſte tionibus nicht gerne auf das Wiſſen anderer/ ſon. Piagiſt dern bin befliſſen/ allezeit die Warheit ſelb it zu Ces auf ſuchen/ und durch meine eigene Experienz an Zag| wenn zu legen. Im uͤbrigen bekenne ich noch dieſes/ daß ralie bey gefundenen herzlichen Kráfften diefeg Liquoris, fit zue auch die præparation weit leichter und behender Sihem jetzo verfertigen wil/ als vormahls ich vermögend Fiquo geweſen/ verhoffe auch mit kurvem durch die Hulffe. Finctu Gottes meine vollſtändige Vergnugung zu fin⸗ queme! den. Denn wäre dieſer Labor verdrieflichen ju| eurem NR Stand zu bringen/ fo wúrden wederHelmoncnoh| Merall aa Paracelfus ung fo viel herzliche Proben darlegen/ tig zu ai l und ihren vollen efet demonftriren und por Aus| Tinti Cia gen ſtellen koͤnnen. Beum 17. Doch bin ich nicht in Abrede/ daß ich beym i 1 zwey gantzer Jahre mit dieſer Arbeit gugebracht/ ihr cin o ehe ichalie Neben- Proben mit durchgegangenund Pen M | examiniret habe; wobey ich auch geſtehen muß/ daß mich meine Sorgen und Gemuͤths-Beſtuͤr— ii gungen nicht wenig úbernommen/ weil bey Verun⸗ weit k PRC(I gluͤckung eines Glaßes/ um ein merckliches zuruck wodur | geſetzet worden/ und haͤtte ich es nimmermehr zum Latein Stand gebracht/ wenn der Hoͤchſte mich nicht dazu Der ur i| verſehen gehabt haͤtte; ich ſatzte aber nimmermehr pier ge ri pon meinem Fleiß ab/ ſondern faſte immer neuen hero/ | ai| Muth/ und verfertigte ein Magilterium úber das geſonr ayei andere nach allem Wunſch/ ja ich brade in gar dicht O t kurtzer Zeit verſchiedene herꝛliche Ellenzen zuweg/ finden ANE und machte unterſchiedene Dinge weit fixer und Mate 608+ beſtaͤndiger/ als ſie die Natur ſelbſten ai als ne (i atiet i neinen önſtra. r/ fon lbſt zu n Tag 5/ daß uoris, hender ogend Hulffe u fins en zu enoch legen/ rAu⸗ aß ich racht/ n und muß/ eſtůr⸗ erun uruüͤck raum t dazu mehr euen r Dag n gar weg/ und ahret Natie ge(47.) 26 hatte/ und Fam endlich ¿u meinem wahren Nepen- thes, oder A Veneris. Der leichteſt- und nutz⸗ lichſte Weg in der Chimie iſt/ die Bereitung d? Magiſterien/ da man die harten metalliſchen cal⸗ ces auffſchlieſſet/ und ihrem Liquorem abſcheidet; wenn nun dieſes hier/ oder auch bey andern Mi⸗ heralien.oder 4umahl wiederholet wird/ ſo ſind fie zu einem ſuͤſſen Saltz gebracht/ daß ſie ſich in tinen hoch⸗ rectificirten Spiritu vini, oder gndern Liquore auffſchlieſſen und zu einer wohlriechenden Tinctur bereiten laſſen. Habt ihr nun einen be⸗ quemen Offen bey der Hand/ ſo heitzet ibn nad eurem Gutduͤncken/ und ſuchet nicht allein Die Metalla zuzerſtoͤhren/ fluſſig und volatil oder fluͤch⸗ tig zu machen/ ſondern lepariret auch von der Tinctur den centraliſchen Mercurium, welcher das oleum ſulphuris iſt/ und machet ſelbigen fix/ wie beym Ne penche Veneris gelehret worden/ fo habt ihr eine folche herꝛliche Medicin in Handen/ welche Den Medicum und Patienten zugleich vergnuͤget. 18. Ich moͤgte aber mit meiner Erzehlung zu weit kommen/ und ein groſſes Volumen hauffen/ wodurch denn mein von dieſem Liquore bereits in Lateiniſcher Sprach zuſammen geſchriebene Lractat, Der unter der Arbeit(operation) ſelbſt auffs Pa⸗ pier gebracht worden/ verkuͤrtzet wuͤrde: Dannen⸗ hero/ weil dieſen ehiſter Tagen in Drud zu geben geſonnen bin/ den Leſer dahin gewieſen haben wil hicht zweiffelnd/ daß er feine ſatistaction darinnen finden werde. Wende mich alſo zu der letzteren Materie oder Betrachtung dieſes ſubjecti ſelbſten/ als nach welchem du verlangen moͤgteſt/ indem esen ſolchem enthalten. Das 13. Capitel. * Von der Materie/ aus welcher dieſer Ligu bereitet wird/ auch von deſſen Beſchaf, fenheit/ und wie er moͤge bereitet werden. I Sats ſo wunderbahre und Wuͤrckungs⸗ volle Geheimnuͤß/ deſſen Ruhm und Nutzen wir mit keiner Feder zu expriwiren vel— moͤgen/ hat den fleiſſigen Sucher nach allem Wunſch vergnuget/ und mit gantz reichem Nu⸗ tzen ſeine Muͤhe und Koſten belohnet. Wel aber kein eintzig Ding in dieſer Welt mit Ruge mag examiniret werden/ wenn nicht deſſen gebuh⸗ rende Materie/ und die dazu behoͤrige Mittel vor⸗ hero erſt endecket ſind/ alg mollen wir vor allen auch von dieſem unſerm Liquore handeln: Den nicht alles/ was da neu iſt/ oder als ein frembdes ſich entdecket/ von dem gemeldten Liquore oder deſſen Materie genommen werden darff: Man laſſe alſo immerhin nur einen Artiſten ſeine ge— faſten Concepta ins Werck richten/ und betrachte nur/ ob die Natur nicht ihre eigene Reguln und Geſetze habe/ die ihr der allguͤtige Schoͤpffer ein⸗ gepflantzet. Dahero wir billig alle metalliſche corpora, in fo ferne fie nach ihrem centraliſchen Mercurio conſideriret werden/ verwerffen. 2. Denn dieſer Mercurius allein iſt ein un⸗ theilhafftig⸗ und unverderbliches Weſen/ ja ein ſol⸗ ches Ding/ ſo ſich mit keinem andern in der Welt vermiſchen laͤſſet. Wollen wir nun ſolches fur ein eben die einige Eroͤrterung und der Proceſs iſ ein ein muͤſte © ius fhaffe! heiſche tn gi Aug fid ihrige, den/ e Cublin Hifft/ nimme durch Allein è nichts ſie geſc Brenni unbew merme ſen oDi livè ¢ji fie ohi vum ĝl einem Kranc wol ve nur co fie deft rem pi Miner find fi Intaug Jard SI( 49.) Æ rocefs ini ein einfaches und verderbliches Weſen halten/ ſo er Liguo Heſchaf⸗ ttet irckungs⸗, ihm und Ven per ich allen en Jli Weill t Nutzen n gebuh⸗ ttel por bor allen Denn rembdes ore Òi Man tine go etrachte uln und ffer ein talliſche aliſchen ein un⸗ ein ſol⸗ r Welf hes für ein muͤſte es in Warheit weit anderſter als ein réeller F ius der nichts befeuchtet oder naß machet/ bes ſthaffen ſeyn/ es waͤre denn ein ſolches homoge⸗ neiſches Geſchlecht von einerley Art mit ihm/ wie ein Sius vulgi. Und ſolcher Geſtalt iſt der Liquor aus ſich ſelbſt und keines weges von ihnen oder Der ihrige/ mag auch durch keine Kunſt vermiſchet wer⸗ den/ er werde gleich ſonſt in die hoͤhe getrieben/ Cublimiret) oder diſſolviret. 3. Was die Schweffel derer Metallen be⸗ klifft/ ſo konnen ſie von ihrem ð liſchen Centro nimmermehr entlediget werden/ mwenn es niht durch dieſen unſern Liquorem geſchiehet. Diefer Allein dringet ſtillſchweigend ein/ als ohne welches lichts vollkommenes verrichtet werden mag/ ehe ſie geſchieden werden. Die zerſtoͤhrliche und pers brennliche Schweffel/ koͤnnen in Anſehung ihrer unbeweglichen Coͤrper/ ohne dieſen Liguorem nim⸗ mermehr radicaliter(aus dem rund) auffgeſchloſ⸗ ſen oder alteriret werden/ und wenn ſie ſchon paſ- fivè einige Medicamenta pon ſich geben/ ſo bleiben ſie ohnvermoͤgend ein wahres menſtruum acti- Vum zu ſtellen. Zwar werden ihre Artzneyen von einem ſolchen etlect, daß ſie viele beſchwerliche Kranckheiten brechen und hinwegnehmen/ gleich⸗ wol vermoͤgen ſie nicht zu lolviren/ ſondern find Hur corpora Die nichts eigenes beſitzen: Und werden ſſe deſtilluet/ ſo geben ſie nur einen ſauren Liquo- kem von ſich. Weil nun dieſe Metalliſch-und Mineraliſche Sulphura gantz und gar verworffen ſind/ ſo ſind auch deren Salia zu unſerm Vorhaben untauglich: Denn insgeſamt geben ſie uns einen D ſauren A Ee (50.) 25 ſauren Spiritum, der unſerm Liquori entgegen ſte⸗ het/ und weil er ſelber keine Saure hat/ ſo nimmt er auch die andern Spiritus nicht an. 4. Wird alſo nicht unbillig hier Dag ditum Philoſophicum gebrauchet: Omnis Spiritus aci- dus corrodendo cotpus, ipſe fatiſcit.(Ein jedet Wre em fauter Spiritus deftruiret und verzehret ſaurer fich ſelbſt/ wenn er ein Corpus auffloͤ⸗ Spirizus fol- fen foll.) Und weil diefer unfer Liquor viren an. nicht fauerlich/ fondern als tin Spiritus von aller Saͤure abgeſondert iſt/ ſo verwerffen wir den gemeinen Salpeter/ Vitriol/ sal gemmæ, wie auch das Meer-Saitz/ mit einem Wort/ alle ſolcht „Salia, ſo natuͤrlich in der Erden wachſen/ oder aus „der Erden extrahiret worden/ falls ſie ohue Auß⸗ nahm zu einem ſaͤuerlichen Spiritu gemacht ſind. Die Alcalia allein moͤgen vor allen dieſen bemeldeten Salien den Vorzug behalten/ wenn ſie anderſter/ (toie man leicht behaupten kan) keine Spiritus acidi ſeyn/ denn ſie ſind ihrer dillolvirenden Krafft wegen dem groſſen Liquori unentfernet/ deßwegen ſie auch hoch zu halten ſind/ wie wir weiters gedencken wol⸗ len. Ohnangeſehen aber dieſe herꝛliche Spiritus in der dillolution derer Coͤrper ihre Macht erweiſen/ und mit ihnen zu Saltz werden/ welches aus der noch uͤbrigen wenigen Volarilitaͤt herruͤhret/ ſo ſchlieſſen wir jedennoch ſolche in ſo weit noch aus/ daß ſie nicht das ſubjeckum unſers Liquoris ſeyen. Kurtz davon zu kommen/ ſo wil ich aug Der Praxi ſelbſt das wahre ſubjectum erweiſen und darlegen. 5. Der ſehr tieffünnig und hocherleuchtete Helmont nennet dieſe herꝛliche Materie einen La- ticem, oder eine Waͤßrigkeit/ wenn er meldet: Stupe“ Stupefa gion iſt Quelle Geheim twil ich i gando tis fym] ente n ift gefli ren/ mung colludi Ding ſte We in dieſe mit uns liche p unterſck ſe in d der The 6 der dun fo ich F doch ve haben. hoͤchſte ſterſcha goriſch monſtr dens⸗ ſpricht des Ol nannte nisi FA oR(sic) e6 pen fte! Stupefasta eft Religio reperto Latice.( die Relio nimmt gion iſt erſtaunet/ als ſolche Waͤſſerigkeit oder Quelle erfunden worden. Und weil daS gange dictum Geheimnuß in dieſen Worten verborgen ſtecket/ ſo tus aci- wil ich es erklaͤren. Erſtlich ſaget er: Ars inda- in jeder gando ſollicita eſt corpori, quod tantà purita- erzehret tis ſymphoniã colluderet nobiscum, ut à corrum- aufflo- pente nequirent diſſipari. Das iſt: Die Kunſt Liquot iſt geflieſſen/ einem gewiſſen Coͤrper nachzuſpuͤh⸗ Spiritus Wn/ Daf die Symphonie und Zuſammenſtim⸗ fen wit mung einer ſolchen groſſen Reinigkeit/ mit uns næ, wie colludirte/ daß ſie von keinem verderbenden e fole Ding koͤnnte zerſtreuet werden. Denn der groͤ⸗ der aus ſte Werth unſerer Kunſt beſtehet hauptſaͤchlich e Auß⸗ in dieſem/ daß man einen Coͤrper ſuche/ welcher bt ſind. mit uns uͤbereinſtimme/ und in dem keine zerſtoͤr⸗ jeldeten liche principia oder heterogenea(Theile von derſter/ unterſchiedenen Arten) zu finden/ anerwogen die⸗ ıs acidi ſeſin der Wuͤrckung allezeit eine Zergliederung wegen der Theilgen machen. fie auch 6. Wäre alſo dieſes der wahre Verſtand enwol' der dunckeln Worte unſers theuren Philoſophi, ritus in foidh kuͤrtzlich zu beruͤhren nicht umgehen moͤgen/ weiſen/ doch verhoffenrlich deutlich genug werde erklaͤret yugo haben. Hieraus kan man erſehen/ was das ot/ ſo hoͤchſte objectum dieſer unſerer Kunſt und Mei⸗ ch aus/ ſterſchafft fepe Der Logicus ſiehet auf die cate- s feyen. goriſche enunciationes, modos, figuras und de-| y Praxi: Der Grammaticus quf die Re— fegen-Art der Sprach/ worúber er fein Urthe y uchtete ſpricht: Der Aſtronomus betrachtet den Lauff jen Ia. des Obern⸗Geſtirns/ ſonderlich wie die ſo ge— neldet: hannte Fix⸗Sterne ſicuiret/ und in ihrem Kauff R Stupe- D 2 beſchaf⸗ beſchaffen ſeynd. Ein gewiſſenhaffter Medicus oder Naturkuͤndiger befleiſſiget ſich/ des Patienten Zuſtand zu erforſchen/ und woher die Geneſung komme. Damit du nun zu deinem Vorſatz eben falls gelangen moͤgeſt/ ſo trachte auch dahin/ die geheime verborgene Geiſter zu ſuchen/ und einen ſolchen Spiritum zu erlangen/ welcher in allen an⸗ dern Dingen verdecket lieget. Denn eben die Herausbringung des verborgenen/ wil Helmon. tius als das eintzige Huͤlffs⸗Mittel zu einem er⸗ freulichen Ende zu bringen/ angegriffen und ver⸗ ſtanden haben. Und dieſe ſind das Corpus, wel⸗ shes der vorgemeldte Paragraphus in ſich haͤlt und verſtanden haben wil. 7. Ein unſterblicher Liquor und Productot unſers Coͤrpers. Dieſes Corpus iſt nicht fix noch volatiliſch/ doch beydes zugleich ein Weſen zweyel unterſchiedener Naturen und Ellentien/ twie au? folgenden Worten abzunehmen und zu erſehen iſ. Man muß einen Leib oder ein Corpus ſuchen/ welches mit dem unſern uͤbereinſtimmig iſt/ und gleichfam mit uns colludiret/(ſpielet) oder/ der permittelft der Symphonie, eine ſolche Verbuͤnd⸗ nuß mit uns machet/ daß dadurch die Reinigket erkennet werden kan. 8 Das Wort Symphonie, ift eine ver bluͤhmte und entlehnte Redens-Art aus der Mul oder Sing⸗Kunſt/ welches der Herꝛ Autor zu ge⸗ brauchen pfleget/ wenn er etwas vorſtellen und beſchreiben wil. 9. Die Alcaheſtiſche operationes, die von rechtswegen hieher gehoͤren/(wie beſagter Hel⸗ mont bey der Betrachtung der aeeraroitn Ge⸗ eim heimni einſtim Cliſchet Thone tor auf einhellic gantz ve cher Co; het die Alg moel exweiſet 10 jederzeit Dilden t Metapl dualitd ſerer Co monie| die Sym aber kei ſondern welcher exweiſer Helmo: denn es Das iſt Betrach dieſes ſe ſchieden gleichen Aber bi hichts e în feine Jedicus ytienten eneſung tz eben⸗ in/ dit D einen len an ben Dit elmon- gem er⸗ nd ver⸗ s, tvel ilt und ductor ix noch zweyet vie au? hen iſt. ſuchen/ und er/ der rbund⸗ inigkeit ie vel⸗ Muſic zu ge⸗ en und die von er Hel- ſen Ge⸗ heim⸗ ii SR(53) 26 heimnuͤſſen redet) verbringen ihre Curen in einem einſtimmigen Thon/ wie drey Saͤiten eines Muſi- caliſchen Inſtruments/ die in einem Chor⸗maͤſſigen Thon geſtellet ſind; alludiret alfo der HEr: Au- tor auf die Inſtrumental- Muſic, welche/ wenn ſie einhellig geſtimmet iſt/ einen Klang mit einem gantz vollkommenen Accord von ſich ſtellet. Sol⸗ Wer Concordanz(einſtimmigen Thon) nun ſte⸗ het die diſcordanz oder Verſtimmung entgegen/ aͤls welche in allem ihren Klang das Gegenthell exweiſet. 10. Wie man aber in einer Symphonie fid jederzeit wenigſtens zwey Noten vorſtellen und ein⸗ bilden muß/ alſo bemercket auch die hier gebrauchte Metaphora in unferer Materie, eine ebenmaͤſſige dualität oder Zwehheit aller Qualitaͤten dieſer un⸗ ſerer Corper als welche jedesmahl in einer har- monic beyſammen ſtehen muͤſſen/ und dieſes heiſt die Symphonie oder Zuſammenſtimmung. Dag Aber Feine dualitas,(Zweyheit) im corpore ſelbſt/ ſondern nur allein in denen Qualitaͤten(unter welchen dieſer einige Leib zu ſehen) ſich befinden/ erweiſen die angefuͤhrte Worte des Herꝛn von Helmont: Sollicita eft ars indagando corpori; denn es wird nicht geſagt: Indagandis corporibus. Das iſt: Die Kunſt iſt bemuͤhet in Unterfuch- und Betrachtung eines/ nicht aber vieler Coͤrper. Und dieſes ſetzet er darum/ auf daß die jenige/ welche ver⸗ ſthiedene Coͤrper/ als Z und Q, und tag ders gleichen/ ꝛc. nehmen/ wiederleget wuͤrden. Es kan Aber bey allem ſolchem Miſchmaſch anderſter⸗ hichts erhalten werden/ als ein ſolcher Liquor, der in ſeiner wuͤrckenden Krafft(woer niht gar de- ' D3 ſtrui- dieſes Corpus zu erlangen: Denn dieſe Wor t (J4.) 26 ſtruirt und verdorben wird) ſchwach und unver⸗ moͤgend iſt/ denn allein dieſe unvernuͤnfftige Mirrut oder vermiſchen cauſiret es. So wird denn nun ein eintziger Leib von unſerer hochgeprieſenen Kunſt erfordert/ und zwar ein ſolcher/ der ſeinem Weſen und Urſprung nach ein eintziges iſt/ in ſei⸗ nem aͤuſſerlichen Anſehen und Qualitaͤten aber ſich diſtinguirt/ und in eine dualitàt außbreitet/ wovon dem Kunſt⸗begierigen Sucher eine ſolche anmu⸗ thige Ergetzung in die Ohren faͤllet/ als wenn derſelbe einen lieblichen Thon der Muſic hoͤret⸗ Von dieſem Coͤrper nun/ der ſeiner Art und den Weſen nach ein einfaches in der Zahl und Er ſcheinung aber ein gedoppeltes iſt/ kan man in di Warheit ſagen/ was der Hermes in einer/ wiewo andern/ doch dieſer gleichkommenden Sache/ von 8 io Philoſophico geſprochen: Das was oben iſt/ iſt gleich dem was da unten iſt/ und das was unten iſt/ ift gleich dem was då oben iſt; alle gehen auf die production und wunderbahre Darſtellung aus einem und eines eintzigen. Dieſes iſt ihre und unſere Erlaͤuterung uͤber die Materie unſers Liquoris: Schreibet ins Gedaͤchtnuͤß/ daß es ſey ein eintziget Coͤrper in ſeiner Natur und Weſen/ doch ſuperfictaliter und wahrſcheinlich unterſchie⸗ den und getheilet durch ein doppelt An⸗ ſchauen. Daß aber dieſes Corpus nicht ſo leicht ju finden/ bezeugen uns die oͤffters angeführtt Worte des hocherfahrnen Helmonts/ wenn en ſchreibet: Ars indagando ſollicita& corpon Das iſt: Die Kunſt iſt bekuͤmmert und befiiſſen ſtellen ſtellen zu erle heftig die S Denn€ ckung erforſc ſie es kuͤrtzeſ uͤberne und C Leſers 1 dieſen groſſe af n werde fremb funde Zwei in ein liege. in die eſt re lich it cem tiſt w wie n bewei ter be nach giner cken Unver⸗ Mixtur in nun ieſenen feinem in ſei⸗ er ſich wovoh anmu⸗ toenn hóret, 3D Den nd Er in der miero e/ vom oben und as do yn unì eines terung reibet giger doch ſchie⸗ t An⸗ o leicht efuͤhrte enn Jrpor efliſſen Worte ſtellen 3(55.) 26 ſtellen uns eine ſonderbahre Begierde vor/ etwas zu erlangen/ da nemlich der begierige Sucher alfo hefftig nachſtellet und forſchet/ wie der Zund der die Spuhr eins Wilds durchſuchet: Wodurch denn eine ſolche unauffhoͤrliche Beweg und Wuͤr⸗ ckung erwecket wird/ die alles aus dem Grund erforſchet/ und nicht ehender nachlaſſen wil/ biß fie eg gefunden. Und dieſes iſt die wahre und kuͤtzeſte Entdeckung unſerer Marerie von dem uͤbernatuͤrlichen Liquore, davon einige Pracepta und Grund⸗Saͤtze dem beſtaͤndigen Andencken des Leſers annoch recommendiren wil⸗ 11. Es findet ſich aber ein dritteres noch in dieſem unferm Cörper enthalten/ welches von ſo groſſer Wichtigkeit und conſiderarion iſt/ daß es erſt mit allem Fleiß und Nachſinnen erforſchet werden muß: Kommt aber unſern Gedancken frembd und wunderlich vor/ weil es/ ſo es ſich ge⸗ funden/ die Sinnen und Gedancken zu einem Zbweiffel bringet/ ob es auch wol moͤglich ſey/ daß in einem ſolchen ſubjecto dieſes Corpus verborgen liege. Wannenhero der tieffſinnige Philofophus in dieſe Worte außgebrochen: Tandem ſtupefacta eſt religio reperto latice.(Der Glaube iſt end⸗ lich in die Erftaunung gerathen/ alg er den Iati- cem gefunden.) Magalfo ein gottsfuͤrchtiger Ar⸗ tiſt wol zu G Ott ſeuffzen und ſprechen: O HEr! wie wunderlich ſind deine Wercke/ die du an uns beweiſeſt. In Warheit/ hat ein begluckter Arbei⸗ ter bep feinem ſo langwuͤrig⸗ und ſchwerem ſuchen/ nach erlangter Offenbahrung ſeines ſehr verbor⸗ genen Wercks GOttes/ Gott hertzlichen zu dan⸗ cken/ daß er ihn ſo wuͤrdig gemacht/ und dieſes Geheim⸗ a T{ ANAN AALE : y RE E E A R( 16.) Geheimnuß finden laſſen/ welches allein von dem Willen GOttes und nicht von denen Menſchen kommt. Darum ſaget auch der Hiob: Wer mag ein reines aus dem unreinen/ und ein geſaubertes aus einem unſaubern hervor bringen/ muß es nicht der HErꝛ unſer GOtt allein thun? 12. Dieſes ſind lauter Raͤtzel und unbegreif⸗ liche Reden fúr die finnliche Vernunfft/ wenn ein unreines ſubjectum ein reines Corpus gebahren/ ja das jenige/ welches in ſich ſo veränderlich als der Protheus ſelbſten iſt/ ein beſtaͤndiges und unver⸗ anderliches Weſen hervor geben ſoll. Hieher ge⸗ hoͤret ein Chymiſcher Glaube/ ein ſolches/ ſo man noch nicht geſehen/ ſich vorzuſtellen/ als haͤtte man es geſehen: Und uͤber dieſes ſo erſtaunet auch die Vernunfft/ wenn ſie es in ihre Augen bekommt. Kurtz von allem zu reden/ dieſes Geheimnuͤß iſt ein wunderbahres Bildnüß der Schoͤpffung/ aug welcher ungeformtem Abgrund/ viele und mancher⸗ ley Wunder⸗ ſeltſame Geſtalten hervor tretten/ die ſich gleichſam aus dem Schooß des rauhen und finſtern chaos oder Erdklumpens in der Herꝛlich keit und Zierde/ wie ſie dermaleinſt in dem unvergaͤng⸗ lichen Paradieß erſcheinen werden/ præſentiren und darſtellen. Um aber wieder auf unſern Zweck zu kommen/ ſo geſtehe ich gar gerne/ daß ich das ſubjectum gefunden/ in welchem dieſes ens unſichtbar verborgen und verſchloſſen lieget. Und iſt nicht zu laͤugnen/ daf auch ſein exiſtens oder Weſen ſichtbar koͤnne gemachet werden/ welches aber ſo denn allzuſehr von ſeinem ſubjecto oder Wohnhauß unterſchieden iſt/ ſo/ daß man ſich dar⸗ üͤber berwundern muß. Hiervon nun ein Ende zu machen/ pni madhen zehlung Serpol allzuvie noͤthig einem j ſchöpffe gekomr oOder fin gen mit legen. transm Feine Q andern nehmer man ti folte. von gel Corpu: werden Mittel lein die loͤſung theilet Dieſes zwar ge vollkon und pi Wort, den/ ur feine o Tracta der in dem ſchen mag ertes g cs reif— a ein ren/ der pers r gez man man die umt. ſt ein aus cher⸗ die und keit ings iren ſern ich ens Und oder ches oder dar⸗ e zu hen/ (57.) 8 machen/ ſo abſtrahire ich mit dieſer meiner Erzeh⸗ zehlung von der wunderſamen production und Hervorbringung unſers Coͤrpers/ zumahl ſchon allzuviel davon entdecket worden/ als zu wiſſen noͤthig iſt/ und iſt ohne dem aus der Schoͤpffung einem jeglichen uͤberfluͤſſig bekannt/ wie alle Ge⸗ ſchoͤpffe aus der finſtern Schooß der Erden hervor gekommen. Wende mich alſo zu denen einfachen oder ſimplen Coͤrpern/ die da andere Vermiſchun⸗ gen mit ihren fermentis verwerffen und zu Boden legen. Denn waͤre das ferment ein Bater der transmutationen und Verwandlungen/ ſo litte es keine Vermiſchung oder Verbindung mit einem andern Ding und ſo man auch dergleichen unter⸗ nehmen wolte/ wuͤrde es ſo wenig fruchten/ als man einen Mohren weiß zu machen ſich bemuͤhen folte. Es iſt alſo uberfluſſig und zur genuͤge hier⸗ von gehandelt worden/ zumahl da kein edleres Corpus kan gefunden noch ihm weiters zugeſetzet werden/ als dieſes was es an ſich ſelbſten iſt. Das Mittel zu ſolcher exaltation und Erhoͤhung/ iſt al⸗ lein die reduction(Zuruͤckbringung) oder Auff⸗ loͤſung in die kleineſten atomos, die alſo ſubtil zer⸗ theilet werden muſſen/ daß ſie unbegreifflich ſind. Dieſes iſt unſer wahre latex oder liquor, welcher zwar gering und veraͤchtlich/ doch gar bald zu feiner vollkommenen Reinigkeit und Erhoͤhung gebracht und vollkommen geinacht werden kan: Ein Wort/ das da bald geredet/ langſam aber verſtan⸗ den/ und noch muͤheſamer ins Werck geſetzet wird; feine operation berúhret Paracelfus in einem feiner Tractaten/ wenn er von denen Kraͤfften der Glie⸗ der im Cap. von der Leber folgendes ſchreibet: Ds Der S(98.) 2 Der Proceſs dieſes Alcaheſts iſt/ daß er nach feiner coagulation reſolviret/ und fo denn ferner wieder in die transmutirte Form coaguliret werde/ twit auch ſein Proceſs vom coaguliren und reſolvi— ren/ uns hierzu mehrere Anleitung giebet. Ob nun dieſer Proceſs uns kurtz verfaſſet zu ſeyn ſchei⸗ net/ ſo giebt er gleichwol denen wahren Philoſophis ein nicht geringes Licht von ihrer geheimen Arbel. Es bleiben aber des Paracelſi Schrifften denen/ welche keine Erlaͤuterung daruͤber haben/ dunckel und obſcur zu allen Stunden. 13. Was der von Helmont derentwegen an Tag gegeben/ iſt ebenfalls gar obfcur und ſchwer zu verſtehen: Und gebrauchet er/ wie alle ander Philoſophi, die den Text verdunckelt/ lauter ver⸗ blumte Redens⸗Arten/ die nicht leichtlich zu vet⸗ ſtehen ſeynd/ und die den Artiſten zu weiterer ſpe⸗ culation und Nachforſchung die Begierde mehr und mehr erwecken. Sind alſo ſein und ihre Pre⸗ cepta oder Reguln nur verwirrte Schrifften/ die da muͤhſam ergruͤndet werden/ und kommt es alſo gantz allein auf das liebe Gebet an/ dag man fich die Offenbahrung dieſes groſſen Geheimnuͤſſes von dem groſſen GOtt/ als dem reichen Haug: Vat ter und Geber alleg guten aufibitte/ und dabi ſeinen Fleiß bezeige. Nun bin ich auch entſchloſ⸗ ſen von dieſem ſecreto etwas mehrers an das Licht zu geben/ abſonderlich da ich mir mit vorgenommen habe/ die cenſur zwiſchen denen gegenwaͤrtigen und kuͤnfftighin hervortrettenden Artiſten vor die Hand zu nehmen. Es hat aber der oͤffters beruͤhrte theure Belmont unter allen andern Philofophis hierinnen noch am redlichſten gehandelt/ Ea ſeſen r E O E dieſen det/ n lichen waͤchſ melde er ſey ſtalter (Eini corru Raf forſch gen fi feines fam I es di wird weſer dieſes andri jedoc oder ſtoͤhr Wie labo angu ferm Red weri und gani {fym 8(59.) Kf5 feiner! dieſen Alcahelt nebft feiner Materie oͤffentlich gemel⸗| wieder det/ woraus auch mir bey dieſer meiner ſo ausfuͤhr⸗ J wite lichen demonſtration nicht ein geringer Beweiß zu⸗ folvi- wächſet. Dieſer ſo offt beruͤhrte Philofophus Db meldet von unferm liquore Alcaheſt, daß Liguor afek er ſey ein Saltz; Leib/ der in zweyen Ge⸗ A4C. (ophis“ ſtalten erſcheine/ und in eine ſolche Umphonie Arbet. Einigkeit) ſich bringen laſſe/ daß er nimmermehr denen/ corrumpiret werden moͤge. unckel 14. Solches Corpus wird in dem feuchten Waſſer(latex genannt) durch ein fleiſſiges Er⸗ gen an forſchen ſeines lubjecti(als worinnen es verbor⸗ ſchwe gen lieget) außgemacht und gefunden/ und Fan ander ſeines wunderſamen Weſens wegen nicht genug⸗ er vei⸗fam beſchauet und bewundert werden/ weil es /ſo u ver⸗ es durch die Kunſt perfectioniret und erhoͤhet y fpe- wird/ gar was anderſter/ als es urſpruͤnglich ge⸗ meht weſen/ denn es war veraͤchtlich. t Pre- Serner Fan und mag Fein edlereg Corpus als n/ di dieſes gefunden werden/ das ſich alfo fort mit allen es alfo andern kubjectis ſo gleich vereiniget und verbindet/ fich die jedoch fich dabey keines terments theilhafftig macht/ g pon oder mit ſolchem ſich vermiſchet/ ja ſich keiner Zer⸗| Bat ftóbrung oder Verwandelung unterwerffen laͤſſet. l dabch Wie denn unſer Piloſophus nod) beyfuͤget: Sedk l ſchloſ⸗ labor ſophiæ anomalum in natura fecit; damit f g Licht anzudeuten/ daß alles/ was bißhero ſchon von un⸗ i mmen ferm Liquore berühret worden/ mit allem Fug und h en und Recht in vier Haupt⸗Theile und Claſles getheilet R Hand werden koͤnte/ deren erſtere das jenige in ſich fuͤhret$ ruͤhrte und begreiffet/ was in denen Worten: Ars inda- E fophis gando ſollicita eſt corpori, quod tantà puritatis* enn er ſymphonià colluderet nobiscum, ut à corrum- dieſen pente (60.) e8 pente nequitent diſſipari. Das iſt: Die Kunſt ift bemuͤhet einen Coͤrper zu ſuchen/ der an Reinig⸗ keit auf das allergenaueſte mit uns uͤbereinſtimmet/ und fich von keinem zerſtoͤhrlichen Dinge zertrennen und veraͤndern oder vereinigen laͤſſet; als welches der Kunſt⸗ begierige Sucher vor allen ſich wuͤnſchet und darnach beſtrebet iſt. 15. Die zweyte Eintheilung/ theilet aus die præmia oder den Lohn/ des bezeigten unverdroſſe⸗ nen Fleiſſes/ wenn es heiſſet: Et tandem ſtupefacta eſt Religio reperto latice, qui ad minimos reductus atomos in natura poſſibiles, cœlebs, omnis fer- wenti connubium ſperneret. Das iſt: Und endlich ift die Religion(i. e. der Glaube) ſelbſt erſtaunet/ alg die Quelle(i. e. Waͤßrigkeit) erfunden wor⸗ den/ welche hernach in die kleine atomos, als nur immer in der Natur zu finden/ reduciret und ge⸗ bracht worden/ und ſich mit keinem eintzigen fer- ment vermiſchet und verbindet. Iſt alſo ſeine transmutation um ſo mehr zu bewundern/ weil er keinen edleren Leib/ als er für ſich ſelbſten hat/ antreffen/ noch mit ſolchem ſich vereinigen kan. 16. Drittens entdecket ſich ſeine anomalitaͤt oder ungleiche Hervorbringung in folgenden Wor⸗ ten: Sed ars ſophiæ anomalum in natura pro- duxit, quod absque fermento commiſcibili à ſe diverſo ſurrexit; aber die Arbeit oder der Fleiß der Weißheit hat etwas/ ſo ihm nicht gleichet/ aus der Natur hervor gebracht/ welches ohne ein⸗ tziges ferment, als welches von ihm gantz unter⸗ ſchieden/ ſich aber doch leichtlich mit ihm vermiſchen laſſet/ entſtanden iſt.; Die unſers iſte ſe deince unD t und F : Liquo und l duĝic unter haben difler Einſt zerſtoͤ ches bewi ren w alleze denn Zuſa malu Wei brach ches i fich t genje beiſt wied zeit u der e went | amwe Runf einig⸗ mmet/ ennen elches inſchet us die roffe- efacta luctus is fer- ndlich junet/ wor⸗ gnur| d ge⸗ 1 fer- hr gu sr für n fich ilitåt Wor⸗ pro- ià fe Fleiß ĩchet/ ein⸗ nter⸗ ſchen Die g?(ér) 26 Die vierte Ordnung begreift den Proceis unſers Liquoris in dieſen kurtzen Worten: Serpens iſte ſe ipſum momordit, à veneno revixit& mori deinceps neſcit. Dieſe Schlage beiſt ſich ſelbſten/ und wird von der Vergifftung wieder lebendig/ und kan nun nicht mehr ſterben. 17. Dieſes was wir von der: Materie Deg Liquoris(welche eine waͤßrigte Feuchtigkeit iſt/ und latex heiſſet) auch deſſen mittelbahrer pro- duction und Zeugung/ ſo einen leib von zweyen unterſchiedenen Naturen vorſtellet/ angemercket haben/ beweiſet/ daß zuletzt unter beyden ſolchen differenten Naturen emne folhe Symphonie oder Einſtimmung(die die wuͤrckende Urſach der Uns zerſtoͤhrlichkeit/ und Das jenige ſubjectum iſt/ wel⸗ ches von keinem Ferment mehr angegriffen oder bezwungen wird) hervortretten und fich offenbah⸗ ren werde/ ſo auch ohne die geringſte Veränderung allezeit beſtaͤndig mag gefunden werden: Wie uns denn noch dieſes dieſer theure Philolophus in einem Zuſatz zu bedencken giebet: Sed labor ſophiæ ano- malum in natura fecit;(durch Arbeit und Fleiß der Weißheit/ iſt einig ungleiches Weſen hervorge⸗ bracht worden) damit gleichſam andeutend/ daß ſol⸗ ches ſein productum oder hervorgebrachtes Weſen/ fich mit keinem ferment, das ſeiner Natur und Eis genſchafft nicht iſt/ vermiſchen laſſe. Dieſe Schlange beiſt und ertoͤdtet ſich ſelbſten/ ſtehet von ihrem Gifft wieder in das Leben auf/ und bleibet von nun an alle⸗ zeit unſterblich. Gewiß erforderte dieſe anomalitaͤt Der generation einen gantzen vollſtaͤndigen Tractat, wenn man nemlich alles deutlich außführen und erweiſen ſolte/ was ich hier nur kurtzlich berůhren wil. e Df 2(6˙ 18. Iſt alſo unſer corpus auomaliſch und un⸗ einſtimmig nach ſeiner operation und Wuͤrckung/ in ſo fern es nemlich als das eintzige agens der Welt ohne vermerckende Paß⸗ und Repaſſirung (das doch bey denen himmliſchen Coͤrpern etwas natuͤrliches bey denen unterirꝛdiſchen oder lublu⸗ nariſchen Creaturen aber ungewoͤhnlich iſt/ genom men und betrachtet wird/ doch iſt unſer Liquor und der Vulcanus davon außgeſchloſſen. Anoma- liſch iſt ferner unſer corpus, in und nach feiner Ma- cerie. Zwar pfleget man die Baͤume an ihren Fruͤchten/ und eine jegliche Materie, qug ihrem pro- ducto oder hervorgebrachten Weſen zu erkennen/ hier aber zeiget ſich gantz ein anders; denn unſere hieſige production des Liquoris iſt unſterblich/ geiſt⸗ lich/ rein und unverderblich/ da doch ſeine Materie vorhero bey allen Dingen in der Welt zerſtoͤhrlich/ unrein und veraͤnderlich war/ oder transmutiret werden konte. 19. Ferner iſt unſer corpus auch in Anſehung der Art/ nad) welcher es produciret worden/ wie⸗ der anomaliſch: Denn es erlanget ein kerment ohne Zuſatz eines andern ferments aus ſich ſelbſt/ und wird alſo dieſes ſo frembde und ſeltſame ens(Weſen) einig aus ſich ſelbſt gebohren und erzeuget. Die Wege nun zu dieſer production und Bereitung/ entdecken ſich durch das wie⸗ derholende lolviren und coaguliren; und dieſes in dem ſubjecto, welches in ſo kleine atomos oder Theilgen/ als die Natur ihrer fahig wer⸗ den koͤnnen/ zergliedert/ zertheilet/ und laheiliſiret worden. Dieſes iſt die Schlange/ die ſich ſelbſten friſt/ doch iſt ſie eine Schlange nur Weiß Weiß/ erzehre geder€ vollches erkehre er Ste inſer go igern d ie kuͤrt ium fol Ve -Ç ich dir/ medio Verſpr nachleb phiſcher quori A iſt /) pi dieſen r fo verfi Natur uͤberher F È. tdelfte Außleg ſeln de ſalen J Duns ung/ s Der| rung| twas ablu- nom⸗ quor oma- Ma- ihren Pro- nnen/ infere geift- feine Welt oder hung wie⸗ ment elbſt/ fame und ction wie⸗ dieſes MOS wer⸗ iſiret bſten ungs Veiß/ S39( 63.) 2% Weiß/ dieſe wendet ſich zu ihrem Schwantz/ und erzehret ſich ſelbſt aus Verdruß/ wird endlich aber zieder erneuert/ und in ein reineres Weſen/ uͤber ollches der Tod forthin keine Macht mehr hat/ erkehret und verwandelt. Nun koͤnte ich von ſei⸗ er Sterb-⸗und Unſterblichkeit/ als von welchem inſer gantzes corpus de pendiret/ einen weitlaͤuff⸗ igern diſcours fuhren/ nachdem mir aber einmahl zie kuͤrtze zu behaupten vorgeſetzet/ ſo ſchreite ich zum folgenden Capitel. Das 14. Capitel. Vom Beſchluß dieſes Suljecti, nebſt einer Kede an die Soͤhne der Runſt. r, Hie Phyſical- und Medicinaliſche Ge⸗ heimnuß der Natur zu entdecken/ habe ich dir/ geliebteſter Leſer/ nebſt dem Weg und medio, alles dadurch erforſchen zu koͤnnen/ die Verſprechung gethan/ wil dahero ſolchem treulich nachleben/ und dir die Schluͤſſel zu der Philoſo⸗ phiſchen Kunſt/(unter welchen die jenige zum li- quori Alcaheſt, und dieſer ſelbſten der alleredelſte iſt /) præſentiren und darlegen. Denn wie ich dieſen nicht mit Stillſchweigen uͤbergehen koͤnnen/ ſo verſichere dabey/ daß an Offenbahrung ſeiner Natur und Wuͤrde/ ja an Beſchreibung ſeiner uͤberherꝛlichen Hoheit nichts vergeſſen werde. 2. Dieſer der liquor Alcaheſt iſt das aller⸗ edelſte und vortrefflichſte/ und der gantzen Natur Außleger/ auch unter allen Philoſophiſchen Schluſ⸗ fein der vornehmſte/ als welcher ſeiner univer— ſalen Wuͤrckung nach den& ium Philoſophorum uͤber⸗ uͤbertrifft/ als welcher nur particular iſt /und mit keinem andern/ als was ſeiner Natur gemaß/ ſich verbinden oder bey einer vorhabenden zeu⸗ gend⸗ und producirenden multiplication deret ſpecierum beyfugen und gebrauchen laͤſſet. Er der liquor Alcaheſt, wuͤrcket fonder die geringſtt limitation und Einſchrenckung/ auf alle lub— jecta gantz univerſal, und bringet alle Dinge in der gantzen Welt zu ihrem vita ultima,(Ende) ja er reduciret ſie vollkommentlich in ihre erſte Materie/ daß man nachgehends ihre Krafft gar leicht extrahiren koͤnne. 3. Und durch dieſen Weg koͤnnen die aller⸗ edelſten Medicamenten bereitet werden/ wie ſich denn die hochberuͤhmten Männer Helmont und Paracelſus ebenfalls hierdurch ſo anſehnlich in der Welt gemacht/ da ſie alle Kranckheiten und Zufaͤlle des menſchlichen Leibes gluͤcklich curire/ uUnd deſſen Malignitaͤt hinweg genommen. Ihrt guͤtige Anleitung dienet uns noch heut zu Tag; und iſt dieſes eintzige hohe Geheimnuß capable alle gefaͤhrliche Kranckheiten/ gleich das Grah durch die Siechel/ darnieder zu werffen und zu Dieſem nun ſolte man billig mit vertreiben. aliem Ernſt nachſtreben/ damit man die Geheit nuͤſſe der wahren Artzneyen erforſchen und ihren Gebrauch recht ergruͤnden moͤgte; ja wer ſolte @©ri Ho- von ſelbſten nicht begierig ſeyn bag Ho- „TLontalis tizonraliſche Gold zu ſuchen/ mwenn cå aegus ihm ſchon ſauer wuͤrde? Weilen deſſen allergeringſte dotis die delperateſten oues des Menſchen/ als das Podagra/ den uſſatz/ die ſchwere Noth/ Laͤhmung/ pen op$ i klopffe tud (auße von A ret /) dem E es ijti faͤlle Di moͤgen ſeines einſchl Demn Si waͤrts wird) dem g ſculo; und di mit de derglei und d ten$ bey we hat/ dieſen allerau 4 dem Le ſten de ſchwer iſt ein Artiſt Geber nò mii gemaß/ en gew mderet BE ringſte le ſub- inge in Ende) e erſte fft gar e aller: vie fich ne und lich in n und uriret/ hre Tag; apable Graß und zu ig mit zeheim⸗ ) ihren r folte 16 Ho- nn eg deſſen ateſten den Hertz⸗ klopf⸗ Geber aller SEERDE NR fuͤr allen die Weiß⸗ S3?(6s.) 865 klopffen/ Fiſteln/ Wolff/ Scharbock/ Veneriſche Seuche/ Uberſchlagung des Gedaͤrmns/ die Fieber/ (außgenommen die Heetic/ und andere Sorten von Außzehrung/ welche es in einem Monat cari- ret /) in und auſſer dem Leibe curiret/ und aug dem Grund hinweg nimmt. Mit einem Wort/ es iſt dieſes eine vollkommene Panacea fuͤr die Zu⸗ ſaͤlle des Leibes/ ſo groß ſie auch immermehr ſeyn moͤgen/ ja es machet auch den Menſchen am Ende ſeines Lebens ohne Schmertzen ſanfft und ruhig einſchlaffen: Ich habe hier nicht noͤthig/ mich mit Dem Sulphure oder Vitrioli Veneris,(Der anders wärts der Phtloſophiſche Schweffel genennet wird) noch mit dem arcano Corallino, noch mit dem geprieſenen Sulphure von dem merállo ma- ſculo, welches Paracelſus ſeinen Wein des Lebens/ und die Glieder Ellenz nennet/ pief weniger mif dem Yio vitæ, oder dem Lilio$ ii, und dergleichen auffzuhalten/ weilen es zu lange fiele/ und der guͤnſtige Leſer bey denen hocherleuchte⸗ ten Maͤnnern/ Helmont und Paracelſo,;(als bey welchen er zugleich/ wenn er dieſen Schluͤſſel hat/ das Cabinet der Natur auffſchlieſſen und dieſen koſtbaren Schatz finden wird/(ſolches am alleraußfuͤhrlichſten leſen kan. A 4. Jedoch/ es iſt nur vergeblich/ das jenige dem Leſer ſo hoch herauszuſtreichen/ darum die mei⸗ ſten doch ſo ſehr bemuͤhet geweſen/ und welches gar ſchwerlich zu bekommen iſt. Und ſicherlich/ dieſes iſt ein ſolches Geheimnuͤß/ deffen fich der tauſenſte Artiſt ſchwerlich als Beſitzer davon ruͤhmen kan. Der Allmaͤchtige G0 TT aber/ als der heit ANAN AAA N R A S3?( 66.) 2f peit geben/ denn durch feine Gnade der Kunſt⸗ begierige Sucher alleinig zu der Warheit kommet und geleitet wird. Zwar moͤchte ich wohl wunſchen/ daß viele durch den Willen G0TTEsS zu dieſem Geheimnüß kommen moͤgten/ weilen es aber ein pur lauteres Geſchenck GATTES ift/ fo gebe ich diefe Erinnerung/ daß der Gegen von GOTT erbeten werden muͤſſe. Beſtrebe dich denn dieſes groſſe Geheim⸗ núf allein von dem Willen GOTTES şu tt bitten/ der die wahren Adeptos ſich ſonderbaht erkieſet und außgeſuchet hat. Dem ſey Ehre/ Macht/ Herꝛlichkeit und Preiß/ von Ewigktit zu Ewigkeit. 5. Mit Helmontio ſage ich jetzo/ daß die jenige/ welche Meiſter von der Medicinaliſchel Weißheit ſeyn wollen/ ſich mit aller Macht nach dem verborgenen Feuer beſtreben muſſen/ dieſes iſt voller Tugend/ Wunder und Múr ckung/ dannenhero die Philoſophi nicht verge⸗ bens geſprochen: Vulgus igne cremat nos aqui; (der gemeine Mann bedienet fich/ um etwas z verbrennen/ des Feuers/ wir aber haben zu un⸗ fem Feuer das Waſſer;) zu welchem Intent und vorgeſetzten Zweck/ das liebe Gebet und Dit faure Arbeit das meiſte thun? Wobey auch das gute Vorhaben/ GOTT dadurch zu loben/ feine Glider zu ſtaͤrcken/ und ſeinem Neben⸗ Menſchen zu dienen/ ein merckliches contribui- ren. Ich wolte aber keinem anfahenden Artl⸗ ſten der Chymiſchen Kunſt ſo gleich in ſeiner el⸗ ſten Arbeit rathen/ ſich auf dieſes unſer ſo hoch⸗ wichtiges Werck zu legen/ weilen auch ein e⸗ perk$ perime ich felt Denn€ Gehei! ift alle ja der Bdude: dicin (welck loſoph Denn gen/ fi hen Der jer Dem S Der ex alfo fi zu erh tis, Ô Lique ale gewa daß Weſe und i verkn ander wo ei notht RWA zu de Kunſt⸗ Barheit chte ich Willen ommen eſchenck erung werden zeheim⸗ 5 zu er⸗ derbaht y Ehre/ wigkeit daß die⸗ aliſchen Macht muſſen/ Wur⸗ t perge 8 aqua; twas zu zu un⸗ Intent und die zuch das u loben/ Neben⸗ ontribui- eny Urti feiner fo boi ein ex⸗ perk o( 67.) 6 perimentitter und im Feuer geübter Practicus, ja ich ſelbſten nicht/ von denen FKehlern fiey find 3 denn eg ift ein umgekehrter Kauff/ die natuͤrliche Geheimnuͤſſe zu durchgehen/ und diß arcanum ift allein die kroͤnende Belohnung unſerer Arbeit/ ja der Eckſtein des gantzen Medicinaliſchen Ge— bäudes/ mit welchem wir keine magiſche Me⸗ dicin der Philoſophen/ als ihr O potabile (welches ſie vermittelſt ihres ſo genannten Phi- loſophiſchen Steins erhalten) erſt vermiſchen. Denn wie der/ ſo die oberſte Staffel einer Stie⸗ gen/ ſondern Betrettung der unterſten/ zu errei⸗ chen/ eine Thorheit begehet/ alſo begehet auch der jenige einen ſehr groſſen Fehler/ der ſich in dem Studio Chymico-Medico,; mit Sintanſetzung der examination(Unterſuchung) durchs Feuer/ alfo fort zur hoͤchſten Kunſt der Meiſterſchafft ſich zu erheben/ und zuerſt das Magiſterium Herme— tis, oder den unvergleichlichen Schluͤſſel(den Liquorem Alcaheſt) zu elaboriren vornimmt. 6. Von dieſer umgekehrten Practic wil ich alle fleiſſige Anfaͤnger der Chymiſchen Kunſt gewarnet haben/ mit beygefuͤgter Erinnerung/ daß ſie erſt betrachten moͤgten/ wie alles Weſen der Natur in ſich ſelbſt verbunden/ und in einer folchen Harmonie und Ordnung verknuͤpffet ſtehe/ daß kein eintziges ohne das andere lepariret ſeyn noch bleiben koͤnne/ und wo eines entdecket werden ſolte/ lubordinats und nothwendig durch das andere geſchehen muſte. Zwar ſind alle Dinge in dieſer ſichtbaren Welt zu der Menſchen Dienſt und beſten von dem E 2 allwei⸗ £3?( 63.). 06 allweiſen Schoͤpffer geſchaffen/ wie uns deſſen hin und wieder die heilige Schrifft Zeugnuß gie⸗ ſelbige bet/ und die tágliche Erfahrung vor Augen les peiten get/ wenn wir Speiß und Tranck genieſſen/ und fich fo uns des Feuers/ der Kleider /der Artzney/ und zu erft anderer Nothwendigkeiten bedienen/ als mit wel g i chen der liebe GOTZ ung fpeifet/ tránefet[1 khon iN und erhaͤlt/ und fuͤr andern Zufaͤllen bewah⸗ Kraff ret: Es hat auh GOFF die Genefung find/ MAR ERINI der Kranken an Feine Zeit gebunden/ welches[i opera MaE jedoch wenig/ auch ſelbſten die alte betagte Leuͤt/ ken m in Conſideration gezogen und behertziget: Denn! Denn aI der meiſte Theil der Menfhen úbergehet die Be oder? ifi trachtung der Natur/ und erweget nicht was zwar i l fúr eine Verbindung unſer himmliſche Vatter in als de Hi l | das Weſen ſeiner Creaturen geleget/ noch weni⸗ Malyi CE EPEN] ger/ daß man in den Gimplen und enfacdjen con- FE Qran cretis die allerkoſtbarſten Artzneyen haben und nehme gai herausbringen moͤge. viel 7. Es ſind aber der Kraͤuter eine ſolche un⸗ groſſet zehlbare Anzahl zu finden/ daß es unſerm Verſtand felbigi viel zu ſchwer kommet/ dieſelbe alle zu ergruͤnden: broche Auch die wenigſte derer Krafft und Wuͤrckung—keine. verſtehen/ dahero auch zu zweiffeln iſt/ daß /heiten wo ſie ſchon ein ſolches erkennet hätten/ ob jie Mi oder j deren genauen cxamination ſo denn vor dW Mfo fál Hand zu nehmen fich unterfangen wuͤrden. Denn bequet Die Praxis in denen fimplicibus eines Bluͤt Theils gar muͤhſam/ und einige fimplicia moe Beſck gen durch eine geringe præparation einen grof Tund$ ſen eftect thun. Zum Exempel: Wo der⸗ wahrt gleichen bey und mit dem Saltz oder Salpetert das C præpariret werden ſolten/ koͤnnen mit Tei unde ¢ n hin 3 gie en les /y und und t wel⸗ aͤneket ewah jeſung elches Leute/ Henn| e Be⸗ t was tter in| menis n cor- und he un⸗ ſtand inden:| rckung bdaß/ ob ſie or die Denn eines ia moͤ⸗ 1 groſ⸗ o Der ſalpeter denen⸗ ſelbi⸗ 532( 69.)&6 ſelbigen/ wo nicht alle/ doch die meiſte Kranck⸗ heiten gehoben und curiret werden/ weſſen man ſich ſonſten von denen Spiritibus zu verfehen und zu erfreuen hat. 8. Doch iſt dieſes dabey zu wiſſen/ daß ob⸗ ſchon manche concreta mit einer ungemeinen Krafft und Wuͤrckung durch die Natur verſehen ſind/ ſolche gleichwol noch um ihrer ſchweren operationen wegen/ uns ein und anderes Beden⸗ ken machen/ dieſelbige vor die Hand zu nehmen. Denn zum Exempel: Wenn einer an dem Lenden⸗ oder Nieren-Weh darnieder lieget/ ſo kan man zwar ſeine groſſe Schmertzen durch die Kraͤuter/ als da ift die virga aurca, Beccabunga, Althea, Malva, Sem. Dauci,&c, woraus man einen Tranck machet/ gar leichtlich legen und hinweg nehmen/ wo aber der Medicus dieſer Patienten viel hätte/ muͤſte er einen unbeſchreiblichen groſſen Vorrath dieſer Kräuter haben/ weilen ſelbige/ da ſie auſſer der ordentlichen Beit ges brochen oder geſammlet worden§wenig oder gar keine Krafft haben. Und weilen auch die Kranck⸗ heiten nicht zu jederzeit des Jahrs/ wenn dieſes oder jenes Kraut in feinem Flor iſt/ ſich ereignen/ ſo faͤllet es ſehr noͤthig/ daß man ſolche zu einer bequemen Zeit wenn ſie nemlich in ihrer vollen Blüͤt und Krafft ſtehen/ ſuche/ ſammle/ und nach Beſchaffenheit ſeiner Natur/ wohl aufftrockene/ und zum kuͤnfftigen Nothfall und Gebrauch verz wahrlich halte. Wenn nun dieſes unterlaſſen und das Gekraͤut nicht nach rechter Art auffgetrocknet und conſerviret wird/ ſo gehen ſeine Kräffte wo nicht gar/ doch um ein merckliches verlohren/ daß € 3 gar : k T EPET, *(70.) 665 gar wenige Hoffnung von ſeinem effect zu ma⸗ chen iſt: Dannenhero denn die Herren Doctores und Medici billig eine groffe Auffſicht auf ihre Apothecken zu machen haben/ auf daf die Urge| neyen dem Patienten zu Gluͤck ſchlagen. Und auf gleiche Art verhaͤlt es ſich mit denen Saamen/ Blumen/ Wurtzeln und Stengeln/ welche faſt nie⸗ mahln nach dem Lauff des Jahrs in ihrer vollen Krafft geſammlet und getrocknet werden: Da⸗ hero ſie ohne alle Wuͤrckung ſind/ und wenig oder gar keinen Nutzen und Vortheil geben. 9. Dicfem aber ungeachtet/ werden die Officinen und Apothecken immerfort mit neuen Kraäutern/ Wurtzeln und Blumen angefuͤllet/ ſe moͤgen nun geſammlet werden zu welcher Zeit es wolle. Wie denn bey ihnen ein ſo reicher Vor— rath jetzo anzutreffen iſt/ daß man leichter ein grof beladenes Schiff vom Port ſtoſſen und bewegen/ ale eine ſolche wohl- formirte Apothecken an dieſen oder jenen Ort verſetzen könte. Eine ſo heylſame und ſorgfaͤltige Auffſicht nun/ haben die Herren Medici und Phylici, bey dieſen ihren unterhabenden Apothecken/ die ſie vor Segens⸗ volle Geſundheits Brunnen außruffen/ und che fie ſelbſten ein capables Medicament bereiten/ ihre arme Patienten dahin anweiſen/ und mie| ein Quackſalber/ der viele hundert Recepra vol allerley Zufaͤlle abgeſchrieben/ keines aber da⸗ von verſtehet/ zu ſolchem Gebrauch anreitzen/ und der baldigen Geneſung mit dem Wunſch/ der liebe GTT gebe den Segen darzu/ ver⸗ fpern, Wer ſoll nunmehro verneinen kon⸗ nen/ daß nicht/ ohnerachtet die reiche Vorſehung GoOt⸗ GoOtt plicien Die mel Herret werdet 1 ſchreibe nidhi todte forder genaut zu erd die H (Mit moͤgte Artzne gaͤngl von il aber i te; ih uͤberd reft u effect ihrer s hervo (und verfal des gehef, oder! wird gelan zu ma⸗ ctores uf ihre Artze⸗ tnd auf amen f aft nit vollen : Da⸗ ig odit én die neuen let/ ſie Zeit es Vor⸗ n grof wegen/ en an Sine fo haben n ihren egens ind ehe ereiten/ nd wie pra por ser DA reitzen/ unſch/ ver⸗ n koͤn⸗ ſehung Got von ihnen nur verlanget würde. o 7r.) f Gottes/ uns mit ſo vielen Kräutern und Sim- plicien geſeanet/ und aus der Natur geſchencket/ die meiſte Patienten durch die Nachlaͤſſigkeit derer Herren Medicorum verkurtzet und verſaͤumet werden. 