Ein Ruckblick auf die ersten 25 Jahre(1870-—1895) UIUnasinns And Rralyrngymnasiuns BADEN-BADEN, Ernst Kölblin, Hofbuchdruckerei. 1895. 6r 8 G838 Mit dem Schlusse dieses Schuljahres ist ein Vierteljahrhundert abgelaufen, seitdem das hiesige Gymnasium eröffnet worden ist. Fünfundzwanzig Jahre sind zwar im gewöhn- lichen Schulleben kein so langer Zeitraum, daß man viel davon reden sollte; aber wenn sie in den Anfang einer neu gegründeten Schule fallen, so sind sie doch von einer gewissen Be- deutung für das Werden und den Charakter derselben. Man kann sie mit der Jugendzeit im Menschenleben vergleichen, in welcher ja auch der Grund zu allem dem gelegt wird, was dereinst das reifere Alter wirken soll. Darum dürfte ein kurzer Rückblick auf die durch- laufenen Jahre nach verschiedenen Seiten hin nicht ohne Interesse und für die künftige Ge- schichte unserer Schule vielleicht auch von Nutzen sein. Die Vorgeschichte unseres Gymnasiums, die Gründe für die Umänderung der früher hier bestandenen Höheren Bürgerschule in eine sogenannte Gelehrtenschule mit einer Real- abteilung, das Aufbringen der Mittel zur Errichtung derselben, ihren Lehrplan, sowie die Er- öffnung der neu gegründeten Anstalt am 24. Oktober 1870 habe ich in der Beilage des Gymnasialprogramms 1870%/71 unter dem Titel:„Die höhere Schule in der Stadt Baden“ auseinandergesetzt. Ich kann also gleich an meine eigentliche Aufgabe herantreten. Nachdem von der bisherigen Höheren Bürgerschule die Professoren Stößer und Dr. Finck, die Herren Wiehl und Heidinger als Hauptlehrer, Herr Stadtpfarrer Hansen und Vikar Roth, die Kapläne Oster und Schmieder, sodann der Gewerbschulkandidat Booz als Nebenlehrer an die neu errichtete Anstalt herübergenommen, die Professoren Dr. Büchle und Dr. Schröder nebst Lehramtspraktikant Heck neu berufen, und Professor Frühe am Lyceum in Konstanz zum Direktor ernannt worden war, konnte die Schule mit 162 Schülern eröffnet werden. Als Schüler waren nämlich außer den neu sich meldenden alle diejenigen in das Gymnasium übergetreten, welche der Höheren Bürgerschule angehörten und dieselbe noch nicht verlassen wollten. Ein kleiner Bruchteil derselben hatte die bisher gebotene Gelegenheit benutzt und etwas Latein gelernt, eine noch geringere Zahl hatte sich mit Griechisch be- schäftigt. Wenn irgendwo das Sprichwort„Aller Anfang ist schwer“ sich bewährt hat, s0 wWar das an unserer Schule der Fall. Denn da jetzt das Latein an derselben für alle Schüler ein nicht mehr zu umgehender Lehrgegenstand wurde, so war die Einrichtung der einzelnen Klassen mit viel Schwierigkeit verbunden. In der noch nach der alten Klassenbezeichnung benannten Sekunda(jetzt V) und Tertia(jetzt IW, die zudem eine beträchtliche Schülerzahl aufwiesen, hatten die wenigsten bisher am Latein teilgenommen, und auch die Lateiner standen andern Gymnasiasten gegenüber bedeutend zurück. Die Schuld davon lag an der Schuleinrichtung. Wollten nun die ersteren einmal am Schlusse der Unterquinta(II) das Zeugnis zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erlangen, so musste jetzt das Latein nach- geholt, die letztern dagegen schärfer herangenommen werden. In Quarta(I, wo es mit den Kenntnissen in den alten Sprachen ebenfalls nicht zum besten bestellt war, konnte nach dem Lehrplan dieser Unterricht nur teilweise nach Unter- und Oberquarta getrennt erteilt werden. Dasselbe war in Quinta(I) der Fall, als im nächsten Jahr auch eine Oberquinta(II) gebildet werden konnte. Daß unter diesen Umständen die Arbeiti der betreffenden Lehrer trotz der geringen Zahl der soge- nannten Humanisten eine sehr anstrengende war, ist begreiflich. Um nun denjenigen Schülern, welche den lateinischen Unterricht bisher nicht be— suchten, den Eintritt in die entsprechenden Lateinklassen thunlichst zu erleichtern, wurden Vorübergehend folgende Einrichtungen getroffen: — a) Die Schüler der zweiten Klasse(V, welche bisher an dem lateinischen Unterricht der Prima(V) keinen Anteil genommen hatten, erhielten außer den lehrplanmäßigen Lektionen ihrer Klasse vier besondere Stunden, wodurch sie in den Stand gesetzt werden sollten, am Ende des Jahres die Reife für Tertia(W zu erlangen. Der Lateinunterricht in Sekunda(V) mußte sich demnach zumeist mit dem Primanerpensum befassen. b) Für diejenigen Schüler des dritten und vierten Jahreskurses, welche erstmals am lateinischen Unterricht teilnahmen, wurde ein besonderer Kursus mit 10 wöchentlichen Stunden eingerichtet, welcher zur Aufgabe hatte, innerhalb 2—3 Jahren dieselben für die Unter- quinta(II') des Realgymnasiums reif zu machen. Um jedoch gegenüber den ältern Schülern, welche kein Latein lernen wollten, keinen Zwang auszuüben, wurde ausdrücklich in den Sta— tuten des Gymnasiums festgesetzt, dass dieselben auch fernerhin davon entbunden sein sollten. Nachdem all diese Anordnungen getroffen waren, nahm der Unterricht ungestört von den gewaltigen, die Welt erschütternden Ereignissen während des Schuljahres seinen ruhigen Fortgang. Am Schlusse desselben konnten leider trotz aller Nachsicht und Rücksicht nicht alle Wünsche und Hoffnungen der Eltern und Schüler befriedigt werden. Die Schuld lag zumeist in den Verhältnissen. Da der geregelte Unterricht bei uns fast 4 Wochen später angefangen hatte Als an andern Gymnasien, zudem noch der für die unterste Klasse ernannte Lateinlehrer erst mit Beginn des Jahres 1871 eintreten konnte, so blieb die üble Nachwirkung nicht aus. Es war ja nicht zu erwarten, daß wir mit den von der Höheren Bürgerschule überkommenen Schülern in beträchtlich kürzerer Zeit ebenso weit kommen konnten, wie andere uns gleich- artige Anstalten. Dazu kam noch der Umstand, dass mit der Gründung eines Gymnasiums und Realgymnasiums höhere Ziele und damit auch gesteigerte Anforderungen an Lehrende und Lernende gestellt wurden. Das wollten aber manche unserer Humanisten und Realisten trotz Mahnung und Warnung lange nicht begreifen. Die süße Gewohnheit der vergangenen Zeit behielt die Oberhand, und die schöne Heimat im Oosthal bot ja so viele verführerische und vom Studium ablenkende Dinge für ein schwaches Knaben- und Jünglingsherz, daß es bei einzelnen schärferer Mittel bedurfte, um sie auf den Ernst der Sache aufmerksam zu machen. Denn wenn wir aus den unfertigen Verhältnissen zu geordneten Zuständen kommen wollten, so musste das Aufsteigen unbefähigter Schüler verhindert werden. Das geschah, soweit thunlich war. Aber trotzdem mussten wir uns sagen, daß wir nach dem damaligen Stand der Dinge erst in 2 Jahren hoffen konnten so weit zu sein, wie es der Lehrplan und das Gesetz vorschrieb. Das zweite Schuljahr nahm am 1. Oktober 1871 seinen Anfang, und der Unterricht wurde im wesentlichen nach dem bisherigen Lehrplan erteilt. Im Laufe des Jahres machte sich die neu errungene Einheit Deutschlands auch auf dem Gebiete unseres Schulwesens geltend. Am 11. Juni 1872 erschien nämlich eine Verordnung des Großh. Ministeriums des Innern, wornach im Anschluß an die in Preußen bestehende Ubung die bisherige Benennung und Klasseneinteilung der bad. Gelehrtenschulen und Realgymnasien dahin abgeändert wurde, daß erstens die vollständige Gelehrtenschule(bisher Lyceum) den Namen Gymnasium, und das nur 7 Jahreskurse umfassende bisherige Gymnasium den Namen Progymnasium erzielt. Zweitens sollten die Klassennamen nicht mehr mit Prima beginnen und aufsteigend mit Sexta Schliessen, sondern die Ordnung sollte eine umgekehrte sein, die Prima also die oberste Klasse bezeichnen. Demnach hieß unser bisheriges Gymnasium von da an Progymnasium. Am Schlusse des Schuljahres war man unter angestrengter Arbeit so weit gekommen, dahb man wenigstens beim Wiederbeéginn des Unterrichts am 1. Oktober 1872 mit dem all- gemein vorgeschriebenen Lehrpensum auch in mittlern oder höhern Klassen anfangen konnte. Damit war aber noch nicht gesagt, daß auch die meisten Tertianer und Sekundaner auf der Höhe ihrer Klassen standen. Dieses Ziel konnten wir erst am Schlusse unseres dritten Schuljahres in Aussicht stellen, und es war nur dadurch zu erreichen, daß wir im zweiten Jahr unserer Anstalt noch eine etwas strengere Sichtung bei den Beförderungen in höhere Klassen zur Anwendung brachten als im ersten. Unter solchen Umständen war vorauszusehen, daß unser strengerer Maßstab, den wir im eigenen Interesse der Jugend und der Schule anzulegen genötigt waren, für den Augen- blick einen nachteiligen Einfluß auf den Besuch unserer Anstalt üben würde. Diese Vermutung wurde zur Wirklichkeit, denn die Schülerzahl, welche sich im Jahr 1871/72 auf 157 belief, verringerte sich im folgenden Schuljahr auf 137. Daraus ergab sich, daß