— 5 8 8 338— 38 38 8 8 uropaͤiſcher 8 Hlaals⸗ Wahrſager. Das iſt: Wunderſame Propheteyungen von dem ietzigen Zuſtand der meiſten und vornehmſten Europaͤiſchen Staaten, In ſich haltend 3 Des Irlaͤndiſchen Ertz⸗Biſchoffs Malachiaͤ, des Frantzoͤſiſchen Aſtrologi Noſtrabami, Bruder Herman von Lehnin, des Moͤnchs Sebalds und vieler andere rare und ſonderbare Weiſſagungen, den Pabſtlichen Stuhl, das Haus Oeſterreich, das Koͤnig⸗ reich Groß⸗Britannien, Franckreich, Schweden, Polen, Preuſſen und andere Staaten betreffend, Mit verſchiedenen Anmerkungen. Andere Auflage vermehret. Bremen, bei Nathanael Saurmann. 1742. 0 ße f0h Vorrede. ie Menſchen ſind faſt alle von Natur neugierig, kuͤnftige Din⸗ ge vorher zu wiſſen, und dieſe ihre Neugierigkeit hat ſie ange⸗ trieben, mancherlei Propheten zu ſuchen, welche ihnen die be⸗ vorſicheude Schikſale haben verkundigen muͤſſen. Die Sibyllen und ihre Weiſſagungen ſind faſt tauſend Jahr vor CHriſti Geburth bekannt ge⸗ weſen, und faſt eben ſo alt ſind die Orackel der Heiden, von welchen mit Vergnuͤgen kan nach⸗ geleſen werden Bernh. von Kontanelle Siſto⸗ rie der heidniſchen Grackel,aus dem Frantzoͤ⸗ ſiſchen ůberſetzet von Joh. Chriſtoph Gott⸗ ſcheden. Gedruckt zu Leipzig 1730. in g. An ſolchen Propheten und Vorherſagungen zukuͤuf⸗ tiger Dinge fehlet es auch noch auf den heutigen Tag nicht. Ob nun gleich ihre prophetiſche Weiſſagungen nicht zwar fuͤr Goͤttliche Offen⸗ bahrungen und untrügliche Wahrheiten anzu⸗ nehmen ſind: indem hier ein mannichfaltiger Betrug mit unterlauffen kan, auch wohl wuͤrk⸗ lich mehr als einmahl unterloffen iſt? So kan doch nicht geleugnet werden, daß man auch gar viele Vorherſagungen beibringen koͤnne, welche aufs genaueſte eingetroffen. Wit wollen hier den bekannten Juͤdiſchen Geſchicht-Schreiber Joſephum zum Exempel anführen. Die Roͤ⸗ miſchen Vorrede. miſchen Feld⸗Herren Flavius und Titus Veſpa⸗ ſianus funden und zogen ihn als GOuverneur von Galilaa, aus einer Kluft bei der Stadt Jo⸗ pata, und legten ihn in Ketten gefangen. Er aber weiſſagete: Flavius, du wirſt noch Roͤmiſcher Kayſer werden; und auch dein Sohn Titus nach dir wird Kayſer werden. Flavius hatte bereits viele und groſſe Hoffnung zur Kayſerlichen Wuͤrde, daß er Joſephi Worte gerne hoͤrete; Anbei dachte er doch, die Furcht des Todes mache ihn zum Propheten. Wie ihm aber berichtet wurde, Joſephus haͤtte ebenfalls denen Jopatanern vorher verkuͤndiget nach 47 Tagen wuͤrde ihre Stadt in der Roͤmer Gewalt und es mit ihnen aus ſeyn; ſo begunten Vater und Sohn ſeinen Worten zu trauen, daß er das Leben, wiewohl in Ketten und Banden, behielte. Nach Verlauff zweier Jahre ward Veſpaſianus von denen Soldaten als Kayſer ausgeruffen, worauf er nach Rom zog, ſeinem Sohn Tito das Generalat der Armee uͤbertragend, und nun⸗ mehro zu Joſepho ſagend: Durch deinen Mund hat Gott geredet, du ſolt deine Freiheit haben, denn GOttes Bote muß nicht in Banden bleiben. Nach der Zeit fand auch Joſephus Gnade, und blieb ſo lange Vater und Sohn lebten, in beſtaͤndiger Gnade. Dieſe Propheteyung traf alſo gantz genau ein; wuͤrde aber noch viel merkwuͤrdiger geweſen ſeyn, wenn die Kayſer⸗Wuͤrde von Joſepho einem ſolchen waͤre verſprochen worden, an welchen keiner ge⸗ dacht, und von welchem gar keine ee eyn 23 HI he; Waceh ſhſr K De fche KI 0 W0 Mlit wrlt 1• biſtuh Piäles Polche dlk Ef 00 0 Ang heehet Alheke Ilgyy⸗ gh 1056 Ihin f b che uumf teg IR Vorrede. Veyy ſeyn koͤnnen, daß er zu ſelbiger jemahls gelangen getnen wuͤrde; wie in der Polniſchen Hiſtorie der Piaſt, J welchen die zur Wahl verſammlete Polen aus ei⸗ en. E nem ſich mit Acker⸗ und Honig⸗Bau, auch Rade⸗ rſt nh machen ernährenden Bauren, nach einem rojaͤh⸗ uch de rigen ſehr unruhigen Interregno zu ihren Koͤnig, werd, nach einer vorhergeſchehenen Weiſſagung, erweh⸗ leten. Denn gar oͤfters laͤſſet ſich auch wohl muth⸗ maſſender Weiſe aus gewiſſen Umſtaͤnden das leFuttt Kuͤnftige errathen; wie denn deren nicht wenige Weihn ſind, welche die ſelige Kirchen⸗Reformation zum tbenfl'“ Theil uͤber hundert Jahr voraus verkuͤndiget, nach worunter Johann Huß, Hieronymus von Pra⸗ Gen ge, Joh. Weßels, Joh. Kayſersberg, Se⸗ en Vu baſtian Brandt, Joh. von Silten, Andreas daß u Proles und Johann Spangenberg die princi⸗ behln paleſten ſind. Durch Lutheri Dienſt haben wir die Erfuͤlung ihrer Propheceyungen geſehen. Gar ofters wird auch wohl von ungefehr ein Wort geſprochen, daraus uͤber Verhoffen nach⸗ und nuy her eine erfuͤllete Propheceyung wird. Ein Exem⸗ denn pel hiervon liefert uns die Hiſtoire de Guillaume It den III. Roy d'Angleterre T. I. p. 6. in nachfolgen⸗ ote m der Erzehlung:? Printz Wilhelm von Oranien Jit fud der Erſte fand fuͤr ſich es nicht länger rathſam zu Ut ſeyn in Flandern bei dem Due dAlba zu bleiben; „Del Als er nun zu ſolchem Ende Abſchied von dem nind Grafen von Kgmond zu Dendermonde nahm, U, elb dieſer aber ſein Vorhaben ſehr mißbilligte, ihm üſochn den gewiſſen Verluſt ſeiner Lander vorhielte und ſuberhbeim letzten Valet noch ſagte: M Hieu! Printz pparenc ohne Land! ſo antwortete der Printz: A Dieul Graf Vorrede. Graf ohne Kopf. Dieſem Grafen ward nach⸗ hero zu Bruͤſſel auf oͤffentlichen Geruͤſt der Kopf unverſchuldet abgeſchlagen, da er ſich denn jener Wortte des Printzens hoͤchſt⸗betruͤbt erinnerte, und die Erfuͤllung dieſer von ungefehr geſchehenen Propheceyung an ſich gewahr wurde. Wofuͤr dieſe des Europaͤiſchen Staats⸗ Wahrſagers wunderſame und merkwuͤrdige Propheceyungen von dem itzigen Zuſt and der meiſten und vornehmſten Europaͤiſchen St aaten zu halten ſey, laſſen wir den hochge⸗ neigten Leſer ſelbſten beurtheilen. Wir finden auch nicht noͤthig den Innhalt weitlaͤuftig anzu⸗ fuͤhren, als welcher auf dem Titel⸗Blatt gnugſam angezeiget worden. Es enthalten dieſe Bogen gleichſam eine allgemeine Sammlung derer vor⸗ nehmſten Propheceyungen, welche in dieſem ietzt⸗ lauffenden Jahrhundert ihre Erfuͤllung erreichen ſollen. Unter welchen verſchiedene freilich ſo be⸗ ſchaffen ſind, daß ſie allerdigs eine deſto genauere Betrachtung verdienen, je mehr die gegenwaͤrtige Conjuncturen die Vollendung derſelben anzu⸗ zeigen ſcheinen. Fuͤr andern ſind in dieſer Samlung merkwuͤrdig die Propheceyungen des Moͤnchs Sebald«s, von den Schikſalen des Hau⸗ ſes Oeſterreich, und die wunderſame Prophecey⸗ ung Herman von Lehnin von den Regenten des Chur⸗Fuͤrſtl. Hauſes Brandenburg und des Koͤ⸗ nigsreichs Preuſſen; welche man bishero faſt nicht anders als geſchrieben hat leſen koͤnnen. Derkeſer gebrauche dieſes alles zu ſeiner Ergoͤtzlichkeit. Neue Nicht . Phie Vunſch Gheu aſ W n 8ʃ Söe K thon CAll ſr Glie int H bah 8 Zͤſſt höb fuld fl Mlagt foben n echdne Ur ſch 57 le lerteund ehene hehene Stalte, würtdig⸗ Zuſta⸗ paͤlſchc en hochgh Vir fde ftig art tgnugas ſe Bogn deter th⸗ Reſemith 9 ekttich llichſ ogenaunt ſehwktt ben alhh in diete ungen de hrophern⸗ gentends 1d des l f800 fl könnet, ſillet 00 8 8 KLeue Borrede. Die Begierde mit welcher der Euro⸗ paiſche Staats⸗Wahrſager durch⸗ gangig aufgenommen worden, und der gaͤntzliche Abgang der erſteren Auflage, hat dieſe zweite veranlaſſet, welche ſo wohl in verſchiedenen Stüͤcken verbeſ⸗ ſert, als auch mit einen Anhange vermehret iſt. In ſelbigen wird weitlaͤuftig unterſuchet: Ob D. Philipp Melanchthon von dem letztem Roͤmiſchen Kayſer CARI dem Sechſten Glorwuͤrdigſten Andenckens jemals etwas Hiee,r habe? Der gelahrte und beleſene Ober⸗Prediger zu Groſſen⸗Saltze Herr Jo⸗ han Siegmund Suſchken ſuchet dieſe Sache Zweifelhafft zu machen, und meynet deutlig be⸗ wieſen zu haben, daß D. Philipp Melanch⸗ thon von dem letztern Koͤmiſchen Kaͤyſer All dem Sechſten niemals etwas geweiſ⸗ ſaget habe. Uns aber ſcheinen ſeine Beweiß⸗ Gründe unzulaͤnglich zu ſeyn, und getrauen wir uns mit eben ſo unzulaͤnglichen Gruͤnden darzu⸗ thun, daß D. Philipp wohl gar von CAAl. dem Siebenden itzterwehlten Roͤmiſchen Kaͤyſer geweiſſaget, und denſelben verſtan⸗ den habe. Des Herrn Suſchkens vornehm⸗ ſter und faſt einziger Beweißthum lieget in die⸗ ſen Worten: Was den angefuͤhrten Brief Melanchthonis anbelanget/, ſo muß in dem⸗ ſelben in Anſehung der Jahr⸗Sahl entweder ein Druck⸗Fehler eingeſchlichen, oder er muß gar nicht an Lutherum geſchrieben ſeyn. Den wie ſolte Phätzere dieſes Schreiben 4 11 Neue Vorrede. in gemeldeten 155Sſten Jahre an Lutherum geſtellet haben, da ja dieſer theure Mann ſchon 4. 1546. und folglich zwoͤlf Jahr zu⸗ vor, ſelig verſtorben war? Solte es auch gleich etwan 1528. heiſſen, ſo lieſſe ſich doch noch ſchwerlich glauben, daß er an Luthe⸗ rum gerichtet waͤre. Den an dieſen wuͤrde Melanchthon mit groͤſſerer Ehrerbietigkeit geſchrieben haben, Daß aber dieſer Beweiß⸗ Grund gantz unzulanglich ſey, dasjenige zu be⸗ weiſen, was er beweiſen ſoll, wuͤrde der Herr Ober⸗Prediger Suſchke ſelbſt eingeſehen haben, wen er den fuͤnften Theil der Lateiniſchen Sriefe unſers Melanchthonis welche Johan Saubert zu Nuͤrnberg 1646. in 8. herausge⸗ eben, oder des Herrn Kindervatters Nort⸗ uſam illuſtrem, darauf er ſich doch berufet, aufgeſchlagen haͤtte. Philipp Welanchthonis Brief fuͤhret an beiden Orten dieſe Ueberſchrift: Clariſſimo viro, prudentia& virtute præſtan- ti, Domino MATTHI&Æ LUTHERO, Syn- dieo Northuſano, amico ſuo chariſſimo. Folglich iſt Melanchthonis Brief nicht an den ſeligen D. Martin Luthern, ſondern an Mat⸗ thiam Luthern einen zu ſeiner Zeit gelehrten —— und Syndicum der Käͤyſerlichen Reichs⸗ tadt Northauſen, von welchen der Staats⸗ Wahrſager p. 28. nachzuſehen, geſchrieben wor⸗ den. Ein mehrers will nicht anfuͤhren, damit ich die Grentzen einer Vorrede nicht uͤberſchrei⸗ te, ſondern der Leſer ſelbſt auf die hiebey ange⸗ fuͤgte Unterſuchung des Herrn Suſchkens hinweiſen. Gehabe dich wohl. Jo⸗ 22 aat chei U ch0 iunez 5 Cohts b behetuh Maann Ihhr zy e es guch ſichdoch n Luth⸗ in wölth/ A der hn hen hahe emiſche ch bethtt obeih nchthott eberſdrſt e prrin R0,N harifint lcht anke an le t gelehrt en Reig⸗ Stact⸗ rieben h en, dant überſch ebey dlg ſchkez l. 7 7* *( Johann Siegmund Suſchkens Faſt, FPrim, und Scehol. zu Groſſen Saltze Unterſuchung, Ob D. Philipp Melanchthon von dem letztern Roͤmiſchen Kaͤyſer ARe dem Sechſten, glorwuͤrdigſten Andenckens, jemals etwas geweiſaget habe. H. 1. hilipp Melanchthon iſt ein um die gelehrte Welt hoͤchſt⸗verdienter, aber auch den aſtrologiſchen Eitelkeiten nur allzuſehr ergebener Mann gewe⸗ ſen. Ich will hier anfangs nur zum Beweiß anfuͤhren, was in 70h. Manlii Colle- ctaneis p. 57. mit Melanchthonis eigenen Wor⸗ ten gelefen wird. Habui caniculam,(ſagt er daſelbſt,) quæ edidit fœtus in ipſa eclipſi, qui omnes mala morte perierunt. Doctor Aſili- chius habebat unum, qui ab aliis canibus la- ceratus eſt, alter periit in ineendio. Minan- tur nobis eclipſes prodigia,& poſitus ſtella- * rum Anhang. rum his annis elſapſis Oſtenſat varios bello- rum apparatus&c. Weil aber Herr Johann George Schelhorn in ſeinen Amernnitat. liter. T. V. P. 301. dem Aamlio wenig Glauben zuge⸗ ſtehen will, ſo beruffe ich mich auf itztgedachten Herrn Schelhornen ſelbſt, der in ſeinen Amœ- nitat. hiſtoriæ eccleſ.&liter. T. II. p. 6O9. von oberwehntem Theologo ſchreibet, quod aſtro- logiæ divinatriei plus juſto tribuerit, eum- que errorem in ſuorum diſcipulorum nrultos propagaverit, auch dieſen ſeinen Ausſpruch her⸗ nach p. 610. ſq. mit dem, was ſich A. 154r. bey einem wahrenden Reichstage zu Regenſpurg, in Anſehung Melanchthonis zu getragen hat, weit⸗ lauftig erweiſet. Daß aber Melauchthon auch von dem letztern aus dem Hauſe Oeſterreich her⸗ ſtammenden Kayſer Carl dem Sechſten, chriſt⸗ mildeſter Gedaͤchtniß, aus den Sternen, oder gar aus einer beſonderen goͤttlichen Offenbahrung, etwas ſolte geprophezeyet haben, kan ich mich, in Ermangelung gruͤndlichen Beweiſes, nicht be⸗ reden laſſen. 9. 2. In dem Monathe Mertz des 1741ſten Jahres iſt eine kleine Schrifft,!hne Benennung des Herausgebers, Buchdruckers und Ortes an das Tage⸗Licht gekommen, welche dieſen Titul fuͤhret: Samlung einiger Weißagungen, die auf die Umſtaͤnde gegenwaͤrtiger Seit zu deu⸗ ten ſcheinen, nemlich Drabicii, Melanchthons und ¶ heophraſti, deneng iebhabern dergleichen Nachrichten zu Gefallen und zum Beliebi⸗ gen 3 d 6 fr une h K G T Inde glt iche K MId geh wün ſchen llt h Det ſthen ö50 thg Gchſ 685 un Ghe! 115 Im, a z5d0n chtholt ullache Slh/ 0 2 Anhang. gen Gebrauch herausgegeben, Anno 1741. in 4. Es iſt auch, nach bald abgegangenen er⸗ ſten Exemplarien, der Druck dieſes Bogens bald darauf im Monath April mit noch einem Zuſatz von einer Weißagung Sebmdi aus Qr. Span⸗ genbergs Chronicke, und der Beſchreibung des Todes und des Todes⸗Urtheil, welches Nic. Dra⸗ licium betroffen, wiederhohlet worden. In beyden Editionibus wird Num. II. die Ueberſe⸗ tzung eines Briefes Philip Melanchthons an Aartinum Lutherum gefunden, der aus Herrn Kindervaters Nordhuſa illuſtri p. 156. ſoll hergenommen ſeyn. Der gantze Brief, wie er in ſolcher Samlung deutſch und zum Theil latei⸗ niſch ſtehet, lautet alſo: Aufrichtiger lieber Bruder, ich dancke euch, daß ihr eure Wohl⸗ gewogenheit gegen mich unterhaltet. Ich wünſche, daß eine ewige Freund ſchaft zwi⸗ ſchen uns ſeyn, und wir im Himmel unſers Umbgangs genieſen moͤgen. Das Gedichte vom Adler will ich zum Druck befoͤrdern Das erbauete Hauß, worauf der Adler war ſcheinet mir Deut ſchland zu bedeuten, wel⸗ ches die Tuͤrcken, wie ich befuůͤrchte, plagen werden. Und der letzte Adler wird Carl der Sechſte ſeyn, welcher vielleicht unter GOt⸗ tes Regierung(durch ſeinen Tod) ein ande⸗ res neues Reich ſtiften wird, darauf das Ende der Welt kommen ſoll.(E Aquila reliqua erit Carolus ſcrtus, qui aliud nopum im- Pertum fortaſſe conſtituet, Dieo gubernante hunc 75514. Anhang. madi cnem.) Ich ſchicke euch einige Bůch⸗ lein deren CLeſung euch angenehm ſeyn wird. Lebet wohl. Den§. Aßpril 1y5S. Ja ſchon in des ſel. Herrn Hoff⸗Predigers Cbleri Auserleſe⸗ ner Theolog. Bibiioth. ſtehet im 60 Theile Vol. 5. unter den Nachrichten von neuen Buͤchern 109t. auch folgende Num. 2. J0. Iul. Bytemei- 105 Paſt. ad D. Andr. Brunfoic. Laticinium me- morabile de Carolo Vl. Imperatore Ec. Evelpher- byti apud J. C. Meiſuer Ißzi. in à. Pl. io. Nach die⸗ ſem Titui heißt es weitee: Es ſtehen in des bekannten Manlii Colledtaneis Melanchtunis un⸗ ter andern dieſe Worte: Quie ſcit, quidnam Carollis ſoxtus deſignaturus ſit] Deus ſuen 2gra- tiam ipſ langitur. Lidetun aliquid magni porten- dero eõ præſtiturus eſſe. Kortaſſe TJurcæ vines lu- beſaclabit, aut tale quid ſimile præſiabit. Das hievon daſelbſt gefallete Urtheil iſt dieſes: Der Herr Autor ſiehet dieſes als eine Weiſſagung an von dem itzo glor⸗wuͤrdigſt⸗ regierenden. Kaͤyſer, ob es gleich andere nach dem Zu⸗ ſammenhang der Worte, nur vor eine ſinn⸗ reiche Deutung halten werden. Er hat bey der Gelegenheit allerhand gelehrtes beyge⸗ bracht, ſo ſich wohl leſen laͤßt. 3. Was nun den zu erſt angefuͤhrten Brief Melanchthonis anbelangt, ſo muß in dem⸗ ſelben, in Anſehung der Jahr⸗Zahl, entweder ein Druck⸗Fehler eingeſchlichen, oder er muß gar nicht an Lutherum geſchrieben ſeyn. Denn wie ſolte Philippus dieſes Schreiben in gemeldtem 155Sſten Jahre an Lutherum geſtellet haben, da Ja K htt! eh Ininen tlun 0 G0h Vul⸗ lg An el W9 0 Hlhn Ptino LKeler Fendiſl 5 tl Geſ ma! ſog 0 Bl, Ehhieg Niernde dem d aine ſiſ hat ly beß Henn wot Dunnk enelbln Habehnl ö˖ Anhang. ja dieſer theure Mann ſchon A. 1546. und folg⸗ lich zwoͤlf Jahre zuvor, ſelig verſtorben war? Sollte es auch gleich etwa 1538. heiſſen, ſo ließe ſich doch noch ſchwerlich glauben, daß er an Lu- thertm gerichtet waͤre. Denn an dieſen würde Melanchthon mit groͤßerer Ehrerbietigkeit ge⸗ ſchrieben haben, maſſen Nic. Hneccer recit. de autorit. Lutheri& Philippi p. 323.(1) ſich ver⸗ nehmen laßt: Philippus Lutherum agnovit& nominavit fatrem, pr æce ptorem, poſtremæ æta- tis Eliam, currum& aùrigam Iſtaelis,& de eo crebro verſum repetiit: Nulla ferent talem ſecla futura virum. Wie gantz anders klingt es auch in einem Briefe, den Melanchthon A. 1539. an Lutherum geſchrie⸗ ben. Da heißt es:(in altero libello epiſtola- rum Phil. Melanchth. p. 15.) Clariſſimo& o- ptimo viro D. Mart. Tutb. inſtauratori evan- gelicæ doctrinæ, patri ſuo in Chriſto reve- rendiſſimo. Es wuͤrde auch Lutherus Melanch- thonem nicht umb die Erklärung des hier gemelde⸗ ten Geſichtes oder Gedichtes befraget haben, in⸗ dem ja Lutherus in prophetiſchen Geheimniſſen eben ſo groſe ja hoffentlich groͤſere Erleuchtung, auch Buchdrucker genug und zum Drucke ſeiner Schriften keines Philippi noͤthig gehabt. H. 4. Ob nun der Verfaſſer des an Philip⸗ Lum abgelaſſenen Schreibens, oder auch dieſer ſelbſt in ſeiner Beantwortung mit dem letzten oder noch (1) Ja unſchuld. Nach⸗ Neuen An⸗ 1718,/ P. 319. richten v»von Alten und ſeg. noch ũbrigen Adler von dem hier getedet wird, auf das vierdte BuchEfra und deſſen eilftes und zwoͤlfe ſeyn. Gewiß iſt es, daß ein ungenannter Autor, der aus dem muſeo Agellii Væſarti, wie auf dem Titul dieſes ſogenaunten Chronici prophetici, ſtehet, oder eigentlich durch Verſetzung der Buch⸗ ſtaben: Servatii Gallæi, mit andern dergleichen prophetiſchen Erklaͤrungen zu Amſterdam 1682. in 8.(2) herausgekommen, aus dem vierdten Buche Eſraͤ und dazu genommener Offenbahrung S. Johannis p. 36. geprophezeyet hat, es werde A. 1743. erfolgen calus ſecundi capitis Aquilæ & veteris Imperii Romani; und bald daͤrauf heißt es pag.ead.A. 1747. Turca in Italiani ve- niet& Romam ipſam cum Pontifice capiet, plurimosque Italos in ſervitutem redactosin Aſl- (2) Der ganze Titul veram Danielis expoſitio- bieſes Buches iſt Cbro- nem ex Muſæo Agellii Væ- nicon Propheticum a re- ſarti. 2. Concio de ſa- ſurrectione Chriſti usque cro novi ſideris annis ad judicium univerſale eà 1572. 1573. viſi prodigio, tes Capitel geſehen habe, laſſe ich dahin geſtellet Anhang. Kamtus 1 fug Wt Ac de M Sin K . 0 R bußd lchche ſug. l. dun Clin, Acul ſol eſſen ih 1h omnibus Prophetis vete- in qua vaticinium Sibylle I ris& novi teſtamenti, Si- Erithreæ de eodem expo-⸗ bilksque collectum en ſirum, ſacrisque prophe⸗ muſæo Agellii Væſarti. tiis ex Zacharia potiſſi- Apoc. 2. 3.J. 6. Qui mum confirmatum eſt ex habet aurem audiat, quic muſc Agel. Væſ. und 3. Spiritus dicat eccleſiis, Brevis diſſertatio de viſio- Amſtelod. apud Gerbran- nibus, quæ capitibus 13. dum Schagen BEibliopo-& 17. Apocal. deſcribun- 10U1 hkc fleine⸗ IA Atz EU lam A. 1692. zugleich ſind tur Auctore Roberto Iug ö hier mit angedruckt 1. Me- bonio Campenfi. thodus introductoria ig A Aſiam transferet, der allgemeinen Jüͤden⸗Bekeh⸗ rung welche dieſer Autor p. 37. aus dem 13. Ca⸗ pitel des 4. B. Eſra und aus etlichen Canoniſchen Buͤchern der Heil. Schrift auf das Jahr 1752. geſetzet hat, itzt u geſchweigen. Was aber die er⸗ ſteren Worte dieſes Briefes von dem erbaueten Hauſe, worauf der Adler war, betrift, welchen Ad⸗ ler Melanchthon von den Tuͤrken und das Haͤuß von Deutſchland erklaͤret, ſo wolte ich faſt ſagen, der Grund zu dieſem Gedichte oder Geſichte ſey aus dem Propheten Hoſea c. VIII. 1. hergenommen, allwo geſaget wird: Er koͤmmt ſchon uͤber das Hauß des Herrn wie ein Adler. Denn Me- lanchthon ſelber beſtaͤrcket dieſe meine Muthma⸗ ſung, wenn er in gedachten ſeinen Briefen p. 148. an D. Paulum Hberum ſchreibet: In Hoſea ſcri- ptum eſt: Aquila ſuper omum Domini, quod olim gens Judaica etiami ſic interpretata eſt: Aquilas fatales eſſe Eccleſiæ, ut Nabogdono- ſor& Romani exercitus tunc Judæaãm op- preſſerunt. Fortaſſis fimili fato nunc aquilæ advolant in hæc loca, ubi certe ſedes doctri- næ perpetua fuit. Ja es ſcheinet beynahe, als ob dieſes Schreiben aus andern Briefen Melanch⸗ thonis und aus Manlii Collectaneis zuſammen geſetzt waͤre; denn die erſteren Worte ſtehen eben⸗ falls in einem Schreiben Melanchthonis an den Roſtockiſchen Theologum, D. J0b. Draconit. welches wie jenes den 5. Apr. und zwar 1555. gegeben iſt. Wenn es nun in dieſem letztern J. e. P. 270. heiſſet: Volo tecum mihi perpetuam amicitiam eſſe, qua& in cœleſti lhr lins Anhang. dine dulciſfime fruemur. Editio tuæ prophe- ticæ interpretationis erit mihi curæ; was iſt das anders, als.ndort ſtehet: Ich wuͤnſche, daß eine ewige Freund ſchaft zwiſchen uns ſeyn, und wir in Himmel unſers Umgangs ge⸗ nieſſen moͤgen. Nur daß dort ſtehet: Das Ge⸗ dichte vom Adler will ich zum Druck befoͤr⸗ dern; hier aber wird nur geſagt: Euere pro⸗ phetiſche Erklaͤrung will ich zum Druck be⸗ foͤrdern. 9. J. Jedoch iſt auch gewiß, daß ein Autor eines Briefes ſich manchmal an unterſchiedene Perſonen einerley Worte bedienen koͤnne, wenn ihm einerley Gelegenheit dazu gegeben wird. Diß aber iſt doch bey dem vor uns habenden Melanch⸗ thonianiſchen Briefe noch zu erinnern, daß die teutſche Ueberſetzung etwas darzu gethan, welches in dem Lateiniſchen nicht befindlich iſt. Denn wenn daſelbſt geſagt wird: Et Aquila reliqua erit Ca- rolus ſextus, qui aliud novum imperium for- taſſe conſtituet, ſo iſt es im Teutſchen gleichſam Erklaͤrungsweiſe alſo gegeben: Und der letzte Adler wird Carl der Sechſte ſeyn, welcher vielleicht unter Gottes Regierung(durch ſeinen Tod) ein anderes neues Reich ſtiften wird; die Worte: Durch ſeinen Tod, ſind demnach ohne Grund hinzugeſezt, und widerſpre⸗ chen der gantzen Prophezeyung. Denn dieſer Carolus ſolte nach Melanchthons Meynung ſelbſt in eigener Perſon ein neues Reich ſtiften und da⸗ rinnen auch regieren, wie aus denen hernach zu er⸗ wegenden Worten dieſes Theologi wird zu 9 en — Itud ſle fh Whilhe . hd cz Hac Miid, bum 015 10 0 f1 Ufcchte Wiod0 W h Duruh Iof ade Hhch, funſe ce mti Anhang. hen ſeynz dieſe Ueberſetzung aber ſpricht ihm ſelbſt hwint die neue Regierung gautzlich ab. Auf den Tod h eines groſſen Monarchen koͤnnen freylich viele dban Veränderungen in den Reichen dieſer Welt er⸗ Vußes folgen, aber kein Monarch kan durch ſeinen bloſ⸗ ſen Tod, der an ſich ſelber ja kein Teſtament iſt, rcr ein neues Reich ſtiften. Dieſe Ehre koͤmt al⸗ 717 lein Chriſto demKonige aller Koͤnige zu, der durch dud den Tod, nemlich durch ſeinen Tody die Macht genommen dem, der des Todes Gewalt hat⸗ te, das iſt dem Teufel, und die erloͤſet hat/ die aus Furcht des Todes im gantzen Leben Knechte ſeyn muſten Ebr. II, 14. coll. 2. Tim. 15 10. dadurch er freylich ein biz ans Ende der Welt, ja ewig daurendes Reich geſtiftet hat. Und uͤber dieſes ſo kan diß keine asttliche Offen⸗ barung ſeyn; denn ſonſt wuͤrde Melnnehthon ſein fortaſſe oder vielleicht gantz hinweg gelaſſen und 1% mit aller Gewißheit von der Sache eſchrieben bhaben. Vielmehr zeigt eben dieſes vielleicht an, Aglall datz unſer Philippus nur von einer hohen Perſon, erldie zu ſeinen Zeiten gelebet und Carlgeheiſſen, der— wäte gleichen etwas gemuthmaſſet, an den ruhmwuͤr⸗ ing(digſten Raͤyſer Carl den Sechſtenuber, der uber ach fiſth mehr als anderthalb hundert Jahre erſt nach ihm Cod/ gelebet, damals gar nicht gedacht habe, wie wir chh bald mit mehreren zu erweiſen hoffen. §. 6, Nemlich die folgende Muthmaſſung Aelunchihons, die aus der Auserleſ. Theol. Bi- blioth. hier angefůͤhret worden, erklaͤret auch die U% Vorhergehende, die in dem Briefe enthalten iſt. ſul Nur muß auch die letztere von Wort zu Wort aus 60 0 Aan- Anhang. Ianli Gollectaneis, die man mit Recht NMe-. J lanchthoniana nennen koͤnte, jetzt eingerücket ſ werden. So aber lautet der gautze Content daſelbſt p. 396, Audiotammirabilia dici de Im- peratoris C aroli Quinti nepote, ut egocre. dam, aliquid magni fore. Hæc pfop tercadi. CO, ut gitetis, qui tuta tempo ris vi i0 turi e- ſtis, quando ille reg nabi it. Geneſis eſt talis, ualem nunellam vidi præſtantiorem. Quis) eit, quidnam C arolus ſextus deſignaturus lit' Deus ſuam Sratiam ipfi largiatur. Videtur ali- 0 quid magni portendere& pra Eſtituros eſſe. 110 Fortaſfis I. urcæ vires ee aut tale uid ſimile præſtabit. Hiermit giebt Molanch. thon deutlich zu verſte hen, er! kabe e ſchon zu ſemner Zeit, und alſo von einem damals allbereit le⸗ denden Carolo, der des Kaͤyſers Curoli Quimi buſh Enckel Swee bewundernswürdige Dinge h 0 gehöret, ſo daß er glaube, es werde was Groſſes 6 aus ihm werden, wied denn dieje Wen, mit denen Fſh, er damals redete, und die zum Theil deſſen Reꝛ nt gierung erleben wuͤrden, daran gede t0 ſolten. fg 0 Er ſagt ferner, deſ ſſelben N ativität⸗Ste llung(die 100 Melanchthon noth ywendig ſchon bey ſeinen Ghh Lebzeiten aus dem Geſtirne oder anderer ei Stern⸗Künſtler KU Tachricht muß wahrge⸗ h, nommen haben,) ſey ſo b eſchaffen, 71 er der⸗ Mn gleichen niemals vortreflicher geſehen haͤtte. Und en 6 auf dieſe Nativität-Stellung und himm Hiſche 8 Gebuhrts⸗Zeichen bauete er ſeine gautze Muth⸗ l maſſung und ſein gantzes Videtur. Es duͤnckt 1 10 ihn, es ſcheinet ihm, daß dadurch was groſſes vor⸗ bedeutet werde, daß ſein Caroſus groͤſſe Thaten 50 aus, ausfuhren, daß er vielleicht des Tuͤrcken Kräfte ſchwaͤchen oder ſonſt etwas dergleichen ausrich⸗ ten werde. Ja ſeine Muthmaſſung iſt auch hier ſo weit gegangen, daß er geboft, und geſagt: Die⸗ ſer Käyſerliche Enckel, Nahmens Carolus, werde einſt Käyſer und Canolus der Sechſte genennet wen⸗ den, wie er ihn denn ſchon voraus alſo genennet, Seud undendlich unter Anerwuͤnſchung goͤttlicher Gna⸗ de, geſaget hat: Quis ſcit. Das iſt eben ſo viel als Zuu das im erſten Brlefe und auch in dieſer ſeiner Weiſſagung gebrauchte vielleicht, quis ſcit, ſpricht er, qnidnam Caroluc Saxtt deſignaturus ſit, und wie die uͤbrigen vorher angefuͤhrten Wor⸗ te lauten. 9. 7. Ich habe bereits kuͤrtzlich erwieſen, albaß daß AtelancſAhon von einer zu ſeiner Zeit ſchon le⸗ Anhang. Seir benden, obgleich damals noch nicht regierenden g Perſon, die Carl geheiſſen, geredet habe. Was vas E fuͤr einen Carolum er aber meyne, zeiget er ſelbſt deutlich genug an, wenn er ihn einen Euckel Kay⸗ ſer Carl des Fuͤnften nennet. Es hatte aber die⸗ ſer Käyſer keiuen andern eigentlich ſo genannten Enckel, als den zu Meſencßtonis Zeiten lebenden Sohh ſeines leiblichen Sohꝛ lippi bes Zwey⸗ ten“Königes in Spanien, von welches Caroli Ge⸗ burt David CHytræus in Chronico Saxon. L XVI. bey dem Fahre 1545. P. 47 f. ſchreibet: Eo- dem anno poftridie Nonas Julii Carolus Hi- ſpaniæ Princeps, Caroli V. Imperatoris nepos, natus eſt, matre Maria, Luſitaniæ Regis Jo- annis filia, paucis poſt partum diebus extin- oſte Cta. Und eben dieſer Carolus iſt es ohne allen fſ dl Zweifel, welchen der it gemeynet, 10 20282 R dem er damals das Käyſerthum untet dem kunf⸗ tigen Namen Curl des Sechſten und zu gleich eine neue und gluͤckliche Regierung, wiewol gantz ver⸗ iedoch eitelen Hofnung, zugedacht und angewun⸗ ſchet hat. Nun hatte zwar der Bruder und Nach⸗ folger Kaͤyſer Carls des Fuͤnften, Ferdinand der Erſte auch einen Sobhn, den er nach ſeinem Herrn Bruder, ſo wie der König in Spanien ſei⸗ nen Sohn nach ſeinem Herrn Vater,Carl benen⸗ nen laſſen, welcher deutſche Car! ſich auch nach Thuani Bericht. Hiſtor. L. 37. P. 771. 779. A. 1566. im Tuͤrcken⸗Kriege hervor gethan und den man auch Caroli quinti ex fratre nepotem nen⸗ nen koͤnnte. Ja man koͤnnte auch den letzteren Roͤm. Kaͤyſer Carl den Sechſten ſonderlich nut Abſicht auf dieſen itztgemeldten deutſchen Canſ in weit genommenen Verſtande, Caroli V. nepo- tem nennen. Allein weil in Molanclimthons Wort ten des Käyſerlichen Bruders gar nicht gedacht, folglich dieſer Carolus in eigentlichem Verſtande ein Enckel Caroli V. von ihm genennet, und als ein damals ſchon gebohrner Enckel des Funften Carls beſchrieben wird, ſo muß nothwendig des Spani⸗ ſchen Königes Philippi II. Sohn Carolus hier vert“ ſtanden werden, zumalen auch dasjenige, was Fi Jinandi J. ſeinen Sohn in Anſehung des Türckem Krieges einiger maſſen beruͤhmt gemacht, erſt nach Phil. Melanchthonis A. 15 6O. exfolgtem Tode ge⸗ ſchehen iſt, und er alſo zu ſeiner Zeit noch keine be⸗ wunderns wuͤrdige Dinge von ihm hat hoͤren kon⸗ nen. Aus welchem allem folget, daß Wiee 0 0 — l LI 060 geblich geprophezeyet oder vielmehr in einer ſuͤſſen, M I h Ies Aarſt he Weſß dileſ 160 ſhhte üht ſchhhte b de k 10 7% III R Whech 00% ehcht U ale Anhang. ſo wol in dieſem ſeinem Prognoſtico, als auch in dem zuvor betrachtetem Schreiben von keinem an⸗ dern Cerolo, als von dem Spaniſchen damals ſo genannten Don Carloc geredet habe. 9. 8. Man ſiehet demnach auch hieraus, wie ſehr die Stern⸗Wahrſagerey den guten Mlanch thonem eingenommen habe. Kaͤyſer Ferdinand der Erſte lebte und regierte nach ſeines Hru. Bru⸗ ders freywilliger Ablegung des Regiments und endlich erfolgtem Tode noch zu dieſes Theologi ZSeiten, es hatte auch dieſes hoͤchſte Haupt der Cbriſtenheit an Soͤhnen keinen Mangel, und Ale- lanchthon konte leicht dencken, daß dieſer Lobwuͤr⸗ digſte Käyſer vor ſeinen erſtgebohrnen Sohn Alaximiliunum und vor deſſen Nachfolge in der hochſten Wurde gebuͤhrende Sorge tragen, oder, wenn dieſer ja vor ber Zeit ſterben ſolte, daß doch dieſes letztern Bruder Ferainandus oder ein ande⸗ rer von ſeinen Bruͤdern die Kayſerliche Crone uͤber⸗ kommen würde. Weil aber dieſe alle etwa nicht in einem ſo guten Zeichen, als der Spaniſche Carl gebohren waren, ſo muß jenem das Reich ab⸗ und dieſem zu geſprochen werden. Wofern nun 5 dieſer letztere Carolus, ſo wie ehemals Auguſtus %/ und Le/paſtanus, ingleichen ſein Herr Großvater Carl der V.in einerley Zeichen oder gar in einem vermeynten noch gluͤckſeligern Himmels⸗Zeichen gebohren worden, ſo war es ſchon genug vor Me⸗ anchthonem, auch von ihm dasienige zu weiſſa⸗ hen, was er in Manlii, oft mit ſehr ſchlechtem Latein verſehenen Collectaneis p. 416. als eine allge⸗ meine Regel angegeben und geſaget hat: ·3 us Anhang. flus habuĩt capricornum aſcendentem in ho- II roſcopo, ideoque ipſum incudit in auream ſnam inonetam, Veſpaſianus quoque habuit 4 capricornum. Noſter Imperator Carolus V. IUNU etiam habet capricornum aſcendentem in u horoſeopo. Regula communis habetur: a⸗ Omnis habens capricornum in horoſcopo aſcendentem facit mutationem in imperio Romano. Dieitur enim eſſe fatale ſignum in n mutationibus imperiorum. 10 f H. 9. Hier moͤchte aber iemand fragen: gan Was vor adtnirabilia oder Wunder⸗Dinge lui muß denn unſer Philippus von dieſem Spani⸗ mn ſchen Don Carlos gehoͤret haben, durch welche er in ſeinem aſtrologiſchen Vertrauen ſo ſehr geſtaͤr' t cket worden LIch antworte, es koͤnnen Sachen 1A ſeyn, die damals zur Genuͤge bekannt geweſen, ih! von denen wir aber heute zu Tage wenig oder ſihe gar nichts wiſſen. Denn nicht alles, was von ho⸗ flia hen Perſonen damals geredet oder geſchrieben cant worden, iſt biß auf unſere Zeiten auch in Buͤ en chern gedruckt und erhalten worden. Vermuths gunn lich aber iſt dieſes eines davon geweſen, daß oftt ſi, gedachter Carolus, ſchon mit Zaͤhnen in ſeinem K. Munde auf die Welt gebohren worden, welches, un wie in Anſehung der Geburt Ludewigs des enſn XIJ, Koͤniges in Franckreich alſo auch ſonſt faſt ün durchgehends vor was ominoͤſes gehalten wird. kan Denn ſo wird dieſer Printz von den beyden ſiln Schleſiern Meolao und Llia Reuſneris, unter denen a der erſtere zu dieſes Caroli Zeiten gelebet, in ihrem mu, A. 159C. zu Franckfurt heraus gekommenen Di⸗ irn ario ö 0l Anhang. ario hiſtorico ſo wol' bey Meldung ſeines Ge⸗ burths⸗Tages, welches der achte Tag zulii 1545. war, als auch bey ſeinem Sterbens Tage, welcher in dieſem alten hiſtoriſchen Geſchichts⸗Calender der 24. Jul. 1568. iſt, zu zweyen malen Carolur Dentatus genennet. Ohne Zweifel wardem AMer lanchtboni auch diejenige Begebenheit zu Ohren gekommen, die ſich mit dieſem Printzen, als er noch ein Knabe war, zu getragen, und die zum Theil von ſeinem ſchon damaligen hohen Geiſte oder Hochmuthe,(vielleicht Großmuthe, wie Me⸗ lanchthom koͤnte gehoͤret haben, zum Theil auch von der ſorgfaͤltigen und klugen Aufſicht ſeines Hofmeiſters, unter welchem er erzogen worden, deutlich gezeuget hat. Ich wil die gantze Geſchich⸗ te, Weitlauftigkeit zu vermeiden, mit den Wor⸗ ten Theodori Iuingeri nut alsbald lateiniſch er⸗ zehlen: Carolus Philippi Hiſpaniarum Regis filius, Caroli V. Iinperatoris nepos, puerili contentione amitæ RKeginæ colaphumimpe- gerat, quocd illius favore& gratia lis contra quendam, ſuo nitentem patrociniodata fuiſ- Kr⸗ Cum petulantia iſta virgis coercenda videretur, ferocem pũerum aſtu circumve- niunt. Dispenſator crebris ſuſpiriis ingen- tem ſimulat dolorem, eumque vix multis mi- nis precibusque adductus Carolo revelat, pa- trem injuria amitæ illata commotum, morti ipſum adjudicaſſe. Perturbatus eo nuncio puer, interceſſionem pro ſe fieri rogat. Si- mulato officio id a ſe impetratum Piſpenſa- tor refert, manus jacturaàm pro vitæ uſura. 69884 At Anhang. At quomodo Rex, reſpondit puer, ſi mancus? 1 ſi manus jacturam virgis redimamus? ſubintulit ille. Approbante Carolo, Prinei- pum& Epiſcoporum longa caterva ſtipatus, ut fidem ejus rei puero faceret, Regem ſe a- dire fingit,& multa demum contentione, pollicitatione, precibus hanc ſe gratiam ob- tinuiſſe profeſſus eſt. Ergo Cardinalis cu- jusdam(3) virgis ſubjectus puer, metu mor- tis, eam animadverſionem moderate tulit, quam alioqui morte ipſa præventurus vide- batur. So hat Zwingerus in Theatro vitæ hum. p. 1689. dieſen ſchon in ſeinen erſten Jah⸗ ren ſo feurigen aber doch mit einem gewiß recht klugen und behutſamen Hoff⸗Meiſter verſehenen Carolum beſchrieben, und ſich dabey auf Rugonit Blotii, oder, wie ihn die Frantzoſen nennen,51% J. C. Acroama bezogen. Was eben dieſer Zuwin. ger aus eben dieſem Blotio von einer damals viel⸗ leicht noch nicht ſehr gewoͤhnlichen Heilung, die Andreas Viſalius bey unſerm an einem gefaͤhrli⸗ chen Haupt⸗Schaden toͤdtlich krancken Printzen gluͤcklich verrichtet, p. 340. umſtaͤndlich erzehlet, und welche Cur Famianus Strada in ſeiner durch P. Du-Ryen uͤberſetzten Hiſtoire de la gu- erre de Flandre P. I. L. 7. p. 455. zwar eine Wunder⸗Cur genennet, ſelbige aber doch dem Coͤr⸗r eines Heiligen mit Unrecht zugeſchrieben hat, wird, nebſt anbern Begebenheiten und ver⸗ muthlich auch die Nachricht von einiger Zunei⸗ gung, (3) Spinolæ, wie ihn der ren Oeuvres meslées p. Abt de 8. Real in ſeinen erſte. 148. nennet. ——— A Chogle Ie S J W G1‚ U UI lt ft Fege Waſeht h. Regt ſ009 ü th Cal 0% 1 lt 01 f el fſhtiß A01 1 /l Euun ffien Iſth Eh 1 etſche f lüen nneyd itſerd amelt; eſlugt Anhang. gung, welche dieſer Carl in dem Ettz Pabſtiſchen Spanien gegen die Proteſtanten geheget, unſerm Malanchtfon, der an Kayſerlichen, Koͤnigli chen und Fuͤrſtlichen Hoͤfen ſeinen vielfaltigen Brief⸗ Wechſel gehabt, nicht unbekannt geblieben ſeyn. Seinen Abſcheu aber, welchen dieſer Printz an der Niederlandiſchen Grauſamkeit des Hertzogs von Alba gehabt, hat Melanchthon bey ſeinen Lebens⸗Zeiten nicht erfahren koͤnnen, weil dieſes alles erſt nach ſeinem Tode vorgegang gen. C. 18. Ich glaͤube aber, daß auch diß, was itzt erzehlet worden, ſchon vermoͤgend genug ge⸗ weſen ware, den der Aſtrologie ſo ſehr ergebenen Hrn. Philippum auf die Gedancken zu bringen, die gemachte Nativitat⸗—— dieſes Spani⸗ ſchen Printzen fange gar zeitlich an in ihre Erfuͤl⸗ lung zu gehen, und dieſer Enckel Canl des. werde kuͤnftig ohnfehlbar Roͤmiſcher Kayſer und Curlider Sechſte genennet werden, der wichtige und gluͤckſelige Aenderungen im Regimente ſtif⸗ ten, und vielleicht biß an das auch damals bald vermuthete Ende der Welt ruhm⸗wuͤrdigſt herr⸗ ſchen wuͤrde. Wie nichtig und vergeblich aber alle dieſe geſchoͤpfte Hoffnung geweſen ſey, und wie unſere Zeit ſo gar nicht in den Sternen, auch nicht in unſern mit allerhand Linien bezeichneten Haͤnden, ſondern allein in GOttes Saͤnden ſte⸗ he, Pſ. XXXI, 16. hat der Ausgang erwieſen, da dieſer, nach Melanchrhons Urtheile in einem ſo gluͤcklichen Zeichen und weder in einer waͤhrenden Sonnen⸗noch Monden⸗Finſterniß gebohrne C4. rolus, noch 0 er Koͤnig in Sponien, geſchweige 835 denn Anhang. denn Römiſcher Käyſer geworden, im drey und zwantzigſten oder etwan angefaugenen vier und zwantzigſten Jahre ſeines Alters auf die ſchreck⸗ lichſte Weiſe recht unglucklich geſtorben, und Ovi⸗ dius dadurch in Anſehung des dem Printzen Schuld gegebenen Verbrechens und Sterbe⸗Jah⸗ res mit folgendem aus Metamorph. L. I. genom⸗ menen Verſe, wie Meſanchthon in Anſehung des letzteren Röͤmiſchen Käyſers, ohne ſein Wiſſen, zum Propheten gemacht worden iſt: EILIVs ante Dle Mpatrlos Inq VIrlt In annos. H. 1r. Wir wollen demnach zuletzt auch von dem Ende dieſes ungluͤckſeligen Caroli noch etliche Geſchicht⸗Schreiber mit ihren eigenen Worten anfuͤhren. Denn weil ſein Vater Phalippus I. befuͤrchtete, daß dieſer ſein damals noch einiger Sohn ihm nach Cron und Leben trachtete, weil man ferner dem Printzen einer Ketzerey halben im Verdacht hielte, und die Inquiſition ihn be⸗ ſchuldigte, daß durch ſeine Beyhülffe viele Calvi⸗ niſche Catechiſmi waͤren in Spanien gebracht worden, und man über dieſes unter ſeinen Papy⸗ ren auch einen allzuvertraulichen Brief ſeiner Koͤ⸗ niglichen Stief-Mutter an ihn gefunden hatte, den er zu ſeinem Ungluͤck niemals hatte zuruͤck ge⸗ ben wollen, wie der Abt%§. Real p. 197. 199. meldet, wurde endlich auf Einrathen der Inqui⸗ fition ſein Tod beſchloſſen. Der oben angezo⸗ gene ytræus, der ſeine Geburt beſchrieben mel⸗ det uns auch(In Chron. Saxon. L. 22. bey dem Jahre 1568. P. 650.) mit folgenden 0 ein Anhang. 8.((.............oc... ſein Ende: Carolus, Hiſpaniæ& Belgici Prin- ceps Caroli V. nepos viginti duorum anno- rum adoleſcens, cum diſplicere ſibi crudeli- tatem, quæ in Belgio per Albanum exerce- batur, oſtendiſſet, juſſu patris Philippi cuſto- ditus& in cuſtodia extinctus eſt. Je kurtzet Chyperens, ie weitlauftiger iſt Jac. Aug. Thuanus in dieſem Stuͤcke, aus deſſen 41. Buche hier das merckwuͤrdigſte ſoll erzehlet werden. So aber fangt er von dieſem Printzen an: Sub id rempus (1568. de Carolo Hiſpanorum principe in carcerem a pa- tre conjecte affertur. De eo varii ſermones ſparſi; in ĩd conſentientes, quod juvenis acer, vehemens ac ſupra mo- dum arabitioſus& imperii cupidus, ſuſpicionem novarum rerum de ſe apud patrem ſuſpicacem excitaſſet. Voces certe ejus quaſi Belgarum vicemmiſerantis& ſeditionem excuſantis ab emiſſariis eceptæ& ad patrem peær latæ fue-. xant dcc. Induxerat& in animum(parens), inſidias ſibĩ a filio paratas, idque pluribus indiciis ſibĩ perſuaſerar. Nam& cloppetulos binos ſumma arte fabricatos caligis, quæ am⸗ pliſſimæ de more gentis in uſu ſunt, eum geſtare ſolitum reſciverat ex Ludovico Foxio Pariſienſi, Scutialis Palatii ac Monaſterii a ſe regia magnificentia extructi architecto&c. qui& a Carolo rogatus fuerat, ut ſibi librum eo pondere rabricaret, cujus ĩctu hominem exanimare poſſit. Et ille quidem ita librum 12. tabellis e lapide cyaneo conſtantem 6. pollicum longitudine, 4. latitudine, chalibeis lamĩinis& deſuper aureis contectum compegerat, qui 14. libras& am- plius pendebat, quod& ſtatim patri renunciavit. Id vero, ut mihi retulit ipſe Foxius, ideo Carolus voluerat, quod in Hiſbaniæ annalibus alicubi legiſſet, quendam Epiſcopum, qui carcere attinebatur, laterem, magnitudine breviatii ptecum, corio contegendum curaſſe, cujus ictu cuſtodem appoſitum ſibi interleciſſet& ita vinculis ſe enemiſſet Cum Veto ſolus ſine ullo famulitio ſomnum capers ſolitus eſſet, machinam& ſibi per Foxium fabricati curaverat, qua per trochleas in lecto jacens januam cubiculi aperire&reſe- rare poſſet. Sic vero ſomnium inquieti animi princeps ca· kie. Anhang. piebat, ut ſub pulvillo duos gladios ſtriccos& totidem lcloppetos(4) ad diſplodendum paratos haberet; item in arca duos majores ſcloppetos pulvere& glandibus onera- tos, quæ arma eum merito patri ſuſpectum reddebant. 9. 12. Nachdem hierauf Tnauus berichtet, wie Car am Tage vor Weyhnachten ſeinem Beicht Vater einen vorhaben⸗ den Mord entdecket, dieſer aber ihn nicht abſolviren, auch ihm nicht einmal, wie er zu Vermeidung des Aergerniſſes begehret, eine ungeſegnete Oblate reichen wollen, ſondern vielmehr alles bem koͤnialichen Vater angezeiget, der ſich vernehmen laſſen, er ſelbſt, als Vater, waͤre der Meuſch, den ſein Sohn zu ermor⸗ den gedaͤchte; Nachdem er auch hernach etwas von dem Ver⸗ druß gemeldet, den Carolus uͤber der geſchehenen Vermaͤhlung ſeiner ehemaligen Braut, der Koͤnigin Eliſebeth, mit ſeinem Hrn. Vater, und zualeich von einem Beſuch des Printzen, beh dieſer ſeiner Stief⸗Mutter, Erwehnung gethan, auch noch hin⸗ zu geſetzet, wie Koͤnig Phiſypus mit der ſogenannten heiligen Inquiſition ſeines Sohnes wegen Rath gehalten: ſo faͤhret er endlich alſo fort: Foxius is quem dixi, machinarum fabrica- tor, trochleas, quibus oſtium cubiculi principis obſera. batur, ſufflaminare juſſus id tanta arte perfecit&c. Ich ſeht aber wohl, daß dieſes Excerptum allzu weitlaͤuftig gerathen wuͤrde, wenn ich alle uͤbrige Worte dieſes vortreflichen Ge⸗ ſchichtSchreibers hieher ſetzen ſolte; daher melde ich nur et⸗ was küͤrtzlicher, daß man bey ſolchen Umſtaͤnden zu ſpaͤter Racht⸗Zeit in das ſonſt wohlverwahrte Zimmer des Printzen gar leicht gekommen, und weil man denſelben in einem unge⸗ woͤhnlichen tiefen Schlafe gefunden, ihm alles gefaͤhrliche Ge⸗ wehr ſowol unter ſeinem HauptKuͤſſen, als aus einem daſelbſt ſtehenden Kaſten ohnvermerckt hinweg genommen; da denn der Vater, Koͤnig //liopus, ſelbſt mit etlichen Groſſen ſeines Hofes, in das Schlaf⸗Zimmer getreten, und der ungluͤckſelige Printz 4), Thuanus hat mit no auf Perf. ſat. 5 beru 145 Schreibung des Wortes: Nec ſeloppo 2 en Scloppetos, den aͤlteren Le⸗ dis rumpere buccas, hon wel⸗ Licographis gefolget, welche chem ſtarcken Schalle hernach ſagen: Scloppus lonus eſt, die mit Pulver abgeſchoffene ꝗui ex inflatione buccarum groſe und kleine Büchſen ih⸗ erumpit, und ſich mit Calepi- ren Nahmen bekommen. —— gdut Kaddt Frl 106 0 Hedg Au 06 1 . Un U0 en Flalg We.äel inu um Wuet due, 115 tllel abfile lierun tiö tum Lat,u Lattein gllkef huin fil ll ſiel 0ub f Runune Nt.f nit ſetet Ult A mdoſch d dͤl ü Ichenth caſte ͤ01 0 Anhang. Printz durch den Herzog Sean von ſeinem Schlafe aufgewe⸗ cket worden. Als er nun geſehen, daß ſein Vater zugegen, er aber nunmehr ein Gefaugener ſeh, habe er geruffen: er ſey bes Todes, auch die gegenwaͤrtige Perſonen mit klaͤglichem Heulen gebeten, daß ſie ihn doch toͤbten moͤchten; worauf der Koͤnig geantwortet: Ich bin nicht kͤmmen dich zu toͤdten, ſondern dich durch vaͤterliche Zuchtigungen auf beſſere Gedan⸗ cken zu bringen; der Vater habe ihm hart zugeredet und auf⸗ zuſtehen befohlen, des Printzen vorige Bedienten hinwegge⸗ ſchaffet, ihm einen Trauer⸗Habit anlegen, und alle Koͤnigli⸗ che Koſtbarkeiten von beſſen Bette hinweg nehmen laſſen. §13. Ich will aber doch Luanum der uns den Anfang dis⸗ ſes Trauer⸗Spiels mit ſeinen eigenen Worten vorgeſtellet, auch von dem Ausgange deſſelben wieder ſelbſt reden laſſen. So aber ſchreibt er l. C. Pp. 855. b. noch ferner: lta ille omni ope deſtitutus ex deſperatione in furorem vertitur,& cum a paucis cuſtodiretur, accenſo tunc luculento igne ob aſpe- ram hyemem in prunas ſe cernuum miſit, unde vixambu- ſta veſte& tunica linea interiore, nec illæſo omnino cor- pore, a cuſtodibus retrahi potuit: Cum hoc non ſueceſſiſſet, alia ſibt mortem via conſciſcere aggreditur Biduo ſine po- tu exacto, tertio die tanta ſe frigida ingurgitavit, ut parum abfuerit quin medius rumperetur. Rurſus fame per aliquot dierum inediam collecta, paſtillis carne coctu difficili far- tis tam copioſe ventrem ſaburavit, ut pæne ſuffocatus ſit. Hæc, ut ex ore ipſius Foxii accepi; addit Petrus Juſtinianus, Patricius Venetus, adamante in os injecto Carolum ſtran- gulare ſeſe Conatum, ſed a cuſtodibus mature ſuccurrenti- bus impeditum fuiſſe. Igitur pater, ubi vidit, ſic ingenium filii eſſe, ut nec ratione aut caſtigatione ulla ſanari poſſet, re rurſus cum S. Inquiſitionis officio(5 communiĩcata, æ- quum 660 Auf eben dieſer 855. Seite a. ſchreibt 1huanus vom Koͤnig Philippo II. In- conſulta 8. Inquiſitione ille, ſive ſuperſtitione, ſve religi- onis ſimulatione, nihil ma- gni momenti tota fere vita geſſit. Und der Abt von 8. Real ſpricht in ſeinen vorhin angeführten Oeuvres p. 203. ausdruͤcklich, die lnquiſnore; haͤtten den Gehorſam des Koͤ⸗ niges Philippi demGehorſam Abrahams der ſeinen Son Iſaac aufopfern wollen, noch vorgezogen, ja ſie haͤtten ſen Anhang. quum; ase it, ille ſibi ipſi deteſtan 0 atri- idio manus ua timo mag iſtrat atu rafke rri; 5 quo od, ut regii nomi conffelersrur 1145 factum, Propinato 1n julcs 5¹ hen letzteren en ab was das Al itere l bettift, eotweder ein D oder Schrel⸗ be⸗Fehler muß vorgegangen ſeyn, maßen diefer 1545. gebohr⸗ ne und 1568. geſto bene Pri cht lange⸗ als drey und zwan⸗ 610 Jahie, oder aufs⸗hochſte biß zu Anfange ſeines vier und zwantzigſten Jahres kan gelebet haben. 9. 14. Aus dem Allgem. Hiſtör. Lericon muß man auf die Gedancken kommen, daß das Gift, welches man ihm, nach Ilulian Bericht/ in einem Suppl ein beygebracht, keine Wür⸗ cung wüſſe gethan haben, oder wie de H. Ken vermuthet, daß ihm von ſeinen Wo hlwollende n zuvor heimlich einkrælervati⸗ ſey So wohl dieſer, als jenes, ſchreiben, daß er endlich iu einem Bade, nachdem ihm darin en an Haͤn⸗ den und Fuͤſſen die Adern geoͤfnet worden, geſtorb Zeit(und jonderlich nich der Tag ſeines ben die gelehrten Verfaſſer des vorangefuhr nicht gar zu gew iß, weil man ſeinen Tod lange verherlet, doch ſagen etliche(zu denenn ſonderlch die oögemeldten eus. Befos zehlen thänen) daß es d 00 24. Jul. 1568. geweſen ſey⸗ Ja ſie ſetzen hinzu: Es ſind auch nicht alle/ was die Art des Sedes anlanget/ Wnertee Mieynung; indem einige ſcin Vater haͤtte ihn im Gefingmß erwuͤr⸗ gen laſſen andere aber verſichern/ daß er an einem Durchfalle(6) geſtor ben/ welchen er ſich durch viele id ihn praͤchtig ſen W810 gar dem himmli⸗ un 9 ſen, igm auch die Worte aus ſchen Vater verglichen, der um das PeeldeKeiſchen u 10 befoͤrdern, ſeines einigen Soh nes nicht verſchonet haͤtte. (6) Der Abt von 8 Keal ſchreibt p. 207. man habe von ſeinem Tode,d den man einem Durchfalle zugeſchrieben, eine weitlaͤuftige Kelation drucken dem Buch der Wiäch. S V.IX. Juge⸗ ignet, und folgen⸗ de in Frantzöſ. Sprache—5 angefuͤhrte Grabſchrift geſe tzet: Al' erernellè Memotre e Charles, f 1 „ dès Lein 8 S16 des lesBelgi giquè& Ciialpine, Heri⸗ Oa mbe ff at Mfet lte ite Hentie e Ule r ds tu 0l NI Anbang. Speiſe und Tranck zugezogen/ womit er ſeinen vorher durch Sunger und Důrſt ſehr geſchroaͤchten Magen uͤberhaͤuffet. Dieſes aber iſt gerviß/ daß die Koͤnigin bald darauf(/) den 3z. Octob:geſtorben/ nachdem man ſie geʒwungen ein gewiſſes Nedicament einzunehmen. Il kben dieſem Laxico heißt es auch, Carolus habe das Bild der Koͤnigin Eltſabeth(neimlich ihr kleines und kunſtlich ge⸗ machtes Bildniß, welches er nach des Abts de§. Re. Bericht, lange zuvor heimlich am Halſe getragen) in Haͤnden gehabt, als er geſtorben. Faun. Stradls aber ſpricht l. c.p. 459 der Priutz habe biß er verſchieden, beſtaͤndig eine geweyhte Wachs⸗ Kertze in ſeiner Hand gehalten. So gar ungewiß und wieder⸗ ſprechend ſind der Geſchicht⸗Schreiber ihreErzehlungen, weñ ſie von ſolchen geheimen Dingen, die gleichſam in der Koͤnige und Fuͤrſten Cabinetern gantz im Verborgenen vorgegangen, dennoch Nachricht geben wollen. Mr. Baule, der mit ſeinem ſo geſchriebeuen Nahmen, ruͤckwaͤrts zu leſen„Eliab heiſſet, und eine groſſe und wohlgeſtalte Perſon unter den Gelehrten iſt, würde, wenn er in ſeinem Dictionaire von dieſem Car/ einen Artickel nachgelaſſen haͤtte, bey dieſer Gelegeuheit vielleicht ſpottweiſe geſchrieben haben: Sie koͤnnen beyde recht haben. Denn Printz Cas! hat ja zwey Haͤnde gehabt; in der einen wird er der Köͤnigin Bildniß, in der andern aber die gewey⸗ hete Kertze gehalten haben. Wir aber ſporechen, es waͤre am beſten vor dieſen ſterbenden Printzen geweſen, wenn er keines von jeuen beyden in Haͤnden, ſondern allein IFEſum Ehriſtum Len Gecreutzigten bußfertig und glaubig in ſein Hertz bekom⸗ men, und biß an ſeinen lezten Odem darinnen feſt gehalten haͤtte.§.151 Heritier du nouveau Mon- eſſet,& 23. annum ageret, de, incomparable en gran- privignum ſecuta eſt, non ſi- deur d'Ame en liberalitè et ne ſuſpicione veneni. Waͤre en amour pour la verité. nun ihr Codes⸗Fall am 3. Oct. Das hat recht geheiſſen: Sit etliche Monake nach des divus modo non vivus. Printzen Tade erfolget, ſo )Thuanus ſchreibet, diß haͤtten diejenigen nicht un⸗ ſey etliche Monate nach dem recht, weiche den Monat Tode Caroli geſchehen: Dein Julium zu dem Sterhens⸗ menſibus aliquot eiapſis Eli- Mongte dieſes Printzen ma⸗ ſabeta uvor, cum prægnans chen. Anhang. .15, Letzlich halte ich dem geneigten Leſer noch die Wor⸗ te GSOttes aus dem Propheten Jeremia c. 2. für: So ſpricht der Vrr: Ihr ſolt nicht der Vᷣeyden Weiſe ler⸗ nen, und ſalt euch nicht fůrchten fůr den(ordentlichen) Zeichen des Hinmels wie die Heyden ſich fůrchten(d 95 und wie auch Melanchthon und viele andere unter den Chri⸗ ſten ſich gefurchtet haben Ich ſpreche aber auch vermoͤge des Gegen⸗Satzes: Ihr ſolt auch nicht bauen auf die gluͤcklich ſcheinende Zeichen des Himmels, oder daraus weiſſagen, wie die Heyden vielfaͤltig, und auch Melauchrhon und andere Ge⸗ lehrte unter den Ehriſten gethan(9). Sondern laſſet uns alle aus wahrem lebendigen Glauben denjenigen GOTkindlich furchten, der bey dem Propheten Eſqia&XILV. 6. 7. ſaget: Ich bin der SErr und keiner mehr/ der ich das Ucht mache und ſchaffe die Finſterniß/ der ich Friede gebe/ und ſchaffe das UHebel. Ich bin der Err/ der ſolches alles thut. CAPVT (3) Dieſen Spruch hat der ſel.. Joh. Huͤlſemann in ſeinem Comment. in Je- tem. p. 247. 255 ſeq. der Aſtrologiæ Judicariæ, mit Recht entgegen geſetzt. (9) Mehreregeugniſſe von Melancathonis aſtrologi⸗ ſchen Aberglauben koͤnnen in dem andern Theile ſeiner Briefe, wie ſie zu Wittenberg 1570. in g.gedruckt p. 54. 63. 72. 106. 107. 293. ſeq. 399. 419. 423. 504.&c desglei⸗ chen in Manlii Collectaneis P.43. 46. 47 und in andern zum Theil auch in dieſer Schrift angeführten Buͤchern geleſen werden. Doch iſt auch das nicht zu verſchweigen, daß der ſel. Mann dennoch hin und wieder die Regierung GoOttes allen Stellungen und Einfluͤſſen des Geſtirnes billig vorgezogen, und zum Exempel auch nur in ſeinen angefuhrten Briefen p. 416, geſchrieben habe: Sed non tantum aſtris reguntur hu⸗ mani eventus. Moderatur univerſam faturam Filius Dei Dominus noſter Jeſus Chriſtus, qui certè exaudit invocantes ipſum. Und p, 424: Certum eſt, Deum Conditorem cuſtodem eſſe vitæ& cauſas phyſicas mo- derari. Dergleichen erbaul. Stellen auch daſelbſt p. 410, 429. ꝛc. und auch in andern ſeinen Schriften zu finde ſind. * 0ο l———— rreacrfe fffeitr 0 CKPVIT I. 5 Propheceyungen, den Paͤbſtlichen Stuhl zu Rom betreffende. bald und ſo oft der Paͤbſt⸗ liche Stuhl zu Rtom/ durch den Tod eines der vermeineten NNachfolgerPetti,ledig worden, pfleget man begierigſt die Weif⸗ ſagungen des Irlaͤndiſchen Propheten Mala⸗ chiaͤ zur Hand zu nehmen, und ſich in ſelbigen, nach der Perſon, Eigenſchaften und kuͤnftigen Schickſalen des wieder zu erwehlenden Pabſtes, zu erkuͤndigen. Es hat dieſer, wegen ſeiner Heiligkeit, wegen der ihm Ai e Aee 2 Wlb. 1:. Prößheteyungen und wegen der mit dem heiligen Bernhardo ge⸗ Fuſt pflogenen Frkundſchaft, berühmte Malachias uma im zwolften Fahr⸗Hundett nach CHriſtt Geburt Wut! Hlebet, und ſeine Propheceyung, von der Nachs ſehnt Folge ber Rötmiſchen Päbſte iſt eine der aller⸗⸗aun merckſhürdihſten und ſouiderbarſten Schriſten. clch Anfanzs war Malachias ein Münch, und bald Ga1 nachhex⸗Abk iiz der Abtey zu Bangor. Im Jahr ache Chriſtiszu 30, ward er Biſchof, und daxrauf Ertz⸗ mat Biſchof zu Armagh in Irkand, welches Amt er dt aber im Jahr 1137. wegen vieler Arbeit und Un⸗ Po ruhe niederlegte, um ein Unter Biſchof in der Kir⸗ h che zu Downzu ſeyn. Der Pabſt Innocentius II. i1 hielte gar beſondere Stuͤcke auf Malachiam, als ſln⸗ en ſich zu Roin der Irländiſchen Streitigkeiten aunn wegen aufhielte, uͤberhaͤuffte ihn daſelbſt mit vie⸗ Oghen len Gutthaten, und ernannte ihn zu ſeinen Ge⸗ Uin ſandten in Irland. Allein auf der Ruͤckreiſe das Bme hin ſtarb Malachias, im Jahr 1148. zu Clair: ih, vaux in Franckreich, in den Armen des heiligen an Bernhardi, der ihn auch eine Ehren⸗ und Ruhm⸗ dinh volle Leichen ⸗Predigt gehalten. S 1198 U. Dieſem Ertz⸗Biſchof Malachiaͤ ſchreibet ue man eine Propheceyung zu, darinnen er der Welt, ludi⸗ nach dem Geiſt der Weiſſagung, den er ſoll ge⸗In gu habt haben, die Folge rund den Caractere der ich 1 reil Ros Ichhg *Bernhardus wenigſtens Weiſſagungen und der bezeuget es ausdruͤcklich, Wunder gehabt habe. daß Malachias die Ga⸗ Tom. II. Oper. p. 685. 6 be und den Geiſt der edit-Mabillon. Paris 1690. den Paͤbſtlichen Stuhl betreffend. 3 Roͤmiſchen Pabſte, ſo wie ſie nach Abgang des damaligen Innocentii II. bis auf das Ende der Welt nacheinander auf den Pabſtlichen Stuhl ſteigen würden, ſechs Jahr vor ſeinem Abſchiede aus der Welt hat kund gemacht. Zwar wollen einige Gelehrte in Franckreich, und dieſes, wie man glaubwuͤrdig muthmaſſet, aus Neid zu denen Be⸗ nedietinern, welche zuerſt Malachiaͤ Prophecey⸗ ung ans Licht gebracht, es beſtreiten, daß Mala⸗ chias der wahre Verfaſſer derſelben ſey. Arnold Wion, ein Benedictiner⸗Munch, ſoll, nach ihrer Meynung, als er aus ſeinemVaterlande Douvaf in den Niederlanden um der Krieges⸗Unruhe wil⸗ len gen Venedig gefluͤchtet, die gedachte Prophe⸗ kutl ceyungen und Wahlſpruͤche baſelbſten aus eignem udGSehirn erſonnen, und dieſelbe hernach ſeinem vnLigno Vitæ, oder Abbildung des geſammten ſeen Benedictiner⸗Ordens, gedruckt zu Venedig ue 1595. einverleibet haben. Von nſο Cigcs hellgh comio, einem gelehrten Spaniſchen Dominicaner, Ruſo waren dieſelbige nachhero mit einer Erlaͤuterung der Wahlſpruͤche vermehrter ans Licht geſtellet worden. Und bemühet ſich abſonderlich der in ſthulb der Schild⸗ und Wapen⸗Kunſt beruͤhmte Jeſuite Caaudius Franciſcus IAenetrien, in einen beſon⸗ el dern Buche, dieſe Propheceyungen dem Mala⸗ iueih chick abzuſprechen. Herr Chriſtian Wagner, Peediger der Kirchen St. Johannis zu Leipzig, A 2 hat — 119) 0 8 ‚„ Pag. 685. beiſſt es: Komni mürzenlorum gra⸗ ll Alsret Prophetis Spirita tia. z061 — S2 4 Cap. 1. Propheceyungen, hat gedachtes Buch aus dem Frantzoͤſiſchen ins Deutſche uͤberſetzet unter dieſen Titel: E. P. Caudii Franciſci Menetrier, Suöcietatic Llſu, gründliche Widerlegung der von Arnold Wion fuͤr des Irlaͤndiſchen Biſchofs Ma⸗ lachid Arbeit aũs gegebenen, und faſt von je⸗ derman dafůͤr angenommenen Prophezey⸗ ung/ betreffend alle Koͤmiſche Paͤbſte, ſo von Auno Chriſti 1143. bis ans Ende der Welt re⸗ gieren ſollen. Leipzig auf Unkoſten Fried. Lanckiſchens ſel. Erben. 1691. in 4. Dahin⸗ gegen will der gelehrte Samuel Andreaͤ be⸗ haupten, daß dieſe Propheceyungen von Mala⸗ chia herkommen, in einer beſondern hiſtoriſchen Unterſuchung de ſuccesſionibus Pontificum Romanorum ſecundum prænotationem Ma- lachiæ Hyberno adſcriptam, die Anno 1677. ju Marburg heraus gekommen. Der vornehmſte Grund dererjenigen, die dem Malachia gemel⸗ dete prophetiſche Weiſſagungen abſprechen, iſt, daß Bernhardus, auch andere, dieſer Prohecey⸗ ungen nicht gedacht, und daß dieſelbe in einigen Stuͤcken der Wahrheit verfehlen. Es kan aber Bernhardus ſolches nicht noͤthig erachtet, oder ſonſt ſeine Urſachen gehabt haben, warum er derſelden nicht erwehnet; Sie konnen auch, wie hundert andere alte Schriften, in denen Kloſtern verborgen geblieben, und allererſt durch Wion entdecket worden ſeyn; ob auch wohl einiger Denckſpruche Erfuͤllung faſt gezwungen klinget, ſo treffen doch ihrer viele ſehr mercklich ein⸗ 20 ll mien 00 Hnz U e ben en k Iů 0 5 U t voh phe⸗ ſ0 90 Velt! LI Daht⸗ re Mal oriſch⸗ ifcu NM 016 chehn à9n eh, Yohh 1 f fan c ft R uun uc) Kachte m H „ + den Paͤbſtlichen Stuhl betreffend. 3 Wir wollen dieſe Propheceyungen ſelbſten Lateiniſch und Deutſch herſetzen mit denen beyge⸗ fuͤgten Erklaͤrungen des 40phonſi Ciacconii, bis auf Vybunum VI. und des Gabriels Bucelini, bis auf Innocentium X. Prophetia S. Alalachiæ Archiepiſcopi cs Primatis Hiberni&. E Caſtro Tyberis. CKLESTINVS II. origine Dyphernac. Inimicus expulſus. LVCIVS II. De familia Caccianemicu. Ex magnitudine Montis. EVGENIVS IIIl. en oppido Montis magni. Abbas Suburranus. ANASTASIVS V. er Abbate F̃. Rufi familia Suburra. De rure albo. ADRIANVS IVV. xvurali familia ex oppidb H. Albani. Ex tetro carcere. VICTORIV. Carain. &. Nicolai in carcer Tulliano. Via Trans-Tyberina. CALLISTVS III. Card.§. Mar. trans Tiberim. De Pannonia Tuſcix. PASCHAL. III. Vngarus Card. Tuſculamus. Ex anſere cuſtode. ALEXANDER IIII. De fumilia Paparonà. Lux in oſtio. LVCIVS III. Lucenſis Cun- din. Oſtienſis. Sus in cribro. VRBANVS III. Cribellus, citjus inſignia oͤus. A 3 Enſis 4 6 Cap. 1. Propheceyungen, Enſis Laurentii. GREGORIVS VIII. cjus inſiguia enſos, Cundlin. S. Laurentii. De Schola exiet. CLEMENS III. Romm. em do. imo Scholdri. De rure Bouenſi: CÆLESTINVS III. e ff. milia Bovonſi. Comes Signatus. INXNOCENTIVS III. Co- mes Signiæ. Canonicus de latere. HONORIVS III. Ca. nonicus Laterani. Avis Oſtienſis: GREGOR. IX. inſegnia Aquila, Cardinalis Oſtienſis. Leo Sabinus: CLESTINVS IV. canjus inſignia Leo, Cardinalis Sabinus. Comes Laurentius: INNOCENTIVS IV. CumetVliſcus Cardin. S. Laurontii. Signum Oſtienſe. ALEXANDER IV. G- mos oigniæ, Cardinalis Oſtionſis. Hieruſalem Campaniõæ: VRBANVS IV. Cumpanuc, Patriarcha Hlieroſolymitamus. Draco depreſſus: CLEMENSIV. cujus in- ſignia Aquila draconem unguibus pre- mens. Anguinus vir: GREGORIVS X. Viceco- mes, inſignia anguic. Concionator Gallus: INNOCENTIVS V. Callus Ord. Prædlicutorum. Bonus Comes: ADRIANVS V. Otrtobonus Comeèes Hliſcnus. Piſcator Tuſcus IOANN. XXI. Johannes Pe- trus Cardin. Juſculan. Roſa den Paͤbſtlichen Stuhl betreffend. 7 Roſa compoſita: NICOLAVS III. didtus Com- Poſfitus, e familia Lainſind, ctijus inſegnid,roſd. Ex teloneo Liliacei Martini: MARIINVS W. cuſjus inſignid lilig, theſaurarius S Ilan- tini Juronenſis. Ex roſa leonina. HONORIVS N., Sabellus cujus inſignis roſa à Leonibuts geſtata. Picus inter eſcas: NICOLAVS IV. Picenus Patria Hſculanus. Ex eremo celſus:: CÆLESTINVS V. e. eromita Pontiſex. Ex undarum benedictione. BONILFEACIVS ViIl. Benedictus Cajetãnus, ciljus inſignia unddẽ. Conciliator Patereus: BENEDICTVS XI. Nicolaus Ord. Prædicatorum. De fesſis Aquitanicis: CLEMENS V. Aqui- zanus, cujus inſagnia feſſeæ. De ſutore oſſeo: IOAN. XXII. familia Oſſa ſutoris filius. Coõrvus Schismaticus: NICOLAVS V. Cor- barius Antipapa. Frigidus Abbas: BENEDICTVS. XII. Abbas fontis fuigidi. De roſa Atrebatenſi: CLEMENS VI. Atre- bas, cuſjus inſignia roſæ. De montibus Panmachii: INNOCENTVS VI. Cardin. Tituli Pammacllli, cujuæ inſig nia ſer montés. Gallus Vicecomes: VRBANVS V. Callus Vice-Comitès Nuncius Sc. A 4 No- Capli. Propheteyungen, Novus de Virgine forti. GREGORIVS XI. Belfortis cogn. Candin. tit.§. MANIAL No- Pdk. De Cruce Apoſtolica: CLEMENS VII. Cardin.&S. Apoſtol. cuiils inſignia Crur. Luna Coſinedina: BENEDICTVS XIII. Ante Petrus de Luna, Cardin. B. M. L. ds Chcniedin. Schisma Barchinonicum: CLEMENS VIIIl. Auipapa Cunonicus Barchinonenſis. De inferno Pregnani VRBANVS VI. Pregnanus, natus in loco, qui infernus dlicitur. Cubus de mixtione: BONIFEFACIVS N. Thomacellus cuius inſignia cubi. De meliore ſydere. INNOCENTIVS VII. de Melioratis, cujus inſignia Sydus. Nauta de Ponte nigro. GREGORIVS XII. Lenetus præſes Ecclgſiæ Nigropontanæ. Flagellum ſolis: ALEXANBER V. Archi⸗ epiſcop. Mediolani S. Ambroſii, hujus flagel. lum, illius inſignia Sbl. 4158 Cervus Sirenæ: IOAN. XXIII. Card.&. Euſtachii cum cervo, Bononiæ Legatus, Nea- Politamuss. Columna veli aurei. MARTINVS V. Co- lonna, cujus inſignia columnà cum corona. Card. C. Ceong. ad velum aureum. Lupa Celeſtina: EVGENIVS IV.] Canoni- cus Cæloſtinus, Epiſcopus Sunenſis. Amator Crucis: FELIX V. Dux Sabuud. Amadeus, cujur inſignia Crux. De Eod L 05 1 Dech U MMege I50 Rlt 10 ſurt I0 W0 U0 1 Deht Huch ueh 6 L0f0 ſeh e I Mgut 0 (010 Runt In den Paͤbſtlichen Stuhl betreffend. 9 De modicitate Lunæ: NICOLAVS V. Lunenſis, humili genere. Bos paſcens: CALISTVS III. Tafania bos paſcens. De capra& Albergo. PIVS II. Secretorius Cundinalium Capranici tõ Albengati. De Cervo& Leone: PAVLVS II. Præſes Eccleſ. Cervienſis Cardinalic S. Marci, qui Leo dicitur. Piſcator Minorita: SIX TVS IV. Piſcato- 8 V 11 filius, Minorita. Ie Præcurſor Siciliæ: INNOCENTIVS VIII. Ioan. Baptiſta Aulicus Regis Scilicæ. Bos Albanus in portu: ALEXANDER VI. cujus inſignia Bos, Cardin. Albanus E Por- tuenſis. De parvo homine: PIVS II. Picolhomineut. Fructus Iovis juvabit; IVLIVS II. inſignia quercus arbor Jovis. De craticula Politiana: LEO X. Lauren- tii Madlices flius, FPolitiani diſcipulus. Leo Florentius: ADRIANVS VI. Fo- rentit ilius, inſiguia Loo. Flos pilei ægri. CLEMENS VII. Aſadices Florentinus, cujus inſignia pilæ eg lilia. Hiacynthus medicorum: PAVLVS III. Far- neſius, inſigne lilia cærules, Cardin. S&. Coſinæ&& Dam. medicorum. De corona miontana IVLIVS III. oan. Maria dè Monte. A 5 Fru · 10 Cap. 1. Propheteyungen, Frumentuni floccidum: MARTCELLVS II. cujus inſignid frumentum fioccidum brevi Fontiſicatu. ‚ De ſide Petri: PRVLVS IV. antea Petrus Caraſdi. EÆſculapii PBhaymacum: PIVS IV. Antea Iocan. Angelus Aedicre. ‚ Angelus nemoroſus: PIVS V. Anten Michaol, e o⁰pido Boſchi. Medium corpus pilarum: GREGORIVS XIII cujus inſigne mediusdraco, geſtans Cardina- lis pilas Pli à quo creatus eſt Curd. Axis in medietate ſigni: SIXTVS V. 4u avem in medio Leomis pro inſigni habet. De rore cœli: VRBANVS VII. Archiepiſch.- Puls Foſſanenſis in Calabria, ubi mannd li- gitur. Ex antiquitate Vrbis: GREGOGKIVS XIV. utroqueé parentè antiquigqſimæ familiæ, ipſe Antiquitatis Vrbis reſtaurator. Pia civitas in bello: INNOCENTIVS IX. nemo huc uquò cplicmvit. Crux Romulea. CLEMENS VIII. cizjus in- ſegne trube argenten tribus ſegmentis inten ſtinda, ad modum Crucis Pontiſicis Rom. Vndoſius vir: LEO XI. Paralyſi obnovi¹ν Gens perverſa: PAVLVS V. nemo eupli- cavit. In tribulatione pacis: GREGORIVS XV. ſub quo Imperium mamuime turbatum, nun- quam huculsquuè reſpiravit. ̃ Lili- l Ian& Jtnn I ſſf Ult AI0 06 b U Mbey 00 W ◻ 0 den Paͤbſtlichen Stuhl betreffend. 11 DLilium& roſu: VRBANVS VIII. F. Loreni- nus, cui Höbi lilium pro inſigni, ipſt roſis ami- cigſimæ apiculæ. Cæterum reſpici ab Odtavo vi- 0 In altur LibamusIV.cujus inſignia lilium EFroſu. Iucunditas Crucis. INXNOCENITIVS X. Cu- ntesl Jus utinam auſpiciis, reconcilintis inter ſe Chriſtioanis, cruce ſignatorum exercitus contra Chriſtiani nominis hoſtes producti pacem deni- que t jucunditutem orbi reddat univer ſalem. 1 Des Irlaͤndiſchen Biſchofs Mala⸗ cqhhiaͤ Propheceyung betreffend alle Roͤ⸗ miſche Paͤbſte von A. 1143. an. 100 0m Dem Caſtell der Tyber. COELESTINVS II. war buͤrtig aus einem Caſtell an dem VS I Tyber⸗Strom, und hieß vor erlangter nle, Pabſtlicher Wuͤrde Guido de Caſtello. Der vertriebene Feind. LVCIVS II. War TIVS! aus dem Hauſe derer Caccianemici zu Bo⸗ nonien, welche ihren Nahmen haben von caſu Vertreibung der Feinde. Aus der Groͤſſe des Berges. EVGENIVS III. ehedeſſen genannt Bernhard, buͤrtig aus einem Schloſſe unfern Piſa, Nahmens 10 Granmonte, d. i. der groſſe Berg. Der Abt von Suburra. ANASTASIVS V. 151 ein Römer, war vor ſeiner Erwehlung Abt, und hieß Conrad Suburri, oder wie andere wollen, von Savorno. Vom 12 Cap. 1. Propheceyungen, Vom weiſſen oder Albiſchen Felde. ADRIA. NVS IV. buͤrtig von St. Albans in En⸗ geiand; Abt des Ordens der Canonicorum Regularum S. Ruffii, bie weiß gekleidet ge⸗ henz nach der Zeit Biſchof zu Alba. Aus einem finſtern Gefaͤngniß. Dis deutet man auf dem Wider⸗Pabſt VICTOREM IV. Alexanders III. Gegenyart, der dem Vorgeben nach den Cardinals⸗Titel St. Nicolai in Carcere Tulliano gefuͤhret. Allein es iſt gewiß, daß er Cardinal des Tie tels Sanctæ Cæciliæ geweſen. Der Weg jenſeit der Tyber. Ein anderer Wi⸗ der⸗ Pabſt Guido de Crema, ſo in einet Kirchen Spaltung zum Nachfolger Victo⸗ ris erwehlet worden. Er ward PASCHA- LIS III. genannt, und hatte zuvor das Car⸗ dinalat Sanctæ Mariæ trans Tiberim Aus Sungarn von Freſcati. CALIXTVS III. falſcher Pabſt; ein Ungar, Abt von Stru⸗ ma und Cardinal⸗Biſchof von Freſcati. Aus einer auf die Wacht geſtellten Ganß. ALEXANDER III. Dieſer hieß zuvor Orlando Paparoni oder Parocci. Paparo aber, nicht weniger als Occa, bedeutet auf Italianiſch eine Ganß. Uber dieſes legt Hr. Du Cheſne ihm ein Wapen hey, mit einem Franc quartir, ledigen Vierung, oder viel⸗ mehr gevierten Ecke, worauf ein Churn oder Wachthaus ſteht. Das ffl dcnſ . 1. rbg 0 10 ſie Möch fi 96 „ den Paͤbſtlichen Stuhl betreffend. 13 Du Das Licht im Thor. LVCIVS III. bürtig 10 von Luca, Biſchof zu Oſtia. Die Sau im Siebe. VKBANVS III. war Ertz⸗ Biſchof zu Meyland, aus dem Geſchlecht de⸗ 4.rer Crivelli, die im Wapen ein Schwein in dene einem Siede fuͤhren. Ioſ Sanct Laurentii Schwerdt. GREGORIVS 6 8 VIII. war Cardinal des Titels§S. Lau- utl! rentii in Lucina und fuͤhrte zwey kreutz⸗ geflhye weiß⸗gelegte Schwerdter im Wapen. Ades! Er wird aus der Schule kommen. CLE- III. aus dem Geſchlecht derer Seho⸗- ertr J ari. in eVom Feld zu Bovis. CREESTINVS III. aus Vick. dem Haus de Bovis. VA! Der bezeichnete Graf. INVNOCENTIVS III. daE war aus dem Gräfl. Hauſe de Signi, ba er erim auch zum Pabſtthum kam, nahm er zum TVoI Denckſpruch die Worte aus dem 85. Pfalm bondl an: Thue ein Zeichen deiner Guͤte an eſcali mir. n EH Lateranenſiſcher Canonicus. HONORIVS ſeß lu III. aus dem Hauſe Savelli, Canonicus . N. zu St. lohann im Lateran. dutte Der Vogel von Oſtia. GREGORIVS IX. zu⸗ 16 vor genannt Hugolinus, Cardinal⸗Biſchof zu Oſtia. Aus dem Gräfl. Signiſchen Ge⸗ f ſchlecht, ſo einen Adler im Wapen fuͤhret. Der Sabiniſche LCoͤbe. CALESTINVS IV. ſonſt genannt Gothofredus Caſtilionius, aus dem Meylaͤndiſchen buͤrtig. Er fuͤhrte N. einen 14 Cap. 1. Propheceyungen, einen Loͤben im Wapen und war Cardinal⸗ Biſchof von 8. Sabina geweſen. Graf Laurentius. Sinibald von Genug aus dem Fieſquiſchen Geſchlecht derer Gra⸗ fen von Lavagna, Cardinal des Titels 8§. Laurentii in Lucina. Ließ ſich nach erlang⸗ ter Päbſtl. Cron INNOCENTIVM IV. nennen. Das Oſtienſiſche Zeichen. ALEXANDERIV. dieß war Kainaldus Biſchof zu Oſtia; ſei⸗ nes Geſchlechts ein Graf von Signien. Jeruſalem in Campanien. VRBENNVS VV. hieß ehemahls lacobus Pantaleon, buͤrtig von Troyes in Champagne, Patriarch zů Jeruſalem. Andere fuͤhren die Weiſſagung alſo an: DLwye in Gallia natus. Buͤrtiz von Troyes in Franckreich. Welches nicht weniger leicht zu verſtehen. Der niedergedruͤckte oder zerquet ſchte Dra⸗ che. CLEMENS IV. welcher zuvor Guido le Gros hieß, und nach Hrn. Du Cheſne Vorgeben, das Guelphiſche Sinnbild, nem⸗ lich den Adler, der mit ſeinen Krallen einen Drachen zerquetſchet, im Wapen fuͤhrete. Der Frantoͤſiſche Prediger. INVNOCEN/ TIVS V. ſonſt genannt Petrus Taranta- ſius, Prediger⸗Muͤnch, Ertzbiſchof zu Lyon. Der gute Graf. ADRIANVS V. hieß ehe⸗ mahls Othobonus Fliſcus(Fiesque) Graf von Lavagna. Det fit fö U Wü8 0h T00 Wce H 0 0 0 if U 9 A den Paͤbſtlichen Stuhl betreffend. 15 n Der Fiſcher von Freſeat. 10ANNES XXI. ſein ehemahliger Nahme war Ioannes Pe- ön Ge trus Biſchoff zu Freſcati. ang Die zuſammengeſetzte Koſe. NICOLAVS 6% mP. aus dem Haus Orſini, deſſen Wapen ael eine Roſe in ſich haͤlt, Man ſagt, er habe IMIII Compoſitus geheiſſen. Aus dem Follhaus oder banco des Lilien⸗ WERI Martins. MARTINVS V. ein Fran⸗ ſlia; zoſe und alſo aus dem Lilien⸗Reich buͤrtig; üen. hieß ſonſt Simon de Brie, Schatzmeiſter zu NVVS! S. Martini Turonenfis. Man giebt auch n, bu fuͤr, er habe Lilien im Wapen gefuͤhret. triatꝰ Aus der Loͤwen⸗Roſe. Honorius IV. genannt tiſſan Jacobus Savelli. Man ſieht in ſeinem Wa⸗ Bürt pen einen Loͤwen, der eine Roſe traͤgt. Vll Der Specht unter dem Eſſen oder Atzung. NICOLAVS IV. DieErklaͤrung muß aüs hte d dem Lateiniſchen genommen werden: Pice- VolCl nus, patria Eſculanus. d. i. Biſchof zu Pa- uChe leſtina, buͤrtig von Aſcoli. Hoch aus der Einſiedeley. Petrus Murrho, 0 ein Einſiedler; nach erlanoter Pabſt⸗Wuͤrde f CMLESTINVS V. genannt. oα Aus dem Seegen der Waſſerfluthen. BONI- W4 FACIVS VIII. hieß ehemahlsBenedictus, und fuͤhrte im Wapen des faſces ondèes; welches die Teutſchen Herolde gewoͤlbte Bande, Straſſen oder Striche geben; Nach Frantzoͤſiſcher etymologie ſolten ſie gewaͤſſerte oder flieſſende Bande überſeht ö werden. Der 16 Cap. 1. Propheceyungen, Der Patariſche Prediger. BENEDICTVS XI. Hieß vor ſeiner Erhebung auf den Pabſtlichen Thron Nieolaus Bocaſinus, Prediger⸗Münch. Es wird zugleich gezielt auf Patara in Lycien, das Vaterland des heiligen Nicolai, deſſen Nahmen jener in der Tauffe uͤberkommen hatte. Aus denen Gaſconiſchen Strichen oder Baͤn⸗ dern. CLEMENS V. zuvor genannt Ber⸗ trant d'Agout oder de Gout,ein Gaſconiet, Ertzbiſchof zu Bourdeaux; hatte im Wa⸗ pen Feſſas oder Faſcias, welche man auf Teutſch Striche, Straſſen, Bande zu i berſetzen pfleget. 3 l Aus einem Schuſter von OP%. IOANNE8 XXII. Hieß ehemahls Iacobus von Oſla, eeines armen Schuſters Sohnn. Der Zwieſpalts Rabe. Petrus de Corbario, ward unter dem Nahmen NICOLAIV. im Kirchen⸗Zwieſpalt wider Iohannem VXXVII. zum Pabſt erwehlt. Der kalte Abt. BENEDICTVS XII. zuvot genannt Iacobus du Four, Ciſtercienſes, Muͤnch und Abt zu Montfroid oder Froi⸗ mꝛont in der DieEces Beauvais. Aus der Roſe von Arrues, CLEMENS VI. Hieß vor ſeinemPaſtthum Iacobus Roger. fuͤhrte Roſen im Wapen und war Biſchof zu Arras geweſen. Von den Bergen§. Pammachii. INOCRN. TIVS VI. Carbinal des Titels S. Ioan⸗ nis 86 l8y 00 d L Il. I N Idl J. ſehe Aun, den Paͤbſtlichen Stuhl betreffend. 