DAS NIBELUNGENLIED HERAUSGEGEBEN VON FRIEDRICH ZARNCKE. INHALT. EINLEITUNG. 1. Die Handschriften. 2. Die Ausgaben. 3. Metrisches. DER NIBELUNGE LIET. 1. Verzeichniss der Aventiuren. 2. Der Text des Gedichtes. ANHANG. 1. Vergleichende Tabelle. 2. Verhältniss dieser Ausgabe zu den Hss. 3. Glossar für Anfänger. —-ELELELE¶Ä¶—— nich tußt gelse uus fe un dk e 8 am In Abbä den l. Daun neln u un e IIr M. wbeuft Ausläg Les ert I. DIE HANDSCHRTFTEN. Die deutschen Gedichte des Mittelalters sind eigen- mächtigen Aenderungen und Ueberarbeitungen vielfach un- terworfen gewesen; wir kennen nur wenige, und zwar minder gelesene, die nicht in mehreren abweichenden Recensionen uns wären überliefert worden. Vor Allem mussten Gedichte von der Form und dem Character des Nibelungenliedes die- sem Schicksale verfallen. Denn da in ihnen der Reim erst am Ende jeder Langzeile wiederkehrt, so blieb stets ein weit grösseres Stück des Textes der Controle dieses entzogen als bei den Gedichten, die, in kurzen Verspaaren verfasst, den Reim schon am Schlusse jeder Halbzeile eintreten lassen. Dazu kam einmal die grosse Menge wiederkehrender For- meln und umschreibender Ausdrücke, welche die Vornahme von Veränderungen so leicht machte, dass sie auch Stümpern zur Noth einigermassen gelingen konnten; sodann die Stro- phenform, welche den Zusammenhang àusserlich lockert, und Auslassungen wie Zusätze leicht macht, endlich die Eigen- thümlichkeit der Darstellung, wie sie in allen strophischen Gedichten aus dem Kreise der deutschen Heldensage aus- geprägt ist. Es ist das der Character der unmittelbarsten äusseren Anschaulichkeit. Es wird uns der Fortgang der Handlung nicht einfach für die Auffassung des inneren Sin- nes erzählt, sondern es wird der als Zuschauer gedachte Hö- e ee Indem ich diese Handschriften und Bfuchstücke nun aufzähle, muss ich voraufsenden, dass die Buchstaben die von Lachmann den Handschriften gegebenen sind, die man nicht zu verändern braucht, auch wenn man über den von Lachmann ihnen zugemessenen kritischen Werth nicht glei— cher Ansicht ist. Diejenigen Handschriften, die Lachmann noch nicht kannte, habe ich selbst mit Buchstaben, und alle von Lachmann nicht collationirten mit einem“ versehen. Die grossen Buchstaben heben die Pergamenthand- schriften des 13. und 14. Jahrhunderts heraus, die Hand- schriften des 15. und 16. Jahrhunderts, seien sie auf Papier oder Pergament geschrieben, sind mit kleinen Buchstaben bezeichnet. Ausser den Bezeichnungen Lachmann's führe ich auch die v. d. Hagen's, in Zahlen allein oder in Zahlen und Buch- staben bestehend, zwischen eckigen Klammern an; die in runde Klammern gesetzten Strophenzahlen verweisen auf Lachmann's Ausgabe. CDie Hohenems-Lassbergische Hs., gegen- wärtig auf der fürstlichen Bibliothek in Donaueschingen, IIr. 5. ELI 120 Bll. 4⸗, die älteste aller erhaltenen Hss., aus dem 12.(Y) bis 13. Jh., schön sorgsam und correct geschrieben. Lücken sind entstanden durch das Fehlen von 6 Blättern: Str. 221,3—224,7(1390—1410), 228,5—244,1(1436—1531), 247,6-251,3(1557—1582). Facsimile in Lassberg's Lieder- Saal, IV. Bd.(1821.), authentischer Abdruck ebenda. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts befand sich diese Hs. in Hohenems neben A. u.). Die Besitzerin über- liess sie 1807 wie auch A an den Prof. Schuster in Prag; von diesem gelangte sie an den Herrn Frickart in Wien, bei dem sie der Freiherr von Lassberg 1816 durch Vermitte- lung der Fürstin Elisabeth von Fürstenberg erwarb und vor der Verbannung in die Büchersammlung des Engländers Spencer Marlborough rettete. In lie. Iüin lie“ in! Rig lieg (40 den Vo tr Tor 90, gen betg V. Lad gen R Kirchhoff's Bruchst., 1% Bll. Pergament. 4, Im Anfange des 13. Jh. schön und sorgsam geschrieben, die Lassbergische Handschrift vielleicht an äusserm wie in- nerm Werthe übertreffend. 28 Zeilen auf jeder Seite, 2s8paltig; die Strophen, nicht aber die Verse, abgesetzt; gegenwärtig im Besitz der Antiquariatsbuchhandlung von Kirchhoff und Wigand in Leipzig, noch unabgelöster Buchdeckel. Zu Tage liegen Str. 203,7—204, 4(1275,4—1279,J) u. 224,3—225,6⸗ (1409,11416,2). Letztere Partie ergänzt also im Anfange den letzten Theil der ersten Lücke der Lassbergischen Hs. Noch unbenutzt. Vgl. Augsb. Allg. Zeit. 1856. Beil. No. 145. E Leichtlen's Bruchst., Nr. 13.J 2 Bl. Kklein 40. Str. 38,3—45,3*(250,3296,4). Abgedruckt in Leichtlen's Forschungen I, 2, 17 ffl.(1820.) F Karlsburger Bruchst.,[Nr. 12.] 1 Bll. 4“. Str. 301,7—303,32(1904,1 1914,2). Abgedruckt in v. d. Ha- gen's Germania I. 337 fl.(1836.) G Beromünstersches Bruchst., früher in Lass- berg's Besitz, gegenwärtig wohl neben C in Donaueschingen, Fr. 14.J 2 zerrissene Bll. 4. Nur Stellen aus der Klage; von Lachmann verglichen in den Anmerkungen zu den Nibelun- gen(1836) a“* Die Wallersteiner Hs.[Jr. 15.J 260 Bll. Kl. fol. Papier, aus dem 15. Jh., namentlich im Anfange flüchtig und incorrect, später genauer; beginnt erst mit Str. 49,5(325, Aventiure VI), es fehlen dann Str. 53,3—60,6(341380), doch ohne dass eine Lücke in der Hs. der Grund väre, und 109,5—117,7(665—7208,); sie ergänzt die Lücken in 05 Facsimile von v. d. Hagen mitgetheilt in den Monatsberich- ten der Kgl. Pr. Akad. d. W. 1854. Diese Hs. scheint in genauer Abhängigkeit von Cau stehen, da auch in ihr die Strophen und Verse fehlen, die in Cnur durch ein Versehen fehlen können, vgl. Anhang S. 397. 2. ALTERE UBERARBEITUNGEN. DERNIBELUNGE NOT. Ziemlich bald nach seinem Bekanntwerden sehen Wir das Nibelungenlied bereits einer Ueberarbeitung unterzogen, die sich gleich durch den Titel von dem Original unterschei- det; der Titel der Bearbeitung, wie ihn die letate Strophe des Gedichtes nennt, lautet nämlich: di ist dern Mibelunge Nit. Diese Bearbeitung hat, wie die Menge der Hand- schriften beweist, eine ausserordentliche Verbreitung erlangt; man pflegt ihren Text daher auch die' gemeine Lesart' oder die Vulgata' zu nennen. Ihre Umänderungen neigen be- reits nicht unwesentlich sich dem bänkelsängerischen Stile zu. Von der massvollen Würde, der Einfachheit und Sau- berkeit der ursprünglichen Diction, die alle Theile im Ein- klang mit dem Ganzen zu halten wusste, ward dabei viel(0600; zerstört, auch wurden aus Bequemlichkeit eine Anzahl Stro- phen, die nicht eindringlicher Anschaulichkeit dienten, fort- 1 gelassen, so dass man, doch wenig bezeichnend, diese Bear- Win beitung eine verkürzende nennen kann. Das eigentlich Cha- Lagen racteristische an ihr ist vielmehr die durchgehende verschnör- kent i kelnde Ueberarbeitung, indem der Interpolator darauf aus- di 1 geht, ohne feinen Sinn in Auffassung der Charactere und Situationen zu verrathen, allerlei Anecdoten einzuflech- ten, oder Einzelnes derber aufautragen, mit grellern und gröbern Farben zu malen. Ein paar Beispiele mögen genü- gen. Als Prünhild in Island Abschied nimmt, vertheilt sie reichlich Schätze unter die Zurückbleibenden(79, 1 fg.), der Ueberarbeiter schiebt hier einen Scherz ein, der der Sitte ins Gesicht schlägt und der Situation aller betheiligten Personen unwürdig ist(482 fg. Lm.); darnach bittet nämlich Danc- Kenel wart die Prünhild, doch ihm einmal die Schlüssel zu gestatten, geben er verstehe sich auch aufs Vertheilen; dann aber geht er so fir 29, —— XV——ç verschwenderisch um, dass Prunhild in die grösste Verzweif- lung geräth, und ihren Gemahl bittet, dem Unwesen doch Einhalt zu thun, sie verstehe es schon allein, mit ihrem vä⸗ terlichen Erbtheil zu Ende zu kommen. Als darauf die nach Burgund mitzunehmenden Schätze aufgepackt werden, hat sie eine ängstliche Besorgniss, dass nur ja nicht Danc- Wart etwas bei denselben sieh zu thun mache, weil sie ihm nicht traue, zur weidlichen Belustigung für Gunther und Hagen.— Als Gunther den Siegfried bittet, die Bot- schaft nach Worms zu übernehmen(81,4), lässt der Bear- beiter, aller Zucht und Sitte vergessend, es diesen anfangs kurzweg abschlagen, so dass der König erst mit neuen Be- theuerungen in den Gast dringen muss(2153 v. d. H.).— Als Kriemhild, bis dahin als das Schosskind des gesammten Hofes geschildert, mit Siegfried in die Niederlande zieht, wählt sie sich ein Heimgesinde aus, das sie begleiten soll (106,3); der Ueberarbeiter lässt sie hier auf den Einfall ge- rathen, auch Hagen zu wählen, und das giebt diesem Veran- lassung, in einer trotzigen und spottenden Antwort ihr ihren Wunsch abzuschlagen und sie so in eine sie demüthigende Lage zu versetzen(643 u. 644 Lmn.), was hier noch nicht ent- fernt in der Absicht des Dichters liegen durfte. Als Hagen die Burgunden über die Donau führen will und die Fähre sich erkämpft hat, in einer schaurig ahnungsvollen Situation, lässt der Ueberarbeiter ihm zum Ueberflusse auch noch das Ruder zerbrechen(1504 Lmn.), das er erst wieder mit seinem Schildfessel binden muss.— Eine dem entsprechende arge Effecthascherei ist es, wenn 361,3à(2303,3) verändert wird in: /es 5t in hnuuoden houbet Bin fuin Hagenen, unioe; ferner, wenn der Kriemhild Schuld gegeben wird, sie habe ihren Knaben in der Absicht herbeiholen lassen, damit durch seine Ermordung der Anstoss zum allgemeinen Kampfe ge- geben werde, was obenein nicht einmal geschieht(1849 Lm. für 293,2 Z.), oder wenn der Brand des Saales durch Entfer- ——ůů— nung des Gewölbes zu unnatürlicher, ja abgeschmackter Furchtbarkeit erhöht wird, auch hier unter directen Wider- sprüchen mit dem übrigen Zusammenhange. Diesen Veränderungen entsprechend ist der Gesammt- character der Bearbeitung, wenn auch nicht Alles gleich verkehrt ist; immer herrscht das Bestreben derber aufzu- tragen, nach grellen Effecten zu haschen und Scherze zu ma- chen, die meist auf Kosten des edleren Gehaltes der Charac- tere und der Situationen ausgeführt werden. Aber bei dieser groben Effecthascherei fehlt der Bearbeitung der Sinn für den edleren, von keinem Dichter verschmäheten, Effect, die dra- matische Spannung, und es fällt daher eine Anzahl nur diesem Zwecke dienender, ihn aber sehr schön erfüllender, Strophen fort, namentlich am Schlusse von Aventiuren, 129½ U1. 5 299,3 u. 6. Dabei scheint der Bearbeiter mehrmals Anstösse sprach- licher und technischer Art gefunden zu haben; so entfernt er 2. B. fast überall die harten Kürzungen des Originals, wie bat für taͤtet, lilt für Natet(Vgl. 273, 14. 3) u. a.; auch die Langverse mit klingendem Reim und die zweiten Hälften mit scheinbar 4 Hebungen(Vgl. 2. B. 266,5) sind ihm augen- scheinlich ungenehm; er stösst mit wenigen Ausnahmen alle ganz durchgereimten Strophen aus, umgeht den Reim langer Vocale zu kurzen mit Ausnahme beim 4; ja er scheint selbst darauf aus zu sein, Abwechselung des Ausdrucks au erzielen. Diese Puncte aber erfordern noch weitere, hier zu weit abführende, Untersuchung. Es trifft sich übel, dass, abgesehen von einigen älteren Bruchstücken, die ursprünglichste und unverkürzte Gestalt dieser Bearbeitung sich nur erhalten hat in späteren Hand- schriften(dIh), die im Einzelnen nun, der späteren Ent- stehung wegen, dem früheren Texte sich schon merklich mögen entfremdet haben. Die Gruppe, welche die vollstän- digste Gestalt der Ueberarbeitung enthält, zerfällt wieder in 9 fl. lie Jal 15 Kebrieben ſrit Gaul, Ad. I. I-I Lebentdeitar 3. Meit Wulp⸗ 0 lrrNisnttel 6 chmacktg en Wide, 2 Abtheilungen, von denen die erste(HOd) dem Original treuer geblieben ist, d scheint sogar die ziemlich genaue Abschrift einer sorgsam geschriebenen Hs. aus der Mitte des 13. Jh.(O) zu sein. Die zweite(KUlh) bietet eine abermalige, im Einzelnen nicht unwesentlich ändernde, Redaction. Also: I. Vollständigste Gestalt. 1. erste, der Ueberlieferung treuer folgende Gruppe. H Docens Bruchst., in München.[No. 7. D.] 4 Bll. gr. 4. Str. 197,13—205,3“(1230,3—1283,2), 238,4—246,5“ (1500,21549,4). Abgedruckt in v. d. Hagen's Germania 1 322 fg.(1836). O* v. d. Hagen's Bruchst., fol. 3spaltig.[No. 22.J Str. 169,1—170,2(1052,5—1059,1), 171,3—172,54(1066,2 1075,1), 180,4—181,5(1117,4—1125,4), 182,7—184,1à (1134,11142,2), 185,2— 186,1“(1150,3—1156,4), 197,2.— 198,54(1231,1— 1238, 4). Facsimile und Abdruck in den Monatsberichten der Königl. Pr. Akad. d. W. 1852, S. 445 fg. Vielleicht ein Stück des Belldenpuchs an der Etsch', des- sen Abschrift Maximilian 1502 anbefahl. d“ Die Ambras-Wiener Hs.[Nr. 4. W.] 237 Bll. gr. fol. 3spaltig. Im Anfange des 16. Ih.(es findet sich die Zahl 1517) Wohl auf Maximilians Befehl(Vergl. O) abge- schrieben(vielleicht aus O). Facsimile in Lassberg's Lieder- Saal, Bd. IV. Es fehlen Aventiure XXX, XXXII u. XXXIII (XXxXII XXXIV der Ueberarbeitung), XXXVI(XXXVII der Ueberarbeitung) bis Ende des Gedichtes. 2. zweite, in Einzelheiten selbstständiger redigierende Gruppe. K Dronke's Bruchst., in Koblenz.[Nr. 19.] 2 Bll. fol. 3spaltig. Str. 272,28—280,7(1713,3—1774,1, 354,23— 362,7(254,32313,4). Facsimile und Abdruck in v. d. Hagen's Germania III, I fg.(1839.) Der Nibelunge Liet. — XVIII— QGrieshaber's Bruchstücke. 4 Quartblätter, aus der erstenHälfte des 14. Ih., enthalten Str. 147,1—150,3“ (910,4933,4) und 157,2— 160,11(976,4- 998, 1). Näheres darüber und genauer Abdruck in Pfeiffer's Germania I. Jahrg.(1856) S. 207 fg. 1 Die Berlin er Hs.[Nr. 17.J 68 Bl. kl. fol. 14. Ih. Facsimile in v. d. Hagen's Germania III Bd.(1839.) Lücke von Str. 231,6—249,2(1456—1567). h Meusebach's Hs., gegenwärtig in Berlin.[Nr. 18.J f44 Bll. Kl. fol. Papier, 15. Ih. Abschrift aus I, theilt auch die Lücke. Schon frühe ist die Umarbeitung, und zwar in der Gestalt der ersteren Gruppe, einer Verkürzung unterzogen, die den Pext selbst nicht wesentlich angetastet zu haben scheint; es fielen nur 20 und einige Strophen aus; sicherer lässt sich die Zahl nicht feststellen, da alle hergehörige Hss. grössere Lücken haben, und man daher hier nicht weiss, der Ausfall welcher Strophen von allen getheilt wird. Diese jüngere unvollständigere Gestalt ist ebenfalls in zwei abweichenden Gruppen auf uns gekommen, beide durch gute Pergament- handschriften des 13. oder 14. Jh. erhalten. Demnach: II. Verkürzte Gestalt. 1. erste Gruppe. D Die Prünn-Münchener Hs., auch die zweite Münchener' genannt.[Nr. 3. M.] 169 Bll. gr. 4. aus dem 13—14. Jh., folgt bis 41,2(268 inel.) ziemlich genau dem Nib. Liet, von da an der Nib. Nöt. Eine Mischhandschrift? Facsimile im Lieder-Saal, Bd. IV. Es ist ohne Zweifel die Hs., die Wiguleus Hund 1575 der herzoglich bairischen Bibliothek übergab. Vgl. Pfeiffer's Germania I, 202 fg.(1856.) N“ Würzburger Bruchst.,[No. 20.] Str. 245,55— 251,6(1542,2—1585, 1). Bester Abdruck im Serapeum 1852, No 1. 8. lig. 3070 en llon Aum 1. N 3 13. Jn. ten be on fe Uige M L FV0.8. I5 5 120 rössere Ausfall jüngere henden ament- h: e weite eifel die irischen (856 2 m 15⁵ P“* Aufsess' Bruchst.[No. 23.] Sehr lückenhaft sind erhalten: Str. 219,43— 226,34(1377,3— 1420,1), 288,63— 295,5(1824,3—1863,2), 319,5—325,73(2022,12062,2), 337,52— 343,54(2142,2—2181,4). Facsimile und Abdruck in den Monatsberichten der Kgl. Pr. Akad. d. W. 1853, S. 402fg. Anm. Den Beschreibungen nach muss vermuthet werden, dass N und P Bruchst. derselben Hs. sind. Ob sie auch im Anfange, bis 41,2 (268) zu D stimmten? 2. zweite Gruppe. B Die St. Galler Hs.[VNo. 1. G.] fol., Mitte des 13. Jh. Um die Mitte des 16. Jh. gehörte sie dem bekann⸗ ten Geschichtschreiber Aegidius Tschudi, vorher dem Grafen von Werdenberg, welches in der Nähe von Hohenems, wWe— nige Meilen thalaufwärts, liegt. L Se u. f. Görres' Bruchst., gegenwärtig in Berlin. No. S. u. 9. Gs. I. u. II.J 2 Bll. und Streifchen, kl. 4. Str. 137,58—163,2(849,3—1016) sehr lückenhaft, und 239,14— 244,2(1505,4—1532,1). Abgedruckt in den altd. Wäldern III, 241 fg.(1816.) und Haupt's Zeitschr. I, 111 fg.(1841.) g Heidelberger Bruchst.[No. 10. H.] 17 Bll. Str. 190,5—206,52(1188,3—1292,2), 238,3—246,7(1499,4 1551,2), 250,5—258,2(1577,2—1627,2), 348,5—350,5“ (2216,2— 2229,1). Aus L abgeschrieben. Abgedruckt in V. d. Hagen's Germania I, 180 fg.(1836.) M Linzer Bruchst.[Nr. 21.] Str. 212,2—217,3(1329— 1364). Abgedruckt in v. d. Hagen's Germania V, Ifg.(1843.) Des W. Lazius[No. 11. L.] Schrift De gentium aliquot migrationibus, in der er aus einer angeblich sehr al- ten Pgmths. folgende Strophen aufbewahrt hat: 12,2— 5 (72-75); die zweite der beiden Strophen, die für 286,7 ein- getreten sind(1813), 287,1(1814), 294,5“(1858, 1 u. 905 300,4—301,3(1894—1900,), 327,3—328,1(2072—2075,2), 328,272(2076,1 u., 332,54—332,63(2106,3—2107,3), 336, 36(2132,3 u. 4), 339,4—339,58(2155,3. 2156,2). B* „„„„ ee Xͤ—i] i Hoffmann's Bruchst. 1 Bl., Papier. Nr. 16.J Str. 34,4— 36,5(223,1—238, 1). Abgedruckt in den altd. Bll. I, 47.(1835.) Da die Strophendifferenz im Verhältniss zur vollständig- sten Gestalt nicht beträchtlich, der Text aber in dieser Gruppe alterthümlicher und namentlich in B gut überliefert ist, so pflegt man auch wohl kurzweg B als eigentlichen Reprä- sentanten der ältesten Ueberarbeitung, der sg. gemeinen Lesart, zu gebrauchen. Eine ganz eigenthümliche Stellung nimmt die folgende Hs. ein, die, wohl noch dem 13. Jh. angehörend, für sich allein steht: III. Abermalige Kürzung. A Die Hohenems-Münchener Hs.[No. 2. EM.] 58 Bll. fol., wohl noch 13. Jh., flüchtig und unschön ge- schrieben. Facsimile in Lassberg's Lieder-Saal, IV. Bd. und in den Monatsberichten der Kgl. Pr. Akad. d. W. 1853.— Diese Hs., in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Hohenems neben C, ward von der Besitzerin an den Prof. Schuster in Prag verschenkt, von dem sie 1810 durch Tausch an die Münchener Bibliothek gelangte. Sie setat die letate Kürzung voraus, der sie eine aber- malige um etwa 60 Strophen, zum grössten Theile innerhalb der Aventiuren VIXI, hinzufügt. Dabei ist zu beachten, einmal, dass die Vorlage von A augenscheinlich sämmtliche uns erhaltene Handschriften der Ueberarbeitung an Werth übertraf, sodann, dass A manche eigenthümliche Verände- rungen aufweist, die zuweilen von Geschick zeugen, sich aber doch im Allgemeinen durchaus innerhalb der oben ge- zeichneten Geschmacksrichtung halten; ich erwähne als be⸗ zeichnendes Beispiel die Variante zu 44, 7(293), Wo die Ver- änderung: zzbel minne gerndlit herꝛée heten anders missetdn auf den ersten Blick etwas Ansprechendes hat, während man bei ge im l Wötk und ſ dingen Hlicht geben Pearbe beiten 1 der in in K. Dimmt eatbal lart. zulune en He Abmad Ls b* hier,f ben. M Kings In b entst dus nit gegeber der dl. Kein, e Abdrue iefert i 'en Repti ach immtliche m Wertl 1e als be- die Ver- missetin rend man „„ bei genauerer Ueberlegung finden wird, dass dieser Gedanke, im Munde eines Liebenden wohl am Platze, der sittlichen Würde und Objectivität der Erzählung nicht angemessen ijst und vielmehr eine lyrische Hyperbel enthält. In Neben- dingen verschlechtert diese Ueberarbeitung unzählig oft durch Flüchtigkeit und Gedankenlosigkeit des Schreibers. So er- geben sich hier mehr noch als auf den frühern Stufen der Bearbeitung Widersprüche, Verkehrtheiten und Ungereimt- heiten. Dies sind die Handschriften, welche, abgesehen von der in gewisser Rücksicht wieder selbstständigen Redaction in Klh und der eigenthümlichen Stellung, die A ein- nimmt, der Hauptsache nach alle dieselbe Textesbearbeitung enthalten, die wohl noch der ersten Hälfte des 13. Jh. ange- hört. Die Veränderungen in KGlh scheinen dem 14. Jh. zuzuweisen zu sein. Es bleiben jetat au erörtern die späte- ren Bearbeitungen, die den immer mehr verwildernden Ge- schmack des 14. und namentlich des 15. Ih. wiederspiegeln. 3. NNGERE URBERARBETITUNGEN. Es sind bis jetat die folgenden drei bekannt geworden: b' Hundeshagen's Hs.[Nr. 6. Hh.] kl. fol. Pa- pier, 15. Jh. mit sauberen Bildern, doch schlecht geschrie- ben. Nur Str. 20,3—24,1(127 150) sind abgedruckt in Bü- sching's wöchentlichen Nachrichten III, 99 fg.(1817.) In den abgedruckten Stellen geht die Hs. meist mit D; es entsteht daher die Frage, ob sie auch über 41,2(268) hin- aus mit dieser letzteren Hs. stimmen wird, welche, wie an- gegeben von 41,3(269) an einer anderen Vorlage folgt. Lei- der scheinen bisher alle Bemühungen vergeblich gewesen zu sein, eine Collation von b zu erlangen; was wir ausser jenem Abdruck von ihr wissen, und was mich berechtigt, sie hieher 3—— BA——— E unter die jüngsten Ueberarbeitungen zu stellen, ist eine Mittheilung Zeune's in v. d. Hagen's Germania II, 69 (1837), der die Hs. eingesehen hat. Darnach enthält die letzte Aventiure bei der Warnung Dietrichs von Bern, sich vor Kriemhilden zu hüten, die Anzeige, dass sie in einem Hohl habe drei Röhren bereiten lassen voll Schwefel und Kohlen, um die Burgunden in die Luft zu sprengen; also eine wahre Pulververschwörung! So haut zuletzt Hildebrand Kriemhilden mitten durch, und, als sie des Hiebes spottet, lässt er sie einen Ring aufheben, wobei sie in zwei Stücke bricht.“ Vielleicht schloss sich diese Interpolation an einen Text an, der durchgehend Cverwandt war, und, wenn das der Fall ist, so würde eine Collation der Hs. von hohem Werthe sein. W* Darmstädter Bruchst., nur 1 Pgmtbl. Kl. fol. aus dem Anfange des 15. Jh., von Herrn Archivar Baur auf dem Staatsarchive zu Darmstadt gefunden, und von Weigand in der Zeitschr. f. d. A. X, 142 fg. besprochen und mitgetheilt. Dies Pergamentblatt bietet nur ein Verzeichniss der Aventiuren, welche die Hs. enthielt, wir erhalten keine Zeile Text. Aber das Inhaltsverzeichniss ist hinreichend, uns über den Werth der Hs. zu orientiren; denn es lehrt uns einmal, dass die Hs. in der Aventiureneintheilung durchaus selbsständig au Werke ging, mehrere in eine zusammenzog, und eine in meh- rere auflöste, und dann, dass in dieses Nibelungenlied die Geschichte vom hörnenen Siegfried, sowohl seine Jugend, wie die Entführung der Kriemhild durch den Drachen, wie ihre Befreiung durch Siegfried auf dem Drachensteine, ein- geflochten war. Es ist wohl nicht unwahrscheinlich, dass diese Einflechtung eine Hineinarbeitung des schon damals als besonderes Gedicht existierenden Siegfriedsliedes war. Einigen übereinstimmenden Ausdrücken des Aventiurenver- zeichnisses nach zu urtheilen wird sich diese Bearbeitung an eine Hs. der gemeinen Lesart angeschlossen haben. K Vo. öfutlie llen Dr Ilssen, eine vol einer I Velche, Aabhä die Kr au88 für Str des unt Stutzenc kiterne fieds! gleich d Verfasse Sropher Iin Vol ab Vbelun eine Leb ber nur 88 15. Worden. Das 101—10 in Seit in Gent ist eie II, 6h renn das hohem EI. fol. zaur auf Leigand etheilt. 88 der le Leile ns über in meb⸗ lied die Jugendd, en, vie ne, ein. h, dass damals es war. menver beitung n. k“ Feifalik's Handschr. Papier, 15. JIh. Von dieser HS. ist bisher nur ganz im Allgemeinen in öflentlichen Blättern die Rede gewesen; wie verlautet, geht Herr Dr. Feifalik damit um, sie vollständig abdrucken zu lassen. Ihr Inhalt verdient dies sicher; sie enthält nämlich eine vollständige Umarbeitung des Nibelungenliedes, nach einer Hs., die zum Originaltexte gehörte, aber von C u. a, welche, wie angegeben, unter sich zusammenhängen, völlig unabhängig gewesen zu sein scheint, so dass in sofern für die Kritik der Strophenechtheit diese Bearbeitung zuweilen ausschlaggebend sein dürfte. Die Bearbeitung folgt Strophe für Strophe dem Original, jede derselben, mit Beibehaltung des ungefähren Inhaltes, in den Worten ganz anders zu- stutzend, zuweilen Strophen zusammenziehend, zuweilen er- weiternd. Das Gedicht zerfällt in 2 Abtheilungen: Sieg- fried's Hochzeit' und Etzel's Hochzeit', so dass hier zu- gleich das Lied gefunden zu sein scheint, auf welches der Verfasser des Siegfriedsliedes am Schlusse hinweist. Die Strophenform ist, wie in diesem, der Hildebrantston. 4. ALTE UBERSETZUNGEN. Eine Uebersetaung ins Niederdeutsche kennen wir nicht, wohl aber— und das ist die einzige alte Uebersetzung des Nibelungenliedes überhaupt, von der wir Spuren haben— eine Uebersetzung ins Niederländische. Dieselbe ist bis- her nur in 2 Bruchstücken, die beide derselben Pgmths. des 13. Ih. in 8e angehört zu haben scheinen, bekannt ge- worden. Das erste ĩst bereits von Serrure in Mone's Anzeiger 1835, 191—193 bekannt gemacht, und darnach von v. d. Hagen in seiner Germania I, 339(1836). Der Bibliothekar de Laval in Gent fand es an dem vermoderten Deckel eines 1648 zu *„———— qͤc——-4 —— des Herrn Serrure in Gent über. Es enthält Str. 143,22— 146,1(885,2—904. Das zweite erwarb Herr Serrure auf einer Versteigerung zu Gent 1838, und dies ist neuerdings zuerst bekannt gemacht in dem von Serrure begonnenen Vaderlandsch Museum voor nederduitsche Letterkunde? ete. 1855, und darnach wie- der abgedruckt in Pfeiffer's Germania I, 215(1856). Es ent- hält Str. 157,4—160,2(978- 999). Facsimile von beiden finden sich im Vaderlandsch Mu- seum; von dem ersteren existiert auch schon ein älteres, welches u. A. in Louis de Baecker's abenteuerlicher Schrift des Nibelungen Saga mérovingienne Paris 1853, sich findet. Zu Grunde lag dieser Bearbeitung eine Hs. der gemei- nen Lesart: die Uebersetzung ist von ungleichem Werthe. Leyden gedruckten Buches. Später ging es in den Besitz Ls, lunde elosel d68 1 Abdru ten un Heil dem . d. die H liker stehen Lalius dessell eine lie Ke. aufähr bel La 90 Jabrhu atte! Cauftt er gemei. Verthe. II. DIE AUSGABEN. 1. XLTERE AUSGABEN. Bis über die Mitte des 15. Ih. haben wir durch vielfache Hss. und Bearbeitungen Zeugniss von der noch immer vor- handenen Theilnahme für das Gedicht; da aber scheint sie erloschen zu sein; so gross war das Interesse nicht mehr, dass man es für der Mühe verlohnend gehalten hätte, einen Abdruck zu veranstalten, der doch weit schlechteren Gedich- ten unserer Heldensage seit dem Ende des 15. Jh. häufig azu Theil geworden ist. Kaiser Maximilian ist der letzte, bei dem wir ein wirkliches Interesse nachweisen können(vgl. v. d. Hagen's Germania I, 266) und dem wir ohne Zweifel die Hs. d verdanken; im Laufe des 16. Jh. benutzten Histo- riker das Gedicht als Quelle, freilich ohne es noch zu ver- stehen und in der flüchtigsten und verkehrtesten Weise, 8o Lazius, Bruschius, Wiguleus Hund; gründlichere Kenntniss desselben suchte sich A. Tschudi zu erwerben, der selbst eine Hs. besass(die St. Galler, B). Mit dem 17. Jh. hört die Kenntniss des Gedichtes ganz auf; was Opita von ihm anführt, wusste er nur aus den wenigen incorrecten Angaben bei Lazius. Auch Goldast blieb es gänzlich unbekannt. Bodmer war der erste, der um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die Blicke wieder auf unser Epos leitete; ihn hatte Herr Wocher von Oberlachen auf die Hohenemser Hs. Caufmerksam gemacht. Aus dieser gab nun Bodmer den R letzten Theil des Gedichtes, vom Schluss der letzten Lücke Str. 251,34. 1582,4) an nebst der Klage heraus, wobei er als Einleitung eine eigene wenig gelungene mittelhochdeutsche Reimerei vorausschickte. 1757. Chriemhilden Rache, und die Klage; zwey Hel- dengedichte aus dem schwäbischen Zeitpuncte. Samt Fragmenten aus dem Gedichte von den Ni- belungen und aus dem Josaphat. Darzu koœmmt ein Glossarium. Zyrich, Orell und Comp. 4“. So hatte freilich der Zufall es günstig gefügt, dass der ersten Ausgabe gleich die beste und originalste der erhaltenen Hss. zu Grunde gelegt ward, aber für das Verständniss des Gedichtes war erst wenig erreicht, nicht einmal die Abthei- lung in Strophen ward eingeführt, obwohl sie Bodmer nicht unbekannt geblieben zu sein scheint. Ueber den Werth des Gedichtes urtheilt der Herausgeber noch so: Es ijst einigen Neugierigen zu gefallen geschehen, dass man etliche merk- würdige Stellen aus dem födern Theile des Gedichtes von den Nibelungen absonderlich ausgezogen hat. Man siehet keinen Anschein, dass er jemals werde ganz gedruckt wer— den. Es ist in der That für den Ruhm des schwäbischen Zeitpunctes am besten gesorget, wenn man nicht Alles, was noch in dem Staube verborgen lieget, an den Tag hervor- ziehet. Zu den Balladen'(1781) lieferte Bodmer noch ein bpaar weitere Proben, diesmal aus der St. Galler Hs.(B) Mit muthigerem Vertrauen auf den Werth des Gedich- tes schritt C. H. Myller an die Herausgabe des Ganzen. Bodmer verschaffte ihm eine Abschrift des vorderen Theiles aus Hohenems. Es war eine wunderliche Caprice des Schick- sals, dass diese nicht aus Cgenommen ward(die Hs. war im Augenblicke verlegt, 1779), sondern aus A, die ja damals ebenfalls in Hohenems sich befand. Myller, dem Bodmer es doch mittheilte, hat diese Notiz nicht beachtet, und daher lange die Gelehrten in die Irre geführt. So erschien denn geile entnon den al Alteel licltes 1. J ocher L3881 Lonnte genom eine Iber be ärnied Nbon 0 m dt Hochz theille culo, 0 der Lel mabk i dienen Werden, aͤmeis Ler el Mukten, Vonstg L8 Sen we e Abthei. ner nicht Ferth des t einigen he merk⸗ htes von an siehet WEEE seine Ausgabe, deren zweiter Theil aus Bodmer's Drucke entnommen ward, als eine arglose Zusammensetzung der bei- den allerverschiedensten Bearbeitungen, die im Kreise der älteren Handschriften existiren. Die Strophenform des Ge- dichtes war auch hier noch nicht erkannt. 1783. Der Nibelungen Liet, ein Rittergedicht aus dem XIII oder XIV Jahrhunderte. Zum ersten Male aus der Handschrift ganz abgedruckt. gr. 4.(Ohne Nennung einer Verlagshandlung und des Jahres des Erscheinens. Vorrede vom S. October 1782.) Myller eröffnete mit dieser Ausgabe seine Samlung Deut. scher Gedichte aus dem XII., XIII. u. XIV. Jahrhundert. Dass man zu einem solchen Unternehmen den Plan fassen konnte, beweist, wie der Gegenstand seit 1757 an Interesse gewonnen hatte; auch zählte Myller in der Vorrede bereits eine Anzahl hoher und gelehrter Gönner auf. Wie verachtet aber bei alledem das Studium unserer älteren Litteratur noch darnieder lag, das beweist in characteristischer Weise der schon oft gedruckte Brief Friedrich's I, mit dem er für das ihm dedicirte Werk dem Herausgeber dankte. Er lautet: Hochgelahrter, lieber Getreuer! Ihr urtheilt viel zu vor- theilhaft von denen Gedichten aus dem 13ten und I4ten Se- culo, deren Druck Ihr befördert habt und zur Bereicherung der Teutschen Sprache so brauchbar haltet. Meiner Einsicht nach sind solche nicht einen Schuss Pulver werth, und ver- dienen nicht aus dem Staube der Vergessenheit gezogen zu werden. In meiner Bücher Sammlung wenigstens würde Ich dergleichen elendes Zeug nicht dulden, sondern heraus- schmeissen. Das mir davon eingesandte Exemplar mag da- her sein Schicksal in der dortigen grossen Bibliothek ab- warten. Viele Nachfrage verspricht aber solchem nicht Euer sonst gnädiger König Fr. Potsdam, d. 22. Februar 1784.“ Es kann an diesem Orte nicht ausführlicher nachgewie- sen werden, wie trotz dem die Theilnahme für die ältere XXVIII deutsche Poesie und besonders auch für das Nibelungenlied langsam freilich aber um so sicherer um sich griff, bis end- lich der Druck der Fremdherrschaft das Interesse plötzlich ein allgemeineres werden liess. Unter den Männern, die hier vermittelnd und forschend auftraten, hat am anregendsten und am nachhaltigsten von der Hagen gewirkt. Die nüchsten Bemühungen um das Nibelungenlied gingen von ihm aus. Zuerst gab er es in einer Erneuung', d. h. Uebersetzung, heraus(der ersten, die überhaupt von dem Gedicht erschie- nen ist), zum ersten Male, aufmerksam gemacht durch die ihm mittlerweile bekannt gewordene Prünn-Münchener Hs. D), mit Abtheilung der Strophen. Dieser Uebersetzung folgte: 1810. Das Nibelungen Lied, critische Ausgabe des Urtextes durch Fr. H. v. d. Hagen. Berlin, Dümmler. 80. Diese Ausgabe, natürlich in Strophenform, gab im All- gemeinen, abgesehen von einigen Aenderungen nach der Prünn-Münchener Hs., nur den Myller'schen Text vieder, von dem v. d. Hagen es erst nach Vollendung dieser Aus- gabe erfuhr, dass er aus 2 verschiedenen Hss. zusammen- gesetzt sei. Auf demselben Material und einiger geringer Kenntniss der St. Galler Hs. beruht die kleine Ausgabe von Zeune, die schon deshalb ohne wissenschaftlichen Werth ist: 1815. Das Nibelungenlied. Die Urschrift nach den besten Lesarten neu bearbeitet, und mit Einleitung u. Wörterbuch zum Ge- brauch für Schulen versehen von August Zeune. Mit einem Holzschnitt von Gubitz. Berlin, in der Maurer'schen Buch- handlung. kl. 120. 2. AUSGABEN, DIE DIE ST. GALLER HsS. 5) Z2U GRUNDE LEGEN. Unterdess war Herrn v. d. Hagen auch die St. Galler Hs.(B) genauer bekannt und zugänglich geworden, die älteste ener Hs. WSetzung ctes dureh im All- ich der wieder, er Aus- ammen- geringet gabe von ſerth ist: IVDE und schönste, wie man meinte, aller damals gekannten. Ihr opferte er daher den Bodmer-Myller'schen Text, und so er- schien zum ersten Male die Nibelunge Noth an Stelle des Nibelungenliedes, doch noch nicht auf dem Titel. 1816. Der Nibelunge Lied, zum ersten Male in der äl- testen Gestalt aus der St. Galler Urschrift heraus- gegeben von Fr. H. v. d. Hagen. Zweite Aus- gabe. Breslau, Max u. Comp. ein fast buchstäblich genauer Abdruck der St. Galler Hs. Nachdem H. aber 1816 u. 1817 mit Unterstützung der Preus- sischen Regierung Reisen in den Süden von Deutschland gemacht hatte, bereitete er, nun mit umfassenderem kriti- schem Material versehen(einer Collation von fünf vollstän- digen Hss. CB DAd und von einer Anzahl Bruchstücken), eine neue Ausgabe vor, die im Wesentlichen die St. Galler Hs. zu Grunde legte. 1820. Der Nibelungen Noth zum ersten male in der äl- testen Gestalt aus der St. Galler Urschrift mit den Lesarten der ũbrigen Handschriften herausgegeben von Fr. H. v. d. Ha gen, ordentl. Professor an der Universität zu Breslau. Dritte berichtigte, mit Einleitung u. Wörterbuch vermehrte Auflage; bei Joseph Max in Breslau. 8“. Es giebt zwei Ausgaben von diesem Jahre, die eine ohne die Varianten. 3. AUS6GABEN NACH DER HOHENEMuS-LASSBEROISCHEN HANDSCHRIFT(C). Unterdess war die Hs. Cin den Besitz des Freiherrn von Lassberg gelangt, und dieser beeilte sich, für die Freunde und Gelehrten einen genauen Abdruck derselben zu veran- stalten, wobei er die Lücken aus der St. Galler Hs. ergänzte. Das geschah an dem folgenden Orte: XXX 1821. Lieder Saal das ist: Sammelung altteutscher Ge- dichte, aus ungedruckten Quellen. Vierter Bd. 80. Beigegeben sind demselben die Facsimile von 3 Hand- schriften, entweder von CDA oder von DdA. Die ver- schiedenen Exemplare schwanken in dieser Beziehung; ich kenne keines, das alle vier Facsimile enthielte. Dieser Druck ist erst vor einigen Jahren in den Buch- handel gegeben unter folgendem Titel: 1846. Das Lied der Nibelunge, aus der ältesten und reichsten Hand- schrift von Lassberg's. Herausgegeben von ihm selbst. Einzige ächte Ausgabe. Mit drei Steinta feln. St. Gallen, Scheit- lin und Zollikofer. Konstanz, Meck. Vorher aber schon war derselbe Text durch mehrere andere Abdrücke verbreitet worden. Es sind die folgenden; zuerst ein paar von O. F. H. Schönhuth: 1834. Der Nibelunge Lied, nach dem Abdruck der ältesten u. reich- sten Handschrift des Freiherrn Jos. von Lassberg. Heraus- gegeben und mit einem Wörterbuche begleitet von O. F. H. Schönhuth. Tübingen, Osiander. 16“. 1841. Das Nibelungenlied, nach der reichsten und ältesten Hand- schrift des Frhrn. Jos. von Lassberg mit einem Wörterbuch, einem getreuen Facsimile der alten Handschrift und einem Stahlstich herausgegeben von O. F. H. Schönhuth.— A. u. d. T.: Daz ist der Nibelunge Liet.— Gutenberg's Manen ge- widmet. Heilbronn(Landherr). 160. 1846. Das Nibelungenlied, in der alten vollendeten Ge ältesten und reichsten Handschrift mit einem Wörterbuch her- ausgegeben von O. F. H. Schönhuth. 2. Auflage(der Ausgabe von 1834). Tübingen, Osiander. 160. 1847. Das Nibelungenlied, u. s. w. Zweite Auflage der Ausgabe von 1841. Heilbronn, Landherr. 160. stalt nach der Sodann eine Prachtausgabe, zur Feier des 400jährigen Jubiläums der Buchdruckerkunst: 1810. Der FNibelunge Lied. Abdruck der Handschrift des Freiherrn Joseph von Lassberg. Mit Holzschnitten nach Orig nungen von Eduard Bendemann und Julius Hübner. Lei 1840, verlegt durch die Brüder Otto u. Georg Wi and. Folio. E bere u nicht elben bar m lieser 8⁰ Lachm die Hs. e und e liätet, Simm ehen! kits1 Crundt Inge lAltet; mun, die dt mehrer Igenden; Dieser Abdruck ward besorgt von Herm. Leyser. Zu derselben Feier veranstaltete auch Herr v. d. Hagen eine Ausgabe, die aber erst später erschien: 1842. Der Nibelunge Lied, in der alten vollendeten Gestalt. Heraus- gegeben von Fr. H. v. d. Hagen. Mit Holzschnitten von F. W. Gubitz u. unter dessen Leitung, nach Zeichnungen von Hol- bein. Berlin, Vereinsbuchhandlung. gr. 8. Es würde diese Ausgabe die einzige auch für Laien les- bare unter allen, die aus der Hs. Chervorgingen, sein, wenn nicht die meist sehr incorrecten Holzschnitte den Werth der- selben herabsetzten und sie zur Lectüre so gut wie unbrauch- bar machten. Eine kritische Ausgabe hat das Gedicht nach dieser Hs. bisher nicht gefunden. 4. KUS6ABEN NACH DER HOHENEMS-MUNCHENER HANDSCHRLTFT(Y. Schon frühe— es ist schwer zu entscheiden, ob auf Lachmann's Vorgang oder unabhängig von demselben— war die Ansicht allgemein geworden, die Hohenems-Münchener Hs. enthalte die älteste Gestalt des Textes, die überarbeitet und verbessert sei in der Gestalt wie sie die St. Galler Hs. bietet, und abermals berichtigt und im Innern in Ueberein- stimmung gebracht in der Ueberlieferung der Lassbergi- schen Hs. Auch Herr v. d. Hagen hegte diese Ansicht be- reits 1820, obwohl er die St. Galler Hs. seiner Ausgabe zu Grunde legte. Eine eingehende Untersuchung über diese Frage ist nicht angestellt worden, und man hat wenig ge- achtet auf das Paradoxe, das in jener Annahme lag, wonach nun, ohne dass zwingende Gründe dafür vorgebracht wären, die älteste und beste Hs. den jüngsten, die jüngste und sorg- loseste der Haupthandschriften den ältesten und zuverlässig- sten Text enthalten sollte, wonach das Schlechtere, obwohl XXXII jünger überliefert, durchaus das Ursprünglichere, das Gute und Schöne, trotzdem dass es in ältester und sorgsamster Ueberlieferung vorlag, durchaus erst eine Correctur jenes sein sollte. Warum man von dem geraden Resultate der Sachlage abging, ja dies geradezu auf den Kopf stellte, das bedurfte wenigstens eines Beweises, und dass man die Noth- wendigkeit dieses nicht dringend fühlte, das zeigt, dass man unkritisch im Dunkeln tappte und sich die Lage der Sache nicht klar gemacht hatte. Dieser letztere Vorwurf freilich trifft Lachmann nicht, wenn auch er sich für Aentschied, wohl aber der andere, dass er bei Untersuchung des Verhältnisses der Handschriften nicht mehr unbefangen und vorurtheilsfrei zu Werke ge- gangen ist. Lachmann war durch Wolf's Untersuchungen über die Entstehung der homerischen Gedichte zu dem Ver- suche veranlasst worden, zu prüfen, ob nicht ähnliche Re- sultate auch für das, so oft neben dem Homer genannte und ihm in, freilich sehr unklarer und unzutreffender, Ana- logie an die Seite gesetzte, deutsche Gedicht zu gewinnen seien. Das war kein unbefangener Ausgangspunct für die Untersuchung; Lachmann hat dieselbe mit dem Bestreben, mit dem Wunsche eröffnet, in dem Nibelungenliede eine noch jetzt erkennbare Zusammensetzung einzelner romanzen- artiger Lieder nachzuweisen, und das hat bis zum Schlusse den Character seiner Untersuchung bestimmt, die, wie keine andere Lachmann's, voll ist des Gesuchten, Gekünstelten und Gezwungenen, und die durch einen gereizten und herri- schen Ton es überall verräth, wie wenig Kraft Lachmann selber seinen Gründen zutraute, gegenüber den bei eingehen- derem Nachdenken sich nothwendig aufdrängenden Einwen- dungen. Die Klarheit seines Blickes und selbst die Sicher- heit seiner kritischen Methode haben ihn hier in Folge dessen sogar bei Kleinigkeiten in auffallender, zuweilen unbegreif- licher Weise verlassen. U1 Wbelü der Le mch jeer ien f erbes Klbet Aüch I Kabner tbeon beſonn nan d gellhr uudU. Abandt eltkern Vider nen einfe lunier n un ei lickt y ler 0h de erheit denöqy Lledu Weise 8 A1 Ler. ulttte 08 tellte, da die Nott. dass mn. der Sach ann nickt idere, das dsch tteln Verke ge uchungen dem Ver- liche Re- E Die angegebene Voraussetzung über die Entstehung des Nibelungenliedes war es, die Lachmann bestimmte, den Text der Hs. A für den ursprünglichen zu erklären: die Wider- sbrüche und Ungereimtheiten derselben seien eben eine Folge jener von ihm angenommenen Entstehung gewesen und seien für uns Beweise dieser, A sei in B durch einen Kritiker verbessert und vermehrt, und in Cabermals, und so sei A selbst die Vermehrung und Verbesserung einer noch weiter zurückgehenden Vorlage,— der einzelnen Lieder. Abgesehen von der petitio principii, die in diesem Ver- fahren liegt, indem Lachmann den Beweis seiner Lieder- theorie auf eine Hs. gründete, die anderen gegenüber einen bevorzugten Werth erst dann behaupten konnte, wenn man den Beweis der Entstehung aus einzelnen Partien als geführt annahm, den doch die sonst allein berechtigten Hand- schriften zu führen nicht gestatteten— abgesehen hievon, hat Lachmann nicht beachtet, dass alle die Widersprüche und Ungereimtheiten in A nicht blos im Widerspruche azu einander stehen, so dass sie durch Ablösung von einander entfernt werden könnten, sondern dass sie mehr noch im Widerspruche stehen zu der scharf gezeichneten und klar hervortretenden Einheit des Ganzen. Nie hätte ein 80 einfach und symmetrisch, so planvoll und zweckmässig dis- poniertes Ganze, wie das Gedicht von den Nibelungen sich uns auch noch in A darstellt, aus einer Anzahl unabhängig von einander entstandener einzelner Stücke zusammenge flickt werden können. Die Widersprüche in A liegen nur auf der Oberfläche, berühren nicht den Organismus des Gedich- tes; der Text in A vergleicht sich einem ursprünglich in einheitlichem, harmonischem Stile aufgeführten Dome, an dem später Ungeschmack und Fahrlässigkeit die äussere Be- kleidung, den Anstrich, die Verzierung in verschiedener Weise zugerichtet, zerstört und verschnörkelt haben. Wie das Auge des Kenners bei der so entstandenen Verschieden- Der Nibelunge Liet. heit nicht stehen bleiben, sondern durch sie hindurch die ursprüngliche Einheit der architectonischen Anlage und jene Aeusserlichkeiten als Verderbnisse erkennen wird, so wür— den wir, hätten wir auch neben A keine harmonischere Ueberlieferung des Gedichtes, schon aus dem Zustande die- ses Textes auf das Vorhandengewesensein einer solchen schliessen müssen, da die Widersprüche und Verkehrtheiten in dem ornamentalen Character desselben in Widerspruch stehen zu seiner architectonischen Einheit und Planmässig- keit, für deren meisterhafte Anlage auf die Dauer nur Eigen- sinn blind machen kann. Auf seine Ansicht von der Bedeutung der Hs. A ba- sierte Lachmann seine Ausgaben, indem er A zu Grunde legte und allen Lesarten der übrigen Hss. nur den Werth von Conjecturen zugestand. Diese Ausgaben sind: 1826. Der Nibelunge Nöt mit der Klage. In der äl- testen Gestalt mit den Abweichungen der gemei- nen Lesart herausgegeben von Karl Lach- mann. Berlin, G. Reimer. 4“. 1841. Der Nibelunge Noth und die Klage, nach der äl- testen Ueberlieferung mit Bezeichnung des Un- echten und mit den Abweichungen der gemeinen Lesart herausgegeben von Karl Lachmann. Zweite Ausgabe. Berlin, G. Reimer. gr. 8“. 1851. Der Nibelunge Noth u. s. w. Dritte Ausgabe. Berlin, G. Reimer. gr. 80. Zwischen der ersten und zweiten Ausgabe erschien Zu den Nibelungen und zur Klage: Anmerkungen von Karl Lachmann.[Wörterbuch von Wilhelm Wackernagel, ist nicht erschienen.] Berlin 1836, G. Reimer. worin L. ausser den sämmtlichen Varianten der ihm zugänglich gewordenen übrigen Hss. auch seine Ansichten über die Entstehung des Gedichtes, über Echtheit und Unechtheit der Strophen, im Einzelnen auseinandersetzte. In der Ausgabe von 1841(und JieLa Iber d. rocht El be die ve dammn dern. drucl 1 dass ausnde Renen! übertat Mi lbetet uus eint Aalgendt Benng! anerken ihnen a Wergleic Grunde u Wertl 1851) hat er die Resultate seiner Untersuchungen auch durch den Druck kenntlich gemacht, indem die Strophen, die er für unecht erklärt, cursiv gedruckt sind; noch einige andere kritische Zeichen treten hinzu, um das Bild der Entstehung, wie Lachmann es sich, in allerdings sinniger und sorgfältiger, aber doch durchaus subjectiver und willkürlicher Weise, zu- recht gelegt hatte, vor Augen zu führen. Schon vorher hatte er bei Gelegenheit des Jubiläums der Buchdruckerkunst die von ihm für echt erklärten Strophen, in denen er eine Sammlung von 20 fast ganz vollständig erhaltenen alten Lie- dern nebst einigen Fortsetzungen au sehen glaubte, gesondert drucken lassen in einer prachtvoll ausgestatteten Ausgabe: 1840. Zwanzig alte Lieder von den Nibelungen, herausgegeben von Karl Lachmann. Zur 400jährigen Jubelfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst gedruckt bei R. L. Decker, königl. geh. Oberhofbuchdrucker. Berlin.“)(Atlasfolio.) Diese Ausgabe ist wohl geeignet, ganz abgesehen von der völlig Willkürlichen Grundlage der Kritik, die Unhaltbarkeit der Lachmann“ schen Liedertheorie dem Unbefangenen klar zu machen, da einer aufmerk- samen Lectüre nicht entgehen kann, dass es eine Unmöglichkeit ist, dass eines dieser Lieder je in dieser Form habe ein selbstständiges Ganzse ausmachen können. Es ist in der That nur das noch von der voraufgegan- genen Kenntniss des Ganzen her entlehnte Interesse, welches diese sg. Lieder Uberhaupt erträglich macht. Wie leicht übrigens(weil ja jede Strophe mehr oder weniger in sich selbstständig dasteht) und wie ohne allen objectiven Halt das Verfahren ist, aus einem grösseren strophischen Gedichte eine Auswahl zu treffen, und diese zu einem kürzeren Gedichte zusammenzubauen, und wie durchaus willkürlich, mehr ein Spiel des Witzes, als eine Arbeit für ernste, Wahrheit und Wissenschaft und feste Grundlagen der Erkenntniss suchende Männer, das wird man am deutlichsten erkennen, wenn man die denselben Zweck ver- folgenden Bemühungen der Herren Ettmüller, Müllenhoff und Plönnies in Bezug auf die Gudrun betrachtet. Alle drei Herren haben, und alle mit, anerkennenswerther Sorgfalt, aus dem Gedichte durch Auswahl einer Anzahl ihnen anstehender strophen neue Lieder zusammenzusetzen gewusst. Man vergleiche ihre Resultate, und— sapienti sat. 79 55 XXXVVI Denselben Zweck, die für den ursprünglichen Kern er- klärten Strophen und Lieder einmal vollständig herauszuschä- len und gesondert von den für spätere Zuthat erklärten der Lectüre zu bieten, verfolgt auch der von Hahn besorgte Abdruck: 1851. Die echten Lieder von den Nibelungen nach Lachmann's Kritik als Manuscript für Vorlesungen zusammengestellt von K. A. Hahn. Prag, Calve. gr. 80.). Schliesslich mag noch der Vollständigkeit wegen der folgenden Ausgaben Erwähnung geschehen, obwohl sie kei- nen eigenen Werth besitzen: 1843. Der Nibelunge Nöt und die Klage, herausgegeben von A. J. Vollmer. Leipzig, Göschen. 80. Diese Ausgabe ist im Auftrage der Cotta'schen Buch- handlung gearbeitet und mit ihr wird die Reihe der Dich- tungen des Deutschen Mittelalters“ eröffnet; sie ist ebenso wie die Ausgabe Lachmann's auf A basiert. 1846. Der Nibelunge Not. A. u. d. T.: Das Nibelungenlied. Urtext mit gegenüberstehender Uebersetzung nebst Einleitung und Wörterbuch, herausgegeben von L. Brau nfels. Frankfurt a. M., Literarische Anstalt. ANHANG. Einer eingehenden Erörterung ist die Frage, welcher der überlieferten Texte des Nibelungenliedes den meisten Erwähnt zu werden verdient, dass diese Ausgabe die erste Veranlas- sung ward, das Fundament der Lachmann'schen Kritik zu erschüttern, in- dem Jacob Grimm an ihr den Nachweis führte, dass Lachmann sich, wWas er unverantwortlicher Weise völlig verschwiegen hatte, auch hier hatte leiten lassen von jener abergläubischen Grille, die ihn schon früher oft be- herrscht hatte, nämlich der, überall Producte der Siebenzahl zu suchen; Vgl. Göttinger Gelehrte Anzeigen 1851, No. 175, vom 1. November, S. 1747 fg. Nur das 12. Lied liess sich nach der Ausgabe von 1841 nicht in Heptaden auflösen; Jacob Grimm beachtete aber dabei nicht, dass Lachmann die ersten beiden Strophen vom eigentlichen Liede gesondert halten und dies erst mit Strophe 1277 beginnen lassen wollte. ASPr. untern luent. i1 Lein U¹ I Dühm inglt in Iit ausfäh gkie inö Ant lu I0 ger nit Jerbäl ch. r Dich. ebenso d. Urtext — XXXVœVIIl— Anspruch auf Originalität habe, erst nach Lachmann's Tode unterworfen worden. A. Holtzmann hat das Verdienst, zuerst mit einer Untersuchung über dieselbe hervorgetreten zu sein, in seinem Buche: Untersuchungen über das Nibelungenlied von Dr. Adolf Holtzmann, ord. Professor ete. Stuttgart 1854, A. Krabbee895 Hierin ist, trotz mancher flüchtigen und irrigen An- nahmen im Einzelnen, doch im Allgemeinen der Beweis hin- länglich geführt, dass von den drei Handschriften, C Bu. A, jene nicht nur den besten, sondern auch den ältesten und originalsten Text enthalte. Dieser Ansicht habe ich mich, aufselbstständigen früheren Untersuchungen fussend, sogleich angeschlossen in der Recension des Holtzmann'schen Buches im Lit. Centralblatt 1854, S. 155; dann, meine Zustimmung ausführlicher motivirend, in einem eigenen Schriftchen, das zugleich das Verhältniss sümmtlicher Handschriften schärfer ins Auge fassen sollte: Zur Nibelungenfrage. Ein Vortrag gehalten in der Aula der Universität Leipzig am 28. Juli von Friedrich Zarncke. Nebst zwei Anhänge und einer Ta- belle. Leipzig, 1854. S. Hirzel. 8e. Dagegen haben die folgenden beiden Schriften es ver- sucht, die Ansicht Lachmann's zu vertheidigen: 1. Zur Kritik der Nibelunge von Max Rieger. Gies- sen, 1855. J. Ricker. 8“. 2. Zur Geschichte der Nibelunge Not von Karl Mül- lenhoff. Besonderer Abdruck des December- heftes der Allgemeinen Monatsschrift für Wissen- schaft und Litteratur. Braunschweig, 1855. Schwetschke und Sohn. gr. 8“. Beide haben mich nicht überzeugen können; Herr Rie- ger nicht, weil er sich in eine Verkennung des thatsächlichen Verhältnisses der Handschriften künstlich hinein gerechnet mannit fiür die A biete wirklich den Herr Mül- Gegner hat und zu dem Resultate gelangt, besten Text, B und Cseien Verschlechterungen: lenhoff nicht, weil er selbst nicht darauf ausgeht, seine zu überzeugen, sondern von vornherein die ganze Frage als gar nicht disputabel behandelt; seine Schrift wird in dieser Beziehung als ein Curiosum innerhalb der polemischen Lit- teratur eine Stelle behaupten. Die Beleuchtung der Frage hat durch ihn nicht gewonnen, sondern, da Leidenschaft und Verwirrung ihn zu kleinlichen Schmähungen seine Zuflucht haben nehmen lassen, so hat er nur das erreicht, die Discus- sion der Frage in eine Sphäre herabzurücken, in die ihm an- ständige Gegner nicht folgen können. Eine Schilderung sei- ner Polemik erspare ich mir, indem ich auf die Orte ver- weise, an denen hinlänglich auf sie repliciert ist: Lit. Centralblatt 1855, S. 128.(von Zarncke.) 5 1 Göttingische Gelehrte Anzeigen 1855, S. 689— 720(von 50 Prof. W. Mullen. 31 Kampf um der Nibelunge Hort gegen Lachmann's Nach- 0 treter. Von Dr. Adolf Holtzmann, ord. Prof. ü in Heidelberg. Stuttgart 1855, A. Krabbe. Der jüngsterschienene Ostermesskatalog(1856) enthält IIIl unter der Rubrik der künftig erscheinenden Bücher den Lach folgenden Titel: Ueber die Nibelungenhandschrift C. Sendschreiben an deJ1 Herrn Geheimen Hofrath Prof. Dr. Göttling in A0 Jena, von R. von Liliencron. Weimar, 1856. nüsst Böhlau. Ouauz Es lässt sich erwarten, dass diese Schrift den Zweck ha⸗- tunge ben wird, Lachmann's Wahl der Hs. A zu rechtfertigen. 1l Möchte es dem Verfasser gelingen, der Discussion eine wis- Ausn 0 senschaftliche Haltung zu bewahren, und, von Leidenschaft- den! lichkeit nicht geirrt, die in Betracht kommenden Fragen scharf ins Auge zu fassen, um so eine neue Erörterung der d6 XXXIX mannigfach verwickelten Schwierigkeiten anzuregen, aus der für die Wissenschaft wahrer Nutzen erspriesse. Anknüpfend an die oben erwähnte Schrift Holtzmann's erschien bald darauf die folgende Ausgabe des Nibe- lungenliedes, die ich nur der Vollständigkeit wegen hier er- wähne: 1855. Der Nibelunge Liet. Vollständigste Ausgabe nach dem durch Dr. Holtzmann als wirklich ältesten nachgewiesenen Texte des Frhrn. von Lassberg unter Berücksichtigung der übrigen bis jetzt bekannten Lesarten, namentlich der Wallersteiner Hand- schrift, z2um Gebrauche für Schulen veranstaltet und mit Wör- terbuche versehen von Dr. Heinrich Nabert, Lehrer an der höhern Bürgerschule zu Hannover. Hannover, Rümpler. Diese Ausgabe ist ein willkürliches unmethodisches Ge- misch aus verschiedenen Handschriften, wie ein ähnliches unsere philologische Litteratur nicht aufauweisen hat. Der Herausgeber behauptet, er habe Czu Grunde gelegt; dass das aber nicht der Fall sei, ist ihm von mir nachgewiesen worden im Lit. Centralblatt 1855, S. 401. Dem Bedürfnisse einer dem gegenwärtigen Stande der Kritik entsprechenden Ausgabe ist daher nicht entfernt und nach keiner Seite hin durch dieselbe genügt. Wir entbehren im Augenblicke einer doppelten Ausgabe des Liedes. Einmal einer solchen, die sich dem gelehrten Apparate einzureihen bezweckt. Die Hauptaufgabe dieser müsste es sein, eine Collation sümmtlicher Handschriften von Caus zu liefern, um so ein Bild der allmäligen Ueberarbei- tungen und Veränderungen zu gewähren, in derselben Weise, wie Lachmann dies so musterhaft für den Standpunet von A aus ausgeführt hat. Wie verlautet, geht H oltzmann mit dem Plane um, eine solche Ausgabe herzustellen. Wir bedürfen dann einer Testesausgabe, die die Lectüre des Gedichtes auch den Gebildeten unserer Nation möglich mache, und die man den Erklärungen des Gedichtes in aka- demischen Vorlesungen und auf Schulen zu Grunde legen könne. Dem letzteren Zwecke soll die vorliegende Ausgabe die- nen, die hauptsächlich aus dem Bedürfnisse einer Handaus- gabe für meine eigenenen Vorlesungen entstanden ist. Sie soll einer gründlichen Einführung in das Gedicht die Pfade ebenen; darum ist das Nöthigste über die Handschriften und Ausgaben und über die mittelhochdeutsche Metrik voraus- gesandt und ein Glossar beigefügt, welches, für Anfänger be- rechnet, das zum Verständniss der Sprache Nothwendigste beibringt; dem letzteren, welches nicht von mir selbst ge- I arbeitet ist, werden auch die Kenner unserer alten Sprache dſe0 das Lob der Gründlichkeit und philologischen Strenge nicht versagen. Demnach werden Gelehrte dieser Ausgabe entrathen können; nur hoffe ich soll auch ihnen die vergleichende Ta- belle über die verschiedenen Ausgaben und Textesrecensionen erwünscht sein. Möge es diesem Büchlein gelingen, dazu beiautragen, dass in immer weitere Kreise erhöhete Freude an der edel- sten Schöpfung unserer nationalen Poesie verbreitet werde. III. METRISCHES. 1. voM VERSMUASsSE. Wl Der Hauptgrundsatz der mhd. Metrik ist derselbe, wel- cher noch jetzt gilt, dass nämlich die Versbetonung zu- sammenfällt mit der Wortbetonung, während in den klassischen Sprachen die Versbetonung, auf der Quantität utrathen beruhend, unabhängig ist vom Wortaccente. ende La. Das Mittelhochdeutsche kennt fünf verschiedene Stufen ensionen der Wortbetonung. Es sind: J. der Hochton oder Hauptton. Ihn trägt in der Regel die erste Silbe des Wortes; sind der Stammsilbe Par- tikeln vorgesetzt, so nehmen diese nach bestimmten Regeln, deren Erörterung hier zu weit führen würde“), den Ton bald ) Die Grundlagen der altdeutschen Betonung sind von Lachmann in erschöpfender Weise untersueht und dargestellt worden in seiner Abhand- lung Ueber althochdeutsche Betonung und Verskunst, I. Abtheilung, ge- lesen in der Berliner Akademie am 21. April 1831 u. am 3. Mai 1832“, auf die ich mich hier begnüge zu verweisen. Leider ist die II. Abtheilung nicht gefolgt. Von der Hauptregel, dass die erste Silbe den Hauptton trage, sind die wesentlichsten Ausnahmen diese: 1. Alle Verba(und die erst von diesen abgeleiteten Substantiva und Adjectiva), die mit den untrennbaren Partikeln er, ent, àc(Zer), ge, ver, be (ahd. 1n(ir, ar), ant, æi, gi, In, bi) ausammengesetat sind, haben den Ton auf der Stammsilbe, nicht auf der ersten, also erbieten, eybietinge, u. s. W., XLII an sich, bald lassen sie ihn der Stammsilbe, wobei dann sie selbst eine Verkürzung erleiden: Rilic, solic, Feüünrio, sohœne, Joben, den; mdregrdve, Gunthien; dntyfumc, Anloup, biderbe,; erlouben, empfungen. Von diesem Hauptton aus regelt sich die Betonung der übrigen Silben und zwar in einer ganz eigenthümlichen Weise. Wenn nämlich die hochbetonte Silbe zugleich lang ist, so trägt auch die folgende noch einen besonderen Accent, den Tiefton oder Nebenton; ist die hochbetonte Silbe kurz, 80 ist die folgende unbetont. Durch die Schwächung der ursprünglich tönenden Vocale der Wadteihen zu esind diesen beiden Stufen des Nebenaccents noch 2 neue hinzugefügt: aus der Schwächung der Vocale des Tieftons ist das s. g. tonlose e, aus der Schwächung unbetonter Vocale das s. g. stumme eentstanden. Ist das Wort drei- und mehrsilbig, 80 wWechseln bei tönenden Vocalen Tiefton und Unbetontheit, bei 9e und ver auch die schon ursprünglich mit ihnen zusammengesetzten Substantiva und Adjectiva: gemdæe, gevente; ver, gihit, verliist. Dagegen ruht bei den mit d/% und ant unmittelbar(ohne Verbalvermittelung) zusammen- gesetzten Substantiven und Adjectiven der Hochton auf der Partikel, die in Folge dessen ihren vollen Ton behalten hat: urlonpn, dntoanc, unbon(neben erlolben, ennſungen, enbénn), urborn; bi erscheint in diesem Falle bald be bald he, 2. B. begrdꝶt neben bigraſt, und so ist vielleicht auch hivildè neben bevllde zuzulassen(vgl. 161,1“ u. die Varianten); besondere Beachtung ver- langt biderbe; àe erscheint nicht in unmittelbarer Verbindung mit einem Namen. 2. Die Präpositionen àber, durch, under, àumbe, awider, hinder geben beim Verbum ebenfalls den Hochton an die Stammsilbe ab, sobald sie mit demselben in untrennbare Verbindung treten, desgleichen die beiden Wörter volle oder vol und misse. Bei ursprünglicher Verbindung mit Sub- stantiven aber ruht auf ihnen allen der Ton, also: indergdln, undentbinden, lindenlist, xinderhœse, undersochieiden, undenbint, undenscheit. 3. Die Zusammensetzungen mit al und en haben oft den Hochton auf der Stammsilbe, 2. B. alsö“, almehtekeit, unminne, untniuibe, u. 8. W., doch keineswegs als Regel. bã ges Bebef stekes l benfer! al Sch 0 mhet, untz lore Torm eilben Sonst! tete le Iännen Vaben! chung Allnu 9.1 in der ten, 10 bat die Peickt ſalune Leagest, 4. 1den l melen Les o. Lelon. Io eitz Ald. 4 t das 8.f le das 8.) nehr. detontheit bei geschwächtem e Tonlosigkeit und Stummheit in der Reihenfolge der Silben mit einander ab. Doch kommt er- steres mhd. nur noch ausnahmsweise vor; bei Mischung tö- nender Vocale mit geschwächten eziehen jene den Ton gern an sich auf Kosten dieser(8. u.). Also: 2. Tiefton oder Nebenton: Hheille, eiligen, grim— mniger, eindges, Waͤnt: mdirogrnd've, ellonden, Geintièr, Ddne- 2brt; dntpdmc, Anlodp, eisli'ch: enmönderö' t, Soelegdste, à0. zerò re, öndenùmghbe. Bei Jusammensetzungen und den in Form oder Bedeutung markierter hervortretenden Bildungs- silben legt sich der Tiefton auf diese, unbekümmert um die sonst durch die Quantität der hochbetonten Silbe angedeu- tete Reihenfolge der Accente, dlitesdl, Finstennlsse. Im Ahd. können 2 Tieftöne auf einander folgen, sobald der erste der- selben lang ist, 6tmàdött'; mhd. kommt, wegen der Schwä— chung der tönenden Vocale in den Endungen, ein solcher Fall nur noch selten vor, wie σẽ’r u ce. 3. Unbetontheit: Iννε, mdnie, götinne, mümundeé; in der älteren Sprache gehörten hiezu auch die vorangesetz- ten, noch tönenden, Partikeln zu, int, à2d u. s. W.; im Mhd. hat dieser Accent kaum noch eine eigene Bedeutung. Er wWeicht entweder aus in den Character des Tieftons, 2. B. in gotinne, oder des stummen e, in welchem letztern Falle dieses in kritischen Ausgaben am füglichsten auch orthographisch hergestellt wird. Vgl. S. 402,8. 4. tonloses e: S, grdlve, Allondè(Voο das zweite eden Tiefton hat), 9erl'ton, verliesen, grimmo'ſſem, delome, michlemè, adeloremòè, mieholerome. Das tonlose e wird nicht bloss vom Hochtone aus bestimmt, sondern auch wenn der Tiefton auf einer langen Silbe ruht, ist das folgende e ton- 1os, entsprechend dem Aneinandertreten zweier Tieftöne im Ahd. AlsO brIH ohν, und neben 2 Tieftönen nur¹ed licᷣ. 5. stummes e: laben, vdren, Rélen, schdime, spilen, gdelome, adeloreme, micpièlemeè, miclioleromé; in vielen Fällen XLIV källt dies e wirklich aus, der Regel nach überall hinter Jund v, sehr oft hinter m und, zuweilen auch nach Mutis: varn, Hiln, heln, edelem(selbst edlem), edelerme, miolelme, anichel. rem; seltener lebn, strebn, sag9n, obwohl gerade in der dieser Ausgabe zu Grunde liegenden Hs. nicht unhäufig. Nicht immer jist, wo eine Reihe geschwächter e auf einander folgen, bei Vertheilung der Tonstärke die obige Regel strenge durch- geführt, es kommt 2. B. vor Mangesten, vörderòste; auch da- von giebt es viele Beispiele, dass ein tonloses e ausgestossen und dagegen ein stummes behalten wird, z. B. mielielem. Genaueres über diese Puncte gehört in die Grammatik. — Ob die geschwächten Vorsetzpartikeln, wie g9e, er, ver, ent, tonlos oder stumm séien, ist ohne Werth zu erörtern. In der grösseren oder geringeren Leichtigkeit, das e dersel- ben zu verschlucken, weichen, scheint es, die Dialecte von einander ab. Am Oberrhein wird im 15. u. 16. Jh. dies e fast stets als stumm behandelt. Jenes Gesetz, wonach die Quantität der hochbetonten Silbe einen Einfluss übt auf die Stärke des Tons der nachfol- genden(mit Recht hat man es das Gesetz der abstei genden Betonung genannt), darf man beim Lesen der mhd. Verse nie aus den Augen lassen, obwohl die Dichter sich schon oft Ausnahmen gestatten, indem die Ausprache augenscheinlich bereits dem iambischen oder trochäischen(oder kretischen) Falle sich zuneigt, ein gleichmässiges Abwechseln zwischen betonten und unbetonten Silben erstrebend, s. u. unter No. 4. 53 Die metrischen Hauptregeln“) lauten nun: Lachmann hat das grosse Verdienst, mit einer seltenen Beharr- lichkeit der Untersuchung und mit grossem Scharfsinne die Gesetze der alt- deutschen Metrik erforscht zu haben. Ist er zuweilen auch in der Aufstel- lung von Regeln wohl überscharf zu Werke gegangen, so werden doch die ihrem kung 8 Hebung Senkun betontel Uildet; 9. Lictton däzen ul ägen mul ie lie u gebend gz lnge nich Auordunnt He, ex, y dies e fa chbetonte — XIVY 1. Hebung und Senkung dürfen nur einfach sein. In ihrem Verhältniss zu einander gilt die Regel, dass die Sen- kung stets schwächer wiegen muss als die voraufgehende Hebung, denn an dieser wird sie gemessen. Weiter ist die Senkung nicht beschränkt, sie kann von kurzen und langen, betonten und unbetonten, tonlosen und stummen Silben ge- bildet werden. Ueber die Hebung siehe Weiteres unter 3. 2. Die Senkungen dürfen fehlen. 3. Jede betonte Silbe, sie habe den Hochton oder den iefton, ist hebungskähig; beide Accente wiegen also, me- trisch genommen, gleich schwer, und es würde eitel Pedanterei sein, wollte man unter den Hebungen der mhd. Verse einen Unterschied machen und z. B. unter 4 Hebungen eines Verses 2 höher betonte und 2 minder betonte annehmen, was althochdeutsch allerdings noch der Fall gewesen zu sein scheint. Dahingegen jist ein unbetontes e nur unter gewissen Grundprincipien, die er aufgestellt hat, nicht wieder umgestossen werden können, und selbst seine gewagten Annahmen werden für jeden Heraus- geber noch lange der Ausgangspunct specieller Untersuchungen bleiben müssen. Die Hauptstellen, in denen Lachmann metrische Untersuchungen niedergelegt hat, sind in den Anmerkungen 1) zu Iwein, zu Zeile 33. 137. 309. 318. 651. 726. 838. 866. 881. 1069. 1118. 1159.(1391.) 1918. 2170. 2751. 2798. 2943.(3752.) 4098. 4365. 4644. 5025. 5081. 6360. 6444. 6518. 6575. 7438. 7562. 7764. 2) zuden Nibelungen 6. 118. 305. 307. 557. 856,1. 1193,4. 1634,3. 1803,2. 2011,1. 2050. 3) zur Klage 7. 1355. 4) zu Walther 110,33. Neuerdings sind zwei Abhandlungen erschienen, die eine zusammenhängende Darstellung der Lachmann'schen Untersuchungen bezwecken, von M. Rieger in W. v. Plönnies Ausgabe der Kudrun, Leip- zig bei Brockhaus, 1853, S. 241-303; und von O. Schade im Weimari- schen Jahrbuche, Bd. I, 1854, S. 1— 57(auch einzeln erschienen). Von die- sen Arbeiten ist erstere bei weitem die bessere, sie zeugt von einem selbststän- digen und tüchtigen Urtheil und gründlicher Bewältigung des Stoffes, nur ist sie hie und da zu gedehnt und doch, um Anfänger 2u orientiren, oft nicht ein- gehend genug, namentlich zu arm an Beispielen. Herr Schade hat den Stoff lange nicht hinlänglich bewältigt gehabt und seine Darstellung wie seine Anordnung sind oft confus und verwirrend. XLVI Bedingungen hebungsfähig. Es ist dies letztere eine dem Bedürfniss der Technik zugestandene Ausnahme vom Princip. 4. Der Hauptton eines Wortes darf nicht zu Gunsten einer minder betonten Silbe desselben in die Senkung gesetat werden. 5. An diese Hauptregeln schliessen sich noch ein paar mehr zufällige Bestimmungen der Technik an. Ich gehe diese 5 Puncte in Folgenden einzeln durch. Dabei sehe ich in den Beispielen von einer Bezeichnung der Wortbetonung ab, und bediene mich zur Bezeichnung der Vershebung des Acuts. Die Beispiele sind absichtlich mei— stens aus den epischen Gedichten in kurzen Reimzeilen ge- wählt. 1. Einsilbigkeit der Hebung und Senkung. §. 3. Die einfachste Form eines mhd. Verses ist also: Ein ritter sg, gelélret abds. Sls mdehet àn um friundde mé- au0d Stꝛiont àe hrͤ'.se bde dan. Eine nur scheinbare Ausnahme von dieser Einsilbigkeit macht die Gestattung der Silbenverschleifung. Die Bedingungen au dieser sind verschieden, je nachdem sie auf der Hebung oder der Senkung stattfindet. a. Auf der Hebung ist Silbenverschleifung gestattet sobald die erste Silbe kurz ist(Sowohl durch Vocal wie durch folgenden Consonant) und die zweite ein eenthält, also: 5 8 den in àc mdnegen alten. N„ die velen d hen in hdrren. dd mite di xlũneginne. — des gãb en gendiogen liuten. Aottatten b. venn be tes(abe Sebend. Tildend 8 Stens matiso Deislie der töne In! eukache mu; di Wpirte Al Posl f des be den Stu Keubun, Ferden; Nel Uinung wutten, de „„„C.... b. Auf der Senkung ist sie dagegen nur dann erlaubt, wenn beide Silben ein eenthalten, und zwar ein geschwäch⸗ tes(also tonloses oder stummes, nicht ein in der Stammsilbe stehendes), natürlich wird auch hier einfache, nicht Position bildende, Consonanz zwischen den beiden e verlangt, also: ein lutxel d en unde getrdnc. 8q ist ein ungelũů; oRe denbl.. aün0. Sn geberte es mncigedl'n. Sꝛole en Vleidetè i mdn. Stehen beide e in demselben Worte, so pflegt man mei⸗- stens durch Kürzung des Wortes die Senkung auch gram- matisch einsilbig zu machen, also in dem letztangeführten Beispiele Mleite für Heldete au sagen. Ueber das Uebergehen der tönenden Vocale des Artikels in evgl. Anhang S. 405. In Betreff des die zu verschleifenden Silben trennenden einfachen Consonanten sind manche mhd. Dichter sehr ge- nau; sie behandeln nicht nur auch die Aspirata(neben den Aspiraten à, 3 und ci), sondern selbst die Tenues ꝓ und/ als Position bildende. Die Regel der Silbenverschleifung ist eine Consequenz des Gesetzes, dass nach kurzer Stammsilbe das e der folgen- den stumm wird; natürlich begründet ist es, dass für die Senkung die Laute noch leichter und flüchtiger verlangt werden als für die Hebung. Nicht zu verwechseln mit der Silbenverschleifung sind Kürzungen eines Wortes, die sich die Dichter zuweilen ge- statten, namentlich durch Auswerfung eines e vor Liquida, indem sie 2. B. ahd, heidn, eng und selbst Formen wWie Wonts(Hartmann im Erec) einsilbig gebrauchen und dem entsprechend auch ubr, odr u. a. auf der Senkung verwenden, wofür die Hss. freilich dessenungeachtet meist vtnder, Neiden, Abendes, uber, oden, zoiden aus schreiben. Nicht alle Dichter gestatten sich solche Härten und nicht alle in gleichem Um- — XLVIII 5 fange; es ist daher bei jedem Dichter genau darauf zu ach- ten. In unserem Gedichte finde ich nur éine Stelle, die, wenn man richtige Ueberlieferung zugiebt, derartige Kür- zung dem Dichter zuzusprechen zwingt: so silie ich umden in eine 126,3 ist nur zu lesen 8d Sihο ich undn in dine,; ich halte aber euνden in für einen Fehler statt ir, wie die anderen Iss. geben, und habe dies letztere in den Text gesetzt. 183,5 drben Sꝛhesten Sd dne man ist wohl die Kürzung àn 2u gestatten, und 126,34 di ιονο sich unden den frorleten, ist wohl unmdern zu lesen. Man vergleiche noch hiezu, was unten bei der Erörterung des mehrfachen Auftactes und der schwebenden Betonung vorgebracht ist. 4 2. Fehlen der Senkungen. 56 Lachi §. 4. nſe, Zwischen zwei Hebungen darf die Senkung fehlen, so- le 1 bald die erste der beiden Hebungen eine lange Silbe ist, sei es durch organische Länge des Vocals oder durch Position. K.0 So kommt es vor, dass zwei, drei, ja selbst alle Senkungen 41 eines Verses fehlen. Auch der Auftact, um das der Beispiele 777 wegen gleich hier zu erwähnen, kann fortbleiben. 55 Für lang gilt hier auch jedes einsilbige, consonantisch 10 f auslautende, Wort, sei es aus einem zweisilbigen verkürzt, 0 wie dur, fur, sun, vil, von, mit, an, hier, im, ir u. a., oder I7d schon ursprünglich einsilbig, wie 70, Iop, Iom, nam, in, ros dlbe u. s. W., ohne Rücksicht darauf, ob das folgende Wort mit 5565 Vocal oder Consonant anlautet. Selbst nach den kurzsilbi-( gen Formen des Artikels kann die Senkung fehlen: 15 106 dd' en stuont von den tũn. Aul an mislilchen buochen. lierte“ ndoſi ſd nlinqischen siten. ddæ en Siner ũnbeit. au⁰ꝗ dein xue veον]οn. zcl fnd'gte vil gerne. von rõtem golde. der vvrᷣte lop inde prd's. den lop ich d, n abil. unsenn lienren gõt bäten. Muet vds 2bnen in hereit. del gelotè mdget im liex. dem tõmbôliten gãn. dun ebdhelllolien stidt. ꝛbονά‘ bn in Rerzen ddia blilot. Ausnahmsweise kommt es in dreisilbigen Wörtern vor, dass, auch wenn die erste hochbetonte Silbe kurz ist, doch nach ihr die Senkung fehlt, 2. B. gotinne, mũnung?e, abö- nünge; nie aber in zweisilbigen, also nie ſel nie und auch nie ſriůnige; nur ausländische Worte gestatten sich diese Frei- heit zuweilen, wie palds, Sdml't, ndvlit. Man kann zuweilen in Zweifel sein, ob wirklich eine Senkung fehle, wenn mit Leichtigkeit ein stummes esich er- gänzen lässt, wie: das ſst verlorn drbeit, Wo auch verlören drbelt geschrieben werden dürfte. Vergl. Anhang S. 402. Dass die mhd. Metrik es gestattet, zwei Vershebun- gen unmittelbar an einander zu rücken, ist 2weifelsohne ab- strahiert von dem, schon erwähnten, Gesetze der Wortbeto— nung der älteren Sprache, wonach, wenn die hochbetonte Silbe zugleich lang ist, unmittelbar darauf der Nebenton (der ja in metrischer Beziehung gleiche Geltung mit dem Hauptton hat) eintritt, also heiligen, billi'chon, dlelo filgon. Diese Betonung erzwang, darf man wohl sagen, anfangs das Ausfallen von Senkungen, die poetische Technik abstra- hierte dann aus dieser Eigenheit der Wortbetonung für sich ein allgemeineres Gesetz. Der Nibelunge Liet. D Die beiden bisher erörterten Regeln hängen also genau zusammen mit den Grundgesetzen der altdeutschen Wort- betonung und vergeben der Strenge des ursprünglichen me- trischen Principes Nichts. Anders ist das bei den unter 3. zu erörternden Gesetzen. Vorher aber verlangt noch der Auftact, den man als eine den Vers anhebende Senkung betrachten kann, eine kurze Berücksichtigung. Er ist der Regel nach einsilbig, doch kann er auch ganz fehlen, wie die Senkungen in der Mitte des Verses; Beispiele beider Fälle sind im Obigen hin- reichend enthalten. Aber der Auftact kann auch 2w eisil- big sein, wie: ieſ erteil im fnedè die sint hrdnc. jd venlies gõt den Sdnen nie. oueh hdit sleh s mànec ꝛbũsen munt. doch BeSν1᷑ ole Sõ ich bste idin. runec Artil's den gilote. und selbst dreisilbig, wie: S bietent si αννον ͥνe fil eaen. er abcene hoDοH bidanbè unde als. die nitter Sprachen ꝛblest geꝛiwinnen“. Zweisilbiger Auftact ist im Nibelungenliede sehr häufig, namentlich auch in der zweiten Vershälfte; in letzterem Falle aber hat der Bearbeiter oft Anstoss genommen. Von drei- silbigem Auftact merke ich die folgenden Beispiele an; auf der ersten Vershälfte: deſieine grœ æ geꝛbũnnο 208, 68. z„ woiderodet auns nu ae Shd te 334, 1à. z0 Sο tol dnders gelouben 356,6“. (oder ist glouben azu schreiben? vgl. guαν“ẽ,e 134, 28. 199,2⸗ und vom Verse anerkannt 273,30). nu aben ꝛb44 den V eime schilde 358,22. gemäss Us. il gel, tuct d chen Aulta ſrle, in Har niclt, 1J0 it ohn Tellen bung t Ia Mad. i genise einen Diesl 4. auf der zweiten Vershälfte: deieinen mũnen genòx hestdin 18, 7a. und einen sd ꝛb0l getdn 62,42. und Rete sinά, emdeh 75,23. do uunνeονjuden si Sich sint 171,12. do en den nᷣοοεν²οillen scich 351,48. Hiezu halte man noch 266,51 u. 266,52, wie sie in der Hs. überliefert sind, und 34,64 e Reten ninden deheinen àd- gen, wo ich einen gesetzt habe, weil mir der dreifache Auf⸗ tact dem Tone der Erzählung an dieser Stelle zu widerspre- chen schien. Einige der Beispiele verlieren den überladenen Auftact, wenn man dem Dichter mhn munen, ein S einen, grœzr, andrs, nindr, oder gar zb,]ins S ꝛbꝛunen si, wie dbnts in Hartmann's Erec, zutrauen dürfte. Ich wage dies jedoch nicht. 3. Die Hebungsfähigkeit. F. 5. Jede Silbe, die den Hochton oder den Nebenton trägt, ist ohne Beschränkung(unbeschadet natürlich der für das Fehlen von Senkungen geltenden Bestimmungen) zur He- bung tauglich: di gprdoli den mdregrd ve. di gotinne NMlnd. Daneben aber haben die Dichter wegen der Menge im Mhd. in den Vorsilben und Endsilben auftretender e unter gewissen Bedingungen auch einem tonlosen e(sehr selten einem stummen) die Hebungsfähigkeit gewähren müssen. Die allgemeinen Bedingungen sind die folgenden: a. es darf die Senkung gleichfalls nur ein e enthalten, gemäss der oben angeführten Regel über das Verhältniss der D* „I Senkung zur voraufgehenden Hebung.— Ob etwa die For- men des Artikels eine Ausnahme gestatten, darüber ver- gleiche Anhang S. 405. b. Die hochbetonte Silbe des Wortes muss ebenfalls eine Hebung tragen; also von vornherein unmöglich sind: imeé, jenemé, vgl. Regel 4,§. 6. Innerhalb dieser beiden Bedingungen treten aber die folgenden näheren Bestimmungen ein: 1. Beide e gehören demselben Worte an; dann ist dem ersteren Hebungsfähigkeit gestattet, sobald 4. nach demselben Doppeleonsonanz folgt, also: das en olel tilitennes pfldc. der sld. funden fii ene. 6. bei folgender einfacher Consonanz dem zweiten e ein u folgt, welches das Wort schliesst, also: dli aindernminneten Sich. mit deusoeruen huilden. 56 hdit en michielen abrmn. nicht aber ichelem, michéles, diivftège, abEU“hle. Eine grosse Reihe von Dichtern hat sich diese, uns wunderlich und grund- los erscheinende, Beschränkung wirklich aufgelegt, andere haben sie nicht beachtet. Es ist bei jedem Dichter auf dessen Verfahren in Betreff dieses Punctes aufzumerken. Der Dich- ter der Nibelungen widerstrebt jenem Gesetze nirgends. Nicht ohne Schwierigkeit ist der Vers in geatbeietem muote 257,38, aber es wird in erꝛvelctem meiotè zu lesen sein, obgleich diese Verschleifung eine Härte ist, und nicht in ge- avοαt mn miote; ferner hätte 302,42 von mir wohl ze vörde- raste stdn geschrieben sein sollen, obgleich die Kürzung vor- denest in der letzten Senkung dem Gebrauche des Dichters nicht widerstreitet, vgl. den man silit æc vörderst std'n 147, 54; endlich er minnete Kriemſilt 310, 12 braucht nicht gelesen zu werden er minnete Kriemſiilt, sondern es ist entweder Lriomf auf /, Albe ab Lebung be Ur Uige. abe len dies nigen. 2.J 1Hebun nükt abe f. Iangee indenel indem d Weiten 'st eutnelk — ‚F Kriemhilde àu setzen, oder es liegt die erste Hebung schon auf en, welche Betonung dem Zusammenhange sehr wohl entspricht. Bei den Adjectiven auf ec und ic hat diese Bil- dungssilbe, obwohl meist mit à geschrieben, im Allgemeinen den Character des tonlosen e, also kann eꝙe, eqen, eges auf der Senkung verschleift werden. Daneben behauptet diese Silbe aber auch die Rechte einer tönenden, indem sie die Hebung zu der ihr folgenden bilden kann, und zwar völlig ohne Unterschied, wie auch die folgende Silbe schliessen möge. Hier habe ich, auf Lachmann's Theorie eingehend, hen aber ige, iges, igem geschrieben. Auf keinen Fall kön- nen diese Wörter weder für noch gegen Lachmann's Annahme zeugen. 2. Das zu betonende e steht am Ende des Wortes. Dann ist Hebungsfähigkeit gestattet: 64. sobald das eder Senkung einer der kurzen Vorsilben be, ge, en, ent u. s. w. oder dem Artikel angehört und min- destens einfache Consonanz beide Buchstaben trennt; Hia- tus schliesst die Hebungsfäbigkeit absolut aus. Also: anl'nen Sii ſibè gendsen. gernèe lidò den böt. f.jenemè gevlldle. zun xe guiote. ⁊e görα gemdiche. dum miios ꝛbnden enbhdimt. dles dbl en neme enld'n. zeinen nfingestèn geleit. nicht aber uααα hlide ensliefrn sondern n beidé entsliéeſen. 6. hier sind zu erwähnen die stumpfen Ausgänge der Langverse der deutschen Heldenstrophe: Hdgené, degené, in denen das e fast noch den Character einer Hebung zeigt, indem die Reime Hagene: degene, Hugene: gademe, Ha- gene · Fabene, Hagene: zesamenè u. a.- es verbieten, diese Ausgänge für klingende(Nagene„dogene) au halten. 3. Es ist Verschleifung zweier geschwächter e auf der He- bung gestattet, doch darf als Senkung ebenfalls nur ein ge- schwächtes e folgen:— micſiclo gedult, in uit neme geꝛwälle. 4. Vernachlässigung der Wortbetonung. 0§. 6. Es ist schon oben erwähnt, dass zwischen den minder betonten Silben eines Wortes die Dichter das Gesetz der ab- 666 steigenden Betonung nicht strenge einhalten, sich also gyin- 1 geston, sce legisten, anderdb, ellendè, goνiανtun, hüindelton, Nun en kiod.ſondò u. a. gestatten; augenscheinlich strebte bereits 5 damals die Sprache dem neueren iambisch oder trochäisch messenden Betonungsgesetze zu. Wichtiger ist der Fall, wo der Hochton eines Wortes vernachlässigt wird zu Gunsten einer der minder betonten Silben. Hier verlangt der Vers von dem Leser, durchschwWe- bende Betonung den Widerstreit zwischen Versbeto- U nung und Wortbetonung auszugleichen. Am leichtesten nung wird diese gestattet im Beginn des Verses, wo das Gefühl für das Metrum noch nicht lebendig geworden ist, nament- lich bei Eigennamen(bei fremden selbst im Versschluss ganz häufig, wenn nur die erste Silbe lang ist, wie Kei', Iiobin, Zünoéte), ferner bei Zusammensetzungen, wie marcgrdve, Hi Junoſienre, ellende, urlöup, antibrt, arbeit(ausnahmsweise so- Mt de gar im Versschluss, doch nur bei erster langer Silbe), oder es wird bei vielsilbigen Zusammensetzungen der zum Tief- ton gewordene Hochton des zweiten Wortes vernachlässigt: 6 unvnoll'che, ldntnflegæ're, undanencme, umsceliqſea, höchven- In tigen; in dem letateren Falle wird wohl bereits die Betonung iuge i der prosaischen Rede geschwankt haben. Lcbpiel —— LV—— Die folgenden Beispiele beschränken sich auf solche Fälle, in denen der Widerspruch der Versbetonung gegen die Wortbetonung unausweichbar sicher ist: Gunthern den henen mdn. tralſiSα lνꝙνiꝗe schnhen. naftselde in disem ldnde. nung. Rũiedegòn den Bitenè mdn. Hildebrdnt hrtè bdlde. Eelberodirt ꝛbds gehelxen. Gselher unν οννρit. vαναe“ dον bd. (es wäre auch vοαν lohern noch ödis erlaubt, denn bei schwe- bender Betonung sind auch die Rücksichten auf die folgende Senkung in Vergessenheit gerathen, 2. B. die schiœ nesten Junofröilaven u. a. Beispiele in Menge.) aund neohenten vil relitè dò.. den nuomælnè ist dller schundée frd.. Gedenſten àn schdllen in in meiot. daæ aunsα delieines Il p. Doch auch im Innern der Verse wird schwebende Beto- nung gefunden, freilich nur höchst selten, 2. B. diil liebe ꝛbds unden den ſinden. vo dem glesũnen ꝛborde gendnt. manèc ꝛbòõl Sprechènder Splumdn. Hieher kann auch gerechnet werden, wenn der Artikel statt des Substantivs auf der Hebung steht: dq ſies en den Ponſf trégen ddn. Sꝛole listio łin mam ibc ne. Im Nibelungenliede ist schwebende Betonung im An- fange des Verses nicht selten; ich führe die auffallenderen Beispiele an. Der Ton schwebt über zWei Silben: Le Silben and golt daa sꝛöoανν 107, 28. zuoο⁰οỹ[lie Ieristen lutè 350, J8. beton zieſien an in gemdo- 12, 78. betol (Vo die Fortlassung von in unnöthig war.) kungsd Hieher würde auch gehören: vlαααν u ldl den Rln 58, Ia, 1. wenn hier nicht der Zusammenhang der Lesart der Vulgata v0 in den Vorzug ertheilte: sdren Auſ, den Nin. därun Ueber drei Silben schwebt der Ton in den kolgenden Beispielen: vt Sivrides furtbée röt 93, 34. des selbèn ꝙejéi gedes mdisten 142, 48. des sichert in Ri edegò'nes hint 191, Gu. ſidt ſemen gesdiget Ezeln 285,52. di Rimen von Bucheld'nen 286, 7s. d mũereit in ldsterli che 344, 38. und andn in dhEen mndm 26, 74. Wole Sin ꝛodefun an sieh genòõmen 75, 34. 155 des ſuilſen in undertdnen 117,54. a10 Besonders hervorgehoben zu werden verdient dan innòé l, ꝛb0οe ννben lobnde 352, 74. Wend uuenst In den folgenden drei Beispielen dagegen ist wohl die Entfernung des tonlosen e ohne Anstoss: michi dlun ſhet ꝛbie ii, dii mõνε 356, 54. en bringet dies reliten mære 83,53. N˙νοοοαeet oi⁰e,¹l deνẽꝭHmue 95, 52. Nur scheinbar gehören hieher: getorsten vo Snνõ,Nren 294, 48. o oluogen dem mdgezòggen 301,24. Für er sluogen von silnen oꝛigſen tö't 294, aæ habe ich ge- setzt er Sleloꝙ in. Viele jener Beispiele würden auch hier vereinfacht wer⸗ den, wenn wir dem Dichter Formen zutrauen dürften wie andr, ꝛbdf, Inilf, ibœν, sidlhbn, aiehm, selbn; datu aber fehlt De es an schlagenden Beweisen. Vgl. S. LI. LVII Keiner besonderen Erörterung bedarf es, dass die Satz- betonungnicht immer völlig zusammenfällt mit der Vers- betonung, dass 2. B. einsilbige Wörter, die in der Sen- kung stehen, im Zusammenhang der Rede den Ton verlangen, 2. B. iꝛb0r Ieren il bel Schitnνẽỹñlduæ orlcl: 2bin I)flagen ritterschchft, wo in der Rede win den Hauptaccent hat, ohne dass man darum nöthig hätte, mit doppeltem Auftacte àu lesen: das ouuel. ꝛ0in Megens ebenso: a00l aodet eimnfangen Gne, u. S. W. 5. Weitere Bestimmungen. 14 A. Vom Hiatus. Ich nehme denselben in dem wei- 7. 5— teren Umfange, überhaupt von dem Zusammenstossen ZwWweler 0 Vocale am Ende und Anfange zweier Worte; denn, wenn man den Hiatus beschränken wollte auf den Fall, wo der eine der beiden Vocale ein eſist, so fehlt ein Name für den t dar in Fall, wo dies nicht stattfindet, obwohl derselbe doch auch besondere Erwägung verlangt. Der Hiatus gilt für durchaus t wohl dt unanstössig: Nel 20dlde in des Niſit enld'n. diir atlo fdute in den miiot. ze Britdnje in in ldnt. 20 e ddn Sõ Ircume. mit bte SꝛZ‚ον οe möõlite. iemen ãnderstod. Sꝛodl en des stdtè fundeé. dde 8i i den die dide. 57 bt in detn dd h' in tibélte. unde ddx si in venmite. ——— ů—— Doch ist es den Dichtern gestattet, in den meisten Fällen: LVIII B. entweder Elision oder Synalöphe eintreten zu lassen. a. Elision, indem ein geschwächtes eaufgegeben wird vor einem anderen e oder vor einem tönenden Vocal. Oft hat schon die Orthographie sie ausgeführt(2. B. S7us Sch cl 20ll bell.ben), ebenso oft bleibt es dem Leser sie vorzunehmen überlassen. Es unterliegt der Untersuchung, die zwar nicht immer ein sicheres Resultat zu liefern im Stande ist, ob jene Apocope oder diese Elision in der Absicht des Dichters ge- legen hat. Als Zeichen der Elision bediene ich mich eines untergelegten: ſGure und Heheꝛoͤrt. ir en Münde zn dinne iberlde. 57 SHndicl. t uinde erpdn:. oůnem æonne Juimdè ontict chen. den in æebene arnn vrhrimmen. SId fende Linch madn. Vermieden wird es aber, zweisilbige Nomina mit langer Stammsilbe und tonlosem e, das durch Elision entfernt wird, auf die Senkung zu setzen; solche Substantiva wiegen zu schwer für dieselbe; falsch also Jebe Ane leit, dagegen ist dies gestattet bei Partikeln, wie danno, dne, unde und bei zusammengesetzten Worten wie maregrdve, 2. B. des stoh den mdregrdve undenoant. Doch kommt bei W. alther auch vor rdse dine dönn. b. Synalöphe, indem beim Zusammenstossen zweier tönender Vocale, oder eines tönenden mit einem folgenden e, der erste seinen Ton einbüsst: Sebο eineα d. ſ don mdnſheè Ilot. den si in in trouime sdof. zne ib, ꝛ0 C dd. gestdlt. — D0 dul iuer 0. U zlältet! Wstreb des Vers Halten. tullt d. leseen l Lachmar uterduc den on . Lal bese Jocalis 8.M lle iah, Een ausl ner ge en WWein genden⸗ vor ein getibëro du enmitten. 8 er stdſel Sꝛ0νꝗ n rC strite Edm. 8 Doch die bestimmt langen Vocale eignen sich nicht zur Synalöphe; es würde 2. B. nicht gestattet sein zu sagen: deben Sꝰbsten& Ane mdmn, oder stéd ez. — So finden sich in dem Nibelungenliede 2. B. si in 3,74.1 108,24. 338,14. d ist 10, 15. 81 in 1993 100,28. 285,42. 362, 48. i 1u 27, 4à. I unſe. 90, 75. si A, 102, 18. 8l 1e 108, 18. 8L A. 203,28. 206, 44. Peber dd, dd u.. W. in doppeltem Auf⸗- tact bei Hiatus vergleiche Anhang S. 400,3. Im Innern des Verses bieten die Nib. an ihnen eine Synalöphe nicht dar. F. 8. C. Vom Versausgange. Wenn beim Beginn des Verses manche Freiheiten ge- stattet werden(mehrfacher Auftact, schwebende Betonung), s0 strebt dagegen der Rhythmus jeder Sprache gegen Ende des Verses dahin, das Metrum in möglichster Reinheit zu er- halten. Für den mhd. Vers kommt hienach besonders in Be- tracht der Schluss eines stumpfausgehenden Verses, dessen letzte Hebung durch ein eigenes Wort ausgefüllt wird. Lachmann bat gerade über diesen Punct sehr ausgedehnte Untersuchungen angestellt, und ich gehe im Folgenden von den von ihm aufgestellten Regeln aus. 1. Von der vorletzten Hebung. Hier ist nur der Fall besonders in Betracht zu ziehen, wo die letate Hebung vocalisch anlautet. a. Man scheint Versschlüsse zu meiden vie ſrideé ist, rede ich, hldge lch, genise ich; fride, rede, Ilage, genise, de- ren auslautende stumme e durch den folgenden Vocal noch mehr geschwächt werden, scheinen an so markierter Stelle EEEE LX des Verses für Hebung und Senkung nicht schwer genug ge- wogen zu haben. Auch im Innern des Verses sind solche He- bungen und Senkungen nicht gerade häufig. b. Bei fehlender letzer Senkung wird die Länge der voraufgehenden Hebung markierter verlangt, als im Innern des Verses(S. XLVIII). Während daher, wo schon der Vocal lang ist, in Betreff der auslautenden Consonanten Nichts Be- sonderes zu bemerken ist(endib um, uli'x din, stélt ein), ist bei kurzem Vocal der Auslaut Beschränkungen unterworfen. Er darf bestehen d. aus Mutis nur, sobald dieselben positionbildende sind. Als solche gelten hier nicht Media, nicht Tenuis, auch nicht„(Wofür/ au setzen ist) und schwerlich s; aber auch Fund selbst 3z scheinen ausgeschlossen zu sein(also nicht got ot, tridſf ich, sde dn, ausnunehmen scheint mite). Es bleiben demnach nur o, seh und Consonantenverbindungen: gesdoſi loli, hunndsdh dm, alt ich, gãst dn, erölt dch. 6. aus Liquiden dagegen unbeschränkt; vom er, mdn in, en lot. Dabei aber ist zu beachten, dass man Consonanten ver- meidet, die zum Auslauteé nicht geeignet sind(gleichviel ob sie erst durch Verkürzung des Wortes ans Ende getreten sind oder nicht), indem diese unwillkürlich ein Zusammen- wachsen der vocalisch anlautenden letzten Hebung mit der so auslautenden vorletzten bewirken müssten. In diesem Falle würde dann der letaten Hebung die zum Schluss des Verses nöthige Kraft des Tones entzogen werden, weil sie zur Enelitica der voraufgehenden würde; also nicht ſand in, nüoꝙ in, Juiob in, sondern uint in, tmbe in, minm ich, song iol, oböbd toh, sondern aminmne rolde ioh oder wenigstens 2rlt i0h. ſuuiop in; nicht loli, sörqe icſ, 9*1 cheiden ſat ool 11 Eisst f. hr L 4 0 000 weel! fih. Uiltge Lint Wie ö0 U, Uf terxe mur! 0 Uud kerta d 1 vel dEnh Aumentl uuauk Ach un , Mdn ten ver. aviel ob getreten 8. 9 2. Von der letzten Senkung. Hier ist zu unter- scheiden, ob das die letzte Hebung ausmachende einsilbige Wort consonantisch oder vocalisch anlautet. a. Die letzte Hebung lautet consonantisch an. In diesem Falle wird G. mehr noch als im Innern des Verses nach deut- licher Einsilbigkeit der Senkung gestrebt, also nicht vol- gelen dAn, sandoten dùr, sondern völgten dunꝰ). Verschleifun- gen freilich wie ασεg9 eld N, behdbtèe den stibit, stibitè Jyerdit, kann man nicht ausweichen, aber man vermeidet doch die Fälle, wWo der Consonant das erste Wort schliesst, wie IllIolef, on— Idln. 6. alle schweren Kürzungen werden gemieden, also nicht eunert sin, Sdoli dumò Sieli, aumb ꝛbdi. Ja selbst diejenigen Kürzungen, die schon vom Sprachgebrauch anerkannt sind, Wie sam, mit, vil, fün, den, in, un, im u. s. W., und mehr noch dn, und, umbò scheinen an dieser Stelle Beschränkungen un- terworfen zu sein, 4u 2. B. nur vor 2(ãn vit, din nöt), und nur vor d und:?(also nicht: ritterllch umd ꝙuũot), umb vor n und 20 gesetzt zu werden. Achnlich verhalten sich andere Ja Hartmann geht so weit, an dieser Stelle(ohne Rücksicht darauf, ob die letzte Hebung consonantisch oder vocalisch anlautet) sogar die Prä- terita der schwachen EC und 6-Conjugation zu vermeiden, deren Stamm lang ist, wohl weil die Aussprache jene ursprünglich langen Vocale, auch als die Orthographie sie schon aufzugeben pflegte, noch zuweilen hören liess, namentlich wenn positionbildende Consonanz im Auslaut der Stammsilbe vorhanden war. 80 gebraucht Hartmann hier nur die Präterita der Verba, deren Stamm mit einfacher Liquida schliesst oder deren Auslaut ein E᷑ oder eine Verbindung mit t ist(weil das letztere den unmittelbaren Uebergang auf das te des Präteritums erleichterte), also wohl Idlate dn, diente zlr, ber trdnte sich, hſte ddd, geniete slen; aber nicht gerne machite sieh, enbdrmte sioſ, ungeꝛodnne sohn. — II Kürzungen, wie ern statt eine, Syncope der Declinations- vocale u. a. Ja es scheinen einige Dichter sich sogar die Be- schränkung aufzulegen, die Form dem und überhaupt den männlichen Dativ Sing. der Adj. auf nur vor folgendem m oder etwa dem verwandten ô sich zu gestatten. b. Die letzte Hebung lautet vocalisch an. In diesem Falle ist die Erlaubniss zur Elision und zur Apocope eines auslautenden e, die im Innern des Verses unbeschränkt war, wesentlich eingegrenzt. a. Eine] dem Leser zugemuthete Elision ist nicht gestattet, also nicht eodl.