33 5 3 . 72 „ Franz Heerdt. 4 ö 7 1 — Wie gut es die Leute 4m Rhein und an der Moſel jezt haben koͤnnen! * Da . Mainz 1792. im erſten Jahre der Franken⸗Republik, Leben Leute! Ihr habt neulich aus einem großen Bogen, welcher uͤber⸗ all angeſchlagen und verleſen ward, die Staatsverfaſſung von Frankreich kennen gelernt. Ohne Zweifel habt Ihr daraus erſehen, daß dieſelbe nur das Beßte des Volkes wolle, und daß Ihr alſo Euern Zuſtand um ein Merkliches verbeſſert, wenn auch Ihr nach derſelben leben wolltz und doch glaube ich nicht, daß Ihr alle die Uibel erwogen habt, denen Ihr ent⸗ gehen werdet, wenn Ihr Euch zu dieſer Verfaſſung bekennet. Hoͤrt mich, lieben Leute! ich meine es von Herzen gut mit Euch, ſeufzte lange mit Euch unter demſelben Joche, und wuͤnſche nun, daß auch Ihr gluͤcklich * 2 ſeyn Eiereee, ſeyn moͤget, wie ich es ſelbſt bin. Wir wollen einmal die Hinderniſſe mit einan⸗ der durchgehen, aus welchen zeither Euer Gewerb, Euere Handthierung, Euer Feldbau nicht zum voͤlligen Wohlſtande kommen, warum dieſelben Euch und Euere Familien nicht ſo guterhalten konn⸗ ten, wie Ihr es doch von euerm Fleiße erwarten durftet. Laßt uns nur Einige derſelben aufſuchen, und ſehen, ob ſie denn auch in der fraͤnkiſchen Verfaſſung Statt finden. Die zeitherigen Hinderniſſe Eueres groͤßern Wohlſtandes ſind: 1) Die Leibeigenſchaft. Da be⸗ trachtet man Unſeres Herrn Gottes freie Menſchen, wie ein Stuͤck Vieh, welches keinen eigenen Willen hat, und laͤßt die Leute nicht einmal unentgeldlich ſterben, ſondern nimmt noch dem Witwer/ oder der Witwe und den Waiſen ein Stuͤck Geld dafuͤr ab, daß Vater oder Mutter geſtor⸗ ben iſt; die armen verlaſſenen Kinder muͤſ⸗ fiſe Wehh de l Im Ellie E5 U Kealt Olf ger K Oai hentlt WI50 80 Miſen Dahl ſafß oͤlf kider utz ſhet N muͤſſen wieder leibeigen ſeyn, und ſogat⸗ ⸗ wenn ſie in eine nicht leibeigene Gemein⸗ Euer de ziehen wollen, fuͤnfzehen Prozent ihres kuer Vermoͤgens zuruͤck laſſen. Bei der neuen ndeEinrichtung von Frankreich faͤllt das alles und weg; da iſt kein Menſch leibeigen; da un⸗ wird jeder frei geboren, und darf unent⸗ iiße—geldlich ſterben; da kann er von einem ge Orte in den andern ziehen, und dort Buͤr⸗ b ff ger werden, ohne daß es ihn etwas koſtet. ſun 2) Das Mann ⸗oder Kopfgeld. Da iſt man nicht zufrieden mit der or⸗ dentlichen Schatzung, welche freilich bei keiner Verfaſſung aufhoͤren kann, abt⸗weil davon die allgemeinen Ausgaben, z. freie B. Euere Beamte u.ſ. w. bezahlt werden che müſſen, ſondern man preßt auch noch je⸗ tudem Landmanne, er ſey Buͤrger oder Bei⸗ cheh ſaß, arm oder reich, noch monatliche erVzwoͤlf Kreuzer widerrechtlich ab. Das gilt 6 bei der neuen Einrichtung von Frankreich un nicht; wer ſeine Abgaben bezahlt, dem ler fodert man ſonſt weiter nichts ab. Er let. braucht weiter nichts zu geben, ſelbſt dem Geiſtlichen nicht, er mag nun in die Welt kommen, oder aus derſelben gehen, er mag heurathen, oder taufen laſſen; ſelbſt dem Richter nichts, der ihm unentgeld⸗ lich, und zwar in