8 —.— 4 Ned * enn * Wof⸗Bronung. * naden, HKarggraf zu Paaden und Sochberg/ Pandgraf zu Gauſenberg/ Graf zu Zponheim und Wberſtein, Herr zu Roͤteln, Ba⸗ denweyler, Sahr und Hahlberg ꝛc. ꝛc. 6 * N 32 146 8 Aſtlich gedencken Wir, ob dieſer Unſerer Fuͤrſt⸗ Seme lichen Hof⸗Ordnung feſtiglich zu halten, übergeben elleme auch die lalpection und Execution derſelben Unſerm Guten. Ober⸗Hof⸗Marſchalln, Hof⸗Marſchalln, jeweiligen Chets und nachgeſetzten Raͤthen bey Unſerm Fuͤrſtlichen Marſchalln⸗Amt, und gebieten mit allem Ernſt, daß von allen und jeden Unſern verpflichteten Hof⸗Dienern, ſowohl denen von Adel, als andern vom Hoͤchſten bis auf den Geringſten, nicht allein allhier bey Unſerer ordentlichen Hofhaltung, ſondern auch an allen Orten, da Wir hinreiſen, und Uns unhalen, genau nachgelebet wer⸗ de. Wir wollen und befehlen demnach, daß Unſere Fürſtliche Diener und Hof⸗Geſind, Niemand ausgenommen, ſich aller Gotteslaͤſterung, auch aͤrgerlich und ſchaͤndlichen Reden und Geberden, darzu des uͤbermaͤßigen Zutrinckens, als aus welchem Laſter allerhand Uebel und GSttes Straf entſpringen, gaͤntzli⸗ chen enthalten, darneben alle Sonntag und zu andern Feſtzeiten, desgleichen bey denen Betſtunden, ſo viel es immer ſeyn kan, fleißig in der Kirchen erſcheinen, mithin keinen Gottes⸗Dienſt ohne erhebliche redliche Urſachen und Verhinderung verſaͤu⸗ men ſollen, ſonderlich aber ſolle ſich ein Jeder ſo viel moͤglich befleißigen, ſolch Geſind jedesmalen anzunehmen und zu halten, die ſich zur Evangeliſch⸗Augſpurgiſchen Contellion bekennen, und ſelbige zur Gottesfurcht anweiſen, mithin hierdurch und mit ſelbſt fleißiger Beſuchung des GOttes⸗Dienſts und Gebrau⸗ chung anderer zu ſeiner Seelen⸗Wohlfahrt erſprießlichen Heils⸗ Mittel ſeinen guten Wandel bezeugen; Da ſich aber hierwider Jemand fahrlaͤßig, oder uͤber beſchehenes Ermahnen, wider⸗ ſpenſtig, aͤrgerlich und gottloß rheigſn wuͤrde, gegen ſollen ſollen Unſere Ober⸗ und Hof⸗Vorgeſetzte, andern zum Exempel, gebůhrende Strafe vornehmen, oder nach befindenden Dingen Uns ſelbſten anzeigen. Es ſollen auch die Cavaliers ſamt Unſerer Hof-Diener⸗ ſchaft zu denen Predig⸗Taͤgen, vor und nach der Predig Uns gefliſſen auf den Dienſt warten, aus dem Gemach und wieder in daſſelbe begleiten, auch unter der Predig in dem Hofe auf de⸗ nen Gaͤngen, Zimmern, und andern Orten nicht ſpaziren gehen, vielweniger unter waͤhrendem Geſang, Predig und Gebet die Zeit mit ſchwaͤtzen zubringen, ſondern dem GOttes-Dienſt vom Anfang bis zum Ende andaͤchtig beywohnen und abwarten, da⸗ mit alles erbar und Chriſtlich züͤgehe, als worauf Unſere Hof⸗ Vorgeſetzte mit allem Ernſt zu ſehen und zu halten haben. Hiernaͤchſt und Burgfriedens⸗ 2) Zu Hofe und in anderen Unſern Schloͤſſern und Haͤu⸗ Beobachtung ſern, desgleichen an denen Oertern, da Wir in eigener Perſon ſeynd, Keiner den Andern, hohen oder niedrigen Standes, an ſeinen Ehren oder Leymund antaſten, oder hoͤhniſch und ſpoͤttiſch, dardurch ſich dergleichen Uneinigkeiten erheben, aufziehen, noch vielweniger gegen den Andern was Thaͤtiges vornehmen, ſon—⸗ dern ein Jeglicher bey Unſerer Hofhaltung, auch anderen Unſe⸗ ren Schloͤſſern und Haͤuſern, und wie gemeldt, an denen Enden Wir ſeynd, den Burg-Frieden,(welcher nicht allein im Schloß, Staͤtten, Hof, Schloß-Gaͤrten, und ſonſten, ſondern auch in der Cantzley, ſo weit derſelben Begriff gehet, genau zu obter⸗ viren,) mit Reden, Worten und Wercken gemaͤß leben, die Uebertrettere aber 8 3) Und die daran bruͤchig, ſowohl, als Diejenige, ſie ſeyen Burgfriedens⸗Edel oder Unedel, welche einander aus dem Schloß, oder an⸗ brecher Straf. dern Unſern Haͤuſern, oder auch denen Orten, da, wie vorſte⸗ het, Burgfrieden iſt, und ſeyn ſolle, zum Duell ausfordern, nach vorhero Unſerm Ober⸗Hof⸗Marſchalln, Hof-Marſchalln und uͤbriger Unſers Hofs⸗Vorgeſetzten und Raͤthen beſchehener umſtaͤndlicher Unterſuchung unfehlbare Strafe, und zwar, nach befundener Beſchaffenheit, an Leib, Ehr und Guth zu gewarten haben ſollen. Wann ſich Procels-Sa',. 4) Zwiſchen Unſerer Hof⸗Dienerſchaft, woß Standes die chen zu erſter waͤren, in Zeit des Hof⸗Dienſtes, ſolche Uneinigkeiten, Zwie⸗ Inſtanz zum tracht und Sachen zutruͤgen, die ein Theil gegen den andern Hof⸗Mar⸗ guͤtlich oder rechtlich austragen wollte, ſo ſollen ſie dieſes vor ſchall⸗-Amt. Unſern Ober⸗Hof⸗Marſchalln, Hof⸗Marſchalln, oder jewei⸗ ligen Vorgeſetzten Unſers Hofs, wann es cautas leviores betref⸗ fen, in erſter Inſtanz rechtlich oder guͤtlich zu eroͤrteren, ſchul⸗ dig ſeyn. Da nun Jemand in ſolchen und dergleichen Irrungen So und Zwietrachten von Unſerm Marſchalln⸗Amt der Friede ge⸗ ſchall-Amt. boten, oder darzu vergluͤbdet worden, der ſoll denſelben mit Worten und Wercken ſteif und ohnverbrochen halten, oder wi⸗ drigenfalls mit Ernſt, als ein Friedbrecher geſtraft 6) el⸗ 6 Welcher aber daruͤber aus dem Dienſt kommen, und Hof⸗Mar⸗ ſolche ſeine ſpaͤnnige Sachen, die ſich in Zeit ſeines Dienſts zu⸗ ſchall⸗Amts getragen, weder rechtlich noch gütlich eroͤrtern, und anhaͤngig 3 machen würde oder wollte, dem ſoll der andere Theil vor kei⸗ 3— nem andern Gericht zum Rechten zu ſuchen ſchuldig und gehal⸗ +. ten ſeyn. Hingegen wollen Wir, daß Unſer Marſchall⸗Amt in denenjenigen bey Unſern Hof⸗Bedienten vorkommenden Ci⸗ wil. Sachen und Injurien-Haͤndeln, welche nicht viel importiren, und absque proceſſu kurtz abgethan werden koͤnnen, in erſter Inſtanz cognoſciren⸗ und ſelbige nach vorgegangener ſummariſchen Oognition, in ſo weit es ſeyn kan, entſcheiden ſolle, und die Appellationen ſollen, wann die Summ nicht unter 20. fl. Haupt⸗ Guth iſt, von dem der ſich durch Unſers Hof-Marſchalln-Amts Ausſpruch gravirt zu ſeyn vermeynet, uͤnter Beobachtung der in Unſern Land⸗Rechten vorgeſchriebenen Solennium an Unſer Fuͤrſtliches Hof⸗Raths⸗Collegium gebracht werden, bey vor⸗ fallenden Criminalibus aber hat Unſer Fuͤrſtliches Marſchall⸗ Amt die General-Information vorzunehmen, und die Captur zu verfuͤgen, ſodann aber die Sache an Unſer Fuͤrſtliches Hof⸗ Raths⸗Collegium zur Aburtheilung einzuberichten; Wohinge⸗ gen diejenige Verbrechen, welche die Hof⸗Dienſte conoerniren, und ſich durch eine Hof⸗Straf abthun laſſen, von Unſerm Mar⸗ ſchall⸗-Amte brevi manu abgeſtraft werden ſollen. 