ſonle in,, unde Abe, tydit Hire in, vil vaste un; der Dichter darf ein Wort hier nur dann so ver- wenden, wenn er sich die Kürzung desselben gestattet. Da- bei aber giebt es noch besondere vom Metrum auferlegte Begrenzungen, und zwar hat die Art derselben etwas Auf fallendes. Von vornherein sollte man vermuthen, dass die Worte mit kurzem Vocal und einfachem Consonanten zur Abwerfung des e im Auslaute am ersten müssten geeignet sein, da dies ja sonst bei ihnen am ehesten fortfällt. Dem ist aber nicht so, vielmehr lautet die Regel: 6. Abwerfung des e kann nur stattfinden, wenn die voraufgehende Silbe lang ist(durch Vocal oder Position) oder mit einer Liquida schliesst; auch bei tonlosen Silben wird auslautende Doppelconsonanz oder Liquida verlangt. Dabei gelten dieselben Beschränkungen für die Position bildenden Consonanten, die oben in Betreff der vorletzten Hebung S. LX angegeben wurden, also s ꝛ0 ich, den gdrzün éin, dda Sprioli leſi, dds leist ioh, jdimend in, von sditel dbe, und aus- nahmsweise(Vor persönlichem Pronomen oder 1st) auch ds sorꝙ ich, den minn ich, vdl eumb in, ꝛc eolexen ist, während, wie auch oben angegeben, eigentlich Trennung der Worte durch scharfen Auslaut verlangt wird. Aber nicht dds cla ieli, des bit ich, das Iobõ dch, minnet. in, xceget' en, ab¹ν, dunmn J½, lachend àn. Auch hier scheint nste eine Ausnahme zu mcten ult 0umi in Dise iu de den ug m än „8 iuBengch le oder 10&. IS hißd Aupfer Vet mpobopier khart marki Wocalanlaute Aler letzte Ele nale; Rukung gi hßä zur Erl Wäbrenl, ler Nork — F machen und es kommt vor gern mit inu, und mit drt, en gienc mit im. Diese Regel, wie schon das Zusammenfallen derselben für die Senkung mit der für die Hebung bei fehlender Sen- kung vermuthen lässt, hat eine allgemeinere Grundlage. Sie lautet nämlich noch allgemeiner: . auch ohne dass der Wegfall eines auslautenden e in Betracht kommt, steht der Auslaut der letzten Senkung unter demselben Gesetz wie der der vorletzten Hebung. Bei tönendem Vocal(wozu natürlich auch das hochbetonte e àau rechnen ist) ist die einzige Abweichung die, dass hier 3 ge- stattet zu sein scheint(ob auch 29); aber's scheint auch hier ausgeschlossen. Falsch ist also: dd tet en, den bat ich, IHbondlio ist, dds ꝛbd& loh, ungeꝛbent ebds ie:; dagegen richtig: die min ie, stdoh en in, en reit dbe, en lie, dn, si vuõοr. dbe, 0, In örs, unmdnlioh ie, s sich dn, n mioh dn, Ndindso dn, maenntsch ist. Erweitert wird aber der Umfang der in der Senkung erlaubten Silben dadurch, dass tonlose Silben, an deren Schlusse kein e apocopiert ist, ohne Beschränkung auslauten dürfen(obwohl Liquidalauslaut auch hier über- wiegt), also grimmec ist(aber nicht grimmie ist), minnet in (Präs.), während minvet in(Prät.) gegen g̊ verstossen würde; falsch wäre dd ist er schuldie dn, oder soſrildig àn, richtig aber schuι,’o un oder sclnildeg ùn, falsch wieder dcſ Sohuldig In oder ich Solu¹ν⁸g in. Es wird also für vocalischen Anlaut der letaten Hebung stumpfer Verse, ausser bei Liquidalauslaute und ausser bei unapocopierten tonlosen Silben, eine durch deutliche Länge scharf markierte und in sich abgeschlossene Silbe vor dem Vocalanlaute verlangt. Für die vorletzte Hebung bei feh- lender letzter Senkung liegt die Veranlassung zu diesem Ge- setze nahe; dass aber dasselbe Gesetz auch für die letzte Senkung gilt, muss auffallen, wenn nicht die Bemerkung etwa zur Erklärung ausreicht, dass am Versschlusse den Hoch- III— ton in die letzte Senkung zu legen und dem Tieftone die letzte Hebung zuzuweisen gerade dann erlaubt ist, wenn die hochbetonte Silbe lan g ist, wie ja arbeit, antibùrnb u. s. w. im Versschluss erscheinen. Vielleicht stehen diese beiden Erscheinungen in Verbindung. §. Hiatus ist im Versschluss unbedenklich: helme ie, Huloο, dunnè iſit, olc?e ich, genise ich, die beiden letateren Beispiele sind aber nicht ganz correct wegen des in Betreff der vorletzten Hebung F. S, 1. a. Erwähnten. §. 10. Nicht alle Dichter beobachten die eben in Bezug auf vorletzte Hebung und letzte Senkung angeführten Regeln, und für die, welche sie beobachten, bleibt wohl bei der gros- sen Specialität der meisten derselben ein Zweifel erlaubt, ob das Nichtvorkommen von Ausnahmefällen nicht etwa nur Zufall sei, ob wirklich ein von correcten Dichtern nothwen⸗ dig getheiltes Gefühl ihm zum Grunde liege, und ob das Vorkommen hier verbotener Versausgänge gestatte, entweder die Ueberlieferung(zumal wenn sie im Uebrigen gut ist) au ändern, oder gar das Gedicht einem correcten Dichter ganz abzusprechen. Mit Recht scheint mir Rieger zu sagen: Die Beispiele vocalisch anlautender letater Hebung sind so sel- ten, dass es gewagt scheinen muss, die Möglichkeit gewisser Fälle des ihr vorangehenden Auslautes ganz zu leugnen.“ Ich stelle die bemerkenswerthen Versschlüsse des Nibe- lungenliedes nachstehend zusammen. In der Hauptsache stimmen sie zu dem von Lachmann als correct aufgestellten Schema, in einigen Puncten weichen sie ab; ich habe mich hier nicht für berechtigt gehalten, den im Uebrigen in C80 gut überlieferten Text auf solche Bedenken hin zu ver⸗ ändern. 1. Letzte Senkung vor consonantischem Anlaut der letaten stumpfen Hebung. un zu ſet em Aul Hier gestattet sich der Dichter ziemlich volle Freiheit. Nicht nur setzt er in, den(als Genitiv Singularis wie Pluralis), zm, ꝛbο, vel, an, fün, dar, von, ohne Anstoss in derselben und ohne Rücksicht auf den folgenden Consonanten, son- dern er gebraucht auch den männlichen adjectischen Dativ auf n vor anderen Consonanten als dem n: anit dem bogen 142,2. dem sal 307, 3. 309, 33. 346,24. 356,63. 14 Sriunt- licliem site 119, 46. in Hérlioiem sitè 138, 5, desgleichen den adjectivischen Genitiv und Pativ auf„ohne Rücksicht auf folgende Consonanz. Er setzt helt(den lielt guot 347, 55), niſit(obwohl er noch nielit: Iiehit reimt), iht, quoſn, geꝛbdl. fent an dieser Stelle, und gestattet sich zu sagen: It ein 6K 291, 18. 0lens(für si) trdgen 62, 63. vi euο eui¹s man 8l 348, 18. ein ꝛbisents brn 304, 62. à vonderot stdn 147, 54. dꝛ0%. SꝛbeSten Si, dn mim 183,57, denn so wird statt àne àzu lesen sein. Auch Erelen ldin habe ich geduldet 222,4“. 2. Letzte Senkung oder vorletzte Hebung vor vocali- schem Anlaut der letzten stumpfen Hebung. Die Beispiele im Nibelungenliede sind die folgenden. 1. mit Hiatus: dd 4 203, 48. unde elcl 142, 34(die Hs. vn oder vnt, was ebenfalls nicht gegen Lachmann's Regel verstossen würde). 2. Beispiele mit langem Vocal kommen nicht vor. 3. mit kurzem tönenden Vocal: alsam 4 100, 68. 127, 18. 178,18. zn an 254, 63. 328,54. Jar am 66, 14. 76,24. 33 1,58. dar in 108,23. 302,6 318,34. 319,4, 323,5“. 338,14. Nen n 311,28. en an 313, 44. 339,24. szαον dαan 83,61. 210,24. mieh an 274, 14. 81 dd dn 169,64.[Hesehn an 255, 31.] 4. mit unbetontem e: d4. unverkürzte Formen. Besonders häufig mit auslautendem n(einige dreissig Beispiele), wie minen eit, hinden an, Nefen an, tdten C, soſilſſon abe u. s. Ww. Dann: aunden in, einander an; alles an 286, 52. vollees dilit 210, 12. gelbanfet an 269, 41. Szote siæ getraget an 185, 26. a00l geꝛbllſent in 68, 16. 6. mit Unterdrückung eines schwachen e: der Helden 4 203, 72. 4ç. unen 449,38. n Feristen liohien& 192, 44. ndcl. nttenliohten& 6, 28. Der Nibelunge Liet. E ———— — BI Dagegen fügt sich die folgende Stelle der Regel Lachmann's nicht: dem ers gelobet& für gelobete 4 101, 28. Zu einer Verän- derung derselben hielt ich mich jedoch nicht für berechtigt. 2. VOM REIME. Dieser ist im Allgemeinen doppelter Art, stumpf oder klingend. Bei beiden Arten gelten Hauptton und Nebenton gleich, wie ebenso bei der Versmessung, und reimen auch auf einander unbedenklich. Tonloses ereimt nur ausnahms- Weise, 2. B. MMlonde: ebeue nde. Der stumpfe Reim jst einsilbig, entweder schon gram- matisch, oder erst metrisch durch Verschleifung zweier Sil- ben nach den in§. 3 angegebenen Bedingungen; 9enänt: belteint, ndit: stũt; Dietri ohe gremli eſi, Sꝛbdimelin- ſoi'ne- Mn; böõtschlſte Erndſt, finatdet ldc.— versdgen: Vldgen, er- sbeigen:trãgen, namen: scſidmen, eribigenm geligen, nlegen: degen; ligen: sdè liqen. Der klin gende Reim besteht eigentlich aus 2 Hebun- gen. Er ist nämlich entstanden, indem man schon frühe es liebte, sobald am Schlusse des Verses die Senkung zwischen den beiden Hebungen desselben Wortes fehlte, auch die erste der beiden Hebungen mitreimen zu lassen. Als bei Ab- schwächung der volltönenden Endungen die letzte Hebung ihre Selbstständigkeit verlor, verlegte sich der Hauptaccent des Versausganges völlig auf die vorletzte Hebung und die letzte Hebung ward nur noch als eine nachschlagende Silbe gefühlt. Schon bei Otfried kann man klingenden Reim nur auf gezwungene Weise leugnen. Daher verlangt die Regel für den klingenden Reim, dass seine erste Silbe stets eine lange sein müsse; natürlich kann sie auch durch Verschlei- fung a noch! lſt, 8 ten Aus erll in al Hillt dleili fier E Lang⸗ ene Didd die H- den A 1 Aut un lassi 8i Nun at Age jeder! Gl Lolte ſfenle nde dilbe Beim nur die Legl stets eine Verschlei — ILXVII— kung aus zwei kurzen entstehen, die, genau genommen, dann noch Hebung und Senkung repräsentiren. Beispiele mαre: zuocne, Solilde: ablde; Sdgene 8 trdgene; mœnen: löbebò ren, Srdten: hdch ten, mælre: ftœ re. 3. VON DER NIBELUNGENSTROPHE. 8 13 Die Nibelungenstrophe besteht aus 4 Langzeilen, deren Ausgang den Reim trägt und deren jede in zwei Hälften zerfällt. Die erste Hälfte, mit klingendem Schlusse, besteht in allen vieren aus drei Hebungen; von den vier zweiten Hälften, die sämmtlich stumpf schliessen, bestehen die ersten drei in gleicher Weise aus drei Hebungen, die vierte aus vier Hebungen, sodass die Strophe also drei gleichgebaute Langzeilen hat und eine vierte, die in ihrer zweiten Hälfte eine Hebung mehr zählt. Das folgende Schema liefert ein Bild derselben, wobei ich, von den Senkungen ganz absehend, die Hebungen durch', die nachschlagende Silbe des klingen- den Ausgangs durch“ bezeichne: / 139— . 1 7 Die Reim e sind, wie angegeben, nur stumpfe. Ihre Art und Kunst giebt noch zu folgenden Bemerkungen Ver- anlassung: Sie sind nicht so strenge rein gehalten, wie bei den mei- sten anderen Dichtern der mhd. Zeit. Namentlich reimen lange und kurze Vocale auf einander, vor allen à.: d, fast jeder zwölfte Reim ist ein solcher; mun: hdn, fun misse- gan, mamn getän; doch auch e, Volltéree ger, Clselſien: Volſur; und: d, dioht: Dieterich, mich.: rieh 290, 6; sich: gremelieſ. 143,5(übrigens reimt die Endung Meli delh), E* LXVIII yun: min 320, 6; un: Hüünegin, in feünéegün: endlich selbst 0, geſidrt: hort 78, I, doch nur dies éine Mal. Man beachte ferner folgende Reime t9˙: se⁰i,(statt Suν) oft, fuo duo(di) 278, 2. 280, 1; Nilit: lielt 95, 2. 266,2. (Wwährend sonst uiht- geschrilite siſit gilit reimt); beibdrumne ge— Seodnn(statt gesꝛvonn) 68, 4, varn: gestbα⁰),⁰ 329,5; enmorde- 0 tot 153, 7, geꝛbannôte tät 267, 1, vonderjste: rqob 309,5. Besonders zu erwähnen sind die Reime auf tonloses e, 2. B. Hagenè: tragene, Jote: guote. Erschienen dieselben nur in solcher Gestalt, so brauchte man nicht anzustehen, sie als seltenere klingende Versausgänge(natürlich mit Verlust einer Hebung im Verse) neben den regelmässigen stumpfen zu betrachten; aber mehrfaches ungenaues Mitreimen der vor- aufgehenden Silben wie die allgemeine Regel, dass die Strophe stumpf reime, machen es doch wahrscheinlich, dass das eigent- liche Gewicht des Reimes noch auf die letzte Silbe fällt. Es erscheinen folgende derartige Reime im Nibelungenliede: Hagene tnagene, dagene, qaſſene, sdgſeme, Plugene, ensluqſemèe; Hagene: degene(Sehr oft), Hagenèe: hubenè 259, 4, ve 310,1; Kmemlde: abilde, Joten: quoten; mœrè e ibcene, SHν Svoονε] Sꝛbανε eε iονο? Solde bοi‘,;, gesdndé: lunde; dæem: ldæen; sluiegſe: trüege; steinè: leineé 117, 7; gendmen: be— gume”.— Oder wäre erlaubt Hagene: degene, habeme, æe- sdumenè als unreine und alterthümliche Reime zu fassen, wie sich findet dehn: lebn 117,349 Wie der reimende Versausgang im Nibelungenliede der Regel nach stumpf, so ist die Caesur, der Einschnitt der beide Vershälften trennt, der Regel nach klingend, also: mœre, vremde, striten, Fnottebe, hiéten, untilebè u. s. w., wobei ich heraushebe die Caesur eteslichiem, die ein paar Mal er- scheint, 278,44. 298, 12. 299,12. Von der Regel des klingenden Ausgangs erlauben sich die obliquen Casus der Eigennamen&HHuit und Gusellien eine Ausnahme, wie sich ja überhaupt Eigennamen leicht metri- Khen! Lebun, ( in Ver. Cacsur Aomme alens häitun ch un U Hebu Dure Wo gele, deh 80. Ca oh ten. der 03 Cae ling ich UI0 Ien name n sich reine metri⸗ — LXIX schen Regeln entziehen. So erscheint als zweite und dritte Hebung SFrdden mindestens zehnmal, und dem entsprechend GAl.selherèe ebenfalls mehrmals, ohne dass man Verderbniss im Verse anzunehmen oder gar Gselhre àu schreiben nöthig hätte. 21,3s ist durch Versehen des Schreibers sehen auf der Caesur statt Schoslben geschrieben, und derartige Fehler kommen in der Hs. noch einige, doch sehr wenige, vor. In allen späteren Hss., und namentlich denen, die die Bear- beitung liefern, ist das Gesetz der Caesur oft vernachlässigt, roh und willkürlich. Ju beachten sind die auf der letzten, d. h. der dritten, Hebung verschleiften Caesuren, wie biderbe, lebenden, Durengen, degene, leùnege, Hagene, trahene, himele, æb0bele, Neleden, ebene, huumenden, abidere, vidlelen, ligene, ladlete, 20- gete, engegene, deibedene, ubele, ubere, redetet, tug9ſenden, se- ſene, vogele u. Ss. w. Die Handschriften haben oft die Ver- schleifung auch orthographisch vollzogen: leblen, lobte, er- tohte, Lebude. Aus dem Kreise dieser Beispiele mit tonlosem am Schlusse tritt heraus Etzele mit stummem e, wie die sorg- sume Lassbergische Handschrift fast ohne Ausnahme auf der Caesur schreibt; ich habe nicht gewagt in Etzel àu ändern, obwohl die ersten beiden Silben keine Verschleifung gestat- ten. Hiemit vergleicht sich, wenn mehrmals buuoſtelen auf der Caesur erscheint(67,24. 89, 2“.) und gesellete(275,5), wo CBA übereinstimmen. Neben dem klingenden Ausgange finden sich auch Caesuren mit stumpfem Ausgange, natürlich ver- längert um eine Hebung; ich zähle die Beispiele auf: 1. Die letzte Hebung trägt nureinen Tiefton und schliesst sich unmittelbar an die dritte Hebung an, so airlobp, IrdUu. Sohlft, henm, mdrsoſiàle, leirohliùf, Soidohmun, guüld“ n, Jarmn, ànstrdch,, Murvunt. So erscheinen besonders Eigen- namen: Kriemlult, Geinnò't, Sl.frit, Gumnthor, Ddncioòrd u. a. — ER.— 2. Die letate Hebung, zwar tieftonig, ist doch durch eine Senkung von der dritten getrennt: αdeltelt, vingerli'u, Iidcliqeæl't, ꝛbiderspil, seogelsell, stegereùſ, und Eigennamen: Rii edegdn, Gutelint, Bloædeli'n, Hildebrant, Gi' sellèr, Liu- degò'r, Liudegòst, Pilqeri'n u. a. 3. Ein selbstständiges Wort bildet die vierte Hebung: 8i sprdch dii bist miin mdic 136, 36. So erscheinen man 296, 14; Iunelit 295, 36; ꝙοt 336, 14; Jon 301,24; getän 285, 36; ο 186,5* m¹νε 226, 34; u4n 266, 14, 292,1“; mnαnt 266, 7*; soſult 151,52 als vierte Hebung auf der Caesur(vgl. 168,64. 189,72. 275,3“ Varr. und 285, 1 wWo die Hs. n statt mine hat). Be- sonders zu beachten ist S½ 154, 44, weil dies Wort ursprüng- lich zweisilbig war. Für derartige Worte hat Lachmann die vierte Hebung nur dann für erlaubt erklärt, wenn sie als zweiter Theil einer Zusammensetzung auftreten, also nur tieftonig sind, wie 19,12 Sο⁸tersjwss oDiese Annahme Lach- mann's hängt zusammen mit der aus den Hss. der Vulgata geschöpften Regel, dass für die klingende Caesur in den Nibelungen verschleifbare Silben genügten(wie allerdings schon vor der Mitte des 13. Jh. einzelne Dichter derartige Worte auf wirklich klingende reimen). War das der Fall, 8o folgte daraus, dass dieselben Silben nicht auch die vierte Hebung bilden durften. Möglicherweise herrscht dieses metrische Geseta in der Vulgata wirklich. Dem Original sind beide Regeln fremd; es kennt bei drei Hebungen nur klingende Caesuren und gestattet bei vier die Silbenverschlei- fung auch ohne jene Beschränkung. Sie findet statt bei be- Naben 50, 186, ꝛ01llehomen 20, 11 u. ö. Gechsmal), geben 266,6² und aνάᷣοο 301,24. Oft scheinen Zwecke der rhythmischen Malerei bei die- sem Abweichen von der gewöhnlichen, klingenden, Form er- strebt zu werden. Obgleich der Reim nur auf dem Schlusse der Langzeilen ruhen soll, so finden sich doch nicht wenige Strophen, in deneng 3 b mit de Fuuple 155.5 lelun etzun er Te n e berle tlan Leim den) Lomé dend Bein Vöbe in d Vie 80h 821 i dt un pe nic 0 Lio genl müs eine lunt rech t bei le⸗ geben bei die- orm er- geilen jen, in —— denen auch Caesuren mit gleichklingendem Ausgange schlies- sen, bald die beiden ersten unter einander, bald die dritte mit der vierten, nur in sehr wenigen Fällen ist die ganze Strophe auf der Caesur durchgereimt(1,1. 3,5. 7,6. 16,5. 50,3. 128,1(2). 151,3. 292,7). Man ist bei der Beur- theilung dieser Reime bisher stets von der irrigen Voraus- setzung ausgegangen, sie seien beabsichtigt. Das ist nicht der Fall; sie haben sich vielmehr ungewollt und unbeachtet von selbst eingefunden, und das Ohr des Dichters hat sie überhört, wie sicher auch die Mehrzahl der Hörer stets ge- than hat und noch jetzt meist thut. Hier beabsichtigte Reime zu finden ist ebenso unbegründet, wie wenn man den Versuch gemacht hat, in Gedichten der Griechen und Römer aus zufälligen, kaum beim besten Willen zu vermei- denden, Gleichklängen das Vorhandensein der Kunst des Reimes behaupten zu wollen. Auch auf den Caesuren der Nibelungen durften, ja mussten sich zuweilen unwillkürlich in der Nähe bei einander gleichauslautende Worte einfinden; wie wenig damit aber Reime beabsichtigt wurden, zeigt sich schon dadurch, dass fast ebenso viele Beispiele, wie vom Zu- sammenreimen der ersten zwei und der letaten zwei Caesuren sich finden, auch vom Zusammenreimen der zweiten und dritten Caesur, oder der ersten und dritten, oder der zweiten und vierten, oder endlich der ersten und vierten sich auf- weisen lassen; das zeigt sich ferner auch dadurch, dass ein nicht geringer Theil dieser Reime in Wiederkehr desselben Wortes besteht, eine Art zu reimen, vor der sich alle guten Dichter gehütet haben, und auch der Dichter des Nibelun- genliedes da wo er wirklich reimen will. In diesem allen müsste man ebenfalls beabsichtigte Kunst suchen und 80 eine hierauf basierende Theorie der Caesuren für das Nibe⸗ lungenlied entwerfen. Ich muss dies aber für ebenso unbe- rechtigt halten, wie mir W. Grimm's Ansicht über den Reim bei den römischenDichtern ungerechtfertigt erscheint, wonach LXXII 2. B. dieser Gelehrte bei Lucrez 2 Pleæis ipsd ſiguris ein doppeltes in einander verschränktes Reimpaar hat finden wollen. Von beabsichtigtem Reim kann meinem Ermessen nach höchstens die Rede sein in den auf- gezählten ganz durchgereimten Strophen, am wahrschein- lichsten wohl bei der ersten; aber es ist keineswegs durch- gehender Character der übrigen durchgereimten Strophen, dass sie an besonders wichtigen Stellen des Gedichtes auf- treten und diesen durch die Zier des Mittelreimes einen noch mehr in die Augen fallenden Schmuck ertheilen. Ich glaube daher, dass, mit Ausnahme etwa der ersten Strophe, bei den übrigen, selbst bei den ganz durchgereimten, der Reim vom Dichter nicht beabsichtigt ist, sondern sich unge- wollt eingefunden hat. gereimten Strophen als eine besondere Strophenbildung ꝝu achten und der Ueberarbeiter entfernte daher die meisten derselben, auch dadurch einige Routine in dem Hand- werksmässigen seiner Kunst verrathend; es blieben nur 1,1. 102 audlu¹petità sis pen— Bald aber fing man an, auf die durch- 3,5 und vielleicht 16,5; in D, das im Anfang zu 0 stimmt, auch 7,6. In J aber fehlen sie säàmmtlich, in d mit Aus- nahme der ersten. Ich lasse ein paar Uebungsbeispiele folgen, um das bis- her Erörterte anschaulicher zu machen. 161145 Uns ist in alten mælren ꝛbuνens vil geselt vοHdleden Lobebœnen, von grõxen drnebeit: οH fnerüde Lel. Did, oig en, von eb. oinen uünde Vbgen, von feii ener rech en strl len mulhet In ¹ν uUοijder hανονπ Sdgen. „ 7 E ibiiolis in Buregonden eiot vil Adel madgedin, dla in allen lunden niſit schohu mölite Süln, EKrleniſtilt geleigen: diis ꝛbdrt ein schene 20l Y. dan vimbe muiosen diſene vil verlibsen den I5. ud bů fin 1040 ſ1 bul Ln lu miy CrU. LXXIII Ir jidgen drl. xil ege del inde ruleſ, Gunther Unde Ge'nndò't, die rdeſten löbell'oli, un G selhen den qunge, ein abœtll'clien daen. diil Frbibe dbds in Sꝛb-Sten: die hèlde Jid. lens in in Yfl — ον. Ein nchids Tiuneginne fuoi Viote in maioter es: zy vdten den Mes Ddnerd't, den in diu enbèe lies SVNde Slme Ilebene, ein ellens rchen mdun, den õijch in Sner Jiigonde ꝙròæen&nen vil geibdin. 18,7 u. 19,1. Das æuννꝗ, τte S“ν“ den Rélt von Niderldmnt- 3 5 4, 7 4 5ο’αον Hſit vermᷣαẽ. ebiden mdoſi dln Iidmnl. ſoh. bin ein hiln“ο ‚ο“,t, Sd histii Hvi neges mdm: jd enaimt din nilit mũt Strlte deheſen mnen gend' hesté'n. Noſi stberten reꝶ di serèe von Mäâtæen OhU. e moſitè Hddgenen siöstersunm von L. ropege vil avol si-n. ddE der sd ldmnde ddqete, das ꝛ0dis dem ſfell ſiegè ldit. Ic Andenstuondes Gdnndt, den vitten Iii ene und gemdit. 151,1— 151,4. Da sprdch. vil Sοαον den vνν¹uο]ie mdin Aelt in, vii nee ndhhe, buliben ilit HegAl- In der ꝛbnlt un lemen, Ldt des Benöllien Sin IV triice und flf gendde die liebem urlutinne mũ'n, Vnd Idit oi des genteren, das si ii Sibster Sli dureli dllen fibnsten tüſſende bont in mit trteben 5 — mir muͤleaen ꝛbνten Iunge mdn vdten umd m'ne md: — er Miut nle froον,ꝭƷ éne am Frtuundeé leiclen getl.u. — —— —— LXXIV Er rümpf steli bitterbl clie, als im diu nõi't gebdit 170 eund Sprdcſhi dd jemerlü'tche der mörtlüchô tölt mdg iuο ub: gerliunbο, her ndielt disen tlgen 8 gelöubt am raſiten triueben, daaæ ir duuc. Selben lidbt ersbgen. Die hluοοε dllenthdlben von hᷣlaotè ꝛb, n udæ. do rangen mit dem töde: unldnge tét er dda, 00 zbdν in des tqj des abd fen dil ac sdne ondit- dd moſitè rdden nilit mõre der réelie ſoli en aind gemdit. 199,2 u. 3. S/ ꝛbd, den nhisten ndſite æe Everdingen leumen. genlolſe us Bͤierldnde, sölden si lidin gendmen den robꝶ A.ꝶ der atrdiae ndef In geibõnhł'it, odor Bbten sl den goͤsten erboten aͤtesli ch loit, Das h'te inõl heſritetet den ddel Euedegen. en, frionde til'sent ritten indé dunnoeh, mdr. dd ebds ou⁰eοi Hmen Gͤ'telint des mareqrdven aꝛ0. mit ir. fuon fenrenlichè vi mdneges hli onen réclten lly. DAZ IST — — — — — — — — — 2 2 — Von d Von di Vie 8 Wie Wies Wie c Wie ſ aut de Kehnitt I AVENTIURE. (Von den Nibelungen)) II AVENTIURE. Von Sivride, wie der erzogen wart III AVENTIURE. Wie Sivrit ze Wormze kom IV AVENTIURE. Wie Styrit mit den Sahsen streit V AVENTIVURE. Wie Styvrit Kriemhilt alréste sach VI AVENTIURE. Wie sich Gunther gein Islande hin ze Prünhilt bereite VII AVENTIURE. Wie Gunther ze Islande mit sinen gesellen Kkom VERZEICHNISS DER AVENITIUREN Seite 22 10 19 ) Die Ueberschrift der ersten Aventiure bezicht sich wahrscheinlich auf den Inhalt des ganzen Gedichtes; auch in der Klage führt der erste Ab- schnitt den Gesammttitel: Auuen ture von den Rlade. VIII AVENTIURE. Wie Sifrit näh den Nibelungen sinen recken fuour 74 IX AVENTIURE. rriittze Worme in botscheßte füõ X AVENITIURE. Wie der künec Gunther ze Wormze mit frou Prünhilt prütte. 88 XI AVENTIURE. Wie sivrit sin wip heim ze lande fuorte, und wie si sit dà heime broutten ˙ XII AVENTIURE. Wie Gunther sivriden und Kriemhilt ze Wormze mit bete brähte, da in i guch stt ersluo XIII AVENTIURE. Wie Kriemhilt mit ir man zer höchgezite fuor 118 XIV AVENTIURE. Wie die küneginne mit einander zerwurfen„ XV AVENTIURE. Wie man ze Wormze widersagetu 133 XVI AVENTIURE. Wie Sivrit ermort wart 5 XVII AVENTIURE. Wie Kriemhilt ir man klagte, und wie man in begruop XVIII AVENTIURE. Wie Kriemhilt dä bestuont und ir sweher dannen reit. e e Ir derN Tiedet I Knenl Wie dät Miesin Ri det! rit Wir die n Jie Hagt XIX AVENTIURE. Wie der Nibelunge hort ze Wormze bräht wart. XX AVENITIURE. Wie der künec Eʒele nãh froun Kriemhilt 2ae Wormze sinen boten sande XXI AVENTIURE. Wie Kriemhilt von Wormze schiet dö si gein den Hiunen fuor XXII AVENTIURE. Wie Kriemhilt und Ezele brüten in der stat 2e Wienne XXIII AVENTIURE. Wie der künec Ezele und diu frowe Kriemhilt näch ir friunden ze Wormez sanden RWo XXIV AVENTIURE. Wie die boten ze Rine quàmen und wie si danne schieden XXV AVENTIURE. Wie sich die künege ze den Hiunen huoben XXVI AVENTIIURE. Wie si mit Elsen und Gelpfräten striten und wie in dõ gelane XXVII AVENTIURE. Wie der maregràve die künege mit ir recken in sin hüs enpfie und wie XXVIII AVENTIURE. Wie die Nibelunge ze Ezeln bürge kömen und wie si dà enpfangen XXIX AVENTIURRE. Wie Hagene und Volkér vor Kriemhilde sal sàzen. 197 204 27 230 2⁴3 253. 262 0 XXX AVENTIURE. 43 Wie die künege mit ir recken släfen giengen und wie in dé geschach 278 XXXI AVENITIURE. Wie die herren ze kirchen giengen XXXII AVENITIURE. Wie Blœdel mit Dancwart an der herberge streit 294 7750 100 XXXVIII AVENTIURE. Wie Dancwart diu mær ze hove sinen herren ite 209 XXXIV AVENTIURE. 0 Wie Irine mit Hagenen streit, und wie im sit an im gelane 311 XXXV AVENTIURE. Wie die drt künege mit Ezele und ir swester umbe die suone reiten. 319 XXXVI AVENTIURE Wie Rüedeger erslagen wart 327 XXXVII AVENTIURE. U 5 Wuol Wie des herren Dietriches recken alle wurden erslagen. 342 XXXVIII AVENTIURE. Wie der herre Dietrich Gunthern und Hagene betwane 355 Uud Uis iiftc tet Au lr du L AVENIIURE VONDEN NIBELUNGEN. Uuns ist in alten meren wunders vil geseit 1 von heleden lobebæren, von grözer arebeit: von freude und hôchgeziten, von weinen unde klagen, von küener recken striten muget ir nu wunder hœren sagen. Ez wuohs in Buregonden ein vil edel magedin, 2 dag in allen landen niht schœners mohte sin, Kriemhilt geheizgen: diu wart ein schone vip. dar umbe muosen degene vil verliesen den Iip. Ir pflagen dri künege edel unde rich, 3 Gunther unde Gérnöôt, die recken lobelich, und Giselher der junge, ein wetlicher degen. diu frowe was ir swester: die helde hétens in ir pflegen. Ein richiu küneginne frou Uote ir muoter hiez: 4 ir vater der hiez Dancrät, der in diu erbe liez sit näch sime lebene, ein ellens richer man, der ouch in siner jugende grézer èren vil gewan. 1 1—————— ——— AVENT. Die herren wären milte, von arde hõôch erborn, 1 mit kraft unmàzen küene, die recken uzerkorn. da zen Burgonden s6 was ir lant genant. si frumten starkiu wunder stt in Etzelen lant. Ze Wormze bi dem Rine si wonten mit ir kraft, in diente von ir landen vil stolziu ritterschaft mit lobelichen èren unz an ir endes Alt. si sturben jemerliche sit von zweier frowen nit. Die art künege wären, als ich gesaget hän, 3 von vil höhem ellen: in wären undertàn ouch die besten recken, von den man hät gesaget, stare und vil küene, in scharpfen striten unverzaget.“ Daz was von Tronege Hagene und ouch der bruoder sin 4 45 8 8 Dancwart der snelle, von Metzen Ortwin, die zwene maregräven Gére und Eckewart mareg 5 Volkér von Alzeie, mit ganzem ellen wol bev art, Räümolt der kuchenmeister, ein üzerwelter degen, 5 Sindolt unde Hünolt: dise herren muosen pflegen des hoves und der èren, der drier künege man. si heten noch manegen recken, des ich genennen nienen kan. Dancwart der was marschale: dé was der nefe sin 6 truhseze des küneges, von Metzen Ortwin: Sindolt der was schenke, ein Wetlicher degen: Hünolt was kamerære. si kunden höher èren pflegen. Von des hofes ére, und von ir Witen Tralt, 7 von ir vil höhen wWerdekeit und von ir ritterschaft, der die herren pflägen mit freuden al ir leben, des enkünde iu ze waäre niemen gar ein ende geben. 1 ni WNXũI. en. 15— 3 In disen höhen eren troumte Kriemhilde, wie si züge einen valken stare schen und wilde, den ir zwène arn Erkrummen, dez si dag muoste sehen: ir enkünde, in dirre werlde leider nimmer geschehen. Den troum si dé sagete ir muoter Uoten. sine kundes niht beschaiden baz der guoten: der valke, den du ziuhest, daz ist ein edel man: in welle got behüeten, du muost in schiere vloren hän'. Waz saget ir mir von manne, vil liebiu muoter minꝰ ane recken minne s6 wil ich immer sin. sus schon ich wil beliben unz an minen töt, dag ich von recken minne sol gewinnen nimmer nöt.“ Nune versprich ez niht zue sere.“-sprach ir muoter dé- soltu immer herzenliche zer werlde werden vrö, daz kunit von mannes minne: du wirst ein schœne wip, ob dir got gefüeget eins rehte guoten ritters Iip. Die rede lät beliben, vil liebiu frowe min. ez ist an manegen viben vil dicke worden schin, wie liebe mit leide e jungest lonen kan;“ ich sol si miden beide, sone kan mir nimmer missegän. Kriemhilt in ir muote sich minne gar bewac. sit lebete diu vil guote vil manegen lieben tac, daz sine wesse niemen, den minnen wolde ir Ep. sit wart si mit èren eines vil werden recken wip. Der was der selbe valke, den si in ir troume sach, den ir beschiet ir muoter. wie sère si dag rach an ir næhsten mägen, die in sluogen sint! durch sin eines sterben starp vil manec muoter kint. 1* — VON SIVRIDE, WIE DER ERZOGENWARI 16 Do wuohs in Niderlanden eins edeln küneges kint I 4 des vater der hiez Sigemunt, sin muoter Sigelint- 0 in einer richen bürge witen wol bekant, 0ö0 nidene bi dem Rine: diu was zEe Santen genant. 0 Sikrit was geheizgen der snelle degen guot. 86 er versuochte vil der riche durch ellenthaften muot: 4 durch sines libes sterke suochter fremediu lant. 0l 100 hey, wag er sneller degene sit 2e Buregonden vant! 1 1 daz der degen küene vol wüehse ze man, fN de hét er solhiu wunder mit siner hant getän, 8 dà von man immer mère mac singen unde sagen, 1 des wir in disen stunden müezen vil von im gedagen. 0 In sinen besten àten, bi sinen jungen tagen, 4 N 1 man mohte michel wunder von Sifriden sagen, n waz eren an im wüchse, und wie schone was sin Iip. 1 des héten in ze minne diu vil v etlichen wip. Man 2z0h in mit dem vlige, als im daz wol gezam: 5 1 von sin selbes tugenden waz zuht er an sich nam! 0 des wurden sit gezieret sines vater lant, 0 dag man in zallen dingen so rehte heérltchen vant. 10 II. Vil selten àne huote man riten lie dag kint; 1 in hiez mit werte zieren sin muoter Sigelint; sin pflägen ouch die wisen den ére was bekant: des moht er wol gewinnen beidiu liut unde lant. Nu Was er in der sterke, daz er wol wafen truoc: swes er dà zuo bedorfte, des lag an im genuoc. de begunder sinnen werben schoniu wip, die truten wol mit èeren den sinen wetlichen Ip. Do hiez sin vater Sigemunt künden sinen man, 3 er wolde höchgezite mit lieben friunden hän. diu mæœre man dé fuorte in vremder künege lant. den gesten und den kunden gap man ros und ouch gewant. Swa man vant deheinen, der ritter solde sin 4 von art der sinen mäge, diu edeln kindelin diu ladet man zuo dem lande durch die hôchgeait: mit samt dem jungen künege swert genämen sie sit.„ Von der höchgezite man möhte wunder sagen. 5 Sigemunt und Sigelint die kunden wol bejagen mit guote michel é&re: des teilte vil ir hant. des sach man vil der fremden zuoꝛzin riten in daz lant. Vier hundert swertdegene die solden tragen kleit 6 mit dem jungen künege. vil manec schœniu meit mit werke was unmüezec, wande si in wären holt. vil der edeln steine die frowen leiten in daz golt, — Die si mit porten wolden würken uf ir wät den stolzen swertdegenen: des enwas niht rät. der wirt der hiez dò sidelen vil manegem küenen man, zeinen sunewenden, da er die höchgezite wolde hän. AVENT. Do gie zeinem münster vil manec richer kneht 1 De und vil der edeln ritter. die wisen héten reht, Inn de daz si den tumben dienten, als in was e getän. si héten kurzwüle und ouch vil maneger vröuden wän. Got man zen èren eine messe sanc. dé wart von den liuten vil michel der gedranc, dd si ze ritter wurden näch ritterlicher é mit alss grözen èren, daz wertlich immer mo ergé. 80 Si liefen dà si funden gesatelt manec mare: 3 1 in hofe Sigemundes der buhurt wart sòé stare, 1 daz man erdiegen hörte palas unde sal: die hochgemuoten degene héten vrœlichen schal. 1 Von wisen und von tumben man horte manegen stéz, 4 dag der schefte brechen gein dem lufte dez: trunzüne sach man vliegen für den palas dan. 0 daà sahen kurzewile beidiu wip und ouch die man. 0 Der kunec bat eß lazen: dò zł0ch man dan diu marc. 5 0 man sach ouch dâ zebrochen vil manege buckel starc, vil der edeln steine gevellet uf daz gras 0 ab liehten schildes spangen: von hurten daz geschehen was. Do giengens wirtes geste dà man in sitzen riet; 6 vil der edeln spise si von der müede schiet und win der aller beste, den man mit vollen truoc: 0 den vremden und den kunden bôöt man éèren dâ genuoc. Solcher kurzewile si pflagen al den tac. 7 vil der varnden diete ruowe sich bewac: si dienten nàch der gäbe, die man da riche vant. des wart mit lobe gezieret alleg Sigemundes lant. An. II. Der herre hiez dò lihen sinen sun den jungen man lant unde pürge, als er& hét getän. den snen swertgenégen gab dé vil sine hant: dé liebt in do diu reise, daz si kömen in daz lant. Diu hochgezit do werte unz an den sibenden tac. Sigelint diu riche näch alten siten pflac durch ir kindes liebe geben rôtez golt: si kundez wol gedienen, daz si ir sune wären holt. Lützel deheinen varnden armen man dà vant: ros unde kleider daz stoup in von der hant, sam si ze lebene hèten mer deheinen tac. ich worne ie ingesinde sé grözer milte gepflac. Mit lobeltchen èren schiet sich diu hôchgezit. von des landes herren hörte man wol sit, daz si den jungen wolden zeime vogete hän: des enwolde in dé niht volgen Sifrit der wetliche man. Sit dag noch beide lebten, Sigemunt und Sigelint, niht wolde tragen krone noch ir liebez kint: doch wolder wesen herre für allen den gewalt, des in den landen vorhte der degen küen unde balt. In dorfte niemen schelten, sit dé er wäfen nam: ja geruowete vil selten der recke lobesam Suochte niwan striten. sin ellenthaftiu hant tet in zallen Aten in vremeden richen wol bekant. „„„„„„K»„ͤͤ—:᷑— WIE SIVRꝑIT ZE WORMZE KOM. Den herren muoten selten deheiniu herzenleit. er hôrte sagen mœre, in Burgonden were, Diu ir unmäzen schæne was vil witen kunt, und ir vil höch gemüete zuo derselben stunt 86 manec helt ervant: ez ladete vil der geste in daz Guntheres lant. an der juncfrouwen Swaz man näch ir minne der werbenden sach, Kriemhilt in ir sinne ir selber nie Verjach, zeime trüte hàn: dem si wart sider undertän. dag si deheinen wolde er was ir noch vil vremde, Do gedäht üf höhe minne daz Sigelinde kint. eg was ir aller werben Im rieten sine mage und genuoge sine man, sit daz er üf minne ligen sich began, dag er eine neme, diu im möhte zemen. do sprach der herre Sifrit 86 wil ich Kriemhilt nemen, IIL AVENIIURE wie ein schoniu meit 26 wunsche wolgetän. dà von er sit vil freuden und ouch arebeit gewan. wider in ein wint: er mohte wol verdienen schœner frowen Iip. sit wart diu edel Kriemhilt des starken Sifrides WIp. Diöt e51 der 005 III. Die edeln junefrouwen uz Burgonden lant, 1 durch ir vil grözen schœne. von sage ist mir bekant: nie keiser wart so riche, der wolde haben wip, im enzeme wol ze minnen der jungen küneginne p. Disiu selben mære vernam dé Sigemunt. 2 ez reite sin gesinde: dà von wart im kunt der wille sines kindes was im grimme leit, daz er werben wolde die vil hêrlichen meit. EzZ gefriesch ouch Sigelint, des edeln küneges wip. 3 si héte groze sorge umbe ir kindes Hp: den vorhte si verliesen von Gunthers man. den gewerp man dé dem degene sére leiden began. De sprach der starke Styrit vil lieber vater min, 4 ane edeler frowen minne wolde ich immer sin, ich enwürbe dar min herze vil gröze liebe hät.“ swaz ieman reden kunde, des was deheiner slahte rät. Sit du niht wil erwinden,-sprach der künec dé- 5 56 bin ich dines willen innecltchen vro, und wil dirz helfen füegen sé ich beste kan. doch hät der künec Gunther vil manegen übermüeten man. Ob ez ander niemen wære wan Hagene der degen, 6 der kan mit übermüete der hôchverte pflegen, daz ich vil sére fürhte, deig uns werde leit: ja ist mir solher mære dicke vil von in geseit. Waz mag uns daz gewerren?“-sprach dé Sifrit- 7 swaz ich friwentliche niht ab in erbit, daz mac doch mit ellen erwerben wol min hant. ich trow im an ertwingen bediu liut unde lant.“ ———— AVENT. Do sprach der fürste SqQgemunt din rede diu ist mir leit; 1 wan würden disiu mære dune dorftes nimmer geriten in daz lant: Gunther unde Gernöt sint mir lange wol bekant. Mit gewalte niemen erwerben mac die meit. 50 sprach der künec Sigemunt- daz ist mir wol geseit. wellen aber wir mit recken riten in daz lant, sol diu reise sin bekant. unsern besten friwenden Des en ist mir niht ze muote, daz mir süln recken ze Rine volgen mit daz wore mir leit: dà mit ich solde ertwingen die vil hêrlichen meit. durch deheine hervart: Si mac sus wol erwerben ich wil mit zwelf gesellen Do vernam ouch disiu mære sin muoter Sigelint. si begunde trüren umbe ir liebez kint: jà vorhte si vil se're die Guntheres man. diu edele küneginne dar umbe weinen began. Do kom der herre Sivrit wider sine muoter güetlich er sprach irn sult niht weinen durch den willen min: jà wil ich ane sorge vor allen wiganden sin. Nu helfet mir der reise des wil ich genäde 2e Rine geseit, -sprach dé Sifrit- dà min eines hant. in Gunthers lant: dar sult ir mir helfen, vater Sigemunt. do gap man sinen degenen ze kleiden grà unde punt. dà er die frowen sach. in Burgonden lant, dag ich und mine recken haben solch gewant, daz sô stolze degene mit èren mügen tragen: iu mit triwen immer sagen. 6 Il· Itt dn 0 hil mit de dir ur Des! er nü. ich lit unt 1 Gn e die in Ir! b 0 Ri. III. Stt du niht wil erwinden, sprach dò Sigelint- 56 hilf ich dir der reise, min einigez kint, mit der besten wæte, die ritter ie getruoc, dir und den dinen degenen: ir sult ir füeren genuoo. Des neig ir mit zühten der vil küene man. er sprach ich wil zer verte niemen mére hän niwan zwelf gesellen: den sol man prüefen wät. ich wil versuochen gerne wie ez umbe Kriemhilde stäàt. Do sdgen schœne frouwen naht unde tac: lützel deheiner muoze ir deheiniu pflac, unze si geworhten die Sifrides wät. er wolde siner verte häàn deheiner slahte ràt. Sin vater hiez im zieren sin ritterltch gewant, daàmit er varn wolde in Burgonden lant. die ir vil liehten brünne die wurden ouch bereit, und ir vil guoten helme, ir schilde schœn unde breit. Do nähet in ir reise zen Burgonden dan. si héten umbe in sorge, wiez im solde ergàn, ob si immer wider solden komen in daz lant. E dò soumte man den degenen von dannen wäfen und gewant. Ir ros diu wären schœne, ir gereite goldes röt: lebte iemen übermüeter, des enwas niht nöt, denne vœre Sivrit und die sine man. wie schöne er urloubes gerte zen Burgonden dan! In werte trürecliche der künec und ouch sin wip. er tröste minneclichen dò ir beider Iip: er sprach ir sult niht weinen durch den willen min; immer ane sorge muget ir wol mines Ubes sin. Ez was leit den recken, eg weint ouch manec meit. ich ween in héte rehte ir herze daz geseit, daz in s6 vil ir friunde dà von gelæge töt. von schulden si ds klageten: des gie in endeliche nöt. An dem sehsten morgen ze Wormze üf den sant riten die vil küenen. allez ir gewant was von rötem golde, ir gereite wol getän: ir ros in giengen ebene, des herren Sifrides man. Ir schilde waren niuwe stare unde breit, unde lieht ir helme, dô ze hove reit Styrit der vil küene in Guntheres lant. man gesach an heleden nie s6 hérlich gewant. Diu ort der swerte giengen nider uf die sporn. ez fuorten scharpfe gere die ritter gerkorn: Sivrit der fuort ir einen wol zweier spannen breit, der ze sinen ecken harte vreislichen sneit. Die goldes röten zeume fuortens an der hant, von siden fürgebüege. sus kömens in daz lant. dazg volc si allenthalben kapfen an began: dò liefen in engegene des künec Guntheres man. Die höchgemuoten recken, ritter unde kneht, die sprungen in begegene: daz was michel reht: und enpflengen dise geste in ir herren lant. sie näàmen in die mœre und ir schilde von der hant. Diu ros si wolden dannen ziehen an gemach: Sikrit der starke zuo den helden sprach lät uns noch die moœre eine wile stän, wir wellen schiere hinnen: des ich guoten willen hän. AVENT. fi5 Vans Guntt 00 80 Wqd ie MEVI Uot. III.— 13— Man sol ouch unser schilde ninder von uns tragen. wa ich den künec vinde, kan mir daz jemen sagen, Gunthern den richen dz Burgonden lant?“ dòé sageteg im ir einer, dem eg rehte was bekant. Welt ir den künec vinden, daz mac vil wol geschehen. ul jenem sal Witen bän ich in gesehen biden stnen degenen. welt ir zuo zim gän, ir muget dà vor im vinden manegen uzerwelten man. Do waren ouch dem künege diu mære nu geseit, dag üf sinem hofe woren ritter vil gemeit: die fuorten liehte brünne und herlich gewant: si enkande niemen in der Burgonden lant. Den wirt des héte wunder, von wanne kœmen dar die hérliche recken, in wete lieht gevar und mit s6 schœnen schilden niwe unde breit. daz im daz niemen sagete, dag was im grœzliche leit. Des antwurte ein recke: der hieg Ortwin, starc unde küene mohter wol sin: sit wir ir niht erkennen, sô sult ir heizen gan näch mime höheim Hagene: den sul wir si sehen län. Dem sint kunt diu riche und ouch diu fremden lant. mager si bekennen, daz tuo er uns bekant. in hiez der künec bringen: mit den sinen man sach man in zühtecliche ze hofe für den künec gan. Waz sin der künec wolde, des vrägete Hagene. ez sint in mime hüse vremde degene, die niemen hie bekennet: ob ir si é gesehen E habt in vremden landen, des sult ir, Hagene, mir verjehen.“ — „„„„„«%«%%é:— Daz tuon ich sicherliche“ zeinem venster er dò gie: sin ouge er dòé wenken zuo den gesten lie. wol behagete im ir geverte und ouch ir gewant. si wären im vil vremde in der Burgonden lant. Er sprach, von swannen füeren die recken an den Rin, ez möhten selbe fürsten oder fürsten boten Sin. eir ros diu sint so schœne, ir kleider harte guot: swannen si joch riten, si sint vil höhe gemuot. Alsé sprach dé Hagene als ich mich kan verstäàn, Swie ich Stfriden noh nie gesehen hän, 56 Wil ich wol getrouwen: swie ez sich gefüeget hat, 86 ist eʒ der recke, der dort 86 hérlichen stäàt. Er bringet niwe mære her in ditze lant. die küenen Nibelunge sluoc des heldes hant, Schilbunc und Nibelunc, diu richen küneges kint: er frumte starkiu wunder mit siner grözen krefte sint. Do der helt aleine än alle helfe reit, er vant vor einem berge- daz ist mir wol geseit- bi Nibelunges horde vil manegen küenen man: die waren im é fremde, unz er ir künde dà gewan. Hort der N ibelunges der was gar getragen us einem holn berge. nu hœret wunder sagen, wie in teilen wolden der Nibelunge man: daz sach der degen Sifrit; den helt es wundern began. Er kom zuo zin sé nähen, daz er die recken sach und ouch in die degene. ir einer drunder sprach chie kumt der starke Sivrit, der helt von Niderlant.“ vil seltseniu mare er an den Nibelungen vant. AVENT. 2 it, int. III. Den recken wol enpfiengen Schilbunc und Nibelunc: mit gemeinem räte die edeln fürsten j̃uno den schaz in bäten teilen den vil küenen man, und bätens in s6 lange, unz er inz loben began. Er sach s6 vil gesteines, als wir horen sagen, hundert kanzwegene ez möhten niht getragen; noch mé des röten goldes von Nibelunge lant: daz solde in allez teilen des küenen Sifrides hant. D6 gaben si im ze miete daz Nibelunges swert. si wurden mit dem dienste vil übele gewert, den in dä leisten solde der vil küene man. ern kundes niht verenden: do wart der helt von in bestän. Den schatz er ungeteilet bellben muose làn. dé begunden mit im striten der zweier künege man: mit ir vater swerte, dazg Palmunc was genant, erstreit ab in der küene den hort und Nibelunge lant. Si héten da ir friunde zwelf küene man, die starc als risen wären: waz kundez si vervän? die sluoc sit mit zaorne diu Sifrides hant, und recken sibenhundert dwanger von Nibelunge lant. Dar zuo die richen künege die sluoger beide töt. er kom von Albriche sit in gröze nôt: der wände sine herren rechen dâ zehant, unz er die grozen sterke sit an Sifride vant. Done kunde im gestriten daz starke getwerc. alsam die lewen wilde si liefen an den berc, da er die tarnkappen Albrichen ane gewan. dé wart des hordes herre Sifrit der vil küene man. S1 — Die dä getorsten striten, die lägen alle erslagen. den schatz hiez er dò balde füeren unde tragen dà in ł dà namen die Nibelunges man: Albrich der vil starke dò die kameren gewan. Er muos im swern eide, er dient im sò sin kneht: aller hande dienste was er im gereht.“ 80 sprach von Tronege Hagene. daz hät er getän: alsò gröger krefte nimére recke gewan. Noch weiz ich an im mére, daz mir ist bekant. einen lintrachen sluoc des heledes hant. do badet er in dem bluotèe: des ist der helt gemeit von alsé vester hiute, daz in nie wäfen sit versneit. Nu suln wir den recken enpfäàhen deste baz, dag wir iht verdienen den sinen starken haz. sin Uip der ist ss küene, man sol in holden hàn: er hät mit sinen ellen s6é menegiu wunder getàn, Do sprach der künec riche du maht wol haben wär. nu sich wie degenliche er stét gein strites väar, er und die sine degene, der wunderküene man! wir suln im begegene hin nider zuo dem recken gän. Daz mugt ir'- sprach do Hagene- vol mit èren tuon: er ist von höhem künne, eines richen küneges suon. er stét in der gebere, mich dunket, wizze Krist, ez ensin niht kleiniu mære, darumbe er her geriten ist. Dé sprach der wirt des landes nu si uns willekomen: er ist edel unde küene, daz hàn ich wol vernomen. des sol ouch er geniegen in Burgonden lant. dòé gie der künec Gunther daà er Sifriden vant. AVENT. 6 1 in 0 0h III. Der wirt und sine recken enpfiengen sé den gast, 1 daz in an ir zühten wWeénec iht gebrast. des begunde in nigen der vil küene man: man sah in zühtecliche mit den sinen recken stän. Mich wundert dirre mwre, sprach der wirt zehant- 2 von Wanne ir, edel Sifrit, sit komen in daz lant, oder waz ir werbet ze Wormez an den Rin.“ dò sprach der gast zem künege daz sol iuch unverdaget sin. Mir wart gesaget mere in mines vater lant, 3 dag hie bi iu vαHn- daz hèt ich gern erkant- die küenesten recken- des hän ich vil vernomen—, die ie künec gewünne: darumbe bin ich her bekomen. Ouch hört ich iu selben der degenheite jehen, 4 daz man künec deheinen küener habe gesehen: des giht iu vil der liute über elliu disiu lant. nune wil ich niht erwinden, unz ez mir werde bekant. Ich bin ouch ein recke und solde kröne tragen: 5 ich wil daz gerne füegen, daz si von mir sagen, daz ich habe von rehte liute unde lant. darumbe sol min ère und min houbet wesen pfant. Nu ir sit ss küene, als mir jist geseit, 6 jane ruoche ich, ist eʒ iemen liep oder leit: ich wil an iu ertwingen swaz ir mugt hän. lant unde bürge, daz sol mir wesen undertän-? Den künec héte wunder, und sine man alsam, umbe disiu mære, diu er hie vernam, daz er des héte willen, er næme im siniu lant. daz horten sine degene: dò wart in zürnen bekant. AVENT. 18 Wie haͤte ich daz verdienet,-sprach Gunther der degen 1 V des min vater lange mit èren hät gepflegen, er! dag wir daz solden Vliesen von jiemannes kraft? 001 wir liezen übel schinen, daz ouch wir pflegen ritterschaft. 00 Ich enwil es niht erwinden.- sprach aber der küene man— 2 I. ez enmüge von dinem ellen din lant den vride hän, ich wils alles walten: und ouch diu erbe min, wir 0 erwirbestuz mit ellen, diu suln von rehte wesen din. un f Den lant und ouch dag mine suln geliche ligen: 3 D. 0 sweder unser einer am andern mac gesigen, l dem sol ez allez dienen, die liute und ouch diu lant. 00 dd wider redet aleine der herre Gèrnöt zehant. Wir hän des niht gedingen,-sprach dò Geèernôt- 4 dag wir iht lande ertwingen, daz iemen drumbe tòt 1 gelige vor recken handen. wir haben richiu lant: 0 diu dienent uns von rehte, ze nieman sint si baz bewant. W In vil grimmen muote da stuonden die friunde sin. 5 5 dé was ouch dar under der herre Ortwin: l der sprach disiu suone ist mir von herzen leit; ib iu hät der starke Sifrit unverdienet widerseit. 0 5 Ob ir und iwer brüeder hétet niht die wer, 6 1 und ob er danne fuorte ein michel küneges her, 660 ich trowte wol erstriten, daz der küene man die grögen übermüete von wären schulden müese län? 0 dag zurnde harte sére der helt von Niderlant: 7 1 sich ensol niht vermegzen wider mich din hant. d ich bin ein künec riche, s6 bistu küneges man: 0 ja enzimt dir niht mit strite deheinen minen genéz bestän. lant. 105 bestin. III. Näch swerten rief dé sère er mohte Hagenen swestersun dag der sò lange dagete, dõ understuondez Gérnöt, Er sprach ze Ortwine lat iwer zürnen stän. solhes niht getän: wir mügen ez noch wol scheiden mit zühten, dést min rät, daz uns lobelicher stät.“ uns enhät der herre Sffrit und haben in ze friunde, Des antwurte Hagene uns mac wol wesen leit, allen iwern degenen, daz er ie gereit . er soldez haben làn: im héten mine herren solher leide niht getän- durch striten her z2e Rine. Do sprach aber Stifrit, der kreftige man, muote iuch daz, her Hagene, 56 sol ich läzen kiesen, daz die hende min wellent vil gewaldec hie zen Burgonden sin.“ Daz sol ich eine wenden' Wie zeeme uns mit iu striten?'- sprach aber Gernôt- swaz helde nu dar under müesen ligen tôt, wir hétens lützel ère, ob wir ez wolden tuon.“ des antwurte Stifrit, des künec Sigemundes suon: Warumbe bitet Hagene und ouch Ortwin, dag er niht gähet striten mit den friunden sin, der er alsb manegen hie ze lande hät?“ dag was Gérnötes rät. si muosen rede vermiden: von Metzen Ortwin: von Tronege vil wol sin. dag was dem künege leit. der ritter küene und gemeit. daz ich gesprochen hän, sprach dòé Gèernöt. allen sinen degenen reden er verböôt iht mit übermüete, des im were leit. dòé gedäht ouch Sifrit an die vil hérlichen meit. 6 AVENT. 1 8»427 1 Ir sult uns wesen willekomen,- sprach Giselher daz kint- 1§u und iwer hergesellen, die hie mit iu sint.(rt wir suln iu gerne dienen, ich und die mäge min. und d6 hiez man den gesten schenken Guntheres win. in Do sprach der wirt des landes allez daz wir han, Hgſhſe 5 geruochet irs näch éren, daz si iu undertäàn, ite und S mit iu geteilet, Iip unde guot. Uii do Wart der herre Styrit ein Iützel senfter gemuot. deh 0 Do hiez man in behalten allez ir gewant. 3 Un man gab in herberge, die besten die man vant, 00 Sivrides knappen: man schuof in guot gemach. 50 den gast man sit vil gerne dà zen Buregonden sach. 0 Man böt im michel ere dar nach ze manegen tagen, 4 tüsent stunden mere danne ich iu künde gesagen. abl dag hète verscholt sin ellen. ir sult wol wizzen daz: 86 in sach vil lützel iemen der im wære gehaz. 5 Sich vlizzen kurzewile die künege und ouch ir man: 5 Pr 86 wWas er ie der beste; swes man dà began, des kunde im volgen niemen: s6é michel was sin kraft, d0 56 si den stein wurken oder schuzzen den schaft. li 14 Swa s0 vor den frouwen durch ir höfscheit 6 85 kurzewile pfläagen die ritter vil gemeit, 1 100 da sah man ie vil gerne den helt ug Niderlant. 1 er hét üf höhe minne sine sinne gewant. 0 Ze hofe die schoœnen frouwen vrägeten möre, 60 wer der stolze vremde recke wore: sin lip der ist ss schene, vil riche sin gewant. 00 de sprächen ir genuoge ez ist der künec von Niderlant.“ III. Swes iemen dà begunde, des was sin Iip bereit. er truoc in sinem muote ein minnecliche meit, und ouch in ein diu frouwe, die er noch niene gesach, diu im in heinliche vil dicke güetliche sprach. Swenne üfem hofe wolden spilen dà diu kint, ritter unde knappen, daz sach vil dicke sint Kriemhilt durch diu venster, diu küneginne hér. dehéiner kurzewile bedorftes in den ziten mèr. Und wesser, daz in sæche die er in herzen truoc, dà hét er kurzewile immer ane genuoe. solt ouch er si schouwen, ir sult gelouben daz, daz im in dirre werlde kunde nimmer werden baz. Swenner bi den recken uf dem hofe stuont, alsò noch die liute durch kurzewile tuont, s6 stuont s6 minnecliche daz Sigelinde kint, daz in durch herzenliebe trüte manec frowe sint. Er daàht ouch manege zite wie sol dag geschehen, daz ich die maget edele mit ougen müge gesehen, die ich von herzen minne und lange haàn getàn? diu ist mir vil vremde: des muoz ich dicke trùrec stän. Swenne die künege riche riten in ir lant, s6s muosen jie die recken mit in al zehant. dà mit reit ouch Sifrit: dag was den frowen leit. er hét durch höhe minne dicke michel arebeit. Sus wonter bi den herren daz ist al war- in Guntheres lande vollechich ein jär, daz er die minneclichen die alte niene gesach, von der im stt vil liebe und ouch vil leide geschach. IV AVENITIURE WIE sIVRIT MIT DEN SAHSEN STREIT. Do komen fremdiu mære in Guntheres lant von boten, die im verre wären dar gesant von unkunden recken, die in truogen haz. de si die rede vernämen leit was in innecliche dag. Die wil ich iu nennen: ez was Liudeger uger Sahsen landę, ein richer fürste her, und ouch von Tenemarke der künec Liudegast, an dem stnen vriunden ganzer helfe nie gebrast. Ir boten komen wären in Buregonden lant, die ir widerwinnen héten dar gesant. de vrägte man der mære die unkunden man: de brähte man si balde ze hofe für den künec stän. De sprach der künec Gunther nu sit willekomen. AVENT. 4 wer iuch her habe gesendet, des enhän ich niht vernomen: daz sult ir làzen hœren, sprach der ritter guot. de vorhten si vil sere den grimmen Gunthers muot. Welt ir uns, künec, erlouben, daz wir iu mœre sagen, diu wir iu dà bringen, sone suln wir niht verdagen, wir nennen iu die herren, die uns here habent gesant: Liudegast und Liudeger die wellent suochen iwer lant. 5 Irl daz 61 U0 inli lure labt lie Die) Od6 on 12 0 M n Un li U die er! un Do ers Uit 8zi WII agell, Sant: lant. IV.— Ir habt ir haz verdienet. ir sult gelouben dag, daz iu die recken beide tragent grotzen hag. si wellent herverten ze Wormze an den Rin; in hilfet vil der degene: des sult ir àne zwifel sin. Inre zwelf wochen ir reise sol geschehen. habt ir iemen vriunde, daz läàt vil balde sehen, die iu vriden helfen die bürge und iwer lant. hie wirt von in verhouwen vil manec herlicher rant. Oder welt ir mit in dingen, so entbietet eg in dar: sone ritent iu söõ nähen niht die starken schar 26 Wormez zuo dem Rine uf herzenlichiu leit, da von verderben müezen die guoten ritter gemeit. Nu bitet eine wWile, sprach der künee guot- unz ich mih baz versinne: ich künd iu minen muot. hän ich getriwer iemen, die sol ich niht verdagn: disiu starken more sol ich minen friwenden sagen. Dem künege disiu mere vären leide genuoc: die rede er tougenliche in sime herzen truoc. er hieg gewinnen Hagenen und ander sine man, und bat ouch harte balde ze hofe näch Gèrnéte gän. Do kômèn im die besten, swag man der da vant. er sprach man wil uns suochen her in unser lant mit starken herverten: daz làt iu wesen leit. ez ist gar äne schulde, daz si uns habent widerseit- Daz wern wir mit swerten!“ sprach dé Gèrnöt- daà sterbent wan die veigen, die müezen ligen töt. dar umbe ich niht vergezzen mac der èren min. die unser widerwinnen suln uns willekomen sin!“ .. 6W 24 AVENT. Do sprach der starke Hagene daz endunket mich niht guot. 1 Lch Läudegast und Liudegér die tragent übermuot. nl wir mugen uns niht besenden in 86 kurzen tagen: d58 s6 sprach der küene recke- wan muget irz Sifride sagen?“ d51 f Die boten berbergen hiez man in die stat. A D. 0 swie Ment man in Wwre, doch schöône ir pflegen bat und 5 Gunther der riche- daz was wol getän—;, lun unz er ervant an vriunden, wer im wolde gestän. 0 d030 em künege in sinen sorgen vas jedoch Vil leit. 3 00 dée sach in trourende ein degen vil gemeit, 90 der niht wizzen kunde waz im was geschehen. de bat er im der mære den künec Gunther verjehen. 4 Mich wundert harte sére, sprach dé Sivrit- 4 9 Wie habt ir s6 verkéret die vrœliche sit, öt der ir nu mit uns lange habt alher gepflegen?“ lina 100 des antwurt im do Gunther, der vil zierliche degen: iö Jane mag ich allen liuten die swere niht gesagen, 5 Des die ich muoz tougenliche in mime herzen tragen. Der man sol stæten friunden klagen herzen nöt. bul diu Stfrides varwe wart beidiu bleich unde rôt. der. Er sprach zuo dem künege habt üf minen eit: 6 WI ich sol iu helfen wenden elliu iweriu leit. Ca 1 welt ir vriunde suochen, der sol ich einer sin, H und trowe ez wol mit eren vol bringen an daz ende min- 01 Nu löne iu got, her Styrit; diu rede mich dunket guot: 7 D. und ob mir nimmer helfe iwer ellen getuot, d05 ich frewe mich doch der mære, daz ir mir sit sò holt. 005 lebe ich deheine wile, ez sol werden wol verscholt. IV.— Ich wil iuch lägen hœren, warumbe ich trüree stàn: von boten miner vinde ich dag vernomen hän, daz si mich suochen wellen mit herverten hie. daz getàten uns noch degene her zuo disen landen nie.“ Daz lat iuch ahten ringe,— sprach dé Stvrit- und senftet iwerm muote; tuot des ich iuch bite: laät mich iu erwerben èére und ouch den frumen, edag iwer vinde her 2ze disen landen kumen. Swenne iwer starke vinde zir helfe möhten hän drizec tüsent degene, s6 wold ich si bestän, hèet ich niwan tüsent: des lät iuch an mich- dò sprach der künee Gunther daz diĩen ich immer umbe dich⸗ 86 heitzet mir gewinnen tüsent iwerr man sit daz ich der minen bi mir niht enhàn niwan zwelf degene-, s6 wer ich iwer lant. iu sol immer dienen mit triwen Sifrides hant. Des sol uns helfen Hagene und ouch Ortwin, Dancwart unde Sindolt, die lieben recken din; ouch sol dà mit riten Volkér der küene man: der sol den vanen füeren; baz ihs nieman engan. Nu lät die boten riten wider in ir lant. daz si uns dà sehen schiere, daz tuo man in bekant, 86 dag unser bürge vride müezen hän.“ dò hiez der künec besenden beidiu mäge unde man. Die boten Liudegères ze hove giengen dé. daz si ze lande solden des wären si vil vré. dò bôt in riche gäbe Gunther der künec guot, und schuof in sin geleite des stuont in höhe der muot. 0¹ e e Nu saget'- sprach do Gunther- den Manden min, si mügen mit ir reise wol dà heime sin; wellent aber si mich suochen her in miniu lant, mirn zerinne miner friunde, in wirdet arbeit erkant. Den boten riche gäbe man dò für truoc: der hét in ze gebene der riche künec genuoc. dine torsten niht versprechen die Läudegéres man. urloup si dè namen und fuoren vrœlichen dan. Do die boten wären ze Tenemarke komen, und der künec Liudegast héte dazg vernomen waz si ze Rine redeten, als im daz wart geseit, ir starkez übermüeten was im ane mäze leit. Man saget im, daz si heten manegen küenen man: dar under sach man einen vor Gunther stän, der was geheigen Sifrit, ein helt ũz Niderlant.“ ez leidete Liudegaste, ds er diu mæœre reht ervant. Do die von Tenemarke ditze hoôrten sagen, dé Aten si der helfe deste mè bejagen, 86 daz der künec Liudegast siner maäge unde man wol zweinzec tüsent degene zuo der reise gewan. D6 besande ouch sich von Sahsen der küene Liudeger, unz si vierzec täsent héten unde mér, mit den si wolden riten in Guntheres lant. dé heten ouch sich hie heime die drie künege besant Mit den Buregonden und ander ir höhen man, die si durch urliuge füeren wolden dan. si Uten sich bereiten: des gie den helden nöt. dar under muosen degene sider kiesen den töt. AVENT. 0 Lie 0‚ ſit 00 V0 Se mit l5 die der wir lUit ant IV.— Si vlizzen sich zer reise, dô si wolden dane. Volkeér dem küenen bevolhen wart der vane, dé sie varen wolden ze Wormze über Rin: Hagene der starke der muose scharmeister sin. Dämit reit ouch Sindolt unde Hunolt, die wol gedienen kunden richer künege golt: Dancwart der snelle und ouch Ortewin die mohten wol mit éEren in der herverte sin. Her künec, sit hie heime.“-sprach dòé Sivrit- sit dag iwer recken mir wellen volgen mit, belibet bi den frouwen und habet höhen muot: ich trowe iu wol beherten beidiu ére unde guot. Die iuch dà wolden suochen ze Wormze an den Rin, daz sol ich wol behüeten, daz si iu iht schade sin. wir sulen in geriten sô nähen in ir lant, daz in ir übermüeten werde in sorgen erwant. Von Rine si durch Hessen mit ir helden riten gegen der Sahsen lande: da wart sit gestriten. mit roube und ouch mit brande wuosten si daz lant, daz eg den fürsten beiden wart mit arbeit bekant. Si kömen üf die marke: die knehte zogeten dan. Sitrit der vil starke vrägen dò began: wer sol des gesindes uns nu hüeten hie?“ jane wart den Sahsen geriten schedelicher nie. Sie sprächen làt der tumben hũüeten uf den wegn den vil küenen marschalo: der ist ein sneller degen. wir vliesen deste minre von Liudegères man. lat in und Ortwinen hie die nächhuote hän.“ ....————————ůꝛ—— 86 wil ich selbe riten, sprach Sivrit der degen- unde wil der warte gein den vinden pflegen, unz ich vil rehte ervinde, wä die recken sint. de wart gewäfent balde der schœnen Sigelinde kint. Daz vole bevalh er Hagene, de er wolde dan, und ouch Gérnéte, dem vil küenem man. de reit er eine dannen in der Sahsen lant, dä er diu rehten mære vol mit èren sit ervant. Do sah er here dag grége, daz üf dem velde lac, daz wider siner helfe mit unfuoge wac: des was wol vierzec tüsent oder dannoch baz. der helt in höhem muote sach vil frœlichen daz. Ds het ouch sich ein recke von den vinden dar erhaben üf die warte; der was 2e vlige gar: den sach der herre Sifrit, und in der küene man. ietweder dé des andern mit nide goumen began. Ich sage iu, wer der wæœre, der hie der warte pflac. ein liehter schilt von golde im vor der hende lac. ez was der künec Liudegast: der huote siner schar. dirre gast vil edele ernante vil hérlichen dar. Nu héte ouch in her Liudegast»ientlich erkorn. ir ros si nämen beide zen siten mit den sporn; si neigten uf die schilde die schefte mit ir kraft: des wart der künec hére mit grõézen sorgen behaft. Diu ros näch stiche truogen diu richen küneges kint mit hurte für ein ander, sam si werte ein wint. mit zeumen wart gewendet vil ritterlichen dan: mit swerten ez ersuohten AVENT. die zwéne grimme starke man. 6 IV. Dö sluoc der herre Sifrit, dò stoup ũgz dem helme, die heizen fiures vunken dà streit vil mehteclichen Doͤ sluoc ouch im her Liudegast vil manegen grimmen slac: ir ietwederes ellen uf schilden vaste lac. dé héten dar gehüetet wol drizec siner man: é im der helfe kooe, den sic doch Siyrit gewan Mit drin starken wunden, durch eine liehte brünne, Er bat sich leben läzen, Do er in danne fuorte, dé ward er an gerant dò wert des heledes hant sinen richen gisel mit ungefüegen slegen. sit tet schaden mère Sifrit der ug erwelte degen von drizec sinen mannen: Die drizec er 2e töde vil werliche sluoc. er liez ir leben einen: balde er reit genuoc, und sagte hin diu mœre, Den von Tenemarke was vil grimme leit, ir herre was gevangen, dò in daz wart geseit. man seit ezʒ Liudegere: toben er begen von ungefüegem zorne, wand im was leide getän. dag al daz velt erdoz: sam von brenden groz, von des recken hant. der voget üg Niderlant. die er dem künege sluoc diu was guot genuoc. dag swert an sinen ecken bräht ũz wunden bluot: des gewan der künec Liudegast einen trürigen muot. und böt im siniu lant, und sagt im, daz er wœre Liudegast genant. dé kömen sine recken: die héten wol gesehen waz dà von in beiden üf der warte was geschehen. Waz hie was geschehn; ouch mohte mans die wärheit an sinem rõötem helme Sr Liudegast der riche Was gefüeret dan von Sttrides gewalte zuo Guntheres man. er bevalh in Hagene: der küene recke guot, do er vernam diu mære, dò ward er frœlich gemuot. Er hieg der Burgonden ir vanen binden an. Wol uf!'-ssé sprach Sivrit- hie wirt noch mè getän. esich der tac verende, sol ich habn den Up, daz müet in Sahsen lande etliches guoten recken wip. Ir helde von dem Rine, ir sult min nemen war: ich kan iuch wol geleiten in Liudegéères schar. da seht ir helme houwen von guoter helede hant, daz wir wider wenden in der Burgonden lant.“ Zen rossen gähte Gérnét und ouch sine man. Volker der küene den vanen zuchte dan, der starke videlære: dò reit er vor der schar. de was ouch dag gesinde zs6 strite hérlichen gar. Sine fuorten doch niht mère niwan tüsent man, dar über zwelf recken. stieben dé began diu molte von den sträzen: si riten über lant. de sach man von in schinen vil manegen hérlichen rant. Dé wären ouch die Sahsen mit ir scharn komen, mit swerten wol gewahsen, als wir hän sit vernomen: diu swert diu sniten séere den recken an der hant. de wolden si den gesten wern bürge unde lant. Der herren scharmeister daz vole dò fuorten dan. dà was ouch komen Stifrit mit den sinen man, die er dà mit im brähte uzer Niderlant. des tages wart in sturme vil manec bluotiger rant. AVENT. 8 7 gulolt uuck! e Frunten 1 les len der hakin ltggtsn IV. Sindolt unde Hünolt und ouch Gérnöt, die vrumten in dem strite vil manegen helt töt, daz muose sit beweinen mit vliegendem bluote: dâ wart von Dancwarte ési daz reht erfunden wie küene was ir Lip. vil manec wertlichez wWip. Volkér unde Hagene und ouch Ortwin, die lascten im strite vil maneges helmes schin ez wären küene man. vil michel wunder getän. Die von Tenemarke versuohten wol ir hant. dò hörte man von hurte und ouch von scharpfen swerten, die stritküenen Sahsen Do die von Burgonden von in wart verhouwen dé sah man über setele sus wurben näch den èren die ritter küen unde guot. Man hörte lut erhellen diu vil scharpfen wäfen drungen näch ir herren erdiegen manegen rant, täten scaden ouch genuoc. drungen in den strit, vil manec wunde wit: vliezen daz bluot. den helden an der hant dà die von Niderlant in die herten schar: si kömen degenliche mit samt Sifride dar. Volgen der von Rine niemen man im sach. man mohte kiesen vliegen den bluotigen bach durch die vil liehten helme von Sifrides hant, unz er Liudegèren vor sinen hergesellen vant. Drie widerkére heét er nu genomen des hers an ein ende. nu was ouch Hagene komen: der half im wol ervollen des tages muose ersterben in strite sinen muot. der man da vil gesluoc. von in vil manec ritter guot. 23 EEE, ˙ AVENT. Do der starke Liudeger Sifriden vant, und daz er so hõhe truoc an stner hant daz vil scharpfe wäfen, und ir s6 manegen sluoc, dar umbe wart der küene vor leide zornec genuoc. Do Wart ein michel dringen und gröz der swerte klanc, 2 d6 ir ingesinde zuo zein ander dranc. de versuohten sich die recken beidenthalben baz. die schar begunden wichen: sich huop daà grœzlicher haz. Dem vogete von den Sahsen was daz wol geseit, 3 sin bruoder was gevangen: daz was im harte leit. niht wesser daz ez tæte daz Sigelinde kint: man 20h es Gérnéten. vil wol ervant er ez sint. Die slege Liudegèeres die wären alsò stare, 4 dag im under satele strüchte daz marc. do sich dag ros erholte, der küene Sivrit gewan in dem sturme einen vreislichen sit. Des half im wol Hagene und ouch Gérnöt, 5 Ortwin unde Volkér: des lag ir vil dä töt. Sindolt unde Hunolt, die zwène küene man, von den vil manec frouwe schaden grégen dà gewan. In sturme ungescheiden wärn die künege her. de sah man über helme vliegen manegen gér durch die liehten schilde von der degene hant: man sach dà var näch bluote manegen hérlichen rant. — In dem starken sturme erbéigte manec man nider von den rossen. ein ander liefen an Sitrit der küene und ouch Liudegèr: dà striten wol nach éren die helede küen unde hèr. 0e0 dun Jon in. loch U5 IV. Do flouc daz schiltgespenge von Sifrides hant. den sig gedäht erwerben der helt von Niderlant an den küenen Sahsen: die dolten ungemach. hei, waz dâ liehter ringe der snelle Dancwart zebrach. Do hòt der herre Liudegér uf eime schilde erkant gemaälet eine kröne vor Sifrides hant. wol wesser dag eg wære der übermüete man: der helt zuo sinen friunden starke ruofen began: Geloubet iuch des sturmes, mäge unde man! sun den Sigemundes ich hie gesehn han: von Niderlant den starken hän ich hie bekant. in hät der übel tiufel her zen Sahsen gesant- Die vanen wurden lazen in dem sturme nider. frides er dõ gerte: des werte man in sider, doch muoser werden gisel in Guntheres lant. daz hèét an im ertwungen des küenen Sifrides hant. Mit gemeinen räte s6 liezen si den strit. dürchel vil der helme und ouch der schilde wit si leiten von den handen: swag s6 man der vant, die truogen bluotes varwe von der Buregonden hant. Si viengen swen si wolden: des héten si gewalt. Gérnét der herre und Hagene ein degen balt die wunden hiezen bàren. si fuorten mit in dan zuo den Buregonden fünf hundert Wertlicher man. Die sigelòsen recken ze Tenemarken riten. do enhèten ouch die Sahsen s6 hôhe niht gestriten, dag man in lobes jæhe: dag was den heleden leit. dé wurden ouch die veigen von friunden sére gekleit. 3 Der Nibelunge Liet. ...—— Sie hiegen daz gewefen ider soumen an dén Rin. ez hete wol gew orben mit den recken sin Sikrit der starke hot ez guot g getàn: alle Guntheres man. des im dé jehen muosen Gegen Wormez sande der herre Gérnöôt: heim ze sime lande den friunden er enbòt, und den sinen man. wie im gelungen werre eg héten die vil küenen Die garzüne liefen: von den wart ez geseit. dé freuten sich die schœnen, der vil lieben mære, diu in wären komen. dà wart von edeln frouwen Wie gelungen were des richen küneges man. man hiez der boten einen daz geschach vil tougen: jane torstes überlüt, ir vil liebez herzen trüt. wan si héte dar under Do si den boten kumenden Kriemhilt diu vil schöne sag an liebiu mære: ja gib ich dir min golt. tuostuz àne triegen, ih wil dir immer wesn holt. Wie schiet ug dem strite „* 9. iwW. 9 und ander mine friwende:? wer tet dâ daz beste? do sprach der bote biderbe Le vorderst am striten reit niemen alse wol, -sit manz iu sagen sol--“ sô der gast vil küene uzer Niderlant: dà worhte michel wunder vil edeliu küneginne, wol näch èren getän. vil michel fragen vernomen, zuo Kriemhilde gän. zir kemenäten sach, güetlichen sprach min bruoder Gèrnôt ist mir iht maneger töôt? daz soltu mir sagen- wir héten ninder-einen zagen. des herren Sivrides hanit. AVENT. * Di m die d0 Mn. 05 dlie 000 IV.— Swaz die recken alle in strite hänt getän, Dancwart und Hagene und anders küneges man, swaz iemen streit näch èren, daz ist gar ein wint, wider Sifriden, des künec Sigemundes kint. Si frumten in dem sturme der helde vil erslagen, doch enkünd iu daʒz wunder niemen wol gesagen, waz dà worhte Sifrit, swenn er ze sturme reit: den vrouwen an ir mägen frumet er diu grœzlichen leit. Ouch muoste dâ beliben vil maneges wibes trüt. sine slege man hörte uf helmen alsé lüt, daz si von wunden brähten daz vliegende bluot. er ist in allen tugenden ein ritter küen unde guot. Da hät ouch vil begangen von Metzen Ortewin: swaz er ir mohte erlangen mit den handen sin, die muosen wunt beliben oder meistec töt. dà tet iwer bruoder die aller grœzisten nöt, Diu immer in den stürmen künde sin geschehn. man muoz der wärheite den ügerwelten jehn: die stolzen Burgonden die habent sé gevarn, daz si vor allen schanden ir ère künnen wol bewarn. Man sach dâ von ir handen vil manegen satel blöz, dà von den liehten swerten daz velt vil Iut erdéz. die recken von dem Rine die habent sé gestriten, daz ez ir vianden wære bezzer vermiten. Die küenen Tronegære die täten gröziu leit, dà man mit volkes kreften aZuo zein ander reit: dà vrumte manegen töten des küenen Hagenen hant, des vil ze sagene were her zer Burgonden lant. 3* „ Sindolt unde Hünolt, zc jungest und zem ersten, den tet vil willecliche diu Die twanc mit sinen ellen s6 nu von sinen schulden die meistec hàt verhouwen da erblũüet ir liehtiu varwe, die Gérnöõtes man 36— und Volkér der vil küene, die häntz sò guot getän, N„ daz ez Liudegéere mac immer wesn leit, „J dag er den minen herren hét ze Rine widerseit. Strit den aller höhsten, der inder daà geschach, den ieman gesach, Sifrides hant. 10 er bringet riche gisel in daz Guntheres lant. der wertliche man, des ouch der künec Liudegast schaden vil gewan, + 3 und ouch von den Sahsen der küene Liudegér. nu horet miniu mere, vil edeliu küneginne her. Si hàt gevangen beide diu Sttrides hant. eg enwart nie meneger gisel bräht in ditze lant, kumet an den Rin- ir enkunden disiu mære nimmer lieber gesin. Man bringet der gesunden fünf hundert oder baz, und der verchwunden, frowe, wigzet daz, wWol ahzec rossebere in Burgonden lant, des küenen Sifrides hant. Die durch ir übermüeten widersageten an den Rin, die müegen nu gevangen die Guntheres sin. die bringet man mit freuden her in ditze lant. dòõ si diu mære reht ervant. Ez wart ir lieht antlütze vor liebe rösen röt, dé mit liebe was gescheiden uz der grôzen nõt der minnechche recke, Sivrit der junge man. si vreut ouch sich ir friunde: daz was von schulden getän. AVENT. — Do“ Weön Pen dz Gun wer 0 Werh erxant. den geli IV. Do sprach diu minnecliche du häst mir wol geseit: du solt haben dar umbe ze miete richiu Kleit, und zehn mare von golde heig ich dir tragen- des mag man solchiu mære richen frowen gerne sagen. Man gab im sine miete, daz golt und ouch diu kleit. dô gie an diu venster vil manec schœniu meit. si warten uf die sträze: riten man dòé vant vil der höchgemuoten in der Burgonden lant. Da kömen die gesunden, die wunden tàten sam. si mohten grüezen horen von vriunden àne scham. der wirt gein sinen gesten vil vrœlichen reit: mit vreuden was verendet daz sin vil grœzliche leit. Do enpfie er wol die sine, die vremden tet er sam; wan dem richen künege anders niht enzam wan danken güetliche, die im wären komen, daz si den sig näch èren in sturme hèten genomen. Gunther bat im mære von sinen friunden sagen, wer im an der reise ze töde weœr erslagen. dò het er vlorn niemen niwan sehzec man: verklagen man die muose, so sit näch heleden ist getän. Die gesunden brähten verhowen manegen rant und helme vil verschröten in Guntheres lant. si stuonden von den rossen nider für den sal: ze liebem antpfange man hörte vrœlichen schal. Do hieg man herbergen die wegemüeden man. der künec sinen gesten danken vil began: er hieʒ der wunden hüeten und schaffen in gemach. wol man sine tugende an sinen vianden sach. Er sprach ze Liudegère nu sit mir willekomen. ich han von iwern schulden schaden vil genomen: der wirt mir nu gebüeget, ob ich gelücke hän. 8 33 8 got 1o0ne minen friunden: si hänt mir liebe getän. Ir mugt in gerne danken- sprach dé Liudegér- ⸗also höher gisel gewan nie künec mer. umbe schœne huote wir bieten michel guot, daz ir genædecliche an mir und minen friunden tuot. Ich wil iuch ledec lagen sprach der künec- gén. daz mine viande hie bi mir bestén, des wil ich haben bürgen, daz si miniu lant iht rämen aàne hulde? des sichert dò ir bèder hant. Man brähte si 2e ruowe und schuof in guot gemach. den wunden man gebettet vil güetlichen sach: man schancte den gesunden met und guoten Win. de kunde daz gesinde nimmer vrcœlicher sin. Ir zerhowen schilde man behalten truoc. bluotiger setele der was dà genuoc: die hieʒ man ouch verbergen, daz weinten niht diu Wip. dé kom hermüede vil maneges küenen ritters Iip. Der wirt pflac siner geste vil grœzliche wol: der vremden und der kunden was daz lant dõ vol. man hiez der séere wunden vil güetliche pflegn: dò was ir übermüeten vil harte ringe gelegn. Die erzenie kunden, den bét man grézen solt, silber äne wäge, dar zuo daz liehte golt, daz si die helde nerten näch des strites nöt. dar zuo der künec den gesten gäbe grœzliche böt. AVENT. 4 010 der öil Doͤs über da bis IV. Die wider heim ze hüse der reise heten muot, 1 die bat man noch beltben, alsò man friunde tuot. der künec gie ze raͤte, wier lönte sinen man: si héten sinen willen näch grézen éren getän. r- D0 sprach der herre Géernét man sol si riten Iàn: 2 über sehs wochen, st in kunt getàn, dag si komen widere zeiner hôchgezit: so ist maneger geheilet, der nu vil sere wunder Iit.“ Do gert ouch urloubes der helt von Niderlant. 3 dé der künec Gunther den willen sin ervant, er bat in minnecliche noch bi im bestän: wan durch Kriemhilde, s0 wWär eg nimmer getän. Darzuo was er ze riche, daz er iht neme Solt; 4 er hét dag wol verdienet: der künec was im holt, sam wären sine mäge: die héten daz gesehn, waz Von sinem ellen in dem sturme was geschehn. Durch der schenen willen gedäht er noch bestän, 5 die er vil gerne sche. sit wart ez getän al näch smem muote: si wart im wol bekant. sit reit er vrœliche heim in sines vater Iant. Der wirt hiez zallen ziten ritterschefte pflegn: 6 dag tet do willecllieche vil manec junger degn. die wile hiez er sidelen vor Wormze an den sant den, die im komen solden zuo der Burgonden lant. In den selben ziten, dò si nu solden komen, 7 d& hét diu vrowe Kriemhilt diu mæœre wol vernomen, er wolde höchgeziten mit màgen unde man. dé wart vil michel vligen von schœnen vrouwen getän EPEE AvVENxT. N Mit wte und mit gebende, daz si dà solden tragen. 1 Die Uote diu vil dche diu mære hörte sagn lie! von den stolzen degenen, die dà solden komen. dure N dé wart üz der valde guoter wete vil genomen. Aln Durch ir kinde liebe hiez si dé sniden kleit: 2 Dis da mit wart gezieret vil frowen und manec meit l1 0 und vil der jungen recken g Burgonden lant. läies 0 dà wart ouch vil der vremden bereitet herlich gewant. dft J Wi IN wii lt 105 dles VAVENIIURE WIE SIVRIT KRIEMHILT AIRUSTRH ERSACH. 5 fint 5 der Man sach si tegeliche nu riten an den Rin, 3 De die zer höchgezite gerne wolden sin, ſie die durch der künege liebe kömen in daz lant. an man gap dà genuogen bèdiu ros und ouch gewant. der In was ir gesidele allen wol bereit, 4 Irs den höhsten und den besten, als uns daz jst geseit, mie zwein und drizec fürsten dà zer höhgezit: 005 da zierte sich engegene vil manec junefrowe sit. en Ez was vil unmüezec Giselher dag kint: 9 D0 die vremden und ir mäge vil güetliche sint e enpfienger unde Gérnöt und ouch ir beider man. S jà gruozten si die degene als ez näch èren was getän. V.— Die goltvarwen setele si brähten in daz lant, die zierlichen schilde und hêrlich gewant, durch des wirtes liebe zuo der hôhgenit. vil manegen ungesunden sach man vrœlichen sit.““ Die in den peyen lagen und héten wunden nöt, die muosen des vergegzen, wie herte was der töt: die siechen ungesunden die muosen si verklagen. si freuten sich der mære gein der höhgezite tagen, Wie si lebn wolden da zer wirtschaft. wünne ane maze mit freuden überkraft héten al die liute, swaz man ir dà vant: des huop sich michel wünne über al daz Gunthers lant. An einem pfiengestmorgen sach man für gan gekleidet wünnecliche vil manegen küenen man, fünf tüsent oder méère, dà zer höhgezit, der Iop vil vollecliche an den Burgonden lit. Der wirt der hét die sinne, im was wol bekant, wie rehte herzenliche der helt von Niderlant sine swester trüte, swier si niene gesach, der man s6 grézer schœne vor allen junefrowen jach. Er sprach nu rätet alle, mäge und mine man, wie wir die hochgezite sô lobeliche hän, daʒ man uns drumbe iht schelte her näch dirre zit: ein jieslich Iop vil sthbte zc jungest an den werken It. Do sprach üzer Metzen der degen Ortewin Welt ir mit vollen èren zer höchgezite sin, 86 sult ir lazen schouwen diu wünneeclichen kint, die mit s6 vollen èren hie zen Burgonden sint. C Waz wre mannes wünne, des freute sich ir Iip, es entwbten schoœne meide und hérlichiu wip! 2 Pe— K 5 ir Iazet iwer swester für iwer geste gän. der rät was ze liebe vil manegem degene getän. Des wil ich gerne volgen, sprach der Kkünec dô. alle die ez erfunden die wärens harte vrö. man saget oueh datz froun Voten und ir tohter wolgetän, dag si mit ir megeden hin ze hove solde gän. D6 wart üz den kisten gesuochet guot gewant: te vant, swaz man in der valde der liehten We porten unde pouge, des was in vil bereit. sich zierte minnecliche vil manec wætlichiu meit. Vil manec recke tumber des tages héte muot, re guot, dag er an ze sehene den frowen w. dag er dâ für neme niht eines küneges lant: si sdähen die vil gerne, die si héten nie bekant. Do hiez der künec riche mit siner swester gän die ir dienen solden, wol hundert siner man, ir und siner muoter: die truogen swert enhant. dag was daz hofgesinde üger Burgonden Iant. Uoten die vil richen die sah man mit ir komen: diu héte frowen schene geselleclich genomen wol hundert oder mére, die truogen richiu Kleit. nu gie mit Kriemhilde vil manec wWetlichiu meit- 5 Von einer kemenäten sach man si alle gän. 33 dä wart vil michel schouwen von recken dar ge die des gedingen héten, ob künde dazg geschehn, dag si Kriemhilde solden vrœlichen sehen. AXVENT. — Wg tubt ders r ddl due Jim Do! Am Iun da6 Rie diu mat 3 Nu gie diu minnecliche alsò der morgenròt tuot ug den trüeben wolken. dà schiet von maneger not der si dà truog in herzen und lange hèt getàn: er sach die minneclichen nu vil hérlichen stän. Jà lüht ir von ir wæte vil manec edel stein, ir rösenrötiu varwe vil minnecliche schein. swer s6 wünschen solde, der enkünde niht gejehn, daz er in dirre werlde hæte schœners iht gesehn. Sam der liehte mane vor den sternen stät, des schin s“ lüterliche ab den wolken gät, dem stuont si vil geliche vor maneger frowen guot: des wart vil wol gehehet den zieren heleden der muot. Die richen kamercre die sach man vor in gan: die hõöchgemuoten degene dine wolden daz niht läàn, sine drungen dà si sähen die minnecltchen meit: Swride dem edelen was beidiu lieb unde leit. Er däht in sinem muote vie kunde daz ergan, daz ich dich minnen solde, als ich gedingen han? sol aber ih dich vremden, s6 wer ich sanfter töt. er hète von ir schulden tougen lieb unde nöt. Do stuont s6 minnecliche daz Sigemundes kint, sam er entworfen were an ein permint von guoter meister listen, als man im dòé jach, dag man helt deheinen sé wærtlichen nie gesach. Die mit Kriemhilde giengen, die hiegen von den wegen wichen allenthalben: daz leiste manec degn. diu hôhe tragenden herzen freuten manegen Iip: man sach in grézen zühten vil manec hérlicheg wip. 44 ENT. Doe sprach von Burgonden der herre Gérnôt 1 der iu Snen dienest s6 minnecliche böt, Gunther, lieber bruoder, dem sult ir tuon alsam vor allen disen degenen: des räts ich nimmer mich gescham. Ir heizet Sifriden, den Sigemundes suon, 2 gen zuo Kriemhilde, ob ir wol wellet tuon. diu nie gegruogte recken, diu sol in grüezen pflegn, dà mit wir zeinem vriunde habn den zierlichen degn-“ Do giengens wirtes mäge dà man den recken vant. 3 si spràchen zuo dem künege uzer Niderlant der wirt hät iu erloubet: ir sult ze hove gäàn. ein swester sol iuch grüezen: daz ist zen èren iu getän. Doé wart der degen guote der mære vil gemeit. 4 jà truoger in dem muote lieb àne leit, daz er sehn solde daz wünnecliche kint. mit minnechchen tugenden si gruozte Sifriden sint. Do si den höchgemuoten vor ir sténde sach, 5 d&é enzunde sich ir varwe: diu schœne maget sprach sit willekomen, her Sifrit, ein edel ritter guot.“ dé wart im von dem gruoze vil wol gehchet der muot. Er neigir vlizecliche: bi henden si in vie. 6 wie rehte minnecliche der recke bi ir gie! mit lieben ougenblicken ein ander Sͤhen an der herre und ouch diu frouwe: daz wart tougenlich getän. Wart iht da friuntliche getwungen wiziu hant 7 von herzenlieber minne, daz jist mir unbekant: doch enmac ich niht gelouben, daz eg würde làn; si hét im holden willen harte schiere kund getän. In der hunde minnel d0 in U 89 5i0 Gler 5ge Von lie! ir ſe in Der! lis les 90bel den! Such dt y 109 00 W 00 0 Sn Mil E di Cuch Bi der sumerzite und gein des meien tagen kunder in sinem herzen nimmer mè getragen minneclicher freuden, denn er ir dò gewan, dé im diu gie s6 nähen, die er 2e trüte wolde hän. Do gedähte manec recke und wer mir sam geschehen, daz ich ir gienge in hende, sam ich in hän gesehn, oder bi ze ligene! daz lieg ich àne haz. ez gediente noch nie recke näch einer küneginne baz. Von swelher künege landen die geste kömen dar, die nàmen al gemeine niwan ir zweier war. ir wart erloubet küssen den wertlichen man: im wart bi sinem lebene nie sé liebesgetän. Der künec von Tenemarke der sprach sà zestunt diss vil höhen gruozes lit maneger ungesunt des ich vil wol enpfinde- von Sifrides hant. got enläzge in nimmer mère komen in miniu fürstenlant. Do hieg man allenthalben wWichen von den wegen den minnechichen frouwen. vil manegen küenen degen sach man gezogenlichen ze hofe mit ir gän. sit wart von ir gescheiden der vil Wætliche man. Doô gie si zuo dem münster: ir volgete manec wip. dò was ouch s6 gezieret der Kriemhilde lip, daz dd höher wünsche maneger wart verlorn: si was dà 20ugenweide vil manegen recken geborn. Vil küme erbeite Sifrit, daz man dà gesanc. er mohte sinen selden immer sagen danc, dag im diu was ss wWege, die er in herzen truoc. ouch was er der schonen holt von schulden genuoc. 14 16 Dé si kom für daz münster, sam er ehéte getän, man sah in friuntliche àauo Kriemhilde gan. dé begunde im danken diu vil schœniu meit, daz er vor ir mägen so rehte hérlichen streit. Nu lön jiu got, her Sifrit,,- sprach daz schoœne kint- daz ir daʒ habt verdienet, daz iu die recken sint 56 holt von wären schulden, als ich si hoœre jehn. de begunder minnechiche an vroun Kriemhilden sehn. Ich sol in immer dienen,-alsé sprach der degn- und enwil min houbet nimmer eé gelegen, ich engedien ir hulde, als ich des willen hän. des ist ein teil, frow Kriemhilt, näàch iwern hulden ergäan. Inre tage zwelfen, der tage al ieselich, sach man bidem recken die maget lobelich, 86 si 2e hofe solde vor den fürsten gàn: diu ère wart dem degene durch gréze liebe getän. Vreude unde wünne, vil grozlichen schal sach man dà tegeliche vor Guntheres sal, dar ug und ouch dar inne, von manegem küenen man. Ortwin unde Hagene grôzer wunder dä began. Swes iemen pflegen solde, des wären si bereit mit volleelicher màze, die helde vil gemeit: des wurden von den gesten die recken wol bekant. da von was gezieret allez Guntheres lant. Die é da wunde lägen, die sach man für gàn: si wolden kurzwilen mit des küneges man, schirmen mit den schilden und schiezen manegen schaft. des hulfen in genuoge: si héèten grœgzliche kraft. AVENI. 5 In de nit ller man unds Lude ler 0ö Ir Sult und ds 045 8il In der hôchgezite der wirt der hiez ir pflegn 1 mit der besten spise: er héte sich bewegn aller hande schande, die ie künec gewan. man sach in minnecliche zuo den sinen gesten gän. Er sprach ir guoten degene,& daz ir scheidet hin, 2 3 s6 nemt die mine gàbe: alsò stét min sin, daz ich eʒ immer diene. versmæht niht min guot; daz wil ich mit iu teilen: des hàn ich willigen muot.“ Die von Tenemarke sprächen sà zehant 3 é daz wir wider riten heim in unser lant, wir gern steter suone und gebn michel guot, und setzen iu des sicherheit, swie iuch des selben dunket guot. Liudegast geheilet siner wunden Was: 4 der vogt von den Sahsen näch strite wol genas. ettesliche töten si liezen dar enlant. dò gie der künec Gunther daà er Sivriden vant. Er sprach zuo dem degene nu räte, wie ich tuo. 5 die unser widerwinnen wellent riten fruo, und gernt stæter suone an mich und mine man. nu räta, degen küene, waz dich des guot dunke getän. Waz mir die helde bieten, daz wil ich dir sagen: 6 swaz fünfhundert mœre goldes mügen tragen, daz geben si mir gerne, wold ich si ledec län.“ dòé sprach der herre Sivrit daz wer vil übele getän. Ir sult si ledeelichen hinnen läzen varn; und daz die recken beide mère wol bewarn, dag si immer mer geriten mit here in iwer lant, des làt iu sicherheite tuon der beider herren hant.“ —1 3 RRRRR‚R AVEN da mite si giengen dan. 1 wart dag kunt getän, Des rätes wil ich volgen. den smen widerwinnen ir goldes gerte niemen, daz si da büten é. 10 daà an ir lieben friunden vas nach den hermüeden weé. Vil manege schilde volle man dar schatzes truoc: 2 er teiltes àne wäge den friunden sin genuoc bi fünfhundert marken, und eteslichen baz. Gernöt der vil küene der riet Gunthere daz. Urloup si alle namen, als0 si wolden dan. 3 105— 15—— K de sach man die recken für Kriemhilde gän, 6 und ouch dd frou Uote diu küneginne sagz. ez enwart noch nie degenen meère geurloubet bag. Herberge wurden lœre, dé si von dannen riten. 4 noch bestuont dà heimé mit ritterlichen siten der künec mit snen mägen, vil manec edel man. die sach man tegeliche für frown Kriemhilde gän. Urloup ouch nemen wolde Sivrit der helet guot: 5 ern trüte niht verenden des er dà héte muot. der künec daz sagen hörte, daz er wolde dan. Giselher der junge den degn vlegen dò began. War woldet ir nu riten, vil edel Sivrit? 6 belibet bi den degenen- tuot des ich iuch bite- 06 bi Gunthere dem künege und ouch bi sinen man. hie ist vil chœner frouwen: die sol man gerne iuch sehen làn. und traget ouch hin. die schilde. jä wold ich in min lant: des hät mich her Giselher mit grogen triuwen erwant. Do sprach der starke Sivrit diu ros diu läzet stän- 7 1 5 12 ich wolde hinnen riten: des wil ich abe gan- 8us bel Wer gepeskl d0 ern Durch i nit nan Nn dalb öür uul Lain 10 Prie un 0 150 I. N irgel diu · U 800 ber VI.— 49— Sus beleip der küene recke durch friwende liebe dä. 1 ja wer er in den landen ninder anderswa gewesen alsé sanfte: dà von nu dag geschach, daz er nu, swenner wolde, die schænen Kriemhilde sach. Durch ir unmäzen schœne der herre dò beleip. 2 mit maneger kurzewile man im die ait vertreip; wan daz in twanc ir minne: diu gab im dicke nöt. dar umbe sit der küene lac vil jæmerliche tot. ITteniwe mæore sich huoben umben Rin: 3 es sprächen zuo dem künege die hösten mäge sin, war umbe er niht ennæme ein wip zuo siner é. do sprach der künec riche ine wil niht langer biten mè. Des wil ich mich beräten, wä ich die müge nemen, 4 diu mir und mime riche ze frowen müge zemen an edel und ouch an schœne: der gib ich miniu lant. als ich die reht ervinde, si sol iu werden wol bekant. * VI AVENTIURE WIE SICH GUNTHER GEIN ISLANDE HIN ZEkE PRUNHILT BEREITE. Ez was ein küneginne gesezzen über sé; 5 ir gellche enheine man wesse ninder mè: diu was unmägen schene, vil michel was ir kraft; si schôzg mit snellen degenen umbe minne den schaft. Der Nibelunge Liet. ——————ẽ ꝓg 4— — AVENI. Den stein den warf si verre, dar näch si wite spranc. 1 swer an si wenden wolde sinen gedanc, driu spil muoser an behaben der frowen wol geborn: gebrast im an dem einen, er hét dazg houbet sin verlorn. Des hét diu küneginne unmäzen vil getän. 2 de gevriesch eʒ bi dem Rine ein ritter wolgetän: der wande sine sinne an daz herliche wip. darumbe muosen helede sit verliesen den lip. Do ss eines tages sàzgen, der künec und sine man, 3 manegen ende si ez mäzen, beidiu wider und dan, welhe ir herre möhte zeinem wibe nemen, diu im ze frowen töhte und ouch dem lande möhte zemen. Do sprach der vogt von Rine ich wil nider an den sé 4 hin ze Prünhilde, swie eg mir ergé. durch ir unmàzen schéne sô wäge ich minen Hp: den wil ich verliesen, sine werde min wip.“ Dag wil ich widerräten“ sprach dé Styrit- 5 Jà hät diu küneginne s6 vreisliche site, swer umb ir minne wirbet, daz eg im hoôhe stät. des muget ir der reise haben werlichen rät.“ Do sprach der künec Gunther nie geborn wart ein Wip 6 86 stare und ouch so küene, ine wolde wol ir Iip in strite betwingen mit min selbes hant- swiget.-sprach dé Sifrit iu ist ir ellen unbekant. —1 Und weren iwer viere, dine kunden niht genesn von ir vil grimmen zorne. ir lät den willen wesn: daz ràt ich iu mit triuwen. welt ir niht ligen töt, sone làt iuch näch ir minne niht ze sére wesn nöt. Er. lie und ich Va 8 f0 eineß SWerz : vI. Nu si swie starc si welle, ine làze der reise niht hin zuo Prünhilde, swaz halt mir geschiht: durch ir unmàzen schœne muoz ez gewäget sin. waz ob mir got gefüeget daz si mir volget an den Rin? So wil ich in wol raten: sprach dò Hagene- ir bitet Sifride mit iu ze tragene die vil starken sorge: daz jist nu min ràt: sit im daz ist so kündec, wieʒ umbe Prünhilde stàt.“ Er sprach wiltu mir helfen, degen Sifrit, die minnecliche erwerben? tuostu des ich dih bite, und wirt mir zeinem trüte daz hèrliche wip, ich wil durch dinen willen wägen ere unde lip.“ Des antwurte Sifrit swie mir min dine dà kum, gistu mir din swester, 8sò bin ich dir frum, die schœnen Kriemhilde, ein küneginne hér: ine ger deheiner miete näch minen arebeiten mér. Daz lobe ich,-sprach dòo Gunther- Sivrit, an dine hant: und kumt diu schœne Prünhilt her in ditze lant, 86 wil ich dir ze wibe die mine swester gebn; s6 mahtu mit der schœnen immer vrœliche lebn.“ Des swuoren si dé eide, die recken vil hér: des wart ir arebeiten verre deste mér, &si die wolgetänen bræhten an den Rin; des muosen die vil küenen starke sorgende sin. Von wilden getwergen hän ich gehoret sagen, si sin in holn bergen, und daz si ze scherme tragen einez heiget tarnkappen, von wunderlicher art: swerz hat an sime libe, der sol vil gar wol sin bewart 4* 5 —1 swenn er si dar inne. er sĩ ouch verre sterker, Mit im fuorte Sifrit die tarnkappen dan, die der helt vil küene mit sorgen gewan ab einem getwerge, daz hieʒ Albrich. sich bereiten zuo der verte die degn küene unde rich. Alsé der starke Sifrit die tarnkappen truoc, 86 het er dar inne krefte genuoc, zwelf ander manne sterke, er gewan mit grözen listen die vil herlichen meit. Ouch was diu selbe tarnhüt alsò getän, daz dar inne worhte ein jieslicher man dag in doch niemen sach: dà von im leide sit geschach. swaz er selbe wolde, s0 gewan er Prünhilde. Du solt mir sagen, Sifrit, é unser vart ergéè: daz wir mit vollen èeren komen an den sé, suln wir iht ritter füeren zwei tüsent degene die werdent schiere besant.“ Swie vil wir volkes fuorten, ez pfliget diu küneginne die müesen alle ersterben von ir übermuot. ich wil iuch baz bewisen, Wir suln in recken wise die wil ich iu nennen, AVENT. Vor slegen und vor stichen, in müge ouch niemen sehen, 1 beide hœren unde spehen mag er näch sinem willen, dag in doch niemen siht; als uns diu aventiure giht. als uns jst geseit. in Prünhilde lant? -sprach dé Sifrit- 86 eisIicher site, degen küene unde guot⸗- varn ze tal den Rin. die daz suln sin, zuo uns zwein noch zwéne unde niemen mé; Sso erwerben wir die frouwen, swiez uns dar näch ergè. 1 0 Iib din W Dos 101 U11 düin) VI.