Chymiſche Schrifften. Gih aeee a Anhang CEines gleich foͤrmigenGeſpraͤchs a] des Geiſtes Mercurii i ) mit einem Cloſter⸗Philoſopho| * gehalten. GHiehero wegen gleichlautender Ma, teri und zu Ergaͤntzung des Trartaͤtleins aus einem alten Buch beygefuͤget. Eſt in Mercurio quicquid quærunt Sapientes In mir Mexeur iſt all's verborgen; Warum die Alchymiſten ſorgen, Ich trag bey mir Waſſer und Fener,[l Ich bin onh Erd und Wind ohn⸗| gheur.(ii Und hab in mir Schwefel und Saltz Wann du es findſt, heimlich behalts. Cendlu. Chym. Scht. P Ge⸗ Re ————————— 222 MICHAELIS SENDIVOGII Geſpraͤch des Geiſtes Mer: ciuri mit Bruder Alberto Bayrs, Carmeliter⸗ Moͤnchen ꝛc. Mercurius. At iſt die Urſach/ daß du mich mit ſo viel Abgoͤtterey und Beſchwoͤrungen bezau⸗ bert und gebannet haſt? Albertus. Ich will die Urſach fagen, wann du mih gus vor Leibs und Lebens und der Seelen Gefahr verſichern willt Mercurius. Das ſtehet in meiner Macht nicht, aber ich bin nicht kommen, dir ſolches zu thun: wirſt du aber von deiner Zauberen nicht ablaſſen, ſo biſt du ſchon einem andern befohlen, der wird mit dir und deines gleichen die Execution wol wiſſen zu ſpielen. An deiner Seelen Seligkeit kan ich Dich weber hindern noch foͤrdern, wann ich aber ein Menſch waͤre, wolte ich wol ſelig werden, darum anworte mir auf meine Frag. Albertus. Ich bitte dich, zuͤrne nicht mit mir, denn ich bin ein blöͤder Menſch, du aber biſt ein geſchwin⸗ Der Geit unD Machtig, darum fo fag mir puz vor À ø nE Nn n og za Chymiſche Schrifften. 224 vot ob du ein guter oder boͤſer Engel ſeyeſt, oder wer du biſt. T u e B i ibt Ich bin weder ein boͤſer noch guter Engel, on⸗ dern einer aus der 7. Planeten Geiſtern/ die da be⸗ herrſchen die Mittel⸗Natur, denen befohlen iſt zu regieren die 4. unterſchiedliche Theile der Wert, emlich die Firmamentiſche Animaliſche, Vegeta⸗ biliſche und Mineraliſche Theil und unſer feyßd 7. die durch unſereczzeſchicklichkeit ale irrdiſd e Ktaͤf⸗ ten und Influentz des Oberkreiſes, in die untere 3. Theil durch die Aſcendenten und Deſtendenten führen, und darinnen wuͤrcken, denn die Planeten koͤnnen nicht corporaliſch herunter kommen. NB. das iſt der Geiſt, der die inwendig gehaͤrliche Creaturen wuͤrcklich hilfft fortbringen aus der Er⸗ chaffung der 4. Elementen, und wer das verfſe⸗ oA Der wird ſich tichten zum Werck. Albertus. Ich bin gantz froh,deines hohen geiſtlichen Be⸗ kichts, ich bekenne von gantzem Hertzen die lautere Warheit, daß ichaus deinem gaͤntz klaren Bericht mehr Grund vermercke, denn ich bißhero in allen Philoſophis gefunden hab. Aber ich bitte dich, halt mir nód eme Frag iu gut, fö will ich dir die Urſach ſagen, warum ich dich habbeſchworen, und ordentlich anzeigen, ich bitte ſag mir deinen Namen. P 2 Mer⸗ 224 MICHAELIS SENDIVÖGII — Š Mercurius. Ich heiß und bin der Geiſt des Planeten, und niht des Gottes, Mercurii, miedu midh mit deis nen Bannungen und Beſchwoͤrungen nicht haſt zu dir gebracht, ſondern bin durch GOttes