17 10 nis, S. Pauli& S. Pammachii; hatte ſechs Wl Berge im Wapen. Der Frenssſiſche Vicomte. VRBRMNVS V. 15 ein Franzoſe und Paͤbſtlicher Nuntius an die bin Viſconti di Milano. Ward gebohren in der ſunt Diœces Mende en Givaudan. Ein neuer aus einer tapffern Jungfrau. oerd Petrus Rogerius von Beaufort, Graf Wil⸗ aunt! helms von Beaufort en Vallee, in der Diœ- Oalan ces Angers, Sohn, Cardinal des Titels§. e n Mariæ Nove. Er nahm an ſich den Nah⸗ e fah men CREGORII XI. Man könte auch ſpre⸗ inde chen, er waͤre vermittelſt einer tapffern Fung⸗ 4 frau neu worden, weil er auf Exmahnung der DANN H. Catarina von Siena den Päbſtl. Stuhl 5o60 von Avignon nach Rom wieder verſetzt hat. Vom Creutz derer Apoſtel. CLEMENS VII. Cotbn aus dem Hauſe de Geneve, beſſen Ge⸗ CLA ſchlechts⸗Wapen ein Creutz iſt. Er war Car⸗ 0ban dinal⸗Prieſter des Titels der heiligen XII. Apoſtel. Der Mond in Coſemedin. Petrus de Luna, Wie⸗ — der⸗Pabſt; WarCardinal des Titels S. Ma- oder riæ in Coſmedin und ließ ſich Benedictum XII. nennen. Der Birchen⸗Zwieſpalt von VBarcellons. du5g AlDIVS, Thum⸗Herr zu Barcellona, im val Rt Zwieſpal terweh it durch zwey Cardinal ,wel⸗ che desPetri deLuna Anhanger geweſen wa⸗ VOd ren. 18 Aus der Hoͤlle von Erecnani. Bartholomæus V Prægna- 18 Cap. 1. Propheceyungen, Prægnani, buͤrtig aus einem Dorffe unweit Neapolis, ſo man die Holle zu nennen pflegt. Ward erwehlt unterdem Nahmen VRBR= NIVI. Ein Wuͤrffel von der Vermiſchung. Hieß zuvor Perinus Tomacella; und ſiehet man in ſeinem Geſchlechts-Wapen einen Cubum oder Wurffel. Von einem beſſern Geſtirn. Coſius melio- ratus, der einen Stern im Wapen und nach. ſeiner Pabſts⸗Wahl den Nahmen INNO. CENTII VII. fuͤhrete. Der Schiffer von Negroponte. GKREGORILVS XII. ein Venetianer, ehemahls Angelus Corarius genannt, Commendatarius dei Kirche zu Negroponte. Die Geiſſel der Sonne. ALEXANDER V. hatte zum Wapen eine aufgehende Sonne und war Ertzbiſchof der Kirchen zu Meyland geweſen, allwo d. Ambroſius mit einerGeiſ⸗ ſel in der Hand abgemahlet iſt. Der Hirſch der Syrene. I0ANNES XXIII. hieß ehemahls Balthaſar de Coſa, gebohren zu Neapolis, fuͤhrte in ſeinem Stamm⸗Wa⸗ pen eine Syrene. Er war Cardinal des Ti⸗ tels S. Euſtachii, welchen man mit einem Hirſch abzumahlen pflegt. Die Seule des gůldenen Fuͤrhangs. MARII. NVS V. weyland Otho Columna, Cardi- nalis S. Georgii ad velum aureum; Et fuͤhrete auch eine Seule im Wapen. 80 lie 5 006 Aht! MO Wlte N10 0⁰ U00 den Paͤbſtlichen Stuhl betreffend. 19 ug Die Caͤleſtiniſche Woͤlfin. EVGENIVS IV. uvor genannt Gabriel Condelmieri, Cale⸗ en M ſtinet⸗Muͤnch, uachmahls Biſchof zu Siena, hatte eine Woͤlfin im Wapen. BDer Liebhaber des Creutzes. EELIX V. ge⸗ nannt zuvorAmadeus, Hertzog in Savoyen. Das Creutz ſtehet in ſeinem Wapen. Von der Niedrigkeit des Mondes. NICO- me LAVS V. burtig von Sarzana in der Dic- und ces Luna, gebohren von ſchlechten Eltern. n NMDer weidende Ochſe. CALLISTVS III. ein Spanier; hatte einen weidenden Ochſen im Wapen. Von der Ziege und der Herberge. PIVS II. ehe⸗ mahls Secretarius eines Cardinals Bartho- lomæi Capranics und nachgehends des Ni⸗ cOlai Albergati. de ¶ Vom Sirſch und Lawen. PAVLVS II. vor⸗ M. mahls Cerviſcher Biſchoff und Carbinal des tehub. Titels 8. Marci, deſſen Merckzeichen ein Loͤ⸗ we iſt. Uberdieß hat er auch einen Lowen in ſeinem Stamm⸗Wapen geſührt. Der Fiſcher Franciſcaner Ordens. War ein Cordelier(CorduEBruder)ſt d eine Art von Minoriten oder Franciſcanern iſt. Sein nte Vater war ein armer Fiſcher zu Savona. Der Vorlaͤuffer von Sicilien. Johann Bapti⸗ M ſta Cybo, ein ſehr beliebter Mann am Hof Alphonſi und Ferdinandi, Könige zu Nea⸗ polis und Sicilien, allwo er viele Jahre ſich aufgehalten, nach der Zeit aber, als er Pabſt B2 wor⸗ 20 Cap. 1. Propheceyungen, worden, den Nahmen NNOCENTII VIIl. angenommen hat. Der Ochs von Alba im Port. ALEX MNDER VI. vormahls genannt Kodericus Lerzo- lius hatte im Wapen einen Ochſen, und wor Cardinal Biſchoff von Alba und nachge⸗ hends von Porto. Vom kleinen Menſthen. PIVS III. zuvor ge⸗ nannt Franciſcus Piccol' homini, odg Picolominæus. War nur 26 Tage Pabſt. Jupiters Frucht wird helffen. lulianus Ro⸗ borcùs, oder de la Kouvere, der im Wapen eine dem Jupiter geheiligte Eiche fuͤhrte. x nennte ſich IVLIVM II. Vom pPolitianiſchen Roſt. LEOX. Lauren- tii de Medicis Sohnz;(der Roſt iſt S. Lau. rentii Merckzeichen.) Er war des Angel Politiani Diſcipel. Der Florentiniſche Loͤwe. ADRIANVS II führte einen Loͤben im Wapen. Sein Vu ter war Florentius, ein Teppich⸗macher odt (wie andre wollen,) ein Bier⸗Braner ſl Utrecht. Die Blume der pille. Iulius de Medicis, naſ mahls genannt CLEMENS VII. Diz Medicdiſche Haus fuͤhret im Wapen ſechſ tourteaux, runde Torten, welche von an dern vor Pillen angeſehen werden. Eint unter ſelbigen iſt mit drey Lilien beleget. Die Hyacinthe dem Artzt. PAVLVS III. al dem Farneſiſchen Geſchlechte, welches f 9 U fh Wt Dnn hoyde⸗ 0 Muih 00 U¹ v5 f0 U 00 00 0 U 0 10 D 1 G 00 U drrheh II d. An I 00 Dotet t 0 5 den Paͤbſtlichen Stuhl betreffend. 21 VIII lien, oder Hyacinthen im Wapen fuͤhrt. Er war Cardinal des Titels 8SS8. Coſmæ und W Damiani, derer beruͤhmten Aertzte. Von der Berg⸗Cron. IVLIVS III. zuvor ge⸗ ſen,ult nannt Ioannes Maria de Monte. Er fuͤhrte und m. Berge und Lorbeer⸗Cräntze im Wapen. Das verwelckliche Getreyde. MARCELLVS I. g Il. hatte Korn⸗Aehren im Wapen und regier⸗ i, te nur 21 Tage. Vam Glauben Petri. Johannes Petrus Ca- Fage Ige“ * 0 raffa, deſſen Nahmen herſtammen ſoll von neCara fe, werther Glaube; hieß ſich nach⸗ e fͤht mahls PAVLVMIV. Des Aſculapii Artznei. PIVS V. zuvor ge⸗ XLau nannt Ioannes Angelus Medici oder Me- ſits!DOdicini; hatte vor dem zu Bononien Philo⸗ deb 4 ſophiam& Medicinam ſtudirt. Der Wald⸗Engel. PIVS V. zuvor genannt IIAV Michael Ghislerius, burtig aus einemèom⸗ 0 bardiſchen Dorff, Nahmens Boſchi, ſo im Italiaͤniſchen Waͤlder und Gehoͤltze be⸗ /Bn deutet. Der halbe Leib derer Pillen. GREGORIVS fieb XIII. Er fuͤhrte im Wapen einen halben Drachen/ oder deſſen Vorder⸗Leib; und war zum Cardinalat durch Pium IV. erhoben, welcher 6 Pillen, Balle, oder Torten im Schilde hatte. Die Achs in der mitten des Zeichens. SlX IVS V. fuͤhrte im Wapen einen Lowen, der eines aus den 12. Zeichen des Thier⸗Kräyſes iſt; 3 dieſer 22 Cap. 1. Propheceyungen, dieſer ward ſchragweiſe bedecket von derkinie, ſo durch den Mittelpunet der Erde geht, und alſo der gantzen Welt⸗Kugel zum Diameter dienet, oder ſelbige ins Mittel abtheilet, deß⸗ wegen ſie auch von denen Sternſehern Axis Undi, die Welt⸗Achſe, genennet wird. Vom Thau des Himmels. VREBANVS VII. bder den Pabſtlichen Stuhl nur 13. Tage be⸗ kleidete. Er war Biſchof geweſen zu Roſſano in Calabrien, wo man das Manna ſam⸗ let. Von dem Alter der Stadt. GREGORIVS XIV. von Meyland. Die im Krieg andaͤchtige Stadt. INNOCEN. TIVS IX. von Bononien. Das Roͤmiſche Creutz. CLEMENS VIII. zuvor genant Hippolytus Aldobrandinus fuͤhrte im Wapen eine bande crenelée, ou croiſce, einen ſchief von der rechten zur lin⸗ cken Ecke liegenden Balcken, der auf beiden Seiten Zacken oder Creutzlein hat. Andere ſagen, das Aldobrandiniſche Haus ruͤhme ſich, daß es von dem erſten Chriſtlichen Růͤ mer,(gleichwie das Montmoraͤnciſche voh dem erſten Chriſtlichen Franzoſen) herſtam⸗ me. Der Waſſermann. LEO Xl. erwehlt den 1. April. ſtarb 27. dito, und rauſchete alſo, wie Waſſer, vorbey. Das verkehrte Geſchlecht. PAVLVS V. hatte einen Drachen und Adler im Wapen. 0 K A Wug 5„ den Paͤbſtlichen Stuhl betreffend. 23 udelh In der Unruh des Friedens. GREGORIVS 9 XV. mit deſſen Denckſpruch angedeutet wird, daß Paulus V. welcher den Frieden zwiſchen Emanueln Hertzog von Savoyen und Ferdinand Hertzogen von Mantua gluͤcklich geſchloſſen, ihm zum Cardinal ge⸗ VS macht. . Iy Lilien und Roſen. VRBANVS VIII. fuͤhrte IuRol Bienen im Wapen, welche ihr Honig aus Janna Lilien und Roſen ſaugen. Die Ergoͤtzung des Creutzes. INVNOCEN- EC0l TIVS X. erwähtt zur Paͤbſtlichen Hoheit den Tag nach Creutz⸗Erhoͤhung. Sein Wa⸗ NO pen hatte in ſich eine Taube, die im Schnabel einen Oelzweig hielt, welches den Verſtand N V der Prophezeyung noch beſſer eroͤffnet. Uul le. Segquumtun Prophetica ejusdem S. Mala- tentt chiæ ſequutorum Pontificum Smbols. Die uͤbrigen Weiſſagungen Mala⸗ 0chiaͤ, von denen letzterwehlten und küͤnf⸗ tigen Paͤbſten, ſind folgende: wehlt ¶ᷣAcutium Cuſcos, der Huͤter der Berge, iſt 1 ALEXANDER VII. der einen Berg mit 6 Spitzen in ſeinem Wapen gefuͤhret, und Vö. auch die Montes pietatis zu Rom geſtiftet 854 SAdus 24 Cap. 1. Propheceyungen, Sidus olorum. Das Geſtirn der Schwaͤne. CLEMENS IX. das Looß hatte ihn in das Schwanen Zimmer des Conclavis einge⸗ wieſen, alwo er gleich einem Stern geſtra⸗ let hat. De humine mago. Vom groſſen Fluß. CLE. MENS X. von Gebürt ein Roͤmer. Die Tyber, welche durch Rom flteßt hat alcet den Nahmen eines groſſen Fluſſes gehabt. Uber dieſes hat man auch angemercket, daß dieſer Fluß ſich uͤberaus ſehr ergoſſen, und faſt gantz Rom uͤberſchwemmet habe, als die⸗ ſer Pabſt gebohren worden. Bellud inſatiabilis, Das unerſaͤttliche Thiet, INNOCENTIVS XI. wie er dieſes gewe⸗ ſen, zeiget der gelehrte Heidegger in Hiſto⸗ ria Papatus, und wer in Burnets Reiſe⸗ Beſchreibung von ſeiner harten Regierungs⸗ Art geleſen, wird leicht uͤberzeuget werden, daß er den Namen eines unerſaͤtlichen Thietz mit ber That getragen. Andere ziehen indeſ⸗ ſen dieſe Propheceyung nicht ſo wohl auf ſein Leben und Verhalten, als vielmehr auf ſein Wapen, darinnen ein Adler und ein Loͤwe, zwey reiſſende und unerſaͤttliche Beſtien, zu ſehen geweſen. Pœnitentid glorioſa. Die glorwuͤrdige Buffe⸗ ALEXANDERVIII. welcher in ſeinem gan⸗ tzendeben denenFFrantzoſen gewogen geweſen, auf dem Tod⸗Bette aber, wie in den oͤffentli⸗ chen Zeitungen aus Wien geſtanden, darin⸗⸗ nen den Paͤbſtlichen Stuhl betreffend. 23 nen pœnitentiam glorioſam, eine glorwuͤr⸗ dige Buſſe gethan, indem er alle mit dem Koͤ⸗ nige in Franckreich gemachte Tractate vor ſeinem Ende revociret, und eine Vermah⸗ nung an alle ſeine Nachfolger hinterlaſſen, ſich mit dieſem Koͤnige nicht zu behengen. Raſtrum in portu. Der Rechen(Harcke) im Thor. INNOCENTIVS XII. weil an dem Tage ſeiner Erwehlung vor allen Thoren zu Rom Spaniſche Reuter ſtundenz gleichwie auch vor dieſen ſeine Familie einen Rechen oder Harcke im Wapen gefuͤhret hat. Florès circumdati. Die umgebenen Blumen. CLEMENS XI. De hona religione. Von der guten Religion. INNOCENTIVS XIIII. Ailes in bollo. Ein Soldat im Krieg. BENE- DICTVS XIII. weſches er in dem Kirchen⸗ Kriege, waͤhrender angefochtener Bulle, Vni⸗ genitus Dei filius, bewieſen. Colunma exelſa. Eine hohe Seule. CLLEMENS ein Florentiner aus dem Hauſe Cor- 1I1. Animal rurale. Ein Feld⸗Thier. BENEDl- CTVS XIV. der jetzige Pabſt, erwehlt den 17. Aug. 1740. Roſa Vmbriæ. Die Roſe aus Toſeana. Liſus velox. Das ſcharfe Geſichte. Peregrinus Apoſpolicus. Der Apoſtoliſche Pil⸗ grim. Amuila rapuu. Der raͤuberiſche Adler. 5 Ca⸗ 26 Cap. 1. Propheceyungen, Canis eꝙ Coluber. Der Hund und die Schlange. Vir religioſus. Der geiſtliche, gewiſſenhafte, oder gottſelige Mann. Debalneis Hotruri“. Aus denen Toſcaniſchen Baͤdern. Cruu de cruce. Creutz vom Creutz. Lumen in cœlo. NLicht vom Himmel. Ienis ardens. Das brennende Feuer. Feligio depopalata. Die veroͤdete Keligion. Fidle inæepida. Der unerſchrockene Glaube. Paſon angelicus. Der engliſche Hirte. Paſton&õ Nuuta. Der Hirt und Schiffmann Flos florum. Die Blume der Blumen. De modictatè Lunæ. Mittten aus dem Mond. Doe labore ſolis. Von der Arbeit der Sonne. De glorid oliuæ. Von der Ehre des Oelbaums. In perſecutione extrema S. Romanæ Ec- cleſiæ ſedebit Petrus Romanus, qui paſcet oyes in multis tribulationibus, quibus trans- actis Civitas ſepticollis diruetur& Iudex tre- mendus judicabit populum. In der letzten Verfolgung der Heil. Roͤmiſchen Kirche wird ein Koͤmer, Nah⸗ mens Petrus, den Paͤbſtlichen Stuhl beſitzen, und die Schafe weiden unter vielen Truͤb⸗ ſalen, nach deren Verflieſſung die ſieben⸗ ber⸗ gichte Stadt verwuͤſtet werden, und der er⸗ ſchreckliche Richter das Volck richten wird. CAp. II. flet eche Ih ſchttg Wiche N lig 9 Rehit 1 J ſholu⸗ 01800 fſung Wigfe ſhfihe ft . ligiot Glalh iffm 1Mot ſonne. Ibaun d daal en wifß J das Haus Oeſterreich betreffend. 27 CAbP. II. Propheceyungen, das Haus Oeſter⸗ reich und das Kaͤyſerthum betreffend. Qie durch das Abſterben des glorwür⸗ digſten Kayſers, Carls des II. ver⸗ urſachete hoͤchſt⸗verwirrte Umſtaͤnde, ſo wohl des Deutſchen Reichs, als auch in⸗ ſonderheit des Ertz-Hauſes Oeſterreich, machen alle Welt aufmerckſam, und da jederman begierig iſt den Ausgang derſelben zu wiſſen; ſo iſt es gar nicht zu bewundern, daß man die ſchon vormahls auf dieſe Zeiten geſtellete Vorherſagungen anjetzo wieder hervorſuchet. Wir wollen die nachdencklich⸗ ſten derſelben curieuſen Gemuͤthern zum Ver⸗ gnuͤgen und zu fernerer Nachforſchung mitthei⸗ len. Vorher aber nur dieſes anmercken, daß dem glorwuͤrdigſten Kaͤyſer Carl /J. ſchon von Phi- lihpo Melanchtone, im Jahr Chriſti t558. und alſo 127. Jahr vor ſeiner Geburt, das Kaͤyſerthum ſey geweiſſaget worden. Vielleicht iſt dieſe Weiſ⸗ ſagung des gelehrten Philippi Melanchtonis denen wenigſten bekand, weil das Buch, darinnen ſie ſich findet, ſehr ſelten in denen Bibliothequen an⸗ getroffen wird. Sie ſtehet in dem§ ten Theil der Lateiniſchen Briefe unſers Melunchtonis, welche Johannes Saubertus zu Nuͤraberg 1646. in 28 Cap. 2. Propheceyungen, in 8. herausgegeben, und iſt der gantze Brief, dariũen ſie gefunden wird, nachfolgenden Inhalts: Gariſſimo Viro, Prudentia&& Virtutèe præ- ſtantl, Domino Matthiæ Luthere, Syndico Northuſano, 88 ſuo chariſſimo, S Philippus Melanchton. ntegerrime Vir& Chariſſime Frater. Quod benevolentiam veſtram erga me non ſeri- tes extingui, gratiam vobis habeo. Et volo inter nos æternam amicitiam eſſe, qua etiam in cœleſti conſuetudine fruemur. De Aquila carmen edi curabo. Domus exſtructa, cui fuit impoſita Aquila, mihi Germaniam ſigni- ficare videtur, hanc Turcas vexaturos eſſe metuo. It aquila roliqua erit CRNRROLVS SEX TVS, qai aliud novum imperium fortaſſc con ſtituet, Deo gulornanté huunc mundi fùnem. Mitto vobis libellos, quorum lectionem ſpero vobis jucundam fore. Bene valete. Die 5 Apr. 1558. In unſerer deutſchen Sprache heißt dieſes: Herrn Matthiæ Liuſhiero, x beruͤhmten, und wegen ſeiner Klugheit und Tugenden hoch⸗ geſchaͤtzten Syndico in Northauſen, ſeinem geliebten Freunde wuͤnſchet allen egen S Philipp Melanchthon! Mein —* Matt hias Lutherus, oder ſchrieben. Luderus war wie er ſich eigentlich ge· ein zu ſeiner Zeit gelehrter W rfoe hatn e Kihe A0 A ſuet lus, det fg Rel Weld W 00 fſhte Schit ſhren II M f Elt. hfe 1 he 08 das Haus Oeſterreich betreffend. 29 KNen ehrlicher und lieber Bruder, ich dan⸗ NV cke euch von gantzen Hertzen, daß ihr mir noch immer unveraͤndert eure Gewogen⸗ heit wiederfahren laſſet, und wuͤnſche nichts mehr, als daß unſere Freundſchaft ewig waͤhren, und wir auch derſelben noch im Himmel genieſſen moͤgen. Das Gedichte vom Adler will zum Druck befoͤrdern. Nach meiner Meynuͤng ſoll das aufgebauete Haus, darauf der Adler geſetzet worden, Deutſchland bedeuten; und be⸗ ſorge gar ſehr/ daß ſolches von den Tuͤrcken dürfte beunruhiget werden; der letzte Adler aber wird CARL VI. ſeyn, welcher/ noch ehe die Welt ihr Ende neh⸗ men wird/ ein neues Beich auf⸗ richten ſoll. Ich uͤberſende euch einige Schiften, deren Leſung euch, wie ich hoffe, ſehr angenehm ſeyn wird. Lebet wohl! Den 5. April. 1558. 85 ie Mann, und Fyndicus den Reichstag nach Aug⸗ der Kaͤyſerlichen Reichs- ſpurg. Er ſtarb K 15/a. Stadt Northauſen, da⸗ den 12. Eebr. lieget ſamt ſelbſten A. 1520. gebo⸗ ſeinen Eltern in der Kirche ren. Er ging A. 1559.§. Blaſi zu Northauſen be⸗ mit Herrn Erneſto Ern. graben. War ſonſt ein ſten, Buͤrgermeiſtern, auf hertzens⸗guter Freund Phi⸗ Cap. 2. Propheceyungen, Dieſer Weiſſagung Melanchtonis fuͤgen wit bey eine andere, nicht weniger wunderſame, ob wohl etwas bekantere Propheceyung unſers Melanchtonis von eben demſelben glorwuͤrdigſten Carl dem ſechſten, dieſes Inhalts: Audio me-⸗ morabilia dici de Iniperatoris CARKOLIVV. Nepote, ut ego credam; aliquid magni fo- re. Hoc propterea dico, ut cogitetis, qui tunc temporis victuri eſtis quando ille regna- bit. Geneſis eſt talis, qualis nunquam vidi ræſtantiorem. Quie ſcit quidnum CAROLVS I. Aeſignaturus ſet? Deusſuum gratiam ipſi luta giutur. Vidotun aliquid magni pontendorò cc pmftit turusoſſe. Fortdſſe Turcæ viros Iobefuctabit, dil tale quid ſimilo præſtabit. Ich hoͤre Wunder⸗ Dinge von dem Enckel* Kaͤyſer Carl des fuͤnften 30 Philippi Melanchtonis. mit welchem er oͤfters Briefe wechſelte, welche man auch leſen kan in *Melanchton zielet mit dieſen Worten auf Prinz Carl in Spanien, der ein Enckel war Caroli V. von Fbilippo II. Koͤnige in Spanien, mit ſeiner Ge⸗ mahlin Maria aus Portugal, A. 1545. ge⸗ bohren. Die groſſe Hofnung aber, die ſich Joh. Henrich Kindervatern Hiſtoriſcher Beſchreibung gelehrter Northauſer. p. 151. 2 Melanchthon von die⸗ ſem Printzen machte, iſt durch ſeinen K. 1568erfolg⸗ ten ungluͤcklichen Tod vel⸗ nichtet worden Der Herr von Ziegler im Hiſtoriſchen Schauplaͤtz der Zeit p. g29. handelt weitlaͤuftig von ſeinen Schickſalen, und ſe⸗ tzet ihm dieſe Grabſchrift; iein Vater hatte mir nechſt Gott den Geiſt gegeben, Doch ſeine Grauſamkeit benahm mir Cteb und Leben. So Inquiſition, als Saß und Eyferſucht Iſt/ wie mein Fall beʒeugt, des Leufels ZoͤllenFruchs W. ſſfrt Vetde l fömeh dehplch G Ihten h (ie 6 N0 Clech. lullexl fergl filibus caekm 1 fn b060 I das Haus Oeſterreich betreffend. 31 ath fůnfften ſagen, daher ich mir einbilde, es Hwwerde etwas groſſes daraus werden. Die⸗ ſes melde ich deswegen, damit thr, die ihr als⸗ denn leben werdes, daran gedencket. Seine Seburt iſt gewiß gantz unvergleichlich. Wer weiß auch, wie groß der⸗ maleinſt CAKL der VI. ſeyn wer⸗ de. Gott verleihe demſelben ſeine Gnade. Denn es ſcheinet, daß er gantz wichtige Dinge ausrichten werde: Vielleicht duͤrfte er die Macht der Tuͤrcken brechen, oder dergleichen etwas unternehmen und zu Stande dnbringen. hu Es iſt dieſe Weiſſagung in einem vor mehr als 180. Jahren gedrucktem Buche befindlich, wel⸗ uches den Titel hat: Locorum Communium collectanea alohannelllanlio per multos annos, gach tum ex Lectionibus D. Philiphi Molanchtonis, Atum ex aliorum doctiſſimorum virorum rela- Autionibus excerpta,& nuper in ordinem ab eodem redacta. . Zu allererſt iſt dieſes Buch A. 1562. nach⸗ lt hero zu Franckfurt 1566. zu Baſel 157. und anders wo, ans Licht geſtellet wöorden. So viel uns wiſſend, hat Hr. Johann Julius Buͤte⸗ meiſter E Cap. 2. Prophecevungen, meiſter, Paſtor zu St. Andreæ in Braunſchweig, dieſe Propheceyung Melamchtomis zuerſt bekand gemacht, und die Erfuͤllung derſelben in Carl den II. angewieſen, in einer beſondern lateini⸗ ſchen Schrift, gedruckt zu Wolffenbůttel im Jahr 1731. unter nachſtehendem Titel: Viri o⸗ im celebris&eruditi, ac ſine dubio Philipbi Melanchtonis, vaticinum memorabile ac acei- ratum, ante CC. prope annos de glorioſiſſime nunc regnante Cæſare CAKOLO VI. editum, e monumento antiquitatis erutum, breui commentatione hiſtorica illuſtratum inꝗ. Nach dieſer gemachten Anmerckung von zweien Weiſſagungen das Haus Oeſterreich be⸗ treffend, welche in der Perſon des letzt⸗verſtorbe⸗ nen glorwuͤrdigſten Kaͤyſers Carl II. ihre Erfll⸗ lung albereits erhalten, ſchreiten wir nunmehlo zu der Erzehlung der heruffenen und juͤngſt wit⸗ der bekant gemachten Prophezeyung, welche einen Moͤnch/ mit Nahmen Sebald vor einigen hundert Jahren in dem Kloſter Koͤnigslutter nahe beh. Helmſtaͤdt,zum Urheber hat. Bey der Abbrechung einer alten Mauer hat man dieſelbe auf einet meßingen Tafel gegraben von ohngefehr gefun⸗ den, und der beruͤhmte Geſchichtſchreiber Oyn⸗ cus Spangenberg hat ſie, aus dem Lateiniſchen verdeutſchet, ſeiner QuerfurtiſchenChronick ein⸗ verleibet.“ Wir wollen dieſe Mropheeee welche Cyriacus Spangen, feldiſcher Decanus, auh berg/ geweſener Maus:⸗ beruͤhmter Theologus und U het ſſecht fb lt liſt!: Mch Hoh ng ſuckel U Wagch VII.4 ul in H0 Su0 Rate Reabe f J M kes . 515 Af K düngh Mͤ das Haus Heſterreich betreffend. 38 e welche einige Zeit her viel Redens verurſachet, nebſt ihrer Hiſtorie von Wort zu Wort entlehnen, aus einer A. 1730. gedruckten Schrift, deren Ti⸗ tel iſt: Sonderbare und nachdenckliche Pro⸗ pheceyungen, Lhonen und Traͤume, die in dem ietztlauffenden iSooten Seculo ihren Pe⸗ riodum erreichen und vollenden ſollen. Ge⸗ edruckt im Jahr, Da Vor zwey hVnDert lahr Dle AVgſpVrglſche Confeßlon iſt eVJbergeben in 4. In dieſer Schrift findet ſich N. IX. nachfolgendes: Propheceyung eines alten Muͤnchs/ im Kloſter Lotersleben bey Querfurth in ns Sachſen, der ums Jahr 1012. gelebet, ſo m der vornehme Hiſtoricus MCyriat Span⸗ genberg, daſelbſt in Meßing gegraben ge⸗ funden, daß ſolche Propheceyung in dieſem Seculo erfuͤllet werden 1 6 ſoll. M Friac Spangenberg, ein vornehmer ‚ Chronologiſt bey unſererZeit, welcher die Wahr⸗ kfiſtoricus hat albereits ttgen angefengen, dieſelbe A 1563. auf Begehren auch 1500 würcklich aus Wha Graf Peters von Mans⸗ Licht geſtellet unter dieſer keld ſeine Querfurtiſche Aufſchrift: Querfurti⸗ Hiſtorie aus vieien alten ſche Chronicke/ oder hi⸗ vermoderten Briefen ſtoriſcher Bericht von und Urkunden zu verfer⸗ 8 der alten und loͤhlichen 34 Cap. 2. Propheceyungen, Wahrheit in die Hiſtorien zu erforſchen ſich keine Muͤhe hat dauren laſſen, darum er alle alte ver⸗ wiüſtete und baufaͤllige Kloͤſter in Thüringen, Sachſen und Meiſſen, ſo wohl alle alte Zellen, Ge⸗ woͤlbe, alte tieffe Gruben, Thuͤrme und Knopfe derſelben, auch alte Meß⸗Buͤcher mit Fleiß durch⸗ ſuchet, und manchen ſeltſamen Ort durchgangen und durchzogen, der ſetzet in ſeiner Chronicke, un⸗ ter andern in dem Tractat von Veraͤnderung dez Welt, p. 76. dieſes nachfolgende: Wie daß er in dem vor Alters hochberuͤhm⸗ ten Kloſter St. Ulrich, welches etliche Lottersle⸗ ben genannt, bey Qerfurt in Sachſen, ſo vor al⸗ ten Zeiten ein Graf von Hadersleben geſtiftet und mit groſſen Einkom̃en herrlich verſehen hatz Mach⸗ mahls aber 300. Jahr nach der erſten Fundation, als Anno 1153. hat es der Chriſtliche Kayſer Lo⸗ tharius aufs neue wiederum aufgebauet/mit l eſt⸗ lichen Einkommen verſehen, den Orden darinnen geandert und Benedictiner⸗Münche geſetzt, 110 daſ⸗ Berrſchaft Guerfurt in Sachſen/ und was ſich ſonſten in der Gegend zugetragen; Auch Beſchreibung aller edlen Herren von Ouerfurt/ in IV. Bůchern zuſammen gebrache Erfurth/ 1590 in4. In denen SBamburgiſchen Bey⸗ traͤgen zur Aufnahm der Gelehrten Siſtorie A. 1741. Num. VI. p. 42. wird eine zu Franckfut am Mayn geſchehenen Ausgabe der Guerfurti⸗ ſchen Chronicke im Jahr 1686. gedacht, aus welcher man dieſe Prophez ceyung anfuͤhret, N ſhe gft 110 N A 5 U Gh% G fch Ioc Agt W Wt flödeh A Hulk 05 zech Kln0t MPant Mfacl U 1L . hen 10 10 das Haus Oeſterreich betreffend. 35 baſſelbe nach ſeinem Namen Koönigslauter nen⸗ Waal nen laſſen, ſo biß dieſe Stunde noch ſo heiſt, indem Au auch derſelbe ſamt vielen Fürſtlichen Perſonen „edarinnen begraben liegt. In ſolchen ernannten Kloſter hat gedachter Hiſtoricus eine ſehr alte Schrift in Meßing gegraben gefunden, welches uein Muͤnch Fr. Sebald genannt, geſtellet, der ein Twön fürkreflicher Aſtronomus geweſen, und viele du Offenbahrungen von GOtt dem HErrn gehabt, deſſen gleichen man damahls in Europa nicht fun⸗ Vodd den, und ums Jahr 1012. gelebet, welche eigene beun Worte des Muͤnchs, wie er ſie angetroffen, und aus dem Lateiniſchen verdolmetſchet, der ermeldte ſellt Hiſtoricus Spangenberg alſo beſchreibet, die en hu vecht eigentlich, wie mit einem Finger auf das Haus Oeſterreich zeigen: 1 HVann ich Sebald, alle Eeigenſchafften I und Wuͤrckungen der Himmliſchen g Seichen wohl erwege, ſo beſinde ich an allen Orten aus natuͤrlicher BSewegung und Andeutung derſelben Sternen daß die r A Kaͤyſerliche Hoheit auf keinem Stamme lan⸗ dun ge beruhen wird/ bis man wird ſchreiben 1216. uda wird ein Seld durch Mann⸗ Eben den zweyfachen Adler er⸗ langen/ und das Kaͤyſerthum loblich verwalten auch Oeſter⸗ reich/ Ungarn und Boͤhmen ihm C2 un⸗ 36 Cap. 2. Propheceyungen, unterthanig machen, und ſolches biß in das 1800te Sccul. beherr⸗ ſchen, da wird es groß werden und bleiben floriſant biß 1740. Dann werden Verwirrüungen, Rebellionen und groſſe Zerruttungen ſich anfangen und uůͤbern HFHauffen gehen Nachdem aber wird alsd ann das Raͤyſerthum in; Linien ge⸗ theilet werden. Italien aber wird Noth leiden und wird die Stadt Rom eine wuͤ⸗ ſte Ebene werden. Da wird ein Held durch Mannheit den zweyfachen Adler erlangen, und das Raͤyſerthum loͤblich verwalten und ſolches beherrſchen, biß endlich der Mit⸗ ternaͤchtiſche Loͤwe heraus kommen und die Laͤnder mit Grauſamkeit anfallen wird Als denn werden der rothe Loͤwe, der Ad⸗ ler im ſinſtern Thal und der weiſſe Schwan ſich wider ihm in Grimm ſetzen, und das Kaͤyſtrehum lange Jahr behaupten, biß der groſſe Gott mit ſeinem unvergaͤngli⸗ chen Ehren⸗Reich wird einbrechen und ein Ende machen; ſo wird die Danielis nicht weiter gehen, und mañ ſoll an Nebucadnezars Traum den Ausgang erſehen, daß das Endt der Welt nahe ſey. Es iſt dieſe des Muͤnchs Sebalds Weiſſa⸗ gung auch zu leſen, ſo wohl in denen Hambur⸗ 3 giſchen U ſchn lhtte Gu pruff N a ſas ff g W Wuſlit ben , Amt 10 00 Ihft hat , öce NN ſhuſet U 2 Mnh 10 A10 ů ſc beht „Wet 106 das Haus Oeſterreich betreffend. 3) iſchen Beytraͤgen zur Aufnahme der Ge⸗ ehrten Hiſtorie und Wiſſenſchaften in VI. Stück des 1741. Jahrs, als auch in dem Preußiſchen Wahrſager d. i. Bruder Her⸗ manns von Lehnin wunderſame Prophe⸗ RNgeeyungen von den Regenten des Churfuͤrſtl. GBHauſes Brandenburg ꝛc. ſorgfaͤltig zuſam⸗ „e men getragen von Hunoaſter. 141. in 4. GBeide Herausgeber haben dieſe Sebaldiſche SWeiſſagung mit Anmerckungen erlaͤutert, welche 007700 curieuſen ᷑eſer zu Gefallen hieher ſetzen wollen. nAumerckungen des ſo genannten Zoroaſtris uber die Weiſſagung des Moͤnchs Sebald: A. 1216. wird ein Held durch Mann⸗ heit den zweyfachen Adler erlangen und das Kaͤyſerthum loͤblich verwalten. Wer die Geſchichte des Oeſterreichiſchen SHauſes nur ein wenig inne hat, wird leichte ſe⸗ hen, daß hiemit der Habſpurgiſche Stamm ae angedeutet werde, wiewohl die Jahr⸗Zahl 1216. etwas zu fruͤhe iſt. Denn ob wohl Rudolphus l. ſchon zwey Jahre hernach, nemlich A. 1218. ge⸗ bohren, ſo iſt er doch erſtlich A. 1273. Kayſer wor⸗ den. Wobey dieſes merckwuͤrdig iſt, daß ihm, daler noch am Hofe Käyſers Friderici II. war, cheh ein Aſtronomus das Ee und zugleich W+ 3 dem 38 Cap. 2. Propheceyungen, dem damaligen Käyſerlichen Hauſe den Unten gang propheceyet hat. Und ſolches biß in das achtzehn⸗hun⸗ bertſte Keulum beherrſchen. Das ſolches an dem Oeſterreichiſchen Hauſe erfuͤllet worden, lieget am Tage. Und bleibet Forijſant biß 1740. Es iſt dieſe des Moͤnchs Sebalds Vorherſa⸗ gung den ſo genañten Dantziger N zu Ende des vorigen Jahres eingeruͤcket; in dem erſten Monat aber, dieſes ietztlauffenden Jahres, unterſuchet und widerleget worden. Man hat ſich nicht die Zeit nehmen koͤnnen, eine Prüfung dieſer Widerlegung anzuſtellen. Wann aber der Verfaſſer derſelben durchaus verneinet, daß die Jahr⸗Zahl 1740. jemahls darinnen zu finden ge⸗ weſen, ſondern nur hinzugeſetzet worden, um dieſer einen Schein zu geben, ſo kan das egentheil durch eine ſchon vor 10. Jahren wahn⸗ haftig gedruckte Schrift, deren Titul iſt: An⸗ hang der Propheceyungen, Vlonen und Craͤumen, ſo in dem ietztlauffinden 1800ten Seculo ihre Erfuͤllung erreichen ſollen. 173e. in 4. erweißlich gemacht werden, als worinnen No. IX. dieſes Sebalds Prognoſticon auch be⸗ ſindlich, und darinnen oben auf der dritten Seite ausdruͤcklich die Fahr⸗Zahl 1740. ſtehet. Ge⸗ etzt aber, daß die gantze Vorherſagung nach des Dantziger Verfaſſers Vorgeben erdichtet walke, ſo iſt doch dieſes ſchon allerdings merckwuͤrdig geuug, daß der Abgang des Defende ann⸗ Hiätl üdig 10 10 das Haus Oeſterreich betreffend. 39 tu chꝛannlichen Stammes zehen Jahr vorher ver⸗ kuͤndiaet worden, und ſo accurat eingetroffen, tzchuh es mag nun Sebald oder ein auderer dieſe Zeit angedeutet haben. Der Mitternaͤchtiſche Loͤwe: .x Dieſes iſt der Koͤnig von Schweden. W. Der rothe Loͤwe: rfhh Iſt Groß⸗Britannien. 0 5 Der Adler im finſtern Thal: ndenz Preuſſen. 0 Der weiſſe Schwan: — ½ Iſt Dannemarck. Buune u Des Herrn Hofraths und Profellor n Guütbers zuͤ Koͤnigsberg Erklaͤrung 1 bt der Weiſſagung des Moͤnchs Juhrun ebalds. tulſſ flas Aus denen Hamburgiſchen Beytraͤgen zur 0 1 Aufnahme der gelehrten Hiſtorie. 1741, P. 43. J. W.Daß die Kaͤſerliche Hoheit bey keinem Stam⸗ me lange geblieben, bezeugen die Geſchichte; denn der Carolingiſche kam im Jahr 80o0 nach Thriſti Gebuhrt zum Käyſerthume, und hoͤrete uen im Jahr 912. mit dem Ludovicus Infans, ach oder hoͤchſtens im Jahr 919. mit Conrad J. auf. WDie Saͤchſiſchen Kayſer fiengen mit dem Jahr 0 4 719. 40 Cap.2. Propheceyungen, 919. mit dem Henrich Auceps an, und ſlut⸗ ben im Jahr 1024. mit HHeinrich II. ab. Die Reihe der Fraͤnckiſchen Kaͤyſer gieng im Jahr 1024. mit Conrad II. an, und endigte ſich mit dem Lotharius ll. im Jahr 1137. Von den Schwaͤbiſchen Kayſern war Conrad III. im Jahr 1138. der erſte, und Friederich Il. der letzte im Jahr 1250. Der Held, ſo durch Mannheit den zpei⸗ fachen Adler erlanget, iſt Rudolph von Hab⸗ ſpurg, der im Jahr 1273. und nicht, wie jn'det Propheceyung ſtehet, 1216. wegen ſeiner Tapfen keit zum Käyſer errvahlet worden; dieſer hat Oe⸗ ſterreich bezwungen; weil er ſolches Hertzogthum Ottocaro, dein Koͤnige in Boͤhmen, genommeg, und ſeinem aͤlteſten Sohne Alberto gegeben, det nachhero ſelbſt Käyſer worden, und ſeine Nach⸗ kommen haben von Alberto dem Il. von dem Jahr 1394. an, der im Jahr 143 8. als Kayſer ge⸗ krönet, biß auf dem letzt⸗verſtorbenen Carl II. Dieſe Wuͤrde geführet, auch Ungarn und Boh⸗ men erhalten; indem Albertus Il. des Käyſers Sigis munds eintzige Printzeßin geheyrathet, die ihrem Gemahl die beiden Koͤnigreiche Ungam und Boͤhmen zugebracht. 3. Das Oeſterreichiſche Haus hat biß in das 18te Jahrhundert gebluͤhet„und iſt in deſh 1740ſten Jahre mit Carl dem VI. in Anſehung der maännlichen Erben abgeſtorben. Die Erfll⸗ lung ber folgenden Propheteyung kan die kuͤnfti⸗ ge Zejt am beſten entdecken. Wenn W un⸗ udt lſthe ehyfeht Calht ehe Hiſſcſ 90 fchi füähie Hugen Kehul 0 J Gute Wechel, das Haus Heſterreich betreffend. 41 10 fungen gelten, und dieſelbe auf das deutſche Kay⸗ ſerthum gerichtet ſind: So koͤnte man 4. Die 3. Linien, in welche das Kaͤyſerthum Mün getheitet werden ſoll, nach Maßgebung des letzt⸗ A verſtorbenen Kayſers Teſtament, von der dreifa⸗ red Uchen Theilung der Kayſerlichen Lander erklaͤhren; icllx nach welcher Ungarn, Mähren, Boͤhmen, Schle⸗ ſien, Oeſterreich, Stayermarck, Kaͤrnten, Crain uuund Tyrol an die alteſte Caroliniſche Ertzhertzo⸗ 0. gin und deren Gemahl kommen; die zweyte Caro⸗ h, nliniſche Prinzeßin den Chur⸗Printzen von Bay⸗ ſengdern heyrathen und die Niederlande haben; Printz RuſaCarl vonLothringen aber die Baytiſche Printzeßin 5 Hanz 550 Ehe, und zugleich Florentz mit den uͤbrigen Käyſerlichen Laͤndern in Italien bekommen ſoll. 05 100 5. Weil nun hieraus leicht ein neues Konig⸗ ind reich in Italien entſtehen koͤnnte, welches die Ita⸗ lianiſche Fuͤrſten, und inſonderheit der Pabſt zu er⸗ alzai tragen ſich nicht geneigt finden wuͤrden: So ksnn⸗ enen lte daraus eine groſſe Unruhe in Italien erwachſen, A ſund dieſes nebſt dem Pabſtlichen Staat und der LVStadt Rom elendiglich verwuͤſtet und verheeret — werden. ech 6, Und da dieſe drei, aus der Kaͤyſerlichen Loeander⸗Theilung entſtandene Häuſer, mit dem Heſtereichiſchen Hauſe, ſo das Kaͤyſerthum bis⸗ 65510 gefuͤhret, verwandt ſind: So koͤnnte einer 10 aus denſelben ſo gluͤcklich ſeyn, durch ſeine Tapfer⸗ 5 Dee keit die Kaͤyſerriche Wuͤrde, d. i. den zweifachen Adler, zu erhalten. 7. So, wie nun Schweden, welches Loͤwen C5 im 42 Cap. 2. Propheceyungen, im Wapen fuͤhret, und durch den Mitternaͤchtl, gen Loͤwen kan verſtanden werden, bey der zojch rigen Unruhe in Deutſchlanb ſich feſtgeſetzet: So koͤnnte es auch bey ſolchen Umſtaͤnden dahin trach⸗ ten, die verlohrnen Laͤnder auf dem deutſchen Bo⸗ den wieder zu erlangen. 8. Dieſem aber werden ſich der rothe doͤme, d. i. Großbritannien, das wegen Schottland obeh einen rothen Loͤwen im guͤldenem Felde, und unteg und hinten Loͤwen in rother Einfaſſung, die außz⸗ wendig und inwendig mit Linien gezieret iſt, füh ret; der Adler im finſtern Thal, d. i. Preufſen, deſſen Koͤnigreichs Wapen ein ſchwartzer Adler ſſf, und der weiſſe Schwan, d. i. Dannemarck, deffe Stamm⸗Wapen ein weiſſer Schwan iſt, weiche Kaͤnige etwas von den Schwediſchen Laͤndern aif dem Deutſchen Boden in Beſitz haben, zu widet ſetzen genöthiget finden, und dey der Gelegenheſt ſich bemuͤhen die Käyſerliche Würde auf ihtt Hauſer zu bringen; wie denn dem Preußiſchen Hauſe das Kayſerthum bereits in dem Lehnim⸗ ſchen Vaticinio propheceyet worden. P 43 44. 45. Siehe das gelehrte Preuſſen, den ll. Theil. p. 297. ut bfolgende. So viel von Se⸗ balds Propheceyung. Wir uͤbergehen mit Fleiß, weil es genug⸗ ſam bekannte Sachen ſind, die Weiſſagungen Theophraſti Paracelſi, Johann Rothene Joachim Greulichs, Nicolat Drabicu und anderer, welche alle und ſonderlich der letztert vie⸗ Wehtt At und Itele Vche cl 1 E 10 fedd keupbt Tuapt frlaht Mache⸗ tlttkle N Wo haft On duulh, ith Nů 10 0 das Haus Oeſterreich betreffend. 43 Mubkepg viele Propheceyungen, das Haus Oeſterreich und die gäntzliche Vertilgung deſſelben vorgebracht ha⸗ 1160 ben, und vermeiſen die eiebhaberderleichendach⸗ 18 richten auf des beruͤchtigten Gott fried Arnolds lſte Rirchen⸗ und Ketzer⸗Hiſtorie im III. Theil. Cap. XXIV. und folgend. Wie nicht weniger auf rtheine gantz neuligſt in Frantzoſiſcher Sprache ge⸗ etla Druckte Piece von 1. Bogen, deren Titul iſt: As⸗ dNuLemblage de quelques Prophetie, qui parois- ungLent 2 aux Circonſtances prefentes des liet temps, tirées de Drabicius, Melanchthon& .. Theophraſte Paracelſe, traduit, en Franeois urön fur la premiere traduction allemande in 4. uennWelche gedruckte Frantzoͤſiſche Piece auch, nebſt oan zeiner kleinen Vorrede ins Deutſche uͤberſetzet, in ſlit dieſem 1741. Jahre ſich præſentitet hat, und wol⸗ benLen wir daraus nur bloß die letztere Propheceyung ben herſetzen, welche einige auf die Schickſale des Heſterreichiſchen Hauſes und des Kayſerthums deuten, und nachfolgenden Inhalts iſt: dem l 4 Erxtract und gruͤndlicher Bericht, eder Beſchreibung der Propheceyung des la hochberůͤhmten D. Philippi Theo⸗ phraſti Paracelſi. Anno 1546. 1Bec Daß ich in meinem Grabe nicht gelaſſen abeel werde, ſondern man wird mich wirder⸗ M um aus meinem Grabe gegen Morgen le⸗ en, 44 Cap. 2. Propheceyungen, gen und ich ſage euch: z. groſſe Schaͤt ſind verborgen, als einer zu Meiden i Friaul, der andere zwiſchen Schwaben und Ba pern, den Ort nenne ich nicht, zu ver huͤten groß Ubel und Blut vergieſſen. Dir dritte zwiſchen Sranien und Franckreich und die, denen ſie beſcheret ſeyn, werdeh dadurch zu einem ſolchen Triumpf gefuͤhrel darob ſich iederman verwundern wird. Item bey dem Schatze zwiſcheh Schwaben und Bayern wird man üͤberaus⸗ erfahrne Kunſt⸗Buͤcher finden, dabey Edel geſteine und auch ein Charfunckel liegt Hierůber ſchreibe ich von dem Alter deren welchen ſie beſcheret und ſie finden werden Als: der erſte ſeines Alters 32. Jahr. Der andere 50. Der dritte 28. Jahr. Und ſollen bald nach Abgang deb Oeſterreichiſchen Kaͤyſerthums gefunden werden, und wird geſchehen, daß eben ziß 2 Zeit ein gelber Loͤwe aus Mitternacht mmen wird, der wird den Adler nachfol⸗ gen, und mit der deit uͤbertreffen. Er wird auch gantz Europam, und eines Theils Aſien und Africam in ſeine Ge⸗ walt bekommen. Er wird Chriſtlicher gu⸗ ter Lehre ſeyn, dem alles bald beyfallen wird. Erſtlich wird er viel Můhe habem des nle. Wicch G ut. fl Ul wahche 4 ſohun nd ſchg. beſſtche ön to0 K . h hh nt aliſ⸗ fc0 Mhſſch hafſthr Wnt Uaſt wleltz Aunch das Haus Oeſterreich betreffend. 43 ſeSz des Adlers Klauen aus dem Keiche zu brin⸗ Ma gen, und ehe ſolches geſchiehet, werden weigan allen Landen groſſe Verwirrungen und ht viele Widerwärtigkeiten entſtehen. Es leſſn werden die Unterthanen wider ihre eigene Jtauch Herren ſtreben, daß groſſer Aufruhr da⸗ ydurch ſoll erwecket werden, doch ſoll das pf zßßaupt bleiben, und die Hoßheit geſtrafft ſni werden. zt 5. Bei dieſem wirds nicht verbleiben, aninſondern es wird ein groſſes Feuer aufge⸗ dabehen, und wird dadurch groß Verderben ge⸗ ncklſchehen, aber GOtt wird den Gerechten Mebeyſtehen, und ihnen helffen, daß man es den ymntt Furcht wird annehmen, das wird, was Ii tod, wieder lebendig machen. Die Feinde Coriſti werden ſich maͤch⸗ baet kEigt erzeigen, und ſie werden groß Verder⸗ ben mit fch bringen, daß es ſich wird anſe⸗ daßlchen laſſen, als ob es mit uns aus ſeyn wolte. 1 Wenn nun der Feind in ſeinem hoͤch⸗ ſten Gluͤcke ſtehen wird, ſo wird Gott der Allmůchtige, durch ein kleines Haͤufflein, ſo oaß dem ſtarcken Loͤwen aus Mitternacht nach⸗ 0 ſfolgen wird, denſelben grauſam ſamt ſemer fhe Ckertſei gantz ausrotten, doch werden ſich ſu viele bekehren, und an ſeinem Nahmen und Allmacht glaͤuben.* Ser⸗ Wenn 4 Cap. 2. Propheteyungen, Wenn nun dieſer Loͤwe des Adlert Scepter bekommen wird, wird iederman darauf ſehen, und ihn folgen, dieſer eim wird maͤchtig ſeyn, und werden ihn die Un⸗ terthanen, ſo ihn ietzt nicht kennen, mit grof ſen Freuden aufnehmen. Ferner, daß obge⸗ meldeter Schatz zwiſchen Schwaben unt Bayern gefunden wird, welcher maͤchtige an Bahrſchaft, denn 12. Koͤnigreiche, auch alda ein Charfunckel, als ein Ey, welchen kein Kaͤyſer bezahlen kan, lieget. Aber der andere Schatz zwiſche Spanien und Franckreich iſt wohl ſehr groß und maͤchtig, doch iſt der vorithe weit dri⸗ ber, und ſoll nach dem Eincritt des L⸗ wens, der von Mitternacht kommen wird welcher den Adler tragen und fuͤhren wind offenbahr werden, und alsdenn wird erſli gedacht werden, wer ich Theophraſtus ge⸗ weſen bin. Wenn altdenn gemeldeter LCoͤwe von Mitternacht ſeinen Lauff vollfůhret hat und des Adlers Klauen gleichſam ſtumpf emacht hat, alsdenn wird allenthalben Iried und Eintracht kommen. Zuvor abel wird er Zeichen ſchicken, daß die vorlauf⸗ —ꝗ5 Boten die Zukunft des Errn ankuͤn igen werden. Noch W bundht Iel U z hen Alcht dͤlchtt ge Aäcwt P60 * te Thi Rt ſc Ohhuf feh, 0 W fü l Mb her fſlaxe! Wlcg N Th Slg A das Haus Oeſterreich betreffend. 47 sNNaoch eins bitte ich Theophraſtus, daß ihm zhr mir alle keine Schuld geben wollet daß daſr zch am Tage offenbahren, und anzeigen thue, ſhydſ denn ich nicht wider den Willen GOttes ntt kan, auch habe ſeinen Willen in der Natur delh verrichten muͤſſen, daß dieſer Schatz die an⸗ wahe dern weit uͤbertreffen thut, an gemeldeten mit Orten zwiſchen Schwaben und Bayern, als tech an einem geheimen verwahrſahmen Orte, M da liegt meine hoͤchſte geheime Kunſt, als die rechte Translatio metallorum des kurtzen 233 das univerſal des Plusquamperfecti Sochwuͤrdigen Auri potabilis& lapidis Phi- VIch loſophoruni. e WI tWem nin, ſolches zu ſinden, und die rech⸗ mumttee Thuͤr aufzuſchlieſſen, von Gott beſche⸗ hen ret ſeyn wird, der wird an dieſem Ort einen n Charfunckelſtein, ſamt andern Edelge⸗ lu ſteinen finden, und er lieget in einem Tůch⸗ lein verſchloſſen, welches mit Menſchen⸗ Suͤnden gemacht iſt, alles von lauter Edel⸗ geſteinen und Golde, der Schluͤſſel aber ſühtt diegt drauf und in einem Sarg, n ſrund der guͤldene in einen ſilbern, und den llathlfilberne in einen zinnern Sarg vergraben, zudhund liegt an einem Ort, welches GGrt hier nhaben wollen. Aber Gott, der Allmaͤch⸗ entige, wird dem, der dieſes finden wird in allem Gluͤck 4 geben, mit ſeiner Goͤtt⸗ lichen Machs ſtaͤrcken und ihm Gewale U ver⸗ 48 Cap. 2. Propheceyungen, verleihen, damit alles Boͤſe unterdruͤckt werde, und alles Gute eroͤffnet und das erſprieslich ſeyn wird, dadurch auch die maͤchtigen Dinge erlanget werden moͤgen, durch den GOLLT, durch dem die Welt er⸗ ſchaffen, der ſie auch wieder zerbrechen kan, Kuch durch den Sohn, und Heil. Geiſt, wel⸗ cher GOTC ſey hochgelobet in Ewigkeit, Amen. Actum Saltzbürg, 1546. Mit dieſer kommen faſtuͤberein zwei Vor⸗ herſagungen, welche ſchon Anno 1630, fl Franckfurt am Mayn bey Latomi Erben im Druck heraus gekomen, deren eine das Koͤmiſche Kayſerthum betrifft, und alſo abgefaßt zu ſeſen: Um ſelbe Zeit) wird das Roͤmiſche Kayſerthum vaciren und ledig ſtehen um welches es groſſen Krieg abgeben wird, hieruůͤber auch ſo verderbt und verwuͤſtel wird, daß niemand ſein begehren mag und wil die Democratia ůͤberhand nehmen. Die andere betrift das Fuͤrſtenthum Schle⸗ ſien, von weſchem No. z. dieſe merckwuͤrdige Vot herſagung zu leſen: Die Schleſinger werf⸗ fen ein ei genes Haupt auf: Dem wird viel Volcks anhangen. Er leidet zwar daruͤber groſſe Es iſt zwar keine gewiſe Mond(i.e. die Tuͤrcken Jahrzahl beygefuͤgt; aus wird groſſen Vortheil dem vorhergehenden a⸗ erlangen/ laͤſſet ſichs ziem⸗ ber, und ſonderlich aus lich ſchlieſſen, was vor eine den Worten: Der Zeit damit verſtande werde, ſngt bn fiht N Hn ffck A lch Tugnt 806 kklehher 110 A. NI fn M. donch Mne bichüle ulleh ſ d Muit duibim. ndt⸗ MIA c 0 das Haus Heſterreich betreffend. 40 Uſtetht groſſe Gefahr, doch erhaͤlt er das Feld und dringt Schleſien in ſeine Gewalt, Ind hilft 0 ud einem damit, den er zuvor verfolgt. dden Nicht weniger merckwuͤrdig iſt die Vorher⸗ dn ſagung von dem Scchickſaalen des Roͤmiſch Deut⸗ drchn ſchen Keichs, welche der alte berühmte Juriſt und Gaſt Hiſtoricus Iohannes Wolfius in ſeinen Schrif⸗ Lnß ten hinterlaſſen,⸗ und die ehedem in einem verfalle⸗ nen Kloſter gefunden ſeyn ſoll. Sie iſt gleichfals in zuil in lateiniſchen Verſen verfaßt, und mit Anmer⸗ oſl ckungen begleitet worden, welche dahinaus gehen, daß/ gleichwie das alte Roͤmiſche Keich un⸗ kinter einem Kayſer AVGVSTG ſeinen Flor Anund Anfang genommen, unter einem AV. BoMSVSTVLO aber wiederum ſeinem Verfall log empfunden: Alſo werde das Deutſche gu Kaͤyſerthum, welches unter CARI. van dem Groſſen entſtanden, unter einem CARIL. chen/N. wieder zu verfallen beginnen.»* Die dych voͤllige Propheceyung iſt in nachſtehenden Verſen ſhunstenthalten, welche man, ſo gut es ſich hat thun laſſen w,ollen, denen, die die lateiniſche Sprache nicht be⸗ Hur gtr ſonders verſtehen zu Gefallen, ins Deutſche über⸗ ſetzet, und gegen einander geſtellet hat. lathels Nehmlich in ſeinenLecti- heraus gekommen, anno onibus memorabilibus& 1672. aber ihrer Fuͤrtref⸗ reconditis(ſo zum erſten lichkeit wegen wieder auf⸗ e maͤhl A. 1600. zu Lau⸗ gelegt worden,) in Tomo en hihingen fol. in 2. Tomis II. p. 949. ſeqq. er Die lateiniſchen Worte Imperium, quod ſub f I 30 Cap. 2. Propheceyungen, Pfaaum, faſces, C. Faſtus, Sceptra, Triumphus. Quæ fuerant, penitus, C. veniente, cadent. poſtea Germanis duriſſima bella mo- vebit, Captivum Pacis ducet& ipſe n- trem. Qui fuerat ſacræ confeſſor Relligio. nis Liber erit: N. præmia digna fe- ret. C. tandem Imperium dura cum morte relinquet Nemo ſciet, cujus relligionis erat Succedet tune N. tranquilla pace guber nans Imperium, caute finiet ille diem. Et mare per totum conſus gent borrilif hella Das Caroli Magne exor-⸗ Occidentis Inperii ſpecis tuni eſt, illud idem ſub ſub Carolo M. germinans Carolo N. denue ruere ſub C. N. ruinam auſpiel. incipiet:ĩd eſtermanici bitur. das Haus Oeſterreich betreffend. 51 duWas Reich, die Crone,des C. Hochmuht Wiu. O Scepter, Triumphe an Die vor dem geweſen waren, werden del bey C. Ankunft gaͤntzlich verfallen. 'ehn, Nachdem wird er den Deutſchen ſchwere KI Kriege verurſachen nn und ſelbſt den Friedens⸗Vater ge⸗ r K fangen fuͤhren. Der ein Bekenner der heiligen Neligion 090 geweſen, Wird frey ſeyn: N wird wuͤrdigen 5 Lohn empfangen. len C. wird endlich das Reich durch einen ſchweren Tod verlaſſen, 15 Niemand wird wiſſen, weß Slau⸗ 1515 bens er geweſen. tlet' Dann wird N ſuccediren, weicher in Ru⸗ he und Frieden „ Da Reich beherrſchen, und ſein Leben 15 fuͤrſichtig ſchlieſſen wird. Und auf der See werden ſchreckliche Kriege entſtehen, Dergleichen weder Cathago noch Rom gefuͤhret. S2 Qa- 52 Cap. 2. Propheceyungen, Qualia Carthago, Roma nec ipfa dedit. Multaque victores victorum præda ſe. quetur, Non erit à captis turba perempta minor. Enſiveri inter ſe multa vi brachia tol- lent. Amplius Officium G. facit ipfi ſuum. Iſta tamen longo non ſtabunt tempore: namque. P. ſanctum veniens tempora ſandta dabit. P. ſuperat, tacet(vel jacet) A. moritur quodue callida N. Penes Germanos imperiumque ma- net. Sed prius hoc noſtro tantus fundetur in orbe. Sanguis, diluvium quod 1 Troja de it. Inde revertentur, fuerant quæ priſtina ſecla, Dicetur: valeat, qui valet atque po- teſt. Die das Haus eſterreich betreffend. 53 Die Uberwinder werden von denuberwun⸗ R denen groſſe Beute ziehen, — PAl 5 Und der Gefangenen wird nicht weni⸗ per ger als der Erſchlagenen ſeyn. Die Schwerdtraͤger werden unter ſich ge⸗ waltig zuſchlaͤgen. Die G. verrichtet fernerhin ihre Doch wird dieſes alles nicht lauge dauren: n Denn 0 Das ankommende heilige P. wird hei⸗ 18 lige Zeiten bringen. InP. uͤberſteigt A. welches faͤllt, auch ſtirbt die calt ſchlaue N. un Und die Hlarſchafß, bleibt bey den 1 Deutſchen fintE Vorher aber wird in dieſer Welt ein ſolches rbe Blutvergieſſen ſeyn, 27 Dergleichen bey 1—32 nicht gewe⸗ 12 f Alsdenn werden die alhen Zeiten wieder⸗ rh, kommen, retuUnd man wird ſagen: Es lebe, wer da 4 lebt, und leben kan. D 3 Die⸗ 54 Cap. 2 Propheceyungen, Dieſem finden wir in gedachten Buche und an angedeutetem Orte noch Drey Prognoſtica beygefuͤgt, deren die zwey erſtere Franckreich angehen, und ſchon laͤngſt erfuͤllet ſind. Das Dritte iſt beſonders und Anno 1590. verferti⸗ get, folgenden Inhalts: N. auferetur N. 2 Deſinet Major. 3 Non amplius con- ſiſtet N. 4Regnum obtinebit A. T. 0 Soli pie credetur Deo. Vna ſuncta vivetur fide. Eterna felicique pa- ce fluentur Occi- dentalium parti- um Reges. Der N. wird durch N. auf⸗ gehoben werden. Groͤſſere witd aufhoͤren. N. wird nicht meh ſein. Das Reich wird A T. F. A. behaupe ten. 4 Man wird Gott al⸗ — andachtig glau⸗ ben. Man wird eines heili⸗ gen Glaubens le⸗ ben. Dieoͤnige der Abend⸗ laͤndiſchen Provin⸗ tzen werden einer be⸗ ſtaͤndigen gluͤckſeli⸗ gen Ruhe und Frie⸗ de genieſſen. In dieſer ſo dunckeln als kurtzen Prophe⸗ lehung hat gleichwohl N. 4. jederman, dem l. 00 das Haus Heſterreich betreffend. 5 Buli Geſichte gekommen, hoͤchſtmerckwuͤrdig ge⸗ oguß ſchienen, und man glaubt wahrſcheinlich, daß ance die vier Buchſt aben A. T. F. A. nebſt dem Vor⸗ d. J ſatz gantz natürlich koͤnnen ausgelegt werden: u Das Reich wird Auguſtus Tertius, Filius Auguſti, erhalten. 0 N4 wendt. Wir gedencken hierbey einer noch andern ſuten Vorherſagung, welche gleichfals hoͤchſt⸗gedach⸗ tem Roͤnige von Pohlen die Kayſerliche Crone t en verſpricht, ünd ohnlangſt in dem Samburgiſchen Correſpondenten 1741. No. XXV. publicitet nird worden, woraus wir dieſelbe von Wort zu Wort dchau hieder ſetzen. Sie laueet aber alſo: Eine un⸗ bekannte Feder, die ſo wohl aus der ge⸗ Got heimen Offenbahrung St. Johannis, als higg auch aus der Danieliſchen Weiſſagung ver⸗ gewiſſert daß bey vorſtehender hohen Kaͤy ſer⸗Wahl, nach der in ſolchen ſubub hohen Propheceyungen verborgen liegen⸗ den Goͤttlichen Norma und Richt ſchnur a keinem andern, als dem Alller⸗ Durchlauchtigſten Chur ⸗Sauſe en Sachſen die neue Kaͤyſer⸗Wuͤrde ſch. zufallen muß hat ſolches in nachfol⸗ Zenden ſimpeln Saͤtzen eroͤfnet: u deſlle 0 Rachſ D 4 FRl-· 56 Cap. 2. Propheceyungen, FRIDERICVS AVGVSTVS TERTI. VS, ELECTOR SAXONIK ET REX POLONLA Woraus in dem erſten das Goͤttlicht Vaticinium per Annagramma: ELECTOR F. AVGVSTVS REX POLONIE CESAR ERIT! EDIXI TRIVNVSI ESITO. Und in dieſer zweiten das Eteoſtichon 5 die Jahr⸗ahl gedoppelt angezeigt wird: 1) FRIDERICVS AVGEVSTYVS A Dxo 15680 PRAEDESTINATVS CAkSAR ERITI VIVAI! 2) FTRIDERICVS AVGVSTVS IrA IMrz-⸗ RATOR SAXONICVS BIEr. A. 17413 C. F. I. Indem wir dieſes niederſchreiben, fallen uns gleichſam als von oben zwey dergleichen pro⸗ gnoſticirende Chronoſticha in die Feder, welche, je ungezwungener ſie ſind, deſto mehr Aufmerk⸗ ſamkeit verdienen, und denen bereits erwehn⸗ ten U 10 W Aigch. ce Ofecbe Gfl d tes l lchs g 0 Hͤclt Rache chhe ö 0 Wehs * ſhun! Hauſe 50 0 das Haus Oeſterreich betreffend. 37 IIten Vorherſagungen fuͤglich beigeſetzt werden N koͤnnen. I) FRIDERICVS III. RkX BORVSSORVM Goͤn CAESAR WOOVE FIET. 1741. E I. 8 2) FrDerlch, ChvrfVrſt zV Bran⸗ DDenbVrg, Koͤnlg in Prevſſen WIIIU Kaͤyſer. 1741. G. D. 8. 0. Man will hiebei weder die Goͤttlich⸗ ein⸗ ſticht gegebene Weiſſagung Daniels, noch die heilige gezel Offenbahrung Johannis zu Beſtärckung ſeiner Einfaͤlle mißbrauchen, noch vielweniger ein Muß daraus machen. Denn die Vorſehung GOt⸗ Dro h tes kan ſich ohnmoͤglich an dergleichen menſch⸗ 1 liche Einfalle und Auslegung binden, wovon keine genugſahme Beweißthuͤmer und kein zu⸗ reichender Grund verhanden, daß ſie, wie jene, wuͤrcklich von ihr herruͤhreten, und wenn auch A gleich eine oder die andere von dieſen prognoſti⸗ Acirenden Chronoſtichis eintreffen ſolte, ſo wuͤr⸗ F.l, den doch beide Verfaſſer derſelben thoͤricht han⸗ deln, ſich damit etwas einzubilden, oder wohl engar den Nahmen eines Propheten zu erlangen. ichhy Heuſhet 7 7 ſagung bey, welche die Schickfaale des Ertz⸗ hnn Sauſes Oeſterreich und des Kaͤyſerthums D 5 mit Wir fuͤgen hier noch zuletzt eine Vorher⸗ 58 Cap. 2. Propheceyungen, mit Franckreich andeuten ſollen. Sie erken⸗ net den H. Märtyrer Thomas zum Urheber, und ſoll in der Engliſchen Bibliothec zu Oxford als eine 70ojahrige Raritat ſorgfaͤltig bewahret werden. Ihr Inhalt aber beſteht in folgenden ſehr dunckelen Worten: Die Lilie(d. i. Franckreich) die im obern Theil regieret, wird ſich bewegen wieder den Saamen des Loͤwens, in ſein Land kom⸗ men, und die Kinder des Loͤwen umbringen. In denſelben Jahr wird des Menſchen Sohn, der die wilden Thiere fuͤhret, deſſen Reich im Lande des Monden iſt, mit einer groſſen Armee uͤber Meer fah⸗ ten, und in das Zuͤlfloſe Land des Loͤwen kommen, weil die Thi⸗ rec Einige wollen ſolches fuͤhrt: Die Kinder und von dem Koͤnige in Exn⸗ Saamen des Loöwen gelland lieber ausle⸗ ſollen die um den blauen gen, welcher einen roh⸗ Luͤneburziſchen Loͤwen ten Loͤwen im Wapen geſetzte Sertzen bedeuten. ies I b n H 1 ff Hahd 0, 56„6 Wlde g Rufe Ciſ Uich ö hllt cg t er R 0 ft Kaheh, th A Hat das Haus Oeſterreich betreffend. 59 „ re ſeines Landes allbereit ſein Fell mit den Zaͤhnen zerriſſen habe. 0 dehe uſ.Eben in dieſem Jahr wird der Ad⸗ ler vom Aufgang der Sonnen mit ſeinen üůber die Sonne ausgebreiteten Fluͤgeln mit ach)(einer groſſen Menge ſeiner Jungen des Menſchen Sohn zu Hoͤlffe kommen. Wenn das Heerlager wird verwuͤſtet wer⸗ daan den, wird eine groſſe Furcht in der Welt 0 ko ſeyn, und deſſelben Tages wird in einem (om Theil des Landes des Loͤwen ein grauſahmer Rrieg ſeyn. Einen andern Tag werden die Menſchen ſehen, und es wird eine blutige SGůndfluth ent ſtehen. Die Lilie wird dd um ihre Crone kommen, welche wi der Adler bekommen wird, eich womit nachgehends des Menſchen Sohn ſit ey wird gekroͤnet werden. eet ſ 60 In den 4. folgenden Jahren werden groſſe Schlachten in der Welt geſchehen, die Uunter denen, die dem Glauben anhangen, und um dieſe Zeit wird alles uͤbergeben werden. Der mehrere Theil der Welt wird 50 zerſtoͤhret; Das Haupt der Welt wird auf 1 Erden verſtoͤhrt werden, alsdenn wird des Menſchen Sohn uͤber Meer fahren, und das wun⸗ 60 Cap. 3. Propheceyungen, wunderbahre Zeichen in das ge⸗ lobte Land tragen, und des Menſchen Sohn und der Adler werden die Oberhand gewinnen, und wird Friede und wohlfeile Zeit in der gantzen Welt ſeyn. CAPVT III. Propheceyungen, das Koͤnigreich Groß⸗Britannien betreffende. Die Engliſche Nation iſt fuͤr allen andern ge⸗ neigt zukuͤnftige Schickſale vorher zu wiſſen, deswegen ſie dann auch ſehr viel auf Propheceyun⸗ gen hält. Cominæus hat dieſes ſchon bemel! ket; Denn, als zu ſeinen Zeiten die beiden Koͤ⸗ nige Ludwig von Franckreich und Eduard von Engelland zu Picquigny, nahe bey Amiens in der Picardie zuſammen kamen, Friede zu machen; So hub Eduards Cantzler, nachdem beide Koͤnige ſich bewilkommet, und ausgeredet hatten, die Re⸗ de an, und ſagte unter andern„daß in Engelland eine Propheceyung wäre, Kraft welcher zu Pic⸗ duigny ein herrlicher Friede dereinſten ſolte ge⸗ ſchloſ⸗ Dadurch wird prophe⸗ wunderbahre Zeichen ceyt, daß die Tuͤrcken des 5. Exeutzes daſelbſt aus dem gelobten Lan⸗ wieder oͤffentlich ausge⸗ de getrieben, und das ſetzt werden ſoll. 5 l W0 n W0 hun 0 NAA EAL hf 4 0 Mů Muut Anu Ugler Tüge ſünnes 6 f oba 10 L· diet hukt Lch 0 0 Meen klif Hudt he ldce das Koͤnigreich Engelland betreffend. 61 des h ſchloſſen werden. Cominæus,& der dieſes mit u angehoret, machet darüder dieſe Reflexion: uuTribuunt autem Angli plurimum vaticiniis,& frth 5 de rebus arduis tractant, in mediuni Un lemper aliquid tale adducunt. Die Engel⸗ n lander halten ſehr viel auf Weiſſagungen, und wenn ſie uͤber hochangelegene Sachen tractiren, ſo kommen ſie immer mit derglei⸗ chen herfuͤr. ligte., Es giebt auch daher unter ihnen beſonders e viele Propheceyungen, und beruffe ich mich dis⸗ mahl nur bloß auf des bekanten Iſaac Bicker⸗ ſtaff wunderſame Propheceyungen. Wir wol⸗ lbenglen unſern Leſern ein Blat derſelben zur Probe Uwiſeän einem kurtzen Auszug darſtellen: Wunder⸗ Meunſa mes Prognoſticon, oder Propheceyung, in benzvas in dieſem 1708. Jahr geſchehen ſoll. benſ Wobei nebſt dem Monath, auch der eigent⸗ uctdz liche Tag, und bey einigen gar der Ort min und die Stunde ausgedruckt, die Perſonen umut genennet, auch alle ſonſt vorfallende groſſe Sachen deſſelben Jahrs ſpecialiter erzehlet ehde find, ſo wie dieſelbige kuͤnftighin ſich zu⸗ dAgllo tragen werden. Beſchrieben durch Iſaac Bi⸗ kckerſtaff, Edelmann. Nach der zu London ſls gedruckten Copia, in 4. 1 Bog. fi6 10 Nach⸗ J10 A 235 6 4 Beſiehephilippicomini Ludovici XI. Koͤniges in Hiltorie von den Thaten Franckreich. Libr. VI. p. 363. 62 Cap. 3. Propheceyungen, Nächdem ich,(faͤnget der Prophete an,) die groſſen Irrthuͤmer der Stern Kuͤndiger die, ſes Koͤnigreichs angemercket, und die Sache bey mir ſelber reiflich uͤberwogen, ſo kan ich die Schulſ ohnmuͤglich der Kunſt, ſondern muß ſolche viel⸗ mehr denen groſſen Betriegern, ſo ſich Kuͤnſtle⸗ re zu ſeyn ruͤhmen, beimeſſen. Es iſt mir nicht unbewuſt, daß unterſchiedliche gelehrte Manne bewaͤhren wollen, daß alles in der Aſtrologie Be trug und darneben belachens⸗wuͤrdig ſey, wenſ jemand ſich einbilden wolte, daß die Sterne ein⸗ ge Influentien uͤber menſchliche Thaten, Gedan⸗ cken oder Zuneigungen ſolten haben koͤnnen; A lein wer ſeine Studia nicht auf dieſes Werck ge⸗ richtet hat, verdienet billig Verzeihung, wal ſeine Gedancken dahin gehen, daß er das ungoͤlh liche Weſen deteſtiret, welches viele Unverſtal dige, in Behandelung dieſer edlen Kunſt, veh⸗ uͤben, dann ſolche Leuthe bringen jaͤhrlich eim Menge Sottiſen, Luͤgen, Thorheiten und Im⸗ pertinentien vors Licht, welche ſie der Well aufopffern dieſelbe als Abkünfte der Planeten, ohngeachtet ſie nicht hoͤher als von dero eigene Gehirn deſcendiren. 0 Ich bin Vorhabens, in kurtzem eine weil⸗ laͤuftige und auf die geſunde Vernunft gegruͤnde⸗ te Defenſion dieſer Kunſt, ans Licht zu geben, Deßwegen will ich zu dero Iuſtification vorith nichts mehrers ſagen: Als daß dieſelbe in allen Seculis von vielen gelehrten deuten iſt Wwihel LI 0 Wllte Mkle G J Ift fe flhlie n Amnte 0 c Wnſt Wat % das Koͤnigreich Engelland betreffend. 63 h get worden, und unter die uͤbrigen ſelbſt vom AVSocrate, welchen ich hierinne, als unzweiffentlich Sih den kluͤgſten und weiſſeſten der Sterblichkeit be⸗ Yhet trachte. Hiebey gefuͤgt: Daß diejenigen, wel⸗ ſochh che dieſe Kunſt ſonſten verurtheilet haben(ob ſchon 0ſie ſonſt gelehrt genug geweſen) doch ſolche ge⸗ ſtu weſen, die entweder ihre Studia an dieſe Kunſt hetr M nicht appliciret oder doch auch davon keinen SGrund gehabt haben; ſo wird dahero ſolcher ſeh/s Leute Zeugniß wenig zu dero Nachtheil dienen Stem Koͤnnen, ſintemahl ſie, dem gemeinen Gegenwurf, en, Gedaß ſie nemlich ein Ding verurtheilet haben, ſo 65 ſie nicht verſtanden, vollkommen exponiret ſind. Wert ng, m Ich meines Orts empfinde deswegen keinen Wung Verdruß, achte es auch vor keine Beleidigung luduß der Kunſt, wann ich die gemeinen Participanten Kuuſt, derſelben nemlich die Studenten der Aſtrologie ſähnich⸗ und den Reſt ſothanen Stammes, von weiſen Leu⸗ fen mmten mit der auſſerſten Verſchmaͤhung tractiret ſe du ſehe. Hieruͤber aber verwundere ich mich viel⸗ n In mehr, wann ich bemercke, daß viele Edelleute dab/vom Lande, welche reich genug ſind, um der Nation im Parlament Dienſte zu thun, ſich des hieſigen Calender⸗Machers Partrick Gadburgs Almanachen bedienen, um die Zufaͤlle des Jah⸗ „res, ſo in⸗als auſſerhalb Landes zu erkundigen, a ſelbſt keine Jacht zu unternehmen ſich getrauen, „wann ſie nicht vermittelſt des Calenders vorhero gut Wetter beſtellet haben. lt l. ILI 3⁰ 64 Cap. 3. Propheceyungen, Ich will gerne bekennen, daß keiner vonden beiden, wovon ich Erwehnung gethan habe, noch auch ſonſt jemand ſothaner Bruͤderſchaft, nicht allein Stern⸗Gucker, ſondern auch Beſchweret ſeyn, falls ich nicht in ihren Almanachen hun⸗ dert Inſtantien anweiſe, welche einen redlichen Mann uͤberzeugen koͤnnen, daß ſie nicht eins die gemeine Grammatica und den Syntaxin verſtehen, ja daß ſie nicht eins faͤhig ſind, eiſ ungewoͤhnliches Wort recht zu buͤchſtabiren, noch in derſelben Vorreden den Senſum aus druͤcken zu koͤnnen, oder verſtandlich Engliſch zu ſchreiben. Denn was ihre Obſervationes und Prognoſtica aubetrift, ſo gehen ſolche die gemeſ nen Wege, wie ſonſt in allen Ländern de Welt.——— Nachdem ich nun dieſe und hundert andett Mißbrauche in dieſer edlen Kunſt obſerviret und beklaget hatte, welche alle zu erzehlen viel zu ven⸗ drießlich fallen wuͤrben, ſo entſchloß ich bey mit eine neue Bahn zu eroͤfnen, und zweiſie im geringſten nicht, es werde dieſelbe zum allgemel, nen Vergnuͤgen des Koͤnigreichs gereichen. Die, ſes Jahr kan ich nur einen Strayl desjenigen geben, ſo ich aufs kuͤnftige vorhabe. Denn nachdem ich meine Zeit angewand, um die von mir ſeither einigen Jahren gemachte Calculatio⸗ nes zu adjuſtiren und zu corrigiren, fintemahl ich der Welt nichts geſinnet bin aufzutragen, als wovon ich ſo voͤllig üůberzeuget bin, als itzo etke ſctunt 00½ Wflu, cbe ijthte. Wte N Wle, aßt Wmn enh UN ;˙ 10. 10 das Koͤnigreich Engelland betreffend. 6⸗ un jetzo noch lebe; Alſo habe ich in dieſen zwei letz⸗ ten Jahten nicht ermangelt(auſſer eine oder zwei l Particularitäten, weiche von keiner fonderbah⸗ Vüie ten Angelegenheit ſind) accurat zu prognoſtici- Achnren, den mißgluͤckten Anſchlag auf Toulon und deh allen ſeinen Particularitdten; Ingleichen das Uil, Verunglücken Sr. Excell. des Admiral Scho⸗ u Sun vels, wiewohl ich in den Tag geirret, indem ich ch, den Verluſt ohngefehr 36. Stunden fruͤher ange⸗ ſehet, als er geſchehen. Desgleichen habe ich die Bataille von Almanza an demſelben Tag und Coglſt Stunde vorher geſagt, und zwar den beiderſeiti⸗ lones gen Verluſt und deſſen Gefolge, welches alles ich du gereinigen Freunden verſchiedene Monate vorhero, indan ehe es geſchehen, entdecket; nemlich ich gab ihnen berſiegelte Schriften, worinnen dieſe Sache ver⸗ faſſet war, mit dem Verlaß, ſolche auf ſo und ſo Nettckeine Zeit zu eroͤffnen, als zu welcher Zeit es ihnen ſenimfrey ſtund, mir dieſelbe wieder zuzuſtellen. Sie bielufunden aber meine Propheceyung wahr, auſſer ich bdaß ſelbige ein oder zwei Minuten ditferirte. Awelfe mh Was anbetrifft die wenige hier folgende ucen. Prognoſtica, ſo ich vor dieſesmahl der Welt dahgauftrage, ſo habe ich ſelbige nicht eher publici- de. ren wollen, biß ich zuvor verſchiedene Ealender, im Reſo auf dieſes ietzo angetretene Jahr gemacht ſind, Cidt würde nachgeſehen haben: Ich finde aber die⸗ „ſinſelbe nach dem alten Schlendryan eingerichtet, nhund ich bitte den Leſer, er wolle meine Manier neins mit der ihethenes ent wobey ich dann tro⸗ 66 Cap. 3. Propheceyungen, trotziglich hiermit zu ſagen, mich nicht ſcheue, daß ich den gantzen Credit meiner bemeldten Kunſt, an die Wahrheit meines Prognoſtici verſetze, und ich bin zu frieden, daß der hieſige Calender⸗Schreiber M. Pardrigde, und der Reſt ſeines Anhangs, mich vor einen Betrieger und Daugenicht halten, woferne ich in einige Specialitdt von Importance meines Progno- lici fehle. Zu dem glaͤube ich auch, daß jemand, der dieſes Papier leſen wird, mich zum wenigſieh vor eine Perſohn von ſo viel Redlichkeit und Van⸗ ſtand anſehen werde, als einen der gemeinen Co. lender⸗Schreiber. Ich verſtecke mich keinel wegs ins Finſtere, ich bin auch in der Welt ſe gar unbekandt nicht, und ich habe meinen Naß men auf den Titul voͤllig ausgeſchrieben, uß vor alle Menſchen ein Zeichen eines unehrlichehf Menſchen zu ſeyn, woferne ſie befinden, daß ichl⸗ ſie betriege. Ein Ding will ich bitten, das man mir ven⸗ zeihen wolle, nehmlich daß ich ſehr ſparſam iß Erzehlung der Einlandiſchen Sachen bin, ſinte W f50 U lat. I mahl es eine Unvorſichtigkeit ſeyn wuͤrde, Staatt Seereteſſen zu entdecken, zudem würde es meſz ner Perſon auch Gefaährlichkeit über den Halßi ziehen. In geringen Sachen und die von keine 0 groſſen Conſequen ſeyn, davon werde ich freh muͤthig reden, und die Wahrheit meiner Muth⸗ maſſung ſoll ſo wohl in dieſen Sachen erhellen, Ien Betreffende die meiſten merckwůrdigen Wantgf 0 n das Koͤnigreich Engelland betreffend. 67 1„„0ſich auſſerhalb Landes in Franckreich, Italien, bog Niederland und Spanien zutragen werden, ſolche will ich ohne Schwierigkeit mit vollen Worten entdecken. Einige derſelben ſind von groſſer Wichtig⸗ hine keit, und ich hoffe, baß ich ſeten einen Tag feh⸗ hig len werbe, an welchen ſie vorfallen ſollen. Ich ufinde deswegen rahtſam, den Leſer zu unterrich⸗ ten, daß ich in meinen Prognoſtico dem in En⸗ eitund gelland gebrauchten alten Stylo durchgehends meine gefolget habe,dahero dann der geneigte Leſer ſolche nuch kZeit mit der neuen zu vergleichen belieben wolle, r Mtüm alſo in dem Dato nicht zu irren. 7 Hierauf folgen die Propheceyungen, die im ügze8ten Jahre eintreffen und erfuͤllet werden ſol⸗ de dlen; und ſchlieſſen ſich mit nachfolgender Erinne⸗ rung: Der geneigte Leſer wird dann aus den ſllvorangefuͤhrten den Unterſcheid zwiſchen demje⸗ nigen ſo die elenden Stern⸗Zucker dahin ſchreis Aben, und demjenigen, ſo ich vorbringe, ſehen. Doch muß ein redlicher Medieus deswegen nicht luchperachtet werden, daß ſich ſo viele Quackſalber ufinden. Ich hoffe auch,, daß ein jeder von mit lulldie Opinion haben werde, daß die wenige Repu⸗ Atation, ſo ich in der Welt bekommen, nicht ger⸗ ne um eine Caprice willen ſolte ſuche zu ver⸗ liehren. Ein jeder wird auch begreiffen, daß Umeine Schreib⸗Arth weit von derjenigen abwei⸗ E 2 che, 6s Cap. 3. Propheceyungen, che, die ihres Nutzens halber die Feder fuͤhren, Mein Gluͤck hat mich uͤber ſothane geringe Ab ſichten geſtellet, daß ich nicht noͤthig habe vot einen Pfennig zu ſchreiben, als welches ich we⸗ der achte noch Mangel daran leide, deßwegen wolle kein verſtaͤndiger Mann dieſes Probe⸗Stüch nicht allzu eilends mit ſeinem Vor⸗Urtheil übe⸗ den Hauffen ſtoſſen; Indem es geſchiehet, un dieienige Kunſt zu cultiviren und wieder empot zu heben, welche bishero ſo wenig geachtet werdeg wollen. Im folgenden Jahre werde ich, wo es GOl beliebet, die allermerckwuͤrdigſten Sachen vol gantz Europa in einer viel groͤſſern Umſtandlich keit ans Licht heben. Der geneigte Leſer vermeil alles im Beſten, und lebe wohl. So weit von Bickerſtaffs wunderſamen Pih heceyungen. Wie aber dieſer Bickerſtaff die uͤnftigen Schickſale nur ein Jahr vorher prophe⸗ ceyet; alſo gedencken wir hier billig des Nn⸗ chaels Noſtradami, der die Jacobitiſche Caroliniſche, Cromwelliſche und ande Schikſale des Koͤnigreichs Groß-Britannien, recht verwunderlich vorher geſaget hat; Auf wel⸗ che und andere dergleichen alte einheimiſche Pro⸗ pheceyungen man in Engelland nicht wenig hoͤll. Ins beſondere iſt folgende Propheceyung dez Noſtradami ſehr merckwuͤrdig: Wann Bri⸗ tannien ſieben nocable Wai ůber⸗ 60 R Sunt Whed Da b En tint ſlheh fſerinet fh Uchaſb A Giß⸗ 5 uh Kle b. das Koͤnigreich Engelland betreffend. 65 0 uͤberſtanden, ſo wird auf deſſen Thron ein Proteſtantiſcher Fuͤrſt aus ˖ Teutſchland in vielen Gluͤck und Frie⸗ den, ohne Rebellion, ohne einheimiſche bes Unruhe, ohne Sturm, ohne einer neuen mercklichen Veraͤnderung und Revolution, bl auch die Kinder ſeines Deutſchen eStammes nach ihm/ bis an das 4 2 der Welt/ ſitzen und blei⸗ en. Das erſtere dieſer Propheceyung iſt erfuͤllet, Goupund ein jedweder treuer Proteſtant wird auch Alunßertz inniglich wuͤnſchen, daß auch das letzte voll⸗ kommen moͤge erfuͤllet werden. Man kan von gauedieſer merckwürdigen Propheceyung ein mehrers ſkaſleſen in einer beſondern Schrift, welche 1714. 105 in Hamburg zum Vorſchein gekommen iſt, allunter dieſem Titul: Merckwuͤrdige Lata der * Groß⸗Britanniſchen Krone verkuͤndiger 9 35 Noſtradamus, und erlaͤutert von inlt Es iſt aber dieſer beruͤhmte Aſtrologus und Medicus Michael Noſtradamus zu Salon oder wie andere wollen, zu S. Remy in Provence Wen Hebohren. Von ſeinen Vor⸗Eltern, die dei en Broſſen Fuͤrſten Leib⸗Medici geweſen, und viele E 3 Ge⸗ 70 Cap. 3. Propheceyungen, Geſchicklichkeit in der Altrologie gehabt, wurdt ihm glelchſam ein natuͤrlicher Trieb zu Exlangung beider Kunſte eingepflantzet. Er ſtudirete anfang⸗ lich zu Montpellier, und reiſete, nachdem er ſel⸗ ne Studia abſolviret hatte, nach Touloſe und Bordeaux. Als er 1575. wiederum zurück in Provence kam, gab er ſeine Centurias Prophe- ticas heraus, welche ſo hoch gehalten wurden, daß der Koͤnig Henricus II. von Franckreich dei Verfaſſer ſe hſt ſehen wolte. Es ſchickte ihn alſh der Gouverneur von Provence, Graf von Ten da nach Paris ab, allwo ſich des Koͤniges Hoch⸗ achtung gegen ihn vermehrete, und ihn unter al⸗ dern Beſchenckungen, zu Bezeugung der Könih lichen Gnaͤde, zwei hundert Golderonen verehn wurden. Hierauf muſte auch Noſtradami⸗ zu dem Koͤniglichen Printzen nach Blois reiſen, Es erwieß ihm gleichfals der Koͤnig Carl IX. dg er durch Provence reiſete, unterſchiedliche Gng⸗ den⸗Bezeugungen. Im Jahr 1566. hoͤrete mit dem Leben ſein Propheceyen auf, indem er denz Jul. zu Salon ſtarb, nachdem er ſein Alter auf 62. Jahr, 6. Monat und 17. Tage gebracht hatte. Er lieget daſelbſt in der Baarfüuͤſſer⸗Kiß che, und zwar an die Mauer begraben mtt eine auf Marmor⸗Stein eingehauener Grabſchrift, Einſten ſoll Noſtradamus einem von Adel, Nahmens Forinvilla, ber auf ſeinem Hofe ihl gefraget, wie dem weiſſen und den ſchwartzen Span⸗Fercken, ſo eben damahls fuͤr die Thüte herum liefen, es ergehen würde, zur Antwort gege⸗ WIl A f40 fſfg el ſcche fi ß Wo ef De Gchi0 ſaben, Jrebbi Aumach Mheh, Gldteh fhhe W0 d oͤt det ſnekr If Ar/ luctn U K das Koͤnigreich Engelland betreffend. 71 Igegeben haben; Wir beide werden das weiſſe verzehren, das ſchwartze aber wird der Wolff lſfreſſen. Richtig ſoll dieſes nachher auch geſche⸗ hen ſeyn, ob ſchon der Herr das ſchwartze ab⸗ laks ſchlachten, und das weiſſe fuͤr dem Wolf aufs Be⸗ lull ſte verwahren ließ. Denn als ſelbiger den Pro⸗ y pheten über der Tafel zu beſchaͤmen gedachte, er aber dabey blieb, ſie haͤtten das weiſſe fuͤr ſich; g9 So erfuhr der Herr, daß ſein zahmer junger Wolf, cktr der bishero dergleichen nicht veruͤbet, das ab⸗ Abonl geſchlachtete ſchwartze in der Kuͤche angebiſſen, lgel h an deſſen Statt der Koch das weiſſe eiligſt ge⸗ unten nommen hätte. der Hol en berth Denen Engliſchen Propheten, welche die ſtdan Schickſaledieſes Köͤnigreichs vorher angezeiget Aois haben, muß auch der gelehrte und beruͤhmte Catlll Jacobus IIſſerius, weiland Ertz⸗Biſchoff zu chhel Armach und Primat in Irland, beigezehlet honl werden, als welcher den groſſen Brand in der Stadt London und viele andere Dinge vorherge⸗ ſaget haben ſoll. In einem wenig bekannten oBuche, das den Titel hat: Glaube und Ge⸗ ſüſs dult der Heiligen in dem Babyloniſchen nFranckreich; oder Geſpraͤch zwiſchen einem Frantʒoͤſiſchen Freiherrn, Ungariſchen Pre⸗ nn; diger, und Schottiſchen Edelmann Ge⸗ druckt im Ende der 42. Wochen. in 8. leſe ich p. 561. u. f. nachſtehendes: Es koͤmmt mir auch oft zu Sinn, E 4 ſa⸗ 72 Cap. 3. Propheceyungen, ſaget der Frautzdſiſche Freihert, des Jacobi Vs. ſerii, Ertzbiſchoffen und Primaten in Irr⸗ land Meiſſagung von dem Zuſtande der Re⸗ formirten Virchen in Groß⸗Britannien, Denn ich habe in einem gedruckten Exem⸗ plar, ſo mir im Jahr 1678. aus Engelland geſchickt worden, mit Verwunderung ge⸗ leſen, wie daß dieſer grundgelehrte und ſehr gottſelige Mann ſeine gerechte Seele laͤnger, als ein halb hundert Jahr über den Anwachs und Wiedereinreiſſen des Pabſtthums da⸗ ſelbſt gequaͤlet, und in einer Predigt, die a zu Oublin im Jahr 1601. uͤber Ezech. 4, gehalten, mit groſſen Eifer ſeinen Zuhs⸗ rern oͤffentlich verkuͤndiget habe: Daß wenn man der Ungerechtigkeit mit Werken ſteuren, ſondern die Abgoͤc terei laſſen uͤber⸗ hand nehmen, ſo werde es Gott der ERR andern zum Beiſpiel ernſtlich ſtrafen: Und gleichwie der Prophet die Miſſethat de⸗ Hauſes Juda 40. Tage lang getragen: A⸗ ſo werde GCT dieſe Suͤnde auch nicht laͤnger als 40. Jahr vertragen, jeden Tag fur ein Jahr gerechnet. Dieſe Weiſſagunz iſt hernach im Jahre 1641. durch die Paͤbſt⸗ liche Aufruhr und ſchrecklichen Mord der Reformirten in Irrland richtig erfuͤllet worden. Nach der Sand hat dieſer theurt Mann Gottes, als ein getreuer Waͤchter ohne Unterlaß ſeine Stimme erhaben, wie eine Poſaune, und das Volck ͤ I Frat r ſufſft ſchheſ 9 flih filmg 0 f0 0400 Afüch ehte de0 ſwohtel N litttl ſg n lch h Wahg 0 hel UA lchg ſlle 0 0 lih, das Koͤnigreich Engelland betreffend. 