— 53— Der gesellen sit ir einer, der ander sol ich wesn, Hagene si der dritte: wir mugen wol genesn: Dancwart st der vierde, der vil küene man. uns endurfen ander tüsent mit strite nimmer bestän. Diu mære ich wiste gerne sprach der künec do- dag wir hinne schieden, des wære ich harte vrö, Waz wir kleider solden vor Prünhilden tragen, diu uns dâ wol gezemen: daz sult ir mir bi zte sagen. Wät die allerbesten, die ie man bevant, die treit man zallen ziten in Prünhilde lant: des suln wir richiu kleider vor der frowen tragen, dazg wirs iht habn scande, sò man diu mære hœre sagn-“ Do sprach der degn guoter sò wil ich selbe gan zuo miner lieben muoter, ob ich erwerben kan daz uns ir schœne mägede helfen prüeven Kleit, diu wir tragen mit èren für die hêrlichen meit. Do sprach von Tronege Hagene mit hérlichen siten wes welt ir iwer muoter solher dienste biten? lat iwer swester heren wes wir habn muot: si ist sö kunstriche, dag diu kleider werdent guot- Do enbot er sner swester, daz er si wolde sehn und ouch der herre Sifrit. é dag dag was geschehn, d' héte sich diu schæœne ze wunsche wol gekleit. daz si sie sehn wolden, des was si vré und ouch gemeit. Do was ouch ir gesinde geziert als ir gezam. die fürsten kõmen beide: dò si dag vernam, dò stuont si von dem sidele; mit zühten si dò gie da si den gast vil edelen und ouch ir bruoder enpfie. ———— ⸗Wilekomen si min bruoder und der geselle sin. diu mœre wist ich gerne,-86 sprach dag magedin- Waz ir werben woldet, sdt ir 26 hofe gät: daz lät mich beide horen, wieg iu höchgemuoten stät.“ Do sprach der künec riche frowe, ich wilg iu sagn: wir müezen michel sorgen bi höhem muote tragn; wir wellen hobeschen riten verre in vremdiu lant. wir solden zuo der reise haben zierlich gewant.“ Nu sitzet, lieber bruoder:-sprach daz küneges kint- laàt mich diu mere hœren, wer die frowen sint, der ir dà gert mit minnen in ander fürsten lant⸗ die uögerwelten beide nam diu frowe bider hant. Do gie si mit den degenen da si selbe saz: matraz diu richen, ir sult gelouben daz, lägen allenthalben an dem vletze nider. si héten bi den frouwen guote kurzwile sider. Vil lieplicher blicke und minneclichez sehn, des mohte dà in beiden harte vil geschehen: er truoc si imme herzen, si was im sòé der lip. AVENT. 3 er erwarp mit starkem dienste, dag si doch sider wart sin wip. Do sprach der küneéc Gunther vil edel swester min, ane dine helfe sone kündez niht gesin. wir wellen kurzewilen in Prünhilde lant: dà bedorften wir ze tragene vor frowen hérlich gewant.“ Doe sprach diu küneginne vil lieber bruoder min, swaz der minen helfe daran kan gesin, des bringe ich iuch wol innen, daz ich iu bin bereit. versagt iu ander iemen, daz wære Kriemhilde leit. 6 1 S0 08ul Wub“ mndt Wir. U8 des Won. Hler Ton chril elbe⸗ VI. Irn sult mich, ritter edele, niht sorgende biten: ja sult ir mir gebieten mit hérlichen siten. swaz s0 iu gevalle, des bin ich bereit, und tuon ez willecliche“ sprach diu herliche meit. Wir wellen, liebiu swester, tragen guot gewant: dag sol helfen prüeven iwer wiziu hant; des volziehen iwer mägede, daz ez uns rehte stät. wand ich dirre verte hän dehéiner slahte rät. Do sprach diu junefrouwe ine vil iu niht versagn: ich hän selbe siden; nu heizet uns her tragen gestein üf den schilden, sò machen wir diu Kleit, daz ir si traget mit łren für die hèrlichen meit. Wer sint die gesellen,-sprach diu künegin- 7 8 die mit iu gekleidet ze hofe suln sin?“ daz bin ich und Sifrit und zwène miner man; Dancwart und Hagene die suln mit uns ze hofe gän. Nu merket, liebiu swester, rehte waz wir sagen: daz wir vier gesellen ze vier tagen tragen ie drier hande kleider und alsé guot gewant, daz wir àne scande rüũmen Prünhilde lant. Daz lobte si den recken: die herren schieden dan. dò hiez ir juncfrouwen drigee meide gàn üz ir kemenädten Kriemhilt diu künegin: die vil werkspohen ze künste héten grözen sin. Aller hande siden und wiz sò der snè, von Zauamanc dem lande grüen alsò der kle, dar in si leiten steine: des wurden guotiu kleit. selbe sneit si Kriemhilt, diu vil minnecliche meit. AVENT. Von vremder vische hiuten bezoc wolgetän 1 ze sehn werden liuten, swaz man der gewan, diu dachte man mit siden, golt dar in getragen: man möhte michel wunder von der liehten wæte sagen. nb Von Marroch üg dem lande und ouch von Libiän 2 die aller besten siden, die ie mér gewan deheines küneges künne, der héten si genuoc. diu frowe lie wol schinen, daz si in holden willen truoe. ls 1 Wande sis zer hovereise héten sò gegert: 3 ö die herminen vedere dühten si unwert; 4 pfelle dar obe lagen swarz alsam der kol. lhin daz noch snellen degenen stüende in höchgeziten wol. 11 Us Aräbischem golde vil gesteines schein. 4 der frowen unmuoze diu en was niht klein: inre sehs wochen bereiten si diu kleit. de was ouch ir gewefen den guoten degenen bereit. Do si pereitet wäaren, dé was in üf den Rin 5 gemachet vlizecliche ein starkez schiffelin, daz si tragen solde wol nider uf den sé. den schœnen junefrouwen tet ir arebeiten wé. Doô sagte man den recken, in weren nu bereit, 6 diu si dâ füeren solden, ir zierlichen kleit. alsé die helde gerten, daz was nu getän: done wolden si niht langer bi dem Rine bestàn. Näch den hergesellen wart balde dé gesant, I51 ob si schowen wolden niwez ir gewant, mdbe ob ez den helden wore ze rehte kurz und lanc: 1 105 des sageten si den frouwen von schulden grœzlichen danc. An VI. Für alle die si kxõmen, die muosen in des jehen, dag si ze der werlde hæten schœners niht gesehn: des mohten si sie gerne d ze hove tragen. von bezzer helde wete künde iu nieman niht gesagn. Vutzecliche danken wart dà niht verdeit. urloubes von in gerten die recken vil gemeit: in ritterlichen zühten die herren täten daz. des wurden liehtiu ougen weinens trüebe unde naz. Si sprach vil lieber bruoder, ir möhtet noch bestän, und würbet ander frouwen- daz hiez ich wol getäàn- dà iu sô sére enwage stüende niht der Iip: ir mugt hie naher vinden ein alsé höchgeborn wWip. Ich wen in saget ir herze daz in dä von geschach. si weinten al gemeine, swaz ieman drumbe sprach-. ir golt in vor den brüsten wart von trähenen sal: die vielen in genöte von den ougen hin 2e tal. Sie sprach herre Sivrit, lät iu bevolhen sin üf triwe und üf genäde den lieben bruoder min, daz im iht gewerre in Prünhilde lant- daz lobt ir der herre mit guotem willen in die hant. Do sprach der degen küene ob mir min lip bestät, s6 sult ir aller sorgen, frowe, haben rät: ich bringen iu gesunden her wider an den Rin, daz habt uf mime libe. im neic daz schœne magedin. Ir. goltröten schilde, die truog man uf den sant, und bräht in zuo dem schiffe allez ir gewant; ir ros hieg man in ziehen: si wolden varn dan. dòé wart von schenen frouwen vil michel weinen getän. 6 —¹ F⸗ AVENT. Dô stuonden in den venstern diu minneclichen kint. ir scif mit dem segele dag rüert ein höher wint: die stolzen hergesellen säzen üf den Rin. dò sprach der künee Gunther wer sol nu schifmeister sin?“ Do sprach der starke Stvrit ich kan iuch uf der fluot hinnen wol gefüeren: daz wigzet, helede guot: 1 die rehte wazzersträgen die sint mir wol bekant⸗ 8 mit freuden si dõ schieden uz der Buregonden lant. Der künec von Niderlanden eine schalten genam: 3 von stade begunde schieben der helt vil lobesam. Gunther der küene selbe ein ruoder truoc. si huoben sich von lande, und wären vrœlich genuoc. Si fuorten riche spise, dar zuo den besten win, 4 den man inder kunde vinden umben Rin. Dancwart, Hagenen bruoder, der sag unde z0ch an eime starken ruoder: er truoe den muot unmàzen höch. me; Ir vil starken segelseil wurden in gestraht; 5 D8u si fuoren manege mile eé daz eg würde naht: i mit freuden si dò kõmen vol nider an den sé. ir starkez arebeiten tet sit den hochgemuoten wWs. Inre tage zwelven, s6 wir hœren sagen, 6 héten si die winde verre dan getragen gein Isensteine in Prünhilde lant: daz hét von Tronege Hagene é vil selten bekant. 00 5 80 Sült! Guutle Wngt VII AVENIIURE WIIE GUNTHER ZE ISLANDE MIT SINEN GESELLEN KOM. Do der künec Gunther s6 vil der bürge sach 1 und ouch die wWiten marke, wie bald er do sprach sagt mir, friunt Sdyrit, ist iu daz bekant: wes sint dise bürge und ouch daz hérliche lant? Ine hän bi minen ziten, ine wolde lüge jehn, 2 86 wol erbowen bürge mére nie gesehen in deheinem lande, als ir hie vor uns stät: er mac wol wesen riche, der si hie gebowen hat.“ Des antwurte Stfrit ez ist mir wol bekant: 3 ez ist frowu Prünhilt liut unde lant, und Isenstein diu veste, als ir mich hörtet jehen. dà muget ir noch hiute schœner frowen vil gesehn. Und wil iu helden räten, ir habt einen muot, 4 dag wir jehn geliche-jà dunket eg mich guot-, swenne wir noh hiute für Prünhilde gàn s6 müezen wir mit sorgen for der küneginne stàn-: 86 wir die minneelichen bi ir gesinde sehn, 5 80 sult ir, helede guote, wan einer rede jehen, Gunther si min herre, ich si sin eigen man: s6 mag unser wille harte wol an ir ergän. AVENT. fl. Des wären si bereite: swaz er si loben hiez, 1 durch ir übermüete deheiner ez niht liez; si jähen swes er wolde: dà von in wol geschach, de der künec Gunther die schœnen Prünhilde sach. Ich enlob ez niht sô verre durch den willen din 2 86 durch Kriemhilde, daz schœne magedin: diu ist mir sam min séle und s6õ min eigen Iip. ich wil dag gerne dienen, daz si werde min wip. In den selben ziten dò was ir schif gegan 3 der bürge alsd nähen: do sach der künee stàn oben in den venstern vil manege schœne meit. dõ begunde vrägen der recke kũene und gemeit Saget mir, friunt Sifrit, durch den willen min: 4 bekennet ir die frouwen und ouch diu magedin, die dort her nider schouwent zuo zuns üf die fluot? si gebärent dem geliche, daz si höhe sint gemuot.“ Doô sprach der küene Sifrit ir sult von hinnen spehn 5 tougen in dem muote, und sult mir danne jehn, welhe ir nemen woldet, hétet irs gewalt“ daz tuon ich-sprach dò Gunther, der ritter küen unde balt- 86 sihe ih ir eine in jenem venster stàn, 6 in snéwiger wete: diu ist sò wolgetän, die wellent miniu ougen; vil schoœn ist ir der lip. ob ich gewalt des hæte, si muose werden min wip. Dir hät erwelt vil rehte diner ougen schin: 7 ez ist diu starke Prünhilt, dag schœne magedin, die din herze minnet, der lip und ouch der muot.“ elliu ir geberde diu dühte Guntheren guot. Dohes im0 Uen Wel abd müne dUl Donh ehte dg er. 00 8 Ir sttee Cannn ö ener VII.— 61— De hieg diu küneginne ug den venstern gän ir minneclichen meide: sine solden niht dà stàn den vremden anzesehene; des wären si bereit. waz dò die frowen tæten, daz ist uns sider ouch geseit. Gegen den unkunden strichen si ir Hp, des ie site habeten diu wetlichen wip. an diu engen venster kömen si gegän, daà si die recken sähen: daz wart durch schowen getäàn. Ir wären niwan viere, di dâ kömen in daz lant. Sifrit der starke ein ros zöch an der hant: dag sahen durch diu venster diu minneclichen wip; des wart sit getiuret des künec Guntheres Iip. Er habt im dä bi zaoume daz zierliche mare, guot unde schœne, vil michel unde starc, unze der künec Gunther in den satel gesaz: alsé dient im Stfrit. des er doch stt vil gar vergaz. Do zöh er ouch daz sine von dem schiffe dan. er héte solhen dienest selten é getän, daz er den stegereif gehabt ie helede mer: dag sähen durch diu venster die frowen schœn unde hér. Reht in einer màge den rittern vil gemeit von snéblanker varwe ir ros und ouch ir kleit wären vil geliche: ir schilde wol getàn die lühten von den handen den vil wetlichen man. Ir setele wol gesteinet, ir furbüege smal: si riten herlichen für Prünhilden sal: daran sò hiengen schellen von liehtem golde röt. si komen auo dem lande, als ez ir ellen in gebôt: AVENT. NMit spern niuwe sliffen, mit swerten wol getän, Den diu üäf die sporn giengen den Wobtlichen man; il 9 diu fuorten die vil küenen, scharpf und dar zuo breit: in fl 0 daz sach alleg Prünhilt, diu vil minnecliche meit. dy Mit im kom ouch Dancwart unde Hagene. 2 D. nu hœret disiu mære, wie die degene 050 von rabenswarzer varwe truogen richiu Kleit: in l 9 ir schilde wären schœne, vil guot michel unde breit. 001 Von Indià dem lande man sach si steine tragen: 3 Irs die kos man an ir woete vil hérliche- wagen. Wer sie liezen àne huote ir schiffel bi der fluot: liel sus riten zuo der bürge die helde küen unde guot. und Sehs und ahzec türne si sähen drinne stän, 4 dri palas wite und einen sal wol getàn, von edelm marmelsteine grüen alsam ein gras, dar inne diu küneginne mit ir ingesinde was. Diu porte stuont entslozzen, diu bure uf getän. 5 Dert dò liefen in engegene die Prünhilde man, che und enpfiengen wol die küenen in ir frowen lant; oby ir ros man hieg behalten und ir schilde von der hant. man 9 Do sprach ein kamerere ir sult uns geben diu swert 0 Derd und ouch die liehten brünne? des sit ir ungewert.“ udd 6 sprach Hagene der küene- wir selbe wellens tragen. n d 5 5 1 dò begunde in Sifrit dà von diu rehten mære sagn. erüt! Man pfligt in dirre bürge, daz wil ich iu sagen, 7 Derd 0 daz decheine geste hie wäafen suln tragen: inm ir sult si làn behalten; daz ist wol getän.“ it gu 1 dag tet dò vil ungerne Hagen der Guntheres man. Mur mö VII. Den gesten hieʒ man schenken und schaffen ir gemach. vil manegen snellen recken man dà ze hove Sach in fürstenlicher wete allenthalben gan. da wart michel schouwen an die vil küenen getän. Do tet man Prünhilde kunt mit mæren, daz dd vremde recken komen wæren in vil richer wte gevlogzen uf der fluot. dà von begunde vrägen diu magt schœn unde guot. Ir sult mich läzen hœren,— sprach diu künegin- Wer die vil unkunden recken mügen sin, die in miner bürge 86 heèrliche stàn, und durch welhe schulde die helde her gevarn hän. Do sprach ein ir gesinde frowe, ich mac wol jehn, daz ich ir deheinen nimère habe gesehn, wan geliche Sifride einer drunder stät. den sult ir wol enpfähen: daz ist mit triwen min räàt. Der ander der gesellen der ist s6 lobelich: ob er gewalt des héte, wol weerr er künec rich ob witen fürsten landen, ob er diu möhte hän; man siht in bi den andern s& rehte hérliche stän. Der dritte der gesellen der ist vil gremlich, und doch mit schœme libe, küneginne rich: von swinden sinen blicken, der er s0. vil getuot, er ist in sinen sinnen ich ween vil grimme gemuot. Der der jungest ist dar under, der ist sò lobelich, in magtlichen zühten sihe ich den degen rieh mit guotem gelæge s6 minneeltche stàn: wir möhtenz fürhten alle, het im hie iemen iht getaàn. — AVENT. 64 Swie blide er pflege der zühte und swie schon im si der lip, 1 Fr i er möhte wol erweinen vil Wöetlichiu wip, eril swenn er begunde zürnen. sin Up jist sò gestalt: i ge er ist in allen tugenden ein degn küene unde balt. Wan Do sprach diu küneginne nu brine mir min gewant; 2 und jist der starke Sivrit komen in daz lant durch willen miner minne, ez gät im an den Iip: ine kürht in niht sö sere, daz ich werde sin wip. D6 wart diu küneginne schiere wol gekleit: 13 do gie mit ir dannen vil manec schœniu meit, wol hundert unde mere; geꝛzieret was ir lip. ez wolden sehen die geste diu vil minnechchen wip. Da mit giengen recken uzer Islant: 4 die Prünhilde degene die truogen swert enhant, fünfhundert oder mére; daz was den gesten leit. de stuonden von dem sedele die helde küen und gemei! Do diu küneginne Sifriden sach, 3 diu magt zühtecliche zuo dem recken sprach St willekomen, Sivrit, her in ditze lant. lit⸗ Waz iwer reise meine, gerne hét ich daz erkant. Vil michel iwer genäde, min vrou Prünhilt, 6 J0G daz ir mich ruochet grüegen, fürsten tohter milt, 115 — 40—— 6 0 vor disem küenem recken, der hie vor mir stàt; dg be wand er ist min herre: der éren hét ich gerne rät. min h SD Er ist geborn von Rine, daz tuot er dir bekant: 0 er hät durch dinen willen gesuochet ditze lant: der g er wil dich gerne minnen, swaz im dâ von geschiht. Alie⸗ nu bedenke dihs bezite; min herre erlæt dihs niht. 6 VII. Er ist geheigen Gunther und jist ein künec hér. 1 erwürber dine minne, sone gert er nihtes mér. jà gebôt mir her ze varne der recke wolgetän: wan daz ich entorste, ich hieteg gerne verlàn. Si sprach'ist er din herre und bistu sin man, 2 diu spil diu ich im teile, und tarrer diu bestän, behabt er des die maisterschaft, sò minne ich sinen Iip: anders muoz er sterben ich werde sin wip.' Do sprach von Tronege Hagene frow nu lät uns sehen 3 iwer spil diu starken.& daz iu müese jehen Gunther min herre, dà müesez herte sin: er mac noch wol gewinnen ein alsé schone magedin. Den steéin den sol er werfen und springen dar näch, 4 4 den gèr mit mir schiegen. läàt iu niht sin ze gäch: des bedenket iuch vil ebene: sprach daz vil schene wip- gebrist im an dem einen, ez gét iu allen an den lp. E Sifrit der starke zuo dem künege trat: allen sinen willen er in reden bat mit der küneginne; ez künde im geschaden niht: eg wirt al anders gendet, des sich ir ũübermuot versiht. Do sprach der künec Gunther küneginne her, 6 nu teilt swaz ir gebietet; und wære es dannoch mér, dag bestüende ich alleʒ gerne durch iwern schoœnen lip: min houbet wil ich wägen, irn werdet min wip. Do diu küneginne sine rede vernam, 7 der spile bat si gähen, als ir dé daz gezam: si hiez ir dar gewinnen balde ir stritgewant, eine veste brünne und einen guoten schildes rant. Der Nibelunge Liet. 5 . E AVENT. Ein wäfenhemde sidin daz leit an sich diu meit, 1 Der dag in deheime strite wäfen nie versneit, dor N von pfelle dzer Libià: eg was vil wolgetaän; dlie 0 von porten lieht gewürhte daz sach man schinen dar an. der Die zktt wart disen recken harte vil gedreut. 2 Det Dancwart unde Hagene die wären ungefreut: ol 14 wieg dem künege ergienge, des sorget in der muot. 50n si dähten unser reise ist uns recken niht ze guot. i Die wile was ouch Sivrit, der listige man, 464 òez iemen erfünde, in daz schif gegän, in dä er die tarnkappen verborgen ligen vant. dar in slauf er vil schiere: dé vas er niemen bekant. l0 Er ilte hin widere: dé vant er recken vil 1 V0 da diu küneginne teilte ir hôhen spil. Jön dar gie er tougenliche; von listen daz geschach, il alle die dà wären daz in dà niemen gesach. Aun Der rinc der was bezeiget, dà soldez spil geschehn 5 15 vor manegem küenem recken, die daz solden sehn, ein meér danne sibenhundert-die sah man wäfen tragen—, U swer daz spil gewünne, daz ez die helde solden sagen. der 0 Dé was nu komen Prünhilt: gewaäfent man die vant 6 Jon sam ob si striten solde umbe elliu küneges lant. nl 5 jà truoc si ob den siden vil manegen stahelzein: nntt ir minneclichiu varwe dar under hérlichen schein. oͥm Do kom ouch ir gesinde: die truogen dar zehant 7 Erd 0 von vil rotem golde einen liehten schildes rant der! mit stahelherten spangen, vil michel unde breit, und darunder spilen wolde diu vil hérliche meit. 6i m W 3 Der frowen schiltvezzel ein edel porte was: dar ufe Iagen steine, grüener denne ein gras; die lühten maneger hande mit schine wider daz golt. der si solde minnen, der hét ez hôhe verscolt. Der schilt was under buckelen, wol drier hende dicke, den tragen solde diu meit: von stäle und ouch von golde rich er was genuoc, den ir kamerære selbe vierder kume truoc. Alsò der starke Hagene den schilt dar tragen sach, in vil grögen unmuote der helt von Tronege sprach Wie nu, künec Gunther? wie vliesen wir den Iip? der ir dà gert ze minnen, diu ist des valandes wip- Vernemt noch von ir wæte; Do truoe man dar der frouwen einen ger vil starken, den si alle zite schöz, scarpf und ungefüege, michel unde breit, der ze sinen ecken harte vreislichen sneit. Von des géres wæere hœret wunder sagen: wol vierdehalbiu messe wWas der zuo geslagen; in truogen küme drie Prünhilde man. Gunther der vil küene harte sorgen began. Er däht in sinem muote waz sol ditze wesen? der tiufel von der helle, wie künder däà vor genesen? und werr ich dd ze Rine mit dem libe min, si müeste hie vil lange vrt fon miner minne sin.“ als uns dag ist geseit, der hète si genuoc: von Azagoue der siden einen wäàfenroc si truoc vil edel und vil rtche, ab des varwe schein von der küneginne vil manec herlicher stein. swere und dar zuo gröz S¹ —ͤ—ũ—I———— 100 Im was in sinen sorgen, daz wizzet, leit genuoc: allez sin gewefen man im einen truoc; dà wart der künec riche wol gewäfent in. vor leide hét Hagene vil näch verwandelt den sin. Do sprach von Burgonden der küene Dancwart mich muog immer riuwen disiu hovevart. nu hiezen wir ie recken: wie verliesen wir den Hp, sulen uns in disen landen nu verderben diu wip! Mich müet daz harte sere, daz ich kom in daz lant; und hete min bruoder Hagene sin wäfen an der hant, und ouch ich dag mine, sò möhten sanfte gàn durch ir übermüete alle Prünhilde man. Ich sage iu bi den triuwen, si soldenz wol bewarn: und hèt ich tüsent eide zeinem fride geswarn, e daz ich sterben sehe den lieben herren min, ja müesen lip verliesen daz vil schœne magedin: Wir solden ungevangen wol rümen ditze lant. ich und min bruoder Hagene, heten wir dag gewant, des wir zenôt bedurfen, und unser swert vil guot, s6 würde wol gesenftet der frowen starkiu übermuot. ö 3 Wol hort diu küneginne waz der degen sprach; mit smielendem munde si über ahsel sach! nu er dunke sich so biderbe, sô tragt in ir gewant, und ir vil scharpfen wäfen gebt den recken an die hant. Mir ist als mære, daz si gewäfent sin, als ob si blége stüenden.“-sé sprach diu künegin- ihen fürhte niemens sterke, den ich noh habe bekant: 1 3 3 5 5 ich getrowe wol gedingen in strite vor sin eines hant- 68— AENT. 8 6 VII.— 6 Do si diu swert gewunnen, alséè diu magt geböt, 1 der vil küene Dancwart wart von freuden röt: nu spilen swes si wellen!“- sprach der snelle man- Gunther ist unbetwungen, sit daz wir unser wäfen hän.“ Diu Prünhilde sterke vil grœzlichen schein. 2 man bräht ir zuo dem ringe einen sworen mermilstein, gröz und ungefüege, michel unde wel: in truogen küme zwelfe helde küen unde snel. Den warf si zallen ziten, sô si den gér verschéz. der Burgonden sorge wurden harte grög. Wäfen!'-sprach dò Hagene- waz hät der künec 2e trüt? jà soldes in der helle sin des übeln tiufels brüt.“ An ir vil wigen arme si die ermel want, 4 si begunde séere vazzen den schilt an der hant, den geér si höhe zuchte: doô giengez an den strit. Gunther unde Sivrit die vorhten Prünhilde nit. WMWoer im der starke Sifrit niht schier 26 helfe komen, 5 80 hète si dem künege sinen Iip benomen. er gie dar tougenliche und ruort im sine hant. Gunther sine liste vil harte sorecliche ervant. Waz hät mich gerüeret?' gedäht der küene man. 6 dò sah er allenthalben: er vant däà niemen stän. er sprach ich bin ez Sivrit, der liebe friunt din: vor der küneginne soltu gar àne angest sin. Den schilt gib mir von hende: den là du mich tragen, 7 und merke mine lère, die du mich hœrest sagn: nu habe du die geberde, diu were wil ich begän.' dò er vernam diu mære, der künec trœsten sich began. 66 AVENI. Nu hil du mine liste, daz ist uns beiden guot: 1 D0 0 sone mac diu küneginne ir starke übermuot len an dir niht verenden, des si doch willen hät. 81K nu sich wie angestliche si gein dir amme ringe stàt!“ 0 Do schôzg vil kreftecliche diu vil starke meit 2 D* den gèr gein eime schilde, michel unde breit: 5 den truog an siner hende dag Sigelinden kint. 5 10 daz fiur spranc von stäle alsam eg wote der wint. ö1 Des starken géres snide sé durch den schilt gebrach, 85 dag man dag fiur lougen ug den ringen sach. f 00 9 des schuzzes beide strüchten, die vil starken man: si ertwelte si s6 sére, daz si den ip nach hèten làn. Sivride dem vil küenen vom munde brast daz bluot; 4 vil balde spranc er widere: dé nam der helet guot den geér, den si geschozzen im héte durch den rant; den frumt ir dò hin widere sin vil ellenthaftiu hant. 46 Er däht ich wil niht schiezen daz schœne magedin.“ 5 l0 er kért des géres snide hindern rucke sin: mit der gérstangen schôz si der küene man alsò kreftecliche, daz si strüchen began. Dag fiur staub dz stäle sam ez tribe der wint: 6 1 den schuz schôz mit ellen daz Sigelinde kint; ah 16 sine mohte mit ir kreften des schuzzes niht gestän. b ez enhèt der künec Gunther entriwen nimmer getän. 3 Prünhilt diu schene, vie balde si üf spranc! 7 K* I0 Gunther, ritter edele, des schuzzes habe danc. 0 si wande, daz erz heéte mit siner hant getän: Al ir was dar näch geslichen ein verre kreftiger man. VII. Do gie si hin vil balde: zornec was ir muot: den stein den huop si höhe, diu schœne maget guot. si swanc in kreftecliche s6 verre von ir dan, dag sin die küene degene sére wundern began. Der stein der was gevallen wWol zwelf kläfter dan: den wurf brach dò mit sprunge dar gie der herre Stfrit, dà der stein gelac: Gunther in dõ wegete, der helt in werfen pflac. diu maget wol getän. Sikrit was vil küene, dar zuo stare unde lanc: den stein den warf er verrer, dar zuo er Witer spranc. daz was ein michel wunder und künsteclich genuoc, daz er mit dem sprunge den künec Gunther doch truoc. Der sprunc der was ergangen, der stein der was gelegen: dé sah man ander niemen wan Gunther den degn. Prünhilt diu schone wart in zorne rôt. Sikrit hét geverret des künec Guntheres tôt. Zuo zir ingesinde diu küneginne sprach, dò si 25ent des ringes den helt gesunden sach, vil balde gét her näher, ir mäge und mine man: ir sult dem künec Gunther alle wesen undertän. Doö leiten die vil küenen diu wäfen von der hant: si buten sich ze füegen ug Burgonden lant Gunthere dem richen, vil manec küener man: si wänden daz er hèéte diu spil mit siner kraft getän. Er gruoztes minnecliche, wander was tugentrich. dô nam in bi der hende diu magt lobelſch; si erloubt im, dag er solde des freute sich dò Hagene, haben dà gewalt: der recke küen unde balt. 72 Si bat den ritter edele mit ir dannen gän 1 D0 f in einen palas witen: dà was vil manec man. 61 7„* 3. + durch vorhte manz dem degene deste baz erbòt. li von Sifrides ellen si wären komen üzer nöòt. 1 Sitrit der snelle— Wis er was genuoc- 2 die sinen tarnkappen er aber behalten truoc. dé gie er hin widere dà vil der frowen saz: er sprach zuo dem künege, und tet vil kündechiche daz: Wes bitet ir min, herre? wan beginnet ir der spil, 3 80 der iu diu küneginne teilet alsé vil? de und làzet uns daz schouwen, vie diu sin getän.“ sam er ir niht ensæhe, gebärt der listige man. 1 80 Do sprach diu küneginne wie ist daz geschehn, 4 daz ir habt, her Sifrit, der spil niht gesehn, diu hie hät errungen diu Guntheres hant?“ f des antwort ir Hagene uzer Burgonden lant: Iun Do ir alsò séere getrüebet uns den muot, 5 Iun dòé was bu dem schiffe Sifrit der helet guot, g0t dò der vogt von Rine daz spil an iu gewan: ih des ist eʒ im unkündec. sprach dò der Guntheres man. der 86 wol mich dirre mære, sprach Sivrit der degn- 6 Fan daz iwer hochverten ist alsus gelegn, fir daz iemen lebt sòõ küene, der iwer meister müge gesin. nu sult ir, maget edele, uns volgen hinnen an den Rin. 1 Do sprach diu küneginne'des enkan noch niht ergänte eʒ; müegen è bevinden màge und mine man. jane mag ich alsò Ihte gerũmen miniu lant: di mine höhsten friunde müezen werden é besant.“ VII. Do hieg si boten riten allenthalben dan: 1 si besande alle ir friunde, mäge unde man. die bat si komen balde ze hove in Islant, und hiez in gebn allen rich und hèrlich gewant. Si riten tägeliche, späte unde fruo, 2 der Prünhilde bürge scharhafte zuo. Järà ja!'— sprach Hagene- waz haben wir getän? wir erbeiten hie vil übele der schœnen Prünhilde man. ss si nu mit ir kreften koment in daz lant: 3 der Prünhilde wille ist uns unbekant: waz ob si alsé zürnet, daz wir sin verlorn? so ist uns diu maget edele ze grôgen sorgen geborn. Do sprach der herre Sivrit daz sol ich understén. 4 des ir dd habet sorge, des enlàz ich niht ergén: ich sol iu helfe bringen her in ditze lant von ũz erwelten degenen, die iu noch wurden nie bekant. Irn sult näch mir niht vrägen: ich wil hinnen varn; 5 got mũez iwer ère di zite wol bewarn. ich kum vil schiere widere und bringe iu tüsent man theresn der aller besten degene, der iemen künde gewan.' Sone sit et niht ze lange.-sprach der künec dé- 6 wir sin icer helfe vil pilliche vrô. er sprach ich kum iu widere in vil Kurzen tagen. daz ir mich habt gesendet, dag sult ir Prünhilde sagen.“ 9 VIIL AVENTIURE WIIE SITRIT NAH DEN NIBELUNOGEN SINEN RECKEN FUOR. Sitrit der vil küene dannen gie zehant in stner tarnkappen daà er daz schiffel vant. dar an s6 stuont vil tougen daz Sigemundes kint: er fuortez alsé balde, sam ob ez wærte der wint. Den vergen sach doch niemen. wie sérez schiffel vlozZ von Sifrides kreften! die wären also gröz, man wände daz eg fuorte ein sunderstarker wint: nein, eg fuorte Sivrit, der schoœnen Sigelinde kint. Bi des tages zite und in der einen naht kom er zeinem lande mit grœzlicher maht: dag hieg zen Nibelungen und wären sine man; lant unde bürge, daz was im alleg undertän. Der herre fuor aleine uf einen wert vil breit. daz schif gebant vil balde der ritter vil gemeit. dé gie er zeinem berge, dd eine bure stuont: er suohte herberge, sòô noch die reisemüeden tuont. Do kom er für die porten: verslozgen im diu stuont. 0 ja huoten si ir Eren, 86 noch die liute tuont. anz tor begunde bôzen der unkunde man: dag was vil wol behüetet. dò vant er inrethalben dran AVENT. 0 l Jand tyf do er D5 Albrt Cr Wa disen VIII. Einen ungefüegen, der der porten pflac, bi dem sin gewefen zallen ziten lac: der sprach wer ist der bözet dzen an daz tor9“ dòé wandelt sine stimme der küene Styrit dà vor. Er sprach ich bin ein recke. entsliezet uf die tür: mir muog eteslicher volgen noch hiute der für, der gerne sanfte læge und hète sin gemach.“ dò zurnder portenære, dòé daz Sifrit gesprach. Nu het der rise küene sin wäfen an sich genomen, sin helm uf sin houbet was im vil schiere komen, den schilt er balde zuchte, daz tor er uf do swane: wie rehte gremliche er gegen Stvride spranc, Wie er getorste wecken s6 manegen küenen man! dà wurden slege swinde von siner hant getän: dé begunde im schirmen der hérliche gast: dò schuof der portenore, daz sin schiltgespenge brast Von einer isenstangen; des gie dem helde nôt. ein teil begunde fürhten Sxvrit den töt, dò der portenere sô tobelichen sluoe: dar umbe vas im wege sin herre Sifrit genuoc. Si striten alss sere, daz al diu bure erdéz, wandé ir beider sterke was unmazen gréz. er twanc den portenære, daz er in sit gebant. do erschullen disiu mære über al der Nibelunge lant. Do naort dag grimme striten verre durch den bere Albrich der vil starke, ein küene getwerc. er wart gewäfent balde: dò lief er dà er vant disen gast vil edelen; der was in beiden unbekant. ν Albrich was vil grimme, dar zuo stare genuoc: helm unde ringe er an dem libe truoc, und eine geisel swore von golde an siner hant. da lief er harte sere dà er Styriden vant. Siben knöpfe swore die hiengen vor dar an, dà mit er vor der hende den schilt dem küenen man s1uoc sô bitterlichen, daz im des vil zebrast: N des kom in grôze sorge dò der wætliche gast. ers 0 050 Den scherm er von der hende gar zebrochen swane: 3 di dé warfer von im balde sin wäfen, daz was lanc. den sinen kamerære wolder niht slahen töt; er schönte siner zühte, als im sin tugent geböét. Mit starken sinen handen lief er Albrichen an. 4 dò vieng er bꝭ dem parte den altgrisen man: U er zogeten ungefuoge, daz er vil lüt erserè. zuht des jungen recken diu tet Albriche wé. l45 Läte rief der küene nu läzet mich genesen! 5 WoI und möht ich iemens eigen àn einen recken wesen b0 dem swuor ich des eide, ich wære im undertàn—, den ich diende iu é ich stürbe.“ s6 sprach der listige man. 0 ö 15 Do bant er Albrichen alsam den risen&: 6 die Sifrides krefte täten im vil wé. dag twere begunde vrägen vie sint ir genant?“ er sprach ich bin es Sifrit: ich wande ich were iu wol bekant“ 86 wol mich dirre mæere!'- sprach aber dazʒ getwero- 7 0 nu hän ich wol erfunden diu degenlichen were, daz ir von waàren schulden muget landes herre wesn. ich tuon swaz ir gebietet, daz ir làzet mich genesn. VIII. Do sprach der herre Stfrit ir sult balde gan, und bringet mir der recken, der besten der Wir hän, tüsent Nibelunge, daz mich die hie gesehn- Was er der aller wolde, des hört in niemen verjehn. Dem risen und Albrichen lést er dé diu bant. d& lief er harte balde dd er die recken vant. er wacht in grözen sorgen vil manegen küenen man: er sprach wol Uf, ir helde! ir sult zuo Stkride gän⸗ Si sprungen von dem bette und wären vil bereit: tüsent sneller degene wurden wol gekleit. si kömen daà si funden Sifriden stàn. da wart ein schene grüezen ein teil mit vorhten getän. Vil kerzen wart enzündet: man schanet im Iutertrane. dag si sô balde kömen, des saget er in dò danc. er sprach ir müezet hinnen mit mir über fluot.“ des vant er vil bereite die helde küen unde guot. Wol drigec hundert recken die wären schiere Kkomen: ug den wurden tüsent der besten dé genomen: den brähte man ir helme und ander ir gewant, dò er si füeren wolde in dag Prünhilde lant. Hört, ir guoten ritter, waz ich iu welle sagn: ir sult vil richiu kleider dä ze hove tragen, da wir sehen müegen vil minneellchiu WIP. dar umbe sult ir zieren mit guoter wete den Ip.“ Nu sprichet Iiht ein tumber ez mac wol lüge wesen: wie möhte sö vil ritter bi ein ander Sin genesn? wWa namen si die spise: wä nämen si gewant? sine kundenz niht verenden, und ob in dienten drigeo lant. — 006 8 AVENI. 0⁰ Siyrit was sö riche, als ir wol habt gehort: 1 im diente dag kunecriche und Nibelunge hort. des gaber sinen degenen vil volleclich genuoc, wande sin wart doch niht minre, swie vil man von dem schatze truoc. Vil fruo an einem morgen huoben si sih dan. 2 waz sneller geverten Sivrit dò gewan! si fuorten ros diu guoten und hérlich gewant: si kömen ritterliche in daz Prünhilde lant. Dô stuonden in den venstern diu minneclichen kint. 3 do sprach diu küneginne Weigz iemen, wer die sint, die dort her gein uns vliegent 86 verre uf jenem sé? si füerent segel riche; diu sint noch wiger danne ein sné. Do sprach der vogt von Rine ez sint mine man; 1 die het ich an der verte hie nähe bi verlän: die hàn ich besendet. frowe, die sint komen.“ der hêrlichen geste wart vil gröge war genomen. Do sach man Stfride vor in eime scheffe stän 5 in vil hérlicher wæte: im volget manec man. de sprach diu küneginne her künec, ir sult mir sagen: sol ich die geste enpfähen, oder sol ich grüegen si verdagen?“ Ir sult in begegene“ sprach er- mit zühten gän: 6 ob wir si sehen gerne, dag si wol daz verstän.“ dé tet diu küneginne daz ir der künec geriet: Sifride mit dem gruoze von den andern si dò schiet. Man schuof in herberge mit willen al zehant. 7 do was sô vil der geste komen in daz lant, daz si sich allenthalben drungen mit den scharn. dòé wolden die vil küenen zuo den Burgonden varn. I0 0i80l 10 0 Her! VIII.„ Do hieg diu küneginne teilen sà zehant 1 golt unde silber, ros und ouch gewant, den vremden und den kunden, vil manegem werden man des ir ir vater hète nach sime tôde vil verlän. Si hieg ouch sagen von Rine den recken alsé hér, 2 dazg si des schatzes noemen minreè oder meér, daz si daz mit ir bræhten in Burgonden lant. des antwurt ir Hagene in höhem muote sd zehant: Vil edeliu küneginne, iu sd für wWär geseit: 3 ez hät der künec von Rine golt unde Kleit alsò vil ze gebene, daz wir des habn rät, daz wir iht hinnen füeren iwer golt oder iwer Wät.“ Nein durch mine liebe“- sprach dag magedin- 4 ich wil mit mir hinnen füeren zweinzec schrin von golde und ouch siden, daz gebn sol min hant. 80 wir komen übere in dag Guntheres lant- Do sprach diu küneginne wem lag ich miniu lantꝰ 5 di sol nu hie bestiften unser beider hant.' dò sprach der künec edele nu heiget her gan. swer iu dar zuo gevalle, den suln wir vogt wesn län.“ Ein ir höhsten màge diu frowe bi ir sach; 6 er was ir muoter bruoder: zuo dem diu maget sprach nu lät iu sin bevolhen die bürge und ouch dag lant, unze daz hie rihte des künec Guntheres hant- 1 Do welt si ir gesindes tüsent küener man, 7 die mit ir 2c Rine solden varn dan, zuo jenen tüsent recken von Nibelunge lant. si rihten sich zer verte: man sach si riten uf den sant. 80 Si kuorten mit ir dannen sehs und ahzec wip, vil schene was ir Hp. dar zuo wol hundert mägede; si Aten vaste dan. sine soumten sich niht langer, die si dä heime liezen, hey, was der weinen began! In tugentlichen zühten si rümt ir eigen lant. 2 ei kust ir friunt die nehsten, swaz si der bi ir vant. mit guotem urloube si kömen uf den sé. zuo Zir vater lande kom diu frowe nimmer mè. Do nört man üf der verte maneger hande spil: aller kurzewile der heten sie Vil. ein rehter wazzerwint: dé kom in zuo zir reise vil harte vrœlichen sint. si fuoren von dem lande Jane wolde si den herren niht minnen uf der vart: 4 eg wart ir kurzwile unz in sin hüs gespart, 26 Wormez zuo der bürge zeiner hôchgezit, dar si vil freuden riche kômen mit ir recken sit. IX AVENTIURE WIE SIVRIIT ZE WORMEZ IN BOTSCHEFTE FUOR. Do si gevarn wären vollen niwen tage, ds sprach der küene Hagene nu merket waz ih sage: ir sumt iuch mit den meren ze Wormeze an den Rin; die iwern boten solden nu zen Burgonden sin.“ I Sand 11 prach Wsolde: uudouch Dss bite Ruuz ir di egt n 000 fir ar t Witzen Aud r min uul. und ale IX. Do sprach der künee Gunther ir habt mir reht geseit: nu bereitet iuch zer verte, ritter vil gemeit; wande wir in disen ziten ander niemen hän, der dar müge geriten? dò sprach der übermũete man Nu wigzet, lieber herre, ine bin niht bote guot: ich wil iuch eins bewisen, der ez doch gerne tuot; Siyvrit den küenen sult ir eg niht verdagen: durch iwer swester liebe getarrerʒ nimmer iu versagen. Er sande nach dem recken: der herre kom zchant. er sprach'sit dag wir nähen heim in miniu lant, s6 solde ich boten senden der lieben swester min und ouch miner muoter, daz wir nu nähen an den Rin. Des bite ich iuch, her Sivrit, daz ir die reise tuot, daz eg mit mir verdiene diu edel maget guot mit allen minen friunden, ritter vil gemeit. dò sprach der degen küene der reise bin ich iu bereit. Nu enbietet swaz ir wellet, des wirdet niht verdaget: durch die vil minneclichen sô wirt ez gar gesaget. zwiu solde ih der verzihen, die ich in herzen hän? swaz ir durch si gebietet, daz ist alleg getän.“ 8Soò sagt miner muoter und ouch der swester min, daz wir an dirre verte in höhem muote sin: lät wigzen mine brüeder, wie wir geworben hän; — 5 und ander unser friunde sol man diu mære ouch hœren län. Kriemhilde und mine muoter sult ir niht verdagen: min und Prünhilde dienest sult ir in beiden sagen und allem ir gesinde und allen minen man. dar näch ie rane min herze, wie wol ich dag erworben hän! Der Nibelunge Liet. Und sagt ouch minen brüedern daz si mit grogem VIige man sol in unsern 1 ich wil mit Prünhilde vil gröge Und bitet mine swester, daz ich mit minen gesten anden diu mæœre w höchgeztte hàn. dar zuo gewarnt sin: 86 si daz habe vernomen, SL ze lande komen, daz si mit vlige enpfähe die triutinne min: daz wil ich immer mér Do der vil küene recke urloup von im genam und ouch von Prünhilde, ze Wormeze an den Rin. reit in grozen freuden ez en künde in allen landen ein bote bezzer niht gesin. Mit vier und zweinzec recken zc Wormeze er dò reit. des küneges kom er àne, emit triwen dienende sin? der ritter lobesam do daz wart geseit, allez daʒ gedigene vor jàmer heten nöt: si vorhten daz ir herre Die helde erbeizet wären, vil schier in kömen beide und al daz hofegesinde. dé er sinen bruoder Willekomen, ritter edele: wä ir minen bruoder, diu Prünhilde sterke 86 ist uns ir höhiu minne Iu edeln recken beiden und al den mägen sin dort beliben were töt. enbiutet snen dienest der hergeselle min: den lieg ih wol gesunden; ze boten mit den mæren, daz ich iu diu tete bekant. AVENI. 3 izzen lan: vil höhe stuont ir muot: die junge künege guot der herre Gernòt sprach, niht bi Sivride ensach, ir sult uns hœren län, den künec, habt verlän; in won uns hät benomen: harte schedeliche komen. er hàt mich her gesant und andern friunden min, 1 Ir sult Uag ich lie 8ol Guntle Doͤ chr 00 l0 dinöli 5 0h Dog daß8. Ver 8 Ir br nu 8ul er bris noch Aem 0 0 ni I— Ir sult daz ahten schiere, swie 86 daz geschehe, daz ich iwer muoter und iwer swester sehe. die sol ich laen hæœren, waz in enboten hät Gunther der künec riche, des dine in höhen éren stät. Do sprach der junge Giselher dä sult ir dar gàn; da habt ir miner muoter vil liebe an getän: diu hàt doch michel sorge umbe den bruoder min. si sehent iuch beide gerne: des sult ir gar àne angest sin- Do sprach der herre Sivrit swaz ich in dienen kan, daz sol vil willeclichen mit triwen sin getàn. wer sagt nu den frouwen, daz ich wil dar gand' dag tuon ich. sprach dò Giselher, der vil Wotliche man. Der stolze küene recke zuo stner muoter sprach, und oüch zuo siner swester, da er si beide sach, uns ist komen Sivrit, der helt u3 Niderlant, in hat min bruoder Gunther 2e Rine her von im gesant. Er bringet uns diu mære, wieʒ umben künec sté. nu sult ir im erlouben, dag er ze hove gé: er bringt diu rehten mære her von Islant. noch was den edelen frouwen vil michel sorgen bekant. Si sprungen näch ir wœte; doò leiten si sich an. si baten Styride doò hin ze hove gän: daz tet er willecliche, wand er si gerne sach. Kriemhilt diu vil schæœne auo zim do güetlichen sprach Sit willekomen, her Stvrit, ritter lobelich: war ist komen min bruoder, Gunther der künec rich? von Prünhilde sterke den wen wir haben verlorn. owé mir armen meide, daz ih danne ie wart geborn! 62 —1 — 0 Do sprach der ritter küene nu gebt mir botenbröt, 1 1 ir edeln juncfrouwen; ir wenet àne nõt: ich liez in wol gesunden, dag tuon ich iu bekant. er und diu schœne Prünhilt hänt mich iu beiden her gesant. Si enbietent iu ir dienest mit triwen in daz lant, 2 vil richiu küneginne: daz tuon ih iu bekant. 0 nu läzet iwer weinen: si wellent schiere komen- sine hét in langen ziten sé lieber mære niht vernomen. 0 0 Mit snéblanken géren ir ougen wolgetän 3 wischte si näh trehenen: danken si began dem boten dirre mere, diu ir dà wären komen. dé was ir michel trüren und ouch weinen benomen. Den boten bat man sitzen: des was er bereit. 4 de sprach diu juncfrouwe mir wWôre niht 2e leit, ob ich ze botenmiete iu solde gebn min golt. dar zuo sit ir 26 riche: ich wil iu sus immer wesn holt. 6 Ob ich nu eine héte' sprach er- drizec lant, 5 so enpflenge ich doch vil gerne gabe ug iwer hant.“ dé sprach diu minnecliche nu sol eg sin getän.“ si hiezʒ ir kamerære näch der botenmiete gäàn. Vier und zweinzee pouge mit gesteine guot 6 die gap si im ze miete. dò stuont alsò sin muot, ern woldes niht behalden: er gab eg sà zehant ir nehstem ingesinde, die er zer kemenäten vant. Ir muoter böt ir dienest in güetlichen an. ich sol iu sagen mére, sprach dò der küene man- Wes iuch bitet Gunther swenn er nu kumet her: dag weller immer dienen, daz ir leistet sine ger. I. Die sin des mat 91˖ in i d0 f0 geton Rie t do0 tit Orhhi die 80 undK dl her, IX. Die sine riche geste bitet er iuch wol enpfän; des manter iuch vil sére. irn sult des ouch niht làn, irn ritet im zegegene für Wormeg uf den sant: des sit ir von dem künege mit grézen triuwen gemant. Do sprach diu minnecliche des bin ich vil bereit. swaz ich im kan gedienen, daz ist im unverseit: in vriuntlichen triuwen sô sol ez sin getän- do morte sich ir varwe, die si Vor Iiebe do gewan. Ez enwart nie bote enpfangen deheines fürsten bag. getorste sĩ in küssen, diu frowe tœte daz. wie rehte minnecliche er von den frowen schiet! dò taten die Burgonden als in Stvrit dò geriet. Sindolt unde Hunolt und Rumolt der degen, die muosen vil unmuoge Zzuo den ztten pflegen, rihten dag gesidele, als in dag was bekant. des küneges ambetliute man dò mit arebeiten vant. Ortwin unde Gére, des richen küneges man, die sanden allenthalben näch den friunden dan, und kunten in die höchgezit, diu dâ solde sin. dà bereiten sich engegene diu vil schonen magedin. Der palas und die wende was alleg überal gezieret gegen den gesten: der Gunthers sal wart vil wol bezimbert durch manegen vremden man. diu selbe gréze höchgezit huop vil vrœlichen an. Do riten allenthalben die wege durch daz lant der drier künege màge: die héte man besant, dag si den solden warten, die in dà wolden komen. dò wart ug den kisten richer wete vil genomen. E 6 AVENI. Do sagte man diu mære, dag man nu riten sach den künec mit sinen gesten. dé huop sich ungemach von des volkes kreften in Burgonden lant. hey, waz man sneller degene bi frowen Prünhilde vant! D0o sprach diu schœne Kriemhilt ir miniu mägedin, di an dem antpfange mit mir wellen sin, die suochen uz den kisten diu aller besten kleit, diu si mügen vinden: daz si den frowen ouch geseit- Dé komen ouch die recken. die hiezen tragen dar die herlichen sätele näch rötem golde var: die frowen solden riten ze Wormeze an den Rin. bezzer pferetgereite künde ninder gesin. Hey, waz dà liehtes goldes von den mœren schein! ouch lagen an den zöumen vil manec edel stein. die güldinen schemele ob liehten pfellen guot bräht man dar den frouwen: si wären höhe gemuot. Begürtet mit den siden, vil schæn unde stare, bräht man den frouwen vil wünnechchiu mare. diu richen fürbüege sach man diè mœre tragen von den besten siden dà von iu iemen künde sagen. Sehs und ahzec frouwen hiez man komen dan, die gebende truogen: zuo Kriemhilde stän kömen die vil schœnen und héten liehtiu Kleit. de wart ouch wol gezieret vil manec minneelichiu meit, Funfzec unde viere von Buregonden lant: 86 wären ez die besten, die man ze hove vant: di sah man valevahse under liehten porten gän. des Gunther an si gerte, daz wart mit vlige getän. 1. Jon li 8 truot ät irk er Wer Von 1 06 10 nit be in en ViII über ber 058 LI geukt der ir 80 80 Von liehten richen pfellen, si truogen vor den gesten daz ir genuoge schœne er were in swachem muote, verre üg heiden lant, s6 manec guot gewant, z2e rehte wol gezam. der ir deheiner wore gram. Von zobel und ouch von harme vil kleider man dà vant: da wart vil wol gezieret manec arm unde hant mit bougen ob den siden, iu enkünde ditze vligen 2“ende niemen gesagen. die si dà solden tragen. Vil manegen gürtel spæhen, über vil richiu kleider manec wigiu hant dé swanc, und pfelle uz Aräbin, dag si in al der werlde bezzer nimmer künden sin. guot unde lanc, über röcke ferrans Eg wart in fürgespenge manec schœniu meit genæt vil minnecliche: ez möht ir wesn leit, der ir vil liehtiu varwe niht lühte gegen der wät. sô schœnes ingesindes nu niht küneges künne hat. Do die vil minneclichen nu truogen ir gewant, di si dà füeren solden, der hôchgemuoten recken man truog ouch dar mit schilden vil manegen eschinen schaft. die kömen al zehant, ein vil michel kraft: ———————8—.—« w—ͥu)— AVENT. IURE WIIE DER KUNEC GUNTHERZEWORMZE MIIT FROU PRUNHILT PRUTTE. Anderthalp des Rines sach man mit grogen scharn 1 den künec mit sinen gesten zuo dem stade varn: ouch sach man dà bi zöumen leiten manege meit. di si enpfähen solden, die wären alle bereit. N Do die von Islande zen schiffen komen dan, 2 ö und ouch von Nibelungen Sivrides man, si gähten zuo dem lande- unmüezec wart ir hant—, da man des küneges friunde des stades anderthalben vant. ο Nu hort ouch disiu mære von der künegin, Uoten der vil richen, wie si diu mägedin gefrumte von der bürge dar si dò selbe reit. dͤ gewan ein ander künde vil manec ritter unde meit. Der margràve Géere Kriemhilde zoumte dan 4 niwan uz der bürge: S'vrit der küene man 5 dient ir dõ minnecliche; si was ein schœne kint. des wart im wol gelönet von der junefrowen sint. * Ortwin der küene bi frôn Uoten reit, 0 vil geselleclichen manec ritter unde meit. ze solhem antphange- des mac man wol verjehen- wart nie sò vil der frouwen bi ein ander gesehn. Jil na Ion le 0r Er d0 hud Der k be. Aan bey, In ſil 0 61 Jilmat Doch ir sul mir u c D0Pri X. 898— Vil manegen buhurt richen sach man dan getribn 1 von helden loblichen- niht wol Werr e beliben- vor Kriemhilde der schenen al zuo den schiffen dan. dòõ huop man von den mœren manege frowen wol getän. u 0. Der künec was komen selbe, und maneèc werder gast. 912 hey, waz starker schefte vor den frowen brast! man hört dà hurteclichen von schilden manegen stoz. hey, waz dd richer buckelen von gedrange lüt erdéz. Gunther mit smnen gesten gie von den schiffen abe: er fuorte Prünhilde selbe an siner hant. da lühten wider ein ander die edeln stein und dag gewant. In vil grögen zühten frow Kriemhilt do gie 4 dà si Prünhilde mit ir gesinde enpfle: da wart gerücket höher mit wünneclicher hant vil manec schapel riche, dò silsie enpfiengen in dag lant. Do sprach gezogenliche Kriemhilt diu künegin 5 4 3 ir sult zuo disen landen grôzg willekomen sin mir und miner muoter unde allen, die wir hän.' dar nàch wart von den frouwen mit triuten küssen niht verlan. Do Prünhilde frouwen vol kömen uf den sant, 6 dà wart vil minneclichen genomen bi der hant von hörlichen recken manec wip Wol getàn: man sah die schoœnen mägede vor den küneginnen stän. 1 daz ir gruoz ergienge, dag was ein langiu stunt. 7 jà wart dà geküsset manèec rösenvarwer munt. noh stuonden bi ein ander die küneges töhter rich: dag liebet an ze sehene vil manegen recken lobelich. Dié vil minneclichen die stuonden an der habe. 3 *23 RRRRRRRrrr De speheten mit den ougen die é hôrten jehn, dag si sõ minnechches héten niht gesehn, 36 die frowen beide: des jach dà manec man, daz si den pris an schœne Die frowen spehen kunden und herlichen lip, die lobten durch ir schæne daz Guntheres Wip; doch sprächen da di Wisen, die hétenz baz ersehn, man möhte Kriemhilde wol für Prünhilde jehn. Wider ein ander giengen beide magt unde wip: man sach dà wol gezieret vil manegen schœnen lip. da wären sidn hütten und manec rich gezelt: der was dä vil gespannen vor Wormez über al daz velt. Von des küneges mägen Wart dringen niht verlän. man biez die küneginne beide dannen gan, und mit in al die frouwen, dà man den scaten vant: dar brähten si die degene uzer Burgonden lant. Do waären ouch die geste zen rossen alle komen. vil manec richiu tjoste durch schilde wart genomen: daz velt begunde stouben sam ob al daz lant mit louge enbrunnen were. da wurden degene bekant. Wes dä die helde pflægen, dag sach vil manec meit. man sagte daz her Sivrit mit sinen helden reit manege widerkére für die hütten dan: er fuort der Nibelunge tüsent wetlicher man. D6 kom von Tronege Hagene, als im der wirt geriet: den buhurt friuntliche dé der helt geschiet, daz si ungestoubet liezen diu minneclichen kint: des wart dé von den gesten gevolget zühtecliche sint. in manegen landen müesen hän. Do 8h unt ez dienen K0 der Doe 00 fi de f da v0 Vo und in dl mite Hy un dl uus fl dl yn Do y froul nit ir 00 h0 Cerilte 10 tisch lie sch in des! Müm ol gſ des si] U0 00 *— 0 Do sprach der herre Gérnöt diu ros nu lazet stän, 1 unz ez beginne kuolen: sô sulen wir ane vän dienen schonen wiben für den palas wit; sõ der künec welle riten, daz ir bereite denne sit. Do der buhurt was zergangen über al daz velt, 2 dò giengen kurzewilen under manec hôch gezelt die ritter zuo den frouwen uf höher freuden wän: dà vertriben si di stunde unz man riten wolde dan. Vor der vesperztte, dò diu sunne nider gie 3 und etʒ begunde kuolen, niht langer man daz lie: in die stat sich huoben man magt und Wip. mit ougen wart getriutet vil maneger juncfrowen lip. Dä wart von guoten recken vil kleider ab geriten, 5 von den höchgemuoten, näch ir lande siten, unz für den palas wWiten. der künec dà nider stuont: dà wart gedienet frouwen, s6 helde hôch gemuote tuont. Do wurden ouch gescheiden die richen künegin. 5 frou Vote und ouch ir tohter die giengen beide hin mit ir ingesinde in ein vil Witeg gadem. dò hört man allenthalben vil harte grœzlichen kradem. Gerihtet wart gesidele: der künec wolde gan 6 26 tische mit den gesten. dò sach man bi im stän die schenen Prünhilden: kréne si dò truoc in des küneges lande; diu wWas sbrhe und rich genuoc. Vil manec her gesidele mit guoten taveln breit 7 vol spise wart gesetzet, als uns daz ist geseit. des si haben solden, wie wenec des gebrast! dòô sach man bi dem künege vil manegen heérlichen gast. Let 92 Des wirtes kameræœre in pecken goldes rôt daz wagzer für truogen. des wieere lützel nöt, ob iu daz iemen seite, daz man diente baz z2e küneges höchgeziten: ich geloube müeliche dag. E daz der vogt von Rine wWazzer dé genam, d6 tet der herre Sivrit, als im dé gezam: er mant in siner triuwe, wes er im Verjach, dag er Prünhilde da heim in Islande sach. Er sprach zuo dem künege Jà swuor mir iwer hant, swenne daz frou Prünhilt koœme in ditze lant, ir gobt mir iwer swester. War sint die eide komen? ich hän an iwer reise vil michel arebeit genomen.“ Do sprach der künec riche ir habt mich reht ermant. jane sol niht meineide werden des min hant. ich wilz iu helfen füegen, s0 ich beste kan- dé hieg man Kriemhilde ze hove zuo dem künege gän. Mit ir schænen meiden si kom für den sal. dé sprane von einer stiegen Giselher zetal: dé hiez er wider wenden ir schœnen mägedin. niwan min swester eine, diu sol mit uns ze hove sin.“ Doé brähter sine swester dà man den künec vant: dà stuonden ritter edele von maneger fürsten lant. in dem sal enmitten hiez man si stille stäàn. de was diu frowe Prünhilt an ir sedel nu gegàn. Sine wesse niht der more, waz man dà wolde tuon. dé sprach zuo sinen mägen der Dancrätes suon helfet mir daz min swester Sivriden neme 20 man-: de sprächens al geliche'si mag in wol mit èren hän⸗“ AVENT. Vor 10ü mal Und laal 8 Ouch Do 8 güell Jon 8 Uäch; Do sprach der künec Gunther là dirz niht wesn leit, min vil liebiu swester, und lcœse minen eit. ich swuor dich eime recken, und wirdet er din man, 86 hastu minen willen mit grögen triuwen getàn. Do sprach diu magt edele vil lieber bruoder min, irn solt mich niht vlehen: jd wil ich immer sin, swie ir mir gebietet, dag sol sin getän. ich sol in Ioben gerne, den ir mir, herre, gebt ze man. Von lieber ougenweide wart Styrides Varwe rôt. z2e dienest sich der meide dò der recke böt. man hiez si zuo ein ander in dem ringe stän, und vrägtes, ob si wolde den vil Woetlichen man. In magtlichen zühten si schamte sich ein teil; iedoch s6 was gelücke und Sivrides heil, dag si in niht versprechen wolde dd zehant: ouch lobte si ze wibe der edel künec von Niderlant. Do si in gelobte und ouch er die meit, güetlich umbevähen daz was dd vil bereit von Slvrides armen daz minnecliche kint. nach siten wart geküsset diu schæne küneginne sint. Sich teilte dag gesinde. als schiere dazg geschach, an daz gegensidele man Sivride sach mit Kriemhilde sitzen: dar dient im manèec man. man sach die Nibelunge näch im an den sedel gän. Ouch was der wirt gesegzen, und Prünhilt diu meit. do sach si Kriemhilde- do wart ir nie s6 leit- bi Sivride sitzen. weinen si began: ir vielen heize trähene über liehtiu wange dan. 6 AVENT. 94 Do sprach der wirt des landes Waz ist iu, frowe min, 1 Irft ‚ daz ir sò làget truoben liehter ougen schin? f4r K —— N ir möhtet sanfter lachen, wan iu ist undertän 0r dl min lant und riche bürge und manec Wietlicher man- Ich mac wol balde weinen“ sprach diu scheœne meit- 2 umbe dine swester ist mir sò grimme leit. di sich ich sitzen nähen dem eigenholden din: daz muoz mich immer riuwen, sol si alsò verstözen sin- 0 Do sprach der künec Gunther ir mugt wol stille dagn. 3 D ich will iu zandern ziten disiu mære sagn, 40 6 warumbe ich mine swester dem recken hän gegebn: 65 ja mac si mit dem degene immer vrœliche lebn. Ii Si sprachmich jàmert immer ir schoœne und ouch ir zuht, 4 D0d und Wesse ich war ich solde, ich héte gerne uluht, mnue daz ich iu nimmer wolde geligen nahen bi, nit e irn saget mir wa von Kriemhilt diu wine Sivrides si. 00 Do sprach der künec riche ich tuonz iu wol bekant: 5 Ines er hät als wol bürge als ich und witiu lant. nu le dag wizzet sicherlichen, er ist ein künec rich: Udet 0 des gan ich im ze minnen die schœnen magt lobelich- pas f Swag ir der künec sagete, si héte trüeben muot. 6 60 de gähete von den tischen vil manec ritter guot: ir buhurt wart sö herte, daz al diu bure erdéz. er in den wirt do bi den gesten da ze wesene verdröz. 05 fb 06 Er däht, er lge sanfter der schœnen frowen bl. dé was er des gedingen niht in herzen vri, im müese von ir minne ein höhez liep geschehen: er begunde vriuntliche an die magt dicke sehen. Amu * Ir ritterschaft die geste hieʒ man dò abe làn: der künec mit sime wibe z2e bette wolde gän. vor des sales stiegen die frowen schieden sich in zühten minnecliche, als ich wol verwene mich. Do kom ir ingesinde: die soumten sich des niht, ir richen kamerœre die brähten in diu lieht. sich teilten do die recken, der zweier künege man: de sach man vil der degene dan mit Sivride gän. Die herren kömen beide aldà si solden ligen. dò gedäht ir ieslicher mit minnen an gesigen den minneclichen frouwen: daz tröst in wol den muot. Sivrides kurzewile diu wart vil grœzliche guot. Do der herre Siyrit bi Kriemhilde lac, und er s6 minneeliche der junefrowen pflac mit sinen edeln minnen, si wart im sò der Iip: dazʒ kunde ouch'si verdienen als ein tugende riche wWip. Ine sage iu niht mére, wie er der frowen pflac. nu hort ouch disiu mære, wie Gunther gelac bi der sinen briute: der vil mære degen was vil dicke sanfter bi andern frouwen gelegn. Daz vole was im entwichen, frowen unde man: do wart diu kemenàte balde zuo getän. er wände, er solde triuten ir minneclichen Iip. ez was noch vil unnähen,& daz si würde sin wip. In sabenwigem hemede si an ein bette gie: dò däht der ritter edele nu hàn ihz alleg hie, des ich ie dä gerte in allen minen tagn. 8 — si muos im durch ir schne von gròzen schulden wol behagn. Diu lieht begunde bergen Minnecliche triuten des kunder vil begän, ob im des diu frouwe gegunnet wolde hän: zurnde si sö sére, daz in gemuote dag. de vand er vintlichen haz. dé er wände vinden freude: Si sprach ritter edele, ir sultez lagen stàn, des ir dà habt gedingen: jane mages niht ergàn. ir sult wol wizzen daz- ervinde an allen dingen baz. ich wil noch magt beliben unz ich diu rehten mæœre Do ranger näch ir minne; de greif nach eime gürtel dag was ein starker porte, wie lützel si dem künege Die füege und ouch die hende ze samne si im bant: und hieng in an dĩe want. vil kreftec wart sin nöt. Si truog in zeinem nagele, dag enkunder niht erwenden: ja hét er von ir sterke vil näch gewunnen den töt. Do begunde vlégen der meister wände sin. nu lœset min gebende, vil edeliu künegin: ine trow iu, frowe, nimmer mit minnen an gesigen, iu s6 nähen meér geligen.“ und sol ouh harte selten Sine ruochte wie im were, dort muoser alleʒ hangen die naht unz an den tac, unze daz der morgen durch diu venster schein. des küneges kurzewile was die wile harte Klein. AVENT. diu Gunthers hant. de gie der künec riche dà er die frowen vant: er leite sich ir nähen: sin freude diu wart grög: die vil minneclichen der helt mit armen Umbs daz was der frowen leit: diu hèrliche meit, den si alle zite truoc. sines willen dé vertruoc! wande si vil sanfte lac: — J. V 0b in die i 00 fÿ Aurel §t da jane Doss wider er leit nihtn Doke der ſ⸗ S5191 dr ede mun lol ber xbe *— 97— N u sagt mir, her Gunther, wer iu daz iht leit, 1 ob iuch gebunden fünden'86 sprach diu schone meit- die iwern kamerœre von einer frowen hant?“ dò sprach der ritter edele daz würde iu übele bewant. Ouch höte ichs lützel ère.-sprach der küene man 2 durch iwer selber zühte sé lät mich zuo ziu gan. sit daz iu min minne sint s6 grimme leit, jane sol ich nimmer rüeren mit miner hant an iwer Kleit.“ Do si daz gehöérte, zehant si in verlie; 3 wider an daz bette er zuo der frowen gie: er leite sich sò verre, daz er ir schœne wät niht mohte gereichen. des wolde ouch si dé haben rät. Do kom ir ingesinde und brähten in diu Kleit: 4 der was in an dem morgen harte vil bereit. swie man dà gebärte, trüree was genuoc der edel wirt des landes, swier des tages krone truoc. Nach siten, der si pflägen und man durch reht begie, 5 der Kkünec mit siner frouwen niht langer daz enlie, si kömen zuo dem münster, dà man die messe Sane: ouch kom der herre Sivrit. sich huop dà grœzlich gedranc. Näch küneclichen éèren was in dar bereit 6 swaz si habn solden, ir krône und ouch ir Kleit. dé wurden si gewihet. do dag was getän, do sah mans alle viere under krône lobeltche stän. Vil knappen swert dd namen, vier hundert oder bag, den künegen zen eren, ir sult gelouben dazg. sich huop vil michel freude in des küneges lant: man hörte schefte bresten an der swertdegene hant. Der Fibelunge Liet. ö AVENT. Do sàzen in den venstern diu schœnen magedin: 1 si sähen vor in glesten vil maneges schildes schin. de heéte sich gesundert der künec von sinen man; swes anders iemen pfloge, man sah in trürende stän. Im und Styride ungeliche stuont der muot. 2 wol Wesse sine swere der küene degn guot. dé gienger zuo dem künege: vrägen er began Wie ist iu hint gelungen? des wolt ich gerne künde hän- Do sprach der wirt zem gaste ich klag iu minen schaden: 3 ich hän den übeln tiufel heim ze hüs geladen. d6 ich si wäande minnen, vil sére si mich bant; si truoe mich zcime nagele, und hie mich hòõhè an eine want. Da hieng ich angestlichen die naht unz an den tac, 4 edaz si mich enbunde: unsanfte si min pflac. daz sol iu friwentliche uf genäde sin gekleit- dò sprach der herre Styrit daz ist mir grœgliche leit. Des bringe ich iuch wol innen; und lät irz ane nit, 5 ich schaffe, daz si noch hint sò nähen bi iu Iit, 56 dag si iuch ir minne gesümet nimmer meér.“ der rede was de Gunther näch sinen arebeiten her. Nu schowe mine hende, wie di geswollen sint: 6 die twanc si mir s0 sére, als ob ich wære ein kint, daz mir bluot zen nagelen allenthalben dranc. ich hét ze mime lebene harte kleinen gedanc. — Do sprach der starke Siyvrit du maht noch wol genesn. uns zwein ist ungeliche hinte gewesn: mir ist din swester Kriemhilt als min selbes Iip. eʒ muoz diu frowe Prünhilt noch hinte werden din Wip. Ichl in nü 80 da5 50 lei 90 Hdie f05 ih 0 du W d0 lie mi Wtubi 610 Inli denb dd die d0 lie Jon 70 der fro 10 U in ulg Der k 005 i der eß n Pr. — 99— Ich kum ze naht vil tougen zer kemenäten din in miner tarnkappen— des soltu sicher sin, 86 dag sich miner liste mac niemen wol verstän: 80 heig die kamerære auo zir herbergen gän. 86 lesche ouch ich den kinden diu lieht an der hant: bi disem wortzeichen sol dir sin bekant, daz ich bi dir si nähen. jä twing ich dir din Wip, daz du si hinte minnest, oder ich verliuse den Ep.“ Ane daz du iht triutest'-sprach der künec dõ- die mine lieben frouwen: anders bin ich vré: 86 tuo ir swaz du wellest; und nœmstu ir den Ip, daz solde ich wol verkiesen: si ist ein ungehiureg wip. Daz nim ich'- s6 sprach Styrit- Af die triwe min, daz ich ir niht enminne: diu schœne swester din diu ist mir vor in allen, die ich noch ie gesach- des frowete sich do Gunther, dé dazg Sivrit gesprach. Da was von Kkurzewile in gedrange nöt. den buhurt unde schallen alleg man verböt, dàa die frowen solden in den palas gan; do hiegen die kamerœre die liute von dem wege stän. Von rossen und von liuten geroumet was der hof. der frowen iesliche fuort ein biscof, dò si vor den künegen ze tische solden gän. in volgte zuo dem sidele vil manec recke wolgetän. Der künec in guotem wäne bi sime wibe saz: dag im gelobte Sivrit, wol gedähter an dag. der eine tac in duühte wol drigec tage lano: an Prünhilde minne stuond im aller sin gedane. 7* 100 Wand er erbeite küme, daz man von tische gie. die schenen Prünhilde man dò komen lie, und ouch Kriemhilde, si béde an ir gemach: hey, wag man küener degene bi den schœnen frowen sach! Spyrit unde Kriemhilt ie bag unde baz durch liebe ein ander trüten, ir sult gelouben daz. swag si im gedienen kunde, wie lützel si des lieg! de muos ouch leisten Styrit, alser Gunther gehiez. Er stal sich von der frouwen. vil tougen kom er dan, dà er vil kamerere vant mit liehten stän. diu begunder leschen den kinden an der hant: daz eg Sivrit wœre, dag wart dé Gunther bekant. Wol wesser waz er wolde: dô hieg er dannen gaàn mägede unde frouwen. do daz wart getaàn, er beslog mit vlize selbe dò die tür: starker rigele zwene die warfer snelle der für. Diu lieht verbarger schiere under die bettewaät. eines spils begunde- des was dò niht rät- Sivrit der vil starke, und ouch diu schœne meit: dag was dò dem künege beide lieb unde leit. Der helt sich leite nahen der juncfrowen bi. si sprach nu lät ez, Gunther, als liep als iu daz 885 daz ir niht arebeite lidet alsam é. sit getet diu frouwe dem künege Sifride wWe. Do hal er sine stimme, daz er niht ensprach. der künec ez allez hörte, swie er sin niht ensach, daz heimlicher dinge von im dà niht geschach: si hoten an dem bette harte kleinen gemach. 3 6 1. Lrerb cumbe 1el ins 0 K U f Er gebarte sam egʒ Wre Gunther der Küneç rich: er umbeslôg mit armen die magt lobelich. si warfen üz dem bette dà bt Uf einen banc, daz im sin houbet lüte an eime scamel erklane. MWider üf mit kreften spranc der vil snelle man: er woldeg bag versuochen. dò er des began, dag ers im wolde twingen, dem erz gelobet é, solch wer deheiner frouwen wen ich immer mér ergé. Do er niht wolde erwinden, diu magt balde uf sprano: irn sult mir niht zefüeren min hemede als“ blane mit iwer unfuoge, wand ez ist mir leit: 3 des bringe ich iuch wol innen. sprach dò diu minneclichiu meit. Mit ir vil starken armen besl6z si den degn: do wolde si in gebunden alsam den künec legen, daz si an ir bette möhte habn gemach. daz er ir wàt zerfuorte, diu frowe eg grœzliche rach. Waz half sin groziu sterke, und ouch sin michel Kraft? si erzeigete wol dem degene ir Ubes meisterschaft: si truog in mit gewalte—dà wart ir ellen schin— 4 0 und druchtin ungefuoge zwischen der wende und èinen schrin. Owé'-gedäaht der recke- 8ol ich nu minen Iip von einer magt verliesen, 86 mugen elliu wip her näch immer mére höhe tragen den muot: 80 versuocht eg vil mänegiu, diu ez sus nimmer getuot. Do schamte sich vil sére der vil küene man, ob ir gelingen solde. zürnen er began: mit ungefüeger krefte sazter sich ir wider; er versuochteg angestlichen an der küneginne sider. E — Swie Vaste si üf im læege, sin zorn in dé twanc, 1 diepre und ouch sin starkez ellen, daz er àn ir dane elſit 4 sich wider üf gerihte: sin angest diu was grog. i1 1 Andil si täten in dem gademe her und dar vil manegen stog. Ouch was der künee Gunther niht än angest gar: 2 er muose dicke wenken vor in her und dar. umer si rungen alsé starke, daz ez grözg wunder was, um 85. 11 dag ir ieslicheg vor dem andern jie genas. 05 vol Lerul Den künec müete sere beidenthalp diu nôt: 3 doch vorhter michels mére den Stvrides töt; wande si het dem degene den Hp näch benomen. wan daz er niht getorste, er weer zehelfe im gerne komen. i eif Jà werte harte lange under in der strit: doch bräht er die frouwen vider an daz bette sit. swie vaste si sich werte, ir wer wart ze jungest kranc. der künec in sinen sorgen héte manegen gedanc. Ez dühte in harte lange, é daz er si betwanc. 5 si drucht im sine hende, daz uz den nageln spranc ertn daz bluot im von ir kreften: dag was dem helede leit. ob50 sit brähter an ein lougen die vil hérlichen meit 400 0 Ir ungefüeges willen, des si& dà jach. 6 der künec ez alleg hörte, swier doch niht ensprach. nitm er druchtes an daz bette, daz si vil lut erschré. uh ir täten sine krefte dò vil groœzlichen wé. N. Do greif si näch dem porten, dé si den ligen vant, 7 Erind und wold in dâ mit binden: dé wert ez sò sin hant, d0 daz ir diu lit erkrachten. dò verzagt ir Hp: des wart der strit gescheiden: dò wart si Guntheres wip. 1 fn X— Si sprach künec edele, ir sult mich lebn làn. 1 ez wirt vil wol versüenet, swaz ich iu hàn getän. ich gewer mich nimmer mͤre der edeln minne din, wand ich hän wol erfunden daz du kanst frowen meister Sin. Sivrit der stuont dannen: ligen liez er die meit, 2 sam er von sinem libe ziehen wolt diu kleit. er nam ir é ein vingerlin von golde wol getän: dag wolde got von himele daz er daz héte verlän. Dar zuo nam er ir gürtel: dag was ein porte guot. 3 ine weig ob er das thte durch sinen hõöhen muot. er gab eg sime wibe: dag wart im sider leit. dòé lagen bi ein ander Gunther und Prünhilt diu meit. Er pflag ir minnecliche, als in daz beiden zam: 4 do muoste si verkiesen ir zorn und ouch ir Scham. von siner heinliche si wart ein lützel bleich: hey, waz ir von der minne ir vil grözen krefte entweich! Done was ouch si niht sterker dann ein ander wip. 5 er trüte minnecliche den ir vil schænen Iip. ob siz versuochte mére, Wwas kunde dag vervän? dag hèt ir der künec Gunther mit sinen minnen getan. Wie rehte minnecliche si im nähen lac 6 mit vriuntlicher liebe unze an den liehten tae! ouch was der herre Sivrit nu hin wider gegàn: dd warder wol enpfangen von einer frowen wol getan. Er understuont ir vräge, der si doch héte muot, 7 und hal sig harte lange, der küene degn guot. dia kleinœt er dà heime ir doch 20 jungest gap: dag frumte vil der degene mit samt im selben in dag grap. 2*22—FWWWWWPEPWWWT 104— AVENT. Der wirt wart an dem morgen verre baz gemuot, denner dâ vor wære: des wart diu fröwde guot in allen sinen landen von manegem höhen man. 17J die er ze huse ladete, den wart dòé dienste vil getän. Diu hõchgezit dò werte unz an den zwelften tac, 2 daz in al der wile der scal dà nie gelac von aller hande vreuden, der iemen solde Pflegen: de wart des küneges koste vil harte höhe gewegn. Des edeln wirtes mäge, als ez der künec geböt, 3 Ä si gäben richiu kleider, dar zuo daz golt vil röt, ros und dar zuo silber, vil manegem varnden man: die gabe nemen wolden, die schieden vrœlichen dan. Sivrit der herre uzer Niderlant 4 mit tüsent sinen recken, allez dag gewant daz si ze Rine brähten, daz wart gar hin gegebn, und ouch diu ros mit sätelen: si kunden miltecliche lebn. IEman die richen gäbe alle dà verswanc, 5 die wider ze lande wolden, die dühte des ze lanc. enn wart nie geste meére baz gepflegn. sus endet sich diu höchgezit: dag wolde Gunther der degen. NN II. VIIL lit yos Die fl mſi M Lat und der lr zult dne er de dut ge! fud ouch XI AVENTIURE WIE SIFRIT SIN WIP HEIM ZE LANDE FUORTE, UND WIE SI SIT DA HEIME BROUUTEN. Sun der Sigemundes mit güetlichem site sprach zuo sinen heleden tuot des ich iuch bite. nu bereit uns die mœre: jà wil ich in min lant.- liep Was ez sime wibe, do si diu more an im ervant. Si sprach zuo dem herren'stit wir von hinnen varn, dag ich sò harte gähe, daz heig ich wol bewarn: mir suln& mine brüeder teilen mit diu lant- leit was ez Styride, d6 erz an Kriemhilt ervant. Die fürsten zuo zim giengen und sprächen alle dri nu wigzet dag, her Söyrit, daz iu immer st mit triwen unser dienest bereit un in den töt. des neiger dò den degenen, do manz im sò wol erböt. Mir suln ouch mit iu teilen?- sprach Giselher dag kint- lant unde bürge, die unser eigen sint: swag der witen erbe uns ist undertän, der sult ir teil vil guoten mit samt Kriemhilde hän.“ Juo stnen konemägen do der recke sprach, dò er den guoten willen an den herren sach, got làze iu iwer erbe immer stelec sin, und ouch der liute drinne: jà tuot diu wine min 106 Des teiles wol ze rate, den ir ir woldet gebn. dà si dà sol tragen kröne, und suln wir daz gelebn, si muoz werden richer, dann iemen lebender si. swag ir sus gebietet stén ich iu dienstlichen bi. Do sprach diu frowe Kriemhilt habt ir der erbe rät, umbe Buregonden degene eg 86 Uhte niene stat, sine müge ein künec gerne füeren in sin lant: ja sol si mit mir teilen miner lieben brüeder hant. Do sprach der herre Gérnôt nu nim dir swen du wil. die mit dir gerne riten, der vindestu vil. von drizec hundert recken s6 habe dir tüsent man: die sin din heimgesinde.“ daz was ir liebe getän. Si bereite sich zir verte, als ir vil wol gezam: ir edeln ingesindes frou Kriemhilt dõ nam zw6 und drigec mägede, dar zuo fünfhundert man. Eckewart der gràve fuor mit siner frowen dan. Urloup si alle namen, beide ritter unde kneht, mägede unde frouwen: daz was vil michel reht. mit küssen gescheiden wurden si zehant. si roumten minnecliche dé der Buregonden lant. Do beleiten si ir mäge vil verre üf den wegen: man hiez in allenthalben ir nahtselde legn swä si si gerne namen, durch der künege lant. de wurden boten balde dem künege Sigemunt gesant, Daz er daz wizzen solde, und ouch Sigelint, dag Sivrit komen wolde, und ouch frown Uoten kint, Kriemhilt diu vil schene, von Wormez über Rin. done kunden in diu mære nimmer lieber gesin. AVENT. 6 lz ir gesi mnanege meiner ts le remel m.dig si! le unde tlckent lldten Krie Uiniäck ir. nmn der *— F Fu wol mich,-sprach dé Sigemunt- dag ich gelebt han daz hie diu schene Kriemhilt sol gekrœnet stàn: des müezen wol getiuret sin diu erbe min. Styrit der vil küene sol hie nu selbe voget sin.“ Do gap diu frowe Sigelint vil manegen samſt röt, silber und golt daz were: daz was ir botenbrot. si vreute sich der mære, und mit ir manec man. allez ir gesinde mit vlige kleiden sich began. Man seit ir wer dà kœme mit Sivride in dag lant. dò hiegen si gesidele rihten alzehant, dar auo er under krone vor fürsten solde gän. do riten im engegene des künec Sigemundes man. Ist iemen baz enpfangen, daz ist uns unbekant, denne die helede wurden 26 Sigemundes lant: Sigelint sn muoter Kriemhilt engegen reit mit maneger schœnen frouwen; ir volgeten ritter gemeit In einer tageweide, dà man die geste sach. die vremeden und die kunden die dolten ungemach, unz dag si koamen zer bürge wol bekant, riche unde mære, diu was 26 Santen genant. Mit lachendem munde Sigelint und Sigemunt kusten Kriemhilde mit vröuden sà zestunt, darnäch ir vil liebez kint: ir leit in was benomen. allez ir gesinde was in gröze willekomen. Do brahte man die geste für Sigemundes sal. die schœnen junefrouwen huob man dã zetal, nider von den mœren. dd was vil manèec man, dò man den edeln frouwen mit vlige dienen began. 108— AVENI. Swie grôzg ir höchgeziten bi Rine was bekant, 1 noch gap man hie den heleden richer gewant, danne si ie getrüegen noh bial ir tagen. man möhte michel wunder von ir richeite sagn. Do si in ir wirde säzen und héten genuoc, waz goltvarwer gͤren ir ingesinde truoc, und vil der edeln steine verwieret wol dar in! sus pflag ir vlizecliche Sigelint diu künegin. Do sprach vor sinen mägen der herre Sigemunt 3 allen minen friunden sol dazg wesn kunt, daz Sivrit mine kröne hinnen für sol tragn. diu mœre horten gerne die von Niderlanden sagn. D& bevalh er im die kröne, geriht und ouch diu lant: 4 Stit was er ir aller meister, die er inder vant. und da er rihten solde, daz wart s6 getàn, daz man von schulden vorhte der schœnen Kriemhilde man. In disen höhen èren lebt er, daz ist wär, 5 und riht ouch under kröne unz in daz zwelfte jar, daz diu schene Kriemhilt einen sun gewan: dag was des küneges mägen näch ir willen wol ergän. Den ilte man dè taufen, und gab im den namen 6 Gunther näch sinem öheim: des dorfter sich niht schamen. geriet er näch den maägen, er würde ein küener man. man zöh in wol mit vlize: daz wart von schulden getän. In den selben ziten do starp frou Sigelint: 7 de hét den gewalt mit alle der edeln Uoten kint, der sò richer frouwen ob landen wol gezam. di mohten ir dé dienen mit grözen éren àne scham. VI5 Ubunthe 1 ruo0 Lort den; ne die e5 fen er for in unb e I— 46093 Nu het ouch dort bi RIne, bi Gunther dem richen Prünhilt diu schone durch des recken liebe 80 wir horen sagen, einen sun getragen in Burgonden lant: 86 wart er Siyrit genant. Wie rehte vligecliche man sin hüeten hieg! Gunther der vil riche im magezogen liez, dieg künden lèren tugende, gewüehs ez zeinem man. hey, wag im ungelücke stt der mäge an gewan! Märe zallen ziten wart wider und dar geseit, wie rehte wünnecliche die helde vil gemeit lebten zallen stunden in Sigemundes lant. dag selbe tet ouch Gunther mit sinen mägen uz erkant. Daz lant ze Nibelunge Siyride nu diente hie —richer siner mäage wart deheiner nie- dar zuo sins vaters erbe: er Was ein degn guot. des truoe der vil küene deste höher den muot. Hort den aller meisten den ie künèc gewan, ane die es& pflägen, héte nu der küene man, den er vor einem berge mit stner hant erstreit, dar umb er sluoc 26 töde vil manegen ritter gemeit. Er hét den wunsch der èren: 86 müese man von schulden Sivride jehn, er werre ein der beste, der ie üf ors gesaz. man vorhte sine sterke, und tet vil pilliche daz. und wWerr es niht geschehn, 6 ——SV—— ̃ñꝙ¶ ꝛEł—màwu——— XII AVENITIU WIE GUNITHER SIVRIDEN UND KRIEMHILT ZE WORMZE MIIT TE BRAHTE, DA MAN INN OUCH SIT ERSLUOC. Nu däht ouch alle zite daz Gunthers Wip Wie treit et alsò hõöhe nu ist doch unser eigen Kriemhilt den lip? Stvrit ir man: AVENT. dag er uns niht endienet, des wolde ich gerne ein ende hàn. Dinz truoc si in ir herzen, und wart doch wol verdeit. daz si ir s6 vremde wären, daz was der frowen leit: daz si niht zinses hète von des fürsten lant, wWa von daz komen wære, daz hét si gerne bekant. Sie versuochteʒ manegen ende, ob künde daz geschehn, daz si Kriemhilde möhte noch gesehn. si reiteg heinliche, done düht den künec riche ⸗Wie kunden wir si bringen!- sprach der lobes rich- her zuo disen landen? daz were unmügelich. si sint uns gar ze verre: ich getar sis niht gebiten. des antwurt im Prünhilt in vil listegen siten: Swie höhe riche were deheines küneges man, swaz im gebüte sin herre, wie torster daz verlän 3 des ersmielte Gunther, ern jach sin niht ze dienste, des si dà hete muot: der frowen bete niht ze guot. dé si daz gesprach: swie dick er Nvriden sach. 2 Wnit nir nn 2u0 0 ule kündt Daer Syes uih darar ililö flih der l lenenbot aen lie il XII.— Si Sprach vil lieber herre, durch den willen min 1 86 hilf mir, daʒ noch Sivrit mit der swester din kom zuo disem lande, dag wir si hie gesehn: sone künde mir zer werlde nimmer lieber geschehn. Diner swester güete, und ir vil zühtec muot, 2 als ih daran gedenke, wie sanfte mir da3 tuot, und ir vil wert enpfähen, dò ich kom in daz lant! eß enwart nie antphanc richer zer werlde niemen bekant.“ Si gertes alsò lange, unz dag der künec sprach 3 ir muget mich sanfte vlegen, wand ich gerner nie gesach deheiner slahte geste in den landen min: ich wil in boten senden daz si zuns komen an den Rin.“ Do sprach diu küneginne nu sult ir mir sagn, 4 wenne ir si welt besenden, oder in welhen tagn suln unser friunde komen in daz lantꝰ die ir dar senden wellet, die lät werden mir bekant.' Daz tuon ich'- sprach dò Gunther- drigec miner man 5 wil ich dar lägen riten,. die hiezer für sich gän. bi den enböt er more in Sivrides lant: 1e liebe gab in Prünhilt vil harte zierlich gewant. Do sprach dòé Gunther ir recken, ir sult sagen- 6 swaz ich bi iu enbiete, des sult ir niht verdagen Styrit, mine friunde, und ouch die swester min dag in kan in der werlde niemen holder gesin. Und bitet si von uns beiden, leisten àne strit 7 dag si komen ruochen zunser höchgeztt. gein disen sunewenden sol er mit sinen man sehen hie vil manegen, der im vil grézer èren gan. —TWPBPPP 112 Sime vater Smgemunde sagt ouch den dienest min, 1 Ale daz ich mit minen mägen im immer wiege sin: in ſil und saget ouch miner swester, daz si niht làge daz, uult Jande sine kom zir friunden. irn gezam nie hôchgeziten baz-? Frou Uote und al die frouwen, die man 207 hove vant, 2 enbuten ouch ir dienest in Sivrides lant den minneclichen meiden und manegem küenem man. 1151 0 der Geèere der vil küene sich huop mit den mæren dan. à he ..—— Si fuoren reisliche. ir pfert und ir gewant 3 Oegel dag was in komen allen. do rümten si daß lant: val at in zaougte wol der reise dar si dd solden varn. ind sin der künèec mit geleite bat die boten wol bewarn. Miemh. Tnre tagn zwelfen si kömen in daz lant 4 Abat in Abubet ze Nibelunges bürge: dar wären si gesant. da vunden si mit freuden den vil küenen degn. diu ros den boten wären müede von den langen wegn. Uuther Dem künege und sime vibe wart zehant geseit, 5 lul az in wWeeren komen geste, die trüegen solhiu kleit, bbelber als man zen Burgonden do der site pflac: ul iper Kriemhilt spranc von dem bette, dar an si bi ir liebe lac. ul eubie 6 Si bat an ein venster ir mägede eine gen: nit diu sach den küenen Géren an dem hove sten tinen un mit sinen hergesellen, die wären dar gesant. en Babe gein ir herzeleide vie liebiu mære si bevant! ühden Si sprach zuo dem künege ir sult üf stén: Kdg ich sihe den starken Géeren her ze hove gen. den miner in hät min bruoder Gunther wWertlich her gesant. 05 pil ic waz der recke werbe, daz hét ich gerne bekant.“ ume degz ben Vüel XII. Allez daz gesinde dar lief unde gie: in vil grözen vreuden man die ge und täten in daz beste wande si ir künfte dag si kunden doé, in ir herzen wären vré. Gére wol enpfangen wart mit ir ros man hieg behalten, die helde bräht man dan dà der herre Sivrit bi Kriemhilde Sag. 38 si sàhen in vil gerne, Gegen den lieben gesten daz sult ir wigzen, àne hag. si stuonden üf zehant: wol wart enpfangen Gére von Buregonden lant und sine hergesellen. bt der hende dan Kriemhilt fuorte Géren: Si bat in zuo zir sitzen. daz wart durch liebe getän. er sprach wir suln stén: erloubet uns die boteschaft 6 dag w und hœret disiu mæœre, waz iu enboten hät Gunther unde Prünhilt, der dinc an éèren höhe stät, Und waz iu iwer muoter min frowe her enböt, Giselher der junge und ouch Gernôt und iwer besten mäage: die hänt uns her gesant, und enbietent iu ir dienest üzer Burgonden lant- Nu lôn in got“- sprach Styrit- triwen unde guotes, alsé man fri daz selbe tuot ir swester. wie si gehabn sich, die unsern lieben friunde, ich getrow in allen wol dag sult ir lagen hœœren mich. Sit daz wir von in schieden, hät ieman iht getän den minen konemägen? dag làzet mich verstän. daz wil ich in mit triuwen immer helfen tragen, unze dag ir vinde den minen dienest müezen klagen.“ Der Nibelunge Liet. Gére, ein recke guot, Do sprach der maregràve mit freuden wol gemuot. 8i sint in allen tugenden ladent iuch ze Rine zeiner höchgezit: wande si iuch gerne schen, daz ir des àne zwifel sit. Und bitent mine frouwen, si sül mit iu komen: ein ende habe genomen, swenne s0 der winder S6 wolden si iuch sehen- gein disen sunewenden, dò sprach der Do sprach aber Gere àz Buregonden lant eiwer muoter Uote diu hät iuch gemant und iwer brüeder beide: ir sult in niht versagen. daz ir in sit sö verre, dag hœre ich si vil dicke klagen. Prünhilt min vrouwe und alle ir magedin, die fröwent sich der gegene, ob da künde sin, daz si iuch noch geschen, sò si des habent muot. de dühten disiu mære die schenen Kriemhilde guot. G e was ir sippe: der wirt in sitzen hiez. den gesten hieg man schenken, dé was ouch komen Sigemunt. zuo den Burgonden sprach: ds er die boten sach, der herre minnecliche Sit willekomen, ir recken, ir Gunthers man. sit Kriemhilt ze manne minen sun gewan, 86 solde man iuch degene dicker bi uns sehn, ob ir uns mit triuwen woldet kriuntschefte jehn. Si sprächen, swenner wolde si solden gerne komen. in Wart ir michel müede mit freuden vil benomen: die boten bat man sitzen, spise man in truoc; der wart den lieben gesten gegebn volleclich genuoc. AVENT. herre Sivrit daz künde müelfch geschehn. niht langer man daz liez. 1 der It1 Ler 2 ch m1 6gi lM 40 Ainer l 3 ud bite Iurltent 4 5 6 VIIE Man gab in herberge und schuof in guot gemach. der herre zuo den gesten minneeclichen lat iuch niht beträgen: her von unsern friunden, sprach darumbe ir sit gesant wir sülenz iu schiere tuon bekant. Ich muoz mihs noch beräten mit den friunden min.“ 2 er gie zeiner spräche mit den recken sin: er sprach min friunt Gunther hät nach uns gesant zeiner höchgezite; nu ist 2e verre mir sin lant: Und bitent mine frouwen, nu rätent, liebe vriunde, wie sol si komen darꝰ gen. und solde ich herverten durch si in drigec lant, da müese in gerne dienen hin diu Stvrides hant. daz si mit mir var. 3 Do sprächen sine recken habt ir der reise muot, 4 86 wellen wir iu raten daz iu wirdet guot: ir sult mit tüsent recken riten an den Rin, 1e gult 86 mugt ir wol mit eren dd zer höchgezite sin.“ S Do sprach von Niderlanden der herre Sigemunt welt ir zir höchgezite, wan tuot ir mir dag kunt? N0 ob ez iu niht versmähet, soô rite ich mit iu dar, und bringe iu hundert degene; daà mit mer ich iwer Schar.“ Sit ir welt mit uns riten, vil lieber vater min, sprach der herre Sivrit- vré sol ich des sin. inre tage zwelfen sé rüm ich miniu lant.“ die si dõ füeren wolden den Sap man ros und ouch gewant. Do der künec edele der reise héte muot, 7 dô hieʒ man wider riten die snellen boten guot. den sinen konemägen enböt er an den Rin, daz er gerne wolde dà zir höchgezite sin. 116 Sivrit unde Kriemhilt, als wir horen sagen, 1 80 vil den boten gäben, daz ez niht mohten tragen ir mœre heim ze lande: er Was ein richer man. ir starken soumere si triben Vroœlichen dan. 160%0 Ir vole daz kleite Sivrit und ouch Sigemunt: 2 0uh Eegewart der gräve der hieg dò an der stunt e in frowen kleider suochen, die besten die man vant 4 ber 0% oder iemen vinden kunde über allez Sivrides lant.(erkf 00 Sütel unde schilde bereiten man began 3 70 rittern unde frouwen. die mit im wolden dan, 1 den gab man swaz si wolden. wie wenec in gebrast! htr d6 brähter smnen friunden manegen hèerltchen gast. W ld X Den boten zcgete sere wider üf den wegn. 4 I de kom wWol ze lande Gére der degen; er Wart vil wol enpfangen: dò stuonden si zetal nider von den mœren für den Gunthers sal. f f Der künec durch gréze liebe von dem sedele spranc. 1 daz si sö snelle kœmen, des bat si haben danc Prünhilt diu schene. der künec zen boten sprach wie vert min friunt Styrit, von dem mir liebes vil geschach 4 Do sprach der küene Gère dà wart er freuden rôt, 6 ukder! er und iwer swester. nie friunden baz enböt when uul 86 kriuntlicher mære deheiner slahte man, als iu der herre Styrit und ouch sin vater hät getän. Do sprach zem maregràven des edeln küneges wip 7 nu sagt mir, kumet Kriemhilt? hät noch ir schœner lip behalten iht der zühte der si wol kunde pflegen?“ er sprach'si koment beide, und mit in manec küener degn. XII. Frou Uote bat dé dräte die b dag mac man àn ir vräge oten zuo zir gen. harte wol verstén, daz si vil gerne hérte, Was er sagete wie er si fünde, Ouch Wart von in diu g die in dort gab Sivrit: dag brähte man ze sehen der ir vil grögen milte Er mac wol gebn ringe; Kriemhilt noch gesunt. und dag si kœme in Kkurzer stunt. abe ze hove niht verdeit, golt silber unde Kleit eder drier kuünege man. wart in dò dankes vil getän. sprach Hagene der degn- ern kündez niht verswende 8 hort der Nibelunge beslozgen hey, solden wir den teilen noc und solt er immer lebn. h in Buregonden lant!“ Allez dag gedigene freute sich der auo dag si komen solden. spàte unde fruo wären vil unmũegec des fürsten ambetman. waz richer hergesidele man da rihten began! Ortwin unde Sindolt, die wären vil unmüezec. die die zwène küene degn, zit si muosen pflegen, der truhsege und der schenke des hulfen ir undertänen. rihten manegen bane: des sagete in Gunther dé danc. Ruümolt der kuchenmeister vil wol berihte sit die sinen undertänen. häfene unde pfannen, dà bereite man den spĩs vil manegen kegzel vit, hey, waz man der dd vant! edie dà kömen in daz lant. Der frowen arebeiten was ouch niht kleine, dͤ si bereiten ir kleider mit glanze verre glesten, dò si sie ane leiten, die edeln steine Verwieret in daz golt, daz in die liute würden holt. 100 WIA XIII AVENITIURE WIE KRIEMHILT MIT IR MAN ZER HOCHGEZITE FUOR. Aule ir unmuoze die làzen wir nu sin, und sagen iu wie Kriemhilt und ouch ir magedin zer höchgezite fuoren von Nibelunge lant. nie getruogen mæœre sõ manec herlich gewant. Vil der leitschrine man schicte zuo den wegen: dé reit mit snen friunden Sivrit der degen und ouch diu küneginne üf höher freuden wän. ir freude muose leider mit grôzem jàmer sit zergaàn. Däheime si ds liezen ir beider kindelin beliben in ir landen: dag muos et als“ sin. von ir hove reise erstuonden starkiu sér: vater unde muoter gesach daz kindel nimmer mér. Da mite reit ouch dannen der künec Sigemunt. solder des getrouwen, wie ez im näch der stunt zer hôchgezite ergienge, ern hét ir niht gesehen: jà kunde im in der werlde leider nimmer geschehen. Boten man für sande die diu mære sagten dar. ds reit ouch in engegene mit maneger liehten schar vil der guoten degene, der Gunthers man: der wirt sich gegen den gesten sére vlizen began. XIII. 3 Er gie zuo Prünhilde da er si sitzen vant. 1 Wie enpfie et iuch min swester, do ir kömet in daz lant? sam sult ouch ir enpfaähen dag Sivrides WIpe daz tuon ih.'-sprach diu frouwe- daz hat verschuldet wol ir Up.' Do sprach aber Gunther si koment uns morgen fruo. 2 nu ir si welt enpfähen, dä grifet balde zuo, daz wir ir in der bürge niht erbite mir kom in manegen Zſten n hie: 86 rehte lieber geste nie.“ Ir meide und ouch ir frouwen die hieg si de zehant 3 suochen guotiu kleider, diu besten diu man Vant, diu si wol mit è᷑ren vor gesten mohten tragen. Wie gerne si daz tæten, dag mac man lihte gesagen. Ouch ilten in dé dienen die Guntheres man. 4 alle sine degene der wirt zuo sich gewan: daà reit diu küneginne mit ir frowen mite gegen den lieben gesten al näch friuntlichem site. Mit vie getànen zren man die geste enpfie! 5 si dühte, dag frou Kriemhilt Prünhilt nie 860 rehte wol enpfienge in Burgonden lant. die si à niene gesähen den wart vil höher muot erkant. Nu was ouch komen Siyrit mit den stnen man. 0 man sach die helde wenden wider unde dan des veldes allenthalben mit ungefüegen scharn: dringen unde stouben kunde niemen dä bewarn. Do der wirt des landes Stvriden sach und ouch Sigemunden, wie güetlich er Sprach uu sit mir gröge willekomen, und al den vriunden min: der iwer hovereise suln wWir höchgemuote sin- —1 AVENT. Nu lone iu got“- sprach Sigemunt, der ère gernder man- 1 sdt daz iuch min sun Sivrit 26 friunde gewan, do rieten mine sinne daz ich iuch solde sehn. de sprach der wirt zcem gaste nu ist mir liebe dran geschehn. Stvrit wart enpfangen, als im daz wol gezam, 2 mit vil grögen łren: im was dà niemen gram. des half mit grögen zühten ich weene, man ez gesten Do nähten zuo zein ander der zweier künege wip. 3 Giselher und Gérnöt. nie s6 minneclich erböt. da wart vil sätel lære: maneger schenen frowen IIp wart von recken handen erhaben uf daz gras. die frowen gerne dienten, waz der mit unmuozen was! Do giengen zuo zein ander diu minneclichen Wip: 4 des was in grögen freuden vil maneges recken lip, dag ir beider grüegen sò schône wart getän. dé sah man vil der degene Dag herrenlich gesinde sich viengen bi der hant: 5 mit zühten bi den frowen stän. in zühten groze nigen des man vil dà vant, und küssen minnecliche von frowen wolgetän. daz was liep ze sehene den künegen und ir beider man. Sine biten da niht langer, der wirt den sinen gesten si riten zuo der stat. 6 daz wol erzeigen bat, dag man si gerne sche in Buregonden lant. vil manegen puneyz richen man vor den junefrowen vant. Uzer Tronege Hagene und ouch Ortewin, —1 dag si gewaltec wæren, daz wart dà vil wol schin: swaz si gebieten wolden daz torste nieman làn. von in wart michel dienest den edeln gesten getän. IIll. Leieit Iir den thalt it man XIII.— 1 Wl schilde hôrt man schellen dä zem bürgetor von stichen und von stögen. der. wirt mit sinen gesten jà gie in diu stunde vil lange habt der vor dag si komen drin: mit vil grögen vreuden hin. Für den palas richen mit freuden si do riten. vil manegen pfellel spæhen, rich und wWol gesniten, sach man über sätele den frowen wolgetän allenthalben hangen. dé kömen Guntheres man. Die hiezen si dò füeren balde an ir gemach. under wilen blicken man Prünhilde sach an frowen Kriemhilt, diu schœne was genuoe: ir varwe gegen dem glanze den schin vil hérlichen truoc. Allenthalben schallen ze Wormez in der stat hörte manz gesinde. der wirt den marschale bat, Dancwart Hagenen bruoder, er solde ir selbe Pflegen: dò begunder daz gesinde harte güetliche legen. Da üze und ouch dar inne spisen man si lie. es enwart deheiner geste baz gepflegen nie: allez dag si wolden, des was man in bereit. der künec was sò riche, daz dd wart niemen niht Verseit. 