die Einwohnerschaft Badens sich noch nicht rückhaltlos an die neue Schule angeschlossen hatte. Man konnte es ihr auch nicht verdenken; denn seit der im Jahre 1808 erfolgten Verlegung des hiesigen Lyceums nach Rastatt hatte man sich in Baden allmählich mehr und mehr von der Tradition der früheren Schule entfernt, man hatte den lateinischen Sprachunterricht mit der Zeit viel- fach als etwas Uberflüssiges, ja in einzelnen Kreisen als etwas für unsere Zeit Verwerfliches ansehen lernen. Daher kam es denn auch, daß jeweils nicht die Hälfte der Schüler von der in der Höheren Bürgerschule gebotenen Gelegenheit, Latein zu lernen, Gebrauch gemacht hatte. Mit der Gründung des Gymnasiums änderte sich die Sache. Sämtliche neu eintretende Schüler mussten am lateinischen Unterricht teilnehmen; die Nichtlateiner wurden so zu sagen auf den Aussterbeetat gesetzt. Jetat wurde die lateinische Sprache Hauptlehrgegenstand, und wer am Schlusse des Schuljahres darin nicht genügte, konnte mit dem besten Willen der Lehrer nicht befördert werden. Da fing man an, über die neue Schule mit ihren strengen Anforderungen zu stutzen, und vielfach ertönte aus dem Munde der Eltern der Ausruf:„O, wenn nur das Latein nicht wäre! Wir haben früher auch kein Latein gelernt, und unsere Söhne, die ja nicht studieren sollen, brauchen das nicht zu ihrem Fortkommen in der Welt. Französisch und Englisch, das ist etwas anderes.“ Kurz, es erwachte der Widerwille gegen einen Lehrgegenstand, der so viel Leid ins Haus brachte, und schon damals regte sich der Wunsch nach einer Realschule ohne Latein. Vor der Hand konnte derselbe aber keine Be- rücksichtigung finden, weil man eben erst im wohlverstandenen Interesse der Stadt das Gym- nasium gegründet hatte und wegen des großen Kostenpunktes nicht gleich eine zweite höhere Schule errichten wollte. Man hatte zwar mit Rücksicht auf die Gewerbtreibenden in der Stadt zugleich mit dem Gymnasium eine Realschule eingerichtet, in welcher aber nach dem damaligen Zug der Zeit das Latein auch obligatorischer Lehrgegenstand war. Somit mussten sich die Unzufriedenen vorerst ins Unvermeidliche finden oder ihre Söhne nach alter Ge- Wohnheit ins Welschland schicken, wo sie in kurzer Zeit durch die Erlernung des Franzö- sischen und Englischen ihre Ausbildung vollendeten. Datß übrigens diese Verminderung der Schülerzahl nur eine vorübergehende war, das zeigt ein Blick auf die Tabelle über den Schulbesuch. Schon das nächste Schuljahr 1872/73 lietß eine kleine Zunahme erkennen, die dann in den folgenden Jahren anhielt, bis die Teil- nahme eine den hiesigen Verhältnissen ziemlich entsprechende Schülerzahl aufzuweisen hatte. Die Schule ging unterdessen unbeirrt ihren Gang weiter, und schon nach dem dritten Jahre ihres Bestehens war sie, der früher ausgesprochenen Hoffnung gemäß, so weit, daß in allen Klassen dasselbe gelehrt und gelernt wurde, was man in andern derartigen Anstalten lehrte und lernte. Zum ersten Male konnte sie mit Genehmigung des Großh. Oberschulrates Ober- sekundaner in die Unterprima eines Gymnasiums befördern. Die Reife für die Unterprima eines Realgymnasiums hatte schon im vorhergehenden Jahre ein Obersekundaner erlangt. Die Schuljahre 1873/74, 1874/75, 1875/76 vergingen in ruhiger Arbeit und ohne wesentliche Anderungen in den innern Schulverhältnissen. Die wiederholte Hinweisung auf die Vorteile, welche die neue Schule mit oder trotz Latein nach vielen Seiten hin ge- wWährte, und die Aufforderung der Direktion an die Einwohnerschaft der Stadt Baden, der Schule näher zu treten, waren nicht ohne Wirkung geblieben. Die Schülerzahl war im Schul- jahr 1875/76 schon auf 171 gestiegen, und auch sonst zeigte sich der Anstalt gegenüber ein freundliches Entgegenkommen. So haben wir im Schuljahr 1874/75 ein reiches Geschenk für unsere Naturaliensammlung mit herzlichem Dank zu verzeichnen. Der verstorbene Bankier, Herr Haldenwang, schenkte uns nämlich eine Schmetterlingssammlung von seltener Reich- haltigkeit und Vollständigkeit mit den dazu gehörigen Schränken und Büchern. Sie umfaßt die meisten Arten der in Europa vorkommenden Exemplare, ist vortref flich nach Familien und Gruppen geéordnet und verrät bis ins Kleinste die Liebe, Sorgfalt und Kenntnis, mit welcher sich der wohlwollende Geber diesem Studium der Natur gewidmet hat. Später hat sich der hier lebende Arzt und Naturforscher Dr. Lange durch seine sachkundige Ordnung unserer Käfersammlung und durch wesentliche Bereicherung derselben den wohlverdienten Dank der Anstalt erworben. Ebenso verdanken wir dem hiesigen Arzt, Herrn Dr. Krieg, einem ehemaligen Schüler unseres Gymnasiums, eine reichhaltige Sammlung von kleinen Tieren aller Art, darunter viele Schlangen, welche er auf einer Reise in Sumatra erworben und uns in dankbarer Erinnerung mitgebracht hat. Uberhaupt hatte sich die Anstalt im Laufe der Jahre manches schönen Geschenkes vonseiten der hiesigen Einwohner- schaft zu erfreuen. Ich kann hier nur die bedeutenderen Gaben mit den Namen der Geber anführen, obgleich das Gymnasium allen denen dankbar ist, die demselben ihr Wohlwollen durch irgend ein brauchbares Geschenk kund gegeben haben. So schenkte uns Herr Stadtrat Weber eine schöne, große Büste unseres seligen Kaisers Wilhelm I., Herr Stadtrat von Bömble ein Croquet-Spiel, Herr Stadtrat Otto Kah eine prächtige Flora der Engadiner Pflanzenwelt, Herr Wilhelm Zabler, Obmann des Stadtverordnetenkollegiums, ein schön gearbeitetes, eichenes Postament für unsere Schillerbüste, der verstorbene Herr Bezirks- förster Ditß eine stattliche, reichhaltige Sammlung ausgestopfter, einheimischer Vögel, Herr Geh. Rat Dr. Wagner von Karlsruhe eine Sammlung alter Münzen, Herr Dr. Lange einen Induktions- apparat. Schöne Geschenke an wertvollen Büchern erhielten wir von Herrn Rechtsanwalt Göhring, von Herrn Hoflmann, Gymnasiumsdirektor a. D., von der Hofbuchhandlung Marx, sowie von den andern hiesigen Buchhandlungen, von Herrn Geh. Hofrat Dr. von Sallwürk, ehemaligem Lehrer der Anstalt, von dem verstorbenen Herrn Dr. Schiel, von Frau Direktor Heermann, von den Herrn Karl Feder und Leopold Schliep, ehemaligen Schülern der Anstalt, von Herrn Dr. Zilles, Prakt. Arzt und von Herrn Joh. Schmidt, Zahnarzt. Einen schmerzlichen Verlust erlitt die Anstalt durch das am 11. März 1875 erfolgte Ableben des Herrn Oberschulrats Dr. Deimling; denn an ihrer Gründung hatte er einen wesent- lichen Anteil genommen, und ihre innere Einrichtung verdankte sie ihm wohl ganz. Als Vertreter der Regierung hatte er unserer Schuleröffnung am 24. Oktober 1870 angewohnt. Und wie er damals schon die Anstalt mit den besten Segenswünschen begleitete, so war er ihr ein liebender Fürsorger und einsichtsvoller Berater bis zu seinem Tode geblieben. Sein Andenken ist dauernd mit unserer Schule verknüpft und lebt in unsern Herzen fort. Im Laufe des Schuljahres 1875/76 erschien mit Ermächtigung des Ministeriums des Innern eine Verordnung des Grobh. Oberschulrats, durch welche die viel erörterte Ferienfrage an unsern Mittelschulen gelöst wurde. In der Verordnung über die Gelehrtenschulen im Großherzogtum Baden vom Jahre 1837 heißt es: Das Schuljahr beginnt gegen Ende Oktobers und endigt sich im folgenden Jahre gegen Ende Septembers. Die Ferien jedes Jahres sind (die Charwoche nicht mitgerechnet) neun Wochen. Sie sind in die Osterzeit, den Sommer, den Herbst und in die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zu verlegen. Diese Bestimm- ung wurde im Jahre 1852 aufgehoben und dafür folgendes verordnet: Das Schuljahr beginnt mit dem 1. Oktober und endigt sich im folgenden Jahre mit dem Eintritt der Herbstferien. Die Ferien jedes Jahres sind im Ganzen neun Wochen. Sie sind in die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, in die Osterzeit, den Herbst und je nach Bedürfniß auch in den Sommer zu verlegen. Die Folge der letzten Zeile war eine ungleiche Ferienzeit an den einzelnen Schulen des Landes, woraus bald Verlegenheiten und Mißstimmung im Publikum und in Schulkreisen entstanden. Das veranlaßte schließlich den Oberschulrat, nach Befragung aller Lehrerkollegien im Lande, im Jahre 1864 die Verfügung zu treffen, daß an allen Ge- lehrtenschulen des Großherzogtums die bisherigen quli- und Septemberferien vereinigt und an das Ende des Schuljahres verlegt werden sollten. Diese Hauptferien sollten am 16. August beginnen und bis Ende September dauern. Auch diese Bestimmung erhielt sich nur bis zum Jahr 1876, in welchem folgendes verordnet wurde: a) Die grossen Ferien sollen auch fernerhin, wie bisher, an das Ende des Schuljahres fallen, aber nur 6 Wochen dauern und mit dem Ablauf des Monats Juli beginnen. Der Beéginn des neuen Schuljahres fällt somit in der Regel auf den 11. September. b) Zu Pfingsten soll künftig eine ganze Woche der Unterricht ausfallen. c) Die Osterferien sollen, wie bisher, vom Palmsonntag bis zum Sonntag(nach späterer Bestimmung bis zum Montag) nach Ostern dauern. d) Zu Weihnachten sollen die Ferien mit dem 24. Dezember beginnen; sofern dieser Tag aber ein Montag ist, soll der vorhergehende Samstag der letzte Schultag sein. Der Unter- richt beginnt nach dem Dreikönigstage, am 7. Januar.