Zulaſ⸗ ſung gantz freywillig zu dir kommen, derhalben mich auch deine Circkel, Leichter und Schwerdt, und die andere Fantaſey weniger dann nichts an⸗ gehet, ſintemal ohne das einem jeden frommen Menſchen ein dienſtbarer. Geiſt von GOtt zuge⸗ geben, doch findet man derer wenig, die ſich ſolcher wuͤrdig machen. Darum erſchrick nicht mehr vor meiner Schwaͤrtze, dann ſie wird ein Anfang ſeyn deines Reichthums. War es doch im An⸗ fang der Schoͤpfung auch alles finſter und dun⸗ ckel, aber durch die Weißheit des Schoͤpffers, war das Licht geſchieden vom finſtern. Denn nach der lieblichen Morgenroͤth die Sonne gantz ſchoͤn, hoch, ſanguiniſch und feuerroth aufgehet. So du nun meinen Worten glaubeſt, obs gleich nicht menſchlich, ſondern ein thonender Wider⸗ ſchall meiner Natur gemaͤß ſind, will ich dich wies der gůͤtlich hoͤren und berichten, jetzund tritt aus deinem Circkel, und laß mich hinein tretten, ſetz dich auf den Tiſch, und ſchreibe mit Fleiß, was ich dir fagen merde, du aber fange an die Urſachen warum du mich alſo erfordert und meiner begeh⸗ tet haft und ſey nicht fuͤrwitzig, ſondern ſchlecht und kuetz in deinen Fragen. Alber⸗ ES A E E E. T O ER T R AN a T NE O NA R A a a O a ST T a O Chymiſche Schrifften. 227 Albertus. ImNamenGOttes des VattersSohns, und heiligen Geiſtes, Amen. Der Allerheiligſte iſt in einer unzertrennlichen Dreyfaltigkeit/ und in un⸗ zer trennlicher Goͤttlicher Einigkeit, frag ich dich Spiritum Mercurii, daß du mir die Warheit ſagen ſolleſt. Frag: ob das jenige, ſo die alten Philoſophi von ihrem Stein der Philoſophen, oder Tinctur geſchrieben, in rerum natura war⸗ hafftig, oder ein ſubtile Speculation ſey? Mercurius. Wife, dag die Philofophi von dieſem einigen Ding durch eine Fuͤrſichtigkeit manch erley ge⸗ ſchrieben haben, damit die Narren fo nur nad Geld fragen und trachten, und untreue hoffaͤr⸗ kige Menſchen irr gemacht werden, und alſo die hohen Geheimnuß der Natur(als die natuͤrliche Kraͤfften, die richten alles aus) darnach viel ho⸗ hes und niedriges Standesperſonen trachten, deſto geheimer bleiben moͤgen, aber ſie haben und koͤn⸗ nen auch in keinem andern, ohn allein in einem eintzigen Ding(iſt alles in allem) die Warheit ſagen/ das ander dienet meht zu verfůͤhren die Un⸗ wuͤrdigen. Darum ſage ich dir mit kurtzen Wor⸗ ten die lautere Warheit, daß wann ſie in der Concordantz von ihrem Stein oder Tinctur ge⸗ ſchrieben haben, das iſt rerum natura warhaff⸗ tig und gewiß. — ů— 226 MICHAELIS SENDIVOGII Albertus. Was iſt daſſelbe eintzihe Ding? Mercurius. Du als ein beleſener Sophiſt und geuͤbter Laborgnt ſolſt zum wenigſten aus deinem Bern⸗ hardo gelernet haben, wie du dich beduncken laͤf⸗ ſeſt, du kenneſt ſeinen Soppelten Mercurii piris tum gar mol, und baft dih in vrimo Ente und deinem Azoth ſchier zum Narren ſpeculiret, ſe biſtu gber noch gar noch weit vom rechtenCentro⸗ indem daß du dasdeben bey den Lodten und die al⸗ lerbeſtaͤndigſte und oynzerſtoͤrlichſte Staͤrcke, von