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Es ſoll dieſe Schrift einerſeits den im jetzigen Mädchenturnen üblichen Übungsſtoff ſyſtematiſch geordnet in kurzen, aber deut— lichen Umriſſen angeben und andererſeits alles Weſentliche mitteilen, was über einen zweckmäßig geleiteten Turnbetrieb zu ſagen iſt. Nach beiden Richtungen und namentlich nach der letztgenannten hin iſt bisher verhältnismäßig noch ſo weniges veröffentlicht worden, daß daneben dies Büchlein wohl nicht als ganz überflüſſig erſcheinen dürfte. So wie es geworden iſt, ſollte es ebenſowohl denen von Nutzen ſein können, die ſich erſt mit dem Weſen des Mädchen turnunterrichtes bekannt machen wollen, als auch denen, die Lehrkräfte für dieſen Unterricht auszubilden haben. Und indem es eine wohlbewährte Art des Unterrichtsverfahrens ſchildert, ermöglicht es den Vergleich mit anderen wohlbewährten Arten V Vorwort des Unterrichtens und kann dadurch wohl zu immer größerer Vervollkommnung des Turnbetriebes ſeinen Teil beitragen Außerdem erſcheint es mir in ſe als in ſeiner früheren die geeignetſte Einleiti N Teile meines obenerwähnten Buches zu ſein. Möge es ſeinem Zwecke entſprechen und ſich Freunde erwe [Seotho Mathuagchtoun 1806 arlsruhe, Weihnachten 1891. 8 D Alfred Maul. Inhalt. Erſter Abſchnitt: Der Uebungsſtoff. I. Die Turnarten. Begriff des Turnens. Berufs⸗, Heil⸗, äſthetiſche, pädagogiſche Gymnaſtik. Einzel⸗, Gemein⸗, Geſellſchaftsübungen. Freiübungen mit Handgeräten. Schwebeübungen. Frei- und Gerätſpringen. Stütz- und Hangübungen. Ordnungsübungen. Unterſtützungs und Widerſtandsübungen. Turnſpiele. II. Die Freiübungen A Freiübungen im Stehen a. Die Stellungen Grundſtellung. Zehenſtand. Schrittſtellung. Stand auf einem Beine. Kniebeugſtellung b. Armübungen Armhaltungen und Faſſungen. Armbewegungen: Handklappen, Armheben, Armdrehen, Armſchwingen, Armkreiſen, Unterarm⸗ ſchwingen, Armſtoßen, Hand- und Fingerübungen c. Beinübungen 4(. 8 Erheben der Ferſen. Schreiten. Spreizen. Kniebeugen Niederknieen. d. Rumpf⸗ und Kopfübungen Beugen. Drehen. Schwingen. Kreiſen. e. Drehungen im Stehen f. Zuſammengeſetzte Übungen Einfache und zuſammengeſetzte Bewegungen. Übungsteile. Übungsreihe. Übungsgefüge. Leitende Grundſätze für Übungs⸗ verbindungen. B. Freiübungen im Gehen a. Gewöhnliches Gehen Vor⸗, Rück⸗, Seitwärtsgehen. Gehen an Ort. b. Gehen mit zugeordneten Beinübungen 5 Gehen mit betonten Tritten. Zehengang Fußwippgang Kniewippgang. Gehen mit Schleifſchritten, mit Zwiſchentritten, mit Fußſchwenken. c. Gehen mit eigenartigen Schreitungen Nachſtellgang. Dreitrittgang. Trittwechſelgang. Wiegegang. Seite III 19 19 VI d. Gehen mit zugeord Drehung im Gehe hen im Viereck, im Kre Kreuzzwirbeln. Schrittkehre hrittzwirbeln e. Zuſammengeſetzte n 9 Geſchrittfolge. An- und Abſchlußgeſchritte. Veränderte Ge ſchritte: Gangarten mit Zuordnungen, mit Anfügungen Freiübungen im Hüpfen 33 a. Einfaches Hüpfen Auf beiden Füßen. Mit Wechſel der Stellung auf Wechſelhüp Füßen und auf einem Fuße. Auf einem Fuß itt Spreizhüpfen Von einem Fuße auf den andern(Hupfſck Kniewipphüpfen b. Geſchritte mit Hüpfen auf einem Fuf Hopſergang. Dreitritt- oder Schottiſchhüpfen im 2 rei-Takte. Schottiſchhüpfen. Doppelſchottiſchhüp Hopſergang im Zwei Takte. Schleif⸗, 6 n reizhopſen. Rheinländer Polka. Spreizzwirbeln Geſchritte mit Hüpfen von einem Fuße auf den andern 38 Nachſtellhüpfen. Schwenkhopſen. Walzerſchritt. Galopphüpfen Trittwechſel-Kiebitz-)hüpfen. Wiegehüpfen. Hüpfen mit Kreuz zwirbeln. Kreuzhüpfen. d. Zuſammengeſetzte übungen im Hüpfen. 3* + 10 Übungsreihen. Abänderung der Geſchritte durch zugeordnetes Hüpfen Zwirbelarten mit Hüpfen. Hüpfen mit Walzen III. Die Ordnungsübungen 3 13 A. Bildung und Umbildung von Ordnungskörpern, Rei huüngen a. Die einfache Reihe Umwandlung der ungeordneten Schar in eine Reihe. Stirn Flanken-, Schrägreihe. Offene und geſchloſſene Reihe. Reihungen in einer Reihe: Vor⸗, Hinter⸗, Nebenreihen, Reihungen zweiter rdnung, mit Vorüberziehen an der Führerin er zuſammengeſetzte Ordnungskörper.. 45 Einteilung der Klaſſe. Reihenkörpergefüge. Säule Linie. Reihen und Rotten. Reihen-Reihungen. Formen der Klaſſen aufſtellung. B. Abſtandsveränderungen in einem Ordnungskörper 47 Offnen und Schließen, Staffelung einer Reihe. Offnen und Schließen des Reihenkörpers C. Drehen, Schwenken, Kreiſenr 8 23 19 Drehung der Einzelnen. Schwenken der Reihe. Schwenken im Reihenkörper, Schwenkſtern. Umkreiſen im Paare, mit Paren Rad. Schwenkmühle. Stern. Ring 22+ fN V 2l U + 10 0 1¹ 1 1 Nn tel 0 N U 1 we ynen de ˖ 15 IB KL 0 9 1 nigen Viere ffene 56 1 erbe Junge un 1 1 B nV N drei Pd m 2, Krei U 1 U der Aufſtellungs n Irdnuunnsgaßr* nm Ordnu gsubungen 11¹ A 1 n ve 1 U d d 1 1 tzugsbahn Hafhf un 1der k 6— D — 111 11 ſul Urnein Bild NIR Gerätübungen le ung- und Stützübungen An den wagerechten Leitern, am an Kletterſtangen, am Rundlauf, an den S rren Reck, Leiterwippe, am Ba V. Durnſpiele Turnunterrichtes an der Schräglei Erz ſch it Ul Rel deren E 6 HUl 19 11 n Laubenbi Geräten ter Eiter Zweiter Abſchnitt: Der Turnbetrieb. ie Aufgaben des iehung zu leib von Gewandt Springſchnur, an VIII III. heit. Raſches Begreifen der Turnaufgabe. Thatbereitſchaft Genauigkeit im Üben. Das Schöne und Anmutige im üÜben. Gute Körperhaltung. Gemeinſamkeit im Thun. Die Ge— ſundheitspflege im Turnen. Die Bewegungsmenge in der Turnſtunde. Rückſicht auf äußere Verhältniſſe. Die Freudig keit im Turnen. Die Auswahl der Übungen ie Einrichtungen für den Turnunterricht Turnklaſſen. Turnlehrer und Turnlehrerinnen Turnzeit. Beginn des rnunterrichtes. Turnſaal. Turn und Spielplatz.„ Das Lehrverfahren im Turnunterricht Die erſten Übungen in einer Turnſtunde Umzug der Klaſſe Das Befehlen. Vornahme neuer Üübungen. Erklären der ſelben. Vorturnen. Üben in freier Weiſe. Einüben einer neuen Gang⸗ oder Hüpfart. Durchmuſterung des Könnens. Einübung von Freiübungen im Stehen. Wiederholungsformen. Üben nach Befehl, nach Zählen, im Takte. Weitere Formen. Wiederholungen nach Zwiſchenübungen. Allmählige Entwick⸗ lung der Übungen zu reigenartiger Form. Zeite erford dernis für dieſe Ubungsſormen. Einübung einer Ordnungsübung. Entwicklung zu(Lieder-) Reigen. Hauptgeſichtspunkte bei dem Betriebe der Frei⸗ und Ordnungsübungen. Deren Zeit— dauer in einer Turnſtunde. Notwendigkeit der Gerätübungen und der Turnſpiele. Aufſtellung der Klaſſe zum Gerätturnen Aufſtellung der Geräte. Riegenturnen. Klaſſenturnen. Ab löſung der Ubenden. Verhalten der Nichtübenden. Reihen folge der anzuwendenden Geräte. Einüben einer Gerätübung. Kürturnen. Zeitdauer des Gerätturnens. Tu el. Be⸗ treten und Verlaſſen des Turnſaales. Abänderungen des Lehrverfahrens Der Lehrplan für den Turnunterricht Seine Notwendigkeit und ſein— Die erſten Jahresauf— gaben. Einfachheit des Lehrplane el und Art der Turn ſtufen. Die Vorſtufe Behepinn für die Ordnungsübungen, für die Gang⸗ und Hüpfarten, für die Freiübungen im Stehen für die Gerätübungen, für beſondere Schulverhältniſſe: ſpäterer Beginn oder früherer Schluß des Turnunterrichts, zuſammen f 5 geſetzte Turnklaſſen, nur eine wöchentliche Turnſtunde 89 Erſter Abſchnitt. 4 Der bungsſtoff. Die Turnarten. Turnen iſt körperliche Ubung, die nur dem eigenen Körper uliebe, alſo zur Erhöhung ſeiner Kraft und Geſchicklichkeit, oder zur Förderung ſeiner Geſundheit, oder auch nur aus Freude an der Übung ſelbſt erfolgt, nicht aber dazu, um wie bei der eigentlichen Arbeit irgend ein Werk zu ſchaffen oder ſchaffen zu helfen. Im weiteren Sinne des Wortes ſind demnach auch Tanzen, Schwimmen, Reiten, Fechten, Zielſchießen u. dergl. zu den Ti urnübungen zu rechnen. Sob ald aber die Ubun chlittſchuhlaufen, Rudern Radfahren, g nur auf möglichf Ausbildung in einzelnen dieſer Fertigkeiten, und zwar WAb mit andern gerichtet iſt, wird ſie zum Squurt. ient ſie nur der Vorbereitung für gewiſſe Berufsarten Wehrdienſt, Feuerwehr, Schauſtellungen u. dergl.), ſo wird ſie zur Bexufsgyumnaſtik. ſie nur die Wiederherſtellung der leiblichen Geſundheit zum Zweck, ſo wird ſie zur Heilgumnaſtik. Die ausſchließliche Richtung auf Erzeugung ſchöner und gefällige r Stellungen und Bewegungen kennzeichnet die äſthetiſche Gymnaſtik. Wird Hat die Ubung aber ganz in den Dienſt der Er ziehung der Jugend geſtellt, ſo kann ſie auch als pädagogiſche Gymnaſtik be zeichnet werden. Unter eigentlichem Turnen begreift man aber immer die möglichſt allſeitige Körperübun ug ohne andern Zweck als ſich die Freude am Gelingen, an wachſendem Geſchick und an ſteigendem Wohlgefühl zu bereiten. Darin deckt es ſich ganz mit Die Turnarten den Aufgaben der pädagogiſchen Gymnaſtik, die ja neben der Geſundheitspflege die Erziehung zu Kraft und Gewandtheit und die Erregung der Bewegungsluſt zum Ziele hat. Eine Turnübung kann entweder von einem Einzelweſen ausgeführt werden, oder ſie bedarf des Zuſammenwirkens mehrerer. Im erſten Falle iſt ſie Einzelübung, im andern Falle Geſellſchaftsübung, wie z. B. das Ringen, die meiſten Bewegungsſpiele u. dergl. Wird aber die Einzelübung an gewiſſe Vorſchriften in Bezug auf Zeitdauer, Ort, Bewegungs richtung u. dergl. gebunden, der gleichzeitig noch andere Mit übende unterworfen ſind, wie z. B. bei den auf Befehl aus zuführenden Freiübungen einer ganzen Klaſſe, ſo entſteht das, was man in der Turnlehre eine Gemeinübung, d. h. eine ge meinſame Übung mehrerer, nennt. Beſteht die Turnübung darin, ohne jedes äußere Hilfsmittel frei von feſtſtehenden Gerätſchaften, auf gewöhnlichem ebenen Boden einzelne Körperteile oder den ganzen Körper zu bewegen oder in einer beſtimmten Haltung verharren zu laſſen, ſo nennt man dies eine Freiübung. Tritt aber der Umſtand hinzu, daß dabei die Haltung oder die Bewegung der Arme durch bewegliche, von den Händen getragene Gegenſtände von mäßiger Ausdehnung und Schwere, wie z. B. durch Stäbe, Hantel, Keulen u. dergl., meiſt in erſchwerdem Sinne beeinflußt wird, ſo bezeichnet man ſolche Ubungen auch als Freiübungen mit Belaſtung, oder auch in den beſonderen Fällen als Stab-, oder als Hantel-, oder als Keulenübungen u. ſ. w. Dieſe Übungen ſind von ſolchen üÜbungen mit Handgeräten zu unterſcheiden, bei denen die beſondere Art der Bewegung des von den Händen oder von einer Hand getragenen Gerätes das Weſen der Übung ausmacht, wie dies z. B. beim Ballwerfen, Gerwerfen, Fechten, Gewicht heben, bei den übungen mit dem kurzen Schwingſeil oder dem „Schwingrohr“ u. dergl. der Fall iſt. Von weſentlich anderer Natur, als die zuletzt genannnten Übungen, ſind die, wobei der eigene Körper die zu bewegende Laſt iſt und außerdem die Fläche, auf der er oder zu der er Als d hinauf oder von der er herab bewegt wird, eine andere als der tel nen gen nunt Die Turnarten gewöhnliche Boden iſt. Erſchwert dieſe Fläche durch ihre Natur Glätte, Schmalheit, Beweglichkeit u. ſ. w.) dem darauf Stehenden oder ſich Bewegenden vornehmlich die Erhaltung ſeines Gleich zewichtes, ſo nötigt ſie ihn zu einer ſogenannten Schw ebeübung auf dem Eiſe, auf Schwebeſtangen, auf dem Schaukelbret . U W Hiermit beginnt ſchon das Gebiet der eigentlichen Gerät bungen, von manchen auch Gerüſtübungen genannt. Die Seräte ſind entweder bei der übung völlig feſtſtehend, wie U das Reck, der Barren u. ſ. w., oder doch wenigſtens an einem Punkte befeſtigt, ſonſt beweglich, wie z. B. das lange Schwing ſeil, der Rundlauf, die Schaukelringe u. ſ. w. Sie geben Anlaß zu Sprung-, zu Stütz⸗, zu Hang-⸗ oder zu Übungen die aus verſchiedenen dieſer Thätigkeiten zuſammengeſetzt ſind Die Übungen im Springen ſind entweder unabhängig von der Mitwirkung der Arme dies iſt beim Freiſpringen der Fall—, oder dieſe helfen am Gerät ſtützend oder hangend nach Gerätſpringen. Bei den Stützübungen ſind der Hauptſache nach Streck muskeln, bei den Hangübungen aber Beugemuskeln i Thätigkeit. Auch bei den Geſellſchaftsübungen giebt es je nach ihren Aufgaben verſchiedene übungsgattungen. Bei den einer iſt es nur Zweck, die Mitwirkenden in verſchiedenen Ordnungen zu gruppieren, und die dabei nötige körperliche Thätigkeit jeder einzelnen Perſon iſt keine andere als eine Freiübung im Stehen, Gehen oder Hüpfen. Solche u lbungen heißt man O rdnungs ibungen. Wird die Thätigkeit der einen übenden Perſon durch die einer andern oder mehrerer anderen infolge unmittelbarer Ein wirkung erleichtert oder erſchwert, ſo gehört die übung in das Gebiet der Unterſtü tzungs- oder in das der Widerſtands übungen. Zu den letzteren ſind auch die üÜbungen im Ringen Wettkampf) zu— zu den erſteren z. B. die turneriſchen Pyram r dergl Beid ir ee und Widerſtand, findet in der Regel ei denjenis gen Geſellſchaftsi ibungen ſtatt, die man als Turnſpiele N J 4 Freiübungen. bezeichnet. Sie unterſcheiden ſich von andern Spielen haupt⸗ ſächlich darin, daß bei ihnen die körperliche Bewegung die Hauptſache iſt, und daß ſie nicht des Geldgewinnes oder anderer materiellen Vorteile halber geſpielt werden. II. Die Freiübungen. A. Freiübungen im Stehen. a. Die Stellungen. Zunächſt iſt das Stehen in irgend einer Stellung auf kürzere oder längere Dauer ſelber ſchon als Freiübung zu betrach ten, obwohl vom Dauerſtehen im Turnunterricht der Mädchen nicht viel Gebrauch zu machen iſt. Die weſentlichſten der hier in Anwendung kommenden Stellungen, wobei für jetzt von der zu einer dieſer Stellungen führenden Thätigkeit abgeſehen werden ſoll, ſind wohl folgende: 1. Die Grundſtellung, womit man gewöhnlich das bewegungsloſe Stehen mit aufrechter Körperhaltung bei geſchloſ ſenen Ferſen, auswärts gerichteten Füßen, geſtreckten Beinen und ungezwungen herabhängenden Armen bezeichnet. Den Gegenſatz dazu bildet die bequeme Stellung. 2. Der Zehenſtand, von der Grundſtellung darin unter ſchieden, daß die Füße nur mit dem Fußballen den Boden berühren, die Ferſen aber möglichſt hoch über ihn erhoben ſind. 3. Die verſchobene Winkelſtellung der Füße, wobei die Ferſe des einen Fußes nicht an die des andern Fußes, ſondern an die Mitte ſeiner innern Kante oder an die Fuß ſpitze ſich anſchließt, ohne daß die Auswärtshaltung der Füße dabei geändert iſt. Im letzteren Falle ſoll hier der Kürze halber die Stellung(die eine Ferſe an der andern Fußſpitze mit dem Ausdruck„Tanzſtellung“ bezeichnet werden. 1. Die Schrittſtellung, in der die Füße derart auf dem Boden ſtehen, daß keine Ferſe den andern Fuß berührt. Je nach der Richtung, in der ein Fuß vom andern weggeſtellt wurde, unterſcheidet man eine Vor-, eine Rück⸗, eine Seit⸗, eine Schräg- eine Kreuzſchrittſtellung; in letzterer kreuzen ſich die Beine. Bei allen dieſen Stellungen iſt aber noch das Verhalten der ipt⸗ die rer Freiübungen 5 4 Leibeslaſt während des Stehens zu beachten. Es kann in zweierlei Weiſe ſtattfinden: entweder die Leibeslaſt ruht auf beiden Füßen gleichmäßig oder nur auf dem einen, ſei es auf dem an ſeinem anfänglichen Standorte gebliebenen Fuße oder nuf dem weggeſtellten. Beſondere Bezeichnungen für dieſe Steh weiſen ſind nicht in der Turnſprache Alchee⸗ er Stand auf einem Beine. S andere Bein iſt hierbei frei über dem Boden ſchwebend in— einer Weiſe ie am häufigſten angewendete Haltung dieſes Beines iſt die geſtreckte, die ſogenannte Vor- oder Seit- oder Rückſpreizhalte. Die Kniebeugſtellung, d. i. der Stand mit halber oder mit ganzer Beugung beider Kniee oder nur eines Knies. gehalten. Im Mädchenturnen beſchränkt man ſich in der Regel Aus nahmen finden z B. beim Niederlegen eines Gegenſtandes oder beim Niederknien ſtatt— auf die halbe Beugung eines Knies in der Schrittſtellung oder im Stande auf einem Beine. Daß noch andere St tellungen möglich ſind, bedarf kaum Erwähnung; ihre Aufzählung hätte aber nur theoretiſchen In allen genannten Stellungen ſind nun die meiſten der nachſtehend aufge ezähl ten Freiübungen ausführbar, womit aber dies auch bei allen gleich zweck — Man könnte hier zunächſt Armhaltungen und Armbewe gungen unterſcheiden. 1. Die Armhaltungen ſind Dauerhaltungen der Arme während anderer Ubungen, z. B. während der Beinübungen im Stehen, der Geh⸗, der Hüpfübungen u. ſ. w. Hier ſind vor allem, außer der gewöhnlichen Haltung der Arme, wobei ne ungezwungen am Leibe herabhängen, folgende zu nennen: Der Handſtütz auf den Hüften. Die Handfläche liegt alsdann an der Hüfte, die geſchloſſenen Finger ſind nach vorn, der Daumen iſt nach hinten gerichtet. Dies iſt für das Aufrechtbleiben des Oberkörpers und für die Wölbung der 6 Freiübungen. Bruſt die zweckmäßigſte Armhaltungk). Darum verdienen nur vorübergehende Anwendung: 2. Das Armkreuzen oder die Armverſchränku auf dem Rücken, auf den die Unterarme gelegt ſind, wobei ſie von den Händen erfaßt werden; und noch ſeltenere: z. Die Armverſchränkung vor der Bruſt. An dieſer Stelle mögen auch die Faſſungen zweier oder mehrerer Schülerinnen unter ſich erwähnt werden obwohl ſie eigentlich zu den Geſellſchaftsübungen gehören Es ſeien hier nur folgende als die weſentlichſten genannt: 1. Die Faſſung„Hand in Hand“ mit meiſt abwärts, ſeltener aufwärts geſtreckten Armen, oder auch mit gebeugten Armen, ſo daß die Hände in Schulterhöhe ſich befinden. 0 1 Jte Die Arm verſchränkung in einer Stirnreihe, die auch als Faſſung Hand in Hand mit gekreuzten Armen be zeichnet werden kann. Sie entſteht in einem Paare, wenn die linke Hand jeder der beiden Schülerinnen die rechte Hand der andern gefaßt hält, bei mehreren nebeneinanderſtehenden Schü lerinnen, die zu zweien abgezählt wurden, wenn ſich alle Erſten unter ſich und alle Zweiten unter ſich an den Händen gefaßt haben, die Arme jeder einzelnen Schülerin alſo vor(oder hinter) den beiden nebenſtehenden(den Nebnerinnen) vorüber in ſchräger Richtung gehalten ſind, wovon nur die äußeren Arme der Erſten und Letzten der Reihe eine Ausnahme machen. Dabei können die rechten oder die linken Arme vorn ſein, alle Arme ſich vor oder hinter der Reihe, oder die einen vor, die andern hinter ihr ſich befinden. dDie Faſſung„Arm in Arm“, wie ein FHerr eiite ame z. B. über die Straße führt. Dabei kann das Einhängen des linken oder des rechten Armes in den der Nebnerin an geordnet werden. 7. Die ſogenannte Tanzfaſſung in den Paaren, wie ſie bei den Rundtänzen im Ballſaale üblich iſt. Dabei hat in der Regel die, die auf der rechten Seite des Paares iſt, ihren rechten Arm um die Hüften der andern gelegt, während dieſe ihre 1 * Nach den Erfahrungen von Arzten in Kurorten für Lungenkranke nur Freiübungen linke Hand auf die rechte Schulter ihrer Gefährtin gelegt hat, und beide, halb einander zugewendet, ſich mit den Händen der äußeren Arme gefaßt halten. S. Die Faſſung mit den Händen auf den Schultern der Vorderen in einer Flankenreihe, worin die Einzelnen hintereinander ſtehen. Aus dem, an jeweiligen Befehl gebundenen Wechſel dieſer Armhaltungen kann unter Umſtänden auch einmal ein beſonderer Übungsfall gemacht werden. Im übrigen mögen als die weſentlichſten b. Armbewegungen im Mädchenturnen folgende hervor zehoben werden: 1. Handklappen. Dies iſt das Aneinanderſchlagen der inneren Handflächen und geſchieht entweder nur mit Vorheben der Unterarme oder mit Vor- oder Hoch- oder Rückheben der geſtreckten Arme. Auch kann manchmal dabei die eine und über der andern ſein. Nach ein- oder mehrmaligem Klappen werden dann die Arme wieder geſenkt oder auch in eine andere Us die anfängliche Haltung gebracht. . Armheben und-ſenken, womit man die Bewegung de der geſtreckten Arme auf- oder abwärts bezeichnet. Die Haupt arten dieſer Ubung ſind: Das Vorheben, das Seitheben das Vorhochheben, das Seithochheben, das Rückheben der Arme. In den beiden erſteren Fällen gelangen die Arme nur bis zur Schulterhöhe, in den beiden folgenden in die ſenk rechte Haltung neben dem Kopfe, in dem zuletzt genannten Falle nur bis zur ſchrägabwärts nach hinten gerichteten Haltung. Aus dieſen Hebhalten der Arme gelangen dieſe durch das Tief ſenken in die anfängliche, oder durch das Armſenken bis zur Schulterhöhe in die wagerechte Haltung zurück. D 2 as Heben und Senken zu ſchrägen Armhaltungen(von den Ubungen mit Handgeräten abgeſehen) hat für den Turnunterricht weniger Bedeutung. Dieſe Armübungen können möglichſt raſch oder mehr oder weniger langſam ausgeführt werden. Das langſame Armheber und ⸗ſenken mag für Zimmer- und für Heilgymnaſtik nützlich ſein 8 Freiübungen im Schulturnen iſt es in der Regel— mit wenig Ausnahmen — langweilig und zwecklos Ferner kommt beim Armheben noch die Art in Betracht wie der Arm gedreht wird, ob z. B. in der Hebhalte, d. h. 10 der ruhigen Haltung des geſtreckten Armes, der Handrücken nach der einen oder nach der andern Seite gerichtet iſt. Stellt man z. B. die Forderung, daß nach dem Vorheben beider Arme ihre Handrücken einander zugewendet ſein ſollen, ſo erfordert dies ein gewiſſes Armdrehen, eine Art Rollen des geſtreckten Armes um ſeine Längenachſe. ie vier wichtigtten Drehhalten der Arme haben beſondere Bezeichnungen in der Turnkunſt erhalten und ſollen, da hiermit die Bezeichnung des Griffes an einem Turngerät zuſammenhängt, an dieſer Stelle erwähnt werden: In der Riſthaltung der vor-, hoch-, rück⸗ oder ab wärts geſtreckten Arme ſind die Daumen, er Kammhaltung die kleinen Finger der Hände, c. in der Speichhaltung die innern Handflächen, in der Ellenhaltung die Handrücken einander zuge wendet Die Bezeichnung der Drehhalte eines ſeitgehobenen Armes iſt dieſelbe wie die des vorgehobenen Armes, bei dem die gleiche Handſeite(Daumen- oder Kleinfinger- oder oder innere Seite) oben iſt. Das Armdrehen in einer Hebhalte zu den kleinlichen nebenſächlichen Ubungen, deren Wirkung hinläng lich beim Gerätturnen zur Geltung kommt und die daher bei Schülerinnen, den Fall der Erklärung obiger Bezeichnungen der Armdrehhalten ausgenommen, füglich können weggelaſſen werden. 0 den Freiübungen der Es genügt, eine Regel einzuführen, die ein für allemal die Drehhalte des gehobenen Armes beſtimmt, z. B. daß bei gleichlaufend gehaltenen Armen die Speichhaltung, bei ſeit gehaltenen Armen die Riſthaltung der Arme ſtattzufinden habe. Alsdann ſind nur in Ausnahmefällen die von der Regel ab weichenden Drehhalten anzugeben. Von vielen wird es für ſchön gehalten, wenn die Mädchen beim Armheben die Arme in den Ellenbogen-, Hand- und Finger * 22 SS gelenken ein wenig beugen, ſtatt ſie völlig zu ſtrecken, ſ Freiübungen. 9 daß eine„ſanfte Rundung“ der Arme entſteht. Oft werden die Mädchen auch ſchon durch die Enge ihrer Armel dazu gezwungen. Man kann dies namentlich in den Fällen gelten laſſen, wobei das gefällige Ausſehen der Stellungen und Halt tungen der ÜUbenden in den Vordergrund geſtellt wird; da wo es ſich vorzugsweiſe um die Armübung ſelber, um Raſchheit in den Armbewegungen und um Kräftigung der Arme handelt, ſollte man auch ſtets auf volle Armſtreckung ngen z. Hin- und Herſchwingen der Arme. Es iſt dies empfehlenswert in den Richtungen: vor- und rückwärts durch die tiefe Haltung(nach unten vorwärts auf und ab; ſeitwärts auf und ab; und ſeitwärts in Schulterhöhe, das und innen in Schulterhöhe mit tsſchwingen, wobei bald der rechte, bald kommt; ſeitwärts links und rechts nach vorn, oder nach unten, nach oben, d. h. durch die Vorheb-, oder durch die Senks, durch die Hochhebhalte de hindurch, wobei beide nach derſelben Richtun g ſchwingen und immer derjenige von ihnen ſich beugt, der nach der Seite des andern Armes hin igt Ueimkreiſen. Es iſt dies die kreisförmige Bewegung geſtreckten Armes in einer zum Boden ſenkrechten Ebene, ſich entweder vor dem Übenden oder auf ſeiner Seite beſindet, alſo ein in entgegengeſetzten Richtungen aufeinander lolgendes Heben und Senken des Armes. Bewegungsrł ichtung bei di 1 die Bezeichnung der ſem Armkreiſen ſtimmt mit der überein, der Bewegung des Armes in ſeiner höchſten Haltung dabei zukommt. Je nachdem er, in dieſer angelangt, nun ſich nach oder nach hinten, nach links oder nach rechts weiterbewegt, bezeichnet man dies Armkreiſen als ein Kreiſen vorwärts oder rückwärts, links oder rechts. Beim Befehlen ſolcher Ubungen 0 Freiübungen. wird es aber den Schülerinnen verſtändlicher ſein, wenn man ihnen die Anfangsrichtung der Kreisbewegung angiebt, wenn man alſo z. B. den in der Grundſtellung mit herabhängenden Armen ſtehenden Schülerinnen befiehlt: Kreiſen des rechten linken) Armes, nach vorn(hinten, links, rechts) beginnend! Das Armkreiſen kann auch mit beiden Armen zugleich und zwar in gleichen oder in entgegengeſetzten Richtungen geſchehen. Das gleichzeitige Kreiſen beider Arme ſeitwärts in entgegengeſetzten Richtungen wird auch als Innen- oder als Außenkreis bezeich— net, je nachdem die Arme von oben her gegen-oder auseinander ſchwingen. 5. Unterarmſchwingen. Damit bezeichnet man in der Regel die zur Beugung des ſeitgehobenen Armes führende raſche Bewegung des Unterarmes gegen den ruhig gehaltenen Ober arm hin, ſowie die wieder zur Armſtreckung führende Zurück bewegung des Unterarmes. Dabei befinden ſich die Arme entweder in der Riſthaltung(Handrücken oben!), und das Unter armſchwingen geſchieht wagerecht abwechſelnd nach innen und nach außen; oder die Arme ſind in der Kammhaltung(Hand rücken unten!), und die Unterarme ſchwingen in ſenkrechter Ebene nach innen und nach außen. Es kann aber auch in anderen Dreh- und Hebhalten der Arme geübt werden. Von geringerer Zweckmäßigkeit iſt das Unterarmkreiſen bei ſeit- oder bei vorgehobenen Armen(das ſogen. Haspeln der Unterarme) u. dergl. 6. Armſtoßen. Ihm geht allemal das„Armbeugen zum Stoß“ voraus, das aus einer möglichſten Annäherung des Unterarmes an den Oberarm beſteht. Gegen deſſen oberes Ende ſind dabei die Fingerſpitzen zu richten, wenn man die Hand nicht zur Fauſt ballen laſſen will, was bei Mädchen weniger am Platze iſt. Dieſem Armbeugen folgt alsdann ein kräftiges Ausſtrecken des Armes in allen ſeinen Gelenken nach irgend einer Richtung, vornehmlich auf- oder ſeit- oder vorwärts. Dieſe übung kann wieder mit nur einem Arme oder mit beiden Armen in gleichen oder in ungleichen Richtungen erfolgen. Auf die Angabe der möglichen Hand- und Finger bewegungen wird hier verzichtet, da ſie gleich dem oben ge C. INennn. R ein lach rts. den 1 ge * Freiübungen 11 nannten Armdrehen für das Schulturnen zu wenig Wert haben und ihr möglicher Nutzen durch den Gebrauch von Turngeräten viel geſicherter iſt. c. Beinübungen. l. Erheben in den Zehenſtand, hier kurzweg Ferſen heben genannt.“) Das unmittelbar ſich folgende Heben und Senken der Ferſen wird auch Fußwippen genannt. Dieſe Übung iſt ſowohl in den verſchiedenen Stellungen vergl. S. 4 u. f.) auszuführen, als auch mit den obengenannten Armhaltungen und Armbewegungen zu verbinden. 2. Schreiten in eine Schrittſtellung(vergl. Außer den Richtungen des Schreitens iſt hierbei wieder das Verhalten der Leibeslaſt zu beachten, ob dieſe nach vollendeter Schreitu ung auf beide Füße gleich verteilt iſt, oder auf dem ehenbleibenden Fuße rühe n bleibt, oder ganz auf den ſchreiten— den Fuß übertragen wird. Für dieſe drei Arten des Schreitens hat die ſeitherige Turnſprache keine unterſcheidenden Bezeichnungen zehabt, wohl weil kein Bedürfnis dafür vorhanden war. Da in der vorliegenden Schrift dies Bedürfnis aber beſteht, ſo ſoll in ihr nun unterſchieden werden: D 660 as Schreiten im engeren Sinne des Wortes, womit die Verlegung der Leibeslaſt auf beide Füße gemeint iſt, gleich viel, ob dabei die Füße ſich ſchließlich im Sohlen- oder im Zehenſtande beſnben; darnach ſind Ausdrücke wie Vor, Seit⸗ Rückſchreiten links oder rechts leicht zu verſtehen. b. Das Stellen eines Fußes in die Schrittſtellung, alſo Vor-, oder Seit, oder Rückſtellen links oder recht womit hier das Verbleiben der Leibeslaſt auf dem an Ort ver harrenden Beine und die Berührung des Bodens durch den weggeſtellten Fuß nur mit ſeinen Zehen(mit der Fußſpitze gemeint ſein ſoll.“) Der Austritt aus der Grund- in die Schrittſtellung, alſo Vor-, oder Seit⸗, oder Rücktritt links oder rechts, wodurch Nicht zu verwechſeln mit dem Ferſenheben in anderen Turnſchriften, die damit ein Unterſchenkelheben nach hinten bezeichn In der 1. Auflage dieſes Buches als— ſezeichnet 11 12 Freiübungen. das Übertragen der Leibeslaſt auf den fortſchreitenden Fuß bei gleichzeitiger leichter Berührung des Bodens durch die Zehen oder die Spitze des laſtfrei gewordenen und an Ort verbleibenden Fußes bezeichnet werden ſoll.“ Die dadurch hervorgerufene Stellung könnte auch als„Vor-“ oder als„Rück⸗“ oder als„Seit Wäüftene von der gewöhnlichen Schrittſtellung unterſchieden werden. Die Bewegung eines Beines aus einer Schrittſtellung in die Grundſtellung wird auch kurzweg Schlußtritt(Cinks oder rechts) genannt. Dieſe Übungen ſind nun auch in Verbind dung mit den vor hergenannten zu bringen 3. Spreizen oder Beinheber Damit iſt die, meiſt mehr oder weniger raſch enazuführerde Hebung eines geſtreckt bleibenden Beines nach irgend einer Richtung, gewöhnlich vor oder ſeit- oder rückwärts, gemeint(Vor⸗, Seit⸗, Rückſpreizen). Die ruhige Haltung des gehobenen Beines im Stande auf dem andern Beine nennt man Spreizhalte(Vor⸗, Seit⸗, Rückſpreiz halteß. Führt das dem Beinheben folgende Beinſenken zur Grundſtellung, 90 nennt man es auch Beinſchließen. Selbſt verſtändlich kommt im Mädchenturnen nur ein Spreizen bis zu ganz geringer Entfernung des gehobenen Fußes über dem Boden vor. Stets ſoll aber der Fuß des ſpreizenden Beines in deſſen Richtung ausgeſtreckt und dabei auswärts gehalten ſein. Senkt ſich das gehobene Bein nur ſoweit, bis ſeine Fuß ſpitze flüchtig den Bo oden berührt, und erhebt es ſich ſofort wieder, ſo führt es die Bewegung aus, die im folgenden Tupftritt vor⸗, ſeit-, rückwärts links oder rechts) genannt werden ſoll. Beinſchwingen und Beinkreiſen ſind Bewegungen, die dem Armſchwingen und dem Armkreiſen entſprechen, aber als Freiübungen im Mädchenturnen entbehrt werden können. 4. Kniebeugen eines Beines. Es geſchieht dies vor zugsweiſe in folgenden drei Arten: à. im Stande auf einem Beine mit gleichzeitiger Spreiz halte des andern Beines; In der 1. Auflage dieſes Buches als„Straffſchritt“ bezeichnet bei hen den fene eit den J in der 0r O Freiübungen. 13 b. in der Grund-(oder auch in einer Schritt⸗)ſtellung mit gleichzeitigem Fortſtellen des andern Beines, ähnlich dem„Aus— lagetritt“ im Knabenturnen, hier„Vor-(Seit-, Rück'ſtellen mit Kniebeugen“ genannt⸗); mit gleichzeitigem Ausſchreiten des ſich beugenden Beines, ähnlich dem„Ausfall“ im Knabenturnen, nur daß hier der an Ort bleibende Fuß ſich in den Zehenſtand hebt und daß der ausfallende Fuß nicht hart wie beim Ausfall niedergeſtellt wird. Es ſoll dies hier als„Vor-(Seit, Rück)tritt mit Knie beugen“ oder, wenn der ausſchreitende Fuß dabei leiſe mit den Zehen über den Boden hinſchleift, als„Schleif ſchritt“(vor-, ſeit-, rückwärts bezeichnet werden.“ In allen dieſen Fällen ſoll nur ein mäßiges Kniebeugen ſtattfinden. Die unmittelbare Aufeinanderfolge des Kniebeugens und ſtreckens bildet das Kniewippen. Das Kniebeugen beider Beine findet im Mädchenturnen, von der folgenden Übung abgeſehen, nur ſelten und dann meiſt bei gewiſſen Gangarten Anwendung. 5. Niederknieen eines Beines. Es erfolgt entweder in einer Vor- oder in einer Rückſchrittſtellung oder aber zugleich mit dem Vor- oder dem Rückſchreiten. Dabei beugen ſich beide Kniee; das des hintenſtehenden Beines ſenkt ſich bis zum Boden herab, während der Oberkörper aufrecht bleibt und der vorn ſtehende Fuß auf ganzer Sohle ſteht. Die Angabe anderer möglichen Bein- und Fußübungen bleibt hier weg, da ſie wenig oder keine Verwendung im Mädchen turnen finden können. d. Rumpf- und Kopfübungen. I. Vorbeugen des Rumpfes. Dies iſt das Senken des Oberkörpers nach vorn, begleitet von einem Neigen des Kopfes nach der Bruſt hin. Das Maß des Beugens iſt leider In der 1. Auflage, S. 28, Tupftritt geheißen. *) In der 1. Auflage, S. 32,„Fluchtſchritt“ genannt. Vergl. auch Kloß,„Weibliche Turnkunſt“, 3. Auflage, S. 333; ferner Spieß,„Turnbuch für Schulen“, II. Teil, 2. Auflage, S. 236 14 Freiübungen vielfach durch die Kleidung der Mädchen zu ſehr beſchränkt Auch ſonſt werden oft Einwendungen gegen die Rumpfübungen im Mädchenturnen erhoben, aber, wie ich in Übereinſtimmung mit vielen Arzten, die über Heilgymnaſtik geſchrieben haben, glaube, mit Unrecht, da keine anderen Übungen in höherem Maße als ſie die Muskulatur des Oberkörpers ſtärken und damit die aufrechte Körperhaltung erleichtern. Eine allzuraſche Aus führung der Rumpfübungen, des Beugens und des Streckens, iſt nicht ratſam, ebenſowenig das lange Stehen in gebeugten Haltungen. 2. Rückbeugen des Rumpfes. Dabei wird der Kopf und der Oberkörper nach hinten geneigt, aber nicht ſoweit, daß das Gleichgewicht im Stehen ins Schwanken käme. Der Blick ſei in der Rückbeughalte nach oben gerichtet. 3. Seitbeugen des Rumpfes. Dabei ſenkt ſich der Oberkörper ohne Drehung in den Hüften nach einer Seite, nach der ſich auch zugleich der Kopf neigt, ohne den Blick nach vorn aufzugeben. 4. Rumpfdrehen iſt die drehende Bewegung des Ober körpers bei ſtandfeſten Füßen nach einer Seite hin; der Kopf dreht ſich dabei nach derſelben Seite. Am leichteſten iſt es bei geſchloſſener Haltung der Füße. 5. Rumpfſchwingen iſt die unmittelbare Aufeinanderfolge des Beugens nach entgegengeſetzten Richtungen, alſo der ununter brochene Wechſel des Vor- und des Rückbeugens, oder des Links und des Rechtsbeugens. 6. Rumpfkreiſen bedeutet eine kreisförmige Bewegung des Oberkörpers, der ſich dabei nacheinander durch die Vor⸗-, Seit⸗ und Rückbeughalte bewegt, ohne ſich zwiſchenhinein auf zurichten. 