10. Thue ich auch wol unrecht/ wenn ich ſchreibe) daß unter unzehlich vielen Krancken/ nicht ein eintziger zu finden/ Der durch dieſe todte Artzneyen bloſſerdings curiret wuͤrde. Er⸗ fordert es alſo die Nothwendigkeit/ eine weit genauere præparation dieſer unſerer Simplicien zu erdencken/ wenn der Natur durch die Kunſt die Hand geboten/ und durch die cooperation (Mitwürckung) geholffen werden ſolle. Es moͤgten zwar von denen Simplicien ſehr viel gute Artzneyen koͤnnen bereitet werden/ die unum⸗ gaͤnglich den jenigen efect erwieſen/ welcher Alldieweiln aber in Verſaumung der rechten Qeit ihrer Blu⸗ te/ ihr meiſter Lebens⸗ Safft verlohren gehet/ uͤberdiß die Kraͤuter nicht jederzeit recht applici— ret und verordnet werden/ ſo ceſſiret auch der effect davon. 11. Indeſſen wird die Kraft und Tugend ihrer Natur durch unterſchiedene Wege der Kunſt hervorgebracht/ wenn mit und durch das kochen/ (und nicht nach Art der unerfahrnen Calenicorum, verfahren wird/ als wodurch das Geld und Leben des Menſchen nur zu Schanden und verlohren gehet) alle uͤberfluͤſſige Unreinigkeit und Cruditaͤt/ oder das rohe gifftige Weſen vertilget und getoͤdt wird/ als wodurch ſie zur vollkommenen Zeitigung gelangen/ rein werden/ und durch die Stuffen der E 4 Rei⸗ TERE ME TE o E E 332(72) 2% Reinigung aus ihren Banden tretten/ daf fie ihren verborgenen Geiſt/ der da gantz ærheriſch iſt/ von ſich geben und ſehen laſſen koͤnnen. 12. Alle Soͤhne dieſer edlen Kunſt ſind in ihrem Gemiffen verbunden/ und von GOFF darzu außgeſandt/ die alte Heydniſche Philolo⸗ phie mit ihren principiis zu befechten/ angeſehen diefe von denen alten als wunderwuͤrckende arca⸗ na hinterlaſſen/ und der Nachwelt recommendi⸗ ret worden ſind/ die ſie auch alſo angeyommen/ und als ein koſtbares diploma verwahhet behal⸗ ten/ nur ihre ignoranz und Unwiſſenheit deſto baß bemanteln zu koͤnnen. Denn die meiſte ſo ihrer Fehler bereits uͤberfuͤhret ſind/ ſuchen felbige noch immerhin aus Boßheit zu verber⸗ gen/ die andern aber/ die durch fleiſſiges Leſen unſerer Schrifften gelernet/ mwas fúr. grofe Geheimnuſſe in denen ſümplicien verborgen ſte⸗ cken/ beſtreben ſich dieſelbige zu erforſchen/ und ſetzen alle uͤbrige Dinge bey Seits; Weßhalben auch ich bewogen worden/ euch Soͤhnen dieſer Kunſt/ die Unvollkommenheit des alten Schlen⸗ drians derer Galenicorum hierdurch vor Augen zu ſtellen/ und wird es mich erffeuen/ mwenn ihr werdet begitrig ſeyn/ das fundament und die Warheit dieſer alleredelſten Kunſt aus dem Grunde zu ſuchen. Ich wiederhole euren Ruhm/ und verſpreche euch und der gantzen Welt/ laut meiner erſteren apologeriſchen Meynung/ ſatisfaction zu geben/ und die gruͤndliche Warheit an Tag zu legen; nur wil ich euch gebeten haben/ euren gefaſten Eyffer nach dem Maas der Billig⸗ keit abzumeſſen. Seget nicht Das sang: Ver⸗ angen langen welche. Der ZB die Na | dureh i nunfft weiſſen durch unverb ten Di I weiß g ſel in biß er verbeſſ Charg und a Stelle ein Lie erweiſ wolte Ja/ d dicam Lret/, Erfah ] ner di Geſetz er/ un ein kle um de du au aB fie ch iſt/ nd in NFTF lofo- eſehen arca- endie unen/ sehalz deſto meiſte uchen erber⸗ Leſen groffe n fte und alben dieſer chlen⸗ lugen wenn -und| aus euren Welt/ aung arheit aben/ illig⸗ Ver⸗ maen 9(73:) langen auf unſern Alcaheſt allein/ als Aurum welcher Das wahre Horizonralifhe Gold Horizons- der Weiſen iſt/ und negligiret dadurch taloi ber die Nachforfhung derer geringern/ mos 7 durch ihr denn gar leicht gegen Die gefunde Bere nunfft ſtreiten/ und den Weg zum roth⸗ und weiſſen Elixir gar verliehren moͤgtet/ als welcher burch eine ynd andere Corporaliſirung in denen unverbuͤndlich⸗ und dem Weſen nach unvermiſch⸗ ten Dingen erforſchet werden muß. 13. Nicht unbillig mag der jenige fuͤr un⸗ weiß gehalten werden/ der nicht ehender den Pin⸗ ſel in der Mahler⸗Kunſt zur Hand nehmen wil/ biß er des Apellis vollkommenes Venus Bild zu verbeſſern geſchicket ſeyhe: Oder der Diejenigen Chargen ſo ihm angetragen worden/ verſchlaͤget/ und allein auf die hoͤchſte und groͤſſeſte Ehren⸗ Stelle ſeine Hoffnung ſetzet: Oder auch/ der ein Liebes⸗ Werck an irgend einigen Menſchen erweiſen koͤnnte/ alfo lang darmit einhalten wolte/ biß er allen Menſchen zugleich helfe Ja/ der die Aufarbeitung allerhand guten Me- dicamenten in ſo lange verſchiebet und verſpa⸗ ret/ biß er dem Helmont und Paracelſo in der Erfahrung gleich kommen moͤge. 14. Ein ſolcher Menſch ſuchet GOtt in ſei⸗ ner diſpolition und Ordnung zu meiſtern/ und Geſetze vorzuſchreiben/ ſich ſelbſten aber betruͤget er/ und jchadet ſeinem Naͤchſten. Hat dir GOtt ein kleines Talent gegeben/ ey/ warum wilt du es um des einigen Pfunds willen vergraben? Wirſt bu auch wohl dem ſtrengen Urtheil GOttes ent⸗ Ès rinnen eA E ARSAN I OTA S C 7t) rinnen moͤgen? Oder wird dich nicht deine Faul⸗ heit aller Welt zum Spott machen? Die Gaben Gottes ſind uns derentwegen mitgetheilet/ daß wir ſie zu unſers Naͤchſten Nutzen gebrauchen ſollen/ vergraben wir dieſelbe/ oder laſſen ſie alſo verächtlich liegen/ fo empfinden wir nicht allein den groſſen Schaden und Verluſt/ ſondern bür⸗ den uns auch eine ſchwere Verantwortung bey GOTT auf den Hals. 17. Ich achte derowegen den jenigen ſo feine Beit auf Erforſchung natuͤrlicher Ge⸗ heimnuͤſſen wendet/ fúr einen rechtſchaffenen Arbeiter ſeines Tageswercks/ denn er gehet Stuffen⸗weiß/ und uͤberſiehet nichts/ wohin ihm ſein Beruff leitet/ er nimmet ſich eines nach dem andern vor/ biß er endlich Das Biel feins Wercks erreichet. Ja ſolte er auch in dieſer ſeiner vorgeſetzten Arbeit nur einen eintzigen Schritt verrichten/ ſo koͤmmt er gleichwol noch ehender gu ſeinem vorgeſetzten Zweck/ als der⸗ jenige der beſtaͤndig auf dem Platz verbleibet/ und nur bloß mit Speculiren ſich auffhält/ biß er ſeinen Sprung erhalten koͤnne. Der Philoſophen Geheimnuͤß iſt ein tanger Weg/ der einem neuen Anfaͤnger fremod und unbekant ſcheinet/ auch mit vielen frembden Dingen/ die von hohen Begriffs wegen koſtbar find/ beſtreuet lieget. Je näher man aber zur Vollkommen⸗ peit der Natur gelanget/ je geheimere Tugenden entdecken ſich. Ihre intervalla(dazwiſchen kom⸗ mende Anſtoͤſſe) ſind auf dem Wege unſers con⸗ creti gemein/ und finden ſich deren eine ſolche An⸗ zabt ehe man zum Zweck gelanget/ Daf ein neuer Anfaͤn⸗ Anfaͤn⸗ gar lek nicht d meiſter cuc/ ù aus Ji ret/ Del auſſero I ſer/ da buͤhrer logie tur vo vermit ſach/ als di gen fi anſtell Ding groffe unbet allen nehm der ve einem Man Die gı dem entde uber ande! groͤſſ man Faul⸗ Baben daß uchen e alſo allein buͤr⸗ g bey en fo Ge⸗ ffenen gehet wohin 3 nach feines diefet itzigen noch 8 der⸗ leibet/ fhalt/ Der Weg/ bekant die ſtreuet nmen⸗ zenden kom⸗ con- he An⸗ neuer Anfaͤn⸗ Sy 75.) 6 Anfaͤnger bey Uberſehung einer eintzigen Staffel/ gar leicht auf den Irꝛweg gerathen kan/ wo ihm nicht die Goͤttliche Fuůhrung/ als ein treuer Lehr⸗ meiſter bey der Hand leitet/ und wie den Haba⸗ cuc/ den der Engel des HErꝛn bey dem Schopff aus Judea durch die Wolcken gen Babel gefuͤh⸗ rtt/ den Weg zeiget/ welches jedoch ein mehr als auſſerordentlicher Weg iſt. 16. Iſt alſo der ſicherſte Weg zu gehen die⸗ ſer/ daß wir die von Gtt erlangte Talenea ge⸗ buͤhrender maſſen zu Werck richten/ und die ana⸗ logie(Gleichheit) aller Dinge wie ſie in der Na⸗ tur von GOtt geſchaffen ſind/ wohl betrachten/ vermittelſt dieſer Betrachtung auch ſo wol die Ur⸗ ſach/ woher dieſes oder jenes ſeinen Urſprung habe/ als die Wuͤrckung ſelbſt/ ſo mehrentheils vor Au⸗ gen lieget/ behertzigen/ und ein ſolches examen anſtellen/ nach welchem wir in Bereitung anderer Dinge/ die annoch verborgen liegen/ und von groͤſſerem Geheimnuͤß ſind/ ung richten/ und ein unbetruͤgliches particular nnd ſpecial Schema mit allen Philoſophiſchen Rechts⸗Gruͤnden faſſen und nehmen moͤgen; darbey iſt auch zu ermeſſen/ daß der verborgene Geiſt aller dinge weit herꝛlicher aus? einem als dem andern fubjecto zu ſcheiden ſey. Man findet auch unter denen coneretis(die uns die groͤſſeſten arcana in allen dreyen Reichen/ als dem animaliſch⸗ vegetabiliſch⸗ und mineraliſchen entdecken /) eine ſolche angenehme harmonie und Ubereinſtimmung aus der Natur/ daß eines des andern Schluͤſſel iſt/ welches auch mir die groͤſſeſten arcana entdecket. Und demnach/ wenn man beyde milciret/ durch die Krafft des da⸗ ztwiſchen 9(76.) éf zwiſchen kommenden termenrs/ der Spiritus durch eine wuͤrckende Krafft zu einem weit hoͤhern Grad/ als er zuvor geweſen/ zu bringen iſt. 17. Über dieſes muß ich auch gedencken/ (wenn wir anderſter als warhaffte Zeugen handeln wollen /) daß dieſe Offenbahrung der Natur nicht ohne Muͤhe und Koſten ſey: Anerwogen/ auſſer denen benoͤthigten Lebens⸗Mitteln/ auch ein Mann fúr Oeffen/ Glaͤßer/ Kohlen/ und dergleichen zu ſorgen hat/ ſich Dienſtboten halten/ und allerhand Materien und Inſtrumenta, als Waag/ Zangen/ und dergleichen kauffen und anſchaffen muß/ welche Ko⸗ ſten/ wenn nach gehends nichts gefunden wird/ wo nicht gar die delperation, doch zum wenigſten einen Verdruß und Unwillen erwecken/ zumahl wenn der vermeynte Philoſophus daruͤber gu einem all gemeinen Spott der Leute geworden. Solte man nun ſo ſchlechter Dings jemand zu dergleichen ope⸗ rationen anfriſchen/ ſo wuͤrde man bey widrigem Erfolg der Arbeit demſelbigen vielmehr Ungedult und Zaghafftigkeit verurſachen/ als ferner in denen Philoſophiſchen Wiſſenſchafften fortzufahren/ einen Muth machen. Was aber begierige Sucher und Soͤhne der Kunſt ſind/ die haben fuͤr ſich ſelbſt einen Trieb/ und laſſen alle vorbeſagte Einwendungen und Gegenſaͤtze ſich zur Fuͤhrung dienen. Ehe ich aber ſchlieſſe/ ſo muß ich dir/ o Leſer! noch mit kur⸗ tzem/ zwey wahre Marquen oder Kennzeichen eines vernuͤnfftigen und verſtaͤndigen/ denn auch eines thoͤricht⸗ und verkehrten Menſchens/ in Nachfor⸗ ſchung der natuͤrlichen Geheimnuͤſſen vorſtellen/ woraus du klaͤrlich finden moͤgeſt/ wie das gute zu behalten/ das boͤſe aber zu verwerffen ſey. Da a Von d veri i. meſſen i und ohn rationes nem vo than. verkehrt der Nat iugroſſe ſeltſame Dennl dern Q ailerger ihrem nigen T genon dieſelb⸗ Weg| leitung durch d ſichern cin alle 3 fak gu diis zu vor die durch Grad/ ncken/ andeln P nicht auſſer Mann hen zu rhand n/ und jé Ko- D/ wo einen wenn n all⸗ e man lope- rigen gedult denen einen r und einen ungen he ich t kur⸗ eines eines chfor⸗ ellen/ gute Das 2 77.) Das 15. Capitel. Von denen Kennzeichen und Marquen/ verkehrter Unterſucher derer natuͤr⸗ lichen Geheimnuͤſſen. I. Jer werde ich noch in etwas Meldung thun von denen jenigen/ die da gar ver⸗ meſſen in das freye Feld der Philoſophen tretten/ und ohne eintzigem Verſtand die Chymiſchen ope⸗ rationes zur Hand nehinen/ davon bereits in meis nem vorigen vierten Capitel einige Meldung ge⸗ than. 2. Es iſt aber mehrentheils die Gattung verkehrter Laboranten in dem geheimen Cabinet der Natur/ leichtglaubig/ betrogen/ und von all⸗ jugroſſem Vertrauen/ dahero ſie auch eines gar ſeltſamen hameurs und wunderlichen Ginnes find. Denn bald fallen ſie auf dieſen bald auf einen an⸗ dern Weg/ biß ſie ihres Unvermoͤgens auch in denen allergeringſten Artzneyen uͤberfuͤhret worden. Zu ihrem Vorſatz wehlen ſie ſich gemeiniglich die jes nigen Tractaͤtgen und Buͤcher/ die mit ihrem vor⸗ genommenen Labore einſtimmig/ wenn auch ſchon dieſelbige von einem weit andern und practicablern Weg handeln/ und zu anderwaͤrtiger Praxi An⸗ leitung geben/ ja einem bereits erfahrnen Artiſten durch die wahrſcheinliche Proben zu dem wahren ſichern Weg und Weſen der Krafft⸗vollen Medi⸗ cin allein die Spuhr weiſen. 3. Werden ſie nun genoͤthiget/ ihren Vor⸗ ſatz zu aͤndern und etwas fleiſſiger in denen Stu⸗ diis zu ſeyn/ ſo nehmen ſie allerhand Aurores vor die Hand/ ſchreiben die vornehmſte Sachen dar⸗ i EO O EYE — EF AE ES E VN Aa ET MATAN S32(738.) 26 daraus/ und halten ſolche fuͤr ein ſehr groſſes Ge⸗ heimnuͤß: Denn ſie ſind der veſten Meynung/ daß ſie allbereits unter der Zahl der Philoſophen ſtuͤnden/ und denen Adeptis in potentia(Den| wiſſen nach) gleich waͤren/ ja alles dieſes auch præſtiren koͤnten/ was ſie geleſen oder gehoͤret. Die meiſte davon ſind Plauderer und auffgebla— ſene Prahler/ und ohnerachtet ſie ſich ſelbſten bey ihrer vorgeſetzten Arbeit noch allerhand dubia und Scrupel machen/ ſo ſchreyen ſie ſich dennoch aller Brten fuͤr Kuͤnſtler aus/ promittiren groſſt Sachen/ und ſtellen ſich als waͤren ſie allbereits ſchon zum Zweck gelanget/ halten ſich fuͤr groſſe Meiſter/ und ſind in Warheit der experienz nadh nur allzugering und klein/ wenn ſie ſchon nach ihrer Einbildung ſich uͤbergroß duͤneken. Ihn herꝛliche Qualitaͤten und ſehr hohen Verſtand/ zie⸗ hen ſie allen andern vor/ und faſſen gegen die/ O Schande! welche einige Zeit der Kunſt nachgefor⸗ ſchet/ aber noch nichts nutzliches finden koͤnnen/ einen ſolchen Haß und Neyd/ als ob ſie wuͤrcklich die Haut des Bären zu verkauffen haͤtten/ da dieſer doch noch nicht von ihnen gefangen und erleget worden. 4. Und ſolcher Geſtalt ſtellen ſie ſich vor/ daß wenn entweder der Liquor Alcaheſt, oder der Phi⸗ loſophiſche Stein/ oder beyde zugleich von ihnen bereitet und zuwegen gebracht waͤren/ ſie durch dieſe Mittel Reichthum nach Wunſch/ und Kleino⸗ dien ſo viel ſie begehrten/ und Wein genug/ um ſich luſtig zu machen/ das ewig⸗waͤhrende Licht und fluͤſſige Gold/ als welche die nicht zu entdeckende Geheimnuͤſſe der Magie ſeyen/ erlangen und uͤber⸗ kommen koͤnten. Des Helmont und Daracelli Ge⸗ hejm⸗ heimnuͤ rizonta rum(oi riſche ð des Leb ten fief 5. in ſein cken zu Ewigk forſchen Anfan tzer Zn Naͤchf geih p Sinn ſie ihn Andac vergni nicht i waͤre: fin y vonne ich vo d nen u ſuche ju mu heimn doch! Lehrn zuein Mitt ſes Ge⸗ g/ daß oſophen a(ğem| ſes auch zehöͤret. ffgebla⸗ ten bey zia UND ch alfer groſſe lbereits r grofi 32 Nach n nad Ihre nd/ zie⸗ die/ O hgefot⸗ neinn ie Haut h nod N. or/ daß er Phi⸗ ihnen e durch Lleino⸗ um fih ht und eckende 5 úber 1G Ge pein 32(79.) 28 heimnuͤſſe find ihre allgemeine experimenta bag Ha- rizontaliſche Gold/ und das primum ens Perla- rum(loder erſtes Weſen der Perlen) das Elementa- riſche Feuer des Sulphuris Veneris, der Mercurius des Lebens und andere dergleichen Dinge mehr/ hal⸗ ten ſie fuͤr ihr einiges divertiſlement und Ergoͤtzen. 5. Doch es iſt Zeit/ einen ſolchen Artiſten auch in ſeinen Entzuͤckungen und andaͤchtigen Gedan⸗ cken zu betrachten; dieſer gehet in das Licht der Ewigkeit/ goͤttliche und himmliſche Dinge zu er⸗ forſchen/ die Barmhertzigkeit und Milde iſt der Anfang und das Ende ſeines Thuns/ und ſein gan⸗ tzer Zweck zielet auf die Huͤlffe ſeines krancken Naͤchſten/ er fliehet allen Hochmuth und Ehr⸗ geitz/ verachtet die eitein Begierden und den ſtoltzen Sinn/ als Laſter die nur bey andern vorgehen/ und ſie ihn hierinnen uͤbertreffen/ und in ſolcher heiſſen Andacht wendet er ſich zum Werck/ lebet in ſich vergnuͤget und laͤſſet ſich niemahln finden/ daß er nicht mit zwey⸗ oder dreyen Kernſpruͤchen verſehen waͤre: Kurtz zu ſagen/ er treibet mit aller Macht ſein Werck/ md arbeitet noch ein mehrers als vonnoͤthen/ welches alles ins beſondere zu erzehlen/ ich vorgenommener kurtze halben unterlaſſe. 6. Ich wende mich aber zu denen operatio⸗ nen und Recepten unſerer Laboranten ſelbſt/ und ſuche ſolche ein wenig genauer zu durchgehen und zu muſtern/ weil ſie behaupten/ daß es lauter Ges heimnuſſe und Warheiten ſeyen/ die nicht truͤgen; doch wil ich mich keines weges als einen erfahrnen Lehrmeiſter darinnen aufffuͤhren/ wenn ich ſchon da⸗ zueiniges Belieben trüͤge/ angeſehen ich nicht wenig Mittel und Wege weiß/ durch welche wol tau⸗ fenders a a Aa a ata iini a AnA e AT j k— 4 sisii 2(30.) 26 ſenderley Sachen ſind vorgenommen worden/ un ſolche zum Ende zu bringen. 7. Es machen ſich aber indeſſen dieſe vermeyntt Philoſophi von dem Stein der Weiſen einen ſol⸗ chen einfaͤltigen Abriß wider der wahren Philoſo⸗ phen hinterlaſſene Schrifften/ daß ſie ſich/ bey Er⸗ wegung was er an ſich ſey/ und woraus er zu berei⸗ ten/ bereden/ alſo gleich zum Zweck zu kommen/ hal⸗ ten auch fuͤr gewiß/ daß ihnen kein beſſerer Entwurff oder theathraliſcher Auffzug koͤnte und moͤgte vor⸗ geſtellet werden/ als dieſer iſt: Denn mehrern Theils fallen ſie gantz ungereimt auf eine ſolche Materie, worinnen ſte glauben/ daß ihr Zweiffel gehoben ſey/ und nennen es mit Namen/ rühmen auch ihre operationes und Bereitungen auffs hoͤch⸗ fte Sie ſchreiten uuverzuͤglich mit der gröſten Begierde zur Arbeit/ und haben keine Furcht daß ſie fehlen koͤnten. Alle Dinge von einem geringen Schein verachten ſie/ weil ihr Geiſt mit dem Meiſter⸗ ſtuͤck der groſſen Philoſophen pranget/ und halten alles fur nichts/ weñ es auch nur eine Mediein geben ſolte/ die bey vorfallenden Kranckheiten das ihrige thun koͤnte; haben alſo mit keinem andern Ding als dem groſſen Philoſophiſchen Werck allein zu ſchaf⸗ fen/ und mit geringen und veraͤchtlichen Dingen/ wollen fie wedeꝛZeit/ Arbeit noch Muͤhe vollbringen. 8. So bleiben denn dieſe eingebildete Philolophi tumme und unverſtaͤndige Leute/ die wieder ihren Willen mit groͤſter Vermeſſenheit ihr Brod und Gluͤck nur allein durch Betrug ſuchen/ dannenhero ihr Ende nichts denn ein erbarmlicher Jammer iſt. Sie haben weiter keinen Verſtand/ als eine unge⸗ gruͤndete Einbildung/ und moͤgen wol fuͤr rehte unver⸗“ $ bot unverſt den. N einen C nicht pe Húche menter hin in d mag. X fichet einens heraus nicht d allezeit kuͤmme d 2: er fich i gerer P bildet ſtand z Hiter fi fahren ein and mit der fortgeſ det/ ſo dieſer Parace dieſelb die die erſtieg Stille operat daß de en/ uni meynte ien fol hiloſo⸗ sey Er Uberei⸗ en/ hal⸗ twurff gte vor⸗ nehrern e ſolche zweiffel ruͤhmen] f8 hoch: groͤſten daß ſi exingen Neiſter⸗ halten ngebe 3 ihrige jing alg u ſchaf⸗ Jingen! ringen. oſopbi t ihien| od und enpero mer ifi e unge⸗ p rechte| unber⸗ 8(81.) E85 unverſtaͤndige Idioten angeſehen und gehalten wers den. Machet auch ſonſt ein geſchickter Mann ſchon einen Entwurff von einem ſolchen Dinge/ ſo er nicht verſtehet oder begreifft/ und nim̃t eg aus denen Buüchern/ ſo weiß er gleichwol nicht allezeit den mentem(Verſtand) ſeines Autoris, dahero er bloß⸗ hin in das ungewiſſe ſchreibet/ daß es niemand faſſen mag. Bleibet alſo hier das Spruͤchwort wahr: Er ſiehet nach denen Sternen/ und faͤllet uͤber einenStrohalmen. Denn endlich kom̃t ein nichts heraus/ und will er ſo denn lieber nicht ſeyn/ indem er nicht dem groͤſten gleich mag ſeyn/ dahero lebet er allezeit im verborgen/ in lauter Sorge und Be⸗ kuͤmmernuͤß. 9. So lange noch ſeine Hoffnung bluͤhet/ haͤlt er ſich dem Hermes gleich/ nur daß er noch ein juͤn⸗ gerer Philoſo phus als jener iſt/ und in der Theorie bildet er ſich ein denſelben an Weißheit und Ver⸗ ſtand zu uͤbertreffen. Sobald aber das Eyß⸗graue Alter ſeiner hohen Gedancken ſich leget/ und die Erz fahrenheit ihm den Außſchlag weiſet/ ſo faſſet er ein anderes Concept. Und ſo lange auch der Beutel mit denen Pfenningen geſpickt iſt fo wird die Praxis fortgeſetzet/ ſo balden aber der Mangel ſich einfin⸗ det/ ſo erkennet er die Fehler/ und daß die Graͤntze dieſer theuren Philoſophen des Helmontü und Paracelſi uberſchritten worden. Nun haͤlt er erſt dieſelbige fuͤr einige wahre Meiſter der Kunſt/ die die Gipffel der Reichthums- vollen Berge erſtiegen/ addreſliret ſich von neuem in der Stille an ihre Schrifften/ und wil nach ihren operationen verfahren; wer ſolte nun beſtreiten/ daß dadurch nicht Armuth komme? Denn es 3 muͤſſen muͤſſen Glaͤſer/ Kohlen/ Inſtrumenta und aller⸗ hand noͤthige Materialia angeſchaffet und gekauffet werden/ wobey mit zurechnen der Arbeits⸗ Lohn/ verſchiedene Arten von Oeffen/ die er taͤglich ma⸗ chen und veraͤndern muß/ welches alles zuſammen gar bald aus einem reichen einen armen Mann machen kan. Doch dieſe Philolophi muͤſſen ihre Sachen wohlfeilen Kauffs haben/ obwol dieſe Proceſſus hier und dar insgeſambt ſehr koſtbar fallen. Wenn auch bey dieſem Unternehmen an⸗ derſt keine Beſchwerlichkeit/ als ein Unterhalt vor einen einigen Menſchen auf zehen oder zwoͤlff Jahr/ und doch dabey kein Gewinſt zu hoffen waͤre/ wuͤr⸗ De eine groffe Erbſchafft erfordert werden/ um dieſes Werek fortzuſetzen/ und die Koſten ertra⸗ gen zu helffen. zo. Yeun bilde fich jemand ein/ auch ſelbſten deg reichen Cræfi Soage zu beſitzen/ ſo lebe er doch verſichert/ daß am Ende ſeines Wercks alle Muͤhe vergebens iſt. Denn kein eintziger Philo⸗ ſophus wird gefunden/ der alſo vollſtaͤndig ein Vergnuͤgen in ſeinen Schrifften geſtellet haͤtte/ daß man ohne groſſe Koſten und mit wenig Ko⸗ len und Glaͤßern das hohe Werck der Weiſen in der kuͤrtze ergruͤnden koͤnte. Trettet ihr nun bey dieſer meiner Vorſtellung ohne Vorſehung des groſſen GOttes mit einer bloſſen Einbildung in die Schul der Laboranten und machet euch die Hoffnung/ alle Koſten wieder zu finden/ ja euch weit begluͤckter als vorhin zu machen/ ſo gehet nur getroſt hinein/ und verſuchet es/ ſehets und erfahrets/ ob der Mangel euerer Mittel euch nicht bald heraus ruffen/ und von pon ey geneigt Whilofi genach ihre re muths haben Beſtur noch w halten, Schm ſtelle ſt ſerer P ren Ri groͤſter ihren Vond Byrotec Dorf Gehe werde -G Q Tarbe ander gantz ſichs die da d aller⸗ ekauffet 2 Lohn/ ich ma⸗ ammen Mann ſen ihre ol dieſe koſtbar ien an: alf vor Jahr/ / wuͤr⸗ um ertra⸗ ſelbſten lebe et cks alle Philo- dig ein haͤtte/ lig Ko⸗ Weiſen ihr nun ſehung bildung et euch finden/ lachen/ chet es/ euerer und von S3(83.) 26 von eurem Vorſatz abziehen werde. Dieſes nun geneigter Leſer/ iſt das Ende unſerer erzehlten Philoſophiſchen Schaar/ die ſich ſoſche Hoffnung gemacht/ und nun mit Jammer bekroͤnet wird/ ihre reiche Saat iſt zu einer betruͤbten und Ar⸗ muths⸗vollen Ernde geworden/ und die Mittel haben ſich verlohren/ ſie aber ſelbſten ſtehen in Beſtuͤrtzung und Betruͤbnuͤß. Ich moͤgte ihnen noch wol eine empfindliche Satprifche Lob- Rede halten/ wenn aber denen Betruͤbten weiter keine Schmertzen zu machen ſind/ ſo uͤbergehe es/ und ſtelle ſie allein gegen die wahre Soͤhne dieſer un⸗ ſerer Philoſophiſchen Kunſt/ als welche den wah⸗ ren Verſtand der Chymie allein haben/ und mit groͤſter Klugheit nach denen wahren principüs ihren Zweck richten. Das 16. Capitel. Von denen wahren Keñzeichen eines in der BDyrotechnie Studirenden/ ob nemlich deſſen Vorſatz in Durchgehung derer natůrlichen Geheimnuͤſſen mit Nutzen moͤge geendiget werden/ und wie er zu der Jahl der wahren Philoſophen durchs Feuer gelan⸗ gen koͤnne. f. KD wir die verkehrten Laboranten in etwas genauer betrachtet/ und ihre Farben vorgezeiget/ wie ſie nemlich auf ein nnd ander Geheimnuͤß alſo lange ſich legen/ biß ſie gantz verdorben und zu Spott worden/ ſo wil ſichs auch gebůhren Das Kennzeichen der jenigen/ die das groſſe Buch der gantzen Natur vor die F 2 Hand 9(84.) 86 Hand genommen/ und durch den Segen GOttes mit einem erwuͤnſchten Succels ihres laboris durch⸗ gangen/ zu entdecken/ und hierdurch an Tag zu legen. Es wiedmet ſich aber ein jeder ſolcher Schuͤler dem Fleiß von ſeiner Kindheit an/ und wenn ſeine Jahre in etwas ſind herbey getretten/ ſo ſtehet ſein gantzer Wille in der Arbeit/ wie er denn mit allem Fleiß nur ſtetigſt dahin trachtet/ daß er GOTT und ſeinem Nebenmenſchen mit per Gabe die ihm GOTT verliehen hat/ treu und redlich dienen moͤge; das eitele Weſen und Die Herꝛlichkeit dieſer Welt verlaͤſſet er/ weilen fie lauter Pein bringen/ und£eib und Se! ing Ver derben ſtuͤrtzen. Vom angenehmen Hof— Leben mag er auch nichts hoͤren/ und ift ihm eint Laſt wenn er daran gedencken foll. Die Zanck⸗ ſuͤchtige Schaar der Rechtsgelehrten halt er fúr das Fegfeuer/ und aͤuſſert fich ihrer Advocaten Streiche: Er wil einig nur zur Praxin ſchreiten und mit keiner ſpeculation zu thun haben. In Summa/ ein rechtſchaffener Artiſt erkennet wohl/ daf dieſes Leben nur ein Kampff⸗Platz ſey/ in welchem wir das Ziel unſers irrdiſchen Lauffs ab⸗ meſſen/ und nach der Ewigkeit einrichten muſſen/ wenn wir wollen zu GOtt kommen. Sein gantzes Leben opffert er dem lieben GOT allein/ und ſuchet jedermann durch ei⸗ nen reinen Wandel gur Tugend zu reitzen. All⸗ dieweilen aber ſein Vermoͤgen unvollkommen/ ſo gehet er in ſich/ und erkennet ſeine Schwachheit/ jaget nach der Seligkeit/ und iſt allein befliffen/ ſein Gemuͤth täglich zu verbeſſern. Er gaffet nicht auf anderer ihr thun/ ſondern iſt da suhet? muͤhet Preiß Nächf die Ge Arbeit AIS we fer felt auf di⸗ Hefei i 3 Seger Unſers ſteln ſes iſt mens einen Denn t unſern und C gereitze Seele hinder 4 ihr Ir mas fi feib ir ſeye/ Urſach Daf et eurer laſſet landes und 1 BOttes s durch⸗ Tag zu ſolcher und tretten wie er rachtet/ en mit / trey èn und weilen 5eel ing n Hof yni eint Zanck⸗ er fir Ocaten⸗ breiten In wohl/ p/i iffs ab⸗ nuſſen/ lieben wch ei All⸗ ten/ fo ichheit/ fliſſen/ gaffet ein be⸗ muͤhet/ R(3s) múhet/ fein von GOTT erlangtes Pfund gunk Preiß ſeines Schöpffers anzuwenden/ und feinen Naͤchſten gutes zu thun. Seine ſtete Ubung iſt die Gottesfurcht und ein rein Gebet: In ſeiner Arbeit gehet er erſt den Weg zu wahren Artzneyen/ als worinnen—Ottes Wunder und der Schoͤpf⸗ fer ſelbſt erkennet wird/ und feger feinen Grund auf die unbewegliche Warheit/ und der Sachen Beſchaffenheit. i z3. Welchem hat es jemahls doch an dem Segen GOttes gemangelt/ der nach der Lehre unſers treuen Heylandes und ſeiner heiligen Apo— ſteln Vermahnung mit Gebet angehalten? Die⸗ ſes iſt der Haupt⸗Zweck unfers thung/ ut tit mens fana in corpore fano;(damit ung GoOtt einen unbefleckten Leib und reine Sinne gebe) denn wie nuͤtzlich das Gebet ſey/ erkennen wir an unſerm irꝛdiſchen ſchwachen Leib/ deſſen Gemuͤth und Sinne taͤglich durch die Luſte des Fleiſches gereitzet und gezogen werden/ als wodurch die Seele nur beflecket und in ihrer Bewegung ge— hindert wird. 4. Erkennet doch hieraus und lernet/ O ihr Irꝛdiſchen/ eure Sterblichkeit! Erweget/ twas für einer Laft und Buürde euer ſterblicher Leib in dieſem vergaͤnglichen Leben unterworffen ſeye/ und betrachtet/ ob ihr nicht mit Hiob Urſache habet/ euch den Tod zu wuͤnſchen/ auf daf euere Welt⸗ Sorgen/ und das Elend eurer Schwachheiten in das Grab kommen; laſſet euch den Vorgang eures werthen Hey⸗ landes zu einer gleichmäſſigen Barmhertzigkeit und mitleidenden Ta gegn die Krancke 3 und e PAARE, f- Zae taa aa s A AAE S32( 86.)&5 und Schwache leiten/ damit ihr einig nach dem Exempel dieſes treuen Artztes und ſeiner Lehr— Juͤnger/ eueres groſſen Schoͤpffers Wunder⸗ Krafft in denen Artznehen kund machet/ und jal Feinen Reichthum ſuchet. Dieſen Fußſtapffen folgen auch die wahren Soͤhne unſerer Kunſt/ als welche mit einem inbrünſtig⸗ eyfferigem Gebel ſo wol/ als ſtetswaͤhrender Nachforſchung in de⸗ nen Geheimnuſſen der Natur/ durchs Feuer ſich auffmuntern und befleiſſigen/ um Hulffe ünd Wie⸗ dergeneſung ihrem ſchwachen Naͤchſten zu ſchaffen/ als von welchem ſie auch Mitglieder ſind; und durch fleiſſige ſpeculation den Segens⸗vollen Ein⸗ fluß des Himmels zu erlangen/ auch die allervor⸗ trefflichſte Artzneyen zu ergruͤnden/ zu welchem Ende ſie das Exempel ihrer Vorfahren nehmen/ und ſich nach der Lehr des heiligen Apoſtels richten: Pruͤffet alles/ das gute behaltet. Erfos⸗ ſchet wohl den Galenum, Hippocratem, Avicen: nam; Rhalin, Meſuen, Fernelium, Sennertum,&c. was ſie altes oder neues haben/ auch was biy ihnen ſich wahr befinde: Schäͤrffet euern Ber ſtand/ und ſehet was zur maturation in der Praxi dienlich/ oder was zu beyden das meiſte conti⸗ buiren moͤge. Ein wahrer Adeptus durchſtriegelt keines eintzigen wedicamenta ſo bloß hin/(wie vieler ihre Gewohnheit iſt) oder ſchreyet ſie fuͤr et⸗ was untaugliches aus/ ſondern examiniret ſolche erſt beſcheidentlich/ und urtheilet ſo denn aus det Prob/ ob ſelbige derer Scholaſticorum Vorge— ben nach/ als worauff er ſo gedultig gewartet/ nützlich ſey/ zu Werck gebracht und claboriret worden. fE alles Tag und bild vorn Deut mafe aber word fiche in g herv nuon reti mit ſtaͤn ch dem r Pehr zunder⸗ und jA ftapfen f nſt/ als Gebet g in de⸗ uer fih oiv] nae chaffen/ s undi en Ein⸗ llervot⸗ belchem ehmen/ richten: Erfot⸗ Avicen- Im,&c. pag bej n Rer st Praxi coutri- triegelt /(wit fuͤr et⸗ t folde zus det Vorge⸗ vartet/ boriket 5. Eõ g3(37.) 2 s. Eg fey nun wie ihm wolle/ ſo kommet alleg auf die Probe an/ denn diefe allein an den Tag muß legen/ ob die Kunſt nach denen Schul⸗ und Univerhitátg- Principiis(die nut ein Sinn⸗ bild und Vorſtellung des jenigen Stalls/ welchen vormahls Der Hercules gefdubert gehabt/ oder deutlicher zu geben/ ein ſolcher verwirꝛter Miſch⸗ maſch ſind/ die zum theil erlogen und falſch/ zum theil aber laͤcherlich und gefaͤhrlich ſich befinden/ trackiret worden. Ich meines Orts/ kan einem jeden Ver⸗ ſicherung thun/ daß uns die Natur ſo viele ſimplicia in groſſer Krafft und Tugend mitgetheilet/ und hervor gegeben/ welche nad ihrer rechten præ para⸗ rion und Genieſſung/ wenig Kranckheiten ohncuri- ret uͤbrig laſſen werden. Wenn wir aber die Zeit mit ihren geſetzten Faͤllen/ Eintheilungen und Um⸗ ſtänden/ in welcher dieſe nach Unter ſchied ihres Wachßthums hervorkommen/ ein wenig mit Um⸗ ſtanden betrachten/ ſo finden wir/ daß nach jenem Spruͤchwort: Non omnis fert omnia tellus;(ein jedes dand bringet nicht alles hervor/ ein jegliches mit ſeinem Wachßthum ſich nach dem Erdreich richte/ dahero auch ein jedes zu ſeiner beſtimmten Zeit gebrochen/ geſammlet/ auffgedoͤrret/ und vers wahrlich gehalten werden muß/ wenn es bey gleichmaſſiger rechten præparation und applica- tion,(Gebrauch) dem Krancken und Siechen helffen und ſeine beyoͤrige Wuͤrckung außuͤben ſol; zumahlen bey ſothanen Beſchaffenheiten ein eintziges von dieſen limplicien genugſam vermoͤgend ſeyn wird/ alle Schwachheits⸗Faͤlle gus dem Grund zu heilen und hinweg zu nehmen. Bleibet es alſo wahr/ daß der je nige/ ſo den Namen eines ſch q 5 8 4 b SEPERATE FER FAR SERRA *9 ie a ee ES CA E S3 88.) 25 ſchaffenen und wahren Phyſici fuhren wil/ eine noch weit mehrere Erkaͤntnuͤß als von denen im plicien haben und wiſſen muͤſſe/ wo er anderſter in ſeiner Praxi nicht fúr einen unweiſen und unverſtaͤn⸗ bigen Medicum gehalten werden ſoll. 6. Man durchgehe nur den uͤbergroſſen Catalogum ſo vieler Kranckheiten/ die von Tag zu Tag ans Licht kommen/ und deren viele da⸗ von von unſern heutigen Merhodiſchen(neuen) Poctorn, für unheilbar gehalten werden und ſetze noch dazu/ was man ſelbſt von ihnen founs zehlich wahrgenommen/ da ſie dieſe und jene Kranck⸗ heit nicht curiren koͤnnen/ und falle einen Spruch darauff/ ob nicht ein groſſer Unterſcheid zwiſchen ihren und der wahren Adeptorum Artzneyen fepe?| Ich verſtehe aber unter dem Titul eines allein nur denjenigen/ der von dem lieben zur Kunſt beruffen und geſandt/ nicht aber und in der Schule zu einem Doctor erklaͤret worden. J. So nun dieſes alles ein treuer Sohn und Kunſtbegieriger erweget/ und die Untuͤchtigkeit dieſer allgemeinen Artzneyen ſich vorſtellet/ ſo wird er ſchon von ſelbſten ſich befleiſſen/ andere Wege und Mittel zu ſuchen/ daß er die von GoOktt geſetzte remedia der Gebuhr nach bereite/ und nach dem wahren Weg arbeite. Denn hoͤret er von ſolchen Medicameuten/ die von wahren Adeptis ge⸗ ruͤhmet und recommendiret worden/(dergleichen eigentlich diejenige ſeyn und heiſſen moͤgen/ die aus der Natur flieſſen/ und alle Kranckheiten/ ſo die Alten fuͤr unheilbar gehalten/ hinweg nehmen /) ſo muß er alſofort ſich beſtreben/ dieſelbe ſelbſt zu a gehen/ Adepti GoOtt durch creiret und gehen/ ſeinere lichen! alſo di 8 und P es auſf Querc Baſiliu fich feb zeuget techni vernur und d wie ich erſtern ſchrieb ten Ai trachtt Medic und fli ſparet, ihn an undB ſchaffe ſagen. vernuͤn zu We erfolg die Ha gunerſckh ſolchen ne noch plicien ſeiner erſtaͤn⸗ groſſen n Tag le Das euen) und ſo un⸗ ranck⸗ prach iſchen ſehe? depti BOtt durch t und nund igkeit ſo ndere von und von S ge⸗ ichen aus ) die /) f0 irch⸗ hen/ c32(389.) è6 gehen/ um zu erſorſchen/ ob das ſchrifftliche Zeugnuͤß feiner gefunden Vernunfft/ ſambt deren unumſtoͤß⸗ lichen Gruͤnden/ in der Praxi auch fundiret ſey/ und alſo die Probe ſelbſten vor die Hand nehmen. 8. Belangend nun dergleichen experimenta und Proben ſolcher fo wichtigen Artzneyen/ ſo ſind es auſſer Zweiffel diejenigen/ welche uns Paracelſus, Quercetanus, Suchten, Helmont, und vor dieſem Baſilius Valentinus, hinterlaſſen/ die/ wie ſie an ſich ſchon eines redlichen Gemuͤths genugſam uͤber⸗ zeuget find/ gleichwol um ſo mehr aug der Pyro- technie entdecket und erlaͤutert werden/ damit ein vernunfftiges Gemuth ſich um ſo leichter finden/ und die Großſprecher daraus widerlegen koͤnne/ wie ich denn hiervon weitlaͤufftig genug in denen erſtern Capiteln dieſes meines Tractaͤtgens ge⸗ ſchrieben habe. 9. Wir betrachten alſo fernerhin den wah⸗ ren Artiſten/ welcher in der practicaliſchen Be⸗ trachtung den nichtswuͤrdigen Methodum der Medicin(welchen faſt alle Welt verehret) ſcheuet und fliehet/ und keine Arbeit/ Muͤhe noch Koſten ſparet/ was zu Ergruͤndung wahrer Geheimnuſſe ihn anfuͤhret. Dieſer iſt bereits ein Hypothecarius und Beſitzer allerwahren Wiſſenſchafften und recht⸗ ſchaffenen Geheimnuſſen/ die ihm keine Huͤlffe ver⸗ ſagen. Sehet alſo mit was gruͤndlichem Beweiß und vernuͤnfftiger Uberlegung ein rechtſchaffener Artiſt zu Werck gehe? Er faſſet eine veſte reſolution, und verfolget ſie/ und wenn er einmahl was gewiſſes vor die Hand genomen hat/ fogeheter in feinem Vorſatz unerſchrocken fort/ ſiehet ſich aber auch bey allen ſolchen Geheimnuͤſſen wohl vor/ und ſolte er ſchon &Q r Ss ein 922(.) 265 ein und das anderemahl fehl gehen ſo unterläͤſſt er doch das forſchen nicht/ biß er endlich unope hofft zu ſeinem Zweck gekommen. Er erkennet und bewundert zwar ſeinen Pflichten nadh die úber groſſe Geheimnuͤſſe/ gleichwol aber iſt er nicht be⸗ gierig alſo gleich ohne GOttes Willen ein voll kommener Meiſter der allergroͤſten Medicamenten zu werden/ er verachtet keineswegs die geringen Wiſſenſchafften ſo ſich in der Warheit gruͤnden und nimmt willig zu handen/ was nur gutes auch aus denen allerſchlechteſten Dingen zu bringen iſt. 10. Die Ehre ſeiner Wiſſenſchafften leget er GOtt allein zu/ als von welchem alle Weißheit und Erkaͤntnuͤß urſpruͤnglich gekommen/ und vergraͤbet fein empfangenes Talent nicht/ fonden employiret alle ſeine gefundene unbetruͤgliche Pro⸗ ben und experimenta, zum Dienſt und Nutzel ſeines Naͤchſten/ wodurch ihn denn der liebe GOtt an Erkaͤntnuͤß und Verſtand je mehr und meht ſegnet und wachſen laͤſſet. Meines Orts beſchaut ich auch niemahls ohne vorheriges Gebit und Auf muntern/ die unaußſprechlich groſſe Geheimnuſt GOttes in der Natur/ weil ich davor halte/ daß die Weißheit GOttes allein uns den Weg zur Wat⸗ heit zeigen muͤſſe/ wenn wir zu unſerm vorgeſetzten Zweck gelangen ſollen: Wie auch niemand fehlen wird/ ber ſich des armen Naͤchſtens Nothdurfft und und Anliegen/ aller Chriſtl. Pflicht nach/ erinnerl und jederzeit vor Augen ſtellet; ſonderlich aber wohl behertziget/ was fuͤr groſſe Weißheit der Schoͤpffer in die Natur geleget. Die groſſe Noth docs Neben menſchen leitet uns zu aller ſolcher Betrachtungz abſonderlich mwenn wir wohl erwegen/ die ſo viele Kranck⸗ Krat eine? aber Exen Men immi Muͤl ande pertr die E Grie arcal fica men Sch ben Kra das find zehli fich o fold ermi Kra ein| G4 núf ten. unt und nid terlaͤſſet/ unyen fa net un) e úber icht bë in voll⸗ menfe eringen ruͤnden/ tes auch en ift. leget e Beißheit und fonder he Pro⸗ Nutzen eGOtt d meh efchaut 1d Auf⸗ imnuſt daß die Wwf geſetzten ) fehlen pfft und svinner er wohl choͤpffet Neben⸗ htung; ſo viele Nranck⸗ s(a1.) 26 Kranckheiten die ihn uͤberfallen/ und ſich nicht auf eine Art curiren laſſen/ ſondern theils leicht/ theils aber ſchwer/ oder gar nicht zu heben ſind. Als zum Exempel/ ein Fieber/ ſo was gemeines unter denen Menſchen iſt/ mag und kan/ ſo gefaͤhrlich es auch immer iſt/ in einer gar kurtzen Zeit/ und mit leichter Muͤhe/ durch verſchiedene Medicamenta, wenn ſie anders recht bereitet worden/ voͤllig curiret und vertrieben werden: Solche Gattung Fieber heiſſen die Engellaͤnder aguls, die bey denen Lateinern und Griechen ſonſt einen Namen fuͤhren. 11. Es bleibet einmahl wahr/ daß die groſſen arcana alle Kranckheits⸗Faͤlle/(wie gefaͤhrlich ſie auch immer ſind /) in kurtzer Zeit hinweg neh⸗ men/ und die Fieber(wofern es Feine Heetica oder Schwindſucht iſt) mit einer eintzigen doli vertrei⸗ ben koͤnnen: Gewißlich gibt es ſolche Tugend und Kraffts⸗volle Geheimnuͤſſe/ obſchon wenig ſie durch das Verhaͤngnuß Gottes finden und beſitzen. Es findet ſich einmahl dieſer Mangel durch andere un⸗ zehlige/ die die Fieber vertreiben/ erſetzet/ worauff ſich auch ein getreuer Phyſicus verlaſſen kan/ daß an folchemm effect in Bereitung und Gebrauch nichts ermangeln werde. Beſchaue alſo/ O Lefer/ die Kraffts⸗ volle partieular-Artzney/ die mehrentheils ein bekroͤnter Lohn deiner ſauern Arbeit iſt/ biß dir GoOtt was groͤſſeres darreichet und ſchencket. 2. Es ſind aber ſolche particular Geheim⸗ nuſſe eben nicht ſo ſchwer und langweilig zu arbei⸗ ten/ wo ſie einem der liebe GOtt ſonſten mittheilen und ſchencken wil. Und koͤnte ich noch viel von ein und anderer ſolcher Kranckheit melden/ wenn ich es nicht auf eine bequemere Zeit verſchoben haͤtte; denn es S3( 92.) 26 es moͤgen noch mehrere dergleichen Zufaͤlle/ welche/ ob ſie ſchon nicht toͤdtlich ſind/ doch ſonſten dem Pa⸗ nenten groſſe Schmertzen machen /) durch ſolche geringe remedia gehoben und vertrieben werden. Solche Kranckheiten und Zufaͤlle vermeyne ich/ die den Menſchen gantz krafftloß und ſchwach machen/ dergleichen ſind/ der Scharbock/ die hyſtericaliſche Kranckheiten/ welche bey denen Weibs⸗Perſonen bon der ſtagnation ihres Fluſſes/ bey Manns⸗Per⸗ ſonen aber/ auf verſchiedene Arts der ſtran guriæ aus dem Urin entſpringen/ nicht weniger die Gelbſucht/ convulſiones, Krampff/ oder Laͤhmung/ Colica/ Lenden· uñ Nieren⸗Wehe/ welche ne phritis genañt/ dieſe und dergleichen Kranckheiten koͤnnen/ werden/ und ſind curiret worden/ bloß dureh dergleichen par- ticular remedia, die dem groſſen arcano ſuccediren/ und der Krafft und Tugend wegen gar nahe kom⸗ men/ ja auch ſolche Zufaͤlle/ womit ſonſt ein Phyſicus lang zu ſchaffen hat/ als da iſt das Podagra/ die fallende Sucht/(epilepſia) die zum Theil durch ibre particular remedia, in allen ihren tymptomati- bus gar leicht und glucklich ſind curiret worden. 13. In Betrachtung deſſen nun/ wäre es ja un⸗ verantwortlich und eine groffe Vermeſſenheit/ weñ ein Menſch ſo gleich im Anfang ſeiner jaborum al⸗ lein auf das groſſe Werck der Weiſen ſich legen/ und alle andere medicinaliſche Praxin verwerffen/ oder bey Seit ſetzen wolte. Denn in Anſehung der ſo groſſen Menge Kranckheiten/ die den menſchlichen Leib peinigen/ aͤngſten und qualen/ ja gar den Tod bringen/ und daß auch eben nicht die hoͤchſte und vollkommenſte arcana zur Geneſung des Menſchen erfordert werden/ ſchiene es ja grauſam gegen GOtt und und d fuchu die do ſind/ no we verfdi gar le Rech der fuͤ gleich tines, Zufaͤ zu nel nedi es gle en/ n erfori 14 ug dem Verit Das den“ Aber unte Phil Satz reſpe fönti ich m Neb Ruh dern welche/ m Pa⸗ ſolche perden. ich zie achen/ aliſche rſonen Per⸗ iæ gug| ſucht/ olica/ nañt/ erden/ Pat-⸗ lren/ kom⸗ ſicus /die durch nati- uns weñ n Afa gen/ ffen/ der chen Tod und hen ré E C 93.) 2E und den Menſchen zu ſeyn/ wenn er ſich bey Unter- ſuchung der Natur von allen andern Medicamenten die doch ebenfalls von groſſer Krafft und Wuͤrckung ſind/ ab⸗ und allein zum groſſen Alcaheſtiſchen arca- no wenden/ einfolglich ſo viele armſelige Menſchen verſaͤumen/ und ohue Huͤlffe laſſen wolte/ die doch gar leichtlich koͤnten erquicket und curiret werden. Recht undanckbar/ ſage ich/ handelt gewiß derjenige/ der fůr einen guten Phyſicum wil gehalten ſeyn/ und gleichwol alle dieſe medicamenta negligiret/ davon eines genugſam waͤre/ die meiſten hart⸗ und ſchwere Zufaͤlle des menſchlichen Leibes ju heben und hinweg zu nehmen. Und ob es ſchon mit einem eintzigen re- medio indiſtinctè nicht verrichtet werdẽ ſolte/ ſo mag es gleichwol Wechſels⸗ weiß mit zwey⸗oder drey⸗ en/ nachdem es nemlich die Noth und der Umſtand erfordern/ verrichtet und zuwegen gebracht werden. 14. Doch mich duͤnckt/ ich hoͤre einen Vorwurff aus des Herꝛn Helmonts Schrifften/ wenn er in dem 9. Cap. de Lichiaſi, alſo ſchreibet: Nemo fana- verit lepram, qui liquore Alcaheſt non ſit potitus. Das iſt: Niemand hat den Außſatz geheilet/ der nicht den Alcaheſt beſeſſen/ pag. 497.§. 27. verf. germ., Aber/ ob ich zwar nie meineg Orts einen Außſaͤtzigen unter der Hand gehabt/ wobey ich dieſes groſſen Philoſophi Meynung und hypotheſin oder Lehr⸗ Satz/(die ich ſonſt ſeines Ruhms wegen mit allem reſpect venerire) zwar convinciren und befechten koͤnte/ doch wil ich gleichwol mich verſichern/ daß ich meinen Gegenſatz/ welchen aus verſchiedentlichen Nebenzexperimentis bewährt befunden/ mit allem Ruhm behaupten wolte: Welches an einem an⸗ dern Ort demonſtriren und beweiſen wil. 15,9 Prr ERREA r; p xs. heile nun zum Beſchluß dieſes Capitels/ weil ich die Beſchaffenheit eines Artiſten/ als der in der Kunſt die Grund⸗Saͤule und das Senck⸗Bley/ ja das Richtſcheid ſelbſten iſt/ genugſam beſchrieben und enedecket/ mithin auch Das Anliegen unſers Nebenunenſchens uͤberflůſſig angefuhret und erzehlet babe. Gleichiwol finde noch für nóthig behzufuͤgen/ was doch den Menſchen verleite/ daß er ſich mit allem Ernſt auf die hohen Kuͤnſte und Wiſſenſchaff⸗ ten applicire/ da doch/ wie jedermann bekant/ die beſten Philoſophi mehrentheils von mittelmaͤſſigem/ ja gar keinem zeitlichen Vermoͤgen/ hingegen die/ ſo ſich ſonſten in allen Wolluͤſten des Fleiſches/ in ſchwelgen/ panquetiren/ und andern Uppigkeiten herum waͤltzen/ reich und gluͤckſelig ſind/ ob ſie zwar ſich dabey das deben verküͤrtzen/ und in denen Al gen der Kinder GOttes und Beſitzern dieſer herꝛ— lichen Medicinaliſchen Wiſſenſchafften nur fuͤr armſelige Creaturen gehalten werden. Ich be⸗ diene mich alſofort des alten Spruͤchworts: Soli philoſophantes pauperes,(nur Die Philo- fophi allein find arm;) Denn gewifilich ift dif Spruͤchwort wahr/ und nach dem jetzigen Welt⸗ Lauff geſtellet/ weil vormahls in denen alten Zeiten/ die groͤſte Konige und Fuͤrſten ſelbſt Philolophi ge⸗ weſen/ die Philolophie geliebet/ und fur ihr einiges divertiſſement, ja die Philoſophos fur groſſe Mo⸗ narchen und vornehme Leute gehalten/ ihre Geſell— ſchafften geſuchet/ und ſehr geliebet: Dahingegen dieſe edle Philoſophie jetzo nur allein von denen/ die da mittlern Standes/ Vermoͤgens und Gluͤcks ſeyn/ geehret und æſtimiret/ ein Philoſophus aber mit aller ſeiner Weißheit und Kunſt/ von O iroj Groſſen chen Ma Verluſt! ſchafften ſchon jen datur& ſchaffene ſondern! kingezog. ſchon vo vorbehal der der Tour zu nur imn befliſſen zu werde allein eii auffrich Hermi ihr Beli ihr abzu Damit e 16, (fc. der feiner il von ihi Dienſte auffer è ſeine Ar vollkon aber /re mand iſt/ erla witels/ der in Bleh/ hrieben uUnſers rzehlet fůgen/ ch mit ſchaff⸗ nt/ die ſigem/ die/ ſo 8/ in keiten e zwar Augen herꝛ⸗ r fúr ch bez orts: hilo- ſt diß Belts eiten/ hi ge⸗ niges Mo⸗ eſell⸗ jegen 1/ Die lucks aber enen roſ⸗ g(ase) e Grofen nur fúr einen Spott und Narren/ ja fols Gen Mann der fein Leben und Nahrung in lauter Verluſt ſuche/ und ſich auf die Boden⸗loſe Wiſſen⸗ ſchafften lege/ gehalten wird. Und weil vor Alters ſchon jener kluge Poét angeſtimmet: Virtus lau- darut& alget: So kehren ſich auch ſolche recht⸗ ſchaffene Gemüther an alle dieſe Laͤſterungen nicht/ ſondern bleiben veſt in ihrem Thun/ leben ſtill und kingezogen/ und fliehen alles Prahlen/ weil ihnen ſchon von ihres gleichen die Ehre und der Ruhm vorbehalten ift; iminittelſt bemuͤhe ſich ein anderer der der Natur und ihrer groſſen Weißheit eine Tour zu ſpielen/ oder ſie zu betruͤgen geſinnet iſt/ nur immerhin/ und ſeye nach allen ſeinen Kraͤfften befliſſen ein Beſitzer ihres Reichthums und Schatzes zu werden/ er wird gleichwol nichts erhalten. Denn allein ein wahrer Sohn der Kunſt/ der mit ihr in auffrichtiger Freundſchafft lebet/ und ſein gantzes Vermoͤgen zu ihren Dienſten wiedmet/ wird von ihr Belohnung haben/ daß er ſattſame Mittel finde ihr abzuwarten/ und deren Freundſchafft zů pflegen/ damit er nicht auf Irrwege gerathe. 