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ZWEITER BAND POLITISCHE URKUNDEN VON 1266 BIS 1332 BEARBEITET WILHELM WIEGAND. STRASSBURG VERLAG VON KARL J. TRÜBNER. 1886 . v<.>, '?ÄÄ'21 ‘V: t'^'v ' r -W : r > X SÄ*' 4 - '.'■X 'VV‘ 'EKc ;«>>> g&g*; Vv>.'-, V^Vv?; .'.-^ v-r 77- ^vS;V^-ir-VH' : -' ,1 l’A,\ ‘ ,>'> /> - ♦. MW äs*»; -> 7> ö-r^Z^; K^-W lifCiÄS XS vX; 0''X V - Jwvu S^5&S> ‘äwSV’r MM Ä*. WLM .MM '***£*!&&& .V?<*?X?ä. ^ "Vy y. - -»X-. 3 ;* -yV*:*rVi.Sr*^*-* #iV ?-ÄÄS £*M*&Nw *’ Ä 'VV'Cr^ ■•■W MM ;y!>>-. :^.>ir- A*w EINLEITUNG. Ueber den Zeitraum, welchen dieser Band imschließt, v)ie über die Sloff- theilung und das ihm zufallende Material ist in der Einleitung des dritten Bandes bereits das Erforderliche bemerkt worden. Für die Kenntniß der ‘politischen Beziehungen, welche Straßburg mit dem Reich, der Curie und den benachbarten Gewalten verbanden, und für die Beurtheilung des Einflusses, welchen die geistlichen Körperschaften auf das städtische Leben nahmen, bilden die hier vereinigten Urkunden eine besonders ergiebig fließende Quelle. So sind die Akten über den großen Streit der Predigerbrüder mit der Stadl aus den Jahren 1287—1290 hier zum ersten Male vollständig gegeben und für die Fehden, Verträge und Bündnisse Straßburgs, die das Gebiet vom Mittelrhein bis zum Fuß der Alpen umspannen, sind nicht minder zahlreiche urkundliche Belege mitgetheilt. Von den Grundsätzen der Textbehandlung, wie sie für den ersten Band auf- gestelU wurden, ist nicht ab gewichen, nur die Siegel haben eine eingehendere Berücksichtigung erfahren. Die archivalische Ausbeute indeß war ungleich reicher. Stellte sich dort noch das Zahlenverhältniß der ungedruckten Stücke zu den gedruckten etwa wie 9 : 11, so hat sich dasselbe hier zu 9:4 verschoben ; bildeten dort die Fälle, in denen jede handschriftliche Vorlage fehlte und frühere Drucke zu, Grunde gelegt werden mußten, nahezu den sechsten Theil des ganzen Materials, so haben sie sich hier auf den dreißigsten Theil vermindert. Von den 530 Urkunden des Bandes, zu, denen noch 112 in den Anmerkungen unter gebrachte hinzutreten, waren bisher 368 noch nicht veröffentlicht, auch von den 162 schon früher gedruckten Stücken konnten 61 nach besserer Vorlage, zumeist nach dem Original mitgetheilt werden. Das oft gepriesene glückliche Geschick, das die Straßburger Archive bewahrt hat, offenbart sich auch hier. Es war bei 472 Stücken möglich, noch auf das Original zurückzugehen. 77 Urkunden sind in Regestenform gegeben worden, vor Allem die zahlreichen Ablaßbriefe für die Straßburger Kirchen. VI EINLEITUNG. Für diesen Band haben in erster Linie das Straßburger Stadt-Archiv, das Bezirks-Archiv des Unter-Elsaß und das Thomas-Archiv beigestenert, bedeutend, weniger lieferten das Hospital- und Frauenhaus-Archiv. Von den auswärtigen Archiven sind das Reichs-Archiv zu München, das General-Landes-Archiv zu, Karlsruhe, das Fürstlich-Fürstenbergische Archiv zu Donaueschingen, die Cantons-Archive von Bern, St. Gallen, Luzern und Zürich, die städtischen Archive von Colmar, Frankfurt, Freiburg, Hag enau, L uze r n, Speyer und Worms mit kleinern Beiträgen betheiligt, ebenso die Universitäts- Bibliothek zu Heidelberg. Ben Vorständen und Beamten aller dieser InstiMe sowie der Kaiserlichen Universitäts- und Landes-Biblioihek spreche ich für die allzeit bereitwillige Unterstützung meiner Arbeit meinen besten Dank aus. Nur zum Theil war es möglich, den in der Bibliothek des Benedictiner-Stifts zu Me l k ajDonau wiedergefundenen Codex des Straßburger Domcapitels, der von verschiedenen Händen des I3 ien und 14 ten Jahrhunderts geschrieben, von Grandidier als Uber regnlae citirt wird und den ich an anderm Orte ausführlicher zu beschreiben gedenke, für diesen Band noch auszunutzen, für die Nachträge dagegen wird er die werlhvollste Quelle bilden. Dem Bibliothekar H. Pater Staufer fühle ich mich für die freundliche selbstlose Art, in der er den Codex und seine Abschrift desselben unserm Unternehmen zur Verfügung stellte, zu, besonders herzlichem Dank verpflichtet, nicht minder den ehemaligen und jetzigen Mitarbeitern der Commission, den Herren Dr. Baltzer, Schulte und Wolfram, die mir theils bei den Vorarbeiten, theils bei der Drucklegung vielfache und ersprießliche Hilfe geleistet haben. Wenn dieser Band später erscheint, als zu erwarten stand, so tragen inzwischen übernommene AmtsVerpflichtungen an der Verzögerung Schuld. Der vierte Band wird dagegen bald folgen. Er bringt die stadtrechtlichen Aufzeichnungen aus der Zeit von 1266 — 1332, die Nachträge zu den Bänden /-/// und die Personen- und Sachregister für die Bände II-IV, deren Zusammenfassung wegen ihres gleichartigen Inhalts aus der gleichen Zeitperiode vortheilhaft erschien. Straßburg, Pfingsten 1886. WILHELM WIEGAND. POLITISCHE URKUNDEN. ^ W WWW 'iK—'i -|>_jV 'Ä,v.s-^4^:nt>: 2 * 1266 — 1267 ratum habituros omnia et singula prenotata. prior quoque et priores, qui pro tempore fuerint ab ipsis fratribus seu quocunque alio monasterio ipsorum fratrum inslitutus vel instituti, mox cum instituti fuerint, de predictis observandis corporale facient juramentum in animas fratrum et suam. et in evidenciam preinissorum presentes lilteras sigillo venerabilis patris et domini nostri episcopi Argentinensis et nostro capitulo eidem a tradimus consignatas faciemusque et procurabimus omnia et singula supradicta et que ab ipsis mediatoribus ordinata fuerint et statuta communiter vel divisim ac in scriptis redacta, per nostri ordinis provincialem b confirmari sigil- loque ejusdem communiri. actum et datum anno domini 1266, 16 kalendas januarii. T aus Straßb. Thom. A. Registrande A fol. 9. T 1 cdll. ibid. Registrande D fol. 33 cop. mb. sec. XIV. Das Blatt hat durch Feuer starte gelitten. 2. Bischof Heinrich von Straßburg beurhmdet, daß sich die Reuerbrüder mit dem Capitel von Jung St. Peter Uber ihre Niederlassung im Pfarrsprengel desselben vereinbart haben. 1207 Januar 18. Nos . . H[einricus] dei gratia Argentinensis episcopus universis Christi fidelibus tarn presentibus quam futuris hujus littere inspectoribus volumus esse notuin, quod cum . . prior et fratres de penitentia Jesu Christi Oratorium in parrochia ecclesie sancti Petri extra muros Argentinenses construendi 1 desiderium habuissent, tran- quillitati sue animarumque saluti prospicientes, ut in dicta parrochia sine prejudicio . . custodis et capituli sancti Petri predicti stare possint et debeant, cum eisdem . . custode et capitulo accedente nostro consensu et auctoritate amicabiliter convenerunt in liunc modum, quod iidem prior et fratres nunc in parrochia prefata Oratorium erigentes eorumque successores in posterum medietatem omniurn oblationum in oratorio prefato provenientium sive in cypo sive in pixide seu eciam manuurn receptione, si forte continget eos in posterum manu recipere, dabunt in perpetuum custodi, qui pro tempore fuerit, et capitulo supradicto, quibus custodi scilicet et capitulo eadem portio cedet libere et absolute, preterea iidem prior et fratres nullum de parrochianis ecclesie sancti Petri recipient ad sepulturam. insuper si prefatos fratres super- edificando contigerit occupare possessiones dicto custodi decimales sive aliqua predia prefate parrocliie conparaverint vel jam conpararunt, hoc facient ita, quod ipsi custodi, qui pro tempore fuerit, in hujusmodi decimis nullum prejudicium generetur; sed hujusmodi decime solvende de possessionibus sic conparatis ab eis vel eciam con- parandis estimabuntur et solventur ad arbitrium boni viri. dabunt eciam custodi, qui pro tempore fuerit, medietatem omniurn eorum tarn in magnis quam in parvis, que a) T rep. eidem. b) T i vincialem. 1 Aus einer Dorsualnotiz dieser Urkunde, von einer Hand des 14. Jahrh. geschrieben , die besagt: fnndacio oratorii fratrum de penitentia Jesu Christi, quod est ecclesia omniurn sanctorum, geht hervor, daß daraus später das Bethaus Allerheiligen entstand. Vergl. Grandidier Ocuvr. ined. IV, 103. 5 io 15 20 25 30 35 1 . Die Augustiner verpflichten sich, einem Schiedsspruch über ihr Verhaltniß zum St. Thomascapitel sich unbedingt zu unterwerfen. 1266 December 17. Nos prior ceterique fralres heremitarum ordinis sancti Augustini extra muros Argentinensis civitatis commorantes notum esse volumus presentibus et posteris, 5 quod cum intrassemus parrochiam sancte Aurelie extra muros civitatis prefale, pertinentem in temporalibus ad ecclesiam sancti Thome Argentinensem, et ex hoc orla esset questio inter capitulum ejusdem ecclesie et nos, tandem ut quieti nostre con- sulamus messemque domini quantum in nobis est in pace peragamus, tres viros providoset discretos de capitulo predicto, decanum videlicel, dominum Johannem dictum io Notarium et magistrum Conradum dictum Liethrechi arbitros elegimus et mediatores, promittentes per stipulacionem sollempnem nos ratum et gratum habituros, facturos et recepturos ac observaturos, quidquid per eosdem in consciencia ipsorum pronun- ciatum fuerit ac ordinatum 1 . et ad omnia et singula, que iidem ordinaverint ac statuerint, fideliter et sine dolo observanda obligamus nos et successores nostros 15 presenti scripto, juramento prioris nostri in animas noslras super hoc prestito de nostra voluntate et mandato adicientes a , ut si contra ea, que ordinala et statuta fueriut ab eisdem, venire presumpserimus, volumus, ut non obstantibus ipsis b privi- legiis quibuscunque, quibus nos quoad presens negocium renunciamus, dominus noster et venerabilis pater episcopus Argentinensis in nos ferat excommunicationis so sentenciam et nichilominus demoliri facial, quidquid in domo nostra predicta post denunciacionem novi operis nobis factam ex parte capituli predicti exlitit super- edificatum, et alias procedat per se vel per alios contra nos, quemadmodum coram judice domini custodis Argentinensis foret procedendum. renunciamus quoque in hac parte omni juris beneficio communi vel private et principaliter in integrum restilu- 25 cionis beneficio et litteris in hac causa impetratis seu in posterum a nobis vel quocunque alio impetrandis, eciamsi motu proprio domini pape in hoc negocio collate nobis fueriut vel concesse. ego prior de voluntate et consensu fratrum meorum predictorum tactis sacrosanctis ewangeliis juro me ipsosque fralres presentes et futuros a) T et T 1 audicientes. b) T 1 nostris. 30 1 Vergl. nr. 23 und Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Tftom. p. 245. Str. II. 1 1267 3 ipsis occasione teslameiilorum legalorum remediorum vcl aliorum quocunque modo obvenient in parrocliia dicte ecclesie sancti Petri et de parrochianis ecclesie memorate. ad liorum itaque observationem articulorum omnium et singulormn nos humilis prior frater Jacobus et fratres domus prefatc nos presen ti scripto fideliter et legaliter 5 obligamus renunciantes pro nobis nostrisque successoribus universis in omnibus jam dictis omni juris auxilio communi vel privato et specialiter in integrum restitutionis beneficio et litteris inpetratis in contrarium ac in posterum a quocunque inpetrandis, et si inpetrate fuerint vel motu proprio a sede apostolica vel legato sedis ejusdem vel aliunde nobis concesse fuerint, nos prior et fratres et provincialis noster io nequaquain eis utemur. et si a nobis priore et fratribus seu quocunque alio suc- cessore nostro vel eciam a proviuciali nostro quicquam in contrarium factum fuerit, extunc eo ipso persone noslre sunt suspensc et locus noster interdictus, quas penas sponle elegimus in nos et eligimus per presentes nos usque ad satisfactionem condig- nam et debilam ligaturas. in quibus si per annum quod absit extiterimus pertinaces, i 5 extunc Oratorium nostrum constructum jam et quicquid superedilicatum fuerit, ad moni- tionem decani ecclesie sancti Petri, qui pro tempore fuerit, per nosmet ipsos infra oclo dies demolietur, nobis autem id facere negligentibus per capitulum demolietur preno- lalum. in omnibus suprascriptis subicimus nos prior et fratres jurisdictioni domini nostri episcopi Argentinensis et ejus, qui pro tempore regimen obtinuerit ecclesie so Argentinensis. et quantum ad omnia et singula suprascripta renunciamus omnibus privilegiis exemptionis et aliis nobis concessis a sede apostolica seu aliunde vel in posterum concedendis. nos frater Jacobus prior et fratres domus antedicte lactis sacrosanctis ewangeliis omnia et singula suprascripta juramento nos nostrosque successores in posterum servaturos et observaturos promittimus taliter, quod nobis 25 priore nunc cedente vel decedente, quicunque in posterum dicti loci prior fuerit, id ipsum pro se et fratribus domus jurabit se servaturum ut est pretactum. nos eciam prepositus decanus et capitulum necnon custos ecclesie predicte promittimus sine dolo et fraude, quod omnia et singula premissa dictis fratribus eorumque successoribus servabimus bona fide, nos et nostros successores ad hec presentibus obligantes. et so in evidentiam ac plenam probationem premissorum presens est littera conscripta ac •venerabilis patris ac domini nostri episcopi Argentinensis et capituli dicte ecclesie sancti Petri necnon provincialis ac prioris et conventus dictorum fratrum sigillorum munimine roborata. nos Ilfeinricus] dei gratia episcopus predictus in testimonium premissorum, quia coram nobis et nostra auctoritate acta sunt, sigillum nostrum 35 una cum sigillis predictis duximus presentibus appendendum. anno domini 1267, 15 kalendas februarii. E aus Straßb. Bes.-A. 6 fase. 4713 or. mb. c. 5 sig. pend. quorum 3 delapsa. Erhalten sind die Siegel vom Prior und Convent der Eeuerbrüder. 4 1267 Februar 2 und April 25 K April 30 3. Bischof Heinrich und die Stadt Straßburg verbürgen sich Reinmar Schaub und Genossen für einen bis zum Ablauf der Osterwoche währenden Waffenstillstand mit Nicolaus Zorn und seinem Anhang. 1267 Februar 1. Wir Heinrich von gottes gnaden der bischof von Strazburg, Johannes der meistere, der rat unde die gemeinde von Strazburg tunt kunt allen den, die disen s brief gesehen! oder gehören!, daz wir ein fride hant gegeben vur hern Niclawesun den Zorn und sine brüdere und vur alle ir friunt und alle Strazburgere hern Reimare Schöbe und sinen brüderen und allen irn Munden und allen bern Reimars sunes Munden uzsewendig den Biergesseren alleine vons nu der liehtmes unce üzgander ohsterwoclien noch hiure also: swie dirre Mde an hern Reimare Schöbe oder sinen io brüderen oder keime sinen Munde oder sins sunes Munde uzsewendig den Biergesseren gebrochen wurl von hern Zorne oder sinen brüderen oder keime sinen Munde oder von keime Strazburgere, das sin wir schuldig abe zu tünne , swenne wir dez geinani werden! in den nehisten siben nahten von hern Reimare Schöbe oder sinen brüderen. were aber daz ein missehel wurde, daz her Reimar Schob >s und sine brudere oder ir friunt jehenl, daz dirre Mde gebrochen were und her Zorn und sine Mund jehent, daz er niht gebrochen were, derubere ist kosen unsere lierre bischof Heinrich von Strazburg und her Rurcar! Murnhart und her Rüdolf von Vegersheim. swa die drie kiesen! oder zwene undere in, daz der Mde gebrochen si, da sol mans besseren, gat aber under den drien dukeinre abe, da sol man ein 20 anderen nemen an sine stat, der also gemeine si als er. daz aber dis stete hübe, derumbe henken wir unsere ingesigele an disen brief zeime urkunde. dis bischach von gottes gebürte tusent jar zweihundert und siben und sehcig jar an der liehtmes abende 1 . S aus Straßb. St. A. AA art. 1395 or. mb. c. 2 sig. pend. quorum 1 delaps. Das noch 2 s hängende Straßburger liaths.siegel ist zerbrochen. 4. Rudolf und sein Bruder, Herren von Fleckenstein, verpflichten sich der Stadt Straßburg gegenüber zum Ersatz des Schadens, den Walther Kaltesche und seine Söhne ihr während des Waffenstillstandes zufügen möchten. 1267 April 6. Viris laudabilibus dignisque omni honore amicis suis karissimis magistro consu- 30 libus universisque civibus Argentinensibus Ruodolfus et frater domini de Fleckinstein obsequiosam ad omnia voluntatem cum continua dilectione. super eo quod treuge ad quatuordecim dies post diem pasce inter vos ex una parte et virum nobilema W[allerum] Kalteschinn et suos filios ex altera parte sunt facte 2 , vos cire volumus, a) S noblem. 1 In einer Urkunde von gleichem Wortlaut, 1267 Januar 27 (an deme nehisten tunrestage vor der liehtmes) verbürgen sich Bischof Heinrich, Burchard von Hohenstein. Burchard Murnhard und Günther der Burggraf von Osthofen Nicolaus Zorn, seinen Brüdern, Freunden und allen Straßburgern für den Waffenstillstand. Straßb. St. A. ibid. or. mb. c. 5 sig. pend., quorum 4 delapsa. 2 Vergl. UB. I, 456 nr. 603. Der dort bis zur Hylarienoctav laufende Waffenstillstand währte 40 wohl bis zum 20. Januar 1267, da die Urkunde ein Jahr später zu setzen sein dürfte. quod orane dampnum, quod dictus Kaltescli vel sui filii infra dictum Lerminum et faclas a treugas vobis intulerint, vobis emeudabimus. ad quod nos per presens obli- gamus. datum feria quarta ante palmas anno domini 1267. S aus Straßb, St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. Von der 5 Legende des Reitersiegels noch erkennbar S . . . . od . . i de VI . . . . ein. 5. Burchard von Geroldseck verbürgt sich für den Waffenstillstand zwischen den Straßburger Bürgern und Konrad von Hausbergen. 1267 April 11. Noverint universi, quod nos Burcardus dominus de Geroltsecke presenli scripto promitlimus, nos treugas inter Reinboldum dictum Liebenceller, Sifridum dictum io Kegelin et universos cives Argentinenses ex una parte et dominum Cünradum militem de Ilüzbergen suosque lauteres universos ex parte slalulas altera inviolabiliter pro ipso domino Cunrado cunctisque suis fautoribus usque ad qualuordecim dies post pasclia proximum observare. et si quid contra dictos cives medio tempore ex parte altera fuerit in contrarium attemptatum, hoc promittimus emendare presentibus sigillo i5 nostro in testimonium roboratis. datum anno domini 1267 in crastino palmarum. M aus München. R. A. Habel-Stift, or. mb. c. sig. pend. laeso. 6. Das Cistercienserhloster Hohenforst verzichtet der Stadt Straßburg gegenüber auf allen Schadenersatz. 1267 Juni 21. Nos abbas et conventus Alte Silve Tullensis dyocesis ordinis Gisterciensis notum 2 o facimus Omnibus presentem litteram inspecturis, quod nos omne dampnum, quod sustinuimus in guerra generali in tempore venerabilis domini episcopi Argentinensis Walteri hone memorie in provincia Alsatie, relaxavimus et relaxamus civibus Ar- gentinensibus ad ipsorum peticionem. renuntiamus etiam omnibus actionibus, quas habere possemus vel possumus in cives predictos occasione dampni nobis illati sci- 25 licet de viginti tribus carratis vini in villa Dorolfesheim et de exuslione curie in Achenheim 1 . et hoc fecimus ex consensu et bona voluntate venerabilis domini abbatis Theoloci, sub cujus regimine sutnus et protectione. in cujus rei testimonium presentem litteram sigillo nostro et sigillo reverendi patris nostri abbatis Theoloci antedicti predictis civibus tradidimus communitain. datum et actum die sancti Albani mar- 30 tyris anno domini 1267. S aus Straßb. St. A. AA art. 1395 or. mb. c. 2 sig. pend. 7. Otto von Ochsenstein quittirt der Stadt Straßburg über Zahlung von geschuldetem Silber und Ersatz seiner verlorenen Pferde. 1267 Juni 24. Ich Otto von Ohsenstein tu kunt allen den, die disen briet gesehen! oder ge- 35 hörent, daz ich vurgihe öffenliche an disen brieve, daz mich die bürgere von Straz- a) S factas iibergeschrieben von gleicher Hand. * Vergl. Mon. Germ. SS . XVII, 108. 6 1267 ä bürg gütliche gewert lianl alles dcz silbers, daz sie mir schuldig warenl uinbc das, daz ich in irre helfe was in deine urluge, das bischof Waltere mit in bette 1 , ich gihe och, daz sie mir vergolten liant alle die ros, die ich in irre helfe verloren habe, und la sie lidig bede umbe das silbere und öch umbe die ros. daz aber dis iemerme würlich si, derumbe henk ich min ingesigelc an disen brief zeime urkunde. dis s bisch ach von gottes gebürte tusent jar zweihundert und siben und sehcig jar amme sunegiht tage. S aus Straßb. St. A. AA art. 1394 or. mb. c. sig. pcnd. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 59 b Und. in der Alsatia 1876 S. 255. 8. W ernherus Maguntine sedis archiepiscopus sacri imperii per Germaniam ar- io chicancellarius omnibus fidelibus per provinciam Maguntinam constitutis, qui fratri- bus heremitis ordinis sancti Augustini ad consumacionem edificiorum suorum in Ar- gentina manum porrexerint adjutricem ac nichilominus eis, qui in festivitatibus beate virginis et sancti Augustini ad eorum ecclesiam accesserint, quadraginta dies de injuncta penitencia relaxat; item ratificat indulgencias suffraganeorum benefac- 15 toribus datas. «cupientes quoslibet in Christo», datum Maguntie anno domini 1267, 6 idus julii. 1267 Juli 10 Mainz. T aus Straßb. Thom. A. Augustiner lad. 10 or. mb. c. sig. petul. Erwähnt in UB. I, 463 Anm. 2. 9. Arnold Kind und Hartmann von Erstein beurkunden einen mit der Stadt 20 Straßburg geschlossenen bis Mariä Himmelfahrt laufenden Waffenstillstand. 1267 Juli 18. Ego Arnoldus Euer et ego Ilarlinaimus de Ersthein milites noturn facimus uni- versis, nos treugas fecisse cum . . magistro consulibus et universis civibus Argen- August is tinensibus abhinc usque ad assumptionem beate virginis et per totam illam diem 25 presentis anni per nos et noslros inviolabililer observandas. datum et actum anno domini 1267 feria 2 post Margarete. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad 17 or. mb. c. 2 sig. pend., guorum 1 delaps. Erhalten das Siegel Arnold Kinds. 10. Konrad von Lichtenberg Sänger des Straßburger Dorncapilels verbürgt sich 30 für den zwischen den Herren von Ettendorf und der Stadt Straßburg bis Mariä Geburt laufenden Waffenstillstand. 1267 Juli 25. Nos C onradus de Lietenberc cantor ecclesie Argentinensis universis presencium inspectoribus volumus esse notum, quod nos inter viros nobiles Fridericum et Eber- 1 Vergl. die Quittungen UB. I, 411 nr. 539 und 436 nr. 572. 35 1267 7 liardum dominos de Etendorf et suos ex una et universitatem civium Argentinensium ex parte altera inviolabiliter® treugas abhinc usque ad nativitatem beale virginis September s presenlis anni et per totam illam diem observabimus. et si quid medio tempore per dictos nobiles vel suos in contrarium fuerit attemptatum, hoc civibus antedictis pro- 5 mittimus emendare, sigillum noslrum prcsenli scripto in testimonium appendentes. actum ct datum anno domini 1267 in festo beati Jacobi aposloli. S aus Straßh. St. A. AA art. 1396 or. mb. c. sig. pend. 11. Walther Kaltesche schließt für sich und seinen Anhang Frieden mit der Stadt Straßburg. 1267 August 12. io Ich Walther der Kaltesche tü kunt allen den, die disen brief gescheut oder geboren!, daz ich vür mich und rnine süne und vür hem Rudolphen von Ubereche- lingen und hem Olten von Rümersheim und vür alle mine frünt uszewendig den Pforren bin versünet luterliche mit den bürgern algemeyne von Strazburg. und haut die bürgere und ich iewederthalben varn verlän, swas schaden wir iewedersite en- 15 ander hettent getan, und ensol ich noch mine frünt uszewendig den Pforren den bürgern von Strazburg umbe dise getät niemer leit noch schaden getün. ich lasze öch die bürgen lidig, die gegen mir halt waren! umbe daz schif, daz ich uf bette gehebet. und daz diz stete hübe, derumbe ist mins herren ingesigel von Fleckenstein an disen brief gehencket zeime urkünde und begnüget mich dez wol. diz geschach 20 von gottes gebürte tusent jar zweihundert jar und syben und sehtzig jar an dem frilag vor der erren mes b . S aus Straßh. St. A. Briefbuch A fol. 255 a . 12. Die Stadt Lüttich ersticht die Stadt Straßburg um die Auslieferung des Nachlasses eines Lütticher Bürgers. 1267 September 7. 25 Prudentibus viris et suis plurimum dilectis magistris judicibus et dominis civitatis Argentine magistri villicus scabini jurati et totum commune civitatis Leodiensis cum dilectione salutem. cum quidam concivis noster Leodiensis Egidius quondam dictus Werikcaz apud vos decesserit, cujus bona que secum babebat penes vos dici- mini sequestrasse in hoc sagaciter operantes, ut ipsa bona redderetis ei cui debentur, ao tonore presencium litterarum duximus vos rogandos, ut bona ipsa secure et sine difficultate qualibet deliberetis Theoderico filio Theoderici de sancto Mauro vel Johanni dicto le Flamenk scituri certissime, quod corivocatis coram nobis heredibus dicti Egidii ipsi bona predicta libere quittaverint coram nobis, ut si ea alteri predictorum deliberaveritis, inde quitti et liberi eritis in perpetuum bona fide. et ut litteris 35 presentibus fidem adhibeatis pleniorem, ipsas litteras sigillo civitatis nostre Leodiensis a) S inviolabiliter über geschrieben von gleicher Hand. b) S an dem fritag vor der erren mes ist von einer spätem Hand etiva um iÖOd hinzngefügt. 8 1267 ■~fi duximus roborandas. datum Leodii anno domini 1267 in vigilia nativitatis beate Marie virginis. M aus München. R. A. Habel-Stift, or. mb. c. sig. pend. mutil. 13. Die Stadt Rheinau schließt mit der Stadt Straßburg einen Vertrag über Belangung von Schuldnern. 1267 September 23. s Nos . . scultetus consules et Universitas civium in Rinaugia notum facimus universis, quod nos cum.. magistro consulibus et universitate civium Argentinensium convenimus in liunc modum, quod nec nos ipsorum concives nec ipsi nostros concives aliquatenus occupabimus super debitis quibuscunque, nisi tune aliquis sit principalis debitor vel de manu sua fidejusserit pro altero vel in altera civitatum querelanti fuerit justicia io denegata. in quibus tribus casibus occupationes esse licitas decernimus etcensemus. ad testimonium autem premissorum prefatis civibus Argentinensibus sigillo nostro September 29 presentes litteras tradimus communitas, quas a feste beati Michahelis nunc instanti elapso biennio nullas vires volumus obtinere. datum feria 6 proxima ante lestum beati Michahelis predictum anno domini 1267. is S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. Ziemlich erhaltenes Siegel der Stadt Rheinau. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 227 b Und. bei Wencker Appar. et instr. archiv. p. 182 nr. 2 — Laguille pr. p. 46; Schöpflin Als. dipl. I, 458 nr. 644. 14. Gernand Burggraf von Wörth verzichtet der Stadt Straßburg gegenüber 20 auf alle Forderungen betreffend den Tod und die Gefangennahme seiner Verwandten. 1267 October 9. Nos Gernandus burgravius Werdensis universis ac singulis notum facimus, quod nos omni actioni ac inpeticioni nobis conpetenti contra cives Argentinenses de morte dilecti fratris noslri Johannis ab ipsis in conflictu interfecti 1 et de captivitate Bertoldi, 25 qua dicti Argentinenses ipsum detinuere captivum 2 , renunciavimus excluso omni malo ingenio, pure corde relinquentes ipsos super predictis liberos et solulos ita, quod quantum ad personam nostram ipsis civibus super isto a formidandum non est aliquid vel timendum. promittimus eciam absque omni malo ingenio, quod ipsis nunquam super facto hujusmodi malum aliquod procurabimus aut procurari faciemus. so in quorum omnium protestacionem sigillum nostrum presentibus est appensum. datum anno domini 1267 in die beati Dyonisii et sociorum ejus. S aus Straßb. St. A. AA art 1394 or. mb. c. sig. pend. Gut erhaltenes dreieckiges Siegel mit der Legende s. Gernandi buregravii Werdensis. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 246 a ibid. bei Wencker Appar. et instr. p. 176 nr. 17 35 = Schöpflin Als. dipl. I, 457 nr. 641 im Regest mit dem falschen Datum April 8. a) S super isto auf Rasur. 1 Vergl. Mon. Germ. SS. XVII, 111. Die Grabinschrift des zu Stephansfelde beigesetzten Johannes theilt Schöpflin Als. illustr. II, 525 not. m mit. 2 Vergl. nr. 15. 40 1267 — 1268 9 15- Bischof Heinrich non Straßburg beurkundet die von Berthold von Wörth mit der Stadt Straßburg vereinbarte Sühne. 1267 Becember 20. Wir Heinrich von gottes gnaden der bischof von Strazburg tünt kunt allen den, die disen brief gesehen! oder gehören!, daz Bertholt von Werde mi! den bürgeren 5 algemeine von Sirazburg luierliche isi versünet umbe daz, daz sie in gevangen heilen! und daz sin brüdere selige Johannes in deine slriie sinen lib verlöz in deine urluge, das bischof Walihere mi! den bürgeren von Sirazburg helle, dise süne he! er und mi! ime Bertholi von Wittersheim, Johannes sin sun, Wolfhelm unde Gotzo von Sülle, Rudolf von Wittersheim, Reinfrid von Hochvelden, 10 Johannes sin brüdere, Hug von Brümai, Goizo von Brüma!, Johannes von Lamperlheim, Symund und Otto von Hochvelden gesworn siele zu habenne iemerme ane geverde. were aber daz dise süne gebrochen wurde von Bertholde oder von keime sinen friunde und das kunllich were, so sulnt sich sehzse die ersten unter disen zwelven, swenne so sie von der bürgere wege gemänt werden!, zu 15 Zabern oder zu Erstheim in entwürfen nach rehter giselschefte niemer druz zu kummenne, 6 das widertan und gebessirt wurt, da mitte die süne gebrochen wurt. wurt aber ein missehel, obe dise süne gebrochen were oder ungebrochen were, swes denne Wolfbelm von Stille und Anshelm der Vurste von Bertholdes wege und Gozelin von sant Thomane unde Rülenderlin von der bürgere wege uberein kumment, dez 20 sol man gevolgig sin. were daz die missehillent, swederthalb denne Symund von Geroltsecke unsere brüder gevellit, den sol man volgen. daz aber dis stete blibe, derumbe ist unsere ingesigele mit dez sengeres insigele von Liehtenberc und mit dez ingesigele von Fleckenstein an disen brief gehenket zeime urkunde, wir Bertholi von Werde und die zwelve, die da obenan genemmet sint, vurjehent, daz wir stete 25 hant bi geswornem eide, swas an disen brieve stat, und bignüget uns der ingesigele, die an disen brief sint gehenket zeime urkunde. dis bischach von gottes gebürte tusent jar zwei hundert jar und siben und sehzig jar an sant Thomans abende. 8 aus Straßb. St. A. AA art. 1394 or. mb. c. 3 sig. pend. laesis. 16 Palst Clemens IV bestätigt dem Straßburger St. Stephanski oster die auf so 16 festgesetzte Normalzahl seiner Schwestern. 1268 März 25 Viterbo. Clemens episcopus servus servorum dei dilectis in Christo filiabus . . abbatisse et conventui monasterii sancti Stephani Argentinensis ordinis sancti Augustin! salutem et apostolicam benediclionem. in ecclesiis et monasteriis determinatus esse debet numerus personarum, ne provisione careat superflua multitudo vel ex paucitate 35 debitum deo servitium subtrahatur. eapropter dilecte in Christo filie vestris justis postulationibus grato concurrentes assensu sextum decimum canonicarum numerum per nos consideratis monasterii vestri facultatibus in monasterio ipso, venerabilis fratris nostri . . Argentinensis episcopi ad id accedente consensu, deliberatione Str. II. 2 i 10 1268 provida institutum, prout in litteris super hoc confectis 8 plenius asseritis conlineri 1 , auctoritate apostolica confirmamus et presentis scripti patrocinio communimus statuentes, ut idem monasterium hujusmodi numero de cctero sit contentum, nisi adeo ejus excreverint facultates, quod merito illum exigant augmentari, mandato sedis apostolice semper salvo. nulli ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre r. confirmationis et constitutionis infringere vel ei ausu temerario contraire. si quis autem hoc atlemptare presumpserit, indignationem omnipotentis dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum ejus sc noverit incursurum. datum Viterbii 8 kalendas aprilis pontificatus nostri anno quarto. B aus Straßb. Bez. A. H fase. 2622 or. mb. Bulle an Seidensclmur. Kostenvermerk unter dem io Bug links: - (2 grösst), darunter in kleiner Schrift Jac[obus] Romanus mit einem unlösbaren Zeichen vorher, schwerlich recepit; oben rechts in der Ecke durchstrichen LV; auf dem Buge in der Mitte ganz verwischt: Paulus . . . . ; rechts auf dem Bug ein nicht mehr leserlicher Vermerk, wie es scheint mit m beginnend und c aufhörend. Auf der Rückseite : Paulus Interampnensis. 15 Gedruckt darnach bei Schöpflin Als. dipl. 1, 462 nr. 653 mit dem falschen Jahresdatum 1269. — Potthast Reg. pontif. nr. 20298. 17 . Die Bischöfe von Straßburg und Speier, die Grafen von Leiningen, die Herren von Boianden und Flechenstein vereinbaren sich mit der Stadt Straßburg Uber die Einnahme von Selz. 1268 Mai 4 im Lager vor Selz. an Nos Ilenricus et Ilenricus dei gratia Argentinensis et Spirensis episcopi, Ejmecho] et Fjridericus] de Liningen comites, Wernherus de Bonlandia, Fr idericus de Flehenstein universis et singulis volumus esse notum, quod super obsidione facienda et habenda circa opidum de Leise taliter deliberato consilio et provida deli- beratione convenimus cum universitate civium Argentinensium, ut si dictum opi- 25 dum nobis quocunque modo subpeditabimus vel capiemus, extunc ipsum funditus destruemus 2 . super qua conventione etpromisso inviolabiliter observando nos E[mecho] comes prefatus de Liningen« et nos Wernherus de Bonlandia ac F r idericus de Flehenstein ex parte nostri et prefati domini nostri episcopi Spirensis sub debito jura- menti a nobis corporaliter prestiti promisimus et promittimus observare inviolabiliter, 30 omni dolo et fraude penitus circumscriptis. et hoc ipsum in eadem forma nobis vice versa Nicolaus dictus Zorn et Johannes ultra Bruscam milites Argentinenses sub juraraento ab ipsis corporaliter prestito missi ad hoc ab ipsis civibus Argentinensi- bus observare inviolabiliter promiserunt. in cujus rei testimonium nos episcopi, Efmecho] et F[ridericus] comites, Wernherus de Bonlandia, F ridericus de Flehen- 35 stein, universitas Argentinensis prescripti sigilla nostra duximus presentibus appen- a) super — confee auf Rasur. b) ut in S i ausgerissen. c) 8 1 stellt prefatus hinter Liningen. 1 Vergl. ÜB. 1, 287 nr. 378 u. 421 nr. 555. 2 Ueber die Kämpfe um Selz vergl. nr. 30 Anmerk. 1. 1268 — 1269 11 denda. actum et datum in castris ante Selsain in crastiuo inventionis sancte crucis anno domini 1268. iS' aus Straßb. St. A. AA art. 1395 or. mb. c. 7 sig. peud. laesis, quorum 4 (lelaps. S 1 coli. ibid. or. mb. c. 7 sig. pend., quorum 3 delaps. Gut erhaltenes Siegel Friedrichs s von Fleckenstein. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 252 b ibid. bei Wencker Appar. et instr. archiv. p. 178 nr. 2 = Laguille pr. p. 44; Schopflin Als. dipl. I, 460 nr. 647. — Böhmer B. Reichssachen nr. 97. 18. Ablaßbrief Albreclüs des ehemaligen Bischofs von Regensbnrg für die io /Straßburger Reuerbrüder. 1268 Juni 15 Straßburg. Albertus dei gratia quondain llatisponensis episcopus dilectis sibi in Christo priori et fratribus Argentinensibus ordinis fralrum de penitenlia Jesu Christi salutem et sinceram in domino caritatem. licet is, de cujus munere venit, ut sibi a fidelibus suis digne ac laudabiliter serviatur, de habundantia pielatis sue, que merita suppli- 15 cum excedit, et vota bene servientibus multa majora tribuat quam valeant promer- eri, nichilominus tarnen volentes reddere domino populum acceptabilem, tideles Christi ad conplacendum ei quasi quibusdam illectivis premiis indulgentiis scilicet et remissionibus invitamus, ut exinde redantur divinc gralie aptiores. cupientes igitur, ul ecclesia domus veslre, in qua anno domini 1268 in festo beatorum mar- 20 lirum Vili et Modesti, accedente consensu venerabilis domini episcopi Argentinensis, Juni ts allare consecravimus ad honorem beate virginis, congruis honoribus frequentetur, omnibus vere penitentibus et confessis, qui ad ecclesiam ipsam a die dedicationis, quam in doininica festuin beati Johannis baptisle proximo antecedente ordinavimus Jum n celebrandam, singulis diebus per mensem ac singulis dominicis revolutis mensibus per 25 annum ueenon et in anniversariis dedicationis allaris ejusdem perpetuo et in festivitatibus gloriose virginis Marie, quam decet pre ceteris sanctis dignis obsequiis venerari, causa devotionis accesseriut, de omnipotenlis dei misericordia et beatorum Petri et Pauli apostolorum ejus auctoritate confisi annum et quadraginla dies, omnibus quoque, qui vobis quolibel tempore ad edificia vestra ac vite necessaria manum porrexerint so adjutricetn, quadraginla dies de injunctis sibi penilenciis misericorditer relaxamus. datum in loco et tempore supradictis . 1 « , B aus Straßb. Bez. A. G fase. 6197 or. mb. c. sig. pend. 19. Der Vogt und die Bürger von Basel gewahren den Straßburgern sichres Geleit bis Mittfasten. 1269 Februar 5 Basel. Nos B[urkardus] advocalus dictus Vicedominus, Hjeinricus] magister civium 35 dictus Monachus consules et Universitas civium Basiliensium promiltimus vobis 1 Auch für das Straßburger St. Katherinenkloster gibt Albert einen ähnlichen Indulgenzbrief (quadraginta dies criminum et annum venialium) 1268 Juli 7 Straßburg. or. mb. c. sig. pend. i. Straßb. Hosp. A. lad. 125 fase. 14. 42 1269 domini consules et cives Argentinenses, quod cives veslri et eorum nuncii tarn in rebus quam personis de Omnibus nostratibus securi debent esse in veniendo ad nos, Stande et redeundo usque ad instantem mediam quadragesimam, ut idem a vobis circa nos fiat et littere consirniles transmiltantur. datum Basilee anno domini 1269 nonis februarii. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 241 b mit der Ueberschrift dez vogtes und der stat von Basel trostunge gegen den von Strazburg. Gedruckt darnach bei Schöpflin Als. dipl. I, 461 nr. 650 — Trouillat Mon. de Bede II, 188 nr. 141. 20. König Richard fordert die Stadt Straßburg auf, den Landfrieden zu beschwören und alle unrechtmäßigen Zölle und Abgaben aufzuheben. 1269 Mai 12 Frankfurt. Ricardus dei gracia Romanorum rex semper augustus universis civibus Argenti- nensibus dilectis fidelibus suis graciam suain et omne bonum. fidelitati vestre dis- tricte precipimus et mandamus, quatenus exemplo multorum principum comitum eciam magnatum nobilium et baronum et aliarum plurium civitatum generalem pacem 1 in civitate Argentinensi communi voto jurantes ac nobis ad observacionem predicte pacis una cum aliis fideliter et viriliter inherentes, thelonia seu vectigalia sive pedagia vel conductus et exaccionem specialiter, que ungelt vulgariter nunc-upa- lur, infra octo dies a suscepcione presencium in vestro districtu illa videlicet, que inconsueta et injusta existunt, penitus deponatis, ne permittatis de cetero ab aliquo transeuncium extorqueri, ne si, quod absit, in hac parte secus feceritis, ab hujus- modi pace de jure possitis secludi et excludi. datum Franckenfort 12 die maji, indiccione 12, regni nostri anno 13. S. aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 223 b mit der Ueberschrift daz künig Rycart den von Strazburg geholten het, daz sie einen lantfriden swern süllent und unrehte z611e und ungelt abetribent. Gedruckt darnach bei Schöpflin Als, dipl. I, 463 nr. 654 — Mem. Germ. LL. II, 382. — Böhmer-Ficker Reg. Imp. V nr. 5458. » 21. Wildgraf Emich, Ludwig und Symund von Frönsburg und Werner von Windstein versprechen dem Bischof und den Bürgern von Straßburg, nach Ueber- gabe der Burg Windstein an dieselben gegen Friedrich von Windstein Beistand leisten. 1269 August 27. Nos E mecho comes Silvester, Ludewicus et Symundus nepotes de Friundesberc et Wernherus de Winestein presentibus publice protestamur et promittimus, quod postquam venerabili domino nostro Hfeinrico] dei gratia episcopo Argentinensi ac 5 10 15 20 25 30 35 1 Erneuerung des Rheinischen Landfriedens auf dem nach Jubilate abgehaltenen Reichstag. 1269 — 1270 13 civibus suis Argenliuensibus caslrum de Wineslein fuerit presentatum, nos predicto domino episcopo et civibus Argentinensibus et quibuscunque se couformantibus eisdem occasione discordie, quam babent contra F[ridericum] de Winestein, favore et auxilio usque ad finem ejusdem discordie fideliter assistemus. in cujus rei testi- s monium sigilla nostra presentibus sunt appensa. actum et datum anno domini 1269 feria 3 post festum beati Bartholomei apostoli. S aus Straßb. St. A. AA art. 1395 or. mb. c. 4 sig. pend. Gedruckt aus dem Briefbach A fol. 229 b ibid. bei Schöpflin Als. dipl. I, 465 nr. 658. Batt Eigenthum zu Hagenau II, 56 nach unbekannter Vorlage. — Goers Mittelrh. Heg. III, io 556 nr. 2459. 22. II einricus episcopus Argentinensis omnibus abbatibus prioribus et prelatis per suam dyocesim constitutis notum facit, de voluntate et licentia ipsius fratres heremitas ordinis sancti Augustin! verbum dei populo predicare et Confessiones audire, prout in indulto sechs apostolice continetur, non obstante interdicto, quod 15 nuper ab ipso in synodo generali dyocesis editum sit. « universitatem veslram scire ». datum Argentine anno domini 1270 feria 6 ante festum Ilylarii 1 . 1270 Januar 10 Straßburg. T aus Straßb. Thom. A. Augustiner lad. 10 or. mb. c. sig. pend. 23. Das St. Thomascapilel trifft mit den Augustinern einen neuen Vergleich 20 über ihr gegenseitiges Verhdltniß. 1270 August 8 Straßburg. Nos..prepositus, decanus totumque capituluin ecclesie sancti Tliome Argentinensis notum facimus presentium inspectoribus universis, quod cum olim inter nos nomine capituli nostri ex una, priorem et fratres ordinis sancti Augustin! fralrum heremi- tarum extra muros Argentinenses ex altera parte de consensu et voluntate 25 communi amicabilis intercesseril compositio super eo, quod iidem fratres in parro- cliia sancte Aurelie ad nostrum capitulum spectante Oratorium erigere conabantur, prout in littera super hoc confecta plenius continetur 2 , dictique fratres eandem com- positionem seu ordinationem gravem sibi et perquam duram reputantes ad nos super relevando seu mitigando eandem sepius habuere recursus, nos vero paci et tran- 3 o quillitati animarumque suarum saluli operam adliibere cupientes et, ut absque pre- judicio nostro et ecclesie nostre in prefata parrochia sancte Aurelie stare possint et tenere perpetuo Oratorium in eadem, subscripte compositionis formam una cum predictis fratribus concorditer amplectimur, que talis est : dabunt enim nobis a pre- a) T nobis nachträglich wohl von gleicher Hand himugefügt. 35 1 Cfonradus] de Talmassigen archidiaconus majoris ecclesie Argentinensis omnes clericos per archidiaconatus sui terminos constitutos rogat, ut fratres supradictos verbo et opere coram parro- chianis promovere studeant. 1270 Januar 13 (idus januarii) or. mb. c. sig. pend. delapso ebenda. 2 Vergl. nr. 1. ""^ÄCTT“' 14 1270 dicti prior et fratres, qui nunc sunt et pro tempore Oratorium ibidem lenuerint, medietatem omnium oblationum provenienlium in altaribus monasterii sui predicti inter missarum sollempnia sive ante missam sive post usque ad finem missarum, dum tarnen occasione missarum ibidem offerantur, dolo et fraude cessante oinnino, nobisque et ecclesie nostre cedet eadem portio libere et absolute, ac circa conserva- tionem earundem oblationum singulis annis imperpetuum servabunt dicti prior et fratres bona fide consilium et preceptum decani ecclesie nostre, qui nunc est et pro tempore fuerit in ecclesia memorata, nec tarnen super hoc juramen tum a prelibatis fratribus extorquebit. item de Omnibus prediis seu possessionibus habitis et habendis ipsi ecclesie sancte Aurelie decimalibus, quocunque titulo ad dictos fratres perve- nerint, decimas dabunt absque ulla contradictione ecclesie prelibate, de nutrimentis animalium decimis dumlaxat exceptis. nullum etiam de parrocliianis ecclesie sancte Aurelie ad sepulturam recipient nisi de voluntate et consensu perpetui vicarii ecclesie memorate. cedent igitur inposterum ipsis fratribus absque ulla divisione nobis vel vicario ecclesie sancte Aurelie predicte facienda universa provenientia eisdem ex testamentis, legatis, donationibus sive ex aliis quibuscunque causis, et que ad fa- bricam vel ad ornatum oratorii seu ob quascunque pias causas ipsis relicta fuerint vel concessa. prelerea si prediclos fratres aliis personis locuin predictum, in quo nunc sunt, cum suis atlinentiis presentibus et futuris vendere, donare aut perrnu- tare conligerit, persone subintrantes omni jure gaudebunt, quod alienationis tempore habuerint iidem fratres, absque nostra et vicarii nostri predicti qualibet contradictione. in restaurationem vero omnium dampnorum, que occasione dictorum fratrum poterimus sustinere, dederunl iidem fratres nobis et ecclesie nostre triginta sex marcas argenti. quam pecuniam confitemur nos ab eisdem recepisse et in usus ecclesie nostre conversam esse, renuntiaverunt quoque et presentibus renunliant prior et fratres predicti pro se et omnibus suis successoribus omni juris auxilio com- muni et privato, beneficio restitutionis in integrum et generaliter omni exemptioni seu defensioni, per quas venire possen t contra presens factum seu instrumentum. et ad majorem nostri et ecclesie nostre securitatem dictus prior de mandato et voluntate fratrum suorum juravit corporaliter in animam suam et fratrum eorundem ad sancta dei ewangelia ac promisit, quod nunquam contra hujusmodi ordinacionem quicquam impetrabit vel impetrare procurabit. et si alique littere impetrate sint vel fuerint a quocumque vel etiam motu proprio. a sede apostolica vel legatis ejusdem concesse, dicti prior et fratres, magistri ordinis et provincialis, qui nunc sint et pro tempore fuerint, ipsis nequaquam utentur. et si ab ipsis priore et fratribus seu quocunque alio successore eorum vel etiam a magistris ordinis vel provinciali in contrarium factum fuerit, extunc Oratorium predictum in parrocbia sancte Aurelie per ipsos constructum jam et quicquid superedificalum fuerit ad monitionem reve- rendi in Christo patris ac domini nostri episcopi vel ejus, qui pro tempore episcopus fuerit, infra octo dies deinolielur per ipsos fratres, ipsisque id facere negligentibus per capitulum demolietur. in omnibus suprascriptis subicient se iidem fratres et prior cum omnibus successoribus suis jurisdictioni domini nostri episcopi Argentinensis et ejus, qui pro tempore regimen oblinuerit ecclesie Argentinensis. et quantum ad 10 15 20 25 30 35 40 1270 15 presens negotium renuntiaverunt et renuntiant Omnibus privilegiis exemptionis ipsis a sede apostolica vel undecunque concessis et concedendis. nos vero prepositus, decanus et capitulum sancti Thome predicti ex una, prior et fratres predicti ex altera con- fiteinur omnia suprascripta juste et rationabiliter inter nos acta fore, obligantes nos • r > mutuo insolidum et omnes succcssores nostros ad omnia suprascripta fideliter obser- vanda. in cujus rei testimonium et perpetuam memoriam sigillo venerabilis patris nostri cpiscopi antedicti, magistri ordinis, provincialis eorundem necnon prioris domus predicte presens instrumentum est consignatum. nos II einricus dei gratia episcopus Argentinensis prelibatus ad premissorum probationem perpetuam sigillum nostrum 10 presenti scripto appendi fecimus de voluntate et consensu et ad pelitionem partium prediclarum. actum et datum Argentine anno domini 1270. T aus Straßb. Thom. A. Docnm. hist. lad. 11 or. mb. c. 4 sig. pend. Ebenda Augustiner lad. 10 or. mb. c. 2 sig. pend. mit dem Datum des 8. August. Gedruckt nach T bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 321 nr. 44. u. 24. Konrad von Lichlenberg, Sänger des Straßburger Domcapitels, sichert der Stadt Straßbnrg zu, daß ihr von der Stadt Hagenau heine Feindseligkeiten widerfahren sollen und daß er die Freilassung ihres Bürgers, des Bäckers Konrad beicirken werde L1263 — 12701. Cfonradus] dominus de Liehtinberc cantor m,ajoris ecclesie Argentinensis amicis so suis specialibus et dilectis G. magistro consulibus et universis civibus Argentinensi- bus sincere dilectionis affectum et paratam ad obsequia voluntatem. licet civilati Ilagenoensi non presideremus, ob dilectionem tarnen vcstram et ob tanta nobis ex- bibita servicia vobis et concivibus vestris mala aliqua inferri ex ea non pateremur. et quanvis quidam Cunradum pistorem concivem vestrum ex illa insecutum et cap- 25 tivum suspicantur, nulla siquidem debetis credere racione scientes, quod ejus libe- rationem 1 summopere intendimus et vobis solutum remitiere laboravimus cum effectu. [in verso] magistro [consulibus et] civibus Argentinensibus. S aus Straßb. St. A. AA art. 1396 or. mb. lit. clausa c. sig. inverso impr. delapso. Die 30 Adresse auf der Rückseite stark verwischt. Konrad von Lichtenberg ist in den Jahren 1263—1272 als Sänger des Domcapitels nachweisbar. Da die Sigle G für die bekannten Bürgermeister der Jahre 1271 u. 72 nicht passt, so ist 1270 als Endtermin gesetzt. G ist vielleicht mit Gozelino aufzulösen und dürfte die Urkunde dann in die Jahre 1263 oder 65 gehören. 35 25. Schreiben Bischof Heinrichs von Straßburg an die Stadt Straßburg über die Verlängerung ihres Waffenstillstands mit Hugo von Rathsamhausen u. A. F.1264—12701 September 21 Egisheim. II[einricus] dei gratia episcopus Argentinensis dilectis fidelibus suis C[unoni] dicto Suner magistro consulibus et Universität! civium in Argentina salutem cum 40 a) S liberatione. 16 1270 — 1272 affectu sincero. licet modica sit nobis familiaritas cum Hugone milite de Racen- husen, attamen pro treugis inter vos et ipsum factis ulterius prorogandis, prout nobis scripsistis, volumus et intendimus fidelitcr laborare a , vos incontinenti scire facientes, quidquid potuerimus optinere, non sustinentes vos in nostris villis aliquatenus mo- lestari; alias autem in villis, que nostro non subsunt dominio, defendere non pos- s sumus, nisi secum vellemus bellum notorium inclioare. insuper vina collecta, prout nobis innotuit, sunt deducta. ceterum sciatis, quod ad vos quantocitius potuerimus veniemus. datum in Castro Egenslieim in festo Mathei ewangeliste. f in verso ] C[unoni] magistro consulibus et universitati civium in Argentina. io S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. Corp. A lad. 3 a or. mb. lit. clausa c. sig. in verso impr. delapso. Da in den bekannten Bürgermeisterlisten der Jahre 1263 und 1271 bis 73 Kuno Suner nicht erscheint, so muß dieser Brief in die mittleren Jahre der Amtszeit Bischof Heinrichs fallen, etwa 1264 — 1270, vielleicht noch vor 1266, da Hugo von Mathsamhausen in den allgemeinen Frieden der Geroldsecker mit der Stadt Straßburg ir> aufgenommen war h 36. In einem Vergleich des Bischofs Heinrich und des Domcapilels von Straß- bürg mit den Herren von Lichtenberg, Ludwig und Rudolf den Vögten der Stadt Straßburg, dem Sänger des Domcapitels u. A. machen diese geltend, daß ihnen jene verpflichtet seien: in ducentis marcis argenti, quas idem dominus Waltherus su quondam episcopus ipsis promisit se daturum pro eo, quod ipsi in equis et armaturis se pararent in ipsius adjutorium contra cives Argentinenses, item in ducentis marcis argenti. quas idem dominus Waltberus quondam episcopus ipsis nobilibus promisit pro quatuordecim equis ipsis ante civitatem Argentinensem in guerra generali inter- fectis 2 , item in centum marcis argenti et nongentis quartalibus tritici et siliginis, ar, que dicti nobiles Nicolao dicto Zorn civi Argentinensi pro dicto domino Walthero quondam episcopo persolverunt, item in pretio duorum equorum, quos ipsi amiserunt in secundo conflictu habito ante civitatem Argentinensem 3 . actum 8 kalendas aprilis anno domini 1272. März 25. Aus Schiipflin Als. dipl. I, 470 nr. 66S (ex libro salico cap. maj. Arg.). 30 27. Die Stadt Löwen bittet die Stadt Straßburg, die Hinterlassenschaft Qott- frids Oobelen aus Köln an Ihren Bürger Wilhelm auszuliefern. 1272 September 17. . . Viris honestis et ubique reverendis R[einboldo] dicto Turant magistro consulibus et communitati civium Argentinensium villicus, scabini jurati et communitas a) S labore. 1 Vergl. ÜB. I, 463 nr. 615. 2 In dem Treffen in der Aurelienvorstadt am 14. resp. 15. Juli 1261. Vergl. Mon. Germ. SS. XVII, 106 u. Wiegand Bellum Waltherianum S. 63. 3 In der Schlacht bei Hausbergen am 8. März 1262. mmmm. 1272 — 1273 17 opidi Lovaniensis salutem et quicquid possunt obsequii et honoris. honestati vestre significamus veraeiter, quod bona illa, que apud vos relicta sunt post obituni God[efredi] dicli Gobelen de Colonia ibidem defuncti, sunt Conegundis vidue Lovaniensis relicte Johannis de Ilozeden» opidani nostri et Willelmi ejus generi latoris 5 presencium, quoniam idem God[efredus] eorum famulus ac nuncius erat et quicquid ipse tractabat vel agebat, hoc ex parte ipsorum erat et ad opus eorum. quapropter vestram deprecamur honestatem omni quo possumus affectu, quatenus eidem Willelino bona predicta tradi faciatis et exhiberi scientes indubitanter, quod quicquid de pre- missis eidem Willelmo iactum exliterit, inde ex parte socrus sue matrone predicte w bona apud nos habebitur warandia. in cujus rei securitatem presentes litteras vobis transmittimus sigillo opidi nostri patenter roboratas b , per quas petimus ipsum Willelmum taliter a vobis in hoc negocio expediri amore nostri, qualiter vestro concivi in casu consimili si acciderit apud nos fieri velletis amore vestri, ut vobis ad condignas teneamur gratiarum actiones. datum anno domini 1272 in die beati 15 Lamperti martyris. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 222 a mit der Ueberschrift daz die von St.razburg einem sins erbes helfen süllent. 28 . Sühnevertrag der Städte Straßburg und Hagenau. 1272 October 29. Wir Marcuz der meistere der rat unde die gemeinde von Strazburg tunt kunt 20 allen den, die disen brief gesehen! oder gehören!, daz wir vir alle unsere bürgere unde mit nammen vir hern Hugen von Vegersheim und alle sine belfere in disemc urliuge sint Übereinkommen einre sieten sune mit den bürgeren algemeine von Ila- genowe. und swaz schaden uns von in geschehen ist in diseme urliuge, den län wir liuterliche varn unde gelobent dise sune stete zu habenne ane alle geverde. 25 daz aber dis stöte hübe, derumbe ist unsere stete ingesigele an disen brief gehenkel zeime urkunde, dis geschach an deme sammeztage vor aller heiligen mes, da von gots gebürte waren! tusent jar zweihundert jar unde zwei unde sibencig jar. M aus München. 11. A. Habel-Stift, or. mb. c. sig. pend. laeso h 29 . Die Stadt Gengenbach quittirt der Stadt Straßburg über Zahlung von 30 Schulden. 1273 October 23. Wir Berthold« der schultheisse, die geswornen und' 1 die bürgere algemeine von Gengenbach tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! oder gehören!, daz wir die a) lieber dem n in Hozeden ein Strich. h) S roboratis. c) Berthold auf Rasur. d) Das Wort und zeigt hier »ne im ganzen Stück zwei gekreuzte Haken über un. Sollte der eine vielleicht ein 35 Vokalzeichen für u sein ? 1 Das von der Stadt Hagenau ausgestellte gleichlautende Exemplar dieses Sühneoertrags findet sich tun Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. C'orp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. Str. II. 3 Februar 18 1273 — 1274 gemeinde der bürgere von Strazburg lidig lazsent und lidig sagent drizsig Schillinge und viercig pfunde Strazburgere und aller schulde, die die selbe gemeinde von Strazburg uns schuldig was unce an disen tag liiute, und jehent, daz uns von der gemeinde von Strazburg gar vergolten ist, swas sie uns schuldig was. wir gelobent öch, daz wir umbe alle vorgenante schulde die bürgere von Strazburg gemeinliche & noch Sonderlingen niemer anegesprechen noch bikumberen sulnt mit gerihte noch ane gerihte. und daz dis steite blibe, derumbe ist unsere ingesigel an disen briet gehenket zeime urkunde. dis geschach an deme mantage nach saute Gallen tage, da von gols gebürte warent tusent jar zweihundert jar und driu und sibencig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. Gut io erhaltenes Siegel des Schultheißen von Gengenbach. 30. Markgraf Rudolf von Baden schreibt an die Stadl Straßburg, er werde trotz der Zerstörung von Selz den vereinbarten Waffenstillstand kalten, erwarte aber Schadenersatz. [ 1269 — 1274 ] Februar Liebeneck. Rüdjolfus] dei gracia marchio de Baden R. magistro civium consulibus ac uni- is versis civibus Argentinensibus servicium cum salute. licet inter treugas, quas affinis noster dilectus E[mecho] illuster comes de Liningen inter nos et vos observandas statuit, nostrum opidum Selse per vestros homines rapinis et incendiis sit distrac- tum, ipsas treugas volumus, prout honorem nostrum condecet, sicut promisimus, ürmiter observare confidentes de vobis, quod ad omnein injuriam sive dampnum nobis 20 illatum satisfactionem nobis debitam porrigatis. datum in Castro Liebenecke feria sexta post a octavam purificacionis beate virginis. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 252 b mit der Ueberschrift: die trostunge zwischent dem marggrafen von Baden und den von Strazburg. Gedruckt darnach bei Wencker Appar. et instr. archiv. p. 179 — Laguille pr. p. 45 = 25 Schöpflin Hist. Zaring. Bad. V, 250 nr. 148. Was die Datirung anbetrifft , vergl. die Anmerkung *. Die Sigle R ist wahrscheinlich mit Reinboldo aufzulösen. a) S post post. 1 Es ist nicht leicht, aus den wenigen urkundlichen Angaben den Verlauf der Kämpfe um Selz in den Jahren 1268 bis 1274 zu erkennen und die Stücke nr. 30 und nr. 31 chronologisch richtig ein- 30 zureihen. Jedenfalls waren die Straßburger in dieser Zeit zweimal mit Selz beschäftigt. Einmal, wie sich aus nr. 17 ergibt, im Mai 1268, im Verein mit den Bischöfen von Speier und Straßburg, den Grafen von Leiningen, den Herren von Boianden und Fleckenstein, zum zweiten Mal, wie aus nr. 35 hervorgeht, im Winter 1273174, diesmal im Auftrag König Rudolfs und in Geineinschaft wieder mit den Grafen von Leiningen, ferner den Grafen von Zweibrücken, den Herren von folanden und Fleckenstein. 35 Entweder ist nun die Belagerung von Selz im Jahr 1268 vergeblich gewesen und dasselbe ist erst im Winter 1273\74 gebrochen worden, als gleichzeitig König Rudolf die Festen des Markgrafen Mühlburg, Grötzingen und Durlach nahm. Vergl, Ellenhardi Chronicon Mon. Germ. SS. KVII, 124. Oder Selz ist zweimal zerstört worden, 1268j69 und 1273174. Dann würde anzunehmen sein, daß Graf Emich von Leiningen sich von dem ersten Bunde löste, einen Waffenstillstand vermittelte, während dessen die 40 Straßburger Selz plünderten und brannten, und schließlich die Stadt als Pfand an sich nahm. Selz müsste dann wieder in den Besitz des Markgrafen gekommen und erst im Winter 1273174 vollständig geschleift worden sein, woran sich dann der Leininger Graf merkwürdiger Weise wieder betheiligt hätte. Schwerlich geht man fehl, wenn man nr. 30 und nr. 31 in die Jahre 1269—1274 setzt, so daß sie vor den 29. Juli 1274 fallen. Stalin Wirtemberg. Gesch. III, 18 u. 34 läßt Selz 1268 bezwungen und sofort 45 ausgeplündert werden, die Schleifung der Festungsiverke aber erst später auf König Rudolfs Befehl erfolgen. Kopp Gesch. d. Eidgen. Bünde, I, 1, 64 scheint nur eine Zerstörung von Selz anzunehmen. 1274 19 31 . Graf Emich von Leiningen theilt dem Bischof von Straßburg mit, daß er die Stadt Selz vom Markgrafen von Baden als Pfand übernommen habe. [1269 — 1274\. Venerabili domino suo et precordiali domino suo episcopo Argenlinensi E mecho comes de Liningin debile fidelitatis obsequium semper prumptum. noverit vestra s pietas me memorie reduxisse, quod vos, dominus mens Spirensis et dominus de Fleckenslein muros et fossata civitatis Selsensis destruere et complanare promisistis et deinde domos et homines ibidem residentes defendere et tueri. nec defendistis, immo ipsam civitatem funditus destruere permisistis. et quia videbatur michi, quod ipsam minime curaretis, ad peticionem militis de Bannacker racione cujusdam io pecunie a marchione sibi persolvende eam a suscepi nomine pignoris hoc modo ipsam promittens defendere b et tueri. non credebam hoc vestre gracie displicere; sed si, quod absit, erga vos in hac parte aliquid adlemptavi, ad vos breviter veniam et omnia sinistre adtemptata revocabo et emendabo lotaliter juxta vestre beneplacitum voluntatis. S aus Straßb. St. A. AA art. 1395 or. mb. Kt. clausa c. sig. inverso impr. 15 Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 243 a ibid. bei Wencker Appar. et instr. archiv. p. 178 — Schöpflin, Hist. Zaring. Bad. F, 349 nr. 147, der das Stück in’s Jahr 1268 seist. Die Hatinmg anlangend vergl. nr. 30 Anm. 1. 32 . König Rudolf beurkundet, daß die zwischen dem Bischof von Straßburg und dem, Herzog von Lothringen geschlossene Sühne auch für die mit jenem gefangenen 20 Straßburger Bürger u. A. Kraft haben soll und droht den Störern mit der Acht. 1274 Juni 27 Hagenau. Rudolphus dei gratia Romanorum rex semper augustus Romani imperii fidelibus universis, ad quorum nolitiam presentes littere pervenerint, gratiam suam et omne bonum. cum dissentionum seu discordiarum materia, que inter venerabilein Argen- 25 tinensem episcopum ex una et illustrem ducem Lotharingie principes nostros dilectos ex parte altera ex occasione captivitatis ipsius episcopi, tune in minori officio constiluli, et quorumdam aliorum sibi adherentium vertebatur, per que varia et diversa hincinde poterant provenire pericula, Spiritus sancti gratia in ipsorum principum recipiente se cordibus, per vere unionis et concordie viam concorditer sit sopita, prout fida 30 relatione eorum, qui c dicte compositionis et concordie mediatores extiterant, eviden- tius cognovimus, Rulenderlinus d , Reinboldus [dictus Puer] 1 e , Petrus Ripelini f , Ilartmudus de Sciltikeim« , Lucas, Erbo filius Johannis ultra Brussam, Otto de Phettensheim cives Argentinenses, Hugo de Valtenheim, Monachus de Berstelin, Ulricus de Lapide, Erbo Kesseler de Geizpolzheim h , Johannes de Berverstein, ss Richer de Utenheim' dilecti nostri fideles in supradicti ducis vinculis constituti a) S eam übergeschrieben. b) S defundere. c) C que. d) C Rulendelinus. e) C Reinbaldus des Gurre. f) C Ripoliui. g) C Hartmundus de Childenchein. h) C Hezzeler de Geirboscheim. i) C Riehes de Utenhem, vielleicht ist Reimar zu lesen. 1 Wenn diese Conjectur nicht richtig ist, so ist er vielleicht identisch mit jenem Reinold dit Zuser 40 de Strasbourg, qui avec autres Chevaliers et ecuyers donne quittance ä Ferry duc de Lorraine et ä Henri.de Blämont pour le fait de leur capture ä Hateignys. 1374 August. H. Lepage Catalogue des actes de Ferry, III p. 91 nr. 233 (aus der Collection de Lorraine, 14 f. 23. Bibliotheque nationale). 20 1274 pro se et omnibus suis familiaribus et amicis composilionem hujusmodi in singulis jdis arliculis, prout in litteris prediclorum nostrorum principurn super hoc confectis et hinc inde traditis sunt expressi plenius ', observabunt. si quis autem supradictorum per se vel per alios familiäres et amicos contra dictam compositionem, prout nosci- tur esse conscripta, veniens suprascriptum ducem in se vel in suis turbare seu s molestare presumpserit, ipso facto secundum quod in se poenam hujusmodi coram nobis suis amicis mediantibus receperunt, proscriptionis a sententie subjaeebit, nosque ipsum violatorem compositionis hujusmodi tanquam proscriplum animadversione debita feriemus. datum IIagenowe b 5 kalendas julii, anno domini 1274, indic- tione 2, regni nostri anno primo. 10 C aus Dom Calmet Histoire de Lorraine, Preuves II, 506 (ex cartul. Bar.) mit stark verdorbenen Orts- und Personennamen. — Böhmer R. Rud. nr. 94. 33 Diemo von Breiten schließt mit der Stadt Straßburg seiner Gefangennahme wegen eine Sühne, für die er ihr zwanzig genannte Bürgen stellt. 1274 Juli 6. Ich Diemo von Bretheim tu kunt allen den, die disen brief gesehent oder is gebären!, daz ich versünet bin liederliche mit den bürgern gemeinliche von Slraz- burg und mit nammen mit beim Markise, Iluge Wiricbe und mit allen iren friunden und allen den, die mit in an dirre getat waren!. mit den bin ich versünet umbe das, daz sie mich gevangen betten!, und han dise süne gesworn vir mich und alle mine friund iemerme stete ze habenne gegen den vorgenanten bürgern und allen so iren friunden und gelobe bi deme selben eide, das ich noch keinere minere friunde in umbe dise getat niemer leit noch schaden noch laster sol getün noch schaben getan, und das ich mit nammen niemer selbe noch mit keime herren noch mit niemanne uffen irn schaden kummen sol noch wider sie helfen sol in keime urliuge. herumbe han ich in ze bürgen gegeben unverscheidenliche mine herren und mage heim 25 Bertholden von Remmichingen, heim Cünraten den vöt sinen brüder, heim Rügen den vöt von Weinhusen, heim Albrehten sinen brüder, heim Emmeharten von Ilsvelt, heim Friderichen den Müller von Ihelingen, heim Wernhern den Müller, heim Return von Stöfenberg, hern Brunen dez Terandes sun, heim Reinharten von Hevingen, heim Albrehten den Kesseler, hern Cünraten von Malmesheim, hern Ulrichen von Steine, so Burcarten den Rodere 1 2 , Reinharten und Ulrichen mine brüdere 3 , Rülin und Ebelin Kolben, Erkenbolten von Schowenburg und Hermannen Vese von Kunegesbach 4 . dise a) C praescriptionis. b) C Haguenau. 1 Der Sühnevertrag zwischen Bischof Konrad von Straßburg und Herzog Friedrich von Lothringen wurde 1274 Juni 7 zu Lgon geschlossen, or. mb. c. 5 sig. pend. delaps. i. Straßb. Bez. A. G fase. 62; 35 gedruclct bei Schöpflin Als. dipl. II, 5 nr. 694 (ex libro salico cap. maj. Argent.). 2 An der Stelle von Burchard Röders Siegel hängt ein Siegel mit der Legende: s. Alberti advocati de Bevnecc. , 3 Nach den Siegellegenden Reinhard von der Nuwenburg und Ulricus de Novocastro. 4 Vcrr Hermanns von Königsbach Siegel hängt ein Siegel mit der Legende: s. Diemonis advocati 10 de Vaihingen. 1274 21 hant mit mir dise süne gesworn stete ze habenne iemerme vir mich und alle mine friund also, were das ich oder ieman dise süne breche, das kuntlich were, so sulnt sie in deme nehisten manode, so sie drumbe gemanet werdent, schaffen das das widerlan und gebessert werde, oder sulnt sich in deme selben manode ent- s würfen nach rehtere giselschefte zü Hagenowe oder zu Offenburg in niemer dannan ze kummene, ö das widertan und gebessert wird, damitte die süne gebrochen wirf, wurd aber ein missehel, obe die süne gebrochen were oder ungebrochen, so sol her Schidelin von Stöffenberg und her Marcus uffe den eit sich entwerten in den nehisten siben nahten, so sie gemanet werdent, zü Hagenowe oder zü Lare in niemer i» dannan ze kummenne, sie enkumment uberein. und swie sie sprechent uffe den eit, die süne si gebrochen, so sulnt die bürgen drumbe leisten, als da obenan geschriben stat. werdent sie aber rnissehellende, so sulnt sie niemer dannan kummen, si enkumment uberein oder küsent aber mittenander einen obeman. swederthalb der gevellet, des sol man bedesite gevolgig sin. were öch das ber Marcus stürbe, so 15 sulnt die bürgere von Strazburg einen andern geben an sine stat ane geverde. sturb aber her Schidelin, so sulnt die vorgenanten der vöt von Remmichingen Bertholt und her Günrat sin brüdere und her Hug der vöt von Weinhusen und Albreht sin brüder sie alle viere oder swelhe under in lebent einen andern geben an hern Schidelins stat öch ane geverde. were aber das ich uffen Strazburgere schaden 20 körne unwissende, tün ich derumbe min relit, so sint dez mine bürgen lidig. wolt aber ich dez rehtes drumbe niht tün, so sulnt siez abetün und sulnt drumbe leisten, wir die vorgenanten bürgen jehent, das wir bürgen sint, als da oben an geschriben stat, und geloben! bi geswornem eide, den wir getan hant, dise süne stete ze habenne iemerme vir alle unsere friund und vir alle Diemen friunde und 25 öch drumbe ze leistenne ane alle geverde unde vereihent uns alles rehtez geist- lichez und weltlichez von den babiste von keisern unde von kunegen, damitte wir dis eidez und dirre gelubede lidig möhtent werden, lierumbe han wir erworben, daz unserre lierren dez maregraven von Baden und dez graven ingesigele von Zwein- brucken mit unsern ingesigeln an disen brief sint gehenket zeime urkunde. dis 3« geschach an deme frietage nach sanl Ulrichez tage, da von gots gebürte waren! zweihundert jar und vieri und sibencig jar. U aus Heidelb. Univers. Bibi. I nr. 182 or. mb. c. 22 sig. perul. partim laesis, Quorum 9 delapsa. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 249 a im Straßb. St. A. bei Wencker Coli. arch. p. 117. 33 — Regest nach U i. d. Zeitschr. f. Gesell, d. Oberrh. XXIV, 164. 34 Fehdebrief Graf Simons von Eberstein an die Stadt Straßburg [1268—1274]. Sy mon comes de Eberstein universis consulibus et civibus Argentinensibus noticiam subscriptorum. cum nos et R[üdolfus] marchio de Baden simus conjuncti 22 1274 '•«s auxilio et consilio, nos propter eum vos per omnia diffidainus vohis noslrain iniini- citiam 3 presentibus demandantes. [in verso ] consulibus et civibus Argentinensibus. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. lit. clausa c. sig. in 5 verso impr. Gut erhaltenes Siegel mit der Legende : s. Symonis comitis de Eberstein et 1 de Zweinbruckin. Das Stück ist jedenfalls vor 69 zu setzen, auch nr. 35 muß es wohl vorausgehen. 35. Markgraf Rudolf von Baden erklärt, Allen, welche an der Zerstörung seiner Festen Selz und Seldenau mitgewirkt haben, vergeben zu haben und sich ferner w mit ihnen vor König Rudolf vergleichen zu wollen. 1274 Juli 29. Nos Rud[olfus] dei gracia marchio de Baden ad universorum noticiam volumus pervenire publice profitentes, quod nos universis ad devastacionem municionum nostrarum Selse et Seidenowe cooperantibus, qui ex jussu et Mandate Serenissimi domini nostri Rud[olfi] Romanorum regis ad hoc venerunt, videlicet E[mechoni] et Fr[iderico] >s comitibus de Inningen, II|einrico] comiti et flliis suis W[alramo] et E[berhardo] comi- tibus de Geminoponte, domino Ph[ilippo] de Bolandia, domino H[einrico] de Fleckenstein b , Hundi, II. fratri suo, Store Symoni civibus Argentinensibus ac toti civitati nunc et in posterum de hujusmodi commisso, de quo predictum est, firmam recon- ciliationem dedimus promittentes nicliilominus in hiis scriptis, quod nos, si quid 2 » contra quemquam a tempore creationis Serenissimi domini nostri R[udolfi] Romanorum regis indebite allemptavimus, coram eodem domino nostro rege, cum requisiti fueri- mus, universis justiciam faciemus ita, quod et ipsi nobis justiciam ibidem de eis, si quam contra ipsos nobis proponere compelit, e converso facere sint parati. datum anno domini 1274 dominica proxima post festum sancti Jacobi apostoli. in cujus facti 25 evidenciain nostro sigillo roboravimus presens scriptum. S aus Straßb. St. A. FF or. mb. c. sig. pend. delapso. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 62 a ibid. bei Wencker Appar. et instr. arch. p. 180 mit einigen Abweichungen, die es unsicher lassen, ob nicht das Or. Vorgelegen; Schöpflin Hist. Zaring. Bad. V, 256 nr. 153; Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. XV, 395. Vergl. 30 nr. 30 Anmerk. 1. 36. König Rudolf bestätigt die Sühne Diemos von Breiten mit der Stadt Straßburg. 1274 August 28 Straßburg im Hans der Herrn von Klingen. Wir Rudolf von gots gnaden der Römische kunig tunt kunt allen den, die disen brief gescheut oder gehörent, das Diemo von Bretheim vor uns verjeheu het, das 35 er mit den bürgeren von Strazburg algemeine liederliche versünet ist umbe das, das sie in gevangen hettent 1 . dise süne het er gesworn stete ze habenne iemerme ane a) S inimiciam. b) S wiederholt H. de Fleckeustein, ebenso der Wencker'sche Druck. 1 Vergl. nr. 33. 40 1274 23 geverde und het bi deine selben eide vor uns gelobet, das er keime herren noch niemanne anderes niemer sol gebeilen in keime urliuge wider die bürgere von Straz- burg und daz er in niemer leit noch schaden noch lasier sol getün noch schaffen getan umbe dise getat. das aber dis stete blibe, derumbe ist durch sine bette 5 unsere ingesigele an disen briet gehenket zeime urkunde. dis geschach zu Slraz- burg uffen der herren liuse von Clingen 1 an deme ciztage vor sant Adolfez tage in deme ersten jare unseres richez. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 221 b ibid. bei Wencker Coli. arch. p. 148. — Böhmer 10 B. Mud., nr. 93 mit dem irrthümlichen Datum Juni 12. 37. Die Benedictinerabtei Altorf gibt das ihr mit dem Straßburger Dreieinig - heitshloster zugefallene Patronatsrecht der Straßburger Kirche von Alt St-Peter dem Bischof von Straßburg zurück. 1274 October 4. Reverendo in Christo patri ac domino.. dei gratia Argentinensi episcopo divina 15 permissione abbas et conventus monasterii de Altorf ordinis sancti Benedicti Argen- tinensis dyocesis quiequid possunt reverencie et honoris. cum hone memorie vene- rabilis dominus Berlitoldus quondam episcopus et capitulum ecclesie Argentinensis ecclesiam sancti Petri senioris cum jure patronatus ipsius in Argentina monasterio sancte Trinitatis extra muros Argentinenses nostro monasterio nunc unito 2 ad sus- 20 tentacionem fratrum predicti monasterii liberaliter contulerint 3 propter deum, et ex collatione hujusmodi nullum possimus commodum [requirere] a , cum lites graves super dicta ecclesia sancti Petri et jure patronatus ipsius nobis insurgere videamus, per quas monaslerium nostrum enormiter ledi posset, ideo ne [quoddam] dispendium senciamus, [immo] dubium est nobis posse aliquod compendium objvenire] b , nos dili- 25 genti tractatu habito de consilio honestorum predictam ecclesiam sancti Petri cum jure patronatus ipsius vobis et ecclesie Argentinensi restituendam esse decrevimus et restituimus pleno jure et cum omni integritate, qua jus patronatus hujusmodi ct dictam ecclesiam in monasterium sancte Trinitatis predictum prefati episcopus et capitulum Argentinensis ecclesie transtulerunt, reddentes et tradentes diele ecclesie 30 Argentinensi omne jus, quod in dicta ecclesia sancti Petri senioris et jure patronatus ipsius habuimus vel habere [potuimus], ratam habentes ordinacionem, quam de dicta ecclesia duxeritis faciendam. datum anno domini 1274 feria 5 post festum beati Michahelis. et in hujus rei testimonium presentes litteras vobis et ecclesie Argentinensi predicte tradimus sigillorum nostrorum munimine roboratas. 35 B aus Straßb. Bes. A. H fase. 2 or. mb. c. sig. pend. delapso. Die Schrift ist stark verwischt. Gedruckt darnach bei Grandidier Oeuvr. ined. III, 216 nr. 73. a) Grandidier reperire. b) Grandidier om. [immo] — ob[venire]. Der Satz gehört dem Sinn nach vor ideo. 1 Vergl. Straßb. Gassen- u. Häusernamen i. Mittelalter S. 121. 2 Seit 1264. Vergl. UB. I, 415 nr. 548. 40 3 Vergl. UB. 1, 201 nr. 259. 24 1275 38. Gottfrid, Abt von Neuburg schreibt an die Stadt Straßburg, er bitte um freies Geleit, um sich wegen der ungerecht gegen ihn erhobenen Klagen zu verantworten. [ 1252 — 1275] Januar. Honorabilibus dominis et in Christo plurimuin diligendis G. proconsuli ceterisque consulibus et magistratibus ac universitati civitatis Argentinensis frater G[otfridus] 5 dictus abbas Novicastri quicquid potest servitii vel honoris, cum ad nos pervenerit ex relatu quorundam, quod nos vestram indignationem incurrerimus et offensam, universitatis piam providentiam ac providam pietatem omni devotione qua possumus exoramus, quatinus ad nostram purgationem vobis verbotenus declarandam et ad satisfactionem debitam exhibendam super hiis, que nobis forsitan imponuntur, liberum i« et securum accessum ad vos nobis dignemini provida deliberatione conferre. et nos ubicumque nostram innocentiam non valemus sufficienter ostendere, parati sumus omni prorsus emendationi, quam vos ipsi decreveritis vel audetis imponere, sub- januar i3 jacere. bene valete. datum feria tercia proxima post octavam epiphanie. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. laeso. Das n> Stück gehört dem Schrift-Character nach in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts. Gottfrid ist als Abt von Neuburg nachweisbar von 1252 bis 1280. Da für die seit 1275 bekannten Bürgermeister die Sigle G nicht passt, so ist dies Jahr als Endtermin gesetzt. G ist vielleicht mit Gozelino aufsulösen und dürfte die Urkunde dann wohl in die Jahre 1262, 63 oder 65 gehören. 20 39. Die Stadt Basel schließt mit der Stadt Straßburg in Erwartung eines dauerhaften friedlichen Ausgleichs einen bis zur Osteroctav laufenden Waffenstillstand. 1275 Januar 18 Basel. Viris honorandis prudentibus et discretis .. magistro et consulibus Argentinen- sibus. . magister et consules Baslienses salutem obsequium et amorem. cupientes ss omnes questionum arliculos inter vos et cives vestros ex una et nos et civitatem nostram motos ex parte altera fine amicabili terminari et vobiscum in veram et per- petuam ex aflectu amiciciam reformari, treugas a tideles sine dolo quolibet observan- das vobiscum et cum omnibus civibus Argentinensibus ex parte nostri et omnium, April 2 i qui nostro districtui sunt subjecli, usque ad octavam pasche proximam presenlibus so confirmamus, transmittentes vestre circumspeccioni bas patentes litteras super con- firmatione earundem treugarum confectas universitatis nostre sigilli munimine robo- ratas. datum in consilio nostro Basilee anno domini 1275, 15 kalendas februarii. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. delapso. a) S in treugas ist u dem e mit anderer, hellerer Tinte libergeschrieben. 1275 26 40. Bischof Konrad von Slraßburg fordert den Clerus seiner Diöcese zur eifrigen Unterstützung des Straßburger Münsterbaus auf und macht eine Reihe von Ablaßbewilligungen dafür bekannt. 1275 Januar 28. Cunradus dei gralia Argentinensis episcopus universis abbatibus prioribus pre- s positis decanis plebanis et viceplebanis ceterisque ecclesiarum rectoribus Argentinensis dyocesis, ad quos presens scriptum pervenerit, salutem in eo, qui nos sanguine suo lavit. ordinata Karitas, etsi omniurn indigenciis pro posse condoleat, succnrrit illis tarnen propensius ac miseretur et subvenit efficacius, quos sibi videt astrictos familiaritatis seu coherencie alicujus vinculo speciali. hinc est quod, licet 10 omniurn ecclesiarum nobis subjectarum promocioni debeamus intendere, majori tarnen, in qua intelligimur et ipsa in nobis, pre ceteris tenemur prospicere, ut in materiali- bus et in spiritualibus a grata nostris temporibus recipiat b incrementa. cum igilur fabrica matricis ecclesie nostre Argentinensis laudabiliter utique sit inchoata et propter defectum consumacionis ejus seu longo annorum spacio expectare nimis conlingat, i5 si de suis tantum facultatibus debeat consumari, de maturo consilio prelatorum nostrorum acceleracioni sue digne duximus providendum. sane dilectissimi nobis in Christo, quos divina potencia sub baculo nostre dicionis esse voluit, attentissime rogamus vos et sub attestacione divini judicii ac in virtute sancte obediencie atten- tius coinmonemus, quatenus latores presencium nostros speciales nuncios super 20 premisso negocio promovendo depulatos, cum ad vos pervenerint a vestris subditis beneficia petituri, sine contradicione et vexacione qualibet recipientes vestros parro- chianos in confessionibus et in publico ad tarn piam intencionem exequendam, ut elemosinas suas erogent, attentis monicionibus vestris fideliter inducendo et dictum negocium in personis propriis juxta quod ab eisdem nunciis informati fuerilis, stu- ss deatis efficaciter promovere, ipsos nuncios in vestra hospicia, ne de facili ab aliqui- bus molestari aut infamari contingat, recipiatis eisque in viclualibus tamquam vobis ipsis conpetentibus honeste provideatis, expensas tarnen eorundem moderando. scimus enim, quod de fidelitate vestra et devocione sancla, quam erga nos et ecclesiam nostram vos habere speramus, in hoc vestre c dilectionis et obediencie certum experi- »» mentum capiemus. volumus eciam et precipimus, ut ecclesia nostra Argentinensis mater vestra nove regeneracionis et salutis per vestram exhortacionem promoveatur hoc modo videlicet, ut in testamentis omniurn morientium subditorum vestrorum seu vivorum donacionem et legacionem pro remediis aniinarum suarum primo recipiat fructuosam, et ut partem aliquam dicta ecclesia se gaudeat babiturarn ->, salva porcione 35 canonica parrochialium ecclesiarum institutis editis declarata. unusquisque eciam vestrum in ecclesiis vestris duos de parrochianis vestris magis fideles et ydoneos horum beneficiorum collectores instituat, qui beneficia collata integre recipiant et ea sine diminucione qualibet ad diem et horam, quem lator presencium vobis assigna- verit, si vos in personis propriis interesse non potueritis, ad manus conservatorum 40 a) F spiritalibus. b) F recipiunt. c) F vere. d) F arid, expresse nominetur. Dies fehlt in den gleichlautenden Indnlgenzhriefen und gibt hier keinen Sinn. Str. II. 4 super hoc negocio electorum latori presencium [presentare] a non omittant. si quis autem vestrum huic mandato nostro rebellis aut contumax exstiterit, ex ipsa culpa secun- dum delicti meritum se noverit graviter puniendum, insuper coram nobis vel judicibus super hoc negocio a nobis constitutis die et loco sibi per latorem presencium prefixo conpareat responsurus. vobis eciam sacerdotibus mandantes precipimus, quatenus istud negocium singulis diebus dominicis et festis diligenter et efficaciter promovere stu- deatis. illos vero, qui istud negocium exemplo verbo et opere minus diligenter, quam debuerint, fuerint execuli, vos judices super hoc negocio nostra auctoritate constituli animadversione puniatis. si quis vero plebanorum aut sacerdotum huic mandato nostro obviare aut contradicere presumpserit, quod absit quod nec credere possumus, pre- cipimus, ut coram nobis vel judicibus prelibatis, videlicet domino Mjarquardo] scho- lastico et archidiacono et domino E[berhardo] de Entringen archidiacono dicte fabrice provisore ad diem et horam, quam lator presencium sibi assignaverit, citatus conpareat auctoritate pesencium de tali et tanta inobediencia responsurus. ipsos vero nuncios ac negocium sub dei et sue sanctissime genitricis Marie et nostram protec- tionem suscipimus specialem. et quicunque eos verbo vel opere videlicet molestare aut aliqualiter in suis negociis inpedire presumpserit, si laycus fuerit, slatim se noverit excommunicacionis sententiam incurrisse, si clericus, quod absit, sciat, se auctoritate presencium ad presenciam judicum predictorum peremptorie esse citatum. indulgemus eciam, ut, si alique ecclesie a nobis vel archidiaconis nostris fuerint interdicte, duobus aut tribus diebus dominicis ac festis, in quibus istud negocium fuerit promovendum, excommunicatis et nominatim interdictis exclusis divina ibi officia celebrentur et verbum exhortacionis ad populum ad promocionem negocii efficacius proponatur, salvis senlentiis negocio generalis ecclesie promulgatis. inhi- bemus eciam vobis plebanis et vicariis sub pena suspensionis, ne aliquas peticiones vel petitores aliquos, sive sint reguläres sive seculares, sub quacunque forma ver- borum litteras nostras portaverint, admittatis nec in vestris ecclesiis aut cappellis pro requirendis elemosinis petere vel predicare sollempniler permittatis, quoadusque negocium matricis ecclesie efficacius conpleatur, ut ex hoc vestra obediencia matrici ecclesie exhibita, a qua siquidem recipitis promocionem ordinis et honoris, coram deo et hominibus appareat fructuosa. statuimus eciam et coucedimus cum consensu archidiaconorum nostrorum, ut omnes, qui fraternitatem beate Marie virginis recepe- rint et ad elemosinas singulis annis reddendas se obligaverint, si ecclesie, ad quas pertinent, fuerint interdicte a nobis vel archidiaconis nostris ipsosque mori conti- gerit, nisi excommunicati ac nominatim interdicti seu publici usurarii fuerint, eis sepultura ecclesiastica non negetur. ad hec karrinas jam indictas vel eciam indicendas propter urgentem ipsius fabrice necessitatem de bonorum consilio in penam pecuni- ariam duximus conmulandum. noverint igitur universi, nos a sede apostolica ad salutem omnium benefactorum largam indulgenciam obtinuisse. dominus papa pietatis Studio moreque paterno omnibus vere contritis et confessis, qui manum porrexerint ad- jutricem et suas largiti fuerint elemosinas ad opus prefatum, annutn et quadraginta 10 15 20 25 30 35 40 a )F om. presentare. Ergänzt ans den gleichlautenden Indulgenzen. 1275 27 dies criminaliuin misericorditer relaxat, insuper frater II(ugo| cardinalis sancte Sabine centum dies 1 , dominus P[etrus] legatus sexaginta 2 dies, dominus G[regorius] legatus Aquinensis episcopus quadraginta dies, dominus metropolitanus quadraginla dies, dominus episcopus Spirensis quadraginta dies, dominus episcopus Constanciensis 5 quadraginla dies, dominus episcopus Basiliensis quadraginta dies, quas indulgencias sedes apostolica usque ad consummacionem dicti operis confirmavit. nos vero de omnipotentis dei misericordia et sue gloriose genitricis virginis Marie suffragio confi- dentes omnibus, qui ad opus prefatum manurn porrexerint adjutricem, quadraginta dies criminalium et unum annum venialium relaxamus. insuper peccata oblita, vota io fracta, si ad ea redierint, offensas patrum et malrum sine manuum iujeclione vio- lenta, penitencias oblitas et negligenter factas, transgressiones fidei et juramentorum, que ex levitate animi ac ex iracundia processerunt, misericorditer relax amus. preterea, si qui subditorum vestrorum per rapin am vel usuram ac per furtum seu alio modo res male acquisitas tenent, si personas, quibus earum restitucio debelur, ignoraverint 15 easque juxta consilia suorum sacerdotum ecclesie malrici erogaverint, super liiis eos coram deo reddimus absolutes et inde vos ecclesiarum rectores testes esse volumus a et responsores. volumus b eciam et precipiinus, ut quilibet sacerdos in nostra dyo- cesi, sive regularis sive secularis sit, pro omnibus ecclesie nostre benefacloribus vivis et defunctis singulis septimanis tres missas celebret, feria secunda pro defunctis, 20 feria quinta pro peccatis, sabato in honorem beate Marie virginis. preterea eis damus omnium oracionum, que fiunt vel fient in dyocesi Argentinensi, participacionem. et vobis sacerdotibus in hoc negocio fideliter laborantibus, quicquid ex torpore vel negliencia in divino officio omisistis, dum bene conlriti et confessi fueritis, misericorditer condonamus. datum anno domini 1275 in octava Angnetis 3 . 25 F aus Straßb. Frauenh. A. Donationsbuch 2 fol. 196 a -197 b cop. chart. geschrieben von Johannes Wissze cellerarius fabrice ecclesie Argentinensis feria 6 post festum ascen- sionis domini a. d. 1406. Mai 21. Gedruckt darnach bei Kraus Kunst u. Alterthum i. Elsaß-Lothringen I, 359. 41 . Bischof Bonrad von Straßburg fordert auf, unrechtmäßiges Eigenthum, das 30 nicht mehr zuriicherstattet werden kann, an die Straßburger Münsterfabrik abzuführen. 1275 Januar 28 Straßburg. Cünradus dei gracia Argentinensis episcopus omnibus prelatis et ecclesiarum rec- toribus sive aliis auditoribus c per suam civitalem et dyocesim de sua licencia vel a) F volimus. b) F volimus. c) melleicht sacerdotibus. 35 i Vergl. UB. I, 285 nr. 374. 2 Vergl. ÜB. I, 285 Anmerk. 1. 3 Einen nahezu gleichlautenden Ablaßbrief zu Gunsten des Straßburger Münsterbaues erlässt Bischof Emicho von Worms 1297, in dem er zugleich edle andern für den Münsterbau bewilligten Ablässe auch für den Bereich seiner Diöcese bestätigt. Es fehlen darin die besonders eingesetzten Richter und der Passus von S. 26 Z. 31 bis S. 27 Z. 6. Dafür heisst es precipimus insuper vobis « sacerdotibus sub pena suspensionis officii vestri, ne aliquam porcionem de elemosinis conquisitis ab eisdem nunciis extorquere vel recipero presumatis nisi illam, quam vobis porrexerint de sua propria voluntate. Genau identisch mit diesem Indulgenzbriefe Emichos ist derjenige des Bischofs Friedrich von Speier 1300 April 15. Beide im Frauenh A. Donationsbuch 2 f. 201-204. 28 1275 rectorutn ccclesiarum jconstitulis) a salutem in Christo .Ihesu. cuin secundum elo- quium divinum non dimittatur peccatum, nisi reslilualur ablalurn, inandamus firmiter precipientes, nt omnes subditos vestros moneatis et inducere studeatis, nt male ab eisdem accepta et male retenta, ad quorum tenentur restitucionem, in foro peniten- liali restituarit eis, a quibus eadem receperunt sive quibus eadem debentur, vel s eorum heredibus aut eorum procuratoribus. qui si inveniri non poterunt diligenier exspectati et requisiti, ne ex hoc animarum suarum salutem periclitari conlingat, de capituli b nostri consilio statuimus et mandamus firmiter precipientes, ut omnia lmjus- modi restituenda ad fabricam nostre ecclesie Argentinensis eadem cessanle fraude denlur et assignenlur, ut saltim saluti eorum, quibus hujusmodi res restituende w fuerant, consulatur et subveniatur hoc modo sicque occurratur fraudi, que in nostra civitate et dyocesi circa hujusmodi restituciones consuevil admitti. nos enim in omnes, qui aliter circa hujusmodi restituciones quicquam ordinäre presumpserint vel aliter ordinala receperint, present! scriplo sentenciam ferimus excommunicacionis. datum Argentine anno domini 1275 in octava Angnetis. is F aus Frauenh. A. Donationsbuch 2 fol. 198 a cop. chart. d. a, 1406. Gedruckt darnach hei Kraus Kunst u. Alterthum i. Elsaß-Lothringen I, 362 42. Bischof Konrad ton Straßbur ff verheißt Allen , welche zu Gunsten des Straßburger Münsterbaues die große Glocke läuten lassen werden, Ablaß. 1275 Januar 28. 2 « Cunradus dei gracia episcopus Argentinensis universis presenciuin inspectoribus seu auditoribus salutem in domino. quia opus ecclesie Argentinensis sicut flores maji variis ornatibus consurgens in altum oculos aspiciencium magis et magis allicit et eisdem dulcibus oblectaminibus alludit, ideo cordi nobis inest, ut idem opus, quo- cunque conpetenti modo possumus, ut perfectionem debitam consequatur, promovere as fideliter studeamus. Omnibus igitur, quibus major campana in subsidium dicti operis ex eorum electione et voluntate pulsata fuerit, quadraginta dies, hiis vero, qui audi- entes sonum campane oracionem suam pro salute anime defuncte fuderint, viginti dies injuncte sibi penitencie de omnipotentis dei et gloriose virginis Marie confisi misericordia relaxamus. datum anno domini 1275 in octava Angnetis. 1 ^ F aus Straßb. Frauenh. A. Donationsbuch 2 fol. 198» cop. chart. d. a. 1406. Gedruckt darnach hei Kraus Kunst u. Alterthum i. Elsaß-Lothringen I, 362. — Strohei Gesch. d. Eis. II, 96 Anmerk. 2 aus Wencker Chron. mscr. 1, 150, tcohl nach gleicher Vorlage. m a) F Confessiones. b) F capitulo. 1 Liesen Ablaßbrief, wie denjenigen suh nr. 43 wiederholen genau mit denselben Worten die Bischöfe Friedrich I und Johann II von Straßburg 1303 Lecember 10 und 1354 Juli 11. Cop. ebenda i. Dona- tionsbuch 2 fol. 199 a u. 200«. 1275 29 43. Ablaßbrief Bischof Konrads von Straßhurg zu Gunsten des heiligen Kreuzes des Straßburger Münsters. 1275 Januar 28. Cünradus dei gracia episcopus Argentinensis universis Christi fidelibus, ad quos presentes littere pervenerint, salulem in domino. cum sicut nostre dyocesis et aliis s Christi eonstat fidelibus, crux gloriosa, crux adoranda ecclesie Argentinensis sancto- rum reliquiis predita tantis a longe retroactis temporibus virtutum ac miraculorum effectibus sit experta, quod quandocunque populus Argentinensis eandem sanctam crucem pro serenitate aeris seu fluviorum inundacione reprimenda aut pro grandi- nibus aut tempestatibus mitigandis sive pro aliis necessitatibus quibuscunquc reve- io renter deposuerit ipsamque deportans cum devocione ymnis et canticis adorationibus adeo gratarn postularit, statim placata ira altissimi a domino cuncta a se impetrasse leletur, dignum est, ut eadem sancta crux in laudem Christi a populo christiano devocionibus, oracionibus et elemosinarum subsidiis veneretur, presertim cum bene- ficia illic impensa ad promocionem fabrice ecclesie Argentinensis salubriter et utiliter i5 convertanlur. universos igitur vos et singulos rogandos duximus et fideliter commo- nendos, qualenus illius intuitu, qui bonorum est omnium retributor, specialiter ad hunc sanctum thesaurum, quem sibi deus pre ceteris elegisse videtur, prout veritatis cottidiana palet experiencia, manum velitis porrigere adjutricem, ut per liec et alia bona, que domino inspirante feceritis, ad eterna possitis felicitatis gaudia pervenire. 20 nos enim de dei oinnipotentis ac ipsius gloriose virginis misericordia necnon omnium sanctorum confidentes meritis omnibus, qui ad predictam sanctam crucem manum caritativam porrexerint, quadraginta b diesinjuncte sibi penitencie misericordiler relaxa- mus preter alias sedis apostolice ac legatorum ejus, archiepiscoporum et episcoporu^i indulgencias, quas ad hec per beneficia, que fecerint, niebilominus consecunlur. 25 datum anno domini 1275 in octava Angnetis. F aus Straßb. Frauenh. A. Donationsbuch 2 fol. 197 d cop. chart. d. a. 1406. Gedruckt darnach bei Kraus Kunst u. Alterthum i. Elsaß-Lothringen I, 361. 44. Die Stadt Colmar vereinbart mit der Stadt Straßburg gegenseitige Sicherheit ihrer Bürger bis zum Ablauf der Osterwoche. 1275 Januar 29. 30 Wir Sifrit von Gundoltshein der schultheize der rät und die burger gemeinliche von Colmere tun bunt allen den, die disen brief geselient oder geboren!, daz wir mit den bürgern allen gemeinliche von Strazburc sint uberein komen, daz hinnan unze nu üzgander osterwochen ir bürgere zu uns und unser bürgere zu in varen ApHl 20 sulnt und man da zwischen! dekeine pfendunge noch bekumberunge dewederthalb 35 gegen einander tun sol. diz geschach an deme zistage vor der liehtmes, da von gots gebürte waren! tusent jar zweihundert jar und funke und sibenzic jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. Gut m-haltenes gelbes Wachssiegel. a) F cunta. b) F hatte ursprünglich 1, dies wurde durchstrichen und xl darüber gesetzt. S 30 1275 45 . Graf Albert von Hohenberg verpflichtet sich, der Stadt Straßburg jeden Schaden, den ihr Heinrich Kallwile und Genossen zu fügen möchten, zu ersetzen. 1275 Mai 22. Noverinl universi presentis cedule inspectores, quod nos Albertus comes de Hohenberg proraittimus et ad hoc nos presentibus sollempniler obligamus, quod si s Heinricus Kaltwile vel aliquis amicorum suorum umquain civibus Argentinensibus dampnum vel rnolestiam intulerint in personis seu rebus vel inferri procuraverint pro eo, quod iidem cives ipsum tenuerant captivatum, nos ipsos cives de hoc absol- vemus et indempnes reddere promittimus per presentes sigillo nostro in teslimonium communitas. datum anno domini 1275 in vigilia asscensionis domini. w S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. Gut erhaltenes Reitersiegel mit der Legende s. Alberti comitis de Hohenberc. 46 . Vertrag der Stadt Straßburg mit dem Armbrnster Berthold Erlin. 1275 Juni 23. Wir Jolians jensile Bruscli der meister der rat und die gemeinde von Strazburg is tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! oder gehörent, daz wir mit Bertholte Erline alsus sint übereinkomen, daz er unserre stette jergliches mit siner kost geben sol fünf güti krepfige armbrust. und swas er anderre armbrust gemachel, die er ver- köffen wil, die sol er unserre stette von erst bieten, ist das wirre bedörfent, wir sulnt sie ime gelten, alse sie wert sint an geverde. bedürfen wirre niht, so sol er sie so verhüllen, da ez ime füget; doch sol er keinem unserm offen viende kein armbrust geben zu küflenne, ern sol öch keime lantherren helfen wenne mit unserm urlobe. er sol uns öch unsere armbrust, swaz ie drane bristet, wider machen mit der stette kost, swenne so wir öch gemeinliehe uz ziehen!, so sol er mit unserm kost mit uns varn und süln wir gelten, swas er denne gezüges bedarf zü sime antwercke. wir ss sulnt öch ime jerglichs geben von der stette wegen zwelf pfunde pfenninge, ie zur fronevasten drü pfunt. der sol man ime geben nündehalbes vomme holtzmerckete und vierdehalbes von der stette güte, swenne aber der holtzmercket gerwe ledig wirt, so sol er dise zwelf pfunde gerwe nemen vomme holtzmercket. der hof zü Wasenecke in dem begriffe, alse meister Bere dinne was, der höret in öch ane, er sie 30 dinne oder nüt. daz aber diz stete blibe, darumbe [ist] unsere stette ingesigel an disen brief gehencket zeime urkunde. diz geschach an dem sünegiht abende, da von gottes gebürte waren! tusent jar zwei hundert jar und fünfe und sybentzig jar. daran waren! der rat von Strazburg gemeinliche. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 185» mit der Ueberschrift der stette armbrusters 35 reht und sin gelt. Gedruckt darnach i. d. Zeitschr. /. Gesch. d. Oberrh. VI, 49 und i. d. Alsatia 1876. S. 265. 1275 31 47. König Rudolf nimmt die Stadt Straßburg in seinen besondern Schutz und bestätigt ihr alle früher beioilligten Freiheiten und Privilegien. 1275 December 8 Hagenau. 5 10 15 20 30 40 \ In nomine sancte et individue trinitatis. Rudolfus divina favente clemencia Romanorum rex semper augustus. \ augustialis pietas inmensa clemencia eorum conmodis et honoribus hilariori vultu consuevit intendere, quos in suis obsequiis pia et prompte voluntate desudare cognovit experientia cerciori. inde cst quod nos advertentes, quam sincero affectu civitas Argentina serviciis nostris se exposuit et qualiter per evidentissima obsequiorum suorum merita regalis majestatis sibi specialem induxit graciam et favorem, ad conmunem utilitatem civitatis Argentine pariterque honorem in evum promovendum graciosum favorem nostrum duximus concedendum, ut exemplo retributionis ejus, quam pro serviciis suis memorate civitati concessimus, alie quoque civitates inperii proniori voluntate ad nostra servitia fervencius animentur. notum sit igitur Omnibus tarn presentibus quam futuris, quod nos ad instar inpera- torum et regum Romanorum predecessorum nostrorum sepedictam civitatem Argen- tinam cum omnibus ejus incolis sub specialem defensionis nostre graciam recipientes de liberalitate nostri culminis ipsi civitati indulgemus et in evum confirmamus, ut ubicunque ipsius civitatis burgenses per totam provinciam Alsacie proprietates aliquas sive quascunque possessiones habuerint, nulli licitum sit de biis proprietatibus sive possessionibus vel eciam bominibus eorum servicium aliquod accipere aut exigere vel eciam cujusquam precarie sive exactionis onus eis inponere, quoniam nos dictam civitatem cum omnibus ejus pertinenciis tarn intus quam extra ad speciale obsequium inperii decrevimus reservare. preterea constituimus tradidimus et auctoritate regia consensuque principum nostrorum confirmavimus institutum et jus quoddam, quod cives iidem habuerunt a divis augustis predecessoribus nostris Lothario et Philippo Romanorum regibus memorie recolende 1 , ut numquam in loco aliquo per personam aliquam ecclesiasticam vel secularem eorum aliquis inpediatur aut molesletur vel in judicium trahatur extra civitatem vel prorsus cogatur ab aliquo pro sua proprietate seu possessione ibi cuiquam respondere, sed si aliquis adversus aliquem eorum aliquid questionis habuerit, infra civitatem corarn ipsius civitatis judicibus eum inpetat ibique ei respondeat et satisfaciat. presertim eadem auctoritate regali conce- dimus et indulgemus, quod mercatores ipsorum per aquarum discursus cum merci- moniis suis euntes, quocunque locorum navigia perveniant, si quo casu contingente rupta fuerint vel ad terram pervenerint, ne periculum naufragii cum rerum suarum dimersione perpessi aliquod in bonis suis idcirco dispendium sustineant vel jacturam, sed tarn navigia quam navigantium bona illis reserventur, ad quos spectabant, ante- quam navigium bujusmodi periculum incurrisset, sublata penitus omni consuetudine locorum. volumus itaque fideles nostros cives Argentinenses consistere in omni jure et honore atque constitutione, sicut a divis Romanorum regibus et inperatoribus nostris predecessoribus eorum fuerunt temporibus sublimali, statuentes et edicto regio 1 Vergl. TJB. I, 61 nr. 78; 119 nr. 145. f i 32 1275 1276 districle precipientes, quatenus nulli umquam hominum sublimi vel humili ecclesia- stico vel seculari hanc nostre donationis seu confirmationis paginam licitum sit infringere vel ei ausu temerario contraire. quod si quis presumpserit, triginta libras auri conponat, quarum medietas camere nostre, reliqua vero passis injuriara persol- vatur. ut autem presens concessio et confirmatio robur oblineat perpetuo valilurum, presentem paginam conscribi et sigillo nostre celsiludinis fecimus roborari. tesles hujus rei sunt venerabilis dominus Wernherus arcbiepiscopus Maguntinus, Fridericus Spirensis episcopus, Heinricus Basiliensis episcopus, Philippus dux Carintie, Fridericus burcgravius de Nürenberg», Emicho de Liningen et Eberhardus de Katzenelnbogen comites, Gotzo de Hobenloch, Waltherus de Clingen, Philippus de Valkenslein, Philippus de Bonlandia, Bruno de Homberg b , Cunradus de Tän, Cunradus de Landesberg 0 , Burcardus et Peregrinus de Wangen et alii quam plures. Signum Rudolfi Romanorum regis invictissimi \ (M.) Acta sunt hec anno dominice incarnationis millesimo ducenlesimo septuagesimo quinto, sexto idus decembris, indictione quarta, regni nostri anno tercio. Datum apud Hagenoiam presentibus testibus suprascriptis. S aus Straßb. St. A. AA art. 1 nr. 18 or. mb. c. sig. pend. S 1 coli. ibid. or. mb. c. sig. pend. delapso. Links schm unter dem Bug stehen die Worte Rüdolfus rex manu, von einer gleichzeitigen Hand geschrieben, die jedoch von der mea scripsi des Textes verschieden ist. Auch zeigen sie hellere Tinte. Gedruckt aus dein Briefbuch A fol. Iß b ibid. bei Sehöpflin Als. dipl. II, 10 nr. 701. — Böhmer B. Bud. nr. 215. 