7. Schrägbeugen des Rumpfes. Damit wird eine Verbindung des Rumpfdrehens mit dem Vor- oder dem Rück beugen bezeichnet; die letztere Art kommt indeſſen wohl kaum zur Anwendung. S. Bewegungen mit dem Kopfe haben als ſelbſtändige Freiübungen im Schulturnen keinen Wert. Was ſie in turneri ſcher Beziehung nützen können, wird durch ihre gelegentliche opf daß lick der iach orn ber 'opf bei ung Auf eine ück um Freiübungen 15 Verbindunug mit andern Übungen, namentlich mit den Rumpf E 801 hinlänglich erreicht. Es genügt daher, ſie vor der Einübung ſolcher vorübergehend und ohne lange dabei zu verweilen, ausführen zu laſſen. Ihre Formen ſind dieſelben wie die der Rumpfübungen: Kopfbeugen vor-, rück ſeitwärts, Kopfdrehen, Kopfkreiſen e. Drehungen im Stehen. Dreht man ſich nach einer Seite ſo weit, bis man wieder rit dem Geſicht nach derſelben Seite hingewendet ſteht, ſo hat man nach turneriſcher Bezeichnung eine ganze Drehung links oder rechts gemacht. Darnach iſt leicht zu erkennen, was unter einer halben Drehung und unter einer Viertel drehung zu verſtehen iſt. Nur das Standdrehen in den beiden letztgenannten Maßen braucht im Mädchenturnen zum Gegen— ſtand des Übens gemacht zu werden. Die Weiſe der Ausführung kann verſchieden ſein. Es empfiehlt ſich beim Drehen aus und zu der Grundſtellung, entweder ſich auf der Ferſe des Fußes, iach deſſen Seite gedreht werden ſoll, und zugleich auf den Zehen des andern Fußes zu drehen, wonach dieſer raſch ſich wieder jenem anſchließt, oder ſich z. B. beim Linksdrehen auf den Zehen des rechten Fußes zu drehen, dabei den linken Fuß flüchtig vom Boden zu erheben und ihn nach vollendeter Drehung dem rechten wieder anzuſchließen. Das Drehen auf den Zehen kann indeſſen beim Mädchenturnen als allgemeine Regel auch in ſolchen Fällen aufgeſtellt werden, in denen auf beiden Füßen ugleich(3. B. in einer Schrittſtellung); oder während einer Schreitbewegung gedreht werden ſoll. f. Zuſammengeſetzte Übungen. Bewegt man, in der Grundſtellung ſtehend, einen Arm 'der ein, Bein, oder auch in gleicher Weiſe beide Arme oder deide Beine, oder den Rumpf oder den Kopf, kurz irgend einen Körperteil oder ſelbſt den ganzen Körper aus ſeiner in der Grundſtellung inne gehabten Haltung ohne Umſchweife in eine imdere Haltung, ſo hat man eine einfache Bewegung aus zeführt. Sobald aber zwei verſchiedene Körperteile,% B. ein 1* 16 Freiübungen. Arm und ein Bein, oder die beiden Arme oder die beiden Beine in ungleichartiger Weiſe gleichzeitig in eine andere als die anfäng liche Haltung bewegt werden, ſo iſt dies als eine mehrfache oder zuſammengeſetzte Bewegung anzuſehen. So iſt alſo das Vorheben der Arme eine einfache, das Vorheben der Arme mit gleichzeitigem Vorſtellen des linken Beines, oder das Vor heben des linken Armes und das gleichzeitige Beugen des rechten Armes zum Stoß eine zuſammengeſetzte Bewegung. Eine Bewegung dieſer Art, durch die die Körperhaltung, wie ſie in der Grundſtellung war, geändert wird, ſtellt aber noch keine abgeſchloſſene Turnübung dar. Dies iſt vielmehr erſt dann der Fall, wenn die Grundſtellung wieder hergeſtellt iſt. Dieſe Herſtellung geſchieht nur in der Minderzahl von Turnübungen durch eine einzige, d. h. durch dieſelbe Bewegung, durch die die Grundſtellung aufgehoben wurde, wie z. B. beim Armkreiſen aus der Senkhalte der Arme, bei der Vierteldrehung im Stehen, bei einem Hupf mit geſchloſſenen Füßen. In allen andern Fällen führt entweder erſt eine zweite, der erſten gerade entgegengeſetzte Bewegung ſofort oder nach einem Halt von einer beſtimmten Dauer in die Grundſtellung zurück und die Übung zu Ende, oder es folgen ſich mehrere verſchiedenartige Bewegungen, bevor die Übung durch Wiederherſtellung der an fänglichen Körperhaltunng ihren Abſchluß erreicht hat. Dieſe Bewegungen ſind ſomit als Teile der Ubung anzuſehen. Vorheben der Arme und darauf Armſenken bilden zuſammen eine zweiteilige übung; werden aber die vorgehobenen Arme erſt ſeitwärts geſchwungen und dann erſt geſenkt, ſo iſt die Übung dreiteilig, u. ſ. w. Jede zweiteilige Übung obiger Art, die aus zwei einfachen, einander entgegengeſetzten Bewegungen beſteht, iſt als eine ein fache üUbung anzuſehen. Übungen, bei denen mehrfache Be wegungen vorkommen, und ſolche, die aus mehr als zwei verſchiedenartigen Teilen beſtehen, ſind zuſammengeſetzte üÜbungen. Eine zweiteilige übung mit mehrfachen Bewegungen(3. B. Vorheben der Arme mit gleichzeitigem Vorſtellen des linken Fußes, darauf Zurückbewegung der Arme und des Fußes in die e in ing uche alſo rme Jor hen. nen erſt ung Leibesſeite ausgeführt werden. Von dieſer Ul Freiübungen 17 Grundſtellung) kann auch als eine einfach zuſammengeſetzte Ubung bezeichnet werden. nalige Wiederholung derſelben übung aber in ihrer Geſamtheit noch keine zuſammer ngeſetzte Ubi ung, ja nur zweierlei Bewegungen dabei vorkommen. Erſt wenn iehrere einſache oder einfach zuſammengeſetzte übungen ver ſchiedener Art aufeinander folgen und dieſe Reihenfolge als ein Die mehr bildet lbungsganzes aufgefaßt wird, entſteht eine zuſammengeſetzte Ubungsform, und zwar diejenige, die man als Ubungsreihe bezeichnen kann. Jede der in einer ſolchen Reihe vorkommen⸗ den einfachen oder einfach zuſammengeſetzten Ubungen bildet ein Glied der Reihe. 0 Reihenglieder ſind ſtets durch das Eintreten der Grundſtel ung voneinander abgegrenzt. Folgen ſich z. B. nach einander die Amben Vorheben, Tiefſenken, orhochheben, Tiefſenken, Seitheben, Tiefſenken, iefſenken, ſo bildet das Ganz Seithochheben, e eine achtteilige und vie ergliedrige Übungsreihe einfacher Berdegunh igen NV 8 Folgen ſich aber mehr als zweierlei einfache oder einfach zu ſammengeſetzte Bewegungen vor der Wiederherſtellung der Grund ſtellung, die alsdann den Abſchluß der Geſamtübung bildet, ſind ſie alſo zu einem Ganzen gewiſſermaßen zuſammengefügt, enger miteinander verkettet, ſo kann man dieſe Form der zuſammen— geſetzten von der Übungsreihe durch die Bezeichuung Übungsgefüge(auch Übungskette) unterſcheiden. Ein ſolches Gefüge einfacher Bewegungen iſt z. B.: Vorheben, Hochheben, Seitſenken in Schulterhöhe und zuletzt Tiefſenken der Arme, das Ganze in vier voneinander durch einen Halt getrer inten Bewegur igen. Mehrere verſchiedena rtige Übu zu einer Übungs reihe vereinigt ſtellen die mehrfach zuſamm engeſetzte Übune gS ſorm dar. Kommen in einer einfachen Ubung oder in einem Übungs zefüge einſeitige, d. h. nur nach einer Seite gerichtete oder nur von einem Arme oder einem Beine ausgeführte Bewegungen vor, ſo iſt auch eine zweite Übung ausführbar, die jener ähnlich und von ihr nur darin verſchieden iſt, daß die Bewegungen nach der andern Seite oder von den Gliedmaßen der andern bung ſagt man, 18 Freiübungen. ſie ſei der andern widergleich. Zwei widergleiche Ubungen ergänzen ſich in ihrer turneriſchen Wirkung und ſollten daher auch immer als ein zuſammengehöriges Ganzes zur Einübung und Ausführung gelangen. Demzufolge findet man auch als die häufigſt angewendete Form einer übungsverbin dung: die zweigliedrige Übungsreihe, in der die zwei Glieder der Reihe zwei untereinander widergleiche einfache übungen oder Übungsgefüge ſind. Aber von all dieſen Unterſcheidungen und Bezeichnungen brauchen die Schülerinnen nichts zu erfahren. Für den Turn lehrer haben ſie nur inſofern Wert, als er ſich dadurch klar über den Grad der Zuſammenſetzung der von ihm geſtellten Turnaufgaben machen und ſomit ſein Lehrverfahren darnach richten kann. über die leitenden Grundſätze bei der Bildung von übungsverbindungen für das Schulturnen wird Näheres im zweiten Abſchnitte dieſes Buches, der von dem Lehrverfahren handelt, zu ſagen ſein. Hier ſei nur kurz angedeutet, daß dabei in der Hauptſache folgendes zu berückſichtigen iſt: a. die Faſſungskraft der Schülerinnen hinſichtlich der An zahl Teile, aus denen die Geſamtübung beſteht; b. die Stufe ihrer turneriſchen Leiſtungsfähigkeit hinſichtlich der Anſtrengung, die mit den zu einem Ganzen verbundenen Be— wegungen verknüpft iſt; (die Übereinſtimmung der Verbindung mit der natür lichen Bewegungsanlagen und mit dem Bewegungsbedürfnis der Schülerinnen; d. das Gefällige und Anſprechende in der äußeren Form der Geſamtübung wie ihrer einzelnen Teile; e. die Möglichkeit, das Ganze ſchließlich in rhythmiſcher Geſtaltung, d. h. in einer dem natürlichen Taktgefühle und den Geſetzen der Muſik entſprechenden Weiſe zur Ausführung bringen zu können. Dieſe Rückſichten bedingen folgendes: Beſchränkung in der Regel auf zwei⸗- bis achtteilige Übungs verbindungen und bei letzteren meiſt auf die Form der aus wei ſich ergänzenden widergleichen Gefügen beſtehenden Ubungs— Freiübungen. 19 igen reihe, womit die mehrmals nacheinander erfolgende Wieder aher holung einer ſolchen Verbindung nicht ausgeſchloſſen iſt: bung die Auswahl der aneinander gefügten und gereihten Be als wegungen aus den entſprechenden Klaſſenaufgaben; bin Ausſchluß der oben ſchon zum Teil genannten kleinlichen 'eder und unweſentlichen Bewegungen als ſelbſtändiger übungsteile, oder ſowie der allzugeſuchten und gekünſtelten Verbindungsformen: Wmen dagegen der ausgiebigeren und lebendigeren, ngen namentlich auch der zwei- und dreifachen Bewegungsarten, ſowie urn der einfacheren, naheliegenden und leicht ſich zu merkenden klar Verbindungsformen; lten Bevorzugung der in gleicher oder in entgegengeſetzter Rich mach unng auszuführenden Bewegungen, namentlich wenn ſie mitein uder geſchehen ſollen, vor den im Winkel zu einander gerichteten von Bewegungen, die deswegen nicht ganz auszuſchließen ſind; ſowie im Bevorzugung der Ebenmäßi igkeit und der Symmetrie im Auf ihren bau der Verbindung vor der Unregelmäßigkeit und der Un dabei gleichmäßigkeit; demnach auch möglichſte Berückſichtigung der widergleichen Anordnungen; An die Übereinſtimmung der Zahl und der Zeitdauer der ein zelnen Teile einer übungsverbindung mit den muſikaliſchen htlich Taktzeiten, alſo Gliederung der Übungsverbindung ije 2 Be oder 4 Teile und Zeiten; Vermeidung dagegen der in 5 A 1„ 10 u. ſ. w. Teilen oder Zeiten geordneten Verbindungen atür und Bewegungen, ſowie der ungleichen Zeitdauer aneinander S der gefügter Bewegungen und Übungsglieder, u. dergl. m. Im übrigen muß der gute Geſchmack und die Findigkeit des Lehrers bei ſeinen üÜbungszuſammer uſetzungen das beſte thun Beiſpiele von übungsverbindungen bieten der 2 Form R und 3. Teil iſcher dieſes Buches zur Genüge. d den RR B. Freiübungen im Gehen. ingen— a. Gewöhnliches Gehen. 4 Vorwä rtsgeh)en. Soll das Gehen in der Turnſtund ungs ne Turnübung ſein, ſo darf es nicht in nachläſſiger Weiſe aus jeſchehen, es muß vielmehr an beſtimmte Vorſchriften gebun ungs, e 20 Gangarten Dieſe müſſen, abgeſehen von denjenigen, die ſich auf Verhalten der Schülerinnen zu einander während des 6 auf das ſogenannte Ordnungsverhalten beziehen, die Körper haltung und die Beinbewegung regeln. Was die Körperhaltung anlangt, ſo wird im allgemeinen ſtets die aufrechte Haltung, namentlich auch des Kopfes zu fordern ſein. Iſt keine beſondere 0 der Schülerinnen unter ſich angeordnet, ſo bleiben die Arme ingezwungener Haltung herabhängend, oder ſie werden auf die Hüften geſtützt u. ſ. w. Beim gewöhnlichen Gehen als Turnübung ſollen die Schülerinnen ſich ferner angewöhnen, möglichſt leiſe zu gehen und darum den ſchreitenden Fuß immer zuerſt mit dem Fuß ballen ſtatt mit der Ferſe auf den Boden zu ſtellen und dann erſt die Ferſe niederzuſenken. Die Schrittweite ſoll eine natürliche ſein, nicht zu groß und nicht zu klein, desgleichen die Dauer jedes einzelnen Schrittes durch die das Zeitmaß der Schrittfolge bedingt iſt. Langſames Gehen hat wenig oder keinen turneriſchen Wert und ſollte nur vorübergehend, bei Erlernung gewiſſer Gangarten u. dergl., zur Anwendung kommen. 2. Rückwärtsgehen. Die Schrittweite iſt hierbei unge fähr halb ſo groß anzunehmen als beim Vorwärtsgehen. Man wendet es nur auf kurze Strecken und meiſt nur in beſtimmter Schrittzahl an. 3. Seitwärtsgehen. Es kann mit Nachſtellen des einen Fußes an den weiterſchreitenden Fuß, oder mit Übertreten vor oder hinter oder abwechſelnd vor und hinter dieſen ausgeführ werden. Man laſſe es aber in der Regel mit Nachſtellen derart machen, daß der Nachſtelltritt allemal die Füße wieder in ihre Stellung wie bei der Grundſtellung bringt. Da hierbei auf jeden Schritt Entfernung zwei Tritte im Zeitmaß des Vorwärts gehens kommen, ſo fördert letzteres ſchon darum mindeſtens doppelt ſo ſchnell als das Seitwärtsgehen. (. Gehen an Ort(und Stelle), auch Gehen auf der ſelben) Stelle genannt. Die Füße werden dabei ein wenig von ihrem Standorte erhoben und auf dieſen wieder möglichſt D geräuſchlos niedergeſtellt. Das Zeitmaß der Schritte ſei dabei Gangarten dasſelbe wie bei den vorhergenannten Gangarten. Es hat turneriſch nur geringen Wert und dient nur als Zwiſchenbe wegung bei zuſammengeſetzten Übungen. Gehen mit zugeordneten Beinübungen. 1. Gehen mit betonten Tritten. Dies unterſcheidet ſich den oben genannten Gangarten nur dadurch, daß dabei beſtimmte Tritte, z. B. jeder Tritt des linken Fußes, oder jeder rſte oder letzte von 3 oder von 4 Tritten, mehr als die andern hörbar gemacht wird. Dieſes Betonen eines Trittes geſchieht am zweckmäßigſten durch ſtärkeres, ſchlagartiges Aufſtellen des ſchreitenden Fußes, alſo in der Form von Schlagtritten Weniger zweckmäßig, weil zu geräuſchvoll, mehr ſtauberregend und obendrein häßlich und die gute Beinhaltung ſtörend ſind die ſogenannten Stampftritte, wobei das ſchreitende Bein, im Knie gebeugt, gehoben und nach unten ſtoßend niedergeſtellt wird. Das Betonen der Tritte wird zunächſt behufs raſcherer Erzielung des Gehens einer Schar mit Gleichtritten, ſpäter nur noch als Merkmal für den Beginn einer anderen Bewegungs weiſe angewendet. 2. Zehengang. Hierbei treten die Füße ausſchließlich mit dem Fußballen auf: im übrigen iſt es den unter a. ge⸗ nannten Gangarten gleich. 3. Fußwippgang. Jeder Fuß tritt dabei mit der flachen Sohle auf und erhebt ſich dann raſch auf die Zehen, ſo daß das Zeitmaß des Gehen dasſelbe wie bei dem unter a. genannten Gehen iſt. Dieſe an ſich nicht ſchöne Gangart findet nur An wendung als Vorbereitung für das Gehen mit„Hopſen“(ſiehe unten die Hüpfarten!). 4. Kniewippgang. Es beſteht aus dem abwechſelnden Kniewippen des rechten und des linken Beines, wobei das andre Bein in einer beſtimmten, beſonders anzugebenden Richtung ſpreizt und ſich dann zugleich mit dem Knieſtrecken niederſtellt, dabei die Leibeslaſt übernehmend. Dieſe Gangart kann nach allen Richtungen, ſowie an Ort ſtattfinden. Jeder Schritt erfordert dabei die Zeitdauer von zwei gewöhnlichen Schritten(zwei„Schrittzeiten“): in der erſten 22 Gangarten. geſchieht das Kniebeugen und Spreizen, in der zweiten das Knieſtrecken und Niederſtellen. Man kann den Kniewippgang wohl als eine der kräftigendſten Beinübungen der Mädchen be— zeichnen. 5. Gehen mit Schleifſchritten. Bei dieſer Gangart ſchleift jedes ſchreitende Bein mit ſeinem Fußballen leiſe über den Boden hin, dabei ſich leicht im Knie beugend. Sie ähnelt daher dem Gehen mit Ausfällen und kommt nur als Vorwärts bewegung vor und zwar vorzugsweiſe als Vorübung bei der Erlernung des ſogenannten„Schleifhopſens“(ſ. unten). Jeder dieſer Schleifſchritte wird darum auch in der Regel in der Dauer von zwei gewöhnlichen Schrittzeiten gemacht. 6. Gehen mit Zwiſchentritten. Vor Vollendung ſeines Schrittes macht hierbei jeder Fuß einen flüchtigen Tritt(oder auch mehrere) auf den Boden, in der Regel nur mit ſeiner Spitze, einen ſogenannten„Tupftritt“. Die Stelle, an der der Boden betupft wird, kann verſchieden beſtimmt werden. Der verwendbarſte Fall iſt der, wobei das ſchreitende Bein, im Knie ſich beugend und mit ſeinem Unterſchenkel das ſtehende Bein kreuzend, vor dem Standfuße(an deſſen Spitze) oder hinter ihm auf den Boden tupft. Jeder Schritt mit einem ſolchen Zwiſchentritt erfordert in der Regel die Dauer zweier gewöhn lichen Schritte. Als beſondere, zu übungszuſammenſetzungen gut verwendbare Fälle mögen hier folgende zwei genannt ſein: a. Seitſchritt abwechſelnd links und rechts je mit einem Tupftritt vor(hinter) dem andern Fuße, das man a wogen mit je einem Seitſchritt“(in je 4 Zeiten) be zeichnen kann; b. zwei Seitſchritte, den erſten mit Nachſtellen, den zweiten mit Tupftritt vor dem Fuße, abwechſelnd links und rechts, oder „Seitwogen mit je zwei Seitſchritten“ in 8S Zeiten. 7. Gehen mit Fußſchwenken. Dies iſt eine Verbindung des Kniewippganges mit den Zwiſchentritten und dient vornehmlich zur Vorbereitung für das„Doppelſchottiſchhüpfen“ und für das „Schwenkhopſen“(ſ. unten). In der erſten Zeit jedes Schrittes bei dieſer Gangart geſchieht das Kniebeugen des einen Beines, während das andere ſchräg vorſpreizt und bei ſtark gebeugtem 8 S 9 ſSert EEEE jart den her rts der der der iten oder ung ilich das ittes nes, tem Gangarten. 23 Fuße den Boden mit der Ferſe betupft(Tupftritt der Ferſe); in der zweiten Zeit erfolgt das Knieſtrecken zugleich mit einem Tupftritt vor dem Standfuße in der bei der vorigen Gangart angegebenen Weiſe; in der dritten Zeit endlich geſchieht der eigentliche Schritt, in der Regel an Ort oder vorwärts. Das Zeitmaß dieſer Gangart iſt alſo der/ Takt. c. Gehen mit eigenartigen Schreitungen. 1. Nachſtellgang vorwärts oder rückwärts. Vom ge wöhnlichen Gehen unterſcheidet ſich der Nachſtellgang darin, daß immer nur der eine Fuß weiter ſchreitet, der andere aber in der nächſten Schrittzeit ihm nur nachgeſtellt, d. h. ihm ange ſchloſſen wird. Bei der Vorwärtsbewegung empfiehlt es ſich, das Nachſtellen ſtets hinter den andern Fuß und nur in den Zehenſtand des nachſtellenden Fußes machen zu laſſen, während das Nachſtellen beim Rückwärtsgehen beſſer vor den andern Fuß(in die„Tanzſtellung“) und in den Sohlenſtand geſchieht. Das letzte Nachſtellen vor dem Halten geſchehe aber ſtets in die Grundſtellung der Füße. Dieſe Gangart iſt eine gute Vorbe reitung und Einleitung für die wichtigeren Gang- und Hüpf— arten 2. Gehen mit Dreitritten oder Dreitrittgang Dies iſt von dem Nachſtellgang dadurch abzuleiten, daß an die Stelle jedes zweiten Nachſtellens ein Weiterſchreiten tritt. Es folgen ſich alſo in den erſten drei Schrittzeiten z. B.: Vortritt links, Nachſtellen rechts, Vortritt links, und ſofort in den nächſten drei Schrittzeiten: Vortritt rechts, Nachſtellen links, Vortritt rechts; dann folgt wieder: Vortritt links u. ſ. w. Je drei Tritte dieſer Art bilden demnach ein Ganzes, einen ſoge nannten Dreitritt. Der mittlere dieſer drei Tritte iſt immer ein Nachſtelltritt, die zwei anderen geſchehen beide mit Vorwärts oder mit Rückwärts- oder mit Seitwärtsſchreitung. Beginnt der linke Fuß den Dreitritt, ſo nennt man dieſen den Dreitritt links. Dreitritt links und rechts wechſeln beim Dreitrittgang ſtets miteinander ab. Aufeinanderfolgende Dreitritte ſeitwärts links und rechts führen nur hin und her, nicht weiter. Eine Abart dieſer Gehweiſe wird dadurch gebildet, daß der dritte L 24 Gangarten. 2uds Gehen mit Dreitritten erfolgt ſtets im /- oder im 3ù Takte. 8 Tritt immer an Ort, ſtatt von Ort, gemacht wird. Das Soll dieſe Gangart mit gewöhnlichem Gehen oder mit anderen Gangarten wechſeln, ſo giebt man am beſten jedem Dreitritt die Dauer von drei gewöhnlichen Schritten. Indeſſen eignet ſich der Dreitrittgang auch ſehr wohl für ein raſcheres Gehen, etwa im Zeitmaß des etwas verlangſamten Laufes, ſo daß jeder einzelne Dreitritt die Dauer von drei Laufſchritten oder von zwei gewöhnlichen Schritten erhält. In dieſer Form kann er mit gewiſſen Hüpfarten im-Takte in paſſende Verbindung gebracht und auch mit Vorteil als Vorübung zum ſogenannten Sechsſchrittwalzer benutzt werden. Schaltet man zwiſchen je zwei Dreitritte ein Stehen während der Dauer einer Schrittzeit ein, ſo entſteht eine Gangart im 1Takte. Über ähnliche und andere Abänderungen der Gang arten ſoll indeſſen ſpäter mehr geſagt werden. 3. Gehen mit Trittwechſeln oder Trittwechſelgang.“ Er iſt von der vorigen Gangart nur darin verſchieden, daß jetzt das Nachſtellen raſch dem erſten Weiterſchreiten folgt, die zwei erſten Tritte ſomit in die erſte Schrittzeit, der dritte Tritt ſchon in die zweite Schrittzeit fällt. Der Trittwechſelgang iſt alſo eine Gangart im 2½ Takte. ) Der Trittwechſelgang hieß früher nur„Kiebitzgang“. So nannte hu auch Spieß in ſeinem Turnbuch für Schulen. Da aber der Gang des Kiebitzes, der in Süddeutſchland und der Schweiz nicht vorkommt, den auch ohne jeden Anknüpfungspunkt für ihre Vorſtellung von der Sache. eshalb habe ich der ſchweizeriſchen Turnlehrerverſammlung zu Olten im Jahre 1862(vergl. Schweizer. Turnzeitung von 1862, S. 70 und 119) vor geſchlagen, den Ausdruck Schrittwechſelgang für Kiebitzgang zu wählen, und der Vorſchlag wurde angenommen. Ich brauchte das neue Wort erſt⸗ mals in meiner Schrift„Die Freiübungen und ihre Anwendung im Turn unterricht“(Darmſtadt, 1862, S. 65). Es iſt ſeitdem vielfach auch von anderen Turnſchriftſtellern angewendet worden. Ich habe es aber ſpäter mit dem Worte„Trittwechſelgang“ vertauſcht, einmal um ſchlecht klingende Wortgefüge, wie z. B. Schrittwechſelſchritt, zu vermeiden, hauptſächlich aber darum, weil durch einen ſogen. Kiebitzſchritt nicht ein Wechſel der Schrittart ſondern nur der des linken und des rechten Trittes bewirkt wird σ — ALmmr.. ung iten Gangarten 5 1. Gehen mit Wiegeſchritten oder Wiegegang. Jeder Wiegeſchritt beſteht wie jeder Dreitritt und jeder Trittwechſel aus drei Tritten, die von den Füßen abwechſelnd, wie auch beim gewöhnlichen Gehen, gemacht werden. Dem Dreitritt gleicht der Wiegeſchritt noch darin, daß die Zeitfolge der Tritte in der Regel dieſelbe wie beim gewöhnlichen Gehen iſt; der Wiegegang iſt alſo eine Gangart im/ Takte. Der erſte Tritt ines Wiegeſchrittes erfolgt ſtets mit einer Weiterſchreitung. Die Eigentümlichkeit des Wiegeſchrittes liegt im zweiten und im dritten Tritt; dieſer geſchieht ſtets an Ort, jener mit Nieder ſtellen des ſchreitenden Fußes vor den andern in die ſog. Tanz ſtellung(ſ. S. 4. Manche laſſen aber beim zweiten Tritt die erſe des Schreitfußes an die Mitte der inneren Kante des tandfußes ſtellen. Andere verlangen ſtatt des dritten Trittes ein Wippen beider Füße. A. Spieß, der dieſe Gangart, wie überhaupt die meiſten der jetzt üblichen Gang- und Hüpfarten in das Schulturnen eingeführt hat, wendete aber die zuerſt an gegebene Schreitweiſe beim Wiegegange an.“) Sie wird auch in dieſem Buche beim Wiegegange vorausgeſetzt. Der Wiegegang vorwärts oder rückwärts entſteht dadurch, daß die erſte Schreitung bei jedem Wiegeſchritt ſchräg vorwärts oder ſchrägrückwärts, und zwar abwechſelnd links und rechts geſchieht. Der Wiegegang mit Seitſchritten führt nicht von der Stelle oder vielmehr nur auf Schrittweite ſeitwärts hin und her; er kann daher kurz als Wiegegang an Ort bezeichnet werden. Während beim gewöhnlichen Wiegegange ein nach der Seite gerichtetes Hin- und Herwiegen des Gehenden in die Erſcheinung tritt, kommt ein vor- und rückwärts gerichtetes Wiegen des Körpers bei zwei andern, dem Wiegegange verwandten Gang irten vor, die indeſſen ſeltener Verwendung finden(3. B. auf den Schwebeſtangen). Bei der einen folgen jedem Vortritt(oder Rücktrit) in die Schrittſtellung zwei Tritte an Ort in dieſer: bei der andern folgen ſich zwei Vortritte(oder Rücktritte) und ein Tritt an Ort in der Schrittſtellung. Früher wurde dieſe T 1 Vergl. Spieß,„Turnbuch für Schulen“, I Teil, 1. Aufl., S. 88 26 Gangarten. Art des Gehens auch als Wiegegang bezeichnet.“) Man könnte ſie als„Wiegegehen in der(Quer-) Schrittſtellung“ vom ge— wöhnlichen Wiegegange unterſcheiden. Wieder eine andere Art des Wiegegehens im/ Takte ent— ſteht aus dem gewöhnlichen Wiegegange, wenn der zweite Tritt hinter den andern Fuß ſtatt vor ihn gemacht und damit ein mäßiges Rumpfdrehen nach der Seite des ſchreitenden Fußes verbunden wird(„Wiegegang mit Rücktritt in jeder zweiten Zeit“). Mehrere, zu einem abgeſchloſſenen Ganzen verbundenen Schreitungen, wie dies bei den drei Tritten des Dreitrittes, des Trittwechſels, des Wiegeſchrittes der Fall iſt, nennt man auch im allgemeinen ein Geſchritt. d. Gehen mit zugeordneten Drehungen. 1. Drehung im Gehen an Ort nach Befehl. a. Die Vierteldrehung links oder rechts werde zugleich mit dem Tritt des Fußes gemacht, nach deſſen Seite gedreht werden ſoll. Befiehlt man z. B. Links— um!, ſo rufe man das„um“ zugleich mit dem Niederſtellen des linken Fußes. Bei dem darauf erfolgenden Niederſtellen des rechten Fußes erhebt ſich dieſer auf die Zehen, womit zugleich raſch der Körper ſich nach der linken Seite dreht, und nun wird der beim Drehen gehobene linke Fuß in ſeine neue Stellung niedergeſtellt. b. Die halbe Drehung links oder rechts. Man läßt ſie entweder wie die Vierteldrehung raſch und mit einem ein zigen Tritt oder, was empfehlenswerter iſt, mit langſamerer Drehbewegung während der Dauer von vier Schritten an Ort ausführen. 2. Gehen auf den Linien eines regelmäßigen Vier eckes, oder in abgekürzter Bezeichnung: Gehen im Viereck links oder rechts, mit Vierteldrehung an den Ecken des Viereckes. a. Mit gewöhnlichem Vorwärtsgehen. Von den möglichen übungsformen ſind folgende beſonders empfehlenswert: Z. B. von Niggeler in ſeiner„Turnſchule“, I. Teil(Zürich, 1860 ( Pn. αοο FSFCrCrCrrCr˖C˖C˖....˖C.CCrCCrCr. nan leich reht nan ßes. ißes rper hen läßt ein erer Ort ier reck ckes. chen 860 Gangarten 27 aa. Je nach 2(4, 6) Schritten vorwärts erfolgt mit zwei Schritten an Ort die Vierteldrehung links oder rechts, je nachdem „im Viereck links“ oder„rechts“ gegangen werden ſoll. Nach viermaliger Ausführung des Ganzen, alſo nach 16(24, 32 Schrittzeiten, iſt die üÜbung vollendet. bb. Je nach drei Schritten vorwärts erfolgt in der 4. Zeit in Schlußtritt; bei der ſofort folgenden Wiederholung des Ganzen wird der erſte Vorwärtsſchritt zugleich mit einer Viertel drehung nach der Seite des ſchreitenden Fußes verbunden. Beim Gehen„im Viereck links“ wird links angetreten und links gedreht. Man kann hierbei aber auch ſchon gleich im Anfang den erſten Schritt mit der Drehung verbinden; es hat dies zur Folge, daß die Schülerinnen nach dem Gehen um das Viereck wieder die anfängliche Stirnſtellung haben. Eine Abänderung dieſer Übung iſt die, wobei in jeder 4. Zeit ſtatt des Schluß trittes ein Weiterſchreiten ſtattfindet. cc. Gehen„im Viereck links(rechts)“ mit je drei Schritten vorwärts, links(rechts) antretend, und in der 4. Zeit zugleich Schlußtritt rechts(inks) und eine Vierteldrehung rechts(links). dd. Vier Schritte erſt vor-, dann rückwärts, ſodann drei Schritte vorwärts mit Schlußtritt in der 4. Zeit, in der Weiſe wie bei bb. oder bei cc., das Ganze viermal. b. Mit Nachſtellgang ſeitwärts. Auch hierbei unterſcheide man die zwei Fälle: die Vierteldrehung an den Ecken des Vier eckes zugleich mit dem letzten Nachſtellen oder mit dem, dieſem Nachſtellen folgenden Weiterſchreiten. Im erſten Falle erfolge die Drehung wieder nach der Seite des nachſtellenden Fußes im zweiten Falle nach der Seite des weiterſchreitenden Fußes. 0. Mit Dreitritten oder mit Trittwechſeln oder mit Wiege— ſchritten, aber nur als Vorwärtsbewegung. Man laſſe hierbei auf jeder Vierecksſeite nur eine gerade Anzahl von Geſchritten und die Drehung an den Ecken des Viereckes ſtets nach der Seite des folgenden Geſchrittes ausführen. 3. Gehen auf den Linien eines Kreuzes, oder ab gekürzt: Gehen im Kreuz links oder rechts, mit Vierteldrehung in der Mitte des Kreuzes. Auf jedem der vier Arme des Kreuzes findet eine Hin⸗ und Herbewegung vor- und rückwärts oder ſeit 28 Gangarten wärts ſtatt. Die dabei zu verwendende Gangart kann eine der obengenannten ſein(z. B. je 4 oder 3 oder 2 Schritte vor— und rückwärts, oder das„Seitwogen“ hin und her, u. dgl. m und es kann die Drehung nach der Herbewegung in einer der obengenannten Arten geordnet werden. Andre Übungsformen entſtehen, wenn auch zwiſchen der Hin- und der Herbewegung eine Drehung eintritt, u. ſ. w. 4. Kreuzzwirbeln. Es hat ſeinen Namen von der ganzen Drehung, die dabei in der Kreußzſchrittſtellung gemacht wird Ihr geht ein Seitſchritt voraus, dem in der zweiten Schrittzeit ein Übertreten vor dem andern Beine vorüber in den Zehen ſtand beider Füße folgt; die damit ſchon zu beginnende Drehung nach der Seite des Standfußes wird in der dritten Schrittzeit bis zur ganzen Drehung fortgeſetzt, wonach die Übende ſich in der Kreuzſchrittſtellung befindet. Da ſie in dieſer gewöhnlich nicht feſt ſtehen bleiben kann, ſo läßt man ſie in der Regel dieſem Kreuzzwirbeln in den nächſten drei Schrittzeiten einen Wiegeſchritt nach derſelben Seite hin oder auch eine andere Übung anfügen. 5. Schrittkehre,*) oder Umkehren bei dem zweiten von drei, in derſelben Richtung gemachten Schritten. Dieſe Übung geſchieht in der Regel im /⸗Takte, aber auch im ¼⸗Takte, wobei zwei der drei Tritte in ein und dieſelbe Schrittzeit fallen. Bei der Schrittkehre vorwärts folgen ſich z. B. Vortritt links, ſodann auf dem Ballen des linken Fußes die halbe Drehung links und zugleich Rücktritt rechts, darauf Rücktritt links. Man kann aber auch die halbe Drehung auf die zwei letzten Schrei tungen verteilen. Folgen Schrittkehre links und rechts nach einander, ſo entſteht eine Hin- und Herbewegung. Bei der Schrittkehre rückwärts wird zuerſt rückwärts und dann zweimal vorwärts geſchritten. Die halbe Drehung beim zweiten Schritt geſchieht hier aber nach der Seite des ſchreiten den Fußes. Die Schrittkehre ſeitwärts iſt mit Links- wie mit Rechts⸗ 2 *) Den Ausdrücken„Hangkehre“ und„Stützkehre“ nachgebildet. Vergl. Teil d. Buches, S. 55 u. f CrCrr„r vird ttzeit ehen hung ttzeit ch in nlich tegel einen ere von bung bobei tritt hung Man hrei nach ſolge verſchiedener Gangarten Hangarten 29 drehen gleich zweckmäßig. Der dritte Tritt iſt am beſten beide male ein Nachſtelltritt. An ſeine Stelle kann auch, wenn der zweite Schritt wie beim Kreuzzwirbeln gemacht wird, das Senken )her Ferſen aus dem Zehenſtande in den Sohlenſtand beider Füße treten; die Ubung gleicht dann einem unvollendeten Kreuz virbeln. Wiederholte Schrittkehre ſeitwärts führt nicht hin id her, ſondern nach derſelben Seite weiter, aber mit Hin nd Herdrehen 6. Schrittzwirbeln. Wie die vorige Übung beſteht auch dieſe aus 9— WnN in derſelben Richtung, nur wird jetzt auch beim dritten Schreiten eine halbe Drehung, und zwar nach derſelben Richtung wie zuvor ausgeführt, ſo daß ſchließlich eine ganze Drehung ſtattgefunden hat. Das Drehen zeſchieht in der Regel nach der Seite des zuerſt anſchreitenden Fußes, alſo beim Schrittzwirbeln links nach der linken Seite, ann aber auch nach der andern Seite erfolgen. Dieſe Übung, eine Gangart im ¼ ⸗Takte, wird vorzugsweiſe ſeitwärts, ſeltner borwärts oder rückwärts gemacht. Aufeinanderfolgendes Schrittzwirbeln ſeitwärts links und echts wird zu einer hin- und hergehenden Bewegung. Das Drehen beim Schrittzwirbeln vorwärts oder rückwärts wird am beſten in derſelben Weiſe wie bei der Schrittkehre vor värts oder rückwärts angeordnet. Läßt man beides nach einen ingeſchalteten vierten Schritt aufeinanderfolgen, ſo entſteht eben ſalls eine gut verwendbare Hin- und Herbewegung Zuſammengeſetzte Ubungen im Gehen. Die zuſammengeſetzte Form der Ubung im Gehen kann leich der der Ubung im Stehen(vergl. S. 15 u. f.) von weierlei Art ſein. Sie beſteht entweder in einer Aufeinande „oder in der Hinzufügung eſonderer Thätigkeiten zu den Geſchritten einer Bangart, alſo in der Veränderung einzelner oder L hrer Geſamtheit ein ſogen. Geſchritt bildenden Schreitungen. Bei der Aufeinanderfolge verſchiedener Gangarten iſt der bergang von der einen zur andern im Turnunterricht entweder 0 Gangarten. an den Eintritt eines beſtimmten Befehles oder an eine zum Voraus feſtgeſetzte Zeitdauer oder, was auf das Gleiche heraus kommt, an eine beſtimmte Anzahl von Geſchritten gebunden. Im letzteren Falle ſtellt das Ganze wieder eine Ubungsreihe dar. Als eine ſolche iſt z. B. folgende übungsverbindung an zuſehen: 2 Trittwechſel vorwärts mit links Antreten, darauf 4 Schritte rückwärts, alsdann ein Nachſtellſchritt und ein Tritt wechſel, beide links ſeitwärts, darnach 2 Nachſtellſchritte rechts ſeitwärts, endlich die widergleiche Wiederholung des Ganzen alles zuſammen in 32 Schrittzeiten). Dem Taktgefühle entſprechender, die Erlernuung der Übung ſomit erleichternd, und in der Regel auch gefälliger iſt es, wenn die einzelnen Teile und Glieder einer ſolchen Übungsreihe im Gehen nicht aus Geſchritten verſchiedener, ſondern gleicher Takt arten beſtehen, wie das bei dem zuletzt angegebenen Beiſpiele der Fall, bei der Aufeinanderfolge z. B. von je 2 Trittwechſeln und je 2 Wiegeſchritten aber nicht der Fall iſt. Anſprechender als die letztgenannte Übungsreihe iſt ſchon die Aufeinanderfolge von je 3 Trittwechſeln und je 2 Wiegeſchritten, weil hierbei die von jeder der beiden aneinander gereihten Gangarten in An ſpruch genommene Zeitdauer dieſelbe iſt. Indeſſen kann für beſtimmte Unterrichtszwecke, z. B. um den Schülerinnen die Verſchiedenheit zweier Gangarten deutlicher zu machen, auch ganz wohl der Wechſel von Gangarten in ungleichem Takte manchmal zur Aufgabe gemacht werden; bei größeren und reigen artigen Zuſammenſetzungen iſt dies aber nicht ratſam. Übrigens ſind bei der Bildung zweckmäßiger Übungsreihen im Gehen außer dem Takte auch noch andere Umſtände zu be rückſichtigen, z. B. die Bewegungsrichtungen der ſich folgenden Geſchritte, die Stellung der Füße am Schluſſe eines Geſchrittes, dem ein andersgeartetes Geſchritt folgen ſoll, u. dergl. m. So ſind z. B. Wechſel zweier Geſchritte von der Art wie der eines Kreuzzwirbelns links ſeitwärts und eines Wiegeſchrittes links rückwärts, oder der eines Wiegeſchrittes und eines Dreitrittes oder eines Trittwechſels), beide nach der linken Seite hin, mög lichſt zu vermeiden. In dieſer Beziehung ſind bei Seitwärts bewegungen zu unterſcheiden: Geſchritte, welche die Fortſetzung an uf 4 Lritt echts inzen bung venn im Takt ſpiele hſeln ender folge i die An für die auch Takte igen ittes mög ärts zung Gangarten. 