0 NMan dient in friuntliche und àne allen hag. 6 der wirt dò 2e tische mit sinen gesten sag: dò muose sitzen Strit als er ò& hét getäàn; mit im gie 2e tische vil manec Wœtlicher man. Einlife hundert recken an dem ringe sin in: mit im zem ezzen sagen. Prünhilt diu künegin gedäht dag eigen holde niht richer künde wesen. si was im noch sô Wege, dag si in gerne lie genesn. —4 ...——-ᷓ———— Aldä der wirt mit freuden mit sinen gesten saz, vil der richen kleider wart von wine naz dd die schenken solden zuo den tischen gän. da wart vil voller dienest mit grögem willen getäan, S6 man 26 höchgeziten lange hät gepflegen. frowen unde meide hiez man schône legen: von swannen si dar kœmen, der wirt in willen truoc. mit vil grözen zühten man gab in allen genuoc. Do diu naht hét ende und daz der tac erschein, 3 Mf ug den leitschrinen vil manec edel stein erlüht in guoter weete: die ruorte frowen hant. dé wart dar für gesuochet vil manec hérlich gewant. r ho 1 daz ez vol ertagete, dé kömen für den sal vil ritter unde knehte: dé huop sich aber schal vor einer fruomesse, die man dem künege sanc. dà riten junge degene daz mans in muose sagen danc. mn, d Lüt und àne màge manec pusdn erdoz: von trumben unde floyten wart der schal s0 gröz, dag Wormez diu vil Wite darnäch vil läte erschal. die höchgemuoten degene zen rossen kömen über al. 8 falt! Do huop sich in dem lande harte hoh ein spil 6 von manegem guoten degene; der was d harte vil, den ir tumbiu herzen rieten hôöhen muot: der sah man under schilde manegen zieren recken guot. In diu venster säzen diu hérlichen wip 7 und vil der schénen mägede: gezieret was ir HRp. si sähen kurzewile von manegem küenem man. der wirt mit sinen degenen selbe riten dà began. XIII. Also Vergie ir wile; diu dühte si niht lanc. dé hörte man zem tuome vil maneger glocken klanc. dò kömen in die mœre: die frowen riten dan. den edeln küneginnen volget vil manèec küene man. Si stuonden vor dem münster nider uf dag gras. 2 Prünhilt ir gesten dannoch vil wege was. si giengen under kröne in dag münster wit. sit wart diu liebe gescheiden: dag frumte grœzlicher nit. Do si gehörten messe, si fuoren wider dan 3 mit vil grözen zühten: man sach si sider gan 26 tische minnecliche. ir freude nie gelac dà zer hochgeatte unz an den einliften tac. Do gedäht diu küneginne ine mac niht langer dagn. 4 swie ich daz gefüege, Kriemhilt muog mir sagen warumbe uns alsé lange den 2zins versezzen haͤt ir man, derst unser eigen. der vräge hän ich keinen rät. Sus warte si der wile, als eg der tiufel riet: 5 die fröude und ouch die höhgezit mit jàmer si dòé schiet. dag ir lac amme herzen zſc lieht eʒ muose komen: des wart in mangen landen von ir jàmers vil vernomen. TIU I I WIE DIE KUNEOINNE SICH MIIT EINAXNDER ZERWURFEN. Vor einer vesperzite man üfem hove sach hiuser unde dach 2e rossen manegen recken. von liuten überal: was allez vol durch schouwen de wären ouch die frouwen die küneginne rich: Ze samene dò gesàzen die woren lobelich. si reiten von zwein recken, de sprach diu frowe Kriembilt ih hän einen man, daz elliu disiu riche auo Sinen henden solden stän- Des antwurt ir Prünhilt daz möhte vil wol sin, ob niemen mère enlebte wan sin unde din, 86 möhten im diu riche die wile aber lebt Gunther, wol wesn undertäàn. 86 kündez nimmer ergàn. Do sprach aber Kriemhilt nu sihstu, wier stät, wie rehte herrenliche er vor den recken gät, alsam der liehte màne vor den sternen tuot: des muoz ich wol von schulden tragen vrœlichen muot. Do sprach diu hüsfrouwe swie wætlich si din man, swie schoœne und swie biderbe, sò muostu vor im làn Gunthern den recken, den edeln pruoder din: der muoz vor allen künegen mit lobe werliche sin. AVENT. zen venstern komen in den sal. 3 bnüet d lunloct it Innlett⸗ unmilich s läbe ulh dboyen XxIV.— 123— Des antwurt ir Kriemhilt sé tiwer ist wol min man, 1 dag ich in àne schulde niht gelobet hàn: an vil manegen tugenden ist sin Erè gröz. geloubestu des, Prünhilt, er istwol Gunthers gensz. Jane soltu mir ez, Kriemhilt, zarge niht vervàn, 2 wande ich doch àne schulde die rede niht hän getän. ich hört si jehn beide, do ihs alrérste sach und da des küneges wille am mime Iibe geschach, Und da er mine minne sò ritterlich gewan: 3 dò jach des selbe Sivrit, er wre sküneges man. des hän ich in für eigen, sit ihs in hörte jehn- de sprach diu frowe Kriemhilt 86 wer mir übele geschehn. Wie héten sé geworben die edeln brüeder min, 4 daz ich eigenmannes wine solde sin?ꝰ des wil ich dich, Prünhilt, vil vriuntlichen biten, daz du die rede lagest mit vil minneclichen siten. Ine mag ir niht gelaägen.-sprach dé des küneges wip- 5 zwiu sold ich verkiesen s6 maneges recken lip, der uns mit dem künege ist dienstlich undertànꝰ mich müet daz ich s6 lange niht zins von im gehabt hän. Du muost in verkiesen, daz er dir immer bi 6 wone deheiner dienste: er ist tiurer danne si 14 Gunther, min bruoder. du solt nimmer dag gelebn, 0 dag er dir zins deheinen von sinen landen müeze gebn.' Du ziuhest dich 26 höhe. sprach aber des küneges wip- 7 nu wil ich sehn gerne, ob man den dinen I1D habe ze solhen eren, als man den minen tuot- die frowen waren beide harte z0rnec gemuot. AVE De sprach diu frowe Kriemhilt daz muoz et nu geschehn. 1 sit du mines mannes für eigen hast verjehn, nu müezen hiute kiesen der zweier künege man, ob ich vor küneges vibe türre zuo der kirchen gän. Ich làze dich wol schouwen, daz ich bin adelvrl: min man ist verre tiwerer danne der dine si; dä mite wil ich selbe niht bescholten sin. du muost daz hinte kiesen, wie diu eigene diu din Ze hove gè vor recken in Buregonde lant. ich wil selbe wesn edeler danne iemen habe bekant deheine küneginne, diu kröne ie her getruoc. de huop sich under den frouwen grôges nides genuoc. Do sprach aber Prünhilt wiltu niht eigen sin, s6 muostu dich scheiden von den frouwen min mit dinem ingesinde, dä wir zem münster gan. entriwen,-sprach dò Kriemhilt- dag sol werden getän. 3 Nu kleidet iuch, min mägede'-sprach Sivrides Wip- 5 0 0* 8. eg muoz àne schande beliben hie min lip. ir sult daz lägen schouwen, und habt ir Nche wät. si mac sin lougen gerne, des Prünhilt verjehn hät. Man moht in Iihte räten: si suochten richiu kleit: 6 da wart vil wol gezieret manec frowe unde meit. dée gie mit ir gesinde des edeln wirtes Wip. ze wunsche wart gekleidet der schœnen Kriemhilde Up Mit drin und vierzec meiden, di brähtes an den Rin: 7 U◻ die truogen liehte pfellel, geworht in Aräbin. A 2—— 35 sus kõmen zuo dem münster die meide wolgetän: Uunnet rzte in warten vor dem house alle Sivrides man. Beupasezn. XIV. 127— Die liute nam des wunder, wäa von dag geschach, 1 daʒ man die küneginne nu gescheiden sach, dag si niht bi ein ander giengen alsam é. dà von wart manegem degene sdt vil Sorelichen Wé. Hie stuont vor dem münster dag Guntheres WIp. 2 dò hete kurzewile vil maneges recken H mit den schœnen frouwen, der si dâ nämen war. dò kom diu edel Kriemhilt mit maneger herlichen schar. Swaz kleider ie getruogen edeler ritter kint, 3 wider ir gesinde was eg gar ein wint: si was s6 rich des guotes, dag drigeo künege vip niht möhten wol erziugen dag tet der Kriemhilde Ip. Ob iemen wünschen solde, der künde niht gesagn, 4 dag man sò richer Kleider gesche ie mér getragn als in der wile truogen ir meide wolgetän. wan ze leide Prünhilde, ez héte Kriemhilt verlän. Je samne si dò kömen vor dem münster wit. ez tet diu husfrouwe durch einen grôzen nit, die edeln Kriemhilde hiez si stille stän: S¹ 1Bt Ja sol vor küneges wibe nimmer eigen diu gegàn.“ Do sprach diu frowe Kriemhilt- zornèec was ir muot- 6 kündestu noch geswigen, dag wære dir guot. du hàst geschendet selbe den dinenschænen lip: wie mac immer kebse init rehte werden küneges wip?“ Wen hastu hie verkebset?“ sprach des küneges wip. 7 dag tuon ich dich. sprach Kriemhilt- den dinen schonen lip minnet érste Sivrit, min vil lieber man: ja enwas ez niht min bruoder der dir den magetuom an gewan. ———— 5 AVENT. War kémen dine sinne? ez vas ein arger list. zwiu lieze du in minnen, sit er din eigen ist ich hœre dich'-sprach Kriemhilt- äne alle schulde klagn. entriwen'-Sprach ds Prünhilt- daz wil ich Gunthere sagn. Dich hät din übermüete“-sprach Kriemhilt- betrogen. 2 du häst mich ze dienste mit rede dich an gezogen. daz wigze in rehten triuwen, ez ist mir immer leit: getriwer heinliche wirde ich dir nimmer mer bereit- Prünhilt dé weinde: Kriemhilt niht langer lie, 3 vor des küneges wibe inz münster si dé gie mit ir ingesinde. dòé huop sich grôzer haz: des wurden liehtiu ougen vil starke trüebe unde naz. Swaz man gote gediente oder iemen dæ gesane, des dühte Prünhilde diu wile gar zwe lanc: wand ir was vil trüebe der Hip und al der muot. des muosen sit engelten recken küene unde guot. Prünhilt mit ir frouwen gie für daz münster stän. 5 si gedaähte mich muoz Kriemhilt mére hœren làn des mich s6 lüte zhet daz wortherte wip: und hät er sichs gerüemet, ez gät Svride an den Up. Nu kom diu frowe Kriemhilt mit manegem küenen man: 6 dé sprach diu hüsfrouwe ir sult mich ez lan verstàn: ir jahet min ze kebsen,. daz sult ir lagen sehn, und sult ez hie bewæren, a mir dag laster si geschehen. Do sprach diu schæne Kriemhilt ir möht mich lazen gaͤn. 7 ich erziugez mit dem golde, daz ich an der hende hàn: daz brähte mir min vriedel do er erste bi dir lac. nie gelebte Prünhilt deheinen leideren tac. uum es 0 kronen IIrach: Iun ellen old0 Atrit li d ouch! ünusz! Uänes, der Der xibennm XIV.„ Dis golt ich wol erkenne: ez wart mir verstoln, 1 4 sprach diu küneginne- und ist lange mich verholn. ich kum es an ein ende, wer mirz habe genomen. die frowen beide wären in grög ungemüete komen. Do sprach aber Kriemhilt ine wils niht wesn diep. 3 du möhtes wol gedaget hän, und weer dir ére liep. ich erziugez mit dem gürtel den ich hie umbe haàn, daz ich eg niht enliuge: jà wart min Stvrit din man. Von Ninnivè der siden si den porten truoc: 3 von edelem gesteine guot was er genuoc. dò den gesach vrou Prünhilt, weinen si began. dag muose vreischen Gunther und alle Buregonde man. Do sprach diu küneginne heizet her gän 4 den fürsten vom Rine: ich vil in hœren làn wie mich hät gehoenet siner swester Iip. si sagt hie offenliche, ich st Styrides wWip- Der künec kom mit recken. weinen er dòé sach 5 die sinen triutinne: wie güetlich er sprach saget mir, liebiu frouwe, waz ist iu getän?“ si sprach vil lieber herre, von schulden muoz ich trürec stän. Von allen minen éren mich diu swester din 6 gerne wolde scheiden. dir sol geklaget sin, si giht mich habe gekebset Sivrit ir man- dé sprach der künec Gunther s6 hétes übele getàn. Si treit hie minen gürtel, den ich lange hän verlorn, 7 und ouch min guldin vingerlin. daz ich ie wart geborn, dag muoz mich immer riwen, dune beredest mich, künec, der grözen schanden: daz diene ich immer umbe dich. 9 Der Nibelunge Liet. 308— AVENT. I Do sprach der künec Gunther nu lät in her gän. 1 hät er sichs gerüemet, daz sol er hœren làn: oder sin muog lougen der helt u3 Niderlant- den Kriemhilde vriedel hieg man bringen sd zehant. Do der herre Stvrit die ungemuoten sach 00 ern wiste niht der mære-, wie balde er dè sprach 1 wWaz weinent dise frouwen? daz hèt ich gerne erkant, 165 2— 5 oder von welhen schulden der künec habe näch mir gesant. 3 Do sprach der künec Gunther daz ist mir durch dich leit. 3 mir hät min frowe Prünhilt ein mære hie geseit, du habst dich des gerüemet, daz du ir schœnen lip erste habest geminnet. daz seit frow Kriemhilt din vip- emn wold D0 sprach der herre Sivrit und hät si dag geseit, 4 e daz ich erwinde ez sol ir werden leit: ö und wil dir daz enpfüeren vor allen dinen man mit minen höhen eiden, daz ichs ir niht gesaget han. 8 Do sprach der künec von Rine daz soltu làgen sehen: dag gerihte daz du biutest und mac daz hie geschehn, aller valscen dinge wil ich dich ledec län.“ man hiez zuo zeime ringe die stolzen Buregonde gän. Storit gein dem eide hohe bot die hant. 6 de sprach der künec riche mir ist s6 Wol erkant iwer gröz unschulde: ich wil iuch ledec làn, des iuch min swester zihet, daz ir des nine habt getän. unde nili Do sprach aber Sivrit geniuzet es min wip, 7 Wcnch de 1N f 8 e 4 dag si sò hàt betrüebet den Prünhilde lip, mugere ———— + daz ist mir sicherlichen àne màze leit. W 0 Wtbug ob; do sähen zuo zein ander die guoten ritter gemeit. emusie uns XxIV.—» 5 j Man sol sö frowen ziehen,—sprach Sivrit der degn- 1 0 dag si üppecliche sprüche lägen under wegen. verbiut ez dime wibe, der minen tuon ich Sam: ir grögzen unfuoge ich mih woeerlichen scam. Mit rede was gescheiden manec schœne WIp. 2 dò truret alss sere der Prünhilde lip, dag eg erbarmen muose die Gunthers man. dò kom von Tronege Hagene zuo siner frouwen gegan. Er vragte waz ir wore: weinende er si vant. 3 dò sagtes im diu mœre. er lobt ir s4 zehant daz eg erarnen müese der Kriemhilden man: oder ern wolde nimmer dar umbe vrœlich gestäàn. Auo der rede kom Ortwin und ouch Geérnöt, 4 dà die helde rieten den Sivrides töt. dar zuo kom ouch Giselher, der edeln Uoten kint: dò er ir rede gehörte, er sprach vil güetlichen sint Owe, ir guoten knehte, warumbe tuot ir dag? jane gediente Sivrit nie alsolhen haz, dag er darumbe solde verliesen sinen Hp. 19 ja ist es harte Iihte, darumbe zürnent diu wip- Suln wir gouche ziehen?“— sprach aber Hagene- 6 des habent lützel ère sò guote degene. daz er sich hàt gerüemet der lieben frowen min, darumbe wil ich sterben, ez engé im an daz leben sin. Do sprach der künec Gunther ern hät uns niht getän 7 wan getriwer dienste: man sol in lebn län. waz toug ob wir dem degene weren nu gehag? er was uns jie getriuwe und tet vil willecliche dag.“ 9* 132 D6 sprach üzer Metzen der degen Ortwin 1 Jane kan in niht gehelfen diu grõge sterke sin: lnttelt erloubet mirz min herre, eg muoz im werden leit. 1n dlt dò héten im die degene àne schulde widerseit. unter! D06 liezen sig beliben: spilen man dò sach. 2 * hey, waz man starker schefte vor dem münster brach 65 vor Stvrides wibe al zuo dem sale dan! dé wären in unmuote genuoge Gunthers man. Sin gevolgete niemen, niwan daz Hagene 3 . riet alle zite Gunther dem degene, ob Stvrit niht enlebte, s6 würde in undertàn vil der künege lande. der helt dé trüren began. Er sprach nu làt beliben den mortlichen zorn. 4 er ist uns ze slden und zen èren geborn: ouch ist s6 grimme küene der vil starke man: ob er sin innen würde, sone torst in niemen bestän.“ Mdem ſie Nein ich.- sprach dò Hagene- ir mugt wol stille dagn: 5 ich kanz heinliche wol alsò an getragen, daz Prünhilde weinen sol im werden leit. ja muog im von Hagene immer wesn widerseit.“ Do sprach der künec Gunther wie möhte daz ergän? 6 des antwurt im Hagene ich wilz iuch hœren làn. wir heizen boten riten zuo zuns in daz lant widersagen offenliche, die hie niemen sin bekant. — S6 jehet vor den gesten daz ir und iwer man 5 wellet herverten. alsò daz ist getàn, 56 lobt er iu die reise: des vliuset er den Iip. dé man in mac verhouwen, diu mære saget mir sin wip. it Sin niß· XV.— Der künec gevolget übele Hagene sinem man. vil michel untriuve begunden tragen an, &iemen daz erfünde, die recken u erkorn. von zweier frowen baͤgen wart vil der degene verlorn. XV AVENTIURE WIE MAN ZEWORMZEWIDERSACGET. An dem vierden morgen zwen und drigec man Sach man 2e hove riten. dò wart ez kunt getan Gunther dem vil richen, im wore widerseit. 6 von lüge erstuonden frouwen diu aller grœzisten leit. Urloup si gewunnen si solden für gan, und jahen daz si weren die Liudegéres man, den è dà hét betwungen diu Strrides hant und in 2ze gisel brähte in dag Gunthers lant. Die boten er dò gruogzte und hiez si sitzen gän. ir einer sprach dar under Bherre, lät uns stän unz wir sagn diu mære, diu iu enboten sint. jà habt ir ze vinde, dag wigzet, manec muoter kint. Iu widersagt Liudegast unde Liudeger: den ir dà wilen tätent diu gremlichen sér, die wellent zuo ziu riten mit her in ditze lant. de begunde zürnen Gunther, als ob eg wære im unbekant. 134 Man hiez die trügenere zen herbergen varn. wWie kunde sich Stvrit dé dà vor bewarn, er oder ander iemen, daz si truogen an? daz wart sider in selben 2c grôzem leide getän. Der küner mit snen friunden rünende gie: Hagene von Tronege in nie geruowen lie. noch héten ez gescheiden genuoge sküneges man; dene wolde Hagene nie des ràtes abe gän. Eines tages Sivrit si rünende vant: de begunde vrägen der helt von Niderlant wie get s0 trürecliche der künec und sine man? daz sol ich immer rechen, hät im iemen iht getän.“ Do sprach der künec Gunther mir ist von schulden leit: Liudegast und Liudeger di hänt mir widerseit. si wellent offenliche nu riten in min lant. dé sprach der degen küene daz sol diu Sivrides hant 4 an. Wol näch iwern éren mit vltze unders jà getuon ich den degenen als ich han é getaàn: ich gelege in wüeste ir bürge und ouch ir lant, edaz ich erwinde: des si min houbet iwer pfant. Ir und iwer rècken, ir sult hie bestän, und lat mich zuo zin riten mit den und ich hie hàn: dag ich iu gerne diene, dag làz ich iuch gesehn. de begunde im Gunther darumbe grôg genäde jehn. Do schicten sie die reise mit den knehten dan: Sivride und sinen degenen zte sehn eg was getän. do hiez er sich bereiten die von Niderlant. die dzerwelten degene die suohten stritlich gewant. AVENT. 60 min! l8 muoz Jie ich! 0h tuon XV.— 135— Do sprach der herre Sttrit'min vater Sigemunt, 1 ir sult hie beliben: ich kum in kurzer stunt, git uns got gelücke, her wider an den Rin: ir sult bi dem künege hie vil vroœliche sm. Diu zeichen si an bunden, alsé si wolden dan. 2 do wären dà genuoge Gunthers man, dine wessen niht der mære, yd von ez Wwas geschehn: man mohte grög gesinde dò bi Siyvride sehn. Ir helm und ouch ir prünne si bunden uf diu maro. 3 dò wolde von dem lande vil manec recke starc. do gie von Tronege Hagene da er Kriemhilde vant, und bat im gebn urloup, si wolden rümen daz lant. So wol mich,-sprach dò Kriemhilt- dag ich ie gewan den man, 4 der minen lieben friunden sò tar vor gestän, alsb min herre Sivrit tuot den friunden min: 8 38 des muoz ich höhes muotes?— sprach diu küneginne- sin. Vil lieber friunt Hagene, nu gedenket an daz, 9 daz ich iu gerne diene und nie noch wart gehaz. des làget mich geniezen an minem lieben man: ern sol des niht engelten, hab ich Prünhilde iht getän. Daz hät mih sit gerouwen.“-sprach daz edel wip- 6 ouch hat er s6 zerblouwen dar umbe minen lip: dag ich ie beswärte ir mit rede den muot, daz hàt vil wol errochen der helt küene unde guot. —1 Ir werdet wol gefriunde her näch disen tagen. Kriemhilt, liebiu frouwe, jaà sult ir mir sagen, wie ich iu müge gedienen an Sifride iwerm man: daz tuon ich, frowe, gerne. baz ihs niemen engan.“ e 136 Ich Werr àn alle sorge,-sprach daz edel wip- daz im iemen neme in sturme sinen lip, ob er niht volgen wolde siner übermuot: 86 woer ouch immer sicher der helt küene unde guot.“ Do sprach aber Hagene frowe, habt ir wän, ob man in müge versniden, ir sult mich wigzen lAn, mit wie getänen listen ich daz sül understäàn: ich wil im ze huote immerſriten unde gàn.“ Si sprach du bist min mäg, sam bin ich der din: ich bevilhe dir mit triuwwen den holden wine min, dag du mir behüetest den minen lieben man- si seit im kundiu mære, daz bezzer were verlän. Si sprach min man jist küene, dar zuo stare genuoc. dé er den lintrachen an dem berge sluoc, da badet sich in dem bluote der recke vil gemeit: dd von in sit in stürmen nie dehein wafen versneit. Idoch sé hàn ich sorge, swenner in sturme stät und vil der géreschüzze von recken handen gät, daz ich dä verliese den minen lieben man. hey, waz ich grözer leide dicke umbe minen friunt hän! Ich meldez üf genäde, vil lieber friunt, dir, daz du dine triuwe behaldest ane mir. dà man dâ mac verhouwen den minen lieben man, daz làz ich dich wol hœren: dést üf genäde getän. Do von des trachen wunden vléz daz heige bluot, und sich dar inne badete der küene recke guot, dẽ gehafte im zwischen herten ein linden blat vil breit: da mac man in verhouwen. des ist mir sorgen vil bereit. 1 2 3 3 4 5 6 Hgele in 7 AWer gess 5 Agten; üllt der XV.— Do sprach der ungetriuwe uf dag sin gewant not ir ein kleineg zeichen mit iwer selbes hant, wä ich in süle behüeten daz ich dag müge verstàn.“ si wande'n helt do vristen— eg wWas üf stnen töt getän. Si sprach'mit kleinen siden næ ich uf sin gewant ein tougenlichez kriuze, dà sol, helt, din hant den minen man behüeten, sog an die herte gät, und er in starken stürmen vor sinen WManden stät. Dag tuon ich,- sprach dò Hagene- vil liebiu frowe min- dò wande ouch des diu frouwe, eg solde ir frum sin: dâ mite was verräten der vil küene man. urloup nam dò Hagene: doò gie er vrœliche dan. Das er revarn hète bat im sin herre sagen. muget ir die reise wenden, sò suln wir riten jagen: ich han nu gar diu mære, wie ich in gewinnen sol. muget ir nu dag gefüegen?'“ daz tuon ich'- sprach der künec- wol. Des küneges ingesinde was alleg wol gemuot. ich wen immer recken deheiner mér getuot s6 gröger meinræte, s6 von im ergie, dò sich an sine triuwe Kriemhilt diu küneginne verlie. An dem dritten morgen mit tüsent siner man reit der herre Sivrit vrœliche dan: er wände er solde rechen siner friunde leit. Hagene im reit ss nähen, daz er geschowet diu kleit. Als er gesach das pilde, dò schicter tougen dan, die sagten ander mre, zwéne siner man, daz vride habn solde Gunthers lant, si hét der herre Liudegér zuo dem künege gesant. —1 AVENT. K V 5 Wie ungerne Sivrit dé hin wider reit, 1 1 ern getætes küneges vinden eteslichiu leit! wande in vil küme erwanden die Gunthers man. de reit er zuo dem künege: der wirt im danken began. Nu lon iu got des willen, friunt Sivrit, 10 daz ir so willechtchen tuot des ich iuch bite: daz sol ich immer dienen, als ich von rehte sol. vor allen minen friunden sé getrowe ich iu wol. Nu wir der hereverte ledec worden sin, 3 86 wil ich jagen riten von Wormez über den Rin, und wil kurzewile zem Otenwalde hän, jagen mit den hunden, als ich vil dicke hàn getàn. enn un Allen minen gesten den sol man daz sagen, 4 dag ich vil fruo rite: die mit mir wellen jagen, daz si sich bereiten; die hie wellen bestän hofschen mit den frouwen, daz st mir liebe getän. 8 Do sprach der herre Sivrit in hèrlichem site swenne ir jagen ritet, dä wil ich gerne mite. 86 sult ir mir lihen einen suochman und eteslichen bracken: sô rite ich mit iu in den tan. Bedurfet ir niht wan eines??-sprach der künec zehant- 6 ich Iihiu, welt ir, viere, den wol jist bekant U ———— 0 J der walt und ouch die stige, swä diu tier hine gänt, Ind nich die iuch urwise näch uns riten niht enlänt- Gutu Kur M Do adie vil ungetriuwen uUf geleiten sinen töt, 7 Dogodll si wistenz al gemeine, Giselher und Gérnöét yun d lin elee ö pet wolden niht jagen riten. ine weiz, durch welhen nit daz si in niht en warnden: idoch erarneten sig sit. XVI AVENTIURE WIE SIVRIT ERMORT WART. Gunther unde Hagene, die recken vil balt, 1 lobten mit untriuwen ein pirsen in den walt: 5 mit ir scharpfen géren si wolden jagn swin, 180 pern und wisende. wag mohte küeners gesin? Dä mite reit ouch Sivrit in vrœelichem site: 2 herrenliche spise die fuorte man in mite. zeinem kalten brunnen nämens im den lip: 85 daz hét geräten Prünhilt, des künec Guntheres wip. Do gie der degen küene da er Kriemhilde vant. 3 eg was nu üf gesoumet sin edel pirsgewant und ander der gesellen: si wolden über Rin. done dorfte Kriemhilde leider nimmer gesin. künec Ein Die sinen triutinne die kuster an den munt: 4 got lage mich dich, frouwe, gesehn noch gesunt, ne giut und mich diu dinen ougen. mit holden mägen din soltu kurzewilen: ine mac hie heime niht gesin.“ Do gedähtes an diu mœre-sine torst ir niht gesagen-, 5 da von si Hagen é vrägte: dò begunde klagen diu edele küneginne daz si ie gewan den Iip. dòé weinte àne mäze des küenen Sivrides Wip. 6— AVENT. Si sprach zuo dem recken lät iwer jagen sin. 1 mir troumte hinte leide, wie iuch zwei wildiu swin jagten über heide: dâ wurden bluomen röt. daz ich sò seére weine, daz tuot mir armem wibe nöt. Jà fürhte ich, herre Sivrit, eteslichen rät, 2 ob man der deheinen missedienet hät, die uns gefüegen künnen eteslichen baz. belibet, herre Sivrit: mit triwen ràte ich iu dag. Er sprach liebiu frouwe, ich kum in kurzen tagn. 3 ine weiz hie niht der vinde, die uns iht hazges tragen. alle dine mage sint mir gemeine holt: ouch enhän ich an den degenen hie niht anders verscholt.“ Neind, herre Sivrit, ja vürht ich dinen val. 4 mir troumte hinte leide, wie ob dir 2ze tal vielen zwene berge: ich ensach dich nimmer méè. wiltu nu von mir scheiden, daz tuot mir innecliche wé. Er umbe vie mit armen dag tugende riche wip: 5 mit minneclichen küssen trüt er ir schoœnen lip; mit urloube er dannen schiet in kurzer stunt. sine gesach in leider dar nach nimmer mèr gesunt. 35 Do riten si von dannen in einen tiefen walt 6 durch kurzewile willen: vil manec degen balt riten mit dem wirte, man fuort ouch mit in dan vil der edeln spise, die di helede solden bän. Geladen vil der rosse kom vor in über Rin, 7 die den jegeren truogen brôt unde win, Vleisc unde vische und anders manegen rät, den ein künec sô riche harte billichen hät. ns d 00 by XVI. 141 Sie hiezen herbergen für den grüenen walt, géns wildes abeloufe, die stolzen jägere balt, da si dà jagn solden, uf einen wert vil breit. de kom der herre Sivrit: dag wart dem künege geseit. Von den jagtgesellen wurden gar bestän die warte an allen enden. dòé sprach der küene man, Styrit der starke, wer sol uns durch den walt wisen vor den bergen, ir recken küen unde balt d- Ja müezen wir uns scheiden, sprach dé Hagene- e dag wir beginnen hie ze jagene; dà bi wir bekennen, ich und der herre min, wer die besten jägere an dirre waltreise Sin. Liut und ouch gehünde wir suln teilen gar: 80 ker ieslicher swar er gerne var. der danne jage daz beste, des sage man im danc- dò wart ir biten niht zen herbergen lanc. Do sprach der herre Sivrit ich hàn der hunde rät, niwan einen bracken, der sò genozzen hät daz er die verte erkenne der tiere durch den tan- do schuof der künec Gunther zuo zim den er wolde hän. Do nam ein jägermeister einen guoten spürhunt: er brähte den herren in einer kurzen stunt dà si vil tiere funden. swaz der von legere stuont, die erjageten die gesellen, sé noh guote jägere tuont. Swaz ir der bracke ersprancte, die sluoc mit siner hant Sivrit der vil küene, der helt ug Niderlant. sin ros daz lief sé sere daz ir im niht entran. daz lop an dem gejägede er vor in allen dà gewan. 142 Er Was an allen dingen biderbe genuoc: sin tier was daz érste, daz er 26 tõde sluoc, ein vil starkez halpfwol, mit der sinen hant. dar näch er harte schiere einen grimmen lewen vant. Do der wart ersprenget, den schöz er mit dem bogen: eine scharpfe strälen hét er dar in gezogen: der lewe lief näch dem schuzze wan drier sprünge Iane. die sinen jagtgesellen die sagten Sivride danc. Dar näch sluoger schiere einen wisent unde elch, starker üre viere und einen grimmen schelch. sin ros truog in s6 balde, daz ir im niht entran: hirz oder hinden kund im wènec iht engän. Einen eber grogen den sach der spürehunt: als er begunde vliehen, dòé kom an der stunt stuont in uf der slà. des selben gejägedes meister, der b dag swin vil z0rnecliche lief an den küenen recken sd. Do sluog in mit dem swerte der Kriemhilde man: ez hete ein ander jägere sô sanfte niht getän. dé er in hét ervellet, man vie den spürehunt. dõ wart sin jagt daz riche wol den Buregonden kunt. Do sprächen sine jägere magez mit hulden wesn, 86 làt uns, herre Sivrit, der tier ein teil genesn: ir tuot uns hiute læœre den bere und ouch den walt.“ des begunde smielen der degn küene unde balt. Do hortens allenthalben ludem unde déz: von liute und ouch von hunden der schal wWas s0 groz, daz in dà von antwurte berge und ouch der tan. vier und drigec ruore die jägere héten verlän. AVENT. 1 5 0 I0der sts Ja bncke woldei kom in ke XVI.— 143— Do muose vil der tiere verliesen dà dag lebn: dò wänden si daz füegen, daz man in müeste geben den pris an dem gejägede. des enkunde niht geschehn, dò der starke Sivrit wart zer viwerstete gesehn. Dag pirsen was ergangen, und idoch niht gar. die zem viwer wolden, di brähten mit in dar vil maneger hande tiere und wildes genuoc. hey, waz man des zer kuchen des küneges ingesinde truoc! Do hiez der künec künden den jägern ug erkorn, dag er enbigen wolde: doò wart vil lüt ein horn zeiner stunt gebläsen, dä mit in wart erkant, dag man den fürsten edele dä zen herbergen vant. Ein Stvrides jägere sprach ich hän vernomen von eines hornes duzze, dag wir nu suln komen zuo den herbergen: antwurten ich des wil- dò wart näch den jageren gevräget bläsende vil. Doͤ sprach der herre Sivrit nu rùme ouch wir den tan!“ 8 sin ros daʒ truogin ebene: si ilten mit im dan. si ersprancten mit ir scalle ein tier vil gremeltch, dag was ein ber wilde. dò sprach der degn hinder sich Welt ir uns hergesellen kurzewile wern, den bracken sult ir lagzen: jä sih ich einen bern, der sol zen herbergen mit uns hinnen varn. swie übel er gebäre, ern kan sihs nimmer bewarn⸗ Der bracke wart verlägen: der ber spranc von dan. do wolde in erriten der Kriemhilde man: er kom in ein gevelle, done kundes niht wesn. dag starke tier do wànde vor dem jägere genesn, RRRR‚‚ Do spranc von sinem rosse der stolze ritter guot, er begunde laufen sére: daz tier was unbehuot, eʒ enkunde im niht entrinnen. d vienger ez zehant: ane allerslahte wunden der helt eg schiere gebant. Kratzen noch gebizen kundez niht den man: gewalteclichen dan bräht erz an die fiurstat durch sinen höhen muot zeiner kurzewile, der recke kũene unde guot. er bandez zuo dem satele. MWie rehte weigerliche er zen herbergen reit! sin gér was vil michel, stare unde breit: nider an den sporn: von vil rötem golde fuorter ein hèrlicheg horn. im hieng ein starkeg wäfen Von bezzerm birsgewerte einen roc von swarzem pfellel und einen huot von zobele Ein hüt von einem pantel durch richeite und durch süeze: den man ziehen muose mit antwerke dan, der in spannen solde, ern heéte ez selbe getan. Von einer ludemes hiute von houpte unz an daz ende ug der liehten riuhe vil manec goldes zein z2e beiden sinen siten dem küenen jägermeister schein. Ouch fuorter Palmungen, s0 stare und ouch sò scherpfe, swa man ez sluoc üf helme! der heérliche jägere der was vil höhgemuot. gehöôrt ir nie gesagen. den sah man in tragen, der riche was genuoc. hey, waz er guoter porten an sinem kochære truoc! dar über was gezogn ouch fuorter einen bogn was allez sin gewant: gestreut man drufe vant. ein ziere wäfen breit, wie vreislich ez sneit, sin ecke wären guot. AVENT. 6 10 fuorter Iher ges 1 naz m Joprungt Prunge fl yas d n dem gr Irber bes 0 imenkunde der erieken in ider z lerRibel XVI. Sit daz ich iuch der mꝰre gar im was sin guot kocher mit güldinen tüllen, vil guoter strälen vol, diu sahs wol spannen breit: ez muose bald ersterben, Swaz er mit schiezen versneit. De reit der ritter edele vil v in sähen zuo Zin kumende si liefen im engegene dò fuorter bi de eidenlichen dan. die Gunthers man: und enpfiengen im dag maro. mesatele einen bern grög und starc. Als er gestuont von rosse, von füezen und von munde: vil gröze daʒ gehünde, dò löster im diu bant do erlütte dâ zehant swag des den bern sach. dag tier 20 walde wolde: die liute héten ungemach. Der ber von dem schalle hey, waz er kuchenknehte von dem fiure vil kegzel wart gerüeret, durch die Kuchen geriet: zerfüeret manec brant. 7* 27* 7 hey, waz man guoter spise in der aschen ligen vant! Do sprungen von dem sedele die herr der ber begunde zürnen. en und ir man: der künec hieg dò làn alleʒ dag gehünde dag an seilen lac. Weer eg wol verendet, si héten vrœlichen tac. Mit bogen und mit spiegen dò liefen dar die snellen, niht langer man dag lie- dà der ber gie: s6 vil yas der hunde, daz dà niemen schoz. von dem grözen schalle beidiu bere und walt erdõz. Der ber begunde vlichen vor den hunden dan: im enkunde niht gevolgen wan Kriemhilde man. der erliefen mit dem swerte, 2e töde er in dé sluoc. hin wider zuo der kuchen man den bern sider truoc. Der Nibelunge Liet. AVENT. — er weer ein kreftec man. 1 an zen tischen gàn: Do sprächen die dag sähen, die stolzen jagtgesellen hiez m Af einen schenen anger 8a3 ir dà genuoc. Wag man dò richer spise den jagtgesellen dar truoc! Iut! l ir die tragen solden win. 2„an lel Die schenken kömen seine, Uent eg enkünde bag gedienet nimmer heleden sin, héten si dar under niht s6 valschen muot, 6 folde 56 Worren wol die degene Vor allen schanden behuot. 10 F480 Done béte niht der sinne der küene veige man, 3 Diu ter daz er sich ir untriuwe künde hän verstän: n d0 er Was in ganzen tugenden alles valsches blõz. uin jih sins sterbes muose engelten Sit der sin nie niht genöz. Gautber Do sprach der herre Sivrit wunder mich des hät, 1 Däck b0ch 3 git söo manegen rät, 9 5 9 bringen niht den win: läß nilt, ine wil niht jagtgeselle sin. Reber! St man uns von der kuchen durch waz uns die schenken 14 man enpflege baz der jägere, E Ich héte wol gedienet, dazʒ man min næmè war. W der künec ob dem tische sprach in valsche dar swes wir gebresten hän: hiut àne trinken bestän. Pul f0l man solz iu gerne büezen, Wir sin von Hagene schulde Do sprach der von Tronege vil lieber herre min, 6 10 ich wände daz diz pirsen hiute solde sin da zem Spehtsharte: den win den sande ich dar. K15 sin wir hie ungetrunken, wie wol ihz immer mer bewar 1 0u10 Do sprach der herre Sivrit ir Uip der habe undanc. 7 Dagnd man sold mir siben saume win und lütertrane algun habn ber gefüeret: dô des niht mohte sin, dagr de solde man uns näher hän gesidelt an den Rin.“ Ua l0e 00h XVr. Do sprach aber Hagene ir edeln ritter balt, ich weiz hie vil nähen einen brunnen, der ist kalt: daz ir niht enzürnet, dd suln wir hine gän.' der rät wart manegem degene 2e grögen sorgen getän. Den helt von Niderlanden dwanc des durstes nöt: 2 den tisch er deste Ater rücken dan gebòõt: er wolde für die berge zuo dem brunnen gän. dò was der rät mit meine von den degenen getän. Diu tier man hieg uf wägenen füeren in dag lant, 3 diu dà verhowen héte diu Siyrides hant: man Jah im gröger éEren, swer eg ie gesach. Gunther sine triuwe vaste an Stvride brach. Do si dannen wolden zuo der linden breit, 4 dò sprach aber Hagene mir ist dicke daz geseit, daz niht gevolgen künne dem Kriemhilde man, swenner wolde gähen: hey, wolder uns dag sehn lan!“ Do sprach von Niderlanden der herre Slvrit ir mugt ez wol versuochen, welt ir mir loufen mite 26 wette zuo dem brunnen. 86 daz st getän, der sol hän gewunnen, den man siht 2e vorderst stän- Nu welle ouch wWirz versuochen.“ sprach Hagene der degn. 6 do sprach der starke Stvrit 80 wil ich mich legn für die iwern füege nider an dag gras.“ de Gunther dag gehörte, bey, wie lieb im dag was! Do sprach der degn küene ich wil iu mære sagn: allez min gewote wil ich an mir tragn, den ger zuo dem schilte und al min pirsgewant. den kocher zuo dem swerte vil schie rer umbe gebant. 10. 148 De zugen si diu kleider von dem libe dan: in zwein wWigen hemeden sach man si beide stän. sam zwei wildiu pantel sie liefen durch den klé; doch sah man bi dem brunnen den snellen Stvriden é. Den pris an allen dingen truoger vor manegem man. dag swert er loste balde, den kocher leit er dan, sinen gêr den starken leinter an der linden ast: bi des prunnen vlugze stuont der hèrliche gast. Di Sivrides tugende wären harte grög: den schilt leit er nidere al däà der brunne VIE3; Swie harte sö in durste, der helt doch niene tranc daz der künec kœme. daz dühte Stvriden lane- Per brunne was vil küele lüter unde guot. Gunther sich dò legete nider auo der fluot: dazg wazzer mit dem munde er von der fluote nam. si gedähten daz ouch Siyvrit nach im müese tuon alsam. Do engalt er siner zühte. den bogen und daz swert daz truog alleg Hagene von im danewert: de spranger hin widere dà er den geèr dà vant: er sach näch eime kriuze an des küneges gewant. Doô der herre Sivrit ob dem brunnen tranc, er schég in durch daz kriuze, daz uʒ der wunden spranc daz bluot im von dem herzen an die Hagenen wät. 86 gröze missewende ein helt nu nimmer mer begat. Den ger gegen dem herzen stecken er im lie: alsb angestlichen zꝗe flühten Hagene nie gelief noch in der werlde vor decheinem man. de sich der herre Sivrit der starken wunden versan, XVI. 19 Der recke tobliche von dem brunnen spranc: 1 im ragete von dem herzen ein gerstange lanc. der fürste wande vinden bogen oder Swert: s6 müese werden H agene näch sime dienste gewert. Do der sére wunde des swertes niht envant, 2 done hèt et er niht mere wan des schildes rant: den zuhter von dem brunnen: dé lief er Hagenen an, done kunde im niht entrinnen der vil ungetriwe man. Swie wunt er was zem töde, s6 krefteclich er sluoc, 3 dag ũger dem schilde dræte genuoc des edelen gesteines: der schilt vil gar zebrast. sich héte gerne errochen der vil herliche gast. Hagene muose vallen von siner hant zetal. von des slages krefte der wert vil lüte erhal. hét er dag swert enhende, 86 wWer eg Hagenen töt: der helt entran vil kume ug der angestlichen nöt. —in kraft was im geswichen, e rn kunde niht gestän: 5 sines IIbes sterke diu muose gar zergàn, wand er des tödes zeichen bt liehter varwe truoc. sit wart er beweinet von schenen vrouwen genuoc. Do viel in die bluomen der Kriemhilde man: daz bluot von sinen wunden sach man vaste gan. dò begunder schelten des twane in michel nöt- die üf in geraten hèten den ungetriwen töt. Do sprach der sére wunde Jjaà, ir vil bœse zagn, 7 Waz hilfet mich min dienest, daz ir mich habt erslagen? ich was iu ie getriuwe: des ich engolten hän. ir habt an iwern mägen leider übele getän. 150 Die sint dà von bescholten, swaz ir wirt geborn, her näch disen ziten. jâ habt ir iwern zorn vil übele gerochen an dem Iibe min: mit laster ir gescheiden sult von guoten recken sin.“ Die liute liefen alle dä er reslagen lac. ez was ir genuogen ein freudeléser tac: die iht triwe héten, von den wart er bekleit. dag hét wol gedienet der ritter küen und gemeit. Der künec von Burgonden klagete sinen töt. dòe sprach der verchwunde dag ist ane nöt, daz der näch schaden weinet, der in dà hät getän. der dienet michel schelten: ez wrre bezzer verlän.“ Do sprach der grimme Hagene Jane weitz ich waz ir kleit. 4 ez hät nu allez ende, unser sorge und unser leit: wir vinden ir vil kleine, die türren uns bestän. wol mich deich siner hérschaft hän 2e ràte getän.“ I. mugt iuch Uhte rüemen. sprach do Sivrit- heèt ich an iu erkennet den mortlichen sit, ich heéte wol behalten vor iu minen lip. mich enriwet niht sö seére sé frou Kriemhilt min wip. Nu müege got erbarmen, deich ie gewan den suon, dem man solch itewizen sol nàch den ziten tuon, dag sine mäge iemen mit morde habn erslagn. möht ich,-86 sprach Sivrit- daz solt ich billiche klagn. Zer werlde wart nie mère grœzer mort begàn, -sprach er zuo dem künege- denne an mir jist getän. ich behielt iu lib und ere in angestlicher nôt: ich häns engolten sére, daz ihz iu ie sö wol erböt.“ — 05 euy Uun unl oo mng iu gabub Lie blu 00 9 8 u0 noh I5 di ülkiten ud xu 0j mar XVI. Do sprach vil seneliche der verchwunde man Welt ir, künec riche, triwen iht began in der werlt an iemen, lät iu bevolhen sin uf triwe und uf genäde die lieben triutinne min, Und lät si des geniegen, dag si iu swester&: 2 durch aller fürsten tugende wont ir mit triwen bi. mir müegen warten lange min vater und mine man: ez enwart nie frowen mere an friunde leider getän. Er rampf sich bitterliche, als im diu nét geböt, 3 und sprach dé jæmerliche der mortiiche töt mag iuch wol geriuwen her näch disen tagen: geloubt an rehten triuwen, daz ir iuch selben habt erslagn.“ Die bluomen allenthalben von bluote Wären nag. 4 de ranger mit dem tõde: unlange tet er dag, wande in des tödes wäfen al ze sére sneit: * dò mohte reden niht mére der recke küen und gemeit. Do die herren sähen, daz der helt was töt, 5 si leiten in uf einen schilt, der was von golde röt, und wurden des ze räte, wie dag solde ergan, dazʒ man ez verhole, dag eg hét Hagene getän. Do spraàchen ir genuoge uns ist übele geschehn. 6 ir sult ez heln alle, und sult geliche jehn, da er rite jagn eine, der Kriemhilde man, in slüegen schächære, dd er füere durch den tan. Do sprach der ungetriuwe ich füeren in daz lant. 7 mir ist vil unmære, und wirt ez ir bekant, diu sé hàt getrüebet miner frowen muot: es ahtet mih vil ringe, swaz si weinens getuot. — 52— XVENT. VlIl. Von dem selben brunnen, dà Storit wart erslägen, 1 Ir sat sult ir diu rehten mæere von mir hoœren sagn: daß e vor dem Otenwalde ein dorf lit Otenhein; da vliuzet noch der brunne. des jst zwifel dehein. on der Uin zer 50 eh lit vor c begur XVII AVENITIIURE WIE KRIEMHILT IR MAN KLAGTE, UND WIE MAN IN BEGRUOP. Do erbiten si der nahte, und fuoren über Rin. 4 von heleden kunde nimmer virs gejaget sin: ein tier daz si dd sluogen, daz weinten edeliu kint. jà muosen sin engelten vil guote wigande sint. Von groger übermüete mugt ir nu hœren sagn, 3 Docpre und von starker rache. dòé hieʒz Hagen tragn I5 Duot Swyride den herren von Nibelunge lant irach kür eine kemenäten, däà man Kriemhilde vant. 5 Er hiez in alsò töten legn an die tür, 4 Diu flope daz si in dd solde vinden, sô si der gienge für Augp ei 51 hin zer mettine é daz eg würde tac, Hie röt er der diu frowe Kriemhilt deheine selten verlac. JW3 nis Man läte dd zem münster näch gewonheit. 5 Doönekul de wachte diu frouwe vor ir manege meit: 008 mir. si bat ir balde bringen lieht und ir gewant. mit Syert And pesze de kom ein kamerœre daà er Sivriden vant. NXVII 153 Er sach in bluotes röten: sin wät was elliu nag. daz ez sin herre wœre, niht enwesser dag. hin zer kemenàten daz lieht truog an der hant von dem vil leider mære sſt vrou Kriemhilt ervant. Do si mit ir vrouwen zem münster wolde gan, do sprach der kamerære jdl sult ir stille stän: ez lit vor dem gademè ein ritter töt erslagn. dà begunde Kriemhilt harte unmezliche klagn. Edaz si reht erfünde daz ez wære ir man, an die Hagenen vräge denken si began, wier in wolde vristen. dò wart ir erste leit: ir was al ir freuden mit sime töde widerseit. Do seic si zuo der erden, daz si niht ensprach: die schœnen freudelösen ligen man dô sach. der edeln frowen jamer wart unmäzen gröz. d6 erschrè si nach unkrefte, dag al diu kemendte erdog. Do sprach ir gesinde wag, ob es ist ein gastꝰ“ daz bluot ir uzem munde von herzen jàmer brast: „ si sprach ez ist Sivrit, der min vil lieber man: eg hat geräten Prünhilt, dag ez hät Hagene getän.“ Diu frowe bat sich wisen däd si den recken vant. si huop sin schœne houbet mit ir wizen hant. swie röt er was von bluote, si hét in schier bekant. dò was missevarwe des küenen degenes gewant. Dö rief vil jæmerliche diu küneginne milt owé mir miner leide: nune ist dir din schilt mit swerten niht verhouwen— du list ermorderét! und wesse ich wer daz tæte, ich riet im immer sinen tôt.“ O 154—. Allez ir gesinde klagt unde schrè mit ir vil lieben frouwen, umbe ir vil edeln herren, dò hét gerochen Hagene wande in was starke we den si dd hèten vlorn. harte Prünhilde zorn. De sprach diu jàmerhafte man sol hin gan, und wecken harte balde und sol ouch Sigemunde den herren Sivriden klagen. ob er mir helfen welle die Stvrides man, disiu mære sagen, Do lief ein bote balde dä er ligen vant die Stvrides helede von Nibelunge lant. mit disen leiden mæren die sprungen äne sinne vil balde von ir betten dan. wachter manegen man: Ouch kom der bote schiere dâ der künec lac. Sigemunt der herre des släfes niht enpflac: ich ween sin herze im sagete ern möhte sinen lieben suon Wachet, herre Sigemunt, 26 Kriemhilt miner frouwen. daz ir vor allen leiden daz sult ir klagen helfen, Uf rihte sich dé Sigemunt: der schœnen Kriemhilde, der bote sprach mit jamer si muoz von schulden klagen: jà ist von Niderlanden der küene Stvrit erslagn. Do sprach der herre Smgemunt lät daz schimpfen sin von dem sune min, daz er si erslagn; unz an min ende verklagn. und alsò bœsiu mære daz ir daz saget iemen wande ich enkunde in nimmer daz im dà was geschehn, lebenden nimmer mè geschn. wande ir sult balde gàn der ist ein leit getàn, an ir herze gät: wandez iuch sère bestät.“ er sprach waz sint diu leit di du mir häst geseit?“ AVENT. VII. Uudl! ir mig und al Jil sere Mit hun Alucht 8liefen d0 Kome Dasi 80 do Wänd jane mo! in vas i DovUm er grach ver hät 180 guo Hey, sol Lolt enm dgemunt o part yt lag zon dt Und ouch Done kun man z0ch den edelt 00 Wag ve NVII.— 155— Und welt ir niht gelouben daz ir mich hœret sagn, ir mügt wol selbe horen Kriemhilde klagn und allez ir gesinde den Sivrides töt. vil sère erschrac dò Sigemunt: des gie im grœzliche nöt. Mit hundert sinen mannen er von den betten spranc. si zuchten azuo den handen diu scharpfen Wafen lane: si liefen zuo dem wuofe vil seneliche dan. dò kömen tüͤsent recken, des küenen Styrides man, Dä si s6 jæmerliche die frowen hörten klagen. dòõ wande sumeliche, si solden kleider tragn: jane mohten si der sinne vor leide niht gehabn. in was vil starkiu swere in ir herzen begrabn. De kom der Künee Sigemunt da er Kriemhilt vant: er sprach owé der reise her in ditze lant. wer hät mich mines kindes und iuch iwers man bi s6 guoten friunden vergebne àne getän 9“ Hey, solde ich den bekennen,— sprach daz edel wip- holt enwürde im nimmer min herze und ouch der lip: ich getæt im als leide, daz die màge sin 2 mit jamer müesen weinen, dag wigzet, von den schulden min.“ Sigemunt mit armen den fürsten umbeslz. dò wart von sinen friunden der jàmer alsò gröz, dag von dem starken wuofe palas unde sal und ouch diu stat ze Wormze von ir weinen erschal. Done kunde niemen trœsten dag Sivrides wip. man zoch uz den kleidern den sinen schœnen lip: den edeln künec riche si leiten üf den 1é. dò was von grözem jàmer stnen liuten allen wé. —1 Do sprächen sine recken in sol immer rechen mit willen unser hant. er jist in dirre bürege, der eg dà hàt getän.“ de Üten näch gewæfen alle Sivrides man. — 156— AVENT. von Nibelunge lant 1 2 Die dz erwelten recken mit schilden komen dar. einlif hundert recken die hèt an siner schar Sigemunt der herre. den Sivrides tôt den wolde er gerne rechen: Sine wessen wen si solden des gie im werliche nöõt. mit strite bestàn, sine tetenz Gunther unde sine man, mit den der herre Styrit an daz gejägede reit. Kriemhilt si sach gewaäfent: dò was ir grœzliche leit. Swie stare ir jamer were und swie gréz ir nöt, dò vorhte si sö sere der Nibelunge tôt von Gunthers mannen, daz si eg understuont: si warnt si güetliche, sô friunt noch liebe friunde tuont. Do rief diu jàmers riche min her Sigemunt, wes welt ir beginnen? iu enist niht rehte kunt: ez hät der künec Gunther s6 manegen küenen man, ir sit verlorn alle, welt ir mit strite si bestän.“ Mit uͤf erburten schilden ze strite was in nöt. Kriemhilt diu frouwe bat und ouch geböt, daz sig miden solden, die recken vil gemeit: ob siz niht wenden künde, Si sprach herre Sigemunt, unz ez sich baz gefüege: dag wære ir bédenthalben leit. ir sult eg làazen stàn 86 wil ich minen man immer mit iu rechen. der mir in hät benomen, wirde ich des bewiset, ich sol im schädelfiche komen. 51 lab 10 15 Ir Sult Heßt Vune Jon fitt d0 wart d von 00 Peint Wuide h Jun edel 0 bat di den i Do nan Uan hor d0 kom nit im XVII.— 1 Ez ist der übermüeten hie bi Rine vil: dà von ich iu des strites ràten niene wil: si habent wider einen ie wol drizec man. nu laz in got gelingen als si an uns gedienet haàn. Ir sult hie beliben, und dolt mit mir diu leit. 86 ezß tagen beginne, ir helde vil gemeit, 86 helfet mir besarken den minen lieben man- dòõ sprächen die degene daz sol werden getän. Nune kündiu niemen dag wunder vol gesagn von rittern unde frouwen, wie man die hörte klagn. dò wart man des wuofes in der stete gewar: vil der burgære die kõmen gähende dar. Si klagten mit den gesten, wande in was starke leit: die Sivrides schulde in niemen het geseit, Wa von der edele recke verlür den sinen Hp. dò weinten mit den frouwen der guoten kaufliute wip. Smide hieg man gähen bewurken einen sare von edelm märmelsteine, vil michel unde stare: man hieg in vaste binden mit gespenge guot. dò was al den liuten harte trürec der muot. Diu naht diu was zergangen: man sagt, ez wolde tagen. dò bat diu edele frouwe zuo dem münster tragen den vil edeln töten, ir vil lieben man: swaz er dd friunde hète, die sah man weinende gän. Do man in zem münster brähte, vil der glocken klanc, man hörte von den pfaffen vil michel gesanc: dé kom der künec Gunther mit den sinen man, mit im der grimme Hagene, zuo dem wuofe gegäàn. Er sprach vil liebiu swester, daz wir der starken leide wir müezen klagn immer dag tuot ir àne schulde. Woer iu dar umbe leide, ir hétet min vergegzen, da ich dâ wart gescheiden daz wolde got von himele, Dir ist von minen liuten leides niht geschehen: AVENT. owe der laide din, 1 niht mohten über sin: den sinen schœnen lip. sprach dè daz jàmerhafte wip. sone wer es niht geschehn. 2 des mag ich wol nu jehn, von mime lieben man. wär ez mir selber getän. sprach der künec Gunther- des wil ich dir verjehn. die wellen sin unschuldec, sprach si- zuo der bäre, die heizet näher genꝰ daz wir die wärheit verstén- Daz ist ein michel Wunder, vil dicke ez noch geschiht: 4 swa man den mortmeilen 86 bluotent im die wunden, daà von man die sculde Die wunden vluzzen sère, die è daà sère klageten, bi dem töten siht, als ouch dd geschach; dà ze Hagene gesach. alsò si täten&: des wart nu michel mé. dò sprach der künec Gunther ich wilz iuch wigzen län: in sluogen schächære, Si sprach die selben schachman got làzg eg noch errechen Hagene haät es niht getän.“ Gunther unde Hagene, jaà habt ir ez getän.“ die Sivrides recken héten Do sprach aber Kriemhilt nu dolt mit mir die not- dò ze strite wän. dé kömen dise beide dà si in funden töt, Gérnöt ir bruoder und Giselher dag kint: in triwen si in klageten mit den anderen sint. sint mir wol bekant. siner friunde hant. ma gier die 6⁰ mul tl Wir done Fu 8 man! noch des m In ein ich a 00 R5 und al Dome und in durch er lete D5 1 u0 pr mich! cz ött Drits unm it Waß, 80 c· XVII.— 159— Si weinten innecltche den Kriemhilde man. man solde messe singen. zuo dem münster dan giengen allenthalben man wip und kint: die sin doch Iihte enbären, die weinten Sivriden sint. Gérnôt und Giselher sprächen'swester min, nu trœste dich nàch töde, als eg doch muoz nu sin: wir wellens dich ergetzen die wil und wir gelebn. done kunde ir tròst decheinen zer werlde niemen gegebn. Sen sare der was bereitet umben mitten tac: man huob in von der bàre, dä er üf lac. noch enwolde si den recken làgen niht begraben: des muosen al die liute vil michel arebeite habn. In einen richen pfellel man den töten want. ich wene man dâ iemen ane weinen vant. do klagete herzenliche Uote ein edel wip und allez ir gesinde den sinen wetlichen lip. Do man daz gehörte, daz man zem münster sanc und in gesarket héte, vil gröz wart der gedrano: durch willen siner séle waz opfers man dò truoc! er héte bi den vinden guoter friunde doch genuoc. Do man da gote gediente, daz vole huop sich von dan. dé sprach diu küneginne irn sult niht eine làn mich hinte bewachen den uz erwelten degn: ez ist an sime libe al min freude gelegn. Dri tage und dri nahte wil ich in làgen stän unz ich mich wol geniete mins vil lieben man. Waz, ob daz got gebiutet, daz mich ouch nimt der töt? S6. Were Wol verendet min armer Kriemhilde nöt- E 01 6 — 160 Zen herbergen giengen die liute von der stat. pfaffen unde müneche si beliben bat, undd alleg sin gesinde, daz sin von rehte pflac: si hèten naht vil arge und ouch vil müelichen tac. Ane ezzen und àn trinken beleip dà manec man: die ez nemen wolden, den wart dag kunt getäàn, man gæbes in den vollen; daz schuof Sigemunt. dò was den Nibelungen michel arebeiten kunt. Die drie tagezite, s0 wir horn sagn, di dà singen kunden daz si muosen tragen vil michel arebeite durch ir herzen ser. si bäten umbe die seéle des recken küen unde hér. Urbor üf der erden diu teiltes in diu lant, swa s6 man diu klôster und guote liute vant: ouch hiez si gebn den armen der sinen habe genuoe. si tet dem wol geliche daz si im holden willen truoc. An dem dritten morgen ze rehter messezit 86 was bi dem münster der kirchof alsò Wit von den landliuten weinens harte vol: si dienten im näch töde als man lieben friunden sol. In den tagen vieren ist uns gesagt daz, 26 drizec tùsent marken oder dannoch baz wart durch sine sele den armen dà gegebn. do was gelegn ringe sin gröziu schone und ouch sin lebn. D06 gote wart dâ gedienet und dag man da gesane, mit ungefüegem leide vil des volkes rane. man hiez in ũz dem münster zuo dem grabe tragn. die sin doch Iiht enbären, die sah man weinen unde klagn. XVII. Vil lüte schriende dag volo gie mit im dan: vrò envas da niemen, weder wip noch man. er begrabn würde, man sanc unde las: hey, waz der Wisen Pfaffen bi siner bevilde was! * E dag zem grabe kœme dag Sivride 8 WIp, dò ranc mit solhem jamer de rir getriwer Iip, das man si mit Wazzer vil dicke da begoz: was ir ungemüete 8³ harte unmezliche grôz. gas ein michel wunder, daz si ie genas. Hit klage ir helfende vil manec frowe wWas. dò sprach diu küneginne 8 ir Styrides man, ir sult durch iwer triuwe dise genàde an mir begän. Lat mir nach mime leide dag ich sin schone houbet dò bat sis alss lange dag kleine liep geschehn, noch eines müege sehn- mit jàmers siten starc, dag man wider uf brechen muose den herlichen Sarc. Do brähte man die frouwen dd si in ligen vant. si huop sin schœne houbet mit ir wigen hant: dò kustes alsò töten den edeln ritter guot. ir vil liehten ougen vor leide weinten dé bluot. Ein jæmerlicheg scheiden wart dé dd getän. man truoc die frowen dannen: sine do lac in unsinne dag herliche WIP: vor leide möht ersterben der ir vil wünnecliche Ip. mohte niht gegän. Do man den edeln herren héte nu begr leit àne mäge sah man die alle habn, die mit im komen waren von Nibelunge lant: vil selten wol gemuoten man do Sigemunden vant. Der Nibelunge Liet. abn, 11 162 D6 wWas der etelicher, der drier tage lanc 1 vor dem starken leide niht az noch entranc: doch enmohten si dem UBbe sò gar geswichen niht; si nerten sich näch jàamer sé noch genuogen geschiht. Kriemhilt unversunnen in unkreften lac 2 den tac und den àbent unz an den andern tac: swaz iemen sprechen kunde, daz was ir gar unkunt. 0 in den selben nœten lag ouch der künec Sigemunt. Vil küme wart der herre wider ze sinnen bräht; von dem starken leide kranc was gar sin maht: dag enwas niht wunder. do sprächen sine man cherre ir sult ze lande: wir mugen niht langer hie bestän.“ XVIII AVENTIURE WIIE KRIEMHILIT DA BESTUONT, UND IR SWEHER DANNENREIT. Do brähte man den herren dà er Kriemhilt vant: 4 J er sprach zer küneginne wir suln in unser lant. 0 wir ween unm⸗re geste hie ze Rine sin. 1 min vil liebiu frouwe, nu vart ir zuo den landen min. 0 00 Sit daz uns untriuwe ane hät getàn hie in disen landen des iuren edeln man, d des ensult ir niht engelten: ich wil iu wege sin 1 durch mines suns liebe. des sult ir gar äne angest sin. 41 XVIII.— 163— Ir sult ouch haben, frouwe, allen den gewalt, den iu è tet kunde der küene degn balt. daz lant und ouch diu krone, daz si iu undertàn: iu suln gerne dienen alle Siyvrides man- Do sagte man den knehten, si solden riten dan: dé wart ein michel gahen näh rossen getàn. bi ir starken vinden wWas in ze wesen leit. der frowen und ir mägeden hiez man suochen diu Kleit. Do der kunec Sigemunt wolde stn geriten, dò begunden Kriemhilt ir besten friunde biten, dag si bi ir friunden solde dä bestän. dò sprach diu küneginne dag künde müelich ergan. Wie möht ich den mit ougen immer an gesehn, von dem mir armem wibe sé leide ist geschehn?“ dò sprach ir bruoder Giselher Vil liebiu swester min, du solt durch dine triuwe hie bi diner muoter Sin. Die dir dà hànt betrüebet den Iip und ouch den muot, der bedarfstu vil kleine: zer min eines guot.' si sprach zuo dem degene wie künde dag geschehn? vor leide mües ich sterben, swenne ich Hagenen solde sehn.“ Des tuon ich dir 2e räte, vil liebiu swester min: du solt bi dinen bruoder Giselhere Sin. ich wil dich ergetzen dines mannes töt.' dò sprach diu küneginne des Wer mir armen Wibe nöt.“ Do ez ir der junge sò güetlich erböt, si begunden ylegen Uote und Gernöt, und ir getriwen mäge si baten dä bestän, si hete lutzel friunde bi den Sivrides man: 11 164— AVENT. Si sint iu alle fremede“- s“ sprach Geérnöt- 1 niemen lebt s6 starker, ern müeze ligen tõt: daz bedenket, swester, und getrostet iuren muot. beltbet be den friunden: ez wirt iu werlichen guot.“ Do lobte si ir mägen, si wolde dà bestäàn. 2 8 5 A2 6 diu ros bereitet wären den Sigemundes man, alsé si wolden riten heim in Niderlant: sie héten uf gesoumet al der recken gewant. Do gie der herre Sigemunt zuo Kriemhilde stàn: 51 er sprach zuo der frouwen die Sivrides man iu wartent bi den rossen, wir suln riten hin; wande ich vil ungerne bi den Buregonden bin.“ Do sprach diu frowe Kriemhilt mir rätent friunde min, 4 swaz ich hän der getriuwen, ich süle hie bi in sin, ich habe lützel mäge in Nibelunge lant.“ leit was ez Sigemunde, do er diu meœre an ir ervant. Do sprach der künec Sigemunt dag enlät iu niemen sagen: 5 vor allen minen mägen sult ir krone tragen alsam gewaltecliche, als ir è habt getän: irn sult des niht engelten, daz wir den helt verlorn hän. Und vart ouch mit uns widere durch iwer kindelin: 6 daz ensult ir sò niht, frouwe, Verweiset lagen sin. swenne iwer suon gewähset, der trœstet iu den muot: die wWile sol iu dienen von recken manec helt guot. Si sprach herre Sigemunt, ine mac geriten niht: 7 ich muoz hie beliben, swaz halt mir geschiht, bi den minen mägen, daz si mir helfen Klagn.“ dòe begunden disiu mære den guoten recken missehagn. XVIII. Sie sprächen al geliche 80 gerit ten hovereise Ir sult äne alle sorge gote bevolhen varn: ich schaffe iu guot geleite zuo Sigemundes lande. Do si dag vernàmen, das 8i W dan, dò weinten al gemeine wie rehte jæmerliche Weé geschehe der höchgezite: 8 8800 iht von kurzewile dneUent küneges mägen, Dé sprächen offenliche Er kuste Kriemhilde: dò si niht riten wolde nu riten vreuden àne Si riten ungeleitet von Wormz z2e tal den Rin: si mohten sicherlichen 8ç möhten wir wol jehn, daz uns aller èrste wWöre leit geschehn: ob ir beliben woldet bi unsern vinden hie, noch helde sorelicher nie.“ und heitg iuch wol bewarn⸗ min liebeg kindelin dag sol uf genäde iu recken wol bevolhen sin.“ sich W8ttet WSiget von der küneginne! dé was im ungemüete kunt. sprach der künec hér- leider nimmer mèr danne uns ist geschehn. man sol uns nimmer mére hie zen Buregonden sehn.' die Styvrides man ez möhte noch ein reise in ditze lant ergan, 86 wir den reht erfünden der uns den herren sluoc: si hänt von sinen mägen der starken vinde genuoc- wie jæmerlich er sprach, und er daz reht ersach, heim in unser lant: alle mine sorge sint mir érste nu bekant.“ wol des muotes sin, ob si in vintschefte würden an gerant, daz sich wern wolde der küenen Nibelunge hant. E 166— AVENT. Sine gerten urloubes dà ze keinem man. K de sah man Geérnéten und Giselhern gän zuo zim minneclichen; in was sin schade leit: des brähten in wol innen die helde küen unde gemeit. Do sprach gezogenliche der künec Gèernét 2 0 got weig daz wol von himele, an Sivrides tot gewan ich nie die schulde, daz ich daz horte sagn, wer im hie vint Were. ich sol in pilliche klagen.“ Do gab in sin geleite Giselher daz kint. 5 er brähte sorgende uzg dem lande sint den künec mit sinen recken heim 2e Niderlant. wie lützel man der mäge dar inne vrœliche vant! Wie si nu gefüeren, des enkan ich niht gesagn. 4 man hörte zallen ziten hie Kriemhilde klagn, daz ir niemen tröste dag herze und ouch den muot, ez entet ir bruoder Giselher: der was getriwe unde guot. Prünhilt diu schone mit übermüete saz. 5 swaz Kriemhilt geweinte, unmære was ir daz: sine wart ir rehter triuwen nimmer mä bereit. Sit geriet ouch ir vrou Kriemhilt ich wen als ungefüegiu leit. XIX AVENTIURE WIE DERNIBELUNGE HORT ZEWORMZE BRAHT WART. Do diu minnecliche alsò verwitewet wart, bi ir inme lande der gràve Eckewart beleip mit sinen mannen: sin triwe im dag geböôt. 8 8 er diente siner frouwen mit willen unz an sinen töt. Ze Wormge bi dem münster ein gezimber man ir sl63, von holze harte michel, wit unde grôz, daà si mit ir gesinde sit àne freude saz. si was zer kirchen gerne, und tet vil willecliche dag. Da man begruop ir vriedel,-wie selten si dag lie!- mit trürigem muote si allezit dar gie: si bat got den richen der sinen séle pflegn. vil dicke wart beweinet mit grözen triuwen der degn. VUote und ir gesinde si trösten zaller stunt: dé was ir dag herze s6 grœgliche wunt, ez kunde niht vervähen swaz man ir tröstes böt. si héte näch ir friunde die aller grœgesten nét, Die näch liebem manne ie mére wip gewan: man moht ir starke tugende kiesen wol dar an; sĩ klaget unz an ir ende, die wile wert ir Iip. sit rach sich harte swinde in grözen triwen dag wip. 168— VENT. „ 2 Sus saz si in ir leiden, daz ist al wär, 1 näch ir mannes töde unz in daz vierde jaàr, daz si zir bruoder Gunther dehein wort nie gesprach, und ouch ir vint Hagenen in der zite niene gesach. Hagene sprach zem künege möhten wir daz tragen an, 5 8 5 3 dag ir iwer swester hulde möhtet hän, 86 kœm zuo disen landen daz Nibelunges golt: des würde uns vil ze teile, wer uns diu küneginne holt.“ Daz schuln wir versuochen:— sprach der künec sàn- ich wil ez mine brüeder hinze ir werben län, dag si mir dag füegen, daz si uns gerne sehe- 3 ine trowes niht,-sprach Hagene- daz eg immer geschehe. Do hiez er Ortwinen hin ze hove gän, und den maregräven Géren. dò daz was getän, man bräht ouch Gérnòéten und Giselher daz kint: si versuohtenz vriuntliche an frowen Kriemhilde sint. Do sprach von Buregonden der küene Gérnôt frowe, ir klaget ze lange den Sivrides tôt. nu wil der künec iu rihten, daz ers niht hät erslagen. man hoœrt iuch zallen ziten sò rehte grœzliche klagn. Si sprach'des ziht in niemer in sluoc diu Hagenen hant. wa man in verhowen möhte, do er daz an mir ervant, solt ich des getrouwen, daz er im trüege haz, ich héte wol behüctet'-sprach diu küneginne- daz, Daz ich niht vermeldet héte sinen Iip: 80 liez ich nu min weinen, ich vil armez wip. holt wirde ich in nimmer die ez dà habent getän- dò begunde vlegen Giselher, der vil wætliche man. 6 XIXI(.455 Si sprach ich muo in grüezen, irn welts mich niht erlän: 1 des habt ir gröze sünde. der künec häàt mir getàn s6 vil der herzenswære gar unverscholt: min munt im giht der suone, im wirt dag herze nimmer holt. Dar näch wirt ez bezzer:-sprächen ir mäge dò- 2 Waz, ob er ir an verdienet, dag si noch wirdet vrô?“ er mac si wol ergetzen“ sprach Gérnöt der helt. dò sprach diu jàmersriche'seht, nu tuon ich swaz ir welt. Si wolde'n künec grüegen, doò si in des verjach, 3 mit sinen besten friunden ers in ir hüse sach. dône torste Hagene für si niht gegän: wol Wesser sine schulde; er hét ir leide getän. Do si verkiesen wolde uf in den grögen haz, 4 Gunther gezogenliche gie gegen ir näher baz. durch des hordes liebe was der ràt getäàn: dar umbe riet die suone der vil ungetriwe man. Ez enwart nie suone mit so vil trähenen mé mit valsche gefüeget. ir tet ir schade wWé: si verkôs uf si alle wan üf den einen man. in het erslagen niemen, het eg niht Hagene getän. Dar näch vil unlange, doò truogen si dag an, 6 dag diu küneginne den grézen hort gewan von Nibelunge lande, und fuort in an den Rin: eg was ir morgengaͤbe, er solt ir wol von rehte sin. Dar näch si beide fuoren, Giselher und Gèrnôt: 70 zwelf hundert mannen Kriemhilt de gebot, die in dà holn solden, dà er verborgen lac, da sin der degn Albrich mit sinen besten friunden Pflac. —— —— ————— Dé die von Rine kömen in Nibelunge lant, do sprach zuo sinen mägen Albrich al zehant wir mugn ir des hordes vor gehabn niht, sit sin 2e morgengäbe diu edele küneginne giht. Doch enwürde ez nimmer'— sprach Albrich-'getan, niwan dag vir übele daà verlorn hàn mit dem vil edeln recken die guoten tarnhùt: die truoe von allem rehte der schoœnen Kriemhilde trüt. Nu ist ez leider übele Sivride komen, daz uns die tarnkappen heét der helt benomen, und dag im muose dienen mit vorhten ditze lant.' dò gie der kamerœre dà er des hordes slũzzel vant. Ez stuonden vor dem berge die Kriemhilde man, und ouch ein teil ir mäge. den schaz man truoc dan nider zuo den ünden an diu schiffelin: den fuort man uf dem séwe uf ze berge unz in den Rin. Nu mugt ir von dem horde wunder horen sagn: Swaz zwelf kanzwägene meiste mohten tragen viere tage lange von dem berge dan -ouch muos ir jieslicher des tages niunstunden gàn-; Ez en was niht anders wan gesteine und golt; und ob man die werlt alle hét dà von gesolt, sin würde nimmer minre einer marke wert: jane héte es Hagene aàne schulde niht gegert. Der wunsch der lac dar under, von golde ein rüetelin: der daz hèt erkunnen, der möhte meister sin wol in aller werlde über jeslichen man. der Albriches mäge kom vil mit Gérnéte dan. AVENT. E 6 U l fil dl5 XIXI Do sich der herre Gernöt und Giselher daz kint des hordes underwunden, do underwunden si sich sint des landes und der bürge und maneges recken balt: daz muos in sider dienen bèdiu durch vorhte und gewalt. Do si den hort behielten in Guntheres lant, und sihs diu küneginne alles underwant, kamern unde türne sin wurden vol getragn: man gehért daz wunder von guote mére nie gesagn. Und wer sin tüsent stunden noch alsò vil gewesn, und solt der herre Styrit gesunder sin genesn, bi im were Kriemhilt hendeblôöz bestàn. getriwer wibes künne ein helt nie mére noch gewan. Do si den hort nu héte, doô brähtes in daz lant vil der vremden recken: jà gab der frowen hant, dazʒ man sò grôzer milte mére nie gesach. si pflac vil grözer tugende; des man der küneginne jach. Den armen und den nehen begunde si dé geben, daz dag reite Hagene, ob si solde leben noch deheine wile, daz si so manegen man 26 dienste ir gewünne, daz si des angest müesen hän. Do sprach der künèec Gunther ir ist Iip unde guot: zwiu solde ich daz wenden, swaz si dà mit getuot? ich erwarbez vil kume, daz si mir wart sider holt: nune ruochen war si teile bédiu ir silber und ir golt- Hagene sprach zem künege ez ensolde ein frumer man deheinem einem wibe niht des hordes Iàn: si bringet ez mit gabe noch unz uf den tac, daz vil wol geriuwen die küenen Buregonden mac- 172— VENT. Des antwurt im Gunther ich swuor ir einen eit, 1 daz ich ir getote nimmer mére leit, und wil es fürbaz hüeten: si ist diu swester min. de sprach aber Hagene lät mich der schuldige sin. Ir sumelicher eide wären unbehuot: 1 dé nämen si der witewen daz vil grôze guot; izzel aller underwant. dò er dag rehte ervant. Hagen sich der s vil sére ez zurnde Gérnòét, Do sprach der herre Giselher miner swester hät getàn Hagen so vil der leide, ich soldeg understàn: und wer er mir niht sippe, iteniwez weinen tet dé Stvrides wip. 5 ez gienge im an den lip Do sprach der herre Gernôt é daz wir immer sin gemüet mit disem golde, wir soldenz in den Rin allez heizen senken, daz'z immer würde man.' si gie vil klagelche für Giselher ir bruoder stän. Si sprach vil lieber bruoder, du solt gedenken min: des libes und des guotes soltu min vogt sin- er sprach vil liebiu swester, daz sol sin getäàn, wir komen widere: wir han ze ritenne wän.' Der künee und sine mäge rümten dò daz lant, mit in die besten drunder, die man inder vant, der beleip dà durch den haz, und tet vil willecliche daz. niwan aleine Hagene: den er truoc der frouwen, Die herren swuoren eide, unz si möhten leben, daz si den schatz niht zeigen noch niemen solden geben, wan mit gemeinem räte, 86 si des dühte guot. des muosen si in vliesen durch ir giteclichen muot. —1 * Line näch mit, dß 8—— E dag die künege widere ze Rine wæren komen, 1 die wile hete Hagene den grözen hort genomen: er sancten dâ ze Löche allen in den Rin. er wände in niegen eine; des enkunde sider niht gesin. Erne mohte des hordes sit gewinnen niht, daz den ungetriuwen vil dicke noch geschiht. er wände in niezen eine, die wil er möhte lebn: sit moht ers im selben noch ander nieman gegebn. Die fürsten kömen widere, mit in vil manec man. 3 Kriemhilt ir schaden grögen klagen dé began mit meiden und mit frouwen: in was harte leit. dé gebärten die degene sam si im héten widerseit. Do sprächen si gemeine er hät üUbele getän.' 4 er entweich der fürsten zorne alsé lange dan, unz er gewan ir hulde. si liezen in genesn: doch enkunde im Kriemhilt nimmer vinder gewesn. NMit iteniwem leide beswéwret was ir muot, 5 umbe ir mannes ende, und dò si ir da7 ou rdag guot alsò gar genämen: doò gestuont ir jàmers klage des ibes immer mére unz an ir jungeste tage. Nach Styrides töde, daz ist al wär, 6 was si in manegen leiden unz in dag zwelfte jär, dag si des recken todes mit klage nie vergaz: si was in triwen stæte, und tet vil willecliche daz. Eine riche fürsten aptey stifte vrou Vote 7 nach Dancräàtes töde von ir guote, mit starken richen urborn, als egz noch hiute hät, dag klöster dà 2e Lôrse, des dine vil höhe an éren stät. AVENT. Dar zuo gab ouch Kriemhilt sit ein michel teil, 1 durch Styrides séle und umb aller sélen heil, golt und edel steine, mit williger hant: getriwer wip decheine ist uns selten è bekant. Sit daz diu frowe Kriemhilt ouf Gunther verkés, 2 und doch von sinen schulden den grégen hort verlos, dé wart ir herzenleide tüsent stunde mèr: de wære gerne dannen diu frowe edel unde hér. Dé was der frowen Uoten ein sedelhof bereit 3 2e Löôrse bi ir kloster mit grözer richeit: dar zöch sich diu witewe von ir kinden sit, dà noch diu frowe hère begrabn in eime sarke lit. De sprach diu küneginne vil liebiu tohter min, 4 sit du hie niht maht beliben, soé soltu bi mir sin 2e Lörsèe in mime house, und solt din weinen làn- des antwurt ir Kriemhilt vem liez ich danne minen man? 5 0¹ Den laz et hie beliben.“ sprach frou Uote. sprach aber diu guote- min vil liebiu muoter: daz sol ich wol bewarn; wand er muoz fon hinnen mit mir werliche varn. nune welle got von himele, Do schuof diu jàmers riche, daz er wart ouf erhabn: 6 sin edeleʒ gebeine wart an der stunt begrabn 26 Lörse bi dem münster vil werdeelfchen sſt, dà der helt vil küene in eime langen sarke lit. In den selben ziten, dé Kriemhilt solde 7 varn mit ir muoter dar si doch wolde, dòõ muoste si beliben. als ez solde sin: dag understuonden mære, vil verre komen über Rin. XX AVENIIURE WIE DERKUNHCOEZELE NAE FROUN KRTEMTHIILIT 2EWORMZE SINEN BOTEN SANDE. Daz geschah in den geziten, dé frou Helche erstarp 1 und dag der küũnec Ezele ein ander wip warp: dò rieten sine friunde in Buregonden lant n man? zeiner werden witewen, diu was frou Kriemhilt genant. Sit dag erstorben vre der schœnen Helchen Iip, 4 si sprachen welt ir immer gewinnen edel wip, die hæhsten und die besten die ie künec gewan, 86 nemt die selben witewen: der starke Sivrit was ir man. on: Do sprach der künec riche Wie künde dag ergàn, 3 sit ich bin ein heiden und toufes nine hàn? s6 ist diu frowe kristen, und tuot es Iihte niht: ez muoz sin ein wunder, ob ez immer geschiht. Do sprächen aber die snellen waz ob sig Iihte tuot 4 durch iwern namen den höhen und iwer michel guot“ 86 sol manz doch versuochen an daz vil edel wip: sò mugt ir gerne minnen den ir vil wünneclichen Ip.“ Do sprach der künec Ezele wem jst under iu bekant bi Rine aller beste liute und ouch daz lant?“ dé sprach von Bechelàren ich hän erkant von kinde Gunthern und Gèérnòôten, Giselher der junge, ir ieslicher tuot swaz er der höhen éren ouch hänt ir alten mäge Do sprach der künec riche friunt, du solt mir sagn, ob si ob minen landen kröéne solde tragn. ist ir IIp s6 schœne, s6 man mir hät geseit?“ des antwurt im Rüedegèr, der recke küene und gemeit: Si gelichet sich mit schœne Helchen der vil richen, in dirre werlde schœner deheines küneges wip. den si lobt ze friunde der mac wol trœsten den Iip- r sprach's wi und sol ich Kriemhilde 86 hästu minen willen mit grözen triuwen getän. Uzer miner kameren so heig ich dir gebn, daz du und dine geverten vrœliche mügt lebn: von kleidern und von rossen Des antwurte Rüedeger, mit min selbes guote: der guote Rüedegér die edeln küneginne her, die kũenen ritter guot: mit tugenden mac begàn: al dag selbe her wol der frowen min, und künde niht gesin bez, Rüedeg 86 lieb als ich dir si; immer geligen bi, des wil ich dir lonen sé ich beste kan: des nim swaz du wil; des gib ich dir zewäre zuo der boteschefte vil. der maregràve rich, gert ich dines guotes, dag were unlobelich. ich wil din bote gerne wesn an den Rin des soltu gar äne angest sin.“ AVENJ. 1 5 3— 17— Do sprach der künec Ezele nu, wenne welt ir varn näch der vil minnechichen? got sol iuch bewarn der reise an allen Exren, und ouch die frowen min. des helfe mir gelücke, daz si uns genædec müege sin. Do sprach aber Rüedeger e ich rüme ditze lant, wir müezen é bereiten wäfen und gewant, schilde unde sätele, des wir éère hàn: ich wil ze Rine füeren fünfhundert miner küenen man; Swä man in vremden landen mih und die mine sehe, daz ir ieslicher denne dir des jehe, daz nie künec deheiner alsés manegen man 80 verre bazʒ gesande danne du ze Rine habst getän. Ob duz, künec riche, dar umb niht wellest làn: si was ir edeln minne Sivride undertàn, dem Sigemundes kinde. den hästu hie gesehn: man muose im grözer èren mit rehter Wwärheite jehn.“ Dar umbe ich si niht vremde, was si des récken WIP: ja was wol alsé tiure sin vil edel Iip, dag ich niht versmæhen die küneginne sol. durch ir grögen schene s6 gevellet si mir wol⸗ So wil ich iu die wärheit!-sprach Rüedegeèr dô-sagn, daz wir hinnen riten in vier und zweinzec tagen. ich enbiut eg Götelinde, der vil lieben frowen min, daz ich nach Kriemhilde selbe bote welle sin.“ Hin ze Bechelären sande Rüedeger boten sime wibe, der maregrävinne her, und enböt ir dag er solde dem künege werbn wWip. si gedahte friuntliche an der guoten Helchen Ip. Der Nibelunge Liet. 9 42 Do diu maregrävinne die boteschaft vernam, doch weinens si gezam, der mœre si sich freute; ob si gewinnen solde noch frowen alsam 6. s6 si gedäht an Helchen, Uzer Hiunen lande der maregräve reit: des was der künec Ezele vrò und ouch gemeit. da zer stat ze Wiene bereite man in wät, die er füeren solde, als man uns gesagt hät. Da ze Bechelären im warte Götelint: dag Rüedegeères kint, sah ir vater gerne und ouch sine man. von schœnen kinden getän. diu junge marcgrävinne, dé wart ein liebeg biten Deé der maregràve ze Bechelären reit, dé was in mit vlize ir gewefen und ir kleit im und sinen man. bereitet gar ze wunsche, ir soumer uf der stràge Do si ze Bechelären kömen in die stat, di stnen reisgesellen herebergen bat der wirt vil minneclichen Götelint diu riche, den wirt si niht zungerne sach. Sam tet sin liebiu tohter, diu enkunde ir vater künfte die von Hiunen landen, Nu st uns grôze willekomen min vater und sine man. dò wart vil gröze danken des marcgräven kinde von manegem recken guot. des guoten Rüedegères muot. vil wol erkande Götelint daz tet Götelinde wé. sah man mit in zogen dan. und schuof in guot gemach. diu junge maregrävin: niht höhers muotes sin. wie gerne si die sach! mit lachendem munde diu süeze junefrowe sprach: — mit vlize getàn der afl lie! A der fuo 61 — Do ss des nahtes nähen bi Rüedegeére lac, vil minnecliche vrägen in diu frowe pflac, war in gesendet héte der künec von Hiunen lant. er sprach min liebiu frouwe, dag sol werden dir bekant. Ich sol mime herren werben umbe ein WIp, sit dag ist erstorben miner frowen IP. ich wil nach Kriemhilde riten an den Rin: diu sol hie zen Hiunen gewaltec küneginne sin“ Daz wolde got,— sprach Götelint: möht uns dag heil geschehn, sit daz wir ir hœren 8ô grözer éren jehen. si ergazt uns miner frouwen Iiht in alten tagen mit ir hohen tugenden, dag wir müesen si Verklagen.“ Do sprach der maregràve triutinne min, di mit mir suln riten hinnen an den Rin, den sult ir friuntliche bieten iwer guot: 80 helde varent riche, sò sint si vrœlich gemuot. Si sprach ez jist deheiner, derz von mir gerne nimt, ine geb ir ieselichem swag im wol gezimt, &daz ir hinnen scheidet mit den iwern man- daz si dem wirte lobte, daz wart mit Vlize getän. Hey, wag man dé von kamere der richen Pfellel truoc! der wart mit den recken geteilet dòo genuoc, erfüllet vligecliche von halse unz üf den sporn. die im dd zuo behageten, die het im Rüedeger erkorn. An dem sibnden morgen von Bechelären reit der wirt mit sinen degenen. wäfen unde Kleit fuorten si den vollen durch der Baier lant. si wurden uf der stràzen durch rouben selten an gerant. 13 3 „zn ˖ Rr AVENT. Da die helede fuoren, niemen niht in nam: 1 man moht in dannen dienen als in wol gezam. ritter unde knehte die wären wol gekleit; der guote maregràve alsus von Bechelären reit. Inre tagen zwelfen si kömen an den Rin. 2 done kunden disiu mære niht verholn sin: man sagte dem künege und ouch sinen man, dà koœmen hôhe geste. der wirt dé vräͤgen began, Ob iemen si bekande, daz manz im solde sagn. 3 man sah ir soumære sô rehte swere tragn: dag si vil riche weren, dag wart däd wol bekant. man hiez si herbergen dà ze Wormeg al zehant. Do die geste wären zen herebergen komen, 4 dò wart ir gevertes vaste war genomen. si wundert, wannen füeren die recken an den Rin. der wirt nach Hagene sande, ob ez im kündec möhte sin. Do sprach der von Tronege nu lät mich si sehn. 5 als ich si nu geschouwe, ich kan iu wol verjehn, von swannen si gesendet sin in ditze lant: si suln sin vil vremde, ine habe si schiere bekant. ITnlende heten die geste nu genomen. 6 in vil richiu kleider was der bote komen mit sinen hergesellen: ze hove si dò riten; si fuorten guotiu kleider, wol und spæhe gesniten. Do sprach der snelle Hagene als ich mich kan verstän 7 -Wande ich die helde lange niht gesehn hän-=, si varnt dem geliche, als ez st Rüedeger von hiunischen richen, der degn küene unde hér.“ 90 den met den MNEVI. le sin. — ¶» Wie solde ich des getrouwen, sprach der künec zehant- daz der von Bechelären kœme in ditze lant?“ daz der künec riche die rede vol sprach, Hagene der küene den guoten Rüedegéren sach. NMit sinen besten friunden lief er zuo zim dan. man sach fünfhundert degene von den rossen stän. dòé wurden wol enpfangen die von Hiunen lant. boten nie getruogen alsé hérlich gewant. Do sprach in hôher stimme der herre Hagene nu sin gröze willekomen dise degene, der vogt von Bechelären und alle sine man.“ dag grüegen wart mit dren den snellen Hiunen getän. Des küneges næhsten mäge kömen dâ man si sach. Ortwin von Metzen zuo Rüedegére sprach 88 wir habn in aller wile mère nie gesehn geste hie sô gerne: des wil ich werrliche jehn.“ Des gruozes si dò dancten den helden überal. mit dem hergesinde si giengen in den sal, dà si den künec funden bi manegem küenen man. der wirt dò von dem sedele gie gegen Rüedegère dan. Wie rehte friuntltche er den gast enpflie, und alle sine degene! Gérnöt dò niht enlie, ern enpfienge in ouch mit èren und alle sine man. der künec Rüedegére fuorte bi der hende dan. Er bräht in zuo dem sedele, dä er selbe 8ag. den gesten hiez man schenken- mit willen tet man dag- mete den vil guoten und den besten Win, den iemen vinden kunde in dem lande al umben Rin. —. —**———————ð—QDn— 182— Giselher und Gére die béde wären komen; Dancwart unde Volkér die hèéten wol vernomen von den werden gesten: si wären höchgemuot, si enpfiengen vor dem künege die ritter edel unde guot. Do sprach zuo sime herren der degen Hagene ez solden immer dienen alle iwer degene daz uns der maregràve ze liebe hàt getàn: des solde man enpfähen wol den Götelinde man- Do sprach der künec Gunther ine kan niht langer dagn: wie si sich gehaben beide, daz sult ir mir sagn, Ezele unde Helche uzer Hiunen lant.“ dò sprach der maregràve ich solz iu sagn hie zehant.“ Do stuont er von dem sedele mit allen sinen man: er sprach zuo dem künege lät mih urloup hàn 26 sagene solhiu mære, dar umbe ich bin gesant von deme künec Ezele her zuo der Buregonden lant.“ Er sprach swaz man uns mære bi iu enboten hät, diu erloub ich iu zue sagene àne friunde raàt. ir sult si Iàzen hæœren mich und mine man: wande ich iu aller èren hie ze werbenne gan. Do sprach der bote hère iu enbiutet an den Rin getriwelichen dienest der gröge voget min, und allen iwern friunden, die ir muget hän: unde wigzet, disiu boteschaft ist in triwen gar getän. Iu bat der künec edele klagen sine nôt. siniu lant sint verweiset: min frowe diu jst töt, Helche diu vil riche ein küneginne her, näch der min herre Iidet, daz wizzet, ungefüegiu seér. AVENT. — K 0 0 0 den i in AEVI. — 183— Kint der edeln fürsten diu si gezogen hät, 1 dar an ez inme lande vil jæmerlichen stät: diu enhänt nu leider niemen, der ir mit triwen pflege. —— 33 59 des woon ouch sich vil kleine des küneges sorge gelege. Nu lon im got,-sprach Gunther- daz er den dienest sin 2 s6 willeclich enbiutet mir und den friunden min. sinen gruog ich gerne hie vernomen hän, den mir enbiutet Ezele: des sol er grög genàde hän.“ Do sprach von Burgonden der herre Gérnöt 3 die werlt mas wol riuwen der schoœnen Helchen töt durch ir manege tugende, der si wol kunde pflegn.“ der rede gestuont im Hagene, der vil zierliche degn. Do sprach aber Rüedegér, der edel bote hér, 4 sit ir mir, künec, erloubet, ich sol iu sagen mér, waz iu min lieber herre her enboten hat, sit im näch miner frouwen sin dine s6 kumberlichen stät. Man sagt mime herren, iwer swester s àne man, 5 Sivrit sd erstorben: ist daz alsò getän, 86 sol min frou Kriemhilt die richen kröne tragn vor den Ezelen recken. diz bat iu der künec sagn- Do sprach der künec riche-Wol gezogen was sin muot- 6 56 hoœret minen willen; ob sig gerne tuot, den wil ich iu künden in disen siben tagen. &ihz an ir erfüere, zwiu solde ich Ezelen versagn?? Die wile man den gesten hiez schaffen guot gemach. A5 in wart dà sò gedienet, dag Rüedeger des jach, daz er dã friunde hæte bi Gunthers man. Hagene im diente gerne: erz héte im alsam getàn. AVENT. Alsus beleip do Rüedegèer unz an den vierden tac. 1 der künec näch räte sande. wie wislich er pflac Vrägen sine mäge, ob si dühte guot getän, daz Kriemhilt nemen solde den künec Ezelen ze man! 1 Si rietenz al gemeine, wan eine Hagene 2 der sprach ze Gunther dem degene habt ir rehte sinne, s6 wirt eg wol behuot, 0 0 ob sis joch volgen wolde, daz irz nimmer getuot. 1 40 Warumbe'-sprach dé Gunther- solde ihs volgen niht? 3 15 swaz der küneginne liebes geschiht, des sol ich ir wol gunnen: si ist diu swester min. wir soldenz selbe werben, ob ez ir ère möhte sin- Do sprach aber Hagene nu lät die rede stän. 4 1 und hèt ir Ezelen künde als ich sin künde hän, 1 solte si in danne minnen, als ich iuch hœre jehn, 86 Wöre iu aller łrste von schulden sorgen geschehn.' ir N MWarumbe?“-sprach dòé Gunther- ich behüet wol immer dag, 5 1 daz ich im kome so nähen, daz ich deheinen haz 3 von im müese dulden, und würde si sin wip. 0 dò sprach aber Hagene ez gerœtet nimmer min lip- 0 Man hieg näh Gérnéte und Giselhere gän, 6 1 5 5 ob der frowen brüeder dühte guot getän, 06 daz Kriemhilt nemen solde den richen künec hér. n noch widerreit ez Hagene, unde ander niemen mér. 00 10 Do sprach von Burgonden Giselher der degn 7 D. 0 1 nu mugt ir, friunt Hagene, noch der triwen Pflegn: un0 ergetzet si der leide, und ir ir habt getàn. W05 swar an ir wol gelünge, daz solt ir ungevéhet län- 185 Jaà habt ir miner swester getän sô starkiu leit, 86 sprach aber Giselher, der degn vil gemeit- daz si des héte schulde, ob si iu wWeere gram: nie man deheiner frouwen mére freuden noch genam- Daz ich da wol bekenne, daz tuon ich iu kunt: sol si nemen Ezele, gelebt si an die stunt, si getuot uns leide, swie sig getraget an. jà gewinnet si ze dienste, daz wigzet, manegen küenen man. Des antwurte Hagene der herre Geérnét eg mag alsò beliben unz an ir beider töt, daz wir geriten immer in Ezelen lant. wir suln ir leisten triuwe: daz ist zen éren uns gewant. Do sprach aber Hagene mir kan niemen widersagn: und sol diu frowe Kriemhilt Helchen kröne tragn, si getuot uns leide, swie si gefüeget daz. ir sult ez län beliben: daz kumt iu recken michel bag.“ Mit zorne sprach dè Giselher, der edeln Uoten suon, Wir ensulen niht alle meinliche tuon: swaz liebes ir geschæhe, vré solten wir des sin. swag ir geredet Hagene, ich dien ir durch die triwe min- Do dag Hagene hörte, dò wart er ungemuot. Geérnôt unde Giselher, die stolzen ritter guot, und Gunther der riche gerieten sider daz, ob siz loben wolde, dag siz liezen àne hag. Do sprach der küene Gère s6 wil ich hine gaàn, und wil mine frouwen die rede wigzen län, waz ir der künec Ezele her enboten hät: ob si in nemen welle, daz si mit triwen unser ràt.“ 6 Do gie der snelle recke da er Kriemhilde sach. si enpfie in minnecliche: wie balde er do sprach ir mugt mich gerne grüegen, und gebn botenpröt: iuch wil gelücke scheiden üzer aller iwer not. Ez hät durch iwer minne, frowe, her gesant ein der aller beste, der ie küneges lant besaz mit vollen èren, oder kröne solde tragn. eg werbent boten edele: daz hiegen iu die künege sagn. Do sprach diu jàmers riche iu sol verbieten got, und andern minen friunden, daz si deheinen spot an mir armen üeben. waz soldich einem man, der ie herzenliebe von guotem wibe gewan?“ Si widerreit eʒ seére. dòé kömen aber sint Gérnöt ir bruoder und Giselher daz kint. di bäten minnecliche trœsten si den muot: ob si den künec næme, ez ver ir werlichen guot. Uvperwinden niemen kunde dé dag wip, dag si minnen wolde deheines mannes Iip. de baàten si die recken nu läzet doch geschehn, AVENT. ob ir niht anders wellet tuon, sò sult ir Rüedegèren sehn.“ Daz enwil ich niht versprechen, ine welle in gerne sehn, den guoten Rüedegèren: daz làg ich wol geschehn durch sine manege tugende. wer er niht her gesant, swerz ander boten wæren, den wer ich immer unbekant.“ Si sprach ir sult in morgen heizen her gan zuo miner kemenàten: ich wil in hœren läàn, wes ich mich habe beräten, wil ich im denne sagn- ir wart eriteniuwet daz ir vil grœzliche klagn. 6 ö V. Doe Dine 6r F Uöh De 00 l n ders Erit i w der 00b dig uul ö5f irnit d55 6 Erh mir u dult i unds XX.— 187— Do engert ouch nihtes mére der edel Rüedeger, niwan dag er gesche die küneginne her: er wiste sich so wisen, daz er wol an getragen möhte swaz er wolde. ir rede im muose wol behagen.“ Des anderen morgens, dé man früemesse sanc, die edeln boten kömen: do wart dà grôg gedrané. die mit Rüedegére ze hofe solden gän, der sach man wol gekleidet manegen wertlichen man. Kriemhilt diu vil arme, diu trürec gemuot, si Varte Rüedegère, dem edeln boten guot. der vant si in der wæte, die si alle zite truoc: dà bi het ir gesinde richer kleider genuoo. Si gie im hin begegene zuo der türe stàn, und enpfie vil liepliche den Ezelen man. niwan mit zwelf gesellen man in dar in verlie. man bot im michel ère: ir kom ein höher bote nie. Man bat den herren sitzen unde sine man. die zwène maregräven sach man vor in stàn, Gern und Eegewarten: daz schuof diu künegin. die selben boten kunden nimmer baz gewirdet sin. Do si dà wol gesagen und sähen manec wip, dò pflac niwan weinens der Kriemhilde Ep: ir wät was vor den brüsten der heigen trähene naz. daz sach der maregràve, der helt niht langer dé dd Sag. Er sprach in grôgen zühten vil edel küneges kint, mir und minen geverten, di mit mir komen sint, sult ir, frow, erlouben, daz wir für iuch stàn und sagen iu diu mære, durch waz wir her geriten hän“ 133 AVENT. Nu si iu erloubet'-sprach diu künegin- 1 ze sagen iwer mære: alsò stàͤt min sin. sprechet swaz ir wellet, des iuch dunke guot. di boten an ir wol sähen ir vil trüregen muot. Do sprach von Bechelàren der fürste Rüedeger dienest unde triuwe Ezel, ein künec her, hät iu enboten, frouwe, her in ditze lant: er hät näch iwer minne vil guote degene gesant. Und enbiut iu innecliche freude àne leit: 3 der stæten friuntschefte si er iu bereit als Helchen miner frouwen, diu im ze herzen lac. ir sult nu tragen kröne, der min frowe wilen pflac.“ Do sprach diu küneginne vil edel Rüedegér, 4 wär ieman der bekande diu minen scharpfen ser, der riete mir niht triuten noch deheinen man: wan ich vlés ein den besten, den ie frowe mer gewan.' Waz mag ergetzen leides,-sprach dé der küene man- 5 wan vriuntliche liebe, swer die kan begàn und dann der einen kiuset, der im ze rehte kumet: für herzenliche swere niht s6 grœzliche frumet. Und ruochet ir ze minnen den hôhen voget min, 6 zwelf richer kröne sult ir frowe sin: 60 dar zuo git iu min herre wol drizec fürsten lant. diu hat er betwungen mit siner ellenthaften hant. 0 10 Ir sult ouch werden frouwe über manegen küenen man, 7 18 die ouch miner frouwen wären undertän, und vil der schœnen mägede, der si héte gewalt, und hõher recken màge edel küene unde balt. 22— 189— Dar zuo git iu min herre daz heiget er iu sagen—, ob ir geruochet krone bi dem künege tragen, gewalt den aller höhsten, den Helche ie gewan, den sult ir gewaldecliche häàn ob allen sinen man-? Do sprach diu küneginne wie möhte minen Ip immer des gelüsten, deich würde heledes wip“ mir hat der töt an einem sò rehte leit getän, des ich unʒ an min ende muoz in riwen immer stän- Do sprächen aber die Hiunen küneginne rich, iwer leben wirt bi Ezele sò rehte lobelich, daz ir des wol vergezzet, ist daz eg ergàt; wan der künec riche vil manegen zieren degen hät. Die miner frowen mägede und iwer mägedin, suln die bi ein ander éin gesinde sin, daà bis6 möhten recken werden wol gemuot. lat ez iu, frowe, räten: eg wirt iu werlichen guot. Si sprach in ir zühten nu läàt die rede stàn unze morgen früeje: sô sult ir her gan, 86 wil ich iu antwürten des ir dâ habet muot.' des muosen dò gevolgen die recken küene unde guot. Do si zen herbergen alle kömen dan, dò hieg diu frowe Kriemhilt näch Giselhere gan, und ouch näch ir muoter: si saget in beiden daz, dag si geœme weinen, unde niht anders baz. Do sprach ir bruoder Giselher'swester, mir ist geseit und wilz ouch wol gelouben, daz elliu diniu leit Ezel der künec swende, und nimstu in 26 man. swaz ander iemen ràte, sò dunket ez mich guot getän. 6 190— Er mac dich wol ergetzen. s6 ist ir deheiner alsò gewaltec niht: du maht dich freun balde, so'r din ze küneginne giht.“ Si sprach zuo zir bruoder zwiu rætestu mir dag? klagen unde weinen mir immer zeme bag. wie solde ich vor recken dà ze hove gan? wart min lip ie schœne, des bin ich àne getän.“ Uote ir beider muoter sprach ir tohter zuo swaz dine brüeder räten, vil liebez kint, dag tuo: nu volge dinen friunden, s6 mac dir wol geschehen. ich hän dich doch s6 lange in grözem leide gesehn.“ Do vat si got den richen füegen ir den rät, dag si ze gebene héte golt silber unde wät sam bi ir èrsten manne, dò der noch was gesunt: si gelebt doch nimmer mére sit sò vrœliche stunt. Do gedähtes in ir sinne sol ich minen Ip gebn einem heiden- ich bin ein kristen wWip=, des müese ich von der werlde grög itewige hàn: geb er mir elliu riche, sò ist eʒ immer ungetän.' Da mite sig lie beliben die naht unz an den tac. diu frowe in vil gedanken an ir bette lac: diu ir vil liehten ougen wurden trucken nie, unze si aber den morgen hin zer mettine gie. Ae rehter messentte die herren wären komen. si héten aber ir swester under hende genomen: jà rieten si ir minnen den künec dg Hiunen lant. die frowen ir deheiner vil lützel vrceliche vant. -sprach aber Giselher- vonme Roten zuo dem Rine uf bi Elbe unz an daz mer AVENT. 6 AR. 82 Si baäten dar gewinnen die Ezelen man. Rüedeger der riche biten dò began die frowen minnechiche, waz si nu wolde tuon: ob si ze manne wolde des künec Botelunges suon. Si jach daz si geminnen nimmer mére wolde man. dò sprach der maregräve dag wore missetän. zwiu woldet ir verderben alsé scœnen lip? ir muget noch mit èren werden höhes recken WIP.“ FNiht half daz si gebäten, unze Rüedeger sprach in heinliche die küneginne hér, er wolde si ergetzen swaz ir ie geschach. ein teil begundir senften ir vil unsenftezʒ ungemach. Er sprach frowe hére, läàt iwer weinen sin: ob ir zen Hiunen hétent niemens danne min, getriwer miner friunde, und ouch der minen man, er müeses sère engelten, und hét iu iemen iht getän.