16. Und dieſes iſt bemeldter unſerer Nymphen (ſc. der Natur) eigentliches Verfahren/ damit Feiner ihrer Freunde ohne Geſchenck und Andencken von ihr gehe. Ja ſie erkennet allzuwol die treue Dienſte eines Freundes/ daß ein jeglicher in und auſſer der Zeit ſeiner laborum reputirlich leben und feine Arbeit ungehindert fortſetzen koͤnne. Denen vollkommenen Beſitzern des uͤbergroſſen arcani aber/ reichet ſie ihre Crone dar/ doch wird ſie nie⸗ mand ohne der von GOtt allein dartu erwehlet jſt/ erlangen. 17. Sol⸗ E LIETA ans a (96.) 88 17. Solte nun inzwiſchen einer aus denen obangeregten Urſachen ſich aller uͤbrigen natun lichen Wiſſenſchafften entſchlagen/ die ihm doch dit allerkoſtbarſten arcana(Geheimnuͤſſe) darbieten und vorlegen/ ſo thaͤte er ja unweiß/ und waͤre fuͤr den allerunverſtaͤndigſten Thoren zu halten/ daß er/(zu⸗ maͤhl da er zu Nachforſchung ſolcher natuͤrlichen Geheimnuͤſſen/ nicht einen geringen Verlag undo⸗ ſten noͤthig hat/ auch alſofort bey dem allergeringſten arcano ſchon alles retundiret und erſetzet findet/ weiters fort eilen/ und allein nach dem groſſen Schaß der Welt ſuchen wolte. Werden alſo dißfalls ge⸗ ſcheide Leute und Soͤhne dieſer Kunſt von ſelbſten behertzigen/ daß alle Unterſuch⸗ und Entdeckungen der Natur/ Zeit/ Muhe und Koften erfordern 4 bif man fie pum Zwect bringe/ und derentmegen dai geringere nicht verachten/ biß ſie etwas hoͤhers ge⸗ funden/ abſonderlich wenn ſie uberlegen/ daß leicht⸗ lich eine Noth oder ſonſten ein ſchwerer Zufall einen Menſchen beſtricken koͤnne/ und vielerley Geheim⸗ nuͤſſe in der Natur von geringerem nnd mittlerem Werth noch zu finden/ die eben das jenige præſtiren koͤnnen/ was die alleredelſten Artzneyen vermoͤgen. 18. Und dieſe/ ſage ich/ werden es von GOtt ihrem Schoͤpffer mit aller Danckbarkeit annehmen/ und als wahre Zeichen eines Frucht- und Segen⸗ vollen Landes/ wie der Joſua den Trauben/ oder der Bergmann den Marcaſit/(den er fuͤr ein gutes Zei⸗ chen eines reichen Ertzgangs haͤlt) achten und erken⸗ nen. Denn ein Kunſt⸗begieriger Sucher und treues Kind der Kunſt/ nimmt die viele Secreta der Natur ohnverzuͤglich zur Hand/ und gehet mit denen ſelben foͤrderſamſt zu Werck/ und examiniret ſie nach ihrer Beſchaf⸗ è E Beſch des gr ſich al herne Thur durch ſchwit des uͤl vollen dageg gleich Borl Secre nicht erſt zu ih au gefoni (Lehr den/ ſo wi Natu erleſer undi Vaf ſer h ber bi koſtbe garf bonè weile dern ug denm n natur doch dieh efen un i o fúr den her/(zu⸗ tuͤrlichen zundKo⸗ eringſten findet/ USchaz falis gu i felbften ckungen ern/ biß gen das hers ge⸗ if leicht all einc Heheim⸗ ittlerem ræſtixen noͤgen. GOtt jehmen/ Segen⸗ oder der ites Zei⸗ D erfen- ) treues Natur nſelben ch ihrer S(970) 26 Beſchaffenheit/ und ap pliciret alles allein zum Preiß des groſſen Schoͤpffers bey denen kꝛancken Patienten. 19. Die operationes(Wuͤrckungenj laͤſſet er ſich als einem wahren Phylico zu mehrern und hoͤ⸗ hern Erforſchungen dienen /und richtet alle ſein Thun nach denſelbigen ein/ ja er iſt befliſſen/ fich durch die Gnade GOttes mehr und mehr empor zu ſchwingen/ biß er endlich die allerhoͤchſte Stuffen des ubergroſſen Geheim nuͤſſes erſtiegen/ und den vollen Segen erlanget hat. Es moͤgen nun andere dagegen einwenden was ſie wollen/ ſo veꝛſichere ich ſie gleichwol allezeit/ daß nach meiner apologetiſchen Vorſtellung des 1. Capitels/ ſo viele Genuß⸗ volle Secreta in der Natur zu finden/ daß man ferner nicht benoͤthiget iſt/ aus der Phyſie ein und anders erſt zu holen/ und vor die Hand zu nehmen/ davon ich auch beſonders noch an einem Ort zu ſchreiben geſonnen bin. Damit aber die falſche principia (Lehrſaͤtze) dieſer irrigen Geiſter widerleget were den/ und ihr groſſes Laͤſtern ein wenig auffhoͤre/ ſc will ich vorlauffig dieſe Meldung thun/ daß die Natur/ die da ohne dem mit allen reichen und auß⸗ erleſenſten arcanis verſehen iſt/ keinem der ihr treu und ſtandhafft dienet/ leer und ohne Geſchenck laſſe. 20. Es ſind aber dieſe gegen ihre getreue Vaſallen gewiedmete Belohnungen/ niht grof ſer Herren koſtbare Prælente/ ſo in Gold und Sil⸗ ber beſtehen/ ſondern ſolche Gaben/ die in lauter koſtbaren Geheimnuͤſſen der Natur beſtehen/ und gar leichtlich moͤgen verfertiget werden/ als wo⸗ von der Meiſter mehr als Geld verdienen kan. Und weilen deren Zahl nicht in einem eintzigen ſon⸗ dern gar vielen beſtehet/ mit welchen allen ein ge⸗ deſchaf⸗ G fliſſener S32( 98,) i86 fliſſener Rxamiuator ohnméglich in feiner praxi, tw gen beſorgenden fatalitãten/ hindurch kommen mag fo erwehlet er fich nur Das befte daraus. Als zuß Exempel: Er erwehlet ſich vermittelſt unſerer Kunſt die gelbe Perlen/ und unreine Diamanten weiß un rein zu machen/ oder gradationes der Edelgeſteine und mineraliſche extractiones vor die Hand zu neh men/ oder aber andere wahre und reelle nicht abt Sophiſtiſche Metalla zubereiten/ doch uͤbertrifft dit fes alles die Wiederholung der Geſundheit/ als wo zu in ſpecie derjenige/ ſo von Gott mit Krafft ausge ruͤſtet worden/ in ſeinem Gewiſſen verbunden iſt ſe auf zulangliche Medicamenta zu legen und dieſelbe⸗ verfertigen/ damit das Werck der Liebe und Barn hertzigkeit/ nach dem Befehl des groſſen GOttes al dem nothleidenden Nechſten außgefuͤhret/ und den groſſen Koͤnigen ſelber/ deren viele ſchon an dem miſerabelſten Kranckheiten und Zufaͤllen/ als del morbo Regio oder Koͤnigs⸗Kranckheit ju Wette g legen/ hierdurch geholffen werden koͤnne. Syft dan nenhero nicht zu laͤugnen/ daß derjenige/ der fich al dergleichen Studia appliciren wil/ ſattſame Mitt haben muſſe/ wenn er ſich bey ſeinem unterhabendeſ Werck mainteniren und erhalten ſol. Deñ mwer mag die Fehler ſeiner PhiloſophiſchenArbeit unterſuchen oder die uͤberſchwenglich groſſe Guͤte GOttes ausz⸗ forſchen/ und die Heyl⸗ und Staͤrck⸗Mittel fuͤr d Nächſten mit erwuͤnſchtem Zweck hinausfuͤhren, der nicht guch zugleich bey ſo vielen Wegen genug ſame ſubſidia und Mittel bey der Hand hat. Ebr dieſes wird bey der practicaliſchen Medicin am mt ſten erfordert/ weil darinnen das Seben beftehet Bleibet alſo unumſtoͤßlich wahr/ daß ein Sohn y ? Kuni Kunſt wohla nemlie ften di ergruͤn fuͤhre/ Q heil, O Rål oS de wenn leitet, geben zur N fer/ m biß in muͤth biß hi ander riofif labor wohl praxi, tti men maj Xle gun er Kunfi weiß und lgeſteineſ nd zu neh licht abe⸗ trifft dit / als wo Ft ausgi en iſt/ ſe dieſelbe d Barnz ttes a ind Dent an Den Vals del Bette gi Sy ft dani r ſich al je Mitte habendi mwer ma erſuchen ttes aus⸗ f far den 18fuhren/ n genug f. Eb am mel⸗ beftehet Sohn del Kuni 339( 99.) 26 Kunſt nicht um ſeines Bauchs/ ſondern um anderer wohlanſtaͤndig⸗ und nuͤtzlicherer Dinge wegen/ vor⸗ nemlich aber zum Dienſt und Nutzen feines Naͤch⸗ ften die Natur vor die Hand nehme/ unterſuche und ergruͤnde/ und hieruͤber ſeine medicinaliſche Praxin fuhre/ wie dieſes alles der naͤchſtfolgende zweyte Theil/ mit mehrerm darlegen und erweiſen ſoll. Der zweyte Theil. Haͤlt in ſich wohleperimentirte Proben any Beweiß⸗Gruͤnde/ das iſt/ glaubwůrdige Entz deckungen in der Natur⸗ welche viele medi⸗ cinaliſche Geheimnůſſe/ die ſich in denen Chy⸗ miſchen Principiis grůnden/ vorſtellen. Das 1. Capitel. Iſt eine Einleitung und Hiſtoriſche Erzeh⸗ lung des erſteren Anfangs/ und gleichſam die Beſtaͤrckung der edlen Philoſophie. M Fahr unſers Seligmachers 1644 : machte ich den Anfang meiner Chymi⸗ ſchen Philoſophie, deſſen Verlauff/ wenn ich ihn erzehlen ſolte/ und was mich dazu ver⸗ leitet/ einen weitlaufftigen und unnuͤtzen Dilcours geben wuͤrde. Doch dieſes nur zu melden/ fo gebe ich zur Nachricht/ daß in einem veſten Vorſatz und Eyf⸗ fer/ mich unveraͤndert mit groͤſter Muͤhe und Arbeit/ biß ins 165 8. Jahr auffgehalten: Mein Geiſt/ Ge⸗ muth und gantzes Thun von Anfang meines Studii biß hieher/ war von einem ſolchen Eyffer/ als aller anderer/ die durch ſonderbahre Anreitzung und Cu- rioſitqͤt/ zu vielen Kuͤnſten gelocket worden. Der labor war unter ſolchem unveränderten Fleiß alſo wohl begluůcket/ daß es ſchiene/ als wenn ich gleichſam G 2 dazu e( roc.)%6 dazu gebohren wåre/und ein Sohn deg Hermer heiſſen ſolte. Meine atlection trug mich mehren theils allein gu der edlen Medicin, unö ehe ich fof noch zu einem Anfang geſchritten/ ſo hatte ich fho einen ziemlichen Vorrath vernuͤnfftig kluger Auto: rum geſammlet/ die ich alle erſt durchlaß/ uͤberlegte und endlich auch zu imitiren trachtete. 2. Zu dieſem Werck nun trieb mich um mehr die groſſe Luſt zur wahren Medicin, und fon derlich/ da ich einer bon denen war/ der eine ſchlech te affection zur Schul- Philoſophie getrageh Denn ſie fuͤhret einen gezwungenen ungegruͤnde und Vernunfft⸗loſen Glauben/ der allein da jenige behauptet und fuͤr gut haͤlt/ was doch in fid ſelbſt falſch/ unordentlich und ein bloſſes Flickwen ift. Alles dieſes/ ob ich ſchon jung war/ beguf ich gar leicht/ wie ich ſchon mit mehrerm in meinn erſtern Theil/ der eine Vertheidigung und Shu Rede ift/ nicht weniger auch in meinem Tra&i den ich in Lateiniſcher Sprach vom Liquore Alcabeh geſchrieben/ Meldung gethan. Dahero war mi eine Luſt eine ſolche Philolophis vor die Hand zu ni⸗ men/ die da ihren Soͤhnen und Beſitzern der Kunſ eine weit beſſere Belohnung als iene gab; weil abi meine Verwandte und Voꝛmuͤndere mich zwungen einen groſſen Theil meiner Zeit auf die Erlernum derjenigen Philolophie, die ich in meinem ergi verachtet hielt/ zu wenden/ ſo legte ich mich aus woß bedachtem Rath und Urſachen/ auf dassrudiumhle dicum, und nahme mir des Galeni, Fernelii und Sen nerti, auch anderer beruͤhmte Schrifften/ zu durch leſen vor/ was ich gutes darinnen fande/ das con ltrontirte und uberlegte ich mit einigen Chymiſche Scri cribe Weg finden zu koͤr Das ortg AUS Di hin m Weg ander Denit Zag 3 guͤtig ſo her komn haber es au feiſfi⸗ folte. leſen chet) Feines mına grún 4 ſtem SN 3 Hermetis h mehren ehe ich fol te ich fcha! uger Auto: überlegt nich usi f „ und ſoh ine ſchlech getrageh gegruͤnde allein dat doch in fid Flickwen r/ beguf in meint nd Schüß m Tract re Aleabel war min and u ni) dér Kun ù weil abt h zwungen Erfernun ent ergi aus wohl udiumMé lii uno Ser ygu dur e/ DaS con Chymiſche Scri S32( ror.) 5 Scribenten/ in Hoffnung/ daß aus einigen den ſichern Weg der Theorie, aus andern aber die wahre Praxin finden wuͤrde/ denen Kranckheiten damit begegnen zu koͤnnen. Ich nahme zu meiner Sicherheit taͤg⸗ lich eine Arbeit vor/ und befand/ daß viele Wege/ ſo die treue Philoſophi gezeiget/ wahr/ und in der Probe richtig: Und weil ich in der That deſſen/ was der Poẽt geſprochen/ uͤberzeuget war/ *EÄE FEͤnareat ſucceſſibus opto Quisquis ab eventu, facta notanda putet. Das iſt: Derjenige wird allezeit in dem gluͤcklichen ortgang ſeines Thuns fehlen/ der die Proben ſchon dus dem Außgang urtheilen und abmeſſen wilz) mit⸗ hin mich in meinem Scopo ziemlich von dem wahren Wegentfernet ſahe/ ſo wurde ich begierig/ mir noch Andere Scribenten anzuſchaffen/ und erlangte ich den meiſten Theil der beſten Aurorum, worinnen ich Tag und Nacht auffs fleiſſigſte ſtudirte. 3. Ich ſtellte mir vor Augen/ daß GOtt der gutige Schoͤpffer/ den Paracellum nimmermehr mit ſpo herꝛlichen Geheimnůſſen/ die da nicht mehr zube⸗ kommen waͤren/ wuͤrde außgeruͤſtet und begnadiget haben/ wo es nicht ſein heiliger Wille geweſen/ daß és auch die Nachwelt von ihm haben/ und durch e ſpeculiren und leſen/ finden und erlernen olte. Da ſahe ich/ und befande auch dabey/ daß das leſen ohne die Praxin,(ob es ſchon gelehrte Leute ma- chet) weiters keinen Protir geben koͤnte/ anerwogen/ keines der beſten Autorum Buͤcher/ vor der exa- Mination und Unterſuchung/ fuͤr authentiſch und gruͤndlich anzunehmen. 4. Inzwiſchen muß ich oͤffentlich und mit hoͤch⸗ ſtem Ruhm und Danck bekennen/ daß ich aus des Herzn Helmonts Schrifften den meiſten Nutzen ge⸗ G 3 ſchoͤpf⸗ S3?( 102.)&5 ſchoͤpffet: Denn was ich aus ihm gantzallein urd nachgehends aus andern alt und neuen Auctoribus die ich mit ihm uͤberleget/ gezogen/ hat mich(ob it ſchon 14. Jahr damit zugebracht) nie gereuet; E ift und Fan fonder allen Streit Paracelſi groffe Tolimetfher genennet werden/ und hat er feini Schrifften halber einen weit mehrern Danck voſ der Welt verdienet/ als dieſe ihm leider nicht giebel welches doch vielleicht noch ins küͤnfftige moͤgte be⸗ hertziget werden; mwenn ein und anderer Naſeh. teifer Philofophus mit feinen hypothefibus u) falſchen Einbildungen wird ſchlaffen ſeyn/ und ii der ewigen Vergeſſenheit ruhen. 5. Genug iſt es/ daß ich durch ſeine Anfüj rung allein auf den rechten Weg unſers unſterh, lichen und ſolvirenden Liquoris, den Paracel{us ftt nen Liquorem Alcaheſt nennet/ geleitet worden/ a⸗ mopon in meinem andern Tractar gar weitlauffth gehandelt. Dieſer Liquor, wie er an fich ſelbſt nad finnlich ift/ hiette mich eine nicht geringe Zeit in d ſpeculation, doch mit allem Vergnügen auf/ wel ich davor hielte/ daf in der gangen Medicin Feint ſchwerern Knoten/ als dieſen zu loͤſen haͤtte. Ich bu ſtrebte mich nur einig ihn zu finden/ weil er an fid ein ſolches iſt/ das da meritiret allen Verſtand und Zeit darauff zu wenden/ ſo man den Namen einet wahren und rechtſchaffenen Phy ſici fuhren wil. 6. Gleichwol aber ſtunde mir Helmontü nach dencklicher Spruch vor: Scienria non datur, nili electis vitis, per longam annorum& laborum ex- perientiam, ſufficienti ſanitate& pecunia intru ctis, nec peccatorum gravamine, indignitatem m° ritis: Welcher alſo lautet:(Es kommet ui ji jefo! dieſer! welche und A Mittel abgeth hal;) Suche zwar n lieben) Geld! und A! feiner Kraff Dern r kis an/ gen. daß m les and bin S ſolche nemi kechte diren lophi homo in ſein ralfi borge liſchd ju cf Den È lieber ihn kr allein und Autoribus ich. Cob id reuet; E li grofi t er feini JancË vo cht giebet moͤgte b. er Naſeh, fihus. m) m7 und ii ne Anfüh) s unſterh acelfus ft sorden/al veitlaͤuffth elbſt nach Beit inoi auf/ rt icin feini e. ych bt il er an ſich ſtand und men cint en wil. ontii nadh datur, nil borum ex- nia inltru tatem mê- f Feiner ii pieje l Sga(103:1) ef dieſer ſo herꝛlichen Wiſſenſchafft/ als allein der/ welcher von GYtt dazu erwehlet/ und lange Zeit und Arbeit in guter Geſundheit mit zulaͤnglichen Mitteln angewandt/ auch ſich aller groben Suͤnden abgethan/ und einen unſtraͤfflichen Wandel erkieſet hat;) Wie denn auſſer dem ein Kunſt⸗ begieriger Sucher/ der da Guͤter und zu leben hat/(welches war was rares iſt/ daß dergleichen die Philoſophie lieben) vor allem gu feiner Arbeit im Vorrath mit Geld verſehen ſeyn muß/ damit er mit Nutzen ein Und anders experiment vornehmen/ und dadurch finer Sorgen fich erleichtern und feinen Lebens⸗ Kraͤfften auffhelffen koͤnne. 7. Doch unterließ ich meinen Fleiß nicht/ ſon⸗ dern wande alle Muhe zur Erlangung dieſes Liquo- risan, fo mir endlich auch nach Wunſch außgeſchla⸗ gen. Dieſes aber recommendire ich nicht darum/ daf man eben einen ſo groſſen Eyffer faſſen/ und al⸗ les andere darüber vegligiren folte: Denn ich ſelbſt bin Stuffen⸗weiß gegangen/ und habe mir einen ſolchen Grund geleget/ der mich ferner gar zu mei⸗ nem Zweck geleitet und gefuͤhret. Und dieſes iſt der rechte Endzweck/ welchen einem jeglichen recom̃en- diren wil. Hieher gehöͤret noch unſers alten Khilo, lophi Lehre/ vor allen Dingen einen unſterblichen⸗ bomogeneiſchenAufflöſer zu ſuchen Welches man in ſeinem Tractat von denen Fiebern leſen kan/ wenn er alſo ſchreibet: Wenn ihr nicht koͤnnet zum ver⸗ borgenen Feuer gelangen/ fo fernet nur ein volati- liſch Sal Tartari machen/ damit euere diſſolutiones zu effectuiren und zuwege zu bringen. Den Ruhm den der Autor davon machet/ kan ein jeder ſich be⸗ lieben laſſen ſelbſten bey ihm zu leſen/ als wohin ich ihn kuͤrtze halber wil verwieſen haben. G 4 Das (104.) E6 Das 2. Capitel. Pon Denen Specifcis und ſonderbahren Aediciniſchen Geheimnuͤſſen. V dem vorhergehenden Theil hatte ich dit Eintheilung der Pyrotechnie(Feuer-Kunſt) nad) dem Unterſchied der Medicamenten verfaſſtt/ wie ſie nemlich univerfal oder{pecial(nath Ge ſchlechts⸗ artiger Form) ſey/ und zugleich die Noth⸗ wendigkeit derer mannigfaͤltigen Schluſſel/ in Zu⸗ bereitung derer vollkommenen Coͤrper/ beruͤhret/ auch mit einem Aug in die Medicin ſelbſt geblicket; welches uns guf den diſcours des groſſen Entbin⸗ derg aller Coͤrper oder des Liquoris Alcaheſt, det ohne Verluſt feiner Kraͤfften/ und Verringerung ſeines Gewichts/ jederzeit beſtaͤndig bleibet/ ge⸗ bracht hat. Nun wollen wir auh von denen gu ringen Scplúfitlo/ fo zur Medicin von fehlechtere Gattung gehörig/ gleichwol zu dem Liquori Alca- heft niht undientich feya folten/ Meldung thun. Der dem groſfen Entbinder folgende Liquor, iſt dtt Spiritus von den fluͤchtigen Alcalien/ von welchen nur ein weniges jetzo melden wil/ weil einen à patten Tractat von denen myſterüs alcalium(Geheimnuſ⸗ fen der Alcalien) geſchrieben/ welchen ehiſtens zum Druck befoͤrdern werde. 2. Es ſind aber die Alcalia nach des Heren Helmonts Beſchreibung/ fire Cor⸗ per/ welche/ wenn ſie zur Volatilitaͤt gebracht/ wer⸗ den an der Krafft und Tugend dem Wunder⸗ grof fen arcano gleich kommen. Denn ſie fuͤhren eine ſolche eindringend⸗ und auffloͤſende Krafft/ die nach der vierten digeſtion behend eingehet/ und e fic uͤber⸗ uͤbert ſchne durch nicht wird. welch laſſen Phil ſo wi dern⸗ die al tur /. durch allere allen theill gende get u mine Mul geher Mine Sch tzes o viren renji QZ hei [We⸗ brach hren e ich Die „Kunſt) erfaſſee/ ach Ge e Noth [/ in 3w er uͤhret/ jeblicket; Entbin⸗ neſt, der ugerung eE y gë enen ge⸗ lechterer ri Alca: 1g thun. r, iſt det welchen à parten eimnuſ⸗ ne zum ach Deg ixe Coͤr⸗ Jt/ wer⸗ r⸗groſ⸗ ren eine die nach was ſie uber 6 SR( ros.) 885 üͤbernatuͤrliches in denen andern coaguliret findet/ ſchnell ſolviret. Ihr Spiritus iſt dermaſſen ein⸗ und durchdringend/ daß/ was er in ſeiner Wuͤrckung nicht erlangen kan/ auch kein anderer effectuiren wird. Dieſes iſt die auffrichtige Beſchreibung/ welche ich/ ſo viel es der andere Tractat wird zu⸗ laſſen/ außzufuͤhren gedencke. z3. Belangend nun deren generation und i Philoſophiſche Bereitung in fix⸗ uñ fluͤchtig machen/ ſo wil es dermahl uͤbergehen/ und in meinem an⸗ dern Tractar mir vorbehalten. Inzwiſchen moͤgen die alcalia, vermittelſt Kunſt und Huͤlffe der Na⸗ tur/ in eine Fluͤchtigkeit CVolatilitdt) gebracht und durch ihre vortreffliche Tugend fernerhin in die alleredelſte KMedicamenta verkehret werden/ die in allen Kranckheits⸗Fällen ſehr nuͤtzlich und vor⸗ theilhafftig zu gebrauchen find. Ihre herꝛliche Tu⸗ genden/ und der nuͤtzliche Gebrauch von ſelbigen lie⸗ get uns genugſam vor den Augen/ da ſie ſich mit allen mineraliſch⸗ und vegerabiliſchen Schweffeln obne Mühe verbinden laffen/ und lieblich in dieſelbe ein⸗ gehen. Berner wird durch fie aug aleti geringen Mineralien und ſchlechten Metallen/ ein ſolcher Schweffel extrakiret/ der vermoͤg eines fen Sale tzes capable iſt/ alle Elementa Ais& ğ ii ¿u diffol- viren/ und in cin lauffendes Queckſilber zu verkeh⸗ ren/ nachdem nemlich die ſchweffelicht⸗ und ſaltzigte Theile in denen Alcalien imbibirt/ und durch ſolchen Weg/ vermittelſt der Kunſt/ zur Fluͤchtigkeit ge⸗ bracht werden. Uber dieſes mag bey einer bloſſen Auffkochung in einer ſcharffen Laugen von Wein⸗ ftein dag Sul phurAntimonii gar leichtlich Azjjvom confervitt/ und pon feinen Mercurio oder& 5i G 5 Regu- ſcheiden. op? C 106. J 2% Regulo antimonii geſchieden werden/ eben als wie bey einer Schmeltz⸗ oder Gieſſung/ da dieſelbige biet wiit auffgeſchloſſener als anderwaͤrts zu haben. die E N 4. Und dahero erfolget es/ daß/ mwenn dag an- Cor H timonium mit einem alcaliniſchen Sále Qi ge⸗ und ſchmoltzen wird/ deſſen Sulphur in das alcalini- dem aati ſche Saltz gehe/ und wenn ſie miteinander wieder ii an ein feuchtes Ort geſetzet/ oder aber in einem e Waſſer folviret werden:/ fich dag A Gaus PASA einander begebe/ und gleichſan unſichtbar oi werde/ doch demjenigen der in die Feuchtigkeit vo des Saltzes greiffet/ die Hande gúldifh farbe: an Und Diefes daher/ weilen Dag Sulphur darinnen t unſichtbar enthalten iſt. Sobalden ſie aber mit g einem andern ſauern Liquore præcipitiret(hie⸗ dtir dergeſchlagen) werden/ ſetzet fich das© inei E Der ner rothen Geſtalt/ wiewol mit einen unleidlichen iſte Geſtanck/ wieder zu Boden/ und ſcheidet ſich/ wel⸗ H ches die Anfaͤnger das Sulphur antimonii auratum m diaphoreticum genannt/ und eben wohl zu einer inà wunderſeltſamen Krafft und Würckung gebracht— el und erhöhet werden kan. Um aber dieſes zu ver⸗ richten/ ſo laſſe man die Salia die mit dergleichen lich imprægniret worden/ dilſolviren/ biß ſie bleich⸗ S | roth und Elar toerden/ und von allen fecibus ge⸗ nen reiniget ſind/ hierauff reducit- und verkehre man gof die gantze laliniſche malam mit dm Ae zu einem feir fluͤchtigen Weſen/ bey welcher operation euch denn DN ein unannehmlicher Geruch/ der doch gar bald und fil "Ae ehe man es recht gewahr worden/ von wegen ſei⸗ 5i iR nes gleichſinnigen Weſens wieder verſchwindet/ ma a| entgegen tretten twird/ big endlich der rothe Liquor der | elne ſolcht ſüſfe wohlriechende mallam zuruͤck me T6 je K ls wit elbige l. 18 an- Ji, gez salini- wieder einem li aus chtbar tigkeit faͤrbe: rinnen er mit (nie⸗ in ei⸗ dlichen / wel⸗ ratun u einer bracht zu ver⸗ leichen bleich⸗ zus Qes ve man einem f denn ld und gen ſei⸗ windet/ Liquor laäſſet/ die S( 107.) 2® die weiſſer als der Schnee iſt. Dieſe weiſſe waſla iſt die Panacea$ ii, welde Dic allerſchwaͤchſten Panacen Corper ohne Brechen und Eckel durchgehet$ iż und purgiret/ auch viele Haupt⸗Kranckheiten/ aus dem Grund curiret und wegnimmet. 5. Weiter nun mit ſolchen fortzufahren/ ſo nehme man dieſe Schnee⸗weiſſe malam oder Pa- naceam, und ſetze ſie/ mit Toͤpffers⸗Erde vermiſcht/ in die deſtillation, gebe ihr einen geziemenden Grad des Heuers/ big alles úbergeftiegen/ und | man endlich bey Cohobirung den rechten Zweck erhalten/ fo wird man eine ſchwartze unſchmack⸗ haffte todte Erde finden/ die man wegwirfft/ der Spiritus aber ſo hoch von Farb/ fluͤchtig/ durch⸗ dringend und lieblich von Geruch iſt/ gleichet an der Farb dem Trinck⸗Gold/(auro potabili) ja es ift eme folche eindringende Erdfftige Tin- pera Tin- ctur, daß. biß 6. Tropffen davon/ wenn Auradn- man ſie täglich einnimmt/ vermoͤgend*onm. ſund/ alle Kranckheiten aus der Wurtzel wegzu⸗ nehmen. Jil 6. Auch wenn der Colcorhar Vitrioli gång lich von feinem Saltz gewaſchen und getrocknet/ und mit gleichen Theilen des Salis Tartari in ei⸗ nem Schmeltz⸗Tiegel geſchmoltzen und außge⸗ goſſen wird/ ſencket der Colcorhar meiſt allen feinen Sulphur in das lirivium, wo nun dieſes durch die Ertoͤdt- und Wiedererweckung per de⸗ ſtillationem zur Volatilität/ wie oben vom Ae ó ii gedacht worden/ kan gebracht werden/ ſo hat man einen Liquorem von gruͤnlicht⸗gelber Farbe/ der eine Tinckur von unbegreifflichem Tindwa| Geruch und Gebrauch ifte Jenn nun Friol,| in SERF FEA U e (108.) 25 in dieſem Liquore ein lebendiges Queckſilber dil⸗ ſolviret wird/ ſo ſiehet man/ daß ſie ſich mitein⸗ Albatis ander alſobald vermiſchen und verbinden/ Vineris. und zu einem fixen/ Feueuer-beſtandigen/ weſentlichen Metall verwandeln/ welches ſich ſchmeltzen laͤſſet: Wird es aber mit Spiritu vini fuͤß gemacht/ ehe man es durchs Feuer reduciret hat/ ſo bekommt man eine ſolche koſtbare Artzney/ Aurum die des Helmontii Horizontal-Gold nicht Horixon- weichet; es kan auch durch die Huͤlffe des rale. Alcaheſts/ vermittelſt des His@li Qis ein Oehl bereitet werden. 7. Und eben dieſen Weg muß man gehen bey dem Pe des Fni und Nvis, ja in denen Sul- phuribus des metalli mafculi, als deren operation der Helmont und Paracelſus gar verdeckt gehalten/ obwol der letztere auch an verſchiedenen Orten ſei⸗ ner Schrifften/ und in ſpecis in dieſen Worten ein gutes Licht davon gegeben/ wenn er ſchreibet: Sunt præterea eſſentiæ vini cineratæ quæ aurum fol- vunt,&c. fi in circulum deńntur reducunt.(Dag iſt: Es gibt auch Eſſentzen des Weins/ die zu Aſchen verkehret ſind/ die loͤſen das Gold auf/ ꝛc. ſtellet man ſie in die circulation, ſo geben ſie das Gold wieder.) Hier permepnet er Das Sal Tar- tari aus dem Weinſtein/ und præſupponiret bey ſich/ daß es das beſte des Weins/ weil dieſes mehr Eſſentz/ als alle andere Theile und Arten des Weins/ hat. Dieſes gibt er zu verſtehen/ muͤſſſe calciniret und in Aſche(welches man ohne dem in Bereitung feines Saltzes zu thun pfleget) verwan⸗ delt/ hernach aber circuliret und in die Fluͤchtigkeit gebracht werden/ daß es das auffgeloͤſete Gold wieder wied er. at Wel Die L Hirſ dergl nicht Prin des Liqu ſo gi ney/ fen. folur ſolch nithi verb miete Gra man kan. We Dere eben Ert eg q eine gro ret! Hel tus diſ- itein⸗ nden/ igen/ fich 1 Vini uciret tzney/ nicht fe deg li Qis gehen n Sul- Aton alten/ n fet en ein Sunt n fol- Das die zu uf/ ꝛc. e Dag Tar- t bey mehr n Deg múffe m in wan⸗ igkeit Gold vieder (109.) E5 wieder gebe. Den Helmont belangend/ ſo gehet er. auch klar genug/ wenn er alſo geſchrieben: Wenn dieſer Spirirus des fluͤchtigen Salis Tartari Die Lunam fo wohl alg den Mercurium und dag Hirſch-Horn/ die Krebs⸗Steine/ und andere dergleichen ümplicia aufflöſet/ ſo vertreibet er nicht allein die Fieber/ ſondern mehrentheils alle Principal-(Haupt) Kranctheiten/ und Zufaͤlle des Leibes: Wird aber der Mercurius durch einen Liquorem nur zerriſſen/ und nicht zugleich figiret/ ſo gibt es eine verdorbene und untuüchtige Artz— ney/ welche die Philoſophi bloſſer Dings verworf- fin. Im Fall nun dieſer beruhmte Liquor in der lolution das ſeinige verrichtet/ ſo hat man eine folche fixation und koſtbare Artzney/ die weiters nicht benoͤthiget iſt/ mit andern flúchtigen A verbunden zu werden: Denn es gibt eine ſolche metalliſche kixität/ wiewohl in einein ſchlechtern Grad/ als des Helmontii Horizontal-Gold/ ſo man mit und bey dem Liquore Alcaheſt figiren kan. Und alſo mag man auf dreyerley Art und Weiſe mit dieſem fluͤchtigen Sale alcali verfahren/ deren application zu denen metalliſchen Coͤrpern ebenfalls nachfolgen ſoll. 8. Erſtlich wird das Alcali durch die Das Ertödtung fluͤchtig gemachet/ und wenn PSr es aus dem Tod wieder erwecket und zu einem gantz fluͤchtigen Saltz(ſo an ſich ſchon von groſſer Tugend iſt) gebracht und folgends deſtilli- ret worden/ ſo gibt es einen Liquorem, von welchem Helmont und Paracelſus ſchreiben/ wo dieſer Spiri- tus mit ſeiner Krafft nicht hinlanget/ da T QU D g3 EEEF e — MEOE$ z 2 C rro.) 26 auch ein anderer nicht hinzukommen. Dieſer Geiſt iſt fluchtig und ſaltzericht/ doch nicht ſauer/ und in Anſehung deſſen gar ſchwer von einem unwiſſen⸗ den Doctore zu erlangen: Er diffolviret alle con-| creta, und coaguliret ſie nachgehends wieder zu ei⸗ nem fluͤchtigen Saltz/ da ſie von dem lolvirten Kalck Das ftch, Abgefondert werden. Wenn nun dieſes tige Sul- mif denen unvollfommenen Metallen lub- phur me: limivet wird/ ſo fuͤhret es ihren A mitin rallorum I. 0 die hoͤhe; nicht weniger wird auch das zu berei⸗ ten. Sulphur gug denen vollkommenen Me tallen durch Die dfftere circulation in die höhe gt| trieben. 9. Zweytens/ wenn dif alcali in ein fluͤch⸗ tiges Salg verfehret/ und mit dem calce Fis, I vis P ni oder metallo maſculo, oder regulo$ ii pers miſchet/ nachgehends mit ihnen deſtilliret wird/ ſo machet es ſolche miteinander flüchtig/ denn zu welcher Zeit der deſtillirte Spiritus auf das caput mortuum gegoſſen wird/ ſo coaguliret es auch denſelben. Continuiret nun mit dem cohobiren/ (oͤfftern abziehen) biß ihr euere Zeichen erblicket habet/(ſo ein jeder Philoſophus genau zu ob- ferviren pfleget) alsdenn coaguliret den Geiſt/ in welchem das metalliſche Y vergraben lieget/ und extrahiret mit dem Spiritu vini die metal liſche Tinctur aus dem Saltz/ welche/ wenn der extrahirende Spiritus vini wieder davon abgezo⸗ gen wird/ nicht allein lieblich und wohl riechet/ ſondern auch ſehr ſüß als ein Zucker ſchmecket/ defen| Wuͤrckung ungemein groß/ doch nicht ſo/ wie die Krafft eines verherꝛlichten Sulphuris, das aus einer alcaheſtiſchen operation entſprungen ift. 10, Drit⸗ auch kom mit i im$ Mit Tali fluͤch putr fie fi beſſe lang pus perf dem eine! ſuß ret! von die! Gel lien jede nen fel i dur Re To titaͤ nat aus dur Dieſer er/ und wiſſen⸗ le con- zu ei⸗ Kalck dieſes en lub- mit in ch Dag n- Mer oͤhe ge⸗ fluͤch⸗ > Avis li pers wird/ enn zu 3 caput es auch obiren/ rblicket zu ob- Geiſt/ lieget/ metal⸗ nn der abgezo⸗ riechet/ deſſen wie die Is einer „Drit⸗ (I11.) 28 10. Drittens/ laͤſſet euer Alcali, wie ich e$ auch fúrs befte haltes mit dem Kalck eines unvoll⸗ Fommenen Metalls fhmelgen/ ſo bekommt ihr den mit S vermiſchten Pwelcher durch das ſchmeltzen im Feuer einiger maſſen auffgeſchloſſen worden. Mit dieſer Mixtur procediret denn weiter/ gleich als ihr das Saltz vom Weinſtein durch ſich ſelbſt fluüͤchtig gemacht/ und wenn fie denn miteinander putreſciret und wieder regeneriret worden/ ſo laſſen ſie ſich nach der Flůchtigmachung deſtomehr und beffer vereinigen= Bu dem Ende haltet ferner fo lang mit der Cohobation an/ biß das fluchtige cor⸗ pus den Spiritum ebenfalls in ein fluͤchtiges Saltz verkehret hat/ und gebrauchet dieſes entweder mit dem vereinigten Saltz allein/ oder ziehet ſein Y mit einem Spiritu vini aus/ welcher wohlriechend und ſuß ſeyn wird. Wo ihr nun ſo in allem procedi- ret habet/ ſo freuet euch/ daß ihr ein Meiſter ſeyd von einer folchen wahren Balſamiſchen Medicin, die man nicht hoch genug halten kan. Alle ſolche Geheimnuͤſſe von der Fluͤchtigmachung derer Alca- lien/ ſind ztwar leichtlich zu verſtehen/ aber nicht von jederman alſo gleich ergruͤndet. Und bleibet mit eiz nem Wort/ das fix⸗ und fluͤchtigmachen der Schluͤſ⸗ fel zu allen Geheimnuͤſſen der Natur/ denn allein durch dieſe Handgriffe/ man taͤglich in allen dreyen Reichen agiren und gluͤcklich operiren muß. 11. Leget indeſſen dieſes fen alcali einige Tonnen/ oder wenigſtens eine nicht geringe Quan- titaͤt/ in die Erden/ fo wird es ſich in wenig Mo⸗ naten in ein fluͤchtig Saltz verwandeln: Hier⸗ aus erhellet/ daß der Grund des Feldes am beſten durch Kalck und Aſche gedungen werde/ toenn er eine 63(112.) è} tine gute Frucht tragen/ und Korn und Getráyd hervorbringen ſoll: Welches experiment unſern heutigen Philolophis einen nicht geringen Bor theil in ihren operationibus geben wird. Wahr iſt es/ daß diejenige/ ſo ſolches be⸗ dencken und darauff achten ſolten/ ſich nur dar⸗ uͤber mouquiren/ weil ſie nicht verſtehen noch er⸗ forſchen moͤgen/ was recht iſt/ ſondern ſich fúr all- zu klug halten/ und alle die/ welche nicht mit ihnen übereinſtimmen/ verfolgen und verſpotten. Inzwi⸗ ſchen wird eg Doch geſchehen/ daß derjenige/ der der⸗ gleichen arcana verachtet/ ſich endlich zum Ziel legen und gar zu Spott und Schanden werden muß. Ich ſchreibe aus der Erfahrung/ und uberreiche hiermit den gantzen Schatz meiner Wiſſenſchafften/ weil ich verſichert lebe/ daß noch vielen dieſer Tra⸗ ctat als ein edles Kleinod zu ſtatten kommen wer de/ ob ſich andere ſchon daran geſtoſſen. Doch laſſet ſich den Neyd⸗Zahn nur immerhin wetzen/ er ver⸗ mag mich doch nicht zu Fall zu bringen: Genug daß ſie der Warheit uͤberfuͤhret ſind. Man uͤberlege nur/ ob unſere HerrenDoctores, Meiſter undAertzte/ nicht fuͤr ein Wunder-Geſchlecht zu halten ſind/ daß ſie nach der Indianer Art/ die Glaͤßerne Coral fen/ Pater noſter, kuͤpfferne Armbaͤnder/ gemeine Spiegel/ und allerhand Tandeleyen/ ja den Pißtopff ſelbſt adoriren und verehren/ das Gold/ Silber/ und die Perlen aber mit Fuͤſſen tretten und verachten. 12. Ihren Methodum, welchen doch ehedeſſen ſchon der lachende Democritus und ſtetswejnende Heraclitus verlachet und bejammert/ und noch taglich viele andere krancke Patienten/ mit aͤchzen beſeuffzen und beklagen muſſen/ daß ſie ohne Hulffe in iii in ihre Und t Difen, Doch Urin⸗ Patiet Aetzul ften- zuverſe weit b mache moͤge gedier Der M Ox 1 übrig heit n es au ich eit Bru ſuche nehn thoc es w und kehr dure ihre ſchie der dite Betray t unſern n Vor⸗ ches be⸗ ur Dars noch ere| fúr- all-| it ihnen| Inzwi⸗ der der⸗ fel legen n muf. erreiche hafften/ jer Tra- en wer⸗ ch laſſet er ver⸗ Genug/ uͤberlege Aertzte/ n ſind/ Coral⸗ gemeine ißtopff ber/ und hten. hedeſſen einende D noh f Achen Huͤlffe n g( rs.) é&: in ihrer Kranckheit gelaſſen worden/ erheben ſie⸗ Und wenn ſie ſchon bey ihren Ehren angeloben/ dieſen Troſt⸗ und Krafft⸗ loſen zu helffen/ ſo wiſſen ſie doch weiter nichts nicht anzufangen /als von dem Urin⸗Glaß zur Clyſtir⸗Pfeiffen zu lauffen/ oder dit Patienten mit einer moͤrderiſchen Aderlaß/ Section, Aetzung/ Purgantz/ Vomitis, und allerhand Ger⸗ ſten⸗Getraͤncken/ Julepen/ und Heitz⸗ Staͤrckungen zuverſehen/ welches letztere jedoch ein Zucker⸗Becker weit beſſer/ als ein Apothecker und Bullen-Medicus, maten und bereiten Fan. D wag betruͤbte Zriten moͤgen doch dieſe ſeyn! da der Welt ſo elendiglich gedienet wird; Owas Thorheit hat man nicht in Der Mediciviſchen Facultät erlebet. O der Zeiten! O der Gewohnheiten! 13. Hier ſcheinet nun noch ein Mittel vor dieſe ubrig zu ſeyn/ die es redlich meynen urd der War⸗ heit nachzuſtreben bemuͤhet ſind/ und bey dieſen ſoll es auch verbleiben; meine Buͤcher/ meyne ich/ welche ich einem jeden redlich geſinnten/ als ein Fteund und Bruder darbiete; doch wil ich ſie vorhero auch er⸗ ſuchet haben/ meinen wohlmeynenden Rath anzu⸗ nehmen/ und auf meine Worte zu ſehen. 14. Laſſet dieſen irrig-und umgekehrten Me- thodum tur fahren/ und verlachet ihre Laſterung/ es wird bald ihr auffgeblaſener Hochmuth geleget/ und ihr groſſer Ruhm in Spott und Schmach ver⸗ kehret ſeyn/ vornemlich aber/ wenn dieſen Stoltzen/ durch die groſſe Anzahl und durch dag heiſſe Opffer ihrer Todten/ die fie vielfaͤltig auf die Kirch⸗Hoͤffe ſchicken/ werden offenbahret werden. Um aber wie⸗ der auf meinen Zweck zu koimmen/ ſo recomwen⸗ dive ich dieſes/ daß man alle mineraliſche Bvon J) ihrem ihrem frembd⸗ und gifftigen/ das iſt/ crud- und ro⸗ hen Weſen/ gaͤntzlich befreye/ denn wenn ſie einmahl davon gereiniget und entlediget ſind/ fo erlangt man mit dem Herꝛn Helmont ſolche koſtbare Me. dicamenta, die allen Kranckheits-Fäͤllen begegnen und reſiſtiren koͤnnen. Hier werde ich mich ein Flein wenig noch auffhalten/ und was weitlaͤufftiger ver⸗ nehmen laſſen/ weil es ſolche Dinge ſeyn/ welcht einen Naturkuͤndiger vor aller Welt beſtehend machen/ dahero der Leſer etwas begierig im Auff⸗ mercken ſich bezeigen wird. 15. Die drey Regna oder Reiche/ worinnen die Natur ihre Wuͤrckung hat/ ſind das anims liſch⸗ vegetabiliſch⸗ und mineraliſche/ und in dieſ insgeſambt hat die Natur ſolche Medicamenta ge⸗ leget/ daß die beſten des animaliſchen Reihs, it dem Urin und Blut: Des vegetabiliſchen/ in de⸗ nen fixen Salien/(die nach Gutduͤncken des Kuͤnſte lers mit einem reinen ellentialiſchen Oleo auf eil und andere Art auffgeſchloſſen und volatiliſirtt worden) des mineraliſchen aber/ in dem Sulpho⸗ re& Sale(die gleichſam der medicinaliſchen Kraͤfften Ruheſtatt und Behaͤltnuͤß heiſſen) an⸗ zutreffen und zu finden ſind. Und weil der Mer- curius bey denen Metallen und uͤbrigen andern Dingen/ ſo mit dieſen uͤbereinſtimmen/ hart und veſt im Coͤrper verſchloſſen lieget/ auch ſich auf keine Weiſe mit einem frembden/ das nicht von ihm abſtammig/ verbinden laͤſſet/ ſo muß vor allen Dingen/ ehe man die operation vor die Hand nimmet/ auf der Dinge Sulphur geſehen und genau regardiret werden. 16. Von ſolchen koſtbaren mineraliſch⸗ und metal theta vegel Heln nicht Refers Sulpl Unſer Geiſt auff: ihren tagi Kotht mit Din wegg taugl nach ten u Capi ſchrei dener Den$ wenn Nichi Conc Sulpl hera] Als D gen í wuͤrd ihrer nim d- und ro ieeinmahl 0 erlangt tbare Me. begegnen ch ein Flein fftiger pir n/ welcht beſtehend im Huf worinnen i$ anima- d in dieſ nenta ge⸗ reihs, it n/ in de⸗ es Kuͤnſt o auf ei Aatiliſiret Sulphu⸗ inaliſchen fen) an der Mer- andern hart und y fich auf nicht pon nuß vor vor die rgeſehen iſch⸗ und metal⸗ 53 Cus.) thetallifhen/twie micht weniger auch animalifhe und vegetabiliſchen Artzneyen/ hat der hochberuͤhmte Helmont uͤberfluͤſſig geſchrieben/ welches ich hier nicht wiederholen wil/ weil es zum Unterricht des Lſers wenig dienen kan. Daß ſich aber aller Dinge Sulphur nicht allzu leicht auffſchlieſſen/ zeiget uns unſer Magen/ in welchem der Archeus oder Lebens⸗ Geiſt/ ohne ſein benoͤthigtes Huͤlff⸗Mittel nichts auff zuſchlieſſen vermoͤgend iſt. Derowegen hilffſt du ihren Wuͤrckungen nicht/ ſo bleibet alle dasjenige was in ihnen ſtecket/ roh/ gifftig und boͤß/ muß alſo nothwendig eine Außſchlieſſung vorher gehen/ da⸗ mit die innerliche Krafft und Wuͤrckung ſolcher Dinge koͤnne entdecket/ und ihre Cruditaͤt von ihnen weggenommen werden. Hierzu finden wir am tauglichſten den Liquorem Alcaheſt, wiewol auch nach dieſem die Alcalia fuͤr die vornehmſte zu hal⸗ ten und zu achten ſind/ wie ich im Anfang dieſes Capitels gemeldet/ und jetzo ehe ich zum Schluß ſchreite/ gar außzufuͤhren geſonnen bin. 17. Unfer Liquor Alcahet mag bey Ligror denen metalliſchen operationen mit Recht 42r oder/ den Namen eines Entbinders fuͤhren/ Enrbin⸗ wenn aber der Sohn der Kunſt denſelben der. nicht erlangen kan/ ſo muß er ſich befleiſſigen/ die concreta(veſte Coͤrper) zu ſolviren/ und deren Sulphura ſowol von geringeren Metallen als Mi- neralien fluͤchtig zu machen.; i 18. Belangend aber die Principal- Metalla, Alg das Gold und Silber/ ſambt ihrem gleich foͤrmi⸗ gen Geſchlechts⸗Verwandten den Mercurium, ſo wuͤrde ich zu viel thun/ wenn ich behauptete/ daß in ihrer præparation der Alcaheſt nothwendig zu ei⸗ hem Schluſſel wuͤrde; weil er vermoͤ⸗ 2 f, gna S32( 116.) 2 gend ſey/ wegen eines nicht gemeinen bey fich fih renden corroſivs/ ſie auffzuſchlieſſen. Sal Oh 19. Laſſet ihr aber Godimnd Silbe Cosa- dDarinnen aufflofen/ fo wird er als cin Ent: zile. binder/ dieſelbe in ein volatiliſches Salt verwandeln/ welches/ ſo balden das phlegma durch Die evaporation davon geſchieden/ und der Liquor in der Solution geſchwaͤngert worden/ ſich an einem kuͤhlen Ort cryſtalliſiren wird. Dieſeg volatiliſcht Saltz drey oder viermal uber den lolvirten metall ſchen Gold⸗Kalck ſublimiret oder abgezogen(nam ſublimatio idem quod deſtillatio) gibt eine fluchtig Gold⸗Tinctur, das uͤbrige/ als das rel⸗ potabile. duum, bleibet blag und bfeich am Horm fiegen. Hon einem Kúnftler oder erfahrenen Me ſter in der Pyrotechnie, kan dag Gold gar leichtlid und ohne Muͤhe in ſeine Elementa und Weſen wi⸗ derum zerleget und voneinander geſchieden werden eben als waͤre es im Alcaheſt geſchehen: Doch fil⸗ det ſich der Unterſcheid darinnen/ daß jenes Liquo⸗ ris(ſc.des Alcali) Kraͤfften/ bey der diſlolurion all⸗ zeit geſchwaͤchet werden/ und ſo offt er zu der opere riongenommen worden/ ſich coagulire/ alſo/ Daft bep jeder operation durch Abgang des phlegmatis fich in Der Quantitaͤt verringere/ ſo beym Alcaheſt nicht zu fuͤrchten. 20. Imgleichen/ mag ein ſolcher der die flüch⸗ tige Alcalia zu bemeiſtern weiß/ gar bald einen ſol⸗ chen Spiritum bereiten/ der ohne den Alcaheſt die ſuͤſſe Aa auri& argenti extrahire/ wiewol dieſer del Liquor Alcaheſt, auf eine weit geſchwind⸗und leich⸗ tere Art es verrichtet/ wie denn ein Kuͤnſtler/ der ihn einmal gemacht/ ſolchen jederzeit wieder bexeiten kan. 21, Was gber den Mereurium betrifft/ dat durch durd arcar erft Deg r ſeins ches falis man men lique phle: abzie ſet/ u Spiri alg€ man ritua und talif man Db cs Bel Kra Sa tens und ſen! DAYI nehi auck hebe meh dere ſich fuͤh⸗ D Silba ein Ent⸗ pes Salh ma durch er Liquot an einem latiliſcht y metallis jen(nam fluͤchtige DAS reli n Boden nen Mei⸗ leichtlich zeſen wie⸗ werden Doch fit es Liguo: ition alle⸗ er opera ſo/ Dag legmatis, Alcaheſt die flüch⸗ ceinen fob caheſt dit dieſer del und leich⸗ yder ihn eiten Ean, rifft/ da durch G(i7) durch ſolche Kunſt zu einem unvergleichlich groſfen arcano berkitet werden kan/ ſo muß vor allen Dingen erſt das Sulphur G ü oder Eli oder aber N is oder deg meralli malculi,(welches Augurellus ſein Sulphur glaure geheiſſen/ und fúr mel geure. hes eg aud) Helmont gehalten) mit dem Spiritu falis tarrari volatilis flúchtig gemacht werden ehe man ihn mit demſelbigen in einen Liquorem zuſam⸗ men vereinigen koͤnne. Wenn man nun in dieſem liquore ein lebendiges Queckſilber ſoloiret/ und das phlegma(Waͤßrigkeit) ad ſiccitatem(ʒur trockene) abziehet/ hernach mehr von dem Spiritu darauff gieſ⸗ ſet/ und ſo offt reſolvꝛret/ biß nichts mehr von dem Spiritu ſich coaguliret/ ſondern er ſo ſtarck bleibet/ als er vormahls bey ſeinem Einſatz geweſen/ ſo hat man einen ſolchen Mercurium, der ſich mit dem fpi- ritualifirten Sulphure auf das genauefte verbunden/ und eben ſo ſchwer zu ſcheiden ſeyn wird/ als ein me⸗ talliſches Corpus von ſeinem Sulphure. Reducirkt man nun ſolches in ein metalliſches corpus,(welches ob es wol leicht geſchehen mag/ doch eine beſondere Behutſamkeit erfordert) ſo gibt es eine ſuͤſſe und Krafft⸗ volle Medicin fuͤr die Krancken; denn das Saltz des coagulirten Spiritus iſt mit dem coagulir- ten Spiritu tartari und Spiritu ſulphuris verbunden und vereiniget/ welche zuſaminen einen ſolchen ſuſ⸗ ſen Præcipitat machen/ daß 4. 6biß 8. Gran Saͤſſes davon(dieman zwar nicht offé und viel ein- Precipi- nehmen muß) faſt alle geſchwinde Zufaͤlle/ 4⸗ auch ſehr viele veraltete Schaͤden und Gebrechen heben und heylen. S 22. Und ſolte man bey unſerer operation nicht mehr erhalten köñen/ als allein die Fluͤchtigmachung | Derer Sulphurum des§ ü, Pis, pni,.vis, oder 3 Zincks G93( 118.) 2f Zincks/ ſo ware es ſchon genug/ denn es einen G⸗ wiſſenhafften Phyſicum uͤberfluͤſſig belohnen ſolte/ wo er ſolches recht bereitete. Unterdeſſen wil ich ei⸗ nen jeden neuen Artifen aus dem Helmont erinnert haben/ daß er denen Sulphuribus ihre gifftig⸗boß, „und rohe Irrdigkeit/ als worunter das vitaliſch⸗ a Oder lebendige Feuer verborgen lieget/ benehmen » lerne; denndiefes befinfftiget den Archeum, und ſezet ihn in Ruhe. Es giebet auch einige Schweffel/ welche/ wenn ſie recht zubereitet/ und zu ihrer Voll⸗ kommenheit gebracht worden/ alle ohne Außnahm vertreiben und curiren wie man denn in Erwartung dergleichen Etlects ſich gar ſicher verlaſſen darff/ auf das dul phur Q is, ġii; und haupt: ſchlich und vor allen andern/ auf das Sul phur glau. Le des Augurelli, ꝛc. Deſſen Zubereitung/ als wot⸗ auff dieſer vortreffliche Auror mei ſt ſein Abſehen haſ/ geſchiehet faſt eben auf die Art als der Alcaheſt ge⸗ macht wird/ deßwegen auch dieſes herzliche Mittel/ als ein unvergleichliches Succedaneum, oder vor dad nachſte nach dem Alcaheſt gehalten werden kan. 23. Es iſt aber die Zubereitung oder Verfer⸗ tigung des meralli maſculi, deſſen mangelhafften Sulphur der groſſe Entbinder gar leicht corrigiren kan/ ohne ſonderbahre Muͤhe zu machen/ indem die⸗ ſes fllͤchtige Saltz ſich mit dem Schweffel verbindet/ und denſelben in der deſtillation in Geſtalt eines hochfeurig⸗ und metalliſchen Hebleg mit úberführet/ aus welchem/ wenn es zu einem fixen Leib gemachet worden/ die metalliſche Tinctur ſo denn mit reinem Spiritu vini extrahiret werden mag/ ſo/ daß das Salg oder der Spiritus Tartari dapon bleibet zals cin Ding das in Feinem puren re&ificirten Spiritu Vini ſich diſſolviren laͤſſet: Und auf ſolche Art wird es Kranckheiten es in quor {us mon tuln Eri und dem die d Hát RA than nun wie gen tine: Sti Flei um Du( ON Vo wu we Rui zu AN tak einen Hu nen folte wil ich ei⸗ t erinnert vitaliſch⸗ benehmen um und jchroeffel rer Voll. inckheiten wie man gar fiche d haupt⸗ hur glau. als wor⸗ ſehen hat/ daheſt ge⸗ e Mittel/ r por dad kan. Verfer⸗ elhafften 'rrigiren dem die⸗ rbindet/ lt eines rfůhret/ emachet reinem B daS het/ als Spiritu irt wird es Gottes mehr. Sa( 119.) 2$ egiin tinen reinen Mercurialifchen Gaff ober Li- quorem verwandelt/ welchen der Paracel Paracelſi ſus vinum vitæ genennet/ und der Hel- vinum mont mit andern herrlichin Ehren- Ti vite. tuln erhebet. 