CCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCCoCoooooo········· · ·· Seydlite U‚ S0RWARIW AIDf Gewidmet vom Sühwalswald-Eensin. 2 2 8 — 13 45 „ 18 35— RRE˖C˖——r*— Æ⏑—f.w 15 1 RRNllN NN 2 S¶LRNCQQRRRDRRDRRR 2 rirmriereimlmirmr 0 EFERERRRRRRREEUEELEEEULUUUUUUee RRRRRR Neuer WEGWIEISER durch den Schwarzwald nebst Odenwald, Hegau bis zum Bodensee, EINGANGS- ROUTEN und den Städten: Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Mannheim Heidelberg, Carlsruhe, Speyer, Strassburg, Basel, Constanz, Stuttgart eic. * Mit zwei Routen-Karten. Von D* P. V. SEVDIIIZ. Freiburg i/Br. 1870. Verlag von Ludwig Schmidt's Buchhandlung. Unterlinden. EAUUUUUU Druck von Friedrich Gutsch in Carlsruhe. DD Inhalt. 1. Vorwort und allgemeine Bemerkungen.— S. IX. 2. Einleitung.— S. XX. 3. Eintritts-Routen: 1.— Von Frankfurt oder Darmstadt durch den Oden- wald, in's Neckarthal(nach Heidelberg).— S. 1. 2.— FHeidelberg. Durch das Neckarthal nach Heil- bronn, und dann mit der Eisenbahn über Bie- tigheim und Mühlacker nach Pforzheim(Wild- bad.)— S. 11. 3.— Von Berlin über Eisenach— Bebra— Fulda — Hanau nach Frankfurt.— S. 19. 4.— Von Hamburg über(Berlin, oder:) Lehrte— Hannover— Göttingen— Cassel— Frankfurt. 5.— Von Bremen über Hannover.— S. 20. 6.— Strassburg. Von da nach Baden-Baden, oder Offenburg— Hausach, oder Freiburg.— S. 21. 7.— Von München und Augsburg ab— A: über Lindau,— B: über Ulm, nach Friedrichshafen und Constanz, oder Sigmaringen und Donau- eschingen.— S. 26. NSS R 8.— Stuttgart. Von da nach— A: Wildbad,— B: nach Donaueschingen,— C: nach Tuttlingen und Constanz.— S. 26. 9.— Von Nürnberg— A: nach Pforzheim,— B: nach Heidelberg.— S. 37. 10.— Von Leipzig über— A: Hof— Bamberg— 1 Würzburg,— B: nach Frankfurt,— C: nach Darmstadt.— S. 37. 11.— Von Brüssel— Aachen— Cöln, über Mainz, nach— A: Wiesbaden und Frankfurt,— B: Darmstadt,— C: Mannheim und Heidelberg 1 (Worms),— D: über Strassburg(Speyer).— S. 38. 12.— Von Luxemburg und Trier über Neustadt nach — A: Strassburg,— B: Heidelberg,— C: Carlsruhe.— S. 51. 1 4. Eisenbahn-Routen: 1.— Von Frankfurt über Basel nach Waldshut.— S. 52. 2.— Von Heidelberg nach Heilbronn und Bietigheim (und Pforzheim oder Stuttgart).— S. 71. 3.— Von Bruchsal über Maulbronn nach Mühlacker (und Pforzheim.) S. 72. 4.— Carlsruhe. Von Carlsruhe nach Pforzheim(und Wildbad).— S. 73. 5. Haupt-Routen: Route 1.— Pforzheim. Das Enzthal. Wildbad und* Umgebung.— S. 78. Route 2.— Von Pforzheim durch das Nagoldthal, Liebenzell, Hirschau, Calw, Zavelstein, Teinach, Nagold, Dornstetten(Glattbachthal) nach Freu- denstadt.— S. 80. Route 3.— Von Freudenstadt durch das Murgthal iiber Forbach nach Gernsbach, Rastatt und Ba- den.— Rothe Murg u. Ruhstein; Schönmünza ch, und zur Hornisgrinde; Ebersteinschloss.— S. 84. NRDeSeese Route 4.— Baden und Umgebung.— S. 87. Route 5.— Bühl, Bühler Thal, Herrenwies.— S. 92. Route 6.— Ottersweier, Hubbad, Alt- und Neu- Windeck.— S. 93. Route 7.— Achern und Umgebung.— S. 94. Route 8.— Von Achern nach dem Brigittenschloss, Hornisgrinde, Mummelsee, Seebach, Ottenhöfen, Allerheiligen, Oppenau, Lierbachthal.— S. 96. Route 9.— Oppenau. Antogast. Das obere Rench- thal mit den Renchthal-Bädern Petersthal, Frei- ersbach und Griesbach. Ueber den Kniebis bis Rippoldsau.— S. 102. Route 10.— Rippoldsau, Klösterle, Burbachfall, See- bach und Glaswaldsee, Schapbach(bis Wolfach) Wildschapbach. Nach Petersthal, und im unte- ren Renchthal über Oberkirch nach Appenweier. — 8S. 104. Route 11.— Offenburg. Gengenbach. Das untere Kinzigthal bis Biberach.— S. 108. Route 12.— Prinzbach. Von Biberach über Hohen- geroldseck in das Schutterthal. Hühnersedel, Welschsteinach, nach Biberach zurück.— S. 110. Route 13.— Von Biberach über Zell, im Harmers- bachthal, Löcherberg, Nordrachthal, Hochkopf, nach Biberach zurück.— S. 113. Route 14.— Von Biberach nach Hausach, Wolfach, (das obere Kinzigthal) Schiltach, Schramberg. Seitentouren nach Hornberg u. Tryberg, Schen- kenzell, Alpirsbach.— S. 115. Route 15.— Von Schramberg durch das Berneckthal nach Thennenbronn, Lauterbach, Hornberg; Gutachthal bis Tryberg.— S. 119. Route 16.— Tryberg und Umgebung. St. Georgen, Kesselberg, Kirnach, Vöhrenbach, Bregenbach, Hammereisenbach, Prechthal.— S. 122. Fi e. NRRR ö N Route 17.— Von Tryberg nach Furtwangen, Simons- wald(Zweribach) bis Waldkirch.— S. 126. Route 18.— Waldkirch und Umgebung. Streitberg, Hühnersedel, Ottoschwanden, Hochburg, Etten- heimmünster, St. Landolin, Kirnhalden. Elzthal. Kandel. Glotterthal nach St. Peter.— S. 129. Route 19.— St. Peter. Durch das Ibenthal nach Buchenbach. Durch die Wagensteig nach St. Märgen, und über St. Peter durch das Esch- bachthal nach Freiburg.— S. 134. Route 20.— Freiburg und Umgebung. Kaiserstuhl. Routen zu Ausflügen von Freiburg und zurück. — S. 137. Route 21.— Von Freiburg durch das Höllenthal nach Neustadt.— S. 150. Route 22.— Neustadt und Umgebung. Hauptseiten- tour nach Waldau, dem Thurner, St. Märgen. Verbindungstour nach Stühlingen und Ober- lauchringen(Schaffhausen) durch das Wutach- Thal.— S. 154. Route 23.— Von Neustadt über Lenzkirch oder Saig zum Titisee. Nach Bärenthal, dem Feldsee und auf den Feldberg.— S. 157. Route 24.— Die anderen Wege zum Feldberg.— S. 162. Route 25.— Vom Feldberg nach Todtnau, Noth- schrei, dem Schauinsland, und nach Freiburg. — S. 167. Route 26.— Staufen. Sulzburg. Unter- und Ober- Münsterthal; Spielweg; Neuhof an Wiedener- Eek; Belchen; Mulden; Münsterhalden; Sirnitz; bis Badenweiler(Gerstenhalm. St. Ulrich).— S. 170. Route 27.— Badenweiler und Umgebung. Verbin- dungen in's Wiesenthal über Kandern, oder nach Schönau.— S. 176. Route 28.— Von Badenweiler über den Blauen nach Marzell, Wies, Tegernau, Schopfheim.— S. 180. Route 29.— Das Wiesenthal. Eisenbahn von Basel bis Schopfheim, Tüllinger Höhe, Rötteln, Schönau. Todtnau. Ueber Präg oder Herrenschwand nach Todtmoos.— S. 182. Route 30.— Todtmoos. Das Wehrathal hinab. Wehr. Hasel. Bis Brennet.— S. 188. Route 31.— Murg. Das obere Murgthal und das Hauensteiner Land. Harpolingen. Hottingen. Herrischried.— S. 191. Route 32.— Albbruck.— Das Albthal.— St. Bla- sien. Menzenschwand.— S. 196. Route 33.— Von St. Blasien nach Schluchsee, Höhen- schwand, durch das Schwarzathal und Schlücht- thal bis Waldshut. Berau. Witznau. Brenden. Das Mettmathal.— S. 201. Route 34.— Waldshut u. Umgebung. Eisenbahnfahrt pis Schaffhausen. Thiengen. Das Steinachthal. Oberlauchringen. Hohe Randen. Neuhausen und Rheinfall.— S. 207. Route 35.— Von Schaffhausen nach Constanz, I: auf dem Rhein, II: mit der Eisenbahn. Stockach. Radolfzell. Schienerberg. Hohenklin- gen. Reichenau. Constanz. Mainau. Bodensee. Meersburg. Heiligenberg. Salem. Ueberlingen. — S. 212. Route 36.— Von Constanz nach Donaueschingen. Singen. Engen. Hohentwiel. Stettener Schlöss- chen. Der Höhgau. Aach. Wasserburgthal. — 8S. 222. Route 37.— Donaueschingen mit Umgebung und Ausflügen. Durch das Donauthal abwärts. Tutt- lingen. Bronnen. Beuron. Werenwag. Sigma- ringen.— S. 227. ̃222 RRE VIII Route 38.— Von Donaueschingen nach Freiburg, Denalingen, oder Waldkirch, über Neustadt, Waldau, St. Märgen, St. Peter.— S. 233. 6. Zusammenstellung einiger Routen durch den Schwar2- wald in verschiedenen Richtungen, von verschiedenen Ausgangspunlcten, und von verschiedener Zeitdauer. 7. Register.— S. 249. 8. Karte. Ion micllt aus eine des f er v drei. ter d tos, las f Weise licht au 8 Tikll Vurd nerk. Uuter Versö 1 dler Irlol Cenie Rie der l un Vorwort und Allgemeine Bemerkungen. Dieses Büchlein ist für Touristen geschrieben, und zwar von einem Manne, welcher sich seit etwa neunzehn Jahren vielfach im Touristenleben versucht hat, und daher glaubt, aus eigner Erfahrung gelernt zu haben, was ein Tourist in seinem Reisebuche zu finden wünscht. Mehrmalige Besuche des Schwarzwaldes liessen ihn denselben lieb gewinnen, und er verwendete zuletzt einen ganzen Sommer auf seine Durch- streifung, in der Absicht, gleichgesinnten Naturfreunden un- ter den Touristen ein recht praktisch brauchbares, gedräng- tes, und doch vollständiges Handbüchlein zu verschaffen, das ihm ein treuer Begleiter, Auskunftertheiler und Weg⸗ weiser in einem, nach des Verfassers Ansicht, noch lange nicht genug gewürdigten, und doch landschaftlich so über- aus schönen Theile unseres Vaterlandes sein möchte. Spe- ziell treibt ihn der Wunsch, Bewohner seiner Heimath, Norddeutschlands, die ihren Flug gern weithin richten, auf- merksam darauf zu machen, was sie zu ihrem Schaden unterweges liegen lassen, ohne Ahnung dessen, was sie versäumen. Wenn nun ein Tourist Derjenige genannt wird, wel⸗ cher nicht aus wissenschaftlichen Zwecken, sondern nur zur Erholung, allgemeinen Belehrung, oder selbst nur sorglosen Geniessens halber reist, so ergiebt sich daraus, dass eine wissenschaftliche Systematisirung des Stoffes, und nicht min- der alle längeren Bemerkungen dieser Art, von vorn herein in zweiter Linie stehen, grösstentheils ausgeschlossen blei- 2 RRNRNNNN EEEERERRRLLLRRDRRRDDRDDRRD X ben müssen. Geologisches, Botanisches, Antiquarisches, Geschichtliches, Statistik von Gewerbe und Handel— das bere Alles sind Dinge, welche der zu wissenschaftlichen Zwecken 11 Reisende doch niemals genügend aus einem Reisebuche er- II sehen kann, sondern in den, diese Fächer behandelnden, 110 wissenschaftlichen Werken studiren muss. Einzelnes auf 1 diesen Gebieten interessirt freilich auch den Touristen, weil 0l es theils von allgemeiner Bedeutung, theils im speziellen Falle von besonderem Interesse ist. In solchen Fällen ist natürlich auch in diesem Büchlein darauf hingewiesen. Denn der Tourist gewinnt dadurch eine lebendigere An- schauung der besuchten Stelle.— Ebenfalls: so interessant das Studium der Volkssagen ist, so wenig interessant ijst es, re von Welt vol dieselben immer wieder angeführt zu finden. Denn sie sind ls sich meist sehr ähnlich, und in ihrer äusserlichen kurzen Art der Mittheilung ohne seelische oder tiefere Motive. lor Wollte man sie aber ausführlich behandeln, so würde ein lie mehrbändiges Werk erfordert. Desshalb ist denn auch in 5 diesem Buche nur selten darauf hingewiesen. Wer sich für sie interessirt, möge die einschlagenden Sagensammlungen Die lesen. Da gewinnt die Sache erst Leben und ein tief- dab ernstes Interesse.— Ob man ferner erfährt, durch wie viel adlige Familien der Besitz einer nun in spärlichen Trüm- Fel ö mern liegenden Burg gegangen ist, interessirt den Touristen gel⸗ in unserer demokratisch denkenden Zeit herzlich wenig. Er will nur wissen, ob darunter ein Mann war, welchem die Geschichte noch heut hervorragende Bedeutung zuerkennt. Meist will der Tourist nur wissen, von wann das Bauwerk stammt, und wann es zerstört wurde. Hierauf wurde das 00 Augenmerk gerichtet. Historische Anführungen finden sich W im Uebrigen nur, wo ein lebhafteres Interesse an der Sache Vorauszusetzen war. Besonders ist der Geschichte grösserer Orte einiger Raum gegeben worden. 8 In der nach Diesem folgenden Einleitung ist Einiges n1 vornweg angeführt, was zur allgemeineren Veranschaulich- u ung jener sonst zurücktretenden Seiten dem Touristen ge- 0¹ nügen dürfte. de Auch die Naturbeschreibungen sind vermieden. Wo sich dergleichen findet, sind sie nur hinzugefügt, einerseits den vielleicht schon ermüdeten Reisenden vor Uebersehen wichtiger Punkte zu bewahren, andererseits einen Wink für 1 die vorherige Auswahl der Routen zu geben. Die äussere Einrichtung ist auf den Touristen zu Fuss berechnet. Aber sie ist dennoch der Art, dass der Tourist zu Wagen sie genau ebenso brauchen kann. Sind doch nur wenige Stellen vorhanden, wo auch Letaterer unbedingt seine eignen Füsse in Bewegung setzen muss. Der Fuss- wanderer geniesst freilich Alles doppelt und dreifach so schön. Praktisch zu sein, war das durchgehende Hauptbe- streben des Verfassers, und er verwahrt sich deshalb hier von vorn herein freundlichst gegen solche Einwendungen, welche ihm Mangel eines bestimmten Systems vorwerfen wollten. Im Einzelfalle die praktische Anordnung für den Reisenden zu finden, die Darstellung übersichtlich zu geben, war der Zweck. Was hier angebracht schien, mochte dort nicht bequem sein. Die hunderterlei Erwägungen, die sich da geltend machten, sind hier nicht auseinander- zusetzen. Vielleicht— der Verfasser hofft dies sogar— möchte es sich manchmal ereignen, dass der nach diesem Büchlein Reisende fände, es sei doch etwas wie System dabei. Nur über drei Hauptpunkte sei hier etwas gesagt, auf welche bei der Ausarbeitung des Buches das grösste Gewicht gelegt wurde. 1. Die Einrichtung der Routen. Zunächst ist berücksichtigt worden, dass es zwei Arten von Touristen gibt: Solche, die in einer grossen Tour das Ganze hintereinander durchwandern; und Solche, welche die bequemere Art vorziehen, einen Centralpunkt zu wählen, von dem aus sie die Umgebungen in Einzeltouren durch- streifen, bis sie an einem zweiten Centralpunkt Dasselbe durchführen. Beide Arten haben ihre Berechtigung. Wollte man aber nicht ein doppeltes Buch schreiben, 80 musste, um den Tenor herzustellen, eine der beiden Methoden zu Grunde gelegt, die andere aber im Anschluss daran behan- delt werden. Und da bot sich als das Beste die Auskunft, das Gebirge in zweckmässig aneinander gereihten Touren von Nord nach Süd zu durchstreifen, aber durch Seiten- und Verbindungstouren überall die leichte Möglichkeit au geben, um diese Hauptrouten für solche Centralpunkte zu vereinigen oder auch zu zerlegen, nach Bedürfniss und Laune des dort Verweilenden. Diese Stützpunkte für Aus- ö RPRNNNNNNNN URUUUR XII flüge hat nun der Verfasser im Texte selbst als solche 105 überall bezeichnet, und der seine Reisedispositionen treffende IIf Leser wird sich mit Leichtigkeit danach entscheiden Kön- 15 1 nen, was er besuchen will. Zugleich ist durch immer wie⸗ Filte derholte Hinweisungen auf das in Verbindung Stehende oder 10 i Naheliegende diese Art des Gebrauches des Buches erleich- 195 tert worden. Lach Die 38 Hauptrouten geben dem Reisenden die Möglich- 75 keit, alle Hauptsachen derart aneinander zu reihen, dass 13 er, vom Norden anfangend, im Süden aufhörend, eine ge- nügende Einsicht, ein Vollständiges Bild des Schwarzwaldes 909 bis zum Höhgau, Bodensee und nach Sigmaringen gewinnt. f5 Zu dieser grossen Tour werden etwa sechs Wochen, 42—43 85 MWandertage von Dem gebraucht, welcher zu Fuss reist. 85 Wer zu Wagen reist, kann diese Zeit auf ein Drittel, 14 115 Tage, abkürzen. Man wird nun finden, dass diese grosse 12 Tour, welche, da sie die Hauptsachen gibt, im Texte durch grossen Druck ausgezeichnet ist, den Stoff noch keinesweges erschöpft. Da soll es dem Verfasser denn recht lieb sein, nürse wenn noch recht Viel von dem klein Gedruckten in Anwen- dung kommt. In der That findet man darin Stoff genug 1 für noch dreimal so lange Zeit. Wläiset Ausserdem sind vor dem Register eine Anzahl Routen iot eingefügt, welche den Zweck haben, dem Reisenden, wel- leim, cher weniger Zeit verwenden kann, die Zusammenstellung eschit eines guten Reiseplanes durch den Schwarzwald von ver- Latur, schiedenen Ausgangspunkten her zu erleichtern. Unter lürtnt ihnen befinden sich einige als solche bezeichnet, welche den- jenigen Reisenden zu empfehlen sind, die der heut sehr 30 aufgekommenen Sitte folgen, bei einer Reise in die Schweiz Fich den Schwarzwald zu einer Art Eintritts- oder Ausgangs- närlt route, zu einer Vermittlung zwischen dem gewaltigen Hoch- lune lande und dem flachen Heimathlande zu benutzen.— Routen Wäh für den mittleren und südlichen Schwarzwald finden sich il ausserdem noch in Hauptroute 20, bei Freiburg, zusammen- 6J. gestellt. 8 Ferner findet der Leser vornan 12 Eintrittsrouten. Diese 7 sollen dem weiter her Kommenden Anleitung geben, wie er 8 sich am Besten die Hinreise einrichten kann. Die Zeitan- gaben der Eisenbahnen geben natürlich nichts als annähernde Sae Berechnungszahlen, denn sie können, vor Sommer 1870 ge- dnen schrieben, die Veränderungen der Course nicht voraussehen. 1, l Dennoch möchten sie die Zurechtlegung des Reiseplanes Wie XIII nicht unwesentlich erleichtern.— In diesen Eintrittsrouten sind in einem gewissen weiteren Umkreis diejenigen Orte kurz besprochen, welche den Reisenden auf der Hinfahrt von Interesse sein mögen. Auch finden sich einige grössere Städte eingehender behandelt, welche erfahrungsmässig von den in die südwestlichen Gegenden Deutschlands Reisenden zu vorübergehendem Aufenthalt gewählt werden. Es dürfte Manchem lieb sein, die Nachweise über diese Orte nicht noch in anderen, sein Gepäck vermehrenden, Büchern auf- suchen au müssen. Die Methode, welche angewendet wurde, den Reisenden in einer kurzen Wanderung durch diese Städte zu allem Sehenswerthen zu führen, wurde ebenfalls durch den Wunsch, praktisch brauchbar zu sein, veranlasst. — In Eintrittsroute 1 ist auch der Odemodld, in Eintritts- route 2 das NVecharthal behandelt. Beides sind ebenfalls erfahrungsmässig häufig gewählte Eintrittsrouten. Der Ver- fasser hat deshalb auch auf sie die nöthig scheinende Sorgfalt gewendet, und beim Odenwald, der auf drei Tage- märsche vertheilt ist, durch Nebentouren dafür gesorgt, dass der Wanderer nach Belieben einige Tage zusetzen kann. Die 4 Eisenbalhmnouten sind im Umfange des behandelten Reiseterrains nicht zu entbehrende Verkehrsstrecken, welche nicht, wie die Strecken Pforzheim-Wildbad, Basel-Schopf- heim, Offenburg-Hausach, Waldshut-Constanz, Singen-Donau- eschingen, in das Maschennetz der Hauptrouten sich ganz naturgemäss einfügen, sondern von dem Reisenden nach Be- dürfniss verwendet werden mögen. Auf der beigegebenen Orientirungskarte sind die Haupt- routen mit dicken, die wichtigeren Nebenrouten mit dünnen Strichen angegeben. Die Wegebeschreibung im Buche er- möglicht das Zurechtfinden so sehr, dass man ausserdem keine grössere Karte nöthig hat. Wer aber den Genuss, welchen eine gute Reisekarte gewährt, sich nicht versagen will, dem seien empfohlen:„die topographischen Karten“ des Landes, die in jeder Buchhandlung einzeln zu haben sind. 2. Die Wegebeschreibung. Die richtigen Wege sind in dem so sehr cultivirten Schwarzwalde im Allgemeinen nicht schwer zu finden für einen in solchen Dingen Geübteren. Es kam aber darauf an, auch Ungeübten die Möglichkeit an die Hand zu geben, wie sie ohne einen Führer(vgl. w. u.) sich zurechtfänden, RRNNNN N 2 RRNNN 2 UUEUUU XIV zumal an vielen Stellen, wo es wünschenswerth wäre, die K8p.. Megꝛbeisen fehlen. Es wurde deshalb Gewicht gelegt auf Ceben,! eine Wegebeschreibung, welche bei allen wichtigeren Thei- Zelnend len, besonders wo Zweifel möglich, Wegenotizen, Kennzei- chen etc. nach persönlicher Erfahrung des Verfassers bringt. An einigen Stellen schien es nöthig, den Weg in beiden däukens Richtungen zu beschreiben. Obacktet euden! 3. Angabe von Zeit und Entfernung. Nirgends waltet in Reisebüchern grössere Unsicherheit gradei ob, als in diesem Punkte. Und doch sind grade hierbei Tadel dem Touristen Fehler, mögen sie in Fehlen der Angabe Irinlge oder falscher Abmessung bestehen, am Allerempfindlichsten- lel. D Es ist allerdings die langweiligste Arbeit bei der Durch- Immen reisung einer Gegend wie bei der Ausarbeitung des Buches. Die Wenn man aber ein praktisches Reisebuch zu Stande brin- die flen gen will, müsste ein unbefangenes Urtheil dies doch für die Vicht, d erste Grundforderung ansehen, der sich Niemand entziehen die Scl darf. Mit der Uhr in der Hand hat der Verfasser alles gleichen Wichtigere gemessen, und für seine originalen Angaben darf chene, er minutiöse Gewissenhaftigkeit behaupten. Wenn der Leser Und in die hier gegebenen Messungen mit denen anderer Bücher laben. vergleichen will, so wird er zunächst über die Menge von Häusli Zahlen staunen, die anderwärts fehlen; dann aber wird er Firklie finden, dass des Verfassers Zahlen fast beständig von den Sauber, anderwärts wirklich gegebenen abweichen. Der Verfasser rosder hält aber(Irrthum im Einzelfalle als menschlich vorbehalten) latter die Richtigkeit seiner Angaben aufrecht. Er hat, durch Dörkern langjährige Erfahrung darauf geführt, das räumliche Mass Wude 1 gar nicht berücksichtigt, sondern als Mass angewendet: die ſctert Geh-Stumde. Hiernach sind alle Entfernungen bemessen wor- den. Und zwar legte er ein Schritt-Tempo zu Grunde, wie f es ein gesunder Mann in guten Jahren einzuschlagen pflegt, der gern zu Fuss reist, aber doch nur zu seinem Vergnügen; der also immer so gehen will, dass er jederzeit am Gehen Suthei selbst, wie an der durchwanderten Gegend Genuss findet; mn fi der deshalb niemals sich übereilen oder übermüden will. 0 Besonders Leichtfüssige, so wie schwerfälliger Gehende wer⸗ den sehr bald das Verhältniss heraus finden, in dem ihr abweichendes Tempo zu dem im Buche beobachteten steht. Bei den Meisten werden aber diese Angaben zutreffen.— Die in diesem Buche so überaus zahlreichen Entfernungs- RRDRRSeN resp. Zeit-Angaben übersichtlich für das Auge, selbst beim Gehen, zu machen, wurde das Mittel angewendet, die ein- zelnen Stationen des Weges nebst der betreffenden Zahl von den vorhergehenden Stationen zu trennen, und zwar in den Hauptrouten durch Absätze, in den Nebenrouten durch Ge- dankenstriche. Verfasser hofft, dass sich in die dabei be- obachtete Form im Einzelfalle der Leser sehr schnell hinein finden wird. Worauf in manchem Reisebuche viel Sorgfalt verwendet wurde, die Preisangaben, schien dagegen dem Verfasser grade in diesem Buche ebenso selten nöthig, wie Lob oder Tadel oder gar Sternchen. Nur über Fuhrgelder, Pensionen, Trinkgelder ist ihm manchmal eine Angabe nöthig erschie- nen. Denn worauf es hier besonders dem Reisenden anzu- kommen pflegt: Die Gasthöfe, sind im Schwarzwalde der Art, dass man sie den meisten Gebirgsgegenden als Muster hinstellen kann. Nicht, dass sich überall in den Bergen Paläste fänden, wie die Schweizer Gasthofsindustrie sie hervorzaubert. Der- gleichen findet sich nur in den grösseren Städten der Rhein- ebene, die ja ehemals das Vorbild für die Schweiz abgaben, und in den Bädern, welche einen grossen Fremdenzufluss haben. Vielmehr weit Besseres: Gemüthlich ansprechende Häuslichkeit, wohlthuend freundliches Entgegenkommen, wirkliche Sorgfalt für das Wohlbefinden des Reisenden, Sauberkeit, gute Betten, Speise und Trank nicht grade in grosser Auswahl, aber gesunder, nahrhafter und schmack- hafter Art, machen die Gasthäuser selbst in den kleinen Dörfern so wohnlich und behaglich, dass selbst solche rei- sende Damen, welche nicht zu viel Luxus beanspruchen, oft erstaunen werden, wie sehr ihren Bedürfnissen entgegen- gekommen ist. Ausnahmen hiervon sind in der That höchst selten aufzutreiben. Männer gar werden fast niemals eine Entbehrung empfinden. Es sei denn etwa Bier-Trinker. Doch auch in rebus biericis hat eine so grosse Vervollkommnung stattgefunden, dass es weit verbreitet, und so gut wie stets von reinem, gesunden Stoff und häufig sehr wohlschmeckend ist. Der Verfasser hat diesem Getränk im Buche seine Auf⸗ merksamkeit zugewendet, weil er weiss, dass dem Fuss- wanderer nichts stärkender ist, als Dies. Aber wo auch nichts bemerkt ist, unterlasse der Durstige eine Frage nicht.— Man ha also nichts gethan, als die grösseren Etablissements den kleineren vorausgestellt. Einzelne Urtheile schienen RR XVI an den betreffenden Stellen im Interesse des Reisenden nöthig. Mit Ausnahme der einzelnen grossen Häuser, welche wegen des vergleichsweisen Luxus, den die zu ihnen strö- mende Fremdenmasse heutzutage nun einmal beansprucht, dem entsprechend höhere Preise stellen, kann man folgende Mittelpreise annehmen: Zimmer zwischen 30 kr. und 1 fl. den Tag. Frühstück 18 bis 36 kr. Mittag von 36 Kr. bis 1 fl. 12 Kkr. Bedienung(die nicht immer in Rechnung ge- bracht wird) 15 bis 24 kr. Trinkgeld immer an den Haus- Enecht. Bougie's zu berechnen hat anständiger Weise fast ganz aufgehört. Bei längerem Aufenthalt, manchmal selbst unter 8 Pagen, kann man Pensionspreise fast überall aus- machen, und variiren diese zwischen 1 fl. 30 Er 30 kr. Mit Vergnügen wird der Reisende finden, wie wenig Verbreitet die Sitte des Prellens ist. Noch ist überall die Parole: Reell, Leistung gegen Leistung.— Wir dürfen in- dessen nicht verhehlen, dass, mit Ausnahme der grösseren Badeorte, die Württembergischen Gasthöfe oft um mehrere Stufen unter den Badischen stehen. Aber Freundlichkeit und Bereitwilligkeit findet sich auch da überall. Das Fuhrwerk ist, ausser in den Bädern und grossen Städten, nicht grade elegant, aber genigend, die Thiere meist in gutem Pflegestand, und die Preise auch hier er- trüglich. Zweispänner(die billiger werden als Einspänner, wenn sich mehrere Personen zusammenthun) kosten zwischen 7 bis 11 fl. täglich. Einspänner(meist die sog. Berner Wägelchen, für Damen nicht bequem, aber freier zur Um- schaàu) 5 bis 6 fl. täglich. Ausserdem Trinkgeld 1 fl. oder etwas mehr. Die pPosten, welche das Gebirge in vielen Richtungen durchfahren, sind leidlich bequem, und meist gut organisirt. In ihrem Fahrplan macht sich das Bedürfniss nach Abände- rung so oft geltend, dass wir vorzogen, im Texte die Ab- fahrtszeiten nicht zu präzisiren, sondern an dieser Stelle zu verweisen auf den in Carlsruhe bei Fr. Müller erscheinen- den Fahrplan der Grossherzoglich Badischen Eisenbahnen, Posten, Dampfschiffe,— so wie auf den bei Kröner in Stuttgart herauskommenden Fahrplan der rttembergischen Posten und Bahnen. Die Führer im Schwarzwalde sind nicht Mitglieder einer Genossenschaft, die ein Gewerbe daraus macht, wie selbst in kleineren Gebirgsgegenden. Man muss vielmehr irgend einen Burschen oder unbeschäftigten Mann aufzutreiben suchen, Stelle zu rscheinen- nd einen en suchen, wozu der Gastwirth am besten Rath weiss. Aber es ergibt sich für den Reisenden daraus, dass er auch selten Leute findet, welche genügend instruirt sind, Auskunft über alles Wünschenswerthe zu geben. Ja, selbst Irreführer kommen vor. Die arbeitsame Bevölkerung hält es für„eine Schande spazieren zu gehen,“ und deshalb finden sich zum Führen nicht Viele bereit, wenn Arbeit da ist. Daher auch gibt es keine zu präzisirenden Lohnsätze. Man kann einmal sehr billig wegkommen, ein andermal aber unverhältniss- mässig viel bezahlen müssen. Meist kommt man ohne Füh⸗ rer zurecht, und ist derselbe nur wegen des Gepäcktragens angenehm. Wer aber versteht, die wenigen Requisiten, welche ein Fusswanderer in diesen Gegenden eigentlich nur braucht, praktisch einzupacken, wird keines Trägers bedürfen. Eigent- liche Strapazen kommen nur wenige vor. Denn die Wege sind meist vorzüglich. Es gehen nämlich Fahrwege, und zwar an vielen Stellen überraschend vor- ziügliche Prachtstrassen fast zu allen Punkten, und sind hiervon nur wenige Kuppen(nicht einmal der Feldberg) ausgenommen. Dieses Strassennetz kann man einen Stolz des Landes nennen. Es verdankt sein Entstehen vorzüglich der Nothwendigkeit guter Fahrstrassen zur Abführung des Holzes, in neuer Zeit aber der klaren Einsicht der Bevölke- rung, wie wohlthätig in jeder Beziehung zum Fortschritt des Landes diese Bauten wirken. Pierde und Esel zu Bergreisen sind nur in einigen Bädern zu finden, sonst gar nicht üblich. Sie haben bestimmte Taxen. Das Gepäck, das der Fusswanderer mit sich trägt, gehe über den Bedarf von 8 Tagen nicht hinaus. Alles Uebrige sende man mit der Post an Orte voraus, wo man in Zeit einer Woche etwa voraussichtlich eintreffen wird. Auch findet sich ja die Gelegenheit, waschen zu lassen, öfters. Ein Hemd, zwei Paar Strümpfe, Schnupftücher, einige Kra- gen, Waschzeug, etwas Nähzeug, das ist Alles, was der Verfasser in seinen Plaid zu wickeln, und an einem breiten KRiemen seitwärts über eine Schulter zu hängen pflegt. Selbst Hausschuh kann man auslassen, denn sie pflegen in den Wirthshäusern vorräthig zu sein.— Eine Bitte möchten wir hier an die Herren Wirthe richten: dass sie überall Stiefelknechte in den Zimmern halten möchten. Ihr Fehlen v. Seydlitz, Schwarzwald. II UU XVIII peraubt den müde und bestaubt ankommenden Reisenden einer sehr nöthigen Bequemlichkeit. Als Kleidung empfehlen sich: 200llenes Hemd, und ebenso mittelstarker Anzug von Wollenstoff, da Temperaturverände- rungen nicht selten sind. Das Schuhwerk bestehe in Schuh oder Stiefeln von star- kem Leder, mit Doppelschlen und einem Beschlag von kleinen Iunm Nägeln oder Stiften in mehreren Reihen rings um den Rand Jeise der Sohle, so wie auf dem, und zwar niedrigen Hacken. Buch S0o gewaltige Bergschuh, wie in der Schweiz, sind nicht des nöthig. Dennoch wird den Sohlen durch Feuchtigkeit und bel Kieseln Manches geboten.— Ein Schirm mit starkem Stock und fester Krücke vervollständigen die Ausrüstung. Er reicht aus. Doch lässt sich nicht leugnen, dass, wer den 1 Gebrauch eines Bergstoches aus dem Grunde versteht, auch im Schwarzwalde sich durch ihn manche Erleichterung ge- wühren kann. In den schlesischen Gebirgen hat sich der- selbe schon Heimathsrecht erworben. Warum sollte falsche Scham vor Auffällig-sein dies im noch mehr dazu geeigneten Schwarzwalde hindern? Was die Reisezeit betrifft, so ist der Sommer die beste. Wer es besonders auf die Alpenfernsichten abgesehen hat, muss Frühjahr oder Herbst Wwählen, weil jene im Sommer nur selten ungetrübt erwartet werden können. Aber mit seinem frischprangenden Leben, seiner Fülle von Farben in Thal und Bergen, ist der Sommer vom Juni ab die Zeit, wWo sich das Schwarzwaldgebirge an sich selbst am reizvoll- sten darstellt. Was nun schliesslich den Punkt der Reisekosten anbe- langt, so beschränken wir uns auf die Bemerkung, dass man, ungerechnet die Hin- und Herreise, sehr gut mit 2½ bis 3 Thlr. täglich auskommen kann. In Gulden: 4½ bis 5½ fl. Und zwar lässt man sich dabei nichts abgehen, und kann hin und wieder einen Führer, auch Fuhrwerk mit davon bestreiten. Wir schliessen unser Vorwort mit herzlichem Danke gegen einige Herren, welche mit Rath und That das Zu- standekommen dieses Werkchens gefördert haben. Ebenso aber bitten wir freundlichst, und zwar Reisende wie Orts- angehörige, welche sich, wie wir ja wünschen müssen, recht zahlreich, mit dem Büchlein bekannt machen, es nicht azu XIX verschmähen, da wo sie Irrthümer oder Mängel bemerken, thatsächliche Angaben und Berichtigungen der Verlagsbuch- handlung einzusenden. Jeder, der dieses Interesse uns Zzu- wendet, sei sicher, dass seine Angaben bei vorkommender Gelegenheit gewissenhaft berücksichtigt werden sollen. Wir bemerken noch über das Register, dass auf eine sehr weit gehende Vollständigkeit desselben Bedacht ge- nommen wurde, weil der Verfasser aus eigner Erfahrung weiss, wie sehr eine solche nicht nur zur Orientirung im Buche, sondern auch zur Kenntniss des durchreisten Lan- des beiträgt. Deshalb sind im Register nur absolut uner- hebliche Orte weggelassen worden. Berlin, im Mai 1870. Dr. G. v. Seydlitz. 2 RRNUNNRNNN 2 RRRRD Einleitung. Die hier behandelten Gegenden gehören in der Ent- wicklung alles Dessen, was die materielle wie die geistige Seite des Lebens betrifft, zu den in der Cultur fortge- schrittensten unseres deutschen Vaterlandes. Wer sie er- blickt, wird lachen über den noch immer nicht ganz aus- gestorbenen Wahn, der sich unter„Odenwald“ einen„öden Wald,“ unter„Schwarzwald“ ein undurchdringliches, un- wirthliches Waldrevier„schwarzen Tannenwaldes“ vorstellt. Aufgehen wird ihm das Herz beim Anblick dieses Segens, den er aus der ehrlichen Arbeit dieser festen deutschen Art überall emporblühen sieht. Und dieser Menschenschlag: gesund, Kraftvoll, selbstbewusst, und dabei so lerneifrig, so herzlich, so treuherzig schalkhaft in aller Derbheit, wem sollte der nicht gefallen? Freilich, die Art des Landes ist: grade heraus mit der Meinung, nicht aus Höflichkeit frem- der Ansicht scheinen wollen. Also Widerspruch wird sich manchmal finden. Aber der Reisende sei sicher: hat sein Herz noch die Fähigkeit den treugemeinten deutschen Hand- schlag zu geben und zu nehmen, so wird sich schnell fin- den, wWwo für seine Ansichten und die der Anderen der Punkt des Zusammenstimmens liegt: in der gemeinsamen Liebe zum deutschen Wesen, in dem Alle eins sind. Wer sich tiefer als der Zweck dieses Büchleins sein kann, in die Geschichte dieser Länder versenkt, wird aber gradezu Erhebung und Begeisterung fühlen müssen, wenn er sicht, wie aus allen zahllosen Widerwärtigkeiten und Hemmnissen durch eine lange Reihe von Jahrhunderten seit jener Zeit, wo römische Cultur die ersten, und bald immer zahlreicheren Gründungen hierselbst vollzog, unbeugsam und Samm lier.- Wolble Leiten Weucst Halb u mug Fenn à Iofnun, eren 8. ſir nun Wi⸗ it fiel u lt nit Relthal ö Wele g0 hi 01 Wen un Keuluten r Punkt Liebe mbeugsam und zähe die menschliche Kraft sich emporrang. Die Zu- sammenstösse der Interessen, im Grossen wie im Kleinen, hier an der Weltstrasse der Europäischen Menschheit, welche das Rheinthal mit seinen Umfassungen zu allen Zeiten bildete, sind unzählig; sie dauerten bis in die neuesten Zeiten. Ebenso waren unzählig die ganz oder halb unabhängigen Gebiete, aus denen die jetzigen grösseren Staatencomplexe erwuchsen, und sie vereinzelten sich oder gruppirten sich in allen diesen Kämpfen wirr durcheinan- der. Dennoch, als die Sündfluth der Napoleonischen Kriege verlief, und das heutige Baden, Hessen, Württemberg aus der gährenden Masse zu definitiver Form kristallisirt waren, da richtete sich die kernige deutsche Art ihr Haus bald 50 Wohnlich ein, da nahm die Entwicklung einen so hohen Aufschwung— selbst, wie wir besonders Baden allezeit zum hohen Ruhme anrechnen müssen, die politische— dass die deutschen Brüder in Nord und Ost bald mit Bewunde- rung hierher blickten, welche Neid hätte werden können, wenn aus dieser Entwickelung nicht für sie selbst eine Hoffnung grosser deutscher Zukunft geleuchtet hätte, an deren Schwelle, so hoffen wir zum Geiste unseres Volkes, wir nun heute stehen. Wir schreiben hier keine politische Schrift, glaubten jedoch an dieser Stelle mit einigen Worten auf die bedeut- same Stellung hinweisen zu müssen, welche für Deutschland und die europäische Civilisation die Gegenden einnehmen, welche der Tourist durchwandert, der unser Büchlein zur Hand nimmt. Der Haupttheil dieses Buches behandelt den Schwarz- wald, mit Höhgau und Bodensee als Anhang. In der Ein- trittsroute 1 haben wir ausserdem auch den Odenwald be- handelt, weil er für Viele, besonders Reisende aus dem Norden, ein zweckmässiger Anfang der Wanderung ist. Der Odenwald ist viel umfassender, als Das, was unser Buch bringt. Er geht nämlich, in dem Breitengrade Bruchsals anfangend, etwa 10 Meilen nach Norden, und, von der Eisenbahn im Rheinthal gerechnet, variirend zwischen 4 bis 7 oder mehr Meilen gen Osten. Man rechnet selbst die Höhen bei Tau- berbischofsheim noch zu seinen östlichen Ausläufern. Wir haben uns indessen darauf beschränkt, von der„Bergstrasse“ genannten westlichen Erhebung aus, die vom Rheinthal auf- NRNNRNNNNN NRN RNNNU RDNNNN — RR XXII steigt, nur einen etwa 4 Meilen breiten Theil zu behandeln, 101 der ausserdem nur ungefähr 5 Meilen vom Neckar ab sich 00 nördlich zieht, weil uns nur dieser Theil den Touristen W unseres Büchleins zu interessiren schien. Wer genauere Lulude Studien über dieses Gebirgsland treiben will, dem seien u. A. empfohlen: Grimm, Vorzeit und Gegenwart an der 1 Bergstrasse, am Neckar und im Odenwald, Darmstadt 1822; I und Jäger, die Land- und Forstwirthschaft des Odenwaldes, Darmstadt 1842. Das Gebirge bildet kein eigentlich geschlossenes Gan- zes, sondern ist im Charakter eines, durch meist nicht enge Thäler durchfurchten, hügeligen Plateaus von 13-1500“ Mittelhöhe, das sich zwar steil zur Rheinebene, östlich und südöstlich dagegen sehr allmählig in das Badische und Württembergische Hügelland verliert. Der höchste Berg ist der Katsenbuche! oder Pinterhiauch, 2094“, an der öst- lichen Gränze unserer Ausführungen. Der bekannteste da- gegen der Melibocus oder Malehen bei Zwingenberg, 1611“ Das Gestein des hier behandelten Theiles ist meist Granit, Gneis, Syenit, Porphyr. Der Katzenbuckel, schon in dem überwiegend aus buntem Sandstein bestehenden Gebiet des Echen lckh stu östlichen Theiles, ist eine Doleritkuppe.— Die Landschaf- ten des Odenwaldes bieten fast nur ein freundliches, lachen- des Bild. Wald, Wiesen, Felder, sanfte Kuppen, selten 8 uch de eine rauhere Stelle. Doch ist der Reichthum seiner Be- wohner nicht gross. Meist sind Holz, Getraide die eigent- lichen Produkte. Industrie tritt in den hier geschilderten Theilen nicht besonders hervor. Aber man sieht auch nicht grade Armuth. An der Bergstrasse herrscht ersichtlich viel grössere Wohlhabenheit. Schon die Cultur des dort in Fülle wachsenden, an einigen Stellen ganz ausgezeichneten, Weines hilft dazu mit. Die Dörfer sind oft sehr zerstreut gebaut, aber nicht aus Mangel an Bevölkerung. Diese ist Vielmehr so zahlreich, dass deshalb vielfach Auswanderung stattfindet. Die Bewohner sind ursprünglich alemannischen Schlages; später wanderten dazu die Franken ein. Die rege Phantasie dieses Völkchens fand in dem Burgen- und Waldreichen Heimathlande so viel Nahrung, dass sie das- selbe mit zahlreichen Sagen bevölkerte. Dem Fremden be- Uärt sich gegnet der Odenwälder entgegenkommend, bereitwillig, hilf- Inhen, reich. Lilerm e Der Name des Gebirges, im Mittelalter Odunewald, Uikenns Otenwald, und Ottonewald, dürfte doch wohl seinen Ur- Whicl R XXIII sprung von Odin genommen haben, obgleich es viel be- zweifelt wurde. Denn Wuotan, wie allerdings der höchste Gott dieser Gegend hiess, und Odin dürften doch nur Um- lautungen desselben Wortes sein. Der Schwarzwald, unser Hauptthema, hat eine Ausdehnung von Süd nach Nord éetwa 21, von West nach Ost im südlichen Theile etwa 10, im nördlichen 6, und weniger Meilen. Sein Flächenin- halt beträgt etwa 120 Quadratmeilen, von welchen etwa 28 Württemberg, 92 Baden gehören. Er zieht sich von dem Rheine, wo dieser zwischen Bodensee und Basel einen im Ganzen westlichen Lauf hat, nördlich bis in die Höhe einer Linie, die man etwa von Baden nach Pforzheim zöge. Das Hügelland nördlich dieser Linie, welches zum Odenwalde hinüberleitet, pflegt man zum Schwarzwald nicht mehr zu rechnen. Westlich fällt er steil in die Rheinebene ab. Oest- lich stuft er allmählig in das Württembergische Hügelland ab, in die schwäbische Alp sich verlierend. Südöstlich heissen die letzten, gegen den Rhein bei Schaffhausen aus- laufenden Ketten, welche Juraformation haben, das Randen- gebirge; und hievon nordöstlich schliesst sich der Hegau oder Höhgau ihm an, der ganz vulkanischer Formation, von ganz anderem Charakter ist. Vulkanischen Ursprunges ist auch der Katserstulil, ein aus der Rheinebene nordwestlich von Freiburg ganz selbstständig aufsteigendes, kaum 1½ Mei- len breites und langes Gebirge, über welches das Nöthige in R. 20 gesagt ist. Der Schwarzwald, obwohl eine Wasserscheide in ihm von Süden nach Norden au verfolgen ist, hat doch keine systematischen Kettenzüge, sondern ist ein gewaltiges Hügel- land, nach allen Richtungen zerrissen und gegliedert durch zahlreiche, breite, schmale, tief eingeschnittene, oder sanft geschwungene Thäler; woraus sich eine reiche Fülle ver- schiedenster Landschaftsbilder ergiebt. Aus dem ihn meist bildenden Gestein, Granit, Gneis, Porphyr, an den sich nach Osten Buntsandstein anlegt(übrigens auch im Mitteltheile des Gebirges vorhanden, 2z. B. béei Harmersbach, R. 13) er- klärt sich die Formation seiner Höhen, die nur in runden Kuppen, Belch oder Bolch genannt, gipfeln, zwischen den Thälern der Murg und Kinzig mit breitgewölbten Sandstein- plateaus überdeckt. Alle Kuüppen sind oben mit dichtem Erdreich bedeckt, das häufig, besonders auf den„Grinden“ NRD XXIV (und solche sind auch der Feldberg und viele Hochkuppen zn der südlichen Theile) von mooriger Beschaffenheit ist, und N5 sich in die Hochthäler als torfmoorartiger Boden hineinzieht. 0 In diesen Hochthälern sind dann die Stellen, wo in Urzeiten 7 gewaltige breite Seeflächen einen wunderbaren Anblick Mit boten. Von ihnen stammen als kärgliche Reste die kleinen J ib Hochseen der heutigen Zeit, Feldsee, Titisee, Schluchsee, 1 1 Mummelsee, und andere noch kleinere. Diese weiten feuch- Var ten Bodenstrecken sind aber ein Segen für das Land. Aus W11 ihnen quellen den Sommer über die, wenn auch schwächeren, 7 doch ausdauernden Bäche, welche die Industrie des Schwarz- 154 wälders sichern. Ihre Austrocknung wäre ein unheilbarer Schlag für das Land. Die Haupterhebungen des Gebirges liegen im nordwest- lichen Theile des südlichen Schwarzwaldes. Es sind, als Mittelpunkt, der Feldberꝗ 4982“, und um ihn herum lagern besonders: das Heræogenhorn 4724“, der Blössling 4332½, 900 die Bärhalde 4401“, der Todte Manm 4384“, der Eralasten alrs 4288“, der Herschogf, 4221“, und südwestlich davon noch Belehen 4718“, und Blauen 3889“, nebst Köhlgarnten 4103“. — Der südliche Schwarzwald bildet auch die Wasserscheide Eün zwischen Rhein und Donau. Doch wird dieselbe nicht durch unellie die eben genannten höchsten Spitzen bewirkt, welche schon Duitscl zu weit westlich liegen, sondern durch die Höhen bei igen. St. Georgen und Trberꝗ, welchen die Quellen der Donau, Brig und Breg, entfliessen. Von ihnen aus geht eine gar nicht weiter hervortretende Bodenerhebung nach Südosten, etwa in der Richtung zum Handengebirge, und bewirkt mit diesem und den Höhen des Hegdu die Trennung beider Quellengebiete.— Im mittleren Theile des Gebirges be- zeichnet nördlich vom Feldberg und nordöstlich von Frei- burg die Spitze des Kandels mit 4144“ die höchste Erhe- bung des Schwarzwaldes, an welche die Höhen nördlich von St. Märgen anschliessen, und zu der eben beschriebenen Wasserscheide hinüberleiten.— Im nördlichen Theile ist die Hornisgrinde mit 3887“ die höchste Erhebung, ausser ihr weiter südwestlich: der rothie Sohhlihf 3520“, Rossbνjν3221“, leit getal Kniebis 3224/, die Letterstatten Höhe 32281, und der Hunds- Rlett la Kof 3174“, und nördlich: die Badener Höie 3348“, nahebei licke, Ochsenboꝑf 3521, Hochhopf 3470“, Nüglesboꝑf 3319“, und Vene nordöstlich, 3 Std. von Wildbad der Hohlohhogf 3302“. Wubffl Man theilt den Schwarzwald in eine nördliche und sujd- 0 biz liche Hälfte, welche durch den grossen Einschnitt des Kin- i00 RRRRR XXV zigtſiales getrennt werden. In unserem Buche ist eine, eben- falls häufig gebräuchliche, Dreitheilung vielfach gebraucht. In dieser rechnet man zum mittleren Schwarzwald den Theil des Gebirges zwischen Kinæaigthal und Dreisamihal. Diese Eintheilung hat praktische Uebersichtlichkeit für sich. Unsere ersten Nachrichten über den Schwarzwald, wie alle über Deutschland, haben wir von den Römern. Ihnen war der Schwarzwald ein Theil des grossen silva Hercynia, zu welchem noch Thüringen und der Harz, und die zwischen- liegenden Gebirge gerechnet wurden, und welchen Cäsar auf 60 Tagereisen Länge, 9 Tagereisen Breite schätzte. Und zwar hiess der nördliche Theil des jetzigen Schwarzwaldes silva Marciana. Der Theil, wo die Donauquellen sind, hiess Mons Abnoba. Doch war dieser Name wahrschein- lich der des ganzen südlichen Theiles, da man in Baden- weiler einen Altar der Diana Abnoba gefunden hat. Nigra Silva war mittelalterlicher Name. Die Römischen Schrift- steller schildern diese Gegenden übereinstimmend als 80 unwirthlich, dass nur der dort Geborene sich entschliessen könnte, darin zu leben. Besonders gewaltig schildern Sie, wie im Winter die Schneelasten auf den breiten Wipfeln urweltlicher Tannen und Eichen, die ihnen das ganze Deutschland zu bedecken schienen, endlose Monate lang liegen. Bei alle Dem muss es doch zahlreiche Leute unter ihnen gegeben haben, welche sich gar wohl azu acelimatisiren wussten, denn das ganze Gebirgsland ist, mit Ausnahme der höchsten Kuppen, mit römischen Resten überstreut; mehrere prächtige Strassen zogen über ziemlich hohe Kuppen und Sättel des Gebirges durch das ganze Land hin weit nach Norden in Deutschland die Ansiedelungen verbindend, in wel- chen, nach den ausgegrabenen Funden in den Römerresten zu schliessen, sogar ein ganz hübscher Comfort geherrscht haben möchte. Speciell war Baden-Baden schon Röm. Luxusbad. Nichts desto weniger hat noch bis in die allerneusten Zeiten bei Franzosen und Engländern das Gebirge im Rufe ungeheuerlicher Wildheit sagenreicher, grauenhafter Unsicher- heit gestanden. Wie lange Deutsche diese Faseleien nach- gebetet haben, bleibe unerörtert. Wenden wir uns zu dem Anblicke, den der Schwarzwald heutzutage bietet. Seine Landschaften entbehren freilich der schroffen Fel- sengipfel und strahlenden Gletschermassen, welche in den Apengebirgen gen Himmel starren. Neben vielen einander ähnlichen Stellen überrascht aber dennoch eine reiche Fülle R XXVI grosser Abwechslung. Prachtvolle Wülder, manchmal an ur- weltliche Zeiten mahnend, die aber durchaus nicht nur von Nadelholz, sondern sehr häufig vom köstlichsten Laubholz zusammengesetazt sind, saftige Alpen- und Thalwiesen, schön- geschwungene Kuppen, enge Thalschluchten, bäufig Fels- Partieen, mehrfach von ergreifender Wucht, gewaltiger Masse, starrer Wildheit, hellblinkende, immerrauschende Bäche und Flüsschen, mit manchem anmuthigen Wasserfall, auch grösse- ren darunter, 2. B. der weitberühmte Tryberger, dann einige recht schöne Seen, üppige Feldfluren, schöne Obst- und reiche Weingelände, theils in engen, vielgewundenen Thälern, theils in breiten, weit aus gelegten, dazu eine Fülle von Städtchen, grossen und Kkleinen Dörfern, deren einzelne Höfe oft langhin im Thal gestreckt, oder weithin auf den Höhen zerstreut, Alles gediegen, solid, sauber gebaut, darunter oft architeeto- nisch bedeutsame Bauten, wie Kirchen, Rathhäuser, Schulen, Fabriken, Schlösser, Privathäuser, überall altersgraue Mauern geschicht- und sagenreicher Burg- und Schlosstrümmer da- zwischen,— alle diese zahlreichen Elemente bieten immer wieder neue Combinationen, welche in den malerischesten Bil- dern, bei manchen Theilen des Gebirges fast in Ueberfülle, fir kün herandrängen. Bilder, bald lieblich und heiter idyllisch, bald Ilge ar ernst, wehmuthsvoll, bald schaurig düster, bald wild und ge- die Wer waltsam, bald erhaben grossartig, und jederzeit von dem 1 indu Zauber durchwebt, den unsere deutsche Erde auf jedes empfin- f dende Gemüth vor anderen Ländern auszuüben scheint, und der über das Ganze einen duftigen Schleier von Poesie, Sage und wunderbarer Geschichte breitet. Wer Liebbaber des deutschen Waldes ist, der kann hier, wenn irgendwo, träumen, sich berauschen am Klange der Naturstimmen, mit ihnen singen und jubeln. Aufgehen wird ihm hier Herz und Sinn. Wer den Harz, Thüringen, die schlesischen Gebirge kennt, wird Alles, was ihn dort vereinzelt entzückte, in diesem Ge- birge vereinigt finden, und damit noch die alpenartige Gross-. artigkeit mancher Landschaften, den fast schweizerischen Charakter mancher Thäler.— Noch eine ganz besondere Glanzseite bilden die Fernsichten von den höchsten Punkten des Gebirges auf die Alpenketten. Im Frühjahr und Herbst sind sie häufig. Gerade in der Hauptreisezeit, im Sommer, selten. Und kaum kann man sie oft wünschen. Denn stets trifkt im Sommer die Regel ein, dass den nächsten Tag, nach dem sich die Eispaläste wie ein schimmerndes Märchenbild klen ie gezeigt haben, schlechtes Wetter eintritt. 16 XXVII Die Forà des Gebirges ist sehr reichhaltig, und geht aus der der Alpenpflanzen(Gegend der Feldbergkuppen) bis in die der Niederungen hinab. Die Rebe deckt die untersten Hänge des Gebirges. Weit hinein in die Thäler des Gebirges erstreckt sich die Obstkultur, die in neuerer Zeit grossen Auf- schwung nimmt. Dazu kommen Nuss- und Kastanienbaum. Bis 2500“ steigt herrlicher Laubwald empor, viel Buchen, Ahorn, Eichen. Darüber tritt der eigentliche„Schwarzwalde, das Nadelholz ein. Auf dem Hochplateau findet sich Knie- holz, die Legföhre. Ganz oben Weideland. Aber bis 3400“ steigt ertragreicher Feldbau empor, denn der Boden an sich ist überall fruchtbar. An Lhieren ist der Schwarzwald vergleichsweise arm. Ein ziemlicher Rehstand findet sich, und mehr gerühmt und be- sprochen als ergiebig ist die Jagd auf Auerhähne. Auffällig oft wird der Reisende auf zahlreiche Elstern stossen, nicht zum Nutzen des kleinen Vogelstandes, und somit des durch diesen am Besten geschützten Holzbestandes. An Fischen ijst wenig mehr zu nennen, als die Bachforelle. Auf die Zucht derselben, und überhaupt die Fischzucht hat sich ein Verein für künstliche Fischzucht in Freiburg gelegt, der schon Er- folge aufzuweisen hat. Wünschen wir ihm Viele in Zukunft. Sie werden erschwert durch die Verwendung der Gewässer Zzu industriellen Zwecken. Man hofft aber, Mittel und Wege zu finden, um beide wichtige Dinge miteinander zu vereinen; und auch die Regierung wendet dieser Angelegenheit eine rühmliche Sorge zu. Das Voll, das diese Gebirge bewohnt, kann man eine Mischbevölkerung nennen. Die Keltisch-Romanische Mischung, welche, im nördlichen Theile mit Franken versetzt, aus der Rheinebene allmählig in das Gebirge sich hinaufzog, ist der eine zu Grunde liegende Haupttheil. In der Völkerwanderung War er schon ganz durch deutsche Stämme versetzt worden. Den anderen Grundstoff bildet der Alemannische Stamm, wel- cher von Osten ber das Gebirge fast ganz überzog, und sich theilweise hier noch sehr ungemischt erhalten hat. Später traten aber zu ihm im Nordosten und Osten, wie eine neue sich zum Theil darüber legende Schicht, die Schwaben. Sie sind freilich im Grundstock auch Alemannen, aber schon mit einem später zu ihnen eingewanderten Stamme, den Suewen gemischt. Im Süden wieder griffen stellenweise weit über den Rhein die Burgundischen Stämme, und deren Blut rollt noch heut in dem Hauensteiner Völkchen, wo sich Alemannen und Nöö XXVIII Burgunder mischten, wüährend unmittelbar neben ihnen das Wiesenthal grade als Hauptsitz rein Alemannischen Wesens ilt.— Demgemäss haben sich zahlreiche sehr abweichende Mundarten hier auf verhältnissmässig engem Raume zusammen- gefunden und neugebildet, s0 wie erhalten und ausgebildet. Nicht minder hielt sich lange eine grosse Mannichfaltigkeit in den Volkstrachten. Diese weichen nun freilich in neuerer Zeit so schnell der sog. städtischen Tracht, besonders in der Woche, dass der Reisende kaum noch im Hanauer oder Hauen- steiner Ländchen oder in der Gegend um Tryberg auf die- selben aufmerksam wird. Am Meisten trifft er sie noch, wenn er zufällig an einem Jahrmarktstage in Städten wie Wald-⸗ Kirch, Freiburg etc. verweilt. Der Grund des Verschwindens der oft(nicht immer) wirklich malerischen Trachten ist ein sehr vernünftiger: sie kosten sehr viel mehr, als die einfache Tracht, welche heutzutage üblich wird.— Zahlreiche Volks- sitten, besonders im Spiel und Festvergnügungen, werden auf- geführt. Doch wird der Tourist selten einem anderen Volks- vergnügen begegnen, als dem überall leidenschaftlich getrie- benen Kegelspiel. Auch darin tritt indessen die nivellirende Tendenz der Zeit hervor: die alten Gebräuche sterben aus. Aber man denke nicht etwa, dass damit auch ein gleich- 1 1* gültiger stumpfer Sinn in Bezug auf die ernsten Interessen ellne des Lebens einrisse. Weit davon! Vielmehr wird der Rei- ikn Nen sende mit hohem Vergnügen Zeuge sein von der aufgeweckten, 5 lunberte lebensfrischen, alle Verhältnisse mit lebendigster Theilnahme ergreifenden Art der Leute. Und vor Allem, des Menschen höchste Ehre, die Arbeit: Bis in die letzten Thalwinkel rauscht und klappert das Getreibe der fabrikmässigen Arbeit, bis auf die letzten Höhen sorgt und hastet die Handarbeit der ge- sammten Familienglieder, um sich emporzuarbeiten zu Besita, und damit zu freundlichem Genuss des Lebens. Das eifrigste Treiben herrscht durchaus nicht etwa nur in den Städten an der Rheinebene. Den Verhältnissen nach nicht geringer findet man es in den kleineren Orten und Dörfern im Gebirge selbst. Die Fabrikation von allerhand Erzeugnissen ist so mannig- faltig, dass sie sich so ziemlich auf alle Industriezweige er- streckt. Am meisten hervor treten: die Uhrmacherei, die Strohflechterei, die Holzcultur mit den daran hängenden Be- schäftigungen; auch Thonwaarenfabriken, Glasfabriken, Woll- fabriken, Bürstenbinderei, u. A. m. Die Uhrenmacherei ist in der hier getriebenen Art eine dem Lande ursprünglich eigene Industrie. Von den einfach- kicktert, Lie grosz Jun 1594 sten Holzuhren an, bis zu den complicirtesten Musikwerken Con denen die, ursprünglich durch die Blessings erfundenen Orchestrions, einzelne Werke an 30, 000 fl. werth, massenhaft Versendet werden, besonders nach Amerika) beschäftigen sich damit im Gebirge viele Tausende; nicht nur in ständigen Fabriken, sondern meist in den nicht durch die Sommerarbeit im Felde in Anspruch genommenen Monaten im einzelnen Familienkreise, zum Theil nur mit der stäten Anfertigung eines einzelnen au dieser Industrie zählenden Requisites. Die Haupt- Punkte, zugleich Centralpunkte für den sehr Z2weckmässig organisirten Handel in's ferne Ausland, sind Tryberg, St. Geor- gen, Lenzkirch, Neustadt, Furtwangen, Vöhrenbach, Güten⸗- bach. Lenzkirch und Neustadt sind auch Hauptpunkte für den Handel mit den Stroſffabrihaten. Der Schwarzwälder baut für Diese Korn von solchen Arten, die vorzüglich in's Stroh schiessen, und sucht dies durch alle Mittel zu verfeinern, um sich den Stoff für die, zum Theil nur durch die feinsten Florentiner Arbeiten übertroffenen, Geflechte im Lande zu be- reiten. Ebenso wie die Uhrmacherei beschäftigt diese Ar- beit Tausende weit und breit in den Häusern. Der Holehande! trägt dem Lande ungeheure Summen ein. 1857 wurde der Gesammtwerth allein der Badischen Waldungen bei 1,373,322 Badischen Morgen auf 205, 998,300 fl., der Werth des jährlichen Ertrages auf 10,299,915 fl. berechnet. Und Beides ist in der Folgezeit nur gestiegen, je mehr die Ausbeute durch Strassenbau und Wasserlaufregulirungen er- leichtert, die rationelle Forstkultur aber vervollkommnet ist.— Die grossen Waldbesitzer des Landes sind: Staat, Gemeinden Con 1594 haben nur 321 keinen Wald), das Kirchenärar, und von Privaten, ausser grossen Häusern, wie die Fürstenbergs ete., besonders die Murgschifferschaft. Diese ist die älteste der- artige Corporation im Lande, und urkundlich seit dem 13. Jahr⸗ hundert bestehend. Sehr interessant ist, die Flösserei zu beobachten, die 2. B. auf Murg und Kinzig mit ausserordent- licher Gewandtheit von den Schiffern betrieben wird. In Baden-Baden und Rippoldsau wird die Zeit vorher angezeigt, wWo die grossen Vorräthe von den Bergen herab in die ge- stauten Bäche, und von diesen in die Flüsse getrieben wer⸗ den; und dies wildgewaltige Schauspiel verfehlt niemals, eine grosse Zahl Neugieriger anzuziehen. Bei aller lebhaft betriebenen Industrie und Arbeitslust scheint indessen doch die Zunahme der Bevölkerung zu gross zu sein, um jederzeit durch die in Betrieb gesetzten RR XXX den zu können. Die Schwarzwälder Sitte aahlreich du˙, um— und das ist die schöne Seite der Sache— grossentheils wieder in die alte nie vergessene Heimath, in die vergleichsweise oft engen Verhältnisse zurückzukehren, Wenn sie etwas Ordentliches erworben haben; aber zurückzukehren nicht alt und gebrechlich, oder um ihre Renten zu verzehren, sondern in der Vollkraft des Mannes, um ihr Kapital in Unternehmungen irgend einer Art zu Haus anzulegen. Man nannte diese Leute, welche früher meist nach Holland gingen,„Hollandgänger“, jetat häufig„Engländer“ etc. Gelegenheit zur Kapitalsanlage ist nämlich noch reich- lich vorhanden. Menschenhände zur Arbeit finden sich ge- nug; und die sehr verständig benutzten Wasserkräfte des Gebirges lassen noch ein vorläufig unabschätzbares Mass der Benutzung zu. Diese Wasserkräfte sind ein grosser Segen des Landes. Die Dampfmaschine, welche 80 oft Capitalien Absorbirt wer ꝛ0%ασνσν vielmehr nach alter eine sieche Arbeiterbevölkerung in ihrem Gefolge zu haben pflegt, hat jetat, und wohl noch lange, nur subsidiarisch ein- zutreten. Daher triftt man hier auf eine gesunde, durch die stärkende Luft auch so erhaltene Arbeiterbevölkerung. Noch in einem anderen Fache dürfte viel Kapital in kommender Zeit anzulegen sein. Wenigstens behaupten Sachverständige, dass der bisher zwar betriebene, aber (ausser den Salinen von Rappenau und Dürrheim) verhält⸗ nissmässig unbedeutende Bergbau des Schwarzwaldes und des Landes überhaupt(es handelt sich hauptsächlich um Baden) bei fortschreitender Wissenschaft noch eine grosse Zukunft habe; dass 2. B. viele ehedem betriebene Erzgru- ben aller Art, die als nicht lohnend genug aufgegeben sind, sich recht rentabel wieder in Gang setzen lassen würden, wenn die rechten Männer und die nöthigen Anlagekapita- lien sich finden. Einst gewann man im Lande an vielen jetzt verlassenen Orten Gold, Silber, Kupfer, Blei ete. Hiervon ist jetzt wenig mehr die Rede, und am Bedeutend- sten ist noch die Eisenproduction, welche im ganzen Lande Baden 1857 auf 1,516,441 fl. an Werth geschätzt wurde, wozu aber auch einiges eingeführte Eisen kam. Manche Eisenwerke sind neuerer Zeit leider eingestellt. Die pro- jectirten, 2. Th. im Bau begriffenen Zisenbahnen werden wWohl in allen diesen Fächern einen neuen Aufschwung be⸗ fördern. nin ver Wll gege 2 XXXI Die Viehzucht, wenn auch Eingeweihte behaupten, dass sie noch sehr vervollkommnet werden müsste, ist selbstver- ständlich umfangreich und von grosser Bedeutung im Ge- birge. Und die Schwarzwälder Kuh, welche eine Spielart der im Lande Baden überhaupt ehedem eingeführten beiden Racen, der Friesischen und der Schweizer, ist, wird wegen ähres Baues, ihrer Behendigkeit, Arbeitslust, und reichen Milcherzeugung von Sachverständigen sehr werth gehalten. Weit verbreitet, wenn auch noch von nicht genügend hohem Ertrage, ist die Bienenzucht. Der Reisende wird sich vielfach am Genusse vortreffllichen rein gehaltenen Honigs erfreuen können. Die Weinkultur findet sich an den westlichen Abhängen des Gebirges, und eindringend in die hier auslaufenden Querthäler, in überaus reichem Masse. Rothe, 80 wie be⸗ sonders weisse Weine von ganz vorzüglicher Art wird der Reisende überall finden, und sich(obgleich im Flachlande auch Wein.„Fabriken“ existiren) der Entdeckung freuen, dass das„Mischen“, was meist nur verwässern oder ver- setzen mit Flüssigkeiten bedeutet, welche niemals sich in die Nähe einer Rebe gewagt haben, noch fast ganz allge- mein verpönt ist. Die Production der Weinberge in Baden soll gegen die 20ger Jahre unseres Jahrhunderts an Aus⸗- dehnung um etwa ein Drittel eingeschränkt sein; aber mit voller Absicht, da das Land in der Ebene zweckmässiger zu verwenden war. An Gehalt und Werth hat sie aber mehr als das Aufgegebene zurückgewonnen; und es wer⸗ den jetzt nicht nur vorzügliche edle Sorten erzeugt, son- dern auch ein ganz vortrefflicher Landwein ist überall ver- breitet, dessen Genuss für mässige Preise der Tourist sich nicht versagen wird. Zu 12 oder 15 kr. den badischen Schop- pen werden ausserordentlich schmackhafte und gesunde Weine überall geliefert. Feiner zu 15 oder 18 Kr. der Schoppen. Die theueren und zum Theil auch weithin renommirten Sor- ten sind(die Pfälzer kommen hier nicht in Betracht, Wo wir vom Schwarzwald reden): Die Oberländer Weine im Breisgau, von Basel bis Freiburg, und neuerer Zeit noch nördlich davon wachsend, meist Markgräfler Wein genannt, darunter vorzüglich der Kastelberger, der Landecker und der Isteiner. Dazu kommen die am Raiserstuhl gezogenen, 2. B. Kichlingsberger, Achkarrner, Breisacher, Sulzburger. Ferner die Mittelländer, die in der ehemaligen Ortenau, von Wald- kirch ab bis Oos hin wachsen. Besonders beliebt sind unter RNNNNR 3 INXTINI XXXII ihnen der Ortenberger, Klingelberger, Durbacher, Mauerwein, Zeller, Affenthaler, Eberblut. Die Klettgauer Weine, von Waldshut bis Constanz wachsend, sind zwar gesunde Weine, sprechen aber weniger an. Dagegen werden die Seeweine, am Bodensee und nahe Constanz wachsend, den Fremden sehr angenehm überraschen. Einst stellte sie das Sprüch- wort dem im Norden so hochrenommirten„Grüneberger“ an die Seite, und wusste nicht genug Spott darauf zu bäufen. Wer aber heutzutage beim Besuch jener Gegenden 2. B. Meersburger, Kattenhorner, Mauracher, Wilhelmsberger trinkt, wird nicht nur bewundern, welche Fortschritte die Weinkul- tur gemacht hat, sondern eine Bekanntschaft schliessen, die er gern weiterpflegen mag. Im Osten des Schwarzwaldes werden viel Neckarweine und Tauberweine getrunken. Und auch unter diesen wird man sehr gute und feine Bekannt- schaften schliessen können. Eine Eigenthümlichkeit des Schwarzwaldes sind die über- aus zahlreichen mineralischen Quellen. Sie zuerst wurden der Grund, dass das Gebirge jetzt ganz durchsetzt ist von grossen und kleinen Badeorten. Einige dieser Quellen haben ein altes, sehr fest begründetes Renommee. Andere haben hauptsächlich als Erholungsbäder für der Stärkung Bedürftige Bedeutung. Noch andere eigentlich nur wegen der guten Wald- und Bergluft, wegen des Herz und Sinn erfreuenden, lieblichen Aufenthaltes. In neuerer Zeit traten dazu sehr gut eingerichtete Kaltwasser-Heilanstalten, so wie Fichtennadel- bäder, Letztere ein sehr wichtiges Moment, so wie ferner Molken- und Traubenkurorte, und die erfrischenden Luftkur- orte. Alle erfreuen sich steigenden Besuches; und das mit Rech. Denn nicht nur jene altrenommirten Heilquellen wir- ken stärkend auf die Lebenskraft, sondern wer einmal diese Gegenden besuchte, wird finden, wie sehr auch ohne weitere Heilmittel die Luft und der Aufenthalt in ihnen wahrhaft überraschend kräftigt und stählt. Daher wieder- holt sich jährlich die Erfahrung, dass die Besucher aller die- ser Orte immer gern an die liebgewonnene Stelle zurück⸗ kehren. Und das um so0 lieber, als in den kleineren Anstalten alles Nöthige geboten ist, in den grösseren und theuren aber noch immer die gute alte Tradition herrscht: reell und gut 5 zu leisten, was der Besucher für sein Geld beanspruchen arf. Wir sprachen oben rühmend von der Lust und Liebe zur Arbeit, zum Schaffen und ehrlichen Erwerb. Aber nicht henunder Inzze erö men Iriisen d digetsten Ules in de wirkl Timvohn olt eine der Verf Und, um lette Art. iuseerlich mVersteh i1 erbenn inrt, u kelichen i u0 Uun bert ucd Aurn eiten dil iie lir 0 Inke in lnle itt. Wir Wuse 1 XXXIII geringer ist die Lust am Lernen, der Trieb, sich zu bilden. Viel, sehr viel mehr als anderwärts, thun Staat, Commune, Einzelne für die gemeinsame Sache. Viel sind sie immer wieder zu thun bereit. Oft kann der Reisende aus dem Munde des einfachen Mannes die freudige Bereitwilligkeit dazu aussprechen hören:„denn das bringen wir bald Alles wieder ein,“ Wwas nämlich auf Schulen, Anstalten und die vorzüglichen Communicationen verwendet wird. Auch Oppo- sition wird man hören können; aber machtlos gegen die täglich sich mehrenden Beweise fröhlichen Fortschreitens.— Ueberhaupt wird es den Fremden ungemein wohlthuend be- rühren, mit den Ansässigen ein eingehendes Gespräch anzu- knüpfen, und den aufgeweckten, verständnissinnigen Sinn zu bewundern, mit dem hier Alles aufgefasst, gründlich, ohne Phrase erörtert, und ehrlich in seinem Wesen beurtheilt, an- genommen oder abgewiesen wird. Man lasse sich niemals die Gelegenheit entgehen, mit dem Wirthe ein Gespräch an- zuknüpfen. Die Wirthe, von denen sehr viele im Auslande gewesen sind, pflegen zu den erfahrenen und gebildeten Kreisen der Bevölkerung zu zählen. Grade sie sind am Ge- eignetsten, mit den bei ihnen verkehrenden Honoratioren des Ortes in Berührung zu bringen, was sie immer gern thun, wo sie wirkliches Interesse des Fremden wahrnehmen. Einem Einwohner unserer grossen flachen Städte ist solcher Umgang oft eine wahre Herzstärkung. Und das hier Gesagte empfiehlt der Verfasser besonders seinen Reisegenossen aus Norddeutsch- land, um es nicht ausser Acht zu lassen. Es ist auch die beste Art, um ein Land nicht blos mit dem leiblichen Auge äusserlich zu betrachten, sondern mit dem Auge des Herzens zu verstehen, und jedes Glied der grossen deutschen Nation zu erkennen, wie eins des andern werth ist, eins das andere ergänzt, welche ungebrochene und unerschöpfliche Fülle von herrlichen Anlagen, welche gewaltige Urkraft hier vorhanden ist, und durch diese Erkenntniss unser grosses Vaterland, unser herrliches Volk immer inniger lieben zu lernen. Dass in alle dem hier Angeführten Abstufungen, ja dass auch Ausnahmen vorkommen, dass hin und wieder 2. B. Roh- heiten sich zeigen, soll nicht verhehlt sein. Genug aber, dass die hier geschilderte Sinnesart die weit überwiegende, alle Kreise immer mächtiger ergreifende, durchdringende, umbil- dende ist. Wir können uns nicht versagen, den Reisenden zum Schlusse noch auf zwei Reisebegleiter aufmerksam zu machen, III N öNN V 28 NENNJ XXXIV deren geistige Grösse wie bezaubernde Liebenswürdigkeit man erst an Ort und Stelle würdigen lernt. Das sind: Uhland's Gedichte im Württembergischen, Hebel's Gedichte im süd- lichen Schwarzwalde. Einen dritten, lebensfrisch und anmuthig plaudernden Unterhalter anderer Art findet man im Höhgau (Vo seine Schriften 2. B. in Engen in der Post ausliegen) an Scheffel. Nicht genug zu sagen ist es, wie das Alles Anschau- lichkeit, Leben, Wahrheit gewinnt, wenn man diese Verse, diese anmuthige Prosa an den Orten liest, von denen sie singen und sagen.— Als Vierten nennen wir Berth. Auerbach. Seine Heimath, Nordstetten, ist nahe Horb im Württembergischen, und seine„Dorfgeschichten“ spielen in diesem Theile des Gebirges. Denjenigen, welche sich Sründlicher über den Schwarz- Wald unterrichten wollen, thun wir vielleicht einen Gefallen, wenn Wir schliesslich einige Werke anführen, aus denen sie für die verschiedenen Felder der Beobachtung Belehrung schöpfen können. Zunächst, mehr als Curiosum: Gerbert, Historiae Nigrae Silvae, 3 Bde., Ulm, 1783—88.— Schwarz: Die Schwarz- waldreise, Stuttgart, 1836.— Heunisch und Bader: Das Gross- herzogthum Baden, Heidelberg, 1857.— Bader: Badische Ge- schichte, mit Gau- und Grafschafts-Karten.— Leonhardt: Beiträge zur mineralogischen und geognostischen Kenntniss des Grossherzogthums Baden.— Leonhardt: Die Mineralien Badens. — Briesselich: Flora Badens.— Eisenlohr: Holzbauten des Schwarzwaldes, Karlsruhe, 1853.— Al. Scheibler: Trachten, Volksfeste ete. im Grossherzogthum Baden, Freiburg i. Br. 1820.— Bader: Badische Trachten und Volkssitten, Karls- ruhe, 1843.— J. Bader: Fahrten und Wanderungen im Hei- mathlande, Freiburg i. Br., 1856.— Kissling: Ortslexicon von Baden, bei L. Schmidt in Freiburg i. Br.— Schnezler: Badi- sches Sagenbuch, 2 Tbeile.— Schönhut: Burgen und Sagen des Höhgau's.— Dr. Schnars: Führer durch den Schwarz- Wald, Freiburg i. Br., 1868.— Dr. Schnars: Der Bodensee und seine Umgebungen, Stuttgart bei Cotta.— Eine Anzahl interessanter Monographien sind bei den einzelnen Punkten angeführt, von denen dieselben handeln. 00 den Ne Lis b. Post u. Miturft Weel ommer Speizen der Ber J. T 1.84 Fenn m Eintritts-Routen. Eintritts-Route 1: Von Frankfurt oder Darmstadt durch den Odenwald in's Neckarthal(nach Heidelberg). 3 Tage erfordert die unten beschriebene Hauptroute v. Auerbachi ab, Wwenn man ganz zu Fuss reist. 1. Tag: bis Lindenfels, früh auf- brechen, starker Marsch. 2. Tag: bis Erbach, bequem. 3. Tag: mit Post oder Wagen n. Hersclilorm u. Necharsteinach, oder v. Hirschhorn den Neckar hinauf n. Hellbronn, resp. mit Post.— Wer v. Reichenbach bis Eubach fährt, kann allenfalls am 1. Tage bis hierher, am 2. mit der Post n. Heidelberg oder auch n. Heilbronn kommen.— Jedem sinnigen Naturfreund ist aber die Fusswanderung durch den sehr anmuth- u. Wechsel-reichen Odenwald zu rathen, obwohl er sich dem Schwarz- wald nicht gleichstellen lässt. Beschwerlich ist sie zudem eigentlich nirgends.— Die Gasthäuser in den kleinen Orten lassen vielfach zu wünschen übrig. Aber Freundlichkeit, bereitwilliges Entgegen- kommen, Sauberkeit müssen ihnen nachgerühmt werden. Was an Speisen vorhanden, ist gut. Gut vor Allem der Wein, der sogar an der Bergstrasse sehr edles Gewächs bietet. F. Frankfurt öis Darmstadt s. EBR. 1. 1. Schon v. Darmstadt ab kann man die Odenwald-Reise beginnen, wenn man mit dem Frühzuge der Aschaffenburger Bahn n. Station Dieburg fährt, u. mit der anschliessenden Post in 3 Std. n. Erbach im Mümling-Thale. Man kommt dabei über Umstadt, Frauen-Neusess, Höchst. V. nbach Post n. Hirschhorn im Neckarthale. Vgl. alle diese Punkte W. u. Diese Tour gewährt aber selbst zu Fuss sehr wenig. 2. Schon besser ist folgende Route, empfehlenswerth für Die- jenigen, die die„Bergstrasse“ kennen, u. in einer Diagonale durch den Odenwald zum Neckar wandern wollen. V. Darmstadt Nachmit- tags mit Post n. Reichelskeim in 3½ Std. Diese Post fährt über Ross- doujñ, Reinheim(Gasth. v. Schmidt), u. nun in dem vielfach sehr an- muthigen Gersprenatlale autwürts über Grossbieberhu, Brensbach&. hier kann man auf grosser Fahrstrasse I. ab in 4½ Std. direct n. Michelstadt u. Erbach), Gersprena, Beerfurt, Frolmhafen n. Reichelsheim Vgl. W. u.— Folgenden Pages(Besuch der Ruine HRodenstein, wenn man will) n. Frohmlafen aurück ½ Std.— V. hier ab führt im hüb- schen Seitenthale aufwärts ein Weg über Unter- n. Ober- Ostern Std. weiter in— 20 Min. Weschnits. Hier die grosse Landstrasse v. Seydlitz, Schwarzwald. 1 Eintrittsr. 1. Bergstrasse. do schneidend, in— 40 Min. Hammelbach, u.— 2½ Std. über die Tromm funder n. Waldmichelbach. Vgl. W. u. V. da wWeiter in— 3½ Std. über Sacht Schõönmattemoeg im Thal der Laæ hinab nach Hirschhiorn ygl. W. u. hinter Lindenfels.— Man kann aber auch, schon v. Unter-Ostern J. abbiegend, in 1 guten Std. zur grossen Strasse, diese schneiden, u. n.— ½ Std. Grasellenbach mit dem Siegfriedsbrunnen,— ½ Std. Wahlen,— ½% Std. AHfolterbach,— 1½ Std. Hartenrodt,— 20 Min. Wald- michelbach, u. V. hier weiter wie oben.— Oder auch: v. Reichelsheim n. Lindenfels ½ Std., v. da n. Fürth 1 Std., über die Tromm n. Faldmichelbach 3 Std. Vgl. W. u. hinter Lindenfels.— Alles Tou- ren, die viel, oft ganz überraschend u. unvermuthet, Schönes dem Auge bieten. 3. Beginnen kann man ferner die Reise durch den Odenwald pei Bickenbach, zweite Station hinter Darmstadt, s. EBR. 1., u. hier über Jugenheim aum Melibocus Wandern.— Desgleichen kann man von Station Zwingenberg, der dritten hinter Darmstadt, direet auf den Melibocus steigen.— Diese beiden Wege vgl. W. u. beim Melibocus. Die beste Tour, welche auch alle im Obigen genannten Muerb berg, Hauptstellen berührt, ist folgende, bei Auerbach beginnende 115 Reiseroute.(Darmstadt bis Auerbach, vgl. EBR. 1.) in f Auerbach(Krone, zu längerem Aufenthalte und Pen- 51 sion ganz geeignet. Der Tourist findet oft wenig Auswahl, Kälnn da das Speisen auf bestimmte Stunden beschränkt scheint. Whattig Rottwein sehr empfehlensw.) ist ein ziemlich lang sich hin- aufziehendes Dorf.— Man mussidie Dorfstrasse hinauf wan⸗ dern, bis zu einem— 10 Min.— Wegweiser, welcher r. zum „Fürstenlager“, I. n. Hochstetten weist. Tetzteren Weg schlägt derjenige ein, Welcher direct zum Schloss Will. Nach 10 Min. Bank. Hier geht ein Weg l. ab, schluchtartig, egwei etwas steiler aufWärts, durch schönen Buchenwald. Bei Wegethei⸗ ein and lungen hält man sich auf dem grossen Wege u. I1. Weiter oben 5 Wegweiser die Hülle u. Fülle. Man erreicht die Restauration am Schlosse im Ganzen in ¼ Std.) Wir schlagen den Weg zum Fürstenlager ein, welches man auf immer hübscherem Wege in einer Kl. ½ Stunde er- reicht. Im Ganzen also: 25 Min. Fürstenlager. Ein Sommerschloss des Gross- herzogs von Hessen-Darmstadt, 1780 erbaut, mit reizenden Anlagen. Beliebter Ausflug der umgebenden Orte. Er- frischungen beim Schlossverwalter. 1700 Hinter dem Schlosse steigt ein Zickzackweg zu den 1 nun folgenden reizenden Punkten im Walde empor, der 5 theilweise wie ein grosser Park benutzt ist. Eine sehr an- gilt muthige Wanderung. Man erreicht zuerst, vom Fusswege wenige Schritte abbiegend, nach ½ Std. den Champignon, einen Aussichtsplatz mit sechs RRRRRRRRRrr Eintrittsr. 1. Bergstrasse. 3 runden Tischen.— Zum Fusswege zurück, u. auf ihm weiter sacht ansteigend, in den Wald hinein. 5 Min. Die Neun Aussichten. Ein runder Platz, vom Buchenwalde überschattet, wie ein Dom. In der Mitte eine Stelle, durch einen Stein bezeichnet, Wo man, sich rund um drehend, nach einander durch neun Durchhaue kleine, aber bei richtiger Beleuchtung Landschaftsbilder von überraschen- der Wirkung erblickt. Darunter sind der Melibocus, das Auerbacher Schloss, das Schloss u. die Kirche von Schön- berg, die Ruine Starkenburg besonders reizend.— Man hält v. hier die Richtung weiter, in welcher man kam, erreicht in Kurzem den Waldrand wieder, wo der gute Weg etwas unterbrochen ist. Man bleibt in der Richtung, zwischen Ackerfeld u. Waldrand hinab, zu einem Wegweiser, welcher herauf zeigt. Hier l. die gute Strasse, v. der man aber sehr bald wieder Il. abbiegt, auf den Fussweg durch den Hag in den Wald.(Wegweiser.) 5 Min. Borkenhäuschen rechts über dem Wege, die so- genannte Eremitage. Ohne Aussicht.— Weiter den schönen schattigen Weg allmählig abwärts. 10 Min. Forsthaus Auerbach im Grunde. Wegwei⸗ ser. An ihm vorbei zur grossen Chaussee. R. liegt der vertieft als grosses Becken gefasste Gesundbrummen, dessen Wasser v. den Umwohnern noch viel als gesund gesucht ist, u. zum Trinken geholt wird. An der Chaussee wieder Wegweiser. R. hin. Wieder nach wenigen Schritten zeigt ein anderer Wegweiser 1. hinauf zum Auerbacher Schloss. Hier hinauf. 12 Min. Wegweiser, der n. Fürstenlager zeigt. Hier aufwärts den Weg, welcher auch v. Dorfe direct hinauf- führt. 30 Min. Eestduration am Auerbacher Schloss. Ein schmuckloser Holzschuppen. Guter Wein. Der das Schloss zeigende Invalide pflegt sich hier aufzuhalten. Bei schlech- tem Wetter Niemand oben. Aber man braucht auch bei gutem Wetter Niemanden.— Von hier steigt man mit we⸗ nigen Schritten auf zum Auerbacher Schloss 1135“. Die stolzeste Ruine des Odenwaldes u. der Bergstrasse. Aber auch die schönste Aussicht. Denn, wenn auch ausgebreiteter, so ist sie doch viel weniger malerisch vom Melibocus aus. Hier aber präsentirt sich nicht nur Letzterer selbst recht grossartig, sondern auch Vorder- u. Mittelgrund sind hübscher geglie- 1* NNNNN 7 N NNNNNNNN N NR 4 intrittsr. 1. Bergstrasse. dert, besonders die üppigen Waldgehänge der Gegend.— Ur- sprung des Schlosses unbekannt. Einst ziemlich fest. 1674 durch Turenne, nachdem er die tapfer vertheidigte Veste vergeblich ehrlich zu zwingen versucht, durch Verrath ein- genommen, u. dann gesprengt. Jetzt mit 600 fl. jährlich erhalten, die der Grossherzog dafür ausgesetzt hat. Der sog. neue Thurm, welcher offen steht und zu dem man keinen Führer braucht, bietet die gute Aussicht. Der ge- schlossene(besonders für Damen) nichts. Der Weg von hier zum Melibocus ist nicht gut zu ver- fehlen. Ueberall Wegweiser. Nicht r. noch l. hinab. Im- mer durch schönsten Wald. Ausblick fast nirgends. Wenn man etwa/ Std. gegangen, trifft unser Weg mit dem v. Felsberg kommenden zusammen. Hlier geht es I. hinauf zum im Ganzen 1 Std. entfernten Jyurm des Melibocus. 1611“. Der Berg heisst ursprünglich, u. noch jetzt bei Vielen Malehien. Sogar in den alten lateinischen Urkunden mons Malcus. Vollständig mit Wald bedeckt, bietet seine Kuppe nur vom Thurm herab Aussicht. An guten Tagen ist immer Jemand aus dem Försterhause zu Zwingenberg oben, mit gutem Fernrohr. Wenn man dessen bei trüber Witterung nicht sicher zu sein glaubt, so kann man sich den Weg besser sparen. Denn der Berg bietet nichts weiter, auch nicht die kleinste Erfrischung ist zu haben. Der Thurm hat über der Thür eine möglichst geschmacklose Inschrift aus dem Jahre 1772, wo derselbe gebaut wurde, in Versen. Er ist 80“ hoch. Die Rundsicht, welche er bietet, ist umfassend; nun ab⸗ leider selten recht klar: Der Odenwald bis zum Katzen- m Wal buckel u. Kaiserstuhl bei Heidelberg; die Rheinebene weit⸗ hin; die hübschen Ortschaften der Bergstrasse; Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt, Mainz; hinter der Starkenburg die letzten Kuppen des nördlichen Schwarzwaldes; drüben, jen- seits des Rheines, die Haardt-Höhen; im Norden, über Wiesbaden u. Frankfurt der Taunus; nordöstlich der Spes- Sart. Ein jedenfalls besuchens- u. empfehlenswerther Punkt. Die beiden anderen Wege zum Melibocus sind: a.— V. Bickenbach über Jugenheim.— V. der Station Biehen- bach führt die Post fünfmal am Tage in ½ Std. n. Jugenheim ul un, (Krone; Alexanderbad), einem durch zahlreiche Villen ausgezeich- Uen Wal neten, in anmuthiger Gegend gelegenen Dorfe, am Fusse deés Heili-. genberges, auf Welchem ein Schloss des Prinzen Alexander v. Hessen. Aen dl Alte Klosterruine mit schöner Aussicht am Orte. V. hier führt der elr 2 direkteste Weg, meist sanft steigend, in 1½ Std. zum Gipfel des Altel, Eintrittsr. 1. Odenwald. 5 Melibocus durch Wald; nirgends zu fehlen, überall Wegweiser. Er mündet unterhalb der Kuppe in den Felsberg Weg. Hier also r. auf weiter.— Wer Zeit genug hat, wandert dagegen den Weg, der am Eingange v. Jugenheim r. abbiegt,(nicht die Chaussee) direct n. Alsbach 20 Min. Durch dieses Dorf bis Wo kurz vor seinem Ende der breite Weg 1. in die Berge steigt. V. diesem steigenden Wege biegt wiederum nach 10 Min. r. der Weg zum ½ Std. Alsbacher Schloss(eigentlich Bieſtenbacher Scliloss) ab. V. hier nicht zu fehlen, hübscher Weg, theils mit Ausblicken, meist durch Wald, in 1 Std. zum Nelibocus. b. V. Zwingenberg Cöwe; mit Pension.) ist der Weg nicht zu fehlen, wenn man nur Folgendes berücksichtigt: Beim Gasth. 2. Löwen beginnt der Weg. Nach 8—10 Min. r. der Röhrenleitung folgen, nicht etwa l. in die Schlucht gerathen, Wo(übrigens ganz hübsche Partie) Steinbrüche den Weg manchmal etwas gefährlich durch Sprengungen machen, zudem der manchmal schlechte Weg ein merklicher Umweg ist. Auf dem richtigen Wege kommt man über den Luaieberg, Bank mit hübscher Aussicht. Etwas steilerer Fussweg für kurze Strecke. Dann in der Richtung grade aus blei- ben, am jungen Wald fort. Dann Wegweiser auf dem grossen Fahr- Weg zum Gipfel. Zuletzt kann man ein Stück abschneiden, wenn man, ziemlich oben, an dem jungen Buchenwalde den schmalen Pfad hinauf oinschlägt. Es nutzt nicht gerade viel, u. der grosse Weg führt durch herrlichen Wald. 1½ Std. bis hinauf.— Abis: Man versichere sich im Vorbeigehen im Försterhause in Dorf Zwingen- berg, ob Jemand oben im Thurm ist. Vom NMelibocus àaum Felsberg gehen wir zunächst den Weg zurück, den wir kamen, bis zu der obgenannten Stelle, wWo der Weg vom Auerbacher Schlosse mit dem vom Fels— berg zusammentrifft. Es münden noch verschiedene Fahr- wWege ein, doch ist der eigentliche grosse Fahrweg, welcher dauernd sacht hinabsteigt, immer kenntlich. Nur an einer Stelle wird er plötzlich schmaler Pfad. Gleich darauf kommt man aber zu einem dreiarmigen Wegweiser. Hier geht es am Waldrande fort, I. daneben Ackerland, und nun erreicht man einen vierarmigen Wegweiser, der auf dem breiten Fahrwege(Kreuzwege) steht. Bis hierher etwa 35 Min. v. Melibocus. Hinauf zum Forsthause auf dem Feldberge etwa 50 Min. Hier links ganz nahe Balfhausen, über Welches in/ Std. der Weg n. Jugenlieim führt; hübscher Weg.— Rechtshin dagegen liegt Hoch- stätten, u. man erreicht auf diesem Wege durch ein ebenfalls hüb- sches Thal in 1 Std. Auerbach. Wir schneiden hier die Fahrstrasse, Balkhausen I. las- send und steigen jenseits an dem Abhang in die Höhe, in den Wald, der die Höhe überzieht, u. treffen in ihm bald einen dreiarmigen Wegweiser. V. diesem ab ist nicht gut mehr zu fehlen. Wer dies dennoch thun sollte, muss be- achten, dass, wenn er im Walde auf den Kamm des Berges RRRRD 6 Eintrittsr. 1. Odenwald. gekommen ist, das Forsthaus auf der höchsten Stelle liegt, also auf einem der vielen Waldwege zur Höhe unbedingt Tbal erreicht werden muss. lauls 1½ Std. das Vorstfiaus auf dem Felsberg, 1557/„ ist zugleich Gasthaus. Speis u. Trank gut. Auch Nachtquar- tier. Es ist die Mittagsstelle für die Wanderung. Weshalb eel der Wanderer aber diesen Punkt besucht, ist, um das Fel- 655 senmeer zu schen, das etwa 10 Min. entfernt ist. Wenn 90 man aus dem Hofthor tritt, so führt schräg 1. jenseits des Hit Fahrweges ein hübscher Fusssteig durch den schattigen 51 Wald, in welchem überall bemooste Felsblöcke einzeln u. lose durcheinander zerstreut liegen. Darunter, 5 Min. v. Forsthause der Altarstein, ein nahezu würfelförmig zuge- hauener Stein, mannshoch, welcher vielleicht als Fusssockel dienen sollte, zu der ganz nahe in einer Art Schlucht(nicht zu verfehlen) liegenden sog. Hiesensäule; eine 32“ lange, 4½“ am unteren Ende dicke Steinsäule aus einem einzigen Block gehauen. Ueber ihre Bestimmung wie über ihren Aussel. W01 Ursprung(ob keltisch, römisch oder deutsch) streiten die 11 Gelehrten, beim Mangel aller histor. Notizen wohl ohne ab⸗ i0 zusehendes Resultat. Eine andere Säule, noch länger, aber eh nl gebrochen, liegt abwärts im Walde. In weiteren 5 Min. 90 Kommt man an den oberen Rand des Felsenméeeres. Man 10 überblickt ein in einer Bergmulde liegendes Trümmerfeld 155 ö V. leidlich abgerundeten, durch Verwitterung u. Wasser Unden allmälig lose gewaschenen Granitblöcken verschiedenster Grösse. Am 1. Ufer dieses„Meeres“(darüber klettern ist nicht rathsam) führt ein Fusspfad hinab, u. man kann es dann V. unteren Ende übersehen. Hier guter Fussweg. R. weiter. Er führt noch einmal an ein ähnliches, kleineres Trümmer- feld.— Man beachte, dass an der Stelle, wo ein guter Weg ſr. hin n. Hochstätten abführt, der schlechtere Weg n. 1. eingeschlagen werden muss. Mit dem Aufenthalt am Felsenmeer u. der Säule hinab in: 3/ Std. Reichenbach(Traube) ein umfangreiches, freundlich zwischen Bäumen liegendes Dorf. Man kann v. hier durch das anmuthige Thal des Lauterbaches in 1½ Std. über Elmshausen, Pilmshausen, Schönberg chier die schönsten 160 Partien) die Eisenbahnstation Bensheim erreichen.— Wer nur 2 Tage der Peo auf den Odenwald wendet, nimmt am Besten v. hier gleich nach der 5 Ankunft einen der üblichen Bauernwagen n. Eeichelsheim, an diesem Orte einen andern n. Erbach, das so in 6 Std. erreicht Werden kann. Vielleicht geht eine Abendpost v. Gersprenz n. Erbach. Gersprenz ist v. Reichelsheim zu Fuss in/ Std. erreicht. Kann man diese Abendpost in Gersprenz noch abpassen, so ist dies das Billigste. Weäinkei FR Eintrittsr. 1. Odenwald. Wir wandern nun von Reichenbach die Chaussee im Thale aufwärts,(welche in 3½ Std. durch hübsche Thal- landschaften nach Lindenfels führt), biegen aber nach 1/1 Std. r. ab, den Weg, der mehr u. mehr steigt zum ½ Std. Hohenstein, einer sehr characteristisch hervor- tretenden Felsklippe, die man mit hübschen Anlagen umgeben hat, sowie mit Ruhesitzen. V. hier hat man eine sehr hüb- sche Aussicht in das Lauterbachthal u. zum Felsberg.— Hinter dem Felsen herum führt weiter ein Fussweg in— 5 Min. zu einem Fahrwege. Diesen verfolgen wir linkshin. Er führt über eine v. Feldern eingenommene breite Höhe in — 25 Min. zum Anfange v. Reidelbach. Hindurch, etwas steil hinab, in— ½ Std. zur Landstrasse zurück, die hier v. Rei- chenbach sich herumgezogen hat. Auf derselben r. Weiter. Die Gegend hat einen eigenthümlichen, etwas rauhen Cha⸗- rakter. Nach wieder— 25 Min. erreicht man das ärmlich aussehende Dörfchen Kolmbach. Etwa— ½ Std. hinter demselben ist r. an der Strasse ein abgerundeter Platz mit Ruhebänken, v. welchem man eine sehr schöne, malerische Aussicht hat. Man sieht im waldreichen Vorgrunde Linden- fels mit seiner Ruine aufragen, weiterhin das breite, frucht- bare, Ort-reiche Weschnitzthal, u. im Hintergrunde thürmen sich sehr stattlich die Neckarberge, besonders der Heidel- berger Kaiserstuhl auf.— V. hier aus noch 1 Std. bis Lindenfels. Die Strasse bleibt immer auf dem Berghange, r. das Thal voller schönem Walde, vielfache Ausblicke in die Ferne. V. Hohenstein ab in: 2 Std. 20 Min. Lindenfels Harfe; Hessisches Haus). Das Schloss über der kleinen Stadt wurde 1674 v. Turenne zerstört, war aber noch im vorigen Jahrhundert v. einem Beamten theilweise bewohnt. Schöne Aussicht v. der Ludꝛoigshöhe, 1½ Std. Grasellenbach 2½4 Std., mit dem Stegyfriedsbrunnen, Wo der Held v. Hagen's Hand flel. Denkstein seit 1851. Wir wandern weiter die gute vielgewundene Land- strasse nach Neichelsheim. Man erreicht nach ½ Std. einen Wegweiser. An dieser Stelle führt rechtsab der Weg durch das Weschnitzthal n. der Eisenbahnstation Weinheim. S. o. bei Darmstadt 2. Dieser Weg führt über ½ Std. Krumbach— 20 Min. Wegetheilung. CTinkshin geht's über 1 Std. Weschnits, 2½ Std. Hittenthal, 1½ Std. Hetebach im Mümlingthal auf der Chaussee zwischen Erbach u. Nirach- vorn.)— 20 Min. Fürth Löwe; gegenüb. Bierh.), das auf directem E 8 Eintrittsr. 1. Odenwald. Wege v. Lindenfels ein Wenig näher ist.(Auf die Tromm(schöner Aussichtspunkt) führt ein Fussweg(Führer rathsam) in 1½ Std. Hinab allein in 1½ Std. n. Waldmichelbach.)— 35 Min. Wegetheilung (R. geht's über Loraenbach in 3 Std. zur E nbahnstation Heppen- leim, auch ein hübscher Weg.) L. weiter.— 25 Min. Rimbach(Gasth. v. Geist).— ½ Std. Abermals Wegetheilung.(L. geht's n. ½ Std. Werler, u. auf dem directen Wege in 1½ Std., auf der Fahrstrasse in 2/ Std. n. Waldmichelbach(Gasth. v. Gärtner), 1 Std. Ober- Schõn- mattenioeg, u. nun im Thal der Laæ hinab in 2½ Std. Hirschhorn s. U W. u.). Wir bleiben gradeaus, u. erreichen in— ½ Std. Mörlenbach 13 (grün. Baum)—/ St. BReissen,— ö. St. Birhenau(Wh. z. Birkenauer übet Thal)—/ Std. durch eins der schönsten Odenwaldthäler, Felsen- 1 gruppen etc., bis Weinheim Pfülzer Hof). Der Bahnhof ist noch 10 5 Min. entfernt. der 8 Wir biegen bei obigem Wegweiser auf der grossen 1 Fahrstrasse I. ab. in das Gersprenathial. L. liegen bleiben 415 erst Gyoss-, dann Lein-Gumpen. Die Gegend, einige Zeit 75 etwas einförmiger, wird immer hübscher, je näher an 11 1 Std. Reichelsheim, mit dem darüber stattlich lie- genden Schloss Reichenberg.(Mehrere kleine Wirthschaften. Am Besten: Engel, beim Bürgermeister; guter Deidesheimer). Die Gegend um diesen Marktflecken ist aussergewöhnlich merkwürdig wegen des hier stattfindenden, u. durch amtliche Protokolle, welche v. 1742— 1796 geführt wurden, u. noch hier aufbewahrt sind, vermeintlich beglaubigten Spukes: „die wilde Jagd“. Sie tobt der Sage nach zwischen Burg Rodenstein u. Burg Schmelleris, u. sei der p. Rodenstein der eigentliche wilde Jäger. Es steht fest, dass in dieser Gegend zu gewissen Zeiten, bei bestimmten Wind- richtungen, sich ein grauenvolles Getöse in der Luft hören lässt, welches in sich viel Aehnliches mit Jagdlärm hat. Es rührt von der Brechung des Sturmes her, die diesem durch die Formation der Thäler u. Schluchten hier herum vorgeschrieben wird. Diese Ge- gend ist also eine von denen, wo sich eine sog.„Naturstimme“ hören lässt, wie sie in den verschiedensten Zonen u. Weltgegenden vor- kommen, u. bisher nur selten genügend, meist nur im Allgemeinen haben erklärt werden können. Dies ist sehr natürlich, da die Be- obachtung einer so seltenen Erscheinung viel Zeitverlust erfordern Würde. Auch hier am Orte hat schon mancher Fremde, wie man sagt, vergeblich gewartet und gelauert, um das interessante schauerlich grossartige Musikstück aufführen zu hören.— Die Burg Rodenstein liegt 50 Min. nordwestlich von Reichelsheim, in einem Seitenthale versteckt, in düsterer, ja gewissermassen schauerlicher Einsamkeit. — Nordöstlich von Reichelsheim, 1½ Std. entfernt, bei Böllstein, liegt die Burgruine Schnellerts. Von hier soll der wegen Unglücksfalles daselbst begrabene Rodensteiner seinen Auszug nehmen nach der Burg Rodenstein, wenn Krieg in Deutschland droht, weil er einst aus Dankbarkeit geschworen, bis zum jüngsten Tage dem Kaiser Lehensfolge zu leisten. Da er nun keineswegs fromm gewesen zu sein scheint, so Wurde der treue Lehnsmann bei diesem gutgemeinten Worte genommen, u. kommt seiner Pflicht in den geeigneten Zeiten dadurch nach, dass er von Schnellerts bis Rodenstein mit seinem lem fe , Stͤ SRRRRrr Eintrittsr. 1. Odenwald. 9 Wilden Gefolge auf dem kürzesten Wege durch die Luft, eine kleine Jagdpartie bei der Gelegenheit entrirend, reitet, sein Heer zu sam- meln. Der plötzliche Tod des Ritters hatte ihn offenbar verhindert, der Kirche v. seinen Gütern ein genügend Theil zu vermachen, u. die Erben haben jedenfalls auch versäumt, diese bedenkliche Ange- legenheit zu regeln. U. so sieht man denn auch hier wieder den Schaden, den es mit sich bringt,„unversöhnt“ Gatürlich mit der Kirche) das irdische Jammerthal zu verlassen. Wir wandern v. Reichelsfeim im Gersprenatiale weiter über Bochenrodt u. Beerfurt n. 1 Std. Ober-Gersprenè(Wirthshaus mit Postablage an der Stelle, wo die beiden Chausseen zusammentreffen). Wer kürzen will, kann, aber nicht schöner, v.„Engel“ in Rei- clielsfeim ab, oben bleibend, I. hin an dem Schlossberge entlang, eine kleine Viertelstunde gewinnen. Der, welcher hier die Post abfassen Kann, verliert wenig, wenn er die Strecke bis Erbach fährt, obwohl sie auch zum Fusswan- dern recht hübsch ist. Besonders wenn man oben auf dem Verdecke sitzen kann, ist es gleich. Die Strecke im Müm- lingthal ist die hübscheste. Die Post fährt bis Michelstadt 2½ Std. Der Weg geht über Reubach u. Stemnbach, am stattlichen(l. ob.) Schlosse Fürstendu des Grafen v. Erbach- Fürstenau vorbei. Zu Fuss erreicht man in: 3 Std. Michelstadt(Kaltwasserbad etc.), eine Stadt v. 3300 Ew. Weiter in 25 Min. Erbach(Burg Wildenstein; Krone) 2380 Ew. Bedeutende Tuchfabriken, sowie Gerbereien. In schöner Lage.— Im Orte Schloss Erbach, Residenz der chemals reichsunmittelbaren Grafen Erbach-Erbach. Dieses Schloss ist der eigentliche Anzichungspunkt für Reisende. Es enthält nämlich eine höchst interessante, und meist vorzüglich geordnete Sammlung verschiedener Antiquitäten. Darunter zunächst einige gute römische Bildwerke, wobei ein vielberufener„Helm v. Cannael, Etrurische Arbeiten, Mosaiken. Besonders aber eine höchst interessante Sammlung v. historisch meist ganz sicher beglaubigten Rüstungen(Maximilian I., Gustav Adolph, Wallenstein, Sickingen, Götz v. Berlichingem), die im schönen Rittersaale, Wo aueh alte gute so wie merkwürdige Glasmalereien, aufgestellt, u. in sehr gutem Stande erhalten sind. Daneben eine Grabkapelle mit Steinsarkophag, worin Emma's, der Tochter Karls des Gr., nebst deren Schwester, so wie Eginhart's, des kaiserlichen Schwiegersohnes, vermeintliche Sterbliche Ueberreste einst zu Seligenstadt geruht haben sollen. Die Grafen von Erbach leiten ihre Abstammung v. diesem Eginhart her. Auch die übrige Waffensammlung der verschiedensten Art wird den Besucher interessiren. Dabei auch andere alterthümliche Geräthe, die 2. Th. Wie die sog.„italienischen Schlösser“ heute nicht mehr gebräuchlich sind. Jagdfreunde finden eine Wohl kaum irgendwyo durch Aehnliches erreichte Sammlung der wunderbarsten so wie der 10 Eintrittsr. 1. Odenwald. prachtvollsten Geweihe. Schönes Deckengetäfel. Auch ägyptische Merkwürdigkeiten; 2. B. eine Mumie, u. Papyrusrollen mit Hiero- glyphen. Ferner die Pergamenthandschrift von 1248 des ‚ Welschen Gastes“ v. Thomasin v. Zerkläre. ete. Der Besuch ist lehrreicher, als in mancher öffentlichen Gallerie. Ein guter kleiner Catalog für 18 kr. ist zu haben. V. Erbach ins Necharthal hat man die Wahl zwischen folgenden zwei Wegen: àA. Wer nach Neckarsteinach u. dessen Burgen will, thut wohl, entweder mit eigenem Wagen, oder des Morgens mit der Post, in 3½ St. n. Hirschliorn u. bald darauf weiter n. Necharsteinach in 1 Std. zu fahren. Dieser Weg über Beenfelden(Fürstenauer Hof; Traube) 2½ Std.,— Ober—- u. Unter- HinbenbacùQ 2 Std.,— Hainbrunn 5/ Std. bis— Hirschhorn 1½ Std. Naturalist; Fürstenauer Hof) jist meist einförmig, bis auf die erste Strecke, und das am Neckar schön u. malerisch gelegene Hirschhorn. S. ER. 2. B. Wenigstens Kürzer, nach Manches Geschmack wohl auch hübscher ist der zweite Weg. Zunächst wie in A n. Beenfelden 2½ Std., dann— 50 Min. Gammelsbach, am Fusse des Pechberges mit der Ruine Vreienstein. Dieses Gammelsbachen Thal bietet wechselnde enge Wald-Thalland- schaften.