48. Henricus Treverorum arcbiepiscopus Omnibus fidelibus contritis et confessis, qui Oratorium fratrum heremitarum sancti Augustini Argentine in festis dedicationum ac palronorum per octavas cum devotione visitaverint vel manum adjulricem ad opus eorum porrexerint, accedente consensu diocesani quadraginta dies de injuncta peni- tencia relaxat. «devotionis pietas ac sancte religionis.» datum in Treveri anno domini 1276 in vigilia annunciationis virginis Marie. 1270 Marz 24 Trier. T aus Straßb. Thrni. A. lad. Augustiner 10 or. mb. c. sig. pend. delapso. 49. Pabst Innocenz V gibt dem Erzbischof von Trier den Auftrag, er möge 30 die nachlheiligen Folgen, welche sich ans der eidlichen Verpflichtung des Bischofs und Domcapitels von Straßburg betreffend die Besetzung des Schultheißen- und Richteramts daselbst ergeben haben, zu beseitigen suchen. 1270 Mai 7 Rom im Lateran. Innocentius episcopus servus servorum dei venerabili fratri . . archiepiscopo Treverensi salutem et apostolicam benedictionem. ad audientiam nostram pervenit, 35 quod cum olim in civitate Argentinensi burgratiatus scultetatus et quorundam aliorum civitatis ejusdem judiciorum officia ad collationem venerabilis fratris nostri.. Argen- a) 8 4 Nürenberc. b) 8 4 Hornberc. c) S 4 Landesberc. 1276 33 tinensis episcopi spectantia consuevissent per episcopos Argentinenses, qui fuere pro tempore, ad suam et eorum conferri vitam, quibus eadem conferebantur, bone memorie Hfeinricus] Argentinensis episcopus credens per hoc Argentinensis ecclesie condicionem facere meliorem, ne hujusmodi officia de cetero taliter conferrentur ad 5 vitam, una cum capitulo suo statuit et tarn ipse quam idem capitulum de non veniendo contra nec super hoc a sede apostolica vel aliunde litteras impetrando seu impetratis utendo vel eas ratas habende prestilerunt corporaliter juramentum 1 . verum felicis recor- dationis Clemens papa predecessor noster intellecto, quod propter hoc . . inagister consules et Universitas civitatis predicte contra bone memorie V[altherum] Argen- 10 tinensem episcopum tolumque clerum civitatis et diocesis Argentinensium quam- plurimum concitati ecclesiis et personis ecclesiasticis earundem civitatis et diocesis dampna gravia intolerant, et quod propter hujusmodi discordiam preter id , quod quasi tota predicta diocesis irreparabiliter destructa erat, multi nobiles et alii fuerant miserabiliter interfecti, quodque verisimiliter timebatur, nisi per juramenti relaxa- 15 tionem predicti festin um apponeretur remedium, pejora posse prioribus evenire, vene- rabilibus fratribus nostris Alberto quondam Ratisponensi et bone memorie Spirensi episcopis suis dedit litteris in mandatis, ul consideratis diligenter circumstantiis universis, que circa hec essent attendende, facerenl in hac parte auctoritate dicti predecessoris, que salubri pacifico et tranquillo statui cleri et ecclesie ac civiuin 20 predictoruin aliarumque personarum partium illarum secundum deum nosceret expe- dire, conlradictores per censuram ecclesiasticam appellatione postposita compescendo. et licet hujusmodi littere dicto predecessore adhuc vivente prefatis Ratisponensi et Spirensi episcopis fuerint presentate, per eas tarnen ante ipsius predecessoris obitum nullus, prout asseritur, habitus est processus, propter quod felicis recordationis. . 25 Gfregorius] predecessor noster tibi super hoc suas litteras destinavil; sed eodem predecessore Gjregorio] inorte prevento, tibi non fuerunt eedem littere presentate. nos itaque de circumspectione tua gereutes in domino fiduciam pleniorem fraternitati tue per apostolica scripta mandamus, quatinus, si est ita, super hoc auctoritate nostra procedas juxta predictarum directaruin prefatis Ratisponensi et Spirensi epis- 30 copis ejusdem predecessoris nostri G[regorii] continentiam litterarum. datum Laterani nonis maji pontificatus nostri anno primo. S aus Straßb. St. A. AA art. 1396 or. mb. c. bulla pend. delaps. Es sieht aus, als ob die Bulle ausgerissen worden wäre. Kostenvermerk unter dem Bug links V; tiefer steht f mit einigen darauf folgenden verwischten und durchgestrichenen Buchstaben, etwa i ai iii; auf 36 dem Bug rechts n p; oben links in der Ecke mit dunklerer Tinte als der Text düp. p. Vic. Dorsualvemierk von zwei Kreuzen eingefasst Epternacum. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 55 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl II, 13 nr. 706. — Potthast Beg. pontif. nr. 21123. 50. König Rudolf beurkundet , daß der Markgraf Rudolf von Baden Frieden 40 mit der Stadt Straßburg geschlossen hat. 1276 Juni 30 Hagenau. Wir Rödolf von gots gnaden der Römische kunig tönt kunt allen den, die disen brief gesehen! oder gehören!, das Rudolf der marcgrave von Raden und die 1 Vergl. TTB. I, 329 nr. 436. Str. II. 5 34 1276 Mai t Januar 6 bürgere von Strazburg algemeinliche vor uns sint mittenander lüterliche versünet, der marcgrave vir sich und vir alle die sine und die bürgere vir sich alle gemein- liebe , und hant die süne vor uns gelobet stete ze habenne iewedersite ane alle geverde und ane argen list. und swas der marcgrave von Baden oder sine liute den bürgeren von Strazburg schuldig sint worden von irre hant, das sulnt sie in gelten -> oder sulnt in aber drumbe rehte rede halten; damitte ist dise süne ungebrochen, swa öch sine rittere und sine anbahtliute den marcgraven bisagent duheinre schulde, da sie bi sint gewesen, tlie sol er gelten, er sol öch sine rittere und anbahtliute an die man ziuhet solicb machen, das sie uffe den eit drumbe sagent. swa sie aber niht bi sint gewesen, da sol der marcgrave rehte rede halten den, die in anesprechent. w swas öch der marcgrave von Baden den bürgeren von Strazburg unce har schaden getan het, vir den schaden allen sol er in geben ahzig und hundert mark silberes luteres und lötiges des gewiges von Strazburg zu disen eilen : zu saute Walpurge mes, die nu zeme nehisten kummet, sehzig mark und danach zeme zwelften tage nach den nehisten wihennahten öch sehzig mark und die dritten sehzig mark zu 15 den anderen wihennahten öch zeme zwelften tage, herumbe het er in ze bürgen gegeben unversscheidenliche graven Heinrichen von Vurstenberc, Heinrichen den marcgraven von Hahcberc, grave Symmunden den jungen von Zweinbrucken und Hermannen sinen sun den jungen marcgraven von Baden also : were das dis silbere zu duheime eile, als da vor bischeiden ist, versessen wurde, das ez den bürgeren 20 von Strazburg von deine vorgenanten marcgraven von Baden niht vergolten wurde, so sulnt sich dise bürgen in den nehisten viercehen nahten, so si drumbe von der bürgere wegen von Strazburg gemanet werdent, entwurten nach rehter giselschefte ze Strazburg in; oder ieder man der sol vir sich legen einen ersammen rittere und einen edelen kneht ze Strazburg in niemer dannan ze kummenne, 6 das silbere werde 25 vergolten den vorgenanten bürgeren von Strazburg, das in denne versessen ist und derumbe die bürgen denne gemanet werdent. daz aber dise süne stöte hübe, derumbe ist unsere ingesigele an disen brief gehenket. wir grave Heinrich von Vurstenberc, Heinrich der marcgrave von Hahcberc, Symmunt der grave von Zweinbrucken und Herman der junge von Baden jehent dez, das wir bürgen sint, als da vor geschriben so slat, und gelobent ze leistenne ane alle geverde als an disen brieve bischeiden ist. herumbe sint öch unsere ingesigele an disen brief gehenket, das es war si und stöte hübe. dis geschach zü Hagenowe an deine ciztage nach sante Johannis mes in deine dritten jare unseres riches und da von gots gebürte warent tusent jar zwei hundert jar und sehzi und sibencig jar. herane warent der herzoge Ludewig von 35 Beiern, Friderich der herzoge von Lutringen, grave Emicho und grave Friderich von Liningen, Friderich der buregrave von Nürenberc und Walthere von Clingen. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp, K lad. 16 or. mb. e. 5 sig. pend. delapsis. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 146 « ibid. bei Wencker Coli, archiv. p. 58 — Fürstenberg TJrk. B. I, 252 nr. 512 i. Regest. — Böhmer R. Rud. nr. 260. 40 1276 — 1277 35 51. Pabsl Johann XXI beauftragt den Bischof von Basel, das St. Johannes- hloster zu Straßburg gegen Belästigungen zu schützen. 1276 October 13 Viterbo. Johannes episcopus 1 servus servorum dei venerabili fratri . . episcopo Basiliensi salutera et apostolicam benedictionem. qui non solum sua verum etiam semetipsos 5 salubriter abnegantes carnem suam cum vitiis et concupiscentiis crucifigunt in cas- tris claustralibus se claudendo, sunt non immerito gratis attollendi favoribus et congruis presidiis muniendi, ut eo devotius, quo quietius domino famulantes, sibi per vite meritum et aliis proficiant per exemplum. cum itaque dilecte in Christo filie . . priorissa et conventus sororum inclusarum monasterii sancti Johannis Argentinensis io ordinis sancti Augustini secundum instituta et sub cura fratrum ordinis predicatorum viventes, [sicut] nobis significare curarunt, ipse ac monasterium supradictum a non- nullis, qui nomen domini recipere in vacuum non formidant, multipliciter molestentur, nos et earundem priorisse et sororum providere quieti et molestantium malitiis ob- viare volentes fraternitati tue per apostolica scripta mandamus, quatinus eisdem 15 priorisse et sororibus defensionis presidio efficaciter assistens non permilas eas contra indulta privilegiorum sedis apostolice ab aliquibus indebite molestari, molestatores hujusmodi per censuram ecclesiasticam appellatione postposita compescendo, attentius provisurus, ne de hiis, que cause cognitionem exigunt vel que indulta hujusmodi non contingunt, te ullatenus intromittas a . nos enim, si secus presumpseris, tarn pre- 20 sentes litteras quam etiam processum, quem per te ipsarum auctoritate haberi con- tigerit, omnino carere viribus ac nullius fore decernimus firmitatis. hujusmodi ergo mandatum nostrum sic prudenter et fideliter exequaris, ut ejus fines quomodolibet non excedas, presentibus post triennium minime valiluris. datum Viterbii 3 idus octobris pontificatus nostri anno primo. 25 II aus Straßb. Hosp. A. lad. 90 or. mb. Bulle an Hanfschnur. Kostenvermerk unter dem Bug links.. mit Haken über dem zweiten Punkt, darunter Jac[obus] Romanus. Schreibervermerk auf dem Bug rechts Sy. Ber. Oben in der Mitte on zweimal durchstrichen, das n weit auseinandergezogen. Dorsualvermerk im doppelt gezogenen viereckigen Böhmen mit Kreuz darüber N. Waldini. Eine zweite Dorsualnotiz ist ganz ausradirt. 30 52. König Rudolf theilt der Stadt Straßburg den auf ihre Anfrage gefällten Rechtsspruch der Fürsten mit, daß derjenige, welcher sich zum Einlager oder zur Schuldzahlung verpflichtet habe und dieser Verpflichtung nicht nachhomme, überall gerichtlich belangt werden könne. 1277 Februar 22 Wien. Rudolfus dei gracia Romanorum rex semper augustus prudentibus viris magistro 35 consulibus et universis civibus Argentinensibus dilectis fidelibus suis graciam suam et omne bonum. anno domini 1277 indictione quinta, feria secunda ante Mathye apostoli Februar 22 ad vestre fidelitatis instanciam ab infrascriptis principibus quesivimus in sentencia, a) H rep. intromittas. 1 Johann XXI nach der Bulle. utrum is, qui se dacione fidei vel juramento corporaliter prestito vel palentibus suis liiteris ad obstagium vel solucionem alieujus debiti ad cerlum terminuin obligavit nec in ipso termino adimplevit, ad quod taliter se astrinxit, de jure posset ubicunque etiam depreliensus per judicium occupari. et sentenciatum extitit communiter ab omnibus, quod is, qui modo predicto ad solucionem debiti vel obstagium obligatus promisso non paruit, valeat ubicunque invenialur auctoritate judiciaria conveniri. in cujus sentencie evidens testimonium bas patentes nostras litteras vobis duximus transmittendas. principes autem, per quos dicta sentencia extitit promulgata , sunt venerabiles Iljeinricus] Tridentinus, L[eo] Raüsponensis, . . Seccoviensis et . . Clry- mensis ecclesiarum episcopi et alii quam plures. datum Wienne anno et die pre- dictis, regni vero nostri anno quarto. S aus Straßb. St. A. FF or. mb. c. sig. pend. partim laeso. Gedruckt aus dem Briefbueh A fol. 226 b ibid. bei Wencker Apgar, et instr. archiv. p. 185 = Man. Germ. LL. 11, 412. — Böhmer B. Rud. nr. 331. 53. König Rudolf verbietet seinen Amtleuten im Elsaß, von den dort gelegenen Gütern Straßburger Bürger Abgaben zu erheben. 1277 Februar 26 Wien. Rüdfolfus] dei gracia Romanorum rex semper augustus dilectis fidelibus suis Gonrado Wernliero, Günoni de Bergheim ceterisque officiatis suis per Alsaciam gra- liam suam et omne bonum. cum nos dilectos tideles nostros cives Argentinenses, qui erga nos fidei lumine rutilant clarioris, sicut experti cognoscimus, tarn placidis astriugamus amplexibus, ita quod pro ipsorum commodis ampliandis et indempni- tatibus precavendis assurgere nos delectet, fidelitati vestre hoc regali edicto damus firmiter in mandatis precise volentes, quatenus nullas precarias ammodo de bonis ipsorum civium per Alsaciam contra privilegiorum suorum tenorem exigere aliqua- liter presumatis, precarias eciam, quas hactenus de bonis extorsistis, eisdem civibus plenarie refundendo. datum Wienne 4 kalendas marcii regni nostri anno 4. S aus Straßb. St. A. Briefbueh A fol. 146 b mit der Geberschrift daz kimig Rfidolf sinen amptlüten in Elsaz gebot, daz sie von der von Strazburg gittern nit bete nemen soltent. Gedruckt darnach bei Wencker IUsqu. de ussburg. p. 5 - Lünig XIV, 1, 731; Schöpflin Als. dipl. II, 4 nr. 692 nach einem unbekannten Codex im Straßb. St. A. mit der irrtümlichen Datierung Wienne 6 kalendas martii regni nostri anno primo 1274 Februar 24. Das Privileg ist nicht wiederholt, wie Schöpflin meint, sondern mit dem obigen identisch — Böhmer B. Bud. nr. 336. 54. Der päbstliche Caplan und Auditor Gerard beurkundet, daß von den Pro- curatoren der Stadt Straßburg Einwand erhoben worden sei gegen einen päbstlichen Erlaß an den Abt von Altorf zum Schutz der Straßburger Kirche und daß sich beide Parteien darüber verglichen haben. 1277 Februar 27 Viterbo. Omnibus presentes litteras inspecturis Gerardus magister scolarum ecclesie Par- mensis doinini pape capellanus et ipsius litterarum contradictarum auditor salutem in domino. noveritis, quod, cum Lutholdus de Reinchem clericus procuralor vene- 1277 37 rabilis patris . . dei gratia episcopi Argeotinensis pro ipso impetraret litteras apos- tolicas sub hac forma: Johannes episcopus et cetera dilecto filio abbati monasterii de Altorf Argentinensis diocesis salutem et cetera, quia refrigescente caritate mul- lorum adeo iniquitas habundavit, ut non solum non habeant ad ecclesias et per- 5 sonas ecclesiasticas reverenciam propter deum, verum eciam ipsum in eis apertissime persequantur, expedit, ut nos, quibus earum cura et sollicitudo incumbunt, hujus- modi persecutorum conatibus obviemus. cum igitur, sicut ex parte venerabilis fratris nostri . . episcopi et dilectorum filiorum prepositi decani et capituli Argentinensiuin fuit propositum coram nobis, iidem a nonnullis, qui nomen domini in vacuum reci- w pere non formidant, molestias multiplices paciantur, nos volentes et ipsorum episcopi prepositi decani et capituli providere quieti et perversorum conatibus obviare discre- tioni tue per apostolica scripta mandamus, quatenus eisdem episcopo preposito decano et capitulo presidio eficacis defensionis assistens non permitas“, cos contra indulta privilegiorum sedis apostolice ab aliquibus indebite molestari, molestatores et cetera, iS attentius provisurus, ne de liiis, que cause cognitionem exigunt et que indulta hujus- modi non contingunt, te aliquatenus intromitas. nos enim, si secus presumpseris, tarn presentes litteras quam eciam processum, quem per te illarum auctoritate baberi contigerit, omnino carere juribus ac nullius fore decernimus firmitatis. hujusmodi ergo mandaluin nostrum sic prudenter et fideliter exequaris, ut ejus fines quomodo- 2 i> übet non excedas, presentibus post triennium minime valituris. datum Viterbii idus februarii pontiticatus nostri anno primo. eisdem litteris magister Paulus cano- nicus Tudertinus et Rodulphus b de Valva procuratores civium Argentinensium pro ipsis in audientia publica contradixerunt. quas tandem ea condicione absolverunt, quod super ütibus motis inter dictos episcopum et capituluin ex parte una et prefatos 25 cives ex altera nullum predictis civibus seu Universität! eorundem per predictas litteras apostolicas prejudicium generetur. quod pars altera promisit firmiter coram nobis. in cujus rei testimonium presentes litteras fieri fecimus et audientie contra- dictarum sigillo muniri. datum Viterbii 3 kalendas marcii pontificatus domini Johannis pape vicesimi primi anno primo. 30 S aus Straßb. St. A. AA art. 1396 or. mb. lit. pat. Von einem Siegel ist Nichts zu bemerken, der untere Hand des Stücks sieht wie abgeschnitten aus. Rückvermerk von gleichzeitiger Hand, wie es scheint cautio pro civitate Argentinensi. 55. Johannes XXI papa abbati monasterii Marpacensis Basiliensis dyocesis mandat, quatenus priori et conventui monasterii sancli Arbogast! extra muros Ar- 35 gentinenses ordinis sancti Augustin! adversus predonum raptoruin et invasorum audaciam efiicaci presidio defensionis assistens non permittat, ipsos in personis et bonis suis molestari, molestatores hujusmodi per censuram ecclesiastioam appellatione postposita compescat et hujusmodi mandatum post triennium minime valiturum sa- a) S permitens. b) S über dem ersten u in Kodulphus zwei Pünktchen. 38 1277 pienter et fideliter exequatur. «quia mundo preposito in maligno». datum Viterbii 2 kalendas aprilis pontificatus nostri anno primo. 1277 März 31 Vilerbo. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 1700 cop. chart. sec. XV aus de»i Privilegienbuch von St. Arbogast fol. 12. Baß nur Fabst Johann XXI diese Urkunde erlassen haben kann, geht aus der Datierung hervor. 5 56. Cünradus episcopus Argentinensis fratribus heremitis ordinis sancti Augus- tini licentiatur, ut in sua dyocesi verbum dei predicent et in stalionibus suis fidelibus indulgentiam quadraginta dierum dare possint. «in generalem Christi fidelium». datum anno domini 1277, 16 kalendas junii. 1277 Mai 17. T aus Straßb. Thom. A. Augustiner lad. 10 or. mb. c. sig. pend. laeso. io 57 Bürgermeister und Rath der Stadt Basel beurkunden, daß ihr Mitbürger Burchard Mordere der Stadt Straßburg über Zahlung einer Schuld quiltirt habe. 1277 Juni 23 Basel. Burcardus dictus de Argentina inagisler civium et consules Basilienses notum facimus universis et publice protestamur, Burcardum dictum Mordere nostrum con- 15 civem dimisisse universos cives Argentinenses et singulos absolutes et quittos de omni debito, videlicet quindecim librarum denariorum Argentinensium, in quibus sibi dicta Universitas civitatis Argentinensis fuerat racionabiliter obligata, confitens se easdem quindecim libras a predictis civibus Argentinensibus integraliter recepisse tarn per se quam per Bertholdum de Almswilre, cui de eadem summa per dictos 20 cives Argentinenses tredecim libre denariorum Argentinensium predicti Burcardi nomine sunt integraliter assignate. in quorum testimonium sigillum nostrum presenti cedule est appensum. datum Basilee in vigilia Johannis baptiste anno domini 1277. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17. or. mb. c. sig. pend. delapso. 58. Graf Friedrich von Leiningen, von König Rudolf gesetzter Landrichter, 25 bittet die Stadt Straßburg, ihre Boten mit Vollmacht zu einem nach Mainz auf Mittwoch nach Mariä Himmelfahrt anberaumten Tage in Sachen des Landfriedens zu senden. 1277 August 11. Frfidericus] comes de Inningen judex provincialis a serenissimo domino R[udolfo] Romanorum rege constitutus viris prudentibus et discretis amicis suis sincere dilectis 30 magistro consulibus ac universis civibus Argentinensibus quiequid potest obsequii et honoris, cum vos precipue necessarios habeamus super confirmacione sancte pacis generalis, rogamus et petimus vestram providenciam, quatenus nuncios vestros cum pleno mandato ad diem collocatam a venerabili domino nostro archiepiscopo Moguntino August ts et civibus b civitatum, videlicet proxima feria quarta post assumpcionem gloriose vir- 3S a) S nos. b) S civium. »WM 1277 39 ginis destinare velitis apud Maguntiam nobiscum disponendo de sancta pace supra- dicta. nos enim vos assecuramus litteris presentibus veniendo et redeundo in rebus et personis. datum anno domini 1277 in crastino Laurencii martyris. iS aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 253 d. 5 Gedruckt darnach bei Wencker Appar. et instr. archiv. p. 186 nr. 21 — Laguille pr. p. 38 — Schaäb Gesch. d. Rhein. Städteb. II, 62. — Böhmer R. Reichssachen nr. 127. 59. Frater Iticelerius ordinis heremitarum sancti Augustini Buduensis episcopus omnibus penitentibus, qui ad ecclesiam fratrum de penitentia Jesu Christi in Argentina in festo sancti Johannis apostoli et ewangeliste, sancti Johannis baptiste et omnium io apostolorum, sancti Stephani prothomartyris, sancti Laurencii et omnium martyrum, sancte Katherine virginis, sancte Margarete et omnium virginum, sancti Nycolai episcopi, sancti Augustini et omnium confessorum, in honore quorum anno 1277 in vigilia assumpcionis beate virginis Marie accedente consensu C[onradi] Argenti- nensis episcopi fratribus duo altaria consecravit, et in quatuor festivitatibus virginis is Marie et in nativitate domini, in resurrexione domini, in ascensione domini, in die pentecostes, in festo omnium sanctorum sive in dedicatione ac anniversario dedica- tionis et per oclavas eorundem cum devotione accesserint, quadraginta dies crimi- nalium et annum venialium de utroque altari, omnibus quoque, qui fratribus ad edificia ac vite necessaria manum porrexerint adjutricem, quadraginta dies de in- 20 junclis penitenciis relaxat. «loca sanctorum». datum Argentine anno domini 1277 in vigilia assumptionis gloriose virginis Marie. 1277 August 14 Straßburg. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 6197 or. mb. c. sig. pend. laeso. Siegel des Straßburger Augustinerpriors. Auf der Rückseite von gleicher Hand: indulgentia episcopi Buduensis. 60- Beschluß des Straßburger Domcapiiels über die zum. Lampertheimer Stiftsgut 25 gehörigen Güter in Scherweiler. 1277 August 17. Nos prepositus decanus et capitulum ecclesie Argentinensis notum facimus pre- sencium inspectoribus universis, quod nos bona, que eommunitatis nostre dicuntur, et bona spectancia ad mansurnam dictam de Lampertheim sita in villa et banno de Scherwilre pluribus retro temporibus tenuimus et usumfructum eorum percepimus so indistincte. quia vero ex hoc oriri posset questio et dubitatio, que bona ad futurum mansurnarium debeant pertinere, ideo nos indicto ad hoc capitulo speciali presentibus omnibus et consencientibus, qui voluerunt et potuerunt commode interesse, provida deliberatione habita statuendum duximus et ordinandum, quod ad dictam mansurnam bona in littera antiqua specificata, quam habemus, pertineant et ad alia 35 nequaquam mansurnarius, qui fuerit pro tempore, debeat extendere manus suas nec quidquam juris sibi in aliis usurpare, excepta parte bonorum, que phlenzere vulgariter nuncupantur, in dicto banno de Scherwilre sitorum, quam dictus mansurnarius habere debet secundum quod eadem pars per divisionem de jussu et mandato nostro factam ipsi mansurnario est deputata et signaculis lapidum jam distincta. August H 40 1277 40 1277 preterea ad tollendum scrupulum questionis future statuimus et ordinavimus consensu concordi, quod domus lapidea in villa predicta sita, que cujus curie sola adhereat nostre vel mansurne predicte, a nostra memoria est elapsum, solutis a nobis viginti libris denariorum dicto inansurnario penes nos vel receptis ab ipso viginti libris, penes eum perpetuo debeat remanere. et habebit mansurnarius prediclus optionem re- cipiendi vel solvendi pecuniam antedictam. jurabit eciam mansurnarius predictus in- continenti post electionem factam de ipso, quod dictas viginti libras nobis assignabil infra inensem post sui creacionem, si dictam domum voluerit retinere. in cujus rei testimonium sigillum capituli presentibus est appensum. actum et datum anno clo- mini 1277 feria tercia post asumpcionem beate virginis. II aus Straßb. Bez. A. G fase. 2719 or. mb. c. sig. pend. UM 61 . Bischof Inzelerius von Budua beurkundet, daß er den Grundstein zur Kirche der Straßburger Augustiner gelegt, ihren Altar und Friedhof geweiht habe, und verheißt Ablaß Allen, welche die Kirche unterstützen werden. 1277 August 19 Straßburg. Frater Inzelerius dei gratia Buduensis episcopus ordinis fratrum heremitarum 15 sancli Augustini universis Christi fidelibus presentem paginam inspecturis salutem in omnium salvatore. sanctorum meritis inclita gaudia non dubitamus consequi, si Christi pauperibus, in quibus idem se honorari ac sperni confitetur, secundum nostram facultatem grata beneficiorum subsidia impendamus ipsos in vinculo karitalis confoventes. hujus rei gratia notum fieri cupimus universis et singulis presentium 20 per teuerem, quod nos fratribus heremitis ordinis sancti Augustini Argentinensis ci- Augusi 9 vitatis et diocesis accedente dyocesani" in vigilia beati Laurentii primarium lapidem sue fundationis posuimus, in die vero ipsius altare publicum cum cymiterio insequenti die dedicavimus in honore gloriosissimi corporis et sanguinis domini nostri Jesu Christi, beate Marie et beati Augustini patris nostri et aliorum plurimorum sanc- 25 September u torum, statuentes dedicationem ejusdem altaris in exaltatione sancte crucis singulis annis celebrandarn, et omnibus ibidem causa devotionis convenientibus ac manum porrigentibus adjutricem pie contritis et confessis quadraginta dies criminalium et annum venialium de injuncta sibi penitencia misericorditer relaxantes. addimus etiam primo anno ipsos fratres visilantibus una dominica in mense gratiam indulgentie 30 prelibate. sane quia sepediclos fratres extreme paupertatis titulus adornat coram deo, cui in eisdem reverentia exhibenda est, quem imitantur, cunctis in nativitate domini et epyphania, resurrectione ejus, ascensione domini ac pentecosten, quatuor fes- tivitatibus beate Marie virginis, beati Augustini et per octavas eorum cum festo loci et patroni, sicut a nobis liumiliter ab ipsis est supplicatum, 40dies criminalium 35 et annum venialium, ut prescriptum est, in domino relaxamus. in argumentum igitur facti presens scriptum ipsis fratribus contulimus sigilli nostri robore communilum. datum Argentine 14 kalendas septembris anno domini 1277 A T aus Straßb. Thom. A. Augustiner lad. 10 or. mb. c. sig. pend. laeso. a) 0 ffenlar tu ergänzen consensu. b) T anno domini 1277 von anderer Hand mit hellerer Tinte hinzugefitgt. 40 WKWM 1277 — 1278 41 62. Bischof Konrad 'und das Domcapitel von Straßburg beschließen, daß das Lampertheimer Qut künftig dem Capitel allein zugehören und dem Probst dafür eine Entschädigung zngemessen werden soll. 1277 September 30. Cünradus dei gracia episcopus, Fridericus prepositus, Bertholdus decanus et s capilulum ecclesie Argentinensis notum facimus presentium inspectoribus universis, quod propler communem utilitatem ecclesie nostre predicte statuendum duximus et ordinandum, quod . . capitulum dicte ecclesie nostre fructus mansurne dicte de Lampertheim de cetero percipere debeat et quod ipsa mansurna cum omnibus perti- nenciis suis ad capitulum nostrum perpetuo debeat pertinere et prebendas io canonicis et prebendariis ministrare. quia vero preposilure ecclesie nostre ex ordinacione hujusmodi aliquid prejudicii generatur, ideo de communi con- sensu in duos de noslris concanonicis, videlicet Hermanum custodem et Johannem cellerarium ecclesie nostre, conpromisimus sub hac forma, quod iidem statuant et ordinent reconpensationem conpetentem preposito seu dicte prepositure faciendam iä de beneficiis, quorum collatio seu presentatio ad mansurnarium olim dictam man- surnam tenentem pertinere consuevit, vel alio modo in locum diminutionis juris, quam dicta prepositura seu prepositus Argentinensis per ordinationem nostram suprascriptam poterit sustinere. si vero dicti duo nostri concanonici in unam for- mam nequierint concordare, elegimus concorditer dominum Eberhardum de En- 2 o tringen nostrum concanonicum pro medio bona fide communiter promiltentes, quod ratam habebimus et inviolabiliter observabimus ordinationem, quam duo ex predictis tribus arbitris super reconpensatione exhibenda preposito vel prepositure Argenti- nensi duxerint faciendam vel etiam statuendam. in cujus rei lestimonium sigilla nostra presentibus sunt appensa. actum et datum anno domini 1277 feria quinta 25 proxima post festum beati Michahelis archangeli. B aus Straßb. Bez. A. 6 fase. 2719 or. mb. c. 4 sig. pend partim laesis. 6:{. Fehdebrief Graf Sigeberls von Wörth an die Stadt Straßburg |vor 1278\. Sjygebertus] comes de Werde discretis et providis magistro et consulibus ac universis civibus Argentinensibus salutem et obsequium, ut tenetur. quia domini so de Lantsperc et alii quam plures fautores nostri tantas perturbationes ac gravamina, quas dominus Libinceller concivis vester Waltram dicto Hunt inferre non desinit nec expavescit, nobis sunt conquesti, de quo animus noster condolet et movetur, idcirco noveritis, quod nos oportet quamvis inviti cum nostris suffraganeis et viris jugum belli subire. 35 8 aus 8t. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. lit. clausa c. sig. inverso impr. deleto. Dem Schriftcharacter nach fällt das Stück in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts ; jedenfalls ist es vor 1278, das Todesjahr Graf Sigeberts 1 zu setzen. Für eine nähere Zeitbestimmung fehlen die Anhaltspunkte. > Das Todesjahr geben die Annal Cohn. maj. an. (Mon. Germ. SS. XVII, 203). Str. II. 6 42 1278 64. Beschluß des ßi. Thomascapitels über die Austheilung der ans ßeelgerät- stiftunge?i fliessenden Unterstützungen. 1278 Januar. Temporalis facti memoria solet nonnunquam literali testimonio commendari, ne cursu temporis aut posterorum calumpnia valeat aboleri. noverint igitur universi presentes litteras inspecturi, quod nos Fr[idericus] prepositus, decanus 1 » tolumque s capitulum ecclesie sancti Thome Argentinensis ad tollendem et abolendum inter nos omnis dubietationis scrupulum circa remedia ecclesie nostre a fidelibus collata in anniversariis eorundem et festis chori dislribnenda cum consensu et voluntate nos tri omnium et singulorum statuimus et ordinamus, ut, quandocumque seu quocienscum- que in choro ecclesie nostre predicte divina per interdictum generale vel speciale io seu quocumque alio casu suspensa fuerint, remedia predicta, sive ad anniversaria sive ad festa chori pertineant, interim markant in suspenso nec dividantur inter nos, sed reserventur, quousque divina hujusmodi fuerint resumpta, et tune omni die ad lioc congruo vigilia et missa pro singulis defunctorum secundum ordinem juxta voluntatem defuncti, cujus tune memoria agitur, peragatur et remedia ejusdem de- 15 functi dumtaxat pro voluntate legantis ea dividantur. de festis autem volumus et statuimus, ut saltem pro singulis festis negleclis singule misse debile secundum ordinem celebrentur et similiter remedia juxta voluntatem conferentis ea dividantur, quousque tarn anniversaria quam festa omnia neglecta fuerint plene peracta. et hujusmodi statutum, a nobis singulis datione fidei loco juramenti firmatum, juran- 20 dum de cetero ab omnibus futuris canonicis inter alia statuta ecclesie nostre presen- tibus connumeramus. in cujus rei testimonium sigillum capituli nostri una cum sigillo curie Argentinensis presentibus est appensum. nos vero judex curie predicte ad preces predictorum prepositi et capituli presentes litteras sigillo curie predicte in testimonium predictorum fecimus communiri. actum mense januario anno domini 1278. 23 T aus Straßb. Thom. A. Docum. hist. lad. 2 (Statuts) or. mb. c. 2 sig. pend. 65. Beschluß des ßt. Thomascapitels über die Anscha/ftvng von seidenen Chormänteln. 1278 Januar. Consuevit humana providentia gesta sua scripture testimonio commendare, ne vetustate temporis aut posterorum calumpnia valeat aboleri. noverint igitur presentes 30 et posteri hujus liltere tenorem inspecturi, quod nos Fr[idericus] prepositus, decanus b totumque capitulum ecclesie sancti Thome Argentinensis volentes, qua possumus et debemus, industria jprovidere, ne ecclesia nostra predicta in posterum defectum seu carentiam in cappis sericis seu purpureis ad ornatum divini cultus necessariis inde- center sustineat, cum frequenti auxilio subventionis indigeat, que frequentia usus et 35 temporis cursus naturaliter consumit, statuimus et ordinamus inviolabiliter obser- vandum, ut, quicumque de cetero receplus fuerit canonicus in ecclesia nostra predicta, quam cito fructus de prebenda sua perceperit et installatus seu emancipatus a) Vor decanus ist Raum für den Namen frexgelassen. b) Vor decanus ist Raum für den Namen freigelassen. 1278 43 fuerit, cappam sericam seu purpuream, qua decenter utatur in festis ecclesie nostre, sibi faciat valentem ad minus tres marcas argenti, que apud ecclesiam semper remaneat. et si in boc facto idem canonicus negligens aut remissus fuerit, liceat decano, qui pro tempore fuerit, primos proventus prebende sue predicte sine omni 5 contradictione ipsius vel cujusquam recipere usque ad summam predictam trium marcarum, conservandam et convertendam dumtaxat in usus cappe hujusmodi coin- parande, ut sic ecclesia ex nostra provisione incrementum ornamentorum potius quam ex neglientia detrimentum recipiat. hujusmodi autem statutum ab omnibus fuluris canonicis inter alia statuta nostre ecclesie jurandum connumeramus. et ut io firmum et inviolabile permanent, sigillum capituli nostri una cum sigillo curie Ar- gentinensis presentibus est appensum. nos vero judex curie predicte ad preces predictorum prepositi et capituli presentes litteras sigillo curie predicte in testimo- nium predictorum fecimus communiri. actum mense januario anno domini 1278. T ans Straßb. Thom. A. Docum. hist. lad. 2 (Statuts) or. mb. c. 2 sig. pend. >5 Gedruckt darnach bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 324 nr. 46. Heitz Die St. Thomaskirche von Straßb. S. 97 in deutscher Uebertragung aus Ecclesia colleg. s. Thome etc. mscpt. 66- Peter Esel, Bürger von Metz, spricht die Stadt Straßburg von jeder Verpflichtung frei. 1278 Februar 3. 20 Noverint universi tarn presentes quam posteri hujus littere inspectores, quod ego Petrus dictus Asinus civis Melensis decem libras denariorum Metensium et si quid amplius est et omne dampnum, quod supercrevit, ad cujus pecunie et dampni solu- tionem universitas civium Argentinensium ex mutuo miclii fuerat obligata, remitto sponte et liberaliter, non coactus, pure et simpliciter pro me meisque heredibus uni- 25 versis, renuncians omni actioni miclii competenti super eisdem Sorte et dampnis contra universos et singulos cives Argentinenses. protestor et fratrem meum Philippum et ejus consocium debita et dampna, in quibus eisdem dicta tenebalur universitas, similiter remisisse. in cujus rei probacionem sigillum meum present! cedule est appensum. actum anno 1278 in crastino purificacionis. so S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. delapso. 67. Bischof Konrad von Straßburg befreit das Kloster Herrenalb und seine Angehörigen vom Zolle zu Straßburg. 1278 Februar 10 Malsch. Cunradus dei gratia Argentinensis episcopus notum fieri cupimus omnibus presens scriptum intuentibus, quod nos absolvimus in perpetuum monasterium in Alba Cis- 35 terciensis ordinis Spirensis diocesis, abbatem et monachos ejusdem loci ac universas personas ibidem professas in grangiis sive curiis suis vel ubicumque commorantes cum omnibus bonis et universis rebus dicto monasterio grangiis sive curiis suis per- tinentibus ab omni theloneo, quod nobis ex eis de civitate nostra Argentinensi vel 44 1278 noslris successoribus possel provenire. ul aulem hec nostife donatio abbali cl monachis nunc ibidem degenlibus omnibusque successoribus suis sit valilura, presens scriptum nostro sigillo sollempniter est communitum. actum et datum anno domini 1278, 4 idus februarii apud Mals. Aus d. Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. II, 114 nach dem Or. im Württemb. St.-A. zu Stuttgart. 68. Ludwig Pfalzgraf bei Rhein, die Grafen von Hohenberg, Katzenellenbogen und Leiningen, sowie siebzehn genannte Städte, darunter Straßburg > schließen einen Landfrieden auf zwei Jahre, dessen Kosten ein Zoll zu Mainz und Boppard bestreiten soll. 1278 Juni 24 Hagenau. Tn nomine domini amen. Ludewicus dei gracia comes palatinus Reni dux Bauwarie, Albertus de Hohenberc, Eberhardus de Kazzenelnbogen, Fridericus de Liningin comites, Moguntinenses, Argentinenses, Basilienses, Wormatienses, Spiren- ses, Columbarienses, Slezestasienses, Hagenaugenses, Wizenburgenses, Openheimen- ses, Pinginenses, Wisalienses, Bobardienses, Frakenfordienses, Geilenhusenses, Fri- deburgenses, Wetslorgenses cives ad noticiam universorum litteris presentibus volumus pervenire, quod nos attendentes et considerantes inconstanciam rerum humanarum apud civitatem Hagenaugiam convenimus ibidem propter honorem dei et gloriose virginis, matris sue, necnon ob reverenciam sacri imperii pacem sanclam et gene- .hmi s ralem clara fide et unanimi» consensu conpromisimus a festo penthecostes nunc pre- terilo per biennium contra quoslibet violatores sancte pacis ac dolo sue malicie ipsam insectantes conservare et gubernare viribus et posse, in quantum valemus, procedere eciam manu valida nobis favenle divina clemencia contra omnes, qui thelonia incon- sueta et injusta super alveum Reni recipere volunt, hoc adjecto, quod omnes sive religiosi sive seculares in Reno descendentes et ascendentes de rebus suis, secunduin quod taxavimus el statuimus cominuni consilio, apud Maguntiam et Bobardiam b sum- mam proporcionaliter sue pecunie in subsidium et in defensionem pacis ministrabunt, ut eo potencialiter et liberaliter ipsos in corpore et rebus ac pacem predictam defen- sare valeamus. cives vero rebelles et inobedientes hiis statutis et conpromissis a sancta pace et nostra defensione penitus eicimus et excludimus. dampna, si qua in- currunt et ipsis provenire inde poterunt, per nos nec nostro adjutorio vindicabuntur. in testimonium et robor omnium premissorum presentibus nostra sigilla sunt appensa. actum et datum llagenaugie« anno domini 1278 die beati Johannis baptiste. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d Pfalz lad. 48,49 or. mb. c. 21 sig. pend. partim mutilatis, quorum 5 delapsa. Abgefallen sind die Siegel von Mainz, Straßburg, Worms, Speier und Bingen. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 111b ibid. bei Wencker Appar. et instr. archiv. p. 186 nr. 22 — Böhmer Cod. dipl. Mamofrancof. p. 185 — Schaab Gesch. d. rhein. Städteb. 2, 62 — Trouillat Mon. de Bote 11, 293 nr. 229. — Speierer UB. S. 97 nr. 134 i. Regest; Böhmer R. Reichssachen nr. 131. a) S hunanimi das h durch zwei untergesetzte Paukte gelöscht. b) 8 Bobabardiam. c) S Hagena mit Ahkiir- zungsstrich. 5 lo 15 20 25 30 35 40 1278 — 1279 45 69. Graf Simon von Eberstein schließt Frieden mit der Stadt Straßburg. 1278 Juli 30. Nos Symon dei gracia comes de Eberstein notum faciinus universis tarn presen- tibus quam futuris, quod omnem discordiam rancorem et inimiciciam, quam habuimus 5 bucusque cum magistro consulibus et universitate civium Argentinensium , 1 relaxamus et remittimus puro corde promittentes, quod dictos cives Argentinenses nec univer- saliter nec singulariler occasione inimicicie predicte seu pro hujusmodi causa et facto non vexabimus aut gravabimus nec vexari aut gravari procurabimus quoquo modo, sed pocius composicionem hujusmodi nos et nostri complices sine dolo et fraude io ratam et firmam tenebimus et tenere promittimus per presentes, si autem ex vero et justo debito aliquibus civibus Argentinensibus obligati sumus, hoc composicionem hujusmodi non tangit nec eidem est inclusum; sed pro tali debito eis justam servare debemus racionem. in cujus rei probacionem sigillum noslrum presentibus est appensum. actum et datum anno 1278 sabbato post Jacobi apostoli. 18 S aus Straßb. St. A Briefbuch A fol. 59 t> mit der Ueberschrift daz grafe Symon von Eberstein versftnet wart mit der stat zft Strazburg. 70. Bischof Konrad von Straßburg gibt dem Abt von Schultern den Auftrag , die Straßburger Dominikaner gegen ungerechte Bedrückung zu schirmen. 1270 Juli 26 Straßburg. 2n Cünradus dei gratia Argentinensis episcopus viro religiöse et discreto . . abbati de Schuttera salutem in domino sempiternam. quamvis karissimi nobis in Christo fratres ordinis predicatorum conventus Argentinensis studeant officium suum adeo laudabiliter excqui, quod apud omnes possunt stabilem benivolentiam promereri, non desunt tarnen, ut accepimus, aliqui noslre diocesis clerici et laici, qui presumptione 25 dampnabili ipsorum quietem inquietant multipliciter et perturbant. plebani namque et cappellani ac vicarii ecclesiarum, ut asserunt, non sinunt ipsos aliquando uti privilegiis et graciis seu indulgentiis ipsis a sede apostolica et a nobis ac anteces- soribus nostris concessis, in tantam prorumpentes audaciam, ut excoinmunicationis sententias fulminant vel se laturos comminentur in subditos proprios, ut sic ipsos 30 a devotione eorundem ac salubri familiaritate revocent et restringant. aliqui vero elemosinas, ut dicitur, ipsis fratribus in ultimis voluntatibus morientium deputalas vel aliter donatione inter vivos vel causa mortis collatas detinent nec legata ipsis procedere sinunt, successionis titulum vel quid aliud frivolum pretendentes. nolentes igitur dictos fratres, quorum meritis et operibus fructuosis nostra plerumque onera 35 in actionibus spiritualibus sublevantur, et quorum supplicationibus beneficia nobis celitus a patre luminum descendentia proeurantur, indebite molestari discretioni vestre, de qua gerimus in domino fiduciam pleniorem, injungimus dantes firmiter in 1 Vergl. nr. 34. 40 1279 mandatis, quatenus ipsos fralres habealis pro dei amore el nostra reverentia vobis propensius commendatos non sinentes, eos premissarum vel aliarum injuriarum mo- lestias sustinere, sed magis eos, de quibus ad vos querelam detulerint, clericos et laicos in vestra presentia statuendos ad satisfactionem plenariam auctoritate, quam super hoc vobis presentibus in hiis scriptis conferimus, inducatis, contumaces quos- libet censura ecclesiaslica percellenles. datum Argentine anno domini 1279, 7 ka- lendas augusti. T aus Straßb. Thmn. A. Dominic. lad. 3 or. mb. c. sig. pend. 71. Das Straßburger Domcapilel macht die Summe der zu Gunsten des Münsterbaues bewilligten hidulgenzen bekannt. 1279 November 14 Straßburg. Reverendis in Christo patribus et dominis dei gracia archiepiscopis episcopis abbatibus prioribus prepositis decanis plebanis viceplebanis aliisque ecclesiarum rectoribus, ad quos presentes littere pervenerint, decanus totumque capitulum ecclesie Argenlinensis oraciones in domino Jesu Christo. per diversas mundi partes tarn indigene quam adveue nuncii transeuntes, nisi cautelam adbibeant, in rebus dampna et in personis frequencius injurias paciuntur. cum igitur ecclesia Argentinensis a sede apostolica et ipsius legatis ac a reverendo patre et domino archiepiscopo Maguntino a necnon ab aliis reverendis patribus episcopis litteras indulgenciarum obtinuerit et habeat pro sua fabrica reformanda, que si casu inopinabili perderentur, forte ipsa ecclesia nun- quam vel nullatenus recuperaret tantum dampnum, tarnen ne circa indulgencias ipsius ecclesie Argentinensis macula suspicionis [intimari possitj, b summam indulgenciarum sub testimonio decani et nostri capituli conscriptam vobis et aliis Christi fidelibus duximus lenore presencium transmitlendam. que videlicet indulgencia talis est: sedes apostolica et legati ejus ac reverendus pater et dominus archiepiscopus Maguntinus predictus cum quinque suffraganeis suis singulis diebus, in quibus ipsi ecclesie Ar- gentinensi subvenitur, quatuordecim annos cum carrenis relaxant. pro fraternitate autem et benefactoribus ipsius ecclesie quilibet sacerdos predicte diocesis Argentinensis qualibet septimana duas missas celebrat c , uuam pro vivis et aliam pro defunctis. summa annorum quatuordecim cum centum et quadraginta carrenis, summa vero missarum quolibet anno plus quam octoginta milia missarum. ut autem ad hec plena fides ab omnibus adhibeatur, sigilla decani nostri et capituli ecclesie Argentinensis predicte presentibus sunt appensa. datum Argentine anno domini 1279 feria 3 post festum beati Martini confessoris. F aus Straßb. Frauenh. A. Donationsbuch 2 fol. 219 a cop. chart. sec. XV. 72. Cünradus Argentinensis episcopus omnibus penitentibus, qui ad ecclesiam fratrum de penitentia Jesu Christi in Argentina in quatuor festivitatibus virginis Marie, in festo sancti Johannis apostoli et ewangeliste, sancti Johannis baptiste et omnium 5 10 15 20 25 30 35 a) F mit schwärzerer Tinte über das dnrchstrichene Argent übergeschrieben. c) F celebrant. b) F inculari. 40 1279 — 1280 47 apostolorum, sancti Stephani, sancti Laurencii et omnium martyrum, in festo sancte Katherine, sancte Margarete et omnium virginum, sancti Nicolay episcopi, sancti Augustini et omnium confessorum, in honore quorum fratres tria altaria habent consecrata, et in nativitate domini, in resurrectione domini, in ascensione domini, 5 in die pentecostes, in festo omnium sanctorum sive in dedicatione ac anniversario dedicationis et per octavas eorum cum devotione accesserint, quadraginta dies crimi- nalium et annum venialium, omnibus quoque, qui fratribus ad edificia ac vite neces- saria manum porrexerint adjutricem, quadraginta dies de injunctis penitenciis relaxat. «loca sanctorum». datum Argentine anno domini 1279 in palacio nostro. 1279 10 Slraßburg in der bischöflichen Pfalz. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 6197 or. mb. c. sig. penä. delapso. Auf der Rückseite von gleicher Hand: indulgencia episcopi Argentinensis. 73. Vertrag des Bischofs Konrad von Straßburg mit dem St. Arbogasthloster übei' gegenseitigen Erlaß von Abgaben. 1280 Januar 23. iS Humana providencia gesta hominum decrevit racionabiliter literis stabilire, ut eorum lestimonio oblivionis tersa nebula cesset scruptulus el verdate cognita postcris litigiöse tollatur materia questionis. hinc est quod, cum nos C[onradus| dei gracia episcopus Argentinensis de bonis episcopalibus sitis in bannis Strazburg, Kuniges- hoven et Schiltenkein solveremus et solvere deberemus ab antiquo jure . . priori et so conventui monasterii sancti Arbogast! extra muros Argentinenses redditus annuos, qui dicuntur der niunde 1 , et iidem prior et conventus vice versa nobis et ecclesie nostre Argentinensi de bonis ipsorum in bannis Biscovesheim Honheim et Wiheres- heim sitis et in curiam nostram Biscovesheim spectantibus annuatim decern et novem quartalia mensuralis» annone et decem unceas denariorum Argentinensium solvere 25 tenerentur, nos provida deliberacione prehabita, accedente voluntate et consensu ca- pituli nostri Argentinensis, cum prefatis . . priore et conventu monasterii sancti Ar- bogasti convenimus et pertractavimus in hunc modum, quod ipsi bona nostra pre- tacta de redditibus, qui dicuntur der niunde, simpliciter absolverunt et absoluta in perpetuum dimiserunt. nos autem vice versa bona eorum prefata a censu pretacto, qui so hucusque nostre de eisdem bonis debebatur ecclesie, absolvimus et in evum dimit- timus absoluta, confitentes nos et nostram ecclesiam Argentinensem in eisdem bonis eorum de cetero nullum jus habere nec habere debere. et si quod jus nobis in eisdem competeret, hoc presentibus resignamus expresse, provide pensantes, hinc inde bona utraque sic absolvi et absoluta dimitti utrique ecclesiarum predictarum magis 35 expedire, quam quod alternatim ad hujusmodi forent prestaciones sibi invicem obligate. in qua quidem alterna absolucione recognoscimus nos utrimque nullatenus fore defraudatos. nos . . prior et conventus monasterii sancti Arbogasti antedicti absolvi- a) verbessert von späterer Hand in raansurnalis. l Vergl. ÜB. I, 74 nr. 93. 48 1280 mus et absoluta dimittimus bona supradicta episcopalia a redditibus, qui dicuntur der niunde, confitentes nos et nostrum monasterium in eisdem bonis deinceps nullum jus habere nee habere debere. et si quod jus nobis in eisdem competeret, hoc pre- sentibus resignamus expresse. renunciamus etiam bi ne inde tarn nos . . episcopus et capitulum Argentinenses quam etiam . . prior et conventus sancti Arbogasti supra- dicti restitucioni in integrum et omni juris auxilio canonici et civilis cunctisque de- fensionibus et excepcionibus et literis seu privilegiis a sede apostolica vel aliunde inpetratis et inpetrandis, quibns ad presens et in posterum venire et juvari possemus in judicio et exstra contra premissa omnia vel aliqua ex eis. que quidem absque omni cavillacione et sine dolo promittimus nos utrimque inviolabiliter observaturos. in cujus rei probacionem et memoriam perpetuam prefati domini episcopi et capituli Argentinensium, . . prioris et conventus sancti Arbogasti sigilla presentibus sunt ap- pensa. datum anno domini 1280 feria tercia ante eonversionem beati Pauli. B aus Straßb. Bez. A. 6 fase. 114 or. mb. c. 4 sig pend. laesis, quorum 1 delaps. Auf der Rückseite von nahezu gleichzeitiger Hand litera permutacionis facta cum domino epis- copo et preposito sancti Arbogasti et ejus conventu super quibusdam rebus, darunter CCXLVIII R[egistrata] et collfacionata] wohl von späterer Hand. Regest i. UB. III, 43 nr. 127 nach dem Copicdbuch v. St. Arbogast ibid. G fase. 1700. 74 König Rudolf weist die Zöllner zu Frankfurt an, die gegenseitige Zollfreiheit der Straßburger und Frankfurter Bürger zu achten. 1280 März 15 Wien. Rudolfus dei gratia Romanorum rex semper augustus dilectis suis ßdelibus the- loneariis in Frankenvurt gratiam suam et omne bonum. cum ex antique consue- tudinis observantia usque ad hec tempora sit perductum, quod cives in Frankenfürt in Argentina et econverso cives Argentinenses in Frankenfürt nullum dare theloneum consueverunt, nos hujusmodi consuetudinem inter civitates predictas hactenus ob- servalam nostris temporibus immutari nolentes fidelitati vestre injungimus et man- damus, quatinus dictos cives Argentinenses sine tbelonsi requisicione cujuslibet libere permittatis transire, ut et ipsi vice reciproca cives Frankenfurdenses ab omni thelo- neo liberos et solutos dimittant. in hoc enim nullum vobis in jure vestro prejudicium generatur. datum Wienne idus marlii regni nostri anno 7. [in verso\ universis theloneariis in Frankenfürt dilectis nostris ßdelibus. F aus Frankfurter St. A. or. mb. lit. clausa c. sig. inverso irnpr. mutil. Gedruckt bei Böhmer Cod. dipl. Moenofrancof. p. 197, nach nicht zu bestimmender Vorlage. — Böhmer R. Rud. nr. 526. 75. Bischof Konrad und die Stadt Straßburg melden der Stadt Frankfurt, daß sie gemäß dem Privileg König Rudolfs von den Bürgern derselben keinen Zoll fordern icerden und dasselbe auch von ihr erwarten. 1280 Mai 29. 5 10 15 20 25 30 35 donradus dei gratia episcopus Argentinensis, llartmütus de Schiitenkeim magister, consules et universitas civium Argentinensium viris prudenlibus et honorandis 40 1280 m Heinrico sculteto, scabinis, consulibus et universitati civium Frankenvordensium salutem cum bona in omnibus voluntate. gratiam serenissimi domini nostri Rudolf! Romanorum regis vobis et civibus Argentinensibus super theloneo 1 factam reverenter suscipientes ac eam gratam et ratam teuere volentes, inantea a vobis et 5 a vestris concivibus nullum prorsus theloneum requiremus ita videlicet, quod et vos a nobis et a nostris concivibus inantea nullum omnino theloneum requiratis. in cujus rei testimonium et firmitatem perpetuam sigilla nostra episcopi et civitatis Argentinensis presentibus duximus appendenda. actum anno domini 1280, 4 kalen- das junii. io F aus Frankfurter St. A. or. mb. c. 2 sig. pend. Gedruckt darnach bei Böhmer Cod. dipJ. Moenofrancof. p. 200; Lünig XIII, 560 nr. 11 nach unbekannter Vorlage. 76- Die Stadt Frankfurt schreibt der Stadt Straßburg, daß sie gemäß dem Privileg König Rudolfs von den Bürgern derselben keinen Zoll fordern werde und 15 dasselbe auch von ihr erwarte. 1280 Mai 29. Ilonorandis viris prudentibus et discretis .. magislratui consulibus et universis civibus Argentinensibus Heinricus scultetus, scabini, consules et Universitas civium Frankenvordensium cum affectu sincero paratam ad obsequia voluntatem. gratiam serenissimi domini nostri domini Rudolf! Romanorum regis vobis et nobis super so thelonio factam gratulanti“ animo suscipientes ac eam gratam et ratam teuere volentes, inantea a vobis et a vestris concivibus nullum prorsus thelonium requiremus ita videlicet, quod et vos a nobis et a nostris concivibus inantea nullum omnino thelonium requiratis. in cujus rei testimonium et firmitatem perpetuam sigillum civitatis Frankenvordensis presentibus duximus appendendum. actum anno domini 25 1280, 4 kalendas junii. S aus Straßb. St. A. ■ Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. e. sig. pend. partim mutil. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 196 l, ibid. bei Schöpflin Als. dipl II, 27 nr. 738 mit der falsch gelesenen Datirung 1284 Juni 1; Böhmer Cod. dipl. Moenofrancof. p. 200. ao 77. Frater Inzelerius ordinis heremitarum sancti Augustini Buduensis episcopus, cum fratres heremite sancti Augustini Argentine extra muros residentes absque subsidio et elemosina non valeant sustentari, omnibus contritis et confessis dictis fratribus manum adjutricem porrigentibus sive locum ipsorum devote visitantibus in festivitatibus nativitatis domini, epyphanie, eene domini, pasce, ascensionis, penthe- 35 costes, dedicationis loci, ecclesie et altarium proprii vocabuli, in quatuor festivitatibus a) S gratulenti. 1 Vergl. nr. 74. Str. II. 50 1280 beate Marie virginis, Johannis baptiste, apostolorum Petri et Pauli, in utroque festo sancti Augustini et sancti Michahelis et in die omnium sanctornm et per omnes octavas predictarum festivitatuni, dummodo consensus accesserit dyocesani, ad unum- quodque altare 100 dies venialium et quadraginta criminalium de injuncta peni- tentia relaxat. «cum a vobis petitur.» datum Neurenberch anno domini 1280. 1280 [Nürnberg]. T aus Straßb. Thom. A. Augustiner lad. 10 or. mb. c. sig. pend. laeso. 78. Albrecht Kage schreibt an die Stadt Straßburg, er stehe mit ihrem Bürger Zorn in Fehde, wünsche aber mit ihr Frieden zu halten. [1266 — 1280]. Ich Albreth der Kage unbute deme rate' von Strazburg und dem meistire und der gemeinde min dienest. da si der Zorn von Strazburg, der habe mir lmte widirseith. nu bete ich mit der stad von Strazburg ein gute süne und habe öch die noch hüte dis dages gerne stete, ubir daz so bitte ich uch den meistir und den rath und die gemeinde, daz ir mich des versicheren!, daz mir von Strazburg nieman nutli endü, er widirsage mir e. ubir daz swaz mich der meistir und her Reinbolt der Liebencellere dröstet, daruf habe ich mich, und mich und her Zornen mit enander laut began, wand ich nieman ger zu dünde wan ime. ubir daz herre her meistir und der rat und die gemeinde wissen!, obe irs in nith versicheren!, daz ir uch öch hüten sulent vor mir und die stad gemeinliclie. [in verso] magistro consulibus et universitati civium Argentinensium. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 23 b or. mb. Kt. clausa c. sig. in verso impr. laeso. Der Brief gehört seiner Schrift nach in die zweite Hälfte des 13ten Jahrhunderts und dürfte seinem Inhalt nach in die Zeit nach dem Bellum Waltheria- num zu setzen sein, etwa in die Jahre 1266 — 1280. Vielleicht steht er mit nr. 3 von 1267 Februar 1 im Zusammenhang . 1 79- Die Stadt Breisach schreibt an die Stadt Straßburg, sie habe ihren Bürger Konrad zu Rhein bewogen, gegen Zahlung von fünfzehn Mark Silber die Güter zwei genannter Straßburger Bürger ausliefern zu wollen, außerdem gebe sie Frist bis Maria, Himmelfahrt. [1270 — 1280]. Honorandis viris . . magistro burgensium consulibus et ceteris civibus Argen- linensibus H. scultetus et burgenses de Brisaco quiequid potest sui possibilitas famulatus. noverit vestra providentia, quod ob dilectionem, quam erga vos gessimus et gerimus specialem, Conradum dictum de Reno concivem nostrum induximus, licet ad hoc magna accesserit difficultas, quod, si quindecim marcas argenti apud Brisacum 1 Die Notiz der Annah Colmar, maj. zum Jahr 1292: scultetus Argentinensis et Zorno cum suis congregati armis invadere voluerunt familiam Kagenegk et Herbonon propter verba quedam injuriosa (Mon. Germ. SS. XVII , 219) dürfte schwerlich hierauf zu beziehen sein. 5 10 1Ü 20 25 30 35 1280 — 1281 51 sibi feceritis exhiberi, extunc conlinuo bona concivium vestrormn H. Tolewegge et II. dicli Sterne vobis remitti libere faciemus. et sicul petistis, inducias usque ad festum assnmptionis beate virginis proxime venturum de residuo indulgemus. quare August n presentes litteras patentes nostre universitalis sigillo signatas vobis duximus s transmittendas. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. lit. pat. c. sig. inverso impr. laeso. Das Stück gehört seiner Schrift nach in die zweite Hälfte des 13ten Jahrhunderts und dürfte etwa in die Jahre 1270—80 zu setzen sein. Die Sigle H ist mit Henricus oder Hildebrandus aufzulösen, ersterer ist 1274 f letzterer 1277 1 2 als Schultheiß 0 urkundlich nachweisbar. In diesem Jahren erscheint auch wiederholt Konrad zu Ehein 3 . 80. Bischof Konrad von Straßburg ermahnt den Ordensmeister der Dominikaner Johannes, die Seelsorge des Straßburger Renerinnenhlosters zu übernehmen. 1281 Februar 17. Religioso discrelo et venerabili viro fratri Jolianni rnagisl.ro ordinis fratrum 15 predicatorum 4 Conradus dei gratia Argentinensis episcopus quiequid polest reverentie cum sincere plenitudine voluntatis. cum dilecte in Christo filie . . priorissa et sorores penitentes extra muros Argentinenses, que, ut publicis probatur testimoniis, ad ordinem sororum sancti Sixti de urbe per sedem apostolicam sub beati Augustini regula sunt recepte, olim quoque per memorie recolende venerabilem patrem Hugonem 2 o tituli sancte Sabine presbyterum cardinalem tune apostolice sedis legatum . . priori et conventui domus Argentinensis ordinis vestri commisse exstiterant ab eisdem gubernande sieque appareat evidenter, ut eedem sorores ratione regule constitutionis et commissionis predicti legati spectent ac pertineant ad vestram ac fratrum vestri ordinis custodiam et regimen speciale, nunc, prout diligenti inquisitione indagavimus 25 secundum nostri exigentiam officii, sint omni solatio consilii et auxilii spiritualis et temporalis penitus destitute, proinde quod is, qui subjectionem et gubernationem sibi vendicat in eisdem, in remotis est partibus constitutus, que quidem sorores magis necesse habent cottidiano sublevari auxilio per rectoris presentis sollicitudinem, quam quod absentis gubernatoris solacium sine spe remedii inaniter prestolentur, nos, prout 30 nostrum requirit officium, liujusmodi earum incommoditatibus, dampnis et periculis salubre adhibere remedium cupientes, ut deinceps divinis serviciis vacare liberioribus valeant animis, vestram providenciam in domino duximus fiducialiter exortandam, quatenus pro dei et nostra reverentia curam predictarum sororum vobis assumere et eas velitis sub vestri ordinis titulo collocare, fratribus vestri ordinis domus Argenti- 3s nensis ipsas committendo et mandando, ut eisdem sororibus sollicitudinem talem impendant in spiritualibus et temporalibus, qualem clauslris sororum vestrarum circa 1 Eosmann u. Etis Geschichte der Stadt Breisach S. 466. 2 Schöpflin Als. dipl. II, 14 nr. 710. 3 Vergl. Zeitschr. f. Gesell, d. Oberrh. XIII, 49; Eosmann u. Ens, Schöpflin l. c. 4 Johannes de Vercellis, vergl. Mon. Germ. SS. XVII, 211. 40 52 1281 Argenlinam vel alibi impendere consueverunt, preces noslras in hac parle sic favora- biliter admillentes, quod proinde totum ordinem vestruin amplecli debeamus ampliori gratia et favore summusque opilio pro ovium suarum errantium in caulas celestes introductione vobis in celis debeat condignis premiis respondere. datum anno do- mini 1281 feria secunda post Valentini. T aus Straßb. Thmn. A. Dominic. lad. 3 or. mb. c. sig. pend. Auf der Rückseite von wenig späterer Hand magistro ordinis predicjatorum] und der Ziffervermerk III. Diese Numerirung ist, weil sie ziemlich gleichzeitig erfolgt zu sein scheint, für die Einreihung der nr. 85—88 von Bedeutung. 81. Bischof Konrad von Straßburg fordert die Straßburger Dominikaner auf, sogleich die Pßege des Reuerinnenhloslers zu übernehmen. 1281 Februar 22 Straßburg. Cünradus dei gratia Argentinensis episcopus dilectis in Christo . . priori. . suppriori ac fratribus ordinis predicatorum conventus Argentinensis salutem in domino sempiter- nam. licet nuper reverendum virum fratrem Jo[hannem] magistrum ordinis vestri requisiverimus per litteras speciales 1 , quatenus curam sibi dilectarum in Christo, . prio- risse et sororum monasterii sancte Marie Magdalene extra muros Argentinenses assu- meret et ipsas per vos et fratres alios vestri ordinis gubernaret, nos tarnen veriti, quod occupatio sua moram induceret, que vergeret in dispendium animarum, placuit nobis cito negotio adhibere remedium oportunum. discrecionem igitur vestram monemus et hortamur in domino ac in augmentum vobis injungimus meritorum, quatenus dictarum . . priorisse et sororum vobis regimen assumalis et illam ipsis auctoritate presentium curam et sollicitudinem inpendatis, quam aliis claustris feminarum vestro ordini commissarum inpendere consuevistis, non obstante contradictione prepositi earundem, cujus supplere defectum et neglientiam volumus ex debito pastoralis officii in hac parte. sententias insuper excommunicationis seu interdicti necnon precepta, si quas vel si qua tulerit idem prepositus in prefatas . . priorissam et sorores cap- pellanos conversos aut conversas earundem, necnon institutiones et destitutiones ab ipso factas seu faciendas decrevimus non tenere, cum nondum nobis constiterit, ut constare debet, quod in nostra diocesi talem possit jurisdictionem in religiosas per- sonas et ecclesiasticas exercere. memoratis ad hec . . priorisse et sororibus districte mandamus, quatenus vobis tanquam salutis ipsarum adjutoribus et suarum patribus animarum reverenter obediant et intendant. in hujus rei testimonium presentem paginam sigilli nostri munimine roboramus. datum Argentine anno domini 1281, 8 kalendas marcii. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 3 or. mb. c. sig. pend. Auf dem Rücken Vermerk IV. 5 10 15 20 25 30 35 1 Vergl. nr. 80. 1281 53 82. Das Reueriunenklosler zu Straßburg appellirl gegen die Anmaßungen seines Probsles Witicho an, den heiligen Stuhl und beauftragt den Cleriher Gerung mit dieser Appellation. 1281 März 15. Nos priorissa et conventus sororum ecclesie sancte Marie Magdalene extra 5 muros Argentinenses universis presens scriptum visuris notum esse cupimus r quod cum olim melioris vite frugem et conpendia captaremus, regulam et ordinem sororum sancti Syxti de urbe petivimus et obtinuimus a sanctissimo patre ac domino Gregorio tune sedi apostolice presidente 1 . porro cum sorores ipse, sicut urbi et orbi notum esse potest, per fratres ordinis predicatorum regantur immo disponente sede eadem io ab inicio regerentur, venerabilis dominus bone memorie Hugo frater ordinis memorati cardinalis existens, cum legationis officio in Aleinania fungeretur, nos eure predic- torum fratrum sollicite commendavit 2 justa motus videlicet ratione, quatenus, cum sororum ipsarum ordinem et regulam servaremus, consimili quoque fratrum ipsorum patrocinio gauderemus. fateri autem oportet et testimonium reddere veritati, quod 15 antedictis fratribus nos in vita plantantibus doctrina rigantibus amplius cepissemus deo auspice incrementum, si non inlercessisset rerum occasio variarum. nam inter cetera dominus Witicho 3 , qui se gessit pro preposito penitentium, se de nobis intro- misit juxta quod sibi placuit gubernandis. ac nos ea, que circa nos fiebanl, diligencius advertentes, cum sub languido capite menbrorum foret sanitas desperala, ad vocem üo proplieticam excitate super vias nostras stetimus, de semitis antiquis interrogavimus nec aliud nobis clamor consciencie respondebat, nisi quod ad locum, unde exissent fulmina, remearent. manum igitur mittentes ad forcia rebus et signis, actu et habitu relinquentes stirpem inutilem, olive pulcre fructifere memorati ordinis forcius inseri et uniri perfectius desideravimus sacre per hoc unctionis et pinguedinis consorcio 25 fruiture. verum quia humani generis inimicus invidie slimulo“ agitatus quandoque ut b sagitta volans per diem, aliquando ut negocium in tenebris perambulans pietatis operibus adversatur, nos ad convenientis cautele presidium duximus festinandum. ne igitur obstrictiorem vivendi modum nunc electum a nobis, quo, ut speramus, secundum deum creatum novum bominem induimus, dictus prepositus, cujus fugere 30 debere conversacionem et gubernacionem in multis experiencia facti nos edoeuit et vita re, nobis non citatis vel legittime non vocatis, deffensionibus eciam et excepcio- nibus contra litteras, quarum auctoritate idem sibi jurisdictionem in nos usurpare presumit, et contra personam suam nobis conpetentibus non auditis, quas coram eo nos veile proponere protestamur loco et tempore conpetenti, dictis eciam litteris, quas 35 non vidimus, nobis non ostensis, quarum copiam petimus, cum nunquam eam habu- erimus, vel alias juris ordine pretermisso contra nos vel aliquam ex nobis seu monasterium nostrum ullas suspensionis excommunicacionis vel interdicti sententias a) T Stimulus. b) ursprünglich aut, das a radirt oder vermischt. 1 Vergl. UB. I, 185 Anmerk. 1. 2 ln den Jahren 1251 — 1253. Eine darauf bezügliche Urkunde ist nicht erhalten. 3 Derselbe erscheint 1256 März 1 in einer Urkunde des Reuerinnenklosters als Zeuge. Vergl. UB. I, 298 nr. 397. 40 I 54 1281 fulminet vel aliquit slatuat in noslri prejudicium vel gravamen, quod tarnen facere non potest nec debet, cum in nos idem jurisdictionem nullam habeat ex eo, quod officio suo dudum renunciavit et per consequens jurisdictioni, si quam in nos aliquando liabuisset, nostrumque vel alium ordinem non sit professus et ideo magister esse non possit, qui subesse non novit, juxta canonicas sanctiones, sedem apostolicam presen- s tibus appellamus dantes poteslatem Gerungo clerico exibitori presencium, premissa legendi proponendi et petendi et dictam sedem pro nobis et noslro nomine appellandi in scriptis et eciam viva voce et apostolos petendi, ratum liabiture, quicquid idem fecerit in hac parte. in cujus rei lestimonium sigilla presencium cum sigillo nostro appendi petimus ad presentes, ego Gerungus predictus protestor excepciones conpe- 10 tentes predictis dominabus contra personam dicti . . prepositi et contra litteras, quarum auctoritate idem prepositus jurisdictionem in dictas dominas sibi usurpare presumit, et contra jurisdictionem, si quam habere se dicit, me veile proponere coram preposito memorato. et ne idem contra dictas dominas vel earum aliquam aut in monasterium ipsarum ullas sententias fulminet excommunicationis suspensionis vel interdicti vel 15 aliquid statuat in earum prejudicium vel gravamen, eis non citatis vel alias non vocatis legittime et excepcionibus ipsis conpetentibus contra dictum . . preposilum et litteras, si quas habet, quas dico esse veritate tacita inpetratas et falsitate suggesta, non auditis vel non admissis seu alias juris ordine non servalo, sedem apostolicam nomine dictarum dominarum et pro ipsis appello et apostolos peto, protestans me 20 veile dictam appellationem innovare coram eo, cum prim um adeundi ipsum comode habere potero facultatem. nos judex curie Argentinensis et . . nos judices curiarum dominorum . . prepositi . . cantoris et M[arquardi] scolastici et . . thesaurarii archidia- conorum ecclesie Argentinensis huic appellationi confitemur nos interfuisse et ad ejus probacionem sigilla predictarum curiarum presentibus duximus appendenda. 25 actum et datum anno domini 1281 sabbato ante dominicam, qua cantatur Occuli. T aus Straßb. Thorn. A. Dominic. lad. 3 or. mb. c. 6 sig. pencl., guoram 4 delapsa. 83 Der Prior von Romainmotier löst das Straßburger Domcapitel, das von seinen Einkünften ans der Basler Diöcese den Kreuzzugs zehnten entrichtet hat, von allen Strafen, in die es wegen Säumigkeit verfallen sein möchte. 1281 October. so . . Prior Romani monasterii Lausanensis diocesis universis presentium inspec- toribus salutem. cum honorabiles viri capitulum majoris ecclesie Argentinensis de redditibus suis in Basiliensi diocesi sitis de decima transmarina satisfecerint collectoribus ejusdem decime in dicta diocesi constitutis, sicut nobis per ipsorum literas conslitit evidenter 1 , nos auctoritate apostolica nobis in hac parte commissa 35 1 Decanus majoris ecclesie et Sftephanus] prior sancti Albani Basiliensis collectores decime transmarine per Basiliensem diocesim constituti recognoscunt, se a Diethero sacerdote prebendario Argentinensi ex parte capituli Argentinensis 18 marcas argenti recepisse nomine decime transmarine. Basel 1281 October 4. cop. ch. sec. XVI %■ Straßb. Bes. A. G 3466 toi. 79 d. - 1281 55 sententias excommunicationis et interdicti, si quas incurrerunt occasione predicte decime debito tempore non solute, presentibus relaxamus et super irregularitate, si quam contraxerunt, eadem auctoritate apostolica dispensamus. datum anno domini 1281 mense octobri. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 2716 or. mb. c. sig. pend. laeso. 84. König Rudolf bestätigt dem Straßburger Hospital das von König Konrad III ertheilte Privileg. 1281 November 10 Straßburg. Rudolfus 3 dei gracia Romanorum rex semper augustus omnibus imperpetuum. tantus est fervor amoris et caritatis sinceritas, qui erga Christi pauperes nostris io excanduerunt in cordibus, quod nos caritatem hujusmodi in effectu restringere non valentes ipsam libenter pro nostre salulis augmento ad laudem illius, qui tribuit omnibus babundanter, devotis fidelibus impartimur. noverint igitur presentis etatis homines et future, nos vidisse privilegium inclite recordacionis quondam Conradi regis secundi, predecessoris nostri, pauperibus hospitalis civitatis Argentinensis iS traditum et concessum sub hac forma: \ folgt UB. I Nr. 94\. Nos itaque predicti regis Conradi inherentes vestigiis et erga pauperes hospitalis predicti, quos in ergastulo paupertatis continua captivat egestas, quodam humane caritatis instinctu misericordiam restringere nescientes predictum privilegium in omnibus et singulis suis articulis, prout superius est expressum, auctoritate regia äo innovamus, confirmamus et presentis scripti patrocinio communimus. nulli ergo omniuo liominum liceat b hanc paginam nostre innovacionis et confirmacionis infrin- gere aut ei in aliquo ausu temerario contraire. quod qui facere presumpserit, gravem nostre majestatis offensam se noverit incurrisse. in cujus rei testimonium presens scriptum conscribi et majestatis nostre sigillo jussimus communiri. festes hujus rei 25 sunt venerabiles Conradus Argentinensis, Heinricus Basiliensis et Conradus Tullensis episcopi; spectabiles viri Hartmannus de Habspurch et Chiburch, Heinricus de Vurstin- berch, Henricus de Vriburch, Fridericus de Liningen, Johannes de Spanheim et Guntherus de Suartzburch comites; Otto de Ohsinstein, Conradus Wernheri de Hadstat, fratres de Rapoltstein, Cono de Bercheim et quamplures alii. signum 30 domini Rudolfi regis Romanorum invictissimi (M.) Datum Argentine 4 idus novembris indictione 10 anno domini 1281, regni vero nostri anno nono. H aus Straßb. Hosp. A. lad. 1 m\ 3 or. mb. c. sig. pend. Weißes Wachssiegel an roth- seidenen Schnüren. 35 Hegest mit Zeugenangabe darnach i. Zeitsehr. f. Gesch. d. Oberrh. XI, 295. 85. Cunradus episcopus Argentinensis mandat sub pena excommunicationis', quatenus super assumpto habitu nemo priorisse et sororibus monasterii sancte Marie Rudolfus in Majuskeln geschritten mit weiten Abständen. Rasur corrigirt. b) Der obere Strick von a und das t auf 56 1281 Magdalene extra muros Argentinensis molestus sit, nec ex ipsis una eum deponere vel mutare audeat. tunicis et scapularibus albis, palliis vero nigris eas uti jubet. «gaudemus in domino quod in valle.» datum Argentine anno domini 1281. 1281 Straßburg. T am Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 3 or. mb. c. sig. pencl. laeso. Dorsualvermerk VI. 5 86 Bischof Konrad von Straßburg fordert die Reuerinnen auf, gegen unruhige und aufrührerische Schwestern streng vorzugehn, und stellt ihnen dafür die Hilfe seines Officials zur Verfügung. 1281 Straßburg. Cünradus dei gratia Argentinensis episcopus devotis in Christo.. priorisse et sororibus monasterii sancte Marie Magdalene ordinis sancti Augustini secundum 10 instituta sororum sancti Sixti de urbe viventibus extra muros Argentinenses salutis et gratie continuum incrementum. intelleximus, quod vobis ad frugem melioris vite tendentibus et assumpto novo homine, qui secundum deum creatus est, meliora karismata emulantibus quedam reniti ceperunt sanctitatis proposito detestabili et, que pudorem non decet femineum, pertinacia resistentes, hinc contigit aliquas »s abscedere et excusso jugo regularis discipline tanquam pullos onagri liberas se putare. quedam vero bona repetentes, que ab ipsis vel earum parentibus vestro collata monasterio annis plurimis possedislis pacifice, dampnationem Ananie et Saphire non verentur; relique vero inter vos herentes querelis, murmurationibus, dolis et machinationibus dura cervice, tanquam deo respondeant: scientiam viarum 20 tuarum nolumus, vos multipliciter inquietant. sicque factum est, ut parabola implea- tur ewangelica, prudentibus videlicet virginibus oleum in vasis suis sumentibus, fatue virgines in sponsi non parentur adventum, sed foris stantes in celestibus nuptiis nesciantur. cum igitur juxta officii nostri censuram omnia de regno dei scandala tollere debeamus, id ipsum, quod vobis vestra precipit regula, injungimus ss et mandamus: hoc est, ut unanimes habitetis in domo et vobis cor unum et una anima sit in deo. auctoritate quoque presentium firmiter prohibemus, ne sorores illas, que recedentes a vobis vestrum consortium contempserunt, recipiatis de cetero sine nostra licentia speciali nec aliqua bona reslituatis, assignetis vel concedatis aliquibus personis, que relicto vestro monasterio ad aliam transire volunt religionem 30 vel in seculo remanere. de illis vero, que inter vos manentes et habitum dissimilem deferentes modis variis vos perturbant, taliter ordinamus, quod videlicet infra septem dies a noticia presentium, cum in vestro capitulo lecte erunt, majori et saniori parti congregationis vestre habitu et moribus se conforment. alioquin vos. . priorissa rebelles in edibus discipline recludite vel de claustro expellite, sicut memorata jubet 35 regula, ne contagione pestifera plures pereant, et si herum all quid, quod ad correc- tionem temeritatis vel conservalionem honestatis pertinet, vires vestras excedit, ad officialem sive judicem curie nostre fiducialiter recurratis. ipsum enim vobis et vestro monasterio specialem deputamus in hiis scriptis et decernimus defensorem, quatenus ad requisitionem vestram interdicti et excommunicationis sententias ferat 40 1281 57 in rebelles et publicari in parrochiis faciat, invocato ad hoc, si necesse fuerit, auxilio bracii secularis. si que vero ausu temerario, postqnam a vobis fortassis recesserint, in civitate vel in diocesi nostra latere voluerint seu infrunito anirao in publicum se jactare, bas per officialem raemoratum et per plebanos necnon per 5 cappellanos locorum tanquam apostatas denunciari precipimus et expelli. datum Argenline anno domini 1281. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 3 or. mb. c. sig. pend. Dorsualvermerk VII. 87. Conradus dei gratia Argentinensis episcopus priorisse et sororibus monas- terii sancte Marie Magdalene extra muros Argentinenses mandat, quatenus consti- io luciones suas constitucionibus a magistro ordinis fratruin predicatorum, cui ab Alexandro papa quarto concessum est, ul constituciones monialium ordinis sancti Augustin! secundum statuta ipsorum fratrum vivencium ad uniformitatem reduceret et corrigeret, correctis conforment et, si ipse magister successivis temporibus aliquid de ipsis corrigere, addere vel mulare voluerit, eandem correctionem devote acci- 15 piant. «bene dixit legislalor». datum Argentine anno domini 1281. 1281 Straßburg. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 3 cop. viditn. mb. c. sig. pend. ausgestellt vom judex curie pvepositi ecclesie Argentinensis 1286 November 28 Straßburg >. 88. Bischof Konrcul ton Straßburg bewilligt dem Reuerinnenkloster , daß es dieselben Rechte und Privilegien genieße wie die sieben Straßburger Frauenklöster . 20 1281 Slraßbnrg. Giinradus dei gratia Argentinensis episcopus devotis in Christo. . priorisse et sororibus monasterii sancte Marie Magdalene extra muros Argentinenses salutis et gralie continuum incrementum. cum et plantare sacram rcligionem et plantatam fovere modis omnibus teneamur, id studiis probater impleri competentibus, si per- 25 sone deo dedite virga directionis a noxiis retralianlur excessibus et ad viciniora saluti quasi quibusdam premiis invitenlur. sane ex parte vestra nobis fuit exposi- lum, quod per neglientiam eorum, qui curam vestri pro tempore habuerunt, admo- dum paucis vel nullis gaudetis privilegiis, que tarnen benignitate solita Romani pontifices vel locorum antistites piis collegiis concedere consueverunt. ex quo non 30 solum honestati vestre deperit, immo et utilitati decerpitur, quando tarn a clericis quam a laicis conceditur aliis, quod vobis jure vel injuria denegatur. memorcs igilur, quod ex credita nobis amministratione vos tanquam novale florigerum fructi- feram ad culturam reparavimus et auctore ipso, cujus pater agricola est, domino Jesu Christo olive pulcre et uberi surculum quantum lieuit inserere preparavimus, 3» vos eure et diligentie . . prioris fratrum ordinis predicatorum ac ipsorum, qui vices ejusdem gereut pro tempore, necnon successoribus eorumdem cum succedentibus 1 Diese Vidimatio umfasst außerdem nr. 8G und nr. 88, die obige Urkunde steht in der Mitte zwischen beiden, hatte also wohl den Vermerk VIII. 58 1281 — 1282 vobis fidelissime connnendantes, maxime cum beati Augustini regulam profiteamini et instituta sororum sancti Sixti servetis, que sub predictorum fratrum presidio gubernantur, unde ne vos aliis religiosis feminis nostram civitatem sacro claustro- rum septenario cingentibus inferiores videamini, que cum ipsis in dei puro minislerio actus et habitus curritis passu pari idem bravium apprehendere cupientes, omnia r> privilegia, que sorores claustrorum predictorum, videlicet sanctorum Marci Elizabeth Agnetis Katerine Nicliolai Margarete Johannis extra muros Argentinenses habent vel habebunt in posterum per se vel unionis causa seu speciali gralia per ordinem fratrum eorumdem, sive illa concessa sint a sede apostolica seu per ejusdem sedis legatos vel per locorum ordinarios, sive etiam ab eisdem ipsis in posterum w concedantur, vobis concedimus et conferimus presentium per tenorem volentes, quod eisdem privilegiis indulgentiis et graciis utamini intra fines nostre civitatis et diocesis sive ad agendum sive ad excipiendum vel aliLer, sub quocumque tenore edita sint, conlradictione qualibet non obstante. datum Argen!ine anno domini 1281. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 3 or. mb. c. sig. pend. Dorsualvermerk VII1I. i-> 119. Frater Albertus ordinis fratrum minorum dei gracia episcopus insule' sancle Marie omnibus vere penitentibus et confessis, qui ad ecclesiam sanctimonialium ordinis fratrum predicalorum Argentine apud sanctam Katherinam in dedicatione et in anniversario dedicationis ipsius sive altarium et patronorum et in quatuor feslis precipuis beate Marie virginis et beati Augustini et beati Dominici et beati Petri 20 martyris causa devotionis accesserint, quadraginta dies criminaliiun de injuncta eis penitenlia, accedente consensu Cünradi Argentinensis episcopi, misericorditer relaxat prohibens, ut presentes littere extra per questionarios non ferantur. «loca sanctorum omnium.» datum Argentine anno domini 1282 in sabbalo ante festum trinitalis in generali capitulo nostri ordinis Argentine tune temporis celebrato. 1 1282 Mai 23 25 Straßburg. II aus Straßb. Hosp. A. lad. 125 fase. 15 or. mb. c. sig. pend. 90. Cünradus episcopus Argentinensis archipresbylero vel ejus vices gerenti in Slezstat mandat, ut quosdam clericos et laicos diocesis, qui priorem et fratres ordinis predicalorum conventus Argentinensis verbis et factis offendere non vereantur, ad so presentiam suam evocet, fratribus per censuram ecclesiasticam justicie complementum exhibiturus. «ex conquestione dilectorum.» datum in Tabechesleine anno domini 1282 in vigilia Jacobi apostoli. 1282 Juli 24 Dachstein. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 3 or. mb. c. sig. pend. 91. Cünradus episcopus Argentinensis omnibus vere penitentibus, qui ad eccle- »s siam sancti Stephani in Argenlina in dedicatione et in anniversario dedicationis altaris super letenario ecclesie predicte et per octo dies subsequenles, item in festis patro- 1 Vergl. Anna!. Colmar, maj. (Mon. Germ. SS. XVII, 309), 1282 — 1283 59 norutn allaris predicti, ilem iu sex feslis nativilatis beati Stephani prolhomarlyris et inventionis ipsius, beale Atbale virginis, sancte Barbare virginis et martyris, beale Odylie virginis atque dedicationis ecclesie sancli Stephani supradicte causa devotionis accesserint, quadraginta dies criminalium et umim annum venialiuin de injuucla eis s penilentia relaxat. «loca sanclorum omnium.» datum Argentine anno domini 1282. 1282 Straßburg. B aus Straßb. Bez. A. H fase. 2617 ur. mb. c. sig. pend. delapso. 02. Die Franciskaner zu Straßburg verpflichten sich der Stadt gegenüber, keinerlei Erbschleicherei zu treiben. 1283 Juli 9. io Wir brüder Diethericb der provincial der minrebrüdere Ordens über Tütschelant und brüder Syfrit der gardian und die sammenunge der minrebrüdere des huses zü Strazburg lünt kuut allen den, die disen brief gesehen! oder gehören!, daz wir, wie die ersamen herren der meister der rat und die bürgere von Strazburg gemeinliche vor uns durch ir zuht selber verjehen baut, daz wir sie noch nie beswertent noch iä erzurndent mit sölichen sacken, alse hie nidenan geschriben staut, doch durch ir liebi und durch ir bete und durch ir früntschaft globen wir in getruweliche und an alle geverde, daz wir noch nieman, der under uns ist, platte oder leye erben sol uz unserm closter an die weit weder eygin noch erbe noch kein güt, daz die burger von Strazburg anhöret, so globen wir in öch, daz wir nieman underwisent süllent 20 noch schaffen underwiset an sinem totbette, daz uns burger oder burgerin zü Strazburg ir eygen oder ir erbe geben! oder besetzen!, also daz die rehten erben damit verderbet und enterbet sint. wir globen! öch, daz wir kein güt eigin noch erbe, daz die bürgere oder burgerin von Strazburg anhört und uns besetzet oder gegeben wirf, also verketten süllent oder verändern mit der gedinge, daz es da nach wider an uns 2 b oder an anders ieman von unsern wegen gevalle, wen ne daz wirs schaffen süllent verkötfen an alle geverde, und daz wir mit allen dingen begliche und gütliche mit in leben!, wände öch sie und ir vordem uns und unserm orden ie gütliche und frünfliehe haut getan und allerwege tünt von iren gnaden, so globen wir in mit güten truwen, daz wir ir fründe, die bürgere sint zü Strazburg, die under ahtzehen 3" jaren sint, so verre so wir mit gölte iemer mügent, niht empfohen wellen! in unsern orden, und wellen! uns hüten, daz wir sie daran nit beswerent, so verre so wir iemer mit gotte und mit unsers ordens ereu mügent, ez ensie denne der liebsten fründe güt wille. daz diz war sie und stete hübe, darumbe sint unsere ingesigele dez vorgenanten provincials und dez huses zü Strazburg an disen brief gehencket 35 zü einem urkünde. dis geschach an dem fritdage nach Ulrici, da von gottes gebürte waren! tusent jar zweihundert jar und drü und alitzig jare. 8 aus Straßb. St. A Briefbuch A fol. 37 d mit der Ueberschrift: daz die barfüszen durch iren güten willen und mütwillekliche sich verbunden hant, alle die stücke zü haltende, die die stat an sie vorderte, wände sie der stat und den bürgern damit willen wollen!. Gedruckt ebeudarnach bei Schöpflin Als. dipl. II, 27 nr. 737 and Hegel I). St. Chron. IX, 972 im Auszug. 4 « 1283 00 93. Die F’ranciskaner zu Firaßburg beurkunden ihre Verg flieh Lungen der Fladl gegenüber betreffend Erbschleicher ei. 1283 [Juli 0]. Nos fraler Theodericus fratrum minorum Alemanie provincialis minister et servus, fraler Sifridus gardianus totusque conventus domus Argentinensis notum facimus universis, ad quos pervenerit noticia subscriptorum, quod nos venerabilibus in s Christo dominis. . magistro consulibus ac universitati civitatis Argentinensis predicte dedimus litteras de verbo ad verbum tenorem hujusmodi continentes 1 : nos fraler Theodericus minister et servus fratrum minorum Alamanie et fraler Sifridus gardianus totusque conventus fratrum minorum in Argentina notum facimus universis presentes litteras inspecturis, quod, licet honorabiles domini . . magister et consules io ac universitas civitatis Argentinensis a nobis nunquam molestali vel offenst fuerint in articulis infrascriptis, prout etiain ipsi ob eorum meram bonestatem et urbani- tatein recognoverunt conmuniter coram nobis ac publice sunt professi, nos tarnen ob eorum amiciciam et favorem ac instanciam seriosam ipsis promittimus et promisimus bona fide, omni dolo et fraude circumscriptis penitus et exclusis, 15 quod nos vel fratres nostri aliqui, sive sint derlei sive layci, ab aliquo cive Argen- linensi nobis quacumque consanguinitatis linea attinente nunquam petemus sive de mobilibus sive de inmobilibus jure successionis bereditariam porlionem. item promisimus et promittimus per presentes, quod nunquam per nos vel per alios civein aliquein Argentinensem virum vel mulierem in lecto egritudinis constitutum indu- au ceinus vel induci procurabimus, ut omnia bona sua mobilia et inmobilia pro anime sue remedio nobis leget, ita quod heredes sui legitim! portione legitima penitus defraudentur. promisimus eciam et promittimus, quod, si aliquis civis Argentinensis possessionem inmobilem aut domum aliquam usibus seu necessitati fratrum deputa- verit, nos possessionem illam aut domum vendi procurabimus absolute et simpliciter 25 absque omni condicione et pacto tali videlicet, quod post mortem ementis ad nos vel quemeumque nomine nostro Herum revertatur. porro ut dictorum dominorum favor et gratia, quam nobis multis retroactis temporibus magnis et variis beneficiis multipliciter ostenderunt, erga nos inviolabiliter perseveret et pax inter nos et ipsos in perpetuum conservetur, promisimus et promittimus dominis memoratis, quod nun- 30 quam aliquem juvenem 3 filium b alicujus civis Argentinensis infra decimum octavum etatis sue annum, quantum cum deo possumus, et salva nostri ordinis honestatc ad ordinem nostrum recipiemus nee de parentum seu consanguineorum suorum pro- ximorum beneplacito et assensu 2 . in bujus rei testimonium et perpetuain firmitalem a) S juv auf Rasur. h) S die letzten vier Striche des filium auf Rasur. 35 1 Die folgende Urkunde ist die lateinische Version von nr. 92. Es lässt sich jetzt nicht mehr entscheiden, oh der ursprüngliche Text der Verpflichtung, welche die Eranciskaner der Stadt gegenüber eingingen, deutsch oder lateinisch war. Eür das erste spricht das genaue Datum, das hier fehlt, eine gewisse Freiheit des Ausdrucks und ferner das in nr. 120 inserirte Stück, hei dem allerdings auch das Datum mangelt. Deßhalh sind beide Versionen gegeben, die deutsche freilich in der Sprache des aus- 40 gehenden 14. Jahrhunderts. 2 Ist die Form des Ausdrucks nur ungeschickt oder ist hier das Gegentheil von der deutschen Fassung gesagt ? 1283 — 1284 01 sigilla nostra, inei scilicct prefali minislri et couvenlus fratrum minorum in Argen- tina presenlibus sunt appensa. datum anno 1283. S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 48 or. mb. c. 2 sig. pend. Zwei gut erhaltene ovale Siegel, das erste mit der Legende s. ministri minorum fratrum Alemanie und der 5 Umschrift mi pater non mea voluntas, sed tua fiat, darunter quer apostoli dormientes; das zweite mit der Legende s. fratrum minorum de Argentina. Im Straßb. Thmn. A. Dominic. lad. 4 2 vidim. mb. c. sig. pend. delaps. ausgestellt von Meister und Math der Stadt Straßburg 1287 Mai 28. Die Urkunde ist jedenfalls am 9. Juli 1283 oder sehr bald •nachher ausgestellt worden. in Vergl. nr. 92. 94. Sifridus archiepiscopus Coloniensis archipresbilero in Muscech mandat, ut viceplebanuin in Mollesheim, qui contra fratrcs predicatores Argentinenses infestum se habueril, ad responsionem querimonie eitel, «ex conquestione dileelorum». datum Colonie sequenti die beati Francisci anno domini 1283. 1283 Oclober 5 Köln. 15 T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 3 or. mb. c. sig. pend. delapso. 1)5. Frater Johannes Letloviensis episcopus ordinis domus Theulouice, cum fralres lieremitarum ordinis sancli Augustini in Argentina ecclesiam et alia eis compelenlia edificia edificare inceperint, omnibus vere penitentibus et confessis, qui eis manum adjutricem porrexerint seu locum ipsorum visitaveriut jn feslivitatibus 20 beale virginis Marie, in feslo corporis Christi, in festis quoque dedicationum et beati Augustini ac per octavas eorundem, quadraginla dies de injuncla eis peni- tentia relaxal, dummodo consensus dyocesani accedat. «quoniam ut ait apostolus». datum in Brisaco anno domini 1284 in festo beati Augustini episcopi. 1284 August 28 Breisach. 25 T aus Straßb. Thom. A. Augustiner lad. 10 or. mb. c. sig. pend. mutilA 96. Indulgenzbrief Bischof Konrads von Toni, in dem er beurkundet, daß er den Kirchhof des St. Katherinenhlosters zu Straßburg geweiht und den Weihtag des Klosters auf den Sonntag nach Kreuzerhöhung verlegt habe. 1284 October 31 Straßburg. 30 Frater Cünradus ordinis fratrum minorum dei gracia Tullensis ecclesie episcopus universis presentem litteram inspecturis salutem in doinino Jesu Christo. 1 Ebenda befinden sich im Original zwei gleichlautende Indulgenzbriefe für die Straßburger Augustiner, beide auf gleichem Pergament und, wie es scheint, von einer Hand geschrieben. Dieselben sind ausgestellt von Bischof Heinrich von Trient und Bischof Konraä von Toul 1287 April 10 (feria 5 ante 35 dominicam Quasimodogeniti) für Alle diejenigen, welche der Kirche hilfreiche Hand leisten oder dieselbe an den Marienfesten, Kirchweihen, Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Allerheiligen, Frohnleichnam (in festo preciosi corporis Christi), an den Festen des heiligen Augustin und den besondern Festen der Kirche besuchen werden. 62 1284 universitati vestre notum esse volumus, nos cymiterium sanctimonialiuin in Christo devolarum monasterii sancle Katerine sub cura fratrum ordinis predicatorum extra muros Argentinenses degencium de mandalo et beneplacito venerabilis doinini Cun- radi Argentinensis episcopi, in cujus dyocesi constitute sunt, anno ab incarnacione october 3/ doinini 1284 in vigilia omnium sanctorum consecrasse et anniversarium diem dedi- L cacionis ejusdem monasterii de mandato lilterarum ejusdem venerabilis domini dyo- cesani in alium diem magis congruum, scilicet in dominicam proximam post festum September h exaltacionis sancte crucis sequentem ad devotam peticionem dictarum sanctimonia- lium transtulisse. ut autern ipsum monastcrium in anniversario festo dedicacionis et November is in festo sancte Katerine ibidem patrone et per octabas dictorum festorum devocius w a Christi fidelibus visiletur, Omnibus vere penitentibus et confessis, qui ad ipsum causa devocionis tune accesserint, nos de omnipotentis dei confisi misericordia et de beneplacito ejusdem dyocesani annum et karrinam misericorditer imperlimur. datum Argentine anno domini 1284 in vigilia omnium sanctorum. H aus Straßb. Hosp A. lad. 125 fase. 25 or. mb. c. sig. pend. mutil. i.> 97 König Rudolf schreibt dem Landgrafen des Niederelsaß, daß er nicht befugt sei, die Bürger von Straßburg gerichtlich zu belangen. 1284 November 2 vor Waldeck. Rüdolfus dei gracia Romanorum rex seinper augustus nobili viro lanlgravio . Alsacie inferioris fideli suo dilecto graciam suam et omne bonum. strennui et so prudentes viri cives Argentinenses fideles nostri dilecti querelose nobis suis litteris intimarunt, quod tu tua volens uti jurisdictione ipsos cives Argentinenses in causis et questionibus sibi motis coram te proscribis et proscripcionis sentenciis implicas et involvis. in quo scias te injuriari eisdem, cum sic et in tan tum liberati “ sint predicti cives Argentinenses, quod nullius lantgravii proscripcionis sentencie debeanl 25 subjacere. datum ante Waldecke 4 nonas novembris regni nostri anno 12. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 146 b mit der Ueberschrift daz der lantgrafe in Elsaz von den bürgern von Strazburg nit rihten sol. Gedruckt darnach bei Wencker Coli. arch. p. 60 und Schöpflin Als. dipl. II, 28 nr. 740. — Böhmer B. llud. nr. 803. 30 98. Bischof Heinrich von Regensburg gibt dem Prior und Subprior der Straßburger Dominikaner den Auftrag, die Straßburger Bürger Rudolf und Heinrich Lenzelin, welche für ihre Geioaltthat gegen das St. Margarethenkloster volle Genug- thuung gegeben, von dem Bannspruch zu lösen. 1284 Regensburg. Weinricus dei gratia Ratisponensis ecclesie episcopus viris religiosis. .priori vel ss subpriori fratrum ordinis predicatorum domus Argentinensis salutem in domino a) 8 libertati. 1284 — 1285 <;:i sempiternam. quia, proul nobis relatum est, Rudolfus el Ileinricus dicti Lenzelin cives Argentinenses pro violencia commissa in claustro sororum sancte Margarete extra muros Argentinenses plene satisfecerunt, conveniens est, ut absolutionem a sentencia excommunicationis, quam per hujusmodi violenciam incurrerant, ad peti- 5 cionum suarum instanciam consequanlur. vobis igitur auctoritate sedis apostolice, qua fungimur in liac parte, conservatores videlicet privilegiorum vestri ordinis constituti, conmittimus per presentes, quatenus dictis R udolfo et II einrico et aliis, si qui indigent hujusmodi gratia in hoc facto, injuncta eis penitencia conpetenli absolucionis beneficium inpendatis. datum Ratispone anno domini 1284. io T ans Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 3 or. mb. c. sig. pend. 99. Herzog Friedrich ton Lothringen verzichtet der Stadt Straßburg gegenüber auf alle Forderungen bezüglich der Einnahme des Ochsensteins u. A . 1285 Mai 2. Nos Fridericus dei gratia dux Luthoringie notum facimus universis tarn presen- tibus quam futuris, quod nos sponte et liberaliter omnia dampna et gravamina 15 nostris fidelibus Dielrico, Hessoni, Ansheimo et Gotzoni advocatis de Wasselnheim in expugnatione caslri de Ohsenstein 1 et quecunque alia dampna eisdem nostris fidelibus illata usque in diem hodiernam per cives Argentinenses, pro nobis el Omnibus nostris in perpetuum heredibus relaxamus et remittimus puro corde promittenies pro nobis et nostris heredibus, quod propter hujusmodi dampna predictis civibus so Argentinensibus nullum umquam dampnum aut molestiam inferemus aut inferri ali- quatenus faciemus. in cujus rei lestimonium sigillum nostrum presentibus est appensum. datum in vigilia asscensionis domini anno 1285. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 198 or. mb. c. sig. pend. Gedruckt ai4S dem Briefbncli A fol. 100 a Und. bei Schöpflin Als. dipl. II, 32 nr. 746. 25 100. Die Vögte von Wasselnheim verzichten der Stadt Straßburg gegenüber auf jeden Schadenersatz in der Fehde zwischen ihnen einer-, und dem Bischof von Straßburg wie dem Landvogt andrerseits . 1285 Mai 2. Wir Dietrich, Ilesso und Anshelm der Heidene und Golzelman die vöte von Wasselnheim tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! oder gehören!, daz wir 30 vur uns und vur alle unser erben varn lant mit luteren hercen allen den schaden und alle die biswerde, die uns widervarn ist an deine huse ze Ohsenslein, und swa er uns anderswa geschehen ist unce an disen tag hüte von den bürgeren von Strazburg gemeinliche oder Sonderlingen in deme urlüge, das uferstanden ist zwischen! unsereme herren bischof Gonrate von Strazburg und deme lantvöte einsite 35 und uns andersite, und geloben! in unverscheidenliche, das wir umbe die getat und Vergl. Annah Colmar, maj . (Man. Germ. SS. XVII, 211). i •' r *v r m 1285 umbe solichen schaden, als uns ze Ohsenstein an deine huse und anderswa wider- varn ist von den bürgeren von Strazburg, weder wir noch unser erben den bürgeren von Strazburg leit noch schaden sulnt getün noch schaffen getan, daz dis war si und siete blibe, derumbe geben wir in disen briet versigelt mit unseren ingesigeln zehne urkunde. dis geschach an deine schön nön abende, da von gots gebürte 5 warent tusent jar zweihundert jar und vunfi und ahzig jar. 8 aus Straßb. St. A. AA art. 139G or. mb. c. 4 sig. pend., quoruni 2 delaps. Erhalten die Siegel der beiden Wasselnheimer Vögte Ilesso und Anselm. Es ist ein fünfter Siegelschnitt vorhanden; doch befindet sich an diesem nicht auf der Büchseite das sonst stehende R[egistrata], io 101. Palst Honorius IV befiehlt dem Bischof von Straßburg, dem Dekan der Speierer und dem Sänger der Haslacher Kirche, daß sie die Klage des Straßburger St. Elisabethhlosters, es werde von der Stadt unrechtmäßig verhindert, sich innerhalb der Stadtmauern zu verlegen, untersuchen sollen. 