— Hoffentlich ist diese Lösung der Ferien- frage eine für lange Zeit dauernde; sie ist für unser Land und unsere Verhältnisse zweck⸗ mässig und hat, wenn sie auch nicht alle Wünsche befriedigt, seit 19 Jahren die Probe glücklich bestanden. Mit dem Beginn des Schuljahres 1876/77 trat an unserer Anstalt eine bedeutsame Umwandlung ein: aus dem Pro- und Realgymnasium wurde ein mit 6 Realklassen verbundenes. Gymnasium. Die Veranlassung zu diesem erfreulichen Ereignis ging zunächst von einigen Privaten hiesiger Stadt aus, welche sich in einer Eingabe mit der Bitte an den Stadtrat wandten, derselbe möge unter Berücksichtigung der Verhältnisse der Stadt Baden dahin wirken, daß das bestehende Progymnasium zum Gymnasium erweitert werde. Der verehr- liche Stadtrat, welcher die Berechtigung der Bitte anerkannte, that sofort die geeigneten Schritte zur Ausführung des Planes. Die Zustimmung der Großh. Regierung und des Ober- schulrates wurde mit der Zusicherung der nötigen Mittel erlangt, und schon am 17. Juli 1876 erhob die Versammlung der Stadtverordneten die vom Stadtrat gemachte Vorlage zum ein- stimmigen Beschluss. Darauf erteilte Seine Königliche Hoheit der Grogherzog die Genehmigung zu dieser Umwandlung, erhöhte den bisherigen jährlichen Staatszuschuss von 685 Mk. 71 Pfg. auf 1000 Mk. und den seither aus dem Studienfond in Rastatt bezogenen jährlichen Beitrag von 14 000 Mk. auf 17000 Mk. Dieser Rastatter Studienfond bestand nämlich zum guten Teil aus dem Vermögen des im Jahr 1808 von Baden nach Rastatt verlegten Gymnasiums. Außerdem hat die Großh. Regierung noch die Ausbezahlung eines unständigen jährlichen Staatsbeitrags zur Bestreitung der Wohnungsgeldzuschüsse von vorerst 3600 Mk. aus Staatsmitteln veranlaßt. Die Stadt Baden, welche nach dem frühern Ubereinkommen neben andern Leistungen einen jährlichen Beitrag von 5200 Gulden zur Erhaltung der Schule beigesteuert hat, erhöhte jetzt denselben auf 10000 Mk. und übernahm zudem die bauliche Herstellung der weiter nötigen Räumlichkeiten. Aber nicht nur der Staat, die Stadt und der Studienfond von Rastatt trugen zur Erweiterung unserer Anstalt bei, auch die Eltern unserer Schüler wurden durch das Schul- geld in Mitleidenschaft gezogen. Dasselbe betrug nämlich bei der Eröffnung unserer Schule für die 3 untersten Klassen je 18, für Quarta(II) 24 und für Quinta(I) 30 Gulden, welcher Betrag nach der Einführung der Markrechnung im Jahr 1875 in je 32, 44 und 54 Mk. um- gerechnet wurde. Mit der Umwandlung des Progymnasiums in ein vollständiges Gymnasium erfuhr auch das Schulgeld eine Steigerung; es hatten die VI., V. und IV. jährlich je 44, die III. und II. je 54 und die I. je 64 Mk. zu bezahlen. Dabei blieb es aber nicht. Im Jahr 1886 wurde das Schulgeld für VI., V. und IV. jährlich auf je 60, das der übrigen Klassen auf je 63 Mk., im Jahr 1889 auf je 69 für VI., V. und IV., auf 78 für III. und II., auf 84 Mk. für I., im Jahr 1893/94 endlich für VI., V. und IV. auf 75, für die übrigen Klassen auf 84 Mk. erhöht. Woher diese beständige Steigerung? könnte man fragen. Die Antwort ist einfach. Wie bei fast allen Lebensbedürfnissen im Laufe der letzten 25 Jahre eine Preiserhöhung eingetreten ist, so auch an unsern Schulen. Die Vermehrung der Lehrkräfte, die Besser- stellung der Lehrer, die reichlichere Ausstattung der Unterrichtsmittel und die erhöhte Sorge für die Gesundheit der Schüler erforderten auch grössern Aufwand. Das zeigt ein Blick auf unsere Voranschläge. Beim Beginn der Schule betrug derselbe 17 128 Gulden 10 Kreuzer; er stieg durch den Anschluss einer Prima im Jahr 1876 auf 34329 Mk. 75 Pfg. und beläuft sich jetzt auf 60 730 Mk. 31 Pfg. Mit der Erweiterung der humanistischen Abteilung unserer Anstalt trat zugleich eine Verkürzung der realistischen ein: der siebente Jahreskurs(La) wurde gestrichen. Wenn man bei dem überaus schwachen Besuch dieser Klasse darüber auch nicht zu trauern braucht, s0 brachte diese Anordnung doch eine Anderung in der Erteilung des Befähigungszeugnisses für den einjährig-freiwilligen Militärdienst mit sich. Bisher hatte nicht nur das Lehrerkollegium des Gymnasiums, sondern auch das der Realabteilung die Ermächtigung, demjenigen Schüler dieses Zeugnis auszustellen, welcher die ULEb real. mit Erfolg besucht hatte. Künftighin konnten solche Zeugnisse von den Realisten nur dann erworben werden, wenn sie ihre Ab— gangsprükung in Anwesenheit eines Regierungskommissärs bestanden hatten. Fehlte dieser Erfolg, so musste der Betreffende das Versäumte in einem weitern ganzen Jahre an der- selben Anstalt nachholen und sich dann wieder zur Prüfung melden. Diese letztere Be- stimmung wurde unter Umständen nach der bei den Gymnasien geltenden Ordnung umgeändert, neuerdings aber als alleinige Norm aufgestellt. Die Gymnasialverordnung sagt nämlich, dass ein Untersekundaner in solcher Lage schon nach einem halben, an derselben An- stalt mit Erfolg zugebrachten Jahr durch Beschluß der Lehrerkonferenz das gewünschte Zeugnis bekommt. Werden Schüler jedoch während des Schuljahres in die IIh aufgenommen, 50 können sie frühestens das Freiwilligenzeugnis erhalten, wenn sie sich ein Promotions- zeugnis für Ib erworben haben. Gemildert wurde diese Bestimmung durch eine spätere Verordnung aus dem Jahr 1888, wornach ein Schüler, welcher zu Beginn des zweiten, das ist des Sommerhalbjahres in die Ib oder Ia eingetreten ist und von da an bis zum Schluß des darauf folgenden Wintersemesters beide Klassen, die ILIb und La oder La und Ib, zusammen ein Jahr lang mit Erfolg besucht hat, auf Grund eines Konferenzbeschlusses das Zeugnis zum einjährig-freiwilligen Dienst erhalten kann. Dagegen brachte dieselbe Verordnung dadurch wieder eine Erschwerung, daß ein Untersekundaner, dessen Beförderung nach IIa vom Be- stehen einer Nachprüfung abhängig gemacht wird, das Freiwilligenzeugnis erst dann erhalten soll, wenn er, auch nach bestandener Nachprüfung, noch ein ganzes Schulhalbjahr an der nämlichen Anstalt die La weiter besucht hat. Der Umstand, daß in diesen Verordnungen immer das Verbleiben an der nämlichen Anstalt betont wird, hat zwar seinen guten Grund, aber es erwuchs aus diesem Zwang für diejenigen Eltern eine Härte, welche durch ihre amtliche Stellung oder durch Privatverhältnisse genötigt waren, in dieser für die Erlangung des Zeugnisses massgebenden Schulzeit ihrer Syhne umzusiedeln. Daher erfolgte im Jahr 1892 ein Zusatz zu obiger Verordnung, welcher so lautet: Schülern der IIb, welche während des Schuljahres genötigt sind, eine andere gleichartige Anstalt in der gleichen Klasse zu besuchen, kann das Freiwilligenzeugnis nach erfolgreichem Besuch derselben erteilt werden, jedoch unter der Voraussetzung, daß der Wechsel der Anstalt nicht durch disziplinäre Anlässe hervorgerufen ist. Nach diesem Streifzug in das Gebiet der Verordnungen kehre ich wieder zur weitern Erzählung über die Entwicklung unserer Schule zurück. Sobald nun die nötigen Geldmittel beschafft, die bauliche Veränderung im Hause vollendet und 2 neue Lehrer berufen worden waären, konnte im Herbst 1876 die Unterprima mit 3 Schülern eröffnet werden. Wenn die Zahl der Primaner anfangs auch klein war, im Laufe der Zeil wuchs dieselbe doch so an, dass 2. B. im Jahr 1888/89 in Unter- und Oberprima zusammen 37 Schüler saßen. Nicht nur einzelne Schüler aus Nord- und Mitteldeutschland, die um ihrer Gesundheit willen ein milderes Klima aufsuchen mußten, haben seither das Gymnasium in Baden gewählt, sondern auch eine ganze Reihe von Familien mit bildungsbedürftigen Söhnen hat sich vorübergehend oder dauernd hier niedergelassen, was nicht geschehen wäre, wenn die Gelegenheit für Gymnasialbildung hier gefehlt hätte. Die Stadt Baden hat also durch ihren Beschluß, ein voll- ständiges Gymnasium zu errichten, auch nach dieser Seite hin für ihr eigenes wohlverstandenes Interesse gesorgt. Sie ist dabei aber auch von der richtigen Würdigung ausgegangen, da⸗ dasjenige Kapital, welches für gute Schulen ausgegeben wird, am besten angelegt ist. Dem Beispiel der Stadt Baden folgten bald andere Städte in unserem Lande, die