Ausfüuͤhrliche Nachricht 3 rSree Siei ieit, ee Guſtaf Adolphs, der Schweden, Gothen und Wenden Koͤnigs ꝛc. ꝛc. ꝛc., Unſers Allergnaͤdigſten Monarchen und Herrn, ο wie auch Ihrerr Majeſtaͤt, Friderica Dorothea Wilhelmina, der Schweden, Gothen und Wenden Koͤnigin e, i.. gebohrner Prinzeſſin von Baaden ꝛc. ꝛc., Unſerer Allergnaͤdigſten Koͤnigin und Frau, Hoöͤch ſten Gegenwart zu Stralſund im Jahre 1797, nebſt 7 eeſich e é(i beung der bey ſolcher Gelegenheit veranſtalteten Feyerlichkeiten. Stralſund, 1797. Gedruckt in der Koͤniglichen Regierungs-Buchdruckerey, Quae cura Patrum, quaeve Quiritium, Plenis honorum muneribus Vestras, Augusti, virtutes in aevum Per titulos memoresque fastos Aeternet! Horat. Carm. IV. 14. Schon ſeit ſechs und zwanzig Jahren beſaß Stralſund keinen ſeiner, huldreichen Beherrſcher auf mehrere Tage bey ſich(). Deſto inniger und lebhafter war die Freude ſeiner Bewohner, als juͤngſt, ganz unerwartet, es nicht nur dieſes Gluͤcks theilhaftig, ſondern auch Zeuge einer Handlung ward, die, in unendlich viel Ruͤckſichten aͤuſſerſt wichtig, treue, ihren Regenten anhan⸗ gende Voͤlker nie ungeruͤhrt laͤßt. Am 25ſten Julii, Nachmittags um zwey Uhr, nemlich langte die Poſt⸗ jagd, Kronprinz Guſtaf Adolph, und mit ſolcher der geliebte Monarch, begleitet von dem Oberſten und CapitainLieutenant der Trabanten, Grafen Carl Clas Piper, dem General-Adjutanten vom Fluͤgel, Oberſtlieute⸗ nant, Kammerjunker, Unter-Ceremonienmeiſter der Koͤnigl. Orden und Ritter des Koͤnigl. Schwerdtordens, Otto Reinhold Moͤllerſwaͤrd, dem Ca⸗ binetsſecretair und Kammerjunker, Grafen Adolph Goͤran Moͤrner, (Die Durchreiſe Sr. Hoͤchſtſeel. Majeſtaͤt, Guſtafs III, 1780, geſchah derge⸗ ſtalt ſchnell und in der Stille, daß niemand eher ſie erfuhr, als bis den Ver⸗ ewigten in Damgarten eine Unpaͤßlichkeit uͤberfiel, wozu ein hieſiger Arzt verufen ward/) A 2 dem Archiater, Doctor Rung, und dem Admiralitaͤts⸗Capitain Petterſon, allhier aus Yſtad an, ohne daß man mit der den Tag vorher eingetroffenen Poſt von Hoͤchſtdeſſelben Abreiſe aus Stockholm das mindeſte erfahren hatte. Se. Majeſtäͤt lieſſen ſofort durch den Oberſtlieutenant Moͤllerſwaͤrd Hoͤchſtdero Anweſenheit der Commandantſchaft kund thun, beobachteten uͤbri⸗ gens aber das ſtrengſte Incognito, ſahen niemand, kamen nicht vom Fahr⸗ zeuge, und gingen gegen ſechs Uhr Abends uͤber Damgarten, Roſtock und Wis mar, ohne ſich irgendwo aufzuhalten, nach Ha mburg ab. Der Zweck, die Dauer und das Ziel dieſer Reiſe blieben mehrere Poſt⸗ tage ein Geheimniß. Dann meldeten die oͤffentlichen Blaͤtter, der Koͤnig ſey uͤber Hannover, Halberſtadt und Leipzig zu Erfurt, ſo wie der kurz vorher aus Stockholm nach Berlin hier durchpaſſirte Herr General— Lieutenant, Oberſte Kammerjunker, Ritter und Commandeur der Koͤnigl. Orden, Baron Evert Taube, zu Carlsruhe angekommen. Privatbriefe wollten anfangs behaupten, letzterer werde den bevorſtehenden Frieden zwi⸗ ſchen dem Deutſchen Reiche und Frankreich vermitteln helfen. Jetzt begannen ſie, Zuſammenhang ſeiner Reiſe mit der des Monarchen zu vermuthen. Es folgte das Geruͤcht obhandener Vermählungs-Tractaten zwiſchen dem Koͤnigl. Schwediſchen und Markgraͤflich-Baadenſchen Hofe. Als endlich aber des Erbprinzen und der Erbprinzeſſin von Baaden Durchlauchten, nebſt zweyen Ihrer Prinzeſſinnen Toͤchter, ebenfalls ſich zu Erfurt einfanden, hieß es beſtimmt, Se. Schwediſche Majeſtaͤt haͤtten ſich an dieſem Orte mit der Prin⸗ zeſſin Friderica Dorothea Wilhelmina von Baaden verlobt, und bald darauf beſtaͤtigte ſich das officiell. Die Markgrafſchaft Baaden liegt unter einem ſehr milden Himmels⸗ ſtrich im Schwaͤbiſchen Kreiſe an der Oſtſeite des Rheins. Sie iſt ungemein volkreich, cultivirt und fruchtbar. Die Landeseinkuͤnfte betragen jaͤhrlich ge⸗ gen 900, 00 Gulden, oder ungefehr 100, 0 Louisd'or. Die fuͤrſtliche Reſidenz iſt Carlsruhe, eilf Meilen von Stras burg, ſo wie funfzehn Meilen von Frankfurt am Mayn, eine der regelmaͤſſigſten Staͤdte ——— —— Deutſchlands. Der Großvater des jetzigen Herrn Markgrafen ließ ſie 1718 mitten in einer ſchoͤnen Waldung anlegen, und ſtiftete zum Andenken dieſer Begebenheit den Baadenſchen Hausorden de Ia Fidélite. Gegenwaͤrtig iſt ſie der Schutzort der Glaubensfreyheit, ein Sitz der Wiſſenſchaften und Kuͤn⸗ ſte, die Pflegerin der Aufklährung und verdienter Maͤnner(). Das Markgraͤflich Baadenſche Haus iſt einerley Urſprungs mit dem Oeſterreichiſch-Habsburgiſchen und Lothringiſchen. Es ſtammt eigentlich aus dem Elſaß, zunaͤchſt aber von Herzog Bertholds J. von Zaͤhringen zweytem Sohne, Hermann, ab, der von ſeinem Vater die Hochbergſchen, durch ſei— ne Gemalin, Judith, hingegen die Baadenſchen Lande bekam, zuerſt den Titel eines Markgrafen angenommen haben ſoll, und im Jahr 10/4 ſtarb. Seinem Range unter den Deutſchen Reichsſtaͤnden nach gehoͤrt es zu den ſo ge— nannten altfuͤrſtlichen Haͤuſern, das iſt, denjenigen, die unmittelbar nach den Churfuͤrſten votiren. Es hat auf dem Reichstage drey Stimmen, und wechſelt im Vorſitzen mit den Haͤuſern Pommern, Mecklenburg, Wirtemberg, Heſſen und Holſtein-Gluͤckſtadt, die daher alternirende heiſſen(h). Ehedem, und zwar ſeit 15§ 15, theilte das Markgraͤfliche Haus ſich in die zwey Linien, Baaden-Baaden und Baaden-Durlach. Jene war Catholiſcher, dieſe Evangeliſch⸗Lutheriſcher Religion. Mit dem Markgrafen (J̃unter ihren Bewohnern befand ſich einſt, bis Vaterliebe ihn von dannen rief, Deutſchlands Montesquieu, der beruͤhmte Johann Georg Schloſſer, und der unſterbliche Saͤnger der Meſſiade genießt von dem erhabenen Mark—⸗ grafen eine Penſion. Vom Schloßthurm aus ſieht man in alle Hauptgaſſen der Stadt, ſo wie in fuͤnf und zwanzig Alleen, an deren Ende immer ein an⸗ ſehnliches Dorf erſcheint. S. Buͤſchings Erdbeſchreibung, 3 Th., 2. B., S. 1317. der zweyten Auflage. 6% S. Buͤſching am angefuͤhrten Orte, S. 1308, Herrn Kammerrath Moͤl— lers neueſte critiſche Nachrichten, 4oſtes Stuͤck vom j. J., S. 314, und Hlaͤ⸗ berliyßs Handbuch, Th. 2., S. 311. A 3 Auguſt Georg ſtarb 17/1 die erſtere aus, und ſo ſind jetzt wieberum die ge⸗ ſammten Baadenſchen Staaten unter einem einzigen Regenten vereinigt. Die— ſer iſt Carl Friedrich, Ritter des Ruſſiſchen St. Andreas- Preuſſiſchen Sehwarzen Adler-Daͤniſchen Elephanten- und Churpfaͤlziſchen St. Huberts⸗ Ordens, ein Herr von den ſeltenſten Eigenſchaften des Geiſtes und des Herzens, das Muſter eines vortreflichen Fuͤrſten, der wahre Vater ſeiner Unterthanen. Er fuͤhrt den Titel eines Markgrafen zu Baaden und Hochberg, Landgrafen zu Sauſenberg, Grafen zu Sponheim und Eber⸗ ſtein, Herrn zu Roͤteln, Baadenweiler, Lahr und Mahlberg, ward gebohren am 22. November 1728, folgte ſeinem Herrn Großvater, Carl Wilhelm, 1738 unter Vormundſchaft, dann 1746 nach erlangter Volljaͤhrigkeit ſelbſtſtaͤndig, in der Regierung, und vermaͤhlte ſich am 28. Ja⸗ nuar 175 1 mit Caxolina Louiſa, Prinzeſſin von Heſſen⸗Darmſtadt, Da⸗ me des Ruſſiſch⸗Kayſerlichen St. Catharinenordens, welche im Jahr 1783 zu Paris verſtarb. Seine Deſcendenz zeigt die Anhangstabelle No. I. Unter ſeinen Enkelinnen ſind Ihro Majeſtäͤt, unſere allergnaͤdigſte Koͤnigin, die vierte in der Ordnung. Das Mankgraͤfliche Haus Baaden ſteht uͤbrigens ſowohl mit den erſten und angeſehenſten Deutſchen Fuͤrſten, als verſchiedenen Euro— paͤiſchen Kayſer- und Koͤnigshaͤuſern in ſehr naher Verwandtſchaft. Beſonders hat es einen und ebendenſelben Ahnhern mit den Koͤnigen von Schweden aus dem Hauſe Holſtein. Die Tafel im Anhange unter No. II.() giebt daruͤber genauere Auskunft. Ihr nach ſtammen beyde Häͤuſer, mithin auch unſer verehrter Guſtaf Adolph und ſeine angebetete Friderike, durch die Prinzeſſin Catharina, Koͤnig Carls IX. Tochter, vom groſſen Guſtaf Wa ſa ab, und zwar Se. Majeſtaͤt, der Koͤnig, im ſiebenden, Ihro Maje⸗ ſtaͤt, die Koͤnigin, hingegen im achten Gliede. Wir bitten dieſer Abſchweifung halber, die freylich fuͤr kundige Leſer nichts Neues enthaͤlt, aber den minder unterrichteten doch vielleicht willkom⸗ (0 Sie hat den Herrn Kammerrath Moͤller in Greifswald zum Verfaſſer. men ſeyn duͤrfte, um Verzeihung, und kehren nunmehr zu unſerm eigentlichen Gegenſtande zuruͤck. Am 27. Auguſt meldete der Herr General-Lieutenant u. ſ. w.,, Baron Taube, vorlaͤufig aus Berlin, Sr. Majeſtaͤt des Koͤnigs Ruͤckreiſe nach Schweden geſchehe uͤber Stralſund, und ſey dazu gegen den 22. oder 23. eine Poſtjagd in Bereitſchaft zu halten. Die Beſtaͤtigung dieſer Nachricht mit dem Zuſatze, es werde der Monarch laͤngſtens am 24. gewiß eintreffen, uͤberbrachte den nemlichen Abend gegen eilf Uhr der Herr Oberſt und Capitain⸗ Lieutenant, Graf Piper, worauf am folgenden Morgen, fruͤh um ſieben, Se. Ercellenz, der Herr General-Gouverneur, Reichsherr, Academie-Kanzler, General der Cavallerie, Ritter und Commandeur der Koͤnigl. Orden, wie auch Ritter vom groſſen Kreutz des Koͤnigl. Schwerdtordens, von Platen, in Begleitung des nur gedachten Herrn Oberſten und Grafen, zum Empfange des Koͤnigs an der Grenze, nach Anclam eilten. Hier in der Stadt wetteifer— ten indeſſen alle Behoͤrden, den erhabenen Reiſenden, ſo gut es ſich in der Geſchwindigkeit thun laſſen wollte, ſeiner wuͤrdig aufzunehmen, und jedermann brannte fuͤr Begierde, ſeinen theuerſten Landesvater aufs baldigſte zu ſehen. In Anclam langten Se. Majeſtaͤt den 23. Nachmittags gegen zwey Uhr an. Auf dem unter Schwediſcher Hoheit ſtehenden daſigen Damme be— zeigten Allerhöchſtdenenſelben, fuͤr ſich und im Namen der ganzen Provinz, des Herrn General-Gouverneurs Excellenz ihre ſchuldige Ehrfurcht. Bey dem Dorfe Koitenhagen, eine halbe Meile von Greifswald, erwarteten den Monarchen, unter Anfuͤhrung des academiſchen Stallmeiſters, zwey und zwanzig junge Studierende zu Pferde, nit zwey Trompetern vorauf, welchen die Gnade angedieh, beym Einzuge in die Stadt vor dem Koͤnigl. Wagen zu reiten(0. (0) Sie waren ſaͤmmtlich uniform gekleidet, und zwar blau mit rothem Kragen, weiſſer Weſte, weiſſer Cocarde, goldehen Cordons und einem weiſſen Feder⸗ buſche am Hut. Die Anfuͤhrer trugen uͤberdem goldene Epauletts und weiſſe ſeidene Schaͤrpen mit goldenen Franzen. Die Ankunft zu Greifswald erfolgte Abends gegen ſieben Uhr. Am NMuͤhlenthor wurden Sr. Majeſtaͤt die Stadtſchluͤſſel vom Magiſtrat uͤberreicht. Von da bis faſt zum Königl. Quartier, dem Poggeſchen Hauſe auf dem Markt, hatte die Buͤrgerſchaft ſich en Haye poſtiret, an welche hienaͤchſt das Militair anſchloß. Beym Ausſteigen aus dem Wagen machten funfzehn junge Frauen⸗ zimmer, weiß und 90 gekleidet, mit Blumenkoͤrben in den Haͤnden, einen Kreis um den Koͤnig. Die Tochter des Herrn Commerzienraths Pogge hielt eine kurze Anrede 5 Deutſcher Sprache, uͤbergab dabey eine Krone von Blu⸗ men, und begleitete ſodann nebſt ihren Geſpielinnen, unter ſtetem Blumen⸗ ſtreuen, Se. Majeſtaͤt bis an die Trepye. Beym Eintritt der Nacht ward der groͤßte Theil der Stadt, beſonders rings um dem Markt, erleuchtet. Nach aufgehobener Tafel warteten acht und dreyſſig Studierende mit einer Muſick bey Fackeln, einem wohlgeſetzten Gluͤckwänſchungs-Gedichte und frohem Vivat⸗ rufen devoteſt auf(). Am folgenden Morgen wurden Sr. Majeſtaͤt zuvoͤrderſt durch des Heren General- Gouverneurs Excellenz die geſammte Koͤnigl. Collegien, die Koͤnigl. Academie, der Stadtmagiſtrat, die Geiſtlich⸗ keit, nebſt verſchiedenen fremden Officieren und anderen Perſonen vorgeſtellt und nachdem hierauf vor Allerhoͤchſtdenenſelben auch noch die Schuͤtzen⸗ Eöli⸗ pagnie aufmarſchirt war, reiſeten Sie unter Paradirung d der Garniſon und Buͤrgerſchaft, ſo wie Vorreitung der Studenten bis ans Ende der Allee gegen Meſekenhagen, den 24. fruͤh um neun nach Stralſund ab. In dieſer Hauptſtadt Pommerns formirten ſich an eben dem Tage um zehn Uhr die ſieben Compagnien der Buͤrgerſchaft unter klingendem Spiel und fliegenden Fahnen von dem zur Koͤnigl. Wohnung beſtimmten Gouvernements⸗ hauſe bis ans innere Frankenthor en Haye. Zugleich marſchirte vor gedachtem ( Ihyre Anfuͤhrer und Adjutanten waren ebenfalls in Uniform, nemlich roth mit ſchwarzen Aufſchlaͤgen, weiſſen Federbůſchen, weiſſen Schaͤrpen mit goldenen Franzen und goldenen Epauletten. 4 Hauſe die Koͤnigl. Leibwache(), die uͤbrige Infanterie hingegen auf dem ge⸗ woͤhnlichen Exercir-Platze vor dem Franken⸗Retranchement in Parade auf. Sobald Se. Majeſtaͤt Andershof vorbey waren, begann von allen Kirchthuͤrmen das Glockengelaͤute. Als Allerhoͤchſtdieſelben die paradirende Regimenter erreichten, geruheten Sie aus dem Wagen zu ſteigen, und unter 7 der gewoͤhnlichen militairiſchen Begruͤſſung die Fronte hinunter zu gehen, wo⸗ nächſt zweymal General⸗Salve gegeben ward. Am Retranchement befanden ſich der Herr General-Lieutenant, Commandant, Commandeur des Koͤnigl. Schwerdtordens und Ritter von Pollet, der Platzmajor und der Herr Oberſtlieutenant und Ritter Hoppenſtedt, deren erſterer den Monarchen ehrerbietigſt bewillkommte, letzterer aber den Plan der Feſtung uͤberreichte. Unter dem inneren Thore war der Magiſtrat en Corps verſammlet, und der wortfuͤhrende Herr Buͤrgermeiſter Hagemeiſter praͤſentirte Sr. Majeſtaͤt, nach einer kurzen, zweckmaͤſſigen Anrede, auf einem blau ſammtnen, mit gol— denen Franzen beſetzten Kiſſen die Schluͤſſel der Stadt, welche Allerhoͤchſtdie— ſelben jedoch nicht anzunehmen, ſondern gnaͤdigſt in den Haͤnden des Magi⸗ ſtrats zu laſſen geruheten. Unter Abfeurung von 256 Kanonen in zwey Umgaͤngen ward hierauf in folgender Ordnung der Zug weiter fortgeſetzt: 1. der Wagen des Herrn Hofmarſchalls, Oberjaͤgermeiſters und Ritters von Boltenſtern, —— — Sie beſtand aus hundert Mann, drey Officieren und fuͤnf Unterofficieren, wechſelte taͤglich unter den beyden Regimentern, und die Grenadiere verſahen die Wachpoſten in und vor dem Koͤnigl. Palais. Ihr Befehlshaber war zu— gleich des Koͤnigs Ordonnanz⸗Officier, und ſpeiſete als ſolcher an der Koͤnigl. Tafel. Der Eingang zu den Koͤnigl. Zimmern war von zwoͤlf beſonders dazu 9 commandirten Unterofficieren beſetzt. — 180 3 2. der Wagen des Herrn General⸗ Keutenants und Commandanten ꝛc. von Pollett, 3. der Wagen Sr. Ercellenz, des Herrn General-⸗Gouverneurs u. ſ. w., in welchem zugleich der Herr Oberſtlieutenant und Kammerjunker Moͤller⸗ ſward ſaß, 4. Se. Majeſtaͤt, der Koͤnig, in einem offenen Wagen, gekleidet in die Uniform der Schwediſchen Garde, welche Sie hier beſtaͤndig trugen, und Ih⸗ nen zur Seite der Herr Oberſt, Graf Piper, 5. neben dem Koͤnigl. Wagen der Herr General-Major und Ritter, von Quillfeldt, ſamt dem Herrn Oberſten und General⸗Adjutanten, von Engelbrechten, zu Pferde. Unter dem Badenthor boten etliche dreyſſig junge Frauenzimmer aus den erſten hieſigen Familien, ſaͤmmtlich weiß gekleidet, dem Monarchen einen Blu⸗ menſtrauß dar. Eines derſelben, das Fraͤulein Friderike von Stegmann, begleitete ſolchen mit einem kurzen Compliment in Franzoͤſiſcher Sprache, und darauf gingen alle vor dem Koͤnigl. Wagen her, wobey ſie aus in der Hand habenden Koͤrben beſtaͤndig Blumen ſtreueten. An der Treppe des Gouvernementshauſes wurden Se. Majeſtaͤt von der Hochpreislichen Koͤnigl. Regierung, den Herren Landraͤthen, den Deputirten der Loͤblichen Ritterſchaft und den Abgeordneten der Ehrbaren Staͤdte, welche ſich die Stufen hinauf en Haye rangiret hatten, auf ſelbiger aber von der Frau General-Gouverneurin empfangen. So wie Allerhoͤchſtdieſelben die Treppe hinan ſtiegen, folgte Ihnen das Regierungs⸗Collegium und das Corps der Landſtände bis ins Vorgemach. Allda praͤſentirten zuvorderſt des Herrn Ge⸗ neral-Gouverneurs Excellenz erſteres und den Herrn Landrath von der Lanken, dann dieſer Letztere ſeine Herren Collegen und die uͤbrigen Staͤnde, unmittelbar darauf aber wiederum Se. Excellenz die Generalitaͤt, die Koͤnigl. Kammer, den Magiſtrat, das hieſige Miniſterium, die Deputirten des Aus⸗ ſchuſſes der Buͤrgerſchaft und den gegenwartigen Adel. Die Anreden, bis auf die Sr. Excellenz, geſchahen in Deutſcher Sprache. Die Koͤnigl. Antwor⸗ ten erfolgten Schwediſch, und Se. Excellenz wiederholeten ſolche auf Deutſch. Alle dazu qualificirte Perſonen gelangten uͤbrigens zum Handkuß. Gegen vier Uhr ſetzten ſich Se. Majeſtaͤt zur Tafel, die aus dreyſſig Ge⸗ decken beſtand, und in Ruͤckſicht deren jetzt die nemliche Etiquette galt, welche Statt hat, wenn ſich der Koͤnig im Lager befindet, da gewoͤhnlich ſonſt niemand an ſolcher ſpeiſen kann, der nicht Oberſtenrang beſitzt. Um fuͤnf Uhr wurden Allerhoͤchſtdenenſelben die ſaͤmmtlichen Officiere der Garniſon, ſpaͤterhin aber die der Buͤrgerſchaft vorgeſtellt. Ferner geruheten Sie dieſen Nachmittag vom Magiſter Leß und ſeinen Zoͤglingen ein Deutſches