1285 September L Tivoli. Honorius episcopus servus servorum dei venerabili °> fratri . . episcopo Argen- u> tinensi et dilectis filiis . . decano Spirensis ac . . cantori IJasilacensis Argentinensis diocesis ecclesiarum salutem et apostolicam benedictionein. dilecte in Christo filie . . priorissa et conventus monasterii sanctc Elisabeth extra muros civitatis Argentinensis ordinis sancti Augustini secundum instituta fratrum ordinis predicatorum viventes nobis conquerendo monstrarunt, quod, cum ipse, que propter inundationes 20 aquarum illuc confluentium et alias incomodilates multiplices nequeunt in loco ipso morari, ad quendam fundum suum, quem infra dictam civitatem obtinent, velint obtenta super hoc diocesani licentia se transferre, cives Argentinenses eas, prout, sibi licet, quominus se b illuc transferre valeant, contra justitiam impedire presumunt'. quare pro parle ipsarum humiliter petebatur a nobis, ut providere sibi super hoc 25 de oportuna exhibitione justitie curaremus. quocirca discretioni veslre per apostolica scripta mandamus, quatinus vocatis, qui fuerint evocandi, et auditis hinc inde pro- positis, quod justum fuerit, appellatione postposita decernalis facientes, quod decre- veritis, per censuram ecclesiasticam firmiter observari, proviso, ne in universitatem civitatis predicte excommunicationis vel interdicti sententiam proferatis, nisi a nobis so super hoc mandatum receperilis speciale. testes autem, qui fuerint nominati, si se gratia, odio vel timore subtraxerint, censura simili appellatione cessante cogatis veritati testimonium perhibere. quodsi non omnes hiis exequendis potueritis interesse, tu frater episcope cum eorum altero ea nichilominus exequaris. datum Tiburc kalendis septembris pontificatus nostri anno primo. 35 II aus Straßb. Hosp. A. lad. 90 fase. 6 or. mb. Bulle an Hanfschnnr. Oben in der Ecke rechts An zweimal schräg durchstrichen; unter dem Bug links Kostenvermerk -- - -; auf dem Bug rechts Sy. Von (?) Rückvermerk in Doppelrahmen mit Kreuz darüber Nicfolaus] Waldini. a) H venerali. b) eas — se auf Rasur, mit blässerer Dinte auf einen Raum für etwa zwei Worte 40 gedrängt, von denen nur noch einige i-Striche sichtbar sind, wohl gleichzeitige Correctur. 1 ä Vergl. die ähnliche Klage des St. Katherinenklosters im Jahr 12G. r >, IJB. I, 455 nr. 602. 1285 65 102- Fridericus Senogaliensis, Bernardus Visentinus, Angelus Melfitensis 1 , Tholo- meus Sandonensis, Valdebrunus Aveloniensis et Glaviniocensis 2 3 et Johannes Avellinus episcopi cupientes, nt monasterium sanctimonialium sancte Elyzabeth ordinis predi- catorum in Argentina congruis bonoribus frequentetur, omnibus vere penitentibus et 5 confessis, qui ad monasterium ipsum causa devotionis accesserint et ad fabricam ejusdem manum porrexerint adjutricem, singuli singulas quadragenas annis singulis de injuncta penitencia misericorditer relaxant, dummodo voluntas dyocesani acces- serit. «licet is de cujus munere.» datum Tybure kalendis septembris anno nativi- tatis domini 1285, ponlificatus domini nostri Honorii pape quarti anno primo. 1285 io September 1 Tivoli. H aus Straßb. Hosp. A. lad. 90 fase. 4 or. mb. c. 5 sig. pend. 103. Pabst Honorius IV trägt dem Dekan der Kirche von St. German zu Speier auf, dem Straßburger St. Marxkloster wieder zum Besitz seiner unrechtmäßig entfremdeten Güter zu verhelfen. 1285 September 22 Tivoli. is Honorius episcopus servus servorum dei dilecto filio.. decano ecclesie de saneto Germano Spirensis diocesis salutem et apostolicam benedictionem. ad audientiam nostram pervenit, quod tarn dilecte in Christo filie.. priorissa et conventus monasterii sancti Marci extra muros Argentinenses ordinis sancli Augustini secundum instituta et sub cura fratrum ordinis predicatorum viventes quam alie, que in diclo monasterio so precesserunt, easdem decimas terras possessiones redditus domos casalia vineas prata molendina jura jurisdictiones et quedam alia bona ejusdem monasterii datis super hoc litteris, interpositis juramentis, factis renuntiationibus et penis adjectis in gravem ejusdem monasterii lesionem nonnullis et clericis et laicis, aliquibus eorum ad vitam, quibusdain vero ad non modicum tempus et aliis perpetuo ad firmam vel 25 sub censu annuo concesserunt, quorum aliqui super hiis confirmationis litteras in forma communi a sede apostolica impetrasse dicuntur. nos itaque volentes ei dem monasterio super hoc paterna sollicitudine providere, discretioni tue per apostolica scripta mandamus, quatinus ea, que de bonis ejusdem monasterii per concessiones hujusmodi allienata inveneris illicite vel distracta, non obstantibus litteris penis 30 juramentis renuntiacionibus et confirmacionibus supradictis, ad jus et proprietatem ipsius monasterii legitime revocare procures, contradictores per censuram ecclesiasticam appellalione postposita compescendo. festes autem, qui fuerint nominati, si se gratia odio vel timore subtraxerinl, censura simili appellalione cessante compellas veritati testimonium perhibere. datum Tibure 10 kalendas octobris pontificatus nostri anno 35 primo s . H aus Straßb. Hosp. A. lad. 89 fase. 13 or. mb. Bulle an Hanfschnur. Links unterm Bag Kostenvermerk . ., darunter — 0. laud[unensis]. Auf dem Bug rechts h pd mit Abhür- zungsstrich durch d. Auf dem B/ücken in doppeltem Böhmen n. Waldini, 1 Nach der Siegellegende Melfictensis, wohl Bischof von Molfetta. m 2 Nach der Siegellegende: Glavinicensis. 3 Genau dasselbe, nur in knapperer Fassung ordnet ein zweites Breve des Pabstes Honorius IV Str. II. 9 1285 66 104. Honorius papa IV mandat preposito ecclesie Ilonagensis, quatinus ea, que de bonis monasterii sancte Katerine extra jnuros Argentinenses ordinis sancti Au- gustini sub cura fratrum ordinis predicatoruin viventis alienata invenerit illicite vel distracta, ad jus et proprietalem legitime revocare procuret, contradictores per cen- surarn ecclesiasticam appellatione postposita conpescendo. «dilectarum in Christo s iiliarum.» datum Tibure kalendis octobris pontificatus noslri anno primo. 1285 October 1 Tivoli. II aus Straßb. Hosp. A. lad. 125 fase. 12 or. mb. Bulle an Hanf schnür. Oben rechts in der Ecke der Vermerk an zweimal schräg durchstrichen; auf dem Bug rechts Jäc de Rät. Auf der Bäckseite im Doppelrahmen mit Kreuz darüber der Vermerk n. Waldini. io 105. Werner von der Mosel,,Bürger von Speier, bekennt von der Stadt Straßburg vollen Schadenersatz für ein Schiff erhalten zu haben. 1285 November 16. Noverint universi tarn presentes quam posteri, quod ego Wernherus civis Spirensis dictus de Mosella pro me et Omnibus meis heredibus remitto omnem actionem michi conpetentem et conpetituram contra universitatem et singularitatem ir. civium Argentinensium pro nave magna michi per eos perdita et pro dampnis et negligenciis, que michi occasione ejusdem navis perdile emerserunt, quoniam iidem cives michi eandem navein integraliter persolverunt cum deccm et octo libris dena- riorum Argentinensium. quas michi pro eadem nave et dampnis universis per ipsos. cives confiteor assignatas. in cujus rei testimonium sigillum civitatis Spirensis pre- ao senti scripto meis precibus est appensum. datum anno domini 1285 feria sexla post Martini. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. 106. Frater Rainaldus archiepiscopus Messanensis, frater Waldebrunus Avelo- nensis episcopus, Bernardus Vizentinus episcopus, frater Romanus Croensis episcopus, aa Obertus Astensis episcopus, Rodericus Segobiensis episcopus, frater Petrus Drago- nariensis episcopus, Perronus Larinensis episcopus, Fredolinus Aniciencis episcopus, Leo Calamonensis episcopus cupientes, ut ecclesia sororum inclusarum sancti Marci ewangeliste secundum regulam sancti Augustini et constituciones fratrum predica- torum vivencium in Argentina congruis honoribus veneretur, omnibus vere peniten- so tibus et confessis, qui ad ipsam ecclesiam causa devocionis in diebus subscriptis, an. 1285 October 1 Tivoli. Straßb. Hosp. A. lad. 89 fase. 18 or. mb. Bulle an Hanfschnur. Oben in der Ecke rechts durchstrichen an, auf dem Bug rechts Jac. de Rät. Bückvermerk im doppelten Böhmen mit Kreuz darüber n. Waldini. Den gleichen Wortlaut wie nr. 103 und dieselbe Datirung haben zwei Breve desselben Pabstes für 35 das Kloster St. Elisabeth, gerichtet an den Scholasticus von St. Thomas zu Straßburg, und für das Kloster St. Johannes gerichtet an den Abt von Maursmünster. Beide im Straßb. Hosp. A. lad. 90 fase. 5 und fase. 17 sind Originale mit Bulle an Hanfschnur, haben denselben Kostenvermerk links unterm Bug, dieselben Vermerke rechts auf dem Bug und auf dem Bücken vrie nr. 103. Nur das Breve für St. Johannes hat allein oben rechts in der Ecke zweimal schräg durchstrichen An. 40 1285 — 1286 67 \ videlicet festivitatum gloriose virginis Marie, sancti Marci ewangeliste, beati Petri marliris et beati Dominici et Augustini confessorum, dedicationis ecclesie prefate et altarium® accesserint, singuli singulas quadragenas de injunctis penitenciis, dummodo dyocesani cousensus accesserit, relaxant. «licet is de cujus munere. » datum Rome 5 anno domini 1285, pontificatus domini Ilonorii pape quarti anno primo. 1285 Rom. H aus Straßb. Hosp. A. lad. 89 fase. 30 or. mb. c. 10 sig. pend. 107. hngo von Spangen schließt mit der Stadt Straßbnrg eine Sühne. 1286 April 23. leb Ilug von Spangen Ui kunt allen den, die disen briet gesehent oder geboren!, io daz icb mit den bürgeren von Strazburg gemeinliebe bin luterliebe vesünet umb alle vorderuuge, die ich gegen in mähte han von rnins votiere wegen, dise süne han icb gesworn vur mich unde vur minen bruder unde vur alle mine friund stete ze habenne iemerme unde gelobe, daz icb den bürgeren von Strazburg umbe dise getat niemer leit noch schaden noch laster sol getün noch schaffen getan, herumbe han 15 wir Johannes der lantgrave ze Elsaz durch sine bette unsere ingesigele an disen briet gehenket zeime urkunde. dis geschach an sante Gerien tage, da von gols gebürte warent zweit hundert jar unde sehzi und ahzig jar. 8 aus Straßb. St. A. Versohl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. lit. pat. s. sig. Der untere Band der Urkunde ist verschnitten. 20 108. Frater Reynaldus archiepiscopusMessanensis, episcopi b Rodericus Segobiensis, frater Romanus Croensis, Fredolinus Aniciensis, Peronus Larinensis, Raymundus Marsiliensis, Leo Calamonensis, Egidius Turciburensis, frater Romanus Alifanus, Bernhardus Vincentinus, frater Waldebrunus Avellonensis, Petrus Wibergensis cupientes, sororum inclusarum ordinis sancti Augustini secundum constitutiones 25 fratrum predicatorum vivencium ecclesias in provincia Theutonie congruis honoribus venerari, omnibus penitentibus et confessis, qui jam dictas ecclesias in feslis subscriptis, videlicet in teste sancte Trinitatis > in singulis festivitatibus beate virginis, Johannis baptiste, Petri et Pauli apostolorum, Johannis apostoli et ewangeliste, Petri martiris, Augustini, Nycolai et Dominici confessorum, Marie so Magdalene, Katherine virginis et martyris et in die consecrationis ecclesiarum vel altarium ipsarum et in anniversariis et in festis patronorum ecclesie et per octavas earundem causa devocionis accesserint sive manum porrexerint adjutricem, singuli singulas quadraginta dierum indulgencias de injunctis penitenciis, dummodo metro- politani vel dyocesani Consensus accesserit, misericorditer relaxant. «licet is de cujus 35 munere». datum Rome anno domini 1286 pontificatus domini Ilonorii pape quarti anno primo. 1286 \vor Mai 20] Rom. H aus Straßb. Hosp. A. lad. 125 fase. 16 inserirt der Bestätigungsurkunde Bischof Konrads für das St. Katherinenkloster 1286 Juli 15 (in die sancte Margarete) Straßbnrg. or. mb. c. sig. pend. 40 a) H altariorum. b) H stellt um episcopi Messanensis. 68 1286 109. Frater lleinricus Maguntine ecclesie archiepiscopus sacri imperii per Ger- inauiam archicancellarius, cum, sicut in persona propria prospexit, ad conplendam fabricain Argenlinensis ecclesie quain plurirnuin sumptuosam fideliuin subsidiis in- digeat adjuvari, oinnibus vere penitentibus et confessis, qui pias elemosinas et caritalis subsidia dicte fabrice erogaverint, quadraginta dies de injuncta eis peni- s tencia relaxat. «quoniam ut ait apostolus». datum Argentine anno doinini 1286, 2 kalendas augusti. 1286 Juli 31 Straßburg. F aus Straßb. Frauenh. A. Donationsbuch 2 fol 210 <* cop. chart. sec. X V. 110. Kuno von Berg heim der alte schwört der Stadt Straßburg den Eul als Außbiirger. 1286 August 27. n> Ich Cüne von Bercheiin der. alte ein bürgere von Strasburg du kund allen den, die disen briet gesehen! oder gehören! lesen, daz ich hau gesworn deine meislire unde deine rate von Strasburg, daz ich sol sitzen mit hüse ze Strasburg alse ein reht bürgere, swenne so su mich inanen! oder gemanit wurde von iren wegen, unde swenne su mich dez irlant, so sol ich düse sitzen, ich gelobe och, daz ich in is sol beholfen sin unde su sol in iniue vestinen lazsen, swenne es in not düt zu urlugende. unde sulent su mir och beholfen sin da widere alse einuime bürgere, swenne ez mir not düt unde reht habe, dis gelobe ich bi deine eide, den ich hau drumbe getan, unde daz diz war si unde stete blibe, so hau ich Cüne der vorgenante von Bercheim min ingesigel gehenkit an disen brief. a diz geschach so da von gottes gebürte was tusent jar zweihundert jar uude sehze unde ahtzig jar an dem zisdage nach sancte Simphoriani. S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 112 or. mb. c. sig. pend. delapso. Die wechselnde Form des z, welche die Urkunde characterisirt, ist nicht wiedergegeben. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 253 a ibid. bei Wencker Diss. de pfalburg. p. 123 und 25 Hegel D. St. Chron. IX, 1035, dem ich mich bezüglich der Datirung anscldieße. Hl. Johannes Tusculanus episcopus apostolice sedis legatus, cum magister et consules civium civitatis ac magislri fabrice ecclesie beate Marie rtrgeulinensis, sicut insinuare curarunt, ecclesiam ipsam jam dudum nobili slructura inceplam proponant consumare opere sumptuoso et ad ipsius consumacionem operis fideliuin 30 suffragia noscantur plurimum oportuna, omnibus vere penitentibus et confessis, qui ad opus hujusmodi pias elemosinas et grata carilatis subsidia erogaverint, quadraginta dies de injuncta eis penitencia relaxat litterasque per questionarios mitti inlii- bel, eas, si secus actum fuerit, carere viribus decernens. «quoniam ut ait apostolus.» datum Argentine 8 idus novembris pontificatus domini Honorii pape quarti anno .is secundo. 1286 November 6 Straßburg. F aus Straßb. Frauenh. A. Donationsbuch 2 fol. 216b cop. chart. sec. XV. 1) S add. gehenkit. 1286 69 112. Der päbstliche Legat Johannes bestätigt alle der /Straßburger Miinster- fabrik bewilligten Indulgenten. 1286 November 6 Straßburg. Johannes miseracione divina Tusculanus episcopus apostolice sedis legatus dilectis in Christo magistro et consulibus civium et magistris fabrice ecclesie sancle 5 Marie Argentinensis salutem in domino. cupientes, ut fabrica ecclesie vestre Ar- gentinensis, quam dudum cepistis edificare opere plurimum sumptuoso, celerem dante domino consequatur effeclum, indulgencias a venerabilibus in Christo patribus archiepiscopis et episcopis infranostre legacionis terminos constitutis ad consumacionem ipsiusoperismanumporrigenlibus adjutricem provide pieque concessasauctoritate preseu- io cium confirmainus et presentis scripti patrocinio communimus. nulli ergo omnino bominum liceat, banc paginam nostre confirmacionis infringere vel ei ausu lemerario contraire. si quis autem hoc atlemplare presumpseril, iudignacionem oinnipotentis dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum ejus se noverit incursurum. datum Argentine 8 idus novembris pontificatus domini Honorii pape quarti anno secundo. 15 F aus Straßb. Fruuenh. A. Donationsbuch 2 fol. 217 a cop. chart. sec. XV. 113. Der päbstliche Legat Johannes bewilligt der Stadt Straßburg, daß der ihr zuständige Frühaltar im Münster nur von einem Interdictsspruch betroffen werden kann, der diese Indulgent ausdrücklich erwähnt. 1280 November 7 Straßburg. 20 Johannes miseralione divina Tusculanus episcopus apostolice sedis legatus dilectis in Christo . . magistro consulibus et universitati civium Argentinensium salutem in domino sempiternam. multe ac sincere devotionis affectus, quam ad sacrosantam Romanam ecclesiam geritis, nos inducit, ut petitionibus vestris be- ningnum prestantes assensum eas, quantum cum deo et honestate possimus, ad 25 exauditionis gratiam admittamus a . nos igitur vestris devotis supplicationibus inclinati auctoritate vobis, qua fungimur, indulgemus, ut in altari civitatis vestre in ecclesia beate Marie Argentinensi, quod altare dicitur inane altare et ad collalionem civium dicitur perlin ere, auctoritate litterarum nostrarum vel delegatorum nostrorum divina offitia suspendi vel interdici nequeant absque mandato nostro spetiali faciente plenain 30 et expressam de indulto hujusmodi mentionem 1 . nulli ergo omnino bominum liceat, baue paginam nostre concessionis infringere vel [ei] b ausu lemerario contraire. si quis autem hoc altemptare presumpseril, indignationem omnipotentis dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum ejus se noverit incursurum. datum Argentine 7 idus novenbris pontificatus domini Honorii pape quarti anno secundo. 35 S aus Straßb. St. A. 66 or. mb. c. sig. pend. Links unten am Bug . X. Auf dem Bücken der, wie es scheint, von gleicher Hand wie im Text längsseitig geschriebene Vermerk detjur] magistro Yringo. Oedruckt aus dem Briefbuch A fol. 9 b ibid. bei Wencker Coli. urch. p. 471 nr. 3. a) Hier wie noch bei andern Worten x. B. litterarum hat tt das Aussehen von ct. b) S Loch im Pergament. 1 Dieselbe Indulgenz wurde der Stadt schon 1252 Juli 31 vom Cardinallegaten Hugo bewilligt. Vergl. UB. I, 278 nr. 365. 10 1287 70 1 287 114. Der p'abstliche Legat Johannes fordert die Stadt Straßburg auf , von den Gewaltth'atigheiten gegen die Dominikaner daselbst abzustehen und ihnen binnen drei Tagen nach Empfang der Aufforderung ausreichende Genuglhuwng zu, geben, widrigenfalls er sie mit dem Interdict belegen werde. 1287 Mai 14 Metz. Johannes miseratione divina Tusculanus episcopus aposlolice sedis legatus nobi- libus viris. . magislro consulibus et Universität! civitatis Argentinensis salutem in domino. nostro nuper auditui horribilis et piis detestanda mentibus de vobis est oblata querela, quam referenles horrescimus, et non immer! to, qui partium Alamannie curam gerimus fidelium animarum, si conquestio veritatis fulciatur suffragio, in nostris precordiis perturbamur, cernentes proch dolor inimicutn huinani generis sic in discordie cultura probeere, ut bdeles provocet tarn dire tarn aspere contra fidei professores. siquidem eadem querela eontinebat, quod vos, qui semper inter alios partium istarum bdeles erga deum et ecclesiam Christi sanguine dedicatam operum laudabilium exhibitione in puritate fidei claruistis, ad tantam prorupistis furoris audaciam, quod viros sancte religionis priorem et conventum Argenlinenses predi- catorum ordinis, quem ordinem universalis ecclesia, cujus in partibus istis vices gerimus, prosequilur affectibus intimis pro eo, quod inter ceteras sacras religiones deo et apostolice sedi devotas claret devotione conspicua, viros producens beate vite cultores catholice fidei et ipsius assiduos professores, eorundem sedis et ordinis reverentia pretermissa, immaniter pertractantes, violenter domos ipsorum fratrum cum securibus et horrendis clamoribus invasistis frangendo ipsius domus oslia aliasque fratribus ipsis multiplices injurias irrogando et, quod est iinmanius, ipsos, ut dicitur, undique reclusistis, ne ad ipsos pateat bdelibus accessus et eis omnino prohibeatur egressus, ea sola occasione, quod ipsi prior et fratres noluerunt, prout nec debuerunt nec debent a nobis in virlute sancte obedientie et sub pena exeom- municationis districte prohibiti, vobis promittere, ut de omnibus donatis vel legatis eisdem fratribus coram vobis agerent et responderent in jure et sine parentum consensu novicium nullum reciperent, domos eliam quoquomodo eis traditas ven- derent quodque nullius testamentum ordinandum reciperent sine consensu propin- quorum quatuor morientis 1 . altendat itaque vestra bdelilas, si debuil ex hoc tanta laxari sevicia, ut sic vestre fidei clarilas excandessceret in bdei professores. hoc igitur omnino grave gerentes et preterire silentio nequeuntes, universitatein vestram monemus rogamus et ortamur vobis'qua fungimur auctoritate precipientes expresse, qualenus a detentione fratrum, a molestiis et gravaminibus hujusmodi absque mora cessantes omnino super premissis infra trium dierum spacium sufficienlem emendam predictis fratribus faciatis. quod triduum a die, quo per venerabilem patrem Argen- tinensem episcopum vel per alium seu alios, quem vel quos ad hoc duxerit depu- 1 Vergl. über diese Vorgänge wie über den Verlauf des Streites die kurzen Notizen in den Annales Colmar, maj. (Mon. Germ. SS. XVII, 214, 215), in den Notae histor. Argent. (Böhmer Fontes rer. gern. III, 117) und bei Königshofen (1). St. Chron. IX, 734). Fine Darstellung des Frocesses nach 40 archivalischem Material gibt Ch. Schmidt i. Bull, de la societe p. I. conserv. des monum. hist. d'Alsace IX, 2, 178—193. 1287 n tandos, ad premissa facienda fueritis requisiti, volumus computari. alioquin, si noslrum mandatum neglexeritis adimplere, extunc ut exnunc vos et civitatem vestram eccle- siastico supponimus interdicto dantes eidem episcopo per noslras litteras in mandatis, ut ipse extunc nostram sententiam puhlicet vel per alium seu alios faciat publicari et 5 eandem ab omnibus districtius observari, volentes nicbilorninus, ut idem episcopus in posteritatem eorum, qui in premissis injuriis principales fuerunt aut dederunt consilium auxilium vel manifestum favorem, usque in terciam generationem sententiam perpetue privationis et exclusionis a dignitatibus et beneficiis ecclesiasticis sicut eque sic juste nostra auctoritate promulget, si, ut predictum est, mandatis nostris 10 inobedientes exstiteritis vel rebelles, ut et vos et alii pena docente discatis a lantis excessibus in posterum abstinere. datum Metis 2 idus maji, per obitum felicis rccordationis domini Ilonorii pape quarti 1 apostolica sede vacante. S aus Straßb. St. A. Vord Dreizehn. Gew. lad. 71 nr. 11 vidim. mb. c. 2 sig. pend. laesis ausgestellt von Marquardus decanus et Johannes de Erenberg cellerarius, archidiaconi 15 Avgentinenses, 1287 Juni 18 (feria 6 ante Viti Modesti et Crescentie). 115. Der päbstliche Legal Johannes gibt dem Bischof von Straßburg den Auftrag, die Stadt Straßburg zu ermahnen, sie möge von den Gewaltthätigheiten gegen die Dominikaner abstehen und dieselben entschädigen, im Falle der Säumniß aber gegen dieselbe das Interdict auszusprechen. 1287 Mai 14 Metz. so Johannes miseratione divina Tusculanus episcopus apostolice sedis legatus vene- rabili in Christo patri.. dei gratia episcopo Argentinensi salutem in domino. noslro nuper auditui \weiter wie in nr. 114 bis quatuor morientis mutatis mulandis]. attendat vestra paternitas, si debuit ex hoc tanta laxari sevicia, ut fideles sic excandescerent in fidei professores. hoc igilur gerentes omnino grave et preterire 25 silentio nequeuntes, paternitatem vestram monemus rogamus et hortamur attente, vobis qua fungimur, sub pena suspensionis, quam in vos in hiis scriptis ferimus, si nostrum mandatum neglexeritis adimplere, auctoritate dislricte mandantes, qua- tenus consules et universitatem civium Argentinensium per vos vel alios, quos duxerilis deputandos, quos exnunc nostros facimus commissarios et nuncios speciales, 30 vobis eosdem ad hoc exequendum potestale compellendi per censuram ecclesiaslicam tributa, moneatis et inducatis attente, ut ab hujusmodi detenlione, molestiis et injuriis ac gravaminibus dictorum fratrum absque more dispendio cessent quodque super premissis infra triduum a tempore vestre monitionis facte eisdem fratribus sufficientem prestenl emendam. alioquin in dictos cives et ipsam civitatem, quos 35 et quam volumus extunc ut exnunc ecclesiastico interdicto subjacere, si nostrum mandatum neglexerint adimplere, sententiam interdicti per nos latam publicetis et faciatis eandem ab omnibus districtius observari, penam nicbilorninus privationis et exclusionis a beneficiis et dignitatibus ecclesiasticis in eos, qui ab eis, qui princi- 1 Pabst Ilonorius IV starb 1287 April 3. 72 1287 pales in eisdem injuriis fuerunt el eis dederunt consilium el auxilium vel manifestum favorem, usgue in tertiam generationem descenderint, nostra auctoritate tarn juste quam equanimiter promulganles, ut et ipsi et alii pena docente discant a tantis excessibus abstinere, si, ut predictum est, infra triduum a vestra monitione compu- tandum predictis fratribus non satisfecerint competenter. datum Metis 2 idus maji, per obitum felicis recordalionis domini Honorii pape quarti apostolica sede vacante. S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 71 nr. 8 vidim. mb. c. 2 sig. pend., qiiorum 1 delaps. ausgestellt von Marquardus dec.airas et, Johannes de Erenberg, archidiaconi Argent.inenses, 1287 Juni 13. Auf der Rückseite der Vermerk : tenor processus legati directi domino episcopo Argentinensi wohl von gleichzeitiger Hand, die auch die Dor- sualnotiz von nr. 117 schrieb. 116. Der päbstliche Legat Johannes theilt den Straßburger Dominikanern die von ihm in ihrer Klagesache gegen die Stadt getroffenen Maßregeln mit und verbietet ihnen unter Strafe des Banns, auf die Forderungen der Bürgerschaft irgendwie einzugehn. 1287 Mai 14 Metz. Johannes miseratione divina Tusculanus episcopus apostolice sedis legatus reli- giosis viris . . priori et conventui fratrum ordinis predicatorum in Argentina salulem in domino. nostro nuper auditui [weiter wie in nr. 114 bis qualuor morientis mutatis mutandis ]. hoc igitur omnino grave gereutes et preterire silentio nequeuntes universitati et consulibus nostris damus litteris in mandatis *, ut ab hujusmodi cessent molestiis et de injuriis vobis illatis per eos sufficientem prestent emendam, dantes nichilominus venerabili patri .. Argentinensi episcopo per nostras litteras in mandatis 2 , ut ipsos ad hoc per se vel per alios per sententiam interdicti et alias ipsorum teme- ritati congruentes compellat, videlicet ut posteritatem eorum, qui in predictis injuriis principales fuerunt aut dederunt consilium, auxilium vel manifestum favorem, usque in terciam generationem a beneficiis et dignitatibus ecclesiasticis nostra auctoritate sicut severe sic juste perpetuo removeat et excludat. volumus autem et vobis in virlute sancte obedientie ac sub pena excommunicationis, quam in singulos vestrum ferimus in hiis scriptis, qui mandatum nostrum neglexerint adimplere, dislricte pre- cipiendo mandamus, quatinus condiciones et pacta premissa, propter que vos laliter concluserunt, nullatenus admittatis, cum ea non solum sint contra vestra privilegia set etiam contra communem ecclesiasticam libertatem. datum Metis 2 idus maji, per obitum felicis recordalionis domini Honorii pape quarti apostolica sede vacante. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 4 or. mb. c. sig. pend. 5 io 15 20 25 30 35 1 Vergl. nr. 114. 2 Vergl. nr. 115. 1287 73 117 . Bischof Konrad von Straßburg ermahnt gemäß dem ihm vom päbstlichen Legaten eriheilten Auftrag die Stadt Straßburg, von den Gewalttätigkeiten gegen die Dominikaner abzustehn und denselben eine ausreichende Genugthuung zu gewähren, widrigenfalls er über sie das Interdict verhängen werde. 1287 Mai 24. s Nos Conradus dei gratia episcopus Argentinensis, executor a venerabili patre domino Johanne Tusculano episcopo apostolice sedis legato deputatus, secundum formam nobis tradilam a venerabili patre domino Johanne Tusculano episcopo apostolice sedis legato antedicto 1 moneinus consules et universitatem civitatis Argentinensis, quatenus a venerabilium virorum . . prioris et fratrum predicatorum in domo civitatis io Argentinensis detentione, molestiis et injuriis ac gravaminibus eorundem fratrum absque more dispendio cessent, quodque super premissis infra triduum a presenti die nostre monitionis nunc facte eisdem fratribus sufficientem prestent emendam. alioquin nos in dictos cives et ipsam civitatem, quam prenominatus dominus legatus extunc ut exnunc vult ecclesiastico interdicto subjacere, si nostrum iinmo predicti domini is legati mandatum neglexerint adimplere, sententiam interdicti per eundem dominum legatum latam publicamus et precipimus auctoritate nobis in hac parte commissa eandem ab omnibus districtius observari, pcnam nichilominus privationis et exclusi- onis a beneficiis et dignitatibus ecclesiasticis in eos, qui ab eis, qui principales in eisdem injuriis fuerunt et eis dederunt consilium et auxilium vel manifestum favorem, so usque in terciam generacionem descenderint, auctoritate sepefati domini legati tarn juste quam equanimiter promulgantes, ut et ipsi et alii pena docente discant a tantis excessibus abstinere, si, ut prediclum est, infra triduum a nostra monitione compu- tandum non satisfecerint competenter. actum 9 kalendas junii anno domini 1287. S aus Straßb. St. A. Yord. Dreizehn. Gew. lad. 71 nr. 9 vidim. mb. c. 2 sig. pend ausge- 2 z stellt von Marquardus decanus et Johannes de Erenberg cellerarius, archidiaconi f Argentinenses, 1287 Juni 13, mit dein Büclcvermerk wohl von gleichseitiger Hand monitio facta per dominum episcopum Argentinensem contra cives. 118 . Bischof Heinrich von Regensburg, vom päbstlichen Stuhl gesetzter Vertreter der Dominikaner in Deutschland, gibt dem Dekan und dem Scholaslihus von s« St. Thomas den Auftrag, Meister und Rath der Stadt Siraßburg von diesem und vom vergangenen Jahre aufzufordern, daß sie den Dominikanern für die ihnen zugefügten Unbilden genügende Entschädigung gewähren, widrigenfalls sie einzeln in den Bann zu thun. 1287 Mai 24 Regensburg. Heinricus dei gratia Ratisponensis ecclesie episcopus, conservator privilegiorum 35 fratrum ordinis predicatorum per Theotuniam et judex yontra gravamina et injurias ipsorum a sede apostolica constitutus, viris discretis . . decano et scolastico ecclesie sancti Thome in Argentina salutem in domino sempilernam. conquesti sunt nobis lamentabiliter prior et conventus ordinis predicatorum civitatis Argentinensis, quod i Vergl. nr. 115. 74 1287 magistri civium et consules tarn presentis anni quam preleriti civitatis prefate, quo- rum nomina sunt infrascripta, contra ipsos pauperes et inermes tumultu et manu hostili temere insurrexerunt ac portas domus sue et officinarum hostia securibus invaserunt, [interna]* quoque ferociter lacerantes sic furoris sui inpudica vehementia terruerunt, quod vitam suam perdidisse omnes pariter putaverunt, nec hiis contenti omnes portas fractas et apertas sic tabulis ligneis et fortibus obstruxerunt, quod ipsis egredi non valentibus ita quod domus eorum in carcerem est redacta. quare cum nos hujusmodi injurias et molestias tarn enormes necnon lamentabiles non debeamus clausis oculis et surda aure pertransire, auctoritate apostolica premissa precipiendo mandamus sub pena suspensionis late sententie, quam ferimus per presentes, sex dierum admonitione premissa, si non feceritis, quod mandamus, quatinus, si predicte injurie seu molestie in civitate Argentinensi sunt notorie ac manifeste, moneatis magistros civium necnon consules civitatis memorate infrascriptos, quod infra decem dies priori et fratribus antefatis de injuriis et molestiis illatis emendam prestent condignam et sufficienter satisfaciant, prout tenentur, alioquin ipsos in singulis ecclesiis civitatis vestre antedicte auctoritate nostra immo pocius apostolica excommunicatos publice nuntietis, quia propter premissas injurias et molestias canonem late sententie incurrerunt. nomina autem civium et consulum istius anni sunt hec : Nycolaus dictus Zorn, Burchardus Reinböldelin, Erbo dictus Stu- binwek, Bulin dictus Ripili, Cunzo dictus Bröger et filius ejusdem, Erbo de Schil- tinchein, Waldener sic dictus, Philer, Hugo dictus Ripili, Tdrant dictus, Reinboldus frater Cünradi dictus Süze, Johannes junior dictus Zolner, Cüno de Kagenekke, Johannes de Kagenekke patruus ejus, preteriti autem anni magistri et consules sunt Nycolaus dictus Wizegeiz, Symon dictus Heizel, Hartmannus dictus de Schiitinchein, Johannes de Eggevorsheim, Nycolaus Zorn senior, Johannes de Blümenawe senior, Süner dictus, Gozzo dictus Bonamie, Nycolaus de Kagenekk senior, Reimboldeli sic dictus, Tanris dictus, Schilt dictus, Reinboldus Stubinwek, Tüminheim dictus, Petrus dictus Nescliart, Otto filius Ripilini senior 1 et omnes consentientes et coo- perantes. datum in Rat[ispona] anno domini 1287 in vigilia pentecostes. reddite litteras cum appensione sigillorum vestrorum in teslimonium executionis per vos facte et, si ambo interesse nequiveritis, alter ex vobis nicbilominus exequatur. T aus Straßb. Thrnn. A. Dominic. lad. 4 or. mb. c. sig. pend. 119 - Johannes, Procurator der Stadt Straßburg , legt gegen das vom päbst- lichen Legaten in ihrer Streitsache mit den Dominihanern gefällte und vom Bischof von Straßburg veröffentlichte Urtheil vor letzterm Verwahrung ein und appellirt an den päbstlichen Stuhl. 1287 Mai 25. Coram vobis venerabili palre et domino episcopo Argentinensi excipiendo pro- posui et propono ego Johannes procurator honorabilium virorum magistri consulum a) T interram unverständlich. 1 Uebcr diese zum Theil entstellten Namen von Straßburger EathsmügUedern vergl. XJB. III, 417. 5 10 15 20 25 30 35 40 1287 75 et universitalis civilalis Argenlinensis procuratorio nomine eorundem et pro ipsis, quod venerabilis pater dominus Johannes episcopus Tusculanus sedis apostolice a legatus ipsis nuper per suas litteras intimavit 1 suo auditui horribilem, nt ejus verbis utar, et piis detestandain mentibus de prefatis magistro consulibus et uni- s versitate oblatam querelam, se de ipsa perturbari pretendens, si conquestio veritatis suffragio fulciretur, inter alia continentem, quod prefati Magister eonsnies et Universitas civitatis Argentinensis predicte ad tantam proruperint furoris audaciam, quod viros religiosos.. priorem et conventum Argenlinenses predicatorum ordinis, apostolice sedis et dicti ordinis reverentia pretermissa, inmaniter pertractantes violenter domos io ipsorum fratrum cum securibus et horrendis clamoribus invaserint, frangendo ipsius domus ostia aliasque fratribus ipsis multiplices injurias irrogando et ipsos undique b recludendo, ne ad ipsos fidelibus accessus pateat et eis omnino prohibeatur egressus, ea sola occasione, quod ipsi.. prior et fratres noluerunt prefatis magistro consulibus et universitati c promptere, nt d de omnibus donatis vel e legatis eisdem fratribus io coram prefatis f magistro consulibus et universitate agerent et responderent in jure et sine parentum consensu novicium nullum reciperent, domos etiam quoquo modo eis traditas venderent, quodque nullius testamentum ordinandum reciperent sine consensu propinquorum quatuor morientis. et licet idem dominus apostolice sedis legatus in principio earundem suarum litterarum se perturbari sub condicione scrip- 20 serit, si conquestio, ut predictum est, veritatis suffragio fulciatur, quod etiam alias subintelligi debet, si nullatenus hoc scripsisset, idem tarnen dominus legatus se hoc grave gerere pretendens et preterire silentio se nequire, prediclis magistro consulibus et universitati civitatis Argentinensis predicte in eisdem suis litteris absolute precepit expresse, quatenus a detentione fratrum, a molestiis et gravaminibus hujus- 25 modi absque mora cessantes omnino super premissis infra trium dierum spacium sufficientem emendain predictis fratribus faciant. quod triduum a die, quo per vos dominum episcopum Argentinensem vel per alium seu alios, quem vel quos ad hoc dnxeritis deputandos, ad premissa facienda predicti Magister consules et universitas fuerint requisiti, voluit conputari. alioquin, si predicti domini legati mandatum 30 neglexerint adimplere, idem dominus legatus, quamvis res aliter k se habeat, quam in predicti domini legati litteris continetur, et quamvis dicta conquestio veritatis suffragio non juvetur, predictis magistro consulibus et universitate non vocatis, non citatis, non auditis, non confessis, in aliquo non monitis, legitlime non convictis, nullo instante actore, defensionibus quoque ipsorum exceptionibus et juribus non 35 auditis, cum contra hec prefatis magistro consulibus et Universität! predicte et subscripte et alie exceptiones et defensiones h legittime competant, prout ipsi et ego • ipsorum nomine nos offerimus probaturos et ad probandum cum instantia petimus nos " admitti, causa non congnita et juris ordine pretermisso, extunc ipsos magistrum a) S 4 et T apostolice sedis. b) S I et T om. undique. c) S universitate. d) S om. ut. e) T et. 40 f) S 4 et T predictis. g) S i et T se aliter. h T defensiones et exceptiones. i) T nos petimus. 1 Vergl. nr. 114. 1287 7 excommunicationis sentenciam incurrerint, continue conputandum in sua perlinacia duxerint persistendum. litteras quoque nostras, quas predictis magistris et consulibus pro eorum revocatione scribimus 1 , vobis transmittimus presentandas mandanles, quatenus eas predictis civibus presentari fideliter facialis et legi, volumus insuper, ut tarn fratres minores quam sorores sancte Cläre Argentinensis civitatis ex parle 3U nostra moneatis et inducatis attente, ut sentencias nostras occasione tercie regule non enervent. datum Metis 5 idus junii, per obitum felicis recordationis domini llonorii pape quarti apostolica sede vacante. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 4 inserirt der Urkunde Bischof Konrads von Straßburg 1287 Juni 26. Vergl. nr. 123 auch bezüglich der Varianten. 35 a ) T 4 add. aut. b) T et T 1 add. vel. c) T pro. d) T nicliominus. e) T t premissarum. f) T 1 que. 1 Vergl nr. 114. 1287 122. Nolariatsbescheinigung über die vor dem päbsllichen Legaten Johannes durch den Procurator der Stadt Straßburg Johannes Erlin eingelegte erneuerte Appellation an den päbsllichen Stuhl , betreffend den Streit mit den Dominikanern. 1287 Juni 10 Metz. s In nomine domini amen, coram venerabili patre domino Johanne dei gratia Tusculano episcopo apostolice sedis legato et in presencia ejusdem et mei notarii infrascripti ac teslium subscriptorum magisler Johannes gener Erlini civis Argen- tinensis, notarius et procurator honorabilium virorum magistri consulum et universi- tatis civitatis Argentinensis ejusdem, nomine eorundem et pro ipsis habens ad bec io mandatum sufficiens a me notario visum et leclum, in scriptis proposuil et recilavit, appellavit in scriptis, appellationes ralificavit, innovavit in scriptis et confirmavit et apostolos instanter petiit de verbo ad verbum, prout inferius continetur: in nomine domini amen, coram vobis venerabili patre domino Johanne episcopo Tusculano apostolice sedis legato propono ego Johannes gener Erlini civis Argentinensis, i 5 procurator honorabilium virorum magistri consulum et universilalis civitatis Argentinensis, nomine eorundem et pro ipsis, quod vos ipsis nuper per veslras litteras intimastis vestro auditui horribilem, ut vestris verbis utar, et piis detestandain mentibus de prefatis magistro consulibus et universitate oblatam querelam [weiter wie in nr. 119 nmtatis muiandis bis ad vindictam.] idcirco ego Johannes procurator 20 magistri consulum et universilalis civitatis Argentinensis prediclus procuralorio nomine eorundem et pro ipsis, ex premissis prefatos magistrum consules et univer- sitatem sentiens gravari et gravatos esse indebite a vobis, meo et predictorum magistri consulum et universilalis et singulorum de universitate ac civitate Argen- tinensi predicta nomine, item kathedralis et conventualium ecclesiarum parochialium 2 -, et canonicorum et clericorum ipsarum, plebanorum et viceplebanorum earundem, capellarum et cappellanorum et generaliter clericorum omnium et singulorum civitatis Argentinensis predicte tarn infra civitatem eandem quam in suburbiis ipsius extra muros ejusdem civitatis consistencium et michi et prefatis magistro consulibus et Universität! predictis adherere et in banc appellationem consentire et ea tueri so volencium nomine et pro ipsis, et ne vestra sententia hujusmodi inlerdicti jam prolata seu comminata sub forma prescripta occasione hujusmodi, item ne sententie inlerdicti excommunicationis aut suspensionis, si que per vos vel alium quempiam in prefatos magistrum consules et Universitäten! vel civitatem Argentineusem aut pcrsonas canonicos ecclesias plebanos seu viceplebanos cappellas cappellanos et cle- 3 5 ricos antedictos aut singulos de universitate vel civitate predicta occasione hujusmodi proferentur, ipsos ligent vel ligare possint, ad sedem apostolicam in hiis scriptis appello et apostolos sepe et sepius cum instancia peto, prefatos magistrum consules Universitäten! et civitatem Argentinensem predictam et singulos de universitate et civitate predicta, ecclesias canonicos plebanos viceplebanos cappellas et cappellanos et 40 generaliter omnes et singulos clericos antedictos civitatis Argentinensis ejusdem necnon pcrsonas et res ipsorum protectioni sedis apostolice supponendo, protestans, quod per appellationem hujusmodi ab appellalione seu appellalionibus prius coram domino 84 1287 Argenlinensi episcopo inlerpositis 1 magislri consulum et universitatis et singuloruin de universitate necnon kathedralis conveutualiuin et parochialium ecclesiarum, canonicoruin et clericorum ipsarum, plebanorum et viceplebanorum earundem, cappel- larum et cappellanorum et generaliter clericorum omnium et singulorum civitatis Argentinensis predictorum nomine et pro ipsis recedere non intendo nec volo, sed eam et eas ratifico innovo et confirmo, testimonium super liiis omnium presencium invocando. actum Metis in cappella venerabilis patris domini episcopi Melensis, sub anno domini 1287, indictione 15, die 10 intrante mense junii, ad hec vocalis specialiter et rogatis testibus, videlicet honorabilibus viris magislris Tirrico domini Wallheri majoris, Symone domini Bartholdi et Widrico domini Lodewici archidia- conorum ecclesie Metensis officialibus et aliis quam pluribus. (S. N.) a Ego Petrus de Donorio Ferrariensis diocesis publicus auctoritate Ravenatis ecclesie notarius, tune temporis venerabilis patris domini Johannis Tusculani episcopi apostolice sedis legati grossarius, ad hec omnia vocatus interfui et rogatus scribere scripsi meoque signo consueto signavi. Nos Tiericus domini Waltheri majoris, Symon domini Bertboldi et Widricus domini Lodewici curiarum archidiaconorum ecclesie Metensis officiales, premissis Omnibus interffuimus et audivimus proponi recitari et appellari in scriptis appellationes, ratificari innovari confirmari et apostolos peti instanter in scriptis in modum prescrip- tum et prout superius continetur, coram venerabili patre domino Johanne Tusculano episcopo apostolice sedis legato supradicto per magistrum Johannem generum Erlini civis Argentinensis, notarium et procuratorem honorabilium virorum magistri consulum et universitatis civitatis Argentinensis ejusdem, nomine eorundem et pro ipsis habentem ad premissa mandatum sufBciens visum et lectum a nobis officialibus antedictis. et in evidenciam et testimonium premissorum nos in testes ad hec vocati specialiter et rogati sigilla curiarum predictorum dominorum nostrorum archidiaconorum Metensis ecclesie ad peticionem prefati procuratoris duximus presentibus appendenda. actum anno die et loco prescriptis. S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 71 or. mb. c. 3 sig. pend. delapsis. Auf der Rückseite Vermerk von gleichzeitiger Hand innovacio appellacionis facta coram legato. 123. Bischof Konrad von Straßburg befehlt dem Clerus seiner Diöcese, das Mandat des päbstlichen Legaten vom 0. Juni gegen die Straßburger Bürger sogleich zur Ausführung zu bringen. \1287\ Juni 26 Dachstein. Cünradus dei gratia Argentinensis episcopus venerabilibus dominis abbatibus prepositis prioribus ordinum sancli Benedicti, sancli Augustini et aliorum quorum- a) Das Notariatszeichen ist eine ellipsenförmige Scheibe, oben in eine Spitze mit strahlender kleiner Kugel auslaufend , unten auf drei senkrechten Stäben ruhend, welche an ihrem untern Ende auf einem Kreis stehen. Die Scheibe zeigt eine Tintenfüllung % welche in der Mitte zwei Ellipsen übereinander weiss lässt. 5 10 15 20 25 30 35 I Vergl. nr. 119, 40 1287 85 cunque, archidyaconis arcliipresbyteris decanis ac ecclesiarum rectoribus plebanis incuralis et vicariis universis per Argentinensem dyocesiin constitutis salutein in domino sempilernam. noveritis nos venerabilis patris et domini Johannis Tusculani episcopi cardinalis sedis apostolice per Alamaniam 3 legati recepisse litteras non can- 5 cellatas, non abolitas nec in aliqua parte viciatas in hec verba: [folgt nr. 121]. cum itaque nos cum omni precum instancia supplicaverimus humillime domino legato antedicto, ut ipse dignaretur nos absolvere ab execucione hujusmodi mandati contra nostros cives Argentinenses antedictos, et prenominalus dominus noster legatus petitioni nostre condescenderit quantum ad execucionem mandati presentis intra io civitatem Argentinensem, firmiter et districte nobis nichilominus precipiens, ut man- dalum ipsius contra cives nostros antedictos extra civitatem Argentinensem execucioni mandare nullatenus obmitteremus, vos singulos et universos monemus sub pena suspensionis, quam in vos exnunc prout extunc ferimus in liiis scriptis, si liujus mandati nostri immo verius supranominati domini legati fueritis contemptores, vobis ir> districte precipientes, quod b quilibet vestrum publice in ecclesiis, quibus preest, mandatum dicti domini legati 0 secunduin lenorem autentici nobis ab ipso directi, cujus transscriptum sub nostro sigillo presentibus interseri fecimus, absque more periculo execucioni plenissime demandetis. in signum execucionis mandati liujusmodi sigilla vestra presentibus appendentes reddite litteras sub pena superius annotata. 20 datum in Tabchinstein d 6 kalendas [julii] c . T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 4 or. mb. c. 6 sig. pend. laesis. Erkennbar auf der Legende des einen Siegels prepositi liospitalis . . . des zweiten plebani. T 1 coli. ibid. or. mb. c. 7 sig. pend. laesis. Auf der Legende des einen Siegels erkennbar Rudolfi ar . . . gr, lieber die Datirung des Stücks läßt die inserirte Urkunde, das Mandat des päbstlichen Legaten vom 9. Juni, keinen Zweifel. 124. Anselm von Rappoltstein, Kuno von Bergheim, Heinrich von Andlau und Werner von Landsberg geloben der Stadt Straßburg Sicherheit für den Tag ihres Ein- und Ausrittes. 1287 August 14. 3n Wir Anshelm von Rapoltstein, Cuno von Bercheim, Heinrich von Andelahe und Wernhere von Landesberg tunt kunt allen den, die disen briet gesehent oder geboren!, daz wir alle viere mittenander gelobent dem meistere und deme rate von Strazburg, das wir noch unsere gesinde niemanne dubein schaden tunt von der stat Strazburg weder drüz noch drin des tages, so wir drüz oder drin geritent. beschehes aber, 35 das sin wir schuldig unverscheidenliche ze widertunne ane alle geverde. widerteten wirs niht, swenne denne wir drie Cuno von Bercheim, Heinrich von Andelahe und Wernher von Landesberg von des meisleres wegen von Strazburg mit botten oder mit brieven drumbc gemanet werden! ze huse oder ze hove, so suln wir uns in den nehisten ahte tagen drumbe ze Strazburg in entwirrten nach rehtere giselschefte 4 0 a) Tl Allamanniam. b) T 4 ijuatenus. c) T I add. vice nostra. d ) T t Tabchenstein. e) T et T t junii offenbar verschrieben. m 1287 niemer lidig ze werdcnne, wirn liabenl es widerlän ane alle geverde. und swenne wir den bürgeren von Slrazburg oder sie uns dis viercehen naht vor widerbietent, so ist dis abe. herumbc sinl unser ingesigele an disen briet gebenbet zeime urkunde, das es stete blibe. dis geschach an deine dunrestage vor der crren mes, da von gots gebürte warent tuscnt jar zweihundert jar und sibein und alizig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 23 b or. mb. c. 4 sig. pend. Von den Legenden der Siegel noch Einzelnes zu erkennen, z. B. auf dem zweiten : Cunonis de Berkei[m] qnondafm] lantvog .... 125. Dtr päbstliche Legat Johannes fordert den Clerus der Straßburger Diö- cese und seines Legationsbezirks auf, die gegen die Straßburger Bürger gefällten Lnterdicts- und Bannsentenzen aufs strengste durchzuführen, und verschärft dieselben. 1287 September 5 Neufchäleau. Johannes miseratione divina Tusculanus episcopus apostolice sedis legatus dis- cretis viris abbatibus arcliidiaconis archipresbyteris decanis plebanis ac aliarum ec- clesiarum rectoribus incuratis et vicajiis universis per Argentinensem diocesim neenon omnibus et singulis infra nostre legationis terminos constilutis, ad quos littere presentes pervenerint, salutem in domino. cum nos propter manifestas et adeo notorias injurias, que nulla poterant tergiversatione celari, olim per magistros et consules tarn presentis quam preteriti anni et quosdam alios cives Argentinenses sancte contemplationis vite viris religiosis dilectis in Christo nobis . . priori et conventui fratrum predicatorum domus Argentinensis dei timore postposito irrogatas in magistros consules et cives predictos ac omnes illos, qui eisdem in hujusmodi injuriis ad fovendum et tuendum easdem consilium auxilium vel favorem impenderent vel ipsis in ea obstinata pertinacitate persistentibus quomodolibet obedire presumerent, excommunicationis et in civitatem ipsorum interdicti sententias duxerimus proferen- das, mandaverimus quoque ac fecerimus ipsos excommunicatos publice nunciari, alias- que sententias contra injuriatores hujusmodi duxerimus promulgandas, discreccionem et universitatem vestram monemus attente nichilominus iterato vobis et cuique vestrum sub excommunicationis pena a , quam in vos et vestrum quemlibet exnunc prout exlunc ferimus in hiis scriptis, si in hujusmodi nostri executione mandati negligentes fueritis vel remissi, quatinus omnes et singulos supradictos et specialiter excommunicatos nominatim denunciatos in ecclesiis vestris coram populo, cainpanis pulsatis, candelis accensis, diebus dominicis et feslivis usque ad salisfactionem condignam excommunicatos publice nuncietis, facientes eosdem ab omnibus artius evitari, neenon in locis quibuslibet, ad que predicti magistri et consules ac alii nominatim exeom- municati vel aliquis ipsorum declinaverint, quamdiu ibidem steterint, et post reces- sum eorum per triduum cessetis a divinis ac sententias alias per nos contra predictos latas exequi publicare ac inviolabiliter observare curetis. et quia predicti magistri et consules et nominatim exeommunieali tamquam obstinati sententias nostras diu sus- 5 10 15 20 25 30 35 a) Zu ergänzen precipientes oder mandantes. 40 1287 87 tinuerunt animis penitus induratis, et crescente contumacia crescere debeat et pena, participantes colonos inquilinos mercennarios et bona tenentes prcdictorum civium omnium et singulorum nominatim et canonica monitione premissa, ut ab ipsorum participatione desistant, quos a divinis excludimus per presentes, exclusos publiee f> nnncietis. ad hec cum magistris consulibus et universitati civium predictorum olim, ut dicitur, de speciali gratia duxerimus concedendum, ut in altari ecclesie cathedralis seu in altari, quod dicitur altare civium vel matutinale virginis gloriose, tempore interdicti possent divina facere celebrari, 1 dummodo causam interdicto non darent, ac ipsi occasionem et causam manifestam dederint interdicto nec prerogativa indul- io gentiarum legatorum sedis apostolice gaudere debeant, qui gloriantes in malitiis ut aquarn malediclionem bibentes eorum mandatis parere- renuunt et contempnunt, con- cessiones gratias et indulgentias prediclas et quascumque alias in ecclesia et allaribus quibuscumque olim per bone memorie predecessores nostros in partibus Alamannie prefate sedis legatos magistris consulibus et universitati predicte concessas tenore is presentium revocamus cassamus frivolas et irritas nunciamus, sub anathemalis inter- minatione inhibentes expresse, ne quis clericus vel sacerdos interdicto durante in civitate predicta in ecclesia vel altaribus antedictis divina celebrare presumat, ac mandantes vobis sub pena predicta, ut revocatas cassas irritas et inanes publice nuncietis indulgentias memoratas. ceterum cum quidam Mathias nomine canonicus ao sancti Stephani Argentinensis, prout accepimus, diabolica procul dubio et fantastica quadam suggestione seductus se a sede predicta conservatorem scu judicem eisdcm civibus asserens deputatum, sententias nostras de facto, cum de jure nequiret, decre- verit irritas et inanes ac in priorem et fralres predictos presumpserit excommuni- cationis sententias perperam promulgare, mandans et faciens eosdem excommunicatos 25 publice nunciari, vobis et cuilibet vestrum sub eadem pena qua supra a districlc mandamus, ut b ejusdem Matbie sententias de facto prolatas vel ferendas in poslerum, si sententie dici possunt, quas, prout de jure nulle sunt, cassamus et nullius fore decernimus firmitatis, exequi quomodolibet presumatis, sed easdern nullas et irritas publice inter missarum sollempnia coram populo nuncietis, Matbiam vero eundem ao et nuncios, qui scienter litteras suorum processuum detulerunt, tamquam fautores sceleris perpetrati in priorem et fratres predictos, quia ° ex nostris processibus excom- municationis sententiam incurrerunt, excommunicatos publice nuncietis et faciatis ab omnibus artius evitari, capientes ipsos auctoritate nostra ac usque ad condignam salisfactionem captivos detinentes eosdem, invocato ad hoc si opus fuerit auxilio 35 brachii secularis. quod si aliquis vel aliqui ex vobis ad fratrum dictorum instantiam requisiti in publicatione executione ac aggravatione predictorum mandatorum et processuum nostrorum contra cives predictos necnon revocatione sententiarum dicli Matbie negligentes fuerint et remissi, discretis viris . . abbati in Novillari ordinis sancti Benedicti . . preposito ecclesie in Yttenwilr d et . . scolastico sancti Germani 4D a) T om. qua supra. b) T nec. c) S qui. d) T Ytenwiler. 1 Vergl. nr. 113. 88 1287 extra muros Spirenses Argentinensis et Spirensis diocesiurn nostris daraus litteris in mandatis 1 , quod eum vel eos ex vobis, qui adimplere conlempserint omnia et sin- gula supradicla, per se vel per alium aut a alios excommunicatum seu excominuni- catos publice nuncient vel faciant per censuram ecclesiasticam nunciari et nichilominus peremptorie ad nostram citent presentiam, ut vicesima die proxima non feriata post citationis ipsorum edictum compareant coram nobis per se vel per procuratores legitimes, qua re nostris mandatis parere negligant, ostensuri et alias audituri ac recepturi, quod ordo dictaverit rationis. alioquin contra eos ad privationem beneficiorura et alias, quantum suadebit justitia, procedemus, eorum contumacia vel absentia non obstante. datum apud Novum Castrum Tullensis diocesis nonis septembris anno domini 1287, apostolica sede vacanle. S aus Straßb. St. A. Vord Dreizehn. Gew. lad. 71 or. mb. e. sig. pend. Auf dem Bug rechts R. de Fractis (?); Rückvermerk processus contra Argentinenses. T coli, aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 4 vidim. mb. c. sig. pend., ausgestellt vom Bischof Symon von Worms 1287 (in die b. Thome apostoli) December 21 Worms. Ebenda Dominic. lad. 5 vidim. mb. c. sig. pend., ausgestellt von den judices s. Moguntine sedis 1288 Märe 10 Mainz. Stückweise gedruckt aus dem Briefbuch A fol. !!6 b i. Straßb. St. A. bei Schöpflin Als. dipl. II, 38 nr. 756. 126. Johannes Tusculanus episcopus apostolice sedis legatus abbati in Novillari ordinis sancti Benedicti, preposito in Tntenwilre ac scolastico sancti Germani extra muros Spirenses nuntiat, quod in magistros et consules tarn presentis quam preterili anni et quosdam alios cives Argentinenses eoruinque fautores propler manifestas injurias priori et conventui fratrum ordinis predicatorum domus Argentinensis irro- gatas sententiam excommunicationis promulgaverit et Omnibus clericis per Argen- tinensem diocesim necnon infra legationis sue terminos constitutis mandaverit, ut eosdem in ecclesiis suis excommunicatos denuntient et ut sententias per Mathiam canonicum sancti Stephani Argentinensis in fratres predicatores prediclos latas tam- quam inanes revocent eumque excommunicatum denuntient. legatus eisdem sub pena excommunicationis Mandat, quatenus omnes, qui in executione premissorum negli- gentes fuerint vel remissi, ad denuntiationem fratrum dicti ordinis excommunicatos publice nuntient et ab Omnibus artius evitari faciant citantes eosdem, ut die vigesima proxima non feriata post citationis edictum coram ipso legato compareant. alioquin contra eos ad privacionem beneficiorum et alias procedet legatus. nomina citatorum et dies citationis legato intimentur fideliter. «cum nos propter manifestas.» datum apud Novum Castrum nonis septembris anno domini 1287, apostolica sede vacante. 1287 September 5 Neufchätean. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 4 or. mb. c. sig. pend. a) T add. per. io 15 20 25 30 35 1 Vergl. nr. 126. 40 1287 89 127. Der päbstliche Legal Johannes trägt äem Archipresbyter in Neuweiler auf, mehrere genannte Geistliche, welche die von ihm gegen die Bürger von Straßburg gefällten Interdicts- und Bannsentemen für ungiltig erklärt haben, zur Verantwortung vor ihm zu laden. 1287 September 5 Neufchäteau. 5 Johannes miseratione divina Tusculanus episcopus aposlolice sedis legatus discreto viro. . archipresbytero in Novillari Argentinensis diocesis salutem in domino. cum Wernerus in Swindrasheim, Gotzo in Zabernia, . . in Lampertheim et Sifridus in Mitelburne ecclesiarum vicarii ad instantiam et mandatum Mathie canonici sancti Stephani Argentinensis, qui, prout accepimus, diabolica procul dubio et fantaslica io quadam suggestione seductus, qui se a predicta sede conservatorem et judicem magistris consulibus et universitati civium Argentinensium asserit deputatuin, excom- municationis et interdicti sententias contra predictos magistros et consules necnon quosdam cives Argentinenses ac civitatem ipsorum per nos latas et processus nostros in suis ecclesiis publice irrilas denuntiaverint et inanes, dictosque magistros consules >o ac cives vel aliquem occasione ipsarum ligatos non esse nec posse ligari aliquibus nostris excommunicationis vel interdicti sententiis publice asseruerint in nostre juris- dictionis elusionem ac sedis predicte conteinptum, nichilominus priorein et fratres ordinis predicatorum quondam domus Argentinensis excommunicatos publice nun- tiando, discretionem tuam monemus attente nichilominus tibi sub excommunicationis 20 pena b , quam in te exnunc prout extunc ferimus in hiis scriptis, si in nostri execu- tione mandati ad fratrum dicti ordinis instantiam requisitus negligens fueris et remissus, quatinus infra triduum a receptione presentium predictos perheinptorie cites ex parte nostra, ut die vigesima proxima non feriata post tue citationis edictum per se vel per procuratores ydoneos sufficienter et peremptorie compareant cor am 25 nobis suam, si poterunt, super hoc innocentiam ostensuri et alias audituri et recep- turi, quod ordo dictaverit rationis; alioquin contra eos ad privationem beneficiorum et alias, quantum suadebit justitia, procedemus, ipsorum contumacia vel absentia non obstante. diem autem et nomina citatorum nobis tuis litteris non differas intimare. datum apud Novum Gastrum Tullensis diocesis nonis septembris anno domini 1287, 30 apostolica sede vacante. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 4 or. mb. c. sig. pend. 128. Der päbstliche Legat Johannes zieht die den Straßburger Frauenklöstern bewilligte Erlaubniß zurück, einmal in der Woche in einem der Klöster während des Lnterdicts Gottesdienst zu halten. 1287 October 29 Clairvaux. 35 Johannes miseratione divina Tusculanus episcopus apostolice sedis legatus . . priorisse sancti Marci ceterisque priorissis et conventibus sororum extra muros civitatis Argentinensis sub cura et regimine fratrum predicatorum degentibus salutem in domino. cum nos ut dicitur olim personis aliquibus de gratia speciali duxerimus a) In beiden Wörtern sind die Buchstaben mm Theil durch ein Loch vernichtet, b) Zu ergtinsen mandantes. Str. II. 12 90 1287 concedendum, quod semel in septimana in uno claustrorum vestrorum possent clausis januis divinis officiis interesse et recipere eucaristie sacramentum, quia per tales gratias solvitur nervus ecclesiastice discipline et aliis, quibus non conceditur gratia consimilis, scandalum generatur, omnes dictas gratias et indulgentias seu licentias cassamus irritamus et presentibus revocamus mandantes et inhibentes vobis, ne s deinceps occasione dicte licencie ad divina aliquem admittalis. ceterum, si cuiquam auctoritatem concessimus personas de civitate Argentinensi absolvendi, quia nostras sentencias non servarunt, licentias et concessiones easdem auctoritate, qua fungimur, revocamus. datum apud monasterium Clarevallis Lingonensis diocesis 4 kalendas novembris anno domini 1287, apostolica sede vacante. 10 T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 4 or. mb. c. sig. pend. 129. Johannes Tusculanus episcopus sedis apostolice legatus archiepiscopis et episcopis universis infra legationis sue terminos mandat sub pena suspensionis, ut sententias excommunicationis in magistros consules et quosdam cives Argentinenses necnon in Mathiam nomine canonicum sancti Stephani Argentinensis et interdicti 15 in civitatem eorum latas exequi publicare aggravare et inviolabiliter observare curent. «cum nos propter manifestas.» datum apud monasterium Clarevallis Lingonensis diocesis 2 nonas novembris anno domini 1287, apostolica sede vacante. 1287 November 4 Clairvaux. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 4 or. mb. c. sig. pend. 20 Ebenda Dominic. lad. 5 vidim. mb. c. sig. pend., ausgestellt von Bischof Peter von Basel 1288 Februar 18 Basel. 130. Der päbstliche Legat Johannes ermahnt die deutschen Bischöfe, das über die Stadt Straßburg verhängte Interdict namentlich gegen die Reuerbrüder und Reuerinnen, welche dasselbe mißachten, streng durchzuführen. 12871November 20 ss Clairvaux. Johannes miseratione divina Tusculanus episcopus apostolice sedis legatus vene- rabilibus in Christo patribus . . archiepiscopis et episcopis universis infra partes Alamanie constitutis, ad quos presentes pervenerint, salutem in domino. cum nuper propter facinus in karissimos nobis fratres predicatores domus Argentinensis a ma- 3 » gistris et a civibus Argentinensibus perpetratum civitatem ipsorum inter alias graves et aggravatas sententias interdicto ecclesiastico subderemus b , noslre sententie quidam multipliciter illuserunt. nam fratres et sorores de penitentia vel, ut superinducto utamur vocabulo, de tertia regula plus sollte se apud fratres minores, quorum non magis Interest quam aliorum, ingessere divinis et persuasibilibus humane sapientie 35 verbis tamquam cujusdam exemptionis» spe plurimos sibi atrahere studuerunt. pro- fecto quibus hujusmodi temeritatis audatiam magis quam vobis et vestre negligentie iinputemus? nam cum esset aliquando a vobis in vestros subditos lata excommuni- a) T magistris et zum Theil auf Rasur. b) T subderemus auf Rasur an Stelle eines langem Wortes. c) T exemptionis auf Rasur. 40 1287 91 calionis el interdicti senlenlia, premisse persone apud dictos fratres minores et apud sanctam Claram vel alibi non sunt veriti audire divina et ecclesiastica suscipere sacramenta, unde factum est, ut jam in multis partibus Theuthonie soluto magis ac magis nervo ecclesiastice discipline pravi mucronem pontificum, quo piacula resecari s consueverant, nesciant formidare, quam enervatam comperiunt cum facilitate detesta- bili claudicare. expergiscimini 8 igitur, quorum est satagere, ne vineam domini sababot vulpes demoliantur parvule, providentes, ne malis per moras longiores convalescen- tibus adhibeatur sera et inefficax medicina ; set cito remedium conveniens apponentes non paciamini a prefatis personis auctoritatis vestre sententias violari. ecce enim nos io fratres et sorores de penitentia sive de tercia regula, quorum habet concessio, sicut vidimus sub sigillo curie Argentinensis, quod tempore generalis b interdicti possunt in locis privilegiatis audire divina et ecclesiastica recipere sacramenta, adjecto nisi causam interdicto darent vel id ipsis contingat specialiter interdici in civitate Argen- tinensi expresse ac nominatim, specialiter interdiximus Constituantes et precipientes 15 firmiter sub pena excommunicationis, ne quis eorum durante interdicto nostro et causa civium Argentinensium cum fratribus predicatoribus presumat audire divina vel ecclesiastica suscipere sacramenta. universitati igitur vestre sub pena excommunicationis late in biis scriptis precipimus, quatinus premissam sententiam ubique, sicut oportunum videbitur, ad requisitionem ipsorum fratrum predicatorum publicetis et 20 eodem modo contra tales eciam vestras sententias inantea defendatis nichil hesitantes, quia privilegium meretur amittere, qui concessa sibi abutitur potestate. datum apud monasterium Clarevallis Lingonensis diocesis 6 kalendas decembris anno domini 1287, apostolica sede vacante. T aus Straßb. Thoni. A. Dominic. lad. 4 or. mb. c. sig. pend. 25 Gedruckt bei Sbaralea Bullar. Francisc. III, 599 (ex Rom. tabular. ordinis praedicat.) ohne Adresse und Fatum. 131. Der päbstliche Legal Johannes ermahnt die Francishaner von Straßburg, Schleltstadt, Hagenau und Offenburg, das über die Stadt Straßburg verhängte Interdict strenger zu beobachten und namentlich die Reuerbrüder und Retterinnen 30 von jeder gottesdienstlichen Handlitng auszuschließen. 1287 [November 26\ Clairvaux. Johannes miseratione divina Tusculanus episcopus apostolice sedis legatus reli- giosis viris dilectis nobis in Christo . . guardianis et conventibus Argentinensi, Slez- statensi, Hagenowensi, Offenburgensi ordinis fratrum minorum salutem in domino. 35 non sine gravi dolore cordis accepimus, vos fratribus predicatoribus adeo fore molestos pariter et infestos, quod cum pressuras civium Argentinensium evadere vel saltem equo tollerare animo potuissent, de vestris predicationibus publicis et familiaribus cum adversariis ipsorum consiliis adipisci uequiverunt hactenus justicie complementum, persuadentibus enim vobis, ut dicitur, vel ex vobis aliquibus, quod sentencie nostre 4o contra ipsos cives late nullius vel parvi forent ponderis et quod licite pseudosacer- a) T die Silben isci auf Rasur. b) T generalis auf Rasur. ¥• 92 1287 (lotum in Argentina celebrancium, cum sint interdicti et per nos excommunicati, possit populus insipiens audire divina. ex verbis enim hujusmodi involutis et expressis seu circumlocutionibus talibus ecclesie Romane et nobis illatum est obprobrium, ceteris periculum et plurimis scandalum procuratum. adhuc nempe dictos trat res non erubescitis concidere vulnere super vulnus, cum in ecclesias vestras in nostrarum s sentenciarum prejudicium introducitis de tercia regula promiscui sexus multitudinem, ibidem et apud sanctam Glaram ac alibi prebentes ecclesiastica sacramenta, baue regulam et ex ea reguläres, cum ad vos non pertineat, nisi minister fratrum minorum et minister fratrum de penitentia idem numero dici possint. supervenienle calamitate fratrum predicatorum instancius et constancius predicastis, vix compositis, ne dicamus, »» clausis hostiis celebrastis, ac si de illorum fletu vobis ridere liceat, qui flere cum flentibus gaudere cum gaudentibus debuistis. an excidere a memoria potuit, quod in primo sollempni edicto probibuimus loci episcopo de nostro mandato exequente, ne vos vel sorores sancte Cläre nostrum violaretis quomodolibet interdictum 1 . porro hec non solum fratrum predictorum nova, set antiqua querella noscitur prelatorum, quod >s per ministros et fratres ac sorores predictas de penitentia, usitato vel ut ficto sermone «de tercia regula» dicamus, solvitur undique nervus ecclesiastice discipline. quapropter liuic morbo tarn generale quam efficax remedium adhibentes juxta teuerem privilegii ipsorum fratrum de penitentia et sororum, quod sub sigillo curie Argentinensis per- speximus, ubi dicitur: nisi causam dederitis interdicto vel id vobis contingat a speci- s» aliter interdici, ipsos fratres et sorores de penitencia sive de tercia regula durante interdicti nostri sententia contra cives inemoratos specialiter et expresse interdicimus et sub pena excommunicationis, quam monitione decem dierum premissa, exnunc prout extunc ferimus in biis scriptis, prohibemus districte predictos fratres et sorores de penitencia, ne quispiam sive apud vos sive alibi presumat audire divina vel eccle- 25 siastica recipere sacramenta, nisi salutis proprie contemptores velint sibi judicium manducare. ceterum sedulitate paterna circumspectionis vestre prudentiam commone- mus, quatenus attendentes, quod vos una cum fratrum predicatorum ordine tamquam duo luminaria divina sapiencia in lucem gentium destinavit, non sinatis vobis lumen opprimi a potestatibus tenebrarum, sed eadem fides et conpassio vos probet esse 30 germanos, ut tollatur scandalum cum obprobrio dicentium : isti declinantes in obli- gationes alios cupierunt in necessitate, ut consueta uterentur cum favore plebejo libertate. datum apud inonasterium Clarevallense Lingonensis diocesis 6 b decembris anno domini 1287, apostolica sede vacante. T aus Straßb. Thann. A. Dominic. lad. 4 or. mb. c. sig. pend. Die Schrift des Stücks ist 35 hier und da durch Wasser beschädigt und ausgelaufen. Für die Datirung November 26 spricht der Inhalt des Stücks im Zusammenhang mit nr. 130 mehr als für das Datum December 8, das ebenfalls in Betracht kommen könnte. Gedruckt bei Sbaralea Bullar. Francisc. III, 597 (ex Rom. tabular. ordinis praedieat.) ohne Datumsangabe. a) T contitigat. b) T kalendas mohl vergessen. 1 Vergl. nr. 125. 1287 m 132. Der päbstliche Legat Johannes fordert die deutschen Bischöfe auf , gegen die /Straßburger Bürger, falls sie auf ihren Feindseligkeiten gegen die Dominikaner beharren, die weltliche Macht zu Hilfe zu rufen, und untersagt besonders mehreren Städten, ferner Handelsverkehr mit denselben zu pflegen. 1287 December 8 Clairvaux. 5 Johannes miseratione divina Tusculanus episcopus apostolice sedis legatus venerabilibus in Christo patribus . . archiepiscopis et episcopis per partes Alamanie constitutis, ad quos presentes pervenerint, salutem et sinceram in domino caritatem. cum circa consules et cives Argentinenses multa remedia temptaverimus, ut salutis sue non essent prodigi, set pre oculis habentes judicium magni dei ab injuria fratrum io ordinis predicatorum Argentinensium desisterent et post sententiarum a nobis in ipsos latarum aculeos resipiscerent, nec profecerimus eo, quod post expulsionem ipsorum fratrum adbuc a tergo dispersos insaciabiliter persequuntur edendo statuta ut dicitur, et proponendo edicta ac pollicendo promissa, quatinus dicti fratres capti- vitatem personarum, atrocitates vulnerum aut mortis exterminium paciantur, pater- iä nitatis igitur vestre constanciam monemus et ortamur-> in domino et nichilominus vobis Omnibus et cuilibet vestrum sub pena suspensionis, quam in vos et vestrum quemlibet ferimus exnunc prout extunc in hiis scriptis, si hujusmodi noslrum man- datum neglexeritis adimplere, districte precipimus, quatinus, cum a fratribus premissis fueritis requisiti, quindeciin dierum monitione premissa, nisi dicti consules et cives 20 hujusmodi statuta deleverint, edicta retractaverint et, quecumque in ipsorum fratrum injurias machinati sunt, emendaverint ac de illatis injuriis satisfecerint coinpetenter, aut si domum jam dictorum fratrum, quam sub protectione sedis apostolice dudum b specialiter suscepimus, destruxerint, contra ipsos invocetis auxilium bracbii secularis, precipientes in virtute obedientie et in remissionem peccaminum injungentes principibus 25 ducibus marchionibus lantgraviis comitibus baronibus militibus judicibus consulibus et aliis, qui ex dispensatione divina non sine causa gladium portant, quatinus cor- roborato virtutis brachio et accensi zelo, quo etiam usque ad mortem fidelis quisque pro justicia non immerito agonizat, adversus consules et cives predictos consurgere non formident, bona ipsorum tarn diu auctoritate presentium capientes et detinentes, so donec ipsis fratribus satisfaciant de preteritis in eos excessibus et de non inferendis in futurum prestent ydoneam cautionem. licet itaque cum excommunicatis communi- care non liceat, set hiis generaliter omnibus juris auctoritas interdicat, quia tarnen plus timeri solet, quod specialius inhibetur, nos cum eisdem magistris et civibus Argentinensibus tot excommunicationum sententiis innodatis universis et singulis 35 Christi fidelibus et specialiter Basiliensis, Vriburgensis, Columbariensis, Slezstatensis, Spirensis, Warmaciensis, Maguntinensis et Coloniensis civitatum et opidorum civibus universis et singulis interdicimus conmercium omne spontaneum ita, quod ipsis nec ab eisdem civibus Argentinensibus emere aut ipsis aliquid vendere liceat vel aliquem cum eis contractum seu quamcunque Obligationen! inire. porro ad executionem M presentium mandatorum universos vos et singulos teuer! volumus ita, quod in a) T / hortamur. b) T I om. dudum. c) T I om. Christi fidelibus et specialiter Basiliensis et rep. interdicimus commercium omne spontaneum. 94 1287 executione sub pena predicta alter alterum non expeclet, quin etiam ad ca, que aliis in hoc negotio facienda mandaveritis, noveritis simililer vos teneri. datum apud monasterium Glarevallis Lingonensis diocesis 6 idus decembris anno domini 1287, apostolica sede vacante. T aus Straßb. Thenn. A. Dominic. lad. 4 or. mb. c. sig. pend,. T 1 coli. ibid. or. mb. c. sig. pend. 133 . Der päbstliche Legat Johannes gestattet den Dominikanern von Straßburg, sich innerhalb der Straßburger Diöcese nach ihrem Belieben niederzulassen, und droht Allen, welche sie daran hindern würden, mit Bann und Interdict. 1287 December 8 Clairvaux. Johannes miseratione divina Tusculanus episcopus apostolice sedis legatus dilectis nobis in Christo. . priori et fratribus quondam domus Argentinensis salutem in domino. licet de domo vestra, in qua sedulum domino consuevistis impendere famulatum, vis civium vos ejecerit importuna, nolumus tarnen, quod finaliter sic Argentinensem diocesim relinquatis, quominus devot! vestri optato in consiliis et confessionibus solatio potiantur. scimus enim, quod subducta luce tenebra terram et caligo didicit populos opperire et relegatis pastoribus liujus aeris lupus caulis ovium invigilat, deficientibus quoque vere fidei predicatoribus, hereses haut dubium pullu- labunt. quapropter, non obstante contradictione cujusquam, in diocesi predicta et aliis vicinis oppidis secundum quod oportunum judicaverilis, de consilio. . prioris provincialis vestri vobis parate convenientes vestro proposito mansiones, in quibus- dam cum altari portatili sine juris prejudicio alieni celebrantes, in quibusdam tanquam ab apostolica sede miss! pariter et vocati oratoria et officinas alias erigentes. qui- cumque vero vos receperint et foverint tanquam dei domesticos et amicos, pax et benedictio super illos. qui autem vos expulserint vel ejecerint maxime timore civium Argentinensium vel favore, nisi infra octo dies vos revocaverint cum honore, quam diu absentes fueritis», loca eorum extunc maneant et sint auctoritate presentium supposita interdicto, et consules locorum eorundem hoc agentes seu consentientes excomunicationis sententiam incurrant, quam exnunc prout extunc in cos ferimus in hiis scriptis. cooperatione enim et favore dampnabili communicant in crimine criminosis. null! ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre ordinationis con- cessionis et vocationis infringere vel ei ausu temerario contraire. si quis autem hoc attemptare presumpserit, indignationem omnipotentis dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum ejus se noverit incursurum. datum apud monasterium Clarevallis Lingonensis diocesis 6 idus decembris anno domini 1287, apostolica sede vacante. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 4 or. mb. c. sig. pend. T 1 coli. ibid. or. mb. c. sig. pend. 5 io 15 20 25 30 35 i) T 1 add. quia sunt divinis indigni auf Rasur. 1287 — 1288 95 134 . Frater Heinricus sancte Maguntine sedis archiepiscopus sacri imperii per Germaniam archicancellarius universis abbatibus archydiaconis prepositis archy- presbyteris decanis plebanis ac aliarum ecclesiarum rectoribus incuratis et vicariis per Spirensem diocesim constitutis auctoritate mandati domini Johannis Tusculani r> episcopi legati, cujus lenor est insertus 1 , sub pena suspensionis Mandat, quatinus omnes sententias contra cives Argentinenses et Mathiam canonicum ac alios latas exequi publicare aggravare et observare curent. «noverilis nos recepisse.» datum in Heilbrunne anno domini 1287 in die beate Lucie virginis. 1287 December 13 Heilbronn. io T aus Straßb. Thom. A. Dominic lad. 4 or. mb. c. sig. pencl. 135 . Anselm von Rappoltstein und Kuno von Bergheim Klagen der Stadt Straßburg, daß ihr Bürger Heyde von Wasselnheim das Geleit gebrochen habe, und bitten um Abhilfe. [ 1287 — 1288]. Den erbern herren dem meistere und dem rate von Strazburg embüt ich Anshelm i5 von Rapoltstein und Cune von Bergheim der alte alles liep und allez gut. wir klagent üch, daz der Heydene von Wasselnheim uwer burger in dem geleite, daz ir uns gabent vür üch und vür alle uwere bürgere, uns nu gelaget bette uf der strasze, da wir nu von üch schieden!, wellen! ir daz misseiüben, so senden! uwere ersamen botten her uf zü uns. den geben wir gut geleite und machen! ez küntlich 20 und werlich, daz irs wol glühen!, und bitten! üch, daz ir uns diz abelegent von uweren bürgere iemer durch unseren dienst. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 218 a mit der Uebersehrift daz der von Rapoltz- steine den von Strazburg het geklaget abe dem Heyden von Waszelnheim. Das Stück ist wohl mit den nr. 124 u. 137 in Zusammenhang zu setzen und dürfte daher in die 25 Jahre 1287 oder 88 gehören. 136 . Kuno von Bergheim erbietet sich der Stadt Straßburg zur Zeugenaussage. [1287 — 1288\. Viris prudentibus magistro et consulibus civitatis Argentinensis Güno de Bergheim senior eorum concivis servicii et honoris quicquid potest. vestre prudencie 30 significo per presentes, quod quam primum coram vobis comparere potero, quod offero me probaturum testimonium veritati cum tribus vel quatuor personis ydoneis, quod curia, super qua Betzemannus Stanpf coram vobis est tractus in causam, quod eandem curiam detinet seu possidet tytulo ypothece et eam jam decem annis et amplius ita possedit pacifice et quiete. et si mich! inducias ad hoc, quod coram 35 vobis comparere possim perhibiturus testimonium predictum, denegaveritis», rogo, a) S denagaveritis. 1 Vergl. nr. 129. ut duos de consilio ad nie destinetis, qui testimonium hujusmodi nomine vestro reci- piant et vobis de hoc referant veritatem rei geste. valeat vestra salus. S aus Straßb. 8t. A. Briefbuch A fol. 100 d mit der Ueberschrift Cftnen von Bergheim gezügnüsze und sin sagen in einer Sachen. Mit Rücksicht darauf, daß sich Kuno von Bergheim als concivis bezeichnet, ist das Stück jedenfalls nach 1286 August 27 zu setzen, vergl. nr. 110. Da ferner von Waffenstillstand die Bede ist, so gehört es wohl in die Jahre 1287 und 88, vergl. nr. 124, 135 und nr. 137. 137 . Anselm von Rappoltstein und Kuno von Bergheim bewilligen der Stadt Straßburg und den Vögten vvn Wasselnheim einen kurzen Waffenstillstand. 1288 Januar 13. Ich Anshelm von Rapoltstein und ich Cüne von Berckeim der alte tunt kunt allen den, die disen briet sehent oder gehören! lesen, daz wir gent ein fride und eine trostunge. .dem meistere deine rate und der gemeinde von Strazburg® und den vogeten von Wasselnheim allen hinnant unze an den mendag nach sante Glerins mez und den tag allen, ze varende ze deine tage ze Slezstat uf und abe und swar sie wellent ane angest libez und gütez, für uns und für Heinrichen von Andela und für Wernhern von Landesberg und für. . den Watfeier von Eckerich und für alle unsere belfere und für allez unser gesinde getruweliche und ane geverde. und daz sie wol sicher und ane angest sin, derumbe hant wir in disen brief geben besigelt mit unseren ingesigeln zu urkunde. diz geschach und dirre brief wart geben an sante Glerins tag dez vorgenanten, do von gots gebürte waren! tusent jar zweihundert jar und ahte jar und ahlzic jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 23 b nr. mb. c. 2 sig. pend. mutil. 138 . Erzbischof Heinrich von Mainz fordert den Clerus der Diöcesen Mainz und Speier auf , die Ausführung der Strafmandate gegen die Bürger von Straßburg bis auf Weiteres zu vertagen. 1288 Februar 13 Mainz. Frater Heinricus dei gracia sancte Maguntine sedis archiepiscopus sacri imperii per Germanium archicancellarius universis abbatibus archidiaconis prepositis archi- presbyteris decanis plebanis et aliarum ecclesiarum rectoribus incuratis et vicariis per Maguntinam et Spirensem civitates et dyoceses conslitutis, ad quos presentes littere pervenerint, salutem in domino. ut inter honorabiles viros priorem et fratres ordinis predicatorum domus Argentinensis ex parte una et magistrum consules et universitatem civium civitatis ejusdem ex parte altera bonum pacis et concordie reparetur, ad exhortacionem sollicitain Serenissimi domini nostri regis Romanorum a) Strazburg auf durchlöcherter Stelle. 1288 97 illustris 1 , ac etiam contemplacione earundem partium, quarum utrumque zelamur honores, disponimus deo propicio interponere partes nostras, cum temporis se obtulerit aptitudo. et quia efficacius et sälubrius ejusdem pacis provenire effectum speramus optatum, si dicli . . magisler consules et cives per execucionem a mandatorum, que k> contra ipsos recepimus a reverendo patre domino Johanne episcopo Tusculano aposto- lice sedis legato, dissimulacione senserint sibi deferri, execucionem mandatorum ipsorum, quam contra eosdem magislrum consules et cives necnon Mathiam canonicum ecclesie sancti Stephani Argentinensis et alios occasione ipsorum vobis nuper injunximus faciendam, propter bonum pacis in suspenso volumus vos habere, quo- io usque aliud per nostras litteras vobis dederimus in mandatis. datum Maguntie idus februarii anno domini 1288. 8 aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 43 a mit der Ueberschrift daz der erczbischof von Mencze dez bischofs Tusculän benne ufgezogen het gegen den von Strazburg von der Prediger wegen, uncze daz er anderwarbe sine briefe darumbe gif. io 139. Reinboto Eystetensis episcopus 2 , privilegiorum fratrum ordinis predicatorum judex conservator per dominum Honorium papam quartum constitutus, mandat arcbi- presbyteris in Bromat, in Novillari, in Kirchhein et in Barre Argentinensis dyocesis sub pena excommunicationis, quatenus litteras ipsius, quas fralres ordinis inemorati conventus Argentinensis iis assignaverint, per nuncium suum ad clericos sibi subditos ao sine more dispendio dirigant et, cum hoc fecerint, ipsi sub sigillis suis litteris fide- libus intiment. «cum nos sanctissimi». datum Eysteten 12 kalendas marcii anno domini 1288. Februar 18 Eichstädt. T aus Straßb. Thorn. A Dominic. lad. 5 or. mb. c. sig. pend. 140. Coram officialibus curiarum dominorum prepositi, decani, thesaurarii, Alberti 25 de Steineburnen, Johannis de Erenberg, Ileinrici de Liehtenberg et Johannis de Ochsenstein archidiaconorum ecclesie Argentinensis Cünradus dictus de Wasserstelz canonicus ecclesie Argentinensis, procurator totius cleri civitatis et dyocesis Argen- a) S execucionum. 1 Von König Rudolf berichten die Annal. Colmar, mag. zum Jahr 1288 April 1: Rex Ruodolphus 30 et episcopus Argentinensis et cives Argentinenses et domini terre in Columbaria pacis foedera jura- verunt; insuper inter fratres predicatores et cives Argentinenses componere voluissent (Mon. Germ. SS. XVII, 215). In dasselbe Jahr, nicht zu 1286, ist wohl eine von Colmar aus datirte Urkunde ohne Zeitangabe zu setzen, in welcher der Provinzial der Dominikaner die Brüder zu Bern an des Königs Verdienste um den Orden erinnert mit den Worten : item cum indignationem civium Argentinensium 35 pateremur, in opidis suis nos sustinuit, sustineri ac benignius sustentari. Vergl. Winkelmann Acta imp. ined. II, 746 nr. 1067. 2 Derselbe befiehlt dem Probst des Hospitals zu Hagenau vom Orden der Prämonstratenser unter Strafe des Bannes, den in Hagenau weilenden Priester Nikolaus, welcher auf Bitten der Straßburger Dominikaner von ihm citirt, suspendirt und excommunizirt ist, an allen Sonn- und Feiertagen feierlich 40 als einen gebannten zu erklären. Dasselbe soll unter gleicher Strafe in der Pfarre St. Georg geschehen or. mb. c. sig. pend. ohne Datum, wohl in das Jahr 1288 gehörend i. Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5. Str. II. 13 98 1288 tinensis, contra mandatum Johannis Tusculani episcopi apostolice sedis legati, datum September 9 apud Novum Castrum Tullensis dyocesis 5 idus septembris anno 1287, quo archi- episcopo Maguntino et episcopis suffraganeis ejus pro suis procurationibus secundi anni legationis 1 mille et quingentas marcas argenti ad pondus Goloniense imposuit, ad sedem apostolicam appellat. «cum venerabilis in Christo.» actum anno domini & 1288 idus martii. März 15. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 3465 cop. eh. sec. XVI i. Copialbuch des Straßb. Dom- capitels föl. 126 — 30. 141 . Rudolf der Meister und die Bruder vom Hospital zu Straßburg beurkunden die Privilegien desselben. 1288 April 16. n> Universis Christi fidelibus tarn presentibus quam futuris presentis littere inspec- toribus seu auditoribus frater Rudolfus humilis minister et Collegium fratrum bospitalis sancti Leonhardi in Argentina orationes devotas in domino cum noticia subscrip- torum. scire cupimus universos et presentibus protestamur, nos seu nostram domum bospitalis Argentinensis inter cetera esse a divo Conrado quondam Romanorum u> rege glorioso 2 neenon a felicis recordationis quondam Argentinensi episcopo 3 esse privilegiatos in liunc modum, quod videlicet omnia bona, que inpresentiarum habemus aut inposterum justis rationibus acquirere polerimus, et predicta domus nostra sub tali regie poteslatis privilegio immunitate perhenni est, et sunt roborata et munita et taliter confirmata, quod nulla ecclesiastica secularisve persona jus aut potestatem 20 habeal, omnibus bonis nostris, que ad hospitalem domum pertinent, vias publicas et usum aque et paseuorum interdicendi. item felicis recordationis episcopus preno- minatus nobis indulsit et nostre domui precipiens in verbo dei et auctoritate beatorum apostolorum Petri et Pauli et domini pape Honorii sub anathematis vinculo confir- mavit, ne quisquam bona bospitalis nostri Argentinensis sibi usurpare vel distrahere 25 audeat vel in alium quam in usum pauperum expendere presumat. in hujus autem veritatis testimonium sigillum sancti Leonhardi bospitalis Argentinensis presentibus est appensum. datum anno domini 1288, feria sexta ante Georgii. C aus Colmar. Hosp. A. HH 11 or. mb. c. sig. pend. delapso. Gedruckt darnach i. Berne d’Alsace II, 240. 30 142 . Die Pfleger des Straßburger Hospitals beurkunden Reckte und Freikeiten desselben. 1288 April 16. Wir Lucas von Eckeversheim und Ilug Ripelin rittere und pflegere des spittals ze Strazburg tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! oder gehören!, das der 1 Für das erste Jahr der Legation hatte der Bischof von Straßburg 200 Mark Silber gezahlt. 35 Darüber liegt die Quittung vor, ausgestellt von Petrus de Gualengis canonicus basilice principis apostolorum ac camerarius Johannis Tusculani episcopi. Straßburg 1286 November 7. cop. ch. sec. XVI i. Straßb. Bez. A. G fase. 3466 fol. 87 a. 2 Vergl. UB. I, 75 nr. 94. 3 Bischof Heinrich von Veringen im Jahr 1220, vergl. UB. I, 151 nr. 187. 1288 99 spiltal ze Strazburg von des meisteres und des rai.es gnaden von Strazburg ist von alter bar kummen in dirre gewonheite, das man in die stete bet gehalten durch gol und dur rehte liebi und durch friuntschaft: swenne ieman den anderen ze tode slüg oder in wundete, das man deine numme nachvolgete denne unce an des s spittals tor, ob er entran in den spittal. § ist öch daz deme schultheissen oder den rihteren duhein gevangene entran in den spittal, der nachvolgen was öch nuwen unce an des spittals dör. hinin entälent sie kein getwang. § was öch das ieman sin gilt vlöhte in den spittal, das enfronde kein rihter dinne. § die des spittals hindere sint, die enbiclaget nieman vor weltlicheme gerihte. herumbe lian wir unser inge- io sigele an disen brief gehenket zeime urkunde. dis geschach, da von gots gebürte waren! tusent jar zweihundert jar und ehtewi und ahzig jar, an deme frietage vor sante Geryen tage. C aus Colmar. Hosp. A. A fase. 7 or. mb. c. 2 sig. pend. partim laesis. Erhalten das Ripelin'sche Siegel. Dorsualvennerk von einer Hand des 14. Jahrh. littera pro libertate 15 hospitalis pauperura in Columbaria *. Die im Stück gesetzten Paragraphenzeichen sind wiedergegeben. Gedruckt darnach bei Schüpflin Als. dipl. II, 40 nr. 759. 143. Pabst Nicolms IV gibt dem Probst von St. German zu Speier den Auftrag, er möge alle diejenigen , welche dem Straßburger Frauenkloster St. Marx 20 Zins und Abgaben vorenthalten , zur Zahlung zwingen. 1288 April 22 Rom St. Peter. Nicolaus 1 2 episcopus servus servorum dei dilecto filio. . preposito ecclesie sancti Germani extra muros Spirenses salutem et apostolicam benedictionem. querelam dilectarum in Christo filiarum. .priorisse et conventus monasterii sancti Marchi extra 25 muros Argentinenses ordinis sancti Augustini secundum instituta et sub cura fratrum predicatorum viventium recepimus continentem, quod nonnulli clerici et ecclesiastice persone tarn religiös! quam seculares etiam in dignitatibus et personatibus constitute ac barones, milites et laici Basiliensis Argentinensis et Spirensis civitatum et dio- cesum, qui terras domos possessiones et alia bona immobilia sub annuo censu vel 30 redditu a monasterio ipso tenent, hujusmodi censum seu redditum eis contra justitiam exhibere non curant, quamquam terrarum domorum possessionum et aliorum bonorum premissorum possessionem pacificam habeant et fructus integre percipiant eorundem, propter quod prefatis priorisse et conventui grave imminet prejudicium 1 Beide Urkunden nr. 141 und nr. 142 sind darauf zurückzuführen, daß König Rudolf in einem 35 Privileg für das Colmarer Armenspital von 1288 April 2 erklärt: omnes libertates jura et privilegia concedimus, que hospitali pauperum apud Argentinam a nostris antecessoribus et a quibuscumque aliis sunt tradita et concessa. or. mb. c. sig. pend. i. Colmar. Hosp. A. Gedruckt darnach bei Schöpflin Als. dipl. II, 39 nr. 757. — Böhmer R. Rud. nr. 951. 2 Nach der Bulle Nicolaus IV. / 100 1288 et eidem monasterio non modicuin detrimenluin 1 . cum autem pro parle ipsarum priorisse et conventus ad nostram providenciam super hoc habilus sit recursus, dis- cretioni tue per apostolica scripta mandamus, quatinus, si est ita, dictos clericos, personas ecclesiasticas, barones milites et laicos ad exhibendum prefatum censum et redditum priorisse et conventui memoratis integre, ut tenentur, monitione premissa, » per censuram ecclesiaslicam, appellatione remota, previa ratione conpellas proviso, ne in lerras dictorum baronum excommunicationis vel interdicti senlentiam proferas, nisi super hoc a nobis mandatum receperis speciale. tesles autem, qui fuerint nomi- nati, si se gratia odio vel timore subtraxerint, censura simili appellatione cessante conpellas veritati testimonium perhibere. datum Rome apud sanclum Petrum 10 io kalendas maji pontificatus nostri anno primo. H aus Straßb. Hosp. A. lad. 89 fase. 14 or. mb. Bulle an Hanf schnür. Kostenvermerk unten links - - mit Haken über dem letzten Strich, darunter mehrere unverständliche Zeichen, etwa ilb per; auf dem Bug rechts f. R. Oben rechts in der Ecke c zweimal durchstrichen, ebenso etwas tiefer cor. Dorsualvermerk im doppelten Rahmen N. Waldini, 15 etwas tiefer unter Bogen und Strichen R. 144. Plebanus de Geypolzheim x\rgentinensis dyocesis nuntiat episcopo Eysten- densi, se secundum mandatum episcopi receptum 5 kalendas maji decanos sancti Petri et sancti Thome Argentine ad presenliam episcopi publice inter inissarum sollempnia cilasse, ut die tricesima a die citationis apud illuin comparerent. «pater- 20 nitati vestre notum facio.» datum in Geyspolzheim anno domini 1288, 5 kalendas maji. 1288 April 27 Geispolsheim. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 or, mb. c. sig. pend. 143- Matthias Canonicus von St. Stephan zu Straßburg fordert den Pfarrclerus von Eichstädt auf, er möge den Bischof von Eichstädt unter Strafandrohung ver- 25 anlaßen, von seinen Vorladungen Straßburger Geistlicher und andern Uebergriffen abzustehen. 1288 Mai 14. Mathias canonicus ecclesie sancti Stephani Argentinensis judex conservator auctoritate sedis apostolice deputatus reverendo domino decano majoris ecclesie et rectori sive plebano et viceplebano ecclesie parrochialis sancte Marie Eystedensis 30 neenon aliarum ecclesiarum parrochialium Eystedensium plebanis viceplebanis seu rectoribus universis, quibus littere presentes exhibite fuerint, salutem in domino. 1 Einen bestimmten Fall der Art berührt das Breve Fabsts Bonifaz VIII 1295 Februar 13 Lateran, in dem er den Scholasticus von St. Thomas anweist, eine Klage des St. Marxklosters zu untersuchen, quod Waltherus de Girbade mit es ac Universitas, majores et sculteti ville de Baldeburne 35 Argentinensis diocesis super terris debitis possessionibus et rebus aliis injuriantur eisdera. Straßb. Hosp. A. lad. 89 fase. 16 or. mb. Bulle an Hanfschnur. Auf dem Bug rechts h p. Dorsualvermerk im Doppelrahmen N. Waldini, darunter von anderer Hand frater Petrus de Basilea. 1288 101 venerabilis pater dominus episcopus Eystedensis, couservalorem se asserens privi- legiorum fratrum predicatorum per Theutoniain a sede apostolica conslilulum, liono- rabiles dominos decanos sancti Tliome et sancti Petri ecclesiarum Argentinensium, conservatores privilegiorum civitatis Argentinensis a sede apostolica delegatos, pro !> eo, quod iidem decani fratres predicatores conmittendo vices suas nobis contra indulta privilegiorum eorundem fratrum excommunicari, nt idem dominus episcopus asserit, indebite procuraverunt, suam potestatem conservatoriam, si quam habet, contra et supra jus amplians et extendens moneri mandavit, ut infra decendium a receptione litterarum prefati domini episcopi monitoriarum dictis fratribus de illatis, to ut dicitur, injuriis satisfaciant conpetenter; alioquin dictus dominus episcopus eosdem dominos decanos citari mandavit, ut tricesima die a tempore publicationis litterarum suarum monitoriarum earundem comparere debeant coram ipso domino episcopo in Eysteten audituri et recepturi, quod dictaverit ordo juris, et suam innocentiam ostensuri. nonnullos quoque viceplebanos parrochialium ecclesiarum sive clericos iä Argentinensis dyocesis pro eo, quod mandata nostra et processus auctoritate apostolica a nobis emissos exequi curaverunt, idem dominus episcopus ad suam presenciam indebite evocari mandavit, prout in litteris prefati domini episcopi vidimus contineri. et sicul nobis est per facti“ evidenciain palefacluin, sicque jurisdictio nostra, qua nes- cimus auctoritate, ex parle ejusdem domini episcopi injuste turbata est hactenus 20 multipliciler et turbatur perperam et inique. ceterum cum non sit dubium, nos in quoscunque nostram jurisdictionem seu processuum nostrorum execucionem inpe- dientes posse animadvertere juxta canonicas sanciones, idcirco volentes freno justicie predictarum transgressionum injurias cohibere, discretioni vestre, qua fungimur auctoritate, sub pena excommunicationis sententie, quam in vos, trium dierum monicione 25 premissa, scripto presenti ferimus, si non feceritis, quod mandamus, distriete precipimus, quatenus diligenter prefatum dominum episcopum moneatis, ut a citationibus et presumptionibus hujusmodi desistat inantea et ut revocet, quicquid in nostre juris- dictionis elusionem seu prejudicium attemptavit, et quod super revocatione hujusmodi suas patentes litteras suo sigillo signatas nobis transmittere non obmittat infra 30 octo dies a receptione presencium numerandos, quodque de cetero similia non attemptet; alioquin extunc prefatum dominum episcopum, quem extunc prout exnunc pro manifesta injuria et offensa hujusmodi ab ingressu ecclesie et a sacerdotali ministerio salva sua reverencia et ab officio suspendimus in hiis scriptis, suspensum ab hiis coram clero et populo Eystedensi in vestris ecclesiis intra missarum sollempnia sä publice nuncietis, intimantes eidem domino episcopo, quod, si a presumptionibus hujusmodi non destiterit, nos censura ecclesiastica contra ipsum severius procedemus. et quia propter viarum discrimina periculosum est, predictas conservatorias litteras sedis apostolice vobis in vera substantia destinari, tenorem ipsarum vobis sub sigillo curie Argentinensis duximus dirigendum, ipsas vobis sub vera bulla in civitale io Argentina, cum a vobis requisiti fuerimus, ostensuri. in executione quoque mandali nostri hujusmodi alter alterum non expectet. datum et actum feria 6 ante festum a) 1 ' perfecti. 102 1288 pentecosles anno domini 1288. rfeddite] litteras sub pena predicta sigillorum vestrorum appensione signatas in testimonium mandati nostri hujusmodi per vos legitlime executi. T aus Straßb. Thom. A. Dominie. lad. 5 or. mb. c. sig. pend. Außerdem sind am untern Bande des Stücks drei Pergamentstreifen so abgeschnitten, daß sie zum Anheften des Siegels dienen sollten; doch findet sich von letztem keine Spur. 146 . Johannes sancli Thome et Nycolaus sancti Petri ecclesiarum Argentinen- sium decani ab episcopo Eistetensi moniti 1 , qnia ipsis diverse et varie excepliones competunt contra monicionem et citacionem episcopique jurisdiclionem, ad proponen- dum hec omnia et allegandura excepliones necnon ad appellandum magistrum Rudi- gerum de Ehenheim procuratorem suum constitunnt, ratum habiluri, quicquid fecerit, et judicatum solvi promittenies pro ipso sub ypotheca reruin suarum. sigilla curie decani et archidyaconi ecclesie Argentinensis appendunt. «intelleximus quod vos asserentes». datum feria 5 post dominicam pentecostes anno domini 1288. Mai 20. T aus Straßb. Tltom. A. Dominie. lad. 5 cop. vid. mb. c. sig. pend., ausgestellt von Bischof Beimboto von Eichstädt, zugleich über nr. 147. 147 - Rüdiger von Elmheim appellirt als Vertreter der Dekane von St. Thomas und St. Peter von Straßburg vor dem Bischof von Eichstädt an den päbstlichen Stuhl. 1288 Mai 28 Eichstädt. Coram vobis venerabili patre domino episcopo Eistedensi, conservatore privi- legiorum fratrum predicatorum per Theutoniam, ut dicitur, a sede apostolica con- stituto, ego magister Rudigerus de Ehenheim, procurator reverendoruin dominorum decanorum sancti Thome et sancti Petri ecclesiarum Argentinensium, conservatorum privilegiorum civitatis Argentinensis a sede apostolica delegatorum, cum dominos meos decanos predictos pro eo, quod viros religiosos fratres predicatores commit- tendo vices suas reverendo domino Mathie canonico ecclesie sancti Stephani in Argentina contra indulta privilegiorum suorum excommunicari, ut dicitis, indebite procurarunt, auctoritate vestra monitos intellexerim, ut infra decendium a recep- cione literarum vestrarum monitoriarum dictis fratribus de illatis injuriis, ut dicitur, satisfaciant conpetenter, alioquin eosdem dominos meos decanos predictos citari inandaveritis, ut tricesima die a tempore publicacionis litterarum vestrarum earun- dem conparere debeant coram vobis in Eysteten audituri et recepturi, quod dicta- verit ordo juris, et suam innocenciam ostensuri 2 , excipiendo propono et dico dictorum dominorum meorum decanorum nomine et pro ipsis a ,.quod dicta vestra monicio et cilacio calumpniosa est frivola et iniqua, et quod predicti domini decani coram vobis venire non debent vel vobis parere, quodque vos in eosdem dominos decanos anim- a) T rep. et pro ipsis. 