ebenkalls das Bedürfnis und die Mittel hatten, ihre Progymnasien in Gymnasien zu erweitern: Bruchsal 1879, Pforzheim 1880, Lahr und Offenburg 1881, Lörrach und Tauberbischofsheim 1884. Unsere Schule ging nach Vollendung ihres Ausbaues in geordnétem Gang weiter. Die Zahl der Schüler nahm zu; die einen kamen, die anderen gingen; Lehrer wechselten: nirgends Stillstand, wie es eben das Leben mit sich bringt. Von Zeit zu Zeit erhielt sie Besuche von Mitgliedern der Oberschulbehörde oder ihren Abgesandten, welche mit Rat und That zur Seite standen. Ihr ständiger, sachkundiger und um ihr Gedeihen besorgter Referent war und ist seit dem Tod des Oberschulrats Dr. Deimling Herr Gymnasiumsdirektor Dr. Wendt, Mitglied des Oberschulrats und Geheimer Rat. Im Jahr 1879 wurde unser Gymnasium durch einen Besuch Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs Friedrich geehrt und erfreut. Derselbe erschien am 6. November, morgens 8 Uhr, in der Anstalt, wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen an und erkundigte sich bei den einzelnen Lehrern nach ihren Verhältnissen und nach dem Stand der Schule. Nach zweistündigem Aufenthalt wurde Seine Königl. Hoheit abgerufen und schied mit dem Ver- sbrechen gelegentlicher Wiederkehr. Schon am nächsten Morgen hatten wir die Freude, unsern gnädigen Landesherrn wieder um dieselbe Stunde im Gymnasium begrüßen zu können. Der Großherzog setzte den unterbrochenen Besuch in den einzelnen Klassen fast 3 Stunden lang kort und richtete einige beherzigenswerte Worte an die Schüler der obern Abteilungen. Die Sekundaner, welche auf seinen besondern Wunsch etwas aus Schiller gelesen hatten, machte er auf den aus der sichern Beherrschung der Muttersprache erwachsenden Nutzen aufmerksam, während er den Schülern der Prima gegenüber hervorhob, wie viel ein guter Wille in der Wissenschaft erreiche, und was er in allen Lagen des Lebens vermöge. Mit den besten Wünschen für das Gedeihen der Anstalt schied Seine Königl. Hoheit. Lehrern und Schülern sind diese beiden Tage in treuer Erinnerung geblieben. Das Gymnasium in Baden fühlt sich dem geliebten Landesfürsten für die huldvolle Teilnahme an seiner Arbeit zum tiefsten Dank verpflichtet. Das Jahr 1881 brachte uns die neue Orthographie oder Rechtschreibung. Um nämlich die deutsche Rechtschreibung in den badischen Schulen in Ubereinstimmung mit den für die bayerischen, preußischen und sächsischen getroffenen Anordnungen zu regeln, hatte der Großh. Oberschulrat mit höherer Ermächtigung eine Schrift„Regeln und Wörterverzeichnis für deutsche Rechtschreibung“ zum Gebrauch in den badischen Schulen erscheinen lassen und dieselbe als Norm für den orthographischen Unterricht und für die in den schriftlichen Arbeiten der Schüler einzuhaltende Rechtschreibung aufgestellt. Die neuen Lehr- und Lese- bücher hatten sich darnach zu richten. Wenn damit erfahrungsgemäß auch eine nicht unbedeutende Vereinfachung in unsere Rechtschreibung kam, so ist die Anderuug doch nicht durchgreifend und klar genug; sie macht namentlich in den Kapiteln über den Gebrauch der groten und kleinen Anfangsbuchstaben, zum Teil auch in dem über die Bezeichnung der Vokallänge jung und alt recht viel Schwierigkeit. Die sichere Einübung und feste Gewöhnung wird aber noch dadurch erschwert, daß diese diktierte Orthographie von seiten der meisten staatlichen Bebörden, von Schriftstellern und Zeitungen nicht beachtet wird. So lange man die neue Schreibweise nicht allenthalben erzwingen kann, und erzwingen läßt sich so etwas nicht(usus tyrannus), so wird der erhoffte Nutzen nicht gar groß sein; denn es ist zu besorgen, daß unsere Jugend bald nach dem Verlassen der Schule die noch allgemein übliche Schreibweise wieder annehmen wird. Wenn wir auch auf diesem Gebiete uns einigen sollen, S0 müssen die Vorteile der neuen Orthographie noch einleuchtender werden, als sie jetzt sind, d. h. sie muß durch ihre Einfachheit und Sicherheit wesentliche Vorzüge vor der alten voraus haben. Das Jahr 1882 brachte uns die Erfüllung eines längst gehegten Wunsches, die Trennung mehrerer Unterrichtsfächer in III. und II. Beim Beginn unserer Schule war es nämlich aus verschiedenen Gründen angezeigt, die damalige Unter- und Oberquarta(IIIb und IIa), die Unter- und Oberquinta(ILb und IIa) des Gymnasiums in manchen Lehrgegen- ständen ganz oder teilweise gemeinschaftlich zu unterrichten, wie ich das schon früher berichtete. Die Realklassen waren und sind so wie so vielfach mit den entsprechenden Abteilungen des Gymnasiums im Unterricht vereinigt. Mit der Zunahme der Schülerzahl und mit der Erweiterung der Schule wurde dieser gemeinschaftliche Unterricht mehr und mehr als drückendes Hemmnis im Fortschreiten empfunden, zumal in den mittlern Klassen, und s0 mußte derselbe nach und nach aufhören. Zuerst trennte man 1873 die Mathematik in den beiden Sekunda, 1876 das Lateinische und Griechische in III, 1882 das Griechische in II, das Deutsche, die Geschichte, Geographie und Naturgeschichte in III, 1885 die Naturwissen- schaft, und 1891 das Lateinische, Deutsche, Französische und die Geschichte in II. Der evangelische Religionsunterricht, der den Schülern der II. und I. bis 1890 gemeinschaftlich erteilt worden war, wurde in diesem Jahre getrennt und bald darauf auch der katholische in denselben Klassen. Das Schuljahr 1881/82 hat uns noch eine andere Annehmlichkeit gebracht: unsere Luftheizung wurde durch Ofenheizung ersetzt und damit einer Reihe von Klagen abgeholfen. Bei dem Bau des Gymnasiums 1868—70 hatte man geglaubt, für die Heizung ganz besonders gut dadurch sorgen zu können, daß man eine Centralheizung einrichtete. Bald stellte es sich jedoch heraus, daß die Versprechungen des Lieferanten sich nicht erfüllten. Es wurden nicht alle Zimmer genügend erwärmt, und bald klagten Lehrer und Schüler über kalte Füße, heißen, eingenommenen Kopf, Schwindel und Kopfweh, über trockenen Hals und Halsweh. Die Stadtgemeinde, welcher die Herstellung der Heizung im Gymnasium obliegt, hat nichts unversucht gelassen, um den Klagen abzuhelfen; aber alle Reparaturen und vermeintlichen Verbesserungen haben keine gründliche Abhilfe gebracht. Zuletzt hat sich der Stadtrat dazu entschlossen, von allen weitern Versuchen abzustehen, und so ließ er Gfen in die Schul- zimmer setzen. Da die Kamine beim Bauen vorsorglich hergestellt worden waren, so stand dieser Anderung nichts Besonderes im W ege. Von nun an hörten die Klagen über Heizung bei Lehrern und Schülern auf. Aber noch in anderer Weise hat sich die Stadtgemeinde um unsere Anstalt verdient gemacht. Im Laufe der Jahre hat die städtische Verwaltung alle unsere Schulzimmer mit passendem Wandgetäfer versehen und dasselbe auch in den Gängen angebracht. Durch diese Verkleidung der Wände wurden die betreffenden Räumlichkeiten gesünder und wohnlicher, dauerhafter und schöner. Auch die aus tannenen Brettern be— stéehenden Fussböden der Schulzimmer werden, sobald das Bedürfnis der Erneuerung vorhanden ist, nach und nach in Parketböden umgewandelt, eine ànderung, welche ebensosehr im Interesse der Gesundheit und Annehmlichkeit, als der Dauerhaftigkeit liegt. Ebenso wurde im Turnsaal der Fussboden, welcher durch den langen Gebrauch manche Mängel bekommen und Nachteile erzeugt hatte, durch einen geèeigneétern ersetzt und durch Cementierung der untern Mauerwände manchen Ubelständen abgeholfen. Sodann erhielt unsere Jugend durch Uberlassung und Herrichtung des alten Turnplatzes an der Gernsbacher Strasse einen zweck- mäßigen Ort für ihre Turnübungen im Freien und für ihre Spiele. Alle diese Zuwendungen zeugen von dem lebhaften Interesse und der warmen Teilnahme, welche die städtische Verwaltung und Gemeinde am Gedeihen unserer Schule nimmt; wir sind derselben dafür zu großem Dank verpflichtet. Im Laufe des Schuljahrs 1882/83 wurden die Verwaltungsräte an unsern Gelehrten- schulen aufgehoben. Sie hatten im Namen und Auftrag des Oberschulrats die Verwaltung des Schulvermögens zu besorgen und bei den Entscheidungen über Befreiung vom Schul- geld mitzusprechen. Ihre Geschäfte übernahm der Oberschulrat. Auf das Drängen einfluss- reicher Männer und Kammermitglieder traten jedoch im Jahr 1886 zur Zeit des Feldzuges gegen wirkliche und nicht wirkliche Schülerüberbürdung Beiräte mit erweiterter Befugnis an ihre Stelle. Diese erinnern vielfach an die frühern Ephoren, denen nach der Landesherrlichen Verordnung vom Jahr 1836 die Mitaufsicht über die Beobachtung der gesetzlichen Ordnung unserer Gelehrtenschulen übertragen war. Eine weitere Neuerung trat im Schuljahr 1883 in der Notengebung ein; man schloß sich auch in unsern Schulen der bereits in die Volksschule eingeführten an. Wie veränderlich dieser Teil im Schulleben nur seit 50 Jahren gewesen ist, erkennt man aus folgender Noten- abstufung für Fleiß und Fortschritt einerseits und für Betragen andrerseits. Vor 50 Jahren lautete die erste Abstufung 1ů= sehr gut, 2 gut, 3= ziemlich gut, 4= mittelmäßig, 5 S schlecht, die zweite für Betragen 1= gut, 2= nicht ganz genügend, 3= ungenügend. Später bezeichnete man die Note ziemlich gut mit hinlänglich und die Note mittel- mäbig mit ungenügend; im Betragen wurde aus nicht ganz genügend ein nicht ganz befriedigend und aus ungenügend ein tadelnswert. Im Jahr 1883 wurde der Noten- abstufung ein weiterer Spielraum gegeben. Die Note 3 war wieder ziemlich gut, wie ehedem, aber 4 wurde hinlänglich, 5 ungenügend und die Noteé schlecht wurde degra- diert, sie kam auf Nr. 6. Die Noten im Betragen blieben unverändert.