aller natůrlichen Staͤrcke die ſtaͤrckeſte Stoͤrcke, in unbeſtaͤndigen und zerſtoͤrlichen Dingen ſucheſt. Datum ſo wiſſe in der Warheit, daß unſere Tin⸗ ckur gantz roth und rein wird/aus gezogen pon deng allervollkommenſten Geſchoͤpff, ſo die Sonn je⸗ mals beſchienen. Welches einig Ding durch die allerbeſtaͤndigſte Geiſter, Compoſition der 4, uns terſchiedlichen Onalitaͤten oder Elementen, und der 7. Sternen Concordantz dermaſſen compact zuſammen gefuͤget und ohne einigeßMRenſchen Zu⸗ thun oder Huͤlff oder Kunſt/ in ſeinen Gradum perfectionis perficirt und gebracht, welches auch mit unglauslicher Vermehrung ſeines ſelbſt ei⸗ genen Saamens und Geſchoͤpffs der maſſen in der Schoͤpffung natuͤrlichen begabt, daß gleichwol ſein Theil feſt zuſammen verbunden, daß diß na⸗ tůrlich durch kein Element zerſtoͤret oder verletzet wer⸗ Chymiſche Schrifften. 227 werde ohne Huͤlff oder Kunſt. So doch auſſer⸗ halb dieſes eimgen Dinges ſonſten alle andere na⸗ tuͤrliche Ding der Corruption unterworffen. Das ſey dir auf dißmal genug zum Bericht, aus waſer⸗ leey Materi, die Philoſophi ihre Tinctur gezogen haben, NB. Wann du das verſteheſt, oder ken⸗ neſt, was in dieſen erzehlten Worten begriffen ifti, ſol verſteheſt du den gantzen Handel und Summam der Kunſt ja welchem GOtt die Au⸗ gen oͤffnet, dem iſt hie genug geſagt. Es moͤchte auch auf das Gold gezogenw erden, ſo verſtehet mans aber nicht recht, denn es ſind noch hoͤhere geſchaffene Creaturen denn das Gold, dem iſt nun nach zu ſuchen, ſo findet ſich die Warheit, was Gott in die Natur gelegt hat, das der Menſch nicht erkennen will, man ſchreibe es ihnen dann gar fuͤr die Naſen, iſt demnach nicht zu be⸗ greiffen von wegen ſeiner groſſen Blindheit und Ohnerkanntnuß ſeiner ſelbſten. Albertus. Ich verſtehe aus deinem dunckeln Bericht, dalk du das feine Gold meineſt. Mercurius. Du haſt zum Theil recht verſtanden, aber es ſchwebet dir noch eine truͤbe Wolcken fuͤr deinen Augen. Es iſt das feinſte Gold, aber nicht das in dem Schmeltzoffen fein wird, ſondern das die Natur ſelbſten durch ihren Vulcaniſchen Ar⸗ cheum ohne einige Kunſt finiret hat, 15 4 Wre 228 MICHA ELIS SENDIVOGI, ihre Weih daraus wird gezogen derfelbe doppelte Mercurius; wenn du denſelbigen haſt, ſo diſpu⸗ tire mit deinem Abt und ſprich: Ajoth et ignis ti⸗ bi ſufficiunt. NB. das iſt offenbar, daß etz mehr iſt, denn das feinſte Gold, daß GOtt in der Grori fung ſelber gebauet, und thmediefe Krafft pergóni net hat, ſolches uns Menſchen zu offenbqren. Dadurch dana alle Menſchen ſolches haben koͤn⸗ nen, wanu ſie von GOtt recht erleuchtet werden. Albertus. Ja, wo bekommt man dann daſſelbe Gold? Mercurius. Unter dem Himmel, in vielen Bergen und Gruben: NB. Alle Menſchen habens vor Augen, und tennen das nicht. Albertus. Wie viel muß man zu Vollendung dieſes Wercks haben? Mercurius. Wenn du 4. Loth haſt fo magft du bem Pabſt die Cronen abkauffen und das uͤbrige behalten. Albertus. So viel wollen wir mit GOttes Huͤlff wol zu wegen bringeu. NB. Wenn du 4. Loth ausgegr⸗ beitet, ſo iſt es genug zu deinem Anfang? Mer⸗ 9 Ehymiſche Schrifften. 