kuͤrzeſter Zeit, Recht ſprechen muß. 3) Die herrſchaftlichen Frohn⸗ den. Haben doch die ſogenannten großen Herren ſo viele Bedienten, und eine ſo er⸗ ſtaunlich große Beſoldung/ und verlangen dennoch, der arme Landmann ſolle ſeine Wirthſchaft, ſeinen Pflug ꝛc. ſtehen laſ⸗ ſen, und fuür Sie umſonſt arbeiten, Fuh⸗ ren leiſten, ihnen und ihren Jaͤgern bei der Jagd helfen ꝛc. Das alles iſt bei det neuen Einrichtung von Frankreich abge⸗ ſchafft; wer etwas will machen laſſen, der mag ſich dazu fuͤr Geld und gute Worte Veute ſuchen, und wer jagen will, darf niemand zumuthen, er ſolle ihm da⸗ bei helfen. Ein anderes ſind Arbeiten fuͤt das — Aubei bet! Patte ſluet gen arn dur wie det helt ch „d0ß 5a0 l ö U ſtem ie Vltt kn, et ſelbſt thelo⸗ Recht tohh⸗ roßen eſolh⸗ lauget ſete Nla⸗ Jth⸗ lbei i det abge⸗ laſtn glt fl hfil 500 4 4 das Volk ſelbſt, wie zum Beiſpiele die Arbeiten zu Kaſtel bei Mainz jezt ſind; aber das ſind auch Arbeiten, wozu jeder Patriot, jeder, dem an Vertheidigung ſeiner Perſon und ſeines Eigenthums ge⸗ legen, verbunden iſt/ und obendrein wird man noch dafuͤr bezahlt; das heißt alſo nicht frohnen. 4 Die Herrſchafts⸗Schaͤfereien. Wenn ſo ein Kurfürſt, Fuͤrſt oder Graf Schafe halten will,/ ſo haͤlt er ſie auf des armen Landmanns Koͤſten; der wird da⸗ durch gehindert, ſein Feld ſo zu bauen, wie er es fuͤr gut haͤlt, und muß es wegen der Herrſchafts-Schaͤferei ohne Noth brach liegen laſſen; oder, wenn er das nicht will/ ſo iſt kein anderes Mittel, als daß er die Schaͤferei in Beſtand nimmt, und ein großes Beſtandgeld zahlt, aber damit iſt ſeinen Nachbarn noch nicht ge⸗ holfen, wenn ſie nicht auch den Beſtand uͤbernehmen. Auch davon weiß die neue Einrichtung von Frankreich nichts/ jeder 4 darf ereie, Ae. 8— darf ſein Feldſtuͤck bauen, wann er will, und mit was er will, und wer Schafe halten will, kann das auch thun, aber ohne ſeinem Nachbarn damit zu leid zu leben. 5) Der Wildſchaden. Wenn ſo ein guter fleißiger Bauer ſein Stuͤck Land mit aller Sorgfalt angebauet hat, wenn er ſich ſchon auf den ſchönen Gottes⸗ Segen freuet, welcher ihm fuͤr ſeinen Schweiß zu Theil werden ſoll, ſo kom⸗ men, daß es Gott erbarme, des gnaͤdig⸗ ſten Herrn Hirſche und Schweine, und verderben oft in einer Nacht, was den Bauern mit Weib und Kindern ein gan⸗ zes Jahr lang naͤhren ſollte. Will er das verhuten: ſo muß er, muͤd von des Tages Arbeit, Nachts das Feld huͤten, und das hilft doch noch oft nichts. Aber auch das iſt bei der neuen Einrichtung von Frankreich ganz anders; da gehoͤrt das Wild jedermann/ jedermann darf ſich da⸗ von fangen und erlegen was er will und kaun. —— ů ů—— — fant eige nith kiht Vil than beiz th Wa Hg gel. Out An üng el des Wel 30l ger fle abet 051 un kann. Wer Wild hegen will, und einen eigenen Wald dazu hat, muß eine große Wand darum fuͤhren, damit das Wild nicht heraus breche; und geſchieht das einmal, ſo darf der naͤchſte Beßte das Wild erlegen; hat es aber Schaden ge⸗ than, ſo muß der Herr des Wildes ihn bei Heller und Pfennig erſetzen. 