Das einſame gegen das eheliche Leben hielte gegeneinander bey der pon GOTT ipa gefuͤgten Nerbindung Veids- Ete- T„Woblgebohtnen Gerrn/ Herrn Joh. Hriedrichen Jaſoloͤten, Hochfuͤrſtl. Baden⸗Durlachiſchen—4 D Ober⸗Vogtens in Stadt und Amt Durlach/ auch Obriſt⸗ Wachtmeiſters bey dem Loͤbl. Baden⸗Durlachiſchen Regiment zu Fuß ꝛc. Wie auch der Beige. Tren Got EPEN Erini SENP IETAAR E RS AD PS> y BN PANN AE H` A SEEN EN$ w) ANN } ş N{i ITNA i E AN 5} j$ o K E f NEET E d AD E AR| ZAN SNAN s FE) ADERS ODATA)$ SRIAS ENT ogoji E regierenden Irau lOarggraͤfin/ kammer⸗Fraͤulin ꝛc. ſo geſchehen den 16. Febr. Annο33. an dem Tage Julianæ, deß hoch⸗verlobten Waars unterthaͤnig⸗Ergebenſter/ Haml g Brodhag/ Hof⸗Diaconus in Carls⸗ Burg/ uno Herrncelb, Prinhens Ourhl. Informator. Carls” Ruh/ gedruckt bey Andr, Jac. Hof⸗ und Cantzl. Buchdr. = RN7 MN ri a a JENS DA a War, wo die Einſannteit hat Thron und Sig genommen/ Iund ihre Lieblichkeit den Sinnen eingeſenckt/ Da kan und will man nicht aus ihrem Schooſe kommen/ daauꝛdem ſich Aug und Luſt nach ihren Blicken lenckt. gian pat ſich ihrerhalb ſchon lange drob beklaͤget/ Sie eben/ ſie ſey Schuld/ daß mancher braver Mann/ Durch ihren Glantz beſtrickt/ nach keinem Braͤuten faget Indem er ohne ſie faſt gar nicht leben fan: Der Handel tauge nicht! Maͤn rufft den alten geiten/ Und ſtellet die Geſchicht treu⸗ warnend Jedem dar/ Wie dort der Orpheus ward erwuͤrget von den Braͤuten/ Nur darum/ weil er nicht von Frauen s Liebe war.(a) Man ſagt/ der Zwyſt ſey noch/ und ſchwebe vor den Rechten/ 2 Doch fehlt es auch allhie an groſſen Leuten nicht/ Die jenen Weißheits⸗Stand/ das Einſam⸗ſeyn/ verfechten; Man hoͤre/ was die Schaar der alten Weiſen ſpricht/ Es heift: Die Freyheit iſt das allerſchoͤnſte Leben/ SDo man ſich ſelbſten hat/ und ſeinen Frieden kuͤßt; Und dieſe Freyheit kan die Einſamkeit dir geben/ Wann man in ihrer Huld und ſtaͤten Umgang iſt: Man kan bey ihrem Dienſt nicht fremder Liebe dienen/ Da man die Feſſel traͤgt/ und fuͤhlet ſeine Noth. Das Gluͤck iſt ungewiß/ und Wenigen erſchienen/ Gelingt es nicht/ ſo iſt's viel aͤrger/ als der Tod. Wo ift Melancholey? wo ſind die rothen Augen? Wo Fieber/ Podagra, Gicht/ Zittern/ Stein und Grieß:ꝛ Wo muß man Gall und Gifft in Hertz und Leber ſaugen? Wo man fich noch ein Ich zur Seiten fuͤgen lief.(b) Diß (a) Oipheus achtete keine Weiber⸗Liebe/ und ward hernach auf einem Freuden⸗deſt von denen Damen zerriſſen. (b) Guevara in Horol. Princ. L. II. C. I. Maritus, cni male morata usor obtigit, ipfam fe ov- cum intra lares fuos habere ducat.. Equidem furis tartareis pejores efe ajo feminas ma- las; cum apnd inferos ille malos tantum torqueant, mulieres vero indomitæ bonos jux- ta ac malos excrucient, Socrates dicere folebat: Tria fe mala aſſecutum: Crammati- cam, Panpertatem ES perniciofamUxorem, quorum duo jam effugiſſet, uxorem effu- gere non potuiſſe. Mala conjux perenne tormentum, Fulgentius Mythol. Diß hat Pythagoras und Plato vorgeſehen/ Dann Beede hat das Joch der Ehe faſt erſchreckt;(0) Zwar kan es/ ſprachen ſie/ mit gutem Fug geſchehen/ Wann jeden Theil vor ſich ſein Dach und Schindel deckt. Will man ſich ob dem Amt/ das heilig iſt/ befragen/ So tritt ein Paulus auf/ der lobt den Jungfrau: Stand.