1 der Bewegung nach derſelben Richtung ohne Drehung nicht anders als durch ein Übertreten, einen ſogen. Kreuzſchritt des Fußes, der das nächſte Geſchritt beginnen ſoll, geſtatten, und ſolche, bei denen dies nicht der Fall iſt. Erſtere ſchließen, wenn in ſolches Übertreten der Beine oder eine Drehung vermieden werden ſoll, gewiſſermaßen die Gehbewegung nach der einen Richtung ab. Sie können daher als abſchließende oder als„Ab ſchlußgeſchritte“, die andern dagegen, da ſie den Anſchluß inderer Geſchritte nach derſelben Richtung hin ohne Drehen und ohne Übertreten geſtatten, als„Anſchlußgeſchritte“ bezeichnet werden(vergl. S. 114 des III. Teiles dieſes Buchesj. In dieſem Sinne ſind der Dreitritt, der Trittwechſel, der Wiege ſchritt, das Schrittzwirbeln bei der Seitwärtsbewegung als „Abſchlußgeſchritte“, im gleichen Falle aber der Nachſtellſchritt, das Kreuzzwirbeln und die Schrittkehre als„Anſchlußgeſchritte“ inzuſehen. Soll aber einem dieſer, die Seitwärtsbewegung abſchließen den Geſchritte dennoch ein anderes Geſchritt derſelben oder indrer Art nach der gleichen Richtung hin folgen, ſo wird man nur ausnahmsweiſe von dem Übertreten des anſchreitenden Beines Gebrauch machen, weil dadurch das folgende Geſchritt unſchöner und ungeſchickter zur Darſtellung käme. Man wird daher, wo es irgend thunlich iſt, der Hinzufügung einer geeig neten Drehung zum Wechſel beider Geſchritte den Vor zug geben, und es mag hier ſogleich hinzugeſetzt werden, daß dieſe Verbindung der Geſchrittwechſel mit Viertel- und mit halben Drehungen nicht nur zu großer Mannigfaltigkeit in den Übungs formen, ſondern auch zu turneriſch wertvollen und zugleich ge fälligen Ubungsverbindungen reichlich Anlaß giebt. Noch darf erwähnt werden, daß auch Geſchritte gleicher oder verſchiedener Art nach derſelben Richtung und ohne Takt änderung ſelbſt dann aneinander gereiht werden können, wenn der nämliche Fuß ſie zu beginnen hat. Dies wird durch Ein ſchaltung eines raſch ausgeführten Zwiſchentrittes des andern Fußes ermöglicht, ſo daß alſo der letzte Tritt des erſten Ge— ſchrittes(z. B. der zweite Tritt links beim Wiegeſchritt links mit dem darauf folgenden Zwiſchentritt(im genannten Beiſpiel ein Gangarten Tritt rechts an Ort oder als Nachſtelltritt) und mit dem erſten Tritt des folgenden Geſchrittes(z. B. dem erſten Tritt links bei dem zweiten Wiegeſchritt links) zu einer Art Trittwechſelgeſchritt ver— bunden erſcheinen. Doch damit gelangt man in das Gebiet der zweiten Art von zuſammengeſetzten Gehübungen, wobei ver ſchiedene Gangarten ineinander gefügt erſcheinen. Dieſe Veränderung der Geſchritte einer Gangart eröffnet ebenfalls ein reichhaltiges Gebiet verſchiedener Übungs formen, die oft mit gutem Nutzen für die turneriſche Erziehung der Schülerinnen verwendbar ſind. Es ſind hier aber nur ſolche Veränderungen eines Ge— ſchrittes gemeint, wodurch nicht das Weſentliche der Gangart, die beſondere Aufeinanderfolge und Richtung der, ein Geſchritt dieſer Gangart bildenden Schreitungen, die ſogen.„Trittfolge“, wohl aber die Art der Schreitung und damit oft auch die Zeitdauer und der Takt des Geſchrittes geändert wird. Art beſtehen nun darin, 10 10 D hauptſächlichſten Veränderungen dieſer daß entweder a. einzelnen Tritten oder jedem Tritt eines Geſchrittes gewiſſe Freiübungen von der Art der oben genannten Frei übungen im Stehen zugeordnet werden, z. B. Dauerſtehen während einer oder zweier Schrittzeiten, oder Armübungen, oder Beinübungen u. ſ. w.; oder daß b. die einfachen Schreitungen, wie ſie bei der unveränderten Art der Geſchritte vorkommen, ſämtlich oder teilweiſe durch Geſchritte andrer Art erſetzt werden, z. B. daß an die Stelle des Seitſchreitens in jeder erſten Zeit eines Wiegeſchrittes an Ort ein Trittwechſel geſetzt, jeder Wiegeſchritt alſo im/ Takt ausgeführt wird; oder endlich daß c. die unter a. und b. genannten Veränderungsweiſen gleichzeitig auftreten. Die unter aà. angedeuteten abgeänderten Gangarten könnte man auch als Gangarten mit Zuordnungen, die unter b. angedeuteten als Gangarten mit Anfügungen bezeichnen und ſolchermaßen voneinander unterſcheiden. Jedes zuſammengeſetzte Geſchritt, das aus der ange deuteten Verſchmelzung zweier verſchiedener Geſchritte entſtanden Tritt dem ittes ehen oder Takt Hen iute . nen ige iden Hüpfarten. 8 25 iſt, kann auf zweierlei Weiſe aufgefaßt werden, nämlich als ein Geſchritt der einen Art, dem Teile des Geſchrittes der andern Art angefügt ſind, oder als ein Geſchritt der zweiten Art, worin ein Geſchritt der erſten Art an Stelle eines oder mehrerer ſeiner Teile eingefügt iſt. So iſt z. B. ein Trittwechſel ſeitwärts mit mgefügtem Wiegeſchritt, d. h. ein Trittwechſel mit zwei nach⸗ folgender n und in der Form des zweiten und des dritten Trittes nes iegeſchrittes ausgeführten Tritten, dasſelbe wie ein värts mit einem, in den zwei erſten Schrittzeiten ein 8 Trittwechſel, d. h. ein Wiegeſchritt ſeitwärts, wobei der dabei vorkommende Seitſchritt durch einen Trittwechſel ſeit Wird in einem Geſchritt jede Schreitung durch ein und dasſelbe andersartige Geſchritt erſetzt, ſo kann man es nuch als eine Geſchrittfolge in der Form eines andern Geſch faſſen. So z. B. iſt ein Wiegeſchritt, in dem jeder Tritt durch einen Trittwechſel erſetzt wird, nichts anders Us die Folge dreier Trittwechſel in der Form eines Wiege erſetzt iſt. Auch bei dieſen verſchiedenen Verkettungench verſchie dener Geſchritte zu einem Ganzen ſind nicht alle Möglich⸗ keiten gleich zweckmäßig und wertvoll für den Unterricht. Es ſind immer die vorzuziehen, wobei die Zeitdauer der Übungs verbindung und ihrer Teile den muſikaliſchen Taktzeiten ent pricht, wobei ferner die Anfü ügung ſich möglichſt ungezwungen vollziehen läßt und wobei endli ich das Ganze eine lebhafte und zefällige Bewegungsweiſe hervorruft. Beiſpiele finden ſich in großer Menge im II. und III. Teile dieſes Buches Von der im Hüpfen u Verbindung der Übungen im Gehen mit denen ind mit den Ordnungsübungen wird weiter unten die Rede ſein. C. Freiübungen im Hüpfen. a. Einfaches Hüpfen. 1. Püpfen auf beiden Füßen. Es geſchieht mit kurzem Knie- und Fußwippen, und die Füße berühren dabei den Boden Vergl. Maul,„Die Freiübungen ꝛc.“(Darmſtadt 1862, S. 102 u. f Hüpfarten ur mit den Fußballen, wie bei allen nachſtehend genannten Hüpfarten. Erfolgt das Abſchnellen vom Boden mit ſtärkeren Kniewippen und größerem Kraftaufwande, ſo wird die Übung nicht mehr Hupf, ſondern Sprung genannt. Fortgeſetztes Hüpfen auf beiden Füßen geſchehe im Zeit maß der Schritte beim gewöhnlichen Gehen. Man unter rſcheide dabei folgende Ubungsformen: a. Hüpfen in der Grundſtellung; b. 5 in einer Schrittſtellung, namentlich in der Quer grätſch⸗ oder Vorſchrittſtellung; C. fortgeſetztes Hüpfen mit Wechſel der Grund- und einer nach einer beſtimmten Schrittſtellung bei jedem Hupfe oder Anzahl von Hüpfen 4. fortgeſetztes Hüpfen mit Wechſel der Schrittſtellungen f unter ſich 2. Hüpfen mit Wechſel der Stellungen auf beiden Füßen und auf einem Fuße, oder umgekehrt. Das Aufhüpfen eines Fußes und Niederhüpfen auf beide geſchloſſene Füße iſt die Vorbereitung für den ſogen. Anla aufſprung. 3. Hüpfen auf einem Fuße, auch„Hinken⸗“) genannt. Das hupffreie Bein wird dabei in einer Spreizhalte geſtreck gehalten oder im Knie gebeugt und ſein Unterſchenkel ein wenig rückwärts gehoben. Das Zeitmaß dieſes Hüpfens wird am beſten dem der Schritte beim gewöhnlichen Gehen gleichgeſetzt. 4. Wechſelhüpfen auf linkem und rechtem Fuße, wobei der Wechſel des Hüpfens je nach einem Hupf oder erſt nach 2 oder mehr Hüpfen auf jedem Fuße eintritt. Auch hierbei laſſe man das Zeitmaß des Hüpfens dasſelbe wie beim Gehen ſein 5. Hüpfen von einem Fuße Auf den andern. Ge 0 Folge der Hüpfe als die de 0 o nennt man es Laufen und Laufſchritt Heſchieht e o bezeichne ls Hüp + f S tpf yritt J 0 ] ο99— annt ſtreckt Hupf desſelben Fußes als ein zuſamme ngehöriges Hüpfarten. U ingſamerem Zeitmaße, alſo mit noch größerem Kraftaufwand rfolgt der Springlauf und der Sprungſchritt. Letzterer idet ſeine Anwendung beim Springen über das Schwingſeil dieſen Hüpfarten wird das hüpffreie Bein leicht im Knie )ſeugt und nicht vorgeſtreckt. 6. Spre Rultee Es entſteht aus der vorigen Ubung beim Niederhüpfen des einen Beines das andere raſch wärts ee Geſchieht dies Hüpfen im Zeitmaß des Laufes, ſo nennt nan es Spreizlauf. Zweckmäßiger iſt es aber in der Form Hüpfens an Ort mit doppelt ſo ſchneller Trittfolge als die beim gewöhnlichen Gehen. Wird dabei je der vierte Hupf durch eine Bewegungspauſe erſetzt, ſo bilden die übrigen 3 Hüpfe ſammen den ſogen. 7. Kniewipphüpfen. Es gleicht der vorigen übung, nur findet dabei ein ſilrberes Kniewippen des hüpfenden Beines tatt, und es wird am zweckmäßigſten im Zeitmaß des gewöhn 1 lichen Gehens ausgeführt. b. Geſchritte mit Hüpfen auf einem Fuße. 1. Gehen mit Hopſen oder Hopſergang.s) Bei dieſem wird in derſelben Weiſe und Zeitfolge wie beim gewöhnlichen zehengange geſchritten, nur hüpft jeder Fuß kurz vor dem Niederſtellen des andern raſch auf und nieder, ſo daß ſo der Hupf des Standfußes und das Niederſtellen des Schreitfußes in ein und dieſelbe Schrittzeit fallen. Dies iſt as eigentliche„§ wie man es oft von Kindern der Straße ausführen ſehen kann. Das Weſen eines Hopſerſchrittes beſteht alſo ſtreng genommen darin, daß den Ell Tritt des ſchreitenden Fußes ein kurzes Auf- und Nieder hüpfen des andern Fußes unmittelbar vorausgeht. Statt deſſer laßt man aber gewöhnlich, wie es auch im II. Teil di zeſchehen iſt, den Schritt eines Fußes mit dem nachft inen Hopſerſchritt auf und verallgemeinert den Begriff Hopf Hopſen iſt ein mundartlicher Au sdruck Hopſerhüpfen“ iſt daher keine gute Wortbildung 36 Hüpfarten. dahin, daß es der Hupf auf einem Fuße ſei, wenn dieſer ſoeben einen(Geh- oder einen Hupf-)Schritt gemacht habe. 2. Dreitritthüpfen oder Schottiſchhüpfen im Drei d. h.)Takte(Jäger-Polka). Es entſteht aus dem Dreitrittgang, wenn das erſte Schreiten bei jedem Dreitritte als ein Hopſer— ſchritt im ſtrengeren Sinne des Wortes ausgeführt wird, jedem erſten Tritte im Dreitritte alſo ein Hopſen des Standfußes vorausgeht, oder, was auf dasſelbe herauskommt, wenn dem dritten Tritte ein Hopſen des eben niedergeſtellten Fußes nach folgt. Der einzelne Dreitritthupf beginnt aber immer mit dem Hopſen und alle Tritte dabei geſchehen nur auf den Zehen, wie bei allen übrigen Hüpfarten. 3. Schottiſchhüpfen(Polka). Der Schottiſchhupf iſt nichts andres als ein Trittwechſel im Zehengang, deſſen erſtem Tritte ein Hopſen in obenerwähntem Sinne vorausgeht. Es iſt alſo eine Hüpfart im 2¼⸗Takte. 1. Doppelſchottiſchhüpfen. Wenn ein Fuß in zwei Schrittzeiten einen Doppelhupf macht, d. h. zweimal auf⸗ und niederhüpft, während gleichzeitig das andre Bein ein Fuß ſchwenken wie bei Üb. 7, S. 22, mit oder ohne Tupftritte auf den Boden, ausführt und ſofort in den nächſten zwei Zeiten ein gewöhnlicher Schottiſchhupf folgt, bei dem derſelbe Fuß, der den Doppelhupf machte, hopſt, ſo bildet das ganze Geſchritt einen Doppelſchottiſchhupf, der alſo eine Hüpfart im /Takte iſt. 5. Hopſergang im Zwei-(d. h. /)Takte oder Hopſen in jeder zweiten Taktzeit. Dabei geſchieht das Niederſtellen des ſchreitenden Fußes in jeder erſten von zwei Taktzeiten, das Auf⸗ und Niederhüpfen desſelben Fußes, das Hopſen, in jeder weiten Taktzeit. Während des Hopſens wird das nicht hüpfende Bein in einer Spreizhalte, deren Richtung der Schreitrichtung entgegengeſetzt iſt, ausgeſtreckt gehalten. 6. Schleifhopſen. Dieſe Hüpfübung unterſcheidet ſich von der vorigen nur dadurch, daß das ſchreitende Bein einen Schleifſchritt wie bei Üb. 5, S. 22, macht. 7. Schlaghopſen. Dies iſt nichts andres als ein Schleif hopſen mit Nachſtellen in der dritten Taktzeit, wobei aber das Nachſtellen mit einem vernehmbaren Schlage des Fußballens ·ben rei mg, ſer⸗ dem ißes dem lach dem hen, zwei und Fuß auf eiten Fuß, hritt e iſt. ſen ellen das jeder ende tung ſich men hleif das llens Hüpfarten. 37 auf den Boden ausgeführt werden ſoll. Soll aber hierbei alles Schleifen und Schlagen des Geräuſches und des Staubes wegen oder aus Geſchmacksrückſichten vermieden werden, ſo iſt ſtatt des Schlaghopſes ein Hopſerſchritt im Zweitakte mit Nachſtellen zu verlangen. In der einen wie in der andern Art iſt es eine Ubung im /⸗Takte 8. Spreizhopſen oder Hopswalzerſchritt. Es iſt dies eine Hüpfart im ½- oder im /-Takte, wobei das Hopſen in jeder dritten Taktzeit ſtattfindet. In der erſten Taktzeit wird ſeitwärts oder ſchrägvorwärts in den Zehenſtand geſchritten, in der zweiten Taktzeit ſpreizt das andere Bein mit einem kurzen Schleifen des Fußballens über den Boden hin einwärts vor dem Standfuße vorüber. Bei einer Abart dieſer Übung geſchieht dies Spreizen im Bogen nach hinten mit einem gleich zeitigen mäßigen Rumpfdrehen nach der Seite des ſpreizenden Beines. Beim Hopswalzer, der auch Zweitritt-Walzer genannt wird, iſt die genannte Hüpfart mit Drehen verbunden, und das Spreizen geſchieht abwechſelnd rück- und vorwärts. 1¹ 9. Rheinländer-oder Nationalpolka. Hierbei folgen auf das S. 22 genannte„Seitwogen mit je zwei Seitſchritten“ vier Hopſerſchritte im Zweitakte. Gewöhnlich wird mit je zweien von dieſen 4 Hüpfen eine ganze Drehung, meiſt nach der Seite des hüpffreien Beines, manchmal auch nach der andern Seite, verbunden. Es giebt dies ein Geſchritt in zwei ¼ Takten, das eine Fortbewegung in der anfänglichen Richtung des Seitwogens mit ſich bringt. Tritt an die Stelle des vierten Hopſens ein Schritt an Ort, ſo kann die übung abwechſelnd links und rechte wiederholt werden. 10. Spreizzwirbeln. Dies iſt ebenfalls wie das Kreuz und das Schrittzwirbeln ein mit einer ganzen Drehung ver bundenes Geſchritt ims 4⸗Takte. Dabei macht nach einem Hopſer ſchritt im Zweitakte, der nach einer beliebigen Richtung gReſchehen kann, der hüpfende Fuß in der dritten Taktzeit noch eine zweiten Hupf an Ort. Während dieſer beiden Hüpfe erfultt die ganze Drehung in der Regel nach der Seite des hüpfenden Beines, ausnahmsweiſe auch nach der andern Seite. Die Dreh— 38 Hüpfarten bewegung wird durch den Schwung des in der Seitſpreizhalte gehobenen nichthüpfenden Beines unterſtützt. c. Geſchritte mit Hüpfen von einem Fuße auf den andern 1. Nachſtellhüpfen. Dies gleicht ganz dem Nachſtellgange nur daß das Nachſtellen, das auch hierbei erſt in jeder zweiten Taktzeit ſtattfindet, nicht mit Schreiten, ſondern mit einem Hupfe vom weiterſchreitenden Fuß auf den nachſtellenden Fuß, alſo mit einem Hupfſchritt geſchieht und daß dabei das aufhüpfende Bein in eine Spreizhalte in der Richtung des Weiterſchreitens gehoben wird. 2. Schwenkhopſen. Es entſteht aus der Ur, wenn dem Nachſtellhupf noch ein Auf- und Nieder hüpfen, alſo ein Hopſen des Nachſtellfußes in der Weiln Taktzeit jolgt köde zugleich der Unterſchenkel des ſpreizenden Beines wie an Fußſchwenken vor dem hüpfenden Beine vorüber nach innen ſchwenkt. Überdies wird gewöhnlich das Weiterſchreiten in der Form des auf S. 22 genannten Schleifſchrittes ausge führt. Bei der Fortſetzung dieſer im/ ae geſchehenden Hüpfart beginnt, wie ja auch beim Nachſtellhüpfen, immer der ſelbe Fuß das nächſte Geſchritt. Soll aber dabei ein Wechſel der Füße eintreten, ſo läßt man dem in der zweiten Zeit ge ſchehenden Nachſtellhupf in der dritten Zeit ſtatt des Hopſens einen zweiten Hupfſchritt folgen, wobei alſo nicht der Nach ſtellfuß, ſondern der andere Fuß niederhüpft und zugleich das Fußſchwenken wegfällt. 3. Walzerſchritt. Dieſer iſt eine Verbindung des Nach ſtellhupfes mit dem Dreitritt, oder in andern Worten: er ent ſteht, wenn das Nachſtellen beim Dreitritt in Form eines Hupf ſchrittes geſchieht. Aber es kommt noch hinzu, daß gewöhnlich das erſte Schreiten bei jedem Dreitritt mit einem kurzen Schleifen des Fußes über den Boden hin ſtattfindet und daß das Zeitmaß der Dreitritte raſcher als gewöhnlichen Gehen, etwa ſo raſch wie beim Laufen iſt. Ohne Drehen fortgeſetz erfolgt die Bewegung dabei nur nach vorn; in Verbindung Walzdrehen jedoch wird bei dem einen Geſchritt nach vorn hlei n. orn Hüpfarten. 39 bei dem nächſten aber mit Spreizen und Schleifen im Bogen nach hinten angeſchri 4. Galopphu tten. pfen. Geſchieht nach einem Schreiten ſeit der Hupf des ſchreitenden Beines auf bei den vorgenannten Übungen in in raſcheſter Folge, ſo daß eine Schrittzeit fallen, ſo bilden ſie zuſammen das, was man einen Galopphupf nennt. Infolge der raſchen Be ewegung dabei iſt das Stehenlleihen auf dem iederhüpfenden Fuße ſehr erſchwert, deshalb läßt man jedem Galopphupf ſofort in der nächſten Schrittzeit ein Weiterſchreiten in der Richtung des Galopphupfes folgen. Iſt dies Weiter ſchreiten nach dem letzten von mehreren aufeinanderfolgenden Galopp hi ipfen ein einfacher Schritt, ſo kann man das Ganze, nit dem nachfolgenden Schritt, in abgekürzter Weiſe s eine Anzahl N bezeichnen, wie in dieſem Buche mehrfach geſchehen iſt. Demnach bedeutet der Ausdruck zaloppſchritte links ſeitwärts“ 55 oviel als: drei Galopphüpfe links ſeitwärts und ein Seitſchritt links in der vierten Zeit. 5. Trittwechſelhüpfen oder Galoppdoppelſchritt, auch Kiebitzhüpfen genannt. Dies iſt nichts anders als ein Galopp hupf, dem in der nächſten Schrittzeit noch ein Schritt in der ſelben Richtung ohne Nachſtellen und, wenn die Übung fort geſetzt werden ſoll, nun die widergleiche Übung folgt. Dieſe Hüpfart, die Grundlage des Galoppwalzers, kann auch als ein Tr 22 ittwechſel auf den Zehen aufgefaßt werden, wobei das Nach ſtellen nicht mit Schreiten, ſondern mit Hüpfen geſchieht. 6. Wiegehüpfen. Während bei den obigen Hüpfarten mit Schreiten begonnen wird und das Hüpfen ihm nachfolgt, iſt es hier und bei den nachſtehend genannten üÜbungen um gekehrt. Sie beginnen mit einem Hupfſchritt, meiſt ſeitwärts, manchmal aber auch in andrer Richtung. Dieſem Hupfſchritt folgen beim Wiegehupf ſofort zwei Tritte, bei denen e Füße in dieſelbe Stellung wie beim zweiten und dritten Tritt des Wiegeſchrittes, aber nur auf den Fußballen, werden Der erſte dieſer zwei Tritte geſchieht aber raſch nach dem Nieder üpfen, ſo daß er mit dieſem ſchon in die erſte Schritzeit fällt, 4 9 10 Hüpfarten. worauf in der zweiten Schrittzeit der letzte Tritt des Wiege hupfes ſtattfindet. 7. Hüpfen mit Kreuzzwirbeln. Es beginnt genau ſo wie der Wiegehupf, aber in der zweiten Taktzeit erfolgt ſtatt des dritten Trittes die ganze Drehung wie beim gewöhnlichen Kreuzzwirbeln. Dieſer übung muß ſofort ein Schritt einfacher oder zuſammengeſetzter Art oder eine Hüpfart angeſchloſſen werden. 8. Kreuzhüpfen. Auch dieſe Hüpfart beginnt wie der Wiegehupf, nur wird der Fuß, der den erſten Tritt nach dem Hupfſchritt zu machen hat, nicht vor, ſondern hinter den andern geſtellt, und der dritte Tritt bleibt ganz weg, ſo daß alſo der Kreuzhupf gleich dem Galopphupf nur aus zwei Tritten beſteht und nur eine Taktzeit beanſprucht. d. Zuſammengeſetzte übungen im Hüpfen. Was von den zuſammengeſetzten Uübungen im Gehen oben S. 29 u. f. geſagt wurde, gilt auch hier: die übungsverbindung geſchieht entweder in der Form von Übungsreihen oder von Abänderungen der Geſchritte. Zzei der Aneinanderreihung verſchiedener Hüpf- und Gang arten oder verſchiedener Hüpfarten unter ſich iſt ungefähr das ſelbe zu beachten wie bei der Bildung von Übungsreihen im Gehen. Nur kommen bei den Hüpfarten noch einige andere Rückſichten hinzu. So iſt es z. B. wenig ratſam, ein Geſchritt, das mit einem Hupfe abſchließt, einem anderen, das mit einem Hupfe beginnt, vorausgehen zu laſſen, alſo z. B. zwei Galopp hüpfe und einen Wiegehupf aneinander zu reihen. Ausführbar iſt dies ja ſchon, aber es entſteht dadurch keine ſchickige, keine angenehme und ſchöne Bewegung. Auch iſt nicht ratſam, mit Vorliebe ſolche Geſchritte aneinander zu reihen, bei denen die Schülerinnen die Neigung haben, die Bewegungsgeſchwindigkeit ungleich zu ändern in der Art, daß ſie beim einen Geſchritt geneigt ſind, das Zeitmaß zu beſchleunigen, wie z. B. beim Schwenkhopſen, Doppelſchottiſchhüpfen, Schleifhopſen, Spreiz hopſen, Walzerſchritt u ſ. w., beim andern aber es zu verlang ſamen, z. B. bei den Zwirbelarten, beim Kreuzhupf u. ſ. w. N das im dere ritt, nem pPp bar eine mit die keit ritt eim eiz ing w. Hüpfarten. 41 Auf der andern Seite ſind aber ſolche Verbindungen wieder manchmal nützlich für die Gewöhnung der Schülerinnen an genaues Takthalten, doch behalten ſie immer ein wenig den Charakter des Gezwungenen. Endlich iſt auch der Rhythmus der in einem Geſchritt ſich folgenden Tritte nicht ohne Einfluß zuf die Empfindung, ob zwei Geſchritte gut zuſammenpaſſen oder nicht. Je geringer die Übereinſtimmung dieſer Rhythmen bei zwei Geſchritten iſt, deſto weniger gut ſtimmen ſie zu ſammen. So z. B. iſt der Wechſel von zwei Kreuzhüpfen und einem Wiegehupf ſchöner und angenehmer als der von einem Schottiſchhupf und einem Wiegehupf. Übrigens wird auch in dieſen Dingen viele Beobachtung, eignes üben und guter Ge— ſchmack zum beſten Ratgeber. Welche Hüpfarten bei ſeitlichen Hin- und Herbewegungen als„An⸗“ oder als„Abſchlußgeſchritte“(ſ. S. 31) anzuſehen ſind, iſt auf S. 114 des III. Teiles dieſes Buches angegeben. Die Abänderung der Geſchritte durch Hüpfen beſteht hauptſächlich darin, daß in den auf S. 23 u. f. genannten Gang arten mit eigenartiger Schreitung einzelne dieſer Schreitungen durch Hüpfarten erſetzt werden. Nicht bei allen Gangarten liefert dies Verfahren für den Unterricht wertvolle oder doch brauchbare ÜUbungsformen. Am meiſten eignet ſich dafür der Wiegeſchritt, die Schrittkehre und das Schrittzwirbeln, doch ſind auch der Dreitritt und das Kreuzzwirbeln dafür verwendbar. Meiſt wird dabei der Takt geändert, das Zeitmaß des Geſchrittes vergrößert. Nur die Einſchaltung einer dieſer drei Hüpfarten: des Hupfes auf beiden Füßen, des Hupfſchrittes und des eigent lichen Hopſerſchrittes, an Stelle einer der das uUmzuwandelnde Geſchritt bildenden Schreitungen ändert ſeine Taktzeit nicht, weil jene Hüpfarten ſelbſt nur eine Taktzeit beanſpruchen. An die Stelle einer Schreitung kann überhaupt nur ein ſogen. Abſchlußgeſchritt, d. h. nur ein ſolches treten, in dem der letzte Tritt von dem Fuße gemacht wird, der auch den erſten machte. Wird z. B. eine ſolche Hüpfart im 2/⸗Takte in ein Geſchritt im 3 akte eingefügt, ſo verläuft dies abgeänderte Geſchritt im ¼⸗Takte, u. ſ. w. Sogenannte„Anſchlußgeſchritte“, wobei der Fuß, der ein ſolches beginnt, nicht auch es beendet, können 4 T 2 2 7 83³ 42 Hüpfarten keinen Tritt bei einer Gangart erſetzen, ſondern nur zwiſchen zwei Tritte eines Geſchrittes oder zwiſchen das Ende des einen und den Anfang des nächſten eingeſchaltet werden. Sie ver mehren daher die Taktzeiten des Geſchrittes um ſoviel Zeiten, als ſie ſelbſt beanſpruchen. Wird z. B. zwiſchen den erſten und zweiten Tritt bei einem Schrittzwirbeln ein Schwenkhops ein geſchaltet, ſo erfordert dies abgeänderte Zwirbeln ſechs Takt— Feiteit, u, ſew. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß auch bei ſolchen übungs gefügen nicht alle Möglichkeiten gleichwertig ſind, daß auch hier die Rückſicht auf Gefälligkeit, auf ungezwungenes Ineinander fließen und auf Gliederung der Bewegungen nach muſikaliſchen Taktzeiten der Bildung von abgeänderten Geſchritten Schranken ziehen muß. So wird z. B. die Umwandlung aller drei Schrei tungen eines Geſchrittes im„Takte in verſchiedene Hüpfarten, namentlich wenn dieſe von ungleichem Takte ſind, höchſtens vorübergehenden Wert zur Erprobung der Flinkigkeit der Füße und der Sicherheit in der Ausführung der verſchiedenſten Ge— ſchritte haben. Anſprechender wird es dagegen ſein, wenn in einem ſolchen Falle die drei eingefügten Hüpfarten ſich gleich ſind, nur wird dann das Hinzufügen eines vierten Geſchrittes in gleichem Takte zur muſikaliſchen Abrundung des Ganzen notwendig erſcheinen. Auf dieſe Weiſe z. B. gewinnt man recht brauchbare und hübſche übungsformen, wenn man an die Stelle jeder der drei Schreitungen beim Schrittzwirbeln ein„Abſchluß geſchritt“ im 2/-Takte, z. B. den Schottiſchhupf, ſetzt und dem Ganzen noch zwei Tritte an Ort zufügt. In ähnlicher Weiſe ſind auch Geſchritte in anderem Takte zu verwenden. Man erhält damit die ſchönen Übungen des Schottiſch— Galopp-, Dreitritt-, Walzerzwirbelns u. dergl. Eine beſondere, für die Hüpfarten vornehmlich geeignete Ubungsverbindung iſt das Hüpfen mit Walzen, d. h. die fortgeſetzte Drehung während mehrerer, mit Hüpfen verbundenen Geſchritte, das ſich von den Viertel- oder den halben Drehungen beim Beginn oder am Schluſſe der Teile eines zuſammengeſetzten Geſchrittes, wie dies z. B. bei dem abgeänderten Zwirbeln der Fall iſt, ſowie auch von der beim Hüpfen mit Kreuzzwirbeln iſchen einen ver eiten und ein Takt⸗ ings hier ider ſchen nken hrei rten, tens ßüße Ge⸗ Ordnungsübungen 13 S. 40) vorkommenden ganzen Wuteeen wohl unterſcheidet. Dies einer Hüpfart zugeordnete Walzdrehen, d. h. fortgeſetzte Drehen nach derſelben Seite, iſt von Einfluß auf die Schrei— ingen und die Stellung der Füße bei den einzelnen Tritten jedes Geſchrittes, die infolge des Drehens nicht immer genau dieſelben ſein kön mmen bei dem ohne Drehen ausgeführten Geſchritte, namentlich nicht, wenn noch als zweite Zuordnung die Tanzfaſſung zweier zu einem evereinigten Schüle rinnen während des Walzens, alſo eine Ordnungsübung hinzu kommt. Es macht alsdann einen ob die Schülerin rechte oder linke Führerin des Paares iſt, ob Valzen um eine Kreismitte dieſe rechts oder links umzogen und ob dabei rechts oder links gewalzt wird. Daß hierbei Walzen und Kreiſen in entgegengeſetzten Richtungen die leichtere Übungsform iſt, mag nur erwähnt ſein. Weiteres über die Verbindung der übungen im Hüpfen mit den Ordnungsübungen wird ſpäter noch geſagt werden. III. Die Ordnungsübungen. A. Bildung und Umbildung von Ordnungskörpern, Reihungen. a. Die einfache Reihe 1. Umwandlung einer ungeordneten Schar in eine geordnete Reihe. Unter einer Reihe, dem einfachſten Ordnungskörper, verſteht die Turnlehre eine Anzahl Einzelner, die auf einer gemeinſchaftlichen Grundlinie, die man ſich durch den Standort ihrer Füße gezogen zu denken hat, ſtehen. Iſt dieſe Grundlinie eine Gerade, ſo heißt die Reihe gerade Reihe oder Reihe ſchlechtweg; iſt ſie ein Kreis, ſo iſt die Reihe eine Kreisreihe oder Ringreihe. Darnach begreifen ſich auch Aus drücke wie Bogenreihe, Winkelreihe u. dergl. Wenden ſich die Einzelnen einer Reihe die rechte oder die linke Leibesſeite zu, ſtehen ſie alſo nebeneinander, ſo bilden ſie eine Stirnreihe. In der Regel haben in einer ſolchen alle die gleiche Stirn nrichtung. Durch eine Vierteldrehung der Ein zelnen einer Stirnrehe entſteht die Flankenreihe, in der alſo 44 Ordnungsübungen. die Einzelnen hinter- oder voreinander ſtehen. Die ſelten an— gewendete Schrägreihe iſt ein Mittelding zwiſchen Stirn- und Flankenreihe. Iſt in einer Stirnreihe keine Lücke zwiſchen den Einzelnen, ſo iſt ſie eine geſchloſſene, ſonſt eine geöffnete Reihe. Aus der geſchloſſenen Stirnreihe entſteht durch Drehung der Einzelnen wieder die geſchloſſene Flankenreihe. Eine aus zwei Einzelnen beſtehende Reihe heißt eine Zweierreihe oder ein Paar. Darnach ſind Ausdrücke wie Viererreihe u. dergl. leicht zu verſtehen. Die erſte Ordnungsübung im Turnunterricht beſteht darin, die ungeordnete Klaſſe in einer geſchloſſenen geraden Stirnreihe auf dem Sammelorte an einer Seite des Turnraumes aufzu— ſtellen, wobei die Einzelnen in der Regel nach ihrer Größe ge— ordnet werden. Zu den Übungen des Auflöſens und des Wiederherſtellens der Ordnung cgehört auch die Aufgabe, nach jeder Ordnungs löſung die Reihe an einem andern Aufſtellungsorte als vorher zu bilden, z. B. vor den einzelnen Gerätarten u. ſ. w. Neben dem Werte dieſer Übungen für die Unterrichtsleitung liegt ihr turneriſcher Wert vornehmlich in der Aufgabe, ſie mit möglichſter Raſchheit, alſo im Laufe auszuführen. 2. Umbildung einer Reihe, oder Reihungen der Einzelnen in einer Reihe. Man unterſcheidet dabei Vor⸗, Hinter- und Nebenreihen. Jede dieſer Reihungen kann ſowohl links- wie rechtshin erfolgen. Das Nebenreihen in einer Stirnreihe wie auch das Vor oder das Hinterreihen in einer Flankenreihe ändert nicht die Form der Reihe, ſondern kehrt nur die Reihenfolge der Einzelnen in der Reihe um und rückt die Reihe von ihrem Standorte in deſſen Verlängerung um nahezu eine Reihenlänge weiter. Das Vor- oder das Hinterreihen in einer Stirnreihe macht dieſe zu einer Flankenreihe; beim Nebenreihen in einer Flanken reihe(neben die Vordere, oder neben die Letzte, oder neben eine Mittlere) iſt es umgekehrt. In beiden Fällen iſt der neue Standort der Reihe zum früheren rechtwinklig. Bei dieſen Reihungen bewahrt nur eine in der Reihe, eine wie arin, reihe ufzu⸗ e ge⸗ lens ings orher itung e mit der dor kann Vor ſt die elnen te in macht inken eine neue ˙ eine Ordnungsübungen 45 Außerſte(eine ſogen. Führerin der Reihe) oder eine Mittlere, ihren Standort, alle andern verlaſſen ihre Plätze. Dies ge— ſchieht in der Regel durch Vorwärtsgehen oder hüpfen, wobei die Bewegung in einigen Fällen mit einer Achtel- bis zu einer halben Drehung zu beginnen und zu enden iſt. Seltener iſt hierbei die Seitwärtsbewegung verwendbar. Führt der Weg die Einzelnen bei einer Reihung an der in Ort bleibenden Schülerin dicht vorüber, wie es z. B. bei den Reihungen ohne Formänderung der Reihe der Fall zu ſein pflegt, ſo geht in der Regel dabei die Schülerin den andern voraus, die der Stehenbleibenden, dem Reihungspunkte, zunächſt iſt. Bei den ſogen. Reihungen zweiter Ordnung iſt es ber gerade umgekehrt. Bei den gewöhnlichen Reihungen ſucht jede Schülerin ihren neuen Standort auf dem kürzeſten Wege zu erreichen. Anders iſt es bei den Reihungen mit teilweiſem Kreiſen um die Stehenble de oder mit Vorüberziehen an der Führerin; das Wie iſt ſchon in dieſer Bezeichnung ausgedrückt. Die Zeitdauer einer Reihung richtet ſich nach der Größe des zurückzulegenden Weges und nach der Art der Fortbewegung. Eine vorausbeſtimmte Größe giebt man ihr gewöhnlich nur bei den Reihungen im Paare und in der Viererreihe, und man ſetzt darin die einfachſte Art der Reihungen mit Formänderung Vertauſchung von Stirn- und Flankenform) im Paare auf zwei, in der Viererreihe auf vier Schrittzeiten, bei den Reihungen ohne Formänderung auf doppelt ſoviele Zeiten feſt. b zuſammengeſetzte Ordnungskörper. 1'Um wandlung einer Reihe in einen Reihen 17 0 Einteilen einer Klaſſe in Reihen Die Vereinigung mehrerer Reihen zu einem Ganzen macht dieſes zu einem Reih enkörper. Mehrere Reihenkörper zu ſammen bilden das Reihenkörpe rgefüge. Stehen alle Reihen eines Reihenkörpers auf derſelben Grundlinie, ſo nennt man dieſen Körper eine Reihenlinie und zwar eine Stirn⸗ oder eine Flankenlinie, je nachdem er aus Stirn- oder aus Flankenreihen gebildet iſt. Stehen 16 Ordnungsübungen. die Reihen aber auf verſchiedenen unter ſich gleichlaufenden Grundlinien, deren Mitten oder Endpunkte auf einer dazu ſenkrechten Geraden liegen, ſo wird ein ſolcher Reihenkörper eine Reihen-) Säul wobei wieder Stirn- und Flanken ſäule ähnlich wie Stirn- und Flankenlinie unterſchieden werden. er kleinſte Reihenkörper iſt das Doppelpaar. Ddie Umwandlung einer Stirnreihe, wie ſie eine am An — E dar fang der Turnſtunde am Sammelplatze aufgeſtellte Klaſſe da ſtellt, in eine Stirnlinie kann auf verſchiedene Arten erfolgen. Die nächſtliegende Art iſt das Abzählen zu je ſovielen, als jede der neuzubildenen Reihen Einzelne enthalten ſoll, alſo z. B. zu vieren, wenn die Klaſſe in Viererreihen eingeteilt werden ſoll. Iſt dies geſchehen, ſo werden die, die nach— einander die Nummern 1 bis 4 zählten, als eine Viererreihe, die aber, die dieſelbe Nummer zählten, als die ebenſovielte Rotte betrachtet. Es entſtehen alſo beim Abzählen zu vieren nicht bloß Viererreihen, ſondern zugleich auch vier Rotten eine erſte, zweite u. ſ. w. Rotte. Dies Rottenver rhältnis gilt aber auch bei jeder andern Art von Einteilung, wobei man ſich dieſe durch das Abzählen erſetzt denken muß. Andere Arten der Einteilung entſtehen, wenn man z. B— aus der anfänglichen Stirnreihe aller, von ihrer rechten Seite beginnend, je vier(zwei, drei ꝛc.) Schülerinnen eine vorausbeſtimmte Vor⸗- oder Rückwärts- oder Hin- und Herbewegungen machen und nach einer ebenfalls vorauszubeſtimmenden Zeit je die nächſten vier folgen läßt, oder wenn in ähnlicher Weiſe eine Reihe um die andere eine gewiſſe Ordnungsübung, z. B. eine Reihung oder eine Schwenkung und dergl., ausführt Mit dieſer Einteilung der Klaſſe in Reihen kann man zu gleich ihre Einteilung in kleinere! Reihenkörper(Abteilungen) ver binden, indem man z. B. nach dem Abzählen ankündigt, daß je acht oder zehn Schülerinnen, oder daß je zwei oder drei ſich bilden, u. dergl. m. Reihen eine Abteilung für 2 von L niedrer Gat tung in einem Ordnungskörper h öherer Gattung, wie z. B. Reihen-Reihungen u. N Wa Wie die Ein f Anen einer Reihe ſich vor-, hinter- und nebeneinander reihen alſo teilt tach the, eren tten, gilt man ſchloſene Stirnreihe, in der die Schülerinnen ſchwache miteiander haben, wird nach links oder nach rechts oder vor Ordnungsübungen 47 können, ſo iſt dies auch mit den Reihen in einem Reihenkörper, mit kleineren Reihenkörpern in einem Reihenkörpergefüge u. ſ. w. der Fall. Es bedarf dies hier aber keiner weiteren Ausführung; nur ſei noch angedeutet, daß durch Hinzuordnung undrer Ordnungsübungen, ſo namentlich des Offnens und Schließens der Reihen, eine größere Mannigfaltigkeit der Ubungsformen hervorgerufen werden kann. Erwähnenswert ſind ferner die wichtigſten Aufſtel lungsformen, die man den Abteilungen einer Mädchenklaſſe behufs Ausführung ihrer Frei- und Ordnungsübungen giebt Als ſolche mögen hier genannt ſein: die gerade und die bogen-((halbkreis-) förmige Stirn- oder Flankenlinie; die Ring-(Kreis-) linie und der Doppelring(zwei konzen triſche reiſe) mehrere nebeneinander ſtehende R tinge; die Säule geſchloſſener oder offener Stirn- oder Flanken reihen, oder— Säulen neben- oder hintereinander; die ſtrahlenförmige Aufſtellung der Reihen, der Sterr der die Ringſäule; die Doppelſäule, d.— zwei nebeneinanderſtehende oder ſich in entgegengeſetzter Weiſe bewegende Säulen das Gegenüberſt 5 von je zwei Stir eihed oder von je zwei Stirnlinien, die Anfſtellune in„Gaſſenform“(Spalier ſtehen); die Aufſtellung von Einzelnen oder von Reihen oder von Linien„im Viereck“, d. h. auf den Seiten eines oder m iehrerer regelmäßigen Vierecke. B. Abſtandsveränderungen in einem Ordnungskörper. 