Gedicht, ſo wie von der hieſigen Judenſchaft ein Feyergebet in Deutſcher und Ebraͤiſcher Sprache, anzunehmen. In Begleitung des Herrn General-Gouverneurs, des Chefs der Fortification und Ihrer ſonſtigen Suite beſahen Sie hierauf zu Fuß die Fe⸗ ſtungswerke, das Bauwerft und den Hafen, wo alle darin befindliche Schiffe flaggeten. Abends war Tafel von ſechszehn Couverts, wozu auch die Frau Feldmarſchallin, Graͤfin Meyerfeldt, und die Frau Hofmarſchallin von Boltenſtern, vormalige Unterhofmeiſterin Sr. Majeſtaͤt, gezogen wurden. Bis ſpaͤt in die Nacht war die ganze Stadt erleuchtet(Y; freylich nicht ſo, wie geſchehen ſeyn wuͤrde, wenn man mehr Zeit gehabt haͤtte, ſich vorzubereiten. Doch nahm der hulde Monarch den Willen ſeiner Stralſunder fuͤr die That, und durchging mehrere Straſſen, wo die hinzu ſtroͤmende Menge Ihn mit Ju⸗ bel und innigſtem Entzuͤcken begruͤßte⸗ Freytags, den 25., fruͤh um zehn Uhr, bewies die hieſige Schuͤtzen⸗Com⸗ pagnie ihre Devotion durch einen Feyer⸗Aufzug. Um eilf beſuchten Se. Ma⸗ (Die etwanige Beſchreibung dieſer Erleuchtung liefert der Anhang unter No. UI. B 2 jeſtaͤt die Wachparade auf dem neuen Markte(), gingen durch alle Glieder, und legten, ſowohl uͤber die Schoͤnheit der Mannſchaft, als uͤber derſelben Fertigkeit in den Waffenuͤbungen und vorzuͤglich gute Bekleidung, Allerhoͤchſt⸗ dero Wohlgefallen und voͤlligſte Zufriedenheit an den Tag. Nach abgeſtatte— tem Rapport war oͤffentliche cCour. Das Mittagsmahl geruheten Se. Maje⸗ ſtaͤt bey des Herrn Feldmarſchalls, Reichsherrn und Commandeurs des Koͤnigl. Schwerdtordens mit dem groſſen Kreutz, Grafen Meyerfeldt Exellenz, einzunehmen. Nachmittags um fuͤnf Uhr verſammleten ſich die Stadteinwoh⸗ ner und Fremden der angeſehenern Claſſen beyder Geſchlechter zu einer abſeiten und auf Koſten des Magiſtrats veranſtalteten Tanz-Aſſemblee im groſſen Saale der Brauer-Compagnie, die auch Se. Majeſtaͤt mit Ihrer Gegenwart be— gluͤckten, nachdem Sie zuvor in Gnaden zu erlauben geruhet hatten, daß Ihnen bey der Gelegenheit diejenigen einheimiſchen und auswaͤrtigen Damen, welche ſich dazu anmelden wuͤrden, durch die Frau General-Gouverneurin praͤſentiret werden duͤrften. Se. Majeſtaͤt verweileten daſelbſt bis gegen neun Uhr, lies⸗ ſen ſich einige Erfriſchungen gefaͤllig ſeyn, und begaben ſich dann zum Souper bey des Herrn Feldmarſchalls Excellenz 98 Sonnabends, den 26., Vormittags um eilf Uhr, nahm der Koͤnig von den Militair⸗Chefs den Rapport entgegen, ſah auſſerdem aber niemand, und ſetzte ſich, der vorſeyenden Abreiſe wegen, ſchon um halb zwey zur Tafel, die aus eben ſo viel Gedecken, wie am Donnerſtage, beſtand, und zu der diesmal auch verſchiedene Damen gezogen wurden. Nach Aufhebung derſelben war um drey Uhr fuͤr die Koͤnigl. Collegien, Herren Landſtaͤnde, den Magiſtrat und uͤbrige Behoͤrden Abſchieds-Cour, worauf um halb vier, durch die vom Gouvernementshauſe, uͤber den Wende⸗ und alten Markt, durch die Knieper⸗ (0 Als Sie die Treppe des Gouvernementshauſes herunter kamen, fanden Sie neben derſelben die Zoͤglinge des militatriſchen Kinderhauſes heckenweiſe, die Knaben an der einen Seite, die Maͤgdchen an der anderen, geſtellt, und auf⸗ merkſame Beobachter wollen bey der Gelegenheit im Auge des Monarchen eine Thraͤne wahrgenommen haben. — 13—.— ſtraſſe, bis ans innere Knieperthor en Haye paradirende Buͤrgerſchaft, unter militairiſcher Muſick, Begruͤſſung mit den Fahnen und abermals 256 Kano— nenſchuͤſſen von den Waͤllen, die Abreiſe nach Barhoͤft, als wohin am Freytage die zur Ueberfahrt beſtimmte Poſtjagd, Koͤnig Guſtaf, ſchon vor— aus gegangen war, und zwar in nachſtehender Ordnung, erfolgte: 1. der Wagen der Staͤdtiſchen, 2. der Wagen der Ritterſchaftlichen Deputirten, 3 und 4. die Waͤgen der Herren Landraͤthe, 5 und 6. die Waͤgen der Koͤnigl. Regierung, 7. der Wagen Sr. Excellenz, des Herrn General-Gouverneurs, 8. der Wagen Sr. Majeſtaͤt, neben Allerhoͤchſtwelchen der Herr Graf Piper ſaß(0, 9. der Wagen des Herrn General- Lieutenants und Ritters Pſilanderhielm, 10. noch ein Wagen mit Standesperſonen. Am Knieper⸗Schlagbaum beurlaubeten ſich der Herr General Lieutenant ꝛc⸗ von Pollett und der Herr Oberſt Cruſe unterthaͤnigſt. Auſſen vor der Vorſtadt, neben dem Wege nach Prohn, waren die beyden Infanterie-Regi⸗ menter aufmarſchirt, welche hier zum letztenmal den allgeliebten Guſt af Adolph, zum Theil mit Thraͤnen in den Augen, durch Ruͤhrung des Spiels, und Senkung ihrer Fahnen verehrten. Vor der Fronte derſelben ſtieg auch jetzt der Koͤnig aus, ließ die geſammten Officiere um Sich in einen Kreis beru⸗ Die Pferde vor demfelben wurden, ſo wie auch bey der Ankunft, von ſechs Ar⸗ tilleriſten gefuͤhrt. B 3 fen, erklährte ihnen ſein hoͤchſtes Wohlwollen auf das gracioͤſeſte, verſtattete die Herren Chefs und wirklichen Staabs⸗Officiere der Regimenter zum Hand⸗ kuß, und ſetzte darauf, merklich geruͤhrt, unter Begleitung von etlichen vierzi Officieren, die neben und hinter dem Wagen ritten, ſeine Reiſe fort. Zu Barhoͤft, wo von den beyden Herren Regimentschefs, von Quillfeldt und von Engelbrechten, ein ſo genanntes Gouter veranſtaltet war, wurden Se. Majeſtaͤt von den auf einem Nebenwege dahin voraus geeileten Hoboiſten beyder Corps mit einer Harmonie⸗Muſick empfangen; und nachdem Sie ſich eine kurze Zeit daſelbſt verweilet hatten, gingen Sie, von des Herrn Gouver⸗ neurs Excellenz, den Herren Generalen und mehreren Officieren in Boͤoͤten bis zur Jagd begleitet, gegen ſechs Uhr bey dem beßten Winde und ſchoͤnſten Wet⸗ ter unter Gluͤck ahndendem Hurrarufen und den Seegenswuͤnſchen aller Anwe⸗ ſenden an Bord. Auch war die Fahrt in der That ſo guͤnſtig, daß Se. Maje⸗ ſtaͤt, ohne die mindeſte Beſchwerde oder unangenehme Ereigniß, am folgenden Tage um Mittag aus ſchon zu Pſtad landeten, Vielleicht nur wenige Thronenbeſitzer gewannen in ſo kurzer Zeit, wie Guſtaf Adolph bey uns, die ungetheilte Bewunderung einer ganzen Na⸗ tion. Aber auch auſſer Ihm vielleicht nur eben ſo wenige waren derſelben durch Eigenſchaften des Geiſtes und des Herzens, wie durch jede Fuͤrſtentu— gend, ſo vollkommen werth(9. Beydes bey der Ankunft und bey der Ab⸗ reiſe gruͤſſeten Se. Majeſtaͤt die faſt zahlloſen Zuſchauer an den Fenſtern und in den Gaſſen aufs leutſeeligſte, und gaben uͤberall, wo Sie erſchienen, die deut⸗ lichſten Proben von Milde und Huld. Alle Anreden, die geſchahen, beant⸗ (YLAuch ſelbſt das Aeuſſere des Koͤnigs nahm zu ſeinem Vortheil ein. Sein ſchlan⸗ ker, anſehnlicher Wuchs, die edle Haltung ſeines Koͤrpers, ſein ſchoͤnes, gros⸗ ſes Auge, ſeine offene Stiene, ſeine zwar ernſte, aber doch ſaufte, einladende Miene— alles gefiel, alles ſprach fuͤr Ihn. Und was vollends ſeinen morali— — ſchen Werth betrift, ſo wagt der Verfaſſer gegenwaͤrtiger Schrift, hier ein Ur⸗ theil zu wiederholen, welches ein veſpectabler Menſchenkenner, der taͤglich um Ihm war, vor fuͤnf Jahren im vertraulichen Geſpraͤch daruͤber faͤllete.„Der 7 18— worteten Sie, zwar mit Wuͤrde, aber doch aͤuſſerſt liebreich. Woͤhrend der Tafeln war jedermann erlaubt, Sie ſpeiſen zu ſehen. Bittſchriften, die Ih⸗ nen haͤufig uͤberreicht wurden, nahmen Sie freundlich auf, und ſtellten ſolche, mit empfehlenden Winken, den Behoͤrden zur Pruͤfung und Berichtserſtattung zu. Mit einem Worte, Sie entzuͤckten durch Ihre Herablaſſung und Guͤte bey je⸗ dem Anlaß die Herzen des Volks, das von fruͤh Morgens bis ſpaͤt in die Nacht das Gouvernementshaus gleichſam belagerte, mit ſichtbarer Sehnſucht die Fenſter der Koͤnigl. Zimmer anblickte, ſeinen theuren Herrſcher ſtets in Menge begleitete, Ihm Heil zurief, und durch tauſend Ausbruͤche von Freudengefüh⸗ len ſeine tiefſte Verehrung, Anhaͤnglichkeit und Liebe auf das treueſte zu erken⸗ nen gab(). Der hieſige Magiſtrat inſonderheit aber ſuchte ſeine Theilnahme an der allgemeinen Begeiſterung unter anderm auch dadurch zu beweiſen, daß er dem militairiſchen Erziehungs⸗Inſtitut ein Capital von zweyhundert und funfzig Reichethalern ſchenkte, wovon zweyhundert zur Vermehrung des Fonds der Stiftung, die uͤbrigen funfzig hingegen am Tage nach der Koͤnigl. Abreiſe zur Ergoͤtzung der Zoͤglinge angewandt wurden. „Kopf und das Herz des Prinzen(ſagte er) ſind gleich vortreftich. Er hat „viel geſunde Vernunft, einen leichten Begrif, ein richtiges Urtheil, beſonders „aber ein auſſerordentlich gluͤckliches Gedaͤchtniß. Sein Herz iſt rechtſchaffen, „gut und der Schmeicheley verſchloſſen, ſein Charaeter ſchon jetzt ſehr feſt, und „hauptſaͤchlich verſpricht er nimmer, was er nicht zu halten gedenkt.“—— War ſo bereits der Koͤnigl. Juͤngling; gluͤckliches Vaterland, wie muß nicht der voͤllig ausgebildete Koͤnigl. Mann beſchaffen ſeyn! 69) Hier verwirklichten, wenn ich 0 ſagen darf, in der That ſich jene ſchoͤnen Dich⸗ terbilder Horat. Carm. IV. F̃.), und Stralſunds Buͤrger ſchienen auch von Ihrem Gebieter es wahr zu glauben: ulkus ſibi Fuus Adfulſit populo, gratior it dies, Et ſoles melius nitent, So huldigte Stralſund dem beßten Regenten! Aber auch die zweyte Feyer wartete ſein. Bey der Koͤnigl. Verlobung zu Erfurt war verabredet worden, es ſolle die hohe Braut hier zu Anfang des Octobers eintreffen, von einem Theil des aus Schweden kommenden Hofſtaats auf der Grenze empfan⸗ gen, dann dem Herrn Ambaſſadeur, General⸗Lieutenant, Oberſten Kammer⸗ junker, Ritter und Commandeur der Koͤnigl. Orden, Baron Taube, als Stellvertreter des Koͤnigs, oͤffentlich angetrauet, und endlich durch ein Ge⸗ ſchwader Koͤnigl. Kriegsſchiffe nach Carlscrona üͤberbracht werden, allwo Se. Majeſtäaͤt Allerhoͤchſtſelbſt Sie entgegen nehmen, und nach Stockholm fuͤhren wuͤrden. Dem zufolge langte der Herr Ambaſſadeur nebſt ſeinem Geſandſchafts⸗ Cavalier, dem Cabinetsſecretair und Kammerjunker, Grafen A. G. Mörner, den 15. September aus Berlin hieſelbſt an, zeigte ſich aber ſogleich noch nicht als Koͤnigl. Commiſſarius, ſondern concertirte bloß mit des Herrn General⸗ Gouverneurs Excellenz die zur Bewerkſtelligung des habenden hoͤchſten Auf⸗ trages noͤthige Maaßregeln und das Ceremoniell(). Am 25. erſchien die zur Abholung der Prinzeſſin beſtimmte Eſcadre, beſtehend aus dem Linienſchiffe Manligheten von ſechszig, den Fregatten Bellona, Froͤja und Jarra— mas, erſtere beyde von vierzig, letztere von vier und dreyſſig Kanonen, den Cuttern Diſa und Schnappup, nebſt verſchiedenen kleineren Fahrzeugen, unter dem Befehl des Herrn Admirals, General-Adjutanten, Commandeurs YDDie Inſtruction des Barons Taube beſtimmte genau, auf welche Art die Ent⸗ gennahme der Koͤnigl. Braut auf der Grenze und die Traunng geſchehen ſollte. Eben ſo war es ausdruͤcklicher allerhoͤchſter Befehl, Ihrer Koͤnigl. Hoheit hier voͤllig die nemlichen Ehrenbezeigungen angedeihen zu laſſen, welche Se. Ma⸗ jeſtaͤt Selbſt genoſſen hatten. Doch war zugleich dem Herrn Ambaſſadeur nachgegeben, in Faͤllen, die vielleicht Abaͤnderung erheiſchten, nach Bewand⸗ niß der Umſtaͤnde mit Zuziehung Sr. Excellenz, des Herrn General-Gouver⸗ neurs, das Noͤthige zu regliren; und ſo richtete man ſich in Anſehung alles deſſen, woruͤber praͤtiſe Vorſchriften ernangelten, nach dem Ceremoniell vom J. 1744. ,. 17 3 vom Koͤnigl. Schwerdtorden mit dem groſſen Kreutze und Ritters des Ordens du Mérite militaire, Grafen Clas Wachtmeiſter, bey Moͤnchgut, und legte ſich, ungefehr eine Meile von dort, bey Pert, auf die Rhede. Der Koͤnigl. Hofſtaat aber kam den 28. von Yſtad an, und beſtand aus der Frau Oberhofmeiſterin, Graͤfin Piper, dem Kammerfraͤulein Frieſendorf, den Hoffraͤuleinen Kaulbars, de Geer und Ekeblad, dem Hofmarſchall, Baron Munk, dem Hofſtallmeiſter, Baron Schwerin, den Kammerher⸗ ren, Graf Gyllenſtolpe, Graf Ruuth und Baron Klingſpor, dem Trabanten⸗Corporal Ankarcrona, dem Hofjunker Rothkirch, dem Hof—⸗ prediger Hachenburg, dem Leibmedicus Hallman, dem Ober-Oeconomie⸗ Directeur le Griel, zwey Pagen, zwey Kammerfrauen, zwey Kammerdie⸗ nern, nebſt hinlaͤnglicher Kuͤchen⸗Schafferey⸗Stall⸗Tafel⸗Livree⸗ und weib⸗ licher Bedienung. Ihro Koͤnigl. Hoheit, die Prinzeſſin, verlieſſen indeß, begleitet von Ihrer Durchlauchtigen Mutter, der Frau Erbprinzeſſin, der Prinzeſſin Maria Eliſabeth Wilhelmina von Baaden, der Frau Oberhofmeiſterin, Ba— ronin von Edelsheim, dem Herrn General-Lieutenant, wirklichem Gehei⸗ menrathe, Oberkammerherrn und Ritter des Ruſſiſchen St. Alexander Newsky⸗ wie auch des Baadenſchen Ordens de Ia Fidélite, Baron von Geu ſau, als Markgraͤflichem Principal-Commiſſario, dem Herrn Geheimenrathe und Obermarſchall, Baron von Woͤllwarth, dem Hofrath und Leibarzt Maler und dem Legationsrath und Cabinetsſecretair Wielandt, am 19. September Carlsruhe ſetzten, bey der ſchoͤnſten Witterung, die Reiſe uͤber Man heim, Frankfurt am Mayn, Leipzig fort, und trafen am 29. zu Berlin, allwo Sie von dem Koͤnigl. Preuſſiſchen Hauſe, beſonders Ih⸗ rer Majeſtaͤt, der Koͤnigin, einer Schweſter der Frau Erbprinzeſſin, auf das liebreichſte empfangen wurden, und einen Ruhetag hielten, am 2. October, Abends, aber zu Anclam ein, wohin Ihnen abſeiten des Preuſſiſchen Hofes der Kammerherr, Graf von Neal, folgte, der eben auch in Berlin bey Hoͤchſtdenenſelben die Aufwartung gehabt hatte, C Auf die durch mehrere Staffetten uͤberbrachte Nachricht von der Annaͤhe⸗ rung Ihrer Koͤnigl. Hoheit begaben ſich am 30. September denn auch Ihre Ercellenzen, der Herr Ambaſſadeur, die etliche Tage zuvor ihren oͤffentlichen Character angenommen hatten, und der Herr General-Gouverneur von hier, und zwar zur Zeit nur noch nach Carlsburg, wohin ihnen Montags, den 2. October, der geſammte Koͤnigl. Hofſtaat folgte. In Anelam befand ſich auf expreſſen Befehl Sr. Preuſſiſchen Majeſtaͤt ein Major mit funfzig Dragonern vom Regiment Anſpach-Bayreuth, die der Prinzeſſin theils zur Ehrenwache dienen, theils bey der Ankunft Sie einholen, und eſcortiren ſoll— ten. Der daſige Magiſtrat aber hatte zum Wſieis biie und Logis fuͤr Hoͤchſtdieſelben das Commandantenhaus einrichten laſſen. Beym Austreten aus dem Wagen wurden Ihro Koͤnigl. Hoheit von dem Herrn Ambaſſadeur und dem Herrn Principal⸗Commiſſario, die aus Carlsburg und Paſe⸗ walk etliche Stunden vorher arriviret waren, empfangen, worauf Hoͤchſt⸗ dieſelben, nach zuvoͤrderſt entgegengenommenem Gluͤckwunſche des Anclamſchen Magiſtrats⸗Collegii, zu Nacht ſpeiſeten, und ſich zur Ruhe begaben. Am 3., fruͤh um neun Uhr, langte der Koͤnigl. Hofſtaat in einem feyer⸗ lichen Zuge von Carlsburg zu Anclam an, trat bey des Herrn Ambas⸗ ſadeurs Excellenz, die ein beſonderes Haus bewohnten, ab, und ward nach ei⸗ ner kurzen Weile durch ſolche der Prinzeſſin Braut, welche jetzt ſchon in der ſchwarzen Schwediſchen Hof- und Nationaltracht erſchienen, d oͤffentlich vorge— ſtellt. Unmittelbar darauf wurden Ihro Koͤnigl. Hoheit von dem Markgraͤf⸗ lichen Herrn Bevollmaͤchtigten an den Koͤniglichen bergebeh, und ſetzten ſo⸗ dann um eilf, nachdem des Herrn General-Gouverneurs Excellenz devoteſt Sie auf dem Anclammer Peendamm complimentiret hatten, unter Vorreitung und Begleitung des Koͤnigl. und academiſchen Forſtſtaats, ſo wie des Koͤnigl. Feldjaͤgercorps, in Koͤnigl. Equipage die Weiterreiſe fort, auf der Ihnen der Baadenſche Hof auch ferner noch folgte— In allen Kirchdoͤrfern, welche die Prinzeſſin paſſirte, wurden die Glocken gelaͤutet. Zu Koitenhagen erbat ſich ein Corps Studenten zu Pferde, 5 —2— unter Anfuͤhrung des academiſchen Stallmeiſters, und in der nemlichen Uni⸗ form, wie bey des Koͤnigs Ankunft, die Erlaubniß, dem Wagen vorreiten zu duͤrfen, und ſo erfolgte bald nach Mittag unter Paradirung der Garniſon und Buͤrgerſchaft der Einzug in Greifswald. Auf dem Markt war eine Eh⸗ renpforte erbauet, bey welcher Ihrer Koͤnigl. Hoheit der Stadtmagiſtrat ſeine Ehrfurcht bezeigte. Das Abſteige-Quartier war auch diesmal beym Herrn Com— merzienrath Pogge, welcher die der hohen Braut beſtimmten Gemaͤcher aufs beſte durchaus neu hatte meubliren laſſen. Eine Anzahl junger Frauenzimmer aͤuſſerte hier zuvoͤrderſt ihre Freuden-Geſinnungen durch Darbringung eines Gedichts auf einem reich geſtickten ſeidenen Kiſſen. Dann ſtatteten das Koͤnigl. Hofgericht, die Academie und uͤbrigen Behoͤrden ihren unterthaͤnigſten Gluͤck⸗ wunſch ab, worauf an zwey Tafeln geſpeiſet wurde. Abends war die ganze Stadt erleuchtet. Ein Theil der Studierenden uͤberreichte bey Fackeln, Muſick und dreymaligem Vivatrufen ein Gedicht, wonaͤchſt Ihro Koͤnigl. Hoheit eine Zeitlang in der Stadt herum zu fahren, und die Illuminationen zu beſehen geruheten(). Am 4. October, Vormittags um zehn, trat die Prinziſſin, unter Para⸗ dirung der Garniſon und Buͤrgerſchaft en Haye, die Abreiſe nach Stralſund an. Zu Reinberg wurden die