73 diß werde nur ein Beginnſel der Schmertzen ſeyn, in Anſehen deſſen, was der gantzen Menl proteſtirenden Rirche in Europa ber ſo zu⸗ Sun nehmenden Pabſtthum, ſolle. Ja in er hat verkundiget, daß FGttes Volk haͤrter werde gedrucket werden, als jemahls ge⸗ deun ſchehen, und zwar(welches mich an mei⸗ ceun ſten bewegt) vornehmlich in Engelland: cdkli Doch, gleichwie dieſe Verfolgung die ſchwer⸗ Ami ſte, alſo wuͤrde ſie auch die kůrtzeſte ſeyn: hums Daß durch dieſelbe nur die Heuchler und 3 N àuſſerliche Bekenner ſolten ausgeſpeiet, echdie wahren Glaͤubige aber, biß auf Vollen⸗ en zu dung des Ubels durch den Heiligen Geiſt D bewahret werden. t Weß ͤſſn il Als man ihn gefraget, durch welche Mittel oder Werckzeuge die groſſe Prů⸗ fen: fung muͤſſe geſchehen, hat er geantwortet, ſechet durch die Papiſten: Und als man dage⸗ gen: gen eingewender, diß ſeye nicht wahrſchein⸗ guch( lich, weil die Papiſten wenig, und vom ge⸗ ſchul meinen Volk ſehr uͤbel angeſohen, und ziem⸗ Vaſſg lich eingeſchrenket waͤren, hat er verſetzet, dſes ſolle auch geſchehen durch einen ſchreck⸗ nm lichen Mord, deſſen vornehmliches Werk⸗ g zeug, der Pabſt durch die Jeſuiten ſeyn xh wuͤrde. wie 300 Dieſer eifrige Proteſtant hat alle ſeine guFreunde mit Thraͤnen in den Augen ver⸗ E f mah⸗ 74 Cap. 4. Propheceyungen, mahnet, diß Gericht von GOtt demüuͤhtitz⸗ lich abzubitten, ſich vorzuſehen, zu wachen, damit ſie alsdann nicht ſchlaffend erfunden werden, wie das gedruckte Buͤchlein weit⸗ laͤufiger auswetſet: Darum halte ich billig dafuͤr, ſetzte der Frantzoͤſiſche Edelmann hinzu, daß dieſez Gottesgelehrten Mannes Weiſſagung werde erfuͤllet werden, eben wie ſie in andern Sachen wahr befunden: Und bin entſchloſſen, mich am ders wo niederzulaſſen. Ja, ich mache gat Schwierigkeit in Holland zu wohnen, weil GOl⸗ tes Gerichte, wegen der Iuwohnern Undanckban keit nicht laͤnger ausbleiden können. Das beſ wird ſeyn, GOtt den HErrn eifrig zu bitten, E wolle mir in den Sinn gebenſ, wo ich mich am ſicherſten aufhalten moͤge. Doch bin ich geſin⸗ net, auf allen Fall meine zwei Sohne ſamt ihrem Lehr⸗Meiſter, und etwas von meinen zeitlichen Mitteln vorab in Engelland zu ſchicken. CAp: IV. Propheceyungen, das Koͤnigreich Franckreich betreffend. as Koͤnigreich Franckreich iſt vor audern reich an Propheten, welche zu⸗ kuͤnftige Dinge geweiſſaget haben. 5 in h . uft. Watdet S0 Funckke Weh ükeahe eh Iuun n Tah iſtut Ghontl 0 U leht Chl das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 73 t dmih ſind auch ſonderlich beruͤhmet die Propheceyungen zund des Noſtradami, welcher als Franckreichs Pro⸗ Waßt phet ſeine Weiſſagungen im Jahr 155F. geſchrie⸗ hlend den, auch daſelbſt bei dem Koͤnige Heinrich dem II. als deſſen Leib⸗Medicus und der Cat harina de Medices in vieler Hochachtung geweſt; wei⸗ ſcht, len er auf alle ihre Fragen zukünftiger Dinge dch) eine Antwort gewuſt. Er ſoll den Moͤnchen, ungen welcher mit ſeinem Meſſer den Koͤnig Heinrich un Et den III. Anno 1598. erwuͤrget, wie auch den „uch Scharf⸗Richter, welcher unter Ludwig dem mache XIII den Hertzog von Montmorancy Anno weil 463 2. enthauptet, vorher mit Nahmen genennet danckh haben. Es iſt in dem vorhergehenden Capitel Das heweitläuftig von ihm und ſeinen Weiſſagungen, den, gehandelt worden. Bekandt gnug iſt es auch, welcher geſtalt ſuntſs Franckreich ſeine vermeinte Laſt von ſehr viel tau⸗ in h fend neuen, an Languedoc und dem Delphinat n. gräntzenden begeiſterten Propheten, denen ſo ge⸗ nannten Cevennes und Camiſards gehabt, wel⸗ che gar nicht zum Wohlgefallen des Koͤniges, ſondern wider die Päbſtliche Cleriſey und der⸗ W ſelben anhangende Potentaten deutlich genug ge⸗ 0 weiſſaget; wesfals man ſie durch grimmige Exe⸗ „acution tilgen, und da ihrer immer mehr gewor⸗ den, am liebſten mit guten Worten aus dem ſchſi Lande locken wollen. In der Schweitz und in nt, Engelland fand ein gut Theil derſelben ſeinen , Unterhalt, und ihre gewaltſame Entzuͤckungen, un⸗ 76 Cap. 4. Propheceyungen ungemeine Propheceyungen und ſeltſame Thaten wurden mit Erſtaunen geſehen und gehoͤret, auch daeuber allerley raiſonniret, biß diß Neue alt, und kaum mehr darauf reflectiret ward. Ihre fuͤrnehmſte Propheten, Marion, Fage, Ca⸗ valier, Miſſon u. ſ.f. waren ſonſt keine um ebene Maͤnner, deroſelben meiſtes Weiſſagen aber ging auf beſſere und guͤldene Zeiten für die Proteſtantiſche Kirche und Policey, und daß auch der Koͤnig in Franckreich auf gute Gedan⸗ cken wuͤrde kommen. Es ware zu wünſchen, daß nachdem ſo lange davon geweiſſaget worden ſich beſſre Zeiten nach gerade einſtellen moͤh ken. Gantz beſonders aber iſt diejenige Anzeige welche Konig Heinrichs des II. Gemahlin Ca⸗ tharina de Medices von der zukuͤnftigen Nach⸗ folge derer Koͤnige in Franckreich gehabt, wie ſie einer nach dem andern den Koͤniglichen Throß beſteigen werden. In einem alten Buche Me⸗ moires de Monſieur Haillon genannt, findet ſich dieſe gar ſonderbare Hiſtorie. Henrich der Il. Koͤnig in Franckreich hatte die Florentiniſche Princeßin Catkharinam deklie- dicis unglucklicher Weiſſe zur Semahlin, indem ſie tauſenderley loſe Haͤndel ſtiftete, und eine groſſe Liebhaberin von der Zauberei war. Einsmahls trieb ſie der Vorwitz an, zu erfahren, was ihr Gemahl und die kuͤnftigen Könige in Franckreich vor 6 e, akt les iſt u. ſeyn dMge wie er; Fmgn i az Hehr! AA wſchl ue Reſrg ingn. WA 0 UN das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 7z Wei Hor ein Schickſal zu gewarten haͤtten. Zu ſol⸗ chem Ende ruhete ſie nicht eher, biß ſie mit groſ⸗ unſer Muͤhe und Koſten einen beruͤhmten Schwartz⸗ . Kuͤnſtler von Florentz herbey lockeie. Ob es der zur ſelbigen Zeit ſehr beruffene Nativitat Steller nLucca Gaurico geweſen, kan ich eigentlich nicht iſhſagen, jedoch iſt es zu vermuthen. Zum we⸗ ſtenf nigſten war er ſehr entrant bey dem Lucifer, und und correſpondirete fleißig mit den vornehmſten e§ böſen Geiſtern der Hölle. Als ſich nun derſelbe üſchth einſtellete, und das Verlangen der Koͤnigin ge⸗ wvoßh horet hatte, ſagte er zu ihr: Daß er zwar die⸗ len nſes alles bewerckſtelligen koͤnnte, iedoch muͤſſe er gantz allein mit ihr in einem Zim⸗ mer ſeyn, darinnen ſie ſolche ent ſetzliche Dinge zu ſehen bekommen wuͤrde, daß ſie, (wie er gewiß glaubete, nicht ſtandhaftig M genug waͤre, ſolches ohne toͤdtliches Schre⸗ b nTken anzuſchauen, da ſie doch in der groͤſten Gefahr des Lebens ſeyn wuͤrde, wenn ſie uteein iges Wort redete, oder einen lauten Thon int.von ſich hoͤren ließ; Ja, wenn ſie alsdenn aus Furcht darvon lauffen wolte, ſo wuͤr⸗ de ſie von den grimmigen Geiſtern in Stu⸗ cken zerriſſen werden. K Alle dieſe Vorſtellungen waren nicht faͤhig, die Koͤnigin abzuſchrecken. Sie war ſehr verwe⸗ gen, und ihr Vorwitz überwog die Furcht, wel⸗ che dem weiblichen Geſchlechte insgemein pfleget ut angebohren zu ſeyn. Sie ſagete Wan dem eren 78 Cap. 4. Propheceyungen, Herrn Teufels⸗Banner, ſie woſte ihre Perſon rechtſchaffen ſpielen, er ſolte nur auch das ſeinige redlich thun, und zwar, ſo bald als moͤglich, weil ihr die Neugierigkeit keine längere Ruhe ven⸗ ſtattete. Er war hierzu willig, indem er zu ſeiner Kunſt keine groſſe Zubereitung noͤthig hatte Die Comodie ſolte auf dem groſſen Saal im Louvre præſentiret werden, und zwar in der Nacht: Denn dieſe gehoͤret zu den Wercken der Finſterniß. Die Koͤnigin vertrauete ſich niemand, als ihrem Hofmeiſter und einer alten Cammer⸗ Frau, welchelſie biß ein an den groſſen Sagl ſtoſſendes Zimmer mit ſich nahm; allwo Dieſt beide blieben, und hernach von demjenigen, waz in dem Saal vorging, nicht das geringſte hoͤnt ten, ob ſie ſchon ſo nahe darbei waren. Als die Konigin mit ihren Negromanten in den Saal eingetreten war, und er die Chüt hinter ſich zugeſchloſſen hatte, ermahnete er ſe nochmahls ſich wohl zu prufen, und lieber ihne Curioſite zu verleugnen, als ſich in Gefahr zu ſtuͤrtzen, woferne ſie nicht Muthes anug häaͤtte, Sie blieb aber bei ihrer einmahl gefaßten Re⸗ ſolution, und befahl ihm ſeine Kuͤnſte ohne fer⸗ neren Verzus ſehen zu laſſen. Solchemnach machte er mitten im Saal einen Craͤys um ſich herum, und ſieng ſeine Deſchwoͤrungen mit unbekannten barbariſchen Worten an, worauf ein grauſames Gepolter ent ſtand/ und ein Boͤniglicher Chron erblicket 8 2 nt uut ſunch fi füc, Late U mkt Kö. 1Nöh r win ſer Uegen enb fle fͤlte chlant Iids ſbah! Mhng Huhher f I Uächh 10* A Umnt ſoegg, % das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 79 Sodann erſchiene ihr Gemahl, Roͤnig Heinrich der Il. ſetzte ſich auf den Thron, uh und fiel nicht lange hernach von demſelben arhih ploͤtzlich auf die Erde. Ich habe vergeſſen zu ſagen, was maſſen der Negromante die Koͤnigin verſtändiget„ daß diejenigen Koͤnige, welche herunter gehen, und verſchwinden wůrden, wneines natuͤrlichen Todtes ſterben ſolten, die⸗ Vath jenigen aber, welche herunter fielen, und ien würden gewaltſamer Wei⸗ Eunn ſe ſterben. Nun iſt bekannt, daß Heinrich der oſſen§ II. an einer Wunde im Haupte ſtarb, welche Aloder von dem Grafen. von Mentgommeri im gen,Thurnier empfing. Ferner hatte der Negroman- gte ſte die Koͤnigin benachrichtiget, daß je laͤnger eein Bonig auf den Thron bliebe, je laͤn⸗ ger wuͤrde er regieren. Nach dieſem ſtieg einer auf den Thron, welcher, wie der Ausgang g gelehret hat, Franciſcus II. der mit der Jauberei beſchaͤftigten Koͤnigin Catha- Wlitt Tinæ aͤlteſter Sohn war. Er blieb aber 95 nicht lange darauf ſitzen, ſondern begab ſicht bald wieder herunter, und verſchwand 7 wie denn auch dieſer Koͤnig nicht lange regieret hat. Bald hernach ſetzte ſich Carl der X. hin⸗ 195 welcher weit laͤnger ſitzen blieb, bis er auch herunter ging, und ſich unſichtbar machete. Sodann bekleidete Heinrich der III. den Thron, und fiel endlich mit groſſen Tumult herunter. Dieſes hat eingetroffen, indem er von einem Muͤnch, Jacob Clement ge⸗ 10 Cap. 4. Propheceyungen, genannt, moͤrderiſcher Weiſe erſtochen worden, Anjetzo hatte die vorwitzige Koͤnigin geſehen, wie es nebſt ihrem Gemahl denen andern Koͤnigen er⸗ gehen wuͤrde, an deren Geſtalt ſie eigentlich en kennete, daß es ihre Soͤhne wären. An ſtatt aber, daß ſie an ferneren Erſcheinungen einen Abſcheu haͤtte haben ſollen, ſo wurde ſie immen begieriger, und fragete den Schwartz Kuͤnſtlen, ob er nicht noch mehrere Koͤnige zeigen koͤnte! Als es nun derſelbe bejahete und ſeine Be⸗ ſchwoͤrungen ferner machete, ſtieg eine klel ne Perſon auf den Thron hinauf; woruͤber die Koͤnigin voller Zorn und Verwunderung auz rief: Helas! Voicy le petit Bearnois. Ach das iſt der kleine Bearner. Es bekam ihl aber dieſes Geſchrei ſehr uͤbel, indem die boͤſeh Geiſter mit heftigen Ungeſtuͤmm auf ſie lof ſtůrmeten, und ihr ſonder Zweiffel Scha⸗ den gethan haben wuͤrden, woferne ſit der Schwartz⸗Kuͤnſtler nicht mit Gewalt zuruͤck getrieben haͤtte, wicwohl es bei iht nicht ohne Zittern und Beben abgieng Die Urſache ihres Geſchreyes war daher entſtan⸗ den, weil ſie dieſem Printzen, welchen ſie aus Verachtung jederzeit le petit Bearnois nennelt/ von gantzem Hertzen feind wur. Als nun der⸗ ſelbe eine Zeitlang auf dem Throne geſeſſen hatte, und nachmahls herunter ſiel, woranf er unſichtbar wurde, wolte der Florentiniſcht Schwartz⸗Künſtler in ſeinem Handwerck nicht ferner fortfahren, ſondern ſagete: Weil 0 woh Wf0 W 6 0 der hitder W de dl ſe he afbe / Atb dl tt he Wühel t 606 Ie Waetg g R0 U00 UE uhg das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 81 wohl ſehe, daß die Koͤnigin ſich des Ke⸗ Idens und Schreiens nicht enthalten koͤnte, uRun ſo ſeye es beſſer, allhier abzubrechen, damit AHhan ie nicht noch in groͤſſere Gefahr gerahten moͤchte, zumahl da ſie doch nunmehro ſchon Begebenheiten genug geſehen haͤtte. Sie Aſte wurde aber durch dieſe Ermahnung noch immer Mbegieriger, und erſuchete ihn fleißig, in ſeiner Teufels Arbeit nicht müde zu werden, indem ſie ſanlſich ſchon huͤten wurde, ihre Stimme nicht wie⸗ Jahelder hoͤren zu laſſen, biß die gantze Erſcheinungz bolvoͤllig zu Ende ware. Rerhng — Derowegen ließ der Schwaͤrtz⸗Ruͤnſt⸗ beunler wieder einen Koͤnig auf den Thron ſtei⸗ diedgen, welcher eine lange Zeit, der nachfol⸗ aufſigende aber noch laͤnger ſitzen blieb, alle fcl Sdeide aber giengen ſie, nemlich einer nach dem andern in ihrer Ordnung, wieder her⸗ unter, und verſchwanden. Dieſe waren, lesbevie es die nachfolgenden Zeiten klar ge⸗ aymacht haben, Ludiwig der XIII. und Lub⸗ ſwig der XIV. + Hierauf fieng der Schwartz⸗Kuͤnſtler man, die Boͤnigin von neuen auf das inſtaͤn⸗ digſte zu bitten, es moͤchte dieſelbe nichts weiters von ihm begehren woferne ihr das Leben lieb waͤre: Denn ſonſten wuͤrden ſolche Dinge erſcheinen, woruͤber ſie noth⸗ Mwendig vor Furcht üuͤberlaut ſchreien, ˖ F und 32 Cap. 4. Propheceyungen, und hernach von den Geiſtern in tauſend Stuͤcke zerriſſen wuͤrde. Man häͤtte geden cken ſollen, der tapfferſte Held wuͤrde uͤber dieſe Vorſtellungen furchtſam worden ſeyn: Alleſh dieſer Koͤnigin Hertz war härter als ein Felf, und ſie wolte kurtzum noch mehr ſehen, als ſi bereits geſehen. Demnach fuhr der Schwath⸗ Kuͤnſtler in ſeinem Teufels⸗Dienſte fert. Es entſtund ein gewaltiger Sturm⸗Wind; di Fenſter zitterten; der Saal ſchiene ſich z bewegen; es erretzete ſich ein ſtinckende Dampf, als ob Pech und Schwefel breſ⸗ nete; aber die Koͤnigin hielte noch beſtaͤß dig aus. Es gieng ihr wie den Soldateh weſche in der erſten Schlacht verzagt ſeynd, heh⸗ nach aber des Feuers gewohnt werden. Sit hatte gleichſam ſchon unterſchiedliche Bataill mit dem Teufel gehalten. Endlich kamen un terſchiedliche Ungeheuer hervor, welche ſich in ihrer Gegenwart auf das allergrauſan ſte zerzauſeten und herum biſſen. Ihn Geſtalt war ſo entſetzlich, daß es kein Zunge ausſprechen kan. Löͤwen, Baͤrel Tyger⸗Thiere, Drachen, Schlangen, Ot⸗ tern, Heydexen und dergleichen Thiere und Ungeziefer waͤren alleſammt gegen dieſeh abſcheulichen Ungeheuren vor die lieblich⸗ ſte und angenehmſte Creaturen zu halteſ geweſen. Die Boͤnigin biß die Zaͤhne zu⸗ ſammen, damit ſie nicht ſchreyen moͤcht. iedoch hatte die Courage auch W fc0 Iheh e lllt Fones menles fberſeh ben K uffß f W5f EA — g J. he Elſtz (l liſl i MKE , das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 83 ut ein Ende, indem ſie in Ohnmacht zur Er⸗ uu den niederſanck, da immittelſt die grau⸗ hh ſamen Ungeheuer wiederum verſchwan⸗ den. chen, Das bisherige, davon die letztere Erſchei⸗ uEtz nung von einigen auf die gegenwärtige und ſlfokl, nachfolgende Zeiten Franckreichs will gedeutet „Wid werden, erzehlet unter den dreyen in dem Eu⸗ iene ſu ropaͤiſchen Niemand* mit einander zuſam⸗ ſtinck men ſprechenden guten Freunden, der Koſime⸗ wefelh nes in dem zweyten Stuͤck deſſelben von p. 106. och bobis 112. Und.werden daruͤber nachfolgende Re⸗ Eolbeflexiones gemachet: und, ddel. Was vermeinen ſie nun,(ſaget hierauf Ro- e Bulimenes zu ſeiner Geſellſchaft) iſt es nicht etwas 9kaneſonderliches, und hat nicht alles bis an das Ab⸗ welch ſterben Koͤnig Ludwig des XIV. ſehr genau zu⸗ lace getroffen? Aber was machen wir aus dem letz⸗ en. ten Gefechte der unbekannten und ungeheuren aßehThiere? Floriander antwortete: Meines Erach⸗ venPens iſt die Bedeutung gantz ungezwungen auf lanhn F 2 den n Thin gehe Der gelehrte und be⸗ gleichfals zu leſen, und hat de kanute Verfaſſer der Bi⸗ einige Anmerkungen dar⸗ 5Ibliothee Magicæ, der Hr. uͤber gemacht. Auf den 0 11 Superintendens Bau- angefuͤhrten zten Stuͤck bder zu Stadthagen, des Kuropaͤiſchen Vie⸗ giebt dieſe Vorſtellung mands iſt ſie auch in zukuͤnftiger Geſchichte Kupffer geſtochen zu ſe⸗ im R Stuͤck/p. 60. u f. ben. 34 Cap. 4. Propheceyungen, den gegenwärtigen Streit der Printzen von Gebluͤte und der legitimirten Printzen in machen. Ich moͤchte aber gerne wiſſen, was ſich noch ferner auf dem Saal im Louvre præ- ſentiret hätte, wenn die Koͤnigin nicht in Ohn, macht gefallen wäre, es iſt doch ſchwerlich zů vermuthen, daß dieſer Succesſions-Streit det Frantzdſiſchen Printzen zum Untergang der gan⸗ tzen Monarchie gereichen werde. Wir koͤnnen es nicht wiſſen, erwiederte Lo⸗ rintho; Dann wir ſind nicht ſo kunſtlich, als de Negromante Fiorentino. Wie reimet ſich abe dieſe Hiſtorie mit der allgemeinen Lehre, daß dee Satan nicht wiſſe, was zuküͤnftig iſt, weil de⸗ gleichen Erkaͤntniß zu der Goͤttlichen Allwiſſeh⸗ heit gehöret? Dann wenn dem Satan die futl⸗ ra contingentia bekannt wären, ſo wuͤrbet noch mehr unter Menſchen rumoren und noch ah gere Haͤndel anſtellen, als er bereits thut. Roſimenes antwortete: Der Teufel heh ſtehet den Lauf des Geſtirns dermaſſen wohl daß er auf der beruͤhmteſten Univerſitäät gar wohl die Aſtronomiam und Aſtrologiam dociteſ und den Studenten etwas ſonderbahres voh ſchwatzen koͤnte, als unſere heutigen Nativitdl Steller, welche ſich nur auf ihre ungewiſſe Re⸗ geln und fabelbafte Experimenta verlaſſen. Warum ſolte dann nun dieſer gelehrte Geiſt d der Dilpoſition des Hinnnels, welche er 1 bie A 4ch NRA fnen Iſth U f0 l + 0079 Wuug fh I fhele Hehtt Hherd chdet U/ 0 ſichtod Ge ale l nchhg cheel Möötl g0 fcuf Acheſ Uhte Glfh Wch Kf l —— —— das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 83 ne' Viele Fahre hinaus ealculiren kan, nicht ein kuͤnſt⸗ bum liches Iudicium Aſtrologicum von den bevorſte⸗ henden Revolutionibus Imperiorum abfaſſen, und ſolches durch ſeine Gevollmaͤchtigte, nemlich äch durch die Schwartz⸗Kuͤnſtler, kund machen koͤn⸗ W Wen * Floriander lachete, und ließ ſich verneh⸗ men: Die Sternguckerey, ſo viel die Vorbe⸗ deutung zukuͤnftiger Gluͤck⸗-und Ungluͤcks⸗Falle ſamt dem Tode der Menſchen betrift, findet bey Heöetk mir wenig Glauben, ſondern ich halte ſie mei⸗ „lſtentheils vor heidniſche abergläubiſche Grillen, nel ſſc. Sie hat keinen Grund in dem Worte GoOttes; re, D Dahero die Zeichendeuter bey dem Volck Iſrael le/ U.hel durch den Mund der Propheten verdammet wur⸗ Mu den, und bey den erſten Chriſten wuſte man gar udtnichts darvon. Alldieweil aber nach der Zeit ſo wͤdie Gelehrten in der Chriſtenheit die Naſe lieber nundgiän alle alte heidniſche Buͤcher geſtecket, und lie⸗ thut, ber nachgeforſchet haben, was die Egyptier und Chaldaer in ihrer Blindheit gelehret, als was in erAder Bibel ſtehet, ſo hat immer einer dem andern moſſen zu Gefallen die heydniſchen Fabeln geglaubet, ob er ſchon ſchlechten Grund darvon geſehen. Die vornehmnſten Götter muſten ihre beſondere Ster⸗ ne zu ihrer Reſidentz haben, und dieſe muſten die Eigenſchaft desjenigen GOttes an ſich nehmen, welchem ſie zu Ehren gewidmet waren, ſie moch⸗ ten nun wollen, oder nicht wollen. Plinius erzehlet in ſeiner Hiſtoria naturali, daß die alten 0 J 3 Ein⸗ 86 Cap. 4. Propheceyungen, Einwohner in Italien einen von ihren beruͤhmten Koͤnigen, welcher Stercutius geheiſſen, ſonder Zweifel à Stercote ſic dictus, unter die Zahl der Goͤtter geſetzet, weil er der Erfinder geweſen, die Erde durch den Miſt fruchtbar zu machen. Es wundert mich ſehr, daß ſie ihm nicht auch einen abſonderlichen Stern zugeeignet haben. Dieſer wuͤrde ſonder Zweifel die Kraft gehabt haben, daß, wenn ein Menſch demſelben beh ſeiner Geburt in einem zu der Land⸗Wirtſchaſt bequemen Hauſe unter den zwoͤlf Häuſern diz Himmels gehabt, ſein Vieh viel Miſt von ſich gegeben, und er ſeine Aecker mit leichter Mühe in guten Stand wuͤrde gebracht haben. Die Würckung des vornehmſten unter denen ſog⸗ nannten Planeten, nemlich der Sonnen, iſt nil nicht unbekannt: Denn ich muß mich in det Schatten retiriren, wann ſie mich auf den Pu⸗ ckel brennet, und ich ſehe, daß im Fruͤhling alle Gewaͤchſe und Baͤume durch ſie lebendig gemg⸗ chet werden. Was aber die uͤbrige Planete und Sterne vor eine Wuͤrckung haben ſolleh, ſolches iſt mir ſehr zweifelhaft und verborgen, Ob mir nun ſchon die Aſtrologi vorwerffen weß den, es ſeye ein groſſer Eigenſinn von mir, daß ich dasjenige, was ſo viel Millionen Menſchen glaubeten, und zum Theil darauf geſtorben woh⸗ ten, in Zweifel ziehen wolte, ſo antworte ich hierauf, daß ich es unerachtet der groſſen Men⸗ ge meiner Widerſacher nicht eher glauben wuͤn de, biß mir durch viele unbetruͤgliche und 110 eut⸗ icht A f II 2 W 0 f 61 06 AI AK Wact, Rheh, t föffch euf ſondeth Wleatlt 0 öte hang fchge A Nr a An fcenh Nuh , das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 37 a deutliche Proben gezeiget worden, daß dieſe oder jene menſchliche Zufälle, oder auch dasjenige, was ſich an den Geſchoͤpffen veranderliches ſpuͤ⸗ ren laͤſſet, durch die Sterne gewuͤrcket worden. ute Alle Dinge in der Natur haben ihre gewiſſe ke⸗ volutiones, Wachsthum und Abnehmen. Sol⸗ ſonetl che weiſe Ordnung aber iſt von dem allmaͤchtigen Kaft“ GOtt der Natur an und vor ſich ſelbſten ſchon inſebs eingepflantzet, ohne daß ſie allererſt warten muͤ⸗ „Punt ſte, bis ſie durch die Aſpecten und Influenzen Hebſm des Geſtirnes gleichſam mit Gewalt beweget fſt bm werde, wie ein Klotz nicht eher von ſeiner Stelle hen kommt, bis man ihn fort traͤget. Daß mit dem n. Monden⸗Licht einige Dinge ab⸗ und zunehmen, denen( zum Exempel die Krebſe, ſolches kan wohl ſeyn. eny Es iſt aber dadurch noch lange nicht erwieſen, daß nic n die Influenz des Mondes ſolches verurſachet habe, zurdo ſondern es iſt vielmehr zu urtheilen, daß dieſe huhn Creaturen in einem jeden Monahte, ihrer Natur dne Hach, ab⸗und zunehmen, nicht weil der Mond in einem jeden Monahte ab⸗ und zunimmet, hakſondern gleich wie erab⸗ und zunimmet. Er kan ſolchergeſtalt wohl eine Anzeigung dieſes Ab⸗ und Zunehmens ſeyn, ohne daß er eben nothwendig uu, die Urſache deſſelben ſey. Hungert mich doch auch zu Mittage, wenn der Zeiger an der Uhr auf der Ziffer eilfe ſtehet: Aber deswegen iſt der Zeiger nicht eben Urſache, daß mich hungert, ſondern wenn ich zur ſelbigen Zeit in dem dickeſten Walde ware, und keine SackUhr bey mir haͤt⸗ ls, te, ſo wuͤrde mein Magen doch von ſich ſelbſten 5F4 ſo z38 Cap. 4. Propheteyungen, ſo verſtändig ſeyn, mich an die Mittags⸗Mahl⸗ zeit zu erinnern, und ich wuͤrde auch ohne eini ges Bedencken eſſen, wenn ich nur was bey mik hatte. Ich will mich deswegen in keinen Wort, Streit einlaſſen, ſondern will es bis zu weitereg Uberlegung ausſetzen, erwiederte koſunenes, oh es ſchon ſcheinet, ziemlich cavalierement boh der Aſtrologie geredt zu ſeyn. Aber ich welß nicht, wie wir bey ſo geſtalten Sachen mit un ſerm Florentiniſchen Teufels Banner zurecht kommen. Sollen wir dem Satan zuſchreiben daß er aus eigener Kraft die künftigen Bege⸗ benheiten derer Koͤnige in Franckreich gewiff habe, ſo iſt es eine Unvernunft, und ſtreiltt wider die Chriſtliche Lehre. Sollen wir ſagen, es ſeye die gantze Relation eine Erfindung eine⸗ ſinnreichen Kopffes, ſo ſtreitet es wieder die hů⸗ ſtoriſche Wahrheit: Denn das Buch, darinnen dieſe Geſchicht zu beſinden, iſt ſehr alt, ulh Monſieur Hanillon hat zu einer ſolchen Zeit ge⸗ lebet, da er nicht hat errahten koͤnnen, was ſich lange nach ſeinem Tode zugetragen, Wolze man nun ſagen, es habe dieſer Autor zum Zell vertreib eine Fabel geſchrieben, gleich wie die Scribenten der Romains zu thun pflegen, und dieſe Fabel ſeye wahr worden, ſo iſt es laͤcherlich daß ſich die Lügen durch die Länge der Zeit in wahrhaftige Propheceyungen verwandeln ſol⸗ ten, ſonſten müſte man vermuthen, daß 110 endlich WI 0 Khh 0 ahit WNuf akif A0 w0 eh Nh hb er Ra es h 0 Wület , das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 39 Wendlich einmahl alle Thiere zu reden anfangen wuͤrden, weil ſie Æſopus ſolchergeſtalt beſchrie⸗ ben. Lorinto gab ſein Gutachten auch darzu, beh? und ſagete: Man mag von dieſer Erzehlung hal⸗ ut ten, was man will, ſo glaube ich gantz gewiß, daß es kein Mährlein, ſondern eine wahrhaftige Geſchicht ſeye. Wie helfen wir uns aber heraus? it Ich will meine Gedancken hieruͤber frey eroͤfnen: Meines Erachtens iſt es nicht wider die Ehriſt⸗ ller u liche Religion, wenn man ſaget, es koͤnne der 1 allmaͤchtige GOtt ſeine heiligen Urſachen haben, gen B.dem Teufel zu gebiethen, daß er Wefühtisn⸗ 10 0 ge verkuͤndigen, und die Wahrheit reden müſſe. Alſo muſten die Teufel aus denen zwen Beſeſſe⸗ eenen den Meßiam bekennen, und ausſchreyen: done Ob er kommen ſeye, ſie zu Gueledt: che dann es deit ſeye 9 Mit welchen Worten ſie Vauf den Tag des jüngſten Gerichts zieleten, da 0 ſfie allererſt recht mit Ketten der Finſterniß gebun⸗ N den werden ſollen. LE Reh, 8 Iu Ich laſſe mir dieſe Meinung nicht uͤbel gefal⸗ len, ſetzte koſimenes hinzu. Wer haͤtte aber gedencken ſollen, daß uns die Koͤnigin Cathari- na de Medicis auf einen ſo ernſthaften Diſcurs hbringen würde? Indeſſen iſt der Koͤnig Henrich der II. uͤbel daran geweſen, mit einer ſo unchriſt⸗ lichen Gemahlin begabt zu ſeyn. * Ff Hieher 50 Cap. 4. Propheceyungen, Hieher gehoͤret auch und iſt ſehr angenehm zu leſen, was der ſcharfſinnige Peter Bayle, weiland Profeſſor der Philoſophie zu Rotterdanß in ſeinen Gedancken uͤber die Cometen, von einigen, das Koͤnigreich Franckreich betreffenden Propheceyungen angemercket hat. Wir wolleg ſolches aus der wohlgerahtenen deutſchen, voh Herrn Joh. Chriſtoph Got ſcheden uͤberſetzteß und mit Anmerkungen begleiteten Ausgabe, au⸗ fuͤhren. Es findet ſich daſelbſt p. 870. u. f. nach ſtehendes: Einige Propheceyungen, welche den Koͤnige in Franckreich groſſe Erobe⸗ rungen verſprechen. ANun rechnet unter die vortheilhaften Umſtal de, welche dem Koͤnige den Weg zin allgemeinen Monarchie bahnen, verſchledene Propheceyungen, welche einem Roͤnige in Franckreich die Herrſchaft uͤber die gantz Welt verſprechen. Eine von dieſen Prophe⸗ WI dud J Uche 5„N l K 1 Mae agent 6 Rkul ut gtt Aichet 6) e. Unſterd n Y Hhen ſetz Kden A — ceyungen befindet ſich in dem Neundten Tomo. der Wercke des Auguſtini, in der Abhandlung von dem Antichriſt, welche, wie man vorgiebl, entweder Auguſtinus ſelbſt, oder Rabanus Maurus, Ertz Biſchoff zu Mayntz ſoll ge⸗ macht haben. Man findet noch eine andere in einem Comment ario üͤber die Offenbahrung Johannis, den ein proteſtantiſcher 6⸗ A in de 4 nor. das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 91 Daaid Pareus, gemacht hat, welche er in dem Hauſe eines Probſtes in Deutſchland gefunden „är zu haben vorgiebt. Es iſt eine alte Sage unter a uns, daß die Tuͤrcken eine alte Tradition ha⸗ Jalben, welche ihr Keich bedrohet, es werde In von den Frantzoſen zerſtoͤhret werden.“ Die groſſe Eigenſchaften unſers Monarchen überreden ſo viele Leute, daß alle dieſe Prophe⸗ Aon ceyungen auf ihn gehen; und ſogarn* Mathema⸗ 0..fltie⸗Verſtändige haben ſolches vorgegeben; ja viele Leute glauben, daß es nicht einmahl erlaubt ſey, daran zu zweiffeln, nachdem ſie die Offen⸗ Iched bahrungen des berühmten Drabitius gehöret, Ercht welcher in Siebenbuͤrgen ſo vieles wieder den Kayſer und fuͤr Franckreich propheceyet hat. Nun giebt es aber keine vortheilhaftere AUmſtände, etwas zu unternehmen, als wenn lalnrnan Verſicherungen und Offenbahrungen von og oben herab erlanget: Und alſo ſcheinen alle Din⸗ belſho ge dem Koͤnige anzureitzen, daß er den Krieg wie⸗ Buͤnz der von neuen anfangen ſolle. du Was dſen dteß'es In dem letzten Kriege Tuürcken beſſer ein nordi⸗ 6der Reuſſen mit den Tuͤr⸗ ſches Volck mit gelben Haa⸗ cken gewann es ein an⸗ ren heiſſen, als die Fran⸗ der Anſehen, und man tzoſen. Doch vielleicht aͤn⸗ legte dieſe Propheceyung dert man dieſe Proßhecey⸗ von den Ruſſen aus; ungen nach Beſchaffenheit wenigſtens konnten die⸗ der Umſtaͤnde, wie des No⸗ I1 f ffr ſe in Abſehen auf die ſtradamus ſeine. AA— E— 7 e S. Mr. Comiers dans Comẽtes, imprimẽe Iau la nouvelle ſcience des 1665. 92 Cap. 4. Propheceyungen, Was die alten Erzehlungen oder Prophe⸗ keyungen betrift, welche, wie man ſaget, einem von unſern Koͤnigen die Eroberung der gan tzen Welt verſprechen; ſo muͤſte man einen ſehy uͤblen Begriff von Ludwig dem XIV. habeh, wenn man dencken wolte, er wuͤrde nur das Ge⸗ ringſte auf einen ſo ſchlechten Grund unterneht men. Er beſitzet einen allzugruͤndlichen Verſtanh, als daß er alle dieſe vermeinte Offenbarungen nicht fuͤr Hirngeſpinſte und Einbildungen haͤlten ſolltz und er weiß wohl, daß, wenn ein Printz gefuſ den worden, der ſich auf dergleichen Hofnußh mit groſſem Vortheile geſchlagen, zehen andeſt geweſen, welche dadurch Unternehmungen voh genommen, die ſo verwegen geweſen, als il gluͤcklich ausgefallen. Ich erinnere mich, daß ſh in der Beſchreibung der Creutz⸗Zuͤge geleſen:“ Daß man bey der Belagerung von Jeruſalen ſehr ungluͤcklich geweſen, da man auf Einrahteh eines Einſiedlers einen Sturm wagte, der in eh nem groſſen Ruffe der Heiligkeit in einer Hoͤht des Oelbergs lebte und von Seiten GOttes din Chriſten auf dieſen Tag den Sieg verſprach; ob ihm gleich vorgeſtellet wurde, daß man zu einek dergleichen Unternehmung nicht in Bereitſchaft waͤre. Allein man erfuhr bald, wie es der J. Maimbourg ſehr wohl anmerket, daß es in al⸗ len Haͤndeln, und ſonderlich im Kriege, gefahr, lich iſt, die Regeln der Kunſt und Klugheit zu ver⸗ * Hiſt. des Croiſad. pat le P. Maimb. I, 2. 50 Wſent AAN e de deg 90 fl. E5 he Ihhkke e ſ Sluben 0 6 Denntd Wden W0g U Hütſ ten E— das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 93 V.. N „verlaſſen, und blindlings den Weg der Offen⸗ ut,bahrungen zu erwehlen. Man duͤrffe ſich nalch nicht, ſpricht er, allzuſehr darauf verlaſſen, Uidenn ſehr oft waͤren ſie falſch; und wenn Hurd u ſie auch wahr waͤren, ſo ſey man nicht verbunden, dieſelben zu glauben, ohne un⸗ umſtoͤßliche Beweiß⸗Gruͤnde davon zu ha⸗ ben. Auſſerdem ſey man allezeit verbunden, mehr dem Verſtande und der geſunden Ver⸗ nunft zu folgen, welche Gott dem Men⸗ ſchen, nebſt ſeinem Goͤttlichen Worte ge⸗ geben, damit ſie die Regel unſers Verhal⸗ uungen Tens ſeyn moͤchte. Der Schimpff, den Gott⸗ ˖ 96 fried von Bouillon davon hatte, daß er dieſen (Fehler begangen, und die Erſcheinungen eines 1/Idelenden Einſiedlers den Regeln der Kriegs,Kunſt vorgezogen, machte ihn auf ein ander mahl kluͤ⸗ „ö Her. H0 chen K E Es iſt nicht noͤhtia/ die Hiſtotie der Creutz⸗ 09, Zuͤge zu verlaſſen, und viele andere Exempel von e Propheceyungen aufzuſuchen, welche diejenigen auf eine ſehr ungluͤckliche Art betrogen, ſo ihnen ,“ Glauben beigemeſſen haben. Wir wollen nur „„noch dasjenige betrachten, was dem heiligen Bernard wiederfahren. Als dieſer groſſe Mann von dem Pabſte Eugenius III. Befehl erhalten, den andern Creutz⸗Zug im Jahr 1145. zu Hupredigen; ſo unterließ er nicht denjenigen Fuͤrſten, welche einen ſo heiligen Feldzug unternehmen wuͤrden, tauſendfaches Gluck Ab 31¹ 9⁴ Cap. 4. Propheceyungen, zu verſprechen. Weil er ſich durch ſein Heiligkeit einen groſſen Nahmen erworben hatte; ſo nahm man alle dieſe Verſpre⸗ chungen als goͤttliche Eingebungen an, und es geſchah, daß niemals mehr Volck zu der Wallfahrt nach Jeruſalem ſich einſchrel⸗ ben laſſen, als dieſesmahl. Einige ſagen ſogaf, er habe ſeine Verſprechungen durch verſchi⸗ dene herrliche Wunder beſtaͤrket; Allein de P. Maimbourg iſt es gar wohl zufrieden, wenn man davon nichts glaubet; und es iſt ſehr wahn ſcheinlich, daß es falſch iſt, weil niemahls el Feldzug unternommen worden, der ungluͤch licher abgelauffen, als dieſer, von dil der heilige Bernard ſo viel gutes verſpt⸗ chen hatte. Es beklagten ſich auch die armeh ungluͤcklichen Leute daruͤber, daß er ſie durch ſe⸗ ne falſchen Propheceyungen in ſolch Elend geſtih⸗ tzet habe. Was antwortete er darauf? Ich thle es nicht gerne, mein Herr, daß ich hier offen hertzig mit ihnen rede! doch, ich will es imint thun. An ſtatt, daß er aufrichtig hätte geſtehn ſollen, er ſey zuerſt betrogen worden; ſo retteten ſich damit, daß er ſeine Verſprechungen bedin⸗ gungs⸗weiſe gethan, und wenn er ihnen prophe⸗ ceyet gehabt, daß der Creutz⸗Zug gluͤcklich ſeyn wuͤrde, ſo ſey, als eine nothwendige Bedingung, darunter zu verſtehen: Die Leute, ſo denſelben unternahmen, muͤßten GOtt durch Unordnun, gen EHiſt. des Croiſ. I, 3. fic hch Mt ö hel. d ähe n QN. , ne igeg fe Waz l m Autde 8 II W ſ'c K c00 1 Id, das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 9⸗ dl gen in ihren Wandel nicht beleidigen. Heißt an das nicht die Welt zum beſten haben, wenn man vi ſich zum Propheten aufwirft, um dasjenige vor⸗ gen g her zu ſagen, was nimmermehr geſchehen wird, Volckz und daran nicht mit einem Wort gedenket, was ch euß wuͤrcklich geſchehen ſoll? Der heilige Bernard ahe hatte eutweder gar ſich nicht unterfangen ſollen, ch n das zukuͤnftige vorher zu ſagen; oder er haͤtte Al die wuͤrcklichen Unordnungen propheceyen ſollen, denůdarein die Creutzfahrer verfallen: an ſtatt daß er ſtſch ihnen eingebildete Siege verſprach, die niemahls emahll erfolgen ſolten. Was ich hier ſage, geſchicht erung hauptſaͤchlich darum, daß ich denenienigen ant⸗ von worten moͤchte, welche ſich auf die Abhandlung es verf vom Antichriſt beruffen, die unter die Wercke chdehhdes heil. Auguſtins mit eingeſchoben worden, dut und einer herrlichen Propheceyung halber, die s zum Vortheile eines von unſern Koͤnigen geſche⸗ uf? hen, merckwuͤrdig iſt. Denn ſind die von dem ich hn heiligen Bernard gepredigte Propheceyungen villes fuͤr die Chriſtenheit ſchaͤdliche Betruͤgereyen ge⸗ hättkb weſen; was waͤre es nicht fuͤr eine Thorheit, be wenn man ſich die Herrſchaft der Welt aufs Wort des Rabanus Maurus oder ſelbſt des heil. Anguſtins verſprechen wolte? 00 0 Aber, man ſagt, die Tuͤrcken haben eine alte σ Propheceyung, darinnen ſie mit dem Frantzoͤ⸗ ſiſchen Degen bedrohet werden. Ein ande⸗ res Hirn⸗Geſpinſte. Es iſt wohl wahr, daß ſeit dem 1oten Jahrhunderte unter andern Pro⸗ phe⸗ 96 Cap. 4. Propheceyungen, pheceyungen des Biſchofs Hippolytus auch din ſe bekannt geweſen: Daß nehmlich die Un glaͤubigen nicht durch die Griechen, ſondern durch die Frantzoſen ſolten ausgerottez werden. Es iſt ferner wahr, daß wir dieſe Propheceyung dem klugen und gelehrten Biſchoft zu Cremona Luitprand, in det Beſchreibung feiner andern Geſandſchaft nach Conſtantinopel zu dancken haben. Auch dieſes iſt wahr, daß di⸗ Sarazenen durch dieſe Prophecehung in delh Treffen, daß ſie im Jahr 963. uͤber die Voͤlket des Nicephorus, Käyſers zu Conſtantinopeſ gewonnen, ungemein ſind behertzt gemacht wol den. Es iſt wahr endlich, daß der P. Maim⸗ bourg,*“aus deſſen Wort ich alle dieſe Dinht anfuhre, ſaget: Es gaͤbe ohne Zweiffel viele aſ dere dergleichen Prophecehungen, die Zeit wuͤth (0 „Es iſt bekaut, daß in der len? Gerabe, als ob nichl Tuͤrckey alle Chriſten in die Deutſchen das naͤchſte Europa mit dem allge⸗ Recht auf den Nahme meinen Nahmen der der Frauken haͤtten. Oi Franken benennet wer⸗ hergegeun die Frantzoſeg den. Wenn nün dieſe nur ein Zweig von dieſel Propheceyung unter ih⸗ Fraͤnkiſchen urſprüͤng nen ſich gleichfals dieſes lich dentſchen Nall⸗ Nahmens bedienet, iſt es on heiſſen koͤnnen, dek nicht eine groſſe Eitel⸗ auf einen fremden Bodel keit der Frantzoſen, daß verpflantzet worden, und ſie dieſe Beuennung auf daſelbſt gantz ausgerolkel ſich allein ziehen wol⸗ iſt. Hiſt, du ſcliſme des Gtoes I, 4 ichh et 4 Uhe dan 0 10. 9 E Uüe Kiuhen ſe, W Wt ü thfſe c Alu U ö U 71 S2r= S= das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 9⸗ ches lehren muͤſſen, ob ſie wahr ſehn; und es wer⸗ de nun alsdann eintreffen, wann die Frantzoſen, Fdie bei threr groſſen Einigkeit, darinnen ſie vor⸗ auegn jetzt unter einem der groſten Konige ſtehen, gautz allein vermoͤgend ſind, eine ſo glückliche Unter⸗ Anehmung zutu Stande zu bringen, nicht durch tc auswartige Kriege, durch unrechtmaßige Buͤnd⸗ niſſe, die ſje damahls, da der Jeſuit dieſes ſchrieb, um ſich auf eine gerechte Art zu vertheldigen, don Heinen ſo ruͤhmlichen Unterfangen abhielken, wuͤr⸗ de Uden verhindert werden. Ich gebe es zu, daß al⸗ ollules dieſes wahr ſel; ich leugne aber, daß man ſhadk die Propheceyung fur wahr erkennen müſſe. P. MI DDenn fuͤrs erſte iſt es ausgemacht, daß die Ungläubigen, von denen in der Propheceyung Furzie Rede iſt, nicht Tuͤrcken, ſondern Saracenen ſind. Im zehenden Jahrhundett kannte man im Oecident die Turcken noch nicht, von den Saracenen aber wurde man wohl geplaget; da⸗ her fanden ſich guthertzige Seelen, welche den Chriſten, um ſie zu tröſten, verſprachen, daß et das Abendlaͤndiſche Reich, ſo von einem Konige zun Franckreich wuͤrde geſtiftet werden, dieſe Na⸗ Ition der Ungläubigen ausrotten werde; oder es 'mogten ſichs auch wohl viele durch eine allzuſehr erhitzte Einbildungs⸗Ktaft ſelber ſo einbilden. ah Da nun der Ausgana die Unrichtigkeit dieſer ſchoͤnen Propheceyung gezeiget, weil es gewiß iſt, daß das Saraceniſche Reich weder durch Franck⸗ tzoſen, noch durch die Abendlaͤndiſchen Kahſer, G ſon⸗ E Cap.4. Propheceyungen, i⸗ ſondern durch die Tuͤrcken und Tartarn iſt ͤbeuſe Hauffen geworffen worden: Wie kan man ſich fl nur mit einem Scheine der Vernunft einbilden, daß die Propheceyung von den Muſelmännerſ werde erfüllet werden? Und muͤſte man nicht ſl perruͤckt ſeyn, wenn man ihnen, Kraft dieſtz Verſprechens den Krieg ankuͤndigen wolle. Fuͤrs andere iſt es ſo gewiß nicht, daß di⸗ Tuͤrcken eine Propheceyung haben, vermoͤge di ſie ſich von den Frantzoſen nicht viel Gutth zu verſprechen haͤtten. Denn verhielte ſih alſo, wie wäre es moͤglich, daß die Griechen en ne fuͤr unſere Nation ſo vortheilhafte Weiſſague nicht ſolten gewuſt haben, da ſie dem HerrnSpeeuun erzehlet: Die Tuͤrcken truͤgen ſich miß iun ner Propheceyung, daß ihr Reich dunſh eine Nation Chryſogenos, das heiſt, dun alne eine weiſſe Nation, ſolte zerſtoͤret werdeſhn, Das war eine Gelegenheit, dabei es ſich unhhhhus mein ſchiekte, davon zu reden; Und da alſo Heehe Spon kein Wort davon ſaget, ſo kan maheenk ſchlieſſen, daß er auf ſeiner Reiſe in die Turchhhlm nichts davon erfahren: Weiches ein Zeichelſkul iſt, daß dieſe vermeinte Tradition nur uni⸗ unſern Leuten bekannt iſt. Ubrigens iſt es kl genug, daß dieſe dem Tuͤrckiſchen Reiche fatglſ weiſſe Nation nicht die unſrige iſt. Herr Spohſ lun Voyage du Levant. I. vel, 276, n das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 9 dlenhlaubet, es wären die Moſcowiten.“ Ich er⸗ aube es ihm. Aber, wird man einwenden, weil ihr ein o redlicher Frantzoſe ſeyd, und nicht wollet, daß Kußwir auf Anreitzung geneigter Propheceyungen, molthie Tuͤrcken mit Krieg uͤberziehen, ſo werdet ihr och wenigſtens dulden, daß Drabicius ein guter ictt, Prophet geweſen, da er uns verſchiedene Siege im vermihcomiſchen Reiche verſprochen. Ich antworte: t villedb ich gleich unſern Dichtern und Rednern nicht berhieh achahmen will, die ſeit undencklichen Zeiten alle Orietnſere Könige abſchiken, Conſtantinopel einzu⸗ Veſſehmen; ſo wunſche ich dennoch, daß es unſerm HarlSoſſen Monarchen belieben moͤchte, dieſes groſſe ſch Werk zu unternehmen. Ich ſage nur, daß es Rach gereimt waͤre, wenn man ſich auf vermeinte haſt, aditionen, die uns einen gluͤklichen Erfolg öͤttt kterſprechen, gruͤnden wollte. Und, was den utiſHdrabicius betrifft, ſo iſt leicht zu ſehen, daß es ur Feinde von Frankreich ſeyn muͤſſen, die ſich Kinbilden koͤnnen, man ſehe ihn hier als einen Nann an, der wahrhafftig Eingebungen gehabt, der Frankreich werde etwas unternehmen, Ga um Je Dieſes ſtimmet damit den Tuͤtcken den Garaus an uͤberein, was ich oben machen follte. Die nordi⸗ I gvon geſagt, daß man ſchen Voͤlker nehmlich ſind nehmlich im letzten Krie⸗ allezeit weiſſer von Haut ge mit den Ruſſen dieſes und Haaren als die in war⸗ Nordiſche Volk für das⸗ men Laͤndern wohnen, wi⸗ jenige gehalten, welches die Frantzoſen. 100 Cap. 4. Propheceyungen, um dasjenige auszufuͤbren, was er vorher g⸗ ſagt. Denn kan man wohl gut catholiſch ſeyn, ſo wie der Rath des Koͤniges iſt, und glauͤbeſ daß ein proteſtantiſcher Prediger die Sendungl eines auſſerordentlichen Propheten von GO erhalten habe? Kan man ſo viel Neigung beſſ tzen, wie der Rath des Koͤniges hat, die dei Pabſte gehaͤßige Secten auszurotten, und ſiß doch zur Ausfuͤhrung der Propheceyungen de⸗ Drabieius ruͤſten, deren Inhalt dieſer ſeyn foll Derjenige Koͤnig in Franckreich, welcht das Haus Oeſterreich zerſtoͤren werde, weih auch den Pabſt zu Grunde ſtůrtzen? Min kan dergleichen Gedanken nicht hegen, ohne eih ſtraffbare Beleidigung nicht allein in Anſehun des Verſtandes des Koͤniges und ſeiner M niſter, ſondern auch ihrer Religion, zu behlhf hen. Selbſt die Proteſtanten glauben es nichl ſehr, daß Drabicius einen Propheten abgeh⸗ ben. Es giebt viele unter ihnen, die ihn fuͤrtl nen Schwaͤrmer halten, dem das viele Leſen diſ Erklaͤrungen uͤber die Propheten des Alten Teſich ments und die Offenbahrung Johannis die Eiel bildungs⸗Kraft verwirrt gemacht: Daß, nach dem er dergleichen Begriffe ſich in den Ropf geſent, er die deut ſchen Raͤyſer alspPharaoyo Sennacheribs, Nebucadnezars und Abge⸗ ordnete der groſſen Hure, die von den Weiyn threr Surerei trunken worden, Ae 15 Ke 3 0 0 AA ſach,det Wabt pingth, r Hel U r Hel h ker llan, das Koͤnigreich Franckreich betreffend. 10r ſah bis er ſich endlich eingebildet, GoOtt habe ihn lbeſtimmet, verſchiedenen Fuͤrſten Befehl zu er⸗ udchtheilen, dieſe Verfolger auszurotten. Diejeni⸗ e 6gen, welche die Verfolgungen ausgeſtanden hat⸗ wonſken, und ſich einbildeten, die Goͤttliche Vorſorge Min wüͤrde die Urheber eines ſo barbariſchen Verfah⸗ har, Vrens uͤber lang oder kurtz zuͤchtigen, haͤtten, allen fen,Anſehen nach, dieſen Erſcheinungen des Drabi⸗ ſthültetus trauen ſollen. Inzwiſchen haben ſie mei⸗ keirteſtentheils wenig Rechnung darauf gemacht, da , nſie vornehmlich erfahren, daß er ſich geirret, und vetde, ich ſehr oft auf eine ſs ſichtbare Art widerſpro⸗ n; chen, daß man ſich nicht helffen kan, ohne ſeine , ohZuflucht zu einem Hauffen Gloſſen zu nehmen; in Anſdarüͤber die Spoͤtter mehr lachen, als wenn man ſenädie Irrthuͤmer bieſes Mannes aufrichtig geſtehet. 10bDenn, wenn man überall, wo es die Noth er⸗ fodert, Gloſſen machen wollte; ſo koͤnte man einen jeden falſchen Propheten vertheidigen. lbel'Welch eine elende Sache iſt es nicht, mein hen Herr, ſich auf Offenbahrungen zu verlaſſen; Wgeſetzt, daß ſie von der heil. Hildegard, dec heil. Gertrud, der heil. Brigitta herkamen? Und ſie wiſſen wohl, daß ſehr gute Catholiken,“ und, νwas noch mehr iſt, Geiſtliche die Propheceyun⸗ „Ier Hen dieſer Heiligen mit ſehr bundigen Gruͤnden udeöffentlich beſtritten 5 Wie ſchoͤn 0 83 e lephe. N 10. d Henricus de Hasſia, Sy- Delirio, disqu. Mag. I. 4. % dillanus, Franc. Picus c. I. quæſt. 3. ſect.4. , Mirandulanus apud M. 102 Cap.§. Propheceyungen, es laſſen, wenn Franckreich, das ſo weißlich be⸗ 1 herrſchet wird, ſich in einen Krieg wider Deutſh( land einlaſſen wolte, weil Drabictus deshalhl Erſcheiiſüngen gehabt? Die vortheilhaften U ſtaͤnde, welche man in den Propheteyungen finden vermeinet, werden mich alſo wohl nicht uͤberreden, daß wir bald wieder zu ſiegen anfal gen werden. — CAp: V. Propheceyungen, das Koͤnigtelhſ Schweden betreffende. nter denen alten Propheceyungihſeee das Koͤnigreich Schweden betreffenh ſind inſonderheit der heil. Brigittaͤchf fenbahrungen in vieler Confideratioꝶ f geweſen. Sie war eine Schwediſche Princeß und hatte ſich nach dem Tod ihres Gemahls dis Fuͤrſten VIphonis von Nericien in den Ciftel, cienſer-Orden begeben, und bei ber Einſamkl in ihren acht und zwantzig⸗jaͤhrigen Will wen⸗Stande Acht Buͤcher Goͤttlicher Oß fenbahrungen geſchrieben, welche auch von deln Pabſtlichen Hofe approbiret worden. Im Johr 4 WIIinpe 1373. iſt ſie zu Rom geſtorben, woher ihre TochMill ter die Leiche abgeholet, und zu Waditena be graben hat. Pabſt Bonifacius VIII. hat nachß het“ das Koͤnigreich Schweden betreffend. 103 tz het die Brigittam canoniſiret, und unter die Zahl wönde der Heiligen aufgenommen. Der Koͤnig Magnus Schmeeck hat zwar aus ihren Offenbahrun⸗ gen nicht viel ſonderliches gemacht, und dieſelbe hehhun denen füfſen Traumen verglichen. Wie aber unter ote denen Traumen auch ſehr viele einzutreffen pfle⸗ fegn gen ſo will einigen duͤncken, der Brigitten »Weiſſagungen von denen kuͤnftigen Schickſalen der Nordiſchen Reiche waren ſo ſchlecht hin nicht zu verachten. Immittelſt ſind dieſelbigen ſehr dunkel, daß bloß der Ausgang kuͤnftiger Zeit ih⸗ nen etwas Licht bringen kan. Und waͤre daher zu Joli wünſchen daß die Nahmen berer, von welchen Idie Brigitta geweiſſaget, aus dem Manuſcript de. der Bibliotheque zu Vpſal, darinnen ſie am Rande ſollen beigeſchrieben ſeyn, einſtens moͤch⸗ chettet ten publique gemacht werden.“ den beh Bint. Auch unſer Michael Noſtradamus, deſ⸗ Dnlſe ſen wir in denen vorhergehenden Capiteln gedacht, chepn hat nach ſeinem prophetiſchen Geiſt ſo gar auch die Gans künftigen Schikſale der Nordiſchen Laͤnder vor⸗ hergeſaget, und ſoll ſich ſein ſcharf ſehendes Ge⸗ uet ſicht biß in den auſſerſten Norden erſtreket haben. ihrhn. Man hat ſchon eine geraume Zeit in Schweden ſAber dieſe ſeine Weiſſahngh ſpeculiret. 8 4 Beau- WBeſtehe D Eriei Benzelii: cerum. Gedrukt iuVplal, Notas in Vaſtovii Vitas 1708. p. 70. Sanctorum Sueo-Gothi⸗ 0* Beſiehe LesVrayes Cen- turies& Propheties deMai- 104 Cap. s. Propheceyungen, Beaucoup beaucoup avant telles menecʒ Ceux d'orient par la vertu Lunaire L'ann mill ſept ceus feront grand eme- nees Subjugant presqu'le Coin Aquilonaire. Wann ohngefehr man ſchreiben wird tau/ ſend ſieben hundert Jahr, So wird von Orient ein Volk voñ groſſer ſ Schaar Die Eck, ſo Noͤrdlich heiſt, bezwingen gantz und gar Als von des Mondes Nraft geſtaͤrcket in⸗ merdar. Biß her iſt dieſe Propheceyung GOtt dohl noch nicht erfuͤllet worden, und wird ein jeder reb⸗ licher Patriot wuͤnſchen, daß dieſelbe auch nie moͤge erfuͤlet werden, und weder Tuͤrcken noch Ruſſen in die Nordlichen Leinder eindringen und ſich derſelben bemeiſtern moͤgen. In den ſchon angefuͤhrten ſonderbahren und nachdenklichen Propheceyungen die in dem ietztlauffenden igden Seculo ihren Pe. riodum erreichen und vollenden ſollen, finden ſiſch ſtre Michael Noſtrada- lan 1644.& 1669 45 15 Cologne 1689. Cent. I mus, ſuivant les premie- res editions imprimẽes Quatr. 49. p. 9. et fan. M Aachlch ett gget HIg0 li hu fhen 0 tſe, n ͤllche ſlfigt ſlgüünf chfet üne Uhhef duiber das Koͤnigreich Schweden betreffend. 103 Aae ſich Num. VI. und VII. auch zwei das Koͤnigreich Schweden angehende Prognoſtica, welche wir gus dieſer Schrift entlehnen wollen. Sonderbarer Traum des Koͤnigs utz in Schweden, Guſtavi Adolphi, als *er Anno 1620. zu Berlin, bei dem Chur⸗ zoug fürſten von Brandenburg, Johann Si⸗ ten Lismund geweſen, und init der Prin⸗ r zehin Maria Eleonora das Beila⸗ arcke ger hielt: ls hoͤchſt ⸗gedachter Koͤnig Guſtavus 8 Adolphus, bei ſeinem Herrn Schwie⸗ ger⸗Vater, dem Churfuͤrſten zu Branden⸗ burg geweſen, wie der Deutſche Krieg an⸗ gegangen, und wie er nach geendigter Tafel ſtoen geblieben, und ſich auf den Ellbo⸗ gen geſtuͤtzt, ſo hat ihn unvermuthend ein Schlaf uͤberfallen/ worauf er mit dem ei⸗ nen Arm ſtark zu arbeiten angefangen, ſo wahb daß ihm der Schweiß die Backen abgelauf⸗ fen, und heftige Bewegungen gethan. ſüng Daruͤber Ihro Roͤnigl. Majeſt Miniſiri Dund hohe Bediente heftig erſchrocken, ſich anes Zufalls befuͤrchtende, und da ſie merk⸗ ten, daß die Arbeit hefriger wuͤrde, ſie aydlich ſich getrauet, Ihro Koͤnigl. Majeſt. 15 G 5 auf⸗ 106 Cap. 5. Propheceyungen, aufzuwecken, welcher dieſelbe ſtark anſchau⸗ end, zu ihnen geſprochen: Sie hoͤtten ihm wohl laͤnger moͤgen ſchlaffen laſſen; Denn ihm getraͤumet, daß er gegen einen ſehr hohen Berg gearbeiket, aber wie ſehr er ſich auch bemůhet, nicht weiter, als biß an die Helffte kommen koͤnnen. Und da 1 er ſich umgeſehen ſey er eines kleinen di⸗ cken freimuͤthigen Mannes anſichtig wor⸗ den, der mehr gearbeitet als er, aber nicht ſo weit hinauf gekommen, darnach habe er einen kleinen hinkenden Mann geſehen, der noch mehr darbei arbeitete, als der er⸗ ſte, und doch nicht aus der Stelle kam; Nach dieſem ſey kommen ein langer ſchmah⸗ ler Juͤngling, welcher hurtig arbeitete, und fertig auf den Berg hinauf ſprang, da er nun auf der Spitze war, rief et: Victoria! Victoria! Und uͤber dieſem Ge⸗ ſchrei war Ihro Koͤnigl. Majeſtaͤt aufge⸗ weckt, und ſagte: Er haͤtte gerne geſchen, was es vor ein Ende mit dieſem friſchen Juͤngling genommen. Dieſer Traum hat Anno 1718. bei Frie⸗ drichs⸗Halle in Norwegen mit Carolo dem XII. letztern Koͤnig in Schweden aus dem Pfaltz⸗ Zwerbruͤckiſchen Hauſe herſtammend, ſeine Endſchaft erreichet; als er in der Belagerunz ſelbiges Orts, da er recognoſciren wollen, in den Aprochen, Nachts zwiſchen 11. b 1 ces, de ſachec, de. aetwelte 4 770 UR0 EN Bid ehe n B 0 60 lch che N é0 ö hzt U 1 L M. * IR6 dieſeme ſtat cr das Koͤnigreich Schweden betreffend. 107 Uhr ſeinen Heldenmüthigen Geiſt aufgegeben, wie ein Falconet-Kugel ihm durch ein Bleſſur am Kopf ſein Leben geendiget. Durch ſothanen Fall iſt der Schwediſche Thron an den Erb⸗Prin⸗ gen von Heſſen⸗Caſſel, kridericum, ictiger Koͤnnigl. Majeſt. in Schweden, durch Verhei⸗ rathung an Dero Koͤnigl. Prinzeßin,, Ulrica KEleonoraͤ, des verſtorbeuen Konigs in Schwe⸗ den Schweſter, gelanget, der annoch glůcklich und loͤblich regieret. Es wird erfolgen, da dieſer Nahmen FRIdekczCh noch niemahls in Schwe⸗ den denen Koͤnigen gegeben, daß es ein rech⸗ tes gluͤckliches und geſegnetes Omen dem atbet Boͤnigreich Schweden geden wird. Poetiſche Gedancken, uͤber den Traum, Guſtavi Adolphi, Koͤnigs in Schweden: So endet ſich der Traum den man ſchon laͤngſt geleſen, Den der Guſtav Adolph nicht gantz er⸗ wartet hat; zalt, Derſelbe iſt bisher noch nicht erfüllt ge⸗ 8 weſen, Die Deutung aber iſt nunmehro in der That. Du 108 Cap. 9. Propheceyungen, Du Juͤngling ſtiegeſt nach, hoch an der Berge Spitzen, Doch dein Verlangen war damit noch nicht geſtillt, Die Mißgunſt leitet dich, den Baͤren th gleich zu ſitzen, Da dieſer Leit⸗Stern noch ſein altes uhn Anꝛt erfuͤllt. Der Adler kan noch ietzt hin in die Sonne ſchauen, Ein Elephant verließ des Steinbocks e Himmels⸗Haus. Du kalter Loͤw wilſt dich dem kalten Mond en vertrauen, Da deſſen blaſſes Licht die Sonn doch ſhfe loͤᷣſchet aus. Drum lern Mondſuͤchtiger! des Monden 160 gleiches Gluͤcke d Nicht lang beſtehen kan, die Thorheit macht das End. 10 Mon lacht der Rachgier ietzt: Des Prah⸗ lens leere Tuͤcke Verſchwinden mit dem Mond in einen Nu behend. Die das Koͤutgreich Schweden betreffend. 109 Haß Die Vor⸗Welt hat noch nie von Chriſten das erfahren, uns“ Daß Chriſten⸗Koͤnige des Barbars Huͤlff verlangt, & Drum iſt es billig auch/ daß dir bei jungen , Jahren, ſine Auf deinem Haupt die Cron im letzten . Viertel prangt. e EHE Man wird die Nach⸗Welt faſt zu glauben nicht bezwingen, teinb. Der Loͤw aus Oecident im Orient ſey dus. todt. n Doch Hochmuth, Eingenſinn, Rach, kan „ nach ſonſt nichts ringen, 51UAls daß ſie Phaẽton ſtuͤrtzt ſelbſt in eigne . oth. Der in Schweden gefundene merk⸗ 5 Mi, wuͤrdige Klippen⸗Stein. A ö nno 1700. den 28. Januvarit, am Tage, 05 K Caroli, hat man einen Klippen⸗Stein Agefunden, und ſolchen nachgehends ietziger Aal Boͤnigl. Majeſtaͤt gewieſen/ welcher in ei⸗ htk dem Acker, auf der Barvaller⸗Heide gelegen, NVĩæworinn befindlich der Nahme CAKOLVS Xll. mit den Wapen und Buchſtaben 3 un 4 110 Cap. 6. Propheceyungen, und Sr. Koͤniglichen Majeſt. gantzen Ge⸗ ſtalt, in Lebens⸗Groͤſſe Vor ſeinen Fuſ⸗ ſen liegt ein Lowe, wobei gefunden wird, die Jahr Zahl ſeiner Geburth und Sal⸗⸗ bung, wie auch zuletzt am Ende des Steino die Zahl 1701. claudirt mit 1730. Es iſt der Stein in der Soͤhe 10. Fuß, und in der Breite J. Fuß; der RKoͤnig ſtehet auf dem oberſten Ende, unten an dem andern Ende ſtehet eine Pabſt⸗ Figur, in der Hand haltend den Scepter, die Paͤbſtliche Crone auf den Kopf, zwar auf der Seite hangend, drei Cronen lie⸗ f1 zu des Koͤniges Fuͤſſen, und ein Muͤnch ehet an der Seiten, mit einem kahlen Ropff, nebſt noch andern Figuren, von Engeln, Adlern, Schweinen, Hunden und Katzen, dabei man oͤffters die Zahl X. fin⸗ det, in der Mitte des Steins, neben dem Koͤnig iſt ein Planet, der lupiter. Was die Deutung deſſen ſey, iſt dem allwiſſenden nn GoOtt bekannt. CAPVT VI. Propheceyungen, das Koͤnigreich Polen und Chur⸗Saͤchſiſche Haus betreffend. 7 Ihu allen Staaten in Europa iſt ſchwerlich einer anzutreffen von 5 künf⸗ I E 0 Güt Wench das Koͤugreich Polen betreffend. 111 Nmut küuftigen Schickſalen und Begebenheiten ſo uviele Vorherſagungen verhanden, als von Po⸗ ndan len; ſo daß man derer leicht dreißig und mehr n s zuſammen bringen könte, wenn es ſich der Mů⸗ deo8e he lohnete, und ſie alle von gleichen Werth wa⸗ Esſſh ten. Ider hy em obe E7def Die aͤlteſte und wunderbarſte unter ſolchen haltaßh iſt die bisher gluͤcklich eingetroffene Propheceyung Fdenà von der Nachfolge derer Koͤnige in Polen, Ctons ſamt dem nach Abſterben des uralten Jagello⸗ en niſchen Koͤnigs Stammes Anno 1554. mĩt Si⸗ em kih gismund Auguſt, man daſelbſt die ietzige Koͤ⸗ wrem, Higs⸗Wahl beliebet hat. Daß aber der Koͤnig unde in Schweden Erich der VI. ſeiner unloͤblichen öKünſte Wederhat oder Wetter⸗Hut genannt, nchu“ weilen er mittelſt Wendung ſeines Hutes ſoll ha⸗ ben Wetter und Wind machen koͤnnen, ſotha⸗ zlnſ ne Propheceyungen zufalliger Weiſe ſoll gefunden haben, wie der gelehrte Gabriel Groddeck* anmerket, ſolches iſt kaum zu glaͤuben, indem Koͤnig Erich 600. Jahr vorher gelebet und re⸗ gieret hat. Die Weiſſagung ſelbſten iſt folgen⸗ den Inhalts: Jön „%⁰Yον Flos * 0 Beſtehe Gabriel Geod, dee ſcriptoribus Hiſtoris , decks ſehr gelehrts Schriſe Polonica., P. 88. 112 Cap. 6. Propheceyungen, W Flos de Valle. Die Blume im Thal ,d Corona. Die Rrone. Wih. Exul fortunatus. Der gluͤckſelige Frem inke de. 1 Cloria ſaccodens. Der folgende Kuhm, Manipulus ſierilis. Eine unfruchtbare Garbe. Nockis breue fidus. Ein kurtzes Licht der Nacht ein Manus congregatorum. Die Hand der Ver, n ſammleten. 3 Diverſicolor. Bunt faͤrbig. I00 Vnus ex duobus. Einer von zweien, l QAuila bicepo. Der zwet⸗ koͤpfigte un Adler. N Sic tranſeunt felicia regna. Und ſogo het das gluͤckſelige Reich unter. AW Wie gluͤcklich aber und wie genau dieſe Pto/ pheceyung bis hieher eingetroffen, mag der ge⸗ f neigte Leſer aus nachfolgenden Hiſtoriſchen Al, merkungen abnehmen. 1. Flos de Valle. Die Blume vom Thal, ſoll das Kennzeichen des erſten ſeyn, den die Wahl treffen wuͤrde, und man ſahe die Vol⸗ bringung/ als Henrich aus Franckreich, vom. Hauſe Valois, der auch die Lilien in ſeinenm Wapen fuͤhrete, nach einer 22 jahrigen In⸗ terims-Regierung An. 1570, Koͤnig ward. 0 U 2 C hunen teke dhun ten das Koͤnigreich Polen betreffend. 113 „. U Cunng. Die Rrone. Iſt das Merkmahldes an zweiten, welche man auf dem Haupte Ste- phani Bathori, Fürſtens von Siebenbuͤr⸗ ph9en, der uͤber ſein Fuͤrſtliches Wapen eine zdek Krone hatte, mit Luſt erblickete; nachdem futk Konig Henrich, da er nur vier Monate Geh regieret hatte, aus Polen gen Frankreich Wlt um daſelbſt ſeinem verſtorbenen Bruder zu Aueſuccediren, ſich in ſtiller Nacht davon ge⸗ dde macht, und als eine bald verbluͤhende Fran⸗ annle hoͤſiſche Blume, die Krone einem ſtandhaf⸗ rbig⸗ tern Liebhaber derſelben erlediget, um wel⸗ on zze cher willen Stephanus herzu eilete, Ma⸗ vei⸗ Kiß kimilian von Oeſterreich um die Krone Mle. brachte, und, nachdem er die Schweſter Sigismund Auguſts, Annam geheura⸗ Ue thei, ſeiner herrlichen That halber, gleich⸗ . ſam eine Krone Polniſcher Koͤnige wurde. N fuu3 Exul Fortunatus: E in gluͤckſeliger Krulant. Iſt der Caracter des drittens; welches er⸗ tſte fuͤllet wurde, da die Polen dem Sigis⸗ mund aus Schweden, dem Sohn der Ca⸗ tharinen Jagellonica, die auch eine Schweſter des letzten Jagelloniſchen Koͤnigs Sigismunds Auguſti war, welchen ſie Rell im Gefangniß zu Gryphsholm Anno 1560. mit dem damahligen Herzog, nachmaligen Konige in Schweden, Johann gezeuget, als einen aus ſeinem muͤtterlichen Vater⸗ 0 Lande, gleichſam exulirenden, gluͤcklich zu H ihrem 114 Cap. 6. Propheceyungen, ihrem Koͤnig Anno 1586. wehleten, auch ſo lieb hatten, daß ſie ſeinem Sohn Vla- ſ dislao die Succesſion gaben. 4 Cloria ſuccedlons. Die ſuccedirende Glorie. b Dieſer Spruch ward beſtaͤtiget, als Anno hn 1633. Vladislaus ſeinem Herrn Vater in ch der Regierung folgete. Gegen die Türcken hatte Vladislaus ſchon bei ſeines Vaters Leb⸗Zeiten groſſen Ruhm erjaget; Und alſo⸗ bald beim Antritt ſeiner Regierung erwarb er ſich eine noch groͤſſere Glorie, als er die Ruſſen bei Schmolensko recht aufs Haupt ſchlug, und ſie ſo in die Enge trieb, daß ſich hernach ihre gantze Armee ergeben muſte. Manipulus ſterilis. Eine unfruchtbare Gar⸗ be. Dieſes traf Anno 1640. ein bei dem Bruder des Vladlislai, dem nun gewehlten, bißher in Jeſuiter-Orden geſtandenen und deſignirten Cardinal, Johann Caſimir; indem dieſer zwar die Garbe, als des Guſta⸗ vianiſchen Hauſes Wapen annoch führetez Dennoch aber, ob er gleich auf des Pabſtes Erlaubniß mit der unfruchtbaren Witwe ſeines Brudern VIadislai, der Marien Louiſe Gonzaga verehlichet war, ohne Leibes⸗Frucht, ohne Gluͤck, ohne⸗ Seegen verblieb, biß er endlich von lantz⸗ wieriger Unruhe ermuͤdet, die Krone nie⸗ derlegete, ſich nach Paris in die 1 8t. er⸗ ſ0 e I f un 0 Mähg —— 2 das Koͤnigreich Polen betreffend. 115 Germain verfügte, und daſelbſt ſein Leben fruchtloß endigte. Nodlis breve ſidus. Ein kurtzes Nacht⸗Ge⸗ ſtirne. Solte hiernechſt laut des Inhalts der Propheceyung aufgehen; welches man auch ſchauete, da die Polen dismahl einen Piaſten, oder einheimiſchenKoͤnig, durchaus haben wolten, und jemand den Michael Wiesnowizki, an welchen kein eintziger gedachte, gar unverhofft auf die Wahl Anno 1670. dergeſtalt brachte, daß dem Michael es faſt ging, wie jenem Claudio, der durch einen gemeinen Soldaten zu Rom als Käyſer ausgeruffen waͤrd. Michael meynete, man ſpottete ſeiner, inſtandigſt bittende, ihn zu frieden zu laſſen. Es war auch ſeine Regierung nicht nur kurtz von 2. Jahren, die er in einer Nacht der ſtetswah⸗ renden Unruhe zubrachte, ſondern es war auch uͤber dies der halbe Mond, der die 055 regieret, das Wapen ſeines Hau⸗ es. rende g Aanus Cungregatorum Die Hand der Ver⸗ ſamleten, ſolte jetzt die negſte ſeyn, und ihrer wurde man inne, als der verſammleten Kron⸗Armee commandirende Hand, oder Groß⸗Feld⸗Herr Johannes Sobtes ki, Koͤnig wurde, deſſen ſchwere Hand die herbelgerukte Tuͤcken zu zweien mahlen H2 mit 116 Cap.6. Propheteyungen, mit gewaltiger Niederlage auch gefuͤhleth ben. 2 Diverſecohn: Einer von allerlei Farben, ſolte hach der Weiſſagung folgen, welcht auch im Polniſchen Wapen bei dem zum Koͤnig erwehlten Churfuͤrſten von Sachſen erblicket werden, da in ſelbiger nicht nur der filberne weiſſe Adler mit ſeiner guͤldenen Keſ⸗ ne in rothen Felde, und der füberne Curas. ſier von wegen Lithauen, ſondern auch geſchauet wird das groſſe Chur⸗Saͤchſiſche Wapen, zum Theil golden, halb ſilbemm ſchwartz, rothe zwei Schwerter, und der grüͤne Rauten⸗Krantz; zu geſchweigen da“ veraͤnderlichen Farben, darinnen Ihro Mu jeſtät Affaires ſituiret geweſen ſind. 9 Vnus en duobus? Einer aus zweien. Wie accurat dieſe Weiſſagung dei der letzternkleß nigs⸗Wahl eingetroffen, weiß jederman. to Apuila biceps: Der zweikoͤpfigte Adla 0 machet in dieſer Propheceyung den Schluß,. worauf es heiſſet: N Hic tranſcunt folicia Rgna: Alſo vergehen de gluͤcklichen Reiche! 44 Entweder, daß dem Propheten das Geſiht pvergangen, oder daß mit ſolchem Koͤnige + W 0 das Koͤnigreich Polen betreffend. 117 das Kdnigreich werde aus, und zu Ende ſeyn. ll' Noch eine andere Edition von eben dieſer ſaan öobigen Wahrſagung hat uns der bekannte Herr bel e Verfaſſer des gelehrten Preuſſens“ gegeben, 8 welche ſchon vor 100 Jahren in Spanien be⸗ „kannt worden, und Anno 1658. einem gelehrten Mann zu Franckfurt an der Oder zuh nden kom⸗ men, wodurch ſie wohlgedachter Verfaſſer erhal⸗ ſne ken. Solche lautet etwas veraͤndert, aber ubSit liemlich vermehrt, alſo: ,dabh 1 Fluc de Valle. Die Blume im Thal. %„A2 NVominis Corona. Die Crone im Nah⸗ men. Euil Fortunatus. Der gluͤckſelige(be⸗ gluͤckte) Fremde. 4 Gloria ſuccedens. Der folgende Ruhm. wa f Aanipulus ſterilit. Die unfruchebahre Korn⸗Garbe. ſhun 6 Nockis hreve ſidus. Das kurtze Nacht⸗ Geſtirn. öpfg. 7 Alanus Congregato- Die Hand der er⸗ g% rum. ſammleten. 8 Diverſicolor. Der Bunt faͤrbige. 9 Hlus biceps. Allein der Zweikoͤpfi⸗ 0 ge. H3 10. U in, Tom l. P. W Alent Lul. p.255.f90 en An ſtatt Aquila biceps. 1Is Cap. 6. Propheceyungen, 10 Fxduobus umns. Einer aus Zuweien. 11 Synitus Apium. Das Geraͤuſch der Bienen. 12 Cuſtos vigilantium. Der Huͤter der Wa⸗ chenden. Eben dieſelbe, aber noch vermehrter bringt der Herr Verfaſſer des gelehrten Preuſſen an gedachtem Orte bey, mit der Nachricht, daß ihm ſolche von dem Hochverdienten Thorniſchen Bürgermeiſter, Herrn J.H. Zernecke mitgetheilet worden, der ſie aus einem ſehr alten Manuſeript der Thorniſchen Cantzelei abgeſchrieben. Sie ſoll von einem Abt zu Andrzejow, Stanislaus Neſca Nahmens, herkommen, und beſteht, auſſer den erſten ſieben alten Zeichen noch in fo( genden Zuſaͤtzen: E 8 Diverſicoloris.“ 9 Solus Princeps.“ 10 Ex duobus unus. ſühehn 11 Sonitus apium.* 12 Cuſtos vigilandus. 13 Ipſe Man merke hierbei ſten Aquila biceps, im die verſchiedene Ver⸗ zweiten Solus biceps, aͤnderungen der ange, und hier gar Solus Prin⸗ merkten Seichen: ſon⸗ceps ſieht. derlich No. 9. da im er⸗ Ihgt, ausöu 13 Ibſe fortis. ctuuz 14 Civitatis antiquæ zen ernamentum. itet zub w5 Alter Cracus. den. 16 Patriæ Sol. 17 Regnorum occaſus. gehtter praſſ achtict Tyn. Quando poſt mille ſe ke nu btem imminebit: nMautt Tunc Reginam vidu- heiteu am viduus habe- I, Itn bit. mVy Qui ſepticollis Domi- henhet⸗ Nulh. Felix Rex in omni- bus. Ad quem redibit Pruęſia. Deflectet Pomerania. Reviviſcet ex cineri- bus Polonia. Ercus twar ein Pohlni⸗ 5 a ſcher Fuͤrſt aus Lechi⸗ ſchem Stamm, von H˖ 4 das Koͤnigreich Polen betreffend. 119 Er ſelbſt der Starke. Die Zierde der alten Stadt. Der andere Cracus. Des Vaterlandes Sonne. Der Untergang der Keiche. Wenn nach tauſend ſieben kommen wird: Alsdenn wird ein Witt⸗ wer die verwittwete Koͤnigin erhalten. Der Herr vonSieben⸗ buͤrgen. Wird in allem ein gluͤcklicher Koͤnig ſeyn. Zu dem wird Preuſſen wieder kommen. Pommern aber abfal⸗ len. Polen aus ſeiner Aſche wieder empor ſteigen. Ger- dem die Stadt Cracau ihrem Nahmen bekon men. 5 120 Cernunin tacebit. Batavia ridebit. Livonin videbit. Marchia lugebit. Danià triſtabitur. Moſcovia mirabitur. Anglid lætabitur. Horrebit Gallia. Videbitur, quod ſine aliena pecunia fir- mabitur& augebi- tliur Polonia. Tulc cantabit Eccle- ſia catholica: J2 Deum laudammis. Cap. 6. Propheceyungen, Deutſchland wird da⸗ zu ſtille ſchweigen. Holland wird lachen. Liefland zuſehen. Die Marck traurg ſeyn. Daͤnnemarck ſich be truͤben. 13 ſich verwum/ ern. Engelland ſich freuen, Franckreich erſcht⸗ cken. Man wird ſehen, daß Pohlen ohne fremde Gelder groͤſſer und ſtärcker werden witd. An Alsdenn wird die Ca⸗ tholiſche Kirche ſin⸗ gen: HErr Gott dich loben wir FVon dieſen vier verſchiedenen Ausgabeh einerlei Vorherſagung will man die zweite vot die richtigſte halten, weil ſie bishero ſo uͤberaut wohl zugetroffen. Denn daß das Merkmahl:( a Diverſicolor, oder der Buntfaͤrbige, Auzu⸗ ftum ll. andeute, hat nebſt andern loh. Wel Trier in der Einleitung zur Wab dl 6. u, das Koͤnigreich Polen betreffend. 121 landet flar erwieſen.! Das folgende Vnus ex duobus, lzz einer von beiden hat ja wohl zur Gnüge vorher dumg geſagt, daß zween Könige zugleich entſtehen, und diute einer davon die Oberhand erhalten wuͤrde, wel⸗ hanck! ches jetzt⸗regierende Koͤn. Majeſtät AVGVSTVS II. iſt. Weil auch nun Hoͤchſt⸗Demſelben die nerc gllerhoͤchſte Käyſerliche Wurde vorher geſagt „wird, wie im 1. Capitel angefuͤhret worden, ſo ſcht ſiehet man leichtlich, wie das folgende: Aquila biceps, der zweikoͤpfige Adler ausgedeutet andſtht werden koͤnne, und was voͤr Veranderungen als⸗ tuch denn entſtehen duͤrften. Folgendes Vaticinium von den Pohlniſchen Regenten iſt im Cracauiſchen Archiv befind⸗ lich,* und faͤngt erſtlich von VIadislao IV. an, duus geht aber auch biß auf die, von den vorigen ange⸗ nih! deuteten Zeiten, und lautet alſo: 355 H 7 ER p. 281. und aus dieſem den Churfuͤrſten von Bay⸗ Gel. Preuſſen 1. cit. p. ern, andere den Printz 275. ſed. allwo auch an⸗ Jacobi Sobieski haben udere Auslegungen des wollen, wiewohl ſie gar „0% Worts Diverſicolor be- in gezwungen heraus kom⸗ ůindlich, daraus einige men. Siehe Crodd.de Script. Preuſſen,. e. p.260. 276. Polon.§, 46. Gelahrte 287. 122 Cap. 6. Propheceyungen, E Frater, quam vis procul abs te mittè re prolem Poloniæ regno, tibi ſunt conſideranda Primus adeſt horum V. gentis proſecutus Amore, I. C. non ornat regnum, nec M. du regnat. I. moritur, poſt hunc A. Rex ſit cum Domi. 1ν qui Incipiet forti zelo: bene ſingula fent, Ie animam perdet bellando pro grege paſtor. Bei., “In dem verwirrten worinnen aber dieſe Ver⸗ Pohlen ſteht p. 137. aͤndernng zu leſen: dieſe Wahrſagung auch, polſt hunc A. Rex fiet. Singula fient Atque animam perdet&c. PUN * Itic 1eiſ Lurchd 7 db Me das Koͤnigreich Polen betreffend. 123 hngzeiſtehende etwas ſchlecht gerathene Uberſetzung ſteht im Gelehrt. Preuſſen J. e. p. 287. und iſt aus einem MSCt. genommen, wiewohl der Verfaſſer unbekannt iſt. Gie iſt alſo, jedoch ziemlich veraͤndert, uͤber⸗ um ſetzt worden: Men Bruder, ob ich gleich von dir ent⸗ fernt muß leben, 8 So acht ich doch fuͤr gut, daß ich dich unterricht, Gott vor Wlalef noch wird in Polen eben. Ich bitte dich gar ſchr„veracht diß Schreiben nicht. 485 erſte heiſſet V. denſelben wird man lie⸗ hen. 1 I. C. durch dieſen wird das Polen ſchlecht 110 begluͤckt. M. der wird durch den Tod zu zeitig auf⸗ gerieben LI1I. zur truͤben Zeit der Eitelkeit ent⸗ ruͤckt. »Dieſes und das andere mit“ bemerkte iſt ein Zuſatz der im Original nicht ſtehet. 1 Nich dieſem wird Gott ſelbſt A. K.! die Crone geben, Der wird durch Tapfferkeit erlaugen * dieſen Ruhm, 0 124 Cap. 6. Propheceyungen, T. ruet, E. queluet: S.C. M. ſponte pn f teſcent. Atque H. L. aperient pro tunc altati ſacra Tempore quo fiet novum cum Princih Foedus. Aguila nigra biceps Alba pereunte, ſequ- tur Juncta. Lechis,& ſic pereunt nunc ſecuk regno Dasz Eben daſelbſt ſteht vor T. ein 8T Die Buchſtaben S CM. zeichnen, zu welcher der wollen einige Sacra Cæ- Weg durch das neuk ſarga Majeſtas ansdeu⸗ Vöndniß mit einem ten/ und alſo damit die Printzen(RKoͤnige) g⸗ Kaͤyſer⸗ Wuͤrde be, bahnet werden ſoll fo A it Wih 0 z IA Ffch 0 das Koͤnigreich Polen betreffend. 125 Oaß alles wohl gethan, doch wird ſein ehr⸗ lich Leben Durch einen blut'gen Krieg des Todes E Eigenthum. 1J. der auf dieſen folgt, nebſt K. wird ſchleu⸗ nig ſterben, Dann wird das Koͤnigreich lang ohne 1 Koͤnig ſeyn: Darauf GK'und M.die 808 es beerben: H. und dann wieder L. erlangen ihren Teunt⸗ Schein. Denn ſie den Gottesdienſt 0 in guten Stand geſetzet tunUnd zwar zu ſolcher 3 Zeit, da man durch 10 neuen Bund, Mit ſeinem Füͤrſten ſich gantz d Freuden⸗voll ergoͤtzet. Hter ſteht das Neich noch wohl; allein hierauf wird kund, Wie fuͤr des Adlers Macht, den ſchwartze Farbe zieret. Und der zweikoͤpfig ſ t, der weiſſe nicht kan ſtehn; Wan ſieht des Lechi Haus(weiß nicht wo⸗ 4 1 von) geruͤhret, za. Auch Reich mit Gluͤck zugleich zu Grun⸗ de muͤſſen gehn 55 le 126 Cap. 6. Propheceyungen, Dieſem muͤſſen wir nothwendig folgendet beifuͤgen, weil es mit dem vorigen in vielen Sti⸗ cken uͤbereinkommt, ob wohl es auch in veelen davon abweicht. Es iſt ſolches von dem Koͤnige von Schweden Erico XIV. im Garten Reten bei Schwartes, als er eben zur Luſt Bahume gepflantzet, auf einer Baumrinde geſchrieben ge⸗ funden, und ſogleich durch Senrich Claudt F. A. dem Königlichen Tage Buch einzuverleiben hefohlen. Der Koͤnig hat ſie nachgehends aus ſin Curioſität ſelbſt abgeſchrieben, und dieſes eigen⸗ handige Exemplar, worinnen auch die Anne 1563. geſchehene Dinge enthalten, iſt in die Dam giger Raths⸗Bibliothec(weiß nicht durch was vor einen Zufall) gekommen, allwo ſie auch Anno 1657. Ihro Koͤnigl. Majeſtat von Pohlen, Joh. Caſimiro in Gegenwart vieler Polniſchen Mag⸗ naten gezeiget worden, wie ſolches im Gelahr⸗ 05 ten Preuſſen an angefuͤhrtem Orte mit mehre⸗ rem verſichert wird. E C. minus ſeptem numera quam nune ſtatus(ſtabis) annos Rege regente polam. I. C. C. G. Svedum Rege regente, I. C. deficiet, deſertus ah omnibus iſte C. G. fraude potens ſe cum B.prodet,& E Si tainen ante DEoO ſupplex& templa fidemque Re⸗ um fMon I das Koͤnigreich Polen betreffend. 127 Belinuer, manus alti Numinis eriget A illum Wigor erit, Domino bipedes mactabit ob& porcos atque boves: leges dabit inclytus oris nchch CeSarmatiæ, fervoris, Imoris, honoris& fn omnis 00 laig propriis regnis eſt ceſſatura ſimultas.“ 61. C. non ornat M. nec M. regnat; at A. R. Omnia cum Domino ineipiet, 5 finiet; 60 at Rex 10 8 G. cum ruet, una reget quæ(forte quem) regere fecit. Tunc urbes maris H. G. C. altaria clauſa ermat„fietque noοο] cum principe . Foellus. F. luet, E. ruet: at D. M. R. ſponte pa- kitent. Sicque mari terraque potentia ſtabit in 490 llis. Jyes Ajuilæ, alba, rubens, nigræ milens, 1i igοα bice p Ilu Ad regnum properant, Alba pereunte Ngra coronatæ duplicem jungetque Coro- nam Sic pereunt felicia Kegua. s 128 Cap. 4. Propheceyungen, Da dieſe Wahrſagung den Worten nach zu überſetzen nicht wohl moͤglich iſt, ſo wollen wir uns bemuͤhen, den Sinn und Inhalt deſ ſelben, welcher mit den vorigen in gewiſſen Sti⸗ cken uͤberein kommt, in vielen aber von denſeloſz ſun gen abgeht, ſonſt aber doch ſchr merkwuͤrdig iſt, in einem verſtandlichen Zuſammenhauh ut⸗ dem curieuſen Leſer vorzuſtellen, und deſſeh ſe⸗ reifferm Nachdruck zu uͤberlaſſen. Zehle von da an, da du nun biſt Jahr von hundert zurücke, wenn 1.0 Ioh. Caſimirus) Polen, und C. G.