7) Und nachdeme vielfaͤltige Zwietrachten und Uneinigkei⸗ Verbott des ten von unnöthigem Geſaͤuf entſtehen, ſo iſt Unſere ernſtliche uͤbermaͤßigen Meynung und Befehl, daß nicht allein allhier bey Unſerer vr⸗ Geſaͤufs und dentlichen Hofſtaat, ſondern in andern Unſern Haͤuſern, ſowohl Fruͤhſtückens. hier, als zu Carlsburg, desgleichen da Wir uͤber Land verreiſen, in den Herbergen, das Fruͤhſtuͤcken in Keller, Kuͤchen, Conteck⸗ Kammer, abſonderlich aber unter denen Koͤchen, welche da⸗ durch denen Hof-Bedienten ihre geordnete Portionen angreiffen, verringeren, und folglich dadurch Klaͤgden und andere uͤble Conſequentien, ſo Wir aber durchaus nicht geſtatten, noch wiſ⸗ ſen wollen, verurſachen, nicht weniger⸗ und in ſpecie auch die Schlaf- und andere Traͤncke, auſſer denen Herrſchafftlichen fremden Bedienten, welches doch mit Vorwiſſen Unſers Ober⸗ Hof⸗Marſchalls und Hof⸗Marſchalls, oder anderer Hofs⸗Be⸗ fehlshabere geſchehen ſolle, gaͤntzlich abgeſchafft ſeyn, wie dann hinkuͤnftig ohne Unſere Special-Erlaubniß und Vorwiſſen von Unſern Hofs⸗Vorgeſetzten, weder Ausſpeiſung aus Kuch und Keller, noch einige kalte Kůche auf die Jagd, oder anderswohin, vor wen es auch ſeye, abzugeben verſtattet werden ſolle. 8) Ohne Unſer oder Unſerer Hofs⸗ Vorgeſetzten ausdruͤck⸗ Den üuͤberflüſ lichs Vorwiſſen, oder Bewilligung ſolle auch auf dem Land kei⸗ ſigen Aufwand nerley Schlaf⸗Getraͤnck abgegeben, noch auf Uns Gaͤſte geladen, ſoll Uebertret⸗ und bezahlt, ſondern die Bezahlung desjenigen, was ſolcherge⸗ ter zahlen. ſtalten ohne Unſerer oder der Hof⸗ Vorgeſetzten Erlaubniß und Nothdurft aufgehet, von Demjenigen, ſo die Gaͤſte gebeten, Præſtirt, und im Fall ſolches geſchehe, gleichwohl der Wirth A 2 darum darum von ſeinetwegen vergnuͤgt, das Quantum aber dem Ueber tretter an ſeiner Beſoldung wiederum abgezogen werden. Vermahnung. 9) Demnaͤchſt befehlen Wir ebenmaͤßig, ſich gebͤhrender zum ſechſten Zucht, Erbar⸗ und Keuſchheit ſolcher Enden, ſonderlich gegen Goͤttlichen Weibs⸗Perſonen, mit Worten, Geberden, vorderiſt aber mit Gebott. Wercken und Thaten zu befleißigen, ſollte ſich aber, wider Ver⸗ ſehen, begeben, daß Jemand an dem Ort der gewoͤhnlichen Hof⸗ haltung oder andern Unſern Schloͤſſern und Haͤuſern, zu Zei⸗ ten, da Wir ſamt Unſerer Gemahlin und Frauenzimmer allda Uns aufhalten, bevorab mit Perſonen, ſo um Frauenzimmer bedienſtet, in Ehebruch oder Unzucht, Verfuͤhr⸗oder Verkuppe⸗ lung und dergleichen Laſter ſich vergreiffen wuͤrde, gegen Den⸗ oder Dieſelbe wollen Wir, nach Geſtalt der Perſonen und Ver⸗ brechen, die in Unſerer Conſtitution und Satzung uͤber ſolche Delicten verordnete Strafen zu ſchaͤrfen, und nach Concurs der Laſter und Umſtaͤnde, an Leib, Ehr, Haab und Guth zu be⸗ klagen, zu erhoͤhen, beſonders aber auch mit ungnaͤdiger Ab⸗ ſchaff⸗ und Beſchimpffung vor dem Hof-Geſind, zu ſtrafen hier⸗ mit zu Maͤnnigliches Nachrichtung vorbehalten haben. 5 10) Weiters wollen und befehlen Wir, daß alle Unſere ——— Bediente vom Adel, ſo nicht à parte die Dienſte haben, jedes⸗ betreffend, mal zum wenigſten eine Stunde vor dem Eſſen in Unſerm Vor⸗ auch wie ſich gemach zum Aufwarten erſcheinen, die von der Aufwartung ———— aber alle Morgen bey Zeiten bey Hof ſeyen. —2 Wann die Tafeln lervirt werden, es ſene in welchem Zim⸗ verhalten. mer es wolle, ſo iſt gleichfalls Unſere ernſtliche Meynung, daß ſich Keiner eigenes Gefallens anderswohin, weder wo er von Un⸗ ſerm Ober⸗Hof⸗Marſchalln, oder Hof-Marſchalln, oder Chef von Unſerm Hof angewieſen wird, bey der Tafel unordentlich eindringe, oder ſonſten, ſeinem Gefallen nach, ſetze, wie dann eine gleiche Ordnung an der Marſchalls-Tafel zu halten iſt, ſich dabey ſowohl die Cavaliers, als auch Officiers, und uͤbrige, ſo die Tafel bey Unſerm Hof zu genieſſen haben, beſchei⸗ den ſollen, daß ſie ſich nicht an die Tafel vordringen, ſondern denenjenigen, welche den Rang vor ihnen haben, Platz laſſen ſollen, und ſich ſodann gleichfalls, wann noch Raum vorhan⸗ den, ſetzen mögen. Es ſoll auch Niemanden, als Unſerm Ober⸗oder Hof⸗Marſchalln vergoͤnnet ſeyn, an der Tafel Ge⸗ ſundheits⸗ Glaͤſer anzufangen. Wann man dann Mittags oder Abends von der Mahlzeit wiederum aufgeſtanden, ſollen angeregte Unſere Cavaliers nicht alſobalden vor ſich ſelbſten wieder von Hof gehen, ſondern zum Aufwarten ſich etwas laͤngers aufhalten, und Unſers Ober⸗Hof⸗ Marſchalls oder Hof-Marſchalls Ordre erwarten, da aber kei⸗ ne fremde Gaͤſte zugegen, koͤnnen ſelbige, wann ſie Uns zuvor in Unſer Gemach begleitet haben werden, ſich wiederum anheim verfuͤgen, ausgenommen diejenige, ſo die ordinare Aufwartung haben, welche beſtaͤndig, wo Wir Uns aufhalten, zugegen ſeyn ſollen, bis Wir zu Bett ſeyn werden. Daferne Daferne aber ein⸗oder der andere von Unſern Cavaliers die Aufwartung Leibes⸗Indilpolition halben nicht verrichten köͤnn⸗ te, ſolle er ſolches dem Ober⸗Hof⸗Marſchalln oder Hof⸗Mar⸗ ſchalln anſagen laſſen, die dann gebuͤhrende Verordnung, da⸗ mit Wir beſtaͤndig ſervirt ſeyn moͤgen, zu thun wiſſen werden. Ingleichem wollen Wir auch, daß fuͤrohin Unſere Cava- liers, wann Wir oͤffentliche Tafel halten, und Uns zur ſelbigen ſetzen wollen, ſo lang hinter Uns ſtehen bleiben, bis die Fuͤrſtli⸗ che Tafel beſetzt, und Wir den erſten Trunck gethan haben, als⸗ dann ſie ſich auch, wann ſie von Unſerem Hof⸗Marſchalln erſt angewieſen worden, an die Marſchalls⸗Tafel ſetzen, diejenige aber, ſo die Aufwartung haben, ſich ehender wieder von der Ta⸗ fel begeben, und, wann das Contett aufgeſetzt zur Aufwartung hinter Uns ſich ſtellen ſollen, biß Wir aufſtehen werden. Sollten aber fremde Herrſchafften hier ſeyn, haben ſich Unſere Cavaliers hierinnen nach der weitern Ordre Unſerer Hofs⸗Vorgeſetzten zu achten, und ſolche zu Unſerer Ehre genau zu befolgen. 11) Unſere Hof⸗Bediente und Hof⸗Geſind ſollen zu Hof„5 auch in andern Unſern Haͤuſern ſowohl über dem Eſſen, als ſon⸗ 3— ſten, unchriſtlicher Opinionen und Secten, unnoͤthigen Diſputi⸗ Dilpunirens. rens, auch aller Ueppigkeiten ſich gaͤntzlich muͤßigen, hingegen auch übrigen ihre Speiß und Tranck gegen Gott mit Danckſagung, Zucht Ungebuhr. und Erbarkeit, auch ſtill und ohne Kumor und Geſchrey, wie ſichs einem chriſtlichen erbar⸗ loblichem Hofweſen nach gebuͤhret, genieſſen. Welcher ſich hierwider mit Geſchwaͤtz und Geſchrey unzuͤchtig, oder mit Vollſauffen, Fluchen, oder ſonſten unge⸗ huͤhrlich zeigen und halten wuͤrde, denſelben ſollen Unſere Ober⸗ und Hofs⸗Vorgeſetzte zu gebuͤhrender Strafe ziehen, ihnen auch Maͤnniglich darinnen gehorſam ſeyn. 12) Wird ſich aber Jemand der niedern Hof⸗Bedienten Strafe gegen vorgedachter dieſelbe angehenden Ermahnung widerſetzen, oder die Uebertret⸗ dieſelbige an ihnen nicht helffen oder verfangen, der⸗oder die⸗ ter, und des ſelbe ſollen nach Gelegenheit ihrer Perſonen und der Verwür⸗ 3—— Un⸗ kung ſelbſt, von Stund an eingelegt, mit der Gefaͤngniß bey Waſſer und Brod, ja wohl gar der Sachen Umſtaͤnde nach, mit ungnaͤdiger Callation, oder aber in anderley Weg auf das haͤr⸗ teſte beſtraft werden. 