“ Da von ein teil geringet wart dò der frowen muot. si sprach sò swert mir, Rüedeger, swaz mir iemen tuot, dag ir mir sit der næhste, der reche miniu leit.- dò sprach der maregräàve des bin ich, frouwe, bereit. NMit allen sinen mannen swuor ir dé Rüedeger mit triwen immer dienen, und dag die recken hér ir nimmer niht versageten, ug Ezelen lant, des si ére habn solde: des sichert ir Rüedgeères hant. Do gedahte diu getriuwe'stt daz ich friunde hàn alsò vil gewunnen, nu sol ich reden län die liute swaz si wellen, ich jàmerhafteg wip: waz, ob noch wirt errochen mins vil lieben mannes Ip be ————„„„««—x—-—ↄñ U 192— AVENT. Si gedähte sit daz Ezele der recken hät sò vil, 1 sol ich den gebieten, s6 tuon ich swaz ich wil. l0 er ist ouch wol sé riche, dag ich ze gebene hän: 4 mich hät der morder Hagene des minen àne gar getän.“ 0 Si sprach ze Rüedegère hét ich daz vernomen, 2 V dag er niht wore ein heiden, sô wolde ich gerne komen 0 Swar er héte willen, und næme in zeinem man. 5 dòé sprach der maregràve die rede sult ir, frowe, län. Ern ist niht gar ein heiden, des sult ir sicher sin: 8 jd was vil wol bekeret der liebe herre min, wan daz er sich widere vernogieret hät. mi 1 wolt ir in, frowe, minnen, s6 möhte sin noch werden rät. bhe⸗ Ouch hät er s6 vil recken in kristenlicher é, 4 00 8 3 1 177 daz iu bi dem künege nimmer wirdet wé. er ir mügt ouch lihte erwerben, daz der fürste guot W wider ze gote wendet beide sele unde muot. 50 Do sprächen aber ir brüeder lobt in, schwester min; 5 il 0 iwer ungemüete sult ir nu làzen sin. is si gertens alsò lange, daz ir vil trürec Iip I lobte vor den degenen, si würde Ezelen wip. Sie sprach ich muoz iu volgen, ih armiu künegin, 6 05 daz ih var zen Hiunen, sòé dag nu mac gesin, i swenne ich die friunt gewinne, die mich füeren in sin lant.“ U6 des böt diu küneginne vor den degn ir hant. dr Do sprach der maregràve habt ir zwène man, 7 I9 dar zuo hän ich ir mére: ez wirdet wol getän, öm dag wir iuch mit den è&ren bringen über Rin. Win ine läze iuch nu niht langer hie zen Buregonden sin. ich Derh XX. 3 5 Fünfhundert miner manne und ouch der màge min und ouch dà heime sin swie ir in gebietet: ich selbe tuon alsam, so ir mich ermant der mœre, die suln iu hie dienen, Nu heizet iu bereiten iwer pferitkleit die Rüedegères rœte iu nimmer werdent leit- und sageteg iwern mägeden, jaà kumet uns begegene vil manec uz erwelter helt. Si heten noch gesmide, daz man dd vor reit bi Styrides ziten, daz si vil manege meit s0 si wolden dan. hey, waz man guoter sätele den schœnen frouwen gewan. mit éren mohten füeren, Ob si dâ vor getrüegen deheiniu richen Kleit, der wart in zuo der verte vil manegez nu bereit; wande in von dem künege sò vil gesaget wart: si slugzen uf die kisten, die é stuonden wol bespart. Si héten gröʒ unmuoze unz an den zwelften tac: si suochten u den valden des vil dar inmne lac. Kriemhilt hieg entsliegen balde ir kameren dan: alle Rüedegéres man. si wolde machen riche Si hete noch des goldes von Nibelunge lant -si wände, ez da zen Hiunen teilen solde ir hant— daz ez sehs hundert mœre ninder kunden tragen: diu mære hôrte Hagene dd von Kriemhilde sagen. Er sprach'sit mir Kriemhilt doch nimmer wirdet holt, 85 muog ouch hie beliben daz Sivrides golt. zwiu solde ich minen vinden làn sé michel guot? die ir dâ füeren welt: dag ihs nimmer mich gescham. 7 ich wäitz wol dag diu frouwe wunder mit dem schatze getuot. Der Nibelunge Liet. Und bræhte si in zen Hiunen, ich wil gelouben daz, er würde doch zerteilet niwan üf minen haz: sine habent ouch niht der rosse, in wil behalten Hagene, die in solden tragen. dag sol man Kriemhilde sagen. Do si vernam diu mére, do wart ir grimme leit. allen drin geseit. dòé des niht geschach, dar zuo hérliche sprach: eg wart ouch den künegen si woldenz gerne wenden: Rüedegeèr der edele zwiu klaget ir daz golt? in der maze holt, Vil richiu küneginne, iu ist der künec Ezele gesehent iuch siniu ougen, daz irz zerteilet nimmer: er git iu alsò vil, des ich iu eide swern wil. Do sprach diu küneginne vil edel Rüedeger, eg gewan nie küneges tohter denne der mich Hagene äne hät getän.“ dòô kom der starke Gernõt hin zer kameren gegäàn. die richeite mér, Mit gewalt des küneges slüzzel stiez er an die tür: golt daz Kriemhilde reichte man der für. 2e drigec tüsent marken, hiez er nemen die geste: oder dannoch bag, liep was Gunthere daz. Do sprach von Bechelären der Götelinde man ob ez min frowe Kriemhilt alleg möhte hän, swaz sin ie wart gefüeret von Nibelunge lant, sin gerüeret nimmer marke min noch der küneginne hant. Lät eg nemen, frouwe, ich brähte uz mime lande swerz gerne haben wil. des minen alsò vil, daz wir es uf der stràze habn guoten rät, und unser koste hinnen mit vollen hérlichen stät.“ 0 Ul dt 0 ful lier Hun lie) Kkir dige 82„ des aller besten goldes, daz inder möhte sin, héten noch ir meide: daz fuorte man von dan mit der küneginne. dazg ander muosen si dä län. Gewalt des übelen Hagenen der dühte si ze stare. 2 si hèt ir opfergoldes noch wol tüsent mare: daz teilte si der séle irs vil lieben man. daz dühte Rüedegére in grozen triuwen getäàn. Do sprach diu frowe Kriemhilt Wa nu friunde min, 3 die durch mich ellende zen Hiunen wellen sin, und mit mir suln riten in Ezelen lantꝰ die nemen golt daʒ mine, und kaufen ros und ouch gewant. Des antwurte ir schiere der marcgràve Ekkewart 4 sit ich iwer gesinde ie von erste wart, so entweich ich iu nie triuwen,-sprach der küene degn- und wil iu immer dienen, die wil wir beide lebn megn. Ich vil ouch mit mir füeren hundert miner man, der ich iu ze dienste wol mit triwen gan. wir sin ungescheiden, ez entuo der töt.“ der rede neig im Kriemhilt, daz irz der helt s6 wol erböt. Do z2bq0h man dar die mœre: si wolden varn dan. 6 dà wart vil michel weinen von friunden getan: frou Uote diu guote und manec schene meit die zeigeten dag in wære näch der küneginne leit. Hundert schæner megede diu frowe mit ir nam: 7 die wurden s6 gekleidet, als in dag wol gezam. äf ir vil liehten bouge die trähene vielen nider. si gelebten vil der freude dort bf Ezelen sider. 135 Dä vor in aller wile erfüllet zwelf schrin 1 —Ü—ͤ——!&Rx—— N— 196—. Ir brüeder komen beide, Giselher und Gérnöôt, mit ir ingesinde, als in ir zuht gebòt: dòé wolden si beleiten ir liebe swester dan. ouch fuorten si ir degene mit in wol tüsent kũene man. und ouch Ortewin, dà mite muose sin. der frowen üf den wegn: der solde ir herberge pflegen. Dé kom der snelle Gére, Ruümolt der kuchenmeister si schuofen die nahtselde Volkér was ir marschale; Näch küssen michel weinen wart dà vil vernomen, edaz si von der bürge ze velde wæren komen. uz riten unde giengen die sis niene gebat: d reit der künec Gunther mit ir ein wènec für die stat. E si von hüse füeren, si héten für gesant ir boten harte snelle in der Hiunen lant, die dem künege sageten, 8 4 26 Wibe héte gewunnen daz im Rüedeger die edeln küneginne hér. Die boten strichen sére: in was der reise not durch die grégen ère und durch richiu potenbrôt. dé si ze lande wären mit den mæœren komen, dé hèt der künec Ezele nie sô liebes niht vernomen. Durch disiu lieben mære hiez der künec gebn daz si wol mohten lebn dar nach unze an ir töt: den boten solhe gäbe, mit freuden immer mère mit liebe was verswunden des küneges kumber unde nòt. AVENT. 6 XXI AVENTIURE WIE KRIEMIIILIT VON WORMZE SCHIET, Do SI GEIN DEN HIUNEN FUOR. Die voten lagen riten und tuon iu daz erkant, wie diu küneginne fuor durch daz lant, oder wà von ir kérten ir brüeder beide wider: si heten ir sò gedienet, daz sis in muose danken sider. Urloubes von ir gerte dò vil manec degen: si muosen sich ze Vergen der reise hine bewegn. dò si wider wolden riten an den Rin, done mohtez àne weinen von lieben friunden niht gesin. Giselher der snelle sprach zer swester sin swenne daz du, frouwe, bedurfen wellest min, ob dir iht gewerre, daz tuo mir bekant: sò rite ich dir à26 dienste in dag Ezelen lant- Die ir sippe wären, die kustes an den munt: vil minneclichen scheiden kôs man an der stunt die snellen Burgonden von Rüedegéres man. dò fuort diu küneginne manege magt wolgetan, Hundert unde viere: die truogen pfühwen kleit von genagelten richen pfellen. vil der schilde breit man fuorte bi den frouwen nähen uf den wegn. dò nam ouch urloup Volker, der vil Zierliche degn. ——— — 198— Do si uber Tuonouwe kömen in Beyerlant, dò wurden disiu mere witen bekant, dag zen Hiunen füere Kriemhilt diu künegin: des freute sich ir œheim, ein bischof, der hiez Pilgerin. In der stat ze Pagzouwe was er bischof. die herberge wurden lere und ouch des fürsten hof: si Uten gegen den gesten üf in Bayerlant, dà der biscof Pilgerin die schoœnen Kriemhilde vant. Sinem ingesinde was daz niht 2e leit, daz si ir volgen sahen sò manege schœne meit: dà trüte man mit ougen der edeln ritter kint. vil riche herberge gap man den edeln gesten sint. Da ze Pledelingen schuof man in gemach. dag vole man allenthalben zuo zin riten sach. man gap in willecliche des si bedorften dä: si nämenz wol mit éEren. als tet man sider anderswä. Diu frowe mit ir œheim ze Pazzowe reit. eg was den burgæren darinne niht ze leit, daz dar komen solde des fürsten swester kint: si wart vil wol enpfangen von den koufliuten sint. Daz si beliben solden, der biscof hétes wän. dô sprach der maregràve es enmac niht ergän. wir müezen nider riten in der Hiunen lant: uns wartet vil der degene, wande ez in allen jist bekant. Disiu mære ouch wiste diu schœne Götelint. si bereite sich mit vlxe gein ir frowen sint. ir hét enboten Rüedeger, daz in daz dühte guot, daz si der küneginne dà mite tröste den muot, 6 Ii li il Oul NExI. WXIS— Dag si ir rite engegene mit den sinen man uf zuo der Ense. dò daz wart getän, dò sah man allenthalben vil unmuoze pflegn: durch der geste liebe si muosen ruowe sich bewegn. Si was der næhsten nahte ze Everdingen komen. genuoge dz Bayerlande, solden si hàn genomen den roup üf der stràge näch ir gewonheit, s6 hoten si den gesten erboten eteslichiu leit; Daz héte wol behüetet der edel Rüedeger: er füerte tüsent ritter unde dannoch mér. dò was ouch komen Götelint, des maregräven wip: mit ir fuor herrenliche vil maneges kũenen recken lip. Do si über die Träne kömen bi Ense uf dag velt, dé sah man üf gespannen hütten und gezelt, da die geste solden die nahtselde hàn. von Rüedegères friunden wart in dienste vil getän. Götelint diu schene die herberge lie hinder ir beliben: üf den wegn gie mit klingenden zöumen die mœre wolgetän. der antfanc wart vil schœne: liep was ez Rüedegeère ir man. Di in ze bèden siten kòômen uf den wegen, die riten vroœliche: der vas vil manec degen. si pflagen ritterschefte: daz sach vil manec meit. ouch was der helede dienest den schœnen frouwen niht 2e leit · Do zuo den gesten kömen die Rüedegéres man, vil der trunzüne sach man 2e berge gän von der recken handen mit ritterlichen siten: dà wart wol ze prise vor den frouwen geriten. —— X———— Daz liezen si beliben. dé gruozte manec man vil güetlich ein ander: dò fuorten si von dan die schœnen Götelinde dà si Kriemhilde sach. die frowen dienen kunden, die muosen liden ungemach. Der voget von Bechelären zuo sime wibe reit. der edeln maregrävinne was daz niht z2e leit, dag er so wol gesunder was von Rine komen: jà was ir vil ir sorgen mit grögen vreuden benomen. Do si in hét enpfangen, er si hiez üùf daz gras erbeizen mit den frouwen, swaz ir dà mit ir was. mit dienste was unmũezec dà vil manec man: der wart den schœnen frouwen mit grögem vlize getän. Dé sach diu küneginne hie Götelinde stén mit ir ingesinde. si lie niht näher gén: daz pfärit mit dem zaoume zucken si began, si bat sich heben balde nider von dem satel dan. Den biscof sach man wisen smer swester Kint, in und Ekkewarten, zuo Götelinde sint. dà wart vil michel wichen an der selben stunt. dòé kuste diu ellende an der maregràvinne munt. Do sprach vil minnecltche daz Rüedegères wip nu wol mich, liebiu frouwe, deich iwern schœnen lp hän in disen landen mit freuden hie gesehn. mir enkünde in disen ziten nimmer lieber geschehen. Nu lön ju got,-sprach Kriemhilt- vil edel Götelint. sol ich gesunt beliben und Botelunges kint, eh mag iu komen ze liebe, daz ir mich habt gesehn. in beiden was unkunde daz sider muose geschehn. AXVENT. A 0n dhr den XXI. Mit zühten zuo zein ander si sdzen uf den Klé. 1 die gerne frowen sähen, den was dà niht 2e Wè: ir sũegiu ougenweide bräht in höhen muot, den viben sam den mannen, als eg noch vil dicke tuot. Man hiez den gesten schenken: ez was wol mitter tac. 2 dag edel ingesinde dà niht langer lac; si riten dà si funden vil manege hütten breit. dd was den werden gesten vil gröziu wirtschaft bereit. Die naht si héten ruowe unz an den morgen fruo. 3 die von Bechelären bereiten sich dar auo, wie si behalden solden vil manegen werden gast: wol hét geschaffen Rüedeger, daz in vil wenec iht gebrast. Diu venster an den müren sah man offen stän: 4 diu burc ze Bechelären diu was uf getän. dar in riten geste, die man vil gerne sach: den hieg der wirt vil edele schaffen richen gemach. Diu Rüedegeères tohter mit ir gesinde gie dà si die küneginne vil minneclich enpfie: da bi was ouch ir muoter, des marcgràven WIp. mit liebe wart gegrüeget vil maneger junefrowen IIp. 80 0 Sie viengen sich bi henden unde giengen dan 6 in einen palas witen, der was vil wolgetän, da die Tuonouwe unden hine vIog. si sägen gegen dem lufte und héten kurzewile groz Wes si nu mére Pflegen, des enkan ich niht gesagn. 7 dag in sd übele zogete, daz horte man do klagen die Kriemhilde recken, wandeg was in leit. hey, waz guoter degene mit ir von Bechelären reit! AVENT. VI. Vil minneclichen dienest der maregräve in boöt. 1 Tin y de gab diu küneginne zwelf pouge röt der w der Götlinde tohter, und alsé guot gewant, gegen daz si niht bezzers braähte in daz Etzelen lant. dlh z3 Swie ir genomen were der Nibelunge golt, 2 eli alle die si gesähen, die machte si ir holt d ̃ noch mit dem kleinem guote, daz si daà mohte hän: md d des wirtes ingesinde wart michel gabe getän. De Daà widere bôt dé ère diu frowe Götelint 3 45 den gesten von dem Rine s6 minnecliche sint, ir pff dag man dò der fremden harte wenec vant, Unle sine trüegen ir gesteine oder ir vil herlich gewant. 00 f Do si enbigzen wären und daz si solden dan, 4 1 der von der hüsfrouwen wart geboten an eine l getriwelicher dienest daz Etzelen wip: Klekt de wart ouch vil getriutet der schœnen junefrowen lip. Ad Si sprach zer küneginne swenne iuch nu dunket guot, 5 Plen ich weiz wol daz ez gerne min lieber vater tuot, 8 10 daz er mich zuo ziu sendet in der Hiunen lant.' dl i 832———— 1 daz si ir getriwe wore, vil wol daz Kriemhilt ervant. derei Diu ros bereitet wären für Bechelären komen: 6 Diut ouch hét diu küneginne urloup nu genomen 00 10 un von Rüedegéres wibe und von der tohter sin: ledle do schiet ouch sich mit gruoge vil manec schœne magedin. uilza Ein ander si vil selten gesähen näch den tagen. 7 Rin! üzer Medeliche üf handen wart getragen M manec goltvaz riche, dar inne bräht man win in hie den gesten uf die stràze, und bat si willekomen sin. f5 R— 203— Ein wirt was dà gesezzen, Astolt was der genant: 1 der viste si die strage nider in Osterlant gegen Mütären die Tuonowe nider. dà wart vil wol gedienet der richen küneginne sider. Der bischof minnecliche von siner nifteln schiet: 2 daz si den künee bekérte, wie vast er ir daz riet, und daz si ir éłre koufte sam Helche hét getän! hey, waz si grözer èren sit dà zen Hiunen gewan. Juo der Treysem brähte man die geste dan. 3 ir pflagen vligecliche die Rüedegèrés man, unze daz die Hiunen riten über lant. dò wart der küneginne vil michel éère bekant. Bi der Treysem héte der künec von Hiunen lant 4 eine burc vil riche, diu was wol bekant, geheizen Treysenmüre. frou Helche saz dd é, und pflac s6 grôger tugende, deizʒ wætlich nimmer mer ergé, Ezen tæte danne Kriemhilt, diu alsé kunde gebn, 5 si mohte nãch ir leide daz liep vil wol gelebn, dag ir jähen ère die Etzelen man, der si sit grözen vollen bi den helden gewan. Diu Etzelen hêrschaft was s6 wit erkant, 6 dag man zallen ziten in sime hofe vant die aller besten recken, von den ie wart vernomen under kristen unde heiden: die wären gein der briute komen. Bi im was zallen ziten, daz wetlich mér ergé, 7 kristenlicher orden und ouch der heiden é. in swie getänem lebene sich jieslicher truoc, daz schuof des küneges milte dag man allen gap genuoc. XXII AVENTIURE WIE KRIEMHILT UND EZELE BRUTEN IN DER STAT ZE WIENNE. Si was 2e Treysenmùre unz an den vierden tac. diu molte ouf der stràze die wile nie gelac, sine stübe, sam ez brünne, allenthalben dan, dà riten durch Osterriche des künec Ezelen man. Do wären ouch dem künege diu mære nu geseit, des im von gedanken swunden siniu leit, wie herrenlichen Kriemhilt dà kœme durch diu lant: er begunde vaste gähen daä er die minneclichen vant. Von vil maneger spräche sah man üf den wegn vor Ezelen riten vil manegen küenen degen: kristen unde heiden, vil manec witiu schar, dà si ir frowen funden, si fuoren vrœlichen dar. Von Riuzen und von Kriechen reit dà vil manec man: Polanen unde Vlächen den sah man ebene gan ir pfert und ros diu guoten dà si mit kreften riten. swaz si site habeten, der wart vil wenec iht vermiten. Von dem lande dgz Kyewen reit ouch dà manec man, und die wilden Pescenære. dä wart des vil getàn, mit den bogen schiegen zen vogelen die dà flugen: ir pfile si vil sere mit kraft unz an die wende zugen. VII. Lins chu Vlm 51 0 Vn I0 Il voll 0580 Der! mits Fam 00 b0 Uitn dr Pt dkr D. mit al manee des n XVII.— 205 Ein stat bi Tuonouwe It in Osterlant, diu ist geheizen Tulme: däà wart ir sit bekant vil manec sitèe vremde, den si nie dà vor gesach. si enpfiengen dà genuoge, den leide sit von ir geschach. Vor Ezele dem richen ein gesinde reit, vré in höhem muote, hobesch und ouch gemeit, wol vier und zweinzec fürsten, rich unde hér: dag si ir frowen sæhen, dà von negerten si niht meér. Der herzoge Rämunc dzer Vlächen lant, mit sibenhundert mannen kom er für si gerant: sam die wilden vogele s6 sah man si varn. dé kom der fürste Gibeche mit vil hérlichen scharn. Hornboge der snelle wol mit tüsent man körte vonme künege gein siner frowen dan. vil Iüte wart geschallet näch des landes siten: von der Hiunen mägen wart ouch dà sére geriten. Do kom von Tenemarke der küene Häwart und Irinc der starke, vor valsche wol bewart, und Irnfrit von Dürengen, ein fürste lobesam: die enpfiengen Kriemhilt, als ez ir èren wol gezam, Mit zwelf hundert mannen, die hétens in ir schar. ouch kom der herre Blœdelin mit tüsent helden dar, der Etzelen bruoder, uz der Hiunen lant: der ute mit den sinen dä er die küneginne vant. Do kom der künee Ezele und ouch her Dietrich mit allen sinen degenen. daà was vil lobelich manec ritter edele, biderb unde guot: des wart der küneginne ein teil gesenftet der muot. 6 206— AVENI. Vll Do sprach von Bechelären der herre Rüedegèr Da 1 0 frowe, iuch wil enpfähen hie der künec her. d0 1 swen ich iu räte küssen, daz sol sin getàn: undl jane mugt ir niht geliche grüezen alle's küneges man.“ d0 f Do huop man von dem mœre die küneginne heér. 4 Ezele der riche enbeite ouch dé niht mer; er stuont von sinem rosse mit manegem küenen man: man sah in vrœliche gein Kriemhilde gan. Jwene fürsten riche, als uns daz ist geseit, 3 Mit! bi der frowen giengen und habten ir diu Kleit, uln dò ir der künec Ezele hin begegene gie, lte da si den fürsten edele mit kusse güetlich enpfie. d0 0 Uf rihte si ir gebende: ir varwe wolgetän i diu lühte ir ùzem golde. dà stuont vil manec man; Wan⸗ die jahen daz frou Helche niht schœner künde sin. iigs da bi stuont vil näͤhen des wirtes bruoder Blœdelin. den k Den hieg si küssen Rüedeger, der maregràve rich, 5 D01 und den künec Gibechen: dà stuont ouch her Dietrich. nit der recken kuste zwelfe daz Ezelen wip. 00f do enpfie si sus mit gruoze vil maneges küenen recken Ip⸗ mun In der selben wile und Ezele bi ir stuont, 6 Da dò gebärten dà die tumben, sò noch die Iiute tuont: unn vil manegen puneyz langen sah man dd geriten. bhby⸗ daz tàten kristen degene und ouch die heiden näch ir siten. Alne Wie rehte hurteclichen die Dietriches man 7 Dab die schefte liezen vliegen mit trunzunen dan l vil hohe über schilde von guoter ritter hant! U die si daà gerne sähen, die wurden schiere bekant. Ne XXII.— 207— Dà wart von schefte brechen vil michel krach vernomen. 1 dòé wären von dem lande die recken alle komen und ouch des küneges geste, vil manec edel man: dò gie der künec riche mit der küneginne dan. Si sähen bi in stènde ein vil hérlich gezelt: 2 von hütten was erfüllet alumbe gar daz velt, dà si under solden ruowen näch ir arebeit. von helden wart gewiset vil manec wertlichiu meit Mit Kriemhilde dannen, dä si sit gesag 4 üf riche gesidele: der maregràve daz héète sô geschaffen, daz man ez vant vil guot. dò stuont dem künege Ezelen harte höhe der muot. Waz si ze samne redeten, daz ist mir unbekant; 4 wan zwischen sinen handen was ir wiziu hant: si gesazen minnecliche, dà Rüedegeèr der degen den künec niht làzen wolde der frowen heinliche pflegen. Do hiez man làn beliben den buhurt überal: mit éren wart verendet dâ der groze schal. dò giengen zuo den hütten die Ezelen man: man gab in herberge vil witen allenthalben dan. 6 S* Den äbent zuo der nahte si héten guot gemach, 6 unz man den liehten morgen aber schinen sach. dò was gesatelet Ezelen und allen sinen man: vil maneger kurzewile man im zen éren dà began. Der künec ez lobeliche die Hiunen scaffen bat. 7 dò riten si von Tulme ze Wiene zuo der stat. dà was vil wol gezieret vil maneger frowen Iip: si enpfiengen wol mit kren des künec Ezelen wWip. 206— AVENT. Mit vil grogem vollen so was in bereit 1 5 swaz si haben solden. vil manec helt gemeit 08 entrusten riche sätele, die Ezelen man. sich huop mit grôzen èren des küneges höchgeziten an. Sine mohten niht beliben ze Wiene in der stat: 2 die niht geste wären, Rüedeger die bat von der bürege dannen herbergen in daz lant. ich wen man alle zite bi frowen Kriemhilde vant en herren Dietrichen und anders manegen degn: 8 05 Den herren Diet 9 g Wie si héten sich der ruowe mit arebeite bewegn, biir durch daz si den gesten getrösten wol den muot. 1 der künec mit sinen friunden héte kurzewile guot. 100 Diu höchaztt was gevallen an einen pfinxtac, 1 dò der künec Ezele bi Kriemhilde lac in der stat ze Wiene. si wen sô manegen man bi ir ersten vriedel nie ze dienste gewan. Si kunte sich mit gabe dem der sie nie gesach: 5 155 — el vil maneger darunder zuo den gesten sprach 61 0 3 A 4* 4 3 Ger l f wir wänden, daz frou Kriemhilt niht guotes möhte hän: nu ist hie michel wunder von ir gàbe getàn. 11 8 nan g Diu höchgezit dò werte wol sibenzehn tage. 6 8 Hpemn ob künec ie deheiner, mit wärheit oder näch sage, ö deheine grœzer gewünne, daz ist uns gar verdeit. alle di da wären, die truogen iteniwe kleit. Si woen in Niderlanden dä vor nie gesaz 7 mit so manegem recken: dà von geloube ich daz, was Slvrit rich des guotes, daz er doch nie gewan 86 manegen recken edelen, als si zen Hiunen mohte hän. XXII. Ouch gab ir nie deheiner zuo sin selbes höchgentt 3 5 5 0 wanegen richen mantel, lane tief und Wit, noch sò richer kleider, der si vil mohten hän, sò si durch Kriemhilde alle héten hie getän. Die kunden und die geste die héten einen muot, daz si dà niht sparten deheiner slahte guot. swes ieman an si gerte, dag gäben si bereit: des stuont dà vil der degene von milte blöz àne Kleit. Wie si ze Rine Sscε, si gedäht an daz, 8 bi ir vil edelem manne: ir ougen wurden naz. si hötes vaste hole, deig iemen künde sehn; ir was näch manegem leide 86 vil der Eren hie geschehen. Sy. yag iemen tet mit milte, dag was gar ein wint 4 unz an Dietrichen: sw a3 Botslunges kint im gegebn héte, dag was gar verswant. ouch tet dà michel wunder des milten Rüedegeères hant. Uzer Ungerlande der fürste Blodelin 5 der hieʒ dd machen lore vil manegiu leitschrin von silber und von golde; daz wart gar hin gegebn: man gesach nie küneges Aegene S6 rehte vrœliche lebn. Swemmel unde Werbel, die Ezelen spileman, 6 ge, ich wen ir jieslicher zer höchzit dd gewan wol ze tüsent marken oder mants bag, dà diu frowe Kriemhilt bi Ezelen under! krone saz. An dem ahtzehenden morgen von Wiene si dé riten. dà wart in ritterschefte schilde vil versniten von spern diu dä fuorten die recken an der hant. sus kom der künec Ezele mit freuden in der Hiunen lant. Der Nibelunge Liet. 14 — 210— AVENT. Ull. Ze Heimburc der alten si waren über naht. 1 done kunde niemen wigzzen wol des volkes aht, mit wie getäner krefte si riten durch daz lant: hey, waz man schœner frouwen in ir heimüete vant! Ze Miesenbure der richen däà schiften si sich an: 2 daz wagzer wart verdecket von ros und ouch von man, sam eg erde wore, swaz man sin übersach. die wegemũede frouwen heéten senfte und ouch gemach. nitir ren! 3 1 Je samne was gebunden manec schif vil guot, 8 Duckfwunl daz in niht schaden kunde die ünden noch diu fluot: dar über was gespannen vil manec guot gezelt, sam ob si noch héten bédiu lant unde velt. Je Enelen bürge diu mære kömen dan: 4 dé freuten sich dar inne wib unde man. dag Helchen ingesinde, des è diu frowe Pflac, gelebte bi Kriemhilde sit manegen frolichen tac. Doé stuont in lieber warte vil manec edel meit, 5 die von Helchen töde héten manegiu leit: siben künege töhter Kriemhilt noch dà vant; von den was wol gezieret allez Ezelen lant. 10 Diu juncfrowe Herràt noch des gesindes pflac, 6 557 diu Helchen swester tohter, an der vil tugende lac, 8 diu gemahle Dietriches, eins richen küneges kint, diu tohter Näntwines: diu héte vil der èren sint. —1 Von der geste künfte soô tröste sich ir muot, ouch was dar zuo bereitet vil kreftechicheg guot. wer künde iu daz bescheiden, wie sit der künec saz“ sine gelebten dà zen Hiunen mit deheiner küneginne baz. XXIII.— 211 Do der wirt mit sime wibe von dem stade reit, Wer ieslichiu were dazg wart zehant geseit der edeln küneginne: si gruoztes deste bag. hey, wie gewaltecliche si sit an Helchen t gesag! NMit triwen hoher dienste wart ir vil bekant. dò teilte diu frouwe Kriemhilt golt und ouch gewant, silber und gesteine: swaz si des über Rin mit ir zen Hiunen brähte, dag muose gar zerteilet sin. Ouch wurden ir mit dienste sider undertàn al des küneges mäge und alle sine man, daz nie diu frowe Helche 86 gewaldeclich geböt, 86 si nu muosen dienen unz an den Ki riemhilde tôt. Do stuont mit solhen èren der hof und ouch dag lant, dag man dà zallen zuten die kurzewile vant, swar näch ieslichem dag herze truoc den muot, durch des küneges liebe und ouch die küneginne guot XXIII AVENTTURE WIE DERRKUNEC EZELR UND DIU FROWE KRIEMIHILT NACH IR FRIUNDEN ZE WORMEZ SXNDEN. In alsé höhen éren, dag ist alwär, si wonte bi dem künege un: in dag sibende jaàr: di zit diu küneginne eines sunes was genesen; des künde der künec Ezele nimmer vrœlicher gewesn. 14* Sine wolde niht erwinden, daz getoufet würde dag Ezelen kint nach kristenlichem rehte: si woldenz hàn ze herren über elliu Ezelen lant. Swaz jie guoter tugende an froun Helchen lac, mhilt dar nach vil manegen tac: diu ellende meit, des vleig sich frou Kri die site si lerte Herrät, diu héte tougenliche näch ir frowen gröziu leit. Die fremden und die kunden daz nie milter frouwe noch deheiniu tiurer lebte; si erwarp ir lop vil grozen Si hete nu wol erkunnen, daz ir niemen viderstuont, als ez noch fürsten wibe küneges recken tuont, und daz si alle zite zwelf künege vor ir sach. dòõ gedähtes maneger leide, Sie gedäht ouch maneger èren von Nibelunge lant, der si dà was gewaltec mit Sivrides töde héte gar benomen: si gedäht, ob im dag immer noch ze leide möhte komen. Si wunschte daz ir muoter ir troumte daz ir Giselher bi Ezele dem künege; vil dicke in senftem släfe. Sine kunde ouch nie vergegzen, ir starken herzen leide: mit jàmer zallen stunden, dé begunde ir aber salwen sine würbe sint Ortliep wart ez genant. die jahen dæ zehant, besze ein küneges lant, des jach man ir für war: zen Hiunen in daz zwelfte jär. der ir dà heime geschach. und die ir Hagenen hant wore in Hiunen lant: gienge an der hant si kusten zaller stunt sit wart in arebeiten kunt. swie wol ir anders was, in ir herzen si ez las daʒ man sit wol bevant. von heitzen trahen ir gewant. MIll. Ilei Wie man 0058l 0h lt Ia Sl Ih lin! 0 ich des war Voch de lie nir. der kame den Llie daũ er i dh nan! 45 denargen XXIII. Ez lac ir an dem herzen spat unde fruo, wie man si àne schulde brähte der auo, daz si muose minnen einen heiden man: daz hèt ir friunt Hagene und ouch Gunther getän. Daz si daz rechen möhte, des wunschtes alle tage. ich bin nu wol sé riche, swem eg ouch missehage, daz ich wol minen vinden mac gefüegen leit: des weer et ich von Tronege Hagene gerne bereit. Näch den getriwen jàmert dickeg herze min: die mir dà leide täten, möht ich bi den gesin, 56 würde noch errochen mines mannes Iip; des ich vil kume erbite. sprach dag jàmerhafte wip. Je liebe si dò héten alle sküneges man, die Kriemhilde recken: daz was wol getän. der kamern der pflac Ekkewart, dà von er friunt gewan. den Kriemhilde willen mohte niemen verstän. Si gedähte zallen üiten, si wolden künee biten, daz er ir des günde mit güetlichen siten, dag man ir friunde bræhte in der Hiunen lant: den argen willen niemen an frown Kriemhilt ervant. Do si eines nahtes bi dem künege lac, mit armen umbevangen, als er vil dicke Pflac die edelen frowen triuten— si was im 86 der Ip=, dé gedähte an ir vinde dag vil herliche WIp. Si sprach zuo dem künege vil lieber herre min, ich wolde iuch biten gerne, möht eg mit fuoge sin, daz ir mich sehn lieget, wie ich héte dag versolt, ob ir minen friunden woret inneelichen holt.“ 0 VIII. AVENT. Do sprach der künec riche- getriwe was sin muot- Undir ich bringe iuch des wol innen, swa lieb unde guot dl nit den helden widerfüere des mües ich freude hàn; in tet. fie d. wande ich von wibes minne bezzer friunde nie gewan. Do sprach diu küneginne iu ist daz wol geseit, 2 ich hän vil höher mäge; darumbe ist mir so leit, dag mich die so selten ruochent hie gesehn: ich hoœre min die liute niwan für ellende jehn. Doe sprach der künec Ezele vil liebiu frowe min, 3 diuhtez si niht 2e verre, sò ladet ich über Rin 3 5 ö swelh ir dà gerne schet her in miniu lant. ö diu rede ir wol behagete, do si den willen sin ervant. Si sprach welt ir mir triuwe leisten, herre min, 56 sult ir boten senden von uns über Rin: 80 enbiute ich minen màgen des ich dà habe muot: 80 kumt uns her 2e lande vil manec edel ritter guot. E Er sprach swenne ir gebietet sô läzet ez geschehn. Ddn irn dorftet iwer friunde nie s0 gerne sehn, Vutir: als ich hie gesæhe der edeln VUoten kint: mich müet daz harte sere, daz si uns s6 lange fremde sint. lie uns Er sprach ob du ez rätest, vil liebiu frowe min, 6 di mine videlære näch den friunden din 5 wil ich ze boten senden in Burgonden lant. die Ezelen videlore hiez man bringen sä zehant. Die knappen komen beide dä ir herre saz 7 bi der küneginne: der künec in sagte daz, si solden boten werden in siner friunde lant. Iegt, dé hiegʒ man in bereiten harte schiere guot gewant, mad '0t. XXIII. Und ir vartgesellen, vier und zweinzec man, di mit in varn solden zen Burgonden dan. in tet der künec Ezele kunt den willen sin, wie si laden solden Gunthern mit den friunden Sin. Do sprach der künec riche ich kündiu minen muot. ich enbiute minen friunden lieb und alleg guot, daz si geruochen riten her in miniu lant: ich hän s6 lieber geste harte selten noch bekant. Und ob si mines willen wellen iht begän, die mine konemäge, dag si des niht làn, sine komen mir 2e liebe zuo miner höchgeztt; Wande vil der minen wünne an miner frowen mägen Et“ Do sprach der knappen einer, der hieg Swämmelin, benennet uns diu höchgezit: wenne sol diu sin, dag miner frowen friunde dar zuo mügen komen?“ des wart der küneginne ir leides harte vil benomen. Do sprach der künec heère die minen hôchgeztt sult ir 2e Rine künden daz ir gewis des Sit—: ze næhsten sunéwenden s6 wil äch si hän. 15 85 5. 85 die uns mit triwen minnen, dag si die reise niht enlän. Wir tuon Swaz ir gebietet.“ sprach dé Wärbelin. in ir kemenäten bat si diu künegin bringen tougenlichen, dà si die boten sprach. dàa von sit manegem degene harte leide geschach. Si sprach zen boten beiden ir dienet michel guot, ob ir minen willen tougenlichen tuot; 80 sagt, swag ich enbiete, heim in unser lant: ich mache iuch guotes riche und gibe iu hérlich gewant. AVENT. MIV. J0 der Ine be brält der de Swaz ir der minen friunde immer müget gesehn 1 26 Wormze bi dem Rine, den sult ir niht verjehn, daz ir noch ie geschet betrüebet minen muot, und saget minen dienest den heleden küen unde guot. Bitet daz si leisten daz in der künec enbot, und mich dä mite scheiden von aller miner noôt: die Hiunen mugen woenen, deich àne friunde si: ob ich ein ritter hieze, ich werr in eteswenne bi. Ir saget ouch Gernéte, dem lieben bruoder min, 3 dag im zer werlde niemen holder müge sin: und bitte in dag er füere mit im in ditze lant die unser besten friunde, deig uns zen èren si gewant. MII Und sagt ouch Giselhere, er denke wol daran, 4 dag ich von stnen schulden nie leides niht gewan: des schen in vil gernè hie diu ougen min; dag wolde ich immer mère hinz im dienende sin. Nu sagt ouch miner muoter die ère die ich haän— 5 Hime! und ob von Tronege Hagenée welle dort bestän, l dient wer'si danne solde wisen durch diu lant? ain dien dem sint die wege von kinde her zen Hiunen wol bekant. Min hi Die boten niene wessen, wü von daz was getän, 6 Jiue lieg daʒ Hagene der küene solde niht bestàn I0 le hinder in bi Rine. daz wart in sider leit: mit im was manegem degene zem grimmen töde widerseit. dGebie Boteschaft und brieve, dag was nu gegebn. 7 Aeubute si fuoren guotés riche, und mohten schône lebn. fe unl urloup gab in Ezele, und ouch des küneges wip. in was mit richer wote vil wol gezieret der lip. XXIV. Do der künec Ezele von im gesande sine boten zuo dem Rine, von manegem lande bräaht er vil der recken zuo siner höchgenatt, der deheiner nimmer mère kom àzuo sime lande sit. XXIV AVENTIURE WIE DIE BOTEN ZE RINE UAMEN UND WIE SI DANNE SCHIEDEN. Die boten dannen fuoren über Hiunen lant zuo den Burgonden: dar wären si gesant naͤch drin edeln künegen und ouch ndch ir man; die solden komen Ezelen: des man gàhen dò began. Hinze Bechelären köômen si geriten: dà diente man in gerne, dag wart niht vermiten. sin dienst enbõt dò Rüedeger und ouch Götelint bi in hin 2e Rine, und ouch des maregräven kint. Sine liegens àne gabe von in niht scheiden dan, dag deste bag gefüeren die Ezelen man: Uoten und ir kinden enbõt dòo Rüedeger, sine héten in sd wege deheinen maregräven mèr. Si enbuten ouch Prünhilde dienest unde guot, triwe unde minne, und willigen muot. dò si die rede gehörten, die boten muosen varn: si bat diu maregravinne got von himele bewarn. E daz die boten kõmen vol durch Bayerlant, Wärbel der vil snelle den guoten bischof vant. Waz der de sinen friunden hinze Rine enbot, daz ist mir ungewizzen; niwan sin golt alsò röt Daz gab er in ze minne: riten er si lie. de sprach der bischof Pilgerim solde ich si sehen hie, mir Were wol ze muote, die swester süne min: ich mac leider selten zuo zin komen an den Rin.“ Welhe wege si füeren ze Rine durch diu lant, des enkan ich niht bescheiden: ir golt und ir gewant dag ennam in niemen: man vorht ir herren haz. Ezel was vil gewaltec: man erkande in allen Ianden dag. Inre tagen zehenen si kömen an den Rin, 2e Wormze zuo der veste, Wärbel und Swämmelin. dò sagte man diu mere den künegen und ir man, dà kemen boten vremde. Gunther vrägen dòé began. Doe sprach der vogt von Rine ver tuot uns bekant von disen vremden recken, die koment in daz lant““ dag enwesse nieman, unze si gesach Hagene der küene: der helt zuo Gunthere sprach: Uns koment niwe mære, des wil ich iu verjehn: die Ezeln videlære die häàn ich hie gesehn. si hät iwer swester gesendet an den Rin: durch die Ezelen liebe si suln uns willekomen sin,“ Si riten vil bereite für den palas dan: en gefuoren herrenlicher nie fürsten spileman. des küneges ingesinde enpfie si sà zehant: ir ros man herbergen und hieg behalten ir gewant. VIV. 1U reie J35 8l der en 0li In der fie 6 und lief do eupf ninnecl Srämm. Der kin Apille ineubin md Krit ühuben XXIV.— 219— Ir reisekleider wären rich und 80 getän, dag si mit è᷑ren mohten für den künec gän: der enwolden si niht méère dä ze hove tragn; obs jemen nemen wolde, die boten hiezen daz sagn. In der selben mäze man ouch liute vant, die ez vil gerne namen: den wart ez gesant. dò leiten an die geste verre richer wät, als ez boten küneges ze tragen herlichen stät. Do gie mit urloube dä der künec saz dag Ezelen gesinde: vil gerne sah man daz. Hagene von den sedele gein den boten sprane und lief in engegene: des sagten im die knappen dano. Durch diu kunden mæœre vräàgen er began, wie sich gehabte Ezele und ouch sine man. dò sprach der videlære daz lant gestuont nie baz, noch s6 vrò die liute: ich sag iu endecliche daz. Er bräntes zuo dem wirte. der palas der was vol. do enpfie man die geste, sò man von rehte sol minnecliche grüezen in ander künege lant. Swämmel vil der degene dà bs Gunthere vant. Der künec gezogenliche grüegen si began: sit willekomen beide, ir Ezelen spileman und iwer hergesellen. wes hät iuch her gesant der künec von den Hiunen zuo der Burgonden lant““ Mit zuht si nigen beide: dé sprach Wärbelin iu enbiutet sinen dienest der liebe herre min, und Kriemhilt iwer swester, her in ditze lant. si habent uns jiu heleden in groözen triwen her gesant.“ E 220—. AVENT. Do sprach der fürste riche der mere bin ich vrö. E580l wie gehabt sich Ezele?? sô sprach der künec d6= Tukle zund Kriemhilt min swester ũzer Hiunen lant?“ ob ir! A140l 80 Wol dé sprach der videlore diu mœre tuon ich iu bekant. Sich gehabten künege ir sult wol wizzen dag- 2 in deheinem lande vrœlicher noch baz: und allez ir gedigene, die màge und ouch ir man, si freuten sich der reise, dé wir schieden von in dan.“ openne Gnäde siner dienste, die er mir enboten hat, 3 Du gre und ouch miner swester: mir ist liep deig alsò stàt, und yar daz si s6 lebnt mit vreuden, der künec und sine man; in di wande ich doch der mære gevräget sorgende hän- Die zwene jungen künege wären ouch nu komen, 4 wande si diu mære héten érst vernomen. durch ir swester liebe die boten gerne sach Giselher der junge, der zuo zin güetlichen sprach Ir boten soldet gröze uns willekomen sin, 5 ob ir dicker woldet zuns riten an den Rin: ich ween ir friunde fündet, die ir gerne möhtet sehen. vand s iu solde von uns degenen lützel leides geschehn.“ Ind du Wir getrowen iu aller Eren: sprach dé Swämmelin- 6 ine künd iu niht beweren mit den sinnen min, wie minneclich iu Ezele her enboten hät und iwer edeliu swester, der dine in höher wirde stät. Gnäde unde triuwe mant iuch des küneges wip, und daz ir ie was wege iwer herze und iwer lip: und ze vorderst dem künege sin wir her gesant, daz ir geruochet ritten zuo zin in der Hiunen lant. XXIV.— Ez sol ouch mit iu riten der herre Gérnòt. Euele der riche iu allen daz enbot, ob ir iuch iwer swester niht sehn woldet làn, 86 wolde er gerne wizgen, Waz er iu recken héte getän, Daz ir alsò vremdet in und siniu lant: ob iu diu küneginne wWöre nie bekant, 86 möht er doch verdienen, daz ir in ruochet sehn. swenne daz geschæhe, soé werr im liebe geschehn. Do sprach der künee Gunther nu lät die rede stàn, und vart ze herbergen: ich wil iuch hœren làn in disen siben nahten, wil ich in sin lant, Swes ich mich beräte, diu mære tuon ich iu bekant.- Do sprach der bote Wärbel künde daz geschehen, daz wir mine vrouwen möhten e gesehen, VUoten di vil richen, é wir schüefen uns gemach?“ Giselher der edele dò vil zühteclichen sprach Daz ensol iu niemen wenden: welt ir für si gän, dà habt ir miner muoter willen an getän; wand sie sihet iuch gerne durch di swester min und durch den künec Ezele: des sult ir àne zwifel sin.- Giselher si brahte da sin muoter 8ag. si sach di boten gerne, mit triwen tet si dag. si gruozte si mit tugenden, wan si Was wolgemuot: ja dühten si diu mære von der küneginne guot. Min vrowe iu here enbiutet' s& sprach Swämmelln ir dienst in grözgen triuwen, des sult ir sicher sin. daz ir ir sit sò vremde, daz heizet si iu Klagen: des muoz si herzenswære dicke in ir] muote tragen. 3* 4* 5* 6* 8 AVENT. Do sprach diu küneginne des enmac niht gesin: 1³ swie gerne ich dicke sæhe di lieben tohter min, 80 ist leider mir 20 verre des edeln küneges wip. nu sin immer sœlec beide si und Ezeln lip. Ir sult mich läzen wizzen& daz ir rümet hie, 2⁰ wenne ir riten wellet: ine gesach sô gerne nie boten in langen ziten denne ich iuch hän gesehen. di knappen ir do lobten, dag si daz liegen geschehen. Aen herbergen fuoren di von Hiunen lant: 3² dé hèt der künec riche nàch friunden sin gesant. Gunther der vil edele vrägte sine man, wi in diu rede behagete: vil maneger ràten dò began, Er rite wol mit èren in künec Ezelen lant: 45 daz rieten im di besten, di er dar under vant, niwan Hagen al eine: dem was ez grimme leit. er sprach zem künege tougen ir habt iu selben widerseit. Nu ist iu doch gewizzen, waz wir hän getän; 5* des muge wir immer sorge üf Kriemhilden hàn: ouch sluoc ich ze töde ir man mit miner hant. wie getörste wir geriten in des künec Ezeln lant?“ Do sprach der künec riche min swester lie den zorn 6* mit kusse minnecliche: si hät üf uns verkorn daz wir ir ie getäten, è daz si hinnen reit; ezen si et, Hagene, danne iu einem von ir wider seit.“ Nu lit iuch niht betriegen-sprach Hagene- swes sijehen, 7“ di boten von den Hiunen. welt ir Kriemhilde sehen, ir mugt dà wol verliesen iwer ère und iwern lip: ez ist vil lancroœche des richen künec Ezelen wip. VIV. Doͤ gpr 00 ir1 in liun Vir ens und LRe Doö begu ie nil a ler nit i ud wtze LUud wett ich bin itz ir lie udllät d mud nugt XXIV. Do sprach zuo dem ràte der fürste Gérnöét 3 ob ir nu von schulden forhtet den töt in hiunischen richen, solden wir ez dar durch län wir enschen unser swester, daz were zagelich getän. Do sprach der herre Giselher zuo dem degene 275 sit ir iuch schuldec wigget, friunt her Hagene, s6 sult ir hie beliben und jiuch vil wol bewarn, und läzet, die geturren, mit uns zuo den Hiunen varn- Do begunde zürnen von Tronege der degen 3 ine wil daz ir iemen füeret üf den wegen, der mit iu türre riten hin ze hove bag: sit ir niht welt erwinden, ich làze iuch wol versuochen daz. Do sprach der kuchenmeister, Rümolt der degen, 4* der geste und iur selber mugt ir heigen pflegen näch iwer selber willen; ir habt vil guoten ràt: und vigget dazʒ iu Hagene dag wægest noch geräten hät. Und welt ir im niht volgen, iu rætet Rümolt 5 -ich bin iu mit triuwen vil dienestlichen holt- dag ir hie belibet durch den willen min, und làt den künec Ezele dort bi Kriemhilden sin. Wie künde iu in der werlde immer baz gewesen? 6* ir mugt vor iwern vinden hie heime wol genesen: ir sult mit richer wæte zieren wol den lip, trinket win den besten und minnet wætlichiu wip. Dar zuo git man jiu spise, di besten di man haàt A iender in der werlde: iwer lant vil schône stät. ir mugt iuch Ezelen hochgezit mit èren wol bewegn, und mugt mit iwern friunden vil guoter kurzewile pflegen. VIV. Nukt 224 Ob ir niht anders hétet, dag ir möht geleben, ich wolde iu eine spise den vollen immer geben, mine re sniten in öl gebrouwen: deist Rümoldes rät, ich nit Aanlt 80 Sult sit ez sus angestlichen, ir herren, da zen Hiunen stät. Ich weiz daʒ min frou Kriemhilt jiu nimmer wirdet holt; 2“ gtirni ouch habt ir unde Hagene zir anders niht verscholt: des sult ir beliben, eg mag iu werden leit: ir kumet es an ein ende, daz ich iu niht hàn misseseit. S0ne lan die bestt 80 el 10 Des rät ich iu beliben: rich sint iwer lant. man mag iu michel sanfter losen hie diu Pfant danne dä zen Hiunen: ine weig wi ez dä gestät. ir sult beldben, herren. daz ist in triwen min ràt. Wir enwellen niht beliben:: sprach dõ Gérnöt- 4* 'stt dag uns min swester s6 friuntlich enbõt und Ezele der riche, zwiu solde wir daz län? der dar niht gerne welle, der mac hie heime bestän. Entriwen,-sprach dõ Rümolt- ich sols der eine sin, 5 der durch die Etzelen höchgezit kumt nimmer über Rin. zwiu solde ich dag wägen, daz ich wæger hän“? die wile ich mag immer, ich wil mich selbe leben län. Des selben wil ich volgen: sprach Ortwin der degen- 6“ eich wil des geschäftes hie heime mit iu pflegen- dé sprächen ir genuoge, si woldenz ouch bewarn: got laz iuch, liebe herren, dà zen Hiunen wol gevarn. Der künec begunde zürnen dò er daz gesach, 1* daz si hie heime wolten schaffen ir gemach: darumbe wirz niht làzen, wir mũezen an die vart: eʒ waldet guoter sinne der sich alle zite bewart.“ iuch der her iben 3 XXIV.—— Nu lät iuch unbilden“- sprach dò Hagene- niht mine rede darumbe: swie halt iu geschiht, welt ir iuch wol bewarn, vil gewerliche varn. ich rät iu an den triuwen, 86 sult ir zuo den Hiunen Sit ir niht welt erwinden, die besten die ir vinden s6 wel ich uz in allen tüsent ritter guot, sone kan uns niht gewerren Des wil ich gerne volgen. dò brähte man der helde si wänden niht erwerben Si riten willecliche in Gunthers lant; man hieg in gebn allen ros und ouch gewant, die mit in varn wolden zuo den Hiunen dan: der künec in guotem willen der vil manegen gewan. Do hiez von Tronege Hagene Dancwart den bruoder sin ir beider recken sehzec bringen an den Rin. die kõmen ritterliche: harnasch und gewant, in dag Gunthers lant. des brähten vil die degene Do kom der herre Volkér, dag er zen Hiunen wolde, Wer der Volkèr wære, dag wil ich wizzen lan. er was ein edel herre; im was ouch undertàn vil der guoten recken in Burgonden lant: durch daz er videln kunde was er der spileman genant. Der Nibelunge Liet. 86 besendet iwer man, oder inder müget hàn: der argen Kriemhilde muot.“ sprach der künec zehant. dò hieg er boten riten viten in Sin lant: driu tüsent unde mér. alsò gremelichiu sér. ein küene spileman, hinze hove näch èren mit drigec siner man: die hèten sölch gewete, ez möht ein künec tragen. daz hieg er dem künege sagen. 5 6 2 — —— 22ͤ6— AVENT. Täsent welte Hagene: die héte er wol bekant, 1 und waz in starken stürmen hete gefrümt ir hant; und swaz si ie begiengen, des hét er vil gesehn: in kunde ouch anders niemen niwan frümekeite jehn. Die boten von den Hiunen vil sére dà verdrég, wande ir vorht zir herren diu was harte grog: si gerten tägeliche urloubes von dan. des engunde niht Hagene: daz was durch liste getän. Er sprach zuo sime herren wir suln daz wol bewarn, 3 dag wir si iht lazen riten, é daz wir selbe varn 0 dlunhsl dar näch in tagen sibenen, wider in ir lant: inb treit uns iemen argen muot, daz wirt uns deste baz bekant. ould;h0 Sone kan ouch sich vrou Kriemhilt bereiten niht dar zuo, 4 Glut daz uns durch ir rœte iemen schaden tuo: d duch hät aber si den willen, ez mag ir leide ergän, l wande wir füeren hinnen manegen uz erwelten man.“ d8 it Sätel unde schilde und ander ir gewant, 5 Do sprn f dag si füeren solden in Ezelen lant, ber kin dag was nu gar bereitet vil manegem küenem man: nir mu. die Ezelen videlære hiez man dò 2e hove gän. lag pir! Ds si die fürsten sähen, dé sprach Gérnét 6 Des part 0 der künec wil nu leisten daz Ezel uns enböôt: da⸗ ſi y 1I wir wellen komen gerne zuo siner hochgezit und sehn unser swester; daz ir des àne zwivel sit.“ Do sprach der künec Gunther ir sult uns wizzen lan, 7 Wpolde wenne si die hoöchgezit zen Hiunen wellen hän. Cb des antwurtem künege der bote Swämmelin boſe ze nehsten sunewenden ssò sol si sicherlichen sin.“ whaz di⸗ XXIV. Der künec in erloubte- des was noch niht geschehn- 1 ob si gerne wolden Prünhilde sehn, daz si für si solden mit sime willen gän. dag understuont dò Volkèr: daz was ir liebe getän. Jan ist- s6 sprach Volker, ein edel ritter guot- 2 Prünhilt min frouwe nu niht wol gemuot: bitet unze morgen, sô læt mans iuch sehn- dò si sie wänden schouwen, dône kundes niht geschehen. De hiez der künec riche- der was den boten holt- 3 durch sines herzen tugende tragen dar sin golt uf den breiten schilden, des er vil mohte hän: ouch wart in richiu gabe von sinen friunden getän. Gérnöôt unde Giselher, Gére und Ortwin, 4 dag ouch si milte wæren, dag wart dà vil wol schin: alsô riche gabe. si sie buten an, dag si ir vor ir herren deheiné torsten enpfän. Do sprach zuo dem künege der bote Wärbelin Bher künec, lät iwer gäbe in iurem lande sin: mir mugen ir niht gefüeren; min herre ez uns verböt, daz wir iht gàbe enpfiengen: ouch jist es decheinerslahte nöt.“ S¹ Des wart der künec hère séère ungemuot, 6 daz si versprechen wolden sô riches küneges guot: doch muosten si enpfähen sin golt und sin gewant, daz si mit in brähten sit in Ezelen lant. Si wolden sehen Uoten& daz si schieden dan. 7 Giselher der snelle bräht die spileman 2e hove für. sine muoter: diu frowe enbòt dò dan, swaz si Eren héte daz wore ir liebe getän. Do hiez diu küneginne ir porten und ir golt gebn durch Kriemhilde- wan der was si holt- und durch den künec Ezelen den selben spileman: si mohtenz wol enpfähen; ez was mit triuwen getän. Urloup genomen héten von wibe und von man die boten Kriemhilde: mit freuden si dé dan fuoren unz in Swäben; dar hiez si Gèrnôt 8 5 5 0 sine liute leiten, daz ez in niemen misseböt. Do sich die von in schieden, die ir solden pflegn, diu Ezelen hérschaft si vridet ouf allen wegn: des ennam in niemen ir ros noch ir gewant. si begunden vaste gähen wider in der Hiunen lant. Swa si ir friunde iht wisten, daz täten si den kunt, dag die Burgonden in vil kurzer stunt ze tal von Rine füeren in der Hiunen lant: dem bischofe Pilgerine diu mære wurden ouch bekant. Do si mit solher ile für Bechelären riten, si sagtenz Rüedegère- des wart niht vermiten- und ouch Götelinde, des maregràven wip: daz si si sehen solde, des wart vil vrolich ir Hp. Gähen mit den mæren sah man di boten dan: Ezelen si funden in der stat ze Gran. dienest über dienest, des man im vil enbòt, sageten si dem künege: vor Iiebe wart er freuden röt. Do diu küneginne diu meœre reht ervant, daz ir brüeder solden komen in daz lant, dò was ir wol ze muote: si gab den spileman alsò riche gäbe, si mohtens immer frumen hän. AVENT. VIV. Gore Veller der 0 81 l5 lilt gůe 00 ãd Iii Ikume Ihenlie der mert 6 bbte! Lgen 1 Leskine nitgedd Ain den! put; XXIV. Si sprach'nu sagt mir beide, vil lieben boten min, welher miner friunde hie bi uns welle sin, der hœhsten di wir ladeten her in dize lant?“ si sprach waz redete Hagene, dò er diu mæœre bevant?“ Er sprach er kom zer spräche an einem morgen fruo: niht güetlicher sprüche redet er dar zuo, dò si di reise lobten von Wormez über Rin; daz wigget, küneginne, ez kunde im leider niht gesin. Ez kument iwer brüeder, di künege alle drs, in hérlichem muote. wer recken mit in 8d, der mœre ich endeliche wizzen nine kan: ez lobte mit in riten Volkèr der küene spileman- Des enber ich Iihte,,-sprach des küneges wip- deich immer hie gesæhe den Volkeéres Iip. Hagenen bin ich wæge, der ist ein recke guot: dag er kumt zen Hiunen des stàt mir höhe der muot.“ De gie diu küneginne dä si den künec sach: wie rehte minneclichen frou Kriemhilt dò sprach wie zement iu diu mœre, lieber herre min?ꝰ des ie min herze gerte, daz sol nu wol verendet sin. Din wille deist min vreude: sprach der künec dô- ine wart min selbes mäge nie sò rehte vrö, s6 ich si weste kumende her in ditze lant: durh liebe diner friunde so ist mine sorge gar verswant. Des küneges ambetliute di hiezen über al mit gesidele rihten palas unde sal geén den lieben gesten, di in dà solden komen. sit wart von in dem künege vil michel wünne benomen. 2* 3* 5* 6* 7* XXV AVENTIURE WIE SICH DIE KUNGE ZE DEN HIUNEN HUOBEN. Nu lägen daz beliben, wie si gebären hie: höchgemuote recken di gefuoren nie 86 rehte hérlichen in deheines küneges lant. si hèten swaz si wolden, beidiu wäfen und gewant. Der voget von dem Rine kleidete sine man, sehzec unde tüsent, als ich vernomen hän, und niwen tüsent knehte geén der höhgezit. di si dà heime liegen, di beweinetenz sit. Do truoc man diu gereite ze Wormez über den hof: dòé sprach dâ von Spire ein alter bischof ze der alten küneginne unser friund die wellent varn hin zer höhgezite: got müez ir Ere wol bewarn? Do sprach zuo zir kinden diu edel Uote ir möhtet noch beliben, helde guote: ich sach hint in troume vil angestliche nöt, wi allez dag gefügele in disem lande wære töt. Swer geloubet treumen, sprach dé Hagene- der enweiz der rehten mære niht ze sagene, wenn ez im näch den éren volleclichen sté. jà wil ich daz min herre ze hove näch urloube gé. AVENT. 1* 2* 3* 4* 5* WV. Wir su da mad dd wir Hagen. ernuut 88n Döpn0 Mennei Unt ich at art! Dasei nn dK uiten lch K0 Ulertha en kin ütlte n Loiten u 100 ler nam 408 ü egte udl XXV. Wir suln gerne riten in Ezelen lant: dd mac wol künegen dienen guoter helde hant, dà wir dà müezen schouwen Kriemhilden höhgeztt. Hagene riet di reise, idoch gerow ez in sit. Er hétez widerräten niwan dag Gérnôt mit ungefüegen worten im sère misseböt. er mant in Sifrides, vroun Kriemhilden man: er sprachdâ von wil Hagene di grôzgen hovereise làn.“ Do sprach der von Tronege durh vorhte jich nine tuo. swenne ir, helde, wellet s6 sult ir grifen zuo: ja rit ich mit iu gerne in Ezelen lant.“ 73 5 sit wart von im verhouwen vil manere helm unde rant. Diu scik bereitet wären ze varen über Rin: swag si kleider heten, diu truoc man dar in: si wären vil unmüezgec vor äbendes z2lit. doch kömen si von hüse vil harte vrœliche sit. Geézelt unde hütten si spienen an daz gras anderthalp des Rines. dé daz geschehen was, den künec bat noch beliben sin vil schœnez wWip; si träte noch des nahtes den sinen wætlichen lip. Floiten unde videln huop sich des morgens fruo. do si dà hin muosten, dò griffen si dò zuo: swer héte liep an arme, der trüte friundes Ip. des schiet sit vil mit leide des Künec Ezelen wip. Rumolt der kuchenmeister, ein vil küene man, der nam sine herren heimliche dan: dò sagt er dem künege tougen sinen muot; er sprach des muoz ich trüren, daz ir di hovereise tuot. 1* 2* 4* 6* 7* E dag si schieden dannen, mit sinen hœhsten mannen: lant unde bürge: di der solden pflegen, vil manegen üzerwelten degen. den lieg er ze huote Diu ros bereitet wären den künegen und ir man: mit minneclichen küssen dem in höhem muote lebte dò der lip. dazʒ muose sit beweinen vil manèec wetlicheg wip. Wuofen unde weinen des hérte man genuoc. Ir kint diu küneginne zem küneg üf armen truoc: wie welt ir nu verweisen unser beider Iip?ꝰ ir sult durch uns beliben,“ Ir sult niht, frowe, weinen ir sult in höhem muote hie heime àn angest sin: wir kumen schiere widere si schieden minneclichen Do man di snellen recken dé köõs man weinende dag ir vil langez scheiden üf grözen schaden ze kumene, AVENT. Ich hän iuch vil gewarnet er sprach wem welt ir lazen sit niemen kan erwenden diu Kriemhilden mære, und ouch genuoc gemant. liute unde lant, iu recken iwern muot? nie gedühten si mich guot.“ Daz lant si dir enpfolhen und andern minen man, die ich heime làze, und alleg dag ich hän, min kint und min gesinde jà getuot uns nimmer leide und miner frowen lip: des künec Ezelen wip- der künec ze ràte gie unberihteét er niht lie schiet vil maneger dan, 8s0 seit daz jàmerhafte wip. durch den willen min, mit vreuden wol gesunt. Vön ir friunden saà ze stunt. sach zuo den rossen gàn, vil manege frowe stàn. sagt in wol ir muot daz herzen niene sanfte tuot. 1* 4* 5* 63 7* V. Disue d0 w0 beäde i do In den doch ft er kon dr andl iu dem IIkit y as de ötuont get yen 05 W iwun XxxV. Di snellen Burgonden sich uz huoben. dò wart in dem lande ein michel uoben: beidenthalp des Rines weinten wip und man. swi dort ir vole getæte, si fuoren vrœliche dan. In den selben ziten was noch der gloube kranc, 43 doch frumtens einen kapelàn der in messe sane: der kom gesunder widere, swi er vil kùme entran; die andern muosen alle dà zen Hiunen bestän. Do scnihten si ir reise gegen dem Möune dan, 3⸗ uf durch Ostervranken, der drier künege man. dar leite si do Hagene; dem was eg Wol bekant: Dancwart was ir marschale, der helt von Burgonden lant. Do si von Ostervranken durch Swalvelde riten, 4* dõ mohte man si kiesen an hérlichen siten, di fürsten und ir mäge, di helde lobesam. an dem zwelften morgen der künec ze Tuonowe kam. Do reit von Tronege Hagene ze aller vorderöst: 5* er was den Nibelungen ein helfelicher tröst. dò stuont der degen küene nider uf den sant: sin ros er harte balde zuo zeinem boume gebant. Daz wazzer was engozzen, diu scif verborgen: 6 ez kom den Nibelungen ze grözen sorgen, wi si koemen übere; der wäc was in ze breit. do erbeigte auo der erden vil manec ritter gemeit. Leide'-sprach dòo Hagene- mac dir wol hie geschehen, 7⸗ voget von dem Rine. nu maht du selbe sehen: dag wazzer ist engogzen, vil stare ist im sin fluot. ich won wir hie verliesen noch hiut vil manegen ritter guot. Waz wizet ir mir, Hagene??-sprach dò der künec hér- 15 durh iwer selbes tugende untrœstet uns niht mèr: den furt sult ir uns suochen daz wir hinnen bringen beidiu ros und ouch gewant. Jan ist mir'-sprach do Hagene- min leben niht sò leit, 234— hin über an daz lant, dag ich mich welle ertrenken in disem wäge breit: sol von minen handen ersterben manec man in Ezelen lande; Belibet bi dem wazzer, ich wil di vergen suochen di uns über bringen des ich vil guoten willen han. in dag Ezelen lant.“ ir stolzen ritter guot: selbe bi der fluot, Hagene der küene nam sinen schilt an die hant. Der helt vil guot gewefen an sinem libe truoc, den helm üf gebunden, dò truog er ob der brünne lieht was er genuoc: ein wafen als“ breit, daz zc sinen ecken harte vreislichen sneit. Er suochte näh den vergen wider unde dan. er hörte w azzer gieten in einem schenem brunnen: -losen er began- daz taàten wisiu wip; di kuolten sich darinne unde badeten ir Hp. Hagene wart ir inne, dé si den helt ersähen, daz si im entrunnen, dé nam er ir gewæte, Do sprach daz eine merewip, her Hagene, gebt uns widere er sleich in sanfte näch. dé wart in von im gäch: des wären si vil hér. der helt enschadete in niht mér. Hadebure was si genant, unser gewant. 86 ir uns, edel recke, gebet wider unser wät, ich sag iu wie iwer reise hin zen Hiunen ergaät. AVENT. 3* 4* 6* II. 81 8he des di SW3180 dos er d8 Nn g belt Holtu! uund ir h Relbe da Ian eine der kum XXV. Si swebten sam di vogele vor im uf der fluot; des dühten in ir liste staro unde guot: swag si im sageten, er geloubt ins deste baz. des er dò an si gerte, ir einiu sagete im dag. Si sprach ir mügt wol riten in Ezelen lant, des si min triwe bürge; min houbt sti iwer pfant, dag helde nie gefuoren in deheiniu riche baz näch alss grögen éren! ir sult vil Wol gelouben dag- Der rede vas dé Hagene in sinem herzen hér: er gap in wider ir kleider, der helt sümt sich niht mér. dòô si dò angeleiten ir wunderlich gewant, dò sagten si im rehte di reise in dazʒ Ezelen lant. Do sprach daz ander merewip, diu hieg Winelint, ich wil dich warnen, Hagene, daz Adriänes kint: durh der wæte liebe hät min muome dir gelogen: und kumestu zuo den Hiunen, s6 bistu sère betrogen. Ja soltu kéren widere, daz ist an der zlt, wand ir helde küene alsò geladet Sdt, daz ir sterben müeget in Ezelen lant. swelhe dar geritent, di hänt den töt an der hant.“ Des antwurt aber Hagene ir trieget àne nöt. wie kündez sich gefüegen, daz wir alle töt zer hochgezit gelegen durh iemannes haze“ dò begunde si im diu mære sagen kuntlicher baz. Si sprach'nu merket, Hagene, jà muoz ez alsè wesen, daz iuwer deheiner dà niht kan genesen, wan eine des küneges kappelan: dä bi si iu bekant, der kumt gesunder widere in dag Guntheres lant- 2 3* 4* 5* 6* 7* WV. Er b0 in 0 AVENT. Do sprach in grimmem muote der küene Hagene 32 daz weere minen herren müelich ze sagene, daz wir zen Hiunen solden vliesen alle den Lip. nu zeige uns überz wagzer, daz aller wiseste wip. 80 gl dit! Der ſe Si sprach'sit ir der verte niht wellet haben raͤt, 2 von swa jenhalp bi dem wagzzer ein herberge stät, darinne ist ein verge und ninder anderswä. der mœre der er vrägte der geloubet er sich Sä. 0ubh oh Stül Dem ungemuoten recken sprach ir einiu näch 300 J0 möt nu bitet noch, her Hagene, lät iu niht sin 2e gäch. fun de vernemet baz diu mære wi ir kumt über sant: in bol! dirre mare herre der ist Else genant. der ſon Sin bruoder ist geheizen der degen Gelpfrät, 4* ein voget in Beyerlande; dar ez iu müeliche stät. welt ir durh sine marke, ir sult iuch wol bewarn, und sult ouch mit dem vergen vil bescheidenliche varn. Der ist sé grimmes muotes, er lät iuch niht genesen, 597 iren welt mit guoten sinnen bi dem helde wesen. welt ir daz er iuch füere, sò gebet im den solt: er hüetet dises landes und ist Gelpfräde holt. Unde kum er niht vil schiere, sò ruofet über fluot 6* und jeht ir heizet Amelrich; daz was ein recke guot, er d der durch flentschefte rüͤmte ditze lant: 80 kumt iu der verge, als im der name wirt genant.“ 5 Der übermüete Hagene den vrowen dé neic 7* Euuge des ràtes und der lère: der helt vil stille sweic. lesich! do gie er bi der fluote hœher an den sant, Ion pete dà er anderthalben eine herberge vant. iuir m XXV. Er begunde ruofen vaste über fluot nu hol mich hie, verge: sprach der degen guot- s6 gip ich dir 26 miete von golde ein boue vil röt: à ist mir dirre verte, dag wizze, worlichen nöt.“ Der verge was sö riche, daz im niht dienen zam: dà von er lön vil selten von iemen dâ genam; ouch wären sine knehte vil höhe gemuot. noh stuont alleʒ3 Hagene hie disehalp der fluot. Do ruofte er mit der krefte, daz al der wäg erdog, wan des heldes sterke was michel unde grög nu hol mich Amelrichen, des herren Elsen man, der von disen landen durch gréze fintschefte entran- Vil höch an sinem swerte er im den boue dé böt -vil lieht und vil schœne vas er, von golde rét- daz er in über fuorte in daz Elsen lant: der übermüete verge nam selb dag ruoder an di hant. Ouch was der selbe verge vil müelich gesit. diu gir nach grögem guote vil bœsez ende git: dò wande er verdienen dag Hagenen gold sé röt: des leid er von dem degene sint den grimmegen töt. Der verge zꝰäch genôõte hin über an daz lant. den er dâ nennen hörte, dò er des niht envant, eg müet in harte séere: als er Hagenen sach, der helt wider den recken in vil grögzem zorne sprach: Ir muget wol sin geheizen bi namen Amelrich: des ich mich hie verwene, dem sit ir ungelich. von vater und von muoter vas er der bruoder min. nu ir mich sus betrogen habt, ir müezet disehalben sin. 2* 3* 6* 238— AVENT. Nein, durch got den richen::-sprach dò Hagene- 1* ich bin ein vremder recke und sorge üf degene: nu nemet hin minnecliche min ellendes solt, daz ir mich füeret übere: ich wil iu immer wesen holt. Des antwurt der verge Jà kan ez niht gesin. 21 eg habent flande di lieben herren min: darumbe ich niemen vremden füere in dize lant. als liep dir si ze lebene sò trit vil balde dg an den sant. Des entuot ir niht:-sprach Hagene- mir ist der reise nõt: 30 und nemt von mir ze löne disen boue von golde rôt, und füert mir über tüsent ros und alss manegen man-“ in triwen,-sprach der verge- dag wirdet nimmer getän. Er huob ein starkez ruoder, michel unde breit, 4* und sluog ez üf Hagenen— des wWas er ungemeit—, dag er in dem schiffe strüchte üf siniu knie: s0 rehte grimmer verge kom dem helt von Tronege nie. Er wolde baz erzürnen den ungemuoten gast: 81 dé sluog er eine schalten, daz diu gar zerbrast, Hagenen über daz houbet; er was ein starker man: da von der Elsen verge grézen schaden gewan. Mit grimmigem muote des küenen Hagenen hant 3 greif zuo einer scheiden, daà er sin wäfen fant: er sluoc im ab dag houbet und warf ez an den grunt. diu mære wurden schiere den Burgonden kunt. An den selben stunden doò er den schifman sluoc, 7 daz schif vlog enouwe; daz was im leit genuoc. oerz gerihte widere, müeden er began: dé zch vil kreftecliche des künec Guntheres man. d0 Sile on ein dl von Dodder Webene Ian Sg Mgetron Ier d d. U108x8 Waänd in eklche XXV. Hagenen wac vil ringe des starken vergen val. 2 dò Kérter harte balde dag wazzer hin ze tal: dò vant er sinen herren an dem stade stäàn: dòé gie im engegene vil manec wertlicher man. Mit gruoge in wol enpfiengen di snellen ritter guot: 2* dõ sähens in dem shiffe noch riechen daz bluot von einer starken wunden, die er dem vergen sluoc. da von s6 muose Hagene heœren vrägen genuoc. Do der künec Gunther dag heige bluot ersach 3* swebende in dem schiffe, wi balde er dõ sprach wan saget ir mir, Hagene, war ist der verge komen?ꝰ iwer starkez ellen ween im daz leben hät benomen.' Do sprach er lougenlichen da ich daz schif dâ vant 4* bi einer wilden widen, dà I6st egʒ min hant: ich han deheinen vergen nindert hie gesehen, ez ist ouch niemen leide von minen schulden hie geschehen.“ Do sprach von Burgonden der starke Gèrnôt 51 Bhiute muoz ich sorgen uf lieber friunde töt, sit wir der schifliute zem schiffe nine häàn, wi wir nu kumen übere: darumbe muoz ich fröude làn- Vil lüte rief do Hagene leit nider uf daz gras, 6* ir knehte, diu gereite. jà gedenke ich daz ich was der aller beste verge den man bi dem Rine vant: jà getrouwe ich iuch wol füeren über in daʒ Gelpfrädes lant.“ Daz si dester balder kœmen über fluot,* diu ros si ansluogen: der swimmen daz wart guot, wand in diu starke ünde deheinez dà benam. etelicheʒ owete verre als ez ir müede gezam. Do truogen si zem scheffe ir golt und ouh ir vät, sit daz si der verte niht mohten haben rät. Hagene was da meister: des fuort er über sant vil manegen küenen recken in daz unkunde lant. Zem érsten bräht er übere tüsent ritter hér, und sehzec siner degene; dannoch was ir mer: niun täsent knehte fuort er an den sant. des tages was unmüegec des vil kũenen Hagenen hant. Daz schif ze stner lenge was starc wit und grog, des in dem gedrenge manec helt genôz: ez truoc wol mit einander vier hundert über fluot. an riemen muose ziehen des tages manec recke guot. Do er si wol gesunde brähte über die fluot, dé gedähte vremder mære der snelle degen guot, diu im é dà sageten diu wilden merwip: des hét des küneges kapeläan vil näch verlorn den lip. Bi dem kappelsoume er den priester vant: ob dem heilectuome er leinte an siner hant. des moht er niht geniezen, dé in Hagen ersach: der gotes arme kappelàn muose liden ungemach. Er swang in üz dem shiffe: dar zuo was im gäch. dé riefen ir genuoge vähaà, herre, vach.“ Giselher der junge zürnen dòé began: ern wolt ez doh niht läzen ir deheinen understän. Do sprach von Burgonden der starke Gèrnöt waz hilfet iuh nu, Hagene, des kappelänes töt“ tœt eʒ ander iemen, daz sold iu wesen leit. umbe welhe schulde habt ir dem priester widerseit?“ 29— AVENT. 1* 3* 5* — XIV. Dernf 0⁰ im Wonödl Er Stle⸗ Dastuon 00 b1ẽ0 pbdu, 241 Der pfaffe wam genòte: er wolde sin genesen, 1* ob im iemen hülfe. des moht dà niht gewesen, wan der grimme Hagene zornee was genuoç: er stieg in zuo dem grunde. daß duhtes michel ungefuoc. Do der arme pfaffe der helſe niht ensach, 2E dòé kert er wider übere: des leid er ungemach. swi er niht wimmen kunde, im half diu gotes hant, daz er kom wol gesunder hin wider ug an daz lant. Da stuont der arme priester und schutte Sin gewant: 3“ da bi sach wol Hagene, dag eg were ungewant daz im è dà sageten diu wisen merewip. er gedähte dise degene mũegen vliesen den IP. Do si daz schif entluoden, und gar getruogen dan 3 swaz dar ùf héten der drier künege man, Hagen ez schriet ze stucken und stiez ez an die fluot: des hète michel wunder di recken küene unde guot. Aviu tuot ir daz, bruoder?' sprach dé Dancwart 5³ Wie sul wir komen übere, s6 wir di widervart riten von den Hiunen wider an den Rin?“. sit dò sagete in Hagene daz des künde niht gesin. 0 K 8 Do sprach der helt von Tronege ich tuon eg üf den wan, 6* ob wir an dirre reise deheinen zagen hän, der uns entrinnen welle durch zagellche nöt: der muoz an disem wäge doch ligen schameliche töt. Si fuorten mit in einen von Burgonden lant, 75 der was ein helt zen handen, Volkér was er genant: der redete spæheliche allen sinen muot. swaz ie begunde Hagene daz duht den videlore guot. Der Fibelunge Liet, 16 242— AVENI. Do des küneges kappelän daz schif zerhowen sach, 41 hin wider überz wazzer er ze Hagene sprach 333* ir morder ungetriuwer, waz heèt ich iu getän, daz ir mich äne schulde hie ertrenket woldet hàn? Des antwurt im Hagene nu lät die rede wesen. 2* mir jist leit üf mine triuwe daz ir sit genesen hie vor minen handen, daz wigzet àne spot. de sprach der arme kappelän des wil ich immer loben got. Ich fürht iuch nu vil kleine, des sult ir sicher sin.* nu vart ir zuo den Hiunen: s6 wil ich an den Rin. got enlàz iuch nimmer ze dem Rine wider komen: des wünsch ich iu vil sere. ir hét mir nàch den lip benomen. Do sprach der künec Gunther zuo sinem kappelän 4 ez wirt iu wol gebüezet swaz iu hàt getän Hagen in sinem zorne, und kum ich an den Rin wider mit minem lebene, des sult ir àne angest sin. Vart wider heim ze lande, wan ez muoz nu sin. 33 ich enbiute minen dienest der lieben frowen min und andern minen mägen, als ich von rehte sol: ir saget in liebiu mære, daz wir noch alle varen wol. I ros bereitet wären, di soumer wol geladen. 6 si hèten an der verte noch deheinen schaden genomen, der si müete, wan des küneges kappelän: der muose uf sinen füegen hin wider zuo dem Rine gan. VII. I XXVI AVENTIURE WIE SILMIT ELSEN UND GELPFRATEN STRITEN UND WIE 4 IN DO GELANC. Do à nu wol gesunde kömen üf den sant, 14 der künec begunde vrägen wer sol uns durch daz lant di rehten wege wisen, dag wir niht vervarn?“ dò sprach der küene Volkeér daz sol ich eine wol bewarn- Nu enthaltet iuch,-sprach Hagene- ritter unde kneht, 2⸗ und engähet niht 2e sere: daz dunket mich reht. vil ungefüegiu mære diu tuon ich iu bekant: wir enkumen nimmer mere wider heim in unser lant. Daz sageten mir zwei merewip hiute morgen fruo, 3* wir enkoemen nimmer widere: nu rät ich, waz man tuo; 0 dag ir iuch waͤfent, helde, und ze strit iuch wol bewart U-Wir han hie starke finde-, daz ir gewerliche vart. 1 Ich wände an lügene fünde diu wisen waggerwip. 4* si jahen dag besunder, dag unser deheines Iip wider ze lande koœme niwan der kappelan: dar umb ich in söé gerne hiut ertrenket wolde hän. Do flugen disiu mære von schare bag ze schar: 9 des wurden snelle helde vor leide missevar, dò si begunden sorgen uf den grimmen töt an dirre hovereise: des gie si werlichen nöt. 16* 244— AVENI. Da 2e Möoringen si wären über komen, 1 da dem Elsen vergen der lip was benomen. dé sprach aber Hagene sit daz ich vinde hàn an dirre vart erworben, wir werden sicherlich bestän. Ich sluoc der herren vergen hiute morgen fruo: 2 si wizzen wol diu mæœre. nu grifet balde zuo, ob Else unde Gelpfrat noch hiute hie besté unser ingesinde, daz ez in schedelich ergé. Ich erkenne si s6 küene, ez wirdet niht verlän. 3 diu ros diu sult ir lazen deste sanfter gän, daz des iemen wene, wir vliehen üf den wegen. 3 des ràtes suln wir volgen. sprach daà vil maneger kũener degen. Wer sol nu daz gesinde wisen über lant?“ 4 si sprächen daz tuo Volker · dem sint hie wol bekant stige unde strage- der küene spileman. dag manz gespræche, dòé sah man wol gewäfent stan Den snellen videlære. den helm er üf gebant, 8 in hérlicher varwe was al sin wiegewant; er bant ouch zeime scafte ein zeichen, daz was röt. sit kom er mit den künegen in eine grœgliche nöt. Do vas töt des vergen nu Gelpfrate komen 6 mit eime wären mære: dò hèt ez ouch vernomen sin bruoder Else. ez was in beiden leit: si sanden näch ir degenen; die wären schiere bereit. In vil kurzen ziten, als wir vernomen hän, 4 sah man zuo zin riten die héten scaden getàn in starkem urliuge, vil ungefüegiu ser: der köõmen Gelpfrate wol siben hundert oder mer. rffat undTar E80 NVI.— 2 Do si ir grimmen vinden begunden riten näch, jà leiten si ir herren. den was ein teil ze gäch näch den küenen gesten: si wolden anden zorn. des wart der herren friunde sider mére verlorn. Do hèt der wise Hagene wol gefüeget daz: wie möhte siner friunde ein helt gehüeten baz9 er pflac der nächhuote mit sehzec siner man, und Dancwart siner bruoder: daz was vil wislich getän. In vwas des tages zerunnen: des héten si niht meér. er vorht an sinen friunden leit unde sér: si riten under schilden durch der Beyer lant. dar nach in kurzen stunden die helde wurden Angerant. Beidenthalp der stràazen und hinden vaste nàch huofslege si hörten: dem volke was ze gäch. dò sprach der küene Dancwart man wil hie uns bestän. nu binden uf die helme: daz ist rætlich getän. Si hielten ab ir verte, als eʒ dò muose sin. si sähen in der vinster der liehten helme schin. done wolde Hagene niht langer si verdagen: Ver jagt uns uf der strage?ꝰ daz muos im Gelpfrät do sagen. Do sprach der maregräve uzer Beyerlant Wir haben unsern vinden dà her näch gerant. ine weiz niht wer mir hiute minen vergen sluoc. der was ein helt zen handen: daz ist mir leide genuoc. Do sprach von Tronege Hagene wWas der verge din? der enwolde uns niht füeren. des ist diu schulde min: dé sluog ich dinen vergen. deiswär, des gie mir nõt: ich hete von dem degene vil näch gewunnen den tot. Ich böt im mine miete, golt silber und gewant, dag er uns über fuorte her in iwer lant. dag muote in harte sere; in zorne er mich dò sluoc mit einer starken schalten: vil wénec ich im dé vertruoc. Do kom ich zuo dem swerte und wert im sinen zorn mit einer starken wunden: dag bringe ich iu ze suone, dò giengez an ein striten: si wurden zornec gemuot. des wart der helt verlorn. swie iuch nu dunket guot. Ich wisteg wol,-sprach Gelpfrät- doò hie für gereit Gunther mit den sinen, daz uns geschæhe leit von Hagen übermüete. für des vergen ende nu ensol er niht genesen: sol er pfant hie wesen. Si neigten über schilde ze stiche diu starken sper, Gelpfràt unde Hagene: Else unde Dancwart ouch ze samne riten in vil höhem muote. in was zeinander ger. dà wart grimme dò gestriten. immer helde baz? hinder ors gesaz vor Gelpfrätes hant. dòõ wart im vallen bekant. Wie kunden sich versuochen von eime starken schafte Hagene der küene im brast dag fürbüege: der krach der schefte schal. der è dà was zetal Von ir ingesinde do erholt ouch sich dort Hagene, komen von der tjoste nider an daz gras: er woen unsanftes muotes wider Gelpfräte was. Wer in diu ros behielte, si wären von den sätelen Gelpfrät unde Hagene des hulfen ir gesellen: dag ist mir unbekant. komen uf den sant: ein ander liefen an. dà wart striten getän. Rle nold 8é Adten! XVVI. Swie krefteclichen Hagene zuo Gelpfräte spranc, 1 der edel maregràve des schildes hin im swanc wol gegen einer ellen: daz fiur dræte dan. des was vil näch erstorben des künec Gunthers man. Do begunder rüefen Dancwarten an 2 hilfä, lieber bruoder! jà hät mich bestän ein rehter helt zen handen: ern læt mich niht genesn- dò sprach der küene Dancwart des schol ich scheidæœre wesn. Do spranger dar vil balde und sluog im einen slac, 3 dà von der herre Gelpfrät vor im tôt gelac. Else wolde gerne rechen dé den man: sit muoser schedeliche mit den sinen kéren dan. Im vas erslagen der bruoder, selbe wart er wunt: 4 wol ahzec siner degene beliben an der stunt mit dem vil grimmen tõde. Else muose dan flühtecliche wenden. daz héten geste getän. Do die von Bayerlanden wichen üf dem wege, dòé hörte man noch hellen die vreislichen slege: dò jageten die von Tronege ir Manden näch. die eg niht engelten wäanden, den was allen ze gäch. Do sprach an ir vlühte Dancwart der degen 6* Wir suln wider kèren balde üf disen wegen, und läze wir si riten: si sind von bluote naz. gähe wir zen friunden: in triwen rät ich iu daz. Doe si hin wider kömen dà der strit was geschehen, 78 dò sprach der küene Hagene helde, ir sult besehen, wes uns hie gebreste oder wen wir hän verlorn in disem herten strite durh den Gelpfràdes 20rn. AVENI. Si höten vloren viere: daz liegens alsé sin. 1* eg was wol vergolten mit wunden under in den von Beyerlanden: si liezen hundert tôt. des waren den von Tronege ir schilde trüebe unde röt. Ein teil schein àz den wolken des liehten mänen brehen: 2“ dé sprach aber Hagene niemen sol verjehen den minen lieben herren, waz wir hie hän getän: man sol si àne sorgen unze morgen riten làn.' Do si dà näch in köõmen di dort striten é, 3³ dòé tet dem ingesinde diu müede starke wWé: 4 5 wi lange sul wir riten?“ des vräget manèc man. dè sprach der küene Dancwart vir mugen niht herberge hàn: Ir müezet alle riten unz daz eʒ werde tac. 4 Volker der küene, der des vanen pflac, bat den marschalc vrägen waä sul wir hinte sin, dà gerasten unser mœrèe und ouch di lieben herren min?“ Do sprach der küene Dancwart ine kans iu niht gesagen. 55 wir enmugen niht geruowen, E eg beginne tagen: swä wirz danne vinden sò ligen in ein gras. dò si dag vernaàmen Wi leit in etelichen was! Si beliben unvermeldet des heizen bluotes röt, 6* unz daz diu sunne ir liehtez schinen böôt dem morgen über berge. dò daz der künec gesach, daz si gestriten hèten, der helt vil zorneclichen sprach: Wi nu, friunt Hagene? iu wen versmähet dag, daz ich bi iu vhrEe, da iu di ringe naz sus wurden von dem bluote. wer hät iu dazʒ getàn?“ er sprach daz tet Gelpfràt: der hèt uns nehten bestän. Derede Uem wat Aymle 015 P ouch näch f f dlN XXVI.— 2 Durch den sinen vergen wir wurden an gerant. 15 da sluoc Gelpfräten mines bruoder hant: sit entran uns Else: des twang in michel nöt. in hundert und uns viere beliben in dem strite töt- Wir enkunnen niht bescheiden, war si sich leiten nider. 2“ al die lantliute erfunden eg wol sider, daz 2e hove füeren der edeln Uoten kint: si wurden wol enpfangen dà ze Pazzowe sint. Der edeln fürsten heim, der bischof Pilgrin, 3* dem wart vil wol ze muote, dò er di neven sin sach mit sò vil der recken kumen in daz lant. daz er si gerne sche, daz wart in schiere bekant. Si wurden wol enpfangen von vriunden üf den wegen. 4“ dà 2e Pazgouwe kunde er si niht gelegen: si muosen überg wagzer, dä si funden velt: dà sluogen uf die knehte manege hütten und gezelt. Si muosen dà beliben allen einen tac 504 und ouch di naht mit vollen. wi schône man ir pflac! dar nàch si muosen riten in Rüedegeres lant. dem kàmen ouch diu mære: daz was im liebe bekant. Do ai wegemüeden ruowe genämen, 6* unde si dem lande näher bequàmen, si funden üf der marke slàfende einen man, dem von Tronege Hagene sin starkeg wafen an gewan. Eckewart was geheigen der selbe ritter guot: 1 er gewan dar umbe vil trüregen muot, daz er verlös sin wàfen von der helde vart. di marke Rüedegéres fundens übele bewart. AVENI. II. 0 ve mir dirre schande!'-sprach dé Eckewart- 14 WMgneh jà riwet mich vil se're der Burgonden vart. Sit ich verlös Sifride, sit was min freud zergän. owe, herre Rüedegeér, wi ich wider dich geworben hän!“ umic Hagene vil wol hörte: sorge im klagen geböt. er gab im wider sin wafen und sehs pouge röt: di habe dir, helt, ze minnen, daz du min friunt stst: du bist ein degen küene, swie eine du üf der marke list.“ Got lôn iu iwer gäbe“'-sprach dò Eckewart- 30 doch riwet mich vil sére zen Hiunen iwer vart. ir sluoget Stfriden: man ist iu hie gehag. daz ir iuch wol behüetet, in triwen rät ich iu daz.“ 5 + 8 4 Nu müeze uns got behüeten! sprach dé Hagene- 4“ Wwir hän an disen ziten niht mè zue tragene niwan wa mine herren noch hinte mügen hän nahtselde in disem lande, dà si geruowen und ir man. Diu ros sint uns vermüedet uf den verren wegen, 5 und der spise zerunnen:— sprach Hagene der degen- wir findens ninder veile. uns were wirtes nöt, der uns noch hinte gebe durch sine milte sin brét. Des antwurt im dò Eckewart ich zeig iu einen wirt, 6* daz ir ze hüse selten s6 wol bekomen birt Ee in deheinem vremden lande, als iu hie mac geschehen, ob ir vil snelle degene wellet Rüedegéren sehen. Der sizet bi der stràze und ist der beste wirt, 7 der ie kom ze huse: sin herze tugende birt, alsé der liehte meie daz gras mit bluomen tuot. 86 er sol helden dienen, sò ist er vrœlich gemuot- XXVI. Do sprach der künec Gunther welt ir min bote sin, 4* ob uns welle enthalten durch den willen min der maregràve Rüedeger, unser mäge und unser man?ꝰ daz wil ich immer dienen mit triwen sé ich beste kan- Der bote bin ich gerne“ sprach dé Eckewart. 2* in vil guotem willen huob er sich an di vart, und sagete Rüedegére, wen er héte geschen, und ouch Götlinde: dòé was in liebe geschehen. Man sah ze Bechelären gähen einen degen: 37* selbe erkande in Rüedegèr. er sprach uf disen wegen dort her gähet Eckewart, ein Kriemhilde man- er wände daz die vinde im héten etewag getän. Do gie er für die porte, dà er den boten vant: 4 dag swert er von im gurte und leit eg von der hant. er sprach zuo dem degene waz habt ir vernomen, daz ir alsé sère gähet? haàt uns iemen iht genomen d' Uns hät geschadet niemen.“- sprach Eckewart zehant- 5 mich habent dri künege her zuo ziu gesant, Gunther von Burgonden, Giselher und Gèrnöt: der recken ieslicher iju sinen dienest her enbét. Daz selbe tuot her Hagene, und ouch Volkeér, 6 ir dienest willecliche. noch sage ich iu mer, dag iu des küneges marschale Dancwart daz enböt, dag den guoten degenen weer iwer herberge nöt- Mit lachendem munde sprach dò Rüedegér 7 nu wol mich dirre mære, daz die künege hér miner herberge ruochent: diu wirt in niht verseit. koment si mir ze hüse, mit dienste bin ich in bereit.“ ˖ PPP — AVENT. lll. Iuch hät des küneges marschale heigen wizzen län, wen ir ze herbergen noch hinte müezet hàn: sehzec küener recken und tüsent ritter guot, und niun tüsent knehte.“ dò wart er vrœlich gemuot. 80 wol mich dirre geste,-sprach dé Rüedegér- 2 daʒ mir koment ze huse die recken alsò hér, den ieh noch vil selten iht gedienet hàn. nu riten in begegene mine màäge unde man. 114 Von gähen zuo den rossen huop sich dà michel nôt 3 von rittern und von knehten. der wirt dé gebòt den sinen ambtliuten: si schuofenz deste baz. noch enwistes niht frou Götelint, diu in ir kemenäten saz. Do.gie der maregràve dà er die frowen vant, 4 Wüdern sin wip und sine tohter. dò sagter in zehant Wigere diu vil lieben mæœre, diu er héte vernomen, eken daz ir frowen brüeder ir ze hüse solden komen. Vil liebiu triutinne,-sprach dé Rüedeger- 5 ir sult vil wol enpfähen die edeln künege her, 86 si mit ir gesinde für iuch ze hove gàn: ir sult ouch schene grüezen Hagenen Gunthers man. Mit in kumt ouch einer, der heiget Dancwart: 6 der ander heizet Volkèr, an zühten wol bewart. die sehse sult ir küssen, ir und diu tohter min, und sult ouch bi den degenen in zühten grœzliche sin. Daz lobten dòé die frouwen und wärens vil bereit. 7 00 si suohten dz den kisten diu maneger hande Kleit, dar inne si begegene den recken wolden gàn. dà wart vil michel vligen von schœnen frouwen getän. XXVII. XXVII AVENTIURE WIE DERMARCGRAVE DIE KUNEOE MIIT IR RECKEN IN SIN 9 HUS ENPFIE, UND WIER IR SIT PFLAC. In solhen unmuozen suln wir die frowen län. 1 hie wart vil michel gahen über velt getan von Rüedegères friunden dâ man die geste vant: si wurden wol enpfangen in des maregräven lant. züedegér der snelle, wie vrclich er sprach sit willekomen, ir herren, und ouch iwer man 8 hie in disem lande. wie gern ih iuch gesehn hän!“ Do si der maregràve zuo zim komen sach, Do dancten im die recken mit triwen àne haz. 3 55 daz er in w illec were, vil wol erzeicter daz. sunder gruozter Hagenen; den hèt er& bekant: sam tet er Volkèren, den helt von Burgonden lant. N Do Sprach zem maregràven Dancwart der degen 4 sit ir uns welt beruochen, wer sol uns danne Pflegen des unsern ingesindes von Wormez über Rin?' dò sprach der maregràve die angest sult ir làzen sin. Es wirdet wol behalden, swaz ir in dag lant 5 habt mit iu gefüeret, ros silber und gewant: dem schaffe ich solhe huote, dag sin wirt niht verlorn, dag iu ze schaden bringe gegen einem halben sporn. 0 Spannet uf ir knehte die hütten an daz velt: swaz ir hie verlieset, des wil ich wesen gelt; und zichet abe die zöume, diu ros diu làzget gàn. daz heét in wirt deheiner daà vor vil selten getän. Des freuten sich die geste. dò daz geschaffen was, die herren riten dannen. sich leiten in daz gras über al die knehte: si héten guot gemach. ich wen in an der verte nie s6 sanfte geschach. Nu was diu maregràvinne für daz tor gegàn mit ir vil schœnen tohter. dò sah man bi ir stàn die minneclichen frouwen und manege schœne meit: die truogen vil der bouge und ouch die hérlichen Eleit. Daz edele gesteine verre lühte dan üz ir vil richen wæte: si wären wol getän. dé kõmen ouch die recken und erbeigten sà ze hant. hey, waz man grôzer zühte an den Burgonden vant! Sehs und drizec meide und ander manec wip, den was ze wunsche schene und minneclich der Iip: die giengen in engegene und wolden si enpfän. dà wart ein schœne grüezen von den frouwen getän. Diu junge maregràvinne kuste die künege dri: alsam tet ir muoter. daà stuont ouch Hagen bl. den bat ir vater küssen: dò blicte si in an: er dühte si ss gremlich, daz sig gerne héte län. Doch muoste si dé leisten daz ir der wirt gebôt: gemischet wart ir varwe, bleich unde röt. si kuste ouch Dancwarten, dar nàch den spileman: durch sines Iibes ellen wart im daz grüezen getän. AVENT. XXVII.— 255 Diu junge marcgrävinne nam dô bt der hant 1 Giselhern den recken von Burgonden lant: alsam tet ir muoter Gunthern den küenen man. Gérnéten fuorte Rüedeger mit in minneelichen dan. In der schœnen bürge stuont ein Witer sal: 2 ritter unde frouwen gesäzen dd zetal. do hiez man balde schenken den gesten guoten WIn. ez endorften nimmer helede gehandelt gũetlicher sin. NMit lieben ougenblicken wart vil gesehn an 3 diu Rüedegéres tohter: diu was 86 wolgetaàn, ja trütes in dem herzen vil manec ritter guot. daʒ kunde ouch si verdienen: si was vil hohe gemuot. Si gedähten swes si wolden; es enmoht ab niht geschehn. 4 an mägede und ouch an frouwen wart dâ vil gesehn, für unde widere, wande ir saz dd genuoc. der edel videlere dem wirte holden willen truoc. Nach gewonheite dòé schieden si sich dd. ritter unde frouwen die giengen anderswä. dòé rihte man die tische in dem sale wit: den vil lieben gesten man diente willecliche St. Durch der geste liebe hin ze tische gie 6 niwan diu maregràvinne: ir tohter si dò lie beliben bi den kinden, dä si von rehte saz. daz si ir niht ensähen, die geste müete sére daz. Do si mit freuden héten gegegzen überal, 7 do wiste man die schœnen wider in den sal. gämelicher sprüche der wart dà niht verdeit: der reit vil dà Volker, ein degen küen und gemeit. 608 256 AṼENI. Do sprach offenliche der tiure spileman 1 vil richer maregràve, got hät an iu getàn vil genædecliche, daz er iu hàt gegeben ein wip sé rehte schœne, dar zuo ein wünneclicheg lebn. Ob ich ein fürste wore, sprach aber der spileman- 2 zund solde ich tragen krone, ze wibe wolde ich hàn die iwern schœnen tohter, des woenet mir der muot: diu ist minneclich ze sehene, dar zuo edel unde guot. Do sprach der maregràve wie möhte daz gesin, I daz immer künec gegerte der lieben tohter min? wir sin beide ellende, ich und ouch min wip, und haben niht ze gebene: waz hilfet danne ir schœner lip?ꝰ Do sprach der herre Gérnõt ir sult die rede làn: 4 und solde ich triutinne näch mime willen hän, ane guot ze wibe weer ich ir immer vré.“ des antwurte Hagene vil harte minneclichen dé: Nu sol doch her Giselher min herre nemen vip: eg ist s6 höher mäge der marcgràvinne lip, daz wir ir dienten gerne, ich und ander iwer man, und soldes under krone dà zen Burgonden gän.' Diu rede Rüedegéren von in dühte guot, 6 und ouch die maregrävinnè: jà freutez in den muot. nnie sit truogen an die helde, daz si ze wibe nam Giselher der edele, wandez in beiden wol gezam. Swaz sich sol gefüegen, wer mae daz understén? 7 man bat die juncfrouwen hin ze hove gen: dòé swuor man im ze gebene daz wünnecliche kint, ouch lobt er ze nemene die vil minnecliche sint. XXVII. Man beschiet der junefrouwen bürge unde lant: 1 des sichert dà mit eiden des richen küneges hant, und Gèrnòôt der herre, daz würde daz getän. do sprach der marcgràve stt ich der lande niht enhän, Sone làt iu niht versmähen min ellendes solt: 2 ich gibe zuo miner tohter silber unde golt, swag zwei hundert mœre meiste mügen getragen. le gut diu rede muoste den degenen beidenthalben wol behagen. R sten die minneclichen. manec sneller jüngeline in gezweietem muote ir ze gegene stuont: si gedähten in ir sinne, sô noch die tumben dicke tuont. Do man begunde vrägen die minneclichen meit, ob si den recken wolde, ein teil was ez ir leit, und dähte doch ze nemene den wertlichen man: si schamte sich der vräge, sò manec maget hät getän. Ir rünte ir vater Rüedeger, daz si sprœche jà 5 und in vil gerne næme: vil schiere was dò daà mit sinen wigen handen der si dé umbesléz, Giselher der junge. wie lützel si des sit genòôz! Do sprach der maregràve ir edeln künege rich, 6 als ir nu wider wendet- daz ist gewonlich⸗ heim zuo ziuren landen, sé gib ich iu min kint, daz ir si mit iu füeret.“ daz gelobten sie sint. Swaz man dâ schalles hörte, den muosen si doch làn: 7 man hiez die juncfrouwen zir kemenäàten gan, und ouch die geste släfen: si erbiten an den tac. dò bereite man die spise: der wirt ir minneclichen pflac. 17 Der Nibelunge Liet. 5 Nach gewonheite man hiez an einen rinc 3 *.„„„%..ö——— Do si nu getzen heten und wolden dannen varn gein der Hiunen landen, daz heig ich wol bewarn:“ -sbrach der wirt vil edele- ir sult noch hie bestäàn; wande ich sé lieber geste selten her gewunnen hän. Des antwurte Dancwart wa nemet ir die spise, daz so manegem manne were hie bereit?“ de daz der wirt gehörte, eg was im äne malze leit. Do sprach der maregràve diu rede ist àne nòt: win unde brôt gobe ich iu völleclichen mit den, die ir noch hie hät. des ist deheinerslahte ràt.“ 2ze vierzehen nehten ir müezet hie beliben: Swie vil si dannen gerten, unz an den vierden morgen. daz verre wart geseit: von des wirtes milte, er gap den sinen gesten beidiu wäfen unde Kleit. Ez mohte wern niht langer, si muosen dannen varn. Rüedegeèr der kcunde vil wènec iht gesparn swes jemen gerte nemen, ez muose in allen gezemen. von der sinen milte. daz versagt er niemen: Daz edel ingesinde brähte für daz tor dõ warte ouch in dà vor die truogen schilde enhant, nider in der Hiunen lant. gesatelt vil der rosse. vil der guoten recken: wande si riten wolden Der wirt dé sine gäbe e daz die edeln geste kœmen für den sal. er kunde miltechiche mit grôgen éèren lebn: die sine schœnen tohter die hét er Giselher gegebn. ane mages niht gesin daz brôt und ouch den win, si muosen dãà bestàn dé wart ouch dà getän VIII. D0 l da5 0 Spier u d0 feie Dögab, XXVII. Do gab er Gunthere, dem helde lobelſch, daz wol truoe mit èren der edel künee rich, swier nie gäbe enpfienge, ein wäfenlich gewant: dò neie der fürste hère des milten Rüedegòres hant. Do gab er Gérnòte ein wafen guot genuoc, dag er sit in stüérmen vil herhichen truoc: der gäbe im vil wol gunde des maregràven Wip. dà von der guote Rüedeger muose vliesen sit den Iip. Do vot diu maregràvinne Hagen ir gabe alsam mit bete minnecliche, sit si der künec nam, dag er àne ir stiure zuo der hõchgeatt varn niene solde: der helt gelobt ez àne strit. Alles des ich ie gesach, sprach dò Hagene- sone gerte ich niht mére nu ze habene, niwan jenes schildes, der dort hanget an der want: den wolde ich gerne füeren mit mir in der Hiunen lant. Do diu marcgràvinne Hagen bete vernam, ez mante si ir leide: weinen si gezam. do gedähte si vil tiure an Nuodunges töt: den hét erslagen Witege. des twanc si jæmerlichiu nöt. Si sprach zuo dem degene den schilt wil ich iu geben. dag wolde got von himele, daz er noh solde leben, der in dà truog enhende: der lag in sturme tôt. 8 0„ den muoz ich immer weinen: des gät mir armen wibe nöt. Diu edel maregrävinne von ir sedele gie; bi dem schiltvegzzel si den schilt gevie: do brähte si in Hagene, si selbe mit ir hant. diu gabe was mit èren an den recken gewant. 