— Der eine oder andere mag vielleicht diese Anderung für unnötig und kleinlich erachten; aber es liegt doch mehr darin als man meint; auch in diesen Dingen ist ein steétes Fortschreiten wahrnehmbar. Einleuchtend muß 2z. B. jedem die Verbesserung bei der Betragensnote sein. Die Bezeichnung tadelnswert gegen ungenügend giebt mir sofort eine klarere Einsicht in das Betragen eines Menschen, als wenn ich dasselbe nur ungenügend nenne. Aber auch die Noten über Fleiß und Fortschritt weisen eine Verbesserung nach zwei Seiten auf. Früher mußte ein Schüler mit mittelmäßigen Noten seine Klasse wiederholen, denn das Wort mittel- mäßig galt soviel wie das spätere ungenügend, was aber in dem Begriff mittelmäßig sicher- lich nicht immer enthalten sein muß. Sodann hat die weitere Abstufung der Noten, durch welche der Lehrer freiere Hand bekam, schon manchen Schüler vor dem Sitzenbleiben bewahrt. Auch das Schuljahr 1883/84, ging nicht ohne bedeutende Anderung an unserer Schule Vorüber. Der von vielen Seiten laut gewordene Ruf, die Jugend werde in den Gymnasien durch Aufgaben überbürdet und leide körperlich unter dieser Last, hat die Großherzogliche Regierung veranlaßt, im Sommer 1883 eine Versammlung von Vertretern des ärztlichen Faches, des Landesgesundheitsrats und der Schuldirektoren nach Karlsruhe zu berufen, welche mit ministerieller Ermächtigung die Zahl der Wochenstunden in VI von 32 auf 30, in Vvon 34 auf 30, in IV von 34 auf 31, in III von 36 auf 33 herabsetzte und in J von 33 auf 34 erhöhte. Deutsch, Schreiben, Singen, in IV auch Latein, in III Mathematik waren die Gegenstände, an welchen gekürzt wurde. In Iwurde 1 Stunde Mathematik zugesetzt. An unserer Anstalt wurde überdies der Anfang des französischen Unterrichts, der seither schon in Vbegann, in Ubereinstimmung mit allen andern badischen Gymnasien in die IV verlegt. Im Geiste dieser Anordnungen erfolgten im gleichen Jahre von seiten des Grossh. Oberschul- rats Weisungen, wie durch zweckmäbßige Behandlung deés Unterrichtsstoffes, durch Be- Schränkung desselben auf das unumgänglich Notwendige, durch gewissenhafte Einhaltung der für Hausarbeiten gesetzlich bestimmten Zeit die Kräfte der Schüler geschont werden können. In diesen Vorschriften, welche sich allmählich auf alle Zweige des Gymnasialunterrichts erstreckten, begnügte man sich nicht mit schattenhaften Umrissen, sondern man ging ins Einzelne und suchte überall den Fortschritten der Wissenschaft und den billigen Anforderungen der Zeit gerecht zu werden. So will ich hier beispielsweise nur das Kapitel ‚Schulbücher“ berühren. Wer die Grammatiken für das Lateinische, Griechische und teilweise auch für das Französische, die Lehrbücher für Geographie und Physik von heutzutage mit denen ver- gleicht, welche noch in den 40er Jahren an unsern Schulen eingeführt waren, der wird nicht nur in Beziehung auf Umfang und Preis, sondern vor allem auf Inhalt einen ganz wWesentlichen Unterschied finden. Früher hielt man eine Grammatik, ein Physik- oder Geographiebuch für kein gutes Schulbuch, wenn nicht womöglich alle Ausnahmen der weit- schweifig gefassten Regeln, alle sekundären Erscheinungen und nebensächlichen Dinge darin enthalten waren. Heute ist man bestrebt, den Schülern dünnleibige, wohlfeile Schulbücher in die Hand zu geben, die Regeln mit aller Schärfe kurz zu fassen, sie unter möglichst einfache Sprachgesetze zu bringen und nur solche Ausnahmen beizufügen, deren Kenntnis geradezu notwendig ist. Man trachtet darnach, sich bei der Erklärung der Erscheinungen an Hauptpunkte zu halten, die Mannigfaltigkeit der Dinge auf allgemeine Gesetze zurück- zuführen, Nebensächliches weg zu lassen. Fast geht man jetzt da und dort mit Kürzung in den Schulbüchern zu weit und macht den alten Spruch„dum brevis esse laboro, obscurus fio“ wahr. Auch herrscht im allgemeinen zu wenig Schonung des Alten; der Wechsel der Schulbücher erfolgt zu schnell auf einander; die grammatische Bezeichnung der Wort- und Satzarten hat keinen Bestand; das Streben, etwas Neues zu bringen, wird vielfach zur Sucht. Nicht alles Alte ist deswegen zu verwerfen, weil es alt ist, und nirgends thut eine gewisse Stätigkeit mehr not, als in der Schule. Aber auch in dieser zeigt sich eben der Charakter unserer Zeit, der überall umgestalten und neue Wege suchen will. Wenn wir heute noch trotz der vielfachen Anderung unseres innern Schulbetriebes von den alten Anklagen über Verkehlte Unterrichtsméethode, einseitiges Grammatikstudium reden hören, so stammen diese zumeist von solchen Leuten, die entweder unsere heutigen Gymnasien nicht kennen oder nicht kennen wollen. Damit soll freilich nicht gesagt sein, daß unsere Schulen jetzt gar nicht mehr verbesserungsbedürftig sind; mit der fortschreitenden Zeit wird auch in ihnen noch manches geändert werden müssen. Aber eines wird in alle Ewigkeit bestehen bleiben, die Wahrheit des Satzes: Wer etwas lernen will, muss fleißig sein und darf die Anstrengung nicht scheuen. Daß Hand in Hand mit diesen Verbesserungen des Unterrichts auch Vor— schriften über bessere Reinhaltung der Unterrichtslokale, über Lüftung, Heizung und Be- leuchtung der Schulräume ergingen, zeugt ferner von der Fürsorge unserer Regierung für das leibliche Wohlbefinden unserer Schüler. Die Schuljahre 1884—88 gingen ruhig vorüber, ohne daß etwas Besonderes zu erwähnen wäre. Eine Ehre wurde jedoch der Anstalt während dieser Zeit dadurch erwiesen, daß der Großh. Oberschulrat den hiesigen Direktor beauftragte, der Universität Heidelberg bei ihrer fünkten Säkularfeier 1886 im Namen der badischen Gymnasien die Glückwünsche dar- zubringen. In dem leidvollen Jahre 1888 nahm auch unsere Schule innigen Anteil an dem Schmerzlichen Verlust, den sowohl unser Großh. Haus durch das unerwartete Hinscheiden des Prinzen Ludwig, als auch die deutsche Kaiserfamilie durch den Tod unseres Heldenkaisers und seines schwergeprüften Sohnes, Kaiser Friedrich III., erlitten hat. Eine entsprechende Totenfeier gab jeweils den Gefühlen der teilnahmsvollen Trauer Ausdruck. Aber nicht nur an den leidvollen Ereignissen unserer Kaiserl. und Großh. Familie beteiligte sich unsere Schule, sie stand auch nicht zurück, wenn es galt, das Geburtsfest Sr. Majestät unseres Kaisers mit Gesang, Vorträgen und Reden zu feiern und teilzunehmen an dem öffentlichen Empfang, wenn unser edler, nun in Gott ruhender Kaiser Wilhelm I. in die Stadt Baden einzog. Seltener fand sich für die Schule Gelegenheit, unserm allverehrten Großherzog Friedrich und seiner hohen Familie ihre Liebe und Ergebenheit auch äußerlich zu zeigen, denn das Ge- burtsfest Seiner Königl. Hoheit fällt ja in die Zeit der Schulferien. Wo jedoch die Möglich- keit zu solchen Huldigungen gegeben war, da fehlte unsere Schule nicht. So veranstaltete das Gymnasium zur Feier der silbernen Hochzeit Ihrer Königl. Hoheiten des Grobherzogs und der Frau Großherzogin am 19. September 1881 ein Schulfest. Am 18. Oktober 1882 beteiligte sich die Anstalt an dem feierlichen Empfang Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs, der nach glücklicher Genesung von schwerer Krankheit an diesem Tage die Regierung seines Landes wieder übernommen hatte und unsere Stadt mit seinem hohen Besuch erfreute. Zu Ehren des 40jährigen Regierungsjubiläums Seiner Königl. Hoheit am 24. April 1892 wurde auch bei uns ein Schulfest gefeiert, bei welchem den Schülern die hohe Bedeutung des Fest- tages dargelegt wurde. Es fehlte uns also nicht an außergewöhnlichen Gelegenheiten, in den Herzen unserer Schüler die Liebe zu Fürst und Vaterland zu wecken und wach zu halten. Im Jahr 1889 sind 2 Lehrer der Anstalt durch die Gnade Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs ausgezeichnet worden. Professor Eisen, seit Herbst 1883 an unserer Schule thätig, erhielt das Ritterkreuz I. und Oberlehrer Löser, der seit Neujahr 1873 derselben angehörte, das Ritterkreuz II. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen. Leider konnte sich Professor Eisen der ihm erwiesenen Ehre nicht lange erfreuen; schon am 25. September 1889 wurde er seinem mit viel Liebe, Treue und Erfolg gepflegten Berufe durch den Tod entrissen. Dem Direktor des Gymnasiums war die Auszeichnung mit dem Ritterkreuz I. Klasse im Jahr 1879 verliehen worden, und 1893 bekam dasselbe Ehrenzeichen Professor Dr. Finck. Auch unser langjähriger Schuldiener Nüßle ist nicht vergessen worden; im Jahr 1883 erhielt er die silberne, und 1890 die kleine goldene Verdienst-Medaille Im Schuljahr 1890/91 erfolgte eine nicht unbedeutende Erleichterung der Reifeprüfung kür unsere Gymnasien. Die bisherigen Ubersetzungen aus dem Deutschen ins Griechische und ins Französische sollten künftighin wegfallen, die mündliche Prüfung in der Geschichte sich nicht mehr auf das ganze Gebiet derselben in ihren wichtigsten Ereignissen erstrecken, sondern nur noch auf das im letzten Jahr in Ia durchgenommene Pensum; ebenso sollten auch die mathematischen Prüfungsaufgaben aus dem im letzten Jahr in Ia durchgearbeiteten Pensum entnommen werden und ihre Lösung für einen fleißigen Schüler leicht ersichtlich sein. Im Schuljahr 1891/92 gab's nichts Neues, dagegen brachte das Jahr 1892/93 infolge der Landesberrlichen Verordnung vom 5. Juni 1893 ,die Organisation der Realmittelschulen betreffend“ für die Realabteilung unseres Gymnasiums eine kleine Namensänderung; sie ver- tauschte den Titel„Höhere Bürgerschule“, welchen sie im Jahr 1884 erhalten hatte, mit dem Namen„Realprogymnasium“. Ob dieses Realprogymnasium sich noch lange an unserer Schule erhalten kann, wird nach der im Herbst 1892 hier erfolgten Gründung einer Real- schule ohne Latein fraglich werden. Jetzt ist ja den Forderungen der hiesigen gewerb- treibenden Bevölkerung Genüge geleistet. Ihre Söhne können eine über die Volksschule hinausgehende Bildung erlangen und sich nach erfolgreichem Besuch der künftigen Unter— sekunda das Berechtigungszeugnis zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erwerben. Ein Seeeereenee wirkliches Bedürfnis zur weitern Erhaltung der Realabteilung am Gymnasium kann also kaum mehr bestehen, wenn einmal die jetzt noch vorhandenen Realschüler ihren Studien- gang bei uns vollendet haben werden. Das geht auch schon daraus hervor, daß zur Zeit, als die lateinlose Realschule hier noch nicht bestand, der Besuch unseres Realprogymnasiums stets ein sehr schwacher war und daß von den bisherigen Realschülern, welche die IIb bei uns durchgemacht hatten, meines Wissens nur 3 zur Fortsetzung ihrer Studien an ein vollständiges Realgymnasium übergingen, während alle andern in ein Geschäft eintraten. Selbst wenn man trotz alledem und ohne Rücksicht auf den Kostenpunkt Wert darauf legen sollte, eine gewisse Mannigfaltigkeit von Schulen in einer Stadt wie Baden zu haben, so könnte man ja für solche Schüler, die später noch anderswo ein Realgymnasium in Ila und I besuchen wollen, fakultativen Lateinunterricht an der jetzigen, noch lateinlosen Realschule einrichten. Dort würden derartige Lateinschüler besser am Platze sein als am Gymnasium, dem es nur zum Nutzen gereichen kann, wenn es lauter Schüler hat, welche an dem ganzen Gymnasialunter- richt von der untersten bis zur obersten Klasse teilnehmen wollen. Daß das Gymnasium selbst durch die Aufhebung der Realabteilung wesentliche Einbuße an Schülern erleiden würde, ist auch nicht anzunehmen. Denn diejenigen Eltern, welche ihren Söhnen keine Gymnasial- bildung geben wollen, schicken dieselben schon seit der Gründung der lateinlosen Realschule in diese und nicht mehr ins Gymnasium. Eine weitere Neuerung erfolgte noch in diesem Schuljahr wegen der Einführung der mitteleuropäischen Zeit. Der tägliche Unterricht sollte für die Zeit vom 15. November bis zum 15. Februar 8½ Uhr morgens beginnen und dann mit kurzen Unterbrechungen bis 12 Uhr dauern. Der Nachmittagsunterricht erlitt keine Veränderung. Was den Beginn des täglichen Unterrichts an unserer Schule überhaupt betrifft, so haben wir im allgemeinen die alte Einrichtung von 8—12 und von 2—4 beibehalten und mit wenig Ausnahmen darauf verzichtet, je 5 Stunden auf den Morgen zu verlegen, um den Nachmittag zumeist frei zu haben. In unserm nach Norden ge- legenen Gymnasium haben wir nämlich selten nachmittags so heiß, daß man sogenannte Hitaz- ferien geben muß; dann sind unsere sozialen Verhältnisse hier auch nicht derart, daß aus der Beibehaltung der alten Schulzeit Störungen erwachsen; und endlich halte ich eine 5 stündige, wenn auch durch längere Pausen unterbrochene Geistesarbeit weder für Lehrer noch Schüler zuträglich. Da die Jahre 1893/94 und 94/95 keine bemerkenswerten Anderungen brachten und der Gang des Unterrichts durch nichts gestört wurde, so bin ich nun mit meinem Bericht zu Ende. Ich will demselben nur noch beifügen, daß sämtliche Klassen alljährlich mindestens einmal in der ersten Sommerzeit unter Führung ihrer Lehrer Ausflüge von je einem Tage machten. Die herrlichen Waldungen unserer nächsten und weitern Umgebung waren zumeist das Ziel der fröhlichen Wanderungen. Was den Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern in dem langen Zeitraum betrifft, so war er im ganzen ein recht günstiger; denn es starben von 4674 Schülern, welche die Anstalt im Laufe der 25 Jahre besuchten, nur 5, nämlich: 1876 der Obertertianer Emil Meyer von Lenzkirch, 1882 der Quintaner Wilhelm Batschari von Baden, 1883 der Quartaner Wilhelm Arnold von Baden, 1889 der Oberprimaner August Schäfer von Marlen und 1890 der Oberprimaner Hans v. Thümen aus Bremen. Aus der Zahl der im Dienst an der Schule thätigen Lehrer wurde uns nur der oben angeführte Professor Eduard Eisen 1889 durch den Tod entrissen. Einmal mußten sämtliche Schulen in der Stadt Baden wegen der herrschenden Infſuenza im Januar 1890 auf 14 Tage geschlossen werden. Möge es der Schule beschieden sein, auch in kommenden Zeiten unter Gottes Schutz und frei von schweren Bedrängnissen ein segensreiches Wirken zum Wohl unserer lieben Stadt Baden, unseres heimischen Badener Landes und des teuern Vaterlandes zu entfalten. Zur Vervollständigung meiner Arbeit füge ich noch nachfolgende Verzeichnisse bei. 15 A. Lerzeichnis der Lehrer, welche in dem Teitraum von 1870—1895 an der Schule unterrichtet haben. Die noch an ihr wirkenden Lehrer sind mit einem Sternehen bezeichnet. I. Professoren. Frühe, Professor und Dirèektor, seit 1870. *Stösser, seit 1870. Dr. Finck, von 1870 bis Herbst 1893. Dr. Schröder, von 1870 bis Herbst 1874. Dr. Büchle, von 1870 bis Herbst 1880. Dr. von Sallwürk, von Ostern 1873 bis Nov. 1874. Badorff, von Herbst 1874 bis Herbst 1885. + Dr. Pfeffer, von Neujahr 1875 bis Herbst 1877. Dr. Sitzler, von Herbst 1876 bis Herbst 1879 und Herbst 1890 bis Ostern 1895. Dr. Theob. Ziegler, von Herbst 1876 bis Herbst 1882. Pielmann, von Herbst 1877 bis Ostern 1882. Emlein, von Februar 1878 bis Herbst 1882. Müller, Ant., von Neujahr 1881 bis Herbst 1892. Ullmann, von Herbst 1880 bis Herbst 1885. 4 Dr. Bünger, seit Herbst 1882. Seck, von Herbst 1882 bis Herbst 1883. Eisen, von Herbst 1883 bis Herbst 1889. 4 Ruppert, von Herbst 1885 bis Herbst 1886. Dr. Sarrazin, von November 1885 bis Ostern 1887. Follenius, von Mai 1886 bis Herbst 1890. 4 Hermann, seit Herbst 1886. Amersbach, seit Ostern 1887. Dr. v. Freyhold, seit Herbst 1890. Kirchgessner, von Herbst 1890 bis Herbst 1891. Dr. Sachs, seit Herbst 1891. Jutt, seit Herbst 1892. Dr. Richter, seit Ostern 1894. IIa. Lehramtspraktikanten. Heéck, Konrad, von Januar 1871 bis Herbst 1871. Keller, Jul., von Herbst 1871 bis Ostern 1875. Dr. Sitzler, von Ostern 1875 bis Herbst 1876(Siehe Professoren). Emlein, von Herbst 1876 bis Febr. 1878(Siehe Prof.). Tasche, provisorischer Lehrer, von Herbst 1879 bis Weihnachten 1879. Müller, Ant., provis. Lehrer, von Neujahr 1880 bis 27. Januar 1881(Siehe Prof.). Grosse, Schulamtskandidat, von Ostern 1881 bis Ostern 1882. Dr. Sarrazin, von Ostern 1882 bis Noveraber 1885 (Siehe Prof.). Ehret, von Herbst 1882 bis Mai 1886. Jost, Lehramtskandidat, von Herbst 1884 bis Ostern 1885. Bertsch, von Januar 1888 bis Mai 1888. Weindel, von Herbst 1889 bis Herbst 1890. Schmidle, von Herbst 1885 bis Herbst 1890. *Dr. Kratt, seit Herbst 1891. Metzger, von Herbst 1893 bis Ostern 1894. Dürr, Ernst, seit Ostern 1895. IIb. Lehramtspraktikanten als Volontäre. Dr. Kratt, von Ostern 1888 bis Herbst 1889. Haaf, Lehramtskandidat von Herbst 1888 bis Ostern 1891, Lehramtsprakt. von Ostern 1891 bis Herbst 1891. 