1. Offnen und Schließen einer Reihe. Die ge Fühlung der Mitte aus geöffnet und in ähnlicher Weiſe wieder geſchloſſer Die herzuſtellenden Abſtände zwiſchen zwe i Nebnerinnen b ragen in der Regel eine oder zwei Armlängen oder zwei Schrittweiten. Die zum Offnen und Schließen nötige Bewe ung der Einzelnen iſt das Seit wärtsgehen oder eine geeignete 48 Ordnungsübungen. Hüpfart, bei größeren Reihen aber beſſer, weil zeitſparender und lebendiger, das mit einer Drehung beginnende und ſchließende Vorwärtsgehen oder-hüpfen. Es fangen dieſe Bewegung entweder die äußerſten der Reihe an, die andern folgen in be ſtimmten Zeitabſchnitten nach, oder alle beginnen zugleich und enden dafür nacheinander die Bewegung. Im letzteren Falle werden aber die Abſtände meiſt ungleich. Das Offnen und Schließen der Flankenreihe geſchieht in ähnlicher Art wie bei der Stirnreihe, aber nur nach vorn oder nach hinten oder von der Mitte aus. Statt der Rückwärt bewegung hierbei kann wieder die mit einem Umkehren ver bundene Vorwärtsbewegung gewählt werden. 2. Staffelung einer Reihe. Obwohl das Staffeln uch in einer Flankenreihe möglich iſt, wird es doch vorzugs weiſ bei Stirnreihen angewendet. Es beſteht darin, daß die Schülerinnen ſich aus der Grundlinie ihrer Reihe in einer dazu ſenkrechten Richtung ungleich weit entfernen, und zwar jede um dieſelbe Strecke oder Schrittzahl mehr, als ihre Nebnerin zu Linken oder zur Rechten weiter gegangen iſt als die Zweit nächſte. Gewöhnlich läßt man in Viererreihen den Unterſchied der Entfernung zweier Nebnerinnen von dem anfänglichen Stand orte zwei Schrittlängen betragen. Kommt hierbei die Nebnerin zur Linken weiter vornhin, ſo wird links geſtaffelt, im andern Falle rechts. Damit wird zugleich die— geſchloſſene Reihe in eine geöffnete Schrägreihe verwandelt. Auch hierbei unter ſcheidet man Staffeln nach vorn, nach hinten und von der Mitte aus. Die Wiederherſtellung der anfänglichen Reihe, das Ein— reih en, ge eſchieht in Art wie das Staffeln 3. Offnen und Schließen des Reihenkörpers. Die hierhergehörigen bungsſile gleichen im großen und ganzen den unter Nr. 2 genannten. Nur bewegen ſich hierbei ganze Reihen ſtatt Einzelner. Ausgedehnte Anwendung finden ſie nicht im Mädchenturnen. Es genügt daher zu ſagen, daß alſo in der gewöhnlichen Säulenſtellung der Rei ihen, deren Abſtände unter ſich gleich der Reihenlünge ſind, ein Offnen der Säule dieſe Abſtände vergrößern heißt. Das Schließen der Rotten einer Säule bringt ihre Reihen dicht nebeneinander. Zum Zwecke der Ausführung r und ßende egung n be und Falle ſchieht oder värts ver affeln zugs Iß die dazu je um zweit oſchied tand nerin ndern the 1 unter Mitte Ein Die janzen ganze nicht in der er ſich ſtände bringt hrung Ordnungsübungen 49 von Frei- und Stabübungen werden gewöhnlich die Schülerinnen in Säulen mit offenen Reihen und Rotten aufgeſtellt. C. Drehen, Schwenken, Kreiſen. 2 ie Drehung der Einzelnen iſt an ſich eine Frei⸗ ibung und nur dann als Ordnur ngsübung zugleich aufzufaſſen, wenn e das der Drehenden zu den Mitübenden in Betracht komn Dies iſt der Fall, wenn z. B. ein O rdnungs WaR eine Weihe eine Säule mit offenen Reihen und Rotten 8 oder dergl., ſich fortbewegt und auf Befehl oder zu einer be ſtimmten Zeit alle eine Drehung zu machen und ſich darnach wieder in guter Ordnung, gut gerichtet u. ſ. w., wei haben(z. B. beim Gehen„im Viereck“,„im Kreuz“). Dahin gehört auch das ſogen. Sich⸗) Ab- und 3— der Einzelnen eines Paares, ſowie ihr Umkehren nach innen oder nach außen bei feſter Faſſung der Hände. Es ſind hier natürlich nur ſolche Drehungen gemeint, die ſich nur in einer Schrittzeit oder doch nur mit wenigen, meiſt zuf derſelben Stelle oder nur auf kleinen Strecken gemachten Schritten vollziehen laſſen. Auch gehen ſie ſelten über das Maß einer halben Drehung hinaus. Es ſind alſo damit nicht die Dreh ungen zu verwechſeln, die mit der Fortbewegung um einen mehr oder weniger großen Raum, in gebogenen oder kreisförmigen Linien verbunden ſind und meiſt nur ſehr allmählich geſchehen 2. Schwenken der Reihe. Wenn eine Reihe ſich ohne Stellungsänderung ihrer Einzelnen untereinander etwa wie ein feſter Stab dreht, ſo hat ſie, um mit der Turnlehre zu reden, eine Schwenkung gemacht. Dabei hat allerdings auch eine allmähliche Drehung der Einzelnen der Reihe ſtattgefunden. Je nachdem dieſe ſchließlich das Maß einer Viertel- oder einer halben oder einer ganzen Drehung erreicht hat, iſt auch die vollzogene Schwenkung als eine Viertel- oder als eine halbe oder als eine ganze Sch jwenkung zu bezeichnen Das Schwenken kann, wie das Drehen um die Längenachſe der Drehenden, nur links oder rechts, nicht vorwärts oder rück 1 4 50 Ordnungsübungen wärts, dagegen mit Vorwärts- wie mit Rückwärtsſchreiten, in Flankenreihen nur mit Seitſchreiten ausgeführt werden. Die Drehungsachſe beim Schwenken liegt in der Regel in einer der Führerinnen der Reihe oder in der Reihenmitte Soll von einer Stirnreihe um die linke Führerin links ge ſchwenkt werden, ſo geſchieht es mit Vorwär sſchreiten, das Rechtsſchwenken in dieſem Falle aber mit Rückwärtsſchreiten. zeim Schwenken um die Reihenmitte ſchreitet die eine Reihen⸗ jälfte vorwärts, die andere rüc ckwärts as Schwenken einer Flankenreihe findet wohl kaum Anwendung. N f 0 Die Zeitdauer einer Schwenkung wird in der Regel nur bei kleineren Reihen zum voraus feſtgeſetzt. Als Ausgangs— punkt dafür kann die Regel gelten, daß die einer Stirnviererreihe mit Vorwärtsſck hreiten vier Schrittzeiten währt, die ganze chwenkung gleicher Art des Paares alſo acht Schrittzeiten. 3. Schwenken im Reihenkörper. Von den Schwen kungen eines Reihenkörpers kommt im Mädchenturnen höchſtens das Schwenken einer Stirnlinie, z. B. das eines Doppelpaare 8, in Betracht, aber es Weldet ſich von dem Schwenken eine Stirnreihe in nichts. Das Schwenken der Reihen eines Ran ann zur Umwandlung der Säule zur Linie und im ungekehrten Sinne benutzt werden Als beſondere, hierher gehörige Ubungs formen ſind noch zu erwähnen: widergleiche(ſymmetriſche Schwenken der Reihen in Doppelkörpern, d. h. in der iee in der Doppelſäule, in der Gaſſenſtellung, in der 2 zierecksſtellung, u ſ. w.; ferner: Das Schwenken der Reihen im ſogen. Schu enkſtern. 4. Umkreiſen. Bei dieſer, der ganzen Schwenkung ver wandten Übung bewegt ſich eine Einzelne oder eine Reihe, dieſt neiſt als Stirnreihe, in ein der weniger kleinen Kreiſe n deſſen lpunkt die n 0 6 B. Paar er d hſt reil Doppe ſteht od doch ö n)der el Paa 7 8 1 4 etten eihen⸗ einen gebräuchl . Um Ordnungsübungen. 51 zwiſchen oder neben ihnen liegenden Mittelpunkt. Die ndere; K. 0 Kre 6. 0 Ueiche iſchen die ind es J nkreiſe 25 Treiſe Jeſaßt Mitte, ichf nkreiſen ein ten Übungsformen dieſer Art ſind: kreiſen einer Führerin eines Paares durch die Paares durch ein anderes: iſen nach außen der beiden Einzelnen Paares; „Rad“ eines Paares, deſſen Einzelne dabei in 1 Stirnrichtung gleichzeitig, mit Faſſu ng unter ſich, ihnen liegende Mitte umkreiſen: „Schwenkmühle“, der vorigen Übung ähnlich, nur zare oder noch größere Stirnreihen, die ſich dabei „Stern“ der Vierer, wobei je vier im kleinen hintereinander ſtehende Sch ülerinnen mit übers Kreuz en rech ähnlich Kreif R. Der . frehen u zal kreif der U NHel 1 AOſe neben F ch. ten(oder linken Händen eine zwiſchen ihnen liegende wie bei Ub g., umkreiſen: en im Schwenkſtern; ſiehe Üb. 3, S. 50; — „Ring“ im Paare, wobei die Einzelnen ſich gegen nd mittels Seitwärtsber wegung um die Mitte des 4 R ing“ der Vierer, deren Einzelne in einem kleinen 1 einander geordnet ſind, ſonſt der vorigen Übung D. Fortbewegungen der Ordnungskörper. Fortbewegung eines Ordnungskörpers in verſchiedenen Bahnen des Ubungsraumes )en der geordneten Klaſſe in der Um Damit iſt die Fortbewegung einer als Flanken Stirnſäule geordneten Klaſſe auf der Linie ge geringem Abſtande von den Schranken des übu g8 hinzieht Dieſe Linienn in de Regel d chteckes haben, kann aber 0 ch Bahn erſetzt werden 5² Ordnungsübungen. 2 Die Fortbewegungsweiſe wird vorzugsweiſe Vorwärtsgehen oder Aaufen oder-hüpfen, ſeltner und nur auf kürzeren Strecken eine Seitwärts- oder gar eine Rückwärtsbewegung ſein. 2. Die vorige Übung abwechſelnd mit dem Ziehen durch die Mitte des Üübungsraumes, das bald von einer Ecke der Umzugsbahn, bald von der Mitte einer ihrer Seiten aus beginnt und von der gegenüberbefindlichen Stelle der Bahn aus wieder in dieſe überführt. Hierbei kann ſchon als zu ſammengeſetztere Übungsform die Teilung der Klaſſe in zwei Abteilungen während des Ziehens im Wechſel mit deren Wiedervereinigung angeordnet werden. 3. Ziehen der Flankenreihe oder der Stirnſäule ii Schlängellinien, in der Achte achterförmige Linie), durch die Schleife, in der Schneckenlinie u. dergl. m. Dabei ſind die zu durchz iehenden Bahnen auf dem Boden vorgezeichnet oder die führende Spitze der Schar hat die Aufgabe, die Bahn 8 4155 zu beſtimmen. 7 Nach der Seite Ziehen, auch Winkelzug genannt.“ Die Fl 15 1 reihe oder die Stirnſäule verändert dabei die Richtung, in der ſie dahinzieht, indem auf Befehl oder nach einer vor ausbeſtimmten Zeitdauer oder Schrittzahl die Spitze der Schar eine entſprechende Drehung oder Schwenkung macht und nun im rechten Winkel zur früheren Richtung weiterzieht, während die ihr Nachziehenden nacheinander an derſelben Stelle das Gleiche thun. 5. Schrägzug nach vorn oder nach hinten. Hierbei bildet die neue Zugrichtung einen ſpitzen oder einen ſtumpfen Winkel mit der früheren, im übrigen wie bei Üb. 4. 6) Zurückziehen einer Flankenreihe oder einer Stirn ſäule, auch Gegenzug genannt.“*) Die neue Zugrichtung läuft hierbei dicht neben der früheren her, iſt ihr jedoch ent— gegengeſetzt, im übrigen wie bei Ub. 4. Umzug links oder rechts. Dies iſt ein zweimaliges Zurückziehen iach derſelben Seite, wobei das zweite Zurück⸗ *) Von einigen auch als„Viertel-Windung“ bez zeichnet. ** Auch als„halbe Windung“ bezeichnet vun. ehen ecken hen iner eiten zahn hnet Bahn nt.a tUng, vbr Schar Ordnungsübungen. 53 ziehen in dem Augenblicke beginnt, wo die Spitze der Schar an deren Ende angelangt iſt. 8. Zurückziehen zur Kette. Die hierbei den Rückzug iacheinander antretenden Vorderen bewegen ſich in einer Schlängellinie durch die, unter Umſtänden erſt herzuſtellenden oder entſprechend zu vergrößernden Abſtände zwiſchen den Nach— ziehenden, die dies Durchſchlängeln durch geeignetes Aus weichen erleichtern. ). Umzug zur Kette. Wie die vorige Ubung, nur mit zweimaligem Zurückziehen wie bei Üb. 7. b. Gleichzeitige Fort bewe gung zweier oder mehrerer) Ordnungskörper in den Bahnen des Ubungsraumes. 1. Ziehen beide, in der Regel einander gleiche Abteilungen 8 der Klaſſe auf derſelben Linie in entgegengeſetzten Richtungen, o führen ſie einen Gegenzug aus. Beim Begegnen können ſie nun 2. nebeneinander in einer neuen Richtung oder auch iuf derſelben Linie w eiterziehen; oder 3. ſie können aneinander vo rüberziehen, ſich links oder rechts ausweichend; oder 4. es findet ein Durchziehen der einen Abteilung durch die geöffneten Reihen der entgegenziehenden anderen Abteilung ſtatt, wobei auch der Durchzug durch die ſogen. Thore oder die Laube, gebildet von den mit Faſſung der Hände hochgehobenen inneren Armen der Vorbeiziehenden, geſchehen kann; oder 5. der Durchzug der Rotten findet in beiden Abtei ungen, deren Reihen ſich deshalb öffnen müſſen, zugleich ſtatt; oder 6. es erfolgt der Dur chzug zur Kette der Reihen, oder er Rotten u. ſ. w. 7. Ziehen aber beide Abteilungen nicht auf derſelben Linie, ndern auf zwei ſich durchkreuzenden Linien, ſo findet an deren Durchkreuzungspunkte ein Durch zug mit Kreuzen ſtatt Il, 1 8 wobei 16860 ede Reihe oder jede Einzelne der einen Abteilung, je nachdem 54 Ordnungsübungen dieſe eine Säule oder eine offene Flankenreihe iſt, durch eine Lücke in der andern Abteilung hindurchzieht. 8. Aufzug und Abzug. Löſt ſich während ſeiner Fort bewegung, die zunächſt in einer der unter à. angegebenen Arten zu geſchehen pflegt, der anfänglich einfach geſtaltete Ordnungs körper aller in zwei oder mehr Abteilungen auf, die die Fort bewegung in den unter b. genannten Formen u geſchieh ferner dieſe Fortſetzung in gewöhnlich vorausbeſtimmten mehr oder weniger regelmäßigen und zuſammengeſetzten Formen, und führt endlich dieſe Folge von Bewegungen zu einer mannichfach gegliederten Aufſtellungs Ausführung von Frei-, Stab- oder andern Übungen für wün ſchenswert erachtet wird: ſo bezeichnet man die ganze Folge sform der ganzen Schar, wie ſie für dieſer e als einen Aufzug(Aufmarſch ꝛc Geſchieht nun durch eine ähnliche Folge ſolcher Bewegungen die Wiederherſtellung der anfänglichen Geſtalt des Ordnungskörpers aller, ſo nennt man dies den, das Gegenſtück zu jenem Aufzug 9 bildenden Abzug. Beide Übungsfolgen gehören bereits den Gebiete der zuſammengeſetzten Ordni ingsübungen an c. Fortbewegungen der Teile eines Ordnungskörpers i ohne Veränderung des Standortes des letzteren. 1. In der ringförmigen Aufſtellung eines Reihen körpers kann ſtattfinden: a. Kreiſen einer Rotte um die andern, innerhalb oder außerhalb oder abwechſelnd inner- und außerhalb des von den Stehenbleibenden gebildeten Kreiſes. b. Die Üb. a. mit Durchſchlängeln durch die Lücke zwiſchen den Stehenden; dasſelbe auch nur teilweiſe, oder mi ſofortigem Zurückſchlängeln, in der Achte, u. dergl. c. Die Üb. a. und b. von den gleichzähligen Reihen der Reihenlinien ausgeführt, aus denen ſich der Ringkörper zu ſammenſetzt. d. Die Kette im Kreiſe in verſchiedenen Formen, von Einzelnen mit halben Rädern abwechſelnd links und rechts, von Reihen mit halben Schwenkmühlen u. ſ. w. ausgeführt. vun Folge Ucke mi Vvor Von Ordnungsübungen. 55 2. Im Doppelring zweier um den gleichen Mittelpunkt aufgeſtellten Ordr Fortbewegungen ähnlicher Art wie die unter 1. genannten Übungen. 3. Die kleine 0 ette im Paare, deſſen ſich gegenüberſtehende Einzelne ſich dabei aneinander vorüberbewegen, mit flüchtigem Handfaſſen, und ſich dann umwenden, u. ſ. w. 1. Die Kette im Viereck, wobei vier Einzelne oder vier Reihen oder vier Reihenlinien auf den Seiten eines regel ißigen Viereckes aufgeſtellt ſind Die Kette in der offenen Viererlinie mit ungleicher f Stirnſtellung oder mit Gegenüberſtellung der Einz Dio N* 31** 11 Die Kette in offenen Reihen oder in widergleich in Doppelſäulen u. ſ. w. Hierher gehört eigentlich auch die unter Nr. 9, S. 53, genannte Übung. 7. Die Hin- und Herbewegung: à. der Einzelnen eines Paares oder der Reihen Doppelreihe in der Form des unmittelbar ſich folgenden Off nens und Schl ießens des Paares oder der Doppelreihe ſeit wärts oder vor- und rückwärts: b. eines Paares mit der Einzelnen, die ſich gefaßt halten, als ſog. Schieben des Paares:; einer kleineren Stirnreihe oder Stirnlinie ohne oder mit Umkehren der Einzelnen, oder mit Schwenken der Reihe, u. ſ. w 8. Bewegung von Einzelnen oder von kleineren Reihen auf den Linien eines Kreuzes oder eines regelmäßigen Vier eckes, mit oder ohne Drehungen und Schwenkungen bei den lnderungen der Bewegungsrichtung(vergl. Üb. 2 u. 3, S. 26 u. 27 Das ſogen.„Begegnen“ zweier Reihen oder zweier 1. ſ. w., die ſich ei der ſogen. Gaſſenſtellung oder in der Vierecksſtellung Ams Irdnungskörpers gegenüberſtehen oder an derſelben Ecke des Viereckes ſtehen. Beide be 60 Teile vegen ſich dabei zu einander hin und kehren ſofort oder nach einer Zwiſchenübung wieder an ihren Standort zurück 10. Der ſogen.„Platzwechſel“ in der„Gaſſe“ ok Viereck“, wobei ſich die, wie bei der vorigen Ubung nenden Linien durchkreuzen und die eine an den andern gelan igt. ſich begeg as ſogen„Beſuchen“, wobei in den ebengenannten zelne ſeiner Teile die anfängliche Aufſtellungsart S E. Zuſammengeſetzte Ordnungsübungen. Wenn zwei oder mehrere der oben übungen gleichzeitig oder nacheinander ausgeführt werden, ſo bildet das Ganze eine zuſammengeſetzte Ordnungsübung. Die Möglichkeit der Bildung zuſammengeſetzter Ubungsformen iſt enannten Ordnungs— eine ſehr große, da ſowohl die Zahl der einfachen Ordnungs übungen als auch die der Formen der Ordnungskörper, in denen ſie zur Ausführung gelangen können, eine nicht geringe iſt. Am beſchränkteſten an Umfang iſt die Möglichkeit gleich I. 18 1*— 28 1Iu1 eitiger as41 Ordnungsübungen 8ii 11 torhor Fohzrvon Arch( d ſelb Hierher gehörer bungsfälle folgender Art: geſchloſſenen zu 2 nten für die Fortbewegungen in den Bahnen des Übungsraumes eile orzugsweiſe eignen, ſolchen voraus geſchickt, in denen der Ge iach s ſolcher an Ort bleibt und nur ſein ück Teile ſich auf yr oder weniger kleinen Strecken fortbewegen ſter Lini kommt hier Ziehen der in Forn er Stirn ſäule rdneten Klaſſe in der U art Betracht. Dab äule rgl ht r als Vi ick 9 18 Nott(8 r Anzah on die ſelber wieder oder auch in Linienform geordnet ſind. Ahnlich nun in der Umzu hu ſich vielfach als Grundlage f n den verſchiedenen Gang- und Hüpfarten ver ſo iſt auch mit Vorteil dazu zu verwenden, ien je auf Befehl oder je nach einer voraus tzahl von Schritten kleinere oder größere Folgen jsübungen ohne oder beſſer gleich in Verbindung enen it verſchiedenen Gang- und Hüpfübungen ausführen zu laſſen Geſchick kann man leicht dieſen Aufgaben das Ge— ich reigenartigen Ubungsfolgen geben, von gen denen A. Spieß im II. Teile ſeines„Turnbuches für Schulen örer 111 u ſen Ut Ute 0e th Iſe 111 U 7 ſoll Jee 1* D 2— Vergl. ch den III Te dieſes Bu 78 7 58 Ordnungsübungen ſondere Befehle oder an beſtimmte Zeitdauer oder an gewiſſ * Teilſtrecken der zu durchziehenden Ba hn gebunden werden kann. u Die Ordnungsübungen, die ſich als Zuordnungen zun Ziehen in beſtimmten Bahnen vornehmlich eignen, ſind: das Nebenreihen in Stirnreihen und im Doppelpaar; auch di Reihungen mit Wechſel der Stirn- und der Flankenordnung der Reihe; das Vor- und das Hinterreihen von Reihen in der Säulenform des Zweireihenkörpers; die halbe und die ganze Schwenkung ſowie das Hin- und Herſchwenken; die Übungen de Umkreiſens(ſiehe S. 50 u. 51); die widergleichen Bewegungen auf kleineren Strecken hin und her, im N im Kreuz; endlich der Umzug ohne und mit Kette. b. Eine ganz andere Art von Übungsverbindungen gewähr das gleichzeitige Ziehen zweier oder mehrerer Ord nungskörper, die entweder von Anfang an getrennt oder zuerſt zu einem einzigen Ordnungskörper vereint ihre Bewe gung beginnen und ſich— in deren Verlaufe von einander trennen. Das Ziehen giebt dann den Anlaß zu den ver ſchiedenen Aufeinan een von Vorüberziehen, Durchziehen Durchkreuzen u. dergl., ſowie zu den oben S. 54 ſchon ge nannten Aufzügen und Abzügen. N Auf⸗ und Abzug eignen ſich ganz beſonders als Einleitun und Abſchluß der Freiübungen im Stehen ſowie der ſo Reigen Unter den Formen der Klaſſenaufſtellung für Ubunge en ohne oder nur mit geringer Fortbewegung des ganzen Ord ngskörpers mag als eine der einfachſten die bogen- oder halbkreisförmige Linienſtellung der Klaſſe genannt ſein die dabei in Reihen oder in Zweireihenlinien eingeteit ſein kann ieſe Stellung eignet ſich nur für eine kleiner Auswahl von Ordnungsübungen, hauptſächlich für die Reihungen im Paare und im Doppelpaare, für halbe und ganze Schwenkungen für die übungen mit Umkreiſen und für die kleineren Hin- und er noch, wie auch be des S Herbewegungen u. ſ. w. Es kommt ab den folgenden Beiſpielen, die Möglichkeit der Umgeſtaltung Geſamtkörpers hinzu. Dieſe kann durch Umformung der Tei des Ordnungskörpers, ohne daß bei die gemeinſame Grund das dnung ganz t ſeiß igeteilt leiner zunger ungen i⸗Und + 1 ch be der Gaſſe. Ein bekanntes Beiſpiel gefälliger Ordnungsübungen. linie der Aufſtellung aufgegeben würde, bewirkt werden. Sie wird aber in der Regel ſofort wieder oder erſt nach Ausführung von Zwiſchenübungen in die anfär 5580 Stellun ng zuri ückgeſtaltet So kann z. B. aus der Bogenlinie eine fächerförn iige Auf ſtellung von geraden oder von von Vierecken u. d gebildet werden. d. Ergiebiger für Übungsverbindungen iſt die Ringſtel ing der Klaſſe oder ihrer größeren Unterabteilungen, der außer den genannter anzen Aufſtellungsort, das Übungen noch das Kreiſen um den Durchſchlängeln, die Ketten u ſ. w., ferner die Bildung eines Doppelringes, der Ringſäule oder der Sternſtellung der Klaſſe, ſowie die beſonderen Übungen in dieſen Stellungsformen zur Anwendung gebracht werden können. 6. Wie für die Freiübungen, ſo iſt auch für die Ordnung ibungen beſonders gut zu verwerten: die 0 3 der Kla ſſe in mehreren nebeneinanderbefindlichen Säulen die aus Stirn- oder aus Flankenreihen oder aus ige bildet ſind. In dieſer Stellung der Klaſſe laſſen ſich faſt alle rdnungsübungen und ihre Verbindungen anordnen und auch die übungen des Fortziehens in den Bahnen des Übungs raumes anſchließen. Darum eignet ſie ſich auch beſonders gut ür die Verbindungen der Ordnungsübungen mit den Frei im Stehen, Gehen und Hüpfen. Sie kann überdies Ergebnis eines Aufzuges geſtaltet und auch leicht in eine Anzahl kleinerer Ring, Gaſſen- und Vierecksaufſtel lungen um gewandelt werden. f. Die 154 der Klaſſe in ſog.„Gaſſen Gegenlinien) e giebt vornehmlich Gelegenheit zu den auf S. 55 1‚ rwähnten auf kleineren Strecken, die mit der Bezeichnungen: Begegnen, Beſuchen, Platzwechſel angedeutet ſind ferner zur Umbildung in Doppellinien und Fonerr 28 denen alsdann vor ihrer Rückbildung find Doppelſäulen, in Zwiſchenübungen ſtatt en können; endlich zu Fortbewegungen der ſick beiden in der ich gegenüberſtehenden Abteilungen Gaſſe in den durch die Haſſe gebotenen Bahnen, den Seiten-, End- und Mittellinien Anein. 'n verſchiedenartigen Bewegungen und Ordnun jsübungen 60 Ordnungsübungen. der„Gaſſe“ liefern die unter dem Namen„Contre-Tänze“ oder „Francaise“ bekannten Geſellſchaftstänze g. Die der Aufſtellung in„Gaſſen“ eigentümlichen Übungs formen ſind auch der Aufſtellung im Viereck der Einzelnen oder der Reihen oder der Linien eigen, da dieſe gewiſſermaßen die Durchkreuzung zweier Gaſſen darſtellt. Nur kommt hier noch hinzu, daß auch die an den Ecken des Viereckes einander nahe ſtehenden Abteilungen in ähnliche Verbindung miteinander trete können wie die an den Vierecksſeiten ſich gegenüberſtehenden; ferner, daß die Zweiteilung letzteren eine größere Mannig faltigkeit in widergleichen übungsformen geſtattet; und endlich daß das Viereck einer mannigfaltigeren Umwandlung in ander Aufſtellungsformen fähig iſt Auch für die Übungsreihen in der Vierecksaufſtellung liefern die Geſellſchaftstänze ein ſehr ſchönes Beiſpiel, das unter dem Namen„Les Lanciers“ bekannt iſt.“ Von anderen, zuſammengeſetzteren Aufſtellungsarten und deren Umformungen als Ausgangspunkte für die Anordnung von zuſammengeſetzten Ordnungsübungen kann hier umſomehr Abſtand genommen werden, als ſie ihrer Künſtlichkeit wegen ſelten einen paſſenden übungsſtoff für das Schulturnen abgeben werden. Unter den zuſammengeſetzten Ordnungsübungen hat ſich ei Gattung, nämlich die der durch A. Spieß in das Schulturnen ein geführten ſog. Reigen, einer beſonderen Beliebtheit, freilich oft mehr bei den Turnlehrern und den Zuſchauern als bei den Ausführenden ſelber, zu erfreuen. Man verſteht unter Reigen gemeiniglich die Aneinanderreihung verſchiedener Ordnungs— übungen, für ſich allein oder in Verbindung mit anderen(Frei Stab⸗ u. dergl. Übu ngen, in Formen von einer gewiſſen Regel mäßigkeit und Symmetrie, durch die verſchieben ne Stellungsbilder des Geſamtordnungskörpers hervorgerufen werden und dere Gliederung ſich irgend einer muſikaliſchen Begleitung, einen * Eine empfehlenswerte Beſchreibung der„Française“ und des„Lal iers“ mit turneriſchen Bezeichnungen bietet Haffners Büchlein:„Zwe Geſellſchaftstänze“(Karlsruhe, 1891) dar oder ungs elnen taßen noch nahe treter uden nnig idlich nder iefen den und nung omeh weger Foho gebe Ordnungsübungen 61 Liede oder einem andern Muſikſtück anpaſſen läßt. Je nachdem dabei geſungen, gelaufen, gehüpft, mit Stäben u dergl. hantiert wird, unterſcheidet man die Reigen als Lieder—, Lauf-, Tanz⸗, Stabreigen u. dergl., und je nachdem dabei die Grundform der Aufſtellung des thätigen Ordnungskörpers ein Kreis oder die Gaſſe“ oder das Viereck u. dergl. iſt, ſpricht man auch von inem Kreis-, Gaſſen- Vierecksreigen u. ſ. w. Unzweifelhaft können dieſe Bewe egungs- und Stellungsbild hrrr mannigfaltigen Geſtaltung eine ſolche künſtleriſche Dar ſtellung erhalten, daß ihr Eindruck, den ſie auf Zuſchauende machen, mit dem des begleitenden Liedes oder Muſikſtückes ſich in einer gewiſſen Übereinſtimmun ig befindet. Sie können wie dieſe die Hervorrufung gewiſſer Seelenzuſtände, der Empfindung von Freude oder von Wehmut u. dergl., oder die Erweckung von Erinnerungen an Auftritte und Geſchehniſſe des menſch— lichen Lebens, an ländliche, kriegeriſche und andere Vorgänge deabſichtigen und auch erreichen, ähnlich den theatraliſchen Kunſt tänzen. In dieſer Geſtalt eignen ſie ſich 5 auch vor allem zu öffentlichen Schauſtellungen. Aber alles dies ſteht mit den Aufgaben des Schulturnens in gar 1 0 oder nur in ſehr entfernter Beziehung Die Schulturnzeit iſt lediglich der Bewegung und der bung gewidmet. Nur was gute Ubung und lebhafte Bewegung währt und dafür nicht mehr Zeit beanſprucht, als dem Ver— hältnis der beſonderen übung zur allſeitigen turneriſchen Aus bildung entſpricht, hat für das Schulturnen Wert. Daneben iſt nur noch die Rückſicht auf Geſundheitspflege, ſowie die auf Erregung von Freude an körperlicher übun ig maßgebend. Alles andere, alſo auch die Aufgabe des theatraliſchen Tanzes und der darſtellenden Künſte überhaupt, ſteht für den Turnunterricht ööllig im Hintergrunde. Selbſt die Geſetze, die für den Aufbau von Muſikſtücken giltig ſind, ſind deswegen noch nicht ohne weiteres auch maßgebend für den Aufbau turneriſcher Ubungs⸗ reihen. Dieſe haben i ihre Aufgaben und ihre Geſetze für ſich, 15 darin 1 unabhängig von allem, was nicht unmittelbar mit er ſchulgeree chten Körperübung in Verbindn ing ſteht, und können 62 Ordnungsübungen durch Verquickung mit andern Zielen und Vorſchriften an tur neriſcher Bedeutung nur verlieren Das einzige Sinnvolle, was man vom Reigen des Schul— turnens verlangen darf, kann nur darin liegen, daß er beredtes zeugnis von der turneriſchen Fertigkeit und Geſchicklichkeit der Schülerinnen giebt. Was er als Handlung allein anzudeuten hat, iſt das, daß ſein Juhalt den Rückſchluß auf die turneriſche Jabresaufgabe der Klaſſe gewährt. Und das Künſtleriſche in ſeiner Darſtellung darf nur in der guten Körperhaltung der übenden Schülerinnen, in der tadelloſen Ausführung ihrer Be wegungen, ſowie in der Zweckmäßigkeit der ganzen Anordnung geſucht werden, in der die erzieheriſche Lunſt und der gute Ge ſchmack des Lehrers ſich zu offenbaren hat. Was darüber hin— sgeht, muß dem eigens für Scha ediglich der Augenluſt dienenden Reigen vorbehalten bleiben für deſſen Einübung das Schulturnen in ſeinem jetzigen Um fange wohl Zeit haben wird Das aber hat der Schulturnreigen mit dem e eigen gemein, daß ſ. liederung einheitlich, regel mäßig und an muſikaliſches Zeitn 3 gebunden iſt oder t uf tellungen beſtimmten und — ſeine G doch ſein ſollte. Zunächſt iſt daran feſtzuhalten, daß der Reigen nur ein eigenartiger und ſchöner Rahmen ſein ſoll die Wiederholung von Üübungen im Gehen, Laufen und Hüpfen 0· unter Umſtänden auch von Freiübungen im Stehen oder von Stäben, mit dem Ball, mit dem Schwingrohr daß die ihm zuzuteilenden Ordnungsübunge zum Zwecke zu dienen haben, nämlich dazu, einer wechſelvo 1und önigkeit der Wiederholung durch wechſelvolle und Mhen 7 1 N der Ubung zu verhinde Mdrverſeits o Soy In Hou ſuſteu U Dor PRoeignerinno 0 Naß der körperlichen Anſtrengung der Reignerinnen durch Einſtreuung leichterer zwiſchen die ermüdendere n den zthigen Schranken halten zu könn Dieſe Ort de nöthigen Schranken halten zu könner Ote I ihungen ſofllen a oil8 di Paff 8 Oynamentes 8 [bungen ſollen alſt ts die Rolle des Ornamentes, 61 ng, te Vaſſer Pie d na U ſtarte te be 1 1 U raglt 1 N indgerece hen Hel tur ſchul⸗ edtes t der Ordnungs übunge n 6 nungsübungen ſind daher nur die äußere Form, das Gerippe es ſein eigentlicher Inhalt iſt dagegen die dabei vor ommende turneriſche Bewegung. Aber keines von beiden, weder 52 ˖ Form noch Inhalt, darf ein planloſes Durcheinander und Vielerlei in. Schon darum nicht, weil durch den Reigen nur das Turuziel ſe, ja meiſt nur ein Teil davon dargeſtellt werden ſoll. ſtandteile dürfen nicht über dies Ziel hinausgehen, veit darunter bleiben. Am i darf das damit Handlungen andeuten zu wollen, die im be eitenden Liede erwähnt werden, dazu führen, Dinge herein ziehen, die im Turnunterrichte gar nicht vorkommen und für Reigen erſt beſonders eingedrillt werden müßten. Derar tiges umt man öfters bei ſolch ten Liede auf der en Reigen wahr, die einem beſtimm iLeib zugeſchnitten worden ſind. Beim ſchul äßigen Reigen ſollte es eher umgekehrt ſein, wenn dies mög ch wäre; jrdenfalls ee es für dieſen völlig, wenn nicht Inhalt und der des Liedes ſich geradezu wiederſprechen, zu einem ernſten Liede fröhli B ch gehüpft und getanzt, oder einem friſchen Wanderliede meiſt nur an Ort und Stelle etrippelt wird. Di Die Vermengung der verſchiedenartigſten Dinge in einem iſt aber auch darum verwerflich, weil ſie das Gedächtnis Schülerinnen zu ſehr belaſtet und nicht die Befriedigung zewährt, die aus der Wahrnehmung entſpringt, daß man es ut einem nach leicht erkenntlichen Geſetzen aufgebauten, von 1601 he 8 5 1P011 33 em beſtimmten Grundgedanken ausg henden Gefüge zu thun Es muß daher im Reigen das Kommende gewiſſermaßen ius dem Vorausgegangenen ſich ableiten, ja vorherſehen ts Unvermitteltes, außer allem Zuſammenhange mit b i Stehende darf ſich in den Gang der Entwicklung folge N öräna n ige iß alſo e gewiſſe Einheitlich h. e nuſſen ſowohl in ſeiner 6 nutzten Ordnung gen, wi te, den hinzukol Nnl Jewegu ˖ 6 50 1fe K ſe ˖ in 64 Ordnungsübungen Anzahl mehr oder weniger beſchränkt bleiben ſollte, ganz in den Vordergrund treten und deutlich als die Hauptſache erſcheinen, und es darf daneben nichts ins Spiel gebracht werden, was nicht als eine Art Bindeglied oder aus ſonſt einem triftigen Grunde unbedingt nötig iſt. Dieſe vorherrſchenden Ubungen ſtellen gewiſſermaßen den turneriſchen Grundgedanken des Reigens dar, nach dem ſich alles darin Vorkommende zu richten hat und der im ganzen Reigenverlaufe überall deutlich zu Tage treten muß. Aus der Aufgabe des Reigens, den Anlaß zu wechſelvollen und gefälligen Wiederholungen gewiſſer Übungen zu bieten, ergiebt ſich ferner die Notwendigkeit ſeiner Gliederung in verſchiedene Abſchnitte, von denen jeder eine andere Wieder— holungsform oder eine andere Gruppierung der Hauptübungen, die dem Reigen zu Grunde liegen, darſtellt. Dieſe Gliederung des Reigens kann mehr oder weniger weit gehen; es können dabei größere Abſchnitte gebildet werden, die wieder in klein zerfallen, u. ſ. w. So haben z. B. die meiſten der be Lom gewordenen Liederreigen ſoviel Hauptabſchnitte, als das be etreffende Lied Strophen enthält. Je umfänglicher aber die Einteilung des Reigens in Ab ſchnitte u. dergl. iſt, deſto deutlicher tritt die Notwendigkeit der Regelmäßigkeit in der Reigengliederung hervor. Die einzelnen Abſchnitte des Reigens dürfen nicht in ihrer Geſtal tung, in ihrer Zeitdauer, an übungszahl und an Bewegungs ſumme allzu verſchieden voneinander ſein, wenigſtens muß ein einfaches Verhältnis in der Verſchiedenheit beſtehen. Unter dieſer Bedingung können ganz wohl größere und kleinere Haupt und Nebenteile dem Reigen gegeben werden Die erwähnte Regelmäßigkeit iſt notwendig, damit das Ganze in ſeinem ebenmäßigen Aufbau mögl lichſt leicht von den Schülerinnen begriffen wird, möglichſt gefällig erſcheint und die Gewähr gleichmäßiger Berückſichtigung aller den Reigen bildenden Hauptübungen bietet. In jeder dieſer Beziehungen wird die Widergleichheit(Symmetrie) in den übungsformen in vielen Fällen mit großem Nutzen angewendet werden können. Ordnungsübungen den Die dritte Hauptforderung, die an einen wohlgeordnet nen, meigen zu ſtellen iſt, iſt die, daß die Zeitdauer ſeiner Teile was iner der in der Muſik üblichen Taktarten entſpricht, igen womit nicht ausgeſchloſſen iſt, daß beſondere Abſchnitte des Reigens igen. B. die als Einleitung oder als Abſchl uß des Ganzen dienende des einer andern Taktart als die übrigen Abſchnitte folgen können. hten Unſere ganze von Hauſe aus läßt uns nur Tage ſolche Bewegungsfolgen, einerlei ob wir ſie ſelbſt ausüben oder ſie ſich bloß unſern Blicken darbieten, als angenehm und chön empfinden, die, abgeſehen von andern Erforde liſſen, zu Uen ̃ gleich auch in muſikaliſch rhythmiſcher Form ſich darſtellen und 1 ſomit ſich der i f 0 11 ich der Begleitung durch Muſik fähi ig erweiſen. In dieſem 1 Falle prägen ſie ſich überdies am leichteſten unſerm Gedächtnis 4 eim und entſprechen am meiſten der jugendlicher Darin liegt ja wohl auch der Grund ung Sch unſerem Se n Bewegungsluſt. warum die in Hüpfübungen hulturnen üblichen Gang- und en meiſten Ordnungsübungen, ja ſelbſt die die Die Freiübungen im Stehen, neg Stabübungen und anderes von vornherein in einem den un! uſikaliſchen Taktarten entſprechenden Zeitmaße angeordnet und erlernt werden. Da nun der Reigen nur aus dieſen Übi ngen Ufammengeſetzt iſt, ſo bietet ar, ihn ſo zu geſtalten, daß er in ſeinem ganzen der doch jeder Hauptabſchnitt des es keine beſonderen Schwierigkei Verlaufe, oder Reigens für ſich ein und der ſelben Taktart angepaßt iſt. Man muß nur verm eiden, übun ige ſtal die ungleiche Taktzeiten erfordern, aneinander zu reihen, bint⸗ ngs wenn dies aus irgend einem Grunde wünſchenswert erſcheint, ein ſie dementſpre chend abändern vergl. u. a. das nter derungen upt oben über die Abän der Gang und Hüpfarten Geſagte). Somit kann für jeden Reigen auch eine, an ſich ſtets iſchenswerte, muſikaliſche Begleitung nmöglich ſein. Aber das eſe ſollte dem Reigen angepaßt und nicht das Umgekehrte d den Falt ſein, damit nicht die turneriſche Aufgabe des Reigens in te muſikaliſche Zwangsjacke eingeengt werden und da unte nden— leiden muß. Da aber die wenigſten Turnlehrer zugl 15 Smner in der Tonkunſt ſind, ſo müſſen ſie meiſt ihren B iel irf an Liedern und Muſikſtücken anderen entlehnen her Soun 22 er genbtigt, ſich in der Zuſammenſtellung ihrer Reig den Ordnungsübungen. 