5 10 15 20 25 30 35 1 Vergl. nr. 144. 2 Vergl. nr. 144. 1288 103 advertere non potestis ex eo, quod predicti domini decani conservalores dati a sede apostolica privilegiorum civitati Argentinensi ejusque civibus et incolis indultorum conmittendo vices suas domino Mathie canonico ecclesie sancti Stephani predicti hoc jure fecerunt, cum cuilibet delegato a principe jurisdictio dandi judicem concedatur 5 a jure, ut probatur extra de of. deleg. c. pastoralis 1 et c. quoniam apostolica sedes 2 . igitur conmissio predicta juris permissione facta injuriosa dici non polest notorie neque vere, nec vos auctoritate conservatoria cognoscere vel vos intromittere potestis, utrum domini decani predicti hoc de jure vel injuria fecerint. probatur hoc et notatur expresse per dominum Innocencium super constitucione nova extra de io of. deleg. statuimus 3 . notatur etiam hoc idem per dominum Ilostiensem in summa sua 4 de off. deleg. § quibus modis ejus jurisdictio prorogetur versu. item fit proro- gacio ex vi clausule generalis et cetera, auctoritate enim conservatoria, si quam habetis, a manifestis injuriis et violenciis tantum potestis defendere eos, quos sedes apostolica vohis defendendos conmisit, servata forma inandati apostolici, nec ad 15 alia, que judicialem indaginem exigunt, vestram potestis extendere potestatem, ut probatur in preallegata constitucione nova statuimus. sed et vestra monicio et citacio nullam facit mencionem de injuria aliqua notoria vel excessu manifeste vel notorio mencionem. item si predictus dominus Mathias fratribus predicaloribus aliquam injuriam irrogasset, hoc dominis decanis predictis suo jure functis reputari 20 non posset, sed pocius inputandum foret predicaloribus, qui coram eodem domino Matbia suum privilegium, si quod habent, nec aliquid aliud allegarunt nec etiam appellarunt. propter quod sentencia excommunicacionis majoris per eundem dominum Mathiam prolata contra ipsos ligati sunt fratres predicti maxime ex contemptu. sicque audiendi non sunt coram vohis nec est eis aliquatenus respondendum. item con- 25 servacionis littere, si que sunt, quarum auctoritate procedere intenditis, vel privi- legia fratrum predicatorum de conservacione decanis predictis conmissa vel privilegia civibus et incolis civitatis Argentinensis concessa a nullam faciunt mencionem nec ea revocant quoquo modo, unde vos de ipsis vel processibus ex eis vel ab eis secutis judicare vel cognoscere non habetis, sed minorem potestatem b vel ad majus equalem. 30 propter quod Herum in decanis predictis animadvertere non potestis, cum non habeatis Imperium par in parem, item quia locus Eistetensis predictus ultra terciam vel quartam dietam a finibus Argentinensis dyocesis distat, item quia mortuo domino papa mandatore littere conservatoria, si que sunt, quarum auctoritate procedere intenditis, exspirarunt, re Integra existente, item quia iidem domini mei decani 25 coram vohis apud Eysleten venire vel conparere non possunt nec audent propter a) T concessis. b) oder pocius ? 1 C. 28 X de off. jud. del. (1,29). 2 C. 43 X de off. jud. del (1,29). 40 3 Innocentn apparatus super quinque libros deeretaMum, Argent. 1478 Lib. 1 fol. 101 b : «statuimus nt conservatores.* 4 Henrici cardinalis Hostiensis Summa aurea, Ltigdtm. 1588 fol. 58 b. Lib. I, 10. 104 1288 viarum discrimina et propter metum, qui potest cadere in constantem. peto igitur a vobis, quatenus in dicto negocio supersedere velitis et quod dominos raeos decanos predictos ab inquietacione hujusmodi absolvere velitis et ulterius non vexare. et ne, excepcionibus et defensionibus hujusmodi non admissis, contra dominos meos decanos predictos per vos vel alium quempiam auctoritate vestra, si quam habetis, excom- municationis suspensionis vel interdicti aut alia quevis sentencia proferatur et ammo- nicione et citacione vestra et gravamine predicto dictis decanis indebite per eas illato, sedem apostolicam in hiis scriptis appello et apostolos instanter peto, me et dominos meos decanos predictos et res ipsorum protectioni sedis apostolice suppo- nendo. testimonium quoque super hiis invoco presencium dominorum. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 cop. mb. vidim. c. sig. pend., ausgestellt vom Bischof Beimboto von Eichstädt. Ohne Absatz wird an presencium dominorum der für die Fortführung des Proceßes und für die Datirung wichtige Passus angeschloßen : hiis porrectis per copiam super excepcionibus contra procuratorii formam et personam ejus, qui se procuratorem asserit, ac replicacionibus datis super excepcionibus propositis, est Juli 25 dies assignata ad interloquendum videlicet crastinum Marie Magdalene et ad proce- dendum, quantum de jure fuerit procedendum, absencia partis alterius non obstante. datum in Eistete 5 kalendas junii anno domini 1288. 148 . Reinboto Eystetensis episcopus plebano in Westhoven et plebano in Zallen- wilre Argentinensis dyocesis sub pena excommunicationis mandat, cum plebanus superioris ecclesie in Westhoven et plehanus in Stozheim, prout frater Petrus de Monasterio procurator fratrum ordinis predicatorum in provincia Theutonie nuntiavit, de mandato Mathie canonici sancti Stephani Argentinensis sententias per Johannem Tusculanum legatum latas tamquam inanes revocaverint et ipsos fratres excommu- nicatos nuntiaverint, quod, si premissa vera sint, dictos plebanos moneant, infra octo dies a tempore monicionis fratribus satisfacere; alioquin eosdem publice excommuni- cabit. littere sigillate in signum mandati executi reddantur. «sua nobis frater Petrus.» datum in Werdenvels anno domini 1288, 13 kalendas® augusti. 1288 Juli 20 Werdenfels 1 . T aus Straßb. Thom. A. Dominic lad. 5 or. mb. c. sig. pend. Nur das Bischofssiegel hängt an. 149 . Konrad von Feuchtwangen, Präceplor des Deutsch-Ordens , und Landcomthur Berthold von Qepsenstein vereinbaren sich mit • dem St. Thomascapite'l, die Entscheidung ihres Streits über den Bau eines Deutsch-Ordenshauses im Pfarrsprengel von St. Aurelien zwei Schiedsrichtern zu übertragen. 1288 Juli 20. Universis presencium inspectoribus frater Cunradus de Fühtwangen preceptor fratrum hospitalis sancte Marie Theutonicorum Jerosolimitani per Alamanniam necnon a) Das Datum ist von derselben Hand mit anderer Tinte als der Text geschrieben. 1 Unter dein gleichen Datum gibt der Eichstädter Bischof den Archzpresbytern in Schlettstadt und Rheinau den Auftrag , alle Laien und Cleriker, welche nicht aufhören die Straßburger Dominikaner zu bedrücken , auf Aufforderung der letztem vor ihn zur Verantivortung zu citiren. or. mb. c. sig. pend. ebenda. Auch hier ist das Datum mit anderer Tinte hinzugefügt. 5 io 15 20 25 30 35 10 «KWTT-1 1288 105 frater Bertoldus de Gebizenstein provincialis fratrum Theutonicorum eorundem per Alsaciam el Burgundiam, item Frfidericus] prepositus et capitulum ecclesie sancti Tliome Argentinensis salutem et noticiam subscriptorum. scire cupimus universos, quod mota queslione seu dissensione super cdificatione seu constructione oratorii 5 facti vel faciendi de novo per fratres nostros domus Argentinensis in curia dicla der Stubewegehof sita inler limites parrocbie sancte ’Aurelie extra muros Argenti- nenses * 1 , quod nos prepositus et capitulum predicti in nostrum prejudicium dicimus esse factum eo, quod dicta ecclesia sancte Aurelie parrochialis ad noslram ecclesiam sancti Thome predictam pertinet pleno jure, tandem intervenientibus fide dignis, et io ut pax inter nos perpetua et concordia, que nos condecet, permanent prestante domino, qui est largitor omnis boni, super dictis questionibus seu dissensionibus nos commendatores predicti nostro nomine et fratrum nostrorum dictam curiam inhabitancium pro parte nostra in honorandum virum dominum Hermannum thesau- rarium ecclesie Argentinensis compromisimus et compromittimus per presentes, nos 15 vero prepositus et capitulum predicti pro nostra parte in dominum Johannem deca- num ecclesie nostre predicte compromisimus et compromittimus per presentes tam- quam in arbitros compromissarios, arbitratores et amicabiles composilores ita, quod iidem dictas questiones seu dissensiones inter nos habitas usque ad festum beati Martini proximo venturum decidant sine strepitu judicii in scriptis vel sine scriptis, 20 jure vel amice, in presencia nostri commendatorum vel absencia, presentibus tarnen fratribus dictam curiam inhabitantibus vel aliquo ex eis nomine eorundem. placet etiam nobis partibus hinc et inde, quod tractatus possint habere dicti domini arbitri seu arbitratores in presencia partium, item placuit nobis partibus predictis, quod si dictum negocium terminatum non fuerit usque ad terminum predictum, quod ipsi 25 duo facultatem habeant dictum terminum prorogandi, prout eis visum fuerit expe- dire. nos eciam partes predicte promittimus, quod si aliquem de predictis arbitris seu arbitratoribus, antequam dictum negocium terminetur, cedere vel decedere, quod absit, vel abesse plus debito conlingeret, quod pars, pro qua -> hoc fieret, eque ydoneum pacificum, prout fas est, debeat subrogare, fraude et dolo penitus circum- 30 scriptis. item nos partes predicte scripto presenti et litteris presentibus obligamus nos et nostros successores ad observandum ordinationem, compositionem et pronun- ciationem, quam dicti arbitri seu arbitratores jure vel amice duxerint faciendam seu statuendam, sub periculo cause pro pena posita a nobis hinc et inde, renunciantes quoad hec pro nobis et nostris successoribus omnibus actionibus exceptionibus 35 consuetudinibus statutis tarn publicis quam privatis et specialiter restitutionis in integrum, et omnibus litteris impetratis vel impetrandis undecunque et a quocunque, quibus contra ordinationem seu pronunciationem dictorum dominorum arbitrorum seu arbitratorum factam jure vel amice venire possemus vel juvari ad presens vel eciam in futurum, de omnibus predictis cereiorati de verbo ad verbum. specialiter 40 a) T cujus. .\ovember 1! 1 Vergl. über die Niederlassung der Beutschordensbrüder gu Straßburg im Jahr 128G Königshofen i. B. St. Chron. IX, 732. Str. II. 14 106 1288 autem renunciamus juri seu juribus quantum ad omnia et singula premissa dieen- tibus, generalem renunciationem non valere. in quoruin evidentiam nos frater C unradus preceptor et frater B ertoldns provincialis predicti noslra sigilla, item nos.. prepositus et capitulum sancti Thome predicti sigillum dicti capituli presentibus duximus apponenda. anno domini 1288 proxima tercia feria ante festum beati r> Arbogasti. T aus Straßb. Thom. A. Docum. hist. lad. 11 or. mb. c. 3 sig. pend. Erwähnt bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de St-Thom. p. 247. 150. Pabst Nicolans IV trägt dem Bischof von Worms auf, die strenge Durchführung der über die Bürger von Straßburg verhängten geistlichen Strafen zu io übernehmen. 1288 Juli 28 Rieti. Nicolaus episcopus servus servorum dei venerabili fratri . . episcopo Warma- ciensi salutem et apostolicam benedictionem. detestandi excessus in dilectos filios . . priorem et fratres ordinis predicatorum Argentinenses per . . magistros . . consules et alios cives Argentinenses commissi» tanto acerbius nostrum animum n perturbarunt, quanto enormius dinoscuntur in divine majestatis offensam, deroga- tionem b ecclesiastice libertatis, turbationem regularis observantie ac suarum ani- marum dispendium redundare. dicti namque c prior et fratres gravi nobis conquestione monstrarunt, quod cum iidem magistri consules et cives a priore ac eisdem fratribus petiissent, ut nullum de civitate predicta infra etatis sue annum octavum decimum so constitutum absque parentum suorum consensu in ordine predicto reciperent, et quod ad observationem hujusmodi et quorundam aliorum articulorum similium se per suas patentes litteras obligarent, quia prefati prior et fratres attendentes, quod iidem articuli absque dei offensa et gravi prejudicio dicti ordinis ac animarum periculo non poterant observari, eorum in liac parte' 1 petitioni annuere noluerunt, m nominal! magistri consules et cives, ad locum predictorum fratrum cum securibus contra eosdem fratres altis vociferando clamoribus hostiliter accedentes, hostia offici- narum et claustri ejusdem loci cum ipsis securibus exciderunt nec hiis contenti, tamquam proprie salutis prorsus obliti, dictos priorem et fratres in prefato claustro ausu sacrilego recluserunt, portas ipsius claustri firmissimis obstaculis obserando so ita, quod nec ipsis exitus nec aliis patebat ad eos accessus, alias eisdem priori et fratribus graves injurias irrogando. cumque premissa ad venerabilis fratris nostri Johannis Tusculani episcopi tune in partibus illis apostolice sedis legal! notitiam pervenissent, idem legatus sue legationis auctoritate venerabili fratri nostro . . Argentinensi episcopo suis dedit litteris in mandatis 1 , ut, si suflragaretur veritas ss supradictis, prefatos magistros consules et cives ex parte ipsius legal! moneret, quod ab hujusmodi sacrilega dictorum prioris et fratrum artatione post hujusmodi monitionem a) S comissi. b) iS deroganoiiem. c) S nanque. d) S eorum in hac parte auf Rasur. l Vergl. nr. 115. 1288 107 penitus desistentes de hujusmodi injuriis ipsis illatis infra Iriduum satisfacerenl competenter, alioquin extunc civitatem predictam ecclesiastico supponeret interdicto. et licet idem episcopus Argentinensis, postquam sibi plene constitit de premissis, ad predictam monitionem juxta mandatum ipsius legati faciendam dictis magistris 5 consulibus et civibus processisset 1 a , quia tarnen iidem b magistri consules et cives, dicta monitione contempta, predictos priorem et fratres post prefatum terminum in monitione ipsa eis prefixum nullam ipsis satisfactionem de predictis injuriis impen- dere curaverunt, idem episcopus Argentinensis in civitatem ipsam interdicti senten- tiam exigente justitia promulgavit. demum autem dicti prior et fratres, quos ex io diutina subtractione victualium fame affectos predicti magistri consules et cives vix permiserunt predictum locum exire, coacti sunt ab eadem civitate recedere et ad loca alia se transferre. et cum premissa essent adeo notoria, quod nulla poterant tergiversatione celari, prefatus episcopus Argentinensis de speciali mandato dicti legati super hoc sibi facto, quia prefati magistri consules et cives moniti diligenter is dictos priorem et fratres infra competentem terminum eis ab eodem Argentinensi c episcopo assignatum ad locum eorum dicte civitatis revocare ac eis de predictis injuriis satisfacere contumaciter non curarunt, excommunicationis sententiam, quam idem legatus propter hoc in eosdem magistros et consules ac in illos, qui dictis magistris et consulibus in statutis ipsorum editis vel edendis contra libertatem so ecclesiasticam in dictorum prioris et fratrum prejudicium et gravamen consilium vel auxilium impenderent aut in eisdem quomodolibet obedirent, necnon in sacer- dotes, qui in civitate ipsa aut suburbiis seu appenditiis ipsius, durante ipso interdicto, divina officia celebrarent, necnon et quoslibet alios, qui prefatum interdictum temere violarent, protulerat, publicavit d denuntians nichilominus loca, ad que dicti magistri 25 consules seu alii propter hoc excommunicati pro tempore declinarent, quamdiu in ipsis remanerent, et per triduum post eorum recessum fore per eundem legatum supposita ecclesiastico interdicto. sed cum magistri consules et cives ac sacerdotes sententias ipsas pertinaciter tolerarent, dictus legatus predictas excommunicationis et interdicti sententias per locorum ordinarios et alios prelatos ac rectores eccle- üo siarum regni Alamannie mandavit sollempniter innovari, et demum prefatis magistris consulibus civibus et aliis excommunicatis in sua pertinacia perdurantibus, quia ex aliorum participatione fortius indurescere videbantur, dictus legatus moneri fecit inquilinos colonos et mercennarios ipsorum, quod ab eorum participatione penitus abstinerent; alioquin a communione divinorum excludebat eosdem 1 2 . ac Mathiam 35 canonicum ecclesie sancti Stephani Argentinensis, qui non sine multa temeritate predictas sententias ipsius legati mandavit irritas nuntiari, canonica monitione premissa, excommunicationis vinculo innodavit. verum nominati magistri consules atque cives et nonnulli sacerdotes, qui in dicta civitate divina officia celebrarunt et propter a) S precessisset. b) S quia tarnen iidem auf Rasur. c) 8 cum bis Argentinensi auf Rasur. 4» d) T promulgavit. 1 Ver gl. nr. 117. 2 Vergl. nr. 125. hoc prefatam excomimmicationis sententiarn incurreruut, easdem senteatias dampaa- biliter coateaipaeates eas per aanum et amplius sustinueruat aaimis iaduratis redire ad aiaadatum a ecclesie aoa curaates. quare predicti prior et fratres aobis humiliter supplicaruat, ut oportuaum super hoc reaiedium adhibere pateraa sollicitudiae cura- remus. quocirca frateraitati tue per apostolica scripta raandamus, quatiaus vocatis, qui fueriat evocaadi, si tibi de plaao et siae strepitu judicii coastiterit de preaiissis, aliquibus frivolis appellatiouibus ex parte dictorum magistrorum coasulum et civium ab hujusmodi senteatiis et processibus iaterjectis aequaquam obstaatibus, prefatas excoaiaiuaicatioais et iaterdicti seateatias faciatis auctoritate aostra usque ad satis- factionem coadigaam appellatioae remota inviolabiliter observari, predictos magistros coasules et cives ac sacerdotes excommuaicatos, prefatam vero civitatem iaterdicto suppositam, donec super hiis ädern excommuaicati coagrue satisfeceriat, siagulis diebus domiaicis et festivis, pulsatis campanis et caadelis accensis, per omaia loca, ia quibus expedire videris, publice aunties et ab aliis auatiari facias et ab omaibus artius evitari et alias contra ipsos b excommuaicatos, si eorum pertiaacia exegerit, aggraves maaum tu am, invocato nichilominus ad hoc, si aecesse fuerit, auxilio brachii secularis, rescripturus aobis, quicquid super premissis duxeris facieadum. datum Reate 5 kaleadas augusti poatilicatus aostri auuo primo. S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 71 or. mb. Bulle an Hanfschnur. Links unterm Bug Kostenvermerk xx, auf dem Bug rechts Jo. Sal. Auf der Rückseite N. Waldini; weiter unten quer von andrer, aber gleichseitiger Hand magistro Johanni de Angelo et magistro Johanni Engelberti. T coli. i. Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 or. mb. Butte an Hanfschnur. Beim Kostenvermerk noch R[ecepit] Jo. Sal., darunter f, Ahz (?) Auf dem Bug rechts Schreibervermerk T. Per pro. Ab. Sub. Procuratorvermerk derselbe wie bei S. 151. Archipresbyter ia Riuowe, plebani ia Westhoveu et ia Geyspolzheim ac vicarius ia Hageaowia aotum faciunt, quod iater missarum sollempaia maadatum episcopi Eysteteasis 1 coatra Johauaeai saacti Thome et Nicolaum saacti Petri ecclesiarum Argeatiaeasium decaaos executi siat, sigilla sua appeadeates. «quod aos iater.» datum aaao domiai 1288 iafra octavam assumptioais virgiais gloriose. Aug us t 16-22. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 or. mb. c. 4 sig. pend. Von Siegellegenden erkennbar s. Johannis plebani in Geizbotzheim und s. Hugonis ... in Hagen. 152. Bischof Simon von Worms theilt der Stadt Straßburg mit, er habe sie dem päbstlichen Befehl gemäß vorladen lassen, und ermahnt sie zum friedlichen Vergleich. [1288\ October 7 Stein. , Sy[mou] dei gratia Wormatieasis episcopus hoaorabilibus viris et discretis magistro . . coasulibus et ceteris civibus Argeatiaeasibus totius boai pleaitudiaem a) T mandata. b) S ipsos auf Rasur. 1 Von diesem Mandat sind die Anfangsworte quia Johannes und der Schluß mandati nostri fide- liter executi interserirt. 5 io 15 20 25 30 35 40 1288 109 cum salute. cum 110 s in causa, que inter vos ex parte una et fratres predica- tores ex altera vertitur, procedere cupiamus juxta mandatum nobis directum aposto- licum 1 super eo nec audeamus subterfugium de hoc querere ullo modo, significandum vobis duximus per presentes, quod, sicut per vestros nuncios vice alia nos rogastis, 5 litteras nostras honorabilibus viris . . scolastico et . . cantori ecclesie sancti Tbome Argentinensis misimus, quibus vos citent usque in crastinum Martini, quare vestre discrecioni consulimus et hortamur cum affectu, quatenus medio tempore bonum pacis et concordie attemptetis. et nos ad hoc toto nisu volumus interpoliere nostras partes. datum apud Lapidem Serigii et Bachi. in {in verso] discretis viris . . magistro et . . consulibus Argentinensibus. S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 71 or. mb. Ut. clausa c. sig. in verso impr. defic. Die Jähresdatirung des Stücks ergibt sich aus nr. 150. 153. Pabst Nicolaus IV gibt dem Straßburger St. Stephanskloster die Ertaub- 15 niß, während des Interdicts Gottesdienst im Stillen halten zu dürfen. 1288 Octo- ber 31 Rom St. Maria maggiore. Nicolaus episcopus servus servorum dei dilectis in Christo filiabus . . abbatisse et conventui monasterii sancti Stephani Argentinensis ordinis sancti Augustini salutem et apostolicam benedictionem. devotionis vestre precibus inclinati auctoritate vobis ao presentium indulgemus, ut, cum generale terre fuerit interdictum, liceat vobis clausis januis, non pulsatis campanis, excommunicatis et interdictis exclusis, divina ofScia audire et per capellanum proprium facere celebrari, dummodo vos aut idem capellanus causam non dederitis interdicto nec id vobis contingat specialiter interdici. nulli ergo omnino hominum liceat baue paginam nostre concessionis infringere vel ei ausu 25 temerario contraire. si quis autem hoc attemptare presumpserit, indignationem omni- potentis dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum ejus se noverit incursurum. datum Rome apud sanctam Mariam majorem 2 kalendas novembris pontificatus nostri anno primo. B aus Straßb. Bes. A. H fase. 2622 or. mb. c. b. delapsa. Kostenvermerk - - darunter Jäc bei, 3o auf dem Bug rechts nur ein p erkennbar. Auf der Rückseite Ludewicus Palatrolen. 154. Die Dominikaner von Straßburg beschließen, um ihre Schulden zu tilgen, Bücher, Paramente u. A. bis zum Wert he von 200 Mark zu veräußern. 1288 December 28 Schlettstadt. Omnibus presens scriptum visuris nos fratres ordinis predicatorum conventus 35 Argentinensis, Alradus prior, Thomas et Johannes Abbas vicarii fratrum in Hagnawia et in Slezstat ceterique fratres conventus predicti salutem in domino sempiternam. November 1 Vergl. nr. 150. notum esse cupiinus, quod sufficienti deliberacione prehabita de communi consensu fratrum propter debita urgencia contracta et contrahenda dilectis nobis in Christo fratribus Martino librario et Wernhero Coquinario sacriste dedimus in mandatis, quatenus de libris paramentis et calicibus ac rebus aliis distrahant inpignorent aut penitus alienent usque ad summam ducentarum marcarum proviso, quod sine mur- mure creditoribus satisfiat. ad baue obligacionem distraccionem volumus eos uti sigillo conventus nostri aut prioris solius seu prioris et conventus simul, fratribus ad hoc minime convocandis. ratum enim habebimus et gratum, quicquid divisim aut con- junctim fecerint vel ordinaverint de premissis. ad pleniorem vero certitudinem pre- dictorum ego prior predictus sigillum meum et nos fratres premissi sigillum nostri conventus duximus presentibus apponendum, postulantes a reverendo patre priore provinciali, quatenus hoc factum, ad quod necessitate et utilitate evidenti inducimur, auctoritate sua communiret. porro in execucione presentis mandati prefatos Martimim et W ernkerum sic fore volumus in solidum constitutos, ut alter eorum vicem alterius obtineat, si grave esset ipsis forsitan convenire, quodsi aliquis premissorum obierit vel a exequi nequierit, ego prior vel qui vices meas gesserit, teneatur sine mora alium subrogare. ego frater Hermannus prior provincialis predictus haue ordinacionem ratam habeo, necessitate fratrum pensata, propter quod sigillum officii nostri apponi presentibus procuravi. datum Slezstat in die innocentum anno domini 1288. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 or. mb. c. 3 sig. pend. mutil. 155. Proceßschrift der Dominikaner gegen die Stadt Straßburg. [ Winter 1288 —1289}. In nomine domini amen, hee sunt replicationes . . prioris et fratrum predicalorum conventus Argentinensis contra exceptiones et rationes propositas pro parte magistri consulum et civium Argentinensium contra eosdem fratres. | i] ad primam excep- tionem, qua dicitur inter cetera, rescriptum obtentum per ipsos . . priorem et fratres non valere pro eo, quod in eo mentio non habetur de sententia interdicti lata per legatum in magistros et universitatem et civitatem Argentinenses, respondetur, quod ipsa exceptio non valet pro eo, quod dicti fratres coram vobis non prosecuntur observa- tionem sententie interdicti prefati promulgate per dictum legatum et super ea non inpetra- verunt ad vos aliquod rescriptum, quod vobis [additur] c presentatum. et quando voluerint prosequi observationem dicte sententie, tune tiet, quod justum fuerit, maxime cum legatus plures sententias tulerit ex diversis causis contra predictos aliqualiter, quarum observationem prosequuntur dicti fratres coram vobis, de quibus plenaria mentio fit in rescripto predicto. et predicta sententia interdicti ex una causa promulgata fuit per ipsum legatum et alle sententie, quarum observationem prosequuntur dicti fratres, ex altera causa, unde, cum sint se minime contingentes, licite potuerunl inpetrare super predictis sententiis, quas prosequuntur tacito de dicta sententia interdicti. et si de dicta sententia fecissent expressam mentionem, nichilominus inmo magis et cicius et facilius a) T propter infirmitatem ausgeslricheit. b) T super utrumque locum ausgestnehen. c) S addu’'. 1288 — 1289 m dictum rescriptum inpetrassent. preterea esto a , quod ex eadem causa oinnes sententie prolate essent per legatum; adhuc non tenebantur, nisi voluissent, facere mentionem de dicta sententia interdicti, cum per predictum rescriptum ejus observationem non prosequantur coram vobis ad presens. et non sunt omnia de processu exprimenda, 5 sed tantum substantialia, sine quibus rescriptum subsistere non posset. non enim idcirco minus is, cui ex aliquo rescripto congnitio delata est, judicare potest, quod ex gestis quedam in precibus obmissa proponuntur. nec obstat decretalis inter monasterium 1 allegata per partem adversain, quia sic sano debet intelligi intellectu, in eo videlicet, contra quem processum est, quod, si inpetret rescriptum contra ipsum ' io processum, pro se non valet, nisi de processu et serie et etiam causa fecerit mentionem. et sic intelligitur dicta decretalis inter monasterium, in qua jam erat ad testium receptionem processum, quod, si expressisset inpetrans, nullas penitus inpe- trasset litteras. et sic etiam intelligitur decretalis de cohabitalione clericorum et mulierum super eo 2 . [ 2 ] ad secundam exceptionem, qua inter cetera dicunt, rescriptum > 15 predictum non valere ex eo, quod dicti . . prior et fratres prevenerunt diligentiam predictorum magistrorum consulum et civium in inpetrando, et ex eo, quod non fecerunt mentionem de appellatione ipsorum, quam dicunt se interposuisse a dicta sententia interdicti legati prefati, respondetur, quod licuit eis prevenire eos in inpetrando, cum terminus appellationi ipsorum prosequende a dicto legato prefixus non so fuit nec etiam a fratribus predictis, nec tenebantur fratres predicli de appellatione 0 predicta aliquam facere mentionem. et sic intelligitur sano intellectu decretalis bone de confirmatione utili vel iuutili 3 et de appellationibus oblate 4 . et sic notant dominus Innocentius 5 et etiam Ostiensis 6 super eis, licet Bernardus in nota sua 7 videalur dicere, quod de appellatione partis adverse mentio fieri debeat, et inducat ad suam 25 opinionem fundandam decretalem de rescriptis ex parte 8 , que non loquitur de appellatione adversarii sed de appellatione propria, ut expresse in textu ibidem dicitur. preterea esto sine prejudicio, quod dicte decretales bone et oblate intelligerentur, secundum quod pars adversa eas allegat; adhuc non tenebantur fratres facere mentionem de dicta appellatione interposita a sententia interdicti dicti legati, cum 30 non agant ipsi fratres ad observationem dicte sententie interdicti legati prefati nec inpetraverint rescriptum predictum super ea sed super aliis, a quibus non dicunt se appellasse a legato prefato. et sic, quandocunque super eis voluerunt inpetrare, potuerunt nec dici possunt in hoc aliquorum diligentiam prevenisse. nec pretextu a) mohl su ergänzen sine prejudicio. 35 1 C. 20 X. de sen. et re jud. (2,27). 2 G. 5 X. de cöhab. cler. et mul. (3,2). 3 C. 3 X. de conf. ut. vel inut. (2,30). * C. 57 X. de appell. (2,28). s Innocentn Appar. (Argent. 1478) lib. II fol. 103 «super observacione*. 4 o 6 Henrici Host. Summa aurca (Lugduni 1588) lib. II fol. 153 b de appell. rubr. (i. 7 Bernardi Parmensis Appar. ad decretales Gregorii IX (Henr. Eggesteyn, Straßburg) 3 C. 12 X. de rescr. (1,3). 40 1288 — 1289 112 appellationis interposite a seutentia interdicti prefata potuit inpediri sententia aliqua alia legati precedens vel subsequens appellationem eandem, cum legatus sit Ordinarius in provincia sibi decreta; unde, si in una causa appelletur ab eo etiam legittime, nichilominus remanet judex in aliis et tenebit ejus sententia, nisi iterato appelletur ab ca. idem est, si ex diversis causis diversas sententias proferat contra eosdem ad .-> instantiam partis unius vel ex officio, et hoc jura dicunt expresse. [3] ad tertiam exceptionem, qua inter cetera dicitur, quod non valet dictum rescriptum pro eo, quod facti seriem dicti fratres tacuerunt, respondetur, ut supra responsum est ad primam. preterea admittenda non est, ut jacet 8 ex eo, quod non narratur in ea, que facti series tacita fuerit. [4] ad quartam exceptionem, in qua inter cetera dicitur, rescriptum non io valere predictum ex eo, quod continet in constructione sive in latinitate, respondetur, quod, si diligenter inspiciatur, nullum vitium in latinitate continet, licet forte aliqua super- habundent. preterea esto sine prejudicio, quod contineret in latinitate peccatum. ad- huc nichilominus valet et fides adhiberi debet eidem, maxime cum vera bulla sit appensa eidem, que bulla omnem suspicionem tollit, ut in decretali ex parte de fide is instrumentorum 1 dicitur et expresse notant Innocencius 2 et Ostiensis 3 et decretalis illa ad audienciam 4 intelligitur, quando non solum vitium latinitatis erat in eis, sed etiam alias erant suspecte in filo vel in bulla vel in aliis, ut ex ipsa decretali expresse habetur, cum dicatur in ea «super absolutione sua litteras cui, ut prima facie videbatur, apostolicas presentavit.» et illud verbum quoniam, quod ponitur in ao littera, non est redditum cause lantum false latinitatis, nisi suspicio fuisset predicta, vel intelligitur decretalis illa, quando nimia falsitas latinitatis et insueta et in multis locis est in litteris apostolicis. et non constat alias de inpetratione ipsarum vel de certa scientia pape vel vicecancellarii. et hoc est, quod in ea dicitur «quoniam manifestem continent» et cetera, nec possunt dicere, quin inpetratum fuerit predictum as rescriptum sub forma predicta et transiverit per audientiam publicam et per manus officialium curie, secundum quod alia rescripta transire consueverunt, cum procura- tores ipsorum magistrorum consulum et civium presentes in curia fuerint et in audientia contradixerint rescripto predicto, in quantum potuerunt, et copiam ipsius habuerint et sciverint ipsum bullatum. propter que omni suspicione caret. et allega- so tione ista utuntur fratres predicti etiam ad id, quod dicunt predicti magistri consules et cives, dictos fratres cos prevenisse in inpetrando, cum inpetrasse potuissent et tune presentes fuissent, si habuissent aliquod rationabile super appellatione aliqua vel super aliquo alio inpetrandum. quod vero super dicta decretali ad audientiam notat Bernardus 5 , quod ideo latinitas falsa non debet esse in litteris apostolicis, 35 quia per multas manus transeunt, non obstat, quia sepe manus et oculus fallitur officia- a) S zweifelhaft ob jacet oder tacet; eielleicht patet. 1 C. 11 X. de fide instr. (2,22). 2 Innoc. Appar. Hb. II fol. 64. 3 Henr. Host. Summa aurea lib. II fol. 123 b de fide instr. rubr. 2. 4 C. 11 X. de reser. (1 , 3). 5 Bernardi Parmensis Appar. «sed rescriptum domini pape transit per multas manus.» 40 1288 — 1289 UH lium et quandoque etiam bonus dormitat Homerus 1 . et hanc eandem rationem reddunt dicti Innocentius et Ostiensis super dicta decretali ex parte. [5] ad quintain excep- tionem, qua inter cetera dicitur, quod dictum rescriptum non valet pro eo, quod dictis fratribus veritate tacita et falsitate sucgesta per fraudem et malitiam ex certa s scientia extitit inpetratum, respondetur, quod non valet dicta exceptio pro eo, quod non specificatur in ea, que falsitas fuerit sucgesta et que veritas tacita per malitiam ^et fraudem ipsorum fratrum. [ 6 ] ad sextam exceptionem, qua inter cetera dicitur, quod, etsi veritate tacita et falsitate sucgesta per fraudem vel malitiam ex certa scientia inpetratum non esset rescriptum predictum, adhuc tarnen, cum in eo sit io tacita veritas et sucgesta falsitas, qua tacita vel expressa rescriptum ipsum nullatenus habuissent ex causis in exceptione ipsa expressis, respondetur quantum ad primam causam, in qua dicitur inter cetera, predictos magistros et cives a predictis fratribus petivisse, ut nullum de civitate predicta infra decimum octavum etatis sue annum constitutum absque parentum suorum consensu ad ordinem suum reciperent, quod 15 non asserunt simpliciter esse verum : ipsam causam quam ad inpediendum processum vestrum non valere nec ipsam exceptionem quantum ad ipsam causam admittendam esse pro eo, quod et, si esset ita, ut dicunt, quod non confitetur pars predictorum fratrum, et si sic narrassent, ut dicit pars adversa, petitum fuisse per dictos magistros et cives ab ipsis fratribus, nichilominus rescriptum predictum obtinuissent super 20 observatione sententiarum, quas observari petunt in libello predicto. item pro eo, quod quando excipitur id, quod narratum est in rescripto apostolico, non esse verum, sive id quod substantiale est et narratur in ipso rescripto, per quod sequitur con- clusio debita in ipso rescripto vel sequi potest et debet, ut est de prolatione sententiarum dicti legati, quas petunt ipsi fratres observari in libello predicto, et de causa, 25 ex qua prolate fuerunt, sive sit accessorium ipsi narrato vel ipsum colorans, ut est de petitione predicta dictorum civium, non debet obmittere judex propterea, quin secundum traditam sibi formam in causa procedat, cum secundum narrata predicta sibi negocium principaliter conmittatur. fatuum enim esset dicere reo : talis inpetravit rescriptum contra me super quadam pecunie summa, in qua me sibi in rescripto so apostolico teneri asserit, quod verum non est, et ideo rescriptum non valere utpote falsitate expressa inpetratum. et sic inconveniens et contra jus et delusorium seque- retur videlicet, quod, si talis exceptio deberet admitti, maxime in vi dilatorie excep- tionis ante litem contestatam aclor probare cogeretur ntentionem suam, lite non contestata per testes vel instrumenta vel alio modo quocunque legittimo, quod esse non 35 debet nec potest de jure, quia, etsi probaret, probatio hujusmodi nulla esset, utpote lite non contestata facta, ut jura tarn civilia quam canonica manifeste declarant. verum lite contestata, si actor narrata in rescripto, per que maxime conclusio sequitur sive petitio ejus, non probaverit, reus, et si nichil probaverit, absolvetur. ad secundam vero causam in ipsa exceptione propositam, qua dicitur inter cetera, 40 dictos fratres sucgessisse, eosdem magistros et cives ab ipsis petivisse, quod ad observationem hujus et quorundam aliorum articulorum similium se per suas patentes 1 Horaz de arte poeiica 359. Str. II. 15 114 1288 — 1289 litteras obligarent, el ad tertiam causam, qua inlei' cetera dicitur, ipsos fratres sucgessisse, eosdem articulos absque dei offensa et animarum periculo observari non posse, respondetur, ut supra ad primam causam in eadem exceptione propositam responsum est. ad quartam causam in ipsa exceptione propositam, qua inter cetera dicitur, dictos fratres sucgessisse in dicto rescripto, prefatos inagistros et cives ad r. locum eorundem fratrum cum securibus, contra eosdem fratres altis vociferando clamoribus, liostiliter accessisse et kostia officinarum et claustri ejusdem loci cum eisdem securibus excidisse et hec fuisse notoria, et in qua causa a parte ipsorum magistrorum et civium asseruntur predicta non esse notoria neque vera, respondetur, causam ipsarn non valere nec exceptionem predictam quam ad ipsam causam ad- in mittendam esse pro eo, quod observationem sententie interdicti late ab episcopo Argentinensi ex predicta causa in dictos cives universitatem et civitatem, de qua fit mentio in ipso rescripto, vel de qua dicti cives in suis rationibus faciunt mentionem, scilicet de sententia interdicti legati prefali, non prosecuntur predicti fratres ad presens. et cum ipsam prosequuntur, si consimiliter exceperint, fiet, quod justitia suadebit. u, nec enim conpelli possunt ad prosequendum easdem sententias interdicti sive episcopi sive legati, nisi quando voluerint, etiamsi in rescripto ipsis vel altera eorum mentio habeatur, cum nemo invitus agere vel accusare cogatur, maxime cum adhuc satis de tempore liabeant ad prosequendum easdem, si ipsis videbitur expedire. et si etiam dicti fratres prosequerentur observationem earundem sententiarum interdicti tarn 20 legati quam episcopi, de quibus supra fit mentio, adhuc ex alia causa predicta exceptio non valeret nec admittenda esset pro eo, quod naturam peremptorie saperet et etiam prosecutionis negocii principalis congnitionem contingeret. et ideo ejus objectus nullatenus litis a contestationem inpedire vel retardare posset, quam- vis dicant objectores, rescriptum predictum non fuisse obtentum, si predicta, que -a, dictis fratribus obiciunt, fuissent exposita deleganti, ut jura expresse dicunt. ad quintam causam in exceptione ipsa propositam, qua inter cetera dicitur, quod, cum premissa ad predicti legati notitiam pervenissent, idem legatus episcopo Argen tinensi suis dedit litteris in mandatis, ut ex parte ipsius legati moneret eosdem magistros et cives, quod ab hujusmodi fratrum artatione penitus desisterent et de injuriis illatis eisdem fratribus infra triduum satisfacerent conpetenter, alioquin civitatem ipsam ecclesiastico supponeret interdicto. item ad sextam causam in eadem exceptione propositam, qua inter cetera dicitur, ipsos fratres sucgessisse, eundem episcopum Argentinensem, postquam sibi plene constitit de premissis, ad monitionem ipsam processisse, et quia dicti cives monitionem eandem contempserunt et ipsis 35 fratribus de dictis injuriis non satisfecerunt, idem episcopus in prefatam civitatem interdicti sententiam promulgavit, que etiam a parte ipsorum civium vera esse negantur, respondetur, ut supra ad quartam causam responsum est. ad septimam causam in exceptione ipsa propositam, qua inter cetera dicitur, dictos fratres tacuisse, prefatum legatum ex abrupto et sine citatione et aliqua congnitione predictam inter- 4» dicti sententiam protulisse et predictos b cives ob hoc legittime appellasse et in prose- cutione sue appellationis fuisse, respondetur quantum ad primam partem ipsius cause, a) S licet. b) S rep. et predictos. 1288 — 1289 115 videlicet prolationis sententie interdicti, ut supra responsum est ad quartam causam; quantum vero ad aliam partem, ubi videlicet dicilur, quod tacuerunt, appellationem predictam interpositam pro parte ipsorum civium et ipsam pendere, respondetur, ut supra responsum est ad secundam exceptionem, in qua plene ostensum est, quod 5 de ipsa appellatione nullam tenebantur facere mentionem. preterea satis de appella- tionibus eorum, si quas interposuerunt, in rescripto ipso fit mentio, cum dicatur in eo «non obstantibus frivolis appellationibus civium predictorum» 1 . nec enim tenentur fratres ipsi appellationes eorundem civium dicere esse legittimas. ad octavam causam in ipsa exceptione propositam, qua inter cetera dicitur, ipsos fratres tacuisse, quod i« promiserant dare litteras super* observatione predictorum articulorum petitorum per ipsos cives, et ipsos violasse promissionem eandem et propter ipsos articulos per ipsos fratres ipsis civibus denegatos maximum scandalum in Alamannie partibus esse b exortum, respondetur, quod propter denegationem ipsorum articulorum, esto quod tales fuissent articuli et sub ea forma petiti, ut narrat pars civium predictorum, is non debuit propterea nec potuit aliquod scandalum generari in aliquibus partibus vel oriri, cum non teneatur quis, nisi velit spontanen, se ad aliquod etiam licitum, si petatur, per suas litteras obligare, cum satis sit ad observationem licitorum obligatus a jure, et si etiam se obligasse promisissent, ex illa simplice promissione non erant obligati ad dandum super hoc aliquas litteras, nisi vellent. inmo plus non poterant 2» se ad predictos articulos observandos de jure per suas litteras obligare, maxime cum esset, etiamsi sub forma predicta petitum esset a fratribus, ut articulos istos con- cederent, contra jura expresse et in prejudicium tocius ordinis et religiosorum aliorum et personarum ecclesiasticarum omnium, manifeste et expresse contra ecclesiasticam libertatem. preterea dicti articuli, ut narrant ipsi cives, non fuerunt per ipsos petiti 2» sub forma, quam narrant, nec ad probandum contrarium sunt admittendi, cum, sive tales fuerint sive non, sive denegali vel concessi sive non, non tarnen licuit eis facere et conmittere in fratribus, que fecerunt. ex quibus pro parte eorum maximum scandalum est exortum, quod in lesionem fratrum converti non debet, sed pocius eorundem. propter quorum civium malefacta, et quia deo et ecclesie et ipsis fratribus 30 satisfacere non curarunt, licite, ut processum extitit, procedi potuit contra eos etiam sine articulis, ut premittitur, prelibatis petitis vel non petitis, concessis vel non con- cessis, vel si nunquam fuisset de eis aliquid cogitatum; preterea ex sententiis, quas observari petunt fratres predicti, non dicitur nec etiam ex inpetratione rescripti super eis observandis obtenti dicitur vel proponitur aliquod scandalum generatum. preterea, s-> etsi diceretur vel verum esset, non tarnen propter ipsum scandalum evitandum esset tanto facinori consentiendum. nec debent permitti in dictis sententiis, quas dicti fratres observari petunt, ut hucusque manserunt, taliter permanere, sed per aggrava- lionem et observationem earum et quocunque modo legittimo conpelli, ut de sententiis ipsis exirent® et absolutionem peterent super eisdem. preterea utilius scandalum nasci permittitur, quam malo consentiatur. preterea, si quis scandalizatur ex causa injusta a) S supra. . b) S est. c) S exiret. 1 Vergl. S. 108 Z. 7 - 8 . 116 1288 — 1289 el ex bono facto, de talmin scandalo curandum non est, ut jura dicunt et veritas etiam in ewangelio. [7] ad septimam exceptionem, qua inter cetera dicitur, quod responden- dum non est libello dictorum fratrum tamquam inepto et obscuro, ex causis in exceptione ipsa contentis, respondetur quantuni ad primam causam, qua dicitur inter cetera, quod in ipso libello contra magistros, consules et cives Argentinenses agitur nec s determinatur, utrum contra omnes cives vel contra aliquos ex eis agatur, cuin in libello debeat exprimi nominatim, quis, a quo vel contra quem vel coram quo judice, quid petatur, quod ipsa exceptio non procedit quantum ad causam predictam pro eo, quod in libello ipso expriinuntur satis et bene nomina agentium, nomina illorum, contra quos agitur, licet in genere, scilicet magistros consules et cives, et nomen judicis n> et res etiam, super qua agitur, videlicet sententie, quarum observatio et gravatio lieri petitur, ut in libello ipso plenius continetur, et cause etiam, propter quas sententie ipse prolate fuerunt, que satis sufficiunt. item pro eo, quod in dicto libello agitur contra illos, secundum quod in rescripto apostolico nominantur. unde, sicut papa recepit narrationem fratrum, sicut in rescripto ipso continetur, contra magistros is consules et cives, sic et judex contra eosdem predictum libellum dictorum fratrum recipere tenetur et debet. el forte etiam, si persone nominatim specialiter cum cog- nominibus vel prenominibus eorum exprimerenlur, cum sic in rescripto apostolico non exprimanlur, non teneretur talem libellum admittere. item pro eo, quod libellus editus est contra magistros consules et cives predictos nullum proprio nomine ao specialiter nominando, sed quod ipsi magistri consules et cives in procuratorio suo se appellarunt, in quo procuratorio nullus constituens a procuratorem de civibus con- sulibus vel magistris specialiter proprio nomine nominatur, sed simpliciter dicitur in eo: magistri consules et cives universi Argentinenses constituunt tales procuratores, quod procuratorium tamquam sufficiens per interlocutoriam judicis est admissum. as unde, postquam libellus concordat cum hoc rescripto apostolico et procuratorio eorum, contra quos inpetratum est, non potest nec debet dici, quod libellus ipse propterea sit ineptus vel obscurus. ad secundam causam in exceptione ipsa expressam, in qua inter cetera dicitur, libellum ipsum obscurum esse pro eo, quod in eo dicitur, quod dicti cives ab ipsis fratribus petiverunt, quod nullum infra decimum octavum annum m constitutum reciperent sine parentum suorum consensu et quod ad observationem hujus et quorundam aliorum similium articulorum se per suas patentes litteras obli- garent, et non exprimuntur in eodem libello, qui fuerint hujusmodi similes articuli, respondetur, quod causa illa non valet pro eo, quod agitur principaliter nec accessorie vel indirecte de articulis prelibatis, sed tantummodo de observatione sententiarum, 35 de quibus fit mentio in libello predicto. et si etiam, ut supra dictum est, non fieret mentio aliqua de articulis prelibatis, nichilominus libellus ipse valeret et bonus et aptus existeret. item pro eo, quod sufficit, ut predictum est, quod libellus concordet rescripto apostolico. item pro eo, quod in libello ipso non petitur, aliquid fieri propter articulos prelibatos. et ideo propter causas predictas non est necessaria aliqua decla- 4 „ ratio eorundem. ad terciam causam in exceptione propositam, qua inter cetera asseritur, dictum libellum obscurum pro eo, quod dicti fratres inter cetera petunt, a) in procuratorio bis constituens auf Rasur. 1288 — 1289 117 dictos magistros consules et cives excommunicatos publice nunciari, donec eisdem fratribus de injuriis eis illatis congrue satisfecerint, ac non specificatur in eodem libello modus vel qualitas aut quantitas satisfactionis, respondetur, causam ipsam quantum ad libellum fratrum ipsorum non valere pro eo, quod in ipso libello non 5 agitur principaliter ad hoc scilicet, ut conpellantur predicti magistri consules et cives ad satisfaciendum de dictis injuriis fratribus prelibatis. nec etiarn ex rescripto predicto forte agi posset ad hoc per fratres eosdem, cum in ipso non dicatur, quod judex conpellat eos ad satisfaciendum de injuriis prelibatis, sed quod faciat sententias, de quibus fit mentio in ipso libello, observari et ipsos denunciari excommunicatos usque io ad satisfactionem condignam. modus cujus satisfactionis, qualitas et quantitas exprimetur tune primo, cum ad cor reversi et ad sanctam ecclesiam, que mater earum esse deberet, a prefatis ^ententiis absolutionein petierint, juxta formam ecclesie a judice conpetenti vel per ipsum judicem vel per fratres prefatos exprimetur et taxatio subsequetur per ipsum judicem conpetentem, prout tune de jure melius visum fuerit expedire. ad 15 quartam et ultimam causam in exceptione ipsa propositam, qua inter cetera dicitur, libellum ipsum nimium generalem ex eo, quod in eo petitur, eisdem fratribus in premissis in libello ipso conprehensis omnibus et singulis exhiberi et fieri plenarie justitie conplementum, et non specificatur qualitas et modus hujus conplementi plenarie justitie sive forma, respondetur, quod causa ipsa non valet pro eo, quod ao satis in jure determinatur et certum est, quid juris sit vel fieri debeat in premissis in libello narratis. secus autein esset, si factum narratum obscure narratum esset et dubie ita, quod non posset ex eo perpendi, quod justitie conplementum fieri deberet. preterea ex narratis in ipso libello satis apparet, quod justitie conplementum fieri debeat super eis. preterea textus est juris dicentis, libellum talem procedere 25 posse et bonum esse. S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 71 cop. aut conc. mb. coaev. Das Stück scheint für den Proceß vor dem Bischof von Wwms bestimmt zu sein. Unter dem wiederholt darin erwähnten rescriptum ist wohl das Mandat Päbst Nicolaus IV von 1288 Juli 28 (vergl. nr. 150) zu verstehen. Einen weitern Anhält für die Datirung gewährt so nr. 156 von 1289 April 16, wo ausdrücklich von dem hier ebenfalls citirten libellus der Dominikaner und von den exceptiones der Gegenpartei die Bede ist. Zivischen diese beiden Urkunden wird die Proeeßschrift fällen. 156. Pabsl Nicolaus IV ermahnt den Bischof von Worms, die ihm übertragene Durchführung der über die Stadt Straßburg verhängten Strafen zu beschleunigen. 35 1289 April 16 Rom St. Maria maggiore. Nicolaus episcopus servus servorum dei venerabili fratri. .episcopo Warmaciensi salutem et apostolicam henedictionem. sua nobis dilecti filii.. prior et fratres ordinis predicatorum Argentinenses petitione monstrarunt, quod nos olim tibi litteras nostras inisimus in hec verba {folgt nr. 150\. verum quia compertum extitit, quod in jam 4,1 dictis litteris nostris fuit narratum seu appositum per errorem, quod dictus Argen- tinensis episcopus in prefatam civitatem Argentinensem interdicti sententiam promul- gavit, quam re vera non promulgavit, sed latam per predictum legatum, ut debuit, publicavit, et quod scriptor quedam verba, hec scilicet «predictos priorem et fratres» 118 1289 superflue scripsit in litteris supradictis 1 2 , tu contra easdem litteras nostras et libellum ex parte diclorum prioris et fratrum porrectum, exceptionibus ab adversa parte propositis 3 , in hujusmodi negotio processisti tardius et procedis. sicque ejusdem negotii expeditio plus debito prorogatur in dictorum prioris et fratrum prejudicium et gravamen. quare fuit nobis pro parte ipsorum humiliter supplicatum, ut providere s eis super hoc paterna sollicitudine curaremus. nos itaque finem imponi eidem negotio cupientes fraternitati tue per apostolica scripta mandamus, quatinus in predicto negotio, erroribus hujusmodi nequaquam obstantibus, juxta prioris mandati nostri tenorem ac etiam sine figura judicii celeriter procedens, negotium ipsuin infra sex menses post receptionem presentium terminare procures, alioquin illud extunc instruc- 10 tum vel non instructum remittas ad apostolice sedis examen, prefixo partibus ter- mino peremptorio competenti, quo per se vel per procuratores ydoneos cum omnibus actis juribus et munimentis predictum negotium contingentibus apostolico se con- spectui representent, facture et recepture super hoc apud sedem eandem, quod ordo dictaverit rationis, non obstante, si predictis civibus a dicta sede indultum existat, 15 quod extra civitatem predictam seu certa loca vel fines in causam trahi vel ad judicium evocari non possint per litteras apostolicas, que de indulto hujusmodi plenam et expressam non fecerint mentionem, sine qualibet alia indulgentia dicte sedis, per quam effectus presentium impediri valeat quomodolibet vel differri. diem autem remissionis et prefixionis hujusmodi et quicquid super premissis duxeris 20 faciendum, nobis per tuas litteras harum seriem continentes studeas fideliter intimere. datum Rome apud sanctam Mariam majorem 16 kalendas maji pontificatus nostri anno secundo. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 or. mb. Bulle an Hanf schnür. Kostenvermerk xxv ; Schreibervermerk Jac[obus] Viter; Procuratorenvermerk N. Waldini im doppelten Bah■ as men mit Kreuz darüber. Dorsualnotizen von andern gleichzeitigen Händen : ista littera presentata fuit judici feria secunda p ost, festum b. Johannis baptiste a. d. mccLxxx . das schließende Zahlzeichen ist ausgelöscht, wohl ix, 1289 Juni 27 und ferner contra cives Argentinenses de injuriis nobis illatis. 157. Pabst Nicolaus IV gibt den Dekanen von St. Thomas und St. Peter 30 sowie dem Scholasticus von St. Peter zu Straßburg den Auftrag, die Klage der Mönche von Mauersmünster, daß sie von Matthias, Canonicus von St. Stephan, unrechtmäßig in den Bann gethan worden seien, zu untersuchen. 1289 Juni 13 Rieti. Nicolaus episcopus servus servorum dei dilectis filiis. .sancti Thome et . . sancti Petri decanis ac . . scolastico ejusdem sancti Petri Argentinensium ecclesiarum salutem 35 et apostolicam benedictionem. sua nobis . . abbas et conventus Maurimonasterii ordinis sancti Benedicti petitione monstrarunt, quod, licet idem abbas, Fredericus prior, Gonradus cantor, Hezzelo custos, Hugo camerarius, Fridericus cellararius, 1 Vergl. S. 107 Z. (i 2 Vergl. nr. 155. 40 1289 119 Goswinus dictus de Molleshein, Nichardus et Johannes dicti de Argentina, Bernardus dictus de Swinhein, Henricus dictus Westerman, Johannes de Westhoven, Conradus dictus de Greis, Hezzelo dictus de Wilre, Reyboldus dictus de Zabernia et Johannes de Erstheiin wonach! dicti monasterii nullius excommunicationis ac idem conventus 5 suspensionis essent vinculo innodati, tarnen Mathias canonicus ecclesie sancti Stephani Argentinensis, procurantibus Marcwardo decano et capitulo ecclesie Argentinensis, temeritate propria eosdem abbatem priorem cantorem custodein et monachos excom- municatos ac predictum conventum suspensum nuntiavit et fecit publice nuntiari. quocirca discretioni vestre per apostolica scripta mandamus, quatinus vocatis, qui i" fuerint evocandi, et auditis hincinde propositis, quod justum fuerit, appellatione post- posita decernatis facientes, quod decreveritis, per censuram ecclesiasticam firmiter observari. testes autem, qui fuerint nominati, si se gratia odio vel timore subtraxerint, censura simili appellatione cessante cogatis veritati testimonium perhibere. quodsi non omnes hiis exequendis potueritis interesse, duo vestrum ea nicbilominus exeis quantur. datum Reate idus junii pontificatus nostri anno secundo. H aus Straßb. Bez. A. H fase. 542 or. mb. Bulle an Hanf schnür. Kostenvermerk. .; auf dem Bug rechts M, de Rocca; oben in der Ecke rechts zweimal durchstrichen C. Bück- rermerk Arnoldus de W .. 1. . Das Weitere ist völlig verwischt. 158. Frater Lethoviensis episcopus ordinis fratrum domus Theutonice omnibus, a» qui cappellam beate virginis Marie domus fratrum Theutonicorum apud Argentinam corde contriti et ore confessi in dedicatione, quando eam ex debito celebrari conti- gerit, et in festis beate Marie prenotate, in natali ac translacione sancte Elisabeth et per octavas eorundem festorum causa devocionis frequentaverint, quadraginta dies criminalium et annum venalium de injunctis penitentiis relaxat. «loca sanctorum.» 25 datum Argentine anno domini 1289 , 16 kalendas julii. Juni 16 Straßburg. 8 aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 66 or. mb. c. sig. pend. mutil. 159. Bischof Konrad von Straßburg fordert unter Verheißung von Ablaß den Clerus seiner Diöcese auf, die Bauten an der Jung St. Petershirche zu unterstützen. 1289 October 11. so Conradus dei gratia episcopus Argentinensis universis archipresbiteris plebanis et vicariis per Argentinensem civitatem et dyocesim constitutis, ad quos presentes littere pervenerint, salutem in eo, qui omnium est vera salus. quoniam, ut ait apostolus, omnes stabimus ante tribunal Christi recepturi, prout in corpore gessimus, sive bonum sive malum, oportet nos diem messionis extreme misericordie operibus 35 prevenire ac eternorum intuitu Seminare in terris, quod reddente domino cum mul- tiplicato fructu colligere debeamus in celis, firmam spem fidutiamque tenentes, quoniam qui parce seminat, parce et metet, et qui seminat in benedictionibus, de benedictionibus et metet vitam eternam. cum igitur, sicut dilecti in Christo pre- positus decanus et capitulum ecclesie sancti Petri Argentinensis nobis exponere curarunt, quod eoruin ecclesia, que a felicis recordationis quondam Leone sumino pontifice in honorem» beati Petri principis apostolorum sollempniter exstitit dedicata ac maximis indulgentiis quam plurimum adornata, propter nimiam vetustatem min am minetur, ipsique eandem reedificare et ampliare, prout decet et expedit, proponant opere sumptuoso 1 , nec ad |hoc] b proprie eorum suppetant facultates, universitatem vestram rogandam duximus et monendam, quatenus subditos vestros moneatis attentius et inducatis, ut de bonis sibi a deo collatis pias eisdem elemosinas et grata subsidia conferant et largiantur, ut per bec et alia bona, que domino fecerint inspirante, ad eterne felicitatis gaudia possint per venire, nos enim de omnipotentis dei miseri- cordia et Marie beate virginis ac sanctorum apostolorum Petri et Pauli auctoritate nobis concessa Omnibus, qui per se vel per alios ad dictam ecclesiam pro hujus- modi reparatione pias elemosinas et grata subsidia deportanda duxerint vel trans- mittenda, unum annum et quadraginta dies relaxamus. insuper peccata sine dolo, vota fracta, si ad ea persolvenda redierint, penitentias oblitas negligenter sine fraude fractas, transgressiones promissorum fide prestita factas, si denuo complere voluerint, offensas patrum et matrum sine manuum injectione violenta etiam misericorditer relaxamus. ipsos vero nuntios ac negotium sepedictum sub beate Marie et sancti Petri apostoli et nostram protectionem recipimus specialem, excommunicationis vin- culo innodantes, qui eos vel negotium antedictum impedire presumpserint aut in aliquo indebite molestare. et si videritis eos, quod deus avertat, ab aliquibus moles- tari, vos forti manu et brachio potentie ad suorum liberationem tamquam ad nostram velociter festinetis ita, ut pro ipsis et cum ipsis in sepedicto negotio promotionem facientes c per bec et alia opera misericordie, que domino feceritis inspirante, non juditium sed misericordiam consequi valeatis. indulgemus etiam, ut si alique ecclesie a nobis vel officiali nostro fuerint interdicte, quamdiu negotium supradictum ibidem fuerit promovendum, excommunicatis et nominatim interdictis exclusis, divina ibi offitia celebrentur. vobis autem plebanis universis et sacerdotibus predictis mandamus et precipimus in virtute sancte obedientie sub pena suspensionis, quatenus nuntios sancti Petri, cum ad vos venerint pro petendis elemosinis, benigne recipiatis et a vestris subditis cum reliquiis pulsatis campanis recipi faciatis vel ab eis exigere vel extorquere aliquid presumatis. insuper indulgentie ' 1 domini pape et aliorum prela- torum, sicut in litteris et privilegiis eorum continetur, cum verbo exbortationis ad populum proponantur c. ipsosque f in vestris mansionibus, ut ab infamia caveatur, boneste recipiatis. si quis autem vestrum huic mandato nostro rebellis aut contumax exstiterit, quod absit quod nec credere possumus, precipimus, ut coram nobis vel judicibus nostris super boc statutis ad diem et boram, quam lator presentium sibi assignaverit, compareat de tali et tanta inobedientia responsurus. vobis autem sacerdotibus in hoc negotio fideliter laborantibus, quicquid ex torpore negligentia vel oblivione in divino offitio missis et horis canonicis obmisistis, si vere contriti a) B et honore. b) B nohl zu, ergänzen. c) B rep. ut. d) B indulgentias. e) B cum verbo e exhortandis ad populum proponatur. f) gehört zu nuntios und vor den Satz insuper — proponatur. 1 Vergl. Kraus Kunst u. Alterthum i. Elsaß-Lothringen I, 510. 1289 — 1290 121 fueritis, misericorditer condonamus. vobis sub pena suspensionis districtius inlii- bernus, ut nullus vestrum de elemosinis sic collatis aliquid accipiat. volumus ctiam, ut nuncii predicte ecclesie a nuntiis matricis ecclesie civitatis Argentinensis vel ab aliquibus nuntiis futuris non impediantur. datum anno domini 1289 feria 3 ante 5 festum beati Galli. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 4702 or. mb. c. sig. pend. laeso. 160 . Erzbischof Gerhard von Mainz beurkundet die Summe der dem Straßburger Münster bewilligten Indulgenzen. 1289 October 26. Gerhardus dei gracia sancte Maguntine sedis archiepiscopus sacri imperii per 10 Germaniam archicancellarius universis presentes litteras inspecturis salutem in domino sempiternam. noveritis nos litteras non cancellatas non abolitas nec in aliqua sui parte viciatas sigillo curie Argentinensis, ut prima facie apparebant, sigillalas vidisse et legi fecisse summam indulgenciarum ecclesie beate Marie vir- ginis Argentinensi concessarum continentes, videlicet centum et quadraginta carrenas is et quatuordecim annos venialium cum summa missarum eciam, quolibet anno octo- ginta milia, eisdem litteris inserta. in cujus rei testimonium sigillum nostrum pre- sentibus est appensum. datum anno domini 1289, 7 kalendas novembris 1 . F aus Straßb. Frauenh. A. cop. ch. sec. XV i. Donationsbuch 2 fol. 210 b. 161 . Bischof Konrad von Slraßburg beauftragt drei Canoniher von St. Leonhard , 20 den Gustos ihrer Kirche dafür vor ihn zu laden, daß er über die Dominikaner den Bann verhängt habe. 1290 Januar 2 Dachstein. . .Conradus dei gratia Argentinensis episcopus . . discretis viris . . decano ecclesie sancti Leonardi 2 , Gonrado quondam scolastico et Conrado de Kirwilr canonicis ejus- dem ecclesie salutem in domino. mandamus vobis districte precipiendo, quatenus 25 citetis peremptorie. . custodem ecclesie vestre, qui se scribit tbesaurarium, ut com- pareat coram nobis feria quarta proxima in Tapkenstein ostensurus nobis rescriplum apostolicum, cujus auctoritate contra fratres ordinis predicatorum excommunicationis sententiam fulminavit. in executione autem liujus nostri mandati alter vestrum alt er um non expectel. reddite litteras sigillatas. datum in Tapkenstein in crastino circum- 30 cisionis" anno domini 1290. T aus Straßb. Thmn. A. Dominic. lad. 5 or. mb. c. 4 sig. pend. Die angellängten Siegel erweisen die Ausführung des Befehls. a) T circucisionis. > Ein Vidimus des Bischofs Emicho von Worms über diese Urkunde vom Jahr 1297 findet sich im 35 Donationsbuch 2 fol. 204 b. 2 Nach der Siegellegende Johannes. Januar 4 162. Beschluß des St. Peterscapitels über die Aufenthaltsverpflichtung seiner Canoniher. 1290 Januar 3. Nos decanus et capitulum ecclesie sancti Petri Argentinensis, accedente» consensu expresso domini nostri Egenolphi prepositi, unanimi consensu et voluntate slatuimus et ordinamus, quod quilibet canonicus dicte ecclesie teneatur per juramentum in civitate Argentinensi vel banno facere residentiam corporalem, exceptis dumtaxat illis, qui anirao discendi ad Studium litterarum voluerunt se transferre aut in pere- grinationem ire causa devotionis, seu euntibus ad curiam Romanam in negociis seu factis propriis suis promovendis aut necessariis seu honestis, aut vocatis seu ordinatis b ad servitia ecclesie Romane vel ejus legatorum vel domini nostri episcopi Argentinensis aut ecclesie nostre prelibate, vel etiam metu corporis seu compulsum c per aliquam poteslatem aliquem contigerit absentem esse aut de licentia decani et capituli sepedicti. in aliis casibus ab istis quilibet canonicus, sicut supratactum est, per juramentum residentiam facit personalem, omni dolo et fraude penitus circum- scriptis d . illi autem, quos taliter absentes contigerit esse, prebendarum suarum fructus et proventus integre percipiant preterquam distributiones chori, que tantum e presen- tibus in choro ministrari consueverunt. in cujus rei testimonium sigilla nostra presentibus nostris sunt appensa. actum feria 3 post circumcisionem domini anno domini 1290. B aus Straßb. Bee. A. G fase. 4903 cop. ch. sec. XVI i. Statutenbuch v. St. Peter fol. 52. Schlechte Abschrift. 163. Bischof Konrad von Straßburg verbietet dem Clerus seiner Diöcese auf Grund eines Mandats des Pabstes Alexander IV, Strafsentemen gegen die Straßburger Dominikaner zu verkünden oder zur Ausführung zu bringen. 1290 Januar 4 Dachstein. Conradus dei gratia Argentinensis episcopus universis . . abbatibus . . prioribus prepositis archidiaconis archipresbyteris neenon aliis ecclesiarum prelatis ac ceteris plebanis, rectoribus incuratis vicariis civitatis et dyocesis Argentinensis, ad quos presentes pervenerint, salutem in domino. noveritis nos sanctissimi patris ac domini Alexandri pape quarti recepisse litteras in hec verba: [folgt UB. I nr. 452]. verum cum nos ex debito officii pastoralis teneamur mandatis apostolicis obedire, vobis universis et singulis districte precipiendo mandamus, quatenus contra. . priorem et fratres de ordine predicatorum Argentinenses nullas suspensionis interdicti aut excommunicationis sententias autoritate litterarum sedis apostolice publicetis aut executioni decetero demandetis, nisi ipse littere apostolice plenam et expressam de indulto hujusmodi et ordine sepedicto faciant mentionem. quodsi contra tenorem hujus- modi adversus fratres predictos aut ipsum priorem sententias aliquas publicastis, eas nuncietis coram populo, quandoa fratribus vel eorumnunciis requisiti fueritis, intermis- 5 10 15 20 25 30 35 i) B attendentes. b) B vocati-ordinati. c) B compulsi. d) B circumspectis. e) B tantis. 1290 12a sarum sollempnia non lenere, presertim cum nos ipsorum fratrum privilegia sub vera bulla cum filo serico viderimus, quod dicti fratres excommunicari suspendi vel interdici non possunt per lilleras sedis apostolice aut delegatorum seu subdelegatorum sedis ejus- dem, nisi eedem littere de ipsorum fratrum ordine et indulto plenam et expressam 5 faciant mentionem. in quorum testimonium sigillum nostrum duximus presentibus apponendum. in signum autem executionis hujus nostri mandati sigilla vestra presentibus apponatis. datum in Tapkenstein in octava innocentum anno domini 1290. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 or. mb. c. sig. pend. Für ein zweites Siegel ist der Einschnitt vorhanden, doch scheint dasselbe nicht angehängt worden zu sein. io 164. Bischof Konrad von Straßburg beurkundet die Bedingungen des zwischen der Stadt %tnd den Dominikanern geschlossenen Vergleichs , nach dem er den Schiedsspruch fällen soll. 1290 Februar 22 Kloster St. Marx bei Straßburg. Gonradus dei gratia. . episcopus Argentinensis universis presentes litteras in- specturis rei geste notitiam subtusscripte. orta discensionis materia inter religiöses 15 viros. . priorem et fratres ordinis predicatorum domus Argentinensis ex parle una et magistrum consules et universitatem civium Argentinensium ex parle altera super eo, quod magister consules et Universitas civium predictorum a predictis . . priore et fratribus, ut asserunt, petiverunt, quatenus iidem a . . prior et fratres jure successionis non peterent bereditarias portiones de bonis ad civem vel cives Argentinenses perti- 20 nentibus, et quod non inducerent civem Argentinensem quempiam in mortis articulo constitutum nec induci debeant procurare ad dandum vel legandum ipsis fratribus bona sua, sic quod per hoc veri eorum heredes portione debita hereditaria defrau- dentur, item quod nulla bona nullasque possessiones ad aliquem civem Argentinensem pertinentes eisdem fratribus legatas vel donatas iidem fratres vendere vel alienare 25 debeant eo pacto, quod possessiones hujusmodi ad predictos fratres vel alium quempiam dictorum fratrum nomine post ementis obitum revertantur, sed quod iidem fratres possessiones easdem procurare debeant vendi simpliciter absque fraude, quodque a civium Argentinensium infra decem et octo annos constitutorum receptione ad suum ordinem, in quantum cum deo possent et honore sui ordinis, abstinerent, nisi hoc 30 de bona voluntate fieret proximorum 1 , dictus . . prior, accedente consensu voluntate et auctorilate reverendi in Christo fratris Hermanni b de Minda . . prioris provincialis ibidem in nostra presentia constituti, pro se et fratribus diele domus ex parle una, et Reimboldus ° miles dictus Stübenweg magister et consules civitatis Argentinensis pro se et universitate civium civitatis predicte ex parle altera, super articulis supra- 35 scriptis et omni lite et discensionibus quibuscunque occasione predicta usque in hodiernam diem inter partes predictas liabitis hinc et inde in nos compromiserunt et concorditer convenerunt tamquam in arbitrum seu arbitratorem et amicabilem composi- a) T idem. b) T Her. c) T Reynboldus. 1 Vergl. nr. 92 u. 93. 1290 m torem, ila videlicel, quod articulis suprascriptis discussis a nobis et exarainatis de consilio peritorum, quicquid de articulis eisdem . . priorem et fratres predictos observare vel promittere posse vel non posse secundum deum et observantiam sui ordinis et absque peccato, et super observatione pacis perpetue inter partes predictas inviolabiliter observande infra duorum mensium spatium ab eo tempore numerandum, quo relaxatio excommunicationum et interdicti sententiarum occasione discensionis predicte in non- nullos cives Argentinenses et civitatem predictam per venerabilem patrern dominum Johannem episcopum Tusculanum, in partibus Alemannie olim legatuin sedis aposto- lice, prolatarum et a sede apostolica relaxandarum ad civitatem Argentinensem per- venerit idemque magister et consules Argentinenses de relaxatione eadem certificati fuerint, vel si causis legittimis predicto tempore inpediti decisioni discensionis predicte intendere non possemus, infra rnensem a tempore, quo cessabit inpedimentum nostrum liujusmodi, numerandum, in scriptis judicaverimus decreverimus pronuncia- verimus seu arbitrati fuerimus, hoc . . prior et fratres predicti per sacramentum corporaliter ad sancta dei ewangelia prestitum a . . priore predicto in suam et fratrum convenlus dicte domus animas coram nobis, magister vero et consules antedicti pro se et universitate civium predictorum sub pena quingentarum marcarum argenti puri et legalis Argentinensis ponderis parti alter! approbanti decretum pronunciationem vel nostrum arbitrium solvendarum laudare approbare ratificare et emologare hinc inde sol- lempniter promiserunt, condicto inter partes predictas expresse, ut, postquam . . prior et fratres predicti et magister et consules antedicti decretum pronunciationem et arbitrium nostrum liujusmodi laudaverint approbaverint ratificaverint seu emologaverint, cum effectu dicti.. prior et fratres a juramento suo predicto, magister vero consules et Universitas civium predictorum ab obligatione et prestatione pene quingentarum marcarum argenti prescripte sint penitus absolut!, nullis predictis partibus contra prescripta vel aliqua prescriptorum exceptionibus vel defensionibus valituris. est etiam conventum et actum inter partes predictas, ut, postquam nos super articulis et discensionibus prescriptis pronunciaverimus seu fuerimus arbitrati, extunc omnes injurie occasione discensionis“ predicte illate partibus antedictis communiler vel divisim et actiones pro injuriis quibus- cunque occasione discensionis predicte contra personas quascunque dictis b partibus com- petentes communiter vel divisim cessare debeant hinc et inde. item si processu temporis, postquam super premissis fuerimus arbitrati 0 , alique quod absit predictis d .. priori vel fratribus dicte domus in rebus vel personis eorum injurie fuerint irrogate, de liiis debent magister et consules civitatis Argentinensis predicte, qui pro tempore fuerint, dictis . . priori et fratribus ad solam denunciationem eorundem . . prioris et fratrum vel alterius cujuscunque faciendam ex parte . . prioris et fratrum eorundem magistro et consulibus antedictis plenariam facere juslitiam eam videlicet, quam civibus Ar- gentinensibus facere consueverunt. ut autem compromissum 8 hujusmodi et omnia et singula suprascripta robur perpetuum obtineant firmitatis, presens est instrumentum inde coufectum et sigilli nostri munimine roboratum. nos frater Hermannus de Minda . . prior provincialis, frater Alradus . . prior totusque conventus fratrum domus 5 10 15 ao 25 30 85 40 a) S 1 decisionis. b) S 1 dictus. c) S arbitratis. d) T om. predictis. e) T conpromissi. . i. ii m.. jm 1290 125 Argenlinensis ordinis predicatorum, nos quoque Reimboldus“ miles diclus Stübenweg b magister et consules civitatis Argentinensis confitemur et publice protestamur, pre- missa omnia et singula coram venerabili patre domino nostro Argentinensi episcopo memorato fore acta, et in eorum testimonium ego frater Ilermannus 6 de Minda . . 5 prior provincialis predictus sigillum meum, ego frater Alradus . . prior domus Argentinensis predicte sigillum prioratus domus ejusdem, nos conventus fratrum predicatorum domus Argentinensis predicte sigillum conventus ejusdem, nos qnoque Reimboldus d dictus Slübenweg» magister et consules civitatis predicte sigillum civitatis ejusdem litleris presentibus appendimus in testimonium prescriptoruin. acta io sunt hec apud monasterium sororum sancti Marci extra muros Argentinenses anno ab incarnatione domini 1290 feria quarta proxima post dominicam Invocavit. 1 S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 71 or. mb. c. 5 sig. pend., quorurn 2 delaps. Es fehlen die Siegel des Bischofs und der Stadt. S 1 coli. ibid. or. mb. c. 5 sig. pend., quorurn 4 delaps. Nur das Stadtsiegel erhalten. 15 T coli, aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 or. mb. c. 5 sig. pend. partim laesis. Unter der Datumszeile noch ein p mit drei kranzweis gestellten Punkten. y. 165. Bischof Konrad von Straßburg beurkundet, daß der zwischen der Stadt und den Dominikanern geschlossene Vergleich ungiltig werden soll, wenn die Aufhebung des Banns und Interdicts nicht ohne schweren Schaden der Stadt zu 20 erlangen ist. 1290 Februar 22 Kloster St. Marx bei Straßburg. Conradus dei gratia.. episcopus Argenlinensis universis presentes litteras inspec- turis rei geste noticiam subtusscripte f . cum super lite et discensionibus, que verte- bantur hactenus et vertuntur inter religiöses viros . . priorem et fratres ordinis predicatorum domus Argentinensis ex parte una et magistrum consules et universi- 25 tatem civium Argentinensium ex parte altera, dictus . . prior, accedente consensu voluntate et auctoritate reverendi in Christo fratris Hermann! de Minda.. prioris provincialis in nostra presentia constituti, pro se et fratribus dicte domus ex parte una et Reimboldus miles dictus Stübenweg magister et consules civitatis Argentinensis pro se et universitate civium civitatis predicte ex parte altera compromilterent so et compromissum esset in nos Gonradum dei gratia episcopum antedictum tamquam in arbitrum seu arbitratorem et amicabilem compositorem sub certa forma, prout in litteris super hoc confectis, nostro necnon fratris Hermanni de Minda. . prioris provincialis, fratris Alradi . . prioris et conventus fratrum dicte domus et civium civitatis Argentinensis predictorum sigillis sigillatis plenius continetur 2 , 35 in compromisso predicto expresse per partes predictas de consensu parcium a) T Reynboldus. b) T Stübenweg. c) T Her. d) T Reynboldus. e) T Stübenweg. f) In S sind sowohl das Zeichen für er wie für us beide vermischt. 1 Sowohl in nr. 174 wie in nr. 175, wo diese Urkunde als Transsumpt erscheint, lautet das Datum feria quinta proxima p. d. J. (Februar 23), und zwar in allen Ausfertigungen. 2 Vergl. nr. 164. 40 126 1290 earundem actum extitit et conventum coram nobis, ut, si fortassis absque difficultate et dispendio gravi magistri consulum et eivium civitatis ejusdem relaxatio excommunicationum et interdicli sententiarum occasione dissensionis predicte in nonnullos cives civitatis predicte et civitatem Argentinensem predictam per venerabilem patrem dominum Johannem episcopum Tusculanum, in partibus » Alemannie olim legatum sedis apostolice, prolatarum obtineri non posset, quod cessante compromisso predicto et Omnibus, que in litteris compromissi ejusdem continentur, eisdemque non obstantibus, si dictis magistro consulibus et civibus placuerit, omnia jura et actiones, exceptiones et defensiones et exercicium eorundem predictis partibus hinc et inde debeant esse salva in omnem eventum et modum, 10 quo salva fuerunt partibus antediclis prius, quam in nos fuerat compromissum. et in ejus rei testimonium presens esl instrumentum inde confectum et sigilli nostri munimine roboratum. nos frater Hermannus de Minda .. prior provincialis, frater Alradus prior totusque convenlus fratrum domus Argentinensis ordinis predicatorum, nos quoque Reimboldus miles dictus Stübenweg magister et consules civitatis 15 Argentinensis confitemur et publice protestamur, premissa omnia et singula coram venerabili patre domino nostro Argentinensi episcopo memorato, ut premittitur, fore acta, et in eorum testimonium ego frater Hermannus de Minda . . prior provincialis predictus sigillum meum, ego frater Alradus . . prior domus Argentinensis predicte sigillum prioratus domus ejusdem, nos conventus fratrum predicatorum domus 20 Argentinensis predicte sigillum conventus ejusdem, nos quoque Reimboldus dictus Stübenweg magister et consules civitatis predicte sigillum civitatis ejusdem litteris presentibus appendimus in testimonium prescriptorum. acta sunt hec apud monaste- rium sororum sancti Marci extra muros Argentinenses anno ab incarnatione domini 1290 feria quarta proxima post dominicam Invocavit. 25 S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 71 or. mb. e. 5 sig. penä. laesis, quorum 2 delapsa. 166. Die Stadt Straßburg weist ihren Bevollmächtigten am päbstlichen Stuhle an, darauf zu dringen, daß unter der Aufhebung der gegen sie gefällten Strafsentenzen auch die ihr ergeben gebliebenen Straßburger Geistlichen mitbefaßt 30 werden, widrigenfalls den Proceß weiter zu verfolgen. 1290 [Frühjahr]. Hugo dictus Ripelin magister et consules civitatis Argentinensis honorabili viro magistro Johanni Leutonis 3 canonico sancti Petri Argentinensis fideli eorum in Romana curia promolori dilectionis plenitudinem cum Salute. quod ad curiain Romanam adeo prospere perrexistis, sicut nobis vestre littere declarabant per 3ä Johannem Stamphonis transmisse, gavisi sumus gaudio mangno valde et cum omni populo civitatis nostre optamus vobis statum prosperum in futurum, ceterum de negocio, quod habemus cum predicatoribus, litteris vestris perlectis, diligenti trac- latu cum multis sapientibus et melioribus nostre civitatis habito, nobis et omnibus a) Zweifelhaft ol u oder n. Eher scheint mir Leutonis gelesen werden zu müssen. 40 1290 127 videbatur civitati nostre, ad quam multe alie civitates respiciunt in hac parte, nobisque mangnum fore dedecus et prejudicium et scandalum in futurum, si vio- lando promissionem factam per nos de indempnitate qualibet sacerdolibus nostris ipsos culpam et irregularitatem incidere vel recongnoscere faceremus invitos, ubi 5 nullam penitus meruerunt, et eos cum suis clericis scolaribus et cooperatoribus in divinis, qui mangni sunt numeri, mittendo ad curiam pro venia petenda, ubi culpa nulla precessit, daremus ipsis et toti regioni intelligere, nos hactenus litem et appel- lationem fovisse iniquam, quam omnes credebant et adhuc non dubitant equam esse, veremur etiam in hac parte adversariorum astuciam et insidias et curie vora- io citatem, quia, cum notum sit omnibus de relevatione sacerdotum nostro periculo nos teneri, cessante appellacionis remedio, cum bereut quasi capti, possemus per ipsos sicut in personis propriis intollerabili dampno affici sive pena. deliberavimus ergo consilio unanimi atque fixo, quod, nisi utrumque negocium scilicet nostrum et sacerdotum quasi uno contextu expediatur et omnes sententie per legatum contra is ipsos sacerdotes et nos nostramque civitatem prolate cum dampno saltim nostro tollerabili relaxentur, appellationi nostre inniti volumus et eam prosequi in eventum, ne secus faciendo videamur sceno involvere defensionis clipeum, quo hactenus dimicavimus cum honore. speramus enim appellationem nostram tueri et ex ea per vestrum et aliorum fautorum nostrorum auxilium reportare gloriam et honorem, et 20 sic communis omnium opinio opinatur. et si timeremus de sinistro eventu, vellemus nichilominus defendi et Stare potius, quamdiu poterimus, quam cadere ante ictum, et hoc honestius reputamus. fidelitatem igitur vestram monitam in se ipsa ex habundanti monemus attentius et rogamus, ut vel utrumque nostrum scilicet et sacerdotum negocium expediri procuretis in modum predictum, quod de facili fieret, 25 sicut presumimus, propter multitudinem parcium, si sineret pars altera vel solum- modo consentiret, aut appellationem nostram breviter prosequi inchoetis et pro rela- xatione interdicti et excommunicationum pro viribus laboretis. Premissis itaque vobis scriptis, per nuncium expeditum ad iter supervenerunt alie littere vestre per Jobannem clericum decani quondam sancti Tbome nobis so exhibile, in quibus teuerem priorum taliter invenimus aucmentatum, quod frater Alradus nollet aliquatenus consentire, quod sententie legati contra nos et civitatem nostram prolate in curia relaxentur, sed quod tantum earum relaxatio domino nostro episcopo conmittatur, ut per eum aut principale ac accessoriutn terminetur aut utrumque remaneat inpeditum. de quo non modicum conmovemur opinantes firmiter, SS ipsum fratrem Alradum fidem placitis violasse, cum quia conpromissum nostrum continet de dictis sententiis in curia relaxandis 1 , tum quia, ut extra curiam con- mitteretur nostrum negocium, nunquam prius voluit admittere frater Alradus sed cooperari promisit, ut revocarentur in curia sententie contra nos et civitatem prolate, propter quod expensas sustinuimus valde magnas, tum etiam quia promisit factum 40 sacerdotum nullatenus inpedire. super hiis igitur volumus et rogamus, ut, nisi possitis obtinere a papa, ut omnium sententiarum contra nos nostramque civitatem 1 Vergl. 8. 124 Z. 9 in nr. 164. 1290 428 et sacerdotes latarum per legatum relaxatio domino Argentinensi episcopo vel alteri conmittatur sine emenda et satisfactione qualibet facienda, cum omnis injurie satis- factio a partibus sit remissa, vel saltim cum emenda modica et decenti in litteris apostolicis declaranda predicatoribus autem nullalenus facienda, litem et appellationem nostram agrediamini et prosequamini sine mora. nolumus enim sponte vel in dubio 5 nos vel nostros sacerdotes culpe inmerite et periculosis laqueis irretire vel manus incidere alicujus ; alioquin contingeret nos forlassis magno affici dispendio et pudore. valete semper. [in verso] magistro Johanni Leutonis procuratori eorum fide- lissimo in curia Romana. io S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 71 or. mb. lit. clausa c. sig. in verso impr. defic. Der Schluß des Stücks von premissis itaque ab von gleicher Hand geschrieben befindet sich auf einem Pergamentblatt kleinern Formats, das wie ein Transfix befestigt ist. Was die Datirung anbelangt, so weist schon der Name des amtirenden Meisters Hug llipelin auf das Frühfahr 1290, wo er im April an der Spitze des Raths erscheint, is vergl. UB. III, 418. Aber auch der sachliche Zusammenhang verlangt, daß das Stück hinter den Compromiß der Stadt und Dominikaner vom 22. Februar, nr. 164 u. 165, und vor die Mandate des Pabstes vom 12. u. 15. Mai, nr. 167 u. 168, wo die Forderungen der Stadt erfüllt erscheinen, gelegt werde. 167. Palst Nicolaus IV gibt dem Bischof Konrad von Slraßburg den Auftrag, 20 die gegen die Stadt Straßburg gefällten Straf Sentenzen aufzuheben. 1290 Mai 12 Rom St. Maria maggiore. Nicolaus episcopus servus servorum dei venerabili fratri G[onrado] episcopo Argentinensi salutein et apostolicam benedictionem. sua nobis dilecti filii . . prior et conventus fratrum ordinis predicatorum Argentinenses petitione monstrarunt, quod, 2 s cum olim inter ipsos ex .parte una et magistros consules et universitatem civium civitatis Argentinensis ex altera super diversis articulis et quibusdam injuriis priori et fratribus predictis ab eisdem civibus irrogatis orta esset materia questionis, tandem venerabilis frater noster J[ohannes] Tusculanus episcopus, tune in illis partibus legationis fungens officio, hujusmodi questionis et injuriarum occasione sue s» legationis auctoritate civitatem ipsam supposuit ecclesiastico interdicto et in magistros consules et cives prefatos ac in illos, qui eis in predictis injuriis illatis eisdem priori et fratribus consilium vel auxilium impenderent, neenon in sacerdotes, qui in civitate ipsa vel suburbiis ejus, durante ipso interdicto, divina officia celebrarent, ac illos, qui a predictis sacerdotibus audirent divina officia vel reciperent ecclesiastica ss sacramenta, excommunicationis sententiam promulgavit® et hujusmodi exeommuni- cationis et interdicti sententias per locorum ordinarios et alios prelatos et rectores ecclesiarum regni Alamanie mandavit sollempniter publicari. ac demum b inquilinos colorxos et mercenarios magistrorum consulum et civium predictorum pro eo, quod ipsis magistris consulibus et civibus participare presumebant, a divinis exclusit 1 . « a) S promulgarunt. b) T om. demum. Auf Rasur Spuren von Buchstaben. 1 Vergl. nr. 125. 1290 129 tuque prefati legati auctoritale in descendentes usque in terciam generationem ab illis, qui principales fuerunt a in hujusmodi priori et fratribus predictis illatis injuriis vel illatoribus dederunt consilium auxilium vel favorem, nisi priori et fratribus pre- falis de injuriis predictis infra certum terminum satisfieret, sententiam privationis s et amotionis a beneficiis et dignitatibus ecclesiasticis protulisti. verum prefati prior et fratres tanquam viri pacifici ac dicti magistri consules et cives, cupientes liti- giorum vitare anfractus ac viam pacis et concordie amplectentes, in te tanquam in arbitrum arbitratorem et amicabilem compositorem super premissis compromiltere curaverunt 1 . dictique prior et fratres nobis humiliter supplicarunt, ut omnes pre- io dictas sententias relaxari misericorditer mandaremus. nos itaque ipsorum supplica- tionibus inclinati fraternitati tue per apostolica scripta mandamus, quatinus, si est ita, a prelibatis magistris consulibus et civibus sive ab ipsorum procuratore vel syndico habente super hoc ab eis speciale mandatum de parendo super hiis mandatis ecclesie juramento recepto, omnes predictas excommunicationis et interdicti sententias is et penas omnesque processus contra magistros consules cives et civitatem predictos ac audientes divina officia et recipienles sacramenta hujusmodi a presbyteris memo- ratis per eundem legatum vel alium seu alios ejus mandato vel auctoritate generaliter vel specialiter lalas vel habitos seu quascumque alias sententias, quas dicti magistri consules sive cives occasione questionis et injuriarum hujusmodi incurrerunt, 20 auctoritate nostra per te vel alium seu alios relaxare procures, corpora vero civium defunctorum, que tempore interdicti predicti in cimiteriis ecclesiasticis sunt sepulta, dummodo apparuerint penitentie signa in eis, in ipsis cimiteriis remanere permittas. datum Rome apud sanctam Mariam majorem 4 idus maji pontificatus nostri anno tercio. 25 S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad, 71 or. mb. Bulle an Hanf schnür. Oben - rechts R[egistrandum]; links unterm Bug völlig schräg liegend X; rechts auf dem Bug Schreibervermerk verwischt alb. per. Auf dem Bücken oben mit zwei Kreuzen eingefasst audi benigne, darunter der Begistraturvermerk Rescriptum capitulo CLXXV. Ausserdem ist auf dem Bücken genau auf der Stelle, wo auf der Vorderseite promulgarunt steht, 3o in kleiner zierlicher Schrift vermerkt promulgavit und an andrer Stelle von gleicher Hand corrigatur ista tantum. S 1 coli. ibid. or. mb. Bulle an Hanfschnur. Weder oben rechts noch unten links ein Vermerk zu erkennen, doch ist letztere Stelle Basur und scheint beschrieben gewesen zu sein. Auf dem Bug rechts alb. per. Begistraturvermerk derselbe wie bei S. Ausserdem mitten 55 auf dem Bücken in senkrechter Bichtung geschrieben littera pro civibus. T coli, aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 or. mb. Bulle an Hanfschnur. Oben rechts R[egistrandum]; Kostenvermerk X, darunter L. Pergam. Auf dem Bug in der Mitte sehr verwischt asc[ultavit] m. d. Andr.; rechts in der Ecke M. d. Adr Auf dem Bücken derselbe Begistraturvermerk wie bei S. 4 0 a) S fuerant. 1 Vergl. nr. 164. Str. II 17 130 1290 168. Palst Nicolaus IV beauftragt den Guardian der Straßburger Francis- Jtaner, diejenigen Straßburger Geistlichen, welche icährend des Interdicls geistliche Handlungen in der Stadt verrichteten , zu absolviren. 1290 Mai 15 Rom St. Maria maggiore. Nicolaus episcopus servus servorum dei dilecto filio . . guardiano fratrum ordinis minorum Argentinensium salutem et apostolicam benediclionem. ad audi- entiam nostram pervenit, quod, cum olim inter . . priorem et conventum ordinis fratrum predicatorum Argentinensium ex parte una et magislros consules et cives civitatis Argentinensis super diversis articulis et quibusdam injuriis, quas iidem prior et conventus a civibus ipsis eis irrogatas esse dicebant, ex altera orta fuissel materia questionis, landem venerabilis frater noster Jfohannes] Tusculanus episcopus, tune in illis partibus apostolice sedis legatus, occasione questionis et inju- riarum hujusmodi sue legationis auctoritate civitatem ipsam supposuit ecclesiastico interdicto ac in Mathiam canonicum ecclesie sancti Stephani Argentinensis 1 neenon et in omnes et singulos sacerdotes et clericos, qui durantc, interdicto predicto in civitate ipsa vel suburbiis aut a appendentiis b ipsius divina offitia celebrarent vel dictis civibus sepulturam aut alia eis sacramenta ecclesiastica minislrarent, exeom- municationis sententiam promulgavit ipsosque mandavit per ordinarios suos exeom- municatos publice nuntiari. sane aliqui ex sacerdotibus et clericis civitatis et suburbiorum predictorum de appellationibus, quas dicti cives propter hoc inter- jecerant ad sedem ipsam, conflsi, quidam vero ex sacerdotibus et clericis locorum ipsorum per simplicitatem et juris ignoranliam in predictis locis adbuc interdictis divina offitia celebrasse et civibus ipsis sepulturam ac sacramenta hujusmodi ministrasse ac propterea latam in tales, ut premittilur, per dictum legatum sententiam excommunicationis incurrisse noscuntur. ac hujusmodi sententiis ligati immis- cuerunt se divinis. cum autem, sicut accepimus, pacificatum sit super hujusmodi questionibus inter partes, nos animarum periculis, quantum cum deo possumus, precavere volentes discretioni tue per apostolica scripta commiltimus et mandamus, quatinus, si est ita, Mathiam sacerdotes et clericos memoratos et eorum quemlibet a predicta excommunicationis sententia auctoritate nostra per te vel alium aut alios juxta ecclesie formam absolvas et dispenses cum eis et eorum quolibet super irre- gularitate, si quam sic ligati et in locis' ipsis sic interdictis et eisdem civibus excommunicatis presentibus non tarnen in contemptum clavium divina hujusmodi celebrando forsitan contraxerunt, injuncta eis et eorum singulis propter hoc peni- tentia competenti, non obstante indulgentia, qua tibi vel fratribus tui ordinis a sede apostolica dicitur esse concessum, ut non tenearis te intromittere de quibuscumque negotiis, que tibi per sedis ejusdem litteras commitluntur, nisi in eis de concessione a) S 4 iis aut auf Rasur. b) Yergl. StUMeschreibung . 5 10 15 20 25 30 35 1 Vergl nr. 125 u. 126. 1290 Kil hujusmodi plena et expressa menlio habeatiir. datum Rome apud sanclam Mariam majorem idus maji pontificatus noslri anno tercio. S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 71 or. mb. Bulle an Hanfschnur. Kostenvermerk VIII in der üblichen Form. Auf dem Rücken mit zwei Kreuzen eingefasst audi benigne. S 1 coli. ibid. or. mb. Bulle an Hanfschnur. Oben rechts R[egistrandum], Unter dem Kostenvermerk VIII ziemlich tief stehend R[ecepit] alb. darunter P. Reät durchstrichen. Rechts auf dem Bug Schreibervermerk M. de Adr., in der Mitte ascult[avit]. Auf dem Rücken unter andi benigne der Registraturvermerk Rescriptum capitulo CCI, ferner an genau der Vorderseite entsprechender Stelle in kleiner Schrift die Correctur aut appendiciis und von gleicher Hand an andern Platz corrigatur ista et duplicetur. Gedruckt bei Sbaralea Bullar. Francisc. IV, 150 nr. 260 (ex. Reg. Vat, Pont, epist. 201 anni 3). — Potthast Reg. pontif. nr. 23279. l(ü). Die Stadl Straßburg theilt dem Bischof Konrad mit, daß sie für den Akt der Aufhebung ton Bann und Interdict Hugo Ripelin zu ihrem Vertreter bestimmt habe. 1200 Juni 23 Slraßburg. Venerabili in Christo patri ac domino domino Conrado dei gratia episcopo Argen- tinensi magistri consules et universitas civium civitatis Argentinensis ejusdem reveren- liam tarn debitam quam devotam. ad petendum impetrandum et recipiendum relaxa- tionem excommunicationis et inlerdicti sententiarum et penarum omniumque proces- suum contra nos et civitatem nostram Argentinensem predictam ac audientes divina officia et recipientes sacramenta ecclesiastica a sacerdotibus, qui in civilate ipsa vel suburbiis ejus, durante interdicto eodem, divina officia celebrarunl, per vos et per venerabilem patrem dominum Johannem episcopum Tusculanum, olim in partibus Alamanie legatum sedis apostolice, vel alium seu alios ejus mandato vel auctoritate generaliter vel specialiter prolatarum vel habitorum vel quarumeunque aliarum sententiarum, si quas nos vel ex nobis aliqui incurrisse noscimur occasione questionis liactenus habite inter nos et . . priorem et conventum fratrum ordinis predicatorum Argentinensium seu injuriarum quarumdam occasione, quas iidem . . prior et con- ventus sibi a nobis esse asserunt irrogatas, dominum Hugonem dictum Ripelin nostrum constituimus procuratorem seu syndicum specialem, dantes eidem potes- tatem et mandatum prestandi in animas nostras de parendo super hiis mandatis ecclesie juramentum, si fuerit oportunum, et ornnia alia et singula faciendi nostro nomine et pro nobis, que circa premissa fuerint oportuna. et hec veslre paternitati nota facimus litteris presentibus sigillo communitatis nostre in eorum testimonium sigillatis. actum et datum Argentine 9 kalendas julii anno domini 1290. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 Transsumpt in der Urkunde Bischof Konrads von 1290 Juni 24. Vergl. nr. 170. 170 . Bischof Konrad von Slraßburg hebt alle gegen die Stadt Straßburg in Folge ihres Streits mit den Dominikanern gefällten Slrafsenlenzen auf. 1290 Juni 24 Straßburg. In Christi nomine amen, nos Conradus dei gratia episcopus Argentinensis literas sanctissimi in Christo patris domini Nicolai pape quarti presentatas nobis ex parte dilectorum magistrorum consulum et universitatis civium civitatis Argentinensis 12 kalendas julii anno domini 1290 vidimus et legimus de verbo ad verbum tenorem hujusmodi continentes : [folgt nr. 167]. potente ilaque Hugone dicto Ripelin milite, procuratore seu syndico magistrorum consulum et universitatis civium predictorum, suo et . . magistrorum consulum et universitatis civium predictorum nomine, predictas excommunicationis et interdicti sententias et penas omnesque processus contra . . magistros consules cives et civitatem predictos ac audientes divina officia et recipientes sacramenta ecclesiastica a presbyteris memoratis per predictum legatum vel alium seu alios ejus mandato et auctoritate generaliter vel specialiter latas vel habitos et quascumque sententias alias, quas dicti . . magistri consules sive cives occasione questionis et injuriarum hujusmodi incurrerunt, per nos auctoritate apostolica relaxari, et corpora civium defunclorum, que tempore interdicti predicti in cimiteriis ecclesiasticis sunt sepulta, dummodo apparuerint peni- tencie signa in eis, in cimiteriis ipsis remanere permitti, nos itaque volentes man- datis apostolicis obedire, a procuratore vel syndico memorato, habente super hoc a prelibatis . . magistris consulibus et civibus speciale mandalum, de parendo super hiis mandatis ecclesie juramento recepto, omnes predictas excommunicationis et interdicti sententias et penas omnesque processus contra . . magistros consules cives et civitatem predictos ac audientes divina officia et recipientes sacramenta predicta a presbyteris memoratis per predictum legatum vel alium seu alios ejus mandato vel auctoritate generaliter vel specialiter latas vel habitos et quascumque alias sententias, quas dicti . . magistri consules sive cives occasione questionis et injuriarum hujusmodi incurrerunt, auctoritate apostolica nobis in hac parte tradila in hiis scriptis et literis presentibus relaxamus. corpora quoque civium defunctorum, que tempore interdicti predicti in cimiteriis ecclesiasticis sunt sepulta, dummodo apparuerint penitentie signa in eis, in ipsis cimiteriis permittimus permanere. [folgt nr. 169]. actum et datum Argentine 8 kalendas julii anno domini 1290. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 or. mb. c. sig. pend. 171 . Bischof Konrad und Domprobst Friedrich von Straßburg, Qraf Friedrich von Leiningen , Markgraf Hermann von Baden sowie Konrad und Johannes von Lichtenberg sichern der Stadt Straßburg ihren Beistand zu, falls Heinrich von Lichtenstein die Urfehde breche. 1290 Juli 18. 5 10 15 20 25 30 B5 Wir Conrat von gots gnaden der bischof von Strazburg, Friderich der tüm- probist, Friderich der grave von Liningen, Ilerman der marcgrave von Baden, Gonrat 1290 133 und Johannes von Liehtenbcrg tunt kunt allen den, die disen brief gesehent oder gehörent, das wir . . dem meistere und deme rate und den bürgeren gemeinliebe von Strazburg gelobet hant getruweliche und ane alle geverde, swie her Heinrich von Liehtenstein die urvehte, die er in getan bet, iemer gebriebet und in schaden 5 oder laster getüte umbe die getät, das sie in gevangen hettent, swenne sie uns das vurbringent und uns drumbe gemanent, so suln wir in biholfen und geraten sin uf in mit güten truwen und ane alle geverde, swa wir mügent und da si ez bi- dürfent. daz dis war si und stete blibe, derumbe sint unsere ingesigele an disen brief gehenket zeime urkunde. dis gescliach, da von gots gebürte warent tusent io jar zweihundert jar und nüncig jar an deme ciztage nach sante Margareden tage. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 6 sig. pend. delapsis. 