— — — —— —— 23„„ ν 5 E SSrrDD 4 — Un ——— ECine Wunderſchoͤne Hiſtoria von dem gehoͤrnten Siegfri E d, Was wünderlicher Abentheuer dieſer theure Ritter ausgeſtanden, ſehr denkwuͤrdig und mit Luſt zu leſen. F 8— S 8 — R ie 8 1838 Koo“ Kus dem Franzoͤſiſchen ins Teutſche uͤberſezt, Figuren geziert. und von neuem mit ſchöneren Reutlingen, bei Juſtus Jakob Flei ———— —— ———— —— e 4 5 οCα ** 4 44 4 4 —˖ —— —— —— ————....C.C————— ——. Eingang Dieſer merkwuͤrdigen Hiſtorie. Es wird in vlelen Hiſtorlen geleſen, wie daß Koͤnig Altus aus Brittannien, zu ſeiner Zeit, ſo eine berrliche Hofhaltung mulk den allerwertheſten Rittern, ſo zu der Zett ge⸗ lebt, gehalten habe, bei der Tafel Runde; von demſelben iſt auch zum Deitter geſchlagen der vortrefliche noch junge Herr Wiggleis vom Rade, der dann kurz dorauf, in ſeinen noch bluͤhenden Jahren, die allervortreflichſten 1 Abenthener aus geſtanden, das kaum zu glau⸗ ben iſt, indem er nicht allein Rieſen und an⸗ dere Ritter getödtet, und etliche gezwungen, daß ſie ſeinen Willen erfuͤllen, und ſelbſten die A 2 Zei⸗ 1 11 288 33 ä —.— 2 — 1 Zeltung nach der Tafel⸗NRunde bringen mi ſen; aber ſie von ihme überwunden wäͤren ſondern er hat auch noch uͤberdas den ungehen ren Drachen Pyron, damit wohl ein ganze Heer zu thun gehabt haͤtte, getddtet. Wie aut den verzauberten Wurm und Drachen, ode vielmehr lebhafter Teufel, mit groſſer Muͤh und Arbeit uͤberwunden, und endlich den Er Zauberer Koas nach ſehr bartem Gefecht i en. ſeinem eigenen Schloſſe und Pallaſt, mit al Wie ler ſeiner Abentheuer ein Ende gemacht, un 9 daſſelbe ganze Land und Königreich Tarodu wieder an die uͤberaus ſchöne und holdſeelig Jungfrau Lariaà, des Konigs Tochter, die e auch(Herr Wigoleiß) nach ſeiner groſſen un uüberaus ſchweren Muͤhe, Arbeit und Gefaß zur Vergeltung, benebſt dem Koͤnigreich unz Ländern uͤberkommen Wie ſolches weitläu ſig zu der Abentheuriſchen Hiſtorie von Her Wigoleiß nach der Laͤnge mit aller Luſt unt Ergbtzlichkeit wobl zu leſen. Faſt dergleicher iſt folgende Hiſtoria, zu welcher wir uns ohne fernere Weitlaͤuſigkeit wenden wollen⸗ 4—90 0 8 muͤl ſ ären“ zehen an zei e aud ode Muͤh Erf it a Wie Siegfried vom Koͤnig Sieghardo un gebohren, von ſeinen Eltern wegziehet, rodu und wie es ihm ergangen. eelig die e 1 unt efah unk itlaͤu Her unl ichel ns 1 m die Zeit, da der theure Held u. Ritter, Here Wigoleiß(deſſen wir im Eingang gedecht) lebte, wohnete in den Niederlanden ein Koͤnig, mit Namen Sieghardus, derſelbe zeugte mit ſeiner Gemahlin einen einigen Sohn, genannt Sieg⸗ Wie A 3 fried 6—((·˖f— flied, was derſelbe vor Abentheuer und Gefahl ker ausgeſtanden, werdet ihr nachmals boren. Si Der Knabe war groß und ſtark, darum er auc fal weder auf Vater noch Mutter etwas gah, ſondert nur allezeit damit umgieng, wle er ſein eigen un wa wie man ſagt, ein Freyhert werden moͤchte, dat ab ob ſeine Eltern g roßſe hatten. Wie aber der Koͤnig deswegen mit ſeinen Raͤthel da Raths gepflogen hatte, u. dieſelbe dem Koͤnig rit wi then, wenn ja der Sohn nicht bleiben wollte, fai mas denſelben zleben laſſen, denn er was ausſt eh und endlich ſich eines beſſern bedenken moͤchte, 5 leicht wuͤrde Un ärde noch ein bravers Held aus ihm. O nun wohl der Koͤnig ungern dran wollte, ward dot endlich beſchl ſſen man ſollte de nKnäben ziehen la ſen. Siegfried konnte die Zeit nicht erwarten, al ihn der Vater ausmuntiret batte, 38 zog ohn Urlanb davon, ſein Abentener zu verſuchen. Inden er nun durch manch Geholz u. Wildniß ge chet, un ihm der Magen begunte hungrig zu werden, ſleb er ungefaͤhr vor einem diken Gebblz ein D gen, daſelbſt gieng er bin. Nun w ehnte dem Wald auſſen vor dem Dorfe ein Se' mied, z dem machte ſich Siegfried, den an, obe keinen Jangen oder Knecht vonndthen, dann Sieß fried mußte es jezunder machen, wie er konnte, we⸗ er des Hungers nicht gewohnet, denn er faſt in zw Tagen ni⸗ cht gegeſſen, und ſtar 8 rgangen. Darz — er ſich, wieder nach Haus zu laufen, a war der Weg zu fern. Aber er 8 wohl beſſer gewohnen muͤſſen, als er Abentheuer ausſtehen muͤſſen, wie man) —2αe 7 Befah ren wird. Der Schmied aber, als er ſahe, daß Siegfried wacker, ſtark anzuſehen, läßt ſichs ge⸗ er auc fallen, giebt ihme zu Eſſen und Trinken, deſſen önder Siegfried wohl bedurfte, weil es nun faſt Abend en un war, laßt er ihm zu Bette weiſen. Am Morgen dar aber rufte der Meiſter den Jungen oder Knecht, und fuͤhrte ihn zur Arbeit, will ſehen, ob er ſich Räthe dazu ſchicke, da werdet ihr nun Wunder hoͤren, nig rie wie er ſich dazu angelaſſen hat. 4 „„ Foll 48 f— 7 eſtehe Wie Siegfried das Eiſen entzwey, e, vie und den Amboß in die Erde ſchlaͤgt, deſ⸗ O ſen der Meiſter ſehr erſchrack. II +— ECERRR n Nie nun der Meiſter ſelnen neuen Jungen oder ‚. Knecht zur Arbeit angeſpannt, ſchlaͤget der⸗ ardül ſelbe mit ſo grauſamer Stärke auf das Eiſen, ach hö daß es davon entzwey, und der Ambos faſt bald re. 2 4 in 8— N 0 8— in die Erden ſank, deſſen der Meiſter ſehr en ſchrak, und Siegfried beym Kopf nahm, un ihn ein wenig zauſete. Siegfried, der ſolcht Dings nicht gewohst, und deshalben erſt neulie von ſeinen Eltern weggegangen war, weil er ke nen Zwang leiden konte, wiewohl es des Vater Wille nicht war, weil aber die Räthe Siegfrie gerne wollten los ſeyn, hatten ſie dem Kbnig da zu gerathen. Wie nun Siegfried ſeines Meiſte Schlaͤge nicht laͤnger erdulden konnte, nimt ut! denſelben beym Kragen, und wirft ihn widt GoOttes Erdboden, daß er ſich in kurzer Zeit wie beſinnen konnte. Wie er aber zuſich ſelber kan winkete er ſeinem Knecht, daß er ihm zu Huͤl kommen ſoll te. Denſelben empfängt Siegfrie eben, wle ſeinen Meiſter, darum derkelbe ah Mittel und Wege bedacht war, wie er Sieg den wieder los werden moͤchte. Wie der Meiſter Siegfrieden in den Bal⸗ ſendet, in Meynu 55 daß er nicht wieder kommen ſollte. a nun gehdeter maſſen der“ Knecht wackere St öſſe von 4 pfangen, mußten ſte ſich zu Bette legen. Wi nun die Nacht vergangen, und der Ta ag begunt einzubrechen, rufte der Meiſter ⁊ Diegftieden;, ſpricht zu ihm: Ich bin jezo an Kohlen nothiget, darum muſt du in dieſen 1 und mir einen Sack voll holen, dent ein Koͤhler darinn, mit dem ich a He der er unt Se der her vet ſon kar be . ne! Meé we ne hr el Handlung habe. Er m ber, der Drache, ul der ſich in— Walde bei in i olche er Slegfri eden b f eulit und ve f01 inge er ke Setge in den S ei daß er Kohlen h i 3 all ge edeok⸗ 85 er aber zu gfrie 2 Linden 9 daf heure— ſtet li nicht ange ym zu Handen o mit N 21 LVer 4 51 Tuicht le 51 gkrie werden konnte, deſſe n ſich dann Sieg zu ſei⸗ ſe al nem Vortheil woh 10 gebrauchen wußte, dann gfrit er mehr und mehr Bäume austiß, und auf das Gewuͤrm,(deren ke ner mehr da wacen) warf. Läuft domit eilends zam Kobler, nimmt Feuer, und zäͤndet die Baͤume uͤber dem ö daß(e verbrenneten. Da ein klein 1es B3 ichlein dahin. den Finger in das wird es ein hartes Horn. ziehet er ſte wie ihr bernachmals Rern werdet. ohne die Urſoche, daß man ihn den gehdrnte mein fried genennet hat. Hand A 5 10—9 N·0Cg—2— Wie Siegfried ſich an des Konigs Gilbal gun dus Hof beziebt, und was daſelbſt tag. vorgegangen. um zein ie nun Slegf ried W bd 89 ſich aller Orten gehoͤrnig )te er, dukanſt binfuͤhro ei wle manjetzo redet) werden, 5 nach von dannen an des weitbes 3 Gilba ldus Hof. Von demſel⸗ 56 und e lieb und on jedermän niglich gebalten, daß er auch 15 doch mit groſſen Abentheuer, des Koͤni ig( 9 Tochter uͤberkam 7 W do Gilbaldus wobnete und hielt zu 8 or ms am Rhein, und hatte ine uͤberaus ſchöne Tochteſ. 2 Nun ———⏑eE— 11 lbal grun begab ſichs einn zal an einem helſſen Mit⸗ tag, daß die Jungf fer ſich an ein Fenſter ſte llete, friſche Lalt zu ſchoͤyfen, ſtebe, da kommt kein groſſer ungeheurer Drache daher geflogen, ers ſchlene, als ob die VBorg de, und fuͤhrete die choͤne eine Vierte D hen konnte. rnig o eigß den, itbe⸗ mſel⸗ und auch Da ſahe man Vater und? nigl Ae⸗ gſten um geben, d aß es nicht zu beſchr rel 1* ieeee υ DE Mutter mit ſolchen 26 gen iſt. Racht, Wornehmlich weinete die Mutter Tag und d doß ſie ganz blode Augen uͤberkam. It zu batte' Wie nun der Drache die Jungfrau auf den hter. Drachen⸗ Stein gebracht hatte, da legt en ibr u Haupt itn demnach ſeine S. ſo erſchuͤtt W Stein ob ſeinen Odemholen. Nun um 5955 ihr leicht denken, wi der Jungfrau mag zu Mi uthe ge 8 ſeyn, 1 ſolch—. m ſcheuß lchen Wurm zu ohnen, wa vor Herzens⸗Angſt und W— lag en n ſie daſelll d gef fäßret, iſt nicht zu beſchreiben Dieſer Drache war an—.— Oſterta 9 zu el nem Menſchen, da ſprach die Inngfrau! zu ihm: Vielwerther Herr, wie uͤbel 85 ihr bei mir, bei meinem berzlieben zater, Mutter und viel gellebten Brüdern gethan. Weil es dann nun ſt maunchen Tag, ſeit ihr mich bergefuͤh ret, als wol te ic gern meinen herzgeliebten Vater, Muttel und Gebräder ſprechen, wollet ihr mich dahn fͤhren, ſo will daß ich kommen den, will ich euch hier veſtigl ieher auf— Steit n ihr ichſent wollt fuͤh⸗ 8 a ſprach de*8 rauen: D bl teſt vergeblich, dt allein deinen Vater, Mutter er nicht mehr ſehen, ſondern auch kei en Menſchen nimm mtht⸗ Das wat Jut agftan ein Donnerſchl ag In ihrer Seel 5 Wie nun die Jungfrau in Aeng⸗ und Todes⸗Schrecken ſaſſe, un d kein Wort mehr reden konnte, ſprach er zu ihr: Du darfſt dich ſo fehr nicht graͤmen, viel wenig ger dich mei⸗ ner ſchaͤmen, dann heute uͤber fünf Jahr werde ich wieder zu einem Mann, alſo muſt du noch mit mir beuten fuͤnf Jahs und einen Tag, alsdann wirſt ich angeloben he; Ar6308 De * Well 5 Wf inen „wiß „bi wa ſelb u el ihm: mir viel un ſt wol⸗ uttel hahit oben Steil t fuͤh⸗ Inge blich Attet h kei⸗ wat Seel leng⸗ Wort arfſt mei⸗ zerde mit dann wirſt —⏑ 13 wirſt du meine Frau, wornach du dich dann du muſt doch mit mir zulezt len zu, da dann ein einziger Tag e in ganzes J ſeyn wird. Wie die e Ju: ngfrau die erſchebck Ke Worte 8 fehlete es wenig, ſie waͤre in eine Ohnmacht geſunken, denn ſie war ſehr zitternd. Rufte voch G0T im Himmel von ganzem Herzen innigl getroſtet ſich ſeiner Zuſag und Verheiſſung aus G00tien Wort, und bittet von Herzen, er wolle doch zum wenigſten ihre Seele,(die 22 nicht mi t G zold oder Silber, ſon⸗ dern mit ſeinem tö euren Blut erlbſet, bewabren, und da es ſein gnaͤdiger Wille ſey, von dieſem ſchweren Gefängniß etledigen und befreyen. Weiter ſprach die Jungfrau: Ach! daß meine Bruͤder mein Gefängniß wuͤßten, ich weiß, ſie huͤlfen mir 1195 55 oder lieſſen ibr Leben drum. Ingleichem mein berzlieber Vater wuͤ de ſein daron wagen. Mich erbarmet über alle maſſen meine herzgeliebte Frau Mutter, ich weiß, daß ſie alle dohl als ich, das tothe Blut aus ihren Augen weinet. Das Geſchrey u. jaͤmmerliche Klage trieb da tugendſame Jungfraͤulein zu Tag und Nacht daß ſie zum Iftern ganz kraftlos in eine macht darnieder ſank. — Hier ſendet der Koͤnig Botten aus in alle Lande, ene Tch— Florig unda zu ſuchen. ie ſich uun der Köngen ſeine Gemablin lang genug ge haͤr met und Leid getragen hatten, wurden 14—29(08. wurden ſte Raths, und ſandten Botten aus h Ein⸗ alle Lande, die ſeine Tochter Florigunda ſuchn ſchör ſollten. Da ſie nun etlichermaſſen Kundſchaß bege erlangten, daß ihre Tochtet auf dem Dracheſ Baͤr ſtein von dem Drachen verwahrt gehalten wil und de, und aber, daß ſie niemand als ein einig denn Ritter mit unerhoͤrlicher Abentheuer u. Gefaß auch erlbſen mochte. Indeſſen verlieffen ſich bey vi, Geſi Jahr, daß die Jungfrau auf dem Steine vi choli harren mußte. Und ich glaube gaͤnzlich, ſoll er et das fuͤnfte Jabr auch hingeſchlichen ſeyn, unw! würde mit der Jungfrau nicht zum beſten abg laufen ſeyn. — b Nunmehr war Siegfrled zu ſeinen männlich Der * Kräften kommen, alſo, daß er die Bären maßer ˙ 134 23 Lhwen fienge, dieſelbe zum Geſpoͤtt an die BiCbe me henkete, darob ſich maͤnniglich verwunden Eit —20 28= 15 zusk Eines Tages war Siegfried in Kundſchaft der ſuchtſ ſchoͤnen Florigunda etwas fern ausgeritten, da 04 begegnete ihm in—.