an Die Ein Jubelgreis vom Vaterlande Tritt näher Dir. Bei Deiner höhern Feyer, Die ſechs Jahrhunderte umſchließt, bin ich Noch durch ein eng'res, heil'ges Band des Danks An Dich geknüpfet. Denn ih fam als Flüchtling X, Vor mehr denn dreißig Jahren, und als Kranker, Zu Dir, wo Ruh und Heilung ich gefunden, Gelabt in Deinen milden Lüften An Deiner reinen Quell', an ſüßen Trauben, Auf Deinen Gängen durch die reichſte Flur.— Nach dreien Jahren zog ich dann, geneſen, In neues Weltgewühl; doch hatt' ich ſchon aus Dir Die Vaterthaten eines weiſen Fürſten d, Der auf dem Thron ein Biedermann geblieben, An ſeinem Jubelfeſte kurz verkündet, die Ich zwanzig Jahre ſpäter, hehrer, Als ein Altargemälde vor die Nachwelt trug. Vermocht' ich dies, und unterdeß die Führung Von meinem Prieſterthum fürs Recht, mit ein'ger Kraft: So hatt' ich ja bei Dir ſie mir geſammelt!* So oft ich nachmals wieder Deinen Berg Mit ſeinem Thurm der Vorzeit— dieſem holden Wahrzeichen unſers Unterlands— erblickte, t Da Hob mein Hery fh Hoh vor Freud und Dant. Drum denkt, o Bürger Durlachs, wie die Kunde Von Eurem Feſt mich froh ergriff, und nehmet Gleich-freundlich meinen Zuruf auf. Fragt Eure graue Uefe D, die ein dritt Jahrhundert Erlebet hat, die Euern Brand geſehn Und Euer Wiederblühn, Ihr Kinder Badens! Aus ihrer Aeolsharfe tönt die Prophezeihung: „Beſtehn wird, unter Euern guten Fürſten „Und an des Rheines herrlichen Geſtaden, „Beſtehen Euer Heil, und ſich erhöhn!“ Mannheim, im Auguſt 1827. Nio e e n. 1) Im Spätjahr 1795, als in Zeit der Noth die ſponheimiſchen Staatsdiener penſionirt wurden, wählte ich mir Durlach zum Aufenthalt, wo ich drei Jahre hauste. Da ſtellten meine zerrütteten Nerven ſich her, ſo daß ich im November 1797, das Polizei-Directorium auf dem R. Friedens-Congreß zu Raſtatt übernehmen konnte. 2) Die 1796 gedruckten Beiträge zur Kultur-Geſchichte und Statiſtik von Baden unter Karl Friedrich bezogen ſich auf ſeine damals in Stille, am 22. Nov. begangene Feyer ſeiner 50jährigen denkwürdigen Regierung. ) Im Durlacher Schloßgarten ſteht, wie ich hoffe, noh der im 17. Jahrz hundert gepflanzte Baum, dem vormals ſchon ein ſprechendes Wort angeheftet ward. C. W. F. L. Frhr. von Drais.