17 7 Ein hulft von liehtem pfelle begzer schilt deheinen belühte nie der tac: von edelem gesteine, swers ze koufen héète gegert ob siner varwe. lac. oder in veile hète, er was wol tüsent marke wert. Den schilt hiez doe Hagene von im tragen dan. de kom sin bruoder Dancwart hin ze hove gegän: dem gap vil richiu kleider des maregràven kint, diu er dâ zen Hiunen truoe vil hérlichen sint. Alleg daz der gäbe von in dà wart genomen, in ir deheines hende wer ir niht bekomen, wan durch des wirtes liebe, derz in sò schòne erböt. sit wurdens im sò vient, daz si in muosen slahen töt. Volker der snelle mit siner videlen dan kom gezogenliche für Götelinde stän. er videlt süege deene und sang ir siniu liet: da mite nam er urloup, dò er von Becheläàren sciet. Ir hiez diu maregrävinne eine lade tragen. von friuntlicher gabe muget ir nu hœren sagen. dar uz si nam sehs pouge, und spiens im an die hant: die sult ir füeren, Volkér, von mir in der Hiunen lant. Und sult durch minen willen si dà ze hove tragen, swenne ir wider wendet, daz man mir müge sagen wie ir mir habt gedienet dà zer hôchgezit.“ des si zem recken gerte, vil wol gewert er sies Stt. Do sprach der wirt zen gesten ir sult dest sanfter varn: ich wil iuch selbe leiten und heizen wol bewarn, daʒ man iu uf der stràzen nem deheiniu pfant. ich sol iuch selbe leiten in daz Ezelen lant. 260— AVENT. 8¹ 7 WVIIII. Der w 1 1086 in Irck der de Uit kus llo tet nt umb l45 mud ilvens 1 I dicde len Frele lie M 08lt d ir homer XXVII. Der wirt wart wol bereitet mit fünf hundert man 1 2e rossen und ze kleidern: die fuort er mit im dan in vrœlichem muote zuo der hôchgeztt, der deheiner nimmer mére kom ze Bechelären sit. Mit kusse minnecliche der wirt dõ dannen schiet; 2 alsò tet ouch Giselher, als im diu liebe riet: mit umbesloggen armen si truten schęniu wip. dag muose sit bewäinen vil maneger junofrowen lip. Vil venster wart entslozzen und wit üf getän: 3 der wirt mit sinen mannen zen rossen wolde gan. in wen ir herzen sageten diu krefteclichen ser, dag si der lieben friunde dar nach geschen nimmer meér. dé weinten äne mäge vil frowen und maneèc meit. doch riten si mit freuden nider über sant 2e tal bi Tuonouwe unz in daz hiunische lant. Näch ir lieben friunden genuoge héten leit: 4 Do sprach zen Burgonden der ritter unverzaget, 5 KRüedeger der edele jä suln niht sin verdaget Ezeln disiu mære, daz wir zen Hiunen komen, und ouch mine frouwen: sine häànt sé liebes niht vernomen.“ 1 Ze tal durch Oesteriche vil manec bote reit: 6 den liuten allenthalben wart daz wol geseit, daz die herren kemen von Wormez über Rin. dem Ezelen ingesinde kunde lieber niht gesin. Die boten für strichen mit disen mæœren: daz die Nibelunge zen Hiunen wæren: du solt si wol enpfähen, Kriemhilt, frowe min: dir koment näch grôzen èren her die stolzen brüeder din. — 26 AVENT. Do diu küneginne vernam diu mære, 1 ir begunde entwichen ein teil ir swore: von ir vater lande kom ir vil manec man, dà von der künec Ezele vil manegen jàmer sit gewan. Si gedähte tougenliche noch möhte es werden rät. 2 der mich an minen freuden alséò gepfendet hät, mag ich daz gefüegen, ez sol im leide ergàn 2e dirre höchgezite: des ich vil guoten willen hän. Ich solz alsé schaffen, daz min räche ergé 3 in dirre höchgezite, swiez dar nach gesté, 34 15 an sinem argen libe, der mir hät benomen vil der minen wünne: des sol ich nu ze gelte komen. XXVIIIL AVENTIURE WIE DIE NIBELUNGE ZE EZELN BURGE KOMEN, UND WIE SI DAENPFANGENWURDEN. Do adie Nibelunge kömen in daz lant, 4 dé vriescheʒ von Berne meister Hildebrant: er sagtez sime herren: ez was im grimme leit: er bat in wol enpfähen die küenen ritter gemeit. Do hiez der starke Wolfhart bringen in diu mare: 5 dò reit mit Dietriche vil manec recke stare, da si se enpfähen wolden, zuo zin an daz velt: dà hétens üf gebunden vil manec hérlich gezelt. W XVVIII. Do si von Tronege Hagene verrest komen sach, zuo den sinen herren der helt vil balde sprach nu sult ir snellen degene von dem sedele stàn, und gét in hin begegene, die iuch hie wellent enpfan. Dort kumt her ein gesinde, daz ist mir wol bekant: 2 ez sint vil snelle degene von Amelunge lant:* die füeret der von Berne. si sint vil höchgemuot. ir sultz in wol erbieten: daz ràt ich., sprach der degen guot. Do stuonden von den rossen- daz was vil michel reht- 3 nider mit Dietriche manec ritter unde kneht. si giengen zuo den gesten dà man die helede vant: te hu si gruozten minnecliche die von Buregonden lant. Do si der herre Dietrich zuo zin komen sach, 4 beide liebe unde leide im dar an geschach. er weste wol diu mære: ir reise was im leit. 5˙ er wande, ez weste Rüedegér, daz erz hète in geseit. Sit willekomen, her Gunther, Gérnét und Giselher, 5 Hagen unde Dancwart: sam si ouch Volker, und alleg iwr gedigene. den Sivrides töt weinet min frou Kriemhilt noch dicke in angestlicher nöt. Si mac vil geweinen? sprach dòé Hagene- 6 er lit vor manegem jàre ze töde erslagene. den künec von den Hiunen, den si genomen haät, den sol si nu minnen: Sivrit sös gàhes niht erstàt. Töt des küenen recken làzen wir nu stèn. 7 sol lebn min frou Kriemhilt, noch mac schade ergen: s6 redete von Berne der herre Dieterich- tröst der Nibelunge, dà vor behüete du dich- Wie sol ich mich behüeten?“ Ezel uns boten sande dag wir zuo zim kæmen her in siniu lant: ouch hät uns unser swester nu bitet iu diu mœre den herren Dietrichen daz si iuch làzen wigzen Dé giengen sunder sprächen 6 wil ich iu wol räten:“ 26 AVENT. -sprach der künec hér- -Wes sol ich vrägen mér?- baz se sagene aller triuwen gemant.“ sprach dò Hagene- und sine helde guot, der frowen Kriemhilde muot. die dri künege rich, Gunther unde Gérnõôt und ouch her Dietrich. nu sage uns, von Berne 8 8„ wie dir 8d gewizzen Do sprach der vogt von Berne Waz sol ic wan alle morgen früeje hœre ich vil jæmerliche dem richen got von himele Ez ist et unerwendet, vil edel ritter guot, der frowen Kriemhilde muotꝰ“ u mére sagen? weinen unde klagen dag Ezeln wip des starken Sivrides Iip. -sprach dò der spileman, Volker der vil küene- daz wir vernomen hän. wir suln ze hove riten, Waz uns snellen degenen m und suln daz besehn, ge zen Hiunen geschehn.“ Die küenen Burgonden hin ze hove riten: si kõmen herrenliche umbe Hagenen von Tronege, Durch daz man saget mære daz er von Niderlanden sterkest aller recken näch ir landes siten. dò wundert dà zen Hiunen Sivriden sluoc, den Kriemhilde man: des wart michel vragen ze hove näch Hagenen getän. vil manegen küenen man wie der wære getän. -des was im genuoc- 1 4 XXVVIII. Der helt was wol gewahsen, daz ist al wär: 1 gröz was er zen brüsten, gemischet was sin har mit einer grisen varwe; diu bein im wären lane, und eyslich sin gesihene: er héte hérlichen gane. Do hiez man herbergen vil manegen küenen man. 2 daz gesinde von dem Rine wart gesundert dan: dag riet diu küneginne, diu in argen willen truoc. dà von man sit die knehte an der herberge Ssluoc. Dancwart, Hagenen bruoder, der was marschalch: 3 der künec im sin gesinde vil vligechich bevalch, daz er ir vollecliche mit spise solde pflegen. dag tet do willecliche mit triwen der vil küene degen. Kriemhilt diu küneginne mit ir gesinde gie 4 dà si die Nibelunge in valschem muote enpfie: si kuste Giselheren und nam in bi der hant. dò dag gesach Hagene, den helm er vaster gebant. Naͤch sus getänem gruoze“ sprach dé Hagene- 5 mugen sich bedenken wol snelle degene: man grüezet sunderlingen die fürsten und ir man. wir han niht guoter reise zuo dirre höchgezite getän,- Nu sit'-sprach si- willekomen, swer iuch gerne siht: 6 durch iwer selbes friuntschaft engrüeze ich iuch niht. nu sagt, waz ir mir bringet von Wormez über Rin, dar umbe ir mir s6 gröge soldet willekomen sin.“ Heét ich gewist diu mære“-sprach dòé Hagene- 7 daz iu gabe bringen solden degene, ich wære wol s6 riche, hét ich mihs baz. verdäht, dag ich iu mine gäbe her zen Hiunen héte bräht.“ 266— AVENT. Nu sult ir mich der mære meére wigzen làn: 1 hort der Nibelunge war habt ir den getän? der was idoch min eigen, daz ist iu wol bekant: den solt ir mir gefüeret hàn her in Ezelen lant.“ Entriwen, min frou Kriemhilt, des ist vil manec tac, 2 deich hort der Nibelunge niene gepflac: den hiezen mine herren senken in den Rin. da muoz er wetliche unz an daz jungeste sin. Do sprach diu küneginne ich häns ouch è gedäht.. mir ist sin harte kleine noch her ze lande bräht, swi er min eigen were und ich sin wilen pflac. näch im und sime herren hän ich vil manegen leiden tac. Daz ist verlorn arebeit:- sprach aber Hagene- 4 vVie möhte ich iu iht bringen? ich hän vil ze tragene an halsperge und an schilte, an mime helme lieht, diz swert an miner hende: des enbringe ich iu nieht.“ Jane rede ihz niht darumbe, deich mére goldes ger; 5 ich häns s6 vil ze gebene, deich iwer gabe enber: ein mort und zwène roube, die mir sint genomen, des möhte ich vil arme noch ze liebem gelte komen.“ Diu frowe hiez dé künden den recken überal, 6 dag niemen tragen solde dehein wäafen in den sal: ir helde, ir sult mirs üf geben, ich sol si behalten län. Iullck er ꝛentriwen,-sprach dò Hagene- dag wirdet nimmer getän. Jane ger ich niht der èren, fürsten wine milt, 65 daz ir zen herbergen trüeget minen schilt und ander min gewoefen: ir sit ein künegin. dag enlerte mich min vater niht; ich wil selbe kameròre sin. XVVIII.— 267— Ows mir der leide!'-sprach dé Kriemhilt- 1 War umbe wil min bruoder und Hagen sinen schilt von in niht tragen lazen? si sint gewarnöt: und wesse ich wer ez tæte, ich riet im immer stnen töt“ Des antwort in zorne der herre Dietrich. 2 ich binz der hät gewarnet die edeln fürsten rich und Hagenen den starken, den Buregonden man. nu zuo, välendinne: du solt mihs niht geniezen län. Des schamte sich vil sere dag Ezelen wip: 3 si vorhte bitterliche den Dietriches Iip. do gie si von in dannen, daz si niht mére ensprach, wan dag si swinde blicke an ir viande sach. Br henden sich de viengen zweéne degene: 4 daz eine was her Dietrich, daz ander Hagene. dé sprach gezogenliche der recke vil gemeit dag iwer komen zen Hiunen daz jist mir grozlichen leit. Do stuonden bi ein ander die recken lobelich, 5 Hagene von Tronege und ouch her Dietrich in grözen zühten manegen, die ritter wolgetän. dag sach der künec Ezele: dar umbe er vràgen dô began. cI Diu mere ich wiste gerne,-sprach der künec rich- 6 Wer jener recke wære, den dort her Dietrich 86 friuntlich enpfœhet? er treit vil höhen muot: swer sin vater wære, er mac wol sin ein helt guot.“ Des antwurtem künege ein Kriemhilde man 7 er ist geborn von Tronege: sin vater hiez Adriàn. swie blider hie gebärte, er ist ein grimmer man: ich làze iuch dag wol schouwen, daz ich gelogen niene hän. 268 AVENVI. Wie sol ich daz erkennen, daz er sò grimmec ist?“ W8„ noch dann er niht enwiste vil manegen argen list, den diu küneginne an ir friunden begie, dag si ir mit dem lebene niht einen dannen komen lie. Wol erkande ich Adriànen: der was min man. 2 lob und michel ère er hie bi mir gewan. ich machet in ze ritter und gab im min golt: Helche diu getriuwe was im inneclichen holt. 13 Dä von ich wol erkenne allez Hagenen sint. 3 eg wurden mine gisel zwei wertlichiu kint, er und von Späne Walther: die wuohsen hie ze man. Hagenen sande ich widere: Walther mit Hiltegunde entran. Er gedähte langer mære, diu wären è geschehn: 4 4 sinen friunt von Tronege den hét er reht ersehn, der im in siner jugende vil starken dienest böt. * sit frumter im in alter vil manegen lieben friunt tot. 0 TIU XXIX AVEI E WIE HAGENE UND VOLKER VOR KRIEMHILDE SAL SAZEN. Do schieden sich die zwene recken lobelich, 5 50 10 Hagen von Tronege und ouch her Dietrich: dò blickt über ahsel der Gunthers man näch einem hergesellen, den er vil schiere dò gewan. XXIX.— 209— Er sach den videlære bi Geselhere stén, Volkèrn den vil küenen: den bat er mit im gén; wander vil wol erkande den sinen grimmen muot. er was an allen tugenden ein ritter küen unde guot. Noch liezen si die herren ùfem hove stén. niwan si einen zwene di sach man dannen gen über den hof vil verre für ein palas wit: die ügerwelten beide vorhten niemannes nit. Si gesägen vor dem hùse gegen eime sal, der was Kriemhilde, uf eine banc zetal: dé Iühte in vor ir libe ir herlich gewant. genuoge die si sähen si héten gerne bekant. Alsam tyer diu wilden wurden gekapfet an die übermüeten helde von manegem Hiunen man. do ersach si durch ein venster daz Ezeln wip: des wart dò vil trüebe der frowen Kriemhilde lip. Ez mante si ir leide: weinen si began. des héte michel wunder die Ezeln man, waz ir sô snelle ertrüebet hèt ir höhen muot. si sprach daz hät Hagene, ir helde küene unde guot.“ Si sprachen frowe hére, wie ist daz geschehn? wir habn iuch niwliche sé fré gemuot gesehn: niemen ist sé6 küene, swerz iu hat getän, heizet irz uns rechen, ez sol im an sin lebn gän.' Daz wolde ich immer dienen, swer reche miniu leit: allez daz er wolde, des wer ich im bereit. ich biut mich iu ze füezen: sprach des küneges wip- rechet mich an Hagene, daz er verliese den Iip. AVENI. Do garten sich zehanden wol sehzec küener man 1 durch der frowen liebe: si wolden hin gàn und wolden slahen Hagenen, den vil küenen man, und ouch den videléere: daz wart mit rate getän. Do diu küneginne ir schar sò kleine sach, in eime grimmen muote si zen helden sprach des ir dà habt gedingen, des sult ir abe gàn: u0 jane durfet ir so ringe nimmer Hagenen bestän. Aun ſ 1354 Swie staro und swie küene der von Tronege si, 3 5 noch ist verre küener der im dũ sitzet bi, * 6 6 Volkeér der videlæœre: der ist ein übel man. jane sult ir die degene niht sé Iihte bestan.“ itlnite Do si daz gehérten, dé garte sich ir mer, 4 driu hundert sneller recken. diu küneginne her was des vil genœte, daz si geræche ir leit: iult dà von wart sit den degenen vil michel arebeit bereit. Do si nu wol gewäfent ir gesinde sach, 5 zuo den snellen degenen diu küneginne sprach nu bitet eine wile, ir sult noch stille stän: jà wil ich under kröne mit iu zuo minen vinden gän. Und hæœret itewige, waz mir hät getan 6 Hagen von Tronege, der Gunthers man: ich weig in wol s6 küenen, dag er mir lougent niht. 86 ist ouch mir unmære, swaz im darumbe geschiht. Do sach der videlære, ein vil küene man, 7 die edeln küneginne ab einer stiegen gän nider uz eime hüse. als er dag gesach, der vil vise recke zuo sime hergesellen sprach XXIX. Nu schowet, friunt Hagene, wä si her gät, 1 diu uns in untriuwen inz lant geladet hät: ich gesach mit küneginne nie sò manegen man, die swert enhende trüegen, alséò striteclichen gàn. Wigzet ir, friunt Hagene, daz si iu sin gehag, 2 86 rät ich iu mit triuwen, ir hüetet deste bag des Ubes und der è&ren: jà dunket eʒ mich guot. als ich mich versinne, si sint vil übele gemuot. 880 Und sint ouch sumeliche zen brüsten alsò wit: 3 swer sin selbes hüete, der tuo dag enzit: ich wen si under siden die vesten prünne tragen. waz si dà mite meinen, daz kan ich niemen gesagen.“ Do sprach in zornes muote der vil küene man 5 ich weiz wol daz ez alleg ist üf mich getän, dag si diu liehten wäfen tragent an der hant. vor den möhte ich geriten noch in der Burgonden lant. Nu saget mir, friunt Volkèr, welt ir mir gestän, 5 ob mit mir striten wellent die Kriemhilde man, dag làget ir mich hœren, als liebe als ich iu si: 91 ich won iu immer mere mit triwen dienstlichen bi. Ich hilf iu sicherlichen, sprach dé der spileman- 6 ob ich uns hie begegene sæhe enkünec gan mit allen sinen recken, die wile ich leben muoz s0 entwiche ich iu durch vorhte uz helfe nimmer einen fuoz. Nu lone jiu got vohimele, vil edel Volkér: 7 ob si mit mir striten, Wes bedorft ich danne mèr? sit ir mir helfen wellet, als ich vernomen hän, 5 8 5 sô suln dise degene vil gewerlichen gan. AVENI. 83 + l Nu stén wir von dem sedele:“ sprach dòé der spileman- 1 si ist ein küneginne, und làn si für gàan: bieten ir die ère, si ist ein edel wip; daà mit ist ouch getiuret an zühten unser beider Hp- Nein, durch mine liebe: sprach aber Hagene- 86 wolden lihte wenen dise degene, daz ihz durch vorhte tœte, und solde ich hin gan. ine wil durch ir deheinen nimmer von dem sedel stän. Jà zimt eg uns beiden zwäre lagen baz: zwiu solde ich den èren, der mir ist gehag? daz entuon ich nimmer die wil ich hàn den lip. jane ruoche ich waz mich hazzet des künec Ezeln wip Hagene der starke der leit über bein ein vil liehtez wäfen, uz des knopfe erschein ein vil liehter jaspes, grüener danne ein gras: wol erkandeg Kriemhilt, daz eg è Sivrides was. Do si daz swert erkande, des gie si michel nöt. sin gehilze daz was guldin, diu scheide porten röt. ez mante si ir leide: weinen si began. ich wenn ez hète Hagene ir ze reigen getän. Volker der vil küene zoch näher üf der bane einen videlbogen starken, michel unde lanc, gelich eime scarpfen swerte, vil lieht unde breit: dò sàgen unervorhten die zwéne degene gemeit. Nu dühten sich sö hére die zwène küene man, daz si niht enwolden von dem sedele stän durch deheine vorhte: des gie in an den fuog diu edel küneginne und böt in vintlichen gruoz. 5 XXIX. Si sprach nu sagt mir, Hagene, wer hät nach iu gesant, daz ir getorstet riten her in ditze lant zuo alsò starken leiden, und ich von iu hän? het ir rehte sinne, s6 hét irz pilliche län.“ Näch mir ensande niemen: sprach dé Hagene- man ladete her ze Iande drie degene: die heizent mine herren, sô bin ich ir man. deheiner hovereise bin ich vil selten ie bestän.“ Si sprach nu saget mir mére, warumbe tät ir daz, dag ir dag habt verdienet, daz ich iu bin gehaz? ir sluoget Styride, den minen lieben man: des ich unz an min ende immer gnuoc ze weinen hän. Wagz sol der rede mère?“-sprach er- ir ist genuoc: ich binz et aber Hagene, der Sivriden sluoc, einen helt ze sinen handen. wie sére er des engalt, daz diu frowe Kriemhilt die schœnen Prünhilde schalt! Ez ist et àne lougen, küneginne rich: ich han es alles schulde, des schaden schedelich. nu rechez swer der welle, ez si wip oder man: ih'n wolde danne liegen, ich hàn iu leides vil getän. Si sprach nu heœrt, ir recken, wä er mir lougent niht aller miner leide: swaz im dà von geschiht, daz sol mir sin unmære, ir Ezeln man.“ die übermüeten degene sähen vaste ein ander an. Sver den strit dà hüebe, s6 wore dà geschehn, daz man den zwein gesellen der éren müese jehn, wan siz in stürmen héten vil dicke wol getäàn. des sich jene vermäzen, durch vorhte muosen si dag lan. 18 Der Nibelunge Liet AVENT. Do sprach ein der recken wes seht ir mich an? *5 daz ich è dà lobte, des wil ich abe gän, durch niemannes gäbe verliesen minen lip: ja wil uns verleiten des künec Ezeln wip.“ Do sprach aber ein ander des selben hàn ich muot. der mir gebe türne von rôtem golde guot, disen videlære wolde ich niht bestän, durch sine swinde blicke, die ich an im gesehn hän. 135 Ouch erkenne ich Hagenen von sinen jungen tagen: 3 gen lihte mir gesagen. des mac man von dem rec in zwein und zweinzec stürmen hän ich in gesehn, dà vil maneger frouwen ist herzenleide geschehn. Er und der von- Spàne die tràten manegen stic, 4 dò si hie bi Ezelen vähten manegen wie zen eren dem künege. des ist von im vil geschehn: * dar umbe muoz man Hagene der èren wol von schulden jehen. Dannoch was der recke siner jàr ein kint: 5 dag dò die tumben wären, wie grise die nu sint! nu ist er komen ze witzen und ist ein grimmec man: ouch treit er Palmungen. dà vor enkünde niht gestän. Da mite was gescheiden, dag dà niemen streit: 6 dò wart der küneginne vil herzenliche leit. die helde kérten dannen: jâ vorhten si den tôt ö von dem videlære. des gie in werliche nöt. De sprach der küene Volker wir han dag wol ersehn, daz wir hie vinde vinden, als wir é hôrten jehn. wir suln zuo den künegen hin ze hove gàn: sonè tar unser herren mit strite niemen bestän. XXIX.— Wie dicke man durch vorhte manegiu dine verlät, swa s6 friunt friunde friuntlich gestät, und hat er guote sinne, daz erz wisliche tuot! schade vil maneges mannes wirt von sinnen wol behuot.“ Nu wil ich iu volgen,. sprach ds Hagene. si giengen dä si funden vil der degene in grögzem antpfange noch an dem hove stän: Volker der vil küene lute rüefen began. Er sprach zuo sinen herren wie lange welt ir sten, daz ir iuch làzet dringen? ir sult ze hove gen: und hoœret an dem künege, wi der si gemuot.“ dò sach man sich gesellen die helde küen unde guot. Der fürste von Berne der nam an die hant Gunthern den richen von Burgonden lant, Irenvrit Gérnéten, einen küenen man: dòé sah man Giselheren ze hove mit sinem sweher gän. Swie jemen sich gesellete und ouch ze hove gie, Volkér unde Hagene geschieden sich nie, niwan in eime sturme an ir endes A2lt: dag muosen beweinen vil schœne junefrowen stt. Do sach man mit den künegen hin ze hove gan ir edeln ingesindes tuùsent küener man: dar über sehzee recken mit in wären komen; die hêt in sime lande der küene Hagene genomen. Häwart und ouch Irinc, zwéène üz erwelte man, die sah man friuntliche bi den künegen gàn: Dancwart unde Wolfhart die héten sich bewegen, man sach si grözger tugende in ir übermuote pflegn. 18 — — 276— Do der vogt von Rine in den palas gie, Ezele der riche er spranc von sime sedele, als er si komen sach: daz niht langer lie, ein gruoz s0 rehte schœne von künege nie mèr geschach. Sit willekomen, her Gunther, und ouch her Geérnät, und iwer bruoder Giselher, dem ich min dienst enbét mit triwen vlizecliche z2c Wormez über Rin, undd alleg daz gedigene sol mir willekomen sin. Nu sit uns gröze willekomen, ir zwene degene, Volkér der küene und ouch her Hagene, mir und miner frouwen her in ditze lant: si hat in grozen triuwen vil dicke mich umbe iuch gemant. Do sprach der starke Hagene- dag haben wir wol vernomen. wär ich durch mine herren zen Hiunen niht bekomen, 80 wWeer ich iu zen èren geriten in daz lant.“ dò nam der wirt vil edele die lieben geste zehant, Und brähte si zem sedele, dà er selbe Sag. dò schancte man den gesten- mit vlize tet man daz- in witen goldes schälen möraz unde win, und bat die ellenden grôge willekomen sin. Do sprach der künec der Hiunen des wil ich iu verjehn, mirn kunde in disen ziten lieber niht geschehn, denne ouch an iu, recken, dag ir uns her sit komen: des ist miner frouwen michel trüren benomen. Mich nimt des michel wunder, waz ich iu habe getàn, 86 manegen gast vil edelen den ich gewunnen hän, dag ir nie komen ruochet her in miniu lant. daz ich iuch nu gesehn hän, daz ist zen vreuden mir gewant. 1 VIX. Des a ir mũ der mi Ien het luch da Hander dibd en Ion mane XXIX. Des antwurt Rüedegér, ein ritter höch gemuot, 1 ir müget si sehn gerne: ir triwe diu ist guot, der miner frowen màge sò schœne künnen pflegen. si bringent iu ze huüse vil manegen wertlichen degen“ An sunewenden abent, als wir han vernomen, Wären si ze Ezelen bürge dem künec ze hüse komen. ein wirt nie sine geste s6 minneclich enpfle: dar nàch er zuo den tischen mit in vil vroeliche gie. Ein künec bi sinen gesten schœner nie gesag. 3 man gab in vollecliche trinken unde maz: und allez dag si wolden, des was man in bereit. man héte von den degenen vil michel wunder geseit. Ezele der riche het an bow geleit 4. sinen vlig kostenliche mit grözer arebeit: palas unde türne, kemenäten àne zal, in einer witen bürge, und einen hérlichen sal. Den hét er heigen bouwen lanc hôch und wit, 5 durch daz sò vil der recken in suohte zaller zit: an ander sin gesinde zwelf riche künege her, und vil der werden degene heét er zallen ziten meér, Denne ir künerc ie gewünne, als ich vernomen hän. 6 er lebt in höher wünne von mägen unde man. schallen unde dringen hét der fürste guot von manegem snellen degene: des stuont im höhe der muot. XXX AVENTIURE WIE DIE KUNECE MIT IR RECKEN SLAFEN GIENCEN, UND WIE IN DO GESCHACH. Der tac der hẽt nu ende und näàhet in diu naht, 1 den wegemüeden degenen: ir sorge si ane vaht. die herren solden ruowen und an ir bette gàn: 9 daz bereite Hagene. ez wart in schiere kunt getän. Gunther sprach zem wirte got làge ĩuch mit freuden lebn: 2 wir wellen varn släfen, ir sult uns urloup gebn. als ir uns gebietet, wir komen morgen fruo. er schiet von sinen gesten vil harte minneclichen duo. Dringen allenthalben die geste man dòé sach. 3 Volkér der küene zuo den Hiunen sprach wie geturret ir den recken uf die füeze gàn? und welt irs niht iuch mäzen, sô wirt iu leide getän. 1 S0 slah ich eteslichem sô swwren gigenslac, hat er getriwen iemen, daz erz beweinen mac. wan wichet ir uns recken? jà dunket ez mich guot. b 43 ez heigent alle degene, und sint geliche niht gemuot. Anget,s Do der videlære sò zornecliche sprach, 5 Hagene der küene über ahsel sach: er saget iu rætet rehte der kũene spileman. ir Kriemhilde degene, ir sult zen herbergen gän. — 279— Des ir dà habet willen, ich wen ez iemen tuo. 1 welt ir sin beginnen, s6 komt uns morgen fruo, und lät uns wegemüeden hinte haben gemach: jà wen ez von heleden mit solchem willen ie geschah- Do bränte man die geste in einen witen sal, 9 dar inne si sit nämen den tœtlichen val: da funden si gerihtet vil manegiu bette breit. in riet diu küneginne diu aller grœzisten leit. Vil manegen kulter spæhe von Arraz man dà sach 3 von vil liehten pfellen, und manec bettedach von Aräbischen siden, s6 si beste kunden sin: E ouch lag in üf den enden von golde hèrlicher schin. Diu deckelachen härmin vil menegiu man dà sach, 4 und ouch von swarzem zobele, dar under si ir gemach des nahtes solden schaffen unz an den liehten tac. ein künec mit sinen friunden nie sò herlich gelac. O we der nahtselde“ sprach Giselher daz kint- 5 und owèé miner friunde, die mit mir komen sint. 0 N N swie et ez min swester mir güetlich erböôt, 8 g* 8 4 La E ih fürhte, dag wir müezen von ir schulden ligen tôt. 4 Nu läzet iwer sorgen: sprach Hagene der degen- 6 ‚ ich wil der schiltwache noch hinte selbe pflegen: ich behüete iuch wol mit triuwen unz uns kumt der tac, dag wigzet, snelle degene. s6é genese swer der mac. — Do nigen si im alle, und sagten im des danc. si giengen zuo den betten: diu wile was niht lanc, dag sich engestet héten die ellenden man. Hagene der starke sich dé wäfen began. 280— AVENT. Do sprach der videlere, Volker der degen, vVersmähtez iu niht, Hagene, sô wolde ich mit iu pflegen der schiltwache hinte unze morgen fruo. der helt vil minnecliche dancte Volkéère duo. Nu löne iu got von himele, vil edel Volkér. 4 zallen minen sorgen sone gert ich niemens mér niwan iuch aleine, swa ich héte nöt: ich sol ez wol verdienen, mich enwendes der töt. 18 5 Do garten si sich beide in liehtez ir gewant: 9 dé nam ir ietewedere den schilt an sine hant, und giengen üg dem hüse für die tür dé stäàn. dò huoten si der degene: dag was mit triuwen getän. Volkér der vil snelle zuo des sales want 4 sinen schilt den guoten leinte von der hant. dé gie er hin widere, die videln er genam: dòé dienter sinen friunden als eg dem degene gezam. Under die tür des hüses saz er üf den stein: 5 küener videlæœre diu sunne nie beschein. de im der seiten denen s6 suozlich erklanc, die stolzen ellenden sagten im des grogen danc. Do klungen sine seiten, daz al dag hüs erdoz: 6 sin ellen zuo der fuoge, diu beide wären grog. . senfter unde süeger videln er began: N dò enswebter an dem bette vil manegen sorgenden man. Do si wol entslafen wären unde er dag ervant, 7 dò nam der degen widere den schilt an sine hant: dò gie er ug dem hũse für die türe stàn und huote siner friunde vor den Kriemhilde man. Nach dem ersten slafe— i'n wWien ez è geschach- Volkér der vil küene einen helm schinen sach verre üz einer vinster: die Kriemhilde man wolden an den gesten schaden gerne hàn getän. I Kriemhilt dise recken héte dan gesant, si sprach ob irs alsò vindet, durch got söò sit gemant, daz ir dà slahet niemen wan den einen man, den ungetriwen Hagenen: die andern sult ir lebn län.“ Do sprach der videlere nu seht, her Hagene. jane zimt mir dia mære niht ze dagene: ja sih ich mit gewæfen dort her liute gàn. als ich mich versinne, ich ween si wellent uns bestän.“ Nu swiget:-sprach dõ Hagene- läts uns her näher baz. ési uns werden innen, s6 wirt hie helmevaz mit swerten verrücket von der minen hant: si werdent hint ir frouwen hin wider übele gesant. Ein der Hiunen recken vil schiere dag gesach, dag diu türe was behüetet. wie balde er dé sprach des wir dâ héten willen, jane mag es niht ergän: ich sihe den videlære an der schiltwache stän. Der treit üf sime houbte einen helm glanz, lüter unde herte, veste unde ganz: ouch lohent sine ringe sam daz fiur tuot. bi im stét ouch Hagene: des sint die geste wol behuot- Jehant si widerkérten. dé Volkér daz ersach, zuo sime hergesellen er zorneclichen sprach lat mich zuo den recken von dem hüse gàn: ich wil vragen der mære der froun Kriemhilde man.“ AVENI. Nein, durch mine liebe.“-sprach Hagene der degen- 1 welt ir deheines strites mit den helden pflegen, 1 56 bestént si iuch mit swerten und bringent iuch in nöt: s6 müese ich iu helfen, weerz aller miner mäge toͤt. S6 wir danne beide kœmen in den strit, 2 zwéene oder viere in einer kurzen zit die sprüngen zuo dem hüse und tœten uns diu leit an den släfenden, diu nimmer würden verkleit.“ 8 De sprach aber Volker 8sò lät doch dag geschehn, 3 5 daz wir si innen bringen, daz ich si habe gesehn. daz des niht haben lougen die Kriemhilde man, dag si vil mortliche gerne héten getän. Do sprach der videlære den Hiunen vaste näch 4 Vie gét ir sus gewafent? war ist iu s6 gäch? welt ir schächen riten, ir Kriemhilde man? dar sult ir mih ze helfe und minen hergesellen hän.“ Des antwurte im niemen; zornec was sin muot: pfi, ir zagen bœse,-sprach der degen guot- wolt ir släfende uns ermordet hàn? daz ist ss guoten degenen her vil selten noch getän.“ 3 Do wart der küneginne rehte daz geseit, 6 daz ir boten niht enwürben: von schulden was ir leit. dò fuogte siz sit anders: vil grimmec was ir muot. des muosen sit engelten degene küene unde guot. XXXI. R XXNI AVENTIURE WIE DIE HERREN ZE KIRCHEN GIENGEN. Mir kuolent so die ringe: soô sprach Volkér- ja wen diu naht uns welle nu niht wern mér. ich kiuseʒ von dem lufte, ez ist vil schiere tac. do wachten si der manegen, der noch släfende lac. Do erschein der liehte morgen den gesten in den sal. Hagen begunde vrägen die recken überal, ob si zem münster wolden zuo der messe gàn: näch siten kristenlichen man vil liuten began. Si sungen ungeliche; daz da vil wol schein: kristen unde heiden die zugen niht enein. dòé wolden zuo der kirchen die Gunthers man; si wären von den betten al geliche nu gestäàn. Do noten sich die recken in als guot gewant, dag nie helde mére in deheines küneges lant bezzer kleider brähten. daz was Hagene leit: er sprach jà sult ir degene hie tragen anderiu Kleit. Nu sint iu doch genuogen diu mæœre wol bekant. nu traget für die rösen diu wafen an der hant, für schapel wol gesteinet die liehten helme guot, sit wir so Wol erkennen der argen Kriemhilde muot. ———— ů 2—?—ꝛ——— REREEAEAEA AVExI. Wir müezen hiute striten, daz wil ich iu sagen: 1 ir sult für siden hemde die liehten prünne tragen, und für die tiefen mäntel die vesten schilde wit, ob iemen mit iu zürne, daz ir vil werliche sit. Mine vil lieben herren, dar zuo mäge unde man, 2 ir sult vil willechiche zuo der kirchen gan, und klaget got dem richen sorge und iwer nöét, und wigzet sicherlichen daz uns nàhet der töt. Irn sult ouch niht vergezzen swaz ir habt getän, 3 und sult vil vlégeliche dä gegen gote stän. ir sult sin gewarnet, recken alsé hèr: eg enwelle got von himele, ir vernemt messe nimmer mer- Sus giengen zuo dem münster die fürsten und ir man uf den vrönen kirchof: dò hiez si stille stàn Hagene der küene, daz si sich schieden niht. er sprach Ja enweizg noch niemen, waz von den Hiunen uns geschiht. Leget, mine friunde, die schilde für den fuoz, 5 und geltet, ob iu iemen biete swachen gruog, mit tiefen verchwunden: daz ist Hagenen rät; dag ir so werdet funden, daz ez iu lobelichen stät. Volkeér unde Hagene die zwene giengen dan 6 für dag wite münster. daz wart durch daz getän, daz si daz wolden wiggen, daz des küneges wWIPp mit in dà mũese dringen: jà was vil grimmec ir Lp. Do kom der wirt des landes und ouch sin schene WID: 7 mit vil richem gewande gezieret Was ir Up. der recken genuoge die sach man mit ir varn: do kôs man hôéhe stouben von der küneginne scharn. XVXII— 2883— Do der künec Ezele alsus gewäfent sach die recken von dem Rine, wie balde er dé sprach Wie sihe ich friunde mine under helmen gan? mirst leit üf mine triuwe und haàt in iemen iht getän. Ich sol in gerne büegen, swie si dunket guot, hät iemen in beswæeret daz herze und ouch den muot: des bringe ich si wol innen, daz ez mir ist vil leit. swie si mir gebietent, des bin ich alles in bereit. Do sprach von Tronege Hagene uns hàt niemen niht getän. es ist site miner herren, daz si gewäfent gan zallen höchgeniten ze vollen drien tagen. het uns iemen iht getän, wir soldenz iu billiche sagen.“ Wol hört diu küneginne, waz Hagene sprach. wie rehte vintliche si im under dougen sach! sine wolde doch niht melden die site von ir lant, swie lange si sie dà heime mit freuden héte bekant. Swie grimme und ouch swie starke si in vient were, hot iemen gesaget Ezelen diu rehten mere, er hét ez understanden, dag niht dà wære geschehn: si liezenz durch ir übermuot, dag sis im wolden niht verjehni. Do gie diu küneginne mit grözer menege dan. done wolden dise zwène idoch niht höher stàn drier trite breiter: daz was den Hiunen leit. jà muose si sich dringen mit den degenen gemeit. Die Ezeln kamerære dühte daz niht guot: ja héten si den rècken erzürnet dò den muot, wan daz sine torsten vor dem künege hér. da was vil michel dringen, unde doch niht andefs Er. 6 —1 4 4 + Do man dà gote gediente und daz si wolden dan, dé kömen dä zen rossen vil manec Hiunen man. ouch was bi Kriemhilde vil manec schoniu meit: wol siben tüsent degene bi der küneginne reit. In des sales venster Kriemhilt gesaz mit maneger schonen frouwen: mit freuden àne haz Ezele der riche gesaz ouch zuo zir nider, und sähen kurzewile von den guoten recken sider. Nu was ouch in der marschale mit den rossen komen, Dancwart der snelle: er hét zuo zim genomen sins herren ingesinde von Buregonden lant. diu ros man wol gesatelet den ellenden recken vant. Do si zen rossen kömen, die künege und ir man, Volkér der küene räten dé began, si solden buhurdieren näch ir landes siten: des wart von degenen sit vil hérlich geriten. Uf den hof vil vwiten kom dé manec man: Ezele unde Kriemhilt ez sähen allez an. der buhurt unde schallen, diu beidiu wurden groôg von kristen und von heiden. wie lützel iemen dâ verdrég! Urden buhurt kömen al zehant geriten die Dietriches recken in hôchverteclichen siten: Si Wolden kurzewile mit den gesten hän. 886 AVENI. do enwolde ers in niht gunnen; ir herre hiez sig balde län. Mit Gunthers mannen daz spil er in verbôt. er vorhte siner degene: des gie im grôziu nòôt. dò komen von Bechelären die Rüedegères man; dar umbe dò der edele starke zürnen began. XXXI. Er kom zuo zin vil balde gedrungen durch die schar 1 und sagete sinen degenen, si wæren des gewar, dag in unmuote vœren die Gunthers man: ob si den buhurt liezen, dag wære im liebe getän. Do sich die von in schieden, als uns ist geseit, 2 dò kömen dà von Dürengen helde vil gemeit, und die von Tenemarken, wol tüsent küener man: von stichen sah man vliegen vil der trunzune dan. Häwart und ouch Irnfrit gesellecliche riten. 3 des waren die von Rine in höchverteclichen siten: si buten manege tjoste den von Dürengen lant. des wart von stichen dürchel vil manec hérlicher rant. — Dò kom ouch zuo dem schalle der herre Bloœdelin mit tüsent siner recken: die tàten dà wol schin, wie si riten künden. sich huop grôg ungemach: Kriemhilt ez vil gerne durch leit der Buregonde sach. Si gedäht in ir muote, als eg was näch geschehn, 5 geschehe iemen von in leide, s6é möhte ich mich versehn, daz eg erhaben würde: an den vinden min würde ich wol errochen: des wolde ich gar àn angest sin.“ Schrütàn unde Gibeche üf den buhurt riten, 6 Hornboge und Ràmunc, näch hiunischen siten. si hielten gein den helden ũg Buregonden lant: die schefte dræten höhe mit kreften für des sales want. Swes dà iemen pflæge, 86 was ez niwan schal: 0 5 man hört von schilde stœgen palas unde sal harte lüt erdiezen von Gunthers man. den lop dag sin gesinde mit grözen èren dâ gewan. 288 Do was ir kurzewile sé lanc und ouch sò gréz, dag durch die kovertiure der blanke sweig dò vloʒ von den vil guoten marken, diu di helde riten. si suohtenz an den Hiunen in vil héchvertlichen siten. Do sprach der videlære, Volker der küene man, ich ween uns dise recken türren niht bestän. ich hört ie sagen mære, daz si uns trüegen haz: nune kündeg sich zer werlde zwäre nimmer füegen baz. Aen herbergen füeren? sprach der künec her- sol man nu di mœre, unde riten danne mer gegen abende, sô des wirdet àlt. waz, ob diu küneginne lop den unkunden gi Do sähens einen riten s6 waigerlichen hie, daz eg al der Hiunen tet deheiner nie. jaà mohter in den venstern wol haben herzen trüt: er was s6 wol gekleidet, sam eins vil werden ritters brüt. Do sprach aber Volkèr wie möhte ich daz verlän? jener trüt der frouwen muoz ein gebiuze hän. dag künde niemen wenden: ez gét im an den lip. jane ruoche ich ob eg zürne des kühec Ezeln wip.“ Nein, durch mine liebe.-sprach der künec sän- ez igent uns die liute, ob vir si bestän: ir lät ez heben die Hiunen, daz füeget sich noch baz.“ dannoch der künec Ezele bi der küneginne saz. Ine mag es niht gelägen, sprach dé Volkeèr. den buhurt reit er widere: mit volleclicher ger stach er dem richen heiden daz sper durch sinen Iip. daz sah man sit beweinen beide maget unde wip. 6 IL.„„„„„ Do ruchte hurtecliche Hagene näch im dan: mit sehzec siner degene riten er began näch dem videlære d diu tjost geschach. Ezel unde Kriemhilt ez bescheidenliche sach. Done wolden ouch die künege den ir spileman bi den vianden niht àne helfe làn: dà wart von tüsent heleden vil künsteelich geriten. si täten daz si wolden in vil hôchvertlichen siten. Do der riche Hiune ze tode was erslagen, man hörte sine mäge weinen unde klagen: do vrägt al dagʒ gesinde wer hät ez getän?ꝰ“ dé sprächen die dag sahen daz hät der starke spileman.“ Näch swerten und näch schilden riefen dà zehant des maregràven màge von der Hiunen lant: do wolden si den spileman ze töde erslagen hän. der wirt üg eime venster sére gahen dé began. Doò huop sich von den liuten allenthalben schal. die Guntheres recken erbeizten überal: diu ros zerucke stiezen die künege und al ir man. de kom der künec Ezelè: der helt eg schaiden began. Ein des Hiunen mäge, den er da bi im vant, ein vil starkeg wafen bracher im ug der hant; dòô sluogers alle widere, wan im was vil zorn: Wie hét ich minen dienest an disen heleden verlorn, Ob ir nu disen spileman hét darumbe erslagen! ich hieg iuch alle hähen, daz wil ich iu sagen: ich sah vil wol sin riten, dé er den Hiunen stach, deig àne sinen willen von eime strüche geschach. Der Nibelunge Liet. 19 290 Ir müezet mine geste vride lazen han. 1 dé wart er ir geleite. diu ros diu zöch man dan zuo den herbergen: si héten manegen kneht, die in 2e dienste wären mit allem vlige gereht. Der wirt mit sinen friunden in den palas gie: 2 zorn er mêr deheinen däà niht werden lie. d6 rihte man die tische, daz wazzer man in truoc: de héten die von Rine der starken uinde dà genuoc. Swie leit eʒ3 Ezeln woere, géwäfent manege schar 3 sach man näch fürsten dringen, und wol ze vlige gar, dä si zen tischen giengen, durch der geste haz: üegen künde daz. àc si rechen wolden, ob sich ge ir m Sit ir gewäfent gerner egzzet danne blog, 4 sprach der wirt des landes- diu unzuht ist ze grög; Swer aber minen gesten hie tuot deheiniu leit, siu Hiunen geseit.“ ez get im an sin houbet: de E adie herren geswzen, daz was harte lanc. 5 diu Kriemhilde sorge si al ze sére twanc: si sprach herre Dietrich, ich suoches dinen rät, helfe und genàde: min dine mir angestlichen stät. 150 Do sprach für sinen herren ildebrant, der ellens rich, 6 NN Sswer sleht die Nibelunge, der tuot ez àne mich, J durch deheines schatzes e, ez mag im werden leit: 5 si sint noch unbetwungen, die snellen degene gemeit. 35 Si sprach jà hàt mir Hagene alsò vil getän: 7 er morte Sivriden, den minen lieben man. der in dg den andern schiede, dem wer min golt bereit: 5 3 ir inneclichen leit. engültes ander iemen, daz wer 1 XXI.— 291— Do sprach meister Hiltebrant wie künde daz geschehn, dag man in bi in slüege? ich lieze iuch daz gesehn: ob man den helt bestüende, sich hüebe Itht ein nöt, dag arme unde riche dar umbe müesen ligen töt- Do sprach in sinen zühten dar zuo her Dietrich die bete là beliben, küneginne rich. mir habent dine mäge der leide niht getän, daz ich die edeln degene mit strite welle bestän. Diu bet dich lützel èret, vil edeleg fürsten wip, dag du dinen mägen rœtest an den Iip: si komen uf genäde her in ditze lant. Styrit ist unerrochen von der Dietriches hant.' Do si an dem Berneœre den willen niht envant, dò lobtes alss balde an Bloœdelines hant eine wite marke, die Nuodunc é besaz: sit dõ sluog in Dancwart, daz er der gàbe gar vergaz. Si sprach du solt mir helfen, herre Bloœdelin: ez sint in disem huse die viande min, die Sivriden sluogen, den minen lieben man. der mir daz hilfet rechen, dem bin ih immer undertàn- Des antwurt ir Bleœdel dà er bi ir saz jane getarr ich dinen mägen geräten keinen haz, wande si min bruoder bi im gerne siht: ob ich si bestüende, der künec vertrüege mir sin niht- Neinä, herre Blœdel, ich bin dir immer holt: ja gib ich dir dar umbe min silber und min golt, und eine schœne frouwen, dag Nuodunges wWip: so mahtu gerne triuten den ir vil minneclichen Iip. 19 —1 292 Daz lant zuo den bürgen soltu haben dir, vil tiurlicher recke. du solt gelouben mir, daz ich dich sicherliche alles des gewer, dag ich dir hie benennet hàn, ob du leistes mine ger. Do der herre Blœdel die miete vernam, und daz im durch ir schene diu frowe wol gezam, mit strite wänder dienen dag minnecliche wip. dar umbe muosen recken mit im verliesen den lip. Er sprach man sol geswigen der rede überal: 86 heb ich einen schal. eg muog arnen Hagene, swaz er iu hät getän, oder ich wil dar umbe minen lip verlorn hän.“ man es werde inne, Nu waäfent iuch,-sprach Blœdel- alle mine man, wir suln den vianden des wil mich niht erlagen dar umbe suln wir degene in ir herberge gän. daz Ezeln wip: alle wägen den Iip.“ Do diu küneginne Blodelinen lie in des strites willen, ze tische si dé gie mit Ezele dem künege und ouch mit sinen man: si héte swinde ræte an die geste getän. Wie si 2e tische gienge, daz wil ich iu sagen. man sach dà künege riche kröne vor ir tragen: vil manegen höhen fürsten und manegen werden degn, die sah man grözer zühte vor der küneginne pflegen. Der wirt der schuof den gesten den sedel überal, den höhsten und den besten, zuo zim in den sal. den kristen und den heiden ir spise er underschiet. man gab genuoc in beiden, als eg der wise künec beriet. — XXXI. Ir ander ingesinde zen herbergen àzen: den wären truhsægen ze dienste läzen, die muosen ir spise wol ze vlige pflegen. ir wirtschaft und ir freude wart sit mit jàmer widerwegen. Do die fürsten geseggen wären überal und nu begunden ezzen, dò wart in den sal getragen zuo den fürsten dag Ezeln kint: dà von der künec riche gewan vil starken jàmer sint. Dar giengen an der stunde vier Ezeln man: si truogen Ortlieben, den jungen künec, dan zuo der fürsten tische, dà ouch Hagene saz. des muoseg kint ersterben durch sinen mortlichen haz. Do der künec riche sinen suon ersach, 3 0 zuo sinen konemägen er güetliche sprach nu seht, ir friunde mine, diz ist min einec suon und ouch iwer swester: der magiu noh vil dienste tuon. Gevæhter näch dem künne, er wirt ein küene man, rich und ouch vil edele, stare und wolgetän. leb ich deheine wile, ich gib im drizec lant: s6 magiu wol gedienen des jungen Ortliebes hant. Dar umbe ich bite gerne iuch lieben friunde min, swenne ir ze lande widere ritet an den Rin, s6 sult ir mit iu füeren den iwern swester suon, und sult ouch an dem kinde vil genædecliche tuon. Jiehet in zen è᷑ren unz er werde ze man. hät iu in den landen iemen iht getän, daz hilfet er iu rechen: daz habt üf minen Iip. die rede hört ouch Kriemhilt, des künec Ezeln wip. AVENT. f Im solden wol getrouwen dise degene, 1 gewüehser zeinem manne; s6 sprach Hagene- doch ist der künec junge s6 veiclich getän: man sol mich sehen selten ze hove näch Ortliebe gän- Der künee an Hagenen blichte: im vas diu rede leit. 2 swie niht dar umbe en redete der fürste vil gemeit, ez betrüebte im sin herze und beswärt im den muot. dòé was der Hagenen wille niht 2e kurzewile guot. 19 Ez tet den fürsten allen mit dem künege wé 3 50 dag Hagen von sime kinde hét gesprochen é: 9 daz sig versitzen solden, daz was in ungemach. sine wessen niht der mære, wag von dem recken sit geschach. Genuoge, di eʒ horten und im doch waren gram, 4 in héten gerne bestanden: ouch hét der künee alsam, 5 getorster von sinen é&ren; sé wer ers komen in nöt. sit tet im Hagene mère: er sluog in vor sinen ougen töt. ö XXXIIT AVENAIURE WIE BLDEL MIT DANCWART AN DER HERBEROH STREIT. 4 44 6 53 Die Blodelines recken die wären alle gar: 5 mit tüsent halspergen huoben si sich dar, dd Dancwart mit den knehten ob den tischen Sag. 5 dò huop sich under degenen mort und nitlicher haz. XVXII.— Alsò der herre Bloœdel für die tische gie, Dancwart der marschale in güetlich enpfie: willekomen her ze hüse, min her Blœdelin. Waz iwer reise meine, des wundert gar die sinne min.“ Jane darftu mih niht grüegen:- sprach dòé Bloœdelin- Wan ditze komen dag mine daz sol din ende sin, durch Hagenen dinen bruoder, der Sivriden sluoe: des engiltestu zen Hiunen, und ander degene genuoc.“ Neina, herre Blœdel:- sprach dõ Dancwart- 56. möhte uns balde riuwen disiu hovevart. ich was ein vil kleiner kneht, dé Sivrit vlös den lip: jane weiz ich waz mir wizet des künec Ezeln wip.“ Jane weig ich dir der mære nimèr ze sagene: ez täten dine mäge, Gunther und Hagene. nu wert iuch vil ellenden: ir kunnet niht genesen, ir müezet mit dem tode pfant daz Kriemhilde wesen. So enwelt ir niht erwinden?“ sprach dé Dancwart- 80 riwet mich min vlehen: daz were baz verspart.“ der snelle degen küene von dem tische spranc: er zoch ein scharpfez wafen, daz was michel unde lanc. Do sluoger Blœdeline einen swinden swertes slac, dag imz houbet mit helme vor den füeten lac: daz si din morgengäbe“- sprach Dancwart der helt- zuo Nuodunges briute, die du 2e freuden hàst erwelt. Si mac sich morgen mähelen einem andern man: wil er die brätmiete, ez mac im sam ergan. ein getriwer Hiune hét im daz geseit, daz in diu küneginne riet sò grœzlichiu leit. 6 9 AVENT. Do sahen Bloœdelines man, ir herre lac erslagen: 1 daz enwolden si den gesten langer niht vertragen. mit üf erburten swerten si sprungen für diu kint in eime grimmen muote. jâ gerowez sie sint. Vil läte rief der marschalc al die knappen an 2 ir seht wol, édeln knehte, wie ez wil umbe gän. nu wert iuch ellenden, als iuch des twinget nöt, dag ir frumecliche àne schande liget tôt. Die swerte niht enhéten, die reichten für die bane: 3 si huoben uz den füezen vil manegen schamel lanc. der Buregonden knehte in wolden niht vertragen: dà wart von sweren stüelen durch helme biulen vil geslagen. Wie grimme sich dé werten diu ellenden kint! 4 si triben ugem hüse die gewafenden sint: doch beleib ir töt dar inne fünf hundert oder baz. dòé was dag ingesinde von bluote röt unde naz. Disiu starken mære wurden dan geseit 5 den Ezeln recken: ez was in grimme leit, daz erslagen wære der herre und sine man. daz hèt der Hagenen bruoder mit den knehten getän. E manz ze hove erfünde, die Hiunen, durch ir haz, 6 der garte sich zwei tüsent oder dannoch baz: si giengen zuo den knehten daz muos et alsò wesen- und lietzen des gesindes ninder einen genesen. Do die vil ungetriuwen drungen in dag gadem, 7 do huop sich zwischen recken vil ungefüeger kradem: Waz half ir baldez ellen? si muosen ligen töt; dar näch in kurzen stunden huop sich engestlichiu nöt. Al de XXXII.— 29.— Hie mugt ir heren wunder bi unfuoge sagen. 1 niwen tüsent knehte die làgen töt erslagen, dar über ritter zwelfe der Dancwartes man. man sach in alterseine noch bi den vianden stäàn. Der schal der was geswiftet, der dog der was gelegn. 2 dòo blichte über ahsel Dancwart der degen: er sprach oweé der friunde, die ich verlorn hän. nu muog ich leider eine bi minen vianden stän. Diu swert genöte vielen uf sin eines Iip: 3 dag muose sit beweinen vil maneges heldes wip. den schilt er ruchte höher, den vezzel nider baz: dò frumt er vil der ringe mit bluote vliezende nag. Owe mir dirre leide“— sprach Adriànes kint- 4 nu wichent, Hiunen recken: ir làt mich an den wint, daz der luft erküele mih sturmemüeden man- 5 do begunder àn ir willen in strite gegen der türe gän. Der helt in groͤzem zorne uz dem hüse spranc. 5 waz iteniwer swerte üf sime be erklanc! die niht gesehen héten, waz wunders tet sin hant, J Kein die muosen dä beliben von dem ug Burgonden lant. Nu wolde got,'-sprach Dancwart-möhte ich den boten hàn, 6 6 der minen bruoder Hagenen künde wizzen lan, daz ich vor disen recken stén in solher nöt: er hülfe mir von hinnen, oder er gelæge bi mir töt. Do sprächen Hiunen recken der bote muostu sin, 7 s0 wir dich tragen töten für den bruoder din: 86 siht im érste leide der Gunthers man. du häst dem künege Ezelen 86 grözen schaden hie getän- 9 AVExI. 1 Nu lät die dré beliben und stèt üf hòher baz: 1 jà getuon ich eteslichem noch die ringe naz. nu wer mirz swer der welle: ich wil ze hove gan, 90 und wil selbe disiu mære minen herren wigzen làn. Er leidete sich sé séere den Ezeln mian, dag si in mit den swerten nu torsten niht bestän: dé schuzzen si der gére sôé vil in sinen rant, dag er in durch die were muose làzen von der hant. Si wänden in betwingen, dò er niht schildes truoc: 3 1. 40 hey, waz er tiefer wunden sit durch helme sluoc! des muose vor im strüchen vil manec küener man. darumbe lop vil grogzen der küene Dancwart gewan. Ae beiden sinen stten si im sprungen zuo: 4 ja kom ir eteslicher in den strit 2e fruo. er gie vor sinen vinden alsam ein eberswin 79 2e walde tuot vor hunden: wie möhter küener gesin! Sin vart diu wart erniuwet von heigzem bluote naz: 5 jane künde ein einer recke gestriten nimmer baz mit alsò vil der vinde, denner héte getän. dõ muosen si in làzen ane ir danc 2e hove gän. Truhsæzen unde schenken die hôrten swerte klanc: 6 vil maneger dô daz trinken von der hende swane N und sumeliche spise, die man ze hove truoc. 1 15 dò kom im vor der stiegen der starken vinde genuoc. un Wie nu, ir guoten knehte?“—sprach der müede degen— 7 Jà soldet ir der geste güetliche pflegen, und soldet nu den herren die edeln spise tragen, und liezet mich diu mæere ze hove minen herren sagen. muime XXXIII. Swelher durch sin ellen im für die stiegen sprane, 1 der sluoger eteslichem sé swœeren swertes swanc, dag si durch die vorhte uf hôher muosen stàn: jaà hèt sin starkez ellen vil maneges ende getän. Alsòè der küene Dancwart under die türe getrat, 2 dag Ezeln gesinde er hòôher vichen bat. mit bluote berunnen was allez sin gewant: ein vil starkeg wafen daz truoger bléz an siner hant. 805 Ez was reht in der wile, dòé er kom für die tür, 3 35 daʒ man Ortlieben truoc wider unde für von tische ze tischen den fürsten wol geborn: 5 von disen starken mæren wart dag kindelin verlorn. ——— XXXIII AVENITIURE WIE DANCWART DIU MXAR ZE HOVE SINEN HERREN BRAIHHTE. Vil läte rief do Dancwart eime degene 4 6 ir sitzet al 2e lange, bruoder Hagene. iu und got von himele klage ich unser nöt: f 1 E ritter unde knehte sint in der herberge töt. Er rief im engegene wer hät daz getän?“ 5 das hàt der herre Bloœdel unde sine man: 1 ouch hät ers niht genozzen, daz wil ich iu sagen; ich hàn im sin houbet mit minen handen abe geslagen.“ 300— AVENT. Daz ist ein schade kleine,— sprach aber Hagene- 1 Swd man solhiu mære saget von degene: ob er von recken handen verliuset sinen lip, in suln deste ringer klagen wertlichiu wip. Nu saget mir, lieber bruoder, wie sit ir sô röt? ich ween ir von wunden lidet gröéze nöôt. ist er inder inme lande, derz iu hät getän? in erner der übel tiufel, ez muoz im an sin leben gan. Ir seht mich wol gesunden, min wät jst bluotes naz: 3 1110E5 von ander manne wunden ist mir geschehn daz, der ich alss manegen hiute hän erslagen, ob ich des swern solde, ine kündez nimmer gesagen-“ Er sprach bruoder Dancwart, sò hüetet uns der tür, 4 n und enlàt der Hiunen einen komen niht der für: ich wil reden mit den recken, des uns nu dwinget nôt: unser ingesinde lit unverdienet hie töt.“ Sol ich sin kamerwre,-sprach dé der küene man- 5 alsé richen künegen ich wol gedienen kan: 86 hüet ich der stiegen näch den éren min. den Kriemhilde degenen kunde leider niht gesin. 4 Micnh nimt des michel wunder, sprach dé Hagene- 6 waz die recken rùnen in disem gademe: si won des I1ihte enbæren, der an der tür dort stäàt und ouch diu hovemære gesaget den Burgonden hät. Ich hän gehort vil lange von Kriemhilde sagen, 7 daz si ir herzen leide wolde niht vertragen: nu trinken wir die minne und gelten sküneges win, der junge vogt der Hiunen der muoz hie der érste sin.“ XXXIII.— 301— Do sluoc dag kint Ortlieben Hagen der helt guot, 1 dag im an dem swerte zer hende vlòz daʒ bluot und daz des kindes houbet sprane Kriembilt in ir schéz: 115 do huop sich under degenen ein mort vil grimmec unde gröz. Ouch sluoger dem magezogen einen swinden slac 2 mit beiden sinen handen, der Ortliebes pflac, daz im daz houbet schiere vor tischen nider lac: ez was ein jæmerlicher lön, den er dem magezogen wac. —— ——— Er sach vor Ezeln tische einen spileman: 3 Hagen in sime zorne gähen dar began. 1 er sluog im üf der videlen ab die einen hant: 5 dag habe der boteschefte in der Burgonden lant.“ —— Owẽé mir'-sprach Werbel, der Ezeln spileman- 4 0 her Hagen von Tronege, waz hét ich iu getän? ich kom üf gröze triuwe in iwer herren lant. wie klenke ich nu die dene, sit ih nu vlorn hän die hant?“ Hagenen ahte ringe, gevidelter nimmer mér. dé frumt er in dem hüse diu wercgrimmen ser. an den Ezelen recken, der er so manegen sluoc: er bräht ir in dem gademe zuo dem tôde genuoc. S Volker sin geselle von dem tische spranc: 6 sin videlboge im lüte an siner hende erklanc. dò videlte ungefüege der künege spileman. hey, waz er im ze vinden der küenen Hiunen gewan! Do sprungen von den tischen die drie künege hèér: 7 si Wwoldeng gerne scheiden é6 des schaden würde mér. 9 4 sine kundeng mit ir sinnen dò niht understän, do Volker unde Hagene sé sére wüeten began. AVENV. Doé sach der vogt von Rine ungescheiden den strit: 1 dò sluoc der fürste selbe vil manege wunden wit durch die liehten ringe den vianden sin. er was ein helt zen handen, daz wart dà grœzlichen schin. Do kom ouch zuo dem strite der starke Gèrnòt: 2 jà frumt er den Hiunen vil manegen helt tòt mit dem scharpfen swerte, dag im gap Rüedeger. den Ezeln mägen frumter diu grœzlichen sér. Der junge suon froun Uoten zuo dem strite spranc: 3 fſſhtcer u sin wäfen herrenliche durch die helme erklane den Ezeln recken uzer Hiunen lant. tinet dà tet vil michel wunder diu Giselheres hant. Swie frum si alle wæren, die künege und ouch ir man, 4 doch sah man Giselhere ze vorderest stän bi den vianden: er was ein helt guot; er schuof d mit den wunden vil manegen nider in daz bluot. Ouch werten sich vil sere die Ezeln man: 8* dòé sah man die geste houwende gan mit den liehten swerten durch des küneges sal. 0160 do hôrt man allenthalben von strite grœzlichen schal. Do wolden die dar uzen mit friunden sin dar in; 6 si namen an der stiegen vil kleinen gewin: 00 dò wolden si dar inne vil gerne für die tür; 9* 5 ‚ done lie der portenære ir deheinen dar für. 0 15—* A 7 Do huop sich in der porte vil grözer der gedranc, und ouch von den swerten uf helme lüter klanc: des kom der küene Dancwart in vil starke not. daz bedähte Hagene, als im sin triuwe geböt. XXXIII. Vil Iüte rief dõ Hagene Volkéren an: seht ir dort, geselle, minen bruoder stän vor hiunischen recken under starken slegen? kriunt, nert mir den bruoder é wir vliesen den degn. Daz tuon ich sicherlichen' sprach der spileman. er begunde videlende durch den palas gän. ein scharpfez swert im dicke an siner hende erklanc: die recken von dem Rine sagten im des grözen danc. Volkér der vil küene zuo Dancwarte sprach ir habt erliten hiute grézen ungemach: mich bat iwer bruoder durch helfe zuo ziu gän. welt ir nu sin dar üze, sô wil ich inrethalben stàn.“ Dancwart der vil snelle stuont üzerhalp der tür: dé wert er in die stiegen, swaz ir kom der für. des hort man wäfen hellen an der helede hant. sam tet ouch inrethalben Volkér von Buregonden lant. Der küene videlære rief zuo dem degene daz hus ist wol beslozzen, friunt Hagene. ez ist alss verschranket diu Ezeln tür von zweier recken handen: dà gênt wol tüsent rigel für. Do der starke Hagene die tür so sach behuot, den schilt warf dò zerucke der küene degen guot: do érst begunder rechen siner friunde leit. sines zornes muose engelten vil manec ritter gemeit. Do der Voget von Berne daz wunder reht ersach, daz Hagene der' starke s6 manegen helm brach, der künec der Amelunge spranc üf einen banc: er sprach hie schenket Hagene daz aller wirsiste tranc. AVENT. Der wirt het gröze sorge, sin wip diu hét alsam 1 waz man im lieber friunde vor sinen ougen nam!- wand er von sinen vinden vil küme dà genas: er saz vil angestliche. wag half in daz er künec was? Kriemhilt diu frouwe rief Dietrichen an: 2 nu hilf mir von dem sedele, ritter, von in dan, durch aller fürsten tugende, dz Amelunge lant: und erreichet mich dort Hagene, ich hàn den tòt an der hant. Wie sol ich iu gehelfen?“-sprach dé Dietrich- 3 vil edeliu küneginne, nu sorge ich umbe mich: ez sint sò sére erzürnet die Gunthers man, daz ich an disen ziten gevriden niemen enkan. Neina, herre Dietrich, vil edel ritter guot, 4 lazä hiute schinen den tugentlichen muot, daz du mir helfest hinnen: oder ich belibe tot. nu hilf mir und dem künege dz dirre angestlicher nôt. Daz wil ich versuochen, ob ich iu helfen kan; 5 wande ich in langen ziten niht gesehn hän S86 pitterlich erzürnet manegen ritter guot. jà sihe ich durch die helme von swerten vliezen daz bluot. Mit kraft begunde ruofen der degen ug erkorn, 8 6 daz im sin stimme erlüte alsam ein wisents horn, und daz der palas wite von siner kraft erdég: diu sterke Dietriches was vil unmæzliche gröz. — Dé gehörte Gunther ruofen disen man in dem starken sturme. losen er began: er sprach Dietriches stimme ist in min ore komen; ich wen im unser degene haben etewen hie benomen. XXXIII.— 3 Ich sihe in uf dem tische, er winket mit der hant. 1 5 ir friunt unde mäge von Burgonden lant, gehabt üf des strites, làt hœren unde sehn, waz hie Dietriche von uns 2ze schaden si geschehn. Do der küneèc Gunther bat und ouch geböt, 2 si habten üf mit werten in des sturmes nôt,: dag was gewalt vil grozer, daz dò niemen streit. dò reiten mit ein ander die küenen recken gemeit. Er sprach vil edel Dietrich, waz ist iu hie getän 3 von den minen mägen? willen ich des han, suone unde buoze bin ich iu bereit: swaz iu iemen tæte, dag weer mir inneclichen leit.“ Do sprach der herre Dietrich mir jst noch niht getän, 4 des ich schaden deheinen von iu müge hän: wan lät mih von dem strite mit dem gesinde min, daz wil ich umbe iuch degene immer dienende sin. Wie vléget ir s6 sére?'- sprach dòé Wolfhart- 5 jane hät der videlore die tür nie sò verspart, wir entsliezen si sb Wite, dag wir dar für gän. nuswiget,-sprach her Dietrich- ir habt den tiufel getän. 4 Do sprach der künec Gunther erlouben ich iu wil, 6 füeret dg dem hüse lützel oder vil, ane mine vMinde: die suln hie bestän. si habent mir zen Hiunen harte leides vil getän. Der herre von Berne under einen arm beslg 0 die edeln küneginne: der angest diu was grög. 0 0 do fuort er anderthalben Ezeln mit im dan. ouch giengen mit im dannen sehs hundert siner küener man. 20 Der Nibelunge Liet. 306— AVENT. De spbrach der maregràve, der edel Rüedegér, 1 sol aber ũgzem hüse jiemen komen mér, die iu doch dienen gerne, dag làzet uns vernemen, S6 sol ouch fride der stæte guoten friunden immer zemen. Des antwurte Giselher sime sweher zehant 2 vride unde suone si iu von uns bekant: sit ir sit triwen stæœte, beide ir und iwer man sult gemeinliche mit iwern friunden hinnen gän.“ Do der maregràve gerümte den sal, 3 fünf hundert unde mére im volgten zetal die stiegen von dem hüse: daz wären sine man; von den der künec Gunther vil grôzen schaden sit gewan. Doé sach ein Hiunen recke Ezelen gaàn 4 bi dem Bernære: genozzen wolders hän. dem gap der videlære einen swæren slac, daz im vor Ezeln füegen daz houbet schiere gelac. Do der wirt des landes kom von dem huse dan, 5 dé Kkérte er sich hin widere und sach Volkéèren an: owé mir dirre geste! daz ist ein grimmiu nòt, daz alle mine friunde suln vor in ligen töt. Ach weé der höchgeztte: sprach der künec her- 6 daà vihtet einer inne, der heizet Volkeér, alsam ein eber wilde, und ist ein spileman: ich dankes mime heile, daz ich dem välande entran. Sine leyche lütent übele, sine züge die sint röt: 7 jà vellent sine dene vil manegen helt töt. ine weiz niht waz uns wize der selbe spileman, Wan ich gast neheinen nie sé leiden gewan- XXXIII. Jir herbergen giengen die recken alsò heér, der herre von Berne und ouch Rüedegèr: sine wolden mit dem strite niht 2e schaffen hän Und héten si getrouwet alsolher swere, dag in diu von in beiden s6 künftec wore, sine wæren von dem hüse niht sò sanfte komen: si hèten eine stroufe an den vil küenen é& genomen. Sie heten die si wolden lagen uz dem sal. dé huop sich inrethalben ein grœzlicher schal: die geste sére rächen daz in é geschach. Volkèr der vil küene, hey, wag er liehter helme brach! Sich kérte gein dem schalle Gunther, der künec hêr: ehert ir die dœne, Hagene, die dort Volker mit den Hiunen videlet, swer gegen der tür gàt? ez ist ein röter anstrich, den er zem videlbogen hät- Nich riwet ane maäge, sprach dé Hagene- daz ich vor Volkère je gesaz dem degene: ich wart sin geselle und ouch er der min, und gebuten ouch ir degenen, daz sis mit fride solden làn. 2 0¹ und kom wir immer widere, daz suln wir noch mit triwen sin. Nu schowe, künec Gunther, Volkér ist dir holt: er dienet willecliche din silber und din golt. sin videlboge im snidet durch den herten stäl: er brichet üf den helmen diu liehte schinenden mäl. Man gesach nie videlære sô herlichen stän, alsò der degen Volker hiute hàt getän: ja sol er riten guotiu ros und tragen hérlich gewant.“ die sinen leyche hellent durch helm und durch den rant: —1 —,,ñ,——² ͤ.. 308— AVENT. Swaz der Hiunen mäge in dem hüse was gewesen, 1 der enwas nu deheiner dar inne genesen: des was der schal geswiftet, daz niemen mit in streit. diu swert von handen legeten die küenen degene gemeit. Die herren näch ir müede gesägen dé zetal: 2 Volkér und Hagene die giengen für den sal; sich leinten ùf die schilde die übermüeten man: daà wart rede genuoge von in beiden getän. Do sprach von Burgonden Giselher der degen 3 Jane mügt ir, lieben friunde, niht ruowe noch gepflegen: ir sult die töten liute uz dem hüse tragen. wir werden noch bestanden; ich wilz iu werliche sagen- 86 wol mich solhes herren: sprach dò Hagene- 4 der ràt enzeme niemen van eime degene, den uns min junger herre hiute hàt getän: des mugt ir Burgonden alle vrœliche stàn.“ Do volgeten si dem kinde und truogen für die tür 5 wol zwei tüsent töten wurfen si der für: vor des sales stiegen vielen si zetal. dòõ huop sich von ir mägen ein vil klagelicher schal. Eg was ir etelicher s6 mæzliche wunt, 6 der sin mit helfe pflæege, er würde noch gesunt, der von dem höhen valle muose ligen töt. die klagten dõö ir friunde: des twanc si jàmerhaftiu nöõt. Do sprach der videlære, ein recke vil gemeit, 7 nu kiuse ich des die wäreheit, als man mir hät geseit: die Hiunen sint vil boœse, si klagent sam diu wip: nu solden si beruochen der vil sère wunder lip- XXXIII. Do wände ein maregràve, er reit eg3 durch guot: er sach einen sinen màc gevallen in daz bluot, er beslogz in mit den armen und wolde in tragen dan: den schõz ob im ze töde der vil küene spileman. Doö d'andern daz gesähen, diu fluht huop sich von dan: si begunden alle fluochen dem selben spileman. noh huober under füegen einen ger vil hart, der von eime Hiunen in daz hüs geschozzen wart. Den schéz er dò hin widere durch die bure dan mit siner kraft sõ verre: den Ezelen man gab er herberge uf höher von dem sal. daz sin vil starkeg ellen die liute vorhten über al. Do stuonden vor dem hüse Ezel und Sne man: Volker unde Hagene reden dò began mit der Hiunen künege ir willen unde muot. des kömen sit in sorgen die helede küen unde guot. Ez zome s6 sprach Hagene- vil wol, volkes tröst, daz die herren væhten zaller vorderòöst, alss der künec Gunther und Geèrnöt hie tuot: 8 die howent durch die helme, näch swerten vliuzet daz bluot.“ Ezele was s6 küene, er vagzete sinen schilt. nu vart gewerliche, sprach min frou Kriemhilt- und bietet ir den recken daz golt über rant: 6 wan erreichet iuch dort Hagene, ir habt den tòt an der hant.“ Done wolde der künec hére des strites erwinden niht, daz von sö richen fürsten selten nu geschiht: man muos in bi dem vezgel wider ziehen dan. Hagene der grimme sin aber spotten began. 1 41 10 R 300 AVENT. Ez was ein nähiu sippe,-sprach dé Hagene- 1 die Styrit und Ezele hèten zesamene: N er minnete Kriemhilt, é si ie gesæhe dich. FFN künec vil bœse, warumbe ræœtest an mich?“ Dise rede horte wol des küneges wip: 16 des wart vol unmuotes der Kriemhilde lip, 5 dag er si torste schelten vor Ezelen man. dar umbe si aber räten an die geste began. 31 Si sprach'der mir von Tronege Hagenen slüege 3 770 unde mir sin houbet ⁊2e gibe trüege, 7 dem fult ich rötes goldes den Ezeln rant. ouch gæb ich im ze miete vil guote bürge unde lant. Nune weig ich wes si bitent? sprach der spileman- 4 ine gesach nie helde mère sô zageliche stän daà man hörte bieten sô rehte richen solt: si möhten gerne dienen die bürge und ouch daz rôte golt. Eꝛzele der vil riche hete jaàmer unde nõt: 5 er klagte pitterliche mäge unde manne tòôt. dà stuont von manegen landen vil recken gemeit; die weinten mit dem künege siniu kreftigen leit. 1itsni Des begunde spotten der kũene Volkèr: 6 ich sihe hie sére weinen vil manegen recken hér: N si gestènt ir herren übele in siner starken nöt. jd ezgent si mit schanden nu vil lange hie sin bröt. Do gedähten in die besten er hàt uns wär geseit. 7 doch enwas eg dd niemen sò herzenliche leit als ouch Iringe, dem helede uz Tenelant: dag man in kurzen ziten mit der wärheit wol bevant. XXXIV AVENTIURE WIE IRINC MIT HAGENEN STREIT, UND WIE IM SIT AN IM GELANC. Do 8 0 4 f 6 rief von Tenemarke der maregräve Irinc 1 K ich hän uf ère lazgen nu lange miniu dinc, und haàn in volkes stürmen des besten vil getäàn. 4 8 nu brine mir min gewæfen: jà wil ich Hagenen bestän. Daz wil ich widerräten,-sprach dõ Hagene- 2 80 gewinnent iwer mäge mer ze klagene. gespringent iwer zwene oder dri zuo mir her in, ist daz si min erbitent, si scheident schedeliche hin.“ Darumbe ihz niht enlage? sprach aber Irinc- 3 ich hän ouch è versuochet sam sorchlichiu dine. ja wil ich mit dem swerte aleine dich bestän, ob du mit strite hètest mer danne iemen getän. Do wart gewafent Irinc näch ritterlicher sit, 4 her: alsam wart von Düregen der lantgràve Irnfrit und Hàwart der starke, wol mit tüsent man: swes Irinc begunde, si woldens alle im gestän. Do sach der videlære eine grôze schar, 5 die mit Iringe gewäfent kömen dar: si truogen üf gebunden vil manegen helm guot. des wart der küene Volkér ein teil vil zornec gemuot. AVENI. Er sprach seht ir, Hagene, dort Iringen gän, der iuch hie mit dem swerte lobt eine bestän? wie zimt helede lügene? ich wil unprisen daz: ez goͤnt mit im gewäfent wol tüsent recken oder baz. Nu heiget mich niht liegen: sprach Hàwartes man- ich wil ez leisten gerne, swaz ich gelobet hän: durch deheine vorhte wil ihs abe gän, swie vreislich nu si Hagene, ich wil in eine bestäàn.“ Ze füezen böt sich Irine mägen unde man, daz sin eine liezen den recken bestän. daz tàten si ungerne: wan in was wol bekant der übermüete Hagene üger Burgonden lant. Doch bat er si sö lange, daz ez sit geschach: dõé das ingesinde den willen sin ersach, dag er warp näch éren, dò liezen si in gan. dõ wart ein grimmez striten von in beiden da getäàn. Trinc der vil starke höhe erburt den ger: den schilt er für sich zuchte, der tiure degen her. dõ lief er. u zuo Hagene vaste für den sal: dõ huop sich von den degenen ein vil grœzlicher schal. Do schuzzen si die gère mit kreften von der hant durch die vil vesten schilde üf liehtez ir gewant, daz die gerstangen vil höhe dræten dan: dô griffen zuo den swerten die vil grimme küenen man. Des starken Hagenen ellen was unmäzen grôg: ouch sluog üf in Irine, daz al diu bure erdöz; palas unde türne erhullen näch ir slegen. done kunde niht verenden des sinen willen der degen. 6 XXXIV.— 613— Irine lie do Hagenen unverwundet stän. zuo dem videlere gähen er began: er wande in solde twingen mit den grimmen slegen. sich kunde wol beschirmen der vil zierliche degen. Do sluoo der videlære, daz über schildes rant drœte dag gespenge von Volkeères hant. den liez er dò beliben: er was ein übel man. er lief den künec Gunther dà von Buregonden an. Do was ir ietwedere ze strite stare genuoc. swaz Gunther unde Irine üf ein ander sluoc, dazg enbrähte niht von wunden daz vliegende bluot: dag behuote ir gewefen; daz was veste unde guot. Gunthern er lie beliben, Gernöten lief er an: daz flur uzen ringen er howen im began. de héte von Burgonden der starke Gèrnét den küenen Iringen vil näch gesendet in den töt. Doé spranger von dem fürsten: snel er was genuoc. der Burgonden viere der helt vil schiere sluoc, des edeln ingesindes von Wormez über Rin: done kunde Giselhere zorner nimmer gesin. Goteweiz, her Irinc,-sprach Giselher daz kint- ir müezet mir die gelten, die veige vor iu sint gelegen hie ze stunden.“ dò lief er in an: er sluoc den von Tenemarke, daz er strüchen began. Er schöz vor sinen füezen nider in daz bluot, daz si alle wolden wenen, daz der helt guot 26 strite nimmer mére geslüege keinen slac: Irinc noch àne wunden hie vor Giselhere lac. * 31 AVENT. Von des helmes déze und von des swertes klanc 1 wären sine witze worden alsé kranc, daz sich der degen Irine des lebenes niht versan: daz hét mit siner sterke der küene Giselher getän. De im begunde wichen von houbte der doz 2 von helm und ouch von swerte der was gewesen grög=, er dähte ih bin noch lebnde, min Iip ist ninder wunt: nu ist mir aller èrste dag ellen Giselhers kunt. Doé hörter beidenhalben die viande stän. 3 héten siz gewisset, im wore mer getän: ouch hét er Giselhere dà bi im vernomen. er dähte wie er solde mit dem libe dannen komen. Wie rehte tobeliche er ũgem bluote spranc! 4 der siner snelheite er mohte sagen danc. dò lief er ũgem hüse da er aber Hagenen vant, und sluog im slege swinde mit stner ellenthafter hant. Do gedaht ouch Hagene du solt der mine wesen; 8 dich enner der übel tiufel, du enkanst nu niht genesen“ doch wundet Irine Hagenen durch sinen helmhuot: daz tet der helt mit Wasechen, dag was ein wafen alsò guot. Do der grimme Hagene der wunden enpfant, 6 dẽ erwägt im ungefuoge daz swert an siner hant. aldà muose im entwichen der Häwartes man: 2e tal von dem hüse Hagen volgen im began. Irine über houbet den schilt vil balde swanç: 7 und wer diu selbe stiege drier stiegen lanc, done lieg in Hagene slahen deheinen slac. hey, waz röter vanken ob sime helme gelac! XXXIV. Do sähen sine friunde Iringen noch gesunt. 1 dô wurden disiu mæœre Kriemhilde kunt, waz er dem von Tronege mit strite héte getän: des im diu küneginne hohe danken began. Nu löne dir got, Irinc, vil mærer helt guot: 2 du hàst mir wol getrœstet daz herze und ouch den muot. nu sihe ich Hagene röteg von bluote sin gewant. dò nam si im selbe den schilt vor liebe von der hant. Ir mugt im maäze danken: sprach dòo Hagene- 3 Jä ist noch harte kleine dà von ze sagene. 4 und wolt erz noch versuochen, s6 wer er küen ein man. 80 + diu wunde frumt iuch kleine, die ich von im gewunnen hän. 0 Das ir von miner wunden die ringe sehet röt, 4 daz hät mich erreiget ùf maneges mannes tôt: ich bin alrérste erzürnet üf in und manegen man. mir hät der degen Irine schaden kleinen noch getäàn.“ Do stuont gegen dem winde Irinc von Tenelant. 5 er kuolte sich in ringen: den helm er abe gebant. dõ sprächen al die liute, sin ellen wære guot: des hèt der maregràve von schulden höhen muot. 8 4 Irino der vil küene sinen friunden sagte dag 6 5 nu wäfent mich vil balde: ich wilz versuochen baz, ob ich noch müge betwingen den übermüeten man? 4 sin schilt der was verhouwen: einen bezzern er gewan. Vil schiere wart der recke aber gewäfent baz, W A und einen geér vil starken den nam er üf den haz,* K daz er dd mite Hagenen wolde noch bestän. eg wer im frum und ère, ob erz héte nu verlàn. 316 Sin mohte niht erbiten Hagene der degen: 1 dò lief er im engegene mit stichen und mit slegen der stiege unze an ein ende: sin zürnen dag was grôg.) Irinc siner sterke harte wénec dé genéz. Si sluogen durch die schilde, deig lougen began 3 von viurröten winden: der Häwartes man wart von Hagenen swerte vil krefteclicl en wunt durch schilt und durch die brünne; des er wart nimmer mér gesunt. Do der degen Irince der wunden enpfant, 3 den schilt er baz bedachte über diu helmbant. des schaden in düht der volle, den er dâ gewan: sit tet im noch mére der vil übermüete man. Hagen vor sinen füezen einen ger er ligen vant: 4 dòé schéz er Iringen, den helt von Tenelant, daz im von dem houbte der gèr ragete dan. im hot der übermüete den grimmen ende getän. Trine muose wichen 2uo den von Tenelant. 5 n e dag man dò dem degene den helm ab gebant, den ger man brach von houbet: dò nähet im der töt. dag weinten sine mäàge: des gie in werliche not. Kriemhilt diu frouwe klagen ouch began 6 den küenen Iringen, den schadehaften man: si weinte sine wunden, wande ez vas ir leit. dò sprach vor sinen mägen der snelle recke gemeit: Lät iwer klage beliben, vil herlicheg wip: 7 waz hilfet iwer weinen? ja muoz ich minen lip verliesen von den wunden, die ich enpfangen han: der tõt wil mich niht dienen iu und Ezeln làn. XXXIV. Er sprach zuo den von Düregen und den von Tenelant 1 die gäbe sol enpfaähen iwer deheines hant von der küneginne, ir liehtez golt sò rôt: und bestét ir Hagenen, ir müezet liden den töt.“ 3 82 Sin varwe was erblichen, des tôdes zeichen truoe 2 6 Irine der küene: daz was in leit genuoc. genesen niht enkunde der Hàwartes man. dò muos ez an ein striten von den sinen friunden gän. Irnfrit unde Häwart die sprungen für daʒ gadem 3 wol mit tüsent heleden. vil ungefüegen kradem deuen: hört man allenthalben vil krefteclichen gröéz: hey, waz man starker gére uf die Burgonde schöz! Irnvrit der herre lief an den spileman; 4 des er schaden grögzen von siner hant gewan: der küene videlære den lantgràven sluoe getin durch einen helm vesten. jà was er grimme genuoc. Do sluoc der lantgràve den küenen spileman, 5 daz im muosen bresten ringes gespan, n dertl und daz sich beschutte diu prünne fiurröt: dò viel der lantgrave vor dem videlære töt. 8 Häwart unde Hagene ze samne wären komen: 6 er mohte wunder kiesen, ders hète war genomen. diu swert genöte vielen den recken an der hant: 4 Hawart muose ersterben von dem ug Burgonde lant. Die Tenen und die Düregen ir herren sähen töt: 7 ü dò huop sich vor dem hüse ein vil grimmiu nöt, lllr⸗ àsi die tür gewunnen mit ellenthafter hant. des wart dà verhouwen vil manec helm unde rant. 318 Wichet,-sprach dò Volker- lät si her in gän. ez ist sus unverendet, des si dà habent wän. si mũüezen drinne ersterben in vil kurzer zit: si arnent mit dem töde daz in diu küneginne git.“ Do die übermüeten kömen in den sal, manegem wart dag houbet geneiget sò 2etal, dazʒ er muose ersterben von ir grimmen slegen. wol streit der küene Gèrnõt: sam tet ouch Giselher der degen. Tüsent unde viere, die kömen dar in: die erzeigten drinne schiere ir degenlichen sin. si wurden von den gesten al zehant erslagen: man mohte michel wunder von den Burgonden sagen. Dar nach vart ein stille, daz der schal verdòz. daz bluot dé allenthalben durch diu löcher vloz und d zen rigelsteinen von den küenen man: daz héten die von Rine mit grézem ellen getäàn. Do sägen aber ruowen die kômen in daz lant: ir schilde unde wäfen si leiten von der hant. dòé stuont noch vor dem hüse der küene spileman, ob iemen zuo zin wolde mit strite zauo dem sale gän. Der künec klagte sére, sam tet ouch sin wWip: mägde unde frouwen die quelten ouch den Iip. ich wene des, daz héte der töt üf si gesworn: des wart noch vil der degene von den gesten verlorn. XXXV AVENIIURE WIE DIE DRIE KUNECE MIT EZELE UND MIT IR SWESTER UMBE DIE SUONE RETTEN. Nou bindet abe die helme:“ sprach dé Hagene- 1 1 jà läzen wir den Hiunen sô vil 2e klagene, dag si der höchgezite vergegzent nimmer hie. 9 waz hilfet nu Kriemhilde, daz si uns ze Rine niht enlie?“ ——— Do entwäfent dà deg houbet manec ritter guot: 2 si sàzen üf den veigen, die vor in in daz bluot wären in dem strite mit dem töde komen. sit wart der Ezeln geste vil übel goume genomen. Vor äbendes kte geschuof der künec dag, 3 und ouch diu küneginne, daz ez versuochten baz die hiunischen recken durch der geste leit: des man an si gerte, die helde wärens bereit. K E. uh Sich huob ein sturm herte hier üz und ouch dar in. 1 Dancwart, Hagenen bruoder, durch degenlichen sin, spranc vor sinen herren zen vinden dz der tür. 4 sich versähens sines tödes: er kom gesunder wol dar für. ‚ 4 Der herte strit do werte unz eg diu naht benam: 5 1 dò werten sich die geste, als eg in wol gezam, 4 den Ezeln degenen den sumerlangen tac. hey, waz noch der helede vor in veige gelac! 820 AVENT. Jeinen sunewenden der gréze mort geschach, 1 daz diu küneginne ir herzenleit errach an ir nehsten mägen und sus an manegem man: dà von der künec Ezele vil manegen siechen gewan. Sine hét der grözen slahte alsò niht gedäht: 2 si het ez in ir ahte vil gerne dar zuo bräht, dag niwan Hagene aleine den ip dà hète làn. de geschuof der übel tiufel, deiz über si alle müese ergän. In was des tages zerrunnen: do gie in sorgen nôt. 3 si gedähten daz in bezzer werr ein kurzer tot, denne lange dd ze quelne uf ungefüegiu leit. eins vrides si dò gerten, die stolzen ritter gemeit. Si bäten daz man bræhte Ezelen dar. 4 die bluotvarwen degene und schéne harnaschvar traäten ũg dem hùse, die drie künege hèr: sine wessen wem ze klagene diu ir vil grœzlichen sér. Ezel unde Kriemhilt die komen beide dar: 5 dag lant daz was ir eigen, des mérte sich ir schar. er sprach zuo den künegen sagt, was welt ir min? ir woenet vride gewinnen: daz künde müelich gesin Uf schaden alsò grözen, als ir mir habt getän: 6 irn sultes niht geniezen, sol ich min lebn hän: min kint daz ir mir sluoget und vil der mäge min, des ensol mit sime lebene iwer deheiner komen hin. Des antwurte Gunther des twane uns starkiu nöt: 7 allez min gesinde lac von den dinen tòôt an den herbergen. wie hèt ich daz versolt? ich kom zuo dir uf triuwe und vànd daz du mir wærest holt. XXXV.x Do sprach von Burgonden Giselher dag Kint 1 ir Ezeln recken, die noch hie lebende sint, waz wizet ir mir degene? waz han ich iu getàn? 85 wande ich vil minnecliche in ditze lant geriten hän. WN Si sprächen diner güete ist al diu bure vol, 2 mit jamer, zuo dem lande: jà gunden wir dir wol, mlese er daz du nie komen werest von Wormez über Rin. diz lant ist gar verweiset von dir und ouch den mägen din“ Do sprach in zornes muote Gunther der degen 3 welt ir ditze starkeg hazgzen zeiner süene legen—* mit uns vil ellenden, deist beidenthalben guot: e ist gar àne schulde, swaz uns Ezele getuot.“ — Do sprach der wirt zen gesten min und iwer leit diu sint vil ungeliche: diu michel arebeit des scaden zuo den schanden, die ich hän genomen: des sol iu deheiner mit dem Iibe hinnen komen. Do sprach zuo dem künege Gernòt der höchgemuot 5 86 sol iu got gebieten, daz ir wol tuot. wichet von dem hüse, und làt uns zuo ziu gàn: 5 K sit wir zuo dem lebene haben alsé kleinen wän. Swaz uns geschehn künne, daz làzet kurz ergàn: 6 1 —— + ut ir habt sô vil gesunder, und turrens uns bestàn, men lit daz si uns sturmmüede läàzent niht genesen, sit daʒ ist unwendec, wir müezen hie verderbet wesen.. 1 7 1 Die Ezeln recken die heten ez näch getän, 7 56 daz si se dg dem hüse wolden läzen gän. d6 daz gehörte Kriemhilt, ez was ir grimme leit: des wart den ellenden dé der vride widerseit. Der Nibelunge Liet AVENIT. Neinaà, Hiunen recken! des ir dd habet muot, 1 ich ràt an rehten triuwen, daz ir des niene tuot, daz ir die mortræchen iht làzet für den sal: 80 müesen iwer friunde liden tœtlichen val. Ob ir nu niemen lebte niwan diu Uoten kint, die minen edeln brüeder, und kœmens an den wint, erkuolten in die ringe, sô sit ir alle verlorn: eg enwurden küener degene nie zer werlde geborn. Do sbrach der herre Giselher vil liebiu swester min, 4 wie mohte ich des getrouwen, dé du mich über Rin ttegen! s0 minneclichen ladetes her in ditze lant, daz mir sò grôger kumber solde werden hie bekant? Ich was dir ie getriuwe: nie getet ich dir leit. 4 8 8 üf solhen gedingen ich her ze hove reit, dag du min friunt wœrest, vil edeliu swester min. begenc an uns genäde, sit ez niht anders kan gesin.“ ükgene 8 8 7. 8 Ine mag iu niht genäden, ungenäde ich hän. 5 mir hät von Tronege Hagene sòô leide getäàn dà heime, und hie ze lande sluoger mir min kint: des müezen sère engelten die mit iu dà her komen sint. Welt aber ir mir ze gisel den minen vient geben, 6 sone wil ichz niht versprechen, ichn welle iuch làzen leben; wan ir sit mine brüeder und einer muoter kint: 80 rede ihʒ zeiner suone mit disen recken die hie sint.“ Nune welle got von himele?-sprach dòo Gernét- ob unser tüsent wæren, wir legen alle töt, r sippen diner mäge, é wir dir einen man eg wirdet nimmer getàn. hie ze gisel: XX— 323— Wir müesen doch ersterben:- sprach dé Giselher- uns enscheidet niemen von ritterlicher wer. swer gerne mit uns strite, wir sin et aber hie! wande ich der minen friunde an triwen nie deheinen lie- Do sprach der küene Dancwart für die degene jane stét noh niht eine min bruoder Hagene. die hie den vride versprechent, ez mag in werden leit: des bringen wir iuch innen; daz si iu werlich geseit. Do Sprach diu küneginne ir helde vil gemeit, nu gét der stiegen näͤher und rechet unser leit: daz wil ich immer dienen, als ich von rehte sol: der Hagenen übermüete der gelôn ich im wol. Springet zuo dem hùse, ir rècken, überal: 80 heiz ich vieren enden zünden an den sal: 86 werdent wol errochen elliu unser leit. die Ezelen degene die wurden schiere bereit. Die noch hier üzen stuonden, die triben si dar in mit slegen und mit schügzen, wider in den palas hin. sich wolden nie gescheiden die fürsten und ir man: sine mohten von ir triuwen niht ein ander verlän. Den sal hieg dé zünden dag Ezeln wip: dè quelte man den recken mit flure dà den Ip. dag hüũs von einem winde mit kraft vil höhe enbran: ich wen ie vole deheinez grœzer angest mèr gewan. Genuoge ruoften drinne owé dirre nöt: wir möhten michel gerner sin in sturme töt. dag müege got erbarmen: wie vliesen wir den IIp! nu richet ungefuoge ir zorn an uns des küneges wip.“ 21 6 4 Ir einer sprach dar inne wir müezen ligen töt vor rouche und ouch vor hitze: deist ein grimmiu noôt. mir tuot vor starker hitze der durst sò rehte wè: des wien min leben schiere in disen sorgen zergè.“ Do sprach von Tronege Hagene ir edeln ritter guot, 2 swen der durst nu twinge, der trinke hie daz bluot: dag ist in solhen nœten noch begzer danne win. für trinken und für spise kan niht anders nu gesin-? Do gie der recken einer da er einen töten vant: 8 er kniet im zuo der wunden, den helm er abe gebant. dò begunder trinken daz vliegende bluot: swie ungewon ers were, ez dühte in grœzlichen guot. Nu lon iu got von himele,-sprach der müede man- 4 dag ich von iurem ràte sò wol getrunken hän: mir ist geschenket selten dehein bezzer win. leb ich deheine wile, ich sol ez dienende sin.“ Do d'andern daz gehörten, daz ez in dühte guot, 5 dò wart ir michel mère, die trunken ouch daz bluot. da von begunde kreften der guoten recken Hp: des engalt an lieben friunden sit vil manec schœne wip. Daz fiur viel genéte zuo zin in den sal: 6 dò leiten siz mit schilden von in hin zetal. der roudh und ouch diu hitze in beidiu tàten wé: jà ween ez, an heleden der jàmer immer mer ergé. Do sprach von Tronege Hagene steét zuo des sales want: 7 lat niht die brende vallen uf iwer helmbant, und tret si mit den füegen tiefer in dag bluot. ez ist ein übel hochgezit, die uns diu küneginne tuot. XXXV. 3 In sus getànen leiden in iedoch der naht zerran. 1 noch stuonden vor dem hũse die zwéne küene man, Volkér und Hagene, geleinet über rant: si huoten ir gesindes dger Burgonden lant. Die geste half daz séere, daz der sal gewelbet was: 2 dàvon ir deste mère in der nöt genas; wan daz si zen venstern von fiure liten nöt. dò nerten sich die degene als in ir ellen dag geböòt. Do sprach der videlære nu gè wir in den sal: 3 80 wellent die Hiunen wenen über al, wir sin in noͤt erstorben, diu an uns ist getän. si sehent uns begegene noch ir eteslichen gan. Do sprach von Burgonden Giselher daz kint 4 ich wæn ez tagen welle, sich hebt ein küeler wint. nu làze uns got von himele noch lieber zit geleben: uns hät min swester Kriemhilt ein arge höôchgezit gegebn. Do sprach aber einer ich kiuse nu den tac. 5 sit daz eʒ uns bezzer wesn nine mac, 80 bereitet ir iuch, recken, ze strite, deist uns nöt, wir komen doch nimmer hinnen- daz wir mit èren ligen töt. Der künec wolde wonen, die geste woren töt, 6 und ouch diu küneginne, von des flures nöt: dòô lebt ir noch dar inne sehs hundert küener man, daz nie künec deheiner bezzer degene gewan. Der ellenden huote hète wol ersehen, 7 daz noch die geste lebten: swie vil in was geschehen 2e schaden und ze leide, den künegen und ir man, man sah ir noch genuoge vil wol gesunt dort inne stàn. Man sagt der küneginne, ir were vil genesen: deé sprach diu frowe héere daz enkünde nimmer wesen, daz ir deheiner lebte in des fiures nòt: ich wil des baz getrouwen, daz si alle ligen tôt.“ Noch genesen gerne die fürsten und ir man, 2 ob in jemen hæõte genaàde dà getän: dine kunden si niht vinden an den von Hiunen lant. dé rächen si ir sterben mit vil willeclicher hant. Vin fruo wider morgen grüezen man in böt 3 mit starkem urliuge: des komen helde in nöt. dò wart zuo zin geschozzen vil manec scharpfer gér: noch funden si dar inne ze wer die recken alsò hér. Dem Ezeln gesinde erwegt was der muot. 4 si wolden vaste dienen dag Kriemhilde guot: dar zuo si wolden leisten daz in der künec geböt. des kõmen aber die degene in vil angestliche nöt. Von geheize und ouch von gäbe man möhte wunder sagen. 5 dar hieg si golt daz röte in den schilden tragen: si gab ez, swer sin ruochte unde eg wolde enpfaàn. jane wart nie grœzer solden mer üf vinde getäàn. Ein michel kraft der recken dar zuo gewäfent gie. 6 dò sprach der videléœre wir sin et aber hie: ine gesach zem töde nie helde gerner komen, die daz golt des küneges uns 2ze väre hànt genomen. Do riefen ir genuoge näher, helede, baz! daz wir dà sulen enden, und tuon beztte daz: hie beltbet niemen wan doch der sterben sol. dò sah man schiere ir schilde stechen gérschügze vol. XXVVI.* Waz mag ich sagen mére? wol zwelf hundert man 1 versuohten ez vil séere wider unde dan: dò kuolten an den vinden die geste wol ir muot. 4 eg enmohte niemen scheiden: des sah man vliegen daz bluot Von verchtiefen wunden: der wart dä vil geslagen. 2 dò hörte man genuoge näch ir friunden klagen. die frumen sturben alle dem richen künege hèr: des héten holde mäge näch in jàmer unde sér. XXNVI AVENTIURE WIE RUEDEGER ERSLAGENWART. Ez héten die ellenden wider morgen guot getäàn. 3 wine der Götelinde kom ze hove gegän. dé sah er beidenthalben diu ungefüegen ser: daz weinte innecliche der getrive Rüedegér. 0 wWée, sprach der recke- deich jie den lip gewan, 4 dag disen starken jàmer kan niemen understàn: swie gern ihz vriden wolde, der künec entuot es niht; wander der sinen leide ie mére und mére gesiht. 1 Do sande an Dietrichen der guote Rüedeger, 5 ob siz noch künden wenden an den künegen hér. do enbõét im der von Berne wer möht ez understàn?ꝰ ezn wil der künec Ezele scheiden niemenne län“ 898— AvExT. Do sah ein Hiunen recke Rüedegéren stän 1 mit weinenden ougen, und hét des vil getän: der sprach zer küneginne nu seht ir wie er stät, der doch gewalt den meisten bi iu und Ezeln hät, Und dem ez allez dienet, liut und ouch diu lant. wie ist s6 vil der bürge und der erbe an in gewant, der er von dem künege sô vil gehaben mac? er gesluoc in disen stürmen noch nie lobelichen slac. Mich dunket ern ruoche wie ez hie umbe gät, daz et er den vollen nach sime willen hät. man giht im, er si küener danne iemen müge sin: daz ist in disen sorgen worden bœseliche schin. Mit trürigem muote der vil getriwer man, 1 den er dag reden hôrte, der helt der blicht in an: er däht'du solt eg arnen, du gihest ich si verzaget: 5 du häst diu dinen mære ze hove ze lüte gesaget Die fàst begunder twingen: dò lief er in an. er sluoc s6 kreftecltche den hiunischen man, daz er im vor den füegen lac vil schiere töt. dé was aber geméret des künec Ezeln nöt. 3 8 Fürder, zage bœse, sprach dò Rüedeger- 6 ich hän doch genuoge leit unde ser: 5 570 daz ich hie niht enstrite, zwiu wigestu mir dag? 4 7 jd wer ih den gesten grœzlichen gehaz, 15 Und alleg daz ich möhte, daz hét ich in getàn, niwan dag ich die degene her gefüeret hàn: ich was ir geleite in mines herren lant, des ensol mit in niht striten min vil ellendes hant. XXXVI. Do sprach zem marcgràven Ezel der künec her Wie habt ir uns geholfen, vil edel Rüedegèr?ꝰ wan wir sô vil der veigen hie ze lande häàn, wir bedorften ir niht mére: ir habt vil übele getän.“ Doö sprach der ritter edele dâ beswärt er mir den muot und hät mir verwigen ére unde guot, des ich von dinen handen habe s6 vil genomen: dag ist dem lügenære ein teil unstätelichen komen- Kriemhilt saz bi Ezelen: diu hét ez ouch gesehen, dag von des recken zorne dem Hiunen was geschehen. si kleit ez ungefüege, ir ougen wären naz: 8 4 5 8 8 si sprach zuo Rüedegère wie haben wir verdienet daz, Daz ir mir und dem künege méret unser leit? nu habt ir uns doch, Rüedegèr, alleg her geseit, ir woldet durch uns wägen die ére und ouch daz leben: ich hört iu vil der recken den pris vil grœzlichen gebn. Ich man iuch der genäden, und ir mir habt geswarn, dò ir mir zuo Ezelen her ze lande rietet varn, daz ir mir woldet dienen an unser eines tòôt: des enwart mir armen wibe nie sò grœzluiche nöt. Daz ist àne lougen, ich swuor iu, edel wip, ich wolde durch iuch wägen die ére und ouch den lip: daz ich die séle vliese, des enhàn ich niht gesworn. ja bräht ich her ze lande die iwern brüeder wol geborn- Si sprach gedenke Rüedeger der grôgen triwen din, der stæœte und ouch der eide, daz du den schaden min immer woldest rechen und elliu miniu leit: des man ich dich hiute, degen küene und gemeit.