Pferde gewechſelt. Bey Voigdehagen erwarteten Ihre Koͤnigl. Hoheit die Regierung, die Landraͤthe, die Depu⸗ tirten der Landſtaͤnde. ſo wie faſt die geſammte Pommerſche und Ruͤgenſche Ritterſchaft, theils in Caroſſen, theils zu Pferde; und ſo ward der Weg denn nach der Stadt verfolgt. Der Einzug geſchah zwiſchen drey und vier Uhr, unter dem Gelaute der Glocken, Muſick von allen Thuͤrmen und dem Rathhauſe, Paradirung der Garniſon und Buͤrgerſchaft und dem Freudengeſchrey einer un— uͤberſehbaren Menſchenmenge durch das Tribſeer Thor, und ging von da uͤber den neuen Markt, durch die auf dem Huͤr errichtete Ehrenpforte, allwo ſich ( Diejenigen, welche ſich darunter vorzuͤglich ausnahmen, enthaͤlt der Anhang unter No. IV. Der Wortfuͤhrer der Studenten ward von Ihrer Koͤnigl. Ho⸗ heit mit einer ſchoͤnen goldenen Uhr beſchenkt. E2 20— der Magiſtrat in Corpore befand, und der worthhabende Herr Buͤrgermeiſter Levenhagen das Bewillkommungs⸗Compliment ablegte, ferner durch die Moͤnch- und Rabenbergerſtraſſe, uͤber den Wendemarkt, durch den oberen Theil der Badenſtraſſe nach dem, ſo wohl fuͤr die hohe Braut, als die Mark⸗ graͤflichen Heerſchaften, zur Wohnung auserſehenen Gouvernementshauſe, und zwar in nachſtehender Ordnung: 1. Zwoͤlf blaſende Poſtillons unter Anfuͤhrung des Poſtmeiſters Steffen, a. zwolf Koͤnigl. Foͤrſter unter Anfuͤhrung des Oberförſters Stuͤhmer, 3. zwey und funfzig Handpferde der Ritterſchaft, 4. die Waͤgen der ſtaͤdtiſchen Herren Deputirten, die Waͤgen der Ritterſchaft, die Waͤgen der Herren Landraͤthe, die Waͤgen der Koͤnigl. Regierung, der Wagen Sr. Excellenz, des Herrn General⸗Gouverneurs, 9. ein Koͤnigl. Courier, 10. vier Waͤgen des Koͤnigl. Hofſtaats, 11. der Wagen des Herrn Hofmarſchalls, Baron Mun k, und des Herrn Hofſtallmeiſters, Baron S ch we rin, — 12. zwey und vierzig Herren von der Ritterſchaft, paarweiſe zu Pferde, mit gezogenen Saͤbeln, unter Anfuͤhrung des Herrn Landraths von Bug⸗ genhagen, von denen ein Theil vor dem Wagen des Herrn Ambaſſadeurs ritt, der Ueberreſt hingegen den Wagen Ihrer Hoheit umgab, 13. der Wagen Sr, Excellenz, des Herrn Ambaſſadeurs, und neben demſelben deſſen Adjutant zu Pferde, 14. der Wagen Ihrer Koͤnigl. Hoheit, worin auſſer Hoͤchſtdenenſelben auch die Durchlauchtige Erbprinzeſſin und die Frau Oberhofmeiſterin, Graͤfin Piper, ſaſſen, und deſſen Pferde von ſechs Artilleriſten gefuͤhrt wurden, 15. der Trabanten⸗Corp oral und Ordonnanz⸗Officier IhrerKoͤnigl. Hoheit, 16. der Wagen der Koͤnigl. Hofdamen, 17. ein Baadenſcher Courier, 18. der Wagen der Durchlauchtigen Prinzeſſin Maria Eliſabeth Wilhelmina und der Frau Oberhofmeiſterin von Ed elsheim, 19. der Wagen Sr. Excellenz, des Baadenſchen Herrn Principal⸗ Commiſſarii, 20. der Wagen des Herrn Geheimenraths von Woͤllwarth, 21. die Waͤgen der uͤbrigen Baadenſchen Suite, 22. vier reitende Jaͤger unter Anfuͤhrung ihres Wachtmeiſters. Der Zug war in der That auffallend glaͤnzend. Caroſſen, und darunter verſchiedene ſehr huͤbſche, zaͤhlte man fuͤnf und zwanzig mit ſechs, zwoͤlf mit vier Pferden, zuſammen ſieben und dreyſſig, Reitpferde einhundert neun und zwanzig. Ueberhaupt aber wurden zum Vorſpann von Stralſund nach Anclam und wieder zuruͤck, auſſer den Reitpferden, 993 Pferde gebraucht. Der Hofſtaat trug die ſchwarz und rothe Schwediſche Nationaltracht, die Ritterſchaft ſaͤmmtlich die ihr von Sr. Majeſtaͤt nur kurz vorher erſt in Gnaden erlaubte Landes-Uniform(). Ihro Königl. Hoheit waren ebenfalls in ſchwar⸗ zer Hoftracht, und hatten um dem Kopfe eine Guirlande von rothen Roſen. Sobald die hohen Herrſchaften ausgeſtiegen waren, geſchahen von den Waͤllen 256 Kanonenſchuͤſſe in zwey Umgaͤngen. Die auf dem alten und neuen Markt paradirende Regimenter gaben zweymal General⸗Salve, und alle im Hafen liegende, ſo wohlKoͤnigliche, als Privat⸗Fahrzeuge, flaggeten. Dunkelblau mit ſammtenen Aufſchlaͤgen von der nemlichen Farbe, gelbem Un⸗ terfutter, gelben Weſten und Beinkleidern, glatten Metallknoͤpfen und golde⸗ nen Epauletten. Sie trug ſolche waͤhrend des Hierſeyns der Prinzeſſin, ſelbſt am Cour und Galatage, beſtaͤndig. 5 C3 22 Der Herr Ambaſſadeur fuͤhrte Ihro Koͤnezl. Hoheit aus dem Wagen die Treppe hinan, auf deren unterſten Abſatze die Frau General-Gouverneurin ihren Gluͤckwunſch darbrachte. Das nemliche thaten Se. Excellenz, der Herr General-Gouverneur, fuͤr ſich und Namens des ganzen Landes, im Koͤnigl. Vorgemach, worauf die Praſentation der Koͤngl. Collegien, der Land⸗ ſtaͤnde von Ritterſchaft und Städten, der Koͤnigl. Kammer, der Generalitaͤt, des Magiſtrats, der Geiſtlichkeit, wie auch ſonſtiger Standesperſonen und Behoͤrden, imgleichen nach geendigter Parade die des Officiercorps, erfolgte, und an einer Tafel von ſechs und dreyſſig Gedecken, nicht minder an zwey groſſen Marſchallstafeln, zu Mittag geſpeiſet ward(5). Abends war die ganze Stadt aufs herrlichſte erleuchtet(“). Vor der Nachttafel geruheten Ihro Koͤnigl. Hoheit, unter Voraufreitung eines Trupps Feldjaͤger, und in Begleitung von mehreren Caroſſen, ritterſchaftlicher Cavallerie und Officieren zu Pferde, faſt die ganze Stadt zu durchfahren, wurden von der Ehrenpforte und dem Rathhauſe mit Muſick, ſo wie vor dem Stadtwayſenhauſe von den allda zu beyden Seiten der Thuͤr, auf einer kleinen Erhoͤhung hinter einem mit Lampen verziereten Gelaͤnder, hingeſtelleten Kindern mit Abſingung eines zweckmaͤſſig gewaͤhlten Kirchenliedes, durchaus aber mit dem jubelnden Hurra des Volks empfangen, und legten uͤberall Hoͤchſtdero Zufriedenheit aͤuſſerſt gnaͤdig an den Tag. Am Donuerſtage, den 5., war bis zur Mittagstafel, die fuͤr alle drey Tiſche aus der nemlichen Anzahl von Couverts, wie den Tag vorher, beſtand, bey Hofe alles ſtill. Nachmittags um vier geruheten Ihro Koͤnigl. Hoheit ſich ins Schauſpiel zu begeben, verweileten daſelbſt aber nur eine ganz kurze Zeit. Abends um ſieben war groſſe Cour ſo wohl fuͤr Herren, als fuͤr Damen, wo⸗ un die Koͤnigl. Tafel kam niemand, der nicht wenigſtens Oberſtlieutenants⸗ Rang hatte. Fuͤr Perſonen von minderem Range waren die Marſchallstafeln. () Eine Beſchreibung davon findet ſich im Anhange unter No. V. bey letztere durch die Fran Oberhofmeiſterin, Graͤfin Piper, praͤſentiret wur⸗ den, und die verheyratheten Ihrer Hoheit die Hand, die unverheyratheten den Rock kuͤſſeten. Der geſammte Hof erſchien auch diesmal in der ſchwarzen Na⸗ tional⸗Kleidung, und zwar die Damen mit weiſſen Schwediſchen Hofaͤrmeln und langen Taillen, hingegen die nicht zum Hofe gehoͤrigen Cavaliere und Da⸗ men, die wegen Zeitmangel, mit ſelbiger ſich zu verſehen, keine Gelegenheit gehabt 16 kraft einer beſonderen Koͤnigl. 15 51 welche die ſolcher⸗ geſtalt praͤſentirte Damen gleich wohl zum Tragen jener Hofkleidung mit weis⸗ ſen Aermeln fuͤr die Zukunft berechtigte, in Deueſcher T Tracht. Bis zehn Uhr ward geſpielt, und dann ſoupiret. Die erſte Marſchallstafel war jetzt von ſechs und dreyſſig Couverts, und wurden an ſolche, wie an die Koͤnigliche, dieſen Abend auch Damen gezogen. Freytags den 6, erfolgte unter den innbruͤnſtigſten Seegenswuͤnſchen aller getreuen Pommern und Schweden in hieſiger St. Nicotai⸗ 15 der aller⸗ hoͤchſte Vermaͤ zact, wobey Se. Excellenz, der Herr Ambaſſadeur u. 19 Baron Taube, die Perſon Sr. Koͤnigl. Majeſtaͤt vertraten. Da die Proceſſion zu Fuß geſchehen ſollte: ſo ward dieſerhalb ſchon fruͤ Morgens, nachdem 155 klingendem Spiel die Leibwache aufmarſchirt war, der Weg vom Gouverne— mentshauſe bis zur Thurmthuͤr gedachter Kirche mit Brettern und blauem Tuche, ſo wie auch der mittlere, von Sitzbaͤnken frey gemachte Gang derͤKirche bis zum Altar mit Tuch von gleicher Farbe belegt. Die Kirche ſelbſt hingegen war etliche Tage zuvor durch Koͤnigl. Hoftapezierer dergeſtalt eingerichtet wor— den, daß man zwiſchen dem erſten und zweyten Pfeiler neben der Kanzel die Stuͤhle weggeraͤumt, und ſtatt d derſelben eine mit rothem Tuch bekleidete, zwey Stuffen hohe Eſtrade angebracht hatte, auf welcher ein mit cramoiſirothem Sammt uͤberzogener und mit goldenen Treſſen beſetzter Lehnſtuhl ſtand, uͤber dem ein Thronhimmel von nemlichen Stoffe hing. Dieſer Eſtrade gegenuͤber befand ſich auf der, gleichfalls mit rothem Tuch uͤberdeckten, ebenen Erde ein aͤhnlicher Lehnſtuhl. Um dem Altar war uͤbrigens das Gelaͤnder weggenom⸗ men, und uͤber dem Fußboden deſſelben, ſo wie eine Strecke in den Dielen⸗ gang hinein, ein Teppich von Silberſtoff ausgebreitet, worauf zwey, eben⸗ 899 24 maͤſſig mit Silberſtoff beſchlagene Betſchemmel ſtanden. Die Stuͤhle zunaͤchſt am Altar waren nicht minder mit ſchoͤnen ſeidenen Decken verſehen. Um zehn Uhr marſchirte ein Theil der Garniſon-Regimenter in Parade auf, und machte von der Kirchenthuͤr, die Badenſtraſſe hinunter, bis zur Treppe des Gouvernementshauſes ein Gehege. Der Ueberreſt formirte ſich ba⸗ taillonweiſe auf dem alten und neuen Markt. Zwiſchen eilf und zwoͤlf Uhr fanden ſich des Herrn Ambaſſadeurs Excellenz, von zwey Koͤnigl. Kammer⸗ herren, ihrem Ambaſſade⸗Cavalier, ihrem Adjutanten, einem Ordonnanz⸗ und verſchiedenen anderen Officieren begleitet, aus ihrem Quartier im nur gedachten Hauſe ein, und es wurden daſelbſt, in Beyſeyn der Frau Erbprinzeſſin Durchl., der Baadenſchen Herren Miniſter, des Herrn General-Gouverneurs Excellenz und mehrerer anderer Zeugen, die wechſelſeitigen Ehepacten und Vermaͤ lungs⸗Urkunden von Ihrer Koͤnigl. Hoheit unterſchrieben, unterſiegelt, und gegen einander ausgewechſelt, worauf Se. Excellenz, der Herr Ambaſſadeur, unter Vortretung von ſieben reitenden Jaͤgern mit gezogenen Saͤbeln, des Ambaſſade⸗Cavaliers, Grafen Moͤrner, der Königl. Kammerherren, Graf von Bohlen und von Platen, ſo wie in Begleitung einer Suite von Officieren, zu Fuß voraus ſich nach der Kirche begaben. Zwiſchen zwoͤlf und ein Uhr begann endlich, unterm Salutiren des Mili⸗ tairs und Muſick vom St. Nicolai- und St. Marienthurme, die Haupt⸗ Proceſſion in folgender Ordnung: 1. die Deputirten der Staͤdte, 2. ein Theil des Corps der Ritterſchaft paarweiſe, 3. die Landraͤthe, 4. die Mitglieder der Koͤnigl. Regierung, 5. die Koͤnigl. Pagen, 6. der Hofmarſchall, Baron Munck, mit dem Marſchallsſtabe in der Hand, +L 7. der Hofjunker Rothkirch, und der Leibmedicus Hallmann, 8. die Königl. Kammerherren, Graf Gyllenſtolpe und Baron Klingſpor, 9. der Hofmarſchall von Boltenſtern und der Hofjaͤgermeiſter von Aminoff, 10. der Hofſtallmeiſter, Baron Schwerin, * 11. Se. Excellenz, der Herr Feldmarſchall u. ſ. w. Graf Meyerfeldt, 12. Ihro Koͤnigl. Hoheit, die Prinzeſſin Braut, an der linken Hand ge⸗ fuͤhrt von Sr. Ercellenz, dem Herrn General⸗Gouverneur u. ſ. w., von Pla⸗ ten, zur Rechten von der Frau Oberhofmeiſterin, Graͤfin Piper, begleitet, und von einem Tbeil der ritterſchaftlichen Cavallerie, als Garde, umgeben, 13. die vier Kammer⸗ und Hoffraͤuleine, welche die Schleppe trugen, 14. der Corporal der Leibtrabanten, b der Capitain der Leibwache, der Adjutant und Ordonnanz⸗Officier des Herrn General⸗Gouverneurs, 15. der uͤbrige Theil der ritterſchaftlichen Cavallerie und der Ritterſchaft, paarweiſe. Die Baadenſchen Herrſchaften erhoben ſich, von der Frau General⸗Gouver⸗ neurin und dem Kammerherrn, Grafen Ru ut h h, begleitet, in Caroſſen nach der Kirche, und ſahen der Ceremonie von der Tribüne der Königl. Regierung zu. Das Kleid Ihrer Koͤnigl. Hoheit war von orangefarbenem Goldſtoff, der Rock weiß, und um dem Haare hatten Sie einen Kranz von weiſſen Roſen. Ihre Ercellenzen, der Herr Ambaſſadeur und der Herr General⸗Gouverneur, trugen den Ceremonien⸗Ornat des Seraphinen⸗Ordens, der Hofſtallmeiſter, Baron Schwerin, als Ceremonienmeiſter der Koͤnigl. Orden, die gewoͤhn⸗ liche Kleidung der Ober⸗Ordens⸗Offieianten, die Damen die weiſſe, die Ca⸗ valiere die himmelblaue Hof⸗ und Galatracht, alle nicht zum Hofe gehoͤrig⸗ Perſonen Deutſche, wiewohl die Damen ſaͤmmtlich weiſſe Kleidung, die Rit⸗ terſchaft ihre Landes⸗Uniform. D 26 Beym Eintritt in die Kirche unter voller Muſick wurden Ihro Koͤnigl. Hoheit vom Herrn Ambaſſadeur empfangen, und an der linken Hand zum Al⸗ tar gefuͤhrt, allwo Se. Excellenz dann die rechte Hand Neben den Stuhl Ihrer Koͤnigl. Hoheit ſtelleten ſich die Frau Graͤfin Meyerfeldt und die Frau Oberhofmeiſterin, hinter ſelbige die vier Hofdamen, 10 den Stuhl des Herrn Ambaſſadeurs die Hofcavaliere. Ihre Excellenzen, der Herr Gene⸗ ral⸗Gouverneur und der Herr 88 ſchall, hatten ihre Plaͤtze der Frau Ober⸗ hofmeiſterin gerade gegenuͤber, die Koͤnigl. Regierung und Herren Landraͤthe neben dem Altar. Im Fond, nach dem Taufſteine hin, ſtanden die wachtha⸗ benden, Ordonnanz- und anderen Officiere, der Reſt der Proceſſion laͤngs den Kirchenſtuͤhlen bis zur Thuͤr. So bald die Muſick ſchwieg, knieten Ihro Koͤnigl. Hoheit nebſt dem Herrn Ambaſſadeur nieder, und der General-Superintendent, Doctor Schlegel, der auf ausdruͤcklichen allerhoͤchſten Befehl, mit Anwendung des Schwediſchen Rituals, die Trauung zu verrichten hatte, hielt eine kurze Re⸗ de(D. Das Jawort ward von des Herrn Ambaſſadeurs Excellenz, Namens Sr. Koͤnigl. Majeſtaͤt, vermittelſt der Erklaͤrung gegeben, daß es Sr. Majeſt. unveraͤnderliche Abſicht und Beſchluß ſey, Ihro Koͤnigl. Hoheit zu Allerhoͤchſt⸗ dero Gemalin zu nehmen, Sie von Stunde an als ſolche anzuſehen, und zu be⸗ trachten, und Ihnen Zeitlebens eheliche Liebe und Treue zu widmen; und eben ſo auch, mutat. mutand., von der Prinzeſſin. Waͤhrend des der Ringe geſchahen in zwey Umgaͤngen 256 Kanonenſchuͤſſe von den Waͤllen, und die Bataillone anf den Maͤrkten machten doppelte General-Salve. Nach ge— betetem Vater Unſer und erfolgter Cünſeednieng fuͤhrten der Herr Ambaſſadeur die hohe Braut zu dem fuͤr Sie zubereiteten Sitze unter dem Baldachin, und ſetzten ſich ſelbſt auf den gegenuͤber ſtehenden niedrigern Seſſel. Die Frau Graͤfin Meyerfeldt und die Frau Oberhofmeiſterin aber nahmen zur Linken der Prinzeſſin, ſo wie Ihre Excellenzen, der Herr General-Gouverneur und 0) Der Anhang enthaͤlt ſolche unter No. VI. Ueberdem aber iſt ſie auch beſonders gedruckt. 27 der Herr Feldmarſchall, zur Rechten des Herrn A mbaſſadeurs/ Tabourets ein. Die Cavaliere der Koͤnigin rangirten ſich rechter Seits der Eſtrade, die des Herrn Ambaſſadeurs hinter deſſen Sitz. Der Ambrofaniſche Lobgeſang unter Be glei⸗ tung der Orgel, wie auch Poſaunen-Trompeten⸗ und Pauckenſchall, beſchloß endlich die wichtige Handlung, welcher, ungeachtet der in der Kirche gegen⸗ waͤrtigen groſſen von Menſchen, dennoch jedermann in tiefſter Stille und mit ſichtbarer Ruͤhrung beywohnte. Der Ruͤckzug aus der Kirche hatte auf gleiche Weiſe, wie beym Hingange, Statt, nur, daß die reitenden Jaͤger jetzt denſelben eroͤfneten, der Herr 5 di? Koͤnigl. Braut fuͤhrte, der Herr General⸗Gouverneur unter No. 11. neben dem Herrn Feldmarſchall, der Ambaſſade⸗Cavalier, Graf Moͤrner, unter No. 7, die Kammerherren, Graf Bohlen und von Platen, zwiſchen No. 8 und 9 gingen, und eine nicht geringe Anzahl der in der Kirche zugegen geweſenen Damen vom erſten Ran⸗ ge, ſaͤmmtlich in weiſſer Galakleidung, den Zug endigte, oder vielmehr wirk⸗ lich verſchoͤnerte. Um halb drey Uhr ſtatteten die Koͤnigl. Collegia, Landſtaͤnde, die Genera⸗ lität, der Magiſtrat, die Geiſtlichkeit und ſonſtige Behoͤrden vom Adel, Civil⸗ und Militairſtaat, imgleichen die praͤſentirte Damen, ihrer nunmehrigen aller⸗ gnaͤdigſten Koͤnigin und Landesmutter die ehrerbietigſten Glückwuͤnſche ab, worauf Cour war, und Ihro Majeſtaͤt me dem Herrn Ambaſſadeur, Ihrer Durchlauchtigen Frau Mutter und der Prinzeſſin Maria offentlich(5) ſpeiſeten. Nach aufgehobener Königliche n wurden die uͤbrigen Tafeln ange⸗ richtet, nemlich fuͤr die erſten Standesperſonen des Hofes und Landes eine von ſechs und dreyſſig, und die beyden Marſchallstafeln von reſp. eben ſo viel und vier und zwanzig Couverts. Abends um neun Uhr ward, neben einer ſehr (0 Dies heißt nach Schwediſcher Hofetiquette, wenn bey groſſen Feyerlichkeiten die Koͤnigl. Familie allein ſpeiſet, da denn der ganze Hof zugegen iſt, Ind die hoͤ⸗ heren Hofaͤmter die Aufwartung haben. Sonſt ſpeiſete hier die Koͤnigin ge⸗ wiſſermaſſen jederzeit oͤffentlich, denn allen anſtaͤndig gekleideten Perſonen, weß Standes ſie ſeyn mogten, war waͤhrend der Tafeln der Eintritt frey. D 2 ins Auge fallenden rleuchtung, welche der Herr Commerzienrath Bauck in ſeinem Garten in der Tribſeer Vorſtadt hatte veranſtalten laſſen, auf dem Knieperteiche ein auf Koſten der Ritterſchaft verfertigtes Kunſtfeuerwerk(5) abgebrannt. Ihro Majeſtaͤt ſahen daſſelbetaus dem Seſſionszimmer der Koͤ⸗ nigl. Kammer an. Fuͤr den Hof, den Adel und Zuſchauer von Diſtinction des einen, wie des