24. Mir duͤncket auch noch uͤbrig zuſt eyn/ einige Eroͤrterung zu thun/ wie doch dieſer Liquor koͤnne und moͤge erlanget werden. Ich antworte aber aus dem Helmont, daß es nicht genug ſey/ die Naſe in die Buͤcher zu ſtecken/ ſondern man muß auch die Haͤnde in die Kohlen ſtecken/ das Feuer ſchuren/ und Tag und Nacht arbeiten. So hat Helmont ge⸗ than/ und ſo habe ich ihm nachgefolget. Wilt du nun dergleichen auch erforfchen/ fo thue ebenfalls wie wir; das uͤbrige dependiret alles von dem Se⸗ gen GOttes/ obſchon auch der unermuͤdete Fleiß eines geſchickten Mañes viel dazu contribuirenmag. Studire alſo/ werther Leſer! und wende Muͤhe und Fleiß an/ fiehe zu deinem lieben Ott und bitte ihn um Weißheit/ ſpare keine Arbeit im Feuer/ ſo wirſt du Gluck und Segen haben/ wie andere Manner Das 3. Capitel. Von denen Volatiliſchen Saltzen aus denen Kraͤutern und ihren Wuͤrckungen. L Emnach wir die Entdeckung der Alcalien urchgegangen/ und einen kurtzen Ent⸗ wurff von ihren Wuͤrckungen und Tugenden(in ſo weit ſich nemlich die wineraliſchen dillolutiones dar⸗ auff beziehen) an Tag gegeben/ ſo wenden wir ung zu deren Gebrauch und Nutzen ſelbſt/ damit man auch erſehen moͤge/ in wie weit fie fic) zu denen Vege- rabilien appliciren/ auch was ihre Bereitung/ Ver⸗ 54 beſſe⸗ 92( 120,) X 7 $ f beſſerung/ Vereinigung/ und Erhoͤhung ſey? Denm Wi die vegetabilia ſind von einer wunderſeltſam⸗ und weitholenden Krafft und Wuͤrckung/ ob fie ſchon ſcheinen; und wuͤrcken eben das mwas die Mineralia $u thun pfiegen, wie folches nicht obne Ur fach Der Pa- racelſus von ihnen ruhmet. Und dieſes iſt gewiß/ daß durch ein wohl præparirtes Kraut/ die allerherꝛlich⸗ ſten Curen verrichtet werden/ wie denn erſtbeſagter Wermuth Paracelſus betheuret/ daß er mit der Wer⸗ eine tofl muth viele und gefaͤhrliche Zufaͤlle gtho⸗ aede ben, 2 der theuren Gúte und Liebe Got: teg! die er uns armen ſterblichen Men⸗ ſchen zuwendet. Doch wehe dabey des Hochmuths und der groſſen Einbildung/ unſerer heut zu Jage herꝛſchenden Doctoren/ die mit Tantalo mitten m dem Waſſer Durſt leiden/ und vom Hunger gepla⸗ get werden/ da ſie doch ſo viele ſchoͤne Aepffel vor ſich ſchwimmend haben: Laſſet euch/ O Sohne dieſer Kunſt ihre armſelig⸗und ungegruͤndete Methode, ihre Faul⸗ und Tragheit; ihr elendes Leben und Hochmuth ja nicht verfuͤhren/ als bey welcher ſie ohngeſcheuet/ ſo lang ſie nur Geld gewinnen/ die Menſchen betrůgen/ gantze Familien außtilgen und ruiniren/ und jedem Pfoͤrtner oder Thorhuͤter mit ſolchem ihrem Theriacks⸗Kram bedienet ſeyn. 2. Bonder wabren præpararion und Bereitung derer Kraͤuter/ gedencket Helmont in ſeinem Phar⸗ macopolio und Diſpenſatorio moderno,(oder heu⸗ tigen Apothecken und Vorraths⸗Kammer) als wo⸗ ſelbſt er denenjenigen die die wuͤrckende Krafft des Geheimnuß⸗ groſſen Circulats(das iſt/ Alcaheſts) noch nicht gepruͤffet haben/ eine dehre gibt: Denn er weiſet ihnen/ daß die ſimplicia, die bon ſo groſſer Wuͤr⸗ und mite um ein weit mercklichers geringer als die Mineralis unge wod geſch und nig vern wert dure eine eine | tien, tinfi | find woh hertz und weli zus pur bere verl fhe gegi ja il ſteh Mi unt zue unt 2 Dem m- und ſie ſchon ineralis ineralia Der Pa- vih/ daß erꝛlich⸗ beſagter rWer⸗ € gtho⸗ be Got⸗ Men⸗ )muths u Tage tten m gepla⸗ por fich > Diefer thode, en und cher ſie n/ die en und er mit k eitung Phar- er peu- s wo⸗ ft des heſts) enn er roſſer Wur⸗ i(an) A i Mueckung ſind/ ohne Verringerung ihrer Qualitat und herꝛlichen Eigenſchafft/ bey rechter Vermiſchung mit andern ſinpeln Kraͤutern/(nicht abeꝛ duꝛch einen ungereimnten iſchmaſch oder einfaͤltiges kochen/ als wodurch die Krafft wohlriechender Vegetabilien nur geſchwaͤchet/ und deren gummoles Weſen erweichet und zu Waſſer gemachet wird/ und alſo eben ſo we⸗ nig als die rohen Kraͤuter ſelbſten Nutzen ſchaffet) vermittelſt eines dazu gebrauchte Ferments /bereitet werden koͤnten/ um ihre Eſſentz von ſich zu geben/ und durch Hinwegnehmung ihres ſo gifftigen Unraths/ eine Qualitát in die andere zu verwandeln/ oder aber eine Vereinig⸗ und Verbindung/ zweyer ingredien⸗ tien/ auf eine gantz neue Art und Geſtalt/ die in denen einfachen oder vermiſchten Coͤrpern bißhero nicht zu finden geweſen/ vorzunehmen und zu machen. 3. Wird nun dieſer des Herꝛn Helmonts Rath wohl in acht genommen/ ſo wird auch das unbarm⸗ hertzige Auffopffern der Menſchen ſich einſten legen und die Apothecken werden gar zerſtoͤret werden/ als welche mehr als ein ſchaꝛffes Schwerdt die Menſchen zu Bodenlegen. Ihre Artzneyen insgeſamt ſind ein pures Gifft/ die die Apothecker doch anderſter nicht bereiten koͤnnen: Und ſolche(verſtehe Apothecken) zu verbeſſern/ iſt eine pure Unmoͤglichkeit. Denn wie es ſcheinet/ ſo haben ſie der Natur beſtaͤndige Geſetze gegeben/ daß ihr kuͤnfftiger Wucher mit der Artzney/ ja ihr Saame und Geſchlecht/ ohne Auffhoͤren be⸗ ſtehen foll. Weßwegen ich auch nicht weiters den Mohren zu waſchen mich beinuhen/ ſondern fleiſſig⸗ und tieffinnige Gemuͤther der wahren Kunſt allein zu einer beſſern præparation gerathen haben wil. 4. Die gifftige Unrath einiger ſimplicien fan und mag nimmermehr durch das bloſſe pulverilren H g wenn r ERA OREA G C riz,) wenn ſie nemlich nur zu Pulver geſtoſſen werden) and verbeſſert/ noch ſonſten das rohe Weſen von andern Dingen geſchieden werden: Und anderſter wiſſen es allei dieſe armſelige Laboranten ſonſten nicht zu machen/ wei als daß/ wenn ſie eine Vermiſchung ldie ſie ihre Spe- iaf cies nennen) vorgenommen /fie felbige fo denn mit Exc pi Zucker auffſieden/ und daraus Scheiben oder Kuͤch⸗ den nii kcin formiren/oder fonften mit Honigund Zucker zu den a allerhand Condituren und Conlerven bringen. Wer Ni ii aber die ſi mplicia zu einem flůchtig⸗ uñ Zucker⸗ſuͤſſen cher Saltz(ſo zwar nicht ſo wol wegen des Geſchmacks/ bili als weil es wie ein candirter Zucker außſiehet/ alſo dig zu benennen iſt) machen wil/ der muß es durch zu⸗ fin thun eines natuͤrlichen Ferments erhalten. zue 5. Wiſſet erſtlich ihr Kunſtbefliffene/ daß durch| T Dief Mittel eines firin Galges von einem Kraut/ alle vor fluͤchtige Oehle mit dem Alcali koͤnnen uͤbergefuͤhret Kr und zu einem weſentlichen fluͤchtigen Saltz/ welches zur nachgehends durchdringend und von einer wunder⸗ ger baren Krafft/ bereitet werden. Denn alleg fa- ten liniſche Weſen ver miſchet ſich mit dem Urin und Ex- nig aA crementen/ und relalvirt was veſt an den innerlichen dig A Gliedern des Leibes fich anhánget/ daf eg durch die in AN Iii Urin⸗Gaͤnge ab⸗ und fortlauffen muß. Wird alſo eA ean vermittelſt derer Oehle/ die da ſind zu Saltz gemacht[T oh % worden/ eine ſolche balſamiſche Krafft erwecket/ daß un Ki) o ſie eine ubernatürliche Artzney wird dergleichen in S der Welt nicht zu finden iſt. feii 6. Und weil demnachſt auch beſagte Artzney fei aus keiner mineraliſchen Wurtzel/ ſondern aus dem od vegetabiliſchen Regno allein entſproſſen/ ſo ſchleichet yel es fich ſelbſten in die weſentliche Theilt unſerer Coͤr⸗ du per ein/ nnd dringet auf die Quelle des animaliſchen ſta Lebens/ ſo aber der Apothecker ihre Zeltlein und ye ande⸗ werden) nandern viſſen es machen/ hre Spe- enn mit r Kuͤch⸗ ucker zu n. Wer rẽſüſſen hmacks/ et alfo urch zu⸗ f durch ut/ alle yefuhret welches vunder⸗ lleg ſa- ind Ex⸗ erlichen ird) die ird alfo emacht et/ daß chen in Artzney Us dem leichet r Coͤr⸗ liſchen in und ande⸗ (123.) 885 andere uůͤbrige Poſſen zu thun nicht vermoͤgen. 7. Denn alles mag den Balſam des Lebens allein beruͤhren und ſtaͤrcken ſoll/ muß ein Saltz ſeyn⸗ weil auch das Blut und deſſen ſqualor und Unflath/ | ja fo garder Urin alg ein pom Blut geſondertes Excrement und Abwurff/ und der Schweiß ſamt denen Thränen der Augen laliniſch ſind. Mag demnach kein Ding in der erſteren digeſtion mit Nutzen je gebrauchet werden/ ſo nicht eben von ſol⸗ cher Natur und Eigenſchafft ift. Und alle vegeta- bilia und Kraͤuter werden in dem Magen entweder digeriret(gekochet) oder nicht/ ſind ſie digeriret/ p find fie nicht mehr was fie zuvor geweſen/ indem ſie zu einem chylo geworden/ und bekommen alſo durch diefe Veraͤnderung eine gantz neue Natnr; da ſie vorhero eine Artzney waren/ ſind ſie nun aller ihrer Krafft und Wuͤrckung in ſo lang beraubet/ biß ſie zur andern digeltion gebracht werden/ und ſo ſie die geringſte Eigenſchafft von dem magno oportet moͤg⸗ ten behalten haben/ ſind fie doch viel zu ſchwach/ eis nige Kranckheit ſo ſich an einem Ort der zweyten digeſtion veſt geſetzet hat/ und noch viel weniger die in der dritten digeſtion, zu heben und zu curiren. 8. Aber ſo dasjenige/ ſo man zu ſich genommen/ ohndigeriret bleibet/ wirfft ſolches der Magen alſo ungekocht in die Darme/ da edenn durch den f v, Stuhlgang außgefuͤhret wird/ denn er kan es wegen feines hargigten und unverdaulichen Weſens mit ſeinem Ferment nicht bezwingen noch zermalmen/ oder/ indem eine gifftige Malignitaͤt mit darunter vermiſchet/ und der Gifft ſtarck iſt/ ſtoͤſſet er ſolchen durch das Brechen aus/ wo aber der Gifft nur halb ſo ſtarck/ oder hartzigt und zaͤhe/ und alſo nicht ſo gleich vermerckt wuͤrde/ welches von ſeiner hartzigt⸗ker⸗ meN- (124.) 2 mentirenden Krafft herruͤhret/ wird er durch den Stulgang außgefuͤhret/ wiewol nicht leicht eine an⸗ dere Geneſung zu hoffen/ als die etwa von ohngefahr ſich zutragen moͤgte/ wie ich ſolches in meiner Ekʒ- klaͤrung der Natur ſchon weitlaͤufftiger außgefuͤh⸗ ret und entdecket habe/ dahero ſolches unnoͤthig iſt allhier zu wiederholen. 9. Und wie vergeblich iſt es doch eine Cur/ nach Art der gemeinen Doctorn und Apothecker vorzu⸗ nehmen/ ja wie laͤcherlich komen ihre Verſprechun⸗ gen heraus/ die Lunge durch Syrupe oder Saͤffte zu eurireg/ da nicht einmal der Leber/ die doch viel naͤher lieget/ durch dergleichen Saͤffte oder Traͤncke(de⸗ cocta) kan geholffen werden/ was auch hier die Ga⸗ leniſten ihren betrogenen Patienten moͤgen vor⸗ ſchwatzen und ſelbige weiß machen. Natura 10. Dahingegen iſt das Saltz von einer Salis, ganh andern Natur/ dag leidet Feine digefti- on, die durch das fermentiren im Magen geſchiehet/ und behaͤlt doch ſeine Krafft/ denn es gehet alſofort in die Kroͤß⸗Adern(venas Meſaraicas) und reſol- viret in ſeiner Paſſirung alles was gegen die Natur darinnen enthalten iſt/ woraus denn die rechte ab⸗ ſtergirende/ diuretiſche und diaphoretiſche oder ſaͤuberende/ Harn⸗ und Schweiß⸗ treibende Artz⸗ nehen entſtehen. 11. Eben dergleichen Bewandnuͤß hat es auch mit dan Meer⸗Saltz/ welches/ wenn es durch die digeſtion des Magens und den Zwoͤlfffinger⸗Darm (duodenum) hindurch iſt/ alſofort von denen Kroͤß⸗ Adern auffgenommen wird/ da es mit dem halb⸗ digerirten Gebluͤt in fo lang herum laufft/ biß die Scheidung des Urins geſchehen/ und bleibet doch eben das nemliche wie es gebraucht worden/ und ſchei⸗ h Den ine ane gefaͤhr aer Erz gefuͤh⸗ ihig ift r/ nach vorzu⸗ echun⸗ iffte zu naͤher ke(de- jie Ga- 1 pors neiner igefti- hiehet/ ſofort reſol- Natur te ab- oder Artz⸗ auch ch die Darm Kroͤß⸗ halb⸗ iß die doch und ſchei⸗ w a o ſcheidet ſich auch von dannen wieder in ſein gantzes Weſen/ Form und Krafft die es zuvor gehabt hat. 12. Alſo werden die Alcalia wegen ihrer Lau⸗ gen⸗hafftigen ualitqt mit der Saͤure desMagens angefullet/ und dringen ein neurraliſches Weſfen/ ſo eder ſauer noch urinoſiſch/ ſondern ſaltzigt und von gantz anderer Natur iſt/ ans Tages⸗Licht. So bald ſie aber in der digeſtion durch den Urin wieder fort⸗ gehen/ ſo verliehren ſie ſich/ und werden zu Urin/ in welchem ſie ſich in ein fixes Saltz veꝛwandeln/ das von dem erſteren gantz abgeſondert und unterſchieden iſt. ;. Wo ſie aber bey dieſer ihrer unzertrenn⸗ lichen Vereinigung mit denen ellencialiſcher oleis erſt fluchtig gemacht/ und ſo beyde in ein Saltz ver⸗ wandelt werden/ ſo gehen ſie durch alle andere dige- ſtiones, in welchen unnatuͤrlicher Weiſe und auſſer der intention des Archei einige coagulation oder Haͤrte ſich anſetzet/ relolviren und zertheilen/ oder treiben das boͤſe/ theils durch den Urin/ theils durch den Schweiß aus; denn weil es volatilE und effen- tialiſch itt/ ſo kan es aller Orten eindringen/ welches die Alcalia ſhrer eigenen Natur nach/ zu thun nicht vermoͤgen. 14. Den klaͤrlichen Beweiß/ daß diejenigen vegetabilla, welche Brechen und Stulgang verur⸗ ſachen/ aus einem vergiffteten principio herruhren můſſen/ finden wir an der ſchwartz⸗ uñ weiſſen Nieß⸗ Wurtz/(helleboro) denen wilden oder fo genañten Eſels⸗Cucumern/ und andern der allerherbeſt⸗ und ſtrengſten Vegetabilien/ welche/ wenn ſie mit einem fixen dale alcali bereitet werden/ beydes ihꝛe brechend⸗ und purgirende Natur ablegen/ und in eine herzliche diuretiſche oder diaphoretiſche(Harn⸗ uñ Schweiß⸗ treibende) Artzney ſich verwandeln/ daß man deren nach 99(126.) 265 nad beſchehener præparation, ohne alle Gefahr eine zweh⸗ biß dreyfache doſin einnehmen und gebrau⸗ chen kan/ da vorhero die hel ffte einem den Tod verurſachen ſollen. f. Nun moͤchte ich von einem Galeniſten noch vernehmen/ ob die Krafft dieſer ſimplicien in der Eie genſchafft des brechens oder purgirens beſtunde/ und/ da er es bejahen ſolte/ wo dieſe in dergleichen ſchlechten Zubereitung bliebe? Daf es gewiß und wahr/ koͤnte gar leicht mit einem eintzigen experi⸗ ment probiret und erwieſen werden/ wofern nur die Materie und der Grund zu ihrer Uberzeugung/ als wodurch ſie ſelbſt uͤberfuͤhret werden muſſen/ es zu⸗ laſſen und geſtatten wolten; kurtz/ es iſt ein Beweiß/ woruͤber ich ihr Gutachten und Raiſonnement auch hoͤren moͤgte. Doch koͤnnen ſie nur glauben/ daß ich mit ihrer ſelbſt eigenen daͤſterung ihnen begegnen und hierauff antworten wil/ mie fie durch die falſche Chy⸗ miſterey mit gaͤntzlicher Außtrocknung uñ Verdor⸗ rung in dem Feuer/ oder durch ihre widerwaͤrtige uñ emarterte Arbeiten/ vermittelft einer langwierigen ereitung/ die vortreffliche Wuͤrckung ihrer lim⸗ plicien gantz und gar deltruiren und vertilgen/ nach⸗ gehends aber/ als was hochgereinigtes den armen leichtglaubigen Menſchen dahin geben und auffbur⸗ den/ welches doch von einer weit hoͤhern Krafft und Wuͤrckung zu haben/ als ſie es faͤlſchlich außgeben. 16. Ich geſtehe/ daß viele Dinge durch das kochen und langes digeriren veraͤndert werden koͤnnen/ als da iſt die Wurtzel Caſſava bey denen Indianern wohl bekant/ welche/ wenn ſie ſo roh gegeffen wird/ ein todtliches Gifft fuͤr Menſchen und Viehe iſt /wie man oͤffters an denen Huͤnern und Schweinen ver⸗ ſuchet hat: Wird ſie aber gereiniget/ zubereitet ny wo wohl Aroi verzel gepul graul Stu diure diene Sol des E moye effect Dery zuſch fehlb man wori lutir Tro gen gieſf Tini ungi wur ftilli Ae T IAA Be ASE S A a Aa E OSAAT sa f y se 0 127. ka ahr eine wohl gebacken/ ſo iſt ſie ein ſehr angenehm und geſund gebrau⸗Brod/ und wird von vielen tauſenden gegeſſen und en Tod verzehret. Die Haſſel⸗Wurtz/(alarum) roh oder gepulvert/ oder ſonſt womit vermiſchet/ erwecket ein ennoch grauſames brechen; doch wenn fie nur eine halbe der EieStund in Waſſer gekocht wird/ iſt ſie ein herzliches ſtuͤnde/ dioretiſches(Waſſer abtreibendes) Mittel/ und leichen dienet auch ingleichem fuͤr alle langwierige Fieber. iß und So lehret auch die Erfahrung/ daß eine gantze Untze xperi- des Extracts von Rhabarbar nicht ſo viel purgiren tui die moͤge/ als ein eintziges Quint gepuͤlverter Rhabarbar 0/ als effectuiret. Jedoch ſo inzwiſchen jemand die Urſach es zu⸗ ber verliehrend⸗ und abnehmenden Krafft dem Feur: eweiß/ zuſchreiben wolte/ wil ich ihn ſo gleich mit einer un⸗ it auch fehlbaren Probe aus dem Feuer widerlegen. Denn E yaf ich) man infundire die Rhabarbar in einer Retorten/$ nud woranein guter Recipient veft gemacht und geheb Ehy⸗llutiret iſt/ und zwar ſolcher Geſtalk/ daß nicht ein erdor⸗ Tropffen einer Feuchtigkeit durch das lutum brins ige un gen koͤnne/ wenn nun dieſes alles heruͤber geſtiegen/ tigen gieſſe man einen friſchen Liquorem darauff/ biß die fim- Tinctur davon gehe/ und das zuruͤck gebliebene gantz nach⸗ ungeſchmack ſey/ auch wie ein Pulver von einem rmen wurmſtichigen Holtz da liege: Den Liquorem de- fbur⸗ ſtillire man ferner in gelinder Waͤrme/ biß alle t und Waͤßrigkeit davon/ und ein ſchoͤner Extract da liege; vên. doch muß es mit Behutſamkeit geſchehen/ damit scher kein empyreuma erwecket werde/ das iſt/ das es Jalg nicht anbrenne. nern 17. Wil man nun damit eine unbetruͤgliche vird/ Probe vor die Hand nehmen/ ſo gebe man ſo viel als wie ¶ itdey drachmæRhabarbari ſo in ihrem eigenen Waſ⸗ ver⸗ ſer deſtilliret worden/ außweiſen/ von dem vorſtehen⸗ und den Extract, einem Menſchen ein; und damit das vohl i Expe- Sp?( 128.) 865 Experiment deſto ſicherer angeſtellet werde/ ſo gebe man eben ſo viel deß nach der extractioa zuruͤckge⸗ bliebenen Pulvers einem andern ein/ ſo wird ſichs finden/ daß die zwey drachmæ des Pulvers nicht ſo viel purgiren werden/ als eine halbe drachma des be⸗ meldten Extracts/ oder der gar nicht extrahirten/ rohen/ und nur zu Pulver geſtoſſenen Rhabarbar⸗ Woraus denn klar erhellet/ daß die purgirende Krafft/ ſonder einigen Grans Verluſt/ ihrer fub- {tanz oder Weſens/ durch maͤſſiges kochen beym Feuer/ und der dabey gehoͤrigen Vorhuͤtung des An⸗ brennens/ um ein groſſes geſchwaͤchet werden koͤnne⸗ Und daß das abgedeſtillirte Waſſer/ welches/ wenn es etlichmahl nachdem es biß auf die Helffte abge⸗ zogen/ und wiederum mit friſchem Waſſer auffge⸗ fuͤllet und abgezogen worden/ bloß allein durch Zu⸗ ſatz eines Liquoris von alcaliſirteim Saltz/ in Zeit von einer halben Stund/ die brechend⸗ und purgi⸗ rende Krafft und Eigenſchafft gaͤntzlich benehmen kan: Nun fragt ſichs/ wo dieſer Geiſt und die Krafft ſo da weggegangen/ hingekommen und geblieben ſey⸗ Zwar moͤgte man antworten/ daß ſolches in der Ei⸗ genſchafft des Feuers beſtuͤnde/ als welches allezeit etwas neues hervorbraͤchte: So dienet hierauff eben ſo leicht wiederum zu antworten/ daß wir hierzu kein Kuͤchen⸗Feuer gebrauchen/ und doch eben die nem⸗ liche Wuͤrckung herausbringen wollen. 18. Dieſes nun zu probiren/ ſo nehme man ein zart rein⸗gepuͤlvert⸗ und geſiebtes vegerabile, ver⸗ miſche ſolches mit einem Alcali(.e. Sale tartari) und gieſſe ſo viel weiſſen Wein oder einen andern Liqvo- rem darauff/ biß es wie ein Brey werde/ uud laſſe es ſtehen/ daß das alcaliſche Saltz in das innerile des Pulvers hineindringe/ wenn es trocken A fo fe glaͤß U5 ili ſochs DULA deße liche beſſe ſer a felich urfa Alca! in d Ger die e aber tilge. Fan) Simp che/ Speci ubri IC Leße Pfot lenif allei des dem Chet dhA fan: verbi /ſo gebe uruͤckge⸗ ird ſichs nicht ſo a Deg bes ahirten/ abarbar. girende yer fub- en beym zdes An⸗ n koͤnne⸗ es/ wenn fte abge⸗ auffge⸗ urch Zu⸗ in Zeit d purgi⸗ enehmen ie Krafft chen fey? n Der Eis g allezeit auff eben erzu kein die nem⸗ man ein ile, pet tari) und ü Liquo- uud laſſe innerſte en wird/ ſo 82(129.)8 ſo feuchte man es wie der an/ oder thue es in eing glaͤherne Flaſche und verwaber ſie wohl damit es nicht vertrocknen kan/ ſo wird in Zeit von ſechs Wochen auffs laͤngſte/ alle erbrechend und purgirende Krafft/ doch ohne eintzigen Verluſt deß Geruchs/ Geſchmacks und der Farbe/ gaͤntz⸗ lichen conſumiret und vertilget ſeyn/ und das beſſer/ als da es bloß mit friſchem klarem Waf- ſer angefeuchtet worden/ indeme eine ſolche An⸗ feuchtung eine kermentation und Jaͤhrung ver⸗ urſachet haben wuͤrden/ und welche durch das Alcali verhindert wird/ und werden die Specitica in dieſer letzteren bræparation, wie ſolches der Geruch und Geſchmack beſtaͤtiget/ behalten/ die erbrechend-und larirende Eigenſchafften aber werden gaͤntzlich vertrieben und außge⸗ tilget. Dahero man auch mit Recht urtheilen kan/ daß es keine Krafft und Wuͤrckung derer Simplicium mehr ſeyn könne/ ſondern eine ſol⸗ che/ die von der Subſtantz und Eigenſchafft deß Specifici, welche bey dem Verluſt der Erſteren uͤbrig geblieben/ gaͤntzlich unterſchieden iſt. 19., Bemercke alſo hier mein auffrichtiger Leßer/ den gewaltigen Riß und die verfaulte Pfoſten deß Galeniſchen Gebaͤudes/ da die Ga⸗ leniſten bey denen purgirenden Kraͤutern/ bloß allein auff ihr Erbrechen machend; und laxiren⸗ des Gifft ſehen/ als welches doch fuͤglich mit dem hauend⸗und flammenden Schwerdt deß Cherubs/ der vor dieſem den Weg zum Baum deß Lebens bewahret hatte/ verglichen werden kan: Denn dieſes aͤuſſerliche vergifftete Weßen/ verbirgt viele herrliche und wunderbahre Tu⸗ J genden (130) genden ſo in verſchiedenen Simplicibus ent— halten/ welche uAnſehung dieſes ſo ſcheinba⸗ ren Gifftes/ keine Wuͤrckung in die ver— borgenſte Geheimnuͤſſen der Natur thun kön— nen/ als welche ſo genau verwahret werden, daß der Archeus viel eher gantz unruhig wer den/ und der Magen ſchwere Convulſiones lei— den/ auch die Nervenſund Span-Adern bey einer ſolchen Devteropathie(da nehmlich eine Kranck⸗ heit von der andern herruͤhret) zuſambt dem gangen Microcofmo in Ulnordnung und ei— nen gantz verkehrten Zuſtand gebracht wer— den ſollten/ ebe dieſer(der Archeus) zu— laſſen wuͤrde/ daß das Gifft Hellebori nach denen Valis Meſaraicis oder Gekroß⸗Adern ſich hinbegeben moͤge/ als welches er mit Widerwilleu und Eckel wiederumb außftöſ⸗ fet. Zwar bey dieſen hefftigen und wider⸗ waͤrtigen Wuͤrckungen /kan die purgieren⸗ de Eigenſchafft/ deren ſich/ der Helleborus wohl ruͤhmen mag/ wenn er alſo roh und unbereitet gegeben wird/ nicht erhal— ten noch warhafftig erkannt werden; Jedoch fo er ja mitten in dieſem auffruͤhriſchen Zu— ſtandt etwa von ſeinen vortrefflichen Tu— genden blicken laͤſſet/ iſt es eben als wenn im truͤbem und uͤbelem Wetter die Sonne ih re Strahlen durch die finſtere und dicke Wol⸗ cken von ſich ſchießet. 20. Nachdeme ihm aber dieſe Decke abge⸗ nommen/ ſo erſcheinet alsdenn erſt die wah⸗ re/ edele und ſonderbahre Wuͤrckung deſ⸗ ſelben/ und ſo folglich auch einiger ande f ter É ad o` rer ihret niſten Meth nen mitte ers e unſer chnie ZI giti entha te Ke ten A Juenc ſcit, Veger chenv verſch nun etwa tuni allein Gift gezeit eg hei cret i auff to vet den S zwune es ſein dus ent⸗ cheinba⸗ die ver— un kön— erden/ ig wer nes fej; ey einer Kranck ibt dem und ei⸗ t: wer: N zu⸗ ri Nad) Adern er mit ußftöſ⸗ wider⸗ gieren— leborus o roh erhal— Jedoch n Ril n Zu: wenn ine ih⸗ ) Wol⸗ abge⸗ wah⸗ g def ande- rer G31 V5 rer wilden und unartigen Vegetabilien in ihrer Vollkommenheit/ welches die Gale⸗ niten nah ihrer ſchlimmen und verkehrten Methode nicht haben zu wege bringen koͤn⸗ nen; ſondern dieſes iſt nur uns allein ver⸗ mittelſt und durch den Dienſt deß Feu⸗ ers entdecket und gelehret worden/ welches unſere fo viel und hochgeprießene Pyrote⸗ chnie iſt. 21. Und alſo wird die eingewurtzelte gifftige Malignitaͤt ſo in denen Vegetabilien enthalten iſt/ nach und nach durch eine feuch⸗ te Kochung außgetrieben/ zu folge des wah⸗ ren Axiomatis: Omne Vegetabile venenum co- quendo miteſcit, diutina vero coctione evane- icit das ifti alles. giftige Wegen in denek Vegetabilien enthalten/ wird durch das Ko⸗ chen vermindert/ ſo man aber damit anhaͤlt/ verſchwindet endlich daſſelbe gar. Hier wird nun nichts Neues hervor gebracht/(wie etwa bey der Deſtillation derer Concreto⸗ rum zu geſchehen pfleget) ſondern es wird allein die Cruditaͤt(Rohigkeit) ſo mit dem Gifte verknuͤpffet ift/ durch das Kochen gezeitiget und zue Reiffe gebracht/ daß es heigen mag: Omne venenum, vite Con- creti ultimæ alligatur, alles Gifft wird biß auff das alleraͤuſſerſte mit dem Concreßß to verbunden: ja das Arlemcum ſelbſten/ durch den Salpeter figirr und feſt gemacht/ wird ge⸗ zwungen in Feuer zubeſtehen/ und ſo verliehrt es ſein Gifft/ welches zuvor davon rauchte und die SA Pro⸗ C132 N Probe im Feder niht aughierte: Henn Hier it das Gifft weßentlich oder ſelbſtaͤndig/ das ift kil lich und verzehrend/ aber in denen Vegetabilien ſtecket das Gifft idealiter und unſichtbarer Welß welches die Kochung und nochweniger den Zuſat eines reinen alcalilirten Saltzes/ als worinnen das Feuer ſeine Kennzeichen gepraͤget hat/ kei nes Weges vertragen fan/ fo dabes wohl Ignis Filius ein Sohn deß Feuers/ oder wie es auch an andern Orten Cauda Vulcani von mir tituliret worden/ genennet werden mag. 22. Und auff ſolche Art/ find unſer Mogs Brod Korn/ Fleiſch/ Bier und was dergleichen mehr/ wenn ſie nicht wohl gekocht oder gebacken wen⸗ den/ allzumahl ſchaͤdlich/ und ob ſie wohl/ wem man ſich derſelben bedienet /einiger Maſſen etwas Nahrung geben/ ſo iſt doch ſelbiges ein verderbliches Nutrient; welches ich mit denen jungen Maͤdgens die da rohe Habergruͤtzeef ſen/ oder denen Kindern welche rohes Obft at nieſſen bezeugen will; eben alſo wird die heilff me oder geneßende Wuͤrckung auff das hoͤchftt, in denen Vegetabilien mit einer ungeſunden Cruditaͤt und Rohigkeit umgeben/ von welchen denn eben fo wenig eine gute Artzney ſondern Kochung zu machen iſt/ alg wenn man flein Cucummern/ bevor ſie gehoͤriger Maſſen ein⸗ Gemacht worden, eſſen wollte: Uber dieſes/ ſo fuͤhren viele Dinge ein mit ihrer Cruditåt úber: eink ommendes Gifft bey ſich/ welches den Ar- cheum entruſtet und unruhig macht/ und zu⸗ weilen wird eine Kranckheit fo vertrieben/ wenn etwa durch die finſtere SRE aͤngtt⸗ aͤngf gerti impi unde de/ g rgi daß komn ſonde Zimn Staͤy⸗ tracht Inener Hinte kin eir zuruͤck Fichten Unart waͤre/ tenun Cabin Hema und we fen bef then of zu viel chen Dii ſind. On goction En uni fhet hen Spi in hier iſt 5 ift feib| getabilien er Reigi enR ufs vorinnen hat/ kei ghi Ignis 5 auc A tituliret t Bryd’ n mehr] Fen wer⸗ hl/ wenn Maſſeh (biges ei lit denen grůͤtze eſ Obft ge⸗ e heiti hoͤchſtſ welchel ſondern an fleine fen eii iefeg/ i0 ͤt uͤbet⸗ pen A- und zu⸗ rieben/ s eines aͤngft⸗ jeſundenGem SRC 133926 angfilihen Erbrechens oder Purgiereng/ eih geringer Schein von der guten Würckung derer Simplicium erblicket wird/ da denn die tumme und einfaͤltige Doctores ſolches gewahr werden⸗ de/ gleich außruffen; O welch eine vortreflich⸗ purgirende Artzeney! ohne daß ſie erwegten/ daß/ in deine dieſe als ein Feind angezogen Fommt/die Natur felbigen nicht einlafſen will/ ſondern ihr geheimes Cabinet und Audientz⸗ Jimmer vor ihm ſchließet/ und indeme ſle ihre Staͤrcke und Vermoͤgen durchſuchet/ dahin krachtet/ wie ſie ſelbige auß ihrem erſteingenom⸗ menen Ort vertreiben/ oder doch wenigſtens zur Hinter⸗Thut außjagen moͤgen/ und ſo ja noch fm eniger Strahl ihrer verborgenen Kraft SUUE geblieben wåre/twas håtte fieni®t auh- Fiuhten follen tvenn fie aller ibret feindfeligen Unartigkeit beraubet oder entnommen worden ſware/ damit ſie mit der Natur ſich vereinbah⸗ len und in ihrem Geleite von Ort zu Ort/ von Cabinet zu Cabinet/ ja gar biß in das innerſte ach/ dahin weiter kein Zugang zufinden/ und welches nur allein dem Printzen und deſ⸗ fen beſondern Freunden oder geheimbten Na- fen offen ſtehet/ gelangen moge/ aber viel gu viel vor einen verſoͤhnten Feind/ derglei⸗ k die Aromatiſch-und balſamiſche Eſſentzen 28. Kurtz zu ſagen eine feuchte gelinde De⸗ foction oder Bigeſtion machet zwar die Cruchirä⸗ fn und das rohe Wegen reif/ jedoch verur⸗ nhet es noch keine Veraͤnderung in de⸗ tei Speciebus diewejiln das Feuer ſtaͤrcker iſt SS als Vulcani veraͤndert/ als deſſen Merckmahl ſie be CrS als eine kermertitende Hitze/ als welche allezeit a Verderben geneigt/ wo das Subjectum er Faͤulung unterworffen iſt/ und wenn die der Veraͤnderung unterworffene Theilgen/ derglei⸗ chen in dem Fleiſch oder denen ſafftigen Krau⸗ tern wahrzunehmen/ in einer ſchwachen Hige 3 E dE Pferdbauhs oder feines Miſts/ alß welche mit der Hitzen eines mit dem Fieber b haffteten Menſchens uͤbereinkommt/ auff he⸗ balten werden. Dieſe Hitze erwecket eine ken mentation und macht eine Beraͤnderung/ ebener⸗ maſſen als eine zertheilend-und brennend Hitze den Todt der zuſammengeſetzten Ding verurſachet und folglich etwas Neues bervor] bringt/ welches Filius ignis genennet wer⸗ den möchte. Gieichwohl aber iſt die lemm. life Kraft und Wuͤrckung ſolcher Concre torum noch nicht gantz erloſchen/ wo fi niht in offenem Feuer gantz und gar außgl tilget und verbrennet wird. Denn eine vek— ſchloſſen⸗ſcheidende Hitze wuͤrcket in denen Theilen auff unterſchiedliche Art /ein Theilbl⸗ þaltenibr Vitam mediam der vorizen Concreto: rum doch ungleich mehr von ihrer ygrigen pe cifiſchen Art durch die wuͤrckliche Impreſſion deſ⸗ reits empfangen haben. 24, Koͤnnen demnach die Species in einel feuchten und gelinden Hitze nicht veraͤndert/ wohl aber durch die Kochung von ihrer Crudil und Rohigkeit/ ohne den allergeringſten Ve⸗ (uft ihrer Subſtantz/ gaͤntzlich ſepariret und g⸗ reimget wenden; alſo/ daß die gange iger Eig wie yif weit veraͤ ſen Den! mini diey mdi das ſolch Rod ferte pen noch tveiti len gar Kaäll fan vern fen weri $e oi artin ſtoͤht ſetzte es i ohni extr tveri e allezeit zubjectum nn Die der n/derglei en Krau⸗ Hen Hitze ifte algi Fieber be auff be⸗ eine Feri / ebener⸗ rennende en Dinge g bervor net wer⸗ femina| Concre wo ii v aubgt eine vet⸗ no Deno Theilbe⸗ Zoncreto- igen pe on deh ahl ſie be in eint råndernt) Crudiril ten Be und ge⸗ ze. porii Eigen⸗ NS Eigenſchafft deß Concreti noh übrig bleibet: wie an dem Rind/ Schaaff⸗Fleiſch/ Speck/ Fiſch und Vogeln zu ſehen/ als welche ſich weiters durch das Kochen und Sieden nicht veraͤndern/ nur daß ſie von ihrem rohen We- ſen zur Vollkommenheit gebracht werden/ denn es gebet von ihrer ſpeciliſchen Deter— mination weiters nichts hinweg/ ohn allein die Farb/ der Geſchmack und Geruch/ welche in dieſem rohen Weſen beſtanden/ und durch das Kochen ſind veraͤndert worden. Ja ſolche Species, welche durch das anhaltende Kohen HiG zu einer gerinnend oder gelief— ferten und vollkommen außgekochten Sup- pen( jus conſummatum gelanget/ haben noch immerhin ibre ſewinaliſche Kraft und weiters keinen Abgang von ihrer torma— len Eigenſchafft verlohren/ indeme man gar leichtlich eine Huͤner-Bruͤhe von einer Kalber-oder Schoͤpſen-Bruͤhe unterſcheiden kan: Auch werden ſie nicht veraͤndert/ als vermittelſt einer Fkermentation„ welche auff keiue andere Weiße zu wegen gebracht werden kan als durch eine ſtarcke Hi— be oder offenes Feuer /7 welches iſt Mors artincialis Compofiti(eine künſttiche Ber- ſtohrung und Außtilgung detz zuſammenge⸗ ſetzten Coͤrpers) und gar fuͤglich/ dieweilen es durch voͤlligen Brand und offene Flamme ohngehindert wuͤrcken kan/ derer Seminum extinctor hder Saamen-Außtilger genennet werden mag. 34 25. Umb 5, Umb nun das volligſt außzufuͤhren was bißhero/ ſo zu unſern Sachen mögte dienlich geweſen ſeyn geſagt ift worden/ ſo frage ih die auffgeblaßene Galemiſten wag jie umb diefen Dilfcours zu widerlegen/ hierauff antwor'en wollen/ wenn ich ihnen vorſtel⸗ le/ daß/ ob zwar das Korn/ wie es auch in gantz Etitopa davor gehalten wird/ eine ge⸗ ſunde Frucht iſt/ ſolches dennoch vor ein ungeſchlachtes und roheg Weſen/ bevor es gebacken worden/ zu halten iſt/ welches ung ein jeder Becker oder Kuͤchen⸗Magd lehren kan; Gleiche Bewandnuͤß hat es mit dem Fleiſch denen Fifen und andern Din— gen. Und obwohl einige zarte Kraͤuter vor geſund gehalten und gebraucht werden/ ſo die⸗ nen ſie doch gleich wohl nicht als nur vor ei⸗ nen geſunden Magen/ einer ſchwachen und zar⸗ ten Leibs⸗Conttirution aber/ muͤſſen alle die⸗ ſe und andere angenehme Fruͤchte/ erſt vor- hero wohl gekochet/ gebacken oder geſtofft werden; Wordurch denn erwieſen wird daß alle dieſe und andere Dinge auff dergleichen Art verbeſſert und zubereitet/ alsdenn erſt geſund und zu genieſſon ſeyn. Jedoch ein Ga- leniſt gebraucht ſeine Kraͤuter und Specifica, dergleichen ſind das Elateriumn, die Jalappa, Me- choacanna. Blyonia und andere mehr/ liober al⸗ ſo roh und unbereitet/ welche doch ůͤber dieſes un⸗ artiges Weßſen annoch eine verglfftete Mali Ftät bey ſich fuͤhren/ welche vhne vorhergehende tæparation nimmermehr zu vertigen ift, 26. Es haben auch die meiſte Vegetabiliſche Con⸗ x conc und! fie t perhi tern Mer wori entde tion obwe werd Nutt gleick kenne Trau heque 27 Weſe wird met/ runge welch Letzen ajer i er naͤ zuvor den m 2R: nen/ tion d biliſch macht Berd ven tdas dienlich o frage wag jie hierauff vorſtel⸗ auch in eine ge⸗ vor ein evor eg eg ung lehren lit dem Hin er vor ſo die⸗ vor ei⸗ nd zar⸗ lle die⸗ t vor⸗ jeſtoft D Dahi eichen n erfi i Ga- ifica; n Me- epal Suie Malij- ende liſche con⸗ eS(137)?& concreta ihte eraſin gder Krafft in einer zaͤhen und hartzigten Subſtantz verſchloſſen/ darinnen fie twie der Kern einer Nuß in ſeiner Schaalen verborgen liegen/ und welche in denen Kråu- tern und Korn⸗Fruͤchten zur Nahrung des Menſchen geſchaffen/ und das objedum ift/ worinnen ſich die digerirende Krafft aͤuſſert und entdecket; indeme ſie aber durch die termenta⸗ tion hinweggenommen und geſchieden wird/ obwohln ein geſunder Tranck darauß bereitet werden kan/ ſo mangelt ihnen doch ihr voriges Nutriment und Nahrungs⸗Krafft/ wie der⸗ gleichen an Bier und Wein gar leichtlich zu er⸗ kennen/ welche/ da ſie noch auß Gerſten und Trauben beſtunden/ zur Speiß und Nahrung bequem und dienlich gnug waren. 27. Wenn nun dieſes zaͤhe und feſthaltende Weſen durch die fermentation fluͤchtig gemacht wird/ und gleichſam eine neue Geſtalt bekom⸗ met/ ſo verwandelt ſich ihre ordentliche Nah- rungs Krafft in einen geſunden Lebens⸗ Tranck/ welcher/ wo er maͤßiglich gebraucht wird/ die Lebens⸗Geiſter ſtaͤrcket und erquicket; folte er aber uberfluͤſſig genommen werden/ ſo macht er narriſch und dumm/ welche Wuͤrckungen zuver in dem Korn und Trauben nicht zu fin⸗ den waren. 28. Auß dieſem allem iſt gnugſam zu erken⸗ nen Dag der fpiritus, wenn Duro die fermenta- tion das zaͤhe und hartzigte Weſen eines vegeta⸗ biliſchen eonereti umgekehrt und fluͤchtig ge⸗ macht worden/ ſich zu keiner digeltion oder Verdguung in den Magen bringen laſſo/ noch S mit TENA AARE EEN A š e aR ee (138) 2 mit ſolchem ſich verbinde; denn in ſolchem ſei⸗ nem geiſtlichen Weſen er alleinig nur gun Here tzen und denen ſubtilen Pulß⸗Adern/ welche die Röohren und Canale ſino/ dadurch die ſpirixus und Lebens⸗Geiſter von einem Theil zu dem an⸗ dern geleitet und gefuͤhret werden/ und alſo die Glieder erwaͤrmen oder lebendig machen under⸗ quicken; welches ſie denn umb ſo viel deſto beſſer verrichten/ je vortrefflicher und ſpiriruoſer der liquor ift, 29. Denn alleg dag/ was in dem Magen gi: kocht und verdauet wird/ wird zuerſt zu einem chylo oder ſauren Milchſafft gemacht/ welcher durch die fermentation der Leber in ein Blut⸗ma⸗ chendes Saltz verwandelt wird/ denn das Blut felbſt ift ein Saltz/ welches nicht verwandelt ſondern nur geſauͤbert/ und ſo folglich nach dem Hertzen gebracht wird/ worinnen es ſeinen le⸗ bendigmachenden Gift bekoͤmmt/ welcher Hel⸗ monts ſeine aura vitalis oder lebendigmachende Krafft iſt; und alſo wird der Cruot Hepaticus uod ena aneno n Iet Ure ai er bens⸗Geiſter durch den gantzen Leib hinfuͤhret/ und alle und jede Theile deffelben mit einem le⸗ bendigen Odem behauchet voder begabet und er⸗ quicket/ dadurch denn die zerſtreute Lebens⸗ Geiſter/ durch die verſchiedene Wuͤrckungen de⸗ Leibs/ wiederum verſammlet und beyeinander gebracht werden/ als welches der eintzige End⸗ zweck iſt/ wor nach die Natur mit ihrein Appetit der Speiß und des Trancks ſich ſehnet. 30. Denn die Natur verlanget bey empfin. dendem Durſt weder Bier noch Wein/ ſo ferne fie fie iht dertte umb i nent die vi Nati einbe loſch quid weit nan Cut twel fol wie 3 wol wir ſetz çor ſch tu We un en ei; hem fei: um Her⸗ elche die] ſpiritus dem an⸗ alſo die runder: 0 beſſer ofer der agen ge⸗ u einem welcher lut⸗ma⸗ ag Blit vandelt/ ach dem inen fe Her Hel- achende epaticus die Le⸗ ffuͤhrel/ nem le⸗ und er⸗ Lebens⸗ gen des nander je End⸗ Appetit empfin⸗ jo ferne ſie (139078 ſie ihrem Weſen nach als Bier und Wein conti⸗ derlret werden/ ſondern nur weil ſie feucht ſind/ umb dadurch die abgegangene Feuchtigkeie in de⸗ nen humoribus wieder um zu erſetzen wobey deñ X die vorſichtige Kun ſt/ das Waſſer mit einem der Natur gemaͤß kommenden ſpiriru ſo genauver⸗ einbahret hat/ daß dadurch ſo wobl der Durſt ge⸗ loſchet/ als auch zugleich die Lebens⸗Geiſter er⸗ guidet werden, Zwar von dieſem allem habe ich weitlaͤuff iger gehandelt in meinem Tractat/ ge⸗ nandt: Die Mechode der Geheimnuͤß vollen Curen in Kranck heiten und andern Zufallen⸗ welchen ich in kurtzem in Drue gt geben ent⸗ ſchloſſen bin/ und daherd den Leſer dahin ver⸗ wieſen haben wil. 3. Damit aber dasjenige/ was bereits geſagt worden/ behauptet und erwieſen werde⸗ wollen wir noch einige wenige Schluß⸗Reden hieher ſetzen. Nemlich/ concreta eine har daß eyſtlich alte vegetabiliſche igt⸗zaͤh⸗und laͤimichte Eigen⸗ ſchafft haben/ die in denen vegetabilien zur Nah⸗ rung geſchaffen worden/ und das objectum iſt/ worinnen das Ferment des Magens wuͤrcket/ und worauß der chylus oder Nahrungs⸗Safft entſpringet und generiret wird/ wie man ſolches eigentlich ſiehet bey allen Bruͤhen und extracten von Kraͤuter⸗Ko vn und andern Fruͤchten/ wel⸗ che/ nachdem die waͤſſerige Feuchtigkeit evapo⸗ riret worden einen dicken und zaͤhen Ertract zu. růck laſſen/ der ob er gleich nicht fett doch laimigt und hartzigt iſt. 32, Zweytens produciret dieſes hartzigte Cor, pus, wenn es durch das Fermentfluchtig gemacht wor⸗ E IEE IOE CETERE| m z E; z f as joany LAS 4 k ERARE s3(140) 26 worden/ einen weinichten piritum, ſo bon dem/ was er horhero geweſen/ gaͤntzlich unterſchieden iſt/ und forthin vor Fein eigenes Corpus, in wel⸗ wes das Ferment des Magens operiren konne/ Paſſiret/ allermaſſen es nicht mehr Nahrung gibt wie die Speiſen/ ſondern nur als ein ſpiritus erqliicket und erfriſchet. 33. Drittens ſind nicht alle vegerabilia zut Nahrung dienlich/ indem einige davon hart und holtzigt/ auch ſonſten von einer unbequemen Natur ſind/ ein Ferment des Magens anzu⸗ nehmen/ dahero ſie gaͤntzlich verworffen wer⸗ den. Denn ob ſie ſchon eben den Luften und Ap⸗ petit zum Eſſen nicht benehmen/ ſo verhindern ſie doch die Sigeſtion. Andere ſind ſonſten von einer widerwaͤrtigen Beſchaffenheit/ vor wel⸗ aen der Magen einen Eckel hat/ und ſie auß⸗ töſſet. 34. Vierdtens wird dasjenige/ ſo allbereit digerirt iſt/ in die æconomiam vitalem empfan⸗ gen/ welches/ da es einige außſchweiffende Ei⸗ genſchafften bey ſich fuͤhret/ alſobald dem Men⸗ ſchen zu Schaden gereichet und boͤß Gebluͤte macht/ und iſt gar gut/ wenn daſſelbige durch ein aaa oder Apoſtem kan außgetrieben werden. 35. Fuͤnfftens wird die malignitaͤt/ wo fie nicht alſobald entweder durch erbrechen/ ſo ferne nemlich ihre Unart mehr hervor leucht/ oder wenn ſie nicht ſo gifftig iſt durch den Stuhlgang außgeworffen worden/ als ein Feind biß an den Ort der excrementen geleitet und geführet/ und wenn ſie denn das Ferment(welches a ten tend e enth teifi Sti 3 Ma mali und Daͤr Gu felh ſo le gaͤn liche Artz 3 ſpre nali gen derf mai eef fod iſt/ des fert ſeel glei con dut eini n dem/ bieden in wel⸗ ẽonne/ hrung piritus ia aup rt und jemen anzu⸗ wer⸗ Ò Qp- ndern nvon wel⸗ auh: jereif ofan⸗ è Ei⸗ Nen- Auͤte Urch eben j fie rne Jder ang Den und at= ond Sge(141) tond und außfuͤhrend iſt) erreicht/ ſo verdirbt ſie das Nutriment/ fo in denen Gedaͤrmen enthalten iſt/ wodurch hefftiges ſchneiden/ reiſſen und kneipen zuſamt einem ſehr boͤſen Stuhlgang verurſachet und erwecket werden. 36. Sechſtens wird all der chylus fy in dem Magen iſt/ wie auch der halbbereitete/ ſo dieſer malignitat im Weg ſtehet/ durch dieſelbe/ als undienlich zur Nahrung/ nach denen mitlern Daͤrmen außgefuͤhret/ und ſo was von einer Suppen oder Bruͤhe eingenommen wird/ die⸗ ſelbige wird ebenfalls inteiret und verdorben/ fo tange die eingepraͤgte Unartigkeit noch nicht gaͤntzlich vertilget iſt? Lind dieſes ſind die herꝛ⸗ liche Wuͤrckungen und Fruͤchte der Galeniſchen Artzney-Kunſt. 37. Und hierdurch koͤnnen wir unwider⸗ ſprechlich ſchließen/ daß dasjenige/ ſo wedici- naliſch iſt/ der veraͤnderenden digeſtion des Ma⸗ gens nicht unter worffen iſt/ noch notbig habe derſelben unterworffen zu ſeyn; denn ſolcher maien wird es zu einem Nutriment/ und ſo iſt es keine Artzney mehr; denn obzwar dasjenige/ ſo da im Leibe herumb wandert/ ein vira media iſt/ ſo ſind doch dieſe geringe Eigenſchafften des Magni Oportet verſchiedenen digeſtionen un- terworffen/ oder werden allzumahl als feind⸗ ſeelige Dinge außgeſtoßen. 38. Aber die ſpiritaaliſche Eſſentzen/ ob ſie gleich materialiſcher Weiß in unter ſchiedenen conctetis yerborgen ſtecken/ können ſie doch nicht durch die Verdauung des Magens/ als welche eine gantz andere Verwandelung erfordert/ Wg- e O EI E N IE A ES AE ARET D ANE T SREP AORTE + a d Ciucas (14065 wodurch ſie den chylum bereiten möge/ entdecket und zuwege gebracht werden/ und die auh gar p ſehr unterſchieden iſt von derjenigen digeltihn/ welche vermittelſt verſchiedener kermentatioven! dureh die Kunſt verrichtet wird; denn zumah⸗ len dasfenige/ was der Magen auß denen Trau ben bereitet/ von dem edlen piritu der durch die Kunſt bey der Verwandelung des Trauben- Saffts in Wein heraußgebracht wird/ ungleich ſehr unterſchieden iſt. 39. Zwar die production richtet ſich nach der Beſchaffenheit der Materie/ gleich man an dem Trauben Safft warnehmen kan/ welchen ein Artiſt nach der fermentation/ eigenen Gefallens/ zu einem Eſſig bereiten mag/(der fonſten an. der ſeits und ohne vorhergegangene fermentation ſtinckend werden und vermodern ſolte) welche productiones denn ſehr viel voneinander unter⸗ ſchieden/ obgleich beyde einerley und von eben der nemlichen materialiſchen Eigenſchafft ſind. Doch dieſes ſeye nur ſo obenhin errinnert/ und wil id in meinem andern Tractat/ genandt: Die Methode der Geheimnuͤtz vollon Euren außfuͤhrlicher und vollſtaͤndiger von dieſer Sache handeln. 4. Hier finden ſich nun dreherley Urſachen/ wetzwegen ich den Vorrath der Galoniſchen Artzney Mitteln mit wenigem verwerffe/(denn was ihre Mineralien betrifft/ verdienen ſie eher dainit außgelacht zu werden/ als daß man ſie mit vielen Beweiß Gruͤnden eines beſſern uͤberzeu⸗ gen folte) zumabln die Art und Weiſe in Zube⸗ reltung ibrer Artzneyen an ſich laͤcherlich/ ge- fahr lich und ungewiß iſt. 41. 4i. Fehle welche Wur nuͤge; und K ſchock ſchwe ren/ kocht trime ften Ò getru Kocht den/ Meit Metl des£ 42 ſeyn, Khal lignit glei fuͤhr. nen; dere, ſchen ſchaf gen ande nug. ſach entdecket] auh gar f igeſtion/ tationen zumah⸗ n Trau Jurch die rauben— ungleich nach det an dem chen ein fallens/ ften di: entation welche unter⸗ gn eben ft ſind. t/ und nandt: Curen/ dieſer ſachen/ niſchen denn ſie eher ſie mit berzeu⸗ Zube⸗ h/ ge⸗ 4I. a E a A E Spe(143)? 41. Und zwar erſtlichen ſteckt kein geringer Fehler in dem rohen und unreiffen Weſen/ von welchem weder Korn/ Fruͤchte/ Krauter/ noch Wurtzelen befreyet ſind/ wie hiervon zur Ge⸗ nlige zeugen können ungebackenes Brod/Ruͤben und Kraut oder andere rohe Fruͤchte/ item Arti⸗ ſchocken und dergleichen mehr/ als welche zuvor ſchwerlich/ hart und ungeſund zu verdauen wa⸗ ren/ nun aber/ nachdem ſie gehoͤriger maſſen ge⸗ kocht und zubereitet ſind/ ein ſehr geſundes Nu⸗ triment und gute Nahrung abgeben: Auchſelb— ſten das Bier/ ehe es ſo friſch und jung hinweg getruncken wird/ muß durch eine ſtaͤrckere Kochung oder laͤngeres liegen verbeſſert wer- den oder anders daſſelbe/ gleich auch neuer Wein/ Birn und aͤpffel-Moſt/ zuſamt dem Meth/ ſonder groſſe Beſchwehr und uͤberladung des Leibes nicht koͤnnen genoſſen werden. 42. Zudem/ wer wollte doch ſounverftaͤndig ſeyn/ und ſich dasjenige nicht vorſtellen/ daß die Rhabarbar oder Jalappg ete. auſſer ihrer ma⸗ lignitaͤt noch ein unnatuͤrliches rohes Weſen (gleich als Heuͤben oder Paffinacken) bey ſich fuͤhren/ und gleichwie das eine denen Schwei⸗ nen zur Speiſe gut iſt/ alſo dienet auch das an⸗ dere zur Medicin; denn der Magen des Men⸗ ſchen iſt viel zu edel von ſeinem Schoͤpffer er⸗ ſchaffen/ als daß er ſolche rohe Ktaͤuter vertra⸗ gen ſolte. Dahero/ wenn auch ſonſten nichts anders im Weg ftuͤnde/ waͤre dieſes ſchon ge⸗ my nug/ dieſelbe darüber gu tefiraften. 43: Lind haben alfo diefe Dođores billig Ue- ſach ſich zu ſchaͤmen/ daß ſie die Verſtopfiung der Mo⸗ SERTE 3 5 p e e a a o PE GEST ryn Er SE NT AA i y5 A E -S(144)25 Monatblichen Zeit bey jungen Toͤchtetn ben gegeſſenen rohen Habergruͤtz/ oder bey denen Kindern/ fo mit Würmern vder fonten farf fen und unverdaulichen Feuchtigkeiten ange fuͤllet ſind/ dem verzehrten rohen und unzelti gen Obſt und dergleichen mehr die Schuld beh⸗ meſſen wollen: da ſie doch eben ſo wohl gegen alle dieſe Kranckheiten die rohe Rhabarbar/ Jalappam und Mechoacannam, init Sene-Blat— tern vermiſcht/ gebrauchen/ welche doch eben ſo rohund ſchaͤdlich ſind als die vorigen/ wie wir ſolches mit dem Maltz beweiſen koͤnnen/ welcher ich auß keiner andern Urſachen melde/ als ſit dadurch beſchaͤmt zu machen/ in Hoffnung/ wel es noch Zeit iſt/ daß ſie ſich beſſern ſollten. 44. Der zweyte Mangel bey ihren Artzney, Mitteln beſtehet in dem hartzigt und irꝛdiſchen Weſen/ welches bey allen vegetabilien und Kraͤutern anzutreffen/ und welches ſie ihnen nicht ſuchen zu benehmen/ bevor der Magel gaͤntzlich damit angefuͤllet und uͤberladenift. 