— engen Weg ein groſſe achen Baͤr, denſelben fiel er Wüäpigl—— tödtete ihn wiß und henkte ihn hernach an den naͤchſten Banm, inig denn das war ſein Gekrauch. So begob ſichs jefeh auch, daß der Koͤnig Gilbaldus mit ſeinem Hof⸗ y oll Geſinde war auf die Jagd geritten, ſeine melan⸗ te ve choliſche Gedanken etwas zu vertreiben; da war oll er etwas fern von ſeiner Geſellſchaft in den Wald u„,(unwiſſend kommen, und war niemand bei ihm, als Siegftied, der ſtets um ihn war, da begabs ſichs, daß ein groſſer ſtarker Eber auf den König zu lief mlich Der Konig wollt ihn mit ſeinem Spieß erſtechen, ren 1 ababer Siegfried kam ihm zuvor, und ſchlug dem 5 Bi Eber mit ſeinem Schwert den Kopf von einan⸗ nde anden Eit der, 16—900— der, daß er todt zur Erden ſiel, darob ſich de enun das Lob von dem edlen Siegfried ſih 0 Welt n. ferne in allen Landen ausgebreitet, wa der Koͤnig Gilbaldus demſelben mehr und meh⸗ gewogen. Nicht lange Tarnach kam der Kbaß aus Frankreich, der Koͤnig aus Spanienzdi Koͤnig aus Engelland, Schottland, und ander mehr, zu dem Konig Gilbaldo, ihm ſeine G. mahblin wegen ihte⸗Tochter zu trdſten. Da liez er ein Turnier und Stechen ausſchreiben, dam er ſehe, wie Siegfried ſich darzu ſchickte. Dan er ſezte alle ſeine Hoffnung auf denſelben, we⸗ er hörete, daß ſein Lob ſchon in fernen Lande ausgebreitet war. Demnach wartete ein jed. auf den beſtimmten und angeſezten Tag, dam man ſehe, wer das Beſie auf dem Turnier thu und das Lob davon tragen wuͤrde. Wie an des Koͤnigs Gilb Turnier gehalten, dari Preis erla aldus Hof ei Siegfried den 8 4 mn g9ek. 1 n9 Ils nun der angeſezte Tag herzu nahete, kgt V.ein jeder wohl gewafnet und geraͤſt auf de⸗ Kampf⸗Plaz, da ward die Bahne gleich gethe let, alſo, daß keiner vor dem andern einigen Vi thell batte. Nun ſollten wir wohl von einel jeden Ritter inſonderbeit Meldung thun, obe das wuͤrde viel zu lang werden. Wlir ſe ynſ abet befliſſen, dieſe Hiſtorie auf das allerkuͤtz ſte zu beſchreiben. Wer aber von dergleicht Rii Rit der Ma ſeln Her derl in abe tel im vol gel⸗ ne hie ſen her ch det ed ſt wand meh⸗ Köduß *di ndet e Gl a lith dam⸗ Dan „wel ande jedt * dam thi⸗ „kat uf dee gethel einel ab⸗ ſeyl rkuͤtz leicht Ri⸗ Ritterlichen Stechen Luſt und Liebe zu leſen bat, der findet ſolches im Kaiſer Octaviano, ſchonen Magelona, oder Peter mit den ſilbernen Schluͤf⸗ ſeln, weiſſen Ritter, Herr don Mdmpelgardt, Herr Chriſtopher genannt, Hugo, und inſon⸗ derheit im Ritter Panto, und andern mehr, da⸗ bin ich den Leſer will gewieſen baben. Dieſes aber iſt zu merken, daß allhier Ritterlich geſto⸗ chen ward, alſo, daß mancher Ritter den Sat⸗ tel raͤumen mußte. Aber Siegfried war noch nie im Sattel bewegt worden, damit ihm auch nach vollendeten Stechen und Turnieren der Preiß zu⸗ geleget ward, u. bekam zur Verehrung eine ſchö⸗ ne güldene Kette, daran ein koͤſtliches Kleinod hieng von ſehr groſſem Werth. Da das die anwe⸗ ſende Koͤnige, Fuͤrſten, Grafen und Herren ſa⸗ ben, ward der edle Siegfried mit aller deret Conſens 18—20 0.2 Conſens geebret, und zum Ritter geſchlagen, was auch allda für Pomp und Pracht vorge⸗ gangen, waͤre viel zu weitlaͤuftig, zu beſchreiben, Will aber den guͤnſtigen Leſer in die obge dachte Hiſtorie abgewieſen haben. Wie Siegfried den fremden Koͤnigen, Fi⸗ ſten und Herren das Geleit gab, und waß ſich weiter begeben und zugetragen. W̃᷑̃ e nun die ganze werthe Ritterſchaft Urlal genommen, und der Ritter Siegfried ibne das Geleit auf etliche Meil wegs gegeben hatll kehrete er wieder anheim, und fand den Kbrni Gilbaldum, nebſt ſeiner Gemablin ganz tral rig und betrübt. Dann dieſelben waren von ih rer Tochter Florigunda zu reden kemmen, darth war ihr Herz in Aengſen und Trauren gerorbel Siegfried troͤſtete ſie aufs Beſte, als er imm konnt agen, orge⸗ eiben, obge Fi⸗ waß Irlall ihnt⸗ hattt, Khni tral⸗ on ib darth athel, imm! onntt —20•- 19 konnte, und ſprach: Euer Majeſtaͤt ſollen ihr uͤbermaͤßiges Trauren einſtellen und fahren laſ⸗ ſen, ich hoffe naͤchſt GOtt, ihre Tochter bald zu erlbſen. Wie ſie ein wenig gutes Muths wa⸗ ren, nahmen ſie das Nachtmahl, und legten ſich ſchlafen, zu Nachts hatte Siegfried einen Traum wie er bie ſchone Florigunda ſahe, darob er groſ⸗ ſe Freud empfieng. Als nun die Nacht vergau⸗ gen, und die Sonne allmaͤhlig den Tag verkuͤn⸗ digte, da erwachte Siegfried, ſtund auf, und legte ſich an. Da kommt ihm eine Luſt an, zu jagen, nimmt demnach ſeine Hunde, und reitet damit aus, da er dann in einen dicken Wald kam, da ſich kein Wild dusſte blicken laſſen, ſiehe, da läͤuft ſeiner beſten Spuͤhr⸗Hunde einer in dat Gebolz, dem eilete Siegfried mit Begierde nach, und kam ohngefähr auf die Spuhr, da der Dra⸗ B 2 che 2⁰—9 W6— che mit der Jungfrau war hingefahren. Sieg⸗ fried eilte ſeinem Hunde und dem Geſpuͤhre des Wurms bis an den vierten Tag ungegeſſen und ungetrunken nach, bis er endlich am vierten Morgen hoch uͤber das Gebürge kam.(Hiet hatte der gute Siegfried wohl beſſer Hunger lel⸗ den muͤſſen, als zuver, da er erſtmals zum Schmid kam, wle ſchon gemeldet worden) Sieg⸗ fried aber vergaß ſich ſelbſt, und gedachte ſtets an die ſchoöͤne Florigunda. Wie er aber gemer⸗ ket, daß ſein Pferd matt wurde, ließ ers ein wenig graſen, weil kein Haber vorhanden, und well er ſelbſt auch matt war, wollte er auch ein we⸗ nig ruhen, ſiehe, da lief ein groſſer Ldwe aus dem ———— ......PPPPGGGGGGGGcGccccCccccc( Walde gegen Siegfrieden zu: da er das gewaht ward, dachte er, hier iſt nicht lange Zeit zu raſten, griff demſelben beberzt(wie Simſon) in den Ra⸗ chen: riß ihn von einander/ daß er todt vot— 5 Aag/ waht aſten, n Ra⸗ rihm Iag/ —9 Q(082= 41 lag. Da nahm er denſelben, und bieng ibn an einen Baum, ſattelte ſein Pferd, und eilte ſeinem Hund nach, dann derſelbe zeigete ihm allezeit den Weg. Wie ein gewapneter Ritter Sieofrieden auf freyer Straſſen anfaͤllt, den er üͤberwindet und toͤdtet, und was ihm weiter begegnet. tu⸗ U 67 IDN E N + ie nun Slegfrled wieder ouf ſein Roß geſeſ⸗ ſen, u. noch nicht gar weit geritten war, be⸗ gegnete ihm ein gewayneter Ritter, der ſyrach ihn alſo an: Du junger Mann! wer du auch biſt, ich ſage dir, du kommeſt obne Schwerdt⸗Streich nicht von dannen, du giebſt dich denn mir gefan⸗ gen, wo nicht, ſo muſt du von meinen Händen ſterben, zog damit vom Leder. Siegfried bedach⸗ te ſich nicht lang, griff zu ſeinem guten Schwerdt und ſprach: du viel kuͤbner Ritter, wer du auch B 3 ſeyeſt, 25—990(— ſeheſt, aun wehre dich maͤnniglich, denn es wird faſt noth ſeyn, ich will dich bald lehren, wie du einen beberzten Ritter auf freyer Straſſe anfallen ſollt Damit ſchlugen ſie kraͤftiglich zuſammen, daß die Funken berunter flogen. Da ſprach der gewapnete Ritter zu Siegfrieden: ich ſage dit Held! gib dich mir gefangen, denn du biſt ja nicht gewapnet, darum magſt du mir uicht beſtehen. Siegfried ſagte: Ich will dir deine Waffen bald aufloſen, u. faſſete damit einen ſo harten Streich auf den Ritter, daß er ihm damit ſein Viſier weg⸗ ſchlug. Da ſprach der Ritter zu Siegfried: Das ſoll die uͤbel bekommen, denn ich habe dich bisbere verſchonet, faßte damit einen gewaltigen Streich, und gedachte hiemit, Siegfrieden das Haupt zu zerſpalten, aber Siegfried empfieng den Streich auch bebend auf, und teak den Ritter damit in ſeinen Hals, als er vom Pferd zur Erden ſank. Siegftied ſorana ſchnell vom Pferd, gleng zum Ritter, beſabe leine Wunden, und da er vernahm, daß ſie toͤdtlich varen, gerenete es ihn gar ſehr, daß er den Ritter ſo verwundet batte, zog ihm ſeinen Harniſch ab, vermeynte, wenn er friſche Luft ſchöopfte, wuͤrde et wieder zu ſich ſelbſt kom⸗ men, welches zwar ſo viel Nuzen ſchaffte, daß der Ritter noch etliche wenige Wort redete Sieg⸗ fried ſprach: Nun ſage mir, olel edler Ritter! von wannen biſt du, und wie belßt dein Name, und was iſt die Urſach, daß du mich ſo freventlich angerannt? Dor Ritter antwortete: Ich wollte dir alles ſagen: wenn ich nur ſo viel Kraft bel mir haͤtte, aber ſage mir, wer biſt du? Siegſeh. el uird du llen en, der dit icht hen. vald elch veg⸗ Das here ich, öt zu eich it in ank. zum ihm, ehr, ihm iſche kom⸗ daß dieg⸗ ter! ime, tlich ollte bei kted⸗ det —9 0.2= 2³ der gerne etwas neues von dem Ritter erfahren haͤtte, antwortete ihm bald, und ſagte ich wet⸗ de genannt der gehörnte Siegftied. Als der Rit⸗ tet dieſes höͤrete, ſagte er: Mein vlel edler Rit⸗ ter! biſt du derſelbe, ich babe viel hdren von dir ſagen, aber ich merke, daß meines Bleibens nicht länger hier iſt; Drum, edler Ritter Siegfrled! nimm meinen Harniſch und Schilt, dann er wird dir faſt Noth thun, dann bier in dieſem Wald wobnet ein groſſer Rieſe, Wolfgrambaͤr genannt derſelbe hat mich bezwungen, daß ich ſein Gefan⸗ gener biy. Denn ich bin aus der Landſchaft Si⸗ tilia gebürtig, um Abentheuer ausgereiſet, und ſo bin jch ungefaͤhr in den Wald kommen, daß mich dann dieſer Rieſe uͤberwunden, und mich ihm unterworfen, bis ſo lange ich ihm fuͤnf Ritter wleder unterwͤärfig mache, alsdann ſollte ich wie⸗ der auf freyen Fuß geſtellet werden. Nun habe ich ihm nicht mebr als den einen bezwungen, und werde ihm binfäͤte keinen mehr bezwingen. Nun wollte ich, geſtrenger Ritter Siegfried! noch viel mehr ſagen von ſonderlichen Abentheuer, ſe noch in dieſem Walde vorhanden, wegen eines Dra⸗ cheus, der eine ſchoͤne Jangfrau gefangen hält, aber ach leider, ich muß ſcheiden. Damit gab er ſeinen Geiſt auf. Als Siegfried dieſes borete, und den ſo ploͤzlich dahin ſcheiden ſahe, feblete es wenig, er waͤre ineine Ohnmacht dahin geſunken, faſt eine gute Weile gedachte er hin und her, wole er ſeine Sachen angreifen wollte, beklagte den Ritter ſebr ſchmerzlich: Ach du edler Ritter, ſagte er, wollte GOtt! du wäreſt noch am Leben, da⸗ B 4 mit 24 mit ich mehr von dir erfahren möchte, wo die ſchl ne Florigunda anzutreffen waͤre, aber ach leider das mag nun nicht ſeyn; Siegfried nahm vol ſeinen des Ritters Waffen, nicht mehr als deſ Schild und die Sturmhaube. Denn er ſprach Ich habe nun in dreyen Tagen keine Speiſe g -n noſſen, und bin derbalben ſehe matt, daß ich de ganzen Köraß nicht tragen mag, ſo hab ich aul einen guten Harniſch an meiner Haut,(verſtiſ das Horn,) ſezte damit die Sturm⸗ Haub al ſein Haupt, und nahm den Schild in ſelne Hand ſezte ſich wieder auf ſein Roß, und rltte fuͤrbe in den Wald, ſeiner Spur nach, in Hoffnung die ſchoͤne Florigunda anzutreffen u. zu errettel oder ſein Leben darum zu laſſen. Wie er nun ſolchen Aengſten eine gute Weile verharrete, wiſſend, daß er ſo nabe an dem Drachenſtein