“ 3 Ezele der riche vlegen ouch began: dé buten si sich beide 2e füezen für den man. den guoten marcgràven trüren man dò sach: der vil getriwe recke harte jæmerlichen sprach Oweé mir gotes armen,-sprach der getriwe man- aller miner éEren der muoz ich ab stäàn, triwen unde zühte der got an mir gebot: vil richer got von himele, daz mihs wendet niht der tôt! Swelhez ich nu làze und daz ander begäàn, s6 hàn ich bœsliche und übele getàn: laz aber ih si beide, mich schiltet elliu diet. nu ruoche mich bewisen der mir 2ze lebene geriet. Do bäten si genôte, der künec und ouch sin wip: des muosen sider degene verliesen den Iip vor Rüedegères handen, dà ouch der helt erstarp. ir muget daz balde hœren, daz er vil jæmerlichen warp. Er wiste schaden gewinnen und ungefüegiu leit. er hét dem künege vil gerne verseit, und ouch der küneginne: vil sère vorht er daz, ob er ir einen slüege, daz im diu werlt trüege haz. Do sprach der maregràve Rüedegèr der küene man her künec, nu nemt hin widere al daz ich von iu hän, lant unde bürge; des sol mir niht bestèn: ich wil üf minen füezen in daz ellende gen. Alles guotes àne sô rùm ich iu diu lant, min wip und mine tohter nim ich an mine hant, edaz ich àne triuwe beliben müese töt: ich hét genomen übele iwer golt alsò röt.“ 8 AENI. XXXVVI.—. 331— 10 De sprach der künec Ezele wer hülfe danne mir? daz lant zuo den bürgen daz gib ich allez dir, daz du mich rechest, Rüedegèr, an den vinden min: du solt ein künec gewaltec benebn mime Iibe sin. Do sprach aber Rüedeger wie sol ihz ane vàn? heim ze mime hüse ich si geladet hän, trinken unde spise ich in mit triwen böt, und gab in mine gäbe: sol ich si dar zuo slahen töt? Die liute wenent lihte, daz ich si verzaget: deheinen minen dienest hän ich in widersaget. solde ich nu mit in striten, dag wœre missetän: 80 rouwe mich diu friuntschaft, die ich mit in geworben hàn. Giselher dem degene gab ich die tohter min: 4 sine künde in dirre werlde niht baz verwendet sin üf zuht und ouch üf ére, uf triwe und ouch uf guot. ine gesach nie künec sò jungen sò rehte tugentlich gemuot.“ Do sprach aber Kriemhilt vil edel Rüedegér, 5 nu laA dich erbarmen unser beider sér, min und ouch des küneges: gedenke wol dar an, daz nie wirt deheiner sô leide geste gewan. Do sprach der marcgràve wider dag edel wip 6 ez muoz noch hiute gelten der Rüedegéres lip, swag ir und ouch min herre mir liebes habt getàn: dar umbe muog ich sterben; eg mac niht langer nu gestän. Ich weiz wol daz noch hiute mine bürge und miniu lant 7 iu ledec müegen werden von ir etesliches hant. ich bevilhe iu üf genäde min wip und min kint und die vil ellenden, die dà ze Bechelären sint.“ „ AVENT. Nu lon dir got, Rüedegèr. sprach der künec dô. er und diu küneginne, si wurden beidiu vré. uns suln dine liute vil wol bevolhen wesen: ouch getrouwe ich mime heile dag du maht selbe wol genesen. Do liez er an die wäge die séle und ouch den Iip: dé begunde weinen daz Ezeln wip. er sprach ich wil iu, leisten, als ich gelobet hän. owé der minen friunde, die ich leider muoz bestàn. Man sah in von dem künege in starken riwen gen. de sah er siner recken ein teil dà nähen stèn. er sprach ir sult iuch wäfen, alle mine man, die küenen Burgonden mucz ich nu leider bestän.“ Do brähte man den recken ir gevæfen al zehant, ez der helm were und ouch des schildes rant: von ir ingesinde wart ez in dar getragen. sit horten leidiu mære die küenen ellenden sagen. Gewäfent wart dò Rüedeger mit fünf hundert man: dar über zwelf recken ze helf er ouch gewan; die wolden pris erwerben in des sturmes nöt. sine wisten niht der mære, daz in s6 nähte der töt. Do sah man Rüedegére under helme gàn: ez truogen swert diu scharpfen des maregràven man, und dar zuo vor ir handen die liehten schilde breit. daz sach der videlære: ez was im àne maàhze leit. Ouch sach der junge Giselher sinen sweher gen mit üf gebundem helme: wie mohter dé verstén, waz er dà mite meinte niwan alleg guot?ꝰ des wart der künec edele von herzen vrœlich gemuot. gebund ant in men XVXVI. Nu wol mich solher friunde, sprach Giselher der degn- 1 die wir hän gewunnen her üf disen wegn: wir suln mines wibes vil wol geniezen hie. mir ist liep uf mine triuwe, daz ie der hirät ergie.“ Ine weiz wes ir iuh trestet?“ sprach dò der spileman- 2 ya gesaht ir ie durch suone sò manegen recken gaàn mit uf gebunden helmen, die trüegen swert enhant“ an uns wil dienen Rüedegér sine bürge und siniu lant.“ Bedaz der videlære die rede vol sprach, 3 den guoten maregraven man vor dem hüse sach: 9 sinen schilt den guoten sazter für den fuoz. dô muoser den gesten versagen dienest unde gruoz. Der edel maregräàve rief hin üf zehant 4 nu wert iuch, edeln recken von Burgonden lant: ir soldet min geniezen, ir engeltet leider min. 8 8 313 dòé wären wir gefriunde, nu muoz ich iwer vient sin. Do erschracten dirre mære die nöõthaften man: 5 in was der tröst enpfallen, den si dä wänden hän, dò mit in wolde striten dem si dd wären holt. si hèten doh von vinden vil michel arebeit gedolt. Nune welle got von himele, sprach Gunther der degen- 6 1 dag ir iuch sult genäden noch an uns bewegen, und der vil grözen triuwe, der wir doch héten muot: ich wil iu des bag getrouwen, daz ir eg nimmer getuot. Ine mages niht gelazen: sprach dòé der küene man- ich muoz mit iu striten, wande ihz gelobet hàn. nu wert iuch, küenen degene, sô lieb iu si der lip: mich enwoldes niht erläzen des künec Ezeln wip-“ 334— AVENT. Ir widersaget uns nu ze spàte:-sprach dò der künec hêr- 1 nu müez iu got vergelten, vil edel Rüedeger, triwe unde minne, die ir uns habt getän, ob irz an dem ende woldet minneclicher làn. fle got lde g ö Wir soldenz inimer dienen, daz ir uns habt gegebn, 2 ich und mine mäge- ob ir uns lieget leben- die hérlichen gäbe, dòé ir und iwer man uns fuortet friuntliche zuo dirre höchgezite dan.“ Wie wol ich iu des günde,,-sprach Rüedeger der degen- 3 daz ich iu mine gabe noch dicke solde wegen mit vollen willecliche, als ich des héte wan: sone würde mir dar umbe nimmer schelten getän.“ f Erwindet, edel Rüedeger:-sprach dé Gernét- 4 wandeg wirt deheiner gesten nie erbôt 80 rehte minneeliche, als ir uns habt getàn: 6 des sult ir wol geniegen, ob wir bi lebene bestän. Daz wolde got,-sprach Rüedeger- vil edel Gérnoét, daz ir 26 Rine woret und ich wære töt kiüe +4 mit etelichen èren, sit ich iuch sol bestän: ez enwart noch nie an degenen wirs von friunden getän. flf Nu lon iu got, her Rüedeger,-sprach aber Gérnét- 6 die vil richen gäbe: mich riwet iwer töt, sol an iu verterben s6 tugentlicher muot. ich trage hie iwer wafen, daz ir mir gäbet, helet guot. J Daz ist mir nie geswichen in aller dirre nôt: 7 under sinen ecken lit manee ritter tôt. ez ist luter unde stæœte, hérlich unde guot: ich ween sö riche gäbe ein recke nimmer mer getuot. XXVI.— 335— Und welt ir niht erwinden, irn wellet zuo zuns gän, 1 slaht ir mir iht der friunde, die ich noch hinne hàn, mit iwer selbes swerte nim ich iu den Iip: 56 riwet ir mich, Rüedegèer, und iwer hèrlichez wip.“ Daz wolde got, her Gérnöôt, und möhte daz ergaàn, 2 daz aller iwer wille were hie getäàn, und daz genesn wære iwer friunde lip! iu sol vil wol getrowen bédiu min tohter und min vip- Des antwurt im Giselher, der edeln Uoten kint, 3 Wie tuot ir sö, her Rüedegèr? die mit mir komen sint, si sint iu alle wæge: ir grifet übel zuo; die iwern schœnen tohter welt ir verwitewen ze fruo. Swenne ir und iwer recken mit strite mich bestät, 1 wie rehte unfriuntliche ir daz schinen làt, daz ich iu wol getrouwe für ander alle man, 3 dà von ich zeinem Wibe iwer tohter mir gewan!“ 8 Gedenket iwer triuwe, vil edel künec hér, 5 gesende iuch got fon hinnen:-80 sprach Rüedegèr- làt die juncfrouwen niht engelten min: durch aller fürsten tugende sé ruochet ir genædec sin. Daz tæt ich wol von schulden:-sprach Giselher dag kint- 6 7 1 die edeln mine màge, die noch hier inne sint, K suln die von iu ersterben, s6 muoz gescheiden sin diu vil steete friuntschaft zuo ziu und ouch dem wibe min. Nu müez uns got genäden, sprach dòé der küene man. 7 de huoben si die schilde, alsé si wolden dan striten zuo den gesten in Kriemhilde sal: do rief vil lute Hagene von der stiegen hin zetal. 336— AVꝑNI. Belibet eine wile, villedel Rüedegeèr, 1 als“ sprach dò Hagene- vir wolden reden mer, ich und mine herren, des uns twinget nöt. waz mac gefrumen Ezeln unser ellenden töt? Ich stän in grözen sorgen, vil edel fürste milt: 2 mir gab diu maregràvinne disen richen schilt; den habent mir die Hiunen zerhowen vor der hant. ich fuort in minneclichen her in Ezelen lant.“ E 4 Daz wolde got von himele,-sprach aber Hagene- und hèét ich schilt s6 guoten hie zetragene, also du hàst vor hende, vil edel Rüedegér, sone gerte ich hie zen Hiunen deheiner halsperge mér. Vil gerne werr ich dir guot mit mime schilde, törst ich diren gebieten vor Kriemhilde: doch nim du in hin, Hagene, und trag in vor der hant. hey, soldestu in füeren in der Burgonden lant!“ Do er im s0 willechiche den schilt zegebne böt, 5 dé wart genuoger ougen von weinen harte röt: 35 ez was diu leste gäbe, die sider immer mèer gebét deheime degene von Becheläàren Rüedegér. Swie grimme Hagene være und swie herte gemuot, 6 doch erbarmet in diu gabe, die der helt guot bi sinen lesten ziten s6 nähe héte getän. vil manec ritter edele mit im trüren began. Nu lön jiu got von himele, vil edel Rüedegèr: 7 ez wirt iwer geliche deheiner nimmer mer, der ellenden recken sô milteelichen gebe. got sol dag gebieten, daz iwer tugent immer lebe. XXVVI. ⏑ Nu lön ich iu der gäbe, sprach Hagene der degen- daz ich mich alles übeles wil gein iu bewegen, daz nimmer iuch gerüeret in strite hie min hant, ob ir si alle slüeget, die von Burgonden lant- Des neig im dé mit zühten der maregräve hér. die liute weinten alle. daz disiu starken ser niemen scheiden kunde, daz was ein michel nöt: vater aller tugende lag an Rüedegére töt. Do sprach ouch von dem hüse Volkér der spileman sit min geselle Hagene den vride hàt getän, den sult ir alss stœte häàn von miner hant: dag habt ir wol verdienet, dé wir kömen in daz lant. Vil edeler maregräve, ir sult min bote sin. dise röten bouge gab mir die marcgràvin, daz ih si tragen solde hie zer höchgezit: daz hàn ich geleistet; daz ir min ziue des sit-“ Daz wolde got von himele, sprach dò Rüedegér- dag iu diu maregràvinne noch solde gebn mér. diu mœre sage ich gerne der triutinne min, und gesihe ich si gesunde: des sult ir àne zwivel sin. Alser im daz gelobte, den schilt huop Rüedeger. 35 des muotes er ertobete. done beit er dà niht mer: er lief uf zuo den gesten eime recken gelich: manegen slac vil swinden sluoc der maregräve rich. Die zweéne wichen höher, Volkér und Hagene, wandez im è gelobten die snellen degene: noch vant er alsb küenen bidem turne stän, daz Rüedegèr des strites mit grözen sorgen began. Der Nibelunge Liet. 338— Durch mortræchen willen so liezen si in dar in, Gunther unde Gèernét: si héten helede sin. Giselher stuont uf höher: zewäre eg was im leit. AVENI. er versach sich noch des lebenes; dar umbe er Rüedegèren meit. Do sprungen zuo den vinden des maregràven man: man sah si degenliche näch ir herren gän. diu vil scharpfen wäfen si truogen an der hant: des brast dà vil der helme und manec hérlicher rant. Do sluogen die vil müeden manegen swinden slac den von Bechelären, der ebene gelac, durch die liehten ringe vaste unz uf dag verch: si frumten in dem sturme diu vil hèrlichen werch. was komen gar dar in. die sprungen balde hin: Daz edel ingesinde Volkér unde Hagene sine gäben vride niemen von ir beider hande daz bluot durch helme nider ran. wan dem einen man. Wie rehte gremliche vil swerte drinne erklanc! vil der schildes spangen des reis ir schiltgesteine verhowen in daz bluot. si vähten alsé grimme, üz den slegen spranc: daz man eg nimmer meèr getuot. Der vogt von Bechelären gie wider unde dan, alsò der mit ellen in sturme werben kan: dem tet des tages Rüedeger mit strite wol gelich, daz er ein degn wære vil küen und ouch vil lobelich. Hie stuonden dise zwéne, si sluogen in dem strite vil manegen helt töt: Giselher und Dancwart, die bède ez ringe wac; des frumten si vil manegen unz uf ir jungesten tac. Gunther und Gérnöt; — XXVVI. 339 Wol zeigte der marcgräàve, daz er was stare genuoc, küene und wol gewäfent: hey, waz er helde sluoc! daz sach ein Burgonde: do dwang in zornes nöt. dà von begunde nähen des guoten Rüedegères töt. Ez was der starke Gérnöt. den helt den riéf er an: er sprach zem maregräven ir welt mir miner man niht genesen làzen, vil edel Rüedegér. dag müet mich àne màze: ine kans niht an gesehn mer. Nu mag iu iwer gäbe wol ze schaden komen, sit ir miner friunde mir habt sö vil genomen. nu wendet iuch her umbe, vil edel küene man: iwer gäbe wirt verdienet sô ich aller höhste kan. E dag der marogràve vol zuo zim kœme dar, des muosen liehte ringe werden missevar. do sprungen zuo zein ander die ére gernde man: ir ieteweder schirmen für starke wunden im began. Ir swert so scherpfe wären, ez enkunde niht gewegen. do sluoc Gérnôöten Rüedeger der degen durch helm vlinsherten, daz nider vlég daz bluot. daz vergalt im wol mit ellen der ritter küen unde guot. Die Rüedegères gäbe an hende er höhe erwac: swie wunt er weer zem töde, er sluog im einen slac durch sinen schilt guoten unz üf diu helmgespan, dà von ersterben muose der schœnen Götelinde man. Jane wart nie wirs gelönet sô richer gäbe mér: dòo vielen bede erslagene die recken alsé her gelich in dem sturme von ir selber hant. alrèrst erzurnde Hagene, 22* dò er den grögen schaden vant. 50 AVENT. Il. Do sprach der helt von Tronege ez ist uns übel komen: 1 wir haben an in beiden sô starken schaden genomen, den nimmer überwindent ir liute und ouch ir lant. die Rüedegéres degene die müezen nu sin unser pfant.“ Dane wolde ir deheiner dem andern niht vertragen: 2 vil maneger àne wunden dar nider wart geslagen, der wol genesen wære: ob im wart solch gedranc, swie gesunt er anders were, deér in dem bluote doch ertranc. Ove mines bruoder, der tôt ist hie gefrumt. 3 waz mir der leiden mære zallen ziten kumt! ouch muoz mich immer riuwen min sweher Rüedegeér. der schade ist beidenthalben und diu vil grœzlichen sér. 1 Do die recken sähen, daz si beide wären töt, 4 di dõ dar inne wären die muosen liden nöt. der töt der suochte sére dà sin gesinde was: 4 der von Bechelären einer langer niht genas. Gunther unde Giselher und ouch Hagene, 5 Dancwart unde Volkér, die guoten degene, die giengen dà si funden ligen zwéne man: Iu de 5 dà wart von den heleden mit jàmer weinens vil getän. uUieln Der töt uns sére roubet?—sprach Giselher daz kint- 6 lazet iwer weinen, und geén wir an den vint, dag die ringe erküelen uns sturmemüeden man: jà weon uns got niht langer nu daz lebn welle län.“ Den sitzen disen leinen sah man dà manegen degen: 7 Uyntä si waren aber müegec. dà wären töt gelegen die Rüedegères helde: vergangen was der doz. sõ lIange wert diu stille, daz sin die küneginne erdxöz. Keiles! nübene ülhes igte XXXVI.— 341— O ve mir dirre swære:: sprach des küneges wip⸗ i sprächent al 26 lange. unser vinde lip mac nu wol vri bellben vor Rüedegéres hant: er wil si wider bringen heim in der Burgonden lant. Waz hilfet, künec Ezele, daz vir geteilet hän mit im swaz er wolde? der helt hàt missetàn: der uns dà solde rechen, der wil der suone pflegn. des antwurt ir Volkér, der vil Zzierliche degn Jane zimt niht reden übele deheines küneges WIp; und törst ich heigen liegen alsus edel wip, 86 hét ir Rüedegére vil vreislich an gelogen: er und die sinen degene sint an der suone gar betrogen. Er tet s0 willecliche daz im der künec geböt, daz er und sin gesinde ist hie gelegen töt. nu seht alumbe, Kriemhilt, wem ir nu gebieten welt. iu hat unz üf den ende gedienet Rüedegèr der helt. Welt ir des niht gelouben, man solz iuch sehn Iàn.“ durch ir herzen leide sô wart daz getän: man truoc den helt verhouwen dà in der künec ersach. den Ezeln degenen sò rehte leide nie geschach. Do si den marcgràven säàhen töten tragen, ezn künde ein schribere geprieven noch gesagen die manegen ungebore, der wib unde man von ir herzen swære aldà bezeigen began. Do wart der Ezeln jàmer sòé stare und alssé grög, als eines lewen stimme der riche künec erdéz mit herzen leidem wuofe: alsam tet ouch sin WIp. si klageten ungefuoge des guoten Rüedegères Iip. XXVVNVVII AVENTIURE WIE DES HERREN DIETRICHES RECKEN ALLEWURDEN ERSLAGEN. Do nört man allenthalben jaàmer alsé gréz, 1 dag palas unde türne von dem wuofe erdog. ds hoôrt eg ouch von Berne ein Dietriches man: durch disiu starken mere wie bald er gähen began! De sprach er zuo dem fürsten hort min, her Dietrich: 2 swaz ich her gelebt hän, sô reht unmügelich gehoért ich klage nie mére, als ich nu hän vernomen. 1 ich wen der künec Ezele ist selbe zuo dem schaden komen. Wie möhtens anders alle haben solhe nöt? 3 der künec oder Kriemhilt, ir einez daz ist töt 4 von den küenen gesten durch ir nit gelegen. 4 ez weinet harte sere vil manec ug erwelter degen. 5 Do sprach der helt von Berne mine lieben man, 4 nune gähet niht ze sere. swaz hie hänt getän die ellenden recken, des gét in michel nöt: und lät si des geniezen, daz ich in minen vride böt.“ De sprach der küene Wolfhart ich wil dar gàn 5 und wil der mære vrägen, waz si haben getän, und wilz iu sagen denne, vil lieber herre min, als ich ez rehte ervinde, waz diu rede müge sin. XXVVII.— 343— Dosprach der herre Dietrich'svwà man zornes sich versiht, 1 ob ungefüegiu vräge denne dä geschiht, daz betrüebet recken vil lihte danne ir muot: jane wil ich niht, Wolfhart, daz ir die vräge dà zin tuot. Do hiez er Helpfrichen vil balde dar gàn, 2 und bat in daz ervinden an Ezelen man oder an den gesten selben, waz were dd geschehn. done hét er nie von liuten sôé grézen jàmer mèr gesehen. Der bote vrägte balde waz ist hie getän?“ 3 dò seit man im diu mære ddà jist vil gar zergàn swag wir freuden héten in der Hiunen lant: hie Iit erslagen Rüedeger von der Burgonden hant. Die mit im dar in kömen, der ist einer niht genesen.“ 4 done kunde Helpfriche leider nimmer wesn: jane sagt er siniu mære sòô reht ungerne nie. 8b der bote ds hin widere vil sére weinende gie. 3 W az habt ir uns erfunden?ꝰ-sprach dé Dietrich- 5 wie weinet ir s6 sére, degen Helpfrich?“ dò sprach der kũene recke ich mac wol balde klagen: den guoten Rüedegere hät uns her Gérnôt erslagen. Do sprach der helt von Berne daz ensol niht wellen got: 6 dag weor ein starkiu rache und-ouch des tiufels spot. wa mite héte Rüedeger an in daz verscholt? jà ist mir dag wol künde, er ist den Burgonden holt.“ Do sprach der küene Wolfhart und héten sig getän, 7 sò solt ez in allen an ir lebn gän. ob wirz in vertrüegen, des wWæren wir geschant: ja hat uns vil gedienet des guoten Rüedegéres hant- AVENT. U Der vogt der Amelunge bat ez ervarn bag: vil harte seneliche er in ein venster saz. dò hieg er Hildebrande auo den gesten dan, daz er an in erfünde waz dà wære getän. Der sturmeküene recke, meister Hildebrant, 2 weder schilt noch wafen truoger an der hant: er wolde in sinen zühten zuo den gesten gän. von siner swester kinde wart im ein stràfen getän. Doé sprach der grimme Wolfhart welt ir dar bloger gàn, 3 sone mag ez àne ein schelten nimmer wol gestän; 86 mũeget ir lasterliche tuon die widervart. ob ir dar komet gewafent, daz eteslicher wol bewart.“ Do garte sich der wise durch des tumben rat: 4 ò ez erfünde Hildebrant, dò wären in ir wät alle Dietriches recken und truogen swert enhant. dem helde was eg leide: vil gerne hèt erz erwant. Er vrägte war si wolden. wir wellen mit iu dar. wag, ob von Tronege Hagene deste wirs getar gein iu mit spotte sprechen, des er kan wol gepflegen?“ dé er die rede gehörte, dà von gestattes in der degen. Doe sach der kuene Volker wol gewäfent gan 6 die recken von Berne, die Dietriches man, begurtet mit den swerten, ir schilde vor der hant: er sagtez sinen herren üzer Burgonden lant. Do sprach der videlære ich sihe dort her gàn 7 86 rehte vientliche die Dietriches man, gewäfent under helme: si wellent uns bestän. mich nimt des michel wunder, waz wir den recken haben getàn 4 XXVVII.— 345— In den selben ziten kom ouch Hildebrant. dé sazter für die füege sinen schildes rant: er begunde vrägen die Gunthers man oweé, ir guoten degene, waz hét iu Rüedeger getänꝰ Mich hät min herre Dietrich her zuo ziu gesant, ob erslagen hète iwer deheines hant den edeln maregràven, als uns ist geseit: wir enkünden überwinden niht diu grœzlichen leit.“ Do sprach der grimme Hagene daz more ist ungelogen. wie wol ich iu des günde, hét iuch der bot betrogen, durch Rüedegères liebe, daz lebte noch sin lip, den immer mügen weinen bédiu man und ouch diu wip.“ Do si daz rehte erhörten, daz er wære töt, do klagten in die degene: ir triwe in daz geböt. den Dietriches mannen sah man trähene gan über bärte und über kinne: in was vil leide getän. Der herzoge ützer Berne Sigestap dé sprach nu hät gar ein ende genomen der gemach, den uns jie fuogte Rüedeger näch unser leide tagen: freude ellender diete lit von iu degenen erslagen. Do sprach von Amelungen der degen Wolfwin und ob ich hiute sæhe töt den vater min, mir en würde nimmer leider denne umbe sinen Iip. owé, wer sol nu trœsten des guoten marcgràven wip?“ Do sprach in zornes muote der küene Wolfhart Wer wiset nu die recken sé manege hervart, alsò der maregràve vil dicke hàt getänꝰ owé, vil edel Rüedeger, deich dinen töt gelebt hän!“ 0 346— AVENr. Wolfprant unde Helpfrich unde Helmnot, 1 mit allen ir friunden si weinten sinen töt. vor siuften mohte vrägen niht mèr Hildebrant: er sprach nu tuot, ir degene, dar nàch min herre hät gesant. Gebt uns Rüedegèren sé tôten uz dem sal, 2 an dem gar mit jamer lit unser vreuden val: und lat uns an im dienen, daz er ie hàt begàn an uns vil grõzer triuwen und ouch an manegem vremden man. Wir sin ouch ellende, als Rüedegèr der degen. 3 wes läzet ir uns biten? läàt in uns after wegen tragen, dag wir näch töde lônen noch dem man: wir hétenz pillicher bi sime lebene getän. Do sprach der künec Gunther nie dienest wart sò guot, 4 s0 den ein friunt friunde nàch tòde tuot. daz heig ich stæte triuwe, swer die kan begàn: 1 10 ir lönet im von schulden, wand er iu liebe hät getän. Wie lange suln wir vlegen?“ sprach Wolfhart der degen- 5 sit unser tröst der beste ist von jiu toôt belegen und wir sin leider mère mugen niht gehaben, lät in uns tragen hinnen dà wir den recken begraben- Des antwurte Volker niemen in iu git. 6 nemt in in dem hüse, da der degen lit, mit sinen tiefen wunden gevallen in daz bluot: 80 ist ez ein voller dienest, den ir hie Rüedegére tuot.“ Do sprach der küene Wolfhart lät sin, her spileman, 7 irn durfet uns niht reizen: ir habt uns leit getän. törst ich vor mime herren, s6 kœmet irs in nöt: des müezen wir ez lazen, van er uns strit mit iu verböt.“ XVVII. Do sprach der videlære der vorht ist gar 2e vil, 1 swaz man im verbiutet, derz alleg lagen wil: dag enkan ich niht geheizen rehten heldes muot. diu rede dühte Hagenen von sinem hergesellen guot. Welt ir den spot niht lazgen,-sprach aber Wolfhart- 2 ich entriht iu Iiht die seiten, swenne ir die widervart ritet gegen Kine, daz irz wol mugt gesagen: iwer übermüeten mag ich langer niht vertragen.“ Do sprach der videlære swenn ir die seiten min 3 0 verirret guoter dene, der iwer helmes schin mac wol trüebe werden von der minen hant, swie ich halt gerite in der Burgonden lant- Do wolder zuo zim springen, wan daz in niht enlie 4 Hildebrant sin chaim in vaste zim gevie ich ween du woldest wüeten durch dinen tumben 2z0rn: mines herren hulde wir héten immer mér verlorn- Lät ab den lewen, meister: er ist sö grimme gemuot. 5 kumt er mir zen handen, sprach Volkér der helt guot- hat er die werlde alle mit siner hant erslagen, ich slah in daz erg widerspel nimmer mére darf gesagen. 5 Des wart vil harte erzürnet der Bernære muot. 6 den schilt gezuchte Wolfhart, ein sneller degen guot: alsam ein lewe wilder lief er vor in dan. im wart ein gehez volgen von sinen friunden getän. Swie witer sprünge er pfloge für des sales want, 7 doch ergähet in vor der stiegen der alde Hildebrant: er wolde in vor im làgen niht komen in den strit. si funden dag si suochten an den ellenden sdt. — 8 Do gespranc zuo Hagene maister Hildebrant: 1 diu swert man hört erklingen an ir beider hant. si wären harte erzürnet: vil wol erkös manz sint. von ir beider wäfen gie der viurröter wint. Si wurden dé gescheiden in des strites nöt: 2 daz tàten die von Berne, als in ir kraft gebôt. zehant do wande Hildebrant von Hagene balde dan: dò lief der starke Wolfhart den küenen Volkéren an. Er sluoc den videlære uf den helm guot, 3 daz des swertes ecke unz an die spangen wuot. daz vergalt mit ellen der küene spileman: dòé sluoger Wolfharten, daz er strüchen began. Fiur ùz den ringen, des hiwen si genuoc: 4 haz ir ieslicher dem andern vaste truoc. die schiet dò von Berne der degen Wolfwin: ob er ein helt niht were, des enkünde niht gesin. Gunther der vil küene mit williger hant 5 enpfie die helde mære von Amelunge lant: Giselher der starke diu liehten helmvaz, N3 der frumt er dä vil manegeg von bluote röt unde naz. Dancwart, Hagenen bruoder, was ein grimmec man: 6 swaz er dà vor héte in strite getàn den Ezeln recken, daz was gar ein wint. AL alrèst vaht tobeliche des küenen Adriànes kint. 1 Gerbart unde Wichart, Helpfrich und Rischart, K die heten in manegen stürmen vil selten sih gespart: des brähten si wol innen die Gunthers man. dòé sach man Wolfpranden in sturme hérliche gän. XVVVII. Da streit er, als er wuote, der alde Hildebrant. 1 vil manec küener recke vor Wolfhartes hant mit töde muose vallen von swerten in dag bluot: sus rächen Rüedegère die recken küene unde guot. Sigestap von Berne, als im sin ellen riet, 2 hey, waz er in dem sturme der herten helme schriet den sinen vianden! Dietriches swestersuon der kunde in dem sturme bezzers nimmer niht getuon. Volker der vil starke, dò er daz ersach, 3 daz Sigestap der küene den bluotigen bach hiw üz herten ringen, daz was dem degene zorn: do spranger im begegene. dò hète Sigestap verlorn er begunde im siner künste al solhen teil dà gebn, daz er von sime swerte muose ligen tät. daz rach der alde Hildebrant, als im sin ellen daz geböt. Von dem videlære vil schiere al da dag lebn: 4 Owé vil liebes herren, sprach meister Hildebrant- 5 der hie lit erstorben von Volkéres hant: nune sol der videlere langer niht genesen. z0rn der Hildebrandes kunde grimmer niht gewesen. 9 Do sluoger Volkére, daz im diu helmbant 6 stuben allenthalben zuo des sales want von helme und ouch von schilde, dem küenen spileman. dà von der videlære dòé den ende dd gewan. Do drungen zuo dem strite die Dietriches man: 7 si sluogen, daz die ringe vil höhe wæten dan, und daz man ort der swerte imme gewelbe stechen sach. si hiwen ug den helmen den heige vliegenden bach. 350— AVEVI. Il. Do sach von Tronege Hagene Volkeéren töt: 1 daz was zer höchgeztte sin aller meistiu nöt, die er dd hète gewunnen an mägen und an man. owe, wie grimme Hagene, den helt rechen began! Nune sol es niht geniegen der alde Hildebrant: 2 ſB ö min helfe lit erslagene hie von des heldes hant, 10 der beste hergeselle, den ieman gewan.“ n0 den schilt den ruchter höher: dò gie er houwende dan. ine Helpfrich der vil starke Dancwarten sluoc. lů Gunther unde Giselher, den was ez leit genuoc, uit ie dò si in sähen vallen in der starken nöt: er héte wol vergolten mit sinen handen sinen töt. 1 Swie vil von manegen landen gesamnet were dar, 4 8 vil fürsten kreftecliche gegen ir kleinen schar, werren die kristen liute wider si niht gewesen, si wæren mit ir ellen vor allen heiden wol genesen. Die wile gie do Wolfhart beide wider unde dan, 5 allez houwende die Gunthers man. nüen er was die dritten kere den palas zende komen: jaà hét er den künegen s6 vil der recken dâ genomen. Do rief der starke Giselher Wolfharten an 6 oweé, daz ich sô grimmen vient ie gewan! edel ritter küene, nu wendet gegen mir. si kõmen zuo ein ander sit mit ellenthafter gir. Wolfhart gein Giselhere kért in den strit: 7 dé sluog ir ietwedere vil manege wunden wit. 56 rehte kreftecliche er zuo dem künege dranc, dag im daz bluot von füegen al über daʒ houbet sin gespranc. XXVVII.„„ Mit grimmen slegen swinden der edeln Uoten kint 1 enpfle vil pitterliche den küenen recken sint. swie küene Wolfhart wære, er mohte niht genesen vor dem jungen künege: niemen dorfte küener wesen. Do sluog er Wolfharte durch eine prünne guot, 2 daz im von der wunden vil sére vlòg dag bluot. er wunte zuo dem töde den Dietriches man: ez enhot àn einen recken ander niemen getän. Alsoe der küene Wolfhart der wunden enpfant, 3 den schilt liez er dò vallen: höher an der hant huober daz starkez wafen, daz was scharpf genuoc: durch helm und durch ringe der helt dò Giselhern sluoc. done lebte ouch niht mére der Dietriches man, wan Hildebrant aleine: do er den neven vallen sach, im wæn vor sime töde sò rehte leide nie geschach. Si hèten beide ein ander den grimmen töt getàn. 4 Ouch wären gar gevallen Gunthers degene, 5 niwan si einen zwene, er und Hagene: si stuonden in dem bluote tief unz an diu knie. Hildebrant harte balde hin über sinen neven gie. 6 6 Er besléz in mit armen, und wolde in tragen dan 6 mit im üzem hüse: er muose in ligen làn; er was ein teil ze swære. wider in daz bluot enpfiel er im ug handen: do blichte üf der degen guot. Do sprach der tötwunde vil lieber Sheim min, 7 0 irn muget an disen ziten mir niht frum gesin. nu hüetet iuch vor Hagene: jà dunket eg mich guot. er treit in sime herzen einen grimmegen muot. 352— AVENI. Unde ob mich mine mäge näch tòôde wellen klagen, 1 den nehsten und den besten den sult ir daz sagn, dag si näch mir niht weinen: dag ist àne not. vor eines küneges handen lige ich hie heérlichen töt. Ich haàn ouch s6 vergolten hier inne minen lip, 2 it! daz eg wol mugen beweinen der guoten ritter wip: 4 ob iuch des iemen vräge, sô muget ir balde sagen, ni vor min eines handen ir Ut wol hundert erslagen. Do gedäht ouch Hagene an den spileman, 3 as dem der alde Hildebrant sin lebn an gewan: dòé sprach er zuo dem degene ir geltet miniu leit, — ir habt uns hinne erbunnen vil maneges recken gemeit.“ Er sluog uf Hildebranden, daz man wol vernam 4 Balmungen diezen, daz Sivride nam 6 Hagene der küene dà er den recken sluoc. dò widerstuont im Hildebrant, der im vil wènec iht vertruoc. Der Wolfhartes Sheim sluog ein wäfen breit 5 uf Hagenen von Tronege, daz ouch vil sére sneit. done kunder niht verwunden den Gunthers man. 1 WII dé sluog aber in Hagene durch eine prünne wolgetän. l Alsò meister Hildebrant der wunden enpfant, 6 dò vorht er schaden mère von der Hagenen hant: den schilt warf über rucke der Dietriches man. äh mit der starken wunden der helt vil küme danne entran. äk Dar inne was niemen lebnde, als ich gesaget hän, 7 niwan die einen zwéne, Gunther und ouch sin man. mit bluote gie berunnen der alde Hildebrant: er brähte leidiu mære dà er sinen herren vant. XXXVVII. 33 Do sah er trürecliche sitzen hie den man: 1 leides michel mère der fürste dòo gewan. als er Hildebranden ersach von bluote röt, do vrägt er in der mære, als im diu sorge geböt. Wan sagt ir mir, meister, wie sit ir sö naz 2 worden von dem bluote, oder wer tet iu dag? ich wen ir mit den gesten zem hüse habt gestriten. ich verböt ez iu s6 sére: dò wer ez pillich vermiten.' Swie übel disiu mæere mir stén ze sagene, 3 er sprach- dise wunden sluoc mir Hagene, dé ich ùz dem hüse wolde wenden dan. wie küm ich mit dem lebene dem selben välande entran!' dòo ir mich friuntschefte den helden hörtet jehn, daz ir den vride brachet, den ich in hét gegeben. héte ihs niht immer schande, ir soldet vliesen daz leben.“ 5 Do sprach der Bernære vil reht ist iu geschehn, 4 Nune zürnet niht sé sere, min herre Dietertch: 5 an mir und minen friunden der schade ist gremlich. wir wolden Rüedegèren getragen haben dan: des enwolden uns niht gunnen des künec Gunthers man.“ 86 ws mir dirre leide, ist Rüedegèr doch töt. 6 dag muoz mir sin ein jàmer vor aller miner nòôt. 5 3„*„* 5 mnn Götelint diu edele ist miner basen kint. ach wèé der armen weisen, die dd ze Bechelären sint. Riwen und ouch leides mant in dò sin töt: er begunde starke weinen; des gie dem helede nôt. owé getriwer helfe, der ich verlorn hän: iane überwinde ich nimmer des künec Ezeln man- Der Fibelunge Liet. 23 AVENT. Er sprach ze Hildebrande muget ir mir doch sagen, 1 wer der degen wære, der in dà hät erslagn?“ er sprachdaz tet mit kreften der starke Gérnôt: vor Rüedegéres handen muos ouch der degn ligen töt.“* r sprach meister Hildebrant, nu saget minen man, 2 daz si sich balde wäfen: jä wil ich dar gän. und heitzet mir gewinnen min liehteg wiegewant: ich wil selbe vrägen die helede dg Burgonden lant- Do sprach meister Hildebrant wer sol zuo ziu gen? 8 swaz ir habt der lebenden, die seht ir bi iu st'n. daz bin ich alterseine: die andern die sint tot. dò erschracter dirre mæœre: des gie dem recken groziu nôt; Wander leit ss grôzeg zer werlde nie gewan. 4 er sprach und sint erstorben alle mine man, s6 hãt min got vergegzzen. ich was ein künec rich: nu mag ich wol heigen der vil arme Dietrich.“ Wie kundez sich gefüegen, sprach aber Dietrich- 5 daz si alle sint erstorben, die helde lobelich, von den stritmüeden, die doch héten nöt“ wan durch min ungelücke, in wore vremde noch der töt. u0 biut Owé, vil lieber Wolfhart, sol ich dich hän verlorn, 6 s6 mac mich balde riuwen, daz ich ie wart geborn. l0s Sigestap und Wolfwin und ouch Wolfprant, wer sol mir danne helfen in der Amelunge lant? Helpfrich der vil küene, und ist mir der erslagen, 7 Gerbart unde Wichart, wie solde ich die verklagen“ daz ist an minen freuden mir der leste tac: owe dag vor leide niemen sterben ne mac.“ XXXVIII. XXVXVIIIL AVENTIURE WIE DER HERRE DIETRICEH GUNTHERN UND HAGENEN BETWANC. Do suochte der herre Dietrich selbe sin gewant: dò half daz er sich wafent maister Hildebrant: dò klaget alsò sere der kreftige man, daz im daz hùs erdiegen gein siner stimme began. Der helt gewan dò widere rehten mannes muot: in grimme wart gewäfent dé der degen-guot: einen schilt vil vesten den nam er an die hant. nach schaden in dé tröste der vil küene Hildebrant. Do sprach von Tronege Hagene ich sihe dort her gan den herren Dietrichen: der wil uns bestän näch sime starken leide, daz im jist hie geschehn. man sol daz hiute kiesen, wem man des besten müge jehn. Jane dunket sich von Berne der herre Dietrich nie s6 stare des Iibes und ouch sé gremelich, und wil erz an uns rechen, daz im jist getän, -alsò reite Hagene ich tarr in rehte wol bestän- Die rede erhörte Dietrich unde Hildebrant: er gie dà er die recken beide sténde vant uzen vor dem hüse geleinet an den sal. sinen schilt den guoten den sazte Dietrich zetal. 238 4 33..T.0.0 In leitlichen sorgen sprach dé Dietrich wie habt ir s6 geworben, Gunther, ein künec rich? 47 i i An? ich ellender recke, waz ist an mir getän? alles mines tröstes des bin ich eine bestàn. Iuch endühte niht der volle an der vil grözen nöt, dé ir uns Rüedegéren den recken sluoget töt: nu habt ir mir erbunnen aller miner man. jà hèt ich iu degenen solher leide niht getän. Gedenket an iuch selben und an iwer leit: töt der iwer friunde und ouch diu arebeit, ob ez iu guoten degenen beswoeret iht den muot. owé, wie rehte unsanfte mir töt der Rüedegères tuot! Ez gescach in der werlde nie manne leider mèr: ir gedähtet übele an min und iwer sér. swaz ich freuden héte, diu lit von jiu erslagen. jane kan ich nimmer mère die mine mäge verklagen.“ Jane sin wir niht sö schuldec? sprach dòo Hagene- ez kömen her zem hüse die iwern degene, ze vlize wol gewafent mit ir schar s0 breit: mich dunket wie iu diu mære niht ze rehte sin geseit. Waz sol ich anders gelouben? mir sagtez Hildebrant, dô mine recken gerten von Amelunge lant, daz ir in Rüedegére gæbet dz dem sal, dò tät ir niwan spottens die küenen helde her zetal. Doô sprach der künec von Rine si jähen wolden tragen Rüedegéren hinnen: den hiez ich in versagen Ezeln ze leide und niht den dinen man, unze dag dòo Wolfhart dar umbe schelten began. AVENT. — XXXVIII. Doͤ sprach der helt von Berne ſez muose et alsò sin. Gunther, künec edele, durch die zühte din 80 ergetzet mich der leide, diu mir sint getàn, und sũen ez ritter küene: s6 wil ich gar die schulde län. Ergip dich mir ze gisel, du und ouch din man, s6 wil ich iuch behüeten, sò ich beste kan, dag iu hie zen Hiunen niemen niht entuot: ir sult an mir niht vinden niwan triwe unde guot. Nune welle got von himele, sprach dòè Hagene- dazg sich dir ergæben zwene degene, die du s6 werliche sihest gewäfent stän: dag hieʒ ein michel schande, und wer ouch übele getän- Irn sult ez niht versprechen:“ Gunther unde Hagene, jâ habt ir beide mich 86 sére beswœret, min herze und ouch den muot, welt ir mich ergetzen, daz irz vil pillichen tuot. -sprach aber Dietrich- Ich gibs iu mine triuwe und gihtes iu min hant, daz ich mit iu rite heim in iwer lant: ich beleite iu näch den éèren, oder ich gelige tôt: ich wil durch iuch verkiesen der minen grœzlichen nöt.“ Nune gewähent sin niht mére: sprach aber Hagene- von uns enzimt daz mære niht ze sagene, daz sich iu ergæben zwène alsò küene man: nu siht man niemen mère bi iu wan Hildebrande stän.“ Des antwurt Hildebrant iuch möhte wol gezemen, den fride mines herren ob ir den ruochet nemen: ez kumt noch an die stunde vil Itht in kurzer zit, dag ir in gerne nemet und in iu danne niemen git. 6 *233 AVENT. Ja neme ich é die suone, sprach dé Hagene- 1 & ih sôò lasterliche von eime degene flühe, meister Hildebrant, als ir habt hie getän: ich wände dar, ir kündet baz gein viande stän. Do sprach meister Hildebrant zwiu verwiget ir mir dag? 2 nu wer was der üf eime schilde vor dem Waschensteine saz, dòé im von Späne Walther sô vil der friunde sluoo? ouch habt ir noch ze zeigen an jiu selben genuoc. 0⁰ Do sprach der fürste Dietrich wie zimt daz helede lip, dag si suln schelten sam diu alten wip? ich verbiut iu Hildebrant, daz ir iht sprechet mér: mich ellenden recken twingen grœzlichiu ser. Lat hœren, friunt Hagene, sprach dòé Dietrich- 4 Waz ir è redetet, ir recken lobelich, dòé ir mih gewäfent zuo ziu sähet gàn: ir jahet daz ir eine mit strite woldet mich bestän.“ Jane lougent iu des niemen,-sprach Hagene der degen- 5 ine welle ez hie versuochen mit stichen und mit slegen, eß ens! dag mir zebreste dag Nibelunges swert. mich müet dazʒ mines herren und min ze gisel ist gegert.“ ziun Do der recke erhorte den grimmen Hagenen muot, 6 den schilt vil balde zuchte der snelle degen guot: wie balde gein im Hagene von der stiegen spranc! Nibelunges swert daz guote vil lüt uf Dietriche erklanc. Do wesse wol her Dietrich, daz der küene man 7 vil grimmes muotes Wre: schermen im began der voget von Berne vor angestlichen slegen. wol erkander Hagenen: er was ein uz erwelter degen. XXXVVIII. Ouch vorht er Balmungen, ein vwäfen stark genuoc. under wWilen Dietrich mit listen wider sluoc, unze dag er Hagenen mit strite doch betwanc: er sluog im eine wunden, diu was tief unde lanc. Do däht der herre Dietrich du bist in nöt erwigen: ih hän es lützel łre, soltu nu töt geligen. ich wil es sus versuochen, ob ich ertwingen kan dich mir zeinem gisel.“ daz wart mit sorgen getäv. Den schilt lie vallen Dietrich. sin sterke diu was grôz: mit beiden sinen armen er Hagenen umbes!6z. do wart von im betwungen der vil küene man. Gunther der vil edele darumbe trüren began. Hagenen bant dé Dietrich und fuort in dà er vant die edeln Kriemhilde, und gab ir bi der hant, den küenesten recken, der ie swert getruoc. näch ir vil starkem leide dé wart ir liebe genuoc. Vor freuden neic dem recken dag Ezeln wip: immer si dir sælec din herze und ouch din IHip. du hàst mich wol ergetzet näch aller miner nôt: ich sol ez immer dienen, mich enwendes der tòöt. Do sprach der herre Dietrich ir sult in làn genesen, vil edeliu küneginne. ez mac vil wol noch wesen, daz iuch sin dienst ergetzet des er iu hàt getàn: er sol des niht engelten, daz man in siht gebunden stän.“ Do hiez si füeren Hagenen an sin ungemach, dà er lac beslozzen und dà in niemen sach. Gunther der künec edele ruofen dò began War kom der helt von Berne? er häat mir leide getän. — — Doe gie im hin begegene der herre Dietrich. daz Gunthers ellen daz was 86 lobelich, ern beite dé niht mére, er lief her für den sal: von ir beider swerten huop sich ein ungefüeger schal. Swie vil der herre Dietrich lange was gelobt, Gunther was sé sere erzürnet und ertobt Wander nàch starken leiden sin herzevient was—, man sagtez noch für wunder, daz do Dietrich ie genas. Ir ellen und ir sterke beide wären gröz. palas unde türne von den slegen dôz, de si mit swerten heuwen uf die helme guot. ez hèt der künec Gunther einen herlichen muot. Sit twang in der von Berne, sam Hagenen è geschach. daz bluot man durch die ringe dem helde vliegen sach von eime scharpfen swerte, daz truoc her Dietrich: doch hét gewert Gunther näch müede lobeliche sich. Der herre wart gebunden von Dietriches hant, swie künege niene solden liden solhiu bant: er däht, ob er si lieze ungebunden wesen, dag si zwéne inme lande niemen liezen genesen. Der vogt von Berne der nam in bi der hant: dò brähter in gebunden dà er Kriemhilt vant. dòé was mit sime leide ir sorge ein teil benomen. si sprach künec Gunther, sit mir gröze willekomen“ Er sprach ich soltiu nigen, vil edel swester min, ob iwer grüezen möhte genædeclicher sin: ich weiz iuch, küneginne, s0 zornec gemuot, daz ir mir und Hagenen vil swachezg grüezen getuot- AVENT. E XXVVIII. ‚ Do sprach der helt von Berne vil edel küneges wip, 1 ez enwart nie gisel mère sô guoter ritter Iip, als ich iu, frowe hére, an in gegeben hän: nu sult ir die ellenden min vil wol geniezen làn. Si jach, si tæt eg gerne. dò gie der küene man 2 mit weinenden ougen von in balde dan. sit rach sich gremliche daz Ezeln wip: den uz erwelten degenen nam si beiden den lip. Sie lie si ligen sunder durch ir ungemach, 3 dag ir sit dewedere den andern nie gesach. swie eg verlobt hote daz vil edele wip, si däht ich geriche hiute mins vil lieben mannes Up. Do gie diu küneginne dà si Hagenen sach. 4 wie reht erbolgenliche si zuo dem recken sprach welt ir mir geben widere daz ir mir habt genomen, 80 muget ir mit dem lebene wider zen Burgonden komen- Do sprach der grimme Hagene diu rede ist gar verlorn, vil edeliu küneginne: ja hän ich des gesworn, dag ich den hort iht zeige die wile deheiner lebe der minen edelen herren, und in niemanne gebe. 5 Er wiste wol diu mære, sine liezen niht genesen. 6 wie möhte ein untriuwe immer sterker wesen? er vorhte, sö si hète im sinen Iip genomen, daz si danne ir bruoder lieze heim ze lande komen. Ich bringez an ein ende' gedäht dag edel wip. 7 dò hiez si ir bruoder nemen den lip. man sluog im abe daz houbet: bi hàre si ez truoc für den helt von Tronege. dé ward im leide genuoc. Alsé der ungemuote sins herren houbet sach, wider Kriemhilde dò der recke sprach du häst eʒ zeime ende nach dime willen bräht, und ist ouch rehte ergangen als ich mir héte gedäht. Nu ist von Burgonden der edel künec töt, Giselher und Volker, Dancwart und Gérnöt. den hort den weig nu niemen wan got unde min: der sol dich valändinne immer wol verholn sin.“ Si sprach sò habt ir übele geltes mich gewert. s6 wil doch ich behalten daz Sivrides swert, dag truoc min holder vriedel, dòé ir im nämt den lip mortlich mit untriuwen? sprach dò daz jàmerhafte wip. Si zch ez von der scheiden: daz enkunder niht gewern. dé dahte si den recken des libes vol behern: si huobeg mit ir handen, daz houpt si im abe sluoc. dag sach der künec Ezele: dé was im leide genuoc. Waäfen!'-sprach der fürste- wie ist nu töt gelegen von eines wibes handen der aller beste degen, der ie kom ze stürmen oder ie schilt getruoc: swie vient ich im were, ez ist mir leide genuoc. Do sprach meister Hildebrant Jane geniuzet si es niht, dag si in slahen torste, swaz halt mir geschiht. swie er mich selben bræhte in angestliche nôt, idoch s6 wil ich rechen des vil küenen recken tòôt.“ Hildebrant mit zorne zuo Kriemhilde spranc: er sluoc der küneginne einen grimmen swanç. ja tet ir diu sorge von dem degene wé: si mohte lützel helfen daz si sò angestlichen scré. AVENT. XXXVIII.—— Do was gelegen aller da der veigen Iip: dò daz edel wip. Ezel unde Dietrich weinen dò began: si klageten jæmerliche alle ir màge unde man. ze stucken lac verhouwen Diu vil michel ère was dâ gelegen töt: die liute héten alle jàmer unde noôt. mit leide was verendet des küneges hõôchgezit, als ie diu liebe leide an dem ende gerne git. Ine kan iuch niht bescheiden Waz sider dà geschach, weinen man dò sach, wib unde knehte und manege schœne meit: die héten nach ir friunden diu aller grœzisten leit. wan kristen unde heiden Ine sage iu nu niht mère wie ir dinc an geviengen hie hät dag mœre ein ende: von der grözen nöt -die dà erslagen wären, die läzen ligen töt- sit der Hiunen diet. daz ist DER XIBELUNCGE LIET. + — 2 — I. VERGLEICHENDE TABELLE UEBER DIE VERSCHIEDENEN AUSGABEN DES NIBELUNGENLIEDES. Der Hauptzweck der nachstehenden Tabelle ist, die Uebertragung der Citate von einer Ausgabe des Nibelungenliedes auf die andere zu erleich- tern, um so dem Uebelstande, dass diese sämmtlich verschiedene Zählung befolgen und dass meine Ausgabe wieder von allen früheren abweicht, thun- lichst abzuhelfen. Ich glaubte aber, diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen zu dürfen, ohne zugleich noch einen ferneren Zweck ins Auge zu fas- sen. Da nämlich die Ausgaben Lassberg's, v. d. Hagen's und Lach- mann's gerade die 3 hauptsächlichsten ältern Bearbeitungen des Liedes CB A, repräsentieren, so lag es nahe, durch einige wenige Zeichen diese Ta- belle zugleich zu einem Ueberblick über jene älteren Bearbeitungen in Bezug auf die Strophendifferenzen zu benutzen. Die 4 Zahlenreihen geben die Zählung der folgenden Ausgaben: Nib. Z. der vorliegenden. Mb. Ls. der Lassbergischen, im vierten Bande des Liedersaales, Abdruck der Hs. C. Mbö. H. der v. d. Hagens, Breslau 1820, basiert auf B. NMib. Lm. der dre Ausgaben Lachmann's, basiert auf A. Meine Ausgabe stimmt in Bezug auf die Strophen im Ganzen völlig mit der Lassbergischen; nur an 3 Stellen habe ich Strophen der gemeinen Les- art, als höchst wahrscheinlich in C fortgefallen, in den Text aufgenommen: 511(329,13); 91,2(555) und 312,3(1972). Desgleichen habe ich in der Partie, wo Clückenhaft ist, eine Strophe der Vulgata zugelassen, obwohl sie in a fehlte: 242,6(1525). Diese vier, in den Handschriften des Origi- naltextes nicht überlieferten, Strophen sind hinten mit einem Sternchen bezeichnet. 368 In der dritten Columne, die gemeine Lesart darstellend, habe ich den Unterschied der beiden Familien Id und DB kenntlich zu machen gesucht, indem ich die Strophen, die in Id noch enthalten sind, aber in DB fehlen, vorn mit einem Sternchen versehen habe. Herr v. d. Hagen hat, obwohl er Strophen ebenfalls aufgenommen, B zu Grunde legt, doch nicht nur alle dies sondern selbst die meisten der in Uüberschüssigen, indem er sie zur Unter- scheidung von den übrigen mit einem Sternchen beze ꝛichnet. Bei der Beziffe- rung derselben ist er aber sehr inconsequent ve rfahren, indem er bald fort- zühlt, bald den letzten Vers der vorhergehenden Strophe als Zahlenbasis beibehält und an ihn mit Buchstabenzählung anknüpft. So kommt es, dass in nachstehender Tabelle bei Lücken in DB Herrn v. d. Hagen's Zählung bald unterbrochen bald nicht unterbrochen erscheint. Dass ich übrigens in die- hen Zwecke der Citateübertragung untreu ward, in- ngeschobenen Strophen die Bezifferung der Hagen- sen Fällen dem prac dem ich bei den aus Ce schen Ausgabe fortliess, wird man leicht verzeihen, da man ja in keinem Falle Mühe haben wird den Mangel zu ergänzen. Ich gehe nun die Strophendifferenzen der verschiedenen Bearbeitungen durch, wobei ich von dem selbstständigen Schwanken der einzelnen Hand- schriften natürlich absehe. Vergleiche hiezu: Zur Nibelungenfrage, 8. 49 fg. Die in Klammer gesetzte Zahl bezieht sich auf Lachmann's Ausgabe und seinen Va riantenapparat. I. In der ältesten Bearbeitung(Id), bei Gelegenheit der Umarbeitung des Nibelungenliedes in die Nibelungennoth, wurden fortgelassen: (44,5) 15,4(94,5) 20,7(130,5) 41,6 59,2(372,5) 68,1(419,9—12) 68,7( ) 50,3 1(475, 150,7(936,5) 151,3(938,5) 162,2 u.? 5) 173,7—174,7(1082,5—36) fl180,1(1114,5) 196, 24,5—7(1410,5—16) 232,3(145 5„„ 16) 287,5(1817,5) 292,7 307,1 U. 83 (2159,5) 350,4(2228,5) 361,6(22 Aus der Zahl dieser Strophen ist das Fehlen von 232,3(145 u. 6(1460,5—12) 242,4 u. 5(152 Handschriftenlücke vorhanden ist. Desgleichen ist das Fehlen von 299,3 (1888,5) 307,1 u. 2(1939,5—12) 330,7(2094,5) 340,2(2159,5) 350,4 17—24“)0 nur in d belegt, weil in I 1) Ein“ bezeichnet hier die Stellen, in denen Clückenhaft ist, die also in Lachmann's Varianten nicht aufgenommen sind. unte I. Ken hale: Jin der Pa. — 369 361,6(2305,5) nur in J belegt, weil in d Handschriftenlücke ist. Aber es un- terliegt wohl keinem Zweifel, dass sie beiden Familien, Iwie d, gemeinschaft- lich fehlten. Dagegen, obwohl 1, u. 2,3—2,7(umgeordnet 7—12 Lmn.) u. 3,4 u. 5(16 u. 17), sowie später 16,5 u. 6(102,5—12) gleicherweise in I und d fehlen, s0 glaube ich doch nicht, dass sie der Bearbeitung gefehlt haben, da sie in der kürzern Gestalt DB vorkommen; ich habe daher bei diesen Strophen Nichts bemerkt. 1 51,1, obwohl nur in d erhalten, habe ich wie für einen Theil des Originals so auch für der ältesten Ueberarbeitung noch angehörig angenommen. Da- gegen habe ich die, nur in IA belegte, Strophe nach 4,1(Lm. 21) als mög- licherweise spätern Zusatz eingeklammert, während die Strophe nach 1,2 Em. 3) zu gut belegt ist, als dass sie der Bearbeitung abgesprochen werden Könnte. Von den zugesetzten Strophen wird im nächsten Abschnitte die Rede sein. II. Diejenigen Strophen, die in Id noch standen, aber in DB fortge- lassen wurden, sind vorn mit einem“ versehen. Es sind die folgenden: 50,6 u. 7 u. 51,1(329,5—16) 123,4 u. 5(756,5—12) 137,4(848,5) 138,7 (858,5) 146,3(905,5) 152,1(942,5) 169,1 u. 2(1052, 5—12) 171,1(1064,5) 192,3(1201,5) 240,3(1513,5) 242,1—3(1524, 5—16) 281,2(1775,5) 290,3 u. 4(1835,5—12) 290,7 u. 291,1(1837,5—12) 292,6(1848,5). Versetzungen von Strophen finden ein paar Mal statt, sogleich in den ersten Strophen des Liedes(vgl. 1,4—2, 2), dann ist 132,3(813) vor 132,2 61%0; 240,3(1513,5) vor 240,1(1512); 242,1—3(1524,5—16) vor 241,7 (4524) gestellt; in einigen Hss. finden sich noch andere Versetzungen, 2. B. in J und dsteht 152,1(942,5) schon hinter 151,4(939); 146,3(905,5) da- gegen folgt in Jund d erst nach 147, 1(910); Strophe 138,7(858,5) folgt in d bereits nach 137,4(848,5), steht aber ausserdem auch an der ursprüng- lichen Stelle noch einmal. Beide Strophen fehlen in DB, vielleicht standen sie in der Vorlage so beisammen wie in d, zugleich so, dass die Wiederholung vermieden war. In den obigen Citaten nach Lachmann's Ausgabe ist in diesen Fällen der Versetzung die Originalstellung citirt, während in dem Va- riantenapparat Lachmann's die Strophen meist an der versetzten Stelle aufge- kührt sind, so dass also 152,1 bei Lachmann unter 939,5; 146,3 unter 910,5; 240,3 unter 1511,5 steht u. s. W. III. In A endlich fehlen ausser den bisher aufgezählten Strophen noch folgende: 1) in der Partie von Aventiure VI- XI: 52,6 u. 7(338,5— 12) 53,4 u. 5(341,5—12) 54,6—55,2(348,5—20) 56,6 (358,5) 57,1.(359,5) 60,2(376,5) 61,3—5(383,5—16) 62,1(385,5) 63,2(392,5) 24 Der Nibelunge Liet. 370 63,5—64,1(394.5—20) 67,4(417,5) 67,7(419,5) 68,4(421,5) 69,6(428,5) 70,1(429,5) 70,5(432,5) 71,4(437,5) 72,3—5(442,5— 16) eine der Erwei- terungsstrophen für 79,1 u. 2(-Hagen's 2085, Lm. 486,5) 79,7(491,5) eine der Erweiterungsstrophen für 81,2(Hagen's 2137, Lm. 497,5) desgleichen eine der Erweiterungsstrophen für 81,4(Hagen's 2149, Lm. 499,5) 84,3(519,5) 85,4 u. 5(526,5—12) 86,2(529,5) 86,5(531,5) 86,7(532,5) 88, 4 u. 5(540,5 —12) 90,4(551,5) 91,1 6554,5) 91,7(559,5) 95,4(582,5) 95,6(583,5) 96,2 (585,5) 96,7(589,5) 98,7(601,9) 99,7(607,5) 103,4(628,5) 105,2(637,5) 106,1(640,5) 108,1(655,5) 109,2(662,5). 2. In den übrigen Theilen des Gedichtes: 16,5 u. 6(102,5—12) 142,6 (882,5) 143,4(886,5) 160,3(999,5) 253,5(1598,5) 256,3(1614,5) 287,7 (1818,5). Von diesen Auslassungen kommen wohl 16,5 u. 6(102,5—12) und 79,7(491,5) schon auf Rechnung der Vorlage A's, denn diese Strophen fehlen in mehreren Handschriften, denen Asich auch sonst besonders verwandt zeigt. Zugleich habe ich die Anfänge der Aventiuren kenntlich gemacht. Schwankungen finden statt am Schluss von V, Wo D und ihm folgend A schon mit 49,2(323) schliessen; beim Schluss von VI, die in Cmit 58,6 (371) ausgeht, in den Bearbeitungen erst mit 60,2(376,5); beim Schluss von XXIV, der in den Bearbeitungen eine Sstrophe früher erfolgt; beim Schluss von XXVI, wo ein Theil der Vulgata(Ih) wie C mit 253,1(1595) den neuen Abschnitt beginnt, ein Theil(Ddg) bereits nach 252,3(1589): in B ist gar kein Abschnitt gemacht, in A wie in Ddg aber mit falscher VUeberschrift, in- dem der Rubricator den Custos zur folgenden Lage, die mit 253, 13(1595,3) beginnt, für die Vorschrift zur Ueberschrift hielt; beim Schluss von XXXII, wo Cnach 299,3(1888,5), die Bearbeitungen bereits nach 299,1(1887) schlies- sen. Dann ist Aventiure XXXIII in der Bearbeitung zerlegt in zwei, indem nach 30851(1945) eine neue Ueberschrift erscheint: Nie si die töten abe 20,fen. Fortan zählen also die Bearbeitungen eine Aventiure mehr, wo- durch die Symmetrie des Gedichtes wesentlich beeinträchtigt wird, da ur- sprünglich jede der beiden Hälften desselben gleicherweise aus 19 Aventiuren bestand. Jist ein paar Mal selbstständig, beim Beginn von XVII, XXI, XXX (XXXIV), XXXVIII. Ein eigener Abschnitt findet sich in J in der XXXI Aventiure nach 287,5 Ginter 1817,5) mit der Ueberschrift: Mie die Bur- gunde buhtundienten, so dass I also 40 Aventiuren zählt. Fib. Z. Nib. Ls. 1 2 14 85 A ιεοοα αε ο ο — — — — S H ο — E 8* Sεεεοοαεο α ο — D EEEE 8—————ĩ—rrr——ꝑ 1) Aventiure I. 2 Aventiure II. Nib. H. R Nib. Lm. D Oοοοιο Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. 8,4) 345 185 2 53 89 3 61 9³ 4 69 97 5 77Q201 9, 389 205 2 93 9 3 401 13 4 9 17 5 17 2¹ 6 25 25 7 33 20 10½1 4½/ 239 2 40 37 3 57 4¹ 4 65 45 5 73 40 6 81 53 7 80 57 114 497% 201 2 505 6⁵ 3 13 69 4 21 73 5 20 77 6 37 81¹ 7 45 85 12,1. 553 289 2 61¹ 93 3 69 97 4 1730f 5 85 5 6 93 9 6501 13 16090 317 2 17 21¹ 3 25 25 4 33 29 5 4¹ 33 6 40 57 7 57 4¹ 14,1 665 345 2 73 49 3 81 53 4 80 57 5 97 61¹ 6 1705 65 7 13 69 15,.1 72373 1) Aventiure III. 24* 15,2 720 377 3 37 81 4 45— 5 53 85 89 6 61 93 7 69 97 16,1 77⁷ 40¹ 2 85 5 3 93 9 4 805 13 5 13 17 6 22 2¹ 7 30 2⁵ 17,1 838 4²9 2 4 32 3 54 37 4 62 41 5 70 45 6 78 49 7 86 53 18,1 894 457 2 902 61 3 10 65 4 18 69 5 26 73 6 34 77 7 42 81 19,1 950 485 2 58 89 3 66 93 4 74 97 5 82 501 6 90 5 7 97 20,1 1006 513 2 14 17 3 22 21 4 30 2⁵ 5 38 29 6 46 33 5⁴4— 2151 1062 541 2 70 45 3 78 49 4 86 53 5 9⁴ 57 6 1102 61 5 10 65 Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. Nib. Z. Nib. Ls. 22,1.) S A ο ον — E ASαιο α 26,1 ονοατν ο — 8 S A ν e 1118 26 1) Aventiure IV. Nib. H. Nib. Lm. Nib. Z. Nib. Ls. 2 S 2 82 2 82 2 * 5— Aε εεο οα ε 8⁰ * 2 ο αεο ααε εοε α νο Nib. H. — 373— Nib. Lm. Nib. Z. Nib. LSs. Nib. H. Nib. Lm. 36,5 1918 26 8— —.— 55 2 — S —ç — E —— —25 ο ε ο εε οe αεν ο οο ο οο ο οe ν e — — * — 1) Aventiure V. 969 238 43,5 2294 1153 1) Aventiure VI. 6 2302 57 7 10 6¹ 44,1 2318 1165 7 2 69 3 34 7³ 4 42 74 5 50 81 6 58 85 7 66 89 45,1 2374 1193 2 82² 97 3 90 1201 4 98 5 5 2406 9 6 14 13 7 22 17 46,1 2430 1221 2 38 2⁵ 3 46 20 4 5⁴ 33 5 6² 37 6 70⁰ 41 7 78 45 47,1 2486 1249 2 9⁴ 53 3 2502 57 4 10 6¹ 5 18 65 6 2 69 7 34 73 48,1 2542 1277 2 50 81 3 58 85 4 66 89 5 74 93 6 82 97 7 90 1301 49,1 2598 1305 23605 9 3 14 4 22 13 49,5) 2630 1317 50 2658 1321 2 46 25⁵ 54— Nib. Z. Nib. LSs. Nib. H. Nib. Lm. 32⁵ 326 27 374 Nib. Z. Nib. Ls. * E π E S Sπν *—.—— ονοον α οοοιε οααεαεονν ιε οεεονε οε 2 S N οοννε οαε ο ο 2910 Nib. H. 1329 33 1336a 1336e 13361 37 3062 70 3078 86 5—. 2 Æα Eε νε ο ε — E D — 2 ισνο ε οο αε — E 62 2 E 9 8⁰ —— — 2 * νντε εοε G Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. 1513 17 1521 2⁵ 6 1) Aventiure VII. Nib. Lm. 36⁴ 65 366 67 68 69 370 71 Nib. Z. 64,6 7 2 D 2 S 2 S 8⁵ S* ASαε ⏑ιεεε οα ο οαεοι νοαεε οοον ο 2 A — Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. 3430 38 3446 54 1693 97 1701 5 399 400 401 2 4 RRRRRRr Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. 12 38881880 2 46 93 3 54 97 4 62 1901 5 70 5 6 78 9 1 86 3 73,1 3894 1917 2 3902 21 3 10 2⁵ 4 18 29 5 26 33 6 34 37 74,1 2 50 45 8 58 49 4 66 53 5 74 57 75,1 3982 1961 2 90 65 3 98 69 4 4006 73 8 14 77 6 22 81 7 3 85 76,1 4038 1989 2 46 93 3 54 97 4 62 2001 5 70 5 6 78 9 7 86 13 77⁰2 4094 2017 2 4102 21 5 10 1 18 5 26 6 34 U 42—35 78,1 4150— 2 58 41 3 66 45 4 74 49 5 82 53 6 90 305 7 98 61 1) Aventiure VIII. Nib. Lm. 441 42 Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. 79,1 4206) 2 4514 3 22 4 3⁰0 5 38 6 46 5 7 54 9 80% 4592 AA415 2 4602 2 10 3 18 4 26 5 3⁴ 6 42 61 7 50 65⁵ 82,1 4658 2169 2 66 75 3 74 77 4 8² 81 5 9¹ 85⁵ 6 98 89 7 4706 93 83,1 4714 2197 2 22 2201 25 30 3 4 38 9 5 46 13 6 54 17 62 21 84,1 47700 2225 2 78 29 3 86 33 4 94 37 5 4802 41 6 10 45⁵ 1) Aventiure IX. 84, 4818 4826 34 42 86, 15 RERREARRE — 1) Aventiure X. Nib. Z. Nib. LSs. Nib. H. Nib. Lm. 523 52⁴4 2⁵ 26 8 A8 8R 9157 9251 D—D D— 0 8 S S— οαο αιε αι α Aα α εασ ι 25 Nib, H, Nib. Lm. 99,2 3 4 5 6 7 100,1 ν 2 102 οο ο εε ο 103 1045 αον 105,1) 2 3 4 5 106,1 5578 86 94 5602 10 18 5626 34 42 50 58 66 74 5682 90 98 5706 14 5930 1) Aventiure XI. Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. 603 378 Nib. Z. Nib. Ls. 106,2 — S 108, 109 *απ α ε ε ν 110,1 2 3 4 5 0 — — Sοαι σννε ρεν 5938 46 34 6242 50 58 66 74 82 1) Aventiure XII. 5 2826 33 2929 33 Nib. H. Nib. Lm. Metüure 6290 5 A εν οοο e A E2 — 8* — S 18 — — — A τ e 9 σ S — — —. E 5 — S. 1) Aventiure XIII. Nib. Z. Nib. LSs. Nib. H. 2981 2985 89 9³ 97 3001 — 379 Nib. Lm. 685 S ο Nib. Z. Nib. Ls. 119,5 6 120, — — - αεε αε ε ν 122 123, A α Cοb 2 3 4 5 1 Sοσ — — S —2 ν 6650 58 66 6674 1) Aventiure XIV. Nib. H. Nib. Lm. 730 31 32 733 34 35 36 ——. Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. 126,5 7010 6 18 7 26 127% 17034 8 42 3 50 4 58 5 66 6 74 + 82 128,1 7090 2 98 3 7106 4 14 5 22 6 30 7 38 129f17446 2 54 8 62 4 70 5 78 6 86 5 7 94 2 130,1 7202 2 10 8 8 18 41 4 26 45 5 34 49 6 42 53 7 5⁰ 57 13111 7463461 22 66 65 3 74 69 4 82 73 5 90 14 6 98 81 7 7306 85 132,1 7314 3489 2 2 97 3 30 93 4 38 3501 5 46 5 6 54 9 7 62 13 Nib. Lm. 380 Nib. Z. Nib. LS. Nib. H. Nib. Lm. 133%2)0 7378 82⁰ 3 86 2¹ 94 2² 5 7402 23 134531 7410 8²⁴ 2 18 2⁵ 8 26 2⁰ 4 3 27 5 42 28 6 50 29 —— 830 7 58 3¹ 135,1 7466 832 2 74 33 3 82 34 4 90 35 5 98 36 6 7506 37 7 14 38 136,1 752² 839 2 30 84⁰ 3 38 4¹ 4 46 42 5 54 43 6 62 44 + 70 45 15 75f 846 2 86 47 3 94 48 4 7602— 5 10 49 6 18 850 26 5¹ 138,1 7634 852 2 42 53 3 50 54 4 58 55 5 66 56 6 74 57 7 82 139,13) 7690 3677 859 2 98 8¹ 860 1) Aventiure XV. 2) Steht in Id, ist aber von v. d. Ha- gen gegen sein Princip nicht aufge- nommen. 3) Aventiure XVI. G5 Nib. Z. Nib. LSs. Nib. H. 139,3 —5 —— — ASαπ οοο οαε 7—— 20 144. S Aο α ν e — 8* — — S Sναπ οοαν ε ε 7706 14 3685 89 93 3697 Nib. Lm. 381 Nib. Z. Nib. Ls. 146,7 147.1 —— —— — Sν ονονπ νο α ε — 2 — — S. — AA ε — 8 — 1) Aventiure XVII. 3885 3889 93 97 3901 5 Nib. H. Nib. Lm. 909 — — S 8 - ε ε ν οε ο αε —— E. 8 4 — PLRαεο — E S —208 οο Nib. Z. Nib. Ls. 8490 8498 Nib. H. Nib. Lm. 4061 4065 69 73 382— Nib. Z. Nib. LSs. Nib. H. Nib. Lm. 160,6 8874 4265 1003. 76 82 69 4 161,1 8890 4273 1005. 2 98 6 3 8906 81 U 4 14 8⁵5 8 5 22 89 9 6 30 93 10 7 38 97 11 162,1 8946 4301 1012 2 54—— 3 62—— 162,41) 8970 4305 1013 5 45 163,1 8986 4313 1015 2 94 17 16 3 9002 21 4 4 10 2⁵ 18 5 18 29 19 6 26 33 102⁰ 7 3 37 21 164,1 9042 4341 1022² 2 50 4⁵ 23 3 58 49 2⁴ 4 66 53 25⁵ 5 74 57 26 6 82 61 27 7 90 6⁵ 28 165,1 9098 4369 10²⁰ 2 9106 73 1030 3 14 77 31 4 22 81¹ 32 5 30 85 33 6 38 89 34 7 46 93 35⁵ 166,1 9154 4397 1036 2 62 4401 3 3 70 5 38 4 78 9 39 5 86 13 1040 167,1) 9194 4417 1041 2 9202 21 42 3 10 2⁵ 43 4 18 29 44 5 26 33 45⁵ 1) Aventiure XVIII. 2) Aventiure XIX. 16570. 9692 Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. 168,1 9234 4437 1046 175,11) 9626 4585 1083 2 42 41 47 2 34 89 8⁴ 3 5⁰ 45⁵ 48 85 42 93 8⁵ 4 58 49 49 4 5⁰ 97 86 1 5 66 53 1050 176,1 9658 4601 1087 6 7⁴ 57 5¹ 2 66 5 88 1 82 61 5² 3 7⁴ 9 89 169,1 9290 4464a 3 4 8² 13 1090 4 98 4464e— 5 9⁰ 1 91 3 83306 65⁵ 53 6 98 2¹ 92 3 4 4 69 5⁴ 7 9706 25 93 5 22 73 55 177,1 9714 4629 1094 —— 6 30 77 56 2 22 33 9⁵ 38 8¹ 57 3 30 37 96 170,1 9346 4485 1058 4 38 4¹ 97 2 5⁴ 89 59 5 46 45 98 4 6² 93 1060 6 5⁴ 49 99 4 7⁰ 97 61 4 62 53 1100 5 78 4501 62 178,1 9770 4657 1101 6 86 5 63 2 78 6¹ 2 7 9⁴ 9 6⁴ 3 86 65 3 1111 9402 4512— 4 9⁴ 69 4 9 10 13 6⁵ 5 96802 73 5 3 18 17 66 6 10 77 6 4 26 21 67 7 18 8¹ 5 ö 3⁴ 2⁵ 68 179,1 9826 44685 11⁰08 6 42 29 69 2 34 89 9 7 50 33 1070 3 42 93 1110 17 g994598 4555 1071 4 50 97 11 2 66 41 72 5 58 4701 12 3 74 45 73 6 66 5 13 4 82 49 7⁴ 7 74 9 1⁴ 1 5 90 53 75 180,1 9882—— 8 6 98 57 76 2 90 13 15 90 79506—— 3 98 17 16 173,1 9514 4561 1077 4 9906 2¹ 17 2 22—— 5 14 2⁵ 18 3 30 6⁵ 78 6 22 29 19 4 38 69 79 7 30 33 112⁰ —— 73 1080 181½ 9938 4737 112¹ 46 77 8¹ 2 46 41 22 6 54 8¹ 8² 3 5⁴ 45 23 7 62—— 4 62 49 2⁴ 1 174,1 9570—— 5 7⁰ 53 25⁵ 5 2 78—— 6 78 57 26 9 86—— 9 86 61 27 4 9⁴—— 82,1 9994 4765 112⁸ 5 9602—— 2 10002 69 29 6 10—— 7 18—— 1) Aventiure XX. 384 Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lin. J Nüib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lin.. Vb.Ls 182,3 10010 4773 1130 189.5 10418 4977 1181 4 18 31 6 26 81 82 8 26 81· 32 7 34 85 83 6 34 85 190,1 10442 4989 1184 6 42 89 2„ 85 34 183,1 10050 4793 3 58 97 86 2 58 14 4 66 5001 87 4 4 66 4801 5 74 5 88 4 74 8 6 82 89 5 8² 9 7 90 1190 60 6 9⁰ 13 75 1 98 17 191,1 10498 92 184,1 10106 4821 93 2 14 25 2 10506 94 3 2 29 8 14 95⁵ 4 30 33 4 22 96 5 38 37 5 30 97 W 6 46 4¹ 6 38 98 0 54 45 7 46 99 5 185,1 10162 4849 192,1 10554 1200 2 7⁰ 53 2 62 57 3 78 57 3 70 5060a 525 4 86 61 4 78 6¹ 1 5 9⁴ 65⁵ 5 86 6⁵ 3 10 6 10202 69 6 94 69 4 90 7 10 73 10602 73 5 186,.1 102¹8 4877 193,1 10610 5077 1206 ld 2 2 81 2 18 81 0 3 3⁴ 85 3 26 85 8 15 4 42 89 4 34 89 9 5 50 9³ 5 42 93 12¹⁰ ſl5. 6 58 97 6 50 97 11 7 66 4901 7 585401 12 187,1 10274 4905 194,1 10666 5105 1213 55 2 8² 9 2 74 9 14 3 90 13 3 8² 13 15 11 4 98 17 4 90 17 16 5 10306 21 5 98 2¹ 17 1090 6 14 2⁰ 6 10706 25⁵ 18 3 7 22 29 7 14 29 19 rlll 188.1 10330 4933 195,1 107½22½ 5189 190 2 38 37 2 30 37 2¹ 3 46 4¹ 3 38 41 22 0 4 5⁴ 45 4 46 45 23 5 62 49 5 5⁴ 49 2⁴ 6 70 53 6 62 53 2⁵ 7 78 57 7 7⁰ 57 26 189,1 10386 4961 196,1 10778 5161 12²⁷ 2 9⁴ 65⁵ 4 86 5 310402 69 3 94 5 8 4 10 73 4 10802 69 29 fure! uöelunte] Nib. Z. Nib. Ls. 196,5 10810 5 8 6 18 5 5 197,1) 1082 10 2 34 77 V 3 42 81 8 4 50 85 5 58 89 35 198,.1 10866 5193 5 2 74 5 3 8² 5201 4 90— 5 98 6 10906 7 14 199,1 10922 2 30 3 38 4 46 5 54 6 62² 5 70 200,1 10978 2 86 3 9⁴ 4 11002 8 5 10 8 6 18 5 7 26 201,1 11034 2 42 77 3 50 81 4 58 85 66 89 6 74 93 7 8² 97 202,1 11090 5301 2 98 5 3 11106 00 4 14 13 5 22 15 6 30 9410 + 38 25 4 203,1 11146 5329 2 5⁴ 33 3 62 37 4 70 41 1) Aventiure XXI. Der Nibelunge Liet. Nib. H. 203,5 D 204,1 205 206 208 — — f αε εεεον ε α 209, — — οο ον 1) Aventiure XXII. 25 Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. 11178 5345 1273 S6 40 7⁴ 94 53 7⁵ 112⁰2 5357 1276 10 61 77 18 65 78 26 69 79 34 73 128⁰ 11242 5377 1281 50 81¹ 82 58 85 83 66 89 84 74 93 85 8² ◻ 86 90 5401 87 11298 5405 1288 11306 9 89 14 13 1290 22 17 91 30 21 92 38 25⁵ 93 46 29 94 11354 5433 1295 62 37 96 70 41 97 78 45 98 86 49 99 94 53 1300 11402 57 1 1141⁰ 5461 1302 18 65 3 26 69 4 34 73 5 42 77 6 50 81 7 58 85 8 11466 5489 1309 74 93 1310 8² 97 11 90 5501 12 98 5 13 11506 9 14 14 13 15 11522 5517 1316 30 2¹ 1 38 25 18 RRR Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. 210,4 11546 1319 5 54 3R 132⁰ 6 62 37 2¹ 7 70 41 22 1‚ 11578 5545 1323 2 86 49 2⁴ 11610 5561 11618 5605 2 26 5 3 34 4 42 5 50 6 58 7 66 213,1 11674 2 8² 3 90 4 98 5 11706 0 6 14 7 22 17 41 214,1 11730 5621 1342 2 35 25 43 3 46 20 44 4 54 33 45 5 62 37 46 6 70 41 17 7 78 45 48 215,1 11786 5649 1349 2 94 53 50 1510 57 51 4 10 5 181 61 52 6 26 65 53 7 34 60 54 216,1 11842 5673 1355 2 50 77 56 3 58 81 57 4 66 85 58 5 74 80 59 6 82 93 1360 7 90 97 6¹ 217,1 11808 5701 1362 * I) Aventiure XXIII. 386 Nib. Z. Nib. Ls. 217,2) — E - A 219 νοννον εο ο B1 E A αε εο 8 — E A εεε 2 — 2 11906 1 11994 12002 Nib. H. Nib. Lm- 1363 64 65 66 1367 S σ S 5889 1) Aventiure XXIV. Uertine X — 387— Fib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. I Nib. Z. Nib. LS. Nib. H. Nib. Lm. 224,4 5893 1410 231,3 4 6065 1453 5—— 4 69 5⁴ 6—— 5 73 55 7— 6 15 56 12208 5897 1411 7 8¹ 57 2 12306 5901 12 2³2,1 6085 1458 3 14 5 2 89 59 4 22² 9 1⁴ 3—9 855 5 30 13 15 4 93 1460 6 38 17 16 5—— N 46 2¹ 17 6 226,1 12354 5925 1418 7 97 6¹ 2 6² 29 19 233,1 6101 1462 3 70 33 1420—— 5 63 4 78 37 2¹ 2—— 5 86 41 22 3 9 6⁴ 6 94 45 23 4 13 65 12402 49 2⁴ 5 17 66 212410 5953 145 6 2¹ 67 2 18 57 2 7 25 68 3 2 61 27 2³4,1 6129 1469 8 0 4 34 65 28 2 11470 5 42 69 29 3 37 7¹ 6 50 73 1430 4 41 72 8 801 7 58 77 31 5 45 73 555 228,1 12466 5981 1432 6 49 7⁴ 2 74 85 33 53 75 3 8² 89 3⁴ 23551 6157 1476 4 9⁰ 93 35 2 6¹ 6 12408 97 36 3 6⁵ 78 6 6001 37 4 69 79 7 5 38 5 73 1480 8 220,1 6009 1439 6 7 8¹ 2 13 1440 7 8¹ 8² 3 17 4¹ 236,1 6185 1483 4 2¹ 42 89 8⁴ 5 2⁵ 43 3 9³ 85 6 20 4⁴ 4 97 86 7 33 45 5 620¹ 87 6 5 88 6 230,1 5 6037 1446 237 1 6215 33 2 4¹ 47 2 17 91 6 3 4⁵ 48 3 21 92 4 49 49 4 25 93 4 5 53 1450 5 29 94 Bii 6057 145⁵¹ 6 33 95 5 6¹ 52 7 37 96 238,1 6241 1497 2 4⁵ 98 1) Aventiure XXV. 5 49 99 238, 1488 239, ⁰ — ον ο * 2415 1 ee νν οαο 3 244,1 3 A ν 245, 2 1) Aventiure XXVI. Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. 97 6401 5 9 Nib. Z. — * — E ASU οσον ο 8 — 1 247, S οοο — ρνε 2⁴9 ο — A 250, A J. α ον οον αε Nib. Ls. 13335 13677 85 93 13701 13711 17 2⁵ Nib. Lm. 97 14005 2 14020 252, 13733 5 41 6 49 7 57 253,11) 13765 2 73 Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. 1590 91 92 93 9⁴ 1595 96 389— 259,2 S 261 262 α αεοε εοαν ε ν 264 26⁵ 14093 14101 14196 14204 12 20 28 36 44 1425⁵2 60 68 1) Aventiure XXVIII. 6797 6801 Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. Nib. Z. 266,1 267, Sα ˙ Nib. Ls. 14460 — 3 Nib. Lm. 1679 1680 81 82 83 84 268,5) 14604 269,1 272 Sαε ο ον 14612 20 28 36 14780 88 96 14804 12 2⁰ 1) Aventiure XXIX. 1696 1697 98 99 170⁰0 Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. 272,7 14828 7165 27351 14836 2 44 3 52 4 60 5 68 6 76 7 84 274,1 14892 2 145900 3 8 4 16 5 2⁴ 6 32 7 40⁰ 275,1 14948 2 56 3 64 4 15 5 80 6 88 74 96 276,1 15004 2 12 3 20 4 28 5 36 6 44 52 277,1 15060 2 68 3 76 4 8⁴ 5 92 6 15100 278,10 15008 2 16 3 2⁴ 4 32 5 40 279,1 15048 2 56 3 64 4 72 5 80 6 88 1) Aventiure XXX. 172⁴ 172⁵ 26 heltiure 391 — 2 Sοννοονοντ αοονειεενεα εε Sυπ ανον ο ο ναι οοοντν αοννντν α ε S S 1) Aventiure XXXI. Nib. Z. Nib. LSs. Nib. H. Nib. Lm. 286,7 287,1 S E ι εεεο Sεα 289, ν 2 S S νπ ανντ ο 291 α ο εεεοοον οοε ανεν νσ 292 W S 1812 13 1814 15 16 47 Nib. Z. 293,6 1 2 3 200,150 5 300,1 2 4 N 15996 Nib. Ls. 15948 56 15964 72 80 88 16004 12 52 16060 68 76 8⁴ 92 16100 8 16116 24 48 56 64 16172 80 88 96 16204 12 2⁰0 16228 36 44 60 16268 76 1) Aventiure X Nib. H. 7845⁵ Nib. Lm. 18 ο◻ι S σ 7 75 7 7 7 7 4 6 18 O 1889 1890 1891 9² Nib. Z. Nib. Ls. 300,3 306, 3 4 5 6 3 4 5 6 7 1 2 3 4 5 6 7 1 2 16284 92 16300 8 15 16323 31 16379 87 95 16403 11 19 27 16435 43 51 83 16491 16507 15 23 31 39 95⁵ 16603 11 19 27 35 43 51 Nib. H. Nib. Lm. 7901 9 13 17 8001 8005. 9 13 17 2¹ 2⁵ 1893 94 9⁵ 96 97 1898 99 1900 2 10 IA VXI Nib. Z. Nib. Ls. 307,5 6 7 308, Sνο fCed 309 A αάνοοντ αοεοοε + ⁰ — — 8 W 2 82 1 Aεε α αεοεο 16691 99 16707 16715 23 31 39 16883 91 99 16907 15 16923 1)(Av. XXXIV. 2) Aventiure XXXIV XXV.. FNib. H. Nib. Lm. 8105 9 13 8121¹ 1942 43 44 45 1946 Fib. Z. Nib. LSs. Nib. H. Nib. Lm. 314,1 17027 8281 2 35 85 3 43 89 1 51¹ 93 5 50 97 6 67 8301 7 75 5 315,1 17083 8309 2 91 13 3 90 17 1717 2¹ 5 15 25 6 23 20 7 31 33 A651 17160 8454, 2 47 41 3 55 45⁵ 4 6³ 40 5 7¹ 53 6 70 57 7 87 61 317, 17195 8365 173 69 11 73 4 19 77 5 27 81 6 2 85 7 43 89 31851½ 17216 80998 2 50 97 5 67 8401 320, 1984 2018 19 202⁰0 55 22 2023 2⁴ 2⁵ 26 27 28 1) Aventiure XXXV ꝗXXVI). ——— Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. 321,½1 17395 8465 2029 2 17403 69 2030 3 11 31 4 19 32 5 27 33 6 35⁵ 34 7 43 35 322,1 17451 2036 2 59 3 3 67 38 4 75 5 39 5 83 9 2040 6 91 13 41 99 17 42 17507 85²2¹ 2043 15 2⁵ 44 3 29 45 31 33 46 39 37 47 47 41 48 55 45⁵ 49 17563 8549 2050 7¹ 53 51¹ 79 57 52 87 6¹ 53 95⁵ 65 5⁴ 17603 69 5⁵ 11 73 56 17619 8577 2057 27—— 35 85 58 43 89 59 5 5¹ 93 2060 6 59 97 61 + 67 8601 62 326,1 17675 8605 2063 2 8³ẽ⁰ 6⁴ 3 91 13 65 4 99 17 66 5 17707 1 67 6 15 2⁵ 68 1 23 20 69 327,1 17731 8633 2070 2 39 37 7¹ 327,3) 17747 8641 2072 4—9 5 72 1) Aventiure XXXVI XXXVIIj. 394 Nib. Z. — S Sαε ο ε νενε ρ 82 330, R ν H 2 331,1 2 33 S A ν 0² 8⁰ — 334, Sονο νονον οο οτινεο ν 8 E .Nib. H. Nib. Lm. 11. 2074 1 101 2075 19 76 208⁰0 81 1 2082 83. 41 96 45 49 98 53 99 57 2100 6¹ 1 8765 2102 69 73 4 17 5 8¹ 6 85 16 89 8 8793 2109 97 211⁰ 8801 11 5 12 9 13 13 14 17 15 8821¹ 2116 2⁵ 17 29 18 33 19 37 212⁰ 41 2¹ 45 2² 8849 2123 Nib. Z. Nib. Ls. 5 8* 33651 ο οοαοεεσ 4οα A εεαι ονοοαν α ο 85— 82 2— — Nib. H. 8853 Nib. Lm. 212⁴4 2⁵ 395 Nib. Z. Nib. Ls. 3425 5 18555 343 344 345 346 349, 2 σν 4 5 1 2 3 4 5 6 7 1 2 3 4 5 6 7 1 2 3 4 5 6 1 2 3 4 5 6 7 1 2 3 4 5 6 7 1 2 3 4 5 6 0 1 53 9049 Nib. H. Nib. Lm. 2172 73 74 75 76 2177 1) Aventiure XXXVII XXVIII). Nib. Z. Nib. Ls. Nib. H. Nib. Lm. 3 18952 9245 4 60 49 5 68 53 6 76 57 7 84 61 350,1 18992 9265 2 1900⁰ 69 3 8 73 4 16— 5 2⁴ 81 6 32 85 7 40 89 35171 19048 9293 2 56 97 3 64 9301 4 72 5 5 80 6 88 7 96 35251 19104 2 12 3 20 4 28 5 36 6 44 7 52 353,1 19160 2 68 3 76 57 4 84 61 5 92 65⁵ 6 19200 69 + 8 73 354,1 19216 9377 2 24 81 3 32 85 4 40 89 5 48 93 56 9401 831 19272 80 88 4 96 5 19304 356,1 19312 9429 2266 2 20 33 67 1) Aventiure XXXVIII XXINVY. Nib. Z. Nib. Ls. 356,3 εε 2 σο α ε 19328 36 44 52 60 19368 76 8⁴ 92 19400 8 16 19424 32 40 48 56 64 72 19480 88 96 19504 12 2⁰ 28 19536 19592 19600 8 Nib. H. Nib. Lm. Dadese“ A0hat al Aiten sind; II. DAS VERHALITNISS DES TEXTES DIESER AUSGABE 2U DEN HANDSCHRTETEN. Da diese Ausgabe nicht beabsichtigt, ein Bild von den verschiedenen Ueberarbeitungen zu gewähren, sondern nur den Text des Originals wieder zu geben, und da dieser in einer fast gleichzeitigen guten und zuverlässigen Hs. erhalten ist, die dieser Ausgabe zu Grunde gelegt ward, so beschränkt sich die folgende Angabe der V. nten auf diejenigen Hss. und Bruch- stücke, die diesen Originaltext enthalten. Es sind das, wie in der Einleitung angegeben ward, CREFa, da G nur Stücke der Klage enthält. Da E F und R nur von sehr geringem Umfange sind, die Benutzung von R mir überdies nicht frei stand, so sind hier von Wichtigkeit für uns nur Cund a. Aber auch der Werth von a ist neben Cnur ein geringer, da a direct oder indirect entweder aus Cselbst entstanden ist, oder aus einer gemeinsamen Quelle, aus der dann beide mit einer im Allgemeinen auffallenden Treue ge- schöpft haben. Denn die zufälligen Auslassungen in Cfehlen auch in a, 2. B. 312,3(1972), und die wörtliche Uebereinstimmung ist, Fehler in a ab- gerechnet, durchgehend, namentlich in der zweiten Hälfte, wo selbst die Fehler selten sind. Die Wallersteiner Hs. ist nämlich von zwei Händen ge- schrieben, deren erstere zierlicher die Buchstaben abzirkelt, oft, wie es scheint, dem Originale nachmalt, dabei aber geringes Verständniss für den Text zeigt und in mannigfache Fehler, namentlich Auslassungen und Abkürzungen, verfällt; die zweite Hand, eine Cursivschrift, ist minder zierlich, aber um s treuer und genauer folgt sie dem Original, und hier nun scheint nach Allem, was mir über diese Hs. durch die unermüdliche Gefälligkeit des Freiherrn von Löffelholz bekannt geworden, die vollkommene Uebereinstimmung ihrer Vorlage mit C evident. Also hat a kritischen Werth für uns nur an den Stellen, die in Causge- schnitten sind; an diesen aber bietet die Hs. einen leidlich zuverlässigen 398 Ersatz, da es sich günstig trifft, dass die, die Lücken in Cergänzende, Partie bereits von der Hand des zweiten Schreibers herrührt. Hiernach glaubte ich mich berechtigt, für den Zweck dieser Ausgabe von einer vollständigen Collation der Wallersteiner Hs. absehen und'mich beschränken zu dürfen auf Angabe ihrer Lesarten in den Partien, die in C fehlen. Eine sorgsame, eigenhändige Abschrift des Freiherrn von Löffel- nolz setzte mich in den Stand, dies letztere vollständig und genau thun zu können. So ist also die eigentlich alleinige Grundlage des von mir hergestellten Textes die Lassbergischè Hs. Wie sich derselbe zu dieser verhält, darüber werde ich am übersichtlichsten orientiren, wenn ich das Orthographische, die Reécension des Textes und die Strophendifferenzen jedes fur sich besonders bespreche. 1. DIE ORTHOGRAPHIE. Die Frage, wie weit die Berechtigung eines Herausgebers gehe, von der Orthographie seiner Quelle abzuweichen, ist eine sehr schwierige und ge- rade in letzterer Zeit vielfach und nicht mehr bloss für das Gebiet des Mittel- hochdeutschen ventilirte. Mancher Orten scheint man das Recht in An- spruch zu nehmen, von der uberlieferten Orthographie ganz abschen zu dür- fen, als ob diese etwas ganz Aeusserliches und nicht vielmehr mit Aussprache, vielfach in Wechselbeziehung Ste- Reinheit der Formen, der Reime u. s. hendes wäre; auf der anderen Seite verbietet man jede Aenderung, ganz abgesehen von dem Character der Quelle, während es doch gewiss die Aufgabe und das Recht des Herausgebers ist, das Werk des Dichters, nicht das des Schreibers zu liefern. Als Princip wird wohl nur soviel festgestellt werden können, dass die Eigenheit der Quelle der Ausgangspunct auch fuür die Orthographie sein muss, dass für jede Abweichung von ihr ein bestimmter Grund vorhanden sein muss. Das Recht zu Abweichungen wärd um s0 geringer sein, qe näher die Quelle der Zeit und der Person des Dichters steht, am beschränktesten natürlich bei Autographen oder doch vom Dichter selbst corrigierten Drucken, wie 4. B. bei Brant's Narrenschiffe; es wird ein verschiedenes sein, je nach dem Verhältniss des Characters der überlieferten Orthographie zum Character der Sprache, die sie Uberliefert: bei einem in Formen wie Reimen consequen- ten und fein ausgebildeten Gedichte würde man eine inconsequente und in- correcte Orthographie gewiss selbst dann regeln dürfen, wenn der Dichter selber der Schreiber sollte gewesen sein, während man sich vor Aenderungen wird hüten müssen, wo die Inconsequenz und Ueberladenheit der Ortho- äie ich 21 um AB. sist! uun mit gt ein pur uktesten Drucker, Aderungel Ofldt⸗ graphie gewissermassen nur ein Abbild der Inconsequenz und Rohheit der Formen und Reime ist, was z. B. in den meisten Werken des 15. Jahrhun- derts der Fall ist, so auch in Brant's Narrenschiffe, bei dessen Herausgabe man es mir dennoch mehrfach zum Vorwurf gemacht hat, die Orthographie des Originals beibehalten zu haben. Endlich wird man den Zweck der Aus- gabe ins Auge fassen müssen und bei einer für Forscher bestimmten sich ge- ringere Abweichungen gestatten als bei einer an ein weiteres Publicum gerich- teten: ich gestehe, dass, wenn ich eine Ausgabe selbst des Narrenschiffes für weitere Kreise besorgen sollte, ich, trota der oben erwähnten Authen- ticität der Ueberlieferung und trotz der sprachlichen Eigenthümlichkeit des Werkes doch nicht anstehen würde, durch Vereinfachung der Orthographie die Lectüre zu erleichtern. Dem Tacte des Herausgebers wird es in jedem einzelnen Falle überlassen werden müssen, zu welchem Verfahren er sich zu entschliessen habe. Man hört zuweilen von einer consequenten mittelhochdeutschen Ortho- graphie reden, die die Gebrüder Grimm und Lachmann entworfen und durchgeführt haben sollen. Diese Angabe beruht auf mangelhafter Kennt- niss; man vergleiche die verschiedenen von Lachmann herausgegebenen Ge- dichte unter einander, man vergleiche sie mit den von der Grammatik ange- setzten organischen Formen, und man wird finden, dass von einer nivelli- renden, von der Vorlage absehenden, Orthographie hier nicht entfernt die Rede sein kann. Es musste also auch für die Orthographie meiner Ausgabe die Hs. C der Ausgangspunct sein, und das um so mehr, da C eine fast gleichzeitige, dabei saubere, und, wenn auch von Provinzialismen nicht ganz freie, so doch im Allgemeinen correcte und sorgsame Handschrift ist. Die Abweichungen nun, welche ich mir gestattet habe, sind die folgen- den, die ich zur Orientirung für Anfänger hier genau aufzähle, obwohl sie meist zum ABC der kritischen Thätigkeit gehören. 1. Es ist schon eine Abweichung von der Hs., wenn überall die Eigen- namen mit grossen Anfangsbuchstaben, die Appellativa klein geschrieben sind; die Hs. schwankt nicht nur in ersterem, sondern schreibt auch öfter Appellativa, Verba und selbst Partikeln gross. 2. Das e0 zu Anfange des Wortes vertritt in der Hs. meist zugleich den kolgenden Vocal, sei er umgelautet oder nicht umgelautet; ich habeé den Vocal ausdrücklich hinzugefügt; v und ꝗ̃ sind von mir stets zur Bezeichnung des Consonanten, ½und d zur Bezeichnung des Vocals gebraucht, wie das mit Recht, Aber gegen den Gebrauch der Handschriften, in unsern Ausgaben altdeutscher Gedichte eingeführt ist. Das /, welches in der Hs., ausser in lei, ein paar Mal in er, und einmal in Nybelungen,, ebgj und 8e 400 gelint, nur in tremden Wörtern erscheint, habe ich anfangs ein paar Mal folgt. in 7 verändert, späterhin aber bin ich auch darin der Hs. g 3. Es sind die langen Vocale mit einem Circumflex bezeichnet. Dieser Hülfe fü 5 7 können.— Die einsilbigen Worte dd, ꝛbd, sꝛb, dõ, qd, die Lachmann bei rden wir wohl noch auf lange Zeit nicht entrathen Anfänger en behandelt, habe ich nur, wWo sie mit doppeltem Auftact überall als K der Negationspartikel 2e zusammentrafen, oder wo Hiatus stattfand, ver- kürzt, weil mir nur in diesen Fällen eine Veranlassung zur Kürzung vorzu- ens liess ich sie lang. Das Präteritum von haben habe liegen scheint; übri ich wegen seines häufigen Vorkommens auf der Caesur regelmässig als hete angenommen, mit Ausnahme der wenigen Fälle, in denen das Metrum eine kurze Silbe heischte. Ausserdem erscheint dhe, doch nur selten; vgl. 57,12 — Das Pronomen n, obwohl es si habe ich kurz gela ein paar Mal eine Hebung und Senkung ausmacht; sd durchzuführen konnte bot sich an den angedeuteten Stellen ich mich nicht entschliessen; überdie Siè als leichter und unan- die, von der Hs. mehrfach anerkannte, Schreibur stössiger Ausweg. Ebenso habe icht die Form dd des Artikels behandelt.— Die Umlaute der langen Vocale sind unterschieden von denen der kurzen. Die Hs. schreibt, Wo sie überhaupt ausdrückt, à und die gleicherweise ue, und& desgleichen ö, à und& entweder&- oder e; den Umlaut von ou habe ich e oder ö geschrieben, wie die Hs. bot; Wo der Umlaut nicht bezeich- net war, wählte ich die Form 57, nur im Anfange auch einige Male eul. 4. Es sind die Fehler und Provincialismen des Schreibers verbessert. Dieser hält nämlich die Vocale nicht immer genau aus einander, er gebraucht namentlich 20 oft auch für, selbst für, und für ç und schwankt ein paar Mal zwischen 20 und 0% Dann hängt er zuweilen dem neutralen Plu- ral und dem Singular des Präteritums der starken Verba ein e an, 2. B. zꝛblbe, rosse, tbiere, sahe, gabe, chome, Menge, stunde, bevalſie u. s. W.; ferner fin- det sich aime als Imperativ, Site estis, sine statt Sin, den tische, das fure, schreibt er 2. B. hoch der lolfte; mieh muete, doh magèe als Präs. Ind.; au geꝛite im Nom. und Acec. Singularis für Hachigealt, selbst im Reim auf git, IUt. Ferner findet sich mehrmals die im Nom. Sing. des Fem. und im Plur. des Neut. geschrieben statt diu. Alle diese Fehler habe ich verbessert, ohne ihrer in den Varianten zu gedenken. Auch habe ich, Wo ꝛwu ⁴t, herelich, ꝛbiselich, vreiselich geschrieben stand, geändert in abdnheit, Mrlioli, Wolloh, vreislich; dagegen habe ich stehen lassen rossehãre, stunmellilene, eteꝛbe dere.— Ob sich aus diesen Eigenheiten, sowie aus der einmal vor- kommenden adjectivischen Behandlung der Pronominalform ir(195,235),, dem. von mir entfernten Reime gcholt: holt(169,13= 1052,7)) dem feminalen Gebrauche von stte(311,4), und der ein paar Mal vorkommenden Form side l,rue foh leiet, ge, lule, lber⸗ but ukkimnell Der Ui lerſibel 401 für sit(ea guoο) etwas gewinnen lässt für die Bestimmung der Heimath der Is. oder gar des Gedichtes, wage ich nicht zu entscheiden, namentlich weiss ich diese Eigenheiten nicht in Einklang zu bringen mit den meisten der unter 14 erwähnten. 5. Da eine grosse Anzahl von Stellen das völlige Durchgedrungensein des Umlauts, soweit er mhd. durchzudringen pflegt, hinreichend beweisen, so habe ich ihn durchgeführt, nur nicht in den Adjectiven auf Beh und den Deminutiven auf I7n. Hier richtete ich mich nach der Hs.“) 6. Die Hs. schreibt stets oeo, is; ich habe diese Schreibung beibe- halten überall, wo das Metrum nicht eine Länge verlangte; in letzterem Falle, also auf der Caesur und wenn nach der Silbe die Senkung fehlte, ist, um die Länge unverkennbar zu machen, oανοα, ddd geschrieben. Man halte hie- au nioso für nν 62,11. Dass übrigens die Aussprache eine verschiedene ge- wesen sei, glaube ich nicht. 7. Die Hs. apocopiert und syncopiert häufig ein tonloses und stummes e, selbst da, wo durch das Fehlen desselben eine Senkung verloren geht, ja sogar auf der Caesur erscheinen Formen wie barn, niem, nahm, berett, genn- Iflagn, hoꝛvib t, sterbu, galit, Norma, uben. Ich habe mir hier die Grenze s0 ) Der Umlaut ist für alle Vocale belegt. Der des kurzen à wird bald e bald& geéschrieben, letzteres habe ich durch& wiedergegeben, nur im Anfange ist ein paar Mal e dafür gesetzt; dies& erscheint auch statt des e, Wo dasselbe gar nicht Umlaut des d ist, 2. B. zo˖nçr als Comparativ, mcere statt mére(357,64). Vom Umlaut des kurzen o und 2/ erscheinen fol- gende Beispiele, deren manche mehrfach belegt sind: mœlte(oft), vœllelb- lich; Preuenpulde(50, 4%, auch Priunhilde 51,2“ und 128,14“; vgl. tiere für tun 281,52 und umgekehrt unten% als Umlaut von), huerge, auernen, bruenne, aileſitè(bald steht so gedruckt, bald ανte; unterscheidet die Hs.)), fuen(oft), meenster, suel(oũle, Conj. von S-fIñk), gelntende, Iuenden, muege und muuegt(ein paar Mal), fuersten, tuenèe(oft), heletten, uende, stuenmen, ſruemeheit, suenανj,ẽ,ue Egl. zu 226,7%0, Aulege, tierne, ohnuenne und oſnen (Conj. von v,jꝑCᷣn). Unter den langen Vocalen ist der Umlaut des d völlig durchgedrungen, und überall durch æ oder e ausgedrückt; die wenigen Fälle, in denen noch à steht, sind in den Varianten verzeichnet. Von den übrigen langen Umlauten habe ich die folgenden Beispiele notiert: schj,⁵n e(oft), gelœhiet, gehœret, vrœlioh(ott), grœslich(oft); clulene, prienen, fuenen, truebe, ubννte, gruen, melestèe und melese(Conj.), mtet, muede, bueder, fuegen, Srleae, fleae, gefuenet, nuemen, milesen(Conj), gemilet, beſiuete, guene(Pem.), maede, guetliolQi.; tnuetem(d. i. ieuten, eine für die Aussprache des Umlautes nicht unwichtige Schreibung, vgl. oben 4% für à und Pfeiffer zu Heinzelin, S. 149). Der Umiaut erscheint sogar, wie übrigens auch bei anderen Dichtern, namentlich Wolfram, einige Male unorganisch im Präteritum der schwachen Verba, So erbluet 36,64; ruert 58, 12; gemilete 96,6; muete 102,31; ſuente 199,32; hetruebte 294, 25; mulese 303,664u und 357,11. Der Nibelunge Liet. 26 gezogen, dass ich mir nie erlaubt habe, ein stummes e zu ergänzen da nicht, wo dadurch dem Verse Fällen eine Senkung zu lesen, das e also eine Senkung gebrach. Ich bin freilich überzeugt, dass in allen diesen r diese kürzende Schreibung ist so gewöhn- wWirklich auszusprechen ist; abe selbst in dem angedeuteten Falle, lich in allen, auch den besten Hss., und dass man sie zu den Eigenheiten der mittelhochdeutschen Orthographie eist zugleich so lehrreich und Anfänger aufmerksam zu ma- rechnen muss, s chen so schr geeignet, dass ich sie nicht habe von dem eingeführten Verfahren se Orthogra- verwischen mögen, obgleich ich wohl weiss, dass ich in diesem Puncte abgewichen bin, und Manchem das Lesen der Verse durch die u). Eintonlos es e habe ich eingeschoben(62. B. phie wird erschwert scheiner mit geꝛbalte, der gierliche, kung einbrachte, Sobald kein Hiatus entstand es fort; nur 11,62 setzte ich Jehte statt leht, trota des folgenden Vocal Freilich ist diese Grenze willkürlich, statt mẽt gewalt, den aterlich), wo es eine Sen- in letzterem Falle liess ich un das Präteritum unverkennbar zu machen. denn der Dichter und Schreiber vermeiden neswegs. Selbstverständlich war die Einschiebung da, wo das fehlende e die Hebung zu tragen hatte, 2. B. 17,3 lũienésten für cheunsten; 149, 38 Adelen für edeln; 260, 15 delem edelm.— Auf der andern Seite apocopiert und Syncopiert die Hs. bisweilen nicht, wo der Reim es doch verlangt, 2. B. Sſihrit: bite, niht: gesofihet. Ich habe es für nützlicher gehalten, diese un- einen derartigen Hiatus kei- schädliche Ungenauigkeit stehen 2u lassen, als sie zu entfernen. 8. Oft vertritt das à in der IIs. die Stelle eines tonlosen oder stummen e, bekanntlich selten noch im Infinitiv, ich habe nur bemerkt trenin 359,3“ ist das in späteren Hss. des 13. Jahrhunderts noch weit mehr der Fall, in oberdeutschen wie mitteldeutschen. Da der Character dieses à nicht lautli- cher, sondern nur orthographischer NJatur ist und die Regeln über das stumme Ganz ohne Anstoss scheint mir die syneopierte und apocopierte Schrei- bung in den Fällen, in denen die voraufgehende Silbe den Hauptton des Wortes trägt, also 2. B. 9t mãn ven uen., Ads en ein degm abœne, nochi solde gehn mér, deioh dinen tot gelebt kdn(4 Hebb.), 47 in Jebn gan, man sols iuον Sαν ldn u. s. W.; ebensowe pieten Schwierigkeit Verse wie: der velt dd Giselnhern sluo“ U Hebb.), den Gunthérs mds. Dahingegen habe ich nicht zu setzen gewagt: delioinen leidernn tde 128, 76 mit den ãndern sint 158, 74; des dndν hmοονꝓꝙοεν 187,21, sondern habe geschrieben: leideren, an- deren. Nur bei dem Eigennamen Etzel habe ich eine Ausnahme gestattet; hier bin ich genau der Hs. gefolgt, da Eigennamen sich Jja häufig den sonst geltenden Gesetzen au entziehen suchen Ggl. 2. B. Sifriden und Glsellheren auf der Caesur), also habe ich geduldet: den Eaéln degenen, den Ladln rechen. Auch den folgenden Vers halte ich für unbedenblich: di berbein tens oit 230,2“. Leis aud ilt ichf En harte Hlestets ullistatt kündert, ilt dure Mtt wnas 403 und tonlose e nicht beeinträchtigt, so habe ich überall e geschrieben, auch in der adjectivischen Endsilbe ec, die meistens, ohne Rücksicht auf früheres oder v, ich oder i geschrieben ist, und in den Pronominalformen ãs und is; nur an den wenigen Stellen, wo das 7 wirklich den Character eines tö- nenden Vocals anzunehmen scheint, keneftige, einiges habe ich es gelassen. 9. Die Conjunction aunde ist in Lassberg's Abdruck und ebenso in Lach- mann's Varianten stets dd%t geschrieben, nur ein paar Mal erscheint ude G81. 52,6“4; 89,53; 94,14; 182,1“ und 61; 309,53, Wo mehrmals das e entfernt werden muss); auf dem 80 zeigt dle Is. dagegen h, und ich glaube, wie grummigem, truͤrigem, biuotigen, dass diese so gewöhnliche Abkürzung wohl mit geringen Ausnahmen in der ganzen Hs. stehen wird. Da ich somit nicht wissen konnte, an welchen Stel- len die HS. wirklich 7 gebe, so habe ich statt ant stets und, und WO dem Verse eine Senkung fehlte, unde gesetut. 10. Die mhd. Regel, dass inlautende Media auslautend zur Tenuis werde, beobachtet die Is. stets da, wo das Wort am Schlusse eines Ab- schnittes NVerses oder Satzes) steht; im Zusammenhang der Rede Pflegt die Media auch auslautend zu stehen, fast ausnahmelos vor Vocalen, meist auch vor Consonanten. Ich bin in diesen Fällen der Hs. gefolgt; ja selbst auslau- tende Geminata habe ich an den wenigen Stellen, wo die HsS. sie bot, im Zusammenhang der Rede und vor Vocalen ertragen; vgl. voα ποοα n ol¹e von man 210, 22; qane getarr ioh dinen mdgen 291,62; ãch tunn in neſrte ꝛbol bestdn 355,44. Doch steht auch im Auslaut die Tenuis zuweilen da, Wwo man die Media erwarten sollte, 2. B. a'ent des ninges 71552 und selbst vor Vocalen in friunt(Plural) zuide mdge 305, 12. 11. In dem Schwanken zwischen 5 und ↄ im Anlaut bin ich der Hs. gefolgt; ein ähnliches Schwanken zwischen d und 7 findet nicht statt, mit alleiniger Ausnahme von frahtin 101,54. Die beiden à zu unterscheiden hielt ich für wünschenswerth; die Gemination derselben wird durch 22, bei dem harten à auch durch tà oder tas wiedergegeben: ich habe in letzterem Falle stets ta, bei dem weichen à stets 28 gesetzt. Mehrfach erscheint vor e und à statt des à ein c, fast ohne Ausnahme in 2“; ich habe es überall in 2 geändert, in den wenigen Fällen, wo es in dem Namen Eaele erschien, habe ich das sonst hier gewöhnliche tz dafür gesetzt. Vielleicht aber hätte ich gut gethan, die durchgehend erscheinende Schreibung cruce und chuutee nicht durch Ariuse nu ersetwen. Einige Male sindes und à verwechselt, aον statt ꝛbα⁸ẽ̃ und umgekehrt, einmal steht%½ statt uns 357,62. 12. Eine Ungenauigkeit der Hs., die sie übrigens mit vielen andern theilt, ist der ausgedehnte Gebrauch des h.ü Es wird dies ausser als Aspi- rata nicht nur auslautend auch für die Spirans gebraucht— das ist gemein- 26* —— 404 mittelhochdeutsch und unantastbar, da die Reime dieser Schreibung ent- sprechen— sondern auch im Anlaut, Inlaut und Auslaut statt der Tenuis, scheint statt sen, das zar statt der geminirten Tenuis; einmal e der letztern ech in decche 173,2. dem schreiber, nicht der Sprache des Dichters zufällt, und im Inlaut s. diese Da die Reime bewe Verwirrung nur 80 habe ich kein Bedenken getragen, überall das Organische, welches der szudrücken. Daher habe ich Dichter anerkennt, auch in der Orthographie at im Anlaut und Inlaut æ&, im Auslaut(Wozu ich auch den Schluss des ersten als geminirenden Inlaut c ge- rechne) Wortes einer Zusammensetzun ämmtlich durch die Hs. selber ihre schrieben, Schreibungen, die übrigens Bestätigung empfangen. Nur im F äteritum der schwachen Verba, deren Stamm mit& oder* schliesst, habe ich das ch nicht in e geändert, also auchte, ruelite, dauchite gelassen, weil diese Formen im Mhd. die Spirans lie- ben; ich habe aber an diesen Stellen diese selbst(trotz Lachmann's Bemer- kung zu Barlaam 178,7) anzusetzen nicht gewagt, da sich auch Formen se des ersten Wortes einer Lu- mit der Tenuis, wie dacte, finden. Am Schlus zuweilen à/; ich habe auch dies in e sammensetzung schreibt die Hs dert, doch hätte ich wohl meinem sonstigen engen Anschlusse an die Hand- schrift gemässer gehandelt, wenn ich hier* hätte stehen lassen. Desgleichen hätte ich da, wo Hegewant oder Ehglrevaurt geschrieben war, nicht ändern sollen in Eeheiant. 