— 2 Std. Ufer des Neckar. Hier I. hin, thalauf weiter, in— 25 Min. Eberbach(Krone) 4100 Ew., badisches, hübsch malerisch gelegenes Städtchen am Neckar. Auch auf diesem Wege rathen wir das Fahren. Doch ist es nicht Poststrasse. Für Denjenigen, welcher den höchsten Berg des Oden- waldes, den Katzenbuckel, besuchen will, empfiehlt sich der Abstecher dahin v. Eberbach aus. Man wWandert zu dem Dorfe— 1¼ Std. Katæeenbach, v. wo der Schlüssel zum Thurm, sowie ein Führer beim Förster mitgenommen werden muss. Man steigt noch— 1¼ Std. b. zum Thurm auf der Höhe. Der Kateenbuchel, 2094“, hat eine Weit-um⸗ fassende Aussicht auf den Odenwald, zum Rheinthal, auf das Neckarthal, das nördliche Baden u. Württemberg, Alb u. Schwarzwald.— In 2 Std. kann man wieder n. Eberbaeft zurück sein. Man kann aber auch, wenn man die Strecke des Neckar zwischen Eberbach u. Zwingenberg überspringen will, n. Zuoingenberg wandern, u. erreicht dies v. der Höhe ab über Katsenbach u. Oberdielbach in 2½ Std. Die Fortsetzung s. in ER. 2. Eintritts- Route 2: Heidelberg.— Durch das Neckarthal nach Heilbronn, und dann mit der Eisenbahn über Bietigheim und Münlacker nach Pforzheim(Wildhad). Heidelberg, 313% Schloss 683/, 17,700 Ew. Gasthöfe: Hot. Schrieder a. Bahnh. In d. Stadt: Prinz Karl; Adler; Russ. Hof; Bad. Hof; Holländ. Hof; Darmstädt. Hof; Baier. Hof; Ritter; Prinz Max. Restaurationen: an d. Bahn; auf dem Schlosse; mehrere gute in der Hauptstrasse u. noch vielfach anderweitig. Droschken: 1—2 Pers. 12 kr., jede mehr 9 kr. Auf Zeit: 1—2 Pers. 18 kr. 3—4 Pers. 24 Kr. auf J/ Std. Im Uebri- gen s. Taxe. Dampfschiffe: vgl. unten. Eisenbahnen: vgl. EBR. 1 u. R9 Die Stadt ist über ½ Std. lang in das Thal des Neckar hinein gestreckt, über welchen eine 290“ lange Brücke führt. Man ver⸗ säume nicht einen Gang auf das rechte Ufer, u. die Aussicht dort. — Schon zur Römerzeit standen hier Befestigungen auf dem Helligen- berg u. dem Galsberg(Molkenkur). Auf Letzterem finden. wir im 8. Jahrh. eine deutsche Burg. Unter dieser gründete in Mitte des 12. Jahrh. Herzog Conrad v. Rheinfranken die Stadt. Wohl nur Wenige Orte mögen sich diesem im Masse der erlittenen Drangsale gleichstellen können. Im 13. Jahrh. war Heidelberg geschlossene Stadt, u. 1356 wurde die Universität gestiftet, welche dann 1386 päpstlich bestätigt wurde(Woher noch ihre silbernen Scepter rühren Sollen). Fünf Jahrhunderte war sie Hauptstadt der Rheinpfalz, u. Sitz des Churfürsten. Aber grade deshalb erlitt sie ausser andeéren schweren Schlägen, wie Pest u. Erdbeben, folgende grosse Zerstö- rungen: 1622 durch Tilly n. einjähriger Belagerung, wobei dieser Mordbrenner die Universitätsbibliothek raubte, u. in den Vatikan verschleppte, v. Wo sie aber 1815 zum grössten Theile zurückgekom- men sein soll. 1634 u. 35 immer stückweise durch Gallas. 1688—89 durch Melac, der es yYstematisch betrieb, aber doch noch genug stehen liess, um die Rèéste u. den angefangenen Neubau nebst dem Schlosse 1693 durch Marschall de Lorge zu einem letzten grossen Mord- u. Brand-Bacchanal verwenden zu können, wWo alle bestiali- schen Seiten der menschlichen Natur gegen Wehrlose entfesselt Wwurden. Man sagt, dass nur die Kirchen(auch nicht ganz) u. das jetzige Gasthaus vzum Ritter“ dem allgemeinen Ruin entgangen sind. Die letzten Schandthaten erkannté Frankreichs»allerchrist- lichster“ König Ludwig XIV. als sein Werk an, indem er eine Me- daille darauf schlagen liess.— Die Stadt hatte auch später noch Mancherlei zu überwinden. Doch blieb sie nach ihrem langsamen Wiedererstehen seit 1693 in der Entwicklung, u. besonders seit 1803, Wo sie Badisch wurde, hob sie sich im frischen Aufschwunge. 12 Eintrittsr. 2. Heidelberg. Sehenswerthes bietet die Stadt selbst sehr Wenig. Eigentlich nur die Peterskinche, schöner gothischer Bau von 1392, jetzt restaurirt, am Klingenthor, u. die Bruche.— Die Universitätsbibliothek, welche allein 1800 Handschriften, darunter alte, berühmte, u, höchst merkwürdige, besitzt, ist mehr für Männer der Wissenschaft, welche hier einen altberühmten u. bereiten Boden finden.— Ebenso die naturhistori- schen Sammlungen aller Art in der sog.„Anatomie“, eigentlich „Friedrichsbau“ in der Hauptstrasse, Obwohl auch Touristen in einer freien Stunde hier viel Interessantes finden können. Das aber, was dem Touristen Alles reichlich ersetzt, ja Was einzig in Deutschland dasteht, ist die herrliche weltberühmte Ruine des Schlosses.— Man kann dieselbe auf verschiedenen Wegen errei⸗ chen. Am allmähligsten steigt man den Fahrweg durch die„neuen Anlagen“, die sich vom Bahnhofe zum Klingenthore hinziehen(an ihnen das Standbild des hier geborenen bayer. Generals v. Wrede), u. v. diesem Thore die Strasse hinauf in den hinteren Eingang des Schlosses. Letztere ist aber im Sommer empfindlicheren Nasennerven nicht angenehm, auch das Pflaster dem Fussgänger nicht bequem. — Der gewöhnliche Weg ist der vom„Kornmarkt“ hinauf führende, gute, schattige Fussweg,/ Std., auf welchem man durch die Ruinen der Aussenwerke an den innersten Theil, u. auf den Altan tritt. Hier gleich entfaltet sich in ganzer Pracht der Friedrichsbau, der jüngste Theil des weitumfassenden Gebäudecomplexes, u. der präch- tigste vielleicht, aber überladen; dennoch imposanter Natur; gebaut v. 1601—7. Der Altan vor ihm lässt ihn genau betrachten, u. bietet eine prächtige Aussicht.— Man geht durch das weite Gewölbethor in den eigentlichen Schlosshof. Die Gebäude, welche man nun um sich hat, sind: r. zunächst der Frtedrichsbau, Worin die Schlosscapelle. — Daran schliessend die aite Kapelle, oder das Bandliaus, von Ru- pert I. 1346—86 erbaut. Unter ihm der Keller mit dem grossen Fass. — Dann der alte Bau(RutHohεον)w vom Ende des 13. Jahrh., der älteste Theil des Schlosses, jetzt ganz Ruine.— Darauf folgt der theilweis noch erhaltene Ruprechtsbad von etwa 1400, den Ruprecht III., nachheriger Kaiser, aufführen und mit dem Reichsadler zieren liess. — Gradezu ein vterechiger Turm, Durchgang zur Brücke, mit gewal- tigem Fallgitter.— V. da u. 1. schliessen sich noch gebrauchte Oekonomie- u. Küchengebäude an. Sie heissen der Ludioigsbau, v. 1508—24.— Vor ihnen der alte Schlossbrunmmen, mit 4 Säulen, aus Kaiser Karl's Palast zu Ingelheim berrührend, die eine offene Halle bilden.— Links die grosse, gewaltige Front in Ruine ist die Perle des Ganzen, der Otto-Heinrichsbau, von 15 59, in nur drei Jahren, vermeintlich nach Entwürfen Michelangelo's aufgeführt. Ein Wun⸗ derwerk an Pracht, u. bei alledem massvoller Durchbildung edelster Renaissance. Hier ist jede Einzelnheit ein Anlass zu verweilender Betrachtung.— U. nicht versäumen soll man, durch die jetat offenen Säle zu wandern, überall das gediegene Werk zu bewundern, dann durch das grosse Gewölbe unten hindurch, r. an der äusseren Mauer entlang, um den 1555 erbauten sog. Bibliothetthurm, àum sog. gespreng. ten Tpurm, der 1455 durch Friedrich den Sieghaften erbaut Ward, zu gehen. Er hat 82“ Durchmesser, 20“ dicke Mauern u. Wurde v. Melace gesprengt. Man geht darauf durch den Schlossgraben herum Weiter, bis Wo eine Treppe zur Brücke hinaufführt. Steigt man hinauf, 80 befindet man sich vor dem Brückenthurm, u. geht hier wieder in den Schlosshof zurück.— L. vom Otto-Heinrichsbau bildet der sog. Neue Ho Friedrichs II. v. 1549, schmal, mit drei Arkadengängen übereinander die Verbindung zum Friedrichsbau. Dahinter ragt der achtecxige Tuurm empor, der einst als Glockenthurm diente, noch heut S zein sull. lergen, die iber Welch einze Laube legreifen, d iie Liebe 21 Gelle ötters Tenn er dant derten Trin ub kin iber aal den P. 4 dh unt Eintrittsr. 2. Heidelberg. 13 die weiten Gebäulichkeiten beherrschend. Man kann hinauf. Als seit dem Anfange des 18. Jahrh. das Schloss allmählig so weit wieder hergestellt War, dass Churfürst Karl Theodor es wieder beziehen Wollte, schlug 1764 der Blitz in diesen Thurm, u. legte Alles in Asche, so Weit es nicht jetzt noch erhalten ist. Der Neue Hof steht auf der Stelle, wo einst das römische Casteil befindlich gewesen sein soll. In ihm ist die Wohnung des Castellans, wo man Führung durch alle Theile des Schlosses erhalten kann. Diese Führung (24 kr. eine Person, zwei 36 kr. Jede Person mehr 12 kr., wofür Alles gezeigt wird; sonst s. Taxe) ist angenehm, u. verlohnt sich. — Im Friedrichsbau, dem einzig erhaltenen eigentlichen Schlosstheil, befindet sich die historisch intèeressante Sammlung des Hrn. v. Graem- berg. Wer nur sie allein besichtigt, zahlt 12 kr.— Im Bandhause ist der Keller, in dem sich das berühmte ꝙosse Fass befindet; schon das dritte, v. 1751. Es fasst 236 Fuder Wein, zu 1000 Flaschen, ist 30½ Fuss lang, 23“ im Durchmesser, 26½“ hoch, u. hat 80,000 fl. ge- kostet. Dabei das komische Bildniss des Hofzwerges Perkeo um 1720, der 15 Flaschen Wein für sein tägliches Deputat erachtete. Man durchschreite nun den Schlosshof, gehe über die Brücke, u. wende sicher., zu der einst zu Ehren der Gemahlin Friedrichs der englischen Königstochter, errichteten Elisabethen-Pforte, höchst Kunstreiche Steinarbeit, in dem chemaligen Stichgarten. Hier zu Ende bis zum sog. dicken Thuurm, Prachtbau, einst Friedrichs V. Fest- Saal, jetzt auch Ruine. Schöne Aussicht. Jetzt wieder zurück, um das ganze Schloss herum, an der Restauration vorbei, bis zu der ossen Terrasse. Sie Wwurde 1613 vom Erfinder der Dampfmaschinen, Sal. de Caus, auf Kkünstlichen, etwa 100“ hohen Bogengewölben auf⸗ geführt. Hier ist der köstlichste Blick auf die Ruine, die den Wald- hügel krönt, zu Füssen der rauschende Neckar, u. langhin gestreckt die Stadt am Ufer, zwischen den grünen, sanft gewölbten Neckar- bergen, die sich hier in die lichtschimmernde Rheinebene öflnen, über welche fern die Haardt herüberwinkt. Hier thut sich der ganze Zauber dieses Stückchens deutscher Erde auf, u. man kann begreifen, dass den vergangenen Geschlechtern v. allem Elend nicht die Liebe zur Heimathscholle verleidet Werden konnte. Wer diese Stelle öfters aufsucht, wird jedesmal inniger gefesselt Werden; u. Wenn er dann die v. dem üppigsten alten u. jungen Epheu umwu⸗ cherten Trümmer durchstreift, so werden zu seinem Geiste die lei- sen Stimmen vernehmlich sprechen, v. denen unsere Dichter singen. Es ist Jedermann zu rathen, jeden freien Moment dem Schlosse zu widmen. Die Restauration oben befriedigt alle Bedürfnisse. An manchen Tagen ist Concert. Störend für Manchen, der des Ortes Poesie ungetrübt empfinden möchte. Es empfiehlt sich für Solchen, in diesen Stunden weiter hinauf zu steigen. Aus dem hinteren Theile des Schlossgartens, welcher zu einer Art botanischen Gartens be- nutzt ist, führen mehrere Treppen auf den Fahrweg. Auf diesem u. leicht ersichtlichen kürzenden Fusswegen gelangt man in etwa 20 Min. zur sog. Molkenkur 901“(Restauration). Sie steht auf einer hervorspringenden Stelle des Gaisberges, der Jettenbumn genannt wird, Wo einst das alte Schloss gestanden hat, Welches von den Markgrafen später wegen des neuen verlassen wurde. Ruine(nichts mehr er- sichtlich) wurde auch dieses definitiv durch einen Blitzstrahl, wel⸗ cher 1537 die darin befindlichen Pulvervorräthe entzündete. Die Aussicht v. hier ist umfassender als vom Schloss, welches man unter sich ganz überblickt. Auf dem Fahrwege in /½ Std., auf schattigen, guten Fusswegen in ½ Std., wird v. hier der Phu¹m auf dem Kaiserstuhl 1752“ er- 14 Eggg Eintrittsr. 2. Heidelberg. Thurm gewährt eine reiche, vielgegliederte Aussicht reicht. Dieser Schwarzwald bei Baden, Rhein- über Odenwald, Taunus, Haardt, thal u. Neckarthal. Dies die Hauptstellen in der Nähe. Als sonstige Spaziergänge kühren Wir noch an: V. der Molkenkur den breiten Weg, der um den Riesenstein(Steinbrüche) in weitem Bogen immer auf halber zerghöhe führt, in 25 Min. zur Kansel, noch 5 Min. zum Rondel mit Häuschen, Wo weite Auss cht auf die oft hart geprüfte u. doch reich gesegnete Pfalz. Noch weiter ½ Std. Speyererhigf GRestaur). Aus- sicht gleich. Vom Rondel führt r. hinab der Weg in ½ Std. zum Zahnhof.— Ueber die Neckarbrücke, durch die jenseits(nhahebei r.) sich in die Schlucht hinaufziehende„Hirschgasse“ Pauk- u. Duell- lokal der Musensöhne) empor auf den Philosophenioeg, der I. ab auf halber Höhe, prächtige Aussicht auf Schloss u. Stadt gewährend, u. zuletzt sich hinabsenkend, in ½ Std. n. Neuenheim an der Chaussee führt. Vgl. hierzu EBR. 1 bei Heidelberg. Ausflüge: N. Handschuchsheim. Der„rothe Ochs“ ist beliebter Aus- flug der Studenten. 1 gute Std. Das Dorf liegt am Anfang der Bergstrasse.— N. Schwetzingen Erbprinz; Hirsch; Bierh. gegenüb. d. Post) 2½ Std. zu Fuss, stàubige Chaus Omnibus gehen vom Bahnhofe ab. Man besucht es Wegen seines im Versailler Stil mit allerhand Schnörkeleien, aber auch guten Kunstwerken u. schönen Parkanlagen ausgestatteten Schlossgartens. Führer zur Zeiterspar- niss angenehm. Die einzelnen Gebäulichkeiten verlangen ihre eige- nen Trinkgelder, wWas lästig ist. Doch sind sehenswerth: der Mi- nervatempel, die Moschee, der Apollotempel, das römische Bad, der Grosse Weiher mit den Flussgöttern Rhein u. Neckar, das Bassin mit den Springbrunnen-Schwänen, v. welchem nicht weit ab eine gute Venus ital. Arbeit, mit kindlich-lieblichem Ausdruck.— Zum Wolfsbrunnen, mit Restaurant u. Forellenteichen wird die Partie jetzt so gemacht, dass man mit Eisenbahn bis Station Sehlierbach fährt, u. v. da, nicht zu fehlen, in ½ Std. hin spaziert. Indessen kann man auch vom Kdiserstuhl durch das sog. Felsenmeer in ½ Std. zum Wolfsbrummen gehen. Den Weg zeigt oben der Thurmwärter. V. Heidelberg ist es so etwa 1½ Std. bis hin.— Die Sage berichtet, dass an diesem Brunnen die schöne u. wohlthätige Zauberin Jetta, welche auf dem Jettenbühl als Wahrsagerin Oruidin) einsam lebte, v. einem Wolfe zerrissen wurde. Offenbar steht diese Stelle, nebst dem nahebei befindlichen sog. Heidenloch, einem ehemaligen unterirdischen Gange, zu jener Stelle auf dem Jettenbühl, Wo auch das alte Schloss stand, in Beziehung. Frau Jetta oder Jutta War gleich Herta(oder Freia) die Göttin der Fruchtbarkeit, u. ihr Waren als Symbol derselben Quellen heilig. Wahrscheinlich auch dieser Brunnen. Nun hatte der Wolfsbiss, während der Wolf selbst das zerstörende Prinzip bedeutete(besonders deutlich in der Edda aus- geführt) eine talismanische Kraft. Bedenken wir ferner, dass in jenen Urzeiten Selbstopfer der Priester u. der Kköniglichen oder Herrscherpersönlichkeiten nicht selten waren, Weil sie als höchste heilbringende That für das eigene Volk galten, so wäre es gar nicht unmöglich, ja eine gut begründete Vermuthung, dass uns hier im Sagengewande die Kunde v. einer solchen heilbringenden Selbst- opferung mit einer Art talismanischer Kraft für den Grt überliefert Wäre.— N. Neckarsteinach s. im Verlaufe der Route. Der Neckar bis Heilbronn. Sollten, wie es 1869 hiess, die Fahrten der Personen-Dampfschiffe auf dem Neckar ganz eingehen, so wäre dies für den Touristen ein Der etya 5. Da5 lcke a Ir. U 1 8t In Plus 1. D ſunren N. 1. D. dungen d der M V Inch n. bald RN Eintrittsr. 2. Neckar bis Heilbronn. 15 grosser Verlust. Denn obschon etwas lang, ber ist das Thal eins der Schönsten in Süddeutschland, und das Dampf- schiff für Denjenigen, der nicht überall aussteigen will, ein grosser Zeitersparer.— Man mag auch die Partie 80 einrichten, nur bis Neckarels fährt, in etwa 8 Std. Restaur. auf d. Schiffe. Das Schiff geht gegen halb sieben Uhr Morgens ab, trifft also etwa um 2 Uhr in Necharels ein. Man hat Zeit, sich zu restauriren, Hochfiausen, Eimmern u. Hornberg au besuchen, u. noch mit dem Postomnibus n. Jantfeld, v. da mit Bahn n. Heilbronn zu fahren.— Sonst setze man noch die 4 Std. Fahrt auf dem hier im bréiteren, doch immerhin noch angenehmen, freundlichen Thale fliessenden Neckar hinzu.— Wer nur Neckarsteimach besuchen, u. später mit der Bahn n. Heilbronn fahren will, thut gut, mit der Eisenbahn n. Necſhangemund 2u fahren, hier mit der Fähre überzusetzen, durch eine Glanzpartie des Thales in/ Std. n. Necharsteinach zu Fuss z2u Wandern, u. nach dem Besuch der Burgen mit dem abwärts fahrenden Schiffe, das etwa um 1 Uhr eintrifft, sich n. Necargemund zurückzubegeben, u. v. da nach Belieben den nächsten Zug n. Heilbronn oder auch n. Heidelberg zurück zu be- nützen. Tr. u. I. bedeutet rechts u. links vom Fahrenden, also in diesem Falle umgekehrt wie die geographische Bezeichnung. Der Abfahrtsplatz ist am Quai, unterhalb der Brücke, etwa 5 Min. v. Markt entfernt. Das Schiff fährt durch die Brücke. Nun schöne Rück-⸗ blicke auf Stadt u. Schloss, u. auf das mit Villen besetzte Ufer. Dann folgt zunächst J. Stitt Neuburg. Nonnenkloster, 1556 aufgehoben. Am Flusse selbst die ehem. Stihlsmiiſile(Wirthsch.) r. Dorf Schlierbach, wobei in der Nähe der Molſa- brunmnen. J. Dorf Ziegelausen(Adler mit Gartenw.)— Flusswin- dungen durch einsame Fels- und Waldberge. Man erreicht an der Mündung der Elsense r. Neckargemünd n. etwa 1½ Std.(Pfalz am Fluss; Hirsch mit Brauerei). 2200 Ew. I. Klein-Gemeind. Weiterfahrend erblickt man den Dils- berg, bald auch das in ½ St. darauf erreichte J. Neckarsteinach. Harfe m. Garten; Hirsch, Bier-, jetzt auch Gartenw.), grossh. hessisches Städtehen, überragt v. nicht weniger denn vier Burgen, wegen deren es meist nur besucht wird. Sämmtliche vier Burgen gehörten der Familie der Landschad od. Landschaden, die wahrscheinlich vier Zweige hier bildete. Eine ehemals mächtige Familie, die ihre Stellung zahlreichen Gewaltthaten u. Raubzügen verdankte, aber Anfangs des 14. Jahrh. durch tapfere Dienste im Kaiserl. Heere u. Busse in den Kreuzzügen wieder Z2u Ehren kam. Den von ihren ehemaligen Thaten rührenden Namen behielten sie. Das Wappen war eine Harfe, die man deshalb noch als Schild ziemlich verbreitet findet.— Die am Weitesten stromauf gelegene Burg heisst die Vonderburg, ist nur noch Mauertrümmer mit gauf zu fahren, 80 RNNDDN Eintrittsr. 2. Neckar bis Heilbronn. 16 Epheu, u. verlohnt nicht den Besuch.— Die zweite, in 10 Min. vom ist restaurirt u. bewohnt. V. Orte erreicht, heisst die Mittelburg, Dort mmrer Gartenterrasse schöne Aussicht. Hinter ihr führt Cinks hal- U1t ten!) der Weg azur Hinterburg, schöne Aussichten bietend auf das U Steinbachthal. Diese Burg selbst ist ohne Aussicht, aber die bei wWei⸗ Vecke tem grösste der Burgen.— Von ihr steht noch ein starker Thurm, Jl Gebäudemauern, u. umfassende gewaltige Ringmauern. Alles über⸗ K Wuchert v. prächtigem Laubwald, eine Stelle geeignet zu Phantasti- ditthl schen Träumen über verschwundene Zeiten.— Von ihr aus führt 1 ein theilweise etwas steiler Fussweg, zur entferntesten u. höchsten dieser Burgen, zum sogenannten Schwalbennest, denn wie ein in de solches erscheint sie v. unten am fast überhängenden schwindelhaf- 5 ten Felsen angeklebt. Eigentlich ist der Name Schadeck, u. sie Iü soll der Sitz des ärgsten dieser Raubritter gewesen sein. Sie ist s0 Wweit im Stande gehalten, dass man vom Thurm(etwas behindert) u. vom Altan(frei) die nicht Weit reichende, aber malerische u. charakteristische Aussicht auf Dilsberg, Neckar, Neckarsteinach u. die Burgen geniessen kann. Ein schr besuchenswerther Punkt. Die Excursion ist hin u. zurück zum Orte in 1/ Std. bequem gemacht. — Die Kirche v. Neckarsteinach hat schöne Glasgemälde, s0 wWie Grabmäler der Landschaden. Unter diesen das des mannhaften u. ritterlichen Kämpen Hans, der 1526 die Reformation hier einführte, zum Trotz Oesterreich u. den Feinden, Worüber er einen in seiner kurzen treuherzigen Weise sehr interessanten u. tüchtigen Brief an Erzherzog Ferdinand schrieb. Die Steinach, welche hier in den Neckar miindet, führt Perlenmuscheln. r. Die umfangreiche Kuppe des Dilsberges, auf wel⸗ cher die Reste des einst sehr festen, u. im 30jähr. Kriege V. Tilly vergeblich belagerten Ortes. Neuerer Zeit Staatsge- IWin fängniss; jetzt verfallend. I. Neckarhasen.— Dann folgt, 1½ Std. v. Neckar- ö + N steinach 0 0 I. Hirschhorn(zum Naturalisten; Fürstenauer Hof). 3 ˖5 Städtchen v. 2000 Ew., sehr malerisch gelegen unterhalb 18 seiner theilweise noch erhaltenen Burg.(In den Odenwald, Wi n. Erbach ete. 8. ER. I.) 51 1. münden die Thäler der Lam u. des Finthenbaches. 1 r. Eresſieimer Kapelle.— Dann Dorf Neutersbachi. V. mü hier ab wird auch das I. Ufer wieder badisch. n I. mündet das Gammelsbacher Thal. uf ö I. Eberbach(Leininger Hof; Krone; Post), 1 Std. v. Hirschhorn. Wohlhabendes, thätiges Städtchen v. 3700 Ew. (Katzenbuckel, Odenwald etc. 8. ER. I.)— 3mal tägl. Post n. Nechargemund in 2½ Std.: àmal n. Necharels u. Mosbach. in 2½ Std.— Das Neckarthal verengt sich; romantische Partieen zwischen Hirschhorn u. Zioingenberg, bei zahlreichen Win⸗ dungen des Flusses, in Fülle. Wil, dl SRer Eintrittsr. 2. Neckar bis Heilbronn. J. Ruine Stolæeneck, einst arges Raubnest. Unter ihm Dorf Lindach.— Dann folgt, 1 Std. v. Eberbach: J. Zwingenberg. Dorf u. Schloss. Glanzpunkt im Neckarthale. Das wohl erhaltene Schloss birgt eine für Jagdfreunde interessante Sammlung. Das Schloss ist Be- sitztͤhum des Markgrafen v. Baden. J. Dorf Neckargerach an der Mündung der Gerach. in den Neckar,— u. die leidlich conservirte Ruine Minne- burg, die noch vor Kurzem v. einem Einsiedler bewohnt War. Er legte die Wege und Anlagen auf derselben an. r. Guttenbach an der Mündung des LKatæebachithales. I. Bienau. r. oben die Bahn n. Mosbach. Am Abhange Flecken Mortelstein. r. sieht man lange Zeit die Reihierſialde, einen Bergzug voll Wald, in welchem die einst hier zur Jagdlust für hohe Herren gehegten Reiher einen grossen Theil der Bäume mit ihren Nestern besetzt u. verdorrt haben. Man sicht die Thiere über dem Walde u. am Ufer zahlreich umher- fliegen. r. Dorf Oörigheim u. d. Neuburg. I. gegenüber Diedesſieim.— Nun fährt das Boot unter der 110“ hohen Eisenbahnbrücke durch, u. erreicht(2 Std. v. Zwingenberg, 7½ Std. v. Heidelberg): I. Neckarelz(Schiff; Anker; Löwe) Eisenbahnstation. 940 Ew. Alte Kirche aus der Zeit der Templer. Römischer Altar als Taufstein. Das Thal wird hier weiter, u. Prangt in üppiger Frucht- barkeit. Viel Weinbau. r. Hochſidesen, mit Schlösschen u. der vielbesuchten evangelischen Kirche, in welcher sich das sog.„Grabmal der heiligen Nothburga“ befindet, auf welchem diese n. der Wunderlichen Sage einarmig dargestellt ist. Dasselbe ist aber merkwürdig als einziges Bildwerk der Merovingerzeit auf dem rechten Rheinufer, u. kann aus dem 10. Jahrh. sein. Altarbilder aus deutscher Schule des 15. Jahrh. Oberhalb des Dorfes die zur Legende gehörige Höhle. I. Neckarzimmern an der Mündung des Zimmern- baches.— Darüber Schloss Hornberg. Dies war Götz v. Berlichingens eigentlicher Wohnsitz, Wo er seine Biographie schrieb, u. starb. Im erhaltenen Gebäude in- Sang soll nicht leicht zu erhalten sein) eine Portrait- u. Waffen⸗ sammlung, wobei eine vollständige Rüstung v. Götz. Schöne Aussicht. v. Seydlitz, Schwarzwald. 2 18 Bintrittsr. 2. Neckar bis Heilbronn. r. Hassmersheim(Sonne), wobei Gypsgruben, in welchen Salzquellen zu Tage treten. I. auf der Höhe die Michdelshapelle. r. Necharmùihbν,Mm. V. hier ab ist I. Hand(also das r. Ufer) württembergisches Gebiet.— Ueber dem Orte Schloss Guttenberg, welches wieder v. den Ruinen der alten Burg überragt ist.— Am Bergabsatz die ehemalige MWallfafirtsbircèe mit schönem altdeutschen Schnitzwerk u. Grabmälern der Herren v. Gemmingen, welchen Hornberg u. Guttenberg gehören. I. Gundelsheim(Prinz Karl, Bierbr.; Löwe) mit der Burg Hornech, malerisch gelegenes Städtchen. r. Ruine Eyrenberg.— Dann Heinshieim, letater badi- scher Ort, mit Ruinen der St. Albamsbapelle, u. alter Warte nahebei. 1. Offenau(mit der Saline u. Soolbad Gemenshall). r. Wimpfen im Thal(Gasth. Mathildenbad mit Sool- bad). Die frühgothische Stiktskirche, v. 1262-— 78, jist sehr Mael sehenswerth; schön durchgebildeter Bau; Kreuzgang. Der Tdba Ort ist geschichtlich berühmt wegen der 1622 hier geschla- genen Schlacht, in welcher 400 Pforzheimer unter ihrem Bürgermeister Deimling den Opfertod für ihren Markgr. Georg Friedr. v. Baden gegen Tilly starben. Denkmal s. Ie. Pforzheim, R. 1. i Lise Darüber stuft sich schön empor Wimpfen am Berg ler mit der Stadtkirche v. 1499, worin Schnitzwerke u. Gemälde l hird aus alter Zeit. Aelktellt I. Jaxtfeld, an der Mündung der Jant.(An dieser 1 liegt 5 Std. aufwärts Götzens Burg Jaæthiuusen.)— Hierbei 1 m Saline Friedrichspall(Anker, Soolbad; Waldhorn). Es ist 135 libe einstweilen Ausgangspunkt der Bahn n. Heilbronn auf dem r. Ufer. Die Bahn n. Heidelberg 1869 fertig geworden. Doch ist eine Verbindung n. Neckarelz u. Mosbach beab- sichtigt. I. Kochendorf, dann Necharsulm an der Mündung der Sulm.— An beiden Ufern gelegen folgt schliesslich: InBeſf Heilbronn(Post z. Falken; Sonne; Rose; Eisenbahn- gasthof). Ehedem freie Reichsstadt. Jetzt mit 14,500 Ew. sehr gewerbreich u. die bedeutendste Handelsstadt Würt⸗ tembergs. V. alterthümlich malerischem Aussehen, 1797 noch v. Göthe wie 8 00 eine Art stillen Misthaufens geschildert, macht sie heut durchaus nur fülkr Heilbronn. Eintrittsr. 3. Berlin— Frankfurt. 19 einen sehr angenehmen, behaglichen u. sauberen Eindruck. Viel- fache Neubauten entstehen, besonders in der Richtung gegen den Bahnhof hin, v. welchem aus man über die NVecrarbrücke gleich in die Hauptverkehrsstrasse gelangt. Sie führt auf den Marht, WO das Rathhaus mit kunstvoller Uhr die Blicke auf sich zieht. An der Eeke der„Marktstrassel die„drei Könige“, die sog.„kalte Herberge“, Wo Götz, wie man sagt, an 3 Jahre auf Ehrenwort gefangen sass. Aber urkundlich sass er in der„Krone“ bei Dlets(jetzt gute Eestau- ation, Bier) in einer Seitenstrasse des Marktes, ganz nahe, u. bezahlte daselbst seine„Atzung“ mit 552 fl. Der Götzens Thurm diente nur eine Nacht azu seinem Gefängniss, das er später in Augsburg 2u Ende bringen musste.— Niemand versäume den schr interessanten, u. trotz seiner Mischung verschiedener Baustile schönen Bau der Kilianskirche zu besichtigen. Langschiff Rundbogen. Hohe Chor Spitzbogen. Altar mit vorzüglichem Schnitzwerk. Merkwürdig der Thurmbau. Viele hübsche Einzelnheiten innen s0 wie aussen.— Nahe dem westlichen Portal: Heilbronns Wahrzeichen, ein Brunnen mit sieben Röhren, der„heilic prunnen“, welcher der Stadt den Na- men gab.— Wer sich dafür genügend interessiren sollte, kann sich verschiedentliche„Häuser des Kätchens von Heilbronn“ zeigen lassen. —Schönste Aussicht v. der alten Warte auf dem Wartberge, /J Std. Oben Whs. V. hier kann man in ½ Std. Meinsberg erreichen. Vgl. ER. 8. Die Eisenbalinfahrt v. Hellbronn über Bietigheim n. Mufilacher u. Eforaheim s. EBR. 2. u 4.— V. Eforzheim n. Tildoad R. 1. VORBEMERKUNG. Zu den folgenden ERn. bemerken wir, dass bei Fahrzeiten der Eisenbahnen der Sommerplan v. 1869 zu Grunde gelegt ist, der also 1870, wie immer, manche Aenderungen aufwei- sen wird. Es kam indessen hier darauf an, durch Zusam- menstellung nicht sowohl die Minute festzustellen, als viel- mehr nur eine Anleitung zu geben, welche es den weiter her kommenden Touristen erleichtert, nach der Angabe des neuen Coursbuches sich eine zweckmässige Route für die Hinreise zusammenzustellen. Wir wissen, dass eine solche Anleitung vielen Touristen erwünscht ist. Wer sie nicht braucht, mag sie überschlagen, u. sich an die beschreiben- den Stellen halten. Eintritts- Route 3: Von Berlin Uber Eisenach— Bebra Fulda Hanau nach Frankfurt. Zum Anschluss an ER. 1 oder EBR. 1. Der Courirzug(I. u. II. CI.), welcher in Berlin yruναν 8 Uhr ab- geht, erreicht Eisenach um 3. 15 Nachmittag,— Bebra 4. 18. Fulda 5. 44,— Hanau 8. 6 Abd. 2* N 20 FEintrittsr. 4. Hamburg-Frankfurt.— 5. Bremen- Hannover. Wer etwas billiger fahren will, fährt III. CI. mit dem Morgenzuge v. Berlin um 6 Uhr bis 10. 15 n. Halle, u. besteigt daselbst um 10. 25 den(ändessen nachgekommenen) Courirzug. Der Abendeouriraug G. u. II. CI.) geht um 8. 30 ab, erreicht Eisenach 3. 22 Morgens,— Bebra 4. 18,.— Fulda 5. 56,— Frank- furt 8. 42 Morg. Eintritts- Route 4: He Von Hamburg über(Berlin oder:) Lehrte— Hannover, Göttingen— Cassel— Franłfurt. Zum Anschluss an ER. 1 oder 2, oder EBR. 1. A.— Ueber Berlin 7. 45 fuuε(.—III. CI.) Peraonenæug bis 3. 40 Nachm.— Schmellerg(I.III. CI.) 2. 50 Nachm. bis 9. 35 Abd. Cotiriræug(I. u. II. CI.) 11 40d. bis 5. 30 früh. Hieran schliesst dann ER. 3. B.— Ueber Lauenburg-Cassel. Morqens Eitaug CG.—III. CI.) früh 6. 10,— in Büchen 7. 10,— in Lauenburg 7. 31. Hier mit der Bampiffünne n. Hohnstorf v. 7. 35 bis 7. 45, Worauf mit Bahn um 8 Uhr weiter.— In Lüneburg 8. 27.— Clier trifft der Zug v. J5 J Harburg ein. Wer diesen benützen will, fährt v. Hamburg früh 6 udel Uhr mit dem Dampfschiff n. Harburg, v. Wo 7. 40 der Personenaug 810 G.IV. CI.) n. Lüneburg abgeht, u. um 8. 40 ankommt. Das Erstere Hleinb ist bequemer.)— Der Zug verlässt Lüneburg um 8. 45,— erreicht In die Celle um 11. 6 Vormitt.,— Lehrte 11. 44,— Hannover 12. 10 1 Mitt.— Aus Hannover um 12. 30 Nachm. mit Schnellzug(J.—III. CIg9, 1Uln in Kreiensen 2. 5,— Göttingen 3. 6 8 Min. Aufenth.)— Cassel dtr, um 4. 37(15 Min. Aufenth.).— V. hier mit Personenzug(L.III. CI.) Schon um 4. 45 bis 9 Abd. n. Frankfurt.—— Oder: Abends v. Hamburg gentin mit Eijzug G.—III. CI.) 6. 15 bis 7. 15 n. Büchen. V. hier 7. 17 ab, krackt — in Lauenburg 7. 35. Dampffähre 8 bis 8. 10 n. Hohnstorf. ch 8 V. hier um 8. 20 bis 8. 40 n. Lüneburg.— Glier trifft der Zug v. Harburg um 8S. 45 Er verliess Harburg um 8 Uhr; die Dampf. fähre ging v. Hamburg bis Harburg um 6 Abd.— 7.)— Abgang v. Lineburg 8. 50 Abd.— in Celle 10. 40 Nachts,— Lehrte 11. 13,— eben. Hannover 11. 40.— V. Hannover mit Schnellzug GC.—III. CI.) ab Uum e 12. 5 Nachts,— in Kreiensen 1. 51(10 Min. Aufenth.)— In Göt⸗ tingen 2. 47 66 Min. Aufenth.),— in Cassel 4. 15 früh.— Aus Cassel 5. 15 früh mit Schnellzug G. u. II. CI).— Ankunft in Frank- furt 9. 40 Vorm. Eintritts-Route 5: Von Bremen und Hannover. Zum Anschluss an ER. 4. Morgens: V. Bremen Personenzug(J.IV. CI.) früh 5. 55 ab. In Hannover 9. 10 angekommen, sind über 3 Std. Aufenthalt. Um 12. 30 Mittags weiter, ist man um 9 Uhr Abds. in Frankfurt. Abende: Schnellzug G.—III. CI.) v. Bremen um 8. 50 Abds. fort, Hannhe Eintrittsr. 6. Strassburg. 21 — in Hannover Ankunft 11. 35 Nachts.(% Std. Aufenth.) Weiter um 12. 5 Nachts,— Vorm. 9. 40 in Frankfurt.— Vgl. hierzu v. Hannover ab. ER. 4. Eintritts-Route 6: Strassburg.— Von da nach Baden-Baden,— oder Offenburg— Hausach,— oder Freiburg. Strassburg, 486“, Hötel d'Angleterre am grossen Bahn- hof; Ville de Paris, rue de la Mesange, ganz nahe Place Kléber; Rothes Haus, am Kleberplatz; Rebstock, grande rue 119, an der Ecke der rue des Tanneurs. Café's und Restaur.: Cadé am Kleberpl.; C. du Broglie, am gleichna- migen Platze; Univers(Bier) nahe dem Kleberpl.)— Bier: Sauvage am grossen Bahnh.; Westermann gegenüber; Gar- tenwirthschaften v. Kammerer u. Lips, beide vor der porte des Juifs, nahe dem Broglie, oft Concert u. IIlumination. Droschken(citadines): Jede gewöhnliche Tour 75 etms. Zur Rheinbrücke 1½ fres. Zum Kehler Bahnhof 2 fres. 75 etms. In die Stadt Kehl 3½ fres.— Thoresschluss: gewöhnlich 11 Uhr, doch ist es rathsam, sich vorher zu erkundigen. Strassburg ist uralt zu nennen. Es erhielt römisches Stadtrecht schon unter Caracalla. Damals hiess es Argentoratum, später Ar- gentina. Indem man diesen Namen mit Argentum, Silber, zusammen- brachte, entstand der fränkische Name Stratiburg, in welchem„Strati“ auch Silber bedeutet.— Im Mittelalter hatte die Stadt eine bewegte Geschichte, wie alle grösseren Orte an dieser Weltstrasse des Rhein- thales. In derselben entwickelte es sich zur Vormauer deutschen MWesens u. Geistes gegen den Westen, u. war ein Stolz der Deut- schen. Seine Stellung an der Spitze deutscher Geistesentwicklung nahm es auch in der Reformation, die es bei sich durchführte u. beschützte. Aber freilich entstanden hierdurch zwei grosse Parteien, u. dies Wwurde verhängnissvoll. Denn als zur Zeit schmachvollster Schwäche Deutschlands Ludwig XIV. seine„Reunionskammern“ intriguiren liess, wurde Strassburg im verrätherischen Einverständ- niss mit seinem Bischof, dem deutschen Reichsfürsten Franz Egon J. Fürstenberg mitten im Frieden 1681 v. den Franzosen besetzt. Der Ehrlose hoffte, dadurch die Reformation zu unterdrücken. Da- mals Wurde auch der Münster wieder katholisch. Die Stadt Wwurde im Ryswyker Frieden 1697, der Deutschlands Schmach besiegelte, Frankreich zugesprochen. Sie wurde durch Vauban zu einer Festung ersten Ranges erhoben, u. wurde nun eine Vormauer gegen Deutsch- land. Allerdings War sie hierdurch allen jenen Gräueln der Pfalz- u. Rheingegendverwüstungen entgangen, u. scheint überhaupt in materieller Entwicklung vielen Nutzen davon gezogen zu haben. In der Revolutionszeit war auch sie Sitz v. Schreckensmännern, u. die Guillotine war auf dem Markte in Permanenz. Heutzutage, als Hauptstadt des département du Bas-Rhin, mit 82,000 Ew. ist sie RR ÆÆ ◻π 22 Eintrittsr. 6. Strassburg. halb zu halb katholisch u. evangelisch, in Sitte u. Sprache der Bürgerkreise deutsch geblieben. Freilich gilt als offiziell die fran- 26sische Sprache für die gebildete, die deutsche, besonders die harte elsassische Mundart, ist das Aschenbrödel. Leider hat unsere Nation, deren Selbstgefühl ja erst in neuerer Zeit wieder erwacht ist, kaum Recht, darüber zu klagen. In einer kurzen Wanderung für beschränkte Zeit führen wir den Touristen zu den merkwürdigsten Punkten der Stadt, u. beginnen vor der Station den porte d'Austerlita, als v. derjenigen Stelle, Wo die meisten, dieses Buch brauchenden Reisenden eintreten dürften. V. dieser Station aus geht man zu dem Thore dieses Namens. Da wo der Weg l. ab zu ihm biegt, sieht man zur Bewillkommnung eine Wegesäule, die uns mit dem offiziellen Styl Frankreichs bekannt macht. Sie zeigt nämlich die Inschrift:„route imperiale de Paris à Vienne“. Gewi sehr geeignet zur Orientirung! N. etwa 7 Min. ist das Thor erreicht. Durch dasselbe tritt man auf die Blace dAusterbitæ, u. biegt I. in die vuẽ,§²dAusterlits. Diese verfolgend, ge- langt man an die 1%½(die bekanntlich dem Gau den Namen Elsass gab), u. über die pont det Corbeai auf den vteue marché dilr poissons, den alten Fischmarkt. Hier in Nro. 80 wohnte Göthe, als er 1772 seine juristischen Studien mit Erwerb des Doktortitels beendigte. Herder, Lenz, Jung-Stilling u. andere gekannte Namen studirten da- mals an der noch immer hoch berühmten Warte deutscher Wissen- schaft.— Die Strasse wWeiter verfolgend, gelangen wir auf den Gulitenber9-Plata mit der Statue Guttenberg's, vom Meister David modellirt, 1840 errichtet. Die Basreliefs sinf überfüllt. Guttenberg stellte hier, Wo er 1424—44 lebte, um 1436 seine ersten Versuche mit beweglichen hölzernen Buchstaben an, Welche später in Mainz erst mit gegossenen Lettern zur Vollendung seiner E, ndung führ⸗ ten.— Man geht v. hi durch die rue mercidre direct auf das Westportal des Münsters zu. Ein überwältigender Anblick. Stau- nend u. überrascht steht man beim Erblicken dieser, man möchte sagen: duftigen Poesie, phantasievollen Musik, in die das schwere Steinmaterial aufge ist.— Der Münster ist das Hauptaugenmerk des Besuchers v. Strassburg. Man kann ihn ein Denkmal der ver- schiedenen Entwieklungsphasen der Gothik nennen, aus dem Rund- bogen(Chor u. Crypta) zur vollendetsten Blüthe des Spitzbogens Langhaus u. Fagade) bis zu ihrer Ausschreitung(Oberste Partie der Fagade u. Thurmaufsatz). Schon 510(unter Chlodwig) stand hier eine hölzerne Kirche mit Strohdach, die, später erweitert u. verschö- nert, 1007 abbrannte. 1015 legte Bischof Werner v. Habsburg den Frund zu einem steinernen Neubau. Auf diesem steht der hohe Chor. Dieser u. ein Theil des Querschiffes sind um 1176 fertig. Lang- sam nur schritt es weiter. Da kam die Hauptzeit v. 1277—1339, be- ginnend mit Erwin v. Steinbach u. dessen Tochter Sabina, die als Bildhauerin an der Façade u. dem Südportal ihre wunderbare Grösse schaffender Erfindungskraft entwickelte. Diese, Weniger prunklose Zeit schaffte, inrem Geschmacke gemäss, im Spitzbogenstyl. Erwin folgte sein Sohn Johannes. N. ihm fing bereits Schwanken und Entart- ung der Formen an, überhand zu nehmen. Der eine Thurm blieb unvollendet, der andere wurde v. Meister Johannes Hülz aus Köln 1439 vollendet, Wohl noch nicht einmal in ursprünglich gedachter Höhe. An dicsem Thurm War 162 Jahre, am ganzen Münster 424 Jahre gebaut.— Von Einzelnheiten bemerken wir: Am Westportal: in den Blenden die Reiterstatuen v. Chlodwig, Dagobert, Rudolph v. Habsburg, Ludwig XIV. Geit 1823). Darüber die weltberühmte Fen- Sterrose v. 43“ Durchméesser. Am Sũůdporta/, neuerlich sehr gut herge- Bintrittsr. 6. Strassburg. stellt: Erwin's u. Sabina's Standbilder. Auf der NVordseite: Die Laurentiuskapelle. Inoendig: Taufstein v. 1453; Kanzel v. 1487; die astronomische Uhr, die dritte seit dem 15. Jahrh., im südlichen Quer- schiff, 1842 hergestellt, oder vielmehr ein neues Kunstwerk mit Be- nutzung alter Theile v. 1789 zu nennen, v. Schwilge. Das Werk ist besonders darum fast Wunderbar, weil es für die Zeit bis 9999 voraus- berechnet ist, u. seine Functionen dazu jeden 31. Dezember selbstthä- tig regulirt, selbst im Schaltjahr. Vieie Spielereien daran für die Masse. Gegenüber ist das Grabmal Bischofs Werner v. Habsburg. Sein Standbild v. Friedrich. Ferner: die grosse Orgel, v. Silbermann 1714—16 gebaut, 49 Register, 2242 Pfeifen.— Tiefe des Domes 355, Breite 132, im Chor 67, Mittelschiff hoch 95 Strassburger Fuss. Im IAdſe Erwins, seiner Frau u. Sohnes Grabmal.— Der Ihurm ist 228 Strassb. F. bis zur Plattform, bis zur Spitze noch 262, im Ganzen also 490 Strassb. F., resp. 480 Rhein. F. hoch, u. das höchste Bauwerk Europa's. Eine kleine Thür(um die Ecke neben dem südlichen Por- tale, d. h. beim nicht vollendeten Thurme) ist als Aufgang bezeichnet. Unten in der Wohnung des Kirchenwärters löst man eine Karte für 15 Otms. u. steigt auf 330 Stufen zur Plattform. Inwendig im Thurme, r. neben der östlichen kleinen Thür, finden sich die bekannten Namen, darunter Göthe 1776 eingehauen. Ebenso in der Hohlkehle des süd- östlichen Thurmpfeilers, u. r. daneben C. Schinkel u. Hittorf, die be- rühmtesten Meister Berlins u. Paris', v. 1834. Die sehr lohnende Aus- sicht erstreckt sich über Schwarzwald, Kaiserstuhl, Rheinebene Ghein selbst an wenigen Punkten), Vogesen, Jura. Wer die noch folgenden 263 Stufen in den Thurm selbst steigen will, muss bereits unten eine Karte zu 1 Fre. lösen, wofür ein Mann mitgeht, welcher nachher für Vorlegung des Fremdenbuches ein Trinkgeld erwartet. —. An den hinteren Theil des Domes stösst das Lireum.— Dem Südportal des Domes gegenüber ist der alte Bischofshof, jetat Iaiserl. Palast.— L., im ehemal. Frauenstift: Sammlung v. Goth. Alterthümern, auch das alte Modell des Domes.— Man gehe nun um den Dom herum, an der Hauptfagade vorüber zur Nordseite, auf den dlace du Dome.— Bei der zweiten grossen Strassenkreuzung biegt man I. ab. Hier gelangt man, an der Stadt- Brblrothe-h(150,000 Bde., reich an Manuscripten u. Incunabeln. Mont., Mittw., Donnerst., Freit. V. 2—5. Uhr offen) vorbei, an den Temple neuf, die protestantische netle Kirche, am gleichnamigen Platze. Bauwerk des 13. Jahrh. In derselben Grabstein Joh. Tauler's, u. alte Podtentanz-Fresken.— L. daneben das neue Protestantische Gymnasium.— Nun zurück, oder im Bogen I1. um das Viertel herum bis zu jener genannten Strassenkreuzung, schlagen wir jetzt den Weg durch die„rue hrulée- ein. Sie führt ihren Namen zum Andenken an den Fanatismus christ- licher Bruderliebe, dem hier 1349 bei 2000 Juden, welche keine Chri- sten Werden wollten, als lebendige Brandopfer fielen. In ihr, I. an der Strassenkreuzung, das Hotel de ville, mit der Städtischen Gemäldegallerie darin. Eintritt Sonnt Dienst., Donnerst. v. 2—4 krei; Fremde jederzeit für 1 Fre. Trinkg. Einige äitere Bilder: Mem- ling, Heil. Catharina; Schön, Dornenkrönung; Perugino, Heil. Apol- Ionia; G. Reui, Madonna. Neuere: Lefèvre, Napoleon u. Marie Louise 5 Roger, Innthal; Merklein, Söhne Eduards; Brion, Styxfahrt; Schröd- ter, Kartenspieler. Bildwerke v. Ohmacht, ete.— Man gehe nun die rue brulée bis zum Oudt Leæd hinab. Hier l. am Wasser fort, bis man am Standbild des Marꝗ. de Lezay-Marnesia, des v. 1810—14 Sehr beliebten u. tüchtigen Präfecten, auf den place Broglie einbiegt. Das Gebäude hinter dem Denkmal ist die Präfectur. An dieselbe schliesst sich das Divisions-Commando u. das Stadthaus, dessen RRRRRRR····NR 2 24 Eintrittsr. 6. Strassburg. Front hierher gerichtet ist. Der Platz ist Mittelpunkt des feinen Ver- bie kehrs. Rückwärts, am Wasser, begränzt ihn das Theater, mit Säu- brl lenportal, u. oben sechs Musenstatuen v. Ohmacht. Ein Prachtbau, 1821 vollendet, der 2 Mill. Fres. kostete. Gegenüber dem Divisions- commando begränzen den Platz die Artillerieschule u. die Artil- die) lerie-Giesswerkstätten.— Den Platz entlang nach dem Innern der tllk, Stadt schreitend, trifft man die rus ùde ld nuée bleue, in welcher r. das 160 palais de justice u. die Kirche St. Pierre le jeune liegen, u. llle tritt in die vue de la Mesange. Durch diese bis zur zweiten Strassen- Ches kreuzung, u. hier 1. ab, gelangt man zur Place Klẽber, oder dem Pa- 1 radeplatz, wo vor dem Gebäude des état major de Place Platzmajor) P das Standbild des Marschalls Kléber(geb. hiers. 1753), modellirt Jen v. Grass, 1840 errichtet.— Am, Gasth. z. Rothen Hause“ r. einbiegend, ufe gelangt man zum place de lhomme de fer. Von diesem geht I. die uꝗ,des dem Tanneurs ab. Man verfolgt diese bis zur grande rue, einer Hauptver- kehrsstrasse. Nun I. weiter bis an die vierte breite Seitenstrasse r. (. nicht mitgezählt). Hier biegt man r. ein, u. gelangt bald auf die 1005 place St. Jhomas, mit der St. Thomaskirche. Sie ist protestantisch. Dem Küster 50 Ctms. Er wohnt hinter dem Chor), 1031 gegründet; Chor gothisch, 1270 begonnen; das fünfschiffige Langhaus 1313—30. Im Chor, wWwo ehemals der Hauptaltar, ist das Penkmal des Grafen Moritz v. Sachsen, Marschalls v. Frankreich, Sohnes August's d. Starken u. der Gräfin Aurora v. Königsmark. Das Denkmal v. Pi- galle, 1776 errichtet, ist allerdings im gespreizten Styl der Zeit, aber unzweifelhaft grossartig von Eindruck. Die lat. Inschrift endigt mit einer Unverschämtheit Ludwigs XV., die an seines Vorgängers Ausspruch„l'état c'est moi“ erinnert. Indem er sich als den Urhe- ber v. M. v. Sachsens Siegen hinstellt, will er bescheidentlich an- deuten, aller Ruhm gebühre zunächst dem König. Wohl als Helden der Pompadour u. Dubarry?) Noch sind hier bemerkenswerth eine Anzahl Büsten von Professoren der hiesigen Universität; u. zwei mumienartige Leichen in reicher Kleidung, 1802 in einer Mauer ge- funden, für Leichen eines Grafen v. Nassau u. dessen Frau ausge- geben. Das an die Kirche stossende Séminaire protestant wird als Fortsetzung der alten Universität betrachtet, da es noch heute mit Vorliebe deutsche Wissenschaft pflegt. Die eigentliche Univer- sität ist aber in eine Académie umgewandelt, 1825 neugebaut; u. mit einem guten naturhistorischen Museum(1 Fr. Trkg.) ver- sehen.— Wenn wir von der Kirche St. Thomas die kurze Seiten- strasse hinab bis zum Quai gehen, u. an diesem I., so gelangen wir wieder zur uns bekannten pont du Corbeau, u. sind auf dem Rück⸗ wege zur Station.— Wer nun noch Zeit u. Lust hat, kann von die- ser Brücke(erst hinüber) I. den ganzen Ouat de Bateliers entlang gehen, u. beim pont St. Guillaume vorüber in die rue St. Guillaume, u. durch diese zur rue de Vacademie, in welcher die Academie selbst. — Uebrigens ist auch die Wanderung an den Ouadis der I auf- wärts interessant, bis zu den ponts couverts, Wo der Fluss sich in vier Arme theéilt. Die obige Kreiswanderung nimmt ohne Besichtigung der Samm- lungen, mit Rast in irgend einem Café, etwa 3 Std. in Anspruch. — MWer nicht zur porte d'Austerlitz zurück will, kann von dem oben genannten place de Yhomme de Fer aus über die Brücke zum Ouat de Ia Station, Wo der Centralbahnhof ist, gehen. Die Gebäulichkeiten 1. der Station sind die Kornhallen. Wer nach Kehl und Baden will, hat in der Station dAusterbitz aufzusteigen.— Wer zu Fuss über die Schiffbrücke nach Kehl will, braucht 1½ Std. Er verfolgt dann, statt zum Bahnhofe abzu- Eintrittsr. 6. Strassburg— Appenweier ete. biegen, jene„route impériale à Vienne“, welche ihn an die Schiff. brücke bringt. Mit der Eisenbahn n. Appentoeier erreicht man zunächst die prachtvolle Gitterbrücke. Sie hat zwei gusseiserne Por- tale, zwei Land- u. zwei Fluss-Pfeiler, u. an jedem Ende eine Drehbrücke azur Absperrung der Communication, wel⸗ ches freundnachbarliche Manöver beide Besatzungen r. u. I. mehrmals wöchentlich üben.— Auf badischer Seite ein kleines Fort unmittelbar, zwei andere nahe daran.— R. auf einer Rheininsel ein abgestumpfter Obelisk, v. NapoleonJ. dem General Desaix 1800 errichtet. Station Kehl, Stadt u. Dorf, aneinander schliessend, 470“/,(Salmen am Bahnh.; Post; Rehfuss), 4200 Ew. Ein Ort, der ein sehr sturmreiches Dasein geführt hat, seit Vauban(1683) auch ihn als Brückenkopf befestigte. 1703, 1733, 1793, 1796 u. nochmals 1796 bedeuten ebenso viel Erstürmungen. 1797 vergebliche Belagerung; wozwischen u. wodurch er beständig den Herren wechselte. Als end- lich, nachdem der Ort an Baden gekommen war, die Werke geschleift wurden, blühte er auf. Die Bahn führt jetzt durch das sog. Handeler Ländehien, das sich durch seine malerische Volkstracht auszeichnet. Stat. Korb, 1002 Ew. Es theilte die Schieksale der meisten Orte der Rheinebene im 30jähr. Kriege u. in den französischen Kriegen. Badisch s. 1803. Stat. Legelspiurt. Der Ort selbst, 1420 Ew., liegt ½ Std. weiter 1. Stat. Appenweier. Vgl. dies EBR. 1.— Hlier findet meistens Wagenwechsel statt. a. Wer iiber Baden in den nördlichen Schrioaratbald will, s. EBR. 1 bis Oos rückwärts. Hier schliesst an R. 4. An diese dann entweder die folgenden Rn. oder R. 3 durch das Aurgthial n. Hreudenstadt oder der Hormisgrinde ete. b. Wer über Offenburg n. Hausach in den mittleren SeſaοονονLuñ will, findet das Nöthige v. Appenibeier bis Henburg ebenfalls EBR. 1. Dazu dann R. 11 u. ff. o. Wer n. Freiburg u. in den sddlichen Schrdrætodd will, findet das Nöthige ebenfalls EBR. 1 weiter bis Frei- beurg, u. v. da R. 20 u. flgd., oder die in R. 20 besonders aufgeführten Ausflüge. Eintritts-Route 7: Von München und Augsburg ab— A über Lindau,— B über Ulm, nach Friedrichshafen und Constanz, oder Sigmaringen und Donaueschingen. A. Deber Lindau u. Constanz. Abfahrt v. München: Ent- weder Morgens 6. 10 mit d. Schnellzug(L. u. II. Cl.) In Augsburg 7. 25.(Nur 5 Min. Aufenthalt) ab: 7. 30. In Kempten 10. 3 66 Min. Aufenth.). Lindau 12. 30 Miti. Dampfschiff Sleich Weiter 12. 35 bis Constanz in 2½—3 Std.—— Oder Abends:(Weniger bequem) Cou- rirzug(I. u. II. CI.) v. München bis Augsburg 6 U. Abd. bis 75 15. V. Augsburg n. Kempten 9 Abd. bis 12. 50 Nachts. Nach 10 Min. Aufenth. weiter bis Lindau, wWwo um 4. 15 Morg.— Dann mit einem der Morgenschiffe um 6. 50, oder 9. 10 ete. in 2½— 3 Std. n. Constanz. Lindau Gayerischer Hof, am Bahnh. u. Dampfboot; Krone; deut- sches Haus, am Hafen; Bahnhofrestaur.) B. UDeber Ulm. a. Morgens 6. 10 bis 7. 25 n. Augsburg. Oder mit Personenzug (J.III. CI.) um 11 Vorm. bis 1 Uhr. Dann mit dem Zuge 1. 45 Jachm. bis 5. 10 Nachm. n. Ulm. Hier hat man gerade Zeit, den Münster zu besehen. Um 6. 35 Abd. mit Schnellzug G. u. II. Cl.) n. Friedrichshafen, Wo 10. 20 Abd.(Gasthöfe: Post 2. deutsch. Haus, am Bahnh.; Hot. Nestle, zwischen Bahnh. u. Dampfboot; Kön. v. Württemberg; Sonne; Krone).— Am andern Morgen 6 oder 10. 50 etc. in 1/1/ Std. n. Constanz. Anschlüsse s. b. A. b. Wie bei a bis Ulm, von wo mit dem Zuge 6. 35 Abd. nur bis Aulendorf, woselbst um'9 U. Abd. V. hier Eisenbahn n. Sigma⸗ ringen in etwa 1 Std. Da diese erst seit 1869 fertig ist, vgl. man die Lokalzüge.— In Sigmaringen(s. R. 37) schliessen an: die R. 37 umgekehrt, durch das Donauthal n. Donaueschingen. Von da ab hat man dann die Wahl, ob man nach den vorhergehenden Routen, umgekehrt benutzt, die Reise durch den südlichen Schwarzwald an- treten will, oder der R. 38 folgen, die in die Richtung n. Freiburg führt, Wwo man dann von dieser Stadt ab, oder v. einem der Zwi- schenpunkte ab die Reise in den südlichen Schwarzwald unter- nehmen kann. Eintritts-Route 8: Stutigart.— Von da nach— A Wildbad,— B nach Donaueschingen,— C nach Tuttlingen und Constanz. Stuttgart. Gasthöfe: Hétel Royal, gegenüber dem Bahnh.; etwas weiter l. in der Schlossstr. Höt. Marquard; Schwarzer Adler, am Markt; Hirsch, nahe dem Markt in der Hirschstrasse.— Restaurat. ete: Café Marquard, am Schlossplatz, in der ehem. Werkstatt Danneckers; Müllner, Lintau- Sane, dt. eben: B Eintrittsr. 8. Stuttgart. 27 im Königsbau, weite Räume; Werner, im z0ologischen Gar- ten an der Sophienstrasse; Koppenhöfer, vor deèm Tübinger Thore auf der Höhe, mit schöner Aussicht.— Theater: ausser Juli und August ömal in der Woche.— Droschken: Einsp. ½ Std. 12 kr., Zweisp. 18 kr., für 1 bis 2 Pers. (J. Ueb. s. Taxe.) 837“. Mit 69,900 Ew. Hauptstadt des Königreiches Württemberg. Die Stadt liegt im reizenden Nesenbaclithale, v. Weinbergen um- säumt, u. diese Lage ist so schön, dass, wenn nur noch ein etwas breiterer Wasserspiegel dazu käme, Wohl Niemand 26gern Würde, ihm in diesem Punkte den Vorzug vor allen actuellen Hauptstädten Deutschlands einzuräumen. So, wie sie jetzt dem Besucher sich zeigt, überall in frischem Vorwärts begriffen, voller Behäbigkeit, u. heiterer Lebenslust, muss man sie für eine Schöpfung der Neuzeit erklären, obwohl sie allerdings schon 1229 urkundlich vorkommt, 1320 vom Grafen Eberhart dem Erlauchten zur Residenz erhoben, u. 1436 vom Grafen Ulrich zur Hauptstadt aller Württembergischen Lande gemacht wurde. Dennoch schreibt sich ihre heutige Bedeu- tung für den Fremden erst v. König Wilhelm her.— Sie verleitet die meisten Durchreisenden, besonders vom Norden, einen Tag hier zuzusetzen, u. lohnt dies reichlich. Es scheint deshalb Praktisch, den Touristen auf einer kurzen Wanderung zu den Hauptsehens⸗ Würdigkeiten zu führen. Wir beginnen beim Bahnhafe. Der Bahnhof ist ein Prachtbau neuester Jahre, seine Hallen grossartig, u. genauerer Besichtigung werth.— Beim Austritt aus dem Portal, sieht man 1. schräg über das noch nicht ganz fertige, neue, schöne Post- u. Telegraphengebäude.— Wir gehen 1. hinab durch die Schlossstrasse, u. gelangen zum weiten Schlossplats. Gegenüber erhebt siceh das neue Residenzschloss. In der Mitte des Platzes steht eine 56“ hohe Denksäuie, dem Kõnig Miilelm 1841 beim 25jähr. Regierungsjubilium errichtet; v. Hofer. An den Ecken Nähr-, Wehr-, u. Lehrstand. Reliefs mit Scenen aus des Königs Le- ben. Auf der Spitze eine Concordia.— Gegenüber dem Schlosse, Wo sich die lange Königsstrasse am Platze hinzieht, ist ein langes Gebäude mit Säulenhalle, der Königsbau, 1856—60 v. Leins ausge- führt, mit Läden, Kaffeehaus, Börsenlokal, oben Conzertsäle. Hin- ter den vorderen Läden geht durch das ganze Gebäude eine Glas- bassage mit Läden an beiden Seiten.— Wir lassen das Gebäude u. gehen die Königsstrasse hinab, am Palais des Kronprinzen vor- bei C. mündet die Kanaletstrasse ein, in welcher an der nächsten Ecke das Ständehaus), u. die breite, durch Läden u. Verkehr(auch Pferdeeisenbahn) belebte Strasse zu Ende.— Am Ende gradezu, Wo die Marienstrasse beginnt, liegt in der Ecke l. die Legions- kaserne, in welcher das Muls terlagen der Kgl. Centralstelle für Han- del u. Gewerbe. Hierin eine sehr interessante Sammlung v. Pro- dukten der Industrie. Entr. 6 kr.— Wir wenden uns I. in die Eber- kartstrasse, worin auch noch viele Läden, biegen aber schon bei der zZweiten Strassenecke I. ab. Es ist die Hirschistrasse, Welche uns auf den Markiplate führt. Hier sind die grossen gläsernen Markthallen. Rückwärts begränzt den Platz das Rathhaus.— Weiter in der Richtung, wie wir kamen, an den Hallen vorbei, kommen wir an ein paar kleine halb I. abführende Gassen. Diese leiten zur Stifts⸗ kirche, interessanter gothischer Bau v. 1436—90. Thürme nicht vollendét. Innen unsymmetrisch. Seit 1532 Protestantisch. Am süd- 8 Eintrittsr. 8. Stuttgart. lichen Portal Reliefs. Im Innern neue Glasbilder nach Neher, 1848—51 v. Gebr. Scherer ausgeführt. An der nördlichen Chorwand beach- tenswerthe Steindenkmäler Württembergischer Grafen, wobei der „Rauschebart“, ausgeführt Ende des 16. Jahrh. Kanzel vom 15. Jahrh. Man lasse sich v. dem schrägüber Wohnenden Küster öffnen. Reiche Formenentwicklung in den verschiedenen Fensterkreuzen.— Hinter dem Chor der Stiftskirche ist der sog.„Schillerꝛoinſtels, ein Platz, auf welchem das 14“ hohe, nach Thorwaldsen v. Stiglmaier gegossene, 1839 errichtete Standbild Schillers steht.— Das zweiflügelige Gebäude im rechten Winkel dahinter ist das Prinz-Friedrichspalais.— Das andere grosse graue Gebäude aber ist das alte Schloss, v. 1553—70 erbaut. Ein unregelmässiges Viereck mit runden Eckthür- men. Auf dem Hofe desselben steht das Reiterstandbild des Rauschebart, oder Grafen Eberhart des Greiners, des alten Württembergischen Volks- u. Uhlands Lieblings-Helden. Er grün- dete den heutigen Staat Württemberg, ward dessen erster Herzog, u. starb 1496. Das Standbild ist von Hofer, u. 1859 errichtet. Das Schloss War chedem fest, u. v. einem tiefen Graben umgeben, wel⸗ cher jetzt ausgefüllt ist.— Wir durchschreiten den Hof, u. gelangen wieder an den Schlossp'ate, u. zwar an die vom Neuen Residenz- schlosse begränzte Seite. Dasselbe wurde 1746 begonnen, indessen erst 1807 beendet. Es besteht aus einem mächtigen Hauptbau, mit zwei grossen Seitenflügeln, u. macht einen imposanten Eindruck. Das Innere(365 Zimmer?) ist sehenswerth. Der Eingang ist im Schlosshofe 1. Trkg. 36 kr. Die Besichtigungszeit wählt man am Besten zwischen 1—3. Hervorzuheben sind: die 15 Fresken Gegen- baur's, seit 1841 gemalt, aus der württembergischen Geschichte; Dann Antiken aus Pompeji. Unter den Sculpturen: Thorwaldsen, Bacchus u. Bacchantin; Dannecker, Venus, Bacchantin; Canova, Gladiator; Hofer, Venus.— An den Flügel, wo wir eintraten, stösst das Theater. Neben ihm vorbei führt eine breite Allee d. die ka- thol. Kirche) zum Schlossgarten. Hinter dem Schlosse liegt der berühmte königliche Leibstall, den kein Pferdefreund zu besu- chen versäumen wird, Trkg. 12 kr. An hundert der ausgezeichnet- sten Rosse. Der Schlossgarten, eigentlich die Anlagen gen., sind sehr schöne Garten- u. Parkanlagen, welche sich bis nahe Cannstadt, 1 td. hinstrecken. Vornan ein gewaltiges Bassin, mit Bildioerken ge- chmückt, u. v. Fischen u. zahlreichen Wasservögeln belebt. Die Bildwerke des Parkes sind theils neuere Originale, theils n. Antiken gearbeitet. Nahe dem Schlosse; Silen u. Bacchus, Telemach, Diana aus Versailles, Apoll v. Belvedere, Amazone; am Bassin: Minerva, Fortuna, Germanicus, Muse, Venus aus Melos, Hebe v. Thorwaldsen, Victoria v. Rauch, Discuswerfer. Wandelt man nun die schöne Allee hinab, so kommt man zuerst an die Gruppe: Raub des Hylas, wei⸗ terhin an zwei Pferdebändiger v. Hofer. Bis hierher etwa 20 Min. — Man kann nun durch einen der schönen Schlängelwege wieder zurück, oder gleich beim Bassin r. einen der Seitenwege einschlagen, u. gelangt so zur Necharstrasse, auf welcher nahebei Il. die Münze liegt.— Ihr gegenüber das Museum der bildenden Künste, ge-⸗ öfknet Mont., Mittw., Freit., v. 10—12 u. 2—4 Uhr(doch erkundige man sich vorher im Hoteh frei. Sonst in denselben Stunden gegen 24 kr. Trkg. Das Museum enthält im unteren Stock eine Sammlung V. Gupsabgiissen, Worunter auch im sogen.„Museum Thorwaldsen“ v. diesem hierher geschenkte, sonst nicht vorhandene Abgüsse; so wie im„Cabinet Dannecker“ Copieen u. Originale v. diesem. Auch fin- den sich hier 7 Kartons zu Gegenbaur's Fresken im neuen Schlosse; Eintrittsr. 8. Stuttgart. 29 u. ein Saal enthält in Württemberg gefundene Römische Alterthümer. — Der obere Stock enthält die Gemäldesammlung, Alte u. Moderne. Wir notiren hier nur: Im 1. Saa': Nro. 4, G. Bellini, Pietas; Ti- zian 5 u. 8, Heil. Magdalena u. Hieronymus; G. Romano 11, Madonna della Seggiola; P. Vecchio 14, Madonna; Caravaggio(M. Amerighi) 27, Zinsgroschen. Im 1. Cabinet: 29, Caravaggio, Würfelnde Solda- ten; sonst meist Italiener in den sechs Cabinetten. 2. Sad': 359 Everdingen, Landschaft; 344 das Wunderliche Selbstporträt v. Ku- petzky. Sonst Italiener, Niederländer, Altdeutsche; unter diesen: 413 Altarblatt; 368, 391, 457 Portraits v. L. Cranach; 451 dessen Judith, ete. Im Corridor: kleine Niederländer, u. 460 ein Salv. Rosa. 4. Saal: enthält neuere Meister. Darunter: 664 Schick, David vor Saul; 633 Rottmann, Griech. Landschaft; 635 Nahl, Wallenstein u. Seni; 684 Rustige, Alba u. d. Gräfin v. Rudolstadt; 685 Leu, der Hohe Göhl; 632 Fr. Volz, Sonntagmorgen auf der Alp; Kaulbach, Farbenscizze zur Schlacht bei Salamis.— Ferner enthält das Ge- bäude die permanente Ausstellung u. die Sammlungen des Kunstvereins. Wir wenden uns v. dem Museum wieder die Necharstrasse zurück (beim Austritt also n. 1.), u. erreichen, beim kgl. Reithause(r.) vorbei, die J. chinter der Residenz) liegende kgl. Bibliothek (Strassenn. 8.), tägl. v. 10—1 zu benutzen. Sie hàt 300,000 Bdé., 3600 Handschriften, 9000 Bibeln in 80 Sprachen, 2400 Incunabeln, darf also von Sachverständigen nicht übergangen Werden.— Necfar- strasse 10 betindet sich die damit verbundene kgl. Münz-, Kunst- u. Alterthümer-Sammlung.— Ferner in Nrö. 4 der Strasse das Naturalien-Kabinet, reich u. vielseitig umfassend; 16 Säle.— Wir verfolgen unsern Weg weiter hinter dem Schlosse„bis wWo die Ecke mit Baumanlagen ist, hinter welchen das grosse Waisenhaus, u. gegenüber das Prinzessinnen-Palais.— Hier geht 1. eine breite Strasse ab, die allmählig ansteigend, durch das Charlottenthon auf den Calsberg führt. Man erreicht hier, den Wegweisern folgend, die Uhlandshöhe, einen Punkt mit Pavilon, v. Wo man einen ganz ent⸗ zückenden Blick auf Stuttgart u. seine Umgebung, 2. Th. weithin, hat. Herauf v. unten ½ Std. Auf dem Wege zur Höhe, bald oben, guter Biergarten.— Hinab, u. zum Bahnhofe zurück„ etwa 35 Min. — Auf die übrige Wanderung, ohne Besichtigung v. Schloss u. Mu- seum, sind 2 Std. zu rechnen, also im Ganzen gut 3 Std. auf den ganzen beschriebenen Weg. Wer noch Zeit zulegen kann, dem seien folgende Ausflüge bestens empfohlen: 1. N. Cannstadt, mit der Tübinger Bahn, oder durch die Anla- gen 1 Std., Wo vielbesuchtes Salinendad, nebst Cursaad, u. Sommer- theater mit Wirthsch, am Bahnhofe. Der Besuch ist im steten Zu- nehmen begriffen, doch sind noch andere Heilanstalten hier. Die Lage des Ortes ist recht angenehm. Von der Höhe hübscher Blick über Stuttgart u. die Höhen der Gegend. Promenaden. Gasthòße: Hot. Hermann; Bardili; Wilhelmsbad. 2. Die Wilhelma, ein wunderbar phantastis cher, eindrucksvoller Bau mit herrlichen Gartenanlagen, im maurischen Styl. König Wil- helms Lieblingsaufenthalt. 3. Villa Rosenstein, wo König Wilhelm starb, auf dem Wege n. Cannstadt. 1823—29 im griechischen Styl erbaut, mit Bildwerken u. Gemälden vielfach geschmückt. 4. Ferner die Villa des Kronprinzen(Königs) über dem Dorfe Berg(wohin FPferdeeisenbahn; Ecke der Königs- u. Kanzleistrasse aufsteigen). Das Dorf hat Mineralquellen, darunter den„Sprudel“. — Wegen der Schlösser wende man sich an die Portiers der Hotels, — NN 2 30 Welche über die wechselnde Besuchzeit unterrichtet sind, u. am Schnellsten eine Karte vom Hefmarscliallamte zu besorgen verstehen. A. Von Stuttgart mit der Eisenbahn n. Wildbad. Morgens 5 5. 38. Mühlacker bis 6. 44 fr. V. fr., Schnellzug C. u. Hier schliesst der Heidelberger Zug an. um 6. 16. n. Pforzheim. Wildbad Ankunft um 11. 25 Vorm. Der Zug fährt hinter Stuttgart durch den 2900“ langen Tunnel unter der Brag, u. in hiigeligem Ackerlande weiter n. den Stationen: Feuerbach, Juſfenſpiausen, Kornwbestheim. Der Schnellz ug hält aber erst bei Eintrittsr. 8. Stuttgart— Mühlacker. II. CI.) bis Bietigheim, wWo 5 Min. Aufenth. V. hier Personenzug(I.III. CI.) v. 6. 20 Bis 10. 20 Vorm. Aufenthalt, u. in Stat. Ludwigsburg(Kanne; Bär) 6500 Ew. u. 4000 M. Besatzung. Eine Soldatenstadt; Hauptwaffenplatz des Lan- des. Folgt Stat. As berg oder Hohenasperg, bekannt als des Dichters Karl Schubart und anderer freisinniger Männer Dieses liegt auf dem isolirt ziemlich steil auf, Gefängniss. steigenden B St. Biet ergkegel. igheim. Kein Wagenwechsel. Die Bahn ist hier in das Enathal getreten, überschreitet dasselbe aber auf einem grossartigen Viaduet v. 108“ Höhe, zwei Bogen- stellungen übereinander, je 21 zu 40“ Spannung,— u. tritt in das Hüge 1and. Uebrigens anmuthig. Folgen die Sta- tionen Gross-Sacſisenpieim, Sersheim ¶ Vaiſiingen), Illingen u. Stat. Mühlacker(Krone; Ochs; Bahnhofrestaur.), wo die Bahn wieder das Enathal erreicht hat. nichts Bemerkenswerthes. Fabrikation seit anlage im Entstehen. Am Orte ijst der Eisenbahn- ½ Std. v. Bahnhofe Ruine Läffelstels mit hübscher Aussicht in das Enzthal.— Wer n. Eforaheim will, Wer Maulbro nn besuchen will, u. kam mit dem hier auch aussteigen u. einen Personenzug abwart dort halten. Maulbronn s. ERBR. 3. wWechselt hier den Wagen. Schnellzuge, muss en, weil nur solche Auf der Eforaheimer Bahmn folgen die drei Stat. Enaberh, mit dem Schloss gleichen Namens. Bald darauf badische Grenze. Stat. Niefern, mit Schloss Niefernburg, jetat Kinder- rettungshaus. Stat. Eutingen, mit Denkstein des Grossherzogs Karl In Liut Triel Leibe Seull 0 Lottſy in 116— lult it dtat. Fib. — U U. Wide Eintrittsr. 8. Stuttgart.— D. ob. Neckarthal.— Reutlingen. Friedrich für die 1783 durch ihn erfolgte Aufhebung der Leibeigenschafts.- Institutionen. Folgt: Pforzheim. Dieses, sowie die daran schliessende Ei- senbahnfahrt n. Wildbad s. R. 1. B. V. Stuttgart mit der Bahn über Tübingen, Rottweil, Villingen n. Donaueschingen. Aus Stuttgart Morgens 5. 20 mit d. Personenzuge n. Plochingen, Wo 6. 13. Meiter 6. 25 bis 11. 25 n. Rottweil. V. hier mit der 1869 eröffneten Bahn über Villingen n. Donaueschingen in 1½ St. Die Bahn führt durch den HRosensteintunnel] nach Stat. Cannstadt. S. oben bei Stuttgart No. 1. Man hat einen schönen Blick auf dies u. das Neckarthal, sowie die schwäbische Alp.— Die Bahn folgt dem Neckarthale bis Nürtingen.— Folgt Stat. Unter- Nurhheim, am Fusse des Rothenberges. R Weil. Stat. Esslingen(Krone) am Neckar. 15,000 Ew., einst freie Reichsstadt. Macht noch heute einen alten Eindruck mit ihren starken Mauern. 1216 erbaut.— Liebfratenhꝶirohe V. 1406— 1522, restaur. 1862.— Der Penfried über der Stadt ist das alte Kastell. Stat. Flochingen(Waldhorn; Krone). Am Einfluss der Fils.(n dem Thal derselben zweigt die Bahn n. Uum ab.)— Unsere Bahn, fast durchgehend bis in den letzten Ursprung das Necharthial verfolgend, ist eine der wechsel- reichsten, landschaftlich malerischesten Süddeutschlands. Stat. Unter-Boihingen(V. hier Zweigbahn n. Kirch- ſieim enten Leck an der schwäb. Alp.) Folgen: Stationen VNürtingen; NM. echarthaidfingen. Stat. Bempflingen. Aussichten auf die schwäb. Alp, besonders die Teck u. Hohenneuffen. Stat. Vetæingen im Thale der Erms. Stat. Reutlingen Lamm am Bahnh; Ochs am Markt; Kronprinz; Schwan, gut Bier). An der Echas, 13,500 Ew. Wer hier einen Zug überschlägt, wird es nicht bereuen. Die gewerbreiche Stadt hat ein alterthümliches Aussehen. Sie war einst freie Reichsstadt u. stark befestigt. Aber Wälle u. Gräben sind zu schönen neuen Strassen geworden. Die Pprotestant. Marienkirche ist n. Meinung Vieler das schönste kirchliche Gebäude in Württem⸗ berg. Gebaut 1272- 1343. Ausgebrannt 1726, restaur. 1844. Damals Wurden alte Fresken entdeckt. Taufstein v. 1499. Aus gleicher Zeit das heil. Grab. Der Messner wohnt neben dem Westl. Portal. 32 Bintrittsr. S. Das obere Neckarthal.—Tnübingen.— Horb. Tutnt Die Bahn bleibt nun im Eehaathal. Folgt: Fierre Stat. Beæingen. Bei dem Orte Kirehentellinsfurt über- 010 fi brückt die Bahn die Echaz, u. leitet wieder in das Nechar- tMa! zurück. R. liegt Lustnau. Folgt: Stat. Pübingen, 989“,(Traube; Prinz Carl; Lamm). Der anmuthige Musensitz v. alterthümlichem Aussehen, liegt stu- fenweise steigend an der Uferhöhe des Neckar. 9000 EW. Die Stadt ist zuerst urkundlich 1078 erwähnt. Die Universität(700 Stud.) ist 1477 v. Rauschebart gegründet. 1537 das mit ihr in Verbindung stehende ꝓrotestantische Seminar durch Herz. Ulrich(120 Stud.). Ferner das Tathol.-theol. Convict(Wihelmstift) v. Ellwangen hierher verlegt. Die Universität hat eine besondere naturw senschaftliche u. staats- Wissenschaftliche Facultät, so dass im Ganzen 7 Facultäten sind.— Hohentübingen, das Schloss, welches die Stadt überraßt(schöne Aussicht auf die Alb), enthält die Bibliothek. Im Universitätsgebäude eine kleine Gemäldesammlung. Im alten Universitätsgebäude neben der Stiftskir che eine merkwürdige Petrefactensammlung. Die schõöne gothische Stiktskirche v. 1469—83 hat alte Glasbilder im Chor, 80 Wie zwölf Grabdenkmäler diegende Figuren) v. meist Württemb. Fürsten. Darunter des 1496 gest. Rauschebart, u. des 1550 gest. Herz. Ulrich. Auch ein altdeutsches Flügelbild aus 1574 v. Laz. Bertsch.— 1 Std. v. der Stadt, im Thal des Goldersbaches, das 1183 gestiftete, Wohlerhaltene Cisterzienserkloster Bebenhausen, eins der schönsten gothischen Baudenkmäler Schwabens.(Kreuzgang. Refectorium v. 1409). V. Tübingen zweigt eine Seitenbahn nach Hechingen dn. d. Hohenzollerm ab. Bequeme Nachmittagspartie. Stat. Kilchberyg. 13/ Std. r. liegt die aussichtsreiche Purmlinger Kapelle. Stat. Kottenburg(Bär; Kaiser) m. d. Vorstadt Ehingen. — Neckarbrücke. Sammlung römischer Alterthümer im „Bischofshofé.— Die Bahn führt durch zahlreiche Hopfen- pflanzungen. Stat. Niedernau. Kleines, freundlich gelegenes, Bad am Katsenbache. Stat. Bieringen, an der Mündung der Starsel. Nahebei am 1. Ufer Ruine. Stat. Eyach, a. d. Ey)achmiindung. L. Ruine Frondecb. — Post üb. Munringen(Schloss Hohenmiihringen), Imnau, n. Haigerloch ost; Löwe), ganz wunderbar und Wunderlich an und über der durch Felsen sich windenden Eyach. Schöne Stadtkirche. Anna- kapelle. Alter, auf römischer Grundlage erbauter Wartthurm mit schöner Aussicht ins Eyachthal.— In einem Seitenthale r. Ruine Urburg. Stat. Horb. 1519“,(Kaiser; Krone.) Ganz alterthüm- lich aussehende Stadt mit thurmbewehrten Mauern, von 1800 Ew. Von der Stadtkirche schöne Aussicht. Einst unter RPNN Eintrittsr. 8. D. ob. Neckarthal.— Horb.— Oberndorf. 3 33 österreich. Herrschaft, als sehr Klosterreich berüchtigt. Seit 1810 württembergisch. 1.— V. Horb über Buldechingen 1 Std.,— an R Vorbei, n. Eutingen 50 Min.,— Volimaringen 1 Std.,— Lolmdou 20 Min,, Nagold 1½ Std. Zusammen also 4½ Std. Val. hierzu R. 2 bei Jagold.— Bei Horb soll später die Nagoldthatbahm Pforzheim, Calw, Jagold) einmünden.— 2.— Chaussee v. Horö n. Nordstetten 40 Min. V. Wo I. ab 1¼ Std. Aiihringen(u. Schloss Hohenmiihringen, mittelalterl. restaur.). Nun im Eyachthal weiter:/ Std. Imnau, 1½/ Std. Haiger- loch. Im Ganzen 5 Std. Val. o, dei Eyaeh 3 Nordstetten 40 Min., Empfngen 1½ Std., Werldorf 13/ Std., Haigerloch 35 Min. Zus. 4½ Std.— Die Bahn betritt das preussische Fürstenthum Hohen- æollern-Hechingen.— An Hettingen vorbei, nach Stat. Neckarhausen. An der Mündung des Gl'attbach- Hales. Wanderung durch d. Thal der Glatt n. Nagold s. R. 2 hint. Aach. Bei Fischingen die restaur. Burg Pehirstein, u. die im Zickzack aufwärts führende neue Strasse n. Haigerloch (auf dieser Strasse n. Vmpfingen, 1 Std.— Weildons, 1½ Std. Haigerloch, 40 Min.)— Die Bahn verlässt auf kurze Strecke den Neckar, den sie bei der württembergischen Stat. Sulz, 1492/,(Post; Waldhorn) wieder erreicht. 2000 Ew. Das älteste Salzwerk MWürttembergs. Sehens- werthe alte Kirche.— Seit 790 als Villa Sulza bekannt, aber nach dem Brand v. 1794 regelmässig im néeueren Bau- styl aufgeführt. Stat. Oberndorf, 1773“,(Post; Hirsch; Brauerei v. Faulhaber). 1800 Ew. Austeigende Lage im engen Neckarthal. Alter zähringer, dann 1420 Württembergischer Besitz. Später österreichisch, in welcher Zeit es denn durch Hexenprozesse sich berüchtigt machte. Seit 1805 definitiv Württembergisch. Die Stadt litt viel im 30Jähr. Kr., sowie durch häufige Brände, u. 1796 durch Vandammesche Plünde- rung.— Burg Waseneck in 40 Min. zu ersteigen, seit 1637 Ruine. (Schatzhütende Jungfrau mit obligatem schwarzen Pudel.)— V. hier kühren Strassen— 1.— N. Schramberg. Sie zicht sich in vielen Windungen hinter dem Orte zur Höhe hinauf. Nach/ Std. theilt sich 1. die Strasse n. Schramberg ab, u. führt über 1½ Std. Beffendorſ (4½ Std. v. Oberndorf) n. 1 Std. Waldmõssingen,/ Std. Helligenbronn, 1 Std. Sνεαν, /ö Std. Schramberg. Vgl. R. 14 u. 15. Zusammen 4/ gute Std.— 2.— N. Alpirsbach: Dieselbe Strasse. Nach ¼ Std. aber gradeaus weiter u. in noch/ Std. n. Fluorn(Krone; Adler), am Heimbach. Dann ˙ Std. Petersell. Hier biegt man v. der grossen Strasse auf den I. abzweigenden Fahrweg. Nach ½¼ Std. Wegetheilung. Gradezu erreicht man in/ Std. die grosse Chaussee Wieder, u. auf dieser durch das Thal des Kirchbaches I. hinab in 1 gt. Std. Alpirs- bach im Kinzigthale.— Man kann aber auch v. der Wegetheilung uine Staꝛſfenberg V. Seydlitz, Schwarzwald. 3 SRRRRERRRRRDRRR 2 NNDNDNNNN 74 34 Eintrittsr. S. Das obere Neckarthal.— Rottweil. ab I. gehen über ¼ Std.(Anfang v.:) HReuthin, durch das lange Dorf auf der Höhe fort direct nach gut/ Std. Alpirsbach. Im Ganzen also gut 3½ resp. 3 Std.— VↄI. R. 14.— 3.— N. Freudenstadt: Den- selben Weg bis 2¼ Std. Peterzell. V. hier führt die grosse Strasse Weiter in 1½¼ Std. n. Trollenberg, ù Std. Leimbach, 40 Min. Lossburh, ½ Std. Rödt, 2 Std. Freudenstadt, im Ganzen also 7½ Std. Freu- denstadt ete. s. R. 2. Die Bahn führt an(r.) Ruine WFasenech, Alt-Oberndorf, u.(.) Ruine Schenkenberg vorüber àu Stat. Eyfendorf. Nahebei Ruine Urslingen. An der Mündung des Sehlichenthales. Stat. Thalhiat,⁰en(Sonne) mit Burgruine Herrenæimmern. In ½ Std. auf gutem Wege zu erreichen. V. hier n. Dorf Her- renzimmern GSonne; Rössle) noch ½¼ Std. Hier wWeite Aussicht ins Neckarthal. Folgt l. auf der Höhe Hoſienstein. Die Bahnstrecke bis Rottweil interessanter Bau. R. liegt Dorf Villingen Krone), von Wo/ Std. n. Herrenæimmern sind. L. oben die Necharburg. Folgt: Stat. Rottweil, 2084“,(Wilder Mann; Lamm, Omnibus v. Beiden a. Bahnh.; alte Post; Restaur. Gasser, hat eine überraschend malerische Lage, hoch am steilen Ufer des Neckar, und in der Einsenkung zwischen Schebdratbald u. Heuberg. Stattlicher Bahnhof. Die hier abgehende Bahn n. Tuttlingen vgl. Die Ba u. G.— Postverbindung über Schönberg n. Bahlingen, so wie über In Mart Schramberg n. Schiltach.— 4650 EW.— 10 kathol. Kirchen.— Sit⸗ vieler Behörden.— Reiche Industrie aller Art.— Im 8. Jahrh. ur- gtat. kundlich Rotunvilla, kgl. Gerichtsstätte. Lange Zeit freie Reichs- stadt, u. Sitz eines Kkaiserl. Hofgerichtes, Woher noch der steinerne Dingstuhi unter uralten Linden im Garten des Waisenhauses stammt. 1463 schloss es sich dem Schweizerbunde an, u. wollte dem Schwä⸗ bischen Bunde hartnäckig fernbleiben. Doch wurde der„ewige“ Bund mit den Schweizern in dem auch für Rottweil sehr drangsal- vollen 30jähr. Kriege gelöst. 1529 grausame Protestantenverfolgung. 1802 Württembergisch.— Aussehen noch vielfach alterthümlich.— Sehenserth sind: Das Rathhats mit altem Sitzungssaal. Das neue Kaufhaus. Der erwähnte Königsstuhl. Die Kirche æ. heil. Kreus ist aus der ersten Hälfte des 13. Jahrh., durch Heideloff 1839—43 restaur. Sehr besuchenswerth. Kapellenthunm der Jesuitenkirche spät-gothisch. St. Lorenakapelle auf dem alten Friedhofe, mit sehr interessanter Sammlung altdeutscher Schnitzwerke u. Bilder, meist v. 1300—1500, darunter Stücke v. bedeutendem Werthe. Hier auch der Römische Mosaikfussboden, der 1834 vom hiesigen Kunstverein bei Hoch- mauern ausgegraben wurde. Etwa 150 Quadr.-F., Mittelfeld 36. Es stellt Orpheus unter den Thieren dar. Die Nebenfelder Cireusspiele. Eins der schönsten Kunstwerke dieser Art, die aus dem Alterthum auf uns gekommen sind. Der Hochthurm auf dem höchsten Punkte der Stadt, über römischen Grundmauern, gewährt eine umfassende Aussicht auf Stadt u. Land mit vielen Ortschaften, so wie auf Heu- Bln 60 Mäkkrongt Ban iwt RRRGR Bintrittsr. 8S. D. ob. Neckarthal. Villingen. 35 berg, rauhe alb, u. Schwarzwald.— 1½ Std. entfernt, am Neckar, liegt Altstadt, mit Rottweil zu einer Gemeinde Vereinigt. Wie man meint, sei dies das alte, ursprüngliche Rottweil. Die Kirche dieses Ortes stammt vielleicht aus dem 11. Jahrh.— Zwischen hier, d. h. zwischen Neckar u. dem Flüsschen Prim, das nahebei einfliesst, auf der Hochmauern gen. Höhe, lag einst eine römische Niederlassung, Knotenpunkt eines Strassennetzes. Entweder das Castell Arae Fla- viae, oder das alte Brigobannae. Nach den aufgefundenen zahlrei- chen Resten jedenfalls eine grössere Niederlassung.— Altstadt ganz nahe ist Saline Wilhelmshall mit dem Cigabade; so wie das 1221 gestiftete, jetzt leere Kloster Rottenmünster. Der Neckar wird v. Rottweil abwärts flössbar. Auf- wärts dagegen unbedeutender. Oberhalb Rottweil mündet die Eschiach, über welche die Bahn nach Stat. Deisslingen, u. dann immer im Neckarthal hinauf. führt. Folgen Dauchringen, und Stat. Schwenningen, 2325“/,(Adler; Krone; Löwe; Bär.) Marktflecken v. 4700 Ew. Vielerlei Fabrikation. Real- u. Gewerbeschule. Gewerbeverein. J½ Std. vom Orte Satine Milhelmspall, eingestellt; nicht mit der bei Rottweil zu verwechseln.— 1¼ Std. südlich, auf Badischem Boden, die Sabine u. Ort Dürrheim(Gasth. 2. Saline; Kreuz; Sonne; Rössle) mit Soolbad, bequem eingerichtet, zu 15 kr. 1200 EW. Alter Ort, schon im 9. Jahrh. als Dürra bekannt. 1807 badisch. Auf dem Wege hierher, an der Gränze, befindet sich die Ursprumgsgquelle des Neckar. Die Bahn überschreitet die badische Grenze. L. sieht man Marbach. Dann folgt: Stat. Villingen, 2354%,(Post 2. Blume; Lilie; Hecht, mit gutem Restaur.- u. Bierlokal im 1. Stock; Lõwe; Sonne; Eisenbahnrestaur.) Hier wird künftig icht vor 1873) die Bahn v. Hausach u. Try- berg einmünden. Die Gegend ist nicht gerade besonders anziehend. Dennoch wird dem Besucher die alterthümliche, aber recht saubere Stadt v. 4500 EW. einen guten Eindruck hinterlassen. In der Mitte ist eine Strassenkreuzung, wWo man aus den 4 Thoren der Stadt sieht. Besonders seit neuerer Zeit im Aufblühen. In Bezug auf die reiche, u. in vieler Beziehung mit der Freiburgs analoge Geschichte der Stadt verweisen wir auf: Vetter, Villingen am Schwarzwald, Vil- lingen 1860; u. urkundliche Beiträge 2. Gesch. d. Stadt Villingen, Karlsruhe 1857.— Die Stadt ist aus einem, ursprünglich etwas seit- Wärts liegenden, schon 817 urkundlichen Dorfe entstanden. Aufblühen unter dem Hause Fürstenberg im 13. Jahrh. Als aber dieses Haus in innere Fehden gerieth, u. beide Theile Villingen drückten, kaufte es sich los, u, begab sich in den österreichischen Schutz, 1326, in Welchem es bis 1802 treu verharrte. Im 30jähr. Kr. hielt es drei Belagerungen durch Schweden u. Württemberger ruhmreich aus. Ebenso im Spanischen Erbfolgekriege eine Belagerung durch Tal“ lard. 1744 nahmen es die Franzosen unter Belle-Isle. 1802 kam es an Modena, 1805 an Württemberg, 1806 an Baden.— Sehr sehens- 3 RRNRNNRNNNNNNNN Eintrittsr. 8. Spaichingen. werth ist der Münster od. Pfarrkirche, von Heinrich v. Fürsten- ö ‚ berg im 13. Jahrh. erbaut, mit 2 Thürmen, gothischem Altar u. Kan- 8 zel aus dem 14. Jahrh., Glasgemälden im Chor, u. einem Gemälde des hier geb. Dürr.— Die Kanalisirung der Stadt hat 45,000 fl. ge- kostet.— Sage vom Romejas-Manne, einer Art Simson, dessen Bild an einem Mauerthurme, nebst Inschrift.— V. Villingen Post n. FVöh- rendach u. Furtioangen, sowie Tryberg. Vgl. R. 16. Seitent. 2. B. Die Eisenbahn führt in einem durch wellige Hochebene flach eingesenkten Thale, dem der Brigach, n. Dondueschingen. Stationen sind: Marbach, Klengen, Gruningen, folgt: Donaueschingen, vgl. R. 37. Hier schliessen die Routen v. 37 ab, in umgekehrter Reihenfol ge an. Oder R. 38. u. die daran knüpfenden. 0 C. Mit der Bahn von Stuttgart nach Tuttlingen und Constanz. Diese R. fällt mit der bei B. zusammen bis Rottweil, wo um 11. 25 Mitt.(10 Min. Aufenthalt). Nun mit der Zweigbahn um 11. 35 Mitt. n. Tuttlingen, wWo 12. 45 Nm. V. hier 20 Min. Eisenbahn n. Immendingen, u. um 3. 19 Nm. n. Engen u. Singen bis 4. 25 Nm. V. Singen n. Constanz v. 4. 30— 5. 25 Nm. Oder, Wwenn man v. Singen aus den Hohenttotel besuchen will, mit dem Schnellzug C. bis III. Kl.) Abds. 10. 57 bis 11. 25.— An Constanz schliessen in um- gekehrter Reihenfolge die vor R. 35 abgehandelten Routen. Die Hisenbahm zwischen Rottioeil u. Tutilingen führt im Primthiale aufwürts über die Stationen: Nerfra,— Aldingen, nach Stat. Spaichingen, 2301“,(Alte Post; Neue Post zur Traube), 2600 EW. Am Fuss des Dreifaltigheitsberges. Lünd- liches Ansehen. Seit 1803 württembergisch. Auf dem Dreifaltigkeitsberge, dem Hauptpunkte der schroä- bischen Jura, 3428“, beſſdet sich eine Wallfahrtsgtirche, daneben Nus. Lelh u. Trümmer des alten Schlosses Baldenberg, 8S—10 Min. davon. Man 0 erreicht den Punkt auf gutem, nicht zu verfehlendem, Fahrwege in Std. Die Aussicht von der Plattform des Thurmes der Kirche 3 (Fernrohr) ist umfassend u. grossartig. Man überblickt badisches, Württembergisches u. preussisches Land, den Schwarzwald, in Wel⸗ chen der Feldberg mit Thurm hervortritt, u. die Alpen v. der Zug- spitze bis zur Jungfrau.— Auf der entgegengesetzten Seite v. Spai- chingen erreicht man in/ Std. Hausen(Perenq), u. v. hier die Ruine Hohenkarpfen in weiteren/ Std. Schöne starke Ruine, bestehend aus Oberer u. Vorburg. 20“ hohe Mauern. Sie liegt auf einem 10 bis 12 Std. weit sichtbaren Bergkegel, der oben nur eine Fläche v. etwa ½% Morgen hat. Weite schöne Aussicht. Vgl. hierzu R. 37, Ausgangs- tour. Auch Lunfen u. Conaenberg ebendaselbst. Die übrige Bahnstrecke bietet weniger. Folgt: Stat. Balgeim. Wasserscheide zwischen Neckar u. Donau. Die Bahn führt im Lauterbachthale abwärts. An Hietheim mit Schloss vorbei nach ER KSSCC i RR Eintrittsr. 9 u. 10. 37 Stat. Wurmlingen, 1200 Ew. CV. hier n. Ruine Con- zenberg, vgl. R. 37., Ausggst. 1½ Std.)— Das Thal erwei- tert sich, u. mündet bei Tuttlingen in das Donauthal. Tuttlingen, wo kein Wagenwechsel, s. R. 37, Immen- dingen R. 36. CSSRNRUDRNRRNN Eintritts-Route 9: Von Nürnberg— A nach Pforzheim,— B nach Heidelberg. A. V. Nürnberg Norgens mit Courirzug(I. II. KI.) früh 7. 40 bis 10. 15 n. Würzburg(Aufenth. 10 Min.) V. hier mit Personenzug J.—III. Cl.) n. Meckesheim, v. 10. 20 Vorm. bis 2. 36 Nachm.(Wa⸗ genwechsel). V. hier in 2 Std. mit der Bahn n. Jaxtfeld Wagen- wechsel). V. da 25 Min. n. Heilbronn Wagenwechsel) u. Bietig- heim(Wagenwechsel). Weiter mit der Bahn nach Mühlacker (Vagenwechsel) u. FPforzheim,(vgl. d. Nähere die Fahrpläne des Sommers). Hier schliesst R. 1 an. B. Zuerst wie bei A. bis Würzburg. Ebenso weiter um 10. 20 Vorm., aber bis Heidelberg durch, Wo um 3. 20 Min. Nachm. Hier schliesst EBR. 1 an, so Wie die ER. 2. 1 Tuttlne Eintritts-Route 10: Von Leipzig über— A Hof— Bamberg— Würzburg, B nach Frankfurt,— C nach Darmstadt. A.— V. Leipzig Nachts Schnellzug(I. u. II. CI.) 12. 30 bis 4. 25 Morg. n. Hof. V. da weiter 4. 40 früh n. Bamberg, Wo 7. 58 Morg. Courirzug(I. u. II. CI.) n. Würzburg, v. 8. 5 bis 10. 20 Vorm. Sogleich weiter bis Heidelberg, Wo 3. 20 Nm.— Flier schliessen EBR. 1 u. ER. 2 an. B.= Wie in A bis Würzburg. V. nier um 10. 30 Vorm. über Aschaffenburg(12. 35 Mitt.) n. Frankfurt, wWo um 1. 25 Nachm.— Hier schliessen BBR. 1 u. ER. 1 an. C.— Wie bei B bis Aschaffenburg. Weiter mit dem Schnell- zuge(I. u. II. CI.) um 12. 50 Nachm. bis Darmstadt, wo um 1. 35 Nachm. Hier schliessen EBR. 1 u. ER. 1 an. 238 RRRRNNUNNNNNNN 4 A —4 — 38 Eintrittsr. 11. Mainz. Eintritts-Route II: Von Brüssel— Aachen— Cöln üÜber Mainz, nach— Wiesbaden und Frankfurt,— B Darmstadt,— C Mannheim und Heidelberg(Worms),— D über Strassburg(Speyer). V. Brüssel mit Courirzug um 9. 43 Vorm. n. Aachen, Wo 12. 35 Mitt., u. gleich weiter n. Cöln, Wo 2. 33 Nachm. Meiter mit Per⸗ sonenzug(I.IV. CI.) Nachm. 2. 45 bis 7 Abds. in Bingerbrück, u. v. 7. 5 bis 8. 20 Abds. n. Mainz. Wer vorzieht, die Fahrt rheinauf mit dem Dampfschiff zu machen, dem ist zu rathen, nach einigem Aufenthalt in Cöln Dom besichtigen) denselben Abend 7. 15. bis 8. 10 n. Bonn mit der Bahn zu fahren. Denn erst v. hier ab ist die Rheinfahrt wirklich lohnend. Am an- deren Morgen schon um 6 Uhr früh geht ein Dampfschiff n. Mainz, Wo es um 5½ Abds. ankommt. Da Restauration gut auf dem Schiffe, s0o ist man frisch genug, sich desselbigen Tages noch etwas in Mainz umzusehen, u. doch mit einem der letzten Züge Abends noch nach Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt, Mannheim oder Heidelberg zu fahren. Wer nicht so früh aufstehen will, hat Zeit, mit dem zweiten Schiffe, Morg. 8¼ bis 7½ Uhr Abends n. Mainz zu fahren, u. muss dann gleich zur Bahn.— Ganz hübsch aber ist es, in Mainz einige Station zu machen, Wo mancherlei Interessantes sich bietet, 8. W. u. — Wer die Rheinufer mit besuchen will, dem haben wir hier nicht Weiter zu rathen. Wir bieten uns dem Touristen erst v. Mainz ab als Führer. Von NMainz weiter: A. Nach Wiesbaden und Frankfurt. Entweder mit Personenzug auf der linhs-maintschen Bahn um 9. 25 Abd. bis 10. 25 n. Frankfurt, oder mit Schnellzug 11. bis 11. 50 Abds. Hier schliesst dann ERBR. Il. oder ER. Il. an.— Oder mit dem Personenzuge 9. 40 Abd. bis 10. 15 n. Wiesbaden. Mainz, 320“%,(Gasthöfe: Rhein. Hof; Holländ. Hof; Engl. Hof; Mainzer Hof; Kölner Hof; Stadt Koblenz; ebenso der bescheidenere zur goldenen Schippe, alle am Rhein. Karpfen auch ganz nahe, in der Stadt, bürgerlich.— In Castel: Barth; Taunus; Anker.— Restaur.: Café de Paris I., Rothes Haus r. am Theaterplatz; goldene Schippe, sehr guter Landwein; Bahnhofrestaur.— Bier: Café neuf auf der Insel; Anker zu Castel; Café Moritz, Rheinstrasse; Mehrere mit dem Actienbier am neuen Kästrich; Volz in der neuen Anlage; Bahnhofsrestaur.— Droschken: Einsp. 15 kr., Zweisp. 24 kr. die ½¼ Std. 1—2 Personen.— Zwei Bahnhöfe: 1) Centralbahnhof, am Ende der Rheinstrasse. Hier die Bahn rheinaufwärts am 1. Ufer ete., sowie auch in Nd DN —I Eintrittsr. 11. Mainz. die„linksmainische“ Bahn n. Frankfurt. 2) Vom Bahnhofe in Castel fährt man n. Wiesbaden, sowie auf der„rechts- mainischen“ Bahn n. Frankfurt. Für diese kann man die Billets schon auf dem Bureau der Dampffähre lösen, welche am Fischthore abfährt.— Die Dampfschiffe rheinabwärts legen unterhalb der Schiffbrücke beim unteren und oberen Mühlthore an. Mains, jetat 44,500 Ew. u. 7000 Mann Friedensbesatzung. Durch seine strategisch wichtige Lage v. uralten Zeiten her ein besonderes Augenmerk der um u. in der Rheinebene sich entwickeln- den Völker, hat eine Geschichte, reich u. interessant, wie wWenige Städte am Rhein. Wir verweisen in dieser Beziehung auf: Schaab, Gesch. d. Stadt Mainz, 2 Bd. Mainz 1844,— Klein, Mainz u. seine Umgebungen, Mainz 1857, u. geben hier nur folgende kurze Ue- bersicht. Vipsianus Agrippa liess 38 v. C. ein festes Lager hier errichten. 11 vV. C. gründete Drusus dazu jenseits des Rheines das Castellum Moguntiacum. Vorübergehend nahmen es 70 n. C. die Bataver in Besitz. Der Sage nach wurde hier 311 vor dem Neuthor durch jene Himmelserscheinung Constantinus auf seinem Zuge gen Italien zum Christenthum bekehrt. 406 Zerstörung durch die Franken. 451 durch Attila. Aufgebaut durch den Frankenkönig Dagobert 622. Sitz des ersten deutschen Bisthumes, Wurde es 750, unter dem Bekehrer Mitteldeutschlands, Winfried, dem heiligen Bonifacius, Erzbisthum. Grosser Aufschwung unter Karl d. Grossen. Erzbischof Willigis, der Wagnerssohn(daher das Rad im Wappen der Stadt), wurde 980 Kurfürst. Er baute v. 978— 1008 den Dom. Immer gewaltiger blühte die Stadt auf. Erzbischof Adalbert I., durch die Bürger der Stadt aus kaiserlicher Gefangenschaft Während der Streitigkeiten mit Heinrich V.) befreit, gab zum Dank einen sehr förderlichen Freibrief. Der Mainzer Arnold Walpoden gründete 1254 den Rhein. Städtebund, welcher von Cöln bis Basel reichte, dem Raubritter- unwesen kräftig steuerte, u. Wwegen der natürlichen Verkehrsbeziehun- gen seinen Mittelpunkt Mainz zu solcher Blüthe erhob, dass man es das„goldene“ nannte. Die Mainzer bewiesen zwar vielfach eine aufs Aeusserste ausharrende Treue ihren Erzbischöfen, dennoch blieben sehr heftige Zwiste nicht aus, 2. B. 1160, WOo Erzbischof Arnold ermordet Wurde. Und so kam es, dass Erzbischof Adolph von Nassau 1462 in einem solchen Zwiste die Stadt durch Verrath nahm und plünderte. 500 Bürger flelen; die Angesehensten wurden verbannt. Die Stadt wurde ihrer Freiheiten beraubt, u. blieb dies. 1477 erhielt sie eine Universität, welche später von den Franzosen aufgehoben wurde. Aus späteren Zeiten bemerken wir noch: 1644 Besetzung durch die Franzosen. 1648 im westphälischen Frieden zurückgegeben. 1792 v. Cüstine eingenommen. Sitz des Jacobiner- Glubs. 1793 v. den Preussen unter General Kalkreuth zurückerobert. 1797, im Frieden v. Campo Formio, an Frankreich abgetreten. Seit 1815 deutsche Bundesfestung. Seit 1816 Hessen-Darmstädtisch, wie noch heute. Seit 1866 aber, ohne zum Nordbunde zu gehören, nur v. Preussen besetat. Unsere Wanderung zu den bemerkenswerthesten Stellen beginnen wir am Centralbahnhofe. Wir gehen die Rheinstrdese entlang, bis zum Fischtliore, Wo I. ab(Blick auf den Dom) in die Stadt hinein I N 7 A2 RRRRN 40 Eintrittsr. 1. Mainz. die Fischthorstrasse führt. Wir gelangen hier zum Liebfrauenpldte, dann an den Marktbrunnen, altes Werk v. Anfang des 16. Jahr- hunderts, auf den Speisemarltt, u. finden hier Il. den Eingang zum Dom. Führung durch den Küster angenehm. Schellen an der Thür im süd- lichen Kreuzschiff. Offen bis 11½ Morg. u. Nachm. v. 2—6 Uhr.— Der Dom, v. Willigis 978—1008 gebaut, brannte schon 1009 ab. So- gleich neu begonnen, war der Wiederbau 1024 im Wesentlichen Vollendet. Aber schon 1081 brannte er zum zweiten Mal ab. Ebenso 1137 u. 1191. Bis 1412 reichen die alten Theile, welche man heut noch sieht. 1795 zündete der Blitz. 1793 bei der Belagerung in Brand geschossen, u. ausgebrannt, wurde er Heumagazin. 1804 wie⸗ der zur Kirche bestimmt, war er 1813 Lagerstätte für 6000 der rück- ziehenden Franzosen. Dann 1814 Schlachthaus, Salz-, Getreidema- gazin, wurde er seitdem wieder Kirche. Seit 1822 hat unter Ober- baudirector Moller aus Darmstadt die Restauration begonnen. Indem alle die oben berührten verschiedenen Zeitabschnitte an ihm gebaut naben, haben sie uns ein Denkmal der verschiedensten Architecturen hingestellt, v. Interesse für den Kunstverständigen, wie kaum noch eine Kirche. Und obwohl seine gewaltige Masse v. Weitem fast wie ein wunderliches Chaos scheint, gliedert sie sich doch verständlich V. Nahem. Innen aber ist die Kirche sehr schön, u. muss der Restau- rirung hohes Lob gezollt werden.— Uebrigens ijst sie trotz der vie- len Unfälle v. allen Kirchen am Rhein die Denkmälerreichste. Unter diesen schöne u. merkwürdige. Namentlich die auf den inneren Seiten des Hauptschiffes, sowie im nördlichen Schiff am 1. Pfeiler das Denkmal Alberts v. Brandenburg; am 4. Pfeiler im südlichen Schiffe Kurf. Berthold v. Henneberg, v. 1504. Weiter: Das Tauf⸗ becken in Erzguss v. 1328. Das Mittelfenster des Westchores v. Helmle 1831. Die 12 neuen Fresken im Mittelschiff v. Veit, Sette- gast, Lasinsky u. Hermann. Ferner die Memorie, der alte Kapitel- Saal, Vorhalle zu den sehr schönen Kreuægängen. In diesen: Schwan⸗ thalers Marmordenkmal des Minnesängers Graf Heinrich v. Meissen, gen. Frauenlob, gest. 1318. Weiterhin dessen älterer Grabstein, welcher indessen auch erst nach dem ursprünglichen v. 1318 copirt ist. Daneben ein sehr interessantes, originelles Bildwerk v. 1332, die Versöhnung zwischen Stadt u. Geistlichkeit nach jenem Aufstande V. 1160 darstellend.— In die metallenen Tuorfliiget ist der oben er- wähnte Freibrief Adalb. I. eingegraben.— Der Dom ist im Uebrigen leider ringsum verbaut, Was ihn sehr verunziert, u. den Eindruck der jedenfalls imposanten Massen wesentlich schwächt. Wieder auf den Speisemarut zurück, u. I. weiter Igelangen wir über das„Hdfehené“ auf den Guttenbergeplat«s mit dem Denkmal Guttenbergs, v. Thorwaldsen 1837 modellirt, v. Crozatier gegossen u. 1839 aufgestellt. Guttenberg wurde hier Anfangs des 14. Jahr- hunderts geboren. Auch sind seine wichtigsten Experimente hier Seschehen. Vgl. Strassburg in ER. 6. Gegenüber ist das Theater, 1832—33 n. Moller gebaut. Im West⸗ lichen Seitenflügel Versammlungssaal verschiedener Vereine, im permanente Industriehalle, Mainzer Erzeugnisse, sehens- Verth. Weiter durch die Ludioigsstrasse, Hauptverkehrsader.(R. in der Bominieanerc-dõꝛ-8Le bleibt die Fruchthalle, deren innerer Raum durch Holzwände abgeschlossen, u. so zu einem für Concerte ete. bestimm- ten Saale für 7—8000 Menschen hergerichtet werden kann.) Wir gelangen auf den Schillerpiats mit dem Schillerdenkmal, 1862 nach Scholl gegossen. L. hinter dem Brunnen das Gouverne⸗ CC mentie der! W geben der l. In10 Kbant tlüshe Enere ktilete Die K Lath Ail Gr. 15) VWubru Löwenl Loes gek ührigens ulrung 1die Pet RRRR Eintrittsr. 11. Mainz. mente gebäude, einst Osteiner Hof, gradezu eine Arhleriendserne, einst der Bassenheimer Hof. Wir wenden uns l., indem wir den Osteiner Hof r. lassen, u. gehen durch die Ballgasse zum Ballplata, an welchem an der Ecke der holden Gasse das Kloster der Englischen Fräulein. R. hinab durch die hohle Casse, zur St. Stephanskirche, v. 1237—1312 gebaut, die auf dem höchsten Punkte der Stadt liegt. Schöner go- thischer Bau. Drei Schiffe u. Querschiff v. fast gleicher Höhe. Im Inneren das Grab des Erzbischofs Willigis, der auch diese Kirche stiftete; der älteste Bau war v. 990. Zwei Seitenaltarbilder v. Veit. Die Kirche litt bei der Pulverexplosion 1857 stark, u. wurde v. Bau- rath Geier restaurirt. Man besteige den Thurm, 210“(än Summa 310“ über d. Rhein), Wo eine weite Aussicht über Rheinebene, Tau- nus, Niederwald, Haardt, Bergstrasse u. Odenwald. Man schellt r. an der nördlichen Thurmthür, Worauf der Thürmer den Schlüssel in einem Filzschuh herabwirft. Beides muss man mit hinaufnehmen.— Neben der St. Stephanskirche ist das Frauen-Kloster zum guten Hirten, v. der ber. Hahn-Hahn 1853 gegründet. Von dem Platze an der Kirche gehen geradezu drei Gassen ab. Wir gehen durch die am weitesten r., aber in der Richtung geradezu, I.der hohlen Guasse abgehende, welche direct auf die Gaugasse führt. Wo sie einmündet, geht schräg Il. über eine andere Gasse ab, die uns, zuerst wiederum I., dann r. sich drehend, auf die Mathildenterrasse führt. L. der erhöhte Kästrich ist die Stelle, wo das alte römische Castrum stand. Wir sind hier auf dem Platze der furchtbaren Pul⸗ Jerexplosion v. 1857. L. erhebt sich das grosse Gebäude der Actien- brauerei. Hier ist Alles Neubau. R. geht die neue Strasse, der neule Kästrich ab.— Durch diese hindurch gelangen wir auf den Schillerplata zurück, wenden uns aber I. die Schillerstrasse hinab, bis r. die breite Strasse abgeht, die grosse Bleiche. Hier hinab. Links Cr. 15) der schön erbaute Commandanturpalast, u. dann der Neubrunnen v. 1726 mit allegorischen Figuren. Weiterhin r. die Löwenhof-Kaserne, u. gegenüber, am Giebel durch ein goldenes Ross gekennzeichnet, die Goldene Ross-Kaserne. Kasernen sind übrigens noch in grosser Anzahl in diesem Orte, dessen Kriegsbe- satzung mindestens 20,000 Mann beträgt.)— Am Ende der Strasse r. die Peterskirche, einst kurfürstliche Hofkirche. Innen Fresken V. Appiani, u. Denkmäler v. Scholl. Erb. 1750. Die Kirche musste zur Zeit der Rothmützen, am 14. Juli 1793 zur Erinnerungsfeier der Bastillenstürmung, als Bastille herhalten, als die deutschen Affen durchaus nach der Iinks-rheinischen Musik tanzen Wollten, u. ward rite gestürmt. Wir sind hier auf den Schlossplats gelangt. Jenseits steht das grosse ebemalige Kurfürstliche Schloss, jetzt Lagerhaus. In ihm befin⸗ den sich aber auch die Sammlungen der Stadt; sowie Säle zu Feier- lichkeiten u. Versammlungen. 1627— 78 gebaut. 