andern Geſchlechts, waren, theils in und neben dem Renterey⸗ Gebaͤude, theils auf der Courtine zwiſchen dem Kuͤter⸗ und Hospitalthor, Plaͤtze beſorgt. Sonnabends, den 7., war bey Hofe Ruhetag, und es ſſel daſelbſt weiter nichts vor, als daß dem beyderſeitigen Hofſtaat rei ichliche Geſchenke ausge⸗ theilt wurden(. In der Stadt ward Abends um acht Uhr die Erleuchtung wiederholet; und da diesmal vollkommne Windſtille war: ſo gluͤckte beſonders — die Illumination des Rathhauſes und der Ehrenpforte ganz vorzuͤglich. Sonntags, den 8., zwiſchen neun und zehn Uhr Vormitkags, erfolgte endlich Ihrer Majeſtaͤt Abreiſe nach Schweden. Eigentlich ſollte dieſelbe durch Ruͤgen bis Moͤnchgut zu Lande geſchehen, und es war dazu, ſo wohl in Anſehung des Vorſpanns, als auch des Embarquements zu Pert, ſchon alles Noͤthige verfuͤgt. Weil aber das Wetter ſchoͤn, und der Wind guͤnſtig war: ſo zog man die voͤllige Waſſerreiſe vor. Vom 8 ouvernementshauſe bis zur 1 Faͤhrbruͤcke, als dem Einſchiffungsplatz, fuhren Allerhoͤchſtdieſelben, in Be⸗ leitung Ihrer Frau Mutter und Prinzeſſin Schweſter Durchl., Ihrer Excel⸗ 9 Ih⁰ 04 lenzen, des Herrn Ambaſſadeurs und Herrn General-Gouverneurs, welche vor 6) Die Beſchreibung davon erfolgt im Anhange unter No. VII. 60 Sie beſtanden in Ringen, goldenen Tabatieren, Uhren und baarem Gelde. Des Markgraͤfl. Herrn Prinzipal⸗Commiſſarü Excellenz bekamen inſonderheit des Koͤnigs Bruſtbild, ſtark mit Brillanten garniret. Se. Excellenz, unſer wuͤrdi⸗ ger Herr General-Gouverneur, hatten bald nach der Abreiſe Sr. des Koͤnigs, zum Beweiſe der allerhoͤchſten Zufriedenheit mit ihren Veranſtaltun⸗ gen; ſchon eine koſtbare, ebenfalls mit Brillanten beſetzte Tabatiere, die d Frau Ge⸗ neral⸗Gouverneurin hingegen einen Brillantring von Werth erhatten. RV dem Wagen' gingen, des Koͤnigl. und des Baadenſchen Hofſtaats, der ade⸗ lichen Leibwache, der Ordonnanzen und mehrerer Standesperſonen beyder Ge⸗ ſchlechter, durch die en Haye aufgeſtellete Garniſon; und nachdem Sie auf der mit rothem Tuch belegten Faͤhrbruͤckenklappe von Ihrer Frau Mutter und Prinzeſſin Schweſter den zaͤrtlichſten und ruͤhrendſten Abſchied genommen at⸗ ten, beſteigen Sie, nebſt des Herrn Ambaſſadeurs Excellenz, der 5 au Ober⸗ hofmeiſterin, dem Herrn Admiral, Grafen Wachtmeiſter, u. ſ. w., die zu dem Ende auf Koͤnigl. Koſten ganz neu erbauete, aufs beßte ausgez Feelte Gou⸗ vernements⸗Chaloupe, worin ſechs, lichtblau und gelb gekleidete, hieſige junge Schiffer Sie, begleitet von des Herrn Gouverneurs Excellenz, und umringt von mehr, 8 vierzig Boͤoͤten, aus denen Ihnen ein zaͤrtliches Lebewohl zu⸗ ſchallte, an Bord der auf dem Strohm ſchon in Bere itſchaft liegenden Cutter⸗ brigg Diſa ruderten, welche darauf, unter dem Donner von 256 Kanonen⸗ ſchuͤſſen rund um der Feſtung, dem Flaggen gef ſammter im Hafen be⸗ findlichen Schiffe, dem Hurrarufen des Volks und den feurigſten Seegens⸗ wuͤnſchen der in zahlreicher Menge an den Bruͤcken und auf den Waͤllen ver ſammleten Zuſchauer, ſofort die Anker lichtete, und in Begleitung verſchiede ner Kron⸗ und Privatfahrzeuge die Reiſe nach Pert autrat. * Am folgenden Morgen, zwiſchen zehn und eilf, erreichten Ihro Majeſtaͤt die Eſcadre, embarquirten Sich unter Abfeurung der Kaudner auf dem Ad⸗ miralſchiffe, und gingen Nachmittags, zwiſchen zwey und drey Uhr, mit beſtaͤn⸗ dig anhaltendem guͤnſtigſtem Winde in See. Am Diailieh den 10., Abends gegen ſechs Uhr, ankerten Sie, nach einer Fahrt von ungefehr ſechs und zwan⸗ zig Stunden, geſund und gluͤcklich auf der Rhede von Earlscrona. Da aber, wegen bereits eingetretener Dunkelheit die Ausſchiffung nicht gewagt werden konnte: ſo landeten Sie am 8 ochen um zehn Uhr nur erſt. Die Baadenſche Herrſchaft beluſtigte ſich mittlerweile hier am Sonntage mit einer kurzen Waſſer⸗Spatzierfahrt nach der 1535 Faͤhre, und reiſete ſodann am Mon⸗ tage, den 9., früh um acht, in Begleitung des Herrn General⸗Gouverneurs Ercellenz 15 zur letzten Schwediſchen Station R anzin, mit Ihrem Gefolge wiederum nach Ihren Staaten zuruͤck. D 3 — Dieſe vortrefliche Prinzeſſin, durch Tugenden und Reitze des Thrones gleich wuͤrdig(D), erwarb ſich uͤbrigens, ſo wohl hier, als in Greifswald, durch Ihre Huld, Herablaſſung und Leutſeeligkeit ganz une Ver⸗ ehrung und Liebe. Vom Hoͤchſten bis zum Niedrighſten wetteiferte ein jedwe⸗ der, Ihr Merkmale ſeiner Anhaͤnglichkeit zu geben. Keine 1 5 wurden 1 ſpahrt, nichts, was dazu beytragen konnte, Ihr den Aufenthalt hie ſelbſt moͤg lichſt angene zu machen, ward verabſaͤumt. Der Magiſtrat beſonders ſuchte auch dadurch ſeine Devotion zu auſſern, daß waͤhrend der Gegenwart Ihrer Majeſtaͤt nicht nur den geſammten, in hieſigen Verſorgungs⸗Anſtalten befind⸗ lichen Armen, gleichwie den Wayſenkindern und Zuͤch tlingen, ein froher Tag gemacht, ſondern auch allen uͤbrigen Stadtarmen, deren Anzahl nicht geringe iſt, ihr ſonſtiges Armengeld doppelt gereicht ward(8). Ja, ſelbſt der gemeine Mann trug durch vollkommenſte Sittlichkeit zur Verherrli ichung der Freudenfeyer bey(h. Beym Abſchiede Ihrer Majeſtaͤt aber floß mehr, wie eine Thraͤne, welche bewies, wie unendlich theuer Allerhoͤchſtdieſelben Ihren Stralſundern waren; und gewiß noch lange werden deren treue Herzen für das Heil und die ununterbrochene Wohlfahrt der hohen Vermaͤlten in den Wunſch uͤberſtroͤh⸗ men: zufrieden und gluͤcklich leben bis auf die ſpateſten Zeiten Guſtaf Adolph und Friderica Dorothea Wilhelminal! (Mit welchen Empfindungen Carlsruhe, das dieſe Reitze, dieſe Tugenden kei⸗ men, aufbluͤhen, und ſich entwickeln ſah, die erhabene Fridericke begleitete, davon zeugt das Abſchiedsgedicht im Anhange unter No. VIII, deſſen Verfaſſer der als hiſtoriſcher Schriftſteller ruͤhmlich bekannte Herr Profeſſor Pofſelt iſt. 69 Ebendas geſchah auch bey der Anweſenheit des Koͤnigs. (αα Alle Policey-Verfuͤgungen und Vorſichtigkeits-Maaßregeln wurden genau be⸗ folgt. Im Gedraͤnge der Waͤgen in den Straſſen und auf den oͤffentlichen Plaͤtzen, ſo wie beym Feuerwerk und den Illuminationen, kam niemand zu Schaden. Kein Zank, kein Lermen, oder Unfug irgend einiger Art, hatte Statt, ungeachtet doch etliche tauſend Menſchen mehr, wie ſonſt, ſich hier gegenwaͤrtig befanden. Durchaus herrſchten Ordnung, Ruhe, Anſtand, und nicht einmal einen Betrunkenen ſah man; weshalb denn auch dies gute Verhalten abſeiten des Koͤnigl. General-Gouvernements in Ro. 10. der hieſigen Zeitung oͤffent⸗ lich gelobet ward. ö Carl udwig, Eilhelm Auguſt, geb. am Februar 755. + 763,9 Ritter des Schwar⸗ tothen⸗Adler⸗ wie auch des delité-Orde ens. St. Andreas de la 0 4 23 7 No. I. Genealogiſche Tabelle des jetzigen Markgraͤflich Baadenſchen Hauſes. *.—— —„.. Carl Friedrich, regierender Markgraf, ſeit dem 1. November Ritter des Seraphinenordens. Gemalin: Carolina Louiſa. ..·.·········„„*EETEE........ Carl Ludwig, Erbprinz, geb. am 14. Friedrich, geb. am 29. Aug. 175 6., Ludwig Wilhelm Auguſt, geb. am Februar 1755. Ritter des Seraphinen⸗ Ritter des weiſſen Adler-St Stanis⸗ 9. Februar 1763., Ritter des Schwar⸗ St. Andreas⸗ Schwarzen Adler⸗ und laus- und Fidélité-Ordens. 15 und Rothen-Adler⸗ wie auch des deé la Fidélité- Ordens. de la Fidélité-Ordens. zemalin: Chriſtiana Louiſa, Prin⸗ Gemalin: Amalia Friderica, zeſſin von Raſſau⸗Uſingen, geb- am Prinzeſſin von Heſſen⸗Darmſtadt, 16. Augu vermält am 10. Dame des St. Catharinenordens, geb. am 20. Jun. 1754., vermaͤlt am 15. Jul. 1774. December 1791. Kinder: 1. Catharina Amalia Chriſtiana, Canoniſſin des Stifts Quedlinburg, und 2. Friderica Wilhelmina Carolina, 31 Wilitne Didbtütti! ge, geb. am 13. Jul. 1776. Gemal: Maximilian Joſeph, regierender Herz zog von Zweybruͤcken, geb. am 27.1 May 1756, vermaͤlt 1797. 3. Louiſa Maria Auguſta, jetzt Eliſabeth Alexeewna, geb. am 24. Jan. 1776. Gemal: Alexander Pawlowitſch, G roßfürſt von Rußland, vermaͤlt 1793. 4. Friderica Dorotheg Wilhelmina, geb. am 12. Maͤrz 17 781., Dame des St. Cathrinenordens. Gemal: Guſtaf Adolph, Koͤnig von Sch weden, geb. am 1. Nov. 1778., verm. am 6. Oct. 1797. 5. Maria Eliſabeth Wilhelmina, geb. am 10. Febr. 1782. 6. Carl Ludwig Friedrich, geb. am 8. Jun. 1786. 7. Wilhelmina Louiſa, geb. am 10. Sept. 1788. Nachricht die Buchbinder. Die beyden Tabellen. No. I. und. II. Perden alelck uache 2 a en taukdas Wert Aubang ſteßt gerunden e f Gene a losz i ſche e, der Koͤniglichen Schwediſchen Waſa-Familie, und des davon gemeinſchaftlich abſtammenden jetzt regierenden Koͤniglich Schwediſchen und Mackgraͤflich Baadenſchen Hauſes. *C— 5 Cecilia 1627. Gem. Chriſtopher II. Markgr. Er 7 S. J RN 892 7115 IX HK 2 5 Erich, K. v. S. + 1577. Johann, K. v. S. 1592. Car l IX. K. v. S. 5 161 I. von Baaden Baaden zu Rodemachern e Catharina 1 1638. Guſtaf Adolph, K. v. S. f 1632. Gem. Jo hann Caſimir, Pfalzgr. v. Zweybrücken 1.1652. Chriſtina, K. i. S., 18 die Regierung nieder 1654 F 1689. Ehriſtina Magdalena F 1662. 5 155 Gem. Friedrich VI., Markgr. v. Baaden⸗Durlach F 1677. Aäb 5. 5— 8 Friedrich Magnus, J Markgr. v. Baaden F 1709. Carl XI. K. v. S. f 1697. .·0000·õ·ũ⸗00·······⸗⸗⸗ 3 222222—ↄ ĩ..: V....···...····· · ···¶·¶¶·· ·¶·¶Ä¶¶¶ Carl Wilhelm, M. v. B.1738. Albertina Friderica 1755. Carl XII. K. v. S. f1718. Ulrica Eleonora, K. v. S. f174r. Gem. Ehriſt. Auguſt, Herzog v. Gem. Friedrich, Erbprinz v. Heſſen Holſtein T 1726. K. v, S. 1%½ Friedrich f1732. Adolf Friedrich K.v. S. f177r. 5 Carl Friedrich, jetzt reg. M. GUf'6f U50 WS v. Baaden, geb. 17ag. Gem. Carolina Louiſa, Pr. v. Heſſen F 1783. Carl L udwig, Erbprinz von e 5 Baaden, geb. 1755. jetzt regierender Koͤnig von Schweden, Gem. Amalia Frider(a panz. geb. 1778. von Heſſen ⸗Darnmſtadt, geb. 1754. Friderica Dorothea Wilhelmina, geb. 1781., jetzt regierende Koͤnigin von Schweden. 393 No. III. Illumination bey der hohen Anweſenheit Sr. Majeſtaͤt, des Koͤnigs, am 24. Auguſt. Oeffentliche Gebaͤude. Das Rathhaus. Die Facade deſſelben nach dem alten Markt zeigte ſechs groſſe Arcaden und ſieben Saͤulen mit ihren Fußgeſtellen und Gebaͤlken, uͤber denſelben aber ein ſtarkes Geſimſe mit Blumenbaͤndern, woran uͤberhaupt 2500 gefaͤrbte Lam⸗ pen, und in der Mitte der Koͤnigl. Namenszug mit einer Krone, brannten. 2. Die Hauptwache. War diesmal blos mit Lichtern erleuchtet. 9 9 3. Das Commandantenhaus. Selbiges konnte wegen Kuͤrze der Zeit nur in der dritten Etage durch ge⸗ malte Pyramiden mit Lichtern von innen illuminiret werden. 8 34 4. Der Zeuggarten. Das Portal deſſelben war mit einem auf Saͤulen ruhenden Bogen einge⸗ faßt, uͤber welchem der Koͤnigl. Name mit einer Krone brannte. An jedweder Seite der Mauer befanden ſich fuͤnf ſo genannte Mareſchallen. 5· Das militairiſche Kinderhaus. Ein transparentes Gemaͤlde, den Tempel der Tugend vorſtellend, in deſſen Mitte ſich ein Altar befand, auf welchem ein Dankopfer brannte. Am Piedeſtal deſſelben ſtanden die Buchſtaben G. A. mit drey Kronen. Auf der oberen Stufe des Altars knieten an der einen Seite ein Knabe, an der andern ein Maͤgdchen mit gefaltenen Haͤnden in der Kleiduug des Inſtituts. Auf bey⸗ den Seiten der unterſten Stufe waren Bienkoͤrbe, um welche Bienen ſchwaͤrm⸗ ten. Von beyden Seiten fuͤhrten Alleen von theils blühenden, theils frucht⸗ tragenden Obſtbaͤumen an Pfaͤhlen zum Tempel. Die Unterſchrift war: Dies Inſtitut gruͤnd't ſich auf Pflanzung wahrer Tugend. Wie man die Baͤume richt't, ſo zieht man hier die Jugend. 741 9 Privathaͤuſer. In der Badenſtraſſe. 6. Das Graͤfl. Meyerfeldtſche. Alle drey Stockwerke deſſelben waren mit vielen Lampen und Lichtern auf Pyramiden ſehr geſchmackvoll erleuchtet. In der Semlowerſtraſſe. 7. Beym Herrn Commerzienrath Banck zeichnete ſich die Fronte des Hauſes durch eine Menge Lampen, Lichter und Pyramiden ebenfalls ganz beſonders aus. In der Faͤhrſtraſſe. 8. Beym Herrn Oberſten und Ritter, Grafen zu Putbus. Eine Sammlung ausgeſtopfter Voͤgel war in einer Reihe von fuͤnf Fen⸗ ſtern vertheilt, mit hinter denſelben angebrachten Spiegeln und dazwiſchen ge⸗ ſtelleten Lichtern. Oben druͤber befand ſich eine transparente Tafel mit der Inſchrift: Vor neunzehn Jahren ſangen wir Dem neugebohrnen Prinz ein frohes Liedchen hier.() Jetzt ſtimmen wir im hoͤchſten Jubelton Dem beßten Koͤnig Heil und Seegen ſeinem Thron. Wir paaren uns, und gehen oft zu Neſt. Folg unſern Beyſpiel nach: ſo ſteht dein Thron auf immer feſt. 9. Beym Herrn Capitain von Storch. In den Fenſtern der drey Etagen deſſelben brannten 176 Wachslichter auf Pyramiden. In der Muͤhlenſtraſſe. 10. Beym Baͤcker Boſien waren auf einer transparenten Tafel die Verſe zu leſen: Ich treibe meine Baͤckerey, Und bleibe meinem Koͤnig treu; Und wer nicht will gut Schwediſch ſeyn, Den ſchieb' ich in den Ofen ein. ( ies bezog ſich auf das Jahr 1778, wo dieſe Voͤgel bey der Geburtsfeyer des damaligen Kronpinzen, jetzigen Koͤnigs, auf gleiche Art erſchienen. E 2 IT. Beym Gerichtsdiener Frahm. Ji einer Pyramide die vergoldeten Buchſtaben G. A., mit det Unterſchrift: Ein Kronprinz wurdeſt du gebohren, Von Gott zum Koͤnig auserkohren; Der leite Dich mit ſeiner Hand, Und mach' all' Deine Feind zu Schand'! 2. Die nemliche Vorſtellung mit den Buchſtaben F. D. W. Unterſchrift: Der Koͤnig, der Dir iſt durch Gottes Hand beſchieden, Der lebe lang' mit Dir im Seegen und zufrieden! In der Oxenreiherſtraſſe. I2. Das Reſſourcehaus. Die Erleuchtung deſſelben fand allgemeinen Beyfall. Man hat aber keine Beſchreibung davon habhaft werden koͤnnen. Sie brannte uͤbrigens auch den zweyten Tag. Auf dem Schlaweden. 11275 Beym Herrn Altermann Witte. Im Fenſter linker Hand des unterſten Stockwerks war das Koͤnigliche Schwediſche Wappen angebracht, und unter demſelben ſtand: Vivat Gu- ſtavus Adolphus! Im Grunde befand ſich ein ſteiler Felſen, an deſſen rechten Seite die Sonne aufging, und ihre Strahlen auf den Felſen warf; ganz unten aber der Name des Hausbeſitzers. 14. Beym Tiſchler Kluͤgmann. Auf dem Vorgrunde Stralſund unter der Geſtalt eines Frauenzimmers in Griechiſcher Kleidung. Mit der Linken ſtuͤtzte es ſich auf einen mit dem Ar—r 7 Stadtwappen gezierten Schild. Mit der Rechten ſtreuete es Weihrauch in eine Opferflamme, die neben ihm auf einem mit Eichenlaube umwundenen Altar brannte. Im Hintergrunde ſah man die Stadt mit ihren Thuͤrmen, uͤber der⸗ ſelben das Auge der Vorſicht in einem ſtrahlenden Dreyeck, von dunkler Luft umgeben. Deviſe: Die Wuͤnſche des dankbaren Stralſunds ſteigen empor fuͤr unſern guten Koͤnig. In der heiligen Geiſtſtraſſe. 15. Beym Kaufmann, Herrn G. F. Schluͤter. Der transparente Namenszug des Koͤnigs mit einer Krone. Die Ueber⸗ ſchriften waren: zur Rechten: Mit Freuden, unſern Bruͤdern gleich, Empfangen wir Dich hier. Dich lieben viel' in Deinem Reich; Doch keiner mehr, als wir. zur Linken: Sey herzlich uns willkommen hier, Uns allen, Mann fuͤr Mann! Mit Lieb' und Treue hangen wir Dir, unſerm Koͤnig, an. In der Frankenſtraſſe. 16. Beym Schoͤnfaͤrber Blanck. Der Bogen uͤber der Hausthuͤr war mit Lampen von allerley Farben, wie auch jedes Fenſter im Hauſe mit Lichtern, illuminiret. Im mittelſten Fen⸗ ſter der zweyten Etage zeigte ſich folgendes Gemaͤlde: Die Goͤttin Minerva, geharniſcht, haltend in der linken Hand einen Stab und Schild, worauf im E 3 blauen Felde des Koͤnigs Name, mit einer Krone druͤber, zu ſehen war. Vor der Goͤttin ſtand ein Altar mit einem Rauchfaſſe, auf welches ſie mit der rechten Hand Weyhrauch ſtreuete. Vorn am Altar hing an einer Schleife das Schwediſche Wapen, von oben herab durch die aufgehende Sonne beſtrahlt, Deviſe: ̃ Die beßten Wuͤnſche, Guſtav Adolph, hegen Und weihen unſre Herzen Deinem Thron. Dein Scepter ſichert uns des Landes Seegen, Fried', Kunſtfleiß und Religion. In der Langenſtraſſe. I7 Beym Maler C. A. Dektloff. In einer ſchoͤnen Gegend ſtand unter einem dickbelaubten Baume ein Maler vor einer Staffeley, und malte des Koͤnigs Bildniß. Unterſchrift: Ich male zwar ſehr viel, und habe doch nur wenig. Es leb' Guſtaf Adolph, der groſſe Schweden-Koͤnig! 9 Im Reifferhagen. 18. Beym Schopenbrauer Warnthien. Der Koͤnig, auf dem Thron ſitzend. Eine Hand aus den Wolken reichte ihm die Krone. Unterſchrift: Inſonderheit nimm wohl in Acht: Dem Koͤnig, den Du uns gemacht Zu unſrer Landeskrone, Laß immerzu Seyn Fried' und Ruh Auf Seinem Stuhl und Throne! Am Tribſeerthor. 19. Beym Koͤnigl. Thorſchreiber Kruͤger. Im mittelſten Fenſter, oben, ſtand der Namenszug des Koͤnigs mit einer Krone, und rund umher eine Glorie mit drey Kronen. Im mittelſten Fenſter unten die Deviſe: Du gingſt mi ſo dicht voͤrbi; Up den Ruͤggweg ſpraͤk ick Di. Die Fenſter auf beyden Seiten waren mit gezierten Pyramiden erleuchtet. Mehrere ſind dem Redacteur nicht bekannt geworden. Man ſieht, ſie haben nicht alle gleichen Gehalt. Wohlmeinung und Treuherzigkeit verrathen ſie jedoch ſammtlich. No. W. Verzeichniß der vorzuͤglichſten Greifswaͤlder Illuminationen bey der Anweſenheit Ihrer Rajeſtaͤt, der Koͤnigin, am 3. Oetober. 