13. Die Hs. behandelt gerne die Partikeln, namentlich Präpositionen, den Artikel und viele Formen des Pronomens als Procliticae und Eneliticae. Ich habe dies nur in den Fällen beibehalten, wo das Pronomen ans Verbum gehängt, oder wo entweder eine äussere oder eine Begriffsverschmelzung eingetreten war, wie yme, zem, sſeuineges, zodrens, enlende, enhiumt, actal u. s. W. Uebrigens bin ich in Bezug auf die Trennung der Worte ebenfalls der Hs. gefolgt, habe also wie diese bald a00¹ͥn, bald ꝛbol getdin geschrieben, Fehler natürlich verbessernd, wie un mdysen statt aunmdsen u. A. 14. In allem Uebrigen bin ich der Hs. genau gefolgt, oder habe die Ab- Fälle, in denen weichung in den Varianten angegeben. So habe ich auch d at für ei, ou, für i und einmal sogar eον Zfür isν erscheint(huen 360,33), sorgsam bewahrt(nur 152, 18 habe ich Olenhaim im Reime auf dehein geün- dert in Oteniein), habe fuiibende nicht verändert in friunde, niiben gelassen statt u— se statt sc anlautend wie inlautend beibehalten, und auch das auslautende I selbst in den Fällen geduldet, in denen es die Aspirata ver- tritt. Auch habe ich das, so viel ich beachtet habe, nur einmal auftretende ent in der zweiten Person Pluralis, ᷣtent 191, 42, unverändert gelassen. Alle diese Eigenheiten schienen mir für die Heimath und das Alter der Hs., viel- leicht des Gedichtes selbst, nicht ohne Wichtigkeit zu sein. näkenleuts lẽbe n Ui Ull. dchaupt uden di un en wie! b wich nich ſn ſugen ften rol 15. Ich habe noch eines Punctes Erwähnung zu thun, in dem ich mich genauer an die Ueberlieferung der Hs. gehalten habe, als von Lachmann ein- geführt ist. Der Artikel wird sehr häufig(s. oben unter 13.) mit dem vor- hergehenden oder nachfolgenden Worte zusammengezogen(SÆiαναοεe: des lüneges, enfrünec S den hiinee 271, 2; woolden S ꝛcolde den 169,32; Hοen 285, 42; d'andern 309,21, 324,51 u. s. W.), aber es kommen auch Beispl2lN vor, Wo der Vers eine gleiche Zusammenziehung verlangt, die Schreibung sie aber nicht vollzieht, 2. B. 2hd ander des lelineges mam 35, l2; dd ſnο Sbeſi unden den fuo⁰νñ 126, 355 ferner werden Formen des Artikels mit tö- nendem Vocal zuweilen behandlt wie die mit blossem e, 2. B. vlieaen dds bluuot 31, 4z; atrülclit“ das marc 32, 42; im dientè dds Vünccrdofie 78, 12; dan inne diu Vineginnè 62, 44; den t. agen solde diis meit 67,22; sd dͤdten 2055 die seéle 160,34; 3e 3 dies stanſten Shen 246, 4.; uste diè vdmege dri 254,61. In allen solchen F. ällen verlässt Lachmann die Ueberlieferung selbst aller Hss. und schreibt des statt dus(Vgl. 2. B. zu Walth. 27, 4), de statt du und die(gl. Parz. 9 und zu Iw. 1087. 1 707), obwohl er zugiebt, dass die Schreibung de in den hochdeutschen Hss. fast unerhört ist, und selbst in den niederdeutsch gefärbten nicht den Bedürfnissen des Metrums entgegenkommt. Ich habe namentlich in Betreff des dii und die(denn zu das S des vgl. 319,29) angestanden die Quelle zu verlassen„ und etwas nicht Vorkom- mendes in den Text zu setzen. Der Artikel ist ein seiner Natur nach 80 flüchtig gesprochener Laut, dass er sich den übrigens für die tönenden Vo- cale geltenden Gesetzen der Metrik wohl entziehen darf, ohne darum seinen Laut aufaugeben: ich glaube, dass in allen jenen Beispielen das nicht zu dea, dies und die nicht zu de zau werden brauchen, um ihre Stellung im Verse zu behaupten. Besondere Beachtung verdienen die folgenden Verse: dd Stuonden die frdundé sin I8ð, 51; 4õ miezen die hamærcere 99,54. Genügt die flüchtige Natur des Artikels sie 2u rechtfertigen, oder sind sie mit doppeltem Auftact und mit schwebender Betonung zu lesen?— Nach denselben Grund- sätzen wie in den angedeuteten Fällen bin ich in noch ein baar anderen ver- fahren. So habe ich unverändert gelassen 56,33 Nyelle dan obe ldgen, was gewiss dnobè auszusprechen ist; ferner 347, 72 doc ergdlet in von den stiegen, wWwo ich nicht enAfeten 011 0 habe(dagegen habe ich er shuogen von ainen ouugen tat 294,4“ geändert in en sluog in ete.); 189,71 sꝛoesten mir ist geselt, wo menst zu lesen ist; endlich habe ich 64 unverändert gelassen, auch wo der Vers die, vor Vocal wie Consonanten s0 gewöhnliche, Inclinirung an das vorhergehende Wort verlangte: zwandeé sd hdt dem degene 102,36; bν⁰d oi nten ibolden 258,61. 406 In Betreff der Interpun etion muss beachtet werden, dass das Kolon in der von Lachmann für die mittelhochdeutschen Gedichte zuerst einge- kührten Bedeutung eines mittleren Unterscheidungszeichens zwischen Punet und Komma gebraucht ist. Einen nicht unwesentlichen Die theilung der Aventiuren in kle inere Abschnitte erwiesen zu haben, nfang durch grössere Buchstaben sich hervorhebt. Derartiger Ab- kann, vie kein anderes, so auch dies Gedicht nicht nst hoffe ich der Lectüre durch die Ab- deren& schnitte und Ruhepunkte Theil der Handschriften bietet sie wirklich. Zwar ohne Man hat nämlich sehr bald den Zweck, Abschnitte der dem andern untergeordnet, die demselben dienen- entbehren, und ein Uebereinstimmung. Erzählung zu bezeichnen, den grösseren und bunteren Buchstaben in einer dem äussern Schmuck an- gemessenen Weise auf den Seiten zu vertheilen. So stellten sich in jeder Hs., je nach dem verschiedenen Format, verschiedene Bedürfnisse ein, und daher stimmen in Betreff der Abschnitte nur zufällig einmal die Hss. zu- sammen. Ich habe mich daher in diesem Puncte durch die Abtheilung in Cnicht wWo sie es irgend mit jenem andern t. Wohl ein Drittel der gebunden gehalten, obwohl die Hs Zwecke vereinigen kann, dem Sinne Rechnung tr Abschnitte trifft bei mir nicht überein mit den Abschnitten in C. Ob ich sie überall den Intentionen des Dichters gemäss getroffen habe, mögen Andere entscheiden. Nicht überall liegen die Indicien für sie gleich deutlich zu Tage; im Allgemeinen aber kann man sagen, dass in den Ab- schnitten ein dem Gange der einzelnen Strophe analoger innerer Verlauf herrscht. Mit lebendiger Hinweisung wird die Schilderung der Situation er- nt sie einem matteren, selbst Allgemeinheiten Gange der Darstellung Platz und d Anspie- öflnet, allmälig aber mac und Wiederholungen nicht scheuenden, Pflegt zu schliessen mit Betrachtungen, Iyrischen Reflexionen un⸗ lungen auf das später oder unmittelbar Folgende, welches letztere oft seinem Inhalte nach hier schon angedeutet wird, während nun erst mit neuem le- bendigem Einsatz die speziellere Schilderung desselben folgt. Man versteht den Stil des Gedichtes nicht, wenn man nicht auf diese Gliederung der Er- zählung achtet. 2. DERTEXT. Dem Nibelungenliede steht die Nibelungennoth gegenüber als eine mit bestimmter Absicht in einem bestimmten Character von einem zWar in Fragen des Geschmacks grobkörnigen, aber doch nicht ganz unges ückten Manne ausgeführte UDeberarbeitung. sie ist daher zur Herstellung des Textes nAbn egt u beren A 50 mu un in 80 Lundsch IEMassta en Schw rRemeine ubses I underts al Jugtn ab 407 des Originals nur mit äusserster Vorsicht heranzuziehen: für dieses muss die kritische Regel lauten, dass man von den, es direct bietenden, Handschriften nur auf besonders dringende Veranlassung hin abweichen dürfe. So würde die Regel selbst dann lauten müssen, wenn uns das Original in schlechten und unzuverlässigen Handschriften überliefert wäre. Nun hat es sich aber günstig gefügt, dass die Haupths., die es enthält, die älteste und sorgsamste von allen Nibelungenhandschriften überhaupt ist, und so schon an sich das grösste Vertrauen beanspruchen kann. Dazu kommt, dass die zum Original gehörenden Fragmente gleichfalls alle Iss. der Vulgata an Alter und Sorg amkeit zu übertreffen scheinen, und dass sie durch die ge- ringen Abweichungen die sie bieten ein neues Zeugniss ablegen für die Ge- nauigkeit der Hs. C, und überhaupt für die Treue, mit welcher das Gedicht gepflegt zu sein scheint, ehe es, für gröbere Nerven appretiert, auch einer gröberen Art der Ueberlieferung überantwortet ward. So musste also mein Grundsatz bei Herstellung des Testes der sein: nur in solchen Fällen von der Lesart der Lassbergischen Handschrift abzuweichen, Wwo dieselbe unhaltbar erschien. Der Massstab des mehr oder weniger Ansprechenden durfte nicht geltend ge- macht werden, wo es sich um Lesarten der beiden Bearbeitungen handelte; er musste ausgeschlossen werden selbst auf die Gefahr hin, mancher, wirk- lich dem Original angehörenden, in C getrübten, in der Vulgata erhaltenen, Lesart so die Aufnahme verwehrt zu sehen. Wirklich halte ich es für glaub- lich, dass das letztere an ein paar Stellen geschehen ist: ich bin nicht blind gegen Schwächen in Cund verkenne nicht die Vorzüge, die einige Stellen der gemeinen Lesart bieten. Wie aber sollte ich dem steuern, ohne in ein planloses Herumtappen zu verfallen? Demgemäss sind die Abweichungen meines Textes von der zu Grunde liegenden Handschrift nur sehr geringe. Ich führe sie, mit Ausnahme der oben besprochenen Veränderungen, nachstehend vollständig auf. Bei ihrer Angabe ist es mir nur darauf angekommen, die Herstellung der handschrift- lichen Lesart überall zu ermöglichen, ich habe es daher nicht mit angegeben, ob die von mir getroffene Abweichung auf einer Lesart der übrigen Hand- schriften oder auf eigener Vermuthung beruht; bei weitem die meisten Fälle fallen in die erstere Kategorie. Bei Angabe der abweichenden Lesarten in a habe ich abgesehen von allen Abweichungen der Orthographie, auch der Declinations- und Conjugationsformen, und der sonstigen Endungen. Da ich behutsam gewesen bin, in Kleinigkeiten, die ein Schreiber des 15. Jahr- hunderts am ersten zu ändern versucht sein konnte, von den alten Hss. der Vulgata abzuweichen, zumal von A, welches oft von den übrigen Hss. der Vulgata selbstständig abweichend in kleineren Lesarten zu a stimmt: 80 n mit einem“ versehen, die habe ich unter den Varianten aus a diejer ie t aufgenommen zu werden verdienen. möglicherweise noch in den Te In dem nachfolgenden Variantenverzeichnisse sind diejenigen Partien, wo wegen der Lücken in der Hs. C die Wallersteiner Hs. a statt je getreten ist 221,3—224,7; 8,5—244,1; 247,6- 251,3), eingerückt. Wo neben Cnoch die Bruchstücke E( 700 und T(301,7—303,35) ver- glichen sind, sind dieèse besonders 0 C und E oder F gleicher- A85 von der Lesart des Textes abwe sind beide Buchstaben(also CE und CF) gesetzt; Fehlen jeder Bezeichnung bedeutet überall nur C, oder, in den eingerückten Partien, a. er ein- 2,22 dienten 62 truhsetzze 3,11 Chriemilde, dies einaig)e Mal. 2*schier 5,43 du ladet 4“ si sit 7“ hochgecite 6,42 chrechen 5“ an 62 muode 7,61 u. 2 die Reihenfolhſe den beiden Verse ist ſlien die, esie D bietet, und asie sé dem Sinne am entsprechendsten dulfeinander- steht der aibeltèe Vers von dem ersten, ene Buchstube steht erot folgen; in dem Lassbergischen Abdres aber der den Anfung den Stropie aus ichnende ge hei dem letateren; Lachmann endlieh giebt in den Varianten gar nielit an, dass in der Hs. C die Verse anders als in D gestellt seien. Sollte en sich durch Einsicht in die Hs. selbot dheracνLH haben, dass in dem Abdruch ein Fehler vorgegangen sei? 61 genam 8,1“ arebeit und freuden umge- stellt. 22 hochgemuté 31 werbende 9,46 daz min 4“ ist, 2ch a0nde jetæt die Lesart den Hs. nicht ailſheben, vgl. 327,6. 11,31 frowe 12,2“ ir ross diu giengen 3² da 42 geren, 291. 144, 61 kKnehte 71 an ir gemach 13,2“ vor in 62 tuot 14, 51 da alle Hes. 7s starch 15,12 site 44 en streit Nibelunglant 17,51 ein fehlt. 62 ez fehlt. 4 allez undertan 71 allesam 18, 61 bruder 19,22 der ehit. 2. meigen 34 min 21,21 wolde 2“ bedorfte diu kuniginne mer 33 sehen 23,11 der Jehlt. 24,13 besendet 25,12 viende vh ˙ Aten, 0 Neiofit Mende 27 lesen ist; an allen diesen Stellen abe ichi vinde gesetat, da arloh die Hs. sehm hdtilſig vint, vinde schireibt, à. B. 133,43; 138,123 140,3.; 16955 U 8. 32 wol ich 53 ivver 26,1“ friunden 52 begagen 74 side 27,78 verliesen, docl bennt die Hs. dulch melinfdecli die ausdam- 28,21 da 31 das, 30 noοn mehrmals das und was fum das und wan; sind das Drueltfehlen oder Eigen- elten des Sopireibers? Dem entgegengesetat xommt aueh à statis von, Wat statt was 364,44, unz statt uns 35 29, 12 stoup im u: 30,33 ir fehlt. 31,51 horte da 6“ von 3 wWol, ein alter Felilen, den alle Hss. theilen. 4“ vreiselich 33, 42 in fehlt. 5“ lant 34,1“ de: 22 heime zu 33 die, Ißter die statt diu, 5. O. 41 gelunge, 50 ſehilt noο dſten das n heim Infinitiv. 65 ꝗcheinen, aus metrischien Grũinden beunstandet; da abe die Hs. die Form mengesogene Form vliesen, 2. B. 259 Aelen il g2ft inen in der ub i 409 keinen aicht kennt, so habe ich die Lesart der Is. D, die C veribanddt ist, auſghenommen. 35,32 alse 61 vor 36,12 Rumolt, 50 alle Hss., doc isl Lachmanmnꝰs Bemenꝶung evident, dass den Volker stehen musse. 53 ro⸗e bære 37,53 niem 38,21 Liudegere 22 mere 5“4 da F. 62 80 CGE. 71 scholt C, scolt E. 7² dazzu 73 nach der E. 39,1 man Feylt. 22 si in daz CE, aber in D fenit das birhlich. 2* vnd 51 er Fehlt. 61 den 40,11 da fehlt. 1“ valden E. 26021 vil den E. 3“ beide E. 41,21 peyen CE, poyen P, vgl. Puratvdl 19,26. 41 Pfienst morgen C, Pfinxtmorgen V. 42553 mage, ein alter Fehilen allen Hss., den auνν ο Daiοοε αnr nαν Conjeotur cornvigient; eine Jundichbeziefnung von ir dν man ꝛ0εdο ũdanm gestattet gein, benn die beiden S4taglieden dunel. ein dnittes getrennt vbdren, ꝛ0e 200, 52. 7² do E. gar 43,31 stern 41 man ſehilt. 6“ nie s0 E. sach E. 44,53 herre 61 bi hende E, ꝛ0%ᷣ wονtig. 64 helte E? 45,22 enhende E. 71 erbeit 46,2“ Kriemehilden 53 chunigen 47,64 Were 48, 44 man nu 49, 41 mich felilt. 50,34 in 51,24 side 52,21 an statt dan 53,31 ieman 7² gezieret 7⁴ do 54,51 Viel 63 zuercewilen 56,13 dache 52 bereitet, vielleichit doch. entrũglieh, da den Dicſiter ſun dus Viedenheſinen desselben Nontes ꝶein Jeines Ohm hat, vꝙl. 2. B. 260,7, 2% do das doppelte leiten uοννt entfernt habe. 58,13 vluzzen zetal 60,61 under in eine 74 geberde, 208 dch Jig lich ͥͤtte unverùndent lassen lannen, ꝛdie 69, 78. 61,11 stan 63 ez waren 62, 11 niow 64,31 diuſeht. 73 der wil 65,12 sone engert 34 mah 44 gebristet 66,1“ gewerhte Lassberg's Aulsg9abe, genauen Lacfimamm gewrhte. 21 gedrevot: vngefrevot 67,21 bukelen 31 karche 62 mæsse 68,34 die dbrigen Ass. geben mit fun durch. 42 bruoder Danchwart 61 sint 69,41 irfenlt. 51 schiere 70,2“ fur 34 ertwelten 71,24 werfene, s0 aueh andere Hös. Sollte unshnung liel gæstunden haben werfen enpflac?(2%l. Malth. 72,13), 20 danm der helt a’ dunthen gehen ꝛburnde::mit dem enſen selbot mdchte er sioh. niclits ætl thum, gab en sich ncht ab.“ 72,3“ sam ob, abd²L ubigens delel. 74,14 voοõmmt. 51 da het ir 73,4 ie 74,21 der vergen 36 wWren 43 ein 4“ reismueden 53 luten 75,23 sinen 74 vil unbechant 76,21 sware 22 von den kunegen 77,63 minnekliu 78,2“ Prun- hilt 79,4“ uber 80,32 si 42 er wart 81,2“ getarrer erz iu nimmer versagen 41 bitte, 290. 2õ 84, 78. 58 dir verzihen 7 Prun hilt 82,12 unt sol 2“ ich ſehlt. 83,5“ bringet 71 herre 84,3 ir weinen 75 der kunec bitet, so lesen allerdings C il. A, es stände dlso bitet in den Cacsun und vbbine bittet àu schreiben, vſl. duνα xlw S15, 41 u 216,33 200 loh es nioſit geùndent ibe 7l sinen 85,12 des manter iwer 36 die ſehlt. 86,34 pferit gereite 43 schemi! 43 hohgemuot 53 diu 410 more 72 beste, v91. Er. 4,540. 89,11 manec, 21. Gr. 4,490, doch abοαν untn 260,12 3“ unt ouch daz 51 chuniginne 53 habn 90,23 Chriemhilt 51 Du 91,41 gerieten 586 unt mit 92,4“ Chriemmilt roönnen, da ahd. burae, 94,1“ unde burege, a0⁸s 7cl jiůittèe stehen las e unbenůndent gelassen. purue voαν⁰οemnt. 156,13 2. 208,5 ube ich büre 2“ unt sol 95,52 horet 96.1“ unbeslo: 24 friunde 97,62 gekleit 98,36 ich ich 31 an ein geleit 99,12 kemenate 31 truttest 61 hofe 62 pisscofe 100,11 man zenaht von tische 31 von den 336 begunde 31 es, so noοι einigemal statt en; auά] iud en statt es ge- Setat, v9l. 2 109, 101.2“ wein ich 33 iwer groz, mir ist łein àhn- Aees Beispiel behannt. 51 sine groziu 5“ truhtin 102,3“ were 43 f61 ſtatt ir wer 220 lesen si? 51 lenge 103,52 vil minnekliche 64 Warde 26 104,1“ zuhus 105 Leberschmift: wie er sonst àften auelh auαse-α⁰‘ des Relms. 3² herre 78 er ir da heime doc sit 11 suon, 80 ο 107,5“ zesanten 62 Chriemhilt 72 huben 108, 13 allen ir 4“ Chriem- hilt 109,22 magtzogen 43 ein was ein des tuch der ein paan Mal statt es. 63 Wware 111,24 welde 64 daz enchan 71 bite 112,1“ friunde 31 Ppferit 6“ mare 114,21 suln 43 ge- sehen noch 62 Chriemhilde ze man Sivrit minen suon 115,31 mir fehlt. 116,186 heime 21 volche 52 Jas erstè si fohilt. 7“ kuniger 117,14 das erste si fehlt. 53 truhsenze 7²ͤ da 118, 41 reit der herre der kunic 42 der 120,23 Gigelher 121,75 chunden 122,34 ge- schuochet 123,2“ diu liebe wart sit 124 LDeberschriſt sich ſenlt. ein fehlt. 125,3“ ubel 5“ mueéte zinsse 61 in von im nimmer 62 tiurrer 126,22 tiwerr 2* muste 64 Chriemhilt, und so habe ich noοι einig9e Vale, bο das Metrum es WinsαE“ĩtöbbeνε aite, Kriem- nilde statt Chriemhilt 9esectat. 127,42 geschehe 62 chundest 128.12 lizze 53 wort hoerte, nαi. vο dern Hagen wort haẽ te, letateres dulf na- dierten Stelle; sollte aueh hen rise gestunden haben, wie in den ũbrigen Hss.? 71 leidern 129,22 gedaht were 33 do den Prunhilt gesach 130,3“ frowe 132,2“ wrden 78 er indie 33 Deberschmift: ſellt. 134,28 gnuoge 43 nu offenliche riten 135,53 minen 74 gan 136,11 àn Fenlt. 12 niemen 22 versenden 4 batte 137,12 net 32 fruom 53 ihm 63 er fehlt und ich hdtttè es nichit einfligen sollen, 50J. 313,13 umd 356,71. 138,44 da 61 wan eylt in allen Hss.; es ist mit sohbορ ¹αer Betonung xu lesen bedurfét ir, eine Fneiheit, diè den Dich- ten nieht solten sich erlduuοt(o. die Rinleitung); aben dennoch maſ sie lier die Venanlassung geibonden sein, dass wan fontſiel. 64 urwise, vielleicht stecht in diesen bis jetat neht genũgend erhlunten Stelle ein alten Fehiler umd es ist anl lesen: die iuch vüre wisent und nach uns riten niht enlänt. Den man miben lumif din denden Werdene 1 ale 411 gervõhnlichie Auuodiueh fun die Sucehleute ist wisen nd aνν0er Jagd abαν˙ es natũrnlich die enste Bedingung eines guten Enfolgo, dass man mit der Fromte den Jagdlinie gleichen Schnitt uelt. 7“ warenden. Die Schubienighbeiten, die diesen Vens xd benetten schien, heben sieh einfach dineln die von mùn ge- setate Interpumnction. 139,31 degene 140,13 iagent 23 eteslichenz 4 von fehlt. 61 tiefen ſeαt. 7“ pillechin 141,12 fehlt. 21 dem 61 er einen iägermeister 73 liuf 142,13 halpfwol vα]⁰)⁰ Lassberg, halpfuol aανi] b. d. Hagen and J. Erimm, halpswuol A nael Lachmamm, halpfwuol aαν ν. d. Hagen, halpsul D, halpswI d adαuν ν. d. Hagen, halp... B, helfolen Ix. 32 uore 72 luten 143,51 ruomen 144,32 gere, 50J. 270 12,42. 62 gestreute 7“ hereliche 145, 12 ½çft guoter 220 lesen? 64 gro, ãndem beim Vmioenden die aꝛbeite Silbe vergessen bd. 146, 21. 2 etibd au lesen kœmen t Romma hinten win und Punt jinter sin? dass en im dblidingigen Satxe fehlt, ĩst hbelsuhnmutlieh nieht selten. 34 sterbes alle Hss., vgl. Lachm. à910,8. 7² solde luttertranc 147,22 tische 4 wolde 148,41 lutter 61 da 149,12 herten 4A, vlelleichit ursprùng- Lich. 33 edeln 4“ angestliche 73 waz 74 ubel 150,41 er statt ir, aοσιν α. 62 man Jehlt. 63 siner 151,14 truttinne 152,13 Otenhaim 153,2“ da 3“ alle 154,12 was Fehilt. 13 verlorn 22 harte balde Jehlt. 155,31 do 42 ditzce 6“ wormz 156, 21 degene die librigen Hss., ꝛboh mit Rechit. 22 einlief 2“ wolde 157,31 Wol 158,7“ andern 159,22 nuo 160,21 ane 23 gabes 32 daz si 41 urboz 161,1“ bivilde(991. bigraft) 164,6“ vor? 7“4 begunde 165,11 gehn 58 ersluoch 6² P 71 Wormez 166,51 ubermute 167,4“ gro- zisten 168,31 sa 6· zihet niemen in 7“ Giselher stehit in der æꝛbei- ten Venspililſfte. 169, 12 der ir ſehlt. 13 gar ane mine scholt. Voα] hat unscholt Pdrx. 462, 8 in den besserm Hss., doch ohne, beꝛbeisenden Ræim; die von min aulſgenommenèe Lesdrt ist des JI. 42 ir dar naher 170,2“ rehten 4 schazue 68 sine 74 chom vil mit 171,32 gewesn, 50 hnoο?ν Nss., aben A hat riehitig genesn. 172,2“ daz er daz. bevant die dbrigen Mss., zb0οοç nehtig. 32 Hagene 45 daz ft statt daz en; der Anflingen abegen habé ich dan'n gesetæt, vgl. 6,2“. 5“ zeriten 72 schazt niht zeigen steht doppelt. 173,15 zem loche 60 in felult. 174,12 sele 22 schuden 2“ ware 71 Chriemhilde 176,63 und fellt. 7² ware 177,1“ muese, aeuα iν A. 41 umbe 53 ver- smahen 61 wareheit 63 Gotelinde, aber 179, 31 steht Götelint und dardelſ lin habe ich den Vmlaut durohgeflllint. 17 9,4“4 si Jelilt. 180,5“ vremden 7“ hunischen, 80 Stets aund Hunen. 182,16 waeren 526- werbene 183,13 die enhäant 20fre entrͤgliehi, da diu kint Jungſrauen sind, aber ich habé in die geàndent, selt C sο Ht die statt diu setat. —— 412 22 enbutet 73 hate 184,12 wiselich 51 behuete 62 guete 65 neme 186,43 trosten 5“ ob er niht 187,11 Rudegere: here 2· andern 53 kuniginne 63 ir wart 188,31 enbiutet 74 ma- gen 189,11 git Vinten herre 52 frueie 7² wol Vuinter gelouben 1 gelebte 191,41 Sin ſehlt. 192,51 1obt in 61 ir armuu 194, 13 die, 60 quο A] aube Lachimamm Liess àbegen der Veberein- timmuug von Cund A die qtelien, aund ich bin ihm darin gæfolgt, obποονο¹ ſen in die niehts anderes uls einen Sohinethſelilen erblichten Iamm. 195,4“ t steit. 42 min- wile 197,12 fure, esist fuere nlelit fuor, be gedri neklichez 199,22 gnuoge 24 gollte statt soò æu lesen sein oder? 75 von den 201,4 diu guote Bechelaren 436 dar ine 4 het 71 ich fellt. 202,12 gabt 4“ getrutet 203,11 nant 64 unt under heiden 204,4“ ruzzen stets. 43 pferit 205,12 Tulme stets und auelt in J. 44 von den 53 Duringen 71 herre 206,2“ gen 208,41 hoch- gecite 209,62 hochgecite 6“ chronen 211,14 siet. 22 frowe, 6s olite frou gedrueꝶt Sein. 52 wonten 213, 78 daz ich mich 214,34 da 43 sone biute 216.4? er von minen 43 sehen 4“ diende 217.51 dienste 53 gehorte 219,4“ noch wurden vro 51 zu den 6³ W. fehilt. 220,32 daz, 590. 2943 221,23 in ir 32 eW. so stets ohne Vntenschied u und iuch. 64 daucht si die maere 783 ir seit ir“ klagen ir Jehlen. 222,11 das mag nicht laider gesein, Iigens findet sieh leider duelt in J: die kungin Sprah leider. dez mag nit, velletcſ it ĩst diese Lesamt die richitige. 15 ja ist mir 2“ boten 31 du fuoren 32 nach den 51 W Wol gewissen 72 vnd welt 223,3 iuch ſehlt. 3à ich wil 4“ gester vnd 43 ew's selben 73 euch wol Etaln 224,13 sieden, sni- ten Holtzmamm nach Parx. 420,29. 14 80 ist es sust erhebñ da 312 peltben iu ſeulen, das Augé des Schretbens inntè von einem iu 34 in fehlt. 4“ gerne ab aif dus andene. 32 sanfte 33 ich w fehlt 52 die ſeht den ſehlt. 53 ich waegers 5“ selben 63 sprach 64 da feult. daz die 226,1“ fruemcheite 74 suenewenden; ich hdtte die Form sünewen- den in den Teæt ailjnehimen sollen, sde tst die eigentlich ongantschè, von sunja. 228,5“ vroleichñ 63 in 71 enphant 229,1“ bechant 21 ze fräge 22 spräche 33 niman 58 vil lieber“ min eult. 61 der ist 74 in ſehlt. 230 Deberschrißft: von den 1² hoch- gemuter 1“ darzu 41 kinden feult. 42 holde mehναuν. Fur helde. 44 landè lait tot 538 volichen 231,21 nevr, dies und nur mehmmals statt niwan. 22 mit uns efugen sprechen im 31 ez nieman, aue, sonst venschreibt die Vs. nieman statt niene. ſen nier 413 33 gerne ſeult. 54 den Sehlt. 64 vil Hehilt. 232,183 tumben mut 7“ niemant, 29L. 20 231,31; ſueilich haben aulol dlle ubni- gen Hss. niemen, doch venmuthetè sohöon Laclinanm niemer oder niener. 233,11 sich anhubñ 21 In derselben tzeiten der ge- laube noch 26 yan der vii 31 Neune 34öir ſehilt. 41 Salvelde B, Swanfelde a, der alte Nume ist Svalafeld. 5“4 zu ainem 63 der wach der was gar ze berait 6“4 do erbant vil Jehult. 71 leider 234, 10 anfſehlt. 14 ouch ſehlt. 22 welle ſehlt. 26 er 42 vnd ainen helm auf seinem haupt lauter genuch 4“ pitterleich“, 99l. 16,28. 5“ bedawten, 01. 229,13 200 ladaeten statt ladeten 9e- Schuieben ict. 64 der schadet 71 die was haderburg genant 235,11 80 14 dõ ſehlt. 2“ vil ſeult. 31 die rede 34 rehtèe ſeyilt. 41 sagt 42 Hagene ehlt. 51 do statt ja 53 sterben in der heunen lant“ 61 aber ſehlt. 62 chünde 64 chundleich 74 des 286,41 der degen ehlt. 42 dea e d (des en? aber veleſien Cauusdlneαν,M]st xοννj]fien don beiden Sdtæen 99 wi muelich er jiu stat B. 62 reht ir seit e2“ Amelrinch, docli Shten auαν Amelreich, dus dareh den Reim 237, 71 gesichert ist. 237,12 nu fehlt. 13 einen pauch 2“ hie 4, eine B, fehlt à. 43. des elsen 4“% nam daz ruder selb in 52 2u girde 64 sprach Felilt. 238,22 ez hab vinande darumbe ich niemen ehle,. frywynde 2⁴ vil fehlt. an daz lant 51 ungemuten, al aunfend- liche Bestdtigung einen Vermutliungꝗ Lachumanm“s. 5“ dà gewan ꝛst mit A æꝛt lesen; es fehlt im Teæte neun deireh Versehen. 64 den stolzen Burgonden E, ꝛbοrͤ nieſrtig. 71 vergen“ 74 tzog er Z2u des günthers 239,11 Hagen was 14 vil feult 21 selben“ 33 nu komen 34 ween Jahlt. 53 nine B, nymant a, ogl. at 231,31. 232,74. 6“4 ich getraw euch 71 do sy gewärlich kamen über flut 7² sy gar 73 wan in der starken unden 78 ran verren 240,2“ vil ſehlt. 32 in dem geding, gedrenge Holtamamm, 50. Setehemeb. 4,220%. 52 heiligtum genug lag unter seiner hant 5“ vil arme“ 64 darumb er ez nicht laszen wolde daz was'im leyd getan; etiod: das erz niht làzen wolde, daz was im leide getàn? 7³ ez fin dau. 241,23 er do nicht 2“ hinüber an 31 scha- wWet 34 diser degen musz 4 Waz sy darauff 44 hettn küne unde fehlen. 51 warumbe tut 54“ nicht könd 78 allen Fault. 242,1“ hie felit. 23 sunder an spot 34 nahen 243 Veber- schuniſft: do ſfehlt, doch auel, sonst meſufach àn den Veberschriften. 2“ kumen mere wider ſhen. 41 dy wasser weisen weip 44 80 fht. 51 scharen scharen 56l grimmigen 244, 12 wWas der leip 183 funden 28 bestat 245,2 2/ siner v9l. Lachimann all IDuein 5347. 246,5“ ist von à7 lesen? 62& das 247,19 fiure 41 was er 43 dem vil grimme tode 5“ e ist nuur dlinch Vebersehen im Teæté stehen geblieben, 60 mmtiss es ieissenr l0ie duαν 109, 5² eH fun es geschiniebem lst. 64 an trewñũ iu Feult. 74 durch disen 248,13 sy hundert liszen 23 daz wir 31 dy dort da 42 der phan 44 da geru (geruwen?) unsz 51 kan euch ez 52 wir mügen beginnet 52 in einen gras 61 unvermeilet 71 ich 7 nahen 249,12 gelpfrads 21 enkonden 44 manig hut 63 auff der vart 71 Eekhart d So dilel, fonnen, docl. 250,34; 251,. 3a eckgewart, eckewart. 250,11 diser schaden 12 vil fehlt. 13 sint ichs infriden vlos ergan 21 hort sein klagen sorg im klagen gepot auff der march seist hie fehlt. 52 zerinnen 58 wirtens 63 wWol statt hie, vielleichit nichitiq. 73 als 251,4“ gähet Helilt. 254,41 von in dan 42 die waren 255,325 do was 41 aber 256.25 wennet auν Lassberg's Abdiuel, weinet naο v. d. Hagen, vᷣnnet nueh Lachmdnmn; erstere beiden Angaben lihren dif wWoenet(20l. 26, 101,20, b einen zunreichend guten Sinn geibaͤhnt; vnnet 20οd nαν αdt GH⁊ͥdu⁊ãbαe der Hs. aανlůõsen ſein in wünnet(P9l. 22u 66, 100, abd ddανν ab¹ nehmen ĩst als Conj. des Prut. dan Ir7he ιν de dch hoο enfneut sein. 257,55 unbesloz 54 swie alle Mss. 6⁴ si 260,18 edelm 41 der snelle fehlt. 64 sis 261,11 bereit 23 unbeslozzen 3“ge- sahen 41 heten An 6˙ niht lieber 265,43 Giselher 266,12 wa 36 swer 51 l. 2 welle gern: mac enbern, die Aendenung ist geꝛbaltsam, aher tel abαν, die Lesant den Hs. nielit æu ven teldigen, man mũsste denn annelumen, dei Dichiten habé dunch. avoeναu gen dreisilbigen Auftact die Leidenschaſtlichikeit in Kriem]rilde's Antibont auννν εuενuα den Rutlumeis delsmalen ꝛbollen. Der Bearbeiten nahm ꝛboh an dliesen metrischen Schuboie- nig keit, schuberlioh am Sinne, Anstoss. 74 min fehilt. 267,4“ groze- lichen 268,42 siner 4“ lieben eult. 270,31 starche 273,2 ir bestan 4“ den schonen Prunhilt 274,11 reche die feult. 5“ en- chunder 275,34 gesellen sich 276,62 mirn enchunde 277,2“ chu- nige 278,12 ir sorgens, ich bhabe sorge si gesetat, um lelehit 1 MissberstłindnisSe SchhrrSubengen, entrùglieh abdie due den Inſinitiv sorgen und die Inclination des si gerbesen; brigens ĩst vielleicht die Lesunt in A die wegemüeden recken ir sorge ane vaht ichtig; fur die àu schreiben den, als Ahphosttion au in, 2bn ein leiclit æu nαννᷣ neε Feilen, den dann, 0oοte man nichit conrigiren, aueh die ſolgende Aenderung naeu Stol. ao9. 2˙ do 279,32 manige 281,11 ich Wen 21 si sprach Fehilt in Il. 62 luotter 283,2 lutten 33 zuo den 284,6? wite Felt. 64 grimmech Wlen den 105 0 IIT. 1619 0 fir ſrisli 415 75 man sach alle Hss., doch ꝛbard diese Morthſolge in der Neheranbeltung die Veramldssung au Verdndernung den vonhengehenden Vershälfte. 285, 32 wafent 286,11 unt da si 6² ĩct etiboa hien eind 287,32 2½ lesen hõch- vertlichen, ab0e 288,142 289,31 da 290,12 ir fet. 2“ der starken Jelilt. 40 daz sie, tοναν sie? 291,31 edeles lip 6² getarre, 0. 81,24. 292,32 wenden 293,1 truhsazen 43 einech man wirt 294,21 Hagenen an 44 sluogen 296,14 grimme si schen den rechen 297,1 niwan 33 er ruochter 51 zuo dem 299,31 do Danchwart 53 diu(æWÜ Mmer?) wil ich 300,32 mannen 38 erslahen 6² waz die recken α, an Lassber9's Ahdrucſt, docù geben Lachmduud und v. d. Hagen dbeneinstimmend dis Lesdrt den Hs. an: Swas die Ezeln rechen. 301,21 den magetzogen 2“ magtzogen 44 ver- lorn 61 dem fehlt. sprach 6³ͤĩot alo hien küene atl lesen, ꝛbie 46,53 1. 76,222 302,1“ do F. 2“ diu ſelilt F. grozlichiu F. 32 hulichen F. 3“ des chunich Gunth's hant V, pielleicht ist æ ᷣLesen des künec Giselheres 41 ouch fe. F. 61 zur statt mit F. 62 vil Fehlt F. 63 vil Fehlt F. 71 porten F. 303,21 der man N vil videlende 2“ bi dem die sagten F. 3“ ir nu sit 64 muese 304,13 wan der 54 sahe 7⁴ haben Felilt 305,64 harte Ft. 306, 71 velent 307,55 was alle Hss., entrdg lieh und xs denten dllen- dinge, aben das Sοo dft eind so leichit mit was vembechseltè wart scheint mir allein dlen hien venlang ten Sins æu, gerbdhnen. 6“ liehten schinende 309,7“ spotten aber 310,22 vii 31 Tronegen 7“4 warcheite 312,24 wie vreislich die Meonte ich wil in eine bestàn 5h7s 34 Hagene eilen, das Auge des Schneibens drutè db von Hagene à Hagene. 43 er fεhjHA. 71 in unmazen 313,2 ern was 43 Buregonden 54 zorner 64 von Jelilt, ein alter Fehiler, den viele Aenderungen in den Hss. den Jeberarbeis- tung Nervongeriiſen hat. 314,42 sagen ſeht. 62 er erwaget 316,43 gere 5˙ dem 317,52 diu ringes gespan die andern Hss., pielleiehit ist diu in C nuν dαννεαiα?αͥlen. 5“ do vil Lantgrave 71 Die Durigen unt die Tenen 318,33 alle 319 Veberschrift: die fehlt. dt sturme 43 von die an- dern Hss., wohil mit Kechit. 4“ versahen oh⁰, angeſiùngtes Pronomem. 320,1“ siechchen 22 brahte 74 wande 321,65 sturmen muede 322,61 den min 95 min bruoder 324,22 durste 31 do er 34 er des 62 leitten 326,23 den kunden 327,4“ geschiht 5“ niemene 63³ do sprach 328,6“ haz 73 lIan 331,7“ zen 332,5“ in Feilt. 333/22 gesahet 335,14 iwer ſehilt. 337,62 dane 339,62 er 2ꝛcm tode Were, ichtigen vielleicht noch als die Montèe des Temtes abdnen: zem töde er Were. 74 erzurnede 340,32 wir 4² die enste Hdlfte felilt. 341,12 viende 32 edel wip, m Teæte sollte es heissen edeln Hp. **2 RRRRr 416 343,12 gesiht 2“ grozer 12 nimmer steht doppelt. 344,11 der fehlt. in Fehilt. 16 gãn statt dan die uũbrig9en V. 1* er ſeult. 346,42 80 folyt erst nuch friunde. 75 chomt 347,12 man ſeult. 1“ simen 34 halte geriten 348,46 do schiet 349,42 in siner 352,33 kunige 63 wart er uber 71 inne; inn aιν Setzen, auma von Consonant, hube ich niehit geaſt. 355,33 sinne 356,42 und an iwer 61 meér statt anders A, b0α&g allerdings den Vers venbessent. 357,11 muese 33 Wirliche 44 wil 52 von unz 53 iwe eben, es 20⁴⁰ν νννά er duimneh. Versehen doppelt gesetat. 54 mæœre 359,62 kunigin 360,55 si Fohilt. 361,23 si rach sich 61 liezen in 362,2“4 valæendinne namet den DIE IN DER VVULGATAZUGI ZTEN STROPHEN. en Genauigkeit eines Abschreibers, wie sie in Cim Auch von der grö Allgemeinen wirklich waltet, ist doch nicht anzunehmen, dass sie vor jedem Versehen, vor jeder Auslassung sollte geschützt haben. Unter den übrigen Nibelungenhandschriften ist keine, in der nicht Auslassungen einzelner Verse oder Strophen vorkämen(nur der Fanatismus hat dies in Bezug auf die soust doch sorglos geschriebene Hs. A zu behaupten versuchen können); en wir es von vornherein für wahr- auch bei der Ueberlieferung Ca mũ Lii scheinlich halten, dass derart ken vorhanden seien; bei allen Stro- voraus hat, wird daher die Frage zu discu- phen, die die gemeine Lesart vor tiren sein, ob wir in ihnen wirklich einen Zusatz der Bearbeitung zu er- blicken haben, oder ob nicht die betreffende Strophe echt und nur in Ca chen ausgefallen sei. Einen ganz deutlichen Fall der Art bietet uns Strophe 312,3(1972), wWo das Auge des Schreibers von dem Worte Hugene 312,2(1971,4) abirrte auf dasselbe Wort 312,3“(1972,0, 80 dass die dazwischen liegende Strophe ausfiel. Diese Strophe habe ich daher durch ein Ve unbedenklich in den Text restituirt. Leicht ist die Entscheidung da, wo eine in der gemeinen Lesart stehende Strophe zusammenhängt mit einer weiteren selbstständigen Aenderung der Ueberarbeitung, denn da unterliegt es keinem Zweifel, dass sie auch der- selben eigenthümlich ist; dies ist der Fall bei der Strophe nach 15,5 (96 Lm.), die an die Stelle der fortgefallenen 15,4(94,5 Lm.) getreten ist, desgleichen bei der Strophe nach 79,4(489 Lꝑn.), die zusammenhängt mit der geschmacklosen Anecdote, die in den fünf für 79,1 u. 2 eingetretenen Strophen(482—486 Lm.) erfunden ist; hiezu gehören die beiden Strophen Were zucen! Jr Gende Deme krxeise Der Mibe 417 für 81,4(499,5 u. 500 Lm.) vgl. 497 Lm. 1g.; desgleichen die beiden Strophen für 100,2(609 u. 610 Lm.); ferner die beiden Strophen hinter 106,3(643 u. 644 Lm.), die Hagens unartige Ablehnung der Bitte Kriem- hilde's enthalten; die je eine Strophe hinter 125,6(768 Lm.) u. 173,4 (4080 Lm.), die beide(2) etwas nachholen, was die Bearbeitung vorher fortge- lassen hatte, nämlich den Inhalt von resp. 123,4 u. 172,7; die drei höchst ungeschickten Strophen, die für 191,1 eingetreten sind(1191—1193 Lm.); die das Auftreten der Nibelungen erklären sollende Strophe nach 233,1 (4463 Lm.); die beiden aus 286,7 gemachten Strophen(1812 u. 1813 Lm.); die dem Zusammenhang widersprechende und ihn zerreissende Strophe nach 288,6(1825 Em.). Bei allen diesen liegt die Arbeit des Interpolators zu Tage. Aber es bleiben noch ausserdem eine Anzahl Strophen zurück, die der gemeinen Lesart eigenthümlich sind, ohne sich auf der Stelle als Zusätze oder Aenderungen im Character dieser Bearbeitung zu entdecken. Es sind die folgenden, die ich nach Lachmann's Zählung aufführe: 3. 21. 25. 32. 546. 5557. 711. 830. 858. 994. 995. 1000. 1504. 15255. 1594. 1948. (19725, schon oben besprochen]. 2137. 2258. Sie verlangen besondere Erör- terung. Die von mir aufgenommenen sind mit einem“ versehen. 1. Nach Strophe 1, 2 steht in dIDA die folgende, die Schilderung der Kriemhild erweiternd(3 Lm.): * Der minneclichen meide triuten wol gezam in muote küener recken: niemen was ir gram. ane mäzen schœne s6 was ir edel Iip. der quncfrowen tugende zierten anderiu Wip. Dem entsprechend steht in IX nach Strophe 4,2 eine Strophe, die glei- cherweise die Schilderung Siegfried's erweitert(21 Lm.): Lch sage iu von dem degene, wie schœne der wart. sin Iip vor allen schanden was vil wol bewart. stare unde mære wart sit der küene man. hey, waz er grözer éèren ze diser werlde gewan! Beide Strophen, misslich überliefert wie sie sind, halte ich für spätere Zusätze, die nicht einmal in dem Kreise der gemeinen Lesart völlig eingebür- gert wurden. 2. Nach Strophe 4,5 eine Strophe(25 Lm.), die mindestens dem Dich- ter der Gudrun bereits vorgelegen hat, vgl. Gudr. 3. u. 4.: Er was nu s6 gewahsen daz er ze hove reit. Die liute in sähen gerne: manec frowe und manec meit im wunschten daz sin wille in immer trüege dar. holt waren im genuoge: des wart der herre Wol gewar. 27 Der Nibelunge Liet. 3.. 6666CCCC————— — 418 obwohl sie nur in d überliefert wird, ist durchaus Die Strophe 5151½, dig für den Zusammenhang; ich habe daher nicht Bedenken ge- nothwen⸗ tragen, sie in den Text aufzunchmen(329,13 Lm.). 4. Nach Strophe 89,5 eine wWeitere Ausführung der Empfangsscene (546 Lm.). Die Strophe könnte ganz wohl echt sein, um so mehr, da es auf- fällt, dass sonst VUote hier gar nicht genannt wird. Freilich erscheint sie überall neben der Kriemhilt in zweiter Linie. Die Strophe lautet: Die frowen sich beviengen mit armen dicke hie. 86 minneclich enpfähen gehorte man noch nie, 80 die frowen beide der briute täten kunt, frou Uote und ir tohter: si kusten dicke ir süezen munt. 5. Die Strophe 91,2“(555 Lm.) habe ich in den Text aufgenommen, weil sie mir des Zusammenhanges wegen nöthig schien. 6. Nach 116,4 setzt die Vulgata hinzu(711 Lm.), sicher eine müssige Einfügung des Bearbeiters: Die tumben und die wisen giengen, 86 man tuot, vrägen umbe mere: dõ sprach der ritter guot age dem künege, dà hœrt ir si zehant. er Guntheren vant. 2 swenne ich s er gie mit den gesellen daà 7. Nach Strophe 134,6 folgt eine Strophe(830 Lm.), die ich geneigt wäre kür echt zu halten, wenn mich nicht die Veränderung der letzten Zeile in der vorhergehenden Strophe misstrauis h machte: 86 wol mich dirre mære“ sprach der künec dõ, als ob er erusliche der helfe wære vrö. in valsche neig im tiefe der ungetriwe man. do sprach der herre Sivrit eir sult vil kleine sorge hän.“ 8. Zwischen 138,6 u. 7 steht in d eine Strophe(858 Lm.), die in Ca kehlt; in den übrigen Iss. der Vulgata steht sie ebenfalls, doch so, dass sie 138,7 verdrängt hat: Do reit zuo sinem wibe der recke vil gemeit. schiere hète Hagene dem künege geseit, wie er gewinnen wolde den tiwerlichen degen. sus getãner untriuwe solde niemer man gepflegen. 9. Bei Siegfried's Todtenfeier finden sich 3 Strophen in der Vulgata, die in etwas tendenziöser und plumper Weise es ausführen, wie die Armen mit Siegfried's eigenem Gelde zum Seelenopfer für ihn geschickt werden. Nach 15(994 u. 995 Lm.): Litamann ugten Co Anden 9„40 oben orpphen, Uͤbe diese Wockluss 419 Kriemhilt diu arme zir kameræœren sprach ir sult durch mine liebe Uden ungemach: die im iht guotes günnen und mir wesen holt, durch Sifrides séele sol man teilen sin golt.“ Dehein kint was söô kleine, daz witze mohte haben, en muose gen zem opher, é daz er würde begraben: baz danne hundert messe man dä des tages sanc. von Sifrides friunden wart dd grôzer gedrane. Und nach 160,3(1000 Lm.): Swaz man vant der armen, die des niht mohten hän, die hiez man doch zem opfer mit dem golde gàn üz sin selbes kameren. doò er niht solde leben, umbe sine séle wart manec tüsent mare gegeben. 10. Nach 238,7 wird in der Vulgata eine Strophe eingeschoben(1504 Lꝑn.). Ich hätte diese ohne Weiteres unter die oben kurzweg abgefertigten Ueberarbeitungsstrophen setzen können, denn sie gerade offenbart uns recht eigentlich den Character des Ueberarbeiters, seine Lust an kleinen Ueber- treibungen, durch die er der Situation einen neuen abenteuerlichen Reiz zu geben sucht. Nach dem Original fährt Hagen, nachdem er den Fä hrmann erschlagen, einfach zurück zu seinen Herren; der Ueberarbeiter geräth auf den geschmacklosen Einfall, ihm noch das Ruder zerbrechen zu lassen. Holtzmann in seiner den Untersuchungen über das Nibelungenlied ange- hängten Collation der Wallersteiner Hs. gab diese Strophe als auch in dieser vorhanden an; aber bereits in meinem Schriftchen: Zur Nibelungenfrage, S. 40 oben, sprach ich, gestützt auf meine Ansicht von der verschiedenen Eigenthümlichkeit der beiden Texte, die Vermuthung aus, Holtzmann habe sich geirrt. Zu meiner Freude erwies sich diese Annahme als richtig. Die Strophe lautet: Mit zügen harte swinden keért ez der gast unz im daz starke ruoder in der hende brast: er wolde zuo den recken uz an einen sant. dä was deheinez mére. hey, wie schier erz dà gebant Mit eime schiltvezzel: daz was ein borte smal. gegen einem walde keért er hin ze tal u. s. w. 11. Am Schlusse der 25. Aventiure hat die Vulgata eine Strophe 242,6“(1525 Lm.), die in Ca nicht steht, nachdem sie vorher eine Anzahl Strophen, die dem ursprünglichen Texte angehören, fortgelassen. Ich habe diese Strophe, weil sie mir nicht müssig schien und einen passenden Abschluss gewährte, in den Text aufgenommen. 27 420 12. Am Schlusse der 26. Aventiure, nach 252,7, steht in der Vulgata eine in Ca nicht vorhandene Strophe(1594 Lin.), die ich schon deshalb fur unecht halte, weil der Anfang der folgenden Aventiure leichter an 252.7 als an die zugesetzte Strophe anknüpft: Gevelschet frowen varwe vil lützel man dã vant; si truogen üf ir houbte von golde liehtiu bant, daz wären schapel riche, daz in ir schœne har zefuorten niht die winde: daz ist an den triwen wär. 13. Nach Strophe 308,3 lässt die Vulgata den Giselher seinen Rath, die Todten aus dem Saale zu räumen, noch weiter ausführen(1948 Lm.): Sine suln uns under füezen hie niht langer ligen: edaz die Hiunen mit sturme angesigen, wir gehowen noch die Wunden, diu mir vil sanfte tuot. des hän ich'- sprach dé Giselher- einen stætigen muot.“ Für unpassend kann ich die Strophe nicht erklären, aber doch habe ich nicht gewagt, sie in den Text aufzunehmen; ihre Entstehung kann auch zusammenhängen mit der Eröffnung einer neuen Aventiure bei Strophe 308,2(1946 Lm.). 14. Von 312,3“(1972 Lm.h) ist bereits oben die Rede gewesen; sie fehlt in Ca nur durch ein Versehen des Schreibers. 15. Nach 336,7 zerreisst eine in der Vulgata eingeschobene matte und mmenhang der Worte Hagen's lahme Strophe(2137 Lm.) den schönen Zu vollständig; ich hätte füglich auch diese Strophe s0 288,6(1825 Lm.) einfach unter die Ueberarbeitung strophen registrieren können; sie lautet: gut wie die Strophe nach Sõ Wé mir dirre mære; sprach aber Hagene- wir héten ander swere s6 vil ze tragene: suln wir mit friunden striten, daz S got gekleit.“ dõ sprach der maregràve daz ist mir inneclichen leit.“ 16. Endlich nach 354,5 folgt eine Strophe(2258 Lm.), die allerdings eine Frage enthält, die man nach dem Zusammenhange von Dietrich er- warten möchte, die aber dennoch an dieser Stelle Dietrich's Rede in einer Weise unterbricht, dass sie kaum erträglicher scheint, als die so eben be- sprochene nach 336,7. Sie lautet: Sit daz es min unselde niht langer wolt entwesen, so sagt mir, ist der geste noch iemen dà genesen?“ de sprach meister Hildebrant daz wWeiz got, nieman meér niwan Hagen aleine und Gunther der künec hér.“ dem Wege dür vec), tz alt, st.f lan), Let U A Lupers. e2 bedanken, Hupt, mit ſll, vo. at, nun e un, al 80 lb, abe, als nle s0, 80 Rit, so wie A, guun 80 Ilendene, ga Aun, bene Uit Ac, i III. GLOSSAR FUR ANTANCER AUSGEARBEITET VoN (St.“ m., f., n. bedeutet starkes, schw.“ schwaches Masculinum. 65 Femininum, Neutrum.) A anden, ahnden, strafen; rächen Eoο, Beleidigung). aradens, sonst, übrigens. andenthaln, auf der andern Seite, Aſten, nach. ayten abegen, fort, eig. jenseit. dem Wege nach, wie enzoec(d. i. den ꝛbec), weg; der pl. wie in unden ꝛbegen, unterwegs. ab, abe, aben, wiederum; anderseits, dagegen. Ane, ohne; ausser. angest, st. f. Klemme(ohne das Ko- mische darin), Bedrängniss; Be- alute, alit, st. f. UDeberlegung, Anschlag sorgniss. 5 Plan), Ueberschlag. angestlien, adj. bedrängend, in die alten, in Acht nehmen, überlegen. Enge bringend, fürchterlich. an Unpers. es alitet mich, macht mir gestlloſie, adv. gefährlich. Gedanken, kümmert mich. anstrioh, st. m. Strich. al, ganz. dber al, durchaus, uber- haupt. mit alle, gänzlich. aldd, wo. anthlanc, dntvano, st. m. Empfang. antibenc, st. n. Winde, Maschine. antibunten ist auch überantworten'. an, pl. ann, schw. m. Adler. alsam, al sam, gans so wie, ganz arbeit, arebeit, st. f. Noth, Be- als ob. alrẽést, nun erst recht. schwerde, Anstrengung. als, alse, alsd, gant so, ebenso, ge- arnen, ernten, s. erunnen. rade so, so; ganz wie, ebenso wie, ant, st. f. Herkunft, Geschlecht. wie, so wie; als, indem; als ob. dventiure, st. f. Ereigniss; Erzäh- alsus, ganz so. lung davon. alterseine, gans einsam, allein. an ist oft in', auch auf', gegen', B bis an'. an geibinnen, abgewin- bägen, streiten, zanken. nen, benehmen. sich an ziehen balde, adv. kühn, kühnlich; heftig; mit Ace., in Anspruch nehmen. schnell, eilig. barn, balt, gen. baldes, kühn, muthig. hdnen, aufbahren. t. n. Kind. bd, adv. besser, mehr, weiter. bedaa, indem, während. hegdn, begén, thun, üben. praet. be- gie; imper. begenc. begegene, entgegen. behaben, behalten, behaupten. behalten, bewahren, verwahren. heliern, berauben. behienten, sichern, fest machen. behůeten, auch verhüten“. beidiu, beide, neutr.(wie adv.) bei- des, auf ein folgendes Doppelte hinweisend. beiten, warten, s. Hten. bejagen, erwerben. belkennen(bekande, hehant), erken- nen, kennen; erklären. muir ab- det bekant, ich erfahre, erfahre an mir(empfinde, erlebe). beleiten, das Geleite geben. belilhite, praet. von beliuhten, be- leuchten. bere: ⁊ë berge, aufwärts, in die Höhe, ebenso ze tal, abwärts, nach un- ten; so noch zu Berg, zu Thal fahren, Bergfahrt, Thalfahrt' auf Flüssen. bereden(praet. auch bereite), bespre- chen, über etwas reden; rechtfer- tigen. bereéiten, eig. reisefertig, beritten machen. bereite auch zu bereden. berihiten, aurecht machen. bern(ich bir, praet. ich ban, 1bir bd- ven, part. gehonn), tragen, hervor- bringen. wol geborn, von guter Geburt, adelig. beriloclien, berücksichtigen, einem seine Sorgfalt zuwenden, 200— chen. besanlben, einsargen. bescheiden, bestimmen, zutheilen; Auskunft geben, erklären, aus- legen. hescheldenlichen, adv. bestimmt, deutlich; verständig, klug. beschirν en, mit dem Schild decken, verhüten. besenden, senden nach, holen lassen, Hetcαανεονuνν sleν besenden, sich rüsten, indem man nach den Seinen schickt. besorgen, mit Sorge bedenken. besperren(bespante, besnart), ver- schliessen. bestdn, bestéẽn(bestuont, part. be- standen und bestdn), bestehn, be- setzen; stehn bleiben, bleiben, zu- rückbleiben(eine bestùn, allein bleiben, vereinsamen); Stand hal- ten, bekämpfen, angreifen; be- treffen. bestiften(ein lant), die Verhältnisse ordnen, eine Ordnung festsetzen, einen Verwalter einsetzen. besunder, im Einzelnen, einzeln. bestucnren(praet. besꝛbãnte), belasten, drücken, bekümmern. bete, st. f. Bitte. hetrãgen, verdriessen, langweilen. bhettedach, st. n. Bettdecke. betteꝛodt, st. f. Bettzeug. betibingen, bezwingen. bevdhen(praet. bevienc), umtſassen. hevilde, st. f. Begräbniss, von be- velhien. berinden, finden, erfahren. 1 ndlon, den, 80 l In lenunt, i Jerwendi lesönl Alle bei. iwonen nunler. lle, st. u. kichen Ledts we litt, rigt betbode, S. hetbegen. berbarn, auch sich hüten vor, ver- hüten'. heꝛbegen Praet. heae, part. Derb gen): Sioli beꝛbegen mit gen., sich entfernen von, sich lossagen, auf- geben, unterlassen. beꝛbenden, umwenden, anders wen- den, so und 80o(2. B. idbel) wen- den; zuwenden, anwenden, bas beꝛbant, in besserer Bewandtniss', Verwendung. s. vernbenden, iben- den. beꝛolsen, zurecht weisen, anweisen; persönl.(einen eines d.), aufwei- sen, nachweisen(einem etwas). hegeigen, angeben, bestimmen. hezimbern, mit Zimmerwerk(Ti- schen, Bänken u. dgl.) einrich- ten. bealte, beizeiten. besboc, st. m. Unterfutter. 54. nahe bei, neben, an, bei; durch. i abο“, mit dat., einem nahe stehn, zu seinem Kreise gehören, in Verwandtschafts- oder Dienstver- hältniss. hidenbe, brauchbar, tüchtig, gut, tapfer. bilde, st. n. auch Merkmal, Kenn- zeichen'. hlliche, adv. wie sichs gehört, von Rechts wegen. hent, trägt(s. bern); auch seid', 2. pers. plur. zu bin. biten, auch heissen', gelindes ge- bieten. haten Graet. ĩch beit, ꝛbin biten, part. geblten), warten, s. belten. Diulle, st. f. Beule. blicſten, auch leuchten, blitzen“. Bulde, froh, heiter. blôs, auch unbewaffnet zsbaar, le- dig. blelo tvan, gen. hluotvcnpmbes, blutfar- big. hœse, schlimm, feig. bonte, porte, schw. m. starkes und breites, kostbares Band. botenbröt, st. n. Botenlohn. boν, ho, st. m. Spange, Ring, Armring in mehreren Windungen (golden). bõsen, pochen. bracſte, schw. m. Spürhund. bVAet, 8s. hnesten. brelien, glänzen, verschieden hrecſien. von huhesten(buiste, brast brdsten, ge- hnosten), brechen. byingen, d. i. bringe in. brñůeven, ↄnũteſen, zaurecht machen ausrüsten. hrůůnmne, st. f. Brustharnisch. bnute(ꝓrutte, broute), praet. von brietten, brauten', Hochzeit hal- ten. brlültmdete, st. f. Mitgift. beſbe, st. f. belebele, schw. f. das Mittelstück des Schildes, von Erz, erhaben, rund. biiegen, bessern, abhelfen, vergelten, Helliundienen, einen buheunt reiten. bellnunt, st. m. Kampfspiel im Tur- nier, Schar gegen Schar. heunt eund grd, st. n. Pelzwerk. beloxe, st. f. Besserung, Ersatz. Hueον, Pposaunen. D dd(verschieden von dõ), da räum- lich; wo; oft kurz für dar dd, dem zeitlichen di sich dahin wo nähernd: bei der Gelegenheit als. dacte, dacſite, praet. von dechen. dagen, schweigen. dam, dane, danne, dannen, von da (hier) fort. dan ist öfter mehr auf den Endpunct der Bewegung ge- richtet, hin', wie hin selbst. dano: dne danc, wider Willen. danebent, von da(danne) weg. danne, dannen, s. dan. danné ist auch dann, denn. dannoch(auch noch dunne), damals noch, noch. dar, dahin; wohin; dazu, wozu. aber dan enlant, da im Lande. daa oft so dass', in der Weise dass, von der Art(560 gross, so schön) dass, unter der Bedingung dass. das nimmt auch eine vorausge- gangene Conjunction wieder auf, 2. B. dd... und dax, da... und da'. deckelacſien, st. n. Bettdecke. degen, st. m. Held. degenliche, hel- denhaft. dechein, dehein, irgend ein; kein (mit ue, doch auch ohne es). deich“ aus duaa ch. deist, dẽot aus daa ist. deistodu aus das ist ꝛbdn. deisꝝ aus daæ ex. den- vor Verbis gleich er-. der auch unbetontes dar, da. der relat. auch wenn einer'. den aus das en(deir). des, gen. von daz, davon, darüber u. a.; als adv. darum, demzufolge. dést, s. deist. 424 deꝛbeden, einer(Keiner) von beiden, 8. dehein, ĩctibeden. diole, oft. dienen, auch erdienen, verdienen; dienend vergelten, 8. verdienen. diet, st. f. Leute. varnde diet, wan- dernde Leute(Sänger, Gaukler u. 8. W challen. dieꝛen(praet. dõa),8 dinc, st. n. auch Lage, Verhältnisse'. Fss umschreibt im Pl. das Abstra- ctum, 2. B. valschie dino, Falsch- heit. dirre, dieser. t. f. Magd, Sclavin. d(verschieden von dd), auch duo, diu, s da, damals; da, als. doln, erdulden, erleiden. dce, st. m. Schall, Lärm. s. auch dMiegen. dræjen(praet. drœte, drdte), wir- belnd fliegen. drdte, adv. schnell. dd, st. f. Drohung. dumſcen, dunken, praet. diihte. deuneh auch wegen, um- willen, zu- folge von, um zu. dureh das, deshalb; weil. dureh minen abil- len, meinetwegen. deureh ſriunde liebe, Freunden zu Gefallen. dunſen mit Negat., nicht Ursache haben, nicht brauchen. dunxel, dunchel, durchlöchert. ddla, st. m., Schall, s. diæ, dieaen. dioingen, bꝛvingen, zwingen. 4, ehe, früher; bevor. 6, st. f. Gesetz, Recht, Sitte, Her- kommen, Glaube, Ehe. E nubt ſi 105 einm. eill. lal. ents len, st. u. 58. Ne. een, Imib All, et. m. n ein end c kennet ͤlig, gril ben, vil flk bringe etzen. wllthen, ehene, in gleicher Linie, gleichmäs- sig; genau abgemessen, genau, passend, wol treffend. eolte, st. f. Schärfe, Schneide. ehayt, vom Gesetz erlaubt, gesetz- mässig, rechtsgiltig; Grund hat(An. nõt). eigen, leibeigen, dienstbar; daher eigenholt, dienstbar eigenman. unterthan und gehörig. ein: eine, einzig, allein, einsam; be- raubt(mit gen.). eines, einmal. einliy, eilf. eislleh, entsetalich, fürchterlich. elel,, Elenthier. schelch: unbekannt. ellen, st. n. Kraft und Muth, Hel- denkraft. Mande, st. n. Fremde, Verbannung. MMonde, adj. ſremd„in fremdem Lande, fern von der Heimat und den Seinen, heimatlos„unglück- lich. ellenthiaft, adj. zu ellen. en-, S8. Ne. enbern,(praet. enbar), nicht vermissen. enbinden, losbinden. enblxen, Imbiss nehmen. ende, st. m. und n.:(eines Ainges) an ein ende komen, völlig, gründ- lich kennen lernen, ein ende ln, Völlig, gründlich kennen, ein ende geben, völlig berichten; an ein ende bringen, durchführen, durch- setzen. entbehren, endelichen, adv. völlig, gründlich, genau. enein, in ein', zusammen, gleich- mässig. 42⁵ 8; was guten engelten(mit gen. des Objeets), Strafe leiden, Schaden haben, büssen müssen. engesten, entkleiden. engieꝛen, ausgiessen, ergiessen. enhant, enhende, in der Hand. 80 enlant, im Lande. enſiein, kein. enoꝛtbe, der Strömung nach, s. oObrꝛesben. enhfiienen, entführen„einem An- dern einen Anspruch, eine Klage u. dgl. durch Ggerichtlichen, eid- lichen) Beweis abgewinnen, be⸗ nehmen. enphdben(praet. enplrie), abnehmen; empfangen. enthalten, zurückhalten; beherber- gen, Aufenthalt' geben. entrihten, aus der Richte? bringen, verstören. entrũs ten(praet. entruste) das Ge- Sentheil von rusten, die Rüstung abnehmen. entriiben, s. triive. entoꝛeben, in Schlaf bringen. entibenfen, ꝛcichnen, malen. en tioesen, entbehren. enebdge, s. bdpge. erarnen, die Frucht, den Lohn davon tragen, entgelten, büssen, s. ar- den. erbeiten, erwarten, s. beiten. enbeigen, absteigen Gom Rosse). enbieten, s. missehi αẽen. erhiten, erwarten, s. biten. erbholgen, ergrimmt. erhunnen(mit gen.), misgönnen, be- nehmen. erbirn, empor heben. 426 erdieaen OPraet. enddz); erschallen, ersmielen, lächeln. ensprengen(praet. erspranete), auſ- nallen, widerhallen. endriezen, praet. erdrôa, gleich er- sprins ersuochen, ertoben, von Sinnen kommen. n machen, auftreiben. versj en. driegen. erdꝛoingen, erav ifüllen, füttern. entibeln, betäuben. engdſen, ereilen. ervinden, betinden, gewahren, er- 80 fahren. ngen. ergdn, engen, ausgehen, enden, und so ausschlagen; vorgehn, ge- ervollen, voll, ganz ausführ ich eribugen, in Bewegung kommen, das folg. schehen. ergetaen(praet. ergaate), vergessen hin und her bewegen. machen, entschädigen. enbegen, praet. eοαẽ, in Bewegung erhuben, part. praet. 2u enheben; her- setzen, hin und her wiegen, ausgearbeitet, mit erhabner Arbeit schwingen(Sꝛbοt); auch emb νen, „ in Bewegung rt; auch aufgehoben', aufge- praet. ποε ge setzen, uανen machen, erregen. nommen als Anlass zum Kampf, beinen, weinen machen. zur Rache. 6 erhο¹(νf, Gvieder) aufkommen. eribenden, authören(erbinden) ma- e. chen; abwenden. eritendiben, erneuen, s. iteni erfennen, kennen. erꝶhant, berühmt. erioigen, erschöpft. eibinden(praet. erꝛbant), sich wen- erhiesen, ins Auge fassen, erblicken. den, umkehren, aufhören, ablas- 8. Viesen. erfrimmen(praet. ich erhrum, ꝛbin sen. erhu¹]⁰“duen), mit den Krallen e enle, st. f. Heilkunde, Arzenei. auf- packen und zerreissen. iuugen, beneugen, beweiser ertunnen, erforschen. weisen, vorbringen. es, gen. von es, auch von en, oft als 8 erlœt, d. i. enlœnet. Inlloh, nach ritterlicher Ehre, Präch- sangehängt; dies-s ist aber eben tig, glänzend. 80 oft sie, si. erliuiten(praet. enlunte), hervor- et, eben, doch, doch einmal. leuchten. etesibenne, irgend einmal, wie etes- erlũten, laut werden, schallen. ien, etellen, etlich, irgend einer, ernante, praet. von ernenden, kühn mancher, eterer, irgend wer. werden, ausfordernd herankom- Fs. V men. erneru, vom Verderben, vom Tode reétten, genesen machen. enneisen(weiches 2), reigen. gaen, gae, eilig. min ist gãol, ich cur“), aut- babe eilig, Eile. adv. gdlies, schnell. erschiten(praet. en. schreien. 8. Jun fer wllig. gurnen lyr üsten. gelikne, st Leite,dege Uiter gadlem, st. n. Gemach. gdhien, eilen. gümellol,, Iustig. an, s. gunnen. gar, fertig, gerüstet; als adv. gana, gareben raet. gante), fertig machen, rüsten. garain, Edelknabe, franz. gargom. Hdst, st. m. Fremder. ebeere, st. f. Gebahren, Gebärde. ö gebende, st. n. Fesseln; Kopfschmuck der Frauen. ebielge, st. n. Schläge, Stösse. gebneste, schw. m. Mangel. gebresten OSraet. gebrast), mangeln. gedagen, schweigen, verschweigen. geldlanc, st. m. auch Hoffnungꝰ. gedlienen, s. dienen. gedigene, st. n. Gesammtheit der Leute, degen, am Hofe, Hofgesinde, Ritterschaft, Dienerschaft. gedinge, schw. m. Hoffnung, Erwar- tung, Meinung(Von Zukünftigem), Absicht. gefreischen, s. ſuelschen. gefrieunt, befreundet. gehensddele, st. n. die Sitze(an der Wand) gegenüber, der Ehrenplatz für den Gast. gehaben, behalten; sich benehmen. von gehaben, vor enthalten. s. auch aben. ehilae, st. n. Schwertgriff. gehieis, st. m. Verheissen, Zusage. gejehen, s. Jehen. Hejeide, st. n. Jagd. elceze, st. n. Benehmen. elegen, s. leg9en. Heligen(part. praet. gelegen), sich legen, zu liegen kommen, aufhö- ren; fallen, auffallen. elingen, unpers.: min gelinget(an), es geht gut von Statten, glückt mir, ich reussiere. eloeoben(Se? mit gen., nachlassen, ablassen. elt, st. n. Bezahlung, Ersatz. gel- ten, bezahlen. gemach, st. m. Ruhe, Bequemlich- keit. gemelt, kreudig, hochherzig. gemelo te, s. mũtejen. gendlde, st. f. auch Dank. genesen, heil davon kommen, leben bleiben. genleten(viονν mit gen., sich sätti- gen, überdrüssig werden. gencete, eifrig beflissen, mit Anstren- gung. dazu henöte, adv. eifrig, drängend. genõa, st. m. der gleichen Adel, Würde, Stand hat, deſieinen minen genbe, einen meines gleichen, ei- nen wie ich. genuoò ist auch adj. und wird flec- tiert, 2. B. genuoge sohEeů-, bedeu- tende Schönheit. gepnieven, aufschreiben, beschreiben. er, st. f. Verlangen; auch vom be- gierigen Angriff; min ist ger, ich strebe. ͤr, st. m. Wurfspiess. gerdten, beschliessen(im Rath), be- stimmen. 9lne, schw. m. Schoss im Kleide. gerelit mit gen., bereit und geschickt zu etwas. Hereichen, erreichen, berühren. Hereite, st. n. Reitzeug. zung. genihrte, st. n. Rechtferti gerou, geroꝛv, s. riuiben. gertuotben, 8. u¹oοον]%e. geselt aus gesaget. geselle, schw. m. Gefährte, Standes- genosse. itze für Viele, s. gesidele, st. n. sidelen, Sedel. änene, st. n. Gesicht, Aussehen. 9 gesinde, schw. m. Dienstmann; als n. die gesammten Mannen des Für- sten, auch ãngαενάα)de. gespan, st. n. Haft, Heftel, Spange (am Panzer, Helm). gespenge, st. n. Spangenwerk, Me- tallbänder an Helm und Schild. gestdn leinem eines d.), nusammen- stehn, beitreten, helfend oder bei- stimmend; Stand halten, stehn bleiben; sich so und so befinden, in Stand sein; anstehn. gestraht(gestract), part. praet. von ſeen. gestreut, gefleckt. gestriten mit dat., es mit einem auf- nehmen, ihm gewachsen sein. gesdimen, s. simen. gesꝛoohien mit dat., einem den schul- digen Dienst nicht leisten, aus- bleiben, ihn im Stich lassen. getan, getorste, getumnen, s. unter tunnen. getwere, st. n. Zwerg. gerdfen(praet. gebie), fassen;einschla- gen, gedeihen, gerathen. s. vdhen. gevdn, farbig, s. van. genelle, st. n. Vertiefung im Boden, Geklüfte. gebente, st. n. Aufzug, die Art des Reisens. 428 gebie, s. gerdhen. gevniesoſ, s. Fneisclien. gevetoge, s. fuoge. geꝛbdhſen, st. n. die Waffen. gerbdſienen, erwähnen. geꝛbocte, st. n. Kleidung. s. dt. geibdlis, scharf. geꝛbegen, s. abegen. gerberliche, ienliehe, adv. gerüstet. gktreitbar. „st. m. Werbung. geꝛbe. geꝛbennen, s. bçοen. geꝛoinnen auch herbeischaffen, holen. gerbiæzen, bewusst. gerborht, part. praet. von en. machen, vollbringen, arbeiten, fer- tigen, bes. von Frauenarbeit, wir- ken, sticken. praet. wonlite, ge— worhte. geꝛbünjte, st. n. gewirkte Arbeit. geaemen, s. zemen. geꝛohen, mit Anstand, feiner Sitte, Zellrt. gilie, gilit, s. Jehen. hiot aus gibest, git aus gibet. Mesten, glänzen. glůren, glänzen. goltvar, goldfarbig, s. van. goueh, st. m. Kukuk, Bastard. goume, st. f. Beobachtung. goumen, ins Auge fassen. grd, st. n. ein Pelzwerk(grau). gram, feindselig, voll Hass. gremelich, grimmig, erzurnt, böse. grimme, grimmig, wüthend, auch von Gemüthsschmerzen. guls, grau, greis. vergönnen. gunnen(praes. ick gan), gönnen, 8t.f luhen, e. 170 ei), nine euch mi gesinde bbes die! bekommt nlie genheit, leit. lulen(pra nallen, e Jn(praes lahn v Ier,auch“ I wmehs lehenitle, Volk. be tg auch Aunft, ach ltz st.i. ter Kamf H habe, st. f. Hafen. naben, eig. halten. Vf haben(OeHA ben), innehalten, aufhören. Bα euch mit meinem Leben. hdſen, st. m. Topf. Iidhen, hängen. hle, st. f. Verheimlichung. Vle haben eines d., geheim halten. Hal, s. Nellen und heln. Valsnerc, st. m. Rüstung. kandeln, behandeln. hanm, st. m. Hermelin. Harmdscſir, farbig, beschmuzt vom Harnisch. hante, adv. sehr. leben lez), es aufnehmen, anfangen. heilectuom, st. n. Reliquie(ün einem Kästchen). heimgesinde, st. n. das Gesinde, wel- ches die Braut aur lieimsSbi ᷣ mit- bekommt. heimliche, heinliche, st. f. Verbor- genheit, Heimlichkeit; Vertraut- heit. Vellen(praet. ich hal, ꝛbin pulllen), hallen, ertönen. heln(praes. hil, imper. vd, praet. nab), verbergen. her, auch bisher'. lr, vornehm, stolz, froh.“ mimè lide, ich(gebe) versichere henpenten, eine henvant maclien. hie, hene, praet. von hdhen. Mete gleich hte. Hil, s. Beln. hin(hinne), von hier fort, von hier aus; öfter schon mehr zur Be- zeichnung des Ziels, Endpunctes, wie jetzt, s. dan. Mnt, diese Nacht. hius, Iiib, auch lier, praet. von I⁰. ꝛwen. nobeschen, d⁸ h.-n, höfisch“(ο beschh) thun, ritterlich den Frauen dienen, den Hof machen, um ihre Gunst werben, courtisieren. oöchgealt, hdchalt, st. f. Fest, Hof- fest. haf: ae hiobe“ ist der jedesmalige Aufenthaltsort des Fürsten, auch abgeschen von Palast und Haus. lidßschett, st. k. höfisches Wesen, ritterliche Bildung und Vollkom- menheit. nöhο. Jiöhien,(Weiter) zurück, bes. Niöhier ilf. lolde, schw. m. Dienstmann. liolt auch vom Dienenden, unter- than, dienstbar. liovemæœne, st. n. höfische Neuigkeit, 300,6“ ironisch gebraucht. Nuboch, köõbesol., höfisch, fein ge- sittet. lnleten(praet. uuote), auch: hütend, beobachtend blicken. kergesidele, st. n. Sitze fur das hen, Volk. ullde, st. f. auch Erlaubniss.“ Hrlich,, hehr, stoln, vornehm, präch- Nullſt, st. f. Hülle, Decke. tig; auch herrenlieh von herne. Julunte, st. f.(Stoss), Anrennen mit hermin, adj. au harm, von Hermelin. hente, st. f. 1. Schulterblatt. 2. har- ter Kampf. Stoss im Turnier. ſuunteoliohen, zuuntliohien, àdv. mit Stoss und Anrennen. 1 iemer, immer, immer, je, jemals; im abhängigen Satze auch nie'. ie ist auch überhaupt', entspre- chend dem nde, gar nicht.“ gigem Satz iemen, jemand, in abhäng auch niemand'. leselloh, leslloh, islioh, jeder. ictioeden. S. detboeden. ihit, irgend etwas, mit gen.; irgend, etwa. Im abhängigen Satze gleich noit. immer, znder, dender, irgendwo, irgend. ine, ihen, in gleich ichi ne. ingesinde, st. n. Dienstleute. inlende, st. n. Heimat, keit, Quartier. innen zerden mit gen. den, deutlich, gründlich erkennen, erfahren. innen bringen(einen ei- nes d.), machen dass inne werde'. tendibe, ganz neu. iterbiz, st. n. Vorwurf. vorwerfen. 15(euch) ist dat., dι acc. 7J Jd als Betheuerung, Bekräftigung am Beginn des Satzes: wahrlich! ei! verstärkt und ge- häuft jard d. Jelien,(praes. ich gihe, praet. queli, Jadhen, part. gejehen), sagen, aus- sagen, behaupten, erklären, mit gen. des Objects; 430 ꝛeibeder, jeder von beiden. äuslich- wahr wer- einer etwas ⁊teꝛolxen, traun! in Anspruch nehmen; einem eines d. qeſien, ei- nem etwas zusprechen, von ihm aussagen, ihm zugestehn; einem Jehen, den Sieg zusprechen, den Preis zugestehn. jeit, aus qaget, st. n. Jagd. jochi, auch, sogar. K zkamerœne, st. m. 1. Schatzmeister. hat auch die Kleider- und Waffen- kammer unter sich. 2. Kammer- page. funxibugen, st. m. Lastwagen. Kapellenge rapelso], st. n. äth, gottesdienstliches Geräth als Ge- päck auf der Reise. S. Soem. rappe, schw. f. Mantel mit Capuchon. febhsen, zur ftebse, Kebsweib, machen. vein, irgend ein; kein. gemendte, heinbares Gemach, Frauen- gemach, Schlafgemach. iesen praes. Iiuse, praet. xdo), er- blicken, erkennen, sehen, mer- ken; wählen. vleine, eig. fein. hleine, adv. wenig. ſlelt aus Alaget. vlenſten, klingen machen. m. Verwandter von Seiten ſeonemdo, der xone, Gattin. Ieõs, s. biesen. roste, st. f. Preis, Werth, Ausgaben, Aufwand. roventiume, st. f. Decke des Rosses. kradem, st. m. Lärm, Geschrei. vraft, st. f. auch Menge', von Leu- ten, Helden, Dienstmannen. rerane, schwach. veullten, st. m. Polster. ſeunde, genau erkennbar. xundeollohe, adv. klug, schlau, listig. wachen. lhen auch hen, bebe st. m E81 inen, Iehr lite aus l liten. ol, Sch Kitheinn, der Reis trugen. latz,letit. ſihe, st.t Ucles, P lbe, ihr le ain. Velinne, st. n. Geschlecht. veiunnen, eig. wissen, verstehn. Veiun te, praet. von vuοιen. Jeuun tllch, genau. rsolen, kühl werden; machen. L Lan, s. Idæen. lanerœche, von langer Rache', un- versöhnlich. lant:: 2c lande, in die Heimat. lantliute, die Einwohner eines Lan- des. Jaschitèe, lasete, praet. von leschen, verlöschen machen. laster, st. n. Schande. Lasterlich, schimpflich. ldsgen heisst auch Idn(Idt u. s. W.), INes auch Iie. sich ldaen an einen mit gen., sich verlassen auf. lebhen auch Lebensart, Benehmen. legen, beherbergen, Lager geben. leich, st. m. Tonstück, gespielt oder gesungen, nicht Lied'. leiden, leid werden; verleiden. Jeinen, lehnen. leite aus legete; auch praet. von leiten. leitlion, schmerzlich. leitschiin, st. n. Schrein, Kiste auf der Reise, wie sie die Saumrosse trugen. Leste, letat. lee, 8s. Idaen. liebe, st. f. Angenehmes, Freund- liches, Freude, Lust. deuroli(eines) liebe, ihm zu Gefallen. liehe, ady. zur Freude, angenehm. 431 len, kühl lieben, angenehm, lieb sein, 96— fallen. llelit, glänzend. liep, st. n. die Freude. Uijete, adj. unbedeutend, gering Lin traolie, schw. m. Lindwurm. Iin, st. m. Leben; Leib, Persönlich- keit, persönliche Erscheinung. list, st. m. Kunst. Listec, kunstreich, geschickt, schlau. let, st. n. Glied. LNelt, st. n. Volk. lohen, preisen; geloben; zu nehmen geloben. lollen, flammen. losen, horchen, lauschen. loꝛgen, flammen, von lLotte, st. m. Flamme. louugenen, lougen, läugnen, wider- rufen. Iue lougen, gewiss. Lougern Nelie, lugnerisch. leldem, unbekanntes Thier. ludem, st. m. Lärm. Iůhite, praet. von Ideſiten. Iůtertrano, st. m. Claret, geläuterter, über Gewürz abgeklärter(meist rother) Wein. ltæel, klein, wenig. M mmndle, st. m. Seitenverwandter. magſeaoge, schw. m. Erzieher, Lehrer. mdl, st. n. Zeichen(Helmzier). mam, Vasall; Ehemann(auch bloss geschlechtlich). Pplur. in allen Casus. man ist auch mndne, schw. m. Mond. mare, st. n. Ross. uncere, adj. berühmt; wichtig. s. ιπο⁰,jE&Eene. ählung, Nachricht; molte, st. f. Staub. auurle maœne, st. n. E im pl. Dinge, Sachen, Geschichten. môrde, st. m. Maulbeerwein. l mada, st. n. Speise. unære, st. m. Pferd. eei denn mdae, adv. s. das folgende Wort. montmeile, mit Mord befle ſen, in mndaen, mässig, wenig(Gegentheil mortrœche, Mord(oder sich mit Mord ceobte; unmdxen); ebenso mνueen. rächend. eun, fen mdaen(Sichi) mit gen., unterlassen. indiejen(praet. ielèe, muote, ge- mein, st. n. Falschheit, Verrath. mu)οte), bekümmern, beschweren, meinllehe, adv. verrätherisch, falsch. ärgern. meinrdt, st. m. falscher Rath, Ver- deliohi, beschwer lästig, Noth rath. machend, difficil; als adv. schwer- melden, verrathen. lich, mit Mühe. meneger, compar. von manec. mul, st. m. Maulesel. mén(ind, möõre), weiter, sonst; wei- nanose(conj. müese), praet. von terhin, künftig. mueven. messe, st. f. ein Mass für Metall, unhỹ,jt, st. m. Gemüth, Sinn, Gesin- Klumpen. nung, Stimmung, Streben, Ver- metline, st. f. Metten, Frühme langen, Absicht, Wunsch, Wille. F michel, gross; adv. sehr. mitose, praèet. von inlesen, conj. miete, st. f. Lohn. mũese. milte, freigebig. adv. miltecllehe. meiote, s. můũcjen. milte, st. f. Freigebigkeit. 4 minne, st. f. eig. Andenken. N mennecliche, adv. in Gute. Lampfe, minner, minre, minder. ndeh ott gemäss, 2. B. ndch Eren, gende Ver, mẽssebieten(eꝛ) mit dat., unfreund- in ehrenhafter Weise. Als adv. bei- nötliſ lich, feindlich, rücksichtslos be- nahe. aßh bedt handeln, Gegentheil von e einem nagelen,(mit Borten) besetzen. 10 enbieten, gastfreundlich be- ndch, ndhe, adv. beinahe. handeln. nahtselde, st. f. Nachtquartier. missedienen, übel behandeln, ver- de, vorn angelehnt an das Verbum 0 l. lbe letzen. en, nicht'; auch ne lehnt sich an 5. Ko f missegãn, misglücken, Gegentheil Pronomina und Partikeln an: Ihs.n. Spi von ꝛbol ergdn. ichne(ihne, ien, ihn, ine, in), Alben, guen misSαν, Falsches sagen. mirne(mirn), dune(dun), erne in der Strir missetuon, nicht recht thun, fehlen.(ern), sine(Sin), irne(inn), dine Iu mme,s. missevan, anders gefürbt, befleckt; neine, qane(Jan). Besonders in die Farbe wechselnd, erblassend. nachgebrachten Bedingungs- oder missenbende, st. f. Tadel, tadelhafte Beschränkungssätzen, 2. B. aãne imt Handlung. rooen minne ꝛbolde doh sin, ich Wlifh. In Fbelung 4 eNeνοr: wenn ich nicht werben soll; ea ensi, wenn es nicht ist, es sei denn; sine wolde niht erꝛbin- den, sine abun, dass sie nicht strebte; in(inꝰn) abelle got behlte- ten, wenn Gott ihn nicht behüten will; es ensin niht xleinii mcre, als wären es nicht Kleinigkeiten. neſiein, kein. neic, praet. von nigen, sich vernei- gen. nerm, s. ernern. nie öfter gar nicht'. niene(nine), verstärktes nlde, gar nie, gar nicht. niht, eig. nichts“, daher mit gen. ninden, nindent, nirgend; gar nicht- nit, st. m. nicht Neid', vielmehr Hass, Feindschaft'. Anue nit, gern. niꝛbam, nonnisi, nisi, nichts als, nur, ausser. noc auch doch, dennoch'. nöt, st. f. eig. Bedrängniss(im Kampfe, Turnier); Drang, drin- gende Veranlassung, Ursache. 26 nöt, nöthig. nothaſt, bedrängt. 0 05, obe 1. über. 2. wenn. 0s, st. n. Ross. ot, st. n. Spitze. olleben, oꝛben, und enotlibe fliesen, in der Strömung fortschwimmen, von ohαο, st. f. Strom. 1 vermint, st. n. Pergament(Hand- schrift). Der Nibelunge Liet. 33 Heiße, beie, st. f. vorspringendes Fen- ster, bes. auf dem Thurm. Yflegen(praet. Alac, Afldgen, part. Venflegen), auch üben, thun, ver⸗ fahren; besorgen, unter sich ha- ben, sorgen für. Mellel, Relle, st. m. ein feines Zeug, baumwollen. vonte, pouc, 8. vonte, Boble. pvrdeſen, 8. hrdleven. priinne, 8. brdnme. Dulueis, st. m. Turnierritt. Belust, 8. beumt. R vrach, praet. von nechen, rächen. vaunpli, praet. von raimphen, nausam- menziehen. VLaunt, st. m. Rand des Schildes, oft der Schild selbst. rdt, st. m. Versorgung, Vorrath. Rath: ze rdte ꝛberden, berathen. es igt(ibirdet) rdt eines d., ist Hilfe dafür, kann geändert wer⸗ den. ac ndle tuon eines d., abhel- fen, abstellen, wWegschaffen; ver- zichten. eines d. ndt haben(ent- rathen können), genug haben, nicht weiter brauchen, entbehren können; ablassen; abstehn; frei sein von. räten, stimmen für(im Rath), be⸗ schliessen; mit dem Willen be⸗ treiben. vdten an einen, Anschläge wider ihn machen, sein Verderben betreiben, eig. Feindliches be- schliessen. 74, st. m. Todtenbahre. vecſe, schw. m. eig. Verbannter, Held ohne Heimat. reden auch bespréchen, mit Rede be- handeln. 218, Praet. von dsen, fallen. 4 st. f. Kriegsz veisliohe, g, zu Kriegszug und Ritt ge- rüstet. rette Ceit) aus vedete. rennen vigelstein, st. m. Rinnstein, der aus en dem Saal das Wasser nach auss führt durch die Mauer. hen; dem Rechte vaihten, Recht spre s bekräftigen, rechtfertigen; gemäs einrichten, zurüst' rinc, st. m. Ring, aus denen das Panzerhemd bestand(noch nicht Plattenpanzer); Kreis, Kampf- Platz. Vis leicht, gering, wenig. vinge gelihen, hingeworfen, gedemü- thi ringen, leicht machen. t sein. viuuſie, st. f. Pelzwerk, Rauchwerk. folgende ebe, st. f. Schmerz da Wort. viben, enben(praet. voο, conj roꝛnoe, part. gerouiben), schmer zen, von mancherlei schmerzhaften Empfindungen, wie Verdruss, Mit- leid, Trauer, Reue. rossehdre, st. f. Bah von Rosse getragen. Roten, Rhone. voοοσ Hο‚e, s. Mioen. velclite(uete), praet. von cn. vueren(praet. uονte), in Beweé Setzen; verrücken. zung vumen, auch allein, davon ziehen“, sonst es(dds Iant) uimen. Anen, heimlich reden, flüstern. Rücksicht nehmen, beach- jNult h her- ten, sich kümmern um; sich entschliessen, wollen(geruhen); wünschen, den beilassen zu. so rücksichtsvoll(gefällig) sein, Wunsch aussprechen. s. auch be- ruochẽ:n. ruore, st. f. Koppel Hunde. vulobο, st. f. Ruhe; ν⁰)⁰ν,jen, genlio- wen, ruhen. Sd, alsbald, gleich. sdhemus, von weisser feiner Lein- wand(Saben m.). Sahs, st. n. Pfeilspitze, das Eisen am Pfeil. be⸗ k. Heil, Gl schmutzig werden, s. Sdl. schlde, st. Saulib sam, ebenso, so; so wie, gleich wie; 80 als wenn. samfite, adv. von senſtè(8. senften), gelinde, milde, leicht, ohne Mühe, bequem, angenehm. sdu, alsbald. sant, st. m. Ufer. sohcſiœre, st. m. Räuber. schdchen, rauben. ärm der Freude, schal(Scαν, st. m. Lärm des Turnierspiels, des Kam- pfes; dazu schallen. schal aber hallen. auch praet. zu schellen, ers sehalte, zu ScνE kortzustossen. bhw. f. Stange, um das Schiff galoido Eamn iaten einricl ͤinen, nen l delen Ten. oln, ldne, luote, nende) Veranla gutem Allst.! Alkllaß,s Aen aue bew schamelios, schmachvoll ünlit Schande. cliapel, st. n. Krans, Kopfputz der Jungfrau. franz. chaαο“, cHhα)ονEuti. soeideœre, st. m. der einen Streit, sele, praet. von Sigen, sinken. Seine, träge, langsam. Seite aus sagete. Selp: selbe viende, selbst als der vVierte, mit noch dreien. Kampf, Krieg scheidet, trennt, semfte, st. f. Bequemlichkeit. beilegt, endet; das heisst auch kurz es scheiden, schlichten. senflen, leicht machen; leicht, ge- scherm, st. m. Schild, Schutz. linde werden. Schiieſten(praet. auch schihte), auch SEn, st. n. Schmerz. einrichten, zurüsten. senellche, wehmüthig, traurig. oidelen, Sitze einrichten, gesidele er- gchiere, bald, gleich. auch schꝰον richten. Nolle. iden, seitdem, nachher, später, 8. Sclildeverxel, st. n. Band zum Um- SIt, sint. hängen des Schildes. sin, st. m. auch Einsicht, gern im cluligespenge, schultspange, s. He- plur. SHenge. chiligesteine, st. n. Edelgestein als Zier des Schildes. Hin, gen. von er und s. Sind was siden. SIppe, st. f. Verwandtschaft; auch Schuimnfen, scherten. Verwandter. schin tilon,; offenbaren, beweisen, sit, seitdem, nachher, später, dar- zeigen. schln ꝛberden, sich oflen- baren. auf; weil, weil doch, da einmal. S. Sdt, Siden. sit, site, st. m.(einmal auch f.) Art und Weise, wie einer verfährt und sehien ldaen), beweisen, offenba- thut. ren. 4 8 8 4 schinen, glänzen, erscheinen. Sch nen Idæen(wie beschotiben, be- sitꝛen auch sich setzen', wie geligen Schioln, s. Soln. Sich legen; wohnen, seinen Sitz schone, adv. zau schœne. Schœne baben. lulo te, nachsichtige, milde(scho- Sdehſften, seufnen. nende)) Bewachung, Haft. S'd, st. f. Spur. schudet, praet. von schrõten, schnei- den, hauen. Slahen auch erschlagen'. slalite, st. f. 1. Art, Gattung, dehei- Soluilt, seſnlde, st. f. auch Ursache, zerislahite, in keiner Weise. 2. Veranlassung. von schulden, aus gutem Grunde. SLdidt, für slonſ, praet. von slitbſen, Sedlel, st. m. Sita, s. gidelen. schlüpfen, glatt und leicht fah- Sedlellioſ, st. m. Herrensitz. ren. Mord, Erschlagen. sehen auch besuchen. selien Idaen, smelen, Ilächeln. beweisen, s. Schlnen. SMel, eig. kräftig, heftig. 28* 504 auch: anderseits, dagegen, aber, eig. ebenso von der andern Seite'; wie, als; wenn. Es nimmt auch, wenn aus einem Satze ein Stück vorausgenommen wird, die Sat fügung wieder auf, knüpft sie an das Vorausgestellte an, 2. B. inne tagen æivelen ¶ sd nüme ich miniu lant; dne reoſten minne] sõ bi ĩch immer sin. solden, in Sold nehmen. soln auch: müssen; schuldig sein; wollen mit inf., auch zur Um- schreibung des fut. Son, Sone für sõ ne. Souο]αο G(α,), st. m. Last wie sie ein Saumross trägt. soοαuαν(50¹ mer), st. m. Saumross. soεαεn, auf Saumrosse packen; so fort- schaffen(auch für siimen]. Shανν, geschickt, fein, geschickt ge- arbeitet, kunstvoll; klug, schlau, witzig. adv. Shε h. Spange, schw. f. Metallband, s. 9e- SDenge. Shien, praet. von Shαuο, part. ge- SSannen. Spdche, st. f. Berathung. Shrdchen, sich berathen, verhandeln. stalièlxein, st. m. Stab, Stäbchen von Stahl. otdn, st'n auch sich stellen', treten G. geligen, odtaen); sich befinden, in einem Stand, Zustand sein, be- stellt sein; kosten, zu stehn kom- men. s. gestdn. otete, beständig, fest, dauerhaft. ebenso stœtec. dazu subst. stœte, S 5tat(gen. stades), st. n. Gestade. stechen, schm. verb. stecken. stegerèelſ, st. m. Steigbügel. stiune, st. f. Unterstützung, Beitrag, Gabe. Stola, stattlich, von imponierender Erscheinung. strãle, st. f. Pfeil. otrlehen praet. streich, strichen), putzen; eile Stroilſe, st. f. leichte Beschädigung. eine strouſe nemen, etwas abkrie- gen', einen Schaden davon tragen. struchen, straucheln. dazu subst. strileh, st. m. stunde, Stum t, st. f. Zeit, unbestimm- ter Zeitabschnitt von kürzerer Dauer; Zeitpunkt, Augenblick, Mal. ze stunt, alsbald. an den stunt, alsbald, im Augenblick. kulsent stunden, tausendmal. Steurm, st. m. nur Kampf'. Siiee, st. f. auch süsser Geruch. Suumelloh, etlich, manch. sumen, authalten, verzögern, ver⸗ hindern. suj,j,ãaen auch: feindlich heimsu- chen. suoeh.¹nĩ, m. der das Wild auf- sucht. Suj,e, st. f. Sühne, Ausgleichung, Uebereinkunft wegen eines Zer- würfnisses, Anspruches u. dgl. §1οσe, so; bloss 80(ohne anderes sonst. Sbst, sonst. Sο,(Sod S6), uberall Wo, wo nur ir- gend. sbannen, woher nur immer. Sꝛban, Wohin nur immer. S¾Hr ndel, wonach auch. auch. E chung. Iſeh, gen. ſiheirei⸗ Vertl, ve luben W. Lehm ma⸗ αοe, st. f. Beschwerde, Last, Ge- müthsdruek, Kummer, Leid. ods, was nur immer; wie viel(Sehr) auch. Soeden, wer auch von beiden. Sebe¹αν, Sibν welcher auch„Jjeder der. ε, Wwenn nur immer, wenn etwa. ꝛben(Sꝛben sõ), jeder der, wer auch etwa; wenn irgend einer. goendegen, st. m. junger Held, der eben sꝛbent nimet, bei der Siéert- leite, feierlichen Wehrhaftma- chung. Soes, gen. von Sie. und Sꝛod. Sꝛote(Sꝛbe sö), wie auch immer, wie irgend; wie sehr auch, obgleich. goiften, zaum schweigen bringen, stillen. oinde, heftig, rasch, gefährlich. + tagſeꝛbeide, st. f. Tagereise. tal eae tal, nach unten, nieder, hi- nab. s. hberc. tan, st. m. Wald. tar, 8. tunnen. tarrer ist tan en. tarnhulit, st. f. tannhapho, st. f. un- sichtbar machender Mantel. teil: ein teil, etwas, ziemlich. tellen: opil teilen, Wettspiel, Wett- kampf austheilen, aufgeben, eig. mehrere Uebungen zur Auswahl vorlegen. tleben, tiure, tiurlioh, von hohem nehm machen, verherrlichen. 4 Werth, vornehm, herrlich. tiuren, hohen Werth geben, kostbar, vor- 37 hyoste, st. f. ritterlicher Zweikampf, zu Ross mit Speeren. torste, s. tunnen. T0˙, S. Legen. tougen, heimlich. tovgenliohe, adv. heimlich. tragen(Siohi) wie sonst sdeh betragen, 50 und so leben. stiften. treuten(praet. trilte), liebkosen, lieb haben, von trilt, Liebchen, Lieb- ling. triutinne, st. f. Geliebte, Gattin. triꝛoe:. en trieben, auch triꝛben, in Treuen, traun, bekräftigend. aν tragen, an- träot, st. m. Zuversicht, Vertrauen. trůgencere, st. m. Betrüger. trumbe, f. Trompete. treunzxlin, st. m. Splitter. trilte, s. triuten. trũte ist aber auch praet. von ticliben, trauen, sich getrauen. bleogen, gut sein, taugen, ziemlich sein. tegent, st. k. Tüchtigkeit in jeder Beziehung, bes. feine, höfische, ritterliche Sitte, Ritterlichkeit. ebenso die adj. οe ε˙thαi, tugen t.- Mohn. tüͤlle, st. k. Röhre, womit das Pfeil- eisen auf den Schaft gesteckt wird. tenmp, unerfahren, jung(wie Wlse, erfahren, alt); thöricht. teuom, st. m. Dom. r%⁰Löe: es gjονt(6Pοο)) hο, tapfer kämpfen, im Kampfe sich aus- zꝗeichnen, daa beste tuon, am ta- pfersten kämpfen, den Preis davon tragen. zuuöαn vertritt oft ein eben vorausgegangenes anderes Verbum und tritt dann ganz in dessen Con- struction ein. hetän, beschaffen, 50(S1s) getän, so b., 2b0l getdn, schön. teunren, tünren(praes. ich tan, getar, e, praet. forste, ge- mit conj. tdlr torste mit conj. tõ Muth haben, sich getrauen; zu- weilen spielt es in dunfen hinuber. toingen, nusammenpressen, drücken; te) wagen, den zwingen. ben: uber al, allgemein, alle ohne ben gin, überhoben Ausnahme. sein. uberhraft, st. f. übergrosse Menge. djherhιn˙α auch verschmerzen'. mit acc. bezeichnet auch eine Richtung der Gedanken, der Ab- sicht, des Strebens, Soοοοen(Wer gen, um), verꝶtiesen M, nicht mehr sinnen auf, den Zorn, Hass auch Hoff- nung, Erwartung drückt J aus, 2. B. vrũõ der Freuden, f tribe, im Ver- trauen auf Treue,/ gendde, in Igele- sehen wider einen aufgeb- den ꝛbdn, in Hoffnung Erwartung von Gnade. gen, beschliessen, einen Anschlag machen. uum benuot, unbehuot, ohne Deckung; nicht bewahrt. unbilden, ohne Beispiel scheinen, unbillig dünken. unννμiα, st. m. schlechter Dank, dient zur Verwünschung. iinde, st. f. Woge. auud, unde dient auch zau Relativver- knüpfung; mit Inversion der Wortstellung wenn',„h˖ οο, wenn auch. under auch zwischen', dar unden, dazwischen, währenddem, dabei. underst'n, dazwischen treten, hin- dern. auανν“uον ien(Sieρε, übernehmen. aunfuoge, st. f. ungefuoc, st. m. Un- bequemlichkeit, gro Bedräng- niss; ungeschicktes, unschickli- ches Benehmen, Roheit; gewal- tige Menge. ungeberre, st. f. unschönes, unge- gewöhnliches Gebahren, Jammer- gebärden. uννf¹νεe, unschicklich, grob, roh; unge- unbequem, drangvoll; heuer, gewaltig. ungefuoge, adv. ubermässig, gewal- tig, derb, grob. ungemelt, unfroh. ungevbſet, unbelästigt, unangefoch- ten. ungerbent, s. geibenn. unfrt, st. f. Ohnmacht. unmœre, unwerth, gleichgültig. s. mœrne. unmũgelich, was nicht zu bewältigen ist, ungeheuer. unmulose, st. f. Arbeit, Geschäftig- keit, lebhaftes Treiben; adj. un- mũůesec. unscelde, st. f. Unheil. unstͤtelichen, schlecht zustatten. aun trœsten, entmuthigen. zunbeναανꝭjs¾un, ohne Besinnung. un, unae, bis. 5 unsu,t, st. f. schlechte aulit, Ver- stoss gegen die höfische Sitte. 2 gexaltsam ler iun eb eben erlitt Mot. Le ali, dem! wundend. haben. ouhe Gich), sich anstrengen, Noth Ar, st. m. Auerochs. unbονο, st. f. Ertrag, Einkünfte, Grundstück das solche gibt. unlieige, st. n. Krieg. aloν, st. m. eig. Erlaubniss(au gehn). dazu unlouben, Urlaub ge- ben, feierlich entlassen. uureονοο, ohne Weisung? W.E vdhen praet. vene, vie, part. ge- vννεn, fassen, greifen, fangen; verstärkter imper. vdh vdch, fass an. s. gevdhen. vdlant, st. m. Teufel; vdlandinne, st. f. Teufelin. valde, st. f. Truhe, Schrank. vulevalis, adj. mit falbem Haar, blond. vdlsch St. m. Falschheit. vanſce, schw. m. Funke. van, adj.(gen. varwes), farbig. vdn, st. m. Nachstellung; Begehren. varn, reisen, wandern, gehn; verfah- ren; sich befinden. vdur¹nder, fah- render Spielmann, Sänger. s. diet. vdste, adv. fest, heftig, stark, eifrig, angelegentlich. veige, velclich, vom Schicksal zum Tode bestimmt; veige ist der, dem gewaltsamer Tod nahe bevorsteht, der ihn eben erleidet und der ihn eben erlitten hat. veroh, st. n. Leben; daher verch- bletot, Lebensblut. verchgrimme, adj. dem Leben feindlich, herzver- wundend. verchitief, tief bis ins 439 Leben. verchibunde, schw. f. Wunde bis ins Leben. venchiount, adj. todtwund. vendagen(part. praet. verdaget und verdeit) mit doppeltem acc., ver- schweigen, verhehlen, nicht sagen. vendenſten Gich), in sich gehn, tief denken, bei sich überlegen, ver⸗ muthen, mit gen. vendlenen, auch dienend vergelten“, mit Dienst belohnen. s. dienen. vendiezen(praet. verdõa), aufhören zu diexen(8. d.), verhallen. verdrienen praet. verdrõa), lästig, unangenehm sein. venenden, durchführen, vollbringen, S. ende. verge, schw. m. Fährmann. vengebene, ohne Grund. venjehen Praet. venjach), sagen, er- klären, azusagen. 8. qehen. venſeebsen, aur Irebese, Kebsweib ma- chen. venſeiesen(praet. verõs, part. ver- ſeorn), abschen von, verzichten, nicht mehr denken an. s. Kf. venſelagen(part. verhlaget, venfleit), zu beklagen(Hlagen) aufhören. verleũs, s. venhiesen. verlãsen, venldn(praet. venlie), los lassen; verlassen; lassen, unter- lassen. verliesen praes. venldu⁸e, praet. ven- Lõs, venlurn, part. verlorn), au Grunde richten; verlieren. Auch vliesen, vlieset verliert, vlõs u. s. w. derligen, verschlafen, s. vensitaen. verloben, geloben nicht zu thun, s. Loben. venmelden, verrathen. ————— vermiden, ausweichen; unterlassen. vernogieren(oich), dem Glauben ab- trünnig werden. ferruns, Ferrandine, Zeug von Seide und Wolle. venne, weit, fern; sehr. verren, t⸗ fernen. venscholn, s. versoln. verschuõten(praet. venschiiet), 2 schneiden, zerhauen. verseit aus versaget. versttaen(æains), versäumen, über- sehen;(eine Beleidigung) ruhig mit ansehen oder anhören. ver- Ligen. vensmdſien, verächtlich sein, zuwi- der sein; unterschieden von ver- smœhen. versoln, verscoln, verscholn, ver- schulden, verdienen. HDechen, verreden; ausschlagen. verstain(sbol), klug, part. praet. von Se hανα, sich besinnen, ein- sehen. verstdn ist oſt merken, auch erfahren. verstochen leꝛ), angreifen; bitten; erfahren, s. Sỹ—⁰Ü]hε¹. vers:oenden(part. praet. versoant), verschwinden machen. sꝛbenſten(Vverschleudern), in Fülle verschenken. vente, gen. dat. von vart. ventragen, geschehen lassen, leiden. vervdſen, vervdn, auffassen; nützen, helfen. vervann, irre gehn, reisen, den Weg verfehlen. verꝛbnen(6ieh), vermuthen. venꝛoandeln, den sin, von Sinnen kommen. 440 veribenden, zuwenden, wohin wen- den, anbringen. beꝛoenden. derꝛbieren, flechten, einsetzen, darein verarbeiten. laen, zum Vorwurf machen. 5 veralhen, versagen, abschlagen. schildeveaxel. Vezae vie, vienc, s. vdien. vinden, auch erfahren', wie ervin- den. vingerlin, st. n. Fingerring. vlehellohe, flehentlich, bittend, von vlgen, vlehen. vletae, st. n. Hausflur, Estrich(oft mit musivischer Arbeit). liesen. vliesen, s. vlinsſierte, hart wie Kieselstein. vliesen, vloren, s. verliesen. voget, voht, st. m. Herr, Fürst, Kö- nig, eig. Beschützer, Bevollmäch- tigter, Statthalter. volgen leinem eines d.),(leinem Vor- schlag) beistimmen, gut heissen, worauf eingehen. volle, schw. m. Fülle, Vollständig- keit, Genüge. mit vollen, voll- ständig, in vollem Masse. vo: voν stdn, vor hintreten, schü- tzen. von gehaben, vorenthalten. Jreischen(ꝓraet. fniesch), erfragen, erfahren. vreislich, schrecklich. vreislichen, adv. vremden, meiden. vriden, Frieden schaffen. niedel, st. m. Geliebter. vnisten, das Leben erhalten, schützen. vnãn, adj. dem Herrn gehörig, heilig. Inoꝛbe, fnouuibe, schw. f. eig. Herrin'. Ynrum, nütaulich, tüchtig, tapfer. ſon ein treflen, firbae, We ller, vol eßpeng Irustgen Ausruf eregung Treude. fen, st. ct. 1 lebe Lag vůhe tll Ie, geno vuhen, Sic tümmern. auss milnegs Vendun Fnume, schw. m. Nutzen. Fuumec, tapfer. ſrũmeſteit, st. f. Tapfer- keit. fumen, vrumen, fördern, schaffen, bringen, besorgen, bewirken, voll- bringen, machen; nützen; ſrumen von, helfen von, befreien. fũeren, auch fahren', zu Wagen. Juoge, st. f. Geschicklichkeit; Wol- anständigkeit. fün, auch vorüber, vorbei an; daher von einem Vorzug, einem Ueber- treffen, weiter als, mehr als. fürbas, weiter, mehr, künftig. Funbũege, furgebiĩege, st. n. Brust- riemen der Rosse, der den Sattel hält. der, vorwärts, hinweg. Füngespenge, st. n. Spangenwerk Brustgewande. am W vaðσ, S. wegen. wdc, st. m. Wasser, Wogen. ꝛwehte, bacte, praet. von echen. ꝛodlfen]! eig. Ruf zu den Waffen, dann Gemüths- Staunen, Ausruf in mancherlei erregung, Freude. Schmerz, werfen, st. n. was gewoſen. ꝛodge, st. f. auch Wagniss, gefähr- liche Lage, discrimen. daher en- wge stãn. wrge, gewogen. wahen, sich schwebend bewegen, flimmern. wan, ausser, als, nach Negationen und negativ gemeinten Fragen und Wendungen; die Negation kann 441 auch nur gedacht oder in einem ausgelassenen Gedanken versteckt sein, dann nur', auch wäre nicht gewesen, wenn nicht'.— Ein an- deres zoαn heisst denn, weil', noch ein anderes Wwarum nicht?ꝰ in auf- fordernden Fragen. z0n, st. m. Meinung, Hoffnung, Er- Wartung, Absicht. wande, o,], aouνt, denn, weil. ꝛwοne,n auch hoffenꝰ. ꝛoννο, vαννE·οn, woher. ꝛ0οα, wohin. zod: ac ꝛbdre, fürwahr, gewiss. ꝛ0νν(sich), sich vorsehen, gegen eine Gefahr sichern, sich waffnen; auch ohne Gefahr: sich bereit hal- ten. z0ε, st. f. Blicken in die Ferne, Ausschau, bes. Beobachtung, Kundschaftung gegen den Feind im Kriege, gegen das Wild auf der Jagd; auch der Ort der Späher, Vorposten(bartman). zwanten, beobachtend ausschauen, erwarten, erlauern; dienend er- warten, mit dat. toãdt(gen. dat. ꝛbœ,·e), st. f. Klei- dung; Rüstung. ꝛ0tlich, schõn; als adv. vermuthlich (einmal scheinbar schwerlich“, 8. te). Wο,ẽðjmit gen., wie viel. wegen(praes. abige, praet. bα, part. gewegen), wägen, zuwägen, be⸗ zahlen; getwegen, auch ꝛbegen ꝛb0. den, gleich wiegen, aufwiegen, das Gleichgewicht halten. ez eb- get mich ringe, es gilt mir gleich, ich missachte es. wegen Praet. bονte), wiegen ma- chen, wiegend hin und her bewe- gen. ebeillenliohe, stattlich, weidlich. ꝛbeigerliohe, adv. trotzig, stolà, kühn, heinung. von imponierender Er el, rund. wwellen, wollen, bildet auch das Fu- turum wie 807/n, 2. B. er ꝛbolde Sin genesen, er würde gerettet worden sein. wenden auch hindern'. gewant, ver- wendet, bewandt, in der und der Bewandtniss, s. bewenden, v. wWenden. ꝛ0 nie, eig. klein. ꝛwenlten, sich Oplötzlich) in einer an- dren, einer bestimmten Richtung ewegen, sich schwenken. ꝛwenben, in einer Absicht thätig sein, s0o und so handeln, thun, streben; betreiben, ausrichten, seine Ab- sicht erreichen. Dote, geschickt in der Arbeit. zwerden mit dat., zu Theil werden. z0b%,fj˖̃(einen eines d.), gewähren. zwε,ieen, gerbennen Praet. 20α, abiunnen), mit dat., stö- Sraes. 20e, rend sein, Verlegenheit bereiten, hindern, Noth machen, gefährden. wernt, werth, b zur Bezeichnunę adeligen Wesens, ebenso das Subst. 0νσft, st. m. grüne Insel, Aue am Fluss. wendelel 1eés(gen. von zbαε), warum. w“οε, sein. WeS, praet. von dbνν,. ꝛ0ο οε ν ibessé en, wu te er, hätte er gewusst ꝛcle, st. m. Kampf. daher aoegeant, wie steltgewant, Rüstung, lcll- chien, adv. kriegerisch. zhider und dan(dar), zurück und fort', hin und her. ꝛb0¹ νανe“(part. praet. iderselt), Friede und Freundschaft aufkün- digen, Fehde ansagen; verwei⸗ gern. widerspel, st. n. Gegenrede. zbidervant, st. f. Rückkehr. ꝛbiderꝛbehen, gegenwiegen, aufwie- gen, bezahlen, s. wehen. zoĩdembinne, schw. m. Feind. ꝛ0¹ ο¹ẽ, st. m. Held, Krieger. ꝛ0len, weiland, einstmals. ꝛblle, schw. m. auch Wohlwollen, Berei twilligkeit. z0u%, st. m. und f. Geliebter, Ge- liebte; Gatte, Gattin. wurnden, werth machen, ehren. Superlativ r, schlimmer. ꝛ0ονt. wWisent, st. m. Büffel. .f. Verstand, Bewusstsein. WIα, ꝛuaen, vorwerfen, vorhalten. zo]ε Hlt, eine Betheuerung, etwa wWeiss Gott.“ 200, adv. drückt mit dem Indic. oft können' aus, 2. B. 22l waα&⁰en 8in der stenſte, das er ꝛbol dodlſen tnuoc, dass er Waffen tragen konnte. abol getdn, schön, awol heborn, von ade- liger Geburt. ꝛ0οnte, s. geworht. z0οοuj-nte, hart in Worten. ꝛb0¹den, st. n. auch grosse Menge'. mich hdt, nimt abumnder, ich wun- dere mich, aber auch: ich möchte doch wissen, bin neugierig; ebenso miol abL˖j/dũent mit folgendem Frag- Satz, wie engl. Iw⁰nder. zwunnen, in Wonne sein.(vgl. die Varianten zu 256, 3.) ꝛ0˙eοο, st. m. bezeichnet auch das Höchste, Wertheste, wie es sonst nur dem Wunsche vorschwebt. 107, st. m. Wehgeschrei, Schmerz- geheul; dazu weν,en. ꝛ0h%˙ẽ,je, praet. von 2 wüsten. ο, praet. von zbνen, gehn, durch- gehn. aber eb˙οfe, ꝛuũeten. Zage, schw. m. Feigling. Zllen, d. i. ⁊e allen. zam, aœαmn zemen. geben. SeMunt, zch,ẽen, alsbald, gleich. zeime, d. i. a'mꝗne. Zein, st. m. Stäbchen, Draht. lich sein, gefallen. 443 esten, ver⸗ zehresten(praet. acbrust), 2 Sbe/(677), praet. von alen, Schuld zemen, geꝛemen Oraes. aime, praet. un zam, geaam mit conj. zacbhme), pas- sen, wol anstehn, ziemen, natür- gerblotben, part. praet. von zeον ꝛben, zerbleuen, schlagen. zefueren, aus einander, in Unord- nung bringen. zerinnen, zerrinnen leig. sich ver- laufen, zerfliessen), zu fehlen an- fangen, ausgehen, impers. mit gen. Z⁊es tꝛumt, s. Stiunde. zetul, s. tal. zlere, derlleh, adj. schön, stattlich, geschmückt. ain, d. i. 2·˙l., zu ihr, zu ihrer. 200en, zerren, ziehen; sich eilen. m aoget(ονν t) mit gen., ich habe Eile, beeile mich, komme von der Stelle. aoiẽ:n, äm Zaum führen. adch, Praet. S.e, xitolite, àute), schnell, heftig ziehen, fassen. Ss¹nt, st. k. Art, Benehmen dessen, der 20ο gesogen ist, Anstand, feine höfische Sitte; dazu adv. adlH-e Mehen. ablο⅜ d. i. 2⁰0 7in, Au' doppelt, in voller, betonter und in verflüch- tigter Form. Ebenso 22¹ο α, A700 aein ander, æι,ν,ẽ!imss u. a. 270l7¹, au welchem Zweck, warum. BERICHITIGUNGE Beide Kommatà sind xu tilgen 46, 41 armen 69,41 en 76,64 die 105,5“ 124 dtte dchh α der Veberschmift sich nichit einschieben sollen, 0l. Klage Ls. 3307. Rüedegères 191 64 füere 197,12 frou 211,22 die 215,42 Ezelen 22 4s5olden 228 videlen 231,61 frowen 232,72 entriwen 8535 schaden da 238,5“ es 247,54 behüet 263,7“ antwurte 277,11 sorelichiu 311,32 do erwagt 314,62 verwizzen 329,22 diu 337,42 edeln 11p 341,32 Das Tomma lot inten hort zuο Setaen342,21. Das Kommd ist æu bilgen 350, A. Aνf der Tabelle sind S. 386 die Strophien 224,1—3 als vom Beanbei- ter in&ine ausammengeꝛogen angegeben; dies ĩst nichit nichtig, die Strophe 1409 entsprieht velmeι 224,3; 224,1 1. 2 felilen in den Jeberanbeitung. In den Vartanten motss es§. 412 2˙¼ 224,5² ſeissen über den stattden folilt'; à liest über den Rin, doch in ER felilt den. Hinaulxilfligen ist S. 414 27/ 282,43 schaden, 20e Ostatt schächen Iiest, elαιννM Lesant ich dus der Vulgatà in den Teæt gesetæat habe.— In&lossanſelilt S. 427 à gedingen, seine Sachè von Geniehit fulhnen, vor einem Stand ſalten, stegreich' Hleihen. Druck von Breitkopf und Härtel in Leipzig. 2% 5³⁰lνι n83 BLBE Karlsruhe