6) Zoll von eigenem Wachs⸗ thum. Das iſt gar toll, daß vondem, was der Landbauer pflanzt, oder der Handwerker macht, er noch Zoll dafuͤr geben ſolle, daß er es an einem andern Orte verkauft, und dafur Geld in das Land bringt. Nach der neuen Einrich⸗ tung von Frankreich zahlt man nur fuͤr entbehrliche Sachen, welche auſſer Lan⸗ des herein kommen, oder fuͤr Sachen, welche durch das Land gefuͤhrt werden/ Zoll, und der iſt maͤßig, wird noch maͤßi⸗ ger werden, und darf eben einmal fuͤr allemal an der Grenze bezahlt werden. Eben 1 8 ——ʃ0 Eben ſo wenig hat man nach der neuen Einrichtung von Frankreich ein Chauſ⸗ ſeegeld, Weggeld, Accis, Umgeld u. d. gl. von den unchriſtlichen Volksfein⸗ den erfundene Nebenabgaben zu be⸗ zahlen. Eine große Suͤnde iſt 7) Der Judenleibzoll. Als ob die Israeliten nicht eben ſo, Menſchen wie andere, ſondern ein Handlungsarti⸗ kel waͤren. Sie koͤnnen nach der neuen Einrichtung von Frankreich eben ſo wie die Chriſten frei hin⸗ und her paſſiren. 8) Militairdienſt. Da muß jeder gewiſſe Jahre lang als Soldat dienen, oder ſich davon ſogar im Falle, daß er von Natur nicht dazu taugt/ loskaufen, kann waͤhrend der Dienſtzeit den alten Vater, oder die brodloſe Mutter nicht unter⸗ ſtüͤtzen, muß in der Garniſon ſeine Zeit elend zubringen. O! das iſt in Frank⸗ reich ganz anders ſeit der neuen Einrich⸗ tung. b6 O0 Ri D5 Uaeg tung. Jeder Buͤrger wird da bewaffnet, hu, aber nur, um als Nationalgarde die elh Ordnung und Ruhe innerhalb ſeines eil⸗ Dorfs, oder ſeiner Stadt mit den andern he.Birgern erhalten zu helfen, und wer den Dienſt gerade nicht ſelbſt verſehen kann/ ſchickt ſeinen Sohn oder Bruder, oder einen Nachbar. Dieſer Dienſt koͤmmt teiee, ie, et 0 jedoch nur etwa jeden Monat einmal auf ſchen 12. oder à24. Stunden an ihn; in das Feld z aber zu ziehen wird darum keiner gezwun⸗ f 15 gen, ſondern man nimmt zu Soldaten ſo Wie nur die an, welche ſich ganz freiwillig dazu verſtehen, und dann dienen ſie zu det Vertheidigung des Vaterlands, nicht nen, aber dem Eigennutz eines Kaiſers, der un Eitelkeit, Herrſchſucht oder Rachgierde tun ceines Kurfuͤrſten, dem Hochmuth eines Hatkt, Fuͤrſten oder Grafen, oder zur Parade untte fuͤr einen Magiſtrat. ft Auch den 6 ſl⸗ 6 illich⸗ fuſ ——— 3— EEVVVV 2 9) Herrſchafts ⸗Zehenten hat die neue Einrichtung von Frankreich, zum Beßten des Landmanns, ganz ab⸗ geſchafft. Zehenten freilich, wovon from⸗ me Stiftungen mancher Art erhalten werden, ſind ebenfalls abzuſchaffen, wenn die neue Einrichtung von Frank⸗ reich auch zwiſthen dem Rhein und der Moſel vollends eingefuͤhrt wird; aber es kann nur nicht auf einmal geſchehen, weil ſonſt manche fromme Stiftung zu Grund gehen muͤßte. Hingegen giebt es auch allerhand Mittel und Wege, wie man den Landmann unterdeſſen, bis je⸗ der Zehente abgeſthafft wird, dieſerwe⸗ gen erleichtern und entſchaͤdigen kann, und welche Gemeinde unterdeſſen ſich mit dem bisherigen Empfaͤnger des Zehen⸗ ten oder Zehentherrn dahin abfinden will/ daß der Zehente ſogleich