wa⸗ indem ſticht er ſein Roß mit Sporen an, in 5 leh E ſchb eider m vol Is daſ prach! iſe g. te, 1 zin waß in Wb⸗ lehl lens durch den Wald davon zu fliegen, ſiebe, da kam ein Zwerglein, Namens Egwaldus, auf ei⸗ nem kohlſchwarzen Roſſe daher geritten, mit überaus koͤſtlichen Kleidern, toie ihm dann wohl gebuͤhret zu tragen, denn er war ein König von groſſem Reichthum. Wie Siegfried das Zwerglein, Koͤnig Egwaldum an den Stein wirft. Witrun der Zwerg, Konig Egwaldus, den ge⸗ Vhbenten Siegfried anſichtig ward, gruͤſſet er ihn tugendlich, deſſen ſich Siegſried zum hoͤchſten bedanket, und ſich uͤber ſeine koſtbare Kleidung und ſonderlich der uͤberaus kͤnſtlichen Krone, zum böchſten verwunderte. Auch wegen ſeines Comitats, den er bei ſich batte, nebmlich tau⸗ ſend Zwerge, alle wobl gepuzt und gewapnet, die ſich dann Siegfeleden alle zu Dleuſte erbo⸗ B 5 ten. 26—90(— ten. Dann ſein gut Gerichte war auch untetzefan dieſe Zwerge erſchollen. Wie ſich nun der ZwerſPate Kbnig Egwald, ob dem Siegfrleden nicht genußſigun ſam verwundern kan, wie und warum er doch allber dieſen Ort gekommen, fragte er ihn, was dotſheri die Urſach ſey, daß er ſich an dieſem Ort allelſſer an aufbalte, zumalen es ſeh gefaͤhrlich allhier b ſchaffen! Siegfried dankte GOtt, daß er iln Mittel und Wege zugeſchicket haͤtte, ſein Vorhe f ben weiter ins Werk zu ſtellen, und bat den Kh genieſſen laſſen, und ihm Miitel und Wege ze gen, wie er am fuͤglichſten zum Drachen kommt mochte. Wie nun der Zwerg mit Siegfriede redete, und ihn bei Namen nennete, verwun derte ſich Siegfried darob, u. ſagte zu dem Zoi gen: Weil du mich ſo wohl kenneſt, ſo wirſt d 8 auch wehl wiſſen, wie mein Vater und Mutii heiſſen, und ob ſie noch am Leben ſind. Der Zwen f antwortete ihm und ſprach: Dein Vater heiſ Steghardus, und iſt ein Koͤnig in den Nlederlah den, deine Mutter heißt Adelgunda, und ſeyn J noch am Leben. Wie nun Sieofried vernahl dieſ. daß der Zwerg von allem ſo guten Beſcheld wußl lu e⸗ gedachte er, meine Sache wird noch gut werdel vern denn er verließ ſich ouf ſeine Störke. Bittet den vich nach ferner, der Kbnig wolle ihm doch den We aul zum Drachenſteln zeigen. Darob Egwald der Küſben nig ſehr erſchrack, und ſprach: Du ſollt ſolchalln di nicht begehren, denn es wohnet davon auf denſeon Drachanſtein ein uͤberausſchroklicher Drach deſſtau haͤlt die ſchbne Jungfrau, eines Kdulgs Tochten lel, 90 nig, er wolle ihm doch ſeiner Tugend und Trel N —. 27 unteizefangen, welche kein Menſch erloͤſen kan, ihr zwerhBater heißt Gilbaldus, und die Jungfrau Fle⸗ genuffizunda. Von dieſen Worten ward Siegfrled och alber die maſſen froh, daß er elnmal gewiſſen 's deltbericht eingenommen hatte, wo des Koͤnigs Toch⸗ anzutreffen, ſpricht derowegen zu dem Zwerg: er bl er ihn Vorh⸗ en Kl Trel ge ze⸗ mmu friede⸗ erwun Zot irſt d Muttl Zwel r hei( derlat d ſenl, Ic habe genug und bedarf nan nicht mebr, denn tnahl die ſchͤne Jungfran von dem verfluchten Drachen wußl lu erretten. ie nun der Koͤnig Egwaldus diß verdel bernimmt, daß Siegfried von ſeinem Verhaben et dem vicht laſſen will, bittet er ihn, er woͤchte ihm er⸗ u Wehlauben, mit ſeinem Willen im Frieden von hin⸗ der Külven zu ſchelden. Siegfrled ſteckt ſein Schwerdt ſolchel in die Erde, und ſchwur drey Eyde, er wolle nicht uf dendon dannen weichen, er habe denn die ſone Jung⸗ ach delftau erldſet. Der Zwerg ſagte: und wenn du noch ochten blelch drey Eyde ſchwuͤreſt, ſo iſt doch alles ver⸗ 90 gebens, 28—9 0 2 gebens, und du haſt dein Leben ſchon verlohrikgw⸗ es ſey dann, daß du dich von hinnen begiebihtam Siegfried ſprach: Ach mein König Egwald, Ranze kann nicht ſeyn, ſolches geſchieht nimmermehr/ ſih, ſollet euch ſolches nicht unterwinden, wich dalhen E abzuſchrecken, ſondern mir viel lieber die Jungſtßleg erretten belfen. Weil ſich aber das Zwerglmird ſehr fuͤrchtet wegen dem Abeniheuer, wollte eiſhͤlf von fliehen, da ergriff Siegfried den Zwerg ihuſte den Haaren, und ſchmiß ihn in eine ſteinuze be Wand, daß ihm ſeine ſchoͤne Krone zu Stüllboh nahn ſiel. Da ſprach das Zwerglein, König Egul bu tugendhafter Ritter Siegfried! ſtille delthrieſ Zorn, und laſſe den Unmutb fahren, ſchene ndas nes Lebens, ich will die rathen und helfen ulfera was ich kan. Siegfried ſprach: das danke knd des Teufel, ſags! Da ſprach der Zwerg, —9 0 Q(— 29 rlohrkgwald: Hier bei uns wohnet der Rieſe, mit egiebhiamen Wolfgrambär, demſelben geboͤrt die ald, Ranze Gegend, und er hat tauſend Mann unter neht, ſich, die ihme alle zu Gebote ſiehen. Derſelbe hat ch dalſen Schluͤſſel zum Drachenſtein. Da freuete ſich Fungſtsiegfried uͤber die maſſen, und ſprach: Nun zeige werglmir denſelben bald, damit ich der Jungfrau zu lie eiſhuͤlfe komme, und ſie errette, wo nicht, ſo muſt werg ihu ſterben. Da weiſete er ihn fuͤrbaß zu dem Ber⸗ ſteinetze bei einer ſteinernen Wand, da der Rieſe ſeine Stüͤlllsohnung hatte. Da nun Siegfried ſolches ver⸗ nahm, klopfte er an die Thuͤr, und heißt den Egwi le delhgieſen zu ihm heraus gehen. So bald der Rieſe hene udas vernahm, ſpraeg er mit Grimm und Zorn lfen ulßeraus, und batte eine eiſerne Stange in der Hand danke nd als er Siegfrieden anſichtig ward, ſprach 5 2 Welcher Teufel hat dich hiehet gebracht? ge⸗ 30—9300e2 gedenke nur nicht, daß dich deine Fͤͤſſe wf dinweg tragen werden. Siegfrled ſo ach: K nun ſchon vier Jahr, daß du die ſchone Jung die“ auf dem Drachenſtein in ſolcher groſſen Til 11 2 verſchloſſen haſt, darum begebre ich von dir, Sch du mir die Jungfrau heraus gebeſt. Da der! wich ſe dieſe Worte horete, ward er voller Grimmſen f0 Zorn, und faſſete die eiſerne Stange, und ſeh Rie damit einen ſolch ungeheuren Schlag nach S Kin frieden, daß die Aeſte don den Baͤumen un flogen, und die Stange faſt halb in die Erde füen Es feblere aber der Schlag, daß er dem Hil über nichts ſchadete, dann Siegfried war ihm aus! Wege geſprungen. Feſe nen tige Jun Siegfried fechtet mit dem Rieſen Wolfgn—5 baͤr um den Schluſſel zum Drachenſteiſ 2 a nun der Kleſe ſahe, daß er des Schlagſ dem fehlet hatte, ward er noch grimmiger,! Rie ſchlug ſo heftig auf den Helden, als ob er loärt zerſcheitern wollte Siegfried aber hurtig und küänf ſchwind, ſprang wohl drey Klafter hinter f Arr und faſſete ſein gutes Schwerdt zur Hand. 3 weil der Rieſe von dem ungeheuern Schlag! 815 Stange fallen ließ, ſprang Siegfried wieder— ſich, und ſchlug dem Rieſen eine ſolche tiefe W— de, daß das Blut Haufen⸗ weiſe von ihm Hueb Da ſprach der Rieſe voller Zorn: Du jungerkan ter! darfſt dich deſſen erkuͤbnen, wider michfleüin. ſtreiten, da ſich wobhl ein ganzes Heer dot Fuer gefuͤrchtet, du ſollt dich tauſend Meilen von eber U —928— 31 Ffl nen wuͤnſchen, ſchlug damit abermal ſo einen kräͤf⸗ . Itigen Schlag auf den Helden, daß die Stange in ungſl die Erde fuhr, bäͤtte ihn auck ohne Zwelfel damit ju Boden geſchlagen, aber Siegfrled war dem dir Schlag wiederum geſchwind aus dem Wege ge⸗ dichen daß er davon keinen Schaden uͤberkam, in er ſaͤumete ſich aber nicht lange, ſondern gab dem d ſeh Rieſen binwiederumzu verſtehen, daß er auch kein chG Kind waͤre, indem er ihm abermal eine tiefe Wun⸗ a un den in den Lelb gab, daß er ſchier davon zur Er⸗ rde fl den geſunken waͤre⸗ Das verdroß den Rieſen 1 H1 über die maſſen ſebr, flohe in die ſteinerne Wand aus! und verband ſeine Wunden, ſo gut er konnte. In deſſen ſtehet Siegfried, denket, wle er dle Jungfrau erretten moͤge, klopfet demnach an des (cn Rieſen Haus, der ihm zur Antwert gab, er Ilont ſollte ſich nicht belangen laſſen, er wollte bald bei iſteil ihm ſeyn, und den Garaus mit ihm ſpielen. In⸗ dem batte ſich der Rieſe gewapnet, in einen verguͤl⸗ deten Harniſch, der war mit Drach⸗Blut ge⸗ 62 bärtet. Sein Helm war aber ͤͤber die maſſen 4 Wkänſtlich u. ſtark. Sein Schild von gutem Stahl, 1 Anes Schuhes dicke, trug eine andere Stange, Fels die vorige war, in ſeiner Hand, die war an lag allen oier Ecken ſo ſcharf, daß er damit ein Wa⸗ ben⸗Rad, wie ſtark es auch mit Eiſen beſchlagen war, in elnem Schlag entzwey ſchlagen konnte. Ueberdem hatte er ein groſſes Schwerdt nach ei⸗ erklner Gibſſe und Stäͤrke kuͤnſtlich zugerichtet, an Vatelfeiner Seite, damit ſorang er wieder aus der ſtei⸗ „agt fe W ih ml or nern Wand voller Grimm und Zorn,(wann bonzaber der Rieſe dleſ; Waffen an ſich gelegt, ge⸗ 00 trauete trauete ſich, einem ganzen Heer zu widerſtehn⸗ und ſprach zum Ritter Slegfried: Nun ſagel kleiner Bdſewicht! welcher Teufel hat dich hiel geführet, daß du mich in meinem eigenen Haiß willt ermorden? Siegfried ſprach: Das leugſt! in deinen Hals, ich habe dich heiſſen zu mir hern gehen. Was, ſagte der Rieſe, pochſt du noch du ſollt wuͤnſchen, daß du nimmermehr herkoſth wäreſt, ich will dich an einen Baum benken. D Boͤſewicht! ſagte Siegfried, meyneſt du, daß l nur Henkens willen hergekommen bin? nein, do⸗ wird die GOtt verbieten. Und ich ſage dir fl wahr, wofern du mir nicht die Jungfrau vom Di chenſtein gewinnen hilfſt, ſo will ich dir dein Lebe nebmen, und ob du gleich der Teufel ſelber wöͤl ſo iſt doch GOtt ſtärker, der wird dich in mei⸗ Hände geben. Sollte ich dir die Magd geml nen helfen, ſprach der Rloſe, das geſchieht. du dich mer ſt chnl ſage U biehl Halß ugſt! herol 1 noch koſi⸗ n. U daßl ein, di dir fll m Di in Lebe r wůͤl n meit d gewö⸗ ht nich 1 * 33 du weiſſeſt meine Kraft und Staͤrke nicht, ich will dich lernen, daß dich nicht mebr das Frauenzim⸗ mer geluͤſten ſoll. Schnarcher! ſprach Siegfried, hilf mir die Jungfrau gewinnen, oder ich will dich das lernen, und dir zeigen, wer ich bin, und was ich vermag. Damit ſchlugen ſie beyde ſo geltnmiglich aufeinander, daß das wilde Feuer aus ihrem Helm und Schilde fuhr. Siegfried vermeynte nicht anders, denn daß er noch bey ſeinem Meiſier auf dem Amboß ſchlug, vermeyn⸗ te den groſſen Rieſen auch ſo in die Erde zu ſchla⸗ gen, fehlete auch wenig daran. Und als et ihn ſo hart geſchlagen, ſchwingt er ſich auf ſein Pferd weil er ſonſt gegen ihm ſehr tlein war, ſtach und ſchlug den Rieſen ſo gar ioͤdtlich, daß er auf die Erde flel, und das Blut Haufen⸗weiſe von ihm floß. Wie nun der Rieſe mit ſechzehen tiefen Wun⸗ C den 34—9(0e.