56 gegebenen Schranken zu fügen. Dagegen iſt nichts zu ſagen, es ohne Beeinträchtigung der an eine gute Reigenbildung lenden Anforderungen geſchehen kann. Vom Übel aber wenn die Notwendigkeit, den muſikaliſchen Abſchnitten ſobald DOd zu ſt iſt es, des zu verwendenden Liedes oder Muſikſtückes gerecht zu werden, zu Einſchiebſeln in den Reigen führt, die ſeinem Grundgedanken nicht entſprechen, der durch ihn gebotenen lebhafteren turneriſchen Bewegungen Gerade in letzterer Be— ſeine Einheitlichkeit ſtören, oder die Summe auf ein geringeres Maß herabdrücken ziehung kann man bei den bekannt gewordenen Reigen nur zu oft wahrnehmen, daß dieſe Einſchiebſel und Lückenbüßer aus kleinlichen, nichtsſagenden Bewegungen, ja ſogar häufig aus dem leidigen, turneriſch wertloſen und langweiligen Gehen an Ort beſtehen, das ſich überdies im Verlaufe des Reigens oft zu einem noch größeren Teile der ganzen Mittel einem Viertel, ſelbſt zu Reigendauer ſummiert. Kann man nur mit ſolcher zu einem gegebenen Tonſtücke einen Reigen züſammenſtellen, ſo lohnt dieſer gewöhnlich nicht der Mühe die er verurſacht. über die Art der Einübung eines Reigens wird unten i m Abſchnitte, der vom Lehrverfahren handelt, zu reden ſein el —4 Reigenbeſchreibungen findet man unter a chriften: Spieß,„Turnbuch für Schulen“, 458: Waßmannsdorff,„Reigen und Liederreigen“ 403 bis 459 gart 1885); Jenny,„Buch der Reigen“, 2. Aufl C gfI 2. Aufl.(Stutt Hof 1890); Buley,„Liederreigen für das Schulturnen“, 2. Aufl Wien 1885); Weber,„Reigen“(München 1886); Hermam (Nien Wien N 232 ütſtecunen“ Ro 20 Reigen fur das Schulturnen Berl 1 1891); Kaller 20 Reigen für das Mädchenturnen“(Berlin 1 „Reigen für Mädchen“(Bühl 1886). IV. Die Gerütübungen.“ A. übungen mit Handgeräten. Stabübungen mit dem kurzen Stabe. 0 Armübungen, deren Natur — 4 Es ſind dies vorzugsweiſe über die Beſchaffenheit der verſchiedenen Geräte giebt der IV. Te dieſes Buches näheren Aufſchluß. derm in folgenden J. Aufl., II. Teg clin 1881); Clara Obſt οο( Gerätübungen. 67 gen, 85 abhängt, wie der Stab von der Turnerin gehalten wird. dung Es hierbei zwei Hauptübungsformen zu unterſcheiden: aber a. jede Turnerin hat einen Stab für ſich: Urten b. je zwei Turnerinnen haben denſelben Stab mit le einer Hand an einem ſeiner Enden gefaßt inken un mme Stal den, en Falle iſt die am meiſten angewandte Art, den zi die, wobei er an ſeinen Enden oder doch in ngen deren Nähe gehalten wird. Seltner kommt die Art, den Stab Be⸗ t nur einer Hand und zwar an ſeiner Mitte(oder an ſeinem lr zu Ende, zu halten, noch ſeltner der Griff beider Hände an einem aus Stabende zur Anwendung aus Bei den gewöhnlichſten Stabübungen mit Griff der 961 in den Stabenden wird der Stab aus der Aus⸗ ugshaältung, die meiſt die wagerechte Haltung vorlings anzer mit geſenkten Armen iſt, in eine andere wagerechte oder in eine ittel Jchr der in eine ſenkrechte Haltung gebracht, aus der er n, ſl hieder in die Ausgangshaltung zurückgeführt oder in eine in Dieſe Haltungswechſel können dere Haltung bewegt wird. D en il ſchnell oder langſam, auf möglichſt weitem oder auf kürzeſtem ſein vege vor ſich gehen; raſche und weite Stabſchwünge ſind enden immer die tur ch wirkſamſten Tei Mit den Stabſchwüngen oder den Veränderungen in den 8 haltungen zugleich werden denn auch die oben bei den Freiübungen erwähnten Bein-, Rumpf-, Geh- und Hüpfübungen füühr Die ig mit Griff einer Hand an der Stab '0 ch einerſeits zu Kraftübungen mit dem Eiſenſtabe, angſamere Bewegung und die Dauerübung die vor ſche zu übungen im Werfen und Fangen Hol Bei den Geſellſchaftsübungen mit dem kurzen Stab jeder Stab von zwei Schülerinnen gehalten wird ihnlich zwei, drei, vier, ſelten mehr Schülerinnen 1 r v Stäben in ähnlichen Übungsformen wie mit V. Te V II. Teil, S. 211 u. f., III Teil, S. 3 ) Vergl. III. Teil, S. 87 u. f., S 93 u. 68 Gerätübungen Stabe, nur kommen hier noch beſondere Übungsarten hinzu, 3. B. das Durchſchlüpfen unter einem gehobenen Stabe u. dergl 2. Geſellſchaftsübungen mit dem langen Stabe Auch hierbei ſind zwei Hauptarten in dem Halten des Langſtabes durch die Schülerinnen zu unterſcheiden: a. entweder halten mehrere, in einer Sti ſtehende Schülerinnen nur einen Stab vor beiden Händen oder nur mit einer Hand; oder b. die in einer Flankenreihe ſtehenden Schülerinnen halten zwei Stäbe, auf jeder Seite einen. Im übrigen ſind die üÜbungen mit dem Langſtabe ähnlicher Art wie die mit dem kurzen Stabe. 3. Übungen mit Hanteln.““ Be 0 Der Hantel iſt, wie meiſtens auch der Stab, mehr als laſtung der Arme bei den Freiübungen, vornehmlich im Stehen, aufzufaſſen: daher ſtimmen die Hantelübungen mit dieſen in der Hauptſache ganz überein. l. Übungen mit dem Fangball.“ Der kleine und elaſtiſche Fangball dient vorzugsweiſe zun Werfen und Auffangen. Abgeſehen von ſeiner Verwendung bei Klaſſe ˖ Turnſpielen eignet er ſich auch zu Gemeinübungen der wobei jede Schülerin ihren Ball in die Höhe oder auf Boden wirft und wieder auffängt, oder ihn einer andern zu wirft, oder den ihr von dieſer zugeworfenen Ball auffängt. Dies alles kann in verſchiedenen Arten geſchehen und mu Ver S Gang- und Hüpfarten ſowie mit Ordnungsübungen in bindung gebracht werden. Solche Verbindungen kann man zur reigenartigen Form, bis zum Ballreigen ausdehnen L 1 . Üübungen mit den Handklappern oder Kaſtagnetten⸗, Die von A. Spieß dem Mädchenturnen einverleibten Ubungen *) Vergl. III. Teil, S. 124 u.f *k) Vergl. III. 2 S. 135 u. f *1*) Vergl. IV. Teil, S. 48 u f 5) Vergl. Spieß,„Turnbuch f. Schulen“(2. Aufl.), I. Teil, S 270 II. Teil, S. 275. 70 u.] Gerätübungen 69 mit Kaſtagnetten haben nur geringen turneriſchen Wert und dienen nur als verſchönernde und darum manchmal nicht unwillkommene Beigabe zu den Gang- und Hüpfübungen. 6. Ubungen mit dem kurzen Schwingſeile oder mit dem Schwingrohre.“ Es gehören hierher die bei den Freiübungen aufgezählten Hüpfübungen, bei denen aber das von beiden Händen gehaltene Schwingſeil oder das Schwingrohr unter den Füßen hindurch von vorn nach hinten oder von hinten nach vorn geſchwungen wird. Auch dieſe Übungen können in Form von Geſellſchafts n und von Reigen angeordnet werden. 7. Ubungen mit Stelzen.« Dies bekannte Kindergerät dient vornehmlich zu Ubungen im Gehen auf den S telzen. Doch erfordern dieſe übungen auf mehr oder weniger glatten Boden des Turnſaales Vorſicht: dem ne machen überdies viel Geräuſch und gewöhnen die Kinder leicht an eine vorgeneigte Körperhaltung. Man überläßt ſie daher beſſer dem freiwilligen Üben im Freien. B. Hüpfen und Freiſpringen an befeſtigten Geräten. übungen am langen Schwingſeile. Das lange Schwingſeil, in der Regel an einem Endpunkte befeſtigt, am andern vom Lehrer gehalten und geſchwungen, dient zu Lauf- und Hüpfübungen. Die vier Hauptübungs ſormen ſind hierbei: über das hin und hergeſchwungene Seil zu ſpringen; b. unter dem im Kreiſe und von oben her der übenden entgegengeſchwungene Seile hindurchzulaufen; c. über das im Kreiſe und von unten her der Übenden utgegengeſchwungene Seil zu ſpringen; d. an Ort und Stelle mehrmals über das geſchwungene Seil zu hüpfen. Vergl. IV. Teil, S. 13 u.f Vergl. Spieß,„Turnbuch ꝛc.“(2. Aufl.), I. Teil, S. 21ʃ Vergl. IV. Teil, S. 1—12 70 Gerätübungen Dieſe Übungen können in mancherlei Formen, auch als Gemeinübungen angeordnet werden. Auch kann das ſchwingende Seil während der Übung fortbewegt, oder es kann zugleich von der Übenden mit dem Schwingrohre geübt und auch nacheinander K an zwei benachbarten Seilen geturnt werden 2. Freiſpringen über die Springſchnur.“ Das Freiſpringen iſt als Standſprung ohne Anlauf und mit geſchloſſenen Füßen ſowie als Anlaufſprung in die Höhe und in die Weite zu üben; doch ſind größere Sprünge vom Mädchenturnen auszuſchließen. 3. Freiſpringen an den Sprungtritten, wozu die Deckel des Sprungkaſtens dienen können. Dieſe übungen beſtehen in dem Stand- oder dem Anlauf ſprunge in den Stand auf dem Sprungtritt mit nachfolgenden Abſprunge in den Stand auf dem Boden, oder in dem Hin überſpringen mit oder ohne Betreten des Gerätes. Durc Aufſtellung mehrerer Sprungtritte hintereinander ſowie durc Zuordnung von Vierteldrehungen kann dieſen zweckmäßige Übungen eine ziemliche Mannigfaltigkeit gegeben werden. l. Üübungen am Sturm-oder Schrägbrett. ie beſtehen im Laufen oder Hüpfen auf- und abwärts an einem ſchräggeſtellten Brette oder an zwei Brettern und u dem Tiefſprunge über die obere Kante des Brettes hinweg oder nach der Seite. Der Tiefſprung muß im Mädchenturnen auf ſehr geringe Höhen beſchränkt werden. 6 C. Gleichgewichtsübungen an befeſtigten Geräten. l. übungen an den Schwebeſtangen?“ oder an den Schwebekanten. Unter der Vorausſetzung, daß dieſe Geräte ſehr wem höchſtens 25 em hoch) über dem Boden erhaben ſind, eignel üb ſie ſich für üÜbungen im Hinauf- und Hinabſteigen, Überſteige 1* Vergl. IV. Teil, S. 47 u. f. S. 47 Vergl. IV. Teil, S. 23—46. H öhe wärts Gerätübungen. 71 Herabhüpfen, für übungen im Stehen(dem ſogen. Schwebe ſtande), beſonders aber für Übungen im Gehen(Schwebegang) und im Hüpfen auf dem Geräte. Zumeiſt werden dieſe Übungen von mehreren Mädchen zugleich mit Faſſung unter ſich an mehreren nebeneinander ſtehenden Stangen ausgeführt. Zu beſonderen Übungsformen giebt das Betreten mehrerer Stangen durch dieſelbe Schülerin Veranlaſſung. Überhaupt können durch Benützung mehrerer Stangen die Übungen an ihnen ſehr formenreich geſtaltet werden. Der Schwebegang ohne Faſſung iſt die ſchwierigſte dieſer Übungsarten 2. Ubungen am Schaukelbrette. Die Übungen an dem in geringer Höhe über dem Boden an ſeinen vier Enden ſtarken Brette beſtehen im Stehen und Gehen auf dem hin- und herſchaukelnden 3 Sie erfordern 51 Vorſicht und eignen ſich daher mehr für das Freiturnen älterer und geübter Mädchen als für den Klaſſenunterricht. D. Hang⸗ und Stützübungen. 1. Ubungen an den wagerechten Leitern. Die wagerechte Leiter wird im Mädchenturnen faſt nur zu Ubungen im Streckhange, im Hangeln mit verſchiedenen Griffen, mit Griffwechſeln, mit Drehhangeln) und m Hangzucken benutzt Hangſchwingen vor- und rückwärts und Beugehang finden ſeltener 3ů˖ Die Zahl der übungs arten wird mannigfaltig durch das Vorhandenſein von dreierlei Griffflächen: der Außenſeite und der Innenſeite des Holmes, der Sproſſen, ſowie durch Bem iutzung mehrerer in gleicher Höhe und in Griffweite nebeneinander liegenden Leitern. — UÜbungen am Reck.«“ Das Reck dient im Mädchenturnen nur zu Übungen ähn f 9 j 7 icher Art wie die an den wagerechten Leitern, für 2e ſeits als teilweiſer Erſatz, andrerſeits als eine, unter Umſtänden Vergl. IV. Teil, 57—68 Vergl. IV. Teil, S. 57 Af. Gerätübungen willkommene, Ergänzung dienen kann. Auch das ſogen. Doppel reck läßt einige brauchbare Übungsformen zu. 8 3. Übungen an der ſchrägen Leiter. Dieſe kann einerſeits zu Übungen im Auf⸗- und Abſteigen, andrerſeits zu Übungen im Auf- und Abhangeln benutzt werden. 4. ÜUbungen an den ſchrägen und an den ſenkrechten Kletterſtangen.“ Auch dieſe Geräte dienen vorzugsweiſe zu Übungen im 2 Auf- und Abhangeln, daneben auch zu Übungen im Stehen und im Hüpfen mit Griff an den Stangen. 5. Übungen am Rundlauf.«* Laufen, Hüpfen und Springen im Kreiſe mit Hang an den Rundlaufgriffen ſind hier die, in der Regel bei den Schü lerinnen ſehr beliebten Ubungsarten, denen teilweiſe auch di 1 Form von Geſellſchaftsübungen gegeben werden kann. 0 6. Übungen an den Schaukelringen 5 Das Turnen an den Schaukelringen, das ſich ebenfalls R vieler Beliebtheit erfreut, beſteht teils in Ubungen im Liegehange 6 Streck- und im Beugehange ohne Schaukeln, teils in 5 Schaukeln mit geſtreckten, ſeltner mit gebeugten Armen, ſowie in Stützübungen. g 7. Übungen an der Leiterwippe. An der um eine mittlere Sproſſe auf- und abwärts drel 1 51 Voito baren Leiter, Enden hat, findet das Wippen, d. h. die auf- und abwärts die außerdem nur noch je eine Sproſſe an ihre gehende Bewegung je zweier Turnerinnen, bei verſchiedenen Griffen, meiſt im Streckhange, aber auch im Beugehange und im Stütz ſtatt. Dieſe Übungen erfordern viele Vorſicht und ſind daher nur für gut geübte ältere Schülerinnen geeignet. d Ein Vorzug des Übens an den drei zuletzt genannten Ge ) Vergl. IV. Teil, S. 69 u. f Vergl. IV. Teil, S. 70—82 *¹K) Vergl. IV. Teil, S. 82 u. f Pppel drel ihren bärts denel un Ull ſteht in der Möglichkeit gleichzeitiger Bethätigung des Ober⸗ und des Unterkörpers S. Ubungen am Barren.? Die Verwendung des Barrens im Mädchenturnen beſchränkt ſich auf Ubungen im Liegeſtütz mit den Füßen auf dem Boden, in Ubungen mit Innenſitz und auf einige Stützübungen der oben genannten Geräte für das Mädchenturnen Verwendung iſt weiteres noch im IV. Teile dieſes em Vorworte dazu, nachzuleſen 7 V. Turnſpiele. urn- oder Bewegungsſpiel iſt eine im Verein mit nach beſtimmten Vorſchriften vorgenommene, zur zum Vergnügen dienende Körperübung. Ihr ziel beſteht im übrigen in der Regel darin, ſich oder der Spiel— der man angehört, die Berechtigung zu verſchaffen, eine itigkeit vornehmen oder von ihr ablaſſen, oder einen indort einnehmen oder ihn verlaſſen zu dürfen, di er zum Gegenteil davon zu nötigen. Auch handelt es lich manchmal nur darum, den Erfolg der Tl hätigkeit(3. B. beim Reifenwerfen, Federballſpiel u. ſ. w. möglichſt oft oder doch eine beſtimmte Anzahl mal herbeizuführen Die Klaſſe iſt bei dieſen Spielen bald in kleinere Spiel ppen, manchmal von nur je zwei Schülerinnen, aufgelöſt, d bildet ſie eine einzige, bei einer Anzahl von Spielen im aufgeſtellte Spielſchar, in der nur je eine oder ein paar N ülerinnen die Hauptthätigkeit haben, oder es en ſich im Spiele zwei ſich bekämpfen e Gegnerſcharen(Spiel parteien) gegenüber. Dieſe letztere Spielform, das Parteien pi iſt die vollendetſte und ſchönſte. Die Hauptthätigkeiten bei den Bewegun ugsſpielen ſind mem das Laufen, das Werfen oder das W egſchlagen und us Fangen eines Gegenſtandes, eines Balles, des Reifens u. rgl. Rar a S kann darnach die Spiele auch einteilen in Lauf- und in Wurfſp 2 Turnſpiel Die beim Spielen zu beachtenden Vorſchriften, die geſetze, regeln den Gang des Spieles, indem ſie der Th der Spielenden einerſeits gewiſſe Ziele und Aufgaben ſtellen andrerſeits ihr auch wieder Schranken auferlegen. Die Spiel geſetze müſſen außerdem bezwecken: die ikeit, Geſchick lichkeit und Findigkeit der Schülerinnen zu erhöhen, viele Ab wechslung in das Spiel zu bringen und die Teilnahme der Spielerinnen am Spiele wach zu erhalten. Genügt eine Spiel vorſchrift keiner dieſer Bedingungen, ſo iſt ſie überflüſſig und ſtörend. Jedes Spielgeſetz muß aber, einmal gegeben, auch unnachſichtig durchgeführt werden, ſonſt geht ein guter Teil des bildenden und erzieheriſchen Wertes des Spieles verloren. Streitfällen, ob eine Vorſchrift beachtet worden ſei oder haben beſonders aufgeſtellte Unparteiiſche, deren Stelle der Lehrer ſelber übernimmt, zu entſcheiden. Für einfache Spiel und für jüngere Schülerinnen müſſen auch die Vorſchriften einfac und wenig zahlreich ſein. Umfänglicher ſind ſie dagegen in den größeren Parteienſpielen aufzuſtellen. Beiſpielsweiſe mögen als Spiele mit Aufſtellung der Klaſſe im Kreiſe hier genannt werden: Kreislaufen( ruſſiſche Motion), das böſe Ding, Katz und Maus, das Dritten abſchlagen, Wanderball im Kreiſe u. dergl. Spiele bei aufgelöſter Ordnung der Klaſſe ſind Brückenwache, ſchwarzer Mann, Fangen oder Haſchen, die Blindekuh u. ſ. w. Spiele für kleinere Spielgruppen ſind: Ballfangen Königsball, Haſch haſch, Federball, Reifenwerfen Parteienſpiele ſind: Schlaglaufen oder einfaches laufen, Diebſchlagen, das eigentliche Barlaufen, Schlagball Rollball, Grenz- oder Stoßball, holländiſches Wurfballſpiel Die fünf letztgenannten Spiele ſind beſonders für größen Mädchen geeignet. Die Beſchreibung der erwähnten Spiele iſt im IV. Te. Par Bar 5b dieſes Buches(S. 86—95) nachzuleſen. Vom Gymnaſialturnlehrer van Aken in Rotterdam eingefül e Spie g Uuénd auch il des 1 fangen Rar Bal AI agball ſpiel zrößere Zweiter Abſchnitt. Der Turnbetrieb. l. Die Aufgaben des Turnunterrichts. Wer genau wiſſen will, was er als Lehrer des Turnens zu thun und zu laſſen hat, der muß ſich erſt klar über die Ziele ſeines Turnunterrichtes ſein. Will er damit nur ein Gegen gewicht gegen die ſchädlichen Folgen des vielen Stillſitzens der Schulkinder bieten, ſo genügt er ſeiner Aufgabe in der Ha ſache ſchon dann, wenn er in der Turnſtunde ſeine Zöglinge ſich nur fleißig tummeln und bewegen läßt, vorausgeſetzt daß ſie dabei nicht zu Schaden kommen können. Setzt er aber ſeinem Turnunterrichte das höhere Ziel der Mithilfe bei der Er ziehung der Schuljugend, dann hat er auch zur Löſung ſeiner ſchwierigeren Aufgabe eine eingehendere Prüfung des einzu ſchlagenden Weges und ſeiner Unterrichtsmittel nötig. Nun iſt aber dem Schulturnen ſeit ſeinem Beſtehen und ſeiner Einführung in die Schule gewöhnlich die doppelte Aufgabe zugewieſen worden: zu erziehen und der Geſundheitspflege zu dienen. Es wurde jedoch je nach den Zeit- und den örtlichen Ver hältniſſen oder je nach dem Standpunkte des Beurteilers bald auf die eine, bald auf die andere dieſer Aufgaben das Haupt gewicht gelegt. So betrachten z. B. viele Arzte das Turnen ausſchließlich vom Standpunkte der Geſundheits spflege QUs während andrerſeits, unter anderm auch von ſeiten hervorragen d6n. der Pädagogen, die Geſundheitspflege bei der Schuljugend nur 76 Aufgaben des Turnunterrichts als eine Aufgabe des Elternhauſes, nicht aber der ule, dar geſtellt und behauptet wird, die Schule habe nur zu erziehen und zu unterrichten, dies freilich in einer Weiſe, bei der di Geſundheit der Schuljugend möglichſt wenig beeinträchtigt würde Wie man aber auch darüber denken mag: das wird man doch ugeſtehen müſſen, daß, wenn die Schule die Aufgabe hat, di für das Leben heranzubilden, ſie dies ebenſowohl nad der leiblichen wie nach der geiſtigen Seite hin thun muß. Dem das Leben nimmt nicht nur die geiſtigen, ſondern auch die leib lichen Kräfte und Geſchicklichkeiten des Menſchen in Anſpruch und je eutwickelter dieſe ſind, deſto beſſer wird ihr Beſitzer de Anforderungen des Lebens genügen können Das Geſagte gilt für beide Geſchlechter, wenn auch vielleicht für das männliche in noch höherem Maße als für das weibliche Jeder siſt aber für beide die leibliche Ausbildung von gr voßen Werte und darum die Erziehung zu leiblicher Tüchtigkein die wichtigſte Aufgabe des Turnunterrichtes. Dies Tüchtigkeit beſteht indeſſen nicht nur in dem Vorhandenſein von Kraft und Gewandtheit, ſondern auch in der naturgemüße Entwicklung und Kräftigung aller Teile, auch der inneren Organ des Körpers, durch die dieſem eine möglichſte Widerſtandsfähig keit gegen alle ſchädlichen Beeinfluſſungen, die das Leben mi ſich bringt, verliehen wird. Da nun dieſe Widerſtandsfäl higkei als das Maß für die leibliche Geſundheit, dieſe im weitere Sinne des Wortes aufgefaßt, angeſehen werden kann, ſo ziel das Turnen ebenſowohl auf die Entwicklung von Kraft und Ge wandtheit, als auch auf die Stärkung der leiblichen Geſundheit al Von dieſem Geſichtspunkte aus muß der Turnunterrich auch für die Schuljugend auf dem Lande noch für nützlich el klärt werden, obwohl es dieſer an dem für Vermeidung de Erkrankens nötigen Maße von Bewegung und zumal an B wegung in friſcher Luft wahrlich nicht gebricht Worin hat nun die leibliche Ausbildung des junge Menſchen zu beſtehen? Einesteils in der Eutwicklung um Hebung ſeiner körperlichen Kräfte, ſoweit ſeine natürlichen. lagen, ſein Alter und ſein Geſchlecht es bedingen; andernteil in der Hervorrufung ſeines körperlichen Geſchickes, d. h. ſein „dar ziehe er di vürde i doch it, die lnach Den e leil Pruch elleich iblich roßen igkeit Dieſ in vol müße rgan zfähig n un higkei eiteren 0 ziel Id Ge ;eit al der Aufgaben des Turnunterrichts — Fähigkeit, die ihm innewohnenden Kräfte zu bemeiſtern und ſie echtzeitig in der richtigen Weiſe verwenden zu können. Dies letz tere bedingt zugleich die Entfaltung der ſeeliſchen und Charakter— eigenſchaften, die das leibliche Thun des Menſchen beeinfluſſen: einerſeits der raft, Entſchloſſenheit und des Muts und Abbrrrſei its der Beſonnenheit und Geiſtesgegenwart, denen ſich dann noch der Sinn für das Schöne und Schickliche ſowie der für meinſames Thun, für das Zuſammenwirken mit andern hin— zugeſellen muß. Die Vereinigung all dieſer Fähigkeiten und Eigenſchaften prägt ſich in dem aus, was man als leibliche Hewandtheit bezeichnen kam Sieht man ſich dieſe Ziele des Turnens in Bezug auf die Schulmädchen näher an, ſo ergiebt ſich ſogleich, daß die For derung der Kraftentfalt tung im Mädchenturnen eine erheblich ſollte als im Turnen der Knaben. Dies ſt durch die Rückſicht ſowohl auf den Körperbau der Mädchen jeringere Rolle ſpielen ls auch auf ihre kü nftigen Lebensaufgabe n bedingt und bedarf vohl keiner weiteren Begrü ündung. Für die Mädchen treten namentlich die Stemm- und die Stüt übungen der Arme und des Oberkörpers an Bedeutung weit hinter die der Hangübungen und dieſe wieder hinter die der Stemmübungen der Beine, ſowie der auf Kräftigung des Unter körpers und der inneren O rgane abzielenden Übungen 43ꝗ inm Hüpfen, im Laufen, mit Handgeräten, im Turnſpiel u. dergl. lrück. Mit dem eben Geſagten ſoll aber nicht die Vermehrung er Muskelkräfte der Mädchen als ganz unnötig hingeſtellt, ondern ſie ſoll nur in das rechte Licht gegenüber der Erzielung leiblicher Gewandtheit und geſetzt werden. Es 'edarf wohl ebenfalls keiner näheren Begründung, daß für Mädchen Gewandtheit, Anſtelligkeit und Flinkigkeit, das rechte Naßt 8 0 kaßhalten und die Anmut im leiblichen Thun weit wichtigere Eigenſchaften ſind als große Leibes skraft. Indeſſen hat ja die E ntfaltung von Gewandtheit und Anmut das Vorhandenſein on einem gewiſſen, wenn auch beſcheidenen Maße von Ki örper Aft zuren notwendigen Vorausſetzung; nur hängt jene mehr von 78 Aufgaben des Turnunterrichts der Größe der Herrſchaft über die Kraft als von dieſer ſelbſt ab. Es iſt demnach die Ausbildung der Muskelkräfte des Mäd— E 6 II Ulr 1 Hewandtheit und von Dauerhaftigkeit des Körpers unerläßlich hens nur inſoweit erforderlich, als ſie zur Entwicklung von rſcheint. Wie aber die Muskelkraft nur durch Körperübung geweckt erhöht werden kann, ſo auch die leibliche Gewandtheit, Darin liegt ein Hauptgrund, warum auch das Mädchen und 1 nicht nur der Knabe turnen ſoll. Aber es müſſen die den * Mädchen geſtellten Turnaufgaben ſeine Körperkräfte nur in dem oben angedeuteten Maße fördern, vor allem aber dazu geeignet ſein, dieſe Kräfte dem Willen und der Einſicht des Müdchelf ein, di 2 völlig dienſtbar zu machen; ſie werden alsdann für ſeine Leben aufgaben auch in der Regel völlig ausreichen. Ziel erfordert zunächſt die Ubung des Mädchens nd genauen Begreifen deſſen, was es in einem raſchen 1 »benen Falle zu thun hat. Kommt ihm dieſe Erkenntnis nu gegebene langſam, oder bleibt ſie mangelhaft, ſo wird ſein Handeln nie⸗ mals das Gepräge der Gewandtheit haben. Es kommt alſo be den Turnaufgaben der Mädchen nicht ausſchließlich darauf an daß die Mädchen körperlich thätig ſind, ſondern auch darauf, daß 1 ſie mit Überlegung handeln. Das Maß dieſer Überlegung, das ſelbſtverſtändlich dem Begriffsvermögen der Mädchen angepaßt ſei muß und ſich alſo nach der betreffenden Alters- und Entwick irch di lungsſtufe des Mädchens zu richten hat, wird beſtimmt di Thätigkeit Natur der geforderten Turnübung, durch das der des Mädchens geſteckte Ziel, durch die Art des Erklärens und Befehlens, des Vorzeigens und Vorturnens der Übung, dur die Art und die Menge der an die Übung geknüpften Bedingunge und Vorſchriften u. ſ. w. Das eine Mal, z. B. bei gewiſſe Geſellſchaftsübungen an Geräten, bei Wettübungen, Turnſpiele⸗ u. dergl., wird den Mädchen nur das zu erreichende Ziel be zeichnet, ihrer Findigkeit aber überlaſſen, die einfachſten und beſten Wege dazu aufzuſuchen. Ein andermal, z. B. bei de Bildung zuſammengeſetzter übungsformen, werden ſie im Gegen teil durch ſich mehrende Vorſchriften genötigt, im immer enge rdenden Rahmen ihrer Thätigkeit ſich noch zurechtfinden 1 gnet ſchens bens 8 il Aufgaben des Turnunterrichts 79 ien. Weitere Hilfsmittel ähnlicher Art werden ſpäter bei Schilderung des Lehrverfahrens noch hervorgehoben werden. Mit der richtigen Vorſtellung von dem, was geſchehen ſoll, iſt aber nicht viel gewonnen, wenn dem Mädchen die nötige Entſchlußkraft und die Fähigkeit fehlt, den rechten Augenblick für ſein Thun zu ergreifen. Daher iſt die Erziehung der Mäd Thatbereitſchaft und zur Rechtzeitigkeit im Handeln tere Aufgabe ihrer Turnübungen. Dieſe werden bei Auswahl ſich auch ſofort in der genannten Richtung erweiſen, ſobald man verſteht, den Mädchen den nötigen einzuflößen, ihre Luſt zum Üben und ihren Wetteifer mit den Gefährtinnen zu erregen, und wenn man ſie von 1 80 an durch gewiſſe— rmen des Übens(nach Befehl, im Takte damit vertraut macht, ihr Thun unter an ſtimmte Zeiten zu binden. 8 Mit dem raſchen Begreifen und dem Bereitſein muß aber die Gewöhnung an Genauigkeit, an das Maßvolle und A itige in der Ausführung der UÜbungen Hand in ſoll die Gewandtheit vollendet rſcheinen. Nach läfſigke f 2* 1„Hount 10 II 5 1 W laſſigkeit und Schlaffheit ſind ebenſo wie Plumpheit und Über it treibung in Haltung und Bewegung nicht nur unſchön, ſondern much ein Zeichen, daß es den Übenden an Einſicht oder an Willen oder an Geſchick fehlt. Jede dieſer Erſcheinungen iſt vom Übel und widerſpricht den Anforderungen an eine gute Erziehung und Schulung. Darum iſt jede Turnaufgabe ſo inzurichten, daß ihre genaue und ſchöne 1 Ausführung das Lei rmogen der Mädchen nicht überſteigt, und ſie iſt ſo lange Uben, bis ſie auch ſchließlich wirklich tadellos dar— zeſtellt wird. Sies iſt um ſo leichter und ſchneller zu erreichen, je mehr man vornherein die Mädchen an genaues und ſchönes Turnen hut hat. 7*¹ Hfuns Airn* 8 4 +5 10 4 5 Eine Ubung wird genau ausgeführt, wenn dabei allen Bedingungen und Vorſchriften entſprochen wird. Dieſe el und Dauer der einzelnen bei der Übung mu Bewegungen, auf die Körperhaltung während und den auf das Verhalten zu den Mitübenden 5 hränken ſich dieſe Vorſchriften auf das Not 80 Aufgaben des Turnunterrichts wendige, ſind ſie zweckentſprechend und einleun durch ſie an das Können der Mädchen geſtellte Zumutung auf keiner Turnſtufe zu groß. Um ſo größer aber iſt der Gewinn, den die Mädchen aus der Fortſetzung ihres Ubens bis zu vollendeten Darſtellung der Übung ſchöpfen. Jeder, der ſelbſt geturnt hat, weiß, wieviel mehr An ſtrengung und Achtſamkeit es erfordert, eine Übung völlig vor ſchriftsmäßig zu machen und dabei mehrere Bedingungen zugl zu erfüllen. Es liegt alſo hierin nicht nur ein Vorteil für die Kräftigung der übenden, ſondern auch für ihre Befähigung ihre Kräfte beherrſchen zu können, alſo für ihre Gewandtheit Obendrein lehrt auch die Erfahrung, daß Jung wie Alt erſt dann die wahre Befriedigung vom Turnen empfinden, wenn dies Turnen zu vollendetem Können führt, darſtellungen der Übunge und daß umgekehrt Thatſache, nie über mangelhafte D hinauszukommen, allmählich die Freude am Darum muß mit allem Nachdruck es als eine des Turnunterrichtes bezeichnet werden, die Mädchen bis vollendeter, tadelloſer Ausführung ihrer Übungen zu bringen Welches die zweckmäßigſten Mittel dazu und wie dieſe anzt 1 N 8 wenden ſind, wird unten bei Beſprechung des Lehrverfahrens auseinandergeſetzt werden. Die genaue und richtige Ausführung einer Turnübu n8 Mädchen muß aber auch dem Sinne für das Schöne, An mutige und Gefällige in Haltung und Bewegung des Men ſchen entſprechen. Dies bedarf wohl auch keiner näheren Be gründung. Daß dies Ziel leichter bei Kindern der gebildete Stände zu erreichen iſt als bei andern, daß es für — aber um ſo nötiger iſt, liegt auf der Hand. In dieſer Die letzte tung iſt dem feinen Sinne und dem guten Geſchmacke des lehrers in der Auswahl, Zuſammenſtellung und Anordnun ſeiner Turnaufgaben ein dankbares und fruchtbares Fel öffnet. Er muß darnach ſeine Vorſchriften richten, die ermſt die Art der Ausführungen der Übungen giebt, und r all ſtets auf gute Körperhaltung ſehen, da auf dieſe mit bei Mädchen noch mehr als bei Knaben großes Gewicht geleg 7 wird und gerade der Turnunterricht in dieſer Beziehung WME Aufgaben des Turnunterrichts 81 als ein andrer bewirken kann. Man wird die Mädchen aber auch lehren müſſen, das richtige Maß in ihrem Kraftaufwande einzuhalten, weder zu viel noch zu wenig, ſondern nur gerade ſo viel ſich bei ihren Übungen anzuſtrengen, als der Zweck es erfordert; denn die Zweckmäßigkeit macht das Thun nie unſchön. Andrerſeits muß der Turnlehrer von ſeinen Anordnungen jede Ziererei und Tändelei, jede geſchmackloſe Manier fernhalten und in erſter Linie immer die friſche, muntere und turneriſch wert olle Bewegung berückſichtigen, denn dieſe iſt und bleibt doch imer das weſentlichſte Hilfsmittel zur Erreichung der Turn vecke. Sodann iſt dem Mädchen wie dem Knaben für das ſpätere Leben die Fähigkeit vonnöten, ſich in gegebene-Verhältuiſſe hicken, in Gemeinſchaft mit andern leben, ſich nach dieſen richten und gemeinſamen Intereſſen eigenes Belieben unterordnen zu können. Soweit dies der Turnunterricht kann, hat er daher zuch jene Fähigkeit, den Sinn für gemeinſames Wirken, bet den Schülerinnen zu wecken und zu fördern. Der Turn lehrer wird deshalb auch nach dieſer Richtung ſeine Maßregeln wirkſam zu machen ſuchen, indem er das Turnen der Mädchen öfters in ſolche Formen kleidet, bei denen das Zuſammenwirken nehrerer unbedingtes Erfordernis zum Gelingen wird, wie dies ei den Gemein- und den Geſellſchaftsübungen, bei Turnſpielen . dergl. der Fall iſt. Wenn in dem bisher Geſagten die Erziehungsaufgabe des Turnunterrichtes in den Vordergrund geſtellt wurde, ſo iſt damit durchaus nicht gemeint, daß die andere, auf Geſundheits— ſörderung gerichtete Aufgabe des Turnens unweſentlich wäre und außer acht gelaſſen werden dürfte. Es ſollte damit nur ausgedrückt werden, daß die letztere nicht vorzugsweiſe oder gar ausſchließlich den Turnbetrieb beherrſchen dürfe. Ihre Berück ſichtigung war übrigens, wie ſchon geſagt wurde, von jeher in der Abſicht der Förderer, Leiter und Freunde des Turnens ge legen und hat ganz beſonders dem Mädchenturnen den Weg zur Einführung in die Schule ebnen helfen. 81 In der That iſt auch den Mädchen, namentlich denen der beſſer geſtellten Stände, das Turnen zur Geſundheitspflege noch 6 82 Aufgaben des Turnunterrichts. nötiger als den Knaben, da jenen in der Regel weniger als dieſen außerhalb der Schule Gelegenheit geboten iſt, ſich körperliche Bewegung zu verſchaffen und ſich zu kräftigen. Dieſem Mangel möglichſt abzuhelfen, wird nicht mit Unrecht als Sache des Turnunterrichtes angeſehen, denn er kann es, ohne mit ſeiner Erziehungsaufgabe in Widerſpruch zu geraten. Was dieſe von ihm verlangt, kann nur durch Leibesübungen, alſo durch körper⸗ liche Thätigkeit und Bewegung der Mädchen erreicht werden. Schon darin liegt es begründet, daß der Turnunterricht gleich zeitig der Erziehung der Schuljugend und ihrer Geſundheits pflege dienſtbar gemacht werden kann. übrigens wird dieſe gleichzeitige Wirkung des Turnens nach beiden Seiten hin ſchon an und für ſich dadurch hervor gerufen, daß das Streben nach körperlicher Ausbildung der Jugend nicht bloß ihrem körperlichen Geſchick und ihrer Mus— kulatur, ſondern auch den inneren Leibesorganen, der Stärkung von Lunge, Herz, der Verdauungsorgane u. ſ. w. zu gute kommt, und daß mit dieſer Übung und Kräftigung aller Leibes teile auch die Widerſtandsfähigkeit des Leibes gegen geſundheits ſchädliche Einflüſſe weſentlich erhöht wird. Dennoch kann nach der Seite der Geſundheitspflege im Turnen mehr geſchehen, als manchmal geſchieht, namentlich bei einſeitiger Betonung der Erziehungszwecke. Und bei der Wich— tigkeit der Förderung des leiblichen Wohles der Schulkinder iſ es auch zwingende Pflicht der Schulbehörden und der Leiter des Turnens, alles zu thun, was dieſer Sache dienen kann. Von dem Hierhergehörigen möge darum noch einiges hervorgehoben werden. Zunächſt ſind hier die äußeren Einrichtungen für das Turnen zu nennen. Bei dieſen ſollte möglichſt alles vermieden werden, was die Geſundheit der Mädchen ſchädigen könne Und man ſollte keine Koſten ſcheuen, um für das Turnel geräumige, gut gelüftete und möglichſt ſtaubfreie, gegen Kälte und Hitze geſchützte Stätten zu ſchaffen und um dieſe mit völlig aus reichenden und ſicheren Geräten auszuſtatten(vergl. nächſten Abſchnitt). Im Turnbetriebe ſelbſt hat ſich deſſen Leitung ſtets f R dieſen erliche angel des ſeiner e von örper⸗ erden. gleich dheits irnens hervor ig der Mus⸗ ärkung 1gute Leibes dheits ge im lich bei Wich 'der iſt ter des Von ehoben ür das mieden könnte Turnen ilte und ig aus nächſten Aufgaben des Turnunterrichts. 