13) Wann ſich Unſere Hofs⸗Vorgeſetzte in obermeldten gicht Rotti auch andern Faͤllen ihres Amts und Befehls mit Unterſagen oder noch edellren. Strafen gebrauchen/ ſoll ſich Keiner des Andern annehmen, oder ſich zuſammen rottiren, bey dem Eyd und Dienſt⸗Pflichten, damit ein Jeder Uns, als ſeinem Herrn, zugethan, und bey Vermeydung ernſtlicher Strafe, die gegen den Uebertrettenden an Leib, Ehr oder Guth vorgenommen werden ſolle. 14) Darum Maͤnniglich ermeldt⸗ Unſern Ober⸗Hof⸗ Verhaltung Marſchalln und Hofs-⸗Vorgeſetzte in Verrichtung ihrer Aemter gegen die Hofs⸗ und Dienſt weder mit Worten noch Wercken beleydigen, noch Vorgeſetzte. antaſten, ſondern unverhindert und unbekuͤmmert laſſen, Maͤn⸗ B niglich niglich auch bey Unſerm Hof ihnen gebührenden Egard und 3 leiſten ſolle, alles bey eines Jeden Eyd und Dienſt⸗ Iflichten. Reiß⸗Zehrung 1%) Wann Jemanden, ſo nicht bey Hof geſpeißt wird und Roſt⸗ ſondern Koſt⸗Geld hat, Erlaubniß bekommt, in ſeinen eigenen Gelds⸗Abrech⸗ Geſchaͤften zu verreiſen, ſoll er ſich vor der Reiß, wie auch nach nung betref⸗ ſeiner Wiederkunft, der Gebuͤhr nach, bey Unſerm Ober⸗Hof⸗ fend. Marſchalln und Hofs⸗Vorgeſetzten anmelden, damit hernach des Koſt⸗Gelds halben, wann er nicht auf Unſere Koſten zu zehren, und Rechnung daruͤber zu machen hat, mit ihme darauf abgerechnet werden koͤnne, wuͤrde aber Einer oder der Andere ſolches boßhafter Weiſe verſchweigen, demſelben ſoll zur Strafe noch einmal ſo viel, als man ihme ſonſten, wann er ſich ange⸗ meldet, decourtiret haͤtte, abgezogen werden, gleichfalls ſolle auch derjenige, welcher von den geringeren Bedienten in Herr⸗ ſchaftlichen Verrichtungen verſchickt wird, vor ſeiner Abreiſe von dem Marſchall⸗Amt einen Zettul, in welchem das Quantum der taͤglichen Zehrung zu notiren erfordern, und ſelbigen bey ſeiner Zuruͤckkunft wiederum produciren und zugleich uͤber die getha⸗ ne Auslagen eine ſpeciticirte Rechnung uͤbergeben, wuͤrde er aber ſolches unterlaſſen, oder ein mehrers, als ihme vermoͤg der Tar⸗ Ordnung in⸗ oder auſſerhalb Unſers Landes, ordinirt iſt, ver⸗ zehrt und angerechnet haben, ſo ſolle ihme zur Straf gar nichts erde ſondern die gantze Zehrung an ſeinem Lohn abgezogen werden. 160 Item ein Jeder, ſo zu Hof abgeſpeißt wird, ſoͤll zu Speiſens⸗Zeit/ rechter Zeit auf die geſetzte Stund nach Hof zum Eſſen kommen, daboy dit ich und an den Ort, und in das Gemach ſich verßüͤgen/ da er ordent⸗ Valhalzen.e lich abgeſpeißt wird, und ſich nicht hin⸗ und wieder an andere Orr verſtecken, oder widrigenfalls hernach fuͤr gut annehmen, wie er geſetzt und geſpeißt wird, und ſo er ohne Erlaubniß von Un⸗ ſern Hofs⸗Vorgeſetzten ausgeblieben, weder Brod noch Wein, vielweniger warme Speiß erhalten, ſondern vielmehr ſeines un⸗ erlaubten Auſſenbleibens halben, die gebuͤhrende Straf zu ge⸗ warten haben, weßwegen die Fouriers, damit das zuruͤckbleiben⸗ de Speiß und Tranck an gehoͤrige Orte verwahrt und aufgehoben werde, fleißige Sorge zu tragen gehalten ſehn ſollen. An den geord⸗ I. 17) So ſoll auch zu Hof und andern Unſern Haͤuſern ſich neten Ciſch zu Niemand ſelbſt ſetzen, ſondern wohin ein Jeder von Unſern Hofs⸗ begeben. Vorgeſetzten zu ſitzen beſchieden wird, zůr Eſſens⸗Zeit bleiben, und ſich ſelbſten ohne Erlaubniß an keinen andern Tiſch ſetzen, oder eindringen. Ferner und 18) Wollen Wir keineswegs verſtatten, daß ohne Unſer Niemand nach oder Unſerer Ober⸗ und Vorgeſetzten Vorwiſſen Jemand, er ſeye Sor 5 ön ein Crralier, Officiant, oder anderer geringerer Bedienter Gäͤſte un nach Hof zu denen Mahlzeiten fuͤhre, oder lade, auch ſolle fer⸗ ners von Unſern Hofs⸗Vorgeſetzten niemand Fremdes noch Un⸗ bekandtes, ſo nicht nach Hof gehoͤret, ohne gefragt, von wem er ſehe, und ohne genugſamen Bericht, daß er mit 0 nach nach Hof kommen, nicht eingelaſſen, noch aber zum Tiſch gezo⸗ gen, ſondern, wo Jemand zu Hof angetroffen wuͤrde, der dahin nicht gehoͤret, oder daſelbſt nicht zu ſeyn die Erlaubniß erhalten, derſelbe ſolle ſogleich hinaus gewieſen,(welches abſonderlich von den gringen Leuten zu verſtehen) und diejenige, ſo ihn oh⸗ ne Befehl und Bewilligung hinein beſchieden, desgleichen die Schloß-Wacht, oder der Thorwarth, daß ſie denſelben uner⸗ laubt eingelaſſen, mit Gefaͤngniß oder ſonſten nach Gebuͤhr ge⸗ ſtraft werden. 19) Nicht weniger ſollen auch keine von Unſern Bedien⸗Im Schloß mit ten, wer dieſe auch ſeyn moͤgen, in Unſerm Schloß⸗Hof auf⸗ Rutſchen und und abzuſteigen, oder darinnen die Pferde halten zu laſſen ſich Oferdten nicht unterſtehen, ſondern mit Kutſchen und Pferdten beym Ab⸗ und n 3 * ſbwohl hier, als in Carlsburg, auſſerhalb des Vorhofs— leiben. 20) Demnaͤchſt iſt Unſer Befehl und Verordnung, daß wer nicht zur alle Unſere Cavaliers und Otticiers hinfuͤhro jederzeit, wann ſie Tafel kommen nicht zur Tafel kommen koͤnnen, noch wollen, ſolches des Mor⸗ kan, ſolle ſol⸗ gens, wann es moͤglich, bey Zeiten den Fourier wiſſen laſſen, ches ditech ſei⸗ die aber Mittags bey der Tafel ſind, und des Nachts nicht kom⸗ men werden, können ihme, weil er währender Tafel zugegen, deen laffen wi gleich nach dem Aufſtehen davon die Nachricht geben, damit derſelbige bey der Kuͤchenmeiſterey es melden, und man ſich dar⸗ nach bey Servirung der Marſchalls⸗ und Otticianten-Tafel rich⸗ ten koͤnne, und keinen unnoͤthigen Aufwand mache. 21) Welcher das ordentliche Hof⸗Eſſen auſſer prellanten Das Eſſen nicht und beweißlichen Herrſchaftlichen Geſchaͤften oder ſonſt redlicher zu verabſau⸗ Urſachen halber verſaͤumet, dem ſoll hernach nichts abgefolget, men, noch desgleichen, wie ſchon erwehnet, zur Tafel und Tiſchen ſonſt Fremde darzut Niemand, dann wer ordentlich darzu gehoͤret, oder darzu auf 5u— Befehl geſetzt wird, gelaſſen werden, wie dann auch Keinem, er wer der auch ſeye, der das Koſt⸗Geld hat, ohne erheblich ⸗und redliche Urſachen, auch Unſerer Ober⸗ und Hofs⸗Vorgeſetzten vorherige Erlaubniß bey Hof zu ſpeiſen zugelaſſen ſeyn ſolle, als welches Wir hiermit alles Ernſtes abgeſtellet wiſſen wollen, und Unſern Ober-und Hofs-Vorgeſetzten befehlen, genau dar⸗ auf zu halten, oder widrigenfalls Wir die Verantwortung von ihnen erfordern werden. 