1 Die Ehrenpforte, das Rathhaus und die Schule(0. Auf der Ehrenpforte, mitten auf dem Markte. In der Fronte nach Suͤdoſten. 1. Die oberſte Inſchrift auf der Gallerie: FRIDERICAE DOROTHEAE WILHELMINAE. 2. Auf der linken Seite des Einganges war die Stadt Greifswald opfernd vorgeſtellt, mit der Deviſe: 0 Sie iſts, fuͤr deren Wohl, ſo oft ich Sie nur nannte, In meinem Heiligthum der Andacht Weihrauch brannte. 3. Auf der rechten Seite Greifswalds freudiger Genius mit der Harfe: Frohlockend ſpielet Ihr, der Treflichen, zu Ehren, Dein Schutzgeiſt, Gryphia, und huͤpft in muntren Choͤren. 4. Auf der anderen Seite nach Nordweſten, die Inſchrift auf der Gallerie: Der Koͤnigsbraut, die uns durch Ihre Huld erfreut, Von Rath und Buͤrgerſchaft zum Ehrenmahl geweiht. Sie waren ſaͤmmtlich vom Herrn Profeſſor Piper. 5. Beym Ausgange, zur Linken. Amor, der auf die durchſchoſſene Zwie⸗ tracht hernieder zeigte. Daruͤber ſtand: Durch Guſtaf Adolphs Bund hat nun der ganze Norden Sich bruͤderlich vereint. Die tolle Zwietracht liegt. Geſchütze krachen nur zur Freude, nicht zum Morden, Wo Liede menſchlicher, als Heldentugend, ſiegt. 6. Zur Rechten, Hymen mit der Fackel. Daruͤber: Schoͤner iſt es, als des Mars Trophaͤen, Wo der anmuthsvolle Gott der Ehen Ueber Fuͤrſten ſeine Fackel ſchwingt, Und den Voͤlkern goldne Zeiten bringt. 7. Au' der nach Nordoſten gekehrten Seite der Ehrenpforte. Das Reich Schweden, mit der Inſchrift: Begluͤcktes Suecia, du wirſt gewiß vor allen Durch deinen Koͤnig groß geſchaͤtzt. Ha! wenn die Kronen einſt im Schutt der Welten fallen, Dann taumelt unſte erſt zuletzt. 8. Auf der Seite nach Suͤdweſten. Minerva; unten der Schwediſche Loͤwe, der das Baadenſche Wappen umfaßt hatte; daruͤber: Wo ſtützt ein Furſtenhaus nun ſchon ein halb Jahrhundert Durch eigne Tugend ſich, nicht durch erborgten Glanz, Wie Baadens alter Stamm! Die Kennerwelt bewundert, Carl Friedrich, Dich, den Greis, in ſeinem Eichenkranz. 9. Innerhalb der Ehrenpforte. a) Zur Rechten: Der Zug der Koͤ⸗ niglichen Braut zu Lande, deren Wagen von Loͤwen, die, ſtatt der Zuͤgel, mit Blumenketten aufgezaͤumt waren, gezogen ward, worauf Liebesgoͤtter ritten, und mit der loſen Bogenſehne ſie anpeitſchten; üͤber Ihr, als einer Friedensgoͤt⸗ 8 tin, hielt ein Genius den Lorbeerkranz. Hinter dem Wagen zogen Amoretten mit Fackeln und Muſick, voran aber ſtreute Pomona Fruͤchte aus. Jo Triumphe! Sie kommt, von Liebesgoͤttern gefuͤhret; e 8 0„ 2 Fuͤlle bezeichnet den Weg, und Taͤnze begleiten den Einzug. b) Zur Linken: Ihre Fahrt zur See; voran Neptun, der mit ſeinem Dreyzack den Winden ſteuerte, und Triton, der ſein Schneckenhorn blies. Del⸗ phine zogen den Muſchelwagen, worin die Goͤttin ſaß. Amor führte das Steuer⸗ ruder, und eine Sirene half hinten nach. So ſicher ward durchs Meer Europa nicht getragen, Wie jetzt Neptun dich fuͤhrt auf ſeinem Muſchelwagen. Auf dem Rathhauſe. Inſchrift uͤber der Thuͤr: Erſcheine, Gryphia, in deinem Feyerkleide! Noch gluͤht der Buſen dir von deines Koͤnigs Blick. Fuͤhl' wonnetrunken heut dein unbegraͤnztes Gluͤck, Und uͤberlaß dich ganz dem Strom der reinſten Freude. Selbſt deine Nacht durchſtrahlt ein tauſendfaches Licht, Und jeder Unterthan fuͤhlt Ehrfurcht. Dank und Pflicht. Zur Linken das Baadenſche Wappen, mit der Unterſchrift: In Baaden war der Sitz der vaͤterlichen Ahnen. Zur Rechten das Schwediſche. Unterſchrift: In Schweden huldigt Ihr das Herz der Unterthanen. Die daͤmmernde Morgenroͤthe mit dem Morgenſterne. Deviſe: Wir ſehn die Königsöraut und die, die Sie gebohren, Dem Morgenſterne gleich im Schimmer von Auroren. Ein Luſtgarten. Deviſe: Ihr holder Anblick wird den rauhen Nord verſcheuchen, Und Haga nun dem Sitz der Heſperlden gleichen. Eine Winterſcene in Lappland. Deviſe: Das Volk, das vor der Wuth des Winters ſich vergraͤbt, Hat jetzt den reichſten Stoff, der Jung und Alt belebt. Es ſetzt behaglich ſich zum warmen Heerde hin, Und horcht auf Neuigkeit von ſeiner Koͤnigin. Juno, Minerva und 9115 Deviſe: Iſt nicht der Juno Aüg', ſind nicht Minervens 2 Ninen, Und Venus Zaubermacht in Ihr vereint erſchienen? Nach der Oſtſeite des Maͤrktes gegen die Ehrenpforte: Eine illuminirte volkreiche Gaſſe, mit Situationen freudigen Auflaufs; ein Nachtſtuͤck, perſpectiviſch vorgeſtellt. Die Luſt empoͤrt das Volk. Heut ſtehn des Greiſes Falten Vom Jugendfeuer aufgethaut. Die Freude kann ſich nicht in engen Haͤuſern halten, Sie jauchzt auf allen Straßen laut. Der Schlaf entflieht dem Aug' beym naͤchtlichen Getuͤmmel, Und jede Wohnuna gleicht dem ſternevollen Himmel. Zur Rechten ein aufgeſchlagner Thron, von Liebesgoͤttern mit Blumen beſtreuet. Des Koͤnigs Sorge ſanft durch Laͤcheln zu zerſtreun, Wird Wonne, wird Verdienſt fuͤr Fridericken ſeyn. Der Schwediſche Loͤwe und der Preuſſiſche Adler, die ſich liebkoſeten. Der Woldes Koͤnig liebt den Herrſcher in den Lu Wird dieſe Harmonie nicht Gluck den Staaten ſti iften? F 2 * ften; — 44— Zur Linken ein um einen Ulmbaum gerankter Weinſtock. Aus Baadens Flur verpflanzt, ſchlingt dieſer Rebe ſich Um Schwedens Ulm enſtamm, vertraut und jugendlich. Eine Ceder, worunter Wanderer ſich ausruheten, und mit Speiſe und Trank labten. Die Pflanze, die der Rhein, als Sproͤßling, einſt genaͤhrt, Waͤchſt jetzt zur Ceder auf, die heil'gen Schutz gewaͤhrt. Am neuen Schulgebaͤnde. Ein Auge, das aus den Wolken auf die noͤrdliche Gegend des Globus herab ſtrahlte. Zu ſchöͤn, als daß Sie nur im engern Kreiſe glaͤnze, Gab Ihr die Vorſicht nun den Nordpol ſelbſt zur Grenze. Eine Hand aus den Wolken mit der Waagſchaale, wo in der einen Schaale Krone und Scepter, in der anderen andere Inſignien der Wuͤrden lagen Des Allregierers Hand, die Koͤnigskronen waͤgt, Hat Ihr das ſchoͤnſte Loos der Menſchheit beygelegt. Apollo mit der Leyer. Apollo ſelber ſtimmt mit kuhnem Dichterfeuer Und ſanfter Harmonie zu dieſem Feſt die Leyer. Hebe, die Goͤttin der Jugend, mit der goldenen Schaale. Wo Hebe Nectar ſchenkt dem Koͤniglichen Paare, Da reicht die Lebenskraft zum fernſten Ziel der Jahre. Das academiſche Collegiengebaͤude. Transparenten; 1. Ein groſſes Linienſchiff mit Schwediſchen Flaggen und Wimpeln eilte nebſt zwey Fregatten mit vollen Seegeln in die See⸗ Im Hintergrunde zeigte ſich perſpectiviſch eine Stadt, die Carlscrona andeuten ſollte. In der Luft ſchwebte der Genius der Liebe, welcher den groͤßten Maſt des Linienſchiffs mit einer Roſenguirlande umwand. Inſchrift: Nach Dir, mein zweytes Vaterland, Iſt nun mein ganzer Sinn gewandt. 2. Die drey Grazien, mit Blumenguirlanden umſchlungen, ſtanden um einem Altar, an welchem von der einen Seite Gott Amor ſeinen Koͤcher und ſeine Pfeile in ehrfurchtsvoller Stellung niederlegte. Auf der andern Seite Gott Hymen in ſaffranfarbigem Gewande, mit ſeiner Fackel das heilige Feuer auf dem Altar anzuͤndend, welches emporflammte. Ueber dem Altar ſchwebten in einer lichten Glorie die Ramen Guſtaf Adolph und Friderica Dorothea Wilhelmina in verſchlungenen Zuͤgen. Inſchrift: Im ſchoͤnſten Bund mit Grazien und Hymenaͤen Knuͤpft Cypripor die gluͤcklichſte der Ehen. 3. Die aufgehende Morgenröthe uͤberroͤthete den Tempel der Minerva. Im Vordergrunde ſtand im roſenfarbigen Licht eine anticke weibliche Figur, bekleidet mit Koͤnigl. Inſignien, das Geſicht nach dem Tempel gewandt, und eine Opferſchale in der Hand haltend, als ob ſie eine Libation verrichten wollte. Inſchrift: Wie in Aurorens Roſenblide, So wunderſchoͤn, und hehr und milde, Blickt Guſtafs auserkohrne Koͤnigin Nach der erhabnen Weisheit Tempel hin. Das ganze Gebaͤude war uͤbrigens mit Pyramiden erleuchtet, 3 Das Haus des Herrn Profeſſors Quiſtorv. 1. Der Mond im erſten Viertel. Latuit, non defuit. Deviſe: Dem Lauf des Mondes gleich, der, wachſend, erſt entdeckt, Was er vorhin der Welt verſteckt. § 3 2. Ein bluͤhender Apfelbaum. Dabit fructum. Deriſe: Verſpricht die Blute ſchon ſo viel in Fruͤhlingstagen; Welch eine Frucht wird nicht des Herbſtes Fülle tragen! 3. Ein Wald voll Thiere, welche die kommende Sonne begruͤßten. Pro- ſPera lux oritur. Deviſe: Wie bey dem Blick der Morgenſonne Der ganze Wald voll reger Wonne Die Koͤnigin des Himmels gruͤßt; So unſer Land, das heut ein Freudenkeſt genießt. 4. Eine ſtehende Pyramide, um welche ſich Spaeu hinauf ſchlang. Te ſtante virebo. Deviſe: Mit Dir wuͤnſch ich zu leben, und zu ſterben! * 5, Ein Adler, der zur Sonne flog. Patrios ſequitur aulus. Deviſe: Ihn reißt des Vaters kuͤhner Sinn Jus Licht zu groſſen Thaten hin. 4. Das Haus des Herrn Profeſſors Mihrbeck. 1. Eine Koͤnigl. Krone uͤber den Buchſtaben 6. IV. A. Eine maͤnnliche Hand, verknüͤpft mit einer weiblichen, uͤber den Buch⸗ ſtaben F. D. W. Deriſe: Die gluͤcklichſte Verbindung! 2. Ein Altar, auf welchem ein helles und lebhaftes Feuer brannte, und der Rauch ſich in die Wolken hinauf wirbelte. Um demſelben eine Menge Menſchen, alte und junge, dadon einige die Haͤnde aufzuheben, und Weihrauch in das Feuer zu ſtreuen ſchienen. Deviſe: Gott ſeegne den Koͤnig, und behaͤte die Koͤnigin! ů— Drey Genien in den Wolken, jeder mit einem Fuͤllhorn. Aus dem jed u erſten fiel en Goldſtuͤcke, aus dem zweyten Fruͤchte und Blumen, aus dem drit⸗ ten Korn. Eine weibliche Figur, die ſich auf einen Anker lehnte, und in der anderen Hand ein aufgeſchlagenes Buch hielt, auf deſſen einer Seite 30 4 Fuͤrchtet i Aüheäf eranderen: Ehretd den Koͤnig! Vonder Bruſt an bis geger Figur mit einem Schilde bed eckt, auf welchem befgud Deviſe: das 00 f 6 ppen ſich iy hoftet oſt F f Wir hef gluͤckliche Zeiten. Jetzt kommen ſie. 4. Der junge Hercules, bedeckt mit der Löwenhaut, und mit der i benen Keule in der Hand. An ſeiner Seite, etwas ruͤckwaͤrts, ſtand Minerva. Von der einen Seite ſchien die 6'pfige Schlange, von der 5 Cerberus auf 35 einzuſtuͤrzen. An der Seite der Schlange erhob ſich aus ſchaͤumenden Wellen eine ſchͤne S Sirene, ſo wie von unten zwiſchen der Sirene und dem Cerberus ein Adler, der ſich gegen den Hercules empor zu ſchwingen ſchien, und mit der einen Kralle ein blankes Schwerdt hielt. Deviſe: Durch Tugend, Weisheit und Kraft uͤberwand er jedes Ungeheuer. ge 5. Oben der naͤchtliche ſchoͤn geſternte Himmel. Unter den Sternen 0 man das Bild des groſſen Baͤren, in dem ſieben Sterne ind 35 Laähe groͤſſer und glaͤnzender, als die anderen, gezeichnet waren. Vom Bihimehſee⸗ ſich ein Genius mit einer hellbrennenden Fackel in der Hand, womit er ein Bette beleuchtete, blaue mit Goldkronen beſtreuete Gardinen mehren⸗ theils zuſammen gezogen Dem Bette gegenuͤber lag ein groſſer Lowe, auf deſſen rechten Seite ein Lamm, auf der linken ein zornig ſcheinender wilder Stier befindlich war. Deviſe: ö Jam nova progenies coelo demittitur alto: Veniunt Saturnia Regna! 5. Das Haus des Herrn Commerzienraths Vahl. Die Illutgin ation beſtand in einem Gemaͤlde, welches durch zwey Obe⸗ lisken, woran einige 100 Lampen in diverſen Couleuren brannten, auf beyden Seiten unterſtuͤtzt wurde, worauf der Namenszug 6. A. und F. D. W., unter der Schwediſchen Krone von zwey Genien gehalten, ein Altar mit dem Schwe⸗ diſchen Wappen und den Reichs⸗Inſignien, Mercur mit den Attributen der . Handlung, der Schiffahrt, des Ackerbaues, und die Attributen der Kuͤnſte und Wiſſenſchaften, von der aufgehenden Sonne beſtrahlt, zu ſehen war. Unterſchrift: Die Wohlſtands⸗Sonne geht, o Suecia! Dir auf. Ihr Glanz befſeeliget den Thron und die Palaaͤſte; Ja ſelbſt den Huͤtten wird, ein jeder Tag zum Feſte. Die Handlung blüht empor. Die Schiffahrt nimmt den Lauf Zu fernen Kuͤſten hin. Das Feld bringt reiche Saaten. Begluͤckt wird jeder Stand in Guſtaf Adolphs Staaten. 6. Das Haus des Herrn Rathsverwandten Rühs. Auf der einen Seite eine groſſe Pyramide, woran die Spitze abgebrochen war, und die Ruinen auf der Erde lagen. Auf der anderen eine Saule oder Obelisk, deſſen Geſimſe, zertruͤmmert, gleichfalls umher lag. Dieſe Ruinen waren in den Spalten und Ritzen mit allerhand Moos durchwachſen. In der Mitte befand ſich ein Altar, worauf ein Herz hell brannte. Unterſchrift: Es truͤmmert einſt im Lauf der Zeit Des Ehrendenkmals Herrlichkeit; Doch unſre Herzen glühn fuͤ Dich. ö Erhabne Fuͤrſtin, ewiglich. 9 —.——ͤ—ͤ¶ No. V. Illuminationen bey der Anweſenheit Ihrer Majeſtaͤt, der Koͤnigin, zu Stralſund am 4. und 7. October(). Oeffentliche Gebaͤude. I Das Rathhaus. Zur Erleuchtung deſſelben war zuvoͤrderſt vor der nach dem alten Markt gekehrten Hauptſeite ein eigenes Geruͤſt in Spalier-Manier erbauet. Dies beſtand nach unten aus ſechs Arkaden, zwiſchen welchen ſich behufige Saͤulen mit dem gehoͤrigen Piedeſtal und Gebaͤlke befanden. Ueber dem zweyten und fuͤnften Bogen erhoben ſich gleiche, uͤber dem dritten und vierten aber, folglich in der Mitte, ein Bogen von doppelter Weite, mit dazwiſchen ſtehen⸗ den vollkommenen Saͤulen. Auf dieſem mittleren Bogen ruhte die Koͤnigl. Krone, uͤber welcher ſich bis zu der uͤber dem Entablement der Saͤulen des er⸗ ſten und ſechsten Bogens errichteten Baluͤſtrade ein breites Blumenband ſchlang. Auch waren uͤberall auf dem Gebalke der aͤuſſerſten Saͤulen vergoldete Vaſen aufgeſtellt. In den unteren Arkaden ſtanden abwechſelnd Pyramiden und vergoldete Rauchfaͤſſer. Von den oberen drey Boͤgen enthielt der mittlere die ausgeſchnittenen Namenszuͤge des Koͤnigl. Brautpaares in den Buchſta⸗ ben G. A. und F. D. W., unter welchen eine Fruchtſchnur angebracht war. Die beyden aͤuſſeren Boͤgen ſtellten in transparenten Gemaͤlden auf der einen Seite das Königl. Schwediſche, auf der anderen das Fuͤrſtlich Baadenſche Wappen, mit Loͤwen und Greifen, als den Schildhaltern, zur Seite, dar. Das ganze Geruͤſt trug die Farbe eines hellgrauen Marmors, und die Erleuchtung (dDie Schlußanmerkung zu No. II. gilt ebenfalls auch hier. G — 50— deſſelben, ſo wie der gedachten Namenszuͤge und der ſonſtigen Verzierung, durch achttauſend Glaͤſer und Lampen mit abwechſelndem Farbenfeuer, gewaͤhrte den zahlreichen Zuſchauern einen nicht weniger ſchoͤnen, als frappanten Anblick. Auſſerdem war aber auch nicht nur der Eingang zum Rathhauſe von der Ra⸗ benberger Straſſe her, uͤber welchem man das ausgemalte Stadtwappen er⸗ leuchtet ſah, durch zwanzig hinter einander geſtellte, dicht mit Glaͤſern und Lampen behangene Boͤgen in Form einer Grotte, in deren Hintergrunde ſich der tran— ſparente Namenszug der Koͤnigl. Braut mit einer Krone daruͤber befand, und in deren Mitte zwey Paar groſſe vergoldete Vaſen aufgeſtellt waren, aufs ſchoͤn⸗ ſte illuminiret; ſondern auch in dem Gange des Gebaͤudes vom Wendemarkt nach der Badenſtraſſe waren an der Mauer ſechs gruͤne mit Laubwerk verzierte Boͤgen angebracht, und durch Lampen erhellet. 