(Carl Gu⸗ ſtav) Schweden regieren wird, alsdem wird J. C. von allen verlaſſen ganz ſchmaͤchtlich werden. C. G. wird durch Liſt maͤchtig werden und ſich mit (Brandenburg hervor thun, und I. C.(loh. Caſimirus) daferne er erſtlich vor GOTLTE fußfaͤllig werden, und Rirchen und Bell⸗ gion wieder herſtellen wird, durch die Hand Gottes wider aufgerichtet, und er Uber⸗ winder werden, da er dann Gott zweifußigt Schafe, Schweine und Ochſen ſchlachten Polen neue Geſetze geben, und im Reiche alle heimliche Feind ſeligkeit aufhoͤren 5 1 Dleſe 93. gerechnet u Schwediſche Brieg in Anno 1563. bringen Polen unter Carl Guſtzr das Jahr 1656. heraus, angegangen. ſit e Wihe ſhSttg ffe de abe 0 Je S hez fte re Tg Wtgton *7. von 160, bleiben 93. als in welchen der andete Atsde Wa t g, das Koͤnigreich Polen betreffend. 129 An. giebt dem Reich ſchlechte Zierde. M. (Michael) wird auch nicht lange regieren; aber A. R. wird alles mit Gort anfangen und gluͤcklich endigen. Wenn aber C. G. (Carolus Gothicus i. e. von Schweden) als fallen wird, wird er zugleich den regie⸗ Wand ren, welchen er zur Re ierung erhaden. Alsdann werden die Seeſtaͤdte II. G. C. die geſchloſſene Altaͤre wieder eroͤffnen, und mit einem Fuͤrſten oder Koͤ⸗ un nige eine neue Alliance werden. 0 E, wird Straffe leiden: E. fallen, aber 0,(D. M. R. freiwillig offen ſtehen. Und flaſn Alſo wird die Macht zu Lande und zu 0 umWaſſer bei ihnen ſtehen. Darauf werden ſdrei Adler, der Weiſſe, der Rothe, nd ll der dem Schwartzen dienet, und der ſchwartze Iwelkoͤpfige nach dem Rei⸗ lälhſcheſtreben, der Weiſße untergehen, uund der Schwartze dem Gecroͤn⸗ onten eine zweifache Crone beilegen: 016 alſo das gluͤckſelige Reich ein ende d nehmen. Ahe! Man mag von dieſen und den 2. vorigen Vaticiniis ſagel, was man wolle, ſo iſt doch einmahl gewiß, daß nicht aur vieles davon/ wenn man die Geſchichle der Frone Polen damit zuſammen haͤlt, waht geworden, ob dieich guch vieles dariunen Ws und daher ot i 130 Cap. 6. Propheceyungen, lich vorkommt; ſondern ſie auch nebſt den vorigen alle darinn übereinſtimmen und propheceyen, daß del zweikoͤpfige Adler endlich, wo nicht die Oberhand behalten dennoch allein regieren, und alſo eine au⸗ dere Regiments⸗Form einführen werde. Ob gber ſolcher zweikoͤpfige Adler ſchwartz oder weiß ſey, ſehr zweideutig geſetzt, indem aller beiden gedacht wird, jedoch des Schroartzen mehr als des Weiſſen Die Zeit muß es lehren, was von dieſen allen zu halleg ſeyn wird. Wir kommen nochmahl auf die ſo beruffene Propheceyungen Nic. Drabitii, Chriſt. Cot⸗ ters und der begeiſterten Frauen Chriſtinæ bo. niatoviæ, ſonderlich aber des Joachim Greu⸗ lichs,“ von welchem letztern der beruͤhmte Gott; n fried Arnold!“ und aus dieſem der heleſene Frauſtaͤdtiſche Prediger, Lauterbach in ſei ner ſehrſ beliebten Pohlmſchen Chronick u folgendes werkwuͤrdiges Geſicht von dem Zu ſ, ſtande des Koͤnigreichs Pohlen aus gedachten Buche p. 250. publiciret: Den 23. Jul. zu Mitternacht da ward ich wieder entzuͤcke: Da kam der Engel Got⸗ Es ſind dieſelbe von J0. 4, In lateiniſcher Sprache Am. Comenio An. 1665. heraus gekommen. *Iy ſeiner Kirchen- und Conf. Tentzels curiene Ketzer⸗Hiſtorie P. II. Biblioth. An. 1706, C. 26. f. 244.& 250. ſ. a208. ſeqꝗ. enn p. 66g. U 0 0e 10‚ 0 ſchd e heß loht ANTe ſüht 0 Hae E Uetrf. ſhtt ez gafſe hrat 060 das Koͤnigreich Polen betreffend. 131 AGottes zu mir, und brachte mich auf eine Aldegroſſe Heide im Polner⸗Land. Da ſahe beich zwer groſſe Herre, als Tartarn und Co⸗ Iſacken, und ſahe auf eine halbe Stunde zu, biß ſich die Voͤlker zuſammen fuͤhrten. Nach dieſem ſtritten ſie wider die Polen alln. Stunden: Ich ſahe ihnen zu, und die Polen verlohren den Sieg, und der En⸗ gel GTTes ſprach zu mir zweimahl: AVerflucht biſt du Polner⸗Land, Atund durch diß Land ſoll der ubnTürk in Deutſchland kommen. Darnach ſagte mir der Engel SOttes wie⸗ der: Siehe hinauf in den Himmel, wie er aſo blutig iſt: Es wird der CARL GVSTAV kommen, der wird grauſam wuten und toben, und er wird mit ſeiner rechten Pfa⸗ aus hatzen ein blanckes Schwerd haben. Ulnd der Engel Gottes ſprach zu mir: Siehe nur, wo er ſein Angeſicht hinwendet, da ahe kwendete er es gegen Niedergang/ und in n delſeinem groſſen Wuten und Toben ließ er das Schwerdt fallen. Man ſindet in gedachtem Buche noch mehr dergleichen, Polen und Geſterreich be⸗ Getreffende, Prophecehungen, welche wir aberzweil uſie nicht auf unſere Zeiten gehen, billig weglaſ⸗ ſen, Gleichermaſſen iſt J55 diejenige, ſo vog ⸗ 2 el⸗ 132 Cap.6. Propheceyungen, einem frommen Manne aus Cracau An. 1578. an ſeinem Ende geſchehen, und An. 1664. 4. 9⸗ druckt worden,* nebſt einer andern in lateinſ⸗ ſcher Sprache geſchriebenen, ſo man ohngeſcht bei Al. Gvagnin Sarmatia Europea in alié Schreib⸗Art beigefuͤgt gefunden, mehr vor wohl⸗ gemeinte Warnungen als Propheceyungen g⸗ zuſehen, und alſo auch weggelaſſen worden. Wir muͤſſen aber noch eines Prognoſliei gedencken, ſo An. 1447. auf Pergament in alter Münchs⸗Schrift geſchrieben, und An. 1657, in ff dem Benedictiner-Kloſter bei Warſchan gefuß den, auch auf Begehren des damahls allda ſie⸗ genden Koͤnigs in Schweden Carl Guſtars durch ſeinen Hof-Prediger Muͤhlbergern fob gender Geſtalt ins Deutſche gebracht worben. Ich P. Euſtachius S. Beneclicti, ſage dir Koͤnigreich Polen d⸗ ne groſſe Verwirrung vorher. Du geaͤng⸗ 0 1 m cht 1 1 5 ek fm Prior des Kloſtets rn aml, dtucken ſtigtes Polen! Du haſt in den vorigin ſine Seculis viel Elend ausgeſtanden. Du edleh Polen! welches edel, Froß und herrlich iſf du verachteſt deine weiſe und heldenmüuͤh⸗ tige Koͤnige, und weil du ſie verachteſt und ihre Thaten nicht merckwůrdig haͤltſt wirſt du in Zerruͤttung gerathen. 0 00 6 Es wird derſelben in den Scriptor Lolon Pruftek Noten ad Groddeck de P. 119. gebacht⸗ Mch, 00 6 fl i eut n ae u, das Koͤnigreich Polen betreffend. 133 Loͤw aus Mitternacht paaret ſich mit dem ſchwartzen Adler im aßhtern Thal, und wird dir in die Bruſt einen empfindlichen Stoß geben, daß die weiſſe Federn blutig werden.“ Ein Juͤngling, uͤber die Berge ſehe ſteiget uber deine Hoͤhen, und wird dich ge⸗ waltig demuͤhtigen. 11 Hierauf kommt ein gewaltiger zwei⸗ E 8 E—„ Waalköpfiger Lowe, macht mit dir, Alo groſſes Koͤnigreich Polen, ein Cal 6 Ende. Die Sonne wird ſich vor dir ver⸗ kriechen, und du wirſt lange eit im Dun⸗ doth ckeln ſitzen. Die Empoͤrungen ſind gewal⸗ tig gegen einander, und wird viel unſchul⸗ den dig Blut vergoſſen, das ſchreiet um Rache rach gen Simmel und der erzuͤrnte GOtt wird diein Schrecken unter cuch ſenden, deſſen Weh⸗ dy klagen kein Ende ſeyn wird. den. d 1d hent J3 12 dhhes Das geſchah, als Car! Wilbelm, Chur⸗Fürſt zu ſie vul Euſtav ſich mit Friedrich Brandenburg conjungirte. Wür I6 4 — Printz Ragoczi Fürſt von Siebenbuͤrgen. L 1 Deutet alles auf die ſchen Krieges, und derer langwierigen Drangſa⸗ daxaus folgenden jaͤmmer⸗ en des letzten Schwedi⸗ lichen Zeiten. ̃ 134 Cap.s. Propheceyungen, Erbaͤrmliches und Jammer⸗volles polen! ſie werden nach Friede ſeuftze, er wird aber nicht eher als in der ſiebenden Zahl erſcheinen, und witd erfolgen in ſieben mahl ſieben Zeiten. Denn wird der Fuͤrſt dez⸗ Friedens eintreten in vollem Glantz, und wird Friede in deinen Mauren und Pallaͤ⸗ ſten ſeyn. Sie werden endlich durch die Lilie einen Roͤnig ha⸗ ben, den ſie lange Zeit verworf fen: Sie werden ihn mit Freu⸗ den annehmen* Und dann werden alle Verfolgungen mit Schrecken ein Eube nehmen. Als das getreue Dantzig vor wenig Jah⸗ fe ren bekannter m̃aſſen eine harte Belagerung 4 05 U Dieſe letzte Worte ma- an den lange Zeit ven chen itzo viel Redens. worffenen Voͤnig drr Einige wollen ſie alſo maus auf Leb Zeiten ab, auslegen, daß Koͤnig treten, dieſer aber alsdenn e A guſts burch Bei⸗ als ein Piaſt, noch mit Freu Hülffe eines groſſen den werde wieder aßge. N den Kaͤn⸗ nommen werden, und tüöat ſeilichen Thron betreten dergleichen Muthmaſſul⸗ und alsdann ſein Reich gen mehr ſind. len, das Koͤnigreich Polen betreffend. 135 umnn ſtehen muſte, ſo fehlte es nicht an feindſeligen lede nLeuten, die eine alte Propheceyung des bekannten aſ Ermländiſchen Biſchoffs Iohannis Dantiſci, „uht darinnen er nicht nur dem Königreich Polen nach 500. Jahren, ſondern auch dieſer Stadt ch nach 10. Jahren,“ den endlichen Untergang Fuuf drohet, wieder aus dem Staube hervor zogen, nGhen und ſo gar auch dem damahls en Chef comman- Aud Erenden FeldMarſchall, Grafen von Muͤnch, 0 zu zeigen ſich die Muͤhe gaben. Sie iſt in der den eRaths Bibliothec daſelbſt in Original befind⸗ Hönt lich,& und in lateiniſcher gebundener Schreib⸗ t vrh Art abgefaßt, aber mit ſo viel Schmah⸗ und 1 VulDroh⸗Worten angefuͤllt, daß ſie vor nichts we⸗ nmtj niger als eine Propheceyung zu halten, maſſen der odane Berfaſſer derſelben ein abgeſagter Feind dieſer Iang einer Vater⸗Stadt geweſen. Dahero man auch J4 vor auf die Stadt gefaßt he⸗ chth Sie ſoll etwa ums Jahr 0 ben ſoll. Wiewohl ande⸗ 1513. ſeqq. aufgeſetzt worden ſeyn, da dieſer Io. Dantiſcus noch als Notarius Regius in Dan⸗ tzig gelebt, und wegen allerhand Streitigkei⸗ ten mit dem Rath einen unverſoͤhnlichen Groll 107*1 Nach Groddecks Be⸗ richt l. cit. p. 119. jedoch ſind verſchiedene Copien davon verhanden, als Lin Schuppii Schriften re, als Patritius, Carnio- Ius&c. davor halten, daß er ſolche erſtlich in ſeinem hohen Alter oder knrtz vor feinem Tode geſchrieben habe. A41. Mich., Fried⸗ walds Preuß. Geſchichten L. II. Siehe Eiut. Preuſſen T. I. p. 144. 136 Cap. 6. Propheceyungen, vor unnoͤthig gehalten, ſelbige hieher zu ſezen, unt zumahl, da ſie weder An. 1577. durch die damah⸗ lige Belagerung Konigs Stephani Bathorei, 110 wie man ſich einbildete, noch auch durch die neus liche letztere, SOtt Lob! im geringſten erfülcz worden. I Zum Veſchluß wollen wir dem curieulen Leſer annoch die in der Tuͤrckey zwar wohl besn n kannte; unſerer Orten aber gar wenigen bekann⸗ te Propheceyung von der Chriſten Niederla⸗ fln und Drangſalen: Dann auch von dem i Iatergang der Tuͤrcken ſelbſt und ihrer Be⸗ kehrung zům Chriſtlichen Glauben, in ihrtt eigenen Sprache mittheilen, ſo wie ſie von Bar imbe thol. Georgievitz in ſeinem raren Buͤchlein von der Tuͤrcken Sitten P. 100, verzeichnet ſteht, welcher Mann lange Zeit in der Tuͤrckey gelebet nd verſichert, daß die Tuͤrcken ſelbſt wegen EU üllung dieſer Vorherſagung groſſe Furcht hn äe n. be Patiſſa homoz ghe⸗ Ulnſer Kaͤyſer wid lur. kommen. 5 03 Ciaferun menleketi Eines heidniſchen alur. Fuͤrſten Keich einnehmen. Reu- dei. eines Europaͤiſchen, nach ihrer Meinunt⸗ 1 Keuzul almai alur. Kapꝛeiler. Jedy y ladegh Giaur wery Keleci tfikmaſſe, On ikiyladegh On laron begbligh elder. Euf japar: Baghi diker: „Baheſai baglar: Wodurch einige Con- ſtantinopel, andere Ofen das Koͤnigreich Polen betreffend. 137 J Auch den roten Ap⸗ fel“ wegnehmen Und in ſeine Gewalt bekommen. Woferne biß an das ſiebende Jahr Der Chriſten Schwerd nicht widerſtanden. So wird er biß ins zwoͤlffte Jahr Uber ſie herrſchen. Er wird Haͤuſer bauen: Weinberge pflan⸗ tzen. d. i. neue Co- lonien aufrichten. Gaͤrte mit ZJaͤunen befeſtigen: d.i. Staͤdte und Schloͤſſer anlegen. 7 Ogli eder Belgrad, andere gar das Roͤm. Reich verſtehen. 1383 Cap. 7. Propheceyungen, Ogli keꝛĩ olur. Sohn und Tochter wu haben oder zeugen 1. d. i. Volckreich wer⸗ den. 100 Onichi yldenſſora Nach dem 12. Jahr (nachdem nemlich der rothe Apffel in ſeine ftn Gewalt gekommen) I en Hriſtianon keleci Wird des Chriſten Ibtre eſikhar. Schwerdt erſehei⸗ ift nen. nd! i Turchi gereſſine Und den Tuͤrcken, den tuſchure. Käyſer ſelbſt, allent⸗ halben heraus ja⸗ gen. Cab. VIIl 5 Propheceyungen, das Koͤnigliche Preußiſche und Chur⸗Brandenburgi⸗ ſche Haus betreffend. Don dem Koͤniglich⸗Preußiſchen und Chur⸗Brandenburgiſchen Hauſe hat man nicht weniger ſehr merckwuͤrdige Propheceyungen; und ſoll Marggraͤf Jo- 10 105 WAggd ,. das Koͤnigreich Polen betreffend. 139 d l Joachim der II. ſechſter Chur⸗Furſt zu Bran⸗ ag denburg ſelbſten verſchiedene Vorberſagungen h zukünftiger ſein Haus betreffender Dinge hinter⸗ laffen haben. Der Brandenburg Baireuthiſche n Hof Diaconus und Profeſſor Johann Georg Layritz in ſeinem neu⸗ angelegten Siſtoriſch⸗ Genealogiſchen Palm⸗Walde bezeuget P. 328. Daß auch dieſes als eine beſondere Gabe GoOttes von ihm geruͤhmet werde, t daß er zukůnftige Dinge vielfaͤltig habe vor⸗ her ſchen und wiſſen koͤnnen. Vor allen andern Vorherſagungen aber han iſt hier merkwůͤrdig Bruder Hermans von Leh⸗ nin Propheceyung, welche einige Zeit her ſehr viele Diſcourſe hin und wieder verurſachet hat. Das ietzige Schloß und Amt Lehnin, ſo in der Mittel⸗Mark an der Havel gelegen, iſt ehedem ein beruͤhmtes Kloſter geweſen, allwo nicht nur viele Chur-Fürſten und Marg⸗Grafen von %%ο SDrundenburg begraben liegen; ſondern auch ein Olll, Moͤnch gelebet, Bruder Herman geheiſſen, lhh welcher zu ſeiner Zeit ſeines heiligen Wandels, und vieler Wiſſenſchafften wegen in groſſen Anſe⸗ hen geſtanden. Dieſer hat in Lateiniſchen Knip⸗ 61 vel Reimen die kuͤnftigen Schickſale ſeinem Klo⸗ clk' ſter vorher geſaget, und dabei faſt alle Regenten u, mitgenommen, von denen daſſelbige Gluͤck oder Ungluͤck würde zu gewarten haben. Sie ſind, wie 140 Cap. 7. Propheteyungen 1 wie alle dergleichen Propheceyungen hin und wie⸗ J der dunkel; Nichts deſto weniger aber in vielen 1110 Stüͤcken ſo klar und deutlich, daß man ſich bile lig verwundern muß. So viel als uns wiſſend n iſt, hat dieſelbe der gelehrte und beruͤhmte Ko⸗ lt nigsbergiſche Theologus, Michael Lilienthal, 10 fl dein ſie bei ſeinem Aufenthalt zu Berlin geſchti⸗ ben von hoher Hand mitgetheilet worden, zuerſt durch den Druck bekannt gemacht im Ilten Theil it des Gelehrten Preuſſens im IVten Stuͤck n p. 286. u. f. Nachher iſt ſie mit wenigen Anj⸗ merkungen von einem der ſich Zoroaſter nen⸗ net, in dieſem 1541ſten Jahr im Druck erſchie⸗ nen unter dieſem Tituul: Der Preußiſche Wahrſager, das iſt: Bruder Hermanns von Lehnin wunderſame Propheceyungen von den Regenten des Chur⸗Fuͤrſtlichen Sauſes Brandenburg und Voͤnigreichs Preuſſen, und deren Beſteigung des Raͤy⸗ ſerlichen Throns; nebſt verſchiedener die Europaͤiſchen Staaten beſtehenden theils raren, theils merkwuͤrdigen Prognoſticis aus geheimen Nachrichten und Urkunden ſorgfaͤltig zuſammen getragen, und der curieuſen Welt zur Beurtheilung getreu⸗ lich mitgetheilet von Zoroaſter, in quarto. 4⁰ Wit das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 141 10 Wir haben dieſe Ausgaben mit verſchiede⸗ ben Abſchrifften„in deren einigen ein paar 1. Strophen mehr befindlich geweſen, zuſammen * gehalten, und wollen dieſe Lehninſche Weiſſa⸗ aln gung mit etlichen wenigen Hiſtoriſchen An⸗ dohe, werkungen, nebſt der Deutſchen Überſetzung des u, Zoroaſters den curieuſen Leſern auch allhier 142 Cap. 2. Propheceyungen, Fr. HERMANNI 5 Monachi in Coenobio Marchico LYHNIN IE VXTICINIVM METRICVNI 8 c de Marchia ejusque Electoribus ö ſcriptum Anno Chriſti 0 MCCCVl. N tibi cum cura, Lehnin cano fata. futura, Quæ mihi monſtravit Dominus qui cun- un Cca creavit. Nam licct inſigni ſicut ſol ſplendeas, igni, Et vitam totam nunc 8 ſumme de-. t votam, Abundentque ritè tranꝗ uiliæ commoda vitæ; Tempus erit tandem, quod te non cer- t nes eandem, Imo vix ullam, ſed ſi bene dixero, nul- 1 lam. Quæ te fundavit gens; hæc te ſemper f amavit 1) Bru⸗ 4. 2 Imn Jahr 118e. iſt das graf Orto 1 dieſes Nahe ſig, Kloſter Lehnin in der mens, Ehur Fürſten Mittelmarck von Marg⸗ ju Brandenburg einen das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 143 Bruder Hermanns 1 von Le hnin „Wunderſame Propheceyung O von den 55760 des Chur⸗Fuͤrſtlichen Hauſes W Brandenburg. li Abgefaſſet im Jahr CHriſti 1306. len Nin will ich dir, Lehnin! dein kuͤnftig Schickſal ſagen, n Das mir der HErr der Welt ſelbſt angezei⸗ get hat. * Denn ob du gleich itzund wie eine Sonne glaͤntzeſt; fumm Und ein unſtraͤfliches und heiligs Leben tam, fuͤhrſt, an Auch keinen Mangel ſpührſt an Ruh und Wohlergehn; So koͤmmt doch eine Zeit, die dich wird 1n. anders ſehn, Da du kaum was wirſt ſeyn, wo nur nicht gar vergehn. Das Volk, das dich Hees hat allzeit dich gel liebet. 1) Hse Sißnharggraf Alber⸗ der ˖— nach ſeinem tiVrſi auch Chur⸗ Fuͤr⸗ Anno 1809 erfolgten To⸗ 1604““ ſten geſtifftet worden; de begraben liegel⸗ 144 f Hac pereunte peris, nec mater amabili f eris Et nune absque mora propinquat flebils f ora, Qa ſtirps Ottonis noſtræ decus regionis 10t50 Aagno ruit Fato, nullo ſuperſtite nato. 2 Tuncque cades primum; ſed nondum ve- ſſl nis ad imum. Interea diris angetur Marchia miris 3à Nam Domus Ottonum fiet ſpeluneca Le num. Hic erit extruſus vero de ſanguius fuſus Mit Itto auf einmahl einen geniſte Wökt Convent zu Ratenau bee„ gewohnet hatten, wie Huͤ! ner berichtet. Allein Leu⸗ Cap. 7. Propheceyungen, J ehg 2) Das geſchahe wuͤrcklich Anno 1322. da Iohannes N. der letzte Churfuͤrſt aus dem Aſcaniſchen Stamm ohne Erben ſtarb, nachdem er die Chur⸗Wuͤrde kaum z3. Wochen lang beſeſſen hatte. Und war ſolcher Fall um deſto merkwuͤr⸗ diger, da etwa 40. Jahr vorher noch 10. Bran⸗ denburgiſche Maragra⸗ fen aus dieſem Hauſe J Als nemlich Anno 1311. um⸗ gebracht, der Probſt Nicolaus zu Berlin in tinger, dem hierin mehr zu trauen, ſchreibt in ſel⸗ ner Topograph. March, Tom. II. Gper. p. 1119, nov. Edit. daß ſolches 1315. geſchehen, und der Math⸗ Grafen nicht 10. ſondern 19. an der Zahl inuerhall 2. Jahren Todes verbli⸗ chen. der Kirche erſchlagen, und Franckfurt 13 16. von dem Pabſt auf 26. Jahre mit dem Bann beleget worden. das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 145 Mit dieſem faͤllſt du auch, und biſt nicht 1 mehr ſo lieb. gun hebt ſich bald 4115 an die hoͤchſt⸗ betrübte Stunde, SDarinn Ottonis Stamm auch gaͤntzlich geht zu Grunde, duen Dieweil kein eintzger Sohn von ſelbem uͤberbleibt. 2) 1 Da faͤllſt du nun zuerſt;, jedoch nicht gar 1 zu Boden. Indeſſen wird die Marck viel ſchwere 0 Drangſal leiden: Denn Ottons Wohnung nimmt die Btut der Loͤwen ein, 3) aDa wird der rechte Erb alsdann verſtoß K ſen ſeyn. Wan⸗ 3) Durch die Laͤwen eben i0 der Zeit eraͤugns⸗ wird das Haus Bayern angedeutet, welches ei⸗ nen mit einer rothen Crone gezierten Gold⸗ nen Lowen im Wa⸗ pen fuͤhrt, und zwei Loͤ⸗ wen zu Schildhaltern hat. Denn weil ſich die Vacantz desChurfurſten⸗ thums Brandenburg ſpruͤche hatten. K te.daLudovicusBavarus den Kayſerlichen Thron beſaß ſo erklaͤhrte er die Marck vor ein dem Reiche heimge⸗ fallenes Lehn, und belehnte alſo damit ſeinen Sohn Ludewig, ob 6 da⸗ mähls Anhalt, Sachſen, und Sachſen⸗ Launnburg, als 3 dinien des Aicaꝶ ſchen Heiſes die gerechteſte An⸗ 146 Cap. 7. Propheteyungen, Quando peregrini venient ad clauſtra ſit Corini, 4) Cerbereos faſtus mox tollet Caeſaris aſtus, 5) Sed parum tuto gaudebit Marchia ſeu- to. Fegalis rurſum Leo tendit ad altera cur- i ſum. 6) Nec Dominos veros hæc terra videbit& g heros E Omnia turbabunt Recłores damnaque da- 60 bunt.) 3 Nobilitas dives vexabit undique cives, 4 Raptabit Clerum nullo diſcrimine rerum, Et facient iſti, quod factum tempore Chriſti Corpora multorum vendenturcontrade-:, corum. Wenn ohcht J) Dieſes Kloſter Corin, hannes der L.iniJahr 1254% darvonLehtün Mater iſt, erbauet. hat Ottonis Bruder lo- 5) Das war Albertus Iu- nior, Fuͤrſt von Anhalt, der als der naͤchſte Agnat Iohannis IV laut der 6) Nemlich Kaͤyſers Ca⸗ ro IV. Sohn igis⸗ mundus, welcher die ) Sigismundus verſetzte eventualen Huldigung die Sucesſion mit Recht præ⸗ tendirte, aber vom Kaͤyſer hintergangen wurde— Marck Brandenburg Anno 1378. von ſeinem Brndes Wentzel bekam. die Marck an ſeine Uetk e das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 147 GWenn frembde Voͤlcker ſich biß nach Cho⸗ rin begeben, 4) Wird ihren Stoltz gar bald der ſchlaue Kayſer heben.) 40 3 wird ob dieſem Schutz die Marck ſich wenig freun. uder Roͤnigliche Loͤw wird wieder ab⸗ waͤrts gehen, 6) und dieſes Land nicht mehr die rechten Herren ſehen. AViel Herrſcher machen denn dem Lande 935 groſſe R. deDer reiche Adel wird die Buͤrger unter⸗ miben drücken, m tr und manchen Geiſtlichen ohn Recht ins Elend ſchicken: Es wird gehn, wie es iſt zu CHriſti Zeit gelauffen, wird ohn alle Scheu viel Menſchen lel ſelbſt verkauffen. 1 K 2 Ne kern in Maͤhren Iodo-⸗ Kaͤpſer, der ſie Anno cum und Proropium, von 1417. dem Nuͤrnbergi iſchen disſem kam ſie Pfand⸗ Burggrafen Fridericlt von weiſe an Landgraf Wil- Hohenzollern uͤber laſſen. helm von Thuͤringen, und In ſolcher Zeit nun hat die „endlich wieder an Sigis- Marck viel Drangſaalen 4 mundum, dgmmahls ſchon elitten. 148 Cap. 7. Propheceyungen, Ne penitus deſit Tibi, qui, mea Marchia r, Ex humili ſurgis binis nunc inchyta J Aecendisque facem jactando, nomine, pacem“ 15 Dum Lupos necas, ovibus præcordis 3 ſecas. 8) 1 Dico tibi verum: tua ſtirps longæua d. 5 tek Imperiis parvis patriis dominabitun ar- 1 vis: 9) 00 Donec proſtrati fuerint, qui tune hono- rati 4 Vrbes vaſtabant, dominos regnare veta- lt bant. 1 Succedens Patri tollens privilegia f H tri. 10) Nec faciet buſtum non juſtum, ereden unt juſtum. Doch Vagn 7) Das geſchah Anno zu Coſinitz zum Churfll. 1415, da der Burggraf ſten von Brandenburg ge. zu Nürnberg Fridericus macht, und 2 Jahre drauf IV. vom Kaͤyſer Sigis⸗ inveſtirt wurbe. 0 mundo auf dem Concilio Fridericus der erſte. das Koͤntgreich Preuſſen betreffend. 149 Doch daß du, liebe Marck, nicht ohne Haupt moͤgſt ſeyn, Wirſt durch zwei Burge du zu groͤſſern Ehren ſteigen 7) Und dich, doch nur zum Schein zur Ruh und Friede neigen, Und durch der Woͤlfe Todt triffſt du der Schaafe Hertz 8) 980 ſag ich: Dieſer Stamm wird lang im Flor bekleiben, und deines kleinen Staats viel Jahr Be⸗ herrſcher bleiben. 9) Biß die erleget ſi ſind, 856 damahls hochge⸗ ehrt, Die Staͤdte wuͤſt Kunache, den Herrn ihr Recht gewehrt. Des Vaters Solger wird des Bruders eiheit kraͤnken 10) Und den unbillgen Tod nicht billig machen denken. 5 E⸗ K 3 § bres 8) Nehmlich den unruhi⸗ gen und ſtoltzen Adel, deſſen Anfuͤhr er einer Kin. 9) Das Geſchlecht dieſes Churfürſten iſt dergeſtalt 115 55 geſegnet wor⸗ .16 Friderich II gieng ſei⸗ nem aͤltern Bruder lo- banni in der Chur vor, Nahmens Guizon viel Haͤndel gemacht hatte. den, daß deſſen Durchlauch⸗ tige Nachkommen noch itzo im hoͤchſten Flor bluͤhen. weil dieſer ſeiner Alchymi⸗ ſterei wegen der Regierung ſich begab. 150 Cap. 7. Proyheteyungen Defeſſo bellis variis ſortisque precellis —— Mox Frater ſortis ſuccedit tempore moræ f tis 11) Fortis& ille quidem; ſed vir vanigſimus Ifl idem Dum cogitat Montem, vix poteſt ſcande- fll re pontem. En lacuit enſes: miſeri vos õ Lehninenſesl, Quid curet fratres, qui vult exſcindere Alter ab hoc Martem ſcit ludificare fer Auſpicium natis hic præbet felicitatis 14) Quod dum ſervatur, ingens fortuna par- Patres? 12) fha artem 13) hh eh tur ſlaktt. Huius erunt nati conformi ſorte beati. 11) Dieſes gehet auf Al- bertum, ſeiner Capfer⸗ keit wegen zugenahmt Achilles, wodurch er aber einer Eitelkeit be⸗ ſchuldiget werden koͤnte: 12) Der Streit mit dem Biſchoff zu Bamberg. 13) Iohannes beigenahmt Ciçero Germaniæ wegen ſeiner Beredſamkeit, wo⸗ 74) Was hier von Iohanne Nach⸗ f iſt aus denen Geſchichten nicht zu erſehen, es waͤre denn, daß der Verfaffer auf“ das folgende ſeine Abſicht 9 gehabt haͤtte. der durch den Berg ver, ſtanden wird. In durch er manchen Ktieg el klüͤglich abgewandt. 0 n in der Connexion geſagt das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 181 mii Rachdem er můd vom Krieg und mauchen Ungluͤcks⸗Streich, 0 pun Folgt ihm der Bruder bald in dem ver⸗ 3 laßnen Reich, 11) n Zwwar ein ſehr tapfferer, doch auch ſehr 3 eitler Mann, potelh Der auf den Berg gedenckt, die Bruůck 15 nicht reichen kan. Linn Schaut, arme Lehniner! wie er die lt ele Schwerdter wetzet, Der ſchont der Bruͤder ſchlecht, der Vaͤter n ludiker ſelbſt verletzet. 12) 5 Sein Nachfahr weiß des Kriegs durch felcit ſeine Kunſt zu ſpotten 13) Er ſagt den Kindern ſelbſt ein groſſes kornun, Gluůck vorher, 14) So wartet dann auf ſie groß Gluůck und lonelk. groſſe Ehr. und ihnen ſolls ſo wohl als wie ihm ſelbſt ergehen. K 4 In- zu feyn ſcheinet, gehoͤret dem berühmten Ioh. Corin zu deſſen Nachfolger war unterwieſen worden) Cburfürſt Ioachim ſeinen Nakommen. die Koͤ⸗ welcher aus der Aſtro- nigliche Wůrde brophe⸗ logie(worinnen er von ecyet haben ſoll. 152 Cap. 7. Propheceyungen, Inferet at triſtem patriæ tunc fæmina pe. ſtem 15 Fœmina ſerpentis tabe contacta Becenti, Ul, Hoc& ad undenum durabit ſtemma venè. ft num: Et nune is prodit, qui te Lehnin, nimis odlit; 16) Dividit ut culter Atheus, Scortator, Adul. che Eecleſiam vaſtat, bona religioſa ſubla- A Ite meus populus] protector eſt tibi nul: Nt lus, Hora donec veniet, qua reſtitutio fiet, filius amentis probat inſtituta parentis 17 0 Inſipiens totus hinc audit vulgo devotus Dann. 8 15) Hierdurch wird Eliſa⸗ Lutheriſchen Religien öͤſß beth, Koͤnig lohannis fentlich bekandte, aber aus in Daͤnnemarck Tochter Furcht, von ihrem Gemahl und loachimi II. Mutter deswegen vermauert zu angedentet, welche ſich werden, nach Sachſen etwa Anno 1525. zur fluͤchten muſte. *In denen geſchriebenen Ausgaben findet ſich dieſe Strophe n das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 153 en Dann aber wird ein Weib dem Land viel Ungluͤck ſchaffen. 15) Ein Weib, das angeſteckt durch neues Schlangen⸗Gifft. nun ſind dieſes wird biß zu Nemeffften Stan⸗ 10 10 me dauren RNun kommet der herfuͤr, der dich Lehnin ſehr haßt. 16) Er ſchneidet als ein Schwerd, hat nicht lrnt viel Guts im Sinn,“ AgbEr ſtoͤhret und verkaufft die Kirch und Kir⸗ 0 chen⸗Guͤter: d Geh, mein verlaßnes Volck! du haſt nun 44 keinen Schutz, cünt Biß eine neue W alles wieder brin⸗ Der Sohn beſarhet; des tollen Vaters 100 Thun, 17) als Drum wird ein Geiſtlicher vor einen Thor gehalten, 4 K 5 Nec 16) Nehmlich Loachim II. ſeiner Mutter Glauben an⸗ erſter Churfuͤrſt der nahm, und alſo freylich ei⸗ Anno 1539. im 4ten ne groſſe Aenderung in Jahr feiner Regierung Kirchen⸗Sachen mlachte. 68576 5 Iohannes Georgius, Stande brachte, ind ſeiner V R40 mit Sachſen die Leutſeligkeit wegen ſehr ge⸗ Formulam Concordiæ zu liebet ward. 154 Cap. 7. Propheceyungen, ehe Nec ſat ſeverus hinc dicitur optimus hi- le rus: Huic datur ex genere, qui non qualis ipſi videre“ 167 Anno funeſto vitam loco linquit hone- ſit l. ſto. 18) Poſtulat hinc turbæ præponi natus in lt urbe. 19) K5 Spe cæteri ſobolem, fovet hic formidine fin prolem; Quod timet obſcurum certo tamen eccel t futurum. Forma rerum nova mox fit, patiente ſiſch Iehovah. 20) Mille ſcatet nævis cuius duratio brevis. 21) llt Multa per edictum', ſed turbans plura 106 per ictum, Quæ tamen in peius mutantur iusſibus eius In melius fato converti poſſe putato.ſH Und 16) Er ſtarb Anno 1508. Haͤupter ein rechtes Lod⸗ welches Jahr wegen Ab⸗ ten⸗Jahr genennet werden ſterben vieler Hohen konte. 10) Nehmlich in Berlin, Leibe gezogen, und mit ſtar: att allpo ĩoachim Friderich ken lenzen beim Leben kr⸗ halb todt aus Mutter⸗ halten werden muſte. 20) 21) Dieſes neue Spiel oder neue Geſtalt der un, das Königreich Preuſſen betreffend. 155 rſn Und weil er nicht ſehr— heiſt er der er: Ihm folgt aus ſeltem Stamm ein gantz ungleicher Zweig. Er ſtirbt im Todten⸗Jahr an einen ho⸗ hen Ort 18) n Drauf fordert der das Reich, der in der 1 Stadt gebohren, 19) niehm Er naͤhrt ſein Kind mit Furcht; durch Hoffuung andere: naDoch was er heimlich fuͤrcht, wird, ſeht nur! doch geſchehen. lt, f Bald laͤſt ſich ein neu Spiel, nach GOttes 1 Zulaß, ſehen: 20) Allein er lebt nicht lang, der voller Fehler war, 21) uutan Und durch Geſetze viel, noch mehr durch 1 Strafen, ſtoͤhrte, Die doch durch ſein Befehl nur immer aͤr⸗ ger wurden, ſe purn*3 beſſer koͤnten ſeyu, wenns dem Ge⸗ ſchick gefiel. n Homo Uqlt Dinge ſcheint Churfuͤrſt ten Beligion anzudeuten. Johann Sigismundi An. Es waͤhrete aber ſeine Re⸗ 74614. geſchehene uber⸗ gierung nur 16. Jahr. Itretung zur Reformir⸗ 156 Cap. 7. Propheceyungen, h Homo valde Ingenioſus ſed nulla laude U clarus. Poſt patrem natus eſt princeps Marchio. t natus 22) Ingenio multos non vivere ſinit inultos Dum nimium credit, miſerum pecus: Lupus edit. 23) Et ſequitur ſervus domini mox fata pro. g tervus. Tunc veniunt, quibus à Bungis nomine f tribus. 24) Et ereſcit latus ſub magno Principe fta. tus. Securitas gentis eſt fortitudo Regentis; 2) Sed nil juvabit prudentia quando cubabit 22) Georg Wilhelm erhielt Anno 1618 von ſeinem annoch lebenden Herrn 23) Graf Adam von chwartzenberg den Churfürſten dergeſtalt eintunehmen, daß er ihn frei chalten und walten ließ. Daher alles nach 20. Dieſe Zeit deutet klaͤr⸗ lich auf Friedrich Wil⸗ h Et Vater die Regierung, wit aber derſelbe gleich darguf ſtarb, wuſte der ſchlaue ſeinem Kopff gieng, und viel Unrecht geſchahe. Er ſtarb aber noch in felbigem Jahr, nemlich Anno 1640. da Gaorg Wilhelm nlit To⸗ de abgieng. N * helm, der nicht nur Chüt⸗ fuͤrſt zu Brandenbutg/ das Königreich Preuſſen betreffend. 1z37 5 Er war verſchmitzt genug, doch keines Lo⸗ Cebe V. bes werth. Dem Vater folgt der Sohn als Churfuͤrſt 8 52 von der Marck, 22) int R Her viele leben ließ nach wohlverdienter ikmn Straffe: . Er glaubete zu viel, drum frißt der Wolff 54 die Schaffe; 23) mut Doch folgt der boͤſe Knecht bald ſeinem 8 Herren nach. Waun Dann kommen, welche ſich von dreien 5 Burgen nennen. 24) kman und unterm Groſſen Herrn wachſt der ſchon weite Staat. laan Die Sicherheit des Volcks iſt des Regen⸗ A4 ten Staͤrke; 25 uche Allein ſie hilffet nichts, wann Klugheit niederliegt. Qui Burg⸗Graf zu Nuͤrn⸗ ſondern auch den Nah⸗ f berg, und Hertzbzg zu men des Sroſſen durch Magdeburg war, und ſeine Thaten verdienet. alſo die 3 Burge hatte; 25) Dieſer groſſe Fürſt. chen Armee, preiſete auch 5 /ſetzte, bekanter Maſſen, ſolche kunt ſeinen Nach⸗ die Sicherheit ſeiner folgern zur heilſamen Lehre Lande in einer zahlrei⸗ an. II8 Cayp. 7. Prophceeyungen, Qui ſucceſſon erit, patris haud veſligis f terit. 26) Orate fratres! lachrymis haud pareite ma- tres! Fallit in huc nomen, lætique regininus Omeln. Nil ſupereſt boni: veteres migrate colop- ni. Et jacet extinctus foris quas ſatus& in- tus? Mox Juvenis fremit, dum magna puer. pera gemit. 27(( Sed quis turbatum poterit refingere ſta- n tum? Vexillum tanget, ſed fata erudelia plau- 4 get.“ 0 Flantibus hic auſtris vitam vult credere l clauſtris. 5 Qui ſequitur, pravos imitatur pesſimus 6 avos: ˖ V Der *In denen geſchriebenen Ausgaben finden ſich auch dieſe Strophen. 0 26) Wie dieſe Worte vor noch im friſchen Audenken, einiger Zeit ausgeleget und alſo unnoͤthig allhiet und applicirt worden, it wieder guffuwaͤrmen. ug, das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 159 Der folgen wird, wird nicht ins Vaters Fußſtapff treten. 20) pet⸗ Ihr Bruͤder betet nur! vergteßt, ihr Müt⸗ tez ter Thraͤnen: uen Des Nahmens Deutung treugt von frohem 8 niern Es iſt nichts gutes mehr: fut! lt alte Buͤrger 55 ort! Es iſt nun gaͤntzlich aus. und An K uͤbrig. daBald knirſcht ein Jungling/ da die groſſe m18 EUutter ſeuffzet. 27) Allein wer kan den Staat, der ſo verwirrt, verbeſſern? Die Fahne greifft er an, doch nur zn ſeinen 1 Schaden Bei kaltenm Norden⸗Wind will der ins 1 Kloſter gehn. W Der folget, Wh nach der Vaͤter ſchlim⸗ W145 men Sitten, 3⁰ on 2)) Jurfürſt Friedtich lIl. wegen und ſeiner andern nachmahls erſter Koͤnig Tugenden halber der Preuſ⸗ von Preuſſen war zwar ſiſche Salomon genannt ein friedfertiger Herr, wurde. Nichts deſto we⸗ und folgte alſo in dieſem niger ließ er es an'nichts Stuͤcke ſeines kriegeri⸗ ermange ln, was zur De⸗ Ighen Herrn Vaters Fuß⸗ ten und Glorie ſeines W ſtapffen nicht gaͤutzlich Reichs dienen konte. νν˖ nach: ſo daß er auch des⸗ 160 Cap. 7. Propheceynngen, ſlaſht Non robur menti, non adſunt numina e genti. Cujus opem petit, contrarius hie ſibl Aſ ſtetit M„ Et perit in undis, dum miſoet ſumma pro- ſ fundis. 28) „Natus florebit, quod non ſperaſſet, ha- ch bebit; 29) fl „Sed populus triſtis flebit temporibus 0 iſtis: „Nam ſortis miræ videntur fata venire; fft „Et Princeps neſcit, quod nova potentia et 28) Dieſes wollen einige auf den Tod des juͤngſt⸗ verſtorbenen Glorwür⸗ 209) Dieſe und folgende Zeilen, bis an das Wort König, ſind nunmehro ſs vielen Auslegungen unterworffen, daß man nicht weiß, welche am be⸗ ſten⸗zu ergreiffen: Wir werden aber am beſten thun, die rechte Ausle⸗ gung der Goͤttlichen Frevidena anheim zu creſcit. Den digſten Koͤnigs Friedricht, Wilhelms auslegen, weil er an der Waſſerſucht ven⸗ ſchieden. ſtellen, inzwiſchen aber die“ Muthmaſſungen einige⸗d curieuſen und tieffinnigen Koͤpffe hieher ſetzen. Aſo ſoll Narus forebit, ietzt e“ gierende Koͤnigliche Maje⸗ ſtaͤt von Preuſſen bedeuten, welcher hier vorher geſagt werde, daß Sie uͤber Velt. hoffen Schleſien erlanhen n werden, deſſen Einwohnet Aun 50 Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 101 AIn Den Sinnen fehlt die Krafft, dem Volke 1 Steru und Gluͤck: Buß Rer, deſſen Huͤlff er ſucht hat wieder ihn geſtritten, elind kommt durchs Waſſer um, da 42 alles er umkehrt. 28) Der Sohn wird bluͤhn, und das, was er nicht hofft, erlangen; 29) eaß Soch hat ein traurig Volck aͤlsdann be⸗ thraͤnte Wangen. leDenn nun kommt, wie es ſckeint, ein ſelt⸗ W nes Glůcks⸗Geſicht: Das Wachsthum neuer Macht weiß ſelbſt U der Fuͤrſte nicht. „Tan- aber, wegen der Krie⸗ ſeines Stammes ſeyn, weil ges⸗Laſt betrͤbt ſeyn, ſolcher, nunmehro zur A, und Thraͤnen vergieſſen Baͤypſerlichen Würde würden. Es winde dar⸗ kommen werde. Das „auf dem Preußiſchen dazwiſchen ¶ſtehende Hauſe ein neues fonder⸗ von ltracl&c, ſoll einen ae bares Gluͤcke begegnen, graͤulichen Aufſtand/ 0 gar, daß der Fuͤſt den die Juden im Reich elbſt ſeine neue groſſe machen werden, vorher Macht nicht recht erken⸗ Wverkündigen. Wir wol⸗ nen würde. Dieſer len dieſe Gedancken zur würde der letzte des Pruͤfung üͤberlaſſen, und ammes, das iſt der noch die Worte des Herrn %letzte Chur„Förſt Verfaſſers des gelahrten 162 Cap. 7. Propheceyungen, ſagt „Tandem ſceptra gerit, qui ſtemmati- ME ultimus erit: Iſrael inſandum ſcelus audet morte piam Itt dum, Et paſton gregem recipit, Germania Iu ſtſ Marchia cunctorum penitus oblita ma- Ipſa ſuos audet fovere, nec advena gau- gem. 5 6 lorum det Priſcaque Lehnini ſurgent& tecta Cvrinid) Et veteri more Clerus ſplendeſcit honore it Nec lupus nobili plus inſidiatur ovili. Preuſſens hieher ſe⸗ tzen, die er nach der Recenſion obiger Vor⸗ herſagung geſetzt hat: Wenn die e letztere Reihen von der Pro⸗ pheceyung noch ſol⸗ ten wahr werden, und wie ichs erklaͤh⸗ Mätdet Zu⸗ re das Brandenbun, giſche Baus kuͤnftig kt zum Kaͤyſerthum kom ig men/ ſo fallen des en, Berrn von Beſfern„ 4 Reime weg/ mit wel Wde chen er ſeine Gratulation he! geſchloſſen: Was fan man groͤſſers thun? was kan an Denn daß hinfort Dein Haus nicht mehr lan hoͤhers zeigen? hoͤher ſteigen. Aun das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 163 guletzt den Scepter traͤgt der letzte von dem Stamm. Ifrael wagt eine That, die traun des Todes 0 wuͤrdig. der Hirt nimmt auf die Schaf, und Deutſchland ihn zum Voͤnig. Die Marck vergißt durchaus, was uͤbels kum vor geſchehn: das Sie naͤhrt die Ihrge ſelbſt, mag keinen . Fremden ſehn, rdal Lehnin und Corin) wird von neuem 0 aufgebaut: an Es kommt die Cleriſei zu ihren aͤlten Ehren, um Auch ſtellt der Wolf nicht mehr dem edlen Schaf⸗Stall nach. %oOb nun wohl dieſe Vorherſagung hin und wieder ſo dunckel und zweideutig iſt, daß es Muͤhe us gekoſtet, ſelbige auch nur in deutſchen ungebun⸗ denen Verſen zu uͤberſetzen; ſo wird doch ein jeder, ver die Brandenburgiſche Geſchichte auch nur äein wenig inne hat, ſich billig daruͤber verwundern und geſtehen muͤſſen, daß die ducceſſion und fuͤr⸗ hehmeſte Begebnuͤſſe dieſes hohen Hauſes ziemlich L2 wahr⸗ 433* 0 * Dieſes Corin war eben Branbenburg gelegen, und dergleichen Kloſter, wie iſt auch zum Schloß und“ en, Letuun in der Marck Amt genigcht worden. 164 wahrſcheinlich darinnen vorher geſagt worden, und folgends dasjenige, was noch davon in die Erfullung gehen ſoll, nicht mit gleichguͤltigen Au⸗ gen anzuſehen; ſondern einer genauern Exwe⸗ gung wohl wuͤrdig ſeyn doͤrffte. Cap. 7. Propheceyungen, Folt 0 0 R Noch eine andere Vorherſagung der Schick⸗ ſch! ſaale des Koͤniglich Preußiſchen undChur⸗Bran⸗ denburgiſchen Hauſes hat man, welche um deſto merkwürdiger, weil ſie von einem Manne kommt, beſſen Aufrichtigkeit nicht weniger als Gelahrſam⸗ keit weltkuͤndig iſt. Dieſer iſt der hochberuͤhmte Geſchichtſchreiber Nicolaus Leutinger, in deſſen fuͤrtreflichen Schriften unter andern auch eine an och öf den Rath zu Spandau gerichtete Dedication 2 zu finden,“) worin folgende merkwuͤrdige Wor, en te enthalten: egs goſe Et quidem extant Und zwar ſo ſind eint⸗ nun quædam vaticinia de Aq; vila Bramdlenburgicu, ipſam regium Diadema adhue accepturam, vi- Aiqub ipſè in monaſte- rio tales rythmos lit- teris germanicis cor- rupte ſcriptos: Sie ſtehen im Zweiten ge Propheceyungen vom Brandenburgi⸗ ſchen Adler verhanden, me! daß derſelbe noch die n Roͤmgliche Crone er⸗ halten werde: Und habes ich mit meinen Augen in einem Kloſter folgende une mit deutſchen Buchſta ⸗/ n ben undeutlich geſchrie⸗ bene Reime geſehen! Das Tomo ſeiner von Herrn 2 . 0 0 K1 das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 165 Das weiſſe Pferd leidet groſſen Dranck, Behaͤlt doch endlich die Uberhand. Das Kauten⸗Kraͤntzlein wird wieder bluͤhn Und ſich in Ehren ſehr freuen. Der Rothe Adler wird gar hoch chweben, Und ſich viel ůber ander erhe⸗ ben. Ier Welche letztere Worte ſo beſchaffen ſind, daß ſie ln nicht weniger auf die Kaͤyſerliche, als Koͤnig⸗ liche Wuͤrde gedeutet werden koͤnnen. Welches gedachter groſſe Mann nicht undeutlich zu ver⸗ VNeque ſane negari „„poteft, Principum „Frandeburgenſ. ſapi- enter acta, glorioſe „eſta, laudabiliter fa- „Ka, meritaquse in uni- verſum Imperium pace 8 Frof. Küſter Anno 1729. (herausgegebnen Schrif⸗ Ue, ten p. 1239. und ſind, wie Hn! aſ ſtehen gibt, wenn er ferner alſo fortfahret: Es kan auch nicht ge⸗ leugnet werden, daß der Fuͤrſten von Branden⸗ burg weißliche ur d glor⸗ wuͤrdigſte Thaten und Verdienſte gegen das geſammte deutſche L 3 atque aus dem Schluß erhellet, zu Wittenberg nuo 1592 geſchrieben worden. atque bello in rebus civilibus& eccleſiaſti- cis plurimum eminere. Vidimus intra anni ſpa- tium Principes inGerma- ztia docem nobis per mortem inopinatam ereptos. Vidimus mu- tationes in regnis& rebuspubl. ac imminet Jatalis periodus Cerma- niæ; ſed& Marchiæ Brandenb. quæ ab Henrico Aucupe Impe- rat. mediocriter An- nos 663 floruit,& in- terim ſepties inſignem mutationem eſt perpeſſa, & ſeptimo quoque fer- me Principe. Certum autem eſt, Principum familias quadam cir- cumſcribi periodo, qua excurſa exacta- que vel dignitatem a- 166 Cap. 7. Pxopheceyungen, fi 0 el el l Reich zuKriegs u. Ftin dens⸗Zeiten in Staats„ und Kirchenſachen viek faͤltig hervor leuchtete. Wir haben innerhalb eines Jahres⸗Friſt 10 fh Fuͤrſten in Deutſch land durch einen unden n⸗ muteten Tod dahingerlß elm ſen geſehen. Wir haben ehe groſſe Veränderungen in Reichen u. Herrſchaf, en ten geſehen, urein fataler Zeitlauf ſteht Deutſch/ land bevor; aber auch g der Marck Branden ⸗ 3—— vonKohſn Zeiten an, bis hiehel esz MWett Jahr mittelmäßig flo⸗ rirt, und inzwiſchen ſie⸗ 10 ben mahl eine merkliche n Veraͤnderung erlitten, und zwarfaſt immer un ter dem ſiebenden Fuͤtd ſten. Es iſt aber gewiff 55 daß auch die Fuͤrſtlichen 8 Familien 45 einem ges wiſſen Zeitlauf un⸗ ſchrankt ſind, nach deſſen 50 Verlauf und Aufguz Wt Auhe, das Köͤnigreich Preuſſen betreffend. 16 hal düttant vel interce; ſie ihr Anſehn verliehren dant, vel ad auguſtius und untergehen, oder zu kaſtigeium adſcendant einer hoͤhern Wůrde und aie Gllͤckſeligkeit gelangen. Nehn Wir gedenken auch hier der nachdenk⸗ in u Richen Vilion eines Traums, welchen zu Ber⸗ Uucteig ein Dohm⸗Cuſtos Anno 1620. in der Oſter⸗Nacht zwiſchen den Sten und oten April, Win einer ſonderbaren Entzuͤckung empfunden, als get ihm gegen 2. Uhr vorkommen und nach z. Uhr ſich dieſe Vilion geendet, ſo er nachhero ſeiner Schweſter Mann, dem Hainno Hörken, Cantz⸗ lei⸗Actuario in Tangermuͤnde, erzehlet, wie ers behttſhdem damahligen Miniſterio zu Berlin, den an⸗ laut ös dern Tag darauf die gantze Vilion von Folge zu wehteel Folge hat erzehlen muͤſſen, und ſelbiges dem Ar- chiy beigeleget worden. Dieſer gloͤrke hat ſie von Wort zu Wort aus dem Munde des Dohm⸗Qu⸗- ſtodis aufgeſchrieben, und iſt ſie hernach von dem damahligen Poeten, Barthold Ringwald in Verſe gebracht worden, welche auch Auno 1620. in der damahligen Rungiſchen Druckerey zu HBerlin, im grauen Kloſter genannt, Reimweiſe hedruckt worden, welche denn auch in der Gold⸗ beckiſchen Bibliothec daſelbſt Anno 1645. in der Kalliſchen Buchhandlung nachgedruckt un⸗ ter andern gefunden worden. 4 Giͤachket Hainno Floͤrke von Tangermünde 04 melbet in ſeiner Schrift, daß er aus des. 84 Dohm⸗ 168 Cap. 7. Propheceyungen n Dohm⸗Cuſtodts Munde dieſe Viſion ſelbſt vet⸗ nommen; Er ſey auch nachhero nicht wieder bon I0 dem Bette kommen, auch die Erfüllnng an ihm den 18. May, als am Himmelfahrts⸗Tage, im ſafſc 89. Jahre ſeines Alters zu Berlin ſanft verſchien den, wäre wahr worden. Anfangs ſagt dieſer Floͤrke, daß dieſe Viſion eine groſſe Compara- tion mit des Muͤnchs im Kloſter Lehnin habe,. der vor mehr als 300. Jahren von dem Hauſe ſtr Brandenburg geweiſſaget, wann er an einem Oft m in ſeiner Weiſſagnng, ſo da in Lateiniſcher Spra⸗ Fro che geſchrieben, unter andern ſetzet: Eine gebra⸗ aſ tene Gans bereitet dem Hauſe Brandenburg fir ſche einen herrlichen Tiſch; Eine Sonne gehet uhn, in Brennus Hauſe auf und beleuchtet das gantze Pruteniſche Reich im hoͤchſten Glan⸗ Ze. Der ſchwartze Adler im weiſſen Thal zunm ſteiget herauf mit Macht, mit ſeinen Rieſen überwaͤltiget er das Gebuͤrge und macht ſich derſelben unterthan, doch regieren un⸗ un ter denſelben groſſe Drangſalen; Ein Jůng⸗ mn ling aber von⸗g. Jahren, aus dieſes Adlers Wün; Federn entſproſſen, erhebet ſeinen Flug und ſteiget uͤber des Alten Staͤrke empor. Der g Name Friedenreich iſt dem Hauſe gluͤcklich n und geſegnet; Der letztere davon wird durch ein finſteres Thal endlich ins gelobte Land kommen, und alle ſeine Nachſtellungen uͤber⸗ winden; Die Truͤbſalen werden aufhoren, und er wird der Simſon ſeyn, ſo des Loͤuin Kachen aufreiſſet. 54 Ein nge das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 169 Ein gewaltiger Fuͤrſt wird aus dieſem Hauſe dem Pabſt an die Crone taſten, daß er taumelnd dahin faͤllt und ſo leicht nicht wieder aufſtehen kan, weil ihm Krafft und Macht benommen iſt. Dis iſt ein Wunder vor unſern Augen, ſo die Welt wird in Er⸗ ſtaunen ſetʒen. 1 Der ſchwartz⸗ und weiß ⸗gewuͤrffelte tuchs Lappen⸗Hund, ſo aus dem Baltiſchen PMeer hervor ſteiget, bekommt von dem Adler im weiſſen Thal einen tapffern Stoß duns und dieſer ſcheuet ſich auch nicht der Son⸗ e. ne zu weichen. haͤllnh In dem Brandenburgiſchen Cedern⸗Hayn waſal wird man ein mehrers von dieſem Vaticinio fin⸗ t ſann den. ge mnd N chuhm Nun wollen wir uns zu der Viſion nach En; Berlin wenden, welche Hainno Floͤrke alſo aufgeſchrieben hat: — Ein Lhriſticher und Gottesfürchtiger Pann, RNahmens Andreas Otto, von 89. Jahren L 5 aus Wenn man dieſe ange⸗ daß entweder gedachter führte Worte mit obi⸗ Florke eine gantz andere er lateiniſchen Vorher⸗ Abſchrift von dem Leh⸗ 4 5 des Bruder ninſchen Vaticinio ighabt „Vermans zuſammen haben, oder eine von beiden haͤlt; ſo folget daraus, unrichtig ſeyn muͤſſe. 170 Cap. 7. Propheceyungen, aus Tangermůͤnde, an der Elbe buͤrtig, wo ſein Vater ein Tuchmacher geweſen, und im Monat October 1532. gebohren, hernach zum Dohm⸗ Cuſtodi zu Berlin an der Kirche zur Heil. Drei⸗ faltigkeit beſtellet worden, hat Anno 1620. in der Oſter⸗Nacht zwiſchen den Sten und'gten April des Morgens gegen 2. Uhr einen ſonderbaren und merkwuͤrdigen Traum gehabt, berſelbe aber ſey ihm vorgekommen, als wenn er wahrhaftig dahin gefuͤhret und ſichtbarlich alles geſehen, was 9 auf dem Chur⸗Fuͤrſtlichen Althan, der vom Schloß nach der Kirche gehet, pasſiret ſey, und erzehlet es folgender Geſtalt: Ein alt⸗belebter Greis kommt zu mir, und rufft meinen Nahmen 3 mahl: Andreas! ſtehe auf, und gehe mit ich will dich fuͤhren, da du Wunder⸗Dinge ſehen ſolſt! Und daer mich zum Althan der kr⸗ ſten Ecke gefuͤhret,(denn der Althan war vom Schloß nach der Kirche in quadrat in 4. Ecken gebauet, daß man die Stadt an allen 4. Ecken überſehen konte) die nach der breiten Straſſe zu gieng, mich an das Feyſter fuͤhrete, und daſelbſt mir anzeigete, dabei auch ſagte: Das was dum in Zeit von 200. Jahren erfüllet werden. Den Greis betrachtete ich mit einem dreifachen Geſichte, und hieruͤber, da ich mich entſetzte, ſagte der Greis: Fuͤrchte dich nicht, dieſt Viſiones, ſo du in den 4. Ecken ſehen wirſt werden unter vier Regierungen dieſes Hofes geſchehen. Es wird groß und herrlich wer⸗ f uhn H An ſhe 00000 Wöu 0 K44 4 0 0 I den 4. Ecken des Althans wirſt ſehen, wird. 8 198 eh 55 A, das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 175 erden, und der letzte wird uͤber alle empor ſteigen und ein groſſer Monarch werden, ſo das Antichriſtiſche Keich uͤbern Hauffen und Gog und Magoh ſtuͤrtzen wird. Dia er nun zum erſten Eck am Fenſter hinaus ſahe, fand er das damahlige Berlin in ſeinem ſlh itzigen Zuſtande, ich ſahe an alte Wohnungen untte und Gebaude, die Einwohner giengen in ihrer ſche zetzigen Tracht, und die Hof Bebienten und u,, Groſſen giengen zu Fuß, ich ſahe nicht mehr als 04. Kutſchen, und des alten Churfuͤrſtens, Georg Wilhelms, Kutſche war mit Tuch und ſeidenen Ftantzen ausgeſchlagen, doch giengen die Leute ndgzs in ihrer ſaubern Tracht, hatten alles, was ſie udea) trugen, von masſwen Silber. Die Redlichkeit war im Handel und Wandel aufrichtig; was ein Mann bey ſeinem langen groſſen Bart und uah mit dem Daum verſprach, das war wie ein ſclnk Evangelium. Indem ich mich nun nach dem SGreis wendete, und wieder hinaus ſehen woll⸗ Ite, wie eine groffe Veraͤnderung fand ich? Und nclals ich hieruͤber erſchrack, ſagte der alte Greis ſzu mir: Das wird in 40. Jahren alles erfol⸗ gen. Der Printz, ſo in dieſem Jahre ge⸗ dohren und in der Wiegen liegt, wird die⸗ ſe Stadt in ſeiner erfoͤlgten Regierung in utlolchen Stand ſetzen, die Stadt befeſtigen, ſhur noch eine Stadt anbauen und ſie mit Waͤl⸗ Wn len und Zug⸗Bruͤcken umſchlieſſen; wo du vormahls Schlag⸗Bruͤcken und Ruppel⸗ E. Daͤm⸗ U 172 Cayp. 7. Propheceyungen, Daͤmme geſehen, ſtehen ietzo die ſchoͤnſten Portale, und aus den alten hoͤltzernen Huͤu i. ſern, ſind ſteinerne geworden. Ich ſahe die 4 neue Stadt, ſo Friedrichs⸗Werder, und 0 50 ſſat f 8 auch eine kleine Neu⸗Stadt, nach dem Thier 9 Garten zu, ſo Dorotheen⸗Stadt, nach deſ⸗ 000 ſen Gemahlin Nahmen genennet war. Es war der Muͤhlen⸗Damm mit ſchoͤnen gemauerten Bu⸗ ben bebauet, ein neuer Eran und die Schleuſſe war alles wohl gebauet, daß groſſe Schiffe ein, lauffen konnten; man konte unter den gewölbten Buden auf den Muͤhlen⸗Damm trocken gehen, mitten ſtund das Portrait auf dem Portaf, da eine Bruͤcke angeleget war, daß man wieder nach einer neu⸗angelegten Stadt gehen konnte. Die Leute waren ſchon politiſch, und ihre Trachten waren nach der Frantzsſiſchen Mode eingerichtel, und alſo waren auch die Gemůther in ihren deut⸗ ſchen Knäbel⸗Baäͤrten anders eingerichtet. Und in⸗ dem der Greis mir erzehlen wolte von Potsdam, daß er daſelbſt ein Schloß angeleget, und nach ihm hinſahe, war der alte Greis weg, und ſtund ein munterer junger Mann in filbern Stuͤck und Purpur⸗Mantel, und gläntzete auf.! ſeinem Haupte eine Crone, ich erſtaunete; abet er ſprach: Romm an andern Eck und ſiehe die Veroͤnderung an, als ich dahin kam, hat⸗ te Berlin eine gantz andere Geſtalt bekommen: Es ſtanden ſchoͤne Pallaſte, das Schloß wa umgekehrt, verändert und erweitert. Dieſkr Mann ſagte zu mir: Das hat deſſen Nach⸗ 81 folger If 0 Wlbe 6 hit Wfer⸗ h untie lch le 90 fg0 Micke Whes E un 15 6 lht, das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 173 detb folger in Zeit von 25. Jahren alſd in ſeiner WMan Kegierung gethan und zuwege gebracht, Aſer ward BRoͤnig und alſo veraͤnderte und Ioado, vergroͤſſerte ſich der Staat; Er war ein uLiebhaber des Friedens, und war doch da⸗ tat/het ein Sohn Martis& Apollinis, indem er un ſchoͤne und propre Soldaten hatte, eine groſſe Hof⸗ Stadt fuͤhrte, und alſo alles et in Berlin zu ſeiner Zeit in Magnificence und oſtStt Pracht lebete. Dieſer Regent, wie du da bentnh ſieheſt, hat die neue Parochial⸗Kirche in tuenh der Kloſter⸗Straſſe, worauf das Glocken⸗ Spiel, gebauet, das groſſe Arſenal, die Charlottenburg, die vielen neuen Kirchen uvnd die praͤchtigen Luſt⸗Haͤuſer um Berlin. Abſonderlich iſt das Andencken von dem ſe⸗ ligen Vater, dem groſſen Chur⸗Fuͤrſten vodn Brandenburg, Friedrich Wilhelm, in der meßingenen Statue zu Pferde auf der lan⸗ gen Bruůͤcke zu admiriren. Ulnd da ich dieſes alles mit der groͤſten Admiration anſahe, und den Pomp, Splendeur und Luſtre des Hofes, auch das Wimmeln des Volks und Raſſeln der FEaroſſen anſahe, mich nach demſelben umſehend, Iiu fragen: Stand ein anderer in muntern Ge⸗ ſicht mit Helm, Pantzer und Schild angetha⸗ ner großmuͤthiger heroiſcher Held, aus deſſen Augen die Majeſtat hervor blitzete, hinter mir, der ſagte: RKomm, und ſiehe die Veraͤnderung des dritten Ecks, in ſelbigem wirſt du mehr erſehen, als du dort wahrgenommen 55 1 5 ieſer 174 Cap. 7. Propheceyungen, 0 dieſer Regent führet keinen magnifiquen aber doch propren Staat, und wirſt bekem nen muͤſſen, daß bei den allen vorigen Glantz, dieſer Glanzz denſelben übertrifft. Als ich nun hinaus ſahe, fand ich alles in dem groͤſteu Flor und Wohlſeyn, und da ich mit dem jungen Held nun reden wolte, da dieſe Vilion biß in das Soote Seculum hinläufft, ſo ſprach derſelbe zu mir: Weil das Chur⸗Haus Bran⸗ 109 denburg zum Noͤniglichen Thron geſtiegen, il ſo betrachte deſſen Koniglichen Staat und die nombreuſe Hof Stadt, die da im hel, l len Glangs pranget, wann 24. Trompeter und 2. Paar Heer⸗ Paucken jedesmahl zur ue Tafel blaſen. Bei dem Anſchauen aller dieſer t ſplendeuſen Aufzuͤgen und Aufführungen, dieih Ang ſo prachtig niemahls geſehen, nebſt andern groß e ſen Koſtbarkeiten, wurde ich gantz auſſer mir ſelbſt nt geſetzet, und in groͤſte Verwunderung gebracht, als mir auch der junge Held den Koͤnig in Lebens/ e Groͤſſe auf einem Piedeſtal von Meßing gegoſſen hen auf den Molken⸗Markt, und an dem groffen t Arſenal im Bruſt⸗Bilde anzeigete, daß derſel ihn be des groſſen Friedrichs Wilhelms Nachfot ute ger und Sohn Friedrich der Erſte, König del nt Preuſſen waͤre, der das Koͤnigreich und Churfü ſtenthum zu dieſem groſſen Glantz und Hoͤchſten ih Wuͤrde gebracht. Nun wirſt du aber an die⸗ u ſem zten Eck die Folge deſſelben erſehen, und un als ich nun dahin meine Augen wandte ſo erblickte 0 ich 1. e I W das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 173 nug Zeit, indem ich ſtatt des Raſſeln der Caroſſen, Vxnj die Straſſen mit lauter Soldaten wimmeln ſahe, und ſelbige waren vortreflich dilciplinirt ug und in Exercitien perfect. Hierbei deuchte mich als wenn die Einwohner nicht ſo muntres Gemuͤts Rothe waren, wie vor dieſem, doch florirten die Hand⸗ uneh werker, die da wegen des vielen Bauen groſſe uf„Verdienſte bekamen, deñ die Häuſer egal, propre Hau und in einer Couleur gezieret wurden, welches ſehr n z mnagnific lieſſe. Und da die Stadt in ihrem Bezirk un Si praͤchtig anzuſehen war, ſo ſchiene es, daß gegen der du dus borigen Zeit, das man damahls nicht angewerket, Uun groffer Geld. Mangel unter Hohen und Niedrigen ſich hervor that, allermaſſen die Groſſen kleinere Beſoldung, und die Niedrigen keine Nahrung hatten, denn alles durch die Freiheit ſehr gehindert, alſo abgenommen, daß es bei manchen auſſerhalb der Straſſen glaͤntzete, und in dem Hauſe ſchlecht und elend anzuſchauen war. Als ich nun alle dieſe Magnificence und Pracht in meinem unruhigen Gemuthe betrachtete, und nicht penetriren konte, uwo dieſe nahrloſe Zeiten herruͤhrten, tief in Gedan⸗ „ken ſtund, mich umſahe, und den alten Greis wiederum bei mir fand, ſo neben ſich einen mun⸗ ,(tern Juͤngling ſtehen hatte, mich an das 4te Ecl hinfuhrte/ und mir anzeigte die Magnificence und Herrlichkeit, welche im vollen Glantz wieder hervor brechen wollte, daß auch alles Volk ſich munter re⸗ gete und bewegete, die Gemuͤhter in vergnuͤgter FRuhe und Zufriedenheit wandelten und lebeten, und alles in vollkommenen Flor ſich ieigete,Dice 5 Hlle 176 Cap. 7. Propheceyungen, ü alles betrachtende, erſahe ich als in einem Blitz eine 1 groſſe Crone üͤber den Koͤnigl. Palais ſchim⸗ merud ſchweben, und 9. kleine um deroſelben hen um, ſo gleichſam tantzend lich beweglen, mit der Schrift, die ein groſſer ſchwartzer Adler in dem Munde uͤber den Cronen ſchwebend fuhrte, auf welchen einen ES L0 FIDELISI und auf ben andern MANEBILT ſtunde, nicht ohne groffe n Verwunderung entzuͤcket ſolches anſchauete. Sie⸗ Iuhe he! darauf erhub ſich ein groſſer Sturm und ſ gab ſich von allen 4. Ecken des Altans zuſammen, da dann in der Luft ein groſſes Praſſeln und Raſſeln erfolgte; auch ein ſchwartzer Dampff ſich Ites über der St. Petri-Kirche erhub, der ſich in helle Flammen ausbreitete, durch das groſſe lamen.. tiren und Geſchrei der Einwohner, weil, hernach aus den groſſen Flammen und Dampff von der Kirche, ſich an demHimmel ein feuriges groſſes W zeigete. Hierauf erfolgte ein gräßliches Wehkla⸗ u gen, und ich erſchrack, es zitterte mir mein gals 1 tzer Leib, und daruͤber erwachte ich aus meinem 96 aͤngſtlichen Traum, gleich da es z. Uhr war, konn und te auch nicht wieder zu meinen Gedanken kom⸗ mcht men, ſondern da mir dieſes ſtets in Siun und. h Gedancken lag, den folgenden Tag dem Hochw. 5 Miniſterio dieſen Traum offenbahrte und erzeh⸗ lete, die es aufnotiren lieſſen. Von der Zeit an ich alſo des Bettes, biß an meinem Sterbe⸗Tag huͤten muͤſſen, welcher auch am Himmelfahrts⸗ Tage den 18. May erfolgte, und alſo mein be⸗ ben beſchloß. V4 Denen das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 177 Denen Propheceyungen, das Koͤnigliche „Ppreußiſche und Chur⸗Brandendurgiſche Haus betteffend, kan man auch noch beizehlen die Vorherſagungen eines 114⸗jährigen Bauren in Schleſten, welche uns auf einen fliegenden Blat⸗ te gedruckt, zu Händen kommen ſind, von deren Werth und Unwerth wir dem Leſer felbſten urthei⸗ ſen laffen: Sie ſind dieſes worklichen Inhalts: ulEine warhafte Propheceyung von einem Oun F14. jaͤhrigen Bauren, Nahmens Andreas e Heihicken/ gebuͤrtig aus dem Dorffe Matto des Fuͤrſtenthums Glogau in Schleſien. wWie ſolches von Zeit zu Zeit richtig einge⸗ ttoffen iſt, in nachfolgenden aus fuͤhrlich be⸗ ſchrieben: ft Vorbemeldter Bauer, Andreas Heinicke, ſa welcher nunmehro 114. Jahr alt, hat ausgeſa⸗ Aget', es werde der Koͤnig von Preuſſen mit u Höͤlffe des Koͤniges in Schweden und Moſ⸗ teau durch GOttes Schickung die Pohlen be⸗ ztvingen, und das Evangelium in gantz Poh⸗ len vermehren, und werden mit einander ein Bůndniß machen, und die Roͤmiſch⸗Ca⸗ tholiſche Lehre ausrotten. Ferner werden ſie mit ihrer gantzen Macht in Schleſien ge⸗ hen, die Evangeliſchen Prieſter an allen Gr⸗ ten einſetzen, die Catholiſchen Geiſtlichen aber wuͤrden die Flucht nehmen, ſo, daß faſt 6keiher wiſſen wuͤrde wo er ſich verbergen ſolle. Ein Kerniſſe, l werde ſich in. Sau⸗ 178 Cap. 7. Propheteyungen, n Bauern⸗ Habit verkleiden, werde aber doch von einem Soldaten erkannt, und von den Schweden hart tractiret werden. Fernet werden ſie mit ihrer gantzen Macht nach Rom gehen, und die Stadt belagern, wo⸗⸗ durch der Pabſt mit ſeiner gantzen Cleriſei uuf in groſſe Furcht und Schrecken gergthen wird, ſo daß viele werden davon fliehen nn und ſich zu verbergen ſuchen? Sie werden aber durch ihre Macht die Stadt nicht ge⸗ winnen koͤnnen, biß GOtt ihnen mit einem ſtarken Gewitter wuͤrde zu Huͤlffe kommen, dadurch die Stadt Rom an 4. Orten in Brandt gerathen werde, daß dadurch die gantze Stadt wuͤrde ruiniret und verderbet werden; Solche Zeit werde ſich anheben von 41. biß 1748. Es hat dieſer Bauer auch zu der Zeit proͤphes ſche ceyet, da die Tuͤrcken vor Wien kommen wuͤrden ee und die Stadt belagern, dadurch die Romiſche h Religion in groſſe Noth gerathen werde, alsdenn n wuͤrden ſie die Evangeliſchen um Huͤlffe anruffen, z ve und dadurch die Türcken vor Wien wiederum! fe weg und in die Tuͤrckei treiben. Er hat auch ſo gar den Tag, wenn ſolches geſchehen wuͤrde pro⸗ FRe pheceyet, welches damahls alles oingetroffen. e Wie der Tag angebrochen, da die Stadt berennet f0 worden, hat er geſagt, nehmet euch in acht, z heute um 5. Uhr Nachmittag wird das Lager auf⸗ 55 geſchlagen werden. Wegen dieſer Propherchtg W k un das Königreich Preuſſen betreffend. 179 Nö hat man ihn in Verhaft genommen, und ins Iih Gekängniß gebracht, worinnen er eine geraume n KReit geſeſſen, biß alles eyfuͤllet, Als nun die Nut Machricht einlieffe, daß die Tiftken vor Wien ben flünden, iſt.er aus dem Gefängiſiß gelaſſen, und wieder auf freien Fuß geſtellet worden. wu Er hat auch zu der Zeit den Krieg mit Franck⸗ Sin keich und dem Hauſe OGeſterreich zuͤvor verkündi⸗ uit get, und die Austreibung der Frantzoͤſtſchen Hu⸗ ume genotten oder Reformirten, welches alles richtig n kingetroffen. Ferner hat er auch, wie man das 4Prälaten⸗Kloſter zu Lauret qufgebauet, prophe⸗ Adehn ceyet und geſagt, ſie ſolten nur bauen, es udec würde noch ein Schwediſch Amt, Haus daraus eſchg welden. Im Jahr 174t. werden ſich drei Comet Sternẽ ſchen laſſen, worauf groſſe Seichen und Wunder geſchehen wuůͤrden, in Als Erdbeben, Verſenkung der Staͤdte und Iuren Dörfer, dieſes würde angehen um Philip⸗ Pl Jacobi 1741. Darauf werde der Adler Amfiutkern Thal gehen, worimnen ſich alle Ie Adler zu verbercen pflegen, und als ein WatWuünder ſich eine Feitlang darinnen ver⸗ lebetgen, Im Monat Junu 1741. werden 0 Froſſe Kriegs⸗Verfaſſüng und Zurüſtung gemacht werden; auch kurtz hernach viele I hohe Haupter ſterben. Wann die Sonne Im Rrebs gehet, wuͤrde man was unerhoͤr⸗ tes hören. Im Monat Februarii 1742. bwwürden noch inehr Wunder geſchehen, da M2 denn 180 Cap, 7. Propheceyungen, ſ denn die Hottloſen gewiß glauben muͤſten ant daß ein GNTT ſey. Endlich werde auch ol hin und wieder ein groſſes Sterben unter den Meuſchen kommen, alſo, daß kaum e die Helffte davon überbleiben moͤchte. 5 9 55 3 üinſehe Seine groͤſte Bemühung gehet dahin, baß er die Menſchen(welche ihm anjetzo haͤufig zulauf⸗ 2 fen, um ihn zu ſehen und zu hoͤren) züur Buff 2 und Beſſerung des Lebens vermahnet: Zthei Ah Faͤcher in den Lampen werden ausbrennen, und Das zte wird ſich neigen, und zuletzt wird das Ende aller Heiden ſehn. Denn es wülde ſich + Sald ausweiſen, daß er wahr geredet habe. ſan e Schließlich kan auch hteher gerechnet thel⸗ Aihn den, was ih dem von Johann Amos Co, 8h menio herdusgegebenen Büch:Lux in Lenebitz, Ind Das Licht in der Finſterniß betittelt, von chz Schleſien ſich findet, daß ſolches an das Hals em Brandenburg kommen werde. Es enthalt die ⸗ ſes Buch die Weiſſagungen Chriſtoph Not⸗ ters eines Weiß⸗Gerbers aus Sprottau in 64 Schleſien von der Ausrottung des HOeſterreichi⸗ ſchen Haufes; Der Chriſtinen Poniatoyin, 64 nes Böhmiſchen Pfarrers Tochter, faſt gleich, fie ſtimmige Weiſſagungen; und Nicolai drabien, 6 eines aus Mähren vertriebenen Refortnitten An5 Predigers, Weiſſagungen wider das Haus Oe⸗ ſterreich, um welcher willen ihm zu Presburg die Fauſt und das Haupt abgeſchlagen, und fene U K ug das Koͤnigreich Preuſſen betreffend. 181 Mbe 1 „perzuſammt obgedachtem Buch amGalgen Anno 1671. den 16. Jul. verbrandt worden. N* Unter Drabicu Weiſſagungen finden ſich Il berſchiedene Stellen, welche die gegenwartigen nite Umſtände Schleſiens anzutzeigen ſcheinen, und I0 gehoͤren ſonderlich die nachfolgenden dahin. In der 234. Weiſſagung p. 198. wel⸗ Anno 1654. gehabt 8 at: 15 Qud der HErr ſprach: Die Feſſeln werden von euren Fuͤſſen fallen, und der Weg nach eurem Vaterlande wird euch wieder Aletk offen ſtehen. Deſſen(nemlich Maͤhren/) n n und der Schleſier Herr wird der Churfuͤrſt e von Brandenburg werden, Bohmen aber ſoll den Churfuͤrſten von Sachſen zum Koͤ⸗ nige bekonmen. In der 407. Weiſſagung von Anno 1661. 1 P. 395. /Es war ſchon Tag, daich nach meinen Seufzen entſchlief. Ich ſahe mich mit vielen auf einem Felde, wo unbekante Leute das Gras mit den Wurtzeln ausrauften. Es kam zu uns ein Mann, der mir zwo groſſe Wurtzeln zeigte, hl die gleich groß waren und einerlei Farbe hatten, Un M 3 daß 182 Cap. 7. Propheceyungen, ſh daß wir uns wunderten, wie man ſie häͤtte alle, reiſſen koönnen. Als ich erwachte und uͤberlegte, was das bedeuten mochte, ſprach der HErt zu mir: Das Unkraut der eitelen Lehren u Meinungen, womit die Welt erfuͤllet iſt, wird ausgeriſſen werden, und die Irrende m! werden ſich nicht mehr erinnern laſſen. Die⸗ ſe zwei groſſe Wurtzeln aber ſind der Koͤſig von Spanien und der Roͤmiſche Pabſt/ derm maͤchtige Reiche vor mir und in meinem ö Rathe, der ich der Beherrſcher der Welt bim ſeh thre Endſchaft erreichet haben. u5 Die 623. Offenbahrung, im Anhange pe; Darauf reiſeten wir alle(im Geſichte) nach, Prag, der Haupt⸗Stadt in Boͤhmen, wo in Gegenwart vieler Vornehmen und Einwohuet dieſes Landes mit allgemeinen Jubel⸗Ges ſchrei, der Churfuͤrſt von Sachſen zum Koͤnige in Böhmen erwählet worden. Von da reiſeten wir nach Oeſterreich, wo der Churfuͤrſt von der Pfaltz, in Gegenwart der Türckiſchen und Ungriſchen Geſandten, als Hertzog vonOeſterreich⸗e ausgeruffen ward. Aus Oeſterreich reiſeten wik 0 nach Ungarn, und wir ſahen, daß Apaſtus,(ein 0 FJurſt von Siebenbürgen p. 5.) zum Könige beſtel, let ward. Von Presburg kamen wir nach Ol, mütz in Mähren, und ſahen, daß der Churfürſt u von Brandenburg in Gegenwart der Schleſſer zum ugt, das Konigreich Preuſſen betreffend. 183 Mfis zum Herrn über beide Laänder,(Maͤhren und Schleſien) erwählet ward. Darauf der neue Marck⸗Hraf nach Welehrad,(wo die alten Mähriſchen Koͤnige ihren Sitz gehabt, und wor⸗ dus hernach ein Kloſter geworden,) gefuͤhret VIJward, wo er die Kirchen⸗Sachen ordnete. ꝛc. Aus der 164, Offenbahrung p. 154. dius Du ſolſt aber wiſſen, daß der mitternacht⸗ rdall liche Geſandte ſeine Zunge wie eine Axt geſchaͤrffet . habe, den Baum abzuhauen, worauf der Adler ſitet. Der Sachſe reichet Materie dar, der Alee Brandenburger hat ſich auf die Wage gelehnet, dwelche Wage die geiſtlichen Churfuͤrſten mit kei⸗ ge nen Stricken hinweg ziehen und ſich verwundern Awerden, woher er dieſe Staͤrke zu dem Werke be⸗ kommen? Sie werdenFrieden ſuchen: aber ſie wiſ⸗ ſen nicht, was der Morgenländer thun wird, der mit den Mitternachtlichen einerlei Anſchlag hat: A Dieſe beide ſind vor andern wider das Haus CHeſterreich. „Aus der 621. Offenb. im Anhange p. 4. Als das geſchehen, erinnerte ich mich des Geſichts von dem mit den Wurtzeln ausgerotte⸗ ten Baume, den ich in fuͤnf Langen oder Bloͤcke zerſchnitten hatte. Der HeErr aber ſprach auf dieſe meine Gedancken: Ich zeigte dir damahls el den Baum ohne Wurtzeln, das Haus Oeſter⸗. reich 184 Cap. 7. Propheceyungen, ꝛc. reich, das in der Chriſtenheit lange geherrſchet hat, dem ich aber nun ein Ende mache. Einen Theil von Ungern, wo ſeine Wurtzeln waren, will ich den Fuͤrſten von Siebenbuͤrgen gebey,“ daß er Koͤnig von Ungern werde. Der andete U Theil, Croatien, Kärnthen, Steiermarck und ſe der Venetianer Gebieth, wird den Tuͤrcken heim fallen, doch ſo, daß er Ofen, die Haupt⸗Stadt 4 des Reichs, dem Koͤnige von Ungern gebe, wie“ es vor Alters geweſen iſt. Der drikte Theil iſt Boͤhmen, welcher dem Churfuͤrſten von Säch⸗ ſen, dem Liebhaber des wahren Chriſtlichen Glau⸗ bens, zu Theil werden wird. Der vierdte Theil, 6 Schleſien und Maͤhren ſoll der Churfuͤrſt von 0 Brandenburg haben. Den funften Theih, Ober⸗ und Nieder-Oeſterreich ſoll der Churfuͤſſt von der Pfaltz erlangen, deſſen Vater die Boͤh⸗ 0 0 men zum Koͤnige erwehlten, und ihn wieder vesß laſſen hatten. 10 Gehe zum Churfuͤrſten vPon Brandenburg, denn er wird erſtlich in ſeinem Lande, denn in Schleſien, endlich in Mahren mit denen, die für aht meinen Nahmen eifern, die Abgoͤtterei abſchaft. n fen, wenn das der Churfuͤrſt von Sachſen ſiehet, WI. wird er mit ihm einſtimmig werden, und es erſt in ſeinem Lande, hernach in Boͤhmen eben alſo. machen; Denn dieſe Ehre, habe ich beſchloſs. ſen, ihm zu geben.— ech ⁸οοσον Europaͤiſcher Htaats⸗ Vahrſager. Das iſt: Wunderſame Prophezeyungen demjetzigen Zuſtand der meiſten und vornehmſten Europaͤiſchen Staaten, n K In ſich haltend d, Des beruͤhmten Johann Lichtenbergers, Jo⸗ Wann hann Corionis und vieler anderer merckwürdiger Fit Weiſſagungen, den gegenwaͤrtigen Zuſtand Deutſchlands betreffend/ Mit verſchiedenen Anmerckungen. Iweyter und letzter Theil. Bremen, bey Nathanael Saurmann. 1742. 2 Inhalt: Practica Meiſter Johann Lichtenber⸗ gers/ ſo er vor eklicher Zeit gemacht hat von der groſſen Conjunction Saturni und Jovis ꝛc. Nachricht von Lichtenberger und ſeinen Weiſſagungen in ſich haltend D. Mart. Lut hers Ulctheil von Johann Lichten⸗ berger und ſeinen Weiſſagungen. Tenczels Nachricht von Lichtenbergern ſeinen Prophezeyungen⸗ Doct. Johannis Carionis Weiſſagung. Auslegung der Weiſſagung D. Johannis Carionis. Gtundliche Offenbahrung und eigentliche Abbildung einer geheimen und denck⸗ wuͤrdigen Prophezeyung/ welche in dem 1641. Jahre zu Praag bey St. Jacob in der Bibliothek auf⸗ und in einem kleinen ſilbernen verguldeten Ladlein oder Kaſtlein gefunden worden. Ein Stuck aus der Prophezeyung des hoch⸗ erleuchteten Mannes GOttes Jacobi Hartmanni von Durlach/ ſo er Anno 1538. geſtellet hat. Weiſſagung Biſchoffs Chriſt. Aegidu⸗ welche am 3. Aug. 1667. in der nahe bey Paris belegenen Capelle zum Heil Geiſt in deſſen Grabe zu ſeinen Fuͤſſen/ in einem bley⸗ ernen Kaſtgen auf Jungf. Pergam. in latei⸗ 45 Sprache geſchrieben gefunden wor⸗ en. Wunderbare prophezeyungen gedruckt zu Hermanſtadt in Siebenburgen. A. 1630. 40f b. 1 330 u 3% mun 37 nin 00 5 m6 97K 4. ct 4⁰⁴4 Munn Käht *2 + MNN— 2 2 U10 4 u 4 3 Ptacktica Meiſter Johannen Lich⸗ Utin tenbergers, ſo er vor etlicher Zeit ge⸗ macht hat/ von der groſſen Conjunck⸗ waßn tion Saturni und Jovis/ im vergangenen hen MocccXxxIV. desgleichen Eclipſis der „en Sonnen im IXXXV. waͤhrende bis man Wus ſchreibet ztecCCLXVII. Jahre aller Staͤn⸗ ſault de der Welt boͤſe und gute Zufaͤlle verkuͤn⸗ dende/ mit ſeinen viel ſeltzſamen un Figuren. Jalt(Sier ſtehet Johann Lichtenberger in Go⸗ mk ſtalt eines alten Einſiedlers.) aSiin Ariſtoteles. Die Ding der Welt wollen nicht uͤbel geregieret 1910 ſeyn; Darum nicht mehr dann ein Fuͤrſt. Ptolomeus. Der weiſe Mann herrſchet uͤber die Stern; dann 4½ fe keigen allein, und noͤthigen nicht, und moͤgen durch Verunnfft und Rath verhuͤtet werden. Sy billa. Wir ſeyn die, welche kommen ſind ins Ende der Welt, das Boͤſe iſt nahe bey dem Guten, erwehl das Gute und verwirff das Boͤſe. Brigitta. Bittet Gott, o ſromme Chriſten, daß alle Dinge u zumheſten kommen, er hat das allein gemacht.“ Bruder Reinhart. 5 Vorrede Huůt dichj treu iſt viel und glaube wenig. 186 σ O E Vorrede Johann Lich. tenbergers. A 11 0 4 N5 der Annahe 1U in ſeiner Gewalt behlen huh nů n und Er allein weiß zukuͤnf tige Dinge, auch niemand ne iſt in dieſer Welt, der den ch Tag morgen/ oder etwas ſio chers, auf einigen Tag zu, kuͤnftiges, vorhin ſagen ai mag; nichts deſtoweniger hat der⸗ 15 ſelbe guͤtige GOTT, aus ſeiner mil, den und uͤberfluͤßigen Guͤtigkeit; manm⸗ a cherley Gaben in ſeine Creaturen ge⸗ m goſſen, damit er in etlichen Dingen, die noch fern und zukuͤnfftig ſind zuverſtehen, und en wiſſen verguͤnnt/ doch nicht gantz klar, ſon⸗ g dern Vorrede. 187 U dern aus etlichen Gleichniſſen, Zeichen und Abnehmung der geſchehenen Dinge, gegen dem die noch zukuͤnfftige geſchehen ſollen/ als die Voͤgel im Geſang und ih⸗ ren Fliegen, auch ander Thier in mancherley Weiſe/ die Zeit und Wandelbarkeit und an⸗ 8 der dergleichen/ zukuͤnftig Morgenſchön und ue Morgen⸗Roͤthe, Regen zur Veſper. Solche 0 Punge ſehen wir alle ſo natuͤrlich geſche⸗ * hen/ durch Schickung und Ordnung der dug Ratur von Gott ihn gegeben, als ſolches Wt,Kedie natuͤrlichen Meiſter vollkoͤmmlich be⸗ dugh ſchrieben haben. Irret hierin nicht der in Spruch Ariſtotelis, ſo er ſpricht: von bzukuͤnfftigen zufaͤlligen Dingen hat man *keine gewiſſe Warheit, dann derſelbe Ari⸗ uuſwoſtoteles ſpricht auch, daß alles dasjenige, iͤlt, Das zukuͤnfftig iſt, das muß von Noth⸗ bu wegen kommen/ kommet es nun von Noth⸗ unboegen, oder ſonſt, ſo muß es eine vorherge⸗ nlie hende Sache haben, als Plato geredt hat, ſolche Sache eigentlich und voll⸗ N 2 0 0 0 Ib1 188 Joh. Lichtenbergers kommlich/ weiß allein SOtt ein Schoͤpf/ fer aller Dinge/ hat aber den Menſchen nl gegeben Vernunfft/ Verſtand und Kraffth yn hin und wieder zu betrachten/ und aus nt vergangenen Dingen zukuͤnfftige abzunehe n 0 men. GOTT hat auch verliehen Kunſt wun und Erkaͤnntniß der Sterne, daraus man mancherley Geſchichte zukuͤnfftig vorhin n ſagen mag, und auf daß man den Grund e dieſer Dinge eigentlichen abnehmen moͤgt ml iſt zu mercken, daß in dreyerley Weiſt n Gott dem Menſchen gegeben hat zukuͤnff, h tige Dinge zu wiſſen, die ein jeglicher, der Fleiß ankehren will alle, oder etlicheſg erforſchen und begreiffen mag. Zum e ſten, ſo der Menſch lange Zeit lebet/ mag er durch Erfahrung ſehen und hoͤren viehe Ding durch Gleichniß undvernuͤnftige Prihiht fung zukuͤnftige Dinge zu ſagen/ als das in i den alten offenbahr iſt. Die andere Weiſe iſtet aus den Sternen und Kunſt der Aſtronomieſe ae Ptolomeus ſpricht·wer die Sachen ‚ irdi⸗ 0 Vorrede. 