83 vergegenwärtigen, daß die turneriſche Schulung der Zöglinge mit der Förderung der Geſundheit der Turnenden Hand in Hand gehen muß Es muß demnach die Turnſtunde vor allem rei chliche Be egung und Körperübun ng den Mädchen gewähren. Ohne In⸗ —— ihrer geiſtigen Thätigkeit geht es dabei natürlich nicht ab, denn körperliches Thun, das nicht von der Einſicht und dem Verſtändnis für ſeine Zweckbeſtimmung geleitet iſt, artet leicht in Rohheit und in Un ngeſchick aus und ſchadet mehr als es nützt. Aber die— Anſpannung im Turnen muß auf das Nötigſte beſchränkt bleiben und darf im Vergleiche zur körperlichen Thä keit der Mädchen nie als das Überwiegende rſcheinen. Damit nun in der Turnſtunde möglichſt viel Zeit für Be ing bleibt, die Turnzeit alſo für das eigentliche Turnen möglichſt ausgenutzt werden kann, muß alles andere, was dieſem gegenüber als nebenſächlich oder gar als unweſentlich zu be 3 5 iſt, ganz kurz abgemacht oder ſoweitet hunlich überhaupt rmieden werden. Auch dieſe Forderung mahnt den Turn lehrer, alle ſeine Anordnungen vorher reiflich zu überlegen und ſich dabei ſtets die Frage zu ſtellen, ob der aus ihnen ent ſpringende Gewinn für die Turnzwecke auch im richtigen Ver hältnis zur der darauf verwende ten Zeit ſteht Die Men ge der in der Turnſtunde von den Mädchen zu ver langenden körperlichen Bewegung und Anſtrengung muß ſich aber wieder nach der Stufe der körperlichen Entwicklung und nach der Leiſtungsfähigkeit der Mädchen richten. Wie ſie ſich einerſeits von der Unbedeutendheit fern zu halten hat, ſo auch andrerſeits von dem Übermaß und der übertreibung, die zur Erſchöpfung der Kräfte und ſomit zur Schäd digung der Ge ſundheit führen würde. Es iſt daher Aufgabe des Turn lehrers, den rick tigen Wechſel von Anſtrengung und von Ruhe, oder doch einen in ähnlicher Weiſe wirkenden Wechſel verſchiedener Be welungsarun eintreten zu laſſen, wovon in eine Art Er rholung von der andern gelten kam Außerdem iſt in dieſen Dingen auch Rückſicht auf Jahres zeit und auf Witterung, ja ſelbſt auf die Tageszeit, in der 1 ier die eine als 84 Aufgaben des Turnunterrichts. geturnt wird, zu nehmen. Da Bewegung warm macht, die eine Bewegungsart aber mehr und ſchneller als die andere, ſo iſt die Beſtimmung der Art und der Menge der Turnübungen einigermaßen abhängig davon zu machen, ob es warmes oder kaltes Wetter iſt. Auch iſt es nicht einerlei, welche Thätigkeiten der Mädchen ihren turneriſchen Übungen vorausgehen oder nach folgen, denn es ſollten weder die einen durch die andern ge ſchädigt werden können, noch weniger aber durch unzweckmäßige Häufung von Anſtrengungen ähnlicher Art die Geſundheit der Mädchen notleiden. Namentlich ſollten die Mädchen nicht in erhitztem Zuſtande aus dem Turnſaale entlaſſen werden, am wenigſten dann, wenn draußen kühles oder windiges Wetter iſt, oder wenn eine andere Unterrichtsſtunde ſich dem Turnen un mittelbar anſchließt. Noch ein andrer Umſtand iſt für den Einfluß des Turnens auf die Geſundheitspflege von nicht zu unterſchätzender Bedeutung. Es iſt dies die Freude der Mädchen am Turnen. Jede Arbeit, die freudig gethan wird, kann wohl ermüden, aber dieſe Ermüdung wirkt erfriſchend auf das Gemüt, und die Arbeit wird, wenn ſie nicht übertrieben wurde, zur Wohlthat für Leib und Seele. Dies gilt ganz beſonders für die Leibesübungen im Turnen und im Spiele, auf dem Eiſe und im Bade, bei Wanderungen u. ſ. w. Daraus erwächſt dem Turnlehrer die wichtige Aufgabe, die Teilnahme ſeiner Schülerinnen für ihr Turnen ſtets lebendig u erhalten. Dies iſt nicht ſo ſchwierig, da die Jugend an und für ſich Freude an Leibesübungen hat. Weiß ſich der Turn— lehrer nur frei von pedantiſcher Schulmeiſterei zu halten, den Jrechten Lehrton anzuſchlagen, dem Bewegungsbedürfnis und den (α Veigungen der Mädchen in einer Weiſe entgegen zu kommen, die mit der Verfolgung ſeiner übrigen Unterrichtsziele im Ein⸗ klange ſteht, ſo werden ſeine Turnſtunden bald Lieblingsſtunden der Schülerinnen ſein, trotz aller Inanſpruchnahme ihrer leib lichen und geiſtigen Kräfte. Und die Mädchen werden alsdann auch nach ihrer Schulzeit noch den Leibesübungen und der friſchen Bewegung zugethan bleiben, was ihnen nur zum Wohle gereichen kann. RR eine iſt igen oder eiten iach ge ißige der nens ung. Jede dieſe rbeit Leib ingen endig und Turn⸗ den d den imen, Ein⸗ unden leib sdann und zum Aufgaben des Turnunterrichts. 85 Schließlich iſt noch die hohe Bedeutung der Auswahl der Turnübungen für die geſundheitliche Aufgabe des Turnens zu erwähnen. übungen, die nicht der Entwicklungsſtufe und dem körperl en Leiſtungsvermögen der Mädchen angepaßt ſind, ſchaden eher als ſie nützen. Während wir aber durch die ſeit her gemachten Erfahrungen ſo ziemlich genau darüber belehrt ſind, welche Übungen einerſeits für unſere Erziehungszwecke ſich beſonders eignen und andrerſeits den Neigungen und Bewegungs bedürfniſſen der Mädchen am meiſten entgegenkommen, fehlt uns noch jeder andere ſichere Anhalt über die Wirkung der ver ſchiedenen Leibe Körpers. wiſſenſchaftlicher bungen auf die Entwicklung des jugendlichen nach dieſer Richtung in neuerer Zeit von Seite her unterſucht und beobachtet wurde, iſt noch zu neu und bedarf noch zu ſehr weiterer beſtätigender Prüfungen, um ſo ohne weiteres als maßgebend hingeſtellt werden zu können. Soweit aber Ergebniſſe der erwähnten Forſchungen mit den in längerer Lehrthätigkeit von den Turn lehrern gemachten Erfahrungen Abereinftin nmen, was glücklicher oder erklärlicherweiſe in der Hauptſache der Fall iſt, bilden ſie, für jetzt wenigſtens, neben den ſorgfältig zu ſammelnden Erfahrungen der Praxis die beſte Richtſchnur für die An wendu ng der verſchiedenen Turnarten auf den einzelnen Alters ſtufen der Mädchen. Dieſen Grundſätzen ſuchen denn auch alle Angaben und Ratſchläge in dieſem Buche zu entſprechen. Die Einrichtungen für den Turnunterricht. D Da die Turnübungen der Mädchen der Aufſicht und Leitung bedürfen und dem Lebensalter der Schülerinnen angepaßt ſein müſſen, ſo iſt es am zweckmäßigſten, wenn jede Schulklaſſe, die la auch meiſt eine Alters sklaſſe We llt, für ſich als Turnklaſſe im Turnen unterrichtet wird. Die Vereinigung mehrerer Schul klaſſen zu einer über 40 Schülerinnen zählenden Turnklaſſe iſt 1 weil zu den Schwierigkeiten, die an und für ſich große Zahl der zu Unterrichtenden bietet, noch die hinzuko 02065 45* die aus der Rückſicht auf mehrerlei Altersſtufen ltſtehen. 86 Einrichtungen für den Turnunterricht Soll nun das Schulturnen eine Sache der Erziehung ſein, ſo muß es auch in die Hände von pädagogiſch gebildeten Leuten, alſo von Lehrern oder von Lehrerinnen der betreffenden Schule gelegt werden. Ob männliche oder weibliche Lehrkräfte für dus Turnlehramt am geeignetſten ſind, iſt eine offene Frage. Jedenfalls iſt die beſte Lehrkraft gerade gut genug für den Turnunterricht und keinenfalls ſollte jemand damit betraut werden, der nicht die nötige Vorbildung für dies Amt ſich er worben und als Lehrer ſich noch nicht genügend bewährt hat. Gegen die Verwendung von Männern für den Mädchen turnunterricht wird oft die Schicklichkeit zu Felde geführt. Aber in unſerm Mädchenturnen kommt überhaupt nichts vor, was bei Schülerinnen und deren Eltern Anſtoß erregen könnte, und ſo lange ein Lehrer für würdig erachtet wird, an einer Mädchen ſchule irgendwie zu unterrichten, kann man ihm auch den Turnunterricht anvertrauen, falls er ſich darauf verſteht. Andrer ſeits erhebt man den Lehrerinnen gegenüber oft das Bedenken, daß ſie nicht kräftig genug ſeien, dauernd die mit der Erteilung von Turnunterricht verknüpften Anſtrengungen zu ertragen Wenn es auch ratſam iſt, ihnen nicht zuviele wöchentliche Tul ſtunden, namentlich nicht die Abhaltung unmittelbar aufeinander folgender Turnſtunden zuzumuten, ſo fehlt es doch nicht an Beiſpielen, die beweiſen, daß auch Lehrerinnen ſehr wohl dem Turnunterricht dauernd gewachſen ſein können. Wenn nun in dieſer Schrift immer nur vom Turnlehrer die Rede iſt, ſo geſchieht dies nur der Kürze halber; was von ihm geſagt wird gilt natürlich auch von der Turnlehrerin. Die Turnzeit iſt in Mädchenſchulen meiſtens, wie auch in den Knabenſchulen, auf zwei wöchentliche Stunder beſchränkt. Soweit es ſich dabei um turneriſche Schulung handelt, kann man in dieſer Zeit auch ſchon ziemlich viel erreichen, aber für Geſundheitszwecke reicht dies nicht aus. Für ſolche Mädchen, die zu Hauſe wenig Bewegung haben, wie dies wohl meiſt bei Schülerinnen der höheren Mädchenſchulen der Fall ſein dürfte, wäre es beſſer, wenn ſie täglich mindeſtens eine halbe Stunde lang turnen könnten. Da Mädchen leichter als Knaben und vielleicht auch leichter blutarm werden, wäre es wohl über ie ſein, iten, hule für Age. den raut er hat. chen Aber was und chen den drer nken, lung igen urn inder änkt. kann für chen, ſt bei ürfte, tunde küden über Einrichtungen für den Turnunterricht. 87 haupt beſſer, den Turnunterricht, ſtatt in ganzen Stunden, in doppelt ſo viel halben Stunden ertheilen zu laſſen, wenn dies nur mit dem ſonſtigen Stundenplan der Schule leicht vereinbar wäre. Am allerunzweckmäßigſten iſt die Einrichtung von nur einer wöchentlichen Turnſtunde, da hiermit nicht einmal die Erziehungsaufgabe des Turnens gelöſt werden kann. Ueber die Lage der Turnſtunden iſt vor allem das zu ſagen, daß ſich aus Geſundheitsrückſichten am meiſten die Einordnung der Turnſtunde zwiſchen andere Lehrſtunden empfiehlt. Die Beantwortung der Frage, in welches Schuljahr der Beginn des Turnunterrichtes zu verlegen ſei, hängt vielfahh von örtlichen Verhältniſſen, der Lebensſtellung der Eltern der Kinder u. dergl. ab. Kinder, die viel Bewegung außerhalb der Schule haben, wie z. B. die der Land- und der Arbeiterbevölkerung, brauchen nicht ſo früh mit dem Turnen zu beginnen als andere. Ein Irrtum wäre es aber, für ſie das Turnen als ganz entbehrlich anzuſehen. Gerade ſie haben gewöhnlich das am meiſten nötig, was nur ein im erzieheriſchen Sinne geleitetes Turnen ihnen geben kann: Gewandtheit, An ſtelligkeit und Bewahrung vor aller Roheit und Häßlichkeit in Haltung und Bewegung. Da nun die Wirkſamkeit des Turnens in dieſer Richtung ſchon einen gewiſſen Grad von körperlicher und geiſtiger Entwickelung der Schülerinnen verlangt, wie er ihnen in den erſten Schuljahren noch nicht eigen iſt, ſo empfiehlt es ſich, den Beginn des regelrechten Turnunterrichtes auf den Anfang des vierten Schuljahres, d. i. etwa des zehnten Lebens jahres, zu verlegen. Ein weſentliches Erfordernis für den Turnunterricht ſind geeignete Turnräume, in denen er zu jeder Jahreszeit und bei jeder? itterung erteilt werden kann. Darum iſt in erſter urnſaal nötig, der wo möglich in unmittelbarer Schulhauſes ſich befinden ſollte, weil nur dadurch eine zweckmäßige Legung der Turnſtunde und eine möglichſte Aus— W Linie ein T Nähe des Utz der— nutzung der gegebenen Turnzeit ermöglicht wird. Der Turnſaal muß für alle A. 317 3 Zuß für alle Arten von Bewegungen und Übungen hinlänglichen Spielr d r e lraum bieten. Dies wird aber bei Turnklaſſen von 30 bis 50 Schü eri ö 6 821 f ülerinnen nur dann der Fall ſein, wenn er ungefähr 22 bis 24 m 88 Einrichtungen für den Turnunterricht. lang und 11 bis 12 mbreit iſt. Eine Höhe von 5 m bis zur Decke ge nügt für alle Fälle. Zu kleine Turnſäle hindern nicht nur in der Auswahl der Übungen, ſie füllen ſich auch zu leicht mit Staub und verdorbener Luft. Gute Beleuchtung bei Tag und am Abend iſt notwendig. Viele und große Fenſter Ralk, große Thüren ſind nicht nur der Beleuchtung wegen von Nutzen, ſondern auch darum, weil ſie eine raſche Lufterneuerung gef eſtatten und weil ihr weites Offenhalten in der guten Jahreszeit das Turnen im Saale dem im Freien an geſundheitlicher Wirkung nahezu gleichſtellt. Im Winter muß der Saal bis auf etwa 10fR. erwärmt werden können; denn das Einatmen zu kalter Luft im Zuſtande der Ruhe unmittelbar nach ſtärkerer, vielleicht er hitzender Bewegung, wie ſie beim Turnen wie beim Spiele vor— kommt, kann leicht nachteilig werden. Gute Füllöfen, ſog. amerikaniſche Ofen u. dergl., bewähren ſich für Turnſäle am beſten Der Fußboden des Turnſaales ſollte ganz eben und ſpalten frei ſein, damit er leicht und ausreichend gereinigt und der Staub bildung möglichſt entgegengewirkt werden kann. Erfahrungsgemäß eignet ſich dafür am beſten ein aus Hartholz parkettierter Boden, der jeden Morgen ausgekehrt und mit einem naſſen Tuche als— dann noch überfahren wird; das naſſe Tuch nimmt den feineren, dem Kehrbeſen unzugänglichen Staub vollends hinwveg. Das Be ſpritzen des Fußbodens mit Waſſer macht die Luft im Saale dumpf und erweicht nach und nach die Oberfläche des Fußbodens, wodurch nur eine neue Staubquelle entſteht. An den Turnſaal ſollte ſich ein geräumiger Spielplatz im Freien anſchließen. Dies wird aber in Städten ſchwer durchführbar ſein. Auch iſt eine gewiſſe Abgeſchloſſenheit von läſtigen Zuſchauern dem Turn- und Spielplatze der Mädchen vonnöten, ſonſt fühlen manche von dieſen ſich beengt und halten ſich zurück, andere geberden ſich dagegen nur kecker und eitler. Beides iſt zu verhüten. Der Turnraum muß mit den nötigen Turngeräten aus geſtattet ſein. Doch ſind dieſe ſo aufzuſtellen, daß genügender Raum für die gemeinſamen Übungen der Klaſſe in Frei⸗— Ordnungs⸗, Stab- und andern Übungen übrig bleibt. Schon darum iſt ein zu großes Vielerles an Geräten nicht ratſam; t˖ 1 bor ſog. ten ten ub näß den, als⸗ ren, Be aale ens, latz wer von chen lten Einrichtungen für den Turnunterricht. 89 nan wird aber auch das Gewünſchte leichter erhalten, wenn man nur das Nötigſte verlangt. Als ſolches ſind nach den im IV. Teile dieſes Buches gegebenen Ausführungen folgende Geräte zu bezeichnen: eine ausreichende Anzahl von Turnſtäben(hölzerne und eiſerne) und von Schwingrohren; ferner Spielbälle und andere Spielgeräte; ein oder zwei Schwingſeile; vier Schwebeſtangen; drei oder vier leicht verſtellbare wagerechte Leitern; ein Rundlauf und allenfalls noch drei oder vier Paar Schaukelringe. Werden Turnſäle der Knaben auch zum Mädchenturnen benutzt, ſo geben deren beſondere Geräte, wie Kletterſtangen, Reck, Barren, Spring pfeiler u dergl. manchmal noch gute Gelegenheit zu übungen der Mädchen, obwohl das Vielerlei auch hierbei nicht immer deren turneriſcher Schulung zum Vorteile gereicht.)“ Die übrigen im erſten Abſchnitte dieſes Buches genannten Geräte können ganz wohl den Turnſälen vorbehalten bleiben, in denen auch er wachſenere Mädchen turnen ſollen. Vor allem muß aber auf auerhaftigkeit und Feſtigkeit der Geräte geſehen werden, damit Mängel darin keine Unfälle herbeiführen können. Es ſind daher auch entſprechende Sicherheitsvorkehrungen, wo immer thunlich, an zubringen. übrigens d darf dadurch dem gefälligen Ausſehen der Geräte kein Abbruch geſchehen, denn es iſt Thatſache, daß in ſchön ausgeſtatteten Turnräumen und an ſchön Geräten viel lieber von der weiblichen wie von der männlichen Schuljugend geturnt wird als im umgekehrten Falle 2 9 Das Lehrverfahren im Turnunterricht. Wenn die Schülerinnen in eine Turnſtunde kommen, ſo erwarten und hoffen ſie, dort vor allem Bewegung und nicht geiſtige Anſtrengung zu finden, zumal wenn ſie unmittelbar vorher in einer andern Lehrſtunde ſchon geiſtig angeſtrengt waren.“ Man beginne daher niemals die Turnſtunde mit neuen Übungen, die längere Erklärungen nötig machen und neue An forderungen an das Auffaſſ 9 der Mädchen ſtellen, ſondern gehe ſofort dazu über, ſie in Bewegung zu ſetzen, ſei es mit Frei⸗ oder mit Gerätübungen, aber jedenfalls mit Übungen, die ihnen ſchon bekannt ſind, wenigſtens der Hauptſache nach, 90 Lehrverfahren im Turnunterricht. damit ohne Zeitverluſt durch vieles Reden ſogleich geturnt wer— den kann. Erſt wenn auf dieſe Art dem erſten Bewegungsbedürfnis der Mädchen entgegengekommen worden iſt, ſind ſie eher dazu aufgelegt, ſich Neues erklären zu laſſen und Übungen, die weniger lebhafte Bewegung mit ſich bringen, w. z. B. Ordnungsübungen Freiübungen im Stehen u. dergl., vorzunehmen.“ ‚ Im allgemeinen empfiehlt es ſich aber, die Turnſtunde mit übungen im Gehen und vor allem im Laufen und im Hüpfen ſtatt mit anderen Übungen zu beginnen, weil dadurch ‚ ſogleich die ganze Klaſſe in gehörige Thätigkeit verſetzt werden kann. Man thut daher gut, nach Aufſtellung der Klaſſe am Sammelplatze, die mit möglichſter Raſch heit ſich vollziehen muß ſogleich diejenige Einteilung der Klaſſe in kleinere Reihen(Paar Dreier- oder ͥ wie ſie 9655 für die kommenden Übungen nötig erſcheint, vorzunehmen und die Klaſſe, als geordnet, in der Umzugsbahn dahin ziehen zu laſſen. wenn die Klaſſe einen der oben erwähnten Aufzüge ſchon hat, ſo kann die Einteilung der Klaſſe und der Beginn ihre Bewegung auch durch Anordnung dieſes Aufzuges geſchehen wobei aber das Gehen nicht zu lange währen darf, ſondern ſehr bald mit Laufen oder mit Hüpfarten vertauſcht werden ſollte Bloßes Gehen beim Aufzug iſt nur dann gerechtfertigt wenn dazu ein Lied geſungen werden ſoll. Dies iſt im Anfange der Turnſtunde manchmal ganz am Platze, namentlich wenn B. bei heißem Wetter oder aus ſonſt einem Grunde das Bewegungsbedürfnis der Mädchen etwas gedämpft erſcheint nur darf das Gehen und Singen nicht zu lange dauern und nicht zu oft geſchehen, denn zum Singen iſt die Singſtunde d und nicht die Turnſtunde. Während des Ziehens der Klaſſe in der Umzugs- oder i einer anderen Bahn veranlaßt man die Klaſſe durch geeigneten Zuruf, die ſeither von ihr erlernten Gang- und Hüpfarten namentlich die letzteren, zu wiederholen, wenigſtens inſoweit, als ö * ich In dieſer Weiſe begann auch A. Spieß, deſſen Turnunterricht längere Zeit beiwohnte, in den meiſten Fällen ſeine Turnſtunden. Wer⸗ rfnis dazu niger Lehrverfahren im Turnunterricht 91 es für den vorliegenden Fall nötig erſcheint. Selbſtverſtändlich muß dabei die Klaſſe möglichſt geräuſchlos ihren Weg fort⸗ ſetzen, damit ſie während deſſen auch die Zurufe des Lehrers verſtehen kann. Hierbei iſt nun gute Gelegenheit geboten, nicht nur den Mädchen reichliche und abwechslungsvolle Bewegung zu ver— ſchaffen, ſondern auch auf Entfaltung ihrer Gewandtheit in mancherlei Weiſe hinzuwirken. Schon in dem Umſtande, daß ſie dabei lernen müſſen, ohne Unterbrechung und Vernachläſ— ſigung ihrer Thätigkeit auf den Zuruf des Lehres zu achten und ſich auf die von ihm angekündigte Veränderung in ihrer Bewegung innerlich vorzuber reiten, ſo daß ſie, ſobald das Zeichen dazu gegeben wird, auch ſofort bereit ſind, dieſe Bewegungs veränderung richtig vorzunehmen, ſchon darin liegt ein wertvolles Mittel, die Mädchen an Beſonnenheit und an Schlagfertigkeit zu gewöhnen und ſie zu raſcher Auffaſſun ig ihrer Aufgaben zu erziehen(vergl. S. 72). Aber auch ihre körperliche Geſchick lichkeit erfährt dabei eine ausgiebige Förderung, denn ſie werden durch dieſe Wiederholungen in dem Erlernten immer ſicherer und geſchickter. Außerdem beanſprucht ein ſicherer übergang von der einen Bewegung in eine andere, der gerade bei dieſer Gelegenheit in mannigfaltiger Weiſe angeordnet werden kann, einen ganz andern und höheren Grad von Geſchicklichkeit als das einfache Verharren in derſelben Bewegung. Die Aufgaben, die man der Klaſſe während ihres Umzuges ſtellt, beſtehen vornehmlich darin, daß man den Wechſel der verſchiedenen Gang- und Hüpfarten bald an den Eintritt eines gewiſſen Befehlszeichens, bald an die Zurückle egung einer ge wiſſen Strecke der zu durchziehenden Bahn, häufiger aber an eine Zewiſſe Zeitdauer, an eine Anzahl von Wſchritten oder an die D fN die Dauer einer beſtimmten Ordnungsübung knüpft. Sie be ſtehen ferner darin, daß man dieſe Wechſel das eine Mal von allen gleichzeitig, ein andermal von den Einzelnen der Reihen oder von erſten und zweiten Reihen oder von größeren Ab teilungen der Klaſſe abwechſelnd oder in ungleicher oder in widergleicher Weiſe ausführen läßt, oder daß man ſie durch den 92 Lehrverfahren im Turnunterricht. Eintritt beſtimmter Ordnungsübungen unterbricht, oder mit dieſen in irgend einer Weiſe in Verbindung bringt u. dergl. m. 1 Unter allen Umſtänden muß man aber bei dieſen Aufgaben 8 mit dem Einfachen und Leichten beginnen und allmählich zu dem Zuſammengeſetzteren und Schwierigeren aufſteigen. Im II. Teile dieſes Werkes iſt eine genügende Anzahl von Beiſpiele 4 dazu gegeben. de Da die in einer Turnſtunde für derlei Übungen verfügba 8 Zeit aber beſchränkt iſt— ſie ſollte in der Regel nicht ſiebe ei bis zehn Minuten überſteigen— ſo thut man gut, ſeine Ar ordnungen an der Hand eines leitenden Grundgedankens auf zubauen, ſonſt gerät man leicht in ein planloſes Vielerlei un hat ſchließlich keinen rechten Maßſtab für die den Schülerimen damit erteilte turneriſche Förderung. Ein ſolcher Grundgedank ſo Ti könnte z. B. ſein: die in einer der letzten Turnſtunden neu er i lernte Gang- oder Hüpfübung in verſchiedenartige Wechſel mit 10 den früher erlernten Gang- und Hüpfübungen bringen zu ſin wollen, oder ſie mit den ſchon erlernten Ordnungsübungen zu 1 verbinden, oder ſie von den Einzelnen der Paare nach allen gal Richtungen hin(vorwärts, rückwärts, ſeitwärts, nach außen ni nach innen, nach den Erſten oder den Letzten hin u. ſ. w.) ohne 1˖ und mit entſprechenden Zuwenden, mit Abwenden die im Viereck, im Kreuz u. ſ. w.) ausführen zu laſſen, u. dergl. m. 80 Ein andermal könnte die Aufgabe ſein: eine beſtimmte Gattung die der Ordnungsübungen(Schwenken, Umkreiſen, Reihung) 4 drr ihren verſchiedenen Formen zu Verbindungen mit dem Laufen ich oder mit einer andern Hüpfart anzupenden. Oder es könnt bei beabſichtigt werden, nur ſolche übungen und Ubungsformen z zu n wiederholen, die der demnächſtigen Vornahme einer neuen Übung die ähnlicher Art als Einleitung und als Vorbereitung dienen könnten wu u. dergl. m. Was aber auch immer beſtimmend für die Wahl der in dieſem einleitenden Teile der Turnſtunde anzuordnenden mö Übungen ſein mag, ſo müſſen dieſe jedenfalls doch immer in dem S Rahmen der Klaſſenaufgaben, d. h. des Lehrplanes gehalten ſein die Eine in dem angegebenen Sinne gehandhabte Führung und am Bethätigung der Klaſſe erfordert von ſeiten des Lehrers Sach inn enntnis, Erfahrung und ſorgfältige Vorbereitung für jede Turn nic allen ußen ohne nden l. m. ttung Y in aufen önnte en zu bung inten Wahl enden Lehrverfahren im Turnunterricht 93 ſtunde, außerdem aber auch Geſchick im Befehlen. Dies letztere hat er jedenfalls in höherem Maße nötig als der Lehrer, der nur befiehlt, wenn die Klaſſe ruhig ſteht, denn dieſer kann ſich beliebig weitläufig ausdrücken und das Zeichen zum Üben geben, wann es ihm gut dünkt. Anders aber iſt es, wenn iner in Bewegung befindlichen Klaſſe befohlen werden ſoll. Ddeshalb mögen darüber hier einige Bemerkungen ſtehen Ein Befehl beſteht bekanntlich aus einer Ankündigung deſſen, was geſchehen ſoll, der alsdann in der Regel nach einer mehr oder weniger kurzen Pauſe, die die nötige Zeit zum Überlegen zu gewähren beſtimmt iſt, ein beſonderes Ausführungszeichen oder ein Thatwort folgt, das den Beginn der Übung bezweckt. Es iſt nun klar, daß man einer ſich fortbewegenden und gar einer ſich in anſtrengender Thätigkeit befindenden Klaſſe die folkgende übung nicht mit vielen Worten ankündigen kann und darf, wie dies meiſt geſchehen müßte, wenn man eine voll— ſtindige Erklärung der übung dabei geben wollte. Man wird im Gegenteil nur wenige Worte brauchen dürfen und ſich des halb auf eine kurze Andeutung des zu Geſchehenden beſchränken müſſen. In dieſer Hinſicht kommt einem häufig der Umſtand uſtaten, daß für eine Reihe von Übungen, namentlich für die Gang⸗ und die Hüpfarten, Kunſtworte, wie z. B. Wiegegang, Schottiſchhüpfen u dergl., eingeführt ſind, deren Gebrauch, wenn die Schülerinnen damit vertraut ſind, die nötige Kürze im Aus⸗ druck ſehr erleichtert. Wo ſolche Ausdrücke fehlen, muß man ſich durch Vorausſetzungen und durch Vorſchriften über Einzelheiten bei der betreffenden übung helfen, über die vorher die Schüler mnen zu verſtändigen und an die ſie zu gewöhnen ſind, ſo daß alſo die betreffende Übung, wenn nichts anderes darüber angekündigt wurde, immer uur in der einen Weiſe zu machen iſt. In dieſer Art ſind mancherlei Abkürzungen der Ankündgung möglich, und da die Kürze des Befehles eine ſehr nützliche Sache iſt, ſo iſt auch die Beſchränkung der Ankündigung auf die unentbehrlichſte Andeutung der zu machenden Übung ganz am Platze, ſofern die Deutlichkeit des Befehles für die Schüler⸗ imnen dadurch nicht verringert und ihrem Gedächtniſſe damit nicht eine ſchwer zu erfüllende Zumutung gemacht wird — — R 94 Lehrverfahren im Turnunterricht. Die Deutlichkeit des Befehles hängt aber ebenſoſehr von der Art des Sprechens beim Befehlen ab. Spricht man die Ankündigung gedehnt und mit ſcharfer Betonung der Konſonanten aus, ſo wird ſie auch im Geräuſche des Gehens und des Hüpfens der Klaſſe, wenn dieſe gut gezogen iſt, verſtanden werden, ohne daß man ſeine Stimmmittel zu ſehr anzuſtrengen braucht. Dieſes ruhige und gedehnte Ausſprechen der Befehlsankündigung iſt aber nur bei gehöriger Rechtzeitigkeit des Befehles möglich, d. h— nur dann, wenn man damit nicht wartet bis kurz vor dem Augenblicke, in dem die neue Übung beginnen ſoll. Man müßte ſonſt ſo raſch den Befehl ſagen, daß er nicht genügend verſtanden würde und obendrein den Turnenden nicht Zeit genug bliebe, ihn ſich zu überlegen. Jemehr ihnen aber dieſe Zeit gelaſſen wird und je beſtimmter dann das Befehlszeichen oder das Thatwort erfolgt, deſto ſicherer wird auch der Eintritt der neuen Übung geſchehen. Insbeſondere hat der Lehrer den rechtzeitigen Ruf des Thatwortes für den Fall zu lernen, daß er den Wechſel von Gang⸗ oder von Hüpfarten veranlaſſen will. Soll z. B. die neue Gang⸗ oder Hüpfart links beginnen, ſo hat er das Thatwort „Geht!“ oder„Hüpft!“ zugleich mit dem vorhergehenden Ge ſchritt rechts zu rufen, u. ſ. w. Alle dieſe Dinge ſind gar nicht ſo unwichtig, als es den Anſchein hat, denn die Kunſt des Befehlens iſt für den Lehrer ein nützliches Rüſtzeug, deſſen geſchickte Handhabung viele Zeit und vielen Verdruß erſpart. Kommen wir nun auf den Gang der Dinge in einer Turn ſtunde zurück! Sobald der oben geſchilderte einleitende Teil des Unter richtes zu Ende iſt, geht man zu den neuen, für dieſe Stunde vorhergeſehenen Aufgaben über. Von dieſen iſt die Erlernung oder Weiterentwicklung neuer Frei- oder Ordnungs— übungen das, was ſich an das Vorhergegangene am natur gemäßeſten anſchließt. Die Frage, ob nun in jeder Turnſtunde oder wie oft etwas Neues aus dem Gebiete der genannten Übungen den Schü— lerinnen geboten werden ſolle, beantwortet ſich wieder verſchieden, mder gung „ ſo laſſe, man uhige nur 5. h dem rüßte inden „ihn wird twort bung des von neue twort Ge Turn Inter dieſe ſt die ungs⸗ atur ie oft Schü ieden, Lehrverfahren im Turnunterricht 95 je nach dem Standpunkte, von dem aus die Ziele des Turn⸗ unterrichtes aufgefaßt werden. Der Turnlehrer, dem es mehr um die Menge als um die Beſchaffenheit der Bewegung und Übung ſeiner Schülerinnen zu thun iſt, wird oft und viel Neues bringen müſſen, weil bei ſeinen Übungsaufgaben nur der Reiz der Neuheit, nicht aber des vollendeten Könnens auf ſeine Schülerinnen wirkt und b0 bloße Wiederholung derſelben Übungen, ohne höheres Ziel als ſich eben dabei Bewegung zu verſchaffen, dieſe raſch ein— tönig und langweilig den Mädchen erſcheinen läßt. Der Turn lehrer aber, der mit ſeinen Turnaufgaben zugleich erziehend wirken will, wird von ihnen nicht eher ablaſſen, bis ſie mög lichſt richtig, ſicher und ſchön ausgeführt werden können, ſelbſt wenn er mehrere Stunden lang immer wieder mit denſelben Übungen— natürlich nur in dem für ſolche u Wemuen beſtimm ten Teile der Turnſtunde— kommen muß. Die darin ſchein bar Erl leichterun ng für ihn in ſeiner Vorbereitung für Stunde und in ſeiner Ubungswahl gleicht ſich wieder dadurch aus,— er durch größeren Aufwand von Lehrgeſchick und von rziehungskunſt die Teilnahme ſeiner Schülerinnen an dem ihnen gebotenen Lehrſtoff wach erhalten muß. Dies iſt indeſſen einfacher und leichter, als es im erſten Augenblicke ſcheint. Aummt dann noch die Erfahrung der Mädchen l hinzu, daß ſie durch das längere Verweilen bei derſelben Übung ſtets zu ſicherem Können und zu ſchöner Darſtellung dieſer lbung ge⸗ langen, ſ gewinnt bald die Befriedigung, die ihnen dieſe Er verſchafft, die Oberhand über ihren Wunſch Ab⸗ wechslung. Das Verfahren bei der Ein tübung einer neuen Turnübun ig richtet ſich ſowohl nach der Natur der Übung als uh nach dem Alter der Schülerinnen und dem Grade ihrer turneriſchen Schulung. In jedem Falle muß aber die Erklärun und das gehen. die mng Vorzeigen der neuen Übung dem Üben ſelbſt voraus 0 0 ſelbſ Jede Erklärung dieſer Art iſt auf das N kotwendigſte e h ſchränken, nicht nur der Zeiterſparnis halber, ſondern* damit die Schülerinnen nicht zu lange thatlos ſtehen müſſen— R 96 Lehrverfahren im Turnunterricht. in bequemer Stellung natürlich! Obendrein eilt das Vor ſtellungsvermögen der Schülerinnen oft den Worten des Lehrers voraus; ſie wiſſen oft ſchon, was er will, ehe er vollendet hat. Man würde in dieſem Falle, wenn man recht gründlich und genau erklären wollte, nur langweilig werden. In manchen Fällen iſt es auch gar nicht nötig, zum Voraus alle die Bedingungen zu erklären, an die die gute Ausführung einer Übung geknüpft iſt; es genügt ſehr oft, im Anfange nur die wichtigſten davon zu nennen und die übrigen erſt nach und nach bei den Wiederholungen der Übung als neue Forderungen aufzuſtellen. Hierin liegt eines der wirkſamſten Mittel, wodurch man immer wieder den Reiz der Neuheit einer ſchon dageweſenen Übung in den Augen der Turnerinnen verſchaffen kann. Auch erlangt man auf dieſem Wege weit ſicherer und in faſt voraus beſtimmbarer Friſt die gute Ausführung einer übung, während dieſe, wenn man ſie gleich von vornherein nach jeder Richtung hin vollendet verlangen wollte, doch nur von den wenigſten zuſtande gebracht würde. Am allereinfachſten läßt ſich eine neue Übung erklären wenn eine ihr mehr oder weniger verwandte Übung ſchon früher erlernt worden war. Man braucht alsdann nur dieſe einmal zu wiederholen und auf das, worin die neue Übung von ihr abweicht, aufmerkſam zu machen. Von allen Erklärungsweiſen führt dieſe gewöhnlich am ſchnellſten zur richtigen Vorſtellung der Schülerinnen von dem Gewollten. Darum iſt es von großem Werte, wenn nicht nur die im Laufe eines Jahres ſondern auch die von Jahr zu Jahr den Klaſſen zu ſtellenden Aufgaben in jeder Turnart ſich an die vorhergegangenen an fügen und aus ihnen gewiſſermaßen ableiten und entwickeln laſſen. Ein verſtändiger Lehrplan für den Turnunterricht wird darauf in vollſtem Umfange Rückſicht nehmen. Das Verſtändnis der gegebenen Erklärung einer Übung kann übrigens auch durch geeignete Fragen erleichtert werden, doch darf man damit nicht zuviel Zeit verlieren. Am wirkſam— 8 ſten in dieſer Beziehung wird doch ſtets das Vorturnen der betreffenden Übung ſein. Kann dies der Lehrer ſelber thun, um ſo beſſer, denn ſein Anſehen als kundiger Turnlehrer wird dadurch RR Vor rers Nan mau igen urch enen Auch raus rend tung gſten mmal ihr eiſen lung von hres nden an ickeln wird bung rden, Zählen“ 8 die d ſür Lehrverfahren im Turnunterricht 97 nur gewinnen. Unbedingt nötig iſt ſein Vorturnen aber nicht: es würde auch, falls es häufig geſchähe, ſeine ohnehin ſchon er— hebliche Anſtrengi ung, die die Unterrichtserte ilung an und für ic zur Folge hat, in nicht geringem Maße, ſchl ließlich in ge— undheitsſchädlicher Weiſe ſteigern. Es genügt völlig, wenn er von Zeit zu Zeit, namentlich in Fällen, in denen keine Schülerin für ihn eintreten kann, zeigt, daß er ſelber das zu leiſten ver mag, was er andern zumutet. In den meiſten Fällen aber wird ſeine Frage: Wer glaubt nun, die eben erklärte Ubung usführen zu können? ergeben, daß es nicht a an Vorturnerinnen fehlt. Hie und da wird es aber ar uch gut ſein, ſich nicht an die Freiwilligkeit der Schülerinnen zu wenden, ſondern irgend eine ohne weiteres zum Vorturnen aufzufordern, denn darin liegt ine Mahnung an alle, jederzeit achtſam ſein. Erklären und— en der neuen Übu ing muß möglichſt raſch abgethan werden, damit für das ie ülben reich lich Zeit bleibt. Iſt für dies üben eine ndere Aufſtellungs 4 der Klaſſe als bei den vorl A gen Übungen nötig, . die Aufſtellung der Klaſſe in offenen Reihen und Rotten zur ueflheng von Freiübungen im Stehen, ſo empfiehlt es ſich, den Übergang aus dem Ziehen der Klaſſe in der Umzugs bahn in dieſe neue Au ufſtellung län gere Zeit des Jahres hindurch immer in derſelben Weiſe und wo möglich im Laufe vornehmen u laſſen, weil dadurch ebenfalls Zeit erſpart werden kann, die dem eigentlichen Üben wieder zugute kommt. Es wäre nun ſehr verkehrt, die erſten Verſuche bei der Erlernung jeder neuen übung unabänderlich an Befehle binden wollen in der Art, daß die übung oder gar nur jeder ein lue ihrer Teile jeweils nur auf beſonderen Zuruf hin(„nach gemacht werden dürfte. Es giebt eben manche übung, die S Schülerinnen viel ſchneller erlernen, wenn man ſie ſich W beim Üben ſelber überl läßt, als wenn ſie mit jeder neuen Be wegung auf einen neuen Zuruf warten müſſen. Den geſchickter unter den ren Schülerinnen wird dies Warten bald! langweilig, weil ſte unnötig, und die andern hätten ohne dies Warten die Übung viel öfter verſuchen und deshalb auch viel ſchneller 2 ernen können. Der Turnlehrer muß ſich daher bei der Vor 98 Lehrverfahren im Turnunterricht. nahme einer neuen üÜbung immer erſt die Frage vorlegen, ob es nicht geraten ſei, jene Übung die Schülerinnen erſt einige Male für ſich verſuchen, d. h. ſie, wie wir es nennen,„in freier Weiſe üben“ zu laſſen. Kann er die Frage bejahen, ſo kommt er— ſchneller zum Ziele, wenn er ſofort nach dem Vorzeigen der Übung zu dieſen freien Verſuchen auffordert Dabei beobachte er die Klaſſe, hilft da und dort nach, und wenn er wahrnimmt, daß der großen Mehrzahl die Übung gelingt, gebietet er Ruhe und geht nun erſt zu der an Befehle gebun — Darſtellung der Übung über. Da ſie nun den Schülerinne faſt keine Sch wierigkeiten mehr macht, ſo hat er den weiteren Vorteil, ſogleich dieſe Übung zu Übungsverbindungen, der leich teren Art wenigſtens, verwe nden zu können. Es kann das hier geſchilderte Verfahren nicht genug empfohlen werden, zumal die Turnenden ſelber an dieſer ungezwungenen Thätigkeit gewöhnlich viel Gefallen finden und ſie als eine ange nehme Abwechslung gegenüber dem Befehlsturnen anſehen Indeſſen läßt ſich das„üben in freier Weiſe“ nicht auf al Fälle, nicht gleich gut in allen Klaſſen und nicht bei allen aae anwenden, z. B. nur ſehr ſelten bei O Ordnungsübungen Es eignet ſich 1 5 für ſchwierigere und zuſan umengeſezl — und für die ſchwierigeren Übungen mit Hand geräten und für viele Übungen an den feſten Geräten. Handelt es ſich um die Erlernung einer Gang-oder eime Hüpfart, bei der das Einüben in freier Weiſe nicht angebrach ſo iſt, falls dieſe Ubung vorzugsweiſe als Vor— odel als Seitwärtsbewegung angewendet wird, wie z. B. das Gehel mit erh, mit Dreitritten, der Hopſergang, das Galopr und das Schottiſchhüpfen u. ſ. w., die auf S. 13 im II. Teil dieſes Werkes angedeutete Verfahrungsweiſe här ifig von gute⸗ Nutzen. Sie beſteht darin, daß man ein Paar der Sch jülerinne nach dem andern, die Geſchickteſten unter ihnen zuerſt, durch d Mitte des Saales, allen—— ſichtbar, ſich in der vorgezeigt Gang⸗ oder Hüpfart fortbewegen und ſich hernach den übrig wieder anſchließen oder an der andern Saalſeite wieder zu Anfangspunkte der Bewegung zurückkehren läßt. Dabei hat m nur der Lehrer gute Ge legenheit; das Können jeder Einzeln „ob nige „in chen, nach dert venn ingt, bun nnen teren leich ohlen genen ange ſehen f alle allen ingen eſetzt Hand einel bracht odel Geher aloph Teil gutel rinnei 91 irch d Lehrverfahren im Turnunterricht. 