229 a Mercurius. JIa, das Corpus. Weiſt du aber nicht, bag| ich als ein Geiſt, nicht vom Coͤrper, ſondern| viel mehr vom Spiriturede. Wie wilt du den| Eeait waͤgen, der da gar gering in Fleiner Quans titaͤt von ſeinem Corpus aus gezogen wird, aber| nachmals in virtute die groſſe Quantitaͤt ſeines| Coͤrpers uͤbertrifft. Wenn du nun dieſen aus⸗ ezogenen Spiritum durch ſich ſelbſt wiederum R orporaliſch wilt machen, und einem geiſtlichen M reinen Leib verwandlen wirſt, als dann magſt du mit deinem Abt diſputiren,(aber zuvor iſt es unvonnoͤthen) und ſagen,ignis et Azoth tibi ſufficiunt.| Albertus. I Ach Engliſche, ach Himmliſche Worte, wie| ſoll ichs dann machen? Mercurius, olye et coagula. Albertus. Ach! das ſeyn kurtze Wort, die ſchwerlich ſeynd zu verſtehen, aber die gantze Kunſt iſt darinnen. Ich verſtehe, ich ſol das Corpus Golis ſolviren, Ps und 230 MICHAELIS SENDIVOGllI. und durch die Solution den Spiritum tingentem/ welcher ohne Zweiffel des Bernhardi doppelter Mercurius iſt, heraus ziehen. NB. Das Cor⸗⸗ pus iſt nicht fein Gold, ſondern das, darinne die Tinctur verborgen liegt, daraus zeug den dop⸗ pelten Mercurium, Mercurius. Nun ift die Deck von deinen Augen zum Theil hinweg, du haſt es recht verſtanden. NB. da ver⸗ ſtehe nun, welches corpus er meynel. Albertus. Wodurch muß ich das Corpus Solis ſoloiren! Mercurius. Dure fih flblt, und was ihm am nechſten verwand iſt. 8 Albertus. Das iſt eine ſchwere Red, ja ſchwerer denn ditz Kunſt ſelber, ich bitte dich, erklaͤre mir ſolches, und zeige mir an die Mittel und die Handgriffe der warhafftigen Solution. Mer⸗ Chymiſche Schrifften. Mercurius. Ich als ein Geiſt kan dir jetzund die Mittel und die Handgriff nicht weiſen, dann ich keine Haͤnde hab. Wenn ich aber einen Leib haͤtte I| wie du, wolte ich das gantze Werck arbeiten, I| du aber ſuche fleißig in deinem Bernhardo, da⸗| rimen fiehet Das Mittel und die Handgriff der warhafftigen Solution mit allen Umſtaͤnden dreymal beſchrieben, zweymal gerecht und eine Nipe: mal falſch um der Unwuͤrdigen willen. Alhertus. Ach ich elender, hab mich allbereit ſchier zu liodt darinnen geleſen, kan ſie gleichwohl nicht fin⸗. den, denn ob ich gleichwol den Koͤnig durch dei⸗ ne Unterweiſung kenne, ſo iſt mir aber die Fons tina darinnen gantz unbekandt, darum bitte ich Ipa | dich auf das allerffeißigſte, zeige mir, was die Ia Fontina ſey. g3 M OAS E P ST Mereurius. Du wilt allzufruͤß gelehrt werden, ich fan ſie dir nicht zeigen, du muſt zuvor den Koͤ⸗ nig haben, man hitzet das Bad nicht ehe, der Koͤnig ſeye dann vorhanden. Du aber gehe zu deinem Abt, und ſage ihm, er ſolle dir ſchaffen ehen Pfund des beſten Orientaliſchen 8756. Kle; wie 232 MICHAELIS SENDIVOGII wie es ohne Feuer aus ſeiner Muttter der Erden kommet, ſo will ich dir nachmalen alles offenba⸗ ren, was du jetzt nicht verſteheſt. Sey