172. Zweiunddreißig genannte edle Herren der Rheinpfalz versichern der Stadt Straßburg, daß sie sich zur Feindschaft gegen Heinrich von Lichtenstein eidlich verpflichtet haben, falls er die der Stadt gegebenen Versprechungen breche. [1290 15 Juli\. Nos subnotati nobiles Sifridus ringravius, Wernherus filius suus, Emercho et Wolframus fratres de Lewinstein, Günradus et Kolbo fratres de Warltinberc, Johannes de Lyetinstein, Ph[ilippus] dictus Winter de Alzeia, Heinricus et filius suus Reinhardus de Honekin, Merbodo de Bylistein, Wolf[ramus] et Sifridus de Lewin- 20 stein, Bertolfus de Ebistein, Conradus de Frisinheim, item Hertwinus de Basinbeim, Hermannus et Petrus de Lonislieim, Franko de Bokinowin, Syfridus, David, Wernberus de Linigin, Emercho de Lewinstein, Johannes de Grewilre, Gerhardus et Sygelo filii H[einrici] de Lytinstein, Th[eodericus] de Dyttilsheim, Wilhelmus dictus Letto, C[onradus] filius Johannis de Lytinstein, Th[eodericus] de Kyrwilre, 25 Rudegerus de Randekin recognoscimus et notum facimus universis, quod mediantc Syfrido milite de sancto Albino juravimus esse inimicos et in omni parte esse con- trarios Heinrici de Lyttinstein mililis ila, quod si violator extiterit, quod absit, promissionum talium, quas fecerat Argentine pro sua absolucione captivitatis. quod cum appensione sigillorum nostrorum presentem litteram civibus Argentinensibus 30 tradimus roboratam. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 7 sig. pend., qaorum 6 delapsa. Das eine noch hängende Siegel zeigt einen schreitenden Löwen und in der Legende s. Wolframmi de Leuwensteinne. Las Stück, dessen Schriftcharakter auf das ausgehende 13. Jahrhundert weist, ist jedenfalls mit nr. 171 in engsten Zusammenhang 35 zu bringen und wohl ebenfalls auf 1290 Juli zu datiren. Die darin erwähnten rheinpfälzischen Edlen sind fast sämmtlich für jene Zeit urkundlich nachzuweisen. 173. Petrus Arborensis archiepiscopus, Guillelmus Callensis et Perronus Lari- nensis episcopi omnibus penitentibus et confessis, qui causa devocionis et in spiritu humilitatis ad ecclesiam vel locum quemeunque accesserint, ubi prepositus sancti 40 Arbogast! extra muros Argentinenses missam solempnem celebraverit aut verbuin 1290 ■134 dei predicaveril, quadraginta dies de penilenciis relaxant. «juxta psaltnisle sacrum eloquium». datum apud Urbemveterem anno domini 1290 ponlilieatus Nicolai pape quarli anno tercio. 1290 [Februar 22 — Juli 22\ Orvieto. B aus Straßb. Bes. A. G fase. 1700 cop. ch. sec. XV i. Privilegienbuch von St. Arbogast fol. 3. Die nähere Datirung ergibt der Beginn des Pontificatsgahrs und die Bestäti- gungsurhunde Bischof Konrads für diesen Ablaß von 1390 Juli 33 ebenda. 174 . Bischof Konrad von Straßburg fällt in dem Streit zwischen der Stadt Straßburg und den Dominikanern seinen Schiedsspruch dahin , daß dieselben auf die Forderungen der Bürgerschaft nicht eingehen können und dürfen. 1290 August 11 Kloster St. Marx bei Straßburg. In nomine domini amen, suscitata dissensionis materia inter religiöses viros. . priorem et fratres ordinis predicatorum domus in Argentina ex una et magislrum consules et universitatem civium Argentinensium ex parte altera super eo, quod ma- gister consules et Universitas civium predictorum a predictis . . priore et fratribus quos- dam arliculos petiverunt, dictus. . prior, accedente voluntate consensu et auctoritate reverendi in Christo fratris Hermanni de Minda tune prioris provincialis, pro se et fratribus dicte domus ex parte una, et Reimboldus miles dictus Stubenwech tune Magister et consules civitatis Argentinensis pro se et universitate civium civitatis pre- dicte ex parte altera super eisdem articulis ac omni lite et dissensionibus quibuscunque in nos Cünradum dei gracia Argentinensem episcopum compromiserunt et concorditer convenerunt. cujus compromissi forma talis est: [folgt nr. 164]. nos igitur articulis supradictis discussis a nobis et examinatis de consilio peritorum, quia invenimus, . . priorem et fratres predictos articulos prefatos secundum deum et observanciam ordinis sui et absque peccato observare vel promittere non posse, idcirco deliberacione pre- babita in hiis scriptis decernimus judicamus et arbitrando pronunciamus, . . priorem et fratres antedictos promittere vel observare non posse secundum deum et observanciam sui ordinis et absque peccato articulos memoratos, . . priorem et fratres antedictos ab inpeticione magistrorum et consulum et universitatis civium predictorum per nostrum arbitrium absolventes, ceterum super omni lite et dissensionibus quibus- cumque occasione predicla usque in diem initi compromissi inter partes predictas liabitis liinc et inde pronunciamus et arbitrando decernimus in liiis scriptis, ut omnes lites et dissensiones prescripte inter partes hinc et inde penitus conquiescant, arbitrando nichilominus decernentes, ut exnunc omnes injurie occasione dissensionis predicte illate partibus antedictis communiter vel divisim et acciones pro injuriis quibuscunque occasione dissensionis predicte contra personas quascunque dictis partibus competentes communiter vel divisim cessent penitus hinc et inde. ad hec juxta teuerem compromissi pronunciamus et arbitrando decernimus, perpetuam pacem inter partes predictas inviolabiliter observari. ut autem pax predicta inter partes efficacius observetur, pronunciamus et arbitramur, ut, si processu temporis alique, quod absit, predictis. . priori vel fratribus dicte domus in rebus vel personis injurie fuerint irro- gate, de hiis magister et consules civitatis Argentinensis predicte, qui pro tempore 5 10 15 20 25 30 35 40 1290 135 fuerint, dictis . . priori et fratribus ad solam denunciationem eorundem . . prioris et fra- trum vel alterius cujuscumque faciendam ex parte prioris et fratrnm eorundem ma- gistro et consulibus antedictis plenariam facient justiciam eam videlicet, quam civibus Argentinensibus faccre consueverunt. actum et datum apud monasterium sancli r> Marcii extra muros Argentinenses crastino festi beati Laurencii anno ab incarnacione domini 1290. T aus Straßb. Tliom. A. Dominic. lad. 5 2 or. mb. c. sig. pend. 175. Meister und Rath der Stadt Straßburg sowie ihr Notar Johannes Erlin legen gegen den Schiedsspruch Bischof Konrads in ihrem Streit mit den Domini- lianern Verwahrung ein. 1290 August 17 und 18 Straßburg. Universis presentes lilleras inspecluris Nicolaus dictus Zorn indes senior, Magister Reimboldus indes dictus Stubenweg neenon consules et Universitas civium civitatis Argentinensis noticiam subscriptorum. suscitata discensionis materia inter nos ex una et religiöses viros . . priorem et fratres ordinis predicatorum domus in iS Argentina ex parte altera super eo, quod nos a predictis .. priore et fratribus quosdam articulos petivimus infrascriptos, et ex aliis certis causis, venerabilis in Christo pater noster dominus Conradus dei gratia Argentinensis episcopus ex compromisso arbiter seu arbitrator et amicabdis compositor concorditer electus a nobis et a priore et fratribus antedictis dccrevit judicavit et arbilrando pronunciavit juxta formam inferius 20 annotatam, cujus tenor dinoscitur esse talis : {folgt nr. 174]. idcirco nos Magister Reimboldus ac consules et universitas civium Argentinensium antedicti decreto judicio pronunciationi seu arbitrio suprascriptis domini nostri episcopi antedicti stare parere vel obedire aut laudare approbare ratificare vel emologare eadem minime cupientes, ne nobis ex ipsis aliquod prejudicium generetur, eisdein decreto judicio pronunciationi 25 et arbitrio domini episcopi memorati contradiciinus ac decretum judicium pronuncia- tionern et arbitrium suprascriptum prefali domini episcopi reclamamus. eisdemque decreto judicio pronunciationi et arbitrio stare parere vel obedire |litteris presentibus recusamus, dantes nicliilominus Johanni genero Erlini de sancto Thoma civis Argentinensis nostro notario liberam potestatem et mandatum, decretum judicium pronunciatio- 30 nem et arbitrium domini nostri Argentinensis episcopi suprascripta recusandi reclamandi et contradicendi eisdein nostro nomine et pro nobis, ubi fuerit oportunum, et omnia alia et singula faciendi, que circa premissa fuerint oportuna, prominentes nos ratum babituros et gratum, quiequid idem Johannes egerit in premissis. et hec omnibus, quorum interest vel intererit, nota facimus litteris presentibus sigillo civitatis seu 35 communitatis nostre Argentinensis in eorum testimonium sigillatis. acta sunt hec Argentine in palatio episcopali, nobis more solito congregatis, 16 kalendas septembris anno ab incarnatione domini 1290 C i Diese Urkunde ist auch für sich im Original mit hängendem Stadtsiegel erhalten. Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 71. Im Auszug ist sie nach dem Briefbuch A fol. 37 b ibid. mitgethcilt -io bei Schöpf, ln Als. dipl. II, 45 nr. 769. ' August il 136 1290 Nos a judices curiarum domini decani necnon dominorum Johannis de Erenberg et Johannis de Ohsenstein archidyaconorum ecclesie Argenlinensis confitemur et publice protestamur, nos vidisse audivisse et interfuisse in capitulo fratrum ordinis predicatorum domus Argentinensis b , ubi Johannes gener Erlini de sancto Tlioraa civis Argentinensis, notarius magistri consulum et universitatis civium civitatis 5 Argentinensis, litteras vero sigillo civitatis seu communitatis Argentinensis sigil- latas in nulla sui parte vitiatas, tenorem suprascriptum de verbo ad verbum contiuentes, legit publicavit et recitavit publice. . priori et conventui fratrum dicte domus ibidem presencialiter constitutis c et prescripta omnia et singula audire et intelligere valentibus. dictisque litteris per eundem Johannem publi- 10 catis et recitatis publice d , ut premittilur, et perlectis, prefatus Johannes mox auctoritate et potestate seu mandato a prefatis magistro Reimboldo milite diclo Stubenweg ac consulibus et universitate civium civitatis Argentinensis predictis sibi datis sive traditis in hac parte prescriptis decrelo judicio pronunciationi et arbitrio domini nostri Gonradi dei gratia Argentinensis episcopi publice et ir> in scriptis predictis, . . priore et fratribus modo simili audire et intelligere valentibus 0 ibidem, contradixit ipsamque reclamavit et etiam recusavit et protestatus est publice, prefatos magistrum Reimboldum dictum Stubenweg necnon consules et universitatem civitatis Argentinensis predictos decreto judicio pronunciationi et arbitrio antedictis Stare vel obedire non veile aliquatenus vel parere nec ipsos eadem 20 veile laudare approbare ratificare vel emologare tacite vel expresse, nostrum super hoc specialiter rogatorum et vocatorum et aliorum ibidem presentium testimonium invocando in hec verba. et ego Johannes gener Erlini de sancto Thoma civis Argentinensis, notarius dominorum magistri consulum et universitatis civium civitatis Argentinensis predictus, auctoritate et potestate seu mandato a prefatis dominis ma- s-> gistro domino Reimboldo milite dicto Stubenweg necnon consulibus et universitate civium civitatis Argentinensis predictis michi datis sive traditis in hac parte predictis decreto judicio pronunciationi et arbitrio prefati domini Argenlinensis episcopi con- tradico ipsumque decretum judicium pronunciationem et arbilrium suprascriptum prefati domini Argentinensis episcopi reclamo litteris presentibus et recuso, protestans 30 publice coram vobis dominis presentibus, prefatos dominos meos.. magistrum Reimboldum dictum Stubenweg militem necnon consules et universitatem civium civitatis Argentinensis predictos decreto judicio pronunciationi et arbitrio antedictis prefati domini Argentinensis episcopi stare vel obedire non veile aliquatenus vel parere nec ipsos eadem veile laudare approbare ratificare vel emologare tacite vel expresse, 35 testimonium super hiis dominorum presentium invocando. et in eorum testimonium nos judices antedicti sigilla curiarum dominorum archidyaconorum prescriptorum a) weder in S noch in S 1 Absatz. h) S t statt in capitulo etc. in consistorio sive judicio curie venerabilis patris domini no?tri episcopi Argentinensis. c) 8 1 statt priori etc. 16 kalendas sep- tembris paulo ante lioram completorii magistro Yringo de Mollesheim ibidem solito judicare et 40 magistro Ottoni notario dicti consistorii et aliis quam pluribus ibidem presencialiter constitutis. d) 8 t om. publice. i e) S t om. predictis—valentibus. 1290 — 1291 137 litteris presentibus duximus appendenda. acta sunt hec quinto 3 decimo kalendas septembris anno ab incarnatione domini 1290'. S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 71 or. mb. c. 3 sig. pend. S 1 coli. ibid. or. mb. c. 3 sig. pend. 5 176. Frater Bonifacius Bosoniensis ecclesie episcopus ordinis fratrum heremi- tarum sancti Augustini 1 2 Omnibus vere penitentibus et confessis, qui summe ecclesie parrocbiali sancte Marie in Argentina seu per laborem sive per elemosinam manum adjutricem porrexerint, seu qui locum eundem oraturi accesserint in festis gloriose •virginis Marie, dedicacionis, nativitatis domini, resurrectionis domini, penthecostes io omniumque sanctorum et in feste sancti salvatoris, in festis quoque specialibus ac per octavas eorundem, quadraginta dies criminalium et annum venialium relaxat, dummodo Consensus dyocesani accedat. «cum ad promovenda». datum anno domini 1290 in feste Luce ewangelistc sancti. 1290 October 18. F aus Straßb. Frauenh. A. Donationsbuch 2 fol. 207 cop. ch. sec. XV. 15 177. Tbeodericus prior ecclesie sancte Andree Urbevetane, domini pape cappel- lanus, collector decime vicesime redemptionis votorum et crucis, legatorum et ob- ventionis cujuslibet terre sancte deputatorum subsidio in Treverensi, Maguntina, Goloniensi, Bremens! et Magdeburgensi provinciis ac Caminensi diocesi per sedem apostolicam deputatus, negotia prelibata priori subpriori et lectori fratrum predica- 20 torum Argentinensium committit, quousque revocaverit hoc mandatum. «cum propter multas et varias». datum Argentine 8 kalendas julii anno domino 1291. Juni 24 Straßburg. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 or. mb. c. sig. pend. Vergl. Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 20. 25 178. Pabst Nicolaus IV beauftragt den Dekan von St. Stephan zu Saarburg, die Klage des Straßburger St. Margaretkenklosters gegen den Straßburger Bürger Kuno von Eckartsweiler, falls der Straßburger Official sie noch drei Monate iceiler verschleppe, zu untersuchen und zu bescheiden. 1291 November 27 Moni St. Maria maggiore. so Nicolaus episcopus servus servomm dei dilecto filio . . decano ecclesie sancti Stephani de Sarburg Metensis diocesis salulem et apostolicam benedictionem. sua a) S i sexto. 1 Die Verwahrung gegen den bischöflichen Schiedspruch erfolgt in dreifacher Form, zuerst von Seiten des Baths am 17. August in der bischöflichen Pfalz selber, dann am gleichen Tage Abends von 35 dem städtischen Notar Johannes Erlin vor der bischöflichen Curie, zuletzt am 18. August von demselben Bevollmächtigten vor dem Capitel der Dominikaner. 2 Vergl. Annal. Colmar, mag zum Jahr 1291 (Mon. Germ. SS. XVII, 218). Str. II. 18 138 1291 nobis . . priorissa et conventus monasterii monialium sancte Margarete extra muros Argeritinenses per priorissam soliti gubernari peticione monstrarunt, quod, cum ipse Gunonem dictum de Eckebreleswilre civem Argentinensem coram . . officiali Argen- tinensi, ad quem de antiqua et approbata ac hactenus pacifice observata consue- tudine hujusmodi causarum cognitio in civitate predicta, in qua dictus civis con- sistit, pertinet, super terris debitis possessionibus et rebus aliis non ex delegatione apostolica traxisset a in causam, dictus officialis detinens causam hujusmodi per annum et amplius in suspenso in ea procedere non curavit in priorisse et conventus predictarum prejudicium et gravamen, quamquam per eas non steterit, a quibus fuit super hoc legitimis temporibus humiliter requisitus. volentes igitur, ut finis litibus imponatur, eidem officiali nostris damus litteris in mandatis, ut, si est ita, in predicta causa infra tres menses post receptionem litterarum ipsarum previa ratione procedat, quocirca discretioni tue per apostolica scripta mandamus, quatinus, si dictus officialis mandatum nostrum infra prescriptum tempus super hoc neglexerit adimplere, tu extunc causam eandem audias et appellatione remota debito fine de- cidas faciens, quod decreveris, per censuram ecclesiasticam firmiter observari. festes autem, qui fuerint nominati, si se gratia odio vel timore subtraxerint, censura simili appellatione cessante compellas veritati testimonium perhibere. datum Rome apud sanctam Mariam majorem 5 kalendas decembris pontificatus nostri anno quarto. B aus Straßb. Bes. A. H fase. 3061 or. mb. c. b. pend. delapsa. Kostenvermerk: zwei Funkte mit Haken darüber. Sehreibervermerk G aly. Auf der Bückseite Procuratorvermerk mit vier Strichen eingerahmt: N. Waldini, darüber mit blässerer Tinte und verwischt be de Warmacia. Ein andrer Vermerk ist stark verwischt, zu erkennen noch Johannes d . . . Math. 179 Vergleich des St. Thomascapitels und des St. Margarethenhlosters über den Bezug von Zehnten aus dem St. Aureliensprengel. 1291. Coram nobis . . judice curie Argen linensis constituti . . prepositus . . decanus lotumque capitulum ecclesie sancti Thome Argentinensis renunciaverunt Omnibus cautionibus prestationibus promissionibus pactis juramentis inter ipsos ex una et. . priorissam et conventum monasterii sancte Margarete extra muros Argentinenses ex parte altera scripto vel juramento vallatis ita, quod prefati . . prepositus . . decanus et capitulum ecclesie sancti Thome Argentinensis confessi sunt, se nichil juris habere occasione ecclesie sancte Aurelie in Argentina quoad priorissam et conventum monasterii sancte Margarete predicti in omnibus oblationibus mortuariis legatis funeribus apud dictum monasterium eligentibus sepulturam et in aliis ob- ventionibus monasterii sancte Margarete predicti, nisi eatenus, quatenus predicatores in Argentina parrochie, quam inhabitant, sunt astricti seu aliis parrochiis, de quibus tollunt corpora mortuorum apud ipsos eligentium ecclesiasticam sepulturam, et ad que alia monasteria ejusdem ordinis civitatis Argentinensis circumjacentia parrochiis, 5 10 16 20 25 30 35 a) 2? wohl verschwelen für traxissent. 40 1291 130 quibus inhabitant, sunl astricta», salvis tarnen censibus jam dudum prestitis et prestandis . . decano et capitulo predielis a . . priorissa et monasterio antedictis b . prefate c eciam . . priorissa et conventus monasterii sancte Margarete predieti vice versa promiserunt, decimas prediales de agris suis Omnibus, de quibus jure com- 5 muni decime solvi debent, et specialiter de terris, quas habent sub aratro et cultura sua et habere poterunt in futurum infra limites parrochie ecclesie sancte Aurelie predicte, cum integritate persolvere perpetuo singulis annis intra festa assumptionis videlicet et nativitatis beate virginis ecclesie sancte Aurelie memorate, exceptis hiis, que infra limites et septa claustri et metas monasterii sui crescunt, adicientes . . io priorissa et conventus monasterii sancte Margarete predieti super se penam, ut, si decimas predictas juxta consueludinem terre singulis annis termino prescripto . . preposito . . decano et capitulo ecclesie sancte Thome predicte non solverent, quod cadant et cadere debeant a jure reddituum septem quartalium siliginis super bonis suis sitis in villa et banno Wikersheim juxta Achenheim infra specificatis. quos 15 redditus septem videlicet quartalium siliginis predictorum dicte priorissa et conventus . . decano et capitulo predictis obligaverunt et eos quoad dominium et proprietatem eorundem ad manus decani et capituli predictorum resignaverunt et dictos redditus sub annuo censu, unius videlicet fertonis cere persolvendi singulis annis, a . . priorissa et conventu predictis decano et capitulo memoratis receperunt. 20 et nichilominus si in solutione dictarum decimarum terminis prescriptis deficerent per negligenciam per se vel per alios, penis suprascriptis non astringentur. si vero se nolle decimas solvere affirmaverint et occasione alicujus privilegii obtenti vel obtinendi se tueri voluerint et occasione hujusmodi ipsas decimas recusaverint se prestare, licebit decano et capitulo predictis dictos redditus ad se trahere et de eis 25 disponere, prout eis melius videbitur expedire, monitione tarnen unius mensis sol- lempni a duobus dominis de capitulo facta et premissa ad priorissam et conventum predictos post dictum festum. et super premissis priorissa et conventus predicte pro se et successoribus suis universis renunciaverunt exceptioni deceptionis doli mali in factum et aliis et quod non possent dicere seu allegare, quod premissa 30 fecissent preler consensum suorum superiorum, prioris videlicet provincialis per Alemanniam generalis neenon prioris fratrum predicalorum domus Argentinensis, sub quorum jurisdictione regulär! persistunt, hujusmodi exceptione eis in nullo suf- fragante, exceptionibus et defensionibus quibuscunque omnique juris auxilio canonici et civilis, litteris a sede apostolica vel aliunde impetratis vel impetrandis, sub 3a quacunque forma consistant verhör um, jurique dicenti generalem renunciationem non valere, et generaliter omnibus, quibus veniri posset contra presens instru- menlum in judicio vel extra in posterum vel ad presens. \folgt GiUerbcschreibung \. in cujus rei testimonium sigillum curie Argentinensis ad petitionem hinc inde par- cium predictarum una cum sigillis capituli sancti Thome Argentinensis neenon . . 4o priorisse et conventus predictorum presentibus est appensum. nos . . prepositus . . decanus et capitulum d sigillum nostri capituli predieti presentibus in testimonium August tS September H a) B astricti. b) B predictis. c) T prefata. d) B add. ecclesie sancti Thome predicte. ■140 1291 — 1292 premissorum duximus appendendum. nos eciam. .priorissa el convcnlus predicte sigilla nostra in premissorum omnium evidenciain el plenum testimonium presen- tibus similiter duximus appendenda. aclum et datum anno domini 1291. T aus Straßb. Thom. A. Docum. hist. lad. 11 or. mb. c. 4 sig. pend. B coli, aus Straßb. Bez. A. H fase. 3117 or. mb. c. 4 sig. pend. 5 Gedruckt nach T bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 335 nr. 52. 180. Nicolaus IV papa episcopo Basiliensi, preposito ecclesie sancti Martini et priori fratrum predicatorum Columbariensibus Basiliensis diocesis mandat, qualenus appellationem decani et capiluli ecclesie Argentinensis de Glaudino nato quondam Cassoni de Latturre clerico Mediolanensi, qui super receptione sua in canonicum io Argentinensem et provisione probende lilteras apostolicas impetraverit, coram ma- gistro GofFrido de Placentia cappellano ipsius ac palatii auditore causarum ventilatam nec explanatam diligenter examinent, posiliones et responsiones utriusque partis fideliter redactas ad curiam transmissuri. «sua nobis decanus». datum Rome apud sanctam Mariam majorem nonas februarii pontificatus nostri anno quarto. 1292 15 Februar 5 Rom St. Maria maggiore. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 3466 fol. 194 cop. ch. sec. XVI. 181. Bischof Fonrad verpflichtet sich der Stadt Straßburg, ohne ihren Willen mit Kuno von Bergheim keinen Frieden zu schließen. 1292 Februar 28. Wir von gots gnaden bischof Gunrat von Slrazburg globent und baut so globet gelruweliche mit disem gegenwertigen briete unsern lieben friinden dem meister und dem rate und der gemeinde von Strazburg, daz wir uns mit Cünen von Bergheim dem alten noch mit allen sinen heitern noch mit allen den, die des urlüges sint oder werden!, niemer gesünen sullent noch gefriden wanne mit der burger wille von Strazburg. öch globen wir in und haut in globet, was Krieges die 25 burger von Strazburg iemer angät von diz selben Krieges wegen, den wir ha nt mit dem vorgenant von Bergheim und mit sinen heitern, daz wir in da inne vürder- liclie und gelruweliche beholfen sullent sin. und daz diz war und stete hübe, dar- umbe so hau wir zeime urkunde unser ingesigel gehenket an disen briet. diz geschach an dem fritdage vor Reminiscere, da von gots gebürte waren! tusent jar 30 zweihundert jar und zwei und nüntzig jar. S aus Straßb. St A. Briefbuch A fol. 147 a mit der Überschrift daz bischof Cftnrat globte ftn der von Strazburg wille sich mit dem von Bergheim noch sinen belfern nit zft stinende. 182. Kuno von Bergheim schwört Bischof Konrad und der Stadt Straßburg 85 Sühne für allen erlittenen Schaden. 1292 April 3. Ich Güne von Bergheim der alte tun kunt allen den, die disen briet gesehen! oder gehören! lesen, daz ich gesworn habe vür mich und alle die minen eine stete 1292 m süne minein lierren biscliof Günrat von Strazburg und allen sinen belfern und mit uainmen den bürgern von Strazburg umbe allen den schaden, der mir und den minen gescbach zu Germersbeim a obewendig und nidewendig in disem urlüge 1 . daz dis wor sie und stete blibe an allerslabte geverde, darumbe bau ich min inge- 5 sigel an disen gegenwärtigen brief gehencket zu einem steten urkunde dirre vorgeschoben rede. dis gescbach und wart dirre brief geben an dem grünen dunres- dage zu frügem imbisze, da von gotz gebürte warent tusent jar zweihundert jar und zwei und nüntzig. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 60 a mit der Ueberschrift Cftnen süne von Bergheim o gegen bischof Cnnrat und der stat zü Strazburg. 183. Johannes Landgraf zu Elsaß und die Stadt Erstein schließen mit der Stadt Straßburg eine Sühne um verschiedene Mißhelligheiten. 1202 Juli 26. Wir Johannes der Iantgrave ze Elsaz und der schultheisse und die bürgere gemeinliche von Erstheim vür uns und unsere belfere einsite, und wir der meister 15 und der rät und die bürgere von Strazburg gemeinliche und Ilagenen wurtin, der wilemalen des scliultheissen knehl waz von Strazburg, andersite tunt kunt allen den, die disen brief gesehent oder gehörent lesen, daz wir mit einander vor unserme lierren deine biscliove von Strazburg überein sint körnen umbe alle die misselielle, die wir mit einander hettent von der pfendungen wegen, die Wolvelin zu deine 20 Riet und Retscliilt b die bürgere von Strazburg und ire belfere dotent, die die von Erstbeim und ire belfere beschütten!, und umbe den dotslag, der an Ilagenen des scliultheissen knehl von Strazburg geschehen ist, und umbe die wunden, die Cun- zeline von Truhterzheim und des scliultheissen hotte von Strazburg geschehen sint, und umbe allen den schaden, der den von Strazburg von der selben pfendungen 25 geschehen ist, und umbe den Hullen von Schaftolzheim den rittere und umbe Dur- lendere, die ze Strazburg gevangen warent umbe die selbe getat, do han wir beden site gelobet eine lutere süne und hant die gelobet mit güten druwen stete ze habenne ane alle geverde. und hant der vorgenante Hülle und Durlendere urvehte gesworn zu den heiligen, daz su den von Strazburg noch niemanne von irn wegen 30 umbe die getat niemer liet sulnt gelün. und des zeime steten urkunde dirre vorgeschobenen dinge so bet unser lierre der biscliof von Strazburg sin ingesigele und wir der lantgreve unser ingesigele c und wir die bürgere von Erstheim unserre stete ingesigele und wir der meister und der rat und die bürgere von Strazburg unserre stete ingesigele an disen brief gehenket. wir Gunrat von gotz gnaden der bischof 35 von Strazburg, vonde wir hie bi warent, so han wir durch bette des vorgenanten a) offentar verlesen für Sermersheim. b) zweifelhaft ob nicht Rotschilt zu lesen. c) S mgesige. 1 Vergl. die Notigen über diese Fehde in den Annal. Argentin. Ellenhardi (Mon. Germ. SS. XVII, 103) u. in den Annal. Colmar, maj. (ibid. p. 218), aus denen hervorgeht, daß es sich um Sermersheim bei Benfeld handelt. lautgraven und der bürgere von Erslheim und der bürgere von Slrazburg unser iugesigele zu irn ingesigelen an disen brief gebenket zeime urkunde aller dirre vorgeschribenen dinge. dis geschach an deme samestage nach sante Jacobes dag, do von golz gebürte warent dusent jar zweihundert jar und zwei und nunzig jar. S aus Straßb. St. A. FF or. mb. c. 4 sig. pend. delapsis. 184. Pfalzgraf Ludwig Herzog von Baiern mahnt die Stadt Straßburg an die Zahlung einer Entschädigungssumme. [1263 — 1292 ] August 30 Fürstenberg. Lodioicus 1 2 dei gratia comes palatinus Reni dux Bawarie viris providis et discretis .. consulibus et Universität! civium Argentinensium salutein cum plenitudine omnis boni. cum quondam fidelem nostrum Arnoldum patrem Petri de Niwenrode dampni- ficaveritis absque causa in magna pecunie quantitate, et de hoc ex parte vestra et ipsius Petri ac fratrum suorum postmodum itum fuerit ad arbitros, et iidem de certa summa pecunie restituenda predictis fratribus fuerint arbitrati, et pars ejusdem pecunie arbitrate sit soluta et altera sit relenta, discrecionis vestre providentiam instanter requirimus et attentius commonemus, quatenus et juris intuitu et ob nostri reverentiam aliquem nuncium ydoneum et discretum placeat vobis ad partes istas destinare ad inquirendum, quantum eis cesserit de ipsa pecunia arbitrala et quan- tum ex ea remanserit insolutum, et de solucione illius efficaciter ordinäre, in quo juri satisfacietis et fratribus prelibatis et nobis nichilominus grati favoris indicium ostendetis. datum in Furstenberch 3 kalendas septembris. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Covp. K lad. 17 or. mb. lit. clausa c. sig. in verso impr. laeso. Die Urkunde ist jedenfalls mit UB. I nr. 528 vom Jahr 1263 in Zusammenhang zu bringen und später als diese anzusetzen. Da Herzog Ludwig 1294 Februar 1 stirbt und 1293 zur Datirungszeit des Stücks in Regensburg weilt, so ist 1292 als Endtermin genommen. Möglicherweise fällt die Urkunde in das Jahr 1282, wo Ludivig am 25. August zu Fürstenberg nachweisbar ist*. 185. Anselm von Rappoltslein schließt mit der Stadt Straßburg eine Sühne, für die er dreiundzwanzig genannte edle Herrn als Bürgen stellt. 1292 November 3. Ich Anshelm von Rapoltslein tun kunt allen den, die disen brief gesehen! oder gehören! lesen, daz ich uberein bin komen mit den bürgern von Strazpurg einer stöten geswornen sünen vür mich und vür mine kint und vür minen brüder Heinrichen und vür alle mine fründe und binamen vür mines brüder sun hern Ulriches umbe die gevanenisse, do mich her Peter Ripelin vienk von siner swester wegen 3 1 Nach der Siegellegende ergänzt. 2 Böhmer Wittelsbachische Regesten S. 41. 3 Vergl. die Notiz in den Annal. Colmar, mag. zum Jahr 1293 : Hermannus de Rapolstein 2 nonas junii a civibus Argentinensihus fuit captivatus ad preces paupercule mulieris. (Mon. Germ. SS. XVII, 219). 5 10 15 20 25 30 35 1292 143 und der burger von Strazpurg, und umbe allen den krieg, so ich ie mit in gewan, so gelob ich bi geswornem eide, den ich getan han, niemer ze tunde noch ze helfende noch ze rätende noch ze schaffende wider den bürgern von Strazpurg an keinen dingen noch an keime kriege noch in keime urlüge, daz sü gemeinlich 5 anegat und da sh höbet des urlüges sint. ich gelobe öch bi geswornem eide, den ich getan han, daz disen eit nieman abetriben sol noch werben abegetriben von bäbisten noch von künegen noch von keisern noch von geistlichem noch von weltlichem gerihte . geschehe aber, daz ich dise süne bräche deheine wis oder von den minen gebrochen wurde, daz sol ich widertun innewendig ahte tagen oder sol io mich antworten in den selben ahte tagen ich und mine bürgen nach rehter gisel- schaft, so wir drumbe gemant werdent ze huse und ze hove oder under ougen, ze leistende vier woclien ze Strazpurg, unze daz widertan wurt oder gebessert, damile die süne gebrochen wurt. were aber daz ez widertan oder gebessert niht wurde in den vier wochen, so wir drumbe gemant werdent, so sol ich Anshelm schuldig sin 15 und halt umbe daz, damile die süne gebrochen ist, und umbe tüsent mark Silbers den bürgeren von Strazpurg und also lange ze leistende ich und mine bürgen, unz ich des mit in uberein kume. were aber daz miner fründe etelicher bezigen wurde, daz er dise süne gebrochen hette, wil der swern zen heilgen, daz er von minen wegen und umbe dise getät die süne niht gebrochen habe, so sol ich und mine 20 bürgen der getät lidig sin. wolle aber er niht swern, alse da vor bescheiden ist, oder lihte gehe, daz erz von minen wegen getan hette, so sol ich den bürgern von Strazpurg beholfen sin mit güten truwen äne gevärde und sol in öch mine veste uftün uf den, der dise süne gebrochen het, unz er daz gebessere. tete ich des niht, damite sol ich die süne gebrochen han. ich han öch gelobt und Heinrich min 25 brüder, daz wir noch nieman von unsern wegen vorn Annen Hessen süligen wurtin und ire kint niht irren sulent an dem wingelte ze Hagenach noch an dem korngelte ze Ostliüs, daz wir in haut gegeben ze köfende. daz dise gelübde und dise süne stete belibe, darumbe gib ich Anshelm der vorgenante in ze bürgen hern Johannesen den lantgraven, hern Heinrichen von der Dicke sinen öheim 1 2 , hern Walthern von 30 Oeroltsecke 2, hern Otten von Ohsenstein den lantvogt, hern Burcharten von Horburg, hern Walthern von Richenberg, hern Ulrichen den lantgraven, hern Ulrichen von Rotzenhusen, hern Cünraten von Landesperg und hern Wernheren sinen sun, hern Rüdolfen, hern Heinrichen und hern Eberharten von Andelahe 3 , hern Cünen den alten von Bergheim, hern Hartman und hern Friderichen von Rotzenhusen, 35 hern Cünraten den Iiarst von Hadestat, hern Rüdolfen von Slierbach, hern Dietherichen von Burcheim, hern Hartmannen von Ersten 4 , hern Rüstheim von Ellenwilre, 1 Bas ovale Siegel zeigt einen Geistlichen vorm Pult und die Legende s. Heinrici de Die ... canonici Argentinensis. 2 Legende : s. Waltheri junioris de Geroltsegge. 3 Alle drei Siegel der Andlauer zeigen im Wappenschild das Kreuz, nur Heinrich wird in der Legende als miles bezeichnet. 4 Legende : s. H. de Erstein judicis in Sletstat. 144 1292 Petern den Scliriber 1 und den Ritter von Sletzstat 2 . ich gelobe öch, swie der vorgenanten bürgen deheiner stirbet, daz ich in den nähisten vierzehen tagen, so ich gemant wurde, einen andern sol geben an des stat, der ime gemeze si, äne geverde oder einen, den die burger genäment oder einen den besten, den ich denne haben mag bi dem eide. herüber sint gekosen die vier meistere von Strazpurg, swelhe sü denne sint. swie dise selben vier meistere oder drie von den vieren bi dem eide ervarnt und sprechent, daz die süne gebrochen si, so sülent die bürgen leisten, also da vor geschriben stat. beschehe öch, daz got wende, daz die bürgen wurdent leisten, so sol her Otto von Ohsenstein der lantvogt sinen sun an sine stat legen, ob in des rickes not irrete und nilit sin selbes not, und sol daz geschehen äne geverde. und aber her Walther von Oeroltsecke sol leisten ze Ilagenowe öch äne geverde. were öch daz der bürgen deheiner bröche, den sülent die burger von Strazpurg pfenden und angrifen, und gät daz weder an geistlich noch an weltlich gerillte noch an den lantfride. daz diz von mir mit güten truwen stete belibe, dar- umbe han ich zeime urkunde min ingesigel gehenket an disen brief und öch Heinrich min brüder daz sine und han öch die bürgen gebeten, daz sü ir ingesigele heran gehenket hant zeiner warheit alles des, so heran geschriben stat. wir die vorgenanten bürgen vergehent stete ze habende und öch ze leistende mit güten truwen und bi dem eide äne alle geverde alles, daz an disem gegenwertigen brieve von uns geschriben stat, und hant öch darumbe unsere ingesigele an disen selben brief gehenket zeime sieten urkünde aller der dinge, so heran geschriben stat. dirre brief wart gegeben an dem mäntage nach aller heilgen tag, do von gotes gebürt warcnt tusent jar zweihundert jar und zwei und nünzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 23 b or. mb. c. 35 sig. pend., quorum 1 delaps. Abgefallen das Siegel Kunos von Bergheim. Bas Stück zeichnet sich durch großen Beichthum an verschieden gestalteten Zeichen über den Vokalen aus. lieber dem u in vur steht z. B. ein im spitzen Baken oder Bogen verlaufender Circumflex sehr ähnlich dem Zeichen über e in stete oder a in ane, während über u in frunde und kunegen ein Strich in Gravisstellung sielt zeigt. Auch ie z. B. in brief, die, viejik u. s. w. ist mit dem circumflexähnlichen Zeichen versehen. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 141b ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 53 nr. 780. 186. König Adolf beauftragt den Landvogt des Elsaß, das Straßburger FrauenMoster St. Marx in seinem Besitz zu schirmen. 1292 Becember 10 Hagenau. Adolfus dei gracia Romanorum rex semper augustus nobili viro . . advocato pro- vinciali per Alsaciam dilecto suo fideli graciam suam et omne bonum. licet nos, quos divina clemencia ad fastigium regalis solii evocavit, cunctos degentes sub imperio ex officii nostri debito defensionis nostre presidio defendere leneamur, maxime tarnen harum defensionibus intendere nos delectat, que tanquam humiles ancille Christi pro statu nostro felici divinam invocant magestatem. volenles igitur religiosarum 5 10 15 20 25 30 35 1 Von der Legende des sehr kleinen ovalen Siegels ist nur zu erkennen ... r ... in Sletts ... to 2 Scheint einen Adler im Wappenschild zu führen, Legende unkenntlich. 1292 145 Christi ancillarum . . priorisse a et sororum de sancto Marco extra muros civitatis Argentinensis ordinis beati Dominici, quas speciali prerogativa conplectimur, quasque celebis vite insignit religio, dispendiis precavere, fidelitati tue studiose conmittimus et mandamus precise volentes, quatenus eas tibi habeas fideliter et efficaciter recon- 5 missas, non permittas eis ab aliquo tarn in bonis suis silis in banno Baldebrunnen 1 , quam eciam testamentis ac aliis possessionibus suis universis aliquas b injurias vio- lencias aut molestias irrogari, in hoc nostre celsitudini» gratum obsequium inpen- surus. datum in Hagenowe quarto ydus decembris indictione 6 anno domini 1292, regni vero nostri anno primo. io H aus Straßb. Hosp. A lad. 89 fase. 2 or. mb. c. sig. pend. WoMerhaltenes gelbes Königssiegel an rothen Schnüren. Auf der Rückseite von einer Hand des 14. Jahrh. rex Adolfus commisit advocato suo, ut defenderet et subvenivet dominabus de sancto Marco. 187. Miinzordnung der Stadt Straßburg. 1292 December 15. Wir Hug Danris der meister und der rat von Strazburg tunt kunt allen den, 15 die disen briet gesehent und gehörent lesen, daz wir überein körnen sint mit hern Iluge Wyriche unserm münszemeister und mit unseren husgenoszen und mit allen unsern bürgern, daz nieman dehein Silber von der hant geben sol, ez sie danne sölich silber, daz men damit eigen und erbe weren müge. were aber daz ez vier pfenninge zü arg were, daz sol ime nüt schaden, were öch daz deheiner unserre 20 burger ander silber von der baut gebe hie oder anderswa, swelre danne unserre burger uf daz silber körnet und daz küntlicb und werlich mag gemachen, so sol er daz silber verlorn ban, ez sie vil oder lützel. und sol ein vierteil werden dem rate, ein vierteil dem münszemeister, ein vierteil den husgenoszen allen und ein vierteil den, die drüber gesworn. und sol ein halbes jar von der stat sin. und were öch 25 daz ein silber angegriffen würde, darumbe daz ez nüt güt were, würde daz silber danne gezöget der sehser zweien oder me, die drüber gesworn hant, sprechent danne der sehser zweite oder me uf iren eyt, daz sie daz silber gesehen hettent und ez von ime hieszent geben, so sol jenre weder sin silber noch sin ere verlorn hau. öch sol men wiszen, swaz man Silbers zu hoffende git eime wehseier, darumbe sol jenre 3o nüt verlorn bau, der ez dem wehseier da git. und diz sint die sehse, die über daz silber gesetzet sint: Bembelin von Rumoltswilre, Völtsche und sin sun Jacob, Cüntze von Zabern, Burckart hern Burckartes sun von Mülnheim und Berhtolt Weckelins bruder zürn Ryet. und were daz den sehsen ein silber vürkeme und sie daz sprechen! uf iren eyt, daz sie zwüfel hettent, daz daz silber nüt vollen güt were, daz silber 35 sol men wol anderwerbe ufsetzen. und dirre brief sol weren von der nehsten liehte- a) H prorisse. b) H ac aliis Ui ali auf Rasur. c) H celsitutidni mit gestrichnem d. 1 Wie aus einem Breve Bähst Bonifaz VIII von 1295 Februar 13 Lateran an den Schölasticus von St. Themas hervorgeht, hatten Ritter Walther von Girbaden und die Einwohner von Ballbronn Anspruch auf Güter von St. Marx erhoben, vergl. S. 100 Anm. 1. Str. II. 19 1292 — 1293 Uö 1295 mesze, die nü komet, über sehs jar. und daz diz war sie und stete blibe, darumbe bmar 2 j st unserre gtette ingesigel zeime urkunde an disen brief gehencket. diz geschach an dem mentdage nach sant Odiliendage, da men zalte von gottes gebürte tusent jar und zweihundert jar und zwei und nüntzig iar. heran warent her Hug Danris, u. s. w. folgt der Rath. S aus Straßb, St. A. Briefbuch A fol. 200 a mit der TJeberschrift dirre brief seit über die münsze. Gedruckt ebendarnach bei Levrault Essai s. Tanc. monn. de Strasb. p. 434. 188. König Adolf nimmt die Stadt Straßburg in seinen besonderst Schutz und bestätigt ihr alle früher bewilligtest Freiheiten und Rechte. 1293 März 17 Speier. Adolfus dei gracia Romanorum rex semper augustus universis sacri imperii Romani fidelibus presentes litteras inspecturis imperpetuum. regalis pietatis immensa clemencia eorum commodis et honoribus hylari a vultu eonsuevit intendere, quos in obsequiis imperii pia et prompta voluntate desudasse cognovit experiencia cerciori. inde est quod nos advertentes, quam sincero affectu civitas Argentinensis serviciis imperii se exposuit et qualiter per evidentissima obsequiorum suorum merita regalis majestatis sibi specialem induxit graciam et favorem, ad communem utilitatem civitatis Argentinensis pariterque honorem in evum promovendum, graciosum favorem nostrum duximus concedendum, ut exemplo retribucionis ejus, quam pro serviciis suis memorate civitati concessimus, alie quoque civitates imperii proniori voluntate ad ipsius imperii servicia fervencius animentur. notum sit igitur omnibus tarn pre- sentibus quam futuris, quod sepedictam civitalem Argentinensem cum omnibus suis b incolis sub specialem defensionis nostre graciam recipientes de liberalitate nostri culminis ipsi civitati indulgemus et in evum confirmamus, ut, ubicunque ipsius civitatis burgenses per totam provinciam Alsacie proprietates aliquas sive quascunque possessiones habuerint, nulli licitum sit, de hiis proprietatibus sive possessionibus vel eciam hominibus eorum servicium aliquod accipere aut exigere vel eciam cujusquam precarie sive exaccionis onus eis imponere, quoniam nos dictam civitatem cum omnibus pertinenciis ejus« tarn intus quam extra ad speciale obsequium imperii decrevimus reservare. preterea constituimus tradidimus et aucto- ritate regali confirmamus 11 institutum et jus quoddam, quod cives iidem habuerunt a divis regibus Romanorum e , ut nunquam in loco aliquo per personam aliquam ecclesiasticam vel secularem eorum aliquis impediatur aut molestetur vel in judicium trahatur extra civitatem vel prorsus cogatur ab aliquo pro sua proprietate seu pos- sessione ibi cuiquam respondere, sed, si aliquis adversus aliquem eorum aliquid questionis habuerit, infra civitatem coram ipsius civitatis judicibus eum impetat ibique sibi f respondeat et satisfaciat. presertim eadem auctoritate regali concedimus et indulgemus, quod’mercatores ipsorum per aquarum decursus cum mercimoniis a) S 1 hylariori. b) S 1 ejus. c) 8 1 ejus pertinenciis. d) S 1 confirmavimus. e) S 1 Ro- manorum regibus. f) S 4 ei. 5 10 15 20 25 30 35 40 1293 147 suis euntes, quocunque locorum perveniant navigia u , si quu casu contingeute rupla fuerint vel ad terram pervenerint, ne periculum naufragii cum rerum suarum dimer- sione perpessi aliquod in bonis suis idcirco dispendium sustineant vel jacturam, sed tarn navigia quam navigancium bona illis reserventur, ad quos spectabant, ante- 5 quam navigium hujusmodi periculum incurrisset, sublata penitus omni consuetudine locorum. volumus itaque fideles nostros cives Argentinenses consistere in omni jure et lionore atque constitucione, sicut a di vis imperatoribus et regibus predecessoribus noslris eorum fuerunl temporibus sublimati, statuentes et regali edicto districte precipientes, quatenus nulli unquam hominum sublimi vel humili, ecclesiastico vel io seculari, baue nostre donacionis seu confirmacionis paginam infringere sit licilum b vel ei ausu temerario contraire. quod qui presumpserit, triginta marcas c auri com- ponat, quarum medietas camere nostre, reliqua vero passis injuriam persolvalur. quod autem presens concessio et confirmacio robur obtineat perpetuo valiturum, presentem paginam conscribi et sigillo nostre celsitudinis fecimus roborari. testes 15 hujus rei sunt venerabiles Gunradus Argentinensis, Petrus Basiliensis episcopi, principes nostri karissimi, Eberhardus de Catzenellembogen, Albertus de Hayerloich, Fridericus de Einingen comites, Otto de Ochsenstein <•, Gerlacus de Bruberg et Ileinricus de Fleckenstein nobiles et alii quam plures 0 . datum Spyre 16 kalendas aprilis indictione sexta, anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo tercio, regni 20 vero nostri anno primo. S aus Straßb. St. A. AA art. 1 nr. 20 or. mb. c. sig. pend. Gut erhaltenes großes ziegel- rothes Königssiegel an äunkelrother seidner Schnur. S 1 coU. ibid. or. mb. c. sig. pend. Siegel gleich beschaffen wie bei S. Das Stück aber ist von andrer Hand geschrieben. 2ä Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 17 a ibid. nur mit Zeugen- und Datumsangabe bei Schöpflin Als. dipl. II, 59 nr. 787. — Böhmer B. Ad. nr. 107. 189. Beschluß der drei Straßburger Capitel über Theilnahme und Ausschluß von Gebannten bei dem, gemeinsamen Mahle am Weihnachtsfest. 1293 December 12. Quoniam prestatio refectionis, que ministrari in festo nativitatis domini et 30 diebus sequentibus duobus in refectorio ecclesie Argentinensis prelatis et canonicis, vicariis et aliis clericis et pueris ejusdem ecclesie et aliarum conventualium ecclesiarum sancli Thome et sancti Petri singulis annis consuevit, interdum fuit inpedita propter sententias excommunicationum latas in aliquam vel aliquas personas ecclesiarum predictarum, ad obviandum inpedimento hujusmodi deinceps nos. . prepositi. . decani 35 et capitula ecclesiarum predictarum statuimus et Statute decrevimus perpetuo serva- turo, quod omnes hü, contra quos excommunicationis sententie sive de jure sive de facto inposterum fuerint promulgate, a choro et refectorio se debent absentare, hüs tarnen exceptis, qui a capitulo suo non vitantur, nec divina in sui presentia propter eos obmit- tantur propter excommunicationis sententias, quas latas esse post appellationem legitti- 40 a) S 1 navigia perveniant. e) S 1 plures alii. b) S 1 licitum sit infringere. c) S t libras. d) S i Ossenstein. !. lii 148 1293 mam vel iolollerabilem errorem aut a non suo judice recognoscit capitulum suum ; nec per observationem hujusmodi debet absentium juri prejudicium aliquod generari nec ulla exceptio ex hoc adversario suo conpetere, cum ipsi non timore sententiarum, sed ratione presentis statuti editi ad vitandum turbationem communem se subtrahere a nostro consorcio teneantur. si qui autem transgressores fuerint et a non obstante 5 staluto predicto in choro vel refectorio in dicto festo nativitatis aut duobus diebus sequentibus se voluerint inmiscere, eo ipso per . . decanos eorum debent moneri et eis in virtute obediencie precipi, ut juxta hujusmodi nostrum commune statutum se subtrahant; alioquin in hiis tribus ecclesiis, si obedire eis noluerint, communione nostra carebunt necnon fructibus prebendarum suarum et voce in capitulo, donec io ad arbitrium decanorum nostrorum vel duorum ex eis, decano majoris ecclesie semper in numero existente, satisfecerint conpetenter. qui autem extra nostrum consorcium fuerint et a sede apostolica vel legatis ejus aut propria auctoritate se recipi postulaverint, non recipiantur, antequam ipsi vel eorum procuralores habentes ad hoc mandatum hujusmodi statuta se promittant servaturos. si vero contra omnes is et singulos prelatos et canonicos alicujus capituli de predictis excommunicationis sententie prolate fuerint, totum hoc capitulum nos vitabit nec quicquam de refectione predicta est absentibus ministrandum; si autem singuli de capitulo denunciantur, excepto uno vel duobus, in illo vel in illis totum jus ecclesie refectionis residebit. hoc quoque statutum servandum est inter nos et a nobis in aliis festis, in quibus 20 conveniemus, sive in majori ecclesia sive sancti Thome aut in ecclesia sancti Petri, nos autem . . prepositus . . decanus et capitulum ecclesie Argentinensis, quamvis propter sententias aliquas contra nos latas in dicto festo nativitatis et duobus diebus sequentibus interesse non possimus choro vel refectorio, nichilominus aliis duobus capitulis sancti Thome et sancti Petri, vicariis aliis clericis et pueris tenemur ss refectionem debitam exhibere cum omni presentia reverentia ac servicio ministrorum, ac si presentes essemus; eo etiam adjecto, quod, si propter interdictum generale vel aliquod inpedimentum commune in festo nativitatis et duobus diebus sequentibus servire non possemus, quod aliis diebus, quibus conveniemus, sei licet festo pasebe vel pentecostes juxta arbitrium domini nostri . . decani cum omnibus condicionibus, s» quibus tenemur, ut predictum est, serviemus, scilicet si cum carnibus, cum carnibus, si cum piscibus, cum piscibus, et alias, ut serviremus in festo nativitatis domini, si hujusmodi non esset inpedimentum vel interdictum. promittunt b etiam hoc statutum omnes, qui de cetero in hiis tribus ecclesiis in canonicos et in fratres recipientur, se inviolabiliter servaturos. in quorum evidenciam sigilla ecclesiarum ss nostrarum presentibus sunt appensa. actum sabbato ante festum beate Lucie anno domini 1293. T aus Straßb. Thann. A. Statuts lad. 2 or. mb. c. 3 sig. pend. 11 coli. Straßb. Bez. A. G fase. 2719 or. mb. c. 3 sig. pend. laesis. Gedruckt nach T bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 337 nr. 53. 40 a) B om. et. b) B promittent. 1294 149 190. Frater scolaslicus et magister Dietmarus canonicus ecclesie sancti Thome Argentinensis, arbitri 1 litis inter prepositum Fridericum et decanum capitulumque sancti Thome super vicario perpetuo instituendo ad vicariam ecclesie sancte Aurelie extra muros Argentinenses vacantem ex morte Gozonis orte, lite super peticionibus 5 mutuis hinc et inde legitime contestata 2 , prestito juramento de calumpnia seu de verdate diceuda, receptis testibus, quos utraque pars pro sua intencione producere voluit, eorum dictis tarn principalium quam testium ex ordine publicatis, factis inter- rogationibus et responsionibus hinc et inde, auditis que utraque pars proponere voluit, juris ordine in Omnibus observato, demum de consensu partium hinc et inde io concluso in causis 3 , habito jurisperitorum consilio in causis, quia invenerunt, intencionem decani et capituli et eorum procuratoris sufficienter esse probatam ex actis habitis coram ipsis, diffinitive condempnant prepositum, ut ab impedimento et turbatione in libello decani et capituli seu eorum procuratoris contentis desistat permittendo illos presentare et conferre vicariam, pronunciantes, presentandum ab 15 eisdem decano et capitulo perpetuum vicarium ad dictam vicariam vacantem esse investiendum, sicut hactenus est consuetum, illosque tuendes esse in sua possessione; 1 Der Probst und der Dekan mit dem Capitel von St. Thomas compromittiren in ihrem Streit über das Besetzungsrecht der Vicarie zu St. Aurelien, Friedrich der Probst auf Friedrich den Scholasticus der Kirche, Dekan und Capitel auf den Canonicus und Magister Dietmar, und als oberen Schiedsrichter, 20 falls jene beiden sich nicht einigen, auf Hermann von Thierstein, Thesaurar und Archidiacon der Straßburger Kirche. 1293 April 2. or. mb. c. 4 sig. pend. 2 Waltherus clericus procurator decani et capituli sancti Thome fordert die Schiedsrichter auf, seine Partei gegen Probst Friedrich im Recht zu schützen, porrectus est iste libellus feria 3 ante Georii April 21. or. mb. c. sig. pend. Darauf führt der Probst die Gründe für sein Verleihungsrecht 25 an feria 4 ante Georgii April 22. or. mb. c. 2 sig. pend. 3 Das geschieht 1293 September 26 (sabbato ante Micbahelis). Die beiden Schiedsrichter erklären : porrectis allegationibus quam plurimis ex parte prepositi, cum pars capituli nihil vellet excipere vel amplius allegare, inter se dicte partes concluserunt. or. mb. c. 2 sig. pend. Bis dahin verläuft der Proceß nach den erhaltenen Documenten so: Auf die am 22. April eingereichte Beweisschrift des 30 Probstes bringt der Procurator des Capitels seine Exceptionen an, Mai 2 (sabbato ante dominicam Vocem jocunditatis) und bittet, die Schiedsrichter möchten erklären, petitioni prepositi non esse respon- dendum nec ipsum esse audiendum super petitione, donec questio possessorii judicii intentat.a per sententiam diffinitivam terminetur. or. mb. c. 2 sig. pend. Die Replicationen des Probstes darauf werden am 5. Mai eingereicht (feria 3 post dominicam Vocem jocunditatis hora prime) et sabbato 35 post ascensionem domini hora prime respondebitur. or. mb. c. sig. pend. Diese für den 19. Mai in Aussicht gestellte Antwort fehlt. Es folgen neue Einwände des Probstes gegen den Vertreter des Capitels, monet arbitros, quod allegans pro capitulo parum vel nichil responsit immo nec respondpre potuit. porrecte sunt hee rationes feria 5 ante festum pentecostes (Mai 14) hora prime et feria 2 post dominicam, qua cantatur Domine in tua, pronunciabitur super allegatis a partibus hinc et inde. or. mb. 40 c. sig. pend. delaps. Dieser für den 25. Mai in Aussicht gestellte Spruch fehlt wiederum. Dagegen fällt auf den 15. Juni (in die s. Viti et Modesti) ein Receß beider Parteien vor den Schiedsrichtern, in dem es heißt: quod utraque pars esse debet contenta interrogationibus seu articulis jam exhibitis et porrectis. prefixa est dies ad publicandum dicta principalium videlicet feria 6 sequenti hora vespe- rarum. dicta feria continuatur ad sabbatum subsequens (Juni 19 u. 20). or. mb. c. 2 sig. pend. Eris halten sind nun die Fragen und Antworten aus dem Verhör des Capitelprocurators wie des Probstes, die beide schließen partes deliberabunt usque ad crastinum Johannis (Juni 25) super premissis. 2 or. mb. c. 2 sig. pend. ln den Tagen von Juli 8—14 (feria 4 post octavam Petri et Pauli, feria 3 ante Margarethe) wird schließlich ein über drei Tage sich erstreckendes Zeugenverhör vorgenommen, dessen Protokoll noch erhalten ist. or. mb. c. 2 sig. pend. Vergl. über diesen Proceß Ch. Schmidt Hist, du so chap. de s. Thom. p. 220 u. 221. •150 1294 Mai 10 item quia invenerunt, prepositum in probatione sue intencionis totalitär defecisse, decanum et capitulum necnon procuratorem ab impelicione prepositi per baue sen- lentiam diffinitive absolvunt, preposito et suis successoribus super collatione seu presentacione dicte vicarie perpetuum silentium imponentes. lecta est hec sententia per magistrum Dietmarum, de mandato et consensu Friderici scolastici et eo presente, in crastino epiphanie domini hora completorii in liorto ante fores capituli sancti Thome, partibus presentibus et procuratore capituli. actum anno domini 1294. Januar 7. T aus Straßb. Thom. A. lad. VI St. Aurel, or, mb. c. 2 sig. pend. Ebenda die übrigen 11 auf den Proceß bezüglichen Urkunden. io 191. Bischof Konrad und die drei Capitel von Straßburg beschließen, die Einkünfte erledigter Pfründen mit gewissen Ausnahmen vier Jahre hindurch mm Nutzen des verschuldeten Straßburger Bisthums zu verwenden. 1294 Mai 6. Nos Conradus dei gratia episcopus, Fridericus prepositus, Marquardus decanus ac capitulum ecclesie Argentinensis ex affectu sincero, quo sumus astricti ecclesie is nostre predicte, ad gravia onera debitorum ipsius ecclesie a retroactis temporibus ex diversis et urgentibus causis contractu considerationis nostre intuitum conver- tentes, ut super eisdem ipsi ecclesie salubriter consulatur, accedente consensu venerabilium in Christo Friderici et Hugonis prepositorum, Johannis et Nicolai decanorum et capitulorum sancti Thome et sancti Petri ecclesiarum Argentinensium so ordinavimus, concessimus et provida deliberatione duximus statuendum, ut a data presentium litterarum usque ad festum beate Sophie et deinde per quatuor annos conpletos continue et immediate a dicto festo Sophie sequentes fructus proventus et obventiones qualescumque omnium et singulorum beneficiorum nostre dyocesis interim causa et modo quibuscunque vacantium cedant per biennium in a subven- 25 tionem ecclesie nostre predicte sub moderatione infrascripta, reservata tarnen semper in singulis beneficiis portione, que cedere consuevit ei vel eis, qui eadem beneficia officiare consueverint, ne hac occasione debilo officio defraudentur. in primis probende prebendariorum clericorum et laicorum ecclesie nostre et omnium conventu- alium ecclesiarum seu monasteriorum ac • vicarie perpetue civitatis et dyocesis sunt 30 exceple, ut nichil de illis percipiatur occasione predicta. de celleraria quoque et aliis mansurnis officiis in ecclesia nostra idem quod de vicariis duximus ordinandum. item de prebendis canonicorum ecclesie nostre et aliarum conventualium ecclesiarum laliter ordinamus, ut in vacantibus prebendis primus annus juxta cujuslibet ecclesie consuetudinem cedat defuncto et deinde immediate hec nostra ordinatio locum habeat 35 in eisdem. de feodis quoque, officiis et prelaturis ecclesie nostre majoris, de quibus prebende canonicis ministrantur, illi, qui ea consequuntur, ante omnia ministrent canonicis jura sua et de eo, quod supererit, cedet medietas juxta hanc nostram a) T quibuscumque bis in auf Rasur. 1294 151 ordinationem in subsidium ecclesie, et reliqua medietas illis, qui feoda officia seu prelaturas consequuntur easdem, qui eciam suis sumptibus et laboribus fructus feodi officii seu prelature hujusmodi tenentur colligere, cooperante ipsis domino episeopo, si fuerit oportunum. de prepositura etiam et custodia ecclesie nostre 5 predicte taliter ordinamus, ut, si eas vel alteram vacare contigerit, fructus earum cedent in subsidium ecclesie juxta ordinationem predictam, defalcatis juribus eanoni- corum, que ipsis debebit dominus episcopus ministrare. in quo si negligens fuerit, consensit ipse dominus episcopus, quod post monitionem quindecim dierum per nostrum capitulum faciendam in ecclesia nostra predicta cessare possimus propria io auctoritate a divinis tarn diu, quousque nobis et ecclesie nostre canonicis per ipsum dominum episcopum de juribus nobis debitis plenarie satisfiat. item si contingat per sedem apostolicam vel ejus auctoritate beneficiis vacantibus aliqua interim imponi onera, ordinamus, ut, qui recipiunt fructus de illis, pro ea parte, pro qua recipiunt, onera ipsis ecclesiis imposita subeant atque solvant. item de officiis pin- 15 cerne porte et cantorie sancti Thome Argentinensis ordinavimus, ut de illis nicliil recipiatur occasione predicta, cum redditus eorum nimis sint exiles. de decanatu vero et scolastria ipsius ecclesie ordinavimus, ut cedat medietas proventuum eorun- dem in subsidium ecclesie nostre juxta provisionem nostram predictam et alia medietas eorundem prelatis. poterit etiam uterque prelatorum portionem, que cedere so debebit in subsidium ecclesie nostre, pro quinque libris redimere quovis anno, et si preposituram ejusdem ecclesie vacare contigerit, cedent juxta predictam ordinationem quolibet anno in subsidium ecclesie nostre viginti marce argenti et non plus, quas etiam prepositus a capitulo predicto recipere consuevit. item de prepositura ecclesie sancti Petri Argentinensis ordinavimus, ut occasione predicta ultra 25 sedecim marcas quolibet anno non exigatur, de decanatu vero ejusdem ecclesie et cantoria propter minimos earum redditus nicbil exigatur. de custodia quoque ex predicta ordinatione pars, que cedere deberet custodi, cedet ecclesie nostre predicte ; de celleraria autem non ultra quatuor libras nec de scolastria ultra tres libras nec de officio porte ultra duas libras singulis annis exigi debent occasione 30 predicta. et quia canonici predicte ecclesie vineas et bona prebendarum suarum habent distinctas, ne illarum cultura negligatur, ordinavimus, ut ab hiis, qui pre- bendas vacantes interim assequuntur, singule prebende singulis annis redimi valeant pro sex marcis. prebendam quoque scolastici ejusdem ecclesie, qui nunc est, cum non sit. canonia sed vicaria, sub jure vicariarum censemus, prout superius est 35 expressum. item de abbatiis preposituris et prioratibus monasteriorum qualium- cunque civitatis et dyocesis taliter ordinavimus, quod de illis vacantibus infra tempus predictum pro fructibus annorum in subsidium ecclesie nostre cedentium recipiatur certa summa per dominum episcoppm et quinque subscriptos canonicos vel tres ex eis ad minus taxanda, conditionibus et circumstantiis eorundem monas- 40 teriorum diligenter inspectis. demum ordinavimus concordiler, quod omnes fructus et obventiones per predictum quadriennium ad subsidium ecclesie nostre ex ordinatione predicta provenientes per subscriptas personas una cum nuntiis domini episcopi fideliter colligantur, quorum terciam partem pro redemptione bonorum 152 1294 episcopalium tytulo pignoris obligatorum precise deputavimus et domino nostro episcopo in subsidium debitorum suorum et onerum duas partes, preterea dominus noster episcopus predictus bona fide promisit, quod durante quadriennio prediclo clero et monasteriis civitatis et dyocesis sue nullam interim collectam seu exacti- onem imponat nec recipiat ab eisdem. collectores a nobis deputati ad predicta sunt hii prepositus decanus cellerarius custos et Fridericus de Richenberg archidya- conus ecclesie nostre predicte. et hii eciam omnes vel major pars ex eis id adimple- bunt, quorum a , si unus ex eis medio tempore decederet, superstites in locum decedentis alium de capitulo subrogabunt. et in premissorum evidentiam nos Con- radus episcopus supradictus sigillum nostrum et nos Marquardus decanus et capi- tulum Argentinense sigillum capituli nostri una cum sigillis capitulorum sancti Thome et sancti Petri ecclesiarum Argentinensium appendi fecimus ad presentes, nos quoque Fridericus et Hugo prepositi, Johannes et Nicolaus decani et capitula sancti Thome et sancti Petri ecclesiarum Argentinensium confitemur, omnia et sin- gula suprascripta de consensu nostro unanimi esse facta et ordinata, et ea promit- timus rata habere atque firma. et in hujus rei testimonium sigilla capitulorum nostrorum presentibus sunt appensa. actum et datum feria quinta post festum Phylippi et Jacob! apostolorum anno domini 1294 G T aus Straßb. Thom. A. Docum. hist. lad. 9 or. mb. c. 4 sig. pend. Oedruckt darnach bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 338 nr. 54. 192 . Rogerus sancti Severini b archiepiscopus, frater Leonhardus Pennensis, Gwilhelmus Callensis, Angelus Puteolanus, Robertus Galinensis c et Alexander Cheretinensis episcopi cupientes, ut monasterium sancti Arbogasti extra muros Ar- gentinenses congruis honoribus frequentetur, omnibus penitentibus et confessis, qui ad dictum monasterium in festis videlicet nativitatis domini, resurrectionis, ascen- sionis et penthecostes ac. in quatuor festivilatibus virginis Marie, singulorum apostolorum, beatorum Udalrici, Arbogasti, Nicolai et Augustini confessorum, beatarum Katherine, Margarethe et Gecilie virginum necnon dedicacionis ecclesie ejusdem monasterii et in anniversario ejusdem diei et per octavas omnium festivitatum pre- dictarum et per singulas quadragesimas causa devocionis accesserint ibidemque divinum officium audierint, necnon ad fabricam ornamenta luminaria seu aliqua alia monasterii necessaria manus porrexerint adjutrices aut in extremis laborantes quicquam facultatum suarum legaverint monaslerio, singuli singulis singulas dierum quadragenas et sex carrinas et quadraginta dies de injunctis penitenciis relaxant. «sanctorum meritis inclita gaudia». datum Neapel! anno domini 1294, pontificatus Celestini pape quinti anno primo. 1294 [nach August 29] Neapel. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 1700 cop. chart. sec. XV aus dem [Privilegienbuch von St. Arbogast . fol. 4. a) T orum. b) wohl verschrieben für sancte Severine. c) wohl Caluensis. 1 Vergl. zum Inhalt des Stücks die darauf bezügliche Bemerkung Königshofens. (1). St. Chron. IX, 665.) 5 io 15 20 25 30 35 0 1294 — 1295 453 193. Bischof Peter von Basel fordert den König im Interesse des Landfriedens auf, seinen Vogt und die Bürger von Selz von Bedrückungen der Straßburger Bürger abzuhalten. 1294 October 26. Serenissirao domino suo domino Romanorum regi semper augusto P[etrus] dei 5 gratia . . episcopus Basiliensis subjectionem debitam et devotam. Rulemannus civis Argentinensis, conquerens dudum undecim conservatoribus pacis generalis de quadam enormi injuria sibi illata a civibus de Leise, obtinuit dudum a dictis undecim concorditer firmam eorundem licentiam et indultum, occupandi cives de Leise predictos pro emenda sue injurie et dampnorum, prout ex dictis et litteris dictorum io undecim didici et percepi. dicto ergo Rulemanno ex hoc quendam civem de Leise occupante, advocatus de Rinberg 1 et dictus Rintfleiss vices ejus gerens et cives de Leise absque judicio qualicumque temeritate propterea duos cives Argentinenses capere presumpserunt, quos adhuc non solum in vinculis detinent, sed etiam novum theolonium vinis civium Argentinensium imposuerunt et illos non desinunt extor- 15 quere, de qua injuria cives Argentinenses in mei presentia coram dictis undecim pacis judicibus gravem querimoniam deposuerunt, petentes ab illis subsidium et juvamen in aliquo petere aut obtinere®, propter quod institutio dicte pacis vilipen- ditur et penitus evanescit 2 . ad preces igitur et instantiam magistri et civium Argentinensium majestati regie supplico quantum possum, quatenus prefatos advo- 20 catos et cives vestros de Leise a premissis injuriis dignemini cohibere, cum ipsi in terra nostra singuläres et precipui sint auctores, ne inter ipsos cives Argentinenses et cives de Leise horribilis discensionis et guerre flagitium ventiletur et pacis pre- dicte'deslructio, que toti terre nostre dispendium faciat, oriatur. actum et datum feria tertia ante festum omnium sanctorum anno domini 1294. 25 Aus Wcncker Appar. et instr. archiv. p. 180 nr. 6 = Trouillat Mon. de Bote II, 572 nr. 444. 194. Bonaventura Ragusinus archiepiscopus, Petrus Stagni et Curzule, Andreas Liddensis, Ciprianus Bovensis, frater Paulus Melfectensis, Perronus Larinensis, frater Daniel Laquedoniensis, Hubertus Feretranus, Aymardus Lucerie, Franciscus 30 Fanensis, Romanus Croensis, Azo Gasertensis, Pasqualis Cassanensis, Jacobus Acernensis 3 , frater Michael Albaniensis, Fredericus Spirensis et frater Lambertus Veglensis episcopi cupientes, ut ecclesia sororum sancti Marci ordinis sancti Augustin! sub cura et regimine fratrum predicatorum degencium extra muros Argentinenses dignis honoribus frequentetur, omnibus vere penitentibus et confessis, qui 35 a) Die Veberlieferung der Stelle scheint verderbt. Vielleicht zu ergänzen non potuerunt. 1 Landvogt im Speiergau. 2 Der zu Speier 1291 April 8 erneuerte Landfrieden, welcher Ostern 1297 ablief. Vergl. Mon. Germ. LL. II, 456. 3 Nach der Siegellegende Acenensis. Str. II. 20 454 1295 ad ecclesiam dictarum sororum in festis subscriptis videlicet nativitatis domini, epiphanie, resureccionis, ascencionis, pentecostes et in quatuor festivitatibus gloriose virginis Marie et in festo omnium sanctorum, sancti Michaelis archangeli, sancti Johannis baptiste et quatuor ewangelistarum et precipue sancti Marci ejusdem ecclesie patroni et in festis sanctorum Laurencii, Vincencii, -Stephani et Petri mar- tirum et sanctorum Nicholay, Martini, Augustini, Gregorii et Dominici confessorum et beatarum Katerine, Margarete, Gecilie, Lucie et Agathe virginum et beate Marie Magdalene et sancte Elizabet et in Omnibus dedicacionibus ejusdem ecclesie et altarium ibidem constructorum et per octavas omnium festivitatum predictarum octavas habencium pia devocione accesserint, vel qui ad luminaria ornamenta seu aliqua alia necessaria ipsius ecclesie manus porrexerint adjutrices vel in ultimis voluntatibus quicquam legaverint ecclesie prelibate, necnon qui pro animabus omnium illorum, quorum corpora in cimiterio predictarum sororum requiescunt humata, ora- tionem dominicam cum salutacione angelica dixerint mente pia, singuli singulas dierum quadragenas de injunctis penitenciis, dummodo consensus diocesani ad id accesserit, relaxant. «licet is de cujus munere.» datum apud sanctum Petrum anno domini 1295, pontiticatus domini Bonifacii pape octavi anno primo. 1295 [nach Januar 23] Rom, St. Peter 1 . II aus Straßb. Hosp. A. lad. 89 fase. 31 or. mb. c. 17 sig. pend. Die wohlerhaltnen rothen Siegel hängen an gelb-rothen Seidenschnüren einzeln oder in Gruppen von zusei bis sieben Stück. Ueber jedem ist auf dem Bug von gleichzeitigen Händen Name und Stand des Sieglers vermerkt. Auf dem Bücken tief rechts pro fratre Johanne. 195. Andreas Liddensis, Maurus Ameliensis, frater Michael Albaniensis, Aymar- dus Lucerie, Daniel Laquedoniensis, Paulus Melfectensis, Pasqualis Gassanensis, Franciscus Senogaliensis, Azo Gasertensis et Fredericus Spirensis episcopi cupientes, ut monasterium sancte Katerine monialium prope muros Argentinenses secundum instituta fratrum predicatorum vivencium congruis honoribus frequentetur, omnibus vere penitentibus et confessis, qui ad dictum monasterium in festis subscriptis, videlicet nativitatis domini, resureccionis, ascencionis, pentecostes,. in singulis festis gloriose virginis Marie, in festo omnium sanctorum, sancti Michaelis archangeli, sanctorum Johannis baptiste euangeliste, singulorum apostolorum, sanctorum Laurencii, Stephani et Petri martirum, beatorum Nicholay, Martini et Dominici confessorum, beatarum Margarete, Agathe et Gecilie virginum et precipue in festo sancte Katerine ejusdem monasterii patrone, in festo sancte Marie Magdalene, in die dedica- cionis monasterii et per octavas predictorum festorum devote® accesserint, aut qui ibidem divinum officium audierint vel ad fabricam luminaria ornamenta seu ad aliqua alia necessaria ipsius monasterii manus porrexerint adjutrices aut in ultimis voluntatibus quicquam facultatum suarum legaverint, singuli singulas dierum quadra- a) et — devote auf Rasur. 5 io 15 20 25 30 35 1 Vergl nr. 106 und nr. 204. 40 1295 455 genas de injunctis penitenciis, dummodo consensus diocesani ad id accesserit 1 , misericorditer relaxant. «vite perhennis gloria.» datum Rome apud sanctum Petrum anno domini 1295, pontificalus domini Bonifacii pape octavi anno primo. 1295 [nach Januar 23] Born St. Peter. 5 H aus Straßb. Hosp. A. lad. 125 fase. 17 or. mb. c. 10 sig. pend. Die meist wohlerhaltenen rothen Siegel hängen an roth-gelben Seidenschnüren, über jedem auf dem Bug Vermerk des Sieglers wie bei nr. 194. 196. Bischof Konrad von Straßburg bestätigt den Francishanerinnen am Boß- marht alle ihnen früher bewilligten und namhaft gemachten Indulgenzen. 1295 io Februar 26. Nos Cünradus dei gratia Argentinensis episcopus notum facimus universis presentes litteras inspecturis, quod nos devotarum in Christo sororum monasterii sancti Francisci in Argentina siti juxta locum, qui dicitur rossemerket, ordinis sancte Cläre precibus inclinati omnes indulgentias ipsis et earum monasterio a quibuscunque 15 episcopis seu pontificibus concessas, que nostra confirmatione indigebant, auctoritate ordinaria confirmavimus et ratas habuimus et babemus ac tenore presentium confir- mamus. et ut earundem indulgentiarum quantitas seu numerus facilius et conpen- diosius posset in noticiam publicam Christi fidelium pervenire, easdem indulgentias universas jussimus presentibus annotari: prefato igitur monasterio ineboato primitus 20 et fundato sub anno domini 1251 2 in bonore beati Francisci diversi pontifices seu episcopi processu lemporis eidem unum annum et unam karrinam et quingentos et octoginta dies de cottidianis indulgentiis contulerunt. postmodum transactis triginta quatuor annis predicto loco in rebus et personis per divinam clemenciam non modi- cum sublimato, item tribus altaribus in ecclesia dictarum sororum constructis, scilicet 25 altari majori in bonore beati Francisci et sancte Cläre et altari minori ad dextram partem versus stratam publicam in bonore omnium angelorum et altari minori versus claustrum ad sinistram partem in bonore omnium sanctorum, item in festo aposto- lorum Symonis et Jude et sequenti die ecclesia et cboro et altari sito in choro in bonore beate virginis Marie per fratrem Cfonradum] Tullensem episcopum de nostra 30 speciali licentia consecratis in festo dedicationis ecclesie et cbori et duorum altarium majorum, quod post festum pasche in dominica, qua cantatur Misericordia domini, celebratur et per octo dies continuos, indulgentie unius anni et quadringentorum 1 Auf einem Transfix bestätigt Bischof Konraä von Straßburg diese Indulgenz und gewährt seinerseits einen Ablaß von 40 Tagen. 1296 December 4 Straßburg. or. mb. c. sig. pend. 35 2 j n demselben Saalbuch ist Folgendes von einer Hand des 14. Jahrhunderts vermerkt: anno domini 1251 constructum est monasterium in foro equorum et in die 3 nonas marcii dedicatnm est altare majus in honore beati Francisci et ipso die fuit eciam dominica Invocavit. et postea in die, quo est pridie idus aprilis, clansnm est ipsum monasterium honestis et religiosis personis de ordine sancte Cläre ad honorem et gloriam omnipotentis dei amen. Es folgt darauf ein Verzeichniß der Ordens- 40 Schwestern, dessen Ordnungsprincip nicht recht ersichtlich ist, wohl aber, nach spätem Eintragungen zu schließen, auf chronologischer Folge beruht. Oclober 28 März 8 April 12 156 1295 dierum et triginta karrinarum prefato monasterio a diversis pontificibus sunt con- cesse. in dedicatione autem altaris minoris dextri, que celebratur in dominica, qua cantatur Invocavit, et in dedicatione altaris sinistri, que celebratur in proxima domi- August 29 nica post decollationem Jobannis baptiste et per continuos octo dies, indulgentie unius anni et quadringentorum dierum prefatis altaribus ab eisdem pontificibus sunt concesse. item sepedicto eciam loco in festis quatuor beate virginis per octo dies August 1$ continuos et in festo sancte Cläre unius anni et quadringentorum dierum et triginta october i karrinarum, item in festo sancti Francisci et sancti Antonii unius anni et quingen- Januar /7 . . _ . . . .. torum dierum et triginta karrinarum per octo dies continuos, item in festis nativi- November 1 tatis domini, pasce et pentecostes et omnium sanctorum et angelorum per octo dies unius anni et octoginta dierum, item in festis omnium apostolorum per octo dies a prefatis pontificibus triginta karrinarum indulgentie sunt collate. datum anno domini 1295, 4 kalendas marcii. II aus Straßb. Hosp. A. Protoc. nr. 87 St. Clara Saalbuch von einer Hand des 14. Jahrhunderts eingetragen auf einer Seite mit zwei Cölumnen. Die Initialen der einzelnen Absätze und das Datum sind mit rother Tinte geschrieben. Am Schluß ist bemerkt: zft diesem vorgeschriben ablas gab uns der erber herre bischof Johannes von Strasburg von siner gewalt vierzig tage. 197 . Conradus episcopus Argentinensis gracias et indulgencias ab Rogero sancti Severini arcbiepiscopo etc. [cfr. nr. 192 ] ecclesie sancti Arbogasti extra muros juii 21 Argentinenses concessas ad quatuor festivitates, videlicet pontificis sancti Arbogasti, August 28 in dedicacione templi, sancti Augustini et in annunciacione virginis Marie ac per März 2 s earundem octavas applicat, quia ad festivitates alias nominatas populus cum per undaciones aquarum tum propter alia impedimenta convenire non poterat. « ex parte dilectorum.» datum anno domini 1295 feria 5 post ascensionem domini. 1295 Mai 19. B aus Straßb. Bez. A. 6 fase. 1700 cop. chart. sec. XV aus dem Privilegienbuch von St. Arbogast fol. 6. 198 . Bischof Konrad von Straßburg gibt im p'abstlichen Aufträge einem Straßburger Cleriher Johannes Dispens betreffend den Mahel seiner Geburt. 1295 September 28 Dachstein. C[onradus] dei gracia episcopus Argentinensis [Johanni nato Jobannis] 3 . . .. Argentinensi salutem in domino. litteras domini . . pape recepimus in bec verba : Bonifacius episcopus servus servorum dei venerabili fratri. . episcopo Argentinensi salutem et apostolicam benedictionem. accedens ad presenciam nostram [dilectus filius Johannes Johannis] .... Argentinensis nobis bumiliter supplicavit, ut cum eo, qui, sicut asserit, ascribi desiderat milicie clericali, super defectu natalium, quem » io 15 20 25 30 35 a) Der Name ist hier wie im Folgenden mit Absicht durch Tinte mieserlich gemacht , der Familienname war nicht mehr zu entziffern* 1295 157 patitur de subdyacono genitus et soluta, quod hujusmodi non obstante defectu possit ad omnes ordines promoveri et ecclesiasticum beneficium obtinere, eciamsi curam habeat animarum, dispensare misericorditer curaremus. ad te igitur remittentes eundem fraternitati tue per apostolica scripta mandamus, quatenus consideratis dili- 5 genter circumstanciis universis, que circa ydoneytatem persone fuerint adtendende, si paterne non a est incontinencie imitator sed bone conversationis et vite, super quibus tuam intendimus conscienciam onerare, aliasque sibi merita suffragantur ad dispensationis graciam obtinendam, secum super premissis, postquam fuerit cleri- cali caractere insignitus, auctoritate nostra dispenses, prout secundum deum anime io sue saluti videris expedire, ita tarnen, quod idem . . scolaris, prout requiret onus beneficii, quod eum post dispensationem bujusmodi obtinere contigerit, se faciat ad ordines statutis temporibus promoveri et personaliter resident in eodem, alioquin hujusmodi gracia quoad beneficium ipsum nullius penitus sit momenti. datum Late- rani nonas februarii pontificatus nostri anno primo 1 . consideratis igitur diligenter 15 circumstanciis universis, que circa ydoneitatem persone tue fuerant attendende, quia non incontinencie paterne imitatorem sed bone conversationis et vite te esse inveni- mus, alias quoque tibi merita suffragari ad dispensationis graciam obtinendam, prout tibi laudabile testimonium perhibetur, tecum super premissis, cum sis clericali caractere insignitus, auctoritate apostolica in Christi nomine dispensamus ita tarnen, quod te, 20 prout requiret onus beneficii, quod te post dispensationem hujusmodi obtinerz contigerit, facias ad ordines statutis temporibus promoveri et personaliter resideas in eodem. actum et datum Dabichenstein 4 kalendas octobris anno domini 1295. S aus Straßb. St. A. AA art. 1396 or. mb. c. sig. pend. delapso. 199. Die päpstlichen Nuntien, Gentilis Erzbischof von Reggio und Reynald 25 Bischof von Siena, geben dem bischöflichen Official von Straßburg Johannes Vollmacht, die für sie gezahlten Gelder von den einzelnen Kirchen und Klöstern der Straßburger Diöcese einzutreiben. 1295 November 21 Straßburg. Frater Gentilis miseratione divina archiepiscopus Reginus et Reynaldus dei gratia Senensis episcopus domini pape nuntii provido viro magistro Johanni officiali curie 30 Argentinensis salutem in domino. cum nos pro quibusdam magnis et arduis ecclesie Romane negotiis de partibus Alamannie redeuntes 2 per civitatem et diocesim Ar- gentinenses transiverimus pernoctando ibidem, a vobis solventibus pro clero civitatis et diocesis Argentinensis decem et octo libras Allensium pro procuratione nostra pro a) S rep. non. 35 i Dieses Breve des Pabstes Bonifaz VIII von 1295 Februar 5 super defectu natalium findet sich nicht in den bisher erschienenen Begistres de Boniface VIII, publ. p. A. Thomas. Es müsste auch eine der allerersten Urkunden dieses Pabstes gewesen sein. Seine Echtheit scheint mir bedenklich. 2 Ueber diese Friedensbotschaft an König Adolf vergl. Kopp Gesch. d. Eidgen. Bünde III, 1,172 ff. -158 1295 Iribus diebus, quibus fuimus ibidem, juxta mandatum apostolicum 1 et 20 s[olidos| Allensium pro una evectione et 12 pro sigillis et scripturis notariorum recepisse fatemur. et quia onera, que dividuntur in partes, facilius subportantur, ut predictam summam pecunie cum justis et moderatis expensis ab ecclesiis et monasteriis civitatis et diocesis Argentinensis exemptis et non exemptis exigere imponere ac recipere val- s eatis secundum uniuscujusque monasterii et ecclesie facultates more solito propor- cionaliter dividendo, vobis plenam et liberam auctoritatem tenore presentium ducimus concedendam ita, quod inobedientes et rebelles per censuram ecclesiasticam compel- latis. in cujus rei testimonium presentes literas nostrornm sigillorum fecimus appen- sione muniri. datum Argentine anno domini 1295, indictione 9, die 21 novembris. io B aus Straßb. Bes. A. G fase. 3465 fol. 79 a cop. chart. sec. XVI. 200. Die päbstlichen Nuntien nehmen die dem Domcapitel und bischöflichen Official von Straßburg für säumige Zahlung angedrohte Bannsentenz zurück. 1295 November 24 [Mülhausen], Universis presentes litteras inspecturis frater Gentilis miseratione divina archi- 15 episcopus Reginus et Raynaldus dei gracia Senensis episcopus domini pape nuntii salutem in domino sempiternam. cum nos auctoritate apostolica, qua fungimur in hac parte,. . dominis decano preposito et capitulo Argentinensibus et magistro Johanni officiali curie Argentinensis procurationem nostram pro tribus diebus juxta mandatum apostolicum post aliam procurationem nobis solutam 2 3 duxerimus per 20 nostras litteras requirendum, credentes in Slecitat diocesis Argentinensis moram trium dierum propter quedam impedimenta contrahere, alioquin ipsos, si mandatis nostris non parerent, in scriptis excommunicationis sententia ligabamus, et nos in dicto loco postmodum moram hujusmodi contingeret non habere nisi per unam diem a 3 , ideo prefatam sententiam excommunicationis latam contra dictos decanum prepositum et ss capitulum et officialem predictum, si inobedientes fuissent, tenore presentium totaliter revocamus. in cujus rei testimonium presentes litteras fecimus nostrorum sigillorum appensione muniri. datum Mlunsen anno domini 1295, indictione 9, die 24 novembris. B aus Straßb. Bes. A. G fase. 2716 or. mb. c. 2 sig. pend. Da die Urkunde auf dem Wege von Schlettstadt nach Basel ausgestellt ist, so scheint Mülhausen mit dem Mlunsen ge- 30 meint su sein. a) B nisi-diem ülergeschrieben. 1 ln dem päbstlichen Geleitsbrief für die Nuntien von 1295 Mai 28 wird den Bischöfen anbefohlen, daß cuilibet diebus singulis in tribus libris turonensium parvorum pro suis et familiarium suorum necessariis ac de securo conductu neenon in evectionibus oportunis, si sue in via decesse- 35 rint vel defecerint, liberaliter providere curent. Vergl. Begistres de Boniface VIII p. p. Thomas nr. 873. 2 Vergl. nr. 199. 3 Für den einen Tag haben die päbstlichen Nuntien 6 Pfund vom Straßburger Clerus erhoben und von Johannes clerieus beneficiatus in ecclesia Argentinensi gezahlt erhalten. 1295 November 27 Basel. 40 cop. ch. sec. XVI i. Straßb. Bes. A. G fase. 3465 fol. 79 b. 1296 159 201. Bischof Konrad von Straßburg verkauft mit Zustimmung des Bomcapitels die Münze und das Münzrecht an sieben genannte Straßburger Bürger auf vier Jahre für 120 Mark Silber. 1296 Januar 10. Wir Cünrat von gocz gnaden der bischof von Strazburg dunt kunt allen den, 5 die disen briet gesehent oder geboren! lesen, daz wir mit gunste willen unde gebülle unsers capitels ze Strazburg und durch der stete ere und des landes nucz so gebe wir und hant gegeben ze knüllende Niclause dem alten Zorn, Huge Wirich den rittern, Jobanse und Burcarte den gebrudern von Mülnheim, Goczen und Rein- bolte Völschen den gebrudern und Johannese zu dem Riet burgrave von Strazburg io und irn erben unser münse a und unser rebt, daz wir hant und haben sulenl an der münsen zu Strazburg, von nu der liehtmes über vier jar nach einander ane underlaz umbe zweinzig und hundert marc silbers lutere und lötiges des geweges von Strazburg und furgehent, daz uns daz Silber ganz und gar furgolten ist von den vorgenanten personen. und sulnt uns oucb die vorgenanten burger antworten 15 ein munssemeister; wen sü wellent, den sülen wir seczen und suln im geben dise vier jar allen den gewalt mit alleme b rebte, den wir selber selten han hiezwischen an dirre münsen. und sol oucb der die leben, die von der münsen gant, für uns und für unser nacbkomen furrichten die selben vier jar zu den ziten, so man sü ze rebte furrichten sol. dette er des nibt, sa sulent ez die vorgenanten personen 20 dun für uns. und were daz man uns oder unsern nackumen darumbe pfendete, das sulen uns die vorgenanten personen oder ir erben abdün, und swas schaden wir nement der pfendunge an alle geverde. ist aber daz ein münsmeister, den sü gent, abegat in dehein wis, sa sulnt sü oder ir erben uns ein andern antworten und suln wir dem den selben gewalt geben, den oucb der erste bette, beide wir und 25 oucb unser nackumen. und swa der münsmeister nibt betwingen mag, da geh wir in den gewalt, daz sü im helfen! twingen mit unserm gewalt, als wir selbe sollen! dün ane alle geverde. wir geben! oucb unserm hoverihter ze Strazburg gewalt und gebieten! im mit disem selben brieve ze twingende als rebt ist alle, die uswendig unsern vesten und dorfern gessessen sint, die selbe münse ze nemenne. und suln 30 wir darzü und unser vogete die, die in unsern vesten und dorfern gesessen sint, oucb twingen dise münse ze nemenne, als gewonlich ist. und geloben! in oucb die münse ze Altorf und unser munse ze Kestenholz durch alle dise vier jar ab ze tünne ane allen irn schaden und ane alle geverde. wir oucb daz capitel von Strazburg furgehent, daz dise munse verkeilet ist mit unserm güten willen und gehulle. und 35 bede wir und unser vorgenanter herre der bischof von Strazburg mit gemeineme rate binden! uns und unser nackomen des capitels und oucb unsere herren des bisschofes nacbkomen, [ob im] c hie zwischen iht geschehe, stete ze habenne disen vorgescbribenne kouf dirre münsen in alle wis, als hie vorgeschriben stal ane alle geverde. daz dis stete blibe und war si, darumbe geben wir disen gegen wertigen 4o brief den vorschriben personen mit unserm und des capitels von Strazburg inge- a) S muse. b) das ursprüngliche vollem ist mit andrer Tinte in alleme verbessert. c) auf durchlöcherter Rasur. Februar 160 1296 September ZS Januar 21 Mai 43 sigeln bestetiget zu eim rehten urkunde der geschriben dinge, wir ouch die vorgenanten furgehent, daz war ist, swas da oben geschriben stat von uns und disem brieve, und gelobent es für uns und unser erben stete ze habenne und ze tünne ane alle geverde. und darumb wir Niclaus der alte Zorn und Hug Wirich die vor- schriben rittere mit der vorgenanten burger willen henkent unser ingesigele an s disen gegenwärtigen briet zu eime urkund der warheit, und damit begnüget ouch uns die vorgenanten burger. dis geschach an dem zihsdage nah dem zwelften dage, da man zalte von gocz gebürt zweihundert nünzig und sehs jar. S aus Straßb. St. A. AA art. 43 nr. 1 cop. mb. eoaeva. Das ungleichmäßig geschnittene Blatt ist stark befleckt. Auf der rechten Hälfte des untern Bandes hat eine andre gleich- 10 zeitige Hand vermerkt: Nicholaus de Kagenecke, Burfcardus] de Mulnh[eim], Petrus de Durnigen et N. de Roppenh[eim] pro centum et quinquaginta marcis au ... . anno *. In der Ducke nur noch eine Bogenlinie erkennbar. Gedruckt darnach bei Hegel D. St. Chron. IX, 990, der das Stück irrthümlicher Weise für ein Original mit Unterschriften hält. 15 202. Nicolaus der Schultheiß von Straßburg bekennt, daß ihm 300 von dem Landvogt geschuldete Mark Silber von den Colmar er Bürgern gezahlt worden sind. 1296 Januar 22. Ich Clauwes der schulthesse ein ritter von Strazpurg tun kunt allen den, die disen briet gesehen! oder gehören! lesen, daz mir die burger von Colmer hant 20 druhundert marg Silbers geben und vergolten für min herren den lantfoget, die er mir schuldig waz unz an den schaden, der uffe daz vorgenante silber von sancte Michelstag unze vier wochen nach winahten gegangen ist. daz diz war si, darumbe habe ich min ingesigele an disen briet gehengket. dirre briet wart geben an deme sunnentage nach sancte Agnesentage, da von gottez gebürte waren! dusent jar 25 zweihundert jar sehsse und nunzig jar. C aus Colmar. St. A. CC Reichssteuer or. mb. c. sig. pend. delapso. 203. Johannes dominus de Liechtenberg protestatur, super omnibus actionibus et causis, quas decanus et capitulum ecclesie Argentinensis contra ipsum habeant, ab ipso compromissum esse in arbitros, pro parte sua in prepositum et scolasticum, 30 pro parte capituli in Gonradum de Wassersteltze et Heinricum de Erenberg cano- nicos ecclesie Argentinensis, episcopo Argentinensi electo pro medio et communi, ita videlicet, quod arbitri prefatas actiones et causas amice decidere debeant usque ad festum pentecostes. «ego Johannes.» datum 3 idus februarii anno domini 1296. Februar 11. 35 B aus Straßb. Bez. A. G fase. 3465 nr. 287 cop. ch. sec. XVI. 1 Diese Notiz bezieht sich wohl auf den Verkauf der Münze von 1306 November 39. Vergl. nr. 357. 1296 161 204. Bischof Konrad von Straßburg vereinigt auf Bitte des St. Marxklosters alle demselben früher bewilligten und namhaft gemachten Indulgenzen auf vier Festtage und gewährt selbst noch einen Ablaß von 40 Tagen. 1296 Februar 18 Rheinau. 5 Conradus dei gratia episcopus Argentinensis universis Christi fidelibus, ad quos presentes littere pervenerint, salutem in domino sempiternam. ex parte reli- giosarum in Christo dominarum . . priorisse et conventus monasterii sancti Marci extra muros Argentinenses a nobis fuit humiliter petitum, ut indulgentias et gra- tias eis concessas et factas per sanctissimos patres ac dominos, dominum Inno- 10 centium papam quartum 1 ac fratrem Hugonem miseratione divina tituli sancte Sabine presbiterum sancte sedis predicte cardinalem, necnon per fratrem Conrfadum] Tullensis ecclesie episcopum, fratrem Alberlum quondam Ratisponensem episcopum, dominum Heinricum episcopum quondam Argentinensem nostrum predecessorem 2 , Bonamventuram Ragusinum archi episcopum, Petrum Stagni et Curczule, Andream is Liddensem, Cyprianum Bovensem, fratrem Paulum Melfectensem, Peironum Larinensem, fratrem Danielem Laquedoniensem, Humbertum Feretranensem, Aymandum Lucerie, Franciscum Fanensem, Romanum Croensem, Atzoneui Casertensem, Pasqualem Cassa- nensem, JacobumAlcernensem, fratremMichahelem Albanensem, Fridericum Spirensem, fratrem Lainpertum Veglensem 3 , fratrem Raynaldum archiepiscopum Massanensem, 20 fratrem Waldebrunum Avelonensem episcopum, Bernardum Vizentinum episcopum, fratrem Romanum Croensem episcopum, Obertum Astensem episcopum, Rodericum Segobiensem episcopum, fratrem Petrum Dragonariensem episcopum, Perronum Larinensem episcopum, Fredolinum Aniciensem episcopum, Leonem Calamonensem episcopos 4 ad quatuor festivitates infrascriptas, dedicationem videlicet teinpli, que 25 est dominica Oculi, ad festum sancti Marci, ad consecrationem duorum altarium April zs ibidem in dominica Reminiscere ac ad dominicam primam post purificationem unire Fei»w z et applicare vellemus, cum fideles populi propter discrimina viarum ac inundationes aquarum ad dictam ecclesiam propter pluralitatem dierum, in quibus dicte indulgentie occurerunt, convenire non possint a . nos adtendentes peticionem dictarum so dominarum rationi esse consonam, ex causis antedictis ipsam peticionem presentibus duximus admittendam dictasque indulgentias et gratias eis ac ipsarum monasterio per sanctissimos patres et dominos, dominos Innocentium papam ac Hugonem dicte sedis cardinalem necnon per venerabiles dominos episcopos predictos b ex officio pastorali et ex debito dedicationi templi, festo sancti Marci, ad dominicam Remi- 35 niscere predictam ac ad dominicam primam post purificationem necnon per eorundem festorum octavas adunamus et in Christi nomine applicamus, gratias et indulgentias a) E possit. b) Zu ergänzen wohl concessas. 1 Vergl. TJB. I, 226 nr. 295. 2 Die betreffenden Indulgenten sind nicht erhalten. 3 Vergl. nr. 194. 4 Vergl. nr. 106. Str. II. 21 factas per venerabiies patres dominos . . archiepiscopos et episcopos predictos in nostra ecclesia predicta admittendo ac eisdem nostrum benivolum assensum imper- ciendo. insuper ex mera et debita liberalitate et auctoritate dyocesana omnibus Christi fidelibus, qui ad dictum monasterium in dictis festis et per eorundem octavas causa devotionis accesserint, quadraginta dies de injuncla sibi penitentia misericor- diter in domino relaxamus. in cujus rei testimonium sigillum nostrum presentibus duximus appendendum. datum in Rinowe sabbato post dominicam Invocavit anno domini 1296. 11 aus Straßb. Hosp. A. lad. 89 fase, 33 or. mb. c. sig. pend. Am Bug links angenäht ein Pergamentzettel mit dem Vermerk in gleichzeitiger Bücherschrift: hec sunt indulgencie istius dedicacionis prima die centum anni et centum earrene et per octavam omni die viginti sex anni et 26 earrene. 205. Prepositus Basiliensis ecclesie provisor a sede apostolica deputatus prepo- silum decanum et capitulum ecclesie Argentinensis a sententiis suspensionis et excommunicationis absolvit, discordia, que inter eos et Hartmannum de Sudowe super receptione in concanonicum facienda et super prebenda assignanda vertebatur, amicabiliter sopita. «cum causa sive discordia.» datum Basilee anno domini 1296 feria quinta proxima domini festuni pasche. 1296 März 22 oder 29 Basel. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 3466 fol. 113 d cop. ch. sec. XVI. 206. Bischof Konrad von Straßburg bestätigt das Statut des Klosters von Maursmünster, daß der Hof desselben zu Straßburg nur den Mönchen und Boten , nicht aber dem Vogte des Klosters zur Herberge dienen und niemals veräußert werden soll. 1296 Juni 20. C[onradus] dei gracia episcopus ecclesie Argentinensis universis presencium inspectoribus salutem in eo, qui est omnium vera salus. scire cupimus universos, ad quos presentes pervenerint littere, quod cum religiosi viri abbas et conventus Maurimonasterii ordinis sancti Benedicti nostre dyocesis Argentinensis a nobis bumiliter petivissent, nt salubre statutum inter eos editum, habita deliberatione super hoc diligenti, pro utilitate et comodo ipsorum et eorum monasterii de non concedenda vel locanda in perpetuum domo sita in curia, quam dicti abbas et conventus habent in civitate Argentinensi prope sanctum Petrum juniorem 1 , nullius advocati jurisdictioni sui monasterii subjecta nt libera ab omni advocacia -, set ex toto eandem domum cum stabulo et orto ex opposito dicte domus sitis in curia antedicta usui et habitacioni ipsius abbatis et conventus et eorum nunciis perpetuo reservarunt et esse voluerunt reservata ita, quod, nt predictum est, usus et habi- 10 15 20 25 30 35 a) Etwa confirmaremus tu ergänzen. Die Urkunde fällt von Mer ab ganz ans der Construction. 1296 103 lacio eorundem nulli pateant vel patere debeant de cetero, pro causis statuti ponentes supradicti, quod plures gerentes se pro suis advocatis dicti monasterii, quamvis juxta statula Herbipolensia domini Jo[hannis] episcopi Tusculani edila per eundern 1 uno tantum non pluribus debeant advocato gubernari et defendi, electione habita 5 inter dominos de Geroltzecke ita, quod unus tantum debeat esse advocatus dicti monasterii electus inter ipsos, qui electus advocatus dicto monasterio personis et rebus ejusdem prosit et prosit, si quandoque ab aliis personis secularibus pregra- ventur, et ne exempla tarn seculares quam religiöses trahant, si dicte domus usus vel habitacio concederetur advocato vel alii a eciam eandem domum inhabitare iu vellent prece vel precio aut eciam violenter, dicentes dicti abbas et conventus, sibi et eorum nunciis necnon rebus suis in dicta curia multas violencias illatas fuisse in rebus suis et personis per habitantes in eadem ita, quod sere domus predicte pluries sint confracte, fenum et pabulum in dicta domo existencia pro comodo reposita in eadem abbalis et conventus et suoruin nunciorum per violenciam sint 15 ablata et eorum familia dictam curiam inhabitans prohibere volens male sit tractata per manuum injectiones violentas. et quod longe est deterius, abbas et conventus vel persone dicti monasterii, quando pro suis necessitatibus ad curiam Argentinensem venerunt, propter inhabitantes dictam curiam compulsi sunt in extraneis domibus aput alios extra neos tarn clericos quam laycos cum suis dampnis et expensis 20 pernoctare contra nervum et statum monachatus indecentis et perambulare vere- cunde aput personas seculares, quamvis homines diversarum professionum non bene simul commorentur juxta canonicas sanctiones. pro causa eciam ponentes, ut via discurrendi et manendi cum secularibus ipsis restringatur, tenorem statuti sui de verbo ad verbum exponentes in hunc modum : nos abbas et conventus antedicti 25 propter causas prenotatas et alias et maxime, ne is, qui noster est in dicto monasterio advocatus vel successor ejusdem jus inhabitandi dictam nostram curiam, que omni caret advocato, aliquod jus inhabitandi eandem curiam et specialiter domum sitam in eadem curia, ortum vel stabulum, quam hactenus nos abbas et conventus et nostri nuncii inhabitare consuevimus, vel aliquod jus aliud sibi possit vendicare so vel per violenciam usurpare vel occupare, habito inter nos diligenti tractatu, eandem domum ortum et stabulum nostris et nostrorum nunciis usibus presenli scripto in perpetuum reservamus volentes, ut prefatum statutum inter alia nostri monasterii statuta et consuetudines juratas et jurandas de cetero juretur, ne contra ipsum aliquatenus veniatur. nos igitur . . episcopus antedictus, quia peticiones prefatorum 35 abbatis et conventus nobis porrectas super confirmacione statuti supradicti justas perspeximus et honestas, prefatum statutum in nomine domini nostri Jesu Christi, sine quo nichil est validum nichil sanctum, scripto presenti confirmamus ex officio nostro suplentes in hiis scriptis, si quis defectus foret in premissis, injungentes prefatis abbati et conventui et eorum successoribus in dicto monasterio, ut et ipsi 40 hujusmodi statutum jurent et observent, ne frustratorie propter dictas causas sit a) B aliis. 1 Vergl. Hartzheim Cmcilia Germaniae ///, 730 cap. XXII «ctä advocatis ecclesiarum». 164 1296 inventum. in quorum evidenciam sigillum nostrum uiia cum sigillis prefatorum abbatis 1 et conventus et in signum confirinacionis facti statuti supradicti presen- tibus est appensum. datum feria quarta ante festum beali Johannis baptiste anno domini 1296. B aus Straßb. Bes. A. H fase. 558 or. mb. c. 3 sig. pend. laesis. Ebenda finden sich auch genau gleichlautende Copien des 18. Jahrh., die das Datum 1246 angeben und das Statut von Bischof Heinrich bestätigen lassen, offenbar aus dieser Vorlage entstanden. 207. Beschluß des St. Thomascapitels über die Aufenthaltsverjiflichkmg seiner Canoniker. 1296 December 11. Prepositus 2 . . decanus totumque capitulum ecclesie sancti Tliome Argentinensis omnibus presentes litteras intuentibus salutem in domino. cum inter alias pias sollicitudines nostras illa precipua esse debeat, que nostre ecclesie honestatem prestet et emolurnentum, est enim juri et racioni absonum, ne in ecclesia nostra ignotos et peregrinos canonicos habeamus, per quos frequenter debitis defraudatur divinis obsequiis, ad consulendum igitur honestati et profectui dicte ecclesie nostre statuimus concorditer et ordinamus, ut quicunque de cetero recipietur in canonicum predicte ecclesie, cum fuerit in perceptione prebende sue, reputetur absens et non recipiat plus de prebenda sua, quam absens recipere solet, donec incipiat personaliter habere residenciam in dicta ecclesia vel saltem in civitate Argentina et illam continuet per annum integrum, servata disciplina debita ecclesie sancti Thome predicte. quod si non continuaverit, absens manet, quousque herum reincipiat et continuet per annum. nec ad Studium nec in peregrinatione ire licebit ei nec eciam ad curiam Roinanam vel quocunque alias nisi in causa propria, que eciam talis et tanta debet esse, quod merito presenciam sui requirat. et qui contra hoc fecerit, censabitur absens et tanquam absens prebendam suam recipiat. volumus eciam et statuimus, quod, quicunque absens canonicus cesserit vel decesserit, non plus de anno gratie sue cedat ei, quam, dum vixit absens, recipere consuevit. et hec statuta inter alia statuta ecclesie nostre jurata et juranda a recipiendis canonicis inposterum connumeramus. in cujus rei testimonium sigillum domini prepositi nostri una cum sigillo capituli nostri presentibus est appensum. actum feria tercia post festum beati Nicolai anno domini 1296. T aus Straßb. Thom. A. Statuts lad. 2 or. mb. c. 2 sig. pend. Gedruckt darnach bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 340 nr. 55. io 15 20 25 30 1 Nach der Legende des Siegels Cunradus. 