2 Die Ehrenpforte. Sie war auf dem Huͤr zwiſchen den Haͤuſern des Herrn Aſſeſſors, Doctor Haken, und des Herrn Rathsverwandten Wademann errichtet, und nahm hier die ganze Breite der Gaſſe ein. Die Portale auf jeder Seite wurden von zwey Korinthiſchen Saͤulen getragen, deren zwey auch noch auf beyden Fluͤgeln das Gebaͤlke unterſtuͤtzten, und zwiſchen dieſen beyden Saͤulen war eine Niſche angebracht. Auf der vorderen, oder der Einfahrtsſeite, ſtanden in dieſen Niſchen Statüͤen, welche, unter dem Bilde zweyer Goͤttinnen, vorzuͤgliche Eigenſchaf— ten einer Koͤnigl. Gemalin, Anmuth und Wuͤrde, andeuteten. Jene ward durch eine Venus mit einem Mirthenkranze um dem Haupt, und zum Zeichen ihrer ſiegenden Gewalt in der rechten Hand einen aufgerichteten Speer hal⸗ tend, wobey ein zaͤrtliches Taubenpaar zu ihren Fuͤſſen ſaß, dargeſtellt, und die Inſchrift mit goldenen Buchſtaben war: VENVS VMVMICTRIX. Dieſe bezeichnete in majeſtaͤtiſcher Stellung mit der Krone auf dem Haupte, dem Seepter in der Rechten, und einem Pfau zu ihren Fuͤßen, die Bildſaͤule der Goͤttin Juno unter der Inſchrift: IVNO REGINA. Ueber dem Soͤulen-Gebäͤlke auf eben dieſer Seite erhob ſich ein auf bey⸗ den Seiten mit einer Conſole verſehener Fronton, welcher auf einer blauen Tafel in goldenen Buchſtaben folgende Inſchrift fuͤhrte: FELICI ADVENTVI 8 ERENISSINMAE PRINCIPIS FRIDERICAE DOROTHEAE WILHELMINAE DESIGNATAE SUE CORUM RECFNAE LAETA CIVITAsS. und dadurch zugleich die Beziehung der Hauptfacade auf die begluͤckende An⸗ kunft und den Einzug der hohen Koͤnigl. Braut ankuͤndigte, in welcher Hin⸗ ſicht auch uͤber dem Fronton der Markgraͤfl. Baadenſche Wappenſchild mit ſei⸗ nen zehn Feldern, oben von einem groſſen mit Hermelin aufgeſchlagenen Fuͤr⸗ ſtenhute bedeckt, und von zwey goldenen Greifen mit goldenen Fluͤgeln und Klauen gehalten, angebracht war. Beyde Seiten des Frontons, ſo wie die aͤuſſerſten Enden des Saͤulen-Gebaͤlkes, waren mit Vaſen geziert, und zwi⸗ ſchen dieſen letzteren bis zur Conſole lief zu beyden Seiten des Frontons ein Docken Gelaͤnder, hinter welchem zwey Choͤre Muſikanten ihren Platz hatten(). Die Verzierung der hinteren, oder Ausfahrts-Seite der Ehrenpforte bezog ſich auf die bevorſtehende hohe Vermaͤlung. Die Inſchrift des dieſſeitigen Fron⸗ tons, der uͤbrigens, wie auf der Hauptſeite, mit einer Conſole verſehen war, von welcher ſich laͤngs dem Gebaͤlke ein Gelaͤnder erſtreckte, hieß: ( Die jedesmalige Erleuchtung ſo wohl der Ehrenpforte, als des Rathhauſes, war mit Muſick begleitet. Auch ward taͤglich von 11 bis 12 Uhr von den Thuͤrmen muſiciret, wozu in allem drey und vierzig theils einheimiſche, theils fremde Muſici gebraucht wurden. G 2 ů 52—— AKVSBACARISSIN&N9 POTENTISSIMI RE 6GIS ee SERENISSIMAE PRINCIPIS FRILDERKNCAE DOROTHEAE WILEIELMINAE CONNUBIO SeNI. Ueber demſelben ſtanden die Wappenſchilde des hohen Brautpaares in ſchraͤger Richtung gegen einander gelehnt, zur Rechten der Koͤnigl. Schwediſche, zur Linken der Fuͤrſtlich Baadenſche, beyde oberwaͤrts durch eine Schleife von blauem Bande mit einander verbunden, und zur Seite ward von zwey golde— nen Loͤwen, den Schildhaltern des Schwediſchen Wappens, uͤber beyde Wap⸗ penſchilde die groſſe goldene Krone gehalten. Statt der an der vorderen Fa⸗ eade neben dem Fronton ſtehenden Vaſen war hier auf der einen Seite ein ge⸗ fluͤgelter Amor mit Pfeilen und Bogen, auf der anderen Hymen mit der Fackel angebracht, und die Statuͤen der Seiten⸗Niſchen, welche uͤberhaupt auf das Gluͤck der Voͤlker unter der ſanften und milden Regierung unſers allgeliebten Koͤnigs hindeuteten, ſtellten, auf der einen Seite die Goͤttin des Seegens und der Gluͤckſeeligkeit, wie ſie, mit einem Aehrenkranze auf dem Haupte, den rech⸗ ten Ellenbogen, zum Zeichen der Dauer des Gluͤcks, auf eine abgeſtumpfte Saͤule ſtuͤtzte, unter dem linken Arme aber ein umgekehrtes Fuͤllhorn trug, und aus demſelben reichlich Blumen und Fruͤchte verſchüttete, unter der Inſchrift: See. auf der anderen Seite, die Goͤttin des Heils und der oͤffentlichen Wohlfahrt vor, mit einem Kranze von Oehlzweigen um dem Haupte, und mit einer um den rechten Arm gewundenen Schlange, welcher ſie mit der Linken eine Schuͤſſel mit Speiſe vorhielt, unter der Inſchrift: S AE VBe Die Hauptfarbe der Ehrenpforte glich dunkelgrauem, die der Saͤulen, de⸗ ren Capitaͤle vergoldet waren, ſo wie die der in den Niſchen und ſonſt ange⸗ brachten Statuͤen und Vaſen, dem weiſſen Marmor. Auch waren uͤberdies die Seiten des Gebaͤudes mit gemalten Blumenbaͤndern und Straͤuſſen, Mir⸗ tenkraͤnzen, kleinen ſchwebenden Liebesgoͤttern und ihren Attributen geſchmack⸗ voll decoriret. Bey der beydesmaligen Illumination war ebenfalls die Ehrenpforte von mehr als zwey tauſend Lampen erleuchtet. 3. Die Hauptwache. Sie war mit vielen Lampen erleuchtet, und uͤber den beyden Thuͤren brannten die Namen des Koͤnigs und der Koͤnigin. 4. Das Commandanten⸗Haus. Vor dem Portal war eine Arkade von Korinthiſchen canelirten Saulen. mit zwey brennenden Vaſen. In der Mitte des Bogens befand ſich ein 4 Tranſparent mit den geſchlungenen beyden hohen Namenszuͤgen, und eine Koͤnigl. Krone bedeckte dieſelben. Zur Inſchrift diente dee Wahlſpruch Sr. Koͤnigl. Majeſtaͤt: + Gott und das Volk. Ueber der Arkade war ein mit glaͤſernen Lampen verziertes Frontiſpiz an⸗ gebracht. Die Plinte zwiſchen der erſten und zweyten Etage, die drey Dach⸗ fenſter und die beyden Schilderhäuſer, ſo auf beyden Seiten des Portals ſtan⸗ den, waren, gleich der Arkade, mit glaͤſernen Lampen illuminirt, die Fenſter der dritten Etage aber mit Lichtern auf Pyramiden erleuchtet⸗ 5. Das militairiſche Kinderhaus. Es war vor ſelbigem, transparent, ein Tempel mit vier Saͤulen darge⸗ ſtellt. Zwiſchen den beyden erſteren ſtand die Liebe, welche zwey Kinder an G 3 84 3 der Hand hatte, in der Mitte der Glaube mit einem Kreutz, und zwiſchen den letzteren die Hoffnung, welche ſich auf einen Anker ſtuͤtzte. Die Liebe hielt von der einen, die Hoffnung von der anderen Seite an einem Schleifen-Bande die Namenszuͤge G. A. und F. D. W. mit einer Krone bedeckt. Deviſe: Hier werden Liebe, Glaube und Hoffnung gelehrt, Und wie man ſeinen Koͤnig und Koͤnigin ehrt. Vier Saͤulen nebſt dem Karnies waren uͤbrigens mit glaͤſernen buntfarbigen Lampen erleuchtet. 6. Das militairiſche Lazareth. Das Sinnbild war: An der Seite ein Altar unter einem ſchattigen Baume, auf welchem ein Dankopfer fuͤr die Geneſung brannte; in der Mitte die Goͤttin der Barmherzigkeit und des Mitleidens mit einer Balſam⸗Flaſche, an der ein Zettel befeſtiget war, worauf drey Kronen mit den Worten: Koͤnigl. Balſam, ſtanden. Deviſe: Dein holdſeeliges Aug' erfreuet die Herzen, Und lindert, wie Balſam, auch unſere Schmerzen. Das Sinnbild war mit Guirlanden von farbigen Glaͤſern, umfaßt, des⸗ gleichen eine Colonnade von vier Saͤulen angebracht, wovon die beyden mitt⸗ leren einen Bogen bey dem Portal formirten, die anderen aber bis an die Blende reichten, welche ebenfalls mit Glaͤſern, ſo wie die vier unterſten Fenſter zu beyden Seiten des Portals und die in der Frankenſtraſſe mit Lichtern auf Pyramiden, erleuchtet waren, 75 Das Gewandhaus. Im Hintergrunde: Die in einer angenehmen Gegend uͤber einem Hafen, in welchem Schiffe lagen, aufgehende Sonne. Im Vorgrunde ſtand Mer— kur, mit der linken Hand geſtuͤtzt auf einige Ballen, an welchen das Pommerſche Wappen gelehnt ſtand. Mit der ausgeſtreckten rechten Hand zeigte er mit ſeinen gefluͤgelten Schlangenſtabe nach der aufgehenden Sonne. — 8. Die Krahmer⸗Compagnie. Vor derſelben befand ſich ein dreyfacher Bogengang, ſo mit einigen hun⸗ dert Lampen erleuchtet war. In dem Thorgange des Hauſes war eine Felſen⸗ grotte, mit farbigen Lampen erleuchtet, in welcher zu beyden Seiten Niſchen angebracht waren, auf deren ſchwarzem Grunde rechter Hand der hohe Na— menszug des Koͤnigs, linker Hand der der Prinzeſſin in beweglichem goldenem Feuer brannte. Am Ausgang der Grotte bemerkte man einen Waſſerfall, der aus den Felſen hervor ſprudelte, und ſich allmaͤhlig in die entfernte See ſtuͤrzte, worauf Schiffe in Bewegung waren, im Hintergrunde aber einen Theil der Stadt Stralſund. Am Ufer ſtand zur Rechten der Gott Merkur, zur Linken die Hoffnung mit einigen ausgeladenen Kaufmannsguͤtern. Ueber dem Ufer im Vorgrunde war das Schwediſche und Baadenſche Wappen, die von zwey Genien gehalten wurden, im erleuchteten Feuer zu ſehen. 9. Die Schiffer⸗Geſellſchaft. Dieſe hatte folgendes Sinnbild: Unten die See, worin ein groſſes und ein kleines Schwediſches Schiff mit vollen Segeln liefen. Oben uͤber dem groſſen Schiffe ein Wappen, davon die Haͤlfte das Schwediſche, die andere Haͤlfte das Baa— denſche mit einer Krone vorſtellte, von einem Engel getragen. Ein Tuͤrki⸗ ſches Schiff eilte ebenfalls mit vollen Segeln dem groſſen Schiffe nach, ward aber ploͤtzlich im Hintertheil vom Donnerwetter getroffen. Vor den Schwe⸗ diſchen Schiffen zeigte ſich die Sonne am Himmel, welche ſolche mit ſtarken Strahlen beſchien. Deviſe: Ein Seeraͤuber wagt es jetzt, mit Guſtaf Adolph zu kriegen, Da wir Ihm Hochzeits⸗Trophaͤen errichten? Ha Corſar! Gott iſt mit uns, der wird ſiegen, Wird uns begluͤcken, und unſere Feinde vernichten. Privat haͤuſer. In der Badenſtraſſe. 10. Das Graͤfl. Meyerfeldtſche Haus. 5 war durch alle drey Stockwerke ſo wohl auswendig mit einer Menge von Lam⸗ den, als in den Fenſtern mit Pyramiden und Lichtern, auch diesmal erleuchtet. ————-— ,⏑ᷓ—Ü—.ʃ——————— 1II. Beym Herrn Magiſter Leß, im ehemaligen Schoͤnſchen Hauſe. Ein gruͤnender Huͤgel in einer fruchtbaren Gegend, auf deſſen Spitze ſich ein Bienenkorb befand. Aus Gewitterwolken im Weſten ſchoß ein Blitzſtrahl nach dem Bienenſtocke hin, den der Waſa-Genius mit dem in der einen Hand habenden Schilde, worauf das Schwediſche und Baadenſche Wappen befind— lich war, ablenkte, indem er mit der anderen Hand den Bienen aus einem Fuͤllhorn honigreiche Blumen ſtreuete. Dem Ungewitter gegenuͤber ſtieg die Sonne empor, und ſtrahlte einem unter Schwediſcher Flagge im Hintergrunde ſeegelnden Schiffe entgegen, welches, die Producte der Arbeit und des Fleiſſes der Bienen zu benutzen eilte, Inſchrift: In Gottes Welt ſind Bienen frey, Und ſind der Koͤnigin doch treu. So ſtimmet, frey und unterthaͤnig ſeyn, Mit Moͤglichkeit, Natur und Ordnung ein. Der Pommer hat dies Ziel erreicht, Indem er dieſen Bienen gleicht. —————————— 12. Beym Nadler⸗Altermann Ahrenholz. 10 1. Das Schwediſche Wappen mit 2 Loͤben. Unterſchrift: Der frohe Unterthan preißt zwiefach ſich begluͤckt, Daß Lieb' und Treue Ihn, des Trohnes Stuͤtze, ſchmuͤckt. ——— 2. Das Baadenſche Wappen mit zwey Kronen. Unterſchrift: Aus eines Fuͤrſten Hauſ', das Fuͤrſtenwerth gebaut, Waͤhlt, vielgeliebt von uns, der Koͤnig ſeine Braut. 13. Beym Herrn Apothecker Weinholtz. 1. Ein Loͤwe, welcher einem Baͤren, der in einen Moͤrſer ſtieß(), die Pfote reichte. Der Baͤr fuhr mit dem Kopfe zuruͤck, als ob ihm bange ge⸗ worden waͤre. Unterſch f5 Lebt Baͤr und Loͤwe gleich in ganz' verſchied'nen Laͤndern; Ein Jubelfeſt, wie die 85 kann alles ſchleunig aͤndern. Der Loͤwe ſchuͤtzt den? Baͤr, und ſchenkt ihm ſeine Gunſt. Drob freuet ſich mit Recht die Apotheckerkunſt. 2. Der Koͤnig und die Koͤnigin, gehend. Hinter Ihnen der Friede mit dem Oelzweige, und die Gerechtigkeit mit der Waage. Unterſchrift: Gerechtigkeit und Friede wohnt, Wo Guſtaf und Fridrike thront. In der Semlowerſtraſſe. 14. Beym Kaufmann, Herrn Zachow. In einer Waldgegend, wo die Sonne aufzugehen begann, auf der einen Seite die Gerechtigkeit mitſeiner Waagſchaale, auf der anderen die Weisheit mit einem Stabe in der Hand. Ihr zur Seite ein Schild mit drey Kronen, zu ihren Fuͤſſen aber ein Loͤde, der ruhig umher ſchauete. In der Mitte ſtand ( Dies iſt das Zeichen der Weinholtziſchen Apothecke. 8 8 2 —— r ——— Inſchrift: G. A F. ‚‚ 58 ein Altar, worauf Krone, Scepter und Schwerdt befindlich waren, mit der Leben lange, Sich zur Freude, Uns zum Gluͤcke! Am Fuſſe des Altars, neben der Gerechtigkeit, ſaß ein Loͤbe, der die benannten Koͤnigl. Zierden zu bewahren ſchien. 15. Beym Herrn Commerzienrath Banck. Auswendig an jeder Seite der Thuͤr war eine Laſine von Gitterwerk, ei⸗ ne Elle breit und acht Ellen hoch, worauf uͤber der Hausthuͤr ein ovaler Bo⸗ gen ruhete. Beyde Theile waren von unten bis oben mit Buchsbaum und Blumen geziert, ſo wie mit 200 glaͤſernen Lampen von verſchiedenen Farben behaͤngt. Ueber dem Bogen befand ſich ein Rahm, ſechs Ellen hoch, vier El— len breit, und in demſelben ein Lorbeerkranz, der die Buchſtaben G. A. und F. D. W. umſchloß, uͤber dem Lorbeerkranze aber eine Krone. Der ganze Rahm wurde von hinten durch 120 Lampen erleuchtet(9. Zwiſchen dem Semlower⸗ und Faͤhrthor. 16.4 Beym Nadler Weyergang. An beyden Seiten ein Eichbaum, woneben junge Sproͤßlinge ſtan⸗ den, oben zwiſchen den Baͤumen die Buchſtaben F. D. W. Derviſe: Der Garten des Herrn Commerzienraths war am 6. October folgendergeſtalt illuminiret. Da ſolcher am Knieperteiche ein Bollwerk von ſechszig Ellen hat, in deſſen Mitte eine Bruͤcke, und hinter derſelben eine acht Ellen lange, ſechs El⸗ len breite, oben ovalrunde gruͤn bewachſene Laube iſt: ſo war dieſe inn- und auswendig mit brennenden glaͤſernen Lampen bedeckt. Vor der Laube nach dem Teich zu ſtanden zwey Laſinen von Gitterwerk, jede zwey Ellen breit, ſechszehn Ellen hoch, und zehn Ellen weit, worauf ein ovaler Bogen ruhete. Auf jeder Laſine ſtand eine Vaſe in gleicher Hoͤhe des Bogens, auf dem Bogen ſelbſt aber 59 So ſteh' mit Guſtaf Adolph feſt, Wie hundertjaͤhr'ge Eichen, Daß Du einſt ſpaͤt mit Enkeln gehſt, Die Dir an Tugend gleichen. Beym Herrn Oberſten und Ritter, Grafen zu Putbus. 1. Vorſtellung des Inneren einer Kirche, wo der Kuͤſter an die gewoͤhn⸗ liche ſchwarze Tafel, welche die Numern der zu ſingenden Geſaͤnge anzeigt, die Buchſtaben des Namens Frideérica unter der Rubrick:„nach der Predigt,“ ſteckte, und zwar ſo, daß er den letzten Buchſtab a, noch in der Hand hatte, und ſolchen eben einſchieben zu wollen ſchien. In der Rubrick:„vor der Pre— digt;“ war bereits der Name Guſtak Adolph befindlich. Inſchrift: Fridrica ſey jetzt unſer Lied. Der Himmel hoͤrt es an, Der tief in unſre Herzen ſieht, Erhoͤren will und kann. 2. Ein Taubenhaus. Auf dem Schlage, vor dem Hauſe, ſaß eine weiſſe Taube mit drey Jungen. Eine vierte junge Taube war eben vom Schlage weggeflogen, und flatterte einer Krone zu, welche gegenuͤber eine Hand aus den Wolken reichte. Die Tauben vom Schlage ſahen derſelben nach. Inſchrift: ein ſechs Ellen hoher und fuͤnf Ellen breiter Rahm, worin ſich ein Lorbeerkranz mit dem Buchſtaben G. K. und F. D. W., ſo wie uͤber dem Rahmen eine brennen⸗ de Krone zeigte. Die beyden Seitenfluͤgel hatten links und rechts am Waſſer acht Ellen hohe Laſinen von Gitterwerk, worauf ſechs ovale Bogen ruheten, jeder eine Elle breit. Dies alles war von unten bis oben mit brennenden glaͤſernen Lampen erleuchtet, und machte, indem es faſt die halbe Breite des Teichs er⸗ hellete, mithin einen doppelten Schein gab, auch der Kammer gerade gegen⸗ uͤber lag, einen ganz vorzuͤglichen Effect. 2 466 60 Der Abſchied ſchmerzt.— Jedoch lebt wohl! Auch Euch, Ihr Schweſtern, lohne, Bald eines guten Koͤnigs Krone! 3. Das Urtheil des Paris. Inſchrift: Die Anmuth iſts a Alen, die Herzen zu gewinnen, Und dauerhaft zu Feſſeln weiß. Selbſt Paris reichte einſt von Himmels⸗Koͤniginnen Der liebenswuͤrdigſten den Preis. 4. Ein Loͤwe aus dem Schwediſchen und eine rothe Loͤpin aus dem Baa⸗ denſchen Wappen ſtanden aufrecht neben einander, Tatze in Tatze geſchlunk mit einer Guirlande umwunden, und ſahen ſich freundlich an. Inſchrift: Nur Loͤwen bringen ſie hervor, Des Loͤwen und der Loͤwin zarte Triebe. Aus Guſtafs und Fridrickens Liebe Entſprießt gewiß auch ſo ein kuͤnftig Helde nchor. 5. Ein Storch und ein Schwaan ſtanden mit herabgebeugten Haͤlſen, die Schnaͤbel uͤber einem im Schilf liegenden jungen Loͤpen haltend. Unter ihnen die Jahrzahl 1798. Inſchrift: Da ſtehen wir, und erwarten hier, Den erſten Wink, ſo bringen wir. Saͤmmtliche uͤbrige Fenſter des Hauſes waren mit vielen Pyramiden und Lichtern erleuchtet. 18. Beym Herrn Capitain von Storch. Im zweyten Stockwerk waren folgende Transperanten vor den vier Fenſtern: 1. Das Schwediſche und Baadenſche Wappen, durch eine mit Roſen bekraͤnzte Grazie uͤber einem Altar gehalten. Von oben herab warf die Sonne ihre Strahlen auf beyde Wappen. Drhiſenne 61 Senk', o Sonne, den Strahl auf dieſes Buͤndniß hernieder! ‚ ö Was die Grazie weiht, ſeegne, Goͤttin, auch du! 2. Eine Pyramide, um welche ſich ein traubenreicher Weinſtock ſchlan⸗ gelte. Im Hintergrunde eine angenehme Landſchaft. Deviſe: So ſey Eure Liebe! So Euer Leben! 3. Des Koͤnigs und der Koͤnigin Namenszuͤge in zwey Feldern, welche eine Koͤnigl. Krone bedeckte, ume 1 mit Roſen und Lorbeerzweigen, ru⸗ 0 hend auf einem halben Globus. Deviſe: Das Schickſal kroͤnt, Der Erbdball traͤgt, Die Sympathie vereinigt Euch! 4. Der Schutzgeiſt Pommerns, Blumen auf einem Altar opfernd, ber im Fußgeſtelle das Schwe uth Wappen enthielt. Im Hintergrunde ein Re⸗ genbogen. Derviſe: Die Goͤttin Pommerns opfert Blumen, Und ihrer Kinder Herz und Leben Euch. Die Ausbaute des Hauſes war auf folgende Art decoriret: Im unterſten Stockwerke war von der Sohle bis an die Plinte ein Portal Treillage formirt, wo die Lampen in Boſcageſtreiffen geſetzt waren. Ueber dieſem Portal befanden ſich an den beyden Ecken der Ausbaute zwey joniſche Pfeile von Treillage, die durch die beyden oberen Etagen von der Plinte an bis unter das Dachgeſimſe reichten, ſtatt der Capitaͤle aber drey vergoldete Za⸗ pfen hatten. Die vorſtehende Ecke hatte einen eben dergleichen Pfeiler, und um dieſe drey Pfeiler waren Lampen von oben herunter geſchlungen. Unter dem Fenſter im zweyten Stockwerk war eine Tablette d' Appui mit Geſimſe nach der nemlichen Ordnung, und der Grund als Marmor angeſtrichen, mit einer Roſenguirlande. Unter dem Fenſter im dritten Stockwerke war ebenfalls eine Tablette d'Appui angebracht, worin auſſer dem Geſimſe eine Fackel, ein Bogen und Pfeile, kreuzweiſe mit Myrthen- und Roſenblaͤttern gebunden, ge⸗ malt waren. In dieſer Ausbaute war im zweyten Stockwerk der Tranſparent H 3 62 N. 4. angebracht, und uͤber dieſem in der dritten Etage das Koͤnigl. Schwediſche Wappen, drey goldene Kronen im blauen Felde, transparent von Taſt zu ſe⸗ Wappen, 3 8 6 hen. Das Ganze kroͤnete ein Nordſtern, ebenfalls transparent, von gelbem Taft, der uͤber dem Dachgeſimſe hervorragte. Auſſerdem waren alle Fenſter im erſten und dritten Stockwerk rund um mit Lampen beſetzt, welche mit denen am Portal, an der Hausthuͤr und an den erwähnten drey Pfeilern 750 ausmachten, und ſaͤmtlick, auswendig brann— 0 9 4 75 Men, 8 ten. In den Fenſtern der dritten Etage ſtanden Pyramiden mit 60 Ii ‚ Wachslichtern. Am Knieperthor und in der Knieper ſt aſſe. 19. Bey der Witwe Fiſchern. 