99 zu prüfen und die ihm nötig erſcheinenden zurechtweiſenden Bemerkungen zu machen, ſondern es gewinnen auch die zu⸗ ſchauenden Schülerinnen eine immer klarere Vorſtellung von der Übung, ſo daß ſie ihnen, wenn ſie ſelber an die Reihe des Übens kommen, um ſo eher gelingt. Dadurch gleicht ſich der Zeitverluſt, der im Nacheinanderüben gegenüber dem Mit einanderüben liegt, mehr als aus. Andre Gang- und Hüpfarten, die nicht raſch genug vor wärts führen, wie z. B. der Wiegegang, das Wiegehüpfen, Doppelſchottiſchhüpfen und dergl., und ſolche, die meiſt nur als Bewegungen an Ort und Stelle oder als Hin- und Herbewegungen zur Anwendung kommen, wie z. B. die Zwirbelarten u. ſ. w läßt man beſſer bei Aufſtellung der Klaſſe in offenen Reihen und Rotten die geſchickteren Schülerinnen wieder in den vorderſten Linien, damit ſie den andern als Vorbild dienen können— in freier Weiſe erlernen, oder man leitet ſie aus andern bekannten Bewegungsarten durch allmähliche Zuſätze zu dieſen oder durch allmähliche Veränderungen derſelben ab, wie dies im II. und III. Teile dieſes Werkes an einer Reihe von Beiſpielen gezeigt wird. Dies iſt auch in der Regel die zweck mäßigſte Art der Einübung von abgeänderten und von zuſammen geſetzten Gang⸗ und Hüpfübungen. 7 fahrens, ſowie überhaupt als ein vortreffliches Mittel zur baldigen Herbeiführung guter, ſicherer und ſchöner Ausführung der ÜUbungen in jeder Turnart, der Freiübungen ebenſo gut als auch der Ordnungs⸗ und der Gerätübungen, muß die von Zeit zu Zeit vorzunehmende Prüfung der gemachten Fortſchritte in Form einer Durchmuſterung des Könnens kleinerer od er größerer Abteilu ngen der Klaſſe oder auch nur einiger einzelnen Schülerinnen bezeichnet werden. Auf dieſes Hilfs mittel iſt auch in der Einleitung zum III. Teile dieſes Werkes OS. 1) aufmerkſam gemacht worden. Man wendet es natürlich nur dann an, wenn die betreffende Übung öfters verſucht worden war und dadurch ſchon eine gewiſſe Ermüdung eintrat, die den ſterung nicht beteiligten Schülerinnen die für Als eine nothwendige Ergänzung des letztgenannten Ver— bei der S bet der Durchmu 7* 100 Lehrverfahren im Turnunterricht. ſie dadurch bedingte Ruhepauſe, in der ſie ja bequem ſtehen dürfen, erwünſcht ſein läßt. Neben dem hiermit gegebenen nützlichen Wechſel von An ſtrengung und von Erholung bietet das genannte Verfahren noch andere wichtige Vorteile dar. Fürs erſte führt es raſch und ſicher zu einer richtigen Vorſtellung der Schülerinnen von ihrer Aufgabe, da die Zuſchauenden faſt durchweg mit großer Teil iahme die üÜbenden beobachten, umſomehr, wenn der Le ehrer nach geſchehener Ausführung der Übung durch die eine Abteilung die andern zu fragen pflegt, ob und was für Fehler ſie hätten. Zum andern weckt ſie in einer der Sache ſehr förd lichen Weiſe den an und für ſich leicht erregbaren em der Mädchen; jede folgende Abteilung will es den andern in der Güte ihrer Leiſtungen zuvor thun. Endlich gewinnt der Turn— lehrer damit eine ſo genaue Kenntnis der Leif iſtung jeder einzelnen Schülerin, wie er ſie auf— Wege kaum erhielte, nument nicht in großen Klaſſen und bei unzureichender Schärfe ſeiner Augen. Er wird dadurch vor der, ihm ſonſt oft erwachſenden irrigen Meinung bewahrt, die Klaſſe habe die Übung ſchon hin länglich ſicher erlernt. Zu dieſem Irrtume wird er um ſo eher verführt, wenn ſein Standort ſtets dem der geſchickteren Schü lerinnen näher war als dem der anderen, und wenn er ſich nicht angewöhnt hat, den Blick über die ganze Klaſſe während ihres Übens hin und her gleiten zu laſſen. In der That lehrt die Erfahrung, daß Turnlehrer, die von der Prüfung und Muſterung ihrer Klaſſe in der ange gebenen Weiſe regelmäßigen und richtigen Gebrauch oft eine erſtaunliche Gleichmäßigkeit in der turne eriſchen Schulur ihrer Klaſſen, ſowie eine ungewöhnliche Sch önheit und 91 ihrer turneriſchen Leiſtungen erzielen. Bei der Einübung von Freiübungen im Stehen verfährt man ähnlich wie bei den Gang- und Hüpfarten. Wird die Turnſtunde in der oben angegebenen Weiſe mit Gang- und Hüpfübungen, bei denen ja mehr die Beine an— geſtrengt werden, eröffnet, ſo empfiehlt es ſich, die nachfolgenden Freiübungen im Stehen vorzugsweiſe mit Armübungen, Je nach der betreffenden Schulſtufe ohne oder mit Belaſtung der ähr 2 Lehrverfahren im Turnunterricht 101 Arme durch Stäbe, Hantel u. dergl., zu beginnen. Man wähle zu dieſem Zwecke, falls man eine aus Arm- und andern Thätigkeiten zuſammengeſetzte übung einzuüben beabſichtigt, die— ſelben Armübungen, die bei den in Ausſicht genommenen zu ſammengeſetzten Übungsformen zur Anwendung gelangen ſollen. Kommen bei einer ſolchen zwei verſchiedene Armbewegungen oder Armhaltungen im Wechſel miteinander vor, ſo laſſe man jede erſt für ſich, dann beide in demſelben Wechſel miteinander üben, wie er Verwendung findet. Je vorgeſchrittener die turneriſche Schulung der Klaſſe iſt, deſto ſchneller wird man damit fertig ſein. Kommen nun in der zuſammengeſetzten Übung, um deren ſchließliche Erlernung es ſich hanoelt, auch zweierlei Bein- oder Rumpfübungen vor, wovon die eine mit der erſten, die andere mit der zweiten Arm- oder Stabhaltung verbunden werden ſoll, ſo laſſe man auch hier wieder zuerſt jede dieſer Bein- oder Rumpfübungen für ſich üben, nun aber gleich mit der betref— fenden, ſchon erlernten Armübung zuſammen, und wenn dieſe vorbereitenden Übungen genügend ſicher gelingen, gehe man ſofort zur Einübur ng ihres Wechſels genau in der Form über, die beabſichtigt war. Man hat alsdann gewöhnlich die Genug thuung wahrzunehmen, daß auf dieſem Wege die Erlernung ſelbſt ſ ſchwieriger zuſammengeſetzter Ubungen den Schülerinnen verhältnismäßig raſch gelingt. Das hier geſchilderte Verfahren, ein größeres Übungsganzes ſeinen Teilen allmählich entſtehen zu laſſen, iſt alſo ebenſo eir fach als ſicher und leidet obendrein viel weniger an der Ein önigkeit des andern Verfahrens, wonach das übungsganze gleich in ſeiner letzten Form in Angriff genommen und ſeine Erler nung durch fortgeſetzte Wiederholungen erſtrebt wird. Auch 8 8 mancherlei Veränderungen zu je nach der beſonderen der Ubungsverbindung, die ja nicht immer ſo geartet ſein wird, wie oben vorausgeſetzt wurde. So bedarf es z. B. manch mal nicht der beſonderen Vornahme der in dieſer eee vorkommenden Armübungen, wenn dieſe nämlich zu leicht zu bekannt ſind, oder ſich nicht ohne Hinzunahme einer— Körperübun ug ausführen laſſen, wie z B. das Tiefſenken des 102 Lehrverfahren im Turnunterricht. Stabes vermittelſt Vorbeugens des Rumpfes. Ein andermal kann die Entwicklung der Übungsverbindung ſo geſtaltet werden, daß dem Rahmen, der durch den in ihr vorkommenden Wechſel von Armübungen gebildet wird„bei jeder neuen Wiederholung dieſes Rahmens erſt die eine der in der Verbindung etwa ent haltenen Beinübungen, ſodann eine zweite Beinübung, endlich eine noch dazu gehörige Rumpfübung oder eine Drehung u. f zugefügt wird, u. dergl. m. Es hat eben in jedem einzelnen Falle der Turnlehrer genau zu erwägen, welches Verfahren das beſte Ergebnis haben würde, und ſich vor ſchablonenmäßiger ndung einer und derſelben Regel zu hüten Die Hauptſache iſt indeſſen immer die, daß die einmal gewählte Freiübung nun auch nach allen Seiten hin für die Unterrichtszwecke ausgenützt wird, ſonſt würde ja die darauf verwendete Mühe und Zeit einer Art Verſchwendung gleichen, ähnlich der, die darin liegt, wenn von einem dargebotenen Nahrungsmittel nur ein wenig genaſcht, das Übrige aber weg geworfen wird. Man wähle daher auch die Übung von vorn herein ſo, daß ſie zur Herbeiführung von genügend vieler, mög⸗ lichſt allſeitiger und wechſelvoller Bewegung, zur Förderung von Kraft, Ausdauer und Gewandtheit der Mädchen dienen kann. In all dieſen Dingen werden die meiſten einfachen Übungs sformen von den zuſammengeſetzten übertroffen. Unter dieſen ſind wieder die ſchon früher(S. 18) erwähnten zwei gliedrigen Übungsreihen, die aus zwei widergleichen vierteiligen übungsfolgen beſtehen, beſonders wertvoll, da die Summe und die Art der in ihnen enthaltenen Bewegungen und Stellungen den oben genannten Bedingungen einer nutzbringenden Freiübung Anwe im allgemeinen gut entſpricht Die turneriſch auszunützenden Einzelheiten einer ſolchen Übung ſind alſo in erſter Linie die dabei vorkommenden ein fachen oder Bewegungen der Arme, der Beine, des Rumpfes u. ſ. w.; ſodann die nach dieſen eintretenden, von der Grundſtellung— und darum auch mehr oder weniger anſtrengenden Haltungen und Stellungen; und endlich die beſondere Art der unmittelbaren Übergänge aus einer ſolchen Stellung in eine andere oder zu einer ganz anders gearteten nal en, ſſel ing mal die auf hen, nen veg orn lög⸗ ung »nen chen nter wei igen und den zung lchen ein der iden oder dlich lchen teten Erlernen bei der ob Lehrverfahren im Turnunterricht. 103 Thätigkeit, z. B. einer gewiſſen Gang- oder Hüpfart. Jede dieſer Einzelheiten ſollte nun auch bei den verſchiedenen Aus führungen der Freiübung gehörig zur Geltung kommen, wenn auch das eine Mal mehr die eine, ein andermal mehr eine andere. Zu dieſem Zwecke werde jedes übungsganze, das ja, wie oben S. 16 bei den zuſammengeſetzten Üübungen im Stehen aus einandergeſetzt wurde, aus mehreren, mindeſtens aus zwei Teilen oder Bewegungen beſteht, von vornherein ſo dargeſtellt, daß jeder dieſer Teile vom nächſten durch einen Halt, d. h. durch ein Dauerſtehen in der neuen, durch die betreffende Bewegung hervorgerufene Stellung, getrennt iſt. Die Dauer dieſes Haltes regle man nacheinander auf zwei verſchiedene Arten: ſie werde zunächſt durch ein beſonderes Befehlszeichen beendet, ſpäter an eine gewiſſe Zeit, meiſt an eine Anzahl von Schrittzeiten des gewöhnlichen Gehens gebunden. Im erſteren Falle kündigt man entweder während des Dauerſtehens der Schülerinnen vor jeder folgenden Bewegung dieſe beſonders an, worauf durch ein Befehls zeichen, den Ruf eines Thatwortes oder einer Zahl oder durch einen Handklapp u. dergl. das Dauerſtehen beendet und die nächſte Bewegung hervorgerufen wird, oder es bleibt die be— ſondere An. vor jeder einzelnen Bewegung weg und nur das Befehlszeichen wird beibehalten. Als Befehlszeichen rweiſt ſich in beiden Fällen am praktiſchſten das Ausrufen der gah, die zugleich angiebt, die wievielte der Bewegungen, aus denen das Ganze beſteht, jetzt gemacht werden ſoll, denn dadurch wird nicht nur die Summe der verlangten Bewegungen allen am anſchaulichſten, ſondern es erleichtert dies auch den Hinweis 4 der Übung, an welche Bemerku ngen irgend der oder lobender oder tadelnder Natur, Fragen u.ſ.w. nzuknüpfen wün iſchenswert erſcheint. Es iſt klar, dassdie Ausführung einer Übung mit Sonder ikünd 8 . digungen für jeden einzelnen ihrer Teile wir nennen 1 trzweg:„üben na ch Befehl“ den Anfang beim einer Übung bilden ſollte. Sie macht ſich von ſelbſt )e 9 Tallen en geſchilderten Entwicklung einer übung aus ihren Tellen. D ieſe geſtattet auch, die Einzelankündigungen möglichſt 104 Lehrverfahren im Turnunterricht. kurz faſſen zu können, was ſchon deshalb nötig iſt, damit das Dauerſtehen der Schülerinnen in anſtrengenderen Haltungen nicht über Gebühr verlängert werden muß. Man wird alsdann auch ſehr bald, oft ſchon nach einer oder zwei Wiederholungen dieſer Art dazu übergehen können, den Schülerinnen zu ſagen: Ihr ſollt jetzt dieſelbe Übung wiederholen ohne beſondere Ankündigung jeder einzelnen Be— wegung, dieſe aber erſt dann machen, wenn ich euch das Zeichen dazu gebe(durch den Zuruf einer Zahl oder in anderer We iſe)l Dies„Üben nach Zählen“, wie wir es nennen, ſtellt zugleich feſt, ob die Schülerinnen die Reihenfolge der zur Geſammtübung gehörigen Bewegungen ſich gemerkt haben, was unbedingt der Fall ſein muß, ehe man zur taktmäßigen Ausführung der Übung vorſchreiten darf. Außerdem ſpart es dem Lehrer Worte und Zeit, die er zu andern Bemerkungen oder für Beſchleunigung des Verlaufes der Übung benutzen kann. Aber er muß ſich hüten, ſeine Befehlszeichen in gleichen Zwiſchenräumen zu geben, und ſein Zählen darf 15 im Takte geſchehen, weil ſonſt die Vorteile dieſer Übungsweiſe Gewöhnung der Mädchen an Ausharren und an raſches Befolgen plötzlich gegebener Befehle— ganz oder zum größten Teile verloren gingen. Haben auf dieſe Art die Schülerinnen gehörige Sicherheit in den einzelnen Teilen der Übung erlangt und deren Reihen— folge ſich gemerkt, wovon der Lehrer ſich noch außerdem durch eine Muſterung der einzelnen Abteilungen der Klaſſe vergl. S. 99 u. f.) überzeugen ſollte, ſo folgt nun das„Üben im Takte“, d. h. die Wiederholung der Übung 2 daß jede der zur übung gehörigen Bewegungen in der erſten von vier oder von drei oder von zwei Schrittzeiten zu geſchehen hat, in den Zwiſchenzeiten aber bewegungsloſes Stehen ſtattfindet. Der Lehrer kündigt dies vorher etwa in dieſer Weiſe an: Dieſelbe d. h. die vorhin geübte) ÜUbung im Takte, jede Bewegung in der erſten von 4(3, 2 Schritt-) Zeiten! Er zählt alsdann der Sicherheit halber noch einmal den Takt vor und ruft nach kurzer Pauſe ein paſſendes Thatwort, das zugleich die erſte Be wegung oder, wenn dieſe eine z. B. aus einer Arm- und einer Beinthätigkeit zuſammengeſetzte iſt, die eine dieſer Thätigkeiten be e das gen heit jen⸗ urch rgl. im jede vier Der elbe Jin der nach Be iner Ube i Lehrverfahren im Turnunterricht. 105 zeichnet. Das Wörtchen: 1 Übt! klingt als Thatwort zu ſchlecht um ſeinen Gebrauch hierbei empfehlenswert erſcheinen zu laſſen. Am ungeeignetſten als Thatwort iſt der Ruf: Eins! weil dadurch immer einige Turnerinnen veranlaßt würden, mit der zweiten Bewegung auf den Ruf: Zweil, der jedoch nicht erfolgt, zu warten, wodurch ſogleich Unordnung in das Üben gebracht würde. Aber es iſt doch ratſam, das Takthalten der Turnerinnen, von denen man nicht ſofort ein bei allen gleichmäßig entwickeltes Taktgefühl verlangen kann, in irgend einer Weiſe, durch Winke oder durch Handklappen oder durch halblautes Mitzählen u. dergl. zu unterſtützen. In der Ankündigung des Taktturnens iſt zugleich anzugeben, wie oftmal die übung nacheinander gemacht, oder ob ſie bis zum Rufe: Halt! wiederholt werden ſoll. Das letztere iſt das empfehlenswertere, weil der Lehrer dabei die Regelung der Be wegungsſumme mehr in der Hand hat und durch Zurufe den Über gang aus einer Taktart in die andere ohne Zeitverluſt bewirken kann. Im allgemeinen thut man gut, das Üben im langſameren Takte dem im ſchnelleren Takte vorausgehen zu laſſen. Jenes fällt den Schülerinnen meiſt leichter, namentlich wenn die ein zelnen Bewegungen zuſammengeſetzter Natur ſind und wenn ſchwierigere Stabſchwünge dabei vorkommen; auch kommen bei ihm die einzelnen Stellungsarten mehr zur Geltung. Der ſchnellere Takt erfordert größere Sicherheit und Raſchheit der Schülerinnen in ihren Bewegungen; fehlt dieſe, ſo bringt die raſchere Folge der Bewegungen überſtürzendes Haſten und ſtörende Ungleichmä ßigkeit in der übungsdarſtellung hervor. Iſt die erforderliche Sicherheit aber vorhanden, ſo hat der ſchnellere Takt den Vorteil, das Üben lebendiger und anſprechender zu ge ſtalten, ſowie in derſelben Zeit mehr Bewegung zu gewähren. Darum iſt bei leichteren Übungen ſtets der 2/ Takt vorzuziehen; in einer Reihe von Übungsfällen, z. B. beim Armſchwingen, beim Armſtoßen, bei den Tupftritten u. ſ. w., iſt es ſogar rat ſam, 3 jeder Schrittzeit auch eine Bewegung machen zu laſſen 3 Während oben angenommen wurde, daß jede Bewegung raſch, alſo in nur einer Schrittzeit vollendet werde, ſind aber manchmal, namentlich bei Rumpfübungen, dieſe Bewegungen 106 Lehrverfahren im Turnunterricht. in der Dauer von zwei, ſelten von mehr Zeiten anzuordnen. In der Mehrzahl der Fälle iſt jedoch die raſche Bewegung, weil ſie gewandter macht, als Regel feſtzuhalten und als Be— weis größeren Geſchickes anzuſehen. Gelingt nun die in Angriff genommene Übung auch im Takte, ſo iſt damit ihr Nutzen für den Unterricht noch nicht ganz erſchöpft. Hat ſie überhaupt einen ſolchen, wie ja ſtets vorausgeſetzt werden muß, ſo verdient ſie auch weitere Wiederholungen. Dieſe müſſen aber den Schülerinnen wieder eine Neuheit bieten, eine neue Aufgabe ſtellen. Eine ſolche liegt z. B. darin, die übung nun auch in anderer Stellung der Klaſſe, oder in Reihen und in Rotten nach wider— gleichen Richtungen, oder in den einzelnen Abteilungen der Klaſſe nacheinander oder in kanonartiger Weiſe mit ungleich zeitigem Beginnen auszuführen, oder ſie ſo zu ändern, daß die einzelnen dazu gehörigen Bewegungen und Stellungen in einer andern Reihenfolge zur Darſtellung gelangen, und was der gleichen mehr iſt. Eine der empfehlenswerteſten Anordnungen dieſer Art beſteht in der Wiederholung der Übung unmittelbar vor und nach einer, zwiſchen die Wiederholungen eingeſchalteten anders gearteten Übung, namentlich nach einer Geh- oder einer Hüpf oder einer Ordnungsübung, die ſelber wieder von einfacher oder von zuſammengeſetzter Natur ſein kann. Das Neue bei dieſen „Wiederholungen nach Zwiſchenübungen“ liegt haupt ſächlich in den Übergängen von der einen Übungsart zur andern, deren ſicheres Gelingen die Gewandtheit der Schülerinnen wieder in einer anderen Weiſe in Anſpruch nimmt und fördert, als es die Freiübung im Stehen für ſich allein thut. Noch wirk— ſamer und gefälliger wird dieſe Art des Übens, wenn man die Wahl der Zwiſchenübungen ſo trifft, daß dadurch jede Wieder— holung der Freiübung im Stehen in einer andern Stirnrichtung der Turnerinnen ſtattfindet. In dieſem Falle ſtellt ſich ge wöhnlich eine viermalige Wiederholung der Übung überdies als ein abgeſchloſſenes Ganzes von reigenartiger Geſtalt dar. Mit der Vornahme ſolcher„Zwiſchenübungen“ warte man indeſſen nicht, bis man zur taktmäßigen Ausführung einer Lehrverfahren im Turnunterricht. 107 Freiübung im Stehen gelangt iſt. Es iſt nämlich nicht rätlich, die Schülerinnen allzulange auf derſelben Stelle ſtehen zu laſſen; dies würde ihnen das Stehen und die Freiübungen im Stehen noch weniger anziehend erſcheinen laſſen, als es ohnehin der Fall iſt. Man laſſe daher Stehen und Fortbewegung häufiger miteinander wechſeln, wenn es ſich auch dabei nur um Fort bewegungen auf kleineren Strecken(hin und her, im Viereck, im Kreuz und dergl.) handeln ſollte. Nur darf dieſe Zwiſchen bewegung nicht allzu kurz ſein, etwa nur aus 4 bis 8 Schritten von Ort, oder gar nur aus ein paar Schritten an Ort beſtehen, denn dies würde ihrem Zwecke in keiner Weiſe entſprechen. Einerſeits müſſen die ihr vorausgegangenen Freiübungen im Stehen die Schülerinnen auch einigermaßen angeſtrengt haben, alſo nicht aus nur 2 oder 4 Bewegungen beſtehen, ſonſt wäre der Eintritt der nun folgenden, eine gewiſſe Erholung gewähren ſollende Zwiſchenübung nicht genügend gerechtfertigt. Andrer ſeits muß wieder die Dauer der Zwiſchenübung groß genug ſein, damit die mit ihr verknüpfte Erholung mit der voraus gegangenen Anſtrengung auch im richtigen Verhältniſſe ſteht. Wie lange jede der miteinander wechſelnden Übungsarten dauern darf, hängt natürlich von ihrer Beſchaffenheit ab; im allgemeinen kann man aber behaupten, daß beim Taktturnen in der Mehr zahl der Fälle dieſe Dauer nicht unter 16 und nicht über 32 Schrittzeiten betragen ſollte. Aus gleichen Gründen unterbricht man auch ſchon das oben erwähnte„Üben nach Befehl“ oder „nach Zählen“ durch ſolche Zwiſchenübungen im Gehen oder im Hüpfen oder durch Ordnungsübungen und entwickelt dieſe unter Umſtänden allmählich in ähnlicher Weiſe wie die Frei übung Stehen bis zu der Form, in der ſie ſchließlich mit lener zuſammen in ununterbrochener Folge zur Darſtellung gelangen ſoll. Auf dieſe Weiſe kann der geſchickte Turnlehrer 0 Leichtigkeit nach und nach reigenartige übungsgebilde aus — hervorgehen laſſen, denen er dann, als letzte gsſorm, noch die Begleitung durch Muſik zugeſellt. Wie uhnlichek Weiſe auch größere und mannigfaltigere Übungs —— allmählich entwickelt werden können, iſt auf S ng zum III. Teile dieſes Werkes nachzuleſen. 108 Lehrverfahren im Turnunterricht Wieviel Zeit nötig iſt, um eine Freiübung im Stehen durch alle oben angedeuteten Entwicklungsſtufen und Darſtellungs— formen hindurch zu führen, hängt ebenſoſehr von der Schwierig keit der Übung wie von der turneriſchen Vorbildung der Schü lerinnen ab. Iſt erſtere nicht ſehr groß und zugleich letztere ſchon vor geſchritten, ſo kann ein erfahrener Lehrer öfters in einer einzigen Turnſtunde, d. h. in dem Zeitabſchnitt dieſer Stunde, der für ſolche Übungen vorbehalten iſt, damit zuſtande kommen, im andern Falle wird er wohl in mehreren Stunden damit zu thun haben. Dies wird gewöhnlich auch im Anfange des Schuljahres der Fall ſein; ſobald aber die Mädchen ſich in dieſe Arten des Übens eingelebt haben, geht es damit immer raſcher. Und es iſt nicht zu beſorgen, daß dieſe öfteren Wieder holungen derſelben ÜUbung die Schülerinnen mehr langweilten, als es bei ſtets neuen Übungen der Fall wäre, denn jede Wiederholung in der oben angegebenen Art ſtellt ihnen ja auch eine neue Aufgabe. Ebenſowenig iſt zu befürchten, daß auf dieſe Art im Verlaufe eines Schuljahres nur wenig Übungsarten durchgearbeitet werden könnten, denn ſo langſam im Anfange auch der Fortſchritt erſcheint, umſomehr geſtattet die damit gewonnene gute Grundlage ſpäter ein raſcheres Voranſchreiten, als ſonſt möglich wäre. Und überdies iſt alles auf dieſem Wege Gelernte ſicheres Eigentum der Schülerinnen geworden, das ſie jedem zufälligen Beſucher ihrer Turnſtunde als Beweis ihrer Fertigkeit vorzuführen allzeit bereit ſind. Einfacher geſtaltet ſich die Einübung einer Ordnungs übung. Meiſt ſchon nach einer kurzen Erklärung, wo möglich im Anſchluß an eine verwandte, von der Klaſſe früher erlernte Übung, wird ſich eine Reihe von Freiwilligen finden, die die Übung vorturnen können, und gewöhnlich wird alsdann das Nachturnen der Klaſſe ohne großen Zeitaufwand gelingen. Deshalb kann man damit ſchon während des die Stunde ein leitenden Umzuges der Klaſſe vorgehen, indem man den Umzug auf einen Augenblick unterbricht, die neue Ordnungsübung, falls ſie der vorhandenen Aufſtellungsform der Klaſſe entſpricht, ver ſuchen läßt und ſie dann, bei Fortſetzung des Umzugs, ſogleich mit R ee en ig jü de ich en ge lit n, m Lehrverfahren im Turnunterricht 109 den dabei vorzunehmenden andern Übungen in irgend eine Ver bindung bringt. Oder man ſchaltet die Erlernung der Ord— nungsübung zwiſchen die Wiederholungen einer Freiübung im Stehen ein, und dies vorzugsweiſe dann, wenn man beabſichtigt, ſchließlich beide Übungen in irgend einer Art zu einem größeren Übungsganzen zu verbinden. Überhaupt kann die Verbindung der Ordnungsübungen mit andern Freiübungen als mit dem Gehen nicht frühzeitig genug in Angriff genommen werden, da die Ordnungsübungen für ſich allein reine Aufmerkſamkeitsübungen ohne ſonſtigen turneriſchen Wert ſind. Sind auf dieſe Weiſe auch andere Ordnungsübungen ähnlicher Art, z. B. verſchiedene Arten des Umkreiſens oder des Schwenkens u. dergl., eingeübt worden und hat man dabei Rückſicht auf ihre rhythmiſche Gleichheit in der Anordnung ge nommen, ſo laſſen ſich nach und nach dieſe Übungen unſchwer zu einem größeren Übungsganzen in Form eines Reigens zu ſammenſetzen. Es iſt deshalb wohl nicht nötig, hier weiter auf die Art einzugehen, wie ein Reigen im Schulturnen zuſtande kommen ſollte. Es ſei nur noch die Notwendigkeit hervor gehoben, jeden Liederreigen, bei dem alſo nicht gehüpft werden darf, auch mit Erſetzung des Gehens durch Hüpfarten ohne Geſang, aber mit Muſik ausführen zu laſſen, damit er als Erzeuger auch turneriſch wertvollerer Bewegungen erſt die wahre Daſeinsberechtigung erhalte Schließlich mögen die in obigen Auseinanderſetzungen ent— haltene 8 8 8 7 haltenen Hauptgeſichtspunkte, nach denen bei Auswahl und Betrieb der Frei- und Ordnungsübungen im Turnunterricht u verfahren wäre, noch einmal kurz zuſammengeſtellt ſein:“ le und lebhafte, aber leichte Bewegungen; anſprechende, ge ige, und wo immer thunlich, auch ſpielartige und erheiternde Form derſelben; die Anordnung der Übungen zu einem möglichſt abgerundeten Ganzen, deſſen Dauer nicht zu klein iſt, um noch notige Anſtrengung zu gewähren, und nicht zu groß, um erſchöpfen und um entweder in Eintönigkeit oder in eine, Vie u fäll Jie Ule Stehe auch S. des Vorwortes zum II. Teile dieſes Werkes 110 Lehrverfahren im Turnunterricht. die Faſſungskraft der Schülerinnen zu ſehr in Anſpruch nehmende Künſtelei zu verfallen; allmählich ſteigende Entwicklung einer einfachen übungsform zu zuſammengeſetzteren; die Durch führung eines einheitlichen turneriſchen Gedankens in derſelben Turnart während einer oder mehrerer ſich folgenden Unterrichts ſtunden, kein buntes Allerlei zuſammenhangsloſer Übungsarten und dennoch reger Wechſel manigfacher Bewegungen; vorzugs— weiſe rhythmiſche Geſtaltung der Ubungen, wo möglich mit Begleitung durch uſik, jedoch ohne Vernachläſ ſſigung des Turnens der einzelnen Bewegungen, aus denen eine Übung beſteht, nach Sonderbefehlen, das gewiſſermaßen als vorbereitende Übung dem taktmäßigen Turnen vorauszugehen hat; Laufen und Hüpfen als die Hauptſache, Gehen und Ordnungsübungen dagegen nur als Beiwerk, Zuordnung und Zwiſchenübung zum Zwecke der Erholung und der Verzierung; kein unvermitteltes Eindrillen von Reigen und doch alle Anordnungen in reigen artige Übungsverbindungen auslaufend. Nach der oben gegebenen Darſtellung des Verlaufes einer Turn ſtunde ſollte deren erſter Teil alſo den Frei- und den Ordnungs übungen gewidmet werden. Dieſe haben ſich aber mit den Gerät übungen und den Turnſpielen in die Stunde zu teilen; ſie können und dürfen daher höchſtens die Hälfte der Turnzeit in W5 ſpruch nehmen, ja ſie dürfen ſogar zu Gunſten der andern Übungen manchmal großenteils oder ganz wegfallen; wann und wie oft, muß ſich nach den Umſtänden, nach örtlichen Verhältniſſen, nach dem Alter und den Neigungen der Schülerivnen, nach ihren Fortſchritten in den einzelnen Turnarten u. dergl. richten. Jedenfalls ſollte mindeſtens die ganze zweite Hälfte der Turn ſtunde dem Gerätturnen und dem Turnſpiele vorbehalten bleiben. Bietet die Turnſtunde den Mädchen nichts als Ordnungs und Freiübungen, ſo kann ihnen dies wohl eine Zeitlang gefallen, ſolange nämlich als der Reiz der Neuheit dieſes Turnens dauert, oder ſolange eine geſchickte Unterrichtsleitun es verſteht, die genannten Übungen anziehend zu geſtalten Aber weder das eine noch das andere hält lange genug vor um die Turnluſt der Mädchen dauernd dabei rege zu erhalten Ge M nde iner irch ben hts rten 3 Lehrverfahren im Turnunterricht. NA! Sie fühlen es wohl ſelbſt heraus, daß ſie auf dieſe Weiſe körperlich nicht genügend und nicht allſeitig gefördert werden. Die eigenartigen Anſtrengungen und Anregungen, die die Be wältigung von äußeren Bewegungshinderniſſen gewähren, wie ſie die Gerätübungen und die Turnſpiele mit ſich bringen, ſind durch nichts andres zu erſetzen, und da ihr Nutzen für die körperliche Entwicklung und die Geſundheit der Schülerinnen unbeſtreitbar größer iſt' als der von Ordnungs- und von Frei übungen, ſo iſt damit wohl die oben aufgeſtellte Forderung bezüglich der Dauer der für Gerätübungen und Turnſpiele zu verwendenden Zeit hinlänglich gerechtfertigt. Die Aufſtellung der Klaſſe für die Gerätübungen iſt eines von den oben erwähnten nebenſächlichen Vorkommniſſen in einer Turnſtunde, mit denen nicht viel Zeit verloren werden ſollte. Statt daher die Klaſſe in ſtrenger Ordnung durch eine Reihe von B zefehlen aus ihrer A lufſte llung, die ſie bei den den Gerätübungen vorausgehenden Übungen(z. B. im Stehen inne hatte, in die Aufſtellung vor dem Geräte hinzuführen eine Sache, die faſt immer zeitraubend ausfällt—, thut man beſſer, für jede Art von Geräten eine beſtimmte Aufſtellungsweiſe der Klaſſe gleich im Anfange des Schuljahres feſtzuſetzen und den Gebrauch einzuführen, daß auf ein beſtimmtes Befehlswort 15(6. B. auf den Ruf: Zur Auff tellung vor den wagerechten Leitern— lauft!) die Klaſſe ſich in aufgelöſter Ordnung und in raſcheſter Weiſe an den bezeichneten Ort begiebt und ſich 5 im der ein für allemal feſtgeſetzten Ordnung aufſtellt Damit gewinnt man nicht nur Zeit, ſondern ſpart ſich auch Mühe und hat obendrein die Genugthuung, durch den eintretenden Wechſel von feſter und von loſer O rdnung den Mädchen Erleichterung und Vergnügen verſchafft zu haben. Macht es die Beſchaffenheit der Geräte nötig, ſie für den Gebrauch erſt herzurichten, ſo ſollte man dieſe Gerätaufſtellung, ſoweit es irgendwie ausführbar iſt, immer durch die Mädchen ſelber beſorgen laſſen. Denn es kann dies Geſchäft in vielen Hle mals ein Stück angewandter Turnkunſt behandelt und als K. weiteres Hilfsmittel für die Erziehung der Mädchen zu braktiſchem Geſchick verwendet werden. Zu dieſem Zwecke muß 112 Lehrverfahren im Turnunterricht ihnen für jeden beſonderen Fall genaue Anleitung, wie die Sache jedesmal zu machen ſei, gegeben und dies Holen und wieder Entfernen der Geräte einigemale als beſondere Übung angeordnet werden. Alsdann ſetzt man eine gewiſſe Reihenfolge der mit der Gerätbeſorgung beauftragten Schülerinnen feſt, für die nun der Ruf zur Aufſtellung der Klaſſe vor dem betreffenden Geräte zugleich die Aufforderung, ihres Amtes zu walten, in ſich ſchließt. Wie die Klaſſenaufſtellung vor einer Gerätart am beſte anzuordnen iſt, hängt von dem dazu verfügbaren Raume ab. Wenn irgend möglich, wähle man ſie derart, daß ſie für mehrere Gerätarten zugleich verwendbar iſt. Am meiſten empfiehlt es ſich, die Klaſſe in einer Linie, mit der Stirn nach dem betreffenden Geräte hin, aufzuſtellen, ſei dieſe Linie nun gerade oder bogen förmig oder ein Kreis u. dergl. Die Schülerinnen können dann alle ſich das anſehen, was am Geräte vorgeht, und der Lehrer kann ſie gut überwachen. Beide Vorteile gehen, zum Teil wenigſtens, verloren, wenn die Schülerinnen einzeln oder it Reihen hintereinander ſtehen; am wenigſten paßt dies fün ſchlechtgezogene Klaſſen. Das bisher Geſagte beruhte auf der Vorausſetzung, daß die ganze Klaſſe an demſelben Geräte turnen ſoll. Es giebt aber noch eine andere Einrichtung des Gerätturnens; das iſ das Riegenturnen, wobei die Klaſſe in kleinere Abteilungen Riegen genannt, von etwa 8 bis 10 Turnerinnen eingeteilt iſt und dieſe ſich an verſchiedenen Geräten und ſomit gewöhnlich auch an verſchiedenen Stellen des Turnſaales üben. Iſt aber für alle dieſe Riegen nur eine Lehrkraft vorhanden, was wohl hl in den allermeiſten Schulen der Fall ſein dürfte, ſo muß für dieſe eine Stellvertretung in jeder Riege geſchaffen werden dern Worten: jede Riege muß eine Vorturnerin oder Führern Ahaben, die die Aufſicht führt, vorturnt, Hilfe giebt, verbeſſer . Es iſt klar, daß eine ſolche Übungsweiſe nur bei reiferen, ſelbſtändigeren und gut geſchulten Mädchen am Platze iſt, bei denen man nicht zu beſorgen hat, daß es unordentli ich im Turnen zugeht und ungeſchickte Sachen vorkommen. Cs dürfte daher ein ſolches Turnen auf die Oberklaſſen in höheren Mädchenſchulen ſowie auf die Zöglinge der Lehrerinnenſeminare iieie ſache ieder dnet ließt. eſter ab. hrere daß giebt is iſt ngen t iſt ynlich aber wohl Lehrverfahren im Turnunterricht. 113 zu beſchränken ſein. Dort bringt es ohnehin öfter den Vorteil größerer Beteiligung und Anſtrengung der Schülerinnen beim Gerätturnen mit ſich, da die erwachſenen Mädchen aus aller— and Gründen, oft nur ihrer Kleidu ing wegen, an ſich ſchon vielfach dem Turnen namentlich an Hanggeräten weniger zu gethan ſind als jüngere Schülerinnen und ſich noch mehr davor ſcheuen, wenn ſie ſich von allen ihren Mitſchülerinnen und vom Lehrer beobachtet wiſſen.“ Die Anwendr ung dieſes Riegenturnens macht es übrigens erforderlich, daß der Lehrer jeder Riege beſon dere Turnaufgaben zuweiſt und ſich von ihrer Löſung auf irgend eine Weiſe verläſſigt. In allen übrigen Fällen iſt aber das Klaſſenturnen, h. die unmittelbare Leitung des Gerätturnens durch en Lehrer vorzuziehen. Nur muß es ſo eingerichtet ſein daß dabei die Reihe des Übens an jedes einzelne Mädchen nicht zu ſelten und nicht zu oft kommt, nämlich ſo oft, daß die Bröße der Bewegung und der Anſtrengung bei dem Üben im rich — Verhältnis zur Dauer der Erholungspauſe zwiſchen je i Übun ngen ſteht. In den meiſten Fällen wird dieſes Ver hä almis erreicht, wenn in einer Klaſſe von 30 bis 40 Schülerinnen vier zugleich turnen. Um dies möglich zu machen, müſſen mnach die Geräte in entſprechender Anzahl vorhanden ſein Der Wechſel der im Üben ſich ablöſenden Mädchen iſt ebenfalls eine Sache, die mit dem geringſten Maß ufwand von Zeit vor ſich gehen muß. Daher meide man alle geſuchten nd künſtlichen Formen dieſes Wechſels, die erſt mühſe am erlernt werden mi üſſen und gegen die doch alle Ar igenblicke gefehlt wird, was dann wieder zu Zeit—— durch Tadel, Verbeſſerungen, Wiederholungen u u. dergl. Anl ind die beſten, und dieſe elbſt heraus. D giebt. Die einfachſten Formen fin die Mädchen in kurzer Zeit von en Luxus künſtlicher, gefällig wirken ſollender Formen in dieſen Dingen geſtatte man ſich höchſtens zum von Schauſtellungen, bei öffentlichen Prüfungen u. de Für den I. 3 1 85 Fur den Fall, daß eine Klaſſe ein ganze Stunde Ie dergl. de SoY 2* e den Geräten aber erſt in der zweiten Hälfte der men ſoll, muß ich hier eine Maßregel empfehlen, die ielleicht nchem wie eine turneriſche Ketzerei vorkommen wi Ich 114 Lehrverfahren im Turnunterricht. meine nämlich, man ſolle alsdann die Mädchen, die nicht an der Reihe des übens am Geräte ſind, ſich auf bereit gehaltene Bänke u. dergl. ſetzen laſſen. Das thatloſe Stehen, während andere üben, an und für ſich den Mädchen läſtig, wird vielen geradezu zur Qual, nachdem ſie vorher durch eine faſt halbſtündige Anſtrengung in Freiübungen ſchon einigermaßen ermüdet worden ſind und wenn dieſe Ermüdung noch durch einige Gerätübungen geſteigert wurde. Unter dieſer Ermüdung leidet nicht nur die Ausführung der folgenden Übungen not, ſondern es kann auch leicht die Geſundheit der Mädchen dabei zu Schaden kommen. Dies trifft ſicher bei den ſchwächlichen und den zur Bleichſucht geneigten Mädchen zu, deren Anzahl ja heutigen Tages nicht gering iſt. Der beſte Beleg aber für die Zweckmäßigkeit der hier empfohlenen Maßregel iſt die freudige Zuſtimmung, die ſie bei den Turnerinnen findet Daß aber bei Gerätübungen, die einen raſchen Wechſel der Übenden be dingen, wie z. B. die meiſten Ubungen am langen Schwingſeil, an den Schwebeſtangen u. dergl., das Sitzen der übrigen Schülerinnen unnötig, ja ſtörend ſein würde, braucht wohl kaum beſonders erwähnt zu werden. Die Frage, in welcher Reihenfolge die Geräte an zuwenden ſeien, iſt dahin zu beantworten, daß man am beſten thut, mit Geräten, an denen mehr der Oberkörper an geſtrengt wird(wagerechte Leiter, Schaukelringe u. ſ. w.), und mit ſolchen, an denen mehr der Unterkörper bethätigt iſt Schwingſeil, Schwebeſtangen u. ſ. w.), zu wechſeln. Es iſ aber damit nicht gemeint, daß ein ſolcher Wechſel in jeder Stunde ſtattfinden müſſe. Dies iſt nur der Fall, wenn in derſelben Turnſtunde an zwei verſchiedenen Geräten geturnt werden ſoll. Im andern Falle kann jener Gerätwechſel ganz wohl auch von Stunde zu Stunde oder gar erſt nach ein paal Stunden eintreten, wenn man nämlich die unter Umſtänden gerechtfertigte Abſicht hat, in emer gewiſſen Übungsart die Schülerinnen erſt zu einiger Sicherheit zu bringen, ehe man zu 0 einer andern Turnart übergeht, und wenn dieſe Abſicht bei längeren oder öfteren Unterbrechungen des Ubens nur durchführbar wäre. rhin iſt es ratſam, die Wahl der in den dige aber be ſeil, igen vohl turnt ganz paar inder die — im zu — t bei chwa U V N ber Lehrverfahren im Turnunterricht. 