1792 Sitzungslokal der Mainzer Clubbisten. Eintritt gegen Karten, welche man für 18 kr. in dem kleinen Oetroꝝ-Gebüude an der Südseite erhält. Hierauf geht man am Schlossplatz No. 15 hinein. Der Katalog(12 kr.) ist empfehlenswerth. Der Verwalter hat zwar kein Trinkgeld zu for- dern, wenn er aber dem Besucher Alles gezeigt hat, so wird sich dessen Herz Wohl zahlungsfähig fühlen. Wir verweisen, statt Ein⸗ zelheiten anzuführen, diesmal ernstlich auf den gen. Katalog. Die Sammlungen, welche das Gebäude enthält, sind folgende: Vorhalle: Die Originalmodelle der Guttenbergstatue u. der Schillerstatue. Erdgeschoss: Mulseum des Vereins zur Erforschung rheintschen Ge- schichte u. Alterthiimer, sowie das Römisch-Germantsche Centralmuseum, RNN — RRNNN NN 2 8 2 Eintrittsr. 11. Mainz. 2 — dann Gypsabgüsse, welche in einem daran stossenden Atelier auch für den Verkauf gefertigt werden. Das Museum(8 Säle) ist eins der reichsten Deutschlands.— Im 1. Stock links: Gemäldegallerie der Stadt(9 Säle) Italiener, Niederländer, Franzosen, altdeutsche Schule, neue Bilder des Kunstvereins u. eine merkwürdige astrono- mische Uhr; rechts: das phihs ikalische Cabinet u. die technischen Mo- delle(Wobei die Modelle der unter Napoleon projectirten KRhein- brücke, wie der jetzigen).— Hieran stossen der ehemalige charf. Concertsaat u. der Axademiesaa, beide mit gemalten Plafonds.— Im 2. Stock I.: die Sammlungen der Rheinischen natunfonschenden Gesellschaft (9 Säle).— Ausserdem geht durch den 1. u. 2. Stock die Stadtbiblio- tieh, 120,000 Bände; in besonderer Abtheilung 4000 alte Drucke, 2. B. Incunabeln v. Guttenberg, Fust, Schöffer; sowie eine Hand- schriftensammlung v. 600, Urkundensammlung v. 400 Bänden. Eben- falls hier ist die Nunsensammtung, 5000 Stück; 150 griechische, 2900 rö⸗ sche, 2200 neuere, worunter an 1000 Mainzer. Den Schlosspldte begrenzen ausserdem das lange Kriegshospital u. der Artilleriebauhof. In der bisherigen Richtung zum Schloss- tior am Rhein weitergehend, trifft man r. an der Ecke der Rhein- strasse das sog. Deutsche Haus, ehemaliges Deutsch-Ordenshaus, jetat Schloss des Grosshieræo9e. Ein interessanter Bau v. 1716.— Neben- an das Zeughaus, gleichermassen v. 1734. Darin Waffensammlungen. — V. dieser Stelle soll die Bruche Karls des Grossen(gl. W. u.) über den Rhein angefangen haben. Da die Rheinstrasse, trotz neuerer Häuser, wenig Verlockendes hat, Wwenden wir uns denselben Weg zurück, bis Wo v. der grossen Bieiche I. die Nachsmarlttstrasse abgeht, u. schlagen diese ein, um noch etwas v. älteren Strassen zu sehen. Sie führt auf den Flachs- markt, u. Weiter I. drüben in die Schustergasse. Diese ihrer ganzen Lünge nach verfolgend, kcommen wir wieder auf den Speisemarkt zurück. Diese Wanderung, ohne Besichtigung der Sammlungen im Schlosse, nimmt etwa 2½ Std. in Anspruch. Wer noch etwas mehr Zeit verwenden will, biegt nochmals r. über das Häfchen ab, u. dann gleich I. in die Schöffelstrasse, die aàum Leichhaf führt. V. diesem durch die kurze Leichhoygasse auf die Au- gustinen Gasse. Man verfolgt sie bis zu dem kleinen Platze, dem „Crabend. Wer den Eigelstein sehen will, biegt hier r. ab durch die Jacobsbergen Gasse, die zur Citadelle auf dem Jacobsberge führt. Durchs Thor derselben hindurch auf den Hof. Hier steht das Denł- mal des Drilsus, welches der Eigelstein genannt wird, eigentlich aber der Eichelstein, v. der oben eichelartigen Form des jetzt seiner Bekleidung baren Denkmales aus Gussmauerwerk, in dessen Innerem jetzt eine Treppe durchgebrochen ist, die bis hinauf führt. Ueberblick über Mainz ete. Man muss dazu aber vorher im Platz- kommando, Schillerstrasse 17, eine(GratisKarte zum Eintritt ge- löst haben. Wir wenden uns zum Graben zurück, u. v. hier aus r. weiter durch die Humdsgasse oder Neuthorstrasse zum Neuthor. Hinaus, u. durch die hübschen Spazierwege der neuen Anlage zum Restaur. Vols. Hier öfters Concerte.— Es ist nun anzurathen, auf die vor dem Lokal vom Rheinufer abgehende Eisenbahnbrücke zu gehen, um einen Blick über Rhein u. Stadt zu haben.— Jenseits der Schiffbrütele sieht man eine Reihe Schiffmiin'en liegen. Sie ankern auf alten Maulerꝑfellern(etwa 25) im Strombette. Diese gehörten zu der ehe- mals hier über den Strom geführten festen Brücke, angeblich römi- schen Ursprunges, nach Andern v. Karl dem Gr. herrührend. Wohl möglich ist die vermittelnde Ansicht, wonach Karl auf den alten rrrrrrr Gerzo im Lamtenl. NENN Eintrittsr. 11. Wiesbaden. 43 NNNNNN römischen Mauerpfeilern eine hölzerne Brücke hinübergeführt habe, Welche aber später abbrannte. Bei genügender Zeit ist ein Besuch des Kirchhofes ganz angebracht, der vor dem Münsterthore liegt. Zu Letzterem ge⸗ langt man, wenn man v. der Ecke der Schillerstrasse u. grossen Bleiche (S. 0.) mit wenigen Schritten I. sich wendet. Auf dem Friedhofe sind zahlreiche Denkmäler, besonders das des Geschichtschreibers Eduard Duller, gest. 1856; seines Berufsgenossen Bodmann, gest. 1820; des Geh. Sanitäts-R. Leidig, gest. 1828, ein Aesculap; u. das grosse der unter Napoleons Fahnen einst gestritten habenden Mainzer. Vor demselben Thore, nahe dem Dorfe Zahlbach, sind Reste der alten rõmischen Wasserbeitung, deren Cisterne für das römische Castell, nahe dem Gauthore ausgegraben wurde. Die Eisenbahnfahrt v. Vaine oder vielmehr Castel n. Viesbaden dauert 20 Min. Wiesbaden, 360“,, Gasthöfe: An d. Bahnhöfen: Hötel Vic- toria; Taunus-Höôtel; Eisenbahn-Höôtel. In der Stadt: Grüne Wald; Hétel Giess, Mühlgasse, gut für Touristen. Ausser- dem die grossen Hötels mit Bädern: Vier Jahreszeiten; Nassauer Hof, beide nahe dem Cursaal am Theaterplatz; Rose; Römerbad, beide beim Kochbrunnen; Adler, wo auch die Post, in der Langgasse, u. viele A.— Restaur.: Im Cur- saal, elegant, starke Preise, aber sehr gut; Christmann, Webergasse, gut, aber neuerer Zeit den Cursaalpreisen sich nähernd; Sulzer, grosse Burgstrasse, Delicatessen; Dasch, Wilhelmstrasse; Engel, Langgasse beim Kranzplatz, table d'hote 42 kr. In allen auch Bier; Lugenbühl, Webergasse, table d'héte 36 kr., nur Wein.— Bierlokale: Poths, Lang- gasse; Lämmchen, am Markt; Felsenkeller, mit schöner Aussicht, nahe dem Curgarten, Bierstädter Strasse; Mainzer Actienbier-Ausschank in einer Seitengasse nahe dem Markt u. v. A.— Droschken: Aus den Bahnhöfen; Einsp. 1—2 Pers. 30 kr., 3— 4 Pers. 48 kr. Ebenso Zweisp. Sonst ½ Std. 18 kr., resp. 24 kr. u. 24 kr. resp. 30 kr.— Theater: Täglich. Die Stadt, welche jetzt etwa 30,000 Ew. hat, u. in der Neuzeit durch umfassende Neubauten ganze Stadttheile gewonnen hat, un- gerechnet zahlreiche schöne Villen in den reizenden Umgebungen, liegt an den letzten Abhängen des Taunus in s0 geschützter Lage, dass Tausende von Fremden des milden Klimas wegen hier über⸗ wintern. Die sehr zahlreichen Quellen, meist in Privatbesitz, gehö- ren zu den heilkräftigsten Deutschlands. Sie waren als Fontes Mat- tiaci schon den Römern bekannt, welche auf dem Heidenberg ein 1838 entdecktes Castell mit nicht weniger denn 28 Thürmen erbaut hatten. Modell davon im Museum; s. w. u. 843 hiess der Ort ur- kundlich Wisibadun, Wisibad. Es befand sich dann ein kgl. Saalhof hierselbst, der mehreren deutschen Kaisern zur Residenz diente. In den vielen Fehden des Mittelalters litt die Stadt wiederholt; ebenso im 30jähr. Kriege. Seit 1744 Regierungssitz, wurde sie 1815 Hauptstadt der vereinigten Nassauer Länder, seit 1866 Sitz der I RNNRNNNNN RRNRNNRRNDRRRDRDN Eintrittsr. 11. Wiesbaden. preuss. Regierung.— Die Spielsäle- etc.-Einrichtungen trugen viel zum Fremdenbesuch bei, welcher seit 1865, Wo über 30,000 Curgäste, über 25,000 Durchreisende hier vermerkt Wwurden, noch bedeutend gestiegen ist. Wer indessen glaubt, dass Wiesbaden nach der Auf. hebung des Spieles 1872 eigentlich herabsinken werde, irrt sehr. Nicht allein der nicht zu nehmende Schatz, den die Stadt an ihren trefflichen Quellen besitzt, wird sie halten, sondern der ausseror- dentlich angenehme u. gesunde Aufenthalt wird viele Familien dau- ernd hierher zichen, welche jetzt wegen der um die Bank sich drängenden zweifelhaften Elemente der Gesellschaft den Aufenthalt scheuen. Dem Touristen ist gewöhnlich der Cursaal mit seinem Treiben die Hauptsache. Doch kann derselbe, ohne diese Seite zu versäu- men, einen Tag noch auf andere höchst lohnende Weise verbringen, Wenn er der folgenden Anweisung nachkommt. V. Bahnhof r. ab bis zu der nur einseitigen Nuhemstrasse. Auf ihrer andern Seite beginnen die sehr schönen Curgartenanlagen mit der besonders grossartigen Platanenallee, welche sich noch bis über den Theaterplatz u. zum Kursaal zieht. Vgl. W. u. V. dieser ersten Platanenallee führt bald r. ein Weg zu der hübschen, v. Götz 1864 vollendeten Englischen Kirche, Hier I. an der Nlhelmstrdsse u. der Eeke der Friedrichsstr. ist das Museum, 1812 v. Zais errichtet. Es enthält die Gemäl'degallertie mit schönen neueren, auch älteren Bildern(Catalog liegt aus), das sehr reichhaltige Museum der Alter- teumen, die Munæsammlumg, das Naturhistortsche Museum, im ob. Stock die Landeshibliotheſt v. 70,000 Bänden, darunter werthvolle Codices, Incunabeln u. Handschriften. In den nicht öffentlichen Stunden 915 gegen Meldung im Hofe r. beim Conservator Römer zu besich- igen. Wir folgen nun zunächst der Friedrichsstrasse bis zur Zzweiten, schmalen Guerstrasse 1., die uns zur Katholischen Kirche führt. Gothisch-romanischer Styl. Dreischiffig. Schöne durchbrochene Thürme. Portal. 1849 von Hoffmann beendet. Im Inneren Gemälde V. Rethel u. Steinle; Heiligenstatuen v. Hoffmann u. Vogel. Kopf im Giebel v. Hopfgarten. Der Küster wohnt dabei, Louisenstrasse 30. Auf dem Louuisenplata das Obelisk-Denkmal, an die nassauischen Kämpfer der Freiheitskriege erinnernd. Wir wenden uns wieder zurück bis zur nächsten Ecke der Fried- rehsstnasse, überschreiten diese, u. gehen durch die Neugasse bis zum alten Uhrthurm auf der Marktstrasse. Diese führt uns r. zum Markt, Wo die Ecke I. das Residenzschloss einnimmt, 1837-—40 er⸗ baut. R. ist das Rathhaus, davor der Stadtbrunnen. Auf die- sem Platze steht die grosse, sehr schöne Evangelische Haupt- Kkirche. Backsteinbau im Spitzbogenstyl. Rechts am Hauptthurm Glockenzug zum Kirchendiener. 18 kr. Trkg. Im dreischiffigen Inneren bemerkenswerth: Christus u. d. 4 Evangelisten, Marmor- statuen v. Hopfgarten, u. die grosse Orgel v. 53 Registern. Die Marktstrasse zurück, durch den Uhrthurm bis zur Langgasse, Hauptverkehrstrasse, viel Läden. R. hinab. Später biegt r. die Webenstrasse ab. Wir überschreiten aber letztere(Wo auch viele Lä⸗ den), u. gelangen am Ende der Langgasse auf den Kranaplata mit der Hygiea-Gruppe, u. 1. weiter an den Kochbrunnen, an wel⸗ chem dés Morgens bei Musik das Brunnentrinken stattfindet. Die Quelle hier hat 550 R. Immer gradeaus, durch die eiserne Trinkhalle zur Taunusstrasse, in welcher sich die Trinkhalle r. u. 1. fortsetzt. Wir wenden uns Eintrittsr. 11. Wiesbaden. 45 I. u. gelangen durch die lange Strasse aus der Stadt u. in das an- muthige Nerothal. Wo der Weg sich bald am Anfange theilt, bleiben wir r., u. stei- gen Angesichts der mit goldenen Kuppeln herabblinkenden Griechi- schen Kapelle direct zu dieser hinauf. Eine fünfkuppelige grie- chische Kirche v. grossem Eindruck. Der Castellan wohnt seit- Wärts, r., in einem besonderen Wohnhaus, Wobei auch der griechiische Kerchligf. Das Innere der Kirche aus Nassauer Marmor. Sehr schön der v. Hopfgarten gearbeitete Sarkophag der 1845 gest. Herzogin v. Nassau, geb. Grossfürstin v. Russland, sowie die acht Oelgemälde Neff's auf Goldgrund. Aussicht vor der Kirche recht hübsch.— Aber noch viel schöner, wenn Wir, I. abbiegend, die etwa 10 Min. bis zum Neroberg mit seinem Tempel steigen, was Niemand ver- säumen darf. ODiese Aussicht ist malerisch schr Vorzuziehen der vielgerühmten v. der Platte, einem Jagdschloss 1½ Std. vom Ort). Hier oben Restaurt. Wir wenden uns nun denselben Weg au der Stadt Zzurück, u. die Taunilsstrasse jetat ganz durchmessend, erreichen wir die Anlagen neben den Colonnaden bei dem untersten Ende der MWithelmstrasse. Hier r., u. nach wenigen Schritten treffen Wir auf den Nheaterplats. Gleich r. das 1826 von Wolff erbaute Theater. In der Mitte des Platzes die Schillerbüste. In die Stadt führt r. die breite Weber- strasse. Wir nehmen nach Wahl in einer der obgen. Restaurationen unser Mittagessen, u. wenden uns dann zurück zum Nheaterplatae, u. V. diesem zum Cursaal. Vor diesem hübsche Cartenanlagen mit schönen Schaalenfontainen, Abends öfters Prachtvoll mit Gas er- leuchtet. An beiden Langseiten des Platzes die Colonnaden, in Welchen reichhaltige, glänzende Läden, der Bazar Wiesbadens. Das Curhaus, 1810 v. Zais gebaut, 1863 und 64 renovirt, enthält in der Mitte den Hauptsadl für Conzerteè u. Bälle. Bei Tage etwas dunkel, macht er doch, besonders bei Beleuchtung, mit seinen 28 Sanzen u. 4 halben korintischen Marmorsäulen den Eindruck eines Prachtbaues seltener Art. L. beim hinteren Ausgang zum Garten der Eingang in die grossen Restaurationsloxale. R. der zu den Spiel- sälen, durch welche hindurch zu den Leseaimmern. Dies Alles schön, geschmackvoll, ja grossartig. Ueberall freier Eingang u. Verkehr für jeden anständig gekleideten Erwachsenen. Im Curgarten hinter dem Cursaalgebäude Nachmittags u. Abends Conzert. Hier mag man die gedrängt versammelte gesunde u. lei- dende Menschheit mustern. Nach Beendigung des Conzerts Spazier- Sang an dem schön angelegten Teiche, inmitten dessen eine Pracht- Fontaine fast 100“ hoch, leider nur auf kurze Zeit Nachmittags, springt, u. in den weithin sich zichenden Anlagen. Am linken Ufer des Teiches(vom Kursaal her gerechnet) entlang, u. bei der Brücke I. abbiegend, erreicht man auf hübschen Spazierwegen Gald Weg⸗ Weiser), an der r. erhöht liegenden Dietenmühle(Caltwasserheil- anstalt u. Restaurt.) vorbei in Std. Sonnenberg, einen hübsch im Thal gelegenen Ort, mit Ruine über demselben, theilweise restaurirt. Wirthschaft. 1200 als Schutz für Wiesbaden erbaut, erst seit 1816 verfallen. Der Punkt ist recht hübsch, u. wer sich die Zeit gönnt, kann den Weg Weiter verfolgend, durch ein sehr anmuthiges Thal n. Rambach, noch „ Std. weiter, kommen.— Man kann noch zurück sein, um das Treiben während des Aben conzertes zu beobachten, u. wenn man Will, Abends noch bis Franſfurt(oder auch Lains) fahren. RRRRRRRRReee 46 Eintrittsr. 11. Ludwigshafen.— Mannheim. Die Stationen der Bahn n. Franfurnt sind CFahrzeit 1 Std. 5 Min. bis 1½ Std.): Castel; Hochihieim(Schwarh), der berühmte Weinort; PFlörsheim; Hattersheim; Höchst (wo die Zweigbahn zum Badeorte Soden am Taunus ab⸗ zweigt). R. manchmal der Spiegel des Rheines. L. baut sich sehr schön der Taunus, mit malerisch an den Abhängen gelegenen Orten, bis zum Gipfel des Feldbergs(mit Thurm) auf. Frantzfurt s. EBR. 1. B. Nach Darmstadt. Ankunft in Maina, s. o., 8. 20 Abds. Mit Courierzug(. u. II. CI.) 9. 6 Abd.— 9. 43 n. Darmstadt. Oder mit Schnellzug C. bis III. CI.) 10. 10 Abds.— 11. 5.— Oder am andern Morgen: mit Schnellzug (CL. bis III. CI.) früh 6. 5 bis 6. 50. Oder Personenzug früh 8. 20.— 9. 15.— Wer gleich in den Odenwald weiter will, muss den ersten Zug früh benutzen, u. mit dem Personenzuge um 7 Morgs. v. Darm. stadt in der Richtung n. Heidelberg weiterfahren, am besten n. Auer- bach Wo um 7. 34 Morg., um an diesem Tage noch Etwas vor sich bringen zu können. V. Darmstadt so wie Auerbach ab yvgl. EBR. 1, u. dazu ER. 1. C. Ueber Mannheim und Heidelberg. Ankunft in Mains(s. o.) 8. 20 Abd. Gleich weiter mit dem Per- sonenzuge 8. 30 bis 9. 46 in Worms. Gleich Weiter, u. um 10. 25 Abds. in Ludioigshiafen Omnibus zur Ueberfahrt n. Mannheim am Bahnhofe. Hier übernachten(vgl. W. u.)— Aus Mannheim am andern Morgen trüh 6. 40 bis 7. 10 in Heidelberg.— Oder in Mainz übernachten, u. mit Personenzug 6. 10 früh bis 8. 10 n. Ludioigshiaſen; überfahren n. Mannheim, Wo dann einer der folgenden Züge n. Heidelberg genom- men wird.— In Heidelberg schliesst EBR. 1, so wie ER. 2 an. Ludwigshafen Deutsches Haus; Hétel Wolf; Zur Pfalz; Bahnhofsrest.; Actienbrauerei v. Pschorr). Die Stadt ist erst 1843 gegründet, aber ein im schnellsten Aufblühen begriffener Stapelplatz. Mannheim, 258/%(Gasthöfe: Keiner n. d. Bahn. Am Rhein: Europ. Hof; in der Stadt: Pfälzer Hof; neues Hòtel 2. Lands- berg v. Teufel, nebst Restaur., Frankf. Bier. Einfacher aber gut: Weisses Lamm u. goldene Gans, beide auch Bierhäuser.— Restaur.: Stern am Theater; Café français; einfacher: Moh- renkopf; Rosenstock.— Bierlokale: Neue Landkutsche, Lud- L50 wigshafener Actienbier; Maierhof, Mannheimer Actienbier; Bockkeller; Diffenékeller an der Bahn; Löwenkeller nahe dem Rheinhafen, Mannheimer Actien-Bier.— Omnibus: v. einem Bahnh. 2z. Andern in 20 Min. Die Person 22 kr., d. Koffer 6 kr.— Droschke: zwischen den Bahnhöfen 45 kr. 1—2 Pers. Sonst die Fahrt 24 u. 27 kr. Ialbeß Mannheim, am Neckar u. Rhein, 30,500 EW., in regelmässigen 3 Quadraten seit 1697 erbaut, ist eine neue Stadt. Zwar kommt seit dlet. SSSS Eintrittsr. 11. Mannheim.— Oppenheim. 755 ein Maierhof, später Porf Mannheim urkundlich vor. Eine Stadt liess aber erst seit 1606 Churf. Friedrich IV. bauen. Diese wurde schon im Anfange des 30jähr. Kr. mehrfach hin u. her erobert, u. dabei viel verwüstet. Als 1652 durch ausgedehnte Freiheiten neue Ansiedler angelockt waren, wurde auch diese neue Gründung, mit 3000 EW., 1689 bei der Pfalzverwüstung gründlich dem Boden gleich gemacht. 1721—78 war die Stadt Churfürstl. Residenz. Dies War Glanzzeit des Ortes. Aber als 1778 Carl Theodor seine Residenz in die neu-ererbten Baierischen Lande n. München verlegte(u. die Kunstsammlungen bei der Gelegenheit dahin mitführte), wurde die Stadt ganz auf eigene Füsse gestellt. Seit 1803 ist sie Badisch, u. erwuchs seitdem zum bedeutendsten Handelsplatze des Grossher- zogthums. Als Sehenswerth notiren wir für unsere Zwecke nur:— Das Schloss, von 1720—31 gebaut, imposantes Gebäude, v. etwa 1800“ Länge. Im NMitteltheile die zeitweilige Grossherzogl. Residenz mit dem Fittersaal, schöner Marmorbau. Daran anstossend die Alterthii- mersammlung. Ferner eine grosse Kupferstichsammlung; u. eine Ge- mãldesammleng in 8 Sälen, worunter mehrfach Bedeutendes v. Aelte- ren u. Neueren. Auch 2 Säle mit Cνοsabgissen. Und ausserdem in 6 Sälen Naturaliensammlung. Auch eine vermanente Industrieausstellung befindet sich im Schlosse.— An den Schlossgarten stõsst ein Botant- scher Garten.— Die Jesuitenkirche, an das Schloss schliessend, 1733—56 gebaut. Marmor u. Buntes. Daneben auf dem Theater-, letat Sehller-PRlate, das 1862 aufgestelite Schillerdenkmal v. Kauer. Neben ihm die Statnen v. Iffland u. Dalberg.— Auf dem Iarkte ein Denkmal Churfürsts Karl Theodor.— Das 1776 erbaute, 1854 restaurirte Hof- u. Nationaltheater, die Wiege v. Schillers Ruhm, u. damit des deutschen Schauspiels, erfreut sich auch heut noch einer hohen Stellung unter den deutschen Bühnen. Es fasst über 2000 Personen. Vorstellung 4 Mal in d. Woche.— Die Neue Synagoge, 1851—55 erbaut, ist ein Prächtiges Gebäude Byzantini- schen StFls. D. Ueber Strassburg(Worms; Speyer). Ankunft in Mains(s. o.) 8. 20 Abds. Weiter gleich um 8. 30 bis 10. 25 n. ZLudibigsjafen. Uebernachten.— Den andern Morgen früh 6 abfahren, n. Neustadt, wWo um 7 Uhr.(Wagenwechselh. Um 7. 15 Weiter bis 8. 40 n. Weissenburg.— V. hier geht 15 Min. später, näm- lich: n. Pariser Uhr, die 25 Nin. nachgeht, um 8S. 30(deutsch 8. 55) die Bahn n. Strassburg ab, Wwo man um 10. 25 n. Paris, Z. ankommt. Hier schliesst dann ER. 6 an. Eisenbahnfahrt von Mainz bis Strassburg. Die Bahnstrecke theilweise ziemlich uninteressant, theil- weise wieder sehr hübsch.— Bei der Ausfahrt aus Mainz bassirt man unter der Rheingitterbrücke durch, vorbei an der„neuen Anlage“(Ygl. Mainz) u. Dorf Weissenau. Dann folgen die weinreichen Gelände der Orte u. Stationen: Laubenheim; Bodenhieim; Nachenheim; Mierstein u. Stat. Oppenheim(Gasth. 2. Ritter. Uralte Reichs- NNLNL RR N 2 NNRNRNNNNN 48 Eintrittsr. 11. Worms.— Speyer. stadt. In römischer Zeit Bononica. 1689 durch die Fran- z0sen bis auf ein Haus zerstört. Dabei blieb v. der schönen Katharinenkirche der 1262— 1317 erbaute Theil erhalten. Ueber der Stadt die Ruinen der altberühmten Reichs-Feste Landsbnon. Mauern u. unterirdische Gänge bis zur Stadt hinab. Stat. Guntersblum. Alte Kirche. Grosses Rathhaus. Stationen: Alsheim; Mettenheim. Stat. Ostiofen. R. liegt Hermsheim mit dem Stamm- sitze der Dalberg. Stat. Worms(Alter Kaiser, vortr. Liebfrauenmilch; Rhein. Hof; Bahnhofsrestaur). Uralter Mittelpunkt der Nibelungensage. Reiche Geschichte. Durch Attila, wie Speyer(gl. W. u.) zerstört. Sitz der fränkischen Könige, Karls d. Gr. 1255 Mitglied des rhein. Städtebundes. Da- mals Blüthezeit mit 70,000 EW. Etwa seit der Zeit des Wormser Reichstages 1521, Wo Luther seine Lehre verfocht, Sinke-Zeit. An- fangs des 30jähr. Kr. 40,000 EW. Heutzutage 11,300 Ew. Aber nun⸗ mehr auch wieder im Vorwärtsschreiten. 1689 wurde auch Worms durch Mélac bis auf den Dom zerstört. Dieser Dom ist heutzutage der Besuchszweck für den Touristen. 1016 eingeweiht; eine der schönsten romanischen Kirchen. Im Bau wetteifernd mit dem Spey- erschen. In der Restaurirung begriffen. Eindruck grossartig. Past schmucklos. 347“ lang, 85“ breit.— In der Nähe steht seit 1863 der zweite Gegenstand von Anziehungskraft, das grosse Standbild Luthers v. Rietschl, umgeben v. den Standbildern seiner geistlichen und weltlichen Haupt-Mitstreiter.— Besuchenswerth auch die Liebfrauenkirche, nach welcher der viel- u. mit Recht hoch-ge- priesene Wein benannt ist. Stat. Bobenheim. Stat. Franfenthial, mit Klosterkirche v. 1119. Mit dem Rhein durch einen Kanal verbunden. Stat. Oggersſieim mit Lorettokirche. Stat. Ludwigshafen s. S. 46. Stat. Mutterstadt. Stat. Schifferstadt. V. hier führt eine Zweigbahn in ½ Std. n. Speyer. Da Mancher unter den diese ER. wählenden Touristen gern einen Abstecher n. dieser Stadt wird unternehmen wollen, fügen Wir darüber folgende Notizen ein. Speyer(Wittelsbacher Hof; Hot. du Rhin; Restaur. Bregenzer; Brauerei zum Storch am Altpörtel) 13,700 EW. Eine der ältesten Städte; der Nemeter Hauptort, Neviomagus gen. 451 durch Attila gänzlich verwüstet. Doch schon wieder zu Ende des 6. Jahrh. Bischofssitz. Dann Sitz mehrerer deutscher Kaiser. 1024 wurde der li ketrů Haun ge Keweilter imeren 1 Eintrittsr. 11. Speyer.— Neustadt. der hiesige Dom v. Conrad II. als Grabstätte der d Sesründet. Zur Blüthezeit im 16. Jahrh. 30,000 des Reichskammergerichtes. Reichstag v. 1529 mit der„Protestation“ der Evangelischen. Sinken seit d. 17. Jahrh. 1689 durch Ludwig XIV. Mordbrenner bis auf den Dom niedergebrannt. E eutschen Kaiser EW. Seit 1513 Sitz Verwüstung der französischen Königsgräb Volksrepräsentanten Henz, begonnen mi Speyer, das im Anfang d. Jahrh. nur 3000 Ew. hatte, ist neuerer Zeit im Aufblühen u. Hauptstadt der Rheinpfalz.— Der Dom, am Ende der Hauptstrasse, ist vielleicht das schönste Monument roma- nischen Styls in Deutschland. Imposant, j ä tet, wenn auch im ersten Augenblick Wegen der eige Façade u. der zurücktretenden Thürme etwas befremdend. Gebaut 1029—61. Grosser Brand 1450. Bei der Verwüstung 1689 Wurden die drei westlichen Thürme zerstört, die nebst der Fagade bis 1858 ersetzt Worden sind. Diesen Neubau leitete Hübsch v. Carlsruhe; die Her- stellung der Ornamentik der Tyroler Schwarzmann aus Prutz. Das Werk ist den trefflichen Künstlern gelungen, wie selten ein Aehn- liches. Dreischiffiger Bau. Innen erhöht: der Königschor mit den Denkmälern Kaisers Ad. v. Nassdu V. Ohmacht, u. Katsers Rud. v. Habsburg v. Schwanthaler. Dahinter noch höher der Hauptchor, das Querschiff. Hinter diesem der gerundete Stiftschor. Unter bei- den die alte Krypta v. 1039 noch unversehrt. Façade 130“ breit, 140“ hoch. Hinter den drei Portalen die Vorhalle, Kaiserhalle oder das Paradies gen. 108“ lang, 31“ tief, ausgeschmückt in Blenden durch die Statuen der einst hier begrabenen 8 Kaiser. Breite des Langschiffes 127/, Querschiff 187 lang, Mittelschiff 99“ hoch. Der Sanze Dom 472½“ lang. Die östlichen Thürme 248“, die westlichen 225, hoch. Angebaut ist die Arabapelle, in welcher einst der im Bann gestorbene Heinrich IV. lange Zeit liegen musste, ehe er an geweihter Stätte begraben wurde.— Der glänzendste Sehmuck des inneren Domes sind die Vorzüglichen Fresken v. Joh. Schraudolph, die dieser, unterstützt v. Claud. Schraudolph, Mayr, Bentele, Mader seit 1845 ausführte. Das Motiv jedes Bildes erklärt sich von selbst. — Auf dem Domkirchhofe der Oelberg, sonderbares Steinbildwerk. in der Rheinpfalz gefundener Al- terthümer.— Am nordöstlichen Pfeiler Tafel, welche den Ort an- zeigt, Wo einst die alte Kaiserpfalz, 1689 verwüstet, gestanden hat. — Ein unscheinbarer Mauerrest neben der Protestantischen Kirche stammt noch vom Retscher, dem Gebäude, worin die Reichstage ge- halten worden.— Ausserdem ist nur noch der alte Thurm, Altvörtel gen., das Einzige, was man dem Touristen als v. der alten, grossen, reichen, freien Reichsstadt Speyer, den nachbarlichen Mordbrennern entgangen, zeigen kann. t Ludwigs XIV. Grab.— Auf Sehtpferstadt folgen die Stationen Bö Hassloch; Stat. Neustadt(Löwe, am Bahnh.; Schiff; Krone). Stiftskirche aus der Mitte des 14. Jahrhunderts; Lud- wigskirche von 1662, gothisch.— Nahebei Burg Vinein- gen(das Hardter Scſilõsschen). Weiter zurück liegt Ruine Molfoburg.— Hier schliessen die Bahnen n. Mete u. Trier, v. Seydlitz, Schwarzwald. 4 NRNNNNQNDNNDNND 75 NRNDNNNNN IVV. 9 K 2 50 Eintrittsr. 11. Maxbg.— Landau.— Weissenbg. Hagenau. Sowie die über Deidesſieim n. Durhheim, dem Traubenkurort, an.— In Neustadt auch Traubenkur. Stat. Maikammer, mit der Maxburg, oder dem Ham- bacher Schloss, 1000“,. Oben Panorama über Taunus, Odenwald, Schwarzwald, Hardt. Gründung der Burg Mitte des 11. Jahrh. Mehrmals zerstört, zuletzat 1688 durch Ludwigs XV. Horden. 1832 wurde oben das„Hambacher Fest“ gefeiert. 1842 wurde die Ruine dem damaligen Kron- Prinzen Maximilian v. Bayern geschenkt. Der in Folge dessen unter Voit begonnene Neubau wurde 1848 theilweise zerstört. Seitdem Halbruine. Stat. Edenkoben(Schaaf; Pfälzer Hof) Schwefelbrun- nen u. Traubenkur. Am TKalumit die Ruine Kropsburg. Stat. Knörringen. Ueber die Oueicl. Stat. Landau(Pfälzer Hof; Schwan) 7000 Ew. Ehe. mal. deutsche Bundesfestung. Vielfach in allen deutsch- französischen Kriegen belagert u. erobert. 1680 zum ersten Mal französisch. Seit 1814 definitiv deutsch geblieben. Stat. Rohrbach. Stat. Winden. V. hier Zweigbahn n. Carlsruhe, vgl. EBR. 1.— Zugleich Stat. für das 1½ Std. entfernte Berh- æaabern. Stat. Schaidt. Hier ist die bayerische Mauth. Die Bahn durchschneidet die sogen. Weissenburger Linien, im spanischen Erbfolgekriege 1705 von Villars erbaute Schanzen. Jetat verfallen. Stat. Weissenburg(Hétel de Pange). 6000 Ew. Go— thische Kirche.(Wagenwechsel der Personenzüge.) Die bayerische Bahn hört hier auf. Gepäckrevision der fran- 26sischen Douane. Stationen: Hundsbach; Hoffen; Soultæ-sous foréts; Mal- burg.— Die Bahn geht durch den Hagenauer Wald. Stat. Hagenau(Post; Blume; Wilder Mann). 11000 Ex. Einst freie deutsche Reichsstadt u. Kaiserliche Reichsvogtei, die sogen. Zehn-Städte in sich begreifend. Seit dem west— phälischen Frieden französisch. Kirche St. Georg zum Theil aus dem 13. Jahrh.— 1½ Std. östlich liegt Seesen- neim Egl. Göthe's Dichtung u. Wahrheit). Stat. Varienthal. 1789 aufgehobenes Nonnenkloster. dhe J Din 8 U. U. fiblt. — Eintrittsr. 12. V. Luxemburg u. Trier aus. 51 Stat. Biscpuoeiler. Tuchfabriken. Hopfenbau. Ueber die Zorn. Stat. Hördt. L. die Kette des Schwarzwaldes ersicht- lich bis zur Hornisgrinde. Stat. Vendeneim. Von hier zweigt die Strassburg-Pariser Bahn ab. Stat. Strassburng, s. in ER. 6., welche hier anschliesst, u. n. Baden-Baden oder Freiburg über Kehl-Appenweier führt. — Eintritts-Route 12: Von Luxemburg und Trier über Neustadt nach A Strass- burg,— B leidelberg,— C Carlsruhe. A.— V. Luxemburg früh 7. 35 Personenzug bis 9. 30 n. Trier. Trier besichtigen, Was sehr gut, nebst Mittagbrod in 4 Std. geschehen kann. V. Trien fort mit Personenzug um 1. 28 Mittags n. Saar- brücken, wo um 3. 44. V. hier Personenzug um 3. 50 bis 4. 25 n. Neunkirchen. V. da Personenzug um 4. 35 Nachm. bis 6. 55 n. Neustadt.(Vgl. dies ER. 11). V. hier Personenzug Abds. 7 bis 8. 27 n. Weissenburg(VSl. ER. 11). V. Peissenburg geht 8 Min. später, d. h. nach Pariser Zeit gerechnet, um 8. 10 Abds. bis 10. 6 der Zug n. Strassburg, wo sich ER. 6 anschliesst. B.— Wie in A bis Neustadt. V. hier Personenzug Abds. 7. 5 bis 8 n. Ludwigshafen. Omnibus n. Mannheim hinüber(Wenn nicht etwa unmittelbare Ueberfahrt des Bahnzuges stattfindet), u. v. Vannheim n. Heidelberg Abds. 10. 10 bis 10. 30.— Oder über⸗ nachten in MHannhieim, u. mit einem der Morgenzüge(1869 schon einer um 3. 40 früh) n. Heidelberg. Hier schliessen an: EBR. 1 u. ER. 2. C.— Wie in A. bis Neustadt. Weiter mit dem Personenzuge 7 Abds. bis 8 n. Winden(8. ER. 11). V. hier um 8. 5 Abds. über Aaæimibiansaι u. Marau n. Carlsruhe. Diese Zweigbahn vgl. in EBR. 1 bei Carlsruße. V. Carisruhe Weiter n. Anleitung v. EBR. 1. N NNNN N RNRNNNNN 52 Eisenbahnr. 1. Frankfurt. Eisenbahn-Routen. Eisenbahn-Route 1: Von Frankfurt über Basel nach Waldshut. Frankfurt am Main. 83,500 Ew. Gasthöfe: Westendhall an der Taunusbahn, augleich Restaur.; Russ. Hof; Röm. Kaiser; Engl. Hof; Hôtel du Nord; Holländ. Hof; Victoriahétel; Landsberg; Württemb. Hof; Brüsseler Hof u. viele andere. Restaurants, Café's, Bierhäuser: Jony; Westendhall; Ost- endhall; Böhm; Wolb am Kornmarkt; Eysen, neben dem Main-Weser-Bahnh.; Holländ. Hof; vor der Stadt: Schwager beim Hanauer Bahnh., Aussicht. Ebenso auf dem Sachsen- häuser Berg u. viele andere. Omnibus: vom Bahnhof zur Stadt 12 kr., Koffer 6 kr. Droschken: vom Bahnhof zur Stadt: 1—2 Personen 24 kr. In der Stadt: die ½ Std. 12 kr. Vgl. i. Uebr. Taxe. Theater: täglich. Franſgfurt ist eine der an Geschichte bedeutendsten Städte Deutsch- lands, von Wichtigkeit gewesen zeitweise wie keine Andere. Gegrün⸗ det v. Karl d. Gr. Erste Nachrichten v. 794. Von den meisten Kai⸗ sern sehr begünstigt, freie Reichsstadt, durch klugen u. tüchtigen, opferfreudigen Bürgersinn, u. Arbeit u. Handel(seine Messen be- rühmt seit alter Zeit) hoch entwieckelt. In den Bauern- wie in den Roligionskriegen u. bis in die neuste Zeit wusste die Aristokratie, zähe, u. doch manchmal geschickt nachgebend, ihre Stellung an der Spitze v. Stadt u.„Staat“ Frankfurt zu wahren; u. erst in neuerer Zeit wurde die Verfassung demokratischer. 1806 Grossherzogthum Frankfurt, mit stark vergrössertem Gebiete, unter Dalberg, zum Rheinbunde gehörig. Nach 1815 als„freie Stadt“ im deutschen Bunde, Sitz des deutschen Bundestages. 1866 Preussisch geworden. Für die Zwecke dieses Touristenbüchleins genügt es, folgende SRERrrrrrr u Schl n der eu irn Hlzis, In! lutitut Eisenbahnr. 1. Frankfurt. MWanderung zu den Hauptsehenswürdigkeiten Frankfurts anzugeben. Wir beginnen, indem wir uns vom Taunusbahnkaf zum Taunusthor Wenden. Gleich nach dem Eintritt ist I. in der Neuen Marnaer Strasse in dem nächsten Eeckhaus 1. das Städelsche Kunstinstitut mit seinen Sammlungen, das Frankfurt mit gerechtfertigtem Stolze als schön- sten Ruhm hochhält. Es ward gegründet aus dem Nachlasse des 1816 gestorbenen Frankfurter Bürgers Städel, welcher seine Samm- lungen, seine Häuser, u. ein Kapital v. 1, 200,000 fl. der Stadt ver- machte.— Die Schule des unter Steinle's(ehedem mit Voit) Lei- tung stehenden Institutes zählt 200 Schüler.— Die Sammlungen um- fassen 30,000 Stiche, sowie Zeichnungen, ältere u. neuere Gemälde; u. besonders Letztere geben der Gallerie ihren eigenthümlichen Werth.— Oeffentlich täglich 11—1 Uhr. Sonst gegen Trinkgeld. Wir heben hier nur hervor:— Im Eintrittszimmer: Kolorirte Stiche n. Raphael, u. die Farbenscizze v. Cornelius“ jüngstem Gericht.— 1. Saal: 29, Paolo Veronese, Mars u. Venus. 25, Moreto, Jungfrau u. vier Kirchenyäter. 28, Tintoretto, der Doge M. A. Memmo.— 2. Saal: 332, Lessing, Ezzelin. 242, Funk, Alpenglühen. 329, Schwind, Elfentanz. 327, Schnorr, Samariter. 326, Steinle, Tiburtinische Si- bylle. 352, Calame, Alpengegend. 350, Gallait, Abdankung Carls V. 336, Rethel, Daniel. 334, Lessing, Landschaft. 331, Lessing, Huss in Constanz disputirend. 349, Verboeckhoven, Schaafstall. 339, Achenbach, Seesturm. 337, Becker, der v. Blitz erschlagene Hirt. 347, Saal, Fjord in Norwegen.— 3. Saal: Overbeck, Triumph der Religion in den Künsten. 105 u. 6, Bildnisse v. Dürer. 64, Joh. v. Eyck, Madonna.— Fresco-Saal: 357, Veit, Einführung der Künste in Deutschland durch das Christenthum. Gypsabgüsse der Thüren des Baptisteriums in Florenz, v. Pisano u. Ghiberti.— 4. Saal: Nie- derländer.— Im Flügelbau, 1. Zimmer: Bilder früherer Frankfurter Maler.— 2. Zimmer: Schwind, Sängerkrieg.— In den Antikensälen: Abgüsse berühmter Antiken; u. der„Schild des Herkules“ n. Hesiod, ursprünglich in Wachs modellirt v. Schwanthaler. Wir gehen zum Taunztsthiore zurück, u. in die Stadt hinein durch die grosge Gallengasse bis wir auf den Rossmarht kommen. Hier steht das Guttenberg-Denkmal, mit Schöffer u. Fust, v. Ed. v. d. Lau- nitz, 1858 aufgestellt.— Weiterhin 1. auf der Allee das Göthe- Denkmal, nach Schwanthaler, 1844 aufgestellt.— Die Aliee schliesst am Ende das Theater ab.— L. führt die Junghofstrasse ab. An ihrem Ende der Saalbau, ein zu Festen u. Versammiungen bestimm- ter, ganz besonders innen grossartiger Bau.— In derselben Strasse, Nro. 8, das Lokal des Framſfurten Kunstvereins mit permanenter Aus- stellung. Zum Guitenbergdenmal azurück, dann vom Rossmarłt r. in die kurze Strasse einbiegend, erreichen wir sogleich den Hrossen Hirschigruben, in Welchem gleich r., an einer Tafel kenntlich Göthe's Geburts- haus. Eigenthum des deutschen Hochstiftes. Eintritt 36 Kr. Wieder zum Rossmarkt zurück, u. nun weiter über den sich zu- spitzenden Platz, an der r. liegenden Katharinenkirche u. ihrem Brunnen Norbei. L. die Hauptwache. Hinter ihr erreichen wir das Schillerdenkmal, 1864 errichtet, nach Dielmann. In der von diesem Schillerplata abgehenden Eochenheimer Gasse tref- fen wir nach Wenigen Schritten auf das r. liegende Thurn- u. Taxis- Palais, den ehemaligen Sitz des glücklich beseitigten Bundestages. — Im Ende der Gasse befindet sich r. das Senckenbergische Institut, ein Krankenhaus, anatomisches Theater, botanischer Gar- RNNNNN UNNNN 32 232 — NU 54 Eisenbahnr. 1. Frankfurt. ten, u. naturgeschichithehes Museum, in welchem auch eine ethnogra- phische Sammlung. Sehr schenswürdig. Stets, ausser den öffentlichen Wenigen Stunden, gegen Trkg. Das Institut gehört der Sencken- bergschen naturforschenden Gesellschaft, welche mit verschiedenen wWissenschaftlichen Vereinen verbunden ist.— Daneben seit 1853 das Lokal des Bürgerrereins mit reichem Lesezimmer. Einführung nöthig. Zurück zur Hauptioaelie, u. nun durch die Zeil, die Hauptstrasse Frank- furts, von grossem, weltstädtischen Ansehen u. Treiben darin. Sie ist zu beiden Seiten fast durchgängig mit Läden besetzt.— L. zu Anfang die Post.— Am Ende derselben r. die Constabler-Wache, jetat Gefängniss.— Schräg über von dieser mündet die Schidfergasse. Durch diese hindurch. An ihrem Ende 1. der alte Friedheof(Wo das Grab der„Frau Rath“, Göthe's Mutter).— R. Weiter, an der Peters- Kkirche vorbei, zur Vilbeler Gasse. Dieser folgend, u. durch das Friedberger Thor.— Vor demselben steht das Hessendenkmal, das König Friedr. Wilh. II. v. Preussen den Hessen setzen liess, Welche bei der Eroberung Frankfurts 1792 fielen, als sie die v. Cüstine be- setzte Stadt stürmten. Einfach u. eindrucksvoll.— Auf der Strasse, wWelche hier I. abgebt, an den Anlagen, dann r. umbiegend, kann man in etwa 20 Min. zum neuen Friedhof kommen, auf welchem manche interessante Grabstätten; besonders die der Bethmanns, mit kostbaren Reliefs v. Thorwaldsen. Dem Hessendenhmal gegenüber ist das 1855 erbaute Ariadneum, oder Hetiimanns Museum, welches man wegen Danneckers Meister- werk„Ariadne auf dem Panther“ besucht. Niemand wird versäu- men, dieses Kunstwerk zu besuchen. Im Uebrigen dort noch einige Gypsabgüsse, auf antiken Originalen genommen, Todtenmasken, ete. V. 10 bis 11 Unr gegen 30 kr. Trkg. geöffnet. Wir wenden uns nun durch die Vilbeler Gusse zurück, u. an ihrem Ende l. durch die Friedberger Gasse bis zum Beginne der Zeil zu- rück. Ueber diese fort, in die Falirgasse, aber gleich J1. durch die Bornheimer Gasse. An der nächsten Eeke in derselben die Syna- goge am Eingang in die Judengasse, den früheren Ghetto Frank- kurfs, mehr u. mehr modernisirt. In ihr ist Nro. 118 Börne's Ge- burtshaus. Nun zurück zur Zeil, u. durch diese ebenfalls zurück bis zum Schillerplats. Hier gleich beim Beginn führt eine Strasse 1. ab, über den Holagraben, den Liebfrauenplats, an welchem die Liebfrauen- kirche, u. jenseits weiter durch die Neue Kräme, über die Schnur. Gasse weg. Hier die Ecke r. ist die Börse, 1844 n. Stüler gebaut- Der Börsensaal im Indischen Style ist sehenswürdig. Der Platz davor ist der Paulsplate. Auf ihm, der Börse gegen- über, die Paulskirche, 1848 u. 490 Sitz der deutschen Nationalver- sammlung.— Auf dem entgegengesetzten Ende das Platzes ist der Römer, dessen andere Seite auf den Römerberg hinausgeht. Im Jahre 1405 von der Stadt erworbenes Gebäude, aus welchem das Rathaus gemacht wurde. Unten Waarenspeicher für die Messen. Aussen nicht besonders imponirend. In ihm der Kaisersadl, mit den Bildnissen der deutschen Kaiser, die 1840 bei der Renovation von den verschiedensten Seiten hieher gestiftet wurden. Daneben das Wahl- zimmer, roth ausgeschlagen, Wo die eigentlichen Verhandlungen der Kaiserwahl stattfanden. Ferner das Archiv, welches auch das 1356 v. Kaiser Carl IV. gegebene Reichsgrundgesetz, die„goldene Bulle“ gen., aufbewahrt. RR.rrrrr eee lebst Wiũ lelt e Sadt cbesi Cöthe lele 6 Iolict Sten 4 Urkun Uns Techne —FPir Loclo Haclen, ME. Wetar Li Iun, lis dt 5t Läller kich engel Unche fur Wetze MS8s NNN Eisenbahnr. 1. Frankfurt.— Darmstadt. 55 Wir treten auf den Römerberg hinaus, u. gehen, ihn I. lassend, an ihm u. der am Ende liegenden, 1847 restaurirten Nieolaikirche vorbei, in die Sadigasse. In dieser liegt r. die Leonardskirche, Y. 1219, Chor v. 1434, hergestellt 1808; mit Altarblatt v. Stieler.— Zurück, und nun die Sadalgasse weiter, kommen wir an den Saal- hof, Nro. 31 der Strasse, einen düstern Bau v. 1717, der aber noch in der neuerdings hergestellten Kapelle die Hauskapelle der alten Königspfalz(Sala) der Karolinger bésitzen soll. Die Saaigasse nunmehr zu Ende gehend, kommen wir zum(kathol.) Dom. Begonnen 1238, Chor 1315—18, Thurm 1512 beéendet, aber nicht ausgebaut, 1855 hergestellt, 1867 abgebrannt. Jetzt in der Herstel- lung begriffen.— In der bisherigen Richtung weitergehend, gelangen Wir auf die Falirgasse, wenden uns in dieser r., u. kommen auf die alte, 1340 erbaute, Mainbrücke. Sie ist 874 Schr. lang, 12 Schr. breit. Unter ihr führt die Verbindungsbahn fort, ebenso wie unter der 1869 erbauten Gitterhängebrücke für Fussgänger, welche man nebst dem Anfang der grossen Eisenbahnbrücke v. hier aus er- blickt.— Auf der Mainbrücke steht ein Denkmal Karls d. Gr., 1844 aufgestellt. Rother Sandstein. Neben demselben ein Hahn auf einem verzierten schmiedeeisernen Kreuz, sagenhafter Natur, Uebung des hiesigen Volkswitzes.— Jenseits der Brücke liegt die Vorstadt Sachsenhausen, gleich alt etwa wie Frankfurt, u. eine Sachsen- kolonie Karls d. Gr. Berühmt wegen der„Derbheit“ ihrer Umgangs- formen. In ihr gleich an der Brücke Il. das Deutschordenshaus nebst Kirche. 1709 erbaut. Wieder über die Brücke zurück, u. dann r. am Main, die schöne Aus- siocht entlang, welche(nahe dem oberen Main-IThor) zur 1825 erbauten Stadtbibliothek führt. In der Vorhalle derselben eine v. P. Mar- chesi in Mailand 1838 gearbeitete vortreffliche Marmorstatue VIN Göthe's, so wWie einige Alterthümer, ete.— L. im Hause die Prehin- sche Gemãlde-Sammlung, meist Copien.— In den oberen Räumen die 1 Bibliotketß selbst, v. über 100,000 Bänden; darunter die merkwürdig- sten alten Drucke; so wie zahlreiche wWerthvolle Handschriften u. Urkunden.— Offen Mittwoch bis Freitag 9—1 Uhr. Unsere Wanderung ist hiermit zu Ende. Sie erfordert, unge- rechnet den Aufenthalt in den Sammlungen u. Museen, keine 2 Std. — Für müssige Nachmittagsstunden empfehlen wir den Besuch des Zoologischen Gartens. Er ist v. der Allee beim Rossmarht durch Bochtenſieimer Gasse, Thor, u. Chaussee in ½¼ Std. zu erreichen. Entr. 30 kr. Katalog, illustrirt, 18 kr. Sehr sehenswerthe Sammlung. Restauration gut. Oefters Nachmittagsconzerte. Die Eisenbahn fährt v. Franhfurt aus zunächst über den Aain, dann durch eine ganz uninteressante Gegend über die Stationen Isenburg, Langen u. Arheilgen in 1 Std. nach Stat. Darmstadt(Traube; Darmstädter Hof; Hötel Köhler, nahe der Bahn, in der Rheinstrasse, beim Thore gleich r. Dabei Gartenrestauration mit Bier. Restauration Stengel gegenüber d. Bahnh.) 32,000 Ew. Hauptstadt des Grossherzogthums Hessen. Kurze Wanderung durch die Stadt. Vom Bahnhofe durch die Rhein- strasse in die Stadt. Am Ende trifft man auf die 134“ hohe Lud- wigssäule, auf welcher des 1830 gest. Grossherz. Ludwigs I. Stand- RNUNNNN 2 R 56 Eisenbahnr. 1. Darmstadt.— Eberstadt. bild, v. Schwanthaler. Hinaufsteigen, Wegen der schönen Aussicht auf Stadt u. Umgegend, so wie Taunus u. Odenwald. 18 kr. Trkg. dem alten Invaliden unten.— V. hier r. zum gewaltigen Kuppelbau der katholischen Kirche. 1822 v. Moller, nach dem Muster des Pantheon zu Rom, gebaut. Höhe 154“, Durchmesser 200“. Kuppel getragen v. 28 Korinth. Säulen. Im Rundgange Grabdenkmal der Hrossheraogin Mathilde, v. Scholl. Wir wenden uns zum Platze vor dem Schlosse zurück. Das Schloss ist v. 1568, der Hauptbau jedoch vom Anfange des 18. Jahrh. Front v. 460 Fuss. Es enthält die Sammlungen der Residenz: Die Hafbibliotnet mit 200, 000 Bänden, 3000 Handschriften, 300 Landkar- ten etc.,— eine Waffen- u, Trachiten-Summlung,— ein grosses Natu- ralienkabinet.— Ferner im sog. alten Mauseum: Das Antikenkabinet in 2 Sälen, Römische, Griechische, Aegyptische, Keltisch-Germanische Alterthümer, darunter vorzügliche Stücke. Das Hauptstück ist der Mosaikfussboden, welcher 1849 in den Trümmern einer Röm. Villa bei Vilbel gefunden wurde, 19 zu 28 Fuss gross.— Ebenda eine EKunferstich- eto.- Sammlung,— u. Munasammlung.— Endlich ist im Schiosse auch die Gemäldegallerie. Offen Sonnt., Dienst., Donnerst. V. 10—12. Sonst 1 fl. Eintrittsg. Wir führen daraus besonders an: — 1. Saal: Deutsche Schule. 19 u. 20, Fiedler, Portraits. 79, Schirmer, Heidelberger Schloss. 77, 78, 80, 81, Achenbach, Seestücke. 666 Lessing, Landschaft.— 2. Saal: Gute Landschaften v. neuen Meistern, Copieen nach Italienern, u. 93, Steinbrück, Genoveva.— 3. Saal: Altdeutsche Schule. 137, 146, 138, 142, L. Cranach, Bild- nisse. 672, H. Memling, Maria.— 4. Saal: Niederländer. 678, v. Dyck, Portrait. 634, Breughel,. Landschaft. 284, Rubens, Diana mit ihren Nymphen.— 4. Saal: 388, Rubens, Portrait. 374, Teniers, Zechende Bauern. 366, Rembrandt, Portrait seiner Frau.— 5. Saal: 402, V. d. Helst, Portrait. 271, Rembrandt, Frau mit Knaben beim Waschen. Schalken(hinten bei der Thür), Portrait bei Fackelschein. v. Dyck, Maria u. Jesus(ueben der Durchgangsthür).— 6. Saal: Französische Schule. Darunter Ludwig XIV. mit seinen Maitressen, v. P. Mignard. Das grosse Bild ist die Rheinstrasse in Darmstadt anno 1750.— 7. Saal: Italiener. 526, Cagliari, Venus u. Adonis. 522, 523, 532, 538, 560, 561, 574, 575, Canaletto, zweimal Markusplatz, u. andere Venetianische Ansichten. 546, Giordano, Europa. 558, Tizian, Venus. 694, Poussin, Landschaft.— 8. Saal; 594, Tizian, Mönch. 572, Raphael, Erzengel Michael. 698, G. Reni, Magdalena. 557, Cl. Lorrain, Sonnenuntergang. 628, P. Veronese, Scizze des Pa- riser Bildes: Die Hochzeit zu Kana. 604. Raphael, Johannes in der Wüste. Ganz nahe dem Schlosse vor dem Sporer Thor, ist der Herren- garten, sehr schöne Park- u. Gartenanlagen.— Sonst noch bemer- Kkenswerth ist die Allheiligen- Strasse, wegen ihrer Fülle von ver⸗ schnörkelten Giebeln an den alten Häusern. Auf der Baſinstreche Darmstadi-Heidelberg folgt aunächst: Stat. Eberstadt. Auf der Höhe Ruine Franbenstein, beliebter Ausflug v. Darmstadt aus. Man ist hier an den Abhang des Odenwaldes herangekommen, an welchem die Bahn entlang führt. Seine Landschaften machen sich am schönsten bei Abendbeleuchtung. Touren im Odenwalde sind in ER. 1 angegeben. Ludt 0 iu14 der 8 Delts B 1 dle Len. leit Luoste St br, ge in 1 Iun 5 geh Atstör Juren U N In dg Atalt àn de alte M Häbe ben. 1 Ium, kolser Adens erbulte elr D Eisenbahnr. 1. Bergstrasse am Odenwald. 57 Stat. Bickenbach. Auf der Höhe die Trümmer des Alsbacher Schlosses.— N. Jugenheim u. Melibocus s. ER. 1. Stat. Zwingenberg(Löwe). V. hier ab rechnet man den Beginn der sog. Bergstrasse, durch ihre schönen Land- schaften berühmt. Man kann diese aber nur dann richtig schätzen, wenn man am Abhange des Gebirges ab- u. auf- steigend wandert. Vgl. ER. 1. V. hier ab bleibt der Me- libocus mit seinem Thurm längere Zeit Hauptpunkt der Aussicht. Stat. Auerbach(Krone) mit der schönen Ruine seines Schlosses auf der Höhe. Ausgangspunkt einer Reise durch den Odenwald. S. dies in ER. 1. Stat. Bensheim(Sonne; Drei Könige; Löwe) Post n. Lindenfels im Odenwald Abds. in 2½ Std. Vgl. ER. 1. Schöne Kirche v. 1830.— Abstecher n. Lorsch, westlich der Bahn in 1 Std. Alte Cistercienser-Abtei, einst sehr reich u. mächtig. In der sog. Bunten Kirche, einer kleinen Nebenkirche, ruhen Ludwig d. Deutsche, Ludwig III., Conrads I. Gemahlin Kunigunde, u. Thassilo v. Bayern. Das Volk hielt die Kaisergräber stets in hohem Ansehen, u. die„bunte Kapelle“ wurde sogar in die Siegfriedssage aufgenom- men. 1252 wurden die Cistercienser wegen zu grosser Liederlich- keit entfernt. Prämonstratenser kamen hinein. 1621 wurde das Kloster durch die Spanier niedergebrannt. Stat. Heppenheim Halber Mond), mit der v. Karl d. Gr. gegründeten Kirche.— Oben die Ruine Starbenburg, in ½ Std. zu erreichen. V. dieser hat noch heut eine Pro- vinz v. Hessen den Namen. Sie wurde etwa 1064 erbaut, u. gehörte der Lorscher Abtei. Sie ist nicht im Kriege Zerstört, sondern nach ruhmvoller Geschichte 1766 abgetragen worden. Oben schöne Aussicht. Vor(.) Lauderbach betritt die Bahn badisches Gebiet. Stat. Weinheim(Pfälzer Hof, am Eingang in den Ort. In der Stadt: Carlsberg; Goldener Löwe; Kaltwasserheil- anstalt). Stat. 10 Min. v. Orte. Wohl der schönste Ort an der Bergstrasse, mit schöner Kirche. Noch vielfach alte Mauern u. Thürme erhalten, welche dem Orte, v. der Höhe gesehen, ein eigenthümliches, ja bedeutendes Ansehen geben. Einst auch zu Lorsch gehörig. 6300 EW.— — Einst auch zu Lorsch gehörig die stattliche Ruine Windeck, vom„Pfälz. Hof“ bequem in 35 Min. zu erreichen. 665“. Sie wird conservirt. Ersteigung des Thurmes nutzlos. Im Uebrigen aber oben sehr schöne Aussicht. Zwei interessante Säulenhallen ziemlich erhalten.— Spaziergang in's Goræheimer Thal, bis Gorxheim 1 Std., sehr anmuthig.— Ebenso in's Birkenauer Thal, durch die felsigen Iν Æ NÆ RRNRNRNUNUNNNNN NNN 58 Bisenbahnr. 1. Ladenburg— Langenbrücken. Theile, 1 Std.— Im Uebrigen s. ER. 1.— Post Abends n. Nurth 2 Std., Maldmichelbach 3½ Std. Für Besuch der Tromm oder Linden- Jels u. Gersprens-Ihal von Interesse. Die Bahn lenkt hier vom Gebirge ab, giebt aber noch einen schönen Ueberblick. L. liegt Gross-Sachsen. Stat. Ladenburg(Adler) 3000 EwW. Stattlicher Ort in der Ebene. Gothische St. Galluskirche.— Die Bahn überschreitet den VNechar. Stat. Friedrichsfeld. Hier theilt sich die Bahn n. Nannheim r. ab.— Die Bahn n. Heidelberg biegt I. ab, nähert sich schnell dem Gebirge; das Heidelberger Thal öffnet sich. Man gewinnt einen kurzen Blick auf das Schloss, u. fährt in den stattlichen Bahnhof der Stat. Heidelberg. S. d. ER. 2. Fusswanderung: Wer nicht mit der Bahn fährt, hat grade zwischen Weinlieim u. Heidelberg auf der Landstrasse eine sehr schöne Wan- derung, über— 1 Std. Grosssachsen,— 1 Std. Schriesheim(Pfala; Bierh.) am Fusse des Oelberges. Auf der Höhe die Strahlenburg,— ½ Std. Dossenheim, mit der Schauenburg, auch einst zu Lorsch gehö- rig,— /ösStd. Handschulhslieim(Ochs) einst ebendahin gehörig. Nun weiter am Fusse des Heiligenberges, auf welchem aussichtsreiche Ruinen des Klosters St. Michdel, n.— ½ Std. Neuenkein, Wo man den ersten überraschenden Blick auf das in— 20 Min.(bei der Brücke) erreichte Heidelberg hat. Im ganzen also etwa 4 Std. Folgt auf der badischen Staatsbahn die Stat. St. Ilgen. Beim Weiterfahren v. Heidelberg aus hatte man zunächst 1. ziemliche Höhen, über welche der Kaiserstuul wegsieht, u. die sich immer weiter ziehen. Doch werden sie allmälig immer unbedeutender. V. dieser Stat. ab bis n. Huggensturm erstreckt sich nun auch r. der Bahn der Hardtioald, ein fast ganz flaches Waldrevier, dessen einzelne Theile verschiedene Namen führen, u. der die Fahrt durch Verhinderung der Aussicht einförmig macht, um so mehr, als I. wenig geboten jst. Stat. Wiesloch. Die Stadt, 3014 Ew., liegt 20 Min. v. Bahnh.— R. sieht man bald darauf Kisslau mit altem Bischöfl. Speyerischem Schlosse, jetzt Fabrik, u. I. am Hügel Mingolshieim, wo 1622 Ernst v. Mansfeld den Tilly schlug. Stat. Langenbrücken(Ochs; Sonne), mit kleinem Schwefelbade.— Weiter I. Stettefeld, r. Peiher, dann I. Ubstadt.— Dann zeigt sich I. auf der Höhe das Zellenge- Fängniss von 8 Bahul Lch d A fuf öl Die Auafe Wr 1a. Lein l d0, tat Sut L89 a0 A Lad RRRRRRRRRRRR Eisenbahnr. 1. Bruchsal— Rastatt. Stat. Bruchsal Post zum Bad. Hof; Zähringer Hof; Bahnhofrest. gegenüber). 8980 EW.— Der Ort, jetzt ziem- lich still, war einst zeitweilige Residenz der Fürstbischöfe v. Speyer. 1688 u. 89 v. den Franzosen verwüstet.— Peters- kirche mit Grabmälern.— Denkmal des Ministers Beck, gest. 1855.— — Hier führt die Bahn n. Stutigart, Ulm, Augsburg, München ab. S. die EBR. 3: Bruchsal— Miihlacker Bietighelm. Stat. Untergrombach. L. auf der Höhe die Michiaels- kapelle. Stat. Weingarten mit Ruine Schmalenstein, I. Stat. Durlach(Carlsburg; Amalienbad a. Bahnh.) Ehe- mals Residenz badischer Markgrafen. 1688 ebenfalls bis auf 5 Häuser niedergebrannt.— Der Thurmberg mit der Warte, die zugänglich gemacht ist, hat eine berühmte Aussicht über die Rheinebene. ½ Std. vom Bahnhof. — V. hier Eisenbahn n. Eforaheim u. Pildbad(s. EBR. 3.) Die Bahn schlägt nun bis Carlsruhe eine direct west- liche Richtung ein.— R. das ehemalige Kloster Gottesdu, Kaserne. Stat. Carlsruhe. S. d. EBR. 4. Von hier geht eine Verbindungsbahm n. Macau. Bei letzterem Orte über den Rhein, auf einer Schiffbrücke, n. Maœimiliansdu in der Pfalz, u. über die Stationspunkte Wörth, Langenkandel n. Winden. V. hier geht es r. n. Landau, Neustadt, u. Ludwigshafen,— J. n. Weissenburg u. Strassburg. Vↄl. hierzu ER. 11. Die Bahn biegt wieder n. Süden, u. nähert sich dem Scheoaeο⁴de, an dessen Westhang sie nun immer, meist sehr nahe hinführt, u. ununterbrochen am Auge des Rei- senden, in beständig wechselnden Landschaftsbildern, reich gesegnetes Land, schöngegliederte Gebirgszüge, malerische Thalöffnungen, reizend gelegene Ortschaften vorüberführt. R. die schöne Kirche v. Bulach. Dann folgt: Stat. Ettlingen(Hirsch; Krone) 4870 EwW. An der Oeffnung des Albthales. Post n. Herrenalb Nachm. in 2½ Std. Vgl. d. Alles in R. 1 bei Wildbad, Ausflug a. Stationen Malsch u. Muggensturm. Stat. Rastatt. Bis 1866 Bundesfestung. 13,000 EwW. 1689 auch v. den Franzosen zerstört. Dann, seit dem„Prin- zen Ludovicus“ Residenz badischer Markgrafen.— RPPRRNRDRNRUDRNDDDD NNNN R 60 Eisenbahnr. 1. O0s.— Bühl.— Ottersweier. — In dem sehenswerthen Schloss wohnte Markgräfin Sibylle Au- guste, die geistreiche u. kluge Frau. Man zeigt auch die Zimmer, Worin 1714 der Rastatter Frieden, der den Spanischen Erbfolgekrieg beendigte, geschlossen, u. 1797— 99 die Verhandlungen mit Frank⸗ reich nach den Revolutionskriegen geführt wurden. Damals erlangte Rastatt einen traurigen Ruf durch die vor seinen Thoren erfolgte, noch immer nicht genugsam aufgeklärte, Ermordung der französi- schen Gesandten.— Ausflug zur Favorite 8. bei Baden in R. 4.— Der Bahnhof v. Rastatt weicht in trauriger Weise von den übrigen, meist nach Eisenlohr's Plänen sehr hübsch gebauten der Badischen Bahn ab. Restauration daselbst ganz gut, nur unbequem. Doch ge- währt bei ausreichender Zeit der kleine Gartenplatz hinter dem Hause einigen Ersatz.— V. Eastatt Jibeigbalin v. Gernsbach im Murgthal in 35 Min., Wo Post durch das Thal n. Freudenstadt an- schliesst, s. R. 3. Ueber Fortsetzung der Bahn schweben Verhand- lungen. Schöner Blick auf die Berge über dem Badener Thal. Stat. Oos(Restaur. im Bahnh.) — V. hier Zweigbahn n. Baden. Täglich 11 Züge hin, so wie zu- rück. Baden etc. s. R. 4. Stat. Sinæaheim Hirsch) am Fusse des Fremersberges, an welchem jenseits Baden liegt, Dorf v. 3350 Ew. Stat. Steinbach(Stern, Mauerwein gut). Erwin v. Steinbachs Geburtsort, mit seiner Bildsäule auf einem Hügel. Aus dem Wagen kaum zu erkennen. S. R. 4, Ausflug 4. Ebenda die Excursionen n. Neuzoeter, Geroldsau nebst Was- serfall.— Hoch oben die Fburg.— L. liegt Mühlenbach u. der berühmte Weinort AFenthdl. Stat. Bühl. Dies nebst den Partieen in das Buhler- tial u. den Schwarzwald. s. R. 5. Stat. Ottersweier. Dahinter die Ruinen Alt- u. Neu- Windeck. Diese u. das Hubbad, nebst Partieen in den Schwarzwald, s. R. 6. R. hat sich der Blick über die fruchtbare Niederung des Rheines aufgethan. Man überblickt eine Unzahl von Orten, gross und klein. Sie anzuführen gehört in eine badische Statistik, nicht in dies Touristenbüchlein. Wir bemerken nur, dass man bei Anlage der Bahn so zweckmässig verfahren ist, dass an ihren Seiten über 480 Orte, mit der Hälfte der ganzen Landesbevölkerung liegen, die einen, dem Reisenden sofort auffälligen, ausserordentlich lebhaften Verkehr unterhalten. Diese Bahn ist zu einer europäischen Handelsstrasse geworden, u. wird es noch viel mehr werden, wenn erst die Schweiz aus ihren endlosen Eisenbahnwirren heraus, u. zur Ueberschienung der Alpen gekommen sein wird. Len Petzn elen, 1 et 8 Ionii Ioni —Idl Aer 1. dete. Dann Auch! L. Aelhen 1. düdk Aaberg 80 Der Eisenbahnr. 1. Achern.— Appenweier.— Windschläg. 61 wird. Der Verkehr der zahllosen Güterzüge ist fast Stau- nen erregend. Bei alledem ist der Dienst des badischen Personals gewissenhaft u. pünktlich. Von Ausnahmen abge⸗ sehen, dürften die nicht abzuleugnenden vielfachen Verzö- gerungen, über welche Reisende mit Recht klagen, grossen- theils auf Rechnung der influirenden auswärtigen Bahnen zu setzen sein. Stat. Achern. L. Sassbach. Hoch oben die Trümmer des sog. Brigittenschlosses. Dahinter das Steinsignal der Hornisgrinde. Ueber dies Alles s. R. 7. Die Partieen zur Hornisgrinde, wie zum Nummelsee, Allerheiligen etc. s. R. 8 — Der Bahnh. ist 10 Min. vom Ort. Stat. Renchen, 508“,(Adler; Restaur. am Bahnh.) an der Rench. 2200 EW. V. hier aus ist in 2 Std. direct Ober- kirch(8. R. 9 a. E.) auf der Chaussee zu erreichen.— Die Bahn hat sich hier wieder etwas vom Gebirge abgezogen; aber nicht so weit, um die schönen Landschaften der 1. Seite verschwinden zu lassen.— L. Zimmern, r. Unloffen. Dann Stat. Appenweier, 512/,(Adler; Restaur. am Bahnh.) 1400 Ew. Hier zweigt die Bahn über Kehl n. Strassburg ab. S. ER. 6. Für diejenigen, welche einen Absteécher n. Strassburg machen wol- len, sei gesagt, dass Jedermann Pass oder Passkarte haben muss, Welche deponirt werden, wenn er auch nur eine Nacht in Strass- burg zubringt. Wer dagegen nur den Münster etc. sehen, u. den- selben Tag zurückkehren will, richte sich so ein, dass er sein gan- zes Gepäck auf dem Bahnhofe v. Appenweier lassend, ein Billet n. Strassburg, port d'Austerlit: nimmt, einer Station östlich der Stadt, nahe der Brücke über den Rhein. OWie Central- od. Hauptstation ist Westlich). Von dieser aus geht man unbelästigt in die Stadt, welche man aber vor 11 Uhr, wWo der Thoresschluss stattzufinden pflegt, rechtzeitig verlassen muss. Post 4 Mal tägl. in 1 Std. n. Oberkirch im Renchthale. V. da zmal tägl. über Oppenau(in 1 Std.) n. Petersthial(in 1 Std.). V. hier 2mal tägl. n. Griesbach(in ½ Std.), u. weiter 1 Mal tägl. n. Rip- poldsau(in 3 Std.). Vgl. hierzu R. 9 u. 10. N. Allerheiligen auch R. 8. L. über Nesselried zeigt sich an den Vorbergen Schloss Staꝛfender9, wohlerhaltene Grossh. Domäne.— Weiterhin n. Süden bis zum Kinzigthal vorzügliche Weinlagen(Klin- gelberger, Clevener, rother Zeller). Stat. Windschläg, 534“,(Triangel.) Derjenige, welchen es interessirt, Schloss Staufenberg au besu-⸗ NNNNNNN 62 Eisenbahnr. 1. Offenburg— Dinglingen— Lahr. chen, den Ort, Wwoher das Mährchen v. Undine stammt, steigt hier aus. Man erreicht v. der Station aus in— 20 Min. Ebersweier. V. hier in— ½ Std. Unterweiler,— ½ Std. die Kirche v. Durbacl. (Linde; Ritter), u. nun langsam steigend, über Hennback in— J Std. Schloss Stasſenberg 1668“. Keine Wirthschaft oben. Aus- sicht sehr lohnend.— Man kann v. Durbach im Dierbachthale auf- Wärts über die Höfe v. Hennbach', Sturzelbach, Ergensbach, Melen-⸗ grund in 1¾ Std.,— oder auch über Ergensbach' u, durch das Lau- tenbacher Thal in 1½ Std. die Höhe der Brandech erreichen, vgl. R. 11 bei Offenburg. Stat. Offenburg. S. R. 11. Die hier abzweigende Kinzigthal-Bahn s. R. 11. Die Ausflüge v. Biherach' n. Hohengeroldsech, ins Schuttenthal, zum Hühnersedel R. 12. Harmersbacher u. Nordrach.-- Thial, Hochkopf R. 13. Hausaceh, Wolfach, Schiltach, Schenkenzell, Alpirsbach R. 14. Schramberg, Thennenbronn, Bernechthal, Lautenbach, Hornberg R. 15. Tryberg, St. Georgen, Villingen, Prechthal R. 16. Weg n. Waldkirehi R. 17. Die grosse Gitterbrücke über die kanalisirte Kinaig ist an Stelle der durch eine Deberschwemmung zerstörten Stein- brücke getreten.— Man hat einen sehr schönen Einblick I. in das Kinæigthal, über dessen Eingang Schloss Orten- Berg. S. R. 11. Stat. Niederschopfheim, 528%(Linde). V. hier Excursion in das Diersburger Thal u. auf den Steinfirst: Man erreicht v. der Station in 10 Min. den Ort Niederschonfheim u. v. diesem in— 1 Std. die Kirche des Ortes Diersburg im gleich- namigen Thale. V. da in— 40 Min., den Thkierstein, auf welchem die Ruine der Burg Diersburg, 1668 v. den Franzosen zerstört. Weiter gelangt man in— ½ Std. zur Höhe des Steinfirst, 2007“ Wo man auf einen Weg trifft, dem man linkshin folgt. Derselbe theilt sich sehr bald darauf, u. führt r. über Bermersbach, I. über Berghaupten n. Gengenbach. Vgl. hierzu R. 11. Beim Weiterfahren erblickt man 1. dicht an der Bahn die Ruinen der Gutleuthirche, weiter hinüber Oberschonfheim. Stat. Friesenheim. Eine Haltestelle für den I. 20 Min. entfernten Ort(Krone),— sowie das r. ½ Std. entfernte Sehauttern(Prinz), ehemalige Abtei, welche ganz verschwun⸗ den ist. Schöne neue Kirche. — Auf den Steinfirst: V. der Station 20 Min. n. Friesenheim,— ½ Std. Oberweier,— 1½ Std. auf die Höhe. Stat. Dinglingen, 573“,([Post; Restaur. a. Bahnh.) V. hier führt in 6 Min. eine Zieigbahn n. Lahr im Schutterthale (Sonne; Pflug; Schwan; Löwe; Krone; Eisenbahnrestauration ge- genüber dem Bahnhof). 574“. Es ist einer der gewerbfleissigsten Orte des Landes, mit 7563 Einwobnern. Es sind Fabriken der ver- schiedensten Zweige vorhanden. Wohl schon Römische Ansiedlung. Später in Urkunden v. 1170 erscheinend. Seit 1803 badisch, u. v. da ab in steigender Blüthe.— Sehenswerth: die Stiftskirche; die neue kathol. Kirche; das Rathhaus.— Viele schöne Spaziergänge. 8t· üch m . an lt, Lalte Wegel der ll C8880 ein U. U Die Jn Lern 8i Valdes Reiter . dant lit öch Wliie Eisenbahnr. 1. Kippenheim— Riegel. 63 — Zu Ausflügen in das Schutterthial, n. Holiengeroldseck, auf den Hüuühnersedel eto. S. R. 12 in Verbindung mit R. 11 u. 18. Stat. Kippenheim. Der Ort(Anker) ist 25 Min. I. ent- fernt. Geburtsort des in London Millionär gewordenen Schneiders Stulz, der als v. Ortenberg geadelt wurde. Im badischen Vaterlande in grossartiger Weise Stifter wohlthä⸗ tiger Anstalten; hier eines Spitals.— Weiterhin I. nahebei das Städtehen Malberg PPrinz; Sonne), wahrscheinlich schon Römerkastell, später Malstätte der Gegend. Sehr hübsch um das Schloss auf dem Hügel erbaut. Stat. Orschioeier(Krone a. Bahnh.). Post tägl. 6 Mal n. Ettenheim in ½ Std. S. R. 18. Stat. Herbolaheim, 596“,(Rebstock) Städtchen mit 2100 Ew. Excursionen in's Bleichthal s. R. 18. Stat. Kenzingen, 596“, Löwe a. Bahnh.; Krone; Hirsch; Salm), 2424 EwW. Pfarrkirche; Rathhaus.— ½½ Std. ent- fernt ist Hechlingen, l. nahe der Bahn. Ueber demselben Ruine Lichitenech, 814“. R. erhebt sich stattlich in schönen Linien der KdiserstihlL. Stat. Riegel, v. Orte r. am Leopoldskanal noch 25 Min. entfernt.— Für Excursionen auf den Kaiserstuhi(s. dieselben K. 20) wichtig. 3 Mal täglich Post n. Enudingen in 50 Min., u. Königsschaffhausen in 1½ Std. 1 Mal früh n. Alt-Breisdch in 38/ Std. R. der Bahn läuft der Elahangal. Bei Riegel vereinigt sich mit ihm der Dreisambanal, v. Freiburg herkommend, u. am Ostabhange des Kaiserstuhles fliessend. Beide ver- eint, gehen als Leopoldshandl westlich vom eigentlichen Laufe der Ela in den Rhein. Durch denselben wurde die Gegend weit u. breit vor Ueberschwemmungen, besonders der Elz, geschützt. Es ist ein unter der Regierung des Grossherzogs Leopold ausgeführtes Werk, dem bei Riegel ein Denkmal deshalb gesetzt wurde. Die Bahn schlägt jetzt eine südöstliche Richtung ein. Die landschaftlichen Schönheiten beiderseits der Bahn stei- gern sich. L. erblickt man die Haupthöhen des Schwarz- waldes. Zuerst I. den Kandel; r. davon der Feldberg; weiter vor der Schauinsland; mehr r. zurück der Belchen u. dann der Blauen.— L. an der Bahn Dorf Köndringen mit schöner Kirche.— Dann r. über dem Kanal Thenningen. — Hierauf 1. NN Ae RRRr 64 Eisenbahnr. 1. Emmendingen— Krotzingen. Stat. Emmendingen, 676“, Post zur Krone; Adler; Grün. Baum). 3000 Ew. Etwas r. darüber die stattliche Hochburng. Ueber diese u. das Elathial, vgl. K. 18 bei Wald- kirch.— Post n. Oberschaffhausen am Kaiserstuhl über Eichstetten(hierher 2 Mal) in 1½ Std. Abds.— Besichti- genswerthe kathol. u. protest. Kirche, beide neu. Am Rath- haus die Statuen der Markgrafen Jacob III. u. Karl II. Industrielle Stadt. Göthe's Schwester, Cornelia Schlosser, ruht auf dem hiesigen Kirchhofe. Für die Ausflüge v. Riegel, Emmendingen, Denzlingen vgl. Alles ausführlich in den R. 18 u. 20. In Letzterer besonders die Weiteren. L. folgt Vindenreuthe am Fusse der Hochburg.— R. an der Bahn Kollmarsreuthe.— L. Einblick in das Elathal bei Waldkirch. Vornan Sehau.— Die Bahn nimmt wie⸗ der eine südliche Richtung, u. führt über den Elafanal. Stat. Denzlingen, 287“. Eigentl. Langendenzlingen (Grün. Baum; Hirsch), weil fast/ Std. lang. Sonderbarer Kirchthurm.— Post n. Waldhireh über Bad Suggenthal 6 Mal tägl.— L. Einblick in das Glotterthal. Landschaft überhaupt sehr schön.— L. am Gebirge Heuweller.— An der Bahn folgt r. Gundelfingen, sowie l. Zãhringen. Die alte Ruine der gleichnamigen Burg auf einer Bergspitze inner- halb Hochwald.— Dann 1. Herdern, u. gleich darauf Stat. Freiburg. S. dies nebst Ausflügen aller Art u. n. allen Richtungen in R. 20. Bei der Weiterfahrt Einblicke in's Dreisamthal. L. die St. Lorettokapelle.— Die Bahn nimmt wieder südwestliche Richtung. R. an der Bahn UMfhausen, VFendlingen.— L. die dazu gehörigen Weingelände. R. Stat. St. Georgen. V. hier ab wird das Gewächs meist unter dem Namen„Marggräfler“ einbegriffen.— Auf der Höhe 1. die Schneeburg auf dem Schönberge. Dann Ebringen. Stat. Schallstadt, r.— An der Bahn liegen ferner: Sqeheræingen, Norsingen, Oſffnadingen. Stat. Krotzingen, 778“,(Post 2. Bad. Hof a. d. Bahn; Rössle; Löwe; Krone; Sonne) zerfällt in Unter- u. Ober- Krotæingen mit 1400 EwW.— Post n. Staufen schliesst fast an*5 Zug an. Vgl. hierüber, sowie Münsterthal, Belchien ete. R. 26. L. erblickt man, am Eingange des Untermünsterthales, igich tbemal Rüler —Bat P0 Balen Olere Eisenbahnr. 1. Heitersh.— Müllh.— Badenwl. Schliengen. 65 Stauſen mit seiner Schlossruine.— Die Bahn ist vom Ge- birge etwas abgewichen. R. an derselben Thtunse! u. Zechbach. Stat. Heitersheim, 855%(Adler; Kreuz Löwe), 1400 Ew. Der Ort ½ Std. von der Station. Ueber ihm die Ruine (Thurm) Kastelberg, altrömisch. Jetzt ein berühmtes Wein⸗ Etikett(Kastelberger).— V. Bahnhof 2 Mal täglich Post n. Sulzburg in 1 Std. Vgl. dies unter den Ausflügen bei Staufen R. 26. Ringsum weite Weingelände.— Die Bahn führt an Seefelden(l.) vorbei nach Stat. Buggingen, 804“. Wer Ruine Neuenfels v. hier besuchen Will, geht über den ½ Std. entfernten Ort(Gasth. zum Brückle). Bei der Kirche 7½ Std. V. der Station. Ferner über— ½ é Std. Dattingen,— ½ Std. Britæin- gen hinauf— 1 Std. Neuenfels, ete. vgl. R. 27. Verbindungstour 2. Die Bahn nähert sich beständig dem Rheine. L. liegt Hlugelleim u. Juneingen. Dann folgt Stat. Müllheim, 896“7,(Hoét. Kittler a. Bahnh.; weiter MWeisses Kreuz; in der Stadt Krone u. Schwan). Der Ort ist ½ Std. v. Bahnhof entfernt. 3000 Ew. Durch den vor- züglichen Weinbau der Gegend wohlhabend. Hlier in der chemaligen Markgrafschaft Baden ist der eigentliche„Mark⸗ gräfler“ zu Haus.— Alter deutscher Ort, wohl aus 7. Jahrh. — Rathhaus. Synagoge. Post v. Bahnh. aus durch den ½ͤ Std. langen Ort n. Badenweiler 5 Mal tägl. in 1½ Std., über Wieder- u. Oberebeiler. S. dies in Route 27, 26, 28. Fost n. Neuenburg, das Std. entfernt am Rheine liegt u. eine Rheinfähre hat.— Neuenburg(Schlüssel; Hirsch). Freundliches Städtchen v. 1200 Einwohner. Hier starb 1639 einer der edelsten Söhne Deutschlands, Bernhard v. Weimar, mitten in seinen Plänen für Deutschlands Neugestaltung, u. auf der ersten Stufe zur Ver- Wirklichung derselben, wahrscheinlich v. Frankreich vergiftet, das sich auf das Schleunigste in Besitz seiner Erbschaft setzte.— Der Ort war schon Römerkastell. Eine Zeit lang freie Reichsstadt. Die Bahn ist dem Gebirge wieder näher getreten. Die Gegend sehr schön. L. auf dem Berghang der Weiler Hach, und Stat. Auggen, 888“,(Bür; Erbprinz).— Dann 1. am Berg Hauchien, r. Steinenstadt, u. I. Marictflecken und Stat. Schliengen, 859“,(Krone; Sonne) 1400 Ew. Hüb- v. Seydlitz, Schwarzwald. N 8 5 2 RRRRNNNN RRRR SCCCCCCC 66 Eisenbahnr. 1. Bellingen— Istein— Efringen. sche Lage.— Post v. hier n. Kandern über Liel u. Ried- lingen 2 Mal Nachm. in 1½ Std. Vgl. R. 27. Verbindungst. 1. Stat. Bellingen, 863“,(Adler) Pfarrdorf v. 700 Ew. Bahn u. Rhein kommen hier zusammen. Der Bahnbau ist interressant u. kunstreich. Er führt etwa 75“ über dem Wasserspiegel am Ufer entlang, häufig über Felsabspren- gungen u. Bogenbauten, sowie durch Tunnel. Dies dauert bis Istein.— An dem über der Bahn liegenden Bamlach 1015/ vorüber. Stat. Ryieineller, 839“,(Sonne; Stern), mit Rheinfähre, 1813 u. 14 mit Schiffbrücke für die Alliirten. Hier bietet der Rhein ausnahmsweise einen einzigen mächtigen Strom. Auf den übrigen Strecken bis hierher, u. noch bis Haltingen hinauf, sind seine flachen Ufer, seine Sand- u. Geröllinseln, seine flachen, vielfach getheilten Rinnsale sehr geeignet, Illusionen über das„mächtige Riesenkind der Hochgebirge“, den„starken Grenzwächter“ ete. bedeutend abzukühlen. Jenseits hinter dem Walde liegt Mithllqausen, die grosse Fabrikstadt im Elsass.— Ueber der Bahn I. auf den Höhen folgen die Orte: Blansingen u. Huttingen. Es führt v. Rhein- weiler in je ½ Std. über beide, u. dann in 20 Min. n. Istein ein aussichtsreicher Weg. Stat. Kleinbems, 624“,(Blume; Rhein. Hof) ist mit dem auf französischem Ufer liegenden Grosskems durch eine Rheinfähre verbunden. Römische Niederlassung als Cambes. — Die Felspartieen Il. immer interessanter. Felsenmühle. Durch einen 780“ langen Tunnel.— In der Krümmung der Uferbucht liegt Istein(Schlüssel). Dann ein Tunnel v. 400“; dann der längste v. 1010/. Bei der Ausfahrt schöner Rück⸗ blick auf den Isteiner Klots. Stat. Efringen-Kirchen. Eyringen, 870“,(Ochs; Rössle), Kirchen, 83o“,(Anker; Rebstock) sind durch den Feuerbacli getrennt. Der Isteiner Klotz ist v. hier am Besten zu besuchen. Er ist ein Kalkfelsen, der fast unmittelbar in den Rhein abfällt. Die oben- genannten 3 Tunnel führen durch sein Gestein. Er ist 1162“ hoch. Vom Orte aus ziehen sich ganz gute Fusswege bis zu seiner Höhe. Anlagen, Bänke, Aussichtspunkte. Oben Schlosstrümmer, sagenreich. Diese, die Kapelle, Vorsprünge u. Höhlen bieten ein eigenartiges Bild. Eine herrliche feurige Weinsorte wächst auf ihm. Auf einem 4⁰ breiten Stege, 80“ über dem Rhein, soll einst Prinz Eugen 6000 Reiter in einer Nacht, zur Ueberraschung seines sich sicher glauben- den Feindes, um diesen Felsen geführt haben.— Der Besuch erfor- S ö in l. üb1 4 Storch AEr H a de RRRRR Zisenbahnr. 1. Eimeldingen— Basel. 67 dert im Ganzen etwa 1½ Std., u. ist wohl zu empfehlen. Die Aus- sicht oben auf Rheinebene, n. Basel, Strassburg, auf Vogesen, Jura, Schwarzwald ist umfassend u. schön. Stat. Eimeldingen, 894“,(Ochs; Löwe). Brücke über die Kander.— V. hier Chaussee über—/ Std. Binzen, — 7/ Std. Röttlerioeiler mit Burg Hötteln,— ½/ Std. Teum- ringen,— ½ Std. Lörrach. S. R. 29. Stat. Haltingen. N. Kandern s. R. 27. Verbindungst. 1. Nach Schloss Rötteln u. Lörrach im Wiesenthale ist hier für Den, welcher kein Gewicht auf den Besuch v. Basel legt, folgende Tour empfehlenswerth: V. der Station Haltingen(Hirsch; Rebstock) in— ¼ Std. nach Oettingen.(Man kann v. hier auf die Chaussee n. Binzen, u. Wie bei Eimeldingen angegeben, weiter. Besser ist): V. hier den Richtweg, der im Dorfe r. abführt u. in— 35 Min. nahe Thumringen auf die Stelle trifft, Wwo die Chausseen v. Binzen u. Kümmingen(d. h. v. Kandern) her zusammenkommen. Auf dieser r. fort in— ½ Std. n. Röttlerweiler. Das Uebrige s. R. 29 bei Lörrach. Stat. Leopoldshõhe, 914“,(Wirthshaus 2. Leopoldshöhe). Fliegende Brücke über den Rhein n. Huningen. Auch v. hier kann man auf einer schönen Fusstour, Basel seit- Wärts lassend, in's Wiesenthal n. den dortigen Bahnstationen Riehen, Stetten, oder Lörrach kommen: In 2½ Std. v. der Station ist Dort Weil erreicht, das an der Tüllinger Höie liegt. Das Uebrige s. R. 29 bei Riehen. Gleich hinter der Station beginnt baseler Gebiet. Doch wird der Bahnhof v. Kleinbasel wie Zollvereinsgebiet behan- delt. Also keine Visitirungen für Den, welcher nicht in die Schweiz will.— R. liegt Klein-Hüningen, schon schwei⸗ zerisch, am Einfluss der Miese in den Rhein. Bald darauf Brücke über diesen Fluss. Dann Stat. Klein-Basel(Weisses Kreuz; Schwarzer Bär). Jenseits des Rheines, durch eine feste Brücke verbunden, (Omnibus v. Bahnh. in Klein-Basel zum Centralbahnhofe in Basel, wo auch die Station für die französische Bahn ist, 1 fre. Nur in die Stadt 75 Otms.): Basel, 907“, a. Münster Drei Könige; Goldner Kopf; Storch; Wilder Mann; am Centralbahnh.: Höt. Euler, Schwei⸗ zer Hof. Restaurat.: im bad. Bahnh.; im Centralbahnh.; an der Rheinbrücke, vorher 1.). Am Centralbahnhofe sind Rundreise-Billets für die 1 gültig 8 Tage, mit 22 Prozent Ermässigung zu aben. 2 NNNNNNNN R N Eisenbahnr. 1. Basel— Wyhlen. Es liegt ausser dem Zwecke dieses Buches, Schweizer Gebiet zu behandeln. Wir führen für den Touristen im Schwarzwalde nur Folgendes an: Basel ist 374 n. Chr. als Basilea historisch, wurde im 5. Jahrh., n. Zerstörung der Colonia Augusta Rauracorum vergrössert. Im 8. Jahrh. gehoben durch den Bischofssitz. 918 v. den Magyaren fast zerstört, v. Heinrich dem Vogelsteller wieder aufgebaut. Um 1300 die bedeutendste Stadt im Umkreise der Gebiete, die die heutige Schweiz ausmachen. Durch Fehden, Pest u.(1356) Erdbeben litt die Stadt. 1431—48 das Basler Conzil. 1473—76 gross u. angesehen in den Burgunderkriegen. 1501 tritt es dem Bunde der Eidgenossen bei. 1529 reformirt. 1813—15 Hauptquartier der Alliirten. 1833 Re- volution, in Folge deren die bis dahin politisch zurückgesetzte „Landschaft“ einen eigenen sog.„Halbkanton“ bildete. In neuerer Zeit schreitet die Stadt bedeutend vorwärts. Viel u. grosser Reich- thum. Fabriken gehören hiesigen Häusern weithin im Badischen Nachbarlande. Wohlthätige u. gemeinnützige Anstalten zu stiften, ist bei den Reichen schöne Sitte. Ueber 40, 000 EwW. Sehenswürdigkeiten: Der Münster, nahe der 1226 gegründeten Rheinbrücke, 1010—19 an Stelle des schon 906 vorhandenen v. Kai- ser Heinrich II. erbaut. Nach dem Erdbeben v. 1356 Wurde er go- thisch restaurirt. Aus dem 14. Jahrh. stammen die drei Hauptpor- tale. Im Inneren: die Kanzel; Taufstein; Sarkophag der Kaiserin Anna, Rud. v. Habsb. Gemahlin; Orgel; Glasfenster; Krypta. Schö- ner Kreuzgang. V. der Terrasse Rheinaussicht. Im Conziliumssdale Alterthümersammlung, Fragmente des Basler Todtentanzes, schon vor 1439, also älter als Holbein.— Die Elisabethkirche, schöner gothischer Neubau, aus dem Vermächtnisse des 1858 gest. Chr. Me- rian. Aussicht vom Thurm.— Das Museum mit Bibliotheh v. 80, 000. Bänden,(eigentlich die Universitätsbibliothek. Verhandlungen des Conzils an einer Kette, viel histor. Interessantes) so wie einer Ge- mãdes ammlung, Worunter viel vorzügliches Alte u. Neue; auch einige Antigulitãten, so wie naturhistorisches Mauseum.— Rathhaus v. 1518, spätgothisch, mit Fresken, Glasmalerei, u. Schnitzwerk innen.— Mehrere hübsche Brunnen.— Das Denkmal der Schlacht v. St. Jacob, in der 1444 die Armagnaken geschlagen wurden, dem Cen- tralbahnhofe nahe.— Basel hat eine Universität mit etwa 100 Stu- denten. Bei der Weiterfahrt v. Klein- Basel n. Paldshut nehme man seinen Sitz r. Man behält beständig den Rhein im Auge, u. die Orte am Ufer, die Berge der schweizer Seite. Die Landschaften werden, besonders Sächingen àau, immer grossartiger. Vielfacher Wechsel der Bilder. Nach der Ausfahrt vom Bahnhofe sieht man l. die Bahn in's Piesenthal abzweigen. S. R. 29. Bei Horn wird die badische Grenze wieder erreicht. Stat. Greneach, 939“,(Ziel; Löwe)-/ Std. zur Kri- schona-Kapelle, s. R. 29.— Auf der Jura-Seite die Burgen Wartenbergꝗ u. Schauenburg. Stat. Nyſilen, 913“,(Ochs; Löwe). Weiter I. Herthen. DQ Eisenbahnr. 1. Rheinfelden— Brennet. 69 Gegenüber am Rhein Basel-Augst., das ehem. römische Au- gusta Rauracorum. Stat. RKheinfelden(Soolbad 2. Schützen; Rheinsoolbad v. Struve; Bad 2. Krone; Löwe; Schiff; Brauerei 2. Salmen). Die seit 1801 schweizerische Stadt liegt auf dem J. Ufer u. ist durch eine bedeckte Brücke mit dem r. verbunden. Sie ist ein angenehmer Aufenthaltspunkt schon wegen der guten Einrichtungen in den gen. Bädern, Wo Pension varifrend zwischen 4—8 fres.— Fast mitten im Rheinstrom Ruine der Burg Stein. Die Stadt ist ursprünglich aus den Steinen der in der Völker- Wanderung zerstörten Augusta Rauracorum gebaut, War stark be⸗ festigt, als sie zum deutschen Reiche gehörte. Hier ging Bernhard v. Weimar im März 1638 über den Rhein, nahm die österreichischen Generäle Savelli u. J. v. Werth nebst deren Heer gefangen, u. er- öflnete damit seine gewaltige u. ruhmreiche Siegeslaufbahn, auf Welcher er den Breisgau, Elsass u. Hochburgund eroberte. 1744 schleiften die Franzosen die Festung. Ausflüge: 1: n. Basel-Augst geht man am Besten v. hier aus. 1 Std. Bort(Gasth. 2z. Rössle) nimmt man einen Führer, der zu den am Waldrande gut ersichtlich liegenden, sehr umfangreichen Grund- mauertrümmern der alten Augusta Rauracorum führt.— 2: Zur Sa- line Ryburg: Zunächst zur Saline Theodorshall ½ Std. Weiter in — 5 Min. zur Wielandsrke(Blick auf Beuggen jenseits des Rheines). V. hier noch— ½ ͤ Std. ERyburg(Schiff). Man macht den Ausflug be- sonders wegen der Aussicht auf den Schwarzwald, die sich beim Austreten aus dem Walde, ehe man Ryburg erreicht, bietet.— 3: Auf die Kanzel: Ebener Weg, südlich v. Rheinfeiden, nach— /% Std. der Tabachsstampfe,— ½ Std. VEremitage, u. nun steigend,- ½ Std. Kanzel. Sehr zu empfehlender Aussichtspunkt.— Alle drei Touren sind nicht zu verfehlen. V. Rheinfelden grosse Strasse über— 50 Min. Deggenfelden,— ½ Std. Hagenbach, n.— 1½ Std. Lörrach. Vgl. R. 29. Stat. Beuggen(Anker), 993“. Im alten Schloss hatte Bernh. v. W. nach dem Kampfe um Rheinfelden sein Haupt- quartier. Das ehemalige Deutsch-Ordenshaus ist jetzt Kin- der-Rettungsanstalt, u. sieht noch recht alterthümlich aus. — Nahebei das Tschamberloch, eine Tropfsteinhöhle.— An den 1. liegenden Orten Riedmatt, Mieder- und Ober- Seſoõrstadt(Schwan) führt die Bahn vorüber; dann über die Vehrd bei Stat. Brennet(Kreuz, im 6 Min. entfernten Orte) Post V. hier n. Wehr u. Todtmoos. Das Wefirathal u. Hasel 36. Die Bahn führt an Vallbach vorbei. L. stuſen sich die Berge des Schwarzwaldes wieder mächtiger auf. NNN öRN SSSrS 70 isenbahnr. 1. Säckingen.— Murg.— Laufenburg. Stat. Säckingen, 975/(Restaur. u. Bierg. am Bahnh. Schütze; Gast- u. Badehaus 2. Löwen; Restaur. 2. Knopf.) 2414 EW. Der Ort liegt sehr malerisch. Er hat bedeutenden Gewerbebetrieb u. ist schon schr alt, vielleicht aus dem 6. Jahrh. Das warme Bad seit dem 14. Jahrh. bekannt.— Schenswerth die Kirche mit den Re- liquien des heil Fridolin, u. kostbaren Monstranzen ete.— Bedeckte Rheinbrücke(Zoll). Empfehlenswerth ist das hier spielende, reiz- Voll lebendig geschriebene Büchlein Scheffels„der Trompeter v. Säckingen“.— Ausflüge: Zum Schwarzsee, auch Sächinger See gen., vom Bahnh. ¼ Std. entfernt. Der See hat ½ Std. im Umfange, u. liegt romantisch in Tannen-bewachsenem Felskessel, 1273“ hoch.— Auf Schweizer Seite: n. Stemn(Löwe; Adler), n. Nieder-Huνα9ν (Sonne; Glocke). Hierzu vgl. die auch für Säckingen ebenso gülti⸗ gen Ausflüge bei Murg, besonders ins Hauensteinen Land in R. 31. Die Bahn führt an Ober-Sächingen(goldn. Bär) vorüber, n. Stat. Murg. Dies, das Murgthal u. Hauensteinen Land S R. 31. Bald nach der Weiterfahrt zeigt sich schon Stat. Klein-Laufenburg(Post; Stern; Krone; Garten- wirthschaft z. Bückle am Bahnh.) 500 Ew. Der Ort über- ragt in höchst malerischer Lage die wilden Stromschnellen des Rheins. Die Tiefe dieser ist zwischen 38— 105“. Der Rhein ist hier unfahrbar. Lord Montague büsste dabei sein Leben ein. Einigen Anderen soll der Versuch geglückt sein.— In der Mitte der Stromschnellen steht der Laiſfen- stein.— Eine bedeckte Brücke v. 306“ Länge führt über ihn nach Gross-Laufenburg(Post 2. Adler; Bär, mit Soolbä- dern; Pfau; Meerfräulein; Schütze), das von der Ruine der alten Burg überragt ist, das Storhennest genannt, einst habsburgisch, jetzt schweizerisch.— Der Salmenfang an dieser Stelle des Rheines ist altberühmt u. hat ehedem viele blutige Zwiste verursacht. Auch Laufenburg ist ein guter Aufenthaltsort. Die Excursionen von hier aus sind dieselben Wie bei Sächingen u. Murg R. 31, oder 41ö- bruch R. 32 u. 33, oder Waldshut R. 34. Gleich hinter der Station Tunnel durch den Fuiedrich- stein, hinter welchem der Güterbahnhof der Station folgt. — K. unten am Rhein liegt Stadenhausen, weiter, näher der Bahn, Luttingen. Hierauf führt die Bahn an den Trümmern v. Schloss Hauenstein vorüber, das dem Lande den Namen gab. Das kleine Städtehen Hauenstein(Adler) 1081 selbst liegt unten am Rhein. Eine kurze Gasse, 200 EW.— Ibei tf al Aatß Rö Eisenbahnr. 1. Albbruck— Waldshut. Eisenbahnr. 2. 71 Folgt der schöne Viaduct v. Albert, das l. im Thale liegt, u. dann die Brücke über die 41b. Einblick in's felsige Albthal. Stat. Albbruck. Dies, das Albthal, St. Blasten, Schluch- see, Höhenschꝛoand ete. S. R. 32 u. 33. Die Bahn führt an(.) Kiesenbach vorbei.— R. überm Rhein liegt Bernau mit Ruine u. Leibstadt. Folgt: Stat. Dogern, 1059“(Hirsch), mit Rheinfähre. Stat. Waldshut. Dies s. R. 34.— Ebenda die Wei- tenfalirt def der Hisenbahm bis Schaffhausen. Die Zisen- baſinfalirt von Sehiafhthausen bis Constanz s. R. 35. II.— Ausflüge grösserer Art v. Waldshut ab s. auch R. 33. —— Eisenbahn-Route 2: Von Heidelberg nach Heilbronn und Bietigheim (und Pforzheim oder Stuttgart.) Heidelberg s. ER. 2. V. Heidelberg bis Neckargmünd. Vgl. ER. 2. Die Bahn wendet sich v. Nechargmünd südlich, vom Neckar ab in das Thal der Elsena, welche sich hier in den Neckar ergiesst. Die Gegend bietet flache Hügel, Wald, Wiesen. Folgen die Stationen: Bammenthal, Mader. Stat. Meckesheim. Hier trennt sich die Bahn n. Heil- bronm von der n. Würzburg.— Folgen die Stationen: Sinsheim, Nappenau, WFimpfen. Stat. Jaxtfeld s. ER. 2, ebenso für die Strecke bis Stat. Heilbronn. S. dies ER. 2 zu Ende. V. Heilbronn führt die Stuttgarter Eisenbalim, bald näher bald weiter vom Neckar nach Stat. Laufen, v. der Kapelle der heil. Regiswind über- ragt. Der Anblick ist alterthümlich. Die alte Stadt war Sitz der Grafen vom Neckargau. Folgt ein 2000“ langer Tunnel, dann Stat. Kirehheim. RRNNRNNDNN Æ 2 öNNNN Eisenbahnr. 3. Bretten.— Maulbronn. Stat. Besighieim, beim Einfluss der Enz. Die Bahn geht nun in das Thal dieses Flüsschens über, u. erreicht Stat. Bietigheim. V. hier n. EHforaheim s. ER. 8 A. Eisenbahn-Route 3: Von Bruchsal über Maulbronn nach Mühlacker (und Pforzheim.) Wer das, eines Besuches ausserordentlich werthe, Maulbronn be- suchen will, kann die Schnellzüge nicht benutzen. Nur die lang- samen Züge halten an der Maulbronner Station. Gewöhnlich ist hier Postanschluss zum Orte. Aber nicht immer. Der kurze Spa- ziergang möge aber Niemand abschrecken, denn er ist an sich recht hübsch. Bruchsal. S. ERBR. 1. Hinter Bruchsal kleiner Tunnel. Die Bahn tritt in das Saalbachithal, ott recht anmuthig. Stat. Heidelsheim. Stat. Gondelshieim(Sonne) mit altem Burgthurm, u. Schlösschen des Barons Langenstein. A0 Stat. Bretten. Einst Sitz der Grafen vom Kraichgau. 3400 Ew. Bretten ist Geburtsort Phil. Melanchthons. 4 Brettens Wahrzeichen ist ein Hund, dem, der Sage nach, sein abgehauener Schwanz ins Maul gesteckt ist. Wahrscheinlich ist die rührende Sage vom„Brettener Hündle“(das seinen armen Herrn durch gestohlene Würste, die es ihm im Maule brachte, ernährte, u. dafür wie angeg. von einem der bestohlenen Fleischer bestraft Wurde) erst sehr spät entstanden, u. das hierauf bezogene Bild an 0 der Laurentiuskirche hat, wie viele ähnliche an anderen Kirchen, eine ganz andere Bedeutung, die mit dem Cultus der dem Christen- thum feindlichen alten Götter, welche die christl. Prediger überall zu„Teufeln“ degradirten, zusammenhängt. Wahrscheinlich bedeutet sogar das, was der Hund im Maul trägt, gar keine Wurst, u. fehlte ursprünglich der Schwanz auf dem Bilde gar nicht.— 1 gute Stunde von hier entfernt ist Knittlingen, das als Heimath des Dr. Faust genannt wird. Seine Sage heftet sich auch an Maulbronn. Nahe Klein-Villars über die württembergische Grenze. Flüchtiger Blick auf das l. am Thalende liegende Maulbronn. Folgt Stat. Maulbronn. Sie liegt ganz ab vom Orte. Ein hübscher, nicht zu verfehlender Weg führt in Std. hin. Hinter dem Stationshaus Zzuerst gradezu, dann I., u. wo der Weg — RRRRrcrrr RRRRRR Maulbronn. Eisenbahur. 4. Carlsruhe. 73 sich dann theilt, führen beide Wege hin. R. wWweiter, hübscher. L. näher. Das Thal ist sehr anmuthig. Maulbronn(Klosterwirthsch., guter Zilfinger) 1000 EW. Ehe- dem berühmtes Kloster, jetzt Protestantisches Württembergisches Seminar.— Ueber die Kirche u. die Klostergebäude vgl. Klun- zinger, Artistische Beschreibung ete., mit Grundriss; für 30 kr. im Wirthsh. zu haben.— Man wird staunen über die Fülle von Schön- heiten, Welche im Grossen wie ins Einzelnste hinein dem Auge sich bieten. Schon die Vorhalle, das„Paradies““ macht einen unbe- Schreiblich reizvollen Eindruck. Der Bau der Kirche ist im Rund- bogen, nur sind die Seitenschiffe später im Spitzbogen umgebaut. Auch ist der Kreuzgang gemischt. Die Säie sind theilweise renovirt. Im Inneren: Die Chorstühle, ein Cruzifix ete.— Man wolle nicht in einer Stunde das Ganze durchhetzen. Man schadet sich dadurch selbst, denn es ist eine Fülle höchst interessanten Details.— Im Kloster soll der Abt Entefuss 1516 den Dr. Faust, seinen Lands- mann, längere Zeit beherbergt haben. Man zeigt noch den Faust- Thurm, wWo er wohnte, s0o wie die Stelle im Kreuzgange, wo ihn sein bis dahin s0 ergebener Diener Satanas holte.— Das Kloster ist von starken Mauern u. Thürmen festungsartig umgeben, welche noch aus dem Mittelalter stammen. 1138 zu Eckenweiher gestiftet, wurde das Kloster, der Sicherheit Wegen, 1148 hierher verlegt. 80 entstand der prächtige Bau. Als es ausserordentlich reich Wurde, nahm Wohlleben überhand, Wozu vermuthlich der dem Kloster ge- hörige„Eilfinger“ nicht wenig beitrug. Dennoch wurden hier stets Wissenschaft u. Künste gepflegt. 1504 wurde Maulbronn Württem- bergisch u. in der Reformation aufgehoben. Die Eisenbahn führt hinter Stat. Maulbronn durch einen 1000“ langen Tunnel u. erreicht Stat. Mühlacker. Dies u. den weiteren Weg s. ER. 8 A. Eisenbahn-Route 4: Carlsruhe.— Von Carlsruhe nach Pforzheim (und Wildbad.) Carlsruhe, 391“ Gasthöie: Erbprinz, lange Strasse; Engl. Hof., u. Hötel Grosse, am Markte; Grüner Hof, neben dem Bahnh., mit angenehmer Gartenwirthschaft, sehr bequem gelegen, aber gerade zu den Nachtzügen geschlossen; Weisser Bär; Gol- dener Adler ete. Restaur. u. Bier: Grüner Hof; Café Iffland; Café Beh, im Cirkel; Hötel Printz, im inneren Zirkel; Café Däschner, (Austernsalon auch Damen-Café), Herrenstr.; Geiger, Eis- Koller, mit Concerten am Sonnt. ete. , l NNU N RRNNUNNNNN 74 Eisenbahnr. 4. Carlsruhe. Droschken: Ein- u. Zweisp. zu 12 u. 18 kr. die ½ Std. bis zu 2 Pers. Nachts pflegen, trotz amtlicher Verordnung, keine Wagen am Bahnh. zu sein. Im Uebr. 84 Taxe. Theater: Sonht., Dienst., Donnerst., seltener Freit. 30,400 EW. Gegründet von dem Markgraf Carl Wilhelm v. Baden- Durlach 1715 um das hier im Hardtoadlde belegene Jagdschloss, wel- ches unter Grossherzog Carl Friedrich durch das jetzige Gebäude ersetzt wurde. Seit Anfang des jetzigen Jahrh. ist aber der eigent- liche Aufschwung der Stadt erst zu rechnen. Sie ist fächerartig ge- baut, so dass die Strassen v. aussen her auf das Schloss zulaufen, n. im Uebrigen v. Querstrassen gekreuzt werden, deren längste die lange Strasse jist. Unter den Touristen, welche dieses Büchlein benutzen, werden schr Viele einen kurzen Halt in Carlsruhe machen. Wir geben dess- halb folgende Wanderung zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt: Ein Dienstmann als Führer 9 kr. die Stunde ist bequem, aber nicht nöthig.— Wir beginnen beim Austritt aus dem Stationsgebäude, einem schönen, grossen Bau, u. wenden uns 1. in die Promenade, an des trefflichen, 1838 gest., Ministers Winter Statue v. Reich vorüber, r. in das 1803 durch Weinbrenner errichtete Ettlinger Thor, geziert mit allegorischem Bildwerk, Vereinigung Badens u. der diesrheinischen Pfalz bedeutend,— u. nun in die Karl-FHrledricli-Strasse, welehe direet auf das Schloss führt. Sie hinaufschreitend, trifft man an der ersten Ecke r. das Palais des Markgrafen von Baden, vom Anfang dieses Jahrh., ebenfalls von Weinbrenner erbaut.— Auf dem Platze steht ein Obelis k mit den badischen Wappen-Greifen u. Brustbild des Grossherzogs Karl, gest. 1818, ihm, als dem Gründer der Ver- fassung, von der Stadt gesetzt.— Dann gelangt man, an der(r.) Landesgewerbehalle vorbei, auf den Marht, an welchem I1. das Rathhaus, r. die protestantische Stadtkirche, durch Wein⸗ brenner 1807—17 erbaut; mit 200“ hohem Thurm u. korinthischer Vorhalle. Im Innern ist die Decke v. 12 gewaltigen ebensolchen Säulen getragen. Bemerkenswerth auch die Himmelfahrt Christi v. Jagemann, u. Wandbilder v. Fed. IWanowu. Koopmann. Die Grossh. Familiengruft ist unter dem Altar.— Die Kirche wird von den Ge- bäuden des Lyceum's flankirt. Auf dem Platze vor der Kirche das Standbild des Grossher- zogs Ludwig, gest. 1830, v. Raufer.— Ihm folgt weiter eine Steinpyramide, unter Welcher der 1738 gest. Gründer der Stadt, Markgraf Karl, ruht.— Wir kreuzen dann die fast ½ Std. lange Lange Strasse, die eigentliche Hauptstrasse, in Welcher die meisten Läden, hierauf die gebogene Strasse, der Innere Zirkel genannt, u. erreichen den Vorderen Jirfhe', worin verschiedene Ministerien, u. das Palais der Prinzen Wilhelm u. Karl v. Baden, u. befin- den uns damit am Schlossplatz, mit Baumpflanzungen u. Springbrun- nen geèziert.— In der Mitte das grossartige Standbild des Gross- herzogs Carl Friedrich, gest. 1811, v. Schwanthaler. An den Ecken vier Figuren, die alten vier Landkreise bedeutend.— In der Mitte der Gebäude 1. am Platze erhebt sich das Hoftheater, ein schöner Renaissance-Bau, v. Hübsch 1853 vollendet. Im Giebel Klassiker des recitirenden u. musikalischen Drama's, um die drama- tische Poesie gruppirt, in Reliefs v. Reich. Oben ringsum in den Feldern Reliefs in gebranntem Thon, Figuren aus bekannten Dra- nen. zügl Hist 6 Sell dali d18 U gurlen Maun eil P ld liener RR Eisenbahnr. 4. Carlsruhe. 75 men. Es fasst 1800 Personen, u. ist seit 1853 bis 69 unter der vor- ziglichen Leitung Ed. Devrients gewesen, des trefflichen Mimen u. Historiographen der deutschen Schauspielkunst. Gerade über dem Eintritt von der Karl-Friedrich-Strasse das Schloss. R. ist der Flügel desselben, welcher die Scyilosshi αεν, u. dahinter die Hafbibiothek enthält. Nebenan davon die AMarställe. Um das Schloss selbst zu sehen, wendet man sich an den Castellan. Durch den westlichen Schlossflügel C.) gelangt man in den Schloss- garten, reigende Anlagen, mit neu eigerichteter Wasserleitung. Her- mann u. Dorothea v. Steinhäusser.), in den Haardtoald verlaufend. Hinter dem Schlosse der sog. Bleitfiurm, v. Welchem hübsche Aus- sicht auf Stadt u. Wald. Schräg l. erreicht man in einer kleinen Alleèe das Denkmal Hebel's(gl. R. 29).— Vom Eingang in den Garten erstrecken sich I. die grossen Glasgebäude der Pflanzen- häuser, die zum Botanischen Garten gehören. Darin der Penter- garten, 80. hohe Bauten, zu Festsälen eingerichtet, v. Hübsch. Denk- mal v. Hübsch 1. der Kunsthalle. Sowohl wegen dieser Bauten, als Wegen seines botanischen Inhaltes, rangirt das Institut neben Berlin in erster Reihe in Deutschland.— Durch den vor diesen Bauten sich hinstreckenden Botantschen Garien im Inneren Jirttel gehend, gelangt man an die Kunsthalle, 1845 vollendet, v. Hübsch. Im Rundbogenstyl. Die Sculpturen vorn sind v. Reich, u. stellen Malerei u. Bildhauerei, so0 wie Pet. Vischer, Holbein, Dürer, Mich. Angelo, Rafael dar. Director ist unser berühmter Meister C. F. Lessing. Für Fremde jederzeit v. 8—6 Uhr gegen 30 kr. einmaliges, beim Ausgange zu zahlendes Trinkgeld, frei geöffnet Mittw. u. Sonnt. V. 11—1 u. 2— Uhr. Man meldet sich beim Custos Krieger auf der Seite I. v. der Front. Der Katalog für 42 Kkr. empfehlenswerth. Die darin befind- lichen Sammlungen enthalten eine Anzahl vorzüglicher alter Werke, sind aber für Laien nicht weniger interessant wegen der zahlreichen Meisterwerke neuerer Künstler. Im Uebrigen auf den Katalog ver- Weisend, führen wir hier Folgendes an: Parterre sind im Gorridor u. 1. bis 3. Saal Autiben, im 4. Saal neuere Blldioerxe in Gypsabgüs- zen.— Im Treppenſiause Fresken v. Schwind.— Im ersten Stock die Gemãldes ammlinig. Eingang 1. Hier im Corridor: Cartons v. Over- beck, gest. 1869, Schnorr, Hess, Veith. Die vortrefflichen Nieder- länder befinden sich meist im 8. Saal: 531, Penier d. J. Hexenfahrt. 534, Desselben Quacksalber. 527, Wenix, todtes Geflügel. 536, Schal- ken, alte Frau. 547, C. de Moor, Fischhändlerin. 548, Gerh. Dow, Spitzenklöpplerin. 549, Dessen Mädchen am Fenster, u. 550, eigenes Portrait. 573, Huysum, Blumenstück. 588, Rubens, Don Juan d'Au- stria. 589, Du Jardin, Gebirgslandschaft. 593, Metzu, Gruppe beim Trinken. 608 u. 9, Hondekoeter, Hühner u. Hähne.— Nebenan ist das Kabinet mit den Bildern v. A. v. Bayer bemerkenswerth.— Im 7. Saale: Ebenfalls Niederländer: 417, Backhuizen, Seestück. 419, Messys, Kupplerin. 441, A. v. d. Werf, Adam u. Eva. 444, Terburg, ein junges Paar. 482, J. Steen, Frühstück. 480, Crayer, sein Bild nebst Frau u. Sohn. Ausserdem 489, Murillo, Bänkelsänger.— Im 6. Kabinet: Italiener: 345, Murillo, heil. Ursula. 348, M. Angelo, heil. Familie. 349, G. Reni, Himmelfahrt Marik. 338, R. Mengs, Bild Winkelmanns, 359, Salv. Rosa, Krieger.— Im 7. Kabinet: Ita- liener: Guereino, Ehebrecherin vor Qhristus.— Im 8. Kabinet: Alt- deutsche Schule: 389, H. Holbein d. X., heil. Barbara. 370, Dessen Kreuztragung. 392, H. Holbein d. J., Erasmus v. Rotterdam. 382, H. Baldung gen. Grien, Madonna mit d. Kinde u. heil. Anna, nebst Markgr. Christoph v. Baden u. Familie.