2 Nach der Siegellegende Fridericus. 35 1297 — 1298 165 208 . Pabsl Bonifaz VIII gibt dem Bischof von Straßburg Vollmacht, der Bitte der Straßburger Sackbrüder, die sich zu großer Armuth wegen in das Prä- monstratenser Kloster Allerheiligen aufnehmen lassen wollen, nach gehöriger Untersuchung zu willfahren. 1297 Juni 28 Orvieto. 5 Bonifatius episcopus servus servorum dei venerabili fratri . . episcopo Argen- tinensi salutem et apostolicam benediclionem. sua nobis dilecti filii fratres ordinis saccitarum Argentinenses petitione monstrarunt, quod ipsi, qui fore septem tantuin numero dinoscuntur, adeo premuntur euere paupertatis et ad tantam despectionem bominum devenerunt, quod eorum vita nonnisi penalis et misera dinoscatur, cum io nec de propriis bonis nec etiam de elemosinis, que ipsis a Christi fideiibus largiuntur, nequeant sustentari. propter quod et ut melius proficiant ad salutem, desiderant ad aliquem de approbatis ordinibus 1 convolare. cum autem ipsi fratres nonnisi capellam et unicam domum luteas habere se asserant, et dilecti filii . . prepositus et conventus inonasterii de omnibus sanctis Premonstratensis ordinis Argentinensis diocesis eos iö in ipsorum ordine in canonicos et in fratres cum hujusmodi capella et domo pietatis intuitu recipere sint parati, predicti fratres nobis bumiliter supplicarunt, ut ipsis transeundi cum eisdem capella et domo ad predictos prepositum et conventum et eorum ordinem concedere licentiam dignaremur. nos igitur predictorum fratrum supplicationibus inclinati, quia tu de facto et facti circumstanliis habere poteris 2 o notitiam pleniorem, fraternitati tue per apostolica scripta mandamus, quatinus, si prefati fratres nonnisi capellam et unicam domum luteas habeant in bonis inmo- bilibus, ut pretendunt, transeundi cum capella et domo predictis ad eosdem prepositum et conventum et eorum ordinem supradictum concedas eis auctoritate nostra liberam facultatem, rescripturus nobis fideliter, quicquid super hoc duxeris faciendum. as datum apud Urbem veterem 4 kalendas julii pontificatus nostri anno tertio 2 . B aus Straßb. Bez. A. G fase. 6197 or. mb. Bulle an Hanfschnur. Auf dem Bug rechts Schreibervermerk Jo. Piper. Kostenvermerk V, darunter H Pad. Oben in der Mitte dns Theanen per N. de Vico, darunter durchgestrichen suppt in dät, daneben von anderer Hand fuit. Ganz unten in der Ecke links verkehrt geschrieben: bn h. Auf der 30 Rückseite f frater Conradus omnium sanotorum f. 209 . Beschluß des St. Thomascapitels über die Feier gewisser Feste durch Procession, Messen u. A. 1298 Februar 21. Prepositus. . decanus totumque capilulum ecclesie sancti Idiome Argentinensis notum facimus universis presentes litteras inspecturis, quod, cum Gerdrudis mulier 35 1 Hie Sackbrüder waren ein Orden, auf den die Constitution 23 Pabst Gregors X vom Lyoner Concil 1274 Anwendung fand. Vergl. Mansi Concil. coU. tom. XXIV, 97 und Raynald Ann. XIV, 226. Haß sie aufgehoben ivurden, berichten die Ellenhardschen Annales Argentinenses. (Man. Germ. SS. XVII, 103.) 2 Hem päbstlichen Mandat gemäß gestattet Bischof Konrad die Aufnahme der Sackbrüder in das 40 Kloster Allerheiligen. 1297 Hecember 14 (crastino b. Lucie virginis). or. mb. c. sig. pend. ebenda. 166 1298 de Brisaco boiie memorie in remedium anime sue domurn lapideam suam in civitate Argentinensi sitam in parrochia sancti Petri senioris inter pontes solventem septem lidras denariorum Argentinensium cum omni suo jure nobis et ecclesie nostre dona- verit et Friderico dicto de Friesenheim prebendario nostre ecclesie commiserit ordi- nacionem dicte domus pro salute anime sue in nostra ecclesia faciendam, nos ad voluntatem ejusdem F riderici volentes augere cultum divinum in ecclesia nostra pre- dicta ad laudem omnipotentis dei et beate virginis genitricis ejusdem volumus et communi consensu nostri capituli statuimus per presentes, ut in diebus sancle pasche, fember is sanc i- e ascensionis, pentecostes, assumptionis et nativitatis beate virginis post pro- cessionem peractam ad majorem ecclesiam redire debeamus in chorum ecclesie nostre cum processione ordinata, cum vexillis et cruce, sicut illuc inimus, ad vitandum inso- lencias haetenus liabitas ex processione non ordinata. et in illis quinque festis sol- lempniter celebrare debemus missam illius festi, quas missas sacerdos et ministri [intilulati] a per ebdomodam celebrare tenentur. et in qualibet missa festorum predic- torum viginti solidi denariorum Argentinensium usualium in choro nostro presentibus tarn canonicis et vicariis in missa, ut consuetum est, dividantur. si vero episcopus, qui pro tempore fuerit, in predictis festis vel aliquo predictorum in majori ecclesia celebraverit et propter hoc nos ibidem manere contingat usque post ewangelium, predicta festa omni eodem modo, ut predictum est, agantur in oclavis suis, et in an- niversario dicte Gerdrudis due libre denariorum predictorum, videlicet decem solidi in vigilia et triginta solidi in missa pro defunctis, presentibus et sepulcrum ejus visitantibus similiter, ut consuetum est, dividantur. quas septem libras nostrum capitulum de suo annis singulis ministrabit. in quorum evidenciam omnium pre- missorum sigilla nostri prepositi et capituli presentibus sunt appensa. datum et actum anno domini 1298 feria 6 ante Mathie apostoli. T aus Straßb. Thom. A. Registrande A fol. 177 d. Die Urkunde ist später durchstrichen worden. Erwähnt bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 123. 210. Bischof Konrctä von Straßburg gewährt der Stadt Straßburg auf ihre Bitte, daß die jetzt bei ihr geschlagene Münze auf eine bestimmte Reihe von Jahren in Geltung bleibe. 1298 März 4. Gonradus dei gratia episcopus Argentinensis dilectis suis fidelibus magistro con- sulibus ac Universität! civium Argentinensium salutem et sincere dilectionis affectum. petitionem vestram recepimus continentem, quod ob servitium vestrum nobis et ecclesie nostre Argentinensi inpensum et inpendendum monetam nostram, que nunc cuditur et usitatur in civitate Argentinensi, permittere dignaremur uti et cudi ad tempus aliquale. nos vero, inspecta vestra petitione, propter vestrum gratum et acceptum 5 10 15 20 25 30 35 a) T inticlati. 1298 167 servitium nobis et ecclesie nostre Argentinensi impensum per vos et adhuc, ut spe- ramus, impendendum, et ut tota patria et dyocesis preces vestras nobis porrectas sibi sentiat profuisse, et ob vestrum et tocius patrie comodum et honorem volnmus et scripto presenti ordinamus de consilio et consensu venerabilium dominorum nos- 5 trorum Friderici prepositi, Friderici decani totiusque capituli ecclesie nostre Argen- tinensis pro nobis et Omnibus nostris successoribus, quod dicta moneta usitetur et cudatur a feslo purificationis beate virginis proxime preterito ad duos annos et deinde Februar * ad octo annos continuos inmediate sequentes et sic pro ratione, ut, si aliqui occasione monete nostre predicte vel alterius cujuscunque nostre monete sunt gravati, ex io hujusmodi nostra liberalitate letentur. in premissorum evidenciam sigillum nostrum appendi mandavimus ad presentes, nos etiam Fridericus prepositus, Fridericus decanus totumque capitulum ecclesie Argentinensis, communi inter nos habito trac- tatu, quia premissa expedire vidimus ecclesie nostre predicte et patrie, idcirco pre- missis pro nobis et nostris successoribus benivolum nostrum adhibemus assensum. 15 et in ejus rei testimonium sigillum capituli nostri presentibus duximus appendendum. actum et datum tercia feria post dominicam Reminiscere anno domini 1298 i. S aus Straßb. St. A. AA art. 43 nr. 2 or. mb. c. 2 sig. pend. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 195 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 68 nr. 806; Levrault Essai s. Vanc. monn. p. 436. 20 211 . Herzog Albrecht von Oesterreich gelobt der Stadt Straßburg bis Michaelis allen Schaden zu ersetzen, wie ihn zwei von ihm ernannte Bürger und der Bischof von Straßburg abschätzen werden. 1298 Mai 10 oder 15 bei Straßburg. Wir Albreht von gotz gnaden herzoge ze Österrich und ze Styre dunt kunt allen den, die disen brief sehent oder hörent lesen, das wir unsern lieben und sün- 2 » derlichen Runden dem burgermeister dem rate und den bürgern gemeinliche von Strasburg schuldig sint und gelobet hant ze geltende hinnan unz ze sancte Michels September tu mes, die nü ze nehest kirnt, allen den schaden, der in gemeinliche oder sonderliche von uns und von unsern beilern in alle wis geschehen ist. und hant gesetzet an Nicolawesen Zorn den schultheisen von Strasburg und an Reinbolden hern Rein- 30 boldelins von Strasburg, das die zwene und mit in unser herre der bisch ob Conrat von Strasburg oder ein ritter, den er darzu schiket, ervarn sülnt mit guten triiwen binnen zfi. dem vorgenanten zil, swenne es in fuget, was des schaden si. und swas sd oder zwene» under in sprechent, das des schaden si, den geloben wir ze geltende zu dem vorgenanten zil mit guten trdwen ane alle geverde. gienge öch der drier 35 deheiner da zwischent abe, das got wende, so suln wir ein andern burger von der a) sA oder zwene auf Rasur. 1 Biese Urkunde wird empfangen und besiegelt durch Johannes dictus Schilt magister et consules Argentinenses 1298 Märts 6. eop. ch. sec. XVII i. Straßb. Bcz, A. G fase. 482. 468 1298 stat nemen an sine stat ane geverde. und des zu eime urkunde ist unser ingesigel an disen brief gebenket. der wart gegeben zu der Rüslachen 1 bi Strasburg an sancte Sophien dag, da man zalte von gotz gebürt zwelfhundert nünzig und ahte jar. iS ans Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Suppt, lit. F or. mb. c. sig. pend. delapso. Bezüglich des Datum ist der nur in der Straßburger Diöcese übliche Festtag, der 10. Mai, ebenso zulässig wie der 15. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 220 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 68 nr. 807. — Böhmer B. Beichssachen nr. 233. 212. Rudolf der Spiser von Kilmrg erklärt der Stadt Straßburg, er wolle Alles halten, was für ihn sein Herr der Herzog mit ihr beredet habe, und bittet um sichres Geleit, [vor 1298 Juli\. Den erbern herren dem meister und dem rat von Strazburg enbiit ich Rud[olf] der Spiser von Kyburg, das ich a wil stete bau als, das min herre der herzog beret hat enzwischen üch unt der stat an einer site unt gegen mir an der ander site also, das ir mir iuwern brief sendent, das ich unt min heller vor üch unt vor üwern belfern varen sicherlich libes unt gutes an alle geverde unt das die üwern varen öch sicherlich vor mir unt vor minen belfern an alle geverde. daruf laz ich Hartman von Schönö lidig der 30 mark, darumb er bürge ist, unt das Niblung von Löb- gazzen öch lidig unt lere si also, das ir mir sendent üwern offen brief, das ich sicher var an alle geverde. wan ich mines ingesigels nüt bi mir han, sohanich b gebetten den erberen herren her Cünrat Wernher von Hatstat üwern burger, wan ich vor im verjehen han dis c alles stet ze habenne, das er mit sinen ingesigel disem brief versigel. ich her Cünrat Wernher von Hatstat han durh bette Rud[olfs] des Spisers disem brief besigelt, wan er der vorgescriben dinge vor mir verjehen hat. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. lit. pat. c. sig. in verso impr. deleto. Der Schriftcharacter des Stücks weist nach der Wende des 13. zum 14. Jahrhundert. Budolf der Spiser wie die übrigen darin erwähnten Personen sind in den 90er Jahren urkundlich nachzuweisen. Unter dem Herzog ist wohl Albreclit von Oesterreich zu verstehen und muß demnach die Urkunde vor Juli 1298, vor dessen Königswähl fallen. 213. Heinrich der alte und der junge von Fleckenstein soioie Heinrich von Ingenheim verbürgen sich der Stadt Straßburg für die Freilassung Higos von Ingenheim bis Mariä Himmelfahrt um 150 Mark Silber. 1298 Mai 30. Wir Heinrich der alte und Heinrich der junge herren von Fleckenstein und Heinrich ein edelkneht d von Ingenheim tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! oder a) das ich von gleicher Hand Hier der Zeile nachgetragen. b) ich nachgetragen. c) dis nachgetragen. d) S knht. 1 Die Localität war nicht näher zu bestimmen; ich rermuthe , daß sie auf der Nordseite der Stadt, etwa im Schiltigheimer Bann sich befand. Der Name ist nach Analogie von Hirzlach, Saallach u. s. w, gebildet und bezeichnet tvohl zunächst ein Gewässer. 5 io 15 20 25 BO 35 1298 169 gehorent lesen, daz wir Hugen von Ingenheim einen edeln kneht, den der meister der rat und die bürgere von Strazburg baut gevangen und viengent in eim üffen ürloige, üsgenümen baut von dem meister und dem rate von Strazburg unz unserre vrouwen mes der erren, die nü ze nebst körnet, vur anderhalp hundert marg August t 5 Silbers luters und lötiges dez gewes von Strazburg. und sint ouch vur daz unver- scheidenliche burger worden also, daz sich der vorgenante Hüg wider in die geveng- nisse entwirten sule zu dem vorgenanten zile. dez bet ouch der selbe Hüg gesworn an den heiligen, daz er sich wider in die gevengnisse entwirrten sule zu dem selben zile, er enmüge denne niht vurbaz gemüte bau, und daz ouch er dazwissent den 10 bürgeren und der stat von Strazburg dekeinen schaden sule tun noch schaffen ge- than. were ouch daz er oder sine frönt oder belfere den bürgeren von Strazburg schaden thetent oder schüffent gethan mit iemanne von sinen wegen oder sich niht enwolte wider in die gevengnisse entwirrten zu dem vorgenanten zile, so sulen wir die vorgenanten bürgen, swenne wir von dem meistere und dem rate von Strazburg iS oder von iren hotten gemant werden! zü hus oder ze hove oder murrt wider munde, uns entwürfen bi dem eide, den wir unseren herren haut gethan, in die stat zü Strazburg nach rehter giselschefte mit der bescheidenheide, als hie nach gescriben stat, und sulent die giselschaft also lange leisten und halten, unz daz die. a anderhalp hundert marg Silbers dem meister und dem rate von Strazburg werden! 20 vergolten und unz der schade, der den vorgenanten bürgeren von sinen wegen geschehen ist, wirl abegethan und ouch unz daz eine stete und gewenliche süne wärt gemacht zwissent Huge und sinen frunden und den bürgeren und der stat von Strazburg. were ouch daz der gevangen vor dem zile stürbe, so sulen wir uns aber entwürfen in die stat zü Strazburg nach rehter giselschefte also lange, unz daz eine 25 stehte und gewenliche süne wirt gemacht zwissent dez toten frunden und den bürgeren von Strazburg. wir ouch Heinrich der alte und Heinrich der junge herren von Fleckenstein die vorgenantene bürgen hant beret, ob uns die giselschaft niht enfügete ze leistende mit unsers selbes liben, daz ieweder unser zwene ersame lant- rittere, die dez harnesches pflegen!, vur uns legen sulent in die giselschaft, die ouch 30 allez dez sulent sin gebunden, daz da vor gescriben stat. were ouch, daz got wende, daz unser deheiner der vorgenantene bürgen vor dem zile abegienge, so sulen wir die anderen einen also güten an dez toten stat geben in den ahte tagen, so wir gemant werden! von dem meistere und dem rate von Strazburg oder von iren hotten ze hus und ze hove ane geverde, oder daz wir die vorgenantene giselschaft halten 33 sulent, unz daz wir den brehsten abe gelegen!, brehchen wir ouch die giselschefte oder deheine under in, so binden wir uns darzü, daz wir dem meister dein rate und der stat von Strazburg bi dem eide allen den schaden, den sie dez hant oder ge- vahent, sulent abetun und geloben! den abe ze tunde ane alle geverde. und sulent uns unser lüte und unser gut, s 4 r a sie daz befinden mögent, angrifen und pfenden 40 und sulent darzü reht han. und ensol daz gan an dekeinen lantfriden noch an dekein gerillte, gebe ouch der meister und der rat von Strazburg dem gevangen vurbaz gemüte b , alle die wile daz daz gemüte wert, so sulen wir die vorge- a) Hinter die folgt eine etwa 2 cm. lange unbeschriebene Rasur. b) S add. gebeut. Str. II. LS 170 1298 nantene bürgen haft sin allez dez da vor gescriben stat ane alle geverde. daz diz war und stete si, darumbe han wir die vorgenantene herren von Fleckenstein unsere ingesigele an disen brief gehenket zu eim urkunde, wand ouch ich 3 Heinrich von Ingenheim eigens ingesigels niht han, da von begnüget mich wol mit der vorgenanten herren ingesigele. diz geschag an dem fritage in der pfingestwochen, do man von 5 gotz gebürte zelte z weif hundert und ahte und nunzig jar. S am Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. 2 sig. pend. 214. Bischof Konrad von Straßburg beurkundet, daß sich die Wilhelrniten mit der Kirche von St. Stephan über ihre Niederlassung im Pfarrsprengel- derselben vereinbart haben. 1298 Juli 1. 10 Nos Cünradus dei gratia Argentiuensis episcopus notum facimus presencium inspectoribus universis, quod, cum orta esset dissensio inter virum discretum deca- num sancti Thome rectorem ecclesie sancti Stephani in Argentina ex una, priorem et fratres vallis sancte Marie ordinis sancti Willehelmi ex altera super eo, quod iidem fratres in parrochia sancti Stephani predicti Oratorium erigere conabantur, is talis tandem nostro accedente consensu inter eos amicabilis intervenit composicio, quod decano rectori ecclesie sancti Stephani predicto vel rectori, qui ibidem pro tempore fuerit, dabunt omni festo quatuor temporum duas libras denariorum Argen- tinensium usualium absque omni protractione, fraude et dolo penitus circumscriptis. item de omnibus prediis seu possessionibus habitis et habendis ipsi ecclesie sancti 20 Stephani jam decimalibus vel que in posterum decimales b fieri possent, quocunque titulo ad eosdem fratres pervenerint, decimas dabunt absque ulla protractione rectori ecclesie memorate. nec aliquod jus in eadem ecclesia sancti Stephani et ecclesie sancte crucis confitendi predicandi aut missam dicendi, nisi a viceplebano vocati, aut subditis et parrochialibus eucaristiam aut unctionem extremam in eorum ora- 25 torio vel extra dandi potestatem sibi usurpabunt, reservata eis tarnen polestate predicandi in eorum oratorio et confitendi, exceptis certis temporibus, videlicet in November i festis Omnium sanctorum, nativitatis domini, festo pasce et pentecostes, in quibus subditi dicte ecclesie sancti Stephani confiteri tenentur suo proprio sacerdoti. quos tune non audient nec communicabunt in aliquo tempore sine licencia viceplebani, 30 sed eos ad ecclesiam suam remittent, excepta sua familia. et si contingerit ali- quem de subditis et parrochialibus ipsius ecclesie apud eos sepulturam eligere, illum non recipient, antequam viceplebano loci de omni jure, quod dicte ecclesie ocasione funeris predicti conpetit aut conpetere posset, plenarie sit satisfactum. renunciaverunt etiam et presentibus renunciant prior et fratres predicti pro se et 35 omnibus suis successoribus omni juris auxilio cotnmuni et privato, beneficio resti- tucionis in integrum et generaliter omnibus excepcionibus defensionibus et privilegiis eorum, per que venire possent contra presens factum vel instrumentum, et specia- liter juri dicenti generalem renunciacionem non valere. et ad majorem securitatem a) ich ftbergeschneben von gleicher Hand. h) B decimabiles. 1298 17] ccclesie sancti Stephani predicte dictus prior de mandato et voluntale visitatoris et fratrum suorum juravit in animam suam, visitatoris et fratrum suorum ad sancta dei ewangelia, quod etiam, quicunque pro tempore prior fuerit, jurabit, quod nunquam contra dictam ordinacionem et conposicionem quidquam inpetrabit vel inpetrare pro- 5 curabit. et si alique littere inpetrate sint vel fuerint a sede apostolica vel ejus legatis, visitator prior et fratres vallis sancte Marie ordinis sancti Willehelmi pre- dicti, qui nunc sunt vel pro tempore fueriut, ipsis nequaquam utentur. et si ab ipsis visitatore priore et fratribus predictis seu quibuscunque successoribus eorum in contrarium quicquam factum fuerit, extunc eos suspendere et in locum eorum io in Argentina interdicli sententias promulgare possimus et ad requisitionem rectoris dicte ecclesie debeamus consenserunt, in omnibus supradictis se nostre jurisdictioni subicientes. in quorum evidenciam et probacionem sigillum nostruin una cum sigillis decani predicli rectoris ecclesie sancti Stephani predicte, visitatoris, prioris et conventus predictorum presentibus est appensum. actum et datum anno domini io 1298 feria tercia post Petri et Pauli apostolorum 1 . B aus Straßb. Bez. A. H fase. 2626 or. mb. c. 4 sig. pend. Abgefallen das Siegel des Bischofs; von der Legende des einen Siegels erkennbar s. prioris de valle comitis. von der eines andern : s. prioris vallis beate Marie . . Haguenowe. 215. König Albrecht bestätigt der Stadt Straßburg den ihr von König Rudolf 20 erlheilten Freiheitsbrief. 1298 October 18 im Lager im Sundgau. Albertus dei gracia Romanorum rex semper augustus universis sacri Romani imperii fidelibus presentes lilteras inspecturis imperpetuum. accedentes presenciam nostre celsitudinis viri prudenles . . scultetus . . consules et cives Argentinenses predilecti nostri privilegium quoddam sibi a dive recordationis domino Rudolfo rege 25 Romanorum predecessore et genitore nostro karissimo innovatum concessum confir- matum et traditum, salvum et integrum, non cancellatum, non inductum, non abolitum nec in ulla parte sui a viciatum nostris conspectibus obtulerunt, petendo suppliciter et attente, ut idem ipsis privilegium et in eodem contentas gracias indul- gere approbare innovare et confirmare de regie benignitatis affluencia dignaremur. 30 cujus quidem privilegii tenor de verbo ad verbum talis est [folgt nr. 47], nos vero dictorum civium justis precibus b tanto favorabilius et facilius inclinati, quanto prestancius in excellencie nostre votis ipsorum per evidenciam pure devocionis et fidei mira merita claruerunt, prenotatum privilegium cum suis articulis universis et singulis auctoritate regia approbamus innovamus et hujus scripti patrocinio ex certa 35 sciencia confirmamus. nulli ergo liceat, liuic nostre confirmacioni teurere contraire vel a) S 4 sui parte. b) S 1 peticionibus. 1 Unter demselben Datum verpflichten sich Prior und Brüder von St. Wilhelm zu der oben erwähnten Zahlung von zwei Pfund an Allerheiligen. Straßb. Bez. A. H fase. 2683 or. mb. c. 2 sig. pend. Nach Closener kamen die Wilhelmiten erst im Jahre 1302 nach Straßburg uf die hovestat do sü noch 40 sint. (D. St. Chron. VIII, 131.) 172 1298 ausu dekaliere violenlo. quod qui secus attemptare prcsuinpserit, gravem nostre majes- tatis offensam se noverit incurrisse. testes sunt venerabiles Cunradus 3 Argentinensis, Ileinricus Constanciensis et Landolfus Brixinensis ecclesiarum episcopi, Eberliardus aule nostre cancellarius prepositus ecclesie in Wizzenburg b , Fridericus prepositus ecclesie Argentinensis, Magister Johannes aule nostre prothonotarius, nobiles viri 5 Fridericus comes de Liningen c , Georius comes de Veldentz d , Ulricus comes de Sclielkelingen e , Johannes de Liechlemberg f , Otto de Ochsenstein et alii quam plures. signum e Alberti Romanorum regis invictissimi. (M.) h datum in castris in Sunkowia 1 15 kalendas novembris anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo octavo, indictione 12, regni vero nostri anno primo. m S aus 8traRb. St. A. AA art. 2 nr. 1 or. mb. c. sig. pend. Dunkelgelbes Siegel an dunkel- rothen Seidensträngen. S 1 coli. ibid. or. mb. c. sig. pend. Dunkelgelbes Siegel an grünen Seidensträngen. Die Schrift ist ein toenig zierlicher wie bei S. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 18 b ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 71 nr. 811. — iS Böhmer B. Alb. nr. 62. 216 . Bischof Mangold von Wirzburg vidimirt einen Ablaßbrief des Wormser Bischofs für die Straßburger Münsterfabrih. 1298. Manegoldus dei gracia episcopus Herbipolensis universis presentes litteras inspecturis salutem in filio virginis gloriose. noveritis nos litteras reverendi in 2 « Christo patris ac domini Wormaciensis episcopi, prout prima facie apparebant, vidisse et legisse in liec verba : «hee sunt indulgencie concesse Omnibus benefactoribus ecclesie Argentinensis a sede apostolica et a cardinalibus ipsius et legatis, videlicet domin 0 Hugone et domino Petro Capucio ac a venerabilibus patribus archiepiscopis et episcopis, scilicet Moguntinensi, Wormaciensi, Spirensi, Argentinensi, Constan- ss ciensi, Ratisponensi, Herbipolensi necnon ab aliis quam pluribus archiepiscopis et episcopis numero centum quadraginta. cui inquam ecclesie merito a quolibet fideli subveniendum est, ut ejus nobilissima structura et opus valde laudabile consumatur, quod fieri non potest absque fidelium largicione. in ea utique ecclesia dominus in laudem et gloriam sui nominis et honorem matris sue gloriose virginis Marie ope- 30 ratus est et operatur cottidie miracula magna et diversa prodigia in claudis cecis demoniacis vel quocumque morbo gravatis. pro omni populo patet illius civitatis et juii 2 s dyocesis. uno etenim mense ante modicos annos circa festum beati Jacobi quadraginta signa in dicta ecclesia acciderunt, inter que tres pueri mortui spiritum vite receperunt, quorum unus suffocatus fuit in aqua profunda, in cujus fundo per- 35 mansit per diem dimidium, secundus periit sub curru lapidibus ponderato, tercius a ) S 4 Chfiaradus. b ) S 4 Wissenburg- c) S 4 Lyuinge. d ) S 4 Veldencie. e) S 4 Schelchling. f) S 4 Lyehtenberg. g) S 4 Signumszeile in Majuskeln. h) In S hat das Monogramm die Höhe von sechs Zeilen, in S 4 von acht Zeilen; in beiden steht es mitten im Text , in S mehr auf der rechten , in S i auf der linken Seite. i ) S 4 Suntgowia. 40 1298 — 1299 173 cecidil de cappella ejusdem monasterii 1 . unde precepluin est ab episcopo Argen- tinensi, ut quilibet sacerdos sue dyocesis omni septirnana celebret tres missas pro benefactoribus vivis et defunctis. insuper peccata, oblila vota fracta si ad ea redierint, penitencie neglecte, juramenta que procedunt ex animi levitate, offense patram et & matrum sine manuum injectione violenla misericordiler relaxantur. prelerea parti- cipes fiunt omnium bonorum, que fiunt in civitate et dyocesi Argentinensi. summa karrenarum centum quadraginta criminalium et quatuordecim anni venialium. summa missarum octoginta milia. vobis vero sacerdotibus in hoc negocio pie labo- rantibus, quicquid in horis canonicis obmisistis, si contriti et confessi fueritis in io domino, condonatur. in cujus rei testimonium sigillum nostrum duximus presentibus appendendum. datum anno domini 1298 2 . F aus Straßb. Frauenh. A. Donationsbuoh 2 fol. 206 cop. ch. d. a. 1406. 217. Frater Egidius palriarcha Gradensis, Martinus Brakarensis, Henricus Jadrensis archiepiscopi, Georgius Sardenensis, frater Jacobus Galcedonie, Thomasius iä Goronensis, Rodericus Mindoniensis, frater Maurus Ameliensis, Johannes Olenensis, frater Monaldus civitatis Castellane, Nicolaus Capritanus, et frater Nicolaus Turi- bulensis episcopi cupientes, ut ecclesia monasterii sororum sancte Elizabet secundum instituta fratrum predicatorum viventium extra muros Argentinenses congruis hono- ribus frequenletur, Omnibus vere penitentibus et confessis, qui ad dicti monasterii 20 ecclesiam in festivitatibus subscriptis, videlicet nativitatis, resurrectionis et ascen- sionis domini nostri Jesu Christi alque pentecostes, in quatuor festivitatibus beate Marie virginis, assumptionis, nativitatis, purificalionis, annunciationis, sancte Elizabet ecclesie patrone, sanclorum Johannis baptiste et evangeliste, Laurentii, Vincentii et Stephani martirum, in festis sancte crucis, sancti Michahelis archangeli, beatorum 25 Petri et Pauli et omnium aliorum apostolorum, Martini et Nicolai confessorum, beatarum Margarete, Katerine, Cecilie et Agnetis virginum, sancte Marie Magdalene, in festo omnium sanctorum, in anniversariis dedicationum ipsius ecclesie ac per octo dies predicta festa immediate sequentes causa devotionis seu peregrinationis accesserint aut qui ad fabricam seu reparationem ornamenta luminaria aut ad alia so necessaria predicti monasterii manus porrexerint adjutrices aut in extremis labo- rantes aliquid legaverint, singuli singulis quadraginta dierum indulgentias de injunctis penitentiis, dummodo loci diocesani ad id consensus accesserit, relaxant. «licet is de cujus immere.» datum Rome anno domini 1299, 2 idus aprilis ponti- ficatus domini Bonifacii pape VIII anno quinto. 1299 April 12 Rom. 35 H aus Straßb. Hosp. A. lad. 90 fase. 7 or. mb. c. 12 sig. pend. Die zwölf Siegel hängen einzeln an roth-gelben Seidenschnüren. 1 Verql. Miraeula s. Mariae Arqentinensia retractata a Gotfrido de Ensminqen (Mon. Germ. SS. XVII, 114-117). 2 In demselben Jahre gewährt Bischof Mangold selbst einen Ablaß, der mit demjenigen Bischof 40 Fmichos von Worms vom Jahre 1297 genau übereinstimmt. Vergl. nr. 40 Anmerk. 3. Auch von Bischof Leopold von Bamberg wird ohne nähere Zeitangabe erwähnt , daß er gleich den übrigen Bischöfen für die Wohlthäter der Münsterfabrik quadraginta dies criminalium et unum annum venialium bewilligt habe. Frauenh. A. Donationsb. 2 fol. 206-207. 174 1299 218 Pelrus episcopus Basiliensis omuibus vere penitenlibus el confessis, qui ad ccclesiam sancti Stephani in Argentina in dedicacione et in anniversario dedi- cacionis altaris super lelenario ecclesie predicte et per octo dies subsequentes, item in festis patronorum altaris predicli, videlicet Johannis baptiste, Mathye apostoli, Katherine virginis et martyris, undecim milium virginum, decem milium s martyrum atque Jodoci confessoris, item in sex festis, videlicet nativitatis beati Stephani prothomartyris et invencionis ipsius, beate Athale virginis, sancte Barbare virginis et martyris, beate Odilie virginis atque dedicacionis ecclesie sancti Stephani accesserint, quadraginta dies criminalium et annum venialium de injuncta eis penitencia cum consensu episcopi Argentinensis relaxat prohibens, ne littere sue io extra per questuarios deferanlur. «loca sanctorum omnium.» datum Argentine feria 2 post Quasimodogeniti anno domini 1299. April 27 Straßburg. B aus Straßb. Bes. A. H fase. 2622 or. mb. c. sig. pend. delapso. 219. Frater Egidius patriarcha Gradensis, frater llenricus Jadrensis arcliiepis- copus, frater Romanus Grohensis “, Georgius Sardenensis, Rodericus Mindoniensis, 15 Johannes Olenensis, frater Maurus Ameliensis, Thomas Coronensis, frater Nicolaus Thuribulensis, Nicolaus Capritanus, frater Jacobus Galcedoniensis et frater Monaldus Civitatis Castelanensis episcopi cupientes, ut monasterium sancte Elizabet ordinis predicatorum civitatis Argentinensis congruis honoribus honoretur, Omnibus vere penitentibus et confessis, qui ad dictum monasterium in omuibus festivitatibus sub- 2 « scriptis, videlicet nativitatis, resurrectionis, ascensionis domini et pentecostes ac in omnibus festivitatibus beate Marie virginis, in festivitatibus apostolorum Petri et Pauli et omnium aliorum apostolorum, in commemoratione omnium sanctorum, in festivitate ipsius beate Elizabet et per ipsarum festivilatum octavas, neenon in festivitatibus beatorum Michaelis arcliangeli, Johannis baptiste, Laurencii, Georgii, Petri 25 martyris et Vincentii, Nicolai, Dominici, Martini et Augustin! beatarumque Margarete, Lucie, Caterine et Barbare, Marie Magdalene et Anne omniumque altarium ibidem existentium causa devotionis accesserint et manus ad ipsius monasterii necessaria porrexerint adjutrices, singuli singulis quadraginta dierum indulgentias de injunctis penitentiis relaxant, dummodo diocesani b voluntas ad id accesserit. « splendor paterne 30 glorie». datum Rome sub anno domini 1299 mense aprelis, pontificatus domini Bonifacii pape VIII anno quinto. 1299 April Rom. H aus Straßb. Hosp. A. lad. 90 fase. 8 or. mb. c. 12 sig. pend. Die rothen wohlerhaltenen Siegel hängen an roth-gelben Seidenschnüren in vier Gruppen zu je 3 Stück. Vergl. nr. 217- 220. König AlbrecM gebietet den Bürgern von Offenburg, die neuen in Straß- 35 bürg geprägten Pfenninge von nächster Lichtmeß an auf acht Jahre in Umlauf zu nehmen. 1299 Juni 16 Wiesbaden. Albertus dei gralia Romanorum rex semper augustus prudentibus viris . . sculteto consulibus et universis civibus de Offemburge fidelibus suis dilectis gratiam a) frater — Cro auf Rasur. b) H diocesseri. 40 1299 > 75 suam et omne bonum. cum venerabilis Conradus Argentinensis episcopus princeps noster dilectus et prudentes viri scultetus consules et Universitas civium ejusdem loci fideles nostri dilecti, quos favore speciali prosequimur, nobis humiliter suppli- carint precibus devotissimis nos rogando 1 , ut novam monetam, que in Argentina 5 cuditur, in Offemburg et in Hagenoya recipi ab Omnibus hominibus faciamus, nos episcopi et civium predictorum precibus benignius annuentes et attendentes commune bonum patrie propter deum precipue et utilitatem vestram et aliorum hominum, que indubitanter vobis proveniet, ut speramus, fidelitati vestre committimus firmiter et mandamus volentes precise, quatenus novos denarios, qui fiunt in predicta Argenti- io nensi civitate, in Offemburge sieut Argentine debeatis sine contradictione qualibet recipere et eorum cursum a teste purificationis beate Marie virginis proxime affuturo ad octo annos continuos efficaciter promovere, procurantes forum cum eisdem denariis communiter apud vos omnium rerum venalium exerceri. datum in Wisbaden 16 kalendas julii, indictionc 12, anno domini 1299, regni vero nostri anno primo. 15 S aus Straßb. St. A. Münzsachen art. 23 nr. 3 or. mb. c. sig. pend. Gedruckt darnach i. d. Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. II, 411. — Böhmer R. Alb. nr. 191. 221 . Statut des Straßburger Domcapitels Hier sechs einem neugewählten Bischof außuerlegende Verpflichtungen. 1299 September 15. Pro conservatione Status ecclesiastici jurisque honoris et libertatis totius cleri 20 civitatis et dyocesis Argentinensis nos prepositus decanus totumque capitulum ecclesie Argentinensis statuimus ordinamus, provida deliberatione preliabita, consensu una- nimi et antiquis ecclesie nostre statutis annexos esse volumus articulos subnotatos : primum scilicet, quod venerabilis pater dominus noster episcopus Argentinensis, qui proxime creatus fuerit in nostra ecclesia, et ejus in perpetuum successores clericos s» sibi subjectos, quibus plerumque layci opido sunt infesti, ab oppressionibus et vio- lenciis laicorum, in quantum ipsis possibile fuerit, debeant defensare, et ne a laycis ad forensia judicia trahantur inviti, ipsisque clericis violenciam vel injuriam passis a laycis satisfactionem congruam vel emendam pro viribus procurare. secundum quod idem dominus episcopus et ejus in perpetuum successores clericos decedentes vel so mortuos velamentis indumentis suppellectilibus vel aliis bonis suis spoliari non con- senciant neque sinant, sed talium bona disponi procurent secundum dispositionem et voluntalem ultimam decedentis vel alias, prout de jure fuerint disponenda. tercium quod prefatus dominus episcopus et ejus in perpetuum successores prelatis canonicis abbatibus abbatissis et aliis clericis vel monasteriis aut ecclesiis sibi subjectis exac- 35 tiones aliquas vel collectas tallias aut contributiones imponere non debeant vel ab eis invitis exigere aut aliquatenus extorquere, nisi secundum quod episcopis a juribus est permissum. quartum quod idem dominus episcopus vel ejus in perpetuum successores proventus vel redditus beneficiorum vacantium vel non vacantium, invitis IS 00 Februar 2 1 Vergl. nr. 210. 1299 — 1300 176 eorum rectoribus el patronis, percipere non debeant ad usus suos qualescumqne sine licentia sedis apostolice speciali. quintuni quod ipse dominus episcopus et ejus in perpetuum successores officialem curie Argentinensi dare vel facere non debeant alium quam canonicum verum ecclesie nostre, proul etiam in nostra ecclesia in antiquis retroactis temporibus dinoscitur esse factum 1 2 . sextum quod, duobus vel pluribus pro beneficio quovis vacante contendentibus, fructus et proventus dicli bene- ficii lite pendente percepti vel percipiendi per loci archidiaconum aut eum vel eos, qui per ipsum [ad] -> eorum conservationem fuerint deputati, futuro rectori fideliter reserventur et lite finita integre assignentur. juravimus igitur omnes et singuli ad saneta dei evangelia corporaliter tacta a nobis, nos servaturos inviolabiliter omnia et singula prenotata nec contra ea venire vel impetrare a sede apostolica vel aliunde aut facere quoquomodo. actum in crastino exaltationis sancte crucis anno domini 1299-. Aus Würdtwein Nova subs. dipl. XIII, 295 nr. 77 (ex libro membr. maj. capit. Argent. dicto libro regulae fol. 26). 828- Johannes Schilt und Rembold Reinböldelin erklären als Bevollmächtigte der Stadt Straßburg zu Recht , daß der Stadt die Befugniß zustehe, Leute aus dem Bisthume als Bürger aufzunehmen. 1300 Mai 4. In der missehelle, die unser herre der bisscbof unde wir mittenander hant umbe die nüwen bürgere unde ir gilt, die der meister unde der rät entpfiengent, da daz bistftm ä sture was 3 , die an uns Johannesen Schiiten unde Reinbolten hern Rein- böldelins gelazen ist von der stelle wegen also, daz wir sprechen! sfilent nach unserre stelle vriheite reble unde gewonheite, als unser stat her gelegen ist, da sprechen wir uf unsern eit, daz unserre stelle vriheit reht unde gewonheit ist unde ist also her gelegen, daz meister unde rät bürgere entphahen mügent uf ir reht. ist er eigen wirt, er besetzet vor meistere unde vor rate in des jares vrist, alse reht ist, unde alse meistere unde rät erteilen!, wir sülent uns nut an in keren. were aber daz er einen crieg bette mit iemanne oder ieman mit ime, den erleg sol men kindlich machen meistere unde räte. unde erteilen! denne meister unde rat, daz ez ein reht crieg si, men sol ime zu dem erlege weder geraten noch beholfen sin. wand denne meistere unde rät, scheffele unde amman unde die bürgere gemeinliche uns alle ire gewalt in dirre Sache hant bevolhen unde och wir uns der Sachen hant angenomeu ze sprechenne nach unserre stelle vriheite rehte unde gewonheite, als unser stat her gelegen ist, da von sprechen wir, alse wir die Sache erkanl unde ervaren hant, daz die bekümbernisse von des zoges wegen, die unser herre der bisscbof a) Würdtwein on. ad. - Vergl ÜB. III, S. XX. 2 Am gleichen Tage wurde Friedrich von Lichtenberg zum Bischof von Straßburg erwählt. Vergl. Catalogus episcop. Argent. (Mon. Germ. SS. XVII, 118), 3 Von 1299 August 1 bis September 15. io 15 20 25 30 35 40 1300 177 hiez tun mit den glocken, als er sprichet, do er noch do probest was, an der güte, die unsere bürgere werden woltent, unde umbe daz, daz sie unsere bürgere werden woltent, daz er die tüte wider unserre stette vriheite relit unde gewonheite unde ze irrenne unserre stette vriheit reht unde gewonheit unde 5 alse unser stat her gelegen ist. unde sprechent darumbe, daz ez nüt ein reht crieg si, der unserre stette vriheit reht unde gewonheit geirren möge oder süle, unde sprechent, daz ez ein gewalt si. unde solte ez ein crieg sin, des wir nüt enjehent, der solte uns billicher anegan denne die nüwen bürgere, wände ez geschehen ist ze letzenne unde ze irrenne unserre stette vriheit reht unde gewonheit, als unser i° stat her gelegen ist. wir sprechent ouch, solte ez ein crieg sin, daz men eine glocken lüte unde spreche : ich wil der gut, die zu Strazburg bürgere werden wellen!, ziehen, also möhte ein ieclich herre, der umbe uns gesezzen ist, eine glocke heissen luten unde sprechen : ich wil aller der gut ziehen, die ze Strazburg bürgere werden wellent. damite würden wir entwaltiget unserre stette vriheite 15 rehtes unde gewonheite, daz wir darnach deheinen burger entpfahen möhtent. unde sprechent darumbe, daz daz glocken lüten uns nüt irren oder schaden süle an unserre stette vriheite reht unde gewonheite. wir sprechent ouch der stifte ze rehte, daz unsere bürgere uzzer unserre stat under daz bistüm, obe sie wellent, ziehen varen unde sitzen mügent glichen wis, als der stifte lüte in unsere stat ziehen inügent. 20 diz han wir gesprochen an der mitewochen nach dem meygetage, da von gotz gebürte waren! drizehen hundert jar. S aus Straßb. St. A. AA art. 1397 or. mb. c. 2 sig. pend., guorum 1 delaps. Das Siegel Schilts zeigt drei Adler. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 222 a ibid. bei Wencker Disqu. de ussburg p. 29 — 25 Lünig XVII, 876. 223. Die Stadt Straßburg setzt sich mit dem Bischof und Domcapitel über die Leistungen auseinander, zu welchen ihre neu aufgenommenen Bürger ans Molsheim dort noch verpflichtet sein sollen. 1300 Juni 22. Wir . . der meisten und der rät und die bürgere gemeinliche von Strazburg so verjehent, daz die nüwen bürgere von Mollesheim, die meisten unde rät entpfiengent, do daz bistüm astüre was 1 , sich mütwillicliche ane unsere geheisse und unbetwün- genliche mit gütem willen durch daz, daz daz laut in friden und in gnaden hübe, und durch daz, daz men nüt spreche, von iren wegen were crieg und urlöge uferstanden in dem lande, haut gelobet, daz ir güt, daz sie haut zü Mollesheim in 35 dem banne der gemeinde zü Mollesheim, süle helfen dienen jergeliches vünfe und sibenzig marg silbers und vünfzig vüder wines, also daz men viere jergeliches nemen süle der erbersten von der gemeinde von Mollesheim und zwene von unsern den nüwen bürgern von Mollesheim und daz die sehse die bette legen sülent utfe 1 Vergl. nr. 222. Str. II. 23 178 1300 den eit, den sie drümbe jergeüches tun sülent, uffe jedes mannes gut ane alle geverde nach der mazen, als er gut hei ligende in dem banne zu Mollesheim, alle die wile daz unser lierre der bisschof Friderich von Strazburg lebet, und ensülent über daz nütz nüt gebunden sin der vorgenanten gemeinde von Mollesheim weder mit üzzögen noch mit wachenne noch mit grabenne noch mit engem noch mit s anders deheime dienste ane alle geverde alle die wile, daz unser herre bisschof Friderich von gotz gnaden von Strazburg lebet, unde swenne er nüt enist, so sol die stift von Strazburg in alleme irme rehte sin und ouch die stat von Strazburg und die nüwen bürgere in alleme irme rehte sin, doch mit solicher bescheidenheit: were daz deheinre der vorgenanten nüwen bürgere von uns wider üzzüge und nüt 10 bi uns gesezzen were, als er gesworn het, der sol dem bistüme dienen in alle wis, als er vormals tet, e er unser burger würde, und sol in nüt schirmen, daz er unser burger worden ist und was, wände er sich von uns gescheiden het. und des zu ebne urkünde so hau wir unserre stelle ingesigel an disen brief gehenket. wir öch Friderich von gotz gnaden der bisschof von Strazburg mit willen und gehelle unserre is herren der tümeherren und des cappitels von Strazburg gelobent, daz wir die vorgenanten nüwen bürgere nüt vürbaz drengen sülent noch schaffen gedrenget mit güten truwen ane geverde, die wile daz wir lebent, wand als ez da obene bescheiden ist. were aber daz wir dawider teten oder ieman von unsern wegen, daz sülen wir ufrihten, swenne ez an uns gevordert wirt von iren wegen oder von 20 der bürgere wegen von Strazburg. und des zü eime urkünde so han wir unser ingesigel an disen brief gehenket. und wir . . der dechan und daz cappitel verjehent öch, daz ez geschehen si mit unserme güten willen, und hant darumbe zü eime urkünde unsers cappitels ingesigel an disen brief gehenket. wir» öch Yriderich von gotz gnaden der bisschof und daz cappitel und wir . . meister und rät und die ss bürgere gemeinliche von Strazburg verjehent bedesite annander, daz dise schidunge geschehen si mit unser bedesite gütem willen, und also daz die stift von Strazburg in aller irre vriheite rehte und gewonheite, als sie untz her gelegen ist, hüben süle, und öch also daz die stat von Strazburg in aller irre vriheit rehte und gewonheite hüben süle, alse die stat von Strazburg unze her gelegen ist, und 30 verjehent bedesite annander, daz dise schidunge der stift dekein schade süle sin noch öch der stat von Strazburg, wand sie geschehen ist zü disem male durch fride und durch gilt, diz geschach, da von gotz gebürte warent drizehen hundert jar an der mitewochen vor süniehten. 8 aus Straßb. St. A. AA art. 1397 or. mb. c. 3 sig. pend. Neben den hängenden Siegeln des 35 Bischofs, der Straßburger Kirche und der Stadt ist an zweiter Stelle noch ein viertes Siegelloch vorhanden ; doch fehlt auf der Rückseite der Siegelvermerk. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 69 d ibid. bei Wencker Disgu. de ussburg. p. 31 - Lünig XVII, 876. a) Von hier ab sind die Zeilen dichter gedrängt. 40 1300 179 224. Bischof Friedrich von Slraßbnrg fällt als Obmann seinen Schiedsspruch in einem Streit zwischen Meister Johannes von St. Amarin und den Bürgern von Straßburg über einen an dessen Hof begangenen Hausfriedensbmch. 1300 Äugtest 3 Dachstein. In der missehelli, du zwischent meister Johannese von sancte Amarinen ein site und den bürgern von Strasburg gemeinliche ander site gelazen ist an uns bischof Friderichen von Strasburg, da sprechen wir als ein obeinan ze reble darnach, als uns du sache von in und von irn ratluten beide site geantwurtet ist und uns unsers bistdümes dienstinan, die erbere riltere sint, geraten hant uf den eid, swas meister Johannes selbe dritte sines ersamen gesindes oder anderre unversprochener lute behöbet, das er verlern habe, davon das ime in sinen hof frevelliche gelöfen wart und üsgetragen, swas er darinne hatte, das suln ime die bürgere wider schaffen, ob- man es wider haben mag. ist aber das man es niht wider haben mag, vindet man danne die, den es wart oder die es namen, die ’sulnt die bürgere solich haben, das sü in eine hant so vil phenninge nemen, als sü behaben wellent, das es wert were, und mit der andern swern, das es niht besser were ane geverde, und sol man ime die phenninge geben, swas aber nieman alsus behaben und gelten wil, das sol man meister Johannese gelten, als er selbe dritte behöbet, das es wert were. bette aber er dehein buch verlern oder brieve, die man niht mag wider haben, die suln wir nach unserre pliaffen rate schetzen und sülnt sü ime die bürgere darnach schaffen vergolten, so sprechen wir umb das meister Johannes in sinen hof gejaget wart und sin hof und sine turn ufgebrochen würden! und sine knehte verwündel, das alles küntlich ist, swelhe meister Johannes der unvüge mit namen zihet, mag er die bezügen selbe dritte, so sol ime ir iegelicher, der schuldig wurt, bessern jar und dag üs der stat und mit ime uberein körnen, swen aber er niht erzügen mag, der sol ime sin reht dun mit dem eide. düt er des niht, so ist er schuldig und sol bessern, als da vor gescriben stat. und swer der heimesüchi und öch der wünden schuldig wurt, der ist zwo besserünge schuldig, eine von der heimesüchi und die andere von der wünden iewedere ein jar und mit ime uberein ze körnende, wir sprechen! öch, das gegen meister Johannese nieman, den er bezügen mag oder den er zihet und ime dafür niht swert, lidig mag sin da von, ob er vor den bürgern sine unscliulde hat getan, da meister Johannes niht clagende und öch niht zegegene was. so sprechen wir, swas meister Johannes und sine helfer den bürgern genomen bant, des er gibt oder die, den es genomen wart, küntlich machen! selbe dritte ersamer lute, das sol meister Johannes wider schaffen, ob man es wider haben mag. und da man es niht mag wider haben, da sol meister Johannes oder der, dem es wart oder der es nam, so vil phenninge, als er behaben wil, das es wert were, nemen in eine hant und mit der andern swern, das es niht besser were ane geverde, und sol ime die phenninge geben und da mitte gelten, so sprechen wir und heizen! als ein obeman, swas anderre vorderunge sü beide site wider enander hant von den Sachen, die an uns gelazen sint und umb die wir an disein brieve niht gesprochen 180 1300 hant, das die alle sulnl beide sile eiiivalleklicbe ahe sin. und sol öcli zwischent in und allen irn belfern beide sit ane geverde umb alle inissehelli und unfrüntschaft, die sü wider enander von den vorgenanten Sachen liant, eine ewige und eine stete süne sin und sulnl sü die süne beide site hinnan für stete haben und och versichern, September 39 als wir zwischent nü und sancte Michels mes, die ze nehest würt, heizen! und 5 sprechen!, wand wir unze zü dem selben zil wellen! ze rate werden, wie wir die süne heizen! versichern, das sü beide site stete blibe. und sulnl öch beide site hinnan zü dem selben zil, swenne sü wellen!, mit unsern brieven enander für uns dagen und zü den selben dagen vor uns oder vor dem, der danne an unserre stat da ist, ieweder sit beliaben und wider enander vordem und dün, als wir an disem 10 brieve gesprochen hant 1 . und swas sü ieweder sit uf enander da mitte behabent, das sol man wider geben gelten und ufrihten unz zü dem selben zil, als wir da vor gesprochen hant. und so das geschiht, so sint die burger, die meisten Johannes gevangen hat, und ir bürgen lidig und sol sü meisten Johannes lidig sagen und e niht. die selben bürgen süln öch unz zü dem vorgenanten zil gemüte han. ist öch is ieman ander den bürgen, die des gemütes niht wellen! und leisten!, wellen! die bürgere an der s!a! andere also güte geben, die sol meisten Johannes nemen und sol die erren, die des gemütes niht wellen!, lidig lau ane geverde. dis als hie vor gescriben stat, han wir der vorgenante obeman gesprochen ze Dabichenstein an der ersten mittewochen in dem ögeste, da man zalle von gotz gebürt drizehen a« hundert jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. delapso. Das Stück ist dreimal so lang als breit -, links unten befindet sich ein Schnitt mit • durchgesteckten Fergamentstreifen für das Siegel. 225. Die drei Capitel von Straßbnrg verbünden sich, um sich der Visitation 25 des Erzbischofs Gerhard von Mainz zu widersetzen. 1300 August 23. Gum reverendus / pater dominus Gerhardus dei gratia . . archiepiscopus Magun- tinus nobis . . prepositis . . decanis et eapitulis majoris, sancti Thome et sancti Petri ecclesiarum Argentinensium suis litteris et certis nunciis ad hoc missis notifi- caverit, se veile visitacionis officium per civitatem et dyocesim Argentinensem in clero et populo breviter exercere, nos per experienciam facti ecclesias et clerum civitatum et dyocesium Wormatiensis et Spirensis per eundem dominum . . archi- episcopum, cum ibidem nuper visitaverit, per inmoderatas extorsiones pecunie sub velamine visitationis factas invenimus intollerabiliter pregravatas. et ideo . . nos ad evitanda scandala dispendia et pericula talia, que nobis possent accidere in futurum, plurimis tractatibus inten nos ac deliberatione diligenti prehabitis, decrevimus . . nos veile opponere per vias juris hujusmodi visitacioni et extorsioni inique, qua idem 35 1 Vergl. nr. 227. 1300 181 dominus . . archiepiscopus non, que Jesu Christi sunt, sed que lucri humani sunt, querere intendil et pccunias nititur extorquere, et quia juxla doclrinain auclorum levius communia tangunt, nos ut eo fortius et commodius nos et ecclesias nostras predictas et personas earundem contra hujus iniquam visitacionem et extorsionem 5 defendere valeamus, nos ad invicem astringimus bona fide et in hiis scriptis nos et successores nostros sollempniter obligamus ad cooperandum ad invicem, defen- dendum, contribuendum expensas tarn utiles quam necessarias pro nostri juris tuicione in negotio memorato et ad assislendum ad invicem consilio auxilio bona fide. et si aliquam ecclesiarum predictarum vel quamvis personam ecclesie per io ipsum dominum . . archiepiscopum vel quemvis alium suo nomine et aucloritate occasione hujusmodi oppositionis vexari contingeret quoquo modo, nos ad defen- dendum ecclesiam vel personam de ecclesiis et personis predictis communibus expensis cooperabimur per appellationis refugium et prosecutionem et aliis modis quibuscunque pro posse et nosse. et ad id nos et nostros successores sub pena 15 ducentarum marcarum et per fidem per nos hinc inde prestitam presentibus obligamus, eo salvo, quod si aliqua persona de ecclesiis memoratis ab hujusmodi com- muni nostra defensione et contributione, consilio vel auxilio et aliis, que incumbent, se subtraxerit, ei vel eis personis, que se sic subtraxerint, omne suffragium con- suetum et conpassionem subtrahemus, ipsam seu ipsas a consorcio nostro quantum 20 ad negocium suprascriplum penitus excludendo. et nichilominus . . nos . . prepo- siti . . decani et capitula predicti et singule persone relique ecclesiarum predictarum ad observantiam omnium premissorum tenebimur et esse volumus obligati per fidem et sub pena superius memorata. prosequemur etiam jus nostrum et cujuslibet nostrum seu defensiones communibus laboribus et expensis, ita tarnen, quod expense 25 hujusmodi contribuantur proporcionaliter pro cujuslibet capituli reddituum quantitate juxta moderamen proborum et fide dignorum, quos ad hoc ab ipsis capitulis conti- gerit deputari. et si relique ecclesie vel monasteria et clerus civitatis et dyocesis Argentinensis nobis assistere voluerint et persistere nobiscum in dicto negotio et oppositione et contribuere et consilium et auxilium adhibere in omnibus, que ipsum so negocium contingent, nostris et eorum communibus laboribus et expensis nostra et eorum jura modis omnibus, quibus poterimus, defendemus sub modis et conditio- nibus suprascriptis. et si quod capitulum de dictis tribus capitulis in premissis negligens fuerit vel remissum, id in penam volumus suprascriptam incidere ipso facto, renuncianles quoad premissa beneficio restitutionis in integrum, accioni et 35 exceptioni doli mali et ei, quod opponi posset, quod sine consensu superioris nostri obligare nos et ecclesias nostras et capitula non possemus, litterisque impetratis a sede apostolica vel aliunde inpetrandis sub quacumque forma et omnibus aliis auxiliis et defensionibus, quibus contra premissa venire possemus in posterum vel juvari, et specialiter exceptioni declinatorie fori et judicum et loci convencione, si 40 aliquod capitulum de predictis tribus capitulis contra reliquum vel reliqua vel aliquam personam de capitulo super premissis non observatis aut super pena pre- scripta a sede apostolica vel aliunde voluerit litteras impetrare. predictam autem Obligationen! et confederationem ultra sex annos continuos durare nolumus pene 1300 182 pelicionc a , si eam medio tempore committi contigcrit et non solvi, post lapsuin dicti termini duratura, hoc adjecto, quod si forte durante confederatione predicta infra dictos sex annos occasione visitationis et oppositionis ejusdem lis seu causa cum dicto domino . . archiepiscopo vel suo successore inchoata fuerit et infra dictum lerminum non finita, nos ad prosecutionem ejusdem litis seu cause usque ad finem s tenebimur etiam post terminum memoratum. et in premissorum omnium testimo- nium . . nos . . prepositi 1 2 . . decani 3 et . . capitula predicti sigilla nostra presenlibus duximus appendenda. actum 10 kalendas septembris anno domini 1300. T aus Straßb. Thmn. A. lad. 1 (Privil.) or. mb. c. 9 sig. pend. Gut erhaltene Probst- Dekansund Capitelssiegel der drei Straßburger Stifter. m Gedruckt darnach bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de St. Thom. p. 340 nr. 56. 886. Walther von Geroldsech theilt der Stadt Straßburg mit, die Streitsache zwischen dem Bürger Johannes von Lahr und ihren Bürgern Zucheswert und Wolfelin sei durch Zahlung erledigt. \1300 im Sommer]. Wfaltberus] dominus de Geroltsecke discretis viris et honestis Johanni filio is Erbonis magistro civium et consulibus in Argentina paratam ad beneplacita volun- tatem. in causa, que vertitur inter Joliannem civem nostrum de Lare et Wern- herum dictum Zuckeswert et Wolfelinum concives vestros, nos et noster advocatus fideliter perscrutando penes tales personas, qui huic facto interfuerunt, interposuimus querendo diligenter de compositione facta inter ipsos, qui sub juramento coram 20 nostro advocalo deposuerunt, quod tota dissensio inter ipsos habita taliter fuerit sopita, quod dictus Wernberus Zuckeswert Omnibus computatis solvit dicto Jo hanni duas libras et quinque solidos. quam peccuniam Cünradus filius sororis advocati nostri predicti persolverat pro Wernhero concive vestro antedicto. et si supra- scriptis fidem non adhibueritis pleniorem, vestre discretioni precibus quibus pos- 25 sumus supplicamus, quatenus ad experiendam veritatem nobis cerlum nuncium vestrum transmittatis, qui de singulis supradictis vos faciet certiores. liii sunt b testes Al[bertus] advocatus , Burcardus, Cünradus dictus Sinner de Freisenheim et Waltlierus civis de Lare et alii quam plures. [in verso] discretis viris . . Johanni 30 magistro civium et consulibus in Argentina. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Oorp. K lad. 16 or. mb. lit. clausa. Von einem Siegel ist keine Spur mehr zu bemerken. Der Schriftcharacter des Stücks wie die sonst urkundlich nachweisbaren Personen weisen auf die Wende des 13. und 14. Jahrhunderts. 35 Johannes Erbe ist im Juni 1300 amtirender Meister 3 . a) T petitieione. b) S rep. sunt. 1 Nach den Siegellegenden war Probst am Münster Johannes de Florichingen, an St. Thomas Fridericus, an St. Peter Hugo. 2 Nach den Siegellegenden war Dekan am Münster Heinricus de Luphen, an St. Thomas magister 40 Johannes, an St. Peter Nicolaus. 3 Vergl. ÜB. III, 422. 1300 183 227. Bischof Friedrich ton Straßburg beurkundet die Axissage Meister Johanns von St. Amarin über den von benannten Straßburger Bürgern erlittenen Schaden. 1300 September 15 Qeispolsheim. Wir Friderich von gotz gnaden bischof ze Strasburg dünt künt mit disem r. gegenwerligen brieve allen den, die es angat ze wissende, das in dem jare, da man zalte von gotz gebürt dricehen hundert jar des nehesten dunresdages nach des heilgen cruces mes ze herbeste», meister Johannes von sancte Amarine behüp nnd bezugete vor uns ze Geisbolzhein alles, das hie nach gescriben stat, wider die bürgere und uf die bürgere von Strasburg in alle die wis und al darnach, als in io der missehelli, du zwischen! ime und den vorgenanten bürgern an uns gelazen wart, wir ime erteilt und gesprochen hatten beidesite ze rehte und als ime darnach des selben dages an die selbe stat gedaget was. er behup und bezugete, da ime in sinen hof ze Strasburg frevelliche und mit gemeineme zugeschreie gelöfen wart, das er da verlure und ime genomen und usgetragen wurde, swas er da hatte in 15 lnise und in liove, und das ime, des er da also verlor, noch niht sint wider worden zwei buch, eines das man heizet ein digestum vetus, und ein andres, das man heizet decretales, und sprach, das ime du zwei buch lieber werin danne vierzig marc Silbers, darnach behup er einen brief, den er erworben hatte in dem hove ze Rome, dem man sprächet in latine litlera dispensa- 2 o tionis super defectu natalium, darnach einen brief, den er uf den selben sin hatte von dem kung Rudolfe, darnach einen brief, den er uf den selben sin sime süne erworben hatte von dem kunge Adolfe, darnach einen brief, den er hatte über vierzig viertel geltes, die er köfte. so behup er, das er verlorn hatti alle sine brieve, die er hatte über sine gotzgaben, wie ime die worden worent, und die 25 brieve, die er hatte über die kirchün ze Jebenshein ane den urteilbrief. so behup er öch einen brief, den er hatte darüber, das er mit des bischovis geheile von Basele widerleit hatte vier Schillinge zinses, die sin hof ze sancte Amarine dem lutpriestere ze sancte Amarine schuldig was, mit dem aggere, den er dafür der kirchün gap. darnach behup er, das er verlorn hatti eine sügenie und einen mantel ao und einen kugelhüt mit schineveheme und des selben einen rog und eine blawe süggenie mit schinevehe und eine süggenie und einen rog und einen kugelhüt mit zendote von Trippei und einen daphart und einen mantel eins blawen ze ritende und einen roten kugelhüt mit schinevehe und einen blawen kursat gefütert mit wemminen von küngelin und einen beiletz von kungelin rüggen und eine kuter 35 von zendal und eine kuter von scherter und ein uberrüke und einen kutzhüt und ungesnittens düches ze ermeln an sehs par kleider. das gewant alles schazte er drü und vierzig phunt Strasburger phenninge. so behüp er eine und vierzig ein linins düches, des ie du ein kostete zwo unze Baseler, und ein arnbrost von stein- bocliim hörne, das er schazte umb ein phunt, und eine bekihube in eime hüte und eine colier, dü zwei schazte er umb ahzehen Schillinge, und zwei nüwe höbet dücli umb zehen Schillinge, und ein swert umb sehs Schillinge, und einen schrin a) S herbeste übergeschrieben. Das ganze Datum auf Rasur. 184 1300 umb drisig Schillinge, und a sehs gülu bette umb vier phunt, und zwene phulwen umb drizehen Schillinge, und drü stülküssü ein dünnes und zwei dicku und vier höbetkussü, die schazt er umb ahte Schillinge, und zweit lilachen umb sehs Schillinge und ein phunt, und zwei dischelachen und zwo hanckwehellen und ungewebens garnes ze vier und vünfzig ein, das schazt er umb nünzehen Schillinge, und eine Serie und ein stüllachen umb vier Schillinge, und vunf erine hevene umb sehs Schillinge und ein phunt, und vier kessele umb vierzehen Schillinge, und vier phannen umb vierzehen Schillinge, und ein rostysen und isenine spisse umb zwene Schillinge, und vünf siner leibe und eine site b speckes umb vierzehen Schillinge, und ein gros beggi umb ein phunt und ein kleine beggi umb sehs Schillinge, und sehs zinine kannen und zwei muschevessellü umb vierzehen Schillinge, und eine zinine flesclie um drie Schillinge, und einen blawen und einen swarzen mantel, die waren einer megde, und einen sattel und einen watsack und eine sömerhut zu eime sömere und einen andern watsack, er behup öch eines knehtes sattel, den schazt er umb nün Schillinge, und einen zürn umb ahte Schillinge und ane das ander hus- geschirre, die eins phundes wert waren, und eine kiste wart zerbrochen, die schazt er umb siben Schillinge, und ein ander kiste umb drie Schillinge, und ein guldin vingerlin, das schazt er umb zwei phunt, und zwei barel umb zehen Schillinge, und vünf amen rotes wines umb drizig Schillinge, und ein wambesch umb ahte Schillinge, und zwo kolier und zwo bekihuben, die ze knehten horten, umb vünfzehen Schillinge. so behup er, das ime dürn und wende gebrochen weren gegen zehen Schillinge, er behup öch, das er in Baseler phenningen in grozen und in kleinen turneien und an anderre munse verlure gegen vier und zwanzig phunden, der wart ime widere vier phunt kleiner turneie. er behup öch, das er verlure, des ime nilit wider wart, drie und drizig marc silbers und das ime zwene schrine zerbrochen wurden, die kostetent wider ze machende sehs Schillinge, öch behup er, das sin kneht Grezhart verlure an werde gegen vier phunden zweier Schillinge minre und Elliu sin dienst 6 gegen ahte Schillinge und Fritzelin sin schuler einen rog, der kostete einen und zwenzig Schillinge, darnach beliüp er und bezugete, als er solle, uf Petermanne und Clawesen hern Johannes Panfelins süne, das sü in frevelliche in sime huse und daheime sühten und ime desselben males sinen kneht verwundeten. und uf die andern alle, der namen hie nach gescriben slant, behup er und bezugete den frevel und die heimesüchi, als er solle und ime des dages für uns gedaget was. dis sint der namen, uf die er die heimesüchi alsus behup : her Johannes Panfelin, DiemarJ Halsberger des Liebencellers kneht, Peter Swarher, Gonrat sin kneht, der Fiminin sun der eitere, her Reinbolt Stupenweg 0 der junge, Friderich Murre und Arnolt f Westerman der herren kneble in Galhesgassc, Bla- menser, Ripelin hern Hug Ripelins sun, Johannes Dietheriches sün vor dem munster, Kretz an der obern straze, Obselins sün der alte, Schilling der fescher der alte, Heinzelin Lenzelins sün, her Hug von Kagenegge, Johannes der süter, der bi des hus von Mulnheim gesessen ist, Burcart hern Peters sun von Schönegge, Ilorwelins a) und iibergeschrieben. b) site Iibergeschrieben. c) S diest. d) im Briefhuch A : Dietmar, e) über dem p ein verwischtes b. f) hinter Arnolt ein gelöschtes der. 1300 185 stin der alte, Nicolawes Kage, her Gonrat Ripelin, Johannes sin brüder, Gonrat Vehe, Johannes Egene, Jacob Jacobes sun des pisters, Conzelin Dasche der goltsmil a , Wisbrötelin der junge, Dietze des Swarbers dohtersun, Hayersda der junge in dem fronehove, Johannes Breiten sin des Euters, Bünbeler, Niclawes Ruli Eberlins 5 sun, Jacob der Kellerin sin, Kornelius sin der junge, her Hug hern Hug Wiriches sin, Reinbolt hern Reinboldes des Suzen sin der eitere, Johannes der sin von Ilohenloch und Gotzelin sin brüder, Johannes Bart, Werlin Kise, her Helfenstein der ritter, Hug Kuchimeister, Willehelm Schöp und Hanfsat. und des zu eime urkinde ist unser ingesigel an disen brief gehenket. io 8 aus Straßb. 8t. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. delapso. Das Stück ist äußerlich eben so beschaffen wie nr. 224. 228. Frater Ranutius Galaritanus, Adenulphus Gonsanus et frater Basilius Jerosolimitanus Armenorum archiepiscopi, frater Jacobus Calcedoniensis, frater Antonius Chenadiensis, Nicolaus Neocastrensis, frater Nicolaus Turtibulensis, Man- i 5 fredus sancti klarer et Ramboctus Gamerinensis episcopi omnibus penitentibus et confessis, qui ad ecclesiam sancti Petri Argentinensis in festivitatibus nativitatis, epiphanie, resurrectionis, ascensionis domini et pentecostes, nativitatis, purificationis, annunciationis et assumptionis beate Marie virginis, beatorum Petri, in cujus honore ecclesia ipsa constructa est, Pauli et Jacobi apostolorum, Johannis baptiste et evan- 20 geliste, Michaelis archangeli, sancte crucis, beatorum Stephani, Valentini et Lau- rentii martyrum, Silvestri, Nicolai et Martini confessorum sanctarumque Katerine, Lucie, Margarite et Agnetis virginum, Marie Magdalene, in feste omniuin sanctorum, in dedicatione ipsius ecclesie neenon in feste sancti Oswaldi ac per ipsarum festivi- tatum octavas causa devotionis et orationis accesserint annuatim, vel qui ad fabricam 25 seu reparationem, ornamenta luminaria sive ad alia ecclesie necessaria manus porrexerint adjutrices, aut qui in sanitate vel infirmitate quidquam eidem ecclesie legaverint, sive qui presbitero ecclesie deferenti sacram eucharisliam ad infirmos devolam fecerint comitivam, vel qui, quandocunque et quotienscunque in altari sancti Oswaldi ejusdem ecclesie missa vel alia divina officia celebrantur, devote 30 intererint, singuli singulas quadraginta dierum indulgentias de injunctis penitenciis relaxant. «quoniam ut ait apostolus. » datum Rome anno domini 1300 mense octubris, 14 indictionis, pontificatus Bonifacii pape octavi anno 6 . 1300 October Rom. ’ B aus Straßb. Bez. A. G fase. 4702 or. mb. c. 9 sig. pend. partim laesis. 229. Otto von Girsberg bittet die Stadl Straßburg, sie möge ihren Bürger Stampf veranlaßen, daß er ihm die eingelösten Pfandstücke zurückgebe, [um 1300]. Honestis viris et discretis R. magistro civium et consulibus in Argentina 0[tto] dominus de Girsperc promtain ac b obsequiosam in omnibus voluntatem. noveritis, a) 8 goldmit. b) S ad. Str. II. 24 186 1300 — 1301 quod quidam concivis vester dictus Stampf pignora nostra nobis. a obtinuerit, que ab ipso jam dudum sunt redempla. quare vestram disscrecionem affectuose duximus deprecandam, quatenus concivem vestram predictum ad hoc inducatis, quod nobis pignora nostra redere faciat et disponat. et quidquid nobis aut certis nunciis nostris per vestram sentenciam adjudicatum fuerit, inplebimus ut tenemur. [in verso ] magistro et consulibus in Argentina. 8 aus Straßb. St. A. im Briefbuch A fol. 269 a eingelegtes loses Blatt, or. mb. Ut. clausa c. sig. in verso impr. laeso. Bas ganze Stück ist auf Basur geschrieben. Schriftcharacter wie Sachverhalt weisen auf die Zeit um 1300. Bie Sigle des amtirenden Meisters ist wohl mit Reimboldo aufzulösen. 230. Walther von Oeroldseck bittet die Stadt Straßbur ff, sie möge seinem Koch Walther zum Antritt einer Erbschaft verhelfen, [um 1300]. Honorandis viris magistro et consulibus Argentinensibus W[altherus] dominus de Geroltsedke salutem cum promptitudine serviendi. cum Waltherus cocus noster servus super hereditate sibi a quodam cognato suo defuncto attinente coram vobis tractatum habuerit et vos eidem diem assignaveritis recepturo coram vobis comple- mentum justicie, quia personaliter Interesse non poterit, predictam causam relicte ipsius defuncti, cujus heres existit, committere judicandam decrevit. rogamus ergo vestram honestatem, quatenus dictam matronam ad vestram velitis vocare presenciam inducentes eam, ut prestito juramenlo dicto W althero addiceret, quod sibi attinere videbitur. et prout ipsa dictaverit, idem Waltherus ratum habere curabit non babi- turus super biis de cetera actionem. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 238 b mit der Ueberschrift daz die von Strazburg dez von Geroltzecke diener eins erbes bi in mit dem rehten helfen süllent. Für eine nähere Batirung des Stücks fehlt jeder Anhaltspunkt, der Aussteller ist wohl identisch mit dem von nr. 226. 1 231. Fridericus episcopus Argentinensis plebanis et vicariis per civitatem Ar- gentinensem constitutis mandat, quatenus malefactores quosdam, qui sub noctis silentio et furtim extra muros atrii et ambitus ecclesie Argentinensis in laudem et honorem gloriose virginis matris domini dedicate nuper sacro sanctissimi puerperii tempore transcendentes precipuam officinam refectorium ecclesie invadebant, fornacem destruebant et fenestras confringebant ausu sacrilego, moneant, quod infra octo dies a die monicionis computandos deo et virgini patrone, decano quoque et capitulo ecclesie Argentinensis salisfactionem congruam et emendam exhibeant, alioquin sen- tentias excommunicationis et alias penas diebus dominicis et festivis accensis candelis pulsatis campanis inter missarum sollempnia contra illos publicent. «horrendi nimis.» datum in crastino circumcisionis domini 1301. Januar 2. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 3466 fol. 155 jj cop. ch. sec. XVI. a) Loch im Pergament, am Anfang scheint ein v, am Schluss iter zu stehen. 1 Es würde dann Walther III von Geroldseck-Lahr sein, der 1315 zuletzt urkundlich nachiveisbar ist. Vergl. Ruppert Gesch. d. Hauses u. d. Herrschaft Geroldseck. S. 86 ff. io 15 20 25 30 35 40 1301 187 232. Ablaßbrief des Bischofs Iwan von Lacedämon für das Kloster St. Wilhelm in Straßlmrg. 1301 März 8 Straßburg. Frater Ywanus dei gracia Lacedemonensis episcopus gerens vices reverendi patris ac domini Friderici eadem gralia Argentinensis episcopi universis Christi 5 fidelibus salutem in domino sempiternam. cupientes de divino munere nobis collato a monasterium ecclesiam zymiterium et altare fratrum ordinis sancti Wilhelmi in Crutenowe in civitate Argentinensi juxta pontem sancti Stephani, [que] h anno domini 1301 feria quarta post dominicam Oculi consecravimus, condigno proteetu per Christi fidelium honorare frequenciam, omnibus vere penitentibus confessis et io contritis in dedicacione annuali, quam singulis annis volumus celebrari dominica proxima, qua cantatur Judica me domine, in honore beate virginis, beati Wilhelmi, beate Katherine ac omnium apostolorum, et in festis patronorum predicto monasterio ecclesie zymiterio et altari per octavas ipsarum sollempnitatum omnibus ibidem devotis convenientibus et querentibus indulgencias vel qui manus porrexerint adju- ib trices, de omnipotent!s dei misericordia confisi beate Marie virginis et apostolorum Petri et Pauli quadraginta dies de injuncta penitencia nec°quinque annos venialium ex parte nostri in nomine domini misericorditer relaxamus. datum Argentine anno et die predictis. in cujus rei testimonium sigillum nostrum presentibus duxi- mus appendendum. 20 H aus Straßb. Hosp. A. lad. XXXIII fase. 42 or. mb. c. sig. pend. laeso. 233. König Albrecht, Bischof Friedrich von Straßburg, Bischof Peter von Basel, die Landgrafen im Ober- und Nieder-Elsaß, die Städte Straßburg und Basel richten einen Landfrieden auf vier Jahre von Johanni ab ein. 1301 \April\. Wir Albrecht von gotz gnaden der Römische künig, Friderich von der selben 25 gnaden bischof zu Strazburg, Peter öch von gotz gnaden der bisschof zu Basile und wir. . die lantgraven in dem obern und in dem nidern Elsaze, Peter von Schönnecke der meister und der rat und die bürgere gemeinliche von Strazburg, Cönrat der Schaler, dem men spricbet Rummelher, der meister und der rät und die bürgere gemeinliche von Basile tünt kunt allen den, die disen brief gesehen! und 30 gehören! lesen, daz wir der künig bi unserre küniglichen trüwen und wir die andern bi geswornem eide, den wir getan hant, überein sint kumen eines gemeinen lantfriden von der Selse untz an die Birse und von dem Rine unz an den Wasichen, alse daz bistüm zu Strazburg begrifet, und von der Birse unz an den Wasichen, alse daz bistüm von Basile gät, und oueb jensite Rines alse daz bistüm zü Straz- 35 bürg gat, hinnan unze sante Johanneses mez und dannan über vier jar nach einander ane underlaz vür uns und vür alle die unsern, also doch, daz wir der bisschof von Basile und die bürgere von Basile jensite Rines ungebunden sint; und aber hie dissete Rines sin wir nüt me schuldig noch gebunden ze helfenne wände von Mürz 8 13 03 Juni 24 a) H collatis. b) Zu ergänzen que. c) Zu ergänzen non. 188 1301 der Birse unz an die Sorne. und jensile llines so ist nieman von dis frides halben gebunden durch walt ze helfenne. alle pfaffen und alle geistliche lüte und alle gotzhuser die sülent in diseme friden sin und silent in irme rehte und in irre vriheite hüben, und alle edele lüte graven frien und dienstlute, die disen friden gesworn haut zwissclien den vorgeschriben ziln oder noch swernde werdent, und r. alle stette und bürge und vestenen und dörfer und dinghöve, die in diseme friden gelegen sint, der sol ieclichez hüben in sime rehte. die stat zü Strazburg sol mit namen hüben in irme rehte und in irre vriheite. ouch sol die stat ze Basile mit namen hüben in irme rehte und in irre vriheite. wir Friderich der bisschof von Strazburg und wir Peter der bisschof von Basile verjehent des, daz weder wir noch 10 nieman, der in unsern bistfimen ist gesezzen, beholfen sol sin von dies lantfrides halben umbe deheiner slahte ding, die beschehen sint vor den winahten, die nu warent. die nüwen zolle sülent ouch abe sin, swa si gemachet sint uf dem lande oder uf dem wassere 1 . und swer disen friden brichet, beschihet daz in unserme dies küniges gerihte, daz sol der, an dem er gebrochen ist, oder sine frünt an unsere pflegere, is die hie nidenan genemmet sint, selbe vordem oder mit gewissen hotten und brieven, und sülent unsere pflegere zehant ane geverde uf den eit botscheften und embieten dem, der den friden gebrochen het, daz er in den nehesten ahte tagen daz widertu und bessere, daz er also begangen het. tut er dies nüt, so sol derselbe unser pfleger alle die, an die von aller der vorgenanten herren wegen dirre fride gesetzet so ist, die hie nidenan mit namen geschriben stant, die sol er alle manen mit hotten und mit breiven uf den eit, ob er ez mit siner mäht ane sie nit volle enden mag ane geverde. und sülent die denne, als ez hie nidenan bescheiden ist, in den nehsten ahte tagen dernach, so sie gemant werdent, bi irme eide mit solicher helfe und mit solicher mäht, als sie alle oder die zweiteil under in uberein küment, uf den eit den ss twingen, der den friden gebrochen het, daz er widertü und bessere, daz er wider den friden getan het. mag aber er ez ane die andern gebessern mit siner mäht, so sol men niemanne me manen umbe helfe, wirt aber dirre fride gebrochen in unserme des bisschofes gerihte von Strazburg, so sol mens vordem, alse da obenan geschriben stat, an die, die von unsern wegen derzü gesetzet sint und hie nidenan geschriben sv stant. und sülent die denne uf den eit beide umbe daz widertün und umbe daz bessern tun und gebaren in alle wis, alse da ebene von dies küniges pflegern geschriben stat. in dirre selben wise sol men tun ane alle geverde, obe der fride gebrochen wirt, do mens an den bisschof von Basile oder an die lantgraven in obern und in nidern Elsaze vordem sol. und sülent die, die von iren wegen derzü ss gesetzet sint, und hie nidenan geschriben stant, derzü tün uf den eit in alle wis, alse da ebene geschriben stat. wirt aber er gebrochen, do ez die bürgere von Straz- 1 Am 7. Mai 1301 hob König Albrecht in einem an die Städte Köln, Mainz, Trier , Worms, Speier, Straßburg, Basel und Konstanz gerichteten Schreiben die unrechtmäßigen Rheinzölle von Bacha- rach bis Schmithausen auf und forderte diese Städte auf, in einem Landfriedensbunde die Erhebung 40 jener Zölle von Seiten der Rheinischen Erzbischöfe und Herren thätlich zu hindern. Mon. Germ. LL. II, 474 u. Lacomblet UB. f. d. Gesch. d. Niederrh. III, 5 nr. 8 nach dem Or. i. St. A. von Köln. — Mitth. a. d. St. A. v. Köln 4, 45; Böhmer R. Alb. nr. 339. 1301 189 lmrg anegäl, da sol mens vordem an den, der denne wissenthafl burgermeister ist. und sol er denne uf den eit schaffen, swelich burger von Strazburg den friden gebrochen het, daz er daz widertü und bessere in den nehesten ahte tagen, beschehe das niht, so sülent die andern bürgere alle von Strazburg und die andern dis frides 5 eitgenossen den twingen, also da vor von den andern geschriben stat. zu glichen wis sol der burgermeister von Basile tun, obe dirre fride gebrochen wirt, do ez die bürgere von Basile anegät, ze bessernde alles mit der bescheidenheit, die hie nidenan geschriben stat. alle geste und alle frömede lute, sie sint varnde blibende oder wesende in dem vorbescheidenen begriffe, die sülent disen selben friden hau, xo als es da obenan bescheiden ist. wirt och ieman gevangen in dis frides begriffe und wirt darus gefüret, da sülent alle dis frides eitgenossen bi dem eide ir helfe und ir mäht zu tun, das der gevangene lidig werde und solich unrecht gebessert werde mit irre mäht, alse die uberein küment uf den eit, an die dirre fride ge- setzet ist, sie alle oder daz zweiteil under in. würde aber der lantfride gebrochen is obwendig der Birse unz an den Howenstein und unz an Goldenfeils, derzü sint die, die nidwendig des Eckenbaches geseszen sint, helfe niht gebunden, und süllent abir alle die, die obwendig geseszen sint, helfe unz dar gebunden sin. riebet öch ieman deheine tot gevehte oder wunden, die unz her geschehen ist und noch un- versünet ist, domitte ist dirre fride nüt gebrochen, swer aber vürbas wunt wirt, 20 dem sol men rihten, alse men von wunden rihten sol. und swer erslagen wirt, des fründen sol men rihten, alse men davon ze rehte rihten sol, in den nehesten ahte tagen, men pfendet öch wol umbe küntliche korngülte und wingülte a und zinse, und gät daz öch niht an den lantfriden. anders sol nieman den andern pfenden ane gerihte. het sich aber ieman verbunden mit sinen brieven, daz men in pfenden 25 süle ane gerihte, den sol men pfenden an sime eigene, an sime erbe, an sime lehene und an sime pfände, het aber ein gotzhus oder ein closter gut oder lüte, der aber er voget ist, an dem güte und an den lüten sol men in nüt pfenden. swa die, an die dirre fride gesetzet ist, alle oder die zweiteil uberein küment uf den eit, daz ein herre oder ein stat oder ein bürg oder ein dorf, do der fride gebrochen so wirt, selbe mügent gebessern daz, damitte der fride gebrochen wirt, do sol men niemanne me zü manen umbe helfe, da sie aber uberein küment b uf den eit alle oder die zweiteil, daz men helfen sol, swer denne dar niht kumet mit soliher mahl ane geverde, alse sie uberein küment uf den eit, der sol meineidig und trüwelos und erlös sin und sol uswendig dis frides sin. und sol men abe ime rihten 35 und ensol ime nieman rihten. swa mitte dirre fride gebrochen wirt, das sol men widertün und bessern, alse die, an die ez gesetzet ist, sie alle oder die zweiteil under in uf den eit uberein küment. were aber daz sie sich davon mahtent und die besserunge Verzügen! durch mütwillen, so sülent sie meineide sin und uswendig diz frides sin. irret aber ir deheinen ebeftigü nöt oder herren not oder einre lihte 40 stürbe, so sol der herre, von dies wegen er derbi was, einen andern derzü schicken an sine stat ane alle geverde. der sol öch denne swern, alse der erste i) S und wingülte übergeschrieben mit etwas blässerer Tinte % wohl von gleicher Hand. b) S kümement. 190 1301 gesworn helle, und so er geswerl, so ist der eit alwege stete, alle die gut, die zii erbe geluhen sint von altere her, die sülent in der gewonheite stau, als ez her kümen ist, die wile dirre fride wert, swer disen friden niht geswert, ieder man vor sime rihtere, in den nelisten zwein maneden, so dirre fride gekündet wirt von Stetten zu stetten, von bürge zu bürge, von dorfe zu dorfern, den sol men danah nüt me empfahen in disen fride und sol ime öch nieman rillten und sol men abe ime rihten. sprichet aber der rihter, er habe nüt gesworn, bezüget er denne mit zwein ersamen mannen, daz er gesworn habe, dies sol er genieszen. ist aber ieman uswendig landes oder siech oder gevangen, so er dies entladen wirt, so gat alrerst dise satzunge über in. die prelaten die tünherren und die phaffen die sint dies eides erlassen durch erberkeit. dis sint die wir der künig rihtere über den friden gesetzet haut von unsern wegen : Johannesen Ulrichen von dem Hus, Johannesen den schultheissen von sante Pülte und Johannesen den schultheissen von Ehenhein, so han wir der bisschof von Strazburg von unsern wegen gesetzet her Cünen von Geispolzhein und hern Cünen von» Bütenhein, und wir der bisschof von Basile Johannesen von Wartenvels, der unser pfleger ist ze 8 war zenberg, so han wir der obere lantgrave von unsern wegen gesetzet hern b .von Schönenberg, der gesessen ist zu Ensishein. so ist von dies nidern lantgraven wegen her Walther von Matzenhein. so ist öch von der bürgere wegen von Basile, der ie burgermeister ist. so haut öch die bürgere von Strazburg iren burgermeister, der sol ie einen zu ime nemen, der die drizehen wochen vür sich mit ime vare. daz dis war und stete sie, darumbe han wir die vorgenanten herren und stette unser ingesigele zu eime urkönde an disen brief gehenket. der wart besigelt, do men von gotz gebürte zelte drizehen hundert jar und ein jar. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 73 cop. mb. coaeva. Das Pergament ist lineirt, unten am Band kaum eines Fingers Breite leerer Baum. Das z zeigt im ganzen Stück eine besondere eigenthümliche Form. Was die Datirung anbelangt, so wird der Abschluß des Landfriedens wohl in den April 1301 zu setzen sein, wo König Albrecht urkundlich am Oberrhein erscheint. Jedenfalls ist er vor 1301 Mai 2 zu legen, wo schon der neue Bath der Stadt Straßburg mit Groz Erbe als Meister fungirt. Vergl. UB. III, 422. Gedruckt darnach bei Obrecht Academica p. 330—335 — Lünig VI, 7 = Du Mont Corps univ. diplom. I », 327 — Mon. Germ. LL. II, 475, wo der Abschluß des Friedens zu spät nach Speier verlegt wird. — Trouillat Mon. de Bäte III, 678. Vergl. Kopp Gesch. d. Eidgen. Bünde III, 2, 82 — 84. 234. Meister und Rath der Stadt Straßburg verbieten das Auslesen der Pfenninge . 1301 December 14. Wir Johannes von Mulnheim der meister unde der rat von Strazburg tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! unde gehören! lesen, daz wir mit rate unde gehelle hern Nyclaweses des alten Zornes eines miinissemeisters unde der münissere aller und öch mit willen unde gehelle aller unserre scheffele unde durch des landes unde unserre stette unde menliches nutz unde nötdurft haut verbotten, daz nieman 5 IO 15 20 25 30 35 40 a) S von über geschrieben. b) Lücke gelassen in S. 1301 — 1302 191 unserre bürgere, er si münisser oder nüt oderjude, dekeinen pfenning erlese hinnan fürder me, swaz münissen oder pfenninge ez si, sie sint deine oder gröz. swer daz breche, der git zehen pfunt unde sol zwei jar von der stat sin eine mile. were öch daz ein dienst, ez si die frowe kneht oder jungfrow r e, die pfenninge erlese, so sol 5 der würt, des gesinde ez ist unde in des gewalt ez geschibet, zehen pfunt bessern unde zwei jar von der stat sin eine mile. der öch nüt der pfenninge hette ze geltenne, der sol zehen jar vür die pfenninge uze sin. und swer also uzvert, der sol nüt herin varn ane urlöp meisters unde rätes. die pfenninge, die also zu besserungen vallent, als ez da vor bescheiden ist, sülent werden unserre stette unde dem ungelte, würde io öch ein gast oder ein lantman mit solichen pfenningen begriffen, die erlesen werent, von dem sol men rihten nach rehte. wände öch dise satzunge unde diz gebot gütlich erberlich unde nütze ist richeme unde armen der stette unde dem lande, davon sol ez iemerme wem unde sol dekein meister noch rät hie nach dekeine gewalt haben diz gebot abe ze lazenne. und swenne ein rät abegät, so sol der rät der abegät, io deme räte der anegat, in den eit geben, daz er dise gebot stöte habe unde nüt abe- läze. unde des zu eime urkünde so han wir unserre stette ingesigel an disen brief gelienket. der sint zwene unde der münissemeister sol einen haben unde der andere sol ligen uffe dem turne, unde wurden! gegeben an dem dunrestage nach sante Lucien tag, do men von gotz gebürte zalte drizehen hundert jar unde ein jar. heran waren 20 wir Gröz Erbe, her Reinheit Brandecke, her Johannes von Mülnheim unde her Hug Rihter die vier meistere u. s. w. folgt der Rath. S aus Straßb. St. A. Münzsachen art. 23 nr. 4 or. mb. c. sig. pend. Gedruckt darnach i. d. Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. II, 412. 25 235. Dietrich von Girbaden schließt mit der Stadt Straßburg eine Sühne um seine Gefangenschaft und stellt dafür vier Bürgen. 1302 Januar 24. Ich Dieterich von Girbaden tun kunt allen den, die disen brief gesehen! unde gehören! lesen, daz ich mit den bürgern von Strazburg überein kamen bin mit minre fründe räte einre gantzen unde einre stäten süne umbe die gevengnisse, die 30 mir von in beschehen ist in irre stat, unde han geswornen an den heiligen einen gestabeten eit urvöhte, unde daz ich den bürgern unde der stat von Strazburg umbe die getät niemer dekeinen schaden tun sol noch schaffen getän ane alle geverde. unde daz sie deste sicherre sint, darumbe han ich in zu bürgen gegeben unver- scheidenliche hern Anshelmen den Heiden den voget von Wasselnheim, hern Johan- 35 nesen von Hohenstein, hern Eberharten Frentschen von Landesberg unde hern Dietschelinen von Ephiche mine fründe und mine mäge also : were daz ich die süne breche, daz got wende, swa daz her Cüne von Geisboltzheim, her Heinrich der burcgrave von Doroltzheim unde her Johannes von Hohenstein erkantent, sie alle oder daz mörre teil under den drien bi dem eide, den sie iren herren haut gesworn, io daz sol ich den herren von Strazburg abelegen unde abetün in den ahte tagen, so die drie gesprochen liant oder daz merre teil under in. unde sülent ouch die drie gesprochen han in den ahte tagen, so sie drümbe gemant werden! bi dem eide. *x=*=5?*5g 192 1302 tMe ich des mit, so sülent sich mine die vorgenanten bürgen enlwürten in die stat zu Strazburg zu rehter giselschefte oder zu Ehenheim, zu Erstheim oder zu Bene- velt, in swelhe der stelle sie wellent, ane wandelunge in den ahte tagen, so sie drümbe gemant werden zu huse unde ze hove oder munt wider munde, ane geverde, unde sülent die giselschaft leisten unde halten alse lange, unz daz der breste würt ufgerihtet. brechent sie die giselschaft oder deheinre under in, den, der da brichet, den sol men angrifen unde pfenden mit gerihte unde ane gerihte. unde ensol daz gän an dekeinen lantfriden noch an dekein gerihte, ez si geistlich oder weltlich, ez ist ouch also beredet in dirre selben süne, were daz die bürgere von Strazburg mich oder die mine oder min gut angriffent, daz sol ich meistere unde rate von Strazburg künden unde clagen unde mit in darumbe tage unde stunde leisten, benement sie mir sin nüt mit minnen oder mit rehte, griffe ich sie darüber an, darumbe sol ich dise süne nüt gebrochen han; doch sol ich in e widersagen, e ich sie angrife. were och daz deheinre minre fründe oder deheinre minre herren deheinen crieg bette mit den bürgern von Strazburg, wolle ich dem helfen ane geverde, so sol ich in erberlichen widersagen unde sol öch damitte die süne nüt gebrochen han. daz diz war unde sttzte si, darumbe han ich min ingesigel an disen brief gehenket zu eime urkünde. wir öch Anshelm der Heiden, Johannes von Hohenstein, Eberhart Frentsche von Landesberg unde Dietschelin von Ephiche die vorgenanten bürgen verjehent allez, daz da vorgeschoben stat, unde gelobent a ez stete ze habenne unde ze leistenne bi unsern truwen ane geverde. unde des zu eime urkünde so han ouch wir unsere ingesigele an disen brief gehenket. diz geschach an der miltewochen nach sante Agnese tag, do men von gotz gebürte zalte drizehen hundert jar unde zwei jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 5 sig. pend., quorum 3 delapsa. Erhalten die Siegel des Höhensteiners und des Landsbergers. Das Stück ist ein Palimpsest. Gedruckt zum Theil aus dem Briefbuch A fol. 147 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 77 nr. 824. 236 Hesso von Griffenstein, obmann in der sache zwischen «Heinriche deme Uotzheler von Hagenowe unde Johannese von Wasselnheim eime burger von Straz- purg» um Heilewige Wasselnheim’s lochter und um die mitgift, die Johannes von Bisecke derselben zu einem seelgeräthe gab, spricht zu recht, dass der decliant selig von s. Peter vogt des kindes war vor geistlichem gerichte und dass, da der dechant vom Johannes von Bisecke das gut des kindes wegen empfieng «ze hove und an allen den Stetten, do men es enpfohen solle », Heinrich der Uotzheler das kint soll ungeirrt lassen an dem gut, weil das kint zu demselben recht hat. zugleich urtheilt er, da Wasselnheim bewiesen hat, dass das, was er thut, er des dechanten willen thue, so sei er dem Uotzheler zu keinem Schadenersätze verpflichtet, ferner sei, «sit Wasselnheim daz erzüget het mit erbern gezügen, daz er deme Uotzheler alwegent rehtes gehorsam waz vor dem rate ze Strazpurg oder vor deme a) 5 gelobet. 5 10 15 20 25 30 35 40 1302 193 schultheisse, do er ze rehte solle stän, und der Dotzheler des nüt enwolte », der Dotzheler dem Wasselnheim zum vollen Schadenersätze für alles, was er ohne ge- richt gethan hat, verpflichtet. «ich sprich ouch, als die ratlute sprechen! her Eberhart von Ilittendorf, her Johannes von Witersheim, daz daz gebrochen si, daz ze s Drachinfels gesworn wart, do sprich ich, sit do also gesworn wart, wenne sich es zwene anegenemenl von Strazpurg und ouch die swürent von Hagenowe nüt ze kommende, si sprechen! denne, daz die denne, die do zu Drachinfels sworent, irs eides lidig werent, sider ich daz erfaren han, daz die ze Hagenowe kument und ouch do ze hlibende, untze si daz reht gesprochen!, daz sprich ich, daz die ze io Drachinfels sworent, daz die lidig sint und nüt gebrochen hant. ich sprich ouch umbe die zweine her Peter von Schonnecke und her Glawes von Kagenecke, die do sworent ze Hagenowe ze hlibende, untze sü daz reht gesprochen!, und daz kunt- lich ist, daz sü vor libes not nüt getörstent hüben, und dernoch sich wider der entwurtettent und men ir sprechen ander werbe nam, von in do sprich ich Hesse io von Griffenstein uffe minen eit, daz sü ungebrochen hant und den von Strazpurg an irme rehte nüt schaden sol». zum beweise hängt er sein ingesigel an diese urkunde, die gegeben wart, «do men zelte von gotz gebürte drizehen hundert jar und zwei jar an dem zistage noch der liehtmes». Februar 6. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. delapso. 20 Vergl. Batt Das Eigenthum zu Hagenau II, 499. 237. Der Schultheiß von Straßburg schlichtet den Streit zioischen der Stadt Straßbnrg und den Brüdern Walther und Wilhelm von Schäffolsheim. 1302 De- cember 11. Die missehelle, die gewesen ist zwischen den meistere und dem rate und den 25 bürgern von Strazburg einsite und hern Weiter von Schaftolzheim und hern Wilhelme sinen brüdere und irn frunden andersite umbe die gevengnisse, daz her Danris und her Wilhelm gevangen wui*dent, die an uns den. . schultlieissen von Strazburg gelassen ist bedensite, daz wir eine gewonliche süne drüber sprechen sulnt, do spreche wir der vorgenante schultheisse, daz her Danris und her Weiter ao und her Wilhelm urvehte verswern sülnt zu den heiligen vür sich und alle ire frünt und ire belfere bedensite, die in die süne genomen sint, und spreche daz ze, rehte uf minen eit, daz sü daz bedensite einander tun sulnt und eine ganze gesworne süne han sulnt bedensite ane alle geverde. und sol die süne stete han a der meister und der rat von Strazburg vür sich und unsere bürgere und ire belfere, 35 und her Weiter und her Wilhelm von Schaftolzheim vür sich und ire frünt und ire belfere, die in die süne genomen sint, ane alle geverde. und des zeime urkünde ist unser ingesigele an disen brief gehenket. das geschach an dem eihestage vor sante Lucientag, do von gotz gebürte waren! zwei jar und dricehen hundert jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. Gut er- 40 haltenes Siegel mit dem Zorn’sehen Wappen. Von der Legende ist deutlich zu erkennen : sigillum Nicolai, das letzte Wort ist fraglich, vielleicht Zornonis. a) S han nachträglich ähergeschrieben wohl von gleicher Hand. Str. II. 25 194 1303 238. Sillmebrief der Städte Straßburg und Spieler. 1303 April 18. Wir . . der rat und die bürgere gemeinliclie der stat von Strazburg unde wir . . der rat unde die bürgere gemeinliebe der stat von Spire tunt kunt allen den, die disen brief gesehent oder gehören! lesen, daz wir durch friden Ironien unde gemach aller unserre bürgere von iewederre stat sint ellencliclie versünet unde verslihtet aller der missehelle, die wir mittenander haben! unde liant gehebet biz an disen liutigen tag, alse hie nach geschriben stat : umbe die gevengnisse, die dem Ronere, der unser der stat von Spire burger ist, geschach von dem von Löbegaszen, der vierzig marg Silbers müste geben umbe sine lidigunge, unde wir jahent, daz uns die von Strazburg daz abelegen soltent, ist ez also geret, daz wir die bürgere von Strazburg vierzig marg silbers dar verluhen baut, unde baut von unsern wegen hern Albrehten Rü- lenderline 8 unde hern Götzen von Grostein rittere unde wir die bürgere von Spire hern Johan Cranich unde hern Sygelmannen Guntrammen erwelt unde erkorn rat- lüte unde scheidelüte in der vorgenanten sache also, daz sich die selben viere Mai 19 entwürten sollen! zu Wiszenburg an dem nehesten sunnentage vor pfinkesten, die nu ze nehest kument, uf iren eit ane geverde, ez enwerde denne von redelichen Sachen widerbotten unde zu ei me andern tage gezogen, do inne wir miden sülent bede sile uf unsern eit alle geverde. unde sülent die ratlüte uns beden siten in der vorgenanten Sachen rillten mit minnen, obe sie mügent. möhtent sie des niht getün, so sülent sie verhören ieweder site unsere rehte vorderunge unde schirm unde allez, daz wir ieweder site vürlegen wellen!, unde sülent daruf ein reht sprechen uf iren eit . unde waz sie alle oder daz merre teil under in also ze rehte gespre- chent uf den eit in der selben sache, daz geloben wir bede site stete unde veste ze habenne mit güten truwen. diz sülent sie inewendig vierzehen nahten tun von dem tage, so sie sich zu Wissenburg geentwürtent. were ez aber, daz sich die ratlüte zweietent, so sülent unsere ratlüte von Strazburg bi irme eide kiesen einen obeman in dem rate zu Spire oder under zwelven zu Spire erbern unde biderben lüten uszewendig des rates, die der rat von Spire in benemment oder geschriben geben!, daz sol ouch geschehen in den vierzehen nahten, den sollen! die bürgere von Spire solich halten, daz er sich der sache underwinde unde sülent denne allez daz, waz wir ieweder site vürgeleit hant unde warumbe sie sich gezweiet hant, geschriben zwei par unde besigeln mit ir aller vierre ingesigeln oder mit andern küntlichen ingesigeln, die sie daran bitten! henken, unde sülent daz geben ieweder parte zu entwürtenne deme obemanne, unde wanne daz geschihet, so mügent die ratlüte ieweder site heim varn. unde sol denne der obeman daz ansehen, daz ime also besigelt geentwürtet würt von einre oder von beden parten, unde sol uffe sinen eit darüber ein reht danach in eime manade sprechen, unde zu welher slette ratlüten er gevellet mit sime reht sprechende, daz sülen wir ieweder site stete haben mit güten truwen unde ane alle Widerrede, daz ist also : sprechen! die ratlüte unde der obeman, obe sich die ratlute zweien!, daz wir die bürgere von Strazburg die vierzig marg gelten sülent, so ensülen wir sie nüt a) Hülenderline auf Rasur. 