22) Wer einmal von geringeren Perſonen zu Hof geſetzt, Sebott beym geſpeißt oder getraͤnckt worden, der ſolle, ſo die Danckſagung Abſpeiſen. gegen Gott geſchehen, vom Tiſch aufſtehen, das Speiß⸗Zim⸗ mer und Tuͤrniz verlaſſen, und an ſeine befohlne Verrichtungen und Arbeit gehen, mithin zu keinem andern Tiſch mehr ſitzen oder ſtehen, es ſoll auch Keiner den Andern ſolchergeſtalt zu ih⸗ me beruffen, oder ſeinen uͤberbleibenden Wein, Brod oder Syeiß anderen geben, noch uͤber andere Tiſche ſchicken, weni⸗ ger ſoll Jemanden vor dem Keller oder Kuͤchen, Brod, Eſſen oder Trincken/ zu denen Zeiten da ſich ſolches nicht gebuͤhret oder befohlen wird, gereichet werden, bey Straf der Gefangniß. B 2 23) Wei⸗ Verhalt nach dem Abſpeiſen. Wie lang man am Tiſch zu ſitʒen. Verbott des Abtrags. Strafe des Ab⸗ 23) Weiter ſollen die Waͤchter und Saal⸗Knechte, oder wem es befohlen wird, in der Tuͤrniz nach dem Abſpeiſen die Tiſche aufheben, die Lichter Winters⸗Zeit, wann man aufge⸗ ſtanden, ausloͤſchen, alle uͤberbliebene Speiſen, Brod und Ge⸗ traͤnck an gehoͤrige Orte verſchaffen, und ſolle ſich bey ſeinen Dienſt⸗Pflichten, und nach Befinden, unausbleiblicher Catla- tion, Keiner einigen Abtrag zu Schulden kommen laſſen; So ſoll auch, wann die Cavaliers, Frauenzimmer und andere von denen Tiſchen aufgeſtanden, der Wein und Speiß aufgehoben, und hinweg getragen, nichts mehr, es ſeyen dann fremde Herr⸗ ſchaften, Geſandten oder andere vorhanden, ohne exprelsen Unſerer Hofs⸗Vorgeſetzten Befehl, gefolget werden. 24) Die an den Nachtiſch ordentlich gehoͤren, wie nicht weniger an andern Tiſchen, ſollen nicht allzulang und uͤber die gebuͤhrende Zeit ſitzen, worauf gute Intpection zu halten. 25) So ſoll auch Niemand, wer der ſeye, ohne ſonder Vorwiſſen und Erlaubniß Unſerer Hofs-Vorgeſetzten, Eſſen oder Trincken von Hof ſchicken, noch Jemand etwas vor ſich ſelbſten vom Tiſch hinweg, oder von Hof hinaus tragen, ſie, Vorgeſetzte, aber darauf fleißig acht haben, dergleichen nicht ge⸗ atten, ſondern diejenige, welche eines dergleichen Abtrags ver⸗ aͤchtig ſich machen, ausfindig machen laſſen, und ſoll Jeder von Unſern Hof-Bedienten bey denen Uns geleiſteten Pflichten, diejenigen bey Unſerm Marſchall-Amt anzuzeigen verbunden ſeyn, welche ſich einigen Abtrags ſchuldhaft machen. 286) Weilen aber wegen dergleichen Abtrag von theils Un⸗ ſern zumalen niederen Bedienten bis anhero in viel Wege un⸗ trags, und wo⸗ getreulich gehandelt worden, ſo iſt Unſer ernſtlicher Will und hin der Aufhub gehoͤret. Denen, ſo e nichts gebuͤh⸗ ret, nichts zu reichen. Meynung, daß ſich deſſen von Jederman gaͤntzlichen bemüßiget werde) und woferne ſich Ein⸗oder Anderer ſchuldhaft erfinden laſſen, und einigen Abtrag begehen wuͤrde, er beſtehe im Groſſen oder Kleinen, und worinnen er wolle, nichts ausgenommen, derſelbe nicht allein zur Verhaft, und in gefaͤngliche Verwahrung gebracht, ſein Verbrechen mit aller Schaͤrfe unterſuchet, ſon⸗ dern auch nebſt der Catlation, mit einer ſeinem Verbrechen pro⸗ portionirten Zuchthauß⸗ oder andern noch haͤrtern Beſtrafung angeſehen werden ſolle, wie ſich dann auch Niemand zu ermaͤch⸗ tigen hat, von dem ihm vorgeſetzten Brod, Wein, Fleiſch, oder anderm Eſſen, welches ihm vorgeſetzt wird, bey Vermey⸗ dung obiger Strafe, etwas mit ſich weg zu nehmen, zu verſchen⸗ ken oder zu verderben, ſondern er hat, was er nicht genieſſen will oder mag, ſtehen zu laſſen, damit es wieder anderwaͤrts zu Nutzen gebracht, oder je nachdem es von Unſern Hofs⸗Vorge⸗ ſetzten gut befunden werden wird, an arme und duͤrftige Perſo⸗ nen abgegeben werden koͤnne. 27) So ſoll auch bey willkuͤhrlicher von Unſerm Marſchalln⸗ Amt anſetzender und gleich zu exequirender Strafe der Einthuͤr⸗ mung bey Waſſer und Brod, auch Callation, je nachdem ſich die Sache erfinden wuͤrde, kein Wein oder Eſſen, auſſer denen Zim⸗ mern, rr e mern, da die Mahlzeiten verrichtet werden ſollen, denen zulauf⸗ fenden Perſonen zugetragen werden, auch Niemand Hand⸗ wercks⸗Leute oder Jemand anders, wo dergleichen ſeynd, zu de⸗ nen Mahlzeiten in ſöondere Zimmer oder Orte ziehen, noch viel⸗ weniger Eſſen und Trincken zu Handen bringen und lieferen. 28). Es ſoll auch in die Tuͤrniz und Hofſtuben, ingleichem Riemand in di in die Hof⸗Apotheck, Kuͤchen, Keller, Contect Silber ⸗und A 85 Brod⸗Kammer, ferner das Waſchhauß oder Beſchlieſſerey, einlaſſen, ſo auch Hauß⸗Cammerey und dergleichen Ort und Ende Niemand nicht darein gelaſſen werden, der nicht darein gehoͤret; Wird aber Jemand gehoͤren. ſich in ſolche und dergleichen Ort eindringen, und darinnen er⸗ finden laſſen, ſolle ſowohl, der dergleichen Leute zulaͤſſet, als auch, die ſich zur Ungebuͤhr einſchleichen, darum der Gebuͤhr nach von Unſerm Marſchalln⸗Amt abgeſtraft werden. 29) Unſer Ober⸗Hof⸗Marſchall und Hofs⸗Vorgeſetzte Reine Jungen haben auch nicht zu geſtatten, daß fremde Jungen, oder Unſerer und Rinder bey Diener und Knechte Kinder, welche nichts, als allerhand Un⸗Bof einkommen gelegenheiten, Tumult und Unordnungen verurſachen, nach Hof Zu laſſen. kommen, noch darein ſich ſchleichen und ſpeiſen laſſen, ſondern es ſind dergleichen Leute fuͤrnehmlich in der Turniz und Kuͤchen, zu Vorbiegung alles beſorglichen Abtrags, lediglich nicht zu dul⸗ ten, noch von dergleichen Leuten einiges Ein⸗ und Auslauffen zu geſtatten. Niemand ſolle auch keinen Buben, wie bis an⸗ herb geſchehen, vor ſich bey Hof zu halten, erlaubt oder zuge⸗ laſſen werden, wann er auch gleich vorgeben wollte, daß er ſol⸗ chen in ſeinen Koſten unterhalte, ſondern er hat vorhero dieſer— wegen die Erlaubniß von Unſerm Marſchalln-Amt und Hofs⸗ Vorgeſetzten zu erlangen, und wann ihme ſolche geſtattet wird, ſich bey der auf den Abtrag geſetzten Beſtrafung nicht zu unter⸗ ſtehen, dergleichen Buben etwas von dem Unſrigen, dem Auf hub oder Uebrigbleibenden geben zu laſſen, ſondern einig und allein aus ſeinen eigenen Mitteln zu erhalten, auf welches alles Unſer Cammer⸗und Hof⸗Fourier, auch die Schloß⸗Wacht mit ſon⸗ derm Fleiß Achtung zu geben, und die ſich Einſchleichende bey Unſerm Marſchall⸗Amt zur gebührenden Beſtrafung anzuzeigen, zu ſolchem Ende ermeldte Fouriers ſich fruͤh Morgens bey Hof einzufinden, und bis in die Nacht allda zu verbleiben haben. 