1. Zwey Marmor⸗Saͤulen, welche eine Hand aus den Wolken mit einer Krone bedeckte. Zwiſchen den beyden Saͤulen in einem Oval der Name Sr. Majeſtaͤt. Am Fuß der Saulen ein kleiner Genius, welcher ein offenes Buch in der Hand hatte, wodin geſchrieben ſtand: Vita Gustavi Adolphi. Unten las man die Worte: Unbeweglich bleibt auf ewig! 2. Ein Altar, worauf ein Feuer brannte. Neben demſelben kniete ein Frauenzimmer, das mit der einen Hand ein Herz auf dem Altar opferte, mit der anderen das Stralſundſche Wappen hielt. An dem Altare ſtand F. D. W. Oben in den Wolken ſah man die Fama, mit einer Poſaune in der Hand. Die Unterſchrift war: Unſere Herzen ſind nur wenig. 1500 Beym Maler Lindenberg. In den Seitenfenſtern die Namen der beyden hohen Perſonen, uͤber jedem eine Koͤnigl. Krone. Im mittelſten Fenſter, die beyden Wappen, mit einer Krone und Blumen verzieret, auf einem Poſtement, mit der Inſchrift: Vivat! ———— —— — 63— Im oberſten Fenſter ein Loͤöe, auf welchem ein Frauenzimmer ſaß, von zwey fliegenden Genien, deren jeder eine Krone in der Hand hielt, an einem Blumenbande uͤber See gefuͤhrt. Auf der Seite ſtanden mehrere Figuren, welche die Unterſchrift nachzurufen ſchienen: Fuͤr alle Liebe nimm zum Lohne Mit ſtetem Gluͤck des beßten Koͤnigs Krone. 21. Beym Schlachter Geßner. Die Namen der beyden hohen Perſonen im Medaillon mit einer Krone, unten zuſammen verbunden mit zwey Herzen. Unterſchrift: Dem Bund von ſo erhabnen Seelen, Die ſich zum Heil des Volks vermaͤlen, Weiht heut mein Herz dies Denkmal ein. Auf dem alten Markte. 23 Beym Schutzjuden Abraham Iſtael. Aus einer Wolke kamen Ceres und Flora, die eine Krone in den Haͤnden hatten, und ſich einem Altare naͤherten. Neben dem Altar ging ein dreymaſti⸗ ges Schiff auf den Wellen. Daneben hielt ein Loͤve das Wappen des Koͤnigs mit den Buchſtaben: G. A. und F. D. W., und daruͤber ſchwebte eine Krone. Deviſe: Nicht dieſe Herzen, noch jenes Licht, 8 Nicht dieſer Schmuck, noch jene Pracht Sind es, die unſern Muth zur Genuͤge erzeigen. Es iſt unſer Frohlocken, unſere Zufriedenheit, Die uns ſagen: Sie iſt's, Sie iſt's, Friderica Dorothega Wilhelmina, Die Guſtaf Adolphs Scepters Gunſt erreicht. — — 1. Ein Roſenkranz, innerhalb deſſelben eine flammende Krone mit der Unterſchrift: 2. Ein Lorbeerkranz nebſt einer Krone, mit der Unterſchrift: Ein Roſenkranz, innerhalb deſſelben eine Krone nebſt einem Stern, die 23¹ Beym Schutzjuden W. Friedlaͤnder. Heil ſey dem Koͤnige, Heil ſey der Koͤnigin! Ruhe, Wonne und Zufriedenheit Herrſche in Ihren Pallaͤſten. 24.* Beym Schutzjuden Moſes Samſon. ſehr erleuchtet waren. Unterſchrift: Uns iſt ein neuer Stern erſchienen. Das wird zu unſerm Gluͤcke dienen. In der Muͤhlenſtraſſe. 25.1 Beym Baͤcker Boſien. Folgende Verſe, transparent: Prinzeſſin von Baaden, Durch Gottes Huͤlf' und Gnaden Ward Sie uns geſandt In unſer Vaterland. Bild' Sie Sich nach des Koͤnigs Sinn, So fromm und treu, wie er, geſinnt; Dann wird durch Ihre Lieb und Treu Das ganze Schwedſche Reich erfreut. 65 26. Beym Herrn Landshauptmann, Baron Boye. Auf ſiebenzehn Pyramiden brannten 136 Lichter. Ueber der Hausthuͤr waren auf einem Transparent zwanzig blaſende Poſtillions abgebildet. Deviſe: Wir verkuͤndigten groſſe Freude Dem Koͤnig und dem Unterthan, Da wir unſere Koͤnigin heute Gluͤcklich hier im Lande ſahn. 33 Beym Maler-Altermann J. F. Harder. Ein Piedeſtal, in deſſen Mitte das Stralſundſche Wappen, ſo wie an den Seiten Blumenguirlanden hingen. Oben auf dem Piedeſtal ſtanden die Namensbuchſtaben des Koͤnigs 6. A. R. und der Koͤnigin F. D. W., woruͤber das Wort Jehova mit ebraͤiſchen Buchſtaben in einem mit ſtarkem Schimmer und Seraphinen in den Wolken umgebenen Triangel zu ſehen war. Unterſchrift: Jehovas Strahl bringt Ihr Heil, Fried' und Wonne werd' Ihr Theil. Die uͤbrigen Fenſter des Hauſes waren mit Lichtern erleuchtet. 28. Beym Gerichtsdiener Frahm. 1. Die Sonne und eine Hand aus den Wolken, welche eine Krone uͤber den mit einem doppelten Blumenkranze umſchlungenen Buchſtaben G. A. hielt. Unterſchrift: Des Himmels helles Strahlen Beſchuͤtz' dies Vaterland. Er ſeegne tauſendmalen Dies Koͤnigliche Band. 8 —— 66 04 Es wird die goldne Krone Auf Adolphs Haupt geſetzt, Und einſt vor Gottes Throne Sehr wuͤrdig hochgeſchaͤtzt. 2. Daſſelbe Bild, nur mit den Buchſtaben F. D. W. in dem Kranze. Unterſchrift: Gluͤck und Friede ſey dem Koͤnig, Heil und Seegen der Koͤnigin nicht wenig! Gott beſchenk' Sie beyde, Auch dem Land' zur Freude Von ſeines Himmels Throne Mit einem Prinzen und Erben der Krone. In der Palmentierſtraſſe. 29. Beym Herrn Kammerſecretair Daͤhn. 1. Jehovah, ſich in feurigen Wolken der Erde nahend, und die transpa⸗ renten hohen Namenszuͤge: F. 2. Ein Opferaltar mit dem Rauchfaſſe in Geſtalt eines brennenden Her⸗ zens. Zur Linken deſſelben ein Frauenzimmer, kniend, mit gefaltenen nach Jehovah zum Himmel erhobenen Haͤnden betend. Unterſchrift: Begluͤcke dieſes holde Paar, Mit jubelvollem Silberhgar! 67 30.—* Bey der Demoiſelle Burmeiſter, wohnhaft im Hauſe des Malers Liebrath. Hymen, mik der Fackel oben in der Luft ſchwebend, hielt einen Kranz von Roſen und Myrthen, in welchem die transparenten Namensbuchſtaben des hohen Paares zu ſehen waren. Inſchrift: Durch Liebe vereinigt! In der Oxenreiherſtraſſe. 31. Beym Drechsler-Altermann H. A. Ziems. Ein Koͤnig und eine Prinzeſſin, die ſich uͤber einem Altar die Haͤnde rei⸗ chen, dabey eine Kanone, worauf ſich ein Soldat lehnt, unten umher Waffen und Trophaͤen. Oben zur Ret chten das Schwediſche, zur Linken das Baa⸗ denſche Wappen. Devriſe: Zu unſ'rer Freude ſchloß das hohe Paar den Bund, Und alle freuen ſich, es jauchzet ganz Stralſund. Der Himmel wolle Heil und langes, langes Leben, ö Dies flehen wir von ihm, den hohen Beyden geben! Auf dem Schlaweden. 339U Beym Herrn Altermann Witte. Vor dem Fenſter unten, zur rechten Hand, ſah man den Namenszug des Koͤnigs, und darunter das Schwediſche Wappen, linker Hand der Koͤnigl. Braut Namenszug, und darunter das Baadenſche Wappen. In der Mitte war nachſtehende Inſchrift angebracht: J 2 Heil ſey dem hohen Paare, Heil! Der Buͤrger nimmt mit mir an ihrer Freude Theil. Drum ſingen wir mit frohem Jubeltone: Sie leben ſtets vergnuͤgt auf ihrem Koͤnigsthrone! 33. Beym Schlachter Raͤthke. Ein fetter ſchwarzer Ochs, mit vergoldeten Hoͤrnern, ward von einem Schlachtergeſellen zum Schlagen aufgehalten. Vor demſelben ſtand der Mei— ſter mit aufgehobenem Beil, ihm den Schlag zu geben. Unten die Inſchrift: Ich treibe meine Schlachterey, Und bleibe meinem Koͤnig treu. Wer die Prinzeſſin wird verachten, Den will ich, wie den Ochſen, ſchlachten. 34. Beym Maurer⸗Altermann Hoͤppner. Auf einen Transparent las man: Gluͤck, Heil, Fried, Geſundheit, Seegen Wuͤnſcht mein Herz, o Koͤnig, Dir Auch auf allen Deinen Wegen. Samt der beßten Landeszier. DN. 35. Beym Tiſchler Kluͤgmann. Im Mittelgrunde ein Obelisk von ſchwarzgrauem Marmor, auf einem viereckigen Fußgeſtelle, oben mit einer Krone bedeckt. Tiefer unten war mit einer Schleife ein Kranz von Roſen und Vergißmeinnicht befeſtigt, welcher eine mit den Namensbuchſtaben des hohen Paares gezierte Fuͤllung einfaßte. Neben dem Obelisk ſah man rechts eine Eiche, und links eine Tanne. Im 1 Vorgrunde Amor, mit dem Koͤcher und Bogen, und Hymen, mit der Fackel und einem Myrthenkranze, welche ſich einander die Hand gaben. Inſchrift: Amor und Hymen vereinigen Beyde Die theuren Namen zum ſeeligſten Bund, Zum Seegen des Volks, zu Schwedens Freude. Es ſtimmt in den Jubel das frohe Stralſund. Auf dem Appollonienmarkt. 36. Beym Buchbinder⸗Altermann Kruſe. Fama, in der Luft ſchwebend, mit der rechten Hand eine Poſaune an den Mund ſetzend, in der linken einen Palmzweig haltend. Unterſchrift: Was fuͤr ein angenehmer Ton Erſchallt aus der Poſaune ſchon! Fridrikens Ankunft in der Stadt; Drum rufen wir freudig das Vivat! In der Boͤttcherſtraſſe. J 37. Beym Branntweinbrenner Eggert. Im mittelſten Fenſter: Das allſehende Auge Gottes beſtrahlte einen Altar, bey welchem ein in altdeutſchem Coſtume gekleidetes Frauenzimmer ſtand, das in der linken Hand einen Schild, worin das Stralſundiſche Wappen gemalt war, bielt, und mit der rechten Hand Blumen auf dem Altar opferte. Im Hintergrunde die Stadt Stralſund mit ihren Kirchthuͤrmen. Unterſchrift: J3 O nimm von Deiner Herrſchaft hohem Sitze, eimm, was wir opfern, Ehrfurcht und Geluͤbde! Zwar unbemerkt und klein— doch treu ſind wir. Die uͤbrigen Fenſter waren mit grünen Bogenpyramiden und Laubwerke ge⸗ ziert, und mit Lampen erleuchtet. In der heiligen Geiſtſtraſſe. 38. Beym Herrn Rathsverwandten Biel. Im mittelſten Fenſter der Oberetage, uͤber dem Portal, befand ſich fol⸗ gendes Sinnbild: Eine Landſchaft. Im Vordergrunde derſelben ein auf ſei⸗ ner Floͤte ſpielender Schaͤfer, unter einem Baume ſitzend, der vor ſich eine Weide mit Rindern und Schaafen, ſeitwerts ein wallendes reifes Kornfeld hatte. Im Hintergrunde etwas vom Proſpect der Stadt mit der See, wor⸗ auf Schiffe mit Schwediſcher und Pommerſcher Flagge ſeegelten. Dies alles ward von einer aufgegangenen Sonne erleuchtet. Unterſchrift: Ihr milder Strahl, Ihr holder Blick Streut um ſich Wonne her und Gluͤck. Die uͤbrigen acht Fenſter der oberen und unteren Etage waren mit Pyrami⸗ den eclairiret. 39. Beym Kaufmann, Herrn G. F. Schluͤter. Die hohe Namenszuͤge Ihrer Koͤnigl. Majeſtaͤten, des Koͤnigs und der Koͤnigin, von blauen und rothen Perlen, verbunden mit einem Myrthenkranze, oben druͤber die Koͤnigl. Krone mit einer Guirlande von Lorbeeren, alles im transparenten roth und blauen Feuer auf dunklem Grunde. 7¹ 40. Bey der Frau Praͤſidentin, Graͤfin zu Putbus. 1. Eine aufgehende Sonne, die ihre Strahlen auf die Stadt Stralſund warf, mit der Deviſe: Schoͤn leuchtet Phoͤbus den Welten, Lieblicher laͤchelſt Du, Friderike, den Deinen. 2. Ein Baum mit goldenen Fruͤchten, von denen einige abfielen, andere ſchon auf der Erde lagen, mit der Deviſe: Sie reifen unter Deinem Schutze,. 3. Ein Genius mit dem Fuͤllhorne in den Wolken, welcher Blumen und Fruͤchte auf die Erde ſchuͤttete, mit der Deviſe: Freude und Ueberfluß. 4. Die Goͤttin Pommerns, welche auf einem Altar opferte, von dem der Rauch in die Wolken ſtieg, mit der Deviſe: Unſre Wuͤnſche. 5. Das Schwediſche und Baadenſche Wappen zuſammen, und von einer Guirlande umgeben. Unten die Worte: Die Liebe verbindet alles. Die unteren und oberen Fenſter waren mit 700 Lampen in verſchiedenen Rei⸗ hen erleuchtet. Das Thor war auſſerhalb ebenfalls mit Lampen umgeben. Unter demſelben brannten acht Pyramiden bis in den innern Hof des Hauſes, und im Hintergrunde praͤſentirte ſich ein Tempel, worinn der Name der Prin⸗ zeſſin in blauer, die Krone und das Piedeſtal deſſelben aber in rother Farbe brannten. Beym Kaufmann, Herrn Voͤlger. 1. Das Koͤnigl. Schwediſehe Wappen, mit An Inſignien, von zwey Loͤwen gehalten, uͤber demſelben Fama, in den Wolken ſchwebend, mit ei⸗ ner Poſaune, woran eine Krone, in der die Buchſt taben G. A. ſtanden. Inſchrift Vive le Roi! 2. Das Markgraͤfl. Baadenſche Wappen im goldenen Felde, von zwey Baͤren gehalten, uͤber dem Wappen Gott Hymen mit einem Kranze von Myr⸗ then und Roſen, worin die Buchſtaben F. D. W. befindlich waren. Inſchrift: Vive le Reine! Die uͤbrigen Fenſter unten, wie auch im zweyten Stockwerke, waren mit Lichtern auf Pyramiden erleuchtet. 42. Beym Herrn General-Major und Ritter von Quillfeldt. Im mittelſten Fenſter uͤber der Thuͤr zeigte ſich ein Altar mit einer Waſa, an welchem zwey Krieger in der Uniform des Leibregiments der Koͤnigin Fahnen mit dem Namenszuge und dem Wappen Ihrer Majeſtaͤt aufhaͤngten. Zu bey⸗ den Seiten gedachtes Regiment in Parade. Deviſe: Auspiciis Illorum Invicta Legio. In der S Siebmacherſtraſe. 43. Beym Zinngieſſer Hoͤppner. Ein Altar, an welchem Sr. Majeſtaͤt und Ihrer Koͤnigl. Hoheit Wappen, mit einer Koͤnigl. Krone verbunden, und eine weibliche Figur, welche Blumen opferte, ſich befand, mit der Deviſe: Fridrikens Vermaͤhlung gewidmet. In der Langenſtraſſe. 44. Beym Maler C. A. Deltloff. Ein gekroͤnter Loͤwe, der Ihrer Majeſtaͤten, des Koͤnigs und der Koͤnigin, hohe Namenszuͤge, mit einem Palmzweige umgeben, und oben mit einer Krone bedeckt, vor der Bruſt trug. Eine Hand aus den Wolken mit dem Ueberflußhorn, welches Blumen ausſchuͤttete, uͤber einer perſpectiviſchen Landſchaft, die Gottes Auge durchſtrahlte. Unterſchrift: Heil ſey dem Koͤnige! Heil ſey der Koͤnigin! Vergnuͤgen ſey Ihr Theil, und Seegen Ihr Gewinn! 45. Beym Mousgquetier C. W. Gladner, von Ihrer Majeſt. der Koͤnigin Leibregiment und des Herrn Capitain Schuberts Compagnie, wohnhaft in Hoppens Hauſe, Man las bey demſelben: Es lebe 6. A. IV. und Königin F. D. W. zu Schweden! Ich wuͤnſche dieſen Beyden in der Ehe: der dreyeinige Gott verbleibe ihr allerbeßter Freund! So wird niemals der aͤrgſte Feind Ihnen Schaden zufuͤgen: Ehre ſey dem, der auf dem Stuhl ſaß! C 5 In der Frankenſtraſſe. 46. Beym Schoͤnfaͤrber Blanck. Daſſelbe Sinnbild, wie beym Hierſeyn des Koͤnigs, und unter demſelben ein anderes, welches der Koͤnigin verzogenen Namen mit einer Krone im blauen Felde, der an einer Roſen-Guirlande hing, vorſtellte. Uebrigens waren alle Fenſter wie das erſtemal, illuminiret. K 5˙ — 74— In der Tribſeerſtraſſe. 47. Beym Herrn Kanzler und Ritter von Engelbrechten. Der Proſpect von Carlsruhe. Deviſe: Dich, koͤnigliche Braut, beweint jetzt Carolsruh. Wir rufen, laut und froh, Dir Heil und Seegen zu, Und feyern heut mit Deutſchem Biederſinn Das Ankunftsfeſt der kuͤnftgen Koͤnigin. Am Tribſeerthor. 48. Beym Koͤnigl. Thorſchreiber Kruͤger. 1. Im mittelſten Fenſter, oben, das Schwediſche Wappen, drey Kronen im blauen Felde, und daruͤber eine Koͤnigl. Krone, rundum von einem ſtralenden Glanz umgeben. 2. Im mittelſten Fenſter unten die Deviſe: O Schweden, wenn dein Schmuck einſt Friderike iſt; Wie glorreich iſt der Glanz, der Deinen Thron umfließt. 