— den gefaͤllet war, begunte er um ſein Leben zu bil ten, und mußte dem vielkuͤhnen Ritter den Prell wider ſeinen Willen geben. Dann ſprach er d magſt wohl mit allen Ehren einen Ritter⸗ N men fuͤhren, dann du biſt ein kleiner Mann, un gegen mir ein Kind zu rechnen, und du haſt mit gleichwohl uͤberwunden; wirſt du mir aber mel Leben ſchenken, ſo will ich dir alle meine Ruͤſtun und mich ſelbſten, dir zum Pfande meiner Trel uͤbergeben. Siegfried ſprach: Das ſollt du vn mir gewähret ſeyn, dafern du mir die Jungfra Florigunda vom Drachenſtein willt gewinnen he⸗ fen. Das verſprach er, mit aller Treu zu thun Wie der Rieſe Wolfgrambaͤr dem Siegh fried ſchwoͤret, er wolle ihm die Jungfrau vom Drachenſtein gewinnen helfen. Da⸗ ſchwur der Rieſe Wolfgrambaͤr dem Rü⸗ ter Siegfried einen iheuren Eyd, er wolll ihm die Jungfrau gewinnen belfen So ſchwol ich dir auch, ſagte Siegfried, dein Leben zu en halten, und verband dem Rieſen ſeine Wundel und ſprach zu ihm: Der Wunden bätteſt du wol koͤnnen uͤberhoben ſeyn, dann mit dieſem Streſ bätten wir ohne Zweifel die Jungfrau gewinnen köonnen. Nun ſage mir, Geſell, ſprach Siegfried, wi kommen wir zum fuͤglichſten auf den Drachenſtein Das will ich dir zeigen, ſagte der ungeheure Rleſt (dana er ſeinen Eyd, den er geſchworen, nich gehalten, wie man bald hbren wird,) weiſet elf ih 7 zu bll Preſt er dy · Na u, un t mit mel uͤſtun Treu u vol igfru en he⸗ thun Steh ihn in ein finſteres Thal, bei demſelben ſtoß ein 1 ſtrenges Waſſer hervor, daß ſein Geräuſch ein beßliches Geheul und Widerſchall zwiſchen dem Gebuͤrge und Drachenſtein abgaͤbe. Wie ſie nun daher giengen, und Siegfried ſich keines Uebels befuͤrchtete, ſondern nur mit Verlangen erwar⸗ tete, wie er bald ſowohl die ſchoͤne Jungfrau, als des Drachens moͤchte anſichtig werden. In⸗ dem er in ſolchen Gedanken gehet, gedachte der Rieſe, jezt wird es Zeit ſeyn, deine Scharten duszuwetzen: Und damit gab dieſer meyneldige Böſewicht dem edlen Ritter von hinten zu einen ſo ungefuͤgten Schlag, daß er davon zur Erden ſank, und ihm das Blut Strom⸗Weis aus der Naſe und Mund floß, daß es auch einen Hei⸗ den hätte erbarmen moͤgen, wobeil das Spruͤch⸗ nich wort: Trau, ſchau, wem, oder daß ſeinem „%Feinde nicht zu trauen ſeye, in die richtige Er⸗ fͤllung gekommen ſeyen. 1 C 2 Sieg⸗ wolll hwon zu Eh inden wol Strel inne „wi ſteint Rieſe 36—9 C602 Stegerled hatte noch nie ſolch einen harke⸗ Streich von der Fauſt bekommen, als er allhit⸗ ſchelmiſcher Weiſe aͤberkam. Es haͤtte ihm auf der Rieſe ohne allen Zweifel, den Garaus gem chet, wann nicht das Zwerglein Egwalds da zwiſchen kommen wäre, und dem Siegfried ſeinen Kuͤnſten das Leben ſalviret haͤtte. N Riederfallen hatte Siegfried ſeinen Schild uͤh ſich bedecket, vor mehrern Schlaͤgen ſich zu beh ten, lieget alſo in einet Ohumacht ohne alle S ne darnieder. 1 Das Zwerglein Egwaldus ſezte Siegfei den eine Nebel⸗ Kappe auf, daß ihn der Rieſe nicht ſehen konnte. dank Da nun Siegfeled alſo unter ſeinem Schilf men auf der Erden lag, da kam das Zwerglelſ zitte und ſezte ihm eine Nebel⸗Kappe auf, daß aicht der Rieſe nicht ſehen konnte. Da lauft der Ru zir ſe ganz toll und unſinnig herum, und weiß nich. wie es immer zugehe. Hat dich denn der Teuf 15 von hianen gefüͤhret, ſprach er, oder hat es Gldei gethan? Erſt lagſt du vor mir geſtreckt auf d Ale⸗ Erden, und jezo biſt du nicht mehr da, deſt ten⸗ mußte das Zwerglein heimlich lachen, und richſ 40 den Siegfrieden auf, und ſezte ſich neben ihn alle Als nun Siegfried zu ſich ſelber kam, dankte a, dem Zwerg von ganzem Herzen: Gott, ſpral er, wird dirs vergelten, daß du ſo treulich 1 lef mir gehandelt baſt, da ichs doch um dich nit lich verdienet habe. Ja, ſprach das Zwerglein, 10 edler Ritter! haſt wohl Urſach, GOtr dank⸗ hartt allbit n auß gem 5s dah ed n J d uͤb⸗ behl e Si egfti ihn 50ů. denken, dann ware ich dir nicht zu Huͤlfe kom⸗ men, ſo würde dir viel mehr geſchehen ſeyn: ich rglelh Fitte d4 glell hitte dich aber, du wolleſt dich um die Jungfrau E 0. 4 5 nichts mehr bekümmern noch bemuͤhen, damlt lr nichte örgere widelf Aebo kanof l aͤgere w dei fahre, denn jetzo kannſt Tent uobn alle Furcht in dieſer Nebel⸗Kappen wehl 60— dannen kommen. Da ſprach Siegfeied: uf 5 ein Bitten iſt vergebens und umſonſt: ſollte ich Felle meine Muͤhe und Arbeit umſonſt und verge⸗ deſl 6 verge⸗ richl ens verlohren und angewendet baben? das ſey n ihn lune, und hätte ich tauſend Leben, ich wollte ſie nkte!* daran wagen, und follte mir auch kein einiges ſpel erbleiben. Riß damit die Nebel⸗ Kappe von ich be 2 und nahm ſein Schwerdt in beyde Hände b bit den Rieſen voller Greimm und Zorn maͤnn⸗ in, ch an, und bieb demſelben noch acht tiefe Wunden. Da ſchri Rieſe faſt ſeb T6 a ſchrie der Rieſe faſt ſehr: Du dank⸗ C 3 bi —— 33—9 C0(·0.2— biſt ein kleiner Mann, und ſchläͤgſt ſo kraͤftig Sie lich auf mich, was naͤzet dich doch mein Todf be d ſintemal doch kein Menſch auf der Welt nach ſewi mir vorhanden, der die Jungfrau kan gewinne 5 belfen. Da gedachte Siegfried an die geiſ⸗ Liebe, ſo er zu der Jungfran hatte, und ließ d Rieſen beym Leben, und ſprach: So hebe di von dannen, und gebe immer voran, und zeſ mir den Weg zur Jungfrau, oder ich ſchlage! dein Haupt ab, und ſollt auch zugleich die gan ter Welt unte gehen. ſich Da nun der Rieſe den Ernſt an dem Ritl frat ſohe, nahm er den Schlaͤſſel in die Hand, un ſerr gieng voran, und ſchloß die Thuͤre auf, welth ich acht Klafter unter der Erde verborgen und vn ihn ſchloſſen war. wie Als nun die Thuͤr war— 3 8 W. e = 39 raͤftig Siegfried den Schluͤſſel zu ſich, und ſprach: He⸗ Tod be dich fort, du nichtswuͤrdiger, treuloſer Bd⸗ t nath ſewicht! und zeige mir den Weg zur Jung⸗ zinnel frau, oder ich will dir deine Untreu auf deinem Kopf vergelten. Da ſte nun beyde dieſen ungeheuren Stein bin⸗ ab giengen, warden ſie ſehr muͤde, voraus der Rleſe der waͤre gern nieder geſeſſen, weil er ſei⸗ ne Wunden wohl empfand; aber Siegfried trieb bba mit Gewalt fort. Indem ward der edle Rit⸗ R , geif 'eß d be di⸗ d zeih age gal ter Siegfried der Jungfran gewabr, deſſen er ſich von Herzen erfreuete. Florigunda die Jung⸗ Ritll frau ward vor Freuden weinend, wle ſie den tap⸗ d, ul fern Ritter ſahe, und ſprach: dieſen Ritter bab welt ich mehrmal bey meinem Vater geſehen; heiſſet nd vi ihn willkommen ſeyn, und begehrte zu wiſſen, wie es ihrem Vater, Mutter und 3 Bruͤder zu „iWorms gienge. 2 Sit C4 Wie —̃—⸗ 8— ˖j7ꝙ———xñ——! 40—93 0— Wie er nun kürzlich berichtet, wie daß ſie be⸗ ſeinem Abreiſen vor vier Tagen noch bei gute⸗ Geſundheit geweſen, ſprach er: Biel Tugend reiche Jungfraul laßt ab ven eurem Trauren, und ſchicket euch zur Reiſe, denn unſers Bleibenz wird nicht lange hier ſeyn. Ach mein edler Ri⸗ ter, ſprach die Jungfrau, ich habe groſſe Soigt vor euch, ihr werdet mich nicht ohne Streit vo hionen bringen, oder ich fuͤrchte ſebr, ihr wel det dem ungeheuren Drachen nicht beſtand ſeyh denn es iſt der lebhafte Teufel. Und wana gleich der Teufel waͤre. Vlel tugendhafte Jung frau! ſagte Siegfried, ſollte ich darum mein ſaure Arbeit und groſſe Muͤbe umſonſt angewen det haben? das ſey ferne. Entweder ich muß eu etretten, oder mein Leben verlieren. Helfet ug GOtt im Himmel mit Herz und Mund ant fen, daß Er mir wolle Kraft u. Stärke verlelhe Die Jungfrau betete von Herzen inniglich Gott, daß Er dem Ritter Kraft und Stül verleihen wolle, damit ſie dech einmal von del grauſamen Drachen erloͤſet wuͤrde. Sie ſagte aul dem Ritter viel Danks, daß er ſo groſſe Arbeſ und Gefahr ihrentwillen uͤber ſich genommen b te, verſprach ihm zugleich ihre Treue, dafern ſte erretten würde, wie dann auch nicht und l war. Siegfried hieß die Jungfran gutes Mol ſeyn, und ſagte, er wolle an ſich nichts erwindt laſſen, ſondern er wollte den Drachen, ob 609 will, wohl beſiegen, oder ſein Leben verliere Zut Hand, ſagte der Rieſe Wolfgrambäͤbt Siegfrieden: Siehe da vor dich, in der ſteinen Won We ſind mit der ſte bi gutes gend⸗ uren, ibent meit zeweg ß euf et in anth leihen lich — 1 tde Stääth n dei te aul Arbel en fern! teinen Wall —92 0— 41 Wand, da wirſt du eine uͤberaus ſchöne Klinge finden, die der beruͤhmteſte Meiſter in der Welt mit Künſten zugerichtet hat, und ohne derſelben iſt keine zu finden, damit der Drach uͤberwun⸗ den wird. Siegfried, ſehr begierig, griff gleich nach dem Schwerdt, ſich keines Uebels beſorgend, ſtehe, da ſchlägt der treuloſe Bube, der nicht werth, daß man ihn nennen ſoll, dem edlen Siegfried eine tiefe Wunde, daß er genau mit einem Fuß auf dem Drachenſtein ſtehen blieb. Da lief der Held im grimmigen Zorn auf den Untreuen zu, und fieng ſich von neuem ein ſolch Ringen an, daß der Drachenſtein darob erſchütterte. Die Jungfran wand ihre Fände, u. raufte ihr goldgelbes Haar aus dem Haupt, und ſchrye innerlich zu GOit er wolle doch dem Getechten belſteben. Indem rufte ſie dem Ritter zu; Du viel kühner Heldt ſtreite maͤnnigſich vor dein Leben, undrette mich armee Mägdlein, gedenke der groſſen Arbeit, die du allbereit meinetwegen aus geſtanden haſt. Da Siegfried die Jungfrau alſo⸗klagen hörte ſprach er: ſey getroſt, meine Schöne! es hat keine Roeth. Der Rieſe gedachte, das will jezt übel ablaufen, jezt muß en gewonnen oder verlohren ſevn. Da faßte Siegfried den Rieſen in die Wun den, und riß ihn von einander, daß das jum Steine binab flokh. Da ſank der Rie⸗ Erden, mit betender Stimme den Ritter flebeni⸗ lich bittend, er wolle ihn doch ſeiner Tugend ges nieſſen laſſen, und ihm das Leben ſchenken.& bekannte auch, daß er ar idm. nun dreymal C 5 05 72 2 * Drachenſtein herab, daß er ganz zerſchmetten, 42— 28 los worden ſey. Weil ihr dann ſehet, ſagtz Si er, daß ich alſo kraftlos da liege, werdet iht ſtat euch deſto weniger vor mir zu fuͤrchten haben he⸗ Siegfried aber, der nunmehr die Jungfrau in ſeiner Gewalt ſahe, und den Schluͤſſel zum Drn⸗ chenſtein bei ſich hatte, achtete ſolcher Bitte nicht, ſondern ſtieß den ungeheuren Rieſen von Da lachte die Jungfrau, und freuete ſich uͤbet bie maſſen, dankte GOtt, und dem Rittet, fuͤr ibre glͤͤckliche Rettung. Der Ritter gieng mit Freuden zur Jungfrau, und empfieng ſie zuͤchtiglich, und ſprach zu ihr: Nur gutel Muths, meine Schbne! euer Leid ſoll bald un Freude verwandelt werden. Die Juvgfrau danl te dem Ritter nochmals von Herzen mit bewegll chen Worten, ſie erinnerte ihn aber dabei, daß dit⸗ ſes noch nicht genug ſey, denn ſie befuͤrchtete ſich des Drachens, der wuͤrde ihm noch groͤſſer Unge⸗ nach anthun Hieran ſprach der Ritter, iſt weniz gelegen, nur diß iſt mein groͤſter Kummer, daß i 2 in vier Tagen weder gegeſſen noch getrunken, vleh S weniger einiger Ruhe gepfleget habe. E Das bbrete das Zwerglein Egwald, und e, kä ſchrak benebſt der Jungfran uͤber die maſſen, liei de bin, und verſchaffete, daß dem Helden zu Eſſen ge gebracht ward, erbot ſich auch ihn und ſeine ſchy de ne Jungfcau zum wenigſten 14 Tage mit Speiſt et und Trank zu verſorgen, und mit vielen ſeiner Bräͤder und Cameraden zu dienen k und aufzuwarten. 