aufhoͤren kann, die wird dabei von den Oberbeamten der Republik in Mainz, Worms, Speier, und andern Orten beßtens unterſtuͤzt werden. Se⸗ und sg leſc lig hird: fuch! fetf U dattiſ habt fens cht Sehet, lieben Leute zwiſchen dem Rhein und der Moſel, das ſind etliche Hauptuͤbel, welche Euch unterdeſſen ſchwer druͤckten, von welchen Ihr aber alsdann befreiet werdet, wenn Ihr die neue Einrichtung von Frankreich anneh⸗ met. Denn dieſe neue Einrichtung iſt ganz zum Vortheile des ehmals ſo ver⸗ achteten und nun in Frankreich wieder in ſeinen gehoͤrigen Werth geſezten Bauern⸗ und Handwerksſtandes, oder der ſonſt ſo genannten gemeinen Leute gemacht. Urtheilt jezt ſelbſt, lieben Leute, welche Einrichtung beſſer ſei, Eure zeit⸗ herige, oder die von Frankreich. Zwar wird mancher von Euch ſagen: Ich ſehe noch nicht, worin unſer Zuſtand gebeſ⸗ ſert ſey, ſeitdem die Franken in unſerm Lande ſind. So ganz unrecht habt Ihr darin nicht; allein, lieben Leute, Ihr habt ja auch noch nicht geſagt, wenig⸗ ſtens der groͤßte Theil von Euch hat noch nicht geſagt: Wir wollen Franken ſeyn, wir wir wollen in Zukunft mit der großen Frankenfamilie nur Eine ausmachen. Nur dann erſt, wenn Ihr Euch ſo er⸗ klaͤrt habt, wenn Ihr die fraͤnkiſche Ver⸗ faſſung annehmen wollt, nur dann erſt koͤnnt Ihr die Vortheile derſelben ge⸗ nießen. Oder wollt Ihr etwa erndten, ehe Ihr geſaͤet habt? Aber Ihr werdet nun uͤber Euren Vortheil ſelbſt nachden⸗ ken, und bald einſehen, daß Ihr nir⸗ gends ſicherer und zufriedner, als unter dem Schutze Euerer Nachbarn der Fran⸗ ken ſeyn koͤnnet, und dann ſelbſt bei den Bevollmaͤchtigten und Stellvertretern des Franken⸗Volkes einkommen, Euch in ihren Bund aufzunehmen. Mainz den zoſten November 1792, im erſten Jahre der Franken⸗Republik. — i der 300 Inter Irun⸗ (1 Nen teun Cuch 792— u Freiheit und Gleichhei eine Anrede an ſeine Mitbuͤrger, gehalten in der Geſellſchaft der Volksfreunde zu Mainz am zoten Oktober im erſten Jahre der Freiheit und Gleichheit. bon Georg Wedekind. . r 3 Dbr wiſt es, meine Bruͤder! daß Freiheit und Gleichheit für die zwei Hauptvorzuͤge gehalten werden, welche ein Volk durch Annahme der franzoͤſiſchen Kon⸗ ſtitution erreichen kann. Ihr wiſt aber auch, daß viele Menſchen ſtagen: was iſt Freiheit und Gleichheit 2 Daß Viele die Guͤter, welche dieſe Worte bezeichnen, für Chimaͤren halten, und— o muͤßte ich es nicht ſelbſt geſtehen! daß der Mis verſtand dieſer Worte ſehr viele üble Folgen gehabt hat. Darum will ich mich bemuͤhen, den Begriff von einer wahren und uns Allen zutraͤglichen Freiheit und Gleichheit ſo genau feſtzuſetzen, als es hier geſchehen kann. Um zu beſtimmen, was Freiheit ſei, wollen wir die Faͤlle in Erwaͤgung ziehen, wo keine Freiheit ſtatt findet. 1 e ieee EEER 1) Kinder werden, wie Ihr wiſt, nicht von dem Richter beſtraft, wenn ſie Etwas begangen haben; ſo auch alle wahn⸗ und bloͤdſinnige Menſchen nicht. Be⸗ ſtraft man eine Handlung, die Jemand im Zorne, oder im Trunke begieng, ſo geſchiehet es mehr deswe⸗ gen, weil man ein Beiſpiel geben will, um zu verhuͤ⸗ ten, daß andere Leute vor dem Zorne und der Trun⸗ kenheit, dieſen der Geſellſchaft ſo leicht gefaͤhrlich wer⸗ denden Uebeln, ſich huͤten moͤgten.