3. Die Fenſter auf beyden Seiten waren mit gezierten Pyramiden krleuchtet. No. VI. Redee des Herrn General⸗Superintendenten u, Doctor Schlegel, am 6. October in der St. Nicolai⸗Kirche gehalten. Dem Ewigen, der das menſchliche Geſchlecht zum Gluͤcklichſeyn ſchuf, und Schwedens Reich mit vorzuͤglichen Beweiſen ſeiner Guͤte kroͤnet, ſey Preis gebracht, daß er unſere Gebete erhoͤret, und dieſen Tag ſeines Ruhms und unſers Wohls eroͤfnet hat. Er ſehe mit Seiner Huld auf die gegenwaͤr⸗ tige Handlung, und mache ſie zur reichen Quelle einer ausgebreiteten Men⸗ ſchenwohlfahrt bis auf die entfernteſten Zeitalter. Amen. Durchlauchtigſte, Seiner Koͤniglichen Majeſtaͤt Prinze in 90 3 Braut! Hochwohlgeborner Herr Freyherr, Seiner Koͤniglichen Majeſtaͤt bevollmaͤchtigter Herr Ambaſſadeur und Ritter von Seiner Majeſtaͤt Orden! Durchlauchtigſte Frau Erbprinzeſſin! Durchlauchtigſte Prinzeſſin! Hochwohlgeborner Herr General-Gouverneur von Pom⸗ mern und Ruͤgen! Alleſammt Hochgeborne, Hochwohlgeborne, Hochzu⸗ ehrende Anweſende! wichtige Begebenheit, welche Gottes weiſe und guͤtige Vorſehung uns heut erblicken laͤßt„erfuͤllet unſre Gemuͤther mit einer heiligen und ehrerbieti⸗ K32 gen Freude, da wir, beſeelet und durchdrungen von der zaͤrtlichſten Liebe'ge⸗ gen unſern angeſtammten und mit ungemeinen Gaben ausgeruͤſteten Koͤnig, oft es in unſern Gebeten und Wuͤnſchen dem Allmaͤchtigen vortrugen, daß Er unſerm theureſten Köͤnige eine Gemalin nach Hoͤch ſt deſſelben wei— ſem und liebreichem Herzen auswaͤhlen moͤgte. Wenn die eheliche Verbin⸗ dung von dem Schoͤpfer fuͤr jede Stufe der Menſchheit zum Gluͤck und zur Freude beſtimmt iſt: ſo bedarf beſonders ein mit vaͤterlicher Sorgfalt und Thaͤ— thigkeit regierender Beherrſcher eines weiten Staates eine weiſe Freundin, welche, unter dem Gewichte der zahlloſen und ſchweren Geſchaͤfte der Regie⸗ rung, durch ihren naͤheren Umgang und durch die innigſte lauterſte Theilneh⸗ mung an ihn, ſeine Seele aufrichtet und erfreuet. Sie, zu deren erheiternden Geſellſchaft Er von dem Kummer der Regentenarbeiten, oder dem Schimmer der Fuͤrſtenwuͤrde zuruͤckfliehen, welcher Er ſich ohne Beſorgniß anvertrauen, deren Herzen Er das Seinige aufſchlieſſen, und in deren Vereinigung Er die unſchaͤtzbaren Annehmlichkeiten der eigentlichen Freundſchaft ſchmecken kann, iſt das koͤſtlichſte Gut ſeiner Beſitze; und es kann daher fuͤr die Unterthanen kein angelegentlicherer Wunſch ſeyn, als daß der Monarch eine ſolche Freun⸗ din finde, und die Verbindung eine unveraͤnderliche Wonne, Gluͤckſeeligkeit, Ruhe und Ehre gewaͤhre. Unſer allerdurchlauchtigſter Koͤnig hat, durch die Einwirkung himmliſcher Kraft, eine ſo weiſe Freundin gefunden; gefunden in einem be⸗ ruͤhmten Deutſchen Fuͤrſtenſtamme, der bereits bald nach der Mitte des ſechs⸗ zehnten Jahrhunderts ſich um das Schwediſche Reich verdient machte, und deſſen tapferer Fuͤrſt ſich mit des glorwuͤrdigen Koͤnigs Guſtaf des Erſten Prinzeſſin Tochter vermaͤlte; welcher auch waͤhrend der Zeit oftmals in nahe Verbindungen mit dem Koͤniglich Schwediſchen Hauſe trat; ſo wie er jetzt mit dem Blute der groͤßten Hoͤfe Europens vereinigt iſt; aus einem Staate, der zurch die Wuͤrde ſeiner Regenten und wegen ſeiner weiſen Landeseinrichtungen 77 kaͤngſthochgeſchaͤtzet ward. Durchlauchtigſte Prinzeſſin, durch eine ſorgſame und muſterhafte Erziehung Ihrer Durchlauchtigſten Groß— eltern und Eltern zu den liebenswuͤrdigen Eigenſchaften geweihet, wel⸗ che die Menſchheit und Ihre erhabne Geburt zieren, Sie ſind von der goͤtt— lichen Vorſehung auserſehen, die Gemalin und Freundin unſers aller⸗ durchlauchtigſten Koͤnigs und Begluͤckerin der Schwediſchen Staaten zu werden. Der Allwiſſende kannte Ihre tugendhafte vortrefliche Seele, das Abbild und Erbe Ihrer Durchlauchtigſten Frau Mutter; und vereinigt mit unſers geliebten Guſtafs Adolphs tugendhafter vortref— licher Seele, wird Dieſelbe einen groſſen Thron ſchmuͤcken, und die Wohlfahrt ſeines weiten Reiches erhoͤhen. Sie, Hochwohlgeborner Herr Freyherr, Seiner Koͤnig⸗ lichen Majeſtaͤt bevollmaͤchtigter Herr Ambaſſadeur und Ritter, ſind von Seiner Koͤniglichen Majeſtat mit der hohen Vollmacht verſehen, an Allerhöchſtdefſelben Stelle die eheliche Verbindung mit Ihrer Koͤ⸗ niglichen Hoheit hier offentlich zu bezeugen. Geſeegnet vom Himmel ſey dieſe Stunde! Aber darf ich, da ich den gnaͤ⸗ digen Auftrag habe, unter andachtsvollen Gebeten zu dem Allmaͤchtigen, ein Werkzeug dieſer Handlung zu ſeyn, darf ich hier noch die Geſetze und Pflichten des Eheſtandes, die fuͤr den erhabenſten der menſchlichen Staͤnde, wie fuͤr die niedrigen, gleich ſind, wie es ſonſt bey aͤhnlichen Handlungen geſchieht, vor⸗ tragen? Die unwandelbare Gerechtigkeit unſers Koͤnigs, der die in jedem Stuͤcke eben ſo feſt aufrecht erhaͤlt, als er ſie ſelbſt treu beobachtet, und die erleuchtete Froͤmmigkeit und Tugend, zu welchen Ihre Koͤnigli Hoheit, die Durchlauchtigſte-Prinzeſſin Braut, von 39920 an gebildet ſind, koͤnnen einen Diener des goͤttlichen Worts dieſes Geſchaͤftes eutledigen. Allein, da Hoͤchſtdieſelben ſelbſt in dieſem heiligen Ver⸗ K 3 — 8 7 Wt 2 ——ͤ— ſammlungshauſe, vor der chriſtlichen Gemeine, nach kirchlicher Ordnung ſich verpflichten wollen: ſo kann Ihr hohes Beyſpiel für andre eine ſtarke Er⸗ weckung werden, wenn ſie wahrnehmen, daß ſelbſt der allerdurchlauch⸗ tigſte Koͤnig und die kuͤnftige allerdurchlauchtigſte Koͤnigin ſich zu den Pflichten verbinden, welche das Chriſtenthum von jedem Ehegatten verlan⸗ get; und ich will ſie in einem Auszuge der weſentlichſten Stuͤcke() nach der kirchlichen Ordnung vorleſen. 7 Es iſt naͤmlich nach den Ausſpruͤchen der heiligen Schrift der Mann zum Haupt der Ehegattin verordnet, daß er ihr Vorgeſetzter ſey, ſie regieren, doch auch bis an den Tod Liebe gegen ſie ausuͤben ſolle, wie Chriſtus aus Liebe fuͤr die Gemeine ſein Leben aufgeopfert hat. Dagegen ſoll er die ihm von Gott verliehenen Vorzuͤge und Gaben nicht zu ihrer Beſchwerde, ſondern zu ihrem Beyſtande anwenden, ihr Ehre erweiſen, und die gebuͤhrende Achtung nie ge⸗ gen ſie ſchwinden laſſen, auch menſchliche Unvollkommenheiten mit Nachſicht ertragen. Desgleichen ſoll eine Ehefrau ihren Gemal für ihr Haupt und ihren Vorgeſetzten halten, ihm Folge leiſten, treue Liebe gegen ihn bewahren, und ſich als eine von Gott ihm zugeordnete Gehuͤlfin betrachten, die nicht nach Herrſchaft üͤber ihn, ſondern nach ſeinem Wohlgefallen ſtrebet. Es hat aber der Schoͤpfer dieſen Stand zu ſolchem wichtigen Zweck geſtiftet, daß die Ver— bindung deſſelben unaufloͤslich ſeyn ſoll. Beyde ſollen ſich einer unverbruͤch⸗ lichen Einigkeit befleiſſigen, daß ſie in der Furcht vor Gott bis ans Ende ihrer Tage zuſammen leben, und alles, was ihnen in dieſem Zuſtande wiederfaͤhrt, als von Gottes Hand gefuͤgt, mit Geduld und Dankſagung aufnehmen. Daher iſt es auch noͤthig, daß ſie Gott, den Urquell und Regierer alles Guten (Dieſelben ſind aus dem Schwediſchen Kirchenformular und Ritual, welches zur Norm angeordnet war, gezogen. und aller Schickungen, anflehen, daß ſie nach ſeinem heiligen Sinn eine ſo wichtige Lebensbahn anfangen, und fortſetzen, von dem Allmaͤchtigen darin ge⸗ ſtaͤrkt werden, und von ihm die erwuͤnſchte Gluͤckſeeligkeit empfangen. Dieſe durch unſre heilige Religion beſtaͤtigten Pflichten der Ehegatten ha⸗ ben Seine Majeſtät, unſer allerdurchlauchtigſter und groß— mächtigſter Koͤnig und Herr, und Ihre Koͤnigliche Hoheit, Seiner Majeſtät durchlauchtigſte Prinzeſſin Braut beſchloſſen, hier oͤffentlich einander zu verſichern, voll der hohen Ueberzeugung, daß Hoͤchſtdieſelben von den Geſetzen und Pflichten der goͤttlichen Religion, welche Ihre Perſonen und Wuͤrde heiliget, ſo wenig frey ſind, als der nie⸗ drigſte in Ihren Stagaten. So darf ich denn den gnaͤdigſten Auftrag vollfuͤh⸗ ren, die Verſicherung vor dieſem heiligen Altare von Ihnen anzunehmen! Im Namen der heiligen Dreyeinigkeit und in Gegenwart der Gemeine Gottes, wollen Sie Hochwohlgeborner Herr, Seiner Koͤnigl. Majeſtät bevollmaͤchtigter Herr Ambaſſadeur und Ritter, Evert Freyherr von Taube, nach dem Willen des allerdurchlauchtigſten und großmaͤch— tigſten Koͤnigs und Herrn, Guſtaf des Vierten Adolphs, Koͤnigs der Schwoͤden, Gothen und Wenden, als deſſen hoͤchſte Perſon Sie hier vorſtellen, bezeugen, ob() es Seiner Koͤniglichen Majeſtät unveraͤnderliche Abſicht und Beſchluß iſt, Ihre Koͤnigliche Hoheit, die Durchlauchtigſte Prinzeſſin von Baaden, Friderica Dorotheg Wilhelmina, zu Allerhoͤchſtdero Gemalin zu nehmen, 69) Dieſe Worte waren der hohen Inſtructlon gemaͤß, welche der Herr Am⸗ baſſadeur von Sr. Koͤnigl. Majeſtaͤt emſpangen hatte⸗ Sie von Stund an als ſolche anzuſehen, und zu betrachten, und Ihr lebens⸗ lang eheliche Liebe und Treue zu widmen? Der Herr Ambaſſadeur bezeugte es mit Ja. Im Namen der heiligen Dreyeinigkeit und in Gegenwart der Gemeine Gottes wollen Ihre Koͤnigliche Hoheit, die durchlauchtigſte Prinzeſſin Friderica Dorothea Wilhelmina, geborne Prinzeſſin von Baaden, geruhen zu bezeugen, daß es Ihre unver⸗ aͤnderliche Abſicht und Beſchluß iſt, den allerdurchlauchtigſten und großmaͤchtigſten Koͤnig und Herrn, Guſtaf den Vierten Adolph, der Schweden, Gothen und Wenden Koͤnig, zu Ihrem Ehe⸗ gemal zu nehmen, Ihn von Stund an als ſolchen anzuſehen, und zu betrach⸗ ten, und Ihm zeitlebens eheliche kiebe und Treue zu widmen? Ihre Koͤnigliche Hoheit bezeugten es durch Ja. Nach kirchlicher Ordnung wollen Hoͤch ſtdie ſelben noch zum Zeichen dieſer Vereinigung die Zuſagen durch Darreichung des Ringes beſtaͤtigen. Der Herr Ambaſſadeur that hierauf zufolge des Rituals eine woͤrtliche Verſicherung von Seiten Sr. Koͤniglichen Majeſtaͤt an Ihre Koͤnigl. Ho heit und uͤberreichte Hoͤchſtderſelben zum Zeichen einen Ring. Ihre Koͤnigl. Hoheit thaten gleichfalls von Ihrer Seite eine Ver⸗ ſicherung an Se. Koͤnigl. Majeſtaͤt, und wechſelten dagegen zum Zeichen gleichfalls einen Ring. Schoͤnes Buͤndniß, geſchloſſen von reinen Tugendſeelen, welche der Schoͤpfer zur Einheit bildete! Der Allwiſſende, welcher es mit Wohlgefallen gehoͤrt, und geſehen hat, erhoͤhe immer mehr die Uebereinſtimmung Ihrer Gemuͤther, daß die Verbindung Ihnen ſelbſt ſtets erfreulich und gluͤcklich, und den Voͤlkern auf ſpaͤte Zeiten ergoͤtzend und heilſam ſeyp. Amen. 81 Da Seine Majeſtät, der allerdurchlauchtigſte und groß⸗ maͤchtigſte Koͤnig und Herr, Guſtaf der Vierte Adolph, der Schweden, Gothen und Wenden Koͤnig, und Ihre Koͤnigliche Hoheit, die durchlauchtigſte Prinzeſſin, Friderica Dorothea Wilhelmina, geborne Prinzeſſin von Baaden, vor Gott und dieſer chriſtlichen Gemeine, einander ein feyerliches Ehegeluͤbde gethan, und es zugleich mit Wechſelung der Ringe beſtaͤtigt haben: ſo verbinde ich, nach dem von Seiner Koͤniglichen Majeſtat mir uͤbergebenen geiſtlichen Amte, und dem gegenwaͤrtigen hohen Auftrage, Hoͤch ſtdieſelben in den Stand und das Band der Ehe, im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des heil. Geiſtes. Laſſen Sie uns jetzt Gott anrufen, und ihm danken, von dem dieſes Gu⸗ te, dieſe Freude und Wohlthat gefloſſen iſt. Vater Unſer, der du biſt im Himmel, u. ſ. w. O allmaͤchtiger, guͤtigſter Gott! der du unſerm geliebten Koͤnige Sei⸗ nes Herzens Wunſch gewaͤhret haſt, und Ihm eine Gemalin zufuͤhreſt, deren Seele Seiner Seele aͤhnlich denkt! Bewahre, und befeſtige in Ihnen die Geſundheit des Leibes bis zu dem hoͤchſten erwuͤnſchten Alter, 5 Sie ieeen auf viele Geſchlechter ſehen, die von Ihnen ein reitzendes Beyſpiel erhabner Geſinnungen und Thaten, das Erbe des Königlichen Throns und einen herrlichen Ruhm empfangen. Bewahre, und befeſtige aber auch zugleich das heilige Band Ihrer Seelen, daß Sie einander in allen Zu⸗ faͤllen des Lebens und der Welt beyſtehen, erfreuen, und troͤſten, und ein Vor⸗ gefuͤhl der ewigen himmliſchen Hoheit genieſſen, zu welcher du Sie nach dem ſpaͤt vollendeten Erdenleben aufnehmen wirſt durch unſern Herrn Jeſum Chri⸗ ſtum. Amen. Der Herr ſeegne Sie, und behuͤte Sie! Der Herr laſſe leuchten Sein Angeſicht uͤber Sie, und ſey Ihnen gnaͤdig! Der Herr erhebe ſein Angeſicht auf Sie, und gebe Ihnen Seinen Frieden! L S Anrede an die Gemeine, Anweſende aller Staͤnde, Zeugen dieſer erhabenen Handlung, welche zeit⸗ lebens in jedes Andenken ſchweben wird! Nie hoͤre der Dank zu Gott in uns auf, daß er uns einen Koͤnig gab, deſſen Geiſt mit Weisheit begabt iſt, und deſſen Herz von Gerechtigkeit und Menſchenliebe regiert wird; den wir liebten und ehrten, ehe wir Ihn ſahen, und den wir noch ſtaͤrker lieben, da wir von Seiner Leutſeeligkeit geruͤhrt worden ſind; und daß Gott Ihm jetzt eine Ge⸗ malin und uns eine Landesmutter und Koͤnigin geſchenket hat, welche aus einem Fuͤrſtenſtamm entſprungen iſt, der durch die Religion, Weis⸗ heit und Guͤtigkeit gegen ſeine Voͤlkerſchaften ſchon lange herrlich war; die den Seegen Ihrer Gott fuͤrchtenden durchlauchtigſten Großeltern, den beſondern Seegen des verehrungswuͤrdigſten frommen Greiſes, Ihres durchlauchtigſten Herrn Großvaters, und den Seegen Ihrer durchlauchtigſten Eltern mit ſich fuͤhret; und die, ſowohl unſerm Koͤnige Erheiterung in der Muͤhe Seiner Regierungsſorgen ſeyn, als auch, nach Ihrem liebreichen Gemuͤthe, Freundlichkeit und Wohlthaten auf Ihre Unterthanen ausſtreuen wird. Nie hoͤre dieſer Dank, nie unſer Gebet auf, daß der Allmaͤchtige unſern Koͤnig und unſre Koͤnigin lange und in dem hoͤchſten Wohlſeyn erhalte, damit durch Sie der goͤttliche Seegen und die Bluͤthe des Reichs zunehmen, und unſers Guſtafs Adolphs Thron verewigt werde. Amen. . Mit froͤhlicher Andacht ſtimmen wir in den Lobgeſang zuſammen: Herr Gott dich loben wir, ꝛe. No, VII. Beſchreibung des Feuerwerks. Alf das mit zwey groſſen Racketten gegebene Signal begann die Kanonade mit zwey und dreyſſig Schuͤſſen aus der Kuͤter- und Hoſpitaler-Baſtion. Sobald dieſe geſchloſſen war, ſtiegen aus zwey Girandolen ſechs und dreyſſig Racketten. Hierauf brannten hundert und funfzig Stuͤck Huͤlſen mit Brillant-Feuer, und dieſe zuͤndeten einen mit hundert Fontainen beſetzten Bogen an. In der Mitte des Bogens brannte eine Waſa, zuerſt dunkel, und die Fontainen hell, nachmals aber umgekehrt. Sobald die Waſa anfing, hell zu brennen, erſchien uͤber derſelben ein mit Sternen beſetzter Bogen im weiſſen Feuer. Die eben genannten Figuren brannten dicht neben den Barricadirungs⸗ Pfaͤhlen, und ſo wie ſie ausgebrannt waren, wurden auf einmal theils im Behrenſchen Garten, theils auf der Inſel, eine Pyramide von umlaufenden Feuerraͤdern, vier groſſe Pumpen, ſechs Schwärmer und vier Sternbecher an⸗ gezuͤndet. Zu gleicher Zeit ſtiegen zu Papenhagen, da, wo die Allee die Ausſicht von der Koͤnigl. Kammer ſchließt, Racketten. Es brannten einige Pumpen, und aus zwey Moͤrſern wurden von da nach dem Feuerwerks— Geruͤſte zu Luftkugeln geworfen. L A ³ 84 Hierauf brannten auf den Seiten⸗Floͤſſen: vier Morgenſterne, acht Capricen, zwoͤlf umlaufende Sonnen, zwanzig Waſſer-Luſtkugeln, zwey Chineſiſche Windmuͤhlen, vier Maltheſer-Kreutze, zehn Becher mit Waſſertaumlern und Schnarchern, vier Fechter, zwey groſſe Roſen von umlaufenden Staͤben und acht Feuerſaͤulen. Nun wurden die Tempel nebſt den Namen ꝛc. angezuͤndet. Im Gebaͤlke des erſten Tempels, wo der Name Sr. Majeſtaͤt brannte, las man das Wort WAsS 4, im andern Tempel, uͤber dem Namen Ihrer Koͤnigl. Hoheit aber das Wort 8S TAMNM. An einer Guirlande, die beyde Tempel verband, hing ein groſſer Medaillon mit den Worten: Bluͤhe ewig!l Darunter brannten auf einem transparenten Altar die beyden hohen Wappen, und zu beyden Seiten der Tempel waren zwey Piedeſtale, auf welchen Urnen ſtanden, aus denen eine Opferflamme auflodert. Als alles letztgenannte im Feuer ſtand, ſtieg eine groſſe Sonne zwiſchen den beyden Tempeln in die Hoͤhe. Dieſe Sonne war mit hundert und funfzig Huͤlſen beſetzt, welche in drey Abtheilungen brannten. Der Feuerſtrahl der letzteren Abtheilung ward ſo groß, daß er die ganze Oefnung zwiſchen den beyden Tempeln, welche zwoͤlf Ellen betrug, ausfüͤllte. Sobald die Sonne verſchwand, brannten zwanzig Waſſer⸗Faͤſſer, mit Taͤuchern verſetzt. R r rrrrr—— Waͤhrend des ganzen Feuerwerks ſtiegen ſtets Racketten, ſodann zwey Girandolen mit ſechs und dreyſſig Racketten, und auf ein mit zwey groſſen Racketten gegebenes Signal erfolgte eine neue Kanonade zum Beſchluß. Das Feuerwerk war auf einem Floß zwiſchen dem Behrenſchen Garten, der im Knieper-Teiche befindlichen Inſel und der erſten Bleiche an⸗ gebracht. Die Fronte der beyden Tempel betrug zwey und vierzig Ellen, und das Feuer beſtand aus ſechstauſend Figurbrennern, die, waͤhrend ſich auf dem Teiche eine angenehme Harmonie-Muſick hoͤren ließ, in einem Huy in Brand geſetzt wurden. Das Publicum nahm es uͤbrigens mit Beyfall auf, und ſo kann die Anordnung und Ausfuͤhrung ſo wohl denen, die daran Theil gehabt, als denen, welche die Koſten beſtritten, nicht anders, als zur Ehre gereichen. No. VIII. Das Baadenſche Vaterland an Ihre Koͤnigliche Majeſtät, bey Allerhöchſtderoſelben Abreiſe aus Carlsruhe, den igten September, 1797. G Dein groſſes Buͤndniß hallet In Wonnefeſten laut durch Baadens Fluren hin, Und mein Gebet, der Ehrfurcht Opfer, wallet Empor zu Gott fuͤr Schwedens Koͤnigin. Du bleibſt mein Stolz durch jede hohe Tugend. Die Grazie Deines Hauſes, bluͤhteſt du heran, Und ſteheſt nun in Deiner Roſenjugend Schon unter Koͤniginnen oben an. Der edelſten Erziehung elterliche Pflege Sah mit Entzuͤcken ich, Dein Vaterland; Sah, wie Religion auf jedem Deiner Wege, Gleich einem Engel, Dir zur Seite ſtand: Sah, wie das Stammgut Baadens, Huld und Milde, Zum Wolthun Luſt und Thäͤtigkeit, Und jedes Hochgefuͤhl des Edlen Deinem Bilde Vollendung gab und jede Treflichkeit: Sah, wie Carl Friderich, mein Vater, durch Exempel Des Thrones hohe Pflichten lehrte Dich; Sah, wie der Eltern Beßte zu dem Tempel Der Tugend und des Ruhmes fuͤhrten Dich⸗ Zwar truͤben Dein' und meiner Fuͤrſten fromme Zaͤhren Die cheure Abſchiedsſtunde.— Weine ſie!— Gott lohnt ſie Dir an Schwedens feſtlichen Altaͤren Mit Seeligkeiten holder Sympathie. So reift die ſchoͤne Saat zum ſchoͤnſten Seegen! Von Nationen erndteſt Du ihn ein; Oes Beßten Koͤnigs Liebe laͤchelt Dir entgegen, 4 Der biedern Schweden Seegnungen ſind Dein. 8 Er, Schwedens Stolz, det jeden Seiner Morgen Mit Seinem Volke raſtlos theilt, Und im Pallaſt mit koͤniglichen Sorgen Gleich thaͤtig, wie bey jeder Huͤtte, weilt; 88 1382 Er kam, und theilt das Diadem der Krone Mit Dir, und Seine Zäͤrtlichkeit, Sein groſſes Herz bereitet Dir am Throne, Ein Leben innigſter Zufriedenheit. In ſanfter Tugenden und Grazien Geleite Verſchoͤnerſt Du Ihm jeden Augenblick, Und goͤnnſt mir einſt an Deines Königs Seite Des frohen Wiederſehens Gluͤck. Und noch die Bitte:— Daß an Deines Reichs Geſtaden Ein Bluͤm'chen bluͤhe, ein Vergiß mein nicht, Das heut, Erhabenſte! Dein treues Baaden Verehrungsvoll zu Deinem Kranze flicht.