8 Sieg⸗ in it Dra⸗ Bitte vom ttert, uͤbet tter, Reng fi zutel Idi danb⸗ egll dis⸗ ſich inge⸗ eniz 5 10 vltl er⸗ lief ſſen ſchb, peiſt n dieg⸗ — 2ι⏑ᷓ— 43 ſagtl Siegfried ſezte ſich zu Tiſche mit der Jung⸗ t lhiſ frau ſich ſeines Hungers zu ſaͤttigen, und zu la⸗ aben ben, ſiehe, da kommt der Drache daher geflo⸗ gen, und neun Junge mit ihm. 2 ls nun das Eſſen, ſo gut es in Eil konnte zu⸗ bereitet werden, aufgetragen war, ſezte ſich Steafried mit der Jungfrau zu Tiſche, ſich mit Eſſen zu erlaben, damit er wieder zu Kroften koͤme. Ehe ſie aber angefangen, ſtehe, da kam der ungebeure Drache uͤber das Gebuͤrge daher geflogen, und neun junge Drachen mit ihm, daß davon das ganze Gebuͤrg erſchuͤtterte, als ob es öber einen Haufen fallen wollte, daß es kein Wunder geweſen, wenn ein Menſch vor Schrek⸗ ken geſtorben wäͤre. Da erſchrak die Jungfrau uͤber die maſſen, daß iht der Angſt⸗Schweiß übers — U 0( übers Zeſichte lief, und alle Zwerge, die zu Ti⸗ ſche dieneten, floben davon. Siegfried nahm ſein ſeiden Gewand, ſtatt eines Wiſch⸗Tuͤchleins, und wiſchte damit der Jungfrau zärtlich ihren Schweiß ab, und ſprach zu ihr: Meine Schöne! derzagt nur nicht, GOtt wird ſchon helfen. Ach mein lieber Herr, ſagte die Jungfrau, wann euch die ganze Welt anjezo beiſtünde, ſo wäre es doch nunmehro um uns geſcheben. Das wollte GoOtt nimmermehr, meine Liebſte! ſagte det Ritter, ſo pflegen die Weiber zu reden, ein Rit⸗ ter aber ſagt viel anders darzu, ſo lange GOit Und ich bel euch ſeyn, hat es keine Noth; wet will uns das Leben nehmen, das uns GoOtt gegeden bat? Als nun die zwey Verliebten in dieſem Ge] Tet ſpraͤch waren, da kam der Drache daber gefahren und das Feuer dreyer Reiſe⸗Spieſſe lang vet]che⸗ ihm ber, daß davon der Felſen erbizte, als ob] ſich zer branate. Indem ſtieß der Drache mit ſolchet ins grauſamen Wutb an den Stein, daß derſelbe zet⸗ riß und erſchuͤttert, als ob er uͤber einen Haufen W fallen wolle, deſſen Siegfried benebſt der Junge]Hder fran unter dem Felſen ſehr erſchracken, vermeim Ja ten, er wuͤrde äbern Haufen fallen, und ſie be ſet decken. Denn ſie hatten ſich vor der groſſen HüTſell z unter die Hoͤhle gemacht, damit das Feuer, hol ſs der Droche ohne Zweifel mit aus der Hollen gebracht, etwas verlöſchen und vergehen moͤchte. Dieſer Drache war zudor ein feiner Juͤngling ge geweſen, und von Buhlſchaft wegen von einem det Weibe verflucht worden, alſo, daß der lebtaſte er Teufel — 634 ung⸗ neim be⸗ Hb uer, dllen chte. Aling inem bafte eufel Teufel bei ihm war, dem er auch mit Leib und Seele dienen mußte. Doch hielte er menſchli⸗ chen Verſtand, und batte trefliche Kraft an ſich, darum er auch dle Jungfrau geraubet hatte, in Willens, dieſelbe nach verfloſſenen fünf Jah ten wann er wleder zum Menſchen worden, zumn Weibe zu nehmen. Ob nun zwar die Jungfrau der Hoffnung lebte daß er nach verfloſſenen fünf Jahren wieder ein Menſch werden ſollte, ſo grau⸗ fete es ibr doch ſehr vor ihm, als vor dem Teufel ſelber, daß ſie ihm nimmer und in Ewigkeit nicht bold werden könnte leichtlich zu erachten. Der Drache aber überhob ſich uͤber die maſſen grauſam, daß er ſeiner ſchonen Jungkrau ſollte beraubet werden, die er nunmehr uͤber viet Jahre trnäbret, und des Winters mit ſeiner Hize er⸗ waͤrmet. 46— 0 C2 wärmet. Denn er legte ſich zu Winters Zeit der von ferne vor die Hoͤhle, und hielt den Wind, ſchme Froſt und Kälte auf, damit der Jungfrau keln Ungemach zuſtieß,(ohne wann er aus war, Spei ſe zu holen,) und gedachte, ſie nunmehro zum Weibe zu nehmen, darum waͤre er ſchier vor Zon geſtorben. Wie Siegfried auf dem Steine mit den Drachen kaͤmpfet. iegkried konnte in der Hohle nicht läͤnger ven harren, ſondern waffnete ſich aufs Beſih als er konnte, und nahm ſein gutes Schwerdt 16 ſich, das ihm der Rieſe auf dem Drachenſtein g zeigt hatte, als er ihn gedachte ſchelmiſcher Wil ſe zu faͤllen, gieng damit den Drachenſtein hingl Als der Drache den Siegfried anſichtig ward, griff er ihn mit ſolcher Gewalt an, daß es nith N zu glauben iſt. Da ſollte man ein Gefecht geſ⸗ Berg hen haben, daß der Stein davon erzitterte, al und! ob er zerfallen wollte, Siegfried wehrte ſich maͤmh flbſt lich, ſo gut er nur immet mochte, doch konnte uetſte nicht davor ſeyn, daß ihm nicht der Drache del hutt Schild abriß, mit ſeinen ungehenren Klauen, ſein, Ueber das machte er eine ſolche Hize, daß der g iber ſen, wie eine Schmied⸗Oeſſen anzuſehen war, Ula dem Siegfried der Schweiß ͤber den ganzen Lel licht, abfloß. Als nun dieſe beyde ein ſolch grauſan dond Turnier mit einander hatten, wurden die Zwet K be ge gezwungen, mit einander aus dem Berge ſülnit die Wälder zu fliehen. Dann ſie beſorgten ſich dami det —2 47 Zek der Felſen wuͤrde einfallen, und ſie alle zer⸗ ind, ſchmettern. keln Spel zum Zom deth „% eſth dt in g9 Wel ingh vard/ nich, Nun waren Sgwaldi zween Soͤhne in dem geſ Betge geweſen, die weten Egwaldus Bruder, Un batten ihres Vaters Egwaldi Schaz da⸗ nänt flbſt gehuͤtet. Da ſie nun alle davon flohen, nte lerſteckten ſie den Schatz in einen hohlen Stein, e del hort an der ſteinern Wand unter dem Drachen⸗ atlen ſtein, welchen hernachmals Siegfried gefunden, r Fil aber ihm nicht zu nuz kommen iſt, wie man her⸗ ar, 1 bach hören wird. Der Zwerg Egwaldus wußte n Lelb zicht, daß die Zwerge gefloben waren, auch nicht züſan don dem Schatz, den ſie verborgen hatten. Denn Zwettet batte ſich verborgen, acht zu haben, wie es ge uſnit dem erſchröcklichen Streit ablauffen wuͤrde, ſech damit er im Fall der Noth dem Siegfrieden mit det ſeiner 48—ο(e.‚— ſeiner Kunſt zu dienen bereit waͤre. Denn ſollte Siegfried uͤberwunden worden ſeyn, ſo waͤren die Zwerge alle des Todes geweſen, dann det Drache wußte, daß dle Zwerge Wiſſenſchaft von dem Steine bätten. Wie nun Siegfried die groſſe Hize von den Drachen nicht länger ausſtehen konnte, eil ihm ſein Horn am Leibe erweichet, flohe er zu deſ Jungfran in die Hoͤhle des Berges, bis ſeln Horn wieder erhärtet, und ſich die groſſe Hiz⸗ auf dem Stein etwas minderte. Indem findt er den ͤberaus reichen Schatz, den die Zwetzt da verſteckt hatten. Et meynte aber, daß du⸗ Wurm den Schatz da würde venſteckt haben, ud wenn er wieder zum Menſchen worden, alsban denſelben wieder zu ſich nehmen wollte, oder ahl er wuͤrde dem Riefen, den er getdͤdtet, zugell fern ret haben, wußte ober nicht, daß derſelbe deuf mit Zwerg Egwald zuſtändig war. ſün Da ſprach die Jungfran zu Siegfrieden: W ben daß ſie von dem Zwerg Egwald Bericht eint kein rommen hätte, daß der Drache noch andere ſeh 5 zig iunge Drachen zu ſich genommen haͤtte, de⸗ 0 urn wuͤrde es nunmehr um ſie geſcheben ſeh Siegfried gedachte, ich muß dennoch mein K 80 verſuchen, wer weiß, wann die Gefahr am all gröſten, ſo iſt GOtt mit ſeiner Huͤlfe am all nöͤchſtenz fiel damit auf ſeine Knie, und betete all GOC! weil ich zum Steine geh/ 9 Mit deiner Staͤrke mir beiſteh,— Bei meinem Streit und Kampf auch 0 Ei So werd ich von dem Drachen frey. 1 Ur dem Lihm zu det ſein Hüztf Fin Wie er nun ſein Gebet vollendet, ſtieg er den Drachenſtein unverzagt wieder hinan, ſein Heil u9 fetner zu verſuchen. Wie er nun den Drachen den mit ſeinen Jungen wieder anſichtig ward, faßt er ſein Schwerdt in beyde Haͤnde, und ſchlug ſo (grimmig auf den ungeheuren Drachen aus allen elng ſeinen Kraͤften, als ob er ihn zerſcheitern wollte, 410 in dem Gefecht flogen die jungen Drachen alle bol davon, des Wegs wieder hin, daher ſie kommen 0 waren: aber der alte Drach blieb, und ſchoß aus ſeinem verfluchten Rachen uͤber den Helden n 2 * n al Siegfried die Flammen, blau und roth, mit ſolcher e Menge, daß er den Helden etliche mal beinahe ete al. 85 Erden gefaͤllet. Ueber dieſes gebrauchte ſich der Drache ſeines Schwanzes mit ſolcher Liſt, daß eh/ er den Ritter zum dftern darein flochte, ihn da⸗ 90 ſh nit vom Drachenſtein hinunter zu ſchleudern. Siegfried aber, ver ſich GOtt ergeben hatte, * 9 D ſprang 80—90 2 ſprang aus der Schlingen, und trachtete, wie er den Wurm des Schwanzes berauben moͤchte; faſſete demnach ſein Schwerdt, und fuͤhrete ſolch einen harten Streich auf des Drachen ſeinen Schwanz, daß er denſelben von ihm abſonderte, als ob er nie daran geweſen waͤre. Da nun der Drache ſich ſeines Schwanzes beraubet ſah, er grimmete er uͤber den Ritter dermaßen, daß et ihn mit Feuer gedachte zu verbrennen, warf ihn mit ſo viel Gluth an, als ob ein ganz Fuder Koh len auf dem Stein angeleget waͤten, daß er da von ſowshl dem Drachen ſelbſt, als Siegfrieden ſeine Horn alle erweichet. Wie nun Siegfrie ſahe, daß ſein Schwerdt auf dem Drachen be⸗ gunte zu haften, faſſete er dann ein muthlg Hen, und ſchoͤpfte neue Kraft, fuͤhrete einen harte Streich, daß er damit den Drachen in zwey Stl cken von einander theilet, und die eine Häͤlfte vi dem Steine kinab fällt. Da nimmt Siegfrihf m die andere Hälfte, und ſtoßt dieſelbe auch huß d E ab, daß er ganz zerſchmetterte. 1 e f Hier fällt Sieglried vor großer Hitze u d Mattigkeit in eine Ohamacht. k. Wi⸗ nun die Jungfrau von dem ſchroͤcklich u Geſchrey, Knall und Fall des Drachen g unten in der Hoͤhle ſo viel verſtanden, daß er g mn wiß muͤßte uͤberwunden ſeyn, da läͤuft ſie vih e ler Freude, Furcht und Schrecken unter ein f der den Stein hinab, ſiehe, da liegt ihr En“ 2 ter vot großer Arbeit und Hize 2 geſttel kliche achen er gl le voß einaß Errib aub eſtrel —990(— 51¹ geſtreckt auf dem Boden. Seine Lippen waren ihm koblſchwarz, alſo, daß kein einziges Zeichen des Lebens an ihm zu ſehen war. Da wollte die Jungfrau davon fliehen, mei⸗ nend, es würden die andern jungen Drachen wie⸗ der kommen, odet daß ſie das Zwerglein Egwald um Hölfe rufen wollte, ſiehe, da ſiel die Jung⸗ frau in eine Ohnmacht, und waͤre gewiß todt ge⸗ blieben, wenn nicht der Zwerg ihr zu Huͤlfe ge⸗ kommen waͤre. Als nun der edle Ritter eine gute Weile alſe ohne Vernunft und Sinnen gelegen war, da be⸗ gunten ſich ſeine Lebens Geiſtet wieder zu ſam⸗ meln, und ein wenig Odem zu ſchoͤpfen. Indem er nun ſeine Augen etwas aufthut, begunte er ſich ollmählich aufzurichten. Wie er nun eint Weile alſo geſeſſen, und ſich umgeſehen, wird et gewahr, daß ſeine ſchoue Jungfrau dorten D 86 8³— an der Erden lieget, deſſen er von Herzen er, ſchrak, ſtund auf, und gieng zu ihr, und fiel bey ihr in Unmuth nieder, und faſſete ſie mit ſei⸗ nen Armen, rüͤttelte und ſchuͤttelte ſie, ob er nicht noch ein Zeichen des Lebens an ihr ſpuͤren moͤch⸗ te, und ſprach: Ach, daß es Gott im Him⸗ mel erbarm! ſoll ich dann fuͤr meine große Ge⸗ fahr und Arbeit nichts, als eine todte Jungfrau davon bringen? was ſchlechte Freude wird das meinen Eltern ſeyn? O wehe! daß ich hieher kommen bin. Wie er nun dieſe Klage eine gute Weile getrie⸗ ben hatte, kommt zu allem Gluͤck der Zwerg Eg⸗ wald daher gelaufen, brachte eine Wurzel mit ſich, giebt die Siegfrieden, daß er dieſelbe der Jungfrauen in den Mund ſteckte. Von Stund an erholte ſich die Jungfrau wieder, und kamen ihre Lebensgeiſter allmaͤhlig wieder zu ihr, rich⸗ tet ſich auf, und empfieng den Helden mit freund⸗ lichen Gebaͤrden, wie ihr das zu thun wohl geziemet. Da ſprach das Zwerglein Egwald zu dem Hel⸗ den: Der falſche Rieſe Wolfgrambaͤhr hat uns in dieſem Berge gezwungen, derer wir uͤber taltk ſend ſeyn, daß wir ihm haben unſer eigen Land verzinſen muͤſſen, darum habt ihr uns frey ge⸗ macht, deß wiſſen wir euch viel und großen Danks, und erbieten uns, euch zu dienen, ſo viel unſet ſeyn, wir wollen euch begleiten bis gen Worms an den Rhein, dann wir die Wege wohl wiſſen, veſſen ſich Siegfried hoͤflich gegen ihm bedankte. Unterdeſſen bat ihn der Zwerg benebenſt der Jung⸗ frau zu ſich in den Berg, mit ihnen zu eſſen, deſſen eudenn auch beduͤrftig war. Als e F KN Als nun daſelbſt aufs Beſte zugerichtet, und Siegfried mit Speiß und Trank wiederum gela⸗ bet und erquicket, da waren die Zwerge ſehr ba⸗ ſchaͤftiget, und trugen auf das Beſte, ſo ſie im⸗ mer in geſchwinder Eil konnten zuwegen bringen. Das Zwerglein Egwaldus war ſehr beſchaͤftiget brachte eine ſchͤne Muſik zuwegen, davon ſie alle erfreuet worden. Als nun die Mahlzeit vollen⸗ det, trug man allerhand Confect in verguͤldeten Schäſſeln auf, und wurde da des edlen Ritter Siegfriedens und ſeiner Liebſten Geſundheit von Zwergen weidlich herum getrunken. Die Zwerge waren recht froͤhlich, tanzten und ſprungen, aber der Ritter Siegfried war von Herzen muͤde, denn er in vier Tagen und drey Naͤchten nicht geruhet, darum bat er, daß man ihm und ſeiner. liebſten Jungfrau moͤchte die Ruhe zubereiten Wie das König 0 vernahm, ſchaffte er, 0 3 daß 54—9 C008.