189 lchen rdtſchen Dinge erfahren will/ der muß iu de nt erſten beſchauen die himmltſchen Coͤr. muß her; dann als Ariſtoteles ſpricht/ ſo iſt ln ddieſe unt erſte Welt anein mit den oberſten figth Coͤrpern, daß alle ihr Krafft von den ober⸗ ſclkol ſten wird regiert. Auch ſpricht Ptolomeus/ Nudaß die Menſchen in Sitten und Tugen⸗ kufthden werden durch die Sterne verwirckt, un nidann die Sterne geben etliche Neigung ſuthunder menſchlichen Sinnlichkeit/ aber ſie umg noͤthigen doch niemand. Zum drit⸗ aleten wirkd dem Menſchen gegeben zu⸗ euſkeküunfftige Dinge zu wiſſen/ durch Offen⸗ Habarung/ dann wiewohl der Vater in der uEwigkeit ihm allein in ſeine Gewalt ge⸗ zull ſetzt hat/ zukuͤnfftige Dinge zu wiſſen/ ſehat er doch etlichen Menſchen im Geiſt/ u um Geſicht oder durch geſandte Engel, uuntkoder ſonſt in andere Weiſe zukünfftige uns Dinge zu wiſſen offenbahret und einge⸗ unk geben/ daß ſie zukünfftige Ding warlich ſagen moͤgen, als man das von Sybilla 11 N3 flarlich 100 Joh. Lichtenbergers klaͤrlich lieſet, wie ſie den Roͤmern war⸗ lich ohn alles triegen, viel zukuͤnfftige l Dinge geſagt habe, mit Nahmen von dem 10 Tempel der Ewigkett wie der uicht f, ä len ſolte, dann eine Jungfrau einen Sohn f0 gebaͤhret/ als dann geſchah in der Gebutt Chriſti, und anders viel/ daß ſie geweiß l ſaget hat, nicht anders dann im Geiſte“ f ihr von GOtt gegeben war. Derglel at chen im alten Teſtament die Propheten alt zukuͤnfftige Dinge geweiſſaget haben, als l davon viel Exempel ſind Und zum letz ten, in unſern Zeiten des neuen Teſta⸗ 16 ments, dem lieben und heiligen St. Jo. n hann, da er Chriſto auf ſeiner Bruſt ge⸗ ruhet hat, die Goͤttliche Heimlichkeiten ſaſt und Dinge/ am Ende der Welt zukuͤnff,f tig geoffenbahret ſind und andere viel die ich laſſe anſtehen/ dann allein, einer Santt u Brigittin, derer Offenbahrung Fae, K gedacht wird, und auch eines Lolhatts⸗ genannt Bruder Reinhart/ als ſich unten 1 5 Vorrede. 101 Mnn zu ſeinen Zeiten und Sitten erfinden wird. Die vorgemeldete drey Wege zukuͤnfftige ſunx Ding zu ſagen, wird der Meiſter dieſes utz Buchs an ſich nehmen, und viel Dinge lutkel die geſchehen ſollen in zukuͤnfftigen Jahren ungmit glaublichen Urſachen beweiſen xenicht freventlich/ nicht mit einem erhabe⸗ 6 N1 m u nen und hoffaͤrtigen Semuͤth ſondern als ei⸗ u. dehe Warnung und. Ermahnung/ damit Awer warnet und ermahnet großlich alle tes Menſchen, und ſonderlich die Oberſten und lhg Furſten des Volcks, daß ſie ohn Unter⸗ laß mit Fuͤrſichtigkeit fuͤrkommen dem ͤUbel/ das wir zukuufftig fürchten, und alſo deſtoweniger darvon verletzet werden. Dar⸗ um ſollen ſie ſich und die ihrigen huͤten und Jltz fürſehen/ ſo viel ſie vermoͤgen/ ſie ſollen s einem jeglichen Geiſt nicht glauben, dann ν Glaub und Treu iſt nun zur Zeit ein ſelt⸗ ſumer Dogel in der Welt. Wo nun kei⸗ uöh, ne Glaub oder Treu iſt da kan keine gute 6, That ſeyn! und wir kein Rath allf Er⸗ 740 N 4 den 192 Vorrede Joh Lichtenbergers. f den finden moͤgen, iſt keine andere 3u. ſtucht dann das wir bey SOTT dem Oberſten/ Rath und Hülff ſuchen. Und darum ſollen wir alle anruffen und an⸗ daͤchtig bitten den gůtigen und barmher⸗. tzigen GO TT/ und unſern HErren Je. ſum Chriſtum, daß er uns durch ſeine Gnade vergebe unſere Miſſethat/ kehre 9 uns zum Guten im geruhigen Friedem kehre ab feinen Zorn von uns/ und ſeyund 1 ſtehe fuͤr uns/ ſo kan niemand wieden uns ſeyn. Die Prophezeyungen Johann Lichten⸗ 0. bergers? ⏑ 0 ſeinem Gefallen, der das Seine mißbrauchet, und fremde Dinge nicht handelt, der thut niemand kein Unrecht. Der aber Kunſt und Buͤcher verhehlet thut jeder⸗ mann Unrecht!, derſelbe verbirgt nicht das Seinige, ſondern ande⸗ ter Leute Dinge zeucht er unter/ und ſtiehlet die. Darum gebe ihnen Wolmoͤgen und zu leben/ die die Kunſt lieben und pflantzen/ und damit als vom Tode erwecken. Sich ſoll darum nicht auf⸗ lehnen der häßige Strafer, und Hinder⸗Klaffer/ ſondern der weiſe Leſer ſoll ſich befleißigen zu er⸗ fuͤlen den Gebrechen, und abzunehmen Uberfluͤſ⸗ ſigkeit unter den Menſchen/ die ſind unter dem Eirrckel des Mondes/ iſt Kunſt gegeben etlichen durch die Lehre, den andern durch goͤttliche Ein⸗ Gauns doch kommt ſolches alles von einem Geiſt. Nun iſt meine 55 und Schrifft 1955 N5 0 Wer ſein eigen Gold ausgraͤbet nach 194 Prophezeyungen gegründt in zierlichen Worten der menſchlichen un Weißheit/ ſondern in Anzeigung des Geiſtes und e der Warheit, und als natuͤrlich der Menſch u verſtändliche Warheit durch auſſerliche Werckt on⸗ begreifft, und als mit Hülff naturlicher Vei, ſon nunfft der Menſch kommen kan in etliche Erkänt niß durch natürliche Wercke; alſo mag deꝛ Menſch durch etliche üͤbernataͤrliche als Wundett werck kommen in etlich uͤbernatuͤrlich Erkaͤnntniß der Dinge/ der man glauben mag, das ſpricht der heilige Ambroſius: daß eine jegliche Wahr⸗ heit/ vom wem die geſagt werde/ ſey vom heils gen Geiſt. Darum mag der Menſch in den Weg wahrſagen/ wiewohl er auch von eigener Natuk etwan wahr vorherſagen mag. Aber GOtt/ der 10 allmachtige/ brauchet den Menſchen zu Offen bahrung der Warheit/ ſo er den Auslegern der Sterne die Warheit und Eigenſchafft derſelben. offenbahret. Auch Erfinder der Kuͤnſte haben viel vorhin geſagt/ nicht anders, denn daß ſii gelehrt ſind geweſen vom heiligen Geiſt/ der iſt ein. Eingeder und Lehrer aller Warheit, daraus mag man ziehen, daß die Offenbahrung in einer Ordnung kommet in die Menſchen, und ander von oben herab. Als Johannes am erſten ſpricht: Die( Rinder ackerten, und die Eſel weideten. Dar⸗ um ſollen die Unterſten dieſer Welt, die bezeich⸗ net werden durch die Eſel, in den Dingen, die man glauben ſoll, anhangen den obeeſten himm⸗ liſchen! Coͤrpern/ die durch die Rinder bedeutet werden. Und darum ich ungenannt, fürche 3 en Johann Lichtenbergers. 105 468den Zorn des Teufels/ ſtehend auf in der Wild⸗ Fniß, als die arme Ruth, und folgend nach im Feld Boas, und den Schnatern/ das iſt, den borgewiſenen Weiſen und Urtheilern der Sterne imn Acker mancherley Arbeit ſammlend die Kor⸗ ner und die Aehren mancherley Schrifft, der Sterne Urtheil und Experiment. Was die ſchwere Conjuncktion der obern Planeten auf ſich trage A und anzeige was auch die Eclipſis und Leiden der Sonnen dieſer Welt zu verſtehen geben, hab lälke ich durch recht Gericht des Geſtirns in dieſes 42 Buͤchlein mit kurtzen Vorten zuſammen geſetzt/ ls als daß den Leſern offenbar wird. Niemand iſt ein Richter der Dinge/ die er nicht weiß, ſpricht Ariſtoteles, aber die erfahren ſind in vielen Sachen und Künſten, und die Philoſophie handeln/ ſprechen, daß alle natur⸗ lche Geſchichte, auch etwan viel von eigen Wil⸗ len werden angefangen und vollenfuhrt, durch die Einfiuſſe der himmliſchen Coͤrpern, als auch chen Ariſtoteles ſpricht? Daß dieſe Welt ſey gieich nach der oberſten Bewegung der Himmel/ daß alle ihre Krafft von derſelbigen regieret werde/ und darum ſollen die Unweiſen ihre Thorheit heim⸗ ſich halten, nicht hinder klaffen, daß ihre Unweiß⸗ heit nicht an den Tag komme, und ob ſie erfahrn. und gelehrt waͤren in etlichen Dingen, ſo ſind ſie doch unweiß in den Dingen, die unten bemeldet werden/ der ſie nicht möchten Richter ulnd Ur⸗ theiler ſeyn. Davon ſrricht der Fürſt 5 55 6 196 Prophezeyungen Philoſophis, Ariſtoteles in dem dritten Buch von der hohen Philoſophie: Es iſt nicht muͤglich, 93 0 11 daß man den Unweiſen ſein Band aufloͤſe, ohne der ihnen die der Weiſen Schrifft mit klarem Veu⸗ ſtande geſehen haben, der Wort und Meynunz ich, ſo fern ich mag, brauchen will, indem, daß g ich ſagen werde von der Conjuncktion der oben Planeten und der groſſen Eclipſis. Aber weil viel Lehrer in der Meynung ſeyn/ und ſel iſt nun ins gemeine Volck eingebracht/ daß es nicht ne Chriſtlich ſey ohne Frevel zu glauben den Figuren der Sterne/ den Eclipſibus und Conjuncktion f bus der Planeten/ daß ſie eine Sach ſeyn, de Krieg und Freundſchafft, neuer Glauben und Veraͤnderung der Geſetz/ und auch anderer Din-⸗ ge die den eigen Willen unterworffen ſeyn ſollen/ l dann daß ſie Urſach geben den natürlichen Ge. ſchichten, kan niemand leugnen/ als taͤglich die ſite Experientz lehret/ das Volck mehre dann die Weiſen/ die zu unſer Zeit ſeyn, darum, ſo ware un es eine unnuͤtze und ſpoͤttiſche Rede, von ſolchen Geſchichten zu reden, wann ſie nicht mit wahrer un Redlichkeit in der Philoſophie eingefuͤhret, und eigentlich gegruͤndet waͤren. So auch ſolche glaubliche Sache nicht in Mißglauben, ſondern in den Einfluͤſſen der Ster⸗ ne gegrundet ſey/ etlicher maſſen oben ausgedruckt iſt, nachdem Cicero ſpricht: daß Weiſſagung ſeh eine groſſe und heilſame Sache/ noch den Johann Lichtenbergers. 197 die doch ſterblicher Natur gedienen mag/ duͤnckt umich gerathen zu ſeyn, der groſſen Conjuncktion icund Eclipſis der Sonnen Bedeutniß dem gemei⸗ nen Nutzen zu gute auslegen/ dann ingemein ge⸗ nuͤtzet iſt, faſt nutz und gut allweg geweſt. Auch nie kein König oder Volck in alten Zeiten gewe⸗ ien ſeyn/ die nicht Weiſſagung gebraucht haben, als man in der Roͤmer Geſchicht in Kriegs Laͤuff⸗ ten, und ſonſt klaͤrlich findet. Auch nahm Mo⸗ wunlin ſes Tharbis, die Tochter des Konigs von Ethio⸗ ſeih pien in der Stadt Saba/ die ihr Geſicht auf ihn nu warf, da er von dannen wolt ziehen, grub er ab zwwey Bilder in zween Edelgeſteindie hatten ſolche Krafft, das eine gab Gedaächtniß, das andre Vergeſſenheit der Liebe. Die zween Stein ließ tr faſſen in zween gleiche Ringe/ den einen mit dem Stein der Vergeſſenheit, gab er ſeiner Haus⸗ frauen, den andern mit dem Stein der Gedacht⸗ niß behielt er fuͤr ſich ſelbſt, daß ſie beyde ohn gleiche Lieb, doch mit gleichen Ringen gezieret wor⸗ den/ dann der Moſes war faſt erfahren in den Sternen. Darnach hub an die Frau der Liebe des Mannes zu vergeſſen, und alſo kam er frey in Egyoten. Die von Athen haben auch aller⸗ wegen in ihren Raͤthen weiſe Wahrſager gehabt/ und derer gebraucht, die ſie Manthos heiſſen ꝛt. Dem zum Zeichen wurden allein die Stern⸗ Klugen/ und die Prieſter erwehlet/ zu handeln die geiſtlichen Dinge und die geiſtlichen Beneficia ju haben/ wiewohl nun zur Zeit ſolches R. * = 108 Prophezeyungen tet iſt, und von Mercurius Ungluͤck denſelben a allein Armuth angebohren wird/ und ihnen ihr(i Lebtag lang anhangt und ohn Aufhoren beywoh⸗ Fhih net, das haben recht erzeigt die von Lacedemonic, en die ihren Königen einen Sternweiſen zum Beh⸗ nn ſeſſer gegeben haben/ und wolten, daß in ihren mal offnen Rath allerwegen ein Wahrſager wark/ nt koͤnte auch keiner Koͤnig zu Perſien werden/ der in fe nicht zu vor von den alten, die Kunſt Mathemati⸗/ i/ cam(darinn die Aſtronomie beſchloſſen iſt) gelek, net hat. In derſelben Krafft und Vorſichtihket der Weiſſagung, hat Romulus Rom erbauet, h g und die Koͤnige nach ihm, und Rothsherrn haß ben mit Hülff der Wahrſager und Prieſterſchafft u! den gemeinen Nutzen reaiert; darum der Rath zu f Rom, auf daß das Roͤmiſche Reich deſtobeſſer moͤchn ſitt te zunehmen/ und in Wüurden bleiben, ließ gebik⸗ u ten, daß ſechs von der Fürſten Kinder n Welſchland, ſolche Kunſt zu lernen, in die Schu⸗ le gethan wurden, das nicht ſo eine trefluche Kunſt I von Kleinmuͤthigkeit der Menſchen, von der Ge, 6t walt der Geiſtlichkeit/ zum Lohne und Gewinne gebracht und gefuͤhret wurde. Davon iſt kom⸗ a men, ſo offt die Roͤmer(als Livius ſpricht) die! zehen Mann in den Buͤchern Sybylla haben heiſs eh ſen nachſchlagen/ ſo etliche Zeichen in derkufft erſchie⸗ de nen/ die dem Volck zu Rom groſſe Sachen, i, und ſchädliche Aufruͤhre bezeichneten, daß die im Wahrſagung der Stern⸗Gelehrten uͤherein kam/ n und gleich ſaget mit den Verſen Sybille ce. n 4 5 Abtr Johann Lichtenbergers⸗ 199 Aber wat iſt es noͤthig fremde Zeugen zu fuͤh⸗ ren/ es ſeynd viel Herrn und andere den wißlich an iſt, daß ich einzele alle unglückliche und boͤſe Ge⸗ Adas ſchicht die an dem Rheinſtrome und Deutſchen aßgz kanden in zwantzig Jahren vergangen, geſchehen „i find, wiewobl ich darum verhaſſet bin, recht Wtn und warlich vorgeweiſſaget habe, und hat ſich den glſo an ihm ſelbſt erfunden, aber das laß ich fah⸗ Res ten/ und ſage/ daß kein Voick ſo guͤtig, ſo ge⸗ Wah lehrt, ſo boͤſe, oder unverſtaͤndig ſey, daß nicht WNutz mercke, daß man zukuͤnfftige Dinge, die man lange atg Zeit heimlich gehalten vorſtehen oder vorherſa⸗ Rebte gen möͤge. Ulnd ob jemand ſo grob, und von Pis kiner wilden Art, und tolles Gemuͤths ware/ undu wann er den ſchoͤnen Himmel, und das wunder⸗ Aftocht liche Gottliche groſſe Werck anſchauet, muſte er ſprechen und be jahen, daß dieſe Welt von den oberſten him wliſchen Coͤrpern und Krafft/ als uen durch Werckzeug des hoͤchſten GOttes regieret Ehel werde. Würde aber ſo ein thoͤchrichter, oder 1 U% verſtockter Suͤnder/ der in den Dingen, die Ge⸗ Atne walt und Goͤttliche Maje ſtaͤt verletzet, dem wolt Dunſl ich alſo zu ſprechen: Hoͤreſtu/ du armer/ ich bitte dich/ ſag an/ bringen die Sterne nicht Einflüſſe/ wie werden ſie 6dann geſehen, nun hoch, nun nach der Breite/ nun nach der Krumme/ nun gehn ſie ſchlecht fuͤr ſich/ nun ens hinter ſich, nun ſo langſam, als ſie ſtille ſtunden, nun br gehen ſie auf, dann gehen ſie unter und derber⸗ Fen ſich, nun gegen dem Mittag, nun gegendder Mitter⸗ 0 200 Prophezeyungen 17 Mitternacht. Aber was ſoll man mit ſolchende⸗ Wt von diſputiren, nicht mehr dann mit denen/ die eh wider alle Menſchen⸗Erfahrung ſprechen, dag das Feuer nicht heiß ſey. Sind auch ein Theſl lkllet Menſchen/ die nicht glauben oder achten etwas zu wiſſen von zukuͤnfftigen Dingen, verſpottende die Urtheile des Geſtirns/ die acht ich als unvernunff, Aun tige Thiere, die meynen, alle Dinge geſchehen ie von ungefehr. Ein Theil glaubt, daß man aß Sternen moͤge etwas zukuͤnfftiges wiſſen, aberſſe achten des Wiſſens nicht, es waͤre ihnen auch Fif peinlich, ſolten ſie etwas vorher wiſſen, das kom⸗ men ſolte/ eben als ſolches von Noth kommen beht muͤſte/ und man koͤnnte es nicht verhuͤten, das hft eine thoͤrichte Meynung iſt, und von den Wei, ſen billig zu ſtraffen. Sind die dritten/ die glau⸗ Dinge, aber die folgen nicht nach den Reden die Stern⸗Weiſen. Die vierten, ſo ſie höͤren etliche die guten Einflüͤſſe, und verachten der boſen, wolt ten ungern wiſſen. Die fuͤnfften, ſo ſie eimmahl eine Wolluſt darinnen, darnach werffen fle t5 ter die Weiſen gezehlt. Die letzten, die glauben, ſtof haben Fleiß zu wiſſen, und zu verſtehn, und fürs ng Dingen/ dieſelben werden billig weiſe genannt, 5 die moͤgen boͤſe zukuͤnfftige Dinge mit ihrer Weiß⸗ Ualh ben und wolten auch gerne wiſſen zukunfftige Influentien von den Aſtronomis, ſo erwehlenſe Ion ˖ 10 i0i W1 ein prackticirt Judicium geleſen haben, haben ſie 6 ie ſi 7. 0 von ſich/ die ſind wanckelmüthig, und nicht um, eh fichtiglich ſich richten nach den boſen zukunfftihen heit vermeiden, oder maͤßigen, derſelbigen 9* Johann Lichtenbergers. 201 Akſich mein Buchlein unterworffen, es nach ihrer Weißheit zu handeln ꝛr. (Hier kniet der Meiſter dieſes Buchs und betet?) Die unmeßliche Schwere dieſer angenom⸗ ttenen Bürde, und die Groſſe und Tieffe der Is Dinge ſo ſich begeben werden und der Ubelſprecher waggroſe Menge, ermahnen mich anzuruffen die GOttes Hülffe, alſo: Benedeyet ſey die groſſe geehrte Majeſtdt Ades Schoͤpffers/ der mit ſeiner allerhochſten Weißheit von Ewigkeit, jeglichen Creaturen barmhertziglich verſehen hat/ und daß er ſeine Guͤ⸗ kigkeit jetzund zur Zeit, uns erzeigen moͤcht, hat Mer ein wunderlich Zeichen am Himmel, in Krafft ulder Sterne heiſſen ſetzen nach ſeinem Willen, der „ſcgk unwandelbar iſt. Denfelben GOT T und Schopfer, bitte ich Unwuͤrdiger/ nicht/ daß du lü meine Rede wahr macheſtſondern mich fuͤhren Ewolleſt in Erkaänntniß der Warheit deiner ver⸗ f1 Izbeichneten dann GoOtt hat von Ewigkeit eigent⸗ lich geordnet/ die Wahrwerdung ſeiner Zeichen als Gregorius ſpricht, in dem zwoͤlfften Buch der ſittlichen Sprache, daß nichts in dieſer Welt den Menſchen geſchicht/ ohn Urtheil und heimli⸗ chen Rath des allmaͤchtigen GOttes, dann GOtt il hat alle zukünfftige Dinge vorhergeſehn/ ünd er⸗ Ekannt vor der Welt/ 2 ſie in der Welt gekent k 202 Prophezeyungen 1 cket ſollen werden. Einen jeglichen Menſchen ſt geſetzt, Gluͤckſeligkeit und Widerwaͤrtigkeit, fo 1 ihm zukommen ſolle, ſolches hat auch geſprochtg zm der groſſe Albertus in ſeinem Speculo ſprechend, 2 daß GOtt den Himmel ausrecke als eine Hüttt n machende ein gemein Buch, darin alle Menſchen nach ſeiner göttlichen Vorſichtigkeit, als in nem Buch der Ewigkeit geſchrieben werden. Uunr Darum ob etliche Dinge geſagt wurdent de ſich nicht alſo erfunden /ſoll man meinen Iu. thum, nicht dem goͤttlichen Willen als ob er wan delbar ſey/ zuſchreiben, dann um unzthiihe e Mannigfaltigkeit in der Welt, geſchehen vil ſchaͤdliche und wiederwaͤrtige Dinge/ wie gut auch.. und wie günſtig die Stern ſeyn/ und das macht die Rundigkeit des Himmels. Darum, o GOlll 5 ein Schoͤpffer und Regierer aller Dinge/ det e uns Sonne und Mond gemacht, der du dis l Himmels Lauff und Ordnung geſchickt haſt, der du die Sonne alle Tage auf und nieder/ mit 55N nem ewigen Umgang wunderlich und ſchnelle Wen, wegeſt, und alle ewige Dinge, mit Schickung des Geſetzes beweglich ohn alle Müdigkeit kutnen haͤlteſt, du allein ein Gebieter und ein HEgaof, n dem alle Macht der andern unterworfffn fl„eg. ich bittend habe Zuflucht zu dir, ich bitte don die 1 das Koͤrnlein der Barmhertzigkeit/ dich einem ii Waß nigen GoOtt bete ich an, ſtreck aus den Mantel f deinei Gnaden über mich armen Ruth/ dann du. biſt nahe und ich ruff dich an, demüthiglich 5 A i I 0 ö Cion Johann Lichtenbergers. 2035 ch meine gefaltene Haͤnde zu dir/ mit Furcht bit⸗ tende, du wolleſt mit deiner gewaltigen Huͤlffe, deiner Sterne Eigenſchafft und Urtheil ihr hefftig Kinfloſſen, offenbahren deinen Knecht Ruth/ ſeine WVernunfft mit dem Glantz deiner ewigen Klar⸗ beit erleuchten, und richten in dem Wege der Wahrheit/ erwecke meine Vernunfft und Ver⸗ land/ bewege meine Vernunfft und Verſtand, ſolel bewege meine Zunge/ und erzeige mir die rechte nar Jorme wahrzuſagen zukuͤnſſtige Dinge. Amen. Gie ſteher das Bild der groſſen Corjun⸗ t ction Saturni und ſovis.) ꝙEine groſſe und ſehr merckliche Conſtellation ber ſchweren groſſen Planeten/ Saturni und Ju⸗ bPiters(erſchreckliche Conjuncktion, die zukuͤnfftig Uagluͤck bedeuten) iſt vollenkommen geweſen in dem Jahr ſo man zehlt XCCCCLXXXIV. an dem 20. Tag Novembris zu 6 Uhren 4 Mi⸗ nuten Nachmittag, da des Krebs Grad aufſtieg übern Horizont. Derſelben Planeten Zuſam⸗ emenkommung/ oder Conjuncktion ſelten und hicht/ als wann viele Jahre vergangen ſind, ge⸗ ſchehen mag und bringt darum einen ſtarckern Einſtuß. Dieſelbige erſchreckliche Conjuncktion/ hat zu ſich in ſein Hauß empfangen das grauſame und ungluckliche Zeichen Scorpion, in ſeinen XXII. Grad und XLII. Minuten, darinn ſich ſteuet der ungetreue Stern Martis, und das am u gller boͤſeſten iſt, der Wai und boͤſe R 2 0 204 Prophezeyungen 0 hat mit ſeiner Erhoͤhung den guten Jupiter ven druckt. Wdlit Auch iſt Mars geweſen/ ein Herr der Com atel juncktion/ und mitten am Himmel, in ſeinem ein l gen königlichen Hauß erhaben, gubernirt gaut alle Natur und Eigenſchafft der Conjuncktion. Und darum/ dieweil der guͤtige Jupiter, glſo von Saturno und Marte gezwungen und von ihrer Krafft verdruckt iſt/ kan er ihrer Gewalt Nooſt nicht widerſtehen/ uud darum dem Menſchen ſti g ne heilſame und guͤtige Hülffe, als er pfleget lur nicht mittheilen. uſ, Es iſt geweſen im Jahr MCCCCLXXXIV Alg im XVI. Tag Martii/ eine grauſame und viel dt ſcharffe Eclipſis der Sonne, welche Eclipfih, wurde der groſſen Conjuncktion obgemeldt, iht Bedeutniß, ihre Krafft und boͤſe Werck/ ſoſe Unn pflegt zu bringen noch viel boͤſer machen, auch in ſuz g der obgemeldten der zweyer boͤſen Planeten Sa⸗ turni und Jupiters Conjuncktion im letzten Tage November im IX. Grad Scorpions in der un Jaſn vollkommenen Stund der Verbrennung deszt gn, Mondes/ in welcher Conjuncktion/ der boͤßwillige ach Saturnus mit ſeiner Erhebung/ verdruckt Mar, uſ tem in ſein eigen Hauß, und bringende viel An, n zeigung der Boßheit/ mehret die gemeldte Col, uau ſtellation maͤchtiglich. Iſt auch eine andere gih ng tige Conjuncktion des guten Jupiters und des un zornigen Martis im XVIII. Grad des e Min * pion Johann Lichtenbergers. 205 * pions, die zweene ſeyn zuſammen gegangen mit Jupiters Gluͤck, und ſeiner Erhebung uͤber Mar⸗ tem, davon der geruͤhrten Conſtellation ihre Boß⸗ dun heit geſanfftmuͤthigt wird. Sind auch etliche in nbergangner Zeit/ groſſe Coniuncktion geweſen, derer Bedeutniß reicht bis an unſerer Zeit, von Lur.* auch hie etwas zu ſagen nicht wird unnütz Ju ſtyn. Die groſſe Umgehung des Himmels benah⸗ umet von der groſſen Conjunction die vor der Suͤndfluht war/ iſt von Grad zu Grad/ und Fuß vor Fuß, zu dem XV. Grad des Loͤwen XII. Minuten, langſam und fuͤglich gekommen. Derſelben Umgang, Regiment, Gubernation aut iſt von Recht ertheilet dem Monde, und hat ſeine EMacht angenommen/ und der Grad der Direck⸗ tlon iſt gefuͤhrt und gekommen zu dem fuͤnfften Theil der Waagen/ und beſitzt die, und derſel⸗ 110 zeiget ihm zu/ Luna/ das iſt der ond. Die groſſen Conjuncktiones, die bedeutet ha⸗ ben/ als man ſpricht, die Zukunfft unſers Se⸗ ligmachers Chriſti/ iſt, daß der Aſcendens, das iſt/ das aufſteigende Zeichen der XIII. Grad der Waagen, und die Vollgehung der Conjunck⸗ tion zum XIX. Grad des Widders genommen wird und der Grad der Direcktion von dem Auſſteiger zum XII. Grad des Scorpions gezo⸗ gen, deſſelben iſt Venus 85 Theiler. 3 Hier 206 Prophezeyungen (Hier ſtehet der Salvator am juͤngſten Ge, ſhed richt, und ſpricht zu dem Pabſt und) den ſeinen, du ſolt fleißig beten; zum Kaͤyſer, du ſolt beſchirmen; zum Bau F! ren/ du ſolt arbeiten ꝛc.: 11. E Tu ſupplex ora; Tu protege, Tuque l. 0 bora. 06 ahtü. Daß der geſer nicht verdrüßlich werde/ wil n ich dis Buch theilen in drey Theil/ und weitt ſ dieſelben in andere Theile, ob es die Noth eu, fordern wuͤrde/ daß die Leſer begreiffen, und dE Hoͤrer verſtehen moͤgen, wie dieſe und erſten Dißt I ge in dieſer Welt/ von dem Oberſten regiert wißß gg den. In dem erſten Theil lernen wir/ u ig das Schiflein des heiligen Sanct Pin ters/ in der Ungeſtuͤmigkeit und Betrub⸗ 1 niß dieſer Welt, leiden wird mit ſeinen Sti/⸗ cken/ und das du ſolt flehentlich bitten vor ales Ehriten⸗Volck. 0 In dem andern Theil wird erklart das h beilige Reich und wie die Weltlichen ſich n haben werden/ das thut. Du ſolt beſchi en men mit gewaffneter Hand. Im dritten wil Wa offenbahrt der Cayen Staat/ der fuͤrder ge theilet wird, das will. Du ſolt arbeiten/ daß n du die andern enthalteſt/ und alſo wird niemand 10 ausgeſchloſſen. 05 90 Hhier Mit 0 Johann Lichtenbergers. 207 SCSeer ſeehet der Pabſt mit ſeinen Cardi⸗ 2 U30 naͤlen.) un Daß ich komme zu meinen angefangenen bermeinten Werck, die ſcharffe Conjuncktion und grauſame Eclipſis, und ihre Krafft, ſo ſie durch Halles Erdreich wuͤrcken, will ich an den Tag le⸗ gen, als ich Willen hab/ der Goͤttlichen Maje⸗ Iſtat nichts abzuziehen/ auch dem eigenen freyen Willen nicht entgegen oder widerreden, will ich Hallewege proteſtiren und verdingt haben, daß, lles dasjenige, was ich ſagen werde, durch die Allmächtigkeit, Guͤtigkeit und Willen GOttes gewandelt werden moͤgen, des ich gantz glaub und erkenne, als auch Ptolomeuns ſpricht, denn A der Stern⸗Klugen Urtheil ſeyn geſetzt zwiſchen Sedem/ das von nothwegen kommt, und dem, das kommen⸗ oder nicht kommen mag. 4 Das erſte Capitel. D.rr allerheiligſte Vater/ der dieſe Zeit fuͤh⸗ eret des heiligen Sanct Peters Schifflein, hoͤre Wäkeezu. Dieweil er ein HErr iſt der gantzen Welt iſt er unſchuldig und nicht unterworffen der Be⸗ weglichkeit der Sterne/ iſt auch keine Macht in ihnen/ die an ihm erkannt moͤcht werden/ ſon der ſeines Lebens Schickung wird regiert nach h dem Urtheil des hoͤchſten SOttes, der dem fetzi⸗ gen Pabſt zu der Wurdigkeit des heiligen Schiff. eins, vermittelſt ſeines Verdienſtes erhaben uod O 4 den 9 208 Prophezeyungen ‚ den Schluͤſſel ihm gegeben hat/ damit er dem Fſe Fäden, ihre Krafft und Ordnung aufloͤſen, und ld der oberſten Cörper Buͤndniß und Neigung, leichtlich aufſchlieſſen mag. Doch wie dem allel⸗ f bitt ich GOtt andaͤchtiglich daß er ſeinen Mans tel uͤber ihn ausſtrecke, daß der Tag ſeiner Ecwehs( lung, und die Stund ſeiner Cronung ſerlig und n gluͤcklich von GOtt gegeben und gemacht werder wiewohl unſer HErr JEſus Chriſtus/ vonden Geſetz der Natur/ das ihm im Himmel der Dar ſiht: ter beſchrieben hat/ nicht wolle ausgenommen ſeß ſeyn, und darum iſt kein Menſch auszunehmen von dem Goͤttlichen Willen, denn etlicher maſ⸗ ſen ein Stern⸗Kluger abnehmen, und vor wiſſen Jehnt kan aus den Sternen. K (Die Nirch im Schiff mit ihren Riemm geneigt und auf und ab tantzen.) Eine Stadt auf einen Berg geſetzt/ als das ant Eoangelium auslegt Matthaͤus am V. Caß. kan nicht verborgen bleiben zu dieſen Zeiten/ dann aun e ehe der grauſamen Eelipſis Einfluß und Kraſſt vergehet wird der heiligen Rirchen, und dem Schifflein St. Peters, etliche Gefahr viel leicht zu kommen Es wird leider das jeht Wift genannte Schifflein gejagt hin und wieder it uht mancherley Betruͤbniß, Verfolgung und Ri tzung, und wird geneſen oder zu Grunde gehen/ mt ſtehen als auf einer gleichen Waage, wägen, da afte hin undeher, und es ſeh dann das der 1 1450 ar Johann Lichtenbergers. 209 barmhertʒige Gott ſein Schiff lein verhů · te/ ſo wird es viel Perickel und Gefahr nd ans Zertheilung der groſſen Praͤlaten/ gls ſchiff bruͤchig werden. Doch wiſſen wir Pohl/ daß das Schifflein St. Peters nicht un— Aergehet wiewohl es in viel Stuͤrmen und Schlaͤgen des Meers und der Wind, offt wie, der und fuͤrgeworffen wird. Gier ſtehet Adam und Eva, als Ubertre⸗ N 5 Bedeuter der heiligen Kir⸗ en. W1 Joachim, uͤber Jeremiam den Prophe⸗ ten, ſpricht von der Kirche alſo: Es iſt ein an⸗ derer Feigendaum der von Vermaledeyung des bunz Ubertreters halben/ jetzund durre geworden iſt, tem die lateiniſche Kirche oder Schiff St. Peters, deſſlben Baumes zeitliche Blaͤtter davon ſie JueQueſten machte zu entſchuldigen ihrer Schuldi⸗ gung in der Sunde. Mit welchem nicht allein Adam der hoͤchſte Biſchoff, ſondern auch Eva der Kirchen unterthan, ihr unordentlich Leben be⸗ decken, und ſich in dem Holtz der geiſtlichen Ehre, jämmerlich verbergen, und das Erbe JEſu/ das die Biſchoffe von Chriſtlichen Fuͤrſten haben, iſt als das Holtz der Wiſſenheit gutes und boͤſes/ des guten, zu Erhaltung des Lebens/ des boſen/ in unnuͤtzlichen Verthun, zu Wolluſt und Miß⸗ biauch ihres Lebens, begehrend Rieſen zu werden 4%auf Erden, groß gihalte, durch die Breite des K 5 Chriſt⸗ — 210 Prophezeyungen Chriſtlichen Reichs, loſſen ihnen nicht genuͤgen in, mit dem Sold der ihnen geziemet zu brauchen, 0 ſondern erwehlen ihnen Weiber im Volck, das 91 da lebt in Ueberflüßigkeit, von Eingebung der andern Schlangen, der Lehrer und Pralaten o wehe, ich fuͤrchte, daß nicht durch Rath der it boͤſen Verkehrten, die Einfaltigen und Kranckeg l mit denen Starcken und Wiſſenden/ ſo ſie fin n ventlich thun wider die Gebote GOttes, die Mte Frucht des gemeinen zeitlichen Nutzens an ſich l, ziehen, ausgeworffen werden von der geiſtichen l Würdigkeit, und als Adam/ des gewiffnhaffto gen Holtzes halber, fluͤchtig werden auf Erden, werden wohnen in der Erden Cham mit groffe flt Schaam. ſhaz/ Jeremias ſpricht auch, in der obgemeldten ik. Stadt. Es ſey zukuͤnfftig das, als die Juden ſeyn ergrimmet wider Chriſtum und ſeine Jungen ne alſo werden die falſchen Chriſten erzuͤrnen widet anm den Geiſt GOttes und wieder die Kirche und ihtt ahn Diener. Dann nach der Meinung St. Biß dun gittens in den vierdten Buch ihrer Offenbah! l rung, da ſie ſpricht: Wehe und aber wehe,(aud wann ein Rind ſitzen wird in dem Stuhl der u Lilien, ſo wird aufgehen eine Verfolgung in St. Peters Virchen. Dann wann die dih Römiſche Kirche wird abnehmen am Gehorſam, ſi und die Biſchoͤffe aus Deutſchen Landen auszio Iz hen den Schatz, werden haben Soͤhne und Toͤch⸗ nm ter/ in die Hohe der weltlichen Wuͤrdigkeit, ſod 9*— wird Johann Lichtenbergers. 21· wird fliehen die Mutter mit dem Jungen, und das Chriſtliche Volck in Irrthum gefuͤhrt. So wird das Ende das iſt/ Heulen und Schreyen e aller Menſchen, kommen zu den Sternluͤgern/ bittende/ daß ſie weiſſagen/ daß das Schifflein cVnicht ertrincke, dann wo der HErr St. Petern nicht erſcheint, wird Petrus zweifeln/ dann die c5e/ Hirten werden gepeiniget, daß ſie nicht predigen das Wort GOttes. Dieſe Dinge werden ge⸗ ſchehen von Verdrückung des guͤtigen Jupiters/ in dem Hauß Martis, ſolches wird auch anzei⸗ gen, die gegenwaͤrtige Eclipſis, mit der Revolu⸗ tion des Jahres der Welt/ da wird der jetzige ane und nechſte Nachfolger erwecken die Mutter des Adlers, wider die Fuͤrſten der Jung⸗ frauen/ und er wird grimmiglich handeln/ ue wider die Joviſten des niedrigſten Rhein⸗ ſtromes, und des Meeres, gegen Occident, loſende den Jungen, der leider von ſeinem Nech⸗ ſten leiden wird, davon viel Ubels entſtehen wird/ und das Haupt des Glaubens/ als ein unfrucht⸗ barer Baum/ wird weichen von der Welt/ der da groſſen Ungehorſam leiden wird daſelbſt, und kaum wird die Stadt Rom wuͤrdig ſeyn mehrert GBiſchoͤffe zu haben. (SFier ſtehet Brigitta, als ein Begein ge⸗ 90 geſtalt.) Brigitta in dem Buch der Revelation, unter dem groſſen Adler, der Feuer an der We 0⁴ e Das Wort Begein bedeutet eine alte Inngſraü., 2¹² Prophezeyungen 9 haben wird/ wird die Kirchen niedertreten und he zerſtoͤren, dann GOtt mag die hohen Deutſchen ache reitzen wider die Kirche, die da mehr werden trauen neg in menſchliche Gewalt, dann in GOtt. Vom rechtem Urtheil wird von der Feinde Ungeſtumig 9 u keit niedergetreten das Schifflein St. Peters und fi die Geiſtlichkeit wird betruͤbt werden/ und wild h noͤthig ſeyn/ daß Petrus aufgeſchürtzt/ entflie⸗ he, daß er nicht komme in die Unflathigkeit der ſ offentlichen Dienſtbarkeit. Und ſo ſiehet dang die Kirche von Occident/ daß ihr nicht ſey die Franckreichiſche Macht, ein Stab des Rohres/, in welche Macht ſie Vertrauen hat gehabt/ wer ht derſelben anhangt, der durchloͤchert die Hande, da wird zu verſtehen gegeben, wie die Deutſchen ut Scorpioniſchen werden ein Buͤndniß eing⸗ hen mit dem Koͤnig von Franckreich, um ter welchen die Kirche wird fuͤhlen das Creutz des Jammers/ auf ihren eigenen ut; Achſeln bey dem Rhein, und in dem Tande Aic des Mondes. Bey dem Occidentiſchen mch Meere wird man unerhoͤrte Boßheib n ſchauen unter den neuen, dann er wird geben e ein Urtheil des Bannes/ wieder die, welche Sa⸗ turniſcher Natur ſeyn, wann er in ſein eigen Hauß wird gehen, dann werden die Roͤmer zweisß K feln im Glauben, das in alten vergangenen To, gen nicht gehort iſt, und wird die Zeit gefährlch u. werden in der Kirchen St. Peters, und ugter den Aiam Cardinalen werden neue Ubel entſtehen in ener kurtz en Zeit, 1 Johann Lichtenbergers⸗ 213 (gier ſtehet der Salvator/ redet zum Roͤ⸗ miſchen Koͤnige: Du ſolt beſchirmen mit gewaffneter Hand.) O du unuͤberwindlichſter, die Natur gibt, Ill daß, wer ſeine Selbſtſtändigkeit beſchirmen will, der ſoll ſich aller meiſt befleißigen zur Einigkeeit/ dann die gantze Gemein aller Dinge begehret Ei⸗ ſihs gigkeit; alſo fliehen viel Kraniche einem nach, als ihrem Fuhrer. Die Bienen/ ſo ſie Honig ma⸗ chen/ ſetzen ihn fuͤr einen Fuͤrſten. Die Ameiſen desgleichen, ſo ſie nach ihrer Nahrung ſorgfaͤltig eiſen/ machen Ritter, und einen oberſten Ge⸗ bieter. Das hat recht der weiſe Ariſtoteles dede ein Fürſt unter den Philoſophis geſprochen: Es höheſt iſt böß viel Furſten haben, darum iſt allein ein uh Fürſt und HErr, von dem fleuſſt und kommt ‚ fhe alle Gewalt/ alles Regiment und alle Zucht/ und hung datum raht ich allen Koͤnigen und Mächtigen dieſer ſterblichen Welt/ die Chriſten Glauben em⸗ pfangen haben, daß ſie den Roͤmiſchen Koͤnig/ dem Fürſten aller Fuͤrſten und einig Oberhaupt ehren und lieb haben, dann unſer Schoͤpffer, da er in dieſer Welt gieng, hat er geehret das Reich in der Zeit ſeiner Zukunfft, das durch den Kay⸗ ſer/ die Welt in des HErrn Gegenwaͤrtigkeit/ Friede ward auf Erden/ dann er hat geſetzt ſein Jachem, das iſt, ſein Gericht der zukuͤnfftigen Verſoͤhnung auf Erden, hinweg nehmend die Kriege bis auf die Ende der Erden, und am an⸗ dern Ende in ſeinen Tagen wird aufzebeſ en⸗ A zncug Prophezeyungen 2¹ Uberftußigkeit des Friedens. Aber hat untt Seligmacher geehret das Romiſche Reich,ſo bald er gebohren ward, in dem/ daß er ſich dem Kah, ſer im Zins gehorſam gemachet hat/ und niht⸗ allein den Zins geben, ſondern auch geboten hak zu geben, als Matth. am 16. Cap. ſtehet: G6⸗ bet dem Käyſer das ihm zugehört. Zum deitken hat er das Römiſche Reich geehret/ da er am leh⸗ ken abſchied von dieſer Welt, und die Apoſtelſprg, l. chene Siehe an, bie ſind zwey Schwerdten, ſprach er: Es iſt genug, das iſt nichts ander, dann es iſt genug und gebricht nicht. Und da hat der HErr das weltliche Reich bewahret und beſtätiget. Hat auch zum vierdten der HErt geehret das Roͤmiſche Reich, da er in ſeinen Leſ⸗ den ſprach unter andern zu Pilato: Du haͤtteſt keine Gewalt uber mich, es waͤre dir denn von oben herab gegeben. Das leget man aus/ oben aber, das iſt, vom Himmel/ dann es iſt keihe Gewalt/ dann von GOtt. Oder oben aber, das iſt, von dem Kayſer/ der Pilatum zum VBon ſteher gemacht hat/ darum die Juden rieffen Laſſeſt du den loß, ſo biſt du nicht ein Freund des Kayſers. Zum ſechſten, hat er das Roͤmiſche! Reich geehret dann, dieweil das Roͤmiſche Reich ſtehet, wird der Antichriſt nicht kommen, und darum ermahnet der Apoſtel zu denen von Theſſalonica am 1. Cap. und ſpricht: Der da halt, der halte; Welche Worte das Roͤmiſche Reich bedeuten/ dann ſo es zubrochen und zet⸗ ſtohret wird/ ſo kommt der Antichriſt/ 591 rie⸗ e Uan 6 5• 0J I In, IA 5 0 R n W 40 WAn ſh n W Johann Lichtenbergers. 2155 Sriedrich/ der das Roͤmiſche Reich haͤlt/ der halte es von einen Koͤnig zum andern/ ſo lang bis er gantz abgenommen wird das iſt, es wird hin⸗ weg genommen, und wird offenbahret der alte/ der ohne Zweifel den Antichriſt bedeutet. Das andere Capitel. 10 Aber nach Kayſer Friedrich den dritten wird 66 ſo größlich überhand nehmen die Ungerechtigkeit und Untreu, und ſo groſſe Verfolgung/ daß die SZtit bey und unter Kayſer Friedrich dem dritten friedlich geweſen, gegen der Zeit geachtet werden oll/ davon der Pſalter ſagt: Uberfluͤßigkeit des Friedens bis der Mond von dannen genommen „I, wird, das iſt das Roͤmiſche Reich. lind aber Vder Apoſtel Paulus ſpricht: Ihr ſollet wiſſen, daß in den letzten Tagen werden kommen gefaͤhr⸗ liche Zeiten, ſo zuvor nie geweſen ſind. Es wird ſolcher Fammer und Betruͤbniß wahren EKXXIIIi und ein halb Fahr. Und darum, ſo Ffuͤrchtet GOtt/ o ihr Chriſten⸗Menſchen und eh⸗ tet den Roͤmiſchen Koͤnig. Wer von ſolcher , Meinung abfaͤllt, der/ als von der Einigkeit der % Kirchen abgezehlt, und als ein Abgetheilter muß verderben von Nothwegen. O unuͤb erwindlich⸗ ſter Fürſt, ein Glantz der Welt, ich habe mir eine faſt ſehr ſchwere Laſt aufgeladen, ſo die Wur⸗ . digkeit und Groſſe der Sache, davon ich reden will, mein inwendige Krafft auch mein Ge ſpraͤch mweit ubertrit/ dann dazu gehoͤret wohl eine nthe gye 216 Prophezeyungen klare und ſcharffe Vernunfft mit himmliſchte mn Krafft begabt, doch wiewohl die Bewegung dee oun Sterne in dieſer Zeit nicht ſo eben und genugſam undde erfunden ſeyn/ ſo ſeyn doch viel Conſtellation zů⸗ an. kuͤnfftig/ die zu den Zeiten ihre Bedeutniß geben/ mfth auch alle zu dieſer Conjuncktion und Eclipſis zu un ſchicken und vermiſchen werden/ auf daß aus deg fl allen/ wiewohl ſie ungleich ſeyn in einer wunder lichen Ordnung beyſammen/ eine Form und eig ſaht Werck erkohren werde.„d0 gſe mi Nun wiederum zu kommen, zu dieſen helh, tigen Kayſer und Koͤnige, deren Gefall/ als mich, eale will beduͤncken, ſich wehren wird/ dann es wel⸗ n den bey ihren Zeiten groſſe Haß, Irrthum, Be e trůgerey/ Argeliſt, groſſe Begierde zu Streit nd unter den Edlen/ und werden viel Anſchlaͤhe u en kriegen/ werden viel dem Reich ungehorſam ſeyn, Hunn und ſo ein Krieg geendet wird/ bald ein andertt angehn. licht Tl/ Hier ſtehet ein trauriger Adler mit wenig 8 SFedern und ein junger Adler bey ihm) um In dem Buch der Verfolgung ſtehet 9 un ſchrieben, daß Moab und Ammon zween Sohe n ne gebohren mit ſeinen Toͤchtern von Loth, be⸗ 7 deuten zwey Geſchlecht/ den wilden Loͤwen und die Lilien von Occident/ welche einfallen werden in den Acker der Jungfrauen, in der Zeit/ ſo der Adler mit dem Jungen flie ſ get, Johann Lichtenbergers. 217 get/ und wird eine groſſe Verbuͤndniß in An dem Grientiſchen Theil, wider die Lewi⸗ ſchen und die Beyerſchen werden traurig/ da⸗ epon ſprechen Franciſcus und Brigitta. Es a wird auferſtehen ein Konig mit einem keuſchen An⸗ Ugeſicht/ unter ihm wird nieder getreten die Kirche, Mund die Geiſtlichkeit betruͤbt, um und um werden An auch die Baͤyerſchen gereitzt wieder die Kir⸗ Müniche, die mehr werden Vertrauen haben in ihre Tyranney, dann in die Krafft GOttes. Ein Frangzoſe wird unuͤberwindlich viel Deut⸗ Jſche ſchlagen/ zum letzten wird der Fran⸗ goſe unter liegen, und der keuſch am Ange⸗ lulfieht wird regieren an allen Enden, wird Meingehen in das Neſt ſeiner Mutter des Aolers/ und wird halten die Monarchie/ das iſt: allein halten das Regiment von Orient bis in Oceident. 00 (Hier ſtehet ein Wolf mit aufgethanen Maul/ jaget den Adler, und der junge Adler ſtehet traurig auf der Erden un⸗ ter dem Baum.) Davon in den Offenbahrungen Bruder Reinharts des Lolharts alſo ſtehet geſchrieben: Der Wolf/ das iſt: die Erde von Oecident wird linverwerffen den Adler/ und der junge Adler wird traurig ſeyn/ und die ſein eigen ſeyn, wer⸗ uden ihm ſeine Hand zerreiſſen/ und wird ſitzen lbloß/ ſuchend 5 und wenig 0 2¹8 Prophe zeyungen Der Adler von der Jungfrauen verjagt, wird e aufwecken die Lilien, wird fliehen gen Mittag/ uml wiederum bringen das verlohren/ wird kommen hſe ein Ritter an der Bruſt bezeichnet, der wird peß ſhaft nigen den Loͤwen/ ſo zwey Luſtra vergangen find/ dann aufſtehen der groſſe Adler, und alſo caſthi⸗ 0 ten die Gleiſſenden, die kleinen Adler werden trau⸗ ren. Wer wird dann ihm moͤgen wiederſtehen/ leon ſo er Gewalt hat von oben herab. Drey Reicht un wird er zuſammen bringen/ Wehe, Wehe, wird an ruffen das Volck, das iſt der groſſe Adler/ der wird als verworffen noch ſchlaffen fuͤnf Jahre, n, wird auſſtehen mit der Lilien/ und anfahen zu ud ſingen. Und wird machen erzittern die andenh, f und die allerhochmuͤthigſten Berge. l Wgkh“ (Hier ſtehet eine Frau mit einem Schleyet n, bis auf die Erden/ habend einen Stein unn in der lincken Hand/ zeigende mit den mt Singer.) 0 ui Er wird ausrecken ſeine Fluͤgel zu dem Rauh. die Klauen Scherpfen zu fahen/ den Schnabel aufthun zu verſchlingen/ Staͤdte und Schloß zu, Iy; berauben mit dem erſchuͤtteln ſeiner Fluͤgel/ und wird ein groſſes und bitteres Weinen als nie ge weſen iſt, in alten offnen Tagen wird zwiſchen g dem kleinen Adler in Oceident in der Jungfraum ahn Erden alle Lilien ſtillen. Und mag hinfuͤhto meht 9 nicht verworffen oder ſchnoͤde genannt werden, dann er wird in ſeinen Umgange W d raue Johann Lichtenbergers. 219 frauen der Lilien entbloͤſſen, das die Sonne mit dem Loͤwen trauren wird, und bey des dn Frantzoſen Leben wird ein anderer Frantzo⸗ „ ſe geſchaffen und guͤnſtig ſeyn dem Adler. Oas vierdte Capitel. 9 d Davon Sibilla Chumea im Geiſt in ihrer Prophezeyungen ſpricht: Hie nach, das iſt nach Jeiner kleinen Zeit wird ausgehen ein Adleꝛ aus den oſ Felſen des deutſchen Landes, ſich geſellen mit vie⸗ fen eg len Greiffen, kommende in den Garten des ECri⸗ a ſams, wird verjagen den, der da ſitzt in dem ann Stuhl des fuͤnften Criſams in dem VII. und , wird anfallen den Antipatrem, das iſt/ den wie⸗ derwärtigen Vater, oder Antipatrem den for⸗ uns deren Vater, wird ihn verzehren/ und ſein Neſt be zu ſich nehmen/ und wird das zehen Luſtra lang en halten, und wird kein Friede in der Jungfrauli⸗ chen Erden, und ein Volck ohne Haupt wird kegieren in den Jahren, darnach wirds anhan⸗ Malz gen dem Adler. Wir haben des eine groſſe Figur Eſter/ da ſtehet/ daß zween von den Eunuchen des Koͤ⸗ nigs, die Thorhuͤter waren und wohneten im 0 die hatten angeſchlagen/ ſie wolten den 1½öKonig toͤdten, das war Mardachao nicht verbor⸗ ie gen. O Maximiliane, die zween Eunuchen muunt ſeynd deine ungetreuen Unterthanen ſie tragen das Gifft der Vetrogenheit und Boßheit wieder dein P 2 keuſch 5 * 220 Prophezeyungen keuſch Angeſicht, daß ſie deine Getreuen und dich toͤdten. Hab Fleiß in dieſen Zeiten dich zu vei⸗ wahren bis an dein XXXIV. Jahr/ du wirſt ſehen Erhebung deines Nahmens von oben her⸗ Def ab. Aber in dieſen Jahren wirſtu viel Unrechts eh leiden von deinen Naͤchſten und Unterthanen. (Hier ſtehen drey gewaffnet die mit n Schwerdten Kinder toͤdten, als bey Herodes Zeiten.) Der andaͤchtige Bruder Keinhart ſehende im Geiſt, Verfolgung der Geiſtlichen und det Kirchen/ ſpricht dieſe Worte in ſeinem Buch der Verfolgung/ die Kinder des Nieder deutſchen Landes und des Hertzen der Jungfrauen und Scorpions/ werden ſeyn eine Speiſe der Voͤgll der Lufft/ und der Thier der Erden. Und wer⸗ den fallen mit dem ſcharffen Schwerdt/ und wird nicht einer ungeſtrafft bleiben. Die Woh nung derer von Occident, und derer Scorpionſ⸗ g daßt Uht 0 M eiäck flt⸗ un 1IN E ſchen wird wuſte werden, der wird ausreiſſen das n Schwerdt Martis, des auſerſten und des veß laſſen, uͤber die Picarden, uͤber die von Flame, dern, und ihre Umſtände, darnach wird das 0 U f 8 I Scepter gefuͤhrt wieder die Bayern, und vill o Glantz der Kirchen wird dunckel werden daſelbt I15 in deutſchen Landen, in Franckreich, dann die uſ Zukunfft deſſelben Koͤnias wird kommen ohne Zeichen, wann er wird ſprechen: Friede und Si⸗ cherheit ſey denen die im Reich wan deln/ dat⸗ 6 0 — Johann Lichtenbergers. 22t· Zuec ſo wird uͤber ſie kommen ein ſchneller Unter⸗ „gang⸗ at Davon ſpricht Joachim in dem Buch der n Tribulation/ das iſt: der Umtreibung zu dem Hläahe Falle Jericho, der Welt Hoffart, die bedeutet/ daß dann zerſtoͤret ſoll werden. Viel Koͤnige fr werden konmen wieder die deutſchen Iſraeliten, hen, aber ſie ungeſtritten werden um Maximilianus willen, dann er wird ſein Schild in die Hoͤhe heben/ und warten auf Huͤlff nicht allein von den enhel(Menſchen/ ſondern auch von GOtt, Er wird ſich erheben und fliehen in die Hoͤhe. Dis Stuck, du ſolt beten/ wird fortge⸗ 1 theilet/ und geſagt von den Churfuͤr⸗ ſten und von den geiſtlichen Perſonen.) Sorcl. Joachim der Abt ſpricht uͤber die Offen⸗ „ Mbahrung Johannis am XVI. Cap. alſo: Die ſieben Engel, die ihre Schaalen ausgieſſen/ o ſind zur Kache über die Churfuͤrſten des heiligen Reichs. Unter welchen Engeln der Wihh erſte ſeine Schaale ausgoß auf die Erden/ der andere ins Meer/ der dritte in die Waſſer⸗Stroͤ⸗ wme und in die Waſſerbrunnen/ der vierdte goß aus ſeine Schale in die Sonne, der fuͤnffte auf 15* den Stuhl des Thiers/ der ſechſte auf den groſ⸗ en ſen Waſſer⸗Strom Euphrates, der ſiebende goß Feall feine Sch dale in die Lufft. Sihe, ſpricht Joa⸗ chim/ wie wird das 5 Volck 3 3 222 Prophezeyungen det werden mit ſo mancherley Truͤbſalen, Angſt und Wiederwaͤrtigkeit? ſonderlich das Pfaffen, Volck, und der gantze geiſtliche Hauffe/ ſo daß dis Volck werde als der armſten/ ſchnoͤdeſte und veraͤchteſte auf Erden, beraubet Koͤniglicher Zieryß de und Biſchoͤfflicher Würde. Und wie hoch ſich. die Römiſche Kirche mit Prälaten und Würden erhoben hat, und in ſo groſſer Wolluſt ſie ges l. weſen iſt, ſo tief ſoll ſie auch wiederum von der Freude fallen, und in Trübſaal kommen. Dann das Brandenburgiſche Land wird Juden⸗Art an ſich nehmen, beyde unter Chriſten und Juden werden das Gold fuͤr GOtt ehren. Wenn Sa⸗ turnus in des Martis Hauß wird gehen im Jahr M. CCCCC. und zwey, da wird leider das e Meißniſche Meer Heydniſche Art annehmen, und in kurtzen geiſtliche Freyheiten verliehren, darum daß ſie ſich der uͤberfluͤfigen Wolluſt un⸗ terwerffen. Der Collniſche Brunn wird Weiß⸗ heit lieben und der Philoſophie nachtrachten, und wird durch Künſte zu hohen Dingen kommen. Die Trieriſche Sonne wird nach einem geiſtlichen gottsfurchligen Leben trachten/ und das leicht, fertige Leben wird von ihn genommen werden.“ Aber durch des Teufels Diener, wird ſie dem 0156 70 Volcke/ oder den Bayern zu Truͤb⸗ aal und Angſt gegeben werden. Der Boͤhmi⸗ ſche Stuhl wird Ketzern im deutſchen Lande, und wie das Unkraut werden ſie den Weitzen der Prch laten am Rhein, ſchwartz machen. Das 60 4 0 0f U U060 1 Iilt. NN —— W 6 Johann Lichtenbergers. 223 1U Das Waſſer der Pfaltz⸗Grafen wird Ty⸗ tanniſiren und wuͤten/ wird Frembdlinge in ſein tigen Land fuͤhren/ welches leider wird erbaͤrmlich bihth fehn, und ſehr zu beweinen. Die Mayntziſche deüges Kufft wird ſich der Geiſtlichkeit befleißigen, und walh alline mit andachtigem Gebete wird ſie den all⸗ machtigen GOtt verſoͤhnen und ſtillen/ doch Nas nicht ſo gar lange Zeit. Das bedarff nun keiner fernern Auslegung, denn JEſus ſtimmt nicht umit Belial, Jupiter auch nicht mit Mars des⸗ Jtl gleichen die Kirche ſtimmt auch nicht mit den Ty. kannen. Dieſe ſieben ſo ſie Schaalen ausgieſſen „l(davon droben geſagt iſt) werden eine Chilias dates,(das iſt tauſend Jahr) wahren, mit ihrem An⸗ u hang, und es wird eine neue Ordnung in der ge⸗ Ien meinen Kirchen aufgerichtet werden/ es ſey dann n daß der HErr geben werde Mund und Weißheit nAe denen die es von ihm fordern und begehren. umh öete(Hier ſtehen die ſieben Churfuͤrſten bey dem Pren: Adler/ der da ſtehet in einem Schiff 16 das da gar nahe jetzt will untergehen.) omnn: Alles was Jeremias von der Zerſtoͤrung „„eder Synagogen etwan zuvor verkuͤndiget hat, Hun das wird jetzt nicht vergebens gedeutet auf die ge⸗ Aldeß, gen Abend und lateiniſche Kirche, welche Syna⸗ Gboga das Romiſche Reich bedeutet. Denn es iſt dem nicht unaͤhnlich des man in der Collniſchen u und Trieriſchen Kirche/ leider nicht ohne Schmer⸗ Fzbbten und Seufzen erwartet denn von dem Jahr 224 Prophezeynngen J an MSd, LXXXVII. bis auf das Joht e N. CCοC. XCIX. werden verdächtige Zeiten und el, Tage ſeyn/ denn da wird eine neuͤe Ordnung l qngehen/ als bey Samuelis Zeiten, daß die rte Prediger, wie Hophin und Pinehas/ die Prie ech ſter und Biſchoͤffe des HErrn, werden gleich als Aoe dem Bubyloniſchen Koͤnige/ von dem Römiſchen Kayſer gefangen werden. Ach leider! da wird un guch die Lade des HErrn, das iſt, die Kirchege, unn fangen werden. Im Jahr M. CCCC.LXXXIX. I. und M. OCCC. XCII. werden die hohen Biſcho' dhe fe wie Eli darnieder fallen/ und die Kirche wied mint in groſſer Gefahr wancken und hin und wieder ng. geworffen werden, wie Mardachai unter den Ha⸗ man geſchahe. Derhalben iſts vonnoͤthen, daß une die Sternſeher und die des himmliſchen Einfluſe gr ſes ein Wiſſen tragen, der Kirchen ihren folchen üſlte Fall und Verderbniß anſagen und zuvor verküm, e digen, hoͤren auch nicht auf ſolch ihr Unglückzu b⸗ beweinen, auf daß das Verderbniß und Armuth l der Geiſtlichen nicht verſpottet werde und ſamt dem Schifflein untergehe oder verderbe. O ihr die ihr Schalen ausgieſt, ihr Chur⸗ fuͤrſten des heiligen Reichs, mercket auf die Wot⸗ te/ und neßmet zu Hertzen die Geheimniſſe det⸗ ſeſbigen Worter. Wenn ich die Wahrheit vere⸗ ſchweige/ ware ich nicht ein guter Streiter Chiß ſti. Ach leider! es wird in deutſchen Landen un⸗ ter den Joviſten ein ſolch Trüͤbfahl und Verfol gung ſeyn/ daß auch die Pfaffen ſo Platten 4 ö gen/ Johann Lichtenbergers. 225 gen/ die Platten verbergen werden/ und werdens berleugnen daß ſie Pfoffen oder geiſtliche Leute ſind. Und es wird eine mißtrauliche Zerſpaltung ſtyn unter den Cardinalen/ die Kuchen werden die zeitlichen Guͤter unter euren Glaͤntzen verlieh⸗ ren. Es werden eigene Kriege unter euch ſelbſt entſtehen, denn der Tag des HERRN wird kommen wie ein Dieb in der Nacht eure Hertzen zu bewegen. Es werden auch mancherley Wun⸗ Uderzeichen in kurtzen Jahren in der Lufft geſehen werden, welche euch groß Ungluͤck, ſo da kommen lußt wird, verkuͤndigen werden. Es wird ſich groß hugh Feuer in euren Hertzen entzuͤnden. Ach! leider/ wie Aueh ſo eine groſſe Zwieſpalt und Zerruͤttung wird ſich zwwiſchen den Churfuͤrſten erheben durch den heß⸗ lichen und grauſamen Anblick Martis. O ihr uihr allerkluͤgſten Manner/ mercket und habt Acht u guf dieſem Spruch des HERRN: Ein jeglich Reich ſo es mit ihm ſelbſt uneins wird das wird wuͤſt. Darum ſo ſeyd klug, auf daß das RNoömiſche Reich nicht zerſtöhret werde. Denn a, wenn das H. Römiſche Reich wird aufhoͤren, ſo muß alsdenn die Welt ihre Endſchafft haben. ½% Sehet den Adler an, wie er ſo dunne von Fe⸗ dern iſt. Ach leider, wie ſind ihm die Federn aus ſeinen Fluͤgeln gefallen, daß er auch gar nicht fliegen kan. Alſo wird auch S. Peters Schiff⸗ lein, unter der Ungeſtuͤmmigkeit und Anſtoſſen der Welt mit einem Ruder ungleich und nicht gerade fuͤr ſich gefuͤhret. Iſt es aber nicht alſo/ daß eine Taube/ die nicht mehr denn einen Flugel P7 hat. 226 Prophezeyungen hat/ nicht alleine den Voͤgeln in der Lufft/ ſon⸗ dern auch den Thieren auf dem Lande zu einem Raub niederfaͤllet? Denn ein Thier, daß ſeine Glieder nicht vollkommen hat/ das kan kein lan de ges und ordentliches Leben haben. 0 0 Derhalben iſt ungezweifelt, daß alle Fuͤrſten/ die ſich darauf befl'ißigen, daß das Romiſcht Reich moͤchte zerſtoͤhret werden, ſind ſie in ſol⸗ Al chen Fall des Antichriſte Vorlauffer und Boten. Sarum moͤgen ſich wohl vorſehen dieſe ſieben Chun⸗ fuͤrſten/ ſammt ihren Dienern, daß nicht we. gen ihrer Sünde und Schuld das Roömiſche Reich durch ein gerecht Urtheil GOttes von ihnen Ah genommen werde. Denn es müſſen Aergerniſe c kommen. Wehe aber denen, durch welche ſie on kommen. Und warlich, es muß alſo ſeyn/ auf on daß eine ſolche hefftige Hitze und Begiende gun zu herrſchen und gut zu haben derjenigen Hertzen n erwecke, die da nicht thun wollen, was ſie ho⸗ ren/ und wollen auch nicht die Wahrheit anbehe men, welche ſie doch wohl erkennen. Darum ſo haben ſie Augen und ſehen nicht und wiſſen nicht, daß ihre Fürſtenthümer vergifftet ſind mit ſolchem Giffte, den man weder rathen noch helffen kan. Daruͤber ſich nicht allein die Boͤhmen und Pohlen freuen/ ſondern die Daͤnnemarcker und Engellaͤnder ſamt andern auslandiſchen Na⸗ tionen und Voͤlckern/ welches der allmaͤchtige 0 GoT wolle abwenden. Denn der peſtilemic⸗ n liſche Saturnus, welchen die Poeten einen 5 19 Johann Lichtenbergers. 227 dafteſer heiſſen/ hat den gůtigen und freundli⸗ chen Jupiter, mit dieſem ſeinem grauſamen er⸗ 16 0 ſchrecklichen Aufſteigen und Elevation, unterge⸗ druͤcket und gedampfet. 10 Das achte Capitel. Eine Vermahnung an die Churfürſten des Reichs.) U 161 Achl wolte GOTT, daß die deutſchen uk Fuͤrſten/ auf welche das deutſche Reich/ ſo viel 0 als die Wahl belanget, gekommen und ih⸗ nen anbefohlen iſt/ dermahleins klug/ weiß und i verſtäͤndig waͤren, und merckten auf die letzten ün Dinge. O wolte Gott/ ſie wuͤſten die Gerech⸗ tigkeit und verſtuͤnden ſie, und wolten je den Kö⸗ + nig Maximilianum, welchen ihnen GOtt der GHerr an ſeine Stadt, zum Zeichen der Gerech⸗ Bhab kigkeit aufgerichtet hat/ den ſie auch eintrachtig⸗ e lich zu Franckfurt erwehlett haben, in groſſen Ehren halten/ und ihm ſeines Amts wegen bil⸗ , lig pflichtſchuldige Ehrerbietung erzeigen. Wol⸗ te GoOtt, dieweil ſie nun ſo erhoͤhet und ausge⸗ breitet ſind durch das Römiſche Reich, daß ſie auch verſtuͤnden die Groͤſſe der Ehren, ſo ihnen wiederfahren iſt/ und wolten je nicht undanckbar ſeyn. O wolte GOtt, daß dieſe ſieben/ bey welchen die Gewalt und Macht ſtehet einen Roͤ⸗ miſchen Koͤnig zu erwehlen/ der hernach 335 an⸗ 228 Prophezeyungen*0 Kaͤyſer kommen ſoll/ wolten doch Achtung geben auf die Gefahr und Ungluͤck, ſo da folgen ſollen, wenn nun das Roͤmiſche Reich wird hinweg ge in than werden. Wolten auch die letzten Dinge dieſes Reichs, welches der HErr als ein Wun⸗ derwerck auf die Erde hat geſetzt wohl betrach⸗ Ft. ten/ ſich fuͤrchten und erſchrecken/ uͤber dem/ daß dis Reich ſoll hinweg gethan ſeyn, da wird ah,! eine ſolche groſſe Verfolgung und Trübſal in dis A ſe Welt kommen, daß/ wo nicht dieſelbigen Las Aiteh ge, wie Matthaus und Marcus ſagen/ verkür⸗ un tzet wuͤrden, wuͤrde kein Menſch ſeelig werden. e Man ſoll auch nicht verachten noch vet⸗ dammen den weltlichen Wandel der deutſchen Itir Fürſten oder Biſchoͤffe beym Rhein, denn ſie bey ſe/ deuten das Prieſterthum Samuelis/ welcher/ Er wiewohl er ein Prieſter war, ſo hatte er doch auch das richterliche Amt gefuͤhrt. Er hat den Kö„(de nig in Iſrael erwehlet und ihn dazu geſalbet, Aßhz Derhalben, ſo ſind die deutſchen Biſchoͤffe nicht Stadthalter des, der da ſprach: HExr, ich big bereit mit dir zu gehen ins Leben und in den Todt, huth Und der das Schwerdt auszog zur Zeit der Noth, und hieb dem Knechte des Oberſten ein Ohr ab, itzt daß er damit anzeigte/ er hatte ihm gerne den W Kopff gar abgehauen. Darum ob ſie wohl ſedſ zu Zeiten auf einer Magd Rede Chriſtum verleugnen, ſo ſtehen ſie doch gemeiniglich ſtaͤr/ cker wiederum auf; denn es iſt nichts unordent⸗ liches unter den Wercken GOttes des ers. AL Johann Lichtenbergers. 229 Kunfees. Wie eine Zeit des Friedens iſt ſo iſt auch Aeine Zeit des Krieges und des Unfriedens. Alſo ſind auch die Menſchen zum Frieden und zum Kriege geſchickt und verordnet. 90 Ich rede mit groſſem Vertrauen und Drei⸗ Klſligkeit. O ihr allerkluͤgſten Fuͤrſten durch Deutſchland, wenn ihr mit eurem getreuen Vol⸗ lcke/ dem Roͤmiſchen Koͤnige, als dem Verfech⸗ ter der Kirchen/ der da traͤgt den lincken Fluͤgel Üder Tauben, das iſt, S. Peters Schifflein, llhes kreulich und hertzlich beyſtuͤndet, wie dann eure Vorfahren gethan haben/ denn ſo wuͤrde alle teGewalt, ſo darwieder iſt, klein und gering ſthn, da würde ſich nicht alleine Welſchland, nLongobardie/ Bohmer⸗und Griechenland, ſon⸗ dern auch Spanien, ſamt allen barbariſchen Landern, entſetzen und ſich fuͤrchten. Wo aber die Vogel Blumen ſehen, ſingen ſie; wenn aber der Adler ſinget/ ſo ſchweigen ſie ſtille. Ich laſ⸗ ſe mich duncken, daß ich keine Lügen noch Falſch⸗ heit habe mit eingemiſchet/ ich bitte Gnade in aller Demuth und Uunterthänigkeit. Gier ſtehet eine Jungfrau und aus ihrem in Schooß waͤchſet ein Baum uͤber ſich/ 0 hebt die Haͤnde gen Himmel.) Fancus cum Iilio percutiet cnucen Trevi- renſem L. 23⁰ Prophezeyungen 9 Leo ſuppeditabitum lilio, et adquila vorabit Parntem leonis 2 . htt Boemmis et Bavarus percutient gladio aqul. 55 uonares et aqicolas, unmt Boemus et Martis ſilii percutieut glado dam Colonienſem. 10 1 Das neundte Capitel. Es wird ein neuer Fuͤrſt in kurtzer Zeit entſtehen) I La du O heilige Mutter, du Roͤmiſche Kirche/ uhre ſey kraurig und weine. O Jungfrau du Rhein h ſtrom ſchreye, heulet ihr Hirten und Regierer, wul am Rheinſtrom, in Lothringen, im Weſtreich) Nn im Elſaß/ in Schwaben, in Francken und im nrch Ringau. O du Land der Jungfrauen, thue lath die Kleider der Freuden von dir, bekleide dich Iun mit Aſche und zieh ein hären Klejd an, o Thil/ e ringen/ o Heſſen, o Weſterland, o Wetterau, ſenm nimm dich an das Heulen als uͤber einem Eiu Hfgh gebohrnen, und ſprich: Ich habe mir ein Volck uhe auferzogen und erhoͤhet, aber es hat mich vets ng achtet/ es iſt mir worden wie ein Loͤwe, der ſes Ime mand nachſtellet/ darum iſt mir meine Freude zu einer Bekuͤmmerniß gerathen. O du armes Volck, das du bisher im Kriege des gegentoatt tigen Elends geſtanden haſt, was iſt doch 11 60 ei — Johann Lichtenbergers. 231 ug zin neuer Koͤnig unter dir erſtanden? Er iſt nicht ein Regierer, ſondern ein Zerſtoͤhrer der Glau⸗ bigen, nicht ein Troͤſter, ſondern ein Betruͤber und Räuber der Geiſtlichen, nicht ein Beſchuͤ⸗ tzer, ſondern ein Unterdruͤcker der Wayſen und Wittwen durch gantz Deutſchland. Es wird die deutſchen Fuͤrſten duncken, es komme daher ein neuer Zerſtorer, ein neuer Koͤnig ohne Run⸗ p heln/ alſo/ daß bas gemeine Volck ſagen wird: — ſonſt/ der andere ſo/ der dritte aber an⸗ dertz⸗ tük Von den Scorpioniſten wird ein Stamm der Sünde aufgehen, aͤrger denn der Antiochus huiüh war/ der die Gefäſſe aus dem Tempel des HErrn fuuh nahm. Auch arger denn Joab/ der aller Liſt und n Teuͤgerey voll war. Auch arger denn Achab/ der aus den Weinbergen des HErrn Zebaoth Kraut⸗ uGärten machte. Auch aͤrger denn Appllonius, der viel Raubes aus dem Tempel des HErrn hin⸗ „e weg nahm. Auch arger den Judas der Verrai⸗ Wther, wie derſelbige Friede fuͤrgab und verrieth ſeinen HErrn Chriſtum, alſo wird auch der, khetk, Friede fürgeben und die Glieder Chriſti betrie⸗ gen. Auch arger denn Holofernes, der da nach Menſchen Blut duͤrſtet, da er ſchwelgete. Auch aͤrger denn Simſon/ welchen die Boßheit und Liſt der Weiber blind machte, daß er ſich hin⸗ fort nicht mehr ſchamen konte Derſelbige Menſch der Sünde wird ſeyn ein Verſchlemmer des Erbes JEſu, der wird Huren und At iehe (tk — 23² Prophezeyungen lieb haben, der wird der allerſchaͤdlichſte Drache uln ſeyn, der die Braut Chriſti verfolgen wird in Aochn vielen Bißthumen. Er wird die Erde aufruͤhrig ubt machen/ und wird die Welt verwuſten, Er ar wird nicht ſchlaffen/ ſondern ſtets auf Arges den⸗„ſſlſt cken, welcher ſeinen Rath wird haben mit den n Gottloſen, und wird bey dem Rath der Boſen uhſ ſtehen/ wie er denn daſſelbige mit den Wercken bezeugen wird, ſo/ daß man es fuͤhlen und er, fahren wird. Denn Oomitianus und Dioele⸗ tianus waren grauſame tyranniſche Leute/ Des uh tianus und Maximianus waren die allerärgſten u Buben, Aphricanus und Julianus der abtrün⸗ nige, waren die verzweiffelſten Menſchen, Neid und Hadrianus waren die allergebrechlichſten Manner. Noch iſt keiner unter dieſen allen gewes ſen/ der ſo viel und groſſen Schaden gethanhat, als dieſer Stamm der Suͤnde der veräͤchtlichſte und glbet geringſte unter allen Fuͤrſten in dem deutſchen Volck, wird thun und ausrichten. Er wird l nicht GOtt fuͤrchten/ auch nicht der Heiligen ſchonen. Er wird verachten die Oberſten und) Haupter des Glaubens/ und wird ſich nicht ſcheuen, die heilige Stäͤtte zu vertilgen und um Dg zureiſſen. Er wird ſich keines geiſtlichen Dieb⸗ ſtahls ſchämen. Ach leider, was wird er fuͤrUn⸗ gluͤck nnd Ubel ausrichten wider die gemeine Ord⸗ I0 nung der Kirchen, man kan es kaum ausſpre⸗ 15 chen. Aber die Blotgierigen und Untreuenwen den ihr Leben nicht zur Helffte bringen. Denn/ odu Stamm der Suͤnde, du wirſt von* fl 6 afft Joh. Lichtenbergers. 23³ 160%“ ſtrafft werden, warlich du wirſt von GoOtt ge⸗ ſtrafft werden. Und das ſoll dir zum Zeichen ſeyn, das Gold deiner Weißheit wird verbleichen und finſter werden. Denn du wirſt thoͤricht und wahnſinnig werden, das Geſchrey deines Gerüchts wird toll und tum ſeyn. Deine beſte Farbe wird ſich veraͤndern, und man wird dich 5ödurch die gantze Welt einen Ketzer heißen/ nicht wie dein Vater/ der allerfroͤmſte und recht⸗ „ſchaffenſte Fuͤrſt/ denn du biſt voll aller Boß⸗ heit und Untreue. Darum ſo ſchweige ſtille, und verſtumme du Greul/ gedencke nicht auf allerley Weiſe, das Unkraut des wilden Loͤwens zu ſaͤen unter die deutſchen Fuͤrſten, und unter das Reich, denn deine Jahre ſind Menſchen⸗FJahre und nicht eoig. Gier ſtehet das. Mayntziſche Rad zwiſchen zweyen Biſchoͤffen, welche mit den * 8 das Rad anruͤhren und be⸗ ten. Das zehende Capitel. 1 Es muͤſſen die Menſchen leben nach dem Geiſt auf daß der Stoltz und Hochmuth des Flei⸗ ſches zu nichte werde. Dieweil aber ein jeglicher iMenſch/ der da fleiſchlich lebet, das gantze Land mit ſeiner Boßheit verderbet, ſo iſt von noͤthen, un daß die Suͤndfluth des 8 hereinfalle, 55 aß. 234 Prophezeyungen daß dieſe Rede verſtanden werde/ da man ſagtt A Er wird alles verwuͤſten und verheeren, mehr h f denn man glauben wird. Daher ſagt auch die mgn Schrifft: Ich will ſie mit dem Lande ausrotten Wc und verderden. Zum Zeichen aber dieſer Sund⸗ öber fluth und groſſen Trübſal/ nemlich/ daß ſolcht U1 9 Verfolgung nicht ſoll ferner kommen zu den nies m ſtb dern Teutſchen, wird in der Mayntziſchen Lufft(. fuͤngeſtellet werden ein Rad, welches zwiſcheh e GoOtt und den Menſchen einen Bund macht, el Chiliarchus ein kluger Mann/ gerecht, gelehtt uoh und von guten Sitten, welcher zuvor erkennk encht und verſtehet den Wagen Gottes mit zehen tai h ſend Engein umgeben/ und wie manch tauſend eneg von dieſen Wagen herunter ſteigen/ der twird. ſich nicht ſaͤumen, durch anderer Leute Bittis nd; und Flehen gezwungen, das Mayntziſche Rad(us zu vertheybigen und zu vertreten. Wiewohl im daſt Baruch am III. geſchrieben ſteht Es ſind Gih ihr ganten und Rieſen geweſen, welcht von Anfang und groſſe hohe Leute waren, und wuſten zu kriegen, Iun die hat GOtt nicht erwehlet. Aber, o du allen un. hochwuͤrdigſter Fuͤrſt, ſamt deinen Nachkommz, hun lingen/ ſehet auf euren Beruff, denn nicht viel. y weiſen nach dem Fleiſch/ nicht viel Gewaltige/ un nicht viel Edle ſind beruffen, ſondern was thoͤricht z iſt für der Welt, das hat GOtt erwehlet daß h er die Weiſen zu ſchanden machet, wie S. Pau ſ lus ſagt 1 Cor. I. Derhalben ſo fehet/ daß ihr hech den HErrn/ nicht mit Harniſch und Heeres⸗Krafft, un ſondern mit Bitten ſtillet und ſaͤnfftiget, ate L WIR Joh. Lichtenbergers. 235 uwird das Geſetz Iſrael ſich bey dem Rheinſtrom ſreuen und frolocken. Denn der Mars ſiehet Aden untergedruckten Jupiter graßlich an. Das umoͤgt ihr wohl in euer Hertz ſchlieſſen. Whg Und dieweil Herodes und Pilatus uͤberdem Runſchuldigen JEſu ſind zu Freunden geworden, Aſlaber was iſt das fuͤr ein Bund, JeEſus mit a Belial? die Diener der Kirchen mit den Dienern üdes Teufels? der Wolff mit dem Lamm? war⸗ Alich das iſt eitel Betrug und Untreue denn mit ungleichen Ochſen iſt boͤſe fahren. Die Goͤttliche Wahl hat nicht erwehlet die Goͤtter des Krieges, auch nicht die kriegeriſchen blutgierigen Menſchen/ iwie Habacuc am III. Capitel bezeuget, da er al⸗ ſo ſagt: Wehe dem, der die Stadt mit Blut Albauek ‚ und zurichtet die Stadt mit Unrecht. Auch hat GOtt nicht erwehlet nach dem Gebluͤt oder Freundſchafft/ wie wir ſehen an der Mut⸗ Atee der Kinder Zebedai. Warum hat die Erde ulverſchlungen Dathan und Abiram/ wider wel⸗ ſche der Zorn GOttes ergrimmete? Darum/ daß Aſie aus lauter Hoffart und Gewalt das hoͤchſte EPrieſterthum wolten an ſich nehmen, wie im V. Buch Moſis geſchrieben ſteht/ Num. XVI. Wilt du nun, o du allerhochwuͤrdigſter Fuͤrſt/ deinem Bruder mit dem Regiment zuvor kom⸗ men/ ſo gedencke/ daß du ihm vorhin mit dem Dienſt zuvor kommeſt/ indem daß du deine Haͤn⸗ de aufhebeſt zu dem allerhoͤchſten GOtt, denn ſo wirſt du und das Geſetz Iſrael mit dir uͤberwin⸗ den, und obſiegen, und laß deine ſtreitbahre Q2 uͤber⸗ 336 Prophezeyungen 1 uͤberwindende Waffen zuruͤcke ſtehen/ ſonſtwilß du den Titel Martis erwecken, und man wüd dem groſſen Adler zu Hülffe kommen, darüber 4 ſich die Joviſten betruͤben werden, und Mereh⸗ 10 rius wird ſich freuen. 0 , . (dhier ſtehet ein Biſchoff der hat ein toth FCreutz in ſeiner lincken Hand, und l einen halben Stab, nemlich das un⸗ 0 terſte Theil in der lincken Hand. Und 0 0 f das iſt der Biſchoff zu Trier.) 100 5 ůU Das eilffte Capitel. 1000 hltt Nachdem der allerheiligſte Biſchoff Matenn len in Elſas in einem Dorffe mit Nahmen Elegig geſtorben war, kamen Eucharius und Valerus u wiedernm gen Rom zu St. Peter und ſprachen: d Wir bitten dich, du wolleſt uns einen andern I Geſellen geben an ſtatt des Biſchoffs Maternus. Iſt Da antwortete Petrus und ſprach: Man muß ln mit der Sachen nicht ſo umgehen, ſondern auf daß GOttes Ehre fuür den Heyden offenbahk⸗e werde/ ſo nehmet dieſen Stab hin, und legt ihm Wögſ unter, und ſprecht: Petrus der Apoſtel gebeut A dir/ daß du in dem Nahmen JEſu Ehriſli wie I! derum aufſteheſt. Weiches denn alſo geſchehen Aun iſt, deſſen Leib doch wohl viertzig Tage in dem Grabe gelegen hatte. Und derſelbige heilige Ma⸗ us ternus lebete darnach noch viertzig Jahr. RN 60 0 Johann Lichtenbergers. 83 0 ha er einmahl das Volck zu Trier tauffte, kam Aütz eine ſolche groſſe Menge auf einen Hauffen zu⸗ unt,ſummen/ daß er ſie in einem Bache, der durch „h die Stadt floſſe/ und zur ſelben Zeit Belgis hieß⸗/ kauffen mußte. Und da er kein heiliges Oel mehr hatte, ward ihm vom Himmel Oel ge⸗ heg fündt, ſo daß dieſer gantze Bach von allen geſe⸗ näch hen ward, mit dem heiligen Oele geweihet, und icht wird noch heutiges Tages Olivia lateiniſch ge⸗ ſe Bennet, gleich als ein Weg des Oeles. Aber Tun bernach nach ſeinem Todte/ iſt der Stab, da⸗ mit er vom Tod auferwecket ward, in zwey Stuͤ⸗ kke getheilet/ welches unterſte Theil, ſamt dem hill, Biſchöͤfflichen Coͤrper/ iſt zu Trier/ das oberſte Theäl aber hält man zu Colln in groſſen Ehren, Aitekt ktuie ſichs denn wohl geziemet. 5106. nd das iſt die Urſach, darum der Roͤmi⸗ uche ſhe Biſchoff dieſen Stab nicht hat welchen lnie der heilige Petrus aus Eingebung des prophe⸗ kufter Aſchen Geiſtes zu euch Teutſchen geſandt hat. 9 71 Ibhr Teutſchen, mercket die Worte, und habt u in Acht auf das Geheimniß. O ihr zu Trier/ wer „%es will euch ſcheiden von denen zu Coͤlln, denn ihr An Iſiyd Bruder? was iſt würdigers denn S. Peters Stab7 Wenn nun! der Römiſche Biſchoff die Menge der Heyden zum Chriſtlichen Glauben ee wird erwecken? Was verſtehen wir aber anders Aal durch S. Peter den das Prieſterthum? Und , durch den Stab anders/ denn das Hirten⸗Amt ,/oder die Gewalt zu weiden? durch welche das Q3 irrige 338 Prophezeyungen 3 irrige Schaaf erwecket und in den Schaaf.Stall gey dle fuͤhret wird Durch dieſen Stab wird der Hirte a! erhalten/ indem/ daß der Römiſche Koͤntg/ n den Pabſt den hoͤchſten Biſchoff mit Aller Res anhe verentz und Ehrerbietung/ ſo viel er vermah, gul empor hebt und erhoͤhet. Denſelbigen Stab c hat S. Peter, der Roͤmiſche und Antiochiſcht„h Biſchoff durch Eucharium geſandt ins Niederland, da der Pabſt durch die Hand des Großmachtiß h gen Caroli, das Roͤmiſche Reich von den Kiſes f gen an die Teutſchen gebracht hat. Eine lange ohe Zeit zuvor/ ehe dis geſchah, ſandte S. Peter ih, durch Eingebung des prophetiſchen Geiſtes das 6f unterſte Theil ſeines Biſchoͤflichen Stabs/ der Trieriſchen Kirchen, aber das oberſte und lang⸗ aunh ſte Theil der Collniſchen Kirchen. Und wiewohl le Trier eine altere Stadt iſt, und laͤnger, ſo ſſt In doch Coͤlln nichts geringer/ der Macht und des Verdienſts halben. 100 it Alſo hat nun Coölln das oberſte Theil an d dem Stabe, denn der Biſchoff zu Colln hat nicht Zu allein Macht den Roͤmiſchen Koͤnig zu erwehlenſon⸗ dern muß und ſoll auch den erwehlten Koͤnig fuͤralL len andern Fuͤrſten einweihen und ſalben/ in wel⸗ W chem er dem Romiſchen Biſchoffs⸗Amt vorgen oſ het, welcher den erwehlten Koͤnig erſt recht ſu 189 einem Roͤmiſchen Kayſer ſalbet. K Den, Johann Lichtenbergers. 239 0 Derhalben iſt es offenbahr, daß ſolches icht allein durch menſchliche Fuͤrſichtigkeit aus noͤthigen und vernuͤnfftigen Urſachen verordnet ſſt, ſondern auch durch goͤttliche Anzeigung zu⸗ 1bor bedeutet. Aber deſſen ſolt ihr euch nicht ruͤh⸗ tnen noch darauf prangen oder pochen, ſondern ſo ſchr, als ihr euch ſträflich erzeiget, ſo viel mehr macht ihr euch fremd und unwerth zu ſolchem du Kahſerlichen Dienſt. Höret, was Jeſaias am XXII. Cap ſagt: Das ſpricht der Erre Ze⸗ .&baoth; Gehe zu dem, der in der Huͤtten wohnet/ zum Soba, dem Fürſteher des Tempels, und fage alſo zu ihm: Was machſt du hier? oder wer iſt hier? darum daß du dir hie ein Grab ausgehauen haſt/ und haſt dir hier in der Hohe 01 ein Denckmahl ausgraben laſſen/ und dir mit Fleiß in den Felß eine Huͤtten haſt laſſen machen. Siehe, der HErr wird dich laſſen heraus tragen Wie man ein Kaphuhn zu Marckte trägt. Ach lliider und immer weh/ wo nicht Freundſchafft ill. wird ſeyn unter euch Bruͤdern⸗ wie wird Freund⸗ ſchafft ſeyn unter den Fremden? Es iſt die Zeit hjetzt furhanden, da leider viel Ungluͤck und un⸗ ethörte Dinge plotzlich um und um ſich erheben ſoll und an den Tag kommen. Das dreyzehnde Capitel. 1 O ihr allerkluͤgſten Maͤnner, die ihr ſeyb ilt unter S. Peters Stab, ich bitte euch, hoͤret feißig zu/ Keinhard Lolhard in einem Ge⸗ ſichte da er die Truͤbſal und Verfolgung der⸗ Q4 Geiſt⸗ 240 Prophezeyungen Geiſtlichen in S. Peters⸗Kirchen ſahe, fiel er auf ſolche Worte. Darnach da zanckten ſich nah zween Bruͤder, die hatten einen Stab in beyden dun Haͤnden, einer trug unten ein roth Creutz! der M andere ein ſchwartz Creutz oben, und der ganze geiſtliche Stand war traurig. Ein Wolff und uns ein Bar traten herzu/ und riſſen ihnen den Stab hinweg, da ſtunden die Bruͤder betrübt ut und traurig. Es iſt zu fürchten, daß die Zet Jön! jetzt da iſt. Hiemit wird zu verſiehen gegeben/ en daß ſich ein neu Ungluͤck erheben wird aus dem Hertzogthum Geldern. Die Lilien wird einges h 1605 werden/ darzu auch der Bar, der das i he üniſche Stifft verfolget/ und hernach wird der Wolff ein Wiederſacher der Kirchen, an Trier kommen/ auf daß er der Kirchen Gut und. C Habe wegreiſſe. Das wird uns bedeutet und eu in einer Figur angezeiget, Geneſ. am XIII. Capit⸗ 116 tel, da man lieſet. Nach dieſem ſahe Pha⸗ rao andere ſieben Kinder aus dem Waſſer aufſteigen/ die waren ungeſt alt und mager von Leibe/ und traten neben die Kinder an das Ufer am Waſſer, und die ungeſtal⸗ ten und magern Rinder fraſſen die ſieben feine und feiſte Rinder. Damit wird zu ver⸗ ſtehen gegeben e daß ſieben boſe Buben werden das Trierſche Land unterdruͤcken, ſie werden em⸗ por ſchwimmen/ auf daß ſie es umkehren. Sie heiſſen aber darum ungeſtalt/ daß ſie die Kirche ſamt denen Geiſtlichen beflecken, und das ehrlli⸗ che de ben beſchmitzen und ungeſtalt machen 7 eh. — Johann Lichtenbergers. 