Ankündigung gemeinnüͤtzigen Wochenſchrift. für die Churbadiſchen Qande f Die Erſcheinung einer gemeinnützigen Wochenſchrift für die badiſchen Lande konnte vielleicht keinen bequemern Zeitpunkt finden, als den gegenwärtigen, wo ſo bedeutende neue Be⸗ ſitzungen zu den alten hinzugekommen ſind. Sie ſoll haupt⸗ ſächlich dahin wirken, daß die Bewohner der verſchiedenen Provinzen und Municipalſtädte, welche den Churſtaat aus⸗ machen, früher aufhören ſich einander fremd zu ſeyn, daß ein reiner Gemeingeiſt fih unter ihnen Dilde, und das Ber- trauen gu einer Regierung ermet und unterhalten werde, in deren Verordnungen und Anſtalten ſich überall der Geiſt der Humanitat, die Achtung für Menſchenwürde und die Sorge für Bürgerglück ausſpricht. Was die Menſchen ſo oft und am meiſten trennt, iſt Unbekanntſchaft mit einan⸗ der; Annäherung entſteht nur durch Mittheilung, und das Vorurtheil ſchwindet bald, wenn nur erſt die Unbefangen⸗ heit des Gemüths hergeſtellt iſt. Dies iſt inzwiſchen nicht der einzige Zweck unſerer Blätter. Das allgemeine und beſondere Intereſſe der Be⸗ wohner eines Landes berührt ſich in gar vielen Punkten, und auch hierin ſoll diefe Wochenſchrift zum öffentlichen Or— gan dienen. Die verſchiedenen Mitarbeiter ſind eins in dem feſten Willen für das Gute, ſie kennen das Bedürfniß der Zeit und der Umſtände; nie werden ſie ſich einer tadel⸗ haften Nebenrückſicht hingeben, und überall das Beſte und Zwekmäßigſte wohl erwägen. Darum ſoll dieſe Schrift auch nie ein Tummelplatz für Leidenſchaft oder unedle Neigung werden. Der Ton wird überall klar, beſtimmt, anſpruchlos ſeyn. Die Rubriken ſind folgende: 1. Darſtellung der öffentlichen und Privat-Anſtalten des Landes, ſie mögen den Menſchen oder den Bürger, den Unterricht oder die Polizei und den Gewerblleiß betreffen. 2. Kurze topographiſche und ſtatiſtiſche Nachrichten von ein— zelnen Städten, Flecken und Dörfern. 3. Neue Entdeckungen und Erfindungen des Inn⸗ und Aus⸗ landes, welche für den Fabrikanten, Handwerker und Land⸗ wirth bedeutend ſind. Wo dergleichen nur durch Anſchau⸗ lichkeit deutlich gemacht werden können, wird die Verlags⸗ handlung Abbildungen in Kupferſtichen beifügen laſſen. 4. Bemerkungen über noch nicht gekannte oder vernachläßigte Gegenſtände des Kunſtfleißes im Lande. 5. Nachrichten von eigenthümlichen und noch wenig bekann⸗ ten Gebräuchen und Gewohnheiten in einzelnen Gegenden. 6. Naturmerkwürdigkeiten und charakteriſtiſche Volksſagen. 7. Biographiſche Notitzen von merkwürdigen vaterländiſchen Menſchen. 8. Aufzeichnung rühmlicher Handlungen, ſie mögen einen ausgezeichneten ſittlichen oder auch nur bürgerlichen Werth haben. 9. Menſchenfreundliche Winke über mannichfaltige im Vaz terlande durch die zeitherigen wilden Kriegszeiten hie und- ini da vielleicht zu ſehr eingeriſſenen Ausſchweifungen in Ge— nuß und Luſt, mit dem Beſtreben wieder an das Maas zu erinnern, in welchem alle Freude allein dem Menſchen erſprieslich ſeyn kann. 10. Kleine Aufſätze zur Beförderung religiöſer und mora⸗ liſcher Geſinnungen, der Induſtrie und des Bürgerſinns. 11. Zuweilen auch ein erlaubter Scherz, oder ein erfreu— liches Lied. 12. Literatur und Kunſt im Vaterlande, ihr Fortſchreiten oder Zurückgehen, immer in Beziehung auf vaterländiſche Werke, die der Wiſſenſchaft oder der Kunſt angehören. 13. Intereſſante Nachrichten aus den neueſten Reiſebeſchrei— bungen, und gedrängte Überſichten anderer Werke, in wiefern dieſe vornehmlich für das größere Publikum ge— eignet ſind. 14. Badechroniken von den zum Theil noch äußerſt wenig gekannten Bädern und Mineralquellen des Vater— landes, als: Baaden, Hüb, Langenſteinbach, Griesbach, Petersthal und Andegaſt. 15. Nachrichten vom vaterländiſchen Activ- und Paſſiv⸗ Handel. 16. Anfragen und Anzeigen, welche bedeutendere Ge⸗ genſtände betreffen. überhaupt ſoll dieſe Wochenſchrift ein Volksblatt im höhern Sinne des Wortes ſeyn, aber auch zugleich im wei— teſten Sinne, indem man ſich wird angelegen ſeyn laſſen, ihm eben ſowohl von Seiten der Form allgemeine Verſtänd— lichkeit, als von Seiten des Innhalts allgemeines Intereſſe zu geben. Der Herausgeber glaubt— außer den würdigen Rännern, auf deren Theilnahme er jezt ſchon rechnen Fann, auch die Mitwirkung anderer redlicher Staatsdiener in Ana ſchlag bringen zu dürfen, die es lebhaft fühlen, wie Noth es gerade in unſern Tagen fey, die Bande unter den Men: ſchen überall wieder feſter zu knüpfen, wenn ſie anders noch etwas zuſammenhalten ſollen. Das Blatt, wofür Seine Churfürſtliche Durchlaucht von Baden ein Privilegium zu ertheilen geruhten, ſoll mit dem Tten Julius ſeinen Anfang nehmen, und dann wöchent— lich ein Bogen erſcheinen. Wem daher an dem Fortgange dieſes Unternehmens etwas gelegen iſt, der beliebe ſeine Beſtellung baldigſt bei dem nächſten Poſtamte zu machen. Der Preis für einen Jahrgang iſt durch das ganze Land vier Gulden, movon für dag laufende Jahr die Halfte abs geht. Heidelberg im Februar 180b. A. Schreiber, Profeſſor, als Herausgeber. Mohr und Zimmer, als Verleger.