5 10 15 20 25 30 35 40 1303 195 widerheisschen. sprechent aber sie, daz wir sie nilit gelten silent billiche, so silent die bürgere von Spire sie uns widergeben oder schaffen widergegeben, uffe dise gelazenne Sache silen wir beden site einander widergeben gentzliche unde garwe allez, daz wir einander genomen unde bekimbert baut in iewederre stat, unde 5 silent öch einander abelegen gewönlichen schaden, der von leistenne oder von wuchere daruf gegangen ist ane alle geverde. den schaden hau wir . . der rat unde die bürgere von 8 pire geahtet den bürgern von Strazburg uffe vierzehen marg oder darunder, dariber sol ez niht sin. den schaden mag der rat von Strazburg vir ire bürgere, von den der schade ufgegangen ist, zu Spire wol geben, obe er wil; io aber unsere bürgere von Spire, die zu Strazburg die lite versetzet unde verbunden haut, silent abelegen gewönlichen schaden, der davon zu Strazburg ufgegangen ist, alse da vor geret ist . des schaden sol ouch sin under vierzehen marken, unde han wir ieweder site mit guten truwen gelobet getruweliche ze werbenne, daz der schade geminret werde bede site. wir silent öch ieweder site keinen schaden einander abe- 15 tun, den wir ieweder site gelitten haut von sumnisse der köfmanschefte ane alle geverde. die selben vier ratlite und der obeman, alse da vor geredet ist, silent öch sprechen unde gewalt han zu sprechenne glicher wise uinbe den brief, den die bürgere von Spire haut von uns den bürgern von Strazburg, unde sie sprechent, daz wir in den brief niht gehalten habent unde davon ire bürgere her Ebelin selige vor 20 dem minstre unde her Voitze selige von dem Zalböme, daz jetze rüret ire erben beim Wernhern Sydinswantzen unde hern Ebelinen hern Ebelins seligen sun, zu schaden unde zu möge wurdent getriben, daz sol ouch' also stau, sprechent die ratlite und der obemann, alse da vor geret ist, daz wir die bürgere von Strazburg in die benne, die darumbe geschehen sint, nach dem brieve silent abelegen, daz 25 silen wir tun unde silent die clegere solich haben, daz sie zü Spire varent in die stat unde vor geistlicheme oder vor weltlicheme gerihte da reht von in nement. daz silent sie in öch tun unverzögenliche, vor welheme gerihte zü Spire die clegere wellent, ane geverde. aber umbe den schaden, der davon ufgestanden ist den zwein vorgenanten bürgern von Spire unde iren erben den vorgenanten, ist ez also ao geredet : sprechent die ratlite und der obeman, daz die vorgenanten bürgere von Spire genieszen soltent des brieves und daz die clegere von in zü Spire reht nemen müsten, alse da vor ist geret, wellent denne die klegere darumbe vor dem rate oder vor den burgermeistern von Spire nemen von in ein unverzögen reht, alse sie erteilent uffe den eit, daz sie tün silent nach irre stette rehte, so sol der 35 schade ieweder site abe sin gentzliche unde ellencliche. woltent sie aber vor geistlicheme gerihte da zü Spire tedingen mit in, so silent die clegere oder die stat von Strazburg in abetün unde gelten den schaden, den die selben vorgenanten bürgere von Spire gelitten hant wider der gelibde des selben brieves. des schaden sol sin zweinzig marg unde niht me ane geverde. sprechent aber die ratlite und der io obeman, alse da vor geschriben ist, daz wir des lidig silent sin, des silen wir öch genieszen unde ouch die klegere. umbe den brant und den schaden, der zü Neckerowe geschach den bürgern von Spire, ist ez also geredet, daz daz abe sol sin gentzliche, waz do geschach den bürgern von Spire. aber umbe Johanne von 196 1303 Zeissinkeim, der von uns den bürgern von Spire geborn ist, der da nilit unser burger was unde sider unser burger worden ist, sol ez also stan : wil der selbe Johan diz mit uns niht stete lian, so sülen wir in heiszen von uns varn unde silent ime darzü weder raten noch helfen unde silent in ouch niemer wider ent- pfahen zu bürgere, er habe sich e gesetzet mit den von Strazburg ane geverde. umbe die gelat zu Bingen han wir also mittenander ibertragen: waz do uns bürgern von Spire geschach, daz lazen wir gentzlichen abe unde verzihent uns gütliche dar- umbe gegen den bürgern von Strazburg. ist aber daz Heinrich in der Saltzgaszen unser burger von Spire, dem ein brüder an der gelät erslagen wart, iemannen von Strazburg des dotslages schuldiget oder zihet nu oder hernach, den sol er uns dem rate von Strazburg nennen . den silen wir . . der rat von Strazburg solich haben, daz er eintweder des jehe oder dervir swere. vergib et er des oder wil sin niht jelien oder öch niht swern davir, den silen wir darzü twingen, daz er daz beszere gote unde hern Heinriche dem vorgenanten, alse biderbe lite wisent unde bescheident ane geverde. were ez aber, daz die bürgere von Meintze oder von Wormesze, die ouch schaden nament zu Bingen an der selben getat, uns darumbe oder anders war- umbe woltent angrifen unde urlöugen, helfen! in darzü die von Spire, alse sie sich vor lange verbunden hant einander ze helfende 1 , daran sulent sie niht wider dirre süne tun. woltent aber die bürgere von Spire den bürgern von Meintze oder den von Wormesze helfen, so selten! sie uns den bürgern von Strazburg e erberliche vor widersagen, geschehe ouch, daz die bürgere von Spire die bürgere von Strazburg von der bürgere wegen von Meintze oder von Wormesze angriffent in die wise, alse da vor bescheiden ist, wirt denne den bürgern von Strazburg statte, sie migent wol erkobern iren schaden an den bürgern von Spire, die wile der crieg wert, in glicher wise als an den bürgern von Meintze oder von Wormesse. unde sol damitte die süne nüt sin gebrochen, unde zü eime urkunde aller der vorge- schribenen dinge so han wir die bürgere von Strazburg unserre stelle ingesigel an disen brief gehenket unde wir die bürgere von Spire ouch unserre stelle ingesigel an disen brief gehenket. der wart gegeben an dem dunrestage nach uzgander ohsterwochen, do men von gotz gebürte zalte drizehen hundert jar und drü jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. 2 sig. pend. Die beiden großen Stadtsiegel wohl erhalten, das Straßburger an rother, das Speierer an grüner Schnur. Dazwischen noch die Löcher für ein drittes Siegel. 239. Beschluß des St. Peterscapiiels Uber Aufnahme und Unterhalt von Chorschülern. 1303 April 26. Nos . . deccanus et capitulum ecclesie sancti Petri Argentinensis de volunlate et consensu expresso domini . . prepositi ac . . scolastici ecclesie predicte statuimus et ordinamus, cum hucusque defectum quam plurimum in clioro nostro scolarium ha- 1 Das Bündniß der drei Städte Mainz, Worms und Speier von 1293 August 12, vergl. Hilgard Urlc. z. Gesch. d. Stadt Speier S. 134 nr. 180. 1303 197 buissemus, quod perpetuo singulis annis duodecim quartalia siliginis deputentur pistanda et de eisdem panes faciendo quatuor scolaribus, qui frequentent cliorura et ad horas cantent, ad arbitrium deccani, qui pro tempore fuerit, ipsos panes mi- nistrando. qui eciarn deccanus, quos choro viderit expedire, assumet scolares, alicujus 5 contradictione non obstante. de dictis autem quartalibus capitulum octo ministrabit et . . scolasticus alia quatuor de suo officio ministrabit. potest eciarn deccanus scolares assumere et repetiere et reassumere et iterum repetiere et mutare eosdem et corri- gere tociens et quocienscunque choro videbitur expedire. volumus quoque hoc statu- tum inter alia nostra statuta connumerare et ab omnibus presentibus quam futuris io perpetuo observari. in cujus rei testimonium sigilla nostra videlicet nostri deccani et capituli una cum sigillis predictorum dominorum . . prepositi et scolastici presentibus sunt appensa. et quia dictum statutum cum toto suo tenore de nostrorum . . prepositi et scolastici processit volunlate, eidem nostrum prebemus consensum expres- sum et, sicut jacet, volumus ab omnibus observari. et in eorum testimonium sigilla io nostra presentibus fecimus apponi. actum et datum 6 kalendas maji anno dornini 1303. B aus Straßb. Bes. A. G fase. 4707 or. mb. lit. pat. Der untere Band ist abgeschnitten, jedoch sind zwei Siegelschnitte noch erkennbar. 840. Die Stadt Speier beurkundet , daß die Stadt Straßburg und sie selbst auf 2 o gegenseitige Geldansprüche verzichtet haben. 1303 Juni 20. Wir die meistere der rat und die bürgere geineinliche von Spire tunt kunt allen den, die disen brief selient oder ^ horent lesen, daz die vierzig marg Silbers, die der . . ineister und der rat und die bürgere von Strazburg luhent umbe des Koners gefengnisse, den der von Löbegaszen vieng', uns haut durch liebe und durch frünt- 25 schaft und durch dekein reht varn gelaszen und gelobent, daz wir es durch dekein relit haben sollent noch vurziehen sollent nu noch hernach zu dekeime rehte. dawider liant och wir den bürgern von Strazburg varen gelaszen zwanzig marg Silbers, die si uns geben sotten han von der benne wegen hern Ebelins selgen vor dem munster und Volzen zu dem Zalböme. und des zu eime urkunde so han wir in disen 30 brief geben besigelt mit unsere stete ingesigele. der wart geben an deme dunres- lage vor sante Johannes baptisten dag, da men zalte von gotz gebürte driuzehen hundert und driu jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. 241. Heinrich von Schopfheim schwört der Stadt Straßburg Urfehde und stellt 35 dafür sechs genannte Burgen. 1303 August 30. Ich Heinrich von Schopfheim tun kunt allen den, die disen brief gescheut unde gehören!, lesen, daz ich gesworn han an den heiligen urvehte gegen . . den bürgern a) S eder. 1 Vergl. nr. 238. 1303 198 von Slrazburg von der gevengnisse wegen, daz sie mich gevangen hetlenl, und lian gelobet bi dem selben eide, daz ich eine gantze und eine stete süne von der gevengnisse und der Sachen wegen mit in haben süle und daz ich in von der vorgenanten Sachen wegen deheine schaden tun süle noch schaffen getan ane alle geverde. und hau in darumbe zu bürgen gegeben unverscheidenliche hem Rudolfen Ragen den 5 Schulmeister von Haselahe, hern Wernhern von Schopf heim den kircherren zu Altheim minen brüder pfaffen, hern Gonraten von Schöwenburg, hern Wernhern Ragen, hern Rudolfen Höwemessern unde hern Rudolfen Ragen von Vendenlieim rittere also: were daz ich oder ieman von minen wegen wider die süne tele und daz die vier meistere von Slrazburg, sweihe denne meistere sint, erkantent uff'e den eit, daz 10 ich die süne gebrochen helle von der Sachen wegen, so sülent sich mine die vorgenanten bürgen in den vierzehen tagen, so sie gemant werdent von . . meistere unde von . . rate, entwürfen in die stat zü Slrazburg nach rehler giselscliefte unde sülent da leisten alse lange, nutz daz sie ufgerihtenl den schaden und den bresten, den ich den bürgern von Slrazburg getan habe ane geverde. brechent sie die gisel- is schaff, so sülent . . die bürgere von Slrazburg mich und mine die vorgenanten bürgen unverscheidenliche angrifen unde pfenden mit gerillte unde ane gerihte, swie ez in füget, unde ensol daz gan an dekeinen lantfriden noch an dekein gerihte, ez si geistlich oder weltlich, nement och die bürgere von Slrazburg der pfendunge und des angrifennes deheinen schaden, den sol ich unde mine die vorgenanten bürgen 20 in abetün unde gelten ane geverde. ez ist ouch also beredet, were daz einre minre fründe missehelle hefte mit . . den bürgern von Slrazburg, hülfe ich deme ane geverde, damite sol ich dise süne nüt gebrochen lian ; doch sol ich . . den bürgern von Slrazburg einen manode e widersagen erberliche, were och daz ich eine missehelle oder deheinen bresten hienach gewünne von der bürgere wegen von Slrazburg, 25 den bresten sol ich . . dem meistere und deme rate von Slrazburg künden unde clagen. unde leitent sie mir den bresten danach in einem manote, so ich in in küntlich gemähte, nüt abe, wolle ich sie denne darumbe angrifen, so solle ich in aber einen inanot vor e erberliche widersagen, diz habe ich gesworn stete ze habenne ane alle geverde. unde des zü eime urkünde so hau ich min ingesigel an disen brief gehenket. wir 3(1 öch Rüdolf Rage der Schulmeister von Haselahe, Wernher von Schopfheim der kircherre zü Altheim, des vorgenanten Ileinriches brüder von Schopfheim pfaffen, Gonrat von Schöwenburg, Wernher Rage, Rüdolf Höwemeszer und Rüdolf Rage von Vendenheim rittere die vorgenanten bürgen verjehent, daz wir uns verbunden hant in alle wise, als ez da vor geschriben stat, unde gelobent ez öch stete ze habenne 35 unde zü leistenne mit güten truwen ane alle geverde. unde des zü eime urkünde so hant öch wir unsere ingesigele an disen brief gehenket. diz geschach an dem fritage nach sante Adolfes tage, do men von gotz gebürte zalte drizehen hundert jar und drü jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. lit. pat. Der untere 40 Rand der Urkunde ist abgeschnitten. 1303 — 1304 199 242. Bischof Friedrich von Straßburg trägt dem Glems seiner Diöcese auf, Betrüger festzunehmen, welche mit gefälschten Urkunden zum Schaden der Straßburger Münsterfabrik sammeln. 1303 November 21. Fridericus dei gracia Argentinensis ecclesie episcopus universis archidiaconis a 5 plebanis et vicariis per suam dyocesim constitutis salulem in domino. ex parte rectoris fabrice ecclesie Argentinensis nobis gravis querela innotuit, quod videlicet quidam falsarii per nostram dyocesim Argentinensem subditos vestros falsis circum- veniant instrumentis in dei contemptum et nostri honoris ac dicte fabrice non modi- cum detrimentum. quocirca vobis et singulis vestrum sub pena viginti solidorum io dicte fabrice solvendorum precipimus et mandamus, quatenus, ubicunque locorum in vestris districtibus prefati falsarii fuerint per nuncios dicte fabrice deprehensi, nostra auctoritate vestram diligenciam adbibere curetis, quod iidem detineantur et conser- ventur, quousque de ipsorum falsitate justum judicium consequi valeamus. datum 11 kalendas decembris anno domini 1303. 15 F aus Straßb. Frauenh. A. Donationsbuch 2 fol. 199 *> cop. ch. d. a. 1406. 243. Bischof Friedrich von Straßburg weisl den Dekan des Domcapitels an, wie der Beschluß desselben, betreffend die Vertheilung der Denare an die Gano- niker und Präbendare, durchzufilhren sei. 1304 Februar 22 Neuweiler. Frfidericus] dei gratia episcopus Argentinensis discreto viro decano ecclesie 20 Argentinensis in Christo dilecto salutem in domino. vobis et omnibus, quorum interest, intimamus, quod nos deliberatione prehabita de bonorum consilio statutum ecclesie vestre de distributione denariorum in choro ecclesie vestre canonicis et pre- bendariis presentibus facienda editum declaramus esse taliter observandum, quod eorundem denariorum distributio fiat canonicis juxta modum et consuetudinem ecclesie 25 vestre in administratione carnium observatam, prebendariis vero omni die, qua matutinis aut misse publice et vesperis interfuerint, fiat similiter, prout ipsos con- tingit, eorundem denariorum distributio integraliter, tanquam aliis horis canonicis omnibus illa die presentes fuissent. igitur statutum predictum, in quantum ultra pre- scriptam nostram interpretationem seu declarationem inportare et servare b seu quem- 30 quam artare videtur aut posset, auctoritate ordinaria revocamus. actum Novill[ari] 8 kalendas martii anno domini 1304. B aus Straßb. Bes. A. G fase. 3465 nr. 195 cop. ch. sec. XVI. Schlechte Abschrift. a) F archiepiscopis. b) Verderbte Ueberlieferung. 200 1304 244. Benedictus papa XI decano ecciesie sancti Petri Argentinensis iisdem fere verbis ac Honorius IV decano ecciesie de sancto Germano 1 mandat, quatinus bona monasterii sancti Marci extra muros Argentinenses alienata vel distracta ad jus et proprietatem ejusdem monasterii legitime revocare procuret. «ad audientiam nostram.» datum Laterani 5 idus martii pontificatus nostri anno primo. 2 1304 März 11 Rom Lateran. II aus Straßb. Hosp. A. lad. 89 fase. 15 or. mb. Bulle an Hanfschnur. Kostenvermerk - - mit Haken darüber, darunter Jo. Fulg. Schreibervermerk P. Reät. Oben rechts in der Ecke zweimal schräg durchstrichen M. Auf dem Rücken durchstrichen Jo. de Argentina, darunter im doppelten Rahmen mit Kreuz darüber N Waldini von anderer Hand als der erste Dorsualvermerk. 245. Pabst Benedict XI gestattet den Straßburger Dominikanern, unrechtmäßig erworbenes Out, dessen Eigentlmmer nicht zu ermitteln sind, im Werlhe bis zu 500 Mark Silber anzunehmen. 1304 März IG Rom Lateran. Benedictus episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . priori et conventui ordinis predicatorum Argentinensibus salutem et apostolicam benedictionem. meritis vestre religionis inducimur, ut vos illa prosequamur gratia, quam vobis fore nosci- mus oportunam. volentes igitur vestris necessitatibus ex nostra providentia subsidium aliquod provenire, auctoritate vobis presentium indulgemus, ut de usuris rapinis et aliis male acquisitis, si illi«, quibus horum restitutio fieri debeat, omnino sciri et inveniri non possint, usque ad summam quingentarum marcharum argenti recipere valeatis in necessitales vestras totalitär convertendam, si alias b pro similium recep- tione gratiam a nobis non fueritis assecuti, ita quod hii, qui predicta vobis contu- lerint, ad restitutionem eorum, que per eos taliter collata fuerint, cuiquam faciendam minime teneantur. nulli ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre conces- sionis infringere vel ei ausu temerario contraire. si quis autem hoc attemptare pre- sumpserit, indignationem omnipotentis dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum ejus se noverit incursurum. datum Laterani 17 kalendas aprilis pontificatus nostri anno primo. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 or. mb. Bulle an rothgelber Seidenschnur. Links Kostenvermerk VIII, darunter Jo. Fulg, noch tiefer ein der 9 ähnliches Zeichen und darunter pro P. Ge. Schreibervermerk N. Leonard. Oben links ein 1, in der Mitte an durchgestrichen, rechts R. Procuratorvermerk im Doppclrahmen mit Kreuz darüber N. Waldini. Darunter R[egistratura] dccnn. Die Zälü ist verwischt und nicht mit Sicherheit zu lesen. Regest bei Grandjean Le registre de Bencnt XI p. 389 nr. 601. a) folgt eine kleine Rasur. b) alias mm Tkeil auf Rasur. 1 Vergl. nr. 103. 2 Vom gleichen Datum ist ein zweites Breve Benedicts XI gleichlautenden Inhalts für das Straßburger St. Elisabethkloster i. Straßb. Hosp. A. lad. 90 fase. 9 mit denselben Kanzleivermerken. Nur unter dem Procuratorvermerk rechts findet sich noch ein P oder R und auf der Mitte des Rückens ein nicht mehr lesbares Wort. Bulle an Hanfschnur. 5 io 15 20 25 30 35 40 1304 201 246 . Meister und Rath der Stadt Speier beurkunden, daß die Stadt Straßburg mehreren genannten Speierer Bürgern vollen Schadenersatz für zu Straßburg genommenes Gilt gewahrt hat. 1304 März 16. Wir die meistere und der rat von Spire tunt kunt allen, die disen briet gesehenl & und geboren! lesen, daz Sygeline Hüne, Ronere, Nortwinde, Anshelme von Münpel- gart, Cunrate von Triere, Iluge von Swebichenheim, Nyclase zu dem Risen, Heinriche Reheime, Johannese von Zeisinkeime, Heilmanne Lentzen, Neudunge von Hagenbüch und sime sune unsern bürgern, den ir gut zü Strazburg von Löwen Sygebrehte, Heinriche Mülnere und Heinriche sime sune, Berhtoldes vrowen des 10 Smerwers, Burcarte Glaser, Rüdolfe von Bischovisheim, Sygeline Hirten, Hanemanne unde Clauwese sinen brüdern, Hermanne Mendewines sune, Johannese Mylcher, Heinriche Löchmanne, Clauwese Giffingere, Johannese Rieh arte, Arnolte dem schif- manne mit dem einen ögen, Götzen Leuten, Walthere und Clauwese sinen brüdern, Heinriche von Bischovisheim und Johannese Müniclie bürgere von Strazburg genomen i5 wart, widertan ist gentzliehe und garwe. und sagent die vorgenanten bürgere von Strazburg und die stat von Strazburg ledig vür uns und alle unsere bürgere und verzihent uns gegen in darumbe, also doch, were ieman under unsern bürgern, der in lande niht gewesen were und dem sin güt zü Strazburg bekümbert were, dem sol sin reht behalten sin, als es betedinget ist, kumet er hinnan untz zü dem so meyelage und danach nüt me ane geverde. daz selbe reht sol och behalten sin den htm < bürgern von Strazburg in unserre stat untz zü deme vorgenanten zile und nüt me ane geverde. daz dis war und st@te si, darumbe ist unserre stete ingesigel von Spire an disen briet gehenket zü eime urkunde. der wart geben, da man zalte von gotz gebürte drizehen hundert und vier jar an dem mantage nach sante Gregorien tage. 25 S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. delapso. 247 . Bischof Friedrich von Straßburg bestätigt einen Beschluß des Bomcapitels über die Verwendung der Pfrundeneinhünfte von abwesenden und verstorbenen Ganonihern. 1304 März 19. Fr[idericus] dei gracia . . episcopus Argentinensis reverendis in Christo . . so decano et capitulo ecclesie Argentinensis sinceram in domino karilatem. cum nuper a vobis ob utilitatem ecclesie nostre ordinatum sit taliter et statutum, quod videlicet vestris concanonicis singulis de licencia sui . . decani existentibus in Studio inposterum vel ad presens, quamdiu perstiterint in eodem, de proventibus prebendarum suarum una marca argenti tantum, annuatim quolibet quatuor temporum 85 per fertonem, a singulis mansurnariis vestris ultra prebendam antiquam debeat ministrari, quamdiu nobis -> placuerit et visum fuerit expedire, item quoniam statuis- tis, quod, si quis concanonicorum vestrorum nullis obnoxius debitis decesserit intestatus, proventus anni gracie prebende sue cedere debeant totalitär choro vestro et, a) 'Kohl verschrieben für vobis ? Str. II. 26 W' 202 1304 si que reliquerit debita, in solucionem illorum converti debeat de eisdem proventibus ad modum antique prebende, remansuris residuis diclo choro, proventus vero anni sequentis proxime utilitati et necessitati vestre ecclesie debeant applicari, ita tarnen, qnod taliter vel alia quavis morte defuncti successor in canonicatu et prebenda eos- dem proventus cum decem marcis argenti capitulo vestro dandis ab ipso redimere & valeat, si voluerit, et habere et nichilominus idem successor sex marcas argenti pro cappa decora deportanda ad divinum officium in choro vestro et alibi a festis consuetis debeat elargiri, qui si adeo breviter decesserit vel de ecclesia vestra tam- diu absens fuerit, quod ex hoc ab ipso predictam pecuniam consequi non possetis, nichilominus de proventibus antiquis prebende sue et anni gracie predictas decem i« marcas et sex marcas pro cappa recipere valealis, ideo nos ordinationem hujusmodi et statutum approbantes consensum et auctorilatem nostram eisdem presentibus litteris inpertimur sigilli nostri munimine roboratis. datum 14 kalendas aprilis anno domini 1304. B aus Straßb. Bez. A. 6 fase. 2719 or. mb. c. sig. pend. delapso. Das Stück zeigt eine 15 merkwürdig flüchtige Schrift. 248. Der Comthur und die Brüder des Straßburger Deutschordenshauses verpflichten sich der Stadt Straßburg, die mit der Stadt Speier geschlossene Sühne derselben zu halten. 1304 April 23. Wir brüder Albreht der commentüre und die brüdere gemeinliche des lutschen 20 huses zu Slrazburg tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! und gebären! lesen, daz wir mit gemeineme rate und gewilliche hant gelobet den bürgern von Strazburg vir uns und alle unsere nachkumen und ze vorderst von brüder Günratz wegen von Schafhusen stöte ze habenne den sünebrief, den . die bürgere von Spire hant von . . den bürgern von Strazburg, der besigelt ist mit beder stette 2 s ingesigeln 1 . und hant darumbe entpfangen von . . den bürgern von Strazburg drizig pfunde pfenninge. und sint öch die in unsern und unsere huses nutz kumen. und geloben! öch, ist daz wir clagen wellen! uffe hern Ebelins seligen erben vor dem münstere und uf hern Voltzen seligen erben zu dem Zalböme von Spire von der Sachen wegen, die wir gegen in hant von brüder Gonratz wegen von Schafhusen, 30 daz wir daz tün sülent vor geistlicheme gerihte in der stat zü Spire, als an demselben sünebrive geschriben stat, ane alle geverde. und derzü binden wir uns und unser hus mit diseme gegenwertigen brieve. und des zü eime urkünde so han wir den bürgern von Strazburg disen brief gegeben besigelt mit unsere huses inge- sigele von Strazburg. diz geschach an sante Georien tage, do men von gotz 35 gebürte zalte drizehen hundert jar und vier jar. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 24 or. mb. c. sig. pend. delapso. a) ursprünglich aliis. 1 Vergl. nr. 238. 1304 ‘203 249 - Rudolf von Olterbach trifft mit der Stadt Straßburg einen Ausgleich über seine Verluste im Drachenfelser Kriege. 1304 Juni 27. Ich Rudolf von Olterbach ein ritter tun kunt allen den, die disen brief gesehent unde gehören! lesen, daz meistere unde rat und die bürgere von Strazburg sich 5 mit mir liepliche gütliche unde ellencliche verrihtel haut umbe zweihundert schaf unde hundert lember, die genomen wurdenl zu Wegeinburg, unde swaz schaden do geschach in dem criege, der da was zwisschent . . den bürgern von Strazburg unde den von Drachenvels , 1 unde umbe allen den nutz unde schaden, der davon sitmäls kumen möhte sin, und die ich vür meistere unde vür rate behüp mit dem io eide, daz sie min unde mines mannes werent, ane alle geverde. unde gelobe öch unde bin des schuldig worden vür mich unde alle mine erben, obe sie oder die stat von Strazburg umbe die schaf oder umbe die lember oder umbe den nutz oder schaden, der davon kumen were, ieman criegen wolte, daz ich in daz abelegen süle ane alle geverde. und des zü eime urkunde so ban ich min ingesigel an disen 15 brief gehenket. diz geschach an dem sameztage nach süniehten, do men von gotz gebürte zalte drizehen hundert jar unde vier jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. laeso. 250 . Bischof Friedrich von Straßburg überweist den Dekanen von Haslach und Rheinau sowie dem Straßburger Präbendar Heinrich Dietmar die gerichtliche Entern Scheidung von Proceßen der Dominikaner in Stadt und Diöcese Straßburg, indem er dieselbe seinem Oßcialat entzieht. 1304 October 4 St. Arbogast bei Straßburg. Fridericus dei gratia episcopus Argentinensis dilectis in Christo de Hasela et de Rinowe ecclesiarum . . decanis ac Hainrico Dietmari prebendario ecclesie Argentinensis salutem in domino. ad tranquillum statum fratrum ordinis predicatorum 25 noslre civitatis et dyocesis in Christo nobis dilectorum, quo magis divino vacare possint obsequio, ex officii nostri debito promovendum considerationis nostre intui- tum convertentes, ne iidem fratres pro consequenda justitia de injuriis, que ipsis tarn a clericis quam a laicis contra jus commune et contra indulta privilegiorum ordini et eis concessorum inferuntur frequenter, ac de hiis, que eisdem fratribus ex SO causis legati donationis causa mortis et inter vivos seu aliis quibuslibet piis et justis modis relinquuntur et debentur, cogantur coram nostro . . officiali inter forensium disceptationum strepitus litigare, discretioni vestre universitatem causarum civilium et injuriarum seu criminalium civiliter intentarum quarumlibet, quas . . priores seu procuratores predictorum fratrum nomine eorundem contra quascunque personas 35 1 Diese Fehde wurde geschlichtet durch eine Sühne zwischen lütter Heinrich von Bannacker, Billung seinen Söhn, Anselm den Pfaffen von Drachenfels, Rudolf, Arnold und Nicolaus von Drachenfels, Anselms Brüdern einer- und Bischof Friedrich von Straßburg, Landvogt Johann von Lichtenberg sowie der Stadt Straßburg andrerseits. Es siegeln dabei Graf Walraw von Zweibrücken, Heinrich von Bannacker und Johannes von Berwerstein. 1303 December 23 (mentag vor dem wihenachten) cop. ch. 40 sec. XVI i. Straßb. Bez. A. G fase. 3465 nr. 288. 204 1304 — 1305 ccclesiasticas vel seculares noslre jurisdictionis et dyocesis inlentare voluerinl et movere, committimus audiendas et vice nostra sine strepitu et de plano fine debito terminandas. quodsi non omnes hiis exequendis poteritis Interesse, duo vel unus vestrum ea nichilominus exequantur facientes, quod decreveritis, per censuram ecclesiasticam firmiter observari. testes autem, qui fuerint nominati, si se gratia 5 odio vel timore subtraxerint, censura simili cogatis veritati testimonium perhibere. datum apud sanctum Arbogastum extra muros Argentinenses 4 nonas octobris anno domini 1304. T aus Straßb. Thom. A. Dominic. lad. 5 or, mb. c. sig. pend. 251. Vor dem Bischof Reginald, dem Official und zwei Archidiaconen der 10 Metzer Kirche quittiren mehrere genannte Metzer Bürger über Summen, welche die Stadt Straßburg schuldete, und verzichten auf weitere Forderungen. 1305 September. Noverint universi, quibus nosse fuerit oportunum, quod in presentia nostri Reginaldi dei gratia Metensis episcopi, . . officialis curie Metensis, Willermi archi- 15 dyaconi majoris et magistri Johannis de sancto Paulo archidyaconi Metensium con- stituti Johannes dictus de Atrio et domina Agnes Chauresson per manum et consensum Willermi mariti ipsius Agnetis cives Metenses confessi sunt et recognoverunt, quod a magistro civium consulibus et ab universitate civium civitatis Argentinensis rece- perint centum et viginti marcas argenti puri et legalis ponderis ejusdem civitatis, 2 « in quibus magister et consules et cives Argentinenses predicti discretis viris Guer- sando Golino dicto Reimbault, Petro dicto Moreil et Ponzino de Thionville civibus Metensibus quondam obligat! fuerunt, quodque dictum argentum eis cum integritate sit ponderatum traditum et solutum, quittantes et absolventes Johannes et Agnes predicti auctoritate Willermi sui mariti predicti cives Argentinenses a debito principali 2 s predicto et ab omni dampno, si quod excrevii in eodem, sine dolo, facientes etiam Johannes et Agnes predicti auctoritate Willermi sui mariti predicti civibus Argenti- nensibus pro se et omnibus jus habere volentibus in argento predicto plenam et expressam refutationem de ulterius non petendo debitum antedictum vel aliquod dampnum subsecutum exinde. preterea Johannes et Agnes predicti auctoritate Wil- z« lermi mariti dicte Agnetis promiserunt sollempniter coram nobis, si aliquis civis Metensis jus habere volens in debito principali predicto vel in dampno, si quod excrevisset in eodem, occasione dicli argenti seu debiti vel dampni subsecuti exinde aliquem de concivibus Argentinensibus in judicium traheret vel per judicium alicujus civis Argentinensis personam vel bona arrestaret vel arrestari procuraret, quod 35 hoc eorum laboribus sumptibus et expeusis tollere debeant et detentum seu arresta- lum sublevare ab omni dampno. et de hoc se et omnes heredes suos constituerunt principales insolidum debitores et constituunt per presentes ita tarnen, quod impediens seu arrestans cives Argentinenses seu eorum bona cum eisdem Johanne et Agnete et ipsorum heredibus diem placiti observare et justitiam teuere velit sine dolo, volentes 40 1305 — 1306 205 etiam Johannes el Agnes predicli auctoritate Willermi marili ejusdem Agnelis, si alique liltere super eodem debito habeantur vel imposterum reperiantur, quod ille sint extincte et careant omni robore firmilatis. preterea constitutus coram nobis Colinus dictus Merkolz civis Metensis recognovit et confessus est, se recepisse a magistro civium et consulibus civitatis Argentinensis quinquaginta quinque marcas argenti puri et legalis ponderis ejusdem civitatis, in quibus iidem cives Argentinenses Bouzardo civi quondam Metensi fuerant obligati, et quod dictum argenlum sibi sit ponderaluin traditum et solulum, quittans et absolvens cives Argentinenses predictos pro se et Omnibus jus habere volentibus a debito principali predicto et ab omni dampno, si quod excrevit in eodem debito, sine dolo, faciens etiam Colinus predictus civibus Argentinensibus pro se et omnibus jus habere volentibus in argento predicto plenam el expressam refutationem de ulterius non petendo debitum antedictum vel aliquod dampnum subsecutum exinde. preterea Colinus predictus promisit sollempniter coram nobis, si aliquis civis Metensis jus habere volens in debito principali predicto vel in dampno, si quod excrevisset in eodem, occasione dicti argenti seu debiti vel dampni predicti aliquem de concivibus Argentinensibus in judicium trälleret vel per judicium alicujus civis Argentinensis personam vel bona arrestaret vel arrestari procuraret, quod hoc suis sumptibus et expensis tollere debeat et detentum seu arrestatum sublevare ab omni dampno. et de lioc se et omnes heredes suos princi- pales constituit debitores et constituit per presentes ita tarnen, quod impediens seu arrestans cives Argentinenses seu eorum bona cum Colino predicto et ejus heredibus diem placiti observare et justitiam teuere velit sine dampno, volens etiam Colinus predictus, si alique littere super eodem debito habeantur vel imposterum reperiantur, quod ille sint extincte et careant omni robore firmitatis. in premissorum oinnium evidentiam et testimonium veritatis presentes lilteras sigillis nostris jussimus el mandavimus sigillari. actum et datum anno doininice incarnationis 1305 mense septembris. 8 aus StraRb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. 4 sig. perul., quorurn 2 delapsa, 2 laesa. Dorsualnotiz von einer Hand des 15. Jahrhunderts quittancie von Metze. 252. Sechs genannte rheinische Ritter verbürgen sich der Stadt Straßburg für die mit Johannes Kellershals von Trechtlingshausen über die Beraubung von Straßburger Bürgern geschlossene Sühne. 1306 Januar 18. Nos Johannes Marschalcus de Waldecke, Stephanus et Thilmannus dictus de Borgdor milites de horche, Wilhelmus dictus Ruze de Inglenbeiin, Johannes dictus Vos et lleinricus frater suus de Dypach milites recognoscimus et ad universorum tarn presentium quam futurorum noticiam cupimus pervenire, quod, cum prudentes viri . . magistri . . consules ac universitas civium Argentinensium super quibusdam bonis Johanni dicto Hozzelere suisque sociis et collegis ac quibusdam aliis civibus Argentinensibus, ut dicti cives asserunt, ablatis Jobannem dictum Kellershals de Tregtingesbusen armigerum coram strennuo viro domino Petro milile dicto de Lorz- 206 1306 wilre quondam preside imperii in Oppinheim traxissent in causam ac eciam incusas- sent, ex qua causa Inter ipsos cives ex una et prefatuin Kellershals ex parle altera dissensio et controversia seu inimicicia orta fuit, que dissensionis inimicicia per pru- dentes viros consules Maguntinos nomine Argentinensium civium et per nos ante- dictos Johannem Marschalcum et Johannem Borggravium pro parle dicti Johannis Kellershals taliter est decisa et ad compositionem sive sünam redacta integram sub hac forma, quod, si predicti cives Argentinenses in presenti vel umquam in posterum in futuro tempore perceperint et declarare valuerint per homines fide dignos, quod ipse Johannes Kellershals ad predictorum bonorum prefato Johanni Ilozzelere et ejus sociis ablatorum depredationem opem vel operam consilium vel auxilium dederit vel prebuerit efficacem, extunc nos supradicti sex milites, a prefatis consulibus Argenti- nensibus aut eorum certo nuncio ipsorum commonitionis litteras deferente c-ommoniti, omnes et singuli curiam unam intra Maguntiam nobis per predictorum civium Argentinensium nuncium nominandam sive deputatam intrabimus velut obsides propriis in personis, abinde nullatenus egressuri sed in eadem curia tamdiu pariter moraturi, quousque prefatis Johanni Hozzeler suisque sociis hujusmodi bona ablata cum dampnis et interesse persoluta deposita et resarcita fuerint integraliter et complete. celerum antedictus Johannes Kellershals pro se universisque suis consanguineis et amicis omni actioni controversie seu inimicicie, quas contra predictos Johannem Hozzeler aut ejus socios aliosve cives Argentinenses ex supradicta causa habuisse dinoscitur 3 , renunciavit simpliciter et in totum. necnon predicti cives Argentinenses universi cum prefatis Johanne Hozzelere et ejus sociis dissensioni seu inimicicie ex causa predicta contra memoratum Johannem Kellershals subortis eciam renunciaverunl simpliciter et in totum sub conditionibus presentibus annotatis. preterea nos supradicti sex milites pro memorato Johanne Kellershals promisimus et promittimus et nos presentibus litteris in solidum obligamus, quod, si ipse Johannes aut sui consanguinei et amici predictam compositionem sive sunam in prefatis civibus Argentinensibus aut eorum bonis umquam ullo tempore violaverint aut infregerint occasione cause supra- dicte, supradictos Johannem et ejus consanguineos prefate sune violatores ex causa premissa inter partes facte ad hoc inducemus et tenebimus cum effectu, quod ipsi prelibate sune sive compositionis fracturas resarciant justificent et reforment. in quorum testimonium et evidentiam omnium pleniorem ad sepefati Johannis Kellershals ac amicorum suorum precum instanciam nobis factam presentem cartam sigillis nostris tradidimus roboratam. actum et datum anno domini 1306, 15 kalendas februarii. U aus Heidelb. Univers. Bibi. I nr. 205 or. mb. c. 6 sig.pend, quorum 3 delapsa. Auf dem ersten Siegel lesbar die Legende: s. Stephani militis de Loreche, auf dem zweiten s. Tilmani dicti . . Borcstorre, auf dem dritten: s. . . . lmi .... de Ockenheim. Gedruckt darnach i. d. Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. VII, 449. — Ebenda XXIV, 166 i. Regest. io 15 20 25 30 35 40 a) U donoscitur. 1306 207 253. Clemens V papa fratri Johanni episcopo Argentinensi. defuncto Friderico episcopo Argentinensi 1 quatuor ibidem contigit in discordia celebrari electiones, unam de Johanne preposito, qui interim mortuus est, aliam de Johanne de Eremberg archidiacono, tertiam de Hermanne de Tierstein camerario et quartam de Johanne 5 de Ohsestein scolastico ejusdem ecclesie . 2 Johanne archidiacono recedente alque Hermanne et magistro de Crafto preposito Haslacensi Argentinensis dioecesis procura tore prefati scolastici resignantibus in manibus Petri de Columna sancte Romane ecclesie cardinalis, Johannes tune Eistetensis episcopus ad ecclesiam Argentinensem transfertur et in episcopum preficitur. «celestis dispositione consilii.» datum apud io sanctum Siricum prope Lugdunum 12 kalendas martii pontificatus anno primo. 1306 Februar 18 St. Cir bei Lyon. 3 Aus Begestum Clementis papae V, Born 1885, fol. 62 nr. 340. 254. Friedrich der Vogt, Wölfelin und Albert sein Bruder, Bürger von Hagenau, geben der Stadt Straßburg Sicherheit für Alle, die sich in der Gefangen- i 5 schaft eines gewissen Hagenauer Bürgers befinden. \1291 oder 1306 ] April 7 Hagenau. Viris discretis et honestis . . magistro consulibus Argentinensibus Fr[idericus] advocatus, Wölfelinus et Albertus frater ejus cives de Hagenowe paratum obsequium cum salute. securos facimus omnes, qui in captivitate R. concivis nostri rei esse 20 noscuntur, ila quod de parte ipsius R. et suorum amicorum neenon dominorum nostrorum imperatoris et regis et hominum eorundem nullus eorum pro eadem captivitate aliqua querela insidiis dampno vel aliquo gravamine gravabitur nec modis aliquibus infestetur. ad hujus rei majorem cautelam testes sumus et fidejussores, presentes litteras in testimonium ejusdem aperte sigillatas vobis transmittendo. 25 data apud Hagenfowe] septimo aprilis, indictione quarta. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 244 a mit der Ueberschrift daz drie bürgere von Hagen[owe] die von Strazburg getröstet hant von eins ires burgers gevengnüsze wegen. Die Datirung ergibt sich daraus, daß nach Bott Eigenth. zu Hagenau II, 58 Friedrich von Winstein von 1285—1317 als Vogt von Hagenau nachweisbar ist und in 30 jenem Zeitraum die Indictionszahl 4 auf die Jahre 1291 und 1306 fällt. 1 Daß Bischof Friedrich am 28. December 1305 und nicht am 20. December 1306 gestorben, hat schon Kopp Gesch. d. Eidgen. Bünde III, 2, 219 Anmerk. 3 bemerkt. Vergl. N. Bosenkränzer Bischof Johann I von Straßburg S. 18. 2 lieber die verschiedenen Candidaturen vergl. auch Closeners Bericht (D. St. Chron. VIII, 90). 3 In gleicher Weise schreibt der Päbst capitulo ecclesie Argentinensis, dann clero civitatis et dioecesis Arg. sicut capitulo, ferner populo civitatis et dioecesis Arg. sicut capitulo et clero und nobilibus viris baronibus aliisque vasallis ecclesie Arg., schließlich auch dem Bönig und dem Erzbischof von Mainz. 208 1306 255. Gottfrid von Forbach verzichtet der Stadt Straßburg gegenüber auf alle Forderungen bezüglich des Angriffs im Stadtfrieden. 1306 April 14. Ich Jöffrit herre von Furpach tun kunt allen den, die disen brief gesehent oder gehören! lesen, daz ich durch bette mins herren hern Johanneses von Liehten- berg dez lantvögites ze Elsaz han ergeben und abegelassen, unde verzihe mich och mit disem gegenwärtigen brieve aller der atzunge unde vorderunge, die ich bette oder han möhte gegen den bürgeren und der stat von Strazburg umbe die getat, als ich in irre stette friden von irn bürgeren angrillen wart, unde wand ich daz han getan luterliche durch bötte dez vorgenanten lantvögites, so bitte öch ich die vorgenanten bürgere von Strazburg vlissecliche, daz öch sie durch sine belle die lidig lassen, die sie gevangen haut, umbe dise selbe getat, als ich in irre stelle friden angrillen wart, und dirre dinge aller ze eim urkhnde so han ich min inge- sigel gehenket an disen brief. der wart geben an dem dunrestage nach usgan- der osterwochen nach gotz gebürte drhzehen hundert jar unde sehs jar. 8 aus Straßb. St. A. Versohl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. delapso. 256. Clemens papa V decano ecclesie Argentinensis mandat, quatinus ea, que de honis monasterii sancti Johannis extra muros Argentinenses ordinis sancti Au- gustini alienata invenerit illicite vel distracta, ad jus et proprietatem ejusdem monasterii legitime revocare procuret. «ad audientiam nostram». datum Burdegale 14 kalendas junii pontificatus nostri anno primo. 1306 Mai 19 Bordeaux. H aus Straßb. Hosp. A lad. 90 fase. 18 or. mb. Bulle an Hanfschnur. Kostenvermerk - mit einem Zeichen wie für er darüber, darunter Rac. Schreibervermerk N. Campellen. In der Mitte oben an durchstrichen, rechts in der Ecke N. Auf dem Bücken oben Johannes de Argentina, unten quer stark verwischt von andrer, gleichseitiger Hand priorisse et conventus sancti Johannis extra muros Argentinenses ea . . . debent . . . . 257. Bischof Johann von Straßburg verkauft mit Zustimmung des Domcapitels seine Münze zu Straßburg zur einen Hälfte an die Stadt und zur andern an vier genannte Straßburger Bürger auf sechs Jahre von der übernächsten Lichtmeß an um 150 Mark Silber. 1306 November 29. Wir Johannes von gotz gnaden der bischof von Strazburg tunt kunt allen den, die disen brief gesehent unde gehören! lesen, daz wir mit gunste willen unde gehelle unsers cappittels zu Strazburg und durch der stette ere und des landes nutz so geben wir unde hant gegeben ze köffenne dem meistere unde dem rate von Strazburg unsere halben munisze, unde hern Nyclawese von Kagenecke deme jungen eime rittere von Strazburg, Burkarte von Mulnheim, Feiere von Dürningen unde Clawese von Roppenheim bürgern von Strazburg 1 unde iren erben die andern halben mhnisze unde unser relit, daz wir hant unde haben silent an der mhniszen zu 1 Vergl. S. IGO Anmerk. 1. 1306 209 Strazburg, zu sehs jaren nach einander ane underläz, unde sülent die anegan von nu der liehtmez, die nu ze nehest kumet über ein jar, umbe anderthalb hundert inarg Silbers luters unde tätiges des geweges von Strazburg. unde verjehent, daz uns daz silber gar unde gantz vergolten si von den vorgenanten Personen unde von 5 meistere unde von rate von Strazburg. unde sülent uns och . . meister unde rat von Strazburg und die vorgenanten bürgere entwürten eine münszemeister; wen sie wellent, den sülen wir setzen unde sülent ime geben dise sehs jar allen den ge- walt mit alleme rehte, den wir selbe soltent han hie zwischen! an dirre müniszen. unde sol öch der die lehen, die von der müniszen gant, vür uns unde unsere nacli- io kumen verrihten die selben sehs jar zü den ziten, so men sie ze rehte ver- rihten sol. tete er des nüt, so sülent ez meistere unde rat von Strazburg und die vorgenanten Personen tun vür uns ->. unde were daz men uns oder unsere nach- kumen darumbe pfendete, daz sülent uns meistere unde rat von Strazburg und die vorgenanten Personen oder ire erben abe tun, unde swaz schaden wir nement der 15 pfendunge, ane alle geverde. ist aber daz ein müniszemeister, den sie geben!, abegat in deheine wise, so sülent . . meistere unde rat von Strazburg und die vorgenanten Personen oder ire erben uns einen andern entwürten unde sülen wir deme den selben gewalt geben, den öch der ürste hette, beide wir unde unsere nachkumen. unde swa der müniszemeister nüt betwingen mag, da geben wir in äo den gewalt, daz sie ime helfen! twingen mit unserme ge walte, alse wir selbe sollen! tun ane alle geverde. wir geben! öch unserme officiale zü Strazburg gewalt unde gebieten! ime mit diseme selben brieve ze twingenne, alse reht ist, alle, die uzwendig unsern vestenen unde dörfern geseszen sint, die selben münisze ze nemenne. unde sülen wir darzü unde unsere vögete die, die in unsern vestenen 25 unde dörfern geseszen sint, öch twingen dise münisze ze nemenne, alse gewönlich ist. unde geloben! in öch die münisze zü Altdorf unde unsere münisse zü Kesten- holtz durch alle dise sehs jar abe ze tünne ane allen iren schaden unde ane alle geverde. wir öch daz cappittel von Strazburg verjehent, daz dise münisse verköfl si mit unserme güten willen unde gebeile, unde beide wir unde unser vorgenanter 30 herre der bischof von Strazburg mit gemeineme rate binden! uns unde unsere nachkumen des cappittels unde öch unsers herren des bischoves nachkumen, obe ime hie zwischen! üt geschehe, stete ze habenne disen vorgeschobenen köf dirre müniszen in alle wise, alse hie vorgeschriben stat, ane alle geverde. daz diz war unde stete si, darumbe geben wir disen gegenwertigen brief . . meistere unde rate von 35 Strazburg und den vorgenanten Personen mit unserme unde des cappittels von Strazburg ingesigeln bestätiget zü eime rehten urkünde der vorgeschobenen dinge, wir öch der meister unde der rat von Strazburg und die vorgenanten personell geloben! stete ze habenne vür uns unde unsere erben allez, daz da vor geschriben stat. unde des zü eime urkünde so han wir unserre stette ingesigel an disen brief 40 gehenket. der wart gegeben an sanle Andreses abunde, do men von golz gebürte zalte drizehen hundert jar unde sehs jar. dirre brieve sint zwene, unde het a) tün—uns auf Rasur. % 4308 Februar Str. II. 27 üec.ember 8 ‘210 1306 — 1307 einen der bischof unde daz cappittel unde den andern meister unde rat von Strazburg. S aus Straßb. St. A. AA art. 43 nr. 3 or. mb. c. 3 sig. pend. Gedruckt nach Briefbuch A fol. 198 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 83 nr. 835; Levrault Essai s. l’anc. monn. de Strasb. p. 437. 5 258 Beschluß des St. Thomascapitels, die Feier des Festes von Mariä Empßngniß eimufiihren. 1307 Januar 4. In nomine domini amen. nos Ludewicus prepositus . . Hesso . . decanus totumque capitulum ecclesie sancti Thome Argentinensis, communicalo consilio et deliberacione ac diligenti tractatu prehabitis, omnium et singulorum canonicorum 10 ecclesie nostre ad hoc accedente consensu, ob reverenciam omnipotentis dei domini nostri Jesu Christi et gloriosissime genitricis sue beate Marie semper virginis, ad devotas preces et procuracionem honorandi viri magistri Götzonis de Hagenowe concanonici nostri statuimus et ordinamus, nt festum conceptionis prememorate dei genitricis Marie perpetuo singulis annis sexto idus decembris per nos et w successores nostros in ecclesia nostra colatur et cum legenda sua propria et officio sibi congruo in vesperis matutinis missa et aliis horis canonicis sollempniter cele- bretur, ea sollempnitate et more, quibus apud nos et per nos festa solent per totum duplicia celebrari . 1 quam ob rem dictus magister Götzo in solutionem reddituum seu censuum quadraginta librarum denariorum Argentinensium nomine ecclesie nostre so ab abbate et conventu monasterii de Böngarten ordinis Cisterciensis Argentinensis dyocesis in villis et bannis Epfiche et Westhus pro ducentis marcis argenti emptorum solvit et ponderavit predictis abbati et conventui nomine ecclesie nostre predicte et pro ipsa quindecim marcas argenti puri et legalis ponderis Argentinensis ad hoc, ut tres libre denariorum censuum predictorum annis singulis in festo predicto per portarium 25 capituli nostri, qui pro tempore fuerit, distribuantur in coro ecclesie nostre secun- dum consuetudinem ipsius ecclesie presentibus tantum, et absentibus ex quaeumque causa nichil, hoc modo videlicet : in prima vespera decem solidi, in matutinis viginti solidi, in missa viginti solidi et in secunda vespera decem solidi. et sic per omnia et in omnibus supradictis statuimus esse per nos et successores nostros per- s» petuo observandum, quod statutum sicut alia statuta ecclesie nostre sub debito juramenti a nobis presliti promittimus observare et illud ad quoslibet successores nostros perpetuo inter alia statuta ecclesie nostre transmittimus jurandum, sicut in ecclesia nostra moris est, et fideliter observandum. insuper promittimus, ut si processu tem- poris aliquo casu contingeret redditus seu census quadraginta librarum predictarum ab 35 ecclesia nostra vendicionis seu aliquo alio alienacionis titulo alienari, quod de precio exinde ecclesie nostre provenienti viginti marcas argenti ponderis Argentinensis convertemus et inpendemus legaliter in conparationem annuorum censuum seu reddituum pro ecclesia nostra predicta, ubi commodius et pro ecclesia utilius emendi 1 Vergl. Ch. Schmidt Hist■ du chap. de s. Thrnn. p. 122. * 40 1307 211 poterunt inveniri. quos redditus sive census slatuimus extunc esse dislribuendos in festo prediclo proporcionaliler secundum formam distribucionis trium librarum dena- riorum superius pretactam, quotque interim, dum hujusmodi viginti marce argenti in conparationem annuorum censuum seu reddituum a nobis seu nostris successori- 5 bus, ut predictum est, convertende et inpendende inpense non fuerint nee converse, nos et successores nostri in festo concepcionis predicto, quotiens illud occurrerit celebrandum, tres libras denariorum Argentinensium de bonis capituli nostri distri- buemus seu distribui procurabimus, quemadmodum est prescriptum. et ad hec omnia ecelesiam nostram predictam et successores nostros in eadem perpetuo obli- io gamus. in cujus rei testimonium sigilla nostra videlicet prepositi decani et capituli predictorum presentibus sunt appensa. datum pridie nonas januarii anno do- mini 1307. T aus Straßb. Thom. A. lad. 2 (Statuts) or. mb. c. 3 s ig. pend. Gedruckt darnach bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 343 nr. 59. 15 259 Bischof Johann und das Bomcapitel von Straßburg verpflichten sich eidlich, die von ihnen abhängigen Aemter in Verwaltung und Gericht immer nur auf Lebenszeit des Belehners und Belehnten zu verleihen. 1307 Februar 3 Straßburg im Domcapitel. In dei nomine amen. nos Johannes dei gratis episcopus, Gebebardus pre- 20 positus, Heinricus decanus, Heinricus portarius, Herrnannus de Tierstein, Rudolfus de Talmessingen et Conradus cellerarius canonici et mansurnarii ceterique prelati et canonici ac capitulum ecclesie Argentinensis, recognoscentes circa officia burc- gravii Argentinensis, vicedomini, sculteti Argentinensis et aliorum quorumlibet, magistri coquine, villicationes quoque, judicia seu jurisdictionum commissiones et 25 hiis similia, que ab antecessoribus nostris et a nobis seculares persone laici per nostram collationem ad nos communiter vel divisim pertinentem nomine ecclesie nostre pre- dicte obtinere consueverunl et obtinent, fuisse et esse a tempore, cujus non extat memoria, per antecessores nostros et per nos rationabiliter de jure consuetudinario ipsius ecclesie taliler observatum, quod hujusmodi officiorum villicationum et judi- 30 ciorum collationes ac earum effectus, cedentibus vel decedentibus personis easdem collationes facientibus vel etiam eas recipientibus, penitus extinguantur, adtendentes quoque sollerter hujusmodi in premissis observantiam ecclesie nostre predicte plu- rimum expedire, idcirco, ne contra eandem alicujus vel aliquorum inportuna instan- cia prece vel precio seu alio quovis modo contingat in posterum per nos aut 35 successores nostros aliquid concedi vel permitti aut quomodolibet attemptari, delibe- ratione prehabita et tractatu, de prudentum virorum consilio juxta observantiam antedictam statuimus et jurejurando per Conraduin de Frankenstein nostrum in ecclesia predicta canonicum de mandato nostro in animas nostras et suam corpo- raliter prestito firmamus, ut officiorum villicationum et judiciorum seu jurisdictionum 40 hujusmodi nomine ecclesie nostre facte et hactenus non perpetuate ac faciende collationes non durent ultra nec transgrediantur conferentium vel etiam recipientium personas, sed cedentibus vel decedenlibus eis, qui illas fecerunl vel faciunt in futurum, aut eis, quibus facte sunt vel fiunt, penilus extinguantur; item quod nec nos nec successores nostri perpetuo perpetuationes collationum hujusmodi contra presens nostrum statutum aliqualiter faciamus vel facientibus aut facere volentibus consen- tiamus, collatioues easdem vel aliquam ex illis ultra solarn recipientem personam vel etiam quoad illam ultra conferentem personam aliqualiter extendendo, aut contra observantiam antedictam et presens nostrum statutum in parte vel in toto aliquo modo vel ingenio veniendo. precipimus igitur presens statutum in libro statutorum seu regule ecclesie nostre predicte scribi et ceteris ipsius ecclesie statutis annecti ac inter illa ab universis et singulis nostris perpetuo successoribus jurari et invio- labiliter observari. ad cujus rei perpetuam memoriam presentem scripturam sigillis nostris, videlicet episcopi et capituli predictorum, jussimus consignari. actum in capitulo ecclesie Argentinensis 3 nonas februarii anno domini 1307. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 2719 or. mb. c. 2 sig. pend., quorum 1 delapsum. Gedruckt darnach bei Bosenkränzer Bischof Johann v. Straßburg S. 89. 260- Sühne Hugos von Herrenstein mit den Städten Straßburg und Zubern. 1307 Juni 7. Sciant cuncti, quorum interest et quibus nosse fuerit opportunum, quod omnis lis actio et guerra, quas strenuus miles Hugo dictus de Herrenstein movebat hactenus rnagistro consulibus et universis civibus Argentinensibus neenon sculteto scabinis et Universität! de Zaberen et aliis hominibus ecclesie Argentinensis quibuscumque, et quas predicti vice versa predicto Hugoni ex causa et modis quibuscumque movere poterant et movebant, inter venerabilem patrem dominum Joannem Argen- tinensem episcopum nomine predictorum de Zaberen et aliorum hominum ecclesie sue predicte ac magistrum et consules Argentinenses suo et universitatis civium Argentinensium nomine ex una, neenon Hugonem militem predictum suo et conpli- cum suorum ac adherentium sive faventium sibi nomine ex parle altera, mediante nobili domino Joanne domino de Salmis, totaliter et perpetuo sunt sopite sedate et pacificate. dicteque partes omnes actiones et Utes sibi ad invicem usque in diem date presentium litterarum ex causa et modis quibuscumque competentes ac etiam injurias illatas sponte et simpliciter nomine quo supra remiserunt et promiserunt contra premissa non facere perpetuo vel venire, ab hac autem pacis inter predictas partes reformatione exclusi fuerunt et notatim excepti de complicibus Hugonis predicti Petrus dictus We, Hesse dictus de Hittenheim et quidam speculator, qui occisioni quorundam civium Argentinensium in monte Kleklegberg operam dederunt et in iisdem duplex homicidium perpetrarunt, quibus per pacem et concordiam prescriptam nec pax nec de perpetratis homicidiis est venia concessa. est etiam actum, quod singulis personis universitatum predictarum, videlicet de Argentina, de Zaberen ac aliorum hominum de ecclesia Argentinensi, omnes actiones civiles ipsis contra dictum Hugonem non occasione litis et guerre inter partes predictas habite, 5 10 15 20 25 30 35 40 1307 213 sed ex aliis causis justis competentes et eandem litem in nullo contingentes debeant esse salve, in quorum omnium evidens testimonium presentes littere sigillate sunt et signate sigillis venerabilis domini Joannis Argentinensis episcopi predicti et nobilis viri domini Joannis de Lichtenberg advocati Alsatie generalis. actum et datum septimo idus junii anno domini 1307, presentibus domino Wilhelmo abbate Novillarensi, domino Joanne de Lichtemberg predicto, domino Hugone de Vinstingen, domino Godelmanno de Torchsviler, domino Joanne de Hoenstein, domino Eberhardo de Griffenstein et aliis quam pluribus fide dignis. Aus Schöpflin Als. dipl. II, 85 nr. 839 (ex autogr. colleg. Neovillar.). io 261. Die Stadt Straßburg schreibt au die Stadt Hagenau über eine Klage Walthers von Mülnheim gegen die Hagenauer Burger Volmar und Walther von Oeudertheim u. A. f 1307 Sommer |. Den erbern und den bescheiden . . dem meistere und . . dem rate von Hage- nowe enbieten wir Johannes Hetzel der meister und . . der rät von Strazburg 15 unsern dienest. uns bet geclaget her Walther von Mülnheim, daz Volmar und Walther von Gödertheim uwere bürgere in irrent an sime eigine und an sime güte zü Gödertheim. darumbe bitten wir Ach, daz ir die selben Volmare und Walthere uwere bürgere solich machen!, daz sie hern Walthere unsern burger ungirret las- zent an sime güte, und hant die vorgenanten uwere bürgere dekeine rehte vorde- 20 runge an in, wir tünt in reht unverzogenliche. und enbieten! uns uwere entwirrte", als ir uns öch schribent umbe Volmaren den Dreschelern von Obernhoven und sine wirtin und Ilugen von Dösenheim, darumbe sulent ir wissen, daz . . der offi- cial des bischoves gerihttes uns het geseit, daz er denselben Volmaren und sinen wirtinnin so verre zü banne getan habe, daz er ime weidlich gerihte erlebet het. 25 und waz öch Hug getan bette, daz bette er getan mit des. . officiales geheisse und mit gerihte. und dovon han wir mit der Sachen nut zü tünde, als uns dunkel, wand es mit geistlicheme gerillte gerihetet ist. b [in verso] prudentibus viris . . magistro et consulibus Hagenogensibus. 30 H aus Hagenauer St. A. AA art,. 152 or. mb. lit. clausa c. sig. in verso impr. dejic. Her Schriftcharacter weist das Stück in die erste Hälfte des 14. Jährh., der Name des amti- renden Meisters Hetzel in den Sommer des Jahrs 1307 *. Vergl. nr. 262 u. 263. in H folgt das bekannte mittelalterliche Zeichen für Pmihtum, dahinter btrich. das Zeichen für Punktum. b) in H folgt meder 35 i Vergl. UB. III, 424. !«: I; 214 1307 262 . Die Stadt Straßburg schreibt an die Stadt Hagenau, sic möge ihren Bürger Volmar veranlaßen, den Vergleich in der Sache mit Walther von Millnheim zu halten. [1307 Herbst ]. Den erbern und den» bescheiden . . dem meistere und . . dem rate von Hage- nowe embieten wir Hug Schoub der meister und . . der rat von Strazburg unsern dienest. wir bitten! üch, daz ir Volmarn uwern burger solich habent, daz er stete habe, als es beret wart in dem garten ze den brediger vor . . dem lant- vogete, oder es noch vür in ziehe, her Walther von Mulnheim ist gehorsam aller mügelicher dinge, und daz ir Volmarn uwern burger deruf solich haben!, daz er den schefere und die schaf und andere unsere bürgere tröste und laut uns gemessen der tröstungen, die wir mit üch hant, und embielent uns uwer entwirrte. [in verso ] prudentibus viris . . magistro et . . consulibus Hagenogensibus. 11 aus Hagenauer St. A. AA art. 152 or. mb. lit. clausa c. sig. in verso impr. defic. Der Schriftcharacter ist gleich dem, von nr. 261. Der Name des amtirenden Meisters weist das Stück in den Herbst des Jahres 1307. 263 . Die Stadt Straßburg schreibt an die Stadt Hagenau, sie möge die Freilassung ihrer Bürger, welche von Volmar und Walther von Geudertheim in Windstein gefangen gesetzt wurden, bewirken. [1307 Winter], Den erbern unde den bescheiden . . dem meistere unde . . dem rate von Hagenowe embieten wir Nycolaus Colin der meister unde . . der rät von Strazburg unsern dienest. wir kündent unde clagent üch, daz Volmar von Goudertheim unde Walther sin brüder uwere bürgere hant gevangen liern Nyclawesen . . des schult- heissen sün unde andere unsere bürgere unde hant die gefüret gegen Winestein. unde sulent dabi gewesen sin andere uwere bürgere, unde ist diz geschehen in der tröstungen, die wir mittenander hant, unde öch die ernüwet wart, da her Drütman unde der Rogener zügegene waren!, darumbe bitten wir üch, daz ir uns die tröstunge stete haben! unde uns helfent, daz unsere bürgere lidig werden! unde daz uns gebessert werde, daz uns zu unrehte geschehen ist, also ir weiten!, daz wir üch tetent, ob unsere bürgere die tröstunge übergangen betten!, unde em- bietent uns uwer entwurte. [in verso] prudentibus viris . . magistro et consulibus Hagenogensibus. H aus Hagenauer St. A. EE art. 16 or. mb. lit. clausa c. sig. in verso impr. defic. Der Schriftcharacter ist der gleiche wie bei nr. 261 u. 262. Der Name des amtirenden Meisters weist das Stück in den Winter 1307 — 1308. Gedruckt nach einer unbekannten Abschrift daselbst bei Batt Das Eigenthum zu Hagenau II, 61. 5 io 15 20 25 30 35 a) H dem. 1307 — 1308 215 264. Sühne der Stadt Huy mit der Stadt Straßburg. 1307 November 21. . . Nos magister scabini jurati Consilium totaque communitas oppidy in Ileio Leodyensis dyocesis notum facimus universis, quod nos super Omnibus discordiis dissensionibus dampnis et actionibus quibuscumque habitis usque in hodiernum s diem contra cives et civitalem Argentinenses pro nobis et omnibus nostris conci- vibus et specialiter pro Lyebrardo concive nostro confitemur nos esse concordatos, renuntiantes pro nobis et omnibus successoribus nostris contra cives et civitatem Argentinenses omnibus dampnis et interesse ac omnibus actionibus et defensionibus utriusque juris vel facti, quibus contra premissam renuntiationem concordationem io seu conplanationem venire possemus per nos vel per alios in judicio vel extra, in posterum vel ad presens. et ad hoc nos presentibus litteris obligamus sine omni captione et dolo. in cujus rei testimonyum sigillum civitatis nostre presentibus duximus apponendum. datum ferya tertia ante Cecilie anno domini 1307. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. laeso. 15 Das Siegelbild zeigt einen merkwürdigen Säulenbau, eine auf zwei, diese auf vier Säulen ruhend, umrankt von Zweigen. Legende nicht mehr erkenntlich; auf dem Revers noch zu lesen: secretum ... di Hovensis. 265. Münzordnung der Stadt Straßburg, 1308 Januar 28. Wir Nyclawes Waldener der meister und der rat von Strazburg tunt kunt 2 o allen den, die disen brief gesehent und gehörent lesen, daz wir überein körnen sint mit bern Nyclause dem alten Zorne unserm münszemeister [weiter wie in nr. 187 bis wehseier da git]. waz man öch silbers bringet in die stat oder in das bistüm, daz argwenig ist, daz ensol nieman von der baut geben, er sol ez öch nüt uszer dem bistüme füren. er sol ez tragen an den wehsei und sol ez geben zü köffende 25 eime husgenoszen. und sol daz dem, der ez ime zu köffende git, nüt schaden, daz silber sie gut oder argwenig, were anders dete, würde ez begriffen, dem sol man tun, alse ez da vor bescheiden ist. und sint diz die sehse, die darüber gesetzet sint und darüber gesworn hant : Burckart von Mülnheim, Götze Völtsche, Peter sin brüder, Berhtolt zu dem Ryet, der hüter Claus Roppenheim und Johannes von 30 Rodesheim. und were daz den sehsen ein silber vürkeme und sie daz sprechen! uf iren eyt, daz sie zwifel hettent, daz daz silber nüt vollen gut were, daz silber sol men anderwerbe ufsetzen. und dirre brief sol weren von der liehtmesze unserre frowen, die nü zu nehste körnet, über sehs jar. daz diz war und stete sie, darumbe ist unserre stette ingesigel an disen brief gehencket zu eime urkünde. der wart 35 gegeben an dem sunnendage vor der liehtmesz, da men von gotz gebürte zalte drüezehen hundert jar und ahte jar. haran waren wir her Johans Hetzel u. s. w. folgt der Rath. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 198 d mit der Ueberschrift dirre brief seit über die münsze. 4o Gedruckt darnach bei Levraült Essai s. l’anc. mann, de Strasb. p. 439. Februar L 216 1308 266. Erzbischof Peter von Mainz tritt an Bischof Johann von Straßburg das Visitationsrecht über dessen Diö'cese auf drei Jahre ab. 1308 Mai 3 Straßburg. Sciant cuncti, ad quos presens scriptum pervenerit, quod nos P[etrus] dei gracia sancte Maguntine sedis . . archiepiscopus, sacri imperii per Germaniam archicancellarius, venerabili in Christo fratri nostro domino Johanni Argentinensis s ecclesie . . episcopo dedimus et presentibus damus potestatem, nt ecclesias ma- jorem et alias, monasteria et alia loca divino cultui dedicata, prelatos capitula et conventus, cleros populos atque plebes civitatis et dyocesis Argentinensis provincie Maguntine visitet per se vel per alium, tarn in capitibus quam in menbris, per proximum continuum triennium vice nostra ac nostre ecclesie Maguntine et, que io ibidem corrigenda seu eciam reformanda invenerit, secundum quod ipsi Visum fuerit expedire, provide corrigat et reformet dissipando edificando prüdenter evellendo salubriter et plantando, procuraciones eciam exigat et recipiat a personis et locis taliter visitatis, prout nobis a jure competit necnon ex indulto apostolico desuper nobis dato 1 , volentes nostro et dicte ecclesie nostre Maguntine nomine, ut pre- is scriptum triennium non solum ad id, quod nobis nostreque ecclesie Maguntine prefate jure metropolitico competit in premissis, sed ad id eciam, quod in indulto apostolico prescripto continetur, omnimodo restringatur. in cujus rei testimonium presens scriptum sigillo nostro tradimus communitum. datum Argentine anno domini 1308, 5 nonas maji 2 . 20 B aus Straßb. Bez. A. G fase. 271 8 or. mb. e. sig. pend. laeso. 267. Meister und Rath der Stadt Straßburg geben freies Geleit Allen, die dem Frauenwerh Steine, Holz, Wein oder Korn heranführen. 1308 Juni 1. Wir Cune von Kagenecke der meister und der rat von Straszburg tunt kunt allen den, die diesen brief gesehen! oder gelioerent lesen, das wir guten friden 25 gebeut für uns und alle unsere bürgere allen den lüten, allen den pferden und allen den wagen, die zu unser fronen wercke steine hollz win oder körn furent, on alle geverde zu uns und von uns ze varende, von aller bande sacke wegen, one totgevebte. und dez zu eime urkunde so hant wir unserer stelle ingesigel an 1 Die betreffende Urkunde Pabst Clemens V von 1307 jDecember 24 an den Erzbischof, die ihn 30 ermächtigt, das Visitationsrecht in seiner Provinz an Andre zu verleihen, liegt als Transsumpt vor in einer Vidimation, ausgestellt 1308 Juni 22 von den Bichtern des Mainzer Stuhls, cop. ch. sec. XVI i. Straßb. Bez. A. G fase. 3466 fol. 195 d. 2 Occasione procurationis debite ratione visitationis beauftragt Erzbischof Peter den frater Tlieo- dericus pincerna ordinis predicatorum consanguineus, vom Bischof und dem Clerus der Biöcese 35 Straßburg 325 Mark Silber zu erheben. 1308 September 5 Erfurt. Biese Summe wirklich erhalten zu haben quittirt Theoderich. 1308 September 30. cop. ch. sec. XVI i. Straßb. Bez. A. G fase. 3466 fol. 81 *>. i 1308 217 disen brief gehenckt. der wart geben am pfingestobende, do man von gotz gebürt zalte drizehen hundert jor und aht jor. Aus Stöbers Alsatia 1852 S. 207 nach J. Wenckers Chronik II, 1, 106. Ebendamach Strobel Gesch. d. Eis. II, 171 ’. 5 268- Ulrich und Egenolf, Landgrafen zu Elsaß, schließen mit der Stadl Straßburg ein Biindniß auf sieben Jahre. 1308 December 23. Wir Ulrich und Egenolf gebrudere lanlgraven zü Elsaszen tönt kunt allen den, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz wir den bürgern von Strazburg sulent beholfen sin bi geswornem eide, den wir drumbe getan hant, nutz zu sancte io Martins mez, die nu zü nehest komet, und dennen über siben jar gegen menege- licheme, wir selber mit unsern luten und mit unsern vesten, ane gegen unserme herren dem kunige, unserme herren dem bisehove und dem edeln herren liern Johanhese von Liehtenberg unsers dez vorgenanten Ulriches swehere, die han wir Ulrich der vorgenante lantgrave uszen gelaszen. so enhabe ich Egenolf niemannen i5 uszen gelaszen, wand ich sol den bürgern von Strazburg beholfen sin zu allen ziten und zu allen stunden untz zu dem vorgenanten ziel, ist öch daz wir hie zwischen! ein eigen ürlüge gewinnen!, daz . . meister und rat von Strazburg, die denne meister und rat sint, erkennen!, daz wir reht zü dem urluge haben!, so sulent sie uns beholfen sin untz zü dem selben ziel, wo sie aber erkennen!, daz au wir unreht haben!, da sulent sie uns unbeholfen sin. ist öch daz wir in einen crieg vallent von der burger wegen von Strazburg, zü dem criege sulent uns die burger von Strazburg beholfen sin, untz daz wir dez crieges ein ende gewinnen! mit güten truwen ane alle geverde. und dez zü eim urkunde so han wir unsere ingesigele an disen brief gehenket. wir öch meister und rat und die burger gemein- 25 liehe von Strazburg verjehent, daz wir den vorgenanten lantgraven helfe gebunden sint zü dem ziel, als ez da vor bescheiden ist, in alle wis, als ez da vor geschriben stat, und hant öch uzgenomen unsern herren den kunig, unsern herren den bischof und beim Johannesen den herren von Liehtenberg. und dez zü eim urkunde so han öch wir unserre stette ingesigele an disen brief gehenket. der wart gegeben an so dem mentage vor dem wihennahttage, do man von gottes gebürte zalte drizehen hundert jar und ahte jar. heran waren wir Cüne von Kagenecke, Hug von Schönnecke und her Reinbolt Huffelin die drie meistere u. s. w. folgt der Rath. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Suppl. lit. F or. mb. c. 3 sig. pend. delapsis. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 123 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 88 nr, 843. 35 1 Aus dem Jahr 1303 theilt Strobel ebenda ein Circular Bischof Friedrichs an die Priester mit, das gleichfalls aus Wenckers Chronik entlehnt ist, folgenden Wortlauts: domine reverende. placeat propter beatam virginem Mariam intimare fideliter subditis vestris currus sive vecturam habentibus, ut in feste pentecostes lapides, quos paratos invenient in fossa N., ad structuram gloriosissime vir- ginis Argentinam ducant, ut ipsa gloriosa virgo Maria equos et omnia bona ipsorum prospere cus- 4 o todiat. Vergl. Kraus Kunst u. Alterth. i. E-.L. I, 374. Str. II. November // 28 isscus? ß«SSSfta 218 1309 269. Bündniß Johanns von Lichtenberg mit der Stadt Straßburg gegen Walther von Oeudertheim u. A. 1309 Februar 14. Wir Johannes herre von Lichtenberg tunt kunt allen den, die disen briet gesehen! und gehören! lesen, daz wir den bürgern von Strazburg beholfen sulent sin mit guten truwen ane alle geverde gegen Walthere von Goudirtheim, Walthen s der Weithin sine von Wizemburg und allen irn helferen von der gevencnisse wegen, die sie getan hant an hern Burckarde Schultheissen eim rittere von Strazburg 1 , alle die wile, daz die missehelle wert, wir selber mit unsern luten und mit unsern vesten ane alle geverde. die bürgere von Strazburg silent öch uns beholfen sin gegen den selben Walthere und Walthen und irn helferen, ob wir ez an sie vor- io dernt, die wile daz die selbe missehelle wert, wer öch daz sich die bürgere von Strazburg sündent mit Walthere und mit Walthen den vorgenanten und irn helferen, daz sol unser gut wille sin, wir sint bi der sünen odir nüt. daz diz war und stete si, darumbe so han wir unser ingesigele an disen brief gehencket. der wart gegeben an dem frigetage vor der grossen vastnaht, do man von gottes gebürte zalte drizehen 15 hundert jar und nün jar. S aus Straßb. St. A. AA art. 1792. or. mb. c. sig. pend. Großes gelbes Beitersiegel. Von der Legende zu erkennen s. Johannis de Liechtenberg advoca .... ent. 270. Clemens papa V abbati monasterii de Maurimonasterio Argentinensis diocesis mandat, quatinus ea, que de bonis monasterii saucti AugusLini extra muros 20 Argentinenses alienata invenerit illicite, ad jus et proprietatem ejusdem monasterii revocare procuret. «dilectorum filiorum» 2 . datum Avinione 2 idus marcii pontifi- catus nostri anno quarto. 1309 März 14 Avignon. T aus Straßb. Thom. A. Augustiner lad. 10 or. mb. Bude an Hanfschnur. Schreibervermerk A Taccoii; oben rechts N zweimal durchstrichen. Dorsualvermerk Joh[ann]es de 25 Argentina; unten quer prioris sancti Agustini, Bechts oben in der Ecke ein dem L ähnliches Zeichen. 271. Sühne Anselms von Drachenfels mit der Stadt Straßburg. 1309 April 17. Ich Anshelm hern Anshelmes seligen sun von Drachenvels tun kunt allen den, die disen brief gesehen! unde gehörent lesen, daz ich vür mich unde vür mine 30 t geswisteride Berhtolden unde Rudolfen vergüte mit diseme gegenwertigen brieve, daz wir liepliche gütliche unde ellentliche sint verrihtet unde verslihtet umbe allen den schaden, den unser vatter und wir genomen und gelitten hant von den bürgeren unde der stat von Strazburg 3 , und umbe alle missehelle, die wir mit in hettent 1 Vergl. nr. 263. 35 2 Pabst Johann XXII gibt dieselbe Weisung an den Schölastikus der Bheinauer Kirche 1317 November 8 Avignon, or. mb. ebenda. Bulle an Hanfschnur. Schreibervermerk Jo M; rechts oben J zweimal durchstrichen. Proeuratorvermerk Rudegerus de Argentina. 3 Vergl. nr. 249 Anmerk. 1. 1309 ‘210 untz hüte an disen tag, unde daz uns vür den schaden worden si drizig marg silbers von den bürgern von Slrazburg unde daz die in unser aller der vorgenanten geswisteride nutz kumen sint. unde gelobe mit diseme gegenwärtigen brieve unde bin öch des schuldig worden, were daz ieman die bürgere von Strazburg criegete s oder angriffe von unsern wegen von des vorgenanten schaden oder missehelle wegen, daz ich den vorgenanten bürgeren daz ufrihten unde abelegen süle an alle geverde. unde des zu eime urkunde so habe ich min ingesigel an disen brief gehenket. wir öch her Burkart und her Johannes von Hohenstein verjehent, daz wir bi dirre ver- rihtigunge sint gewesen, unde durch bette Anshelmes von Drachenvels unsers öheimes 10 des vorgenanten so han wir unsere ingesigele an disen brief gehenket. der wart gegeben an dem dunrestagen vor sante Georgien tage, do men von gotz gebürte zalte drizehen hundert jar unde nün jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 ar. mb. c. 3 sig. pend. Das runde Siegel des Drachenfelsers zeigt ein Hirschgeweih im Wappen, das der Höhensteiner ist durch Diagonallinien gefeldert. 872 Bischof Johann von Straßburg gestattet die Niederlassung der bekehrten Frauen im P farr Sprengel von St. Nicolaus. 1309 October 8. Johannes dei gratia . . episcopus Argentinensis ecclesie ad rei memoriam sempi- ternam. eure pastoralis officii nostri proprium esse judicantes, ut omni tempore 20 subjectorum commoda tarn investigare quam eis mederi procuremus, lapsus quoque mulierum, per quos indignam honore conversationem inbecillitate sexus elegerunt, cum conpetenti moderatione sublevandos esse censemus minimeque eis spem melioris condicionis adimere, ut ad eam respicientes inprovidam et minus honeslam electionem facilius derelinquant. nam ita credimus dei benivolentiam et circa genus humanum 25 nimiam deinentiam, quantum nostre nature possibile est, imitari, qui cottidianis hominum peccatis semper ignoscere dignatur et nostram penitentiam suscipere et eam ad meliorem statum reducere. quod si circa nobis subjectas nos facere differa- mus, nulla venia digni esse videbimur. itaque cum injustum sit, servos quidem libertati donatos posse per dominicam seu imperialem indulgentiam natalibus suis 30 restitui postque hujusmodi principale beneficium ita degere, quasi nunquam servituti subfuissent, sed ingenui nati essent, mulieres autem, que scenecis sese ludis immis- cuerunt, postea vero spreta mala condicione ad meliorem migravere sententiam et inhonestam professionem effugerunt, nullam spem principaliter habere nostri bene- ficii, quod eas ad illum statum reduceret, in quo, si nichil peccati inhonesti esset, 35 commorari putaverunt, ex clementia tarn sanctionis canonice quam civilis et de beni- gnitate canonica dilectas in Christo filias, que fraude dyabolica seducte in peccato incontinenlie et aliis criminibus miserabiliter hactenus sorduerunt, et que nunc demum per Spiritus sancti gratiam mala inhonestaque conversatione derelicta, com- modiorem vitam amplexe sunt et honestati sese dederunt ad penitentiam revocate, 1309 220 sub fideli custodia dilecti in Christo filii fratris Ileinrici de Ilonburg 1 custodilas et hactenus recollectas ad societatem earumdem causa devotionis et religionis coitam et contractam, et que se tamquam sorores de penitentia extra muros Argenlinenses juxta turrim, que vulgariter dicitur hern Rülenderlins durn a , in parrochia capeile sancti Nicolai b ultra Bruscam 0 sub nomine collegii seu societatis devote ad conti- nuam seu perpetuam mansionem receperunt 2 , necnon omnes in eodem loco in Christi fide et voto continentie perpetuo succedentes ut sorores de penitentia sub dei, sancte sue matris Marie, beate Marie Magdalene, ecclesie nostre Argentinensis et nostram protectionem suscipimus specialem. nam omni macula penitus direpta et quasi suis natalibus hujusmodi mulieribus redditis, de cetero nolumus eisdem mulieribus inhe- rere vocabulum inhonestum, societatem earundem ad honorem omnipotentis dei gloriose virginis matris sue, sancte Marie Magdalene ac omnium electorum ejus presentibus approbantes et concedentes de consensu et voluntate expressa honorabilium virorum Ludewici . . prepositi, Hessonis . . decani, Johannis custodis ac totius . . capituli ecclesie sancti Thome Argentinensis, quibus predicta parrochia sancti Nicolai d attinet, ut predicta societas causa devocionis et religionis unita et coita seu collegium ante- dictum et sorores prefate nostra auctoritate ordinaria ipsis exnunc quoad hoc permissa valeant in loco suo predicto Oratorium et ecclesiam de novo construere et in ea, sicut haberi seient et debent in aliis ecclesiis nostre civitatis et dyocesis, divina officia licite peragere unamque campanam habere, ita tarnen, quod nullus in eodem loco umquam ad officiandum divina instituatur, nisi actu sacerdos ydoneus, qui a toto capi- tulo vel a duabus partibus totius capituli dicte ecclesie sancti Thome collatione lantum numeri ad numerum facta aut per custodem ipsius ecclesie, qui pro tempore fuerit, si totum capitulum vel due partes, ut predictum est, de hoc non concordaverint infra mensem, quociens ad eundem locum sacerdotis institutio facienda incumbet, fuerit electus et per . . prepositum dicte ecclesie sancti Thome, prehabita de premissis tan- tum summaria de plano et sine strepitu cognitione, de prebenda, ad quam sic eligi- tur, et ejus attinentiis investitus e . ad hec omnium oblacionum a Christi fidelibus quibuscunque super altaria ipsius ecclesie vel ad scolam in quacunque moneta vel metallo oblalarum medietas cedere debet . . custodi sancti Thome et vicario parro- chie sancti Nicolai 1 ecclesiarum predictarum, qui pro tempore fuerint, inter eosdem equaliter dividenda, omni captione dolo et fraude circumscriptis et remotis in Omnibus et singulis articulis prenotatis. debent etiam sorores collegii seu societatis pre- dicte§ sicut ceteri nostre civitatis et dyocesis fideles nobis et successoribus nostris lege dyocesana et jurisdictioni nostre subesse perpetuo, ut est juris, ac clericis secularibus vel religiosis uni vel pluribus, cui vel quibus id onus a nobis aut successoribus nostris pro tempore conmissum fuerit et specialiter injunctum, Confessiones a ) T 1 turn. b) T i Nycolai. c) T i Brhscham. d) S i Nycolai. e) T investitutus. f) T 1 Nycolai. g) T 4 add. si quod durchstrichen. 1 Vergl. über Heinrichs von Hohenburg Bemühungen die Notiz der Annal. Colmar, maj. zum Jahr 1303 (Mon. Germ. SS. XVII , 228). 2 Vergl. Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 257. 5 io 15 20 25 30 35 40 1309 221 suas facere el ab eisdem penilenliam salutarem absolutionem normam vivendi et quevis recipere ecclesiastica sacramenta. hanc igitur nostre concessionis gratiam ordinationem et approbationem statuimus et precipimus inviolabiliter perpetuo per- manere. qui vero eisdem in toto vel in parte umquam presumpserit contraire, 5 omnipotenlis dei strictum judicium ex debito formidabit. in quorum omnium et sin- gulorum robur et testimonium evidens presens scriptum fieri jussimus et nostro ac . . prepositi . . decani et . . capituli predictorum sigillis muniri. nos Ludewicus . . prepositus, Hesse . . decanus totumque . . capitulum ecclesie sancti Thome Argenti- nensis publice recognoscimus et presentibus litteris confitemur, consensum nostrum io expressum prescriptis omnibus accessisse. in cujus rei testimonium sigilla nostra presentibus sunt appensa. actum et datum 8 idus octobris anno domini 1309. T aus Straßb. Thom A. Docum. hist, lad, 13 or. mb. c, 4 sig, pend. T 1 coli. ibid. or. mb. c. 4 sig. pend. Gedruckt bei Schöpflin Als. dipl. II, 89 nr. 844 (ex libro sal. eccl. s. Thome), is 273. Graf Johann von Saarwerden, Landvogt in der Ortenau, verkauft die Reichsmünze daselbst der Stadt Straßburg auf sechs Jahre um 22 Mark Silber. 1309 Recemter 7. Wir grave Johans von Sarwerde ein lantvog in Mortenowe tun kunt allen den, die disen brief sebent oder horent lesen, daz wir wurküft habent von eins riches 20 wege unser münse in Mortenowe unbe zwo und zwanzig marg luters und lotiges silbers dez geweges von Strazburg eime meister und eime rate und eime munse- meistere und sine gemeiner von Strazburg. und han wir grave Johans von Sarwerde der vorgenante die zwenzig marg in eins riches nüz gebrüht und getan, und die andern zwo sint worden unserme undervogete, und also daz die vorgenante munse 25 waren sol sez jar von nü liechtemes, die nü zu nahest kumet. und ist daz mit eins meisters und eins rates von Offenburg und eins scultheisse und der gesworner von Gegenbach gut wille 1 . und daz diz wor und stete hübe, so han ich grave Johans von Sarwerde ein lantvog in Mortenowe min ingesigele zu eime urkunde an disen brief gehenket. diz gesach an dem neliesten sunedage noch sancte Nyclaus dage, 30 do men zalte von gotz gebürte drizenhen hundert jar und nun jar. S aus Straßb. St. A. AA art. 43 or. mb. c. sig. pend. Gedruckt darnach i. d. Zeitschr. für Gesch. d. Oberrh. II, 413. 274- Die Städte Offenburg und Gengenbach bekennen ihre Zustimmung zum Verkauf der Ortenauer Münze an Slraßburg und verpflichten sich, falls der König 35 denselben nicht bestätige, zum Schadenersatz. 1309 December 7. Wir der meister und rat von Offenburg und scultheisse und rat von Gengenbach tun kunt allen den, die disen brief gesehent oder horent lesen, daz mit unserme 1310 Februar 2 1 Vergl. nr. 274. 1310 Februar 2 222 1309 — 1310 güte wille und gerne stete wellent habe, daz grave Johans von Sarwerde unser lantvog in Mortenowe unser munse würküft hat sez jar von eins riches wege eime meister und eime rate und eime munsemeister und sine gemeiner von Strazburg mit solicher gedinge: obe ein römischer kunig kerne in den sez jare, die do werent und angant zu der liechtemes, die nu zu nehest kumet, und nit stete wolte habe s die gelubede, die do vor gescriben stat, so sulle wir meister und rat und scultheisse von Ottenburg und och von Gegenbach vier und zwenzig phunt genger und geber Strazburgere wider geben den vorgenante“ ein meister und ein rate und eime munsemeister von Strazburg. und sol die gelubede enzwei sin one aller bande geverde. daz diz wor si und stete hübe, so bau wir die vorgenante von beide steten unser io ingesigele zu eime urkunde an disen brief gelienket. diz gesach an dem sunedage nach sancte Niclaus dage, do men von gotz gebürte zalte drizehundert jar und nun jar. S aus Straßb. St. A. AA avt. 43 or. mb. c. 2 sig. pend. Das Stück ist von derselben Hand wie nr. 273 geschrieben. 275. Bischof Johann von Straßburg überweist mit Zustimmung des Bomcapitels unter gewissen Beschränkungen und Verpflichtungen dem Frauenkloster von St. Stephan zur Aufbesserung der Pfründen die Pfarrkirche von St. Stephan mit der Heilig-Kreuz-Kapelle. 1310 März 1. Johannes dei gratia episcopus Argenlinensis dilectis in Christo Brigide abba- so tisse et conventui monasterii sancli Stephani Argentinensis ordinis sancti Augustini et eisdem in eodem monasterio succedentibus in perpetuum salutem et sinceram in domino caritatem. justis petentium desideriis votiva exauditione ex paterno affectu fore censuimus occurrendum. eapropter humilibus suplicationibus vestre devotionis permoti, et ad eultum divinum, qui semper in monasterio vestro laudabiliter viguit 25 et vestre ac succedentium vobis in eodem monasterio devotionis Studio perpetuo vigere speratur et digne sicut hactenus exerceri, ne propter defectum sustentationis vobis necessarie aliquo unquam tempore deficiat vel etiam minuatur, immo potius deo auctore et ministränte, que sunt ad hoc necessaria, augeantur, paterno affectu providere ac succurrere cupientes, cum consensu et voluntate expressa venerabilium 30 in Christo Gebehardi prepositi, Heinrici decani, Heinrici tbesaurarii ac tocius capituli ecclesie nostre Argentinensis ad hoc liberaliter accedentibus, ecclesiam parrochialem monasterii vestri predicti, cujus jus patronatus ad vos pertinere dino- scitur, cum cappella sancte crucis eidem annexa seu ipsam cappellam cum ecclesia et parrochia predicta ac omnibus earundem ecclesie cappelle et parrochie decimis 35 censibus juribus redditibus annone et vini oblationibus et obventionibus quibuslibet ac attinenciis universis nunc per liberam resignationem Conrad! quondam ejusdein ecclesie rectoris vacantem vobis et monasterio vestro ad subsidium et augmentum prebendarum vestrarum, que hactenus nimis tenues extiterunt, concedimus donamus a) S vorgenate. 40 1310 223 et conferimus simpliciter propter deum, quatenus vobis liceat eandem ecclesiam et ejus possessionem corporalem cum omnibus suis, ut predictum est, juribus et atti- nenciis per vos vel per alium seu alios ingredi et virtute presentis concessionis et donationis propria auctoritate vobis quoad hoc exnunc per nos concessa et permissa s apprehendere et etiam adipisci, contradictione cujuslibet non obstante; salvis in eadem ecclesia sedis apostolice et legatorum ac nuntiorum ejus ac episcopalibus in omnibus et per omnia ac archidiaconalibus juribus qualitercumque debilis ejusdem ecclesie nomine a consuetudine vel a jure; item salvo et expresse reservate in ecclesia sancti Stephani predicla nobis et successoribus nostris ecclesie Argentinensis io episcopis in perpetuum, ut, quotienscumque eandem ecclesiam sancti Stephani per mortem seu resignationem perpetui in eadem vicarii vel alio quovis modo vacare contingit, quod in qualibet vacalione episcopo Argentinensi competat in portione . . abbatissam et conventum predictos de ecclesia predicta et ejus attinenciis quomodo- libet contingente, quidquid sibi ex indulto sedis apostolice vel ex ordinatione et 15 consensu capituli sui vel alio modo quovis in fructibus aliorum vacantium benefi- ciorum competere posset et in predicta ecclesia sancti Stephani et ejus fructibus competeret, si non esset, ut predictum est, unita donata et concessa in subsidium.. abbatisse et conventus predictorum, per quam donationem seu concessionem episcopo, qui pro tempore fuerit, nullum quoad hoc volumus prejudicium generari; salvo etiam, 20 quod in eadem ecclesia perpetuus instituatur et habeatur vicarius sacerdos secularis ydoneus, qui, quociens eandem vicariam perpetuo vacare contigerit, per communem electionem . . abbatisse et conventus monasterii vestri, que pro tempore fuerint, secundum jus faciendam ad eandem vicariam loci archidiacono presentetur et ab eodem investituram de dicta vicaria et annexa eidem cura recipiat animarum. 25 cui vicario pro sustentatione sua et labore neenon et prestatione jurium sedis apostolice et episcopalium ac aliorum, ut predictum est, per eundem perpetuo facienda de redditibus et obventionibus ecclesie sepedicte cedere volumus annis singulis medietatem omnium oblationum cere remediorum obventionum ac aliorum jurium parrochialium, que qualitercunque et in quemeumque modum obveniunt de so jure vel consuetudine, in pecunia numerata vel in aliis rebus mobilibus quibus- cumque, occasione ecclesie parrochialis predicte, octo libris denariorum Argentinen- sium, que singulis annis a . . priore et fratribus domus sancti Willehelmi in der Grutenowe in dicta parrochia constructe occasione oblationum, que ibidem offeruntur, et aliarum obventionum solvere tenentur ecclesie parrochiali predicte, que cedere 35 debent vobis . . abbatisse et conventui predictis, dumtaxat exceptis, exceptis etiam oblationibus, que offeruntur in dicta ecclesia sancti Stephani ad crucifixum ibidem prostratum in die sancto parascaue, que cedunt fabrice vestri monasterii, sicut hac- tenus cedere consueverunt, in quibus et de quibus dicto vicario nullam volumus penitus cedere portionem. item cedere volumus eidem sacerdoti vicario singulis annis io viginti quartalia siliginis de granario vestri monasterii excrescentis in bonis ecclesie parrochialis predicte et viginti amas vini de cellario vestri monasterii secundum distributionem, que fieri consuevit singulis canonicis vestri monasterii, cum redditibus sex amarum vini, quos habet dicta ecclesia parrochialis in banno opidi 224 1310 Rodesheim, quos similiter cedere volumus vicario antedicto. item cedere volumus vicario predicto domum cum area vestri monasterii sitas in parvo vico, cujus caput est domus dicta zu dem birböme, quam nunc inhabitat . . dictus Gügelinger, cum ortulo contiguo eisdem, quem nunc possidet Conradus quondäm rector predictus et tempore vite sue possidere debet, ut quilibet vicarius, qui pro tempore fuerit, inha- bitare habeat et utifrui debeat eisdem 1 . et quidquid superfuerit, id per procuratorem vestri monasterii ad hoc per vos specialiter constituendum inter personas collegii vestri in choro divino officio presentes tantum equaliter volumus et precipimus dividi juxta modum inferius expressum, cera dumtaxat excepta, quam ad candelas ardentes coram reliquiis beate Atthale altaris publici vestri chori integraliter depu- tamus, ut ex participatione hujusmodi divisionis participantes consolationem accipiant et divinum officium comodius et liberius exequantur. modum vero et tempus dis- tributionum hujusmodi sic duximus exprimendum statuentes, ut singulis annis perpetuo quatuor vicibus per jejunia quatuor temporum distinctis fiat in choro ecclesie sancti Stephani predicte sollempniter cum vigilia novern lectionum et missa pro defunctis memoria beneficiorum ipsius ecclesie ac omnium fidelium defunctorum cum sollempni visitatione sepulcrorum circa eandem ecclesiam existentium, quibus sic juxta consuetudinem ecclesie qualibet vice debito modo peractis, quarta pars obventionum . . abbatissam et conventum predictas ex donatione et concessione predictis, ut prescriptum est, contingentium inter personas conventuales ipsius ecclesie utriusque sexus tune presentes et egritudinis causa absentes tantum qualibet vice equaliter dividatur. adicimus etiam, quod canonici ipsius ecclesie, qui juxta consuetudinem ipsius ecclesie diebus dominicis et festivis tantum astricti fuerint hactenus ad publicam missam concelebrandam, in choro esse debeant et sint in futurum perpetuo astricti, ut intersint misse publice omni die, addito tali moderamine, quod propter alicujus circa hoc negligentiam sibi in distributione obventionum ut predictum facienda nichil penitus subtraliatur, sed per . . abbatissam, sicut solet fieri in aliis negligenciis, corrigatur. volumus etiam, quod dictus vicarius vobis in peragendis divina officia in choro vestri monasterii nullum prestet impedimentum concurrendo vobiscum alta voce cantando vel legendo, et quod quilibet vicarius, qui pro tempore fuerit institutus in vicaria predicta, ante omnem amministrationem corporale prestet juramentum de omnibus fideliter observandis et adimplendis, que in presenti pagina continentur, secundum nostram dispositionem et ordinationem memoratam. igitur prescriptam nostram concessionem et donationem secundum jus legaliter et rite factam ac omnia alia et singula ob eandem donationem subsecuta et per nos facta sive statuta, sicut superius est expressum, statuimus et precipimus rata et firma perpetuo permanere. nec alicui liceat eisdem temere con- traire aut contra ea facere vel venire, in quorum testimonium atque robur presentem scripturam fieri et nostro ac . . preposili . . decani . . thesaurarii ac capituli predic- torum sigillis jussimus communiri. nos Gebehardus prepositus, Heinricus decanus, Ileinricus thesaurarius totumque capitulum ecclesie Argentinensis recognoscimus et 10 15 20 25 30 35 40 1 Vergl. UB. III, 202 nr. 662. 1310 225 publice confitemur, concessionem donalionem seu translationem ecclesie sancli Stephani supradicte ac omnia et singula suprascripta cum consensu unanimi et voluntate nostra expressa legaliter esse facta, in cujus rei testimonium sigilla nostra una cum sigillo reverendi patris domini Johannis episcopi ecclesie nostre Argen- s tinensis predicte appendi fecimus ad presentes. actum et datum kalendis marcii anno domini 1310. Ti aus Straßb. Bes. A. H fase. 2612 cop. mb. vidim. c. sig. pend. delapso. Ausgestellt vom judex curie Argent. 1310 September 20 (feria secunda proxima ante festum h. Mathei apostoli et ewangeliste). io 276. Frater Johannes ecclesie sancte Marie de Gapoleos episcopus et frater Marlinus ordinis sancti Agustini ecclesie Trapesonensis episcopus Omnibus vere penitentihus et confessis, qui ecclesiam sancti Stephani civitatis Argentinensis in die dedicacionis altaris constructi in honorem sancti Jacob! apostoli, Johannis baptisle, Marie Magdalene, Erhardi episcopi, Egidii abhatis et decem milium marlirum ac in iS festivitatibus eorundem sanctorum visitaverint, et omnibus corpus domini, cum ad infirmos communicandos ab ecclesia deferatur, prosequentibus quadraginla dies de injunctis eis penitenciis relaxant. «splendor paterne glorie. » datum Argentine 17 kalendas aprilis anno domini 1310. März IG Straßburg. B aus Straßb. Bes. A. H fase. 2622 or. mb. lit. pat. mit drei Siegeleinschnitten. so 277. Ulrich , Johann und Egenolf , Söhne Anselms von Rappoltstein, schließen sich dem Sühnvertrage an, den ihr Vater mit der Stadt Straßburg seiner Gefangennahme w'egen geschlossen hat. 1310 Mai 2. Wir Ulrich, Johannes und Egenolf beim Anshelmes süne von Rapoltsteine tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz wir mit geswornem 25 eide stete wellen! haben und sint dez schuldig worden unverscheidenliclien die wile, daz wir gelebent, die sune, die unser herre und unser vatter het getan mit den bürgern von Strazburg umbe die gevenenisse, die im taten! die burger von Straz- burg, und geloben! allez daz bi geswornem eide stete zu habende, daz an dem sune- briefe geschriben stat, den die burger von Strazburg haut, der besigelt ist mit 3« unsere herren und mit der bürgen ingesigelen 1 , ane alleine den artikel: were daz ein bürge stürbe, daz wir einen andern sollen! geben an dez stat, der da vervaren were. und darumbe hau wir gesworn daz andere öch stete zu habende allez bi dem eide ane alle geverde die wile, daz wir gelebent. daz diz war und stete si, darumbe so hau wir unsere ingesigele an disen brief gehencket. der wart gegeben an dem 35 samestage nach sancte Walpurge tage, do men von gottes gebürte zalte druzehen hundert jar und zehen jar. S aus Straßb. St. A. Versohl Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. 3 sig. pend., quorum 1 delapsum. Auf dem einen die Legende erkennbar s. Ulrici de Ropoltsteine . . sancti Deodati, auf dem andern s. Egenolfi de Rapoltst.ein. 40 Nicht erhalten Str. II 29 1310 220 278- Wirich von Mittehceier und Konrad von Bergheim der jüngere verbürgen eich der Stadt Straßburg für die Sühne Anselms von Rappoltstein. 1310 Mai 85. Wir Wirich von Mittelwilre und Cunrad des alten sün von Bergheim rittere lünt kunt allen den, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz wir bürgen sin! worden hern Anshelmes von Rapoltsteine gegen den bürgern von Strazburg nmbe s die süne, die er den bürgern von Strazburg he! getan van siner gevencnisse wegen, und geloben! bi dem eide, den wir darumbe getan haut, alles daz stete zu habende, daz an dem sunebriefe geschriben stat, der besigelt ist mit hern Anshelmes und der bürgen ingesigele, in alle wise, als die andern bürgen, die an dem selben briete geschriben staut, und darzü binde wir uns mit disem gegenwertigen briete mit n> guten truwen ane alle geverde. daz diz war und stete si, darumbe so hau wir unsere ingesigele an disen brief gehencket. der wart gegeben an dem mentage vor dem schönen nontage, do men von gottes gebürte zalte drizehen hundert jar und zehen jar. 8 ans Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp K lad. 17 or. mb. c. 2 sig. pend. Das >5 eine Siegel zeigt einfaches Schild mit Schrägbalken von links nach rechts, in der Legende s. Ulgerici de Miterwilr; das zweite einen schrägqnadrirten Schild und in der Legende . . ftnrndi de Bergli jnnioris. 279. Cum dissensio orta sit super eo, quod prepositus decanus et capitulum sancti Thome Argentinensis nomine ecclesie sancle Aurelie decimas seu decima- 2 « tiones novalium ad monasterium sancti Arbogasti spectantium et infra limites parochie ecclesie sancte Aurelie ad ecclesiam sancti Thome pleno jure pertinentis sitorum petebant, quas ad dictam ecclesiam sancte Aurelie jure communi perlinere dicebant, et ex adverso prepositus et conventus sancti Arbogasti asserebant, se fore tutos per privilegium sedis apostolice et per alias defensiones legittimas contra 25 petitionem predictam, tandem partes supradicle coram officiali curie Argentinensis pro redimendis laboribus et vitandis expensis dictam dissensionem per viam conpro- missi de plano et sine strepitu terminare volentes eligunt pro parte ecclesie sancti Thome magistrum Fridericum de Gödertheim ipsius ecclesie canonicum et pro parte sancti Arbogasti magistrum Heinricum rectorem ecclesie in Eysheim Basiliensis 30 diocesis, pro communi vero dominum Ysenhardum, decanum ecclesie Rinaugensis, arbitros sub hac forma, quod Fridericus et Heinrieus, casu proposito infra festum Juni u sancti Johannis baptisle venturum inspecto, sententiam ferant et, si concordare non possunt infra unum mensem post terminum dictum, extunc infra octo dies sententias suas decano presenten!, qui de jure pronunciet. partes promittunt, se servaturas esse sä dictam pronunciationem sub pena 60 librarum denariorum Argentinensium . « cum inter honorabiles ». actum 6 kalendas junii anno domini 1310. Mai 27. H aus Straßb. Hosp. A. lad. s. Marc. XII fase. 29 or. mb. c. sig. pend. delapso. 1310 ‘227 280 . König Heinrich VII nimmt die Stadt Straßburg in seinen besonder n Schulz und bestätigt ihr alle früher bewilligten Freiheiten und, Privilegien. 1310 Juni 1 Speier. Iu nomine sancle et individue Irinitalis. Ileinricus divina favente clemencia 5 Romanorum rex seinper augustus. augustialis pielas immeusa clemencia \weiter wie in nr. 47 bis feciinus roborari], signum Ileinrici Romanorum regia inviclissimi (M.) a Acta sunt hec anno dominice incarnacionis millesimo trecentesimo deciino, kalen- dis junii, regni vero nostri anno secundo. Datum Spire anno predicto bl . io S aus ßtraßb. St. A. AA art. 2 uir. 2 ur. mb. c. sig. pend. Das dunkelgelbe Königssiegel an roth-blauen Seidenschnüren. S 1 ibid. or. mb. c. sig. pend. delapso. Das Stück ist von andrer, etwas zierlicherer Hand geschrieben. Da beide Ausfertigungen mit Ausnahme der Datirung völlig gleich lauten, so ist die Differenz des Datums doch icohl nur durch die verschiedene Zeit der Vollen- 15 düng der beiden Beinschriften zu erklären. Vergl. Ficker Beitr. z. Urkundetüehre II, 399 und über Doppelausfertigungen überhaupt ibid. II, 495. Gedruckt in der Fassung von S 1 aus dem Briefbuch A fol. 24 » ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 91 nr. 847. — Böhmer B. Heinr. nr. 238. 281 . Die Ftadl Metz tri/ft Bestimmungen, über den Rechtsweg, welchen ihre 20 Bürger gegen Bürger der Stadl Straßburg einzuschlagen haben. 