241 den. Sie ſind aber mager, darum, denn ſie werden ausſchoͤpffen das Fett der Geiſtlichen und der Prelaten, und werden ſich weiden am Ufer des Waſſers/ das ohne Unterlaß flieſſet. O WeMoſel/ die du in dem Rhein flieſſeſt/ ſtille M SGott dem Schoͤpffer/ und mache dich ihm be⸗ u heglich. Und nach ſehr vielen Truͤbſalen wirſt Biihy Sünt du, o du rothes Creutz, verjagen dieſe ſieben ul böſe Buden wie ein getreuer Iſrael, welches in Deuteronom. am VII. Capitel in einer Figur be⸗ deutet iſt/ da alſo geſchrieben ſtehet? Wie das Jaͤdiſche Volck aus dem heiligen Lande Bu getrieben hat ſieben Voͤlcker/ nemlich die ſaa Hethiter/ Gergoſiter, Amoriter, Cana⸗ giter/ Phereſiter/ Heviter und Jebuſiter. Darnach aber/ o du heiliges Creutz und Stab ſae des lieben Eucharüt, wird deine Stadt und Woh⸗ Ual nung in gutem Friede ſtehn. (FHier ſtehen die zween Biſchoͤffe zu Trier anund Coͤlln und haben den Stab in den n d* Haͤnden/ welchen ein ſchwartzer Baͤr duund ein grauer Wolff ihnen entreiſ⸗ ſn ,q ſen und wegnehmen wollen) — . Hiermit wird zu verſtehen gegeben/ daß zu nach den einheimiſchen Kriegen, ſo ſich entſpon⸗ nen haben zwiſchen den allerhochwuͤrdigſten Her⸗ ren den Biſchöffen zu Trier und Coͤlln/ wilde Barxe und reiſſende Woͤlffe kommen werden. Die włeltlichen werden ſie verfolgen unter dem Maxi⸗ Q miliano 242 Prophezeyungen miliano oder Frantzoſen. Und die Truͤbſal oder u ft Verfolgung wird verglichen werden der Trüdſal hd ſo zu der Maccabaier Zeit iſt geweſen⸗ in welcher du Verfolgung das hohe Prieſterthum geſtanden und eingenommen iſt, von dieſen Maͤnnern/ Pecon, Menelaus, Liſtmachus und Archimus. Und da dieſelbige Truͤbſahl ein Ende nahm/ ward Chii ſtus der Fuͤrſt des Friedens ins Fleiſch gebohren, 1 und der Kayſer Octavianus empfieng von dem 0 Roͤmiſchen Volcke das Regiment der gantzen Welt. Und gleichwie das hohe Prieſterthum weiland durch den Tod des Maccabaers ledig 05 ſtund; Alſo wird auch unter dieſem Maximilia⸗ no/ ach leider der Roͤmiſche Stuhl ledig ſte⸗ El hen, als ich mich düncken laſſen, anderthalb un! Jahr, wie man geſchrieben findet in V. und VI. dth Buch Cyrille. Zur ſelbigen Zeit wird eine groſſe ant Verfolgung werden, und es wird ſich eine neue Ordnung und eine neue Reformation in der Kir nd chen erheben/ and vorſolcher Reformation/ werden n,1 viel falſche Biſchoͤffeſeyn/ in Welſchen und der Ro· ehnn merdander. Daher auch die Sibylla, ſo man Eris mn thream heißt die hochberuͤhmte Prophetin/ da ſie tz merckte die Zukun fft des jungen Adlers/ nach dem m Tode desalten Adlers und der falſchen Biſchoffe, ſo zu der Zeit ſeyn werden/ ſprach ſie alſo: ̃9. Nach dieſem wird ein anderer Adler kom⸗ 11 men, der wird Feuer halten in dem Schooß der e⸗ Braut Chriſti/ und es werden drey falſche B ſin ſchoͤffe ſeyn, und nur ein rechter Biſchoff, 1 W ie Johann Lichtenbergers. 243 Al die andern freſſen und verſchlingen wird. Es werden ſeyn drey Nahmen der GOttes⸗Laſterung, Inder Greuel des Geſangs wird hinauf ſteigen, fuͤr das Angeſicht des Allerhöchſten/ und ſein Ende wird ſeyn ein Verderben. *(Gier ſitzen Ull. Biſchoͤffe/ mit ihren Bi⸗ ſchoffs huͤren und beſtaͤtiget vom Pabſt die predigen dem Volcke.) Das vierzehende Capitel. Die Sibylla aus Creten oder Candien, ſogt alſo von dem Adler und von der Lillen und Jebvon den ſalſchen Pabſten: Es wird einer mit däh grgen Lüſten umgehen gegen der Braut des Lammes, der da ihren Schmuck wird arm n machen, und der Brautigam wird drey Ehebre⸗ ucher haben, und wird nur ein ehelicher ſeyn ei⸗ nes ſchwachen Geſanges, der die andern wird Ifreſſen und verſchlingen/ darnach wird der Hahn krahen und es wird bey ihr die beſte Reformation und Beſſerung wiederum aufgerichtet werden, und der rechte Pabſt wird ein Urtheil laſſen donnern 4% wider drey teutſche Pralaten/ als wider die un⸗ gehorſame und wiederſpenſtige der Braut des ILammes. Damit wird das zu verſtehen gegeben: Die drey Ehebrecher werden ſeyn die falſchen Bi⸗ ſchoffe, unter welchen ſich ein Zwietracht erheben wird/ einer wird recht und ordentlich bom Pabſte eb⸗ 244 Prophezeyungen erwehlet ſeyn/ doch eines ſchwachen Geſanges/ 06 indem, daß er den Ehebrechern(daß iſt den un⸗ ordentlichen) nicht kan wiederſtehen. Ein Ehe, git brecher wird den andern freſſen, auf das erihn f austreibe und unterdruͤcke die drey Nahmen der Gotteslaͤſterung, und die da Ketzerey predigen/ des Fnat gleichen auch die/ ſo das Volck wider die Geiſtiß an chen erwecken, welches Geſang wird ein Greuel ſehn, aiſt denn er wird mit dem Laſter der Simonei beſprem ude get ſeyn, ſo lang biß man einen Fuß und ſechs ue Finger zehlen wird. Sein Verderben wird plot⸗ ſun lich herein brechen. Darum ſpricht der Prophek: o Ich will die Nahmen der Abgoͤtter vertilgen von un der Erden/ das iſt, aus der Kirchen. Der Hahn F wird ſingen/ das iſt, der rechte Pabſt. Wenn nun die Irrthumer ausgerottet ſind/ wird eint n ſehr gute Reformation und Beſſerung werden, Und unter dem Adler wird die geiſtliche Trubfal ein Ende nehmen, denn nach ihm wird das Reich n zerſtöret. O ihr Geiſtlichen zu Trier mercketflif, ln ſig darauf und ihr Philoſophen zu Coölln nehtnets„ zu Hertzen, daß die reiſſenden Woͤlffe nicht in 1 euren Schaafſtall kommen/ denn ihr ſeyd Beih der/ auf daß nicht andere eure Cronen nehment denn zu euren Zeiten wird ſich viel neues und unerhöorte Dinge in euren Kirchen erheben/ wel, 3 ches der allmaͤchtige GOtt gnaͤdiglich wolle ab⸗ W1 wenden. An Gier ſtehet ein Muͤnch mit einem Stecken e und zůchtigt einen andern der fuͤr ihm l liegt.) Das WW. Joh. Lichtenbergers. 245 Das funffzehende Capitel. Es wird in denſelbigen Jahren viel Ungluͤck ber die Geiſtlichen und uͤber die GOttesfuͤrchti⸗ gen fallen. Denn ſie werden unter ſich viel Un⸗ kerſcheid machen und Zanck treiben. Es wird ſich anſehen laſſen, als wolte ihre Keuſchheit/ Frömmigkeit Gottesdienſt, Maßigkeit, Nuͤch⸗ kernheit und andere Tugenden untergeben, um des Mars willen, der dieſe groſſe Conjunction und Zuſammenlauffung der Sterne meiſtern wird ſaürd und ordnen in ihren Hauſe. Daher werden ſich umer ihnen erheben Zanck/ Hader, Neid und Haß. Sie werden geneigt ſeyn zu vielen, wie⸗ Ae„“ wohl nicht zu allen Laſtern, werden Hurerey, Ehebruch und dergleichen Laſter heimlich treiben. Darum ſagt Joachim in dem Buch uͤber das Wehklagen des Propheten Jeremid, alſo: War⸗ lich das betrachtliche Leben/ hat etwan im al⸗ ten Teſtament in den Kindern Iſrael gebluͤhet, unter dem Helia und Heliſeo und unter den Kindern der Propheten. Aber dieweil das Waſ⸗ ſer Carith/ das iſt die geiſtliche Gnade/ in ih⸗ ſüch nen verſiegelt und ausgedrucket iſt/ von wegen den Irrthum der boͤſen Jeſabel, ſo iſt das be⸗ ſchauliche Leben zu den Griechen gekommen, zur Zeit Pauli des erſten Einſiedters/ Antonü und der andern Einſiedler. Es ſind aber auch unter Jꝙs denſelben Ertzt⸗Ketzer gefunden worden, und fal⸗ chabe, ſche Geiſtliche beyde Manner und Weiber, wel⸗ che, dieweil ſie von GOTT ſind aögewich, ha⸗ 446 Prophezeyungen haben ſie auch das betraͤchtliche Leben fallen laſſen. ft O ihr Evangeliſchen Maͤnner, die ihr ein dnd kloͤſterlich Leben fuͤhret, mercket fleißig drauf, un ſintemahl die Mulde auf dem Tiſche zerbrochen aihnte iſt, und die Kloſter⸗Regel iſt zertheilet/ ſo kan n ſie ſich nicht des Faſtens befleißigen/ ſondern ntn muß ſchwelgen, freſſen, ſauffen und in allex Wolluſt leben. Sod ferne iſt eure geiſtliche Geiſt⸗ n fi lichkeit ausgetrieben, und wird denen GWelphis het und Gidelinis gegeben werden. Daher ſagt auch Eſaias: Die Duͤrfftigen und Armen ſuchen unne Waſſer/ und es iſt keines vorhanden, ihre Zuß ud ge iſt von Durſt duͤrre worden/ derhalben will ich auf der Hoͤhe der Berge Fluͤſſe geben/ und J N mitten im Felde Boͤrne machen. Dadurch wird un zu verſtehen gegeben, wie die Abteyen, Kloſter uff und Prälaturen denen weltlichen werden unter⸗ worffen werden, und ſie werden ſchneiden da ſt nicht hingeſdͤet haben, und werden ſammlen/ daſie hyhſ nicht geſtreuet haben. Abermahls ſtehet geſchrie, ben: Sie haben mir mein Gold weggenommeh, d. das iſt, die weltlichen Fuͤrſten haben die Kunſt Iahn und Lehre aus den Kloͤſtern genommen und haben uz Baal draus gemacht an Martis ſtatt. Gold bedeutet auch die heilige Goͤttliche Schrifft, wel⸗ che die Geiſtlichen aus dem Decret und andern hinweg nehmen/ und bringen ſie ins Deenetal uz und andere geitzige Spruͤche oder Lehren. Aſſo. muß es denn nothwendig folgen, daß die Zunge des Einfaͤltigen vom Durſt des Geitzes 3 f wel⸗ Joh. Lichtenbergers. 247 al ghelche die freye und uͤberflieſſende Lehre des Evan⸗ gelii nicht feucht machet. Das iſt, derſelbige Durſt und Durre die verdorrte Begierde und Geitzigkeit/ welche, wenn gleich das Heydniſche waſſerſüchtige An Fraulein davon trincket/ loͤſchet ſie doch nicht den an⸗ AHag dern zukommenden Durſt. Die Berge ſind die Pralaten und groſſen Aebte, die da ihre Schu⸗ en oder Abteyen in der Welt aufrichten. Die oberſten Hugel ſind die Geiſtlichen, als die Prio⸗ dug ar kes und Probſte. Aber das Feld/ ſind die Ein⸗ Afältigen Gläubigen. Alle/ die ihr nun durſtig ind d feyd, kommet zum Waſſer. Ach leider, die a“ Kloſter werden rings umher verarmen. 1 Die Weltlichen ſind die Pferde von man⸗ Dus cherley Farben, und die da ſtarck ſind hin und wie⸗ der zu lauffen uͤber die Wege zu den Kloͤſtern Aun und über die Erde, welche ihnen durch Moſe ea und Elia ſind angezeiget, unter welchen einer/ nemlich Moſes/ den Koͤnig Pharao mit allen ſu ſeinen Heer ins rothe Meer geworffen und erſauf⸗ nfet hat. Der andere/ nemlich Elias, den Koͤ⸗ ebenig Ahab mit der boͤſen Jeſabel ſamt den Prie⸗ ſueh, ſtern Baals, aus goͤttlichen Eifer umbrachte. Gleichwie nun der Orden der Tempeler iſt un⸗ tergangen, alſo werden auch die Benedictiner, Anthoniter, Cartheuſer ſamt den Bernhardinern, %%%h Premonſtratenſern und andern mehr viel guts Vverliehen. Und faſt alle Geiſtlichkeit wird Leid tragen, und ſich betrüben unter dieſer gegenwaͤr⸗ kigen Tauſend⸗Zahl, und das alles darum/ daß der 248 Prophezeyungen 3 der allerguͤtigſte Jupiter iſt unterdrückt worden. Wl O ihr Evangeliſchen Maͤnner/ bittet den Boat den HErrn der Schnitter, daß er den Mantel t ſeiner Gnade uͤber euch wolle gnaͤdiglich ausbiii⸗ fic ten/ denn ihr ſeyd meine nahe Verwandte. ſlhat (SVon den Frantzoſen und Franckreichiſchen du, Fuͤrſten. 1 Ich habe gefunden in den Sprüchen del Alten, daß Balilda, das iſt Franckreich, den a Nahmen von dem griechiſchen Woͤrtlein Gale welches lateiniſch Lac, und auf teutſch Milch Al heiſt, und das darum, daß ſie weiſſer ſind denn Anrz die Spanier und andere. Mich duͤncket auch/ daß es nicht unbequem Gallia heiſſe, um det ũ Eigenſchafft willen des Hahnes, der lateiniſch Gallus heißt/ welcher dreyerley ſind, nachdei drey Hahne hier abgemahlet. ö Uſht (Hier ſtehen drey Haͤhne abgemahlet.) 1 N. Der erſte Hahn wird ein boͤſer Hahn ges he nannt, denn er iſt hoffaͤrtig/ ſchreyig, unkeuſch, un unbeſtaͤndig, ſchnell zu kriegen/ und ungeneſgt lg zum Frieden. Darum die Frantzoſen, ſo ſolche Eigenſchafft an ſich haben, ſollen wiſſen, daß aiz ſie entweder heimlich oder oͤffentlich ihre Ank unſſt z. und Urſprung/ von dem verachteſten Geſchlecht ufſ der Frantzoſen genommen haben. Das ſind aber die Eigenſchafften eines guten Hahnes: 1 W * Johann Lichtenbergers-. 249 uche zp ſchoͤnes Leibes ſey, daß er gefidert/ ſchoͤner ſiy denn ungefidert, daß er ſey kuhn/ froͤlich, Ableblich und milde. Welcher nun alſo geartet und geſchickt iſt, der hat ſeine Ankunfft her von dem edlen Gebluͤt der Frantzoſen, aber die Ge⸗ wohnheit hat die verachtete geringe Natur in ih⸗ Audcrtt nen veraͤndert. Aber die Eigenſchafft des aller⸗ heſten Hahnes ſind dieſe: daß er fürſichnig iſt, wacker, erwecket ſich ſelbſt mit ſeinen Fluͤgeln, Stzdie Hennen, daß iſt ſeine Unterthanen wohl re⸗ gieren und ſie fruchtbar mache, der das Koͤrnlein Wirgus der Spreu klaube, und den andern daſſel⸗ waälbige mittheile. Dieſer Hahn iſt ein geiſtlicher Pralat in der Kirchen. Das ſechszehende Capitel. 1 Bier iſt zu mercken/ daß von Priano an, biß auf Faramundum, und von Faramundo biß auf Hildericum/ alle Franckreichiſche Koͤnige enlhund Furſten, Heyden und Unglaubige, ſind gheeweſen. Dieſer Hildericus beſchlieff Maͤgde und theliche Weiber/ deswegen er auch aus dem Lan⸗ de vertrieben ward, da flohe er in Thuͤringen, aum König Baſamus, und beſchlieff ihm ſein chelich Gemahl, mit Nahmen Vaſtam/ dieſel⸗ bige gebahr von dem heydniſchen Ehebruch Clo⸗ doneum /den tauffte Remigius. Von dieſem Codoneo ſind alle Franckreichiſche Konige Chri⸗ Aſten geweſen. Und Carolus der erſte/ der ſonſt 0„Marcellus genandt ward, iſt aus Ehebruch ge⸗ R bohren/ 250 Prophezeyungen 90 bohren, von Pipino ſeinem Vater und Alpaida, ſeiner Mutter. Welcher Carolus trieb die veche ten Kinder ſeines Vaters, den Drogenten und Gynnaldum aus dem Reich und ſaß nach dem ich Vater im Reich. Der war ein Tyranne/ uld un legt den Geiſtlichen und der Kirchen viel Unglͤͤcks g i an/ deſſen Urſprung war von einem böſen Hah⸗ Jachte ne. Da nun derſelbige Carolus ſtarb, hattedie abſt einen Traum zu Rom⸗ wie Carolus Mar⸗ cellus der Franckreichiſche Konig zu Trier geſtok, Jut ben waärt, und wurde mit Leib und Seele in die Hoͤlle gefuͤhret. Deswegen ſandte der Pabſtſene Bothſchafft nach Trier zu dem Biſchoffe. Und da 6 ſie das Grab oͤffneten, funden ſie eine ſehr groſſe W Schlange/ aber ſeinen Coͤrper funden ſie nicht. Im Buch der Franckreichiſchen Könihe Wͤtte ſtehet alſo. Das von dem Geſchlecht des Köſſte Kug: ges Caroli des Frantzoſens, in den letzten Zeüln altde ein Kayſer wird erwecket werden, mit dem Nah' anlte men P. der da wird ein Fuͤrſt und einiger Regelt nd ſeyn/ durch gantz Europa/ der ſoll die Kiechen uß⸗ und den geiſtlichen Stand reformiren und zu ch rechte bringen. Und nach dieſem wird hinfott fück keiner mehr regieren. Darum ſo iſt es klar und un gg offenbahr/ daß die Romiſche Gottes Kirche ſeh/ at n beyde das Roͤmiſche Reich und GOttes Reich., Von welchem Reich dieſer Spruch gertdt wh iſt, welchen der HeErr zu ſeinen Juͤngern ſagte vh da er alſo ſprach: Euch iſt gegeben, daß ſeumz das Geheimniß des Himmelreichs vernehmet,dn z denen aber/ die drauſſen ſind/ iſts durch Gal ¹ Johann Lichtenbergers. 251 güſſe gegeben, auf daß ſie mit ſehenden Augen nicht ſehen/ denn wenn die Wercke ſo heimlich in dieſem Reiche geſchehen, oͤffentlich jederman ver⸗ kündiget wuͤrden/ würden ſie nicht alleine die fleiſchlichen und hoffaͤrtigen Leute nicht verſtehen/ ſondern ſie würden vielmehr die Wahrheit zu inem Gelaͤchter machen/ und fur Spott hal⸗ en. Das ſiebzehende Capitel. .(Hier ſtehet der Koͤnig von Franckreich Ca⸗ rolus Gibboſus mit den Lilten in der Fahne.) 1 Brigitta von Schweden ſagt alſo in ihrer Offenbahrung: Es wird eine Lilte aufgehen aus dem Felde gegen Abend/ die wird wach⸗ ſen in viel tauſend, im Lande der Jung⸗ frauen/ und wieder herbringen was ver⸗ lehren iſt. Mit ihren Geruch wird ſie feucht machen/ was da gifftig iſt/ und ſie wird ſtaͤrcker ſeyn denn die Cedern. O du junger Knabe im Lande der Lilien, hoͤre drauf und merck eben. Was ein neuer Topff erſtlich Wän ſich faſſet, darnach reucht er allezeit/ ich bitte „Edich demuͤthiglich, drucke in die Tafel deines Her⸗ hens, welche bißher noch glatt geweſen iſt/ wie es denn den Konigen wohl ziemet, ſtrafe dein Gewiſſen, und erforſche dich/ ob du ſeyeſt von dem guten oder boͤſen Hahne, denn von dem R 2 gu⸗ 252 Prophezeyungen A guten Hahne findet man einen ſolchen alkln E prophetiſchen Spruch: Die Lilie wird an dem groſſen Adler zugeſellet werden/ und uhn ſie wird ſich erheben von Niedergang biß n zum Aufgang/ wider den Loͤwen/ der l latſ. we wird keine Huͤlffe haben/ und wird von der Lilie betrogen werden. Die Lilie wind 41 einen Geruch von ſich geben im teueſchen ſhe Cande, daher wird ſein letztes Lob untet ſen dem Adler fliegen. ö ht (Hier ſtehet ein halber Adler zur rechten 65 Hand/ und eine Liliezur Linken) n Das achtzehende Capitel., an Von der Lilien Lob, mag man alſo ſchliſß ſchet ſen und einfuhren: O Franckreich, du edles Land, welches du eine ſolche Blume kräge de di⸗ du einen Baum der vor vie vergangenen Jaßhrek dlk dürre iſt geweſen, alein mit deinem Geruchewit whe gruͤnend machen, und mit hitziger Liebe wild k u dem Adler vom Aufgang entzunden, indem) n daß er mit beyden Fluͤgeln in die Hoͤhe flegen wild. An und ſcheinen auf den Bergen der Ehrſſtenhek, eng Das iſt, die wohlriechende Lilie/ davon die Bit⸗ IN nen der Glaubigen in der Kirche ſaugen weiden ehe das Honig der Luſt und Begierde. Aber die n Ungehorſamen werden davon ſaugen das Gifft des Ĩ Webklagens im Felde der Jungfrauen. iind lein die Lilie wird mit ihren gůldenen Croͤnlein aſhl E chr n Johann Lichtenbergers. 253 nſhfehtt ſtehen bleiben. Dieſe Lilien werden die Jung⸗ frauen des Scoroions teutſcher Nation begehren/ vühn des Feyertags auf ihre Crantze zu machen, aber Ihnn, davon werden ſie klaͤglich trauren. O du Juͤng⸗ u ling im Lande der Lilien/ habe ja Acht daß ur man nicht ſage: Wehe dem Lande/ darin⸗ dele nen der Koͤnig ein Kind iſt dieweil du der biſt, der du das Feld des Saphirs unter dem Himmel inne haſt/ welcher mit dreyen guͤl⸗ denen Lilien gepflantzet iſt. Was wollen ſie doch lehren! Denn die erſte Lilie ſaget iu ölfentlich, daß du ſeyeſt ein Nachk mmling 11t. und ein Diener des Altars, ein Statthal⸗ ter Chriſti, der die lincke Hand haͤlt in den Send⸗ Cut briefen aller Nationen. Die andere Lilie ſagt, daß du und die Deinen ſollen die Seule der nChriſtenheit ſeyn, im Theile des Niederganges utder Sonnen von dem Marmelſtein an, der auon dem Bergen ohne Hand iſt gehauen. Die britte Lilie ſagt/ daß du ein Advocat und Vertheidiger ſeyeſt der Braut Chriſti/ die da auf dem Haupte traͤgt ein Croͤnlein der Lilien des allerbeſten Geruchs. Und derohalben wirſt du auch genanndt der Allerchriſtlichſte Koͤnig „unter allen Königen. O du huͤbſcher Glantz der e, Lilien/ der du in der Kirchen glaͤntzeſt, welche Lili⸗ en der Engel hat angehefft, Remigius der Franck⸗ kreichiſchen Apoſtel geſalbet Dionyſius angetzei⸗ gt., Ludovicus erhohet/ Franckrtich ernahret, ünd Galilda gezietet hat/ mercke auf und hab Acht, denn wenn du von den boͤſen Hähnen R3 hes uinn 720 0 254 Prophe zeyungen herkommen biſt/ ſo wiſſe/ daß ſolche Dingeunte deinem Reich geſchehen werden. Das neunzehende Capitel. Göott iſt maͤchtig auch die Frautzoſen zu ey wecken wider die Kirche, auf daß ſie ſich demii üf thigen. Ach leider, der, ſo mit allen Schanden ff und ſchaͤndlichen Laſtern befleckt iſt, und doch al⸗ a, lezeit glücklich gehet und groſſer Ehre gebraucht/ h dem noch das Meſſer blutig iſt, von wegen groſſer n Luſt zur Tyranney und des Frevels, ſo ihm Mas tis Einfluß giebt, derſelbige ſoll zu hohen Ehen des Koͤnigreichs erhaben werden/ nach eints iehh m lichen Stande. Ach leider, ach leider, wiesſi. die ertzketzeriſche Gluckſeligkeit der Bohmen eiz mt hoͤhet, und die Geiſtlichkeit unterdrückte bes ſaun der, dem die ſchoͤnen Tugenden zieren, wird durch oke die Unterdruckung des gutigen und heilſamen Juy piters, in groſſen Jammer, Truͤbſal und Heihe des leid geſtürtzet, und plötzlich Traurigkeit unte„ worffen werden/ ſo daß er auch wird eines un zeitigen Todes ſterben und jammerlich umkom⸗ men. Wie nun zur Zeit Caroli des nächſten Koͤniges in Franckreich/ der Graf von Armgack, und Ludovicus der Delphin/ ach leider/ im teutſchen Lande/ wider die gemeile Chriſtliche Ordnung, mit blutruͤſtigen Schwerd⸗ n ten, mit Brand und graͤßlicher grauſamer Viu, folgung wuͤteten; alſo werden auch unter dieſem neuen unſchuldigen Koͤnige(dem ich mich ſün Wt Johann Lichtenbergers⸗ 255 s ein Kind zu nennen) ach leider, wie und man⸗ cherley Ungluͤck entſtehen/ beyde in dem geiſtlichen und in dem gemeinen Volcke. Die Seinen wer⸗ Lit den ſich nicht ſcheuen/ auch die heiligen Staͤdte zu verwuͤſten und auszutilgen. O du Kind ⸗/ſiehe drauff/ ob du ein guter Hahn ſeyeſt dieſe Stüͤcke werden dich lehren, ob du der Aller⸗ chriſtlichſte Koͤnig biſt. Denn wenn du dei⸗ ne Ankunft von dem guten Hahne haſt/ warum kichteſt du nicht die Seulen deines Reichs auf? DWarum weckeſt du ſie nicht auf, mit deinen Flu⸗ geln? Warum zeigeſt du ihnen nicht die Koͤrn⸗ ken deines guten Geruͤchts und deiner Ehre/ das iſt/ das Prieſterthum, das Reich und die hohe Schule zu Paris? Denn mit dieſen dreyen Seu⸗ len als mit dreyen Kraͤfften, nemlich mit der wachſenden/ natürlichen und lebendigen Krafft/ wird die Lilie lebendig gemacht, nimmt zu und wird regieret. Und gleichwie ein Haus mit Grund Wand und Dach; alſo wird dein Reich mit dieſen dreyen Stüͤcken vollkommen gemacht. Das ſolt du aber wiſſen, daß in denen Tagen enntreten werden, gefahrliche greuliche Zeiten, der⸗ gleichen zuvor nie ſind geweſen, aͤrger, denn un⸗ ker dem Koͤnig Puſella. Denn dein eigen Volck Aal wird ſich wider dit aufiehnen, die Blätter derkei⸗ adeh ien werden zerriſſen werden, und die Lilie im Fel⸗ de der Jungfrauen wird verdorren“ und alſo wird denn der boͤſe Hahn boßlich umkommen. Darum ß hat dich und die Deinen, der Fuͤrſt unter den oſteln gelehret/ und geſagt: Fuͤrchtet GOtt R4 und 256 Prophezeyungen und ehret den Koͤmiſchen Konig. Dos Ul andere ſtehet in dem Buch dieſer Auslegung/ die 0 Woͤrter geſchrieben: Gehab dich wohl! Ais 10 Sie ſtehet der Boͤmiſche Roͤnig Georg ge Ag. waffnet.)* ge Das zwantzigſte Capitel. e Es iſt hie darauf zu dencken und feſtiglch„t zu glauben, daß unſere Sunden, und leider die 0. 4 mannichfaltigen Ubertretungen der Gebote GOtz un tes, und ohne Zweiffel die ungezahmte Luſt und nch Begierde, GOtt groß erzuͤrnet haben, welche 010 Luſt, nicht ein Genügen hat in ihrem Gewif ude ſen und eigenen Wegen zu bleiben/ ſondern auch. ihr durch einen boßhafften Lauff fremde Dinge ae zueignet wie denn ſolches leider, jetzt zu unſem Zuiten ſehr mannigfaltig und unerſchrocken, von vielen, beydes Standes, unter Geiſtlichen und Iub Weltlichen wird gebraucht/ ſo daß die fireitende d Braut Chriſti dafuͤr geachtet wird, als habe ſie 0 die“ von der Scheitel an bis auf die Fußſohlen/ e ſolche graßliche Wunden der Sunde durch alle ihre Gliedmaſſen gehabt/ als ſie jetzund zu dieſtt Iiſ Zeit hat und duldet, wo ich anders nicht betro⸗ W gen werde Denn die Geſtirne und Eclipſatoun e oder Fin ſterniſſe dringen uns nicht, ſondern die udf Suͤnden. Und leider/ die groſſen Laſter ſo wik“ 60 ohne Zahl thun, dieſelbigen bringen uͤber 5 0l⸗ Joh. Lichtenbergers. 257 cg ſolche Betrubniß, Bekümmerniß, mancherley Aühe, Todt, Kranckheiten/ Hunger, Krieg und leider/ busveel Ungluͤcks mehr, Angſt, Noth und Schmer⸗ ten. Ach leider Saal Peor der Boͤhmiſche gö gertzketzer der vergifftige Baſiliſcus, der ſich für einen Boͤhmiſchen König haͤlt/ ein grauſa⸗ mer hefftiger Feind der Roͤmiſchen Kirchen und Tah des gemeinen Chriſtlichen Glaubens, der wird gurch dieſe erſchreckliche Eclipſation und Finſterniß, „der Braut Chriſti viel Truͤbſal und neues Unglück An bringen, und, ach leider, viel tapfere Manner erwüuͤrgen. O du junger Knab/ der du von den Deinen zum Kriege gefuͤhret biſt, wie darffſt du in einem ſolchen Stand leben, in welchen du nicht ſo kuͤhn biſt/ daß du ſtuͤrbeſt? Weiſt du nicht, daß man dich wie einen Eſel wird begraben? Deine Vor⸗Eltern ſind chriſtliche Maͤnner und gahmhafftige Leute geweſen. Was ruͤhmeſt du dich deiner verdammten und verbannten Lehrer? Wahr iſt es, du ſammleſt Kalck mit Stroh, Sand mit Steinen, Leim mit Aſche, davon ui du keine Mauer wirſt bauen. Du wilſt Rath hohlen von todten Fellen/ daß iſt, von den ge⸗ lehrten Ketzern/ die da nicht wiſſen/ was ſie ſa⸗ s gen oder ſetzen. Folge dem Apoſtel Paulo, der ward nicht geſandt zum Geſetze/ ſonder zu Ana⸗ nia. Wilſt du aber den nicht haben/ ſo gehe zu öä Herodes, der da heimlich von den Weiſen erfor⸗ ,ſchete und lernete wo Chriſtus ſolte gebohren wer⸗ Aüden. Siehe drauf/ daß du nicht wirſt berau⸗ R7 bet/ 258 Prophezeyungen bet, und wenn du wilſt Gold ſammlen/ daß man in deiner Hand nicht Meßing finde. Du wirſt herrſchen und regieren, aber bald wird die 1660 6 0 0 Je b Kl n Zeit deines Regiments vollendet werden. Denn r da du noch in deinem zaͤrtlichen Alter und jung wareſt, wie dich deine Eltern fuͤhreten, alſo thaß ai teſt du. Nun aber, da die Vernunfft beginnet über die Sinnlichkeit zu herrſchen/ ſo bitte ich dich, ſ wirff von dir was kindiſch iſt. Was haſt du für ein Klagen mit den Wolffen und hoͤrnichten Thie⸗ ren“ O ein unheilſames Gifft iſt dein Pran⸗ gen? O wie verdammet der Koͤnig die Kirche? O wie laͤſtert er den Heiligen Geiſt? O wie ang, ſtet er ſeine Seele ſamt ſeinen Anterthanen? Warlich, ich betruͤbe mich ſehr/ und trage groſ⸗ ſen Schmertzen/ denn wer dich ſehen wird, der wird uͤber dich, als uͤber einen Mann des Schmer⸗ tzens, heulen und weinen, und wird ſagen; Siehe, das iſt der Menſch, der da maͤchtig wat in ſeiner Untugend. Denn iſt Ham vermale⸗ deyet, darum/ daß er die Scham ſeines Vaters nicht zudeckte, ſo biſt du viel einer groͤſſern Ven maledeyung wuͤrdig/ der du den lieben Vatern/ 5 welche GOttes Botſchafft fuͤhren, Schmach und Schande anlegeſt. Erkenne doch den Einfluß der Sterne/ und ſiehe, wie ſie herunter ſteigen beyde auf Gold und Koth, wie die Sonne glaän, tze. Warlich/ du wirſt ſchaͤndlich untergehen/ ſtrafe und beſſere dein Leben, und huͤte dich für deinem verbannten Abgott/ der da verflucht und aus deinem Vaterlande vertrieben iſt/ W fü ihm/ Joh. Lichtenbergers 259 „ihtn, als fuͤr einer Schlangen, denn er wied dei⸗ t ne Seele vergifften, triege ich anders nicht. Und nach dir wird kommen einer der die Pragiſche Kirche zu der Mutter der Glaͤubigen fuͤhren wird, und es wird eine neue Reformation in Boͤhmen angerichtet werden. f(Gier 35 der Ungariſche Koͤnig gewaff⸗ * net. 2 Das ein und zwantzigſte Capitel. Ach leider, Neid und alleine Geitz der Fuͤr⸗ ſten und Regenten haben ihrer viel thoricht und unſinnig gemacht, hat ihrer auch viel verführet, und ſehr viel um den Hals gebracht, viele haben aber alle ihr Gut und ihren eigenen Leib, auch der Unterthanen, ums Glaubens willen, zu ei⸗ nem ewigen Gedächtniß hingegzeben. Dis Ge⸗ dachtniß wird ausgetilget, durch den Gifft des Neides. Der Eckſtein der Einigkeit wird zerriſ⸗ ſen, der großmachtige Koͤnig zu Ungern ꝛc. ꝛc. wird mittelmaßig ſtehen/ denn er wird einen Hin⸗ tergang leiden. O Maria ſo ich etwas ſagen werde zu denem Lobe/ ſo wird es viel zu gering ſeyn, es ſey auch was es wolle. Denn eine menſchliche Zunge kan die Thaten deiner groß⸗ maͤchtigen Majeſtat nicht ausſagen, denn aber werden wir daſſelbige dein Lob erfullen, wenn f„ wir es eikennen/ daß wir es nicht erfüllen 105 M. 260 Prophezeyungen nen. Denn reden wir am geſchickteſten davon wenn wir mit Furcht und Zittern davon ſtille ſchweigen. Od ich mich gleich unterſtünde zu er⸗ zehlen deine großmäͤchtigſten Thaten, ſo fehlet mirs an der Feder und am Schreiben. Das gantz Conſtantinopolitaniſche Reich weiß davon zu ſah⸗ gen. Die gantze gemeine Chriſtliche Kirche lobet dich, du alleine haſt das Schild des Creutzes Chriſti wider den Türcken aufgerichtet. Es ſſt ſo ein groſſer Schein und Glantz in deinem Lobe, und auͤch ſo ein groß Anſehen und Würdigkeit iſt in die Tapfferkeit deines Raths, daß man is dafuͤr halte ſolches ſey dir um der Tugend wil⸗ len gegeben und geſchencket, dadurch du in eine lange Zeit unüberwunden leben wirſt, das an dere aber alles wird dir von dem Gluͤcke nur eine Zeitlang geliehen. Uber das haſt du hernache mahls die wilden unmenſchlichen Voͤlcker unter dich gebracht, die Wiener und ſtoltzen Geſten, reicher. Du haſt den Pfauen Schwantz ausgezogen, du haſt Staͤdte und Flecken einge⸗ nommen, du biſt aus Verhangniß GOttes ei⸗ ne Ruthe geweſen, des: andern alles will ich ſchweigen. Doch die Dinge haſt du alleine uber wunden, welche die Natur und Eigenſchafſt ha⸗ ben, daß ſie koͤnnen uͤberwunden werden. Abtt es iſt keine Macht ſo groß/ die nicht mit Gewalt des Swerdts moͤge geſchwaͤcht und zerbrochen werden. Über das alles haſt du auch gewuſt dein Hertz zu uͤberwinden, den Zorn zu ſtillen, den Sieg maßigen/ die Gerechtigkeit ehren, e al J N E 00ʃ I1 0 n8 Wahge Migt iſ Wr ihe f hk! U0 W EAL M ude he N h ſgn . firc U le n f h Wn IA WMitg Johann Lichtenbergers. 261 halten, Frieden annehmen, Fromme vertheidi⸗ gen. Und welches groͤſſer iſt denn alles, du haſt gewuſt GoOtt zu fuͤcchten, den Kayſer zu ehren h ünd ſeine Gebote zu halten. Denn es iſt kein Werck am Tage und offenbahr/ daß nicht mit der Zeit abnehme, und das Alter hinfreſſe/ wie 8 der allerkluͤgſte Konig Salomo ſagt: Alles was gebohren iſt, das gehet unter und wird alkt. Darum, ſeelig iſt dein Volck, ſeelig ſind deine Maͤnner, wie die Königin zu Saba zum Salomon ſagte:? Und ſeelig ſind deine Die⸗ er die vor dir ſtehen. Du wirſt auch noch s ein ander Volck unter dir zwingen, daher wirſt du dein letztes Geruͤcht und Geſchrey erlangen. Aber nach dir wird ein groͤſſerer aufſtehen, eine Aäht Ruthe, die da länger ſchlagen wird die unglaͤu⸗ A bigen Hunde. Dis hat alles ſeine Bewaͤhrung von dem Herrn deines Landes. Und das Volck kaah ſd unter dem Schuͤtzen wohnet/ wird eine lange Zeit regieren in deinen Chriſtglaͤubigen. Und adas Ungariſche Reich wird gegeben und behalten werden einen andern, der wird gottesfůrchtig ſeyn und barmhertzig gegen der Rirchen Und derſelbige wird die Pra⸗ giſche Kirche reformiren/ und den Cempel der heiligen Sophia zu Conſtantinopel wie⸗ derum aufrichten, und wird zu ho⸗ hen Dingen aufſteigen unter den Chriſt⸗ gläubigen. Aber er wird nicht von Mat⸗ thias Geblöͤt ſeyn/ ſondern von dem Fel⸗ ſen ben des teutſchen Landes wird aufgehen bs er⸗ 262 Prophezeyungen herfuͤr kommen ein durchlauchtitzſter hocht l⸗ gebohrner, recheſchaffener Bonig ά Gier ſtehet der Pfaltzgraf beym Rhein) Das zwey und zwantzigſte Capitel. Es giebt das die Billigkeit des natuͤrlichen n de Rechtes/ und rechte reine Vernunfft muß es lo⸗ ben, darzu beweiſen es auch die Geſchicht⸗Biſ, ſnd cher/ daß es ſich wohl ziemet der Fuͤrſten redl 5 che Thaten zu beſchreiben, auf daß die Vergeſſen, izt heit/ welche allen Irrthum gebiehret/ nicht dan 1 zwiſchen komme. Derhalben ſchickt es ſich nicht lre übel, daß man dieſelbigen beſchriebenen Thaten zge offt überſehe, auf daß darans erſcheine, woher dtet man einen frommen Mann lobe/ und einen Schalck ſchelte/ daß man alſo/ gleichwie durch R1 einen hellen Spiegel, den Unflath der Laſter ab⸗ waſchen und den unbefleckten reinen Herrn loben moge. Darum habe ich einen Wohlgefallen dieſes unſers Pfaltzgrafens Urſprung ſeiner Er⸗ hoͤhung zu beſichtigen, auf daß kund werde⸗ wie Aihnt ehrlich der Anfang ſeines Wandels ſey getweſtk. leg Denn die Herrlichkeit der vaterlichen Ehre und 0 der Glantz des ewigen Lichtes/ hat o ffentlich und klar die Schoͤtze ſeiner Gnade, vom Himmel herab in dieſen Pfaltz Grafen gegoſſen, beyde 10 üle 15 Johann Lichtenbergers. e6z el guten Sitten und an Weißheit, gleich als zwey uu glantzende/ milde Stroͤhme durch den weiſſen Circkel ſeiner Guͤtigkeit, ſo/ daß er fuͤr vielen em Fuͤrſten, als eine weiſſe Seule einer Wolcken, dem Volcke ſo unter der Jungfrauen wohnet, %% Len Gott an dem Rheinſtrohm geſandt iſt. aec Dieſer Pfaltzgrafe iſt nicht abgoͤttiſch/ ſondern ein wahrhaffter Ehrer GOttes und der Chriſten⸗ heit/ dazu auch ein rechtſchaffener guter Zeuge. Was aber dieſe gegenwaͤrtige Eclipſation und tuͤtt Finſterniß dieſem gerechten, frommen und guͤtigen Fuͤrſten anzeiget, wolle mein gnadiger Herr und Fuͤrſt gnadiglich anhoͤren. (Sier fliegt ein Adler ůber den Wald, und + unter einem Walde wird ein halber Loͤwe geſehen, unter dem andern ein gantzer und unter dem dritten Walde verbirgt ſich ein Loͤwe.) Das drey und zwantzigſte Capitel. b Die Wunderzeichen/ ſo die Eclipſis und Fin⸗ terniß bringet, ſind grauſam und faſt erſchrecklich/ und viel graͤßlicher, denn ſie irgend ein Menſch ge⸗ Ehabt oder geſehen hat/ ſo ſehr auch, daß mich ſchier der Grauen, von der Verkuͤndigungſolcher Be⸗ trubniß hatte abgeſchrecket, denn ſie iſt mit Grau⸗ ſamkeit und Gräßlichkeit weit uberlegen 5 b * terniß, 264 Prophezeyungen ſterniß, von welcher unſere Vorfahren ſagen/ die zur Zeit des heiligen Biſchoffs Martini iſt ge⸗ weſen, welche den Königen und Fürſten wenſg Nutzen bringen, ja viel Ungluͤck und Schaden Denn ſintemahl ſie geſchehen iſt in einem König lichen Zeichen, und im Haupte oder Anfang des Zodiaci/ ſo zeiget ſie an/ einen groſſen Schaden Konigen und Regenten, und ſie wird mit mans cherley Ungluͤck wider ſie wuͤten, ja ihrer vielig verkuͤndiget ſie einen ſchnellen und unverſehenen Tod. O du durchlauchtigſter hochgebohrner Fuürſt, laß nicht fahren das Gluͤck, das vom m Himmel herunter flieſt, du wirſt nachfolgen den nem Hausgeſinde/ ſo dir zuwider iſt; den Könſg eun Wuſen I der Lilien wirſt du aufwecken, du wirſt den ſchla fenden Adler reitzen und entruͤſten. Du wirſt(6 machen/ daß ſich der wilde Loͤwe wider die Kirche auflehne und belle, du ſteheſt ietzt 10 auf der allerhoͤchſten Stuffe deiner Leiter/ und haſt einen freundlichen Anblick uͤberkom: men, von denen jungen Loͤwen haſt du Ehte empfangen, die Neſte haſt du zugericht/ und die jungen Loͤwichen haſt du zahm gemacht. Hore drauf/ was man ſaget, wer ſich duͤncken laſſet er ſtehe, der ſehe zu, daß er nicht falle. Ach leider, was werden Lilien auf deinem Felde wach⸗ ſen/ denn deine Unterthanen werden durch dieſe grauſame erſchreckliche Finſterniß, von ihren Fein den und Verfolgern unterdruͤckt werden, die an⸗ dern werd:n viel Hinderliſt und Boßheit von ih⸗ ren Unterthanen und guten Geſellen, W 0 Johann Lichtenbergers. 265 W a daß ſie auch gerne regieren wolten, leiden muͤſ⸗ s fen. Desgleichen wird auch dieſe Finſterniß mit Krauſamer Gräßlichkeit allezeit wiederſtehen/ dei⸗ nen Städten und Doͤrffern, deinen Regenten und Amtleuten, und ſie werden durch maucher⸗ Ey Liſt und Betrug in Gefahr kommen. Denn Aſie wird etliche von ihren Würden und Regiment Amit mercklichen Schaden der Ehre entſetzen. Et⸗ liche aber unter deinem Fürſten thum ſo mit unge⸗ ſtämen Aufruhr unterdrückt und von den Haͤn⸗ Aden des gemeinen Volcks zerſtreuet ſind, wird ſie ſo faͤmmerlich umbringen/ daß auch die Thaͤter und Anheber ihres Todes nicht werden erfunden voch genennet werden. Und daß ichs auf ein⸗ mahl ſage ſo verkuͤndiget dieſe gegenwartige Fin⸗ . Wſterniß viel Schaden und Ungluͤck allen Fürſten/ dſo Bayerland inne haben/ desgleichen auch da⸗ 7 uß felbſt allen Regenten und Amtleuken. 2 Sier ſtehet ein gecroͤnter Loͤwe auf einem Berge, und unten am Berge ſtehen bey ihm drey Loͤwen.) Das vier und zwantzigſte Capitel. Fi O du allerdurchlauchtigſter Fuͤrſt, der du den geeroͤnten Lowen auf dem Haupte traͤgeſt, frey ohne alle Verhinderniß, hoͤre gnädiglich drauff, wie es denn den Fürſten wohl ziemet. S Denn 266 Prophezeyungen 9 Denn nach dem Spruch Ptolomei des fürnchme Wie ſten Mannes in der Aſtrologie, ſo herrſcheteein i kluger Mann über die Einflüſſe des G ſtirnes. Dieſe gegenwartige Eclipſis und Fins l ſterniß verkundiget dir und den Deinen dis und das/ denn dir und deinen jungen Lowichen u0 an den Bergen ſind, werden groſſe ehrliche L tel und Wuͤrden gegeben werden/ entweder du oder einer von deinem Gebluͤt wird ein Hertzog! ſeyn unter dem reiſigen Zeuge/ oder wirſt en rn Heer von Fuß Volck fuͤhren, oder man wird J dich zu einem Hauptmann machen auf dem Waß ſer/ oder ſonſt wie ſichs am beſten ſchicken wird/ fte wirſt du zu Roß viel reiſig und ritterlich Zug 61 fuͤhren/ und wirſt erlangen Gewalt beyde des ale Lebens und des Todes Die Städte und Schlöſß⸗ 0 ſer werden ſich allezeit fuͤr deiner Zukunfft entſt⸗ 10 v0 tzen/ und wenn dieſe Eclipſis und Finſteruß. nicht dawider würckete, ſo würde mit der Zeit n, alle Gluͤckſeeligkeit zu dir und den Deinen treken. uind Aber dieſe unglückſeelige Echpſis wird dich zu ei⸗ ſe nem Verderben und zu einem boͤſen Tode fuͤhren, n) es ſey denn, daß du kluͤglich wacheſt/ denn der M Loͤwe auf dem Berge wird Weh und Jammer. von dem Adler leiden muͤſſen, deshalben durch⸗ l lauchtigſter Fuͤrſt, ſo muͤſſen die Sternſeher und üm die da die himmliſche Einflüſſe wiſſen, nicht auf⸗ hoͤren/ die Faͤlle und das Unglück der Fuͤrſten zu mge verkuͤndigen/ auf dat du erkennen magſt/ daß In! nur ein Herr und Fuͤrſt in himmliſchen Dingen 9 regiere. J00 Johann Lichtenbergers. 26 ü,Ich hoffe, das Todten durch das Schwerdt, ohend die Enthauptung und das Blutvergieſſen/ wels ches der Himmel und die Sterne durch ihren Einfluß bringen und anzeigen, werden deine u Weiſen, o durchlauchtigſter Fürſt wieder zu Freunden und einig machen; Sie werden auch freundliche Zuſammenverbindungen des Friedens und der Erdarkeit halben zuwege bringen; Denn ng der Einfluß des Himmels wird etlicher Menſchen ehn Hertzen erweichen; daher werden auch die heim⸗ er lichen Feindſchafften geſtillet werden; denn es aßte Wird ſchwer ſeyn, daß die angefangenen Feind⸗ ſchafften ſolten zu Kriege und zu Blutvergieſſen bereichen, es waͤre denn daß es die ſonderliche Re⸗ wvolution gewaltiglich dahin bringe. Wird es ſich aber begeben/ daß etliche ſterben werden, mit welcherley Tode es ſey, dieſelbigen werden von der Wurtzel der Zwillinge ſeyn/ wie hinten hernach „tolrd folgen. Darum ſo werden unter dieſen je⸗ Ao tzigen tauſend Jahren viel friedliche und gluͤckſee⸗ Ilge Jahre ſeyn/ auch ſehr fruchtbare, aus Mit⸗ keiden vieler daher unglüͤckſeeliger/ unfruchtba rer und vergangener Jahre. Es wird auch angezei⸗ 6 het, daß die, welcher Wurtzel der Schutz iſt/ ein ſteliges Gluͤck haben werden/ daß ſind die, wel⸗ che zu einem Grunde haben Gerechtigkeit, Erbar⸗ Rel ktit und Schoͤne ſo daß dieſe Tugend mit na⸗ cturlichen Geſetze iſt befeſtiget, um welches willen ſie werden Aufruhr und Verwirrung machen in Ae den Dingen, ſo unter die Zwillinge gehoren; en Darum/ daß ſie dafüur geachtet ſind als waͤren S 2 ſie 369 Prophezeyungen ſie der Gerechtigkeit, Erbarkeit, Friede und Nutz 6 0 üſls lalbe zuwieder. Und man wird ſich fuͤrchten unt er del⸗ 50 nem Fuͤrſtenthum, fur eine groſſe Beſchwerniß, welche doch wohl und loͤblich wird hinaus gehen und ein gut Ende nehmen. Doch wird das eine f welche dir oder Deinen begegnen und fuͤrhanden ſcht gröſſere Gefahrlichkeit ſeyn, hochgebohrner Fuͤrſt 66 ſeyn wird, indem ſo du viel Neuigkeiten wirſt an, 0 fahen, in deinem Reiſen wird dirs wiederfah, de Jun dt ren und auf den Bergen, wenn du an freme⸗ de Oerter Krieges halber ziehen wirſt. Aber daß deine Geluͤbde/ deine Verheiſſungen/ deine Ver⸗ bindungen und deine Ordnungen angehet, das wird dir beſſer von ſiatten gehen als Kriege und Kriegslaͤuffte; iſts anders, daß ich recht rede. Darum wird der Loͤpoe auf dem Berge und in ſtiner Höhle ſicher ſchlaffen, denn die Jaͤger kön⸗ nen auf ſeine Spur oder Fußſtapffen nicht Acht haben/ denn im Ausgehen und Herunterſteigen. 0 ef fehen Da6 chts Aädel Gla 150 ſh Wdt Whde Solches magſt du wohl zu Hertzen muh⸗ men/ denn dis alles/ ſo hier iſt bedeutel/ witd in deinem Lande und Städten geſchehen. Und es werden unter den Deinen erbarliche und liebli⸗ ſſchet che Neuigkeiten entſtehen, was ich aber a 1 habe von deiner mächtigen Durchlauchtigket, das ſoll auch verſtanden werden von dem Stan⸗ de/ Amt und Hanthierung deiner Unterthanen ꝛ. Ich bitte gantz unterthaͤnigſt Gnade und Vergei⸗ hung Aber von deinem Gebluͤt wind ein groͤſſerer im Regiment aufſtehen, das dringt des immels Kunde zuwege. er⸗ eiſ W5 Wt U Joh. Lichtenbergers. 269 ſgh Verbündnis/ dein Anhang wird zerbrochen/ der Glaube und der Bund wird dir ge⸗ brochen werden. GSüer ſtehet eine Seule/ darauf ſtehen zween Schenckel des Kabuchodono⸗ ſors Seule.) I l0. Der Adler wird wider dich erwecken die wil⸗ 48, den Thiere des Reichs, und deine nahen Ver⸗ wandten werden wider dich aufſtehen, und die „jungen kleinen Loͤwichen werden fliehen und trau⸗ W ken, Das alles nimmt man ab an der Son⸗ nen/ welches ihr Haus iſt. In ihren eigenen Neſten werden die jungen Löwichen leiden von der Sonnen Gläntzen/ wenn die Sonne wird auf⸗ 1 gehen und ſcheinen; aber die andern Loͤwiſchen GSterne werden verbleichen. Und wie ihr eure Lcchter von der Sonnen habt angezündet, alſo werdet ihr auch eine lange Zeit, Finſterniß und andere Gebrechen leiden muſſen. (Hier ſtehet der Tuͤrckiſche Baum mit funff⸗ 40 zehen ʒweigen/ wovon der halbe Theil an doͤrre iſt.) 05 Das fuͤnff und zwantzigſte Capitel. Im andern Capitel Danielis lieſet man/ 00) wie Daniel auf das Oeſichte oder Taum dee „ S3 Koͤmi⸗ 27⁰ Prophezeyungen Koniges geantwortet habe alſo: Daß du abtt af geſehen haſt, ein Theil Fuſſe von Thon, an unt Theil von Eiſen/ wie nun das Eiſen nicht kan m mit Thon vermiſchet werden; alſo wird auch une Zwietracht ſehn unter dein Römiſchen Reich“ en tzwiſchen den gläubigen und den unglaubigen 1 Tuͤrcken. Ein Theil wird feſte ſtehen unter dem 50 Conſtantinopolitaniſchen Reiche, aber das ande⸗ re Theil wird zu Truͤmmern gehen, nemlich dass Reich zu Trapeſunt; Alsdenn wird GOtt dus Reich des Himmels erwecken/ das wyrd ſtehen ben bleiben ewiglich. N ſn 006 U ſt — Ottomannus der erſte Tuͤrck unter allo regierenden Tuͤrcken, iſt der erſte ſtreitbare Kay⸗ 1 ker geweſen, der hat eine Schlacht gehalken uß, Der die Chriſten, und allezeit im Hader geſtan⸗ 11 den mit den Preuſſen/ Pohlen, Tartarn und 00 Seuſſen/ iſt hin und wieder tapffer und ernſllich geweſen, Wider die Chriſtglaͤubigen, rings um⸗ her in der Nachbarſchafft, und hat allezeſt) an un allen Enden das güldene Haupt der Seulen dis de Chriſtenthums vergifftet. Darum iſt er auch m Anter allen vorigen Gubernatorn, Haüptleuten und Regenten der Tuͤrcken/ von denſelbigen alſo l genennet und gezehlet. hkg Ni Wu Thamarlinus ein ſehr groſfer Chriſt und mud etwan der alleraͤlteſte und ſtarckſte Koͤnig der Ain Alaner,/ Armenier und Tartern, ja duch ds a groſſen und kleinen Cappadocien ein groß 05 W füich Johann Lichtenbergers. 27¹ Viu fuͤrchteter Herr, der iſt allezeit ein ſehr feindlicher und hefftiger Feind gegen die Tuͤrcken geweſen/ denn Siare dle Türcken lagen damahls in vielen Landen ohne 6Geſetz und naturliche Wohnung wie die Fledermau⸗ e! ſe, darum zwang er ſie/ daß ſie in der allerver⸗ achteſten Tracht muſten einher gehen/ da ward das Gold zu Schaum, und die allerbeſte Farbe ward allda verwandelt. ung Der andere Zweig. LI Orchanes hernach/ da er wollte die Chriſt⸗ liche Religion vergifften mit dem Gifft des Un⸗ düete Raubens/ iſt zuletzt in Schleſien von den mach⸗ Ligſten Polniſchen Fuͤrſten bey der Stadt Neu⸗ marck, grauſamlich erſchlagen worden mit Got⸗ tes Hülffe/ ſamt ſeinem Kriegs Volck und Tuͤr⸗ ckkiſchen Beyſtand/ bey acht und viertzig tauſend 50 Lurcken/ ſo/ daß ihrer wenig davon kamen. Amorates der dritte/ hat ſich viele Land und Provintzien beyde des groſſen und kleinen CTartarien bey Thaffam, darzu auch das Pontiſche Meer/ Helleſpontnm und Euxinum mit Gewalt, Schwerdt und Feuer„ ritterlich und maͤchtiglich unterworffen/ ſo daß auch der Kayſer zu Trapeſunt und Thamarlinus der „% Alaner und Armenier Koͤnig aus Furcht nicht konten ſeinem Zorn widerſtehen. Ach liider, was hat hie das Gold und die Seule der Chriſt⸗ lichen Religion le den muͤſſen. 25 8 S4 Po⸗ 27²³ Prophezeyungen poſait es der vierdte gifftige Koͤnig, da er f die Chriſten verfolgete, iſt er zuletzt von dem Kor lln nige Thamarlino, von dem ſehr großgefürchteten mm Fuͤrſten der Alaner und Armenier im Kriege ges JnK fanhen und darnieder geſchlagen worden wele ſlt! cher Koͤnig Thamarlinus den Türcken allezeit unzehliche, treffliche Schaͤden und Ungluͤck, dlan zu Tag und Nacht mit Schwerdt und Feurr zus dann gefuͤget hat, wie denn auch zugleich Dracolus mn b von Moldau und aus der Wallachey, allen n der zeit faſt ritterlich alle ſeine tapfferſten und feind ſlut lichſten Anſchlage gegen und wider alle vermales ſne deyte Tuͤrcken ohn Unterlaß gebraucht hat, und 1 als ein wahrhaffteſter Kaͤmpffer und ſtarcker Reitz Jun,! ter Chriſti wider ſie allewege gefochten auf daß in! die Seule Nabuchodonoſors, die Religion e des himmliſchen Koͤnigs nicht umftele. 60,0 Rlt Calapinus der fuͤnffte Kayſer/ hat den ngt allerchriſtlichſten Sigismundum im Philadel:. phiſchen Felde, nahe bey Schilcach grauſamlich und jaͤmmerlich mit dem Schwerdt überwunden, gchen da denn daſelbſt, leider, viel Chriſtlich Krieges hn Volck, beyde zu Roß und Fuß, von den Tür, cken erbaͤrmlich iſt umgekommen/ und darnieder n n gelegt worden ſo, daß Sigismundus mit güh vieren ſeiner Diener in die Flucht geſchlagen iſt, lin und kaum davon gekommen. Durch dieſe in Schtacht hat der Taͤrckiſche Kayſer, leider das in, Crapeſundtiſche Reich erobert und ſich viel andere feſte Schloſſer und Städte 75 Reichs, Johann Lichtenbergers. 273 KReichs, mit Gewalt/ Schwerd und Feuer mach⸗ tiglich unterworffen/ welches doch alles durch Eugenum und Sigismundum hernach in dem Schoß der Kirchen aufs behendeſte und ſubtilſte find gebracht worden. Salamanus der ſechſte, wird leider viel Provincien und Staͤdte der Laͤnder Alanien und duArmenien/ beyde, des groſſen und kleinen/ gegen und wider den mächtigſten Koͤnige Thamarli⸗ gom, allenthalben auch durch die ſchwartz ber⸗ I gigte Städte ohn Unterlaß bekriegen. Und zu⸗ etzt wird dieſer Türckiſche Kayſer nach allen ſei⸗ ſec nen Willen, daſelbſt die allerreichſten Oerter der fürnehmſten und nahmhafftigſten Staͤdte mit u Gewalt und Schwerd, wie ſein erlangtes Gut, ſ inne haben, ohne allen Wiederſtand des Koͤnigs Thamarlin, welcher auch, leider, mit ſeinem twaͤchtigen Reich des Turckiſchen Kayſers Knecht und zinsbar iſt worden. Orchanes der ſtebende/ hat ſehr viel koͤſt⸗ liche Stadte und Schloͤſſer, Provincien und Lander der Chriſten, hin nnd her, in mancherley Kö⸗ es nigreichen und ſonderlich von dem Reich der Erapeſundter abgedrungen und erobert, hat auch uͤber und unter dem Pontiſchen und Eu⸗ kiniſchen Meere, auch im St. Georgens⸗ Strom, viel Land allenthalben mit Gewalt, Schwerd und Feuer maͤchtiglich eingenommen. S5 Moiſes 274 Prophezeyungen 9 Moiſes der achte, hat den Orchanum glent erwuͤrget/ auf daß er nicht regierete, darnach hat met Moiſes das Reich an ſich genommen, und hat nd ſich viel Provintzien und Lander, des groſſen und kleinen Aſiens, darzu auch des groſſen und klei h e nen Tartariens und des unterſten Pontiſchen y oß Meers, desgleichen auch des groſſen Meeres von oynſ Sala, und ſich alſo allenthalben viel Land mit irt Gewalt/ Schwerd und Feuer grauſamlich un terworffen. f Utter Mabumeth der neundte/ hat in Soglis⸗ 1 na/ in Gordiana/ in Sarracenta gegen dim nhun Anfang, im groſſen und ſtreitbaren Alanien ötn in dem Felde Thenuſtaru und in dem ſehr frucht⸗ baren Lande Cappadocien/ viel Provincin ,, F Staͤdte und die allerbeſien Laͤnder bey Tag und 115 1 bey Nacht mit Schwerdt und Feuer unter ſich 11 6 gebracht und erodert, und dem Trapeſundti ſchen Reich/ welches jetzt ſeine iſt, zinßbar ge Iu macht/ und darneben viel andere Laͤnder ſich he⸗ 10 waltig unterworffen. O wie viel Unglück hat hier die guͤldene Seule die heilige Chriſtliche RB ligion müſſen leiden, gleich als ware ſie von Meßing oder von Kupffer. Amorathes/ Mahumeths Bruder, hat das Turckiſche Reich eingenommen/ der hat den andachtigen Polniſchen Koͤnig, Ladislaum darzu Julianum den Cardinal Saneti Angell, hier diſſeits Philadelphien mit acht und W 8 au⸗ 0 Joh. Lichtenbergers. 275 talſend auserleſenen, ſtarcken Chriſtlichen Maͤn⸗ gern, mit Schwerdts⸗Krafft grauſamlich darnie⸗ der gelegt und erſchlagen/ ſo/ daß ihrer nicht mehr dann ſechs und dreyßig ſind davon aekom⸗ men/ und das bezeuget Herr Joham Reſchoff Ritter ꝛc, wider die von Cracau/ weil er da⸗ beh geweſen iſt, im Jahre WCCCC. und XL. Dieſer Türcke hat das Trapeſundtiſche Reich, CTheſſaloniam/ Pelaponeſum, dieſe ſehr mach⸗ lige Reiche, ſamt den allerbeſten Stadten/ grau⸗ ſumlich unter ſich gebracht und eingenommen. beltt Mahumeth der eilffte Turckiſche Kayſer, hat mit Schwerd und Feuer erobert Conſtan⸗ tinopel/ Miſeum, Boſnen/ Thaffen, Chi⸗ raſonden, Romanien das groſſe, das gan⸗ tze kleine Aſien, Siſtrien, Thracten/ und das gantze Griechenland Croatien, Cili⸗ cien/ Sclavonien und Dalmatien/ ohne al⸗ len Widerſtand des heiligen Römiſchen Reichs Aodet der Fürſten des gantzen teutſchen Landes, du unterſt und oberſt ausgenommen/ den allerchriſt⸗ hhae lichten Matthitam Roͤnig zu Ungern, der ül, noch bis auf dem heutigen Tag von den Turcken in allen ſeinen Pro vincien verdammt iſt/ mit Schwerdtes⸗Krafft und Feuers Macht, welcher auch der allerchriſtlichſte Koͤnig billig mag u genennet werden unter allen Chriſtlichen Koͤni⸗ gen und Furſten, denn das Gold des Hauptes iſt herunter geſtiegen/ zum Eiſen des Fuſſes der Seu⸗ len und hat ſich nun zum Koth geneiget. — Ar⸗ Prophezeyungen 3 Marnetus, der zwoͤlffte Tuͤrckiſche Kays gah ſer/ hat leider mit Schwerd und Feuer einge⸗ ht nommen und erobert Servien/ Racien, Theo gant bonen/ weiß und roth Reuſſenland/ Po⸗ dolien, die groſſe und kleine Wallachey/ Bulgarien/ Cipucien, Vurtzlandien/ Mol⸗ 16 den/ Corinthum, Epheſen und Schuterm darzu auch die Gunſt und der Venediger ewiz Verbuͤndniß erlanget hat, ſo, daß ſie einen ewi⸗ gen Frieden und Bund unter einander einer den ab andern halten werden; denn dieweil alle Fuͤrſten ade der gantzen Chriſtenheit ſchlaffen/ koͤnnen ihm die andes Venediger nicht widerſtehen. Uben 276 Gs Dogloſius hat zween Soͤhne gehabt, zunhe Danorum und Lerodum. Dieſet Dogloſius fe unterſtehet ſich, aus Gnade ſeiner Gotter, und n wie es auch unſere unzehliche Sünden wohl ver⸗ f dienet haben, viel groͤſſere Reiche, und mehr, hu denn alle vorige Tuͤrckiſchen Kayſer, von allen 0 Chriſten mit grauſamer Schwerds Krafft zu en, obern. Denn dieſer Dogloſius, wird mit bielen Chriſtlichen Feld HSauptmännern, Guberna⸗ torn, Faͤhndrichen oder Bebeln, und aufs geſchickteſte erleſenen Hauptleuten, Xhodis, Sicilien Calabrien Apulten/ Abrotz, mh Campanien, Sardinien, Corſicam, beyde un das groſſe und kleine, und ſonſt andere Oer⸗ I ter und Inſulen/ mehr denn des gantzen Mre⸗ res/ ſo mitten durch die Welt fließt, und rings⸗ 0 umher, um und um, mit grauſamer gräßlicher Schwer⸗ Joh Lichtenbergers. 277 Schwerdes⸗Krafft und Feuers⸗Macht, desglei⸗ Niat chen auch hin und her allerley Chriſten einneh⸗ d wen, erobern und ohne Zweiffel verderben/ plůͤn⸗ ue dan und zerſthren. labin f Das ſechs und zwantzigſte 1 Derhalben ſagt Reinhart der Lolhart in finer Offenbahrung alſo: Es wird hernach kn kommen des Tuͤrckiſchen Rayſers Dogloſii Erbe, der wird ſich ruͤhmen/ er ſey vom „Stamme Sarat gebohren/ aber er iſt von Azar hergekommen, und ſeine Nachkoͤmm⸗ linge heiſſen Agareni/ das ſind ſolche Leute, ſtebauen keine Häuſer, ſondern wie die wilden AKuute lauffen ſie in den wilden Wuſteneyen um⸗ d her, wohnen in Zelten und leben alleine vom Kaub Und unter den Chriſten gegen Mitter⸗ hacht und Niedergang werden ſie arger wuͤten würh und grimmen denn alle wilden Thiere und die t funfftmüthigen Chriſten werden von ihnen unter⸗ , druckt werden. Darum ſagt Methodius: „ Es wird die Zeit kommen, daß die Agareni Jnoch einmahl in teutſchen Landen verſamlet, aus der Wuͤſteney gehen werden, und werden der Welt Kreiß einnehmen, im Lande des Mondes, acht Jahr ſang/ und ihre Reiſe wud der Aga⸗ rener Keiſe genannt werden, denn ſie werben Stadte und Reiche umkehren und die Prieſter wer⸗ 278 Prophezeyungen werden ſie in den geweiheten Staͤdten erwuͤrgen/ Uihte daſelbſt werden ſie bey den Weibern ſchlaffen⸗ ff Git und aus den heiligen Gefaͤſſen werden ſie trincken/ J und ihre Thiere werden ſie an der Heiligen ihre ußd Graͤber binden um der Boßheit willen der Eheß mgit ſten ſo zu der Zeit ſeyn wird. Aber bey dem(6,d guͤldenen Apffel zu Coͤlln werden ſie umkom⸗ nlſch men und vertilget werden. Ach leider/ ohn ale Audt len Wiederſtand der Chriſtlichen Fuͤrſten, aus⸗ ihn genommen den allerunuͤberwindlichſten Fuͤrſten(iihe der Spanier, der wird dieſen Nachkoͤmmling des nn Dogloſii erwuͤrgen. Denn die Elevation des n Saturnus uͤber den Jupiter hat noch kein Ende, ent und die Erhebung der Tuͤrcken wird untergehen, 1w Es werden viel Reiche und Furſtenthuͤmer wies ue derum zur Kirchen gebracht werden. Denn die 10,1 Kinder des Schuͤtzens, das iſt die Spanitr ſett oder Ungern werden obliegen/ fr andern Chriſt, Iim Glaͤubigen, und werden des Saturnus Boßt n heit, das iſt, die Tuͤrcken verjagen, ſo doch/ daß n das zuvor geſagte Ungluͤck alles hinweg ſey, und(d die boßhafftigen Tuͤrcken von des Schützen Kine aith der unter dieſen tauſend Jahren, verjaget ſind n b und zerſtreuet.. Doch unter dem Kayſer Maximiliano/ oder unter dem erſtgebohrnen Acharlingis wird aſ eine ſchoͤne, liebliche und gluͤckſeelige Zut kom⸗ men, denn zur ſelben Zeit, wann alle Boßheit lan aufhoret und untergegangen iſt, zeiget uns der gutige und freundliche Jupiter an/ Phitzeſeß N reu⸗ Joh. Lichtenbergers. 270 ſteudenreiche Zeiten/ und was der boͤſe Satur⸗ tus fuͤr Gefahr zugefuͤget hat/ das wird der fteundliche Jupiter mit eiger heilſamen Artzeney pieder herein bringen; Denn er zeiget an fried⸗ lche und gluͤckſeelige Zeit mit groſſen Freuden des Kbens/ ſo, daß auch das hinterſtellige Ungluͤck 8 alle ausgelöſchet/ und die Turcken allenthalben nrjaget und vertelget ſind, und die Leute wie die Muücken über Meer fliegen moͤgen. Sanct So⸗ phien⸗Kirche wird ihre ſtaͤrckſten Kraͤffte wieder Iu ſich nehmen, da wird allenthalben eine gluͤck⸗ felige Zeit wieder kommen. Der wilde Loͤwe bird mit einem ſeidenen Faden wieder zu der Mutter der Gläubigen gefuhret werden, und dwird eine neue Reformation ſeyn/ die ſoll eine . Zeit ſtehen, und des Tuͤrckiſchen Kayſers Nahme wird hinfort nicht mehr unter den Chriſt⸗Glaubi⸗ gen gehoͤret werden. Wo die teutſchen Fuͤrſien u nicht werden eins ſeyn mit dem groſſen Adler/ uah unter ſich einlandiſche Kriege fuͤrg hen und anzun⸗ den, ſo wird der Erbe des Doglodü kommen/ der funffzehende Zweig der Jurcken⸗ und wird uß verwuͤſten Polen/ Meiſſen, Thuͤringen/ Heſſen/ Preuſſen und wud in die Pichardey reſen/ in Braband und Klandern; aber bey im dem guͤldenen Apffel zu Coͤlln/ nach der Weiſ⸗ l ſagung Merlim wird er umk ommen und erwuͤr⸗ get werden/ o ihr Chriſtglaubigen/ ſchlie ſſet ſolches glles ein in eure Hertzen. Von der Zeit gber, darinnen ſich jetzt er⸗ zehltes 28⁰ Prophezeyungen zehltes Ungluͤck alles begeben ſollen, finde ich mancherley Meinungen der Gelehrten/ denn wie wohl ſie ſich alle befleißigen, ſotches durch die a Diſtantien der Eclipſis vom Aſcendent, zu erſom h ſchen, ſo ſind doch etliche die es die Stunde der Diſtantien, etliche durch die Zeichen ſuchen, I welche doch der Sachen noch nicht gar wohl eins„n ſind. Etliche aber ſagen, man ſoll den Mongt„ nehtnen nach einer jeglichen Stunde oder Zeichen; aber die andern, die auch hierinnen nicht einge ring Anſehen haben, als Hali und Ptolomens/ die meinen/ daß man ein Jahr nehmen ſoll, nach einer jeglichen Stunde der Diſtantien don dem Aſcendent. Wenn wir nun den fuͤrnehm ſten unſern Vorfahren nachfolgen/ ſo wird dis bo ſe Unglück geſchehen im Fahre Il. CCCGC. XCVI d Und wird ſich erheben in XCIX. CCCC, Jah re. Es werden ſich in dieſer Zeit über, viel um erhoͤrte Dinge zutragen. f äh⸗ Von den neidiſchen Jůden, wie ſich diezu e dieſer Zeit halten werden.)*8 Das ſieben und zwantzigſte Capitel. Dieſer ſchaͤdliche gifftige/ den ich nicht W wohl darff Saturnum heiſſen wird im Jahrt 0 M. CCCC. LXXXVIII. in ſein eigen Haus geß 8 hen, nemlich in den Steinbock und Waſſer⸗ mann, Johann Lichtenbergers. 281 mann. In welchen er ſich boßl ich erzeigen wird fünff Jahre, und wird viel aroß Unglück erdencken Pider das geſetzte Geſetze Ifrael, indem, daß er die ſchädlichen vergiffteted J J uden in man cherley Landern erhoͤhen wird, W0 werden derer Fuͤrſten A Regieret ſeyn, ihre Aertzte, Künſiler und Rath⸗ geber; daher ihnen ein groß Gut wud zuwach⸗ 6g ken„ und groſſe nahmhafftige Leute werden ſie Ve leb haben/ von wegen der Elevation des Sa⸗ kturnus in dieſer Conjunction und Zuſammen⸗ Iöbel keuffung der Sterne; Aber ihren Schutz-Herrn wird viel Unglück und Schaden wiederfahren, Dies wenn dieſe Zeit fuͤrüber iſt, da der Saturnus In die Hörner des Widders wird ſtoſſen. Dar⸗ 10 UI um ſagt der HErr u den Prop oheten Ezechiel: 0 Nimm dir ein Schwerdt das Haare ſche⸗ 10 te/ und fahre damit uͤber das Haupt und den Bart/ und das dritte Theil der Haare Hfolfſt du in ihrem Mittel mit Feuer ver⸗ brennen, und das andere dritte Ch eil mit dem Schwerd zerhauen und das letzte drit⸗ te Theil in dem Wind Ars uen.(Dis aber 132* über die Fuͤrſten und Stadte, über die Schutzherren der Saturniſchen) das brittes Theil o bon ihnen wird Hungers ſterben, und mitten unter ihnen wird ſich eine Peſtilentz erheben, und das dritte Theil wird mit dem S chwerdt um⸗ kommen, und wird es in dem Wind zerſtreuen, und wud dieſelbige Straffe ruchtbar und kund as machen; Solches will ich thun in meinem Onmme/ und mein Luse wird ihrer nicht vVer⸗ I 282 Prophezeyungen 3 verſchonen. O du armes elendes Volck/ lh welches du noch biß hieher in Armuth und bn Elend ſteckeſt/ wer hat dich verfuͤhret 2 0 Wer hat dich ſo toll und wahnſinnig ge⸗ I macht? Wer hat dich verblendet! Iſts u nicht alſo/ daß es allein der Geitz gethan m hat/ daß du Eſum verleugneſt/ und auf zoche einen andern Meßiam warteſt? Hoͤret zar Agt o ihr thoͤrichten, unverſtaͤndigen/ elenden und Köae vertriebenen Saturniſchen/ iſts nicht alſo/ daß it de gleichwohl viel Unfall und grauſames Unglöck zhe mit zuſchlug/ neben dem Frieden und guter Zelt, n ſo uber Juda und Jeruſalem geweiſſaget ward, eGl durch den Propheten Jeſatam am ll. Cap. deß fſ da ſpricht: Sie werden ihre Schwerdterzu nt Pflugſcharen ſchmeltʒen! und ihre Glefin uf oder Spieſſe zu Sicheln. Es wird ein dcht Volck nicht wider das andere das Schwerdt g gaufheben, und ſie werden hinfort nicht m mehr zur Schlacht geuͤbet werden. Denn n in ſolchem Friede hat Herodes, zur Zeit der Ges ſihe, burth unſers HErrn IEſu CHriſti, die Kindet d getoͤdtet. Die Salbung und der Scepter /(das iſt, das Prieſterthum und Koͤnigreich) ſind von n euch genommen und viele andere Dinge mehr, oh, das den Frieden und guter Zeit nichts abbrichk, Jih/ Derhalben ſo hoͤre, was doch der hohe Prophtk dhe Ezechiel in deinem Geſetze bat geweiſſaget: Hat nicht der ERR zu mir geſagt: Gehe mit. z ten durch die Stadt im Mittel Jeruſalem/ n und mache das Zeichen Than ůber die 0 Joh. Lichtenbergers. 283 en der Maͤnner die da weinen und heulen zber den Greueln, welche unter ihnen ge⸗ ufh ſchehen; und zu denſelbigen ſagte er, daß ichs chrſn horte: Ihr ſechs Maͤnner gehet durch die luzetStadt/ und folget dem nach und ſchlaget Gigg zuz euer Auge ſoll niemand ſchonen/ er⸗ yx barmt euch auch uͤber keinen/ alt und jung⸗ ſklein und groß/ uͤber welchem ihr nicht ſe⸗ lahet das Zeichen Thau; Aber auf welchem ihr ſehet das Zeichen⸗Thau, den toͤdtet nicht, und hebet an/ an meinem Heiligthum, das iſt/ im Lande der Geiſtlichen und Praͤ⸗ leten des Glaubens. O ihr Churfürſten des enLih Reichs/ ihr ſeyd die ſechs Maͤnner/ die da wer⸗ Swheck den ertwürgen und umbeingen dieſe gifftige Wurzel öünk gus dem teutſchen Lande. Darum ſpricht aber⸗ Ei mahl Ezechiel: Der groſſe Adler mit den dseh groſſen Flögeln, das iſt der in dem teutſchen heſel Tande inne hat den Aufgang und Niedergang, uhn der wird mit einem langen Schweiff ſei⸗ ger Glieder/ das iſt, wenn Saturnus die Hor⸗ gher des Widders verfinſtern wird im Hauſe des 6½ Martis/ welches voller Regen iſt/ das iſt, boller Fürſten, machtiger Hulffe und mancher⸗ lih Städte, kommen auf Libanon, das iſt, um Reich/ und wird hinweg nehmen das Marck der Cedern⸗Baͤume/ dat iſt das Gut und Habe der Juden/ und die oberſten Spi⸗ öl Sen der Zweißge, das iſt, die Oberſten der Ju⸗ 0 5 eike %½ den wird er in ſein Land fuͤh en ꝛc. ꝛc. Oihr 10 Unverſtandigen/ was hat doch Jacob der Patri⸗ T 2 arch 284 Prophezeyungen 9 arch von euch geweiſſaget? ſprach er nicht alſe, wlle Der Scepter wird von Juda genommen werden? weiſet uns nun den Seepter/ zeiget g In ſ uns euren Koͤnig; Hoͤret zu ihr Blinden, was ſeant Daniel ſagt in ſeinem X. Capitel, da er alſo gn 0 ſpricht: Darnach, das iſt, nach der Feſts⸗ ſſes rung des Tempels zu Jeruſalem/ wird n Chriſtus die ewige Gerechtigkeit gebohren Ab werden. Und das Geſicht oder Prophe⸗ iiht⸗ zeyung wird rein gemacht werden, und der haß Heilige aller Heiligen wird geſalbet wen ut den. Davon David im Pſalm geſagt hat; i Gott dein Gott hat dich geſalbet mit n Freuden⸗Oele. Hat nicht der wahrhafftige gen Meßias IEſus das Kayſerliche Amt erfül Ries let, da er gebot/ man ſoll dem Kayſer Zinß ge. ben? Hat er nicht auch das Voͤnigliche Ant ine N erfüͤllet/ da ihn eure raſenden unſinnigen Vater 6 kroͤneten? Hat er nicht auch des Richterlichen ayf Amts gepfleget, da er die Ehebrecherin aus 6 euren Haͤnden frey machte? Hat er nicht auch w das Amt eines Geſetzgebers gefuͤhret, da er nn — 1000 9 08 Gebot gab? Hat er nicht auch des Paͤbſtlichen ann Amts gebraucht/ da er S Petern die Schluͤſſel„ überantwortete und er befahl, man ſolte horen/ aich 1· was die ſagten, ſo auf dem Stuhl Moſis ſaß ſen/ wie ihr? Hat er nicht auch/ der wahrhaffti⸗ ge Meßias JeEſus, das Apoſtoliſche Ame u erfüllet, da ei die Apoſtel zu Prieſtern wehete? 1 Hat er nicht auch das Prieſterliche Amt ge⸗ 10 trieben/ da ihr unfinniden raſenden Juden 16 90 qu die 0 Johann Lichtenbergers. 285 lauf dem Altar des Creutzes opffertet? Hat er nicht auch das Ame GOttes gethan, da er euch viel Wunderzeichen bewieſen? Hat er nicht das Klö⸗ eſterliche Amt an ſich gehabt/ daß er aufs hoͤchſte Aeꝛm und gehorſam war? Hat er nicht auch das Amt eißes Buͤſſers gehalten, da er viertzig Tage faſte⸗ Aanteg Hat er nicht auch das Amt der Maͤrtyrer i0 gn ſich gehabt, da ihr ihn ans Creutz hienget L aßn Hat er nicht auch das Amt eines Beichtigers getrieben, daß er euch geprediget hat die heilſame Lchre/ die ihr nicht woltet verſtehen noch anneh⸗ men iſt er nicht auch eine Inngfrau geblieben, ſä der von einer Jungfrauen gebohren ward und in Ewigkeit eine Jungfrau bleibet? Woher wird euer Meßias/ darauf ihr noch wartet/ ſo viel und groffe Dinge thun? Was ſaget der wahre chte Meßias zu euch, da er ſprach: Ich habe euch viel Gutes erzeigert, um welches Wercks willen/ wollt ihr mich toͤdten? Ich bin taͤglich bey euch im Tempel gewe⸗ ſen/ und habe gelehret. O des Laſters/ o der grauſamen und gräßlichen Miſſethat/ daß ihe Anicht wolt dem Glauben gehorchen. Es wird in kurtzen die Zeit kommen/ daß ihr ſagen werdet: Menſchlich Zeugniß haben wir angenom· men/ aber Gohttes Zeugniß iſt groͤſſer. ga Ale die, die eurem Gifft haben angehangen, die bwerden zur ewigen Pein gethan und verurtheilet werden. Und die Saturniſche Wurtzel wird aus ndem teutſchen Lande ausgerottet werden, und ihr werdet die Flucht geben(wie die Fluͤchtigen) bis T3 uber 286 Prophezeyungen uber das Mer. GOdd der HErn hat ſeihe Barmhertzigkeit reichlich über euch ausgeſchutttt nach der Verſohnung, aber ihr ſpracht: Das fll iſt der Erbe, kommt laſſt uns ihn toͤdten 0 ſo werden wir das erbe nehmen, und ihr uuß ergriffet ihn und tödtet ihn. Darum hat auch 0 der HErr euch Verſtockte zerſtreuet in die gantze dß Welt, ſo daß ihr jetzt nicht habt weder Prophes alhlh. ten noch Konige“ weder Prieſter noch Allar, wes Al der Opffer noch Salbung/ ſondern ihr ſeyd beis ſchmäht und veracht von der gantzen Welt und im ſeyd in einer ewigen Verwüſtung und Zerſireungt, b wie Daniel am X. Capitel ſagt, daß eure Vern in wuͤſtung wird bleiben bis zum Ende, Und unt abermahis: hoͤret zu, ihr armen elenden Leute⸗ was der Prophet Amos geſagt hat, im U. Cap, Jlhat Uber drey Laſter Iſrael will ich ſie bekehs ſalle ren/ denn ſie haben den Gerechten ums am Silber verkaufft Das erſte Laſter der Ju⸗ den war, daß Joſeph von ſeinen Brüdern dern Jz kaufft ward, das andere, war die Anbetung des Kalbes auf dem Berge Hreb. Das dritte war die Toͤdtung der Propheten, wie im Hebräi⸗ ſchen Buch ſtehet/ das da heiſt Jobomath am Un VI. Cap von dem Propheten Jeſaia. Das nd vierdte Laſter war, daß ſie IEſum verkaufft Ium haben; Darum ſpricht Malachias am erſten Capitel. Ich habe keinen Wohlgefallen an iſt euch, will auch euer Opffer nicht anneh⸗ mn men, denn vom Aufgang der Sonnen biß ß: zu ihrem Niedergang iſt mein Na hme groß ſum unter Joh. Lichtenbergers. 287 unter den Heyden, das iſt, unter den Chri⸗ ſten. Derhalben ſagt Moſes, Deut. am XXVIIII. Die Heyden werden das Haupt 8teſß ſeyn/ und das unglaͤubige Volck der Schwanz/ das iſt/ am Ende der Welt wer⸗ den wenig Juden zum Glauben bekehret werden, darum/ daß ſie ſehen/ wie ſie vom Antichriſt ugnd betrogen worden. Darum ſtehet im Jeſaia am LXVI. Cap. Der GGtt Iſrael wird mbt dich, du unglaubig Volck, erwuͤrgen/ und wird mit ſeinem Nahmen nennen ſeine Bnechte, das iſt, die Chriſten, ſo zuvor Hey⸗ dein den waren. Das ſey genug geſagt von den meh meyneydigen treuloſen Juden. (Eine Anzeigung etlicher Dinge, welche lichſt ihre Natur und Eigenſchafft von den Geutten himmliſchen Coͤrpern nehmen.) Das acht und zwantzigſte 1 Capitel. Es muͤſſen ja alle Menſchen glauben, daß 11 ſobelhe⸗ A% in den lebendigen Dingen ein Saamen geſchaffen wird/ denn eine maͤchtige groſſe Krafft wird an⸗ gebohren, durch wunderbarliche Vermiſchung und aus Fürſichtigkeit des allerhöchſten Schoͤpffers aller Dinge. Im erſten Buch Moſis ſpricht Gbott alſo: Es laſſe die Erde aufgehen Gras gae und Braut/ daß 15 beſame/ und fruchtba⸗ 31 4 re 288 Prophezeyungen 3 re Bãume, da ein jeglicher nach ſeiner Att l Frucht trage, und habde ſeinen eigenen ſnd Saamen bey ſich ſelbſt auf Erden, ſo/ daß ein Boͤrnlein hundert bringe, wie Lucz am ah VIII. tehet und aus einem kleinen Kern ein Baum ʒu tauſend mahl tauſend mahl groͤß hl ſer wachſe. Es iſt auch niemand/ der daran zweifs ſag) felt, daß in dieſen Dingen/ durch das unendliche he Nachfolgen des gebährenden Leibes, wie denn zne auch in dem Saamen der Thiere, ſonderliche nnege Kraͤffte enth alten werden. Ahſge Es wachſen auch die Edelgeſteine und Per⸗ mt len aus Krafft der Sterne, ſo in die Erde hinein mnt n wuͤrcken, indem, daß ſie etliche Stücke der Erde unn veraͤndern/ loͤſen, abſondern und rein oder klar gn/ machen, und richtens mit ihren Kraͤfften zu, ſo; dee daß ſie den Geiſt oder Wind, welches der be⸗„n ſaamenden Krafft gleich iſt/ darinnen laſſen, da⸗ and von ſie auch zuſammen backen und eingedruckt myn werden, in welchem Eindrucken ſie eine Krafft ſutd und Natur empfahen, welche ihnen gleich wird Im als angebohren. Und das iſt groß bey den Phi⸗(n loſophen angeſehen worden, und noch heutiges/ Tages groß geachtet/ wenn man ihre Conſtela, unh tiones recht darzu fuͤget; Als die Krafft des un Topaſien kommt von Alpheta/ des Saphirs von unn Alhaioch, wie Hermes geſchrieben hat im Buch iihyz von den funffzehen Steinen; Alſo werden auch ntz dem Ertz in den Ertzgruben von den heimlichen Fun Formen Kraͤffte gegeben/ ſo/ daß viel nà Zur⸗ Johann Lichtenbergers. 289 eeh eFürckungen auf einander folgen nach welcher Manier und Gleichniß/ die Philoſophi/ die Al⸗ chimie verordnet und zugerichtet haben/ von wel⸗ chen ihren Würckungen ſie der Natur/ ſo viel es moͤglich iſt/ nachfolgen; Denn ſie erſtlich die Corper bereiten, darnach zerlaſſen ſie dieſelbigen, Wa Ind theilen die Elementa von einander kauf daß uucg ſe den abgeſonderten Geiſt, nahend vönn ben ele⸗ mentiſchen Eigenſchafften gantz vollkommen davon gehmen mogen/ welchen ſie mit dem Eindruͤcken zuwege bringen wie Geber davon ſchreibet: In welchen iſt denn eine maͤchtige groſſe Krafft/ nicht ungleich dem Saamen der lebendigen Din⸗ ge, damit man das Metal reiniget und läutert, hee Materien dadurch zu verandern, und in eine andere Art/ nach ſeiner Zurichtung zu verwan⸗ deln. Von dieſen Dingen habe ich deswegen geſagt, denn es halt ſich gleich alſo mit den Ein⸗ füͤfſen und Würckungen der Sterne. Wenn man nun verſtehet die Ordnung und Weiſe, wie die Krafft der himmliſchen Corper eingegoſſen wird, ſo muß man ihm ferner nachtrachten, denn es gehet hier gleich zu, wie mit den Edelſteinen, Kräutern/ Saamen und andern Dingen; Die haben verborgene heimlichẽ Kraͤffte,die wir mit un⸗ ſern Sinnen nicht verſtehen koͤnnen; ja ſie ſind auch unſern erſaufften Verſtande unbegreifflich/ wie Alkindos ſaget. Dieweil aber alle menſchliche Erkantniß von den fuͤnff Sinnen herkommt/ ſo weiß man viel Eigenſchafften der Dinge nicht/ die man mit den funff Sinnen nicht begreiffet; T5 Darum 290 Prophezeyungen 9 Darum kan man auch von den Dingen und von ihren Eigenſchafften kene Kunſt und Wiſſene nl ſchafft in der Vernunfft haben; Denn dieſe IIn g Kräffte des Saamens machen ſo mancherley Ait l der Gliedmaſſen der Complextonen, der Geſtal⸗ ten, der Farben und aller Geſchicklichkeit/ beyde mſtt der vethorhenen und offentlichen, nachdem auch uhel die Echkziſchafften ſind der mancherley Corper. Darum wie nun die Edelſteine und Krauter des⸗ aih gleichen auch die Kraffte in den lebendigen Cot⸗ ſuit pern/ mit unbegreiflichen Eigenſchafft, wunder⸗ liche und aus der Weiſe ſeltſame Wercke an den m Tag bringen und wurcken; Alſo wird aus dieſer urſt wunderlichen ſeltſamen Conſtellation ein Prophet chd gebohren werden/ in XCVI. Jahre oder um die⸗ f ſelbige Zeit wie folget. (Hier ſtehet ein gelehrter Prophet auf ein nem Predigt⸗Stuhl, hat ein Buch vor ſich und lehret das Volck.) ſiehet dem Thomas Muntzer gleich. Das neun und zwantzigſte Capitel. Wenn ſich nun viel Secten und Rotten er⸗ heben, und die Leute ſich auf viele neue Dingein kurtzen Jahren/ unter Walen igernhtker e n e⸗ Johann Lichtenbergers. 