— Im 4. Kabinet: Copieen RNRNNRNNNNN N 2 — RPRRNURRRNNNNN 76 Eisenbahnr. 4. Carlsruhe bis: Llurib nach Raphael u. Rubens.— Im 1. u. 2. Saal: Neuere. Fast Alles dilgen, interessant. Wir notiren hier nur: 77, Kirner, der erzählende Tuale Schweizer-Soldat. 88, Dessen Preisvertheilung im Schwarzwalde. 90, Diez, das weisse Regiment bei Wimpfen. 104, Dessen badische 086 Truppen an der Beresina. 639, Dessen Melac zerstört Heidelberg. 6 91 u. 93, Rottmann, griechische Landschaften. A. Achenbach, Un- Selr l tergang eines Dampfschiffes. Chr. Achenbach, 253, Norwegische 60 Landschaft. 267, 305, 273, Frommel, badische Landschaften. Becker, 673, Freier am Brunnen. 289, Schirmer, Via mala. 118—21 Dessen Mmische biblische Landschaften, zugleich die vier Jahreszeiten. Lessing, aus Iluge dem ersten Kreuzzuge. 92, Winterhalter, Guitarrenspielerin. 111, 38 Dessen Portrait des Grossherzogs Leopold. Dazu noch: 37, Cranach, ter U.! Luther im Tode. 42, H. Baldung, Markgraf Christoph.— Im 5. Ka- der Mö binet: 340, Schwind's grosses u. eigenthümlich anziehendes Bild in 75 altdeutscher Manier„Ritter Kurt's Brautfahrt.“— Im letzten(Aus- gangs-) Corridor Antiquarische Sammlung. 51 Von der Kunsthalle gehen wir J. durch den inneren Zirtel zur Ritterstrasse, diese r. hinab, über die Lange Sirasse fort, u. nach dieser über die r. kommende erste Querstrasse, an deren Eeke das Ständehaus ist, weiter, biegen in die folgende Querstrasse, die Erbprinsenstrasse, r. ein, u. treffen hier r. Hand die katholische Stadtkirche, die einen der Rotonda in Rom nachgeahmten Kuppel- bau v. 100“ Höhe u. Weite hat. Der Grundplan ist ein Doppelkreuz. Altarbild v. Marie Ellenrieder.— Gegenüber der Kirche ist das Palais des Fürsten v. Fürstenberg, u. davon 1. das Ministe- rium des Auswärtigen. In dem an der Fitterstrasse entlang sich streckenden Erbprinzen garten ist ein Museum im Bau für die später vereinigten Samm- Iungen, welche jetzt noch zerstreut sind. ö Wir verfolgen nunmehr die Hitterstrasse bis zu Ende, Wo sie in die Kriegsstrasse mündet, auf welcher man I. sehr bald den Bahnhof wieder erreicht. Wer mehr Zeit hat, mag v. der Karl-Friedrichistrasse, ehe er zum Schlossplatz geht, r. durch die Lange Strasse nach dem Durlacher Jhor zu einen Abstecher machen. Er gelangt zu der d. an der Strasse) Polytechnischen Schule, v. Hübsch erbaut. Ein schö- nes Gebäude, u. eine Anstalt v. Weltruf, unter Leitung des Direc- tors Sternberg. Die Statuen v. Erwin v. Steinbach u. Keppler sind v. Raufer.— Von hier aus ist durch die Waldhornstrasse sehr bald der am Ende liegende Friedhof erreicht, einer der Besuchenswer- thesten. Man beachte: die Friedensenge! v. Reich am Thor; innen vornen die Kapelle; die Grifthalle an der hinteren Mauer; vor dieser die Denhmälen der 1847 beim Theaterbrande Verunglückten mit dem Ingel v. Reich; u. am rechten Ende das Denfmdi der 1849 im Lande gefallenen Preussen mit dem Eraengel Michael v. Kiss. 5 Min. vor dem Ettlinger Thore der Thiergarten, anmuthiger u. sehr besuchter Vergnügungsort mit guter Wirthschaft. Die Bahn n. Pforzheim führt in etwa 1½ Std. bis zum Ziel. Zunächst nach Stat. Durlach. Vgl. EBR. 1. V. hier ab folgt die Bahn dem Thale der Eiins, anmuthige, aber etwas einför⸗ mige, obstreiche Gegenden. Weiter folgen die Stationen: Grõtzingen, Berghiausen, Söllingen, Wilfer- RRRRRNNN Pforzheim. Eisenbahnr. 4. 77 dingen, wo die Bahn das eigentliche Pfinzthal verlässt u. im Thale des MahIbaches weiter führt nach Stat. Königsbach. Hier ist die Landschaft längere Zeit sehr hübsch. Folgen die Stationen: rsingen, Ispringen, wo die Wasserscheide zwischen Pfinz u. Enz erreicht ist, u. ein Tunnel v. 30007 Länge die Höhe durchbricht.— Beim Hinausfahren ein wei⸗ ter u. sehr schöner Blick auf Pforahieim u. Umgebung, an der Mündung der drei schönen Flussthäler der Ene, Nagold u. Nurm. Pforzheim u. die Fahrt n. Wildbad s. R. 1. NNRN — SSE 78 Route 1. Pforzheim. Route 1. Pforzheim.— Das Enzthal.— Wildbad und Umgebung. 1½ Tage. Am zweiten Abends n. Eforali. zur. Wer letzteres nicht Will, benutzt einen Zug bis Calmbacli, von wWo aus er in 4 Std. über Oberreiohienbach(2½ Std.) nach Hirschau im Nagoldthale(1½ Std.) gelangt. Pforzheim, 916“, PPost; Schwarzer Adler; Goldener Adler; Röm. Kaiser; Rappen. Restaur.: am Bahnhof; Schiff am Markt; Waldhorn; Renz, Bier, Aussicht auf die Stadt). Ger.- u. Bez.-Amtsstadt mit 17,000 Ew. An der Vereinigung der Ena, Nuirm, Nagold. Alte Römerniederlassung. Eine der gewerbreichsten Städte Ba- dens. Besonders in neuerer Zeit im Aufschwunge. Sehenswerth: Schlosshirche auf einer Anhöhe. Innen Denkmäler u. Standbilder, dar. Markgr. Albr. Aleibiad. v. Brandenburg, der Parteiführer im 30jähr. Kr. 1557; Grossherz. Karl Friedrich 7+ 1811; das Medaillonbild des Markgr. Georg Friedrich, Worunter die Namen der in der Schlacht bei Wimpfen 1622 für ihn gefallenen Auf dem Marktbrunnen Standbild des Markgr. Ernst, + 8. Spaziergänge u. Ausflüge. Zur Gitterbrüche v. Näher 1851 erb. 2 Ceff. nungen v. 100“/. Durch den mittleren Brückenpfeiler z. sog. Linden- platz.— Durch die Vorstadt 4% zur Altstädter Brücke mit Aussicht ins Enzthal.— Wartthiurm auf d. Wartberg: Jenseits des Bahnh. auf d. Landstr. n. Bretten ¾ Std. zur Höhe. Hier ½ Std. r. 2. Thurm. Schöner Blick ins Enzthal n. Niefern u. Enzberg, den Höhen bei Calw, Herrenalb, den Vogesen, den Bergen des Neckar. Hinab in 25 Min. n. Eutingen, Eisenbst., u. n. Pforzh. zur.— In den Hagen- schiess, herrlicher Wald: V. der Vorstd. Au die sog. Georgensteige hinauf ½ Std. Std. weiter Seehiaus, Forsth. m. Wirthsch.(d. Strasse führt v. hier über Tießfenbronn 13¾ Std., u. Mählhausen n. Weil die Stadt 2 Std.)— Ins PWürmthal: Durch d. Vorst. Au in 20 Min. 2. Kunferhammer. Am rechten Würmufer weiter(Wegweiser) 1 Std. n. Ruine Liebeneck. Nun über Seeſαπůjsͤ 1¼ Std., n. Pforzh. zur. Oder mit Führer in 1½ Std. über Hamberg n. Dorf Steinegg(Adler) u. sei- ner Ruine. Zur. über Tiefenbronn ½ Std., n. Pforzheim 3 Std. RRR Thal Neu 0l Hote sicltz Inor gebaut, Ungede, Route 1. Wildbad.— Herrenalb. Die Eisenbahn n. Wildbad führt in etwa 1½ Std. im Thale der Ena, meist durch hübsche u. enge Partieen, über Neuenbürg(Post; Krone) gewerbfleissiges Städtchen; an 2000 Ew., mit neuerem Schloss u. einer Ruine,— Dorf Höfen(Sonne)— u. Städtchen Calmbach(Sonne, mit Aus- sichtspavillon; Weisses Ross) nach Wildbad, 1500“,(Badhétel, zugl. Curhaus mit Lese- u. Billardsaal, Conversations- u. Concertsaal; Hötel Klumpp 2. Bären; Bellevue; Hétel Frey, wo die Post; Ochs; Russ. Hof; Hotel garni v. Klunzinger; Restaur. Coblenz; Gasth. 2. Linde, einfach, nahe dem Bahnh., Biergarten). 2800 Ew. Kein Luxusbad, sondern altber. Heilbad in herrlicher Lage. Historisch geworden seit 1367 durch den Ueberfall, dem Graf Eberh. d. Rauschebart kaum, durch einen Hirten n. Zavelstein geleitet, entging. Ein hübsches Relief am Bad- hause, v. Heindel, stellt die Flucht des Grafen dar.— Trotz des v. Kaiser Maximilian bei Todesstrafe aufgerichteten Bad- friedens, litt die Stadt viel durch Krieg u. Feuersbrünste. Zu ihrem Emporblühen mögen neuerer Zeit die hohen Preise für Fremde viel beitragen. Ueber 3000 Gäste Jährlich. Man badet in den Quellen selbst, welche aus Felsspalten im Orte hervorquillen, 23—300 R. Ueber ihnen sind die Baderäume gebaut im Badhòtel, im neuen Badgebãude. Arme Badegäste im Kalliarinenbade, wohlthätige Stiftung. Es giebt Gesell- schaftsbäder(Vlirstenbad) u. Einzelnbäder. Eine Zrinbhqelle 1836 entdeckt.— Vgl. E. Otto, Wildbad u. s. Heilquellen. Spaziergänge: Die Promenaden am oberen Ende der Stadt, in vortrefftichem Stande, mit schönen Ruheplätzen. Hier im Sommer ein kleines Theater. Am Ende der Karlsberg, mit Denkm. d. Herz. Karl. Weiter oben ein Pavillon, Karlsburg genannt, wWo entzückende Aussicht auf Wildbad u. Thal.— Rings um den Ort im Walde überall Anlagen.— Zum Siesenstein ½ Std. Hinter dem Badhötel hinauf im Meisternioald.— Zum Schbeighoꝭ, Restaur. ½ Std.— N. Calmbach, Fussweg/ Std. Ausflüge: Ins NVurgthal:— a. Ueber die Zuachmuinhle n. Dobel (Sonne) 2½ Std., u. Herrenalb im Albthale 1½ Std. Weiter Loſfenaus 1½ Std., Gernsbach 1 Std. Neue Fahrstrasse. Herrenalb, 1100“(Ochs; Post, Bierbrauerei; Kaltwasseranstalt) 900 EW., in sehr romant. Lage. Entstanden durch Ansiedelungen um das 1148 gegründete, 1530 protestantisch gewordene Kloster, dessen Kirchenreste sehr sehenswerth sind. Merkwürdig d. Vorhalle, Paradies genannt. In- teressante alte gute Grabmäler. Schönster Spaziergg. zu den Fels- Partieen des Fallenstein, 20 Min. Oben Pavillon mit Aussicht. V. Herrenalb im Thale hinauf gelangt man n. Loßßſenau(Adler; Stern; Sonne). V. da kann man d. sog. Teufelsmihle 3030“ besteigen, mit Aussicht auf Murgthal, Rheinthal, Vogesen, Odenwald, Strassburg, Speyer, Gernsbach.— V. Herrenalb d. Thal hinab gelangt man zur NNNNNNN RR r I 80 Route 1. Hohelohkopf. Route 2. Eisenbahnst. Ettlingen Cgl. EBR. J). Eine hübsche Partie, beson- ders v. Baden aus u. als Eingangsroute zu empfehlen. Man hat v. Herrenalb 1¼ Std. über d. Kullenmithle n. Frauenaib(Whs.) mit den Resten eines Klosters aus d. 12. Jahrh. Nun durch Wald- u. Wie⸗ senthal n. Marmzeller Muhle ½ Std.(Whs. u. Brauer.) Vielbesucht. Weiter in 1½ Std. Ettlingen.— b. Die Chaussee über Exaflöaterle (Waldhorn) 3 Std.; Gompelscheiler/ Std.; Uynagold 1½ Std., 2696“, alte Kirche, hier d. Quellen der Nagold; Besenfeld PPost) ½ Std. Weiter die schöngewundene Strasse an der Ruine Königstoart vorbei in 1 Std. n. Schönegrund im Murgthal. S. R. 3.— C. VUeber Kalten- brunm 8. u.— d. Ins Nagoldtnial: Mit Wagen(8 fl.) über Calmbach, Röthenbach, Zavelstein, den Wagen n. Teinach senden, zu Fuss hinab- gehen, u. hier Mittag. Ueber Calio, Eirschiau(Wwenn man will, Ab- stecher n. Liebenæell) über Oberreichenbach n. Wildbad zur. Vgl. hierzu R. 2. Hauptausflug: Kaltenbrunn u. Hofelofikonf.— Der Fuss- wanderer kann, indessen nur mit Führer, vom Karlsberge (S. o.) aus auf die Höhe, auf derselben durch morastige Wege am Hornsee oder Wildsee vorbei zum Hohelohhoꝑf in guten 3 Std. wandern. Weg meist aussichtslos.— Der be- quemste Weg ist der Fahrweg bis Kaltenbrunn, zu Wagen 3½ Std.— Am Besten so: In Enzthale aufwärts bis Käl- bermühle(Whs.) 2 Std.— Bald darauf r. ab zum Sprollenhaf u. am Kesselbach hinauf zum Forsthaus Kaltenbrunn(gut Wus.) 2½ Std.— Man bestelle hier das Mittagessen u. gehe indessen zum Hohelohkopf den bequemen Fahrweg, bis r. ein Fusspfad direct auf den Thurm der Höhe abgeht, 35 Min.— Oben, 3302“, ein herrliches Panorama: Schwarz- wald, Vogesen, Rheinebene, auch Schwäb. Alp. Besonders malerisch: Murgthal u. die Berggruppe, hinter der Baden- Baden liegt, Mercurius, Ebersteinburg ete.— Man kann auch v. hier aus den Hohlohsee, ½ Std., sowie den Wildsee (Hornsee) 3/ Std. besuchen. Wenig lohnend.— Von Forsthaus Kaltenbrunn führt der Fahrweg an der Höhe des Hohelohkopfes vorbei über Eeichenthal 2 Std., u. auf sehr schönem Wege n. Hilpertsau im Murgthale 1 Std., s. R. 3. Route 2. Von Pforzheim durch das Nagoldthal, Liebenzell, Hirschau, Calw, Zavelstein, Teinach, Nagold, Dornstetten(Glatt- bachthal) nach Freudenstadt. 2½ Tage.— Die Wanderung durch das Nagoldthal darf kein Na- turfreund auslassen. Sie bietet eine unendliche Fülle wechselnder „HEs68 lten fb Diese liegt aber sehen bekommt. ehmen, oder am Besten 2 der Eis ihrt wird. bis Nagold lit dem Abstecher ub 5 Pech gut 13 85 Std. Gehens. Also 2 Tage. V. Nag old n. Freudenstadt d.) ist d. Fahren indicirt.— D. Fussweg über Huchenfeld v. n. Int.-Reichenbach kürzt 1 Std. Man verliert aber die zhaften des Thales. Pforzheim s. R. 1. V. Pforzheim auf der Landstrasse nach 1 Std. Meissenstein(Sonne). Schöne Ruine, grün durch- vachsen. Im Orte grossartiger Viaduct, unter Floss- kanal u. Landstrasse hindurchgehen, die Nagold 20“ fallend. Der Fluss ging früher in weitem Umwege um den Ort. 2 Std. Vyter-hReichienbach(Whs. b. d. Postabl.). Grosses Dorf. ½/ Std. Dõnmnjdchit. 1½ Std. Liebenzell, 1113/,(unteres Bad; mässiger oberes Bad. In der Stadt billigere Whshsr.) Altes Städt- chen, dessen Quellen schon im Mittelalter bekannt, vielbe- sucht. Beste Auskunft giebt Hr. Wetzel, Bes. d. unt. Bades. — Grosse Ruine, mit hübschen Anlagen; schöne Aussicht vom Thurm. Schlüssel im letzten Hause des Ortes. Ausfliige: Monaſtam; Ottenbrumn; Unterlangenpardt; besonders zu den 7 Hichen bei Grumbach 2 Std. 1½ Std. Hirschau od. Hirsau(Schwan; Posthorn, be- scheiden aber freundlich u. billig). Einer der schönsten Punkte des Thales. Die höchst malerische Ruine mit ihrer berühmten Ulme 5 sind eigentlich 3) v. Uhland so schwung- voll besungen, liegt seit 1692 durch Melac in Trümmern. Seit 645 eine kleine Kirche. 838 Kloster. Bis 1100 blühend u. vergrössert. 1556 evangelisch geworden. 1592 mit einem herzogl. Jagdschloss vermehrt. Im 30jähr. Kr. wieder katholisch gemacht. Vgl. F. Steck, Kloster Hirsau.— Die grosse Petershbinche War nach der Ulmer die grösste in Schwaben. Jetzt nur an spärlichen Resten der Umfang zu erkennen.— Die Kapelle ist d. evang. Kirche des Ortes. Südlich von der Kirche stand das Klostergebäude, von dem nur noch schöner Kreuzgang.— Alte Grabsteine; Mönchsgrab.—Nie- mand versäume, den Thurm zu besteigen, wWo er nach allen Seiten Völlig abgeschlossene, reizende Landschaftsbilder haben wird. Un- s mit sonderb. Thiergestalten.— Führer r. beim Eingg. in d. Klosterhof. V. Seydlitz, Schwarzwald. NNN RPRNDRRNDNNND 2 82 Route 2. Nagoldthal. Calw.— Teinach.— Wildberg. ½ Std. Calw(Post 2. Waldhorn; Bad. Hof; Rössle: Beitter's Gasth. m. Garten). Stadt seit d. 13. Jahrh. 5000 Ew. Sehr gewerbfleissig. Mit seiner Burg 1692 v. Melac einge- äschert. Noholduuρ,ꝙæyelle auf der Hauptbrücke aus dem 14. Jahrh.— Postomnibus n. Teinach täglich 2 Mal. 25. Min. Kentheim. Interess. alte Kirche, dem heil. Candidus(St. Kenten) geweiht; Schlüssel im Hause neben der Kirche. 40 Min. Herrschaflsbrüche od. Nagoldbrücke.— V. dieser r. in/ Std. n. Teindch. Fussweg v. Calw n. Teinach:(Wer mit der Post im Nagold- thale aufwärts Weiter will, u. doch diese Fusspartie machen, nehme um der Sicherheit willen vorher in Calw Postbillet, u. richte sich so ein, dass er an der Herrschaftsbrücke rechtzeitig den Wa- gen trifft). V. der Hauptbrücke in Calw die aufsteigende Strasse hinauf. Wo sie endet, l. Dann r. am Berge hinau Bei den ver- zweigten ausgefahrenen Wegen halte man d. Mitte. Auf d. Höhe schöner Rückblick auf d. Calwer Thal.— ½ Std. Kreuzweg. R. Gehöft. Man bleibt gradeaus, u. kann dann nicht gut mehr irren. — 1 Std. Zavelstein 1955“(Lamm). Mit der gleichnam. Burgruine. Schlüssel zum Thurm verschafft d. Wirth im Lamm. Auf dem Thurme überraschender prächtiger Blick auf Teinach u. Thal. Burg u. Ort 1692 v. Melac niedergebrannt. Zufluchtsort des Rauschebart bei der Flucht aus dem Wildbade. Beim Lamm ht ein Fussweg, nicht zu Verfehlen, in 20 Min. n. Teinach hinab.(Hinauf 40 Min.) Der Fahr- Weg macht einen weiten Umweg. V. der Herrschaftsbrücke im Nagoldthal erreicht man in 3/ Std. Teinach(Badhötel, umfangreiche bequeme An- stalt, Besitzer C. Hoffmann in Stuttgart; Hirsch). Vgl. die Schrift: d. kgl. Bad Teinach v. Dr. Wurm.— Altbekanntes Bad, ursprünglich Taginach. 1345 Wildbad genannt. Einige wWollen den Ueberfall des Rauschebart hierher verlegen.— Wasserheilverfahren, Gas-, Dampf- Douchebäder.— Köst⸗ liche Waldberg-Umgebung. Reizende Spaziergänge: Grosse u. kleine Tour. Katharinenplaisir. Wil⸗ helmshöhe. Schmiehi(Hirsch). Weltenschioannm. Emberg(Wolfsschlucht). Durch das Dürbachthal. Ruine Waldech. Sommerhardt(alte Kirche). Javelstein s. o. An den Ruinen(I.) der Raubritterburg Waldech, zerst. 1284, später des Gaisberger Schlosses vorüber führt der Weg im Nagoldthale aufwärts, u. erreicht v. der Herrschaflsbrüäche ab gerechnet in 2 Std. Wildberg, 1220“,(Schwan oben, Adler unten im Ort). Auf schmalem Felsenrücken, von der Nagold im Bogen malerisch umschlossen. 1785 Ew. Seit 1297 Stadt. Ehemals schloss es, befestigt, das Thal.— Schöne Aussicht Vomn Clan Diat dure Pord Route 2. Nagold.— Glattbachthal.— Freudenstadt. 83 vom Eehberge.— Das Thal v. Wildberg bis Nagold ist die Glanzstrecke des Thales. Einsam. Nur etwa Sägemühlen. 2 Std. Nagold, 1318,(Post 2. Sonne; Hirsch; Schwan; Bierhalle v. Sautter, schrägüber d. Sonne). 2660 Ew. Sehr gewerbfleissig. Interessante Kirche v. 1360. Schon 773 Villa Nagalta gen.— Ueber der Stadt die auf Felsen ge- gründeten Ruinen v. Hohiennagold, mit Resten v. Thürmen, altem 100“ tiefen Brunnen. 1646 abgetragen. Zugünglich durch hübsche Anlagen. Schöne Aussicht, der Besuch er- fordert 1½ Std.— V. Nagold n. Horb vgl. ER. 8. B. V. Nagold ab zu Wagen die, zuerst hübsche Rückblicke gewährende, neue Poststrasse über Hohandor,(Sonne) 1 Std. (zu Fuss gerechnet, sowie auch das folgd.).— Altensteig (Waldhorn; Löwe) Fabrikort, 2330 EW., 2 Std.— Efalsæ- rdfembeiler(Post 2. Krone; Schwan). 2 Std.— Dornstetten, 2035“,(Linde) ganz mittelalterlich sich präsentirendes Städt- chen, 2 Std.— Aach(Sonne) ½ͤ Std., nach— 1½ Std. Vreu- denstadt. LZusammen an 9 Std. Marsch. Seitentour durch das Glattbachthal: V. Adach oder Dornstetten n. Eisenbst. Necharhausen oder Suls: Das Thal der Glatt ist landschaft- lich gar nicht unbelohnend. V. Aach unmittelbar im Glattbachthale n. Glatten(Krone) 1 Std.— Oder v. Dornstetten hierher in /4 Std. — Meiter über Bärfflingen ½ Std.— Neunech 20 Min.— Unter-Iffingen 25 Min.— Ober-Iffingen I. liegen lassend, gelangt man nach ½ Std. zu einer Wegetheilung; hier gradaus weiter, nicht I.— 10 Min. r. ab, u. so gradeaus bleiben bis ½ Std. Leinstetten, auf der Thalsohle, mit Schloss.— Folgt in ½ Std Bettenhausen, ebenfalls im Thale, u. in diesem weiter,— ½ Std. Neumthausen mit Schloss;—/ Std. Honfau; — In 1½, Std. weiter 8u im Neckarthale. Also zus. etwa 6-6/ Std. Biegt man dagegen v. Hopfau I. ab hinauf aus dem Thale, so er- reicht man in 50 Min. Dürrenmetistetten, r. abbiegend in weiteren— 1J Std. Glatt, u.— in Std. Neckarfiausen. Im Ganzen hierher also 8¼—8½ Std. Ein starker Tagemarsch. Sulæ u. Necſharhausen Vgl. ER. 8. B. Freudenstadt, 2480“,(Post 2. Löwen; Linde; Lamm; Adler mit Bierbrauerei; Rappen) 4200 Ew. Die Stadt war einst zur Festung projectirt; der Plan wurde aber aufgege- ben. Einst Zufluchtsort aus Oesterreich vertriebener Pro- testanten. Sonderbare protestantische Stadtkirche mit zwei Langhäusern, für Männer u. Frauen getrennt, die im Winkel aufeinandertreffen.— Postverbindungen mit dem Nagold- thale, Murgthale(R. 3), Schramberg(R. 15), Rottweil(EHR. 8). — Schöne Aussicht auf Schloss Hohenzollern, Schwäbische Alp u. Schwarzwaldhöhen 10 Min. vor der Stadt, bei der 6˙ RNRNRNRNNNNN NQNNNNN 28 84 zoute 3. Baiersbronn. —(Auf der Chaussee n. Kniebis 2/ Std.— n 4½ Std) Fusswanderung n. sterle bei NRippolds dul. Beim n in Freudenst. den Fahrweg I. hinauf. Dann W. eg- 2 Diesem folgend, trifft man a Dann bei einer W. ald Weist. kathol. Kirche. eie 4 Std.— Griesbac ch fort. 7 dt üb 4der 1. aàan der 0 geht Auf letzterem Wege durch präe ht man Ober- J⁰ leselbeng 1655 auerl. V V st schöner 4 Wie- enburger) u. Ist man ins 1 oben Klösterle(Whs. V. S. R. 10. Iipoldsdα¹. Route 3: Von Freudenstadt durch das Murgthal über Forbach nach Gernsbach, Rastatt und Baden.— Rothe Murg und Runstein; Schönmünzach und zur Hornisgrinde; Eberstein-Schloss. ab diese Tour macht, thut am Es geht 2 Mal tägl. Post n. 0 ü en die 669 815 des Thales bis Gernsbach zu Euss über Rastatt n. Baden.— Wer früh v. abfahren, oder, noch besser eigenes Getänrt bis Schönn men kann, hat dann 6 8 zu Fuss bis Gernsbach. Der Besuch v. Ebersteinschloss nimmt dazu noch 1½ Std. in spruch. Man kann sich also so einrichten, dass man noch mit dem letzten Zuge v. Geynsbach über Hastatt n. Baden kommt. Freudenstadt s. R. 2. Der Fusswanderer gelangt von hier auf der grossen Strasse in 1½ Std. n. Baiersbronn(Ochs e gut, Bier; Löwe; Bär. Brauereien 2. Rose u. 2. Krone) 19 44. Der Ort liegt über dem Murgthal erhöht u. hat eine hübsche Aussicht.— Die Strasse 4 sich von hier in's Thal hinab zu dem Punkte, wWo der Forbach, dem die Strasse bisher folgte, sich mit der rothen Murg vereinigt. Hier Brücke(Wls.). Route 3. Murgtha 1. Seitentour: Von dieser Brücke I1. a1 krt ein Fahrweg durch das Thal der rothen Murg, ein freun i hal zwischen ernsten Waldgehängen, in 15 Std. nach(Waldhorn; amm, Bier), hübsche neue Kirche, Oberthal(Adler, ab. freundl.) Die beiden Orte ziehen lang im Thale 06n ½ Std. vor dem Adlerwirth, kommt 4 diesem aus besucht man wohl Ruine Tannen in einer wilden U ½ Std. Bhubhοα,,m—.(Whs. 2. V. Buhlbach zur Seloaben Vgl. R. 9.)— Hinter Ober mehr. Man gehe nicht die nä Erfrischungen), sondern, bei é Welche an schönen Schluchten vorbe Hier Wirthsh. 2. Luhstein(˖ echelde. Nun neuen folgend,(herrliche i thal) ist man in 1½ Std. in Seebach. VMVummelsee, the Murg e alte Strasse hten enso kann mar Inde Rötb. Schönengrund r. ab 2 Std. Lutsenbach. R. oben Schubαοναοαννh Nypelscheuern im Enz- 520%(Post; am Steig9e kommende 28umll 2. Seitentour. Durch dieses Schön Weg zur Hornisgrinde. Man er hier durch das Langenbachihal r. ab 1 Fahr- bach.— 1 Std. Hintenlangenbach(WI 10 rer zu ha- I181 ben.— Steiler, bis z. Echle, 1 Std stein zwischen Ba- 8 den u. Württemb Der Weg ist fahrbar. Wer also Am 17 rt in Griesboche u. 5.— Der 1 MWagen ist, muss dens lassen, t man 3 Vege. Der ar ber 5535(/ Std.), Huu 4 1 Herreniotes „Der⸗ mittlere W eg, am me „Sandsteinplatten mit 2ghnal aι den Hornisgrende, 3⁰4 na 0 h 86 Route 3. Murgthal.— Forbach.— Schloss Eberstein. V. Schönmünzach zu Fuss weiter. Hinter dem Orte überschreitet man die badische Grenze. 3J Std. Kirschbaumibdsen. ½ Std. Rauν,)¾insα,Lα(Whs.). Hier fliesst I. die Haull- mumaadeh ein. Die Thallandschaften werden immer schöner, malerischer, grösser. 1½ Std. Forbach(Krone, hat Fuhrwerk; Adler; Hirsch mit Gartenw. u. Aussicht) 909“. Einer der malerischesten Punkte im Murgthale. 3. Seitentouren. Bermensbach,— scha J/ Std. wieder zwischen Baden u n. Baden.— b n führt in 3 den Herrenotes. Vgl. R. 5. Baden 4 Std. L. abbiegend über ½ Std. d(Chaussee) in ¾ Std. Hier r.,— Gelsbach,— ½ Std. die grosse Chaussee Aberstein. Hier I. über Oberbeuern in 1½ Std. 2 einsamer Fahrweg, nicht zu verfehlen, og. Hettich, Wo Waldhüter wohnt, n. J Std. hinter Forbach erreicht man Gausbacù(Wald- horn). 3/ Std. Langenbrand(Ochs). Am 1. Ufer in schöner Lage 4u.— Folgt ein Tunnel. Diese Strecke ist die gross- artigste des Thales, mit gewaltigen Felsenpartieen. 1 Std. Weissenbach( m; Hirsch). Schöne neue Kirche. / Std. Hilpertsae(Ochs). Vor d hahn) u. Orte zweigt nach r. die Strasse über Reichenthal(Auer- tenbrumm n. Nudbad ab. Gut 3 Std. Vgl. R. 1 Obertsrot%(Blume). Die Strasse führt auf's über. Beim letzten Hause v. am Grαοοονν ᷣSage davon in der vVorbei in vielen Windungen ½ Std. erstein 10 nauf, auch Neu-ÆEberste nannt. Stand Jahrh. 798 neu herge Jetat zenthum des Im Inneren werden eini mmer mit F en u. Bil- yt Rüstungen i aber die entzückende Aus s Rheinthal zu dem Haardtgebirge. Gartenwirthschaft beim Kastellan. V. hier 3 Std. n. Baden. ½ Std. hinter Obertsroth Kapelle am Klinge“(Gespen- stersage). Von wo ein Fahrweg in 3, Std. n. E0 Dies ist der Weg für die Aufwärtsreisenden. vom Schloss n. Obertsrothi hinabkommen. Nun an dem gut eingerichteten Kiæferndadel-(auch Dampf. u. Molken, Mineralwasser) Bad v. Pfeifer vorüber in nschloss hinaufführt. Welche dann in 20 Min. RN Route 3. Murgthal.— Gernsbach.— Baden. 87 ½ Std. Gernsbach(Post 2. Stern; Löwe) 671“/. Sitz der grossen u. reichen Murgflösser-Gesellschaft, die über 18,000 Morgen Waldung besitzt. 2200 Ew. Hübsches Rath- 1 haus. Schöne Aussicht vom Pfarrhofe der kathol. Kirche. — Gerusbach ist vortrefflicher Stützpunkt für Ausflüge, die sich theils aus dieser R. 3, theils aus R. 4 u. 1 von selbst ergeben. Weg n. Herrenalb, Ettlingen, Piidbad. Vgl. R. 1, Ausfl. a. 10 Min. entfernt, jenseits der Murg, liegt der Bahmhof. Die Eisenbah ndeh, Rastatt, 35 Min. führt über die Ste tionen Hördten; Ottendu(Löwe); Gaggendu, wWo am l. Murg- 105 vom Annalienberge, schöne Aussicht; Eothenfels(Bad- Gasth. v. Türk); Bischebeien, Kuppenheim(Ochs).— V. Rastatt n. Baden vgl. ER. 1 N Route 4: Baden und Umgebung. 4 2 Jage. An dem einen macht man die Tour über den Merku- riusberg, die unter Nro. 6 angegeben ist, am andern Tage nach Wahl eine der anderen Partieen. u. behält Zeit Lenus, das Treiben am Kurhause mehrmals zu beobachten.— Der Ruf der Theuerung ist bei Baden insofern ungerechtfertigt, als, wer es versteht sich um- zuschen, besonders bei längerem Aufenthalte, finden wird, dass hier wWie in den grössten Städten für jedes Mass des Gelabeutels gesorgt ist. Absolut theuer ist nur der„grüne Tisch.— Baden wird von Vielen für den schönsten Aufentlalt im Schwarzwalde erklärt. Da + es eine der ersten Perlen deutscher Landschaften genannt werden 8 muss, u. da für jede Art Comfort u. Genuss gesorgt ist, wie in einer Weltstadt, so mag man das gelten lassen. Dennoch drängen wir in diesem nicht für Badegäste speziell, sondern für Touristen geschrie- benen Büchlein möglichst zusammen, im Uebrigen verweisend auf die Monographien: Reichel u. Kissling, illustrirter Führer für Ba- den-Baden; Krieg, Badens beide Schlösser, Huhn, Baden-Baden u. Umgebungen, Lahr 1868, u. A. Gasthöfe: Am Bahnhofe: Stadt Baden; Baierischer Hof; Hirsch. Mit Bädern: Bad. Hof; Zähringer Hof; Darmstädt. Hof; Sonne; auch Hirsch.— Im Orte: Victoria-Hötel; Englischer Hof; Europäischer Hof; Französischer Hof; alle 35 im grossen Styl.— Für Touristen besonders rathsam, ausser denen am Bahnhofe, im Orte: Stern; Drei Könige; Engel am Gernsbacher Thore; oder Bär in Lichtenthal, s. u. — 8 4. Baden. Restaurationen: Z. B. Conversationshaus; à la Fleur; Stadt Strassburg, auch Gasthof; Holländischer Hof, ebenso. g u. Görger am Bahnhof; Geist; Krone; Bier: Z. B. Hal nversationshaus, gut. — Ä Miethswagen, fialer, Pierde und Esel haben ihre Stand- S0 bé 0 zonders Conver- punkte an vielen Stellen, 80 sationshause. Man 8836 98678 die polizeilic ein. 9 4 Theater: Frühjahr, Herbst u. Winter Vorstellungen des Carlsruher Hoftheaters. Im Sommer meist Oper. „den Rö- Sschwand mern lia sis 08 2 der N n auf. 6 hob lerg 1 Æ lte. es ent- 8 Jetat 4 Al angel. Kirche opo-ον, des Wohlthäters NN blatz 422 — NA5 Schloss, auf m udie Quellen ents! gen, V. 1689 wieder her. N die gewaltige Route 4. Baden.— Altes Schloss. 89 terirdischen Gewölbe, v denen Einige sicher alte Kerker. Von der Terrasse köstliche Aussicht. Eine Treppe führt neben der Gärtner- Wohnung in die Stadt hinab.— Die Couranlagen, mit dem um- fangreichen, u. in seinen Spiel-, Lese-, Conzert-Sälen(auch die sonst chlossenen*3 E bo ziehtisen) überaus leganten Conver 8 Gutes 1 in dem einen W aue 1 der Allee ele- FVerhaufsbuden mit 875 geschmackvoller Waare aller Ar Auf. 3— Seite die neue Jvinhhalle, imposanter ulenbau, mit vor- trefflichen Fresken v. Götzenbe ger Schwarzwaldsagen behandelnd. — Hint er den Budenreihen, auf freiem Platze, das Theater, nach Couteau, eröffnet 1862.— Hier auch eine Kumsthalle für Ausstel- lungen.— Die Spaslergänge um Conversationshaus sehr anmu- thig ItWas seitwärts auf der Höhe hinter diesem, wenige Schritte at man ein über Saschend 10 128 Panorama Baden. griechischen Kapelle Stourdza nach Klen- Der Schmuck Müller liche Aussicht. Abend er der sog. n-Gehen, hr verrückter Toi- ten Stoff bietend. „KReiten, Dem Spötter bequemen Sdle WO g r Gal 5. 85 — 38 8³ 8s Schwar Noch u Ei inga NNNUNL NNN 2 RR 90 R. 4. Fremersbg. Favorite. Lichtenth. Geroldsau. Vburg. Die Gastiolnthschoſt im Schlosse, innen I. vom Eingange, hat ein Paar mittelalterlich decorirte Gemächer u. einen Speisesaal. Die Ruine ist die Hauptexcursion der Badegäste. 2. Das Jagdhaus am Fremersberge. Vom Bahnhofe führt der nicht zu Verfehlende Weg in 1 Std. hinauf. Aussicht weit in's Rheinthal. Hestauration. 3. Zur Favor Am Besten Eisenbahn n. Lastatt, u. von da aus besuchen. Nicht wegen der Gegend, sondern wegen der, Freun- den v. dergleichen sehr interessanten Rokokoeinrichtung. Erbaut 1725 durch die Gemahlin des nzen Ludovicus,“ Sibylla Augusta v. Lauenburg, eine höchst tüchtige, sehr geistvolle u. lebensfrohe Frau. Ihr Bildn soll 40 Mal im Schlosse vorhanden sein. Porzel- lanzimmer, Mosaiken, Gemälde, Gobelins, Stein- u. Elfenbeinarbei- ten. Interessant die Küche.— Restuuration im Park beim Haus- meister.— Trinkgeld zwei Mal, für Schloss u. für Kapelle. 4. Lichtenthal, Geroldsau u. sein Wasserfall. Vom Con- versationshause her führt die Lichtenthaler Allee in 35 Min. n. Lichtenthal(Kreuz; Bär; Lö ad, Gasth. mit Bädern, gute Brauerei am itz unter schattigen Linden). Altes Kloster, 1243 ge et, noch actuell. In der 1830 restaurirten EKlosterfirche die Gebei r Heil. Pius u. Benedictus. Daneben die Lodtenſftapelle, die ursprüngliche Kirche, mit alten Gemälden u. Grab- mälern Baden-Durlach'scher Markgrafen. Waisenhaus v. Stulz v. Ortenberg geg aöne neue goth. æathol. K Kloster auf eir ge über die Oos, Zickzack 8 n Min. zum Pavillon auf dem Cäcilienberge, Wo eine höchst malerische at).— Lichtenthal zerfiel früher in Ober- u. Unter-Beuern. Diese beiden Orte erstrecken sich langhin im Thale. Zwischen bei- den führt beim Löwen r. ab der Fahrweg am cilienberge auf- wWärts n. Geroldsdet(Hirsch).— 50 Min. vom Löwenwirthshaus biegt man 1. ab, an der Wirthsch. v. Mayer vorbei, im Thal des Grobbaches Weiter.— 20 Min. Wa fall, besonders durch die Umgebung schön. Von hier Fahrweg über Neuhdus in 2½ Std. n. Herremoles s. R. 5). — V. Geroldsau s„Vvon dem Punkte, wo man zum Falle abbog, r. Weiter kann man in 1½ Std. über Malschbhach z2ur Föurg, s. u. 5; oder über Malschbach ½ Std., Neunbeter 1 Std. Gier wächst beim hloss der feurige„Mauerwein“), Stenbach ½ Std., zur Eisenbahn- station Steinbac. 4 Std. gelangen. Bei Steinbach auf einem Hügel des dort geb. Ereoin v. Steinbach, des Strassburger Münsters Baumeister, Standbild aus rothem Sandstein vom Str ssburger Friedrich.— „ 5. Zur Xburg. Bei der obengenannten Brauerei am Anfang v. LZichitenthal steigt man l. am Hause einige Stuſen auf die Ortsstrasse. Auf dieser r. gelangt man zu einem breiten Fahrwege, der die köst- lichsten Blicke auf Baden ete. gestattet. Er führt in grossen Bogen an prächtigen Waldschluchten vorüber in 1 Std. zu einem Wegestein I., Wwelcher den Fussebeg æur Vburg anzeigt. Hier I. abbiegend, durch eine enge, reizende, ndurchwachsene schlucht, kommt man wieder auf den Fahrweg. Diesem schr K folgend, gelangt man zum Klonfengraben, Waldgründe, in denen ein boshaft-neckischer Ko- bold haust, in 40 Min. an den letzten Kegel Con da ab nur Fuss- Wege) auf Welchem die Vburg, 20 Mi sich erhebt.(V. Baden über Lichtenthal bis hier herauf also gut 2½ Std.). Die 1767“ hoch lie- gende Ruine zeigt ziemlich umfangreiche Trümmer. Vom Tlurme sehr reicher Blick in Thäler des Schwarzwaldes, die Rheinebene, E 0. Eumne Von d er mnut Iun dt NENNN Route 4. Ebersteinburg.— Mereur. 91 auf Vogesen ete.— 1525 im Bauernkriege, u. wieder 1689 von den Franzosen zerstört. Sitz zahlreicher Sagen.— Den Rückweg nehme man, nachdem man wieder durch die obgenannte Felsschlucht zu dem Wegestein zurück ist, zur Abwechselung 1. den guten FahrwWeg durch Prachtwald entlang, weiche aber nicht vom MWege, denn dies straft sich unabweisbar mit Verirren. Baden 1¾ Std. von Oben.— Dieser sehr empfehlenswerthe Ausflug nimmt also einem Wander- lustigen nur ½ Tag weg.— Auf der Vburg Restauration. 6. Altes Schloss, Felsen, Engels- und Teufels- Kanzel, Ebersteinburg, Mercur. Die genussreichste Tour von allen, die der Wanderer bequem s0 legen kann, dass er morgens fortgehend, mit mehrstündigen Aufenthalten, noch zum Corso in der Lichtenthaler Allee u. zum Abend- Concerte zurecht kommt.— Bis zum dlten Schloss 3 Std., 8. No. 1. In der Nähe ist das sog. FVelsenméèern, oder die „Felsen“ genannt. Auf dieselben gelangt man, zum hinteren Ausgange der Ruine hinaus, r. den steigenden Fusspfad, in ½ Std. Hier die sog. Felsenbrüche, mit prächtigem Aus- blick. Ein Fussweg führt hinab, wo ein Promenadenweg (. 2. Schloss zur.) I. in 30 Min. in den Weg n. Dorf Eber- steinburg führt. Man kommt dabei an der Teslfelsbanæel Vorbei; gegenüber die Eugelstansel, wo die Sage einst beide ein Wettpredigen anstellen lässt. Bis zum grossen Wege, also im Ganzen etwa 1 Std.— Weiter nach 15 Min. Dorj Ebersteinburg(Krone). V. hier nach— ½ Std. Ruine Aber- steinbung, auch Alt-Eberstein genannt. 1425“. Gründungszeit unbekannt. In der Neuzeit allmälig abgetragen; jetzt die noch vorhandenen Reste conservirt. Die Sage vom Grafen V. Eberstein u. seiner Hochzeit v. Uhland anmuthig besungen. — Vom Tuum der starkmauerigen Ruine Aussicht auf Rheinthal u. unteres Murgthal.— In 20 Min. zum Dorfe zurück; hindurch auf die grosse Landstrasse, Wo ein breiter Fahrweg zum Mercur l. abzweigt, in 10 Min.—(V. diesem Punkte n. Baden hinab ½ Std. Herauf 1½ Std.)— Zum Tlaunm des Merctiniulsberges ist v. hier, meist durch Wald, nicht mehr zu fehlen, 1 Std.— Auf dem Plateau des Thur- mes hat man ein weitreichendes Panorama. Grenzen desselben sind: Schwäbische Alp,(davor Hohelohkopf), Hornisgrinde, Vogesen, Haardt, Odenwald.— In dem Wärterhäuschen am Thurme sind Erfrischungen zu haben, recht schlecht u. theuer. — Der Mercur, ein nicht zu versäumender Punkt, ist v. Baden aus direct in 2½ Std. zu erreichen. Der Name des Berges kommt von einem hier gefundenen römischen Votivstein zu Ehren des Mercur, welcher in der alten Trinkhalle gezeigt W N —— N 2 7 NIVNI R 92 Route 4.— Route 5. Bühl.— Bühlerthal. Wird. Oben ist eine Steincopie vorhanden.— Nun n. Baden hinab 1/ Std.— Die ganze Partie kostet also gut 5 Std. Marsch. 7.— N. Eberstein Nro. 6 genannt Fahr weg Eberste Ebenso über Lichtenthal in 3 Std. ein neuer theilt, u. I. n. Gernsbach(auch 3 Std.) u. r. zum stein Alle grösseren Ausflüge, wie Bulilerthial, Vindecl. Hornisg9rinde, Murgthial, Nuldbad s. die vorigen Routen. ehloss am Murgthale führt der eben in Gernsbachi, 8 161 halbw Eber- 4ehern, Alenieiligen, vie die folgenden B¹¹ e⸗ hA en Reisenden Iof) 505 acht den Ei Sta dt. Leb- lenthal oben Wol verwandelt sich lentlich 1 wird das Thal durch den t in weiten Man erreicht chtslos). Strasse in 15/ Std. die WPiolteh elsen, 2800/, zerklüftete Felsmassen 4 f 5 8 neben einer breiten Strassenwendung nach 1. Von ihnen entzückende Aussicht. Ringsumhber Alles gross, gewaltig. Route 5. Herrenwies. Route 6. 93 Die starren Felsmassen gegenüber heissen Tyierganten, Fal- enfelsen, Hoſirenfelsen. Leider sind die Miedenfelsen kaum zugänglich. Ehemals stand hier ein Pavillon, der aber vor- gekommener Unglücl abgetragen wurde, anstatt den Punkt sicher zugänglich zu machen. Hoffen wir auf Besserung. Man sieht ferner das Thal entlang u. über die Rheinebene hinweg: ein wundervoller Contrast zwischen Grossartigem u. Lieblichem. ½ Std. weiter hat man den höchsten Punkt der Strasse (2791) erreicht. Hier hat jetzt(1869) die Gemeinde Bühl ein sauberes Holæebintlispides erbauen lassen. Die Stelle heisst dαι dem Samud.— 8 hier führt r. ein Weg über 11½ Std., u. Weiter Bine directe Fahrstrass Geroldsau führen 80ll. ½ Std. Herrenwies(Auerhahn, bescheiden). Beim Heraustreten aus dem ernsten Walde nimmt sich die Lage des kleinen Ortes inmitten grüner Matten, die mit schönen Waldhöhen umringt sind, sehr lieblich aus. Das Thal War unzweifelhaft chemals Hochgebirgssee u. ist noch moorig. Zurück n. BAz 2½ Std. Niemand wird diesen doppelt gemachten Weg bereuen. die n. Hundsbach, grinde 1½ Std. VglI. 3 Seitent. 2. rner 1l. ab im Bau n. 4 die über Wer dies nicht Will, u. ins Mangthal will, kommt n. Forbach auf dem in R. 3. Seitent. 3. b. angegebenen Wege.— Auch kann man durch folgende Verbindungstour gleich R. 6 hieran anschliessen. Man Wandert bis zum Anfange v. Billilerthal. Hier n. 13 Std. angekom- men, geht man den Weg sl. hinüber auf das 1. Ufer des Bühlbaches. u. direct in 1 kl. Std. zur Ruine 41t. Vindech. Weg nicht gut zu ver- fehlen. Ziemlich auf der Höhe r. halten. Route 6: Ottersweier, Hubbad, Alt- und Neu-Windeck. Jag. Der Besuch v. Alteoindech genügt.— Der Bahnhiof v. Otters- weler ist ½ Std. v. Ort. Es führt ein Omnibus v. der Station zum Hubbade. Eisenbahnfahrt v. Bühl n. Ottersweten vgl. EBR. 1. Ottersweier,(Sonne; Adler) 2000 Ew. Grosses Dorf. Alte Kirche. 5 Min. entfernt die Lindenbirche, Wallfahrt. NNN NNNNNN — — N 94 Route 6. Hubbad.— Windeck. Route 7. ½ Std. Hubbad. Grosse Badwirthschaft. Mineral- brunnen u. Kaltwasserkur. Molken. Traubenkur. Sehr hübsche Promenadenanlagen. Sonntags im grossen Saale häufig Concert u. Tanz.— Schon seit 15. Jahrh. Heilbad. — V. hier sind als Excursionen die in R. 5 u. 7 angege⸗ benen bequem zu machen. N. Alt-Vindech: Gleich hinter der Anstalt an der Land- strasse l. Wegweiser, der n. Waldmatt u. Windeck zeigt. Kurz darauf Fünftheilung des Weges. Man bleibt in der Richtung. Später auf dem guten Fahrwege r. halten. Der⸗ selbe steéigt allmälig bis— 25 Min. Paldmatt, freundlich im Gri liegende Häuser. Im Orte zweigt sich der Weg, u. gegenüber einem Wegweiser weist eine Tafel an einer Hausecke n. Windeck, das man in ½ Std. auf steilerem Fahrwege erreicht. Oben Gartenwirthschaft, auch Bier. Alt-Windeck, 1308“, seit dem 13. Jahrh. bekannt. Sagenreich. V. den beiden Thürmen ist der eine besteig- bar hergestellt.(Schlüssel in der Wirthschaft.) Die Rund- sicht ist sehr umfassend: Melibocus, Donnersberg, Rhein- pfalz, Sundgau, Elsass, Breisgau, Kaiserstuhl, Strassburger Münster, näher Achern, Sassbach, Erlenbad; zahllose Berge des Schwarzwaldes. Von hier Weg n. Bülil, nicht zu verfehlen über: ½ Std. Riegel, J/½ Std. Kappel(Linde) ¾ Std. Bühl. Neu-Windeck oder Scloss Lauf erreicht man v. Hubbad aus über: 25 Min. Aspich— 15 Min. Dorf Lauf(Rebstock; Restaur. 2. Raben)— 30 Min. r Ruine. Oben Aussicht beschränkter, als v. Alt-Windeck. Restaur. fehlt.—(Man kann v. Lauf in 1 Std. n. Glashüitte u. v. hier in 1½ Std. zur Hornisgrinde).— Verbindungstour n. Achern: Vom Dorf Lauf in 35 Min. n. Erlenbad, u. über Sassbach n. Achern, vgl. R. 7. Route 7: Achern und Umgehung. ½½ Tag, der sich mit dem von R. 6 vereinigen lässt, wenn man die geeigneten Eisenbahnzüge benützt, oder v. Dorf Lauf über Er- lenbad n. Achern geht. Vgl. Ende R. 6. Eisenbahnfahrt v. Ottersweier n. Achern. vgl. EBR. 1. Die Station ist 15 Min. v. Orte entfernt. Achern, 491“, Post 2. Krone; Adler; Engel; Sonne; Biergarten 2. Rathskeller gegenüber d. Krone). Gewerb⸗ DRNRNN Route 7. Achern.— Erlenbad.— Sassbach. 95 fleissige Stadt(als solche seit 1808) mit 3000 EW.— Auf dem Markt Denbmal des Grossſieraoοs Leopold v. Friedrich. — In der NMicolausbapelle aus dem 13. Jahrh. die Ei E⸗ weide Turenne's beigesetzt. Empfehlenswertner Spaziergang: Auf den Hochbühl. Die Hauptstrasse r. v. der Krone oder Adler hinaus, auf die Landstrasse. Beim zweiten Bierkeller l. den Weg, der di- rect durch Felder hinaufführt. Meist flattert zur Kennzeich- nung oben über den Bäumen ein Füähnchen. 20 Min. bis hinauf. Oben Anlagen, kleines Häuschen mit Wirthschaft, auch Bier. Das malerische Panorama auf das Gebirge, sowie der Ausblick auf die Kheinebene, Strassburg, Vogesen, lohnen überreich den kleinen Abstecher. Weiterer Spaziergang: Illenau, Erlenbad, Sassbach. V. der Krone I. die Hauptstrasse. Beim zweiten Steinbrück- chen Wegweiser nach Sdassbachebi, Erlenbad. Mlendul. Letaterer Weisung folgend, gelangt man an einen zweiten Wegweiser, der dasselbe zeigt. Weiter n. Illenau, welches in 5 Min. erreicht ist. Ilendau ist eine grossartige Irren- anstalt, nach den bewährtesten humanen Prinzipien der Jetatzeit eingerichtet. Etwa 500 Pfleglinge. Man werfe einen kurzen Blick auf den Hof, kehre zum äusseren Thore zurück, und gehe nun rechter Hand den Weg ausser⸗ halb an der Hecke entlang(ist man nicht hineingegangen, dann ist es also I.) bis zur Chaussee. Diese r. bis zu einem Wegweiser, der n. Erlenbad zeigt. Bis hierher in Summa 20 Min.— Dem Wegweiser folgend, kommt man in die hüb- schen Anlagen des Menduer Waldehens, durch die man sich, Wo Wege zweigen, rechts haltend, leicht durchfindet. R. neben dem Wäldchen liegt ein gartenartiger Kirchhof.— Bald darauf(15 Min.) Fahrweg mit erhöhtem Fusswege.— Diesen Fahrweg r.— 10 Min. breiterer Fahrweg. Hier 1. Dann gleich den Promenadenweg, der r. abzweigt. Auf seinen Windungen Ruhesitze mit Prächtigem Blicke auf das Gebirge, Brigittenschloss, Hornisgrinde mit ihrem Signal, Ruinen v. Alt- u. Neu-Windeck.— 15 Min. OöersdssbaeR Kurz vor dem Orte weist ein Wegweiser zur Sommerwirth⸗ schaft 2. Löwen. In den Ort. Wegweiser, der n. Achern zurückweist. Man bleibt gradeaus, u. erreicht in— 15 Min. Vrlenbad(Kur- u. Badhaus) hübscher, stiller Aufenthalt. Ommibus n. Achern zur Bahn. V. hier in 15 Min. n. Sassbae5 (Ochs), u. durch die lange Strasse dieses Ortes. Zur Sicher- R V. Route 7. Achern.— Turennedenkm. Route 8. 96 heit frage man nach dem Wege zum Turenne-Denkmal. Er geht vom letzten Hause des Ortes an der Chaussèee n. Achienn(das von hier 1½ Std. entfernt) 1. zu dem sofort sichtbar Min. Turennedenhmal. Ein 38“ hoher Gra- nit-Obelisk, 1829 v. der französischen Regierung errichtet. Daneben der alte Denkstein u. der Rest des Nussbaumées, dessen durch eine Kartätschenkugel hlagener Ast 1675 bei Beginn der Schlacht Turenne tödtéte, von Epheu dicht umrankt. Ein jun Baum ist nachgepflanzt. Das Wärterhäuschen bewohnt eir her Invalid Das Stückchen Erde selbst soll anzö sein.— Wer die schattenlose Chaussèee zurück vermeiden will, schlägt den kleinen Fussweg l. hinter dem Denkmal ein, der auf eine andere Chaussee füh diese r. zum Löbemoirthshiaus, bei welchem in einer kleinen Waldec die obengen. Som- mereol mit Durchblicken auf d. Gebir 15. Min. nicht immer gut.— Von da führt durch Fusspfad in 5 Min. zu dem obengen. , A8 den Promenadenweg bei Obersdssbach àu- rück, u. so n. Acl Achern ist sehr geeignet, zum Standpunkte für Aus- flüge zu dienen. Die Einrichtung di s Buches ist der Art, dass der Tourist sich aus den Rn. 5, 6, 8 u. selbst 9 das Nöthige für weitere Ausflüge mit Leichtigkeit entneh- men kann. Route 8: Von Achern nach dem Brigittenschloss, Hornisgrinde, Maummelsee, Seebach, Ottenhöfen, Allerheiligen, Oppenau, Lierbachthal. 2 Tage bequem. Uebernachten in Seebach od. Ottenhäfen. Wer die Tour zur Hornisgrinde in umgekehrter Richtung machen, oder nur n. Allerheiligen will, fahre mit dem Postomnibus über— /ͤ Std. Kap- Pel-HRodec,'(Linde; Ochs), überragt von der noch bewohnten kleinen Burg Fodechꝰ(r. mündet das Paldulmen Thah) u. durch Furschenbach in —.40 Min. n. Ottenhdfen. Oder, da der Omnibus etwas spät abgeht, früh mit eigenem Wagen(än der Post in Achern zu habem). Man erhält sich dadurch frisch zum Marsch. Zu Fuss betragen die Ent- fernungen 1½ Std. u. 1½ Std. Der Weg durch das liebliche Thal bietet hübsche Blicke auf Brigittenschloss, Hornisgrinde, ete.— Ot- tenhöfen s. W. u. ich nů mn Th Uulztr 1. Mt — Route 8. Sassbachwalden.— Brigittenschloss. △ V. Achern(5s. R. 7) an dem dort erwähnten Wegweiser bei der Steinbrücke r. die grosse Fahrstrasse nach 1 Std. Sassbοjaden(Bad. Hof; Sonne). Schöne Kirche. Die malerische Lage des Ortes tritt besonders jenseits beim Rückblicke hervor. ½ Std. Hörchenberg.(Hinter diesem Dörfchen biegt r. von der Strasse ein steiniger u. schlechter Weg ab, der aller- dings in etwa 1¼ Std. auf das Brigittenschloss führt. Er ist mühsam). Besser der etwas weiteren Fahrstrasse folgend, die auf der anderen Thalwand allmälig aufsteigt, in 1 Std. ein etwas ungeschickt gestellter Wegꝛoeiser auf der Höhe des Bergsattels. Hier den Weg im Bogen r. zu der längst sichtbaren Ruine. Wo er sich im Gebüsche theilt, r. gehen. 18 Min. mehrarmiger Vegeoeiser, der auch n. Otten- höfen u. Sassbachwalden zeigt. Von hier in 8 Min. Brigittenschloss, eigentlich das Hohenroder Schloss. Spärliche Trümmer auf einem vorspringenden Felsgrat. Die Bergkuppe mit Steintrümmern bedeckt. Die Aussicht durch das schöne Thal v. Sassbachwalden und n. Achern, Ottersweier, auf die fruchtbaren Gelände des Schwarz- waldabfalles u. die üppige Rheinebene ist sehr belohnend. Die Burg wurde 1815 von Schatzgräbern gesprengt. Mehrere sich widersprechende Sagen heften sich an diese Steine, zum Theil düsterer Natur. Der Widerspruch in denselben ist wahrscheinlich durch die Mischung heidnischer u. christ- licher Elemente zu erklären. 20 Min. zurück zu dem ersteren PWegiweiser, u. nun die Landstrasse entlang weiter auf der Satteihöhe. Bald Blicke r. zur Hornisgrinde. 25 Min. Bei einer Steinſiitte Gabelung des Weges. Hier fehlen nun mehrfach Wegweiser. Man bleibt hier r. 6 Min. Wieder Wegetheilung; wieder r. weiter. 40 Min., wo der Weg begonnen hat, weniger gut au sein, geht r. in's Gebüsch ein Weg ab. Derselbe erscheint ein schlechter Fussweg, zeigt aber Rüderspuren. 3 Min. Wegetheilung. Hier nicht r. sondern I. hinauf, den immer schlechter werdenden Weg durch Wald u. Ge- sträuch, weiter hinauf kahler, zum Theil etwas steil, sonst nicht zu verfehlen. v. Seydlitz, Schwarzwald. ——— Æ RRPRRNRNNNNNN — 2 98 Route 8. Hornisgrinde.— Mummelsee. 50 Min. Steinsignal auf der Hornisgrinde, 3887½ (Grinde, nicht Gründe. Grinde bedeutet so viel wie Kopf). Sie ist der höchste Punkt des nördlichen Schwarzwaldes. Der Gipfel, eigentlich eine weite, flache Kuppe, ist sumpfig u. kahl. Das Panorama umfasst in der Ferne: Feldberg, Kandel, Belchen, Blauen, Kaiserstuhl, Vogesen, die Berge bei Baden(Uburg, Mercur), Freudenstadt, die schwäbische Alp, die Achalm bei Reutlingen, HORen201 Hohentwiel. Im Vordergrunde: das Brigittenschloss, Achern, die Rhein- ebene bis Strassburg. In der Tiefe auf der Gebirgsseite: die Thäler des Langenbaches, der Schönmünzach, des Hunds- baches. In ihnen Spuren ehemaliger Hochgebirgsseen. Lei- der ist die Aussicht selten klar genug. Man muss sie zu- dem durch einen Rundgang auf dem Plateau zusammen- suchen, da der Thurm, der mit Leichtigkeit— etwa durch eine Aussentreppe um die Mauer herum— zur Aussicht herzurichten wäre, unzugänglich ist. Wege v. Schönmünadchi u. v. Herremoies hierher 8. R. 3. Seitentour 2. Hinab zum Mummelseèe ist der Weg nicht zu verfehlen, wenn man dem schlechten Fussweg in derselben Richtung weiter folgt, die man gekommen war. In etwa 10 Min. schimmert auf dem nun recht guten Fusswege J. im Thal- kessel der See schon durch die Tannen. In weiteren 10 Min. ist man am Ufer, u. erreicht hier in 5 Min. eine grob ge- baute, geräumige, aber ganz leere Holz- Sehtitehüüte 25 Min. Mummelsee, 3440“ ü. Meer, 40“ tief. Der Eindruck, den der in einem von Bäumen dicht bewachsenen Felsentrichter liegende See hervorbringt, wird nach Stimmung, Ansprüchen, Beleuchtung verschieden sein. Der sinnige Naturfreund kann Stunden an seinem Ufer verträumen. Dem Spiel des Windes auf dem Wasserspiegel, dem Spiel der Libellen, irgend eines Was- serthierchens folgend, dem halblauten Rauschen der Baumkronen u. Wipfel lauschend, wWird ihn bald der Zauber der Stelle befangen, u. ihm klar werden, wie sehr der poetische Sinn des Volkes Recht hatte, dieser Stelle liebliche wie wehmüthig düstere Sagen anzu- dichten.(Vgl. Bild in der Trinkh. z. Baden). Der Weg vom See weiter hinab ist nicht zu verfehlen. Wegweiser in Menge. 35 Min. Der Wollsbrunnen. Kleine Quelle an der hier erreichten grossen Fahrstrasse n. Seebach. V. Batersbronn u. HRullistein hierher vgl. R. 3. Seitent. 1). Hier r. die weit⸗ bogig abfallende Strasse hin. In Gebö nele Hiuan Pirll 0 Cenlei Route 8. Seebach.— Ottenhöfen. 99 J Std. die ersten Häuser v. Seebach, dessen einzelne Gehöfte man weithin zerstreut durch das Thaf liegen sieht. (Wer die alte Strasse von da ab, wo sie die schöne neue schneidet, hinabgeht, spart allerdings wohl 20 Min. Hinauf fast nichts v. Seebach ab.) Am Anfange liegt das Wirthshaus zum Adler. ½ Std. bei den am dichtesten liegenden Häusern der Gemeinde Whs. 2z. Hirschen(einfach, aber freundlich, ganz leidlich gut, auch Bier) sowie zur Krone. J/ Std. Die Hagenbruche. Con bier kann man in 2¼ Std., in den zuerst steinigen Weg 1. einbiegend. n. den Gottschläg-Hlillen u. Allerhelligen, verliert aber die Aussichten, die der Weg v. Ottenſidhen ins Seebachthal bietet.) 25 Min. Ottenhöfen CLinde; Wagen; Pflug, billige Pension). In schönster Lage. Vortrefflicher Stützpunkt für Excursionen. Die streitbaren Bewohner des Ortes, sowie der Thäler von Kappel, Waldulm, Sassbachwalden, schlugen 1796 Einfälle der Franzosen blutig u. siegreich zurück. N. Achern Postomnibus; vgl. oben d. Anmkg. sauber, Für Denjenigen, der wie Viele, diese fast besuchteste Partie des nördl. Schwarzwaldes in umgekehrter Richtung machen will, sei das Nöthige dazu hier kurz scizzirt.— V. Ottenhõſen über See- bach bis zum Wolfsbrunnen(aufwärts besser auch auf der neuen Strasse) 1¾ Std. Hier an einem Baum ein Wegweiser befestigt. Ebenso die folgenden Weiser. Man geht nun I. ab aufwärts den befahrenen Weg.— 6 Min. Wegwe er, hier 1.— 4 Min. Wegwei⸗ ser, r.— 8 Min. Wegweiser. Hier I1. den guten Fussweg hinan, immer steigend.— 25 Min. Mehrere Wegweiser.— 10 Min. Ufer des Sees.— Schon etwas vorher zeigt ein Weiser n. Seiblesech od. Eekle, vgl. R. 3 Seitent. 2. Man folge demselben Wege vom Seeufer ab 1. am Wasser hin. Sehr bald gabelt er. Hier 1. Wegweiser, der n. d. Hornisgrinde zeigt. Der gute Fussweg mit schönen Durchblicken zum See steigt, oben schlechter Werdend, bis zum— ½ Std. Signal. — Hinab in der Richtung, die man kam, steiniger Weg.— 30 Min. Theilung; r. weiter.— 3 Min. breiter Fahrweg, bald zu guter Chaussee werdend; I. sich wenden.— 24 Min. Gabelung; 1. Weiter. —6 Min. Gabelung bei einer Steinhütte; gradeaus weiter.— 23 Min. beim Austritt aus dem Walde sieht man d. Brigittenschloss, u. kommt an den schlechtgestellten Wegweiser, der n. Erlenbad u. Schloss zeigt. V. hier wie o. 2. Schloss.— Wer schlechte MWege nicht scheut, kann den Hinabweg etwas kürzen, wenn er beim Wiederaustritt aus den Trümmern den I. am Ausgange zuerst kaum sichtbaren Fussweg über die steinige Wiese zu den einzelnen Häusern hinab einschlägt.— Den Weg über Hörchenberg, Sassbachwalden n. Achern, der hinab gute 2½ Std. in Anspruch nimmt, vgl. oben. Nahe der Kirche in Ottenpäfen steht ein Wegweiser, der nach dem Edelfrauengrab zeigt. Der Weg ist zunächst die grosse Allerheiligener Chaussee. Aber gleich hinter den 100 Route 8. Gottschlägfälle.— Blöchereck. Heuizer eine — letzten Häusern des Ortes sieht man I. einen zweiten Wei⸗ Ser n. Edelfrauengrab u. Kllerheiligen. Dieser Weg I. steigt allmälig, immer schönere Ausblicke in's Seebachthal ge- während. 15 Min. Wegweiser. Gleich darauf J. der kleine grüne Bergkegel, auf welchem einst Schloss Bosenstein stand. Oben jetzt ein Rübenfeld. Aussicht behindert. Von dieser Stelle nicht hinab oder hinauf, sondern den mittleren Weg weiter, welchér r. umbiegend in's Gottschlqgthulenhen führt, und ꝝu 35 Min. d. Gottschläg-Fälle. Sie sind durch Trep- pen u. Stege zugänglich, den Büttensteiner Fällen(s. u.) ühnlich. Eine nicht zu versäumende, sehr hübsche Partie. Eine Art Höhle heisst das Edelfruuengrab. Nach der Sage wurde hier eine Frau v. Bosenstein, die ihren neugeborenen Kindern nach dem Leben getrachtet, eingemauert.— Durch die Felsen hinauf an den Fällen fort, erreicht man nach 20 Min. einen Wegꝛoeiser, der n. Blöcherech zeigt. 10 Min. Steigens führen auf diesem Wege au einem Pavillon, Wo eine ganz prächtige Aussicht, einerseits in grü- nes Waldthal, andererseits auf wild zerrissene Felsenkämme. Auf der Höhe weiter. 10 Min. Häuser von Böcherech. Hübsche Ausblicke. Hier Wegestein, der sowohl zurück als n. Allerheiligen zeigt. Sogleich ein zweiter. Nach wenigen Schritten Steigens ein dritter. Bald schöner Laubwald, an dessen Eingang ein vierter. Durch den Wald hinab u. bei einem 23 NMin. fünften Wegestein, erreicht man die grosse Chaussee, der man 1. folgt. Sie steigt in Krümmungen, mit Aussichten. Nach ½ Std. zwei Wegweiser auf der Höhe, welche n. Achern, ARerhieiligen, Sulabach zeigen. (Wer v. Alerheiligen n. Ottenhöen oder Achern zurück will, kann von hier auf der neuen Strasse, die wir kamen ganz zurück über Nesihaðs 1 Std., n. Ottenhöfen /4 Std. gehen. Der alte Fahr weg, wWelcher von diesen Wegweisern ebenfalls hin führt, kürzt 12 Min., ist aber Baulelt. aussichtslos.) 5 ö 8 35 er Eine Tafel I. am Wege, an einem Baume, zeigt einen Dite zl Fussweg an. Auf diesem gelangt man, einmal die Chaussee Mlthal Route 8. Allerheiligen.— Büttensteiner Fälle. 101 kreuzend(überraschender Blick auf Ruine u. Thal) dureh eine kleine Waldecke au 5 Min. Forsthaus bei Ruine Allerheiligen. In belieb- ten Forsthaus ist in der hohen Reisezeit oft nicht Raum zu bequemem Nachtquartier, zumal sich daselbst Sommer- Pensionäre aufzuhalten pflegen.— Das Kloster, an dessen schönen Ruinen noch die alte Pracht u. Grösse zu erkennen ist, war seit 1191 Prämonstratenser-Probstei. Seit 1657 Abtei, u. von grossem Rufe. 1802 säkularisirt. 1803 vom Blitz eingeäschert. Wer irgend wie Zeit hat, richte seinen Besuch der Fel- senschluchten folgendermassen ein: Neben der Scheuer weist an einem Fusswege ein Wegweiser nach der Lobltsenruhe u. Engelsbanel. Auf diesem Wege, nicht abwärts noch aufwärts abbiegend, gelangt man in 15 Min. zu einem Pavillon, als Engelsbaneel beneichnet. Von hier hat man eine überraschende Aussicht in die Schluch- ten, wo unten die Fälle brausen, in ihrer Grossartigkeit an die Rosstrappe im Harze erinnernd, sowie das Lierbachthal hinab. Niemand versäume diesen Punkt. Man mag, wenn man vorzieht, n. Allerheiligen zurückkehren, u. durch die Fälle n. Oppenau, Zeit zu sparen. Wer aber ein Natur- schauspiel, das ihm geboten ist, voll auszukosten liebt, wan⸗ dert von dem Pavillon den Fusspfad weiter hinab durch Prachtwald in 15 Min. zum steinernen Tisch, wie die Stelle am Aus- gang der Fälle genannt wird, u. steigt nun in 35 Min. ge- mächlich Alles bewundernd durch die Fälle in den Schluchten zum Forsthaus zurück. Die Büttensteiner Fälle, ein Glanzpunkt, sind eine grosse Anzahl Cascaden, unter denen sieben Hauptfälle un- terschieden werden, u. die in ausserordentlich malerischer Weise v. dem durch eine zickzackartig gespaltene Felsen- schlucht stürzenden Lierbach gebildet werden. Einzelne Felsen haben besondere Namen; eine Höhle heisst„Jigeu- nerhöhle“. Die Schluchten sind auf das Bequemste gangbar gemacht. Wer n. Oppendu will, durchwandert nun vom steinernen Nisch am Ausgang der Fälle ab das sehr schöne Lier- bachthal auf bequemem Wege auf halber Höhe der rech- NNNN 102 Route 9. Oppenau.— Antogast. ten Thalwand. Es ist einsam. Selten einzelne Häuser zu sehen. Man in 1½ Std. J. Gasth. zur Taube. 30 Min. Oppenau. S. R. 9. 1 — Route 9: Oppenau.— Antogast.— Das obere Renchthal mit den Renchthalbädern Petersthal, Freiersbach und Gries- bach. Ueber den Kniebis bis Rippoldsau. 1 Tag bequemen Marsches v. Oppenau n. Rippoldsau, den man sogar zum sehr leichten Spaziergang macht, Wenn man v. Oppenau mit der Morgen- oder Mittagspost bis Griesback fährt. Man kann sich dann auch so einrichten, dass man Morgens Antogast besucht, Mittags mit der Post n. Griesbachi fährt, u. etwa über die Holz al⸗ der Höhle(s. u.) n. Rippoldsau wandert. W. er aber die Post benutzt, suche einen Platz auf dem Verdecke zu erbalten, damit er von den Landschaften des auch für F anderung lohnenden Thales nichts Verliert.— Macht man All auch den Abstecher n. Antogast zu Fuss, so muss manef aufbre hen, es wird ein starker Tagemarsch, denn es sind dann über den Kniebis 9½ Std., über die Holziwälder Hohe 8½ Std. blossen Marschirens im Ganzen. Das untere Renchthal mit Oberhireh vgl. Ende v. R. 10. Oppenau, 931“, PPost; Stahlbad). Im Orte nichts be- sonders Bemeérkenswerthes. Seine Lage macht ihn zum Stützpunkte für Excursionen.— Die nördliche Thalwand trägt einen Pavillon mit schöner Aussicht. Die directe Kniebisstrasse führt nahe der Stelle, wWo die Strasse V. Allerheiligen in den Ort kommt(Wegweiser) in 2¼ Std. zur Schibedenschia e, dann zur Schwabenschanze auf dem Rossbühl GCahebei Wirthshaus zur Zuflucht)./ Std. Alecanderschanze. Hier mündet die Chausee v. Griesbach ein(Igl. W. u.) Die Schanzen stammen aus dem 30jährigen u. aus den Franzosenkriegen des 18. Jahrhunderts. Abstecher n. Antogast: Ein Stückchen auf der directen Chaussee zum Kniebis. Danner. ab guter Fahrweg in 1¼ Std. n. Antogast (Kuraustalt u. Gasth. v. Hüper. Im WAkeseite romantisch gele- gen. Sehr besucht, besonders v. Elsässern, wie alle Renchthalbäder. MWohl schon aus dem 14. Jahrh. bekannt.— Von hier hat man 1 Std. bis zum n zur Zuflucht auf dem Kniebis.— Man kann auch in 1 Std. n. Breitenberg Erfrischung im mittleren Bauernhofe), dann hinab in's Thal der blden Rench, u. so n. Griesbach in 1 Std. Auf dem Wege herrliche Aussichten. nit tz d briez a1 Route 9. Freiersbach. Petersthal. Griesbach. Kniebis. 103 Zu Fuss v. Oppendu das Renchthal aufwärts, erreicht man in 3/ Std. Dach. / Std. Löcherberꝗ Pflug). Von hier kann man durch das Nordrach oder auch das Harmers- bacher Thal n. Biberach im Kinzigthale. Man gehe beim Pflug r. über die Holzbrücke an der Säge, verfolge den Fahrweg, der im Zick- zack auf den Bergsattel oben führt. Hier ist ein Wegweiser. 50 Min. Steigens. Vgl. R. 13. / Std. Freiersbach(Bad, u. Gasth. v. Meyer). Ge- räumige Anstalt, höchst anmuthige Lage. In bescheidenerem Style, als die folgenden Bäder. Der Ort selbst liegt 20 Min. r. im Seitenthale. /½ Std. Petersthal(Bad, u. Gasth. v. Müller). Gross- artige Anstalt. Elegant. Allen Bedürfnissen u. Ansprüchen entgegenkommend. Brunnenhäuschen. Schöner Platz unter hohen Bäumen am Hause. Sehr besucht, meist von Frauen. Im 16. Jahrh. als St. Petersbrunnen bekannt.— Von beiden letzten Orten unzählige Spaziergänge.(Weg durch das Veildschiappachthal s. R. 10.) (Teber ſ½ Std. Böstenbach, ½ Std. Döttelbach, nach ½ Std. Griesbach.) 1 Std. im Ganzen Griesbach, 1654,(Bad, u. Gasth.) ist in Alter, Eleganz, Besuch, der Rival Petersthals. Spa- ziergänge hier nicht minder zahlreich. Kniebis u. Rippolds- au werden viel besucht. Im Uebrigen vergl. ausser dieser Route auch R. 8, 10, u. 13.— Ueber Breitenberꝗ n. Anto- gast S. 0.— Die grosse Kniebisstrasse führt in vielfachen Windungen, mit mancher schönen Aussicht, auf den Knie- bis, auf welchem sie in 1½ Std. Mirthsh. 2. Lumm auf dem Kniebis erreicht. 3072“. Der Pass hiess ehedem urkundlich Knibuz. Von der n. Freudenstadt weiter gehenden Chaussèee r. abbie- gend, erreicht man in ½ Std. VFeiler Kniebis(Ochs). Die Verbindung mit 2½ Std. Freudenstadt vgl. in R. 2.— 1½ Std. NippOαα, Höhe kahl. Der übrige Theil des Weges hinab immer schöner werdend. Fussweg über die Holzwälder Höhe. 2½ Std.— V. Gries- bach auf der Kniebischaussee nach 20 Min. Wegweiser, der r. den breiten Promenadenweg“ in den Wald zeigt. Er steigt.— 25 Min. I. am Wege Wasserfall, schöner Punkt, zu dem eine Steintreppe 2 ⏑ NNNNN NNNNN 104 Route 9. Holzwälder Höhe. Route 10. Rippoldsau. hinabführt. Hinab u. wieder herauf 10 Min.— Bei der gleich da- rauf folgenden Wegethbeilung geradeaus.— 8 Min. Wegweiser, I. gehen.— 15. Min. Aussichtspunkt bis in Rheinthal.— 15 Min. Weg⸗ weiser, wieder I. Bald dar auf wieder Aussicht. Leider alle imVerwach- sen begriffen.— 15 Min. geradeaus bergan. r auf dem höchsten Punkte, 3055“, der Holzibälder Hohe, bei Ruhebänken ist die Aussicht verwachsen. Hinab zuerst durch Tannenwald, dann schattenlos auf Zickzackwegen mit sehr schöner Aussicht zur— ½ Std. Nirth- schaſt aun Holzipdlder Hohie an der Landstrasse.— ½ Std. Rippolds- au. Das grosse Gasthaus hierselbst hat manchmal nicht Platz für Fusswanderer. Solchen ist zu empfehlen, noch ½¼ Std. weiter n. Klösterle zu wandern, wo man leichter u. gut unterkommt. S. R. 10. Für in entgegengesetzten Richtung Wandernde ist folgende Anwei⸗ sung rathsam: V. Rippoldsdau nach— 25 Min. Wegestein, r. n. Knie- bis, I. einen Fussweg n. Griesbach zeigend. L. weit— 5 Min. Nirthschaſt zaur Holzibùlder Hò Hier am Hause den Zickzackweg hinauf, der lange Zeit immer wieder an die Telegraphenleitung führt. Immer den guten Weg r. bleiben.— 1 Std. Steigens bis auf die Höhe zu den Ruhebänken. Nun zuerst ziemlich eben, dann auf sich senkendem Wege weiter, nicht zu fehlen.— ½ Std. Pavillon.— Etwas weiterhin die Steintreppe zu dem Wasserfall hinab. Von die- sem ab kann man auch nun unten den schmalen Pfad Weitergehen, der später wieder in den obengenannten„Promenadenweg“ mündet. Von hier auch nicht zu verfehlen; in— 35 Min. Griesbach. — Route 10: Rippoldsau, Klösterle, Burbachfall, Seebach und Glas- wald-See, Schaphach(bis Wolfach.)— Wildschaphach. — MNach Petersthal und im unteren Renchthale über Oberkirch nach Appenweier. 1 Iag.— Von ERiypoldsau bis Petersthal 5½ Std. Man kann u also derartig einrichten, dass man, selbst mit dem Besuche des Bur- bachfalles, die gegen den Abend(gegen 6) v. Petersthal n. Aypenweier gehende Post erreicht.— Wer nicht den Burbach, dagegen den Glas- iwaldsee mit besucht, braucht 8 Std., muss also sehr früh aufbrechen, Wenn er die Post in Petersthal noch erreichen will.— Wer beide Abstecher mitnimmt, muss in Petersthal übernachten. Rippoldsau, 1888/,(Bad u. Gasth. v. Göringer, schwei⸗ zerartiges Etablissement im grossen Styl, manchmal über⸗ füllt). Malerische Lage im engen Thal, gesunde Luft, un- zählige Spaziergänge, der gebotene Comfort, u. die Bade-, sowie drei Trinkquellen, Kalksäuerlinge, v. denen etwa 800,000 Flaschen im Jahr exportirt werden, machen es wohl uum be flüge f ere Uönchs⸗ 1 1 burger Ind dls hentad Hale ibe Route 10. Klösterle.— Burbach.— Glaswaldsee. 105 zum besuchtesten aller Bäder um den Kniebis.— Für Aus- flüge verweisen wir den Rippoldsoud oder Klösterle 2zum Stützpunkt Wählenden auf R. 2, 9, 10, 14, 16, selbst 12, 13, 15, aus denen er sich leicht orientiren wird.— Post- verbindung mit Hausdch täglich im Sommer 3 Mal.— Auch dieses Heilbad ist alt u. im 16. Jahrh. schon berühmt. Län- gere Zeit war es beliebter Ausflug für die zuchtlosen Mönchs- u. Nonnenklöster der Landschaft, 2. B. Klösterle. J½ Std. Klösterle(Whs. u. Brauerei v. Schneggen- burger 2z. Erbprinzen, mit Garten am Ufer der Wolfach). War immer nur von wenigen Mönchen bewohntes Benedic- tiner Priorat, aber lange in desto schlimmerem Rufe. 1141 gegründet. 1633 eingeäschert. 1656 neugebaut, auch die Kirche. 1802 aufgehoben. ½ Std. Wirtisfi. à. Ietaten G'stehr, Bier. Hier mündet I. der Burbach. — Von hier in das kleine Seitenthal 1. Man sieht bereits das Ziel, den Wasserfall, welcher kinten r. im Thale herabstürzt, so wie den Pabillon burgartig auf einer Felsennadel erbaut, auf welcher einst eine Burg stand. In 20 Min. ist man oben. Aussicht vom Pavillon sehr malerisch, Wwenn auch beschränkt. Unterhalb des Burg- berges geht r. ein Weg zu einem nahen, wenn Wasser vorhanden schen Hassenfull; nur wenige Schritte. Von hier zur Land- se am G'stehr zur. Alles in kaum 45 Min. abzumachen. Der Bach heisst Burbach wird auch Burgbach genannt. ½½ Std. Merthishaus voν SeeH¹,Ü(auch Seebenwirthshaus gen.). Kein Bier. Es steht l. am Wege. Gradeüber führt der Weg iber die Holzbrücke zum Gidsꝛodldsee. Seitentour 2. Glaswaldsee. Ueber die Brücke, zuerst enges, felsiges u. hübsches Thal mit nicht bequemem Fahrwege.— 25 Min. R. ein Wegestein bei einer Wegetheilung, dessen schwarzer Pfeil die Richtung hinauf zeigt.— 12 Min. bei einem grossen Steinkreuz schöner Blick ins Thal. Man bleibt grade aus.— 9 Min. Wegestein, n. Petersthal u. 2. See zeigend. Der Fahrweg ist jetzt ganz bequem. — 12 Min. I. Wegestein„2. See“. Jetzt den Weg mit Gras bewachsen. — 9 Min., nahe einigen Seebachliof gen. Häusern wieder Wegestein 22. See“.— 20 Min. am Glaswaldsee 2819“/, unter dem 3144“ hohen Seebenkonſe in einem runden Bergkessel gelegen, ähnlich dem Mum- melsee, nur in kleineren Verhältnissen. Er ist Kkünstlich Wasserreich, da er zum Reservoir für die Flösserei im Seebache gestaut wird.— Bis hierher sind es 1 Std. 27 Min. bequem. Zurück etwa kleine 1½ Std.— Wer das nicht will, sondern den Ausflug von Rippoldsau gemacht hat, kann auf angenchmem Wege nach dem Bade zurück- kehren in kleinen 1½ Std. Dieser Weg führt I. um den See herum, an einem Wegweiser vorbei, der n. Seebach u. Petersthal zeigt. Wenn man fast um den See herum ist, beginnt der Weg sanft zu steigen.— 15 Min. Wegestein bei einer Wegetheilung, dessen schwar- zer Pfeil nur zum See zurück weist. Hier nicht 1. hinauf, sondern gradeaus den rasigen, sanfter steigenden, Weg weiter, mit schönen 38 N 106 Route 10. Schapbach.— Wildschapbach. Durchblicken r. ins Seebachthal.— 6 Min. Wegestein, der n. Pe- tersthal I. hinauf, u. 2z. See, so wie n. Rippoldsau zeigt.— 3 Min. Wegetheilung. Gradeaus bleiben.— 7 Min. Ein Felsblock Il. am Wege mit Inschrift zeigt den oberen Weg als richtig n. Rippoldsau. — 5 Min. nicht hinab, sondern oben bleiben. 7 Min. Ruhebank mit Wegestein. Keine Aussicht. Hier ist die ione der Bruderhalde erreicht. Ganz in der gekommenen Richtung weiter, den besten der hier kreuzenden Wege, der bald I1. schöne Einblicke ins Thal gewährt.— 12 Min. Stein, der nach dem See zeigt. Hier nicht etwa I. hinab, sondern gradeaus bleiben. Der Weg zieht sich dann ganz im Bogen r. herum.— 13 Min. Ruhebank mit hübscher Aussicht. Bald erblickt man Rippoldsau, u. ist in— 15 Min. an einem Wege⸗ stein, der„z. See“ zeigt. R. auf der hier erreichten Chaussee er- reicht man in— 5 Min. Rippoldsau.— Die Beschreibung ist genau; auch der in entgegengesetzter Richtung Wandernde findet ich leicht danach zurecht.— Diese Tour ist s0 hübsch, dass es N. reuen wird, die Stunde v. Rippoldsau bis zu dem Seebenwirthshause in dem ebenfalls so schönen Wolfachthale doppelt zu machen.— Wer nicht vorzieht, auf der Post bis Wolfach oder Hausach zu fah- ren, wandere nicht um Mittag durch das Thal, das auf einigen Str ecken dann sehr heiss ijst. 3/ Std. vom Wirthshaus vor Seebach ab ist die Kireie v. Schapbach erreicht.(Kurz vorher Wirthsh. 2. Adler; bei der Kirche: 2. Sonne). Hier Wegweiser n. Kaltbrunn, Wohin ½ Std.— Dann durch das Kaltbrunner Thal in 1½ Std. n. Vormthial im Thal der kleinen Kinzig, u. 40 Min. v. da n. Schenkenzell. Zus. 3 Std. 25 Min. Vgl. dazu R. 14. Der Ort erstreckt sich sehr weit hin. Bald, nahe dem Schulhause, trifft man rechter Hand auf einen Wegibeiser, der unseren Weg n. Petersthal zeigt. Verbindungstour durch das untere Wolfachthal n. Wolfach: Von der Schapbacher Kirche erreicht man in— Iin. Whs. z. Ochsen, noch zum Orte gehörig.— 1 Std. Weiler Walke.(CVon hier Seiten⸗ durch das Forderränkach- u. das Kürzenbuchthal über Marghof Riersbach im Hurmersbachthal, 3 Std. Vgl. R. 13)— ½ Std. An- 210 des langen Dorfes Obertwol,(Linde; 3 Könige)—/ Std. Wolfach. Es ist zu bemerken, dass das ganze Wolfachthal Auk die- ser Strecke lauter schöne Landschaften in beständigem Wechsel der Scenerie bietet. Der nach unserem Buche stricte reisende Tourist ver- lässt hier das Wolfachthal, um später in R. 13 u. 14 noch einmal ganz in die Nähe der hier beschriebenen Gegenden zurückzukchren. Der Weg n. Peterstha“, Fahrweg, nir- gends zu verfehlen, führt durch das allmklig immer enger werdende Wildschapbachthal mit wenigen Wohnungen. Oben erweitert sich das Thal zu schönen Wald- u. Wiesen- partieen. 2 Std. Höhe des Weges, am Gehänge des 2524“ hohen Hundl lier aul tion 10 Oppenat dahin b. 27 Route 10. Oberkirch.— Staufenberg. 107 Hundstonfes. Von hier durch das Freiersthal, wieder durch schöne Felsbildungen hindurch, am 1 Std. Dorfe Freiersbach vorbei, nach ½ Std. Bad Petersthal(s. R. 9). Es empfiehlt sich hier auf die Post zu steigen, u. bis Eisenbahnstation Appen- zoeien au fahren. Doch ist die Fusswanderung bis Ober- kirc/i noch immer sehr genussreich. Wer die Strecke bis Oppenau schon kennt, wird die Gelegenheit wenigstens bis dahin benutzen. Zu Fuss ist es 2½ Std. bis Oppendu. Weiter zu Fuss in 1 Std. Hubacherhef(Whs.) Reste der Burg Neilenstein. Gleich dahinter zWeigt r. beim Wegweiser ein Weg n. Sulzbach, 1 Std., ab. Bad u. Wirthshaus. Sehr freundliche Lage. V. hier n. Allerheiligen, vgl. R. 8S beim dort gen. Wegw. auf d. Höhe, 1½ Std. ½ Std. Lautenbach. Wallfahrtskirche aus 15. Jahrh. sehenswerth. Darin altdeutsche Altar- Gemälde u. Glasge- mälde. Darunter wird die„ Anbetung der Hirten“ auf 20,000 fl. geschätzt. Von hier durch das Rustenbachthal über Steighoſ, Sohlberg, am Eselsbrunnen vorbei n. Allerheiligen gute 11½ Std. /14 Std. Oberkirch(Post 2. Linde; Adler) mit dem dazu gehörigen Vernach(Ochs) 2400 Ew. Vortreffliche Weine: Klingelberger, Klevner. Schöne grosse Katholische u. kleine protestantische Kirche sehenswerth. Schöne Lage. Angenehmer Aufenthalt. Pension in der Linde.— Stütz- punkt für mancherlei Ausflüge: a. Ueber 14 Std. Gaisbach zur ½ Std. Schauenburg- Ruine. Schöne Aussicht. ½ Std. Weiter, beim Signal noch schöner. — b. 4 Std. zur Ullenburh bei Thiergarten, ebenfalls Aussicht.— 0. ½ Std. Ruine Fürsteneck, Aussicht.— d. 21½ Std. über Ruine Schauenburg n. Schibend, u. I. ab ins Thal v. Waldulm, nach 11½ Std. bei Kappel- Rodech ausmündend. Von hier n. Achern Post vgl. Anf. Y. R. 8.— e. Eine sehr hübsche Wanderung ist ferner die n. Stau- kenberg. Der Weg führt auf der Landstrasse n. Appenweier fort. JNach 1½ Std. geht I. ein Weg ab, der in die Bottendu führt, u. nach Std. n. Bottenau selbst; i Std. Hespengrund, vorzügl. Weingut; von da noch 1 Std. hinauf, Es sind von hicr 2 Std. hinab zur Eisenbst. Windschläg. Vgl. EBR. 1.— Grössere Ausflüge vgl. die vorhergehenden u. figd. RR. 1¼ Std. Nussbach(TLinde; Schwan). Gemälde in der Kirche sehenswertb. 1 Std. Appenweier, Eisenbahnstat. Vgl. EBR. 1. Wer direkt v. Oberkirch n. Stat. Renchen will, braucht auf schat- 108 Route 11. Offenburg.— Ortenberg. tenloser Chausseèe 2¼ Std. Bis Renchen durch keinen Ort. Sie lie- gen alle seitwärts der Strasse. Wagen zu mässigen Preisen in d. Linde in Oberkirch. Route 11: Offenburg.— Gengenbach.— Das untere Kinzigthal bis Biberach. Eisenbahn v. Appenweier n. Offenburg. Vgl. EBR. 42 Offenburg, 548“/, Fortuna; Post 2. Adler; Neue Pfalz; Alte Pfalz; Salmen; Röm. Kaiser; Hétel Schultes am Bahnh. mit Restaur.). 5300 EW. E öchst gewerbfleissige Stadt, die seit neuérer Zeit beständig im Emporblühen. Seit 1801 im Luneviller Frieden badisch. 1689 von den Franzosen eingeäschert. Eine Zeit lang freie Reichsstadt. Noch früher Hauptort u. Malstätte der Ortenau, zu Schwaben gehörig. Auch schon römische Ansiedelung.— Sehenswerth für den Touristen nur: die schöne neue gothische Kirche aus rothem Sandstein, u. auf dem Markte das Standbild des Admirals Drake, Einführers der Kartoffel, v. Friedrich in Stra sburg 3.— 1855 hierhergeschenkt; sowie etwa die Kkatholische Kirche. lie Cha Auf deren Kirchhofe wunderliche Darstellung der Scene Eüm lin am Oelberg. Ausflüge. a. Schloss Staufenberg am Besten v. Stat. Windschlüg aus, vgl. dies in EBR. 1. Auch in R. 10 bei Oberkirch.— b. Auf die Brandeck u. n. Oppenau. Mit Führer, v. Zell ab mitzunehmen. Der Ort Zell, Wo der berühmte Rothwein Wächst, ist v. Stat. Offen- ö burg ¾ Std. entfernt.— Von hier 1¾ Std. bis zur Höhe, Wo um- fassende Rundsicht.— Man kann v. hier n. Oppenau wandern. Führer angenehm, aber nur nöthig bis Kalikutt. Der Weg führt über die Höfe Reutehf α Std., Krebsenback ½ Std.; Spähknenplatz 20 Min. Dann nach— 5 Min. Wegetheilung. L. gehts n. Giedens- bach, ebenso gradeaus. Man geht r.— 25 Min. hier gradeaus blei- ben.— 8 Min. der Haltenhof.— 25 Min. Die Chaussee im Renchtliale, auf Welcher r. in— ½/ Std. Oppenaqu erreicht ist.— c. N. Dierburg u. Steinſirst über Stat. Niederschopflieim. Vgl. dies in EBR. 1.— Weitere Ausflüge ergeben R. 11, 12, 13, 14, u. 10, 9. Die Eisenbahn führt in ½ Std. n. Biberach. Stationen sind: Die Parenthesen geben die Entfernun- gen zu Fuss.) 1.—(/öñ Std.) Ortenberꝗ(Krone; Ochs). In der Kirche Altarbilder v. Mar. Ellenrieder.— ½ Std. über dem Orte ühalt, Route 11. Gengenbach.— Steinfirst.— Biberach. 109 Schloss Ortenberg. An Stelle des 1688 v. Créqui gesprengten, durch Eisenlohr 1840 für Hrn. v. Berkholz erbaut. Hübsche Anlagen oben. Von hier ab das Kinzigthal wunderschön. 2.—(1½ͤ Std.) Gengenbach(Post 2. Salm; Adler; Sonne). Amtsstadt v. 2500 Ew. Ehemals reichsunmittelbar. Auf dem Marktplatz sehenswerth Rathhaus u. Kaufhaus. Hoch gelegen die ehemalige reichsunmittelbare Abtei, u. die Bergkirche; Aussicht. Der Ort liegt sehr hübsch an der hier ziemlich breiten Kinzig, u. ist für nicht eilige Wande- rer ein recht angenehmer Aufenthalt. Ausflüge: 1: 2/4 Std. z. Burgstall v. Berghaupten. Weiter 11½ Std. Durch das Tlial v. Berghaupten, u. zur Ruine Diersburg auf dem Thierstein über Dorf Diersburg Linde).— L. hinauf im Thal zum Steinſinst 1½ Std.— Hier entweder a: I. ins Bermersthial hinab, an einer Kapelle vorüber.— 1½ Std. Windecher Ha,:— 1 Std. Winger⸗- bach;— 12 Std. Gengenback.— b: Oder r. 10½ Std. Fuchsbuch, u. durch den Ort im Thal hinab bis— 1ſ½ Std. Chaussee. Ueber diese fort. 1 Std. Brüche über die Kinzig.— 1/4 Std. Stat. Schönberg, mit enb. n. Gengenbach oder Biberach.— c: Oder vor dem Eintritt in chsbach r. n. Gehrenhof abbiegen, u. von hier 1 Std. n. Geroldsecł. Nicht zu verfehlen. Von da n. Biberach od. Schutterthal u. Lahr S8. R. 12.— 2: über Hüttersbach, 1½ Std., auf den Hochkopf 2 Std. Vgl. R. 13, von Wo empfehlenswerther.— Andere Ausflüge s. R. 10, 112 13, 14, 9. 3.— Sehönbery9. Die Bahn ist hier auf dem r. Ufer, die Chaussee zwischen Gengenbach u. Biberach geht auf dem linken. 4.—(1 Std.) Biberach(grosse Restaur. gegenüber d. Bahnh. Post 2. Krone; Sonne). Ein grosses, sehr freund- lich gelegenes Dorf von behaglichem Aussehen mit 1250 Ew. Als Stützpunkt für die in R. 12 u. 13 angegebenen Partieen sehr angenehmer Aufenthalt. In den guten Wirthshäusern kann man nach den Anstrengungen der Märsche sich Stär- kung aller Art(nicht immer Bier) verschaffen. Zeiteintheilung. Wer ein paar Stunden auf Offenburg verwendet, u. dann einfach n. Biberach fährt, kann dies mit Bequemlichkeit am Vormittag thun, dann in Biberach oder Zell Mittag essen, u. hat dann für R. 13 einen halben Tag gewonnen. Ganz dasselbe ist für Den zu bemerken, der Hohengeroldseck, das Schutterthal hinauf u. Welschsteinach, R. 12 besuchen will. Vgl. Näheres in beiden R. 12 u. 13. NRNRNDNRNN 2 23 110 Route 12. Prinzbach.— Nach Geroldseck. Route 12: Prinzbach.— Von Biberach über Hohengeroldseck in das Schutterthal.— Hühnersedel, Welschsteinach, nach Biberach zurück. 11/½ Tage ohne Prinzbach u. Lahr zu besuchen. Wer Nachmittags v. Biberach abgeht, u. nach 3 Std. 10 Min. in Seelbach übernachtet, hat es am Bequemsten. Wer Morgens abwan- dert, übernachtet in Sckibeighausen. Für einen guten Fussgänger ein 10stünd. Tagemarsch, wenn er früh aufbricht. Biberach vgl. R. 11. Nacht Prinzbach lasse man sich den Anfang des Weges im Wirthshause zeigen. Dann nicht mehr zu verfehlen. 1 Std Prinz- bach(Whs.) ist hauptsächlich nur für Alterthümler interessant, weil die Sage von ihm geht, hier habe eine grosse Römische Stadt ge- standen, reich durch Silberbergwerke, u. mit eigener Münze. Spä- ter sei die Stadt von Freiburg geplündert worden. Thatsächlich dabei ist, dass hier nicht unbeträchtliche Funde aus Römerzeit ge- macht, u. verlassene Silbergruben noch nachweisbar sind.— Man kann, von der Mitte des Thales abbiegend, in ½, Std. Steigens auf gutem Fahrwege die Chaussee n. Hohengeroldseck u. Lahr(8. u.) bei dem dort genannten Wegweiser erreichen, u. so beide Partieen Verbinden.— Schöner ist die folgende Tour. Von der Krone oder Sonne in Biberach r. die Chaussee hinab. In 5 resp. 8 Min. Wegetheilung vor der grossen Kinaig- brůche. Hinüber. Jenseits weist ein Wegweiser I. n. Lahr. Man geht diese langsam sich erhebende vorzüglich ange- legte„Ludwigsstrasse“ mit erhöhtem Fusspfade an den Sei- ten, u. biegt weder hinauf noch später hinab von ihr ab, wegen der schönen Aussichten. Nach einer Wendung r. erscheint schon Hohengeroldseck. R. im Thal die behäbi- gen Höfe v. Emersbachi. ½ Std. Megioeiser, der I. n. Prinabach u. Steinbach 1 Std. zeigt(Es ist aber mehr). 25 Min. Wirthspnaus 2. Löwen. 5 Min. die höchste Stelle der Strasse bei d. Denksäule. Von hier führt nun r. ein Fahrweg direct auf den Bergkegel mit seinen grossartigen Trümmern zu, welcher sich aber gleich(2 Min.) gabelt, um sich beiderseits auf den Gipfel hinaufzuwinden. Man kann beide Wege einschlagen. Am Besten geht man r. Uebersicht über den zurückge⸗ legten Weg. Nds6‚ö) teingtt Route 12. Hohengeroldseck. 25 Min. Kreuzweg. Hier Il. den Weg zwischen Hecken hinauf. Wo er aufhört, geht man l. über den Rasen(schwache Wegespuren) hinauf, etwas r. haltend, um den Eingang in die Trümmer zwischen dem Gebüsche zu finden. 20 Min. Oben in den Trümmern v. Hohengeroldseck. Die Rundsicht Kkönnte herrlich sein, wenn der jetzige Be- sitzer, Fürst v. d. Leyen, es nicht verschmähte, die geri gen Kosten für eine Thurmtreppe, u. vielleicht Wegräumung einigen Schuttes auf seinen altehrwürdigen Besitz zu ver- wenden. Auch s0 freilich lohnen dem Naturfreunde die einzelnen Durchblicke noch die Mühe des Heraufsteigens. Ueber schönen grünen, vielgegliederten Vorgrund hin über- sieht man das ganze Gebiet des Schutterthales, einen Theil des Kinzigthales, Rheinebene, Kaiserstuhl, Vogesen. Dies umrahmt von den hohen Bergen des südlichen Schwarz- waldes: Feldberg, Belchen, wie des mittleren: Mooswald, Hermersberg, Hundskopf, Kniebis(7). Auch die von theilweiser Pracht zeugenden höchst umfangreichen Trümmer, jetzt dicht von Gestrüpp umwachsen, wie Dornröschens Schloss, sind sehr interessant. Leider scheint absolut nichts für die Ruine zu geschehen. Am Fusse des Burgkegels liegen einige Höfe, Geroldsech gen.— Die Gründung der Burg schreibt die Sage völlig unbegründet einem Schwager Carls d. Gr., Kerold, zu. Histor. er- scheint sie erst im 13. Jahrh. 1677 von Créqui gesprengt, Nach der Rheinbundsacte War die Herrschaft Geroldseck, von 2½ Quadr.-M. ein souveraines Fürstenthum, das aber stillschweigend in der W ner Schlussacte wieder mediatisirt wurde. Die Wirthschaft in die- sem Ländchen unter der Beamtenfamilie Schmidt ist lebendigste Sa- tyre auf deutsche Kleinstaaterei.(Sollte la duchesse de Gerolstein v. Offenbach hier ihren Ursprung gefunden haben?) Seit 1819 ist das Gebiet Badisch. Zurück gehe man bis an den ersten Kreuzweg, u. hier den leidlich guten Weg 1., an den Häusern vorbei. Immer im grossen Bogen l. herum. Man gewinnt dadurch für die Umschau, u. ist in etwa 25 Min. wieder bei der Denbsdule. Nun die Kunst- strasse r. weiter, in bequemen Windungen, mit schö⸗ nen Blicken in's Thal, dessen einzelne Gehöfte Schönberg heissen. Nach 40 Min. 1., wo der Weg nach einigen, schon vorher sichtbaren, stattlichen Häusern führt, die Stenbach heissen, aber schon zum Marktflecken Seelbach gehören; über die Brücke, u. nun in dem hier erreichten Schutterthale I. auf. wärts. Nach weiteren N 112 R. 12. Schutterth. Hühnersedel. Schweighsn. Welschsteinach. 15 Min. Seelbach(beim Wirthsh. 2z. Engel, auch Bier). Wer v. Seelbach nicht denselben Weg n. Biberach zurück will, hat die Wahl, entweder über Prinzbach(s. o.) in 3 Std. zurück zu wandern, oder A über Lahr, das Schutterthal hinab, oder B aufwärts über den Hüulhnersedel, Schweighausen, Steinach. A. Das Schutterthal hinab bis Lahr. Am Besten mit Einspänner, den der Engelwirth besorgt. Zu Fuss erreicht man in— 40 Min. Reichenbach(Von welchem aus man auf den Steinfirs über Ber- mersbach n. Gengenbach in 4 Std. gelangen kann. Führer rathsam. Man geht r. ab durch das Gereuthithal, wenig bewohnt, bis auf die Höhe zu der in R. 11 genannten Wegekreuzung auf dem Stein- first in 2½ Std.)— 20 Min. Kukbach.—/ Std. Lahr. Val. EBR. 1. B. Das Schutterthal hinauf, gelangt man in 20 Min. n. dem Trettenhoß5, wohinter der Weg n. Prine- bach I. abzweigt. ½ Std. Wittelbach(Hirsch). 3/ Std. Dorf Schutterthal bei der Kirche.(Krone). Der Character des Thales nicht grossartig, aber malerisch lieblich. Weiter hinauf wird er ernster. 20 Min. Höyen. ½ Std. Dörlinbach. ½ Std. Houb. ½ Std. Höhe der Strasse bei Steig(Weg v. hier n. Paldhirch, vgl. dieses in R. 18). Von hier die breite Landstrasse I. ab. ½ Std. Schweighausen(Sonne; Krone) Ausgangs- bpunkt für eine Besteigung des Felsengipfels des Huhner- sedels(über Durrenhof 1½ Std. Führer rathsam). Der Weg bis Steinach hinab jist sehr reich an schönen u. wechselnden Aussichten u. Landschaftsbildern, u. jedem Touristen zu empfehlen. 20 Min. Anfang des langen Dorfes Geisberg, in Vorder- u. Hinter-Geisberg zerfallend, das sich in meist vereinzelten Höfen hinzieht bis 2 Std. Welschsteinach(Wilder Mann) schöne Lage der Kirche. In 1½ Std. ist die Chaussee im Kinaigthalè erreicht, u. auf dieser nunmehr I. in / Std. Steinach, Eisenbahnstat.(S. R. 14). Von hier mit der Bahn n. Biberach zurück, oder zu Fuss in 1½ Std. E Man kelrängt 8 Lele. Läcl Route 13. Zell a. H.— Harmersbach. Route 13: Von Biberach über Zell im Harmersbachthale, Löcher- berg, Nordrachthal, Hochkopf, nach Biberach 2urilck. 1½ Jage für Fusswanderer, denen diese Tour ganz speciell empfoh- len sei. Glanzpunkte sind das obere Thal des Harmersbaches, der Lockerberger Pass, das Hinabsteigen zum Nordrachthal, u. der Hoch- Kopf bildet schliesslich die Krone des Ganzen.— Mit Wagen(in d. Post in Biberach 7 fl. u. Trinkgeld) ist die Partie in einem Tage zu machen. Schöner aber zu Fuss. Man geht den ersten Tag bis NTordrach 7½ Std., u. absolvirt den Rest am nächsten Vormittag.— Oder man geht am ersten halben Tage in 4¾ Std. n. Locherberg Eflug recht gut)(oder ¾ bis 1 Std. n. Freiersbach, Petersthal wei⸗ ter), u. am zweiten, ganzen, Tage n. Nordrach, Biberach; v. Löcher- berg ab dann 78Std. Marschirens. Für den vom oberen Kinzigtnale Herabkommenden beginnt die Tour bei Stöcken(alte Post), von Wo die Chaussee abzweigt, u. auch in 50 Min. n. Zell führt. 50 Min. Zell am Harmersbache(Hirsch; Rabe; Löwe, welcher einen Privatomnibus am Bahnh. v. Biberach hat; Sonne, unmittelbar vor dem Eingangsthor, Lagerbier). Der Sonne gegenüber zeigt ein Wegweiser den Weg in's Nordrdch. al.— Lebhaftes Städtchen mit mancherlei Industrie. Ur- kundlich seit 1139. Eine Zeit lang reichsunmittelbar. Dann durch wüste Wirthschaft seiner Herren, Hin- u. Her-Ver- pfändung, Einäscherung während des 30jähr. Kr. vielfach bedrängt.— Nahebei die frühere Wallfahrt: Marid 2R¹¹ Koette. Rückwärts schöne Blicke; Hohengeroldseck sehr ma- jestätisch. Vorwärts nicht minder schön. Das Thal an diesen Stellen noch weit, mit zahlreichen Gehöften über⸗ sät, höchst anmuthig, voller Gewerbfleiss. Mühlen; Granit⸗ schleiferei. Den Hintergrund bilden hohe Bergkämme (Letterstätter Höhe, später auch Kniebis). Das Thal, lat. Vallis Hadamaris, heut auch Hammersthal(der Bach auch Hammersbach) genannt, war eine Zeit lang„freies Reichs- thal“, also reichsunmittelbar, u. in seiner sehr freien Ver- fassung noch v. Kaiser Maximilian bestätigt worden. 1 Std. Kirchlein von Unterharmersbach. Die Orte dieser Thäler alle ziehen sich lang hin, u. die Entfernungen v. einem zum andern misst man daher am Besten v. einer Kirche zur andern. 40 Min. Die schöne Kirche(Orgel; Gemälde v. Dürr) v. Seydlitz, Schwarzwald. 8 NNRDNNUNN 28 NNNN 114 Route 13. Harmersbach.— Löcherberg.— Fabrik. v. Oberharmersbach. Orei Schweinsköpfe). Merkwür⸗ digkeit der Gegend: Frau Armbruster, beliebte u. beleibte Bierwirthin.— Das wohlhabende weithin gestreckte Dorf hat 2500 Ew.— Die Sandsteinformation des Thales(die weiter oben in gehäuften losen Blöcken am Wege sich dem Wanderer zeigt, hat hier einige Naturspiele in den Bergen gebildet, zu denen sich der an Zeit reiche Wanderer füh⸗ ren lassen mag; so die Heidenhirche 2496“, u. die Fallben- brũche. 15 Min. Niersbach(Krone)—(Weg n. Schapbach vgl. R. 10). nin bleiben seitwärts die Gehöfte v. Langhard u. Löcherbery(gleichnamig mit L. im Renchthale). Die Landschaft nimmt mit beständig ansteigendem Wege an Grossartigkeit zu. Rückblicke zum Kinzigthale. 1½ Std. Wegestein auf der Wegehöhe, welcher n. Har- mersbach u. Petersthal zeigt. /½ Std. in letzterer Richtung weiter trifft man einen zweiten PVegestein, welcher l. den Weg n. Nordrachi angiebt. Folgt man hier der Richtung n. Petersthal, so hat man köstliche Ausblicke in das Renchthal u. die Höhen um den Kniebis. Löcher- berg im Renchthale erreicht man in 35 Min. vgl. S. 103. Unser Weg führt IJ. ab durch schönen Wald; es ist guter, noch immer steigender Fahrweg; bis nach 35 Min. die Höhe der Strasse erreicht ist. Hier steht kein Wegweiser, u. der Weg, langsam I. hinab sich sen- kend, ist zunächst etwas weniger gut, wird aber dann vor- zügliche neue Fahrstrasse. Man gehe ja nicht die alte Strasse. Sie ist ganz aussichtslos. 12 Min. Wegweiser, der n. Fabrik, Oppenau(1½ Std.) Petersthal zeigt. Bei einer scharfen Wendung des Weges zeigt sich Weiler Fabrih' u. mit ihm ein köstliches Land- schaftsbild. Die Strasse, in schöner Windung sich hinab-⸗ senkend, erreicht in 50 Min. Fabriꝶ, Weiler, welcher aus Gebäulichkeiten einer Jetzt wieder in Gang gesetzten Glasfabrik besteht.(Whs. I. am Wege). Jetzt folgen wechselnde, bald engere, bald Weitere Thallandschaften, in denen weithin zerstreut ein- zelne Häusergruppen, Zinken gen., liegen, mit verschiede- nen Namen u. zusammen 2000 Ew. Alles führt den ge- meinschaftlichen Namen der Gemeinde Nordrach. Bei der Kirche des Ortes ist der bedeutendste Zinken: Dauerul den im Dei de Iun l. li 69 lb kiere] nt 10 Lmzenn Route 13. Nordrach.— Hochkopf. 1½ Std. Nordrach(Stubenwirthsb. und noch eine Wirthschaft). Zum Hochkopf, 2051“: Eine Partie, die Niemand aus- lIassen darf.— Man geht vom Stubenwirth aus an der Kirche u. dem Kirchhofe vorbei, Fahrweg, grade auf den gegenüberliegenden Berg los. Hinter dem letzten einzelnen Bauernhofe gleich darauf r. ab.(l. ist nutzloser Umweg) den im Bogen über Feld sich hinaufziehenden Feldweg. Bei der Wegekreuzung gerade aus. Dann bei der Wege- theilung r. den sandigen, steinigen, steilen, bald halb Ver- schwindenden Weg hinauf. Wo er in den Wald tritt, folge man dem Hohlwege, steil u. erdig(hinab geht's besser), bis dahin, wo ein besserer Weg J. abbiegt, den man nun einschlägt. Von nun ab ganz leidlicher Fussweg. Wo man aus dem Walde in's Gestrüpp tritt, Blick in's Thal. Wieder in den Wald; Ruhebank, wo von r. her der Gen- genbacher Weg einmündet. Beide vereinigte Wege führen nun J. hinauf noch ein unbedeutendes Stück, u. nach 45 Min. im Ganzen hat man den hölzernen Aussichits- tyaurm auf dem Hochhopf erreicht, von welchem man eine KRundschau geniessen kann, die zu den malerischesten auf den Schwarzwald selbst gehört.(EEinige hinderliche Baum- wipfel müssten gekappt werden.) Besonders die südlichen Gipfel erscheinen in schöner Gruppirung. Ueber der Rhein- ebene die Vogesen. Das Nordrachthal, Zell, Gengenbach, Offenburg liegen offen da. Wer n. Gengenbach hinab will, braucht 1/ Std. über Huttersbachi. Weg leicht zu finden. Er beginnt bei der oben angeführten Ruhe- bank wenige Minuten vom Güpfel. 25 Min. auf demselben Wege zurück, hinab n. VNordrdch zum Stubenwirthshaus. In 1/ Std. v. Diesem ist der Wegweiser bei der„Sonne“ vor dem Thore v. Zell erreicht. In 50 Min. Biberach. Route 14: Von Biberach nach Hausach, Wolfach, Schiltach.(DOas obere Kinzigthal.) Schramberg.— Seitentouren nach Hornberg und Tryberg, Schenkenzell, Alpirsbach. 1 Tag für die Haupttour n. Schramberg. Man richtet sich 80 ein: Morgenaug in 10 Std. n. Hausach(Ruine bes.). In 1 Std. 50 Min. n. 8.* NRNNNN 116 Route 14. Steinach.— Hasslach.— Hausach. Wolfach, Wo Spaziergang u. Mittagessen. Mit der dann abgehenden Post in 1 Std. n. Schiltach, u. in 2½ Std. Marsch n. Se hiramberg. Anmerkung zu R. 14 u. 15. Wer nach dem hier gegebenen Plane reist, hat den Vortheil, mit dem schönsten Theile des Gutach- thales das Kinzigthal, das schöne Schiltachthal, das Bernecker u. Lauterbacher Thal vereinigt zu haben. Lauter Glanzpunkte. Die Eisenbahn v. Biberacht n. Hausach, in ½ Std., kührt über die Stationen(d. Parenthese giebt die Entfernung zu Fuss 1.(1½ Std.) Steinach(Adler; Sonne) grosses Dorf V. 1410 Ew. Weg von hier über Welschste inach aum Hulinersedel u. in's Schut- terthal vgl. R. 12. N. aldkinch R. 12 u. 18. 2.—(1 Std.) Hasslach(Kreuz; Post), 741“/. Städt- chen v. 1580 Ew. Von hier gehen folgende Seitentouren ab: a: n. Elzach im Elz- thal, u. Waldlirehi: Chaussee über ½ Std. Hofstetten(drei Schnee- ballen); 1½¼ Std. Ruine Heidburg(Schöne Aussicht). Nahebei Wus. auf d. Strassenhöhe v. 2000“; 1 Std. Eladch'— b: Ueber Mühlen- Ddeh in 50 Min. in's Dietenthal; 40 Min. Gartenau; 20 Min. Grub; 30 Min. Ober-Prechithal.— Vgl. R. 18. 3.(13/ Std.) Hausach(Hétel Schmieder am Bahnh.; Krone, im Ort.— Privatomnibusse der Gasthöfe 2. Salmen u. Ochsen aus Wolfach stehen am Bahnhofe).— 798“/. Städt- chen v. 1040 Ew. Die Ruinen der Burg Hausach, 1643 mit dem Orte von den Franzosen niedergebrannt, gewähren einen lieblichen Blick in das Thal der Kinzig, u. auf 8 bis 10 Ausmündungen kleiner Nebenthäler. In ½ Std. vom Bahnhof bequem zu erreichen. 10 Min. bis zum Gasth. 2. Krone im Orte. 2 Min. Weiter Ende des Ortes. Hier bei einer Gerberei geht der bequeme Weg 1. hinauf. In 7 Min. schlägt man den 1. ab sich zurückwindenden Weg ein.(Geradeaus u. dann r. hinauf führt der Fahrweg zum Kreuzberge, Wo Kapelle mit noch umfassenderer Aussicht. 25 Min.). In weiteren 7 Min. befindet man sich oberhalb der Burg, zu welcher ein Fusspfad führt.— Ein stei- ler Pfad führt auch bei der Gerberei I. direct einen rüstigen Stei- ger in wenigen Min. hinauf.— An der Ortsstrasse, nahebei Brauerei mit besserem Biere. Schlecht in der Bahnhofsrestaur.— 15 Min. vom Städtehen Dorf Hausdach. Von da durch das hübsche Hauser- Dachtl'al über Hintergrund u. Landwasser in 2½ Std. bis Ober- Prech- thal. 1. Seitentour. N. Hornberg u. Tryberg. Hier wird nach einigen (42) Jahren die E nbahn n. Villingen durch eines der schönsten deutschen Thäler, unter Ueberwindung zahlreicher Schwierigkeiten, durchweg ein Kunstbau, führen. Ueberall ist man in voller Arbeit. — Hinter Hausach zweigt sich die Strasse bei— 20 Min. Am Tliurm (Sonne, Hirsch), Wo einst eine alte Veste das Gutachthal absperrte. Man biegt nun r. in dieses schöne Thal ein, welches bis Hornberg indessen noch meist mehr lieblicher Natur, breiter, fruchtreich ist, u. darum so weit auch Wohl„Himmelreich“ genannt ist. Schon ge- hb. den pe J0. Babuhot uud gel A! Strocke Maleris Man L 11% meß lis 8 Aul di I RNRFRRRNNN Route 14. Wolfach.— Das obere Kinzigthal. 117 gen Hornberg wird es aber eng. Der spätere, oft sehr enge, Theil wird dann„Hölle“ genannt.— ½ Std. Singersbach,— ½ Std. Her- renbach,— ½ Std. Ramsbach,— ½ Std. Gutach(Löwe; Krone),— ½ Std. Steingrün(Rössle), von wWo ab eine Chaussee in 2¼ Std. n. Ober-Prechthal führt. VgI. R. 18.—/ Std. Hornberg s. R. 15. Ebenso den weiteren Verfolg des Weges bis Tryberg. Von Hatlsachi nach PFolfacù. führt die Chaussee vom Bahnhofe r. ab, u. noch vor Am Thilnm zweigt sie 1. ab, und geht über die 20 Min. Kinæigbrüche auf das r. Ufer der Kinzig. Diese Strecke ist eine der genussreichsten des ganzen Thales. Malerisch schön; wechselnd. Dabei voller Gewerbfleiss. Man kann hier die bedeutende u. höchst wWerthvolle Flös- serei auf der Kinzig beobachten. Vor Wolfach wieder über eine Brücke, u. nach wenigen Minuten durch den alten Thorbogen. 1½ Std. Wolfach, 884“,(Salm; Ochs; Zähringer Hof; Post 2. Kreuz; Engel, bescheiden). Am Einfluss der Wol⸗ fach in die Kinzig höchst malerisch gelegen. Das schon im 17. Jahrh. bekannte Funbenbad v. Göringer, mit einem Kiefernadelbad erweitert, und sich sehr heilsam zeigend, zieht jährlich mehr Fremde an.— Der Ort ist an sich schon ein reizender Sommeraufenthalt. Spaziergänge, für die in der Nähe viel gethan ist, höchst genussreich. Wie aber aus den sämmtlichen Routen 9— 17 ersichtlich, kann man wie von einem Centralpunkte aus, mit verhältniss- mässig wenig Zeit von hier aus zahllose grössere Ausflüge machen. Spaziergang: Vor der oberen Brücke im Orte r. bei der Restau- ration hinauf zur Höhe in 1ſ2 Std. Von dem hier Vorspringenden Bergwinkel hat man auf den Ort Selbst, so wie in drei Thalrichtun- Sen einen entzückenden Blick. Hier wie auf den andern Thalhän- gen sind die Berge mit Wege⸗ u. Bankanlagen von Jahr zu Jahr reicher versehen.