30) Ingleichem ſolle auch Niemand Hunde nach Hof, ab⸗ Reine Zunde ſonderlich in Unſern Hof⸗und andere Gaͤrten fuͤhren, oder mit ohne krlaubniß ihme lauffen laſſen, oder im Gegentheil gewaͤrtig ſeyn, daß die zu halten. Hunde aufgefangen, dem Waſenmeiſter gegeben, und die ge⸗ ringere Bediente/ ihres Ungehorſams halben, mit der Gefaͤng⸗ niß oder ſonſten der Gebuͤhr nach, geſtraft werden. 31) Solle Niemanden, der die Koſt bey Hof hat ſtatt wie ſich mit de⸗ derſelben Brod, Bier, Wein, auch rohe und gekochte Speiſen nen, die kranck⸗ und Fleiſch, Conßituren und dergleichen, weder aus der Kuͤ⸗ heits ⸗ oder chen, Keller, Contect-Kammer und Hof⸗Aemtern gegeben Bereſchaftlicher werden, ſondern ſolcher bey Hof genieſſen, es waͤre dann Sach, ſchßten halber daß Jemand entweder wichtiger Bof⸗ Roſf eſchaͤf⸗ nicht genieſſen Geſchaͤften halber verhindert wuͤrde, daß derſelbe des Hof⸗Eſ⸗ konnen, zu ſens bey Hof ſich nicht bedienen koͤnnte, in welchen Faͤllen de⸗ verhalten. nan Hofs⸗Vorgeſetzten ſolches in Zeiten wifſend zu machen iſt, die ſodann entweder die Ausſpeiſüng, oder vor ſelbige ein Ge⸗ ordnetes an Wein, Brod und andern Naturalien abzureichen, den benöthigten Befehl geben und ertheilen werden. 32) Wollen Wir zwar gnaͤdigſt geſtatten, daß Diejenige, Dnreeheſe, welche die Tafel bey Hof zu genieſſen haben, und denen der bey Roſt⸗Wein der Tafel reichende Koſt⸗Wein nicht anſtaͤndig iſt, ſondern ſich nicht, ſondern ihren eigenen Wein bringen laſſen, dieſerwegen das Surrogatum ihren eigenen durch den Koſt⸗Wein in der ihnen zukommenden und von der Hof⸗HKiefer⸗oder Hof⸗Kellerey auf einmal abzugebenden Por— trincken, be⸗ don erlangen mögen; Doch hat Unſer Marſchall⸗Amt genau treffend. darauf zu ſehen, damit hierbey keine Schleiche getrieben werden, und die Abgabe nicht anders, als auf deſſen vorherige Verfüͤ⸗ gung in behoͤriger Quantitæt und Qualitæt geſchehe. Wie es mitVer⸗ 3) Wir befehlen auch, daß bey Verrechnung und Abga⸗ rechnung und be an Brod, Thée, Caffée, Zucker und Lichter, eine genaue Abgabe Brod, Menage beobachtet, denen, welche dergleichen abzugeben von Sucker uud' Uns befohlen worden, wann ſie anweſend, das geordnete Olan. Lchter gehelte tum zu ihrem Gebrauch abgereichet, wann ſie aber abweſend werden ſolle. ſeyn ſollten, davor weder etwas nachgetragen, noch verrechnet werden ſolle, ſondern das zuͤruͤckbleibende oder laſſende iſt vor Uns einzubehalten. wie ſich mit der 30 Es ſoll ſich auch ein Jeder mit der Lavrẽe, ſo von Uns Livrée zu ver⸗ ihme gewidmet, begnuͤgen laſſen, abſonderlich aber mit Unſerer bhalten. Livrẽée ſaͤuberlich und reinlich umgehen, dieſelbe weder veraͤuſ⸗ ſern, noch verſetzen, bey eines Jeden Dienſt⸗-Pflichten, oder widrigenfalls unfehlbare Caſlation, und, nach der Sachen Be⸗ fund, noch ſchaͤrfere Strafe zu gewarten haben. Verbott des 35 Ferner wollen Wir andurch Maͤnniglich bey Hof, in⸗ Spielens und ſonderheit aber denen geringern Hof⸗ Bedienten alles Labac- uͤbriger Unge⸗ Rauchen in ſaͤmtlich⸗Unſern Haͤuſern und Gebaͤuden, Wuͤrffel⸗ buͤhr/ in ſpecie Charten⸗und andere Spiele bey Straf, und da es wiederholter des Labac-Rau⸗ maſſen geſchehen ſollte, bey Callation gaͤntzlich verbotten haben, chens bey of. und abgeſtellt wiſſen, und haben Unſere Eouriers die Uehertrette⸗ re gleichbalden Unſern Hofs⸗Vorgeſetzten anzuzeigen, dieſe ſol⸗ che hingegen mit Arretirung bey dem Protosen, oder anderer Proportionirten Beſtrafung anzuſehen, oder da ſie ſich nicht woll⸗ ten corrigiren laſſen, Uns die Anzeige zu thun, da Wir ſie ſo⸗ dann aus Unſern Dienſten fortzuſchicken befehlen werden. Reiß⸗Roſten⸗ 36) Wann Jemand von Unſern Hof⸗Bedienten verſchickt Arreltation imd werden müßte, die ſollen ſich Unſerer der Dirten halben ge⸗ Abrechnung. machten oder noch machenden Tax- Ordnung Sewal bezeigen, mithin ohne Ueberfluß mit Zehrung halten, uͤnd bey ihrer Wie⸗ derkunft gleichbalden ihrer aufgewendeten Zehrung und Aus⸗ gab halben, die mit einem der Hofs⸗Vorgeſetzten Atteſtation verſehene Rechnung bey Unſerm Marſchalln⸗Amt uͤbergeben, und ſonderlich ſpecifieè vermelden, was an jeden Ort in⸗ 5 auſſer⸗ auſſerhalb Unſerer Landen fuͤr Mahlzeit, Habern und Stall⸗ mieth, auch ſonſten bezahlt, desgleichen an welchem Tag die Abfertigung und Wiederkunft geſchehen, wornaͤchſt die von ge⸗ dachtem Unſerm Marſchalln⸗Amt atteltirte und verikcirte Conti mit ihren Beylagen zu Unſerer Fuͤrſtlichen Renth⸗Cammer zur Decretur uͤbergeben, und die Zahl auch Abrechnung mit Unſe⸗ rer Landſchreiberen jedesmal ohne Zeit⸗Verluſt getroffen, weder das einte⸗noch das andere aber nicht aufgehalten werden ſolle. 37) Gleichwie Wir nicht geſinnet ſind, einigen Unſern Beſoldungs⸗ Bedienten einige Anticipation an Beſoldung geben, ſondern Un⸗ Abrechnung ſer Befehl iſt, die verfallene Beſoldung jederzeit nach geendig⸗ betreffend. tem Quartal Unſerer Dienerſchaft bezahlen zu laſſen, ſo ſoll hin⸗ gegen auch jeder Hof⸗Bedienter verbunden ſeyn, nach beſchehe⸗ ner Beſoldungs⸗Auszahlung mit dem Amts⸗Keller und Land⸗ ſchreiber und andern verrechneten Dienern ordentlich abzurech⸗ nen, und der bezahlten Beſoldung wegen, behörige Quittung ohnweigerlich auszuſtellen; Damit aber es mit denen Beſol⸗ dungs⸗Abreichungen Unſerer Dienerſchaft bey Hof deſto richti⸗ ger zugehen moͤge, ſo befehlen Wir, daß keiner einige Beſol⸗ dung, als das Geld von Unſerer Landſchreiberey, die Naturalien aber von Unſerer Amts⸗Kellerey Durlach erheben, und ohne Unſers Marſchalln⸗Amts Vorwiſſen und Einwilligung auf ſei⸗ ne Beſoldung einige Allignation und Anweiſungen auf Schulden oder ſonſten geben, noch ſolche weder von Unſerer Renth⸗Cam⸗ mer, noch gedachten andern Unſern Bedienſtungen und Ver⸗ rechnungen, wann ſie nicht von Unſerm Marſchalln⸗Amt un⸗ terſchrieben ſind, angenommen werden ſollen. 