45. Dieſes hartzigte Weſen nun findet ſich bey allen ihren weitſchweiffigen Zubereitungen welche ſie insgemein exeracta nennen/ wie folches an der Reſina Jalappæ, Scammonij und derglei⸗ chen zu ſehen iſt. Und rede ich hier gar nicht von ihren præparationibus, wovon und womit ſie die extracta machen/ ob ſie ſelbige mit Waſſer/ oder dem Rore vitrioli, oder einigem anderen dettil⸗ lirten Waſſer/ oder/ welches unter allen erſt⸗ enandten das beſte iſt/ mit dem fpiritu vini ereiten und zurichten; ſondern melde nur/ daß keines von dieſen allen vermögend ſeye die hartz igt Y i hartzig tilen durch gen V hur be kinige ſolche geben gut fo 46. ſchone durch dag D Gefr ger w geſtion entwe Oecor gen w Artzn oder; verda Derivi ſich/ feny borge verbii 47. nichte alles Tran ohne Excre raar mo 3 ECEN Deit pey den en farf ten ange d unzeiti chuld beh⸗ obi gegeni abar bar/ ne- Blat⸗ doch eben wie wit /welchet als ſil ing/ weil en. Artzney rꝛdiſchen ien un) ſie ihnen Magen nift. ndet ſich itungen) ie ſolches derglei⸗ ticht vgn tit fie die f ſer/ odet sn defili len erſt. ritu vini iut/ daß fene de hartz igt A zz egra 8R(145)26 poraini zaͤhe Theilgen von dem reinen/ ſub⸗ lilen und ſaltzigten Weſen abzuſondern/ wo⸗ durch denn der Magen/ ſonder daß man eini⸗ gen Vortheil in ſeinem Abſeben erhalten könte/ hur beſchwehret und uͤberladen wird/ oder ſo ja kinige Wuͤrckung in der Artzney ftickt/ iſt doch ſolche mit dieſer ihrer Laſt ſo beladen und umb⸗ geben/ daß dieſelbe dem Archeo gar nicht zu gut kommen kan. 46. Denn es wil der Magen/ wie ich oben ſchon errinnert habe/ keine hartzigte Subſtantz Duró den Pylorum(unteren Maͤgenmund) und das Duodenum(zwoͤlff⸗Finger Darm)nach dem Gekroͤß(Meſenterio) paſliren laſſen/ vielweni⸗ ger wil ſolches Der Archeus in der zweyten Di- getion annehmen und vertragen; dennes mug entweder zu einem Chylo bereitet/ und fo in die Oeconomie derer principiorum vitalium empfan⸗ gen werden/ und ſo kan man es hinfort kein Artzney mehr nennen/ oder indeme es all zu feft oder zu unartig waͤre/ als daß es der Magen verdauen ſollte/ ſo wird ſolches zu excremenren verweſen/ und giebt weiter keine Krafft von ſich/ indem dieſelbe in ſolchem hartzigten We⸗ ſen/ gleich als ein Nuß in ihrer Schaalen ver⸗ borgen lieget/ und dadurch in ihrer Wuͤrckung verhindert wird. 47. Denn der Magen verlangt anderſt nichts als Speiß und Tranck/ dahero derſelbe alles was er gu ſchwehr und undienlich zum Tranck/ oder unbequem zur Nahrung findet/ ohne einiges ferneres Unterſuchen mit denen Excrementen außwirfft. Dahero denn verſchie⸗ K dene PNT ANIRE ATAN T a G ie SLE EASKE EET OREGI TOEA E nyape sS IT ATE A O AA a ADEE ER SRC 146 6 dene Doctores fehr übel handein/ mennie hi Proba Mediciniſche Kråter in Hüner-oder Kalb Hohi Fleiſchbruh zu kochen und einzunehmen ver49. ordnen/ nicht bedenckende/ daß Speiße um Kifftig Aktzenen zwehyerley unterſchiedene Dinge feye und in dem ſie die Natur durch dergleiche Suppen zu betruͤgen ſuchen/ verderben fie di Dauung deß Magens/ und machen an ihren Patienten dag Sprichwort wahr/ Medicé vi vere eſt miſere vivere(das iſt/ nach denen Ni gm der Medicin gu Leben/ ift ein armfelige ehen.) 48. Denn wenn der Archeus dergleichen Bruͤhen oder Guppen in dem Magen findet| als welche das gewohnliche Obje kum ſind dar⸗ auß die Nahrung bereitet wird/ und aber den Betrug mercket/ ſo faͤngt er an die Verdauun derſelben zu unterlaſſen und zu verachten/ mil denen Propheten Lindern außruffend/ 6 Me— dice! mors eſt in juſculo, O Herr Doctor! del Todt liegt in der Suppen. Ulnd demnach dieſke Lebens Geiſt alfo offters angefuͤhret/ und ſeine Fermentation vergeblich bemuͤhet worden/ ſo wird er hernach vorſichtiger und gewinnet einen Eckel und Abſcheu aller Speiß; und da wider Verhoffen etwas von dieſer unnatuͤrlichen und frembden Eigenſchafft mit dem Chylo in die zweyte Digeltion eingefuͤhret waͤre/ was vor ei ne wunderliche Bewegung und Unruhe wuͤrde foldes nicht verur ſachen? Welches die jenige/ fo der Galeniſten Methode in einigen alten Schaͤden ſich bedienet haben/ beſtaͤttigen und ihr Proe pio emit n/d n ron y andert len wi F 5O egsi unge gothw fonn haliſch Ider le Als we achet ickt nichte teitur Man igen in eth kocher wird wenig falle ſens d nen v nichts fI, Ì"= 6 Sa ray sennie hi Probatum eſt qn ihren eigenen Leibern zu ihrem der Kall höchſten Schaden leſen koͤnnen. Aia hmen vek.49. Zum Letzten tadele und verwerffe ich die öpeiße und gifftige Hinart verſchiedener Simplicium, welche inge ſeyen ſie mit Unverſtandt vor Artzneh⸗Mittel aubge⸗ dergleichel ken/ dergleichen ſind Scammonium„Elaterium, ben ſie dAKron, Alarum, Colocynchis ſambt verſchiedenen nan ihren andern/ welche alle hier zu erzehlen zu tang fat- Medicé vi: Pn würde;; denen Ne 50. Ich geſtehe aber gerne und bin keines⸗ rmſeliget wegs in Abrede/ daß unter der Malque dieſer ſtigen Malignität auch die alleredelſte Wuͤr⸗ rag,| Eungen verborgen Liegen jedom folgt eben niht ergleichen Rothwendig/ daß es allzeit und durchgehends ſo 1 indet/ Fyn muͤſte/ gleichwohl aber beſtehet die modlicr⸗ ind dat f galiſche Krafft nicht in der erbrechen machenden aber dell Ider laxierenden Eigenſchafft derer mpliċium, rdauun Als welches vielmehr das ſchlimme Gifft verur⸗ teny m fachet; denn ihre beſondere Krafft zu eroͤffnen d⸗ y ickt viel tiefer verborgen/ Fan aud anders tor wt hicht als durch eine wahre hiloſophiſche Zube- ach dief keitung erlanget und außgefunden werden. und ſein] Man laſſe diefe Thoren úber ſothane heylſame den„ſee] Eigenſchafft/ welche durch ein gelindes kochen net einab] in etwas verringert/ durch ein vollſtaͤndiges pior kochen aber gantz und gar hinweggenommen Sa une vird/ fig nur verwandern 7 wit wifen zum o in diewenigſten/ datz folches fo viele Giffte und Zu⸗ 18 vore Male ſind/ deß rohen/ hartzigt und zaͤhen We. e wurd? ffens derer unartigen Concterorum, und darin- renge/ finen von dem erfteren MWBehen(primo Ente) n alten] nichts zu finden iff. sundih M Ir. Iiber dieſes fo geſtehe ich gerne/ datfver⸗ K 2 ſchie⸗ AE E ERER AAS TEORY S ERTE ; LA NA TA a SRC 148 JAR ſchiedenesimplicia gefunden wordẽ/ ſo vonNRatll zur Nahrung nicht beſtim̃t ſondern von andeln vortrefflichen Wuͤrckung ſind/ deren einige ſuß w diaphoretiſche oder ſchweißtreibende/ als Ca R duus, Camillen/ Roßmarin/ Wermuth un dergleichen/ einige aber diureriſche oder ban treibende/ dergleichen ſind gulden Wundkral (Virga Aurea) Bachbungen/ Pimpinell und af dere mehr/ welche ein fluͤchtig alcalſches Sal bey ſich fuͤhren/ und in fo weit eines ſauberm und reinigenden Weßens ſind; Gleichwol haben ſie ebenfals ihre Rohigkeit(welche/ einem zaͤhen und hartzigten Weßen beſtehet welches wenn es von ihnen abgeſondert un fie davon entlediget morden/ fte die allt fuͤrtrefflichſte Artzneyen abgeben twúrden ſo jemahls die Natur hervor gebracht hät te 52. Zum Beſchluß dieſes Capitels will it diefe ernfte Erinnerung beydes an die Dogo- res» alg auh diejenige fo fidh deren bedienen/ mit beyfuͤgen/ daß ſie ſich wohl vorſehen wol⸗ ten/ daß ſie nicht wie Blinde einander den Weg weiſen/ und daruͤber beyde in die Grub⸗ fallen moͤgten. 53. SH habe mit Beſchaͤmung angehoͤrtt und vernommen/ wie viele Doctores, die von keinem geringen Anſehen geweſen/ ſich ver⸗ meſſen/ die Verſtopffung oder Entzuͤndung der Keber duro ihre darzy bereitete Medica menten zu tilgen und zu vyertreiben und abzu⸗ waſchen/ gleich eine Waͤſcherin das unſaubere Leinwandt außzuwaſchen pfleget/ i 7 (wie lien zu Macht krwieß Medicu fer den len/ o koͤnne. 2. S Capite hen da Unvoll. bilien f É und ir: i yonga: gn anden) Doh iveiter niht reichen vder kommen köͤnnen/ einige fni / ALS Cad muth uni oder harn Zundkral eil und aii ſches Gal faubern) S Leicgtuol werche il beſtehet ndert un) Die allii vuͤrden ae hit g twill i4 T te Doĝo- edienen/ shen wil nder d e Grube ingehoͤret die von ſich ver⸗ huͤndung Medica- nd abzu⸗ nſaubere omit ſie (14909 ls bitß auff den allgemeinen Außgang derer verementen/ wovon jedoch diejenige ſo ein lüchtiges Alcali bey ſich fuͤhren/ außgenommen nd/ welche in Warheit oͤffters viel Gutes ge—⸗ fftet haben/ wenn ſie zumahlen recht zu be⸗ sitet find von welcher Zubereitung in fot endem Capitel mit mehrem ſoll gehandelt erden. Das 4. Capitel. Iſt ein Anhang einiger herrlichen und dem großen Arcano gleichkommenden beſondern Artzneyen/ ſo durch die Pyrotechnie oder Feuerkunſt bereitet wer⸗ ! den koͤnnen. i, Ch habe geliebter Leßer/ in dem vor⸗ hergehenden Capitel einen allgemei⸗ nen Diſcours von denen Alcalien (wie ffe nehmlich nuͤtzlich zu denen Vegetabi⸗ Jen zu gebrauchen) wenn ſie ſollen reiff ge⸗ Racht und verbeſſert werden) gefuͤhret und krwieten/ daß ein fleiſſiger und ſorgfaͤltiger Medicus durch dergleichen herrliche Kemedia un⸗ krdm Seegen Gottes die meiſten Kranckhei⸗ i ob gleich nicht alle beſiegen und curiren oͤnne. 2. Dieſes haben wir im vorhergehenden Capitel ſchon insgemein abgehandelt/ und ga⸗ hen darinnen eine Erflaͤhrung deß rohen und unvollkommenen Weßens ſo in denen Vegeta⸗ bilien ftecket und wie dieſelbe mit einer hartzigt⸗ doch And irrdiſchen Natur/ ingleichem einem böͤßen K3 Gi it .50e² Gifft behafſtet ſeyen/ welches ſich in allen Verm ſchungen finden laͤſſet/ es ſeye in Extracten ode Decoctionen ſo auß beſagten vegetabiliſchen Sim- plicien bereitet und wie dicfelbena der Doto rum beſten Vermoͤgen in allen Krandheit wiewohl ſehr abgeſchmackt/ unvollkommen aut offters mit großer Gefahr und ſonder einig Hoffnung zu curtren gebraucht werden. 3. Wir ſagten daß nicht das geringſte ſo ein cörperliche Eigenſchafft hat/ zu der andern un ſo folglich dritten Digeſtion kommen moͤge/ es fepe denn zuvor durch die erſte Fermentation in einen nahrhafften Chylum verwandelt wor den/ und fo Fan es niht ånger cine Urgent bleiben; und in deme einiges unbeguemeg W ſen daſſelbe zur Nahrung ungeſchickt macht/ ſl ſtoſſet der Archeus, als welcher ſolches alſobal⸗ empfindet/ daſſelbe auß/ wenn nun dieſes in die Daͤrme kommt/ ſo verurſacht es in denenſelben Schmertzen/ Grim̃en und geißen ſo mit einen Stuhlgang vermiſcht iſt/ welches auß Unvel— ſtand von denen Medicis eine Purgierung ge nennet wird/ welches doch in Waͤrheit nichts an ders als eine vergifftete Iaprellion in denen Darmen ift. 4. Ich erinnerte auch/ daß/ was auch vor vul⸗ t gierende Krafſt in einigen Simplicien ſteckaß möge/ ſolche doch durch das hartzigte Weßen vet⸗ hinder: werde/ dieweilen ſie darinnen/ gleich einig Nuin ihrer Schaalen verborgen liegend/ vel. ſchloſſen iſt/ und ob gleich einiges fluͤchtiges Alcal darinnen zu finden/ ſo kan doch ſolches wegen dir ſes zaͤhen und ſchleimigten Wetzens keinesweah Opertren. ELIN 9 j — e% {; 5. Mac Jiang Har daſſe daue und! unbe vern dicin verfi obach 6. Philo und Mer gene will. -~ /* was teln Wef Krai de/ u geſte und! Med Ged eint neye len bzigte weiß nt Nerimi acten odeh fei Sim: et Dogo anckheitel men auf Der einig n. fte fo ein ndern un en moge) wMentatiorg delt wot⸗ Artzench mes Jef maht s alfobal efes in dii menſelbel mit einet iß Unvet⸗ ierung ge⸗ nichts al in denen ý vor pi n fteéng eken verga givid eint end/ vek. geg Alali vegen di⸗ neswegchſ 5. Je Jt 3 SRT) 5. Ich bemerckte auch zum letzten/ daß der Magen nidis anders als feint Nahrung ver- lange/ welches narhaffte Objectum in der Hartzigkeit verſchloſſen lieget/ und in deme daſſelbe in dem Magen verzehret oder ver— dauet wird/ ſo entſtehet ein Chylus darauß fund feine Medicin, als worzu er daſſelbe gantz Unbequem zu ſeyn erachtet/ und ſo folglich verwirfft/ nicht eins gewahr werdend der me— diciniſchen Krafft und Wuͤrckung ſo darinnen verſtecket iſt/ als welche der Magen gar nicht in obacht nimmt. 6. Uind nun komme ich zu der wahren und Philotophiſchen Zubereitung/ der warhafften und auffrichtigen Artzney Mitteln/ deren Merckmahle ich hier mit wenigem/ umb dem geneigten Leſer ein Genuͤgen/ zuthun anzeigen will. 7. Erſtlichen und im Gegenſatz deßjenigen/ was ich bey der Mechodiſten ihren Artzney Mit⸗ teln getadelt habe/ dag das rohe und unreiffe Weſen/ durch den Zuſatz einer kermentirenden Krafft gaͤntzlich geſchieden und abgeſondert wer⸗ de/ und obich ſchon im vorhergehenden Capitel geſfanden/ datz hierzu die Kochung ein gehoͤriges und beguemes Mittel zur Verbeſſerung ſolcher Medicamenten ſeye/ ſo waren doch das meine Gedancken nicht/ eine einfache Kochung vor ein wahres Mittel in Zubereitung der Arg: neyen zu halten/ und dieſes erſtlich darumb/ wei⸗ len ſie keinen Unterſcheid zwiſchen denen har— | higen und ſaltzigten Theilen zu machen weiß/ welches jedͤoch bey ſolcher Preparation K4 ſchlech⸗ 70( 152⁰ ſchlechter Dings erfordert wird; und zum| er g andern/ daß das Feuer bey einer ſolchen feuch⸗ ten Kochung die Medicin weßentlich nicht ver— wandeln koͤnne/ ſondern umb ein mercklichet nur die Qualitaͤt derer Concrerorum, inſon⸗ derheit derjenigen fo einen lieblichen Geruch bon ſich geben/ und deren Cralis mit einem leichten ellentialiſchen Schweffel verſehen/ gleich da ſind Zimmet⸗Rindten Mußcaten⸗Nüß! und deren Blumen und dergleichen/ aſtet. re und veraͤndere. Bey welcker Zuherel tung und da einige Zeit zum Kohen ange wendet wird/ es auff ſolche Art leichtlich ge f ſchehen kan/ daß die wohlriechend⸗ und wif ſentliche Theile conlerviret und behalten werden/ welche/ wenn ſie wiederumb feſt miteinander vereiniget ſind/ beyde gar wohl zu çinem Elixir mogen bereitet werden. 8. Zum andern/ ſo ſcheidet eine behoͤrliche Zubereitung das hartzigte Weßen von de⸗ nen ſaubern ſaltztgten Theilgen/ entweder daß ſie ſolche nur ſo ſchlechter Hings von ein⸗ ander ſondert/ oder/ daß durch eine geheime und verborgene Digeſtion die irrdiſch und leimichte Subſtantz gantz zernichtet und zer⸗ ſtoͤhret/ und in einen Ppiriruolen Schweffel oder fluͤſſtges Saltz verwandelt wird: Denn Saltz und Schweffel ſind nur allein derer Saamen Behaͤltnuͤſſe und Decken/ worun⸗ ter die Cralis derer Coneretorum verborgen lie⸗ get“ die ſich doch gar leichtlich auß einem in dag andere verwandelen laſſon. Aulff fol⸗ che Urt wird auch der Trauben⸗Safft/ yenn (1 Phle kigt iven! fluch tuole Spir cher ten verk nun und ſtant nem witi guni un pi 9 deß erke da d fer gen wel veri S wat der diet fele fen Wi und zum hen feud nicht ver— ercklicheg a infon: Geruch tt einem en/ gleich iten⸗Nuͤß | alteri- Zuberei⸗ en ange tlio ge⸗ und wif werden/ einander i Elixir chörliche pon de⸗ ntweder hon ein⸗ geheime ſch und nd zer⸗ chweffel Denn t Deret vorun⸗ gen Lit einem luff ſol⸗ (penn ee 1s S er gekocht und durch die Außduͤnſtung deß Phlegmatis entlediget worden/ zu einer har⸗ tigt- und laimichten Malla bereitet/ welcher/ wenn er ferner durch die Fermentation flüchtig gemacht worden/ ſich in einen ſpiri⸗ tuolen Schweffel oder brennend-und hitzigen Spiruum(ardentem) verwandeln laͤßt/ wel⸗ cher nachmahln gaͤntzlich durch einen rectiftcir⸗ ten Spiritum Urinæ in ein fluͤchtiges Salg verkehret werden kan. Dieſes ſtellet uns nun gur Genüge vor Augen! daß zwar ein und andere Form und Elgenſchafft derer Sub- ſtantien zu verwandeln ſeyen/ als euff ei. nem irrdiſchen/ hartzigt und zaͤhen Weßen/ wird ein fluͤchtiger Spirnus bereitet/ ſo ſich an⸗ zunden laͤſſet/ und dieſer kan hinwieder⸗ ungin ein warhafſtiges und ſauberes Saltz/ ſo ſich nicht anzuͤndet/ veraͤndert werden: fo denn if anderſeits die Verwandelung deß Saltzes in Schweffel deutlich genug zu⸗ erkennen in der Deltillation deß Weinſteins/ da dieſes ſich ſonſten als ecin Salg in dem Waf- ſer lolviren laͤſſtt; So wird es nun bey vor⸗ genommener Dettillation mehrentheils zu Oehl/ welches ſich mit keinem Waſſer weiters mehr vermiſchet. 9. Wenn nun das Coneretum einmahl ver⸗ wandelt iſt/ ſo bleibt es nicht mehr wie zuvor der Digeſtion deß Magens unterworffen/ denn dieweiln es einer Art eines oͤhlichten Schwef⸗ fels iſt/(dergleichen die gediſtillirte Oeble fon/ inſonderheit diejenige ſo durch die Würckung deß Feuers hervor gebracht/ und S3 nicht AEE ITA RET A. Spe(1354) hit mit Wafer abgezogen werden) fo wider ſtehet es der kermentation des Magens/ und be⸗ ſchwehret dieſelbe in wenig Stunden/ nachdeme ſie eingenommen worden/ biß datz der meiſte Theil doͤrſelben verweſen und zu Erxcrementen gemacht worden iſt,; Der andere Theil aber(als vornemlich diejenige Eſſentzen/ ſo mit Waſſer abgezogen) ſo gar nichts feindſeeliges bey ſich fuhret/ wird zu der andern Oigeſtion zuge⸗ laſſen/ allwo es ſeine fluͤchtige Fettigkeit in ein Urin⸗Saltz verwandelt/ und mit demſelbi⸗ gen fortgehet/ wie ſolches klaͤrlich an dem Ter penthin⸗Muſcaten⸗Nutz⸗ und Bluͤth⸗Oehl ab⸗ zunehmen iſt/ als wovon der Urin einige we⸗ nige Stunden nach deren Gebrauch einen be— ſondern Geruch uͤberkommt.“ ro. Wenn nun ein ſolches fluͤchtiges Saltz von denen vegetabiliſchen Oehlen oder Tinetn—⸗ ven einmahl bereitet iſt/ ſo braucht es feiner anderwertigen Verwandelung mehr/ ſinte⸗ mahlen das alcalilirte Weſen des Saltzes/ von der Schaͤrffe und Saͤure des Magens geſaͤtti⸗ get/ allſofort zur andern Digeſtion/ und nach Endigung dieſer/ zu der dritten ſchreitet/ und zugleich auff dieſer paſlage alle uͤbernatuͤrliche Verſtopffung/ als wodurch vieles Ungemach verur ſachet wird/ auffloͤſet/ und folglich durch pen Schweitß und Harn außtreibet und ab⸗ uͤhret. 17. Und iſt demnach gantz gewiß/ daß dieß Saltz von der Saͤure des Magens angefuͤllet und geſaͤttiget wird; doch iſt dieſes keine meh⸗ rere Veraͤnderung zu nennen/ als wenn ein alcali f alcal pirit das gni dieſt geni wid Fur rede anb ihre tuer geh zu, jeni wel ſo! zu fehi we we es fpi ein de! bei ju vg ſo widet⸗ und be⸗ achdeme t merte ementen ber(als Waſſer bey ſich n zuge⸗ gkeit in emſelbi⸗ m Fer ehl ab⸗ ige we⸗ nen be- g Salg Tinetu⸗ feiner ſinte⸗ 5/ von jeſaͤtti⸗ id nach t/ und uͤr liche emah durch 10 ab⸗ G dief fuͤllet meh⸗ in ein alcali soss) alcali durch eine wiederhohlte Außgieſſung des ſpiritus vom Eſſig ſaturiret worden⸗ darinnen das alcali zwar etwas angegrieffen/ jedoch nicht gaͤntzlich verwandelt wird/ gleichermaſſen in dieſem Fall dieſes Saltz/ welches einer reini⸗ genden und erweichenden Natur iſt/ und nichts widriges mehr bey ſich fuͤhret/ ſonder einige Furcht angenommen wird/ und(daß ich ſo teden mag) der Fermentation fih gleichſam anbietet/ das iſt/ das aͤuſſerliche Merckmahl ihrer Eigenſchafft annimmt, oder doch zum wenigſten derſelben nicht widerſtehet/ und gehet alſo mit dem Chylo nach dem Melenterio zu/ und weilen es die aͤuſſerliche Geſtalt der⸗ jenigen Dingen/ ſo in denen Orthen/ durch welche es gehet/ enthalten ſind/ angenommen/ ſo wuͤrcket es darinnen als ein frembder Gaſt/ zu welchem man ſich aller Freundſchafft zu ver⸗ fehen/ zufolge deren beſonderen Wuͤrckungen/ welche es von ſeinem Schoͤpffer erhalten und welche ſo lange bey ihme verharren/ big dag ez zu dem Anfang der vierdten Digeſtion kömmt/ dieweil es allein als etwas frembdes eingelaſſen und angenommen wird. Denn in⸗ deme es noch mit dem chylo, ſo zur Nahrung befkimmet/ uͤbereinkame/ konte es eher nicht zu der zweyten Digeſtion gebracht werden/ be⸗ vor es gantzlich von ſcinen Zualitaͤten/ welche eg uyar in Dem Weſen ſeines concreti beſaſſe/ befreyet worden. Dieß iſt alſo der Unterſcheid/ wie es mit der zu digeriren ſeyenden Materie/ von einer Sigeſtion zu der andern geleitet/ und endlich als ein lieber frembder Gaſt mit dem⸗ jeni pE Dere EE ERRER EE EETA A EE A S T EEE a ` w FOINA I D ae a (156) 25 jenigen/ ſo allbereit digeriret worden/ verei⸗ niget wird: da denn das eine die Erhalt⸗und Unterſtuͤtzung einer wahrhafften und edlen Me⸗ diein/ das andere aber eine bloſſe zur Nahrung dienliche Speiſe iſt. 12. Ilnd was dieſes objectum betrifft/ ſo koͤnten noch viele Dinge(ſo da wohl werth waͤ⸗ ren/ daß man ſie offenbahrte) vorgebracht wer— den/ aber die Kuͤrtze gegenwaͤrtigen Tractaͤt⸗ gens laͤſſet nicht zu/ dieſes weitlaͤufftiger auß⸗ zuführen; dieweilen mir bloß allein vorgenom⸗ men habe/ mit kurtzem/ jedoch deutlich und voll⸗ kommen darzuthun/ wie ein fleiſſiger Artiſt/ in Ermangelung des ſehr tieff verborgenen und felten zu bekommenden groſſen Arcam, ſich ſelb⸗ ſten mit einem Vorrath herꝛlicher Medicamen⸗ ten/ und die von ſonderlicher Wuͤrckung ſeynd/ verſehen/ und dadurch allerhand Arten von Kranckheiten vertreiben und curiren koͤnne. Wiewobl ich geſtehen muß/ daß alle die Curen/ fo auff dieſe Art verrichtet werden/ eine weit groͤſſere Sorgfalt und Uberlegung erfordern/ Als alle andere/ die nach einer einhelligen Me⸗ thode und gleichſam rono uniſono yerrichtet wer⸗ den: Dahero auch der vortreffliche Helmont, wenn er von ſeinen beſondern Fieber⸗Saltzen/ als welche mit gutem Fug den Platz und Man- gel ſeines Horizontaliſchen Golds erſetzen koͤn⸗ nen/ redet/ dieſes hinzufuͤget/ wenn er ſchreibet: Wenn dieſe in einer geziemenden Doli vers ordnet/ auch zu rechter Zeit gebrauchet/ und demPatienten dabey eine gute Diæt von dem Medico vorgeſchrieben wird/ ſo kan ein éin i meb 1 ſagte PræP werd brad Duta perei Ban darfi ihn hero G0 uns men SH fenh verf und ihres besa iſt/ HE 1* (wot wari ſche folle ford ſehe meh als verei⸗ t⸗und Me⸗ rung ſo waͤ⸗ wer⸗ ckaͤt⸗ auß⸗ WE voll⸗ tiſt/ und etb- jen⸗ nd/ von me. en/ veit tn/ Ae» et- ty ny iit- he et: ya 97 on zn in 22(1578 ein redlicher und getreuer Doctor nimmer⸗ mehr mit Spott und Schande beſtehen. 13. Endlichen und zum dritten verliehrenbe— ſagte unſere Medicamenten durch die wahre præparation ihren Gifft gantz vollkommen/ und werden dadurch zu einer heylſamen Artzueh ge— bracht/ gleich ein gifftiges Otter⸗Fleiſch/ das durch die Kunſt zu einem heylſamen Theriae bereitet worden; Alſo nun iſt der Weg zum Baum des Lebens(wo ich anders alſo reden darff) eröffnet/ und der zornige Cherub/ der ihn mit dem Feuer⸗flammenden Schwerdt biß⸗ hero bewahret hatte/ beſaͤnfftiget/ dafuͤr wir Gott ewiges Lob und Danck ſagen/ daß Er uns zu ſolchen herꝛlichen Zubereitungen kom⸗ men laſſen/ und auß dem truͤben Grund und Schlacken/ in welche die ſpecies auß Unwiſ⸗ ſenheit geworffen/ und mit noch groͤſſerem Un⸗ verſtand appliciret wurden/ herauß geriſſen/ und wodurch viele arme Menſchen mit Verluſt ihres Lebens dieſe verkehrte Blindheit haben bezahlen muͤſſen; je groͤſſer nun die Schande iſt/ je mehr iſt ſolches zu beklagen/ GOtt der HErꝛ wolle ſolches zu ſeiner Zeit verbeſſern. I4. Laſſet uns nun weiter fortgehen/ und (worauff der Leſer bißher mit Verlangen ge⸗ wartet hat) zeigen/ wie man auff philosophi- ſche Art und Weiſe die Artzneyen zubereiten ſolle/ ohne daß der Liquor Alcaheſt dazu er⸗ fordert werde; denn anders ſollte es das An⸗ ſehen gewinnen/ als ob wir den Leſer nur mehr mit vergeblicher Hoffnung abzuſpeiſen/ als zu unterrichten gedaͤchten. 15. Es CAGES 15. Es beſtehet aber unſere Kunſt in Berei tung der Artzneyen in nichts anders/ als in einer auff der praxi beruhenden Autzlegung des⸗ jenigen/ ſo Helmont allen denen hinterlaͤſſen⸗ welche GOtt noch nicht ſo wuͤrdig erkandt hat/ die Krafft und Wuͤrckung des circulati majort, welches der unvergleichliche und groͤſte auffloͤ ſende liquor iſt/ zů offenbahren. 16. Niein Rath iſt/ ſpricht er/ daß man die ſimplicia, ſo von beſonderer Krafft und Wuͤrckung ſeyn/ nicht ſchwaͤche/ ſondern dieſelbe entweder durch Außtilgung ihrer Uinart/ oder extrahirung ihrer verborgenen Qualitaͤten/ durch die Runſt ſuche zu ver⸗ beſſern/ wenn dero feindſelige Eigen⸗ ſchafften mit andern verwechſelt werden/ welches am fuͤglichſten vermittelſt der ler· mentation/ oder ſonſten durch ein ander kraͤfftiges Mirtel verrichtet werden kan. 17. Und dieſes zu erklaͤren/ laſſe ſich der Leſer auff das vorige weiſen/ da ich gar aup. fuͤhrlich und deutlich erwieſen/ wie beydes die rohe ale auch gifftige Natur und Eigenſchafft durch das kochen nach und nach gemindert wer⸗ den koͤnne/ biß ſie zuletzt gar verſchwinden/ eben als die Circkel/ ſo von einem ins Waf- ſer geworffenen Stein entſtehen in demſelben nach und nach vergehen/ und endlich gar nicht mehr geſehen werden. 18. Doh halten wir diefe preparation noch Feines Wegs vor die befte/ dieweilen fie die zaͤhe und hartzigte Eigenſchafft nicht bemeiſtert/ als welche nicht anderſt als durch die tempni tihn tion/ Mnf und! laͤngl wela welch conçi chet/ Dahi und! durch ches! empf oder was und werd 19 Siei gfu und weld loͤſer gang diefe auhi derſt reich gens sp(159)? Berei[ ugry werhe fie fühtig maht/ auffgeloöſet wer⸗ als in den kan/ es waͤre denn/ daß ſie durch ein eigenes ing des⸗und dazu bequemes agens, und welches von zu⸗ laͤſſen/ langlicher Wuͤrckung iſt/ geſchieden worden/ ndt hat /welches aber am beſten durch das Feuer als majoris f welches nach und nach die beſondere Cralinderer aufflo:¶ concretorum vegetabilium ſchwaͤchet und erwei⸗ chet/ wenn ſie bey demſelben gekocht werden: Bman Hahero/ dieſes autzurichten/ der gewuͤnſchteſt⸗ t und und wahrhaffteſte Weg iſt/ daß vermoͤg eines ondern durchdringend⸗und fermemierenden agentis fol- ihrer ches ohne einige merckliche aͤnderung durch eine genen empfindliche Hitze und verborgene circulation/ u ver⸗oder umblauff daſſelbe bemeiſterend vollbringe/ igen⸗ was ſonſten durch das Kochen unvollkommen erden/ und zerſtuͤmmelter Weiß wuͤrde verrichtet ér fere f werden. ander 19. Dergleichen Mittel und Weg muͤſſen mit Pan. Sig und Ernſt auffgeſuchet/ und wenn fie ch der gefunden/ in groſſem Werth gehalten werden/ v aup. und dergleichen ſtecken in denen Alealien/ als des die welche nach dem groſſen Entbinder oder Auff— ſchafft loͤſer die nechſten ſind/ ſonder welche auch die t wer- gantze Natur ſich kein herꝛlicher ſubjectum als inden/ dieſes außerſehen koͤnnen/ welches da accurater Waf- außfuͤhre/ was die Artiſten ſuchen/ wo ſie an⸗ ſelben derſt nur in die Haͤnde eines klugen und Sinn- nicht reichen Mannes/ und nicht an einen uͤberwitzi⸗ gen Kluͤgling gerathen. noch 20. Ich beruͤhrte auch noch im vorhergehen⸗ te die den Capitel/ daß die alcalia auff einmahl alles ſtert/ tobe Weſen reiff und zeitig machten/ auch die lenta. zaͤhe und hartzigte Eigenſchafften abſonderten/ tion/ 8 und pr REE CAT hina SEIA AR EAE aN G Pe n a NAE AELE EN AEGEAN OE N D PE ` í ES Efi Ine aA map A EE EN ii G A aF PERAG e(160) 2% und das Gifft/ eben und in der nemlichen Zel als ich den Loͤwen an feinen Klauen/ und Hercu⸗ lem an ſeinen Fußſtapffen erkennete/ welchet durch die Krafft des Apollinis, da er noch ein zart Kind war/ und in der Wiegen lag 7 eine Schlange erwuͤrgete/ corrigirten und wegnah⸗ men. Dieſe Einſchraͤnckung iſt nicht zu verſte⸗ ben von der Kraft derer Alcalten/ ſondern nur von der Probe derſelben/ und was man von ihnen zu gewarten habe/ wenn ſie durch einen verſtaͤndig und fleiſſigen Kuͤnſtler zu ihren reifen Fahren gebracht werden/ dieweilen ſie in ihrer zarten Kindheit fo viet vermoͤgen/ was werden fie niht inskuͤnfftige efe&uiten un) außrichten. 21. Solte man nun auff die Probe und den glaubhafften Beweißz deſſen/ was ich zuvot errinnert/ dringen/ ſo mag ich gar nicht laͤug⸗ nen/ daß ich auff die Reiffmachung des rohen und groben Weſens/ ſo bey denen Alcalien gefunden wird/ ſehe/ denn eben die Eruditaͤt ſt die Urſach aller Deſtruction und Zerſtoͤhrung derer Dinge/ ſo da leicht koͤnnen corrumpiret und verdorben werden/ und dieſes iſt am aller⸗ meiſten an denen vegetabillen wahrzunehmen/ welche/ wo ſie noch feucht und naß ſind/ wenn fie zuſammen gepreßt/ und auffeinander ge⸗ druckt werden/ in wenig Stunden ſich entzuͤn⸗ den und heiß werden/ zu einem ſichern Merck⸗ mahl einer bald darauff folgenden Putrefaction oder Faͤulung. Trocknet man aber beruͤhrte Vegetabilia an der freyen Lufft/ fo verliehren ſie in wenig Jahren/ verſchiedene auch in T noöch 1 mad ten! heit odet duri eini yeri daß gun kon rige Gen Zeit 1D ercu: ułelchet noch ein lag/ eine wegnah⸗ zu verſte⸗ Wern nur man von rch einen zu ihren veilen ſie en/ was ten un) und den h zuvor cht laͤug⸗ es rohen Alcalien Lruditaͤt toͤhrung umpire nraller nehmen/ wenn ider de entzuͤn⸗ Merck⸗ faction eruͤhrte hren ſie wenig Mo⸗ erſt ſo weit gebracht und bereitet ſind, eme (16r) Monathen/ ihre gantze K to wil man fi aber anfeuchten/ ſo vermodern ſie alſobald/ ver derben/ worden ſtinckend und voller Wuͤrmer ete. Dief Eruditaͤt nun wird nur zum Theil durch das Kochen hinweg genommen/ denn ein gekochtes Fleiſch oder Kraut oder Saamen werden ſauͤr/ ſtinckend und verderben/ wenn ſie einige Zeit ſtehen bleiben/ doch geſchiehet ſolches nicht ſo geſchwind/ als wenn ſie noch roh und ungekocht ſind. JG 22. Dahingegen vermittelſt dieſer Alcalien dieſe Eruditaͤt gaͤntzlich hinweg genom̃en wird/ datz wie die todten Eöryer der Menſchen und des Viehes in Egypten durch die Myrthen undan⸗ dere Aromatiſche ſpecies vor der Faͤulung und Corruption/ auff viele Jahre und lecula be⸗ wahret werden /alſo prelerviren auch die alcalia die vegetabilien/ beydes vor der Fermentation als Verderbung. 23: Gewiß iſt es/ daß die ſpecies, wenn ſie noch eins fo daurhaffte/ innerliche und reiff⸗ machende Bewegung haben/ wodurch ſie trach⸗ ten taͤglichs mehr und mehr zur Vollkommen⸗ heit zu gelangen/ biß ſie endlich in ein ellentiales oder weſentliches Saltz verkehret werden/ durch welches ſeine Bewegung/ doch ſonder einige verwandelende Fermentation/ oder vermoderende Corruption/ auffhoͤret; Alſo daß die vegetabilien in ſtets⸗waͤhrender Bewe⸗ gung find/ und immerfort nach ihrer Boll- kommenheit ſtreben/ jedoch behalten ſie ihre vo⸗ rige Krafft und Wuͤrckung/ und welche nur mebhr Q und 22(162)56 und mehr verbeſſert und erhoͤhet/ nicht abet mogn eanit oder gar vertilget wird/ wie ſon⸗ ſten bey allen andern Verwandelungen zu ge⸗ ſchehen pfleget. 24. Zum andern/ ſo iſt die Abſonderung des irꝛdiſchund hartzigten Weſens auß diefem Erempel abzunehmen: Man lolvire Opium in reinem Waſſer/ oder welches hier eines iſt/ in Brandenwein/ kltrire es wohl/ damit es gantz klar und durchſcheinend werde/ und thue denn eben ſo viel von einer ſcharffen Laugen/ von Weinſtein gemacht/ dazu/ und bald darauff wird man/ nebſt einem harnichten Geruch/ kein ge⸗ ringes/ ſondern groſſes Theil deſſelben/ gleich als ob man Wein mit warmer Milch vermiſchet haͤtte/ geſchieden und abgeſondert ſehen/ dieſes laſſe manſo lange in einer mittelmaͤtzigen Hitze ſtehen/ biß es ſich geſetzet hat/ ktrire es denn þet- nach wieder/ ſo wird man ein hartzigtes Weſen finden/ das an Farbe denen Roſinen oder de f Albe gleich köm̃t/ vonbitterer und erbrechen⸗ma⸗ chender Eigenſchafft/ und gleiche Beſchaffenheit hat es mit allen andern concretis, als Wermuth/ Weinrauten/ Cardobenedieten und dergleichen/ nur/ welches hier zu mercken/ daß man allein von denen ſmplicibus ſo viel infundire/ als die Feuchtigkeit olviren Fan: Lind diefes iſt auch augenſcheinlich bey der gewoͤhnlichen Kochung des Maltzes/ ja kurtz zu ſagen/ bey allen gekochten liquoribus Derer concretorum ſonderlich aber der ſenigen/ ſo von einem beſondern Geſchmack find/ zůfinden und anzutreffen: Wie ſolte nun lemand einen klaͤrern und deutlichern Beweiß als dieſen yerlangen koͤnnen⸗ 2j. 25 yege! pitel getal und einer ſeine geg$ und Mat durck beſſet muß 27 Ann ſuche alle i Gal uber ditaͤl ſond zuvo ein o Ma dara dum deck Hrt icht abet wie ſon⸗ n zu ge⸗ nderung E diefem pium in s iſt/ in es gang hue denn en/ von ufi wird ' Fein ge 1/ glei rmiſchet / dieſes jen Hige enn her⸗ Weſen yder de p hen⸗ma⸗ ffenheit rmuth/ leichen/ n allein als die iſt auch ochung kochten ch aber ſchmack (te nun Beweiß a5. RUG) 25. Drittens/ anlangend den Gifft derer vegetabilien/ ſo habe ich im vorhergehenden Ca⸗ pitel ͤber flůſſig eroͤrtert/ dat kein eintziges ve⸗ gerabile ſo wild und unartig/ oder ſo vergifft und toͤdtlich ſeyn koͤnne/ welches/ ſo es mit einer geziemenden Proportion eines Alcali in feiner Feuchtigkeit gekochet wird/ ſein unarti⸗ ges Weſen nicht ſolte ablegen und verbeſſern: und obwohln bey etlichen einige feindſelige Maraquen uͤberbleiben/ ſo koͤnnen ſolche doch durch das Alterthumb und die Zeit leichlich ver⸗ beſſert und vertrieben werden. 26. Hier nun deucht mich/ hoͤre ich einige junge Lehrlinge mit dem Archimede triumphis ren und außruffen: Ich habe es gefunden/ ich habe es gefunden! Mit welchen ich denn nun etwas auffrichtig und behutſam ſprechen muß. 27. Erſtlich muß ich zur Auffrichtung und Aumunterung aller jungen und fleiſſigen Nach⸗ ſucher melden/ daß dieſe geringe Praͤparation alle unordentliche Zubereitungen/ welche die Galeniſten nach ihrer Methode vornehmen/ übertreffe: denn vermittelſt dieſer wird die Eru⸗ ditat uͤbermeiſtert/ das hartzigte Weſen abge⸗ ſondert/ und der Gifft vertilget/ ſo/ daß da ſie zuvor ein zaͤhes und unartiges Gifft waren/ nun ein digerirtes/ ſaliniſches und dem aͤrcheo des Magens gleichkommendes anſtaͤndiges Weſen darauß entſpringet; Wie ich denn dieſen Metho- dum, biß ein anderer und beſſerer Weg ſich ent⸗ decken wird/ allen nach der Warheit ſtrebenden Artiſten als ein heylſames Mittel angerathen L 2 und A AT rr AOE RE ORE EROTA N T EE EDEA y í E Atake g enog——————— a ARA D w g spegi RUCHI ihid recomméndiret haben wil/ wenn fie andrty mehr d er Warheit als denenMenſchen zu dienen E 10 28. nit einem Wor t/ laſt es denenje ini ERN Behfall geben) jii Dde fdt viſſet ii lich nicht betruͤgen wil/ in dieſer geſcht vinden{pra paration nicht allemahl nach Wunſch und Ge fal len ergehen/ und daß ſie ge geuthe ilgi oe Daril ber zu kurtz kommen/ indeme das Alcalt und die vegetabiliſthe concreta, ob ſie gleich waͤhrendet Koͤchung ſich leichtlich miteit ander vermiſchen ti/ fih doh niht fo bald eines in des andern f centrum miteinander vereinigen/ welches ið mit einem geringen Exempel beweiſen wil⸗ Laßt Opium oder Aloe oder einig ander concre⸗ rum in einem alcaliſchen lixivio kochen/ fürrirt ſolches guff das reineſt⸗ und t beſte/ und thut es in eine boureille, ſo wirdt ſich im wenig Wochen an der Seiten und anif den Boden des Glaſſes ein zaͤhes hartzigtes Weſen an ſetzen/ zum klaren Beweiß/ daß beſagtes hartzigte Weſen durch das ge eſchwinde Kochen noch nicht voͤllig bemeift. ert und abgeſonde t ſeye⸗ wozu noch koͤmmt/ daß das alcaliſeinen vorigen Laugen⸗Geſchmack behaͤlt/ welchen es nicht eher als nach langer Zeit/ wenn nemlich eines in das andere wuͤrcket/ verliehret; Endlich cryttal⸗ liren ſie ſich beyde in ein unvartheyiſches Salt/ welches von dem ſcharffen Laugen⸗Geſchmack deg erſteren Alcali weit unterſchieden iſt/ und ſo ja einige uͤbele Zufalle dieſe præparation zu der Zeit begleiten/ muͤſſen ſolche eines Theils dem Alcali, als deſſen laugenhafftes Coi- corte cond Præp Zzuzu achte ten/ bey d Artzr 29 mieng DAS i puie» Di ſichche p bolke bufe 4 fange berf finen werde ER Saͤur Donii 13u dienen dene t jiffer e inden prz- ind Gefal⸗ ters Daril alt und die vaͤhrender rmiſchen/ neern fein helches ich ifen twil pe concre- n/ fürrirt und thut in wenig Boden zeſen an⸗ beſagtes je Kochen Dert fene n vorigen nicht eher nes in das ch cryſtal⸗ hes Saltz/ deſchmack iſt/ und æparation He eneg enhafftes coi: EH S2(17565)? ſie andettcorroliv dem Magen fa aa ich/ Theils aber denen concretis, deren vick ultima durch dieſe ſchlechte præparatiobn nicht einmahl beſtritten worden/ SZazuſchreiben iſt/ ſo iſt vor kein Wunder zu achten/ wenn ſich einige widrige Eigenſchaff⸗ ten/ welche ſo zu reden die Dorn und Diſteln bey denen vegetabilien ſind/ in adhibirung der Ar ea, blicken laſſen. In Betrachtung nun ſolcher Inconve⸗ bicien und dag eine langſame Digeſtion das eintzige Mittel dagegen/ dieſes aber hin⸗ wiederumb ſehr beſchwehrlich ſehe/ ſo hat man init gro Muͤh und Arbeit einen ſolchen Weg Durc) d Ku nſt außgefunden/ umb dieſes ver⸗ brießliche Verl langen zu ſtillen uñ zu verkuͤrtzen. 30. Deun dir fiufiig-und 1 Ha s Dinge, 3 mmen ibre Zeitigun g. Ue Laͤnge der Z Zei wie davon Wein und S Sier zeugen Pamen Gnd rfordern auch eine Eride eines ſaͤurlichen ſerments/ ſo die ebullition oder Wuͤrckliche ing zuwege bringet/ auff welche/ wenn ſie gang vorbey iſt/ eine andere verbot fichtbahre Fermentation erfolget/ ſo da unve merckter Weiſe wuͤrcket/ und alles dasjenige in bollkommene Reyffe ſetzet/ was die wuͤrcklich⸗ duffkochende Fermentation zum Theil ange fangen und verrichtet hat/ und ſolcher Geſtalt irfon umen die Weine nach langem Lager kinen lieblich⸗ und Balſamiſchen Geſt chmack/ perd en mild/ fe uvi gund geiſtreich. Hingegen wi derſtehen die alcalia gller EEES Sim Pund hat man dergleichen Fermentation hon ihnen nicht zu vern üthen; wie denn die U 2 19uo- SEA EAE EE EEN IARE A T GSR E A TEAD I P PEE ANE RON I ES OTEA A T K(166) 26 liguores, twelche durch fie bereitet werden/ ihre und fi höͤchſte Krafſt nach langer Zeit erſt überkom⸗ unb: men/ wo nicht durch des Kuͤnſtlers Hand die⸗ eigen ſelbe verkuͤrtz wird. 34 32. Und warhafftig/ hierinnen beſtehet dasnach) eigentliche Geheimnuͤß der wahren byrotechnie, en i dag man die Zeit zu gewinnen ſuche; denn da f a kein ſo koſtbares Kleinodt zu finden/ das nicht werde endlich ein einbildiſcher Plapperer und Naſen⸗ famif weiſer Hanß zuwege zu bringen ſich einbilden beyge ſollte. Mann durchgehe demnach die Natur/ ſen ſo und betrachte ſie in ihren taͤglichen Wuͤrckun⸗ werde gen/ wie nemlich durch den ſteten Abwechſel der 5, Hig und Kaͤlte/ Tags und Nachts⸗ Regen und Mag o Sonnen ⸗Schein/ das allerhaͤrteſte Eiſen und gen A Stahl/ ein dauerhafftes Kupffer/ ja der ſonſt gema barte Marmor ſelbſten/ bloß atlein durch dieiſt z— Lufft und das Feuer der Natur/ ſo die terwentie⸗ denn rende Krafft ift/ zu hrem Untergang und Ver⸗ tig ge derben gebracht werden können. Man erwege fo get ferner/ wie die fermenta an denjenigen Oertern 6. und Stellen/ wozu ſie von der Natur beſtimmt ire ge ſeynd/ ſich ver balten/ wenn eine offene oder ver⸗ ſten ſchloſſene Oigeſtion erfordert wird; Denn ein brach wahrer Sohn der Kunſt/ muß beydes den ge. Maty hoͤrigen Gebrauch und Nutzen des Feuers und(piciu der Lufft/ als auch des Negeng und Sonnen- wo ò Scheins verſtehen und diß iſt die wahre Spag⸗ E derer Sriſche Kunſt/ andere Curioſitaͤten ſind nur 37. eitel Stumperey. Mitte 33. Muͤſſen derowegen die alcalia ſelbſt rerer verbeſſert werden/ damit ſie nachgehends an⸗ tung dere vegerabiliſche ſunplicia gleichfalls beinigen/ yi zuneck en/ ihre berkom⸗ and die⸗ het das technic Denn da f as nicht Naſen⸗ nbilden Natur/ uͤrckun⸗ hſel der jen und ſen und er ſonſt urch die menties 1 Her erwege fi dertern ſtimmt jer yet enn ein den ge⸗ wg und E onnen⸗ Spag· iò nut ſelbſt Ids an⸗ lluigen/ yi S(167) 26 und ſich in ihrer eigenen Natur erhöhen moͤgen/ umb nachmahln alle andere Tincturen zu ihrem eigenen Vortheil zu ertrahiren. 34. Denn ihrer ſimpeln und firen Natur nach/ ſind ſie von einer corroſiviſchen/ feuri⸗ gen und Laugen⸗maͤßigen Eigenſchafft/ die unumbgaͤnglich weggenommen und abgeſchafft werden muß/ wenn die ſeminaliſch⸗und bal⸗ ſamiſche Krafft/ welche ihnen mangelt/ ihnen beygebracht/ und ihr beſtes coͤrperliches We⸗ ſen ſoll beſtritten/ und ſie fluͤchtig gemacht werden. J. Und hier muß nicht vergeſſen werden/ daß ein groſſer Unterſcheid iſt zwiſchen fluͤchti⸗ gen Alcalien von Natur/ und denen ſo fluͤchtig gemacht worden/ gleicher Weiß ein Unterſchied iſt zwiſchen deftillivt-und ſublimirten Dingen/ denn da iſt das eine bequem genug umb fluͤch⸗ tig gemacht zu werden/ das andere iſt allzeit o geweſen. 36. Die deſtillirt und zu einem fpi- Sie flůch⸗ ritu gemachte alcalia ſind auff den hoͤch⸗ tige Aca- ften Grad ihrer Vollkommenheit ge⸗ K ſind die bracht/ als wozu ite inund ben ihrer Bente Men- Natur verſehen find. Von ſolchem““ ſpiritu hat ehedeſſen Helmont geſprochen: Daß wo dieſer nicht hinreichet/ auch Eein ana derer ſpiritusjemahln zulaͤnglich ſeyn werde. 37. Dieſer ſpiritus wird durch verſchiedene Mittel zuwegen gebracht/ davon einige meh⸗ rerer andere von geringerer Krafft und Wuͤr⸗ ckung ſeyn; bemuͤhet euch alſo dieſen fpiritum zunechſt nach dem habhafft a zu 92(168)285 gu werden/ ſo fern ihr ein Meiſter und Be⸗ ſitzer vieler herꝛlichen und vortrefflichen Artz⸗ neyen heiſſen wollet. 38. Nun aber werden die Alcalia auff zweyer⸗ Alcoholiſatis ley Art fluͤchtig gemacht/ durch die Elixitatio. Alcohol ar und Elixiration; Der geliebte Leſer wolle nicht übel nebmen/ daß ſchm ich der bekan an Kuni- Worter bediene/ ohne welche keine Kunſt iſt/ Tai die in unſe⸗ rer Mutter⸗Sprache/ ſonder einiger weit⸗ läufftig und ve drießlichen Bef ſchreibung/ nicht wohl koͤnnen ge geben werden. 79. Œs ift aber die Atopia eine Spei fung oder Einkran ickungt Şir cukier igei⸗ nes firen Alcali mit eine htigen fpiritu womit ſo lange angehal d/ biß auß swe auß beyden ein FUL U eines gei JVL! neutta les Product hebyor welches my T a Haupt fpiritu entfprim aeni lederum cp. Sorten als ein⸗ Ace tolus> Urinc olus i A Vin 10 afus; die dem a alc oholi- ſirte en Alcali wi, ederum ih drey unterſchiedene ilen /als Arcanum Arcanumy„Nahmen mitt a Poga P onticitatis, Arcanum Mictocoſmi, Microcoſan und Arcanum Samech. & Samech: 41. Die Eliziration tirò i durch verſchiedene ellentialiſche Oehle und Tincturen vollbracht/ biß datß beyde in ein Elirir oder fluͤchti⸗ ges Saltz verkehret werden/ und ſich eren deren eitilin mogen weiß a auku heit au 24. ge Art cohols gen zu eine ſo ne Ge gu Ver doch n wieder goſſen get/ get iſt. 43. das A tig/ w. vor di bation füglic werde cali w bey V horet/ thon/ gebra Artu alſole man ini Be- en Artz⸗ zweyer⸗ urch die n; Oet n/ daß bediene/ in unſe⸗ er weit⸗ 1/ nicht ie Spei⸗ rung ei⸗ {piritu biß auß jen ein hes nach unter rcanum acolmi, hie dene lbracht/ luͤchti⸗ yen fý deren C169) deren fo viele Species, als nur Ellentialiſch⸗und deſtillirte Oehle anzutreffen und zu finden ſeyn moͤgen/ wovon ich allhier noch einen kleinen Be⸗ weiß anfuhren/ das uͤbrige aber weitlaͤufftiger autzzufuͤhren/ biß zu einer beguemern Gelegen⸗ heit außgeſtellt ſeyn laſſen will. 24. In allen oieſen Operationibus iſt diejeni⸗ ge Art/ welche vermitteiſt eines ſaͤuerlichten Al⸗ cohols verfertiget wird/ die leichteſte; Anuerwo⸗ gen zwiſchen einem ſauern Spiritu und dent Alcali ine ſolche Widerwaͤrtigkeit zufinden/ daß ſie oh⸗ ne Geraͤuſch und ſtarcke Ebullnion ohnmoͤglich zu vereinigen und zu vergnuͤgen ſind/ welches ſich doch nach und nach wiederum leget/ und ſodenn wiederum etwas von einem friſchen Spiritu zuge⸗ goſſen wird und ſich keine Ebullirion mehr erre⸗ get/ fo ites ein Zeichen daß das Alcali geſaͤtti⸗ get iſt. 3. Vermittelſt dieſes Spiritus nun verliehret das Alcali ſein foͤuriges Corroliv und wird fluͤch⸗ tig/ welches ein erfahrner Laborant/ wenn er es vor die Hand nimbt/ durch eine widerholte Coho- bation in allem alſo finden wird/ welches zwar fuͤglicher eine widerholte Imbibition genennet werden mag: Denn wenn man das geſaͤttigte Al- cali; welches keinen Spiricum mehr annimbt/ auch bey Vermiſchung deſſelbigen die Ebullitonauff⸗ höret/ mit gebrandteim Ziegelmehl oder Töpfer- thon/ oder wie der Hollandiſche nrerpres will mit gebrandter Kleyen vermiſchet/ und auff ſolche Art und Weiß/ wie den Spirirum Salis gder Nitri alſolang biß alles heruͤber iſt/ delelliret/ mag man alſofort das Capur mortuum mit einem AS NEUER TA DE AEE E f. VEL R yI . F EE ANEI R1705 neuen Alcohol imbibiren/ ſo wird folches eben⸗ falls den neuen Spiritum wieder annehmen/ ob e⸗ ſchonzueinund dem andernmabl geſattiget wor. den. Deſtilliret man denn ſolches noch weiter mit einem ſtarcken Feuer/ und wiederholt letztlich dieſe Operation alfo oft und vie/ bik alles Salg mit dem Spirituuͤbergetrieben iſt/ ſo bekommt man einen vortrefflich⸗alcaliſiten Spiritum, er mag nun mit dem Spiritu Vitrioli, Nitti, Salis oder Aceri und dergleichen bereitet werden/ kurtz zu ſagen/ wenn es nur ein ſauerer Spiritus iſt/ und verdient dieſer Spiritus mit Fug nd Ret Acetum forte, Acetum Radicatum&c. ge⸗ nennet zu werden/ dergleichen Namen Paraccl. ſus ihm gar offt zu geben pfleget. 44. Was aber die ſonderbahre Operationes, die durch das Alcali konnen zu wege gebracht werden/ betrifft/ ſo iſt unvonnoͤthen dieſelbe auff vorhergemeldte Weitze zu bereiten/ weilen ſolches ſehr langſam von ftatten gehet: Genug iſts/ wenn ſie nur mit einem Spiritu ùffters imbi⸗ biret worden/ biß daß beydes der Spiritus und das Alcali in ein neutrales Saltz verwandelt ſind/ und allein das krafftloße Plegma zuruͤck bleibe. Diefes Salg Fan man auch mit einer verbeſſerten Tinctur Lines oder deß andern ve⸗ getabilis vermiſchen und bende ſo lange in der Digeſtion ſtehen laſſen/ biß datz fie in der Ge⸗ ſtalt eines tingirten Saltzes Cryſtallen ſchieſ⸗ ſen/ welche ſo denn die Krafft und Wuͤrckung detß Concreti hey ſich fuͤhren. IJ. Ja diß Alcali ſelbſt/ wenn es mit einem ſauern Spiritu von Virtiol, Saltz/ Salpeter oder poet C miſcht abſterg Artzne trioli( tus aufß worde. Tartari anderi langei biß de bende i den) genehr 10/15 den Y NEM ſe eoͤle ſtergen ſucht/ Kinde worat chen 3 46. dergle eher f nitcofii ches ( febril benim Sood ſchwaͤ daup Hes eben f ien/ ob e⸗ Iget wor⸗ eiter mit t letztlich les Salg ekommt Hitum, Nitri, werden/ Spiritus ug und &c. ge⸗ Paracel- ationes, ebraht dieſelbe weilen Genug imbi- tus und vandelt zuruck t einer spry ve- in der et Ge- ſchieſ⸗ rckung einem lpeter oder O7 PS oder Schweffel oder dergleichen Spiritu per- miſcht wird/ ſo dienet es zu denen herrlichen abſtergirend⸗Harn und Schweißtreibenden Artzneyen/ und zwar wenn ſie mit dem Spiritu vi- trioli(wie ſolches der bekandte Tarrarus Vitriola- tus qußweißet) wohl und rechtſchaffen præpariret worden ſind/(verſtehe/ wenn auff ein reines Sal Tartari ſo vor ſich in einem Toͤpffers Ofen oder anderm ſtarcken Feuer calciniret worden/ alſo lang ein gerechter Spiritus Virrioli gegoſſen wird/ biß das Braußen und Ebulliren auffhoͤret/ beyde ſo denn miteinander auffgetrocknet wer⸗ den) ſo erhaͤlt man eine herrlich ſuͤß und an⸗ genehme Mediein ſehr weiß von Farbe/ davon 10/15/ bitß 20. Gran alle Morgen genommen/ den Magen reinigen und die Verſtopffungen deß Melſenterü gewaͤltig oͤffnen: Es mag auch die⸗ ſe eoͤle Medicin mit gutem Nutzen als ein Ab⸗ liergens in hitzig· und kalten Fiebern in der Gelb⸗ ſucht/ dem Scharbock/ Wuͤrmern der kleinen Kinder/ ingleichem in Crudiraͤten deß Magens worauß Unverdaulichkeiten und andere derglei⸗ chen Zufalle mehr entſtehen/ gebrauchet werden. 