ſtill und verſchwiegen, zeig deinem Abbt deine Buͤcher nicht mehr, ſag ihm auch von unſer Zuſammen⸗ kunfft kein Wort bey Leib und Blut, leg ab alle Zauberey, und beſchwere mich nicht mehr; bleib in gutem Fuͤrſatz, bitte GOtt um Gnad und einen guten Geiſt, ſonſten darf idh niht wieder zu dir kommen, ſo will ich dein guter Freund ſeyn, und ſo offt du meines Raths bedarffſt, will ich fieis bep dir ſeyn. Akbertus. Ach, bleib nur noch ein wenig, ſage mir, wer⸗ de ichs auch noch erleben, daß wir die Tinctur verfertigen? Mercurius. Ja, du wirſt es vollenden, aber dein Abt wird ſo lang nicht leben, du wirſt ſie erlangen nach ſeinem Tod, und da du dich nicht weißlich fuͤr⸗ ſieheſt, wird ſie dir eine Urſach ſeyn deines To⸗ des. Darum hab dich wol in Acht, ſiehe wol zu, wem du dieſelbige zeigeſt, denn dieſe Tinetur groſſe Verblendung anrichten wird, doch folt ou deine Buͤchlein flliſſiger jederzeit, denn deine Tin⸗ ctur ſelbſt verwahren, und ja Achtung darauf geben, daf man es iu feiner Zeit bey dir pnu i enn Chymiſche Schrifften. 333 denn du davon die groffe Gefahr und in Ge⸗ faͤngnuß und Mord gerathen koͤnnteſt, derohale ben ſeye fuͤrſichtig und gehab dich wol. Albertus. gch Bruder Albertus Bayr, Carmeliter Ordens, betheure und bezeuge hiemit, vor GOrt und ſeinen Engeln und lieben Heiligen, daß im Jahr 1568. den 18. Februarii, welches war das Feſt der glorwuͤrdigen und hochge⸗ benedeyten, wigbleibenden Fungfrauen Mariauͤ Liechtmeß, wie ich in meiner Cellen im Cloſter Maria Magdalena de ſtella nova, mir ſolch Geſicht erſchienen, und vorgemeldt Geſpraͤch mif mir gehalten. Nachdem ich Tag und Nacht mit Philoſophiſchen Buͤchern und Gedancken aufſtunde, und zu Bette gieng, und GOtt den HeErrn mit inbruͤnſtigem Seuffzen bate Tag und Nacht, daß er mir die Warheit dieſer Kunſt gnaͤdiglich offenbaren wolle. Da hab in ich mei⸗ ner Unwiſſenheit, GOtt verzeihe mirs, weil ich anderſt nicht vermeinet, nachdem ich 23. Jahr mit meinem Abt vergebens mit groſſer Muͤhe gearbeitet und des Feuers Tag und Nacht emb⸗ ſig gewartet, man koͤnne dieſer Sachen Geheim⸗ nuß von keinem Menſchen erfahren, ſondern man muͤſſe es von den Geiſtern erzwingen, ſo es doch den Menſchen, vielmehr dann den Geiſtern moͤglech iſt, wie ichs GOtt Lob am End befun⸗ den. Da hab ich, auf gemeldten Tag n ge⸗ woͤnli⸗ Ao SEE EE Da sn E aaa E————— 234 MICHAELIS SENDIVOGII. woͤhnliche Ceremonien u. gebuͤhrliche Beſchwoͤ⸗ rungen, wie in Cloͤſtern in Italien, Hiſpanien gar gemein/ als einCloſter⸗Excorciſte, GOtt verzeyhe mirs, den Spiritum Mercurii beſchworen, und auf ein Geſpraͤch erfordert, welcher mir in Ge⸗ ſtalt eines ſchwartzen, laͤnglichten ſcheußlichten Scheins oder Schattens, ohne einige Form oder Geſtalt eines Menſchen oder Thiers erſchienen, und mir mit hallender thoͤnender Stimm, Frag und Antwort geben, wie vor berichtet. Und ais ich auf ſein Geheiß mich an den Tiſch geſetzet, mit Feder und Dinten gefaſt gemacht, iſt derſelbe Schatten oder ſchwartze