38) Waas fuͤr Diener ſo eigentlich zu dem Hof⸗Staat ge⸗ hoͤren, oder von Unſern Cawaliern zu ihren Dienern angenom⸗ men werden⸗ dieſelbe ſollen, der alten Oblervanz nach, vor Un⸗ ſer Hof-⸗Marſchalln⸗Amt gebracht, in Pflicht und Eyd allda genommen werden, und inſonderheit ihre Namen, und wo je⸗ der einheimiſch, erfordert und eingeſchrieben werden, und hier⸗ auf ſchwoͤren, daß ſte, ſo lang ſie in ihren Dienſten ſeynd, gleich⸗ wie Unſere eigene Bediente, Uns gehorſam, getreu und hold ſeyn, Unſern Nutzen foͤrdern, Schaden warnen, und ſonſten all dasjenige, was ein Knecht ſeinem Herrn zu leiſten ſchuldig und billig iſt, thun und verrichten ſollen und wollen, von wel⸗ cher Vergluͤbdung Niemand exempt bleiben, ſondern aller Ca- valiers- und anderer Diener, ſo unter dem Hof⸗Staat ſtehen, und von daraus verpflichtet werden, darzu verbunden ſeyn, we⸗ gen ihrer bey Hof begehenden Verbrechen aber, gleich andern Unſern aß Bedienten angeſehen, und von Unſerm Marſchall⸗ Amt geſtraft werden ſollen. 30). Obwohlen Wir bereits in dieſer Unſerer⸗Hok⸗Ord⸗ Die Aufwar⸗ nung Maͤnniglich Unſerer Hof⸗Bedienten zu fleißiger Verrich⸗ tung derer tung ihrer Dienſte angewieſen auch Jeden bey ſeiner Annahm Livrée-Bedien⸗ auweiſen laſſen, und ſchriftlich angewieſen wiſſen wollen, die ten betreffend. Verrichtung, welche er zu getreu und emſig 0 en 2 ehen, Verpflichtun⸗ gen derer Be⸗ dienten bey Hof. ſehen, ſb verordnen und befehlen Wir jedoch annoch andurch be⸗ beſpnders, daß auſſer denen zu Unſerm Dienſt taͤglich beſtimm⸗ ten Perſonen, inſonderheit die Lauffer, Heyducken, Jagd⸗ und andere Laquayen, vor ordinair fruͤh um 11. Uhr und Abends um 6. Uhr bey Hof zu erſcheinen, und ſaͤmtlich zum Eſſen⸗ Tragen auf die Tafeln, und Aufwarten bey denenſelben, oder andern vorkommenden und ihnen anbefehlenden Dienſten ſich willig, fleißig und unverdroſſen bezeigen, auch von den Tafeln nicht weglauffen, noch von denen Tellern, oder Schuͤſſeln oder Confect-Koͤrben etwas nehmen, genieſſen, einſtecken oder ver⸗ geben, die ſich ablentirende oder nicht erſcheinende aber von dem Marſchalln⸗Amt mit willkuͤhrlicher, die aber etwas abtragen, mit der auf den Abtrag geſetzten Straf ohne Nachſicht beleget werden ſollen. Cavaliers Die⸗ 40) So wollen Wir auch, daß Unſere Cawaliers-Diener, — 3 auf Erfordern, bey der Crraliers-Tafel, nicht aber bey Unſerer ing betꝛeffend. Tafel, auſſer Special-Befehl, ordentlich und fleißig aufwarten, und die Speiſen dahin helffen zur Tafel tragen. Ohne vorheri⸗ 41) Damit Wir auch Unſerer Hof⸗Diener jedesmals de⸗ ge Erlaubniß ſto gewiſſer ſeyn mögen, ſo iſt Unſere ernſtliche Meynung, daß ſoll Niemand fuͤrohin keiner von Adel, noch Andere, ſie ſeyen wer ſie wollen, verreiſen. ohne von Uns, oder von Unſerm Ober-Hof⸗Marſchalln, oder Hofs⸗Vorgeſetzten erlangte Erlaubniß, in eigenen Geſchaͤften ſich abweſend machen, und da einer von Uns ſelbſten alſo Er⸗ laubniß erlanget, ſoll er allwegen vor ſeinem Hinwegreiſen ſol⸗ ches dem Ober⸗Hof⸗Marſchalln, oder Hof⸗Marſchalln, oder dem, der den Staab fuͤhret bey Hof, zu ihrer Nachrichtung zu⸗ vor anzeigen; Wann auch einer uͤber die vergoͤnnte Zeit noch et⸗ was laͤngers ausbleiben wuͤrde, oder muͤßte, ſolle ſelbiger um weitere deſſen Vergoͤnnung ſchriftliche Anſuchung thun, da es aber unerheblicher Urſachen halber unterlaſſen verbleibet, der ſoll Unſere Ungnad zu erwarten und zu empfinden haben. 42) Es ſoll Keiner, welcher in das Schloß gehoͤret, und Wll hutden Fet darinnen die Logirung zu nehmen angewieſen fl, Bey Nachtli⸗ aus dem Schloß cher Weile auſſer demſelben liegen, ſondern Abends um 9. oder bleiben, der da⸗ 10. Uhr na., dem Zapfen⸗Streich ſowohl Sommers⸗ als Win⸗ rinnen zu logi- ters⸗Zeit bey Hof in ſeiner ihme angewieſenen Schlaf⸗Staͤtte ren angewie⸗ ſich finden laſſen, und ſolle der Cammer⸗ und Hof-Fourier ſol⸗ ſen iſt. che vor ſeinem Schlafengehen fleißig vilitiren, und ſo er einen auſſerhalb findet, gebuͤhrend anzuzeigen gehalten ſeyn; So ſoll auch Maͤnniglich bey Hof zu rechter Zeit ſchlafen gehen, und ſonderlich auf Feuer und Licht ſelbſten alle noͤthige Vorſorge ha⸗ ben, und ſolches vor dem Schlafengehen fleißig ausloͤſchen. 43) Wie dann auch ſonſten Jedermaͤnniglich mit Feuer und Licht raͤthlich, ſorg⸗ und gewahrſamlich umgehen ſolle, da⸗ mit hieraus kein Schaden erfolge, derowegen auf ſolches deſto fleißiger Achtung und Aufſehen Unſere Hofs⸗Vorgeſetzte haben, und vor dem Schlafengehen, ob die Feuer alle verwahrt⸗auch wo keines noͤthig/ ſolche ausgelöſcht ſeyen, alle Racht— den Cammer⸗ Verwahrung Feueꝛ undLicht. SRSF˖P˖p˖ppppppprpppppeerrrrrrrrrrrrrrrrhr ẽ 1 Cammer⸗ und Hof⸗Fourier, Hof⸗Waͤchter und Caminfeger fleißig vititiren, und hiermit vor aller beſorgenden Gefahr wohl verwahren laſſen ſollen. Wie dann, ſo Jemand ſchuldig gefun⸗ den wuͤrde, daß durch ſeine Negligenz oder Verwahrloſung ei⸗ nige Feuers⸗Gefahr entſtehen ſollte, den gedencken Wir, nach befindenden Dingen, an Leib und Leben, oder Haab und Guth zu beſtrafen. 44) Niemanden aber ſolle aus Unſern Fuͤrſtlichen Hof⸗ Nichts ohne Aemtern ohne ſonderbaren Unſern, oder Unſers Ober⸗-Hof⸗Mar⸗ Befehl abzu⸗ ſchalln Befehl, und auſſer der von dem Hof⸗Marſchalln-Amt folgen. einem Jeden ertheilenden ſonderbaren Verzeichniß, das geringſte nicht verabfolget werden, bey ſonſt zu gewarten habender ſchweh⸗ ren Strafe. 8 Bey denen 46) Von Unſern Hof⸗Bedienten ſolle keiner bey denen Handwercks⸗ Handwercks⸗Leuten, welche Unſere Hof⸗Arbeiten haben, etwas, Leuten ſo die es beſtehe, worinn es wolle, vor ſich arbeiten, und Uns auf Rech⸗ dof⸗Arbeit ha⸗ 8 ben, ſolle kein nung bringen laſſen, noch auch Unſerer Hof⸗Schmidte zumu⸗ Zof⸗Bedienter then, vor ihne etwas zu arbeiten. Wie Wir dann Diejenigen, vor ſich arbei⸗ die ſich dergleichen unterfangen, als Detraudanten angeſehen, ten, und auf und wenigſtens mit der Callation, auch noch anderer Strafe be-Rechnung brin⸗ leget wiſſen wollen, welche nach Groͤſſe des Verbrechens exaſpe gen laſſen. rirt werden ſoͤlle. Bey 3 46) Daferne bey Hof und denen dahin gehoͤrigen ditte-——5 85 renten Departements etwas repariret, oder neu gemacht wer⸗ hoͤrigen Depar⸗ den ſolle, ſo haben die Otlicianten, Fouriers, oder diejenigen, temerts ſolle oh⸗ welche ſothane Departements verſehen, ſolches Unſerm Fuͤrſtlichen ne Vorwiſſen Marſchalln⸗Amt anzuzeigen, damit dieſes nach Befund, die Anſchaffung veranſtalten, oder Unſerer Renth⸗Cammer die Be⸗ ſorgung deſſen, was in deren Incumbens einſchlaͤget, zur Ver⸗ neu gemacht, fuͤgung bekandt machen koͤnne. noch reparirt werden. 