46. Auß dem dpiritu Nitri han man eben auch dergleichen Saltz erhalten/ welches aber viel eher ſchmiltzt und fließet/ und eines kuͤhlenden nittoſiſchen Geſchmacks iſt/ und iſt ein herrli⸗ ches Abſtergens in hitzig⸗ und faulen Fiebern/ (febribus putridis) es fuͤhret den Stein ab/ und benimmt das Brennen deß Harns/ wehret dem Sood insgemein das Hertzbrennen genandt/ ſchwaͤcht die Hitze der Lenden und Nieren daͤmpft denBrand deß Magens/ welcher Heißer⸗ keit BERNT Api AE pE E AEAEE EEGA eT e t Feit und Schaͤrffe auff der Bruſt verutſachet/ nebſt vielen andern Kranckheiten mehr/ ſo da in der erſten und andern Digeſtion entſpringen und vorkommen. 47. Gleiche Bewandtnuß hat es mit dem Spiritu ſulphuris, Salis&c. als darauß herrliche Præparationes gemacht werden konnen/ welche aber noch vortrefflicher herauß kommen/ wenn die gereinigte Tinckur eines edlen Vegetabili (nachdeme zuvor das unreine Weßen hinweg ge⸗ Bommen worden) mit feinen Salg in bebiri: ger gleichen Quantitaͤt verbunden wird(bevor aber muß das Saltz mit einem darzu bequemen Liquore angefeuchtet werden) ſo denn ſetze man das Salg mit der Tinctur in die Digeſtion biß daß ſie heil und klar werden/ denn bey ihrerer ften Vermiſchung ſehen ſie ziemlich truͤb auß 9 iner dunnen Hefen/ biß daß ſie letztens klar und hell werden. Dieſen klaren und gefarb⸗ ten Liquotem gieße man ab und ziehe die Feuch⸗ tigkeit bey gelindem Feuer herauß/ big das b kandteerckmahl ſich hervor thut/ alsdenn muß man es an einem kuͤhlen Ort zu einem reinen tingirten Saltz Cryſtalliſiren laſſen/ ſo erhaͤlt man eine auffrichtig vegerabiliſche Tinctur/ fo mit deß Vegerabilis ſeinem Geruch/ Geſchmack und andern Wuͤrckungen uͤberein kommt. 48. Schuͤttet man denn dieſes auff den ſchwartz oder weißen Helleborum oder auff Opi- am oder ſonſten ein anders Simplex welches ſich iin Spiritu vini exttahiren laͤßt/ erlanget man ein Sals/ das den Namen deß Vegerabills, mit wel⸗ chem es ver miſchet worden/ fuͤhret:.E.> e epori lebori; auſſer andert Efe&i daß du Medici ten wii 49. geſchie w Prey diejeni als da mit def allein à jenige! ſonſtet allzuſe balſan corroli genehr maͤſſig Eſſen ſchwer⸗ lich da barte C 50. oh ſie n Feuer ſteckt d ihnen/ tur den ſhreſſaͤ tepon ut ſachet/ / ſo da in ngen und mit dem herrliche 1/ welde en/ wenn egetabilis nweg ge⸗ behori⸗ )( bevot equemen ſetze man ſtion biy ihrer er baug letztens ge farb⸗ e Feuch⸗ | das bv: nn muy reinen o erhalt ur/ ſo ſchmack t. uff den iff Opi- hes ſich nan ein lit wel⸗ zal Hel- lebori lich das kalt und fett iſt/ oder andere vau harte Spettzen/ als Salat und dergi hefy tur dem Magen sehr f ihre ſaͤuere den Durft h lebori, Opii, Jalapp auſſer der Dieii enS andet vi beygethan ening Igrec Effect deß Concreti worau zuß durch den Segen Gotter ein u Medicus piele befragenewurdige ten wird curirenkönnen. 49. Uber diefe Manier d die O zubereiten/ geſchiehet mit viel ger inge rer Muͤh als die ande⸗ ç? [re Præparationes gemat iyi TEA inſonderheit Dte jenige davon ich jtzo Ji als da ſind die Salia ſo mit nuit deſſelben ð Spiritu bereit tiw? allein durchd en Verlußtd de p) jenige wer rden was fie ſind/ ut Df die fáin ſonſten eine gemaͤff eviwe allzuſehr dle Obe erhan balſam zuni chte/ 1 uidi) corroſiviſch der Natu genehm wird; Woen maͤſſiglich bedienet/ ſo erwe f er A Cien und Hiit fi f F Iglich die H ſchwerer Koſt/ als daift gebb Rindfleiſch/ ſich aber f 5O. Dig Spiritus nitri, ſalis und vitric oi obi ſie wohl durch die SE tion und das ſtarche Feuer corroſiviſch und abſtergirend werden; fo ſteckt doch keine ſeminaliſch baſamiſche Krafſt in ihnen/ dahero ſie au chwegen ihrer co rroliven Ma- Hhadlich ſind/ und ol bwohln ſo iſt doch dieſe Saͤu⸗ gens/ als welche fer- mentirend re von der Saure dh s ET JAT P E EA ARRE PGE ET TEETE, ENAR pie nT .(174)55 mentirend iſt/ weit unter ſchieden/ und muͤſte jent durch dieſe erſt veraͤndert und ihre ſelbſteigene Natur umgewandt und verkehret werden: tvit ſchwer aber ſolches zugehe/ ftelle einen Philol Pho zu ſelbſteigener liberlegung anheimb/ denn daß die Saͤuere deß Magens die abſtergirend Krafft derer Alcalien ſattiget/ iſt ehen Feine fy große Sache/ ſintemahln/ umb die Saͤur zube⸗ zwingen/ eben eine ſo gar große Quantitat deß Alcali nicht erfordert wird; Dieweiln die Ami. pathie zwiſchen dem Alcali und Acido ſo offenbahr ift/ daß alle uͤbermaͤſſige Saͤuere det⸗ Magens/ die das Alcaliannehmen ſoll/ von dieſem gar leicht und ohne ſich ſelbſten Schaden zu thun taͤglichs und mit gutem Succes von einer bequemen Dol geſattiget werden kan: indeme nun das Alcali ſch alſo ſaͤttiget/ wird es geſchlacht und temperin fich ſelbſten mit dem Uberreſt deß ſauren Chyl und kan zu der andern Digeſtion gelangen/ da⸗ ſelbſten es mit einem ſaltzigten Wegen nm geben wird. Denn dag eineSaͤuere die andere an⸗ dere angreiffen ſoll/ iſt ſo ohnmoͤglich/ als wenn ein Alcali gegen das andere operiten ſolte/ und kan man ſich von ſelbſten wohl einbilden/ daß die Natur keinen Gefallen trage eine mi- neraliſche Saͤuere/ die zumahln nicht geſaͤt— tiget/ vor der Magen⸗Saͤuere anzunehmen und zu vertragen. 5z. Diefes aber Fan denen zur Warnung die⸗ nen/ welche ſich der Sauern zumahln aber der corroſiven Spirituum ſo ůffters und viel bedienen/ twie ic fe denn biermit erinnert haben will/ fol: che ja nicht eher/ es ſeye denn Sache/ daß in primis+ re Mag Anfan⸗ ordinire liher u amit hieher liche E Saum Hiſtori then h tum Sul nbgezoe ſcher faͤl fallener überall digen S wird) vor der ſten Tr nehmer lichs ger Duro di Gaͤuere Speißi conſequ lung zi Patien lieg diel erthum 40. Fah und wel nen 40. primis į tüfe jent bſteigene den: wie bhiloſo- b/ denn ergirendk Feine oE Ure zube— titaͤt deßf Die Antis ffenbaht Kagens/ gar leicht taͤglichs ien Doli \lcali fi emperirt en Chyli en/ De hen um⸗ dere an⸗ fg wenn te/ und ny daß fpe mi- t geſat⸗ nehmen Ung die⸗ aber der dienen/ ill/ ſol⸗ daß in primis i lys 6 primis vüs die Feces zu abſtergiren/ oder det obe⸗ reMagen⸗Mund/ der Kaͤhlen hinauf big zum Anfang der Zungen verſchleimbt waren/ zu ordiniren/ und zwar anderſt nicht als in behoͤr⸗ licher und ſehr genau abgemeſſener Poli, auch damit nicht gar zu lange continuiren. Und hieher gehoͤret/ was der kluge und vortreff⸗— liche Helmont, in ſeinem Tractat von dein aum deß Lebens/ vor eine denckwuͤrdige Hiſtorie erzehlt/ von einem/ dem er gera⸗ then hatte den auffrechten und reinen Spiri- um Sulphuris zu gebrauchen/(nicht ater den abgezogenen nichtswuͤrdigen Spiritum, mel- ſher faͤlſchlich bereitet/ und von unſern abge⸗ fallenen ſchelmiſchen Laboranten/ die nun faſt ſberall herumb ſchwaͤrmen/ denen unverftaͤn⸗ digen Apotheckern diebiſcher Weiß verkaufft wird) und ihme dabey befohlen/ jedesmahl vor der Mahlzeit/ oder unter derſelben imer⸗ ten Trunck nicht mehr als zwey Tropffen zu⸗ nehmen weil er wohl wuſte daß dieſe Dols tåg» lichs genug waͤre den verſchleimten Magen wo⸗ ſdurch die Dauung gehindert wird/ durch ſeine Gaͤuere zu reinigen/ und diezu ſich genommene Speiß und Tranck durch fein ſulphuriſches( per onle quens balſamiſches) Weßen vor der Faͤu⸗ ung zu bewahren: Durch welches Mittel der Patlent/ als welcher ſichs ſehr angelegen ſeyn lieg diefem guten Nathu folgen/ ein großes Al⸗ lerthum erllebet hat/ uñ dieſem rath hat er gantzer 60. Jahr nachggelebet/ und iſt er nun 58. Jahr alt/ und welches wohl zu mercken/ ſo hat er in allen de⸗ en 40. Jahren niemahln einigen Anſtoß von einem EREE o PNIA ARA A hie N Pe T AE p P E AE ER O EII O Eme AA E EA pA war einmahl Achen Fall auff dem ebrochen hatte. Oer genei A al we Jil nun die efem Erem eenas nächden ſich ſelbſt uͤberlegen/ aufoergla leichen TAi Imöge daten abe e wWölbe 3 D) in Dak reoni tf i ſiev efan get/ er ſelbige durch die Kunſt nach ſeiner m Sii gti prepa ariten wi e. wo eranders ven Nainen iik nes wah vannu phront tragen will. 52. Alle Saͤuere/ fo ferne ſie als Saͤuere K trachtet wird/ iſt mehr oder weniger corrol viſch⸗(wie hiervon die Krebsſteine in ſa yuen weißen oder Rheini in eingenommen ih} gen fe gunen Jaber pn- rhalbde V> Magea e J i re/ iſt fej 1e ak u i it dieſer er zu bet tal eichen/ welche ein gantz ar a Geſchl terſchieden/ au ſtaͤndiger Gefal 3. Solche Acid l3 ja alle gie fe ſich füͤhret ny die OSauut iq befoör feri te fie eit lige Feces abſtergiyen Í he pi Wuͤrckung in der erſten Digetkion ſo viel del Appetit und die diger irende Krafft berrit verhindern. 54. Es gibt auch noch verſchiedene Gattul gen von àcidlis, virel einige ſich in ſelbige í gleich verwandeln ſo balden ſie nur auf net ſind/ wie man an denen jungen Blaͤtte werde gebrac Noch Fihnen Frantz die Ne eſſen u wodut verkuͤh fs: he eii iſt den fo viel denn mehr Zucke ges g ſachen ben E Fleiſt derhe iſt zu gruͤne zehr 1 wm fi ds S es de mehr Sáu 56 unde herv Y 177 2È; Staͤttern und Trauben ſehen kan ꝛc. Andetke mahl ſperden durch die Digeſtion und Kochung dazu auff her wollffgebracht/ als Limonien und Pomerantzen⸗Safft: n und ba NoN anderè dureh eine geringe Operation M en ebenfalfihnen anſtaͤndiges und bequemes Objectum, als Frantzwein in Krebsſteinen: Dahero wir durch die Natur ſind gelehret worden Limonien zu lſſen und weiſſen Wein mit Zucker zu trincker⸗ wodurch ſie/ die hitzige Pigeltion des Magens verkuͤhlend/ abſtergirend und diuretiſch werden. is Betreffend die Saͤuere des Eßigs/ wel⸗ che ein Productum des allzuſauern Weins iſt/ ift dem Magen von Natur deſto mehr zu wieder/ sy Corcolſo viel mehr ſie dem Wein ſelbſten uͤberlaͤſt g iſt/ in ſauerndenn dieſer ſtaͤrcket ünd erquicket dieſelbe viel⸗ unen zeu mehr/ dahero auch wenn man aus Eßia und en-Saue Zucker einen Syruy bereitet/ ſo kan ein weni⸗ ichen/ alges genoſſen bey manchem ein Erbrechen verur⸗ in fedenk fachen /gleichwohl bey ſtarcken Leuten und gro⸗ f ten Syeſſen/ als gebraten und gekocht Rinda Fleiſch 2c. dienet er dor eine geſunde Sauce, inſon⸗ derheit wie ihn einige mit Moultcord eſſen: Und t zu mercken/ daß/ ſo viel groͤbe Speiſen und agruͤne Kraͤuter die rauh und herb ſind damit ver⸗ in UE ebret werden alle dieſe Saͤuere vonnbthen iſt/ we um ſelbige zu bezwingen und zu der Digeſtion viel dedes Magens geſchickt zu machen/ welches/ wenn es der Magen mit der Svpeiſe verzehret/ nicht mehr ſauer und alſo auch der fermentirenden Guere des Magens nicht mehr zu wieder iſt. 56. Was aber der Mincralien ihre Saͤuere/ und andere ſo durch dieeverberation des Feuers hervor gebracht worden/ und welche ſo brennend M und i* AEN NIE e p PINTEA GENE A GRN ik ETN A PA AIRA WREN EAS OIETAN T | i oA o RCI NA und hitzig(feurig) als das Feuer ſelbſten ſind/ betrifft/ als da ſind der Spiritus Vitrioli, Sulphu- ris, Salis marini, Gemmæ, Nitri&c. ſo verliehren die Mineralia keines Weges ihre Arſenicaliſche Eigenſchafften/ muß man dahero gar behutſam und vorſichtig in ihrem Gebrauch verfahren/ Damit ibr giftiger Sulphur ben dieſer Arſenicali⸗ ſchen Vermiſchung vermittelſt ihres dpititus un⸗ ſere gefaßte Hoffnung nicht allein zu nichte ma⸗ chen/ ſondern dieſelbe auch dem Patienten keinen Schaden und dein Medico ſchwehre Verantwor⸗ e hen moͤgten. 57. Und weilen die ſauere Spiritus von Eal peter oder See⸗Saltz mehrentheils von dem Ver⸗ dacht eines gefaͤhrlichen Gifftes befreyet ſind/ ſo hat man bey deren Gebrauch/ nur bloß beyde auf die Doſin und wenn man dieſelbe wiederum gebrauchen ſolle Achtung zu geben/ wo man ſich onhere derſelben nuͤtzlich und ruͤhmlich bedienen will. tung/ ja wohl gar Spott und Schande zutzie⸗ 58. Und dieſes ſeye nun/ von der abſtergi⸗ renden Natur derer ſauern Spirituum benebenſt der noͤthigen Warnung wie man fid ben ihren Gebrauch zu verhalten genug gemeldet. Jetzt wollen wir noch dasjenige/ was die Alcalia in ihrer Corroſiviſchen oder abſtergirenden Natut betrifft mit anhaͤngen/ wie wir aͤus dem Weſen dieſer beyden/ die zwar allein und von ſich ſelb⸗ ſten siipra ein Drittes neutrales Produ- ctum hervor bringen moͤgen/ und deme doch ein fedes von ſeinem abſtergitenden Weſen daraus es entſprungen iſt das ſeinige mittheilet. 59. Witr T 57 als ei rende åfg li ſchaͤd etwa Cont Rede nen í re/ Gra dung leben eines nirt werd Saͤu nicht ſich erhel nein ften, nen fes$ biß! zugl tilge ſcha dere tech 6 tatii tior ten find i, Sulphu- erliehren nicaliſche behutſam fahren/ rſenicali- iritus un⸗ ite ma: en feinen rantwor⸗ de zützie⸗ on Sal⸗ em Ver⸗ ſind/ ſo oß beydt aA m tederun nan ſich bedienen bftergi-$ enebenſt p ihren Jetht calia Ih Natut Weſen ich ſelb⸗ Produ- och ein daraus a Wit 920179)L8 55. Wir fagen denn daß die Alcalia wenn ſie als ein Saltz betrachtet werden/ einer abſtergi⸗ renden Krafft ſeyen/ o ferne aber alg man tre als lixivialiſch confideriret ſind ſie dem Magen ſchaͤdlich/ dieſe Rede koͤmmt einem nnwiſſenden etwas dunckel vor/ weilen hier gleichſam das Contrarium geſprochen wird(verzeiht mir dieſe Redens Art) indem es offenbahr iſt zwiſchen de⸗ nen Eigenſchafften eines Lixivi und der ſaue⸗ re/ welche/ wenn ſie beyde in einem hohen Grad erhoͤhet ſtehen/ ebenermaſſen der Entzuͤn⸗ dung Widerſtandt thun/ welches ſo wohl am lebendigen Kalck/ als auch bey der Vermiſchung eines ſtarcken Vitriol.⸗Oehls mit einem wohl calci⸗ nirten Weinſtein⸗Saltz/ kan wahrgenommen werden? eben ſo vermag die wenigſte kentbahre Saure das allergeringſt ⸗abſtergnende Aleali nicht brechen oder angreiffen/ daß nicht alſobald ſich ein widerwaͤrtiges Geraͤuſch unter einander erhete/ wie man ſolches abnehmen kan an ei⸗ nein alcalilirten Saltz und Eßig/ oder wenig⸗ ſtens an einem ſauern Wein/ oder Eßig und de⸗ nen gekochten Krebsſteinen und wird anch die⸗ ſes Auffſtandes cher kein Ende zu ſehen ſeyn/ biß daß entweder eines von heyden/ dder beyden zugleich getödtet/ das iſt geſaͤttiget/ und ſo ge⸗ tilget ſeyn/ denn ſich die wiederwaͤrtige Eigen⸗ ſchafften ſo abſchwaͤchen/ biß daß eines das an: dere bezwingt/ und ſich alsdenn dem einen un⸗ terwerffen muß. Mo N co: Hieraus folgt nun/ daß wo die Fermen.⸗ tariom qllein ſtarck gnug iſt/(welche Ferwenta⸗ uion kine Saͤure iſt/ wie wir zuvor ſchon mehr M a geahn⸗ E A E E a AR 2 bia Sr REN$ PRE E SN gea 2˙4480)8 det haben) da muß/ wenn dieſe beydß gebraucht werden/ nothwendig der Appetit und die dige- rirende Facultat geſchwaͤchet werden/ und dieſe Verſchwaͤchung kan in einem vorhin ſchwachen Magen eine Zeiklang einen gaͤntzlichen Verluſt des Appetits verurſachen/ welches nicht zu wuͤn⸗ ſchen noch zu verlangen iſt. i 61. Und hieraus folgt auch/ daß/ wo eine uͤber⸗ fluͤßige Saͤure in dem Magen iſt/ die Verord⸗ nung derer Alcalien nach ihrer Natur wohl zu⸗ gelaſſen werden möͤge/ anderſter es zum wenig⸗ ſten ſehr frembd ſcheinen wuͤrde/ daß man deim Appetit und der Digeſtion, durch die Saͤure/ welche doch beyde erfordern/ miht zu ſtatten kommen ſondern gegen dieſelbe/ ſich eines Al- al nach ſeinem Weſen und Natur bedienen wolte. 62. Wir ſind zwar keines Weges in Abrede/ daß beyde die Alcalia als fauere Spiritus, abfter- girend⸗ und Preißwuͤrdige Medicamenta fewn/ Die an ihren behörigen Orten wohl zu gebrau⸗ chen/ auch bey ereignendem Nothfall und Ge⸗ legenheit/ mit noͤthiger Vorſicht und reiffer U⸗ berlegung/ auch in Achtnehmung der Zeit und gemeſſener Doti ohne Gefahr zu verordnen. Es finden ſich aber im Gegentheil auch Zufaͤlle/ zu welchen ſie ſich durchaus nicht ſchicken/ ſon⸗ dern/ wo ſie alsdenn gebraucht werden/ in Er⸗ wegung theils ihrer ſcharffen Saͤure/ theils auch ihrer corrotiven Schaͤrffe halben/ groffen Siha- den verur ſachen koͤnnen: Dahero wir folgende Lehr Satze/ als feſt und unmnntoͤßlich/ hier nod beyfuͤgen wollen. i J 6 ruͤht Dér dern in de Ghi men 6. Wuͤ nen perr E fei 65 lia, ſeyer FR ve o] nicht des! rend nicht tueri 6i ande und kuͤhl unte offne 6 fan ouid ton — r O RNS mò weef 63. Erfilih dah die Krafft und taigend be. hwachen] kuͤhrter Salnum oder Spiritnom nicht beſtehe in Verluſt! der corroſtven und feurſgen Eigenſchafft ſon⸗ zu wuͤn⸗J dern allein in der upretnan des Feuers/ welche in denen Objeétis ſich findet und ohne einigen ne uͤber⸗Schaden derer§piriruun und Salien weggenom⸗ Verord men werden kan. P ER obl aue d 6t Zum andern/ daß ſie ihre Medicinaliſche wenig⸗ Wuͤrckuns um die Verſtopffungen zu croff⸗ zan den nen„biel beſſer und mit mehrerm Nachdruck Saͤure/ verrichten/ wenn ſie verſuſſet ſind, als wenn ſtatten ſie ihre vorige Haͤrtigkeit behalten haͤtten. 65. Drittens/ Dah pende die Acida alg Alca- s FRESI SIN ZE ARNE AA T ji HAE Aa 8 Al- a e La, durch das Feuer hervorgebrachte Producta È | fwen; Feines von benden bat einige fHadlihe E brede Wuͤrckung bey ſich/ ſondern die fluͤchtige Saͤue⸗ i abfter- ve operiret alg eine mincral fhe Saure/ und kan E faens E niot iu Wege gebracht werden/ als vermittelt i ebran Deg Reverb: rir Feners/ und das fire abftergi-{ D Ge⸗ rende Saltz/ ſo ferne es ein Saltz iſt/ kan auch Rer Lh nicht anderſt als durch das Feuer gereiniget i it und werden. f m. Èg 66. Vierdtens dieſe zwey/ wenn ſie mit ein⸗ fåes P ander verbunden worden/ bringen ein gelindes / ſon⸗ und wohl tewperirtes Saltz hervor⸗ welches da in Er⸗küͤhlet/ reiniget/ und den Magen und deſſen g auh untern Mund(Pylorum) und das Meſenterium Sha F offnet. gende 67, Fuͤnfftens/ wenn es recht verſuͤſſet iſt/ D r noh fan man ohne Schaden/ ja vielmehr mit Er⸗ E guickung des Patienten/ eine ſolche Dolin da⸗$ ton cingeben/ dayon der Dritte Theil von jedem| È 67, f M; na f 82) nach feiner eigenen Natur ſonder groſſen Scha⸗ g und Gefahr nicht haͤtte können gegeben wer⸗ en. 68. Sechſtens/ was auch vor eine Tincture niges Vegctabilis' nachdeme ſelbige vorerſt recht bereitet/ ver heſſort und gereiniget worden) mit dieſem Saltz vermiſchet und gehoͤriger maſſen mit demſelben digeriret wird/ ſolche wird ſich endlich in ein reines Saltz Cryſtallif iren/ un) ſo wohl den Geruch/ Geſchmack/ als auch die Krafft und Twürckung der ihme beygeffuͤgten Concretorum behalten: Und damit ich einmahl dieſer Materie ein Ende mache/ ſo will ich duf Lefer ngh eine Probe hinterlaſſen/ daraus e erkennen möge/ was vor Nutzen er aus dieſe⸗ Praparation gewaͤrtig ſeyn könne. 69. Er ſoll nemlich die mineraliſch⸗ und ſaut⸗ rẹ Spiritus ingleichem die corroſiviſche Salia, theils verfuͤſſen/ theils geſchlacht und gelinde ma⸗ chen/ bamit ſie als der Natur nicht zu wieder/ pon der ſelben in dem Magen/ Pyloro und Me⸗ ſenterio wohl empfangen und vor Harntreiben. de Mittel die da alle Verſtopfungen/ ſammt den jenigen fo ihnen nur im Weg eben mageri nen und bezwingen mogen: Was diefe nun ak ein nicht verrichten können/ kan durch den Zu⸗ atz verſchiedener Specierum,(doch jedes nach ſeiner Art) wenn dieſelbe zu einem Salg berni tet worden/ verbeſſert werden. 70. Denn die vorbenahmte Salia, ſo ferne ſit nur ſo ſchlechterdings verſuͤſſet werden/ haben keine Scminaliſche yder ſonderbahr eingeſchrenck te Krafft/ ſondern ſind und bleiben nur alle⸗ Orten T — Orte! öffner cificis aus d vor z ſen/ d fo fài einfa men: feren creto 7¹ koltb Syruj Dine gun die E tialiſ mite nem: aufi und auch gete wod den men diej cali Cry ſind men mof eben wer⸗ Pinctur ei- verfi redi rden) mit er maſſen wird fih en/ und 5 auh Di paefügten heinmahl (lich dup Araus i aus dieſch *— und ſaue⸗ He Salia, linde ma⸗ wieder/ und Me- treiben⸗ mint det: iag/ erof⸗ o nun ak h den Zu⸗ odes nach altz bent f y ferne f n/ haben eſchrenck nur allek Orten (183)02 Orten wo ſie durchwandern abſtergirend: und er⸗ Kn Eha f ötfnende Mittel; dahero wenn man ſie mit Spe⸗ cilicis cephalicis vermiſchet/ ſo verandern ſie die aus dieſem zubereitete Fincturen/ als welche zu⸗ vor zaͤhe und dick waren/ in ein ſaltzigtes We⸗ ſen/ das ſich hernach Cryſtalliſieren laͤſſet. Und ſokan man durch Zuſatz verſchiedener anderer einfachen Coacrotorum mancherley Salia bekom⸗ men und machen/ in ſo groſſer Anzahl und Dik⸗ ferenz alg nur Arten und Geſchlechte derer Con— cretorum zu finden ſeyn. 71, Alle dieſe Zubereitungen/ ob ſie ſchon weit koſtbahrer/ als aller Galenicorum Canferven s Syrupe> dder andere mit Zucker eingemachte Hinge ſeynd/ werden doch gleichwohl mit weni: gern Unkoſten gemacht denn diejenige/ die durch die Eliceration des Weinſteins mit denen Eſlen- tialiſchen Oleis und ſpirituöſen Tincturen oder mit einem hochrectificirten Brandenwein zu ei⸗ nemsamech bereitet und gebracht worden: Denn auf diefe Aet/ wird das Salg nicht allein volatil und ſüß/ ſondern abſtergiret und durchdringet auch alles ohne eintzigen Schaden; ja es erlan⸗ get eine Balſamiſch und Aromatiſthe Eigenſchaft wodurch die Tincturen/ die daraus bereitet wer⸗ den/ nicht nur ein ſaltzichtes Weſen uͤberkom⸗ men/ ſondern auch gantz ſpiriruos werden. Denn diejenige Salia, ſo durch ſauere Spiritus und Al- calia bereitet ſind/ obwohln deren Tincturn ſich Eryſtalliſiren und zu einem Saltz werden/ ſo find ſie doch noch zu keinem ſolchen vollkom⸗ menen Spiritu erhoͤhet worden/ dag fie/ wie wohl in andern Zubereitungen geſchehen kan⸗ M 4 von (184) poh dem Empyrevmate hefreyet bleiben ſollten Wie eben auf dergleichen Art der candirte Zu, cker und ob er gleich zu verſchiedenen mahlen ge⸗ rafiniret(um das Hollaͤndiſche Wort zu behal⸗ ten/ worden/ eben ſo wohl anbrennet und durch has Feuer faul und ſtinckend gemachet werden fah. 72. Das iſt gewiß/ daß die Alcalia, wenn fief durch die ſauere Spiritus geſättiget und darnach gediſtilliret und üͤbergezogen morden ſind/ luͤch⸗ tig gemacht werden/ dennoch ſind dieſt Spiritus f eben ſo ſauer und ſcharff als andere ihres giei- chen ſo durch ein ſtarckes Feuer deſtilliret und getrieben worden; jedoch find ſie ſehr penetrant Und durchdringend und folviren Bit Metalla, wodurch ſie in ein fluͤchtig und treckenes Saltz von einer Vernunderungs⸗wuͤrdigen Krafft und Wuͤrckung in der Mediém verwandelt werden moͤgen. Es hat auch bas Gagltz/ wenn es blofſer dings nur geſatt'get und noch nicht deſtillhret iſt/ nur allein ſeine abſlergirend. und heilende Kraf von dem Aleali überkommen/ ſy daß der Spiri- tus nitri, vitrioli&c. obgleich viel geringer dem die andere /wenn ſie in Abſicht derer Vegetabi⸗ len tuit einem elixirten Oleo durch einen reinen Spiritum vini( der ein vur volatiliſches Sulphur iſt) Forrahirét hereibet werden /viel herrlicher/ durch⸗ dringender und Fråftiger find alg alle andere. DieSach ift an und vor fi ſelbſten klahr genug⸗ enn fie baben eine weit genauere Herbünonig| iiit benfenigen fo auffdiefe Art bereitet find, fte hen auch in einer weit groͤſſern Verwandſchafft Hiit kenen Vegetabilien gls dieſe/ welche von de⸗ ni hen nen! dann bilig aus 7 Oehl fe fi find ſie d Calc fatig erii Heni nicht daß mt en] daß wohl riſch gniti pere ich h ren ſatze firai dern wide mon Sali; thei; flͤck n ſollten lirte Zu— ahlen ge⸗ zu behal⸗ ind durch t werden wenn fep darnach i fü: Sp: T itu$ ne glei⸗ liret und cnetrant Metalla, es Saltz afft und werden 5 bloſſer Het iſt/ Krafft t Spiri- er denn getabi⸗ rveinen hur iſt) durch⸗ andere. genug⸗ undniß nd/ ſte⸗ ſchafft on de⸗ nen 22(185)2 pen mineral ſchen Spiriribus entſproſſen ſind/ wie dann dieſer ratat poe von Denen Vegeta- billen eutfernet bleibt als das Subjectum febft aus welchen ſie durchs Feuer getrieben find. FR Di Alcalia nun und uͤbrige Eſlentialiſche Oehle nit weniger die brennende Spiritos wenn fe fich im Grand mit einander auffgeſchloſſen/ ſind von einer ſolchen Gigenſchafft/ daß durch ſie das Alcali alle dasjenige/ was es bey der Calcmation durchs Feuer verlohren/ wieder er⸗ langen und an ſich ziehen mag. Nemmlich/ es erlaͤnget dieſes einen Seminaliſch⸗lebendigma⸗ chend⸗und Eſlentialiſchen Balſam/ und wird nicht allein fluchtig foͤndern termentiret auch/ daß es ohngemein gerne zur za dringet und mit feibiger ſich vereiniget. Ift alſß dieſes nun ein ſolches wunderwuͤrdiges Mitte der Natur/ daß es alle Vegetabilia, beſonders aber bie iy wohl viechend und balſamiſch/ auch von xthe- nfi: und Himt uliſcher Influenz gleichſam i impræ- a vet ud augefuͤllet ſind/ præpariret und zu⸗ erei tet CEhe und bevor ich aber fortfahre/ muß iù hler noch zwey Enwuͤrffe beantworten/ de⸗ ren der eine darinnen beſtehet/ daß meine Lehr⸗ ſatze des vortvefflichen Helmonts ſeiner ſchnur⸗ ſtracks onegegen zu ſeyn ſel einen/ und in dem an⸗ dern es das Anſehen hat/ als ob ich mir ſelbſten widerſpraͤche. Vor das erf ſte ſprechen ſie /Hel⸗ mont ſage daß die fluͤchtige Spiritus(durch die dalia fixa müſten figiret wekden da tO gegeik⸗ theis lehrete/ daß die dalia durch ihre Spiritus fluͤchtig gemacht wuͤrden. W F 7% Sy T i a Ra aay e 2²(01860e8 Z5. Darauf nun gebe ih sur Antwort/ baf beydes wahr ſeye/ denn der Spiriros wird durch das Alcali ſeiner ſaltzigten Theilgen beraubet und entbloͤſſet/ hinterlaſſende das uͤbrige in der Ge⸗ ſtalt und Form eines unkraͤffſtigen und Waͤſſe⸗ rigten Phlegmatis, Ulnd dieſes iſt eben Der figir- tc Spiritus, wenn wir auff ſeine ſaltzigte Theil⸗ ſehen; doch iſt er/ wenn wir betrachten was er zuvor geweſen/ ſo ſtarck nicht figiret/ daß er nicht durch das Feuer in einen Recipienten fgn- te uͤbergetrieben werden/ welches ein fires Al- cali allein nicht thun ſollte/ ſo daß das Alcali mehr fluͤchtiger und der Spiritus mehr ſigirt wer den ſollte/ denn ſie zuvor geweſen. 76. Und darum ſpricht Helmont in ſeinem Tracat Duelech von dieſer Operation Alfo: Daf c$ Spiritus der in ein Corpus aÚfF eine corrofivi- fcbe Urt mürclet/emiger ma ffen/ieiret feye und zwar ſo/ daß er auch in der allergroͤſe⸗ ſten oder wenigſten ziemlich ſtarcken Hitze beſtehen bleibe. Wie denn auch der Spiri— tus vini, ob er zuvor gleich noch ſo fluͤchtig ge⸗ weſen/ daß er auch in der allergeringſten Hitze fortgehet/ in Anſehung ſeiner ſaltzichten Theil⸗ gen ſo figiret werden kan/ daß ſelbiger/ wenn die Hitze gleich ſo ſtarck/ als man ſich bey der De⸗ ſtillirung des Aquæ Fortis hedienet /waͤre/ dennoch nicht fortfliegt und weggehet/ welches denn gar ſüglich eine Fixation genennet werden mag. Hier tecket aber noch eine groͤſſere Geheimnuß in die⸗ ſen Operationen verborgen/ welches mit beſſe⸗ rer Gelegenheit in der Beantwortung des zwet ten Einwurffs eroͤrtert werden foll/ reang IA o tof finni: Bere gen d ſelbf Spiri ſond an e tige: re S wir ften ode pori tial: pars mai ſte! Tra Alç Ctit die ter zu ebe lich pei for we tr vort/ daß ird duré aubet und in Der Ge⸗ d Waͤſſe⸗ Der figir- yte Theil n was er daßß er nten Fon⸗ fires Al- 48 Alcali girt wer n feinen ſo: Daß corrofivi- rèt feye ergröſe⸗ oy y Spiri- chtig ge⸗ en nikt n Theil⸗ bwwenn der De⸗ dennoch enn gar 4. Hier g indie g it beſſe⸗ g awet ſches ich bloß ep?(187) 25 blog allicin parum thun wifi/ damit der tieff⸗ ſinnige Leſer eine vollſtaͤndige Saristaction und Vergnüuͤgen erhalten moͤge. 57. Was nun den andern Vorwurff derjeni⸗ gen betrifft/ die da ſagen moͤgten daß ich mir ſelbſten contradicirte/ wenn ich Hatuiret/ daß der pirttus der fluͤchtigen Klcalien nicht ſauer ſeye/ ſondern von aller ſaͤure abgeſondert/ daich doch an einem andern Ort behauptet/ daß der fluͤch⸗ tige Spiritus Tartari fanet ſeye/ gleich alle ande⸗ re Spiritus ſo durch das Feuer ſind uͤbergetrieben worden. Zum andern/ daß ich in meinem er⸗ ſten Tractat, genandt;? Die Erläͤuterun oder Erklaͤhrung der Hatur/ geſchrieben und vorgeſtellet habe/ wie die Alcalia, fo mit effen- tialiſchẽ Oleis elixeriret worden/ unter allenpræ⸗ parationęh} durch welche die Alcalia fluͤchtig ge⸗ macht werden/ die aller gelindeft⸗ und ſchwaͤch⸗ ſte von Wuͤrckung waͤren/ nun aber in dieſem Tractat hehauptete/ daß die Elixcration derev Alcalien mit denen Oleis, oder dieſelbe durch re⸗ ctificirte Spiritus zu einem Samech zu bringen/ die allevhebrlichſt und vortrefflichliſte ſeye/ ſo un. ter allen andern Vegetabiliſchen praparationen zu finden iſt. 78. Auf dieſe benoe Einwuͤrffe antworte teh eben als ich vorhin ſchon gethan hatte⸗ daß nem⸗ lich beydes wahr ſeye/ nur daß der guͤnſtige Leſer bey ſich felbſt erwege/ daß ein jedes in ſeinem be⸗ fondern Berſtandt genommen und behauptet werden muͤſte. Y 79. Damit ich aber den letztern Einwurff zu of beantworten zuöge/ o beſtäͤtige ich noch daßt. went a x 7 s Efi 8 693(188) 26 wenn das Sal Tartari mit einem cfentialifohey Oleo elixiret wird/ ſolches ein vortreffliches Me- dicament abgebe; jedoch in Anſehung ſeiner Kraffte und des wuͤrcklich auffloͤſenden Menltru, verrichtet ſolches unter allen anderen feine Ope- ration aim allerlangſamſten/ zu følge deg Hel- monts gelyiſſen Obſervation„nienn er ſchreibet Ex Salibus illa languidiora reperi, quæ ſequeban- run Sulphurum Proſopiam: Das iſt/ Unter al len denes Saken/ babe ich diefe am allers langſamſten von Wuͤrckung gefunden/ wel⸗ che von ſchwefflichter Art herſtammeten; Und in ſo ferne iſt derpiritus vini bey weitem kein fo herrliches diſſolvirendes Menſtruum als derpi⸗ ritus Aceti, inſonderheit bey metalliſchenCoͤrpern Wiewolen auch dieſer mit detA qui Forti, Spiritu Nitri,oder OleoVitrioli gantz nicht zu vergleichen iſt. Kurtz zu ſagen/ es iſt ein Ding/ vor eindienltruß eines meralliſchen Corpers zu pasſiren/ aber eine gang andere Sache/ ein beguemes und herrliches Mittel abzugeben um vegetabiliſche Tinctureh flüchtig zuanachen und zu erhöhen/ woran es/ unm die Coͤrper auftuſchlleſſen/ einer kermentixen⸗ den Exaltation, ihrer Natur nach/ weit mehr gebricht und mangelt/ alg einer Corroſiviſchen Ochaͤrffe/ beyder kan man ſich/ nach ihrer eige⸗ nen Weiße und heſondern Art/ bedienen. 50, Belangend aber die Frage und den Unterſcheid der abgeßeſſeten und fluͤchtig⸗ gemadten Alcalien/ die zvar an/ por und in fid felbſten nicht flůͤchtia ſind/ ſo gebuͤhret ohn ſtrei⸗ tlader Preiß und Vorzug denen clixirten Salien/ und zwar hauptſachlich denen die zu kinemSamech erhöhet kehoͤhe ſche K Die ani worde vermi nicht! könne ftinn zu uͤb aui der/ vinet meine 81. j Spirit hetriff bo a Wuͤr berſch alfo f S3 Eet 3 kin M jenige Zube durch Hnd capab Gehe zwine daß e zubed nuͤtze ntialiſcheh liches Me— ng feine Menftrui, eine Ope- deß Hel⸗ ſchreibet: ſequeban- Inter al m allers den/ wel⸗ mieten iteln kein g der Spi⸗ Urpern; i, Spiritu ygleichen Aenſtruũ aber eine rrliches inétu ği an es/ entire: it mehr ivſchen er eige⸗ n. nÒ den lühtig in ſich n ftreis Salien/ damech thohet g(189)? Lerhoͤhet worden: Henn dief haben thré Seminali- ſche Krafft und Wuͤrckung wieder erhalten/ deren die andere durch den Brand des Feuers beraudet worden/ und welche ſie durch den Zuſatz uns vermittelſt eines ſauren corroſtviſchen Spuneee, niht wiederum baben erlangen und uͤberkommen konnen/ als welcher dasjenige/ daran er ſelb ſten mangel hat/ an andere mit zutheilen gdr zu uͤberlaſſen nicht vermoͤgend iE. Denn def auffloͤßende Tinctüren termentnen durch elnan⸗ der/ und machen ſich unter einander ſelbſten zu einem wahren etlentialtſchen Balſam von unge⸗ meiner Krafſt und Wuͤrckung. 31. Was nun die Saͤure einiger alcalibrten Spirituum, und anderer die keine Saͤure haben/ hetrifft und anlanget/ ſo liegt der Unterſcheid nus bloß allein in ihrerbræparat on und ſelbſt eigenen Wuͤrckung verborgen; Gleichwie nun dieſelbe berſchiedentlich applieiret und gebraucht werden/ alſo kommen auch verſchiedene Producta daraus ans Tages Liecht: Denn der Philoſophus wuͤr⸗ cket zugleich mit der Natur/ und das Feuer iſt tin Mirhelffer des Philolophi. Dahero ift der⸗ jenige Pbileſophus vecht gluͤckſeelig der ſeine Zubereitungen alſo anzuſtellen weiß/ daß er durch eine gelinde Hitze die Alcalia fluͤchtig ma⸗ chen kan Denn y/ ohne Schertz zu reden/ er iſt capable, die auberleſenſte und aller verborgenſte Geheimnuͤſſe der Natur außzuforſchen und zů be⸗ zwingen; Doch kan es ſich auch wohl zutragen⸗ daß er gezwungen wird ſich der ſtaͤrckſten Hitt zubedienen/ um ſeinen Spiritum zueinem Behätt⸗ nug einer feurigen Impreslion zumachen: Und i ENARE ANTEA y ie L A EE AAEE AAR E AE GPO EEE TT E W(190)?28 ſo verhoffe/ daß ich die mir gethane Einwuͤrffe genus gſamwer rde beantwortet haben. 82. Inzwiſchen habe ich zu Befriedigung des Leſers 5 dieſes noch hinzuſetzen und beyfuͤgen wollen/ daß derjenige Spirirus, welchen man ver⸗ mittelſt einiger herben und adſtringrenden Spiri— taum erhalten hat/ auch herb und ſauer ſeyn wird/ da hingegen diejenige Spirirus, welche vermit⸗ telft elentialiſcher Dehlen zubereitet worden⸗ (wie dergleichen die vegerabrſche Schweffel und der wohl rectiticirte Spiritus Vini ſind/ als wel⸗ che nur dem aͤuſſerlichen Weſen nach Schweffel zu ſeyn ſcheinen/ weilen fe fih gar leidt entzun den;) nicht ſauer ſeyn werden: dahero auch Helmont, wenn er allet S Salium S Spiritus ſich vor⸗ ſtellet/ dieſelbe vor ſ. B piritus RENE duh genommen diejenige fo alc: lil ilet/ oder mit einem in denen Vegetabilien ſteckenden eſſentialiſchen Schweffel behafftet ſind. 83. Um endlich auf die o derer de⸗ lium, welche vermittelſt etlentialiſcher Oehlen und eines alcaliſirtenSpiritus vitini werden/ ſelbſt zu kommen und darinnen fort zu ſchreiten/ um dem Diſcours, wenn ich zuvor den geneigten Leßer werde conrentirt haben/ ein Ende zu machen 84. Ich componite und verſetze dieſe meine Elixeration mit Oleis, und mache ſie mit Spir iti⸗ bus zil einein damech, zumahln da ſie meiſtens der Natur nach einander ſehr gleich ſind/ und kaneines in das andere durch des MeiſtersKunſt und feig vertehretund yerwandelt werden. Di eS find die elſentialiſchs Olea und hrennende Spi-⸗ a ritus unter borge mit er 85. betrif Marl ferzu ſie ſic nath nie C want dencke des S Waf fluͤcht kd groſſe ſo leic 86. derer wicht dren$ bey ſe len ſo de/ al heimb ches/ ſten/ verlol gnuͤgt erani find, rinw gung def beyfugei man ver⸗ den Spiri- yn wird/ e vermit⸗ worden/ jetel und als wel⸗ Schweffel t entzun⸗ hero auch ſich vor⸗ net/ auz⸗ nit einem tialiſchen derer de⸗ Oehlen werden/ ſchreiten/ jeneigten Ende zu ſe meine t Spiriti- meiſtens d/ und resmi den. Den nde Spi-⸗ ritus 091)? rixus einerley Weßens mit einander/ ob ſie ſchon unter einem oder dem andern Deckmantel ver⸗ borgenſtecken/ beyde aber laſſen ſich nicht leicht mit einem fixen Saltz vereinigen. 85. So viel die efſentialiſche Olea und Salia hetrifft/ ſo ſpricht Relmont außdrůͤcklich und mit Warheit: Dag wo fie fonder einiges Wal- ſer zuſammen geſetzt und vereiniger wůrdẽ/ ſie ſich allzumahl in Seit von dreyen Mo⸗ nathen/ durch eine verborgene und gehei⸗ me Circulation in em fluchtiges Salc ver⸗— wandeln ſolten. Und von dem Spiritu vini ge⸗ dencket er: daß durch eine bloſſe Beruͤhrung des Salis Qr, fener anffoen halben Theilzu Waſſer werde: Denn es raubet ihm alles fluͤchtige Saltz und ziehet es an ſich und 6enet es. Hoch ſcheinet noch in beyden Theilen eine groſſe Dunckelheit verdeckt zu liegen/ die ſich al⸗ ſo leichtlich nicht faſſen laͤſſet. 86. Denn vors erſte ift bey der Elixirung derer Ohle und Alcalien kein eigentliches Ge- wicht benahmet/ und denn iſt die Zeit/ nemlich drep Monat/ böͤchſt beſchwehrlich/ zungahlen da bey ſo langem Auffenthalt ein und anbderer feh⸗ len ſollte /er keinen beſſern Troſt haben wuͤr⸗ de/ als zu gedencken/ er habe in Helmoſts ge⸗ heimbd⸗und verborgenen Digeſtion geirret/ wel⸗ ſches /wie allen anderen verdorbenen Alchimi— tlen/ die ihre Zeit und Arbeit in denen Khlen verlohren eine vergebliche Hoffnung und Ber- gnuͤgung geben wuͤrde/ kuͤnfftighin wiede zu eelangen/ weſſen ſie jetzo verlultig gewor den nd. Ebden dergleichen Schwuͤrigkeit findet ſich ſi au. SAAR AFAR NE NEAN AN a r a e a a C a A E f 7 sk Kf (1920 auch in der Operation des Salis Tartari imit einom Spin tu vini von deme alles phlegma abgezogen/ es ift gewiß/ daß es das Salg dürch ſein blöſſes Beruͤhren nicht anders macht/ wie ſolches abel zum wuͤrcklichen Angriff zu bringen ſeye/ das gehet ſchwehr her: Denn ein ſauber und reine⸗ Saltz/ in einen reinen Spiritum vini gethan /ver⸗ mag ſich nicht zu ſolviren/ noch will auch keines das aͤndere anruͤhren/ das iſt/ ſich eines mit! dem andern vermiſchen ſondern das Saltz fin cket zu Boden/ gleich Sandt in klarem und rei⸗ nem Waſſer. Dahero auch kein Wunder iſt/ daß viele Naſeweiſe Kluͤglinge ſich uͤber die lang⸗ wuͤrige Operation beſchwehret haben/ daß ſie nemlich bey ſechzigmahliger Rectitication, den Balſamum Samech doch nicht haͤtten koͤnnen gum Stande bringen. 87. Denn geſetzt/ wenn der Spiritus Vininicht vollkommen rein iſt/ ſo ziehet das Salg fein waͤßerigte Feuchtigkeit an ſich/ und auf ſolche Weiße macht es ihn gantz pblegmatiſch/ aber es benimmt ihm doch nicht alles Da im Ge⸗ entheil wenn der Spiritus gantz phlegmatiſch iſt/ ſo ſoll er das Saltz nicht angreiffen/ noch ſechs wiederhohlte Deltillationes, werden nicht eine halbe Untz vielweiniger eine gantze angreif⸗ fen/ weilen hier keine Vereinigung noch Vermi⸗ ſchung iſt/ und wo die nicht iſt/ kan weder eine Wlrckung noch Zuneigung oder Ulbereinſtim⸗ mung zu hoffen ſeyn. 88. Da ſitzen nun unſere armſeelige Kohlen⸗ Brenner in böchſt· betruͤbten Zuſtand/ und wiffen fen niht auf Weitz und Art ſie akanang ſotlen ſollen beſon dern man techt ſolche mern enere aller Kon man huͤnd Sey Wie borg trali wek fnn lia n teri zehr nen Bar kein aud mit einem bgezogen/ ein blöſſe⸗ Aches aber ſeye/ das ind reines than/ ver⸗ lich keines eines mit Saltz ſin⸗ n und rej: under iſt/ die lang⸗ daß ſie tion, den nnen guni Wintnicht salg fein luf ſolche ch/ aber im Ge⸗ egmatiſch en/ noch den nicht angreif⸗ Vermi⸗ eder eine einſtim⸗ Kohlen- 10 wijfen einiaung ſollen Y2(193) 2 ſollen zu wege bringen/ als welche durch Feine beſonderezur Matcrie zugeſetzte Eigenſchafft/ ſon⸗ dern bloß allein per modum Dilpoſitionis, daß man wiſſe die Sache auf gewiſſe Art und Weiſſe recht anzuſtellen/ verrichtet wird/ weme nun ſolches unbekandt iſt/ der wird es auch wohl mm⸗ mermehr erfahren. 89. Pfuy nun ihr eitele Prahler die ihr euch deßzjenigen ruͤhmet/ davon ihr doch nur Betteler ſeyd/ mercket und ſehet ihr nicht die himmliſche Eilnfluͤſſe/ auf was Art ſie die irrdiſche Coͤrper beſuchen und fruchtbar machen/ lernet doch/ zu euerer ſelbſt Beſchaͤmung/ der Natur in ihren allergemeinſten Wuͤrckungen nachzufolgen. Kommet her und lernet/ auf was Art und Weiſe man die ellenrialiſche Olea mit denen Klcalienver⸗ huͤnden muͤſſe/ wenn man diefe bende zu einet Seyffe machen will/ und nehmet der Zeit wahr/ wie aus beyden/ durch eine geheimde oder ver⸗ borgene fermentirendeKochung eines drittes neu- traliſches Weſen hervor gebracht werden muͤſte⸗ welches ein aufrichtiges volatiliſches Elixir heif- ſen möge. Ebener maſſen können auch die Alca- lia mit reinen Spiritibus ſo zuſammen verknuͤpfft werden/ daß es ſcheinet obeines das andere ver⸗ zehrte. Scheinet demnach dieſe Beruͤhrung de⸗ nen Diebs⸗Griffen zugleichen/ derer Haͤnde Bande ſind: und auf ſolche Art und anderſt/ iſt keine Vereinigung oder Vermiſchung/ folgends auch keine Wuͤrckung deß einen in das andere zu ſtatuiren. Welches denn wohl zu mercken iſt. 9o, Und warhafftig! dieſes alleine iſt der Gor- dianiſche Knopff/ der da bekuͤmmert macht und N Kllkeiz SR(194) allzeit marternwird/ alle unverſtaͤndige Alchy⸗ nuſten/ weilen ihnen die rechte Mittel und Wege unbekandt ſind/ um verefnigen: ſondern erdencken lauter neue und unnothige Eigenſchafften: nicht wiſſende/ das Geheimnuͤs der Geiftlichen Ubereinſtimmung und Liebe(als einer unzertrennlichen Begleite⸗ rin des wahren Lebens) welche niemahls auſſer denen Coͤrpern zu finden iſt/ ſondern allzeit ih⸗ rer eigenen Leiber behöriger Piſpolition folget. Und eben dieſe itztbeſagte Piſpolttion, iſt unſer verborgener Nahme/ unſer Diploma und unmit⸗ telbahres Geheimnuͤt/ ja eine Gabe und Gez ſchenck GOttes/ welche er gibt und außtheilet an wen er will und wenn es ihm beliebet. 91. Aber o ihr naͤrriſche Operatores und La⸗ boronten! Wollet ihr durch euer eigen- erda- tes Feuer himmliſche Influenzien herbey bringen/ uͤnd fermentationes(als durch welche warhaff⸗ tig und in der That alles Weſen und Geſtalt her⸗ vor gebracht werden) einfuͤhren/ und wißt noch nicht einmahl der Sonnen in denen Bermudlis wie ſie die Pomtrantzen und Limonien herfuͤr brin⸗ get/ nachzuahmen. Hoöͤrt auf ihr ohnmachti⸗ ge Kuͤnſtler/ und laſſet euch durch mich/ als den geringſten unter allen Philoſophis(der doch warhafftig durch das Feuer zu einem Philo- ſopho gemacht worden /) eines beſſern unter⸗ richten. Bittet zu vorderſt zu GOtt als dem als lerbeſten Meiſter/ daß er euer Fuͤhrer und Geleits⸗ Mann ſeyn moͤge/ denn allhier/ um es nur auf⸗ richtig zu ſagen/ ift meine Rede allzuverborgen Und dunckel. E 92. Laſſet viederwaͤrtige Dinge zuf 92 bereit be un die de Seif wie s Köocht ſich n Oehl auch dieſe wird und í haͤtte ferne fluͤcht (Seri ſemf deme trefi 39 viel i ihn n nen< aufai Higirt fiche: Dan het w ſchen Cry! Subt wird Cos jef ige Alchy⸗, 92. Laſſet demnach die Alcalis und ſauber zů nd Wegel bereitete Olea, einander mit dem Band der Lie⸗ Dinge zu be umfaſſen/ ſo erlanget ihr eine ſolche Mixtur neue und die dem Urin am Geruch gleichet und als eine nde/ das Seiffe anzuſehen iſt/ welche weiß und dick ift⸗ timmung wie Milch Rovm; Cobrimwiret denn nur euerem Begleite⸗ Kochen ſo lange/ bitß daß euere Mixu ſo genau hig aufer ſich miteinander vereiniget/ und beyde Saltz und allzeit ih- on folget. iſt unſer d unmit⸗ auch daß nichts mehr von dem Oehl oben ſchwim̃e/ dieſe Auffloͤſung verrichtet mit demdpirituVini, ſo wird ſich derſelbe mit dieſem vereinigten ehl und Ge⸗und Salg(ohne dag man hieran zu zweeffeln iußtheilet Uhaͤtte) vermiſchen. Dieſe Solution rectihiciret ferner in einer behoͤrlichen Hitze/ ſo ſteiget ein ‘und La- luͤchtig⸗ und feuriger Spiritus über/ der einen Geruch und Geſchmack hat wie das Oehl; die⸗ erdach⸗ Uaßtog bringen PEM folget ein unſchmackhafftes phlegms, und auf warhaffß demorund des Kolbens bleibt cin gefaͤrbtes vor⸗ ſtalt her⸗ treffliches balſamiſches Elixir- 39. Dem volaril'ſchen Spiritui benehmet ſo viel immer moͤglich ſein phlegwa, und vermiſchet ihn nachmahls wiederum mit dem zuruͤck gebliebe⸗ nen Balſam/ digeriret alsdenn beyde fo lang zuſammen/ biß der Spiritus mit dem etwas mehr lgirten Balſckn vereiniget iſt/ und ihr gewiß ver⸗ ſichert ſeyd/ daß dieſe beyde fluͤchtig geworden. Damit aber ihre Krafft je mehr und mehr erhoͤ⸗ het werde /zu folge der Eigenſchafft der aflenriali. ſchen Sehlen y fo laft dieſen Balſam trocknen und Cryſtalliſiren/ ſonder einiges Zuthun einer Subſtanz oder gemeinen aufflöſenden ige: Denn wird dieſes eryſtalliſfirte Saltz/ gleich ein hunge⸗ N 2 viges vißt noch udis iiie uͤr brin⸗ nmachti⸗ h mich/ is(der ü Philo- nUnter⸗ dem al⸗ Heleits⸗ lur auf⸗ rborgen Laſſet Oehle voneinander koͤnnen abgeſondert werden/ SINEERA RARE ALA E E EA ` i Pona e A R(196) 2 riges Kind ſich hinein freſſen/ und in kurtzer Zeit das oſlentialiſche Oleum, oder beſſer zu reden/ eben daßjenige womit es zu erſt produciret worden/ in ſeine eigene Natur bringen und verwandeln. 94. Saͤttiget es demnach ſo lange/ biß es drey⸗ mahl ſo viel von dem ellenrlaliſchen Oleo als des alcaliſirten Saltzes am Gewicht ware/ in ſich ge⸗ nommen/ und laſſet auf ſolche Saͤttigung die Humectation und ſo denn die exficcation folgen/ fo alleine durch die Kaͤlte und Hige verrichtet wers den muß: denn die Kaͤlte und Hitze muß die Lufft geben(welches auf philoſophiſche Art zu ver⸗ ſtehen) und die Humectation und die Hitze(wel⸗ ches ebenfalls nicht in gemeinem Verſtand zu nehmen) muß das Feuer geben. Und dieſe ſind das Rad wodurch die Natur alles circuliret/ und die feſteſte Dinge/ die da gefunden werden moͤ⸗ gen/ veraͤndert. Verſtehet dahero dieſes wohl Und wiſſet/ daß weder das Geheimnuͤß deg Alca- hests, noch die Heimlichkeiten der Sonnen und des Mercurij vor euch werden koͤnnen verborgen bleiben. 