— daß dieſen die Betten aufs koͤſtlichſte zubereitet würden. Unterdeſſen nahm Siegfried die ſchone Florigunda zu ſich, und ſprach: Meige allei-⸗ ſchönſte Jungfrau! nun ſaget mir, wie habt iht bey dem ungeheuren Drachen ſo lange leben kon⸗ N E 8 1320 + 24 0 J58 1 5 W nen? Mein edler Ritter! ſagte die Jungfrau, dal konnt ihr wohl denken. Aber ſagt mir, wie ſeyd ihr auf dieſe Reiſe kommen, daß ihr euer Lelel ſo friſch gewaget? Siegfried antwortete: Meine Ehr⸗ und Tugendreiche Jungfrau! zu dieſer ge⸗ fährlichen Reiſe und GOtt Lob! gluͤcklichen Abentheuer, hat mich nichts anders, als Euer Lieben edle Tugend veranlaſſet, dieſe iſt allein die Urſache, daß ich mein Leben gering geſchaͤſet, Als nut daß ich Euer Lieben erretten moͤchte. dieſes geſagt, floßen der Florigunda die Zähten uͤber die Backen, zog damit einen ſchonen Ring eckte mit koͤſtlichen Diomanten von ihrer Hand, und ſt DDS2D ö tet ne ei?- ibhe bn⸗ das ſeyd eben teine ge⸗ ichen Cuer die zzet, Als ihren Riag und teckte —90 62 55 ſpeckte dem Ritter ſelbigen an ſeinen Finger. Sieg⸗ fried wollte die edle Gabe nicht unvergelten laſ⸗ ſen, ſondern nahm die guͤldene Kette, die ihm im Turnier an ihres Vaters Hof war ju Theil worden, von ſeinem Halſe, und hieng ſie der Jungfrau an ihren Hals, und damit ward ihret beyder Liebe beſtaͤtiget. In dieſem Geſpräͤch war allberelt die Sonme hinter dem Gebuͤrge untergangen, und uͤberzo⸗ gen ſchon die ſchwarzen Wolken den hellen Him⸗ mel, und Siegfrieden begunten die Augen zu⸗ zufallen. Wie die ſchöͤne Florigunda ſolches ſa⸗ be, weckte ſie den Zwerg Egwald, bat ihn, er wollte doch verſchaffen, daß der Ritter zur Ruhe kommen moͤchte. Alſo ward dem Ritter ein koͤſt⸗ lich Bette gezeiget, darauf war eine ſchone ſam⸗ metne Decke, darein des Himmels Lauf kuͤnſt⸗ lich gewuͤrcket war. Siegfried ſagte: Bisher hatte ich unter dem geſtirnten Himmel geſchlafen abet nun will ich unter dieſem ſammeten Himmel ſchlafen. Florigunda war neben ihm abſonder⸗ lich gebettet. Als ſie nun ihr Gebet gethan, und ſich GOtt befoblen, ſchliefen ſie geruhig bis am Morgen. Als der Tag herannahete, und die Sonne ihre Strahlen begunte uͤber das Gebuͤrge jn ſtrecken, erwachte die ſchöne Florigunda, ſtund auf, that ihr Gebet, ſaͤuberte ſich, und dankte dem lieben GOtt, daß St ſie dieſe Nacht und die vorige Zeit ihres Lebens bewahret, und aus ſo großer Gefahr ganz guaͤdiglich erldſet. Dar⸗ nach gieng ſie vor des Ritters Bette, denn ſie hatte Sorge vor ihn, um alle ſeine harte Arbeit D 4 und und Gefahr, die er ausgeſtanden. Als ſie nun vernahm, daß der Ritter noch natuͤrlich ſchlief, ließ ſie ihn ruhen, ſazte ſich, und ſang ein gat liebliches Morgen⸗Geſang, davon der Ritter er⸗ wachte, der ſich entfaͤrbte, daß er ſo lang geſchla⸗ fen. Aber er war wegen ſeiner ſchweren Arbeit und Muͤdigkeit wohl zu entſchuldigen. Florigunda gieng ein wenig bey Seit, daß ſich der Ritter konnte anlegen: der ſtund auf, ſaͤu⸗ berte ſich, und betete ſein Gebet, darnach gieng er zuͤchtiglich zu der Jungfrauen Florigunda, grüßet dieſelbe, und fragte, ob ſie nicht bald Luſt haͤtte, ihre Eltern zu ſehen? Ja, antwortete die Jungfrau, von Herzen gern; da kam eben der Zeerg Egwald herzu, gruͤßete das verliebte Paar fteundlich, und fragte, wie ſie geſchlafen? Sie antworteten ihm, gar wohl. Siegfried be⸗ gehrte nun lief, gat er⸗ chla⸗ beit ſich ſaͤu⸗ ieng da, Luſt tete eben ebte en? be⸗ hrte —92 57 gehrte von dem Zwergen Urlaub; der Zwerg bat ihn, laͤnger zu bleiben, welches Siegfried hölflich abſchlug. Demnach ließ der Zwerg eilfertig ein Fruͤhſtuͤck zubersiten. Als ſie nun ein wenig Speiſe Iu ſich genommen hatten, nahm Siegfried höf⸗ lich Abſchied vom Koͤnig Egwald und deſſen zwey Bruͤdern(welche ebenmaͤßig König waren.) Der König Egwald ſchenkte der Florigunda ein wohl⸗ ausſtuͤffiertes Roß mit auf die Reiſe, bat den Rit⸗ ter und die Florigunda, ihnen mit ihrer Gunſt gewogen zu bleiben, erbot ſich, ihm zu dienen nach hoͤchſtem Vermögen, und ſprachen die drey König, als der Zwerg Egwald und ſeine Bruͤ⸗ der zu Siegfrieden alſo: Edler Ritter! unſer Vater Egwaldus iſt vor Leid geſtorben, weil denn eure Ritterliche Hand den ungeheuren Rie⸗ ſen Wolfgrambähr beſieget und erleget, deſſen niſſen wir euch viel Danks, denn ſonſt haͤtten nir alle des Todes ſeyn muͤſſen, darum, daß nie euch geſagt, daß er den Schluͤſſel zum Dra⸗ thenſtein haͤtte. Damit ihr nun unſer dankbares Gemuͤthe er⸗ lennen moͤget, wollen wir euch ſaͤmmtlich das Ge⸗ leit gen Worms geben, damit euch kein Unfall unterwegs zuſtoßen moͤchte, wollen unſer hundert dder mehr mit euch ziehen. Wie Siegfried mit der Jungfrauen hin⸗ meg teiſet, und der Koͤnig Egwald mit einem FPtachtigen Roſſe voran reiſet, und ihnen den Weg zeiget. D 5 Als is nun Siegfried Urlaub von dem Zwergen 96 A nommen batte, hieß er ſie alle zu Hauſt bleiben, ohne den König Egwald, der mußtt ihm den Weg zeigen, der es denn auch gern 1 ſazte ſich auf ſein ſchoͤnes Pferd, und ritt 1n ihnen her. Wie ſie nun ſo ritten, ſprach Siez fried zum Egwald: ich babe auf dem Stein feben, daß du der Aſtronomie⸗Kunſt aeht biſt, darum bitte ich, du wolleſt mir ſagen, u mirs ins kuͤnftige ergehen wird. Das will! zwar auf dein Begehren khun, ſagte der Zwett allein ich fuͤrchte, daß dir ſolches nicht zum behe gefallen moͤchte. So ichs nun begebre, 155 Siegfried, was liegt die daran? Wohlan ſoeg der Zwerg, ſo ſollt du wiſſen, daß du dein ſchön Weib, die du noch als Jungftau heimfuͤhreſt, nur acht Jahr haben wirſt, alsdann 7 dein Leben mörderlicher Weiſe genommen* wald leſch han. dieſe de e von Mei Alſe friel und feg mei auc Ra E — en 965 Hauſt nußtt thoß t vot Sieg in 9 fabten wit 0 ill 10 Zwert beſtn A ſogl bel chdnel ahreſt td dit erden. Abtt 59 Abet dein Weib wird den Tod ſchmaͤhlich raͤchen und wird mancher braver Held darum ins Grab beißen muͤſſen, doch wird deinem Weib der Krieg auch zulezt den Tod anthun. Da denn mein Tod ſo wobl gerochen werden ſoll, ſagte Siegfried! ſo begehre ich auch den Thater ſo eben nicht zu wiſ⸗ en, hieß damit den Kͤnig Egwald wieder zuruͤcke lehren, der denn mit weinenden Augen in den Berg gieng. Dachte Siegfried an den Schatz, den er in dem hohlen Stein gefunden und vergeſſen hatte und hatte zweyerley Gedanken, eine auf den Rieſen, die andere auf den Drachen, wie ſchon keredet worden. Aber auf die Zwerge konnte er ncht denken, ſo haͤtte er iyn nicht geholt, heil er ſein doch nicht froh ward, wie man bald ken wird. NB. Dieſer Schatz war von dem König Eg⸗ kald berkommen, und war kein Kdnig ſo reich leſchaͤtzet, als eben dieſer Schatz werth war: zonn wir aber den Krieg und Eareit, davon leſet Schatz beruhret, beſchreiben wollten, wuͤr⸗ Fes eine beſondere Hiſtorie erfordern. Denn zon demſelben Streit keiner entronnen, ohne der Neiſter Hildebrand und Dietrich von Bayern, lſo kommen wir wieder auf unſere Hiſtorie. Sieg⸗ hRied kehrte demnach mit det Jungfrau wieder um ünd ſagte: Wir wollen den Schatz darum nicht llegen ſaſſen, denn weil ich den Stein mit Gefahr neines Lebens gewonnen habe, ſo kann derſelbe auch niemanden faͤglicher zukommen, als mir. Räahm alſo den Schatz, und legte ihn auf ſein Pferd Pferd, und trieb das vor ihm bin, und eill die Straßen, da er den vorigen Tog den Nittez erſchlagen hatte, da ſahe er deſſen Pfeld dorlg ben und graſen. Legte ſich ein wenig dabey h ins Gruͤne, und ſchlief. Und als er wieder 1f gewacht war, da nahen er den Schatz, und leſt ihn auf das Pferd, aber er ſozte ſich wiedet ſein eigenes, und fuoͤhrte daſſelbe wit den 00 benebenſt ihm und der Florigunda her. Die Juſ frau ſagte: Mein edler Ritter! das Pferd iſt m wohl zu ſtatten kommen. Ja, meine Liebfl. ſagte der Ritter: wer Gött vertraut, den dellf Er nicht. In dieſem und andern Geſyröͤch kanl ſie aus dem Walde, und bald in ein dickes l — —————— — — 2 — 7 * tau 15 en, U8 deit ein,e elb. dun ſträͤuch, darinnen waren ſie nicht lange geritkl da kamen unverſehens 13 Moͤrder, und uml Glon geten ſie. Da ſagte Florigunda: O mein ediſntz Ritter! wie wird es uns gehen? 2290(2=— 61 Aleerliebſte! ſagte Siegfried, die beißen uns nicht. Indem umgaben ihn ſechs derſelben, der Ritter luchte darzu. Die Jungfrau ſprach: wir wollen ih⸗ nen den Schatz geben, ſo werden ſie uns paß ieren riltt aſſen. Der Ritter ſprach: ich achte ſein wenig, über den Schimpf wollte ich um den Schatz nicht nehmen, daß ich mich fuͤr denen Kerls fuͤrchten ſollte. Indeſſen umringten 6 Möoͤrder die Jungfrau, und Ler ſezte nehm das Pferd bey dem Zaum und wollte mit dem Schatz davon. Der Ritter gedachte nicht duß es ihr Ernſt war; wie er aber ſolches vermerkte ſrach er mit ſtrengen Worten zu ihnen: Ihr leicht⸗ ſrtigen Straßen⸗Räuber! was habt ihr im Sinn fagſt du noch, ſagte einer, und ſchlug damit ge⸗ naltig auf ihn los, Siegfried ſaͤumete ſich nicht fter enge, nahm ſein Schwerdt, damit er den Dra⸗ 191 hen getodtet hatte, und ſchlug dem vornehmſten or ind trozigſten Schnarcher in dem erſten Streich bey hürſn Kopf ab. Im andern Hieb ſpaltete er dem an⸗ der alf * ern den Kopf bis auf die Zähne; da ſte den groſ⸗ ud le eder 1 n Ernſt dieſes maͤnnlichen Ritters ſahen, wichen ie viere zuruͤcke. Als die andern ö ſo die Jung⸗ Sſi ſuu umgeben, das ſahen, wollten ſie ihren Geſellen Jiſ Huͤlfe kommen, aber die wurden auch empfan⸗ B kn, daß ihrer drey auf dem Plaz blieben. Der n velſl us Pferd mit dem Schatz fuͤhrte war unterdeſſen ia keit voran kommen, aber Siegfried holte ihn mit ickes Heſelben geritlel finem guten Pferde bald ein, und machte den⸗ mit geringer Muͤhe auch kaput. Als er ſich 5* wieder wendete, und vermeynte, ſeine ſchoͤne U ein e lorigunda, wo er ſie wartend gelaſſen wieder an⸗ 0 2 feiereefen, ſiehe, da hatten ſich die fluͤchtigen Mör⸗ Ale der U — 6²—9 0682 der indeſſen wieder gewendet, und dieſelbe darch kan gefuͤhret. Wie der Ritter dieſes vernahm, ſaͤuſ nick mete er nicht lange, ließ dat Pferd wit dem Scheſ mie laufen, und eilet der Stätte zu, wo er ſeine ſchl/ wen ne Florigunda gelaſſen hatte, damit er auf del lau Hufſchlag des Pferdes kommen moͤchte, denn di Pf⸗ Zwerge hatten das Pferd kuͤnſtlich beſchlagen der daß er den Hufſchlag wohl kennen konnte. Da e nac nun denſelben dernahm, eilete er ihm nach, ulf We traf die Morder in einem dicken Geſträͤuch mſ mei ſezte in grimmigen Zorn unter ſie, und mocht Ev ſie alle darnieder, bis auf einen, denn er lief i einen Moraſt bis an den Hals, da wollte Sith ben fried um denſelben nicht weiter bemuͤhen, ſonden] De ſprach zu ihm: So dir jemand zu handen komill ben to ſprich zu ihm, daß du den gehdrnten Siegſiig fort der die ſchoͤne Florigunda vom Drachenſtein rettet hat, geſehen haſt, und daß er deine 12 M El8 geſellen gepuzet, daß ihnen der Bart nimmtP wachſen wird. Damit ritte er mit ſeiner ſchbun Florigunda davon. Im Räcken ſprach er iu il Allerſchöͤnſte! wie bat euch die Kurzweil gefallel Mein viel werther Rittet! antwortete ſie, un 0¹ das Kurzweil iſt, wer wollte denn im Ernſt n euch fechten! Indem kamen ſie an den Ort, üig der Streit zuerſt ergangen war, da fragte A me Jungfrau den Ritter, und ſprach: Mein cſ nie Nitter! habt ibr das Pferd mit dem Schatz il die wiedet angettoffen? Ja, ſatzte det Ritter, Ale 2 liebſie! ich habe es dem Bhſewicht wieder b0 jagt, und ihm ſo viel gegeben, daß er keines G4( ge des mehr bedarf. Wie ich aber wieder Un luſ === 63 vordl kam, und euch meine Allerſchönſte! an dieſem Ort „ſoͤuſ nicht antraf, da merkte ich bald Unrath und zwan Sch. mich die große Li be zu euch, daß ich des Schatz es e ſcho wenig achtete, ließ das Pferd mit demſelbigen f deſ Iaufen, und gab gar genau Achtung au eutes un dil Pferdes Hufſchlag; weil ich nun demſelben bald lagen dermerkte, eilte ich denn, ſo ſchnell ich konnte, Da eſ nach euch, meine Allerſchöͤnſte! zu retten: „ull Was frag ich nach dem gefundenen Schatz, iht ch en meine Allerſchoͤnſte! babt mich viel mehr gekoſt. machl Ev, ſagte die ſchoͤne Florigunda, ſo wollen wir lief i[ uns um deswillen nicht weiter in die Gefahr ges Siehl ben, das Pferd mit demſelben wieder zu ſuchen. ſondellDer Ritter gedachte, weil ich nur acht Jahre le⸗ komlſ en ſoll, was nuzt mit derſelbe, und ritten beyde iegfrihſ fort, und kamen an den Rhein. tein 1 Wie Siegfried und die Jungfrau Flori⸗ nimm] gunda gen Worms kamen, wie er empfan⸗ ſchbin gen wird, und wie ſie beyde Hoch⸗ f zeit machten. 