Schein mitten in den Circkel getreten, ungeacht des conſecrirten Schwerdts, geraͤucherten Kertzen, und anderer Gauckelwerck. Nachmalen hat er ſich von der ſchwartzen Farb durch eine Aſchen⸗farbe graue Wolcken, in ein gantz liechten weiſſen Schein verkehrt, und iſt zu letzt von der weiſſen durch eine licht ⸗gelbe Farb in die hoͤchſte Roͤthe veraͤndert worden. Die Form aber und Groͤſſe bat fiH nicht verkehret oder veraͤndert, ſondern iſt biß zum End des Geſpraͤchs im Circkel gantz unverruckt beſtehen bleieben, in miten aber im Schien iſt das Zeichen Mercurii in drey unterſchiedlichen Farben geſtanden. Endlich als er verſchwun⸗ en, wie erzehlet iſt meine Cell inwendig und auswendig, Blut⸗roth erſchienen und geſehen worden, als wie die Sonne in einem Gemach Blutroth zu ſcheinen pfleget. Nach dieſer Of, ſenbar ung hab ich alles mit meinem Abbt beſtel⸗ | | O a Ú a N a M aA M r M M aM O a O Ir I a, a TO NG aE l M O aTe > Chymiſche Schtifften. 235 let,haben der rechten Materi inner 2. Jahren 11. Pfund und 7. Loth mit groſſer Muͤh und Fleiß zu wegen gebracht, und das Werck Anno 1571. gluͤcklich vollendet, wie ich dann ſolches folgends treulich und klar aufgezeichnet. Mein Abt aber hat es nicht, erlebt, dann den 2. Ju⸗ nii zuvor iſt er neben ſeiner Concubina im Bett todt gefunden worden. Ich hab von Anfang biß zu End alle Farben geſehen, und wie ſich der Spiritus im Circkel erzeiget, alſo auch die drey Haupt⸗Farben, nemlich, ſchwartz, weiß und roth, im Werck alſo untet ſchiedlich gefunden, und wann ein einiger Irrthum iſt fuͤrgefallen, hab ich allezeit von gemeldtem Spititu guten Rath und Bericht bekommen. Inſonderheit aber hat er mir die Parabel von der Fontina des Bern⸗ hardi dermaſſen erklaͤret, daß mir nachmals alle verborgene Schrifften und Figuren der Chaldaͤer und Egyptiet und anderer Philoſovhen offenbar worden, wie ich ſolches im vierdten Theil meines Buͤchleins, ſo ich uͤber das Buch Bernhardi ge⸗ ſchrieben, mehrentheils mit meinem Blut ver⸗ zeichnet hab. Aber nach Vollendung des Wercks hab ich den Spiritum in etlichen Jahren nicht koͤnnen wiedet zu mir bringey, Derohalben mir die Vermehrung in den Kraͤfften und Quantitaͤ⸗ ten ſehr ſchwer vorgefalen, und weil ich von dem Syiritu keine weitere Unterweiſung und Bericht bekommen, und mir die anderen Bruͤder, und ſonderlich der neue Abt ſehr aufſaͤßig und zuwi⸗ der waren, darum daß ſie von mir in dieſen Sa⸗ chen MICHAELIS SENDIVOGII chen nichts erfahren kunten, machte ich mich mit meiner Tinetur, und etlichen alten und guz ten Egyptiſchen Buͤchern in wenig Jahren heim⸗ lih davon und kam gluͤcklich zu Augſpurg an, und reiſete darnach gen Nuͤrnberg und war froh⸗ daß ich einmal auf den teutſchen Boden kam, bey der troͤſtlichen Hoffnung/ich werde dermaleins ei⸗ nen finden, ſo mir die Augmentation zeigen wer⸗ de. Gott der Allmaͤchtige helffe ferner allen mit ſeinen Gnaden, hoch gelobet und gepreißt in alle Ewigkeit, Amen, Amen, Amen. AUAN A E ANININ;~