— Ihr ſeht, daß zum frei handeln, zur Freiheit alſo, vernünftig ſeyn gehoͤrt, und Ihr werdet leicht finden, daß jede Hand⸗ lung um ſo mehr eine freie Zandlung genannt zu werden verdient, je vernuͤnftiger ſie iſt. 2) Die Freiheit hoͤret auf, ſobald ich meinen Willen dem eines andern Menſchen unterwerfen muß. Der Zwang iſt der Freiheit entgegen. In einem Freiſtaate darf alſo kein Zwang ſtatt finden. Wie koͤnnen aber da(hoͤre ich ſchon manchen murmeln) Ordnung und Sicherheit, dieſe unzertrenn⸗ lichen Gefaͤhrten der Freiheit, beſtehen!„ Dieſer Einwurf, meine Bruͤder! ſcheint von der groͤßten Erh eblichkeit zu ſeyn.“ Die Geſetze ſind ja doch Einſchraͤnkungen unſers Willens, alſo Einſchraͤn⸗ kungen der Freiheit. Das Geſetz will, daß wir entwe⸗ der etwas thun, oder unterlaſſen ſollen. Geſetzloſig⸗ keit und Freiheit waͤren alſo einerlei. Wenn wir alſo hier die Vorzuͤge der Freiheit ruͤhmen, predigen wir da nicht die Geſetzloſigkeit?„ Alle dieſe Bedenklichkeiten fallen weg, wenn wir zwiſchen Befehlen oder Geſetzen, in welche wir nicht ſelbſt gewilliget haben, und wuͤrklichen Geſetzen, die wahrhafter Ausdruck unſers Willens ſind, unterſchei⸗ den. Oder, die Geſetze, welche Euch der Landesherr giebt, dem Ihr dieſes Geſchaͤft nicht wuͤrklich uͤbertra⸗ gen hobt/ ſheiben, chke r gen de 61 Kllk, ennankt WW bolen füh, d Wig it fle erſt Hftt Ver dem 8 letn K denn 7J Att bor bie es“ iin der d als iſht, unft Anee kbdh ſche miß h berffh Was 1d s iht konky⸗ hohen; n nicht. L im Juß nehr deir n zu berſ der n lich we⸗ ſeht, di ſtig ſer ede Haſß Rannt 2 77 Zhutz fit n nunhen umzelkem ſt bon d⸗ he ſind Einſchrit pir entt Feſetlli Wik edigen“ genñ l· bir / N naſch⸗ fumeshe 0 dhelk⸗ gen habt, ſondern der es ſich nur anmaßt Euch vorzu⸗ ſchreiben, dieſe Geſetze, ſage ich, ſind als willkuͤrliche Befehle anzuſehen, und ſie ſind unerlaubte Einſchraͤn⸗ kungen der Freiheit.— Wenn Ihr aber als vernuͤnf⸗ tige Leute, die ihr eigenes Beſte wohl uͤberlegen, zu⸗ ſammentretet, und gemeinſchaftlich erklaͤrt, das und das wollen wir ſo und ſo gehalten wiſſen; wir ſehen es ein, daß es zur Erreichung unſers Beſten noth⸗ wendig iſt, daß wir ohne dieſe Maasregeln weder un⸗ fere Perſon, unſern guten Ruf, unſer Vermoͤgen, unſer Vergnügen ſicher ſtellen konnten.— Seht, in dem Falle thut Ihr nichts anders, als daß Ihr euern eigenen willen erklaͤrt, und dieſe Erklaͤrung iſt denn— das Geſetz. Ich will Euch die Sache noch auf eine andere Art vorſtellen. Nicht wahr, man muß ſo handeln, wie es die Vernunft uns vorſchreibt? Die Vorſchrif⸗ ten der Vernunft, die ſich jeder einzelner ſelbſt giebt, ſind als ſeine Privatgeſetze. Folgt er dieſen Geſetzen nicht, ſo hoͤrt er auf, frei zu ſeyn; denn ohne Ver⸗ nunft kann keine Freiheit ſtatt finden. Wenn nun ein ganzes Volk zuſammentritt und ſpricht:“ nach rei⸗ fer Ueberlegung finden wir, daß dieſes oder jenes ge⸗ ſchehen muß„ ſo muß auch das ganze Volk dem ge⸗ mäß handeln, weil es ſonſt ebenfalls aufhoͤren wuͤrde vernünftig, alſo auch aufhoͤren wuͤrde, frei zu ſeyn.