291 befleißigen werden/ da wird ſich ein kluger, wei⸗ er/ wohlberedter Mann herfuͤr machen, wenn Aleer zu den Jahren der Vernunfft kommt/ der Ga wird die Ungeſtümmigkeit des Himmels betrach⸗ ten, und wird das Voick gerne wollen bewegen; % der vermahnet das Volck, üterredet es, und Rab nnit mancherley Geberden ſtaͤrcket er ihre Hertzen/ die Zuneigung und ungeſtüͤme Treidung des Him⸗ Mels beſtatiget er/ und verkundiget dem Volck ihren Nutz und Schaden/ und was ihnen begeg⸗ hen ſoll. Daher werden ſie unter einander ge⸗ ftärckt, und machen Verbündniß und Vereini⸗ gung unter ſich, damit ſie ſich in ihren Händeln halten nach der Geſchicklichkeit des Einfluſſes. Denn Ariſtoteles ſagt II. de genera. In den Dinge die eine Vereinigung unter einander haben, gehets deſto leichter fort. Darum wenn ein p1 Aufruhr und Ungeſtümmigkeit unter dem Volcke mdt ſſt/ ſo kan man es leichtlich dazu bereden, und die Aufruhr wird deſto ſtärcker. Denn daher wird der Muth des Volcks erwecket und erhitzt/ n und wütet nach allen ſeinen Luͤſten; Denn wenn man in die Kohlen blaͤſt, ſo zunden ſie ſich an, wo nur ein kleines Fuͤncklein Feuer da iſt. Darum at wird dieſer Prophet zuwege bringen Freundſchafft . und Aufruhr, Freude und Krieg und andere Dinge mehr, nachdem der Einfiuß der Seerne das Volck treibet. Und dieſer Mann, wenn er wird das Geſtirn erkennen und zukuͤnfftige Dinge koͤnnen abnehmen, und etlicher maſſen et⸗ was davon wiſſen zu dencken; der wird das 875 455 mi 202 Prophezeyungen mit ſeiner Rede, Weiſſagung und Wunderzti⸗ chen dahin fuͤhren und verblenden, daß ſie ihn fuͤr einen Propheten werden ausſchreyen und werden ſich befleißigen, ſeinen Geſetzen, gleich als goͤttlichen Geſezen, anzuhangen, ſo, daß aallt ſie Furcht und Liebe darzu wird dringen. Und ul wenn es GOttes Ordnung haben will, werden(ſit ſie damit trefflich ſehr fortfahren, und werden es weit treiben/ und ihre Kriegs⸗Liſt oder Auſchle⸗ l ge werden ſie mit groſſen Ehren zurichten/ nach n dem ſich die Geſtirne ſchicken werden, die ſolchen ſt Aufruhr und Ungeſtümmigkeit machen. Auf dies huen ſe Weiſe werden ſich viel Secten und Rotten n der Welt erheben/ und man wird ſich auf viel ere fremde Dinge legen durch die neuen Propheten, lige und die Menſchen werden zu Goͤttern gemacht werden, wie man in der Tripartiten Hiſtorie ließt de im VII. Buch, alſo: Es iſt der Heyden Eigenſchafft, daß ſie die Menſchen in der hoͤchſten Gluͤckſerligkeit zu Gottern machen. Und über wenig Worte dn hernach ſtehet daſelbſt: Sie haben Hadrianum, od Cilicem den dreyzehenden Gott genannt. Alſo alz, werden ſich in andern Haͤndeln und auſerlichen ht Weſen der Welt mancherley Veräͤnderung bege⸗ ben/ nach eines jeden Geſchicklichkeit. Unter diey het ſen Propheten werden neue Geſetze aufkommen, und die alten abgethan werden. Die ge. un lehrten Maͤnner/ die Juriſten/ werden verderdet m und zu nichte werden. Die Gluͤckſeligkeit Mereu⸗ n rii wird in vielen Reichen verlohren werden. Es 9½1 wird ſich uͤberall boͤſe Müuͤntze ereignen; 9 M au Joh. Lichtenbergers. 203 ADu auch das Volck allenthalben wird geſchaͤtzet wer⸗ Wi den, ſo, daß ſich ein groſſer Aufruhr unter dem Chriſtlichen Volcke wird erheben/ das ſich wird wider die Obrigkeit ſetzen. Viel Betrug und heimliche Liſte werden entſtehen unter den Pilgra⸗ mnen und unter den Wandersleuten, und es wer⸗ den viel unſinnige Menſchen ſeyn, ſo/ daß Furcht und Zittern unter dem Volcke geſchehen werden, davon man zuvor nie nichts gehoͤret hat. Aus dieſen neuen Zuneigungen werden ſich erheben und u folgen groſſe Veranderungen der Lufft in denſel⸗ bigen Jahren. GGier ſitzt ein Koͤnig/ der veraͤndert die Geſetze und macht ein neu Geſetz.) Das dreyſigſte Capitel. Wenn man wird muͤſſen etwan neue Ge⸗ ſitze und Ordnungen machen um der menſchlichen Noth willen, und von wegen ihres ſcheinbarli⸗ chen augenſcheinlichen Nutzens/ und auch eiliche Geſetze und Freyheit mit der Zeit abthun. Die⸗ weil das Recht ſagt: Wenn man neue Dinge will Imachen, ſo ſoll ein ſcheinbarlicher Nutz fuͤr Augen „ſeyn/ wo man will von den Rechten abweichen/ welches man lange hat fuͤr recht und billig gehal⸗ ten. Und darauf ſtehet ein Theil des Rechts, nemlich, welches die Noth hat gebracht und ein⸗ geführet. Aus der Noth erheben ſich etliche Zu⸗ 7 neigungen 294 Prophezeyungen neigungen und neue Sitten/ darinnen man gis wohnet/ und geſchicht denn eine heimliche Ver⸗ willigung; denn die rohe, tolle und ungeſtüͤme Sinnlichkeit ſiehet die Urſache ſolcher Dinge füt gut an, ſie ſey auch wie ſie wollt. Daher kommt an denn ein Geſetz/ wie denn im Rechten geſchrieben ſtehet: Was man aus langwährender Gewohn/ heit angenommen und bewilliget hat/ und num 9 fent . l 4 116 bät durch viele Jahre gehalten/ gleich, als haͤtten dan 0 ſich die Bürger heimlich darzu verwilliget, ſoll man nicht geringer noch weniger fuͤr recht halken ſl als das/ ſo in der Schrifft verfaſſet iſt. Darum e das gantze Recht hat entweder die Bewilligung un. des Volck gemacht, oder die Noth hak es georde h net und beſtaͤtiget. Denn in allen Geſetzen iſt zn A die Bewilligung des Volcks darzu vonnöthenz 0 Aber das Volck folget gemeinglich der Sinn⸗ lichkeit nach, durch welche es von den himmli⸗ t ſchen Coͤrpern wird getrieben. Derohalben muß if, ein Geſetzgebet eine Hülffe haben von den himmli, Ii ſchen Coͤrpern, auf daß das Volck ſeiner Mih! anſ nung folge und drein bewillige, ſonſt thaͤt auch dat der allerbeſte Geſetzgeber, gleich wie jener, det die Fuͤchſe wolte zaͤhmen und kirre machen, und ſatzte an der Weide einen Hahn zum Hilrten. Das alles wird in Rechten beſtätiget, als daß das Recht ſpricht: Eine alte Gewohnheit haͤlt man nicht fuͤr ein Geſetz/ es ſey den, daß es mik dem Gebrauch derer Leute, ſo es brauchen/ ſeh geſetzt und beſtatiget. Denn ſintemahl die Ge⸗ ſetze uns aus keiner andern Urſache halten; 1 wen 0 0 6ʃ˖ n0 Aihih I 10 Johann Lichtenbergers. 2095 Aünu wenn ſie mit Bewilligung und Meynung des U Holcks ſind angenommen/ ſo haͤlt uns auch bil⸗ lig das, welches ohn ein geſchrieben Recht das A Folck in einem Gebrauch hat. Denn was doent ſiegt daran, od das Volck mit muͤndlicher Be⸗ üpwilltgung ſeine Meynung an den Tag gebe/ oder i0e berveiſe ſie mit der That? Darum iſt auch das Jü gufs allerbilligſte angenommen, daß die Geſetze do, hicht alleine durch das Gutduncken des Geſetzge⸗ bers/ fondern auch mit einer heimlichen Bewil⸗ gung aller, durch eine Gegengewohnheit abge⸗ han werden. Das iſt uns bedeutet und ange⸗ gigt Jerem. II. Mein Volck hat zwo Suͤnden gethan; ſie haben mich verlaſſen, den Brunn des libendigen Waſſers, und haben ſich verwuüſtete Gruden gegraben, die kein Waſſer konten hal⸗ n. Damit giebt der Prophet dis zu verſtehen: e Der Brunn des lebendigen Waſſers iſt die heili⸗ 9e Schrifft, darinnen behalten wird das lebendi⸗ ge Waſſer. Aber die Gruben/ die kein Waſſer hal⸗ len koͤnnen, iſt das Kayſerliche und geiſtliche Recht, helche heute das Waſſer der Weißheit in ſich hal⸗ Ain/ morgen werden ſie nicht halten, denn mor⸗ % gen wird man ſie abth in; Uno aſſo ſind ſie nicht bon den Goͤttlichen Geſetzen/ da David von ſa⸗ get Pfalm CXVIII. Deille Gerechtigkeit, HErr iſt eine ewige Gerechtigkeit, und dein Geſetz iſt Wahrheit. Es iſt auch beybe das Kayſerliche und geiſtliche Recht eine irrdiſche Kunſt; und 11 gleicherweiß wie die Erd ein Waſſer gemiſchet, ver⸗ hindert daß man nicht klar dadurch kan ſogtge 296 Prophezeyungen 9 alſo verhindern auch die irdiſchen Dinge/ diel h gelehrte Leute in beyden Rechten, daß ſie nicht* nach der Billiakeit richten und urtheilen/ welches muuf nicht geſchieher in Goͤttlichen Rechten, und in der heiligen Schrifft Darum ſtehet im Jeremia geß ſchrieben im Il. Cap. O du Juriſt, was ſucheſt 150 du doch am Egyytiſchen Wege? Wenn es nun 1*v einer wohl will betrachten, ſo iſt es offenbahr/. daß die Geſetze unbeſtändig und veränderlich ſind, e darum/ daß man ſie nach den Sitten und Get un wohnheiten der Menſchen muß richten, Diſt dig Aenderung aber und Ordnung kan nicht geſch:⸗ hen, es ſey denn allda eine Bewegung und Bei willigung in dem Voſcke daraus erfolget/ daß die Geſetze nicht anders koͤnnen angenommen oden abgethan werden, als nach dem Einfluß der Stek, ne, welcher Einfluß ſolche Bewegung in dem Volck anrichtet/ wie geſagt iſt. Denn daß die himmli⸗ ſchen Coͤrper Urſach ſind der natuͤrlichen Wercke/ m zeiget auch gnugſam an dieſe groſſe Finſterniß, an welchem kein kluger Menſch wird zweiffeln. Bald l hernach oder bey nahe um dieſelbige Zeit wird ein anderer Prophet erſtehen, nemlich, als ein gei licher Mann/ der groſſe wunderliche Heiligket wird fuͤrgeben. Ae II Das ein und dreyſigſte Capitel. n. Men * Dieſe wunderliche Conſtellation und Zuſaut ne menlauffung der Sterne zeiget an, daß da 1 0 1 N 19 gebohren werden noch ein kleiner Prophet, de boll trefflich ſeyn mit wunderlicher Auslegung der Schrifft, und ſoll auch Antwort von ſich geben u hit einem groſſen Anſehen der Gottheit, der da btird die Seelen der Menſchen, ſo zur Erden ge⸗ 0 fallen ſind/ ſeinem Gebiet und Herr ſchafft un⸗ twerffen. Denn die Sternſeher pflegen kleine Propheten die zu nennen/ die da irgend eine eue Veränderung in den Geſetzen machen/ oder brin⸗ ngen neue Ceremonien auf/ die auch die Goͤrtlichen Kunſte und Sprüche mit fleißiger Deutung aus⸗ kgen welcher Meynung und Woͤrter die Leute als für Gottliche Urtheil und Lehre annehmen; Aber es geſchiehet/ daß unter denenſelben etliche folſch ſind, als der Mahumet; etliche werden auch wahr; als da ſind geweſen der heilige Fran⸗ oſeus und der heilige Dominicus. Was aber das toird für einer ſeyn, wird hernach offenbahr werden Und wiewoyhl ich dieſen Beſchluß halte füör wahrbafftig zu bekennen von allen Sternſe⸗ , hern, und die dieſer Kunſt erfahren ſind; Doch daß es moͤge deſto klaͤrer angeſehen werden⸗ ſo will ich zu einer Erhaltung und Wahrmachung Wah deſſelbigen ein wenig einen Auslauff machen, und etzehlen etliche nahmhafftige Conjunctione⸗ und Zuſammenlauffung der verwandelten Triplicitäͤt⸗ 1l Pin langen und vielen Jahren daher ſind geſche⸗ hen. Unter welchen eine in der waͤßrichten Tripli⸗ „kität, im Jabre M CCCOCLX. im achten zu Grad des Scorpions/ iſt vollommen worden. ./ Aber die ztoey, ſo vor dieſen ſiad geſchehen/ und 1 aber Joh. Lichtenbergers. 2977 203 Prophezeyungen 3 aber ztwey, die derſelbigen nachfolgen in der Lufftis t gen Triplicttaͤt ſind in den Zwillingen und im un Waffermann geſchehen. Der dritte aber nach der⸗ h; ſelbigen, welche iſt geweſen im Jahre M CC00.% XXV. iſt wiederum gekommen zu der wäßrichten ail Triplicität im XIII. Grade des Scorpione, und Zuhm iſt biß auf den heutigen Tag in derſelbigen Triplis ſin citat geblieben. Alſo halte ichs nun dofur, daß es en offenbahr gnug ſey, daß man warten ſoll, auf P. tine Geburt eines neuen Propheten. Die Geburt eines neuen Propheten.) Das zwey und dreyſigſte Capitel. Ich ſage, daß in dem dande/ welches din Scorpion unterworffen/ ein Prophet wird ge n bohren werden, ſo, daß man zuvor etliche Wun⸗ 5 derztichen und ſelkſame Dinge wird am Himmel ſehen; aber an welchem Ende der Welt, ob es gegen Mitternacht oder Mittag geſchehen ſoll/ ind 0 ſo viel und mancherley Meynung der gelehtten. Leute/ und ſo wiederſinnige Urtheile und Anzeigun⸗ 0‚ gen/ daß ſie gerade wider einander ſtimmen. Al,e bumazar halt dafür, daß die waſſerichten Zih, s chen, die Land⸗Art gegen Mittag bedeuten. Doch W 1 der gemeine Hauffe der Sternſeher will, daß ſie U0 die Land⸗Art gegen Mitternacht anzeigen. Es l ſey gleichwohl, was es wolle, ſo ſagt WMeſſa⸗ bala/ erlg Johann Lichtenbergers. 299 An hala, daß er ſoll gebohren werden in einem Lan⸗ de, daß da mittelmaͤßig iſt/ der Hitze und Feuch⸗ i kigkeit halben; in welchem Lande die ſubtile Mit⸗ klmaß iſt, der Lufft, mit vermiſchter temperirter a Hitze und Kalte, welche alle Einwohner mit heil⸗ Ahi ſamer Zunehmung erhält. Derſelbige Prophet Wel koird aus ſeinem eigenen Vaterlande gehen, und wird Zeichen thun in den Landen, ſo dem Ls⸗ mub wen und Waſſermann ſind unterworffen. Denn wie Albumazar ſagt, ſo wird er ſeine Wun⸗ derzeichen offendahren in den Landen, die durch den vierdten Aſpect bedeutet ſind; welches auch mit aller Sternſeher Bewilligung iſt befeſtiget. hch, Das bezeuget auch dieſer Spruch unſers Seelig⸗ machets: Kein Prophet iſt angenehm in ſei⸗ nem Vaterlande. Aber dieweil dieſe Conjun⸗ ttion im Aſcendent des Jahres, und in einem ſteten feſten Zeichen, erſt wird vollkommen ſeyn/ ſo wird man auf dieſe nahmhafftige Geburt nicht ther warten duͤrfen, denn nach Erfullung der WauR Revolution der einigen Projection. Darum ſo A foge ich, daß um das neunzehende Jahr von der üölab Eonjunction, dieſer Prophet erſtlich wird auf die⸗ Wſe Welt kommen. Aber die Zeit ſeines Predigens dlahenm koird währen neunzehen Jahr, nach den kleinen en Jahren der Sonne. Wollen wir aber ſeiner weäſc“ Kleidung und Tracht halben den Albumazar fbähnt, folgen, ſo werden ſie roͤthlicht ſeyn und gläntzen, u,ſo daß man deſſen eine Anzeigung nehme von dem a, Mars im zehenden/ und von der Sonne ſeines Herrn. Ader denen nachzufolgen/ die da wollen f 2 ha⸗ 300 Prophezeyungen haben, man ſoll die Geſtalt und Figur der Con⸗ junction anſehen, ſo daß man die Anzeigung 0 hernehme von dem Jupiter, Mond und vom Haupte des Drachens ſo werden ſeine Kleider ſuf weißfärbigt ſeyn/ wie derer Münche Kleidung,* und er wird eine neue Geiſtlichkeit anrichten. 5 Miln (Sier ſtehet ein Moͤnch in einer weiſen öben Kappen und der Teufel ſitzt ihm auf cl ſeinen Achſeln/ hat einen langen 1 Zepplier biß auf die Erden/ mit weiten fhel. Ermeln, und hat einen jungen Moͤnch 74 bey ſich ſtehen.) 4 100 Das drey und dreyſigſte en Capitel. 0 Gt Dis ſind und werden die Zeichen ſeh, daben e wan ihn wird erkennen; er wird ſchwarßz Flickeh dlf haben am Leibe, und wird einen heßlichen Leib l haben von braunfleckigten mannichfarbigten Flt⸗ ef cken in der rechten Seiten, bey dem Schooß und an der Hüffte; er ſtehet am Theil des Glucks. Unt zur rechten Hand des Himmels/ und im zehen⸗ d den vom Horoſcopo, doch daß der Aſeendent des nn rer beyden deſto weibiſcher ſey/ und werden ſich In, auf das hinderſte Theil des Leibes am meiſten n neigen. Er wird auch noch ein ander Ziichen an ft der Bruſt haben/ aus dem Theil des Zeichens/ l. welches im ſechſien Grade des Loͤwens uafn 5 5 lelek Joh. Lichtenbergers 30r Fuxl Dieſer Prophet(wle daſſelbige Firmicus bezeu⸗ h get) wird erſchrecklich ſehn den Gottern und den Eeufeln/ er wird viel Zeichen und Wunder thunz keine Zukunfft werden auch die böſen Geiſter flie⸗ hen, und die Menſchen, ſo mit dem Teufel be⸗ Fſfen ſind/ wird er nicht aue Krafft der Woͤrter/ fondern allein daß er ſich ſehen läßt, erretten. an Aber aus dem Theil des Reichs in dem eilfften die⸗ lſxr ſer Conjunction, wie da ſagt Andonius de mon· un te Ulmo, wird er nicht allezeit thun/ was er an⸗ n edern zu thun wird rathen. Denn er wird einen umgel keefflichen Verſtand haben, und vieler Dinge Kunſt/ und eine ſehr groſſe Weißheit, doch wird er in Heucheley offt Lͤgen reden, und wird ein f0 gebrannt Gewiſſen haben; und wie ein Scorpion, 0 der des Martis Haus iſt in der Coujunction und Finſterniß/ wird er den Gifft, ſo er im Schwantz hat, offt ausgieſſen. Und er wird auch eine zäcll Urſach ſeyn groſſes Blutvergieſſens. Und die⸗ reweil Mars ſein Anzeiger iſt, ſo laſt ſichs anſehen, a daß er wolle der Chaldaͤer Glauben beſtaͤtigen, wie es zMeſſahala bezeuget. Wiewohl nun dieſer Prophet viel Zeichen und Wunderwercke thun wird, doch nach der heilfamen Lehre Chriſti, ſoll man ihm mit nichten anhangen; ja er wird fur deren einer angeſehen e werden, von welchen Chriſtus verkuͤndiget, daß ſte zukünfftig ſeyn wuͤrden/ wie man das findet in der Heil. Schrifft von Chriſto unſern Seelig⸗ Macher ſelbſt augezeiget Matth. XXIV. da er U3 alſo 302 Prophezeyungen 3 alſo ſaget: So denn jemand zu euch wird, ſagen: Siehe, hie iſt Chriſtus, oder da⸗ 01 ſo ſolt ihrs nicht glaͤuben; denn es werden falſche Chriſti und falſche Propheten auf⸗ 100 ſtehen und groſſe Zeichen und Wunder ihun, daß verfůhret werden in den Irrthum/ wo 0 es moͤglich waͤre, auch die Auserwehlten; un Siehe, ich habe es euch zuvor geſagt Darum/ wenn ſie zu euch ſagen werden: k Siehe/ er iſt in der Wuͤſten, ſo gehet nicht + hinaus; ſiehe/ er iſt in der Rammer/ ſo 7 nicht. Das iſt unſer OER Jeus. 1¹ U 0 el (Hier ſtehet ein alter Greiß und grauer Mann, hat ein Creutz in der Hand⸗ bey ihm ſtehen Pabſt/ Kayſer/ BR ſchoͤffe und Gelehrte/ und haben graue Kappen an.) J Das vier und dreyſigſte Capitel. Darnach wird ein anderer Prophet aufftes Fn hen, im Lande des Loͤpdens, und im Roͤmiſchen dun Bißthum wird er wunderliche Dinge predigen; u man wird ihm fuͤr heilig und gottesfuͤrchtig an⸗ Aun ſehen, und unter einem Schein der Heiligkeit wird im er das Chriſtliche Leben wollen verheeren laſſen; ll er wird ihrer viel mit Feuer umbringen; in 16 n 4 be Johann Lichtenbergers⸗ 303 0 nem Hertzen wird er den boſen Geiſt eingewur⸗ 8, hel kelt haben; der ihn unter einer ſonderlichen Heu⸗ marz cheley zum Pabſt wird fuͤhren, daß er allda eine hen, Gunſt bitte. Mit ſeiner erdichteten Heiligkeit Lunn wird er die Biſchoffe und Prälaten, dartu auch Inhen die Furſten betriegen/ und wird ſie in groſſen Meun Irkthum fuͤhren wird auch machen, daß die mnr, Allerklügſten irre werden, und viel nahmhafftige Aanss Leute in Welſchland, in Longobardey und im nden hohen deutſchen Lande, werden von ihm betrogen Beu berden. Dieſer Mann wird im Volck ein groſ⸗ ehis ſes Anſehen haben, und ſo geehret ſeyn, als nit kaner geweſen iſt vom Anfang der Kirchen her/ und man wird ihn den Antichriſt nennen der Fuhß da vermenget ſey unter das Volck. Die Bi⸗ ſchoffe werden ihn ehren/ aber er wird eines zun ſhanduichen Todtes ſterden, und die Leute werden Fhent ſch an ihm ärgern. O wenn die Evangeliſchen Maͤnner, die Regierer und Pralaten der Kirchen, die Zukunfft dieſes Mannes wuͤſten/ wie wuͤrden ſh ſie wider ihm fechten? Und wenn ſie auch wuͤſten, 0 was ſie fuͤr Verfolgung leiden werden, ſo wuͤr⸗ den ſie den HErrn verſöhnen; denn dieſer wird ſiyn eine Ruthe des Grimmes des HErrn/ wider ſahee die gifftigen Kinder; ſie wuͤrden je ſchreyen und Whs den Seepter erkennen. Der rechte wahrhafftige Pabſt wird ſchreyen. Und es wird nach die⸗ ſem Manne eine neue und gute Reformation und Beſſerung in der Kirchen angerichtet werden. Und derohalben ſoll die Kirche wieder aufgerichtet und verneuert werden, ſo muß ja durch dieſen 14 Pro⸗ 304 Prophe ſeyungen* propheten alles, was unaitig und böſe iſt, und Jon Unter den Sunden verboten, zerſtoͤret werden. 0 b46“ Sier gebeut dieſer Prophet/ daß man die 10 Spielbreter verbrennen, und die unar, l tigen weltlichen Kleider, darzu die Aennd! Spitzen an den Schuhen laͤſt er fuͤr ſul dem Pabſt abſchneiden, und die Haare ſaln verkuͤrtzen.) 4 Mln Das fuͤnff und dreyſigſte N R Das alles ſagt Theophilus, ein Diener un d und Prieſter, im Buch der Prophezeyungen; und 2 welches Buch Antonius Theodorus geſchrie⸗ daen; ben hat, zur Zeit/ da er zu Janua ein Hertzog gabcch⸗ war; in welchem Buch ſonderlich begriffen iſt/ Bibe alles was da zukünfftig ſeyn ſoll, von dem Re⸗ in u giment der Kirchen, und wie ſie ſoll verneuert muht und wiederum angerichtet werden; wie es denn in ſn Gott eine lange Zeit zuvor ſeinem Diener Jo⸗ n f achim dem Abt und dem heiligen Biſchoff rillo offenbahret hat, auf einer ſilbernen Tafel, Gzht ihm durch den Engel GOttes gebracht, auf wel⸗ me cher Tafel nach einander geſchrieben war/ wie es in ex der Kirchen zugehen ſolte bis ans Ende. lche (Hier giebt der Engel dem Abt und ſeinem Diener eine ſilberne Tafel in die Hand) 0 Jn 7 Johann Lichtenbergers⸗ 305 0 In demſelben Buch Cirilli ſtehet auch das ulgeſchrieben/ daß ehe die Kirche verneuert wird/ dwenn das Pabſtthum ledig ſtehet, wird GOtt deß nuß laſſen aufgehen groſſe Zwietracht und Zertrennung ndun zwiſchen dem teutſchen Kayſer, der ſich auf ſeine u Macht wird verlaſſen, und ſich unterſtehen einen lte“ Pabſt zu ſetzen und zu beſtaͤtigen, und zwiſchen ö5d den Roͤmern und Wahlen, die dem groſſen Adler zu wiederſtehen gedencken; welcher Adler/ ſo er mit Grimm entzündet iſt/ wird nicht alleine die 10 keutſchen/ ſondern auch die alleraͤrgſten Voͤlcket bon allerley Art die er nur bekommen kan, zu ſeinem Heer annehmen und ihm zugeſellen, und wird gen Rom kommen mit Heeres⸗Krafft; Alle Pralaten der Kirchen/ ach leider, alle Geiſtli⸗ chen und Buͤrger wird er gefangen nehmen und ane krwürgen; Darum werden ſie ſich ihre Cronen laſſen abſcheeren; etliche werden davon fliehen in ſhen die Walder und auf die Berge. Zuletzt wenn w die Hecken und Doͤrner/ die boͤſen Leute ausgerottet en und ausgewurtzelt ſind, da wird ein heiliger mMann kommen, der wird den Adler mit der deKirchen zufrieden machen. GEier zieht der Kayſer mit Heeres Frafft und Grimm in die Stadt Rom/ und die Roͤmer/ beyde Geiſtliche und Welt⸗ liche fliehen aus Furcht davon in die 10 Feiſen und Waͤlder/ und ihrer viel beW. werden erwuͤrget.) ; Das 306 Prophezeyungen Das ſechs und dreyſigſte Capitel. Darnach wird aufſtehen ein eintzelner Mann/ beſchryen von einer groſſen Heiligkeit, wie Jo⸗ achim ſagt im Buch der Einigkeit. Es wird ein Mann von groſſer Heiligkeit im Roͤmiſchen Stuhl erhoͤhet werden, als ein Apoſtoliſcher Mann/ durch demſelbigen wird GOtt ſo groſſe Wunder thun, daß ihn alle Menſchen werden in Ehren halten, und niemand wird wider ſeine Satzungen und Ordnung thun durffen; Er wird viel Lehren haben, und Zinſen verdammen, und wird ordnen, daß die Geiſtlichen leben ſollen vom Zehenden und vom Opffer. Er wird verbikten das Gepraͤnge der Kleider, und alles, was unehr⸗ lich iſt/ als Täntze und Welt Lieder/ und daß die Weiber aufs ehrlichſte ſollen einher gehen ohne Gold und Edelgeſtein; und er wird gebieten, daß man das Evangelium predige. Es wird dieſek heilige Mann eine kleine Zeit im Pabſtthum ſtehen, etwan vier Fahre; wenn die verlauff n ſind, wind er ſeeliglich zum HErrn fahren und ſterben. (Sier ſtehet der heilige Mann und prediget dem Volck.) Das ſieben und dreyſigſte Capitel. Und bald darnach wird GOtt erwecken ale dere drey heilige Männer, einen nach dem an dern/ 6,/n F e 0 gn ld5 fe 0 ſſich und Wit daß 55 c Wun fguß Aſhlek Wten h h Johann Lichtenbergers. 307 U dern, die in Tugenden und Wunderzeichen einan⸗ der gleich ſeyn werden; welche die Geſchicht und Rnls, Rede der vorigen beſtaͤtigen werden; unter wel⸗ cher Regiment, wird die Kirche wiederum wach⸗ eſen. Und dieſe Manner wird man Engliſche IHirten heiſſen. Nun folget das dritte Theil dieſes Buchs. (Sier ſtehet ein Bauersmann auf dem Acker/ und ein Wintzer im Weingarten, zu dem wird geſagt: Du Bauersmann arbeite, daß du dieſe ernaͤhreſt.) 0 G tſt nun zum dritten vorhanden, etwas zu ſagen von dem Stande des gemeinen Mannes. Ach leider, es nhnb wird ſich viel Zanck und Hader unter dem gemei⸗ nen Mann begeben, viel Todſchlag/ Anklagen, Gefaͤngniß, Verdammniß/ Haß und jammerli⸗ 111 che erſchreckliche Kriege und Aufruhr und ſie werden heimlichen Haß/ von a ten Sachen her der nun ver⸗ geſſen iſt/ widerum erwecken; ſie werden auch man⸗ n cherley Gefaͤhrlichkei tödtlicher Noth und Wieder⸗ waͤrtigkeit dulden muſſen; welche ſich 65 IINN D Kdel. e 308 Prophezeyungen liche in mancherley Weiſe begeben werden, nach Un⸗ dſt terſcheid der Laͤnder und Gegenden. 0 f Das erſte Capitel. Auhl; Ungern/ Boͤhmen und Bayern. unt tt fn — Dieſe Fuͤrſtenthůmer werden um nbe ruhig und irrig ſeyn, werden aufs al en lerfeindſeeligſte ſeyn dem Friede und der Ruß in he/ ſie werden die Hertzen des gemeinen al Volcks mit graͤßlichen und toͤdlichen Zam iſlt cken erwecken. Sie werden allezeit mit einen i dl wütenden Luſt ihres Hertzens einlandiſche und de⸗ einheimiſche Kriege begehren; viele aber aus dem ſſfendg ſelbigen werden eines boſen Todtes umkommen/ meun und alſo ihr Leben enden, der Donner wird ihrer dchch viel ploͤzlich erſchlagen, oder wunge Pferde werden ſteth ſie ertreten, oder werden von den Pferden fallen und jammerlich ſterben; oder werden von den Felßen geſtuͤrtzet werden/ oder werden im Waſſet erſauffen/ oder ſonſt eines neuen unerhorten To⸗ des umkommen. Es zeiget auch dieſe wunderliß Stz che Finſterniß und Conjunction an, daß etliche ſollen Wittwen und Wayſen werden. 85 Nalts Das andere Capitel. 4 ole Eelſaß/ Schwaben/ Frantoſen und Weſtery/ reicher Bauer: 94 Dieſe l. Ourm Wetdeht rdeh ch⸗ emhel des zm Joh. Lichtenbergers. 309 Dieſe werden viel Wiederſacher haben/ wel⸗ che ſie doch alle werden ſehen durch mancherley Gefaͤhrlichkeit gedampfft und umkommen; und ſie werden eines unmaßigen und unkeuſchen Le⸗ bens ſeyn; die Weiber werden ſich mit ihren Männern zancken, und wiederum die Männer mit den Weibern. Sie werden ſchwere Hochzeiten haben, darzu auch unehrliche und unziemliche; denn die Braut wird entweder eine boͤſe ungezogene Wittwe ſeyn, oder eine Ehe⸗ brecherin, oder unfruchtbar/ oder eine ſcheußliche und grießliche Vettel/ oder es werden an dieſen Orten viel oͤffentliche Huren geſehen werden⸗ oder die Weiber werden einen ausgelauffenen Pfaffen oder Muͤnch daſelbſt nehmen/ oder es wird deihm einer eine Maͤnnin zugeſellen, und unter den thelichen wird man boͤſe Zwietracht und Uneinig⸗ 9 keit erfahren. Das dritte Capitel. Die Stuͤdte unter dem Roͤmiſchen Reich. Sie werden ſeyn eines zitterndes Hertzens⸗ und eines zitternden Ganges/ werden ſich fuͤrch⸗ ten daß nicht die Häuſer uͤber ſie fallen; dieſe aber/ die den zwoͤlfften Grad zum Zeiger haben/ werden des Martis Grauſamkeit fuͤhlen. Viel aus ihnen werden lebendig verbrannt oder erſaͤufft, oder am Galgen gehangt werden. Von ihren FBhech⸗ 310 Prophezeyungen Knechten und Maͤgden werden ſie viel unerhoͤrt Ungluͤck empfahen, werden ihr Gut und Habe verlieren. Das vierdte Capitel. Franckenland/ Schwartzwald, mit dem Kingkau bey Mayntz. Dieſen Landen werden koͤſtliche Titel der Eh⸗ te wiederfahren, und groſſe Freude. Ihn wird groß Gut zukommen/ und ſie werden zu Kriegen geneigt ſeyn; ſtaͤrcker und hertzhaffter werden ſie eine Zeitlang ſeyn fuͤr andern; darnach aber wer⸗ den ſie viel verliehren/ auch ihr Gebiet und Hert⸗ ſchafften; oder werden von ihren Würden, Aem⸗ tern und Regiment abgeſetzt werden/ mit groſſen Schaden und Verluſt ihrer Ehre; und ihrer viel werden in dieſen Laͤndern hohe Falle thun und ge⸗ ſtuͤrtzt werden. Das fuͤnffte Capitel. Crier/ Moſel, Weſterwald, Fundsruͤck. Dieſe werden vieler Kuͤnſte Heimlichkeit mit fleißiger Nachtrachtung erforſchen, und werden daſelbſt mit ſubtilen kunſtreichen Hand wercken fuͤ⸗ trefflich ſeyn, aber viele werden geoſſen Schaden an ihren Ehren und Wurden erdulden/ und 9 lckte den Si Amlche Mebkr „U1 lchen I9rch Iird Wng Aeder 6 ſtr/ Johann Lichtenbergers. 311 gden ihr Gebiet und Herrſchafft oder Prälaten, ſo Wunhg ſie die haben derliehen. Und ob nun gleich etli⸗ che boͤſe Lente alle ihr Thun/ mit gluͤckſeeligen Ausgang hinaus fuͤhren werden, ſo ſollen ſie el. doch zuletzt geſtuͤrzt und eines boſen Todes ſier⸗ ben; es ſey denn/ daß ſie irgend von etlichen Sternen, die eines koͤniglichen und maͤchtigen Scheines ſind, vertheydiget und beſchuͤtzt wer⸗ den. Das ſechſte Capitel. granckreich, Picharden/ mi den umiiegen⸗ %den Laͤndern. 1 Sie werden groſſen Schaden leiden mit er⸗ daͤrmlichen jammerlichen Tode; ſie werden ſchwach und gebrechlich ſeyn, und die hinfallende Seuche haben, und wahnſinnig werden; die Pein der heimlichen Kranckheit werden ſie leiden; viel gichtbruͤchige und auſſaͤtzige unter ihnen ſeyn, und 6 biele werden fleckichte Geſchwür an ſich haben Es l. zeiget ihnen auch dieſe Conjunction, hefftige Wehetage und Schmertzen der Augen; und ihrer uhe iel werden eines ſchaͤndlichen Todes umkommen. hrrll Das ſiebende Capitel. 1100 5 e Seſſen/ Sachſen und Thuͤringen biß ans Meer gegen Mitternacht. Dieſe 372 Prophezeyungen Dieſe gegenwartige Conſtellation wird viel arme und duͤrfftige Leute machen/ die da von we⸗ gen ſteter und ſchaͤdlicher Anlauffung und Pluͤn⸗ derung, mit groſſer Armuth und Duürfftigkeit werden beladen ſeyn, darzu auch muͤhſam und durch ſtete Arbeit abgenützet, ſo daß ſie eine lange Zeit wit zerriſſenen Kleidern/ gleich als nackend werden, daher gehen. Der Gewinſt in dieſen Landen wird ihnen kommen mit groſſer Arbeik und Gefahr. Sie werden viel Gefahr und Scha⸗ den vom Waſſer oder von Schiffdruͤchen, dar⸗ zu auch jaͤmmerlichen Tod leiden; und ſie werden das Volck erbittern und reitzen mit gräßlichen Aufruhr, und die rauberiſche Hand werden ſte mit Blutvergieſſen blutrinſtig machen, und wer⸗ den ſehr ungedultig ſeyn. (Hier ſtehen drey ſchwangere Weiber.) Das achte Capitel. Auf daß ich aber euch, die ihr mir zußoͤrek, nicht verdrießlich ſey mit meiner langen Rede⸗ duncket es mich nicht unbequem auch meine Rid zu wenden auf die Weiber, welche der gantze Troſt der Manner ſind und alle Freude, wo man wohl lebet, darzu auch die gantze Zierde des Hau⸗ ſes, welche GOtt der HErr gleich, als die ſchoͤn⸗ ſien Sterne/ wo man am hoͤchſten frolich itt/ mit ſcheinenden Angeſichten gezieret hat/ für die⸗ ſelbigen ſfch. MRE Ol I ſh che 10 fn , U ekde⸗ , d0 beh! Hnden Shme ih Wit Ke Ader! be vö U Achutt Woſſn ſthtt ffulg Wlern ſhdet Ah f ſheke Weh 6 in Joh. Lichtenbergers. 313 Ihchsſelbigen ſind wir ſchuldig zu bitten/ daß der all⸗ Imächtige Gott ſeinen Zorn wolle von ihn wen⸗ den. Denn dieſe gräßliche Conſtellation verkuͤn⸗ diget den ſchwangern und gebahrenden Weibern trbarmliche Faͤlle, nemlich unzeitliche Fruͤchte, und geiget an groſſe Gefährlichkeit, die den jungen 16 Kindern, und ſo noch im Mutter⸗Leibt unzeitig ſad werden wiederfahren; und giebt auch zu „berſtehen, datz ſie eine ſchwere und muͤhſame Ge⸗ burt haben werden, und wird machen, daß die gebährenden Weiber mit groſſem Geſchrey und ut, biel Schmertzen die Kinder gebaͤhren werden. ν Etlichen wird die Mutter uͤber der Geburt, ehe ſie das Kind zur Welt bringet/ ſterben. Etli⸗ che Kinder werden ſterben/ ehe ſie recht im Mut⸗ /ker⸗Leibe vollkommen gemacht ſind. Etlichen zeigt er an ein groſſes erbarmliches Ungluͤck, ſo, daß die Geburt wird verhindert werden, und die Wobe Gliedmaſſen des Kindes werden in Mutter⸗Leibe erriſſen werden, und ſo jaͤmmerlich zugehen mit ül Zerreiffung der Gliedmaſſen, daß man auch Wund Aertzte druͤber wird brauchen muͤſſen. Et⸗ „lche Kinder werden in der Wiege ſterben: etliche ui wenn ſie kaum erwachſen, werden ſie ploͤtzlich Jund eines jählingen Todes umkommen. Und biel andere dergleichen Gefahrlichkeiten werden uͤbergehen, beyde Muͤtter und Kinder; und das alles wird uͤber ſie kommen/ von wegen des boßhafftigen Saturni. * Das 314 Prophezeyungen 0 Das neundte Capitel. 0 Es iſt auch zu mercken, daß dieſe gräßliche I Conſtellation, beflecket das fuͤnffte Haus vom Hoe⸗ Tcufel roſcopo/ darinnen die Wolluſt wohnet, und n nat wird verkehren die gewoͤhnliche Begierde, und Ahet die Luſt, ſo der Natur eingepflantzet und angz⸗ ſt bohren ſind. Und wird die/ ſo hierzu geneſht ihrbe mit ſchnoͤder Begierde und unſaͤglicher unreiner u Luſt des Hertzens, mit aller Unmaßigkeit befte⸗ adrn cken, wird ſie geil und unkeuſch machen und mit Hand boͤſen ſchändlichen Luſten verwickeln, ſo daß ſie Eun in Freſſen und Sauffen, und mit unzuͤchtigem lud; und unkeuſchen Leben, und unordentlicher Abe dene werden verunreinigt und befleckt werden. O was wird da fuͤt ein unordentlicher Gebrauch ſehn, lucht unter den Wahlen mit den Knaben? Wie viel auch Frantzoſen werden ſich mit dieſem ſchandlichen La⸗ dg ſter beſchmitzen? Wie viel unreine verkehrte Lͤſte n ll werden da fuͤrhanden ſeyn? Wie viel heimliche eun Staͤdte werden voller Buben und Lecker ſeyn? Auade Wie viel werden Huren⸗Wirthe ſeyn? Wie bille Aetk Hurerey? wie viel Ehebruch? wie viel ungrdent, Ahe liche Lüſte werden da zu Zoten gehen? es iſt al⸗d/ les unſäglich, und billig, daß man fuͤr zuͤchtigen mund Ohren davon ſtille ſchweige. Es wird ein Leben nnd⸗ werden unter ihnen/ wie unter den unvernuͤnffti⸗„ gen Thieren. N ¶Hier ſteheteine ausgelauffene Nonne) un, D 8˙0 2 Johann Lichtenbergers. 315 Das zehende Capitel. 5 Und wenn nun Venus im fünfften iſt, wird ſn dieſe Conſtellation die Weiber geil, unkeuſch und tha begierig machen, die werden denn ein Epicuriſch Leben fuͤhren, wie Sardanapalus, und man el hird ſie ſchwerlich wiederum zur Maͤßigkeit und Kkuſchheit bringen/ ſondern ſie werden bereit ſeyn/ ebach ſeinem Gefallen unverſchaͤmt zu dienen; a ſie werden darauf trachten und ſorgen; und aus udieſem Handel werden ſie Preiß und Lob, und goſſe Ehren/ bey dem gemeinen Volck erlan⸗ gen. Und zu ſolchen unzuͤchtigen und unkeuſchen Kben, dieweil Mars im dritten iſt werden auch dube. die Kloſter⸗Frauen und geiſtliche Weibs⸗ Perſo⸗ Ole kin durch die Conſtellation getrieben werden; Iwelche auch ihren Leib zur Hurerey mit koͤſtlichen und wohlriechenden Salben ſchmücken werden 3 und zur Unkeuſchheit gantz und gar gefliſſen ſeyn; * daß ſie nach der Keuſchheit und Zucht nicht viel Ieagen werden, ſondern allerley Uneinigkeit und Uuſtetigkeit erdulden. Abie der himmliche Einfluß Macht habe die lebendigen Coͤrper und Kraͤffte zu ver⸗ aͤndern und zu verwandeln/ auch Kranck⸗ äheiten und Sterben zu bringen.) a1 Das eilfte Capitel. Die Kraͤffte ſo an den Coͤrpern hangen/ ſind ſ ein Anfang, wie Avicenna ſagt, aller naturli⸗ gen und lebendigen Würckungen. Denn alle X 2 Krafft 316 Prophezeyungen Krafft iſt ein Anfang der Wurckung. Es komint f0 auch keine Würckung anders woher denn aus f0 der Krafft. Und darnach ſpricht Avicenna: Wal Die lebendige Krafft iſt es, welche das Weſth Iſle, des Lebens erhalt/ welches das Fuͤhlen iſt/ und f‚ iſt eine Quelle des Bewegens, und macht ihn ge 0 ſchickt zu empfahen, die Einfluſſe oder Eindrlͤ⸗ ckung des Himmels, wenn er zum Gehirn komintl ched macht ihn auch maͤchtig zugeben das Leben, we 10 ſich die lebendige Krafft ausbreitet. Der Stußl d aber dieſer ſeiner Krafft und Würcklichkeit ſt des Heent Hertz. So dann nun das Hertz ein Anfang iſt,dat⸗ Vbe fu/ daß die Dinge verandert werden ſo muſfenin ihm lſcht verändert werdengalle Dinge, die da hangen anden lie U Dingen/ ſo da ſollen veraͤndert werden. Und dieweil n K das Leben/ das im Hertzen gebohren iſt eine Zeuge, dulg ⸗ Mutter iſt aller Kraͤffte/ aus welcher Krafft in ale d einem jeglichen Gliedmaß nach ſeiner Alt und de⸗ Eigenſchafft die Würckungen geſchehen; ſo iſt von ſuntt nöthen, wenn die lebendige Krafft verändett“ nach wird/ daß auch die Wuͤrckungen, ſo von der le,(tet bendigen Krafft kommen, muſſen verändert und ud! verwandelt werden. Deſſen macht Avicennale, ein Gleichniß, Canone III. Cap. von der Melanz ſuf. cholie. Denn das natuͤrliche Weſen hanget an der nächt lebendigen Krafft und kommt von ſeinem Weſen uund her. Darum wenn ſeine Complexion verrüͤckt kückt und verderbet iſt, ſo verrückt und verderbet ſieauch! dut die Complerion des Gehirns, und theilet ihm die ſte Melancholie mit. Wenn denn nun alſo die lonlf bendigen Ktaffte des Leibes verändert ſind K 0 Joh. Lichtenbergers. 317 Lidem die Veraͤnderung iſt/ ſo entſtehet eine Unluſt/ daraus folget denn entweder eine toͤdtliche oder ei⸗ he unſchaͤdliche Kranckheit/ die da laͤufft nach dem WeLauffe ſeines Geſtirnes, welches da anzeiget der Kranckheit Hefftigkeit und Bewegung. Daher auch in etlichen Peſtilentzen das eigentliche Ur⸗ theil der Peſtilentz in dem vierdten ſich endet. Es beerden aber dieſe lebendigen Kraͤffte veraͤndert/ aus Als der eingeblaſſenen Lufft,, welche noͤthig iſt zu Er⸗ guickung des Hertzens und ſeiner lebendigen Krafte, wie Avicenna ſagt: Die Lufft iſt ein Element l unſers Leibes und der lebendigen Kraͤffte; und um der Urſach willen/ daß es ein Element iſt/ ſo iſt es eine Erquickung und Lufftigung unſerer le⸗ bendigen Kraffte/ und iſt auch eine Urſach ihrer Beſſerung/ nicht allein als ein Element, ſondern guch als das da würcke und thue: derohalben/ dietveil die Lufft vermiſchet iſt/ den allerſubtilſten Subſtantien/ die ſich aus himmliſcher Wuͤrckung duͤnne machen, ſo werden ſie, gleich als durch eines Saamens Krafft der Geſtirne, den natuͤr⸗ chen und lebendigen Kraͤfften vermiſchet/ ver⸗ andern ſie, und werden ihnen einverleibet/ und ihre Krafft wird ausgebreitet/ und würcken die Wurcklichkeit ihrer Geſtirne/ in den Leibern/ die zuvor darzu geſchickt ſind, wie denn der Saa⸗ me wuͤrcket durch ihre Kräffte. Von dieſer Wei⸗ ſe der Veraͤnderung ſagt Avicenna von dem pe⸗ flilentziſchen Fieber/ Canone IV. alſo: Wenn Wue die himmliſchen Kräffte wuͤrcken und die irdiſchen keiden, ſo machen ſie in 3 Lufft eine Suuch, 3 elt⸗ 318 Prophezeyungen keit. Da werden denn der Rauch und die Dun, Jf ſte ausgetrieben in die Lufft, werden zerſtreuet/ n und verderben durch eine ſchwache Warme; Wenn 1 nun die Lufft, ſo alſo verderbet iſt, zum Herzen Jlal kommt, ſo vertreibet ſie auch die Complexion det fn n lebendigen Krafft die im Hertzen iſt. Der An⸗ aft fang aber dieſer aller, kommt von den Formen ul und Geſtalten des Himmels, die ſolches noth⸗ maulch wendig machen. Aus dieſem allen iſt nun klar/ mfhel daß in den zukünfftigen Zeiten, in welchen die geunz Sterne ſich mit groſſer Krofft herunter auf die Jah irdiſchen Eoͤrper begeben werden, deſſen man el, flih ne Anzeigung am Himmel und in der Lufft fehen(diß wird; werden auch groſſe Veranderungen der dufft Unrd und anderer Elemente hernach folgen. 425 (wie die Wuͤrckung der Himmliſchen Coͤr noͤlt, per und die Applicationes der Geſtit ſne ne/ viele Jahre hernach waͤhren wen 5 den.) 0 Kvo Das zwoͤlfte Capitel. eun Uobr eine ſehr lange Zeit aber/ nach den Am hertt zeigungen der Geſtirne/ und nach den Erſcheinun⸗ ſg /l gen der Finſterniſſen, wenn ſie nun gar aufher fe hoͤret haben, pfieget erſt die Wuͤrcklichkeit oder gin das Werck vollbracht und geſtaͤrckt zu werden. In, Denn/ wie geſagt iſt von den Thieren, ſo kommt aller Würckungen Grund vom Hertzen her und al von ſeinen lebendigen Kraͤfften, gleich als von 1 Mhn. Hte Joh. Lichtenbergers. 319 nem Urſprung. Zu welcher ungeſtuͤmen Veraͤn⸗ derung, wie geſagt, veraͤndern ſich auch alle le⸗ Ueud bendige Kraͤffte der Würckungen. So ſind nun 8die lebendigen Kraffte veraͤndert/ welche geſchaf⸗ fen ſind zum Bilde oder Gleichniß der Art und Eigenſchafft der himmliſchen Kraffte/ davon wird udenn ein weſentlich Ding gebohren, welches in uſtthl ſich gewurtzelt hat die Art und Eigenſchafft des himmliſchen Einfluſſes, gleich als eine Natur ihm unt eingepflantzet. Und alſo halt es ſich hinfort in aun den Nachkoͤmmlingen, nach der Starcke und „ Geſchicklichkeit des Geſtirns. Daher kommts ndu auch/ daß das hefftige Sinnen eines Thiers auf die Veranderung/ pfleget die Frucht im Leibe zu veraͤndern/ wo ſonſt kein ander Sinnen oder Gedancken darzwiſchen kommt. Welches Jacob uunlle betrachtete/ da er fuͤr ſeinen Lohn von den Schaa⸗ estel fen ſeines Schwahers Laban/ nur die geſpreng⸗ nis lichten, fleckichten oder bunten nehmen wolte/ wie Geneſ. XXVX. geſchrieben ſteht. Jacob nahm Staͤbe von grůnen Weiden, Haſeln und Caſtaneen/ und ſcheelete weiſſe Streiffe l dran/ und leget die Staͤbe, die er geſchee⸗ let hatte, in die Traͤnckrinnen/ fuͤr die Heerde/ die da kommen muſten zu trincken/ daß ſie empfangen ſolten wenn ſie zu trin⸗ cken kaͤmen; Alſo empfieng die Heerde uͤber den Staben, und brachten ſprenglichte/ fleckichte und bunte. Das bezeuget auch Avicenna Canone l. Fen. II. da er alſo ſpricht: Es begiebt ſich auch wenn der Rib leidet/ daß ſich, um der natuͤrlichen 35 K 4 0 32⁰ Prophezeyungen Affection willen offt die natuͤrlichen Diſpoſitiones l eindrucken; daher kommts, daß das Kind dem alh gleich wird, auf welches Geſtalt die Mutter ge⸗ Tö dacht hat, da es mpfangen ward, und daß auch w/ d ſeine Farbe der aͤhnlich iſt, die ſie geſehen hat in ſn, der Empfangniß. Derohalben/ wenn ungeſti⸗ Im f mer Auftuhr im Gemeinen Volcke iſt, und man, ſt kt cherley Wahn und Gedancken fuͤrhanden ſind// wenn auch die gebaͤhrenden Kraffte verandert ſind/ c l ſo werden auch gebohren ſolche Dinge und Cöte egk per, die da Theil haben mit ſolchen Gedancken, gedes gleichwie in ihrer eigenen Natur. Daher kom agich men denn die Gewohnheiten und Sitten, da ente dn wi ſpringen denn neue Geſetze, und erwachſen nach let einander viel Secten. Alſo geſchicht es auch mit wade den Land⸗Gewohnheiten und Eigenſchafften, nach ander eines jeglichen Landes Art. Daher werden auch rwe vollbracht die Wurckungen und Bedeutungen ſhlch aller Wiederblicke der Sterne, biß ſo lange/ daß ſie kommen an das Ende, ſo in dem Geſtirn zuvot iſt angezeiget nach eines jeglichen Art und Eigen⸗ Wt ſchafft; Oder biß dieſer Dinge ein anderer Wien Reid derblick, der entweder veraͤndere oder zerbreche, Aſhe erſcheine, ehe das Ende/ ſo durch die Conſtella ßt tion bedeutet iſt, vollbracht werde. Daher ſich ſi. ſolche Wuͤrckungen eine ſehr lange Zeit auf einan⸗ der begeben koͤnnen, wie man in vielen Secten ed und Rotten ſiehet. 3 . Daß aber ſolche Dinge geſchehen moͤgen iſt ſe nicht ein Mißglaub; Denn es iſt eine +. Johann Lichtenbergers. 321 W. Conjunction und Zuſammenlauffung der Sterne geweſen im Scorpion unter dem Eridano/ da e die Boͤhmiſchen Ertzketzer, Wigleff, Sierony⸗ mus/ Zuß und Rockenzahn eine neue Secte erfunden. Aber dieſe jetzige Conjunction iſt un⸗ 15 ter dem erſchrecklichen Bilde des Feuers, durch welche wir abnehmen, daß leider die Roͤmiſche Kirche/ ſammt unzehlichem Pfaffen⸗Volck viel Ungluͤck leiden werde. Darnach wird eine Con⸗ junction kommen von dem Waſſermann, durch weſche das Roͤmiſche Reich wird aufhören unter dem Zeichen Alphoras genannt. Und darnach werden wir ſehen eine andere/ unter dem Zeichen des Adlers/ durch welche das Reich wud gethei⸗ et werden in zehen Theile. Es wird darnach ei⸗ he andere Conjunetion kommen in der Waage, unter welcher wird ein Kind gebohren werden vom Geſchlecht Dann/ das wird viel Ungluck anrich⸗ ten. Aber einem jeglichen geſchaffenen Dinge iſt ſein Ende geſetzt wiewohl viel Geſetzgeber ſich unterſtehen mit Geſetzen die Ewigkeit der Reiche zu erhalten, aber der Hinnnel leidet ſolches nicht. Gvir die Lufft ſoll geſchiert ſeyn in dieſen Jahren/ und von dem Getrayde⸗ Kauff will ich in der Gemeine etwas ſagen.) Das 32² Prophezeyungen Das dreyzehende Capitel. Albumnazar Tractatu VI. Differentia VIII. ſchleußt aus der Erhoͤhung des Saturni uͤber dem Jupiter/ daß das Getrayde werde uͤbel ⸗ gerathen, fuͤr groſſer Duͤrre der Lufft, und daß ſie ſehr wenig feucht ſeyn wird. Aber wie Anto⸗ nius Cap. X. und Hali bezeugen; wenn Mars ein Herr und Ordner ſeyn wird der Conjunction, das ſo verkuͤndigets uns viel Regen mit groſſem Scha⸗ in wir den; aus welcher Zwietracht/ wo man es recht n 6 abwiegen will, und fleißige Achtung haben auf nlKr die Vereinigung, ſo wird es uns vielleicht wohl uten! ziemen, daß wir alſo ſchlieſſen/ es werde eine ſhfen mittelmaͤßige Lufft ſeyn feucht und duͤrre. Ich gage ſage aber, daß ein ſolch Mittelmaß der halbe Zeiger nicht ſeyn kan; denn es wird zu beyden Theilen Schaden zugefuͤget werden, denn die NA Zeiger ſind ſo boßhafftig. Darum, ſo ſage ich, inſo daß die Lufft wird ſchaͤdlich ſeyn, beyde von vies dul ler Duͤrre, und von überfluͤßiger Feuchtigkeit. Denn es wird viel Regen kommen zu unbeque⸗ men Zeiten, und wenn er am noͤthigſten iſt, do wird er aufhören und abnehmen; Denn die n Feuchtigkeit des Martis iſt ſehr unbeguem zum t wachſen/ ja ſie erſtickt alles mit Ungeſtümmigkeit; Mrk denn ſie bringet Regen, Platz,Regen, Ungewit⸗ 0 ter, Wind wirbel und ſchaͤdliche Wetter denen 1 VBlumen und Baäumen“ denen Krautern und uun Früchten. Aber durch die ſehr freundliche Feuch, fünt tigkeit des Jupiters und der Venus, 85 0 il Joh. Lichtenbergers. 323 alle wachſende Dinge erhalten, nehmen zu/ wach⸗ ſen heraus/ und werden zeitig. Darum aus dieſen und vielen andern Zeugniſſen kan man leichtlich ſchlieſſen, wie ein Mangel des Getraydes wird werden. Des Mars halden wird auch viel Getrayde von dem Kriegs⸗Volck unternommen werden. Wenn der Saturnus mit ſeinem Stern aufſteigen wird/ und das Jahr vergifften/ ſo wird das Getrayde etlichen uͤbel einkommen/ et⸗ lichen wird es mit betruglichen Geitz entzogen werden. Es zeiget auch peſtilentziſche Winde an/ die viel Kranckheit bringen werden/ die das Land verderben und unfruchtbar machen werden, und zu ſchiffen verhindern. Und dis Ungluͤck wird eine lange Zeit wahren. Das vierzehende und letzte Capitel/ ſagt inſonderheit von etlichen Gegenden, ſo durch dem vergifftet ind. Daß hier etliche Ungelehrte ſagen/ daß dieſe Conſtellation allein insgemein würcke und nicht inſonderheit/ denen muß man mit dieſem Spruch Ariſtotelis antworten; nemlich/ daß wo nichts eintzeles iſt/ da kan nichts gemein ſeyn/ und wenn das eintzele untergehet, ſo kan der gemeine keinen Beſtand haben. Ein Sternſeher kan ſeine Urtheile auf eintzelne Dinge richten, nach der Weiſe und Meynung 00 une 324 Prophezeyungen und Ptolomaͤi, die da ſagen: Das aufſteigen⸗ de Zeichen einer Erwehlung oder Kroͤnung eines Furſten, oder einer Gegend/ bedeutet Starcke oder Schwäche des Fuͤrſtens oder ſeiner Unter⸗ thanen, oder deſſelbigen Landes und Gegend. Im Jahre M. CCCOC. LXXXVIII.Item M. CCCC. LXXXIX. und im M. CCCC. XC. Jahte wird eine gute und groſſe Fruchtbarkeit ſeyn im Anfang des Jahres. An waldichten Staͤdten und Geburgen wird der Reiff und Froſt die Früchte der Bäume verderben, im teutſchen Lande und beym Rhein. Gegen Abend bey Engelland und Arthois/ im Hynnigau, in Flandern und rings umher/ wud eine groſſe Theurung ſeyn/ viel Blutvergieſſen, viel Brand/ viel Ungluͤck und viel neue unerhoͤrte Dinge wer⸗ den daſelbſt entſtehen, welches die Leute wird ven⸗ drieſſen zu hoͤren. Item Hunger, Krieg und die Grauſamkeit Martis durch ſeine mordliche Boßheit wird gar genau in fuͤnff Jahren nicht abweichen. Gegen Morgen wird ſeyn an vielen Enden gute Kauffmannſchafft, aber das Vieh wird ſterben. Es werden ſeyn falſche Muntzer, daher auch die Muͤntze wird gefalſcht und vei⸗ derbet werden, und das Volck am Rhein wird mit Betrug geſchatzet werden und verarmen. Es wird viel Regen und ſtarcke machtige Winde kom⸗ men; und im teutſchen Lande wird man ploͤtzlich ſchnellen Tod an den Menſchen ſehen. Und die Geiſtlichkeit wird verfolget werden uͤberall, Zugz un 0 l. 10 bf ffl hſchl bſgcge h Fite U U, ſceh/ m Uld fun h. khoſen drou D. UM.. t le lſchen 064 Un Fukte en b Wb ͤ1 Uſch 0 Kr. Johann Lichtenbergers. 325 und Andacht wird von den Layen weichen; und mancherley Kranckheiten werden uͤber die Men⸗ ſchen kommen/ welchen die Aertzte nicht rathen oder helffen moͤgen. Wenn ein Krieg geſtillet iſt/ wird ſich bald ein anderer erheben. Das Vieh wird rings umher ſterben/ und die Menſchen werden viel Ungluͤck und kalte Zeiten fuͤhlen⸗ Staͤdte und Schloͤſſer werden viel Verrätherey haben. Die groſſen Herren werden viel Dinge anfahen/ aber wenig hinaus fuͤhren. In Bay⸗ ern und Schwaben wird man ein unſaͤglich Heulen hören, und viel unſchuldig Blut wird vergoſſen werden. O du Schifflein St. Peters, hoͤre drauf ſammt deinen Rudern. Darnach im Jahr M. CCCC. XCIl. und im M. CCCC. XClli. Jahre wird die Speiſe in einem leidlichen und guten Kauff ſeyn/ im obern teutſchen Lande, in Franckreich, Engelland und Gallien; Die Voͤlcker werden in denſelbigen Jahren fuͤr Furcht des Todtes, von einer Stadt zur andern gehen/ und die groſſen Herren werden viel Zanck leiden gegen Mutag. Gegen Abend aber wird das Waſſer den Leuten viel Schaden zufuͤgen. Die Juden werden viel Gluck haben und erhöͤhet werden. Die Furcken wer⸗ den ſich ruͤten wider das Geſetz Iſrael. Hader und Krieg werden erwecket werden. Die Buͤr⸗ ger in den Staͤdten werden beben und zittern fuͤr groſſem Erſchrecken. Der Tod wird uͤber die groſſen Herren kommen, und die groſſen Herren were 326 Prophezeyungen werden ſich bekuͤmmern und traurig ſeyn. Den ⸗ Layen/ ſo unter dem Loͤwen liegen/ wird ein neu es Ungluͤck entſtehen, denn Jupiter ſetzt ſich wider den Saturnum in einem Koͤniglichen Hauſe/ und der Peſtilentziſche Saturnus wird in das Haus Martie gehen, des fuͤrnehmſten unter den Thieren und die Leoniſten werden muͤſſen leiden. Und dis Ungluͤck wird wieder kommen im Jahre M. D. XXI. item M. D. XXIII. Denn in den⸗ ſelbigen Jahren wird die Sonne zweymahl ihren Schein verliehren und der Mond dreymahl. Im Jahre M. CCcC. XCIV. und M. CCCC. XCV. wird ein Hunger kommen; wiewohl ſich das Jahr forne im Anfang wohl wird anlaſſen. Gegen Mitternacht auf dem Waſſer wird alles theuer ſeyn. Die Kleider werden viel gelten; Die Lufft wird dunckel ſeyn, und viel Regen kommen. Gegen Abend wird Ungluͤck ſeyn mit Blutvergieſſen; man wird viel Ubels ſehen unter den Geiſtlichen; es werden ſich erheben, Hinterliſt, Zauck und Hader; Das Vieh wird in guten Kauff ſeyn. Viel Donner und Blitz wird man gegen Mitternacht ſehen. Daͤnnemarck, Weſtphalen, Frieſen, ſamt den Sachſen gegen Mitternacht, werden viel Zanck leiden. Und die Weiber werden gen Him⸗ mel ſchreyen, wenn ſie ſo viel Angſt und Noth ſehen werden, und daß man ihnen ihre Manner wird todtſchlagen. e er⸗ Aötheue Aſktbt lſchn Woßhe Ml 0 wüfe ſge V. Fhaden . en, Sch Ahid 1045 AI5 0 chth . gl fAud fg. Joh. Lichtenbergers. 327 nſierben. Aber dem Land gen Mittag wird es maßig gehen ſamt dem Morgen. 1 Darnach im Jahre M. CCCC. XCVI. ue, und N. CCC. XCVII. wird der peſtilentziſche 6, Saturnus die Reiche, Pohlen Boͤhmen, nac Ungarn, ſamt den umluegenden Herrſchafften, 9.groß Ungluͤck und Ubel anthun. Die Wolle wird theuer ſeyn, die Schaafe und das Vieh wird ſterben/ das Metall ſamt dem Eiſen wird ttzheuer ſeyn. Man wird ſich ruͤſten zum Kriege; alle Boßheit des Kriegs Volck wird erdacht wer⸗ den. Alle Schmiede ſo mit Eiſenwerck und Har⸗ niſch wiſſen umzugehen, und ſich des Krieges be⸗ fleißigen oder brauchen, die werden groß geachtet ſeyn. Viel Wollffe werden ſeyn, die groſſen Schaden thun werden dem Vieh und dem Men⸗ ſchen. Es werden Räuber und Diebe herbey kommen. Man wirrd ſehen/ daß die Morder viel Schaden werden zufuͤgen. Gegen dem Mor⸗ gen wird Blutvergieſſen ſeyn ¶ und man wird gleich als keinen Glauben noch Treue daſelbſt ge⸗ . gen den Morgen ſpuren. Aber gegen Abend wird groſſe Fruchtbarkeit ſeyn, und die Pferde werden theuer ſeyn des Krieges halben im ſelbigen Lande. Die Geiſtlichen werden hin und wieder umher gehen/ als Geſtaͤupte. Der Layen⸗ Stand wird froͤlich ſeyn, und fuͤr Freuden ſpringen. Im 328 Prophezeyungen Im Jahre M. CCC. XCVIII. item n M. CCCCXCIX. und im M. D. Jahre, wird ih 6 der Scepter der Boßheit kommen zu den Thuͤ⸗ Kiſc ringern/ Heſſen, Sachſen/ Francken/ und eh zu den umliegenden Ländern. Dieſe Lander wer⸗ ſhün den eine Theurung fuͤhlen mit einem groſſen Ris eln, gen/ der wird den Sommer uber eine lange Zalt ibman werden. Unter den Bluts⸗Verwandten werden chetn ſich erheben groſſe und unerhoͤrte Kriege; beyde Wch9 unter den geiſtlichen und gemeinen Volck, wird Jug ein groſſer Zanck entſtehen. Die Thiere werden ts e theuer ſeyn, Schaafe und Rinder ſterben. Korn uchen und Wein werden viel leiden muͤſſen der kalten ſick et Lufft halben. Die Weiber werden ſich an vielen ih, Orten ſchmuͤcken zu ſuͤndigen; in der Geburt wird es ihnen ubel gehen. Der Bauersmann wird Haug angefochten werden von dem Kriegs⸗Volck und inſchaff von ihren Hauptleuten. wil ile bol Im Jahr M. D. Litem M. D. I. werdes 4 die Staͤdte des teutſchen Landes an vielen Orten hn. das Creutz des Jammers und Bekuͤmmerniß n he tragen. Ach leider, es wird die groſſe Peſtilenk luttt wiederkommen. Unter dem gemeinen Manne ſaz! wird man groſſen Ungehorſam gegen der Röm pi ſchen Kirche erfahren. Den Kauff⸗und Hande ehuu wercks Leuten wird es uͤbel gehen. Die Juriſten un und Rechtſprecher werden ſich betruͤben. Es wird ung ſich erheben ein neu Geſetz, eine neue Ordnung! ſunt und was alt iſt/ wird abgethan werden. In Franckreich und am Meer wird viel Krieg ſun f 1/ Johann Lichtenbergers. 329 AuGVertrauen und gute Geſellſchaͤfft. Die GOttes⸗ Furcht und Gottſeeligkeit wird in dem gemeinen GVolck verloͤſchen. Es wird ſchadliche Suͤnd⸗ An fluth kommen. In vielen Stadten wird die Speiſe theuer ſeyn, und viele Buͤrger werden arm werden. Vielen groſſen Regenten und Her⸗ en wird man die Koͤpffe abhanen, um der Miß⸗ Gewohnheiten willen. Die gefiederten Thiere werden lieb gehalten werden. Und, ach leider, die Bürger in den Staͤdten werden viel Ungluͤck Bas und Arges erdencken. Und beym Rhein im ho⸗ hen teutſchen Landen werden viel und andere neue Ungluͤcke entſtehen; und einer wird uͤber viele herrſchen. W Hernach zwey Jahre wird groſſe Kauff⸗ L mannſchafft ſeyn/ zu Meer und Waſſer. Die Thiere wird man lieb haben, und es werden Fruͤchte voll auf ſeyn; aber das Waſſer wird Wole ſhrer viel zu Schaden bringen, viel Regen wird da ſeyn. Die Schweine werden theuer ſeyn; und der Haber wird wohl gerathen. Der Wein wird nicht wohlkoͤnnen reiff werden, darum daß es ihm an der Sonne wird fehlen. Und gegen Abend wird ſich viel Ungluͤck erheben, ſammt einer Theurung. Die Schiffleute werden gegen dem Morgen und Mittag gut Gluͤck haben/ Faber kein guter Sommer wird ſeyn. Es wird viel Heu wachſen, und werden viel Auſſaͤtzige ſeyn, und viel Krancke werden ſich um die Bruſt bekla⸗ en. 9 Dar⸗ 330 Prophezeyungen Darnach drey Jahr wird Hitze und Waͤrn ſhu me kommen/ alſo daß viel Waſſer in den Baͤr de chen austrucknen wird. Und das Vieh wird nfhel ſterben an den bergichten Stadten, darum daß n ihn Waſſer wird gebrechen. Die Erde wird ſich en due an vielen Enden anzuͤnden, und wird brenneh aal fuͤr groſſer uͤberfluͤßiger Hitze. Die Fiſche und mn Krebſe werden an vielen Enden ſterben und ver, un f gifftet werden. Und mancherley Art der Schlan⸗ Ach gen werden ſterben. Es werden Rauber kommen/ Ind di die werden die Pilgrim und die glaͤubigen Wall nn, dersleute berauben; und viel Diebe werden an it Re dem Galgen gehenckt werden, und vielen wird Lola man die Koͤpffe abſchlagen. Die Reichen wer⸗ dah den abnehmen, die Armen zunehmen an Gütern. Rhen Und man wird viel neue Dinge ſehen in der Lufft/ ſunt g in Oeſterreich, in Welſchland und rings umher n guff gegen dem Morgen. Es werden viel Mücken Rae oder Fliegen in der Lufft geſehen werden, welche innt an vieien Enden groſſen Schaden thun werden. u, we Die Lufft wird vergifftet ſeyn mit einem heilſamen naſe Gifft. Viel Brand wird man um und um eiz hlde fahren und viel Schrecken. Die Leoniſchen wer⸗ den Schaden leiden. Unter den Edelgeſteinen da 63 Metallen wird groſſer Betrug erfunden wen⸗ ih en. bem .de Hernach drey Jahre wird der Seupter der 05 Zwietracht und Uneinigkeit abermahls kommen ggf an dem Rheinſtrom im teutſchen Lande. Die he Jungfrauen, ungeachtet ihrer Jungftauſchuff WI0 Wer⸗ Johann Lichtenbergers. 331 werden anfahen mancherley zu thun offentlich/ ach leider/ das nicht fuͤr den Leuten zu ſagen iſt; wer⸗ 0 den ſich fuͤr groſſer hitziger Unkeuſchheit nicht ſchaͤ⸗ men. Ach leider, die Nonnen und Kloſterfrauen werden aus denen Kloͤſtern lauffen; desgleichen us werden auch die Sodomiter thun, welches dann an vielen Enden wird offenbahr werden, und werden in den Landen hin und wieder fluͤchtig ſeyn. Ach leider/ die Gelehrten, die Handwer⸗ cker und die Schreiber/ ſo maucherley Dinge erdencken, werden Anfechtung haben, und viel c fubtile Manner werden verarmen. Ach leider, die Colica wird den Weibern viel Schaden thun, Aah und das Fieber wird herrſchen an vielen Orten des Rheinſtroms. Bey Mayntz wird ſich ploͤtz⸗ 1h lich eine groſſe Verfolgung erheben/ beyde unter Win dem geiſtlichen und gemeinen Volcke, dergleichen Wnt nicht geweſen ſeyn wird eine lange Zeit. Dis al⸗ les nimmt man ab aus dem peſtilentzialiſchen Sa⸗ kurno, wenn der in Mercurü Haus gehet; und bünſt wenn er heraus gehet, wird er ſtechen mit dem 1 96 0 9 hultl chen wird ſich Haß, 892 und Hader begeben. 2 f. Stachel der Truͤbſal und Wiederwartigkeit. 9ü Darnach zwey Jahr/ wird dieſe Verfolgung und Truͤbſal kommen im Sundgau und Elſas, gegen dem Mittag in Franckreich, Longobar⸗ dey, Delphinat/ Spanien und rings umher ain die Lander; da wird die Speiſe theuer ſeyn; eine groſſe Furcht wird ſich erheben/ darzu auch % Krieg, Streit und Brandt. Unter den Eheli⸗ Die 332² Prophezeyungen Die Weiber werden die Manner taͤuſchen mit ſichtigen Augen. Die hitzige Unkeuſchheit wird viel Wathen und Longobarden vertreiben, daß ich mich ſchaͤme zu ſchreiben. Viele werden in denſelbigen Orten an der rothen Ruhr ſter⸗ ben. Schande wird zu Ehre werden. Boſſt Leute werden von groſſen Herren geliebet werden/ aber die gerechten und frommen Leute wird man verfolgen und ängſtigen. Das geiſtliche Leben in den Kloͤſtern wird an vielen Enden verloͤſchen, und die Leute, ſo ohne Joch und Zucht leben, werden ſich in allerley Laſtern uͤben. Darnach wird dieſer himmliſche Einfluß an das Meer kommen gen Mitternacht/ in Engel⸗ land, Norwegen/ Daͤnnemarck und zu den Jungen der alten Hennen; Da dann wird ein ſolches Blutvergieſſen kommen, unter dem Adel und Kriegs⸗Volck/ desgleichen zuvor nie geweſen iſt. Da denn die mordliche Boßheit Martis und die hohen Teutſchen, welche wir Scorpioniſten nen nen/ erwecken, und viele aus ihnen werden die⸗ ſelbige Zeit umkommen. Alle boſe Leute werden lieb gehabt werden/ und wer nur was tyranni⸗ ſches kan vorgeben. Alle Betruͤger wird man fordern und die Menſchen werden gleich als mit verkehrten Glauben daſelbſt anfahen zu leben. Ach leider, die Weiber werden viel Ungluͤck erleiden. Die Lufft wird dunckel und vergifftet ſeyn. Eine groſſe Theurung wird fuͤrhanden ſeyn/ und viel Blutvergieſſen; in Bayern oder von den Baper, wind bchte cigk 65 teh 9 h l G ſheg/ Aenh Aflgen, N tk w E Huut Unger afſen Haber I5 dul Wmiht Aibg Rintn d. U ſhin UII Johann Lichtenbergers. 333 wird ein neuer Krieg entſtehen, der wird viel Scha⸗ den zufugen, beyde den Leuten und den Kirchen. iUnd das nimmt man davon ab: der Scorpion hat mit Theil in Ober⸗ Bayerland. Es werden viel tolle Hunde und Wolffe ſeyn. Die Schwei⸗ ne wird man theuer achten. Gegen Mittag wer⸗ den die Leute mancherley Gluͤck auf dem Waſſer erfahren/ und viel Krieg wird zu Waſſer ſeyn. Und wenn kluge Leute in ſolche Mißbraͤuche nicht berwilligen, ſo wird eine groſſe Trůbſahl kommen/ Wahe beyde in Theurung und Blutvergieſſen. Und ſolch Ungluͤck wird waͤhren an denſelbigen Orten eine 182 lange Zeit. Hernach wird eine groſſe Truͤbſahl kommen/ ar in Ungern/ Boͤhmen, Maͤhren/ Pohlen⸗ Meiſſen und in den umliegenden Landern. Als⸗ denn aber wird man viel Gluͤck gegen Abend er⸗ fahren; Aber die Morgenlander werden viel Un⸗ glück erdulden. Der Secpter alles Ungluͤcks wird zu ihnen kommen; und ich glaube es/ daß zu derſelbigen Zeit die Pragiſche Kirche mit dem Conſtantinopolitaniſchen Reich ſollen wiederum zu der Mutter der Glaͤubigen gebracht werden/ von wegen dieſer Truͤbſahle; denn viele werden ſich erregen wider ſie, beyde die Loͤwen und Voͤ⸗ gel/ darzu auch die wilden Thiere vom Mittag, von Mitternacht, und vom Lande der Jungfrauen. Undes wirdieine neue Veraͤnderung und Beſſerung geſchehen unter den Joviſten, und unter den gegenten der 3 Darnach 334 Prophezeyungen Darnach faſt fuͤnff Jahre wird wiedet ein Hunger kommen, kalte Zeit und ein langer Win⸗ ter, in Lothringen, Calabrien, Luͤtzeburg, Eyff land, Moſel und gegen Abend mit einet plöͤtzlichen Peſtilentz; und das Vieh wird ſterben. Es wird eine ſolche Kälte kommen, daß die Voͤ⸗ gel unter den Daͤchern und in den Waldern ſterben werdenzund die wiloen Thiere werden im Walde für Hunger ſterben. Im Sommer wird viel Waſſer ſeyn. Unter den Bauern und Unedlen wird ſich eile groſſe Verbundniß erheben wider den Adel und wider die Gewaltigen, die werden dem gemeinen Volck viel neue Zeiten anſagen, welche zuvor nie ſind gehoͤret worden. Und viel Gewaltige wen⸗ den von ihrem Stande geſtuͤrtzt werden. Unter den Churfürſten des Reichs wird ein unerhoͤtter Zanck entſtehen. Ach leider/ die Kirchen wer⸗ den leiden. Die Geiſtlichen werden ſich beküm⸗ mern an vielen Orten des Rheinſtroms und ge⸗ gen Abend. Die Fürſten werden ſich unterſtehen, viel Schloͤſſer ihren Gebieten heimlich zu unter⸗ werffen. Ach leider/ es wird eine groſſe Vir⸗ ratherey fuͤrhanden ſeyn/ und in den 5010 Her⸗ ren wird kein Glaub noch Treue ſeyn. Es wird ein neuer Reformirer entſtehen/ der wird viel Dinge reformiren und aͤndern in dem Coͤllniſchen, Trietſchen und Mayntziſchen Bißthumer/ nach einer langen Zwietracht und Uneinigkeit. Aber die Geiſtlichen werden ſich ſehr betruͤben; Dann ſie werden viel Lehen verliehren, und werden ſich an einem wenigen genuͤgen laſſen; nicht 15 0 ſen dte h. U ſuſt Hane Tod ien I6 wit th! Kehbeh filkn 005 ft Wehh Juht fen en Murg A Aſchen, e Wkh In UGt, *0 1190 Wode Ueh E Johann Lichtenbergers. 335 Au etwan zu Sylveſters Zeiten, der die Kirche hat mit groſſen Ehren und Reichthum begabet, doch wie wir droben geſagt haben, hat er mit groſſer n Demuth von der Kirche Erlaubniß gebeten, und ts keine Falſchheit noch Betrug mit eingemiſchet. ꝙHernach wird der Rheinſtrom und das geiſt⸗ liche Volck in gutem Friede ſiehen, und der Scepter der Zwietracht wird von ihnen genommen werden; dusund es wird eine neue Reformation, ein neu Ge⸗ ue ſetz, ein neues Reich und ein neuer Wandel ge⸗ ſchehen, beyde unter den Geiſtlichen, uud unter dem Hals gemeinen Volck; und allein die am Meer wohnen/ werden ſich funff Jahre betruben. Der Tuͤrcke wird einnehmen die umliegenden Laͤnder, die letz⸗ u ten Jahre ſeines Regiments gegen Abend und nicht ferne von dem güldenen Colln wird er er⸗ ſchlagen werden, und das Trapeſundiſche Reich wird durch die Creutzherren wiederum zu dem Erb⸗ 4 theil des Gecreutzigten gebracht werden. Die Teutſchen/ die Joviſten/ und die Ritter des Creu⸗ tzes werden Preuſſen mit den umliegenden Laͤndern wiederum zu ſeinem Eigenthum bringen. Die Wa Polen und Reuſſen werden viel Unfall leiden an dem Gut, und viel Gut verliehren in ihren Laͤndern. Der Saturnus ſamt dem Marte wird aus Hött⸗ licher Nache angſten und ſtraffen, alle, ſo ſich „wider die Kirche und ihre Ritter ſetzen, wenn er labe“ den Schwan derer Fiſche und Hoͤrner des Wid⸗ ders ergreifft, und wann ſchon die 61 94 336 Prophezeyungen ſte Revolution geſchehen iſt, und die Tuͤrckiſchen ſamt den Zerſtreueten vom Chriſtlichen Hauffen, werden ſich betruͤben; allda wird denn die Kirche wachſen in dem Stand der ewigen Liebe. Dite Engellaͤnder und Brittanier/ ſamt denen/ ſo um das Meer wohnen gegen Abend/ werden viel Ge⸗ fahrlichkeiten in ihren Landen erdulden, und viel Trubſahl und Verfolgung wird uͤber ſie kommen. Darnach werden die Roͤmer, Neapolitaner/ und die Voͤlcker ſo am Meer wohnen gegen Mit⸗ tag/ biß gen Gallicien, viel Krieg unter ſich ſelbſt haben. Da wird ſeyn Hunger und Krieg, und ein neuer Koͤnig wird viel Land aufruͤhrig machen, er wird herrſchen vom Meer gegen Mittag biß zum Meer gegen Abend, demſelben werden viel wilde Thiere und Voͤgel gehorchen, aus einem tyranniſchen Gehorſam. Die Stadt Rom ſammt dem heiligſten und hochwuͤrdigſten Pabſt werden in groſſem Leiden und Bekuͤmmerniß ſitzen, und mit der Nachbarſchafft Schmertzen tragen; in denſelbigen Laͤndern wird viel unſchuldig Blut vergoſſen werden. Die Teutſchen werden frolich ſeyn, denn ſie haben eine neue Ordnung erfunden, und zwey Hoͤrner werden im teutſchen Lande regie⸗ ren. Das Volck ohne Haupt wird ſich einen Fuͤrſten erwehlen/denn es wird ſo ſehr mit Schwerd und Feuer gezuͤchtigt werden, daß man ſich wird druͤber verwundern; und das halsſtarrige Volck wird dem Roͤmiſchen Reiche unterworffen werden; Alsden wird das Reich in guten Frieden ſehen ˖ afe 916 fiteh aſeh 0 O1 Whlag lt Ihie ft Tͤoltt U 2 eotht 0L f0 a0 te ſe Aſm flet eiht hcn, . 100 Johann Lichtenbergers. 337 4 biß auf das Jahr M. D. LXXVI. Aber indeſſen wird es viel Leiden üͤber ſich nehmen muͤſſen. Die Urſache will ich um der Haſſer und Neider willen nachlaſſen. Beſchluß dieſes Buͤchleins. O ihr Leſer und Zuhoͤrer, die ihr diß mein Buͤchlein entweder leſet oder hoͤret, nehmets fuͤr gut an, und hoͤrets mit gutwilligen Ohren. Was hierinnen ſtraffens oder beſſerns werth iſt, beſſert es freundlich und gutwillig/ und bitte ich, ihr wolt euch des Beiſſens und Scheltens enthal⸗ ten. Denn in menſchlichen Dingen iſt nichts vollkommen, wie denn auch dieſes Buͤchlein an vielen Orten anzeiget und bezeuget. Ich laſſe mich auch nicht vollkommen duͤncken/ daß ich nicht ein Büchlein, auch kaum von drey Buch⸗ ſtaben ſchreiben oder machen duͤrffte; aber aus groſſem Vertrauen zu der Freundlichkeit und Gut⸗ willigkeit aller frommen und gelehrten Manner/ habe ich mich dieſer gegenwaͤrtigen Muhe unter⸗ ſtanden, auf daß man entweder dem gemeinen Nutz riethe/ oder etlichen Fuͤrſten und andern frommen eintzelen Leuten, ſoich Ungluck, darzu die Sterne neigen, endlich kund und offenbahr werde, daß man ſolchem Ungluͤck mit Rath und ſtarckem Muth/ auch zuletzt mit Flehen GOtt dem Allerhoͤchſten begegnen moͤchte. Und wenn min es denn ja der allmächtige GOtt alſo wollte ge⸗ s ſchehen laſſen, vielleicht um unſerer Suͤnde willen, M 4 95 daß 338 Beſchluß dieſes Buchleins. daß wir doch mit dem Schilde der Gedult verwah⸗ ret waͤren/ und nicht wo ſie unverſehen kamen, ſondern etlicher maſſen/ wie es nun wolle, zuvor erkandt waren, deſto weniger verletzten und auch geringern Schaden zufuͤgten. Hat uns auch Gott der HErr etwas zu leiden aufgeſetzt und verordnet/ ſo laßt uns zur Straffe und Genung⸗ thuung fuͤr unſere Suͤnde gantz demuthiglich tra⸗ gen, auf daß wir von dem HErrn Vergeltung und den Lohn des ewigen Lebens zur Belohnung empfangen moͤgen; welches ewige Leben wolle uns unſer HErr JEſus Chriſtus, es ſey um ei⸗ ner gluͤckſeligen oder unglückſeeligen Zeit, gnaͤdig⸗ 4 mittheilen; dem ſey Ehre und Lob in Ewigkeit, men. (Hier ſtehet ein Eichener Zweig mit Blůt⸗ tern/ und auf den Blaͤttern ſeynd Eich. Apffel.) Wenn aus dem Apffel irgend in einem Jahr ein Wurm kriecht/ bedeütet es ein fruchtbar und fettes Jahr; kriecht eine Fliege aus dem Apffel/ ſo bedeutet es Krieg; kriecht aber eine Spinne her⸗ aus, ſo bedeutet es Sterben. Das iſt Sylvani Regel. *** Nach⸗ Kachricht ſohann Bächtenberger und deſſelben Weiſſagungen. Wer Johann Lichtenberger geweſen, und in welchem Anſehen er mit ſeinen Prophezeyungen geſtanden/ kan der begierige Leſer aus nachſte⸗ henden Urtheilen gelehrter und hoͤchſtberuͤhmter Maͤnner am beſten abnehmen. In D. Martin Luthers Schrifften T. IIl. ps 406. der Jenaiſchen Ausgaben findet ſich⸗ 5˙ Vorrede D. M. Lutheri auf die Weiſſagung Johann Lichtenbergers, darin⸗ nen er ſein Urtheil und Unterricht druͤber anzeigt. Anno M. D. XXVII. neil dis Buch Johann Lichtenbergers mit ſei⸗ nen Weiſſagungen, nicht alleine iſt weit ausgekom⸗ men/ beydes in lateiniſcher und deutſcher Sprache/ ſondern auch bey vielen groß gehalten bey etlichen auch veracht iſt, ſonderlich aber die Geiſtlichen ſich jetzt des hoch troͤſten und freuen/ nachdem aus dieſem Buch eine faſt gemeine Rede iſt entſtanden geweſt: Es wůͤrde einmal uͤber 342 Vorrede ůber die Pfaffen ergehen/ und dar⸗ Kell nach wieder gut werden/ und meye mu nen/ es ſey nun geſchehen ſie ſeyen h hindurch/ daß ihre Verfolgung lilt, durch der Bauern Aufruhr und des Lurhers Lehre ſey von dieſem Lich. N. tenberger gemeynet. Um des allen Wgthe willen bin ich bewogen mit dieſer Vorre⸗ Aft, de denſelben Lichtenberger noch eins ilt i auszulaſſen mein Urtheil druͤber zu geben/ lt/! zum Unterricht aller/ die das begehren⸗ Furie ausgenommen die Geiſtlichen, welchen ldal ſey verboten ſammt ihren Anhang/ daß ſie mir ja nichts glaͤuben, denn die mir nall glauben ſollen, werden ſich doch ohne ſie s z wohl finden. Iſeſt . Erſtlich ſind etliche Propheten, wel⸗ che allein aus dem Heil Geiſte weiſſagen, A wie Zachar. 7. ſpricht: Die Worte, die dh der HErr Zebaoth durch feinem Geiſt ühn ſandte, in den Propheten, wie auch Pe⸗ Ifth trus zeuget 2. Fetr. I. Die Weiſſagung ieht der D. Mart. Lutheri. 343 der Schrifft kommt nicht aus eigener Aus⸗ legung; denn es iſt noch nie eine Weiſ⸗ ſagung aus Menſchen⸗Willen herfuͤr ge⸗ ag bracht, ſondern die heiligen Menſchen un Gottes haben geredt, getrieben vom Heil. hl Geiſt. Dieſe Weiſſagung iſt gericht, mue und gehet darauf/ daß die Gottloſen ge⸗ ſtrafft, die Frommen erloͤſet werden, und + treibt immerdar auf den Glauben an ut, Gott, und die Gewiſſen zu ſichern, und cößet! Wottl, l im d f 0 Bahe We 1 1·eſe e aufzurichten/ und wenn Roth und Truͤb⸗ fahl da iſt/ oder kommen ſoll/ troͤſtet ſie die Frommen. Und gehet auch die From⸗ men alleine an, mit den Gottloſen hat ſie nichts zu thun denn daß ſie ihnen draͤuet und ſie ſtraffet, nicht aber troͤſtet noch ver⸗ heißt. Wider dieſe Weiſſagung hat der Sa⸗ tan auch ſeine Weiſſagung, das ſind die falſchen Propheten, Rotten, Secten und Ketzer durch welche er den Glauben an Gott verderbet, die Sewiſſen zerſtoͤ⸗ ret 344 Vorrede ret und verfuͤhret, mit Luͤgen troͤſtet, mit Falſchheit draͤnet/ und ficht alſo ohn Un⸗ terlaß wider die reine Weiſſagung und Leh⸗ re GOttes. Dieſer Art iſt der Lichtenberger keiner, denn er beruͤhmt noch berufft ſich ſich nicht auf dem Heil. Geiſt/ wie die rechten und falſchen Propheten thun, ſondern gruͤndet ſeine Weiſſagung in des Himmels Lauff und natüͤrliche Kuͤnſte der Geſtirne, mit ihren Einfluͤſſen und Wuͤr⸗ ckungen. Auch ſo nimmt er ſich weder des Slaubens noch der Gewiſſen an, weder lehret noch verfuͤhret, weder tröͤſtet noch ſtraffet, redet aber ſchlecht da⸗ her von zukuͤnfftigen Dingen, es treffe Gottloſen oder Frommen, wie es ihm ſei⸗ ne Kunſt im Geſtirne gibt. Er redet wohl auch von der chriſtlichen Kirche, aber nicht anders/ denn wie ſie auſſerlich ſtehet in leiblichen Seberden und Guͤtern und Herr⸗ hf n0 ſſ:“ Uhilt l ſchaf , inde ſhlch n f Matig ſchel fhue u Or D. Mart. Lutheri. 