— Sehr beliebter Spaziergang ist auch der auf dem I. Ufer der Kinzig in 2½ Std. zur Jdcobsſapelle, n. Schiltach zu. Man sieht sie von unten auf dem im Folgenden beschriebenen Wege. Die Strecke v. Volfachi n. Sohiltach ist freilich auch für Fussgänger schön. Indessen verliert man oben auf der Post nichts, im Wagen(Omnibus) nicht viel, spart dagegen Zeit u. Kräfte für die Hauptsachen. Die Strasse führt àn zahl- reichen einzelnen Häusern vorüber, darunter die guten Gasthöfe: Engel; Löwe; Pflug.— Der Engel, welcher in Halbmeil liegt, ist 1½ Std. v. Wolfach(zu Fuss). Von da aus bis Sehiltach noch 13/ Std. Auf dieser Strecke v. Wolfach bis Schumach münden in's Kinzig- N 2 118 Route 14. Schiltach.— Schenkenzell.— Alpirsbach. thal die drei Nebenthäler: v. Langenbach(20 Min. v. Wolfach), dann giud nit (Wieder 20 Min.) v. Ippieſien, dann(nach 1 Std.) v. Sulabach. Durch geee jedes der drei führt in etwWa 11ſ%½ Std. der Weg nach dem Pfarrdorfe St. Roman 2249“(Whs.), von welchem aus man in 11/ Std. in das 210 Schapbachien Thal gelangen kKann.— Schliesslich mündet I. in's Kin- zigthal och 3/ Std.) d. Tnhal v. Heubach u.(nach 20 Min.) das des Kuhbach.— Von r. her münden zur Kinzig die Thäler v. Erdlinsbach und Eulers bachi. Von Halbmeil ab heisst das Thal das vordere Lehen- gericht.— Von Wolfach ab in 3 Std. Schiltach(Krone, zugl. Post; Ochs; Engel), 80 1136/. Am Einfluss der Schiitach in die Kinzig. Alter- ohſ, thümliches Städtchen mit schöner neuer Kirche byz. Styls. Gewerbfleissig. 1475 Ew. Seit 1810 badisch. 111 Duukel 2. Seitentour. Nach Schenkenzell u. Alpirsbach. Die Chaus- ö see steigt langsam hinter Schiltach bis au Sch 1 Std. Schenkenzell 1212(Sonne; Dreikönige), jetat Pfarrdorf,. 3000 früher Marktflècken.— Man gelangt von hier aus durch das Thal 0 der Feinen Kinæig über Vormthd!— a: nach 1 Std. Pittichen, Pfarr- muäntt dorf für Kaltenbrunn. Ehemals Nonnenkloster, im 16. u. 17. Jahrh. VI auf das Uebelste verrufen. Doch erst zu Ende des 18. Jahrh. auf⸗ digt. 8 gehoben. Jetzt liegt das Klostergebäude in Ruinen.— b: in 3/4 Std. ler Ler n. Reineradi(Sonne; Krone). Dies in weit zerstreuten Höfen 1 Std. 1 lange Dorf durchwandert man, und erreicht in einer ferneren 1ſ%½ Std. Unter-Berneck. 3/4 Std. Ober-Bernecß. An einzelnen Häusern vorbei nach 11½ Std. auf der Chaussee, welche I. in 3 Std. n. Freu- denstadt führt.— Man kann aber auch v. Ober-Bernech I. abbiegend in 110 Std. an die Wegekreuzung im Efaſfenoalde gelangen, Vgl. R. 2. a. Ende, und von hier dann in 1102 Std. n. Freudenstadt. Auf der grossen Chaussee von Schenkenzell weiter, erreicht man in 50 Min. Rötfienbach(Löwe).— Von hier liegt 1 Std. Rothienberg, wWo Spuren eines alten Römerkastelles gefunden Wurden. 10½ Std. Alpirsbach 1360/ Löwe; Schwan; Waldhorn). Markt⸗ flecken mit 1400 EW. Lebhafter Gewerbfleiss,. Von dem 1095 ge- stifteten Benedictiner-Kloster steht noch die höchst sehenswerthe, sorgfältig restaurirte Kirche, so wWie der spät-goth. Kreuzgang. Das Kloster Wurde im 16. Jahrh. evangelisch.— KRathhaus von 1579.— Nahe dem Orte das Krähenbad, mit guter Einrichtung.— V. Alpirsb. direct über den Berg n. Reineraau an 11ſ2 Std.— 4 Std. hinter Alpirsbach biegt 1. die Landstrasse n. Freudenstadt ab. Sie führt über 3/4 Std. Gherweiler, 1 Std. Schömberg, 142 Std. Oedenwald, 11ʃ2 Std. Freudenst. us. 4 Std.).— Dagegen geht die grosse Posstrasse über Unter- u. Ober-Elilenbogen, Lossburg(Ochs), 4 Std. u. nach 21 Std. bis Freudenstadt.) Die Poststrasse v. Schiltach n. Schramberg führt das Tual der Schiltacù). hinauf, u. das Thalgebiet gehört hier zum interen Leſiengericht. Die schönen Landschaften au geniessen, welche das vielgewundene Thal bietet, muss man diesen Weg zu Fuss machen. Hervorzuhebende Punkte ˖ RPPP bach. Route 15. Schramberg.— Königsfeld. 119 sind nicht. Nur am Ende des Weges kommt man an Ruine Sehiltech vorüber. Nach 2/ Std. Schramberg(Ygl. dies in R. 15). Route 15: Von Schramberg durch das Berneckthal nach Thennen- bronn, Lauterbach, Hornberg; Gutachthal bis Tryberg. 1 Tag. Nicht zu spät aufbrechen, um das Gutachthal nicht im Dunkeln zu passiren. Schramberg(Post; Lamm). Industrielles Städtchen v. 3300 Ew. am Zusammenfluss v. Sehiltach u. Lauterbach, romantisch gelegen, überragt v. den Ruinen der Nippenburg, von wo man erst recht die malerische Lage wür⸗ digt. Sie steht 2153“ hoch, hiess ehedem Sohramberg, und liegt seit 6 der Zerstörung durch die Franzosen 1689 in sehr stattlichen Trüm- mern. Hinauf in 25 Min. Grade über vom Stadtbrunnen die Gasse zwischen den zwei Häusern, über eine kleine Brücke, dann die Stu- fen r. Der Fussweg ist weiter hinauf sehr steil, u. man muss sich in Acht nehmen, nicht r. oder I. abzubiegen, da beständig Pfade abgehen, sondern die Mitte zu halten. So erreicht man die Höhe an einem Hause neben der Burg. Rathsam, einen Knaben mitzu- nehmen. Die schöne Rundschau ist aber nur stückweis zu geniessen, 9 da unverantwortlicher Weise kein, doch so leicht herzustellender 9 Standpunkt hergerichtet ist.— V. Schramberg üb. Lauterbacli direet n. Hornberg 31½2 Std.— Wagen über Hornberg n. Tryberg 6 fl. 30 kr. Ueber Ihennenbronn n. St. Georgen 5 fl. nebst Trinkgeld. Soll Taxe sein.— Wer in der folgenden Partie v. Lauterbach n. Scliramberg zurückkehrt, kann sich gut s0 einrichten, dass er mit der Abendpost noch n. Rottioeil fährt. Dahin geht auch ausserdem Morgens Post. Die Wanderung im Thal der Schiltach weiter aufwürts, durch das sog. Bernechthial, ist eine der schönsten des Ge- birges. Man geht die Hauptstrasse im Orte weiter hinauf. Beim Gasth. zum Schützen grade aus, nicht r.(dies ist der Weg n. Hornberg). Dann Wegweiser. Hier geht es I. nach dem 3 Std. entf. Königsfeld(Gasthaus zur Brudergemeinde) 1806 gegründete, betriebsame Herrenhuter-Colonie. 400 EW., denen man das Lob nachsagt, dass sie, Wenn auch in ihrem Wirthshaus Singen, Lärmen ete. sehr streng verboten ist, auswärts recht liebenswürdig und heiter sein können. Der Weg n. Tkennenbronn führt r. Man tritt nun in das malerische Felsenthal, das kein Schwarzwaldtourist ver- säumen sollte. ½ Std. v. Schramberg zeigen sich oben r. 8 2 2 NNNNNSS Nn 120 Route 15. Berneckth. Thennenbr. Benzebene. Brielkopf. die Trümmer der Burg Fulbenstein. Weiterhin liegen nach I. die Trümmer der Burgen Bernech u. Altenburg, mit Ge- büsch ganz überdeckt. Die spärlichen Trümmer der Burg Hamstein liegen sichtbar 1½ Std. v. Schramberg r. Hand, da wWo die Strasse scharf nach r. biegt. Unten in der Fels- 4 5 Wand eine Grotte. Hier hören nun die schön durcheinan- 655 der geschobenen Felsencoulissen auf, u. das Thal wird zu 61 ald. einem anmuthigen Wiesenthal zwischen Hügeln. Nach ½ Std. Wegetheilung u. Wegweiser. Bald darauf sieht man Thienmenbronm in reizender Lage u. erreicht es in ½ ͤStd. 2 Std. v. Schramberg Thennenbronn, 2172“,(Löwe oder protest. Wirthsh.). Der Ort ist in zwei Gemeinden, eine evang. u. eine kathol. getheilt, u. zwar auch commu- nal. Die Kkathol. neue Kirche ist ein hübsches Gebäude. Verbindungswege: a: Vom Wegweiser im Orte, beim Kathol. Wus. 2. Krone, führt eine Strasse in 2 Std. n. Reichenbach.— b: die an- dere über Krumm- n. Lungenschultach ist ein ganz interessanter Weg. Nach 110½ Std. ist man in Langenschiltachi. Im zerstreuten Dorfe, beim Wirthsh. z. grünen Baum Vorbei, die grosse Strasse Weiter n. Reichenbach in 2 Std. Dieser Weg führt über die Benzebene 3009/ über welche schon eine F erstrasse führte, und noch in der Neu- zeit lange eine höchst befahrene Strasse für Frachtgüter. V. Rei- clenbach erreicht man in 11.4 Std. Hornberg. o: N. St. Georgen ist der Weg derselbe wie bei b bis Langenschriltuchi. Aber schon etwas vor dem Wthsh. 2. gr. Baum, bei einem Wegweiser, der n. Schram- berg zurückzeigt, steigt die abzweigende Fahrstrasse 1. hinauf zu einem weiterhin folgenden Wegweiser, dessen einer Arm nach St. Georgen zeigt. Es steigt nun manchmal, theils durch Wald, theils kahl, ziemlich steil. Oben auf der Höhe blickt man dann jenseits hinab n. St. Georgen. 3/4 Std. auf der Höhe. Man muss nun aber noch erst hinab, und wieder etwas hinauf in den Ort, Wo man 13 abbiegt, u. noch einmal etwas tiefer hinab muss, Wenn man nach dem an der grossen Strasse unten allein liegenden Post-Bureau- u. Wirthsb. will. Dies Alles nimmt von der Höhe ab noch eine gute ½ Std. in Anspruch. Der Fusswanderer schlägt am Besten die, knappe 1½ Stel.. beanspruchende, hübsche Tour über den Brielkopf, 2853ʃ n. Lauterbach ein.— Man geht v. Löwenwirthsh. in Then- nmenbronm l. den Fahrweg weiter. 15 Min. Wegetheilung.(L. geht's 1/ Std. n. Reichen- bach, s. o.). Man geht r. hinauf zwischen zwei Kleinen Wassermühlen durch. Der Weg biegt etwas nach r. Beim Steigen sehr liebliche Blicke in's Thal, besonders auf Then- nenbronn. 12 Min. einzelnes grosses Gehöft. Bei diesem nicht gradeaus, sondern l. hinauf. RNSRERE Route 15. Lauterbach.— Hornberg. 121 9 Min. Der schlechte Fahrweg hört ganz auf. L. lie- gen zwei oder drei Gehöfte. Man hat die Höhe erreicht, u. bleibt in der hergekommenen Richtung, grade auf die Waldecke zu, wo wieder deutlicher Weg kommt.— Wie- der in's Freie; auf ein einzelnes Haus I. zu, an dem man (es r. lassend) vorübergeht(also auch nicht etwa schon vorher den Weg r. ab gehen), durch etwas sehr gelichteten Wald. 13 Min. Waldecke. Hier geht r. ein Weg hinab direct n. Schramberg. Nicht hier hinab, sondern nach dem ein- zelnen Gehöfte l., durch welches hindurch der Fussweg, u. hinten hinaus auf die Felder führt. Auf diesem Fusswege hat man eine überraschende Aussicht auf Schramberg u. die Nippenburg, sowie ferne hohe Bergzüge.— Weiss⸗ schimmernde junge Birken bleiben dicht rechts. 12 Min. Man hat jungen Tannenwald erreicht, u. in ihm einen Fussweg, den man gerade hinab geht. 12 Min. Ausserhalb des Waldes. Einzelnes Haus. Hier nicht J. den Weg(nutzloser Umweg), sondern r. am Hause u. dem Gatter vorbei, direct auf einen unteren Hügelvorsprung 1os, auf welchem man den Weg schon von Weitem ganz deutlich sieht. Hier schöner Blick auf Lauterbach u. seine Kirche, sowie r. gen Schramberg. Der hier erreichte Weg führt in 15 Min. auf die Landstrasse in Lauterbach. Gleich r. liegt die gute Brauerei von Buchholz und dahinter das Wirthshaus zur Traube. Von hier das Lauterbachthal hinab n. Schramberg ist eine Wande- rung, die vielfach dem Berneckthal Aehnliches bietet. Zuletzt ragt ungemein schroff u. gewaltig auf hoher, breiter u. glatter Felswand über dem brausenden, u. Cascaden bildenden Lauterbach(bei einer Fabrik hübscher grösserer Sturz) die Nippenburng empor. In 1 Std. ist Schramberg erreicht. Der Weg n. Hornber9g führt v. Lauterbach I. auf die Wegehöhe, Wasserscheide zwischen Lauterbach u. Scho- nach, u. dann in das Schonachthal, ein ebenfalls schönes u. Iandschaftlich reiches Thal, hinab wo in 2 Std. Hornberg, 1202“ PPost, auch Bier; Bär; Bier- brauerei auf dem Schlossberg) im Gutachthale erreicht wird. Altes, mindestens aus dem 12. Jahrh. bekanntes, in der Neuzeit gewerblich aufstrebendes Städtchen mit 1522 Ew. — Die alte Ruine Hornberg auf dem Felsen, welche Horn- NNN Æ RNRN NNRNRDNNRNN — N Route 15. Gutachthal: Hölle.— Route 16. Tryberg. berg zu einem Glanzpunkt des Thales machen hilft, ist seit der französischen Eroberung von 1703 in Verfall. Die hübschen Anlagen machen den Punkt um s0 besuchens- werther, als die Aussicht von hier oben in vier Thäler sehr schön ist.— Post n. Elzach 3 Std. Zu Fuss 4½ Std. Weg v. hier n. Hausach S. R. 14. Seitent. 1. Einer Beschreibung des auf dieser Strecke wohl auch „Hölle“ genannten Gutachthales bis Tryberg können wir uns hier enthalten. Die Wanderung ist eine der genuss- reichsten Thalwanderungen. Die vortreffliche Poststrasse führt in 3/ Std. n. Mederioasser(Sonne; Rössle). Unter den malerischen Felsgruppen des Thales ist die„Felsenjung- frau“, einer sitzenden Gestalt im Profil ähnlich. 1 Std. Miriſisſi. aurn VForelle. Hier öffnet sich I. das Gremmelsbachier Mal. Durch dasselbe kann man über Gremmelsbach(Rössle) ½ͤ Std., n. dem Rossberg 3218“ in 1 Std. Hier oben weite schöne Aussicht auf rauhe Alb, Hohenzollern, Schweizer Alpen. Hinab führt ein Weg n. St. Georgen(R. 16) in 1¼ Std. ½ Std. Kreuabruche v. Tryberg, an der Stelle, welche „am Bach“ heisst, u. wo die Poststrasse nach St. Georgen (gl. R. 16) mit der unsrigen zusammentrifft. Hier, im Wirthsh. 2. Post ist die eigentliche Poststation Tryberg.— Die Strasse r. führt in 20 Min. n. Stadt Tryberg. S. R. 16. Route 16: Tryberg und Umgegend.— St. Georgen.— Kesselberg, Kirnach, Vöhrenbach, Bregenbach, Hammereisenbach. Prechtal. Zeit, je nachdem man mehr oder weniger in die Umgegend strei- ten will. Unsere durchgehende Reise-Route führt nur über den Wasserfall in die R. 17 n. Furtwangen hinein, u. behandelt die übri- gen Theile dieser R. als Nebentouren. Tryberg, auch Triberg geschrieben. 2286“.(Löwe; Ochs; Bür; Engel; Lilie; Kreuz). 1700 Ew. Hauptsitz der8 Uriks Route 16. Tryberg.— Fall.— Wallfahrt. 123 der Schwarzwaldindustrieen, wie Strohflechterei u. Uhrenfa- brikation. Schenswerth ist die permanente Ausstellung im Rössle. Der Ort liegt sehr malerisch am Fusse dreier Berge ODri-berg) u. an der Vereinigung v. Gutach(Fallbach), Schonach, u. Nussbach, also dreier Bäche, Wonach die Gutach ursprünglich Tribach hiess. Das Städtchen ist die Verkörperung der aus allem Sturz u. Elend immer wieder u. weiter emporringenden menschlichen Energie. Wie es jetzt, seit dem letzten Brande von 1826, 80 sauber dasteht, bietet es ein lachendes Bild angenehmer Wohlhabenheit u. Behaglichkeit. Dennoch haben wenige Orte so viel grosse Widerwärtigkeiten er⸗ dulden müssen. Unzählige Brände, darunter sechs grosse fast gänz- liche Einäscherungen, Kriegsdrangsale aller Art, 2z. B. in den Bauer- kriegen, u. die gewissenlosen Bedrückungen seiner verschuldeten Herren häuften sich, u. trieben mehrmals zu heller Empörung. Wie 80 vielen Orten dieser Länder ging auch Tryberg die gute Zeit erst mit der Badischen Herrschaft an. Das Erste, was der Fremde hier beginnt, ist der Be- i such des berühmten Wasserfalles, sicherlich des schönsten deutschen ausser den Alpen. Sein Character ist der des berühmten Brienzer Giesbaches, denn wie sein, freilich grösserer, schweizer Genosse, ergreift er besonders durch seine malerische Schönheit, die Gruppirung v. Wald auf Felsterrassen, über welche er in sieben Hauptcascaden her- abstürzt. Ein Glanzpunkt des Schwarzwaldes. Eine Stelle, von der man sich nur ungern wieder trennt.— Der Weg zu ihm führt durch den Ort hinauf, u. ist durch Wegwei⸗ ser 80 bezeichnet, dass weitere Angaben überflüssig. Man sicht ihn längst vorher.— Man fange mit der Betrachtung des untersten Falles an, u. steige allmälig hinauf, die ein- zelnen Theile zu betrachten. Alles ist gut zugänglich ge- macht. An einer Stelle ein Pavillon. Die Betrachtung, bis oben hin, erfordert v. Tryberg ab gerechnet ½ Std. Immer prächtiger Rückblick auf Tryberg. Bei der zweiten Brücke am obersten Fall Wegweiser n. Schönwald u. zur Wallfahrt. Die Höhe des Falles beträgt im Ganzen 256“. — Den Weg n. Schönzpald von hier ab kann der Fusswan- derer n. Furtiangen einschlagen. Er erreicht nach 10 Min. eine Stelle, wo der Bach ganz unsichtbar unter dem Fel- sen rauscht; eine natürliche Brücke. Jenseits wieder in 10 Min. ist die grosse Landstrasse erreicht, die n. Schön- zwa J. führt. Spaziergänge: Die Wallfahrt ist eine zu Ende des 17. Jahrh. erbaute Wallfahrtskirche mit grossen Gebäulichkeiten, zu Welcher von der leidigen Einfalt noch immer viel gepilgert wird. Man er- reicht von jener oberen Brücke beim Wegweiser aus in 12 Min. die 124 Route 16. Tryberg.— St. Georgen. Stelle auf der grossen Landstrasse, Wo man, über der Kirche stehend, einen schönen Blick ins Thal hat, u. kann von hier in 20 Min. zur Stadt zurückkehren. Viele Wwerden vorziehen, den Weg an dem Falle zurück zu nehmen. Von den Fällen aus ist der Blick ins Thal auch noch schöner.— Ein Wegweiser am linken Ufer des Baches, ehe man noch zu dem obersten Fall zurück ist, zeigt einen Pfad zur Stadt hinab, auf Wwelchem man auch zu einem zweiten Pa- villon mit hübscher Aussicht kommt. Auf jenem ersten Wege zum Fall, am rechten Ufer des Baches, kommt man an einen Wegweiser, welcher zur Geitsche zeigt. Hier geht der Fahrweg l. weiter zum Geitschenberg, auf welchem ein von Tryberg aus u. der Umgegend vielbesuchtes Wirthshaus liegt. Die- ser Spaziergang, von da ab ½ Std., ist besonders Abends wegen der Aussicht in die Thäler empfehlenswerth. Man kann den Rückweg über die Sommerwirthschaft zur Retsche am Kapellenberge nehmen. Im Uebrigen liegt Tryberg für alle Arten von Ausflügen überaus günstig. Wir verweisen in diesem Büchlein auf die Kouten 14 bis 18, so wie R. 9, u. selbst 12 u. 13, ausserdem aber auf das in jedem Gasthause Trybergs u. der Gegend ausliegende, mit warmer Liebe zur Sache geschriebene Büchlein: Der Führer zum Wasserfall bei Tryberg von Schultheiss, u. führen nur noch 2 Seitentouren hier aus. 1. Seitentour. V. Tr.yberg n. St. Georgen, so wie bis Villingen zur Eisenbahn. Dahin führt die grosse Poststrasse, Welche, wie oben bemerkt, bei der Kreuabrũche abzweigt. Man schlage statt die- ser vorzüglichen neuen Strasse nicht etwa die alte ein, die selten etwWas Aussicht bietet. Das Thal, das sie hinaufsteigt, ist das Nuss- bdανqt hal. ½/ Std. von der Kreuzbrücke liegt Ort Nussbach(Kaiser; Krone). Nach andauerndem Steigen auf dem schönen Bogen der Strasse er- reicht man, indem man Vorderthal r. Iässt, in 1½ Std. Sommerau Rössle) die Hochfläche, wo die Wasser- scheide zwischen Donau u. Rhein ist. Hier oben ziemlich eben fort bis 25 Min. Posthaus v. St. Georgen. Der Ort selbst liegt noch 10 Min. höher. St. Georgen 2879,(Hirsch; Adler; Löwe; Krone; Bär) 1500 Ew. Ebenfalls Hauptort der schwarzwäldischen Industrie. Aus der Kirche des alten Benedictiner-Klosters, das aus d. 11. Jahrhundert stammte, u. 1806 aufgehoben wurde, ist der Hochaltar mit Bildern aus der Schule Martin Schön's erhalten.— Von hier n. Thennenöronn u. Schramberg s. R. 15.— Nahe St. Georgen, am Kesselberge(S. u. Seitent. 2) kann man in 1/ Std im Brigachthale die eine Quelle der Donau erreichen. Die andere, die Bregacliquelie, entspringt am Süd- hang des Briglirain nahe dem Kesselberge. Abgesehen von der Lä- cherlichkeit, die kleine trübe Quelle im Schlosshofe zu Donau- eschingen als Urquelle der Donau zu bezeichnen, die doch nur sehr schwächlich in das bereits ziemlich anschnliche Flüsschen abläuft, das die zusammengeflossenen Breg u. Brieg bilden, ist jedenfalls die Seographische Wissenschaft nicht gut im Stande, anderwärts die Urduelle eines Flusses zu suchen, als in der Quelle, die der Mün- dung am Entferntesten ist. Dies trifft bei Brieg u. Breg zu. Die röm. Beschreibungen passen ebenfalls viel besser auf diese Hoch- fläche, Wo noch heute ein Theil bei St. Georgen die Au heisst, im Vorigen Jahrh. aber die Tannau hiess. Damals standen verschiedene gewaltige u. uralte Tannen einzeln an den Quellen der Brigach, als EEPGhGGhGEERRREGREARAR 3 E R˖N Route 16. Kesselberg.— Kirnach.— Vöhrenbach. 125 Gedächtnisszeichen u. Merkmal. Sie verschwanden im Laufe des Lor. Jahrh. notorisch durch Absterben u. zufällige Brandlegung. Ob Diejenigen Recht haben, welche von dieser Fannau den Namen Donau herleiten, dürfte wohl nie mehr zu entscheiden sein. Der Volksmund aber hat seit urgrauen Zeiten entschieden, indem er sagt„Brig u. Breg bringe Donau z'weg.“— Von hier zum Ross- berg mit Alpenfernsicht s. R. 14 Seitent. 1 hinter Niederwasser.— Von hier aus wird wWohl Jeder den Weg mit der Post oder Wagen fortsetzen. 1 Std. Peteræel 2645“. Seitwärts 50 Min. liegt Königgfeid. S. R. 15 bei Schramberg. 3 Std. Vellingen. S. ER. 8 B. 2. Seitentour. Auf den Kesselberg, u. An. Kirnach u. Jn. lingen,— BEn. Vöhrenbach u. Donaueschingen od. Hammereisen- bach u. Neustadt. Am oberen Ende v. Tryberg liegt das Amtshaus. Hier führt am rechten Ufer der Gutach ein Fahrweg, welcher an- steigend bald die schönsten Ausblicke auf das Thal v. Nussbach, die Berge des Gutachthales bis Wolfach, u. zu Kniebis u. Hornis- grinde gewährt, ziemlich steil in 2 Std. auf die Höhe des Kesselberges 3421“(Whs. zur Fuchs- falle). Hier war 1. das alte Hochgericht. R. der Gdlgenhoß. Hier oben Prachtaussicht auf den Schwarzwald, die Baar, die rauhe Alb, u. die östlichen Schweizer Alpen. A: In der bisherigen Richtung weiter nach ½ Std. Oberhirnach(Stern). Nun durch dieses Dorf hinab, n. Unterkirnach. R. oben, bei der Einmündung des Sehlegelthales(durch Welches Fahrstrasse in 2 Std. n. Vöhrenbacli liegen die Wwenigen Reste der Burg Roggenbach, die im 11. Jahrh. Stammsitz der heutigen Frei- herren War. 1 Std. Unterkirnach(Rössle). Heimath der Gebrüder Blessing, Erfinder des Orchestrions. Hauptsitz dieser Art v. Industrie u. über- haupt gewerbfleissig. ½ Std. I. oben die aussichtslose Ruine Kirnech. 1/ Std. Villingen. S. R. 8 B. B: Von der Fuchsfalle r. abbiegend, geht es über den Schlempen u. todten Hund(21) hinab, I. das Vorderlangenbacher-, r. das Hinter- langenbacher Thal, in 1% Std. n. Vöhrenbach(Ochs; Kreuz; Kleisers Restaur.) 2665“. Der Name des sauberen Städtchens rührt von dem alten Worte Ferin, d. h. Forelle. Dasselbe hat 1300 Ew., u. ist ebenfalls höchst industriefleissig. In der Stadtkirche zwei schöne Altarbilder.— Von Vöhrenbach führt die grosse Poststrasse östlich in 3½ Std. n. Vil- lingen.— Ferner haben wir hier anzuführen folgende Wege, als Ver- bindungen in andere Routen hinüber: a: Nach Furtwangen(2 gute Std.) führt die grosse Poststrasse wWestlich.— 1 gute Std. r. Ein- mündung des Eohrbachthales, durch Welches man in 2 Std. zu der „Fuchsfalle“ auf dem Kesselberge hinaufsteigen kann.— ½ Std. Schnenbach,— ½ Std. Furtioangen. Das Thal, in welchem der Weg führt, ist das andere Quellthal der Donau, das Thal der Breg. Das- selbe führt v. Furtwangen nördlich, u. heisst da 1½ Std. lang die Katæensteig, bis es sich am südlichen Abhange des Briglirain verliert. Furtwangen s. R. 17.— Dagegen führt im Thale der Berg abwärts der Weg zunächst nach— 1 Std. an der Mündung des Linachithales DDrrrr NN NNN RRR RR — RRRrrrrrrrrrrrr 126 Route 16. Bregenbach.— Eisenbach.— Prechthal. (Weg hindurch n. Furtangen 3 Std.) vorbei n.— ½ Std. Bregen- bach(Whs.).— Von hier ab Weiter b: n. Donaueschingen. Zuerst im Thal der Breg weiter über Zindelstemm(I. Ruine Zindelstein) bis Molterdingen(Whs.) 2½ Std. Sehr alter Ort, Pfarrdorf.— Hier das Thal verlassend, führt die Strasse in 11½ Std. n. Donauleschingen. R. 37. c: n. Neustadt. Von der bisherigen Strasse bei Bregenbach r. abbiegend, ebenfalls grosse Strasse in's Eis enbachthal, ½ Std. Hammer- eis enbach(Hammerwirthshaus), chemaliges Fürstenbergisches Eisen- Werk, am Zusammenfluss v. Vrach, Eisenbach u. Breg Hier ragt über dem Thal die Euine Neufürstenberg empor(auch Wohl Ruine Vrach genannt), 1525 von den Bauern zerstört. Das hier einmündende Thal der Vrach ist 2¾ Std. lang. 1½ Std. bis zur Kirche v. Dorf Urach. Das Thal läuft auf der Höhe beim Wirthish. 2. Krone aus, der sog. kalten Herberge. Dies, u. Weg n. Furtwangen u. Waldau von diesem Wirthsh. ab vergl. R. 17., Seitent.— Im Eisenbachthale Weiter führt dieser Weg nach 1 Std. 20. Min. zum Eisenbãdle(Mine- ralbad) am Anfange des Donfes Lisenbach.— ½ Std. darauf mün- det am Ende vom Orte der Weg v. Oberbränd ein, welcher in 4 Std. n. Bräunlingen, u. nach 1 Std. Weiter n. Hiijingen, u. wieder 1 Std. Donaueschingen führt.— Von dieser Strassenabzweigung hinter Ei- senbach führt der bisherige Weg gradezu weiter in 1/ Std. nach Neustadt. R. 21 flgdd. 3. Seitentour. Durch das Prechthal n. Elzach. Der Weg, guter Fahrweg, trennt sich bei der Wallfahrt v. Tuyberg von der Furtwan- ger Landstrasse. Er führt durch das Unterthal n.— 1 Std. Schonach 2957(Lamm; Schwan), u. von hier durch das Oberthal in—/ Std. auf die Höhe 3000“, Worauf sich der Weg in das Thal der Ela senkt, u. in— ½ Std. das Hinter-Prechthal erreicht.— Dann nach 1½ Std. trifflt sie in Oherprechthal 1535“(Whs.), Geburtsort des Ministers Win. ter, mit Strasse von Steingrun(2½ Std. entfernt. R. 14. Seitent. 1) zusammen, u. führt dur ch Unterprechthat in 2 Std. n. Elazach. S. R. 18. Route 17: Von Tryberg nach Furtwangen, Simonswald,(Zweribach) bis Waldkir ch. 1 Jag. Zu Fuss 10 gute aber unbeschwerliche Stunden. Man, richte sich indessen s0 ein, dass man v. Furtoangen bis Gütenbach fährt. Und ebenso zum Schluss v. Bleybachi bis WFaldkirchi. Dann bleiben nur 7 Std. Marsch. Fährt man gar noch, was ganz rathsam, auch die Strecke v. Schõnwbald n. Furte angen, so bleiben nur 5½ Std. Marsch, also eine sehr bequeme Tagespartie. Man muss aber eignen Wagen miethen. Die Pos“ v. Tryberg n. Furtwangen Cahrz. 2 Std.) geht zu sehr ungelegener Zeit, Abends, u. die v. Furtwangen n. Wald- kirch nur ganz in der Frühe.— Wer durchaus Alles gehen Will, u. doch gute 10 Std. scheut, muss 1½, Tage anwenden, u. in Unter- simonswald übernachten. Die grosse schöne Strasse, welche bei der Wallfalirt v. Tryberg l. den Berg hinaufsteigt, gewährt, bis sie in den 8ch nab Seh 1 Tusgy Tinl die dt Unte alte d 1 ) eag Jalli RNNNNN ektbal. Route 17. Schönwald.— Furtwangen.— Gütenbach. 127 Wald tritt; schöne Rückblicke auf das Tryberger Thal, u. führt in 1½ Std. bis Schõmwανh¼ũ. Der Fusswanderer wird aber vorziehen, den beim Try- berger Nasserfall(R. 16) angegebenen Fussweg hinauf 2zu wandern, u. v. Tryberg ab in NDNQNRNRNDNNNNN 50 Min. die grosse Landstrasse zu erreichen. Von hier J. 3/ Std. Schönwald(Adler, Hirsch; Ochs, gutes Bier) 3282“/. Gewerbfleissiger Ort, weit zertheilt. Von hier über den Briglirain(3693) nach dem Signal. Sehr schöne Aussicht auf Feldberg, Kandel, Rohrhartsberg, u. in die nahen Thäler. Es befindet sich oberhalb Nonnenberg, ist 2 Std. v. Schönwald, u. man kann von da in 1 Std. n. Ober-Simonswald hinab. Die Strasse steigt noch weiter; man kann auf einem Fusswege vom„Ochsen“ aus ein Stück abschneiden. Beim Vertſisſi. uiſf dem Deschiech, 3562,, ist die Höhe erreicht, u. die Strasse senkt sich durch das anmuthige Hochthal von Hinter-Scfidtaenbachi. Vom Pinthshi. 2. Kreus kann man die alte Strasse hinab zum Abschneiden benutzen. 1½ Std. Furtwangen, 2907“ Engel; Sonne; Ochs). 2800 EW. Marktflecken im Tyal den Breg, welche vom obengen. Briglirain herabkommt. Hauptsitz der Schwarz- waldindustrieen, und Uhrenhandels. Von hier n. Vöhrenbach, Villingen, Donaueschungen, Neulstadt s. R. 16 Seitent. 2. Verbindungstour n. Waldau u. Neustadt. Vom Wirthsh. 2. Engel in Furtwangen die Strasse l. weiter. Man erreicht in— 50 Min. einen Wegweiser, der n. Gütenbach zeigt. Hier I. bleiben.—/ Std. Neukirch. Nun durch freundliche Wiesenthäler hinab, Sägewerke, dann wieder hinauf, gelangt man nach— 50 Min. zum Wirthisli. 2. I11 Krone oder der lalten Herberge, an einem Wegweiser.(Hier geht (Aerte es I. n. Urach. vgl. R. 16. Seitent. 2. B. b.) R. weiter, erreicht man in—/ Std. einzelne Häuser v. Waldau; das Whs. 2. Traube ist noch 20 Min. weiter.— Von da n. Neustadt vgl. R. 21.— Von Furtꝛoangen n. Simonstald geht die alte Kilben- svuus5se, aussichtsreich, in 2½ Std. bis zum PNirihshi. à. En- gel in Ober-Simonsvoald. Die neue Strasse ist aber noch schöner. Sie führt wie oben in der Seitentour angegeben, in 50 Min. zum Wegioeiser, welcher falsche Entfernungen angiebt. Es jist noch 50 Min. bis Gütenbach, 3099“/,(Hochburg; Schwert). 1300 Ew. Romantische Lage. Industrievoll. RRRorN RRR 128 Route 17. Simonswald.— Zweribach. Von hier in 40 Min. über das Teich n. Wildgutachè(Löwe). Man besucht auch von hier— nicht ohne Führer— den Zweribach.— Weg n. St. Märgen, noch 1½ Std., ist nicht zu verfehlen. Von Gütenbach, zuerst durch die Schluchten des Gü- tenbaches, dann in das Thuu der ꝛoilden Gutach eintretend (Blick zum Zweribach) durch die herrlichsten Landschaften, Ahnlich wie im Albthale(ja stets den Bogen der neuen Strasse folgenl) trifft man zuerst das Wintlish. aum Stern, u. nach 1/ Std. in Obersimonswald das Werthish. à. Engel. Später Wirthsh. 2. Rebstock. Gewöhnlich besucht man von hier den Zweribachfall, der, in- dessen nur im nassen Frühjahr, recht grossartig ist. Er kommt v. Kandel herab, nahe dem Plattenhof. Zwei grosse Absätze in Fels- geklüft. Der Weg dahin ist aber(1869) so verwahrlost, dass es durchaus nicht rathsam ist, ohne Führer dahin zu gehen. Bei der Wahl eines solchen sei man vorsichtig, denn es gibt da auch unbe- rufene Irreführer. Es sind etwa 1½ Std. bis zum Fall. Oann ½ Std. zum Plattenhoſ, u., immer mit Führer, auf den Kandel noch 1½ Std.) 25 Min. weiter mündet r. das Nonnenbachthal. Das herrliche Getachithal, auf dessen gewaltigen grünen Einfas- sungshöhen malerische zerstreute Gehöfte, wird auf der Sohle breiter, anmuthiger, die Vegetation immer lachender, prangender. Rechts auf dem Berghange liegt Altsimons- z0,ο, I. der Hauptort: Untersimonswald(Krone; Ochs; Angele's Brauerei). Schön gelegene Kirche. Die langgezogenen Orte des Tha- les gehen in einander über. L. durch das Ettersbachithal oder über Schindelberg aum Kandelhof 3 Std. Nicht schwer zu finden. 2/ Std. Blegbach im Hlathale. 1½ ͤ Std. Waldhirch. Vgl. Beides R. 18, Seitent. 3. Die Eisenbahnstation Denzlingen ist von hier 1¾ Std. entfernt. Wer also, wie oben angegeben, nur 5½ Std. marschierte, früh auf- brach, u. v. Waldkirch noch mit der letzten Post n. Denzlingen kommen kann, kann von da auch noch auf- oder abwärts mit dem Nacht-Eisenbahnzuge weiter. Wal U Route 18. Waldkirch.— Suggenthal.— Z. Hühnersedel. 129 Route 18: Waldkirch und Umgebung.— Streitherg, Hühnersedel, Ottoschwanden, Hochburg, Ettenheimmünster, St. Lan- dolin, Kirnhalden.— Elzthal.— Kandel.— Glotterthal. Nach St. Peter. 1 Jagemarsch, bequem, wenn man nur die grossgedr. Haupttour absolvirt. Es ist aber ganz anzurathen, auf Waldkirch etwas Zeit zu verwenden, u. wenigstens die Hochburg au besuchen. Waldkirch, 922“,(Post; Rebstoch). 2684 Ew. Viel Fabriken u. Gewerbfleiss sehr verschiedener Zweige. Be- suchenswerthe Kirche. Der Ort ist alt, im 13. Jahrh. Stadt- recht.— Sehr anmuthige Lage. Es ist ein zu einem be- quemen längeren Aufenthalte sehr geeigneter Ort. Zahl- reiche Spaziergänge u. Ausflüge bieten sich. Wir verwei⸗ sen hierzu auf das Buch v. Hirz: histor.-topogr. Beschrei- bung etc. 1864., u. auf die Routen 12, 17 bis 20 ds. Buches, besonders aber auf die für Waldkirch ebenso gut geeignete Zusammenstellung längerer Touren bei Freiburg. R. 20. Spaziergänge. In die Arch, Biergarten, am Kastelberge, u. auf die Burg des Kastelberges 35 Min. Hübsche Aussicht.— V. hier in 2 Std. 2. Hochburg(Vgl. u.) oder über das Hasenechle zum Tbenhof. hier r. abbiegend in das Kohlenbachthal, u. dann 1. ab ins Harnisch- 20ah¹, ν Std. Zurück kann man etwa über Kollnau, indem man das Kohlenbachthal ganz aus hinab geht. Von Kollnau bis Waldk. ½ Std. Oder man geht vom Harnischroadld in/ Std. über die Höhe u. durch die Ober-Senau n. Keppenbach auf dem grossen Fahrweg, der über Sexau 1½ Std., n. Buchhols/ Std.(Stube; Löwe) u. Wald- Lircli /4 Std. führt.— Ferner: durch das Thal v. Hegelbach ½ͤStd., n. Ruine Schbaræenberg ½ Std., von da hinab n. Glotterbad 1 Std. (Führer angenehm). 1. Seitentour. Ueber Suggenthal n. Denælingen. Auf der grossen Strasse 304 Std. v. Waldkirch liegt das anmuthige Bad Suggenthal (Sad u. Gasth. v. Reich). In der Neuzeit sehr besucht, comfortable. Man Kkann aber auf einem schönen Promenadenwege durch den Inge- 0αν‘ in 1½ Std. dahin wandern.— Von hier grosser, Wenn auch manchmal schlechter, Fahrweg über den Luser in 2 Std. n. Giotterbad G. u.)— 1 Std. Weiter ist die EBisenbahnstation v. Denalingen. Vgl. EBR. 1.)— Post v. Waldkirch über Suggenthal n. Denzlingen in / Sſtd. täglich mehrmals. 2. Seitentour n. Steig, Schweignausen, Streitberg, Ottoschwand am Hlihnersedel. Der Weg führt v. Waldkirch n. Fenaz(über Buch- holz u. Lörch) in 11½ Std. Schöner ist's über den Kastelberg(s. o.) u. vom Tbenhaf durch das Reichenbachthal n. Semded(Sonne) hinab in Uſ Std. Jenseits des Brettenbachifales erscheinen die Trümmer der v. Seydlitz, Schwarzwald. NNDNNN 2 130 R. 18. St. Landol. Kirnh. Ottoschwd. Landeck. Hochburg. Veste Hochburg.— 3/4 Std. Staudenſieim.— 4 Std. Keppenbach.— 1½ Std. Reichenbach. Durch das Niederthal Weiter in— 11ſ Std. n. Brettenthal.(Von hier über Dürren-Hof zum Hühnersedel in 11 Std. Führer angenchm), u. an einzelnen Höfen(darunter der Grubhoß) vor- — bei in— 1 Std. Streitberg(Whs.) 1516“ Con hier ist Steig noch 1 Std. Dies u. Schuoeighaesen, 80 wie ins Schutterthal u. über Stei⸗ nach ins Kinaigthal S. R. 12. B.— Wir führen hier noch folgende Hinabwege an: A. von Streitberg i Thal der Unditz, oder Mänsterthal. Nach 1 Std. Ettenheimmünster. Reste einer uralten, noch vor 748 gegr. Benedictinerabtei. 1803 aufgehoben.— 1/ Std. St. Landolin. Kirche des angeblich hier erschlagenen St. Landolin. Ausserdem die gut eingerichtete, lieblich gelegene, Bad- 1. Gastiirthsch. von Reinbold.— ½ Std. Anfang des langen Dorfes Münelubezer.— 1 Std. 4 Ettenheim(Post 2. Pflug; Kreuz; Sonne; Lamm) 651.. Der Ort Slen mit 3000 Ew. ist bekannt durch die hier 1804 mit Verachtung alles 6. Völkerrechtes durch Napoleons Schergen vorgenommene Verhaftung—1 des Herzogs von Enghien zu nachheriger Erschiessung. Ausflug auf 10nl den Kalenberg 1057“, mit schöner Aussicht 2%4 Std. Von hier aur Eisenbahn(Stat. Herbolzheim) 3/4 Std. B. Von Streitberg durch das Thal der Bleiche: 1 Std. Bonberg. 10 οf.— 50 Min. beéi den Ruinen v. Kunberg.(Hier geht I. ein Thal ab, durch welches man in 1 Std. Kirnhalden GBad- u. Gasth. v. nan il Ruckmich), das ehemalige Wunderbad zum heiligen Kreuz, u. Pau⸗ Waldk linerkloster, das Wallfahrtsort War, erreicht. Ebenso wWie St. Lan- U 10 dolin jährlich mehr in Aufnahme gekommen. Das romantische Thal G 10 lohnt reichlich den Abstecher).— 10 Min. Bleichheim(Hirsch) am Ausgang des Bleichthales.— Std. Vagenstadt.— 35 Min. Ken- aingen, Eisenbahnstat. s. EBR. 1.— Oder/ Std. Stat. Herbolælieim. C. V. Streitberg über Ottoschwanden u. Hochburg n. Station mmendingen. Die Wanderung über die Höhen v. Ottoschwanden (die höchste, Hohieneche 2009“) ist sehr genussreich. Sie bietet eine Fülle von schönen Aussichten. Auf der Tour ist bis Hochiburg ein Führer angenehm, um Umwege zu vermeiden. Doch kann man sich im Nothfalle ganz gut durchfragen. Ottoschwanden ist nämlich eine auf jenen Höhen stundenweit zerstreute Gemeinde, zwischen deren Höfen zahllose Wege sich kreuzen. Man erreicht die Kirche des Ortes vom Bollbergqhof in 1 Std., von Kirnlialden in 1½ Std.,— Ebenso Kkann man vom Grubliof über— 25 Min. die HinterkdßFe nach weite⸗ ren— 1½ Std. die Kirche v. Ottoschwanden erreichen.— ½ Std weiter Mussbach(Krone). Von hier aus führt auch ein hübscher Wun Weg über Burg u. Dorf Landeck(Rebstoch) 11 Std.„Landecker“ Ach Hauptweinsorte, feurig; Hundingen ½j% Std.— nach Station Emmen- Akt dingen 25 Min.)— 1 Std. Ihennenbach(Engel) das ehemalige Cister- cienserkloster ist abgerissen. Die Kirche steht jetzt in Freiburg als 9 evangel. Kirche.— 1 Std. HNuinen der alten Veste Hochburg, auch Hachburg. 940“. Neben Rötteln u. Heidelberg die umfangréichsten Ruinen Badens. Die ehemals wegen ihrer Schönheit u. Festigkeit berühmte Festung(gl. Herbst: Gesch. d. Hochburg. Plan von Näher) soll schon aus dem 9. Jahrh. stammen. Urkundlich im 12. Jahrh. erwähnt. Sie wurde später immer mächtiger ausgebaut. 1689 im Mordbrennerjahre, von den Franzosen gesprengt. Die Rui- nen werden sehr gut conservirt. Hübscher Waldweg n. Sexau hinab. Die Aussicht belohnt die Partie reichlich. Sie bietet ein Weites Panorama von Schwarzwald, Freiburg, Kaiserstuhl, Voge-⸗ Route 18. Elzach.— Kandel. 131 sen, Rheinthal.— 1 Std. über NMndenreutbe zum Bahnhobe v. Immen- dingen. S. EBR. 1. 3. Seitentour. Das Elzthal bis Elzach. Die grosse Poststrasse führt in 20 Min. n. Kollnas(Adler)— ½ Std. Gutach,(Bierbr. Stratzy. on hier r. n. Simonswald vgl. R. 17.)— 1½ Std. Bleybach(Löwe). Non hier auf den Hörnleberg, Abstufung des Rolhimardsberges, 1½ Std. Mit Führer. Aussicht sehr umfassend).— ½ Std. Niederebinden.— 5 Min. Obervoinden.— 3/ Std. Elzach Gost 2. Salm; Schwan; Adler) 1210“/. Altes Städtchen. 1040 EW. Kirche aus dem 16. Jahrh. — Ausflüge von hier ergeben sich aus den Routen 12 u. 14, Wozu Verbindungsweg in R. 14 über Heidburg u. Hasslach, u. in R. 16 durch das Prechthal, so wie in R. 14 n. Hornberg über Steingrün kommt.— Wir fügen hier noch hinzu: àa: Von Hlæach auf den Hiihnersedel durch das Vnterbiderbachthal zaur Steinmuhile 1½, Std.— Von hier Führer, u. in 1 Std. 2. Gipfel. b: Ins PFachthial. Die Kirche des Ortes ist in 3/4 Std. erreicht. — 1/ Std. n. Rohrhardsberg.— Schönde,, 11½ Std. Zwischen letate- ren beiden Orten Führer Wünschenswerth.— Tyyberg 1 Std. e: Wie b bis Rohrhardsberg, u. von da über— ½ Std. Moos,— 1½ Std. Sehönzeald,— n. 1½ Std. Rurtioangen. Der Hauptausflug v. Waldhirch bleibt der Kandel. Macht man ihn eben als Ausflug, bei dem man einfach wieder n. Waldkirch zurückkehrt, u. hat Zeit genug, so lege man die Tour so zurecht, dass man über— 2 Std. Glotterbad, dann durch das ganze Glotterthal in— 2½ Std. n. St. Peter, u. von hier aus in— 2 Std. auf den Kandel steigt Cetate- res mit Führer). Dann hinab in— 2 Std. n. PFaldhiroß, zurück. Bei dieser Einrichtung ist aller Eindruck kunst- gerecht gesteigert. Wer direct hinauf will, nehme guten Fleischproviant mit. Oben ist nicht viel zu holen, als guter Landwein.— Der Weg v. Paldbirch' hinauf ist sehr leicht zu finden. Man lasse sich allenfalls ein Stückchen in das Tual des Elters- oder Altersbaches führen. Der Weg steigt durch dieses hiüibsche Bachthal ziemlich gemach hinan, an Ruhe- sitzen, Wegweisern u. den Kandelfelsen vorüber, dann Zick- z2ackweg.(Noch ein besserer Weg soll projectirt sein.) Auf dem bisherigen erreicht man in 3½ Std. Das Signal auf dem Kandel, 4144“, 5 Min. abwärts jist der Kandelhof. Freundlicher Wirth, guter Wein, auch manchmal Bier. Im Uebrigen aber Mangel an Spei⸗ sen u. Comfort. Windige Schlafkammer. Mangel an Bet⸗ ten, Wäsche u. Geschirr. Man bleibt also zur Nacht nur, wenn man muss, oder allen Comfort gründlich verachtet. Auf den Kandel v. Unter-Simonstoald s. R. 17. Ebenda den Weg über Zweribach u. Plattenhoſ.— Durch das Glotterthal herauf vgl. d. Folgende.— Von St. Peter herauf vgl. d. Ende dieser R. 18. * NDNRNNN NIe 2 e 132 Route 18. Kandel.— In's Glotterthal. Auf das Signal der Kandelhöhe, eine unbedeutende Pyramide, bt.U von Steinen roh zusammengefügt, kann man vermittelst einer unbe- 1.U. quemen Art Steintreppe an der Seite hinauf klimmen. Es gewährt die beste Umsicht, entspricht aber bei Weitem nicht berechtigten ö Anforderungen. Die Aussicht vom Kandel ist grossartig zu nennen, ist aber besonders interessant als Schwarzwaldrundsicht, indem sie malerischer die Thalverhältnisse der Umgebung grup- pirt, characteristischer die Richtung der verschiedenen Ge- birgsstränge gestaltet, als Feldberg, Belchen und Blauen. Auch ist das Panorama der Ferne sehr umfassend. Rauhe Alp, Hohenzollern, Höhgau(-ECohentwiel?), Jura, Vogesen, Hühnersedel, Kniebis, Feldberg, Schauinsland, Belchen. Links vom Feldberg bei geeigneter Luft die Schnechäupter der Tyroler, Vorarlberger, Schweizer Alpen. Sehr male- risch die Aussicht in das Thal bei Waldkirch. Ferner sicht man einen grossen Theil der Rheinebene. Als Schwarz- wald-Panorama verdient das vom Kandel vielleicht den Preis. 0 Hinab ist der Weg in's Glotterthal, der wegen schöner Aus- u. Einblicke zu empfehlen ist, nur mit Führer(Knecht aus dem Kandelhofe) zu finden, der indessen nur bis 25 Min. hinter dem Kummenhofe mitgeht. Hier führt in dem schönen Buchenwalde der breitere, etwas steinige Weg r. abwärts in's Thal. Er zweigt bald mehrfach ab; man bleibt aber immer in der gekommenen Richtung. Zu- letzt hört er auf. Auch hier bleibt man gradeaus, über den Wiesenhang fort, zu einem 10 Min. einzelnen Hause hinab. Hier hat man einen steilen u. steinigen Karrenweg erreicht, der nach r. weiter führt.(Ein schmaler Pfad daneben schneidet etwas Stein- qualen ab.) Wo sich der Weg J. biegt, wird er besser, Wo er sich dann gabelt, kann man 1. hinab in etwa ½ ͤ Std. den grossen Fahrweg im Thale erreichen. Wer aber Wan- dert, um die Gegend zu schen, folgt dem Wege r. weiter mit vielen schönen Blicken in's Thal hinab. / Std. Wegetheilung. Man bleibt r., kommt bald durch ein Gehöft mit Gatter. Später mehrere Gehöfte. Hin- ter dem einen theilt sich der Weg wieder; man bleibt r. und kommt gleich darauf an mehreren zu Ober-Glotterthal gehörigen Gehöften vorbei zum 54 Min. Wegebeisen aut der grossen Fahrstrasse, die man zum Schlusse wenige Schritte r. im Orte gegangen SSS˖SSSSE —— Route 18. Glotterthal und Bad. N. St. Peter. UNNDNN ist. Der Weiser zeigt zurück in 1½ Std.(falsch) n. St. Peter, r. n. Glotterbad u. WFaldbirch. A. Nach Glotterbad, 18 Min. Das schon im 15. Jahrh. besuchte Bad liegt auf halber Thalhöhe in hübscher, freundlicher Lage, in einem Seitenthälchen. Das Wirths- u. Badehaus gut u. bequem. Angenehmer Aufenthalt. Nach Suggenthial s. o. B. Nach Denzlingen: Nach 22 Min. erreicht man die Kirche des Pfarrdorfes Untérglotterthal 1028“(Sonne; Engel; Kreuzy. Vortrefflicher Weinbau; gewürzige Traube.— Nun bei Neuhaus (TLamm, guter Landwein) u. dem I. abwärts n N Vorbei, in 1½ Std. zum Bahnhof v. Denzlingen. S. EB S0o liebliche Bilder das unjtere Glotterthal auch 3 0 5s0 wird doch den Gebirgswanderer das obere Glottenthal mehr anziehen, das von dem obengen. Wegweiser sich J. hinaufzieht. Es wird enger, die Bergwände steiler, Felsen- coulissen treten auf, u. der Character der Landschaft des gewundenen Thales wird immer gewaltsamer, bis auf gutem Fahrwege, an nur ganz einzelnen Mühlenwerken vorbei in 1½ Std. ein Pegꝛoeisen erreicht ist, der I. u.„auf dem Rohre“ zeigt. Rechts steigt der Weg in grossem Bogen mit schönem Rückblick in's Thal auf die Höhe des Berg- sattels. Oben durch den Waldstreifen, u. man erreicht in 40 Min. St. Peter. S. dies R. 19. Von St. Peter auf den Kandel.— Wer nun den oben angerathe- nen Ausflug zum Kandel v. Waldkireh aus macht, nimmt im Whsh. 2. Hirschen einen Führer.— Einem geübten Pfadfinder sei der Weg im Folgenden genau beschrieben. Am nördlichen Ausgange des Klosterhofes steht ein Wegweiser, dessen einer Arm n. Glotterbad u. Rohr Weist. Von diesem aus geht man zuerst ein Stück des eben beschriebenen Weges durch den Waldstreifen zurück.— ½ Std. bei einem Kreuze l. am Wege geht man r. den steinigen Weg hinauf, der nach einiger Zeit etwas besser, dann noch steiniger wird.— 22 Min. bei einem zweiten Kreuze J., geht man grade aus Weiter hinab zu einer Säaägemülile. Vor dieser(die Stelle heisst am Rohir) biegt man ab, u. zwar den steilen steinigen Weg 1. hinauf. Gleich darauf gradeaus, nicht r. Dieser Weg, in Windungen steigend, wird immer mehr Feldweg; schliesslich nur noch gelbe Räderspuren im Grase.— 30 Min. man schneidet einen guten Fahrweg. Gradeaus unbeirrt weiter steigen, über eine Wiese, Wo der Weg sich ganz verliert, an einzelnen grossen Tannen vorüber, auf eine Waldecke los chierher zuletzt ganz Wenig r. halten). Nun in den Wald hinein, Worin man nach im Ganzen wieder— 22 Min. einen Weg mit Wa- genspuren erreicht. Diesen halbrechts aufwärts Wweiter.— 6 Min. Wegweiser 1. an einem Tannenbaum, welcher 114 Std. hinab n. 135 St. Peter, u. 1½ Std. zum Kandelhof zeigt. Letzteres sind aber knapp noch— 10 Min. Kandelhof(man muss hinter dem Walde auf der Wiese r. abbiegen zum Genöfte).— Zur Spitze u. dem Signal noch gute 10 Min.(Kiso v. St. Peter 2 Std. im Ganzen zu rechnen). — Gegenüber dem letzten Wegweiser am Tannenbaum geht auche r. ein Weg hinab, u. ein anderer gleicher Wegweiser bezeichnet ihn RRNRRN rrrrrrr ˖.C.... ˖ 134 Route 19. St. Peter.— Lindenberg. als Weg zum Zweribach. Dieser Weg G. halten, nicht vom grösse- ren Wege abweichen) führt über den Plattenhaf 1 gute Std., zum Fall 1½ Std. Vom Plattenhof weiter jedenfalls Führer mitnehmen. Route 19: St. Peter.— Durch das Ihenthal nach Büchenbach.— Durch die Wagensteig nach St. Märgen, und über St. Peter durch das Eschbachthal nach Freiburg. uſz Iage, die aber ein geübter, rüstiger Fussgänger auf 1 Tag reduciren kann, wWenn er, früh aufbrechend, die etwa 9 Std. bis Zanten hinab so zurücklegt, dass er zu der gegen Abend dort ein- treffenden Post n. Freiburg noch zurecht kommt. Auch kann man die Partie ganz leicht in 1 Tage machen, wenn man früh die erste Strecke durch das Ibenthal bis Büchenbach fährt. Wagen besorgt der Wirth im„Hirschen“ v. St. Peter zu verständigen Preisen. St. Peter, 2407“,(Hirsch; Bierhaus schrägüber) jist Sommerfrische u. ein gesunder Aufenthalt, der mehr u. mehr in Aufnahme kommt. Das chemalige Benedictiner- Kloster hierselbst, erbaut 1090, hatte weit u. breit in der Gegend Besitzungen, u. war bis in die Neuzeit reich u. an- geschen. 1806 aufgehoben. Jetzt erzbischöfl. Freiburgisches Priesterseminar. Die Kirche, von einfachem u. ruhigem Baustyl, verdient einen Besuch. Freilich nicht wegen der an den Pfeilern aufgestellten Denkmäler der Zähringer, welche kunstfertig von Holz geschnitzt, aber durch unnatürliche Verdrehungen(prägnante Charakteristik) wWiderlich sind. Die Zähringer waren Gründer u. Gönner des Klo- sters. Mehrere sind hier begraben. Vom Lindenberg, gute ½ Std., schöner Blick in's Dreisamthal etc. Hier hatte man unter der Hand ein Kloster mit Klosterschule für reiche Bauerntöchter gestiftet. Leider machte die Regierung im Frühjahr 1869 der guten Speculation durch Schliessen der An- stalt ein Ende. Eine der schönsten, u. ganz besonders empfehlenswerthen Schwarzwaldwanderungen ist in R. 38 zusammen gestellt. Die Oekonomie unseres Touristenbüchleins führt uns indessen zunächst in einer grossen Schleife hinab u. hinauf, u. dann wieder hinab n. Freiburg. Man lernt dabei drei schr hübsche Seitenthäler der Drei- sam kennen, jedes von anderem Charakter. Uebrigens gewährt der durchweg gut fahrbare Weg auch im leichten Halbwägelchen GBer- ner Wägelchen) einen hohen Genuss. An der Gasse, die vom„Hirschen“ ab gradeaus, u. dann l. um die Klostergebäude herumführt, steht ein Weg⸗ Hängen gelt der icherbach- Route 19. Ibeuthal— Wagensteig. 135 weiser, der einen Fahrweg durch Luteribenthal zeigt. Die- sen verfolgend, beginnt man bald in Windungen das Hin- absteigen in das Ibenthal, ein weniger grossartiges, aber sehr anmuthiges, nicht weites Thal. Man erreicht in 35 Min. einen Pegioeiser auf der Thalsohle, der ½ St. n. St. Peter zeigt, wohin es aber wohl ein Stündchen ist. Auch n. St. Märgen zeigt er 1 Std. Dahin aber sind es 1¾ Std.(Man folgt ihm, wenn man diese Tour vor hat, bis dahin, wo er zur Chaussee zwischen St. Peter u. St. Märgen aufgestiegen ist, dann r.)— Nach Unteribenthal geht der Weg im Thalgrunde r., sich wenig senkend, hin- ab. Das erstè Gehöft wird noch zu Oberibentlial gerechnet. Die späteren zählen zu Unteribenthal(Wirthsh.) R. oben schaut der Lindenberg herab. 1/ Std. breite Bofilenbruche. Hier theilt sich der Weg. Rechts geht's n. Zarten u. Burg. Linkshin wenden wir uns, auf einem etwas holprigen Vicinalwege über Wisnech (die gleichnamige Ruine oben auf tannenbesetztem Gipfel.) Nach 40 Min. Buchenbach(Hirsch; Adler). Von hier r. ab Weg n. Breitnau hinauf 2½ Std., u. zum Thurner R. 22. Hauptseitent.: e. Das Dorf liegt am Eingang des Thales der Wagen- steig, deren Höfe weit durch das Thal zerstreut liegen. Munter u. ziemlich Wasserreich rauscht der Bach daher, von mehreren kleinen Bächen, die aus den Nebenthälern r. hervorbrechen, genährt. Das grösste derselben öffnet sich bei dem ½ Std. Wegꝛoeiser, der n. Buchenbach zurückzeigt, s0 wie n. St. Märgen(wieder ganz falsch 1½ Std.) Derselbe Wegweiser zeigt auch n. Spirzen. Es geht durch das hier einmündende Thal ein ebenfalls schöner Fahrweg über in den Spirzen(Whs. z. Hockenhof) 1‘ Std., u. die Schweigloſe àum Thur- ner, wWo er bei dem Thurner-Whs., 1½ Std., die Höhe erreicht. Vgl. R. 22. 35 Min. Wiripsh. 2. Hirsch in Wagensteig. Die Land- schaft nimmt nun einen immer grösseren Character an. 25 Min. Pirilisßi. à. Löben. Auf der Höhe vor sich sieht man die sog. Ohimentapelle, welche 10 Min. v. St. Märgen steht. Verdient der schönen Aussicht wegen, besondere Berücksichtigung. RRRRr ERR NNRNNNN RPNNUNNNN NNNNN AlN 136 Route 19. St. Märgen n. St. Peter. Die grosse Fahrstrasse n. St. Märgen beträgt noch 10 1½ Std. Auf ihren weiten Windungen schöne Blicke ins Thal u. auf die Berge jenseits der Dreisam. Der schlechte Fussweg, welcher vom„Löwen“ ab hinführt, ist zu wider- rathen. Wer aber(ganz rathsam) kürzen will, geht so: Vom„Löwen“ ab die grosse Fahrstrasse weiter, bis bei der Bb 35 Min. zweiten grossen Wendung nach r. die alte 1503 Strasse am Waldrande entlang I. abgeht. Wald r., Wiese l. wͤler! Etwas steinig. Sie steigt ziemlich scharf. Wo sie eine l6n0 neue Waldecke berührt, theilt sie sich. Man bleibt v., u. Ullt, sieht nach wenigen Schritten r. die Oyumenbapelle, gleich darauf I. die Thürme v. St. Värgen. Bald erreicht man dicht am Dorfe die neue Strasse wieder Berrliche Aussichth), die beim Kronenwirthshaus in den Ort hineinführt. 30 Min. St. Märgen, 2966“,(Hirsch; Krone). Der Name kommt von Maria(St. Mariken) 1100 gegründet als Chorherrenstift. Unter unbeschreiblich widrigen Verhält⸗ nissen, von Freunden u. Feinden bedrängt, in ewigen Strei- tigkeiten mit St. Peter, geplündert, eingeäschert, unter häu⸗ figen inneren Zerrüttungen u. Mord selbst vor dem Altare, fristete es sich bis zur Aufhebung 1806 hin. — Die Kirche ist noch in Function, macht sich von Weitem statt⸗ lich. Von Nahem u. im Inneren unbedeutend. Wird restaurirt.— St. Märgen wetteifert in seiner Beliebtheit als Sommerfrische mit St. Peter. Es sind stets dauernde Gäste in den dortigen Wirths⸗ häusern. Die Wanderung von hier n. St. Peter gehört zu den Glanzpunkten des Schwarzwaldes. Man hat beständig den Blick auf die höchsten Züge des Gebirges im Süden, davor niedrigere Bergzüge, vielfach gruppirt, mit Thälern und Schluchten dazwischen, und sich ein schön grünes, mit Gehökten überstreutes Amphitheater, gebildet von sanfter ansteigenden Höhen, die sich zum Gipfel des Kandels em- porstufen. Durch die Lücke, wo das Dreisamthal zur Rheinebene ausmündet, sieht man den Kaiserstuhl mit der Katharinenkapelle, und in der Ferne darüber die höchsten Gipfel der Vogesen aufgethürmt. Und diese Landschaft, bleibt bei allem Wechsel der Farbentöne durch die Be- leuchtung immer neu, immer gross, u. doch voller Lieb- Iichkeit. Beim Ausgange aus St. Märgen l. Bierbrauerei. 1½/ Std. weiter Wegweiser. Im Ganzen in SSS Route 19. Eschbach.— Brandenburg. 1 Std. 40 Min. St. Peter. S. o. Bald hinter dem zu Anfang genannten Wegweiser n. Unteribenthal steht ein zweiter im Orte, der I. hinab n. Eschbach 1 Std. zeigt. Es ist hinab weniger. Man wan⸗ dert durch das oben sehr enge, schön gewundene Thal des Eschbaches, durch wechselnde Scenerieen, u. erreicht in 50 Min. die Kirche v. Eschbach(Wirthsh. I.). Kurz vorher zeigt ein Wegweiser n. Hintereschbach, seitwärts auf den Abhängen gelegen, u. n. St. Peter 1 Std.(wohin etwas mehr). Von der Kirche auf dem grossen Fahrwege weiter. J/ Std. Wegrꝛoeiser, der n. Steirenthal weist. Hier rollt sich nun mit jedem Schritte mehr das ganze Panorama jenseits des breiten Dreisamthales, vom Eingang zur„Hölle“ bis Freiburg auf. L. oben darauf der Louisenthurm des Feldberges. 12 Min. Pegꝛioeisen, der zurück n. Eschbach 1½ Std., I. 3/4 Std. n. Burg weist(es ist etwas weniger). Letzterem Wege folgend, erreicht man in 10 Min. Wegetheilung. Hier l. Der Weg zieht in wei⸗ tem Bogen nach dem 30 Min. Hotel Brandenburg, àugleich Post für Burg u. Zarten. Hier kann man die Post n. Freiburg oder Neu- stadt abwarten. Zu Fuss 2/ Std. bis Freibung. R. 20. Ueber den Weg s. R. 21. Wer über Kirchiaarten uud Littenvoeiler wandern will, braucht ½ Std. mehr. Route 20: Freiburg und Umgebung. Kaiserstuhl.— Routen zu Ausfiügen von Freiburg und zurück. Da Freiburg, der Lage der Sache nach, im Süden für den Schwarzwaldwanderer so wicehtig, oder noch wichtiger ist als Ba- den im Norden, so ist eine vergleichsweise ausführlichere Behandlung dieses Punktes geboten. Es ist für solche Reisende, die sich auf längere Zeit am Gebirge aufhalten, und grossstädtischen Comfort, auch in geistiger Beziehung, mit zeitweilig unternommenen Berg- touren abwechselnd vereinigen wollen, ohne durch das high.life, wie in Baden, in behaglicher Ruhe gestört zu sein, durch die Regsam- keit der Bewohner s0 viel gethan, dass der Conflux von Jahr zu CNRNNNNNNNN Route 20. Freiburg. Jahr reissend zunimmt. Für solche Besucher erschien es praktisch, schliesslich eine Anzahl Routen im mittleren u. südlichen Schwarz- Wwald mit spezieller Rücksichtnahme auf die jedesmalige Rückkehr n. Freiburg zusammen zu stellen.— Wir bemerken übrigens, dass die Freiburger Hoteliers gute Rathgeber für Gebirgstouren sind. Freiburg, 920“. Etwa 21,000 Ew. Gasthöfe: Zähringer Hof, schrägüber der Station, Bäder, im grossen Styl; schöne Aussichten aus den Fenstern.— Pfau, I. vom Bahnhofe, neue Einrichtung, von den Zim- mern prächtige Aussichten; im Garten, Wo Wirthschaft, die Schwarzwaldhalle mit 7 Schwarzwaldlandschaften v. Schnorr, sowie Bäder,— In der Stadt: Deutscher Hof, altbekanntes Haus, comfortable; Hötel Müller 2. Engel, am Münster, neu eingerichtet; Hötel Müller z. Rheinischen Hof; Hötel Fehrenbach; Geist, am Münster, für Touristen; Römischer Kaiser; Lamm, Unterlinden; Freiburger Hof; Bär; Hötel Lang, Eisenbahnstrasse; Mohr; Storch ete. In Herdern: N Stadt Wien u. Schwan, beide beliebte Gartenwirthschaften. — Die grösseren geben zu mässigen Preisen Winterpension. Im Herbst Traubenkuren. Restaurants: Im Bahnhofe: hübsche Halle; Zum Kopf, (E. Pyhrr) zunächst dem Münster, ausgedehnte Lokalitäten mit schönem Garten, den ersten Etablissements unserer Grossstädte auch im Comfort an die Seite zu stellen; Pfau S. ob.; Schwert, Bunsel; Rappen; Museum- und Harmonie- Restaur.; Schützenhaus; Schiff; Stadt Wien ete; überall gutes Bier. Letztere drei ausserhalb. Besuchte Weinlokale: Trescher beim Breisacher Thor; Hummel beim Kaufhaus; Fischer, Schiffstrasse. Bierlokale: Sehr viele. Raubscher Biergarten, jetat Jör- ger; Schlösschen am Schlossberge über dem Schwabenthor, mit köstlicher Aussicht; Steinhardt'scher Biergarten, auf der östlichen Seite des Schlossbergs. Bäder: Im Pfau s. o. v. Füger; Marienbad; Actien- Schwimm-Bade-Anstalt beim botanischen Garten; Schwimm⸗ bad v. Stadler in d. Vorstadt Wiehre; Douchebäder v. Reiffel. Fuhrwerk: Omnibus für die Hötels an dem Bahnhof. Droschken auch daselbst zu finden, 12 kr. die Person u. J4 Std.— Privatfuhrwerk besorgen die Gastwirthe. Preise dafür: Einsp. bis 5 fl., Zweisp. bis 9 fl. u. Trinkg. p. Tag. Dienstmänner- und Packer-Institut. Theater: Während der Wintermonate. Concerte: Winters u. manchmal im Sommer. SSS Route 20. Freiburg.— Geschichte. 139 Ueber die Geschichte der Stadt kann man sich in den Werken, welche die Hotelbesitzer auf ihren Tischen auszuliegen haben, ge- nauer unterrichten. Auch findet man dort Karten u. Reiselittera- tur. Wir erwähnen hier folgende Momente. Wohl schon früher stand auf dem Schlossberge ein Zähringen- sches Schloss, auf römische Ueberreste gebaut. Der Ort selbst wurde gegründet 1091 von Berthold, Herzog v. Zähringen(eider also 83 Jahre zu spät, um 1008 die Münze der Stadt Prinzbach(s. R. 12) plündern zu können), u. erhielt schon 1120 eine Stadtverfas- sung nach dem Muster der Kölnischen. Nach dem Aussterben der Zähringer Waren die Grafen v. Urach, von denen die Fürsten v. Fürstenberg abstammen, ihre Grafen, mit denen sie bald in die hef- tigsten Streitigkeiten u. Fehden gerieth. Eine mannhafte, regsame Bürgerschaft strebte in dieser Stadt empor, u. zwar offenbar klug von ihren Häuptern geleitet. Uebrigens war auch viel„vorder- österreichischer Adel“ in die Stadt gezogen, u. da zudem viele Reiche den Adel erworben hatten, so musste gesetzmässig im Rathe stets eine Anzahl vom Adel, GRitterbürtige), sein. Die Gemeinde verstand es, grossen Besitz durch Benutzung der Umstände ihrer Nachbarn(Z. B. der Verlegenheiten v. St. Märgen u. St. Peter) zu erwerben. Aber auch festzuhalten. Auch eine gewaltige Ausgabe an der rechten Stelle scheute sie nicht. So kaufte sie für 25,000 fl. 1368 die Herrschaft Badenweiler, legte noch 20, 000 Mark Silber hinzu, u. kaufte sich damit von ihrem Grafen frei, die Erzherzöge von Oesterreich zu ihren Schutzherren wählend. Mit Haus Oesterreich theilte sie dann 400 Jahre die meist unglücklichen Schicksale, 2. B. das Sempacher Unglück 1386, u. die Bedrängnisse der Bauern- u. Religionskriege, so wie der Franzosenkriege. 1525 von den Bauern gebrandschatzt, wurde sie 1632 von den Schweden, bald darauf von den Bayern genommen. 1644 erfocht allerdings Merey hier den ruhm- reichen Sieg über Turenne. Aber 1677 wurde sie von Créqui einge- nommen, 1678 sogar an Frankreich abgetreten. 1697 wieder österr. geworden, war sie schon 1713 wieder von Villars erobert. 1714 wie- der österr., wurde sie 1745 wieder französisch, Wobei die Franzosen die nach 1677 von Vauban aufgeführten Werke selbst zerstörten. 1748 wieder zurückgegeben, verlor sie durch die Oesterreicher die letzten Reste derselben, so auch die beiden Schlösser auf dem Schlossberge. Im Frieden von Campo Formio 1797 zur Abwechse- lung einmal mit dem Breisgau modenesisch geworden, fiel sie end- lich 1806 zu ihrem Glücke an Baden, u. gewann Ruhe. Freilich, als sie 1814 Hauptquartier der Verbündeten war, trug sie an Ein- quartierung nicht weniger als: 1274 Gesandte u. hohe Offiziere; 621,518 Unteroffiziere u. Gemeine; 12,025 Diener ete. So auch 1815. Auch riefen die badischen Aufstände von 1848 u. 49 noch böse Stun- den hervor. Aber um so mehr entwiekelte sich nachher die Stadt, die sich bei allen drangvollen Schicksalen als Muster einer deut- schen Bürgergemeinde bewährte, insofern nichts ihre Kraft vernich- ten, nichts den Trieb nach freier Entwickelung ausrotten konnte.— 1122 begann der Münsterbau. Er dauerte über 100 Jahr, u. lieferte die einzige grosse vollendete gothische Kirche Deutschlands dieser Art. Auch ein Beispiel von Zähigkeit.— 1456 wurde die Universi- tät von Erzherz. Albrecht gestiftet. Die Stadt wusste sie in allen Stürmen aufrecht zu erhalten.— 1807 wurde die erste evangelische Gemeinde hier eingerichtet, u. entwickelte sich fröhlich, trotz der mit Recht in ihrem Fache berühmten katholischen Facultät. Ein Beweis für den freien Sinn der Bürgerschaft.— Seit 1827 ist Frei- burg auch der Sitz eines Erzbischofes(früher in Constanz), u. seit NNNNDNNN RNNNNN NN N — 23 140 Route 20. Freiburg.— Evangl. K.— Münster. Mitte der vierziger Jahre entbrannte von hier aus der badische Kirchen- u. Schulstreit. Die Bürgerschaft hält überwiegend an der freien Richtung fest.— Der Umfang der Stadt nimmt in neuerer Zeit durch neue Strassenviertel stark zu. Miehre u. Herdern sind jetat Vorstädte v. Freiburg.— Die Stadt besitzt heut zu Tage ein Areal Vvon über 1200 Morgen, überhaupt an Vermögen, ihre Austalten u. Stiftungen mitgerechnet, über 8 Millionen.— Das geistige Leben Freiburgs concentrirt sich nicht etwa nur in der Universität, son- dern wird durch ein Lyceum, böhere Bürgerschule, Gewerbeschule, Uhrmacherschule, u. andere öffentliche u. Privatschulen gefördert, u. dem praktischen Leben nahegebracht. Vereine aller Art existi. ren, 2. B. naturforschende Gesellschaft; Kunstverein; historischer Verein; Gewerbeverein; landschaftlicher Verein; Arbeiterbildungs- Verein(auch ein katholischer); Verein für Fischzucht in der Drei- sam etc., von sehr wohlthätigen Folgen; Museumsgesellschaft; Har- monie; Schützengesellschaft; Turnverein; Feuerwehrcorps; Gesang- u. Musikvereine; Künstlerverein ete, ete. Acht öffentliche Blätter erscheinen am Orte. Wissenschaftliche Sammlungen in der Univer- sität und im Rathhause; botanischer Garten; Universitätsbibliothek mit Lesezimmer. Schenswerth sind die Ateliers verschiedener Künstler für dazu Legitimirte; ferner die Domcapitular Haitasche Bildersammlung; das Naturalienkabinet des Apotheker Keller ete. — Dass Handel u. Industrie in hohem Aufschwunge begriffen sind, wird man beim ersten Blick auf die Stadt inne. Binzelnes darüber gehört nicht hierher. Wanderung zu den Haupt-Sehenswürdigkeiten der Stadt: Beim Austritt aus dem Bahnhofe gehen wir I. bis zur Friedrichis- stnasse. Diese r. hinab bis zur vierten Querstrasse, der Kaiserstrasse, hier 1., u. kommen an die evangelische Kirche, ein schöner ro- manischer Bau, nach Meisters Hübsch Leitung u. Plänen genau 80 aufgeführt, wie sie einst in Thennenbach(R. 18. Seitent. 2. c) stand, u. dort wegen Baufflligkeit abgerissen wurde. Thurmhöhe 195 Länge des Schiffes 171“: Breite 53“, Querbau 90“/. Gemälde von Dürr. — Das grosse Gebäude schräg über der Kirche ist das neue Hospi- tal.— Gegenüber dem Portal der Kirche mündet die Bernhardstrasse. Wir schlagen diese Richtung ein; sie führt uns auf den Karlsplatz, u. Wir stossen hier auf die grosse Kunst- u. Festhalle, welche über 5000 Personen fasst, u. bestimmt ist zu Ausstellungen, Musik⸗ aufführungen etc.— Schrägüber befinden sich Gartenanlagen. An diesen vorbei, r. uns Wwendend, erreichen wir die grosse Karls- Kkaserne.— An ihr vorbei auf die breite Kalserstrasse, die Wir nun nach 1. hin verfolgen. In ihr sind mehrere hübsche Brunnen älterer u. neuer Zeit. Darunter der des Stifters der Universität, der Her- zog Albrechtsbrunnen.— Man kommt bei dem einen andern Brunnen an eine schmale 1. abgehende Quergasse, durch welche man auf das Portal des Münsters sieht. Hierhin wenden wir uns. Der Münster, 1122 begonnen, 1146 schon 80 wWeit, dass Bernh. V. Clairvaux darin den Kreuzzug predigen konnte, schritt doch spä- ter langsamer vorwärts. Denn erst Mitte des 13. Jahrh. Wurden Langhaus u. Thurm, der Chor sogar erst 1513 völlig fertig. Innere Masse: 320“ Länge, 95“ Breite, 85“ Höhe. Der Thurm 390“ hoch, unten Viereck, oben Achteck, ebenso die herrliche durchbrochene Steinpyramide, deren kolossale Steinrosen sich von unten wie Fili⸗ Sranarbeit anschen. Der Bau ist ursprünglich von rothem Sandstein. Ringsum zum Thurm passende Strebepfeiler mit zahlreichen Sta- tuetten u. den üblichen Thiergestalten als Dachrinnen. Vielfach Inlise Route 20. Freiburg.— Münster.— Schlossberg. 141 neuere Arbeit geschickter Reparatur. Oben um das Dach geht eine Gallerie; interessant eine Wanderung auf ihr. Unter dem mächti- gen Thurm ist der Eingang durch eine weite; tiefe, grossartige Porhalle mit vieler Bildhauerarbeit, z. B. die klugen u. thörichten Jungfrauen ete. Sie hat früher für Zwecke der Märkte gedient, u. es finden sich noch die alten Masse u. Gewichte in die Wand ein- gegraben. Ueber dem Kirchenthor selbst biblische Darstellungen. Das Langzaus ist dreischiffig. Der Chor ist von Kapellen umgeben, u. mit diesen durch ein Gitter abgeschlossen. Man unterlasse nicht, sich führen zu lassen.(18 kr.) Die hohen Fenster haben Glasmale- reien aus dem 15. Jahrh., so wie neue von Helmle. Von diesem auch die kleinen Glasfenster in der Grabkapelle u. in der Abend- mahlskapelle, nach Dürerschen Zeich nungen. In der Grabkapelle werden die geweihten Hostien am Charfreitage aufbewahrt, nämlich in dem Kästchen in der Brust des Leichnams Christi. Die Denk- male der Zühringer möge man sich vom Führer benennen lassen. Das Altarblatt ist Hans Baldungs, gen. Grien, Meisterwerk von 1516: Krönung Maria's, mit den 12 Aposteln u. Begebenheiten aus Maria's Leben. Der Untersatz vorzügliche Holzbildhauerei. Das Hauptbild hat auf der Rückseite eine angeblich Dürersche Kreu gung. Unter dem Hochaltar ist die reiche Schatzkammer des Mün- sters. Im Querschiff stört leider die sonst vollkommene Harmonie ein Einbau im italienischen Arkadenstyl aus dem 17. Jahrh., der auch das südliche Portal von Aussen verunziert. Von den Kapellen um den Chor bemerke man folgende: Die Universitätskapelle: Das Al- tarblatt ist hier von H. Holbein jun. Die beiden Kaiserkapellen mit Werthvollen alten Glasmalereien. In der Martinskapelle die vorzügl. Holzsculptur der Anbetung Christi. Die Böcklinkapelle mit dem byzantinischen Kruzifix. Die Kanzel soll von Jörg Kempf 1561 aus einem Stein gearbeitet sein. Zur richtigen Würdigung des gross- artigen Thurmbaues ist eine Besteigung des Thurmes anzurathen. Eingang dazu im Innern der Kirche neben dem Portal. Man muss eine Karte zu 6 Kr. lösen, u. oben 12 kr. Trkg. zahlen. Wir treten aus dem südlichen Portal heraus, u. befinden uns hier dem merkwürdigen alterthümlichen Kaufhaus gegenüber. Ebenso Sandsteinbau aus dem 15. Jahrh. Unten Rundbogenhalle, darüber Gallerie, u. hinter dieser der Festsaal.— Das Haus r. davon ist die Erzbischöfliche Residenz. Wir gehen durch die gegenüber dem südlichen Portal der Kirche, J1. vom Kaufhause einmündende Gasse zur Schusterstrasse, diese 1. auf die Herrenstrasse. Letztere führt uns zum Schwabenthor. Wenn wir aus demselben hinaustreten, so befinden wir uns am Fusse des 400“ ansteigenden Schlossberges, u. wenden uns nun I. den ansteigenden Wég zwischen Weingärten hinauf. Bald zweigt r. ein Fusspfad Zzur Schlõsseltemtoirthscliaft ab. Wir steigen aber grade- aus Weiter, u. erreichen ein kleines Halbrund mit einem Votiv- Kreuz, Wo sich ein Weg vom Karlsplatz her mit dem unsrigen ver- einigt, gradezu ein anderer abgeht, der nach dem Jägerhäuschen (S. u.) führt, u. rechtsum hinauf ein Weg zum Pavillon mit der Orientirungsscheibe(ziemlich unpraktisch) führt. Der Blick von hier aus ist entzückend, reich, mannigfaltig u. grossartig zugleich. Den Streit, ob diese Aussicht schöner sei, als die v. Hohenbaden oder Heidelberg, lasse man auf sich beruhen. Diese drei sind eben die strahlenden Juwelen in dem goldenen Reife der Badischen Krone. Ohne sich mit den nicht sichtbaren Gegenständen auf der Orienti- rungsscheibe aufzuhalten, wird man mit einiger Anstelligkeit über die Lage einer Anzahl von Punkten klar werden. Von Norden her 142 Route 20. Freiburg.— Univ.— Denkm.— Rathh. zieht sich die Rheinebene, in köstlicher Fülle prangend, an den Fuss des Berges, u. von da nach Osten herumbiegend das lachende, lieb- liche Thal der Dreisam, offengelegt bis zum Eingang ins Höllenthal. Wieder zurück sich wendend, zicht sich der Blick an den gewalti- gen Linien der südlichen Bergzüge bis zum Schauinsland hinauf. Daneben v. die Kuppe des Belchen. Durch ein schönes Thal von diesem getrennt ist dann der Schönberg. Weiter hebt sich jenseits des Rheines die hohe Vogesenkette mit dem Ballon, u. einzeln thürmt sich dreikuppig aus der Rheinebene der Kaiserstuhl empor. MWeithin kann man nach Norden die Ausläufer der Schwarzwaldket⸗ ten zur Rheinebene verfolgen. Im Thal zu Füssen Alles voll hell- blinkender, freundlicher Wohnungen der Menschen u. Stätten ihrer eifrigen Thätigkeit. Drüben glänzt die Lorettokapelle; hier, nahe- bei, umdrängt die Masse der Stadt den Hügel. Aus ihrer Mitte hebt sich kühn u. herrlich der gewaltige Bau des Münsters, über welchem der Thurm fast bis zu gleicher Höhe gipfelt, wie unser Standpunkt ist. Dieser Punkt heisst die Ludioigshöie. Es giebt aber noch meh- rore Stellen mit Aussicht, sowie überhaupt hübsche Spaziergänge u. Anlagen, zu denen man die Trümmer u. Reste der alten Festungs- Werke verbraucht hat, weiter hinauf. Wenn man 2. B. vom oben genannten Halbrund den Weg gradeaus weiter steigt, so kommt man zum Jãgerhäusle in ½ Std., u. kann von hier aus durch die Vorstadt Herdern in ½ Std. n. Freiburg zurückkehren. Wir steigen wieder zum Scheoabenthorn hinab, hindurch, u. durch die Salzstrasse, an dem Theater vorbei(ehemalige Augustiner- kirche), u. kommen so wieder auf die Kaiserstrasse zurück. Links schen wWir das Martinsthor. Die Strasse führt durch dasselbe hin- durch, u. bis an die Dreisam, an welcher die Dreisamstrasse entlang führt. Auf dieser r. gelangt man zur Bade- u. Schioimm Anstalt, oder vorher über eine Brücke zum Botanischen Garten. Wir Wandern aber jetzt nicht hier hinaus, sondern vom Thor zu- rück in der Kaiserstrasse, bis Wo gegenüber der Salzstrasse, die wir Kkamen, eine andere Querstrasse mit wenigen Schritten zur engen Universitätsstrasse führt. Gleich beim Eintreten in diese ist die Eeke schräg über die alte Universität, worin man das merkwürdige anatomische Museum besuchen kann.— Wenige Schritte r. führen auf den Franziskaner-Platz. Auf diesem das Penkmal von Bert⸗ hold Schwarz, dem Mönche, das hier gewisse Einflüsse siegreich statt des Denkmals des freisinnigen Staatsrechtslehrers Rotteck her- setaten, unter dem Rechtstitel, hier 1340 das Schiesspulver erfun⸗ den zu haben. Nun steht das Denkmal Rotteck's, des in der Neuzeit berühmtesten Lehrers an dieser Hochschule, auf dem Rot- lecksplatae. Vom Bahnhofe durch die Zisenbahnstrasse) gleich vorn am Eingange der Stadt, u. kennzeichnet Freiburg so als„die Stadt Rottecks.“— Am Eranziskanerplatze liegt die Martinskirche, u. ihr gegenüber das Rathhaus, ein ansehnliches Gebäude aus dem 16. Jahrh. Es enthält das Archiv, u. eine Alterthumssammlung.— WMenn wir die an ihm auf den Platz mündende Tlurmstrasse hin- abgehen, so stossen wir auf den Rottecllylats mit seinem Denhmal, u. Weiter durch die Eisenbahmstrasse zum Balinhaf wandelnd, werfen Wir noch einen Blick auf die hübschen Gartenanlagen mit Statuetten der Jahreszeiten, die, wie man sagt, erst nach Streit u. Kampf ihren Platz erringen Kkonnten, Weil gewissen fromm-züchtigen Kräh- Winklern ihr Costüm zu decolletirt erschien. Man hätte einige Hei- lige dort lieber gehabt. Route 20. St. Ottilien.— Zähringen.— St. Loretto. 143 Diese ganze Wanderung, wenn man nicht die Sammlungen be- sichtigt, kann in 3 Std. abgemacht sein; selbst noch mit einiger Restaurirung, etwa im„Kopf“ nahe dem Münster(Aufschriften aa den Häusern weisen hin), oder im„Pfaué“. Besichtigt man genauer, in 5 Std.— Dies für in der Zeit bedrängte Reisende. Für am Orte Verweilende führen wir im Folgenden Spaziergänge und Ausflüge an. Spaziergänge: 1.— Auf den Schlossberg u. zum Jägerhäusle, 1 Std., ist schon oben beschrieben. 2.— St. Ottilien. Man geht den Weg, welcher zwischen dem Pavillon Ludeoigshiölie u. dem gegenüber liegenden Schlossberghügel, wWo noch alte Gewölbe sichtbar sind, r. ab führt, am Abhange ir das Dreisamthal entlang, allmählig steigend, über den sog. Hirzen- berg Peldberg sichtbar), in 1¾ Std. n. St. Ottilien, ehemalige Wall- fahrtskirche mit Heilbrunnen, einer wohl noch heidnischen Reminis- cenz. Dabei ein Wirthshaus. Von hier hinab zur Karthiause 1½ Std., u. r. auf der guten Strasse in 35 Min. zum Scheoabenthon. 3.— Ruine Zähringen. Vom Schlossberge zum Jagerhäusle s. o. Von hier aus durch Wald ansteigend in 1½ Std. zur Ruine Zäliringen. Man nehme am letzten Hause unter der Ruine, Wo einige Erfrisch- ungen zu haben, den Schlüssel zur Plattform mit. Diese Burg, 1601“, ist der Stammsitz der Zähringer. Urkundlich 1078, aber Wohl älter. 1281 von den Freiburgern zerstört, musste sie von diesen auf Kkaiserl. Befehl wieder aufgebaut werden. Im Bauernkriege de- finitiv mit dem Dorfe zerstört. Jetzt steht nur ein Thurm, doch er- streckten sich die erkennbaren Wälle etc. weiterhin. Die Aussicht wWohl lohnend. Von hier in einer kleinen ½ Std. n. Dorf Jähringen hinab, das leider kein Stationspunkt der Bahn ist, u. von da in 1 kleinen Std. n. Freiburg zurück.— Man kann aber auch von der Burg den Weg n. Heuebeilen einschlagen, wobei man sich hüte, nicht J. hinab in das Wildthal zu gerathen: in 1 Std. jist Hinterheuweiler er- reicht, u. von da über/ Std. Heuweiler selbst, ½ Std. Neuhaus im Glotterthale. Von da n. Denalingen s. R. 18. B. 4.— St. Loretto. Man geht die ganze Kaiserstrasse durch das Marntinstlior, u. weiter über die Dreisambruche, auf die Breisacher Landstrasse. Fahrweg biegt beim Stadlerschen Bad I. ein, 5 verschie- dene sehr lohnende Aussichten. Bis zum Fusse des Hügels ½ Std. u. hinauf noch 10 Min.(Whs.) Eine ganz wundervolle Aussicht. Die Kapelle ist zum Andenken der Schlacht 1644 gebaut, WOo Mercy den Turenne, trotz seiner mit dem histor. sprichwörtl. gewordenen Be- fehle„encore mille“ nach einander in den Tod getriebenen Sturm- colonnen, schlug. Aber die eingemauerte Kanonenkugel ist von 1744, Wo sie neben Ludwig XV. einschlug, welcher bei der, damals erfolg- reichen, Belagerung Freiburgs anwesend war.— Von der Kapelle führt ein Spazierweg etwas aufwärts zu einer kleinen Steinpyra- mide, Wo Aussicht, Weiter zur„Stephanienruhe“, Wo ein Wegweiser; dann I. hinab ins Thal des Eohrerbaches, u. hinüber n. Güntersthal /4 Std.— Von hier noch weiter über Langenachern n. Horben ete. Vgl. R. 26 Seitentour bei Spielweg. 5.— Güntersthal wird vom Martinsthon aus die Breisacher Land- strasse entlang, u, dann I. in ½ Std. erreicht. Es liegt sehr lIieblich, u. hat sehr besuchte Wirthschaften: Hirsch mit Garten; Whs. 2. Kybfelsen; Brauereien m. Wirthsch. von Scheltle u. Maurer.— Das 2 144 Route 20. Güntersth.— Littenweiler.— Schönberg. Kloster ist von früher als 1224. Aufgehoben 1806, ist es jetzt We⸗ berei. Der Brand v. 1829 zerstörte die schöne Klosterkirche. Die jetzige von 1835.— Von hier aus lassen sich in den umgebenden Wäldern zahlreiche Spaziergänge machen. Alles dureh Wegweiser erleichtert. Z. B. n. St. FValentin ½ Std.— Auf den Kybfelsen 1 Std., Wo wenige Trümmer der Kyburg, aber schöne Aussicht. Man kann von hier n. Liitemvoeilen hinab. Vgl. W. u., oder nach dem Kybbade(Whs.). Beides etwa 25 Min. Das Kybbad liegt im Klein- Kappelen Thale,/ Std. vom Gasth. z. Kreuz in Klein-Kappel, von wWo man dann in 11½ Std. n. Freiburg zurückkehrt.— Zum Brombcerberg, zur schönen Aussicht, einer der hervorragendsten Punkte, 1¼ Std. Man kann von hier n. Littenioeilen oder dem Schütsenhaus v. Freiburg hinab. 6.— N. Littenweiler(Mineralbad v. Hensler; Hirsch) gelangt man auf einem reizenden Spazierwege durch parkartige Waldanla- gen an der Wasserleitung für Freiburg entlang, in 1 Std.— ½ Std. die Landstrasse zum Höllenthal entlang, dann r. abbiegen. Der kleine Ort liegt recht anmuthig, u. ist ein beliebter Ausflug, dient auch zu längerem Aufenthalt als Sommerfrische. 7.— N. Verahiausen u. Au vgl. wW. u. Weitere Ausfl. 1. Weitere Ausflüge: 1.—, Der Schönberg. Man erreicht vom Martinsthor aus in 1St.(V. der Breisacher Landstrasse n. 20 Min. I. auf die breite Chaussee abbiegend) das Dorf Merzhausen Girsch). Hier zum Jestuitenschloss, chemals Jesuitenvilla, hinauf, u. den Feldweg grade auf zu der Kuppe des oben bewaldeten Schönberges 2154“ in 1 Std. Der Berg ist altkeltische Opferstätte, zu der noch nördlich u. westlich erkenn- bare künstliche Aufgänge führten, während südlich, n. Ebringen Gburum) zu, uralte Gräberstätten mehrfach aufgedeckt wurden. Hier war die starke Aufstellung Mercy's 1644 gegen Turenne. Man sieht am Rande des Waldes auf Freiburg, Zähringen, den Kaiser- stuhl, Vogesen, u. blickt in das Thal bei Au hinab, Wo Turenne stand, das Hexenthal genannt. Condé griff bei Ebringen an, Wo er auch ohne Nutzen eine Schanze eroberte, seinen Commandostab vor- aus hinein werfend.— Man wendet sich nun südwestlich hinab, u. gelangt in ½ Std. n. Ehringen(Bär; Rebstock), u.— 25 Min. n. Station Schallstadt.— Auch kann man v. Ebringen aus in 35 Min. zur uν,,He hne“,rg, Stammsitz der Patrizierfamilie Schneewlin, stei- gen, u. zur Station St. Georgen in/ Std. hinabsteigen. Von wWo n. Freiburg.— V. Merehausen aus führt, wenn man nicht den Schön- berg besteigen will, die grosse Strasse Weiter in J½ Std. n. 4(Löwe). Hier führt von der Chaussee 1. ab in einem Bachthälchen ein Weg, auf welchem man in 35 Min. n. Langachern gelangen kann. Folgt man diesem Wege, so erreicht man in ½Std. von Au den Selsenbof, Vo die sehr interessante Anstalt für künstliche Fischzucht von Schuster eingerichtet ist, welche bereits 80 gute Resultate erzielte. Sie wird gern gezeigt und ist sehr beachtenswerth. Man gehe von hier n. Langachenn, u. über Guntersthial /Std.; zur. n. Freiburg d Std. — Ueber Guntersthal, Horben, St. Nrich, Gerstenhaim n. Spielioeg im Munsterthal. S. Seitent. in R. 26. 3.— Schauinsland. N. Guntherstha', s. o., ¾ Std. Man geht durch den Ort die Fahrstrasse, bis wo nach wieder ½ Std. ein Weg I. abbiegt, der nach zwei einzelnen Höfen, u. von da hinauf zum ** Route 10. Ausflüge.— Kaiserstuhl. 145 Forsthaus an den Bohrerhäfen führt, 20 Min. Und von hier(Wegwei- ser) auf mehrfach gewundenem schönem Wege in 2 Std. zum Gipfel. Rückweg durch das Kappler-Jhal u. alles Uebrige s. in R. 35. 4.— Rosskopf 2463“; Vom Schlossberge aus, u. zwar entweder über das Jägerhäusle ½ Std., Hebsach u. Schonlef hinauf zur Höhe in 2 Std.— Oder direct in 1d Std. über die Eoöhe des Schlossbᷣerges, auf nicht azu fehlendem Wege(Wegweiser) zur Kuppe des Rosskopfes. — Oder über St. Ottilien 1¾ Std., u. hinauf/ Std.— HFlierher ist der Weg leicht zu finden. Wenn man aber nicht wieder denselben Wes azurückkehrt, ist ein Führer angenehm. Zunächst, um den Aartin gfelsen oder Känale zu finden, zu welchem auf der Höhe r. ab ein Fuss weg führt, u. der eine schönere Aussicht gewährt, als die Höhe. Dann, um den Rückweg durch das Attenthal n. Freiburg zu finden, 3½ Std.,— oder durch das Föhrenthal in 1d Std. in das Un- terglotterthal, 1 Std. v. Station Denalingen,— oder über den Flaunser, eine hübsche Wanderung fortdauernd auf den Höhen, bis man gegen das Ende hinabsteigt n. St. Peter(R. 19), gute 3 Std. von der Höhe des Rosskopfes.— Leichter findet man n. Schönhef hinab, u. von da zur KAuine Ldhiringen u. Dor, Zühringen, 2 Std.— Auch findet man von Schonhqj leicht in das Vadthal, au dem Leimstollenhof 1½ Std., von Wo auch ein Weg über die Höhe n. Fohrentha! u. ins Glotterthal in gut 1 Std. führt.— Vom Leimstollen abwärts im Wildthal erreicht man zuerst Vildthad selbst in 10 Min., in weiteren 15 Min. Lehhoß, u. in /½ Std. Dorf Lälringen. Dann 1 Stdchn. bis Freibung. 5.— N. St. Märgen, St. Peter, Eschbachthal, oder Iben- thal oder Wagensteig. Eine Partie von 1 Tage, hinauf u. hinab, Wenn man früll die Post n. Zarnten oder Burg oder eigenen Wagen, u. Abends beim Herabkommen wieder die Abendpost n. Funeibung benutzt. Die Entfernung zu Fuss n. Zarten beträgt 2 Std. 10 Min. N. Poststation Burg weitere ½ Std.— Im Uebrigen vgl. Alles hierzu in R. 21 u. R 6.— Höllenthal. In eigenen Wagen bis zum Sternentointhsh. im Höllenthal, u. von da die neue Strasse bis zum PIS. 3. Rössle hinauf. Zurück durch die Ravennaschlucht zum Stern, u. mit dem Wagen, oder der Abendpost n. Freiburg. Wer v. Freiburg mit der Post früh hinfährt, steigt in Burg aus, u. geht schon das Stück bis zum Stern. Abends von da mit der Post zurück. Vgl. R. 21. 7.— Der Kaiserstuhl. Es genügt zu diesem u. Alt- Breisach 1 Tag oder 1½ Tage.— Post n. Alt-Breisdch. benutzen bis Gotten,eim(Adler). Von hier n. ObᷣerscHαf. zaausen(Bad; Krone) 40 Min. Durch diesen Ort, der ½ Std. lang ist, zieht die Strasse sich hinauf n. Vogtsburg. In- dessen biegt man— ½ Std. hinter Oberschaffhausen(bis Vogtsburg ist noch ½ Std.) I. ab, wo der Weg n. Bichen- 50/l führt. Hier ist ein Wegweiser, welcher n. den Neun- linden weist, ½ Std. Dies ist die höchste(1863“) Spitze, des etwa 4 Std. langen vulkanischen Gebirgszuges, der sich aus der Rheinebene isolirt erhebt, fruchtbar, besonders an Wein, aber wenig Thäler besitzt u. nicht wasserreich ist- Für einen flüchtigen Besuch genügt es, diese Spitze zu be- steigen. Man hat einen schönen Blick auf das zu Füssen v. Seydlitz, Schwarzwald. 10 2 N — RQQ⏑⏑Y NNNN 8 NNRNDNRRDRRRD 2 2 RR 146 Route 20. Kaiserstuhl.— Alt-Breisach. sich ausbreitende Gebirge, die Ebene, u. ringsum ein weit⸗ gedehntes Panorama des Schwarzwaldes u. der Vogesen. Die„Neun Linden“ entspriessen alle einer Wurzel.— Wei⸗ ter hinauf ist die höchste Stelle, der Todtenbopf genannt; ein runder Plata mit Gemarkstein, wWo Kaiser Rudolph von Habsburg mehrmals Gericht gehalten haben u. woher der Name des Gebirges rühren soll. Man erreicht von der Höhe den Ort Bichensolil in 40 Min.,— Ihringen, auf der Breisacher Chaussèe in 1 Std., — Alt-Breisach in 1½ Std. mehr. Später wird von hier n. Freibur Eisenbahn führen. Alt-Breisach, 757, Post; Ochs; Wilder Mann) liegt am Rhein selbst auf einem vorspringenden Ausläufer des Kaiserstuhls, stattlich, wie ein grosses Schloss. Noch im 10. Jahrh. war es vom Rhein umflossen. Einst eine Haupt- festung Deutschlands, an der der gewaltige Bernhard von Weimar, trotz seines schliesslichen Sieges, seine beste Kraft aufrieb, ist es jetzt nur ein unbedeutendes Städtchen von 1367 Ew. us wechselte in den Kriegen zwischen Deutschland u. Frankreich öfters den Herren. Zerstört wurde die Festung 1793 durch die fran- 2ö6ösische Beschiessung von Fort Mortier aus, jenseits des Stromes bei Neu-Breisach. Es war übrigens schon römische Festung als mons Brisiacus. Seit dem Luneviller Frieden 1801 Badisch.— Der Dom, oder St. Stephans-Münster ist sehenswerth. Aus dem 12. Jahrh. Anbauten aus dem 15. Jahrh. Besonders innen der Lettner, u. der Flügelaltar, 1597 von Hans Lievering geschnitzt; zwei grosse Ge- mälde von Dürr. Zugleich von hier hübsche Aussicht.— Einmal tägl. Post n. Königsschalfliausen, Endingen, u. Eisenbahnstat. ERiegel. Wer mehr als Dies besuchen will, kann von dem auf den 9 Lin- den befindlichen Markstein, welcher die Richtung angiebt, in 1 Std. steil hinab n. Oberrothoel, von wo ein guter Fahrweg in 8/4 Std. n. Burkheim(Adler; Kreuz) führt. Altes Städtchen mit Rathhaus u. Schlossruine.— Von hier den oberen Weg, nicht am Rhein, in 3 Std. zur Ruine Sponech 828“, mit ihrem beliebten Wirthsh. u. einer reichen Aussicht.— Von hier hinab in 25 Min. n. Jelitingen(Sonne),— 40 Min. Sasbach(Löwe), u. von da in—/ Std. Ruine Limburg, vermuthliche Geburtsstätte Rudolphs v. Habsburg. Die schlecht zugängliche, um- fangreiche Ruine liegt so wie Breisach, auf einem letzten Ausläufer des Kaiserstuhlgebirges.— Zurück n. Sasbach 25 Min., u. nach 50 Min. Königsschaſfnhausen(Stubenwirthsh. Ochs) ehemals eine Kö- nigspflalz, wo man die Post erwarten mag, welche über Endingen Pfau; Hirsch), zu Fuss 1 Std. weiter, altes Städtchen von 3000 EW. Küln mit Alterthümern sehenswerth— n. Riegel zur Eisenbahn ührt. Wer sich auch hieran nicht genügen lässt, schlägt v. Kõnigsschaff- hausen wieder den Weg in die Berge hinauf ein. Er biegt im Orte r. von der grossen Strasse ab nach— 35 Min. Amoltern, von Wo ein gewundener Weg in—/ Std. zur Katharinenkapelle 1648“ hin- * biher ll ſit Rlas fibug Am Route 20. D. Kaiserstuhl.— Grössere Ausflüge. 147 aufführt. Wer die Kapelle im Inneren sehen will, muss über En⸗ dingen, wo der Schlüssel derselben im Rathhause zu haben ist, in 1½ Std. hinauf steigen. Aussicht ähnlich wie von den Neun Linden. Man kann auch von der Höhe der Neun Linden den gekommenen Weg wieder zurück in 25 Min. bis zu dem Wegweiser auf der gros- sen Strasse, u. I. in— ½ Std. Vogtsburg erreichen.— Von hier führt ein steiler Weg in ½ Std. direct u. Sehellingen(will man diesen ver- meiden, so gehe man auf der grossen Strasse Weiter n. Oberbergen zu. Noch vor diesem Orte, 25 Min. hinter Vogtsburg, trifft man einen r. abgehenden Weg, Welcher in ½ Std. n. Schellingen hinauf- führt).— Von hier 40 Min. zur Kathiarin, apelle.— Von hier kann man dann über Amoltern in 55 Min. n. KönigsschEliausen, oder bes- ser in 1 Std. n. Endingen.— Dies ist v. KRiegel 50 Min., Riegel aber von der Station noch 25 Min. Ausserdem vgl. R. 18. da ein Theil der dort beschriebenen Partieen sich auch für Freiburg eignet, wie die hier beschriebenen auch für Waldkirch. Zusammenstellung einiger längeren Touren im mittleren und südlichen Schwarzwald, mit Rücksichinahme auf Ausgang und Rückkehr von und nach Freiburg oder Waldkirch.— Auch für St. Peter, St. Märgen, Sternwirthshaus im Höllethal, und Neustadt verwendbar. No. 1.—(2 Tage.) 1. TIag: Von Freiburg zum Stern im Höllethal. Fahren(Morgen- post) bis zum Himmelreich in 2 Std.(Taube) dann zu Fuss in 2 Std. bis zum Stern. Weiter zu Fuss 2 Std. 20 Min. bis zum Titisee.(Bis hierher s. R. 21). Ueber den See n. Bädrenthal 1/Std. Zum Feldsee u. Feldbergerhof 2 Std. GBis hierher R. 23). 2. Tag: Louisenthurm 1 Std. Von nun ab R. 25:) Todtnauer Viehhüitte, Todtnau 2²4 Std. Von hier ab entweder direct mit der zweiten Post über Muggen⸗ brunn u. Oberriedt zurück, oder zu Fuss zum Nothschrei 13/4 Std., über Halden auf den Schauinsland 2/2 Std. Hinab n. Güntersthal 31. Std. ODies u. flgd. s. R. 20:) UVeber TLoretto n. Freiburg 1 Std. No. 2.—(2 Tage.) 1. Iag: Mit der Post über Zarten n. Oberriedt kl. 2 Std. ODies u. flgd. s. R. 24 No. 4:) Im Zastlerthal bis zum Sehnbeizerhaf 134 Std. Einken, Baldentbeger Viehhütte, Zouisenthunm auf dem Feldberg 15/ Std. — Oder man fährt mit der Post bis zum Anfange des Vilhelmsthals, u. geht durch dieses zum Feldberg 3 Std. R. 24 No. 4.— Vom Thurm über den Seebuch aàaum Feldbergerhof 50 Min.— 2. Tag:(S. R. 23). Zum Feldsee u. n. Barenthial 13/4 Std. Zum Whs. am Trtisee 2 Std. Zu Fuss zum Bären, Rössle, Hollensteig, Höllentha', Himmelreich, Burg Sost) 4½ Std. Mit der Abendpost n. Freiburg zurück. No. 3.—(3 Tage.) 1. Tag u. 2. JIag: Wie in No. 2 bis Wus., am Titisee. Dann über Saig n. Neustadt 2 Std.(Von hier ab R. 22) Waldu 2 Std.— 3. Tag: Lachenhuuschen, Thurnner, St. Margen 31½ Std.(Fun nach R. 19) Weiter a: in 3 Std. durch die MWagensteig n. Burg, u. von da mit der 10² Nr 2 ee 2 NRNN 148 Route 20. Grössere Ausflüge v. Freiburg. Post n. Freiburg. Oder b: weiter v. St. Märgen n. St. Peter 1 Std. 40 Min. u. durch das Eschbachthal in 2 Std. n. Zarten. Post n. Freiburg. No. 4.—(2 oder 3 Tage.) 1. Iag: Wie in No. 1 bis zum Wirthesh. zum Ròôssle oberhalb der Höllsteig. Hier mit der Abendpost n. Neustadt.— 2. Tag: Waldau, St. Maärgen, St. Peter, Eschibachithal bis Zurten 7¼ Std., u. Post nach Freiburg wie in No. 3 oder:(nach R. 23) über Saig zum Titisee 2 Std. — Barenthal 2 Std.,— Feldsee u. Eeldbergerhaf 2 Std., Thurm 1 Std., Todtnauer Viehhütte, Todtnau 2/ Std. Ein starker Marsch, von dem man die letzten 2½ Std. auf den folgenden Tag sparen kann, wenn man in der Todtnauer Viehhütte übernachtet.— 3. Iag: Wie in No. 1 über Nothischrei, Schauinsland, Güntersthal n. Freiburg 8 Std. No. 5.—(2 Tage.) 1, Tag: Post oder Wagen n. Zurten, u. durch das Eschbachthal n. St. Peter 2½ Std.(R. 19) zum Kandelhof 2 Std., Plattenhof u. Zuweri⸗ bachfall 1½ Std., Obersimonswald 1 Std.(R. 17).— 2. fag: Unter- simonswald 1 Std., Waldkireh 3½ Std., Post n. Denzlingen, Eisenbahn n. Freiburg(R. 17 u. 18). No. 6.—(3½ Tage.) 1. TIag: Eisenbahn n. Denzlingen, Post n. Waldkirch 3% Std., Post n. Elzach 1¼ Std., Post n. Hornberg 3 Std.(zu Fuss 4½ Std.— Vgl. R. 18 u. 15).— 2. Tag: Zu Fuss n. Tryberg 2½ Std.(R. 15 u. 10). Ueber den Vussenfall n. Furtwangen(oder Post dahin) 3 Std. R. 17). — 3. TJag: Obersimonsiwald(Ungeh) 3½ Std., Ziberibachfall, Plattenhaf, Kandel, 3½ Std.(K. 17). Oben bleiben, oder noch hinab bis St. Peter direct 1½ St.(R. 18 u. 19).— 4. IJag: Hinab durch das Glotterthal n. Denzlingen 3 Std.(R. 18). Eisenb. zurück. No. 7.—(7 Tage.) 1. Tag: Eisenbahn n. Emmendingen. Zu Fuss zur Hochburg 1 Std. 10 Min.(R. 18 Seitent. 2. C.). Hinab n. Staudenheim 20 Min. Bis n. Steig am Hühnersedel 4 Std. Hinab nach Seelbach 21/4 Std.(R. 12 B.). D2. Iag: Nach Geroldsech u. Biberach 3 Std.(R. 12). Von hier ins Nordrachthal(R. 13) bis Nordrach, auf den Hochlonf u. n. Nordrach zurück 33½ Std.— 3. Tag: in fast 41½ Std. über Fabrik u. die Höhe n. Löcherberg im Renchthtale(R.; über Petersthal, Griesbach aum Kniebis(Lamm) 4 Std.— 4. Tag: Nach Rippoldsaui 11 Std.(R. 10), u. von hier durch das Volfuchtpial, mit Besuch vom Burbachfall, bis Wolfach 51ʃ4 Std.(R. 10).— 5. TIag:(Jach R. 14) Wolfach bis Hausach 14% Std., bis Hornberg 2 Std., bis Tyyberg(R. 15) 21½ Std., Wasser⸗ fall besuchen(R. 16) Abends mit Post n. Furttbangen(R. 17).— 6. u. 7. Iag: wie in No. 6, 3. u. 4. Tag. No. 8.—(3 oder 4 Tage.) 1. Iag: Wie in No. 5 bis Obersimonstpald, und hinauf nach Güten⸗ bach gute 2 Std.— 2. Tag: Nach Furtibungen 1/ Std.(R. 17) u.(nach R. 16 Seitent. 2 weiter) Vöhrenbach 2 Std., Bregenbach 11½ Std., Hammereisenbach 1½ Std. und Eisenbach(Bad) 11½ Std., Neustadi 21½ Std. Diesen etwas langen Marsch kürzt man zweckmässig, wenn man v. Furtwangen n. Vöhrenbach, u. dann v. Eisenbach n. Neustadt PP —61 Slufe Hielue Teibu Route 20. Grössere Ausflüge v. Freiburg. 149 kährt.— 3. Tag: Durch das Höllenthal(R. 21), indem man mit der Frühpost bis zum Wirthsh. zum Rössle, oberhalb der Höllsteige fährt, u. von da mit gemächlichem Umsehen u. Verweilen bis zum Himmel- reich geht, von Wo mit der Abendpost n. Freiburg zurück.— Oder man macht an diesem dritten Tage die Wanderung über Waldau, St. Mängen, St. Peter n. Zarten, u. von hier Abendpost n. Freiburg. — Oder man macht am 3. u. 4. Iage die Wanderung über Titisee, Feldberg, Todtnau, Schauinsland n. Freiburg, wie in No. 4, 2. u. 3. Tag. No. 9.—(3 Tage.) 1. Tag: Eisenbahn n. Krotzingen, Post n. Staufen, Wagen bis Spiel- weg im Unter münstertlial.—- Oder zu Fuss über Güntersthal, St. rich n. Spielibeg 4½ Std. Nach Viedenerech 2 Std. Auf den Belchen 2 Std. — 2. Tag: Nach Mulden u. Neumuhl im Untermünsterthal u. hinauf n. Muinsterſialden 2½ Std. Ueber die Sirnitz n. Badenteiler 3 Std. Beide Tage genau s0 in R. 26.)— 3. Jag: Excursion n. Bürgeln u. dem Blauen. Abends Post oder Wagen n. Station Mullheim, u. Eisenbahn n. Freiburg. No. 10.—(4 Tage.) 1. Jag: Wie in No. 1, aber in Bärenthal übernachten.— 2. Tag: Wie in No. 1 bis Todtnau in 5 Std., u. entweder hier zu Nacht, oder noch bis Utzenſeld 1½¼ Std.(Verbindungst. in R. 29).— 8. Tag: Zur Miedenereck, v. Utzenfeld ab 2½ Std.(Weiter nach R. 26): Auf den Belchen u. zurüek über die Wiedenereck zum Gasth. NeuhOοf 45/ Std. — 4. Iag: Bis Spielweg 11ʃ2 Std. Von da mit Wagen oder Post n. Staufen u. Station Krotzingen u. Eisenbahn n. Freiburg.— Oder v. Spielibeg über St. Vlrich, Gersthalm, Güuntersthal(Seitent. R. 26) nach Freiburg zu Fuss 41/½ Std. No. 11.—(7 Tage.) 1. Tag: Wie in No. 1 bis zum Feldbergerhof.— 2. Tag: Wie in No. 1 bis Todtnau 36/4 Std. Von hier ab Nach R. 29) bis Schopfheim im Wiesenthal hinab. Zu Fuss sind das bis Schönau 13/4 Std., u. bis Schopfheim weitere 4 Std. Man kann aber entweder zum Theil oder auf der ganzen Strecke die Post benutzen, u. im letzteren Falle noch bis Mehr kommen, u. die Haselhôhle(Vvorher aussteigend) besuchen. — 3. Jag:(Wie in R. 30 weiter) Entweder heut erst mit Post nach Hasel(Haselhöhle besuchen, was 1 Std. kostet) u. n. Wehin zu Fuss 1.2 Std. Oder gleich v. Wehr aus weiter n. Todtmoos durch das Wehira- thal 4/ Std.— 4. JIag: Ueber Mutterslelien n. St. Blasien 3104 Std. Von hier ab nach R. 32): Entweder mit der Post bis Tiefenstein, von Wo zu Fuss durch das Albthal n. Albbruch 2 Std. oder nur bis Liefen- stein, wohin zu Fuss 5 Std.— 5. Tag: Früh aufbrechen von Tiefen- stein bis Albbruck 2 Std. Eisenbahn n. Valdshut(R. 34). Von da zu Fuss durch das Schluchtthal(R. 33) zur Witznauer Muhle 2½ Std. In das Schabarzathal bis Leinegg u. hinauf bis Höhenschiand gute 2½ Std.— 6. Tag: Hinab über Häusern n. Schluchsee(R. 33) 2½¼ Std. Nach Lenzkircli 2½ Std. Von da über Saig n. Neustadt(R. 23) 2 Std. An diesem oder dem folgenden Tage in 2 Std. n. Waldau R. 22). — 7. Iag: Wie in Nr. 3 über St. Margen, St. Peter, Eschbacli n. Zarten u. Freiburg. No. 12.—(8 oder 9 Tage.) 1. u. 2. Iag: Ganz wie No. 9.— 3. Tag: Man kann entweder den Morgen auf Badentveiler verwenden, u. dann über Oberweiler, Sirnitz ete. ANRee 150 Route 20. Ausflüge v. Freiburg. Route 21. den in R. 27, Verbindungst. 2 beschriebenen Weg in 5½¼ Std. nach E Schõnau im Miesenthal wandern(Fusswege kürzen, s. ebenda),— die l oder über den Blauen(R. 28) n. Marzell hinab, von da über den Meierstopf nach Sirnit:(Auerhahn) wandern. Im Ganzen sind das 4½ Std.; u. dann in 3½ Std. n. Schenau(R. 29).— 4. Tag: Ueber 11 Herrenschiband(R. 29) n. Todtmoos 3½ Std. ODies u. flgd. in R. 30). Das Veſirathal hinab bis Wehr 4½ Std. UEst man bis Wehr gefahren, so hat man 2 Std. Zeit auf die Haselhôkle zu verwenden.) Post n. Jen Brennet. Eisenbahn n. Murg.