= Was ſind denn nun die oͤffentlichen Geſetze? Sie ſind nichts anderſt, als der Ausdruck des Wil⸗ lens einer ganzen Nation. Run koͤnnen wir auch leicht beſtimmen, was Freiheit ſei; ich will ſie auch eintheilen in Privatfrei⸗ heit und in oͤffentliche Freiheit. Die Privatfreiheit iſt nichts anderſt, als die Befugnis alles thun zu koͤnnen, was die Vernunft mir erlaubt; die öffent⸗ liche ieeeeee,. eeee liche oder Volksfreiheit iſt die Befugniß, alles thun zu koͤnnen, was die Volksgeſetze nicht ausdrucklich unterſagen⸗ Nun kann aber, ſo ſcheint es, etwas der Pri⸗ vatfreiheit angemeſſen und gleichwohl der Volksfreiheit zuwider ſeyn; oder, es kann der Fall eintreten, daß ich wohl etwas zu thun berechtiget waͤre, in ſofern ich blos auf mich, auf meine Perſon, Ruͤckſicht nehme, welches ich aber nicht thun darf, ſobald ich mich als Patriot, oder als Buͤrger, daß heiſt, als ein Theil des Volks, betrachte. Aber da wäre ich ja doch nicht frei? Zum Beiſpiel: der Staat hat ja das Geſetz gemacht, daß Niemand eine Frau heurathen duͤrfe, deren Mann erſt vor kurzem verſtorben iſt, weil es ſeyn koͤnnte, daß die Wittwe noch von ihrem vorigen Manne ſchwanger waͤre. Wenn ich nun aber gewiß weis, daß die Witwe nicht ſchwanger iſt, oder wenn ich fuͤr mich ſelbſt einſtehen zu koͤnnen glaube, daß dieſer Umſtand, wenn er ja ſtatt fäͤnde, keinen nach⸗ theiligen Eindruck auf mich machen und das Gluüͤck der Ehe nicht ſtoͤhren würde, ſo wäre es meiner Privat⸗ freiheit gemaͤß, die Perſon zu heurathen. Gleichwohl unterſagen es die oͤffentlichen Geſetze, und ſchraͤnken alſo meine Privatfreiheit ein. Der Einwurf kann leicht widerlegt werden. Denn wir handeln auch da nach Vernunftgeſetzen, bezwecken, vermoͤge dieſer, auch da im Grunde unſern Privatvor⸗ theil, obwohl es, beim erſten Anblick der Sache, der Fall nicht zu ſeyn ſcheint; denn wenn wir in die⸗ ſen Faͤllen, die Erhaltung eines Guts entſagen, ſo geſchieht es der Erreichung eines noch groͤſſern wegen. Wir muͤſſen nemlich immer ſo handeln, daß un⸗ ſer thun allgemeines Geſetz werden kann, weil der eine Menſch ſoviel Recht hat, als der an⸗ 0 eßh dere Rrl. W ie in ſen fol heten N kahr/ ihle Fol Pibufſt NFil uch k fie! N ſehy, iſt da haͤgie Perth die Hi bei fe A 0 Wlde AKch it Hkt 8ʃ0 ſiy denf für. l ſe fef i0 hen W0. Adtie' dere. Was wuͤrde aber dabei herauskommen, wenn, aurdüti. wie in dem angezeigten Falle, es allgemein erlaubt 6ſeyn ſollte, daß einer eine Witwe ehelichen duͤrfte, uu„deren Mann erſt kurz zuvor verſtorben waͤre? Nicht olkͤtt wahr, eine Unordnung, die auf den Staat ſehr eten, j uͤble Folgen haben koͤnnte? Wir opfern alſo unſer Inſein Privatintereſſe dem allgemeinen Intereſſe auf, ſoloft ſe neöne, der Fall eintritt, daß beide mit einander in Wider⸗ ſpruch kommen; denn das allgemeine Intereſſe kann