4 Ruska, von Herbst 1889 bis Herbst 1890. Schlundt, von Ostern 1891 bis Mai 1893. Burger, von Herbst 1892 bis Mai 1894. Jäger, von Mai 1893 bis Januar 1894. Klinkoström, von Ostern 1894 bis Juni 1895. Dürr, Karl, seit Mai 1895. III. Reallehrer. Heidinger, von Herbst 1870 bis Ostern 1873. 4 Wiehl, von Herbst 1870 bis Herbst 1872. 4 Löser, von Neujahr 1873 bis Herbst 1890. Zwecker, seit Herbst 1890. IV. Neben- und Hilfslehrer. 1) a. Für den kat h. Religionsunterricht: Oster, geistl. Lehrer, von Herbst 1870 bis Ostern 1873. Oberle, 55 v. Ostern 1873 bis Herbst 1883. 4 DBeins? von Herbst 1883 bis Juni 1893. Huck, 35 Seit Juni 1893. b. Für den altkath. Religionsunterricht: Feig, Pfarrer, von Herbst 1874 bis Ostern 1876“ Obertimpfler, Pfarrer, v. Ostern 1876 bis Herbst 1877. V. Kiss, Pfarrer, von Herbst 1877 bis Mai 1879. Prof. Dr. Watterich, Pfarrer, von Mai 1879 bis Herbst 1887. Bommer, Pfarrverweser, von Herbst 1887 bis Ostern 1891. Moog, Pfarrverweser, seit Ostern 1891. 2) Für den evangel. Religionsunteèrricht: 8—. Hansen, Stadtpfarrer, von Herbst 1870 bis Mai 1877. Schrader, Pfarrer, von Herbst 1877 bis Herbst 1878. Ludwig, Stadtpfarrer, seit Herbst 1878. Ueberdies sämtliche Vikare, welche seit Herbst 1870 bei der hiesigen evangel. Kirchen- gemeinde angestellt waren, und zwar in nach- stéehender Reihenfolge: Die Herren Stadtvikare: Roth, Hasenclever, Friedrich, Schweickhardt, Bauer, J. Ph. Glock, Ludwig, Pohlmann, W. Glock, Staudenmayer, Wendling, Baumgarten, Schmitthenner, Eberhardt, Menton, Köllner, Karl, Arnold, Renz, Bähr, Baars und*Schilling. Bi. Mitglieder des Verwaltungsrates vom Jahr 1870-— 18838. Vorstand: Freiherr v. Göler, Stadtdirektor, v. 1870 bis 1883. Mitglieder: Gaus, Bürgermeister, von 1870—1875. 4 Gönner, Oberbürgermeister, von 1875—1883. Stösser, Professor, von 1870- 1883. Lang, Stadtrat und Architekt, von 1870- 1878. Knoderer, Stadtrat und Architekt, von 1878—1880. v. Bömble, Stadtrat, von 1880— 1883. Belzer, Baumeister, von 1870—1883. Frühe, Gymnasiums-Direktor, von 1870—1883. 3) Für den Zeichenunterricht: BOoOZz, Gewerbschullehrer, von Herbst 1870 bis Mai 1871. Fräßzle, Gewerbschullehrer, von Mai 1871 bis 30. Januar 1876. 1 Meining, Gewerbschullehrer, von Mai 1876 bis November 1884. Barth, Gewerbschullehrer, von November 1884 bis Herbst 1891. Rastätter, Gewerbschullehrer, von Herbst 1891 bis Herbst 1894. *Stölcker, Zeichenlehrer, seit Herbst 1894. 4) Für den Gesangunterricht: Wiehl, Reallehrer, v. Herhst 1870 bis Herbst 1872. + Heidinger, Reallehrer,v. Herbst 1872 b. Ostern 1873. 4 Rudahl, Musiker, von Ostern 1873 bis Herbst 1873. Göller, Hauptlehrer, seit Herbst 1873. 5) Für den Turnunterricht: Heidinger, Reallehrer, von Herbst 1870 bis Ostern 1878. 7 Keller, J., Lehramtspraktikant, von Ostern 1873 bis Ostern 1875. Dr. v. Sallwürk, Professor, von Ostern 1873 bis November 1874. Dr. Pfeffer, Prof., von Nov. 1874 bis Herbst 1875. Isele, Reallehrer, von Herbst 1875 bis Herbst 1876. Keller, F., Lehrer, von Herbst 1875 bis Herbst 1878. Emlein, Lehrprakt., von Herbst 1876 bis Herbst 1878. Pielmann, Prof., von Herbst 1878 bis Herbst 1881. Fauth, Turnlehrer, seit Herbst 1878. Dr. Bünger, Prof., seit Herbst 1894. Geschäftsführer: Heilig, Ratschreiber, von 1870- 1888. 32. Mitglieder des Beirats im Zeitraume von 1886- 1895. Vorstand: Richard, geheimer Regierungsrat, von 1886—1890. 4 Dr. Reinhard, geheimer Regierungsrat, von Herbst 1890 bis Mai 1893. Haape, geheimer Regierungsrat, seit Mai 1893. Stellvertreter: Frühe, Gymnasiums-Direktor, seit 1886. Mitglieder: Benz, Oberzollinspektor, von 1886 bis Febr. 1891. Eisen, Professor, von 1886 bis Herbst 1889. + 17 B 3. Lerrechner des Gymnasiums-Fonds: Schnepf, Stadtverrechner, v. 1870 bis Herbst 1886. 4 Altfelix, Oberrechnungsrat, von Herbst 1886 bis Dezember 1889 5. Weißb, Amtsrevident, seit 1890. B4. Schuldiener: Nüssle, von 1871—1891. Kühnle, seit 1891. Hermann, Professor, seit Herbst 1889. Gönner, Oberbürgermeister, seit 1886. Dr. Oeffinger, Medizinalrat, seit 1886. Sommer, Stadtrat und Architekt, seit 1886. Dr. Schliep, Sanitätsrat, seit Februar 1893. 0. Verzeichnis der Programm-Beilagen in der Leit von 1870—1895. 1871. Die Höhere Schule in der Stadt Baden, ein Beitrag zur Geschichte der Erziehung und des Unterrichts, von Professor Frühe, Direktor. 1872. Lateinische Deklination der Substantiva und Adjektiva auf Grund der Ergebnisse der Vergleichenden Sprachforschung, von Professor Stößer. 1873. Die Pädagogik des Isokrates, von Professor Dr. Büchle. 1874. Uber die formalen Elementeé der absoluten Algebra, von Professor Dr. Schröder. 1875. Ein Gespräch über Staat, Erziehung und Unterricht, von Professor Dr. Büchle. 1876. Die Reden des Tit. Livius in der Schule, von Professor Frühe, Direktor. 1877. Beiträge zur Geometrie des Kreises und der Kugel, von Professor Badorfl. 1878. Emendationes Theognideae, von Professor Dr. Sitzler. 1879. Die Anfänge einer wissenschaftlichen Ethik bei den Griechen, von Prof. Theob. Ziegler. 1880. Quaestiones Sophocleae, von Professor Emlein. 1881. Proprietates sermonis Aeschylei quatenus in diverbio perspectae sunt. Pars prima, von Professor Ullmann. 1882. Gertrud von Wyoming oder die Pennsylvanische Hütte von Thomas Campbell, im Versmaß des Originals übersetzt, von Professor Dr. Finck. 1883. Zu Plautus, von Professor Ant. Müller. 1884. Katalog der Lehrerbibliothek, von Professor Stößer. 1885. Victor Hugos Lyrik und ihr Entwicklungsgang. Ein kritischer Versuch von Dr. Sarrazin. 1886. Ohne Beilage. 1887. Uber Flächen zweiter Ordnung. Ein Beitrag zu deren Theorie, von Lehramtsprakti- kant Schmidle. 1888. Wilh. Jordans Bedeutung für den Jugendunterricht. Ein Vortrag, von Professor Dr. Georg Bünger. 1889. Uber Dantes Göttliche Komödie, von Professor E. Hermann. 1890. Ohne Beilage. 1891. Aberglaube, Sage und Märchen bei Grimmelshausen. I. Teil, von Prof. Amersbach. 1892. Zwei Schulreden: a) Zur Charakteristik Kaiser Wilhelm's I., von Professor Hermann. b) Zur Feier des 40jährigen Regierungs-qubiläums unseres Groß- herzogs Friedrich, vom Direktor der Anstalt. 1893. Aberglaube, Sage und Märchen bei Grimmelshausen. II. Teil, von Prof. Amersbach. 1894. Uber den Katalog der Heroinen in der Nekyia, von Professor G. Zutt. 1895. Ein Rückblick auf die ersten 25 Jahre des Gymnasiums und Realprogymnasiums in Baden(1870-—1895), vom Direktor. D. à. Lerzeichnis der Realschüler, welche im Laufe der 25 Jahre mit dem Befähigungs- Leugnis für den einjährig freivilligen Militärdienst die Anstalt verlassen hahen. ODie Gymnasialschüler, welche nach erfolgreichem Besuch der ILb im Besitze desselben Zeugnisses ihre Studien beendigten, sind nicht besonders genannt.) 1871. Karl Brunner von Schlatt(bei Engen). Karl Feder von Baden. August Klein von Baden. Joseph Peter von Baden. Erwin v. Seutter aus Frankfurt a. M. 1872. Karl Damm von Baden. 1873. Joseph Fehnenberger von Baden. Georg Jung von Baden. Julius Schmidt von Donaueschingen. Gustav Spieſb' von Mannheim. 1874. Bernhard Deubel von Lichtenthal. Otto Hagenjos von Bühl. Friedrich Würtenberger von Karlsruhe. 1875. Otto Armbruster von Lichtenthal. Otto Dieterle von Baden. 1876. Otto Meßßmer von Baden. Eduard Ròössler von Lichteènthal. Rudolf Steinmeètz von Baden. 1877. Friedrich Beyschlag von Frankfurt a. M. Karl Brugger von Lichtenthal. Théeodor Hansen von Baden. Karl Haunß von Mannheim. Wilhelm Heck von Baden. Oskar Rössler von Baden. Ludwig Schneider von Baden. Joseph Wiest von Baden. 1878. Ernst v. Böckmann aus Berlin. Karl Schindler von Ettlingen. Christian Stuffer von Baden. Karl Zittel von Durlach. 1879. Eugen Rössler von Baden. 1886. Untersekunda fehlt. 1881. Friedrich Fleischer von Steèinbach. Karl Peter von Bühl. Otto Pfeiffer von Gernsbach. 1882. Robert Höger von Neuhausen. August Rössler von Baden. Hermann Schäfer von Pforzheim. Karl Scholz von Wiesbaden. Friedrich Thibaut von Rastatt. 1883. Ludwig Scheidel von Sinzheim. 1884. Emil Bischoff von Rastatt. Adolf Hoffmann von Baden. Karl Jörger von Baden. Karl Mangin von Baden. Otto Wolf von Baden. 1885. Cäsar Ackenheil von Baden. Gustav v. Hasperg von Karlsruhe. Heinrich Kaffenberger von Baden. 1886. Friedrich Müller von Baden. Heinrich Schäfer von Stuttgart. Karl Zabler von Baden. 1887. Friedrich Kauffmann von Baden. Alexander Mangin von Baden. August Nagel von Baden. Fritz Weidenhammer von Baden. 1888. Max Kölblin von Waldkirch. Wilhelm Daudistel von Mainz. Kudolf Saur von Kreuznach. Jan Wilhelm Paris von Amsterdam. 1893. 1889. 8 Emil van Aaken von Baden. Karl Oberst von Baden. 