95. Du ſieheſt wohl mein Leßer/ daß ich mich allhier auf deine capacitaͤt verlaſſen/ und nicht einer Handbreit uͤbergangen habe/ was zu Bes zeugung meiner Treu und Aufrichtigkeit von mir koͤnte erfordert werden. Ich habe gewißlich durch diefe meine Methode dir die Helffte deiner Múbh erfparet/ und groffe Geheimnúfe dir vor die Thur/ ja gar ins Hauß getragen/ ſie ſind aber mehrentheils nod halb blog geweſen; Er⸗ muntere dich derohalben/ und habe noch ein we⸗ nig Gedult/ ich will nun/ wie ich bereits ſchon angefan⸗ gng ner 3 cali und Pro fón aud beni und 8 rer rige Hltz Tı fiet fiati Exe wor eine und endl die 6 tzes! ge 9 Med Sam ner! etwa Zuſo | dagl rtzer Zeit den/ eben orden/ in deln. eg Drey o als des n fih ge gung die folgen/ htet wer⸗ die Lufft zu ver⸗ he(wel tand zu yiefe find iret/ und den moͤ⸗ ſes wohl ¢g Alca- nen und rborgen ich mich nd nicht zu Be⸗ von mir ewißlich > Deiner dir vor fte find n; Er⸗ ein we⸗ s foon ngefan⸗ W197) angefangen habe/ in meiner Aufrichtigkeit fer⸗ ner fortfahren. 96. Sohaſtu demnuch geſehen/ wie die Al- calia und Olca vermiſchet/ digeriret/ vereiniget und geſaͤttiget werden muͤſſen/ biß daß ſie zu der Proportion eines fluͤchtigen Weſens gelangen koͤnnen/ um coaguliret und vereiniget zů werden/ auch wie ſie mit dem fixen Saltz verbunden/ und beyde zuſammen auf dieſe Art wiederum fluͤchtig und Spirituos gemacht werden muͤſſen. 97. Gib ihnen alſo/ ſo du anderſter ein wah⸗ ter Philioſophus zu werden gedenckeſt/ ihr behöͤ⸗ riges Feuer/ und mache ſie in einer geziemenden Hitze fluͤchtig/ und ſo es alſofort nicht nach deinem Wunſch gerathen ſollte/ ſo imbibire und trockene fie mit einem bequemen liquore, bey einer gemaͤſ⸗ ſigten linden digettion, wie vormahls/ als zuin Exempel, init einem guten Wein oder Spiritu, worinnen ſie ſich mehr und mehr ſaͤttigen und in einer jeden Circulation gtt einem weit fluͤchtigern und ſpirituoſern Weſen erwachſen/ biß ſie ſich endlich durch eine gemaͤßigte Hitze im Sandt/ in die Geſtalt und Form eines preißwuͤrdigenSal⸗ bes füblimiren/ auſſer welchem das weitlaͤuffti⸗ ge Reich derer Vegerabilien keine fuͤrtrefflichere Miedicin hervor gebracht hat/ noch hervor brin⸗ gen wird. Samech 98. DenSamech zu bereiten/ ſo nehmt ei⸗ nen gantz reinenspiritum Vini, uñ ebe⸗ ner maſſen ſauberSal Tattari(ohne daß ſolches mit etwas anders vermiſcht werde/ als allein durch dẽ Zuſat der geiſtlichen eiebes Verknuͤpffung/ welche das himmliſch und Poro Feuer iſt/ welches 3 eintzig (198) eintzig und allein die fermentation verurſachet /) und laſſet/ſich ſolches miteinander vermiſchen und digeriren/ fo wird in wenig Tagen der meis fte Theil des Spirirus im Saltz zuruͤcke bleiben/ hiervon ſcheidet nit behoͤriger Sorgfaͤltigkeit und Vor ſicht das phlegma, und erneuert eueren ſpi⸗ ritum fn fo viel nemlich als ihme abgegangen Cibe Fönt jedesmahl zum ſpiritu viermahl ſo viel am Gewicht des Saltzes zuſetzen;) ſo werdet ihr in der vierdten oder fuͤnfften Wiederhohlung Coder fo ibre lieber nennen wollt/ girung) einen tingirten Balſam haben/ gleich als ein ſauberer Rubin/ von angenehmem Geruch und Ge- ſchmack/ welches eine herrliche Artzney iſt/ von Helmontio arcanum Samech genandt. i 99. Procediret Denn alfo weiter fort big auf deſſen hoͤchſte exaltation, und laſſet dieſen Bal⸗ ſam/ ſonder einigen frembden Zuſatz/ auch ohne eintzige auß daͤmpffende Hitze des Feuͤers/ zu ſei⸗ ner ſelbſt eigenen Subſtantz trocken werden/ ſo wird er als ein kleines Kind nach ſeiner eigenen Nahrung trachten/ welches durch verſchiedene maͤſſige Anfeuchtunge geſchehen muß/ biß daßß er ſich zum ſiebenden mahl circuliret hat/ hierauf macht es in einer gemaͤſſigten Hitze des Sands fluͤchtig/ ſo erhaltet ihr ein herrliches etlentiali⸗ ſches Saltz welches bey deſſen Mediiciniſchen Gebrauch/ billig aller alcalium apex oder das vornehmſte unter denen alcalien, ja mit Wahr⸗ heits Grund Medici Corona oder die Krone des Medici genennet werden mag. 100. So ſiehet man demnach/ daß dieſe ope- ration eine groſſe Verwandtſchafft habe mit der vorge⸗ vota dure jente zuti mine mit herri könn tet h 10 ſeyn dieſe inde! wie ı eines und ſeine fuͤnff nach oder IC betri der/ wen, nicht hellei das | extra verm und davo verlo mit ſ irſachet /) ermiſchen der mei⸗ bleiben/ gkeit und leren ſpi- gegangen ahl ſo viel erdet ihr rhohlung ng)einen ſauberer und Ge⸗ ift/ von -pig auff en Bal⸗ uh obne / zu ſei⸗ rden/ ſo eigenen ſchiedene big dak hierauf Sands ſſentiali- iniſchen Der das Wahr⸗ rone des eſe ope- mit der vorge⸗ X 199 26 vorgelehrten Art und Weiſe der elixeration dücch ellentialiſche olea: Nun will ich noch das jenige weifen/ was bey diefen beyden Manieren zu thun vorfaͤllet/ wenn man ſo wohl beydes mineralia ꝗls Vegetabilia demſelben zuſetzen/ und mit ihm verbinden will/ als wodurch beyde viel herrlicher und vollkommener gemacht werden können/ ſo/ daß wer es nicht verſucht und probi⸗ ret hat/ ſolches ſchwehrlich glauben ſollte. 101. Ich achte nun nicht mehr noͤthig zu ſeyn/ von der Verbind⸗ und Zuſaminenſugung dieſer beyden Arten/ etwas mehrers zu ſagen/ indeme ich zur Genuͤge gelehret und erwieſen“ wie man die vereinigte olea und Hla yermittelfE eines reinen md fauberen fpiritus vini aujfiofen und zugleich mit demſelben deſtilliren/ und nach ſeiner Aufftrocknung/durch dergleichen fpiritum, fünff/ ſechs/ oder ſieben⸗und auh mehrmabin/ nachdem man es gut befinden wird/ ſaͤttigen oder karuriren ſolle. roz. Was nun alle aromatiſche ſimplicia betrifft/ als Aniß/ Fenchel Kuͤmmel ⸗ Corian⸗ der/ Wuͤrtznaͤglein /Mußcatennuͤß⸗und Blu⸗ men/ Caneel oder Zimmet ꝛc. Wer erkennet nicht/ daß alle ihre Cratts in einem klaren und hellen(piriuolen oleo beſtehe/ welches durch das deftülliren mit einem veinen fpiritu vini iſt extrahiret worden/ und ſich ſo mit dem ſpiritu vermiſchet und vereiniget/ daß es am Geruch und Geſchmack/ von dem einfachen Gewuͤrtz/ davon es abgezogen worden/ im geringſten nichts verlohren hat. Circuliret nun dieſen ſpiritum mit ſauberem Weinſtein Saltz/ auff Art und N 4 Weiſe/ ENTRARE AARNE h q S y pe E r a E a T R200 VA Weiſe/ wie ihr mit dem Samech verfahren habt ſo werdet ihr beydes ein damech, und denn auc j Caneel/ ale ein aromatiſches elixir entweder von welches febr Foftelid ift die convulfioncs, Slag und Epilepſie zu curiren/ oder einigem andern/ Je/ wot euch euere eigene inclination und Ult⸗ theil oder auch vorhabende Cur anweiſen ſoll— te/ erhalten. 103, Und dieſes mein Leſer/ iſt eine Ofenbal⸗ tung/ vor welde(wa ihr anderſt nicht muth⸗ williger Weiß undanckbar ſeyn wollet) ihe nicht anders koͤnt/ als mir verpflichtet ſeyn/ je⸗ doch habe ich beſchloſſen euch mir noch mehr zu obligiren/ wenn ich euch noch mehrere und vor⸗ trefflichere Geheimnuͤſſe entdecken werde. 104, Limb die Zubereitung derer mineralien zu verbeſſeren/ ſo bedienet eluch nur dieſer auf richtigen Unterweiſung, wie ihr denn beym EHolmont leſen könnet/ und ich auch allhier be⸗ krafftige/ daß auß dem Zio⸗ wie ingleichem auß dem metallo maſculo(davon ich euch in paren- f theli ſage/ daß es Zinck ſehe): ir. auß Bley auß Zinn und dergleichen ein ſalphur extrahiret wer⸗ den kan. Es findet ſich aber noch cin anderer natuͤrlicher Schweffel/ ſo unter dem Namen ti- nes ſulphuris viwi bekandt iſt/ welchen Hippo- crates Seiov mèo ein Gottlihes Feuer nennet/die ſes iſt ein vortveffliches reines ſulphur, ſo leicht anbrennet und ohne einigen Unrath iſt/ und fol gends hat man ſich keiner untauglichen und fal⸗ ſchen Vermiſchung zu befuͤrchten/ wie ſoͤlches gemeiniglich an dem Schweffel/ wie man ihn ordinair zu kauff hat/ und darunter dag arfeni- cum Abren habt denn auch Caneel/ alg c, Schlag m andern/ n und Ult⸗ veiſen ſoll⸗ Oſſenbal⸗ it muth t) iht t ſeyn/ je⸗ h mehr zu eund vor⸗ de. mineralien tiefer auf enn beym allhier be⸗ ichem auß in paren- Bley auf hiret wer⸗ n anderer tamen ti 1 Hippo- 'nnet/dit ſy leicht und fol⸗ und fal: le ſolches man ihn arſeni⸗ cum$ W201)? eum das allerſchlimmſte iſt/ gefunden wird. 105. Was aber den Vorzug der mineraliſchen Schweffel in der Medicin betrifft/ und daß ſolche unſerer Natur mehr aͤhalich kommen als die meralliſche Schweffel/ wird kein wahrer Philo⸗ ſophus laͤugnen koͤnnen. Die Zeit aber und der Ort leidets hier nicht/ dieſes pbilolophiſcher Weiſe zu erklaͤren: aber in dem nechſtfolgenden Theil meiner Pyrotechnie(welcher ein Sieg und Triumph derſelben beifen foll) und worinnen ih die allergeheimite Dinge ofenbabren werde als 1. die Geheimnuͤſſe des Microcoſmi oder der kleinen Welt..derer alcalien. z derer Schwef⸗ fer. 4 des Antimonii.$. Wg Mercurii. 6. der Veneris, 7. DES Saturni und Jovis. 8. des Mar- tis. 9. des Metalli maſculi. 10. des Goldes und feiner Schweſter Lunæ, will ich Gelegenheit nehmen davon zu ſprechen/ wer nun von dieſem allem vollſtaͤndige Nachricht verlanget/ denſel⸗ ben will ich dahin verwieſen haben. 106. Zu Vollziehung meines hier intendirten Zwecks/ melde ich annoch dieſes/ daß dieſer le⸗ bendige oder einig anderer aͤuſſerlich brennender Schweffel von allen mineralien oder gelinden metallen gaͤntzlich abgeſondert und unterſchieden feye: Wie er aber extrahiret werden múffe, foll insfünfftige deutlich und weitlaͤufftig in meinem Sieg und Triumph der Pyrotechnie darge⸗ than und gelehret werden. Dieſes wird das Hauptſtuͤck und der groͤſſeſte Theil meiner auf- erleſenſten Geheimnuͤſſe ſeyn/ welche allen mei⸗ nen Opponenten und Gegenern Trotz bieten und ſie uͤberwinden ſoll. Mit dieſen/ als mit ei⸗ N S nem SNIENE AA E z a a?(202) 28 nem philoſophiſchen diplomate oder Zeugnuß meiner Sendung/ will ich erſcheinen/ daß man darauß wahrnehimen moͤge/ daß ich von GOtt geſandt bin/ das vermoderte und verfallene(de⸗ baͤude der Galemſchen Medicin gantz uͤbern hauffen zu werffen/ und wehe demjenigen/ auff welchen der ruinirte Hauffe faͤllt/ weilen dieſer Fall ſehr groß ſeyn wird/ welches allhier nur obenhin gemeldet ſeye. 107. Ich ſage demnach/ daß einige extrahirte Schweffel/ oder auch Sulphur vivum, ein ſehr herrliches Subjectum ſind/ angefuͤllet mit vielen unvergleichlichen und beſonderen Seltzamkeiten/ wenn dieſelbe in eineimm gemaͤſſigten und offenen Sandfeuer mit Terpentin⸗Oehl deltilliret wor⸗ den/ biß daß das Oehl mit alle dem Schweffel in der Geſtalt eines tingirten Oehls uͤbergeſtlegen/ welches zwar hefftig ſtincket/ das Waſſer(deſ⸗ ſen zwar nicht viel ſeyn wird) ſo ſich in dieſer Deſtillation von ſelbſten ſcheidet/ ſchmeißt weg/ bringt dieſes Oehl zur elixeration, wie ihr mit andern deſtillirien Oehlen auch gethan habet/ und wenn die Vereinigung geſchehen iſt/ ſo elixirt es mit ſauberem fpiritu vini, der von Car- damomen abgezogen iſt/ und deltilliret den fpi- ritum zuſampt dem phlegmate ſo lange/ biß der tingirte Balſam ſich ganz blutroth gefaͤrbt hat/ digeriret dieſes in einer geheimen Digeſtion, biß es trocken worden/ ſo gehet aller Geſtanck weg/ und das clixir riecht gantz angenehm. Dieſes ſaturiret mit friſchen aromatiſchen ſpiritibvs zu ſechs oder ſieben mahlen/ und machts ſo denn Juchtig; ſo werdet ihr ein ſehr koft bar/ gefaͤlt, uni und uberi fubli: Sulp! nemt Oeh: tono mit groff reitt 10 und und aber ein f bror Vim AAA koͤm Ant und der Gii der ſie i SU hab I heit Zeugnuß daß man on GoOtt llene Ge⸗ ig übern eny aun E len dieſer lhier nur Xtrahirte ein ſehr jit wielen inkeiten/ ) offenen et wor⸗ weffel in ſtiegen/ er(deſ⸗ in dieſer pt weg/ ibr mit habet/ iſt/ ſo in Car- den ſpi⸗ biß der bt hat/ m, piy kweg/ Dieſes bus$ti g denn faͤrbt⸗ und Q3 203 VS und balſamiſch⸗ eſſentialiſches fluͤchtiges Saltz überkommen/ welches ihr Elixcrarum Samech ſublimatum, nennen könnet/ dieſem ſetzet das Sulphur vivum oder Antimonij zu/ wie ſolches nemlich die Schweffel die mit dem Terpenthin⸗ Oehl vereiniget oder fluchtig gemacht worden/ er⸗ fordern. 108. Dieſes iſt ein Univerſal-Medicin, und von ſolcher Wuͤrckung/ daß ſie alle verlohrne Kraͤffte wieder bringet/ auch alle Kranck⸗ und Schwachheiten ob zwar etwas langſamer als in tono uniſono, oder auf einmahl curiret/ und kan mit gutem Recht den nechſten Platz nach dem groſſen Arcano» welches eine alcaheſtiſche Zube⸗ reitung erfordert/ behaupten. 109. Dergleichen Operarion iſt ſehr muͤhſam und beſchwerlich/ biß man dergleichen Exaltation und Erhöhung zu wegen bringet; Wo man ſie aber einmahl alſo weit gebracht hat/ erlanget man ein ſolches koſtbares Mittel die Eſſentiam Mem- brorum oder Glieder- Efenz und des Paracelſi Vinum Vitæ„Wein des Lebens/ bereiten zu köͤnnen/ welches auſſer dem Metallo maſculo oder Antimonio die unglaublichſte Curen verrichtet/ und den menſchlichen Leib gantz wunderſam wie⸗ der zurecht bringet/ ja ſeine Haar/ Zaͤhne und Gliedmaſſen zuſamt der Laut dergleichen von der Medea Gedichts⸗Weiße erzehlet wird/ daß ſie ihren alten Schwaͤher dem ſalon ſeine vorige Jugend⸗Geſtalt wiederum zuwegen gebracht haben ſoll/ wiederum verjuͤngert und verneuert. 110. Solte es euch nun an Zeit und Gelegen⸗ heit mangeln/ dieſe Medicin zu ihrer höchſten Exaltation BETA p YNIA RAE LA fip A i TE EAr RE A POA ETEEN 92(240)et Exaltation zu bringen/ ſo macht ſie zum wenig ſten zu einem Elixir und rectificiret es mit einem reinen Aromatiſchen Spiritu Vini, von Canccl. Wuͤrtznaͤglein oder Cardamomen&c. Saͤubert hernacher beyde den Rubin⸗oder Blutrothen Balſam oder Samech und den Spiritum von ih⸗ rem phlegmate, und vereiniget denn wiederum dieſen gereinigten Spiritum mit ſeinem Samech, und kochet ſie ſo lange/ biß ſie ſich nicht mehr von⸗ einander abſondern laſſen: ſo wird ſich dadurch der mineraliſche Geſtanck in einen lieblichen aro⸗ matiſchen Geruch verwandeln: da ich euch denn einer ſolchen herrlichen Medicin verſichern kan/ darauf ihr euch veſtiglich verlaſſen könnet/ dieweilen es ein Speciticum iff gegen alle Kranck⸗ heiten/ oder es muͤſten ſehr ſchwehre hartnaͤckigte/ veraltete und erbliche Schaͤden ſeyn. 111. Ich gelange nunmehro zur Application unſeres elixcrirten Samechs> Und will fre hier miteinander vereinigen/ dieweilen die Erfah rung uns lehret/ daß auf dieſe zweverley Arten/ die ſich doch ſo leichtlich und mit groſſem Nutzen miteinander verbinden laſſen/ die Præparation, Exaltation und Pproduction derer Spirituum, herr⸗ licher und vortrefflicher vegerabiliſcher Tincturen und die von beſonderer Wuͤrckung ſind/ wie in- gleichen der Samech viel kraͤfftiger und ſtaͤrcker erhoͤhet werden können/ als ſie zu vor waren: obwohlen ſie/ die Warheit zu bekennen/ vor⸗ in ſchon von beſonderer Krafft und Wuͤrckung geweſen ſind.; 12. Derowegen/ geliebter Leſer/ folget mei⸗ nem Rath/ und laſt das Oleum rerebintkinæ x Balis Balis ches i daS A net he Raiſo moͤgt 115 alleze ffens fâltei Neu II aus e hod 1 yetti, nicht moͤgt erſtie 11 ange: retiſe verbr aͤuße bedie heiter im wenig· mit einem iN Caneel, Saͤubert lutrothen n Yon ih- wiederum Samcch, mehr von h dadurch ichen aro⸗ euch denn ern kan/ könnet/ t Krank: naͤckigte/ plication 1 fie pier Erfah⸗ h Arten/ 1 Mugen Jaration, ım, hert incturen twie in- ſtaͤrcker waren: vor⸗ irckung et mei. uine pie Baſis (205 VB Baſis der das Fundament euers Elixirs ſeyn/ wel⸗ ches ich an andern OrtenOleum perpetue virens, das allzeit beſtaͤndtig⸗und gruͤnende Oehl genen⸗ net habe/ anbey mercket noch auf dieſe wenige Raiſons, die zwar eben nicht allzugemein ſeyn mögten. 113. Erſtlichen/ bleibt der Terpenthin Baum allezeit gruͤn und friſch/ auch in der allerſtaͤrck⸗ ſten Kaͤlte/ waͤchſet und gruͤnet auch in denen kaͤlteſten Laͤndern/ dergleichen das Keuß⸗ und Neu⸗ erfundene Land iſt/ ꝛc. 114. Zum andern/ waͤchſet er mehrentheils aus einem unfruchtbaren ſandigten Boden ſehr hoch in die Hoͤhe/ doch ſteckt ſo viel Hartz oder Fettigkeit in ihme verborgen/ daß/ wenn er ſolches niht von fich außftöſſe/ damit er Lufft bekommen moͤgte/ der Baum in ſeiner eigenen Fettigkeit erſticken und verderben muͤſte. 115. Drittens/ hat das Terpenthin⸗Oehl einen angenehmen Geruch/ und iſt eine beſondere diu- retiſch⸗ abſtergirend⸗ und heylende Krafft in ihme verborgen/ deren man ſich ſo wohl inner⸗als außerlich/ in Gonorrhoca, hrennendem Ulrin ꝛc. bedienen kan: wie denn in Veneriſchen Kranck⸗ heiten feines gleichen unter allen vegerabilien nicht zu finden iſt. 116. Vierdtens/ ſo iſt der Terpenthin Baum denen Cedern nicht ungleich/ deſſen Holtz lange dauren kan/ wenn es nur trocken aufbehalten wird. Worauß denn gar wohl zu ſchlieſſen/ daßß dieg Olcum, aufer feiner diureriſch⸗ und heilen- den Krafft und Eigenſchafft/ uns auch durch deſ⸗ ſen Gebrauch verſichern/ oder zum wenigſten Boffnung 65e(206)è Hoffnung geben kan(und das nicht ohne ſchein, bare Muthmaßung) eines langen Lebens/ die⸗ weiln es unſere Leibs⸗Conſtitation verbeſſert/ dieſelbe in einem wohlbluͤhenden und kraͤfftige Teinperament und Staͤrcke der Jugend erhaͤtt/ und vor dem kalten und entkraͤfftenden Wintet der Jahre/ das iſt/ vor dem hohen Alterthum præicrviret und bewahret. 117. Endlich und zuletzt/ ſo kan man es in Uberfluß haben/ ſonder daß man ſich einiger Verfaͤlſchung oder unreinen Vermiſchung zu be⸗ fuͤrchten hatte/ deſſen uns denn der Preig def- ſelbigen genugſam verſichert. Und ſcheinet alſo esthabe der gůtige GO TT als ein Vater der A⸗ men/ ſolches denen armen Menſchen zum beſten geſchaffen; und wenn ſolches nur bloß allein el— xcrirt wuͤrde/ man ſich deſſen auf hunderterley Arten wuͤrde bedienen koͤnnen: jedoch mit un— gleich beſſerem Vortheil/ wenn man es zuvor nit einem mineraliſchen Schweffel deſtilliret/ und da⸗ mit ſo offt contimuret/ biß ſie ſich beyde in ein fluͤchtiges Oehl verwandelt haben. Wo nun die⸗ fes weiter mit dem Spiritu Vini elixeriyt und ex- trahiret worden/ biß der uͤbele Geruch weg iſt/ und beyde der Spiritus und Balſam zu einem cl⸗ xir bereitet worden; Dieſes denn wiederum zu einem Saltz gemacht/ und mit einem ſtarcken aromatiſchen Spiritu Vini genugſam ſaturiret/ und denn wiederum(wie wir ſchon mehrmahlen ge⸗ lehret) ſublimiret/ oder an ſtatt der Sublimation zu einem wohlriechenden cliscrirten Samech ge⸗ bracht/ wird eine wunder volle und uͤberherrli⸗ che Medicin abgeben/ zumahln/ wenn fie mit ö zubereiteten zubet biliel J] reteu Ohi lich i hiret met, Aber famif vont netii vern biliſe Saf Elixi 11 mit í und eine! e T. nen: derhi pern mech eri abzie der S dert! fie ff verei ben: de S} ohne ſchein, seng/ Dit verbeſſert/ raͤfftigen nd erhatt/ n Binter Alterthum n man es t einige ung zu be⸗ Preiß def: einet alſo/ er der Ar⸗ um beſten allein cli- derterleh mit un⸗ zuvor Mit t/ und da⸗ de in ein o nun dih t unÒ cx- weg iſt/ inem cli- erum zu ſtarcken iret/ und hlen ge⸗ limation nech ge: erherrll⸗ n fte mit reiteten (207 VE zuberiteten Lincturen von außerleſenen Vegera⸗ bilien vermiſchet wird. 1158. Dieſes hieraus verfertigte Klcali, elixeri⸗ ret mit zwey⸗ oder dreymahl ſo viel Terpenthin⸗ Oehl bitz beydes das Saltz und Behle unzertrenn⸗ lich iim Spiritu Vini diſſolviret ſeyn/ und abltra- hiret denn dieſen Spiritum uͤber Cancel oder Zim⸗ met/ diflolviret damit euer Elixir, und ziehet gabermahlen den fluͤchtigen Spirirum von deni bal- lamiſch⸗eubinfaͤrbigten damech ab/ und nehmet von beyden das Phlegma hinweg/ alsdenn kon⸗ net ihr dieſelbe aufs neue wiederum miteinander vermiſchen. Dabey aber múlt ihr einige vegeta- biliſche Tincturen/.e. von Aloẽ, Myrrhen und Saffran/ in Bereitſchafft haben/ und davon ein Elixir proprietatis Samech machen. 119. DieſeSpecies wenn ſie klein geſtoſſen und mit gleichem Theil des Spiritus Tartari vermiſcht und in der Digeſtion maceriret worden/ geben eine wohl zubereitet. verbeſſert· und vollkommne⸗ ne Tinctur. Wo man nun dieſe Linctur mit rei⸗ nem Spiritu Vini extrahiret und vermittelſt wie⸗ derholter Deſtillation mit dem Spiritu cinnamoint Fongs vermehret und dem vorberuͤhrten elixerirten 8s mech beyfuͤget/ hernach den Spirirum(wel⸗ cher einen lieblichen Geruch haben wird/) davon abziehet/ auch beydes das ballamiſche Elixir als der Spiritus, wohl von dem Phlegmate abgeſon⸗ dert worden/ wird dadurch zuwegen gebracht/ daß fie fich duro eine geheime Digeltien wiederum vereinigen und unzertreñlich beyſammen vepblei⸗ ben: Dieſes iſt das Samech und der wohlriechen⸗ de Spiritus und Tinctur, welche zuſammen ein wohlriechend p?(208) 2 twohlrieÃend balfamiftheg Elixir proprietatis$i mech allßmachen/ davon ich verſichert bin/ daß/ wo es nit die alcaheſtiſche Præparation uͤbertriff/ ſolches dieſer doch auf keineꝛley Weiße etwas nach⸗ geben wird. 120. Doch verwundere dich hieruͤber nicht mein Leßer/ GO TT hat einem jeden ſein beſonderes Talent gegeben: Und obwohln Helmont das Sa- mech uͤberaus wohl bekandt ware/ ſo wufte er doch die Art und Weiſe nicht/ ſolches auff die vegetabilia zu appliciren/ indeme er ſeine Abſich⸗ ten auff gantz andere operariones gerichtet hatte/ welches ich auch lieber gethan/ wo ich nur beque⸗ me Gelegenheit dazu gehabt haͤtte. Das iſt/ um rund herauß zu ſagen/ es mangelte mir an Ge legenheit/ die fluͤchtige ſpiritus derer ſalium und Tartari, zu denen mineraliſchen præparationibus zu deſtilliren(wovon ich in dem andern Capitel dieſes letzten Theils genugſame und voͤllige Nach⸗ richt ertheilet habe) weilen ich weder ein begue mes laboratorium, noch dazu gehoͤrige Oefen hatte/ die ſpiritus in groſſer quantitaͤt zu deſtilli- ren/ dahero ich mich vergnuͤgen muſte dieſelbe nur mit wenigem zu unterſuchen. Jedennoch/ damit ich auch meine wenige Wiſſenſchafft/ nach allem meinem Vermoͤgen/ noch weiters excoliten möͤchte/ ſo nahme ich imir mit Fleiß vor ſo wohl die alcalia als ellentialiſche olea und brennende Spiritus auff das euſſerſte zu durchſuchen/ als welche meiner Meinung nach/ weilen ſie balſa⸗ miſch/ vegetabiliſch und fermentirend waͤren/ pe leichtlich und mit viel geringerer Hitze/ al⸗ ey andern operationibus erfordert wird zu em dem h fonni febr e fande ailem cket/ gegat deutl 12 priet: dener gleick mere rirt! trem den/ beſon }: medi prict durd rum nom wohl Gla richt wen wur koͤnt Cro elixi ner ode! ietatis Sàs bin/ daß/ übertriff/ was nach⸗ niht mein eſonderes nt DAB Sa- wuſte er s auf die ie Abſich⸗ tet hatte ur begue s iſt/ um r an Ge lium und ationibus n Capite ige Nach⸗ in beque⸗ ge Oefen 1 deſtilli- e dieſelbe dennoch/ fft/ nach excolicen ſo wohl rennende en/ als ſie balſa⸗ waͤren/ itze/ als ird/ zu dem ep 209 JAS dem höchſten Grad ihrer Fuͤrtrefflichkeit wuͤrden koͤnnen gebracht werden. Und dieſem lage ich ſehr embſig ob/ und GOtt ſey gedanckt/ ich be⸗ fande meine Arbeit/ Speculatton und Muͤhe mit allem erwuͤnſchten Succes bekroͤnet und begluͤ⸗ cket/ wie ich ſolches in dieſem meinem vorher⸗ gegangenen diſcours weitlaͤufftig/ auffrichtig und deütlich genug beſchrieben habe. 121. Umb aber wiedernm auf das clisir pro- prietatis zů kommen/ ſo beſtehet ſolches zwar auß denen ingredientien deß Helmonts, aber es iſt gleichwohlen auff eine gantz andere und beque⸗ mere Art und Weiſe diſlolviret /præpariret/ elixe- rirt und zu einer Tinctur gebracht/ auch unzer⸗ trennlich mit dem arcano Samech vereiniget wor⸗ den/ welches an und vor ſich ſelbſten ein gantz beſondere/ koſtbare und vortreffliche Mediein iſt. 122. Wenn demnach Helmont von ſeinem media via oder Mittelweg/ umb dag elixir pro- prictatis zu machen/ Meldung thut/ daß ſolches durch eine bloſſe digeſtion aller dreyer Pecie-, rum-(und zwar muͤſte von jeder eine Untze ge⸗ nommen werden;) wenn ſie klein geſtoſſen und wohl durch einander gemenget/ und in ein groß Glaß gethan worden/ bey bequemer Hitze ver⸗ richtet werden muͤſte/ wozu er noch fuͤget/ daß/ wenn die Species mit einem medio vereiniget würden/ das productum davon nichts nutz ſeyn koͤnte: Und dieſes ſagt er in Abſicht auff des Crollii und anderer thre Beſchreibung des elixir proprietatis, da nemlich ein jeder nach ſei⸗ ner phantaſie, entweder den Spiritum Sulphuris, oder ein anderes/ oder auch wohl zweyerley 4 medià (210)R media dazu nimmt und gebrauchet. Aber zu meiner præparation kommt durch auß kein cor- roſiviſches Mittel ſondern ein ſolches/ Das Der Natur derer vegetabilien am aͤhnlichtten kom̃t/ und mit derſelben gantz genau verbunden iſt; und iſt das herrlichſte von allen£ xen Salien ſo da verſuͤſſet und balſamiſch gemacht iſt/ und durch einen fluͤchtigen Spirirum eine recht ſemi— naliſche Krafft ut D BiEun ꝗuͤberkommen hat/ welcher vortrefflichen Wuͤrckung Circulatum halber/ es Paracelſus ſein Circul- minus. tum minus genandt hat/ als we j: durch alle drey Species, refolvi- ret/ fluͤchtig und fpirituös gemas bt werden/ ſo/ daß/ auſſer dem wo hlriechenden Spiritu, ſolches auch eine ſubſtantiale Tinctur und von nicht ge⸗ meiner Wuͤrckung iſt. Alles was demnach mit de gleiche en Saltz verbunden und vereiniget wird/ iſt der Natur angenehm unnd dringet/ auß Urſache ſeiner fluͤchtigen Subſtanꝛ, biß zu der vierdten digettion hindurch/ von wegen ſeiner alcaliſirenden Eigenſchafft aber/ abſtergiret/ rei⸗ niget und zertheilet es allen zaͤhen/ faulen und verharteten Schleim/ ingleichem alle verdorbene Fe uchtigftiten wõwelche ihme im Weg ſtehen/ welches alles zuſammen es theils durch den Urin/ theils aber durch den Schweiß oder Stuhl⸗ gang außfuͤhret. 123. Das Terpenthin⸗Oehl aber/ iſt von ei⸗ ner laxierenden Natur und Eigenſchafft/ ſo zwar nicht von einem bey ſich he genden Gifft/ davon die Auffloͤſuug der Theilgen erfolgen muͤ⸗ ſte/ herruͤhret/ ſondern nur/ weilen es die Facul⸗ faten A tate ihnel meri eine wan weit Med I: præp virte heim ſich! Zeit vivet zu ſe ihn j dure wied behu — Pe ol gren; Dyre nehi treff Und vgn ſpuͤh 1 bere woh Wi dem Aber zu Fein cor- das der en kom̃t/ inden iſt; alien/ ſo iſt/ und eht femi- men hat/ Zuͤrckung ircula⸗ als wo⸗ „reſolvi- den/ ſo/ ſolches nicht ge⸗ demnach ereiniget dringet/ iß zu der en feiner giret/ rei⸗ ulen und rdorbene ſtehen/ Urch den Stuhl⸗ F von ei- fft/ ſo Gifft/ gen mu: eFacul⸗ taten ew(211) 29 taͤten ihres außtreibenden Ampts exinnert und ihnen zu demſelbigen Anlaß gibt. Hierbey iſt zu mercken/ daß die cnorme Bitterkeit der Aloͤes/ in eine angenehme und unſchaͤdliche Bitterkeit ver⸗ wandelt wird/ welche ſich endlich/ durch eine weitere præparation UND Hopere exaltation DEE Mediein/ gantz und gar verliehret. 124. Umb aber zu dem hoͤchſten Grad dieſer præparation zu ſchreiten/ ſo nehmet dieſen elixe- rirten Samech, und bringet ihn durch einen gea heimbden philoſophiſchen Proceß dahin/ daß er ſich von ſelbſten granulire/ und laſt ihn mit Der Zeit und nach und nach gantz vertrocknen/ latu⸗ kiret ihn nachmahls mit aromgtiſchen piriribus, zu ſechs/ ieben⸗biß achtmahlen/ und trockenet ihn jedesmahl ander Luft/ und feuchtet ihn durch das Feuer und dem kerwent der Natur wiederumb an/ und ſublimiret ihn hernach gantz behutſam durch ein gemaͤſſigtes Sandfeuer/ ſo bekommet ihr beyde den Samech und die elixerir- ke olea zuſampt denen vortrefflichſten Tinetu⸗ ren/ in einem ſublimat, ohne das geringſte em- tity Ppyreyma, beyſammen/ welches ſonſten der ange⸗ nehmen wohlriechenden und ſonderbahren Vor⸗ trefflichkeit der concretorum widerſtehen wuͤrde. Und wird derſelben Wuͤrckung/ in einer doſi von 10.15. biß 20. Gran auffs hoͤchſte⸗ ſchon zu huͤhren ſeyn. B T a aiit aber der clixerirtè Samech, wie tă bereits ſchon angemercket habe/ eme edele und wohlriechende Artzney/ von wunderſeltzamet, Würckung in verſchledenen Zufallen. Wie denn eben nicht vonnoͤthen iſt/ wo es nicht ein s2 KUG EEE SIEUNE ERN T EN Wn A A TENBA PI EEE DE N D. EEE EPEE E a s* 2 VEL m (212) 20 auſſerordentlicher caſus erfordert/ daß man ihn wuͤrcklich ſublimire/ und iſt ſchon genug/ daß er ſublimirt und fluͤchtig gemacht werden kan/ umb wunderbahre Wuͤrckungen damit außzuuͤben und an Tag zu bringen. Denn die andere weit groͤſſere præparation, als eine ſehr langſam⸗ und verdrießliche Arbeit/ erfordert keine Zeit von ei⸗ nigen Tagen oder Wochen/ indeme derjenige/ der ſolches Werck vor die Hand nehmen/ und darinnen wie ſichs gebuͤhret/ arbeiten will/ Ge⸗ dult haben/ und ein fleiſſiger geuͤbter Meiſter ſeyn muß. 126. Bedienet euch aber dieſes Proceſſes mit dem clixir proprietatis als einer Regul/ wenn ihr einige Tincturen/ z. E. von ſchwartzer oder weiſſer Nießwurtz machen wollet/ und nehmet dazu einen aromatiſchen Spiritum von Carda⸗ momen/ oder Coriander/ oder Coloquinten/ oder waſſerley aromatiſche Spiritus euch am beſten anſtehen/ nur/ dag ihre euh bep Vermiſchung derer Specicrum, an meine vorgeſchriebene com- poſition haltet. Der Helleborus iſt ſehr dienlich vor den Miltz und das Haupt: Ihr moͤget auch zugleich mit ſolchem die Haſſelwurtz und Jalap⸗ pam, oder dieſe mit etwas opii vermiſchet/ berei⸗ ten/ fo erlanget ihr dasjenige/ was ich elivir lau⸗ dani cephalicum& ſpleneticum nenne. Vor ein Hepaticum nehmet Alantwurtz mit Rhabarbar und Oſterlucey(paerde Rachs) vor den Magen dienet der Saffran/ Roßmarin⸗Bluͤth/ und Schlangenwurtz. Zu einem guten diaphoretico gebrauchet Schlangenwurtz/ Saffran und opium, Zu einem heſondern diuretico nehmet Saty- CERPEN Sat Arc ein ranr nifi Şi un per her Ar P ro fien beti ver in e ee d ren nuͤf han den ren und Ver gen AN d nich Tra ift/ ih f nýti man ihn / daß er an/ uinb zuuͤben ere weit fam- und it- von ei- erjenige/ en/ und vill/ Ge⸗ Meiſter eſſes mif wwenn tzer oDer ) nehmet Carda- ten/ oder n heſten niſchung ne com- dienlich get auch Ò Jalap- t/ berei⸗ lixir lau- Vor ein abarbar Magen h/ und oretico an und nehmet Saty- vE(213) 2A Satyrion(welches des Paracelſi und Helmonts Aroph iſt) Rhabarbar und Saffran. Gegen ein verderbtes/ unrein und ſcorbutiſches tempe- rament, find die Coloquinten/ Aloe und Perua- niſcher Balſam gut. Gegen den Huſten und Fluͤſſe nehmt opium, caranna und gummi gutta. Und ſo koͤnt ihr auf viel und mancherley Art veraͤndern/ je nachdem euch die Gelegenheit ſol⸗ ches an die Hand geben wird/ wenn ihr alles nach Art und Weiſe des hier vorgelehrten Elixir proprietatis machen und zubereiten werdet. 127. Was aber die alcooliſation derer alca- lien mit einem ſauber rectiticirten Spiritu urinæ betrifft/ und wie derſelbe mit dem Spiritu vini vermiſcht werde/ ſo könnte ich gar leicht wieder in einen weitlaͤufftigen diſcours verfallen/ will es alſo biß zur Außfertigung meiner triumphi⸗ renden Pyrotechnie, diè da von denen Geheim⸗ nuͤſſen des Microcoſmi oder der kleinen Welt handelt/ verſpahret haben. 128. Ich will aber nur allein in dem folgen⸗ den und letzten Capitel noch mit wenigen berth- ren/ wie der Spirirus urine zu einem fluͤchtig⸗ und ſuͤſſen Saltz/ wodurch Helmonts ſein Ens Veneris gemacht iſt/ zu reduciren und gu brin» gen feye: damit eg dem kunſtliebenden Leſer/ an einer fo herrlichen Mediein gleich dieſe iſt/ nicht mangeln moͤge/ von welcher in Helmonts Tractat Butler genandt/ mit mehrerm zu leſen iſt/ und von welches Gebrauch und Wuͤrckung ich beym Beſchluß des letzteren Capitels ſo viel nöͤthig ſeyn wird/ annoch anfuͤhren/ und dem O 3 embſigen SANT ARA RENED NEEN iE e T T e a eaa a A A A S E e E t nE Z EEA i ur G A ages w(214) 2a embſigen Artiſten etwas beſſern und außfuͤhrli⸗ chern Bericht geben will. 129. Ich hatte mir zwar vorgenommen/ mit dieſem Capitel zu beſchlieſſen/ nachdeme aber einer meiner vertrauten Freunde/ dieſes mein Tractaͤtgen durchgangen/ und durch ſchreiben mich erſuchet/ ihme auͤfß hegender guten Freund⸗ ſchafft/ noch einige Erlaͤuterung zu geben/ ſo ich als einen Befehl angenommen: als habe zu Bezeigung meiner Ergebenheit/ folgendes noch beyfuͤgen wollen. en/ mit me aber es mein chreiben Freund⸗ n/ ſo ich habe TRACTATS, Iſt eine Antwort auf eines guten Freundes Schreiben/ ſo verſchiedene wichtige Fragen ich ſich haͤlt. Mein Herr ꝛc. Eſſen ſehr geneigt und gelahrtes Scghreiben habe erhalten/ und dar⸗ Daus mit gröſſeſter Obligation dero gegen mich tragende Wohlgewo⸗ genheit erſehen/ wiewohlen ich ſol⸗ che nicht verdient habe/ mich auch auſſer dem Stand ſehe/ dieſelbe einiger maſſen wiederum zu vergelten: jedennoch treibet mich die Danckbar keit dasjenige zu erkennen/ was mir meinlnvermoͤgenzuerſetzen verſaget. Jch will demnach mit gantz bereitwilligem Hertzen dieje⸗ ge wichtige Fragen/ welche in meines Herrn Brieff enthalten ſind/ beantworten. Indeſſen wird mein Hochgeehrter Herr nicht unguͤtig auf⸗ nehmen/ wenn meine Antwort nicht fo fallen foll. te/ als fe mein Herr verlanget: angeſehen ich dieſelbe alſo eingerichtet/ wie es die Methode meines gehabten Diſcourſes mit ſich bringet/ und worinnen eine kurtze Application der gantzen Kunſt der Pyrotechnie enthalten iſt. O 4 Seine E E E TEE n r D p N ATREA A A TEENA m AOSE OAE TEN PIAS AEEA T 7 6(2160 25 Seine Fragen denn mein Herr/ ſind/ wie ich verſtehe/ alſo beſchaffen/ daß er mir einige vor⸗ leget/ um darinnen unterrichtet zu ſeyn/ in ei⸗ nigen aber/ unter dem Schein einer Frage/ mir theils zu verſtehen gibt/ was er gutes von mir halte/ theils aber auch mwas er ben fich bedacht hat/ was vor Schaden oder Verdruß mür dar⸗ auß entſtehen moͤgte/ damit ich das eine thun und vor dem andern mich huͤten möge. Zum letzten gibt er ſich ſelbſten als einen aufrichtigen Freund gegen mich/ und dabey zugleich einen gelahrten Eiffe⸗ rer zu erkennen. Das Erſte/ welches er begierig iſt zu wiſſen und davon unterrichtet zu ſeyn/ iſt dioſes/ ob ich nemlich alle dieſe Pra parationes⸗ davon ich ge⸗ ſchrieben/ ehemahls ſelbiten gemacht und gehabt oder noh habe/ oder ob ich nur Theoreticè da⸗ von geſchrieben? Worauf ich in Antwort diene/ daß ich eben jede beſondere Praparation nicht ſelbſt gemacht habe; denn ein/ auf gleichmaͤßige Art gemachtes expe— riment, welches faſt von einerley Urſachen her⸗ ruͤhret/ iſt ſo ein offenbahrer Beweiß und Con- firmation des andern/ daß/ auſſer einer hand⸗ greifflichen oder wuͤrcklichen Unterſuchung/ nichts klarers ſeyn koͤnte: z. e. in dem anderm Capitel rede ich von der Pra paration des Zincks/ vermittelſt eines fluͤchtig alcalitirten Salßes/ ſo daß der ringirte Schweffel uͤbergetrieben werden mag/ und warhafftig unter ſeiner Geſtalt und Farbe in dem Spiritu enthalten ift und gleichfam darinnen wohnet ꝛc. Und da ich eben dieſes indem Sio und dem regulo Fij Stellato unterſuchet und pro~ a prok derf fel ji als d miti nicht daß ſchre alfo te ge ley ð dem nom weld und cher als t nen; E Sp ir nens bequ Wu lien vond te mi nip eger ben; verſt ande eine| wie ich ige vor- in ei⸗ ige/ mir son mir bedacht nir dar⸗ hun und ten gibt dgegen n Eiffe⸗ wiſſen ſes/ ob i ich ge- gehabt icè da⸗ en jede t habe; 5 expe- en her⸗ Ò Con- hand⸗ chung/ nderm zincks/ es/ ſo verden it und ichſam in dem et und pro~ g(217)? probiret habe/ ſo kan ich wegen des andern unwie⸗ derſprechlich ſchlieſſen/ daß der Zinck ſein' Schwef⸗ | ferja fo leicht als das Fium, und noch viel leichter als der Regulus Fij Stellatus, von ſich gebe. Daß mir aber mein Herr entgegen ſetzet/ ich ſollte mich nicht unterſtanden haben/ die Farbe des Oehls/ daf fie von einer folh- boben Linctur ſeye/ zu be⸗ ſchreiben: ſo gebe ich zur Antwort/ daß ich dieſes alfo viel und lang probiret habe/ als mich dauch⸗ te genug zu ſeyn/ gefunden zu haben/ in welcher⸗ ley Farb ſein Schwefſel mogte uͤbergehen. Zu dem Ende verfolgte ich deſto lieber mein vorge- nommene Unterſuichung in dem Are dij, als welches von Natur das Erbrechen verurſachet/ und beſtunde mein gantzes Experiment in gaͤntzli⸗ cher Außttilgung der erbrechenden Eigenſchafft/ als wozu/ wie auch einige andere Umſtaͤndte koͤn⸗ nen zu lernen/ ich groſſe Luſt und begierde hatte. Es war mir aber die gehörige Proportion deß Spir'tus noch nicht bewuft/ ſo hatte ich auch kei⸗ nen Vorrath von verſchiedenen Beffen/ noch ein bequemes Laboratorium, mein Experiment nath Wunſch in ein⸗ und anderem oder allen Mincra- lien außzufuͤhren. Und darum ſchrieb ich auch von dieſem Subjecto in aller Kuͤrtze/ und behiet temir bevor/ hievon/ wie auch von dem Geheim⸗ nuͤtß des Microcoſmi, bey kuͤnfftiger beſſerer Ge— legenheit einen weitlaͤufftigern Tractat zu ſchrei— ben; Dieſe herrlche Præparation der Metallen verſparend zur nechſten Unterſuchung/ wenn es mdf GOTT dem Herrn belieben wird; mir eine bequeme Gelegenheit dazu zu verleiheu. 95 Angehende a i iaa T a adadi n a A rE : 4% fips ¢; araen Ag SR(218) dfa Angehende meinen gegenwaͤrtigen Zuſtandt da er mir anmuthet eine offentliche Erflaͤhrung zu thun/ alldieweilen ſeinem Vorgeben nach/ Leute/ eines lubtilen Verſtands und die meine Erklaͤhruns der Natur geleſen/ gefunden wuͤr⸗ den/ die dieſes mein Uinternehmen tadel— ten/ mit dem Vorgeben/ daß es allzuhöhniſch und ſcharff angefangen waͤre/ und daß ſolches eine Wuͤrckung meines Zorns ſeye/ welcher von meiner Unterdruͤckung herruͤhrete. So bitte ich vors erſte um Erlaubnuß/ daß ich michklolmonts ſeiner Worte gebrauchen muß daß ich nicht der erſte bin/ auch nicht der Letzte ſeyn werde/ der ihnen ſcharff unter die Yurgen gehet. Ich beruffe mich auf die gantze Welt/ ob dasjenige/ was ich beſtraßfet habe/ nicht einen harten und ſcharffen Wiederſpruch verdienet ha⸗ be? Jedoch/ es muß gewaget ſeyn/ jacta nunc eft alca, Die Bahn iſt gebrochen/ und da hilfft nun weiter keindeath zu/ ob ich ſo hart und ſcharff bin oder nicht. Wielvohlen die Warheit zu be⸗ kennen/ der Apollo mich beym Ohr gekriegt und mir dieſen Rath eingegeben H non cxafpeřandos efle crabrones, man muͤſſe nicht ins Neſt ſtoͤhren/ und die Weſpen und Horneyßen rege machen/ weiln ſie die Aufforderuͤng fonder Verletzen und Stechen nicht wohl Vetragen koͤnnten. Aber! kan ich nur erſt ſo gluͤcklich ſeyn ihr Neſt in Zrand zu gecken/ welches ich bald zu thun verhoffe/ und ob ſie mir gleich einen kleinen Stich beybringen ſollten/ will ich mich doch darum wenig bekuͤm mer/ indem ich der gantzen gelahrten Welt kei⸗ nen nen mich A uͤber hier. þin ı der i Seit tigkt thog men EN Zuſtandt, laͤhrung ben aa die meine den wuͤr⸗ en tadel⸗ uhöhniſch iR foies elcher von uß/ dap wi mup; der Letzte ie Aligen Welt/ ob cht einen fenet ha- ita nunc Da hilft iò fu harff it zu be⸗ iegt und cfandos ſtöhren/ machen/ zen und Mber! Brand ffe/ und svingen bekuͤm⸗ elt kei⸗ nen tiea sinia i ANA biai aiebat a t4 nen geringen Dien t zu i vermeine/ ob es mich gleich ein wenig ſchmertzen wird. Alſo mein Herr/ derſelbe iſt nun gnug ſam uͤberzeuget/ daß mein gegenwaͤrtiges Ungluͤck hieran nicht Urſach iſt: Denn ich auch einDoctor bin und habe eben ſo wohl promoviret/ als einer der in dieſer Stadt practiciret/ und habe meiner Seits in meiner Praxi ſo viel Autoritaͤt/ Aufrich⸗ tigkeit und Erfahrenheit/ uͤber alle gemeine Me- thode der ſich in mermehr die G aenillenn nur ruͤh⸗ men moͤgen. Daß ich aber eine Zeitlang ims Vefängnu ver⸗ bar ren muß/ ruͤhret von der Bosheit eines beſon⸗ dern Feindes her/ von welchem/ wenn ich Gne budelis$i te Geſtalt betrachte/ ich das jeni⸗ ge nicht ſagen kan/ was ehedeſſen von de mS DE er Galba ge ſyrochen worden: Ingenium Galbe ma der fuͤrtreffliche Jerſtandt desGal & hat ſeine Wohnung in einem ungeſtalltendeil aik zeſchlagen: Dieſes/ ſage ich/ darff ich it neinem Gegentheil nicht ſprechen/ ſondern muß es unmwenden und fagen: Hos femper 2 quos a notavit, Yor denen qe- geii ichneten foll man ſich huͤten und vorſehen. Es hat ihm aber unſere ehe mahlig⸗gepflogene und genal ue Freund chafft l zelege onheit ge— win ins Kunfftige zue qual len/ wie er fih denun'it llein Ernſt darnach b eſtrebte und das vor ſeinen groften Gewinn ſchaͤtzte/ vonner mir meine Ru⸗ he ſtoͤhren könte. Ulnd was be ewegtei ihn doch da⸗ zu/ um mich taͤglich zu martern und zu guaͤlen/ anderſt/ als ſein verkehrter Sinn? a viel⸗ leicht daß er ſich dadurch ſuchte einen Nahmen zu machen; E E E E E E A TE ER O A TEEGA E E A E E y AN GE AR NE LPN GN $ i Aak A PA (220)25 machen? welches/ wenn dem alſo iſt/ ich ihm von Hertzen wuͤnſche/ daß er ſein Begehren er⸗ halten noge. Und ſo meine Schrifften fuͤnfftighin in einige Contideratlon gezogen werden ſollten/ fo mag ió wohl leiden/ daß er darinnen leße/ ich zweiffele auch teines weges/ daß er nicht eben ſol⸗ chen Nahmen(dergleichen Oporinus durch ſeim Boßheit/ als er den Paraccltum verfolgte/ er⸗ halten hat) uͤberkommen wird: ich meines Orts werde alles/ was ich nur kan/ beytragen/ und bin verſichert/ dieſes ſoll ihm eben ſo ein ewiges Denckmahl abgeben/ als demjenigen/ welcher/ da er nicht wuſte/ wie er ſeinen Nahmen un. ſterblich machen moͤgte/ der Dianz Tempel in Brand geſtecket hat. Lebet demnach noch lan ge/ mein artiges Stuͤck von einem Manne/ und laft ſo viel/ als meine Schrifften mit Vortheil und Vergnuͤgen leſen werden/ allezeit euerer einge⸗ denck ſeyn/ als eines dunckeln Schattens gegen mir/ und daß ſie euch mein unverſtaͤndiger Wie⸗ derſacher/ gebuckelter Apoſtel und wercklichet Helliger/ als einen knoticht⸗ und unförmlichen Schleiffttein gebrauchen moͤgten, meinen an⸗ 1 Fleiß und Muͤhe daran zu ſchaͤrf⸗ en. Ich bin zwar/ mein Herr/ vor dieſem mit mei⸗ nem Widerſacher wohl bekandt geweſen/ voritzo aber muß ich ihm gantz frembd geworden ſeyn/ ſo daß deß Herrn ſeine neue Zeitung nur eben⸗ falls etwas neues iſt; wiewohln ich mit höchſtem Mitleiden vernehmen muß/ daß/ ſeither er ſich ihin ſelöſten/ umb mich zu turbiven und zu peini⸗ gen/ auffgeopffert hat/ ſeine reputation dadurch Noth Noll Ja e Doći Chri Uug böſer nelh mic 1 un; Heni ich m zu ve Haß muß einen Verf heit/ theot wer lein/ turn nen u ger ei falſch amn finn entſck daßee ich w ſuche ten f mein hertz E/ idh ibm gehren er⸗ Fuͤnfftighin en ſollten/ en leße/ ich bt eben fol- durch ſeine olgte/ er⸗ ines Brts gen/ und ein ewiges welcher/ himen uii empel nE noch lan⸗ inne/ und rtheil und rer einge⸗ ens gegen ger Wie⸗ ercklicher umlichen inen an⸗ uſchaͤrf⸗ mit mei- 1/ vorig n ſeyn/ ir eben öchſtem v er fih u peini⸗ adur Noth (221) Nolh leidet/ und ſein Verſtand verfinſtert wird. Ja er mag viel eher vor einen Spitzbuben als Doctorem, oder vor einen Debauchanten als Chriſten paſſiren/ woruͤber mir fuͤrwahr die Augen uͤbergehen. Denn ob er zwar mein ſehr böſer und verkehrter Widerſacher/ wiewohl oh⸗ ne Urſach/ geweſt iſt/ fo babe idh der edlen chy- mie wegen/ die er prætendirt/ ſcilicet, zu wiſſen und zu verſtehen/ doch noch alle Ehre vor ihm. Denn warhafftig/ mein Herr/ diß Zeugnuͤß muß ich meinem Widerſacher geben/ daß er eben nicht zu verachten iſt /lund mag die Welt von feinen Haß gegen mich urtheilen was ſie will) jedoch mug i das von ihm melden z dag es tbm alg einem Mann und der ſtudiret hat/ weder an Verſtand/ noch Wiſſenſchafft/ noch Beſcheiden⸗ heit/ in ſo fern er der Galenitten methode als ein theoreticus verwirfft/ noch an Scharfffinnigreit ſo er in der chymie zu haben vorgibt/ fehle. Al⸗ lein/ weilen es ihm in vielen Stuͤcken in der Na⸗ tur mangelt/ ſo kan er vor keinen vollkomme⸗ nen und auffrichtigen Mann paſſiren/ viel weni⸗ ger ein guter Chriſt ſeyn/ als der unter allen falſchen Chriſten/ ſo viel ich ihrer auch kenne/ am meiſt en ſchwehret/ fluchet und laͤſtert: auch können ſeine Fehler in der Pyrotechnie gar nicht entſchuldiget werden/ weßwegen ich auch glaube/ daß er mich daruͤber am meiſten haſſet. Doch ich will ſo viel an mir iſt/ ſeine Schwachheiten ſuchen zu bedecken und hingegen ſeine Qualita⸗ ten kund und offenbahr machen. Lind darung mein Herr/ ſo bitte ich umb Erlaubnuͤt euch hertzlich zu erſuchen/ daß indeme jemand ihn euch 22(222)2 als einen guten Doctorem und erfahrnen Chy⸗ micum recommendiret hat/ ibe nicht auff di Gedancken fallen moͤget/ als haͤtte ich euch/ we⸗ gen des Zwieſpalts mit mir/ von ihm abgerah⸗ ten. Denn was feine Gelehrſamkeit betrifft(als von welcher ich vor allen anderen/ wegen unſerer ehemahligen guten Bekandtſchafft/ das beſte Zeugnuß geben fan:(will ih ven Heren veri: chern/ daß er dißfalls gar geſchickt und quallfi cirt iſt/ doch kan ich ſeine Wiſſenſchafft und experientz in chymiſchen Dingen nicht ruͤhmen/ wiewohl ſein auter Wille mir nicht unbek andt iſt. Zwar habe ich gehöret/ daß er hierinnen wa⸗ beſonders ſeyn will/ ſo muß ich dem verſtaͤno⸗ gen Leſer berichten/ daß er der verſtandigſte un. ter allen Engliſchen Philoſophis nicht iſt/ wit er wohl davor ſcheinen und angeſehen ſeyn will/ ſondern irret eben ſo wohl/ als denen allerbeſten Kuͤnſtlern oͤffters zu geſchehen pfleget/ und das iſt das alleraͤrgſte/ das ich von ihin ſagen kan. Doch ſoll es mich er freuen/ wenn ich hören wer⸗ de/ daß Wilhelm Currer unter die experimenta- liſche Philoſophos endlich angenommen worden/ und unter denen wabren Adepten der Pyrotech- nic, die durch das Feuer gleichſam wiedergebohren ſind/ zu finden iſt. Wobey ich ihin aber wun⸗ ſche/ daß er ſein gottloſes und ungerechtes fahren/ durch welches er mir/ ohne eingi bene Urfah/ meine Rube verftret/ meini $ l ti Procuratorem gegen mich verhegt 7 und einen gottkoſen Mann(in deſſen Gewiſſen man mit Pferd und Wagen einkehren mag) auffgewi⸗ ckelt gen l Edf word berei tribi habe, um ſelbi deßje. Kunf der n gehen Gefaͤ berm Feſſel Lin RU gei erfaht meny mittel tation Die IN gebrac fid faſt ol Seege gehobe Er experi, rnen Chy⸗ ht auff die euch/ we⸗ n abgerah⸗ rifft(als en unfer das beſte eren verji: 10 qualifi chafft und ruͤhmen/ inbekandt nnen imas per fandi Ul⸗ di igſte un{ii iſt/ twit eyn will/ llerbeſten und das iven tuer erimenta i 1 Dyreteéch- gebohren f Rep n D er wi man mit ugetwi ckelt G?