ich nie verletzen, ohne mir ſelbſt den groͤßten Scha⸗ den zu bringen. Je mehr die Bärger dieſes allgemeine Intereſſe zu befoͤrdern ſuchen, um ſo blühender wird der Staat „belt, ſeyn, weil ſie alleſamt dadurch gewinnen. Darum m ton, iſt das Beſtreben für das allgemeine Intereſſe alles moͤgliche zu thun eine Tugend, welche um ſo mehr Werth erhaͤlt, je groͤßer die Aufopferung, je groͤßer die Hintanſetzung das Privatintereſſe war, welche da⸗ bei ſtatt fand. Man nennt dieſe Tugend den Patrio⸗ tismus. Soll der Buͤrger ſich fuͤr das gemeine Beſte ver⸗ wenden und Patriot werden, ſo muß er ſich auch taͤg⸗ lich uͤberzeugen koͤnnen, daß es ein allgemeines Beſte wurklich gebe; mit andern Worten, daß er fuͤr den Staat, wovon er einen Theil ausmacht, und nicht fuͤr den gnaͤdigſten gerrn und deſſen Geldbeutel, Lei⸗ denſcheften, Eigenſinn u. ſ. w., kurz, daß er nicht fuͤr eine Perſon arbeite, ſondern fuͤr das Volk, wozu er ſelbſt gehoͤret. Ihr erkennet alſo, meine Bruͤder! daß in Fuͤr⸗ ſtenſtaaten gar kein Patriotismus ſtatt ſinde, weil es äußerſt laͤcherlich wäre, das Intereſſe eines einzel⸗ nen Menſchen, undlzwar eines Menſchen der mich dlt gk zwingt, ihm zu gehorchen, ſeinem eigenen vorzuzie⸗ N hen, —— . . 8— 23 — 425 399 Werl hen.— Ihr erkennet, daß Patriotismus nur in ei⸗ Wen nem Staate zu Hauſe ſeyn kann, wo es auch die Frei⸗ A heit iſt— Ihr erkennet, daß um ſo weniger die Mo⸗ 5 ſWone, narchie beſchrankt iſt, um ſo weniger auch ſich bei den 0 f Leuten eine Spur von Patriotismus finden werde— Ihr erkennet endlich, warum in Mainz, als in einer ü der unumſchraͤnkteſten Monarchien Deutſchlands, faſt Kas gar kein Patriotismus angetroffen wurde, und warum ,0 faſt ein jeder nur darauf ausgieng, ſich zu bereichern. 11 Genug, wo kein Vaterland iſt, da fehlet der Patrio⸗ 90 ü0 tismus; ein Regent, eine Per ſon, kann kein Vater⸗ Ik land ſeyn, wo alſo ein Regent iſt, da iſt weder Va⸗ Wel tertand noch Patriotismus. Nur um Wind zu machen 5 ergreift man da heute das Gewehr und Morgen ruft nürrf man— vive la Nation! Ihr werdet es ſelbſt fin⸗ ft fh den, in Monarchien iſt der Patriotismus mit der Liebe des Eſels für ſeinen Stall, indem er es einmal 155 gewohnt iſt, gleich bedeutend. Se wenig dem Eſel hupt der Stall eigen iſt, ſo wenig hat der Unterthan ein 5 Vaterland. 8„ Und nun ſchlagt an eure Bruſt, meine Bruͤder! und geſteht die Neuheit der Gefuͤhle, die Euch jezt 35 durchdringen! die Hofnung lallein, daß Mainz, daß 4 0 das Land, worin Ihr gebohren ſeid, bald auch ein un Vaterland fuͤr Euch werden koͤnne, dieſe Hofnung iſt 9 es, die den Keim des Patriotismus in Euch ſich ent⸗ het wickeln laͤßt. Ihr empfindet eine Wonne, die Ihr nie 75 ſeh empfandet, in dem groſſen Gedanken an das Va⸗ terland! Welche Gefuhle werden Euch einſt durch⸗ mal dringen, wenn Ihr erſt wurklich im Beſitz des Va⸗ bm terlandes ſeyn werdet! Bedenkts, welcher Unter⸗ ald ſchied in der Groͤße der Gefuͤhle— bis jezt machte A es Euch Freude, für Euch ſelbſt, fuͤr euere Angehoͤri⸗ gen, fuͤr euerer Freunde Wohl thaͤtig ſeyn zu koͤnnen; wie d warun ereichern. Patrio⸗ in Valel, edet Iu zu macht orgen fuf felbſt f 8 mit du ts einmi den Efl erthan ei Bräderl Euch jeh Inz diß guch eit ofuung 9 fch el 1e Ji.