47) Soll Niemand ohne Unſers Marſchalln-Amts Vor⸗Di wiſſen und Genehmigung ſich Unſerer Marſtalls⸗oder anderer Ppderrſeht⸗ Herrſchaft⸗Pferde eigenen Gefallens zu bedienen befugt ſeyn, Fuhren ſollen die ihme ſchriftlich ertheilende Erlaubniß Unſern jeweiligen Ober⸗ von denen Be⸗ Stall⸗oder anweſenden Stallmeiſtern belieferen, und daferne dienten, wann er ſolche bekommen ſollte, dieſelbe nicht mißbrauchen, noch die ſie dergleichen Pferde und Fuhrweſen zu Schad und Schanden richten, ſon⸗ bekomen, nicht dern auf deren Contervation beſtens ſehen, den muthwillig cur. mithraucht ſiwenden Schaden aber werden Wir den, der ſolchen verurſachet,— gleichbalden erſetzen laſſen. 43) Diejenige Cawaliers-Bediente, ſö auf ihre Herren 15 4 8 bey Hofe zu warten haben, ſollen Pnreend Sch und 3— nicht an verbottenen Orten ſich aufhalten, diejenige aber, ſo dar⸗Cavaliers-Die⸗ uͤber eigenes Muthwillens in die Vor⸗ und andere Gemaͤcher ner, ſo auf ihre lauffen, ingleichem die ſolchen Aufwaͤrtern Wein und Speiſe Berren am Hof zutragen, wie nicht weniger die, welche denen, ſo ſie davon warten zu ver⸗ gůtlich abweiſen/ trotzige boͤſe Worte Llben, und ſchworen, oder D wo wo ſie aufwarten, ungeſtuͤmm Geſchrey, Muthwillen und aller hand Unfug treiben, oder gar wider Unſern Burgfrieden einan. der ſchelten, ſchmaͤhen und ſchlagen, oder werffen, und ſich nicht guͤtlich ſtrafen laſſen wuͤrden, dieſelbe ſollen alſobald ohne An⸗ ſehen der Perſon, in Arreſt oder Gefaͤngniß gebracht, und biß auf weitern Beſcheid mit Waſſer und Brod geſpeiſet werden. Derer Fremden 49) Und damit ſich auch derer fremden Herren⸗ und Bedienten Ver⸗Cavaliers-Diener darnach zu halten wiſſen, ſollen die Fouriers haltung.—.— denenſelben die Orte anzeigen, wo ſie zu warten haben. Auffuͤhrung ge⸗ 90) Es ſollen ſich auch Unſere Hof-Bediente gegen Un⸗ nen Untenlhe- ſern Unterthanen und Manniglichen aller geziemender Beſchei⸗ ländern. denheit befleißigen, des Zanckens und Haderns ſich muͤßigen, Rnoch ſich deſſen, daß ſie in Unſern Dienſten ſtehen, zu einigem Anlaß dienen laſſen, Andere zu verachten, oder grob zu tracti- ren; Immaſſen ſolches von ihnen nicht geſtattet, ſondern vor Unſerm Marſchalln⸗Amt, auf die demſelben davon beſchehende Anzeige, oder anbringende Klage, nachdruͤcklich geahndet wer⸗ den ſolle, und wollen Wir diejenige, welche ſich incorrigible er⸗ zeigen, und mit Grobheiten vor andern hervorthun, mithin de⸗ nen desfalls an ſie beſchehenden Warnungen keinen Platz geben moͤgen, aus Unſern Dienſten thun laſſen. Sebeden Sab/) Da auch ſich begeben, daß ein- und andere Unſerer 8n Kedefende Hof-Bedienten ſowohl Unſere Unterthanen, als Freinde anſe⸗ zen, und ſo groſſe Schulden machen, welche ſie nicht bezahlen koͤnnen, Wir aber dergleichen unrichtige Zaͤhler und Schulden⸗ macher nicht zu dulten gemeynet ſind, ſo hat Unſer Hof-Mar⸗ ſchall-Amt diejenige von erſagten Unſern Hof-Dienern, welche auf eine unnoͤthige Weiſe Schulden machen, Uns anzuzeigen, damit Wir wegen deren Dimitſion das Erforderliche relolviren, ehender aber keinen dergleichen leichtſinnigen Debitorem zu ent— laſſen, er habe dann ſeine Schuldforderer richtig bezahlet, und wo er ſolche Bezahlung von ſelbſt nicht gutwillig thun wuͤrde, f ſo hat Unſer obengedachtes Marſchall-Amt linnmariſch⸗ doch rechtlicher Ordnung gemaͤß, ſowohl die von dem Schuldner noch zu gut ſtehen habende Geld⸗ und Natural-Beſoldung, als auch durch Angrif-und Verkauffung deſſen Etfecten, den Erlöß zu Befriedigung derer Creditorum anzuwenden; Woferne aber ſolches nicht auf dergleichen ſummariſche Art abgethan werden koͤnnte, davon bey Unſerm Hof-Raths⸗Collegio berichtliche Anzeige zu thun, und das Weitere deſſen Verfuͤgung zu uͤber⸗ laſſen. Wie Wir dann auch befehlen, daß diejenige, welche in Zeit ihres Dienſts bey denen Gewerb⸗ und Handwercks⸗Leuten oder andern Unſern Unterthanen Schulden machen, dieſelbe oh⸗ ne machenden Umtrieb guͤtlich bezahlen, wo aber deshalben von Jemand Klagen vorkommen wuͤrden, auf Begehren der Schuld⸗ forderer, zu Abfuͤhrung dieſer Schulden durch dienliche Zwangs⸗ und Executions-Mittel angehalten, und Unſer dißfalls unter heutigem Dato erlaſſener geſchaͤrfter Befehl befolget 3 eber⸗ 333333.N„„— +L—L Ueberhaupt aber befehlen Wir, daß von Unſern Hof⸗Bedien⸗ ten aus Unſern Dienſten keiner gehen, noch einen Abſchied be⸗ kommen ſolle, er habe dann ſeine Schuldner befriediget, oder ſeye mit ihnen guͤtlich oder rechtlich auskommen. 92) Weil auch mehrmalen geſchehen, daß Unſere Livrée⸗ Bediente, wann ſie in die Stadt hinaus kommen, ſonderlich aber bey Nacht, allerhand Unfug mit Schreyen, Jauchzen, Sin⸗ gen und dergleichen treiben, und etwan denen Burgern und In⸗ wohnern mit Einſchlagen und Einwerffen der Fenſter, oder in andere Wege Schaden thun, desgleichen denen Wirthen und ih⸗ rem Geſind in der Herberg ihres Gefallens zum öftern uͤberlaͤſtig ſind, ſo iſt Unſer ernſtlicher Befehl, daß ſie ſich dergleichen Un⸗ fugs, ſowohl in Unſerer Kelidenz, als auch anderer Orten in⸗ und auſſerhalb gaͤntzlich enthalten, und einer den andern darzu freund⸗ lich vermahnen, und die Schuldige bey Unſerm Marſchall-Amt anzeigen ſollen; Die Veraͤchter und Uebertretter dieſes Unſers Verbotts ſollen, vermoͤg des unterm 28. Martii 1737. und unter dem 21. May gegenwaͤrtigen Jahrs emanirten Befehls, von der Patrouille Unſerer Hof- oder ſonſt beſtellten Stadt⸗Wacht ein⸗ gefuͤhrt⸗oder ſonſten bengefangen, oder in Erfahrung gebracht⸗ und nach der Sachen Geſtalt, andern zum Exempel, nachdruͤck⸗ ſamlich, und ohne Nachſicht, mit Einthuͤrmung bey Waſſer und Brod geſchloſſen oder ungeſchloſſen, auch, nach Schwehre des Verbrechens, mit Callation und Fortjagung ohne Abſchied be⸗ ſtraft werden. 