115 ſelben Turnſtunde vorzunehmenden Gerät- und andern übungen ſo zu treffen, daß ſie einander hinſichtlich allſeitiger Thätigkeit der Schülerinnen möglichſt ergänzen. Das Verfahren bei der Einübung einer Gerätübung beruht in der——— auf denſelben Grundſätzen wie bei den Freiübungen: möglichſt Anſchluß an früher Gelerntes; kurze Erklärung Aufruf von Freiwilligen zum Vorturnen; wenn irgend thunlich die erſten Verſuche des Erlernens„in freier Weiſe“, ohne beſondere Befehle für Antreten, für Beginnen der Übung u. dergl., unter Mitwirkung von Abteilungsführerinnen, die vorturnen, Hilfe geben und auf die m Üben auf merkſam machen; Verweilen bei derſelben Übi ung, bis ſie ſicher erlernt iſt; bei jeder neuen Wiederholung eine neue Vorſchrift für die beſondere Art der Ausführung, zuerſt nur die Haupt beſtandteile der Übung betreffend, nach und nach auch auf das mehr Nebenſächliche ausgedehnt, auf die Art der Körperhaltung, auf die Art und Zahl der einzelnen, bei der Übung v borkommenden Bewegungen, auf die Zeitdauer der übung und ihrer Teile (Anordnung der übung in Form von Dauer- und von Wett übungen), auf die Regelung einer beſtimmten Rihenfolge der Übenden, u. ſ. w.; zeitweilige Muſterung der Fortſchritte einzel ner Schülerinnen oder einzelner Abteilungen der Klaſſe; ſchließ lich als letzte Darſtellu ungsform und als höchſte Leiſtung der Klaſſe in dieſer Ubr ungsart deren taktmäßige Ausführung bei ununter brochener Reihenfolge der übenden und mit Muſikbegleitung. Es liegt auf der Hand, daß nicht bei jeder Gerätübung alle Einzelheiten des eben angedeuteten Verfahrens angewendet werden können, daß dieſe oder jene der erwähnten Darſtellungs formen ganz übergangen werden muß oder nur flüchtig berührt zu werden braucht. Es iſt eben Sache des Turnlehrers, in ledem einzelnen Falle das Richtige und Notwendige herauszu und dieſem auf Koſten des entbehrlich Erſcheinenden Spielraum zu gewähren nehr mehr Ddus eine ine mag nur noch erwähnt ſein, daß neben dem Ge erätturt nen mit beſtimmten Aufgaben das Gerätturnen frei 5 1— reier Wahl der Ubung durch jede Schülerin, das ſog ſeine Stelle finden kann. Dies eignet ſich 116 Lehrverfahren im Turnunterricht für ältere und vorgerücktere Schülerinnen ſowie für die, die mit einer geſtellten Aufgabe früher fertig geworden ſind als ihre Abteilungsgenoſſinnen. Die Zeitdauer des Turnens der Klaſſe an demſelben Geräte in einer Turnſtunde iſt auf etwa 15 bis 20 Minuten zu beſchränken, ſofern dabei die Reihe des Übens hinlänglich oft an jede einzelne Schülerin kam. Wie oft dies geſchehen ſollte, hängt natürlich von der Natur der aus zuführenden übungen ab. Beanſpruchen dieſe ziemlich viel Zeit und An⸗ ſtrengung, wie z. B. viele übungen am Rundlauf, an den Schaukelringen, an den wagerechten Leitern, ſo wird es genügen, wenn jede Schülerin vier- bis fünfmal übte, vorausgeſetzt, da 5 die Zwiſchenzeit des Nichtübens im richtigen Verhältniſſe zur gemachten Anſtrengung ſtand. Bei ſchneller vorübergehender und weniger anſtrengenden Ubungen, wie z. B. bei vielen Übungen am langen Schwingſeil und an den Schwebeſtan kann aber die Häufigkeit des Übens eine viel größere ſein. Iſt dagegen die Anzahl der vorhandenen Geräte derſelben Art im Vergleich zur Größe der Klaſſe zu gering, um ein ngemeſſenes Maß von Anſtrengung und Bewegung den Schü lerinnen unter allen Umſtänden verſchaffen zu können, ſonn 6 man ſich entweder auf die kürzer dauernden Übungen an dieſem Geräte beſchränken, oder man muß gleichzeitig an Geräten ver 1566 Uß ſchiedener Art turnen laſſen. Letzterer Fall verurſacht freilich dem Lehrer mehr Schwierigkeiten, da alsdann bei der nicht zu umgehenden unmittelbaren Bea Uifſichtigung und Leitung der Klaſſe durch den Lehrer dieſer zu beſonderen Maßnahmen genötigt iſt, die wohl überlegt ſein wollen, ſich aber leichter reffen laſſen, wenn die zu verwendenden Geräte nebeneinander verden können. Dem Turnſpiele(vergl. S. 73 u. f.) widme man immer aufgeſtellt w nur den letzten Teil der Turnſtunde, denn es liegt auf der Hand, aß der übergang von der ſtrengeern Ordnung beim geregelten Turnen zur freieren und munteren Bewegung im Spiele weit mehr als der umgekehrte Fall den Schülerinnen zuſagt und frucht iſt. Nur wenn der Turi iſtund)e noch eine andere Lehr ſtunde folgen ſoll und die Schülerinnen beim Spielen ſich etwas Lehrverfahren im Turnunterricht. 7 erhitzt und aufgeregt haben, kann es gut ſein, ſie vor Schluß der Stunde nach dem Spiele noch einige wenige Minuten lang geordnet und in ruhiger Gangart hin und her zu führen. Daß man die Spiele, wenn die Raumverhältniſſe und die Witterung es geſtatten, im Freien vornehmen läßt, verſteht ſich von ſelbſt. Im anderen Falle iſt aber auch gegen das Spielen im Turnſaale, falls dieſer gut gereinigt und gut gelüftet iſt, gar nichts einzuwenden. Mit dem Wechſeln der Spiele verhält es ſich ähnlich wie mit dem Wechſeln der Übungen in andern Turnarten: erſt muß ein Spiel gut erlernt ſein, ehe es mit einem andern ver tauſcht werden darf. Und ſo lange es gern geſpielt wird, was ja gewöhnlich erſt nach dem Spielenkönnen eintritt, ſetze man es nicht von der Tagesordnung ab, damit es für Erziehung und Geſundheit der Schülerinnen möglichſt ausgenutzt wird. Es wird ſich bald zeigen, daß die Mädchen in jeder Jahreszeit andere Spiele bevorzugen; dieſen Neigungen komme man un bedenklich entgegen. Wieviel Zeit in der Turnſtunde auf das Spiel zu verwenden und wie oft geſpielt werden ſolle, das ſind Fragen, deren Be antwortung zum Teil ebenfalls von der Jahreszeit, zum anderen Teil aber auch von den gegebenen Verhältniſſen und von dem Alter der Schülerinnen abhängt. An ſchönen Tagen des Frühlings und des Herbſtes iſt die Spielluſt der Jugend reger als an naſſen und kalten oder an heißen Tagen; daher iſt es an den erſteren ganz am Platze, ein- und das andere Mal die Hälfte der Turnſtunde oder noch mehr Zeit auf das Spiel zu verwenden. Zu andrer Zeit, beſonders wenn andrer Unterricht nachfolgt, ſind 15 bis 20 Minuten Spielzeit ausreichend. Dann kann wohl auch Stunde um Stunde das Spiel einmal ganz ausgeſetzt werden. Venn der Lehrer fürchten iſdas ſehr gut, denn es regt dies den Spieleifer der Mädchen ungemein an und beſchleunigt beſonders die Erlernung eines neuen Spieles Sa; 8 13 Spieles. Spielt er aber nicht mit, ſo miſche er ſich auch nie nicht weiter in das Spiel als nötig iſt, um die Beobach ſel ſelber mitſpielen kann und mag, ohne zu müſſen, damit ſeiner Würde etwas zu vergeben, ſo 1 118 Lehrverfahren im Turnunterricht. tung der Spielregeln zu ſichern und um Streitigkeiten zu verhüten. An manchen Schulen herrſcht der Brauch, daß die Klaſſen, wenigſtens die der jüngeren Schülerinnen, geordnet vom Lehrſaal in den Turnſaal ziehen und ebenſo geordnet nach der Turnſtunde ſich wieder zurückbegeben. Mir erſcheint dieſer Brauch ſehr löblich, nicht nur darum, weil die dabei zu Tage tretende Ordnung ſtets einen guten Eindruck macht, ſondern mehr noch darum, weil die beſſere Sammlung, die die Schüler innen mitbringen, dem Beginne des nun folgenden Unterrichtes zugute kommt Zum Schluſſe ſei noch bemerkt, daß der in obigen Zeilen an gedeutete Verlauf einer Turnſtunde hier nur als Regel empfohlen wird, aber als eine Regel, die ihre Ausnahmen zuläßt. Wann und wo ſolche Ausnahmen eintreten können und auch eintreten ſollten, muß der Einſicht des Lehrers und ſeiner Fähigkeit, die vorliegenden Verhältniſſe richtig abwägen zu können, überlaſſen bleiben IV. Der Lehrplan für den Turnunterricht. lnter den im J. Abſchnitt dieſes Buches angegebenen Übungen befinden ſich ſolche, die ihrer Einfachheit wegen von jeher zum natürlichen Übungsſchatz der jüngeren Mädchen gehören und um für ältere zu wenig Anziehendes mehr haben, wie 3 B. das Hüpfen auf beiden Füßen, der Hopſergang u dergl. Andere jener Übungen wieder ſind zu künſtlich und zu ſchwierig, um ohne zu große Mühe und zuviel Zeitaufwand von jüngeren Schulkindern erlernt werden zu können, wie z. B. das Wiege hüpfen, das Kreuzhüpfen u. dergl. Endlich giebt es auch Übungen, die für alle Altersſtufen leicht und anſprechend genug ſind, wie z. B. der Wiegegang, die Schrittkehre u. ſ. w., deren Weiterentwicklung, Veränderung und Verbindung mit andern Übungen aber ſehr bald das Leiſtungsvermögen gewiſſer Altersſtufen überſchreitet. Schon aus dem Geſagten ergiebt ſich die Notwendig keit, für jede Altersſtufe der Schulmädchen eine beſondere Aus⸗ dar Lehrplan für den Turnunterricht 119 1 wahl von Turnübungen zu treffen. Um ſo nötiger wird dies, wenn der Turnunterricht durch mehrere aufeinanderfolgende „ Klaſſen hindurchgeführt werden ſoll, was wohl in den meiſten n Mädchenſchulen der Fall ſein wird. Denn hier kann ein ſtetes ch Fortſchreiten der Mädchen zu immer größerem turneriſchen 4 Geſchick und die Erhaltung ihrer Turnluſt nur durch eine plan ge mäßige Verteilung des Übungsſtoffes auf die einzelnen Klaſſen n geſchehen, wonach jeder Klaſſe beſondere Turnaufgaben geſtellt r werden. Daß dies ganz unerläßlich iſt, wenn der Turnunter es richt in den verſchiedenen Klaſſen von verſchiedenen Lehrern er eilt wird, liegt auf der Hand. Denn wie ſollten dieſe ſonſt n einander in die Hände arbeiten können? en Ein ſolcher Lehrplan für den Turnunterricht muß in demnach in erſter Linie die körperliche und geiſtige Entwicklungs— en ſtufe der Schülerinnen, ihr Alter und ihre Neigungen berück ie ſichkigen. Sodann muß er jeder Klaſſe vorzugsweiſe ſolche en Übungsarten zuweiſen, die ſich auf dieſer Stufe auch möglichſt umfänglich für die Aufgaben des Turnunterrichtes ausnutzen laſſen. Für dieſen Zweck hat aber nicht das Vielerlei in der Ar tund Gattung der Übungen, ſondern das der Übungsformen und arten in derſelben ü Ubungsgattung den höheren Wert, weil en damit, bei gleicher Bewegungsſumme, der größere Einfluß auf im turneriſche Erziehung der Mädchen gewührt wird nd Ferner muß der Lehrplan Bedacht darauf nehmen, jeder Klaſſe B. nicht nur in den Entwicklun igsformen der einzelnen Übungen, gl. auch in dieſen ſelber irgend etwas Neues zu bieten. ig, Wenn Klaſſe für— ſe immer dieſelben übungsarten und-gruppen en—„im Hüpfen, an den Geräten u. ſ. w. mit derſelben ge Ausfül lchteit n wiederkehrten, würde der Turneifer der Mädchen bald—— Daher iſt es auch ganz gerechtfertigt, gewiſſe fen Turn- und Übi ungsarten, die man ebenſo gut einer früheren oder ng, iner ſpäteren oder auch allen Klaſſen zuweiſen könnte, doch nur ing einer beſtimmten Klaſſe vorz zubehalten, falls dies im übrigen, das s die Übin ugsmenge u. dergl. betrifft, in den Rahmen des be ſich gut einfügen läßt. Eine derartige Zugabe von ig laſſer 15 dageweſenen Turn- und Ubungsarten zu den us⸗ enaufgaben erfreut und regt die Schülerinnen erfahrungs— 120 Lehrplan für den Turnunterricht. gemäß in ſolcher Weiſe an, daß man dieſe Beſonderheit im Lehrplan nicht genug empfehlen kann. An dieſer Stelle mag denn auch darauf hingewieſen ſein, daß es durchaus nicht ratſam iſt, das neue Schuljahr im Turnen mit Wiederholung des im vorhergegangenen Jahre Ge übten zu beginnen, wie hie und da empfohlen wird. Im Gegenteil: man ſollte gleich in der erſten Turnſtunde mit ein zelnen der der Klaſſe zugewieſenen Neuheiten des Übungsſtoffes an die Klaſſe herantreten, damit die Schülerinnen von vorn herein die freudige Genugthuung erhalten, nun zu etwas anderem und beſſerem auserſehen zu ſein als die Mitſchülerinnen in der vorhergehenden Klaſſe, und damit ſie durch dieſe neuen Aufgaben und Anforderungen an ihr Geſchick veranlaßt werden, dem Turnunterrichte neue Teilnahme entgegenzubringen. Der geſchickte Turnlehrer verſteht es dann ſchon, die unerläßlichen Wiederholungen des früher von den Mädchen Erlernten ſolchergeſtalt mit ihren neuen Aufgaben zu verknüpfen, daß dadurch den Schülerinnen die Befriedigung, auf einer vorgerückteren Turnſtufe angelangt zu ſein, nicht verkümmert wird. Eine andere nützliche Eigenſchaft eines guten Lehrplanes iſt ſeine Einfachheit, die darin beſteht, daß die in ihm ent haltene Gruppierung und Verteilung des Übungsſtoffes möglichſt überſichtlich, nach leicht erkennbaren Geſichtspunkten geordnet und leicht dem Gedächtniſſe einzuprägen iſt. Dieſe Einfachheit kommt ſowohl dem Turnlehrer, der verſchiedene Klaſſen zu unter richten hat, als auch dem Gange des von verſchiedenen Turn lehrern erteilten Unterrichts an derſelben Schule, wie überhaupt allen denen zu ſtatten, die mit der Leitung und Überwachung des Turnens zu thun haben. Sie macht es auch möglich, beim Anblick einer turnenden Klaſſe ohne langes Beſinnen und ohne große Gedächtniskunſt ſogleich zu wiſſen, welche Turnſtufe man vor ſich hat. Die Zahl dieſer Turnſtufen iſt natürlich nicht in allen Schulen dieſelbe, da nicht in allen das Turnen in demſelben Schuljahre beginnt, nicht alle gleichviel aufſteigende Klaſſen haben und in manchen auch hie und da einmal eine Turnklaſſe aus zwei oder gar aus mehr verſchiedenen Altersklaſſen zuſammengeſetzt Lehrplan für den Turnunterricht. 12¹ 1 iſt. In den Volksſchulen badiſcher Städte wird erſt vom 4. oder 5. Schuljahre an bis zum 8. geturnt, in den badiſchen höheren Mädchenſchulen vom 4. bis zum 9. oder 10. Schuljahre. Im allgemeinen darf man aber wohl 4 Gruppen von Turn klaſſen unterſcheiden: 1. die Vorſtufe, die 3 erſten Schuljahre umfaſſend; 2. die untere Turnſtufe, das 4. und 5. Schuljahr be greifend; 3. die mittlere Turnſtufe, das 6. und 7. Schuljahr enthaltend, und 4. die obere Turnſtufe, das 8. Schuljahr und die fol genden einſchließend. Von einer dieſer Stufen zur anderen wird die körperliche und geiſtige Entwickelung der Schulmädchen erheblich fort— geſchritten ſein, ſo daß auch in der Art und Schwierigkeit ihrer turneriſchen Aufgaben ein weſentlicher Unterſchied beſtehen kann. Iſt dieſer in der Hauptſache feſtgeſetzt, ſo wird es nicht ſchwer ſein, von dem damit begrenzten Übungsſtoff jedem einzelnen Schuljahre einen paſſenden Anteil zuzuweiſen. An die der Vorſtufe angehörigen ſechs- bis neunjährigen Mädchen können nur ſehr geringe Anforderungen hinſichtlich ihres körperlichen und geiſtigen Geſchickes geſtellt werden. Will man ſie dennoch an einem methodi ſch geregelten Turnunterricht teilneh hmen laſſen, ſtatt damit, wie auf S. 87 empfohlen wurde, wenigſtens bis zum vierten Schuljahre zu warten, ſo können nur Turnübungen der einfachſten Art von ihnen verlangt werden. Beiſpiele dieſer Art in Ordnungs- und in Freiübungen ſind in genigender Zahl unter dem im II. Teil dieſes Werkes der erſten Turnſtufe zugewieſenen und darum auch reichlich bemeſſenen Ubungsſtoff zu finden. Gerätübungen, die einige Anſtrengung erfordern, ſind hier ganz zu meiden; an ihre Stelle treten am —— u. dergl. Denn man iſt jetzt der Anſicht, daß gen Kindern dieſes Alters nachteilig, Laufen und Springen aber ihrer Geſundheit beſonders zuträglich ſeien. Für die Verteilung der Ordnungsübungen auf die verſchiedenen Turnſtufen kann man folgende Geſichtspunkte maß gebend ſein laſſen: üÜbungen, bei denen nur eine einzige und ſehrplan für den Turnunt rein eine geſchickte Schülerin oder nure Paar die Führung rn dieſen nur nachzufolgen brauchen, wie z. B 00 Reihungen in großen Reihen, bei dem Ziehen großer janzen Klaſſe ſchriebenen Bahnen leichter als die, bei denenne ößere Zahl vo ˖ mdie Führung der au rnehmen hat ſeits ſind wi bie Q r Zweie 2 10 ETre ihe U U Die Art rmen 10 ine Schüleri ptthätigkeit„wi B. bei Rei l Umkreif 8 iken: a lig t nehmli n beid —— ſofo 11 101 eih 0 190 Wechſel 0 8 8 ſte 8 8 4 18 N 5 7 N 8 7 f 0 Ir Au 117 Fdas 16 Ut Br'1 FTüuüynr ehr für das zweite Schuljahr jeder Turn 0 lbungsgruppen angedeutet ſein ſollen: Grundlage für die Ordnungsübungen: Einteilung der Klaſſe in Erſte und Zweite; die Zweierre a. Ziehen der Klaſſe in beſtimmten Bahnen; e teihungen, Umkreiſen, Schwenken des Paares; Kreisbewegu der Ringlinie. b. Alle Ordnungsübungen im Paare; das„Thorbild Doppelring. 4 2 — * 128178 111 124 Lehrplan für den Turnunterricht. aus derſelben Turnart werden und dies umſomehr, wenn man jede einzelne Bewegungsart nun auch gleich mit dem vorher Erlernten verbinden und in den verſchiedenſten Formen üben laſſen wollte, was doch nach dem früher Erwähnten durchaus ratſam iſt. Hält man es ferner, wie hier geſchieht, für ſehr nützlich, jeder neuen Turnklaſſe auch einige neue Übungsarten vorzubehalten, ſo wird man ſich etwa zu folgender Verteilung der übrigen Gang- und Hüpfarten entſchließen können: Für das erſte Jahr der mittleren Turnſtufe(6. Schuljahr): der Wiegegang mit den verwandten Übungen des Wiegelaufens, des Wiegehüpfens, des Kreuzzwirbelns und des Kreuzhüpfens (macht letzteres den Mädchen noch zuviel Schwierigkeiten, ſo hindert nichts, es auf das folgende Jahr zu verſchieben). Für das zweite Jahr der mittleren Stufe(7. Schuljahr das Hopſen im Zweitakte mit ſeinen abgeleiteten Formen: Schleif hopſen, Schlaghopſen, Schwenkhopſen, Doppelſchottiſch, Rhein länder-Polka, Spreizhopſen(für letzteres kann das Kreuzhüpfen eintreten). Für das erſte Jahr der oberen Stufe(8. Schuljahr): das eigentliche Drehgehen und Drehhüpfen in den Formen der Schrittkehre, des Schrittzwirbelns, des Spreizzwirbelns, der abgeleiteten Zwirbelarten, des Walzens ohne und mit Tanz faſſung in den Paaren. Für die folgenden Klaſſen würden dann die zuſammen— geſetzteren Geſchrittwechſel und alle Arten von Verbindungen der Gang- und der Hüpfarten unter ſich und deren verſchiedenſten Abänderungen übrig bleiben. Hier wäre auch der richtige Ort für die Einübung verſchiedener Geſellſchaftstänze, ſoweit diss in der Schule thunlich erſcheint, da Mädchen dieſes Alters a ſolchen Bewegungsarten ganz beſonders Gefallen findend— Was nun die Freiübungen im Stehen anlangt, f kann man die Verteilung der Armübungen auf die Turnſtufen auf folgende Sätze ſtützen: die Übungen mit geſtreckten Armen ſind einfacher und leichter als die mit Armbeugen und ⸗ſtrecken die Üübungen mit einem Arme oder mit gleicher Thätigkeit beidet Arme ſind leichter als die mit ungleicher Thätigkeit beider Arme; die Armübungen ohne Belaſtung der Arme haben de 1man vorher üben rchaus ir ſehr Sarten teilung ljahr): ufens, üpfens en, ſo ljahr Schleif Rhein hüpfen mmen⸗ dungen denſten ge Oit it dies ters an gt, f nſtuft Armen trecken t beider beider en de und das mit Niederknien. hervorgerufen, daß an die Stelle einer der ſind, wenige Ausnahmen abgerechnet mehr Rumpft Lehrplan für den Turnunterricht. 125 mit Belaſtung der Arme vorauszugehen; die Art und Schwere dieſer Belaſtung hat großen Einfluß auf die Schwierigkeit der Übung; die Form der Geſellſchaftsübu ing iſt immer als die höhere Übungsform anzuſehen. Als die leichteſten Arten der für Mädchen paſſenden Bein ibungen ſind das Ferſenheben in den Zehenſtand und das Schreiten mit geſtreckten Beinen in eine Schrittſtellun' au nzuſehen⸗ Ihnen zunächſt ſteht das Schreiten mit Kniebeugen eines Beines Die formenreichſte Verwendr ungs weiſe finden dieſe übungen in den ſog. Stellungswechſeln, d. h. den aus Schreitungen von einer Schrittſtellung in eine ndere zuſammengeſetzten mübungsfolgen. Bei dieſen tritt auch vieder das Kniebeugen als erſchwerender Umſtand ein, ber auch der Zehenſtand oder eine Drehu ing oder Rumpfübungen. ebenſo eine der Eine andere Art der Erſch)werung wird dadurch Schrittſtellungen Alle Beinübungen mit Armbewegungen oder nit beſonderen 8 zu verbinden, wodurch wieder die Schwierigkeitsſtufe der üÜbung er entſprechend geändert werden kann D er Rumpfübungen gründet ſich haupt⸗ Die Stufenfolge d ſächlich darauf, ob die Rumpfübung in der Grundf ſtellung oder in einer Schrittſtellung begonnen wird, ob ſie ine Gang- oder eine Hüpfart geſetzt wird. nur aus einer oder aus hätigkeiten beſteht, ob ſie nur von Arm- oder auch von Beinthätigkeiten begleitet iſt und namentlich auf ihre Verwen ung zu Stellungswechſeln leichterer oder ſchwierigerer Art. Nach dem Geſagten läßt ſich etwa folgender Lehrplan ür die Freiübungen im Stehen aufſtellen: Armübungen ohne Belaſtung; Schreiten Rumpfübungen in der Grundſtellung. Ungleiche übungen beider Arme; Untere Stufe. geſtreckten Beinen: Mittlere Stufe. 'bungen mit dem Holzſtabe: Schreiten mit Kniebeugen und Riedetin 09 833— iederknieen; Rumpfübungen mit Schreiten und in zu immengeſetzten Formen. vere Stufe. Übungen mit dem Eiſenſtabe, mit Hanteln, haftsübungen mit kurzen oder mit langen Holzſtäben engeſetztere Stelli ungswechſel zehrplan für den Turnunterricht. Unſchwer läßt ſich in dem angegebenen Rahmen der Übungs⸗ ſtoff auf die einzelnen Schuljahre verteilen, wobei dem Turn— lehrer je nach den vorhandenen Verhältniſſen ein gewiſſer Spielraum gewährt werden kann. Ahnlich wie bei den Freiübungen verhält es ſich mit der Verteilung der auf die verſchiedenen Turn ſtufen. Auch hierbei zeigt es ſich, daß manche Turn- und Übung arten auf allen Turnſtufen verwendbar ſind, wie z. B. die Übungen am langen Schwingſeile, an den Schwebeſtangen, an der wagerechten Leiter, am Rundlauf und an den Schaukel ringen, während andere Turnarten, weil ſie größere Beſonnen heit und Geſchicklichkeit erfordern, von vornherein nur fü vorgerücktere Stufen geeignet erſcheinen, wie z. B. die Übunge an dem Schaukelbrett und an der Wippe. Auch im Gerüt turnen wird die Rückſicht darauf, jeder Stufe etwas Neues bieten zu können, ſowie auf die Neigungen der Mädchen dazl führen, manche Übungsart, ja ganze Gruppen von Übungen beſtimmten Stufen vorzubehalten Außerdem wird auch die Rückſicht auf örtliche Verhältniſe Anſchauungen und Vorurteile manchmal nötigen, auf Turn oder Übungsarten ganz oder teilweiſe zu verzichten, die unte andern Umſtänden ganz brauchbar erſcheinen würden. S1 werden z. B. gegen die Übungen des Frei⸗ und des Tiefſpringens gegen vieles üben im Hang, beſonders im Beugehang, gegeln Übungen, die die Mädchen in größere Höhen über dem Boder führen, u. dergl. hie und da Einwendungen im allgemeinen ode doch in Betreff gewiſſer Altersſtufen der Mädchen gemacht, der Turnlehrer nicht unbeachtet laſſen darf, ſelbſt wenn ſeinen Erfahrungen nicht entſprechen. Ohne den nötigen Rüc halt bei ſeinen Behörden ſollte er in dieſen Dingen nicht gegel den Strom ſchwimmen wollen; er würde ſonſt der Sache de 1 Mädchenturnens mehr ſchaden als nützen. Dies gilt beſonders ſür ſein Verhalten gegenüber den Meinungen der Arzte, da dieſ Meinungen bei Behörden und Eltern, ſei es mit Recht oder m Unrecht, doch immer mehr Geltung haben als die des Tur: lehrers. Beiläufig geſagt, thut er darum auch gut, bei alle öffentlichen turneriſchen Vorführungen der Mädchen, bei Tun zungs Turn⸗ wiſſer hungs B. die en, an haukel onnen ingens gege Bodel en oder Lehrplan für den Turnunterricht. 127 prüfungen u. dergl., alle Gerätübungen zu vermeiden, die mut maßlich bei den Zuſchauern Bedenken, wenn auch ungerecht fertigte, erregen könnten. Nach dem Geſagten erſcheint folgender Lehrgang im Gerät— turnen empfehlenswert: Das Freiſpringen, ſtets nur über kleinere Höhen und Weiten, bleibe der unteren Stufe und der erſten Hälfte der mittleren Stufe vorbehalten. Dasſelbe gilt von den Übungen am langen Schwing— ſeile. Von dieſen wieder können die ſchwierigeren, wobei das Seil den übenden von unten her entgegenſchwingt, ſowie die UÜbungen mit Ablöſen, d. h. mit vorausbeſtimmtem ungleich zeitigen Ein- und Austritt der Hüpfenden, und andere zuſammen geſetzte Übungen ähnlicher Art die beſondere Aufgabe des dritten Turnjahres(6. Schuljahres) bilden, während die Übungen mit dem Schwingrohre(an Stelle des kurzen Schwingſeiles, vergl. IV. Teil, S. 13 u. f.) den folgenden Stufen vorzubehalten vären Die Se chwebeſtangen oder Schwebekanten, aber, wie ſchon geſagt, nur die ganz nieder, etwa 20 bis 25 em hoch über dem Boden, geſtellten, liefern genug des brauchbaren Übungsſtoffes für alle Turnſtufen. Dabei kommen auf jeder Stufe die von den Mädchen hier erl ernten Gangarten zur Anwendung. Auf der mittleren Stufe kommt noch hinzu das Herabhüpfen von der Stange und die m langen Stabe, auf der oberen Stufe das hrerer Stangen und der Faſſung an eine Betreten mel freie Schwebegang. Die wagerechten Leitern, namentlich bei deren Ein⸗ richtung, die den Griff an zwei benachbarten Leitern geſtattet, und als ein Hauptgerät für die untere zu betrachten. iſt dieſe: 7 und mittlere Turnſtufe Eine überſichtliche Verteilung des Übungsſtoffes 4. Schuljahr: Hangeln mit Griff an der Außenſeite der Holme 5. Schuljahr: und an der 6 Hangeln mit Griffen auch an den Sproſſen Innenſeite des Leiterholmes. chuljahr: Hangeln mit Griffwechſeln. chuljahr: Spann- und Drehhangeln. 6 6 6. Lehrplan für den Turnunterricht. Will man dieſe Leitern auch auf der oberen Stufe ver— wenden, ſo behalte man dieſer das Hangzucken, den Beugehang ind die Kürübungen vor. Im andern Falle ſind die ent ſprechenden Verſchiebungen der Übungen außj je die nächſtunteren Turnſtufen vorzunehmen. In ähnlicher Weiſe wie die Leitern kann auch das Reck, wenn ein ſolches vorhanden iſt, benutzt werden. Der Rundlauf iſt für alle Turnſtufen ein ſehr nützliche Gerät, einmal weil an ihm die Mädchen in der Regel gerne turnen und zum andern, weil die Rundlaufübungen zugleich den Ober- und den Unterkörper bethätigen. Auf der unteren Stufe laſſe man die Mädchen im Kreiſe vor- oder ſeitwärts laufen oder hüpfen in allen erlernten Arten dieſer Bewegungen. Auf der mittleren Stufe nehme man noch die mii bewegungen ſowie Drehungen hinzu und laſſe als Hauptübunge die verſchiedenen Übungen des ſog. Kreisfliegens gelten. Auß der oberen Stufe kann dann noch die Bewältigung von Hinder niſſen, die in der Kreisbahn angebracht ſind, und die Form der Geſellſchaftsübungen hinzukommen. Die Schaukelringe ſollten in Turnſälen, die auch von Mädchen der oberen Stufen Turnen benutzt werden, nicht fehlen, weil dieſe meiſt wenig? ing für Hangübungen an gänzlich feſten Geräten ann aber iſt es auch rat ſam, ihnen das Turnen an den Ringen als eine Neuheit gegenüber den vorhergehenden Stufen zu überlaſſen. Im anderen Falle iſt das Schaukeln an den& ganz gut auf der mittleren Stufe, das Üben im Liegehange mit auf dem Boder Truhenden Füßen ſogar auf der unteren 91 verwendbar Man möge ſich indeſſen dabei vor Zerſplitterung von Zeit und Kraft bei Verwendung von allzu vielen Gerät- und Turnart keigi D hüten. Es iſt in jeder Richtung beſſer, die Mädchen erlangen an einigen wenigen Geräten einen erheblichen Grad von Fertig keit, als daß ſie von allen möglichen Turnarten gewiſſermaße ein wenig naſchen, aber nichts Vollendetes erlernen.— Aus gleichem Grunde kann man zugunſten der Übungen an den bisher genannten Geräten auch auf das Turnen an Schrägleitern, an ſchrägen wie an ſenkrechten Stange ver⸗ hang ent teren zerne den Stufe lufen igen. ärts⸗ ngen Auf nder Lehrplan für den Turnunterricht 129 zichten, obwohl ſich dies ſonſt auch auf mittleren und teil weiſe ſelbſt auf unteren Stufen verwenden ließe. Das Gleiche gilt auch vom Turnen am Barren, deſſen geringe Verwendbarkeit im Mädchenturnen überhaupt ſeine An⸗ ſchaffung für Mädchenturnſäle unnötig macht. Iſt er aber vor— handen und ſoll er auch benutzt werden, ſo verwende man ihn auf der unteren Stufe/ zu übungen im Liegehange und mit Innenſitz, auf der mittleren zu Sitz⸗ und Stützübungen. Will man nicht ganz auf das Turnen an der Wippe und im Schaukelbrett, ſeiner Gefährlichkeit ö halber, verzichten, ſo beren Turnſtufe vor, da hier Hilfeleiſtung gewähren können. die nicht wie der Turnſtab und aſtung bei Freiübungen anzuſehen ſind, iſt gut auf der mittleren Turnſtufe verwend⸗ bar, desgleichen der Federball und der Wurfreifen, die aber auch der oberen Stufe ausſchließlich zugewieſen werden können. behalte man es wenigſtens der o die Mädchen ſich ſelbſt die nötige Von den Handgeräten, der Hantel, als Bel der kleine Fangbal Auf Grund des bisher Erwähnten dürfte es nun nicht ſchwer fallen, einen Lehrplan für andere als die oben vorausgeſetzten Verhältniſſe, namentlich für Schulen mit wenigen(2, 3, 4 Turnklaſſen aufzuſtellen. Es ſind hier be ſonders folgende vier Fälle hervorzuheben: ein oder ein früherer Schluß des wurde; die V klaſſe; die Verkürzung der Turnzeit auf nur eine wöchentliche Stunde in jeder Klaſſe. ſpäterer Beginn Turnens, als oben angenommen ereinigung mehrerer Altersklaſſen zu einer Turn— Fängt das Turnen ſtatt im vierten einem ſpäteren an, ſo ändert ſich die Aufgabe für das erſte Turnjahr im Vergleich mit der oben dem gleichen Schuljahre zugewieſenen nur inſofern, als ihr noch aus dem für die vor hergehenden Schuljahre beſtimmten Übungsſtoff die wichtigeren Ubungen zugewieſen werden, ſoweit dieſe nämlich zur der Aufgabe des betreffenden Schuljahres unentbel Dabei iſt aber ein abgekürztes Verfahr die eigentliche Klaſſenaufgabe um e ſächlich und entbehrlick Schuljahre erſt in Löſung hrlich ſind. ren einzuſchlagen und auch iniges, was als mehr neben gelten kann, zu verkürzen. rplan für den Turnunterricht. Hört der Turnunterricht früher, z. B. ſchon am Ende der tleren Stufe auf, ſo teile man dem letzten Turnjahre noch die leichteren und anſprechenderen 1 Übungen aus dem Gebiete der nächſthöheren Turnſtufe zu, natürlich ebenfalls unter Weglaſſung minder wichtiger Einzelheiten ihrer eigen itlichen Au gabe, für die ſonſt noch Zeit vorhanden geweſen wäre. Für aiis⸗ Turnklaſſen(vergl. iſt eigentlich ein beſonderer, von dem oben angedeuteten ab— weichender Lehrplan nur hinſichtlich der Freiübungen nötig Denn die Ordnungsübu ngen ſind an ſich ſo leicht und ſo raſch erlernbar, daß es ziemlich einerlei iſt, ob ſie ein Jahr früher nur eine S. 85 oder ſpäter zur 8 kommen, und da ſie die Anordnung der Nebenrolle ſpielen, nur eine Unterlage für d Freiübungen ſind, ſo können ſie jederzeit nach dem gerade vor— liegenden Bedürfniſſe ar sgewählt werden. Wegen der Gerätübungen iſt in dem vorliegenden Falle noch weniger eine Anderung des Lehrplanes nötig. Denn be ſteht z. B. die Turnklaſſe aus zwei aufeinanderfolgenden Schul Alters⸗klaſſen, ſo ordnet man die Schülerinnen an dem zu benutzenden Geräte in zwei Abteilungen an, wovon jede einer der Schulklaſſen entſpricht und jede die ihr in dem oben auf lten Normalplane zugewieſenen Übungen turnt. Hierbei geſtel ilung können überdies ſchwächere Schülerinnen der oberen Abte und gewandtere Schülerinnen der unteren Abteilung der anderen Abteilung zugeſellt werden. Will nun der Turnlehrer nicht die eine der eben erwähnten Abteilungen unter der Leitung von Vorturnerinnen an einen Geräte turnen laſſen, während er ſelber die andere Abteilun ng i Frei⸗ oder in Ordr mungsübungen unterrichtet, ſondern will er dieſer Unterricht der ungetrennten Turnklaſſe erteilen, dann wird er ſich entſchließen müſſen, einen beſtimmten, alle zwei Jahre wieder kehrenden Wechſel(Turnus) dieſer Übungen einzuhalten. Am einfachſten läßt ſich dieſer Wechſel bei den Gang⸗ und Hüpfarten in der Art einrichten, daß man in dem einen Jahre die lehrplanmäßigen Übungen des einen Schuljahres, wie wenl es nicht mit einem andern vereinigt wäre, im nächſten Jahr dagegen die des mit ihm vereinigten 3 vornimmt + auf erbei llung deretr ng il wenn Jahre immt Übungsverbindungen die Ubun gen des 6. auf eine kleine; Turnunterricht 134 die eine oder die andere Gang als v ee ide Übung für die anderen nötig iſt, wie z. B. der Wiege 7. Schuljahres, in jedem Dies kann aber das eine Mal mit und des nfachſte und unentbehrlichſte Form während ſie im anderen Jahre mit aller nden Ausführlichkeit zu behandeln iſt ſich auch leicht ein auf ein paar der Freiübungen im Stehen ein— tragen iſt, daß auf jedes der verhältnismäßiger Anteil an Arm-, Bein- und Turnunterrichtes ungemein beein von nur einer Rln Turn entweder die lehrplanmäßig für die Klaſſe flüchtig verſuchen zu laſſen und auf Erziehungszwecke zu verzichten, oder, zahl ſorgſam auszu änken. Letzteres iſt das empfehlens— noch am eheſten den Aufgaben des naßen gerecht werden kann KCSSSDr A71 Een e Rifttttiumnmauetäimhnanminmnmnemnetimeistſuntnanumileſenenm Seeeeneemennnnee*3 74 2l11 e Wii eieeeeeeeeeeee 1 4 ——— 2 3 5—. Fh ü 3ꝗ—— eeeeeeene RPRR W e 118 III I 8 ERENN D„ N 22 2 2 9 95 RUl 5 2— ——— 3— Ait — W ie 12552 25—.5 8 22 5 33.— te 37 05179 9 031