(223) Ha Élt hatz auff dah er wider die Warheit und ge⸗ gen mich ſchwoͤhren ſollte; und durch welchen Eidſchwur ich widerrechtlich bin verdammet worden/ mit hertzlicher und wahrer Bekehrung bereuen möge: GOtt von Hertzen bittend/ daß er ihme ſolches verzeihen wolle/ gleich ich gethan t labe/ und now thue. Hnd nu nſcht reite ich w wieder yu meines Herrn ſeinen uͤbrigen Fragen/ umb elbige zu bean itworten. A verlanget demnach eine kurtze Erzehlung deßjenigen/ was ich in der chymiſchen Artzney⸗ Rung bereitet und gemacht habe/ ſo will ich mich der natürlichen methode gemaͤß auff das vorher⸗ gehende beziehen/ und den Wiſſens-hegierigen Leſer unterrichten/ aus weccherkyplleſec en und was vor einem Fundaͤment ich ein faſt jaͤhriges LGefangn ůtß habe erdulden muͤſſen/ bevor th bermoͤgend geweſen/ die beſchwerliche Laſt der eſſel und B Jande abzuwerffen und zu zerreiſſen. timb aber meinem Herrn volligen Unterricht zu geben(obwohlen ich weiß/ daß er nicht un⸗ erfahren hierinnen iſt) ſo geliebe er zu verneh⸗ men/ daß durch die Kunſt der Chymic, und ver⸗ mittelſt aa und meiſt verdrießlicher ope- fetionenz die all erperborgenſte“ Dinge/ womit die Natur die ſimplicia begabet/ ans Tageslicht gebracht werden/ wodur sh viele Kranckheiten die an ſich ſelbſten ſehr ſchwehr ja denen Galeniſten faſt ohnmoͤglich fallen zu cur then/ durch GOttes © Stegen ficer und leichtlich koͤnnen und moͤgen gehoben werden. Er ſiehet alfo/ mein Herr/ daß dieſe meine ſexperimenta(wie es einigen gefallen hat ubg I E EN EE ST A R Epee (224) bey ihm faͤlſchlich anzugeben) nicht auff einem eiteln und ungegruͤndetem Fundament beſtehen/ ſondern durchauß auff des Menſchen Wohlfaͤhrt und Geſundheit/ und zumahlen auff ſolche Kranckheiten gerichtet ind/ die dem Meuſchen ſehr geſchwind auff den Hals kommen/ und ſei⸗ nem Leben und Geſundheit ſehr gefaͤhrlich ſchei— nen: und dieſes iſt vormahls geweſen und iſt noch/ und wird auch kuͤnfftighin die vornehmſte Abficht und das Hauptwerck meiner ſtuclicn verbleiben. So ferne es nun meinem Herrn gefaͤllig iſt/ in meinen vorhergehenden Tractat zuruͤck zu ſehen/ ſo wird ſichs finden/ das ich bereits einige Meldung gethan/ wie bey fo ver- ſchiedenen Kranckheiten/ damit die Menſchen befallen werden/ auch mehr denn einerley Me⸗ diein erfordert werde. Die Curen/ welche durch die Simplicia vollbracht werden/(um ſo ferne ſie ſpeciticè und beſonders ſo/ wie es eine jede Kranckheit erfordert/ berel⸗ tet ſind /) beſtehen alleſamt. Wir hielten auch davor/ daß es wohl moͤglich ſeyn koͤnnte/ und waͤre nicht zu zweiffelen/ die guͤtige Vorſorge Gottes wuͤrde/ unter einer ſo groſſen Anzahl derer Simplicien die ſie geſchaffen/ woͤhl ein gehei⸗ mes Heil⸗Mittel gegen alle Kranckheiten geſetzel und verordnet haben. Wie aber ein Sohn der Kunſt ſeinen Begierden aufhelffen und die ver⸗ borgene Weege zu ſolchen Artzneyen finden mo⸗ ge/ lehret ſehr weitlaͤufftig das vorhergehende Huh meiner Pyrotechnic: Denn in ſelbigem ha⸗ be ich gar deutlich demonſtriret/ daß diejenige welche der natuͤrlichen Unterſuchung mit Sni ; uud und 8 den w tigen i tuͤrlick Zweck Es alfo gi deren fice letztere meny menhe uin an herrlic als all durch! heiten/ jenige dert w ſpecifi. Ruhr, trieber Uni leidig! dige N fluͤſſig teln be under fleiſſig wird. fames enige, ckung a W(225) iff einemund Fleiß ergeben ſeyen/ und zugleich mit mir beſtehen/ den wahren Titul eines vollkommenen/ auffrich⸗ zohlfahrt tigen und unbetruͤglichen Nachforſchers der na⸗ iff folchetuͤrlichen Geheimnüſſe erlangen wollen/ ihren Nenſchen] Zweck im Feuer uͤberkommen muͤſſen. und ſei⸗Es ſind aber derer Medicamenten/ welche ith foer f alfo genennet zu werdeu wuͤrdig ſind/ zweyerley: n und iſt deren einige in tono unilono, andere aber ſpeci- rnehmſtetcs und ins beſondere curiren. Unter welchen ſtudienletzteren einige dem groſſen arcano ſo nahe kom⸗ u errn f menz daß ſie gar bald ihre allgemeine Vollkom⸗ Tractatſmenheit und Wuͤrckung erreichen: und wieder⸗ das ichum andere/ die mehr beſonder/ auch weit edler/ ey ſo ver·herylicher und vortrefflicher von Wuͤrckung ſeyn/ Nenſchenals alle der Galeniſten Artzney⸗Mittel; und wo⸗ rley Me⸗ durch mancherley und ſehr gefaͤhrliche Kranck⸗ heiten/ wozu eben das groſſe arcanum, noch das⸗ ollbracht jenige ſo ihme am nechſten koͤmmt/ nicht erfor⸗ eſondersdert wird/ ouriren/ ſondern koͤnnen alleine durch vt/ berei f ſpecitica(dergleichen man bey Fiebern/ rother lten auchRuhr/ Huſten ꝛc. gebrauchet) gehoben und ver⸗ te/ undp trieben werden. Borforg f Und nun mein Herr/ fo barmhergig und mit- 1 Anabl p lidig iE der-Ott der Natur gegen die unwuͤr⸗ in gebei f dge Menſchen/ daß er jene reichlich und uͤber⸗ n geſetzetfluͤſſig mit demleichen ſpecitiſchen Artzney⸗Mit⸗ Sohn der teln begabet hat/ welche mehrentheils die Krone die ver⸗und erſte Belohnung ſind/ ſo einem gelahrten und Den mö⸗fleiſſigen Krrilten dargereichet und mitgetheilet rgehendewird. Es will aber bey denen ſpeciticis ein wach⸗ igem haff fames Aug erfordert werden/ allermaſſen die⸗ diejenigejenige/ welche von der edelſten Krafft und Wuͤr⸗ it Ernſtckung ſind/ am meiſten auch verſchloſſen liegen und H unD EAE G NAIRE E GANN 1 e A r a a a A Ar A aE A A EN EE AE AS EE E A a k LEAN R 226 J und die muͤhſamſte Zubereitung erfordern. Gleichwohl iſt eines des andern Wegweiſer/ von deren Bereitung man gar leichtlich zu einer andern ſchreiten fan. Wie ich nun nicht zweiffele/ daß mein Herr eine genugſame ſatisfaction und Erlaͤuterung von mir werde erhalten haben/ ſo verſichere den⸗ ſelben anbey/ daß alles was ich hier geſchrieben/ unter dem Seegen GoOttes aus meiner ſelbſt⸗ eigenen praxi und Handarbeit gefloſſen ſeye: wiewohl ich nicht allzeit weder mit allen/ noch mit denen vortrefflichſten Gattungen dieſer Artz⸗ neymitteln verſehen bin: davon ich ihm aber/ ehe ich dieſe materie verlaſſe/ voͤllige Rechenſchafft abſtatten will. Denn wie ich vorher ſagte/ ſo entdecken ſich einem eifferigen Sucher von ſelb⸗ ſten erſtlich die geringere/ bernach viel edlere Artzneymittel/ und ſind die geringere ſchon ſoſt⸗ cient genug mancherley Kranckheiten/ als da ſind Fieber/ Blutſtuͤrtzungen/ Seitenſtechen ꝛc. zu curiren. Wo nun die materic, ſo dergleichen Kranckheiten verurſacht/ in denen primis viis f enthalten iſt/ ſo wird ſelbige durch abſtergirende und verſuͤſſende Mittel auffgeloͤſet und hinweg genommen: und dieſe Gattung von Artzney⸗ mitteln iſt am meiſten im Gebrauch/ ob ſich zwar ibre Wuͤrckung nicht allzuweit/ und auff alle Kranckheiten erſtrecket. Denn wie viele tauſend werden jaͤhrlich von jaͤhen und gefaͤhrlichen Kranckheiten uͤberfallen/ die das menſchliche Le⸗ ben in höͤchfte Gefahr ſetzen/ auch in der That viele/ beyde in der Stadt und auff dem Land/ um das Leben bringen. e t r Und Mitt nen/ hnb tåt Fi lerley Hand S dicam zu Wẽ eine a reitun Krafft te und ihrer den fer we meiner fieri po! lichtet ſchehen We Præ par ſolche he meines ſtandte. ls ich! ſie entw bder ger denn en nen ode könnte. rfordern. gweiſer/ gu einer f cin Herr juterung here den⸗ chrieben/ er ſelbſt⸗ en ſeye: / noch fer Urh aber/ehe enſchafft gte/ ſo pon felh: edlere on hmi- E 3 da find en ꝛc. zu gleichen mis viii f rgirende hinweg Artzney⸗ ich zwar zuff alle tauſend hrlichen iche Le⸗ r That nd/ um koͤnn Und (227E Und obwohln vor dergleichen Zufaͤlle mancherley Milttel gu finden fnd und gemacht werden Fön- 807 o muf man gleichwohl nur am meiften da- hin beflieſſen feyn/ diejenige foin groſſer Quanti- tat können verfertiget werden/ und fich auf al- lerley Kranckheiten appliciren laſſen/ vor die Hand zu nehmen. Ich meines Orts habe ſchon verſchiedene Me— dicamenta ſpecifica gegen die Fieber erfunden und zu Werck gebracht/ auch gebrauchet: da ich aber eine andere Artzney erßinden ſollte/ deren Zube⸗ rettung eben nicht mehr Müh erforderte/ an Krafft und Wurckung aber ſich weiter extendir- te und außbreitete/ ſo wollte ich von der anderen hrer Zubereitung abſtehen und mit dieſer zu frie⸗ den ſeyn/ ſo fern als ich dasjenige/ was ich ſu⸗ ſche/ zu wegen bringen koͤnnte/ laut dein ge- meinen Spruͤchwort: Frufira fir Pen plura, quod eri poteft per pauctora, WAS dur weniges ver⸗ ret werden kan/ darff nicht durch vieles ge⸗ ſchehen. Weiln ich nun ſolcher Geſtalt einmahl die Præ paration einer edlen Medicin erfunden/ und ſolche habe kennen lernen/ ſo iſt der Hauptzweck meines Fleißes in taͤglicher Experimentirung be⸗ ſtandten pie ich die Præparation, aufs beſte als ich nur thun könnte/ verbeſſern moͤgte/ daß ie entweder mit wenigerer und leichterer Muͤhe bder geringerer Schwuͤrigkeit gemacht/ und als⸗ denn entweder mit mehrerer Anmuth eingenom⸗ Ad oder kraͤfftiger in ihrer Wuͤrckung werden P 2 + a TEE T EE E T E EI EERE T a EIN D AS p AE ARG LAN k f KINSER ar a Era E ETAR EA ERAN T (228)e5 In Warheit ich bin kaglichs bemuͤhet/ die Medicamenten zu einer hohern und herrlichern Würckung zubringen. Ich Practicire aber meh⸗ rentheils ſolche/ die ſich auf die bequemſte Art und in groffer Quantität machen laſſen; weiln ich davor halte/ daß es einem Doctori zu mehrern Ehren ge⸗ reichen ſolte/ wenn er jaͤhrlich viele Kranckheiten curiren kan/ als wenn er nur allein ſeine Zeit in Præparirung herrlicher Artzneyen zubringt. Und obwohl die geringe Artzneyen auch koͤnnen ge⸗ braucht werden/ ſo hat man derſelben Doch nicht noͤthig/ wo eine vollkommenere Præparation das Werek verrichten kan; Und dennoch kan man nicht vorſichtig gnug ſeyn/ allen Kranckheiten die jaͤhr⸗ lich vorkommen/ damit zu rathen und zu helffen. Ich laͤugne nicht/ wenn jemand ſich beſtreben wolteẽ/ bey Gelegenheit/ beyderley Arten von Præpa⸗ ration zu machen/ ein ſolcher nicht übel fahren wuͤr⸗ de/ dieweilen er ſich auf ſolehe Manier ſelbſten mit allerhand Artzeneyen verſehen koͤnte. Dieſes iſt all⸗ zeit mein Ungluͤck geweſen/ daß ich biß hieher feint bequeme Gelegenheit gehabt habe/ dahero ich auch weiter nicht capable war/ als bloß einige wenige Lr· perimenta quf eine Zeit lang zu machen/ und dit meiſt univerlaliter, ob gleich nicht im hoͤchſten Grad imd allzeit/ fondern nur obenhin/ ihre Würckung verrichteten. Ich continuire doch noch gegenwal tig immerhin inhoͤhern Entdeckungen/ welches abit nur in kleinen Proben geſchiehet/ und deren ich y erci habe/ alldieweilen die verdrießlich⸗ und muͤhſamt Operationes mit einem groſſen Hazard vergeſel⸗ ſchafftetſind: indeme es eben ſo leicht nichtanothn i meinem vorgehenden Tractat einige angem da ich legenhe denn di theoriſ ich mir imprim hen: ei ren Præ bequem velche/ wird/ oꝛ daß gena I bereit teroc Sin und I ; nes zel welch meine in me Denn gehet! nem muß/ moͤglie perati achtfai Erfolg hem De uͤberdri 9e(6229)R et/die daß wo einer dergleichen in geringerer Quantitdt lichern gemacht haͤtte/ ſelbiges alfobald in groͤſſerer Menge r mehs bereiten koͤnte. Denn das Stuer ift ein Agens he- irt und terocliton, welches ſich nicht nach eines jeden davor Sinn richtet/ auch an keine geometriſche Reguln ren ges und Proportion binden lafet. ckheiten Dieſes iſt alſo mein. Herr der rechte Grund mei⸗ Zeit in neszehen monatlich außgeſtandenen Gefaͤngnuſſes/ Und welches ich gedultig außgehalten habe/ damit ich nur nen ge. meinen Experimenten obliegen moͤchte/ welches mir hmot E in meiner Freyheit zu thun nicht zugelaſſen ware. ion das Denn einem Medico der ſeine Praxin wahrnimmet/ annit E gebet durch dieviete Vifiten/ die er theils auſſer fei⸗ die jahr⸗nem Hauſe thun/ theils in demſelben annehmen lffen. muß/ die meiſte Zeit verlohren/ ſo/ daß es ihm ohn⸗ eſtreben moͤglich fallet einer verdrießlich⸗ und langſamen O- Prepa peration abzuwarten: ſoll er es denn an einen un⸗ en wun,achtſamen Diener befehlen befehlen/ ſo iſt der gute ften mit JErfolg davonſo ungewiß/ daß auch daruͤber in kur⸗ 8 ift all hem der Artitle ſelbſten der Sachen ſolte můd und her keine Nuberdruͤffig werden. Wäͤhrender ſolcher Zeit denn/ ich auch Nda ich gefangen ware/ uͤberkam ich bequemere Ge⸗ enigeEx g legenheit dieſen Dingen nachzuforſchen/ wie ich und die denn dieſes mein moiſtes Werck ſeyn laſſen/ meine ten Grad theoriſche Speculationes und Argumenta, ſvelche Zuͤrckung ich mir durch das Leſen und anderes Nachforſchen egenwal!imprimixret hatte/ durch die Praxin ins Werck zu ſe⸗ cheg abi hen: einige andere Stuͤck aber von denen ſchweh⸗ ren ich Miron Præparationen/halte ich mir biß zueiner andern gemercklflbeguemern Zeit und Gelegenheit noch außgeſetzet/ muhſamewelche/ wie ich hoffe/ mir GOtt in kurtzem geben vergeſel fwnd/ oder ich will mich/ leber an eiuen andern Dig tangeh, Ya hin⸗ A E ea- n EE APEN ERG A ET G pie h AEA A. EEN D a o aa a(230) 26 hinbegeben/ um die Gele genheit zu finden/ die mir hier verweigert wind. Ich wende mich aber nun wiederum zu ſeinet Frage/ da er zu wiſſen verlanget/ wie ſich doch det— jemge verhalten muſſe/ der fich auf die Nachfor⸗ ſchung natuͤrlicher Geheimnuͤſſe zu legen geméet f und doch von denen vortrefflichen Zubereitungen kein Meiſter iſt. So weiß ich denenjenigen keinen beſſern Rath mitzutheilen/ als ſie thun/ was ich auch thue/ wenn fie Feine bequeme Gelegenheit haben dergfeichen Ay tzeneyen zu machen/ die ich aud felber feber wur ſchete. Denn ich bilde mir ein/ daß/ in Abſicht dei Effects, dieſe Sache ein ſchlechtes Ende gewinnaſ muͤſſe/ wo man entweder Mangel hat an guten A⸗ tzeney⸗Mitteln/ oder dieſelbe nicht recht zu præpar ren weiß/ oder es gar an Gelegtnheit fehlet/ dieſcllt in gehoͤriger Quantitaͤt zu verfertigen. Und alſo kommt mein Rath mit Helmoms ſeinem uͤberein/ wenn er fpricht: Sz fordes primi heſerint latebris, utendum abfterfivis, refolutivis natura tuto fatagente reliquum, Di. wenn der Unrath in denen erſteren Cavitaͤten(Prime viis) behangen bleibet/ muß man ſich dere alſtergirenden und reſolvyrenden Mittel be⸗ dienen/ das uͤbrige wird die Natur zur ch⸗ nůge und ſicher genug aufrichten. Den da ſind vielerley reinigend⸗ und abftergirende Ar tzeneyen/ die einem behutſamen Doctori niemahlſſ fehlen ſollen/ darunter find die Alcalia, ſo mit deſ SpirituNitri oderVitrioli&c. alcooliſiret/ oderm denen Oleis, oder einem SpirituVini, der nach Out befinden deg Artiften mit einen vegetabili Dary M dar, wor lang ande ten tenb Hel ferin Japo aber mar die und Alca fel be Zwe enbi Prax prieſt erfor ſorgf ſoltet Arutzr nf auf e undi | bring | Bor | Dag E leifur fluͤcht / die mit n zu ſeiner h Doch Der- Nachfor⸗ gedencket/ creitungenf ſern Rath f jue/ weni feichen Ay ieber wui Abſicht dis gewinnmg guten A⸗ u præpari- et/ dieſelbeß Helmonts -des primi re folutivti wenn det en(primi feb oeraf ittel be⸗ r zur Oe D yende Ar niemahleht fo mit dM t/ oderm nach Gup bili Darji Daryl R(231) darzu inſonderheit bereitet werden kan/ elixerirt worden. Und dieſe Operationes gehen nicht ſo langſam von ſtatten/ ſind auch nicht ſo ſchwer als andere/ und moͤgen alle Jahr in Menge bey ſo vie⸗ ien Kranckheiten als die allerherrlichſte Medicamen⸗ ten bereitet und gebrauchet werden. Hierbey ſchickt ſich nicht uͤbel was gedachter Helmont weiter ſpricht: Si penitentiore receſſet he- ſaponis cuncta abſtergunt,.i. wenn der Unrath aber noch tieffer verborgen liegen ſolte/ muß man ſich der fluͤchtigen Alealien bedienen ⸗ die gleich einer Seiffen alles abwaſchen und wegnehmen/ ꝛc. Dahero man dißfalls die Alcalia volatiliſiren und mit mineraliſchem Schwe⸗ fel beſonders zurichten muß/ wo man anders ſeinen Zweck erreichen will. Denn da iſt ſchwerlich eine eintzige unter denen viertzig Kran kheiten/ die in der Praxi vorkommen/ zufinden/ welche dieſe ſo hoch ge⸗ prieſene vortrefflich-abſtergirende Artzneyen nicht erforderte/ und ſie dahero einem erfahrnen und | arm Medico niht alles Vergnugen geben olten. Auſſer der abſtergirenden Eigenſchafft einiger Artzneyen/ finden ſich noch andere/ die mit einer be⸗ ſäͤnfftigenden Qualirat begabet ſind/ und gleichſam auf eine annehmliche Manier/ deu aufgebrachten und raſenden Archeum befriedigen und zu Ruhe bringen/ und die zornige Impreſſion daͤmpffen. Von welcher Gattung ich unter denen Mineralien das Ens Qis hochhalte/ welches nach Helmonts An⸗ leitung in ſeinem Tractat Butler, vermittelſt des flüchtigen Salis Uring, das von ſeinem Geſtanck be⸗ P 4 freyet ſerint, aſſumenda ſunt alcalia volatilia que inftar- AO P EET GA AE JA OO ARNELA T R N D ATE any 3 w (232 J26 freyet iſt/ ubereit wird. Wenn denn dieſes mit dem W᷑̃ verſůſſeten Colcothar Qis zwey oder dreymahl ſabli-berz mirt wird/ werden beyde in ein herrlich-tingirtes ¶te /z | Corpus, ġder befftr gu fagen in cinen Spiritum per- F gufo | wandelt werden/ deſſeu 5. oder 6. Gran alle hitzig⸗- zez und kalte Fieber/ das Seitenſtechen ꝛc. curiren/ auch exp, die Exorbitantien des unruhigen Archei hemmen. Tesiſ ipaa Ubrigens/ ſo gehet die Operation leicht von ſtatten/ rom p und kan man deſſen in kurtzer Zeit eine ziemliche brat Quantitãt bereiten. chen In dem vegetabiliſchen Reich/ iſt das Opium, peni wenn es gerechter maſſen præapariret wird/ eineauß⸗ Gai buͤndige Artznuey/ und wenn es mit dem fluͤchtig-⸗ acid elixerirten Alcali des Weinſteins(vornemlich aber nich mit ſeinem Samech) hereitet worden/ iſt es ein be- den ſonders Diureticum und Diaphoreticum, ſtillet al- le Sehmertzen des Leibs/ und iſt ein approbirtes U davt Mittel vor mehr denn viertzig unterſchiedliche“ ctat Kranckheiten/ und wo man ihm noch andere Sim- Untt plicia zuſetzet/ wird es in feine Kraf und Wir P Funi Eung immer mehr und-mehr verftárcEet/infonde P nene heit wenn Aloe, Myrrhen und Saffran als die P nen/ ia aE Aah Baſis des Elixir proprietatis darzu genommen wiß nae dait wird. ich fi Und nun mein Herr/ komme ich auff deſſen bean letzte Frage/ warum ich es nicht mache/ gleich es Urle Helmont gemacht hat/wieer felbften von fich febrei- E befel þet/ venalia remedia exponere, Oah idh meine mich Medlicamenten zu Kauff geben ſolte/ alg mel richt ches ihr dencket/ daß es ein beſſerer Beweiß⸗Grund liche ſehe/ als wann ich groffe Bücher voll dapon P brin ſchriebe. vern Ich geſtehe mein Herr/ daß dieſes ein g T gesi yeg mit dem ahl ſubli- tingirtes itiun ver⸗ lle hitzig⸗ iren/ auch hemmen. n ftatten/ ziemliche Opium, eine auß⸗ fluͤchtig⸗ lich aber $ ein be- ſtillet al⸗ drobirtes chiedliche yere Sim- d Wur⸗ nſonder— 1 alg Dit nommen ff deſſen gleich es ch febrei j) meing als wel⸗ -Grund ll davon in guter f Wig R(233)26 Weg iſt/ um die Welt derjenigen Warheit zu ú- berzeugen/ vor welche ich in meinen Schrifften ſtrei⸗ te /zumalen wenn jemand der etwas ſchreibet/ ſolches zufolge des allgemeinen Spruͤchworts/ Lenere ut te vudcam, rede/ daß ich dich ſehen moͤge/ mit experimentirten Proben beſtaͤttiget. Und fuͤrwahr es iſt eine Sache/ daran ich laͤngſt gedacht habe/ de⸗ rowegen/ mein Herr/ will ich vorerſt die allerge⸗ brauchlichſte Meckcamentain groſſer Quantitätma⸗ chen/ als das Ens Qis, Samech nepenthe, Sal ne- penthes, Samech elexir proprietatis, ſamt allen Gattungen der alcoolitirten Alcalien, welche mit acidis, vinoſis& urinoſis, ſauern/ Wein- und har⸗ nichten Spiritibus abgezogen und bereitet tvor- den ſind. Was nun den Gebrauch derſelben betrifft/ davon will ich in kurtzem in meinem nechſten Tra- ctat der triumphirenden Pyrotechnie eine voͤllige Unterweiſung geben/ und durch eintzele Blaͤtter kund machen/ wie bald einige vortreffliche Artze⸗ nepen in groffer Quanrität gemacht werden koͤn⸗ nen/ und hat man dieſelbe dieſen Sommer noch ge⸗ wiß zu gewarten. Und alſo/ mein Herr/ glaube ich ſein angenehmes und ſehr gelahrtes Schreiben beantwortet zu haben/ und nehme hiermit von ihm Urlaub/ ihn in GOttes treue Obhut und Schutz befehlend/ als der allein vermoͤgend iſt/ ihn und mich zu bewahren/ zu dem ich auch mein Gebeth richte/ daß Er mehr und mehr Die Warheit verherr⸗ lichen/ und das Licht aus der Finſterniß hervor bringen moͤge/ damit die verborgene und ſchier vermoderte kundamenta, worauf ein zwar praͤchti⸗ hes doch baufaͤlliges SR zum gaͤntzlichen Kuin PS und t(234) 06 und Verderben vieler Familien/ durch den Betrug der uͤbel intormirten Schulen/ vor vielen Jahren aufgerichtet worden/ wiederum an des Tages Licht kommen moöͤgten. Gott bittende/ dafi Er fie zu feiner Zeit üͤberzeugen wolle/ Damit fie die Bahr- heit ergreiffen moͤgen/ die ſie biß hieher ſo ſehn ge⸗ haft und verſolget haben. Sch bin mein Herr Gegeben in meinen Zimmer zum weiſſen Schwane. Euer Freund und Diener Johann Starckey. Damit die noch uͤbrige Blaͤtter nicht moͤg⸗ ten leer gelaſſen werden/ habe ich dieſes Tractaͤtgen mitbeyfuͤgen wollen/ welches ein groſſes Antidotum oder Gegen-Gifft in ſich haͤlt/ von Helmontio, Paracelſo und Crollio genannt ELIXIR: PROPRIETATIS, welches iſt das groͤſte Cordial und die hoͤchſtge— prieſſenſte Medicin in der gantzen Welt/ um der geſchwaͤchten Natur des Menſchen wieder auf⸗ zuhelffen. Deme iſt auch nebenſt des Autoris Præpara- tion annoch beygefuͤget/ die Art und Weiſſe das Sal Tartari zu volatiliſiren/ als wodurch eigentlich dieſes Elixir bereitet werden muß. Helmont ſchreibet: in tr. von denen Kranck⸗ heiten 54. c. 19.§. 4. Es hat die Natur durch die Guͤte des Hoͤchſten gewiſſe und beſondere Artze⸗ neyen in dem vegctabiliſchen Reich hervor ge- bracht/ wodurch die Kranckheiten auch auf eine ſonder⸗ Betrug Jahren yes Licht Er ſie zu Wahr⸗ ſehn ge⸗ Herr Diener rckey. t moͤg⸗ ictaͤtgen tidotum nontio; S, oͤchſtge⸗ um Der er auf ræpara- iſſe das gentlich Kranck⸗ arch bie e Artze⸗ Ór ge uf cine ſonder⸗ R23) ſonderbare Weiß vertrieben nnd geheilet werden konnen/ welche bif dahero aus Naͤchlaͤßigkeit der unterſuchenden ſowohl/ als aus geitziger Gewinn⸗ ſucht und ohngezweiffeltem Neid des Satans per- borgen geblieben. Solcher geſtalt nun vertreibet das Elixir proprietatis Paracelſi, die Engbruͤſtig⸗ keit/ die hinfallende Sucht/ den gantz und halben Schlag/ die Auszehrung und Schwindſucht ete. Weiln aber dieſes Elexir von niemand anderſten als einemerfahrnen Chymico, der durch keine Ein⸗ bildung/ ſondern durch die vollkommene Praxin da⸗ zu gelanget iſt/ und mit Fug und Recht den Nah⸗ meneines Kunſt⸗geuͤbten Meiſters fuͤhret/ bereitet werden mag/ ſo befinde mich aus Mitleyden be⸗ wogen/ euch hierzu einen Weg zu zeigen. Nehmet von reiner Aloe, der auſſerleſenſten Myrrhen und des beſten Saffrans jedes eine Un- tze: Wo ihr mehr nehmt/ werdet ihr euch betrie⸗ gen: ſtoſſet dieſelbe klein und thut ſie in ein groß Glaß mit einem langin Halß/ und verſiegelt es Hermeticè, digerirt ſie in gelinder Waͤrmbde/ da⸗ mit das Glaß nicht ſpringe/ biß ſich die Materie als ein Brey zu Boden geſetzet und ein klares Qehl mit Waſſertropffen an denen Waͤnden des Glaſſes fich circuliret und ſehen laͤſſet: Beffnet ſo denndas Glaß und ſchůttet ein 1d. Zimme.⸗Waſſer daruͤber/ deſtilliret es mit einander in feuchtem Sand morz an man allzeit heiſſes Waſſer gieſſen muß/ und dadurch/ ſpricht er/ habe ich ſo wohlvier⸗ als alltaͤgi⸗ ge Fieber curiret. Paracelſus in ſeiner Archidexie fuͤhret dieſe Worte/ nehmet Myrrhen/ Aloe und Saffran/ jedes gleiche viel/ thut es in einen h. ican/ AEA PNTE ranm gnai ie —— a W(236) a fican und feket es in cine gelindi Sandhitze zweh Monath lang/ ſo dann deſtilliret das Oehl/ doch fo daß es nicht anbrenne/ und circuliret beſagtes Oehl noch einen gantzen Monath lang/ nnd hebet es nachgehends zum Gebrauch auf. Er/ Paracelſus, verfichert/ es ſtecken aller Balſam Kraffte in dieſer Artzney verborgen/ und bewahre vor dem Alter⸗ thum/ auch ſeye das menſchliche Leben viel zu kurtz/ um alle ſeine Tugenden auszuforſchen. Crollius meldet dieſes: Nehmet Myrrhen/ Aloes und Saffran/ von jeglichem vier Untzen/ ſtoſſet ſolches gantz zartund klein/ und befeuchtet es mit fo viel alcaliſirtem Spiritu vini, daß es wit ein Taig werde/ dann gieſſet ein gereinigtes Oleum Qis daruͤber/ daß es ſchwartz wird/ hierauf gießt wiederum ſo viel Spiritus vini tartarifati daruͤber/ daß es vier quer Finger hoch bedecket iſt/ laſt es iwey Tage in einem Glaß digeriren/ die exrtahirte Tinctur ſepariret/ und gieſſet den faubern Spiritum Vini daruͤber/ circuliret es wiederumzwey Monat/ Lie Tinctur ſondert abermals davon ab/ uud de- ſtilliret die Feces allmaͤhlig durch eine gelinde Hitze úber: Was denn uͤbergehet/ das gießt zu der vori⸗ gen Tinctur, und laſt es noch einen gantzen Monat/ doch ohne weitere Deſtillation, circuliyen. Dieſes wird viel beſſer ſeyn/ als fo es auf die gemeine Art waͤre deſtilliret worden. Was deſſen Krafft und Wuͤrckung betrifft/ wird ſolche von dem Paracelſo hoch geruͤhmet/ wenn er ſagt: Es diene wider alle Kranckheiten der Lungen und der Bruſt/ vertreibe alle bøfe und an⸗ itze zwey doch ſo Ohl hebet es acelſus, in dieſer Alter⸗ u kurtz/ hrrhen/ Untzen/ chiet es tvie ein Olcum if gieft aruͤber/ laſt es tahirte iritum Nonat/ d de- e Hitze t pori- 2onat/ Dieſes ne Art trifft/ hmet/ heiten eund an⸗ viel und mancherley unartige Feuchtigkeiten/ ſo in dem Magen und Eingeweyd enthalten ſind/ anſteckende peſtilentialiſche Seuchen/ fuͤhre die aus/ und ſtille die Schmertzen: Vertreibe den Schwindel und benehme die Dunckelheit des Ge⸗ ſichts: Staͤrcke das Gedaͤchtniß: Verhuͤte die fallende Sucht und die Gicht: Zermalme den Blaßen-und Nierenſtein: Erquicke das Hertz: Vertreibe die Melancholie und dag Miferere, (Iliaca paſſio) hehme die ſaltzigte Feuchtigkeiten unvermerckt hinweg/ ſamt allen andern Kranck⸗ heiten die von uͤbermaͤßigem Eſſen und Trincken herruͤhren: curire das dreytaͤgig⸗ hißig ⸗· und kalte Fieber/ wie auch alle inwendige ſchwere Wun⸗ den. Und in Summa/ wie er vorgiebt/ alle Kranckheiten/ die von Hitze oder Kaͤltẽ entſtehen/ werden durch dieſes Artzney Mittel curixet. Des Herrn Starckey Præparation aber iſt dieſe: Man nimmt der beſten Myrrhen die rei⸗ nefte Aloe, und des beſten Engliſchen Saffrans jedes acht Untzen/ und ſtoͤßt die Myrrhen und Aloe klein/ und thut alles zuſammen in eine Thiolo darüber gießt man drey Pint liſt ein.Hol⸗ laͤndiſch Maaß/ und ſo viel als ein Schoppen oder Noͤſſel) fluͤchtiges Salis Tartari, ſo mit dem Spi- ritu Vini volatiliſiret worden/ und laͤſt es im Sand digeriren/ biß daß das hartzigte Weſen gantz weg iſt/ und keine Bitterkeit mehr ver⸗ ſpuͤhret wird/ als was im Saffran iſt; ſcheidet alsdenn die Artzney von denen Fecibus ab/ und he⸗ bet ſie auf zum Gebrauch. Dieſes alſo zube⸗ reitete Elxir, iſt der Farbe nach dem/ in denen Pulß⸗ Adern enthaltenen Blut/ tineg gefunden ten⸗ pramene iy h i | E Eo £ f: f R g 7 W(238)? Menſchens/ gantz gleich/ und ift ſehr angenehm und lieblich von Geſchmack wobe die Myrrhen und Saffran ſtarck zu mercken ſind/ als welche dem Magen ſehr dienlich. Damit ich aber den Leſer in Beſchreibung der Krafft dieſes fluͤchtigen Weinſtein⸗Saltzes nicht aufhalte/ ſo melde hiervon dieſes: Nehmet ro⸗ then Weinſtein ſo viel ihr wolt/ calcinirt ihn ſo lang biß er weiß wird/ und diſſolviret ihn in zwey⸗ mal ſo ſchwer hoch rectiticirtem Spiritu Vini, der Pulver anzuͤndet/ imbibivet ibn mit einer mågi- gen Anfeuchtung und gebet ihm ſeine behörige Hige und Kaͤlte biß daß er ſruriret iſt/ alsdenn laͤfſet ſich anfaͤnglich/ und ſo man mit der Opera- tien gebůͤhrend verfaͤhret/ in Zeit von dreyen Mo⸗ naten ein unkrafftiges Phlegma abſcheiden/ dar⸗ auf bekommet ihr ein ſolches herrliches Solvens, davon Helmont in feinem Tractat von denen Fie- bern Cap. 15. pag:m. 351. groſſes Wunder macht/ wenn er alſo ſchreibet: Wenn ibt das verbor⸗ gene Feuer nicht erforſchen koͤnnet/ ſo ler⸗ net zum wenigſten das Weinſtein⸗Saltz flůchtig machen/ damit ihr dadurch die Corper aufloͤſen moͤget/ damit ſie mit uns in der That uͤberein kommen: und ob ſie wohl in uns digeriret werden/ ſo kommt doch die Krafft und Wuͤrckung aller⸗ Dings von denen entbuudenen Coͤrpern her/ welche zu denen vornehmſten Theilen unſe⸗ res Ceibes hingebracht wird/ und alſo die meiſte Rranckheiten bezwinget und vertil⸗ get. Lnd inpag. 360. Cap. 15. fpridt er ferner: Wenn das fluͤchtige Weinſtein⸗ Salg ber : rei⸗ genehm dyrrhen welche ung der es nicht met ro⸗ t ibn fo niwe: ini, der maͤßi⸗ ehörige lsdenn Opera- n Mo⸗ dar⸗ Alvens,; en Fie⸗ macht/ rbor⸗ ſo ler⸗ Saltz H oie t uns 9b fie mmt tllers her/ unſe⸗ ſo die ertil⸗ uner: 3 bes rets ep?(239) 2® reitet und in der Werck ſtatt unſeres Ma⸗ gens unter der Geſtalt der Speiſe hinein ge⸗ dracht wid/ ſo dringet es durch das Me⸗ ſenterium, loͤſet allda alle ihme entgegen ſtehende Verſtopffuugen auf/ und fuͤhret die verhartete Feuchtigkeiten durch den Urin aus. Und ag 377. meldet er: Die Natur ſeye eine Aertztin aller Rranckheiten/ derohal⸗ ben můſſe man dieſelbe ſtůrcken und erqui⸗ cken/ und nicht beſchwehren oder verhin⸗ dern. Deun wo die Faͤuligkeit annoch in denen primis viis beklebet/ muß man ſich allein der abſtergirenden Medicamenten be-⸗ dienen/ und das uͤbrige der Natur uͤber⸗ laſſen/ als welche ſolches ſchon zu ſeiner Set ausführen wird. Steckt aber die Unreinigkeit viel siffer verborgen, fo muf man die Artzneyen hervor ſuchen/ welche durch das fluͤchtige Weinſtein⸗Saltz præ⸗ pariret werden; denn dieſe raͤumen die Ur⸗ ſach hinweg/ und reinigen aus dem Funda⸗ ment/ gleich Seiffe das Leinen⸗ Geraͤth ſaͤubert. Nöoch ſpricht er weiter auf demſelbi⸗ gen Blat: Es iſt ein Wunder/ wie dieſes Salcz von Weinſtein/ alles unreine Weſen aus denen Adern ausfuͤhret/ und alle boͤſe Verſammlung der Apoſtemen reiniget/ und wird hierdurch wahr gemacht/ was Para⸗ celfus von dieſem mit dem Spiritu Vini flůch⸗ tig⸗ gemachten Weinſtein⸗Saltz(nichv⸗ aber von dem Gleo) ruͤhmet/ daß was die⸗ fer Spixitus nicht zuwege bringen kan⸗ ſchwer⸗ a T A EAT y a s E E LTI Er R EERS AAD E deian S?(240) 2® ſchwerlich ein anderer/(obgleich ſtaͤrckerer Spiritus, verrichten wird,; Belangend nun die Krafft dieſes Entbin⸗ ders/ in Bereitung derer Medicamenten durch Hüͤlffe des Feuers/ ſo wird dadurch alles unreine und gifftige Weſen geſaͤubert und verzehret/ und ſeine unartige Geſtalt verwandelt. Und alſo wird deſſelben Krafft exaltiret/ und ungleich ver⸗ beſſert; auf dieſe Art bekommt ihr einen Spiri- rum der nicht corroſtviſch iſt/ ſondern in genauer Verwandſchafft ſtehet mit der Natur Derer Ve- gctabilien; das alleredelfte unter allen perfúfton dalien, von balſamiſch⸗ und ſeminaliſcher Natur/ ſo durch ſeinen eigenen Spiritum præpariret wor⸗ den. Hierdurch muͤſſen die Myrrhen/ Aloe und Saffran aufgeloͤßt tpiriruos und fluͤchtig ge⸗ macht werden. So man nunſolche durch Ber⸗ mittelang des wohlriechenden Spiritus, der eben⸗ falte eine ſubſtantialiſche Linctur ift/ mit dieſem der Natur anſtaͤndigen Saltz vermiſchet/ als welches/ ſo zu vedeny wegen femer alcaliſchen Natur wunderbarlich abſtergiret/ und dag gar⸗ ſtig·faule und reiſſende Weſen verzehret/ ſo kan man allen zaͤhen phlegmatiſch⸗ und verharteten Schleim/ damit ausfuͤhren/ denn in feinen Durchgang reſolviret es was es antrifft/ und treibt daſſelbetheils durch den Lrin u. Schweiß/ ktheils aber durch den Stuhlgang fort. Es iſt einer ſehr ſtarcken ballmuſchen Eigenſchafft und vertreibet nicht allein alles dasfenige/ was die Hierdte Digellion verhindern köͤnte/ ſondern es ſtaͤrcket auch die Natur gegen alle Kranckheiten und deren Zufaͤlle. Wenn Jnr a Gu, aa ro Ep y me a p pa e ärckerer Entbin⸗ n Duro Unreine vety und Und alſo leich per- n Spiri- genauer erer Ve- erſuͤßten Natur/ ret wor⸗ lloe und tig ges ch Ver⸗ er eben⸗ dieſem t7 als aliſchen AS gat ſo fan irteten feinem und hweiß/ Es iſt fe und bas die ern es heiten vt(241) 8 Wenn diefe Medicin in dem Seitenſtechen/ und da der Schmertzen aufs hoͤchſte kommen iſt/ genommen wird/ ſo wird es in der erſten Di— geſtien, und zwar auf der Seiten wo der Schmer⸗ tzen iſt/ einen wunderbahrenStreit verurſachen/ doch iſt alles in einer eintzigen Stunde wiederum ſtill und gaͤntzlich vertrieben. Den batienten wird ſo den ein Schlaff uͤberfallen/ und diewei⸗ len er ſchlaͤffet/ wird er einen gelinden Schweiß uͤberkommen/ ſo balder aber aufwacht/ wird er ſich wiederum in vollkommener Geſundheit befinden: Der erſte Urin/ den der Patienr macht/ iſt insgemein dick und ſtinckend/ und waͤre da⸗ hero mein Rath/ daß man dieſes Medicament noch zwey oder dreymahl gebrauchte/ auf eben die Weiße/ wie zum erſtenmahl. Denn durch dieſe Artzney wird der Patient nicht allein völlig von femer Kranckheit befreyet/ ſondern es ver⸗ hindert auch daß ſelbige nicht wieder umſchlage. In denen Kinder-Blattern(Urſchlechten oder Pocken) gebrauchet es des Tages vier mahl/ ab⸗ ſonderlich wenn der Krancke davon aufgeſchwol⸗ len iſt/ ſein Waſſer wird gantz dick und molckigt ſeyn/ den Patienten aber laſſet nur ſanfft ſchwi⸗ tzen oder dunſten/ ſo wird er nicht mehr in dem Schlaff erſchrecken/ und in wengen Stunden werden die Blattern außbrechen/ auch weiters keine Narben hinterlaſſen. Denn dieſe Medicin reiniget die Vaſa und verhindert/ daß die boͤſe Feuchtigkeiten nicht ferner um ſich freſſen kön⸗ nen/ und treibet durch den Urin und Schweiß das Gifft aus/ und nachdeme die Schwachheit des Leibes beſchaffen iſt, fo wird es ſelbige ug g un 82(242 und nach vertreiben/ biß die Kranckheit gaͤntzlich außgerottet und curiret iſt. In denen hitzigen Fiebern/ treibt es auch den Gifft vom Hertzen und bringet den batienten in einen linden Schweiß/ worauf er alſo gleich Lin⸗ derung empfindet/ und an einen Hunger kömmt/ welches das Zeichen iſt/ daß das Fieber gewi⸗ chen: dabey mag der Patient ailes efen fo ihme nur geluͤſtet/ finde auch nicht ſchaͤdlich unter der Mahlzeit Wein/ Bier oder Scẽt zu trincken. In denen Peſtilentialiſchen Kranckheiten ge⸗ braucht man es wie bey denen Kinds⸗Blattern/ und je ſtaͤrcker die Kranckheit/ und der Reih ab- gemattet iſt/ je mehr muß man die Dotin yer- mehren/ denn dadurch wird die Natur geſtaͤrcket/ daß ſie deſto beſſer gegen die Kranckheit ſtreiten und dieſelbe vertreiben mag. In der Peſt ſelb⸗ ſten/ welche den Menſchlichen Cörper unter allen kranckheiten am allergeſchwindeſten uͤbern hauf⸗ ſen wirfft/ rathe ich dieſes Arcanum alle zwey Stunden zugebrauchen biß daß eine Beule auf⸗ bricht/ oder bitß der Patient von ſelbſten innen wird daß ſich die Kranckheit um ein gutes gele⸗ get habe/ alsdenn iſt es genug/ wenn man es Des Tags viermahl gebraucht/ und zuletzt deg Tags nur zweymahl. Wenn denn einGeſchwaͤhr entſtehet/ ſo ſchmieret es mit weiß Lilien und Eibiſch⸗ Oehl jedes gleiche viel/ wenn es aber gar aufbricht/ ſo ſalbet es mit dem Unguento Apo- ſtolorum, dieſes wird es ſehr reinigen und heylen. Mit dieſer Medicin haltet fo lange an big der Kranke vollig geneſen/ ja gehrauchet ſie noch einige Tage uͤber die Zeit. Ich muß offentlich bekennen/ a Aa EI O IS AA AT IRNS ET TTE SA ES ET E >A~ gaͤntzlich auch den enten in leich Lin⸗ kömmt/ wr gewi- ſo ihme inter der ncken. eiten ge⸗ lattern/ Leib ab⸗ ziin Yet- ſtaͤrcket/ ſtreiten eſt ſelb⸗ teb allen pn hauf⸗ lle zwey ule auf- n innen es gele⸗ nan eg etzt des chwaͤhr n und her gar ) Apo- heylen. iß der e noch nti nnen/ bekennen/ daß mit meinem gantzen Hauß durch die Genade GOttes in dem 1665. Jahr von der Peſtilentialiſchen Seuch/ nachdeme wir alle dar⸗ an gelegen/ dadurch bin curiret und voͤllig reſti⸗ tuivet worden. A Alle Fieber/ vornehmlich das drey Taͤgige/ das alle Doctores beſchaͤmt macht/ werden durch die⸗ ſe Medicin geſchwind curiret/ doch muß die volle Doſis des Tages vier mahl gebraucht werden: und wenn der Froſt verſpuͤhret wird/ ſo leget den Patienten in das Bett und gebt ihm einen Loͤffel voll in Scct ein/ es vermindert ſich jedesmahl das Fieber/ und bleibet bey dem Vierdten Pa⸗ rovma gar auſſen. Wo aber das Fieber mit einem Scharbock/ Gelbſucht oder Außzehrung ver menget waͤre/ ſo zum oͤfftern ſich ereignet/ ſo dauret es was laͤnger/ und muß man wohl ei⸗ nen gantzen Monat mit dieſer Medicin anhalten/ ehe man cariret wird/ wenn es auch ſchon viermal des Tages genommen wuͤrde. Die übrige Fies ber insgeſamt/ ſo gegen das drey⸗Taͤgige vor nichts zu achten/ werden eben alſo curiret/ auß⸗ genonimen das außzehrende Fieber(Hectica) welches gemeiniglich einen Monat erfordert/ ehe es curiret wird/ ſo es aber ſchon in Maraſmum außgeſchlagen waͤre/ welches das gefaͤhrlichſte unter allen außzehrungen iſt/ wird es ſelten oder gar nicht geheilet. Den Schlag und das Zucken der Nerven und Sennadern/ habe ich mit verwunderung vieler/ ſo ſolches mit angeſehen/ durch dieſes Elix rcuriret. Und hier muß ich einen groſſen Mißbrauch an⸗ mercken/ der ſich gemeiniglich bey jungen Kin⸗ Q2 Deri: TmT Dien ereignet/ indeme/ wenn ſie nicht ſchlaffen koͤnen/ die Aunme oder Wartfrau/ nach ihrem eigenen Duͤnckel dem Kind/ den ſo genandten Kinder Syrup, von Schlaff⸗Zwiebeln ir. den Lat⸗ tich⸗Hyrup, oder das Diaſcordium eingeben/ oder kochen die Schaalen von Schlaff Zwiebeln in des Kindes Brey/ und die Mutter bereden/ daß es gar gut waͤre/ wennes nur ſchlaffen moͤgte/ koͤnn⸗ te auch wohl wahr ſeyn/ wo es nicht durch Kaͤl⸗ te und dumm⸗machende gifftige Eigenſchafften zu ſolchem Schlaff gezwungen wuͤrde: denn wenn das Kind etwas bekaͤme/ das nur allein die Win⸗ De fortriebe/ und ſonſten mit der Natur uͤberein ſtimmete/ denn ſollte es wohl beſſer werden/ wenn das Kind geſchlaffen haͤtte/ aber da dieſes kalte Gifft gebrauchet wird/ ſo laufft und ſchleicht es lange im Leib herum(wo nicht gar durch die Vielheit deſſelben/ dem neu⸗gebohrnen Kinde der Todt verurſacket wird) und verurſachen entwe⸗ derden Schlag oder krummen geucken oder eine Laͤhmung indeme die Nerven mercklich dadurch geſchwaͤchet werden/ und wiſſen weder alte noch junge woher dieſes Ulbel entſtehet. Dahero ra⸗ the ich meinen Freunden allezeit/ daß ſie ſelbſten Sorge vor ihre Kinder tragen/ damit ihnen der⸗ gleichen wuͤtendes Gifft/ welches den Todt ver- urſachet/ nicht beygebracht und gegeben werde. Ulnd wo ſie ja beglelig ſind zu ſchlaffen/ ſo laſſet ihnen nur allein dadurch die Schmertzen ſtillen/ a andere wird ſich hernach wohl von ſelbſten geben. Der Scharbock iſt eine ſolche Kranckheit/ wel⸗ che von denen wenigſten in acht genommen A y føl Ge den uni rati die mel es Pat helf geh den. ſind felli auß metr zu. ckig eini nig de f ſich. Muͤ noch rey E chen n laͤſſe ſten nih Wuͤ affen hrem idten Lat⸗ oder ndes aß es önn⸗ Kaͤl⸗ nått venn Win⸗ trein den/ ieſes eicht h die e der twe⸗ eine Urch noch ra⸗ ften der⸗ ver⸗ rde. aſſet len/ ſten wel⸗ ird/ fo pih $ j | | VERTI Aa E S i BAA SE A a a A (245) 2 fo lange fte nicht mit andern Kranckheiten als die Gelb⸗ oder Waſſerſucht vermiſchet iſt/ und ſo denn wird nur auf dieſen Zufall allein geſehen und der Scharbock bleibet auſſer aller Contide- ration, biß daß ſich die Zaͤhne verliehren/ oder die batienten ſo ſchwach werden/ daß ſie nicht mehr eine Treppe ſteigen koͤnnen/ alsdenn iſt es auf das aͤuſſerſte kommen/ und wenn nur der Patient nicht zu alt iſt/ ſo ſoll ihm dieſe Medicin helffen. Wie aber nun dieſes langſam verge⸗ gehet ſo muß es auch gar langſam vetrieben wer⸗ den. So bald aber der Scharbock gehoben iſt/ ſo ſind auch die andere Kranckheiten die ihn verge⸗ ſellſchafften alſo gleich hinweggenommen und außgetrieben. Hier koͤnnte ich einige Experi⸗ menta anfuͤhren/ aber die Kuͤrtze laͤffet es nicht zu. Dieſe Artzney vertreibet alle hartnaͤ— ckigte Verſtopffuͤngen des Miltzes/ ſonder einige andere Empfindlichkeit/ als daß es ein we⸗ nig drucket oder kneipet: Und ſobalden die Win⸗ de fortgehen und außgetrieben werden/ ſo leget ſich auch die Kranckheit/ daß ſie ohne weitere Muͤhe kan vertrieben werden/ aufer dag man noch allezeit des Abends eine Dolin von der Artz⸗ rey gebrauchen muß. Es iſt diefe Medicin auh herrlich zu gebrau⸗ chen in der Melancholie und Tollheit/ als bey welchen ſie eine ungemeine Wuͤrckung ſpuͤhren laſſet: denn ob ſie im Scct, ſelbſt in der groͤſſe ſten Raſerey genommen wird/ ſo ſchadet ſie doch nicht/ ſondern veraͤndert dieſe Eigenſchafft des Wuͤtens und Tobens in eine ſanffte und froöliche N3 Stille/ 632(246) 265 Stille/ ſo daß die patieren weder ihnen noch an⸗ dern einigen Schaden zufuͤgen. Huch wird das Aufſteigen der Baͤhr-Mutter hierdurch geleget/ und ich weiß kein beſſeres Mit⸗ tel zu verordnen/ als daß die Patientin eine gute Diæt halte. Dieſe Medicin verordnet des Tags dreymahl/ doch vergroßert ein wenig die Dolin wenn der Pariem will ſchlaffen gehen. Lnd alfo verfahret ben allen Kranckheiten/ ſo wird es ſei⸗ nen Effect thun. Dieſe Medicin ſtopffet guch den Blut ⸗Fluß der Weiber/ und reiniget die eutter von aller uͤberfluͤtzigen Feuchtigkeit: ich koͤnnte dießfalls noch ein mehrers ſchreiben/ allein ſo leidets die Zeit nicht. Inzwiſchen vertreibet ſie auch alle innerliche Geſchwuͤhre in der Blaßen und derfelben Halß und in denen Nieren reiniget und heilet ſie/ und treibet die büfe Materie durt den Utin aus/ zuweiln als Faden oder Zwirn/ zuweiln aber als Eyter anzuſehen. Ich mu hier no mit wenigen die Kranckheit beruͤhren/ von denen See⸗ fahrenden Schiff⸗ Colica genandt/ und dabey erzehlen/ was ich letztens davon obſerviret habe. Ein See⸗fahren⸗ der/ welcher den gangen Krieg úber in Weſt⸗ Indien geweſen/ als er wieder zu Hauß ka⸗ me/ war in einem ſehr ſchlimmen Zuſtand durch dieſe Kranckheit geſetzet worden/ ſeine Freunde kamen zu mir/ und in wenig Tagen war er voll⸗ kolmmen curiret/ als ob ihm nemahln etwas ge⸗ mangelt haͤtte/ da ich ihm nur etwas weniges von dieſer Artzney gegeben hatte/ und gieng auch ſo gieich wieder zur See. Unnd ſo alle diejenigen welche dieſe lange Reiße verrichten/ und gor 4 als ſer! ſich dan T nigi geh in a CAD befo heit mat al y ati Itter Mit⸗ gute Tags Oſin alſo ſei⸗ auch t die ich fein eibet ifen tiget urch irn/ heit biff- s ih ven- 'eſt⸗ fa irh inde oll⸗ ge⸗ von h ſo gen chts als f i En au, (247) 6 als Waſſer trincken muͤſſen/ ein oder stwep Gfå- fer von dieſer Medicin bey ſich haͤtten/ ſie ſollten ſich/ nechſt Gott/ noch viel und lange Jahre damit geſtind erhalten. NB. Hler iſt auch noch zu mercken/ daß dieje⸗ nige/ welche ſich dieſer Medicin bedienen/ nicht gehalten ſind/ ſich wegen dieſer oder jener Speiß in acht zu nehmen/ ſondern daß ſie nur eine gu⸗ te Diæt halten/ und den Leib nicht uͤbermaͤßig beſchwehren. Doch ſollen ſie ſich bey Gelegen⸗ heit eines alten Biers oder Weins/ wiewohl maͤßiglich bedienen/ dörffen auch nicht laͤnger als eine Stunde vor und nach dem Gebrauch Der Artzney nuͤchtern bleiben. EN D E. Anwei⸗ wt) o A D neea ASE FEFFFT- FELL FF Aniveiſung der Capitel von der PVROTECHNIE. Das erſte Capitel. Nhaltende eine Einleitung zu dem Werck Pag, I Das zweyte Capitel. Handelt von der Kunſt der Pyrotechnic insae- mein 5 Das dritte Capitel. Haͤlt in ſich/ daß das nicht alle gute Artiffen ſeyen/ die ſich dieſer Kunſt unterfangen 7 Das vierdte Capitel. Von denen falſchen Artiſten ins beſondere 8 Das fuͤnffte Capitel. Von denen wahren Soͤhnen der Pyrotechnie 13 Das Vot | Hat Han Han Beſo Von Von Inhe 13 ez(0) 3a Das ſechſte Capitel. Von denen Chymiſchen Operationen Sea 26 Das ſiebende Capitel. Handelt von denen verſchiedenen Gattungen de⸗ rer Medicamenten/ die durch diefe Kunſt bereitet werden 1$ Das achte Capitel. Handelt von denen Schluͤſſeln dieſer Kunft ins. gemein 20 Das neundte Capitel. Handelt von denen beſondern Schluͤſſeln/ und erſtlich von dem Liquore Alcaheſt 22 Das zehende Capitel. Beſchreibet dieſes Liquoris Tugenden und Wuͤr⸗ ckungen insgemein 257 Das eilffte Capitel. Von denen Tugenden und Wuͤrckungen dieſes Liquoris ins beſondere 29 Das zwoͤlffte Capitel. Bon denen Medicamenten/ die durch dieſen Li- quorem koͤnnen gemacht werden 27 Das dreyzehende Capitel. Inhaltende dasjenige/ woraus dieſer Liquor ge⸗ macht wird 48 Das 22(o) 2% Das vierszehende Capitel. Iſt der Beſchluß dieſes Subjecti an die Söhne der Pyrotechnie, darinnen dem Leſer die phy ſicaliſch- und medicin ſche Geheimnuͤſſe aufrichtig entdecket werden 63 Das funffzehende Capitel. Handelt von denen Kennzeichen eines verkehrten Süchers der Geheimnuͤſſen der Natur/ darinnen derjenige vorgeſtellt wird/ wel⸗ cher ſonder Beſcheidenheit und Verſtand ſeine Unternehmungen anfaͤnget/ von wel⸗ chem allſchon im vierdten Capitel doch gantz kurtz iſt geſagt worden/ hier aber ſoll derſelbe etwas weitlaͤufftiger und nach dem Leben abgeſchildert werden 77 Das ſechze hende Capitel. Handelt von demjenigen/ der die natuͤrliche Ge⸗ heimnuͤſſe ſo unterſuchet/ daß er ſeinem Nechſten damit dienen kan/ auch die Pyro- technie ſich ſo angelegen ſeyn laͤſſet/ daß er dadurch mit Wahrheits⸗Grund ein Philo- ſophus durchs Feuer genennet werden müge 83 Der zweyte Theil. Haͤlt in ſich/ eine mit der Erfahrung uͤberein⸗ ſtimmende Probe/ und eine getreue Offen⸗ bahrung der Natur in ihren geneſenden Chymiſchen Geheimnuͤſſen. Das Söhne ſer die muͤſſe "63 hrten atur/ wel⸗ ſtand wel⸗ doch v føll dem 77 Ge⸗ nem yro- g er ilo- den 83 m r enn an a AE GIRE į 5 NARR~$ AETR E