— 5. Tag:(NJach R. 31) Excursion durch Il. das Obere Murgthal ins Hauensteiner Land u. zurück. Etwa bis Hot- tingen, zurück im Thal bis zum Harpolinger Schloss, hinauf, u. über Harpolingen zurück n. Mung. Dies sind etwa 6 Std. Gehens. Abends Burg Eisenbahn n. Albbruck.— 6. Tag: Von hier(wie R. 32) durch das 3 ö Albthal n. St. Blasien. Ganz zu Fuss 7/ Std., nur bis Tiefenstein 1 gehen 2 Std., u. von da Post.— 7. Iag: Ueber Menzenschwand(R. 24 1 No. 10) zum Louisenthurm auf dem Feldberge 5½ Std., u. über den 1. 10 Seebuch zum Feldbergerhof 1 Std.— 8. Iag: Zum Feldsee hinab u. n. 45 Barenthal 1 Std.(R. 23). Am Titisee vorüber zum Bärenibirthsh. in 3 Altenioeg 2¼ Std. Durch die Höllsteig, Höllethal(Stern) bis zum Him- melreich 4 Std. Von hier Abendpost n. Freiburg(Alles R. 21).— 0 Oder man wandert von Bärenthal zum Titisee-Wirthsh. 2 Std., u. über 100 Saig n. Neustadt(R. 22) in 2 Std.— 9. Iag: Ueber Thurner, St. Mär- gen, St. Peter, Eschbach, Freiburg, wie in No. 3. Benützt man auf diesen Routen die sich darbietenden Fahrgelegen- heiten überall, so kann man die Zeit bedeutend kürzen, so wie durch Aufenthalt an lockenden Stellen bedeutend verlängern. Hier ist nur die nothwendige Zeit berechnet. Route 21: Von Freiburg durch das Höllenthal nach Neustadt. 1. Tag: So anmuthig das breite Thal der Dreisam sich vom Schloss- berge bei Freiburg aus darstellt, u. auch beim Durchwandern bleibt, 50 verliert man doch im eignen Wagen oder auf dem Dache des Postomnibus bis zum Himmelreick nichts. Von hier aber lohnt die Fusswanderung selbst bis Neustadt, zum Mindesten aber bis auf die 1 Höhe der Holisteige, bis zum Wirthishi. zum Rössle.— Die einfachste uuch u. beste Einrichtung ist diese: Mit der Frühpost bis zum Himmelreich. ilcler Fusswanderung bis zum Sternenibirthshiause. Hier Platz für die Nach- 5 mittagspost sichern. Dann zu Fuss zur Höhe beim Rössle hinauf. Mase Hinab durch die Ravenndschlucht zaum Stern zurück. Und nun mit dem der Post weiter. Sicherlich Werden Viele vorziehen, nochmals zu 50 d Fuss bis zur Höhe zu gehen.— Man versäume nicht, diese eine Perle der Schwarzwaldreise mit Musse zu betrachten.— Historisch ist die em Strasse durch das sog. Hollethal dadurch, dass sie gebaut Wurde, um affäl die unglückliche österreichische Kaisertochter Marie Antoinette au Kclieh ihrem Gatten, Ludwig XVI., nach Frankreich zu führen, s0 Wie durch den berühmten Rückzug des Generals Moreau im October 1796 ur el nach der Schlacht bei Liptingen nahe Stockach(Vgl. R. 35, II.), auf Auch Welchem derselbe den grössten Theil der Heeresmassen hier hin- ö durch führte. Rrrrrrrrrr Route 21. Himmelreich.— Höllenthal. 151 Für Fusswanderer, welche v. Freiburg aus besser über die Karthause als auf der grossen Landstrasse wandern, ist die Entfernung 1 Std. 10 Min. Eönet(Löwe; Hirsch). 1 Std. Zarten. Von hier zweigt r. ab die grosse Poststrasse n. Oberried u. Todtnaut. Vgl. R. 24 u. 25.— L. ab geht's n. Eschback. Vgl. R. 19. ½ Std. Postwirthshaus aur Brandenbung. Vom Orte Burg eine gute ½ Std. entfernt. Ein Wegweiser l. weist hier n. Burg u. ins Ibenthal. Vgl. R. 19. Bei den Wirthshäusern s. zclden Mamns(oder Mohren) u. Nainhof vorbei. 25 Min. Wegweiser, der n. Büchenbach, Wagensteig, St. Märgen weist. Vgl. R. 19. Bü⸗ chenbach ist /Std. von hier. 15 Min. Wirthsh. 2. Himmelreich. Diese Stelle ist we⸗ gen des lieblichen Gegensatzes gegen die engen u. schrof- ten Partieen der„Hölle“ so genannt, in welche man nun eintritt. Es liegen darin zerstreut die Häuser der Hallen- steig. Am Wege liegen die Virtfiafüusen au den æei Tdu- zen, aum Lözoen.— Ueber sich 1. erblickt man bald die spärlichen Reste der uralten Burg Fallenstein. Das dort sesshafte Geschlecht war in alemannischen Zeiten ein verhältnissmässig Weithin gebietendes. Später heruntergekommen, endete der hier hausende Zweig der Familie in der schamlosesten Verwilderuug als Raubritter, deren Schandthaten man dem sagen- liebenden Munde des Volkes nicht glauben würde, wenn nicht Ur- kunden u. Akten das Scheusslichste bewiesen. Die von ihm schliess- lich allzusehr beleidigte Stadt Freiburg rächte an dem Letzten, lei- der ohne den Schnapphahn zu hängen,(er schwur bloss„Urfehde“) durch Erstürmung u. Schleifung der Burg 1390 tausendfache Unbill. 1 Std. Das Thal wird zur Schlucht. Coulissenartig durch einander geschoben thürmen sich nun in dem eigent- lichen Höllethal(oder Höhlenthal) gewaltige steile Fels- massen auf, zum Theil, wo sie etwas sanfter abfallen, mit dem herrlichsten Baumwuchs aller Art bestanden, der dann, wWo die Berghänge gemacher werden, in höchster Pracht die Herrschaft behauptet. An der engsten Felsenstelle, Wo der auffälligste Felskoloss sich von r. her gegen die Strasse schiebt, ist man am Hirschiaprung. Die Felspartieen sind nur eine gute Viertelstunde lang. Das Thal bleibt aber auch weiterhin eng gewunden u. schön. ½ Std. Wirthsh.. alten Post, u. Sägemühlen. WSRRRRN e RRN NNNN Route 21. Höllethal.— Stern.— Ravennaschlucht. 152 25 Min. Die alte St. Oswoaldsbapelle. Wer Zeit hat, besichtige die alten Bilder darin. 5 Min. Sternenwirilishiaus, die neue Post. Gegenüber eine Privatkapelle. Ein vortrefflicher, komfortabler, schön gelegener Sommeraufenthalt, um von hier aus Excursionen àzu machen. 2. B. auf den Feldberg, den Hohwart, zum Titisee, n. Waldau, St. Märgen, St. Peter, Wagensteig, etc., was man in den vorher- gehenden u. folgenden Routen(besonders in der Zusammenstellung Ende von R. 20) detaillirt finden kann. ledermann sei gewarnt, aus Lust an der Abkürzung von hier ab etwa zdie alte Strasse zu wandern!111! Wer es nicht kennt, ahnt gar nicht, wie viel er dadurch verliert. Hinter dem Posthause geht die Strasse noch 15 Min. ziemlich eben fort, über zwei saubere Stein- brücken in einen Thalwinkel. Ruhebank u. Quelle, dabei ein Wegweiser. Derselbe zeigt n. Hinteræarten,(Adler bei der Kirche, mit guter Pension.) Luftcurort, bis wohin direct 1 Std. Nun steigt die Strasse langsam am Berghang, u. bei der Wendung um die Ecke zeigt sie Plötzlich ein abge- schlossenes Bild von solcher Schönheit, einen Blick auf das friedliche, anspruchslos u. doch unendlich reizvolle Thal, dass der Fuss wie gebannt steht.— Zum Glück wiederholt sich dieser Blick bei den mehrfachen Wendungen der Strasse.— Etwa in der Mitte der Steigung windet sich der Weg um einen, mit einem Kreuze gekrönten Felsendorn, den sog. Ravenngfelsen. Hier schr schöner Einblick in die Schlucht des Rdpennabaches.— Nahe der Höhe geht der Blick verloren, u. beim 40 Min. Wirehish. æ. Rössle, 2900%(im gegenüberliegen- den Neubau sind Sommerwohnungen mit Pension zu haben) hat man die Höhe erreicht, u. ein ganz anderes Bild, einen Blick über ein breites Hochthal vor sich. Die Ravennaschlucht. Der Fusswanderer, der dem vorn an- gegebenen guten Rathe folgt, wandert von hier wieder bis zum Fa- vennafelsen zurück. Von diesem aus geht oberhalb ein holperiger breiter Fusspfad in die obere Schlucht. Hier mag man versuchen, Nie weit man an den hübschen Kaskaden in der engen gewundenen Schlucht kommt, je nachdem die Zeit ausreicht. Man kann hindurch in 1 Std. n. Breitnau auf dem Hohrwart. Es soll auch eine Strasse bis hierhin durchgelegt Werden, wie es heisst.— Zurück zum Ravenna- Lelsen.— Bei dem demselben gegenüberliegenden kleineren Felsblock führt hinab ein Fusspfad, zuerst ganz schmal, dann aber breit u. bequem(Treppen, Stege) in die untere Ravennaschlucht, zuerst au einem grösseren Wasserfall, dann in der starren Felsschlucht weiter SS* Abar Weibe VonI Letbec langen Postttr 14 Sl. Route 21. Bär.— Breitnau.— Bonndorf. 153 abwärts an verschiedenen„Ruhen“, einem hübschen künstlichen Weiher Keservoir für Mühlen) vorbei zum Wirthsh. 2. Stern zurück. Vom Felsen hinab etwa 25 Min. Hinter dem Rösslewirthsh./ Std. geht I. der Fahrweg ab n. Breitnau/ Std..— Ebenso ½ Std. weiter der über die Winterhal- den zum Thurner u. Hinterstrass 2¼ Std., nahe 8St. Märgen(vgl. R. 22).— R. ab vom Rössle geht der Fahrweg n. Hintersarten ab ½ Std 1 1 Std. Merthsh. a. Bären, zu der l. am Wege hin zer- streut liegenden Gemeinde Altemoeg gehörig. Diese ganze Strecke war ehedem ein Hochgebirgssee, ein weites Was- serbecken, was man an den r. von der Strasse sichtbaren langen Brüchen noch erkennen kann. Hier theilt sich die Poststrasse. Linkshin n. Neustadt. Rechtshin n. Lenzkirch. 1. Verbindungstour. Ueber Lenzkirch u. Bonndorf n. Stiählingen u. Schaffhausen, oder n. Donaueschingen. Die Strasse r. führt nach— 1½ Std. am Ufer des Titisee, u. hier einige Zeit entlang, dann steigend, n. Saig, u.— 2 Std. Lenzkirch. CVgl. R. 23. Nro. 1.) 3½ Std. Bonndorf 2824“(Post) 1300 EW. Aehnlich wie Lenz- kirch mit Fabriken. Es ist, wie auch Lenzkirch, ein guter Stütz- punkt für Excursionen im südöstlichen Schwarzwald, wie Titisee, Feldberg, Neustadt u. Umgeb.(gl. R. 22, 23), die Thäler der Schlücht, Mettma, Steina(R. 33), selbst Albthal(R. 32).— Das Pau- linerkloster hierselbst 1807 aufgehoben. Standbild des Fürstabtes Martin Gerbert v. St. Blasien, Gründers des grossen Landesspitales hierselbst. Schöne Kirche von 1850.— Folgende Excursionen zu einzelnen Punkten des Futachthales mögen hier bemerkt werden: a: Ueber Gundelibangen(Whs.) 1½ Std. bis zum Anfange dieses langen Dorfes. Dann/ Std. bis Holaschlag. Von hier in 35 Min. zur Schattenmiilile im Nutachthale, bei den Ruinen v. Stahlegg u. des Räuberschlössle. Auf der andern Seite n. Göschuoeller ù4 Std. b: N. Bol Badwirthsch.) 35 Min. Hinab in ½ Std. zum MTus. an der Briicke über die Putach, wo es n. Löffingen geht. Hinauf nach dem nächsten Orte drüben, Reiselſingen, ist es 40 Min. V. Boll aus kann man in ½ é Std. zu den Ruinen v. Ihiannegg. e: Ueber Vünchingen 50 Min.(das v. Boll in 1 Std. zu erreichen ist), n. Eioatingen 1 Std. 10 Min., u. hinab in 25 Min. zur Mündung der Gauchach in die Putach bei der Vutachmühle. Von dieser an der Wutach aufwärts, u. ebenso an der Gauchach n. Neuenburg(Whs. bei d. Mühle) /ä Std. Oben die Bruderkirche. Oder von der Wu- tachmühle in 1 kl. Std. n. Aselnngen(Traube), von wWo es n. Lud- tingen direct zurück 1 gute Std. ist.— Vgl. über das Wutachthal hierzu R. 22 Verbindgst. V. Bonndorf einerseits n. Löfingen 2½ Std. u. Dondueschingen(vgl. unten d. Verbindungst. 2).— Andererseits über Stühlingen 3½ Std. n. Schaffhausen 4½ Std.(Vgl. R. 22. Verbindungst.). Letzteres die alte Poststrasse. Vom Bärenwirthsh. I. führt die Poststrasse über Sprin- gelsbach nach 1/ Std. Neustadt(Vgl. R. 22.) N NNNRUNNRNNN NNNNN 154 Route 21. Nach Donaueschingen. Route 22. Neustadt. 2. Verbindungstour. N. Donaueschingen führt die grosse Post- strasse Weiter. Fahrzeit 4 Std. Sie führt zuerst noch im schönen Gutachtfiale, dann in einem Seitenthale aufwärts n.(zu Fuss:) 2 Std. Rõthenbach(Adler). Hier ist man nun auf dem Schwarz. waldplateau, zwischen dem alten Alemannien u. Schwaben, u. be⸗ tritt die Baar. Die Gegend ist einförmig, der Eindruck, den man empfängt, etwas kahl. Dennoch ist das Land sehr fruchtbar, eine Kornkammer seit uralten Zeiten. 1½ Std. Löfflngen Post 2z. Löwen; 1. das zweite röthliche Eck⸗ haus ist Bierbrauerei), Wo die Mittagsstation der Post ist.— Bonn- dorf v. hier 2½ Std. 2 Std. Döggingen(Adler). Hier die Gegend wieder hübscher. Man erreicht im Hinabsteigen in 1½ Std. Hiiſingen(Löwe; Krone)— 40 Min. Aumendshiqfen(Whs.) im breiten fruchtbaren Donauthale,— 20 Min. VDonaueschingen R. 16 u. 37). Route 22: Neustadt und Umgebung. Hauptseitentour nach Waldau, dem Thurner, St. Märgen.— Verbindungstour nach Stünlingen und Oberlauchringen(Schaffhausen) durch das Wutachthal. Neustadt, 2761“,(Post 2. Adler, auch Bier; Krone; Löwe; Sonne; Bär; Pfau, Bier; Restaur. 2, Engel mit Bier- garten) 2000 Ew. Hauptsitz von Schwarzwälder Industrieen. Die vielen Gasthöfe sind nicht zu viel, denn es herrscht hier, besonders zeitweilig, ein sehr grosser Conflux von Handeltreibenden u. Agenten für die hiesigen Erzeugnisse. Die Lage des Ortes ist sehr hübsch, zum Bleiben ver- lockend. Auch findet man dann, dass man an einem recht comfortablen Orte ist. Spaziergänge u. ausflüge ergeben sich aus den Routen 17 u. 19 bis 25, u. 33. Hier sei noch Folgendes bemerkt:— 1: Als Spaziergang, den man nicht versäume, wenn man die Route 23 nicht macht, der Weg auf die Höhe über Saig, 1 Std. hin, zur Aussicht auf Titisee u. Eeldberg, der dort beschrieben ist.— 2: Der ebenda beschriebene Wes durch einen Theil des Wutachthales n. Kappel, 2 Std. hin.— 3: Auf den Luchsenfelsen, den höchsten Punkt dés Hochfirst, 17½ Std. — 4. N. Friedenweiler 3008“(Wirthsh. u. Bierh.) 1¼ Std., ehe- maliges Nonnenkloster. Kirche sehenswerth.— Der Weg geht über EKudenberg 40 Min., in dessen Nähe, beim Signal, schöne Fernsicht. Auf dem höchsten Punkt der Strasse n. Klein-Eisenbach,/ Std. Wei⸗ ter, prächtiges Panorama über die Baar, Feldberg, Alpen. RS dlr.U. Padber We Lell Mib Aat de 90 Un, Srase! Log Later de öen att Uun dur. Cektilet krtn W. ilr nit n weit ltte. mie an Terei K les Hach l Iugeinn. Ralstn) t. Route 22. Langenordnach.— Waldau. 155 Hauptseitentour nach Waldau u. Thurner u. St. Mär- gen oder Preitnau, u. zurück. 1 Tag.— Man wandert die Chaussee n. Freiburg au bis— 25 Min. Vegioeiser, fünf Min. vor Springelsbach, der r. n. Langenordnach zeigt. Hier hübscher Blick zum Feldberg hin. R. führt nun der sanft ansteigende Fahr- weg bald an den lang hin im Thal zerstreuten Höfen, vie- len Mühlwerken, vorbei durch schöne Bergwiesenpartieen, ganz schweizerartig. Später über den Bach zu einem— 30 Min. Wegꝛiociser, der I. n. PTaldau zeigt. Die Thalge- meinde heisst aber noch lange Langenordnach(Wirthsh.), bis sie in die ebenso weitläufig zerstreute von— 1 Std. (bei der Kirche von) Waldau, 3208“, übergeht.— 10 Min. das hochliegende PFirthish. æà. Traube. Ebenfalls angeneh- mer Aufenthalt zur Sommerfrische. Partieen von hier ganz wie von Neustadt.— Vom Wirthsh. 2. Traube die grosse Strasse bis zum Thurner 1½ Std., bis St. Märgen 2½ Std. Folgende Wanderung von hier ab sei Allen empfohlen: Hinter dem Wirthshause gleich aufwärts einen Feldweg in den Mattenhang. Wo derselbe sich im Grün verliert, biegt man durch den Wiesenhang r. hinauf, sucht oben um ein Getreidefeld herum zu kommen, zu der schon lange sicht- baren Waldlücke. Man trifft auf einen ähnlichen Feldweg, der mit wenigen Schritten r. in guten Fahrweg führt. Die- sen weiter ebenfalls nach r., bis nahe zu dem einzelnen Gehöfte. Von hier köstlicher Blick in's Simonswälder Thal, sowie auf den mächtig aufstrebenden Kandel mit seinem Signal.— Bis hierher 20 Min.— Der einzelne Hof heisst das Lachenhäuschen.— Steigt man die Höhe hinter ihm hinauf, 80 kann man hinter den Bergzügen des südlichen Schwarz- waldes bei geeigneter Luft die Schweizer Alpen erblicken. Man kann nun den guten Fahrweg zurück, u. in weitem Bogen nach I1. herum(Ausblick zum Feldberg) bis 5 Min. hinter Taldau zurückgehen, Wo r. der breite Fahrweg zum Thurnner u. St. Märgen abgeht. Es ist aber ein Umweg, der noch dazu, da der Weg sich eine Strecke verliert, zum Verirren geeignet ist. Man thut also besser, zum Wirthshause zurückzukehren, u. die breite Chaussee weiter zu gehen. 5 Min. vom Wirthshause Wegetheilung(r. kommt der Weg vom Lachenhäuschen her), I. weiter. Bald darauf Wegweiser. 3/ Std. Hoflegraben.(Bei den ersten Häusern 1. freund- liches Wirthsh. An der Ecke des letzten Hauses sind Weg- RPRRR NNNN LÆ RRRRRRR NNNN Æ 156 Route 22. Thurner.— Breitnau. weiserarme befestigt(R. direct n. St. Märgen.) L. führt die grosse Chaussèee über den Thurner n. Freiburg. Auf dieser erreicht man in / Std. Kapelle des Thurner, 3452. Nahebei das Mirtiish. à2. Thiurner. Hinter diesem köstliche Aussicht nach dem Schauinsland, Dreisamthal, St. Peter, St. Märgen, Kandel. Hinab führen wir folgende vier Wege an: a: Ueber Spireen u. Wagensteig aum Himmelreich. Vgl. R. 19 bei Wagensteig. b: N. St. Märgen: An der Eeke des Thurnerwirthsh. sind Weg⸗ weiserarme(der eine zeigt zur Wagensteig hinab) der andere auf einen abschneidenden Fussweg n. St. Märgen(das nur in diesem grossen Bogen nach I. erreichbar ist), während der Fahrweg schon ein Stückchen früher, zwischen Kapelle u. Wirthshaus hinabführte. — ½ Std. Wegweiser, bei dem man die directe Fahrstrasse Wieder erreicht. Auf dieser I. durch zur Gemeinde Hinterstrass gehörige Flur zum Gasth. 2. Sonne(ehemals die 7 Todtsünden genannt, Weil früher dort bei Festen u. Wallfahrten die Rivalitäten der verschie- denen Thalbewohner zum Ausbruch zu kommen pflegten. Heute be- hagliches u. empfehlenswerthes Wirthshaus mit sorgsamem Wirthe), u. von hier weiter an einem— 1 Std. Wegweiser, der n. Furtioangen 2½ Std. zeigt(es ist aber viel mehr) vorbei, nach noch— ½ Std. St. Märgen. e: Nach Breitnau, 1 Std., führt nahe dem Thur- nerwirthshaus l. ab ein Weg über Fahrenberg 1 Std.— über den Hohwart(weite Rundschau) n. Breitnau, 3401“ (Kreuz) 1 Std.— u. in/ Std. zur Chaussee n. Neustadt, nahe dem Rösslerirtlishi.(½ Stdchn.). Man kann von da mit der Abendpost n. Neustadt zurückfahren, wohin es au Fuss noch 2½ Std. sind. Diese Partie ist recht empfeh- lenswerth. — Von Breitnau auf bequemem Fahrwege in 2 Std. n. Büchen- bach, vgl. R. 19 bei Büchenbach. d: Vom Hoſilegraben führt 1. ab die Strasse in das Josthal, der gewöhnliche Rückweg n. Neustadt. Er führt über die zerstreuten Höfe der Orte Kuhnenbach, Josthal, Schildiwende, in 2 Std. n. Sprin- gelsback, an der Chaussee 1½½ Std. v. Neustadt. Verbindungstour durch das Wutachthal nach Stühlingen und Eisenbahn- station Oberlauchringen oder Schaffhausen. (Vgl. auch R. 21 Verbindungst. D. 2 TIage. Zu dieser Tour ist ein Führer unbedingt nöthig. Man wende sich, um einen Tüchtigen zu erhalten, an den Wirth der Post oder einen anderen Wirth in Neustadt. Die Tour kann über⸗ haupt nur festen, gegen Strapazen ziemlich abgehärteten Wande- rern empfohlen werden. Denn es führt kein eigentlicher Weg durch dieses an Naturschönheit so reiche Thal. Der Bach muss öfters 1 aureh Muts Thal⸗ Abrnntt den l Kelatte nuulkt Iln il Fäbre lehe 11 8 Eunt fügen behing Der 0 int Eisenn Route 22. D. Wutachthal.— Stühlingen. Route 23. 157 durchwatet, so mancher Felsblock übersprungen werden, oder man muss sich vom Führer durchtragen lassen. Häufig muss man aus dem Thale wieder hinaufklimmen, oben wandern, um dann wieder hin- abausteigen. Diese Hemmungen gelten jedoch nur vom ersten Tage. 1. Tag. 9—10 Stunden. Recht früh aufbrechen. Man kommt an den Ruinen v. Stahlegg u. des sog. Räduberschlössle, ferner an der Schattenmuhle, der Ruine Thannegg vorüber, u. erreicht den Glanz- punkt bei der Wutachmülile, Whs.) Wo die Gauchach hereinströmt. Man übernachtet in Achdorf Whs. bei d. Mühle), wo man den Führer entlässt.— Hier nahm in Urzeiten die Wutach nicht die süd- liche Richtung, sondern behielt die bisherige nach Osten bei, oder verzweigte sich vielleicht gar, u. sendete den einen Arm, die heu- tige Aitrach in die Donau, wWo derselbe bei Hausen(s. R. 37 bei Do- naueschingen, Ausfl. 5) einfliesst. Doch ist das Jurakalk-Gebirge später gehoben. Sonderbarer Weise aber besteht noch heut eine Verbindung zwischen Rhein u. Donau an dieser Stelle, indem bei dem Städtchen Blumberg(s. ebenda) ein Bach sein Wasser zum Theil durch die Aitrack zur Bonau, zum Theil aber in die WFutach bei Achdorf u. durch diese zum Rhein sendet. 2. Tag. Nun guter Weg nach— 1 Std. Fuetzen Wilder Mann),— Std. Grimmeltshoſen(Hirsch).—(Oder directer Weg v. Achdorf über die Wutachbrücke auf die Höhe nach 30 Min., u. weiter n. Blumenegg 50 Min. Herrliche, Fernsicht bis zu den Alpen. Hinab in 20 Min. zur Blumenegger Mühle, u. weitere 20 Min. n. Grimmelts- hofen)— Auf der grossen Chaussee weiter in— 1½ Std. Dory Stuh- lingen, u. in ½ Std. Stadt Stühlingen 1527“ Post 2. Hirch; Adler) 1300 EW. — Das Schloss Stũnlingen oder Hohenlunfen über dem Orte ist eines Besuches Wwegen der schönen Aussicht werth. Sie reicht bis zu den Alpen.— Auf dem 1. Wutachufer beginnt das Schweizer, Gebiet. — Von nier über Schleitheim am Randen aur Station Behringen 3½ Std., von wWo mit Eisenbahn n. Schalfliausen vgl. R. 34.— Ent- fernungen: Deber Fuetzen 2½ Std., n. Riedböfiringen 2 Std. n. Hü- ſngen 2 Std., n. Donaueschingen 1 Std., im Ganzen 7½ Std.— Nach Gelsingen über Fuetzen auch 8 Std. VꝗI. R. 37 am Ende.— Das Thal der Wutach bietet Weiter hinab weniger. Die grosse Strasse führt über— 40 Min. Ebenſingen,— 1 Std. Untereggingen (3 Könige),— 35 Min. Ofteringen,— 1 Std. Horheim nach der— ½ Std. Eisenbahnstation Oberlauchringen 1195“(Adler). Vgl. dies in R. 34. Route 23: Von Neustadt über Lenzkirch oder Saig zum Titisee. — Nach Bärenthal, dem Feldsee und auf den Feldberg. 1 Tag. Der schönste Weg zum Feldberg führt über den Titisee. Der Vollständigkeit wegen beschreiben wir zuerst den. Weg über Kappel, Lenzkireli, Altglashitte aum Bärenthal, welcher übrigens dem REERRD 2 NDNN 158 Route 23. Kappel.— Lenazkirch. andern wenig nachsteht, nur, dass man dabei den Titisee nicht be⸗ sucht. 1. Weg ũber Lenalirchi. Wenn man in Neustadt über die Wutachbrücke geht, so führt jenseits ein Weg I. ab, im Thale allmählig anstei- gend n. Kappel in 1½ Std.— Ein anderer Weg führt auf dem 1. Ufer, zuerst der Chaussee n. Donaueschingen folgend, dann, 35 Min. hinter Neustadt, wo diese(bei èeinem Weg⸗ weiser) I. emporsteigt, bleibt man unten im Thale des hier noch Gutach heissenden Flusses, u. kommt bald an die Mautachbrłiche, durch ein hitaiges Gefecht auf Moreau's Rück- zug berühmt. Hier hinüber, u. einen ziemlich scharf stei- genden Fahrweg hinan, der sich mit dem ersteren Wege auf dem rechten Ufer vereinigt. Ebenfalls 1½ Std. bis Rappel (Stern) 2970“. Schöne Aussicht auf Feldberg u. bis au den Bergen bei Schaffhausen.— Hinab n. Lenabirch 3/4 Std. (Vgl. dies unten).— Von hier a. über— 1 Std. Raitfiebuch, ½% Std. Ende des Dorfes, u. nun r. ab; ein kleiner See bleibt 1.— 3/ Std. n. Aliglasſiutte.— b. in— 1½ Std. n. Falhas(Krone) 3264“; am Haslachbache entlang, u. in— ½ Std. n. Altglashuitte(Wirthsh.) Von Altglashütte, an der Bärhalde hin, in— ½ Std. u. Bärenthal.— c. in 18/1 Std. auf der alten Chaussee(die neue ist weiter) über Saig am Wirthsh. am Tietisee. s. u. Lenzkirch, 2701% Post; Wilder Mann; Bier im Gar- ten auf dem Binzenreihen und in der Pfräglermühle). 1600 Ew. Zerfiel früher in Ober- u. Unter-Lenzkirch. Seit dem Brande von 1813 durch Neubauten sehr verschönert. Sehr alter Ort, in neuerer Zeit von grosser Industrie u. einfſuss- reich in der weiteren Gegend. Vorzüglich wurde die Strohhut- kabrikation hier zu einer, der Florentinischen Waare gefährlichen Concurrenzfähigkeit erhoben. Nicht minder ist die Uhrenfabrikation hierselbst von Bedeutung. Handelsgeselischaften für diese Producte hier von ebensolcher Wichtigkeit, wie in Neustadt.— Der Ort eig- net sich ähnlich wie Neustadt zu einem Aufenthalte mit Ausflügen. Z. B. n. Ruine Urach am Orte, u. weiter n. Kappel, Saig(Aussicht auf den Titisee u. Feldberg), zum Titisee selbst, auf den Feldberg (Fgl. d. R. 23), ferner in's Wutachthal(YSl. bei Bonndorf in R. 21), 850 wie n. Schluchsee u. Höhenschwand(gl. R. 33), u. Menzen- schwand, St. Blasien, Albthal(ygl. R. 32). Selbst n. Stühlingen (K. 22 Verbindgst.) u. dem Hohen Randen(R. 34 bei Stat. Beringen), oder in den Hegau(R. 36) u. n. Donaueschingen(R. 37). 2. Weg iber Saig, Nitisee, Feldberg. Zwischen dem Rathhaus u. dem Wirthsh. 2. Krone in Neustadt führt eine Strasse direct 2ur Wutachbrücke hinab. rr E Hilhe geich Hola inmer blicke a lägere 10 des Der Von Lellben Kbt Route 23. Titisee.— Bärenthal. Hinüber. Nun die Strasse schräg I. Bei der Wegetheilung gleich darauf nicht I. aufwärts, sondern r. Dann über die Holzbrücke(nicht gradeaus) u. allmählig hinauf. Es ist immer die grosse gute Fahrstrasse. Man hat hübsche Rück⸗ blicke auf Neustadt, u. kommt dann durch Wald, wo man längere Zeit ganz aussichtslos fortwandert. Nach 1 Std. plötzlich Durchblicke. Hier findet man l. über dem Wege eine Bank, zu welcher einige kunstlose Erdstufen hinaufführen. Von dieser Stelle hat man einen entzücken- den Blick über den ganzen Titisee, das Bärenthal, und im Hintergrunde die ganze Feldbergkette aufgebaut. Ein ein- ziger Punkt, wie nicht wieder im ganzen Gebirge. Von hier hinab, u. in ½/ Std. Saig. Man ist hier auf der alten Chaussee n. Lenzkirch, das I. noch 1 Std. entfernt ist. Auf dem Wege r. zum Titisee erreicht man in ½ Std. die Stelle, WOo I. die neue Strasse im grossen Bogen n. Lenzkirch abgeht. Gradeaus weiter. / Std. unteres Ende des Titisee u. Wirthsh. v. Eigler (gutes Bier). Der Wirth setzt auf seinem Kahne(18 kr. die Person, Mehrere billiger) über den See. Eine sehr empfeh- lenswerthe, anmuthige Fahrt. Echo. Der Séee liegt 2850“ hoch, ist an 120“ tief, ½ Std. lang, ½ Std. breit. Ufer schön, lieblich, nicht schroff. Im Hintergrunde stuft sich der Feldberg empor. ½ Std. Am Ende des See's.— Wer nicht überfuhr, braucht/ Std. vom Wirthsh. am 1. Ufer des See's, wo neuerdings ein sehr guter Weg hergestellt ist, bis zu der Stelle, wo der Ueberfahrende aussteigt, und mit wenigen aufsteigenden Schritten den Weg seinerseits erreicht. Dieser Weg ſührt an der Bruderhalde, àerstreuten Höfen, entlang, n. Erlebruch, wo einige Höfe zusammen liegen, u. weiter im Thal erreicht man, schliesslich steigend, in 1½ Std. Bärenthal(Adler). Wirthsh. am oberen Ende des Dorfes. Von hier aus führt der directe, jetat auch verbesserte, Weg zum Feldbergerhof(unterhalb des Louisenthurmes 1 Std. gelegen.) Man geht zunächst beim„Adler“ r. hinauf, u. erreicht nach 1 Std. einen Wegweiser, welcher den Weg zum Feldsee zeigt, Wohin ½ Std. Von diesem Weiser bis Feldbergerhof noch 1ſ Std.— L. führt der Weg n. Altglashütte etc. s. o. Doch sollte sich Niemand entgehen lassen, vom„Adler“ RRNN RPR NNÆ NN N —— ˖D K 160 Route 23. Feldsee.— Feldberger Hof. mit Führer den Weg zum Feldsee einzuschlagen. Dieser Weg bietet zuerst schöne Rückblicke zum Titisee, dann führt er durch ein Wiesenthal, auf den Höhen an den Seiten Fels- partieen, die sich hinten zusammenschliessen, wo unter ihnen, versteckt, der See liegt. Folgt dazwischen Wald, etwas Moor; manchmal etwas steigen. Zuletzt schimmert durch eine Waldpartie 1½ Std. der Feldsee hervor. Man trete auf einen der hineinragenden Felsenblöcke. Der See liegt in einem Halb- kreis von gewaltigen Felswänden, rückwärts vom Beschauer ansteigender düsterer Tannenwald. Es ist der seiner Scenerie nach grossartigste Schwarzwaldsee, an die Alpenseen voll- kommen erinnernd. Er liegt 3710“ hoch. Grösse 14 Morgen. Vom Bärenthal führt am Ufer des Baches entlang noch ein län- gerer Weg zum See. Man kommt dann an die Stelle, wo der Bach, das Rothwasser, aus ihm abfliesst. Dieses Rothwasser fliesst in den Titisee. Bei seinem Austritt heisst es die Gutach. 8So fliesst es an Neustadt vorüber, u. nimmt erst 13/4 Std. unterhalb, beim Einfluss der Hasslach, die, ziemlich bedeutend als Bach, v. Lenzkirch kommt, den Namen Wutach an. Von der Quelle bis zum Rhein hat das Thal mindestens 14 bad. Wegestunden.— Von dem Ausfluss des Roth- Wassers muss man dann l. am Seeufer weiter gehen, und erreicht den Fussweg, der oben angegeben wurde. Hier steht ein Wegweiser, der einerseits zum Sternen- wirthsh. im Höllethal, andererseits hinauf nach dem Feld- bergerhiof veigt. Man steigt einen ziemlich steilen Zickzack- weg zwischen Felsblöcken, in einem ächten Gebirgswald, Moos, Flechten, Farrenkräuter, Wurzeln, üppige Bergflora. Wenn man die Höhe erreicht hat, etwas eben fort halb er. Von unten ab in 35 Min. Feldbergerhof. Dieser neue Gasthof liegt in einer muldenartigen Hochebene, ohne Aussicht, ohne hübsche Umgebung, offenbar ganz verfehlt angelegt. Doch wird er Jedermann zur Stärkung angenehm sein, u. bietet alle wün⸗ schenswerthe Bequemlichkeit zur Nacht, ist also zum Nacht- quartier allen Denen zu empfehlen, welche auf dem Berge bleiben wollen. Raum genug. Der Durstige findet Bier nur ausnahmsweise, wenn an schönen Sonntagen viel Besuch aus den umliegenden Thälern erwartet wird, und die Hirten und Knechte hier zahlreich verkehren.— Es soll bei der Anlage des Hauses zugleich eine Molken- u. Luftkuranstalt beab- sichtigt gewesen sein.— Vom Wirthshaus führt ein nicht zu verfehlender Weg, Fussweg, r. auf die(zuerst nicht sicht- bare) Kuppe des Berges. I0 (äne! gepäl Eil en dass d Route 23. Seebuck.— Louisenthurm a. d. Feldberg. 161 25 Min. Seebuck. 8o heisst eine Stelle, die gleichsam eine Einsattelung bildet. Sie ist mit Bänken versehen, u. gewährt eine sehr malerische Aussicht, die zu besuchen man keinesfalles versäumen darf. Man sieht unter sich den Feld- see, darüber hinaus das Bärenthal, den Titisee, so wie I. die zum Kandel aufsteigenden Bergzüge. Manchem Touristen wird die Aehnlichkeit der Stelle mit der an der Schnee- grubenbaude, oder auch den Teichrändern im Riesengebirge sich augenblicklich aufdrängen. 35 Min. Louisenthurm auf dem Gipfel des Feldberg, 4982“. Der Thurm éetwa 40“/.— Man muss vom Gasthofe den Schlüssel mitnehmen, den man dann beim andererseits Hinabsteigen in der Todtnauer oder einer der anderen Hütten abgibt, welche mit Schlüssel versehen sind.— Der Thurm wurde gebaut, und erhielt seinen Namen zum Andenken der Vermählung des jetzigen Grossherzogs. Errichtet von den umliegenden Gemeinden 1859., Eine Treppe führt auf die Plattform dieses nicht sehr festen Bauwerks, welche wohl bequemer sein könnte, wie der ganze Thurm höher. Indessen genügt er grade zu einer Umschau.— Niemand Wird diesen Theil des Schwarzwaldes bereisen, ohne, ist anders das MWetter günstig, diesen höchsten Punkt des Gebirges zu besuchen. Und er ist auch in der That sehr besuchenswerth, obwohl er von anderen Punkten sowohl wWas die Aussicht in den Scharzwald selbst, als auf die Alpen betrifft, im Malerischen übertroffen wird. Aber er hat eine Lage, die ihn dem Touristen immer einmal so recht in die Linie von einem Punkte zum andern bringen muss. Und dazu bieten die Wege hinauf u. hinab(gl. R. 24) so sehr viel Schönes, dass der Berg wohl der Besuchteste des Gebirges ist. Zum genaueren Studium der Aussicht kann man im Feldbergerhof das sehr gute Panorama borgen. Die Haupt- momente sind Folgende: Nach Norden sieht man langge- streckt die prangende Berglehne von Breitnau, St. Märgen, St. Peter, in der imposanten Kuppe des Kandel gipfelnd. Ueber St. Peter u. St. Märgen ragen in weiterem Abstande die Kuppen des Kniebis u. der Hornisgrinde. Näher heran sieht man Hinterzarten, das Ende des Bärenthales mit dem Titisee. Rechts davon der Hochfirst 3967“, an dessen Lehne das Dorf Kappel. Rechts hinter diesem die Höhen der rauhen Alp, Hohenzollern, so wie die Kegel des Hegau, Hohentwiel. — Nach Südosten erblickt man Höhenschwand 3330“ auf seiner Hochfläche, kenntlich am spitzen Thurm. Rechts davon, näher, das Spiesshorn, diesem r. das hohe Herzogen- horn 4724“;— dann südlich über der Todtnauer Viehhütte den Todtnauer Hochkopf, u. blickt in's Wiesenthal hinab, v. Seydlitz, Schwarzwald. NNN 2 162 Route 23. Feldberg. Route 24. Wege 2. Feldberg. u. davon r. auf die auffällig emporgebaute Kuppe des Bel- chen 4718“/, durch welchen der Blauen verdeckt ist, denn der Berg l. vom Belchen ist der Köhlgarten 4103“.— Im Westen, an den Feldberg anschliessend, der Hirschkopf 4221“, hinter welchem der Erzkasten mit der höchsten Spitze, dem Schauinsland 4288“/. Davon r. die kahle Höhe des Todte- mann 4334“. Zwischen Beiden das Wilhelmsthal, eine der malerischesten Stellen der Rundsicht, u. dann dahinter der Kaiserstuhl in der Rheinebene, die man bis Strassburg ver- folgen kann.— Hat man nun grade das seltene Glück, die nöthige Beleuchtung und Luftklarheit zu treffen, so sieht man von Ost bis Südwest hin ein ununterbrochenes, gewal- tiges Alpenpanorama, das am Hochfirst mit den baierischen Alpen beginnt(Rothe Wand, Zugspitz), sich fortsetat mit den Tyroler(davor der scharf contourirte Randen), übergeht in die Ostschweizer Alpen(Säntis, Seesaplana) durch die lan- gen Züge der Churfürsten, den Speer, die Grauhörner, zum Mürtschenstock. Hier, immer nach r. weiter, treten, immer schroffer gezackt, hervor: Glärnisch, Tödi, Windgälle, Mythen, Uri Rothstock, Titlis, auch der Pilatus. Weiter: Eiger, Jung- frau, Blümlisalp. Das Ende bilden r. der Montblanc mit den Alpen bei Chamouny.— Davon wieder r. u. näher, im flachen Zuge der Jura, u. die Vogesen, die noch weit rechts- hin vom Kaiserstuhl den Horizont abschliessen. Route 24: Die anderen Wege zum Feldberg. Es wird für den Touristen erwünscht sein, zu diesem Central- punkte, der, wie oben gesagt, für so viele Touren so bequem liegt, die wichtigsten Wege hier übersichtlich zusammenzustellen, u. da- bei darauf hinzuweisen, an welche der im Uebrigen beschriebenen Routen sie anschliessen. 1.— Der schönste Weg, v. Neustadt über Titisee u. Feldsee ist beschrieben in R. 23. 2.— Von Todtnau über Todtnauer Viehhütte ist beschrie- ben in R. 25. Sie schliesst an die R. 29 v. Basel n. Schopfheim, Schönau, Todtnau an. Hinauf vom Wegweiser bei Fahl bis zur Hütte sind 1 Std. 10 Min. Bis zum Thurm noch ½ Std. Alles An- dere R. 25. 3.— Von Todtnau über den Wasserfall u. Todtnau- berg. Anschluss an R. 29. Von Todtnau auf der Muggen- Prunn eile8 Im a 10 de nielt, mend 108 4 Pägen beuutt Route 24. Oberriedt.— Zastler Thal. 163 brunner Strasse— ½ Std. Hier blickt man r. in das Sei- tenthal, in welchem der schöne Wasserfall von Todtnauberg herabfällt, in mehreren Absätzen 315“ hoch.— 10 Min. bis zu ihm, u. nun an demselben hinauf auf gutem Ziekzack- wege— 20 Min. oben.— 25 Min. Todtnauberg, 3404“ (Stern; Engel). Es ist gut, von hier aus einen Führer für eine Strecke mitzunehmen. Doch lässt sich der Weg finden: Am andern Ende v. Todtnauberg hinaus, etwa— 20 Min., wWo der Weg sich rechtshin in einem weiten Bogen hinauf- zicht,— 40 Min. später(1 Std. vom Orte) den linksher kom- menden Weg vom Nothschrei aufnimmt, u. in weiteren— 3/ Std. zaur Todtnauer Fieſihidttè führt. 4.— Von Freiburg über Oberriedt. Zuerst mit Mieths- wagen oder die Post, welche v. Freiburg n. Todtnau fährt, benutzend bis Oberriedt(Hirsch; Adler). Bis hierher sind die Entfernungen v. Freiburg zu Fuss: Bis Zar- ten 2 Std. 10 Min.(Fgl. R. 21). Von Zarten führt r. ab die Chau- see nach— 1½ Std. Kirch-Zarten(Krone; Löwe). Zwischen bei- den Orten stand das alte Tarodunum, die kKeltisch-römische Stadt. Man zeigt noch wWweithin Wallartig sich ausdehnende Anlagen als theils dem Castell, dem befestigten Lager, theils einer, weiterhin durch das Wagensteigthal hinaufziehenden alten Römerstrasse ange- hörig. Urkundlich hiess Kirchzarten noch 791 Zarduna.— 50 Min. wWeiter Oberriedt. Von hier aus hat man die Wahl zwischen folgenden vier Wegen: a: Durch das Zastlerthal. Von Oberriedt aus am Hirschenwirthsh. führt der Weg hinein. Schönes, romanti- sches Thal, vom Osterbache durchrauscht. Nach— 1 Std. Minthsli. æ. Blume. Dann— /ö1 Std. Mühle beim Schebeiser- Rof. Hier führt der Weg vom Bache ab, immer fahrbar bis — 40 Min. Rinken, wo der Weg vom Stern im Höllethal über Albersbach sich mit Diesem vereinigt. Rinken besteht nur aus drei Bauernhäusern. Bei dem letzten geht r. ein Fussweg ab, steigend durch Matten u. Wald, der in— ½ Std. zur Baldenweger Viehhütte führt(Erfrischungen). Von hier aus wird ein Führer für die letzte halbe Stunde zur Höhe angenehm. Für nebliges Wetter ist er früher schon selbstverständlich. Bei hellem Wetter aber findet ein eini- germassen Kundiger die Richtung von selbst. Denn man sieht die letzte Kuppe, das„Höchste“ des Feldberges vor sich, u. hat nur(Weg kaum ersichtlich) hinauf zu klimmen. Dies geschieht am Bequemsten, wenn man in einem Bogen östlich(I.) herum immer sanft ansteigt, zum Sattel hinauf 1¹ .REEERERRR 164 Route 24. Todte Mann.— St. Wilhelm.— Nothschrei. sich drehend, u. oben r. hin zum bald sichtbaren— ½ éStd. Loilisentu,i.— Man kann aber bei dem Schbeizerhdfe im Zastlerthal auch r. ab einen schönen Fussweg durch Fels u. Wald einschlagen, der über den sog. Todten Mann aum Gipfel führt. Zeit ziemlich die gleiche. Hierzu Führer nöthig. — Vgl. b.— b: Gleich von Oberriedt aus, am Anfange des Fahrweges in's Zastlerthal, r. abbiegend, führt ein Weg direct zum TPodten Mann. Er führt über Vörlinsbach, Rosshalde, Erlen- dacher Hütte(Erfrischungen) zum Todten Mann, 4334, u. zum Gipfel. Hier Führer nöthig. 3 Std. Dieser wenig be⸗ kannte Weg bietet eine Fülle der schönsten Aussichten. : Von Oberriedt weiter die Post benutzen, bis wWo I. ein Wegweiser den Fahrweg in das Wilhelmsthal zeigt. Zu Fuss jst's hierher noch 1 Std. Nun in dies Thal einbiegend kommt man allmählig bei den verschiedenen zerstreuten Häusern von St. Wilhelm vorbei. Nach— ½ Std. I. Ka- pelle, bei welcher Spuren des alten Klosters Mariaſtnon, wo mehrmals vergebliche Versuche zur Ansiedelung von Mön- chen oder Nonnen gemacht, von dem zu rauhen Klima aber Vereitelt wurden. Das Thal ist schön, hat felsige Partieen, ist tief eingeschnitten in den Fuss des Feldberges. Sein hin- terster Theil heisst der Napf. Fahrbarer Weg bis zur— 3/4 Std. letzten Thalhütte. Von hier steigt der Weg bis zur — 1½ Std. Nhelmsthaler Piehhittte, u. zwar gut unterhal- tener Fussweg. Von hier kann man direéct in— ½ ôStd. zum Louisenthiurm emporsteigen.— Wählt man die beque- mere Richtung über die Todtnauer Pieliliéttèe, so geht man in der gekommenen Richtung weiter, allmählig I. biegend, nie r. ab, u. erreicht sie in ½ Std. Hinauf dann noch /2 Std.— d: Ueber den Nothschrei. Man benutzt die Post über Oberriedt noch weiter bis zum Nothschrei. Zu Fuss gerech- néet, trifft man hinter Oberriedt— 1 Std. 1. Eingang in's Wilhelmsthal. Nun steigt die Strasse, herrliche Rückblicke gewährend, dauernd.— 20 Min. Eingang r. in das Thal von Hofsgrund(Bis zur Kirche darin sind 3/1 Std., u. 20 Min. weiter trifft man den Weg v. Halden zum Schauinsland; Vgl. R. 25).— Am Wirthsh. zum„Schmelzplatz““ vorbei, erreicht man in— 1 kKl. Std. das Denkmal auf dem Noth- schrei(Vgl. R. 25). Diesem Denkmal gegenüber führt jetat ein fahrbarer Weg bis zur Todtnauer Viehhlitte. Er jist vor- kkrers. kr me Tegwe Lötd.! Uan Gape 0eh Nicse mleaut Ut dl 1 Route 24. Hirschkopf.— Hinterzarten.— Albersbach. 165 züglich Denjenigen zu empfehlen, welche mit leichtem Berg- wagen möglichst weit fahren wollen. Diese können auf solche Art die Partie mit Rückfahrt n. Freiburg in einem Tage machen. Fussgängern weniger bietend, ist er doch an heissen Tagen darum angenehm, weil er bis zu beträcht⸗ licher Höhe, 2 Std., durch Waldesschatten führt. Oben über- nehmen dann die freieren Berglüfte die Kühlung des Wan- derers.— Der Weg ist nicht zu verfehlen. Er führt auf den waldigen Hirschhopf, 4221“, u. auf den Stibenꝛoasen, 4627“, beim Siynal— 2 Std. vom Nothschrei. Hier ist's nun kahl, u. man hat den ersten, aber auch sehr schönen Fern- blick, so wie I. hinab einen Tiefblick in den Napf, Wilhelms- thal. Von hier aus führt der Weg— ½, Std. zur Wil- nelmsthaler Vieſihditèe l. ab.— Dagegen r. ab: ½ Std. zur Todtnauer Piehhutte.— Beide liegen um 200“/tiefer als der Stübenwasen. Von Beiden hinauf s. o. C. 5.— Vom MWirilisſi. à. Stern im Höllethal zum Feld- berg. Diese Wege schliessen an R. 21 an. Sie sind für Reisende v. Waldkiroh, FHreiburg, St. Peten u. St. Märgen geeignet.— Und zwar sind es zwei: a: Der Pinterioe9. Dieser führt von der grossen Post- strasse über Höllsteig da ab, wo 15 Min. vom„Stern“, bei der zweiten Steinbrücke u. einer Quelle mit Ruhesitz ein Wegweiser durch die Schlucht n. Hinteræarten, 2984,,(Adler) 1 Std. zeigt.— Von da bis Erlenbruch 20 Min., wo sich dieser Weg mit dem an der Bruderhalde beim Yitisee Ver- einigt. Beschrieben in R. 23. b: Der Sommerebeh. Beim„Stern“ über den Bach, u. jenseits an ihm aufwärts weiter. Nach— 10 Min. kommt man zu einem grossen Waldweg, u. steigt auf diesem— ½ St. bis man aus dem Walde tritt, u. die Wiesen der Gemeinde Albersbach, 3615“/, aus einigen grossen Häusern bestehend, erreicht. Hier gilt es nun, schärfer aufmerken. Beim Kreuze biegt man 1.; bald darauf wendet man sich zur r. liegenden Süägemühle hinab, erreicht ein Gitterthor, von welchem aus man r., nach 5 Min. aber I. hinaufgeht, zum— 30 Min. Gaspeliof. Von hier auf fahrbarem Wege gradeaus durch den Wald. Nach— 20 Min. erblickt man auf ebener Wiese ein Kreuz, das l. bleibt. Man geht hier weiter ge⸗ radeaus in den Wald, aber bei der ersten Wegetheilung r., dann bei der nächsten nicht 1.(Surbershütte), sondern auf dem Rasenwege weiter, in der Richtung, welche die hell A GG 166 Route 24. V. Schluchsee, St. Blasien etc. 2. Feldbg. herüber schimmernde Baldenweger Viehhütte angiebt, er- reicht dabei einen bald sichtbar werdenden Fussweg, u. in — 35 Min. vom letzten Kreuz ab Rinken. Von hier aus weiter s. No. 4 à. 6.— Vom Kössle an der Höllsteig zum Feldberg.— Anschlies- send an R. 21.— Vom Wirthshausé aus den Weg n. Iinteræarten (Adler bei der Kirche) ½ Std. Von hier aus wie in Nro. 5. a. u. R. 23. 7. Vom Bären in Altenweg zum Feldberg. Anschliessend an R. 21.— Am„Bären“ theilt sich die Strasse, u. man erreicht auf der Abzweigung r. in— ½ Std. Wirthsh. V. Eigler am Ufer des Titisee Bier), von wo aus man mit dem Kahn übersetzen kann. Vgl. R. 23. Wer dies nicht will, schlägt, che er vom Bären aus an den See kommt, den etwas früher rechts ab führenden Weg ein, der am Titisee, linkes Ufer, entlang führt, hübsche Durchblicke gewäh⸗ rend, u. durch die Bruderhalde in— 50 Min. n. Erlebruelt führt. Wei- ter vgl. R. 23. 8.— Von Lenzkirch zum Feldberg vgl. R. 23. 9.— Von Schluchsee zum Feldberg. Schliesst an R. 33 an, u. ist für Diejenigen geeignet, welche durch das ALbtHρhE“'L oder über Höohenschioand, u. v. PFaldshut aus der Schweiz gekommen sind. Schlꝛchisee s. R. 33. Von hier aus führt der alte Weg vom Orte oben ab in 1 Std. 10 Min., — der neue Weg am See entlang in— 1 Std. n. Unter- Aha(Sonne). Nunmehr: a: Ueber Aeule u. Menzenschroand. Von Unteraha er- reicht man bald Oberahü, aber erst in— 3/ Std. die letzten Häuser v. Oberaha, wo sich der Weg J. hinauf n. Aeule(Rössle), 40 Min. zieht.— Von da in/ Std. n. FVor- dermenaenschuband oder auch Hintermenæenschuoand hinab. Von da weiter s. No. 10. b: Ueber Altglashüitte. Von Unteraha ½ Std. zu den ersten Häusern v. Oberaha. Hier zweigt r. der Weg n. Altglashütte ab. Er führt über— ½ Std. Windgefäll, an einem r. liegenden Weiher vorüber in 25 Min. zu einer Wegetheilung, wo der Weg l. in weiteren— 12 Min. n. Altglasſidtte führt. Von hier über Bärenthal weiter s. R. 23 No. 1. 10.— Von St. Blasien über Menzenschwand zum Feldberg.— Dieser an Naturschönheiten reiche Weg ist für die etwa aus der Schweiz, oder durch das AlbtH Kommenden, u. schliesst an R. 32 an. Er kann aber auch von Denen benutzt werden, die vom Wiesenthal, R. 29, Wehirathal, R. 30, oberen Murgthal, R. 31, n. St. Blasten gekommen sind. St. Blastien s. R. 32. Auf der grossen Fahrstrasse durch den Marktflecken hindurch u. wWeiter, abbig Ioule Route 24. Menzenschwand. Route 25. 167 gelangt man in— 1½ Std. an die Stelle, wo die Chaussee IJ. ab in die Bernau biegt. Hier geht die Fahrstrasse zum Feldberg gradeaus ab, u. zwar in das enge Henaæenschroan- der Tydl hinein, dass sich zwischen dem Heræogenhorn, 4724“, I., u. der Bärhalde, 4401“, r. schmal einschneidet. Man erreicht in— 1 Std. Vordermenzenschwand(Adler), Heimath des berühmten Portrait-Dichters Winterhalter,— ½ Std. Hintermenzenschwand(Hirsch). Der Weg bleibt noch lange im Thale der Mensenschnoanden Alb, einem meist engen, rauhen Thale, u. erreicht, allmälig ansteigend, in guten— 1½᷑ Std. den Feldbergerhof, oder die Henaen- schioaνꝗer Vienhhlitte, au welcher man zuletat vom Wege abbiegen muss.— Vom Gasthof über den Seebuch àum Louisenthuurm 1 Std. S. in R. 23. Route 25: Vom Feldberg nach Todtnau, Nothschrei, dem Schau- insland und nach Freiburg. 1 Tag. Den directen Weg vom Feldberg zum. Nothischret s. R. 24 Nro. 4. d.— Hier ist der wegen der schönen Thalpartieen sehr zu empfehlende Weg im Thal den Viese bis Lodtnau, u. von da weiter beschrieben. Die Wiese entspringt am Feldberg, auf dem dem See- buck correspondirenden südlichen Abhange. Auf der Kuppe des Feldberges stehen einige Wegwei⸗ ser, leidlich ausreichend. Der eine am Thurm zeigt süd- lich hinab den Weg n. Todindu. Diesem leidlichen Zick- zackwege folgend, erreicht man in 20 Min. die Todtnauer Viehjilitte, Wo ganz gute Er- frischungen, auch einige Betten, u. folgt r. dem bald recht guten, für Karren u. leichte„Berner-Wägelchen“ gar nicht so übel fahrbaren Wege, der in vielen Windungen in's Thal der Wiese hinabführt. Freilich ist die zweite Hälfte des Weges, wegen der immer viel zerstörenden Frühjahrs- gewässer, Aufschutt ziemlich losen Steingerölles, u. fordert Geduld. Immer durch schönen Wald erreicht man in 3/ Std. einen Wegweiser auf der Thalsohle, der so- Wohl zur Viehhütte hinauf, als n. Fahl hinab zeigt. Die Gemeinde Fahl(Adler) 2894“ beginnt hier schon. In dem RDRD RNN Æ ÆI 2 Route 25. Todtnau.— Nothschrei. engen Thale, vielgewunden, tost die Wiese hell schäumend, hastig über Felsblöcke fortschiessend. Besonders bildet sie einen hübschen Fall an der Stelle, wo die Gemeinde ½ Std. Brandenberg, 2541“(Hirsch; hier nirgends Bier bis Todtnau) beginnt. Die Landschaften des auf der Höhe der Thalwände aufragenden, von Felskämmen eingeschlos- senen Thales werden immer schöner. Das Thal breiter. Hinter dem Ende des langen Brandenberg wieder engerer Durchbruch u. Einsamkeit. Etwas Steigen, dann wieder in einen bequemer ausgeweiteten Thalkessel hinab, nach 3/1 Std. Todtnau, 2163“(Ochs, Bierbrauerei u. Post; Rössle; Bär). Sauberes Städtchen von 1300 Einw. In malerischer Lage an der Stelle, wo das Thal schön nach Brandenberg u. Muggenbrunn gabelt. Hauptort schwarz- wälderischer Bürstenfabrikation. Ehemals viel Bergbau auf Silber. Von hier führt die grosse Strasse im Wiesenthal nach 3/4 Std. Gachwbdnd, 14%½ Std. Utæenfeld, 10 Std. Schönau. S. R. 24 u. 29.— Von Utæenfeld ũber Miedenerech zum Belchen s. R. 26.— Die Post von hier über Oberriedt n. FVreiburg, welche allerdings über den Nothschrei (4% Std.) führt, Iässt an Zeit höchstens eine gute halbe Stunde spa- ren, aber an Ausblicken viel verlieren. Sie geht langsam, weil der Weg beständig steigt. Das Seitenthal, in welches wir einbiegen, stellt sich, je höher der Weg steigt, um desto schöner, alpenhafter dar, bis man, nahe der Wegehöhe von schönem Walde umge- ben ist. / Std. hinter Todtnau r. das Thälchen, in welchem der Todtnauberger Wasserfall herabkommt. Hier über Todt- nauberg zum Feldberg s. R. 24 No. 3. 50 Min. 4/tersteg(Engel). Bald dahinter geht r. der gewöhnliche Weg n. Todtnauberg ab. ½ Std. Muggenbrunn, 3231“(Grüner Baum). / Std. Nothschrei, 3360/. S0 heisst die höchste Stelle der Strasse, an welcher ein Denkmal errichtet ist, zur Erinnerung an den endlich erhörten Nothschrei der Gegend, nach einer Chaussee gen Freiburg. Auf dieser Chaussee Weiter erreicht man, vorbei am Whs. 2. Sehmeleplate, in 2%4 Std. die Stelle, Wo I. das Thal von Hefsgrund ab- biegt. Dann nach 1, Std. biegt r. das Wahelmsthal ab. Weiter 1 Std. Oberriedt. Vgl. R. 24. Nro. 4. Der Weg ist schön genug zum Fusswandern, ja, kann denen sehr empfohlen werden, welche den Schauinsland liegen lassen wollen. nog Tun 9 00 peit! kilen abbie⸗ Halten Nodte Iinig Lade 5 sclie Auge nach ktte Iusd ün Rae Route 25. Halden.— Schauinsland. Vom Denkmal auf dem Notlischrei führt l. ab ein Fahr- weg durch Wald, mit Durchblicken r. zum Feldberg und Thurm in 35 Min. nach dem Wirthsh. 2z. Rössle in Halden, 3800) weit zerstreute Höfe.— Am Wirthsh. vorbei erreicht man einen Wegweiser.— Hundert Schritte hinter demselben r. abbiegen. Aber dann immer auf der langen Höhe sich halten,(r. hinab geht der Weg n. Hofsgrund, vgl. oben u. Route 24 No. 4). Der Weg ist manchmal etwas undeutlich. Einige Zeit am l. bleibenden jungen Tannenwald ęntlang, immer ansteigend. Dann wieder besserer Weg. Endlich, ziemlich auf der Höhe, biegt man l. ab vom Wege, u. steigt durch den Rasen zur höchsten Spitze hinauf, Wo ein Stein aufgerichtet ist.— Eine feste Baumstammhütte mit Feuer- stätte befindet sich im Tannengebüseh wenige Schritte un- terhalb fast versteckt.— Man erreicht vom„ Rössle“ in Halden ab in 3/ Std. die Spitze des Schauinsland, 4288“, oder Eraſfasten, so genannt wegen ehemaligen Bergbaues auf Erze.— Die Aussicht ist sehr malerisch, besonders nach Westen, u. über das Wilhelmsthal hinweg zum Feldberg. Zwischen Belchen u. Feldberg tauchen grossartig die Alpen auf, u. zwar treten durch ihre schroffe Gestalt am meisten hervor, vom Feldberg nach r. zu: der Glärnisch; weiter zwischen den Glariden der Tödi, mit dem Scheerhorn r.; weiter der grosse Spannort; dann Titlis; Triftenhörner: wWeiter Wetterhörner, Schreckhörner und Finsteraarhorn; weiter kleiner aber spitz Eiger; dann Mönch u. Jungfrau; darauf Breithorn, Tschingelhorn, Blümlisalp, Doldenhorn; was Uunmittelbar l. über den Abhang des Belchen schaut, ist der Stock des Montblanc.— Wer die Alpenansicht nicht hat, wird durch die übrige Aussicht reichlicher belohnt, als an manchem höheren Punkte; um so mehr, als die Bestei- gung so wenig ermüdend ist. Leider kein Restaur. oben. Es könnten auf u. nahe der Spitze, da sich hier ver- schiedentliche Fusswege kreuzen, wohl mehr Wegweiser angebracht sein. Jetzt ist das Verirren ziemlich leicht ge- macht. Man nehme sich zur grösseren Sicherheit yom letzten Orte, den man erreicht, etwa vom„Rössle“, einen Knecht mit, der ein Stück vom Gipfel herab auf den rich- tigen Weg führen kann. Die Wege sind im Uebrigen recht gut erhalten, u. bieten meist schönen Schatten mit präch- RRERRR N ⏑⏑⏑⏑ VNNN ⏑ VVI W RN 2 + — 170 Route 25. Kappeler Thal. Route 26. Staufen. tigen Durchblicken.— Wir schlagen den Weg ein, der von dem Stein auf der Spitze ziemlich grade nach Westen zu- führt, zuerst über eine Art Kamm, dann durch jungen Waldwuchs. Wo er sich theilt, schlagen wir den Weg 1. ein.(Rechts geht's in's Kappeler Thal.) Er führt an einer Felsplatte, die durch Stufen zugänglich gemacht, und mit Sitzen versehen ist, u. eine prächtige Aussicht gewährt, vorüber.— Später zweigt der Weg r. ab n. Guntersthal, schön, aber Umweg. Hält man dagegen l., so erreicht man, von der Spitze ab, in 1½ Std. das Forsthiqaus bei den Bohiräfen, Von hier ab geht's l. n. Horben, r. führt uns der Weg n. Gunters- tal u. Freiburg in 1¾ Std. Vgl. R. 20 Spaziergang 5 u. Ausflug 3. Wer von der Spitze durch das Kappeler Thal hinab will, geht bei der obgenannten ersten Wegetheilung r., hält sich weiter unten, Wo der Weg im schönen Walde sich scheinbar theilt, I.; an den Felstrümmern mit Ausblick vorüber, u. erreicht das Thal in 24 Std. Von hier hinab noch 1104 Std. bis zum Whs. 2. Kreuz bei der Kirche in Klein-RKappel(öfters Bier). Von hier aus über Littenweiler n. Freiburg 11½ Std. S. R. 20 Spazierg. 5. Route 26: Staufen.— Sulzburg.— Unter- und Ober-Münster- thal; Spiehẽyeg; Neuhof an Wiedener EckK; Belchen; Mulden; Munsterhalden; Sirnitz; bis Badenweiler. (Gerstenhalm.— St. Ulrich.) 2 age. Kleine, genussreiche Tagemärsche.— Wenn man noch mit dem letzten Postzuge Abends v. Freiburg n. Krotæingen fährt, u. in Stawyen übernachtet, dann am andern Tage bis Spielweg oder gar Neuhof fährt, so kann man Alles auf 1 Tag reduciren. Eisenbahn v. Hreiburg n. Krotzingen s. EBR. 1.— Vom Bahnhof EKrotzingen führt der Postomnibus in 40 Min. nach Staufen, 927“(Post 2. Kreuz; Badischer Hof; Löwe; Krone; Bier bei Wiesler, Duffner, Rieger). Am r. Ufer des Neumagen-Flüsschens, unter seiner Ruine Statifenbung(in ½ Std. vom Orte zu erreichen, auf einem von Wein dicht bewachsenen Bergkegel; Burghalder Wein) malerisch gele- genes; industrielles vorwärts schreitendes Städtchen von 1750 Ew. Vön W. mnct PBI Mie 0 lidle iber R dan bei Uine Lich dern 41 Inan V. Mstz Rethe, ehheie. Route 26. Sulzburg.— Wasen. 174 Spaziergänge u. Ausflüge:— Auf die Statfenburg 1½2 Std.— Zur Hlisenruhe 1½ Std. Aussichtspunkt vortrefflich.— Zum alten Schlioss 50 Min.— Regelsburg, Ruine verschwunden. Die unzweifelhaft schöne Aussicht einstweilen verwachsen. Ueber Hf 1 Std. u. 1. 1 Std. bin- auf. Aber mit Führer. Nach Sulzburg u. Sulzburger Bad. Wenn man nicht vor⸗ zieht, mit der Post n. Krotaingen, von da mit der Bahn n. Heitersheim, u. wieder mit Post n. Stadt Suleburg zu fahren, a: so schlägt der Tourist den breiten Fahrweg ein über— 20 Min. Grunern(Bade- Wirthshaus) kleines Dorf mit Bad,— 25 Min. Ballrechten,— JJ Std. Stadt Sulzburg(Hirsch; Rebstock) 1260 EW. Trefflicher„Kastel- berger“ Wein. Aites 990 gegr. Kloster, in der Reformat. aufgehoben. Von hier nach Station Heitershietm 13/4 Std).— Man biegt nun in das engere Sulebachthal ein, u. erreicht in— 50 Min. das sehr lIieblich u. friedlich gelegene, einsame Bad Sulzburg 1542“ Badegasthof, in neuerer Zeit merklich vergrössert). Verbindungswege von hier aus sind: Ueber Rammenbach n. Münsterhalden 1 Std.; über die Rams- bacher Eeh n. Neumäh u. Wasen 2 gute Std. Auf die Sirnitohöe 11/2 Std.; Neuenfels 1½ Std.(Vgl. R. 27 u. ds. RK. W. u.); Schweighof 1½ Std.— b: Oder über Hef 1 Std., n. Bad Sulaburg die r. hinauf u. über die Höhe führenden Fusswege, Wozu aber Führer rathsam ist, 1½ Std. Vor allem aber die folgende Tour selbst. Hierzu ist ganz rath- sam ein Wagen bis Spielweg. Von da ab ist Fusswanderung gut wWe⸗ gen der schönen Landschaften, Doch kann man auch bis Miedener- ech fahren. Von da hinauf, 2 Std., muss man gehen. Und zwar ist da ein Führer bis zur Krinne rathsam. Doch geht es, wenn man gut aufmerkt, auch ohne diesen nach der folgenden Beschreibung. Von Stathſen ab zunächst im sog. Untermùnstentiial aufwärts wandernd, erreicht man in 1 Std. Rotte Ho,(Wirthsh.).„Rotte“ ist ein Complex von wenigen Häusern; ein vielfach in diesen Gegenden ge- bräuchliches Wort, so wie„Zinken“.(Hier geht 1. der Weg zur Regelsburg, r. n. Svlburgen Bad ab.— Einzelne Häuser. ½ Std. Rotte Wasen. Das Thal theilt sich hier. Das bisherige Untermünsterthal zieht sich r. weiter aufwärts über Neumühl n. Münsterhalden 1½ Std. Hier hindurch geht auch der nächste Weg auf den Belchen; 20 Min. Neumiihl, bei der Krone. Hier Il. abbiegen, durch das lange Multen, dann den etwas steinigen Weg immer hinauf, der zur Krinne führt. Bei dieser Sennhütte führt r. ein Fussweg zur Kuppe des Berges hinauf. In Summa 3 Std. Vgl. ds. R. W. u. Wenn man dann aber nicht über Spielweg zurückkehrt, so verliert man die köstliche Wan⸗ derung dureh das Obermünsterthal. Das Obermünstertial, welches sich von Wasen ab 1. hinaufzieht, steigert die Schönheit seiner wechselnden Land- schaften beständig. REERE N 172 Route 26. St. Trudpert.— St. Ulrich.— Obermünsterthal. ½ Std. Rotte Munster. ½ Std. St. Trudpert. Rechts, etwas erhöht. Altes sagenreiches(7. Jahrh.) Kloster des heil. Trudbert. Ur- kundlich erst seit 1036. Aufgehoben 1818. In der Kirche unbedeutende Gemälde und ein altes Crucifix aus dem 8. Jahrh.(Wirthsh. beim Kloster).— Folgen einzelne Ge- höfte v. Obermünstertnal. Im Thal soll sich einst die Stadt Münster befunden haben u. 1337 zerstört sein. 50 Min. Spielweg(Hirsch) 1824“.— Die alte, näbere Strasse weiter ist aussichtslos, also zu vermeiden. 15 Min. Brüche. An dieser Brücke zeigen Wegweiser zur Halden-Strasse nach Hofs- grund am Schauinsland 2 Std., so wie nach St. Ulrich über die Rotte Storen in 11/4 Std. Seitentour. Für eifrige Fusswanderer, welche die Eisenbahn u. Staufen bei Seite lassen wollen, führen wir folgende recht schöne Wanderung von Freiburg, über Gunterstlid! u. St. UIrich azu dieser Brücke bei Spieloeg näher aus. Von Freiburg über St. Loretto nach — 1 Std. Guntersthal Hirsch) vgl. R. 20. Vor dem Eintritt in den Ort. r. abbiegend, den Richtweg über—/ Std. Langachern Engeh), — 1½½ Std. Horben(Rabe). Schöne Aussicht(die noch viel schöner wird, wenn man von der Strasse r. abbiegt, u. auf die Höhe des Gerstenhalm 2900“ steigt, von Wo dann hinab n. Geiersnest. Im Gan- z2en Std.)— Die Strasse selbst führt über Gerstenhalm nach— ½ Std. Eckhiof. Weiter nach— 1½ Std. trifft die alte Strasse von Todtnau her, welche über die Halden führt auf unsere Strasse. Man bleibt r. Und zwar nimmt man einen der beiden Mittelwege, welche n. St. Uirich führen. Der mehr 1. führt direct in ½ Std. hin, der broitere mehr r. über— ½/ Std. Getersnest, u. hinab in 20 Min.— St. Ulrich(Whs.) Altes Kloster von 1083. Jetzige Gebäude von 1749. Interessante alte Brunnenschale mit den 12 Aposteln im Gar- ten. In der Kirche Bilder aus der Legende des Heiligen.(Von hier in 1 Std. durch das Möhlinthal n. Bollschoeil, u. so n. Freiburg vgl. R. 20). Auf der Bollschweiler Strasse weiter.— 20 Min. Hlier 1. ab nach dem— 20 Min. Köhlerhof. Von da n. Hofsgrund 1½ Std.) — ½ Std. die Bruche bei Spielbeg.(Also in Summa an 4 Std.) Von der Brücke bei Spielweg ab steigt nun die Strasse in schönen Windungen an der r. Thalwand des Neumagen- Baches empor. Die Ausblicke von der Strasse werden immer grossartiger. Man kommt an einem Pavillon mit Prachtvoller Aussicht vorüber. Dann an dem Scharfen- stein, einer gewaltigen, spitz aufgethürmten Felswand, auf welcher Ruinen des im Bauernkriege zerstörten Raubnestes Derer von Staufen liegen sollen; vom Wege nicht sichtbar. — Weitere Felspartieen, Prachtwald, und dann hat man die höhere Thalstufe erreicht, weiter sich ausbreitende Matten. Nach einer Wendung des Weges Weir Stras A8terthal, Route 26. Wiedener Eck.— Krinne. 173 1½ Std. Wirthsn. Neuliof.(Kein Bier aber sehr guter Wein).— Man steigt vom Wirthsh., u. zwar hier die alte Strasse, in 25 Min. zur Wiedener Eck 3450“, dem höchsten Punkt der Strasse. Hier schöne Aussicht: unten Gehöfte von Pieden; in der Ferne bei geeigneter Luft die Schwei⸗ zeralpen vom Uri-Rothstock bis gegen Montblane à2u.— Hier auch Wegweiser. Cach Sehõnau, Todtnau etc. vgl. R. 29). Folgende Wegebeschreibung ist genau: Man geht von der Wiedener Eck den guten Weg er. der im Bogen l. zum Walde führt.— /¼ Std. Buchenwald. In diesem halte man sich r. Wenn man in ihm die Höhe erreicht hat, trifft man einen Wegweiser mit der Bezeichnung„Belchenhaus“. Hier r. durch fungen Wuchs. Nun erblickt man zum ersten Mal in der Höhe den Gipfel u. das Schutzhaus des Bel- chen.— Wenn man aus dem Walde tritt, in gleicher Rich- tung über die Wiesen, an einer Viehhütte vorbei, u. etwas hinab zu einem Holzwege. Diesen 1. gegen die vorher schon in dem Gesenk erblickten einzelnen Häuser Zzu. 1¼ Std. v. Wiedenereck am Kreuzweg: die Krinne Erfrischungen), die einzeln stehende Sennerei. Hier Weg- weiser. J. Obermulten, Heubronn, Badenweiler s. R. 27). Man geht von hier r. den breiten Weg in die Einsat- telung, u. trifft nach etwa 100 Schritten einen Wegweiser, welcher 1. einen steigenden guten Fussweg durch Wald zeigt, der zum Gipfel führt, mit Wegweisern überreich ver⸗ sehen, aber auch ohne dies nicht zu fehlen. Schöne Aus- blicke in's Untermünsterthal u. die Rheinebene.— Hinter dem Walde, wo der kahle Gipfel beginnt, kann man 1. ab- biegen, u., am Mattenhange fort, das Blockhaus in 8 Min. erreichen. Von der Krinne sind es 55 Min. bis zum Schutehdus. Das kleine Wirthsh. auf dem Belchen ist in gutem Stande. Zehrung, Wein, und öfters Bier gut. Eine Nacht hier zuzubringen, durchaus rathsam. Von hier. 10 Min. bis zum Kreus auf dem Gipfel des Belchen 4718“.— Das Panorama ist malerisch schöner, als das vom Feldberg, besonders der Vordergrund. Es lohnt also auch ohne Alpenfernsicht die Mühe des Steigens gut.— Man vergleiche das gute grosse, im Blockhaus vorhandene Pa- EERERRER NNRRNDN 174 Route 26. Belchen.— Neumühl.— Münsterhalden. norama.— Der Blick zum Feldberg, sowie in die zahl- reichen Thäler, z. B. der grossen u. kleinen Wiese, Unter- münsterthal, zur Sirnitz, Köhlgarten, Blauen ist sehr reich gegliedert. Die Alpen sogar scheinen sich hier noch mäch- tiger aufzub auen. Zwar fehlen die baierischen Alpen, u. vom Hegau ist wenig zu erkennen, aber um 80 schärfer umrissen zeigen sich vom Vorarlberg u. Säntis bis zum Montblanc sämmtliche Eisriesen der Schweiz, u. davor bis gegen die Mitte des Bildes die Juraketten. In der Mitte selbst Rigi u. Pilatus. Ebenso ist der Blick über die Rhein- ebene zu den Vogesen u. auch zum Kaiserstuhl durch den mannigfaltigen Vordergrund sehr schön.— Vom Hochleleh, einem Nebeèngipfel, interessanter Blick steil in die Tiefe. Man geht zunächst denselben Weg zurück, den letzten Kegel wieder hinab, bis man 35 Min. vom Wirthshaus den obengen. Wegweiser 100 Schritt vor der Krinne wieder erreicht. Hier nun den Weg 1., der in die Schlucht führt. Man halte sich da, vo Wege 1. abzugehen scheinen, auf dem breiten Wege r. Der Weg wird bald sehr steinig, manchmal steil. In 50 Min. NMulden od. Multen. Man trifft in die Mitte des durch das enge Thal lang hingestreckten u. zerstreuten Ortes, passirt den Bach, u. r. um, die grosse Fahrstrasse verfolgend, trifft man nach 20 Min. Neumühl(Wirthsh. z. Krone, mit einer Mähle, daher der Name der Stelle. Von hier n. Wasen 20 Min. Im Untermünsterthal liegend. Kein Bier.) Vom Wirthshause schlagen wir die Chaussee I. ein, das Untermünsterthal aufwärts, an den einzelnen Gehöften von Rothbuch vorbei. — An der Stelle, wo bei den Häusern breiter Weg r. ab⸗ geht, bleibe man gradeaus.— Nun folgt ein ganz enges Felsenthal, aber im Character sehr anmuthig. Wo es sich erweitert, steigt der Weg schärfer, u. man erreicht in 50 Min. Münsterhalden(Hirsch, sehr ländlich). Hier eine schöne, ernst-grosse Waldlandschaft. on hier r. ab 10 Min. Rammenbach,/ Std. Sulaburgerbad. S. o., Führer rathsam.) Dem Wege weiter, sanft steigend, folgend: 5 Min. etwas verwitterter Wegioeiser, der einen von der I. weiter gehenden Fahrstrasse(bis Hinterheubrunn 1 gute Std.) abbiegenden Holzweg r. zeigt, auf dem Weiser mit„Zirrnitz“ Bꝛ0t beleie Vegen enpft VIdl. 10 mun de cher N Luabf Kickt! iges i ch U, 50 Micktl Aalen I. Bal lrt, dicl, Ochs; Castl U 5 Hi leh 6. U f Veile Ml. Route 26. Sirnitz.— Schweighof.— Ober- u. Niederweiler. 175 bezeichnet. Dieser Weg ist nicht wegen Abkürzung, sondern wegen des schönen Blickes von der Sirnitzhöhe Denen zu empfehlen, die ein Weniges noch au steigen nicht scheuen. Nach 10 Min. kleine Knüppelbrücke. Auf ihr überschreitet man den Bach, u. bleibt nun auf dessen 1. Ufer. 25 Min. Hier nicht gradeaus, sondern den- Fussweg, gut erhalten, der r. hinauf durch hohen Buchenwald führt, später I. biegend, u. in's Freie tretend. 20 Min. Höhe den Sirnits 3720“ bei einer Viehhütte. Von hier prächtige Aussicht über Waldhänge fort in's Rheintha! (•Geitersheim), zu den Vogesen, u. schöner Rückblick in die Waldthäler, die man kam. Am besten von der kleinen Kuppe hinter der Vichhütte.— Den Weg weiter verfolgend, noch kurze Zeit durch einen jungen Buchenwald, in welchem bei einer Wegetheilung der Weg r. n. Bad Sulæburng durch schö- nes Waldthal abzweigt.(Führer dahin angenehm, schon von Münsterhalden mitzunehmen. Man kann von da weiter über Schweighof n. Badenweiler. In Summa 3 Std.) Wir bleiben I. oben, treten bald darauf aus dem Walde, u. dem schnell! hinabführenden Wege durch die kahle Schlucht folgend, er- reicht man in 25 Min. Merthish. à. Auerhialim in der Sirnits, 3210“. Vom„Auerhahn“ führt r.(vgl. die anderen Wege in R. 27) Thal-abwärts der manchmal etwas steile Fahrweg durch ein enges ächtes Gebirgsthal, schluchtartig, am brausenden Llemm- bach u. zwischen Felspartien entlang. 50 Min. Schꝛoeighof(Sonne, meist Bier). Hier schöner Rückblick. Die in demselben besonders hervortretenden Fels- nadeln heissen die„Brudermordfelsen“. Im Orte Wegweiser n. Badenweiler u. Oberweiler. Obwohl ersterer Weg etwas Kürzt, ist der letztere doch angenehmer. Das Thal erweitert sich, u. man erblickt bald das alte Schloss v. Badenweiler. ½ Std. Obᷣerioeilen(Rast- u. Pflegehaus von Venedey; Ochs; Blume; Wilder Mann). Auch hier in verschiedenen Gasthöfen Badeanstalt. Vgl. auch R. 27 Verbindungst. 1. Der directe Weg n. Hülleim führt hier weiter gradeaus in— 25 Min. Niederweiler 1020“(Schwan; Löwe). Auch hier im freund- lich sauberen Oertchen viel Sommergäste. Vor dem Eingang in den Ort führt 1. hinauf ein Fussweg zum Römerbad-Gasthaus in Baden- 58— ½ Std. Müllheim, u. noch— ½ Std. Bahnhof. Vgl. R. 1. RRRRRR Æ⏑ Route 27. Badenweiler. Von dem Mühlteiche in Oberweiler führt I. hinauf stei- gend die Chaussee in 20 Min. n. Badenioeiler. Vgl. R. 27. Von Badenweiler führt der directe Fahrweg in 1½ Std. durch anmuthige Gegend zum Bahnhofe v. Müillhieim.— Die Post geht heut- zutage nicht mehr dort, sondern über Ober- u. Niederweiler in etwa 50 Min. zur Bahn. Route 27: Badenweiler und Umgehung.— Verbindungen in's Wie⸗ senthal üÜber Kandern oder nach Schönau. Badenweiler 1425“(Römerbad, vortreffliche Weine, wie 34er Markgräfler Ausl., 65er Isteiner Edelwein, auch gutes Bier; Stadt Carlsruhe, Beide im grossen Styl; Hötel Levy; Sonne; Restauration im Cursaal, zweimal table d'héte, vortreffl. Bier; Dies weniger gut im Orte. Postbureau im neuen Eckgebäude gegenüber dem Römerbadwirthsh.) Der freundliche, in seinen neuen Villen, worin vielfach Privat- logis zu miethen, sogar elegante kleine Ort hat etwa 400 EW. Dagegen im Sommer 3000 Badegäste. Seine Bäder, schon im Mittelalter bekannt, wurden doch erst seit dem vorigen Jahrhundert von Bedeutung. Doch waren sie einst schon den Römern bekannt gewesen. Die Quellen, lauwarme in- differente Wasser, von denen man durch wiederholte Bohr- versuche so viel fand, dass man vom Ueberfſusse eine Schwimm- anstalt einrichten will, werden in Verbindung mit Molkenkur u. Eselsmilch gebraucht. Dem früheren Mangel an kaltem Trinkwasser ist durch eine Wasserleitung vom Blauen her abgeholfen.— Esel u. Pferde in die Umgebung nach Taxen. Wagen zu wenig vorhanden.— Besichtigenswerth sind vor Allem das alte Schloss über den sehr hübschen Anlagen am Cursaal, so wie die römischen Bäderruinen. Von den Anlagen am Cursaal, der sehr geschmackvoll nach Eisenlohr gebaut ist, ausser dem grossen Saal noch Damensalon, Lesekabinet, Bibliothek u. Buchhandlung ent- hält, u. vor welchem zweimal täglich eine gute Kapelle spielt, führen I. Fusspfade zu der alten Ruine Badenweiler em- por, welche jetzt sorgfältig erhalten wird. Von der Zinne eines zugänglichen Thurmes hat man einen entzückenden mugi bulgs Ffan 1 len 4 in Ci Bucl Raufe Ue ild I, en iis ſ Hönal. Route 27. Badenweiler.— Bürgeln. 177 Umblick in das Thal u. die Rheinebene. Das Schloss, auf römischen Grundmauern erbaut, nebst dem Orte alter Zäh- ringischer Besita, dann vielfach wechselnd, einmal Frei- burgisch, endlich Badenscher Besitz, wurde 1678 von den Franzosen zerstört. Zu den Nuinen den Römerbäder ist der Eingang in den Anlagen r. Man verschafft sich durch einen der Diener im Cursaal einen Führer, 12 kr. Wir empfehlen, in der Buchhandlung zur Orientirung den kleinen Grundriss au kaufen. Die sehr vollständig noch über mannshoch erhalte- nen, 1784 entdeckten Grundmauern geben ein lebendiges Bild eines vollständig eingerichteten römischen Badehauses. Sie sind mit einem Dache geschützt. Wahrscheinlich in spätrömischer Zeit erst gebaut, ging das Werk in den Kämpfen mit den Alemannen zu Grunde, u. war bald ver- gessen. Man versäume ja die sehr interessante Ruine nicht. — In der Gegend wurden noch andere römische Ueberreste gefunden. Vgl. dies in den Schriften von Leibnitz u. dem „Führer etc. v. Dr. Wewer.“ Diesen auch über Curverhält⸗ nisse, so wie über die Ausflüge v. Badenieiler. 1.— Ueber die Sophienruhie u. Alten Mann n. Hausbaden.— Am Orte, wWo die Strasse n. Kandern abgeht, befindet sich ein Weg⸗ Weiser, der I. bergan durch den Wald zur Sophienruhe zeigt, 25 Min. — Man gehe beim Kreuzwege geradeaus, beim Rondel 1., halte dann immer 1. Bei einem freien Platze am Waldsaume hat man die Stelle erreicht, u. einen ausserordentlich malerischen Blick auf Baden- Weiler mit dem Schlosse, ete.— Von hier an 200 Schritt zurück auf dem Wege, den man gekommen, trifft man einen Reitweg, der I. im Walde aufwärts führt. Auf ihm in— ½ Std. zum alten Mann, einer mit Treppen u. Stegen zugänglich gemachten Felspartie. Aus- sicht dieselbe. Nun über die Brücke u. den gewundenen Weg berg⸗ ab in— ½ Std. Hausbaden, ehemaliges Zechen-, jetzt eigenthümlich eingerichtetes Privathaus.— Von hier Fahrweg direct n. Baden- Weiler zurück 20 Min. 2.— N. Bürgeln: Ueber— 20 Min. Hausbaden(man kann also No. 1 u. 2 verbinden), zwischen den Gebäulichkeiten hindurch auf den Fussweg, der bald wieder auf den Fahrweg führt. Diesen 1. MWo er sich theilt r., u. in— ½ Std. Sehringen. Alpenansicht. Von hier(entweder auf der Baden-Bürgelner Strasse Weiter, oder:) direct durch den Wald— ½ Std. erster Wegweiser I. zum Schloss Bür- geln. Man schneidet den Fahrweg.— 1½ Std. zweiter Wegweiser, der 1. weist. Hierauf aber nicht Wieder 1. bergan, sondern in der Richtung bleiben.— 17 Min. Dritter Wegweiser. Grade aus.— 20 Min. Vierter Wegweiser. Dieser zeigt l. zum Blauen(Wohin 2 Std.) u. r. nach— 10 Min. Bürgeln 2225“,(Gasth. u. Molkenkur) oder das Bürglen Schloss, ehemalige Probstei unter St. Blasien. Sehenswerth noch die Kirche, u. im Wohngebäude die langen Gänge, so Wie der Speisesaal; überall viele Portraits.— Die Aussicht ist v. Seydlitz, Schwarzwald. 12 RRSRNRRDRNDeee NNNNNN 178 Route 27. Sausenburg.— Kandern.— Neuenfels.. B Prachtvoll, kann mit der, freilich umfassenderen, vom Blauen wett- eifern. Von den Gebirgen des Wiesenthales im Osten ab, über den Jura, Worüber die Schweizer Alpen vom Scheerhorn bis zur Jung- frau, über Basel, die weite Rheinebene, zu den Vogesen streift frei der Blick. Auch der wellige, Wwaldige Vordergrund reizend.—— Man kann von hier in 2¼ Std. auf den Blauen, in 1½ Std. von da n. Badenweiler zurück, also eine volle Tagespartie. Aufwärts Füh⸗ rer angenehm.— Nach Kandern, Basel, Lörrach, Rötteln), Steinen, Schonfheim vgl. unten Verbindgst. I. 3.— In 11 Std. ist auf schattigem Wege Vögisheim(Krone) er- reicht. Beliebter Ausflug der Curgäste. Von hier zur Hebeleiche im Gemeindewalde von Auggen ½ Std.— Man kann auch diesen Ausflug mit Bürgeln verbinden. Es ist von hier über Feldberg 50 Min., Eogenen 40 Min., bis Bürgeln 45 Min. guter Fahrweg.— Auggen(Bär) selbst, wegen seines guten„Märkgräfler“ berufen, ist von Vögisheim in/ Std. zu erreichen. Nach Neuenfels, Sulaburg nebst Bad vgl. 2. Verbindgst.— Auf den Belchen ebenda u. R. 26.— Nach Marzell, aum Köhigarten, n. N 2 Bürchau u. Tegernau 2. Verbindungst.— Zum Blauen R. 28. 1. Verbindungstour. Ueber Kandern in's Wiesenthal. Bis Bür⸗ 00 geln vgl. o. No. 2.— Von Bürgeln kann man a: über Käsacher Auslli J/ Std., Vogelbach 20 Min. vorbei(es bleibt I.), dann die Ruine lf N Sausenburg iſ4 Std.(bleibt ebenfalls I.) n. Kandern 1¼ Std. gehen. I01 NN Um Ganzen 2 gute Std.). Oder b: auf dem breiten Fahrwege über 904 Sitzenlirck n. Kandern in 1/ Std.— Kandern(Ochs; Krone; Löwe) 1179“. Gewerbfleissiges Städtchen von 1500 EW. Schon im 6. Jahrh. als Chandro bekannt. Lage sehr hübsch. Vom Schützenhaus pracht- Volle Rundsicht. Nahe von hier das„Hirschloch“, Kalksteinklüfte. — Con Kandern Post n. Sckliengen zur Bahn in 1½ Std. Sie geht über: Riedlingen ½ Std. zu Fuss gerechnet, Liel 1 Std., Schliengen, Bahnhof 1 Std.— Von Kandern zur Eisenbahnstation Haltingen 4 Std., Mittingen 1 Std., Rummingen 20 Min., Bin- über Haummerstein s/ 2en ½ Std., Haltingen 40 Min.)— In's Miesenthal führen von Kan- dern 3 Wege. Der 1: Ueber Rümmingen 2 gute Std. s. vorst. Weiter in— 35 Min. Röttweiler. Von hier auf das Röttelner Schloss vgl. R. 29).— Ueber Haagen n. Station B,ombach 1 Std.,— oder direct n. Lörrach /4 Std. s. R. 29.— Der 2: Auf der grossen Fahrstrasse über Schlechtenhaus n. Steinen, Station.— Man erreicht in 1 Std. den höchsten Punkt der Strasse, die sog. Scheidech 1700“, mit Gar-⸗ tenanlagen. Hier fiel 1848 General von Gagern gegen die Aufstän- dischen. L. Wegweiser n. Endenburg.— Die Strasse weiter n. — /e Std. Schlechtenkaus Rössle), ursprünglich„Schlachthaus“ des — 35 Min. Kloster Weitnau. Von hier ¾ Std. n. Station Steinen im Miesenthal, vgl. R. 29.— 3: Man kann aber auch v. Schlechtenhaus 1 1. abbiegend, über— 35 Min. FValirnbuch, n.— 40 Min. Wiesleth im lnte Thal der kleinen Wiese gelangen. Dies u. weiter s. R. 28.— Eben- der b so den Weg v. Kandern n. Marzell. 30 2. Verbindungstour. Nach Schönau im Wiesenthal, u. weiter ben! n. Todtnau u. St. Blasien. L in Man Wandert die schon in R. 26 behandelte Chaussee n.. ½ Std. Oberweiler.— Von hier führt 1. ein Weg über die Höhe n. Brizingen ½ Std. Vgl. Müllheim in der EBR. 1), auf dem Wege 95 n. Sulzburg gelegen.— Vorher, Wo man die Höhe erreicht, geht r. 0 11 ab ein Weg(Wegweiser) n. Raine Neuenfels/ Std., 1988/, Welche len eine sehr besuchenswerthe Aussicht QJura, Alpen) gewährt. Seit R. 27. Heubronn.— Nonnmattwh.— Köhlgarten.— Kl. Wiese. 179 1540 öde u. allmählig verfallend. Damals wurde dort der letzte Be- sitzer mit Familie u. der ganzen Dienerschaft ermordet vorgefunden. Die Mörder blieben unentdeckt, u. Gespensterspuck zog in die öden Räume ein. Von der Ruine(Wwo Wegweiser) auf schönem Fusswege n. Schweighof zurück/ Std.— Auf der grossen Strasse in: 40 Min. Schweighof.— Von hier r. ab Fahrweg über die Höhen direct n. Marzell 2 Std. vgl. u.— L. führt in 1‘ Std. ein vorzüg- licher Weg n. Bad Sulzburg(K. 26). In denselben mündet I., ½ Std. v. Schweighof, der oben angeführte Weg v. Ruine Neuenfels. 1 Std. Wirthsh. zum Auerhahn in Sernetz.— Auch von hier führt ein Weg n. Bad Sulzburg, nicht zu fehlen, in 1½ Std.— Jen- seits der kleinen Brücke gleich hinter dem Auerhahn führt r. hinauf ein guter Weg in 1½ Std. u. Marzell. Und zwar über den Meiersſconf auf die Höhe des Lipple 1 Std. Hier oben trennt sich der Weg n. Marzell r. ab, ½/ Std. L. ab geht's n. Vies 1 Std., Tegernau 1½ Std. — Derselbe Weg führt vom Auerhahn direct n. Wies, indem man nach den ersten 20 Min. in den I. abgehenden Weg ſeinbiegt, welcher über Fischienberg in 15¾ Std. u. M'ies führt.— Von derselben Brücke beim Auerhahn führt ein anderer Weg grade aus allmählig ansteigend über Spönplats ½/ Std., Kuhlenbrunn am Köhlgarten 1 Std.,(chöne Ausblicke) auf die Höhe des Raifccherhorn/ Std., u. von da r. hinab n. Mies 35 Min. Geht man von der Höhe 1. hinab, so erreicht man Ratch in 10 Min., dann Tegernam 50 Min. 40 Min. Hinterheubronn 2982“. Hier ist man schon im Thal der kleinen Wiese.— Von hier mit Führer zum Nonnmattibeiſier ½ Std.— Oder 1. die gute Fahrstrasse n. Müinsterliaiden 1 gute Std. ½ Std. Mittel-Heubronn.— Von hier ebenso zum Nonnmatt- wWeiher. Dieser ist ein kleiner dunkler See, in einer düstern krater- artigen Vertiefung am Fusse der Spitze des Köhlgartens 4103“. Sage von einem darin wegen Lasterhaftigkeit versunkenen Nonnen- Kloster. 35 Min. Neuenweg 2478“(Adler; Krone; Sonne), wobei man Vorderheubronm r. seitwärts gelassen hat.— Man kann kürzen, wenn man kaum 10 Min. von Hinterheubronn bereits den Fussweg I. direet n. Neuenweg geht.)— Von hier geht die grosse Strasse r. ab hin- unter in's Thal der leinen Wiese. Man erreicht auf ihr in 40 Min. Bürchas 2360“(um Maien), in 1 Std. Weiter Holl Hirsch), Weiter 35 Min. Tegernau. Dieses Thal bietet eine reiche Fülle Wechseln- der schöner Landschaften. Viele Felsenschluchten. ½ Std., noch 400“ steigend, Oberböllen, am Böllenbache, welcher sich von hier in die grosse Wiese hinab ergiesst.— Von hier aus àzum Belchen 2½ Std. nur mit Führer. ½ Städ. Niederböllen(2. Maien). Man kann auch schon 10 Min. hinter Neuenweg den Fussweg r. direct n. Niederböllen einschlagen, der bedeutend Kkürzt.) 50 Min. Wembach EEngeh). Und nun hinab ins Wiesenthal, in- dem man entweder r. über Lambach in 2/ Std. Zell erreicht, oder J. in 1ſ Std. Schönau s. R. 29.—(Es führt aber schon 10 Min. hinter Niederböllen bei der Mühle ein Fussweg 1. ab, in ½ Std. n. Enten- schtoand, schöne Aussicht, u. von da in 25 Min. n. Schöndul.) Der ganze Weg von Badenweiler bis hierher ist schön, u. bietet reichen Wechsel an Landschaftsbildern. 12² EEEER 7 28 N ð 2 N Route 28: RRR 2 Von Badenweiler über den Blauen nach Marzell, Wies, Tegernau, Schopfheim. 1½ Tage. Ein Marsch von 11 Std. Wenn man aber recht fruh aufbricht, u. in Tegernau(in Pies ist sie wohl eben so leicht zu ha- Hindb 8 ben) Fahrgelegenheit bekommt, so geht es in 1 Tage.— Sonst ist 5 rathsam, nachdem man den Vormittag auf Badenweiler verwendet, 1. am Nachmittag über den Blauen n. Marzell zu gehen, u. hier zu über- Lalsb nachten.— Die Route ist noch wenig bekannt, aber höchst empfeh- Jon! lenswerth. Von Bademoeiler(R. 27) auf den Blauen führt breiter, J wenn auch rauher Fahrweg, auf eben derselben Seite, wo auch der Weg nach Hausbaden(S. R. 27) abgeht, bis etwa 100“ unter dem Gipfel, immer fast durch Wald, wenig Aus- 4 blick gewährend. Nicht zu verfehlen. Wegweiser ausrei- chend. Auch oben ist so viel Buschwerk, dass man keinen 0 umfassenden Blick gewinnen kann. Es soll aber ein neuer Fahrweg hinauf, so wie oben Schutzhaus u. Aussichtsthurm gebaut werden. Blauen 3889“. Was man von dem(2 Std. von Baden- weiler) Gipfel sieht, ist recht schön. Die Alpen sieht man vom Glärnisch bis zu den Diablerets.— Es sind von hier hinab n. Bürgeln 1½ Std., n. Kandern 2½ Std. Man geht den gekommenen Weg etwa 10 Min. zurück u. trifft da einen Fussweg, welcher r. hinab führt. Diesen einschlagend, erst durch Wald, dann frei, mit hübschen Blicken in's Thal in 1 Std. Marzell, 2366“(Sonne). Im Tal der Kander lieblich gelegen, nahe ihrem Ursprung aus mehreren Bächen. Von hier aus führt der nächste, u. ganz belohnende Weg in 1½, Std. n. MWies über die Höhe des Lipple 3015“. Guter, nicht zu verfeblender Weg./ Std. bis zur Höhe. Dann 1½4 Std. Stochmatt u. ½ Std. Pies. Im Thal der Kander abwärts führen zwei Wege. .a: am rechten Ufer ein Weg voller wechselnder Blicke in den tief unten vom brausenden Bach durchströmten Thal- grund. Auf diesem Wege erreicht man in— 1½ Std. Vogel- bacht, u. besucht die noch— ½ Std. weiter gelegene Sau- 70 senburg, au der man im letaten Hause von Vogelbach den ult Schlüssel erhält. Sie liegt 2216“, u. gewährt vom Thurm Route 28. Wies.— Tegernau.— Zeller Blauen. 181 aus eine belohnende Aussicht. Sie stammt aus dem 12. Jahrh. u. wurde 1678 von den Franzosen zerstört.—(Von hier 20 Min. n. Sttzenhirch u. dann ¼ Std. Kandern.)— Ein anderer Weg führt in— ½ Std. n. Nalsbung, im Ganzen 2 Std. v. Naraell. b: am 1. Ufer, ebenfalls schön.— 40 Min. Kaltenbach Wirthsh.) am Fusse des 3351“ hohen Lausbrummenꝛodldes. Hinab auf vielfachen Krümmungen durch schöne Partieen n.— 1½ Std. Lutschenbach,— ½½ Std. Lausbuhl,— ½ Std. Nalsburg, das also auf diesem Wege nur knappe 1½ Std. von Maraell. 2 Std. oder 1½ Std. Malsburg(Wirthsh.), welches von Kandern 1 Std. entfernt ist.— Von diesem Orte 1. abbie- gend, am Schöttleberg 3217“ herum, n. 1½ St. PNambach, u. in ½ Std. Wies(Löwe; Krone; Sonne) 1975“, grosses Pfarrdorf von 1260 EwW. im Thale der Köhlgartenebiese. ODirecter Weg n. Sernits über ½ Std. Hischienberg, 1½ Std. Sir. nite.— Ueber Raich 1 Std., n. Tegernau 50 Min.) Nunmehr im sehr vielen Genuss gewährenden engen Felsenthal der Kohlgartenwiese hinab, n. 1½¼ Std. Tegernau, 1482“(Hirsch; Krone), schön unter den Ruinen der Kandenburg(auch Neu- PTaldech gen.) ge- legen. Hier vereinigt sich die Köhlgartenwiese mit der Hlet- nen Miese(auch Belchenwiese gen.). Im Thale dieses Flüss- chens geht es nun weiter hinab. ½ Std. Nieder-Tegernau. Von hier, wie von Tegernau selbst schon, erreicht man auf stei- lem, aussichtsreichen Wege in— 40 Min. Gressgen(Sonne), dann— 1½ Std. Adelsberg(grün. Baum), am Fusse des Zeller Blauen, auch Hocliblauen gen. 3577“. Man ersteigt ihn, indem man in 1½ Std. n. Dorf Blauen geht, u. von da einen Führer nimmt, der in gut 1 Std. hinauf führt. Oben umfassende Fernsicht. Man erreicht von Adels- berg in— gut ½/ Std. Zell im Wiesenthal. An der Ruine Rothenburng vorbei in ½ Std. Wiesleth(Sonne; Eiche). Hier wird das Thal breit. Ueber Schlechtenhaus n. Kandern s. R. 27. Verbindgst. 1. Nro. 2. ½ Std. Enbenstein(Löwe). Von hier führt ein Weg über die Höhe n. Hausen im Wiesenth. in 1 Std. ½ Std. Langenau. RRERRRRRrrrrrrr RNNNNNNNN 182 Route 29. Tüllinger Höhe. / Std. Hàſen.— Von hier entweder r. ab in 1 Std. n. Steinen über Guindenhausen, oder in 25. Min. 1. ab Schogfheim. s. R. 29. Route 29: Das Wiesenthal.— Eisenbahn von Basel bis Schopf⸗ heim.— Tüllinger Höhe.— Rötteln.— Schönau.— Todtnau.— Ueber Präg oder Herrenschwand nach Todtmoos. 2 Tage. Sehr genussreich, u. sehr bequem. Wer von Basel her- kommt, indem er früh mit der Bahn v. Millhieim n. Basel gefahren ist, kann die Tüllinger Höhie u. Röttein besuchen, u. einige Züge über- springend, Abends in Schonfheim eintreffen. Es ist dies sehr zu ra- then, denn beide angegebenen Punkte gehören zu den Bemerkens- werthesten.— Dies ist die gewöhnliche Route. Wir haben in R. 28 gezeigt, wie man noch auf einer anderen, die leider viel zu wenig für ihre reichen Schönheiten bekannt ist, nach Schopfheim kommt. Wer ihr folgte, muss Tüllingen u. Röttein als bequemen Abstecher von Schopfheim besuchen.— Wer mit der Bahn nach Schopfheim durchfährt, u. mit der Post bis Schönau gleich weiter, kann die Wanderung über Satteleoasj‚n, Herrenschwand n. Todtmoos noch densel- ben Tag machen, u. braucht dann nur 1 Tag. Eisenbahn v. Müllheim n. Basel s. EBR. 1. Basel. S. EBR. 1. Die Eisenbahnzüge gehen täglich 5mal hinauf, u. ebenso hinab, u. führen in 50 Min.(resp. bis 1½ Std.) bis Schopfheim. Die fol- genden Zeitangaben sind zu Fuss gerechnet. Von Klein-Basel, zunächst durch Schweizer Gebiet er- reicht man 1½ Std. Stat. Riehen. Das Thal der Wiese ist hier noch breit, aber höchst anmuthig, fruchtbar, belebt. Der eifrigste Gewerbfleiss documentirt sich übrigens im ganzen Thale durch zahlreiche Fabriken u. Werke. Von dieser Station aus ist der Besuch der Tüllinger Höhe am Besten zu bewerkstelligen: Man passirt auf der breiten Landstrasse nach Hüningen die Wiese, betritt wie⸗ der Badisches Gebiet, u. erreicht in— 3/ Std. Weil(Schwan; Ochs)— ½ Std. Obertillingen 1365“,; am Abhange des Käfer- iolæes. Die frühere Wirthschaft im Belvédère soll eingestellt ein. Tühm bläle derL Mi 61 6 gehme Jura, dicht Neuadl Ael bis h chönal. And nab Route 29. Krischona.— Lörrach.— Rötteln. 183 sein. Von ihrem Garten hat man eine der mit Recht be- rühmtesten Aussichten Badens. Zu Füssen liegt ein üppig blühender Strich des Rheinthales, der breite Strom, jenseits der Elsass u. das grosse Basel, so wie näher Weil u. im Wiesenthal Riehen. Ringsum in malerischen Abstufungen ein Gebirgskranz, gebildet von den Badischen Gebirgen, den Schweizer Vorbergen, darüber das Hochgebirge; so wie Jura, Vogesen. Aehnlich ist die nach Osten hin freiere Aus- sicht bei der Kirche. Man kann von hier die Eisenbahnstation Leopoldshöhe in 40 Min. erreichen. Vgl. EBR. 1. Ebenso kann man, über ntertiilingen ½ Std., Lörrach ½ Std. er- reichen. Dies ist sogar denen, welche nicht nach Krischona wollen, sehr zu empfehlen, Weil es eine sehr anmuthige Fusswanderung ist, u. man die Station Stetten überspringt. Auf der entgegengesetzten Seite, r., erreicht man von Richen in 1 Std. über Bettingen das auch noch auf Schweizer Gebiet liegende St. Krischona(Ghrischona) 1615“, ehedem Wallfahrt mit Legende aus der Zeit der heil. Ottilie; jetzt evangelisches Missionshaus. Vom Thurm(Meldung beim Hrn. Caplan) eine der Tüllinger Aussicht ziemlich ähnliche. 35 Min. Stat. Stetten(Rössle; Adler). Man ist hier wie- der auf Badischem Boden. ½ Std. Stat. Lörrach 988“(Hirsch; Sonne; Krone; Restauration am Bahnhof). Kreis- u. Bezirksstadt von 5500 Ew. Bedeutender Fabrikort, mit vortrefflichen höheren u. niede- ren Lehranstalten. Am Pädagogium wirkte hier längere Zeit Hebel. Die Stadt hat stattliche Gebäude u. Strassen.— Schöne Aussicht vom Schitsenhause am Schädelberge. Von hier nach der Tiillinger Hölie s. o. b. Riehen, 1 gute Std.— Bine grosse Chaussee führt über: 2 Std. Degenfelden, nach 1 Std. Stat. Rheinfelden, s. EBR. 1, oder, 104 Std. hinter Degerfelden 1. abbiegend, nach 1½4 Std. Nollingen u./ Std. Station Beuggen(vgl. ebenda). Von Lörrach aus besucht man am bequemsten Burg oder Schloss Rötteln, 1027“:— Auf der grossen n. Kan- dern führenden Chaussee passirt man die Wiese, u. erreicht in ½ Std. Thumringen(EEngel; Pflug).— ½ Std. Köttler- zbeilen(Gasth. v. Bindschädler). Von hier aus noch— ½ Std. Reline Rötteln.(Andere Namen: Röteln, Rötelein, Rotinleim, Rottenlyn ete.) Diese Trümmer zählen mit der Hochburg (R. 18) u. Heidelberg zu den grössten u. schönsten des rui- nenreichen badischen Landes. Sie sind sehr gut zugänglich gemacht, u. gut erhalten. Man zeigt darin einige dort ge- fundene Waffen ete. Von den Fenstern des Hauptbaues, RRRR NNN Route 29. Steinen.— Schopfheim. vorzüglich aber vom Thurm hat man eine mit der Tüllinger wWetteifernde Aussicht. Vgl. diese.— Schlüssel in dem be- wohnten Hause l. am Eingang. Niemand sollte versäumen, sich den ernst-schönen Genuss zu ge- währen, den diese Stelle bietet.— Das Schloss schreibt sich viel- leicht schon aus dem 7. Jahrh. her. Später weiter ausgebaut, Her- rensitz der Reichsfreiherren v. Röteln. 1488 bedeutend vergrössert u. verschönert, galt es als starke Festung, wurde aber doch schon 1525 von den Bauern gestürmt. Ebenso mehrmals im 30jähr. Kr. Dann verbrannten es 1678 die Franzosen zugleich mit dem Orte u. Hagen. 1702 nochmals. Die Einwohner zogen sich n. Lörrach, u. Was jetzt bei der besichtigenswerthen Kirche(zwei schöne Steinsärge in der Kapelle) noch steht, sind die Reste des ehemaligen hübschen u. bedeutenden Marktfleckens.— Dem Fussgänger ist hier wieder zu rathen, dass er nicht zurückkehrt, sondern von dem Schlosse über Dorf Hagen 25 Min., die Wiese überschreitend nach— 25 Min. Station Hagen(Gasth. 2. Wiese; Krone) hinabgeht, die bei Brom- bach liegt. 40 Min. Stat. Hagen s. o. 10 Min. Brombach(Ochs; Wilder Mann). Alter Ort; chemals Landesgericht für den oberen Breisgau. Spuren des ehemaligen umfangreichen markgräflichen Schlosses.— Links- hin, jenseits der Wiese, Hagen, u. weiter Hauingen Bade- gasth.) in hübscher Umgebung.— Die Eisenbahn passirt die Wiese, u. geht auf dem r. Ufer bis 1 Std. 1. Station Steinen(Ochs; Sonne), r. Höllstein (Tanne). Von Steinen aus auf dem rechten Wieseufer n. Haigelberg, W0• schöne Aussicht, 1 Std.— Weg n. Kandern vgl. R. 27. Verbindgst. 1. — Von Höllstein über: 20 Min. Hälsingen,— 24 Std. Adelhausen, — 20 Min. Ober-Minseln, u. durch die anschliessenden Mittel- u. Nie- denminseln in—/ Std. Karsau,—/ Std. Station Beuggen. EBR. 1. Die Bahn tritt wieder auf das I. Ufer der Wiese. 40 Min. Stat. Maulburg(Gastbadh.; Ochs; Blume). Das Bad hier ist alt, vielleicht aus dem 13. Jahrh. Der Ort selbst aus dem 8. Jahrh. 1570 Ew.— An Gründenhausen u. Höfen vorüber. 1 Std. Schopfheim 1249“(Post 2. Pflug; Drei Könige; Engel; Krone). Letzte Eisenbahnstation. 2204 Ew. Wohl⸗ habendes, sauberes Städtchen. Fabriken. Reizende Lage. Man besuche die Hebelhähie, 20 Min. v. Bahnh., mit Büste Hebels Abguss der zu Hausen stehenden) in einem Aussichtspavillon, nahe schönen Eichen. Hier steht eins der schönsten Gedichte Hebels. Niemand wird sich dem tiefen Eindruck desselben an dieser Stelle entziehen können.— Ebenfalls schöne Aussicht vom Schittaenhauis, auf der entgegengesetzten Seite der Stadt 1J4 Std. Nach Wehr im Wehrathale führen zwei grosse Strassen, die it ibri m er 1 1 Jolaer, um ddl 1 U nimerke 1 Aber de 1b ein l Route 29. Eichen.— Zell.— Hausen.— Mambach n. Todtmoos. 185 eine von einem Postomnibus befahren. Sie führt in ½ Std. nach Eichen CLöwe; Krone), merkwürdig durch den HBichener See, 1434“ hoch, 7 Morg. gross. Derselbe ist manchmal Jahre lang ganz trocken gelegt, u. man baut dann auf seinem Grunde Ackerfrüchte aller Art. Dann wieder füllt er sich, u. hat sogar mehrmals dem Dorfe mit Ueberschwemmung durch Ausbruch gedroht. Von Eichen nach Wehr oder Hasel 1½ Std. R. 30. Von Schonfheim täglich atoeea⁴ Post nacli Schönau in 21 Std. Das Thal verengt sich oberhalb Schopfheim nur wenig, ist übrigens wohl werth, von hier ab zu Fuss durchwandert zu werden. Noch immer reiche Industrie. Ueber ½ Std. Fahirnau erreicht man 3/ Std. die Hausener Hisenoerhe(Wirthsh.) Alte, bald 400 Jahre bestehende Werke.— Von hier liegt seitwärts, 10 Min. entfernt, das Dorf Hausen(Linde; Adler), Hebels Geburtsort. Bei der Kirche ist ihm ein Denkmal errich- tet. Sein Wohnhaus wurde Asyl für arme Greise. Von hier nach Enttenstein im kleinen Wiesenth. s. R. 28. ½ Std. Zell. 1480“(Löwe; Krone; Hirsch) 2000 Ein- wohner. Höchst gewerbreiches Städtchen.— Schöne Aussicht vom Schützenhaus.— Ueber Gressgen n. Tegernatꝛ R. 28.— Zum Zeller Blauen, Führer rathsam, 1½ Std. Vgl. ebenda. Ueber Frei-Adiæenbach durch das immer engere Thal n. ½ Std. Ateenbach(Adler; Sonne). Grossartige Spinne- reiwerke. Von hier 1¾ Std. n. Gersbach, grosses, rauh gelegenes, 2700“, aber doch Wohlhabendes Dorf, 740 Ew.(Wirthsh.), u. 1 Std. Todt- moos-Aν i]m̃ ehrathal vgl. R. 30. 20 Min. Mambach(Rössle) am Fusse des Rappenfelsens. Von hier sehr zu empfehlende Partie durch das enge Angenbach- thal n. Todtmoos: 40 Min. Rohmatt(Krone) stattliche Fabrik. Jen- seits des Thales: Häg(Wirths h. unten in der Mühle)— ½ Std. Bild- stock mit scheusslichen Fratzen.(Hier geht r. hinauf der Weg n. Altenstein 2541“, mit der schön über der Schlucht gelegenen Burgruine, Std. hinauf). Vom Bildstock im schluchtartigen Thale weiter in — 35 Min. Happach,— ½ Std. Höhe des Weges bei der Antonius- Kapelle, u.— ½ Std. Vorder-Jodtmoos.— Man muss aber, Wo der Weg hinter Happach sich theilt, r. bleiben, die gute neue Strasse. L. führt's in ½ Std. n. Todtmoos-Weg.(R. 29 Ende).— Ein anderer Weg führt v. Mambach n. Elirsberg(Grüner Baum) 1 kl. Std.(Von Wo man r. n. Häg, s. o., 20 Min. hat).— Bald hinter dem Dorfe theilt sich der Weg. L. führt er über Stadel 1 Std. 10 Min., n. Hen- renschn and 35 Min.— R. geht er direct in 1½ Std. n. Herrenschroand. Vgl. dies W. u.—— Weiter führt auch 6 Min. hinter Mambach 3 ab ein Weg auf das r. Ufer, u. hinauf in ½ Std. n. Efaffenberg. Auch von hier kann man den Zeller Blauen besteigen,/ Std. R Q¶¶·¶·¶·¶···¶·¶·¶·ů··e NR 186 Route 29. Schönau.— Präg.— Bernau. 1 Std. Mirihsh.. Hirschen. Hier zweigt r. ein Weg über Stuts n. Hols u. Stadel 1 Std., Her- renschihànd 35 Min. ab. 20 Min. Links seitwärts liegt Wembach(Engel). Von hier n. Neuenweg u. Badenioeiler R. 27 Verbindgst. 2. 25 Min. Schönau 1808“(Post 2. Sonne; Löwe; Vier Löwen; Ochs) 1300 EwW. Grosses Dorf in malerischer Um- gebung; scheinbar geschlossener Thalkessel. In seiner Bau- art ächt schwarzwäldisch, u. wiederum sehr industriell. Trotz mehrerer Brände, Kriegsnöthe, Pest u. Aufständen gegen den zeitweiligen Grundherren, das Kloster St. Blasien, so wie Theilnahme an den Hauensteiner Unruhen 1620(Vgl. R. 31) im schönsten Aufblühen. Ein empfehlenswerther Stützpunkt kfür Ausflüge, welche sich aus dem Anfang dieser Route, aus R. 27, u. den unten folgenden Verbindungstouren, so wie R. 28, 30 etc. ergeben. Post n. Todtnau mehrmals täglich. Verbindungstouren. 1.— Nach Neuenvseg u. Badenweilen s. R. 27 Verbindgst. 2. 2.— Auf den Belchen:— a: Auf der grossen Chaussee weiter n. — 25 Min. Schönenbuchen(Wirthsh. 2. schönen Buche). Von hier 1. ab im Seitenthal hinauf n.— 25 Min. Actern,—/ Std. Holainshaus, — ½e, Std. Vntermulten,— ½ Std. Obermulten,— 20 Min. Krinne. Hinauf zum Gipfel 1 Std. vgl. R. 26.— Oder b: über Sckòônauberg (auch Schönenberg gen.)(Wirthsh.) 1½ Std.— n. Obermulten 1102 Std. direct. Führer angenehm. Weiter wie in a. 3.— Nach der Miedenerech u. Staufen(oder Belchen): Ueber Schòonenbuchen n. Utzenfeld, 35 Min.— Von hier grosse Fahrstrasse in 1¾ Std. n. Wieden,— zur Wiedener Ech 5/4 Std. Weiter s. R. 26. — Zu fahren sind es v. Schönau bis Stasbhſen an 5 Std.— 4.— Nach Todtnau: Ueber— 35 Min. Utaenfeld,— ½ Std. Ge- Schioãnd(Rössle). Immer schönes Thal.— 20 Min. Schlechtenau (Lamm) 2075“,— 20 Min. Todinau. Hier Anschluss an R. 25. 5.— Ueber den Feldberg n. Freiburg s. R. 25. 6.— Ueber Präg n. Todtmoos: Ueber— 1 Std. 5 Min. Ge- schwänd(s. 0.). R. die grosse Strasse, die hier nach Osten biegt, Weiter, langsam steigend, durch prächtige Landschaft in— /ͤ Std. einzelnes Wirtlishi. z. Hirschen. Von hier ab steigt steil die Neben- strasse r. n.