3 Friedrich Meyer von Be Raimund Schäfer von Stuttgart. Max Ulri 4 1 Julius Trück von Baden. Hermann Zabler von Baden. 1890. Otto von Buseck von St. Veit Kärnthen). 1894. Kurt Lang von Heidelberg. Rudolf Böhringer von Straſzburg. Friedrich Müller von Baden. Max Friton von Badenscheuern. ö Theodor Schneider von Badenscheuern. IVO Puhonny von Baden. Kichard Walther von Baden. Friedrich Springer von Oberwiesa(Sachsem). Oskar Zabler von Baden. Egbert Stiege von Neuenahr. 1891. Hans Werner von Mannheim. Friedrich Wetzke von Baden. Adlolf Kauffmann von Baden. Alfred Zabler von Baden. Karl v. Hagen von Baden. Gustav Schmälzle von Baden. 8 5 1895. 92 1892. Heinrich Schmidt von Baden. Hans Hohmann von Baden. Ludwig Sevin von Konstanz. Adolf Käppel von Baden. b. Verzeichnis der Eymnasialschiiler, welche von 1871—1876 die Anstalt mit dem Reifezeugnis für Io verliessen. 1871 u. 1872. 1874. Promotionsfähige Obersekundaner fehlten. Kaphael Wertheimer von Bühl. 1873. 1875. Heinrich Cohaut von München. Franz Karl Müller von Baden. 1876. Adolf Schwarz von Hauingen. Konstantin Hilger von Baden. 6. Verzeichnis der Eymnasialschüler, welche von 1878—1895 die Anstalt mit dem Keifezeugnis für die LUniversität verliessen. Namen Geburtsort Berufsfach 1878. Julius Obermüller Mannheim Medizin. KarHß. Baden Philologie. Namen Geburtsort Berufsfach 1879. Hugo Dörle Neuhausen Rechtswissenschaft. Moses Kaufmann Raheinbischofsheim Medizin. Hermann Menton Meersburg Philologie. Philipp Reichardt Rappenau Rechtswissenschaft. Anton Schmid Baden Fritz v. Zeppelin 5 1880. Heinrich Belzer. 3„ Rechtswissenschaft. Rudolf Göbel von Harrant. Rastatt 51 August Haaf Baden Naturwissenschaft. Ferdinand Krieg. 883 Medizin. Julius Stern Malsch 55 Karl Westerfield. New-Vork 5 1881. Alfred Bechler Elster Medizin. Ernst Fischer. Domnau Landwirtschaft. Friedrich Graf Achern Medizin. Gottfried Kratt Konstanz Philologie. Felix Senff. Bromberg Medinzin. Karl Stritt. Endingen Rechtswissenschaft. Andreas v. Tuhr. Joseph Werner Ernst Nokk Karl Reisch Karl Weiland. Emil Edesheimer Albert Finck. Karl Gimbel Theodor Lenz Friedrich v. Stetten Marcel v. Zeppelin. Robert Adelssen. Hermann v. Balke. Friedrich Bayersdörfer Bernhard Belzer. Robert v. Fichard. Adolf Zahn St. Petersburg Baden 1882. Karlsruhe Freiburg Baden 1883. Bühl Baden Kulmsee Karlsruhe Rom 1884. Berlin Swinemünde Baden 5* Graz Baden 57 Technik. Medizin. Eisenbahndienst. Postfach. Rechtswissenschaft. Militär. Naturwissenschaft. Nilitär. 5* Rechtswissenschaft. Militär. Tièrarzneikunde. Medizin. Rechtswissenschaft. Kaufmann. Otto Bender Franz Peter Julius Schultze Ernst Ströbe Otto Zoller Emil Burger Franz Heinikel Ludwig Scheid Ernst Weinland. Namen Geburtsort Berufsfach 1885. Karl Anniser 5 Mühlheim Rechtwissenschaft. Heinrich Baumgärtner Baden Medinzin. 5 Philologie. Theodor v. Köppen St. Petersburg Weinbau. Wilhelm v. Lewinski. Blankensee Bergbau. Karl Mallebrein. Gernsbach Medinzin. Baden Finanzwissenschaft. Max Pheinboldt. 55 Medizin. Osnabrück Kaufmann. Karlsruhe Militär. Emil Wertheimer Bühl Medizin. Waldemar v. Wrede Paris Militär. Baden Finanzwissenschaft. 1886. Achern Philologie. Rudolf Heiligenthal Baden Medizin. 5 Mathematik. Schönau b. Heidelberg Hohen-Wittlingen b. Urach. Rechtswissenschaft. Naturwissenschaft. An der Abiturientenprüfung nahmen noch die sogenannten Extraneer teil, d. h. junge Leute, welehe, ohne Schüler der La eines Gymnasiums gewesen zu sein, zur Ablegung der Reifeprüfung uns von der Oberschulbehörde zugewiesen worden waren. Von den Eduard Devrient. Fridolin Götz. Julius Guth-Bender. Karl Hieronimus. August Jäger. Bernhard Kögel. Albert Krahnstöver Wilhelm Kratt Emil Müller Charles Oaks. Ludwig Schnèeberger. Karl RBletzer Karl Diſo Albert Fromherz Eugen Händel Ernst Kaufmann. Walter Lauffs. Emil Meyer Wilhelm Müller. 16 Teilnehmern bestanden 12 die Prüfung. 1887. Konstanz Nordweil Baden Mannheim Elberfeld Karlsruhe Lucca i. Italien Karlsruhe Oldesloe New-Vork Zell a. H. 1888. Baden 70 5* Karlsruhe Anandapur(Indien) Unkel Baden 57* Kaufmann. Theologie(kathol.). Rechtswissenschaft. Militär. Rechtswissenschaft. Meédizin. 5* Schauspielkunst. Theologie(evang.). Rechtswissenschaft. Medizin. Bierbrauer. Rechtswissenschaft. Musik. Theologie(evang.). Militär. Bankfach. Postfach. Namen Friedrich Prellberg Albert Sanz de Santa maria Franz Wolff Gustav Wolff. Karl Ampt. Ludwig Berton August Daudistel Wilhelm Eisen Wendelin Friedmann. August v. Göler. Ferdinand Kah Kurt v. Lewinski Friedrich Louis. Eugen Meyer. Karl Neck. Paul Schniewind ſulius Schoch. Rudolf Blume. Ernst Brenzinger Karl Dürr Kurt v. Elbe. Adalbert v. Fichard Ludwig Fischer. Ludwig Hieronimus Franz Höfele. Mathias Krieg 8 e Josef v. Loris-Melikoff Fridolin Motz. Gustav v. Overbeck Walther Rössler. Albert v. Schwerin Ludwig Sternfeld Karl v. Witzleben Emil Baur. Emil Braunagel. Albert Fetzner James v. Fichard Josef Gerber Paul Gerst. Geburtsort 1888. 5 Paris Baden 7* 1889. Mainz Baden Neu-Isenburg Karlsruhe Weitenung Karlsruhe Baden Blankensee Baden Karlsruhe Elberfeld Baden 1890. Karlsruhe Donaueschingen Karlsruhe Potsdam Temesvar Karlsruhe Mannheim Oos Marlen Donaueschingen Tiflis Winden Hongkong Baden Wustrau Bühl Berlin 1891. Ulm a. D. Baden Seebach Venedig Freiburg Straſoburg i. E. Berufsfach Kaufmann. Rechtswissenschaft. Militär. Medizin. Medizin. 7* Militär. Theologie(evang.). Eisenbahndienst. Landwirtschaft. Techn. Mechanik. Militär. Forstfach. Postfach. Medizin. Kaufmann. Finanzwissenschaft. Rechtswissenschaft. Maschinenbau. Philologie. Rechtswissenschaft. Militär. Postfach. Forstfach. Rechtswissenschaft. Postfach. Finanzwissenschaft. Technik. Postfach. Rechtswissenschaft. Chemie. Kechtswissenschaft. Mathematik. Kaufmann. Medizin. 5* Namen Seburtsort Berufsjahr 1891. Karl Graf Lichtenthal Postfach. Robert v. Klüber Berlin Militär. Hans Krieſ Offenbach 5 Karl Laux Baden Rechtswissenschaft. Josef Mayer 55 Naturwissenschaft. Oskar v. Overbeck. Hongkong NMilitär. Rudolf Treumann Rastatt Rechtswissenschaft. Jakob Weil. Baden Medizin. Vinzenz Weiler Hilpertsau Theologie(kathol.). Von den uns zur Prüfung zugewiesenen Extraneern(efr. 1886) erhielten von 14 Teilnehmern 12 das Reifezeugnis. Karl Behrle Eduard v. Bomhard Rudolf Gönner Adolf Großd Karl Münzer. Hermann Peter Leopold Weniger Moritz v. Zakrzewski. Alois Burgard. Daniel Hermann. Fritz Jung. Bruno v. Langsdorff Eugen Mayer. Friedrich Müller Ernst Salzer Adalbert Steitz Wilhelm Zabler. 1892. Baden Straſoburg i. E. Neustadt i. Schw. Rastatt 5 Baden Karlsruhe Potsdam 1893. Badenscheuern Elberfeld Würzburg Freiburg Bruchsal Baden Karlsruhe Frankfurt a. M. Baden Techniker. Forstfach. Rechtswissenschaft. 5 Medizin. Theologie(Kkath.) u. Philol. Ingenieurfach. Landwirtschaft. Theologie(Kathol.). Theologie(evang.). Rechtswissenschaft. Militär. Stéeuerfach. Medizin. Rechtswissenschaft. 5* 5* Von den uns zur Prüfung zugewiesenen Extraneern erhielten von 31 Peilnehmern 25 das Reifezeugnis. Hans Bittl. Max Kamm August Knapp Adolf Oberst. Albrecht v. Rüdt Andreèeas Saitel Leopold Schliep. Fritz v. Stiehle Eduard Walther. Hugo Weiler. 1894. Schelklingen Baden Horheim Baden 5* Ottenhöfen Baden Berlin Baden Hilpertsau Theologie(Kathol.). Rechtswissenschaft. Finanzwissenschaft. Technik. Medizin. Militär. Philologie. Technik. Militär. Musik. Namen Seburtsort Berufsfach 1895. Otto Fetzner Nordweil Theologie(kathol.). Paul van Gülpen Aachen NMilitär. Emil Mechler. Baden Unbestimmt. August Neff Straßburg i. E. Militär. August Rost Baden Rechtswissenschaft. Thassilo von Scheffer. Stargard 5 Von den uns zugewiesenen Extraneern erhielten von 22 Teilnehmern an der schriftlichen und mündlichen Prüfung 18 das Reifezeugnis. E. Schülerzahl während der Jeit von 1870—1895. (In den ersten 3 Schuljahren ist der Unterricht durchweg gemeinschaftlich; die Realschule beschränkte sich von 1870—76 auf 4, von 1876 an auf 3 Jahreskurse.) Gymnasiasten Schuljahr Realschüler 134 1870/71 29 136 1871/72 2¹ 11 1872/73 26 113 1873/74 26 124 1874/75 33 147 1875/76 24 Erweiterung der 164 164 191 194 190 163 170 184 189 189 204 Schule 1876/77 1877/78 1878/79 1879/80 1880/81 1881/82 1882,½83 1883/84 1884/85 1885/86 1886/87 Gesamtzahl 163 157 137 139 157 L in ein vollständiges Gymnasium. O σ 20 22 19 15 16 20 186 179 209 211 209 183 192 203 204 205 224 Gymnasiasten Schuljahr Realschüler Gesamtzahl 215* 13 228 212 1888/89 18 230 192 41889/%00 16 208 181 1890%01 20 201 178 1891/92 26 204 Beginn der lateinlosen Realschule in Baden. 143 1892/93 26 169 139 1893/94 20 159 182 1894/95 14 146 4159 515 4674 Baden-Baden, im Juli 1895. Frühe, Dirèektor des Gymnasiums. 4