ſl das Ue uf duh 4 deb dr 00 Mit⸗ feit nichte Anhlt, u en N 7 wie herrlich wird aber die Freude ſeyn, wenn Ihr einſt die Wonne, in der Befoͤrderung des Gluͤcks von ielen Tauſenden euer eigenes zu erhoͤhen, dieſe Wonne, wovon Euch der Vorſchmack ſchon ſo lieb⸗ lich iſt, einſt beſeelen wird!! Soviel uͤber die Freiheit, die Mutter des Pa⸗ triotismus und ſo vieler anderer fuͤrtreflichen Folgen fuͤr unſer Wohl, wovon ich bei einer andern Gelegen⸗ heit weiter rede. Laßt mich nun noch einiges über die Gleichheit Euch vortragen, uͤber eine Sache, wovon wir ſoviel bereits haben reden hoͤren, und welche doch ſo vieler Mißdeutungen faͤhig iſt. Die Gleichheit(hoͤrte ich Viele ſagen) iſt eine narriſche Grille. Der eine Menſch iſt groß, der andere iſt klein; der eine jung, der andere alt; der eine klug, der andere dumm u. ſ. 0. Ja wir finden uͤber⸗ haupt keine Gleichheit in der Natur. Der ſeelige Leib⸗ nitz konnte nicht einmal zwei ſich voͤllig gleiche Blaͤt⸗ ter antreffen.„ Andere ſetzen noch hinzu:“Die Leute, die im⸗ mer von Gleichheit ſprechen, die verlangen eine glei⸗ che Austheilung der Güter. Um die zu bewuͤrken, muͤ⸗ ßen wir uns ja einander beſtehlen., Was verſtehen denn die Franzoſen unter Gleich⸗ heit? Hoͤrt mich an: Gott hat uns alle als Menſchen auf die Welt geſetzt. Alle Menſchen aber haben mit einander ge⸗ mein, daß ſie ſich alle ſollen veredlen und vervoll⸗ kommen koͤnnen. Daß keiner alſo den andern in ſeiner Vervollkommnung hindere, das fodern wir alle.— Wir alle haben ferner gleiche Anſpruͤche auf die Guͤter dieſer Erden, der liebe Gott hat ſie uns allen zum Genuß angewieſen. Mithin muß Niemanden der ⸗ eene A benommen werden, ſich dieſe Guͤter durch ſeinen Fleiß und durch ſeine Geſchicklichkeit erwerben zu koͤnnen, ſolche Art geſchieht, wodurch er Niemanden anders den Weg tritt. oder vervortheilt, denn ſonſt hoͤrte ja die Gleichheit auf. Die Gleichheit bringt alſo mit ſich, daß der Adel und alle Vorrechte oder Privilegien aufhoͤren, daß alle vernünftigen Menſchen gleichen Antheil an der Geſetz⸗ gebung haben, welche ſie entweder ſelbſt verſehen, oder durch ihre Repraͤſentanten verſehen laſſen. Allein es gehoͤrt nicht mit zur Gleichheit, daß alle Leute gleich viel im Vermoͤgen haͤtten. Sonſt wür⸗ de ja der Fleiß ſich etwas zu erwerben, verſcheucht werden, ſonſt wüͤrde man ja dem reichen Vater befeh⸗ len muͤßen, ſeinen Kindern nicht zu hinterlaſſen, was er im Vermoͤgen hat; und das waͤre ja gegen die Frei⸗ heit!— Auch koͤnnen wir nicht alle gleiche Verrich⸗ tungen im Staate vollziehen, welches ohnehin die verſchiedenen Geiſteskraͤfte nicht zulaſſen.— Gleich⸗ heit iſt alſo das Vermögen, nach Maaßgabe un⸗ ſerer natuͤrlichen Anlagen uns moͤglichſt gluͤcklich machen zu koͤnnen. — Et ſobald es nur auf eine geſetzmaͤſige, d. i. auf i