— 20 Min. Präg 2358“, u. weiter in— 40 Min. auf die FPasshöhe, von Wo man— 1 Std. n. Todtmoos hat. Vgl. unten am Ende d. R. R. liegt Herrenschwand. 7.— Durch das Bernauthal n. St. Blasien. Sehr interessante Wanderung: Auf der ebengenannten grossen Strasse in— 1 Std. 50 Min. zum einzelnen Mirtſisli. æ. Hirschen(S. No. 6), u. vorüber. Immer aufwärts an der r. Thalwand des Prägbaches, zwischen den ge waltigen Höhen des Blössling 4372“ r., u. des Giesibodens 4163“ 1., in wilder Gegend, bis man die Höhe des Weges nach— 1½ Std. auf der Wacht 3253“ erreicht, u. auf einmal ein ganz verschiedenes Land- M iber d Uitt u Route 29. Bernau.— Sattelwasen. 187 schaftsbild erblickt, ein bequemes, freundlich üppiges Wiesenthal. Zu Füssen liegt Bernaudorf. L., am Fusse des Herzogenhorns 472⁴ liegt Bernauhof 3082“(Wirthsh.), eine halbe Std. vom Dorf entfernt. — Nun hinab in— ½ͤStd. Bernaudorf 3012“(Löwe). Die 1600 EW. dieses langen Wiesenthales, eines ehemaligen Seebeckens, die Bern- auer Alp genannt(eigentlich Bärenau, von ehemals sich wirklich hier aufhaltenden Bären) wohnen in vielen Zinken u. Höfen zer- streut, an der Landstrasse Wohl/ Std. entlang, aber auch unten am Bache. Dieser heisst die Bernauer Alb. Der Pfarrort des Tha- les liegt auf seinem r. Ufer, u. wird nicht auf der grossen Strasse, sondern auf dem am Ende des Dorfes Bernau r. abgehenden Wege erreicht, in— 25 Min. Innerlehen Rössle) 3094“ auf einer felsigen Anhöhe, allerwärts sichtbar. Derselbe Weg führt, an anderen Zin- ken u. Höfen vorbei, u. wieder auf das 1. Ufer übergehend, nach dem Einfluss der Bernau in das Albthal 1½ Std.— Die Chaussee dagegen, hoch über dem Bache auf dem 1. Ufer, führt von Bernau- dorf weiter durch— J⁵s Std. Rotte Riggenbach(Adler). Hinter- ½ Std. Kaisershidus senkt sich die Strassèe, u. erreicht nach— Std. das Albthal, Wo von 1. her der Weg v. Menzenschwand(1 Std.) ein- mündet. Von hier r. noch 1½ Std. bis St. Blasien. S. R. 32. VgI. auch R. 24 No. 10. Für Fussgänger, auch die nach St. Blasien Wollenden empfiehlt sich der Weg über den Sattelwasen u. Herren- schwand n. Todtmoos. Bis Herrenschwand ist ein Führer angenehm, den die Wirthe in Schönau verschaffen. Man nehme sich aber in Acht, dass man einen der Gegend wirklich Kundigen bekomme, der auf dem Sattelwasen zu dem Pavillon zu führen versteht, von welchem man unter vielem Anderen auch die Alpen sehen soll. Schreiber dieses bekam im Jahre 1869 in der„Sonne“ einen leibhaftigen zweibeinigen Esel zum Führer, dessen Ohren nicht einmal lang genug zum Zupfen waren, u. ging dadurch des Anblickes völlig verlustig. Man geht von der„Sonne“ grade zu durch den Ort, über die Wiese, u. bis zu dem Wegweiser, der nach Bisch- matt u. Thunau zeigt(Letzteres ist ½ Std. entfernt). Diesen Weg verfolgt man; er biegt n. I. in eine Schlucht, in wel⸗ cher ein Wegweiser n. Todtmoos weist. Diesem folgend, be- ginnt man zu steigen. Man bleibe stets auf dem guten Wege I., der zunächst tiefer bleibt, als die r. sich abtrennen- den. Er führt durch den Fuchst?oald, einen herrlichen Buchen- wald, u. steigt 1 Std. consequent. Gegen die Höhe au schöne Rückblicke n. Schönau u. dem Belchen, der sich mit seinem Schutzhaus zwischen den umgebenden Kuppen mächtig auf⸗ gethürmt zeigt. Von Schönau ab in 1½ Std. Höhe des Sattelwasen 3555“ bei einem Weg- weiser. Man lasse sich von hier zu der Hütte führen, welche eine weite Umsicht auf das Wiesenthal u. zu den Alpen ge- Währt. Der eine Arm des Wegweisers zeigt n. Herrenschwand. Ihm folgend, steigt man einige Zeit hinab, zum Theil auf 4 N LU N 188 Route 29. Herrenschwand. Route 30. Todtmoos. durch abgefallenes Laub etwas undeutlichem Wege, kommt aber bald auf deutlichen Fussweg, der steigend um die Berg- ecke r. herum führt. Auf der Höhe erblickt man I. den Feldberg, u. erreicht in 25 Min. Herrenschwand, 3394“, einen r. der Strasse bleibenden Weiler von wenigen Häusern, die etwas dürftiger aussehen, als man in diesen Gegenden gewöhnt ist, in sehr rauher Gegend auf kahler Hochfläche. Dennoch sollen diese Leute hier oben in guten Verhältnissen sein. 20 Min. Höchste Stelle des kurz vorher getroffenen Feld- Weges, an einem Kreuz vorbei, wo I. herauf die Strasse v. Präg her einmiindet. Vgl. o. Verbindungst. 6.— Nach eini⸗ gen Schritten sieht man unten, u. erreicht in ½ Std. Todimoostoe9.(Wirthsh. r. am Wege.) Linkshin, jenseits des Thales, sieht man Hentertodimoos liegen. Die ganze Gegend hat vollen Hochgebirgscharacter, Alpenartiges. — Nun hinab n. ½ Std. Todtmoos. s. R. 30. Route 30: Todtmoos.— Das Wehrathal hinab.— Wehr— Hasel. Bis Brennet. 1 Jag. Zu Wagen ½ Tag. Todtmoos, oder Fordertodtmoos, 2738“,(Post 2. Adler, mit Bierbr.; Löwe), mit seinen zugehörigen Höfen ete. an 1800 Ew. Auch hier Industrie in Wollenweberei. Walltahrts⸗ ort. Die Wallfahrtskapelle stammt von 1255, wurde dann grosse Wallfahrtskirche. Sie gehörte St. Blasien, u. wurde, als dies aufgehoben, sehr gut dotirte Pfarrstelle. Verbindungstouren. 1.— Nach Mambach im Mresenthal s. dies in R. 29. 2.— In die Bernau: Ueber— 1ſ%½ Std. Hentertodtmoos nach— 25 Min. Rütte. Nun fast eine halbe Stunde stärker steigend bis 3626“, u. wieder abwärts nach— 1 Std. Oberlehen,— 1½ Std. Zipfel Eine Rotte in der Bernadler Alp.) Oder von Oberlehen nach— ½½ Std. Innerlehen, dem Pfarrsitz. Vgl. R. 29 Verbindgst. 7. Luss U Dasse i bä abe W die Route 30. Mutterslehen.— Wehrathal. 189 3.— Ueber Mutterslenen n. St. Blasten. 3½ Std. Fahrweg. Wer nicht soWwohl Zeit, aber Kräfte sparen will, kann zu mässigem Preise beim Adlerwirth ein leichtes Wägelchen miethen.— Immer mit schö⸗ nen Rückblicken bis auf die Höhe des Hörnleberg 3545“(Wo der Weg r. n. Lindau abzweigt) bei einem Kreuze, 1 Std.— Es thut sich all- mählig ein grosses Alpenpanorama auf, vom Tödi bis zum Mont- blane. Später erscheinen noch Glärnisch u. Säntis. Der Pass heisst die Breite. Ober-Jbach bleibt r. seitwärts, u. 1 Std. v. Kreuz erreicht man Mutterslehen 3107“ Glirsch), trifft wieder auf chemaligen Hochgebirgs-Seeboden, tritt in Tannenwald bergab Wandelnd, pas- sirt an einem dunklen Weiher u. einer Sägemühle, u. erreicht von Muttersl. in 114 Std. St. Blasten. VgIl. R. 32.— Dieser Weg ist 981 1 8 zu empfehlen, welche das Wehrathal aufwärts gewan- ert sind. Post das Thal hinab n. Brennet früh Morgens. Das Wehrathal hinunter zieht sich nun der gute Fahr- weg durch zuerst von sanfter abfallenden schönen Waldhän- gen eingefasstes Thal, immer schönere Landschaften bie- tend, bis 1½ Std. Todtmoosau(Krone). Ueber Gersbacùh n. Ataenbach im Wiesenthal vgl. R. 29.— Nach Herrischried R. 31 bei Nro. 3. Hinter diesem Orte aber nimmt das Thal einen ande- ren Character an. Steil u. immer steiler fallen die Thal- wände ab. Schliesslich sind es ungeheure Felswände ge- worden, die sich coulissenartig durcheinanderschieben, u. Fluss u. Strasse zwingen, nebeneinander in einem schmalen Passe in zahlreichen Windungen sich durchzuzwängen. Da- bei aber ziehen sich zwischen den nackten Felsencolossen auf das Prächtigste bewaldete Abhänge hinauf. Wie ab- sichtlich, sind die verschiedenen Farben der Laub- u. Na- delhölzer zu den entzückendsten Zusammenwirkungen ge- mischt. Es sind etwa 70 Holzarten in diesem Thale ver- treten.— Linkshin, auf der Spitze der höchsten, schroffsten u. kahlsten Felswand, erblickt man ein vom Förster der Gegend angelegtes Aussichtshäuschen, von wo ein Blick in's Thal ist, wie von der Rosstrappe im Harz.— Auch ein„Hirschsprung“ an einer Stelle, wo ein Felsen von r. her weit vorgebeugt erscheint, wird gezeigt.— Die Wan- derung an dem wild tosenden, über Steinblöcke in bestän- digen Cascaden springenden Wehraflüsschen ähnelt der im Höllenthal, ist aber viel länger, denn sie dauert von Todtmoosau ab 2 Std.— Die schönste Stelle finden die Meisten an der„Bruck“, auch der„Sonnenblick“ genannt, wWo die Strasse auf das I. Ufer übergeht.— Bald darauf 28 NNNN 4 6 190 Route 30. Wehr.— Bärenfels.— Hasel. wird das Thal weiter. Man sieht I. rückwärts die Zinnen des Burgthurmes von Bärentels, s. u., vorwärts die Ruinen der Burg PVerrach, unter welchen 3 Std. Wehr, 1226“(Post zur Krone; Adler; Bier- brauerei schräg Jl. über der Krone). 2300 Ew. mit dem damit verbundenen u. anschliessenden Enbendorf,(Sonne). Behäbiger u. stattlicher Marktflecken. Wiederum voller In- dustrie, besonders in Wolle u. Garn. Schöner Ausflug auf die Ruine Bärenfels über— 50 Min. Steinegg. — ½ Std. hinauf. Von dem Thurm eine prächtige Rundschau auf Alpen, Jura, u. Einblick ins Wehrathal, so wie auf Wiesenthal u. Rheinthal.— Ebenso, wenn man von Steinegg den Weg weiter geht n. Rüttehof u. Alidorf ½ Std.,— Ober-Gebisbach' ½ Std.,— Beginn von Herrischnied ½ Std. S. R. 31. Der Hauptausflug ist der nach der Haseler Höhle. Rechts nahe der„Krone“ zeigt ein Wegweiser die Chaussee n. Hasel. Dieser folgend, gelangt man in etwa 10 Min. zu den letzten Häusern von Wehr, u. da zu einer Brücke, hinter welcher ein Wegweiser nach Hasel zeigt. Dies ist die Chaussee, 1 Std. weit, heiss, nicht anzura- then. Vielmehr schlage man schon vor der Brücke, Wo die Tafel mit„Marktflecken Wehr“ steht, den Fussweg r. ein. Er führt dureh das angenehme grüne Mattertliälchen, gegen das Ende einigemal etwas undeutlich, doch nicht wohl zu fehlen. In 25 Min. Eingang aurn Haseler Trohfsteinhölile r. am Fusswege. Manch- mal ist der Schullehrer von Hasel, der den Schlüssel u. die Führung hat, grade anwesend. Sonst gelangt man, den Fussweg weiter ver⸗ folgend, in 8 Min. zum Schulhause von Dorf Hasel Pflug). Der Leh- rer giebt Ueberwürfe von Leinen, die man nicht zurückweise, u. lange Kiehnspäne, die man selbst angezündet in die Hand nimmt, Während er einen Vorrath voranträgt, u. beginnt die etwas schmu- tzige Wanderung von 1 Std. durch die Höhle hin u. zur. In neuerer Zeit ist so viel gethan, dass man nirgends mehr kriecht, sondern überall, wenn auch manchmal stark gebeugt, weiter kann. Die Höhle reicht nicht an die Harz-Höhlen, ist dennoch aber sehr interessant. Und die Stelle bei der„Fürstengruft“ allein ist schon den Besuch Werth. Sie imponirt durch fantastische Grossartigkeit eigenthüm- licher Kluftartiger Formation voller grade dort reichlicher Tropf. steingebilde. Noch etwas dahinter hat man neuerdings eine sehr grosse u. hohe Höhle zugänglich gemacht, die aber keine Tropf- steine zeigt. Auch ein„See“ u. ein Bach, welcher in der Hönle hervortritt, u. ebenso wieder verschwindet, ohne dass man sein zu- Tage-treten nachweisen kann, ist zu sehen. Die Sage bevölkerte die Höhle mit Gnomen, die verschwunden seien, als man Asche streute, um ihre Spuren zu verfolgen. Andere lassen die Geister noch immer darin schalten; wenn aber Sterbliche eindringen, 80 sehen sie die Geister nur in steinerne Wwunderliche Gestalten ver- Wandelt; u. das sind die Tropfsteinkegel u. Säulen.— Man nehme denselben Weg zurück nach 25 Min. Wehr.— Wer jedoch n. Schohfheim will, begiebt sich v. Hasel direct auf der Chaussee nach Schopfheim in 1½ Std., oder Wartet die Post auf dem Wege ab, zu der er sich vorher in Wehr einen Platz gesichert haben möge. douzt 190 ä U dlitrtt 5 Fe Aun f 0 nit n baln; nach: der e Nielt Lizenl aulere Atä, i Pol D56 10 R20 tll u Route 30. Brennet. Route 31. Murg. 191 Von Wehr n. Brennet geht Nachmittags u. früh die Post, welche von Schogfheim kommt. Es ist zu rathen, dass man hier fahre. Man ist in ½ Std. am Bahnhofe. Sonst zu Fuss über 1½ Std. Oeflingen(Adler) nach ½ Std. Station Brennet. Vgl. dies EBR. 1. Bei manchen Zügen hat man nach Ankunft des Postwagens noch 1 Std. Zeit. In diesem Falle steige man schon vorher im Orte Bren- net(Kreuz, mit Biergarten) selbst ab, zu Rast u. Erquickung. Auf dem 6 Min. entfernten Bahnhofe ist keine Restauration. Route 31: Murg.— Das obere Murgthal und das Hauensteiner Land.— Harpolingen.— Hottingen.— Herrischried. 1 Jag, kleiner Marsch, reicht, wie unten gesagt, aus. Besucht man nur das Harpolinger Schloss, sogar ½ Tag. Sicherlich werden sich aber Viele damit nicht begnügen wollen. Für diese folgt unten Weiteres. Eisenbahn v. Brennet n. Murg vgl. EBR. 1. Murg, 1071“(Hirsch; Schiff, mit Dependenz, im Jahre 1870 jedoch„Gast- u. Kurhaus zum Murgthalé“, mit Fluss- u. Soolbädern, Pension das ganze Jahr, jederzeit Fuhrwerk; Bierhaus v. Döbel gegenüber der Station). Seit dem Brande von 1855 hübsche neue Häuser. 700 EW. Angenehmer Stützpunkt für Excursionen. Durch eine Rheinfähre ist die Verbindung mit dem Schweizer Ufer unterhalten, und man findet drüben im Fichtenwald angenehme Spaziergänge. Ausflüge in die Schweiz: Auf die hohe Wart oder den Heuberg mit prächtigen Aussichten in 1 bis 1½ Std.— Auch mit der Eisen- bahn vermittelst Retourbillets u. mit 6 bis 10 stündigem Aufenthalt nach: Neꝛiausen u. dem Rheinfall, Jurich u. See, Basel, Baden in der Schweiz, Aaratͤ. In zwei Tagen n. Luzern u. See, Freiburg.— Nicht weniger Ausflüge in das badische Land: zum Theil mit der Eisenbahn einerseits bis Constanz u. See, u. Hohenttwiel im Höhgau, andererseits bis Freiburg. Angeführt seien: Laufenburg àu Fuss Std., Sächingen u. sein Bergsee(EBR. 1) 1½ Std. Besonders aber das Folgende. Das Obere Murgthal, zum Unterschiede von dem bei Baden-Baden so genannt, ist ein Thal, das mit Wehra- thal u. Albthal concurrirt, besonders seitdem die vorzüg- ERER 5 8 RR 28 8 RRR r 192 Route 31. Murgthal.— Hottingen.— Harpol. Schl. liche neue Strasse n. Hottingen hindurch gelegt ist. Für unseren Touristen ist folgende Partie die rathsamste: Man geht durch das Dorf, bei der Kirche vorbei, bis zu dem zweiten Wegweiser, welcher I. n. Harpolingen, gra- deaus n. Niederhof zeigt. Letzteren Weg weiter. Man kommt bald an eine grosse Fabrik, Spinnerei. Hier sieht man die neue Chaussèee 1. ab in's Thal gehen. Die Land- schaft beginnt sogleich in steigendem Masse schön u. schö- ner zu werden. Die Steigung der Strasse merkt man kaum. Nicht mehr als eine halbe Stunde, so erblickt man schon vor sich in der Höhe, nicht mehr fern, das Hanpolinger Schloss. Aber dies täuscht. Man hat noch eine balbe Stunde. Im Ganzen: 1 Std. bis zur Lochmiihile, welche l. jenseits liegt. Nun tritt man dem Burgfelsen näher, u. in 10 Min., an einer der schönsten Stellen, führt von der Chaussee I. eine Treppe zum Bach hinab, u. über einen hübschen Steg zum Fusse des jenseitigen Burgfelsens.— Wir versparen indessen den Besuch der Ruine bis zum Rückwege, u. wandern durch die schönen Felsenpartieen der Strasse weiter.(Bald ein Tunnel.) 50 Min. in der Nähe der Wichartsmlihile, I. Seitenthal des Scelbaches oder Hichenbachies, der vom Dorfe Rieſtenbach. herabkommt. Dieser Bach bildet zwischen schroffen Fels- wünden einen schönen, 30“ hohen Fall, den Strahͤubrusch, als Mindung in die Murg. 3/ Std. Hottingen, 2254“(Sonne).— Nach beendigter Rast Kehren wir denselben Weg zurück u. erreichen in 1½ Std. die obengenannte Treppe nebst Steg über die Murg wieder.— Wir gehen jetzt hinüber, u. steigen auf steilem aber gutem Fusswege, mit Ruheplätzen versehen; viele Treppen, Brücken, unter welchen ein Bach anmuthige Wasserfälle bildet. Nahe der Höhe halte man sich r., um die Aussichtspunkte mitzunehmen. An einer Stelle sieht man Kaisten auf der Schweizerseite besonders hübsch. An einer anderen mit Bänken das Murgthal, das hier seine schönsten Reize aufzeigt. Der Blick ist überraschend grossartig. Man blickt in den Tunnel, durch welchen man vorher gekommen, grade hinein. ½ Std. Harpolinger Schloss. 500“ über der Murg. Thurm nicht zugänglich. Reste nicht unbeträchtlich. Ein I0 ilteres die 80 4 Tilrer 18 d0 un de Stele icht dieser 1 Uinaut Pladl Route 31. Harpolingen.— Das Hauensteiner Land. 193 interessanter Raum im Felsen selbst ziemlich erhalten. Ueber die Schicksale der Burg weiss man wenig oder nichts. Angenehm ist für das folgende Stückchen Weges ein Führer. Aufmerksame Wanderer werden sich aber auch aus dem Folgenden zurechtfinden, besonders wenn sie sich von der Burg rückwärts an Wiesenhang u. Waldsaum die Stelle angesehen u. gemerkt haben, welche bald zuerst er- reicht werden muss.(Uebrigens soll das Schloss auch von dieser Seite besser zugänglich gemacht werden.) Man geht aus dem hinteren, zugleich oberen Burgthor hinaus, den schmalen Pfad hinab, bis wo der Bach den Pfad durchschneidet. Hier wendet man sich r., dem Bach entgegen, u. steigt etwas mühsam an ihm entlang. Nur vereinzelte Spuren geben den Weg an. Aber man kann nicht fehlen, wenn man am Wasser bleibt.— Nach drei Minuten lichtet sich das Gehölz, u. man kommt auf eine sumpfige Wiese. Ueber diese weg, nur 40— 60 Schritt, halb rechts gehalten zum Waldsaum, wWo man einen steinigen Weg findet(das Gehöft bleibt r. liegen), der auf einen an- deren Weg führt. Diesem 2zweiten folgt man 1. in den Waldsaum hinein. Er führt in Kurzem auf den Fahrweg n. Harpolingen, den man ebenso linkshin verfolgt. /4 Std. Harpolingen(Adler, wenn man in's Dorf kommt, r., kein Bier). Nach dem Eintritt in das Dorf führt 1. der Weg n. Murg. Kurz darauf auch Wegweiser. — Schon vorher, u. noch mehr hinter dem Dorfe, hat man beständig ein prachtvolles Panorama des jenseitigen Rhein- ufers u. der Schweizer Berge. 35 Min. In Nurg, bei dem oben angegebenen Weg⸗ weiser nahe der Kirche auf der Dorfstrasse. Das Hauensteiner Land. Für Denjenigen, welcher dieses Land, in welchem wir uns hier befinden, u. das seiner Natur wie Geschichte nach sehr merkwür⸗ dig ist, näher kennen lernen Will, können wir hier, als in einem Tou- ristenbüchlein, nur Weniges bemerken. Wir verweisen aber auf das tretfliche Buch von Fecht, der Amtsbezirk Waldshut.— Dem Frem- den ist zunächst auffällig die alterthümliche Tracht, die an den An- fang des 16. Jahrh. erinnert. Sie ist höchst malerisch, u. zwar am Meisten bei den Männern. Das Haar altdeutsch grade verschnitten. Weite schwarze Jacke wie ein Ueberwurf, mit Halskrause. Eine lange rothe Weste gleich einem Heroldsrocke, an der Seite unter dem Arm zuzuknöpfen. Weite bauschige schwarze Leinewand- oder Sammethosen, die bis unter das Knie reichen, Hotzen genannt,(daher das Land:„Hotzenland“). Lange Stiefel bis an's Knie oder Weisse hohe Strümpfe u. Schuh. Freilich Verschwindet, besonders Wochen- V. Seydlitz, Schwarzwald. 13 RRe NNNNNN 194 Route 31. Gesch. des Hauenst. Landes. tages, diese Pracht jetzt auch schon mehr u. mehr. Die Tracht der Frauen ähnelt den übrigen Schwarzwaldtrachten. Der Name der Grafschaft Hauenstein rührt von dem ehemaligen Hauptorte des Landes, Burg u. Schiloss Hauenstein am Rhein bei Laul- fenburg her.(S. EBR.). Es umfasste etwa sieben Quadratmeilen, u. erstreckte sich vom Feldberg bis gegen das Wiesenthal, so wie zu den Höhen jenseits des Albthales, u. bis an den Rhein. Hauptfluss des Landes ist die Alb. Getheilt war es meist zwischen St. Blasien u. Habsburg. Die Geschichte des Völkchens ist eine Passionsgeschichte zu nennen. Ursprünglich wohnte hier ein gastfreies, lebensfrohes Völkchen, Ale- mannisch-Burgundischen Stammes, voll frischem Selbstgefühle und Freiheitsstolz. Aber auch hier machte die Geschichte ganz wie ander- Würts den traurigen Gang durch: vom freien Bauern zur allgemeinen Hörigkeit. Jedem, der sich von diesem Gange der Dinge ein Bild machen will, seien die bezüglichen Kapitel in dem höchst verdienst- lichen Werke: W. Zimmermann, Geschichte des grossen Bauern⸗ krieges, 2. Aufl. Stuttgart 1856, dringend empfohlen. Die Sünden seiner Landes- wie Grundherren, liederliche Wirthschaft u. Selbst⸗- sucht derselben, später die Wohlweisheit der Bureaukratie, peinigten u. plackten das arme Volk derart, dass es immer wieder zu Aufstän- den getrieben wurde. Rohe Gewalt u. diplomatisches Hin- u. Her- ziehen mussten diese bewältigen. Dann aber hielt man sich Wieder an alte Urkunden, abgepresste Verträge, an das oschriebene Gesetz, die Form, u. verachtetè die ewigen Rechte, n Bewusstsein das manneskräftige Landvolk doch im Busen trug. Da wurde, denn bar- barisch gestraft, u. zwar dann am Meisten, wenn sie der Sache nach Recht hatten. Das Aergste dazu that, dass die Grundherrschaft des Landes getheilt war zwischen St. Blasien u. Habsburg. Der Wald- Probst, der St. Blasiens Rechte wahrzunehmen hafte, War Vertreter der liederlichen u. begehrlichen Wirthschaft seiner Herren. Der Waldvogt, der die Rechte des Kaisers, theils als Grundherren, theils auch Wieder als höchste Reichsgewalt wahrte, War stets geneigt, St. Blasien Recht zu geben, mochten sich die Hauensteiner beschwe- ren, Worüber u. s0 oft sie Wollten. Unzählige Irrungen wurden ab- sichtlich herbei geführt, indem man die Rechtsverhältnisse der ein- gewanderten„Hörigen“ bei den„Freien“ supponirte, diese auf alle Weise plackte, um sie zum Eintritt in die„Hörigen“ zu vermögen (Vgl. Zimmermann a. a. O.). Die während des Interregnum's, der „kaiserlosen Zeit“ gegründete Einungsverfassung, ähnelnd den Schwei⸗ zer Bünden, welche von den Wohlthätigsten Folgen gewesen War, wurde durch solche Uebergriffe untergraben. Und dies führte zu den schlimmsten der Aufstände, im Bauernkriege 1525, im Rappen- kriege 1589—1615, zu den Drei„Salpeterer“-Aufständen Guach einer Secte genannt, deren Führer der Salpeterhändler Albiez War) 1728, 1736, 1743—46. In diesen sammelte sich das Volk unter der Landes- fahne„schwarz-roth-gold“(oder gelb?). Immer niedergeworfen, immer gegen sein Rechtsbewusstsein zur Demüthigung, u. ausser den ver- mehrten ungerechtfertigten Steuern noch 2u schweren Strafgeldern gezwungen,— musste da nicht der biedere u. grade Volksstamm endlich verbittern, misstrauisch, rachsüchtig, verstockt, zu heimlicher Sectirerei geneigt Wwerden? Und besonders Letzteres um 80 mehr, als die auch hier, wie fast überall, mit Begeisterung aufgenommene Reformation, weiche die Bauern im ganzen Deutschland praktisch als ein Evangelium leiblicher Freiheit fassten, von St. Blasien grau- sam verfolgt u. ausgerottet wurde. Pfäffische Herrschsucht und Ver- E züge 10 Tolge Aih Ste Dull d A Route 31. Hauensteiner L.— Herrischried.— Görrwihl. 195 dummungspraxis thaten auch hier redlich das Ihre.— So ist denn noch in neuer Zeit ein„schwärmerisches“ Wesen bei dem Völkchen bemerkbar gewesen. Noch 1815, als das Land an Baden gefallen war. Aber wie mancher Andere dieser Landesstriche fand auch das Hauen- steiner Land in diesem Wechsel seine endliche Ruhe u. das Heil des bürgerlichen Friedens. Und als der jetzige Grossherzog als der erste von ihren Landesherren seit König Rudolph von Habsburg, der gern hier jagte, 1862 in inre Berge stieg, da Wwurde unter dem alten Lan- desbanner die Sühne der Vergangenheit besiegelt.— Ueberhaupt aber hat man das Schlimme, das man dem Volke nachzusagen gewohnt War; unendlich übertrieben. Denn die alten Wunden haben sich geschlossen. Das gebeugte Volk hat wieder gelernt, den stolzen Sinn in aufrechter Stirn zu tragen; u. die alten liebenswürdigen Grund- züge zeigen sich wieder. Folgende Touren führen v. Murg aus mehr in's Land ein: 1.— Wie oben angegeben n. Hottingen(Sonne) 2½ Std.— Der nächste Rückweg ist über— Hännen 1104 Std.,— Mederhof 1 Std.,— n. Zaꝛfenburg an die Eisenbahn 20 Min.— Oder: über Hicſtenbach (Adler) 1½ Std.,— Pillaringen 20 Min.,— Egg 34 Std. u. die Echhalde, nach— 1½ ͤ Std. Sächingen.— Oder: 10 Min. hinter Willaringen den Weg 1. einschlagend, über Sehuoeicleh V Std.,— Rippolingen 35 Min., Harpolingen 20 Min.(s. o.) u.— NMung 35 Min. 2.— Empfehlenswerther: Nach Hottingen 2½ Std. Man gehe das Porf der Länge nach durch. Vor den letzten Häusern führt I. der Weg nach—/ Std. Oberioth! 2428“, auch Oberweil gen., von wo Prachtvolle Aussicht auf die Alpen von Tyrol bis zum Montblanc, u. den Jura.— 5 Min. hinter dem Dorfe geht der Weg 1. n. Nederiotla! Kiederweilh ab, erreicht in weiteren 20 Min.— Ferner in 20 Min. Lięfenstein im Albthpal.(R. 32.)— Man kann nun von da die Haupt- Partie des Albthales n. Albbruck durchwandern. Bequem 2 Std. 3. Noch mehr durch das Hochplateau des Landes führt folgende Tour: Nach Hottingen 2½ Std.— An Hogschur vorbei n.— 1½, Std. Herrischried, 2921“(Ochs; Adler). Hauptort des Landes, v. 800 EW.— Nach ½ Std. Anfang von Gross-Herrischwand, an welches sich Klein- Herrischiband anschliesst.— Beide Dörfer zu durchwandern kostet Weitere/ Std.— 1½ Std. n. Todtmoos u. dann durch das Wehratha“ (gSl. R. 30).— Man kann aber auch v. Herrischried durch die lange Dorfstrasse, u. nach Il. abbiegend, in 40 Min. n. Obengebis bach,— 35 Min. Alidony. Von hier r. ab n.— ½ Std. Hornberg, 3200“, Wo eine Weite, entzückende Rundsicht.— Ueber Alidorf n. Wehr(u. Hasel) 8. R. 30.— Man kann ferner v. Herrischried über Rütte n. Todimoosdul im Wehrathale, von der Kirche in Herrischried gerechnet 1½ Std., u. so das Mehrathal hinauf oder hinab.— Man kann ebenfalis von Herrischried über— 2 Std. Görwihl, 2244“(Bad. Hof; Adler) Markt- flecken von 1100 EW., u. anderer Hauptort des Ländchens, Wo auch Industrie. Von da direct in's Albthal ½ Std. Oder über Tiefenstein 1ſ Std.(R. 32).— Oder endlich v. Herrischried über Gierspachi 25 Min., n. Engelschiuand 25 Min., welches, so wie das 1 Std. südlich davon gelegene Strittmatt Hirsch) prächtige Fernsichten hat.— Von Vngel- schuand n. Todtmoos 2 Std.— Auf diesem letzten Wege kommt man also v. Hurg n. Todtmoos(über Hottingen, Herrischried, Engelschwand) in 6½ Std.— Von hier über Mattersvelien n. St. Blasien sind 3½ Std. Durch das Albthal, fahrend bis Niefenstein, dann zu Fuss 2 Std. n- Albbruck, hat man eine grosse Tour durch das alte Gebiet der Graf- schaft gemacht. Macht man den Abstecher n. Hochenschoand, 11½ Std. 2 N 196 Route 32. Albbruck.— Albthal. so kann man auch den dort in R. 33 angegebenen Weg n. Niedermiihile in's Albthal 13[4 Std. einschlagen. Oder auch v. Höchenschwband n. MWaldshut. VgI. R. 33 ebenda. Route 32: Albbruck.— Das Albthal.— St. Blasien.— Menzen- schwand. 1 Jag zu Fuss. Benutzt man von Tlefenstein ab die Post, so ist es nur 1ſ% Tag bis St. Blaslen, u. man kann noch denselben Nachmittag einen Abstecher n. Menaensclnband machen.— Das ganze Thal ist eins der schönsten für Fusswanderer. Niemals aber versäume Je- mand, die Strecke von Albbruch bis Nefenstein au Fuss zu wandern. — Die Post geht zweimal des Tages v. AIbbruch n. St. Blasien u. Lenæ- rerch. Man richtet sich so ein, dass man, um Zeit zum Beschauen zu haben, mindestens 11½4 Std. vor der Post, welche 11/ Std. bis Tie- fenstein braucht, abmarschir In Tiefenstein, d. h. vor der Brücke, welche von der Poststrasse zum Orte hinüberführt, hält die Post an, u. nimmt Passagiere u. Poststücke, also auf offener Strasse, ein. In Albbruck geht sie von der Station ab. Wer nur diesen Theil des Thales sehen will, kann in Tiefenstein die v. St. Blasien n. Alb- bruck hinabgehende Post abwarten, oder auch den bei Tiefenstein angegebenen Weg auf dem rechten Ufer zurück einschlagen.— Denn jedenfalls ist es am Besten zu Fuss. Eisenbahn v. Murg n. Albbruch s. EBR. 1. Albbruck, 1034“(Gasth. 2. Albthal, gegenüber dem Bahnh.). Guter Standpunkt für Excursionen, die sich aus R. 31, 32, 33 u. 35 ergeben.— Spaziergang: nach der Alb- mündung in den Rhein beim Dorße Alb ½ Std.— Oder an dem in den Felsen gehauenen Fabrikkanal ½ Std. ent- lang in das Albthal. Das Albthal: Eine ausführliche Beschreibung der Schönheiten dieses Thales zu geben, liegt ausser dem Kreise dieser Arbeit, welche nur den Touristen zum Selbstgenusse einführen soll. Wir bemerken also nur, dass die vor- zügliche Kunststrasse in 2 Std. n. Tiefenstein führt. Zu- erst steigt sie einige Zeit dauernd schärfer, dann ist die Steigung gemacher. L. hinab hat man(man ist am 1. Thal- hang der Alb) die Felsenlandschaften der Tiefe unter sich. Oft wie auf überhängendem Fels stehend, u. fast schwindel- haft. Gewaltige Scenerieen, von solcher Grossartigkeit, wie die berühmten Partieen der Bode bei der Rosstrappe. Die Strasse zeigt viele Felsensprengungen, durch welche r 8e gle eile 4. 81 Uan die 281 lige Ba⸗ Laschen⸗ man aut Contract Neeg. Route 32. Albthal.— Tiefenstein. sie gelegt werden musste, auch fünf Tunnels. Auch liegen eine Anzahl Schutzhäuser an derselben, ehemals für die Arbeiter an der Strasse errichtet, aber erhalten u. bewohnt. Sie haben hinter sich gartenähnliche Anlagen, von wo aus man die besten Blicke in die Tiefe haben kann. 2 Std. Tiefenstein, 1461“(Krone). Es treffen hier ei- nige Bachthäler mit dem Thal der Alb zusammen, u. über⸗ raschend ist der Anblick des freundlichen Oertchens, wenn man aus den wilden Schluchten heraustritt. Ein reizender Contrast. Von hier aus führt auch am rechten Albufer, aber nach einiger Zeit mehr u. mehr abbiegend, eine Fahrstrasse n. Albbrueh. Auch sie gewährt schöne Einblicke in das tief eingeschnittene Thal. Auf derselben erreicht man in— 1 Std. Schachen 1560“(Adler), von W o direct in— 1 Std. A“/bruck.— Oder von Schiachen über den an Fern- sichten wie Niederblicken in das Albthal reichen Einigsbihl in— 1 Std. n. Albert, u.— 1. Std. Alöbruck.— Oder v. Schachen über— 4 Std. Hochisdl 1515“(Tanne),— 25 Min. Haulenstein 1081“(Adler), u. — 40 Min. Lasfenburg oder— 1 Std. Albbruch.— Andererseits führt V. Tiefenstein auch die ehemalige Poststrasse am linken Ufer hoch hinauf im Steinbachthale, u. nach— 40 Min. Etætotel, weiter nach 14 Std. Buch, u.— 14 Std. Albbruck.— Weg v. Tiefenstein n. Gör- 201h•f/ Std., u. Herrischried s. R. 31. Das Gebiet der reichen Herren v. Tiefenstein erstreckte sich einst weit hin am rechten Ufer der Alb u. auf die Höhen des Lan- des. Sie fielen noch vor den freien Bauern als Opfer der Intriguen St. Blasiens u. der Habsburger, zwischen die sie eingeklemmt waren. Leider Waren sie schwach genug, durch Schenkungen an die todte Hand, St. Blasien u. St. Georg, Frieden erkaufen zu wollen. Einige ihrer Familien gingen sogar n. St. Blasien u. St. Georg ins Kloster. Dass dadurch die pfäffische Habsucht nur noch mehr gereizt wurde, War natürlich. 1272, ein Jahr, ehe er Kaiser ward, eroberte Ru- dolph v. Habsb. die Burg Tiefenstein, u. brach sie. Der letzte Tie- fensteiner starb 1317 im Breisgau. Sein Erbfolger War schon vorher durch Habsburgische Knechte erschlagen, sein Besitz verloren. Er War sogar so tief gedemüthigt, dass er für Abtretung seines letzten Besitzes ein Leibgeding von St. Blasien bis zum Tode bezog. Die Trümmer der Burg Tiefenstein sind von unten nicht erkennbar, da sie ganz grün überwuchert sind. Das Thal der Alb wird nun etwas breiter. Man bleibt zunächst auf der Thalsohle, über die man sich aber nach einer Weile wieder erhebt. Der Fusswanderer wird auch auf diesen Strecken noch reichen Genuss finden. Bald hin- ter Tiefenstein zeigt ein Wegweiser zur Hiehenbung, welehe man für die Stammburg der Tiefensteiner hält.— Nach 45 Min. geht 1.(Wegweiser) der Weg nach dem freund- lich herabwinkenden Görwihl(s. R. 31) durch ein hübsches Waldthal hinauf, gute ½ Std. RSRRRLRR NN ⏑ 2 ⏑ 198 Route 32. Albthal.— St. Blasien. 2½ Std. Niedermühle, 2036“(Sonne). Wenige Häu- ser, zu Pilſingen gehörig, welches I. oben auf der Höhe liegt. Ein steiler Weg am r. Flussufer führt in 3/ Std. hin.— Am linken Flussufer geht ein ebenfalls steiler Karrenweg in 1 Std. n. Bannhole; oder, wenn man nach 20 Min. I. abbiegt, in / Std. n. Brunnadern. S. R. 33. Von Niedermühle ab wird das Thal wieder breiter, bewohnter, gewerbfleissiger. Mühlen ete. ½ Std. Immeneich(Adler), Poststation, ist der grösste Häusercomplex des Thales. Kapelle. An der linken Thalwand zieht sich ein Weg n. Brunnadern in 35 Min. hinauf. Auf dem weiteren Wege sieht man 1. jenseits des Tha- les Schlageten liegen, von wo ein Weg in einer kleinen Stunde n. PFollpadingen führt. 3/ Std. Unter-Kutterau(Engel). Hier ergiesst sich am r. Ufer der Urbach in die Alb. An seinem Ufer führt in 1 kl. Std. der Weg n. Urberg. An der Mündung die Bodsteinfluh, welche einst ein Bergschloss der Tiefen- steiner trug. / Std. Ober-Kutterau. Das Thal ist wiederum en- ger geworden, und man erhält immer mehr den Eindruck von rauherer Hochgebirgsnatur, wie in den Hochthälern der Schweiz. Die Häuser nach 35 Min. gehören noch zu Kutterau. 1½ Std. St. Blasien, 2511“. Beim ersten Anblicke stutzt der Wanderer vor Ueberraschung, wenn er die gross- artige Kuppel erblickt. Die ganzen Gebäulichkeiten sind überhaupt s0 grossartig, dass sie dem Platze einer grossen Stadt zur Zierde gereichen würden. Das grosse Gebäude- viereck jenseits des Platzes enthält das grosse Hötel St. Bla- sien, mit Bierbrauerei, Bädern, Lesekabinet u. allem Com- fort. Kleiner, aber gut, u. in hübscher Lage gegenüber der Kirche, mit Aussichtsaltan, ist die Krone, ehedem Hirsch. — Der Ort ist sehr gewerbfleissig, hauptsächlich durch die enorme Fabrik in den Klostergebäuden, u. hat etwa 1000 Ew. Postverbindung mit Waldshut, Schluchsee, Lenzkirch, Neustadt, Albbruck.— Fuhrwerk, auch Einspänner, im Hot. St. Blasien zu mässigen Preisen. Z. B. 28pännig auf den Feldbergerhof 8 fl., nach Höllensteig 9 fl. 20 kr.— Aus dem oben in dieser R. Gesagten, aus R. 30, 31, 33, s0 wie 29, 25, 24, 23 lassen sich zahlreiche Touren combiniren, die man von hier aus unternehmen kann. Der Ort ist also ein vortrefflicher Stützpunkt für Excursionen, nach deren An- FSrSrSSS 8 Gesch. v. St. Blasien. Route 32. strengungen man sich bei guter Pflege u. im Umgange mit den vie- len sich aufhaltenden u. durchreisenden Fremden angenehm zu neuen Touren stärken kann. Die Geschichte St. Blasiens ist in Recht u. Unrecht ihrer Ent- wieklung sehr interessant. Im Jahre 858 als„Albzell“ ein sehr klei- nes„Klösterle“, Wurde es schliesslich ein Reichsfürstenthum, dessen Besitzungen auf deutschem Boden allein(ohne die in der Schweiz) bei seiner Aufhebung auf 5 Millionen wohl zu gering geschätzt wur- den. Denn Vieles wurde von dem dahin flüchtenden Theile der Mönche nach St. Paul im Levanthale in Kärnthen mitgeführt(3. B. eine Monstranz im Werthe von 200, 000 fl., ein massiv silbernes Bild- niss des heil. Blasius, u. höchst Werthvolle bibliothekarische Schätze.) — Den Namen St. Blasien erhielt es, als die heiligen Knochen des Bischofs Blasius hier deponirt wurden. Um 980 bestätigte Otto II. den Besitzstand, der sich schon sehr weit in der Gegend ausbrei- tete, später aber noch in ganz anderen Verhältnissen sich mehrte. So hatten die Aebte von St. Blasien schon im 15. Jahrh. 36 Pfarreien zu besetzen. In den Hauensteiner u. Tiefensteiner Händeln haben wir gesehen, dass man den Reichthum auch durch andere Mittel als durch Kauf u. Annahme freiwilliger Schenkungen zu mehren wusste. Desshalb wurde das Kloster trotz seines schon aus der Klosterschule des 9. Jahrh. stammenden Gelehrten-Rufes, der auch in der Folge- zeit gepflegt wurde, verhasst. Dieser gute Ruf War so gross, dass von hier aus viele andere Klöster gegründet, viel Bisthümer besetat, zahllose Klöster mit Aebten versehen werden konnten. Ja sogar, als 1807 das Kloster aufgehoben Wurde, wWaren die meisten, nun zur 0 Seelsorge verwendeten, Geistlichen St. Blasiens aufgeklärte Männer, Welche Wessenbergs Bestrebungen sich anschlossen. Aber schlimm Waren die Wirren des 13. u. 14. Jahrh., in denen das Kloster in ärg- sten Verfall gerieth. Im 15. Jahrh. durch bürgerliche Aebte heraus- gehoben, verflel es, als die Adelspartei wieder adlige Kebte durchsetzte, nur noch ärger. 1526 u. später, noch 1745 durch die Salpeterer, tra- fen die Gebäulichkeiten fast vernichtende Brände. Im 16. Jahrh. abermals durch bürgerliche Aebte Kaspar Müller) wiederum empor- gehoben, nur vorübergeh end durch den 30jähr. Kr. u. die Salpeterer gestört, hob es sich immer mehr. Nach dem letzten Brande liess der Abt Martin Gerbert durch Dixnard nach dem Muster des Pan- theon zu Rom die imposante Kirche erbauen, welche jetzt steht. Dieser Abt War überhaupt ein Wohlthäter seiner Gegend. Deshalb wurde ihm 1855 durch die Gemeinden des Bezirkes Bonndorf 660 weit dehnte sich St. Blasiens Besitz aus), Wo noch manche Stiftung von ihm herrührt, ein Denkmal zu Bonndorf gesetzt. S. R. 21. Ver⸗ bindungst. 1.— Als curiosa sind zu erwähnen: dass der Erfinder des Pulvers, Berth. Schwarz, hier einst weilte,— dass dann die erste gezogene Kanone von Bodmer aus Zürich hier gefertigt Wurde, als nach der Aufhebung in den Gebäuden eine Waffenfabrik eingerich- tet war,— u. dass hier die erste Eisenbahn Deutschlands bestand. Sie führte nämlich die Speisen der Arbeiter aus der Küche auf den gemeinschaftlichen Mittagstisch.— Die grossen Gebäulichkeiten sind jetzt zu einer gewaltigen Baumwollspinnerei verwendet, die dureh zwei Turbinen getrieben wird. Man sieht die Leitungen derselben von beiden Thalhängen herabkommen, u. hört ihr nicht angenehmes Dröhnen. Die Kirche(Schlüssel beim Messner hinter dem Hot. St. Blasien in der Seitengasse) wird noch gebraucht. Doch sind die früheren schönen Glocken n. Karlsruhe u. Waldshut, die vortreffliche grosse Orgel n. Karlsruhe, die Chorgitter n. Waldshut, u. das Kupferdach R R Route 32. Verbindungen ab St. Blasien. in die Münze gekommen. Das Dach ist jetzt von Zink.— Schon von Aussen imponirt der Vorbau mit seinen gewaltigen Sandstein- säulen. Das Innere aber noch mehr. Aehnlich der Darmstädter kathol. Kirche, aber schöner, ruht der gewaltige Kuppelbau auf 20 Säulen. Ebenso der nicht abgerundete, sondern längliche, gradlinige Chor. Der weisse Marmor ist aus dem Wutachthale. Höhe der Kuppel 213“, Breite der Kirche 138“. Die Fresken von eindrucksvol- ler Arbeit.— Die Krypta ist jetzt Kartoffelkeller. Spaziergänge: Nach dem Wasserfall, Tusculum ½ Std. auf hüb- schen Waldwegen.— Nach dem Sandboden 3% Std. Aussicht auf die Alpen.— Auf der grossen Poststrasse n. Häusern hinauf 1 Std. u. von da Höhenschwand 2¼ Std. Grössere Ausflüge: 1.— Nach Innerleien oder Riggenbacùh in der Bernau 21/2 Std.— Von da über Rütte u. Hinter-Todimoos n. Todtmoos 23/4 Std.— Von dort über Mutterslehen zurück n. St. Blasien 3¼ Std. Vgl. R. 30. Ein starker Tagemarsch. 2.— Nach Mutterslelien 13/ Std.— Unter-Ibach/ Std.(früher Neuenzell genannt)— Vollpadingen 1½ Std.— Happingen 25 Min.— Miedermuhle ½ Std., von wWo n. St. Blasien 3 Std. 3.— Nach Unter-Alha(Sonne) 2¾ Std. Vgl. u. Verbindungst. 6.— u. von hier n. Oerahç¹,⁵ ½¼ Std.,— u. Aeule(Rössle) 40 Min. 3433“,.— 80 Wie Weiter Menzenschwand ¾ Std.— u. St. Blasien 1 Std.- Verbindungstouren: 1.— Nach Schönau im Wiesenthal. Man folgt der grossen Chaussee durch den Flecken hinaus. Nach— 1½ Std. führt I1. die breite Fahrstrasse Weiter nach der Bernau(grade-aus der kleinere Fahrweg in/ Std. n. Vordermenzenschꝛoand). Zur Berndu u. weiter Vgl. R. 29. 2. Zum Feldberg über Menzenschwand s. R. 24. Nr. 10. 3. Nach Todtmoos über Mutterslehen s. R. 30. Verbindst. 3. 4.— Nach Hottingen u. dem oberen Murgthal s. R. 31. Nro. 3. 5.— Nach Schluchsee s. R. 33 u. die hier figd. Nro. 6. 6.— Ueber Muchenland n. Aha u. Lenzkirch. Man verfolgt die Chaussee durch den Ort hinaus, u. erreicht oberhalb St. Blasien nach — 20 Min. einen r. abgehenden guten Weg, der nach— 1 Std. 10 Min. Muchenland 3846“ führt. Hier hat man eine schöne Aussicht auf die Kuppen des Schwarzwaldes.(Von diesem Wege führt gleich hinter Muchenland r. ab ein anderer n. Althiütte. s. R. 33.— Ebenso führt v. Muchenland r. ab ein Weg an zu Blasiwald gehörigen Höfen vor- bei in 1½ Std. n. Seebrugg u. dann 1½ Std. n. Schluchsee.)— Von Muchenland 1. ab, dann r. biegend, führt der Weg weiter n. 1 Std. Unterlrummen(Oberkrummen bleibt I. liegen), u.—/ Std. Dnterahia Gonne). Von hier erreicht man in— 14 Std. die ersten Häuser von Oberaka(das sich wiederum I. hin fast 12 Std. zieht). Bei diesen biegt man r. ab, u. erreicht in— 50 Min. Altglaslitte. Von hier zum Feldberg oder n. Lenzkirch s. R. 23 No. 1.— Man kann aber 1½ Std. vor diesem Orte, also 35 Min. hinter dem Anfang von Oberaha, noch am Ufer des kleinen See's, r. abbiegen, u. erreicht dann von Oberahd an gerechnet, in 1 Std. Raitliebuch, u. in Weiter 1 Std. Oberlenzkirel. oder Unterlenzkirch. Vgl. R. 23 No. 1— Von Unterahdà führt auch 10 Min. hinter dem Dorfe r. ab ein Weg mit schöner Aussicht auf den See in 1 Std. n. Sehluchisee. Vgl. hierzu R. 33. Veg üt 40 den! Viset U. Un 6 8 He 13 Route 33. Blasiwald.— Seebrugg. Route 33: Von St. Blasien nach Schluchsee, Höhenschwand, durch das Schwarzachthal und Schlüchtthal bis Waldshut.— Berau.— Witznau.— Brenden.— Das Meitmathal. 1½½ Tage. Ein Marsch von 10 Std. Also vorkommenden Falles von einem tüchtigen Fussgänger in 1 Tage zu zwingen. Sonst über⸗ nachtet man entweder in Schluchsee, oder zurückkehrend n. See- brugg, daselbst, oder am Besten richtet man sich s0o ein, dass man den halben Tag zuerst legt, u. so noch ganz gut bis Hõchenschoad Kkommt, um dort die etwaige Abend- so wie Morgenaussicht zu ha⸗ ben. Den nächsten Tag hat man dann nur 5½ Std. Marsch, also Zeit, entweder in Höchenschwand die Aufhellung des Wetters ab- zupassen, oder den Nachmittag auf Waldshut zu wenden. St. Blasien s. R. 32. Der nächste Weg, für unsere Zwecke der beste nach Seliluchsee, ist folgender: Man geht auf der Strasse n. AIbbruch ein kurzes Stück zurück, bis bei einem Hause ein Wegweiser I. n. Blasitoald zeigt. Hier hinauf. Der Weg theilt sich gleich. Man bleibt gradezu oben. Der Weg, mit einigen schönen Rück⸗ blicken, steigt meist ziemlich steil, ist aber Fahrweg. Nach einiger Zeit ein Steinpfahl als Wegweiser. Gradeaus geht's hinauf n. Blastibald. Ein herrlicher Wald. Schatten fast bis auf die Höhe. 1 Std. Wegweiser auf der Höhe, der n. Hõhenschuounud über Häusern(1 Std. u. 3/ Std.), Muchenlanαt˖(50 Min.) ete. zeigt. Man erblickt bier den Weiler Blastebald-Althltte (Giesshaus mit Wirthsh.), durch welchen man hindurch- geht, den Windungen der bequemen Strasse folgend, mit Fernblicken auf den I. Thalhang der Schwarzhalde; bald wieder durch hübschen Wald mit Felsblöcken, bis dieser Weg in 40 Min. die grosse Chaussee trifft, welche gradehin, dem Telegraphen nach, nach Scualuchseèe führt. Ein Weg- weiser zeigt an dieser Stelle I. n. 4%½%(über Eisenbreche u. Unterbrummen 1½ Std.), so wie zurück n. St. Blasien (1/ Std).— Weiterhin über eine Brücke, unter der sich die Schidrd aus dem See ergiesst, u. in ½ Std. zum Wirthsh. Seebrugg(o0d. Sebruck), wo Rothhauser Bier zu empfehlen. Die grossen Gebäude ge- N 322 RREDEDDRD RIN X e 1 202 Route 33. Schlüchtthal.— Schwarzhalde.— Berau. 2 hörten einst nebst Wirthsh. St. Blasien. Ein Wegweiser zeigt hier n. Bonndorf, Lenalirch, St. Bläasien. Hier sind folgende Seitentouren einzufügen. a.— Nach Bonndorf. Grosse Chaussee; n.— 50 Min. Amerz- Feld,— 40 Min. Rothhaus(Bierbr. u. Gasth.),— 2½ Std. Bonndorf. R. 21. Verbindgst. 1. b.— Nach Lenzkirch. Oen Weg am Schluchsee entlang s. u.). Nach Rothhiaus 1½ Std.— 20 Min. Faulenſirst, mit Alpenansicht,— 1/ Std. Dresselbach(Linde),— 1 Std. Unterlenzkirch. R. 21. Ver- bindgst. 1. 0.— Durch das Schlüchtthal n. Thiengen. Zunächst n. Rotli- kaus 1½ Std. Hier biegt die grosse Strasse T. ab. Nach— 50 Min. Grafenhausen(Ochs). Nach Schinenbach über die Schaffliauser Muhile 1¼ Std. s. bei d.). Im Bogen durch den Ort, u. in— 1½ Std. Binkendon, Hirsch) mit Schlossruinen u. schöner Aussicht vom Bülil- berge 2804“.(Von hier führt eine Fahrstrasse in ¾ Std. in's Tlial der Hettmd bei einer Mühle, u. andererseits wieder hinauf in 40 Min. n. Bettmaringen. Von hier 25 Min. auf die Stühlinger Chaussee. R. von da ab erreicht man in 1½ Std. Stählingen). Die Strasse n. Thiengen führt der Schilächt bei Vogelsang nahè, u. bleibt daran bis — 1 Std. Vehlingen(Wirthsh. z. Post). Schöne Alpenansicht. Dann führt sie wieder ab vom Fluss; Endermettingen u. Kränbingen blei- ben 1. liegen.— 1½ Std. Hof Neuliaus, oder Berghaus(Wirthsh.) genannt. Hier grosses Alpenpanorama. Jetzt r. führt ein Weg zu den— ½ Std. Allmuthhdſen, von wo aus man einen grossartigen Ein- blick in die schauerliche Wildniss der Felsen am Zusammenfluss der Mettma u. Schlücht hat. Darunter besonders die Scheoedenfelsen. Weiter n.— 40 Min. Aichen, u. hinab zur— ½ Std. Witanauer Miiſile (Wirthshaus).— Den weiteren Verfolg der Route s. am Schluss dieser Hauptroute.— Man kann v. Bergliaus auch Thiengen in 1%/ Std. auf der grossen Strasse erreichen. Thiengen s. R. 34. d.— Durch die Schwarzhalde n. Berau, in's Schlüchtthal u. n. Waldshut. Dieser schöne Weg beginnt als Fussweg bei der Kegelbahn v. Seebruch, u. zieht sich I. an den Höhen des l. Schibarza- ers empor nach vereinzelten Bauerhöfen, die Vorder- u. Hinter- Schuo αναi⁵aen heissen.(Im Thale selbst weiter zu wandern,— je- denfalls nur mit Führer,— sind Experimente, zu denen man wenig rathen kann. Schon lange handelt es sich darum, eine grosse Strasse durch das Schwarzathal zu bauen. Freunde der Gegend versprechen sich, dass dieselbe an Naturschönheiten jede andere des Gebirges übertreffen werde. Dies bezweifeln wir zwar, glauben aber, dass allerdings eine der vorzüglichsten Wanderungen für den Touristen damit ermöglicht würde. Diese Strasse soll in 8 Jahren fertig wer⸗ den, u. dann die nächste Verbindungsstrasse zwischen Freiburg u. Waidshut, resp. Thiengen abgeben).— 40 Min. hinter Seebrugg geht 1. ein Fahrweg ziemlich steil hinan, bis— 1½ Std. Schönenbach, von wWo in— 20 Min. n. Staufen, u.— 1 Std. Brenden, einem in der Gegend weithin auffällig sichtbaren Oertchen. Der Weg auf diesem Hochplateau hat prächtige Aussichten gegen die Alpen. Besonders ist dies der Fall bei einer Kapelle, halbwegs zwischen Staufen u. Brenden. Dieser Aussichtspunkt wird von Manchem für schöner als der bei Höhenschwand erklärt,(dem er übrigens sehr ähnlich ist,) wWeil der Vordergrund, der Einblick in die Thäler der Mettma u. Schwarza, malerischer ist. Weiter erreicht man in 1½ Std. Berau (Rössle) 2212“,— Hinab in 35 Min. zur V'itznater Mähile. D. Wei- RNRSRRRPS Route 33. Mettmathal.— Aha.— Schluchsee. 203 tere vgl. am Schluss d. Hauptr.— Von Berau kann man auch auf neuem Wege in 1 Std. Leinegg im Schwarzathal erreichen, 8. eben- falls unten.— Ferner kann man, aber nur mit Führer, auf einem Fusswege über die Schibedenfelsen in 1½ Std. n. den Allmuthhäfen gelangen. S. diese oben bei c. e.— Durch das Mettmathal n. Waldshut oder Thiengen. Zu Anfang wie bei d. bis Staufen 2½ Std. Von hier biegt man 1. ab n.— 25 Min. Bulgenbach.— Oder man beginnt wie bei a bis— 50 Min. Amerzfeld, biegt von hier r. ab durch das Wiesengesenke, dann durch den Schaffliauser Wald zur Schaffhauser Mihle/ Std. (Hier kommt auch ein Weg v. Grafenhausen/ Std. herunter).— Nun muss man sich zur Klausenmihlèe, wohl 1 Std. durchzuwinden suchen, Wo der Weg v. Bulgenback herabkommt. Hier hinauf ½ Std. Der erste Weg ist also der bessere.— Im Uebrigen ist nur Freun- den von Kletterpartieen weiteres Vordringen im Thale hinab allen- falls zu empfehlen. Solche können bis zur Lockmühkle dringen, Was Wohl 2 Std. beansprucht. Von hier müssen sie dann hinauf n. Berau 40 Min. oder Riedern am Wald, 40 Min.— Von da n. UDeklingen eto. ½ Std. Val. bei c. .— Ins Steinachthal s. ganz R. 34 bei Thiengen. Vom Seéebruck- Wirthsh. schlägt man nun den Weg am 1. Ufer(Vom Wegw.„n. Lenzkirch 4)des Schluchsee's ein, der sehr anmuthig ist. Der See ist 1 Std. lang, an der breitesten Stelle ½ Std. breit, bis 95“ tief, liegt 3005“ üb. M., u. hat sehr liebliche Umgebung; besonders hübsch macht sich der Blick n. Aha hinüber; viel Aehnlichkeit mit dem Titisee.— Wo die Chaussee sich theilt, steigt man r. auf. Links geht die neue Strasse n. Aha.— Bald erblickt man auf der Höhe u. erreicht in 35 Min. Schluchsee, 3172“(Stern; Schiff. Es liegt etwas vom See ab, in gesunder Luft, vortrefflich zur Som- merfrische geeignet, u. oft so gefüllt, dass der Tourist kein Unterkommen findet. Spaziergänge mit Ruhepunkten in den Wäldern umher. Zwei Kähne zu Spazierfahrten. Ausflüge von hier ergeben sich aus R. 224, 32 330 Nach Lenzkirch führt der grosse Weg über— 1 Std. Dres- selbach S. O. b.— Ein anderer Weg führt über— 20 Min. Unter- Fischback u.— 1 Std. n. Oberlenzͤkirch.— Nach 4α der alte Weg 1 Std. 10 Min., der neue am See 1 Std. Zum Feldberg s. R. 24. No. 9.— In's Steinachthial s. R. 34 bei Thiengen. Wir begeben uns auf demselben Wege zurück nach ½ Std. Seebrugg, u. weiter zurück über die Brücke, 1½/ Std. zu dem S. 201 genannten Wegweiser auf der gros- sen Chaussee. Derselbe zeigt nicht n. Häusern oder Hõhen- Schbνπ,J,j. Wir folgen aber der grossen Chaussee nach 1. Es ist nicht rathsam, weiter auf der Thalsohle der Schwarza zu Wandern.(Vgl. o. bei d). Allerdings kann man es durchsetzen, bis man bei Leinegg auf guten Weg kKommt. Man geht dann 20 Min. vom Wegweiser von der grossen Strasse 1. ab zu den Sägemühlen, RRRRRN Route 33. 204 Häusern.— Höhenschwand. überschreitet den Fluss, u. setzt drüben den Weg fort. 3½ Std. bis Leinegg. Man muss häufig klettern, springen, durch den Fluss waten. Die sehr gute Chaussee geht erst im Thalboden der Schwarza, steigt später allmälig am r. Thalhang empor, u. bietet sehr schönèe Einblicke in die tiefe Thalspalte der Schwarza, sowie, wenn man höher kommt, selbst auf Alpen- spitzen. Nach längerer Zeit biegt sie r. u. kommt auf das Hochplateau v. Häusern. Doch sieht man zuerst I. oben Höhenschwand, dann darunter 1½ Std. Häusern, 2987“(Adler), weithin zerstreute Höfe, in der Mitte einen dichteren Complex bildend. Wenn man an diesen kommt, zeigt I. ein Wegweiser n. Höhen- Schhαν“e. Gradeaus geht's n. St. Blasien. Man geht also I. u. kommt an den Gasth. zum Adler, I. an der Ecke des breiten Weges,(der n. Scheoaraabruch im Thale der Schwarza kührt, u. von dort u. Stasfen 3/ Std., od. Brenden 1½¼ Std.) An dieser Ecke aber bleibt man r. Der Weg steigt u. man gewinnt einen köstlichen Blick auf St. Blasien, wohin gleich darauf auch eine zweite breite Fahrstrasse r. hinab führt. Wir bleiben I., steigend, u. bald heben sich mehr u. mehr nach rückwärts über dem Thale die Bergstöcke des Bel- chen u. Feldberg empor. Ebenso n. Osten Fernblicke zur Schwäbischen Alp. 3½4. Std. Höchenschwand oder Hohenschioand(Ochs, äusserlich unscheinbar, aber recht empfehlenswerth). Der Ort wird auch Hächenschwand genannt. 3380“. Kleiner aber sehr arbeitsamer Ort. Küblerei, Weberei, grosse Stroh- hutfabrik. Höchst gelegener Pfarrort Badens, den kein Schwarzwaldreisender versäume. Wenn die Luft einiger- massen geeignet ist, so hat man von dem etwa 10 Min. ent- fernten„Belvedere“ einen Ausblick auf schwäbische Alp, Schwarzwald, und die Schweizer etc. Alpen, der von den Meisten für den allerschönsten dieser Gebirge erklärt wird. Das vorzügliche Kellersche Panorama ist im Gasthofe ein- zuzehen. Auch ohne die Eisgebirge ist der Umblick noch sehr lohnend. Wer vielleicht auf das geeignete Wetter war⸗ ten will, weil es zu hoffen steht, findet Gelegenheit zu man- cherlei Ausflügen. So zum Eisloch 11 Std., Höhle mit Eis noch im Sommer.— Zum Heidenschiloss oder Tomburg, auch Thunerburg, bei Segaben 110. Std.— Nach Schluchsee; n. St. Blasten über Hdiusern; über Dieses auch n. Sehioaræaabruck; oder n. Niedermiinhle im Albthale. Letzteres so: auf der grossen Strasse weiter, an Heppenschoand vorbei;— 35 Min. Frohms cſu ννα,, 1½ Std. Tiæfenhänsern;— 5 Min. hinter dem Orte r. F noch r War- u man- Route 33. Schwarzathal.— Witznau. 205 ab n.— 15 Min. Brunnadern,— 35 Min. Niederméiſle.— Der directe Weg nach Waldshut, Poststrasse, führt über— 110. Std. Tiefenhdesenn (Rössle),— 50 Min. Bannhola(Brauerei Waldhaus). Rechtshin liegt Rennetschiozl. Man kann auch von hier in 1 Std. n. Medermũhle.)— 35 Min. Dorf Waldkirch(Storch) 2298“(Schmitæingen bleibt 1. liegen) 1½ Std. Waldshut. Unserer Route folgend, biegen wir in Höhenschaand selbst vom grossen Postwege ab, und in den grossen Fahr- weg ein, welcher 1. durch den Ort führt, u. gelangen in / Std. an einen Wegweiser, mit 4 Armen; l. geht's n. Strittberg(welches man bald darauf J. liegen sieht), r. n. Attisberg, u. Heppenschwand. Gradeaus in ½/ Std. Amrigscheoand. 25 Min. Segalen(ün der Gegend Segélen gen.) In diesem Orte biegen wir auf den Weg nach 1. ein, wo der Wegweiser nach Nöggenschwiel zeigt(dies ist eine Std. ent- fernt, wir kommen aber nicht dahin). Dieser Weg senkt sich in das Thälchen eines Baches. ½ Std. einzelne Mühle. Gleich darauf ein grosses neues Steinkreuz mit ckelhafter Darstellung einzelner Körpertheile des Gekréuzigten; in diesen Gegenden ist diese Geschmack- losigkeit öſters zu finden. Hier gradeaus bleiben, nicht J. hinab. In wieder / Std. Fohrenbach, eine Sägemühle im Lhale des Fohirenbachies. Wegweiser: jenseits geht's hinauf n. Nög- genschwiel.— Man geht nun 1. dieses Thal hinab, das sehr hübsch, felsig, voll prächtigen Baumwuchses, von einem munter plätschernden Bache durchströmt ist. 25 Min. Eine Wiese. Einzelnes Haus. Man geht über die stellenweise feuchte Wiese weg, überschreitet eine Brücke über die Schwarzach, in deren Thal man somit eingebogen ist, u. kommt auf einen holprigen Fahrweg.(Links am Berghang zieht sich ein neuer Weg n. Berau hinauf; etwa 1½ Std.). Wir gehen r. hinab u. treffen in 5 Min. Leinegg. Lwei einzelne Höfe. Das Schwarza. thal von hier ab bis zu seiner Mündung in die Schlücht bietet eine Menge schöner Landschaftsbilder. Es ist eng, vielfach gewunden. Die Schwarza rauscht lebhaft über ihr felsiges Bett, u. schöne Felsenpartien schliessen es ein. 50 Min. Witznauer Mühle.(Wirthsh. in der Mühle, Wenig zu haben. Wein Könnte viel besser sein. Kein Bier, aber Selterwasser). Die Mühle liegt schön, am Zu- sammenfluss der Schlücht u. Schwarza. Die Schlücht auf⸗ würts sieht man gewaltige Felsenpartieen, unter denen be- 7 3 ⏑ 206 Route 33. Schlächtthal.— Gutenbg.— Gurtwl. sonders die(bei Seebrugg unter c. genannten) Schioedenfelsen am Einfluss der Mettma in die Schlücht hervortreten. Hier hindurch führt die neue schöne Chaussee n.— 1 Std. Berau Rössle) 2212“. Halbweges ist ein Pavillon erbaut, der einen gross- artigen Einblick in die zerklüfteten Massen gewährt. Niemand ver- säume, diese Felsenstrasse wenigstens bis hierher zu besuchen. Sie gehört zu den Glanzpunkten des Gebirges.— Von Berau weiter über Brenden, Schonenbach, Schaffhiausen Muhle, Grafenhausen, Rothhaus nach Lenaſirch oder Bonndorf ete. S. oben bei Seebrugg, b. Nach Waldsoſiut führt nun das Schlüchithal abwärts, seit 1866 ein vorzüglicher Fahrweg. Die Partieen, felsiger Natur, durch welche der Weg führt, sind oft sehr malerisch. Besonders bei 50 3 Std. Gutenburg, Mühlenwerke mit einer HRuine auf steilem Felskegel, 1640 durch St. Blasien zerstört. Von Schatzgräbern oft unterwühlt. Bald darauf, zehn Min. vor Gurtweil, mündet der Ha- selbach r., welcher hübsche Wasserfälle bildet, in 10 Min. zu erreichen. Gleich darauf geht r. auch ein Weg hinauf, Madch der n. Weillieim, 1729,(Adler) ½ Std. führt, Ausflugsort Haldel. der Waldshuter u. Thiengener. Man kann von hier in 10a Std. n. Dietlingen mit der Ruine der lurri Burg Lonegg,— oder in 110 Std. n. Nöggenschwiel(Bei der Kapelle 21 4 Std. vor Nöggenschwiel gradeaus bleiben), von wo über Segalen in 2 Std. n. Höhenschwand.— Oder auch in 12 Std. n. Indlebofen, u. Weiter in 1104 Std. n. Waldshut.— Oder endlich in ½ Std. n. Aispel, wWo der Haselbach noch viel höhere Fälle als unten bildet. 25 Min. v. Gutenburg folgt Gurtweil(Hirsch; Bruck- haus). Noch vor dem Orte führt I. eine bedeckte Brücke über die Schlücht. Ein Wegweiser zeigt, dass dieser Weg n. Jhiengen führt. Es sind dahin/ Std.— Man bleibt also hier gradeaus, u. geht durch das Dorf, bis an einen Wegweiser, welcher 3/ Std.(ziemlich richtig) n. PFaldsſiut zeigt. Der Weg, der hier geradeaus weiter geht, ist die Chaussee n. Waldshut, die einen Umweg macht, u. in 15/ Std. hinführt. Man schlage sie nur dann ein, wenn man in der Dunkelheit Abends sich etwa zu verirren fürchtet.) Hier von diesem Weiser geht man r. ab. Der Weg steigt an einzelnen Häusern des Ortes vorbei, dann I. um- biegend, etwa 20 Min., u. führt dann in einen köstlichen Buchenwald. Hier gleich am Eingange geht von dem brei- ten Fahrwege(der auch hinführt) r. ein schöner Fussweg ab, der später, nachdem man über ein schmales Wiesen- thälchen(mit dem Brunnenhäuschen der Wasserleitung für RRRrrrr Route 34. Waldshut. Waldshut) weg, Häuser v. Waldshut geschen hat, auf den Fahrweg zurückführt. Diesen Fahrweg er. hinab. Man erblickt Waldshut, kommt über die Eisenbahnstränge, durch Vorstadt, an den ehemaligen Wallgraben, was einen recht alterthümlichen Eindruck macht, in's Schaffhauser Thor. Dieser Eindruck verliert sich auch in dem Städtchen nicht, das aus einer Hauptstrasse(jenseits sieht man gleich das andere, das Baseler Thor) u. wenigen Nebenstrassen besteht. Der„Rebstock“ liegt I. in der Hauptstrasse, der„Rheini- sche Hof« in éeiner Nebenstrasse, welche vom Baseler Thor innerhalb I. abgeht. 50 Min. von Gurtweil Paldshut. R. 34. Route 34: Waldshut und Umgebung.— Eisenbahnfahrt bis Schaff- hausen.— Thiengen.— Das Steinachthal.— Ober- lauchringen.— Hohe Randen.— Neuhausen u. Rheinfall. 2 Tage reichen aus, um Waldsheit u. Thiengen u. einige der kleine- ren Ausflüge nach beliebiger Auswahl kennen zu lernen, u. am Nach- mittage des zweiten Tages zum Rheinfall n. Neuhausen zu fahren, wo man dann vielleicht zur Erleuchtung des Falles zu bleiben vor- zicht. Sonst kann man Abends noch n. Schalffhausen kommen.— Wer die Ausflüge in das Steinachthal, aum Hoken Randen, n. Küissach- burg oder in das Mautachithal gen Stüllingen machen will, muss natür⸗ lich nach Verhältniss zulegen. Waldshut, 1143“(Rebstock mit Rheinpavillon; Rhei- nischer Hof; Lamm; Restaur. 2z. Blume; Bahnhofsrestaur.; Biergarten v. Haas vor dem Baseler Thore; dito v. Sutter nahe dem Bahnhofe; Rheinbäder) 2040 EwW. Vielfache Fa- briken und Gewerbe. Stattliche Kirche von 1804.— Spuren römischer Niederlassungen. Ehemals wohl ein Waldschloss, dann weiter schreitend, wurde es erst 1249 durch Rudolph von Habsburg zur Stadt erhoben und blieb österreichisch. Seine Geschichte ist aber sehr bewegt. 1468 wurde es v. 16,000 Schweizern vergeblich belagert(seine Lage wWar er- sichtlich ehedem ausserordentlich fest). 1492 abgebrannt. Immer seit den Bauernkriegen mitleidend in den Hauen- steiner Unruhen. Seit 1806 badisch.— Vgl. Fecht, Gesch- d. Amtsbez. Waldshut. RRDrr ⏑ 2 N PP Route 34. Waldshut.— Thiengen. Spaziergänge: Auf den Calvarienberg führt in ½ Std. vom Bahnhofe aus ein Fussweg, ziemlich steil. Oben Ansicht Waldshut's, des Schweizer Ufers, der Alpen.— Zum Haspel: Aus dem Baseler Thore. Dann r. den Weg über die Bahn. Ein Wegweiser zeigt n. Eschbach. Diesen Weg einschlagen, u. schon beim zweiten Hause den etwas gerölligen Weg er. hinauf, der sich dann 1. dreht. An einem Pavillon, ½ Std. von unten(Vverschlossen) schöne Aussicht. Noch umfassender, Wenn man den Weg noch 10 Min. weiter verfolgt bis zu einem run- den Ruheplatz. Man sieht Waldshut, das Schweizer Ufer u. seine Höhen, u. die Hochalpen vom Säntis bis zu den Diablerets. Sehr malerisches Bild.— Durch, das Schmitzinger Thal nach Sclimitzingen (Löwe) 1 Std. u. Dorf Waldlirch(Storch) 50 Min.— Von hier nach Gais 20 Min., u. Espach(auch Eschbach gen.) 30 Std., Paldsſeut 1 Std. —.Oder n. Indleafen 1½ Std., Wasserfall bei Aispel ½ Std. Zurück Vgl. R. 33 bei Gutenburg. Grössere Ausflüge:(Vgl. auch die bei Thiengen.) Sie ergeben sich aus R. 33 in Verbindung mit R. 24 u. 23. Nach Schahhausen, dem Rheinfall s. u. Nachmittagsausflug).— Nach Singen u. Hohentiviel u. zurück(1 bequemer Tag). S. R. 35 u. 36.— Constanz R. 35(1 bis 2 Tage, je nach der Einrichtung).— Nach der Kiuissachburg s. u. beĩ Oberlauchringen(eine kleine Tagespartie). Auf der Schweizerseite:(Wir könnten hier viel abhandeln; da aber die Schweiz nicht in den Kreis dieses Buches gehört, beschrän- ken wir uns auf folgende Angaben: Zu dem Fahrhiaus 35 Min., ober- halb Waldshut. Mit der Fähre übersetzen, u. n. Coblenz(Blume), einem Schweizer Dorfe am Einfluss der Aar in den Rhein, über wWel⸗ chen hier eine Eisenbahn-Gitter-Briicke führt.— Ferner Leuggern 1½, Std.— Zurzach 2 Std.— Leibstätten(oder Leibstadt) u. Schloss Bernau 1½ Std.— Reuenthal /4 Std.— Nach dem Badeort Baden in der Schweiz Hötel Bahnhof; Bär): Mit der Bahn in 1½ Std., be- auemer Nachmittagsausflug. Will man einen ganzen Tag darauf Verwenden, so kann man den Laegern, 2635“, besteigen, Wo grosses Alpenpanorama. Auch die mit Anlagen geschmückten Prümmer des zStein's zu Baden“ über dem Orte geben eine schöne Aussicht.— Nach Bad Schinznach Gadegasthaus) auch das„Habsburger Bad“ genannt. Mit der Bahn in ½ Std. Ueber dem Orte auf dem Mulpels- berge, 1627“, die Trümmer der Habsburg, des Stammschlosses des Oesterr. Kaiserhauses(oben Wirthsch.) Hinauf 25 Min. Eine Nach- mittagspartie. Die Eisenbahn führt in etwa 1 Std. 20 Min. bis Schaff- hausen. Sie durchschneidet zunächst den Aarberù Ganger Tun- nel), führt dann über die Sehlücht, u. erreicht Stat. Thiengen, 1158“(Krone; Ochs) in sehr freund- licher Lage am Fusse des Hohen Brundes u. Glochenberges. 1736 Ew. Einst Sitz der Landgrafen vom Klettgau. Séeine Geschichte ist noch bewegter als die v. Waldshut. Es wechselte oft den Herren. 1499 von den Schweizern zer- stört.— Spuren römischer Niederlassungen.— Vielfache Gewerbe u. Fabriken. RRRrrrre RSN Route 34. Steinachthal.— Lauchringen. 209 ö Spaziergänge: Auf den Vitibuck, ehemals Einsiedelei des Heil. Veit. Kleiner Hügel hinter der Stadt. ½ Std. hinauf u. zur. Grosses Schwei⸗ zerpanorama; hübsche Anlagen.— Zum Langenstein 20 Min.— Gurt- 10eil‘ Std. s. R. 33.— Fahrhaus(u. Coblenz) 1 Std. 10 Min.— Ueber Unterlauchringen 1½ Std., n. Kadelburg am Rhein/ Std. Grössere Ausflüge: Vgl. Waldshut u. die daselbst angegebenen Nachweisungen.— Hier ist noch die Tour in das Steinachthal, oder Thal der Steina anzuführen. Auch sie ist beschwerlich, u. Führer stückweise sehr wünschenswerth, denn mehrfach hört der Pfad auf. Aber man kann immerhin, wenn man einige Beschwerden nicht scheut, in einem starken Tagemarsch bis Bonndonf durchdringen, nicht ohne belohnende Ausbeute an landschaftlichen Schönheiten. Denn auch hier hofft man in acht Jahren eine unten durchgehende Strasse zu haben, die mit der Wehrastrasse wetteifern kann.— Zu- nächst auf der Chausse n. Lauchringen etwa 25 Min.— Hier 1. ab- biegend, am r. Ufer auf ganz gutem Wege durch das stille Waldthal der unteren Steina bis— 1 Std. Detzeln(Ochs). Von hier beginnt der schönste Theil des Thales. In der Nähe, weiter aufwärts 1., Trümmer der Burg Kränbingen. Der Weg führt v. Detzeln allmälig am 1. Thalrande aufwärts über— 1ſ2 Std. Rassbach,— 25 Min. die Thalläſe,— 35 Min. Untermettingen 1734“. Von hier wenn man will in/ Std. Obermettingen. Sonst aber unten im Thal, Wo der Weg mehrmals aufhört, Wweiter n.— 3/ Std. Sägemühle. Hier führt 1. ein Weg in 3 Std. n. Uehlingen(R. 33 bei Seebrugg c.); r. n. Obermettin- gen 25 Min. Dies ist der Weg, den man herunter kommen muss, Wwenn 7 man von Untermettingen aus oben geblieben War. Von dieser Säge- mühle ab unten weiter bis— 1 Std. zu einer andern Sägemühle, Wo 1. der Weg n. Birkendorf führt, 1 kl. Stündchen; r. hin n. Bettmarin- gen 34 Stündchen. Beiderseits ganz guter Fahrweg. VgIl. Beides R. 33 bei Seebrugg c. Von dieser zweiten Mühle ebenso weiter bis — 40 Min. FRoggenbach(oder Weissenego),— 10 Min. Steinegg, zwei Ruinen am 1. Ufer, vielleicht die schönste Stelle des Thales. Beide Burgen wurden im Bauernkriege 1525 definitiv zerstört. Die Ruinen aber werden sorgfältig erhalten. Tische u. Bänke, hübsche beschränkte Aussicht. Hin Fussweg dient zur Verbindung zwischen Beiden. Von hier ab ist der Weg im oberen Steinachthale besser.— 20 Min. spä- ter fällt I. der Erlenbach in die Steina. Der Weg, der hier r. abgeht, führt in 1/2 Std. n. Wittlekofen, u. von da in 5 Min. auf die Stühlin- ger Chaussee. Stühlingen ist von da r. 21½ Std. Der Weg 1. hinauf kührt über den Welschhof 15 Min., n. Ebnet/ Std., u. von hier auf die Landstrasse zwischen Schluchsee u. Bonndorf; oder in 1104 Std. Schaff. n. Grafenhausen auf die Landstrasse zwischen Schluchsee u. Thien- gen. Beides vgl. R. 33 bei Seebrugg c.— Man bleibt auch hier grade- Aus im Thale der Steina, u. erreicht in dieser Richtung, an verschie- denen kleinen Thalmündungen vorbei, in— 11/4 Std. die Chaussee zwischen Rothhaus u. Bonndorf bei der Steinsäge Badewirthshaus). — Wer das Thal indessen ganz zu Ende verfolgen will, kreuzt hier die Landstrasse, u. erreicht auf ganz gutem Wege, an verschiedenen Sägemühlen vorüber, in— 1½ Std. Summerau,— 25 Min. Balehausen, von Wo er r. über Dresselbach in 1½ Std. Schluchsee,— I. aber über Ameræfeld in 1 Std. 50 Min. Seebrugg erreicht. Vgl. R. 33. Die Eisenbahn lässt Unter-Lauchiringen r. liegen u. hält auf der Stat. Ober-Lauchringen, 1185“(Adler) welche 10 Min. vom Ort entfernt ist. r Tun- V. Seydlitz, Schwarzwald. 14 RSRRRRRRPRRRRD N rrrrrrr N 210 Route 34. Küssach.— Schleitheim.— Hohe Randen. Von hier durch das Wutachthal n. Stiiſlingen u. Neustadt vgl. R. 22 Verbindgst., oder Lenzkirch u. Bonndouſ Vgl. R. 21 Verbindgst. 1 u. 2.— Schöner ausflug von hier nach Ruine Kiissach oder Küssnach: Auf der Neunſircher Chaussee bis—/ Std, hinter der Station r. ab auf die Chaussee n.—/ Std. Bechitersbohl Hirsch).— Von hier in ½ Std. auf die Ruine Küssachburg oder auch Küs- senberg 2110/. Diese 1634 von den vor den Schweden abziehenden Kaiserlichen zerstörte Burg gewährt von ihren umfänglichen Trüm- mern eine grosse Rundschau auf Alpen, Jura, Schwarzwald u. Ran- den, so wie das Rheinthal u. die Ausmündung des Wutachthales. Sehr zu empfehlen. Das Dorf Küissnach liegt v. Beclitersbohl 35 Min. entfernt. Die Eisenbahn führt nun im sog. Klingengraben-Thal weiter nach Stat. Griessen. Das Dorf 10 Min. r. Strasse n. Eglisau 3 Std. u. weiter Zürich. Stat. Erzingen. Grenzstation. Das Gepäck der Rei- senden, welche durch Schweizer Gebiet nur durchfahren, kann hier zur Vermeidung der Zollvisitation den Beamten übergeben werden. Bald darauf passirt der Zug die Grenze. Auf Schweizer Gebiet: Stat. Wilchingen-Neuhaus. Für die Weinorte Unter- u. Ober-Halld, welche l. liegen. Gleich hinter Neuhaus liegt das kleine Bad Haslach. Stat. Neunkirch(Sonne; Post) 1700 Ew. Altes Schloss. Stat. Beringen(Adler; Sonne). Am Fusse des Langen Randen. Von hier Omnibus n. Sckleitheim, das 28½ Std. entfernt ist. Er geht über Löhningen, Siblingen, Hursten.— Schleitheim Gost zum Hirsch; Ochs) 1622“, ist eine kleine halbe Stunde lang im Begging er Tͤhiale. Römische u. Keltische Reste.— Mitten im Orte geht der Weg n. Mohrishausen 2½ Std. Auf diesem Wege erreicht man in 1 Std. die Trümmer der Randenburg 3002“. Von hier zum Gipfel des Randen 3048“ mit Führer, von Schleitheim aus mitzunehmen, 1 gt. Std.— Von Schleitheim ist 1 Std. Beggingen entfernt, von wo, eben- falls, auch mit Führer der Hohe Randen bestiegen werden kann, 1 Std. Das Panorama ist ein ausserordentliches. Schwarzwald, Hegau, u. Alpen. Vgl. auch d. Ende ds. R. bei Schaffhausen.— Eine hübsche Wanderung ist auch folgende: Von Schleitheim n. Beggingen 1 Std.— 5 Min. hinter dem Orte Il. abbiegen, u. über— 1 Std. den Eickhiof, wieder auf Badischem Gebiete,— 20 Min. Fuesen. Verfolgt man von Schleitheim die Poststrasse weiter, so erreicht man in 7½ Std. Dorf Stuhilingen im Wutachthale. Zu Beidem Letz- teren vgl. R. 22 Verbindgst. Stat. Neuhausen, 1379“(Bellevue; Schweizer Hof. Beides grosse Anstalten) gegenüber dem Falle des Rheines. Wer den Rheinfall sehen will, steige hier aus, denn von Schaffhausen müsste er erst 3/ Std. wieder hierher zurück. RS Eheines, denn vol 1 Mrück Route 34. Neuhausen.— Rheinfall.— Schaffhausen. 211 — Folgende Art ist die rathsamste den Fall zu besichtigen. Imbiss auf der Terrasse des Hötel Bellevue, mit ganz freiem Aus- blick auf den Fall, so wie grossartigem Alpenpanorama. Nun den kleinen Pfad durch den Rasen hinab, auf dem grossen Wege r., u. Wo die Stufen hinabführen, wieder I., an das Ufer bei dem sog. Schlõsschen Vörtk. Nun l. am Ufer zu dem grossen Baum mit Bank. Bester Gesichtspunkt für den Fall an sich. Der Rheinfall ist 85“ hoch, u. 300“ breit. Jedenfalls war er einst bedeutend höher, da- rauf Weisen die Trümmer von Felsen, welche noch in ihm empor- ragen. Spätere Nachkommen haben also die Anwartschaft, ihn vielleicht ganz klein zu sehen.— Wieder zurück zum Schlösschen Moörtk Wirthschaft theuer), u. übersetzen lassen(75 Ctms.) n. Lauf- fen 66 Fre. kostet das Uebersetzen zu dem Felsen mitten im Strom). Man geht am 1. Ufer 1. hinauf u. in die erste offene Gitterthür hinein. Man zahlt 1 Fre. Entree u. besichtigt zunächst die sog. Fisches, Wo man den Fall in der allernächsten Nähe toben sieht, vor seinem Donner kein Wort hören, u. von mancher Spritzwelle überschüttet Werden kann.(Regenmäntel vorhanden). Dann steigt man allmäh- lig an verschiedenen Aussichtspunkten vorbei(darunter eine Grotte), bis zum Schloss Laufen, von dessen Balkon man zuletzt ein sehr malerisch schönes Bild des Falles hat. Eigentlich allerdings am VUeberraschendsten, wenn man den Fall vorher nicht gesehen, u. nun ganz unvorbereitet vom Balkon ab den ersten Blick darauf thut. Dieser Blick u. der von Bellevue sind die grossartigsten.— Im Schlösschen ist eine Bilderhandlung(auch allerhand Andenkchen natürlich zu verkaufen), gute Restauration u. Gasthof.— Man tritt auf den Hof, u. geht durch das Thor hinaus. Gleich I. am Brunnen führt ein Pfad hinab, an die Ausmündung des Eisenbahntunnels, (Welcher unter Laufen durch nach Station Dachsen führt), u. über die Eisenbahnbrücke.(Uebergang frei). Jenseits am r. Ufer gleich 1. den schattigen Weg n. Neuhausen. Zuletat muss man den schwärz- lichen Fahrweg r. hinauf gehen in den Ort Neuhausen Götel Rheinfall mit Restauration, Bier 15 Ctms. gut), Wo man sich erquicken kann.— Nunmehr entweder zu Fuss in/ Std. n. Schaffhausen. Oder auf dem breiten Wege oben weiter in 10 Min. nach Hotel Bellevue zurück, u.(Wenn man nicht mit dem Omnibus des Hötels für 1 Fre. nach dem Dampfschiffe oder dem Bahnhof in Schaffhausen fahren will) an die Station zum betreffenden Zuge. Die Eisenbahn führt auf dieser letzten 3/à stündigen Strecke durch ein enges felsiges Thal n. Stat. Schaffhau- sen, 1302“(Krone; Rabe; Schiff; Löwe; Post; Schwan; Hirsch, jenseits der Rheinbrücke in Feuerthalen mit aus- sichtsreicher Rheinterrasse. Restaur.: Rüden; Blume; Riese; Schaffhauserhof; Mühlethal; Thalgarten). Hauptstadt des Cantons mit 11,000 Ew. Sehr alterthümliche Strassen. Aus der Ansiedelung bei einer Hauptrheinfähre(daher ursprüng⸗ lich offenbar Schiffhausen geheissen, u. der Schaafbock in seinem Wappen später erfunden), u. um die Abtei Allerhei- lügen entstanden. 1264 freie Reichsstadt, war sie eine der ersten, welche sich von Deutschland losriss, u. 1454 dem Schweizerbunde anschloss. 212 Route 34. Hohe Randen.— Route 35. Rheinfahrt. Sehenswürdigkeiten: Der Munoth 1437“, gebaut 1564—90.(/ Fre. Eintrittsgeld). Schöne Aussicht. Den Namen dieses alten Schutz- Forts leitet man wohl ganz richtig von dem altdeutschen munt her, das Schutz bedeutet, u. woraus das barbarisch-lateinische mundium Wurde.— Die 1101 vollendete Münsterkirche.— Die Kirche St. Jo- nann von 1120.— Die grossartige Stiftung des Imthurneum, mit Theater, Kunsthalle, u. Conzertsälen. Stadtbibliothek. Von Ausflügen führen wir, da dieses Buch sich nicht auf die Schweiz zu erstrecken hat, hier nur an: Das Mülilethal,— die Ho- Renfhα(Fernsicht), u. den Hohen Randen. Um diesen von hier aus zu besuchen, geht oder fährt man auf der grossen Dondueschin- ger Landstrasse bis— 2½ Std. Mörishiausen, u. von hier mit Führer Weiter in 1½ Std. auf den Gipfel. Will man nicht denselben Weg zurück, so ist ein recht hübscher Weg über Beggingen 1ſ2 Std.(bis hierher Führer) n. Schleitheim oder Fuesen. Vgl. ds. Beides oben bei Beringen. Dies ist zugleich für Den eine Tour, der in den Schwarzwald mit Vermeidung Donaueschingens zurück will. Es schliesst an R. 22, Verbindgst. an. Route 35: Von Schaffhausen nach Constanz, I. auf dem Bhein, II. mit der Eisenbahn.— Stockach.— Radolphzell.— Schienerberg.— Hohenklingen.— Reichenau.— Constanz. Mainau. Bodensee.— Meersburg.— Heiligenberg.— Salem.— Ueberlingen. 1 Jag genügt, wenn man nur durchfahren, u. Constans besuchen wWill.— Nimmt man die schönen Partieen auf den Schienenberg, n. Mainau, Meersburg u. Heiligenberg hinzu, so sind leicht 4 angenehme Tage ausgefüllt. I. Dampfschifffahrt. Sie dauert hinauf 4 Std., herab 3 Std. Bei heissem Wetter etwas zu sonnig, ist sie doch sehr interessant, u. ist nach dem Bau der Eisenbahn mit Unrecht vernachlässigt.— IJ. bedeutet links, r. rechts vom Aufwärtsfahrenden, also umgekehrt wie geographisch richtig wäre. Rechts fortdauernd Schweizer Gebiet. r. Kloster Paradies, aus Constanz im 13. Jahrh. hier- her verlegt. I. Badische Enclave Blsingen. Hier ist der vor Alters wegen seiner Räuber(Schächer) berüchtigte SchächenꝛZoald, der sich bis Schaffhausen z0g. ut. mn fheiß, Iphael.— Constant enderg.— Route 35. Rheinfahrt.— Hohenklingen. 213 r. Kloster St. Catharind, aus Diessenhofen hierher ver-⸗ legt,— gleich darauf Diessenfafen(Adler). J. Oben in Weinbergen Gailingen, badisch.— Waldige Ufer. Stromschnellen. Nach längerer Zeit r. Ryeinbhlingen. 1. öffnet sich das Biberthal. In der Ferne erkennt man die Berge des Höhgau, Ramsen u. Hohentwiel.— Am Rhein die schönste Stelle der Fahrt: Hohenklingen u. der Aus- sichtspavillon auf dem Wolkenstein.— Am Ufer liegt HemmsishogEn u. späüter Stein(Schwan; Bierhaus bei dem Stationsplatz des Schifles. Grade Zeit genug, den Durst zu löschen).— Eine Brücke führt hier nach r. Burg, Fundort mancher römischer Alterthümer, 80 wie Pagenhausen.— Oberhalb der Wörnd, eine Kheininsel. Hinter derselben wird der Strom seebreit. r. Eschens, Fundort germanischer u. römischer Alter- thümer.— Auf der Höhe Schloss Freudenfels u. Probstei EKlingensell, sowie Schloss Liebenfels. J. Auf wieder badischem Boden Stiegen,— dann Ober- staad, Fabrik,— dann Kattenhiorn. r. Letzterem gegenüber Mammern, u. weiter auf der Höhe der Thurm von Schloss Neuburg. J. Gegenüber, im Obsthain, Wangen. Keltische Pfabl- pauten.— Etwas weiter Schloss Marbach, 1369 von den Constanzern im Kriege gegen Probst Mangold v. Reichenau, welcher Constanzer Fischer im Streit um die Fischereige- rechtigkeit eigenhändig geblendet hatte, zerstört; jetat neu gebaut. r. Gegenüber auf der Höhe Garisegg, Landsitz der Fürsten v. Waldeck.— Dann Kloster Feldbach. I. Hemmenhiofen. r. Stechborn(Sonne; Löwe), ehedem Stockenhüren. 1. Gatenphofen. Der Rhein ist hier zum See geworden, welcher der Unter-See genannt wird. Links nach Norden hin schliesst sich derselbe an den Zeller See. Weiter Aus- plick. Das Schiff bleibt dem 1. Ufer nahe(also rechtshin). 1. In der Entfernung am Ufer sieht man Hornstadd u. darüber die Kirche v. Horn. In weiter Ferne schliessen die südlichen Ausläufer des Hohen Randen den See, vor 214 Route 35. Rheinfahrt.— Eisenbahnfahrt.— Hegau. denen der Hohenstoffel, Hohentwiel, Hohenkrähen, Mägde- berg, Hohenhöwen(Ygl. unten Eisenbahnf. u. d. R. 36). Rechts von dem am Ufer sich erstreckenden Radolfaell Schloss Friedingen, Ruine Homburg. Mehr im Vorgrund schwimmt das liebliche Reichienau, mit Viederaell, Vunster, Oberæell u. Mauertrümmern v. Schonfeln. r. Das Schweizerufer strotzt von lachenden, malerischen Punkten.— Zuerst Berlingen(Krone). Darüber Ruine San- degy9.— Dann Hannenbach mit hübschem Schloss darüber, u. noch höher Salenstein. In Mannenbach hat Louis Napoleon Bürgerrecht u. etwas weiter folgt sein Schloss Arenenberg, im 16. Jahrh. urkundlich„Narrenberg“.— Folgt Ermatingen, bester Punkt zur Ueberfahrt n. Heichenau.— Nahebei Schloss Haard,— weiter landeinwärts oben Wolſsberg. Jetzt werden beide Ufer flach. Angeschwemmter Bo- den. Sie nähern sich. Der Rhein wird wieder breiter Strom.— Immer r. liegt Gottlieben, in dessen Schloss durch merkwürdiges Zusammentreffen Huss u. sein Feind Pabst Johann der 238te, zwei oder drei Tage als Gefangene des Concils zu Constanz gleichzeitig sassen.— Landeinwärts Tägermozl u. Schloss Castel.— Nach Südosten erblickt man eine Reihe Hochalpen-Gipfel, den Säntis u. die Vorarlberge. Bei einer Wendung sieht man breit u. stolz Constanz liegen.— Man fährt durch die prächtige Eisenbahnbrücke, u. biegt r. ein in den Hafen, nahe dem Bahnhofe. II. Eisenbahnfahrt. Die Fahrt dauert 1 Std. 50 Min., u. bietet ebenfalls viel des Interessanten. Stationen sind: Stat. Herblingen. Der Ort selbst 1., auf der Höhe das gleichnamige Schaloss.— Weiter durch eine anmuthig Park- ähnliche Gegend nach Stat. NMaengen(Adler; Freihof; Sonnenhof). Von hier aus zieht sich die ehemalige Strasse durch den Höhgau hinauf n. Engen. Für Den, welcher dazu Zeit hat, ist eine recht inter- essante Wanderung über das ganze Hochplateau zwischen den empor- gethürmten, einrahmenden, burgengezierten Bergkegeln:— 1 Std. Ebringen, am Fusse des r. aufstrebenden Heilsberg.—/ Std. Hilzin- gen; v. Hoſientibiel u. Staufen.— 1 Std. Meiterdingen; 1. Hohenstaffeln, r. Weiter ab Hohenkrähen; am Wege strebt der Aãgdeberg empor.— / Std. Welschingen am Fusse des Holienhöitben,— ½ Std. Neufausen, u. jetzt parallel der Bahn in 20 Min. Engen. Das noch weiterhin 1. liegende Neuhötben(Stettener Schlösschen), so wie den Höhgau über- haupt vgl. R. 36.— Die Bergkuppen sind von den angegebenen Ort- schaften an der grossen Strasse Zzu besteigen. Route 35. Eisenbahnf.— Radolfzell.— Schienerberg. 215 Hinter Thaingen wird die badische Grenze wieder er- reicht, u. bald darauf Stat. Gottmadingen. Ueber dem r. liegenden Dorfe sieht man das Gebirge des Cantons Thurgau. Links thürmt sich Heilsberg auf. Weiterhin die anderen Bergkegel des Hegau.— Brücke über die Adch. Stat. Singen, am Fusse des Hohentioiel.— Singen, Hohentwiel u. den Höhgau s. R. 36. Stat. RichelshανEEn, für Böhringen. Stat. Radolfzell Post; Schiff; Lamm; Sonne) 1353“½ͥ Am Ufer des Ausläufers des Bodensees, welcher der Zellen See heisst. 1600 EW. Grosser Fruchthandel. Im 9. Jahrh. entstanden aus Ansiedelungen um eine Zelle des Heil. Ratolf. Die Kirche wurde durch seine, des Heil. Zeno, u. der noch dunkleren Biedermänner Synesius u. Theopompus Reliquien ein Anziehungspunkt für fromme Einfalt und darauf speculirende Industrielle. In der ersten Hälfte des 15. Jahrh. Reichsstadt. 1576 einige Zeit Gesundheitszuflucht der durch Seuche bedrohten Univer- sität Freiburg. 1810 Badisch. Sehenswerth sind die alte Pfarrkirche mit Krypte, mit dem Grabe Ratolfs u. den Reliquien der drei ande- ren Wündermänner; das Rathbaus; u. Häuser des alten Höhgauer Adels.— Vom Orte zieht sich eine 1 Std. lange flache Halbinsel in den See hinein, die Mettnau genannt. Auf den Schienerberg. Sehr empfehlenswerther Ausflug.— Mit Bobt überfahren n. Itznang, an den Abhängen des Schienerberges gelegen(Von hier n. der Eirche v. Horn mit schöner Aussicht 1 Std.), u. an diesen entlang in— ¼ Std. Weiler,— ½ Std. Banhholzen.(Von hier direct n. Schienen über die Höhe 1½ Std.) Weiter n.— 35 Min. Kapellen. Von hier nicht r. n. Bohlingen, noch auch grade aus, son- dern I. kinauf nach Schrotzburg in 40 Min. Man darf hier ehe man Schrotzburg erreicht, nicht r. ab, sondern muss gradeaus gehen. Von hier in— 40 Min. Schienen. Von der Höhe aus ein prachtvolles Weites Panorama über Rhein, Bodensee, Alpen, Schwarzwald, Höh- gau. Man sollte etwas für diese Höhe thun. Ihre Besteigung lohnt Schr.— Hinab: à: direct n. Stein hinab nimmt man den Weg jenseits des Dorfes, Wenn man hindurch geschritten, grade aus, nicht 1. Spä⸗ ter, Wo er wieder sich theilt, führen seine beiden Zweige über— 1 Std. Oehningen n.— 10 Std. Stein,— b: Man Kkann aber auch vom PDorfe Schienen r. abbiegen, n.— 40 Min. theilt sich der Weg; hier 1., u. hinab— 1 Std. n. Hemmishiofen. Von hier kann man über den Paviilon Wolkenstein u. Hohenklingen in etwa 11½ Std. n. Stein. Von hier kann man zum Schluss mit dem Dampfboot n. Constanz, u. von hier mit Bahn vielleicht n. Radolphzell zurück. Oder man fährt mit dem Schiff n. Schaffʒiausen, u. 2. Rheinfall mit der Bahn, u. mit dieser zurück.— Beides eine Tagespartie. Seitenbahn nach Stockach. Fahrzeit 35 Min.— Sie führt über Staſiringen(Sonne) mit den Trümmern der Homburg, im 30jährigen Kriege durch Wiederhold von Hohentwiel aus zerstört; oben schöne Aussicht,— Waflioies(Adler); Blich auf den Ueberlinger See,— Nenzingen(Adler) am Fusse der Nellenburg,— n. Stockach Gost ˖ 216 Route 35. Stockach.— Reichenau. 2. Adler; Krone) 1647“. Altes festes Städtchen von 2000 EW., das, von den Schweizern u. Bauern vergeblich belagert, im 30jährigen Kriege schwer litt, von 1796 bis 1815 durch Einquartierung von allmählig 1 Million Soldaten furchtbar gedrückt wurde.— Altes Narrengericht zur Faschingszeit.— 1796, in der Schlacht bei Liptingen, 3½ Std. nördlich, Wworin Erzherzog Karl die Franzosen unter Moreau schlug, sein Hauptstützpunkt. 1799 schlug derselbe Erzherzog Karl den Ge- neral Jourdan bei Stockach. 1800 dagegen erfochten die Franzosen unter Moreau etwas weiter nördlich, bei Mösskirch, den Sieg, wel⸗ cher den von Hohenlinden vorbereitete. Die Oesterreicher Waren, an Stelle des Wwegen Krankheit vom Heere geschiedenen Erzherzoges, von Kray befehligt, der darauf von dem noch leidenden Erzherzoge wieder abgelöst werden musste.— Man besucht von hier die NVel- lenberg/ Std. mit vorzüglicher Aussicht.— Die Bahn soll über ILossliren n. Sigmaringen weiter geführt werden.— Eine Chaussee führt an der Lorettoſtapelle u. dem Bühlha vorbei in 1½ Std. n. Lud- toigshaſen am UDeberlinger, d. h. Boden-Seè. Von Radolfzell ab führt die Eisenbahn nach Constanz auf Dämmen am Ufer des Zeller Sée's, mit schönen Aus- blicken auf See, Reichenau u. die Alpen. Man sitze des- halb r. Stationen sind: Marſtelfingen, Allensbach u. dann Reichenau-Wollmatingen, von wo man am bequem- sten hinüber kann zur Insel Reichenau. Ein langer Damm fünrt hinüber, der wohl auch manchmal unter Wasser gesetzt ist. An ihm liegt die Ruine Scho- pPfeln. Die Insel ist ungefähr 1¼ Std. lang, 12 Std. breit. Es sind auf ihr drei Ortschaften: Ober-, Mettes, Niedergell.— Die Kirche in Obergell ist 888 erbaut, mit Krypta.— Mettelæell hiess früher Mün- ster(Krone) 1349“, u. hier ist die eigentliche, 816 aufgeführte Kloster- kirche, ein interessanter Bau. In ihr lag Kaiser Karl der Dicke begraben, Urenkel Karls des Grossen, der letzte Carolinger, welcher noch einmal das ganze Weltreich derselben in einer Hand vereinigt hatte, 887 abgesetzt wurde, 888 starb. Sein Leichnam aber wWurde vor an 30 Jahren mit unbegreiflichem Vandalismus aus dem aufge- brochenen Grabe beseitigt. Begreiflicher ist, dass auch der Körper des heiligen Markus, mit welchem die Mönche einst hier ihre heilige Reklame trieben, verschwunden ist. Die Kirche muss sich nun be⸗ Snügen mit den drei Blutstropfen Christi, welche man in dem alten Byzantinischen Cruzifix eingeschlossen zu glauben, die Erlaubniss hat. Dagegen ist das alte Bild des Hochaltares aus dem 15. Jahrh. für Kenner bedeutend.— Auch Mederse/l hat eine interessante Kirche von 882. Kloster Reichenau war einst mindestens 80 bedeutend, als St. Blasien, u. zwar sowohl in Bezug auf Macht u. Reichthum, als auch— hauptsächlich zwischen 800—1250,— in Bezug auf Ge- Iehrsamkeit, so dass man es Schwabens Bildungsschule genannt hat. Während aber bei der Aufhebung St. Blasiens das Personal von den Lehren edelster Humanität durchdrungen war, sank Reichenau bin- nen Kurzem so tief, dass schon 1417 die Absetzung des Abtes durch den Pabst wegen völliger Verkommenheit u. Unwissenheit des Klo- sters erfolgen musste, u. zwar gänzlich ohne Erfolg. Während zu- Ietat St. Blasiens Besitz einen ungeheuren Reichthum von vielen Millio- nen repräsentirte, ging es hier auch darin 80 schnell rückwärts, hei, u. ganzen Uale del Schatten Hr. Hal Hlehad Der Route 35. Constanz. 217 dass schon 1385 der Abt Wernher v. Roseneck mit seinem Einkom- men von drei Mark, sich herbeilassen musste, beim Pfarrer v. Nie- derzell täglich Freitisch zu nehmen. Dabei aber hatten dem Kloster einst 125 Ortschaften gehört, waren ihm 4 Erzherzöge, 20 Pfalz- u. Markgrafen, 51 Grafen u. Herren lehnspflichtig, standen unter ihm 1600 Mönche u. Priester, konnte der Abt bei Romfahrten stets auf seinem Eigen übernachten. Kein Wunder, wenn damals in seinen Mauern sich 400 Mönche„nährten“(und wie)! Die„hohen Herren“, die es zu Lehensträgern hatte, waren ihm wenig förderlich, sondern stets geneigt, ihre Verpflichtungen abzuschütteln. 1541 Constanz in- corporirt, kam es mit diesem an Baden 1805. Seine weltberühmte Bibliothek wurde zum Theil zerstreut; der Rest ist in Karlsruhe. Die Bahn n. Constanz fährt nun an Patershausen vor- bei, u. bald präsentirt sich auf einmal Constanz mit dem ganzen See, den Alpen. Ueber die Brücke, in die Station nahe dem Hafen. Constanz, 1353“, chemals böhmisch u. dann auch deutsch Costnitz genannt.(Gasth.: Halm am See mit Gar- ten; Adler am Markt, mit Garten; Hecht am Fischmarkt; Badischer Hof, Paulstrasse; Krone; Falke; Stern. Restaur.: Im Bahnhof; Dietrich; Kreuzer; Duttlinger. Brauereien: Italien. Keller; Kempter; Buck, wo zwei lustige Gesell- schaften,„zum Spiegel“ u. die„Gerstensäcke“, bei denen Hr. Halm gern einführt; Hager; Rees; Vollmer; Steinbock. Rheinbad mit Schwimmschule). Der Ursprung der Stadt ist in Dunkel gehüllt. Sicherlich ist sie sehr alt. Pfahlbauten. Römeransiedelung.— Zwischen 560—80 der Bischofssitz aus Windisch hierher verlegt. Keltester Stadttheil um den Münster mit Kloster. Seit den Kreuzzügen durch den italieni- schen Handel hoch gestiegen. Mehrfach Versammlungsort für Für- stenberathungen. 1043 ordnete Kaiser Heinrich III. hier den allge- meinen Landfrieden an, und ergriff gegen die Simonie seine ersten Massregeln. Die geschichtlich wichtigste Periode der Stadt ist das allgemeine Conzil von 1414 bis 1418, in welchen Jahren hier 70 bis 80,000 Fremde in der Stadt zusammen waren, die Wohl keine 10,000 EW. zählte, denn die 40, 000 ihrer Blüthezeit sind nachgewiesener Massen„Dichtergold“. Vgl. Marmor's Schriften, u. Fickler, Führer durch die Stadt Constanz. 1415 wurde Joh. Huss, 1516 sein Schüler u. Begleiter Hieronymus vom Conzil verbrannt. Bald darauf begann der Wohlstand der Stadt zu sinken, was durch die neu entdeckten Handelswege, u. dadurch geänderten Handelsstrassen herbeigeführt Wurde. Aber dazu kam auch die gewaltsame Unterdrückung der Reformation, welche doch unter allgemeinem Beifall durch Raths- beschluss u. auf Veranlassung des Patriziers Ambros Blarer, ehedem Franziscaner, eingeführt War, 1526. Von 1192 bis 1548 War Constanz freie Reichsstadt, Wurde aber in letzterem Jahre österreichisch, u. damit War der Reformation der Riegel vorgeschoben. Das Pfaffen- Werk War bald so gut gelungen, dass Kaiser Josephs II. edle Mass- regeln zur Hebung der gesunkenen Stadt durch religiöse Unduldsam- Keit ihrer Bewohner vereitelt werden konnten. So ging denn die Stadt ihrem Ruin entgegen. 1802 verlor auch das Bisthum seine Be- sitzungen. 1805 wurde Constanz badisch. Von da an begann wieder 218 Route 35. Constanz. geistige Regsamkeit. 1827 wurde das Bisthum n. Freiburg verlegt. Diese, zuerst einem Schlage ähnliche, Massregel erwies sich als sehr heilsam. Seitdem ist dort freier Bürgersinn zu erfreulicher Reife gediehen, der mit kluger Benutzung der neuen Verkehrsverhältnisse, unter klar bewusster Führung der städtischen Behörden, in 10 Jah- ren Constanz zu einer so frisch emporblühenden Sstadt gemacht hat, dass sie kaum wiederzuerkennen ist für den, der die dumpfe Stille Kannte, welche ehedem auf ihren grasbewachsenen Strassen herrschte. Höhere u. niedere Schulen, eine Gewerbeschule, eine reiche u. um- fassende Bibliothek, gelehrte u. litterarische Gesellschaften, Gesang- u. Turnvereine, landwirthschaftliche Vereine, gewerbliche, prakti- sche u. Fortbildungsvereine, Kunstverein, Frauen- u. Wohlthätige Vereine, Vereine für Scherz u. witzige gesellige Unterhaltung, Thea- ter, Buch- u. Kunsthandel, viele Fabriken der verschiedensten Art, das Alles bewegt sich in dem Hintergrunde zu dem prächtigen Vor- dergrunde, welchen der Reisende erblickt, wenn er sich mit dem Dampfschiffe der Stadt nähert. Ein Vordergrund, belebt durch zahlreiche Dampfschiffe u. Segelfahrzeuge, Welche einen grossen Handelsverkehr vermitteln,— sowie durch Eisenbahnzüge, welche über die prächtige Brücke daherrollen in den umfangreichen schönen Bahnhof,— u. zwischen Allem durch emsig beschäftigte Menschen. Constanz u. der Bodensee liegen eigentlich schon ausserhalb des Rahmens dieser Arbeit. Wir müssen uns deshalb kürzer fassen, als Wir es bei dem interessanten Stoffe gern thäten, u. erwähnen nur das, was dem Touristen, der bis hierher kam, von Wichtigkeit sein kann. Sehenswürdigkeiten. Der Dom, oder Munster, 1048 gegründet. Jetzige Gestalt aus dem 16. Jahrh. Jetziger Thurm 1850—54. Der alte Thurm 1511 abge- brannt. Aus dem damals geschmolzenen Glockenmetall wurde an- geblich die Maria auf der Säule vor dem südlichen Portale herge- stellt. Die geschnitzten Thüren von Eichenholz, Meisterwerke von 1470 durch Lerch. Chorstühle, den Ulmer nahekommend, aus der- selben Zeit. Steinbildhauerarbeiten von 1460 an der inneren Portal- seite, an der Orgel. Schöne Wendeltreppe am Chor neben der Ka- pelle mit der Grablegung. Schatzkammer sehenswerth, Bilder auf Holz u. Marmor, alte Missalen mit Miniaturen von 1426. Im Capi- telsaal die Vincentsche Kunstsammlung. Die Grabkapelle mit der Nachbildung des heiligen Grabes. Die alte Krypta mit zugemauertem unterirdischen Gang. Zwei Seiten des Kreuzganges. Das Gefäng- niss, wWo Huss die Nacht vor seinem Tode zubrachte; auch die Stelle wird gezeigt, Wo er vor dem geistlichen Gerichte seiner Prie- sterwürde entkleidet wurde: eine immer trockene Steinplatte im Langschiff. Hierselbst fanden die allgemeinen Sitzungen des Con- zils statt. Die Säulen dieses Mittelschiffes sind Monolithen. Hier auch Denkstein von H. v. Wessenberg. Man lasse sich vom Mess- ner führen. Vom Thurm aus ein herrliches Panorama auf See, Al- pen, Höhgau, Schwarzwald, Rheinthal.— Stephansſtinche von 1428—86; alte Sandstein- u. Metall-Bildhauerwerke. Chorstühle. Während des Conzils Sitz des geistlichen Gerichtes. Eine Zeit lang war sie pro- testantische Kirche.— Augustiner Kirche u. Kloster, mit vielen histo- risch merkwürdigen Reliquien.— Jesuitenxirche u. Collegium, mit Ge- mälden von Brugger ete. Das Colleg ist aber jetzt Liceum mit sehenswerther Naturaliensammlang, besonders Petrefacten.— Zahl- reich sind die Kirchen u. Gebäude der alten Zeit, welche in neue- RRRRr 8* Route 35. Mainau.— Bodensee. 2 rer vielfach zu andern Zwecken an Private überlassen wurden.— Das städtische Archivo im Rathhause(Bürgermeisteramtskanzelei), Wo u. A. die Handschrift einer gleichzeitigen Geschichte des Conzils mit gemalten Federzeichnungen.— Das Wessenberg-Haus, die von ihm der Stadt hinterlassenen Sammlungen an Büchern, Gemälden, Stichen enthaltend, so wie FEfahlbautenfunde aus der Steinzeit.— Das Kaufhaus von 1388, unten mit der ehemaligen Waarenhalle, die 1417 als Conziliumssaal diente; darüber die Alterthumshalle, auch ornithologische Sammlung darin, Entree ½ Ere. Hier auch periodi- sche Kunstausstellung.— Die grosse Brücke mit zwei Schienen- geleisen, Fahrstrasse, zwei Fusswegen, u. den Colossalstatuen der Bischöfe Gebhard u. Conrad durch X. Reich, so wie Herzog Ber- thold des Bärtigen u. Grossherzog Leopold durch H. Baur.— Hafen mit Leuchtthurm.— Bahnhofsgebäude mit Thurm.— Hussens Bild in der Paulstrasse an dem Haàause, Wo er Wohnte.— Der Hus- senstein, 1862 von Constanz gesetzt. Es ist ein Findlingsblock, in der Vorstadt„Paradies“. Weg dahin: an der„Gütle-Wirthschaft“ vorüber, I. die Strasse. Nach 100 Schritt r. zum sog.„Brühl“. Dies ist die Stelle, WOo Huss u. Hieronymus verbrannt wurden. Spaziergänge. Aiif dem Schioeieer Gebiet: Die Stadt liegt auf dem linken Rhein- ufer, u. die schweizerische Gränze ist gleich vor dem Kreuzlinger Thore. Von hier aus Spaziergänge: nach dem Gasth. 2. Helvetia in Kreualingen; oder zum Besmer; zum Schoder bei ngelshafen; Amishiafen Bergterrasse.— Weiter sind: Schloss Kastel 1 Std.;— Gyrberg u. Wolfsberg 2 Std.;— Arenenberg 2˙½ Std.;— Sandegg 3 Std.;— Berg, mit Alpenaussicht u. Blick ins Thur-TFhal 2¾ Std.;— Binoinben 2½ Std. Auf der Badischen Seite: Ueber die Rheinbrücke, durch Peters- hausen, bis Wo die Ueberlinger Strasse sich von der Radolphzeller trennt. Die Erstere Weiter. Sie steigt bis zum„schönen Kreuz“. Von hier r. zur Lorettokapelle. Aussicht auf den ganzen See, Mainau, die Alpen. Bis hierher 1 kl. Std.