7 „ el Wi nun Koͤnig Gilbaldus und ſeine Gemahlin rnſt u Kundſchaft erlanget, daß ihre Tochter Flo⸗ Ort, ügunda von dem Drachenſtein erldſet und ſie nun⸗ agte l mehr mit dem Ritter Siegfried auf der Reiſe, und ein toll nicht mehr weit von dannen waͤre, ließ der König hotz ſütſ die ganze werthe Ritterſchaft und den löblichen „ Al Adel aufbieten, damit ſie ſeiner Tochter und dem der ch Ritter gebährende Ehre anthaͤten, ihnen entge⸗ ines 6% gen ritten, und mit großem Geſpraͤnge einholten, er zül und kuͤnftig det Hochſeit beiwohneten. Denn lil der 6—2 der Kdönig konnte ſolches dem Ritter Siegfrie⸗ den nicht abſchlagen, weil er ſeine Tochter mit großer Gefahr ſeines Lebens ſo theuer erworben atte. Da ſollte man die Pracht geſehen haben, in welcher ſtattlichen Ordnung ſie eingeholet wur⸗ den. Dieſelbe aber zu beſchreiben, wuͤrde viel zu lang werden. Ja es kamen Kaiſer, Köͤnige und 15 Fuͤrſten, unter welchen auch Sieghardus, Siegfriedens Vater, war; die Ritterſchaft und Adel ohne Zahl, welche alle wohl empfangen, ehrlich gaſtiret, und zewirthet worden, wie ſol⸗ ches an Köͤniglichen Hdfen in dergleichen Bege⸗ benheiten ublich iſt. Was faͤr große Freude Vo⸗ ter und Mutter ob dieſer gluͤcklichen Wiederkunft hatten, iſt gar leicht zu gedenken. Da witd Siegfried und die ſchoͤne Florigunda in die Haupk Kirche gefuͤhret, und mit großem Gepraͤnge in Gegenwart aller anweſenden Kaiſer, Koͤnige, Fuͤrſten und Ritter, von dem Biſchoff zu Maynz kopuliret und getrauet. Solches könnte gar mit ſchoͤnen Umſtäͤnden heraus geſtrichen werden, abet er wuͤrde viel zu lang werden, und uns Zeit und gbeile mangeln. Nun waͤhrete die Hochzeit 1 Tage, darnach hielt man allerley Ringe rennen, Turnieren und Stechen, und was ſonſten zum Ritterſpiel gehdret. Solches alles zu beſchreiben iſt nicht mein Vorhaben, die Hiſtorie damit ſ verlängern, ſintemal dergleichen Ritterſpiele un vielen Hiſtorien beſchrieben werden. Rur dieſes iſt zu wiſſen, daß Siegfried den Preiß uͤberall dadon getragen, welches ſeinen Schwu % ſien auf ge 1b Lar bek bro nac Wel lic nige rdus, und igen, ſol⸗ Zege⸗ Vo⸗ kunſt wird aupt⸗ ge in nige, ſtaynz r mit abet t und it 14 nnen/ zum reiben nit ſ le in d den —— ä Schwaͤgern, den dreyen Königen, nicht zum be⸗ ſien geſiel. Denn ſie warfen einen heimlichen Haß auf ihn, und ſprachen: Er traͤget alle Tage Rin⸗ ge und Wappen, damit pranget er gleichſam, als ab et allein der Held waͤre, macht alſo im ganzen Land uns alle geringſchaͤzig, das ſoll ihm uͤbel bekommen. Wie abet der Haß und Neid endlich ausge⸗ brochen uns ins Werk gerichtet, werden wir her⸗ nachmals hbren, zuvor aber noch eine kleine Kurz⸗ weil mitnehmen, welches eines der allerpoßier⸗ lichſten Stuͤcklein, ſo auf Siegfriedens Hoch⸗ jeit vorgegangen, wie man bald mit Luſt hoͤren wird. E Was ————— 66 29.2+ Was vor einen kurzweiligen Kampf Jorcus und Zivilles auf Siegfriedens Hochzeit um Leib und Leben gehalten. he wir aber den Kampf beſchreiben, muͤſſen wit invor den Koͤnig Gilbaldus und einem Bau⸗ ten reden, wie folget: Der Koͤnig Gilbaldus hatte ſich einsmals auf der Jagd verirtet, da half ihm ein Bauer, Namens Jorcus bey Nacht wieder zurecht, und zeigte ihm den Weg darum batte ihn der Koͤnig zu ſeinem Oberwalter aͤber ſein Vieh geſeit, und wohnte zunächſt bey det Konigs Pallaſt. Dieſer Jorcus war ſo verzagt und blbder RMatur, daß er dor einem bloßen De⸗ gen wobl in die Erde, wenne moͤglich geweſen gekrochen woͤre. Run war ein Edelmann än des Koͤnigs Hofe, derſelbe war ein verſchlagener und liſtiger Schalk der mauche Kurzweil zuwege zu bringen wußte, derſelbe redete mit dem Bauren, und bildete ihm foſt ein, daß jeze ſolche gute Gelegenbeit von banden, ſich bey dem König bedient zu machen als er ſein Lebetag wuͤnſchen möchte. Denn, ſagte er, es iſt unter dieſen fremden Fuͤrſten einer, des bat einen Soldaten bey ſich, Nament Zioilles, derſelbe iſt ſo verzagt, daß man ihn mit eintk Blaſe mit Erbſen verjagen mochte, den forden eraus zum Kampf um ſein Leib und Leben. Wenn er dieſes hren wird, ſo wird er dit vet Schrecken nicht kommen, alsdenn baſt du ſchon Ebre genug. Oder, da er ja kommen wüͤrde, wird er doch, ſo bald er dich gewapnet ſiebet, vot Furcht die Flucht nehmen, ſo kommſt roße — große cus 33 wir au⸗ dus da acht rum üͤber des zagt De⸗ ſen f Hofe, chall ißte/ ihm vor⸗ hen ſagte „det illes, einet dels 1 vel ſchol aͤrde⸗ ſiebel/ du z roßel 2 7 großen Aemtern beym Koͤnig. Der Bauer ließ ſich bereden, und ſagts dem Edelmann zu, er wollte den Soldaten fordern laſſen. Wie nun der Edelmann ſahe, daß er den Bouren dazu bewogen hatte, gieng er zum König, und offenbarte ihm ſolches, und bat, daß Ihros Ma⸗ jeſtät doch wolle dieſe Kurzweil erlauben, er wolle ſchon ſeben, daß keiner keinen Schaden be⸗ kommen ſolle. Der König gedachte, weil ſeine Tochter nun viel Jahr groß Ungemach erlitten, wolle er ihr mit dieſer Kurzweil, wie auch Sieg⸗ frieden, und anweſenden Herren, eine Ergdzlich⸗ keit gonnen, und erlaubets dem Edelmann. Da gieng der Edelmann bin zu dem König Siegbardus begrüßet denſelben, und bat, er wolle doch ſeinen Willen drein geben, dann er baͤtte eine kleine Kurzweil vor, einer Komddie nicht unäͤhalich, dieſes ſoll dem jungen Koͤnig und ſeinem Sohn, und allen anweſenden Herren eine keſendere Ergözlichkeit verurſochen. Wie nun der König fragte, was er ſet, ſagte er: Ihre Majeſtaͤt wiſſen, daß mein Hert, der Konig, den Jorcus ben ſich dat, der iſt ſo verzagt, daß er vor einem bloßen Gewehr wohl in die Erde krbche, denſelben habe ich äberredet, er ſoll Euer Majeſtät Soldaten den Zivilles ausfordern, und weil ſie alle beyde furchtſam, wird es eine luſtige Komddie abgeben. Der König gab ſeinen Willen drein, und ſagte, das lem man nur meinen Zivllle darzu bereden kann. Der Edelmann bedankte ſich freundlich gegen bro Majeſtät und gieng ſelber zu dem Zivilles und hrachte ſeine Nede mit vielen Umſtaͤnden geſchmuͤ⸗ E3 cket 68—9 C8 cket hervor, darnach ſagte er, daß er zu keinem da andern Ende darkommen ſey, als er ihm anbringe, Kar daß ihn Jorcus auf den morgenden Tag an Leib und Leben zum Kampf ausforderte. Dieſer erſchral uͤber alle maßen, daß er ganz erzitterte und gab mit ſtammelnder Zunge zur Antwort: Ich habe mit ihm nichts zu thun, wie kommt er denn dazu, daß er mich ferdern laͤſſet? Der Edelmann ſagte: Es ſey ihm, wie ihm wolle, einmal haͤlt er euch vor keinen redlichen Kerl in der Welt, ihr kommt ihm denn auf den Kampf⸗Platz mit guter Ruͤſtunz verſehen, er will euer allda warten, demit gieng der Edelmann ſeine Wege. Wie nun der Kdnig und ſeine Leute ſahen, daß Zioilles ſehr erſchto⸗ cken war, redeten ſie ihm ein Herze ein, daß er ſich endlich reſoloirte, den Kampf anzunehmen. Rufte den Edelmann wieder, und ſagte zu ihm: Mein Freund! ich will mich bis morgen bedenken. 2 Mit dieſer Antwort gieng er zum Bauren, der ſch len ſehr erfreuete, denn er gedachte, er würde ihm ben nimmermehr kommen, weil er gehdret, daß et ſo ſich erſchrocken. Am Morgen aber redeten des Königs Sieghar⸗ dus Leute mit Zivilles und ſagten: Es waͤre ihm eine ewige Schande, wenn er den Kampf auz hen ſchloͤge, denn viel hätten wohl gehdrt, daß Jit⸗ rla, eus ein verzagter Kerl waͤre, ſo bald er nur einen die Vloßen Degen faͤhe, wuͤrde er die Flucht nehmen. gei Zidilles ließ ſich äberreden, und ſchickte fruͤh Mo⸗ Be gens zu dem Bauren, und ließ ihm ſagen, diß au er bis um 1 Uhr Nachmittag auf dem Kampfplak ri in guter Ruͤſtung zu Pferde erſcheinen wolt K ——⏑— 2 N ⏑. ε= 60 da wollte er ihn ehren, wie er einen redlichen Kaoalier ausfordern ſollte. Wiewohl es mir,(ſagte er) als einem verſuch⸗ ten Soldaten nicht wohl anſteht, mit einem gro⸗ ben Bauern⸗Flegel zu ſchmeißen, dennoch will ich dich lernen, daß du es ein andermal nicht mehr Hun ſollt. Alſo wurden ſie beyde mit Ruͤſtung wohl verſe⸗ hen, und kamen auf beſtimmte Zeit auf den Kampf⸗ Aaz. Da wochte ich wunſchen, daß alle, die dieſes leſen, ſelber da geweſen, und dieſe Kurz⸗ weil zugeſehen hätten. Denn ſo bald Jorcus der Bauer, auf den Kampf⸗Plaz kam, ſahe er ſich auf allen Seiten um, wo er zum fuͤglichſten aus⸗ vißen moͤchte, und verfluchte den Ort des Kempf⸗ Plazes„weil er ihn ſo wohl verwahret E 3 ſahe 10—9— ſobe, dann an dreyen Orten war et mit hoben Btettern umgeben, und die Pforten wurden alle verſpecret, alſo, daß ein jeder aushalten mußte. Als nun Zivilles, der Soldat, den Jorcus an⸗ ſichtig ward, und daß er ein ſo mutbig Pferd batte, fehlete es wenig, er wäͤre ausgeriſſen, wenn er nur gekonnt, und war ſchon Willens, ſich dem Jorcus zu ergeben. Gleicher Meynung war Jorcus auch Indem theilten die Ritter den Kampfplaz in gleiche Theile, und ließen die Trompeten blaſen. Als nun Jorcus ſein Pferd die Trompeter hhe tete, konnte es nicht länger warten, weil en Siegfriedens Pferd, und des Turnierens wohl gewohnet war, fieng damit an, und lief ſo ſchne dabin, wie ein Pfeil. Jorcus batte es gern auf⸗ gebelten, aber es war dergebens, denn es lie die gewobnte Bahn in vollem Lauf zu Ende. De ward er gezwungen, die Lanze fallen iu laſſen, und hielt ſich mit beden Haͤnden an des Pferdes Kamm, daß er nicht herunter flel. Indeſſen ſchmißen ſie des Zivilles Pferd mit Zwickruthen/ daß es auch in den Gang kam. Der legte als⸗ bald ſeine Lanze, ebe es noch Zeit war, ein; es tieb ihm aber der Wind dieſelbe auf eine Seite, daß er den Jorcus obne ſein Wiſſen damit be⸗ nührte. Und weil derſelbe ohne dem kuͤmmerli in dem Sattel hieng- ſiel er berunter zur Erden. Zisilles, der ſolches nicht inne ward, ließ ſein Pferd bis zu Ende der Renn Bahne auslaufen. Indem er nun ſein Pferd umwendet, ſobe er den Jorcns dort an det Erden liegen da gedad ——— — — — EE —2 2. 