(d) Und Hieronymus will weniger nicht ſagen; -Das Jus Canonicum geht ebenfalls jur Hand. Wann man von Dingen ſoll ein aͤchtes Urtheil faͤllen/ So ſtellt man Eins zu Eins den weiſen Sinnen vor; Ein Richter eilet nicht/ den End⸗Spruch anzuſtellen/ Er leihe dann zugleich dem Gegentheil das Ohr:| Man weiß/ wie Manches ſchon als ausgemacht geſchienen/ So doch die Zeit hernach viel heller aufgeklaͤrt. Der Wahrheit muß faſt viel zu ihrer Einſicht dienen/ Nachdem was Zeit und Ort und Art und Ziel gewaͤhrt. Hier kan ein Satz beſteh'n/ dort muf er niederſincken; Offft kan die Medicin deß Krancken Labſal ſeyn/ Daran ein andꝰ'rer mag Gifft/ Tod und Galle trincken: So trifft nun dieſes auch bey unſerm Handel ein. Es dient die Einſamkeit/ es dienet das Vermaͤhlen/ Nach dem der Umſtand iſt/ wie man ſich ſelber fuͤhlt. Doch/ daß der Endzweck nicht ſo leichtlich moͤge fehlen/ So denckt man billich nach/ wohin die Klugheit zielt: Man ſiehet weit voraus/ was irgend koͤnne taugen/ Folgt bloſſem Triebe nicht/ nach Art gemeiner Zunft: Nan ſucht ſich eine Braut/ doch nicht nur mit den Augen/ Nein! ſondern mit Verſtand/ mit Rath und mit Vernunft: Man pruͤft den Ehren⸗Stand/ zufoͤrderſt das Gemuͤthe/(S) Ob ſich's zu ſeiner Wahl und Sinnes Art gewoͤhnt: Iſt ſorglich/ daß man ſich vor Lambecks Fehl behuͤte/(H Und was ſchon Sparta hat durch ein Geſaͤtz verpoent: Man (c) cato aſſerebat: Si ſine uxoribus eſſe poſſemus, vita noſtra Diis eſſet æquiparanda. Seufit felicilſimam ſupientum vitam fore, ſi datum eſſet à conjugio liberos vivere. Hinc, Diogenes Philoſ. interroganti! quando ducenda effet uxor? reſpondit: Andbaroes pndemwnorte,. jateni nondam, feni nunquam; Erasmus in Apoph..233. 88 712e (d).Cor. FIL: T EWE (e) Animorum formam magis amandam quam corporis Socrates dictitavit,& Antiſtbenes ſapi- enti matrimonium conceſſit, fed cum optima indole præditis congredietur. Quin&—2 mabit uxorem non vulgari more ſed judicios Erasmus.l..599. (F) Lambecius, der Polyhiftor, hat ein Beyſpiel hinterlaſſen/ twie aeta, es ſey/ wann man bey der Ehe⸗Wahl nicht alle vernuͤnftige Abſichten nach Tugend/ Alter/ Ehre/ Geſchlecht/ Natur und Wohlfahrt(welches letztere niemals zu verargen) zuſammen⸗nimmt; Dann er heyrathete in Hamburg/ bloß aus Begierde zum Mammon, eine ziwar ſehr reiche/ aber auch ſehr boßhafftige/ und uͤber diß ſehr alte Frau/ die doch hernach denen Erben zu Trog nod) in die 30. Sabr lebete, fibi opns efe dicebat, vel ante inferni jannas anferendis s&p muͤſſe Geld haben. Man liebet treu und feſt/ haͤlt ſein n Gemahl in Wuͤrden/ Sorgt/ duldet/ hegt und truͤgt/ was Billichkeit gebeut: Man laͤßt ſich williglich deß Haliſes Hehl aufbũrden/ Indem man keinen Fleiß in den Geſchaͤfften ſcheut: Der Einſamkeit bleibt man Wit vor/ ſo nach/ gewogen: Die Liebe ſtheidt auch gaͤntz von ihrem Dienſte nicht Den/ der ſo manchen Troſt aus ihrer Bruſt geſogen/ Drum ift man iht fortan doth in den Tod verpflicht: Es wird der Freundſchafft Lob biß an den Pol getragen/ Und billich/ weil ſie auch das Leben ſuͤſſe macht. 13 Wer wollte nun mit Recht diß Freundſchaffts⸗ Band verklagen/ Wodurch die Wohlfahrt wird in Sicherheit gebracht è Hier wird die Laſt zůr Luſt/ die Sorgen⸗ Feſſel ſchwinden/ Es gehet Amt und Pflicht in leichten Schritten fort; Und will ein Trauer! Lied ſich mit dem Sinn verbinden/ So hilft die Liebe auf mit Beyſtand/ Rath und Wort. Der Herr pon Hafoldt hat gar weiplih diß erwogen/ Er laͤßt die Einſamkeit/ und wåhlet cine Braut Von edler Tugend⸗Art/ und diß hat Ihn gezogen; Begluͤckter Tag/ der Ihm diß holde Pfand vertraut! Man ſahe ſchon eh dem was Sierp für Blumen braͤchte⸗ Nun wird der Wohlfahrts⸗Krantz durch dieſe Zier er gaͤntzt. Es kennt die gantze Stadt Ihr Weſen/ Ihr Geſchlechte/ Das an dem Regiment in Gluͤck und Wuͤrden glaͤntzt/ Nun wird ſich Lieb und Luſt auf allen Seiten buͤſſen/ Seim ſchoͤnes Liebes ⸗Bild wird hundertmal gegruͤßt: Nach uͤberſtand ner Laſt wird Er der Freud genieſſen/ Indem Er unverruͤckt die ſuͤſſe Ruhe kuͤft. s O ein begluͤcktes Thun/ wo Lieb unnd Gott sforcht thronet! Hie ſtellet ſich das Heyl zu tauſend Segen ein x/ Ein ſolches Leben wird mitt Lieblihkeit belohnet/ Das heift: Man fan hie recht in einem Eden ſeyn. Wohlani es muͤſſe dann mein treuer Wunſch gedeyen: Es bleibe immerzu die fúl Harmonie! Asmodi, trolle dich in deine Wüſteneyen! Hinweg/ Eilich, hinweg der Friede wohnet hie.