— Nach Reichenau s. o. bei der Eisenbahnstat.— Nach Mainau.(Einspänner 8 Ercs. Zweispänner 12 Fres.). Auf der Ueberlinger Strasse bis zum Wirthsh. der Insel 2 Std. Die Insel ist durch eine Eisenbrücke mit dem Lande ver- bunden. 110 Morgen gross. Höchste Stelle 89“ über dem See. Einst Besitz von Reichenau, dann des Deutsch-Ordens. 1805 Badisch. Es sollte ein Jesuitencolleg daselbst eingerichtet werden, als es jedoch 1863 in den Besitz des Grossherzogs kam, u. der Plan deshalb schei- terte. Ein reizender Aufenthalt, mit sehr lieblicher wie grossartiger Aussicht. Ringsumher die freundlichen, lachenden Ufer des Wweiten Seespiegels, darüber fernhin die gewaltige Kette der Alpen. Altes Cruziflx von 1577 auf der Mitte der Insel. Das Schloss, mit schönen Gemälden u. Kunstwerken neuerer Zeit, wird in Abwesenheit der Herrschaft gezeigt. Wirthschaft im Oekonomiegebäude. Weitere Ausflüge, auf dem Bodensee. Der Bodensee 1261“ üb. M. An der tiefsten Stelle 856“. 16 Std. lang. 51/10 Std. breit. 261/ Meile im Umfang. 91½ Quadratmeile. Beim Föhn stürmisch wie ein Meer. Sonst höchst mild u. freund- lich trotz des gewaltigen Alpenhintergrundes. Sehr fischreich. Rö- misch: lacus Brigantinus. Auch Wohl„Schwäbisches Meer“ genannt. Für genauere Kunde desselben u. seiner Umgegend verweisen wWir auf Schnar's, Bodensee u. Umgebungen. Stuttgart, Cotta. Das ziem- SRRRRRN 220 Route 35. Meersburg.— Salem.— Heiligenberg. lich theure Fahrgeld der Dampfer(4 Gesellschaften von 4 Staaten) kann man durch Retourbillets etwas ermässigen. 25 Personen- dampfer fahren. Abfahrtszeiten s. im Plan in den Gasthöfen. Re- staurationen auf den Schiffen, lassen viel zu wünschen übrig. 1.— Nach Meersburg, Salem, Heiligenberg. Mit dem Dam- Pfer in 3½4 Std. n. Meersburg 1340“(Schiff; Bär; Löwe) am Beginn des Seearmes, welcher der LDeberlinger See genannt wird. Schön- gelegener, sehr alter Ort. Oft Residenz der Constanzer Fürstbischöfe (zuletzt des Fürsten-Primas von Dalberg), welche in der starken Felsenburg, dem alten Schloss ihren Sitz hatten. 1838—56 wohnte Jos. v. Lassberg hier, u. machte es zum Sammelpunkt zahlreicher Gelehrten u. Kunstfachmänner u. Dilettanten. Das neue Schloss ist jetat Taubstummenanstalt.„Meersburger“ ist auch ein„Seewein,“ macht aber die Spötter über Letzteren zu Schanden.— Der em- pfehlenswertheste Ausfſug v. Constanz ist, hiermit den Abstecher n. Heiligenberg zu verbinden. Omnibus zwei Mal täglich hin u. zurück in 3 Std. Zu Fuss: Salem 3 Std. u. Heiligenberg noch 13% Std.— Salem(ost). Das alte Cistercienserkloster War so reich, dass ausser kleinerem Besitz 58 Dörfer ihm gehörten. Die jetzigen Ge- bäude von 1700. Kirche aus dem 14. Jahrh. Jetzt Sommeraufent- halt des Markgrafen Maxim. v. Baden.— Der Fussgänger spart etWas, indem er v. Salem Weitergehend, in Veildonf(Whs. Bierbr.), % Std., r. ab durch Buchenwald zum Finkenhof, dann steil bergan am ehemaligen Thiergarten emporsteigt.— Schloss Heiligenberg (Post, Pension zu billigen Preisen; Gasth. v. Winter, Bier, vor dem Schlosshofe). Dem Fürsten Carl Egon von Fürstenberg gehörig. Der interessanteste Punkt weit u. breit im Lande. Nach den vielen dort bewahrten Reliquien von Heiligen benannt. Auch zu längerem Aufenthalte sehr anlockend u. geeignet. Beschreibung u. Geschichte Y. Fickler beim Schlossverwalter für 1½ fl.— Trkg. 2 Pers. 24 kr. Residenz der alten Gaugrafen des Linzgaues; dann Gräfl. Werden- bergischer Besitz. Schliesslich durch Heirath Fürstenbergischer. Von Graf Joachim 1560 u. flgd. J. mit Benutzung des alten Baues hergestellt u. erweitert. Daher datirt der Rittersaal, mit vielen historischen Curiosen.— Hauptsache ist die zauberhaft schöne, ent- zückende Aussicht: Westlich über köstlichen Vorder- u. Mittelgrund zum schwäbischen Jura u. Höhgau. Dahinter die höchsten Kuppen des Schwarzwaldes. Ausserdem der Untersee. Südlich Salem, da- hinter der Ueberlinger See, Mainau; hinter der Landzunge die Thürme von Constanz, das Schweizer Ufer bis gen Romanshorn, die Rohrschacher Berge u. Schlösser; in der Höhe Heiden, die Bregen- zer Alpen, u. über dem Allen der Kranz der gewaltigen Hochalpen vom bayerischen Hochlande bis zu den letzten Eisriesen des Ber- ner Oberlandes. Oestlich Buchwald, Matten, der Gehrenberg, Tett-⸗ nang, die Gegend von Friedrichshafen, die Allgauer u. Bregenzer Apen. Panorama von Keller. Vergriffen?)— Schlosskapelle mit Gruftkirche.— Spaziergänge: zur„Freundschaftshöhle“ mit köst⸗- lichem Bilde des Schlosses. Weiter auf den„alten Heiligenberg;“ Trümmer der frühesten Grafenburg, Aussicht nach Süden freier.— Oder: von der Schlossbrücke 1. durch den Garten, u. zu dem hier ersichtlichen Belvedere, von wo r. zur„Heinrichsquelle“ hinab. R. hiervon hinab zum„Schweizerhaus,“ wieder r. in den Wald zum „Nagelstein“(aber hierbei nicht ins Thal hinab, oben bleiben), zur „Eeke;“ freier Platz. Hier ehedem Einsiedelei. Aussicht auf Beu- ren ete. Im Bauernhause Erfrischungen. Vom Schlosse hin u. zu- rück 1½ Std. öR Route 35. Ueberlingen.— Bregenz ete. 221 2.— Ueberlingen. Badhötel; Löwe; Wilder Mann; Krone; Mohr. Birkenmaier'sche Bierbrauerei, früher Reichlin-Meldegg'sches Haus). Mit Dampfschiff von Constanz in 1½ Std.— 3633 EW. Im ehemaligen Zeughause grosse Bibliothek. Reiches Spital. Gewerbe⸗ halle. Als Iberingia schon früh urkundlich. Ehedem freie Reichs- stadt. Seit 1803 badisch. Das Badhötel hat Scebäder u. eine Mi- neralquelle zum Trinken u. Baden, s0 wWie Molken; 600 Kurgäste, besonders Schweizer. Schöne geschützte Lage. Sehenswerth die Mänsterfrirche aus 14. Jahrh. 5 Schiffe. Kunstvoll geschnitzter Hoch- altar der eingeborenen Meister Zein u. Gaist von 1634. Von dem einen ausgebauten Thurme prächtige Rundsicht. Kirchenschatz in der Sakristei. Der Oelberg wurde vom Constanzer Dom in der dortigen Reformationsperiode hierher geflüchtet. Der Rathkaussdal, restaurirt, gothisch, einer der schönsten, seiner Art.— Von hier Ausflug n. Sipplengen(Krone; Löwe) 1½, Std. mit der Ruine Hohen- Fels u. zum Haldenhof mit berühmter Aussicht. Auf dem Wege nach Sipplingen kommt man durch Goldbach mit den Heidemlöchern. Dies sind Höhlen mit Grotten, Treppen, Gängen, etc. von bisher nicht aufgeklärter Bestimmung, Wahrscheinlich aus dem 10. Jahrh. Leider hat ein Theil dieser merkwürdigen u. höchst interessanten Baulich- keiten der neuen Strasse weichen müssen.— Von Sipplingen kann man zu Kahn n. Bodman überfahren, dem Orte, Welcher dem Bo- densee seinen deutschen Namen gab, am sagenreichen Frauenberg, Worauf die alte Pfalz stand. Von diesem, wie von der Ruine 4ʃt- Bodman(d. h. hoch vom lat. altus) herrliche Aussicht. Man kann von Bodmann in 1½, Std. nach Station Stahringen gehen, u. so nach Constanz zurückkehren. Die übrigen Orte am Bodensee fallen noch mehr aus dem Rah- men dieses Buches. Mit Dampfschiff nach 3.— Friedrichshafen s. ER. 7. 4.— Lindau s. ER. 7. 5.— Bregenz(Oesterr. Hof; Schwarzer Adler, beide am See; Post; Krone) Hauptort des Vorarlberges, römisch Brigantia. Die Oberstadt war das römische castrum.— Köstliche Aussichten: von der Bregeneer Klause, 3½ Std.,— Vvom Gebhardsberge 2091“, 3 Std. Oben Schlosstrümmer, Wallfahrtskirche, Wirthshaus,— vom Ffändler 3264“, 2½ Std. mit Wirthshaus. Der höhere immer der schönere Punkt.— Abstecher zum Schrechen, ein einzig wunderbarer Punkt in den Alpen, in gut 4 Std. 2u erreichen.(Whs. bei der Kirche empfehlenswerth). 6.— Rorschach Gechof; Hirsch; Schiff; Kronez Koch's Höt.; Grüner Baum) 2617 Ew. Seebadeanstalt. Als Sommeraufenthalt sehr beliebt.— Spaziergang zum St. Annd- oder Rorschacher Schioss, oder zum Eossbuhe! 1/ Std. Beides prächtige Aussichten bietend. 7.— Romanshorn(Hot. Bodan; Römerhorn), alter Ort. Rö- misch cornu Romanorum. Neuer Hafen, der für den besten des Sees gehalten wird. Ausgangspunkt der Eisenbahn nach Winterthur u. Zürich. RRRRR NNNNNNS R Route 36. Hegau.— Singen. Route 36: Von Constanz nach Donaueschingen.— Singen.— Engen. Hohentwiel.— Stettener Schlösschen.— Der Höhgau. Aach.— Wasserburgthal. 1 Iag, wenn man nämlich Morgens n. Singen fährt, den Hohenhotel besteigt, n. Engen fährt, das Stetiner Schloss besucht, u. Abends mit der Bahn n. Dondueschingen fährt. Denn nicht leicht wird Jemand sämmtliche Burgen u. Kegel des Höhgau besteigen, der nicht beson- dere Zwecke verfolgt, weil die Aussichten sich sehr gleichen. Man besucht ausser Hohentwiel etwa noch das Stettner Schloss, u. hat da- mit einen charakteristischen Ueberblick gewonnen. Wer freilich länger hier verweilt,— u. diesem sei Eugen besonders empfohlen,— wWird bald eine, bald die andere Burg erklimmen, u. seine Freude daran haben. Der aber versäume auch die bei Engen angegebenen Ausflüge nicht. Sie werden ihn sehr befriedigen. Eisenbahn v. Constanz n. Singen vgl. R. 35. II.— L. sitzen bis vor Singen. Singen, 1437“(Post 2. Krone). Grosses, sauberes u. wohlhäbiges Dorf an der Aach. 1400 EwW. Die Lage am Fusse des Hohentwiel ist überraschend beim ersten Er- blicken, u. malerisch.— Wer nur diese alte Bergfeste be- suchen, u. sich in Singen nicht aufhalten will, lässt sein Gepäck im Bahnhofe, u. geht von diesem aus I. die Chaus- see, dann r. den ersten Fahrweg. Er führt am Kirchhofe vorbei in die Hauptstrasse des Ortes. Diese r. hinab. Man ist dann in 8 Min. vom Bahnhofe an einem Wegweiser in der Dorfstrasse, welcher I. n. Hohentwiel zeigt.— Diesen Weg über die Bahn fort, u. wenn man an dem einzelnen Wirths- hause Vorbei ist, den Fahrweg r., der hinaufführt, gehen (nicht unten 1.). Man steigt andauernd u. ist in weiteren 35 Min. am Wirthshause auf der Höhe, mit Bierbrauerei. Schrägüber, beim Schulzen, sind die Karten für den Thurm zu 12 kr. die Person, u. der Führer(Trinkg.) zu haben. Wer den Thurm nicht besteigt, kann ohne Führer in die offenen Theile der Burg. Nicht rathsam, weil man die Rund- schau geniessen muss, u. dies nur vom Thurm angeht.— Vom Wirthshaus weiter Iohe Vertl., VI telet in 6 Tgeh. ihgel. b. Man Wirtls⸗ gehen eiteren tauerei. Thurm Daben. Route 36. Hegau.— Hohentwiel.— Engen. 223 15 Min. Die unteren Werke. 10 Min. Die oberen Werke.— Die Aussicht ist so- wohl eigenthümlich interessant, als auch landschaftlich schön. Gutes Fernrohr mit Richtscheibe oben. Man über⸗ blickt den burgenreichen Höhgau, einen Theil Oberschwa⸗ bens, einen beträchtlichen Theil des Bodensees, einen grossen Complex Schweizerlandes, u. die Alpen vom baierischen Oberland bis zum Montblanc. Hohentwiel ist 2305“ üb. M. Es soll schon Römerfestung gewesen sein, Was sehr Wahrschein- lich, da es in die Augen fallend ist, dass diese Bergkegel, wenn irgend Welche, zu solchen Bauten prädestinirt sind. Seit 1538 Würt⸗ tembergisch, wurde die immer mehr vervollkommnete Feste für un- bezwinglich gehalten. Im 30jähr. Kr. hielt sie der tapfere Wider- holt für die Protestantische Seite u. für seinen Herzog; selbst gegen dessen Willen, auf glänzend ruhmvolle Weise. Seine Büste steht im Thurm, durchaus nicht Würdig seines Ruhmes. 1800 aber erhielt Vandamme, der zwar mit 20,000 Mann bei Singen lag, aber durchaus nicht daran zweifelte, dass Hohentwiel uneinnehmbar sei, beim fröhlichen Abendessen in versuchsweiser Unterhandlung durch Ueber- tölpelung von dem damaligen Commandanten Wolff die Uebergabe. Vertragswidrig zerstörte er die Festung, u. seitdem liegt sie in gross artigen Trümmern. Der Hohentwiel ist aber noch heute würt⸗ tembergisch, eine kleine Enklave, auf der einige Bauernhöfe. Man hat den ruhmreichen Punkt festgehalten.— Auf dem Hohenstopßel, 1½ Std. von hier, überblickt man auch den Schwarzwald.) Die Eisenbahn v. Singen n. Engen führt über die Sta- tionen: Hohenbrähen, MulhlhHEeü,, Welschingen. Von Mühlhausen aus Oouglassche Brauerei) ist der, Mägde- berg 2211“ zu besteigen. Oben Trümmer des Schlosses Mägdeberg, eine Zeit lang auch Neu- Pünttemberg genannt./ Std. hinauf. Engen, 1775“(Post 2. Stern; Krone, beim Bahnhofe in der Vorstadt; oben: Lamm; Felsen; Sonne). Die Stadt selbst liegt alterthümlich, hoch, hat 1800 Ew., u. ist der richtige Mittelpunkt für Excursionen im Höhgau.— Die alte Martinskirche aus dem 10. Jahrhundert ist besuchens- Werth. Von hier aus Fusspartie n. Neuhöwen, oder dem Stet⸗ tener Schlösschen. Der Schlüssel zu dieser Ruine ist nur in Geisingen(s. u.) zu haben. Man hat ihn aber nicht nöthig, da einèe breite Bresche in der Mauer alles bequem sehen lässt, weshalb man hinaufsteigt.— Wegebeschrei- bung: Man geht vom Gasthof aur Post pei der Bahn gradeaus — R 224 Route 36. Hegau.— Stettener Schl. die ansteigende Chaussee(nicht unten), bis man vor dem Orte einen Wegweiser trifft, welcher I. n. Zimmerholz zeigt. Diesen Weg verfolgt man. Es ist leidlicher Fahrweg. 37 Min. Zimmerhiola. Von hier ab beginnt der Weg allmälig sich zu heben. Bei einem einzelnen Mühlenwerke I. an der Strasse steigt man steiler. Hier steht r. am Wege ein Kreuz. Wer näher gehen will, kann von diesem Kreuz einen Fussweg er. hinauf durch die Felder einschlagen, Wobei das Dorf Stetten ganz 1. liegen bleibt. Der steile Weg steigt bis zu einer Chaussee. Diese 1. bis zu der nahen Stelle, Wo ein Fahrweg l. in den Wald abzweigt. Man sieht die Ruine nirgends auf dem Wege; u. man hüte sich in diesem Walde besonders vor Abwegen; der Weg an sich führt di- rect zur Ruine. Besser ist, auf der Chaussee weiter zu gehen. / Std. Stetten(Kreuz, sehr bescheiden). Dann die steigende Chaussee weiter durch's Dorf. Wo der grosse Weg sich bei den letzten Häusern theilt, noch im Dorfe (Wegweiser fehlen ganz), I. weiter. Dann, nach dem letzten Hause, kommt r. ein Fussweg, im Anfang mit Geländer, der steigend(in derselben Richtung, wo er etwa undeutlich erscheint) durch Acker, in den Wald u. direct in 20 Min. auf die Ruine Neuhöwen 2809“ führt. Mei- stens Stetlener Sefilösschen genannt. Aussicht auf den Ueber- linger u. Untersee, über den Spiegel des Bodensee's, Con- stanz, die lange Alpenkette, u. den Höhgau, der wie ein weites ausgespanntes Tafeltuch von seinen Bergkegeln, die man sänuntlich sieht, herabzuhängen scheint. Ein eigen- thümlicher Eindruck. Zurück den oben angeführten kürzenden Weg. Zu- nüächst den Fahrweg, Holzweg, bis wWo er auf die Chaussee im Bogen r. wendend, getroffen ist, 20 Min. Hier 143 bald darauf den breiten, waldigen Fussweg I. hinab,(Stet- ten bleibt also jetat r. liegen), wo man denn in 8 Min. bei dem obgenannten Kreuze in den Fahrweg zurück kommt. Nun J. den Weg, den man gekommen ist zurück. Von der Ruine ab 1½ Std. bis Engen. Man lasse sich zuletzt nicht verleiten, den anscheinend näheren erbotenen) Weg durch die Wiesen einzuschlagen. Er ist durchaus nicht näher, u. man setzt sich der Pfändung aus.— Dies ist der nächste Rückweg. Retete Route 36. Hegau.— Ausflüge bei Engen. 225 Man kann aber n. Engen auch so zurückgehen, dass man nach je- nen ersten 20 Min. vom Schlösschen herab auf der breiten Chaussee nicht r., sondern vielmehr I. geht, u. da in 10 Min. die Chaussee zwischen Engen u. Geisingen èrreicht. R. auf dieser erreicht man in weiteren 2 Std. Engen. Im Ganzen 2½ Std., also 1 Std. Umweg. Wer von Neuhöwen direct n. Geisingen will, dem Touristen nicht zu widerrathen, geht ebenso die erste halbe Stunde bis zu der Gei- singen-Engener Chaussee. Auf dieser Il. weiter.— Nach 25 Min. Wuhs. Neuliaus, dem Stettener vorzuziehen. Weiter, an Burg Seunt- kausen vorbei, nach— 1 Std. Hausen,— 40 Min. Geisingen(8. u.)— Man kann aber auch vom Schlösschen nach Dorf Stetten hinabgehen, u. erreicht von da auf gutem Fahrwege in— 1½¼ Std. Aullfingen u. hier die grosse Landstrasse, auf welcher r. über Kirchen u. Hausen in— 1/ Std. Geisingen erreicht ist. Weitere Ausflüge v. Engen. 1.— Nach Hohenhöwen, 2827“, einst Sitz eines angesehenen Geschlechtes. Von den Baiern im 30jähr. Kr. zerstört. Auch hier charakteristischer Blick auf den Höhgau, seine Ortschaften, u. ähn- lich wie v. Hohenstoffel auf Bodensee u. Alpen. Der nicht zu feh- lende Weg führt nach— ½ ͤ Std. Anseljingen, u. von hier in 1 Std. hinauf.— Es ist der bessere Weg. Der von Pelochingen ist be- schwerlich. 2.— Ebenso ist Schloss Langenstein ein sehr besuchenswer⸗ ther Punkt. Man macht die Partie über Aach. Grosse Chaussee führt in 1½ Std. n. Dorf Adeh 1646“, u. dann hinauf nach der höher gelegenen— 10 Min. Stadt Aach 1822“ Löwe, mit Brauerei; Sonne; Krone). Dicht bei Aach, auf dem Wege n. Eigeltingen, ist die merk- Würdige Ouelle der Aach. Dieses Flüsschen bricht aus einem grossen 8 Felsenkessel sogleich in so grosser Fülle aus dem Boden hervor, dass es auch sofort eine Papiermühle u. eine Hammerschmiede treibt. Man glaubt, dass es das bei Bachæimmern(S. R. 37) sich im Boden verlierende Ponauwasser sei, Welches hier wieder ausströme. — Von diesem Wege n. Eigeltingen biegt gleich hinter Dorf Adchi r. der Weg nach— 1 Std. Schloss Langenstein 1592“ ab, das sehr malerisch liegt. Thurm aus dem 11. Jahrh.— Von hier n. Engen zurück, oder: Von oben führt ein Weg r. hinab, u. gleich darauf Wieder r. abbiegend, nahe einer Ziegelhütte, erreicht man in— Std. Volftertsliausen(auf der Chaussèe v. Aach 40 Min. entfernt). Hier 1. hinab auf der Chaussee. Dann, nach— 12 Min. r. abbiegen. Nach— 17 Min. wieder 1. In weiteren— 20 Min. Schlatt unten Kräãlien, u. gradeaus Weiter, über die Bahn, auf die— ½ Std. Chaus- see unter dem Hohenkrähen, nahe einem Gehöft. Von hier auf den Hohenkrähen 2146“, kleine ½ Std.— Oder man setzt von Volkerts- zausen den Weg auf der Chaussee I. fort. An einer Kapelle vorbei, in—/ Std. Beuern,— ½ Std. Friedingen. Der Schlossberg daselbst, 1834“, ist in ½ Std. erstiegen. Schöne Aussicht. Das Dorf zieht sich an der Strasse hin. Vom Anfang desselben ab erreicht man in — ½ᷣStd. eine Chiausseehreuaung, von wo gradezu es über Böhringen 1½/ Std., n. Radolfaell ù Std.,— dagegen r. ab in 1½ Std. n. Singen führt.— Ein näherer Weg führt v. Friedingen schon r. ab, durch eine kleine württembergische Enklave in 1¼ Std. direct n. Singen. Immer gradeaus, das letzte Stück die Chaussee r. ab. 3.— Im ngener Thal zur Thalmühle, in einem höchst maleri- schen Thalgrunde, den auch die Eisenbahn passirt. Man Wandert auf der Juttlingen Strasse, an Aledorf vorbei, später an einer r. lie- genden Kapelle durch reizende Partieen, Wald- u. Wiesenthal, in— V. Seydlitz, Schwarzwald. 15 PPR 2 RR Ne 226 Route 36. Ausfl. b. Engen.— Immendingen. 1½ Std. zur Thalmühle(Brauerei u. Erfrischungen). Wer noch zwei Stunden daran wenden will, wandert das hübsche Thal(Von der Chaussee r. abbiegend) noch Weiter hinauf, nält sich nach 25 Min. bei der Wegetheilung r., zuletzt steigend, u. vom Thale ab- biegend, nach dem Otimarshidf, u. Minfllerhaf. Letzterer 1 Std. von der Thalmühle. 4.— Ins Wasserburgthal. Die Tuttlinger Landstrasse; an Altdor, vorbei, u. hier r. hinauf den Weg nach— 1 Std. 10 Min. Bittelbriunn. Nun auf der Höhe fort, u. dann allmählig hinab ins Masserburgthal bis zum Hof u.— 11¼ Std. Fuine Wasserburg.— Man kann von hier in 20 Min. n. Eebartsbrumn. Der Sehiinnenberg 2369“ bei diesem Orte hat eine schöne Fernsicht; die grosse besu- chenswerthe Ruine Tudöburg CGöm. Grundbau) ist ½ Std. entfernt.— Wenn man von der Mdsserburg den Weg n. Bittelbrunn zurückgeht, 80 trifft man nach ½¼ Std. auf einen Il. ab führenden Weg, der in 5 Std. n. Dornsberg, u. Weiter in 35 Min. n. Stadt Aach führt, so dass man beide Partieen, u. wie oben gezeigt, auch Lungenstein u. Hohien- krden, so wie Singen u. Holientioiel damit verbinden kann. 5.— Verbindungstour n. Tuttlingen. Für Denjenigen, welcher Donaueschingen bei Seite lassen Will, u. die R. 37 beschriebene Ausgangstour durch das Donauthal nur v. Tuttlingen ab machen will. — Zur Thalmüiſle 1½ Std. Von hier führt die Chaussee in gut 3½ Std. n. Tuttlingen. Der Fussgänger schlägt indessen angeneh- mer den Weg im Thale weiter ein, bis Wo nach— 25 Min. die Wegetheilung eintritt. Hier nun I., hinauf steigend, nach— ½ Std. Biesendorf(nach 104 Std. gradeaus, nicht etwa 1.). Man erreicht Wei- ter von hier in— 32 Min. endegg(Whs.), wo man die Chaussee wieder trifft,(welche von der Thalmühle bis hierher gute 2 Std. braucht). Diese Chaussce zweigt hier r. n. Emmingen ab. Man bleibt aber gradeaus, u. erreicht in— 1 Std. 35 Min. Tuttlingen. 6. Verbindungstour n. Immendingen. Zu demselben Zwecke, Wie Nro. 5.— Auf der Geisinger Chaussce fort. Nach—/ Std., Wo dieselbe I. biegt, geht man von ihr ab, bleibt gradeaus hinauf nach— ½ Std. Burgen. Weiter nach— 35 Min. Mattenkeim,— J½4Std. Dacſismüihle. Von hier kann man das l. am Wege gelegene Hoöh- eoenegg besteigen). Immer gradeaus weiter in— 1 Std. Immendingen. Gusammen gute 2 Std. Die Eisenbahn braucht etwa 1 Std.). Die Eisenbahn v. Engen n. Dondueschingen führt grös- stentheils durch malerische Gegenden. Sie ist ein kunst- voller Bau, der viele Schwierigkeiten überwinden musste. Zahlreiche Thäler münden auf dem Wege ein, u. geben be⸗ ständig wechselnde Landschaftsbilder. Zuerst ernster, in engen Verhältnissen, dann milder, bequemere Breiten, meist aber lieblich. Stationen sind: Hattingen, dann Immendingen, wo die v. Rotteoeil über Nuttlingen kommende Bahn anschliesst.— Schon vor Immendingen hat man das Dondulthial erreicht, in welchem nun die Bahn aufwärts führt. Landstrasse u. Eisenbahn folgen hier dem vielfach gewundenen Flusse. Jenseits des- selben liegt Hintschingen. Stat Ettte Be fetat zu Die b Sumpie Tolgt Uunales 18 Don 5 Dona lite Route 36. Geisingen. Route 37. Donaueschingen. 227 Stat. Geisingen(Post) 2230“. Von hier nach dem Stettenen Seſilõsschen vgl. oben.— R. wird Schlo sS PVarten- berg erblickt. Dann wird die Gegend immer flacher. Stat. Efohren(Ochs) 2276“.— An der Donaubrücke letzte Reste eines ehemaligen Fürstenbergischen Schlosses, jetzt zu einer Scheune benutzt, Eutenschloss g. genannt. Die Sage lässt hier 888 Carl den Dicken auf einer Entenjagd im Sumpfe versinken(wahrscheinlich Wegen der Dicke). Eine andere berichtet, es sei von Kaiser Maximilian, der als Gast hier auf der Entenjagd gewesen, so benannt Worden. Aber„enté, und davon ventisc“ ist altdeutsch, bedeutet Riese“ u.„riesigé, u. wird in ver- schiedenen Zusammensetzungen für alte Oertlichkeiten ete. gefunden. (Auch die Form Ett kommt dafür vor).„Entenschloss“ also 80 viel Wwie„Riesenschloss“. Alle historisch nicht bekannten, darum fabel- haften Vorbewohner gingen in der Phantasie des Volkes ins Rie- sige“ über, ohne dass die Reste Dem immer azu entsprechen Prau⸗ chen, an welche sich der Name heftet. Folgt Donqueschingen. S. R. 37. Route 37: Donaueschingen mit Umgebung und Ausflügen.— Durch das Donauthal abwärts.— Tuttlingen.— Bronnen.— Beuron.— Werenwag.— Sigmaringen. Donaueschingen 2294/(Schütze vor der Brücke; Post hinter derselben; Hirsch; Bahnhofsrestauration. Eine grös- sere Soolbad-Anstalt mit Salon u. Lesekabinet soll im Juni 1870 fertig gestellt sein.) 3000 Ew. Seit 1750 Residenz des Fürsten v. Fürstenberg. Sehr alte Stadt, vielleicht aus dem 8. Jahrh. Sehenswerth: Das Schloss, der Park. Letzterer ist von allen Seiten offen. Man geht über die Brücke beim v„Schützen“, u. r., u. ö befindet sich sogleich darin. Sehr hübsche Partieen, Teiche mit seltenen Schwimmvögeln. Springbrunnen. Sandsteingruppe: Donau mit Brieg u. Breg. Denkstein Lessings. Denksäule an die Hochzeit des verstorbenen Fürsten. Bronzebüste des Dr. Rehmann. Denk- stein der 1861 verstorbenen Fürstin Elisabeth, ein trauernder Engel. Alles das wird der Besucher beim Umherwandeln leicht finden. Bas Schloss(man baut) sieht nicht sehr stattlich aus. Ein Brand hat ehedem einen Flügel desselben vernichtet. Neben dem Schlosse in einer runden gemauerten Cisterne quillt die sogenannte Donduquelle hervor, trübe kalkiges, spärliches Wasser. Brieg u. Breg vereinigen sich östlich von Donaueschingen. Die ganze Gegend ist überaus 228 Route 37. Umgegend v. Donaueschingen. quellenreich, besonders bei Alimendshofen. Alles das strömt hier zu- sammen, u. bildet einen merklicheren Fluss. Man hat auch vermu- thet, dass die Gegend ein ehemaliges Seebecken sei. Die Taciteische Stelle über die Quellen der Donau ist auch auf diese Gegend gedeu- tet Wworden. S. indessen R. 16. Seitent. 1.— Im Schloss(sehens- Werther Ball- u. Conzertsaah) ist eine reiche Fülle von Kunstwerken neuerer Künstler zur Einrichtung verwendet. Sehr besuchenswerth sind die(än der besseren Aufstellung begriffenen) Sammlungen an Kunstwerken, Kupferstichen, Münzen. Hochwichtig aber vor Allem die 60,000 Bände starke Hofbibliothek, reich an altdeutschen Hand- schriften; 2. B. hat sie eine Handschrift der Niebelungen. Sie hat die berühmte Lassbergische Sammlung in sich aufgenommen.— Diese Bibliothek zieht vielfach Gelehrte zu Studien u. Forschungen an den Ort. Und wer Donaueschingen zum Aufenthalt Wählt, Wird daselbst an sige wie fremde gebildete Gesellschaft, angenehmen Umgang, u. vielen Comfort finden. Ausflüge. 1.— Nach Bräunlingen: Ueber Aummendshafen n. Hüſingen, s. R. 21, 1 Std. Von hier r. ab in— 50 Min. n. Brãdumlingen, oder direct v. Donauesch. in 1½ Std. n. Bräunlingen(Ochs) 2315“, im Thale der Breg. Hat eine der ältesten Kirchen des Landes, mit sehens- Werthen Alterthümern. Die Gelehrten streiten darüber, ob das alte Brigobannae, wWelches an einer der Hauptstrassen, röm. Zeit lag, Hüfingen oder Bräunlingen gewesen. An beiden Orten fand man wWiederholt grosse Ueberreste römischer Bauten ete. 2.— Nach Vöhrenbach u. der Gegend v. Furtwangen, Try- berg, St. Georgen s. R. 17 u. 16. 3.:— Nach Waldau durch das Urachthal R. 17.— Ueber Neu- stadt äabin R. 21 u. 22, 80 wie 38 4.— Nach Villingen u. Rottweil. ER. S. B. 5. NTach Hüflngen u. in das Aitrachthal, n. Achdorf u. Grimmeltshofen im Wutachthale: Auf der grossen Chaussee n. Hüfingen 1 Std. und nun 1. ab nach— 1 Std. Behla,— 1 Std. Aied- böhringen, u. über Teefelamiiile ins Aitrachthal ½ Std. Von hier geht I. ab grosse Strasse über Leinferdingen 24 Std., Aꝛlſingen 17½ Std., LKirchen 50 Min., n. Hausen 14 Std. Bis hierher immer im Aitrach- thale, das hier in die Donau mündet. Von hier durch das Donau- thal in 35 Min. n. Geisingen). Wir gehen über die A41traαf gradeaus weiter bis zum Zolluaus von Blumberg Post.) GHier führt 1. die directe Strasse n. SchalfhausUʒn in 4 Std. Auf derselben erreicht man nach 28/4 Std. Mörishausen, von wWo man den Hohen Randen besteigt. Vgl. hierzu R. 34. II. bei Beringen u. Schaffhausen).— Vom Zollhaus gradezu, an Enfenhfen vorbei, in— 1 Std. Fuezen. Dies u. Flgd. vgl. Verbindungst. in R. 22.— Vom Zollhause r. ab führt aber auch ein Weg, u. zwar in das Wutachthal, über— 35 Min. Blumberg, nach— ½ Std. Achdorf, vgl. R. 22.— Endlich kann man schon v. Rredböhringen r. ab n. Hochach biegen, Std., u. von hier in weiteren/ Std. n. Achdonf kommen. 6.: Nach Neidingen Gonne) auch Neudingen gen., führt Eisen- bahn. Man besucht hier die architektonisch schöne u. Kkünstlerisch reich gezierte Greyfthirche der Fürsten v. Fürstenberg. Sehr anzu- rathen ist von hier der Abstecher nach— 1½ Std. Fürstenberg, einem 1841 nach dem Brande(statt wieder unten) hier auf der Höhe enberg, be der Hön Route 37. Donauthal.— Tuttlingen. 229 wieder aufgebauten Dorfe. 2746“. Hier ist eine sehr umfangreiche Aussicht auf die Baar, Schwarzwald, Alpen, ete. 7.— Nach FEforen mit der Bahn, u. in 1¾ Std. auf den Warten- berg 2827“, vulkanischer Kegel. Auf dem hiesigen Fürstenbergi- schen Lustschlosse Wirthsch. 1 3 Löffingen— Neustadt— Höllethal— Freiburg s. 9.— Ueber Waldau, St. Märgen, St. Peter n. Freiburg Vgl. R. 38. Ausgangstour. Durch das Donauthal bis Sigmaringen. Diese Tour fällt allerdings in sofern aus dem Rahmen der in diesem Buche geschilderten Landschaften, als sie weit nach Osten abführt. Sie schliesst sich aber ganz organisch an das Uebrige, so- fern sie für den nach Osten den Schwarzwald verlassenden die ganz natürliche, u. auch wohl die schönste Ausgangsroute bildet. Sie sei deshalb hier noch, wenn auch in etwas gedrängter Weise ge- schildert. Wie in R. 36 gesagt, kann sie auch von Immendingen oder Tuttlingen begonnen werden, ohne grade viel einzubüssen. Die Tour erfordert reichlich 2 Tage, um das Bemerkenswerthe, indessen ohne alle Nebentouren, zu besuchen. Wer von Donduleschingen beginnt, fährt mit der Bahn zunächst bis Immendingen, wo er die Bahn n. Tuttlingen erreicht, u. weiter benutzt. S. R. 36. Vor Möhringen ver- liert sich das Wasser der Donau theilweise im Kalkboden- gestein des Flussbettes, u. zwar in der Nähe v. Bachaimmern. Man sagt, dieses Wasser komme dann bei Adch(S. R. 36 bei Engen, Ausfl. 2.) wieder als Aachquelle zum Vorschein. Dies wäre dann die zweite, u. zwar eine unterirdische, Verbin- dung zwischen Donau u. Rhein, da die Aach in den Ueber- linger See mündet. Die erste, die offenliegende, bildet die Aitrach nebst der Wutach, miteinander so, wie R. 22 Ver- bindungst. u. oben bei Donaueschingen Ausflug 5 angegeben, verbunden. Möhringen(Adler; Ochs), altes Städtchen, an der Mündung des Kraienbachthiales. In diesem, 1 Std. v. Möhringen, die erst 1818 von Räubern ver- Wüstete Burgruine Konzenberg, u. weiter, bei— 1¾ Std. Ihal. heim, die—/ Std. Ruine Lupfen, die seit dem Bauernkriege 1525 verwüstet ist.— Biegt man dagegen hinter Konaenberg r. ab, so er- reicht man in— 1 Std. Seitingen, wieder— 1 Std. Guningen, mit der — ½, Std. Ruine Hohenkarpfen. Von hier in— ½ Std. Verena (od. Hausen gen.) u. in weiteren—/ Std. Spatchingen, Station aut der Bahn Rottweil— Tuttlingen— Immendingen. Stat. Tuttlingen 2200“(Hecht; Post) 7000 Ew. Grosser SSPRSRo 230 Route 37. Donauthal.— Bronnen.— Beuron. Gewerbfleiss. Wir haben hier Württembergisches Gebiet er- reicht. Der Bahnhof ist ½ Std. von der Stadt.— Spuren römischer Niederlassung.— Bahn n. Eotteoeil s. ER. 8. Von hier ½ Std. Ruine Hohnberg, bekannt durch den 1643 von Joh. v. Werth hier ausgeführten kühnen Handstreich, welcher ihm fast die ganze weimarisch-französische Armee in die Hände lieferte. Konzenberg, s. o., ist von hier 1½ Std., Hohenffarpfen 3 Std. Von Vuttlingen fahre man mit der Post n. Miihheim über Ludlioigsthial, Nendingen u. Stetten. Lu Fuss erreicht man in 2 Std. Mühlheim(Post). Grosse Schlossgebäude, male- risch gelegen.— Aus dem Thore hinausschreitend, erblicken wir einen r. ab führenden Fussweg, der ziemlich steil zur ½ Std. Ruine der Kirche Mariahilf emporführt. Von dieser weiter, nicht zu verfehlender Fussweg auf dem Rücken des Pelschenberges entlang, mit Ausblicken in Felslandschaf- ten des Donauthales. Zuletzt steil hinab, u., den Fluss über- schreitend, in 3/1 Std. Friedingen(Sonne), kleine Stadt von 1000 Ew. (Wer nicht n. Bronnen will, Kann direct n. Beuron, indem er von hier den steilen Fahrweg n. Irrendomf 2 Std., einschlägt, u. vor Eingang in diesen Ort r. hinab geht, in ½ Std. n. Beuron).— Im Donauthal weiterwandernd, über einen Steg, bald darauf schmale Fahrstrasse am r. Ufer. Das Thal ist von hier ab meist völliges Felsenthal. 2 Std. Bronnemer Mufle. Dicht dabei das Försterhaus, Wo man den Schlüssel nebst Führer zum Schloss erhält. (Wer nicht hinauf will, kann vom Förster einen Kahn miethen, u. in ½ Std. die Donau hinab n. Beuron fahren.) ½ Std. Schloss Bronnen, 2633“. Hier herrliche Aus- sicht in Wald u. Fels, u. auf den geschlängelten Lauf der Donau.— Weiter auf gutem Schattenwege hinab n. ½ Std. Beuron, 2100“(Pelican, zugleich Bierbrauerei u. Molkenkur.) Das an diesem Glanzpunkte des Thales belegene Kloster(Preussische Enklave, von Süd nach Nord 3 Std. lang) ist neuerdings von Benedictinern besetzt. 777 ge- gründet. Die prächtige, aber überladene, Kirche von 1738. Für die vielfachen Ausflüge von hier ab findet der Tourist, der Lust hätte, hier zu verweilen, in dem behaglichen „Pelikan“ von Zudrelli die Bücher: A. Schlude, Donauthal; Staiger, Donauthal u. Molkenkuranstalt Beuron; Dr. Schnars, Bodensee ete. R. 37. Donauth.— Wildenst.— Werenwag.— Hausen. 231 Wir führen hier nur an den nach Wudenstein: Auf dem rechten Ufer führt ein Fusspfad hinan, zuletzt durch Wald Cührer ange- nehm) nach— 1 Std. Schloss Wildenstein, auch Vaidenfels gen., eine ächte Feste alter Zeit, kühn auf einzelnem Felszacken. Alles in vortrefflichster Weise zu Schutz u. Trutz für die alte Zeit einge- richtet. Restaur, beim Förster.— Nun zurück nach— 50 Min. Beuron. Von hier ab auf leidlichem Fahrwege, u. bald zur Ab- wechselung wieder einmal auf Badischem Boden, im Thale weiter; lange Zeit Wildenstein umkreisend. Das Thal er- weitert sich ein wenig, u. man erblickt am I. Ufer in der Höhe PVeremiodg. 1/ Std. Langenbrunn, in welchem Dorfe ein Pumpwerk für Werenwag im Jahr 1600 erbaut wurde. Bei diesem Pumpwerke schlängelt sich ein schmaler aber gut erhaltener u. schattiger Fussweg in 40 Min. n. Schloss Werenwag, 2584“/, hinauf.(Ein guter Fahrweg führt vom Dorf in 1 Std. ebenfalls hinauf.) Oben Wirthshaus mit Kreidezeichnungen der Malerin Marie Ellenrieder aus Constanz an den Wänden. Meist moderner Bau. Nur der grosse runde Thurm soll sogar römischen Ursprungs sein. Schloss u. Oekonomie verpachtet. Fürsten- bergischer Besitz. Die Aussicht ist auch hier die Haupt- sache; u. zwar ist sie am Herrlichsten von dem Pavillon auf dem Felsvorsprunge. Ein schönes Echo hinter dem Wirthshaus.— Hinab in ½ Std. Langenbrunn, u. im Donauthale weiter. 35 Min. Hausen(Wirthsh. 2. Steinhaus). Gegenüber das Hohilenlochi mit schätzehütender, verzauberter Jungfrau nebst schwarzem Hunde. Oben darüber kaum sichtbare Trümmer des Schlosses Fagenbur9y. Dagegen sehr sichtbar u. grossartig präsentirt sich über Hausen die Burg Hau- sen, 1813 abgebrochen. Seitdem malerische Trümmer.— Das Donauthal ist nun breiter. 20 Min. Neidingen. Statt des kleinen Dörfchens soll ehedem eine Stadt Neidingen, u. zwar auf dem r. Ufer gestanden haben; was dadurch allerdings gestützt wird, dass auf Karten des 12. Jahrh. Neidingen als grösserer Ort verzeichnet ist.— Von hier über die Donau, u. in 1 guten Std. n. Kreenlieinstetten, Geburtsort des Abr. a Sta. Clara. Das Thal wird wieder enger; wieder mächtige Fels- wände. Fahrstrasse gut. Bald ragt über die Klippen des I. Ufers der unzugängliche Wartthurm der Ruine Fallhenstein hervor, welche im Bauernkriege oder 30jährigen Kriege, R NNNN RRR 232 Route 37. Donauthal.— Sigmaringen. vielleicht selbst wiederholt, zerstört wurde.— Kleine Preussi- sche Enelave, aufhörend kurz vor 2 Std. Thiergarten Hammerwirthsh.), Jetat aufgegebe- nes grossartiges Fürstenbergisches Eisenwerk.— Gleich da- hinter vorzügliche neue Strasse, von der Preussischen Re- gierung erbaut. Bis Sigmaringen 8 Tunnel auf dieser Strecke. 20 Min. Das kleine Schiloss Gutenstein auf niedrigem Felsen am r. Ufer. Diesseits Dorf Gutenstein(Sonne). Grau- liche Leute mögen hier nicht im Dunklen wandeln, denn dann bevölkert allerhand Spuk- u. Gespenstergesindel diese Schluchten.— Bald wieder auf Preussisches Gebiet. 35 Min. Ruine Dielfurt am r. Ufer. ½/ Std. Brücke über die Schmei, welche hier von I. her in die Donau mündet. In das enge Thal dieses Flüsschens geht die Strasse für vorge- meldetes Spukgesindel weiter bis/ Std. Unterschmeien. An Inæaiglofen vorüber. Die Uferhöhen werden niedriger. 1½ Std. Lais. Das Thal wird breiter. 25 Min. Sigmaringen, 1885“, Deutsches Haus; Sonne; Ochs), 1800 EW. Neuérdings bedeutend verschönerte Stadt, sehr malerisch u. reizend gelegen. Sitz der Preuss. Regie- rung.— Sehenswerth: Das Schiloss. Einrichtung; Waffensaal; Rittersaal; Terrasse; Trinkhalle, wo vom Felsenaltan schöne Aussicht in's Thal; Naturalienkabinet; Bibliothek; Kunst- werke in einer schönen Kunsthalle. Hr. Hofmarschall Baron v. Maienfisch führt die Aufsicht, u. verbindet durch seine freundliche Zuvorkommenheit den Fremden.— Ferner Prin- zenbau, mit ebenfalls Kunst-, Bücher- u. Manusecriptensamm- lung(Incunabeln).— Hegierungsgebäude mit Antiquitäten- sammlung.— Ständehaus.— Hübsche protestanmtischée Kinchie. Zur Eisenbahnstation Hechingen täglich zwei Mal Postverbin- dung in 6, resp. über Balingen in 7¼ Std. Vgl. hierzu ER. 8 B bei Tübingen.— Nach Stockach zwei mal in 5 Std. Vgl. R. 32. Man kann zum Bodensee aber auch folgenden Weg einschlagen: Auf dem r. Donauufer hinauf. Oben Blick auf Appenzeller, Glarner Alpen, Säntis. Man erreicht in— 2 Std. Krauchenties(goldner Adler) mit fürstlichem Schlosse. Dann— 1 Std. Hausen, Wo wieder Weite Fernsicht. Man kommt bald darauf wieder auf Badisches Ge- biet, u. erreicht in— 1/ Std. Pfullendonf(Ochs), dann in— 50 Min. Silvenstalil, nach— ½ Std. grosse Chaussee. Diese r., u. in weiteren — 50 Min. Hilpensberg. Hier auf dem Chausseearm I. ab. Durch das Dorf hindurch, u. in— ½ Std. Ober-Hasslach,— ½ Std. Unter- Rheng,— 1 kl. Std. Heiligenberg. Von hier n. Meersburg. Val. R. 35 bei Constanz Ausfl. 1. n Lon Wachie Route 38: Von Donaueschingen nach Freiburg, Denzlingen oder Waldkirch, über Neustadt, Waldau, St. Märgen, St. Peter. 2 Tage. Die einzelnen Theile dieser Route sind im Früheren alle schon eingehend beschrieben. Wir stellen sie hier nur ganz kurz, aber mit genauer Zeitangabe u. Nachweisung der betreffenden Stel- len in den früheren Routen zusammen für Diejenigen Touristen, welche zum Schluss ihrer Reise wieder n. Westen in's Badische Flachland zurück müssen, u. sich die hierin berührten Punkte viel- leicht theilweise bis zuletzt aufgespart haben. Diese haben zum Schluss ihrer Reise von dieser Route noch einen ganz besonders hohen Genuss zu erwarten, der ihnen eine Erinnerung an eine Perle der Reise mit nach Haus geben wird. Man sieht auf dieser Wan- derung den südlichen Schwarzwald in seiner ganzen Grossartigkeit noch einmal wie ein Wandelbild vorüberziehen. Von Donaueschingen Im Postwirthshaus oder am Bahnhofe aufsteigen) mit der Post in 4 Std. über Hähhingen, Lolſſingen.(Hier boi ½ Std. Aufenthalt Mittag), n. Neustadt. Hier Vesper. Vgl. R. 21 die Verbindgst. am Schluss.— Von hier ab bis St. Märgen vgl. R. 22: Nun zu Fuss in 2 Std. n. Waldau. Zum Lachenhäuschen (auf dem Fussweg) 20 Min. Zurück n. Waldau(denselben Weg) ½ Std.— Zum Hohlegraben 50 Min.,— Thurner ½ Std.,— St. Mär- gen 1¾ Std. Hier Nachtquartier. Dies ist aber nur in langen Sommertagen zu zwingen, wenn man nach der Ankunft in Waldau noch fast 6 Std. Tag hat. Sonst möge man. entweder abkürzen, in- dem man Thurner u. Lachenhäuschen bei Seite lässt, u. über Hohle- graben direct in 2 Std. 50 Min. n. St. Märgen geht. Oder, wenn man(mit Recht) diese zwei schönen Punkte nicht aufgeben Will, macht man in Waldau Nachtquartier, u. bricht den folgenden Mor- gen recht früh auf.— Von St. Märgen n. St. Peter 1 Std. 40 Min. S. R. 19. Von hier: a.— Nach Freiburg. Durch das Eschbachthal zur Post in Zarten 2 Std. Von da 2½ Std. zu Fuss n. Freiburg, oder mit Post. Vgl. R. 19.— b.— Nach Denzlingen durch das Glotter- thal in eirca 3 Std. S. R. 18.— C.— Ueber den Kande! 2 Std.(S. R. 18 am Schluss) n. Waldkirch G6. R. 18). Hinab sind 1¾ Std. Von hier Post n. Denzlingen/ Std. Zwölf Routen durch den Schwarzwald, Anleitung bei Feststellung längerer oder Kürzerer Reisepläne, nach einzelnen Tagen zusammengestellt. No. 1. Eine Sttägige Route von Baden-Baden aus im nörd- IV lichen und mittleren Schwarzwald, und zurück. E 1. Tag: Eisenbahn nach Bühl früh Morgens. Durch das Bühlerthal bis zum Wirthshaus auf dem Sand. Zu--10. rück nach Dorf Bühlerthal, und über Alt-Windeck nach Hub und Ottersweier(R. 5 und 6) Eisenbahn nach Achern. Spaziergang daselbst(. 2. Tag: Ueber das Brigittenschloss zur Hornisgrinde. Hinab zum Mummelsee, nach Seebach und Ottenhöfen. Ueber Edelfrauengrab und Blöchereck nach Aller- heiligen(R. 8.) 3. Tag: Durch das Lierbachthal nach Oppenau(R. 8). Im Renchthal aufwärts bis Löcherberg.(Weiter nach R. 13). Ueber den Sattel nach Nordrach. Den Hochkopf besteigen. Abends Wagen nach Biberach. 4. Tag: Excursion nach Hohengeroldseck(R. 12). Nachmit- tags Eisenbahn nach Hausach. Zu Fuss nach Try- berg(R. 14 und 15). 5. Tag: Post nach St. Georgen und zu Fuss nach Thennen- bronn; weiter durch das Berneckthal nach Schram- berg Schiltach(R. 15). RRRr WMal, T oder Tagen . N. In ter nach ch Aler⸗ Post nach Wolfach(R. 14). Post nach Schapbach. Zu Fuss nach Rippoldsau(R. 10), und über die Holzwälder Höhe nach Griesbach(R. 9. 7. Tag: Auf den Kniebis zu Fuss, bis zum Wirthshaus zur Zuflucht(R. 9). Mit Führer nach Buhlbach, und allein weiter nach Oberthal. Im Thale der rothen Murg hinab nach Baiersbronn(K. 3, Seitent. 1). Von da nach Schönmünzach(R. 3). 8. Tag: Durch das Murgthal nach Schloss Eberstein und Gernsbach. Eisenbahn nach Baden-Baden. No. 2. Von Pforzheim bis Waldshut. 10 Tage. Geeignet au einer Eintritts-Route in die Schweiz.— Wer noch einen Tag mehr zu verwenden hat, kann vor dem folgenden die- sen Tag auf Wildbad verwenden, Abends mit Eisenbahn zurück nach Pforzheim. 1. u. 2. Tag: Von Pforzheim über Teinach, und durch das Nagoldthal bis Nagold(R. 2). 3. Tag: Wagen oder Post nach Freudenstadt(R. 2). Zu Fuss durch den Pfaffenwald nach Klösterle und Rippoldsau(R. 2, am Schluss). 4.— 10. Tag: Ganz wie in No. 6. No. 3. Eine Route von 9—11 Tagen, von Stuttgart aus durch den mittleren und südlichen Schwarzwald, und zurück. 1. Tag: Mit dem Frühzuge nach Oberndorf. Von da mit der anschliessenden Post nach Schramberg(ER. 8). Nachmittags zu Fuss durch das Berneckthal nach Thennenbronn. Dann über den Brielkopf nach Lau- terbach und Hornberg(R. 15). 2. Tag: Von Hornberg nacli Tryberg und seinem Wasserfall (R. 15 u. 16). Post oder Wagen nach Furtwangen. Oder auch vom Wasserfall direct weiter au Fuss noch ganz gut zu machen(R. 17). 3. Tag: Ueber Gütenbach nach Simonswald. Von da durch das Ettersbacher Thal, oder über Zweribach-Fall und den Plattenhof zum Kandel(K. 17). Hinab nach St. Peter(R. 18). RRNRNRDRNRRDD RRRR¶¶¶·¶·¶¶·¶·ů·· 236 4. Tag: Von St. Peter nach St. Märgen. Hinab durch die Wagensteig nach Burg, und nach Freiburg(R. 19). 5. Tag: Früh Post bis zum Himmelreich, und zu Fuss durch das Höllenthal, und bis Altenweg. Ueber den Titi- see auf den Feldberg(R. 21, u. 23). Uebernachten auf der Todtnauer Viehhütte. 6. TIag: EFrüh aufbrechen. Hinab über Todtnau(R. 25) nach Utzenfeld, und über Präg nach Todtmoos(K. 29). Wagen bis Todtmoos-Au. Zu Fuss nach Wehr. Oder, wem diese fast 9 Std. zu viel, fahren von Todtmoos bis Wehr und Brennet(R. 30), wohin man jedenfalls muss. Man kann noch den Abend- zug von Brennet bis Albbruck erreichen. 7. JIag: Zu Fuss bis Tiefenstein im Albthale und dann mit der Post nach St. Blasien(R. 32). Nachmittags über Häusern und Höhenschwand nach Schluchsèe (K. 33). 8. TIag: Wagen nach Wellendingen, von wo zu Fuss in's Steinathal, und durch dieses hinab bis Thiengen. Ein Marsch von etwa 8½ Std.(R. 34, Seitentour bei Thiengen). 9. Jag: Eisenbahn nach Stuttgart. Wer am 4. Tage nicht nach Freiburg will, sondern von Büchenbach durch Himmelreich und Höllenthal bis zum Rössle über der Höllsteige gleich weitergeht, kann dort ganz gut die Nachmittagspost von Freiburg her abpassen, mit dieser bis zum Bären in Altenweg fahren, noch diesen Tag über den Titisee zum Feldberg gelangen, und so die Route um einen Tag abkürzen. Wer sie dagegen verlängern will, bleibt am 6. Tage in Wehr, und geht am folgenden Tage über Herrischried nach Hottingen, und von da durch das obere Murgthal nach Murg. Abends mit Eisenbahn nach Albbruck. Hann sind es also 10 Tage(R. 32). Kann man dagegen 2½ weitere Tage zusetzen, so geht man am 6. Tage von Utzenfeld über die Wiedener Eek auf den Belchen(R. 27, Verbindungst. 2, u. R. 29, Ver- bindungst. 3). Dort übernachten, und den folgenden Tag nach Badenweiler über Mulden und die Sirnitz(R. 26). Am Nachmittage Besteigung des Blauen, und hinab nach Marzell(R. 28).— Am folgenden Tage über das Lipple dg: Uel Wie lerg 10 Dann Iu Todtuoos 4.ag: 5 T0E — SS 9.I50 ge: nach Wies, Tegernau. Von hier über Gresgen und Adels- berg nach Zell im Wiesenthale. 3 gute Std. Marsch(R. 28). Dann zu Wagen von Zell nach Schönau, und zu Fuss nach Todtmoos über Präg oder Herrenschwand(R. 29). No. 4. Eine Tour von 9—12 Tagen, von Stuttgart aus durch den nördlichen und mittleren Schwarzwald und zurück. 1. Tag: Eisenbahn von Stuttgart über Pforzheim nach Wild- bad(Eintrittsr. 8 A, u. R. 1). 2. Tag: Ueber Enzklösterle auf den Hohlohkopf und von da über Reichenthal n. Hilpertsau im Murgthale(K. 1). 3. Tag: Wanderung durch das Murgthal hinauf nach For- bach. Wagen oder Post zurück nach Obertsroth, von Wo auf Schloss Eberstein zu Fuss, u. weiter Marsch nach Baden-Baden(K. 3). 4. Tag: Baden-Baden und Umgebung R. 4). 5. Tag: Eisenbahn nach Bühl. Zu Fuss durch das Bühler- thal bis zum Wirthshause„auf dem Sand“. Von da mit Führer über Hundsbach zur Hornisgrinde (R. 5). Allein hinab zum Mummelsee, und über Seebach nach Ottenhöfen(R.§). 6. Tag: Von Ottenhöfen über Edelfrauengrab und Blöchereck nach Allerheiligen und Oppenau(R. S). Zu Wagen oder Post nach Griesbach, und dann zu Fuss(Holz- wälder Höhe) nach Rippoldsau(R. 9). 7. Tag: Von Rippoldsau über Wolfach(R. 10), nach Hau- sach. Zur Erleichterung eine Strecke Post nach Zeiteintheilung und Belieben. Von Hausach nach Tryberg zu Fuss(R. 14, dann 15). 8. Tag: Von Tryberg über den Kesselberg Cuchsfalle) nach St. Georgen(R. 16). Von da nach Thennenbronn, und durch das Berneckthal nach Schramberg. Alles zu Fuss(R. 15). 9. Tag: Post nach Oberndorf oder Rottweil zur Eisenbahn nach Stuttgart(Eintrittsr. 8). Wer einen Pag zusetzen will, wandert am 9. Tage: Nach Schiltach, von da nach Schenkenzell und Al- pirsbach, von wo mit der Frühpost des andern Tages nach Oberndorf oder Sulz, zur Bahn nach Stuttgart. EEeee 238 Will man dagegen drei Tage zusetzen, so am 9. Tage: Nach Schiltach zu Fuss. Dann mit der Post, oder auch zu Euss nach Schenkenzell. Nun(nach R. 14, Seitent. 2) über Reinerzau nach Freudenstadt. 10. TIag: Wagen nach Nagold, oder auch Post. Zu Fuss durch das Nagoldthal bis Teinach, vielleicht auch bis Zavelstein(R. 2.) II. Tag: Zu Fuss über Zavelstein nach Calw. Ueber Hirschau nach Pforzheim. Etwas starker Marsch(K. 2). 12. Tag: Eisenbahn nach Stuttgart. I No. 5. 0 Eine Route von 10 Tagen, von Pforzheim aus, für Den, 1 welcher Baden-Baden seitwärts lassen will, geeignet zur 1 Eintritts-Route in die Schweiz. Uag:V I. Tag: Pforzheim, Wildbad. Auf den Hohlohkopf. Im Jagd- 1 haus Kaltenbronn übernachten 2. Iag: Mit Führer in 3½ Std. über die Teufelsmühle bei i10·: Loffenau hinab nach Gernsbach im Murgthal(R. 1, 1 Ausflug a bei Wildbad). Besuch von Schloss Eber- stein(R. 3, Seitent. 4. Marsch von da im Murg⸗ thal aufwärts bis Forbach(R. 3). Ein etwas starker 1 Marsch. 3. Tag: Von Forbach nach Schönmünzach(R. 3), und durch das Schönmünzacher Thal zur Hornisgrinde(R. 3, UI5 Seitent. 2). Hinab zum Mummelsee, nach Seebach 0 und Ottenhöfen.(R. 8). Diese 9½ Std. Marsch àau m erleichtern, ist anzurathen, dass man von Schön- 1 münzach bis auf's Eckle fahre, oder von Forbach Ig V über Schönmünzach nach Zwickgabel oder bis Hin- 5 terlangenbach. 1 4. Tag: Ueber Edelfrauengrab und Blöchereck nach Aller- 0 heiligen und Oppenau(R. 8). Post oder Wagen nach Griesbach, und zu Fuss(Holzwälder Höhe i nach Rippoldsau(R. 9). 5. bis 10. Tag: Wie in Nro. 6 vom 5. bis 10. Tage. Von da 0 ab dann in die Schweisz. Oder, will man nach Freiburg, so wie in Nro. 9, vom I1 11.—16. Tage noch ausserdem hinzufügen. Dann sind es also im Ganzen 16 Tage. RRRr 1. Tag: 3. Tag: 6. Tag: 7. Tag: 2. Tag: 4. Tag: 5. Tag: 8. Tag: No. 6. Eine 10tägige Route von Baden-Baden aus, der Länge nach durch den Schwarzwald, zur Eintrittsroute in die Schweiz geeignet. Baden und Umgebung(R. 4). Von Baden-Baden über Ebersteinschloss nach Gerns- bach. Das Murgthal aufwärts bis Schönmünzach (R. 3). Von Schönmünzach zur Hornisgrinde(R. 3, Seitent. 2). Hinab zum Mummelsee, und über Seebach und Ottenhöfen(oder von Seebach bei der Hagenbrücke abbiegend durch das Gottschlägthälchen, über die Blöchereck) nach Allerheiligen(R. 8). Von Allerheiligen nach Oppenau(R. 8). Durch das Renchthal nach Griesbach mit Wagen oder Post. Zu Fuss nach Rippoldsau(R. 9). Von Rippoldsau nach Wolfach(R. 10). Von da nach Hornberg und Tryberg(R. 14, Seitent. I). (Setat man einen Tag hinzu, so kann man von Wolfach ab über Schiltach und Schramberg, dann Thennenbronn, Lauterbach, Hornberg nach Tryberg wandern, wie in R. 14 und 15 aneinanderschliessend ausgeführt). Von Tryberg über Schönwald nach Furtwangen (Post Abends des vorhergehenden Tages, sonst:) mit Wagen. Von da über Gütenbach, Simonswald nach Waldkirch(R. 17). Von Waldkirch auf den Kandel. Hinab nach St. Peter(R. 18). Nach St. Märgen, die Wagensteig hinab nach Burg(Posthaus Brandenburg), und mit der Post Abends nach Freiburg(R. 18). Früh auf- brechen. Will man Freiburg seitwärts lassen, 80 übernachte man in St. Märgen oder auch in Buchen- bach, gehe erst andern Morgens hinab, oder je nach- dem weiter, und zwar gleich durch das Höllenthal zum Stern. Nachmittags dann wie unten. In Freiburg Vormittags. Gegen Mittag mit Wagen bis zum Himmelreich, von Wwo zu Fuss zum Sternen- wirthskaus. Von da Post nach Neustadt(R. 21). RNN RNRRNRNNNN RNN RSRRNN 240 9. JIag: Von Neustadt über Saig, Titisee, Bärenthal, Feld- see, Feldberg(R. 23). 10. Tag: Vom Feldberg über Menzenschwand(R. 24, No. 10) nach St. Blasien. Fahren im Albthal bis Tiefen- stein(mit Post wird es nicht passen). Von da zu Fuss nach Albbruck(R. 32). Eisenbahn nach Walds- hut, Schaffhausen, Constanz, oder Basel, zum Ein- tritt in die Schweiz. No. 7. Eine Route von 12 Tagen von Baden-Baden aus, eben- falls zum Eintritt in die Schweiz geeignet. 1. bis 6. Tag: Wie in No. 6. 7. Tag: Von Waldkirch auf den Kandel. Hinab in das Glotterthal. Durch dieses hinauf nach St. Peter (R. 17). Durch das Eschbachthal hinab nach Zar- ten. Abendpost nach Freiburg. 8. Tag: Vormittags in Freiburg. Nachmittags über Günters- thal auf den Schauinsland(R. 20 Ausflug 3). Hin- ab durch das Kappler Thal nach Littenweiler (Schluss von R. 28). Dieser Nachmittagsmarsch nimmt etwa 6 gute Std. in Anspruch. Man kann auch in Klein-Kappel übernachten, und dadurch für den Tag etwas kürzen. 9. Tag: Früh nach Ebnet zur Morgenpost von Freiburg, mit der man bis zum Himmelreich fährt. Weiter zu Fuss durch das Höllenthal, und vom Sternwirths- hause nach dem Feldberge.(R. 21, dann R. 24 No. 5). 10. Tag: Hinab nach Todtnau(R. 25), und im Wiesenthal weiter hinab nach Schönau und Schopfheim(R. 29). Braucht man von Todtnau die Mittagspost bis Schopf- heim, so wie den nächsten Bahnzug von da bis Ha- gen, so kann man noch Schloss Rötteln besuchen, und nach Lörrach oder Hagen aur Bahn, und 80 wieder zurück nach Schopfheim.— Wer will, fahre statt dessen nach Basel. II. Tag:(Wer vorigen Tages nach Basel fuhr, fährt früh mit der Bahn nach Brennet, und mit Wagen oder Post nach Wehr). Von Schopfheim nach Wehr in der Frühe. Man steigt nahe von Hasel aus, besucht RRRRRRRRRRr Pi Waldsht 6 3. 1I104 I 116 F U 241 die Höhle, und geht dann in ½ Std. nach Wehr. Von Wehr zu Fuss nach Todtmoos.(R. 30). 12. Tag: Von Todtmoos über Mutterslehen nach St. Blasien (R. 30 Verbindgst. 3). Post oder Wagen nach Tiefenstein. Von da zu Fuss nach Albbruck(R. 32). Eisenbahn von da nach Waldshut, Schaffhausen, Constanz oder Basel. No. 8. Eine Route von 12 Tagen, von Pforzheim ab bis Waldshut. Ebenfalls zum Eintritt in die Schweiz geeignet. 1. bis 3. Tag: Wie in No. 2. 4. Tag: Abstecher nach dem Burbachfall, und Glaswaldsee (R. 10). Nachmittags zu Fuss über Kniebis oder Holzwälder Höhe nach Griesbach.(R. 9). 5. Tag: Post das Renchthal hinab bis Löcherberg(R. 9). Ueber den Sattel in's Nordrachthal bis Nordrach. Auf den Hochkopf, und von Nordrach mit Wagen nach Zell und Biberach. Oder über Gengenbach vom Hochkopf ab hinab.(R. 13). 6. Tag: Im Kinzigthale mit der Bahn aufwärts bis Hausach. Post über Wolfach nach Schiltach. Zu Fuss nach Schramberg(R. 14). 7. Tag: Durch das Berneckthal nach Thennenbronn, über den Brielkopf nach Lauterbach, Hornberg, Tryberg (R. 15). 8. bis 12. Tag: Wie in No. 6, Tag 6 bis 10. No. 9. Eine Route von 16 Tagen. Beginnend bei Baden- Baden, und auslaufend bei Freiburg. 1. bis 10. Tag: Wie in No. 6. II. Tag: Früh Eisenbahn nach Murg. Excursion in's Murg- thal, etwa bis Hottingen, und zurück nach Murg (R. 31). Mit der Eisenbahn nach Brennet. Mit Post nach Wehr.(R. 30. Oder auch von Hottingen über Herrischried weiter, und so hinab nach Wehr(R. 31). 12. Tag: Das Wehrathal hinauf bis Todtmoos(R. 30), und über Herrischwand oder Präg nach Schönau im Wiesenthale(R. 29). v. Seydlitz, Schwarzwald. 16 RRRRReeee, RRRRNN 242 13. Tag: Das Wiesenthal bis Hagen hinab. Besuch von Schloss Rötteln; hinab nach Lörrach. Mit der Eisen- bahn bis Basel.(R. 29). 14. Tag: Eisenbahn nach Müllheim. Post nach Badenweiler. Bürgeln(R. 27) oder Blauen besteigen(R. 28). Abends bis zum Auerhahn in Sirnitz(R. 26). 15. Tag: Vom Auerhahn über die Sirnitzhöhe nach Münster- halden. Ueber Mulden auf den Belchen. Hinab nach Neuhof(R. 26). 16. Tag: Hinab durch das Obermünsterthal nach Spielweg, und über Gersthalm und St. Ulrich nach Freiburg (RK. 26). No. 10. Eine Route von 19 Tagen, von Baden-Baden aus durch den ganzen Schwarzwald bis Sigmaringen(oder in die Schweis.) 1. bis 12. Tag: Wie No. 7. Abends Bahn nach Waldshut. 13. Tag: Von Waldshut durch das Schlüchtthal, dann Schwar- zathal bis Leinegg. Hinauf nach Höhenschwand, hinab nach Seebrugg und Schluchsee(R. 33). 14. Tag: Wagen nach Bonndorf. Excursion in's Wutachthal (R. 21 u. R. 22, Verbindungst.) 15. TIag: Von Bonndorf Wagen oder Post nach Stühlingen, von wo bis Schleitheim.(R. 24, hinter Stat. Berin- gen). Von da auf die Randenburg und den Hohen Randen. Abends Postomnibus von Schleitheim nach Beringen, und Eisenbahn nach Schaffhausen oder Neuhaus, oder wenn man will weiter. Diese Route bis hierher kann auch Eintrittsroute in die Schweiz sein.— Sonst weiter: 16. Tag: Besuch des Rheinfalles(R. 34 bei Stat. Neuhaus). Eisenbahn nach Singen. Besuch des Hohentwiel. Abends noch Bahn bis Engen(R. 36). 17. Tag: Auf das Stettener Schlösschen, oder eine andere Partie von Engen aus. Abends Bahn nach Donau- eschingen(R. 36). Wenn man dies nicht besuchen will, nur nach Tuttlingen(R. 37). 18. u. 19. Tag: Dürch das Donauthal hinab bis Sigmaring en (R. 37). No. 11. Eine Route von 22 bis 25 Tagen, von Engen ab nach Baden, oder über Nagold zurück zur Stuttgarter Eisenbahn. Diese Route schliesst alsos an ER. 8 an. Vorausgesetzt ist, dass man noch den Abend vorher bis Engen fuhr. 1. Tag: Besuch des Stettener Schlösschens oder eines ande- ren Punktes der Umgegend von Engen. Nachmit- tags Eisenbahn nach Singen. Auf den Hohentwiel und zurück(R. 36). Abends Eisenbahn nach Neu- haus. Man wird die Beleuchtung des Rheinfalles noch sehen können(R. 34). 2. Tag: Eisenbahn bis Beringen. Omnibus nach Schleitheim. Besuch der Randenburg und des Hohen Randen. Zu Fuss weiter nach Fuezen(R. 34, zuletzt R. 22, Verbindungst.). 3. Tag: Nach Achdorf, zur Wutachmühle(R. 23, Verbin⸗ dungst.) Nach Bonndorf(R. 21, Verbindungst. nach Lenzkirch.) Post oder Wagen nach Lenakirch (ebenda und R. 23). 4. Tag: Von Lenzkirch zum Feldberg(R. 23). 5. Tag: Vom Feldberg nach Menzenschwand(R. 34). Ueber Aeule nach Aha und Schluchsee(R. 32, dann 33). 6. Tag: Von Schluchsee nach Häusern, Höhenschwand, und hinab nach St. Blasien(R. 33). Wagen oder Post nach Tiefenstein. Zu Fuss nach Albbruck(R. 32). Man muss früh am Morgen aufbrechen, sonst wer⸗- den aus dem 6. u. 7. Tag 3 Tage. 7. Tag: Eisenbahn nach Murg. Durch das obere Murgthal nach Hottingen, Herrischried, und nach Wehr im Wehrathale(R. 31). 8. Tag: Besuch der Haselhöhle. Nach Todtmoos(R. 30). 9. Tag: Ueber Präg oder Herrenschwand nach Schönau, oder durch das Angebachthal nach Mambach im Wiesenthale, und zu Fuss oder Post hinab na ch Schopfheim(R. 29). 10. Tag: Fahren iiber Tegernau bis Wies im Thale der kleinen Wiese. Dann zu Fuss über das Lipple nach Marzell. Von da auf den Blauen, und hinab nach Badenweiler. Ist kein Fernsicht versprechender RDNN NN N 2 2 E. Himmel, so mag man über Kandern und Bürgeln 9 nach Badenweiler gehen(R. 28). I1. Tag:(Wer Zeit hat, kann hier einen Aufenthalt in Ba-. Lg denweiler einschieben. Sonst:) über Oberweiler, Sirnitz, Münsterhalden auf den Belchen. Zur Er- 0. Iag: leichterung kann man bis Münsterhalden fahren. (R. 26). 12. Tag: Ueber die Krinne hinab nach Neuhof. Durch das Obermünsterthal bis Spielweg. Ueber Gersthalm N. Leg: und St. Ulrich nach Güntersthal und Freiburg. Oder von Spielweg nach Staufen, Wagen oder Post nach 1 Krotzingen. Eisenbahn nach Freiburg(R. 26).— Wer noch einen Tag zuzusetzen hat, geht über Krinne und Wiedenereck hinab nach Wieden, und nach Schönau, Utzenfeld, Todtnau im Wiesenthal (K. 27). Am folgenden Tage dann über Nothschrei LLag: und Schauinsland nach Freiburg(R. 25). 13. Tag: Freiburg Vormittags(R. 20). Gegen Mittag mit Wagen zum Himmelreich. Zu Fuss durch das Höl- R.Tg: lenthal zum Stern. Nachmittags Post bis Altenweg (Bär) benutzen(R. 21). Dann zum Titisee, und in f 3 Std. über Saig nach Neustadt.(R. 23). Nur in langen Sommertagen. Sonst vom See direct nach lg: Neustadt gehen. ̃ 14. Tag: Von Neustadt nach Waldau. Ueber den Thurner Lag: nach St. Märgen und St. Peter(R. 38).— Wer Titisee und Neustadt kennt, kann von der Höllsteige lů ſeg: (Rössle) nach Breitnau gehen, dort übernachten, und also am 14. Tage von Breitnau zum Thurner, und 0 so weiter marschiren. 15. Tag: Auf den Kandel(R. 18). Hinab nach Waldkirch. Nachmittags Besuch der Hochburg(R. 18). 16. Tag: Wagen bis Simonswald. Zu Fuss über Gütenbach nach Furtwangen. Abends wo möglich noch fahren bis Tryberg. Sonst am anderen Morgen(R. 17). 17. Tag: Tryberger Wasserfall. Marsch bis Hausach(K. 15, dann 14).— Will man 1½ Tage zusetzen, so wan- kets au dert man von Hornberg rechts ab über Lauterbach, ud We nach Thennenbronn, durch das Berneckthal nach nen Schramberg.(Alles nach R. 15). Weiter bis Schilt- in wer ach, oder, wer das nicht mehr kann, in der Frühe Ader des folgenden Morgens Post über Schiltach nach Wolfach, dann weiter wie im Folgenden. 18. Tag: Von Hausach über Wolfach(R. 14) nach Rippolds- au(R. 10). 19. Tag: Von Rippoldsau über Kniebis oder Holzwälder Höhe nach Griesbach, und über Petersthal und Oppenau G:ielleicht theilweise Post) im Renchthale(R. Y, nach Allerheiligen durch das Lierbachthal(R. 8). 20. Tag: Von Allerheiligen über Blöchereck und Edelfrauen- grab nach Ottenhöfen. Ueber Seebach zum Mum- melsee, auf die Hornisgrinde(R. 8). Hinab na ch Hinterlangenbach(R. 3 Seitent. 2). 21. Tag: Nach Schönmünzach. Durch das Murgthal hinab, über das Ebersteinschloss nach Gernsbach(R. 3). 22. Tag: Eisenbahn oder Fahrweg nach Baden-Baden.— Lässt man Baden-Baden seitwärts, oder kehrt von da hierher zurück, so: 23. Tag:(oder 22.) Von Gernsbach nach Herrenalb, und zur Eisenbahnstat. Ettlingen. Man kann aber auch ö von Herrenalb über Dobel und die Eyachmühle nach Wildbad wandern, und dann den N 24. Tag:(oder 23.) Von Wildbad nach Pforzheim Von hier dann Eisenbahn nach Stuttgart, oder: 25. Tag:(oder 24.) Von Pforzheim durch das Nagoldthal bis Teinach(R. 2). 26. Tag:(oder 25.) Von Teinach durch das Nagoldthal bis Nagold. Von hier Post nach Rottenburg zur Stutt⸗ garter Eisenbahn. Nro. 12. Diese Route von im Ganzen 24 Tagen, besteht aus 13 kurzen Touren, welche an einander schliessen, und zwar der- artig für bequeme Reisende eingerichtet, dass diese immer nur von den in Eisenbahnroute I, so wie R. 34 aufgeführ⸗ ten Eisenbahnstationen Abstecher machen, von denen sie stets auf die Eisenbahn zurückkehren. Zugleich ist auf Post und Wagen Rücksicht genommen. Endlich eignen sich diese kurzen Fouren zu ebenso viel kurzen Routen für Ausflüge von wenigen Tagen.— Uebrigens schliessen sie 0 anein- ander an, dass sie eine mehr als 3wöchentliche Reise durch N 246 das ganze Gebirge ausmachen, und gewähren dem Reisenden den Vortheil, durch einfaches Ueberspringen von dieser oder jener Tour sich die Reisedauer ganz nach Belieben einzu- richten. 1. Tour(1 Tag). Von Pforzheim mit der Eisenbahn nach Wildbad. Abends zurück.(R. 1). 2. Tour(2 Tage). 1: Eisenbahn von Pforzheim nach Carls- ruhe(Eisenbahnrt. 4.), und Rastatt(Eisenbahnrt. I). Weiter mit der Zweigbahn nach Gernsbach. Besuch von Ebersteinschloss, und Marsch bis Forbach(R. 3). — 2: Marsch bis Schönmünzach. Mit der Mittags- post nach Gernsbach zurück, mit der Bahn nach Rastatt(R. 3), Oos und Baden-Baden. 3. Tour(1 Tag). Baden-Baden und Umgebung(R. J). 4. Tour(1 Tag). Früh Eisenbahn nach Bühl. Zu Fuss oder Wagen durch das Bühlerthal nach Herrenwies(oder nur auf„den Sand“) Zurück nach Dorf Bühlerthal, und zu Fuss über Alt-Windeck nach Hub(R. 5, dann 6), und mit dem Omnibus nach Ottersweier. Eisenbahn nach Achern. 5. Tour(3 Tage). 1: Marsch über das Brigittenschloss zur Hornisgrinde. Hinab zum Mummelsee und nach Ottenhöfen(R. 8).— 2: Ueber Edelfrauengrab und Blöchereck nach Allerheiligen. Durch das Lier- bachthal nach Oppenau(R. 8). Kleiner Marsch.— 3: Post nach Griesbach. Marsch nach Rippoldsau (K. 9),(über die Holzwälder Höhe). Bis Wolfach Post oder Wagen(R. 10). Dann durch das Wild- schappachthal nach Petersthal. Abends Wagen, oder folgenden Tages früh Post oder Wagen nach Appenweier(R. 10). 6. Tour(4 Tage). 1: Eisenbahn über Offenburg nach Bi- berach. Excursion nach Hohengeroldseck und zu- rück(R. 12). Abends Eisenbahn nach Hausach, und mit Post oder Omnibus nach Wolfach(R. 14). — 2: Post nach Schiltach und Schramberg(R. 14). Excursion durch das Berneckthal nach Thennen- bronn, und nach Schramberg zurück(R. 15).— 3: Wagen über Lauterbach nach Hornberg. Zu Fuss nach Tryberg. Abendpost nach Furtwangen (K. 15, dann 17).— 4: Mit Wagen oder Post früh DDrSS RRRN Tour Iuur Luur 1 0 I, Iont . Jour 0 U . Iour 3. L0n 247 über Gütenbach und Simonswald nach Waldkirch. Nachmittags Besuch der Hochburg, und von dieser hinab nach Station Emmendingen(R. 18). Eisen- bahn nach Freiburg. 7. Tour(3 Tage). 1: Post nach Zarten. Zu Fuss durch das Eschbachthal nach St. Peter und St. Märgen, dann die Wagensteig hinab zum Himmelreich, wo zur Nacht bleiben(R. 19).— 2: Durch das Höllen- thal über den Titisee, Bärenthal, Feldsee, Feldberg (RK. 21, dann 23).— 3: Hinab über Menzenschwand nach St. Blasien. Nachmittags fahren bis Tiefen- stein. Dann zu Fuss bis Albbruck(R. 32). 8. Tour(1 Tag): Eisenbahn nach Singen(R. 34). Bestei- gung des Hohentwiel. Eisenbahn nach Engen. Abends zurück nach Singen(R. 36), und Eisenbahn nach Constanz(R. 35). 9. Tour(1 Tag): Besichtigung von Constanz(K. 35) Nach- mittags Eisenbahn nach Neuhaus und Besichtigung des Rheinfalles(R. 34). 10. Tour(1 Tag): Eisenbahn bis Murg. Excursion in das obere Murgthal und zurück nach Murg(R. 31). 11. Tour(3 Tage). 1: Eisenbahn nach Brennet. Post nach Wehr. Besuch der Haselhöhle. Marsch durch das Wehrathal nach Todtmoos(R. 30).— 2: Ueber Präg oder Herrenschwand nach Schönau im Wiesen⸗ thal. Post bis Schopfheim(R. 29).— 3: Eisen- bahn nach Stat. Hagen. Auf das Schloss Rötteln. Hinab nach Lörrach. Eisenbahn nach Basel(R. 29). 12. Tour(1 Tag): Eisenbahn nach Müllheim. Post nach Badenweiler. Hier irgend eine Partie(R. 27), oder auch auf den Blauen(R. 28). Man kann noch Abends nach Müllheim zur Bahn zurückkommen, wenn man die folgende Tour nicht mehr machen will. 13. Tour(2 Tage). 1: Wagen von Badenweiler bis Sirnitz oder Münsterhalden. Ueber Mulden zum Belchen (R. 26). Man kann noch iiber die Krinne zum Neuhof hinab.— 2: Hinab durch das Obermünster- thal nach Spielweg, und zu Fuss über Gersthalm und St. Ulrich nach Freiburg, oder nach Staufen, RERERRR RNN rr N 2 RN Post nach Krotzingen. Eisenbahn nach Freiburg (RK. 26.) Alle diese Routen sind so eingetheilt, dass sie sich ebenso von Tag zu Tag in umgekehrter Ordnung machen lassen. Ausserdem vergleiche für kurze so wie längere Touren im mittleren und südlichen Schwarzwald die Zusammen- stellung bei Freiburg, in R. 20. Register. ODie Hauptstellen jedes Artikels sind bei den Zahlenangaben vorausgesetzt.) Aach a. d. Glatt 83. Aach im Hegau 225. 229. Aach, die 215. Aachen 37. Aarberg 208. Achdorf 157. 228. Achern 61. 94. Adelhausen 184. Adelsberg 181. Aeule 200. 166. Affenthal 92. Affolterbach 2. Aftersteg 168. Aha 203. Aichen 202. Aispel 206. 208. Aitrachthal 228. Alb, Dorf 196. Alb, die bei Herrenalb 79. 59. Alb, die bei St. Blasien 196. Albbruck 196. 71. Albersbach 165. Albert 197. Albthal 196. Aldingen 36. Alexanderschanze 102. Allensbach 216. Allerheiligen 101. Allmendshofen 228. Allmuthhöfe 202. Alpirsbach 118. 33. 34. Alsbacher Schloss 5. Alsheim 48. Altdorf 195. 190. Alte Mann 177. Altenburg, Ruine 120. V. Seydlitz, Schwarzwald. Altensteig 83. Altenstein mit Ruine 185. Altenweg 156. 153. 166. Altglashütte 158. 200. Altschweier 92. Altstadt 35. Amerazfeld 202. 203. 209. Amoltern 146. Amrigschwand 205. Angenbachthal 185. Anselfingen 225. Antogast 102. Antoniuskapelle 185. Appenweier 61. 25. 107. Arenenberg 219. 214. Arheilgen 55. Aschaffenburg 37. Aselfingen 153. Attenthal 145. Atzenbach 185. 189. Au, bei Freiburg 144. Au, die bei St. Georgen 124. Auerbach 2. 57. Auerbacher Forsthaus 3. Auerbacher Schloss 3. Auerhahn Wirthsh. 175. 179. 181. Auf dem Rohr 133. Auf dem Sand 93. Auggen 65. 178. Augsburg 26. Aulendorf 26. Aulfingen 225. 228. Bachzimmern 229. 225. Baden 87. Baden i. d. Schweiz 208. 2 — 5 2 RN N“ RR · 250 Badenweiler 176. 65. Bär Whs. 153. Bärenfels, Ruine 190. Bärenthal 159. 158. Bärhalde 158. 167. Baiersbronn 84. Register. Baldenweger Vichhütte 163. Balgheim 36. Balingen 232. Balkhausen 5. Balzhausen 209. Bamberg 37. Bammenthal 71. Bankholzen 215. Bannholz 205. 198. Basel 67. 182. Basel-Augst 69. Bebenhausen 32. Bebra 19. 20. Bechtersbobl 210. Beerfelden 10. Beerfurt 1. Beggingen 210. 212. Behla 228. Belchen 173. 186. Bellingen 66. Bensbeim 57. Benzebene 120. Berau 206. 202. 203. Berg 219. Berghaupten 109. Berghaus Neuhaus) 202. Berghausen 76. Bergstrasse 1. 57. Beringen 210. Berlin 19. 20. Berlingen 214. Bernau, Schloss 208. Bernau i. d. Bernauer 188. 200. Bernau i. d. Schweiz 71. Berneck, Ruine u. Besenfeld 80. Besigheim 72. Bettmaringen 202. 209. Beuern 225. Beuggen 69. 183. 184. Beuron 230. Biberach 109. 110. Biberthal, das 213. Bickenbach 4. 57. Bickensohl 146. Bieringen 32. Biesendorf 226. Bietigheim 30. 37. 72 Bildechingen 33. Bingerbrück 37. RRe Alb 187. Thal 120. Binzen 178. 67. Birkenau 8. 57. Birkendorf 202. Birwinken 219. Bischmatt 187. Bischweier 87. Bischweiler 51. Bittelbrunn 226. Blansingen 66. Blasiwald-Althütte 201. Blauen, der 180. Blauen, Dorf 181. Bleichthal 130. Bleybach 128. Blöchereck 100. Blössling 186. Blumberg 228. 157. Blumenegg 157. Bobenheim 48. Bodenheim 47. Bodensee 219. 232. Bodman 221. Böhringen 215. 225. Böllstein 8. Bohlingen 215. Bohrhöfe 170. Boll 153. Bonn 37. Bonndorf 153. Bottenau 107. Bräunlingen 228. Brag(Tunnel) 30. Brandeck 108. 62. Brandenberg 167. Brandenburg Whs. 151. 137. Bregenbach 126. Bregenz 221. Breitnau 153. Bremen 20. Brenden 202. Brennet 69. 191. Brensbach 1 Bretten 72. Brielkopf 120. Brigittenschloss 97. 61. Briglirain 127. Brombach 184. Brombeerberg 144. Bronnemer Mühle 230. 209. 200. 202. Bronnen 230. Bruchsal 59. 72 Bruck, die i. Wehrath. 189. Bruderhalde a. Titisee 159. Bruderhalde b. Rippoldsau 106. Bruderkirche 153. Brüssel 37. Brunnadern 205. 189. Buch 197. Buchenbach 135. Büchen 20. Bühl 92. 60. Bühlach 59. Bühlberg 202. Bühlerthal 92. Bürchau 179. Bürgeln 177. 180. Büsingen 212. Büttensteiner Fälle 101. Buggingen 65. Buhlbach 85. Bulgenbach 203. Burbach 105. Burg a. Rhein 213. Burg a. d. Dreisam 151. 137. Burgen 226. Burkheim 146. Calmbach 79. Galvarienberg b. Waldshut 208. Calw 82. Cannstadt 29. 31. Carlsruhe 73. 51. 59. Cassel 20. Castel b. Constanz 219. Castel b. Mainz 38. 39. 43. Castlerthal(Zastlerth.) 163. Celle 20. Champignon 2. Clarisegg 213. Clemenshall 18. Coblenz, Dorf i. d. Schweiz 208. 209. Cöln 37. Constanz 217. 26. 214. Conzenberg 36. Dachsmühle 226. Darmstadt 55. 37. 46. Degerfelden 183. 69. Deisslingen 35. Denzlingen 64. 128. 233. Descheck 127. Detzeln 209. Dilsberg 16. Diersburg 109. 62. Diessenhofen 213. Dietenthal 116. Dietfurt 232. Dietlingen 206. Dinglingen 62. Dobel 79. Döggingen 154. Dönnjächt 81. Dogern 71. Register. Donaueschingen Dornstetton 83. Dossenheim 58. Dreifaltigkeitsberg 36. Dreifürstenstein 85. Dreisam 63. Dresselbach 202. 203. 209. Dürrheim 35. Durbach 62. Durlach 59. 76. 227. 26. 36. 233. Eberbach 16. 10. Eberfingen 157. Eberstadt 56. Ebersteinburg 91. Eberstein Schloss 86. 92. Ebersweier 62. Ebnet a. d. Dreisam 151. Ebnet bei Bonndorf 209. Ebringen bei Freiburg 144. Ebringen am Heilsberg 214. Echaz, die 31. Eekartsbrunn 226. Eekhalde 195. Eckle(Seibleseck) 85. Edelfrauengrab 100. Edenkoben 50. Efringen-Kirchen 66. Egg 195. Ehrsberg 185. Eichen, Ort u. See 185. Eichhof, der 210. Eigeltingen 225. Eimeldingen 67. Einigsbühl 197. Eisenach 19. 20. Eisenbädle 126. Eisenbreche 201. Eisloch 204. Elzach 131. Elzkanal 63. Elzthal 131. 64. Emishofen 219. Emmendingen 64. Empfingen 33. Endermettingen 202. Endingen 146. Engelschwand 195. Engelshofen 219. Engen 223. 36. 214. Enkendorf 190. Enkenstein 181. Entenschwand 179. Enzberg 30. Enazklösterle 80. Enzthal 79. Epfendorf 34. 252 Epfenhofen 228. Erbach 9. Eremitage 3. Eresheimer Kapelle 16. Erlenbach 209. Erlenbad 95. Erlebruck 165. 59. Ermatingen 214. Ersingen 77. Erzingen 210. Eschach 228. Eschbach 137. 233. Eschenz 213. Eselsbrunnen 107. Espach 208. Esslingen 31. Ettenheim 130. Ettenheimmünster 130. Ettlingen 59. 80. Etzwiel 197. Eutingen 78. 30. 33. Eyach, die 33. Eyachmühle 79. Fabrik, Weiler 114. Fahl 167. Fahrenberg 156. Fabhrhaus 208. 209. Fahrnau 185. Fahrnbuck 178. Falkau 158. Falkenstein a. Berneckth. 120. Falkenstein a. Hölleth. 151. Falkenstein bei Loffenau 79. Faulenfirst 202. Favorite 90. Feldbach, Kloster 213. Feldberg 161 flgd. Feldberger Hof 160. 167. Feldsee 160. Felsberg i. Odenw. 6. Felsenmeer i. Odenwald 6. Finkenbach 10. Fischenberg 179. 181. Fluorn 33. Föhrenthal 145. Fohrenbach 205. Forbach 86. Frankenthal 48. Frankfurt 52. 19. 20. 21. 37. Frauenalb 80. Frauenberg b. Bodman 221.“ Frauen-Neusess 1. Frei-Atzenbach 185. Freiburg 137 flgd. 64. 229. 233. Freiersbach 103. 107. Fremersberg 90. Register. Freudenfels, Schloss 213. Fireudenstadt 83. 34. Firiedenweiler 154. Friedingen 230. 225. Friedrichsfeld 58. FPriedrichshafen 26. 221. Friedrichshall 18. FPriesenbeim 62. Frohnhofen 1. Frohnschwand 204. Fuchsfalle 125. Fuchswald 183. Fuezen 157. 210. 212. 228. Fürstenau 9. Fürstenberg 228. Fürstenlager 2. Fürth 7. 2. Fulda 19. 20. Furtwangen 127. 125. 228. Gauchach 157. 153. Gaggenau 87. Gaienhofen 213. Gailingen 213. Gaisberger Schloss 82. Gammelsbach 10. Gaspelhof 165. Gausbach 86. Gebhardsberg 221. Geiersnest 172. Geisberg 112. Geisingen 227. 225. 228. Gengenbach 109. Gernsbach 87. Geroldsau 90. Gersbach 189. Gersprenz 1. Gersprenzthal 9. Gerstenhalm 172. Geschwänd 186. 168. Sierspach 195. Giesiboden 186. Glaswaldsee 105. Glatt 83. Glattbachthal 83. Glatten 83. Slockenberg 208. Glotterbad 133. Glotterthal 133. 233. Görwihl 195. Göttingen 20. SGoldbach 221. Gompelscheuer 80. Gondelsheim 72. Gorxbeim 57. Gottenheim 115. gGottlieben 214. Gottmadingen 215. N W Gottschlägfälle 100. Grafenhausen 202. 203. 209. Grasellenbach 7. 2. Gremmelsbach 122. Grenzach 68. Gressgen 181. 185. Griesbach 103. Griessen 210. Grimmeltshofen 157. Grötzingen 76. Gross-Sachsen 58. Grossbiberau 1. Grüningen 36. Gündenhausen 182. 184. Gschwänd, s. Geschwänd. Gündelwangen 153. Güntersthal 143. 172. Gütenbach 127. Gunningen 229. Guntersblum 48. Gurtweil 206. 209. Gutach, Ort 131. Gutach, die 121. Gutenburg 206. Gutenstein 232. Guttenberg 18. Gyrsberg 219. Haard, Schloss a. R. 214. Habsburg, Ruine 208. Häg 185. Hänner 195. Häusern 204. Hagen 184. Hagenau 30. Hagenbach 69. Hagenbrücke 99. Hagenschiess 78. Haigerloch 32. 33. Hainbrunn 10. Halbmeil 117. Halden 169. Haldenhof, der 221. Halle 20. Haltingen 67. 178. Hamburg 20. Hammelbach 2. Hammereisenbach 126. Hammerstein 178. Hanau 19. 20. Hanauer Land 25. Handschuhsheim 14. 58. Hannover 20. 21. Happach 185. Happingen 200. Hardtwald 58. Harmersbachthal 113. Register. Harpolingen 193. 195. Harpolinger Schloss 192. Hartenrodt 2. Hasel, Dorf u. Höhle 190. Haselbach 206. Haseneckle 129. Haspel 208. Hasslach 116. Hattingen 226. Hauenstein 70. 197. Hauensteiner Land 193. Hauingen 184. Hausach 116. Hausbaden 177. Hausen Verena) 36. 229. Hausen b. Geisingen 228. 157. 225. Hausen im Wiesenth. 185. 181. Hausen nahe Krauchenwies 232. Hausen, Dorf und Burg nahe Sig- maringen 231. Hebel-Eiche 178. Hebel-Höhe 184. Hechingen 32. 232. Hegau 214. Heidburg, Ruine 1 Heidelberg 10. 37. 46. 51. 58. 71. Heidelsheim 72. Heidenlöcher 221. Heidenschloss(Tomburg) 204. Heilbronn 18. 71. Heiligenberg i. Odenw. 58. Heiligenberg a. Bodensee 220. 232. Heiligenbronn 33. Heilsberg 215. 214. Heitersheim 65. Hemmenhofen 213. Hemmishofen 215. 213. Hennbach 62. Heppenheim 57. Heppenschwand 204. Herblingen 214. Herbolzheim 63. Herrenalb 79. Herrenschwand 55 Herrenwies 93. 85. Herrenzimmern Herrischried 195. 190. Herrischwand 195. Herrschaftsbrücke 82. Herzogenhorn 167. 187. Heselbach 85. Hespengrund 107. Hettich 86. Heuberg in der Schweiz 191. Heuberg bei Rottweil 34. Heuweiler 143. Hilpensberg 232. 2 254 Hilpertsau 86. Hilzingen 214. Himmelreich 151. Hinter-Heubronn 179. Hinterlangenbach 85. Hinter-Todtmoos 188. Hinterzarten 152. 153. 165. 166 Hintschingen 226. Hirsau, s. Hirschau. Hirschau 81. Hirschhorn 16. 10. Hirschkopf 165. Hirschloch 178. Hirschsprung i. Hölleth. 151. Hirschsprung i. Wehrath. 189. Hochblauen 181. 185. Hochburg 130. 64. Hochbühl 95. Hochfirst 154. Hochhausen 17. Hochkelch 174. Hochkopf 115. Hochmauern 35. Hochsal 197. Hochstätten 5. Höchst 1. Höfen i. Enzth. 79. Höfen i. Wiesenth. 184. 182. Höhgau, s. Hegau. Höhenschwand 204. 206. Höllethal 251. 229. Höllstein 184. Hörchenberg 97. Hördt 51. Hördten 87. Hörnleberg 189. Hof i. Baiern 37. Hof b. Staufen 171. Hofsgrund 164. 168. 169. Hofstetten 116. Hohe Brand 208. Hohen-Asberg 30. Hohenfels 221. Hohenfluh 212. Hohen-Geroldseck 109. Hoh enhöwen 225. 214 Hohenkarpfen 229. 36. 230. Hohenklingen 215. 213. Hohenkrähen 223. 214. 225. Hohenlupfen 157. Hohenroder Schloss 97. Hohenstein 7. Hohenstoffeln 214. Hohentübingen 32. Hohentwiel 223. 214. Hohenzollern 32. Hohe Randen 228. PP Register. Itznang 215. Hohe Wart(Heuberg) 191. Hohlegraben 155. 233. Hohlohkopf 80. Hohnberg 230. Hohnstorf 20. Hohwart 156. Holz 186. Holzinshaus 186. Holzschlag 158. Holzwälder Höhe 103. Homburg, Ruine 215. Hopfau 83. Horb 32. Horben 172. 170. Horheim 157. KHorn 215, 213 Hornberg a. Neckar 17. Hornberg i. Schwarzw. 121. Hornberg i. Hauenst. Land 195. Horneck 18. Hornisgrinde 98. 85. Hornstaad 213. Hottingen 192. 195. 200. Hub 94. Hubackerhof 107. Huchenfeld 81. Hüfingen 154. 228. 233. Hügelberg 184. Hühnersedel 112. 130. 131. Hürsten 210. Hüsingen 184. Hüttenthal 7. Hundsbach 85. Hundskopf 107. Huttingen 66. Hutzenbach 85. Ibenhof 129. Ibenthal 135. Ichtingen 146. Illenau 95. Immendingen 226. 229. Immeneich 198. Imnau 33. Indlekofen 206. Innerlehen 187. 188. 200. Inzigkofen 232. Irrendorf 230. Isenburg 55. Isnegg, Ruine 206. Ispringen 77. Istein 66. Jacobskapelle 117. Jaxtfeld 18. 37. 71. Jägerhäusle 145. 0 Register. Jesuitenschloss 144. Josthal 156. Jugenheim 4. Kadelburg 209. Käferholz 182. Käsacker 178. Kaiserstuhl b. Freiburg 145. Kaiserstuhl bei Heidelberg 13. Kalte Herberge 127. Kaltenbach 181. Kaltenbrunn 80. Kandel 131. 233. Kandenburg 181. Kander, die 67. Kandern, 178. 180. Kapellen 215. Kappel 158. 154. Kappeler Thal 170. Karsau 184. Karthause 143. Katharinenkapelle 146. Kattenhorn 213. Katzebach 17. 32. Katzenbach 10. Katzenbuckel 10. Katzensteig 125. Kehl 25. 61. Kempten 26. Kentheim 82. Kenzingen 63. Kesselberg 125. Kilbenstrasse 127. Kilchberg 32. Kinzig, die 62. Kippenheim 63. Kirchen 228. Kirchheim b. Heilbronn 71. Kirchheim unt. Teck 31. Kirch-Zarten 163. Kirnhalden 130. Kirschbaumwasen 86. Klausenmühle 203. Klein-Gemünd 15. Klein-Kappel 170. Kleinkems 66. Kleine Wiese 181. 179. Klengen 36. Klingel-Kapelle 86. Klingengraben 210. Klingenzell 213. Klösterle 105. Kniebis 103. 102. Knittlingen 72. Knörringen 50. Köhlerhof 172. Köhlgarten 179. 255⁵ Köhlgartenwiese 181. Königsbach 77 Königsfeld 119. 125. Königsschaffhausen 146. Königswart 80. Kolmbach 7. Kollnau 131. Konzenberg 229. 230. Kork 25. Kränkingen, Ruine 209. 202. Krauchenwies 232. Kreenheinstetten 231. Kreiensen 20. Kreuzbrücke 122. Kreuzlingen 219. Krinne 173. 186. Krotzingen 64. 170. Krumbach 7. Kühlenbrunn 179. Kürzenbachthal 106. EKüssach, Burg u. Dorf 210. Küssenberg, 8. Küssachburg. Küssnach, s. Küssach. Kullenmühle 80. Kummenbof 132. Kupferbhammer 78. Kuppenheim 87. Kutterau, Ober- u. Unter- 198. Kybbad, Kybfelsen, Kyburg 144. Lachenhäuschen 155. 233. Ladenburg 58. Laegern, der 208. Lahr 62. Laiz 232. Langackern 172. 144. Langen 55. Langenau 180. Langenbrand 86. Langenbrücken 58. Langenbrunn 231. Langen-Denzlingen 64. Langenordnach 155. Langenschiltach 120. Langenstein, der 209. Langenstein, Sehloss 225. Landau 50. Landeck, Burg u. Dorf 130. Laubenbeim 47. Lauenburg 20. Laufen. Schloss a. Rheinf. 211. Laufenburg 70. 195. 197. Lauffen bei Heilbronn 71. Lausbrunnwald 181. Lausbübhl 181. Lautenbach 107. Lauterbach bei Hornberg 121. Register. Lauterbach a. d. Brandeck 62. Lauterbachthal i. Schwäb. Jura 36. Lax 2. Legelshurst 25. Lehengericht, teres 118. Lehrte 20. Leibstätten 208. Leimbach 34. Leimstollen 145. Leinegg 205. 203. Leinstetten 83. Leipferdingen 228. Leipzig 37. Lenzkirch 158. 153. 200. 202. Leopoldshöhe 67. 183. Leopoldskanal 63. Leuggern 208. Lichtenthal 90. Liebeneck, Ruine 78. Liebenfels, Schloss 213. Liebenzell 81. Liel 178. Lierbachthal 101. Limburg, Ruine 146. Linachthal 125. Lindach 17. Lindau 26. 189. 221. Lindenberg 134. Lindenfels 7. 2. Lindenkirche 93. Lipple, das 180. 179. Littenweiler 144. 170. Lochmühle a. d. Mettma 203. Lochmühle im oberen Murgth. 192. Löcherberg 103. 114. Löffelstelz, Ruine 30. Löffingen 154. 229. 233. Löhningen 210. Lörrach 183. 67. 69. Loffenau 79. Lohndorf 33. Lorettokapelle bei Constanz 219. Lorettokapelle bei Stockach 216. Lorsch 57. Lossburg 34. Louisenthurm 161. Luchsenfelsen 154. Ludwigsburg 30. Ludwigshafen a. Rhein 45. 47. 48. 51. Ludwigshafen a. Bodensee 216. Ludwigsstrasse 110. Vorderes u. Hin- Ludwigsthal 230. Lüneburg 20. Lütschenbach 181. Lupfen 229. 36. Luxemburg 51. Luzieberg 5. Mägdeberg 223. 214. Maikammer 50. Mainau 219. Mainz 37. 45. 49. Malsburg 181. Malsch 59. Malschbach 90. Mambach 185. 179. Mammern 213. Mannenbach 214. Mannheim 45. 37. Marbach, Dorf a. d. Brigach 36. Marbach, Schl. a. Rh. 213. Marghof 106. Mariahilf 230. Mariakron 164. Marienthal 50. Markelfingen 216. Martinsfelsen 145. Marxzeller Mühle 80. Marzell 180. 179. Mattenheim 226. Mauer 71. Maulbronn 72. Maulburg 184. Maxau 59. Maxburg 50. Maximiliansau 59. Meckesheim 71. 37. Meersburg 220. 232. Meierskopf 179. Melibocus 4. Menzenschwand 167. 187. 200. Menzenschwander Vichhütte 167. Merkur 91. Merzhausen 144. Mettmathal 203. Mettenheim 48. Michelstadt 9. Minseln(Ober-, 184. Mittelthal 85. Möhringen 229. Mörishausen 210. 212. 228. Mörlenbach 8. Mösskirch 216. Monakam 81. Muchenland 200. Mühlacker 30. 37. 73. Mühlethal 212. Mühlhausen i. Elsass 66. Mühlhausen nahe Engen 223 Mühlheim a. d. Donau 230. Mühringen 33. Müllheim 65. 176. Vittel-, Nieder-) Mümlingthal 9. München 26. Münster, ehemal. Stdt. 172. Münster auf Reichenau 216. 214. Münsterhalden 174. Muggenbrunn 168. Muggensturm 59. Mulden od. Multen 174. Mummelsee 98. 85. Murg, Ort 191. 85. Murgthal, das, im nördl. Schwarz- Wald 85. Murgthal, oberes 191. Mussbach 130. Mutterslehen 189. Mutterstadt 48. 195. 200. Nagold 83. 33. Nagoldbrücke 82. Nagoldthal 81. Napf, der 164. Neckarburg 34. Neckarelz 17. Neckargerach 17. Neckargemünd 15. 71. Neckarhausen am unt. Neckar 16. Neckarhausen am ob. 33. 83. Neckarsteinach 15. Neckarthal, oberes 31 flgd. Neckarthal, unteres 15 flgd. Neckarzimmern 17. Neidingen, nahe Sigmar. 231. Neidingen Neudingen) 228. Nellenburg 215. Nendingen 230. Nenzingen 215. Neuburg, Stift a. Neckar 15. Neuburg, Schloss a. Rh. 213. Neudingen(Neidingen) 228. Neuenbürg 79. Neuenburg a. Rh. 65. Neuenburg a. d. Gauchach 153. Neuenfels, Ruine 178. Neuenheim 58. Neuenstein, Ruine 107. Neuenweg 179 Neufra 36. Neufürstenberg, Ruine 126. Neuhaus, im Glotterth. 133. 143. Neuhaus(Berghaus), Whs. 202. Neuhaus, Whs. nahe Geisingen 225 Teuhausen bei Engen 214. Neuhausen, Stat. a. Rheinf. 210. 211. Neubaus- Wilchingen 210. Neuhöwen Stettener Schi.)224. 214. Neuhof, Whs. 173. Register. Neckar L. Neumagen 170. Neumühl 174. Neun Aussichten 3. Neuneck 83. Neunkirch 210. Neunkirchen 51. Neun Linden 145. Neustadt a. d. Hardt 49. 47. 51. Neustadt i. Schwarzw. 154. 153. 228. 229. 233. Neu-Waldeck 181. Neuweier 90. Niederböllen 179. Niederhof 195. Niedermühle 198. 200. 205. Niedernau 32. Niederschopfheim 62. Nieder-Tegernau 181. Niederwasser 122. Niederweiler 175. Niederwihl 195. Niederzell 216. 214. Niefern 30. Nierstein 47. Nippenburg, die 119. Nockenheim 47. TNöggenschwiel 206. NDollingen 183. Nonnenbachthal 128. Nonnmattweiher 179. Nordrach 115. Nordstetten 33. Nothschrei 168. 164. Nürnberg 875 bach b. Appenweier 107. Nussbach b. Tryberg 124. Ober-Aba 166. 200. Ober-Berneck 118. Oberböllen 179. Oberdielbach 10. Ober-Gebisbach 195. 190. Ober-Gersprenz 9. Ober-Harmersbach 114. Ober-Hasslach, nahe Heiligenberg 232. Ober-Ibach 189. Oberkirch 107. Oberkirnach 125. Oberkrummen 200. Oberlauchringen 200. 157. Oberlehen 188. Obermettingen 209. Obermünsterthal 171. Obermulten 186. Oberndorf 33. Oberriedt 163. 164. 3 S R RRRRNN RRNNRN 258 Ober-Schaffhausen 145. Ober-Schönmattenweg 8. Ober-Simonswald 127. Oberstaad 213. Oberthal 85. Obertsroth 86. Obertüllingen 182. Oberweiler 175. 178. Oberwihl 195. Oberwolfach 106. Oberzell 216. 214. Ober-Zwieselberg 84. Ochsenkopf 85. Odenwald 1. Oeflingen 191. Oehningen 215. Offenau 18. Otfenburg 108. 62. Ofteringen 157. Oggersheim 48. Ohmenkapelle 135. Oos 60. Oppenau 102. 107. Oppenheim 47. Orschweier 63. Ortenberg 108. 62. Osterbach 163. Ostern 1. 2. Ottenau 87. Ottenhöfen 99. Ottersweier 93. 60. Ottmarshof 226. Ottoschwanden 130. Paradies, Kloster 212. Petershausen 217. Petersthal 103. 107. Peterzell 33. Pfändler 221. Pfaffenberg 185. Pfaffenwald 84. Pfalzgraſenweiler 83. Pfinzthal 76. Pfohren 227. Pforzheim 78. 30. 31. 37. 77. 81. Pfullendorf 232. Plattenhof 128. Plochingen 31. Präg, Ort u. Bach 186. Prechthal 126. Primthal 36. Prinzbach 110. Queich, die 50 Radolfzell 215. 214. 225. Räuberschlössle 157. Register. Raithebuch 158. Rambach 45. Rappenfelsen 185. Rastatt 59. 87. Reichenbach i. Murgth. 85. Reiherhalde 17. KReissen 8. KRinken 166. 163. Röth 85. Raich 181. 179. Raicherhorn 179. Ramstein 120. Randen 157. Randenburg 210. Rappenau 71. Rassbach 209. Rauhmünzach 86. Ravennafels u. Schlucht 152. Regelsburg 171. Reichelsheim 8S. 1. 2. Reichenau 216. 214. Reichenbach i. Odenw. 6. Reichenbachthal b. Waldkirch 129. Reichenberg 8. Reichenthal 80. Reidelbach 7. Reinerzau 118. Reinheim 1. Renchen 61. Rennetschwyl 205. Reuenthal 208. Reuthin 33. Reutlingen 31. Rheinfall 210. Rheinfelden 69. 189. Rheinklingen 213. Rheinweiler 66. zickelshausen 215. Rickenbach, Dorf u. Bach i. Hauenst. Ld. 192. 195. Riedböhringen 228. 157. Riedern a. Wald 203. Riedlingen 178. Riegel 63. Richen 182. Riersbach 114. 106. Riesensäule 6. Riggenbach i. d. Bernau 187. 200. Rimbach 8. Rippoldsau 104. 103. Rippolingen 195. Rodenstein 8. Rödt 34. Rössle-Wirthsh. a. d. Höllsteig 152. Röthenbach 154. Röthenberg 118. K. WI RRRRRD 132 N. 2l. Lölkteig Rötteln 183. Röttler Schloss 178. Röttlerweiler 183. 67. Röttweiler 178. Roggenbach, Ruine a. d. Kirnach 125. Roggenbach(Weisseneck) i. Stei⸗ nachth. 209. Rohmatt 185. Rohrbachthal 125. Rohrhardsberg 131. Rohrschach 221. Romanshorn 221. Rosenstein Villa) 29. Rossberg 122. Rossdorf 1. Rosshalde 164. Rosskopf 145. Rothbuck 174. Rothe Murg 85. Rothenburg, Ruine 181. Rothenfels 87. Rothhaus 202. Rothwasser 160. Rottenburg 32. Rottenmünster 35. Rottweil 34. Rümmingen 178. 67. Rütte 195. 200. Rüttehof 190. Ruhstein 85. Saalbachthal 72. Säckingen 70. 195. Saig 159. 154. Salem 220. Salenstein 214. Sanct Blasien 198. 189. 195. St. Catharina 213. St. Georgen b. Freiburg 64. 15 Georgen b. Tryberg 124. 120. 228. St. Ilgen 58. St. Krischona 183. St. Landolin 130. St. Loretto 143. St. Märgen 136. 233. St. Michael 58.“ St. Oswaldskapelle 152. St. Ottilien 143. St. Peter 134. 233. St. Roman 118. St. Trudpert 172. St. Ulrich 172. St. Valentin 144. St. Wilhelm 164. Register. Sandboden 200. Sandegg 219. 214. Sasbach a. Kaiserstuhl 146. Sassbach b. Achern 95. Sassbachwalden 97. Sattelwasen 187. Sausenburg, Ruine 180. 178. Schachen 197. Schadeck(Schwalbennest) 16. Schaffhausen 211. 228. Schaffhauser Mühle 203. 202. Schaffhauser Wald 203. Schallstadt 64. Schaidt 50. Schapbach 106. Scharfenstein 172. Schattenmühle 153. 157. Schauenburg, Ruine i. d. Schweiz 68. Schauenburg, Ruine b. Oberkirch Schauinsland 169. Schenkenberg, Ruine 34. Schenkenzell 118. Schienen 215. Schienerberg 215. Schifferstadt 48. Schinznach 208. Schlageten 198. Schlatt unt. Krähen 225. Schlechtenau 186. Schlechtenhaus 178. Schleitheim 210. 157. 212. Schlempe 125. Schliengen 65. 178. Schlierbach 15. Schluchsee 203. 166. 200. 209. Schlücht 208. Schlüchtthal 206. 202. Schmalenstein 59. Schmei, die 232. Schmelzplatz 164. 168. Schmitzingen 208. 205. Schnellerts 8. Schönau 186. 168. 179. Schönauberg 186. Schönberg, der 144. Schönberg a. d. Kinzig 109. Schönenbach 202. Schönenbuchen 186. Schönengrund 85. Schönmattenweg 2. Schönmünzach u. Thal 85. Schönwald 127. Schöttleberg 181. Schonach 126. Schopfeln 216. 214. NRNDN RRReee 260 Register. Schopfheim 184. 190. Schramberg 119. 33. Schrecken, der 221. Schriesheim 58. Schrotzburg 215. Schünnenberg 226. Schutterthal 112. Seebach 99. 85. Seebachhof 105. Seebenwirthshaus 105. Seebrugg 201. 200. 202. 203. 209. Seebuck 161. 167. Seehaus 78. Seelbach 112 Seelbach, der 192. Segalen 204. 205. Schringen 177. Seibleseck(Eekle) 85. Seitingen 229. Selzenhof 144. Sexau 129. Siblingen 210. Sieben Todtsünden 156. Siegfriedsbrunnen 2. Sigmaringen 232. 26. Silvenstahl 232. Singen 222. 36. 215. 225. Sinsheim 71. Sinzheim 60. Sipplingen 221. Sirnitzhöhe 175. 179. Sitzenkirch 180. 178. Söllingen 76. Sommerau 124. Sonne, Whs. 156. Sonnenberg 45. Sonnenblick 189. Spaichingen 36. 229. Speyer 48. Spielweg 172. Spirzen 135. 156. Spönplatz 179. Sponeèck 146. Springelsbach 155. 153. 156. Sprollenhof 80. Stadel 185. Stahlegg 157. Stahringen 215. 221. Starzel, die 32. Staufen, Dorf nahe St. Blasien 202. Stauken, Ruine i. Hegau 214. Staufen, Stadt 170. 64. 186. Staufenberg, Ruine b. Horb 33. Staufenberg, Ruine b. Windschläg 61. 107. 108. Staufenburg, die, Ruine b. Stau- fen 171. Steckborn 213. Steigerskopf 85. Stein, Burg b. Rheinfelden 69. Stein, der, zu Baden 208. Stein, Ort a. Rhein 215. 213. Steinach, die 16. Steinach, Ort a. d. Kinzig 116. 112. Steinachthal 209. 203. 208. Steinbach, Stat. nahe O0s 60. 90. Steinbachthal b. Tiefenstein 197. Steinegg bei Wehr 190. Steinegg, Dorf u. Würmth. 78. Steinegg im Steinachth. 209. Steinen 184. 178. Steinfirst 109. 62. Steinmühle 131. Steinsäge, Whs. 209. Stern, Whs. a. d. Höllsteig 152. Stetten, Stat. i. Wiesenth. 1858. Stetten a. d. Donau 230. Stetten bei Engen 224. 24 Schloss Geuhöwen) 224 14. Ruine im Stockach 215. 232. Stolzeneck 17. Strahlbrusch 192. Strahlenburg 58. Strassburg 21. 47. Streitberg 130. Strittmatt 195. Stübenwasen 165. Stühlingen 157. Stuttgart 26. Stutz 186. Suggenthal 129. Sulgau 33. Sulz a. Neckar 33. 83. Sulzbach 107. Sulzburg, Stadt u. Bad 171. 65 Summerau 209. Santhausen, Burg 225. Stiegen 213. Tägernwyl 214. Tannenfeis 85. Tegernau 181. 179. 185. Teich, das 128. Teinach 82. Teufelsmühle 79. Thaingen 214. Thalhausen 34. Thalheim 229. Thalhöfe 209. Thalmühle 225. Thanegg 157. 153. Thennenbach 130. RS Tbenne Tiene ner 5 Ttollen Tromm Lutet- Laterbe Uuterde Thennenbronn 120. Thiengen 208. Thiergarten 232. Thierstein 109. Thumringen 183. 67. Thunau 187. Thurmberg(Warte) 59. Thurner 156. 153. 233. Tiefelamühle 228. Tiefenhäusern 204. Tiefenstein 197. 195. Titisee 159. 153. Todte Hund 125. Todte Mann 164. Todtenkopf 146. Todtmoos 188. 185. 186. 195. 200. Todtmoos-Au 189. 195. Todtmoos-Weg 188. 185. Todtnau 168. 162. 186. Todtnauberg 163. Todtnauer Viehhütte 167. 163. 164. Tomburg(Heidenschloss) 204. Trier 51. Trollenberg 34. Tromm, die 8. 2. Tryberg 122. 228. Tudöburg 226. Tübingen 32. Tüllinger Höhe 182. 67. Tusculum 200. Tuttlingen 229. 37. 226. Ueberlingen 221. Uehlingen 202. 203. 209. Ullenburg 107. Ulm 26. Umstadt 1. Unter-Aha 166. 200. Unterberneck 118. Unterboihingen 31. Untereggingen 157. Unter-Fischbach 203. Unterglotterthal 133. Untergrombach 59. Unterharmersbach 113, Unter-Ibach 200. Unteribenthal 135. Unterkirnach 125. Unterkrummen 201. 200. Unterlauchringen 209. Untermettingen 209. Untermünsterthal 174. 171. Untermulten 186. Unter-Reichenbach 81. Unter-Rhena 232. Unterschmeien 232. Untersee 213. Register. RRRRER Unter-Simonswald 128. Untertüllingen 183. Unterweiler 62. Urach 126. Urachthal 228. Urnagold 80. Utzenfeld 168. Vendenbeim 51. Verena(Hausen) 229. Viehlager 85. Villa des Kronprinzen 29. Villingen, Dorf 34. Villingen, Stadt 35. Vitibuck 209. Vögisheim 178. Vöhrenbach 125. 228. Vogelbach 180. 178. Vogelsang 202. Vogtsburg 145. Volkertshausen 235. Vollmaringen 33. Vorderheubronn 179. Vorderlangenbach 85. Vorderränkachthal 106. Vorder-Todtmoos 185. Vormthal 118. Wacht, die 186. Wagensteig 135. 156. Wahlen 2. Wahlwies 215. Waldau 155. 177. 233. 228. Waldeck, Ruine 82. Waldkirch, Stadt 129. 128. 233. Waldkir ch, Dorf 205. 208. Waldmichelbach 2. 8. Waldmössingen 33. Waldshut 207. 71. 205. Waldulm 107. Wallfahrt 123. Wangen 213. Warte(Thurmberg) 59. Wartenberg b. Basel 68. Wartenberg b. Donaueschingen 229. 227. Wasen 171. Waseneck 33. Wassenburg, Ruine 231. Wasserburgthal 226. Wehr 190. 184. Wehrathal 189. Wehrstein, Burg 33. Weil, Dork b. Basel 67. 182. Weil' die Stadt 78. Weildorf bei Haigerloch 33. Weildorf a. Bodensee 220. NN NN 6 262 Register. Weiler a. Schienerberg 215. Weilheim 206. Weingarten 59. Weinheim 57. 8. Weissenbach 86. MWeissenburg 50. 47. Weisseneck Roggenbach) 209. Weissenstein 81. Weiterdingen 214. Weitnau 178. Welschenberg 230. Welschhof, der 209. Welschingen 223. 214. 225. Welschsteinach 112. Wembach 186. 179. Werenwag 231. Werrach, Ruine 190. Weschnitz 7. 1. Wickartsmühle 192. Wiedener-Eck 173. 68. 186. Wiedenfelsen 92. Wies 181. 179. 180. Wiesbaden 43. Wiesenthal 182. Wiesleth 181. 178. Wiesloch 58. Wilchingen 210. Wildbad 79. 30. Wildberg 82. Wilde Gutach 128. Wildenfels oder W.-Stein 231. Wildgutach 128. Wildschapbach 106. Wildthal, das 145. 143. Wilferdingen 76. Wilfingen 198. Wilhelma 29. Wilhelmshall 35. Wilhelmsthal 164. 168. Willaringen 195. Wimpfen 18. 71. Windeck i. Odenw. 57. Windeck, Alt- u. Neu-, im Schwarzw. 94. 60. Windecker Hof 109. Windegg i. Hegau 226. Winden 50. 51. Windgefäll 166. Windschläg 61. Winklerhof 226. Wittichen 118. Wittingen 178. Wittlekofen 209. Witznau 205. 202. Wolfach 117. 106. Wolfsberg 219. 214. Wolfsbrunnen b. Heidelberg 14. Wiolfsbrunnen a. Mummelsee 98. 85. Wolkenstein 215. 213. MWollmatingen-Reichenau 216. Wollpadingen 198. 200. Wolterdingen 126. Worms 48. Würmthal 78. WMWürazburg 37. Murmlingen 37. Wurmlinger Kapelle 32. Wutachbrücke 158. Wutachmühle 157. Wutachthal 156. 210. Wyhlen 68. PVachthal, das 131. Pburg 90. Zähringen 143. 145. 64. Zarten 163. 151. 233. Zastlerthal 163. Zavelstein 82. Ziell a. Harmersbach 113. Zell im Wiesenthal 185. 179. 18t. Zell b. Offenburg 108. Zeller Blauen 181. 185. Zeller See 213. 216. Ziegelhausen 15. Zimmerholz 224. Zindelstein 126. Zipfel 188. Zollhaus Blumberg 228. Zuflucht 102. Zurzach 208. Zweribach 128. Zwickgabel 85. Zwingenberg 5. 17. 3 * üBERSICHTSKARTE 2 Hanburng& der zwmolſ Lintriutsrouten Bremen- 2 Hi cenb alinen- I Mie Lahlen ge ben⸗ clie Nπινειανν 8 de bexuglicheν οilvouleu aun, Seoe deo uches ν 0 BerlinV „ 8 Arusαι 3 2 Aacken 315 Qussel A. 54 an Bebra. O Ponn. 7 OFhαα Jurenb. 22 25 4 93 8 Adl. 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