345 la Herrſchafften gar nichts wie ſie im Glau⸗ Mehch hen und Troſt des Heil. Geiſtes ſtehet, unh das iſt: Er redet nichts von der chriſtli⸗ chen Kirchen ſondern gleichwie dieſelbige Stern⸗Kunſt von allen andern heidniſchen heuteh Herrſchafften und Koͤnigreichen pflegt zu e keden. Darum er auch der Hußiten/ als Feinde der Kirchen gedencket und des ban Geſchlechts Dan/ daraus der Antichriſt un kommen ſolle. Und ſtehet ſeine Reforma⸗ Aul tion darinnen, daß man die langen Haare gerſehneide/ die Schnaͤbel an den Schuhen Ahs abthue und Bretſpiele verbrenne, daß ſind ſeine Chriſten, alſo, daß gar eine leibliche be Weiſſagung iſt, von eitel leiblichen Din⸗ ut,M gen. Summa ſeine Weiſſagung iſt nicht eine geiſtliche Offenbahrung, denn dieſelbi⸗ nd ge geſchicht ohne die Stern⸗Kunſt, und iſt Eauch der Stern⸗Kunſt nicht unterworffen, ich ſondern es iſt eine heidniſche alte Kunſt, die ſeiſh ll bey den Noͤmern und auch zuvor bey den Cums Chaldaͤern faſt herrlich und gemein war/ 2 3 aber 346 Vorrede D. M.Lutheri: aber ſie konten dem Koͤnige zu Babylon K ſeine Traͤume nicht ſagen 0 Wn K Daniel mußte es thun durch dem Geiſt ſo 01 fehleten die Romer auch gar offte. Darum t iſt zu ſehen/ ob dieſelbige Kunſt auch et⸗ n was vermoͤge und konne zutreffen, denn ich ſelbſt dieſen Lichtenberger nicht weiß nufh an allen Orten zu verachten/ hat auch et⸗ ihtn. liche Dinge eben troffen, ſonderlich mit. den Bildern und Figuren nahe hinzu ge⸗ ſchoſſen, ſchier mehr denn mit den Woͤrten.&e. 6 W⏑ 347 Der Koͤnigliche und Churſaͤchſiſche Rath und Hiſtoriographus Wilhelm Ernſt Tentzel glebt uns in ſeinen belieb⸗ ten Monathlichen Unterredungen von Jo⸗ iu¶ hann Lichtenbergern und ſeinen Prophezeyun⸗ unte gen verſchiedene leſenswürdige und gelehrte Nach⸗ 22— richten. In den Monatl. Unterredun⸗ gen A. 1689. p·848. u. f. ſchrelbet er: J Foh. Lichtenbergers Weiſſagungen haben bis⸗ ber viel Redens und Auf⸗ ſebens gemacht, weil ſie auf die in jetzigen Jahren erfuͤl⸗ 5 llete Frantzoͤſiſche Reforma⸗ tion/ Krieg und deraleichen gehen ſollen. Ich habe dreyerley gantz neue Editiones davon geſe⸗ hen. Eine beſtund nur in einen halben Bogen⸗/ und waren ſo wohl Lichtenbergers/ als No⸗ ſtradami und anderer Weiſſagung von den ſetzigen eiten zuſammen gedruckt. Zu der an⸗ 32 dern 348 Nachricht von Joh. Lichtenbergern f0 Jullfet dern war ein gantzer Bogen; und ſtunden nicht n nur Lichtenbergers Weiſſagungen aus ſeiner 5 Poſtill, ſo zu Wittenberg Anno 1512. gedruckt Ra wäre, ſondern auch Lutheri Judicium darauf. uz Aber vor weniger Zeit ſind etliche Bogen zu det Leipzig gedruckt worden, welche ich jetzo in del Händen habe, und den Inhalt kuürtzlich erzehlen 110 will. Vorn an iſt ein Stuͤck von Lichtenber⸗ uwe gers Vorrede geſetzet/ da er zwar geſtehet/ daß 5 Gott allein zukuͤnfftige Dinge wiſſe, aber er ha⸗ be auch dem Menſchen gegeben davon zu muth⸗ If maſſen auf dreyerley Wege; durch eine lange Er⸗ W,8 fahrung/ durch die Sternkunſt/ und durch die Wtlag Offenbahrung. Alle drey habe er in ſeinem Wurk heln in Acht genommen. Hierauf folgen Lichten⸗ wüed, bergers lateiniſche Worte ſommt einer tutſchen ſſn ⸗ Verlion vom Abfall der Römiſch⸗Catholiſcen des Kirche, von ihrer Reformation, von den Ertz⸗ ffe ha Furſten und Geiſtlichen in Deutſchland, von dein all Urheber dieſer ketormation(Luthero) von dem ſen h Urheber des Jeſuiter Ordens, von der Verfol⸗ gung der Römiſch⸗Catholiſchen Kirchen durch di Inſ Frantzoſen, von Uneinigkeit der Churfürſten/ und von der Fuͤrſten am Rhein Inclination gegen die füägtl Frantzöſiſche Lilie von der Kirchen und des Rheine ioſ Ereyſes Klage über einen neuen Furſten(darin⸗ ucheh nen der jetzige Koͤnig in Franckreich mit lebendi⸗ndi gen Farben abgemahlet wird) und von einen neu⸗ poſe en Adler/ der aus den Felſen Leutſchlandes ent⸗ t! ſpringen wird. Dieſem iſt angehaͤnget eine alte ude Schrifft, welche Anno 1j00, gelundenwondg, und . und deſſelben Weiſſagungen. 349 U nel und weil ſie mit dem Lichtenberger wohl uͤber⸗ einſtimmet, und kuͤrtzlich begreiffet, was er weit⸗ laufftig ausfuͤhret, will ich ſie den Herren zu Get fallen gantz herleſen: 165„Die Lilie, ſo herrſchet im Ober⸗Theil,⸗ wird wider die Kinder des Loͤwens be⸗⸗ weget werden, in deſſelben Land kommen! und die Kinder des Loͤwens umringen. Fur ſelben Zeit wird des Menſchen⸗ uSohn/ der die wilden Thiere in ſeinem. Arme traägt, deſſen Reich im Monden⸗ Lande/ und durch die gantze Welt gefůrch. tet wird/ durch ſolche Macht mit einem groſſen Heer uͤbers Waſſer kommen/ und in des Loͤwen Land fallen, das keine. Huͤlffe hat, weil die Thiere des Landes ſchon allbereit ſein Fell mit ihren Saͤhnen zerriſſen haben. Fur ſelben Zeit wird ein Adler komae men von der Morgen Seite, und wird ſeinne ne Fluͤgel uͤber die Sonne ausbreiten/ mit. einer groſſen Menge ſeiner Jungen, des“ Menſchen Sohn zu helffen. Alsdenn“ wer den die Laͤger verwůſtet werden, und. eine groſſe Furcht in der Welt ſeyn: Zu! Wia der Seit wird in einem Theil Lande des! ſub', Lswens ein ſolcher Krieg ſeyn unter den⸗ ſhele Fuͤrſten, viel greulicher/ als es jemahls⸗ n 33 die 0 * 30 Nachricht von Joh. Lichtenbergern „die Menſchen geſehen haben/ und wird „das Blut wie Waſſer flieſſen. Die Lilie „wird die Crone verlieren, die wird der Adler vempfangen/ und hernach des Menſchen „Sohn damit gekroͤnet werden. „Die nachfolgende vier Jahre werden viel Schlachten geſchehen in der Welt, „und viel Ungluͤck unter den Glaͤubi⸗ „gen Zu der Zeit wird alles uͤbergeben⸗ „und der groͤſte Theil verwuͤſtet werden. „Das Haupt der Welt wird abgeſchaffet „werden. Alsdenn wird des Menſchen „Sohn uͤber Waſſer ziehen/ und das wun⸗ „derbare Zeichen des Creutzes ins gelobte „Land tragen. Des Menſchen Sohn und „der Adler werden die Oberhand haben, „und wird in der gantzen Welt Friede und „Ulberfluß der Fruͤchte ſeyn.“ Weil aber die dunckeln Worte nicht jeder⸗ mann bekannt ſind/ ſo iſt eine Erklärung beyge⸗ fuͤget, daß die Lilie ſey der Koͤnig in Franck⸗ reich, das Haupt der Welt der Pabſt, die Sonne/ Franckreich/ des Menſchen Sohn der Graf in Flandern, der Adler, der Ray⸗ ſer/ der Loͤwe Flandern/ das wunderbare Seichen, das Creutz/ und des Menſchen Sohn/ der die wilden Thiere traͤgt, der Koͤng in Engelland. Weil auch Theoptraftus Paracelſus eine Auslegung ſo wohl uͤber Lichtenbergasg 0 0 h h nth „e Fnfe moſlee WHeip Ucbek! tde/ getta il der! de h Kin fl J01 K Legh ungen 115 n m im vert ument U fty ffen aug Ucht, 0ſ u6 A ſht ſe inpe iuad N5 0 kn und deſſelben Weiſſagungen. 301 Wulf als ſeine eigene Figuren geſchrieben/ und ſolche Rul nach denen Conſtellat'onen eingerichtet, den⸗ aa noch werden deſſen Worte, ſo weit ſie hieher ge⸗ Hat hören/ beygeſetzet, und endlich berichtet/ daß das lateiniſche Original von Lichtenbergers Prognoſtico, ſo Anno 18626. zu Coͤlln gedruͤckt/ ihe vin der Leipziger Pauliner⸗Bibliotheck zu fin⸗ na den/ aber Lichtenberger keine poſtille geſchrie⸗ ben habe/ und folglich erdichtet ſey/ was daraus herum getragen worden: welches auch der Edi⸗ üſer un tor in der Vorrede erinnert, deſſen Anmerckun⸗ algtte gen/ die hin und wieder ſtehen„ mit nichten zu ts Jat verachten ſind. 5 n5fl Ich kan es nicht ſchlechtweg glauben, fing Sen Herr Leonhard wieder an, daß die Prophe⸗ nd zeyungen erdichtet ſeyn, welche aus Lichten⸗ l bergers Poſtille genommen ſind Traun/ ſie ſtiaſmen mit ſeinem Prognoſtico tam quoad res quam verba wohl uͤberein? und wenn je das ιν AArgumentum Critĩcum à ſimilitudine dogma- tum& ſtyli in Conferirung und Zueignung der Schrifften eines Autoris gegolten hat/ ſo muß elles hier auch gelten. Zudem iſt die Poſtill viel „deutlicher, nicht nur wegen beygefuͤgten Jahr⸗ Zahlen, ſondern auch wegen der Sachen ſelbſt. Alr daß Annd 1682. das Haus Geſterreich in Gefahr ſtehen wird wegen der Tuͤrcken, aber das Scepter(Chur- Brandenburg) und das Schwerdt(Cühur Sachſen) werden ſich des AAdlers annehmen/ und dem Hauſe Oeſter⸗ 84 reich 352 Nachricht von Joh. Lichtenbergern reich Lufft machen. Daß Anno 1690. das kla⸗ re Evangelium in gantz Europa geprediget wer⸗ den, und dem Scepter groß Heyl wiederfahren wird. Daß Anno 1680. die Lilie eine unerhörte Reformation anfangen wird. Daß ſie Anno 1687 und 1688 ſtarck werden, und mit Heeres⸗ Krafft an den Rhein ziehen wird. Herr Antoni gab zur Antwort: Wie det Herr Critice in ſeinen Einwuͤrffen verfaͤhret/ will ichs auch alſo machen. Lichtenberger iſt ein Einſiedler geweſen. Wer hat jemahls gehoͤret/ daß ein Einſiedler eine Poſtille geſchrieben? Po⸗ ſtilen oder Predigten ſchreiben ſtehet Predigern zu, welche das Volck zu lehren verpflichtet ſind, nicht Einſiedlern, die in ihrer Einſamkeit leben und an ſich ſelbſt bauen. Alſo lebte zur ſelben Zeit der beruͤhmte Prieſter zu Straßburg/ Jo⸗ hann Geiler Kayſersberger, derſelbe hat eine Poſtille geſchrieben, die man nicht nur in Bibliothecken, ſondern auch hin und wieder al⸗ legiret findet. Man weiß aber niemanden, der Lichtenbergers Poſtiile geſehen oder nur die ge⸗ ringſte Meldung in ſeinen Schrifften gethan; ob gleich weder er noch ſeine Peognoſtica ſonſt unbekannt ſind. Iſt einer unter den Gelehrten/ der viel auf ſolche lingulaire Bücher gewendet/ ſo iſt es ohannes Wolfius der zwey groſſe To⸗ mos Lectionum Memorabilium geſchrieben; und zwar aus Joannis à Lichtenberg lateini. ſchen Prognoſtico etliche Stellen aeep un 0 An 040/ Afin NIAA ſchl ll: E 00 Proſ 10 , f00 die. , ka ſuſteſ chtenb kopheze o ex mpliſſ l geſe Ahma teh Judunt feo ſei du Whegt U oth hltet IM A Wulde 0 J A Weh 1 W und deſſelben Weiſſagungen. 353 allein der Poſtillen mit keinem Worte gedencket/ darinnen doch wohl mehr ihm dienliche Dinge ſtunden/ ſea unquam in rerum natura fuit Zu dem ſtimmen die Abſchrifften der Proyhezeyung in dieſem Stuͤck gar nicht uͤberein. Die erſte, nte ſo mir ſchon neulich im Februario von einer vor⸗ nehmen Hand zugeſchickt worden/ hatte dieſen Titul: Extrad aus Johannes Lichtenber⸗ gers Prophezeyung. Ich ſchlug ſo bald Lu⸗ kheri Wittenbergiſche Edition, der ich vorhin ge⸗ u dacht, ſammt andern mehr auf, weil ich aber th weder die Jahr⸗Zahlen, noch die Worte finden konte, kam ich geſchwinde auf die Gedancken, es muſte ſich einer druͤber gemacht haben/ der den Lichtenberger ſehr fleißig geleſen, und dieſe Prophezeyung componiret, die Jahr⸗Zahlen aber theils ex poſtiacto, theils aus des Juxieu Ac- compliſſement, oder Erfüllung der Weiſſagungen darzu geſetzet haben. Sonderlich aber fiel meine Muthmaffungen auf einen Frantzöſiſchen Re⸗ formirten Fluͤchtling, der ſich etwa unter Chur⸗ Brandenburgiſcher Protection befindet, und des Jurieu ſeinen Principiis, weil ſie zu fallen begin⸗ nen/ durch den Lichtenberger wiederum ein Anſehen machen wollen. Allein man opponirte mir zwey andere Abſchrifften, die der Poſtill erwehnten/ doch mit dieſem Unterſcheid, daß ſie in einer Anno 15 12. zu Wittenberg gedruckt, in der andern aber an eben denſelbigen Orte und in ſel⸗ bigen Jahr geſchrieben zu ſeyn gemeldet wurde. Da ich nun der Sache 5* nachdachte, fiel 5 5 354 Nachricht von Joh. Lichtenbergern 1 der Betrug noch deutlicher in die Augen. Denn ſli es kan die Poſtille zu Wittenberg Anno iß12. weder geſchrieben noch gedruckt ſeyn: Nicht ge⸗ ſchrieben; Denn Lichtenberger iſt niemahls nach Wittenberg gekommen/ ſondern hat ſich am Rheinſtrohm dufgehalten, auch nicht gedruckt; Denn man wird niemand finden, der zu Wit⸗ tenberg einen Staat vom Lichtenberger geß⸗ macht, ehe Lutherus die Reformation angefan⸗ gen/ welches aber erſt Anno 1517. geſchehen. Daraus ſiehet man, daß derjenige/ ſo den Tis⸗ tul zum obenerwehnten gedruckten Bogen gemacht, ſich ziemlich verſtoſſen haben muſſe, wenn er ſes nͤr tzet: Schon Anno 1512. geſtellet und heraus ge⸗ nſelnt geben. Denn Lichtenberger hat ſchon um das ſas! 1488. Jahr ſeine Prognoſtica geſtellet, und kan wll alſo faſt 30 Jahre hernach ſchwerlich noch gelebet ubg haben, wiewohl mir die Zeit ſeines Todes nicht mior, bekannt iſt. Derowegen bleibe ich dabey/ daß alles erdichtet ſey, was aus der Poſtill herum m getragen wird/ und laſſe mich durch des Herrn iun Einwürffe nicht abwendig machen. Er urgiret miß ſimilitudinem rerum& ſtyli, die gebe ich zu, leugne aber, daß daraus folge, Lichtenberger ſey ſelbſt Auctor. Es iſt nichts neues, daß man etu aus eines Scribenten unverdaͤchtigen Schtifften 9 f = + ein und anders heraus zeucht/ daſſelbe interpoli⸗ ret/ oder(wie man zu reden pfleget) vermehrtt un und verbeſſert, und hernach unter des wahten ſt Auctoris Nahmen hervor giebei. Wer Augu-⸗ ſtini und anderer Schrifften geleſen hat/ 3 50 i und deſſelben Weiſſagungen. 355 A dieſes leicht geſtehen. Auf gleiche Weiſe habe ich oben gemuthmaſſet, daß es dem Lichtenberger ergangen, und die Jahr Zahlen von einen andern la hinzu geſetzt worden. Gewiß, wenn er in dieſem ſo ein groſſes Licht gehabt hatte, er wuͤrde ſie auch in ſein Prognoſticon geſetzet haben, welches aber nicht uͤber tauſend fuͤnff Hundert und etliche ſech⸗ . tig ſich erſtrecket. ÜUder dis, wenn man ja à Stylo raiſonniren wolte, ſollte man vielmehr .alſo ſchlieſſen: Der Stylus dieſer neu⸗erfundenen In Weiſſagung hat nicht die Eigenſchafften der Re⸗ ue dens Arten, die in Predigten vorkommen, ſon⸗ dern die denen Prognoſticanten gemein ſind: dar⸗ aus folgte/ daß Lichtenberger mehr als das ug bißhero bekannte Prognoſticon geſtellet habe muͤſ⸗ ſe, welches aber ſo wenig, als die Poſtill, nie⸗ mand geſehen. Sic utrinque hæretis, ut mus in pice. L Aus dieſer Falle getraue ich mir wohl zu ue kommen/ gab Herr Leonhard zur Antwort/ et wenn ich den Herrn an Herrn D. S. zu S ver⸗ Laat weiſe, welcher ein Exemplar der Poſtille haben ſoll, wie mir von einem vornehmen Mann er⸗ jehlet worden; Vielleicht hat Jurieu auch ein ſolch Exemplar bey der Hand gehabt, und zur Auslegung der Apocalypſeos gebraucht, wie denn aus ſeiner Præfation zu ſehen/ daß er der⸗ gleichen Prophezeyung nicht verachtet. Der Herr macht ſeine Rechnung ohne den Wirth, ver⸗ ſetzte Herr Antoni, Ich habe ein ee en 356 Nachricht von Joh. Lichtenbergern ben des Herrn D. S. zu S. vom 22. des zu En⸗ de lauffenden Julüi geſehen/ darinnen er der Po⸗ ſtill(ob er gleich deshalben befraget worden) nicht gedencket, ſondern nur von dem Prognoſtico redet, daß er keine alte Edition habe/ wohl aber diejenige/ ſo nach dem z ojahrigen Kriege Prof. Leibniʒius zu Leipzig aus den alten Editionen heraus gegeben, und mit Anmerckungen ver⸗ mehret welche vor die beſte bißher gehalten. Al⸗ ſo fallt des Herrn Hoffnung in dem Brunn, weil der Herr S. die Poſtille eben ſo wenig, als an⸗ dere Leute kennet. Der Extract Leibnizii aber iſt Anno 1651. gedruckt worden/ und geſchicht deſ⸗ ſen Meldung in den Anmerckungen uͤber den vor⸗ hin excerpirten Leipziger Extract pag. ij. Wer weiß, ob Lichtenberger auch ſeine Weiſſagun⸗ gen ſelbſt verfertiget/ brach Herr Conſtantin ein, woran derjenige ſehr zweiffelt, der die Præ⸗ fation uͤber die Edition de Anno 1620.(darinnen auch Carionis, Grundbecks und viel anderer Prophezeyungen enthalten) gemacht hat. Die Worte habe ich als was ſonderliches in meine Schreib⸗Tafel gezeichnet, und will ſie denen Her⸗ ren communiciren:„Es hat Johann Lichten⸗ „berger/ oder de Claro Monte, wie ihn etliche nen⸗ „nen) vor langer Zeit eine Practie gemacht/ von „der groſſen Conjunction Saturni und Jovis, in „dem Jahr 1484. desgleichen von der Eclipſi der „Sonnen im 85. Jahr, mit Fuͤrgeben/ daß ſol⸗ vche Practic wahren ſolle/ bißß man ſchreibet 76. Es wird aber ein jeder/ ſo in dergleichen S 6 100 U che n 12 A Jarulm; f llt, helle Ce n n Ul ahl „ leh Wke A L e l fleche Lid wüht I Mib f t et i W. g Whſet ◻ W n und deſſelben Weiſſagungen. 357 etwas erfahren, keichtlich zu ermeſſen haben, daß ſolche Prophezeyung mehrentheils, nicht aus⸗ dem Grund der Aſtronomie/ ſondern aus einer“ andern Quell hergefloſſen. Auch iſt vermuthlich/ was der Auctor von den Conjunctionibus Pla-e netarum, Eclipſibus und dergleichen anmelden thut/ er ſolches nur allein zum Fuͤr⸗Wort ge·⸗ braucht, und damit aus einer Prophezeyung“ (Ddie vielleicht ſo wohl er Lichtenberger als Jo⸗ hann Carion, anders woher entlehnet, und⸗⸗ felbſten nicht zum beſten verſtanden) eine Aſtrolo⸗⸗ giſche Calender⸗Praetic machen wollen. Denn!⸗ einmahl dergleichen Sachen, ſo ſie beyde vor,“ ſagen, und dero guten Theil zu dieſer gegenwar⸗“ tigen letzten gantz beſchwerlichen Zeit(wie es das ſitarcke Anſehen haben will) ſich begeben und er⸗ fuller werden, die gemeine Aſtrologie oder Stern⸗e ſeher⸗Kunſt bey weiten nicht/ ſonderlich aber mitt⸗ ldergleichen Umſtanden errathen koͤnnen. Und daß! ler, Lichtenberger dieſe ſo ſeltſame hohe Sas 06, gion der Pfältziſchen Fuͤrſten einführe, wiewohle⸗ chen nicht von ſich ſelbſt/ ſondern aus andern⸗ altern Propheten genommen, iſt ferner auch dan. nenhero zu vermuthen, dieweil er fuͤrnehmlich⸗ ambe, dieſe auf ſein Seculum oder Zeit gerichtet, unde damit einen unprophetiſchen Fehler begangen:c Daher ingleichen Theophraſtus Paracelſus/ welcher dieſen des Lichtenbergers Vatieiniale⸗ ausgeleget/ bey dem 22 Capitel, darinnen von.⸗ dem Pfaltz Grafen beym Rhein gehandelt wird/ vermeldet, das Lichtenberger die Conſtella⸗e yſit 358 Nachricht von Joh. Lichtenbergern „ſie nun vergangen, ſeye doch kein Streich ge⸗ „troffen worden. Es koͤnten aber nicht wenig „erfunden werden, die gantzlich vermeinen, daß „Lichtenberger zwar an der Zeit/ aber nicht „an dem Wertk ſelbſt geirret/ welches billich meht „Verſtaͤndigen zu ermeſſen heimgeſtellet wuͤrde.“ Dieſer andern Meynung bin ich auch zugt, than, erwiederte Herr Leonhard, und ſtehe in den Gedancken, als ob Lichtenberger in der Poſtille oorrigiret, was er in dem Prognoſtico n verſehen. Mit ſeiner albern Poſtille, ſagte Herr Antoni etwas entruͤſtet, er hoͤret ja wohl/ daß ſie niemand geſehen oder geleſen. Lichtenber⸗ ger hat viel aus andern Prophezeyungen des Abts Joachim, der Brigitten/ und anderer erborgẽt/ die er ſelbſt anfuͤhret/ aber er kan auch wohl de proprio was darzu geſetzet haben. Was anlanget die Aſtronomica, replicirte Herr Con⸗ ſtantin, nicht aber die Futura; Denn dieſelbe hat er vielleicht auch aus alten Weiſſagungen er⸗ borget, dergleichen eine der Herr ſelbſt aus ei⸗ ner alten Schrifft vorhin hergeleſen: Und iſt mir eine andere zu Haänden kommen/ ſo in einem Kloſter in Franckreich gefunden worden, und die im jetzigen Jahre bevorſtehenden Aenderun⸗ gen im ſelben Koͤnigreich deutlich sxprimiret: Se⸗ 1 uen ‚04l I Hlns 1069 0 0 und deſſelben Weiſſagungen. 369 Sequentes verſus inventi dicuntur in Gallia, in Monaſterio quodam Ciſter- tienſium, ſub altari majori. Hlilleno, bis trecenteno, bis quadrageno, Et hoſt hund mono, finem tibs Gallia hono, Lilia marcebunt regni, mala fataque fle- i0 005 bunt, E Iempla& Cullæ, pueri innuptæque pu- bagn ellæ, ]Junctis matronis, ad fletum corpore pronics, Heu quantæ cædes! num 1W Gallia tales Experta eſt fluctus. Tanti cauſa unica 10 luctus, Qui cunctos tangit, Reæ eſt, qui fradera frangit, Atque importune, ſubcurrunt Lilia Lunæ Sanguineis factum lachnymis deploro per actum, Scribere plus ſiſto calamum, 15 gloria riſto. Ich halte von dieſen Verſen ſo viel/ als von Lichtenbergers Poſtille, ſprach Herr Antoni/ und glaube/ daß eins ſo neue iſt, als das an⸗ dere. Man ſiehet wohl/ daß der Auctor die kuythmos der alten Moͤnche hat imitiren wollen, cb 360 Nachricht von Joh. Lichtenbergern er hat aber die Kunſt nicht recht gekonnt, und hin und wider die Verſe gar zu zierlich gemacht. Wenn ich die alten teutſchen Reime nachahmen/ und dieſe lateiniſchen Verſe uͤberſetzen wollte, ich koͤnnte den Leuten eben auch vorſchwatzen/ daß es was altes waͤre Wenn man zehlet 3 Hundert Jahr Und neun und achtzig/ nimm wohl wahr/ So wirds mit Fraͤnckreich haben ein End Und die Lilien verwelcken behend. Ich wolte wohl noch weiter reimen, aber meine Ohren ſind gar zu delicat, daß ich der⸗ gleichen Poſſen ſelbſt nicht langer anhören kan. NMundus vult decipi, die Welt will betrogen ſeyn. Und je curieuſer die Leute ſind zukunfftige Din⸗ ge zu erforſchen/ je meur ſich ihrer finden, die ihnen neue Inventiones vor alte Weifſagungen verkauffen. In den Monatlichen Unterredungen eben dieſes 6 Soſten Jahres gedencket der Herr Tentzel nochmahls der Lichtenber⸗ giſchen Prophezeyungen p 978.u.f. Der Herr Leonhard war ſchon aufgeſtanden, um nach Hauſe zu gehen, als ihm von einem gu⸗ ten Freunde zwey neue Editiones von den Excer⸗ ptis aus Vichtenbergers Poltille zugeſchicktt wurden: Die erſte war zu Leipzig gedruckt/ 1 m lk Alt un n iſ alt tenbe Itenbe lben ochſ ute lich 0.N ſche , Woe udl 5 befſ Elt, n Di W m Jft etz Iſh f wäl Wokei Hebe g ffl8 fe Mo! 6 0 und deſſelben Weiſſagungen. 361 mit einer Auslegung vermehret. Wobey der Herr Antoni nicht unterlaſſen konnte zu ſagen: Dignum patella operculum, von geſchehenen Dingen iſt gut prophezeyen. Uber dis hielt er vor unverantwortlich, daß man vorgegeben/ als ob Lichtenberger ſeine Poſtille Anno 151. zu buWittenberg geſchrieben/ Lutherus aber dieſelbe mit einer ſchoͤnen Vorrede beehret: Da doch Lucherus die Poſtille ſo wenig als an⸗ dere Leute jemahls geſehen, und ſeine Vorrede Aüber Lichtenbergers Weiſſagungen, nicht d. über die Poſtill geſtellet/ wie aus der Witten⸗ bergiſchen Edition de Anno 1527. klaͤrlich er⸗ Ihellet, welche, wenn ſie der Auctor dieſes Titels und Auslegung haͤtte aufgeſchlagen, ſo wuͤrde er kines beſſern ſeyn berichtet worden: Die andere heue Edition war ohne Meldung des Orts unter dieſem Titul: Ecliche ſonder⸗ und wunder⸗ bahre merckwuͤrdige Prophezeyungen/ ſo Au ſich auf das 16g0ſte Jahr biß zu dem ooſten Jahr erſtrecken c. Wie Herr Leonhard dieſe anſahe, fiel ihm alſobald auf der achten Sei⸗ te(als welche gegen dem Titel uder ſtehet) folgen⸗ de Worte in die Augen: Extract aus Johann g Lichtenbergers Poſtilla, gedruckt zu Wit⸗ tenberg Anno 1612. welche zu finden in der ſas Fuͤrſtl. Saͤchſiſchen Bibliothec zu Altenburg: Er war ſo voller Freuden, daß er zum Herrn Antonio ſagte: Nun ſchweige der Herr ja ſtille, und laſſe mir Lichtenbergers Poſtille palliren/ welche er zu Altenburg ſehen kan, wenn er nicht Aa glau⸗ 362 Nachricht von Joh. Lichtenbergern i glauben will, daß ſie in rerum natura iſt. Ich üit es kan aber dem Herrn verſichern/ gab Herr Antoni aßzl zur Antwort, daß ſie auch in Altenburg nicht zu finden, und wundert mich/ wer doch ſolche Motbe Lugen in die Welt hinein ſchreibet. Ich habe vor iſſey 2 Tagen ein Hand⸗Schreiben des Furſtl. Biblio- f. d thecarii daſelbſt geſehen/ darinnen er gantzlich wdat leugnet, daß die Poſtille in derſelben Bibliothec m ſtehe, ob er gleich nicht nur von benachbarten Orten/ ſondern ſo gar von Hamburg und Li⸗ g beck deswegen befraget und gebeten worden, die raſt Worte zu excerpiren, und mit ſeiner Hand und in da Siegel zu beſtaͤtigen. Vielmehr iſt er mit mir eis Ralen. ner Meynung/ daß die Poſtille niemahls in re· lacte rum natura geweſen. Alſo mag ſich der Heer ſrel ein ander mahl beſſer erkundigen/ ehe er mir ſol; yjun che ungegruͤndete Sachen vorwirfft, und moͤch⸗nen ten doch die Buchdrucker nur einmahl aufhoͤren/ ſoder ſolche verlogene Sachen nachzudrucken. Aber von unſch Lichtenbergers aufrichtigen Prophezeyun ſer! gen iſt mir nicht allein in dieſem Monat der nt Extract zugekommen, welchen der Herr Leib⸗/ton. nitz Anne 165i. im ato zu Leipzig heraus gege⸗ndmg ben/ und mit viel nachdencklichen Anmerckungen un vermehret/ jedoch ſeinen Nahmen nicht darzu ge⸗ ſetzet/ ob wohl aus dem Anagrammate: Fries ng de ůber nuͤtzlich, leicht abzunehmen, daß er ſlh, Friedrich Leibnitz geheiſſen; wie denn auch bey dih dem neulichſten Extract, den wir recenlirtt/ u des Autoris Nahmen verſchwiegen worden/ wel m chen der Herr Feller, oder wie mich andere 0 Wſe icht und deſſelben Weiſſagungen. 36 richtet/des oberwehnten Herrn Leibnitzens Sohn zu Leipzig gemacht haben ſoll: ſondern ich habe auch zwey gantze Editiones aus einer vornehmen Bibliothec entlehnet. Die eine zu Franckfurt am łMayn Anno ißyt in 8vo gedruckt mit dieſem Titel: Die Weiſſagungen Joh. Lichtenber⸗ gers deutſch/ mit ſchoͤnen Figuren. Von der andern war der Titel abgeriſſen/ doch ſtund am En⸗ de die Fahrzahl MOXILIX. und waren darinnen nicht nur Licht enbergers ſondern auch The⸗ ophraſti Paracelſi Grumpecks Cario⸗ Anis, der Sibyllen und anderer Weiſſagungen enthalten. Lichtenberger hatte dieſe Uberſchrifft: Practica Meiſter Joh· Lichtenbergers/ ſo er vor erlicher Zeit gemacht hat von der groſſen Conjunction Saturmi und Jovis, im vergan⸗ tzenen MCCCCLXXXIV. desgleichen Peli⸗ plis der Sonnen im LXXXV. waͤhrende biß man ſchreibt MDLXVII. Jahre/ aller Staͤn⸗ de der Welt boͤſe und gute ufaͤlle verkunden⸗ de/ mit ſeinen viel ſeltſamen Figuren. Dieſe Edition recommendire ich dem Herrn fuͤrnemlich um dreyer Urſachen willen; Erſtlich weil die Edition de Anno 1620. deren wir im vorigen Monat ge⸗ dacht/ daraus genommen, und habe ich ſonſt noch keine geſehen/ welche den Titel von der Practica fuͤhrek, denn die andern haben alle Weiſſagung/ welches Wort ſich auch meines Ermeſſens am be⸗ ſten zu Lichtenbergers Sachen ſchicket Zum an⸗ dern, weil Lichtenbergers Contrafait auf dem 0%% Utkelſtehet, welches ſo Einſiedleriſch ausſiehet/ daß * Aa a nichts 264. Nachricht von Joh. Lichtenbergernꝛt. nichts druͤber iſt/ und demnach der Herr gaͤutzlich glauben mag, Lichtenberger ſey kein Prieſter, ſon⸗ dern ein Einſiedler geweſen/ und habe folglich nicht geprediget, viel weniger eine Poſtille geſchrieben. Drittens, daß der Herr klaͤrlich ſehe, Lichtenber⸗ ers Prognoſticon ſey nicht weiter gegangen, als iß auf 1576. Denn alſo lauten die letzten Worte des letzten Capitels: Alsdenn wird das Reich in gutem Frieden ſtehen, biß auf das Jahr MDLXXVI. Aber indes wird es viel Leidens ůber ſich nehmen můſſen Die Urſache will ich um der Haſſer und Neider willen nachlaſ⸗ ſen. Alſo ſtehet auch in den Editionen de Anno 1527. und iyfi. aber in der de Anno 1620, ſind dieſe Worte gar auſſen gelaſſen/ wie denn auch alle ande⸗ re Jahr⸗Zahlen, die Lichtenberger in ſelbigen Ca⸗ pitel ſetzet; welches eine unverantwortliche Corru⸗ ption iſt, ob gleich der Corruptor in den Gedancken ſtehet/ als wenn Lichtenberger die Application nicht recht gemacht haͤtte. Wenn nun ja ein Buch⸗ drucker gerne erwas vom Lichtenberger drucken wolte, ſo moͤchte er eine von den richtigſten Editio⸗ nen wieder auflegen/ und die Figuren darzu ſetzen, denn ohne dieſelbigen kan man nicht recht ſehn, wo Lichtenberger hinaus will. Jetztgelobter Hr. Tentzel handelt abermahls in den Monati. Unterredungen des 1601. Jahres p. 979 Uff. von JKLichtenbergers Weiſſe gungen, und p. 947 uf. findet ſich auch daſelbſt des beruͤhmten Marpurgiſchen The⸗ Slogi Sam. Andrea Nachricht betreffend die Weiſ⸗ ſagungen Joh Lichtenbergers. Auf welche gelehrte Nachricht wir unſre Leſer verweiſen. pech⸗ 0 0 Doctor JohannisLarionis SWaeiſſagung Von Veraͤnderung und zufaͤlligem SEluͤck der hoͤchſten Potentaten des Roͤmiſchen Reichs. ſele lt/ Es tſt am Lag, man hats erfahrn, Jadf Daß groß Truͤbſahl vor tauſend Jahrn +Ãlnſd 9 Geweſen iſt in aller Welt, 3 Iüon Wie es auch heutigs Tags ſich haͤlt: 6. Da alle Land in Sorgen ſtehn; Ee Als wolln ſie jetzt zu ſcheitern gehn, d wie Drum denck: verwig dichs, denn fortan gläck Keins Wess es beſſer werden kan; Jammer und Noth iſt uͤberall, 6 Drum heiſt die Welt ein Jammerthal. 95 Halt du bich ſteiff, du lieber Epriſt nic Auf dem, der dein Erloͤſer iſt, ell Der wird vhn Zweiffel bald und b'hend Whͤde Des Jammers machen ein feligs End, 1 Der theil uns mit ſein! Guͤt und Gnad, Sonſt hilfft kein Staͤrck, kein Huͤlff noch Raht, 05 Ahe Ul thtk I Aifſ ltdt flt 0 W f — 8 367 Weiſſagung Carionis. S. trauriger Adler flog in viel Muͤhe und Arbeit lange Zeit. Setzte ſeiner jungen Neſt auf einen guͤldenen Thurm. er ſeine angebohrne Kleidung war mit drey Theilen, weiß nach der Zwercht in roth. Der Adler beflecket die Lilien verderbet ihre Blaͤt⸗ ter und verwüͤſtet ſeine eigene Federn/ die da glei⸗ ſien von Schwartze, und viel Thiere mit ihm litten Schaden. Er biß die Schlange, und ward wiederum von ihr gebiſſen/ und nach vielen Ungluͤck gab er ſich zur Ruhe. Seine jungen auf dem guͤldenen Thurm leb⸗ ten nicht lange/ doch verlieſſen ſie andere jungen, Die weiblichen flohen in die Ende der Chriſtenheit/ eine zu dem blauen Loͤwen in dem guldenen Stall, die die Neſſel⸗Blatter uͤbel verbrannten. Die an⸗ dere unter dem Schutz des zweyfachen Creutzes, welche die ungezahmten Hunde hart betruͤbeten, ermordeten ihren liebſten Winden mit einem gůlde⸗ nen Halßbande, und die zween fungen Adler wur⸗ den in ſanffter Ruh in der Jugend erzogen. Aber ſie werden/ ſo ſie zu ihren Jahren kommen/ ihre Fluͤgel müde machen. Der diteſte Adler empfaͤhet eine Krone/ wird ſich legen in die Lilien und die verwuͤſten/ und wird mit einer jungen Lilie ſein Haupt ſchmücken. Er wird gehen durch zehen guldene Pforten, und da Freud empfahen, wird Aa 4 ſtaͤre 2 368 Weiſſagung ſtärcken den guͤldenen Thurm/ und das Creutz des ſchlagenden Feuer⸗Eiſens, wird auch zahm machen den gelben Lowen in dem blauen Felde. Er wird der Schlangen ihre Zähne ausbre⸗ chen, daſſ ſie nicht beiſſen wird/ und dem Haupt aller Stadte wird er die Augen ausſtechen/ und wird die zum Raube ſeinen Thieren geben. Aber der Adler wird weiche Federn haben/ und wird tugendhafft und mild, und von andern leicht beweget, wird gerne folgen und wird endlich doch auch betrogen. Er wird ſich unterſtehen den Chri⸗ ſten zu helffen/ aber er wird wendig gemacht. Er wird haben einen treuen Vogel unter ihm, einen rothen Adler mit einem weiſſen Rad/ der ihm Arges nicht rathen wird. Ihm wird ab und zufallen der gůldene Loͤwe im rohten Stall/ und ein wancke⸗ liſch Leben mit ihm haben, aber nicht groß Unrecht wird der guldene Loͤwe haben. Ein rother Loͤwe ne⸗ ben dem guͤldenen Schilt, und rothe Lilien wird den Adler auf dem guͤldenen Thurm anfeinden/ aber der Adler wird ihm zu hoch geſeſſen ſeyn. Der Adler wird ein Neſt machen in des Ja gers Haus/ und den frommen Weydemann mit vielen§hieren verfol⸗ gen/ daſt er wird wohnen bey den drey weiſſen flies genden Adlern/ und bey dem guͤldenen und bunten Lowen, aber dem Jager iſt blau und weiſſe Farbe entgegen/ er wird ſich aber darein kleiden/ und die Farbe wird ihm wohl ſtehen/ und wird mit ihm ſeyn. Die Hunde die werden dem zweyfachen G en EL irarh Abe ſen de hwan ückt 1N Ahikt n „ M lſcht, 1 Wen Aade N Wortze Mum Aſchen un hhe Wflbe A 5 uch 10 Tt enh. Wuct Aeh It Carionis. 369 chen Creutze Schaden thun, ſie werden dem Adler ueſeine angebohrne Kleidung mit drey Theilen weiß nach der Zwerch zerriſſen. Die Hunde wolten gerne beiſſen den weiſſen Loͤwen mit dem doppelten Schwantze aber es wird ihnen nicht geſtattet Boͤ⸗ ſe Tuͤcke werden die Thiere/ ſo dem weiſſen Adler im rothen Vogelhaus unterworffen, an ihnen haben. Sie werden des weiſſen Adlers verleugnen, und ˖mwolten Hunde und andere Thiere an ſeine Statt ſe⸗ e tzen. Aber das Geſchlechte der Adler verlaſt einan⸗ uen der nicht, ſondern ein rother Adler erhielt den jungen zule weiſſen Adler in ſeinem Neſt. Aber nach dieſen eDingen allen wird ſich auch nahen das Ende/ dar⸗ um werden ſchwere Zeiten mit viel Kriegen und an⸗ dern Veranderungen der Welt ſeyn; denn der ue ſchwartze Adler wird Ungemach leiden/ und des an⸗ ll dern jungen Adlers, der doch nicht Adler heiſt, Scha⸗ Meu den ſehen, denn ihm wird das zwiefache Creutz ent⸗ fallen, und denn wird das Volck ohne Haupt einen Herrn wehlen/ und der guldene Stierkooff mit den ztoey ſilbernen Hoͤrnern in dem rothen Felde wird einen groſſen Nahmen haben, und wird ſich das guldene Feld mit der rothen Straſſen uͤberort muͤſ⸗ ſen brauchen laſſen, aber es wird ihm vergolten viel⸗ fach, und denn wird der ſchwartze Loͤwe und die guͤl⸗ de Seepter von einander getrennet/ und zwey Herr⸗ ſchafften heiſſen. Das Haus mit den fuͤnff ſchwar⸗ tzen Balcken in dem guͤldenen Feld/ wird beſchadis get werden an ſeinen eigenen Seulen, und niemand lla wird ihm ſchaden denn ſein eigen Dach. Indem entſpringt das klare Wort,, aber es wird wieder von 0 Aa 5 ih 370 Weiſſagung Carionis. ihnen genommen, denn ſie vergreiffen ſich unwiſſent in der Ordnung ihrer Kirchen⸗Knechte f ſo das recht wird ge⸗ ordnet, ware es GOtt eine Ehre und der Welt ein Nutz, ich meyne es gut, verſtehe mich recht. Der rothe Adler wird ſteigen in Ehren, und wird mit Huͤlffe zweyer gülde⸗ ner Loͤden Ehre erlangen Ein ſchwartzer Buͤffels Kopff wird ihm anhangen und ein kother Greyff Ein roth und ſchwartzer Adler wird ihn anfechten mit halb weiß und ro⸗ then Kleidern, ſie werden aber nichts an ihm vermoͤgen; Denn der weiſe Man mit dem ſchwartzen Adler will ſeine Huͤlffe nicht dargeben. Es wird der blaue Löwe in den rothen Roſen⸗Blaͤttern ſchwach werden, und ſeine kleinen Thiere werden von ihm eſſen und in den letzten Zeiten wird der ſchwartze Adler niederlegen Scepter und Crone, und einer in blauen und weiſſen Kleidern wird ſie aufſe⸗ tzen, foll aber ſie ihm bleiben, hat er Gluͤck, denn der rothe Adler, zwey guͤldenen Loͤden und die fuͤnff ſchwartzen Balcken werden darum kriegen, darum iſt geſchrieben: Viele werden ein Koͤnigreich regieren. Das Rauten⸗ Craͤntzlein, das ſchon laͤngſt verdunckelt iſt geweſen, wird auf das neue gewunden, aber mit Neſſeln vermenget, doch wird die Neſſel verdorren, und die Raute bleibt dem Winter uͤber gruͤn Ein guͤldener Loͤwe in einem blauen Stall wird das weiſſe Rad auſheben, und denn wird Un⸗ friede ſeyn, und das rothe Creutz wird einem Menſchen verliehen, der eines argen Lebens iſt, und wird wenig Treue halten, darum wird er von dem Amt des ſchwar⸗ tzen Adlers mit dem Apffel gezuͤchtiget; Denn wird der weiſſc und rothe bunte Loͤwe etwas aus dem ſeinen verl e⸗ ren, und denn iſt der ſchwartze Adler nicht bekleidet mit dreyen Strichen weiß und roth. Der weiſſe Loͤwe mit doppeltem Schwantze wird auch gedachte Kleidung nicht mehr fuͤhren. Wollen alſo beſchlieſſen und ein gndermahl klaͤrlicher davon ſchreiben. Kachricht FJohann Larione Aui und deſſelben Weiſſagungen. 372 Weiſſagungen Carionis. nannten Chronicon Carionis bekannt genug iſt, ward Anno 1499. den 22. Mertz zu Buchichem gebohren. Nachdem er ſich mit groſſem Fleiß auf allerhand Wiſſenſchaf⸗ ten geleget, und ſelbige auf unterſchiedenen Aca⸗ demien in Deutſchland, ſonderlich zu Witten⸗ berg tractiret, wurde er nach Franckfurch an der Oder zum Profeſſore Matſeſeos beruffen; Hielte ſich aber hernach die meiſte Zeit zu Berlin am Brandenburgiſchen Hofe auf; woſelbſt er in der beſten Bluͤthe ſeines Alters Anno 1538. ge⸗ ſtorben. Zu welcher Zeit er dieſe Weiſſagungen ge⸗ ſchrieben iſt nicht eigentlich bekannt. Schon Anno 1529. hat er ſie zum andern mahl drucken laſſen/ und Anno igz1. iſt ſie wieder aufgeleget worden. Anno 1846. iſt eine Erklaͤrung drüber gemacht und in demſelbigen Jahre zweymahl ge⸗ druckt worden. Dieſe rare Ausgabe wollen wir von Wort zu Wort unſern Leſern mittheilen: 80K. Carion der wegen des ſoge⸗ Gli Huslegung 8* der Verborgenen Weiſſagung * Doctor Foannis Larionis Von Veraͤnderung und zufaͤlligem Gluͤck der hoͤchſten Potentaten des Roͤmiſchen Reichs. M. D. XLVI. fit ffl9 Erklaͤrung. 5 47 Vherion ſchrabet, daß er lange Zeit ſey willens Wcgeweſen etwas ſonderliches dem gemneinen G64l Manne zu ſchreiben/ damit fromme und treue u. Leute moͤchten gewarnet und die boſen erſchrecket ‚ werden; und hat hierzu dieſe Weiſſagung gee braucht wie hier zuvor der Lichtenberger fuſt auf die Weiſe ein Büchlein auch verfertiget und nach dieſem Paracelſus das ich ſo viel aſſe gl kwe ten als es werth iſt/ hat doch keiner zuvor ſich eſer der Wapen gantzlich gebraucht als Carion. Doß ah. es nün deſto leichter jedermann zu verſtehen, fol, un get die Auslegung, wenn es nicht jedermann geß öel geben, der vornehmlich nicht viel gewandert ode ſcht beleſen, dieſe Weiſſagung zu verſtehen. — —f— 6 ö˖ 375 Ein trauriger Adler ſlog in viel Muͤhe und Arbeit lange Zeit. neun gantze Jahre in Feldlagern gehal⸗ ten und fuͤnff ſchwere Kriege gefuͤhret⸗ als Gallicum/ Euburonicum, Sicambri⸗ cum, Morinicum, Bavaricum da über Kegenſpurg die Boͤhmen hart geſchlagen wur⸗ den/ und hat auch Maximilianus zum erſten to den Angriff ſelber gethan, in welchem Kriege der e löbliche Fuͤrſte, Hertzog Erich zu Braun⸗ 1sο, ⁰ſchweig, biß in den Tod verwundet; Auch hat dieſer Kayſer mit dem Pabſt und der Welt zu thun gehabt, und der Venediger Krieg faſt 8. Jahre gewahret. Starb ſeines Alters in dem 6z. Jah⸗ re/ ein Liebhaber der Hiſtorien aller Kuͤnſte und Gelehrten. Setzet ſeiner Jungen Neſt auf einem Thurm. Das iſt/ Maximilianus hat ſeinen Sohn, Koͤnig Philppum, in das Konigreich Caſtilien gebracht, deſſen Tochter er genommen/ und hat mit ſeiner Gemahlin das Koͤnigreich, das einen guͤldenen Thurm zum Wappen hat/ ererbet/ und darzu Leon bekommen, Aber PVuun Maximilianum/ der ſich 376 Auslegung Aber ſeine angebohrne Kleidung mit dreyen Theilen. Iſt Oeſterreich/ das ein Schild in die quek/ mitten roth, und oben und unten weiß, hat. Der Adler pflücket die Lilien/ und ver⸗ derbet ihre Blaͤtter. Das iſt, Maximilianus hat den Frantzoſen abgebrochen, als nehmlich A. 1514. zog Senricus der VIII. Koͤnig in Engelland mit groſſer Macht zu Calais über die See, die Frantzolen zu bekrie⸗ gen, und Maximilianus hat aufgebracht, Bra⸗ band/ Holland und Flandern/ auch die um⸗ liegenden Fuͤrſten. In dieſem Kriege hat Maxü milianus dem Frantzoſen ſein Fuß Volck erſchla⸗ gen, auch vierdhalb Hundert die Allertapfferſten in Franckreich gefangen/ und haben die Frantzoſen neun Pannier verlohren, und alle ihre Proviant⸗ Wagen. In dieſem Jahre iſt auch des jetzigen Hertzogen Heinrichs zů Braunſchweig Vater/ vor dem Ort in Frießland in der Fuͤrſten zu Sachſen Kriege erſchoſſen, in dem Ende dieſes vorigen Krieges. Und verwůſtet ſeine eigene Federn, und ſti⸗ ne Thiere litten Schaden. Es hat warlich dem theuren Helde Mlakt⸗ milian auch faſt üͤdel und wiederum wohl gegan⸗ en⸗ 4 beh/ Wgt K0 te bind ſjcht U fen! Mukgt. L bi ſh/! ſgriti % W chet/ U79 ſWar 0„ der Weiſſagung Carionis. 377 gtt gen. Anso 148z, iſt er zu Bröcke gefungen worden/ litte auch Schmach um der Heyrath willen Fraulein Anna don Brittanien/ die ihm Güleb vom Könige in Franckreich genommen, da der waſel Vater todtlich adgienge. In der Handlung und ſonſt in den Niederlaͤndiſchen/ Geldriſchen Ve⸗ ulh nediſchen, Sollaͤndiſchen, Schweitzert⸗ „ſchen und Franmzöſiſchen Kriegen und die Furſten mit ihm haben Schaden gelitten/ als hußeh Marckgraf Caſimir, Braunſchweig/ Mans⸗ feld und viel andere, die ihm treulich dieneten. Er biß die Schlange, und ward wieder von ihr gebiſſen. hih Verſtehe ich von Meyland, den Franck⸗ reich/ hier zuſprache hat haben wollen, nahm Maximilianus Anno 1494. ſeine andere Ge⸗ mahlin, Mariam Blancam, des Hertzgos Gale⸗ atü zu Meyland Tochter, hatte zu Inſpruck Aau Hochzeit bekam mit ihr das Hertzogthum Mey⸗ chreh land/ darauf zog nun Maximilianus in die Lombardei mit zwey tauſend Knechten, gewann e Ppiſon, lagerte ſich vor Liburniam/ und ward 1 gebiſſen; weil die 17575 und der Hertzog von Meyland ihm Huͤlfe als Bunds⸗Verwandte Rerlelzuſagten/ aber wenig hielten, ſondern den Kayſer ſben, verrathen wolten, hat er muͤſſen zuruͤcke ziehen, I doch hat er ihnen nachmahls das vergolten. Bb Nach 378 Auslegung Nach vieler Muͤhe gab er ſich zur 60 Ruhe. 0 Das iſt, er iſt von dieſem Jarnmertha hhe verſchieden Anno 1519. zu Neuſtadt in Oeſterreich begraden, und iſt guter Friede gewoeſen. Gleich Ul als Kayſer Friedrich ſiarb/ uͤber alle Lande nach ſeinem Tod erhub ſich der Krieg zwiſchen den Vet⸗ tern zu Braunſchweig und Lüneburg, und im 5 ſelbigen Jahre geſchahe die Schlacht vor Soltane gcht auf der Beyde/ und blieben da dey die vierdholb gun Tauſend Todten, und ſtarb am Roten. ſh Seiue Jungen auf dem güldenen Thurm ſeh blieben nicht lange leben. fl. Das iſt von Koͤnig Philippo zu verſehen? d welchen das Gluͤck nur der Welt gezeiget hat/ n Eg und bald wieder genommen, hat ſchwerlich das Un⸗ zoſte Jahr erreichet; Indem er auf der Jagd an ugt einem haſtigen Trunck? Lunge und Leber beſchädis ehe get, daß er davon geſtorben. um ö Ii Doch verließ er andere Jungen.. Ihe, Als Carolum/ den jetzigen Roͤmiſchen Kau⸗ g ſer, Ferdinandum und derſelbigen Schweſter. Bag K Die Weiblichen flohen in die Ende det ui Chriſtenheit. ii En der Weiſſagung Carionts. 379 I Eine Eliſabetha/ zu den drey blauen Ls⸗ wen/ das iſt Daͤnnemarck/ weil dieſt Konig Chtiſtierno vertrauet ward. Welche die Neſſel⸗Blaͤtter übel ver⸗ *5 braunten. ur Das iſt.dieſe ward verjaget aus dem Köͤnigreich, sund Chriſtiernus ihr König im Geleite gefan⸗ hhel gen, und noch gefangen ſitzet. Wie nun die loäg, Reichs Rathe zu Daͤnnemarck ihren Herrn ver⸗ leeſſen/ erwehlten ſie Hertzog Friedrichen zum und Chriſtiernus wurde des Reichs ent⸗ beh. fetzet. 0 0 Die andere/ mit Nahmen Maria/ unter dem Schutz des weiſſen zwiefachen Creutzes/ wel⸗ Ahn ches Ungern bedeutet weil die dem König Lu⸗ aeh dewig vertrauet war. Welche dieſe ungezahmten Hunde hart betruͤbeten; das waren die Tuͤrcken. Die ermordteten ihren liebſten Winden, das war Koͤmg Ludwig/ ihr Gemahl. Annolß26. qunach der Bauern Aufruhr/ die im vorigen Jahr geſchahe hat Soliman/ der Türckiſche Kapſer te den Zug in Ungern fuͤrgenommen, und als er negen Belgrad kommen, hat dieſer arme verlaſſe⸗ ne Konid Ludwig/ der von allen Chriſtlichen 10 Fürſten und Potentaten Hülffloß war/ beſchloſ⸗ Me ſen ihm unter Augen zu ziehen/ haben die Türcki⸗ ſchen Reuter die Ungern angegriffen/ den Bie⸗ Bb a ſchoff 380 Auslegung ſchoff von Strigon, der Biſchoff von Varra⸗ din und andere mehr, und als König Ludwig in der Flucht mit dem Roß in einem Sumph ge⸗ ſetzet hatte, ſchlug das Pferd um, und er blieb todt; hat alſo dieſe hohe Perſon jammerlich ihr Leben geendiget indem ſie geſtritten vor ihr Va⸗ terland, ward hie honeſtum bellum turpi pace melius. Und die zween jungen Adler werden in ſanffter Ruhe erzogen. Verſtehe ich Carolum und Ferdinan⸗ dum· Sie werden aber/ ſo ſie zu ihren Jahren konmen, ihre Fluͤgel muͤde machen. Wie wir denn bereits erfahren haben, und taglich erfahren/ mit vielem Krieg, jetzt in Franck⸗ reich, jetzt in Africa, Jülich und andere, ich ſchweige der undultigen Reichs ⸗Tage, damit Koyſerliche Majeſtaͤt beſchweret iſt, ſo ſetzet der Tuͤrcke jahrlich dem Koͤnige zu, daß ſeine Fluͤ⸗ gel, Staͤrcke und Vermoͤgen ſchwach wird. Der aͤlteſte Adler empfaͤngt eine Crone. Das iſt, er wird Roͤmiſcher Kayſer. Wird Aitd Pil ſuckte ge K/ un Hlheh, Vrd Ma h St 1 böh Er Vuſſ 0 K Wbern Wrenp en de Rche ud d ſtpe der Weiſſagung Carionis. 381 8 n Wird ſich legen in die Lilien und die 55 verwuͤſten. 1 U Welches geſchehen, da er den Koͤnig von ultt. Franckreich angegriffen/ fuͤr Pavia im Thier⸗ n Darten gefangen, und uͤber diß ihm Gnade er⸗ Aket zeiget/ und ſich mit ihm aufs neue vereimiget und verbunden. un Wrrd mit jungen Lilien ſein Haupt ſchmuͤcken. Io Mag man von des Koͤnigs von Franck⸗ reich Soͤhne/ die zu Geiſeln geſetzt, verſtehen/ oder von zukuͤnfftiger Freundſchafft unter ih⸗ nen. 2 htm fll. Er wird gehen durch die guͤldene 10 Pforten. 8 0 FVerſtehe ich, daß Carolus ſich wird des W Koniges Tochter zu Portugal, Iſabella ge⸗ Wn nandt, vertrauen laſſen. Von der(als Iſabella) n J Freude empfahen, Kinder zeugen, und alſo in u. Spanien den guͤldenen Thurm ſtärcken/ das iſt „(in Reich erweitern/ wie denn geſchehen iſt, wenn k. Burgund das Creutz des ſchlagenden Feuer⸗Ei⸗ ſens 1 Portugal/ Caſtilien/ Ceon ꝛc. ge⸗ ieret iſt. 90 Bb 3 Wird alle ihr Hab und Gut geno ſo jammerlich geſchwächet. 4 382² Auslegung Wird auch zahm machen den gelben Löͤ⸗ wen im blauen Felde. Das iſt den Hertzogen von Geldern/ wel⸗ ches vor zwey Jahren geſchehen, da der Kayſer Geldern und Juͤlich bekommen und dem Hertzo⸗ ge zu dem Vertrage gedrungen. Er wird der Schlangen ihre Zaͤhne aausbrechen. 23 Iſt mit Mayland geſchehen, als Pabſt Clemens der ſiebende, damit er Urſach hatte zu kriegen, der geiſtlichen Mann dem Kayſer abgeſagt. Indem war Franciſcus Sfortta im Schloſſe belagert, und haben die Kayſerlichen die Stadt eingenommen/ auch groſſen Hochmuth getrieben/ damit ſie den Maylaͤndern Zucht und Mores lerneten. Haben viel Muthwillen getrieben, mit Knechten/ Weibern und Jungfrauen, iſt ihnen mmen/ und ſind al⸗ Endlich hat ſich auch vor Hunget das Schloß ergeben. Und dem Haupt aller Staͤdte die Augen ausſtechen, und die zum Raube ſeinen 2 1 Thieren geben. Das iſt offenbahr/ daß des Kayſers Kriegs⸗ hf Volck A. 1527. als ſie vor Sloremz WN 325 en/ 0, WANE / belt Glünme! mihen Migen, Klige Gewg bhach Horl ekdet Andhe licht! W ſhſten il iſt Wila Vutd P. Ucher. /gl der Weiſſagung Carionis. 383 hen, eylends vor Kom gezogen ſind/ und un⸗ verſehens da angekommen, haben darinnen begeh⸗ ret/ welches ihnen gewegert wurde, haben zwey Sturme im Nebel gethan/ und ſind allezeit ab⸗ ſu getrieben worden, doch haben ſie es im dritten Aheerſtiegen, und alſo Rom gepluͤndert, und haben die Kriegs Knechte alles Süilberwerck und koͤſtli⸗ che Gewand geraubet// und dem Pabſt viel Schmach erwieſen. Es bliebe da todt der Ratzeg⸗ von Borbon/ im letzten Kriege. 10 AuAber der Adler wird weiche Federn haben/ tugendhafft und mild, und von andern leicht bewogen/ +** folgen, doch letzlich auch betrogen. Welches man an Franckreich und an den paͤbſten bißher ſehr geſpuͤret hat/ von denen er allezeit iſt berrogen worden, durch nicht 10 und viel andere boͤſe Practiken Whz⸗ Wird ſich unterſtehen den Chriſten zu helffen. Welchs durch viel Reichs⸗ Tage heſchehen, 4 hat aber noch nicht moͤgen ſeinen Fortgang gewin⸗ nen/ vielleicht um unſerer Suͤnde willen, GOtt ategebe noch ſeine Gnade. Bb 4 Et 334 Auslegung Er wird haben einen treuen Vogel unter ihin/ einen rothen Adler mit einem weiſſen Rad. Vetſtehe ich den Biſchoff von Mayntz Albertum von Brandenburg, der im alten Thun beharren wird biß in das Grab, und wer⸗ den die andern vernunfftiglich in der Religion und der Biſchoff auch gut Kayſerlich erben. Ein rother Loͤwe neben dem guͤldenen Schilde und rothen Lilien werden den Adler anfeinden. Iſt der Schotte, ſoll doch nichts ausrich⸗ ten/ denn der Adler iſt ihm zu hoch geſeſſen. Der Adler wird ein Neſt in des Jaͤgers Haus machen/ und den frommen Wey⸗ demann verfolgen. Das iſt, der Roͤmiſche Koͤnig wird vom Bund verurſachet, das Land zu Wuoͤrtemberg einzunehmen, auch hat dieſem Hertzog Ulrich/ der vom gantzen Schwäbiſchen Bunde verjaget, der Landgraf zu Heſſen Philippus wieder einge⸗ ſetzkt/ und iſt die Sache letzlich verkrageu. Der N I W D46 b00 Kgccht J D.8 n ne Ipih Fuh itt og 1 EHun D3 0,0f adut Uſtder Wichit , u Uhun. Aden der Weiſſagung Carionis. 385 Der Weydemann wird wobhnen bey den drey, weiſſen Adlern und bunten Loͤwen. Das iſt, Hertzog Ulrich wird ſich bey Zeſ. ſen und Lotringen erhalten/ wie denn das zum Theil geſchehen. 8 Dem Jaͤger iſt blau und weiß entgegen. 8 Das iſt Bayern/ wiewohl er eine von Bayern nehmen wird und damit Kinder zeugen/ und wird ihm dieſe Farbe wohl ſtehen. Dieſe von Bayern iſt Fraͤulein Sabina geweſen, mit der er Hertzog Chriſtoph von Wuͤrtemberg ge⸗ zeugt. Die Hunde werden dem zwiefachen Creu⸗ tze Schaden thun. 8 Das iſt, die Tuͤrcken werden Ungern ver⸗ heren/ Ofen erobern, und werden dem Adler ſei⸗ ne Kleidung zerreiſſen/ mit den dreyen Theilen, das iſt der Chriſten Teufel und Feind, der Tuͤrcke/ der wird in Geſterreich fallen, vor Wien ſich lagern, und daſelbſt den Chriſten groſſen Scha⸗ den thun. Damahls iſt auch das Oſterland hart verdorben. Bby Die 386 Auslegung Die Hunde wolten gerne beiſſen den weiſ⸗ ſen Loͤwen mit dem doppelten Schwantz, aber es wird ihnen nicht geſtattet. Das iſt, der Tuͤrcke wird ſich unterſtehen den Koͤnig in Boͤhmen zu bekriegen/ wird aber nicht geſtattet werden. ˖ Soſe Tůcke werden die Thiere/ ſo dem weif⸗ ſen Adler unterworffen, beweiſen/ ſie wer⸗ den des weiſſen Adlers verleugnen/ und Hunde an ſeine Statt ſetzen. Das iſt, es wird ſehr wanckelbar um das Koͤnigreich Polen ſtehn: der alte wird abgehen, und des jungen Stand ungleich, moͤchte man practiciren auf einen andern Koͤnig den Tuͤrcken zugethan/ doch wird der Brandenburger Chur⸗ fuͤrſt dem jungen Koͤnige ein ſtarcker Freund ſeyn/ ihm Beyſtand thun und helffen das Konigreich Polen erhalten. Nach dieſem allen wird ſich nahen das Ende, daruͤm werden ſch were Kriege und groſſe Veraͤnderungen ſeyn. Es laͤſt ſich ſchier anſehen/ wie der fromme Carion ſchreibt, iſt alle Freundſchafft theuer. Et principum ſunt rariſſime amicitiæ: und ge⸗ t llth lrem R1, Jaggelt d00 f öb ‚„d0 Hekren 9 ſlſd hk/ E ules teum Heert tatun Johet iſt. Melt kel Olt deh, 900 K19 der Weiſſagung Carionis. 387 het bey nahe zu Potentior devorat imbecil- , fliorem, daß es Teutſchland gehen ſolt mit der lt. Zeit, wie es in vorigen Jahren den Juͤden ge⸗ gangen iſt/ wir haben das Wort, und achten o das nicht, ſind mancherley Beſchwerungen. Von den obern biß zu den untern, da wütet der Tur⸗ cke, da haben wir inteſtina incommoda, die Herren haben keinen Rath, folgen auch keinen tſ Menſchen, Edel Leute ſteigen in Pracht und Wu⸗ 77 cher/ die andern warten nicht ihres Beruffs/ lA in Summa, Elend auf allen Gaſſen und nichts 110 gutes mehr. Habe ich keinen Spiritum Prophe⸗ ticum, wolte ſonſt was weiter ſagen dem Carion. Hierzu ſehen wir Irreconciliabile odium Civi- tatum contra ſuos Principes, daß ein Weiſer ſagen muß, dieſe Welt kan nicht beſtehen/ und iſt wahr, es wird immer aͤrger/ wie man ſagt. Aetas parentum pejor avis tulit. Nos nequiores mox daturos Progeniem vitioſiorem. Und werden dieſe Zeiten ſo ſchwer, als vot der Welt Ende/wenn man einen nach dem andern um⸗ ruͤcken wird. 5 Der ſchwartze Adler wird Ungemach lei⸗ den, mit ſchwerer Leibes⸗Kranckheit und ab⸗ 4 gehen/ derer die ihm lieb ſeyn, wird auch des jungen Adlers Schaden ſehen. Das iſt, er wird erleben, daß Ungerland Serdinando abfallen wird, alsdenn werden ſie kännen 388 Auslegung einen Herrn wehlen/ als den Weida oder Tuͤr⸗ cken, und nicht unter dieſem guͤtigen Adler, das iſt den Koͤnig ſeyn wollen/ und wird hie und da ge⸗ mein werden/ daß Demoſthenes allegirt aus der Elegien Solonis de exitio urbium. Ipſi ſed patriam ſuſpectis mentibus ultro. Conantur cives dilacerarè ſuam „Hinc urbs divitiis quondam imperioque ſuperba Servitii patitur triſtia jura modo. Und der guldene Stierkopff mit den zweyen ſilbernen Hoͤrnern, wird einen groſſen Nah⸗ men haben. Und wird ſich die rothe Straffe ũber Ortes gebrauchen. Achte ich den Wallachen. Das iſt/ Baden wird in groſſen Dingen gebraucht, welches nach Art der Handlung ſoll nicht unvergolten bleiben. Und denn wird der Loͤwe im guͤldenen Felde und die guͤldene Scepter von einander getrennet. Das iſt, Cleve wird ein Theil Landes verlieh⸗ ren/ oder ſich abdringen laſſen, dadurch Cleve ge⸗ ſchwaͤchet wird. Das Haus mit den fuͤnff ſchwartzen Bal⸗ cken in dem guͤldenen Feldwird beſchaͤdiget an ſeinen eigenen Seulen, und niemand wird ihm ſchaden denn ſein eigen Dach. Wer⸗ + ahen, Oulen llbt td h de fft De fchen ſchget fnſ dos be ö50 Luth ſcho Der d! hket We 7 Ahft Hen Kſh der Weiſſagung Carionis. 389 Werden dieſe Herren unter ſich etwan uneins werden, als nehmlich, Sachſen, und werden etliche Seulen entfallen durch Abſterben eines Theils. Und wird alda ſich das klare Wort hoͤren laſſen. cine Das iſt, in Sachſen zu Wittenberg, daß wir Teutſchen GOtt nimmer genung dancken koͤm nen, daß zum erſten durch die zwey trefflichen Maͤn⸗ ner/ Doct. Martinum und Philippum, meinem hen lieben Herrn und Freund gelernet iſt/ und noch tag⸗ lich gelernet wird, und iſt zu beſorgen, wie hier Ca⸗ 0 rion ſchreibet: So wir nicht danckbarer ſeyn gegen das liebe Wort/ Gott moͤchte uns ſtraffen/ und uns das wieder nehmen. Weshalben der fromme ntih Lut herus diß Jahr auch ſelber das geklaget, und unſich von Wittenberg hat wenden wollen. ſDer rothe Adler wird ſteigen in Ehren und wird mit Hülffe zweyer guͤldenen Lwen Ehre erlangen/ und ein ſchwartzer Puͤffels· Kopff und ein rother Greiff in einem weiſſen Felde werden ihm anhangen. Das iſt, ein Marckgraff zu Brandenburg/ der wird zu groſſen Ehren kommen/ mit Huͤlffe der Herren zu Braunſchweig, Pommern und Me⸗ ckelnburg. Ein 390 Auslegung Ein rother und ſchwartzer Adler wird ihm anfechten mit halb weiß und rothen Klei⸗ dern, und werden nichts an ihm vermoͤgen. Verſtehe ich Muͤnſterberg. Aber der ſchwartze Adler mit dem weiſſen Manne in dem guldenen Felde, will ſeine Huͤlffe nicht dargeben. Das iſt/ die Schleſier und das Hertzog⸗ thum Lie gnitz wird Muͤnſterberg nicht anhan⸗ en/ ſondern Freundſchafft mit dem rothen Adler alten. Es wird der blaue Loͤwe, in den rothen Ro⸗ ſen⸗Blaͤttern/ ſchwach werden, und ſeine kleinen Thiere werden von ihm eſſen. Das iſt das Hertzogthum Braunſchweig und Luͤneburg, und die Herren, die lange Zelk bey Kayſern und Koͤnigen wohl gehalten, ber die acht Hundert Jahr ihre mannlichen uralten Fur⸗ ſten geweſen/ zu Braunſchweig und Lůneburg/ Sachſen/ Bayern, Raͤrnten, Cuſcien ꝛc. Dieſe löblichen Furſten weyden ſchwach werden und Ungluͤck erfahren. Wer⸗ fe Juſe gg Jl elet U10 Hetd Hun G0 hnde ſſigk Wde Das 0 Wſfg 15 f (t * der Weiſſagung Carionis 3091 Werden ihre Jungen. Das ſind ihre eigenen Staͤdte von ihnen eſſen, ſie verfolgen und ihnen zuwider ſeyn, auch ihrer Furſten Gerechtigkeit ſchwachen und feindlich ſich gegen ihnen erzeigen. In dieſen Zeiten wird der ſchwartze Adler ſeinen Scepter niederlegen, und einer in blauen und weiſſen wird das auf⸗ nehmen. Das iſt, nach toͤdtlichem Abgange Kayſerli⸗ cher Majeſtdͤt/ wird ein Pfaltzgraf oder Bayeriſcher Herr nach der Krone ſtehen. Soull ſie aber ſein bleiben/ hat er Gluͤck. Wenn auch ſonſt zween Churfürſten hierum handeln werden, wird alſo der Kronen halben Un⸗ einigkeit im Reiche werden, kommen die beiden Loͤwen mit in dieſen Hader. Das Rauten⸗Craͤntzlein das vorlaͤngſt verdunckelt iſt geweſen/ wird wieder gewickelt. Das iſt/ ein Herr zu Sachſen, welches Vor⸗ Eltern verachtet und nicht ange ehen/ dieſer— ollen 392 Auslegung ſollen ſich wieder erheben, und von groſſem Anſe⸗ hen werden bey jederman/ und zu vorigen ihren Landen gelaſſen Mit Neſſeln iſt Hollſtein vermen⸗ 10 wird doch dieſe Freundſchafft nicht lange be⸗ ehen. Ein guͤldener Loͤwe in einem blauen Stall, wird das weiſſe Rad gufheben. Iſt Geldern/ wird Maynt befeinden, und wird Trier einem verleihen der eines verdachtigen 5 iſt/ der auch vom Kayſer angefochten werden oll. Und ſoll nach dieſer Zeit der bunte Loͤwe Das iſt der Landgraf in Thuͤringen etwas von dem Seinen verlieren. 5 Und ſoll dieſe Zeit das Kayſerthum und Cron zu Boͤhmen nicht mehr bey dem alten loblichen Hauſe OGeſterreich ſeyn. Wir wollen hiermit be⸗ ſchlieſſen, und dem frommen Leſer gebeten haben, er wolle ſich dieſen Fleiß alſo gefallen laſſen, GOtt vor Augen haben, ſein Wort theuer achten/ die Obrigkeit lieben und dem Nechſten alles gut thun/ ſo mag es(wiewobl es uͤbel zugehet) noch alles beſſer werden. Anno NM. D. XLVI. Gruͤnd⸗ 110 l fmet fhllg, ySt elet ein 0 b eif N3 CI I. no Ifutf chle f0 f0 g0 3595 Gründliche Offenbahrung und eigentlche Abbudung einer ge⸗ heimen und denckwuͤrdigen Prophe⸗ zeyung/ welche in dem 16al. Jahre zu Prag bey St. Jacob in der Bibliothec/ auf und in eineim kleinen ſilbernen verguldeten Laͤd⸗ lein oder Mhlienn gefunden wor⸗ en. Hen die Koͤnigl. Boͤhmiſche 9 Haupt⸗Stadt Prag, im 3 17— Jahre erobert und eingenommen wor⸗ den, hat man daſelbſt im 1621. Jahre, in der Bibli⸗ othec bey St. Jacob, ein ſilbernes verguldetes Gehaus oder Laͤdlein, in Form und Geſtalt einer Uhr/ gefunden, an welchen folgende nachdenckli⸗ che Worte und Geheimniſſe zu ſehen waren: Oben auf dem Deckel/ auf dem erſten Theil ſtund ein Uhr Zeiger; nur von ſechs Thellen; Dieſer Zeiger ſtund auf dem erſten Theil, in deſ⸗ ſelben Circul waren herum geſchrieben dieſe Worte: Me non audies, ſed videbis. Das iſt auf teutſch: Du wirſt mich nicht, wie ſonſt die ſchlagende Uhr hoͤren ſondern du wirſt mich ſehen. An den vier Ecken des Deckels aber haben die vier Monarchien geſtanden. 8 Ce Auf 356 SGründliche Offenbahrung Auf der rechten Seite dieſes Kaſtleins ſtun⸗ den folgende Worte: Fatum non Pondus me mo- vet. Das iſt auf teutſch: Gottes Will oder Vorſehung/ und nicht das Gewichte/ bewe⸗ get mich. Aurf der lincken Seite des Kaͤſtleins haben dieſe Worte geſtanden: Motus meus finietur Periodo fexta. Das iſt: Mein Lauff oder Bewegung wird in dem ſechſten Anlauff oder Bezirck ſich enden. Unten am Boden/ in der Mitte ſtunden dieſe Worte: Genio redivido Huſſiano reve· lor. Das iſt: Wenn des Huſſen Geiſt wie⸗ derum lebendig wird/ ſo werde ich offen⸗ bahr werden. Uuer ſolches iſt an den vier Orten oder Ecken ein Adler, ein weiſſer Loͤwe/ ein ſchwartzer Löwe und ein doppeltes weiſſes Creutz, auch ringsumher dieſe Worte geſtanden: Deus prædeſlinavit, tempus demonſtrabit, vigi- lans non dormiens me intelliget. Das iſt: Gott hat es verſchen, die zeit wird es darthun, ein Wachender und kein Schlaf⸗ fender wird mich verſtehen. Vornen an der Haupt⸗Seiten haben geſtan⸗ den dieſe Worte: Viva manus Huſſiana me præ. Paravit. Das iſt auf teutſch ſo viel: Johann Huſi ſht 15h 9 40 Aſcht lubelk! flchſt D ſhtt hi ſſht be flter Schlat n C ſhickt! kaſten dahne Büchlt G. Gcheim rſeh. . Aiden Iunan 110 mn 010 Maf h exe· i IL L¹ alget u bes ü5 Daoſſ: wüͤd t8. WEA S einer geheimen Prophezeyung. 297 Huſſens lebendige Hand, oder Johann Huß hat mich gemacht oder zugericht. Man ſahe ſonſt keinen Uhr⸗Zeiger oder Uhr⸗ Aufziehung daran, ſondern nur vier kleine ver⸗ guldete Schraͤublein und Muͤtterlein, ſo aufs zierlichſte gemacht waren. Dieſes Kaͤſtlein oder Laͤdlein hat in der Bibli⸗ othec hinter alten Buchern, ſo in funffzig Jahren nicht beruͤhret worden geſtanden, welches ein ver⸗ trauter Hußitiſcher Prieſter, Herr Stanislaus Schlanitz genannt, gefunden, und dem Fuͤr⸗ ſten Chriſtiano von Anhalt in geheim zuge⸗ ſchickt und verehret/ welcher ſolches Laͤdlein am erſten geoͤffnet, darinnen war aber nichts anders, dann ein von Jungfrau⸗Pergament geſchriebens Bůchlein von acht Blaͤttern, welches aufs ſchoͤnſte von Gold und Silber gemacht und nachfolgende Geheimniſſe in demſelben geſchrieben und gemahlet geweſen. Auf dem erſten Blatt, an ſtatt des Titels, ſtunden dieſe Worte: PERIODVS Romani Imperii, per ſeæ Manſiones pan- tita divina Revolatione amnotatà, Ho- mine vili ſuppreſſo. Cc 2 Das 3098 SGruͤndliche Offenbahrung Daẽ iſt zu teutſch alſo gegeben: Das Be⸗ zirck oder Umſchreiben des Roͤmiſchen Reichs in ſechs Zeiten getheilet/ durch Goͤttliche Gffenbahrung aufgezeichnet von einem geringen und unterdruͤckten Men⸗ ſchen. Auf dem andern Blatt hat geſtanden: Manſio CMDxXVVV. hernacher war gemahlet ein liegender Loͤwe, halb weiß und halb ſchwartz, und uͤber ihm ſchwebete ein ſchwar⸗ tzer Löowe, der ſtach ihn mit einem blauen Stab/ und ein ſchwartzer Adler trat ihm auf dem Kopff, derſelbe Adler hatte an der Bruſt das Oeſterreichiſche Wappen. Auf dem dritten Blatt ſtund oben: Man⸗ 1 CMDXVVI. darunter waren gemahlet zwey Wappen, in dem einen ſtunden ſieben weiſſe Berge, in einem rothen Feld. Im andern war ein doppeltes weiſſes Creutz. Dieſe Wappen wurden gehalten von zweyen chaͤn⸗ den · ſo in einander geſchloſſen, auch oben druͤber ein Lorbeer⸗Crantz und dadurch zwey Palm⸗Ʒweige gezogen waren. Auf dem vierdten Blatt ſind oben her dieſe Worte und Signa: Manſio VVXDMI. CI. darunter Signum Pacis auf einer runden fliegen⸗ den Kugel geſtanden. Auf i 9 Hauſio ihe G Lodter fibe 9 MbUx 1Ede Abes 9 MDI Uuge Tehtſ un/ 9 heu: Aſche Tüutn an Hi 4 Hit Aun ö 151 2 f. 6 R Nonrcyn iſſ. I diſt WN0 chwe Rc05 0 einer geheimen Prophezeyung, 309 Auf dem fuͤnfften Blatt ſtunden zu oberſt: Manſio CMXVVDT. Unter ſolchem war ein irdene Globul, uud an den vier Orten herum, ein Schwerdt, ein Donnerſtrahl/ ein und der lateiniſche Buch⸗ abe F. Auf dem ſechſten Blatte ſtund: Manſio CMDXVVIIII. Darunter ſtund eine kohl⸗ſchwar⸗ tze Erden⸗Globul, doch war in deſſen Mitten ein gelbes Lichtlein. Auf dem ſiebenden Blatte ſtunde? Manſio CMDIIIIVVX. Dabey waren gemahlet, die Ungariſche Wapen, ſammt denz. Koͤnigreichen Teutſchlandes/ Ungern und Boͤhmen Wa⸗ pen/ ſammt einem Paͤlm⸗Zweig. Auf dem achten und letzten Blatte ſtund oben: Manſio VVDMCVIX. Hernach war geſchrieben: Unus Paſtor,& unum ovile, das iſt zu teutſch: Und es wird eine Heerde und ein Hirte werden. Erinnerung. Aus dieſer obſtehenden Relation wird der Chriſtliche Leſer, ſo wohl in den abgebildeten Fi⸗ guren, als auch denen dabey ſtehenden nachdenck⸗ 4 lichen Worten: Manſionem, und ihrer auf ein⸗ ander folgenden Ordnung, unſchwer vermuthen Cc 3z koͤm 400 SGruͤndliche Offenbahrung koͤnnen/ daß ſolche Geheimniſſe bey jetzigen betruͤb⸗ ten letzten Zeiten/ nicht verachtet noch im Wind ge⸗ ſchlagen/ ſondern vielmehr auf Chriſtliche/ jedoch nicht aberglaͤubiſche Weiſe, mit Fleiß obſerviret werden ſollen; und iſt ſonderlich ſehr nachdencklich/ daß in der Figur N. 5. neben der Welt⸗Kugel, ein Schwerdt/ Donner⸗Strahl, Todten⸗Kopff und lir. E.vorgebildet wird, dadurch dann Zweif⸗ ſels ohne/ allerhand ſchreckliche Land Straffen, als Krieg, Erdbeben, Peſtilentz und durch dem Buch⸗ ſtaben F. das Wort kames, das iſt groſſer Hun⸗ ger und theure Zeit zu verſtehen ſind. Derohalben dann billig ein jeder Chriſt ſich mit einem Niniviti⸗ ſchen und bußfertigen Hertzen/ gegen GOtt dem Allmächtigen demüthigen/ und ihn um gnädige Abwendung aller vor Augen ſchwe benden und noch ferner androhenden beſotgenden groſſen ſchweren Landſtraffen hertzlich und inbruͤnſtig anruffen ſolle/ damit ſeine Allmacht mitten in ſeinem gerechten Zorn ſeiner groſſen Gnade und Erbarmung geden⸗ cken, und den guͤldenen theuren Frieden wieder be⸗ ſtandiglich verleihen wolle /damit wir die Zeit unſe⸗ rer Heimſuchung zu rechter Zeit erkennen⸗ auch un⸗ ſer Leben Chriſilich und ſeelig beſchlieſſen moͤgen. Und iſt ſolche Obſervation um ſo viel deſto mehr von noͤthen, weil allbereit davon ſeit i30 Jahren her, viel erleuchtete, geiſtreiche und gelehrte Perſonen, man⸗ cherley denckwürdige Sachen/ Geheimniſſe und Offenbahrungen prophezeyet und verkuͤndi⸗ get haben. Doch wird dem Chriſtlichen Leſet ſein Judicium und ferneres Nachdencken 125 ——U fachf t e/ luch ſilige Pah u T 9 fitdlſ lhlt! A eh einer geheimen Prophezeyung. 401 8 dis offenbahrte Geheimniß allerdings frey gelaſ⸗ ſen/ welcher deſſen zu ſeiner Beſſerung, War⸗ nung und Nachricht gebrauchen, und ſolches im beſten verſtehen und aufnehmen wolle. Ein Stuͤck aus der Prophezeyung des hocherleuchteten Mannes Gottes, Jacobi Hartmanni von Durlach ſo er Anno 1538. geſtellet hat. V geſchrieben, und/ wie ſich ſein Gluͤck wer⸗ de endigen und erſterben/ geſaget, will ich kommen auf die folgenden Kayſer: SG ich gnug von Carnolo V. Daß Ferdinandus ihm im Reiche werde nachfolgen/ das wiſſen wir wohl und duͤrffen wir nicht prophezeyen/ daß er friedlich ſeyn wer⸗ de/ denn ſolches iſt am Tage. Daß er aber auch/ da er ſolte kriegen, nichts gewinnen noch einigen Sieg werde haben, koͤnnen wir in der Wahrheit von ihm ſchreiben, und wird unter ihm der Tuͤrcke ſein Reich etliche Meilen erweitern. Nach ihm wird regieren einer ſeiner Soͤhne friedlich und verſtaͤndig, und auch ein ungluckſee⸗ liger Kayſer, ſehr liſtig und verſchlagen vieler Sachen. Unter ihm wird der Tuͤrcke noch wei⸗ ter einreiſſen, und das Reich ſich neigen/ daß es Cc 4 nim⸗ 402 Ein Stüͤck aus der Prophezeyung nimmer ſey, daß es geweſen iſt, denn weil er nicht mit dem Hertzen rein geweſen iſt, ſondern geheuchelt, hat GOtt ihn, wie in der Offenbah⸗ rung Cap. 17. ſtehet, verworffen, daß ſeine Wur⸗ tzel und Aeſte abbrechen werden, und nicht gruͤ⸗ nen. Darum, ob er ſchon viel Sohne haben kan, kemmen ſie doch nicht zu ihrer Vorfahren Ehre, und ſind alle unglucklich, was ſie anſangen. Unter dieſem Kayſer wird eine neue abſcheu⸗ liche Lehre entſtehen, und ſehr einreiſſen zehen Jah⸗ te lang/ darnach wird ſie wieder fallen und er⸗ loͤſchen; denn ſie iſt Menſchen⸗Spitzfindigkeit/ und nicht eine Lehre aus dem Brunnen Ilraells flieſſend. Unter dieſem Kayſer wird Sachſen hoch ſeyn, und ſeine Aeſte hoch ausbreiten/ aber am hoͤchſten ſtehen und von vielen heimlich gehaſſet werden. Nach dieſem koͤmmt einer der Kayſer heiſſet, denn er wird nicht regieren. Er hat zu keinem Kriege Gluͤck. Ohne Kinder und Ehe wird er ſterben, und der letzte aus dieſem Geſchlech⸗ te ſeyn, ſo Kayſerlichen Nahmen erlanget. Unter ihm wird Sachſen ſich neigen/ und bald nach ihm fallen. Das gedemuͤthigte Haus Sachſen Iſo ſei⸗ ner Ehre beraubet, und viel Ungluͤck 15 E fan * c 1 0 0 fem 00, bit thrwt den Weld hll. dekül ftte Aakllt ugch land! rd ſct Uugl fen ge 54 Jacobi Hartmannt von Durlach. 403 geſtanden, wird hoch werden, und ſeine Aeſte uͤber die Baume, ſo ſich uͤber das erhaben gehabt, weit ausſtrecken/ und den Hoffartigen wieder demuͤthi⸗ gen. Im Niederlande werden die fremden Gd⸗ ſte mit Ende dieſes Kayſers aus getrieben werden. Und Engelland einen groſſen Aufruhr ha⸗ ben/ denn es wird ihre Koͤnigin ſterben/ und ih⸗ rer viel werden nach der Krone ſtreben. Nach Ausgang des edlen, hochberuͤhmten und ehrwuͤrdigen Hauſe Oeſterreich/ wird eines aus den alteſten zweyen Churfuͤrſtlichen Haͤuſeru hoch werden/ und ein kleines Reiß liebllich bluͤhen. Aber viel Krieg, Blutvergieſſen, Theurung und Veraͤn⸗ derung faſt aller Regiment/ werden ſich unter ihm zutragen. Und Boͤhmen ohne Koͤnig ſeyn etliche Mo⸗ nat und hefftig zerruͤttet werden. Endlich einen Koͤ⸗ nig ohne koͤnigliche Ehe gebohren/ uͤberkommen. Der Tuͤrcke wird um dieſe Zeit gantz Unger⸗ land haben, und uns nahe werden /aber ſein Ungluͤck wird ſich nahen, daß er fallen wird, denn die Zeit des jetzigen und vorhergehenden Kayſer werden alles Ungluͤck mit ſich wenden in aller Welt. Das ver⸗ leihe uns der barmhertzige und gůtige GOtt um ſei⸗ nes a Deſl IJEſu Chriſti willen, ſamt dem Heiligen Geiſt. Cc 5 Weiſ⸗ 404 8 2 K³ Weiſſagung Biſchoffs Chriſtiani Aegidi/ Welche am zten Aug. 1667. in der nahe bey Paris belegenenen Capelle zum Heil. Geiſt/ in deſ⸗ ſen Grabe zu ſeinen Fuſſen/ in einen bleiernen Kaſt⸗ gen/ auf Jungfer⸗Pergament/ in lateiniſcher GSprache geſchrieben gefunden worden. Gedachter Biſchoff war aus dem Hauſe Locharii,.woraus nachher die Koͤnige von Franckreich entſproſſen, ge⸗ bohren im Jahr 1172. und iſt geſtorben am 14. Junii, 1204. Zum Gedaͤchtniß. EI Dam man dieſes Grab entdecken 59 wird, ſo wird in Franckreich eine hel⸗ ⁊ ie Sonne ſcheinen, und ihre ſcharfe Stralen auf das Land des Loͤwen ſchieſſen laſſen/ welches alsdann von aller Huͤlffe wird entbloͤſet ſeyn, worinnen ſie vieles uͤberwinden, verwuͤ⸗ ſten und verderben wird. Dann wird das Land des Loͤwen in ſehr groſſer Noth und Drangſal ſeyn, ſo daß ſelbſt das Vieh auf dem Felde ſchreyen wird/ weil ſeine Weide uͤberſchwemmet iſt. Doch wird die Sonne einige Zeit hernach ihre Stralen von dem Lande des Lowen abwenden, und dieſelben auf eine ſolche Gegend ſchieſſen 4 8 en 90 A t9! 9 4 f05 d0 f enn Huft füfket ſitder Vattt Fhels ſhek t ü Witd! Ruben herſt demh! wache e Dut rü 0 i heh ind 100 Hoteks g 14. kthn hch ſhalſ ſch/ hoſt W⸗ I tungil ſcteyeh th00 HWdeh, n e e 4 RRr Weiſſagung Biſchoffs Ehriſt Aegid i. 405 ſen, die ihr gefäͤllig und am gelegenſten iſt. Sie wird viele Machtige(bulffee We und groſſes Verderben anrichten, ja viele Federn aus den Fluͤgeln des Adlers rupffen; jedoch wird ihr ſolches zu eigenen Schaden gereichen. Denn wenn dieſes alles geſchehen ſo wird nach Ver⸗ lauff einer kurtzen Zeit die Sonne dergeſtalt vers finſtert werden/ daß ſie nimmer ihren Glantz wird wiederum koͤnnen leuchten laſſen: Ja dieſes meinz Vaterland wird zur Einoͤde und Italien groſſen Theils verwuͤſtet, Venedig jedoch erhalten/ Kom aͤher eingedͤſchert werden. Und wann dieſe Begebenheiten anheben, wird der Sohn des Loͤwen die Krone der Lilien ver⸗ derben und zwar durch des Menſchen Sohn, wel⸗ cher iſt das Koͤnigreich Engelland. Denn es wird ein feſtes Buͤndniß zwiſchen dem Sohn des Loͤwen und dem Adler entſtehen, welche mit einander in entfernte Lander ziehen und viele uůͤberwinden werden. Wunderbare Prophezeyungen ge⸗ druckt zu Hermanſtadt in Siebenbuͤr⸗ gen. Anno 1630. ieſe meckwuͤrdige Weiſſagung haͤlt in ſich/ daß nach Verlauff von huͤndert Jahren, ſich faſt in der gantzen 100 groſſe 406 xophezeyung gedruckt zu Hermanſt. groſſe Kriege erheben wuͤrden, welche er weitlaͤuftig erzehlet, und inſonderheit eines Krieges zwi⸗ ſchen Schweden und einer auswaͤrtigen Macht gedencket. Siernechſt fuͤget er bey/ daß die Schleſier zu derſelben Zeit ein neues Oberhaupt kriegen/ Italien von Hiſpa⸗ nien wurde verwůſtet werden, und Deutſch⸗ land von denen Frantzoſen ein vieles wuͤrde Eiden. Wie weit dieſes eingetroffen/ beurtheile der Leſer ſelbſten. Es iſt nur ſchade, daß man dieſe merckwuͤt⸗ dige Prophezeyungen nicht hat koͤnnen habhafft werden; um ſolche gantz in ihrem Zuſammen⸗ hang zur Pruͤffung mit zu theilen; Wir haben nur bloß davon einen deutſchen Extradt geſehen, und ſoll davon ein weitlaͤufftiger Lateiniſcher Aus⸗ zug gefunden werden/ in des Wuͤrtembergi⸗ ſchen Raths, und Abts des Kloſters§. Georgii, Andreaͤ Caroli Memorabilibus Eccleſiaſticis des ſiebenzehenden Seculi, dahin wir die ourieu⸗ ſen Gemůther verweiſen můͤſſen. eckhn uft 8 zwi bn erbey/ keles Hiſpe⸗ eutſchi wuͤrde turchele licktwüt⸗ habhafft ſommen/ Jr hoben Tgcheh, 1 A mberg⸗ Geotgi, eſaltici culieu⸗ 3 8