93]) Es ſoll auch ein Jeder mit ſeinem Haußwirth freund⸗ Mit denen und friedlich ſich halten, demſelben keinen Ueberdrang anthun, Haußwirthen richtige Bezahlung vor Hauß⸗Mieth leiſten, die muthwillige freundlich lebẽ. Zaͤncker aber, und die, ſo zu Unfried Urſach gegeben, gebuͤh⸗ rend abgeſtraft werden. F4] Welcher ſchriftliche Beſtallung hat, und nicht in ſeinem Dienſt⸗Auf⸗ Dienſt zu bleiben gedaͤchte, der ſoll dem Inhalt ſeines Beſtallungs⸗—— be⸗ Briefs gemaͤß, ſowohl, als die keine dergleichen Beſtallungen ha⸗ rellend. ben, jederzeit ein Viertel Jahr vor Georgü, als auf Ausgang des Jahrs, ihre Dienſte aufkuͤnden, welche ſolches nicht thun, ſondern allererſt nach dem Viertel Jahr, wann es ihnen gefaͤllt, Erlaubniß fordern, denen werden Wir, wie es Unſere Conve- nienz erleidet, in ihrem Geſuch willfahren, oder eine abſchlaͤgi⸗ ge Antwort geben, und ihn bis zu Ausgang des Jahrs ſeine Dienſte zu continuiren anweiſen laſſen. Ohne ordentli⸗ 75) Welche aber ohne ordentliche Aufkuͤndigung ihrer che Aufkundi⸗ Dienſt, oder zuvor erlangte Erlaubniß hinweg⸗ziehen, und gung nicht ſich deſſen nicht genugſam entſchuldigen, denen wollen Wir alle wegziehen. gebuͤhrende Strafe vorbehalten, und Maͤnniglich vor derſelben gewarnet haben. §6) Der auch an Uns, oder denen Unſrigen treuloß und Straf derer/ ſo meineydig werden, oder ſich in andre Weg unehrlich halten⸗und treuloß weꝛden darob ausreiſſen wuͤrde, alſo, daß man dergleichen Frevler zu und echapiren. D 2 gebuͤh⸗ Inſolemzien- Beſtrafung. Sof⸗Dieb⸗ ſtahls⸗Unter⸗ ſuchung und Beſtraͤfung. gebůhrender Strafe nicht bringen, und ſolche nicht an ihme voll⸗ ſtrecken laſſen koͤnnte, ſo ſoll dergleichen Verbrechen legal unter⸗ ſuchet, und das Protocoll zu Unſerm Hof⸗Raths⸗Collegio ein⸗ geſendet, von demſelben aber ein Rechtliches Gutachten ertheilet, und Uns vorgeſchlagen werden, wie gegen dergleichen Ehr⸗ und Pflicht⸗vergeſſene Ausreiſſer nach Schaͤrfe der Rechten zu ver⸗ fahren ſeye; Worauf Wir ebenfalls Unſere gnaͤdigſte Kelolution abzufaſſen gedencken. 57) Wuͤrde ſich Jemand von Unſeren in Eydes⸗Pflichten befindenden Hof⸗Bedienten einigen, bey Unſerer Hof haltu ng, Diebſtahls ſchuldhaft machen, und deſſen, wie Rechtens iſt, uͤberwieſen werden, oder geſtaͤndig ſeyn, ſolle derſelbe, wann der Diebſtahl ſich nur bis auf 10. fl. belauffen ſollte, mit der Zuchthauß⸗Straf auf 3. 4. oder mehrere Jahre, je nachdeme aggravirende Umſtaͤnde concurriren, condemnirt, da aber der Diebſtahl ſich bis 20. fl. incluſivè und druͤber belaufen wuͤrde, mit der auf dieſes Laſter geſetzten ordinairen Strafe des Strangs belegt, und nicht darauf retlectiret werden, ob der Diebſtahl naͤchtlicher Weile, mit Einbruch, mit Gewehr oder nicht geſche⸗ hen, ingleichem, ob Inquiſitus ſchon mehrere Diebſtaͤhle⸗ oder noch keinen begangen, auch ob er die That bekennen wolle oder nicht, ſondern es ſolle zu Dictir und Belegung mit dieſer Stra⸗ fe genug ſeyn, wann Geld und Geldes werth bey Unſerer Hof⸗ haltung, oder wo Wir Uns aufhalten, oder in Unſern Haͤuſern, Uns oder Unſern Bedienten oder Fremden an Unſerm Hoflager ſich aufhaltenden oder befindenden, vorſetzlich⸗Diebiſcher weiſe von einem Unſers Hof⸗Geſinds bey Tag oder bey Nacht, mit oder ohne Einbruch, mit oder ohne Gewalt, mit Gewehr oder ohne Gewehr, aus verſchloſſenen oder offenen Zimmern, Kammern, Kellern, Magazinen entwendet worden, indeme Wir bey Un⸗ ſerm Hof⸗Lager alles in vollkommene Sicherheit geſetzet wiſſen wollen. So ſoll auch zu Mitigirung der Strafe nicht dienen, ob es der erſtere oder zweytere Diebſtahl ſeye; Ingleichem ſoll das Ablaͤugnen des Inquiſiti ihn von der Strafe nicht befreyen koͤnnen, ſondern genug ſeyn, wann er des Verbrechens auf Rechtliche Art durch Zeugen oder andere Weiſe genugſam uͤber⸗ wieſen worden. Wie dann einer dergleichen, nach genomme⸗ ner General- Information ſofort in Arreſt gebracht, und davon alſogleich Unſerm Fuͤrſtlichen Hof⸗Raths⸗Collegio zur weitern Unterſuchung und Rechtlichen Erkaͤnntniß Bericht abgeſtattet werden ſolle. 58) Demnaͤchſt aber iſt Unſer ernſtlicher Wille und Mey⸗ Gehorſam ge⸗ nung auch Befehl, daß Männiglich Unſerer Hof⸗Leute und gen denen Obern. Hof⸗Bedienten Unſeren Vorgeſetzten, in Sachen, die ihnen Amts halber auferlegt, und gebuͤhren, gehorſam und gewaͤrtig ſeyn, ſich wider dieſelben Riemand ſetzen, vielweniger oͤffentlich oder heimlich von denenſelben ſchimpflich und ſpoͤttiſch mit Re⸗ den und Geberden ſich erzeigen, ſondern was ſelbige Amts hal⸗ ber mit ihnen handeln, ſchaffen und befehlen, dem gehorſam⸗ lich und unweigerlich geleben, widrigenfalls eine harte und ſchwehre Strafe zu gewarten haben ſollen. §0) Wir befehlen auch daß Unſer Marſchalln⸗Amt und Strafe des Un⸗ Hofs⸗jeweilige Vorgeſetzte, vermoͤg ihres habenden Befehls, gehorſams. gegen die, ſo ſich dieſer Ordnung zuwider, oder ſonſten unge⸗ buͤhrlich und ungehorſamlich verhalten, mit gebuͤhrlicher Stra⸗ fe verfahren, von dem Vorgehenden aber Uns ihren unterthäͤ⸗ nigſten Bericht und Anzeig⸗wann es zumal Sachen von Wich⸗ tigkeit ſind, erſtatten ſollen, darnach ſich ein Jeder zu richten⸗ und vor Strafe zu huͤten hat. 60) Solche obgemeldte Ordnung, die Wir jederzeit zu Vorbehalt aͤndern, zu mindern und zu mehren hiermit vorbehalten, wol⸗ wegen dieſer len Wir genau beobachtet wiſſen, damit zuvorderiſt GOttes Eh⸗ Ordnung. re befoͤrdert-und Unſere Fürſtliche Authoritæt gebuͤhrend re⸗ ſpectiret, ſodann Unſer Nutz und Beſtes geſchaffet, und ſonder⸗ lich Unſerer Ober-Hofs⸗Vorgeſetzten Amts⸗Verrichtungen und Befehlen nicht widerſprochen, auch, da in Unſerm Namen von Unſerm Ober⸗Hof⸗Marſchalln und Hof-Marſchalln, oder ihren Nachgeſetzten, noch weiter was befohlen, und verordnet wuͤrde, ſelbigen ſolle nicht weniger, als waͤre es hierinnen auch enthalten, ſchuldiglich gehorſamet werden, mit angehaͤngter Verwarnung, daß Derjenige, er ſeye, wer er wolle, ſo ſelbige uͤbertretten wuͤrde, von ihnen nach geſtalten Sachen, ohne eini⸗ ges Unſer Befragen, in gebührende Straf genommen, und dar⸗ innen Niemand verſchonet werden ſolle; Sollte aber etwas vor⸗ fallen, das in Unſerer Hof-Ordnung nicht enthalten, und die⸗ ſelbe von ſolcher Importanz hielten, daß es Uns vorgebracht wer⸗ den muͤßte, ſo gedencken Wir Uns, befindenden Dingen nach, darauf zu reſolviren. Welcher aber darob Beſchwerden hat, der mag ſolches bey Uns anzeigen, da ihme dann gebuͤhrlich Beſcheid widerfahren ſoll. 61) Woferne auch Jemand von Unſeren Hof-Bedienten Unterricht und Geſind jetzo nicht vorhanden, oder abweſend waͤre, die ſol⸗ von dieſer len von denen andern deſſen zu ihrer Nothdurft berichtet werden, Ordnung. damit ſie ſich alsdenn bey Unſern Vorgeſetzten anzeigen, und ih⸗ nen dieſe Ordnung vorgeleſen werden koͤnne, denn ſie die Unwiſ⸗ ſenheit ſonſten nicht entſchuldigen ſoll; Und ſolle dieſe Unſere Fuͤrſtliche Hof⸗Ordnung der ſaͤmtlichen Hof⸗Dienerſchaft, we⸗ nigſtens alle Jahr einmal, zu ihrem Verhalt und Nachachtung vorgeleſen werden. Geben und erneuert unter Uinſerer eigen⸗ haͤndigen Unterſchrift, und darunter gedrucktem Fuͤrſtlichen In⸗ ſiegel. Carlsruhe den 2. Novembris 1750. Tarl Griderich, Marggraf zu VBaaden. — * * 5 1 ——29ꝗ 55 888 Wunn; 116 55 18— 4 9998A— 88 8388: 8 8 nnns —9— eteneeeeen 88 4115 ꝗ 66995 8—98 39185 11 2257 9ꝗ—2 8 *3