7* er, nun iſt es Zeit, daß du deinem Feind den Reſt giebeſt, und ihm mit dem Pferde den Kopf zet⸗ knirſcheſt, und ihn mit der Lanze durchſtoßeſt. In⸗ dem er ſich aber zu ihm nabete, machte ſich Jor⸗ cus allmaͤhlig auf die Beine. —— 2 PI UN Wie er nun bey ihm kam, ſiel ſein Pferd unter ihm nieder, was die Urſach kann ich aber nicht wiſſen, ob er mit der Lanze, die er allezeit nie⸗ drig hielt, dem Pferd zwiſchen die Bein kom⸗ men, oder ob Jorcus mit ſeinem Aufſtehen dem Pferd hinderlich war. Da gedachte Jorcus, jezo iſt es Zeit, ein Rit⸗ ter an dem Feinde zu werden, und hieb ſo grim⸗ miglich von Ferne auf ihn zu, ale ob er denſelben letſtäcken wollte. Aber das Pferd ſpartelte ſo grauſam mit den Fuͤßen, daß er ihm nicht bey⸗ kommen konnte. ie aber das Pferd ſich end⸗ E4 uch lich aufarbeitete, und auf ſeine Fuͤße zu ſtehen kem mu ſtrampfet, ſchnaubet und ſchlaͤget es ſo grauſam ſo! um ſich, daß der gute Jorcus ſich beſorgte, alt ber möchte ihn treffen, flohe darnach in aller Furcht ſeb von dannen. Indeſſen hatte Zioilles Zeit bekom Di men, ſich wieder aufzurichten und ſich auf ſeine Ve Fuͤße zu machen. Aber ſein Leib war ihm dermaf⸗ ſen zerbebet und zertreten, daß er voller Furcht und Zittern gedachte, ſich ſeinem Feind zu ergeben. Damit ziehet er ſeinen Degen aus, in Willens, denſelben bey der Spize faſſend, dem Jorcus zu praͤſentiren. Gleicher Meynung war auch Jorcus ſich ſeinem Feind zu ergeben. Wie nun Zivilles mit bloßem Degen daher kommt, ſich zu ergeben, ge⸗ denket Jorcus, das wird nicht wohl ablaufen, nun wirſt du Haar leiden muͤſſen, und fliehet Jon⸗ cus ſo ſchnell und weit, als er immer kann. Als dieſes Zivilles gewahr wird, will er an ſeiner Victorie nicht gaͤnzlich zweifeln, ſondern faſſete wieder ein Herz, und vekfolgete ſeinen Feind ſo gut, als ein Verzagter immer kann, ſchlaͤgt mit vollem Grimm auf ihn, der dann, ſo bald etveſ die Streiche fuͤblte, uͤberlaut ſchrie, und bat ihn, kör einzuhalten, oder er wolle es dem Kbnige Gik He baldo und Siegfrieden klagen. Wie er aber noch ſo nicht nachlaſſen will, wich er zuruͤck, ſo weit er daf immer konnte. Wie er nun bis an das Waſſet un kommen war, alſo, daß er nicht wieder juruͤkbe konnte, da ward ihm ſeine Furcht gedoppelt. Dann ih er gedachte, weichſt du weiter, ſo mußt du im da Waſſer erſaufen, geheſt du dann vor dich, mu im am alt rcht om⸗ ine naſ⸗ rcht ben. ns, zu rcus mit ge. fen, Jor⸗ an dern inen hlaͤgt Id et ihn, Gil⸗ noch it er zaſſet uruͤck Dann u im „ ſo mußt ÆÆ 7⁸ mußt du unter deines Feindes Waffen ſterben, ſo ſchaͤmete er ſich auch, ſich ſeinem Feind zu erge⸗ ben, in Betrachtung, wenn er ſich recht vorge⸗ ſeben, er ſeines Feindes Meiſter werden koͤnnen. Dieſe geſammte Angſt verurſachte eine gämliche Verzweiflung bey ihm. Darum beſchloß er endlich bey ſich, nunm ehr veſten Fuß zu halten, weil es ja nicht anders ſeyn koͤnnte, und faſſete damit ſeinen Degen in beyde Haͤnde, und druckte die Augen veſte zu ſieng an ſo grimmiglich um ſich zu hauen und zu ſchmeißen daß Zioilles die Flucht mit Schrecken nimmt, und ſchrie uͤberlaut: Laß mich leben, laß mich le⸗ ben, ſo will ich mich dir ergeben, dann er bildete ihm ein, er hätte ſchon diel Wunden empfangen, da er doch keine empfangen hatte. E 5 Wie —ů——-———— 74—9(— Wie nun Jorcus das Geſchrey börte, thoͤt er die Augen wieder auf, und ſiehet, daß ſein Feind weit von ihm gewichen iſt, da foßte er wieder ei⸗ nen Muth, und verfolgte ſeinen Feind, ſo gut er immer konnte. Da ſchrie Zivilles noch viel mehr: Schenk mir das Leben, ich will mein Lebtag nicht daran denken, mich an euch zu r chen. So wirf dein Gewehr von dir, ſagte Jor⸗ eus. Dieſer arme Tropf thät bald, wie ibm be⸗ fohlen war, und warf ſein Gewehr von ſich. Wie nun Joreus ſeinen Feind ganz Wehrloßs ſahe, baͤtte er ſich ja nichts zu befurchten gehabt, gleichwohl trauete er nicht, ſondern ſagte zu ihm: Hebe dich weit von mir, und lege dich auf die Etde nieder. Dieſer gehorchte abermal der Stimme ſeines Feindes, und lief fern von dannen und legte ſich ganz und erwartete, wie ein Laͤmmlein, ſein Ende. Da gedachte Jorcus, er koͤnne doch nimmer vot ſeinem Feind ſicher ſeyn wenn er ihn beym Leben ließ. Beſann ſich demnach, wie er ihm am fäglichſten beikommen möͤchte, und ſprach zu ihm ſelber: Gehſt du mit dem Degen zu ihm, ſe möchtt er ſich aufrichten, und dir denſelben aus der Hand reißen. Ließ ſich demnach bedenken, ohne De“ ihm zu gehen, ihm auf die Bruſt zu lnien, gen zu und mit ſeinem großen Meſſer, das er bey, batte,(damit er die Kuͤhe pflegte abzuſtechen) die Gurgel abzuſchneiden. Wie er nun das Meſſer unter ſeiner Ruͤſtun hervor ſucht, und die Richter ſein Beginnen inne wurden aus geſtreckt auf die Erde niedet, ge da ne un be ha ſe do ſe de fuͤ W 8 0 t ee ind ei⸗ gut viel nein Jor⸗ be⸗ rlos habt, ihm: Erde mme und eder, —3203( 75 wurden, kamen ſie darzwiſchen, und heißen den Jorcus einhalten, und ſich mit der Victoria be⸗ gnuͤgen zu laſſen. Denn ſolch Beginnen, da ſchon der Feind uͤber⸗ wunden, wäre der Waffen⸗Ordnung ſchaur⸗ ſtracks zuwider. Joreus ließ ſeinen Feind, weil et ihn uͤberwunden, ungern aus ſeinen Haͤnden. Doch mußte er ſich ihren vernuͤuftigen Reden gemäß balten, weil ſie ihm darneben zuſagten, daß Zioilles nimmermehr ſich wider ihn aufleh⸗ nen ſollte. Alſo ließ Joreus den Zivilles wieder aufſteben und gebot ihm, er ſollte ſich ein andermal beſſer — und verſehen, mit wem er es zu thun tte. Alſe ward biermit der kurzweilige Kampf die⸗ ſer beyden Haſen geendiget, und war jeder froh⸗ daß er mit dem Leben davon kommen war. Die⸗ ſes war eines der luſtigſten Spielen auf Siegfrie⸗ dens Hochzeit, und koͤnnten derſelben mehr ange⸗ fuäbret werden, es wuͤrde aber zu lang werden, wollens alſo bey dieſem bewenden laſſen. Wie Siegfried mit ſeiner ſchoͤnen Florigun⸗ da gelebet, und wie es ihm endlich ergan⸗ gen, bis er umkommen iſt. ie nun die Hochzeit und alle Ritterſpiele ibre Endſchaft erreichet, da kehrte ein jeder wie⸗ der heim. Da gab ihnen Siegfried das Geleite⸗ ſo ſicher und wohl, daß man bätte ohne alle Ge⸗ fahr Gold moͤgen auf dem Haupt tragen. Wie — 76—90(42 Wie nun die drey Schwager, als Ehrenber⸗ piet tus, Hagenwald und Waldbertus, der Flori⸗-den gunda leibliche Bruͤder, dem Siegfried feind war waren, darum, daß er den Preiß vor ihnen im ein Turnier und Stechen davon getragen, und des⸗ wegen hoch angeſehen und geruͤhmet ward, trachteten ſie heimlich darnach, wie ſie ihn möͤch⸗ ten tödten; konnten aber nicht eher Gelegenhelt finden, bis acht Jahr um waren, wie der Zwerz Egwald dem Siegfried zuvor prophezeyet, wie wir ſchon gehdret. Siegfried lebte mit ſeinet ſchoͤnen Florigunda in gutem Fried und Ruhe, zeugete mit ihr einen Sohn, den nennete er Löw⸗ hardus, was derſelbe vor Krieg mit dem Sultan und dem Koͤnig von Babylonia gefuͤhret und waß fuͤr große Abentheuer und Gefahr derſelbe aus⸗ geſtanden, und wie er endlich des Koͤnigs von Sicilien Tochter bekommen, iſt anderweit be⸗ ſchrieben. Wie ſie nun acht Jahr in ſtolzem Frieden ge⸗ 2 lebt, begab ſich eines Tages, daß Siegfried und Kra ſeine Schwaͤger mit ihm auf die Jagd ritten, meh dazu denn Siegftied ſehr geneigt war. Weil aber We derſelbe Tag ſehr beiß, und Siegftied ſich ſeht Deſ erhizet, begiebt er ſich zu einem Brunnen in dem maß Ockerwalde, und legte ſein Angeſicht in denſel⸗ ben, ſich zu erkuͤhlen. Das erſiehet ein Schwa⸗ 5 ger, der grimmige Hagenwald, und gedenket des bey ſich ſelber: Dieſe Gelegenheit begiebt ſich ſem nicht alle Wege, die mußt du nicht verſaͤuimen daß dann dieſes iſt die rechte Zeit und Gelegenheit felt dich an deinem Zeind zu raͤchen. Nimmt ſein Rap Va pier ———— 5 3——————— — 7² pier, und ſtößets dem Siegfried zwiſchen die bey⸗ den Schultern, da er fleiſchern und nicht hoͤrnig war, hinein, daß die Spize bis an die Bruſt hin⸗ ein gieng, daß er davon zur Stund todt blieb. — ⏑— 5 Nan Alſo mußte der theure Held, deſſen Tugend Ktaft, Stärke und Mannheit in der Welt nicht mehr zu finden, ſo ſchändlich, und moͤrderiſcher Weiſe um ſein noch junges Leben kommen. Deſſen Tod aber iſt hernachmalen ziemlicher maßen gerochen worden. Als nun Siegfriedens Gemahlin ihres Herrn des Koͤnigs Tod berichtet ward, ſiel ſie vor groſ⸗ ſem Leid und Kummer in eine große Krankheit daß auch die Aerzte an ihrem Aufkommen zwei⸗ felten; da das der Koͤnig Gilbaldus, ihr Hetr Vater, erfuhr, ſiel er vor großem Schrecken und 78—99 0— und Leid in eine toödtliche Krankheit, an welche: er ſeinen Geiſt aufzeben mußte. Da war Leid aber Leid, dann des Konigs Gilbaldi Gemahlin legte ſich ebenfalls zu Bette, und ſtarb an einem viertägigen Fieber, und wäre kein Wunder ge⸗ weſen, wenn die ſchone Florigunda auch vor Leid geſtorben wäre; aber Siegfriedens Tod mußte erſt gerochen werden, worzn denn auch Siegfeie⸗ dens Gemahlin behuͤlflich war. Da nahmen die drey Sohne den Kdnig Gilbaldus und ſeine Ge⸗ mahlin, ibren Vater und Mutter, und beſtatte⸗ ten ſie nach Kduiglichen Würden zur Erden wie es ihnen wohl geziemet. Darauf wollten ſie das Reich einnehmen und beſizen, es fehlete ihm aber wie ihr bald hdren werdet. Unterdeſſen war es mit Siegfriedens Gemah⸗ lin etwas beſſer geworden, wie ſie nun vermeynt, ſtatk genug zu ſeyn, zog ſie in aller Stille mit ibrem Sobn Löwbardus in die Niederlande mit ihrem Schwieger Vater, dem Kbnig Siegber⸗ dus, klagte demſelben ihre Noth, und die Mord⸗ That ihres liebſten Gemahls, ſeines Sobhnes. Als nun Konig Sieghardus ſelches mit Schmei⸗ zen vernommen hatte, ergrimmete er uͤbet die maßen, und ließ in ſeinem ganzen Lande dit werthe Ritterſchaft und den lblichen Adel aufbit⸗ ten, und ſammelte in ſchueller Eil eine unzoͤhlige Menge außerleſenes Kriegs Volk zuſammen und überzog damit die drey Gebrüder, und r chete an deuenſelben ſeines Sohnes Tod te ſchaffen. Dieſer Kriez bat viel tauſend Helden ihr Leben gekoſtet, und iſt darimnen der 0 den der feh gen War dur und der den u0 3 70 her enige Hagenwald wiederum ſchändlich um ſein eid Leben gekommen. Dann er ſich dem verzagten uun Soldaten Zivilles ergeben, in Meynung, Barm⸗ iem herzigkeit zu erlangen, vermeynte auch bey ge⸗ Leid ißte frie: die Ge⸗ atte⸗ wie das aber mah⸗ eht, mit mit gabet' demſelben viel ſicherer zu ſeyn als bey einem an⸗ Notd“ dern beherzten Soldaten; welches aber weit ge⸗ bues, fehlet. Denn dieſer Zivilles nahm ſeiner Schanz hnet gewahr; denn als Hagenwald eingeſchlafen er die wor, nahm Zioilles ſeinen Degen, und ſtieß ihn ze die ſdurch ſeinen Leib, da er zur Stund todt blieb, zufbie ſund ſagte: wie du meines gnädigen Königs jöbliee Sohn, Siegfrieden, gethan, habe ich dir wie⸗ nmen der vergolten, und iſt dir wieder mit dem Maas Remeſſen, womit du gemeſſen haſt. · Helden grim⸗ migt — Die andern zwey Bräder, als Ehrenbertus d Waltherus ſind von Lend eind Leuer Elend Elend verjagt, davon Ldwhardus, Siegfriedens Sohn, den jͤngſten als er auf der Reiſe nach Sicilien begriffen geweſen, in einem Wald win⸗ ſelnd und wehklagend angetroffen, wie ſolches in Edtohardi Hiſtorie zu leſen. ˖ Der verzagte Zivilles ward auch wieder e“ ſchlagen, Jorcus, der Bauer kam auch in die ſem Krieg um. Und das zu beklagen, ſo mußte die ſchoͤne Florigunda auch ihren Geiſt aufgeben. Sonſt wollte der Kdnig Sieghardus die ſelbe zut Kdnigin in ihr eigen Land wieder eingeſezt haben, davon ſie ſonſt die andern Bruͤder verſtoßen well⸗ Siegfriedens Sohn, blieb ter Sieghardo am Hef, und ward daſelbſt in aller Gottesfurcht und Nit⸗ terlichen Tugenden auferzogen, daß ein bravet Held aus ihm ward, wie ſeine Hiſtorie jur Genuͤge bezeuget. „⸗jjCCCCCC—.