1310 Juli 6. Nos . . magister scabinorum, tredecim jurati et totum consilium civitatis Melensis notum facimus universis presentes literas inspecturis, quod nos, diligenti deliberatione prehabita, mediante prudentum virorum consilio, videndo et conside- rando pro communi utililate totius civitatis nostre et pro magna diligentia et favore 25 maxiino, quam et quem babemus et hactenus habuimus et habere volumus teinpo- ribus futuris erga sapienles et honorabiles viros cives Argentinenses, slatuimus et ordinamus communi consensu omnium concivium nostrorum, quod dicti cives nostri seu alter ipsorum non possunt nec debent per se vel per alium seu alios aliquos de civibus Argentinensibus arrestare vel delinere in corporibus vel in rebus :so seu arrestari vel detineri facere pro aliquibus querelis seu occasionibus, quas dicti concives nostri possent ab eis petere, quecunque essent, et que restant faciende et etiain adimplende a retroactis teinporibus usque ad diem confectionis presentium literarum ex quacumque causa pro personis alienis, uisi esset pro principali debito, in quo aliquis dictorum civium Argentinensium erga concives nostros vel alterum 35 eorum esset in aliquo debito principaliter obligatus, vel pro alio seu aliis principalis a) Das Monogramm hat die Höhe von etwas über vier Zeilen und steht rechts am Band. b) St 3 kaleudas junii, indictione septima, regni vero nostri anno secundo. datum Spyre anno domini predicto. i Die bekannte Aitecdote, die Matthias von Neuenburg gelegentlich dieser Frivilegienbestätigung erzählt (Böhmer Fontes rer. germ. IV, 180), ist mit diesem Datum und dem Itinerar des Königs nicht sie nimme schuldig noch gebunden sin ze helfende wanne von der Byrsen untz an die Sorne, unde gensite Rynes sol nieman gebunden sin von des friden wegen durch wall zü helfende. [1] alle phalburgere sulent abe sin. und wellenl sie bürgere sin, so sulent sie gesessen sin sumer und winter ane ünderlaz. und sulent des frist haben sich zü beratende untze sante Martins mes, die nu zü liehest körnet, obe sie is bürgere wellen sin oder nüt. und welre och nüt ensesse, als da vor geschriben ist, den sol delieine stat vür einen burger haben. [ 2 \ alle phaffen und alle geistliche lüte und alle gotzhüser die sulent in disem friden sin und sulent in irme rehtc und in irre friheite hüben. und alle edellüte graven frien und dienstlute, die disen friden gesworn hant zwüsschent den vorgenanten ziln oder noch swerende werdent, 20 und alle stelle und bürge und vesten und dörfer und diughove, die in disem friden gelegen sint, der sol iegeliches in siine rehtte hüben, die stat von Strazburg sol mit nainen in irme rehte und in irre friheite und in irre güten gewonheite hüben, öch sol die stat von Basile mit nammen hüben in irme rehte und in irre friheite. so sol öch der bisschof von Strazburg und der bisschof von Basile niemanne, der in as irm bistüme gesessen ist, beholfen sin von des lantfriden wegen umbe deheinre slahte ding, die geschehen sint untz her. [ 3 ] die nuwen zölle sulent öch abe sin, swo sie gemailt sint, uf dem lande oder uf dem wassere, es ensol öch nieman keine gruntrüre nemen. wer die neme, den sol man haben vür einen strazröber und sol der lantfride uf in beholfen sin. und swer disen friden bricliet, geschihl daz in 30 unserme gerillte, daz sol der, an dem er gebrochen ist, oder sine fründ an unsere phlegere, die hie nidenan geneinet sint, selbe vordem oder mit sime gewissen hotten und brieten, und sulent unsere phlegere zeliant ane geverde uf den eit botschefteu und embieten dem, der den friden gebrochen het, daz er in den nehesten ahte lagen daz widertü und bessere, daz er da begangen het. tüt er des nüt, so sulent 35 die selben unsere phlegere alle die, an die von aller der vorgenanten lierren wegen dirre fride gesetzet wirt, manen mit hotten oder brieten uf den eit, ob sie es mit irre malit ane sie nüt mügent vollenden ane geverde. und sulent die danne, als es hie nidenan bescheiden ist, in den nehesten ahte tagen darnach, so sie gemanet werdent, bi irm eide mit solicher helfe und mit solicher mäht, alse sie alle oder 4» das zweiteil ünder in überein kumment uf den eit, den twingen, der den friden gebrochen het, daz er widertü und bessere, daz er wider den friden getan hat. und wer also belwungen wirt wider zü tfinde und zü bessernde, den sol man twingen 1310 231 uf den eit, daz er gelte allen den schaden, der von üszogendes wegen geschehen ist, oh er so vil gutes het, nach der bescheidenheite, also die alle, die über den lantfriden geselzet sint, oder das zweiteil ünder in bescheidenlieh tunket, und het er so vil gutes nüt, man sol in twingen mit sime libe durch daz, daz andere bizeichen bi ime nement. mügent aber sie es ane die andern gebessern mit irre mahl, so sol men niemanne me manen umbe helfe. 1 4 ] wirt aber dirre fride gebrochen in des bisschoves gerihte von Slrazburg, so sol man es vordem, also da obene geschriben stat, an die, die von sinen wegen darzu gesetzet werden!, und sulent denne die uf den eit bede umbe daz widertun und umbe daz bessern tun und gebaren in alle wis, also es da obenan von unsern phlegern geschriben stat. in dirre selben wise sol man tun ane alle geverde, ob der fride gebrochen wirt, da men es von dem bisschove von Basile, von dem obern lantgraven oder von dem nidern lantgraven in Elsaz vordem sol. und sulent die, die von iren wegen darzu gesetzet werden!, darzü tun uf den eit in alle wis, also es da obenan geschriben stat. wurde aber er gebrochen, da es die bürgere von Strazburg ane- gat, da sol man es vordem an den, der danne wissenthaft burgermeister ist. und sol er danne uf den eit schaffen, swelich burger von Strazburg den frideu gebrochen het, daz er daz widertuge und bessere in den nehesten ahte tagen, beschehe daz nut, so sulent die andern bürgere alle von Slrazburg und die andern des friden eit- genössen den twingen, alse da vor von den andern geschriben stat. [5] zu gelicher wiz sol der burgermeister von Basile tun, ob dirre fride gebrochen wirt, da es die bürgere von Basile anegät, zu bessernde alles mit der bescheidenheite, die hie nidenan geschriben stat. [9] alle geste und alle frömede lüte, sie sint varende bli- bende oder wesende in dem Vorbescheiden begriffe, die sulent disen selben friden haben, alse es da obenan bescheiden ist. [7] wirt öch ieman gevangen in dis frides begriffe und wirt usgefürel, da sulent alle des frides eitgenöszen bi dem eide ire helfe und ir mäht zfttün, daz der gevangene lidig werde und solich unreht gebessert werde mit irre mäht, alse die uberein kumment uf den eit, an die dirre fride von unsern wegen gesetzet ist oder von der vorgenanten herren und stetten noch gesetzet wirt, sie alle oder daz zweiteil ünder in. [£] riebet öch ieman deheine dolgevehte oder wunden, die nutz her geschehen sint und öch unversünet sint, damitte ist dirre fride mit gebrochen, swer aber vürbaz wunt wirt, dem sol man ribten, alse men von wunden rillten sol. und swer erslagen wirt, des fründen sol man rihtten, alse man davon zu rehtte rihtten sol, in den nehesten ahte tagen. [.9] men pliendet öch wol umbe jergeliche korngülle, umbe wingülte und umbe zinse, und engat daz öch nüt an den lantfriden. anders sol nieman den andern phenden ane gerihte. und het sich öch ieman verbunden mit sinen brieten, daz men in phenden sule ane gerihtte, den sol men phenden an sime eigene, an sime erbe, an sime lehenne und an sinen phanden. [ 10 ] het aber ein gotzhüs oder ein dosier gut oder lüte, darüber er vogel ist, an dem güte und an den lüten sol men in nüt phenden. [ 11 ] swo die, an die dirre fride von unsern wegen gesetzet ist oder noch von der vorgenanten herren und stelle wegen gesetzet wirt, alle oder daz zweiteil ünder in überein kumment uf den eit, daz ein her re oder ein stat oder bürg oder 232 1310 dorf, do der fride gebrochen wirf, selbe mügent gebessern daz, damitte der fride gebrochen wirt, da sol men niemanne me zu manen umbe helfe, da sie aber uberein kumment uf den eit alle oder daz zweiteil, daz man helfen sol, swer danne der nüt kommet mit solicher mäht ane geverde, alse sie überein kumment uf den eil, der sol meineidig und truweloz und ürloz sin und sol üswendig des friden sin. und 5 sol men ab ime rihtten und sol ime nieman rillten. [12] swo mitte dirre fride gebrochen wirt, daz sol men widertün und bessern, alse die, an die es gesetzet ist oder noch von der herren und der stelle wegen gesetzet wirt, sie alle oder daz zweiteil under in uf den eit überein kumment. were aber daz sie sich davon mah- tent und die besserunge verzugenl durch mütwillen, so sulent sie meineidig sin und i« üszewendig des friden sin. irret aber sie deheine eheftige nöt oder herren nüt, oder daz einre lihte stürbe, so sol der lierre oder die stat, von der wegen er dabi waz, einen andern darzü schicken ane sine stat ane alle geverde. der sol öch denne swern, alse der erste gesworn hette. und so er geswert, so ist der eit allewege stete. [13] alle die güt, die zu erbe geluhen sint von alter her, die sulent in der gewon- is heile stan, als es herkummen ist, die wile dirre fride wert. [14] swer disen friden nüt swert, iederman vor sime rihttere, in den nehesten zweien manaden, so dirre fride gekündet wirt von stellen zu stellen, von bürgen zu bürgen, von dörfern zu dörfern, den sol man danach nimme emphahen in disen friden. und sol ime öch nieman rihtten und sol men abe ime rihtten. sprächet aber der rihtter, er habe nüt so gesworn, bezüget er denne mit zwein ersamen mannen, daz er gesworn habe, des sol er genieszen. [15] ist aber ieman üszewendig Iandes oder siech oder gevangen, so er des entladen wirt, so gat alrest die satzunge über in. [Iß] die prelaten, die dümeherren und die phafheit, die sint des eides erlaszen durch ir erberkeil. [17] es sol öch nieman keine munsze slahen in disem begriffe weder in stellen noch uf 25 bürgen noch in dörfern, er enhabe sie danne von dem räche oder anders durch ein reht. swer über daz eine slüge oder hiesze slahen, der und sin gesinde, die die munsze da slahent oder helfen! und ratenl, wie die falsche oder die ungewonliche munsze vürbraht werde, die sol man haben vür falschere und sol von in rillten, alse man von falschem durch reht rihten sol. und sol der lantfride uf sie beholfen 30 sin uf den eit. [18] ist öch, daz der lantgrave in dem obern Elsaz oder in dem nidern Elsaz ein gerihte besitzet oder ein ander rihtter, wer der si, und rihtel umbe ein güt, von den er billiche rihten sol, irret ieman den, dem daz gut mit gerihtte gevallen ist, an dem güte, mag es der rihtter nüt gehöbeten mit siner mäht bi sim eide, der lantfride sol ime beholfen sin, daz der blibe in der gewer des 3 a gütes, untz daz es ime mit besserme rehte angewunnen wirt. [19] die bürgere von Strazburg liant in disem lantfriden üsgenomen alle die, die von irre missetete wegen verwisent sint von der stat von des zülöffes wegen, den sic latent in irre stat 1 . [20] dise satzunge öch und den lantfriden, die wir haben! ufgesetzet zü Franken- 1 Darunter ist wohl der Volksaufstand vom Juli 1308 zu verstehen. Die damals über die Ausge- 40 wiesenen verhängte Acht hieß die böse oelite. Vergl. Closener (D. St. Chron, \ III, 123) und die Fotae hist. Argent. (Böhmer Fontes rer. germ, III, 117). 1310 233 furd mit den kurfürsten 1 , den öch . . der bisschof von Strazburg und unser lanl- voget und ander herren, die da zügegene warent, gesworn baut, den eit wil . . der vorgenante bisschof und der lantvoget, daz er in behalten si, und wellent disem lantfriden deste minre nüt nachgan ane alle geverde. [. 21] waz öch gutes ein man 5 zehen jar und me unverspröchenliche und gerüwecliche in gewalte und in gewer her bet braht bi gerihtte, und daz sin widersache in lande ist und zu sinen tagen kommen ist, daz ensol ime nach den zehen jarn nieman abe swern noch zu ahnende machen, alle die wile daz dirre lantfride weret. wer aber, daz iemanne iht angewonnen were sins gutes indewendig fünf jaren, die vergangen sint, in atmendes wise, io alse es da Vorbescheiden ist, man sol in wider in sine gewer setzen, nutze daz es ime mit rehte vor sime rihttere angewonnen wirt. [22] dirre lantfride sol wem nutze saute Martins mes, die nü zu nehest kummet, und dannen über fünf jar nahenander. [53] dis sint, die wir über den lantfriden gesetzet haut: Heinrichen den burggraven von Doroltzheim, Matbisen von Heringheim ^ und Johannesen von i5 Eckerich rittere. und zu eim urkünde aller der vorgescliriben dinge so han wir unser ingesigele an disen brief gehenket. der wart geben an der mittewochen nach unserre frowen mes der ersten 2 , da man von gotz gebürte zalte drüzehen hundert jar in dem zehenden jare. 8 aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 21 nr. 3 or. mb. c. sig. pend. Dunkelgelbes so Königssiegel am Pergamentstreifen. Die im Stück gesetzten Paragraphenzeichen sind durch fortlaufende Nummerirung wiedergegeben. Gedruckt aus dem Briefbucli A fol. 130 a ibid. bei Wencker Disqu. de ussburg. p. 39 — Liinig VI, 10 — Du Mont Corps dipl. I a , 355 mit dem falschen Datum Februar 4. — Zeitschr. f. d. Gesell, d. Oberrh. IV, 373; Trouillat Man. de Bäle III, 167; Mossmann 25 Hart, de Mulh. I, 112 mit dem falschen Datum 1313 August 22; Böhmer B. Ileinr. nr. 282. Ueber die Zusätze zum Landfrieden von 1301 (nr. 233) vergl. Kopp Gesch. d. Eidgen. Bünde III, 2, 82 ff. 285. Das Dom- und das St. Thomascapitel wie das Capitel von Haslach verbinden sich gegenseitig zur gemeinsamen Abwehr der ungerechten Forderungen des 3o Bischofs Johann von Straßburg. 1310 October 12. Nos Gebehardus de Friburg prepositus, Johannes scolasticus, Hermannus de Thirstein, Henricus de Gundolvingen, Heinricus custos et Symundus de Horburg arcbidyaconi ceterique canonici et . . capitulum ecclesie Argentinensis, paucis dum- taxat exceptis, item . . prepositus . . scolasticus ceterique canonici et . . capi- 35 tulum ecclesie sancli Thome Argentinensis, paucis dumtaxat exceptis, item . . a) Pas Wort ist nachträglich gebessert, ursprünglich stand auch in der ersten Silbe ein i. 1 Auf dem Reichstag zu Frankfurt im Juli 1310. 2 Bald darauf, am 27. October 1310, zu Schlettstadt, sind Boten der Stadt Straßburg, im Verein mit Bischof Johann, verschiedenen Herren und Städteboten des Elsaß dabei thätig, Bestimmungen über 40 die Bestrafung des Friedensbruches zu Colmar zu treffen. Vergl. Ficker Die Ueberreste des deutschen Reichs-Archivs zu Pisa i, d. Sitz. Ber. d, Wiener Akademie XIV, 223-225. Str. II. 30 234 1310 scolasticus . . custos ceterique canonici et . . capituluni ecclesie Haselacensis, nonnullis dumtaxat exceptis, presentium inspectoribus volumus esse notum, attamen inviti referimns et dolenter, quod venerabilis pater dominus Johannes episcopus Argentinensis gravem nobis attulit materiam conquerendi de gravaminibus diversis injuriis et jacturis nobis et nostris ecclesiis illatis per ipsum sine qualibet culpa 5 nostra, quarum aliquas recensemus. dictus quidem dominus . . episcopus, cum ex debito juris positivi et etiam naturalis nobis et nostris ecclesiis ad antidota sit astrictus nostrisque commodis et profectibus paterna provisione consulere teneretur, ipse tarnen pii patris affectum et morem, qui filiis thesaurizat, postponens illicite et non servans, sed potius facultates nostras minuere cupiens et enormiter exhau- jo rire, cum tarnen hoc anno nulle vel pauce ultra necessaria vite nostre nobis valeant superesse propter penuriam et defectum nostrorum proventuum, quos ademit communis sterilitas terre nostre, quod non attendens dictus dominus . . episcopus, sed afflictionem cumulans jam afflietis nobis et omnibus ecclesiis monasteriis cappellis et . . capitulis ac personis ecclesiasticis civitatis et dyocesis Argentinensis invitis ]5 inmoderate quantitatis pecunie collectam inposuit sine causa necessaria et ratio- nabili et a nobis nititur extorquere et jam a nonnullis extorsit in non modica quantitale per comminationes suorum processuum et terrorem. nichilominus quoque plus odii fomite quam zelo justicie et causa extorquendi predictam collectam nos et totum clerum civitatis et dyocesis Argentinensis ad ordines non necessarios invi- 20 tavit et a se recipiendos per censuram ecclesiasticam compellere nisus fuit, quamvis caule et sine periculo ab eo recipere ordines nemo posset vel etiam potuisset ex eo, quod ipse dominus . . episcopus diversis suspensionis et excommunicationis latis a canonibus sententiis ligatus fuerit et adhuc sit, non deferens appellationibus nostris legittimis ex premissis et aliis causis probabilibus inlerjectis ex parte 2ä nostra et omnium adherentium nobis et adherere volentium in futurum ad sedem apostolicam nec etiam deferens reverentie dicte sedis, que ipsum creavit in . . episcopum, sicut dicit. et preterea proventus beneficiorum vacantium et non vacan- tium, rectoribus decedentibus eorundem, recipit et recepit liactenus per biennium multis annis privando ministros illorum suis proventibus, de quibus essent secun- 30 dum apostolum sustentandi. insuper ad depressionem nostram noslrique honoris nititur jurisdicliones archidyaconatuum nostrorum archidyaconorum et aliorum pre- latorum et prelaturarum debitas de consuetudine et servatas a tempore, cujus in contrarium memoria non existit, inpedit in quantum poterit suis processibus et eli- dil. sicque juri et honori nostro derogat in hoc et in aliis multis articulis sibi pro- 35 hibitis et contentis in juris titulo de excessibus prelatorum. volentes igitur nostram nostrarumque ecclesiarum et aliarum personarum nobis adherentium et adherere volentium in futurum innocentiam et justiciam defendere, ut tenemur, et pro viribus conservare ac injuriam propulsare, obligamus nos scriplo presenti promittentes sin- guli fide prestita mutuo corporali nomine juramenti, quod predictam defensionem et 40 conservationem faciemus fideliter communibus laboribus et expensis juxta cujuslibet facultates et ab illis nullatenus desistemus, quousque predictus dominus . . episcopus a premissis et ab aliis iniquis vexationibus injuriis et molestiis nobis et nobis 1310 2W adherentibus faclis vel faciendis desistet efficaciler et quiescet, promittentes omnibus et singulis nobis et nostris ecclesiis in presenti negotio adherentibus seu adherere volentibus vicariis advocatis procuratoribus et personis omnibus in dieto negotio nobis asistentibus omne dampnum seu Interesse, quod occasione dicti negotii susti- nuerint, integraliter resarcire. nos omnes ac singuli premissa promittimus sub rerum nostrarum et ecclesiarum nostrarum ypotheca volentes nichilominus et statuentes, nt quicunque ex nobis ab obligatione et promissione hujusmodi se duxerit subtra- liendum, babeatur ipso facto non solum fidei violator sed etiam juramenti. in quorum evidenciam sigilla . . capilulorum nostrorum presentibus sunt appensa. datum 4 idus octobris anno dornini millesimo trecentesimo decimo 1 . B aus Straßb. Bes. A. G fase. 5221 or. mb. c. 3 stg. pend. delapsis. Gedruckt nach einem nicht mehr auffindbaren or. in Straßb. TImn. A. bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 344 nr. 60. 286. Gottfrid von Leiningen, Landvogt im Elsaß, Georg Graf zu Veldenz, Landvogt im Gpeiergau, und Otto ton Ochsenstein beurkunden und verbürgen die GUhne der Gladt Gtraßburg mit Gymund von Zweibrilcheu. 1310 November 10. Wir Gotfrit von Inningen lantfogel zu Elsaz, Georgie grave zu Veldentze lant- foget in Spiricbowe und Ölte berre von Ohsenstein tunt bunt allen den disen brief gescheut und gehöre nt lesen, daz Niclawes Walter und Johannes Vettere bürgere von Strazburg sich haut verzigen vür sich und alle ire frünt und belfere gegen Symunde von Zweinbrucken unserm öheime, hern Eberhartes unsers oheimes sine, und gegen allen sinen belfern alles des schaden, der in bescliehen ist, es si von gevenenisse wegen oder von Verluste gutes wegen oder von welre hande sache es si, unze her an disen tag ane alle geverde, und mit namen gegen Cünrate von Waltspüre dem tüchscherer von Strazburg. und sol damitte eine güte süne sin zwischent Symunde unserm oheime und sinen belfern und Cünrate von Wallspüre ein site und den bürgern von Strazburg gemeinliche ander site umbe die getat. und gelobent unverscheidenlichen vür die stat und die bürgere von Strazburg, daz sie dise 1 Dieser Streit zwischen dem Bischof und den drei Oapiteln wird durch fünf Schiedsrichter, Gebe- hardus prepositus ecclesie Argentinensis, Crafto prepositus, magister Ludewicus cellerarius ecclesie Haselacensis, magister Wernherus cantor ecclesie s. Petri officialis curie Argentinensis ac magister Rudolfus rector ecclesie in Benwilr am 1. Februar 1311 geschlichtet. Besonders bemerkenswerth sind folgende Punkte ihres Spruchs: quod episcopo satisfactio fiat injurie ipsi illate per quosdam cano- nicos ecclesie Argentinensis auferentes literas seu processus cellerario ecclesie s. Petri nuntio epis- copi, qui eum in loco sacro, videlicet in monasterio s. Stephani Argentinensi in interdictione impedire presumpserunt; item quod episcopus insignia episcopalia habere et eis uti debeat, quando et quotiens indigebit, et illa, cum eis non indigeat, ad ecclesiam majorem Argentinensem reponi faciat; item quod episcopus liberam potestatem dandi et constituendi officialem habeat et eundem revocandi, hoc adjecto, quod canonici majoris ecclesie Argentinensis et certa familia in eorum expensis contdnue existens in causis propriis pro sigillo curie circa acta judicialia nihil solvant. Aus Straßb. Bez. A. G fase. 3465 nr. 289 cop. ch. sec. XVI. 1310 — 1311 t>:iü süne siete haltenl. were öcli daz die süne gebrochen wurde von den bürgern von Strazburg, daz geloben wir unverscheidenliche uf ze rihtende ane alle geverde. daz diz war und stete si, darumbe so lian wir unsere ingesigele an disen briet gehencket. diz geschach an dem mentage nach sancte Martins mez, da men von golz gebürte zalte druzehen hundert jar und in dem zehenden jare. 5 S aus Straßb. St. A Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 3 sig. pend. laesis, quorum 1 delapsum. 287. Schreiben der Stadt Kenzingen an die Stadt Straßbnrg betreffend Freilassung einiger gefangen gesetzter Straßburger Bürger, [um 1310]. Viris providis et discrelis . . magislro consulibus universisque civibus Argenti- io nensibus Jo[hannes] scultetus universitasque civium de Kenzzingen sinceram volun- tatem® obsequendi. litteris vestris nobis transmissis receptis et discussis intel- leximus, quod Jo[hannes] miles dictus de Wizwile quosdam de civibus vestris occasione Lamperti vestri concivis et noslri cepisset, quod nostras aures penitus perturbavit. nos vero dictum mildern adivimus monentes, ut vestros cives occasione 15 nostri concivis detentos pristine restitueret b libertati. quibus peticionibus idem miles respondit, quod nihil spectaret ad ipsum illa detencio, asserens, quod quidam lio- minum suorum tenuissent eosdem concives vestros racione juris sui consequendi rigorem de memorato Lamperto c . si vero aliquis de eodern Lamperto nostro concive coram nobis querimoniam suam deponeret d , conquerenti justiciam faceremus. culpam 2 » predicti Lamperti novimus nullam, nisi quod quosdam obsides suos dicitur monuisse, qui eciam obstagium persolvunt, prout debent. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. lit. clausa c. sig. in verso impr. laeso. Der Schriftcharacter des Stücks weist in den Beginn des 14. Jahrhunderts. Dasselbe wird etioa um 1310 anzusetzen sein, da die darin genannten Johann 25 von Weisweil und der Vogt Johann von Kenzingen 1303 und 1311 urkundlich nach- weisbar sind. 288. Beschluß des St. Peterscapitels über die Verwendung der Einkünfte des erledigten Schaizmeisleramts. 1311 April 20. In nomine domini amen. vacante . . thesauraria in ecclesia sancti Petri Ar- so gentinensi, nos . . decanus totumque . . capitulum dicte ecclesie sancti Petri ad universorum noticiam cupimus pervenire, quod nos communi et concordi tractatu prehabito, deliberacione quoque prehabita diligenti, statuimus et statutum hujusmodi nos singuli canonici de dicto . . capitulo jurejurando vallavimus et vallamus, con- sensu et voluntate domini . . prepositi dicte ecclesie sancti Petri in hiis plenius s-> a) S voluntem. b) S restueret. c) In S folgen sieben dnrchstrichene Worte, von denen in lesen : quod nobis idem Lampertus . . . dedit ... d) In S folgen acht zum Theil übergeschriebene siimmtlich dnrchstrichene Worte, von denen zu lesen: vel . . . aliquis de ipso ipse de aliquo. Vergl. Schreiber UB. d. St Freiburg I, 169 u. 191. 1 1311 ‘237 aocedente, quod nedum mcdielas omnium oblacionum obvenlionum cx quacunque causa provenieulium inluitu et contemplatione dicte . . lliesaurarie conquirendorum et conquirendarum seu etiara jam conquisitorum et conquisilarum pro indiviso cedere habet® canonicis dicte ecclesie sancti Petri secundum consuetudinem in dieta 5 ecclesia haclenus laudabiliter observatam, sed etiam medietas omnium funeralium pro indiviso, que obveniunt et que racione funeris deferuntur inluitu et contemplatione thesaurarie prefale. ipsam dignitatem . . thesaurarie necnon futurum . . thesaurarium, qui eligilur ad eandem . . thesaurariam, ad observandum hujusmodi statutum astringimus per presentes, in hujus rei geste evidens testimonium preis sentes litteras nostri . . capituli sigilli munimine fecimus roborari. actum anno domini 1311 feria tercia post dominicam, qua cantatur Quasimodogeniti. T aus Straßb. Thom. A. lad. hist, eccles. 13 or. mb. c. sig. pend. 289. Vor dem Straßburger Hofrichler doliren der Ritter Johann in Kalbsgasse und seine Schwester Phyna ein Armen-Hospital und setzen mehrere Legate ans. »5 1311 Mai S. In nomine domini amen, coram nobis . . judice curie Argentinensis constituti Johannes diclus in Kalbesgasze miles Argentinensis et Phyna soror ejus carnalis considerantes et attendentes, quod per caritatis opera conservatur humanitas, placatur deus et peccatorum venia impelratur, cupientes eciam de bonis sibi a deo collatis 2 o in eundem referre, qui ait : quod uni ex minimis meis fecistis, michi fecistis, idcirco manibus coadunatis et unanimi voluntate de bonis suis communibus quatuor areas suas contigue sitas ac unam aream prope dictas areas sitam cum omnibus super eisdem areis edificatis juribus et attinenciis suis in civitate Argentinensi ex opposito ecclesie sancti Thome Argentinensis ultra fluvium, qui dicitur die Brüsche, 25 ex superiori parte prope domum dictam zu dem Swederich et ex parte inferior! prope domum . . dicte Twingerin et tendunt retro super stratam publicam 1 , ad usus pauperum infirmorum sub modis infrascriptis ex causa donationis pure simplicis et irrevocabilis inter vivos pro synodocliio seu hospitali infirmorum depulaverunt et donaverunt simpliciter propter deum, ita videlicet, quod de bonis infrascriptis, que so modo et causa quibus supra eciam dicto hospitali sive synodochio depulaverunt, reservato sibi pro tempore vite ipsorum tantum usufructu eorundem bonorum, pro annuo censu quinque solidorum denariorum Argentinensium eidem hospitali annis singulis interim, dum vixerinl, de eisdem bonis solvendorum donaverunt simpliciter et irrevocabiliter ac eadem bona et eorum dominium vel quasi ac omne jus ipsis in 35 eisdem hactenus ex causa et modis quibuscumque competens in manus nostras nomine dicti hospitalis resignaverunt et per porrectionem calami tradiderunt ac a nobis nomine dicti hospitalis pro censu predicto ad vitam suam tantum receperunt, a) Vielleicht verschrieben für debet ? 1 Vergh Straßb. Gassen - und Häusernamen i. Mittelalter, S. 165 u. 166 . •S-«8Sf8St*~'- ‘238 1311 ac de aliis, que inspirante domino largitione fidelium el aliis juslis modis quibus- cumque eidem synodocliio accesserint, recipiantur serventur procurentur et pascan- tur perpetuo ad minus decem et plures, quantum se ejusdem hospitalis facultates extendent, pauperes et infirmi tanta debilitate et pauperlate gravati, qui non habent aliunde, de quo vivant, nee elemosinam possint querere hostiatim. cuin quibus s voluerunt in eodem synodocliio et de bonis ipsius semper haberi unum sacerdotem, cui in obsequium infirmorum unum famulum et duas ancillas voluerunt continue deputari. pro quarum personarum tarn egrorum quam etiam ministrorum necessitati- bus et expensis donaverunt et deputaverunt, ut predictum est, in synodocliio pre- dicto bona inferius specificata. ad cujus etiam sacerdotis necessitates sublevandas J0 preter victum cottidianum, quem, ut predictum est, de synodochio habebit, recipial redditus annuos viginti quartalium tritici et siliginis equaliter utriusque de bonis in Rinsteten ipsum Johannem militem contingentibus, quos etiam ad hoc predicto sacerdoti specialiter deputavit. ad hec voluerunt predicti Johannes et Phyna stalue- .Vuvember 3 runt et ordinaverunt, quod singulis annis in commemoratione omnium animarum perpetuo ,5 octo libre denariorum Argentinensium, qui census nomine de curia dicta zu dem temple 1 sita in civilate Argentinensi in vico dicto Kalbesgasze ipsis debentur, in emptionem pannorum ad vestiendum pauperes aliquot extra dictum hospilale ubilibet exponantur. cujus rei curam Phyna predicta cum consensu fratris sui predicti sibi reservavit pro tempore vite sue; post mortem vero suam predicti panni distribuentur pauperibus loco et modo, 20 prout ipsa Phyna adhuc vivens duxerit providendum. et ad hujusmodi pie subven- tionis usum redditus octo librarum predictos ex causa et modis, quibus supra, simpliciter et absolute donaverunt et tradiderunt per porreccionem calami predictam ac perpetuo deputaverunt. consenserunt etiam et voluerunt, ul bonorum et reddiluum supradictorum hospitali predicto, reservato ipsis ad tempus vite sue usufructu, ul 25 prescriptum est, donatorum medietas uno ex eis decedente, et altero sive superstite ex eisdem decedente reliqua medietas et ipsa bona omnia cum omni jure, quo ipsi eadem communiter tenuerunt et possederunt et ad ipsos pertinebant, cedant ipso facto libere et absolute hospitali predicto, contradictione cujuslibet non obstante. Johannes quoque predictus redditus annuos quinquaginta et duorum quartalium et 3« trium sextariorum tritici et siliginis, quos habet, ut asseruit, in banno ville Ilten - beim, reservato sibi usufructu eorundem ad tempus vite sue tantum, cum omni jure, quo dicti redditus ad ipsum hactenus pertinebant, donavit et per porrectionem calami tradidit simpliciter et irrevocabiliter ex causa et modis quibus supra ita, ul de illis redditibus singulis septimanis in feria sexta perpetuo unum quartale in pane 35 distribuatur pauperibus aliis extra hospilale prefatum in loco et modo, quibus ipsa Phyna decreverit ordinandum. supplicaverunt igitur reverendo in Christo patri domino Johanni Argentineusis ecclesie episcopo, ut prescriptam sue devotionis dona- tionem voluntatem et ordinationem ad honorem omnipotentis dei, sancte sue geni- tricis Marie semper virginis, beati Andree apostoli et omnium eleclorum dei nomine, 40 1 Vergl. Straßb. G. w. HN. i. M. S. 89. 1311 239 quo supra, suscipiat et ea faciat robur debiturn perpetuo obtinere'. synodocbium namque predictum personas et omnia sua bona mobilia et immobilia, presentia et futura, in rebus ecclesiasticis et jure ecclesiastico voluerunt ammodo baberi et pe- tiverunt ea ila censeri, ut predicto domino nostro episcopo et ejus successoribus 5 Argentinensis ecclesie episcopo semper subsint juxta sacrorum canonum instituta ac ecclesiastica emunitate gaudeant et fruantur. ceterum cor am nobis . . judice predicto constituti predicti Johannes miles et Phyna in remedium animarum suarum et simpliciter propter deum redditus annuos perpeluos septem librarum denariorum Argentinensium, quos se dicebant habere super duabus domibus et areis cum io omnibus suis edificiis juribus et attinenciis dictis zu hern Diemen sitis in civilate Argentinensi prope domum dictam z& dem güldin schaffe 1 2 , religiosis dominabus . . abbatisse . . priorissis et conventibus monasteriorum sanctorum et sanclarum Cläre an dem werde, Johannis, Katherine, Marci, Elysabet, Angnetis et Margarete sitorum extra muros Argentinenses cuilibet eorundem monasteriorum seu personis in quolibet io eorum domino famulantibus unam libram denariorum Argentinensium de redditibus dictarum septem librarum legaverunt et causa mortis deputaverunt seu donaverunt 3 sic, quod . . abbatissa necnon . . priorissa et conventus monasteriorum prediclo- rum perpetuo singulis annis in anniversariis Johannis et Phyne predictorum dictos septem librarum redditus de domibus et areis cum suis attinenciis predictis vel 2o medietatem reddituum eorundem, uno ex eisdem Johanne et Phyna decedente, reci- piant percipiant et deducant pro pictantia in refectoriis earundem, supplicantes devolione, qua poterant, ut ipsorum de sero cnm vigiliis et de mane cum missis pro defunctis ac aliis bonis et oralionibus memoriam habeant post ipsorum obitum, quemadmodum anniversaria peragi solent et celebrari. item legaverunt deputaverunt 25 et modo ac causa, quibus supra, donaverunt personis et locis, apud quas et que suam ecclesiasticam elegerint sepulturam, redditus annuos perpetuos quinque librarum denariorum Argentinensium, quos se asserebant habere super domo et area dicta z& dem lowen 4 cum omnibus suis edificiis juribus et attinenciis sitis in civitate Argentinensi prope pontem sancti Nicolai, sub modo infrascriplo, videlicel. 30 quod medietas dictarum quinque librarum in anniversario unius ex eisdem Johanne et Phyna et reliqua medietas earundem quinque librarum in anniversario alterius personis, apud quas suam elegerint sepulturam, in ipsarum refectorio pro pictantia ministrentur, affectantes et rogantes, ut dicte persone de sero cum vigiliis et in mane cum missis pro defunctis ipsorum memoriam habeant, proutfieri est consuetum. 35 quorum omnium reddituum predictorum distributionem et amministrationem in modum predictum faciendam . . priorisse monasterii sancle Angnetis, que pro tempore fuerit, aut alteri priorisse vel persone, quam dicta Phyna ad hoc duxerit deputandam et constituendam, presentibus conmiserunt. hujus autem legati et pie 1 Vergl. nr. 390. 2 Vergl. Straßb. G. u. HN. i. M. S. 89. 3 Zu dieser und der folgenden Schenkung vergl. TJB. III, 311 nr. C89. 4 Vergl. Straßb. G. u. HN. i. M. S. 143. 40 240 1311 ordinacionis quantum ad ipsorum anniversaria peragenda . . priorem et suppriorem fratrum predicatorum domus Argentinensis, qui pro tempore fuerint, executores pre- sentibus constituerunt, dantes eisdem et cuilibet ipsorum in solidum ita, quod non sit melior condicio occupantis, plenam et liberam potestatem et mandalum speciale, legatum predictum ac omnia alia premissa fideliter exequendi, agendi contra omnes r. lioc presens suum legatum seu testamentum ordinationem et voluntatem impedire volentcs, ipsosque coercendi et compellendi coram judicibus quibuscumque, proul viderint expedire, ut ab hujusmodi impedimento desistant et ut ipsorum legatum seu testamentum ac omnia premissa juxta ipsorum voluntatem et dispositionem debitum sortiantur effectum, ac omnia alia et singula faciendi, que circa premissa fuerint oportuna. insuper voluerunt statuerunt et ordinaverunt, quod omnia premissa, prout supra narrata et scripta sunt, sint ipsorum ultima voluntas et quod valeant, prout de jure vel de facto melius subsistere possunt et debent. omnia igitur et singula suprascripta per ipsos, ut prescriptum est, communiter vel divisim facta donala et tradita voluerunt et preceperunt a suis heredibus et successoribus quibuscumque ,s ab intestato vel ex testamento vel alias undecumque venientibus rata perpetuo et firma teneri et inviolabiliter observari, inhibentes, ne quis eorum contra illa vel aliqua ex eis per se vel per alium in judicio vel extra faciat vel verdat, aut fieri vel veniri aliqua de causa vel aliquo ingenio procuret. et contrarium facientes hereditate sua, quam ab intestato vel ex testamento post mortem suam in quibuslibet 20 bonis suis et ab ipsis relictis capere quovis jure et modo possenl et deberent, carere voluerunt et eos exnunc propter hoc exheredaverunt et ab eadem hereditate exclu- serunt et exclusos esse voluerunt in hiis scriptis. ac omne jus, quod talibus in bonis suis jure hereditär!0 competebat aut competere poterat, voluerunt et manda- verunt ipso facto devolvi ad jus et proprietatem ac dominium Christi pauperum, ad 25 quorum usum ad ordinationem suam hospitale est, ut supra premiltitur, instaurandum. porro specificacio bonorum collatorum seu donatorum ad hospitale supra prefatum est hec et sita sunt in hunc modum : quinque aree, de quibus supra in principio fit mentio, ex opposito ecclesie sancti Thome Argentinensis ultra fluvium, qui dicitur die Brüsche; item quatuor aree contigue site in civitate Argentinensi in Smidegaszen 1 so ex superiori parte prope aream monasterii sancte Elysabet, quam Johannes dictus Ehenheim faber habet, ut dicitur, in emphiteosim, et ex alia parte tendunt versus ecclesiam sancti Martini et retro tendunt super cymiterium dicte ecclesie sancti Martini; item una area sita in Sporergasze 1 2 prope Cuntzelinum gladiatorem ex una et Heinricum sutorem dictum de Snersheim ex parte altera ; item una banca pani- 35 ficum dicta eine brotbang an dem dorhuse ex una parte juxta . . dictum Stüben- weg et ex alia parte juxta . . dictum Gros Erbe ; item quatuor bance panificum an dem vischebühele, una juxta baneam Alberti Rulenderlini militis Argentinensis, alia juxta baneam domicellarum dictarum zum Spiegele ex una et ex parte altera juxta baneam leprosorum, alle vero due bance site sunt juxta baneam Burcardi dicti 40 1 Vergl. Straßb. G. u. HN. i. M. S. 147. 2 Vergl. Straßb. G. u. HN. i. M. S. 160. 1311 241 Phyler militis Argentinensis ex una et ex parte altera juxta Gösselinum dictum Schöp; item redditus octoginta quarlalium tritici et siliginis equaliter utriusque minus quatuor quartalibus ejusdem annone, siti in banno ville Husbergen. et quia omnia et singula suprascripta coram nobis et in presentia nostra sunt acta, sigillo 5 curie Argentinensis predicte ad petitionem Johannis et Phyne predictorum presentes litleras communivimus in testimonium rei geste. datum 8 idus maji anno domini millesimo trecentesimo undecimo. 1 H aus Straßb. Hosp. A. lad. 4 ni\ 5 or. mb. c. sig. pend. Gedruckt nach dem Transsumpt in nr. 290 bei Schöpflin Als. dipl. II, 95 nr. 857. xo 290. Bischof Johann non Straßburg genehmigt die Gründung des Phynenhos- pitals und gestattet die Errichtung eines Bethauses in demselben. 1311 Mai 30 Straßburg. In dei nomine amen, nos Johannes dei gratia episcopus Argentinensis attendentes, quod pastoralis officii nostri debilum nos inducit curam et operam gerere, qualiter i 5 pie et devote nobis subjectorum voluntates donationes ordinationes et dispositiones maxime ad opera caritatis exercenda facte debitum et liberum secundum donantium dispositiones et ordinationes consequantur eflectum, devotam igitur supplicationem ex parte Johannis dicti in Kalbesgaszen militis Argentinensis et Phyne sororis ejusdem carnalis nobis exhibitam circa donationem voluntatem ordinationem et disposi- 20 tionem ab ipsis de bonis suis communibus et divisis pro synodochio seu hospitali de novo instaurando in civitate Argentinensi et elemosinis in eodem distri- buendis pro Christi pauperum sustentatione et ipsorum necessitatibus suble- vandis pie et devote factam grato suscipimus assensu et favore, quo possumus, amplectimur ampliori, sicut dictorum donatorum voluntas donatio ordinatio et 25 dispositio in Instrumente sigillo curie nostre Argentinensis ad petitionem ipsorum sigillato plenius continetur. cujus quidem instrumenti seu littere tenor dinoscitur esse talis : [folgt nr. 289\. donationem itaque ordinationem seu dispositionem ac voluntatem Johannis et Phyne predictorum, sicut in dicto continetur Instrumente, loco dei et ecclesie nostre Argentinensis predicte eo jure et nomine, quo facta so est et quo melius valere poterit, recepimus et voluntatem ac ordinationem et dispositionem ipsorum donatorum in eisdem et omnibus premissis auctoritate ordinaria laudamus approbamus et in dei nomine confirmamus. dictum etiam hospitale seu synodochium cum personis bonis rebus et omnibus suis attinenciis in nostram et ecclesie nostre Argentinensis predicte defensionem protectionem tuitionem et curam suscepimus et 35 suscipimus in hiis scriptis. concedimus etiam, ut pro infirmis in dicto synodochio seu hospitali moraturis novum ibidem construalur et consecretur Oratorium, in quo per sacerdotem eidem synodochio seu hospitali deputandum missarum sollempnia peragantur, salvo tarnen jure parrocliiali, quod in eodem oratorio . . thesaurario 1 Vergl. über die Stiftung des Spitals die darauf bezügliche Notiz Königshofens zum Jahr 1312 «» (D. St. Chron. IX, 739) und die Ausführungen bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 169 ff. Str. II. 31 242 1311 ecclesie sancti Thome Argentinensis, qui pro tempore fuerit, in cujus parrochia situm est, reservamus ila, ut sibi et ejus successoribus neque in oblationibus neque in funeralibus seu quibuslibet quovis modo debitis obsequiis nullum per hoc fiat prejuditium vel aliquod debitum subtrahatur. in cujus rei evidens testimonium et robur perpetuum obtinendum sigillum nostrum presentibus est appensum. datum s Argentine 3 kalendas junii anno domini millesimo trecentesimo undecimo. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 116 or. mb. c. sig. pend. Gedruckt bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thcm. p. 345 nr. 61 nach einer Copie des 14. Jahrhunderts. 291. Johann von Lichtenberg, Anselm Fürst von Brumath, Voltz von Hoch- io felden und Albrecht Rulenderlin fallen ihren Schiedsspruch in dem Streite zwischen Symund von Zweibrüchen und der Stadt Straßburg. 1311 Juni 17. Wir Johannes herre von Liehtenberg, Anshelm der Fürste von Brumat, Voitze von Hochfelden und Albreht Rulenderlin ratlüte in der missehelle, die jungeher Symunt von Zweinbrücken bette gegen der stat von Strazburg, sprechen! zu rehte: i 5 sit daz jungher Symunt von Zweinbrücken nüt erzüget bet, daz ime die bürgere von Strazburg reht verseilen! und rehtelos hüben si in irre stat, daz die bürgere von Strazburg sin entladen sülent sin; so verre wil jungher Symunt clagen, es si umbe pfert oder umbe pfenninge oder warumbe es ist, vor meistere und vor rate zu Strazburg, men sol ime unverzogen reht tun nach der stelle rehte von Strazburg ane 20 alle geverde. und sol daruf zwuschen! junghern Symunde von Zweinbrücken und der stat von Strazburg eine stete süne sin. und des zu eime urkunde so lian wir unsere ingesigele an disen brief gehencket. der wart gegeben an dem dunrestage vor sancte Johanneses tage, do men von goltes gebürte zalte drüzehenhundert jar und eilf jar. 25 S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. 4 sig. pend. partim laesis. Von der Legende des ersten zu lesen: s. secretum domini Johannis de Lieten- berg, des zweiten s. Anshelmi dicti Fürst; das dritte zeigt einen Adler im Schilde. 292. Schreiben des Metzer Bürgers Johannes de Atrio an die Stadt Straßburg , Schuldforderungen betreffend. 1311 Juli 27. 30 . . Dilectissimis et preamantissimis dominis suis prudentibus viris et honestis magistro et consilio civitatis Argentinensis Johannes dictus de Atrio 1 civis Metensis dilectus fidelis vester ad omnia vestra beneplacita se paratum. cum vestram cir- cumspectam rogaverim discretionem pro debitis, in quibus estis mihi aslricti, pro quibusdam nostris concivibus ab hac luce substractis 2 , de quibus filtere ad manus »s 1 Wohl identisch mit der Familie Jehan de la Court, die später in der Paraige Jurue erscheint. Vergl. Tabouillot Hist, de Metz III, 203. 2 Vergl. nr. 251. 1311 243 rneas devenerunl, nec rfecognitorium seu littere ad quempiam alium nisi ad me per- tineant, quod mihi velletis facere fmem, et vos super hiis recloribus civitatis Metensis quam pluries scripseritis per veslrarum seriem litterarum ipsique rectores me coram eis vocaverint petenles a me, sub quo modo me super hiis intromittere veilem, ego 5 habilo super hoc consilio eis respondi, quod paralus sum et eram vobis reddere et deliberare instrumenta in vestris manibus, facto primitus de hiis pagamento. qui rectores dixerunt, quod hoc sufficiebat nec aliqualiter cogi poteram ad aliud nisi ad quittandum et ad tradendum predicta vobis instrumenta, et quod fantasma eis vide- batur, quod aliquis civitatem nostram vel aliam vellet ad rationem ponere super io debito, quod civitas Metensis vel alia deberet alicui, nisi instrumenta ostenderet, nobisque et civitati nostre sufficeret, si essemus ad aliquod debitum obligati per noslras litteras, et satisfaceremus de debito, si nobis littere nostre vel instrumenta super hujusmodi debito redderentur. verum quia inde verba fuerunt inter vos et me et alique ordinationes creantate nec veilem, quod vos seu aller honorabilis persona 15 me suspectum teneret, seu quod aliquid mali circa hoc cogitarem, scialis: quam cito a vobis recessi, procuravi istam ordinationem ad effectum deduci cum magno labore ita, quod illud, quod concordatum et creantatum extitit, est sigillatum et roboratum sigillo domini . . Metensis episcopi ac sigillis curie majoris et de sancto Paulo archi- diaconorum in ecclesia Metensi de tempore et die ordinationis predicte, de consensu 20 et creanto personarum, que creantare hoc debebant, quemadmodum in veslra copia et mea continetur. si vero illa concordantia vobis placeat, paratus sum eam sigillatam vobis personaliter tradere seu mittere. sed quia non est solatium sine effectu et fine ad vos recurrere, scire vos cupio, quod postmodum Agnes dicta Chauerson mea neptis nuper diem clausit extrem um. sed ob hoc non remanet, quin littere sinl 25 sigillate, ut predixi, et per ipsam, dum viveret, creantate fuerint tempore supradicto. nescio itaque voluntatem vestram, nisi eam mihi rescripseritis. quia ordinatio predicta loquitur ita bene de ipsa sicut de me, et si ordinatio vobis sufficit, ego libentissime vobis mittam eam una cum litteris super debito. et si ipsa vobis non sufficeret, non video, quare sine effectu fatigarer. insuper bene volo, quod vos sciatis, domini mei karis- 30 sind, quod ego memet ipsum toto meo conamine magis prumptum exhibui fideliter laborando pro concordia inter vestros cives Argentinenses et Metenses quam pro profectu et utilitate, quam expectarem, et ne dampna seu discordie orirentur inter nos, quod sciatis, quod virtute litterarum sex viginti marcharum magnarum dampna rationabiliter potuissent haberi et facta fuissent. unde super hiis mihi tamquam vestro 35 fideli vestram velitis rescribere voluntatem, qui paratus sum ad vestra beneplacita et mandata. valeat vestra discretio per tempora longiora. et ut premissa ad vestram notitiam deducantur, sigillum meum duxi presentibus apponendum. datum anno domini 1311 feria tertia post festum beate Marie Magdalene. S ans Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. Die Legende nicht mehr lesbar. Das Stück zeigt eine eigenthünüich flüchtige Schrift, die sonst erst in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts hervortritt. 40 244 1 311 — 13 1 2 293. Vergleich der Stadl Worms mit der Stadt Straßburg. 1311 September 17. Wir der rad und die burger gemeinliche von Wormisze verjehent und tunt kunt allen den, die disen brief anesehent oder geboren! lesin : solich anesprache, die wir hatdent oder liabin motent an den rad unde an die bürgere von Strazburg sunder unde sampt von der Sache wegin, die Wernzeman Stirne selge unser burger hatde mit s in, daruf verzihen wir vor uns unde vor alle unser bürgere lutderliche und abbetalle mit disrne geginwurtegen briete ane alrehande geverde und ane alrehande argeliste. zu eime warin urkunde dis verziges gebin wir disen brief versigelt mit unser stetde ingesigel. dirre brief ist gebin an sante Lamprethistage, do man zalthe von Gristes geburthe druzehin hundert jar und darnach in deme eilften jare. 1( , S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Korp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. ddapso. 294. Notariatsbescheinigung über die Forderung der Procuratoren der Straßburger Capitel auf dem Concil zu Vienne, zu den Beratlmngen der Bischöfe hinzugezogen zu werden , ihre Zurückweisung und ihre Verwahrung. 1312 Januar 8 Vienne. In nomine domini amen, anno nativitatis ejusdem millesimo trecentesimo duo- is decimo, indiclione decima, pontificatus sanctissimi patris domini Clementis divina providentia pape quinti anno septimo, die sabbati, octavo mensis januarii, in pre- sentia mei notarii publici et testium subscriptorum ad hec specialiter vocatorum et rogatorum providi et discreti viri magistri Fridericus de Geudercheim, canonicus ecclesie sancti Thome Argentinensis, procurator, ut dicebat, venerabilium virorum 20 . . prepositi . . decani et capituli ecclesie sancti Thome Argentinensis ac . . prepositi. . decani et capituli Rinaugensis neenon . . prepositi. . decani et capituli Surburgensis ecclesiarum Argentinensis diocesis ac. . abbatis et conventus monasterii Morbacensis ordinis sancti Benedicti Basiliensis diocesis et Rodulphus plebanus ecclesie de Ben- wilre Basiliensis diocesis, procura tor etiam, ut dicebat, venerabilium virorum.. 25 decani, Johannis de Ohsenslein, Henrici de Gundolvingen, Hermann! de Bierstein archidiaconorum et capituli ecclesie Argentinensis procuratorio nomine pro eis, et quidam alii procuratores ibidem et cum eis presentes procuratorio nomine illorum, quorum procuratores se esse dicebant, de provincia Maguntina regni Alamanie ad generale et sacrum concilium 1 vocatorum constituti in majori ecclesia Viennensi s» procuratorio nomine pro eis coram reverendis in Christo patribus dominis .. Colo- niensi.. Magdeburgensi.. Bremens!.. Lundensi et.. Eboracensi archiepiscopis, ac .. Argentinensi . . Brandeburgensi . . Ghimensi et . . Roschildensi episcopis in eadem ecclesia congregatis supplicaverunt humiliter archiepiscopis et episcopis antedictis, quod cum ipsi viderent et perciperent, eos jam pluries ac sepius convenisse et 35 tractatus et colloquia fecisse et habuisse secreta, ut, si aliqua in hujusmodi eorum congregationibus tractarent agerent vel ordinären!, que tangeren! vel tangere possent in aliquo facta concilii generalis, quod eos ad tales tractus consilia et colloquia veilen! admitti procuratorio nomine dominorum suorum, quorum procuratores existunt. 1 Concil von Vienne von 1311 October bis 1312 Mai. Vergl. Mansi Conc. coli. XXV, 367-426. 40 1312 245 ipsique procuralores obiulerunt se benivolos omni tempore et liora promptes et parates adesse convenire Iraclare et deliberare cum eis super factis et negotiis con- cilii memorati. facta autem per eosdem procuratores supplicatione predicla, archi- episcopi et episcopi supradicti dixerunt procuratoribus antedictis, ut eis aliquan- » tulum cederent, quia inter se deliberare volebant. eis vero post modicam horam revocatis, archiepiscopus Bremensis suo et aliorum archiepiscoporum et episcoporum nomine respondit eisdem procuratoribus. respondit in hunc modum: sciatis vos procuratores, quod congregationes tractalus consilia et colloquia, que fecimus et habuimus hiis diebus, illa fecimus de mandato domini pape nobis specialiter facto, qui nobis 10 proposuit quosdam certos articulos mandans nobis, ut super illis congregati delibe- raremus sibique deliberationem et Consilium cerlo tempore notificare deberemus, inhibens nobis nichilominus sub pena excommunicationis, ne vos procuralores ad hujusmodi deliberationem et colloquia vocaremus vel ea vobis aut cuiquam alteri revelare deberemus. ista vero responsione per eundem archiepiscopum Bremensern 15 facta, procuratores predicti dixerunt et coram ipsis archiepiscopis et episcopis publice coram me notario publico et testibus infrascriptis et pluribus aliis protestati fuerunt, quod ipsi, eis insciis irrequisitis et non vocatis, aliqua quoquo modo tractarent agerent vel ordinären! aut in aliqua, eis exclusis, consentirent, que contingerent facta concilii, ad quod concilium et ad que et propter que facta et negotia domi- 2» norum eorum, quorum procuratores sunt, fuerunt et erant ad concilium evocati, vel facta aliqua dominorum suorum, que ipsos dominos in aliquo contingerent vel eorum interesset vel in eorum prejudicium agerent quoquo modo, quod ipsi omnes et singuli procuratorio nomine dictorum dominorum suorum in illa nullatenus consentirent nec ea rata vel grata haberent vel quoquo modo notificare intendebant. 25 cum boc etiam protestabantur et petebant aperte, ne aliqua, eis non vocatis et irrequisitis, bereut per arcbiepiscopos et episcopos antedictos in factis tractalibus et negotiis concilii, ex quibus et propter que ecclesiis capitulis conventibus et dominis ipsorum, quorum procuratores erant, posset gravamen aliquod imminere vel in poslerum prejudicium generari, cum in ea nomine quo supra non intenderent aliqua- 3o tenus consentire, set eis potius expresse contradicebant et contradicere intendebant. actum in majori ecclesia Viennensi, presentibus discretis viris dominis Landulpho de Dioclia canonico Coloniensi, Gristiano de Aquis canonico ecclesie sancti Petri Trajactensis, Gonrado de sancto Odeluco canonico sancti Sebastiani Magdeburgensis, Tancrinno magistri Guidonis de Novaria in Romana curia procuratore et pluribus 35 aliis testibus ad predicta specialiter® vocatis et rogatis. Et ego Petrus Angeli de Amelia sacrosancte Romane ecclesie et alme urbis prefecti auctoritate notarius publicus predictis interfui et ea rogatus scripsi et publi- cavi meoque consueto signo signavi. (S. N.) b T aus Straßb. Thom. A. Docum. hist. lad. 15 or. mb. Ut. pat. 40 a) T rep. specialiter. b) Das Notariatszeichen hat die Gestalt eines achteckigen Sterns, dessen vier Hauptstrahlen längliche Blattform haben und in Kreuze mit der Punkten auslaufen, und dessen Nebenstrahlen spitz in Linien verlaufen. Ringsum läuft durch die Strahlen getrennt die Legende signum Petri. 246 1312 2!)5. Die Stadt Metz trifft Bestimmungen über den Rechtsweg, welchen ihre Bürger gegen die Bürger der Stadl Straßburg einzuschlagen haben. 13L2 Februar 18. Noverint universi presentium inspectores, quod nos . . magister scabinus tre- decim jurati et totum consilium juratum civitatis Metensis pro bono pacis et con- cordie statuimus et ordinamus, quod nullus ex nostris concivibus possit vel debeat 5 per se vel per alium cives aut aliquem ex civibus civitatis Argeutinensis arrestare vel detinere in corporibus vel rebus seu arrestari vel detineri procurare occasionc querelarum seu petitionum quarumcumque a retroaclis teraporibus orlarum usque ad datam presentium litterarum pro personis alienis, nisi esset aliquis dictorum civium Argentinensium pro principali debito erga nostros concives vel aliquem ex ,» eis principaliter obligatus vel nisi pro alio seu aliis se fidejussorio nomine obligasset. si autem casus emergeret, quod aliquis nostrorum concivium de concive civitatis Argeutinensis querimoniam deponeret super quibusdam rebus aliis ex causa qua- cumque, in quibus dictum concivem Argentinensem sibi assereret obligatum, talem conquerentem ad civitatem Argentinensem transmittere debemus pro jure suo requi- 15 rendo coram magistro et consulibus civitatis Argeutinensis, qui dicto nostro concivi taliter conquerenti secundum jus civitatis Argeutinensis, quicquid juris aut discre- lionis fuerit, facient indilale. nec amplius nos vel dictus conquerens a civibus Argentinensibus petere seu exygere possumus aut debemus. si vero. . magister et consules civitatis Argeutinensis, predicte nostro concivi de concivibus seu concive 20 civitatis Argeutinensis predicte taliter conquerenti negligentes existerent aut remissi in justicia reddenda, quemadmodum est premissum, fraude et dolo penitus circum- scriptis, nos premissis auditis et intellectis et coram nobis legitime probatis, post hujusmodi querimoniam denuo coram nobis deposilam infra quadraginta dies jus suum coram ipsis consequi non posset et quod coram nobis hoc legitime probaretur 25 a nobis super hoc ipsis denuo requisitis, extunc dicto nostro concivi taliter conquerenti plenariam dahinaus potestatem capiendi occupandi et detinendi cives Argen- tinenses predictos, quousque dictus conquerens consequetur ralionem seu justiciam ab eisdem, litteris etiam presenlibus et in ipsis contentis post annum a festo pasche März L« proxime venluro inchoandum minime valituris . 1 in cujus rei testimonium presentes 30 litteras sigillo communi nostre civitatis Metensis fecimus communiri. datum anno domini 1311 feria sexta ante dominicam, qua cantatur Reminiscere. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. laeso. Das Pergament ist lineirt. Das Datum ist nach dem in der Metzer Diöcese üblichen Marienjahr aufgelöst. 35 296. Frater Stephanus Portugalensis episcopus vere penitentibus et confessis, qui ad capellam sancti Gregorii et beate Marie Magdalene in parrochia sancti Andree infra muros civitatis Argeutinensis sitam in festivitatibus annunciationis et assump- tionis beate Marie virginis, sancti Gregorii et beate Marie Magdalene et in die dedi- 1 Vergl. nr. 281. 40 1312 247 cationis ejusdem capeile accesserint annuatim, quadraginta dies de injunctis- peni- tenciis relaxat , dummodo dyocesani consensus accesserit *. «spien der paterne glorie». dalum Vienne lempore concilii generalis celebrati ibidem per dementem papam quintum, pontificalus ejusdem anno 7 et anno domini 1312, nonas marcii. 5 1312 März 7 Vienne. S aus Straßb. Gew. u. d. Pfalz lad. 181 fase. 18 or. mb. c. sig. pend. 297. Vergleich der Städte Straßburg und Speier über Streitigleiten einzelner ihrer Bürger. 1312 Juli 10. Wir der . . meister der . . rat und die burger gemeinliche von Strasburg ver- io jehen mit diseme briete, daz wir mit den bürgern von Spire sint gütliche versuenet und verrihtet aller der miszehelle, die zwischen! uns und in sint ufgestanden von beim Reinboltes Süszen unsers burgers und sinre binde und ir muntbar wegen, die Gonraten Lamsbuchen und des Klüpphels kint burger von Spire luden! mit geis- lichem gerihte usser ir stat wider irre stette vriheite, also sie clagetent. und hant 15 beim Reinboltes kint und ir muntbar daz selbe gerihte, die benne und swas daran geschehen ist, abe gelaszen und hant gelobet, daz sie zu Spire in die stat vur den officiale des bischoves von Spire varen süllent und süllent alles ir relit vor ime vurziehen nach allem irme nutze, dagegen süllent des Klüpphels erben körnen und ir frünt und süllent. sich verentwürten nach der anesprache, wie sie wenent, 20 daz es in aller nützest sie. wenne denne der rihter die anesprache verhöret und der andern anlwurte dagegen, so sol er relit darüber sprechen, und was er zu relit bringet umbe daz vorgenante erbeteil, daz süllent sie bedesite stete halten, heim Reinbolde süllent öch die selben burger iegenote wider laszen fünf pfunt haller geltes, die er da hat, ane irrunge. der selbe her Reinholt sol öch clagen vor dem 25 rate von Spire oder dem meren teile des rates, was er clagen wil uf Gonraten Lamhesbuchen und des Klüpphels kint die vorgenanten und uf die lute, die ime ietzent länge sinen eins nüt gegeben hant, als er gibt, oder uf die den sie gehen!, daz sie den eins gegeben hant, und uf wen er ze clagenne hat, der ze Spire burger oder stete inwonunger ist, und süllent ime der rat von den rihten nach irre stette 30 reht aller dinge unverzögenliche ane alle geverde. und süllent die burger von Spire und sünderliche Gonrat Lambesbuch und des Klüpphels kint widertun ane geverde uns und unsern bürgern alles, daz sie in bekümbert und genomen hant, mit gerihte und ane gerihte, ane sehs pfunt haller, die daz saltz kostet uf ze tragenne und zu cinse von dem salczkelre, und ane daz trinkegelt, daz den knehten wart, die der 35 Lambesbuch leite an den Rin. wa daz triffet an etteslichen stucken über die summen eins pfundes haller, daz sol men widerten, wo daz aber ist under der summen 1 Bischof Johann bestätigt alle dieser Kapelle bewilligten Indulgenzen und gewährt selbst noch einen Ablaß von 40 Tagen. 1312 Juli 23 Straßburg. or. mb. c. sig. pend. i. Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 181 fase. 18. ' 88 5 ® 248 1312 eins pfundes haller, daz sol men nut widertün ane geverde. und süllent öch wir in und iren bürgern elleclichen widertun und widergeben, was in von uns und un- sern bürgern und inwonungern ist bekümbert und genomen ane geverde. also ist es zwischent uns und in geret. und verzihent wir uns vur uns und alle unsere burger und unsere stette stete inwonunger uf die vorgenanten burger und uf alle andere s burger und die stat von Spire lüterliche und ellecliche uf allen den schaden und sumnisze, die uns und unsern bürgern und steten inwonungern von in geschehen sint, ane allen argenlist. also hant öch sie uf uns und unsere burger und unsere stat verzigen ane alle geverde. und zu eime urkunde und bestetegunge aller dirre dinge so hant wir darüber den von Spire gegeben disen brief besigelt mit unser io stette ingesigel und hant sie einen semelichen uns gegeben mit irre stette inge- sigel von Spire besigelt 1 . dirre brief wart gegeben an dem ersten mendage nach sancte Ulriches tage in dem jare, da men von golz gebürte zalte drüzehen hundert jar und zweilf jar. S aus Speierer St. A. nr. 562 or. mb. c. sig. pend. Dunkelgrünes großes Straßburger Stadt- 15 sieget. Gedruckt darnach in Hilgard Urk. z. Gesch. d. Stadt Speyer. S. 205 nr. 270. 298. Bischof Johann von Straßburg bestätigt den Beschluß des St. Peterscapilels, die Einkünfte ans der Bäckerei der Kirche , welche bisher dem Kellermeister zufielen, einzuziehen und unter die öanoniher zu vertheilen. 1312 Juli 2G. 20 In dei nomine amen. coram nobis Johanne dei gratia episcopo Argentinensi Hugo preposilus, Johannes decanus et capitulum ecclesie sancti Petri Argentinensis proposuerunt, quod ex collationibus pluries habitis per cellerarios, qui pro tempore fuerant in ipsa ecclesia sancti Petri, de officio pistrini siti in civitate Argentinensi ad ipsam ecclesiam sancti Petri pertinentis plurima evenerint pericula adque dampna 25 et quod ob hoc et ad obviandum hujusmodi periculis adque dampnis communiter ordinaverint et statuerint, tractatibus pluribus prehabitis ac deliberatione prehabita diligenti, ob evidentem necessitatem et communem utilitatem ipsius ecclesie sancti Petri, ne dictum officium esset vel esse debeat ulterius in ecclesia memorata, sed quod proventus ipsius officii ob tenuitatem prebendarum canonicorum ipsius 30 ecclesie et in augmentum divini cultus inter canonicos distribui debeant inces- santer et quod ordinatio dispositio dicti pistrini et ponendi personam ad ipsum pistrinum eandemque revocandi destituendi apud capitulum ipsius ecclesie sancti Petri perpetuo debeant remanere, supplicantes nobis humiliter et devote iidem prepositus decanus et capitulum, ut statuto eorundem inferius subnotato ad per- 35 petuam firmitatem nostrum consensum plenum vellemus favorabiliter adhibere. cujus Statut! tenor dinoscitur esse talis : nos Hugo prepositus, Johannes de- 1 Die gleichlautende Urkunde der Stadt Speier ist in Abschrift erhalten im Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 75» mit der Ueberschrift daz die von Strazburg und von Spire mitenander gerihtet sint von hem Reinbolt Sftszen wegen. 1312 249 canus totumque capitulum ecclesie sancti Petri Argentinensis considerantes el attendentes, quod ex collationibus habitis per cellerarios, qui pro tempore fuerant in dicta ecclesia nostra, de officio pistrini siti in civitate Argentinensi ad ipsam ecclesiam nostram pertinentis et ex eo, quod ejusdem officii collatio ad ipsos celle- s rarios hactenus pertinebat, ipsi ecclesie sancti Petri et personis ejusdem multa evenerint pencula adque dampna, sicut experientia docuit adque docet, que rerum efficax est magistra, ideo tractatibus sollempnibus pluribus prehabitis ac deliberatione prehabita diligenti, consensu reverendi in Christo patris et domini nostri domini Johannis episcopi Argentinensis ac Erbonis cellerarii nunc dicte ecclesie sancti Petri 10 super hiis plenius accedentibus, communiter statuimus et ordinamus ob evidentem necessitatem et communem utilitatem ipsius ecclesie sancti Petri et personarum ejusdem, ut collatio dicti officii apud cellerarios, qui pro tempore fuerint in dicta ecclesia sancti Petri, inantea esse non debeat et quod penitus sit exstincta, inter nos proventibus ejusdem officii distribuendis perpetuo in augmentum divini cultus i 5 et propter tenuitatem prebendarum nostrarum, quas in eadem ecclesia obtinemus, et quod ipsum capitulum personam in dicto pislrino, quam sibi exspedire crediderit, instituere possit et debeat eandemque destituere et amovere ab eodem pistrino, quando et quociens sibi visum fuerit exspedire, contradictione qualibet quiescente. considerantes igitur, quod officii nostri cura nos sollicitat et inducit utilitatibus 20 ecclesiarum et personarum nobis subjectarum in illis precipue, per que animarum saluti consulitur, ut esse videtur in casu presenti, nunc novorum editione statu - torum nunc antiquorum innovatione sollicite providere de verdate causarum in dicto statuto expressarum inquisitionem fieri fecimus diligentem. in cujus inquisitionis negotio probationes lucidas recepimus adque claras, ex quibus nobis evidenter ap- 25 paruit et apparet, dictas causas veras esse ipsumque statutum rationabile esse et veritatem in omnibus continere. ideo ad petitionem dictorum . . prepositi . . decani et capituli nobis dilectorum et ob causas prescriptas ipsi Statute nostrum consensum plenum adhibuimus et presentibus adhibemus ipsumque statutum tamquam rationabile et salubre roboravimus approbavimus et confirmavimus, roboramus approbamus so et ex certa scientia presentibus confirmamus, cum omni sollempnitate ad hoc debita et consueta, volentes hujusmodi statutum tamquam rationabile et salubre in omnibus et per omnia in suo robore inviolabiliter permanere nec alicui licere, contra ipsum statutum venire in totum vel in partem, in judicio vel extra, in posterum vel ad presens, non obstante, quod quidam ex predecessoribus nostris ad collationem officii 35 dicti pistrini aliquando processerunt, cum hoc de facto seu minus bene et contra jus ac in injuriam dicte ecclesie sancti Petri processerit, de quo fuimus et sumus ex probationibus super hoc habitis legittimis coram nobis plenius informati, nolentes ob hoc, ut ipsa ecclesia sancti Petri circa dictum statutum juxta sui continentiam et teuerem auctoritate nostra, ut premittitur, ex certa scientia confirmatum per nos bürg umbe allen schaden, der mir unde minen belfern unde minen luten allen mit brande mit röbe unde anders in alle wis nutz an den tag hüte, da dirre Brief geben wart, von in unde von irn belfern geschehen ist, sie unde mit in mit nammen der erbere herre Bischof Johannes von Strazburg, unde die edeln herren her Ulrich der lantgrave unde her Jofrid von Lyningen der lantvoget in Elsaz unde her Otto i° ein herre von Ohssenstein unde gemeinliche alle, die mit der stat von Strazburg sunderliche oder in der vorgenanten herren dieneste wider mich gewesen sint, mit mir versünet sint luterliche und gantzliche also, daz nieman wider die vorgenanten stat unde herren unde alle ire belfere gemeinliche oder sunderliche umbe deheinen schaden, der nutze her geschehen ist unde des sie mit mir versünet sint, deheine ir> clage noch vorderunge hernach in deheine wis mit gerihte oder ane gerihte begrifen unde haben sol. unde wa daz geschehe in minen vesten unde dörfern oder anderswa, da ich gewaltig bin, daz hab ich gelobet abe zu tünde unde bin sin schuldig, ich habe och vür mich, die wile ich lebe, gesworn zu den heilgen unde vür alle mine nachkummen gelobet, daz wir von keime bürgere von Strazburg noch von keinem 20 manne, der daz bistdüm von Strazburg oder den vorgenanten lantgraven oder Bern Otten von Ohssenstein anhöret 3 , noch von keinem manne, der Burger ist in den stetten, die durch des lantvogetes gebot den bürgern von Strazburg wider mich hulfent oder kummende warent zu helfe, niemer zol noch gruntrüre sülent genemen uf dem Rine. men sol öch von minen wegen gelöben eime iegelichen köfmanne, der 25 uf dem Rine vert, umbe sin gut, daz er mit dem eide behebet, daz es unverzollt hübe, ob er sprächet uf denselben eit, daz er der einre si, die ich Zolles habe erlaszen, alse da vor geschriben stät. ich sol öch mime vettern marcgrave Frideriche umbeholfen sin wider die bürgere von Strazburg in der atzungen unde clage, die sie wider in haut umbe den dotslak, der von den sin an irme bürgere nuwelingen so geschehen ist bi dem Rine, und umbe den zol unde die gruntrüre, darumbe si in wellent kriegen, wolte aber ich hienach von andern Sachen vür mich seihen oder vür minen vettern oder von iemannes anders wegen mit den bürgern kriegen, ich sol in widersagen, alse zitlich ist unde wol stät. so tün ich damitte nüt wider die süne. geschürt öch in dem kriege, den sie ietze wider minen vettern harrt oder 35 hienach wider iemanne anders gewinnent, mir oder den minen dehein schade an lüten oder an güte, den sülent mir die bürgere abetün ane intern, daz ane geverde geschürt, so ist damitte die süne nüt gebrochen, dis alles, alse da vor geschriben stät, ist geschehen unde habe ich es gelobet stete zu habende bi dem eide in güten truwen ane alle geverde. unde des zu eime urkünde ist min ingesigele 40 a) S anhöret ilhergeschrieben von gleicher Hand. 1313 257 an disen brief gelienket. der wart geben an saute Jacobes tag, da men zalte von gotz gebürte druzehen hundert unde druzehen jar. hiebi waren t die erbern herren bischof Johannes von Strazburg, bischof Sigebolte von Spire, her Jofrid von Inningen der lantvoget in Elsaz, her Otto von Ohssenstein sin swoger, her Ulrich der lantgrave 5 von Elsaz, her Walther von Geroltzecke sin swager unde anderre erberre lüte genüge. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. Ebenda AA art. 1398 cop. mb. coaeva. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 149 b ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 105 nr. 874. 307. Sühne der Stadt Straßburg mit Markgraf Rudolf von Baden. 1313 Juli 25. io Wir Reinbolt Brandecke der meister und der rat und die burger gemeinlich von Strasburg vergehent öffenliche an diseme gegenwärtigen brive, daz der edele herre margrave Rudolf der eitere von Baden umbe allen schaden, der unser stat und unsern bürgern oder iemanne der unsern von ime oder von iemanne der sinen an Zöllen und mit gruntrüren und anders von des krieges wegen, der nüwelingen erhebet ist, io nutze an disen tag hüte, da dirre brief gegeben wart, geschehen ist, mit unser stat und mit uns und mit allen unsern belfern lüterliche und gantzliche vur sich und alle sine heller diener und lüte versünet ist. und haut wir uf den selben schaden willec- liche verzigen also, daz wir noch nieman der unsern niemer sülent wider in und wider die sinen diener und lüte umbe deheine getat, die nutze her geschehen ist und 20 des er mit uns versünet ist, als davor geschriben stat, clage oder vorderunge mit gerihte oder ane gerihte begriffen noch gewinnen, und swa daz geschehe an den Stetten, der wir gewalt habent, daz süllent wir abelegen, es sol öch nieman der unsern den margraven noch die sinen nu noch hienach in unsere stat zu Strasburg oder anderswa mit gerihte oder ane gerihte bekümbern von deheiner Sachen 25 wegen, umbe die wir ietzent kriegent wider sinen vetter margrave Friderichen und die sinen. und geschiht in dem selben kriege, den wir wider sinen vetter haut oder bienach wider ieman anders gewinnen!, ime oder den sinen von uns und den unsern kein schade an lüten oder an güte, den süllent wir ime abetün nach mügelichen dingen ane fütern, daz ane geverde geschiht. und also wurt die süne nüt gebrochen. 30 wir süllent öch umbe keine getat, die ha mach wider uns von ime oder von sinen vettern oder von iemanne anders geschiht, niemer wider in getün, wir enhabent ime denne e widerseit, als zitlich ist und wol stat. und dis alles, als hievor geschriben stat, han wir bi dem eide gelobet vur uns und vur alle unsere nacli- kummen stete ze habende mit güten trüwen ane alle geverde. und des zü eime 35 urkünde ist unser stette von Strasburg ingesigel an disen brief gehencket. der wart gegeben an sante Jacobes tag, da men zalte von gotz gebürte drüzehen hundert und drüzehen jar. hiebi waren! die erobern herren bischof Johannes zü Strasburg, bischof Sygebotte zü Spire, her Jofrid von Liningen der lantvoget in Elsasze, her Ölte von Ohsenslein sin swager, her Ulrich der lantgrave von Elsasze, her Walther 40 von Gerolzecke sin swager und andere ersamer lüte genüge. K aus Karlsruher G. L. A. Baden Generalia or. mb. c. sig. pend. Str. II. 33 258 1313 308. Vergleich der Städte Freiburg und Straßburg über die gerichtliche Belangung ihrer Bürger in Schuldsachen. 1313 Juli 31. Wir der meister und der rat und die bürgere gemeinliclie von Friburg» tun bunt allen den, die disen briet gesehent und gehörent lesen, das wir lieplich und gütlich verrihtet und verslihtet sin b mit den bürgern von Strasburg 0 aller der misse- » helle, die wir und die vorgenanten bürgere von Strasburg d mit einander batten" bitz uf disen hütigen tag, und sin gütlich mit einander überein komen also, das unsere bürgere keinre f von Friburg keinen burger von Strasburg £ an sol grifen mit gerrilitc noch ane gerrihte vür h dekeine frömede schulde, er enhabe es denne mit der hanl gelobet, und het unser burger dekeinre* kein ansprache an keinen burger von Stras- 10 bürg die ansprache oder die schulde sol er kunlliche machen und vürbringen vor dem scliultheissen von Strasburg', ob er es lögent, mit zwein ersamen bürgern von Strasburg» 1 , die unversprochen sint, und sol man öch die solich haben, das si darumbe eine warlieit sagen», mag unser burger denne die schulde mit den zwein erzügen, so süllent si iren burger solich haben, das er die schulde gelte unver- is zogenliche, ist das er so vil gutes het. het er aber so vil gutes nüt, so süllent si ime doch von ime rillten nach ir stelle reht und gewonheit und sol uns und in damitte begnügen 0 ane aller slahte geverde. mag aber er es nüt erzügen, alse da vor geschriben stat, so sol der scliuldener sin reht vür die schulde tün und sol denne der scliuldener p lidig sin. wer aber das die burger von Strasburg i unserme so burger von irem burger nüt wöltin r tün ein unverzogen reht umbe das er an in ze sprechende hette, möhte das unser burger vor uns erberliche vürbringen, so süllen 8 wir in anderwarbe botschaft tün, das si unserme bürgere von irem bürgere tüient ein unverzogen reht umbe das er an in ze sprechende het, alse da vor geschriben stat. tötint ‘ si denne des nüt, so mag unser burger ire bürgere wol ss angrifen mit gerrihte, swa er wil, unze das er siner Sachen ein ende gewinnet, und sol doch darumbe dirre briet und dise gedinge zwischen! uns und den bürgern von Strasburg" iemerme stöte beliben ane aller slahte geverde. harüber ze einem urkünde und das dis war und stete belibe, darumbe lian v wir die vorgenanten burger von Friburg w unser ingesigel gehenket an disen gegenwertigen briet, der wart gegeben so an dem cistage nach sante Jacobes tage des zwelfbolten in dem jare, do man von golles gebürte zalte drüzelien hundert jar und drüzehen jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. e. sig. pend. delapso. F coli, aus Freib. St. A. lad. 7 nr. 11 or. mb. c. sig. pend. Fas Straßburger Stadtsiegel an grüner Seidenschnur. 35 Ebenda lit. pat. mb. ohne jede Spur einer Besiegelung, von gleicher Hand geschrieben wie F; auf dem Buchen der Vermerk von derselben Hand . . der sftnebrief von Straszburg. Gedruckt nach F bei Schreiber UB. d. St. Freiburg I, 192 nr. 86. a) F Wir Reimbolt Brandegge der meister und der rat und die burger gemeinlieb von Strasburg, b) F sint. c) F Friburg. d) F Friburg. e) F hettent. f) F dekeiner. g) F Strasburg 40 dekeinen burger von Friburg. h) F. add. die herschaft von Friburg noch vür. i) F keinre. k) F Friburg. 1) F Friburg. m) F Friburg. n) F sagen!. 0 ) F benftgen. p) F schulde. q) F Friburg. r) F woltent. s) F süllent. t) F tetent. u) F Friburg. v) F haut. w) F Strasburg. 1313 ‘259 309. Heinrich von Blankenberg gesteht der Stadt Straßburg für Abschluß eines Friedens Waffenruhe bis Martini zu. 1313 September 20. Ilanricus dominus de Blanckenberg viris sapienlibus et lionestis Reinboldo diclo Brandecke magistro et consulibus civitatis Argentinensis dilectionem cum salute. ß quemadmodum michi per vestras litteras demandastis, quod inducias pro me et hominibus meis vobis et concivibus« veslris darem sub meis litteris b usque ad festum beali Martini nuper venturum, vobis significo, quod dictas inducias ego do November u pro me et hominibus meis usque ad prefatum terminum et promittimus bona fide observare. sed hoc sciatis, quod in partibus nostris nunquam consuevimus dare io treugas nec recipere sub litteris clausis sed omnino sub patentibus litteris. et cum ita sit, quod tales litteras consuevistis dare, michi placet, ut pax et concordia inter nos et vos conformetur et, si vobis placuerit, istis treugis durantibus veniant cives vestri et homines mei, quorum interest, in locum congruum, ut meliori modo quo poterint dictam pacem conponant et conforment, quia homines mei non audent ire io securi ad partes vestras pro pluribus discordiis, quas babemus erga plures 0 . [res- pondele.] d litteras consimiles vestris vobis mitto. datum in festo beati Michaelis anno domini 1313. [in verso\ viris sapienlibus Reinboldo dicto Brandecke magistro et consulibus civitatis Argentinensis. 20 S aus Strafst. St. A. Gew. n. d. Pfalz lad. 168 nr. 13 or. mb. Ut. cl. c. sig. in verso iwpr. defic. 310. Münzverordnung der Stadt Straßburg über den Werth ihrer Pfenninge. 1313 October 5. Wir Hug von SchSnecke der meister und der rat von Strasburg und ich 25 Niclawes Zorn schullheisze und münszemeister zu Strasburg tunt kunt allen den, die disen briet gesehen! und gehören! lesen, daz wir durch gut und durch nutz der stelle und öch 8 des landes und mit unsere erebern husgenoszen willen f und geheile und öch mit irme rate haut erlöbet unde erlöbent mit diseme gegenwertigen brife Clawese von Roppenheim unserme hüter zu Strasburg, daz er phenninge sülle buten, 30 da zwei pfunt uf eine marg gangen an der swere und ein lot dabi sie an der erge des Silbers an ieder marg. dis sol er behüten und bewarn, so er beste und ebenestes mag, bi sime eide ane alle geverde. were es aber, daz die phenninge wurden! angegriffen von ieman, so sol der vorgenante Clawes von Roppenheim unser hüter ze h helfe haben sehs phenninge an der marg, bede an der swere und an 35 der erge des Silbers, und sol ime daz gon weder an sine ere noch an sin gut, ob men die phenninge vindet, als da vor geschriben slat. und des zu eime urkunde so haut wir meister und rat und der sehultheisze die vorgenanten unsere ingesigele a) S add . meis durchgestrichen. b) sub meis litteris iibergeschrieben von gleicher Hand. c) B rep. erga plures. d) In S ein dem R oder D ähnliches Zeichen. e) S I om. öch. f) S 7 wille. g) S 7 ebenoste. h) S 7 zü. 40 gehencket an disen brief. der wart gegeben an dem fritage nach saute Miehaheles tag in dein jare, da men von gotz gebürte zalte drüzehen hundert jar und drüzehen jar. liarane worent wir Reinbolt Brandecke, Hug von Schönecke, Johannes von Mülnlieim und Clawes Tüscheman die vier meistere u. s. w. folgt der Rath. S aus Straßb. St. A. Münzsachen art. 23 nr. 7 or. mb. c. 2 sig. pend. S 1 coli. ibid. or. mb. c. 2 sig. pend. Gedruckt nach S 1 i. d. Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. II, 414. Vergl. D St. Chroti. IX, 992. 311. Die Stadt Bern beurkundet, daß sie und achtimdzwanzig ihrer Bürger auf Ersatz des ihnen zu Schwanatt zugefügten Schaden der Stadt Straßburg gegenüber Verzieht leisten. 1313 December 1 Bern. Wir Laurentie Müntzer sckultheitz, der rat, dü zwei hundert und du gemeinde von Berne tun kunt allen den, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz Rudolf von Belpe, Peter Swartze, Burchart von Schafhusen, Chünrat Lömel, Heinrich von Sedorf, Niclaus Seman, Peter ab Berge, Chünrat Flinsöwer, Peter von Riede, Ulrich Hebeman, Heinrich Gippa, Burchart von Böttingen, Seman der Walke, Johans Flegke, Johans Sneiter, Jolians Masser, Berchtolt Lömel, Johans von Schafhusen, Peter Giel, Rudi Ringgoltz, Thomi Anchen, Bertschi Seiler, Peter von Wichtrach, Niclaus Stell!, Johans Linder, Ülrich Bottinger, Peter Ladener und Chüntzi Orset unser burger ze Berne vür uns kamen und vor uns bi ir eiden, so si darumbe vor uns swüren, sich vertrügen vür sich und alle ir erben aller der ansprache und aller der vorderunge, die si beten! oder haben möhtent untz an disen hütigen tag mit gerichte oder ane geeichte oder in keinen weg gegen den bürgern von Slraz- burg gemeinlich oder sunderlingen ane alle geverde von des schaden wegen, der inen geschach bi Swannöwe von dem jungen her Walther lierren von Geroltzecke und von sime gesinde 1 . wir der. . scliultheitz der rat und die burger gemeinlich von Berne die vorgenanten verlzihent uns öch aller der ansprache und aller der vorderunge, die wir beten oder haben möchten untz an disen hütigen tag mit gerillte oder ane gerichte oder anders in kein wis gegen den bürgern von Straz- burg gemeinlich oder sunderlingen von der vorgenanten personen wegen und von des vorgenanten schaden wegen, den her Walther der junge von Geroltzecke und sin gesinde latent ze Swannöwe unsern bürgern den vorgenanten, ane alle geverde. und ze einem urkünde der vorgeschribener dingen so hem wir unser gemein inge- sigel gehenket an disen brief. und geschach diz und wart öch dirre brief gegeben ze Berne in unser stat, do man zalte von gottes gebürt tuseng dreihundert und drizehen jar mornedes nach sant Andres tage des zwelfbotten. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. delapso. 1 Die betreffende Urkunde, in welcher die achtundzwanzig Bürger von Bern diesen Verzicht auf Schadenersatz gegenüber dem alten und jungen Herrn Walther von Geroldseck sowie der Stadt Straßburg aussprechen, ist ausgestellt am 5. November (nächsten Montag nach Allerheiligen). Bruder Kotvrad Abt von Vrienisberg im Konstanzer Bisthum siegelt, or. mb. c. sig. pend. i. Berner Cant. A. Oberamt Bern. Vergl. Berner Taschenbuch 1863 S. 8 u. Buppert Gesch. d. Hauses u. d. Herrschaft Geroldseck S. 161 ff. 1313 — 1314 261 318. Das St. Peterscapitel erthcilt den Gesandten des Domcapitels für die Beschlüße der Mainzer Synode nachträglich Vollmacht. 1313 December 28. ..Reverendis dominis suis.. preposito.. decano totique capitulo ecclesie Argen- tinensis decanus et capitulum ecclesie sancti Petri Argentinensis,. . preposito ac 5 magistro Wernhero de Ehenheim. .cantore collectoribus decime deputatis dumtaxat exceptis, reverenciam debitam cum obsequiosa in omnibus voluntate. cum nuper super negocio decime in concilio generali per sanctissimum patrem dominum dementem papam quintum, ut asseritur, institute 1 vestros certos nuncios apud Magunciam transmiseritis et iidem nuncii cum reverendis in Christo. . decano et capitulo ac U) universis prelatis et clericis dyocesis Maguntine necnon cum procuratoribus eccle- siarum cathedralium ipsius provincie aliqua ibidem vestro et nostro nomine statue- rint et provide ordinarint nobis et universo clero ad presens utilia et inposterum profutura, ad que servanda nos astringendi et obligandi dicti nuncii tune mandatum sufficiens non habebant, eapropter nos..decanus et capitulum ecclesie sancti Petri 15 predicte, . . preposito et magistro Wernhero de Ehenheim . . cantore collectoribus decime deputatis dumtaxat exceptis, omnia et singula, que per dictos vestros nuncios ibidem vestro et nostro nomine procurata et ordinata fuerunt, presentibus ratificamus et approbamus, dantes nichilominus vestris nunciis quibuscunque per vos deputandis auctoritatem et mandatum speciale in animas nostras jurandi et nos so astringendi modo quovis ad omnia et singula predicta in posterum observanda. hec vobis et omnibus, quorum interest aut intererit, sub sigillo nostri capituli presentibus inlimamus. datum in die innocentum anno domini 1313. B ans Straßb. Bez. A. 6 fase. 2716 or. mb. c. sig. pend. delapso 2 Bezüglich der Datirung ist zu bemerken, daß mit Rücksicht auf die in der Anmerk. 2 erwähnten, Urkunden hier 25 Neujahr als Jahresanfang berechnet ist. Vergl. UB. III, 121 Anmerk. 2. 313. Bischof Johann schließt unter Einwilligung der drei Capitel mit der Stadt Straßburg einen Vertrag auf drei Jahre, betreffend Stellung und Rechte der Geistlichen in der Stadt. 1314 Januar 5. Wir Johannes von golz genaden bischof zu Strasburg tunt kunt allen den, die M diseu briet gesehen! und gehören! lesen, daz wir mit der cappittele unde der tüm- herren willen zu dem turne, zu saute Thoman unde zu saute Pelere in der stat zu Strasburg unde von der pfafheite wegen haut übertragen unde beret durch fride unde durch genade mit meistere unde mit rate unde mit den bürgern von Strasburg unde sie mit uns, als hienach geschähen stat : ist daz ein platte einen burger 35 von Strasburg wunde!, so wellen! wir, daz in unser schultheisze vahe, unde erlöbenl ime daz mit diseme gegenwärtigen briete, unde daz er in gehalte in unsere geväng- 1 Auf dem Concil von Vienne, vergl. S. 244 Anmerk. 1. 2 Ebenda befindet sich eine gleichlautende Urkunde von 1313 December 13, ausgestellt von der Aebtissin und dem Convent des St. Stephansklosters or. mb. c. 1 sig. pend. laeso, 1 delapso. Dieselbe 4 o Vollmacht stellt das St. Thomascapitel am 17. Decetnher aus und die übrigen Klosterconvente der Straßburger Diöcese zumeist ebenfalls im Monat December. Die betreffenden Urkunden sind in Abschrift erhalten i. Straßb. Bez. A. G fase. 3465 fol. 82 ff. 262 1314 nisze in unsere pfallzen zii Strasburg unde sol darumbe nüt zü banne sin. unde men den drü gerihte füre vur unsern official und sol öch der die gezüge unde die worheit hören in den drin gerihten. a unde wurt er erzöget, so sol unser schaf- fener von Mollisheim in nemmen uszer unsere gevangnisze unde sol in behalten in des bistümes vesten unde turnen also lange, uncze daz der wunde geniset oder s stirbet. stirbet er, so sol er in deine turne hüben uncze an sin ende, geniset er aber, so sol er swern, daz er ein jar von der stat sie eine mile unde nüt wider in die stat kome, er ensie mit deme cleger überein körnen unde habe dem meister unde dem rate von Strasburg gebessert als vil, als ein lege umbe eine wunde bessert in der stat zü Strasburg, wurde er aber nüt erzöget vor unserme officialc, io so sol er sine unschulde tun mit dem eide. ist aber daz er enpflühet, der susliche getat bet getan, so süllent wir in mit güten tröwen twingen mit sime übe unde mit sime güte, daz er in dem lande bet, uncze daz er gebessert dem versereten, dem rate von Strasburg unde öcb uns. ist öch daz er den cleger unclagehaft machet, e daz er angegriffen wurt, so sol er doch umbe die wunden ein jar von der stat 15 sin eine mile unde sol uns bessern, als da vor geschriben stat. ist öch daz der, der susliche getat het getan, entwiche von der stat zü Strasburg unerzuget, so sol men in doch ver schuldig haben, unde sol nüt in die stat körnen, er enhabe gebessert uns, dem rate von Strasburg und dem clegere. were öch daz unser schult- heisze haran sumig were oder des, der da missetan bette, nüt genahen enmöhte, 20 daz er sich villihte vor ime hüte oder bürge, so wellent wir unde erlöbent, daz meister und rat zü Strasburg, so vierzehen naht vurkoment nach den drin gerihten, so ime vur den officialc von Strasburg gebotten wurt, in vahent unde in unserme schultheiszen antwurtent, daz men von ime tü, als da vor geschriben stat. unde sol meister unde rat zü Strasburg umbe die getat nüt zü banne sin. were öch daz 25 ein pfaffe andere unfüge unde unzuht tete eime burger in der stat zü Strasburg, die unzuht süllent wir rihten oder schaffen gerihtet in alle wise, als men von eime leigen in der stat zü Strasburg rilltet, der eine semeliche unzuht in der stat getan het. were öch daz men eine worheit an einen pfaffen zöge, der sol wol sagen eine worheit vor meistere unde vor rate zü Strasburg unde sol vor in swern, ob men in des 3» eides nüt erlaszen wil, eine worheit zü sagende in den Sachen, da es eime nüt an den lip gat, doch mit solicher bescheidenheit, daz die tümherren zü dem tüme, zü sante Thoman unde zü sante Petere in der stat zü Strasburg in solichen Sachen durch ir erberkeit süllent swern eine worheit zü sagende vor dem officialc von Strasburg oder vor eime andern geislichen rihter zü Strasburg, unde swenne sie 35 den eit also getünt, darnach süllent sie eine worheit sagen vor meistere unde vor rate zü Strasburg, als men an sie zühet, bi dem selben eide. ist öch daz kein pfaffe in der stat zü Strasburg oder in der vorslat bi naht oder bi tage treit kein lang messer, bantzier, beckelhuben, coller, spies oder helenbarten, der sol es bessern in alle wis, als ein ander burger von Strasburg, es enwere denne, daz es meister 40 unde rat von Strasburg eime erlöbetent von redelichen Sachen, oder daz einre vur die stat weite ritten oder gan sin ding schaffen, oder von dem lande ritte oder a) S gerihtet. 1314 263 gienge ane geverde. es ist öch also beret, daz dehein tümherre noch dehein pfaffe deheine tavernen noch win veile haben sol in sime huse noch in sime hove, es enwere denne, daz einre sin gewelisede verköffen wolte ane geverde. unde swas öch alle die wile, die wile daz der win in dem hove veile ist, beschihet, damitte 5 sol dise satzunge nüt gebrochen sin; doch sol men es rihten nach der stette rehte. unde wer öch von wunden oder von schulden wegen enpflühet in eins tümherren hof, der sol friden dinne haben drie tage unde drie naht unde nüt me. dis ist zu verstände in den höveu, da die tümherren selbe inne geseszen sint unde nüt leigen verluhen haut, ist öch daz ein leige missetut in eime gotzhuse, den sol daz gotzhus io nut schirmen, missetete er aber uswendig der kirchen unde hübet darin, der sol friden dinne han. ist öch daz einre eine missetat tut in einre stift oder in einre chirclien, die also gros ist, daz men von der missetete wegen die kirchen ander- warbe wihen müs, der sol drie besserunge tun dem meistere unde dem rate der stette und dem cleger unde sol die stift wider schaffen gewihet mit sime gute; het 15 er so vil gutes nut, meister unde rat süllent in twingen mit sime libe. ist aber daz er enpflühet, der sol niemer in die stat körnen, er enhabe gebessert unde getan, als da vor bescheiden ist. unde wurde er aber in der stat ergriffen oder in dem hurghanne, meister unde rat süllent von ime rihten uf den eit nach rehte unde nach sinen schulden, die er getan het; aber uswendig des burgbannes sol er sin. 20 unde so er der stette besserunge geswert, so sol er der stette friden haben, daz selbe sol öch von der pfafheite sin. swer von der pfafheite soliche missetat tete, als von den kirchen da vor geschähen ist, der soll bessern uns, der stifte, dem rate unde dem cleger drie besserunge, als da vor bescheiden ist, unde die kirchen schaffen wider gewihet mit sime güte, als da vor geschähen stat. were öch daz 25 eime pfaffen ein unzuht geschehe, die sol er künden meistere unde rate, unde süllent öch meister unde rat die unczuht rihten nach der stette reht in alle wise, als sie geclaget were. es ensol öch dekein pfaffe zwei gerillte haben geisliclies unde weltliches ; het er geisliches, so sol er daz weltliche abelan ; het er weltliches, so sol er daz geisliche abelaszen. dise satzunge sol dem sünebrieve nüt schaden, den 30 meister unde. rat liant unde in gegeben wart nach dem urlige, unde ensüllent an disen brief nüt gan 1 . dis hant wir gelobet stete ze habende unde sol öch dise satzunge wem uncze zu süniehten, die nu ze nehest koment, unde dannen über Juni n drü jar ane geverde. und des zu eime urkünde so hant wir bischof Johannes der vorgenante unde die vorgenanten cappitele unsere ingesigele an disen brief gehencket. 35 wir öch der meister der rat unde die burger von Strasburg vergehent, daz es beret ist, als es da vor bescheiden ist. und des zu eime urkünde so hant öch wir unsere stette ingesigele an disen brief gehencket. der wart gegeben an dem zweilften abende in dem jare, da men von gotz gebürte zalte drüzehen hundert jar unde vierzehen jar. 4o S aus Straßb. St. A. AA art. 1398 or. mb. e. 5 sig. pend., quorum 2 delapsa. Gedruckt nach dem Briefbuch A fol. 51 a ibid. i. d. D. St. Chron. IX, 969-971. 1 Darunter ist icohl der Vertrag von 1263 April 21 verstanden. Vergl. UB. I, 394 nr. 519. 264 1314 314- Die Ritter Hug Senfteleben, Hug Fülle, Albrecht von Uitenheim, Werner Gnipping, Wilhelm Riistelin, Frilschemann von Westhausen und vier andre benannte Herrn schließen mit der Stadt Straßburg eine Sühne 'wegen Gefangennahme Johann Vogts von Uttenheim. 1314 Januar 14. Wir Hug Senfteleben, Hug Fülle 1 , Albereht von Utenheim, Wernlier Gnipping, Willehelm Rüstelin, Fritscheman von Westbus rittere, Egenolf von Ulenheim, Willebelm von Borre 2 , Cüntze von Schöwenburg und Hennin von dem Steine tunt kunt allen den, die disen brief gesehent und geboren! lesen, daz wir lieplich und gütlich vur uns, Johannese Vogeten von Utenheim und alle sine und unsere fründe verrihtet und verslihtet sint, und eine stete süne baut und geloben! die öch stete ze habende binnen fürderme in güten trüwen mit den erobern und bescheiden herren dem meistere dem rate und den bürgern gemeinlich von Strasburg von Johanneses Vogetes gevengnisse wegen des vorgenanten, den die vorgenanten burger von Strasburg gevangen betten!, wir geloben! öch unverscheidenliche, daz wir die vorgenanten burger von Strasburg und die stat niemer süllent angriffen noch schadegen noch schaffen angegriffen noch geschadeget in keine wis von der vorgenanten getete wegen, wer aber, des wir nüt getrüwent, daz wir oder ieman von unsern wegen oder der vorgenante Johannes oder ieman von sinen wegen, wurde er joch in ein closter getan und dannen uslieffe, und die vorgenante stat oder burger angriffen! oder schadegetent von der vorgenanten getete wegen und daz küntlich wurde gemäht vor meister und vor rate zu Strasburg mit erobern biderben lüten, so geloben! wir und sint schuldig worden unverscheidenlich den bürgern von Strasburg abe ze legende und abe ze tünde und uf ze rihtende elleclich und gar ane alle geverde. und daz dis war und stete sie, daruinbe liant wir die vorgenanten personen unsere ingesigele gehencket an disen brief. der wart gegeben an dem mendage nach sante Gleristage in dem jare, da men von gotz gebürte zalte drü- zehen hundert jar und vierzehen jar 3 . 8 aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 10 sig. pend. Dor- sualnotiz von gleichzeitiger Hand: dis ist der brief von Fogetes weg^n von Utenlien. 1 Nach den Siegelumschriften sind beide Hug Geispolsheimer. Vergl. Kindler v. Knobloch Bas goldene Buch von Straßburg S. 87. 2 Führt drei Lilien im Schilde. 3 Mit nahezu gleichlautenden Worten verbürgen sich später, 1314 März 23 (fritag nach mittervasten) vier der Herren, Albrecht von Uttenheim, Werner Gnipping von Geispolsheim, Wilhelm von Barr und Egenolf von Uttenheim noch einmal der Stadt Straßburg gegenüber für Johannes Vogt von Uttenheim. Hoch ist dabei noch vermerkt: wir gelobent öch unverscheidenlich den vorgenanten Johannes Vogeten zft behaltende und zü bewarende also, daz er nh me zft lielite enkumme und daz er den bürgern von Strasburg keinen schaden me tfi von der vorgenanten gevengnisze wegen oder von keime andere getete wegen. Außerdem verpflichten sich die vier Herren, falls einer ton ihnen stürbe, einen Ersatzmann binnen eines Monats nach Mahnung zu stellen, eventuell Einlager in Straßburg zu halten, or. mb. c. 4 sig. pend., quorum 1 delaps. i. Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15. 1314 265 315. Münzordnung der Stadt Straßburg. 1314 Februar 15. Wir Johannes von Mülnheim der meister und der rat von Strasburg tunt kunt allen den, die disen brief gesehent und gehörent lesen, daz wir überein körnen sint mit her Niclawese dem alten Zorne unserme münzemeistere und mit unsern hus- 5 genoszen und mit allen unsern bürgern, daz nieman dehein silber von der baut geben so], es sie denne solicb silber, damitte men eigen und erbe wem müge und sie öcli gezeicbenet were. aber daz es vier phenninge zu arg were, daz sol ime nüt schaden, were öch daz deheinre unserre bürgere ander silber von der baut gebe in der stat oder in deme bistüme, swelre denne unsere bürgere uf daz silber io kumet und daz küntlich und werlich mag gemachen, so sol er daz silber verloren bau, es sie vil oder lützel, und sol ein vierteil werden dem rate, ein vierteil dem münszemeistere, ein vierteil den husgenoszen allen und ein vierteil den, die darüber gesworn baut, und sol ein halbes jar von der stat sin. und were öch daz ein silber angriffig wurde, darumbe daz es nüt gut were, wurde daz silber denne gezöget der 15 vierer® zwein oder me, die darüber gesworn baut, sprechen! der vierer zwene oder me uf iren eit, daz sie daz silber gesehen betten! und es von ime hieszent geben, so sol genre weder sin silber noch sine ere verloren bau. öch sol men wiszen, swas men silbers zu hoffende git eime webseier, darumbe sol genre nüt verloren bau, der es dem wehseier da git. was men öch silbers bringet in die stat oder in 20 daz bistüm, daz argwenig ist, daz ensol nieman von der baut geben, er ensol es öch nüt von dem bistüme füren. er sol es tragen an den wehsei und sol es geben zü hoffende eime husgenoszen. und sol daz dem, der es ime zu köffende git, nüt schaden, daz silber sie gut oder argwenig, wer anders tete, wurde es begriffen, dem sol men tun, als da vor bescheiden ist. und sint dis die viere, die darüber 25 gesetzet sint und darüber gesworen baut: Niclawes von Roppenheim der hüter, Sickes, Götze Vösche b der junge und Wolfhelm Rebestok. und were daz den vieren ein silber vurköme und daz sie sprechen! uf irn eit, daz sie zwivel betten!, daz daz silber nüt vollen gut were, daz silber sol men anderwarbe ufselzen wol. dirre brief sol weren von der lielilmes unsere frowen, die nu ze nehest körnet, über drü jar 1 . daz 30 dis wor und stete sie, darumbe ist unsere stette ingesigel an disen brief gehencket zü eime urkünde. der wart gegeben an dem fritage nach sante Velletinstage in dem jare, da men von gotz gebürte zalte drüzehen hundert jar und vierzehen jar. harane worent wir her Reinheit Brandecke, Hug von Schönecke, her Johannes von Mülnheim und her Glawes Tüscheman die vier meistere u. s. w. folgt der Rath. 35 S aus Straßb. St. A. Münzsachen art. 23 nr. 8 or. mb. e. sig. pencl. S 1 coli. ibid. or. mb. c. sig. pend. Bezüglich der Batirung kann man wegen der Bauer dieser Verordnung, die von nächster Lichtmeß ab ihren Anfang nehmen soll, im Ziceifel sein, ob nicht vielleicht der Tag des heiligen Valentin, Bischofs von Passau, der 7. Januar zu berechnen sei. Ich habe mich für den im Elsaß bekanntem Tag des Märtyrers, den 14. Februar entschieden. a) S 1 vieren. b) 8 1 Yölsche. 1 Vergl. nr. 187 u. 265 Str. II 131 s Februar 2 34 266 1314 316. Einigung der Städte Straßburg und Hagenau zum gemeinsamen Kriegszug gegen Bencar stein, Sulz und Lützelstein. 1314 April 19. Wir die meistere und die rete von Strasburg und von Hagenowe tunt kunt allen den, die disen brief gesehent und geboren! lesen, daz wir vur uns und alle unsere bürgere zu beden stellen sint lieplich und gütlich verrilitet und verslihtet mit 5 einander umbe alle die Sachen und alle die bresten, die zwischent uns und unsern bürgern sint uferstanden bitz an disen bütigen tag, also und mit solicher beschei- denheite, ist daz ieman von beden stellen dem andern schuldig ist oder lihte gelobet hat zu geltende oder daz verbrievet ist oder des men an ratlüte und an obelüte gegangen ist, daz sol vur sich gan, als es emales beret gelobet und verbrievet ist. „> wir bant öch gelobet zu beden siten bi dem eide vur uns und alle unsere bürgere, daz wir einander süllent beraten und beholfen sin uf juncher Niclawese® von Lützeln- stein, Hügelin von Fleckenstein und uf Eberharten von Bernwarlsteine und uf alle, die sich in die kriege werfen! den vorgenanten zu helfe, also daz wir von erst vallen süllent vur Bernwartsteine, darnach vur Sultze und darnach vur Lützelnstein 1 , wir ir, sint öch überein körnen, wele stat von erst usvert uf die vorgenanten ganlz oder halber oder daz vierteil irre stelle, daz die andere stat in gelicher wise nachzogen sol, ob men sin bedarf, mag aber eine stat die andere überhaben lüte oder kosten ane irn schaden, daz sol sie tun in güten trüwen ane alle geverde. und süllent sich die einen ane die andern nüt sünen in den vorgenanten kriegen, ein rümehch künig 20 sie oder sie nüt, so süllent wir doch die vorgenanten kriege einander ushelfen und beholfen sin ane aller slahte geverde. wir liant öch usgenomen in dirre verbüntnisze alle, die zü Strasburg usgeslagen sint von des zülöffes wegen, der da geschach; doch süllent sie friden haben zü Hagenowe in der stat und nüt uf dem velde. wolle aber ieman uf sie clagen zü Hagenowe in der stat, so süllent sie von in tün ein 25 unverzogen reht. wir geloben! öch zü beden siten bi dem selben eide, wenne eine b rete abegant, daz die andern rete, die anegant des jares, in süllent geben in den eit, daz sie disen brief stete haben! ane aller slahte geverde. und des zü eime urkünde so hant wir die vorgenanten stelle unsere stelle ingesigele gehencket an disen brief. der wart gegeben an dem fritage vor sante Gerientage in dem jare, 30 da men von gotz gebürte zalte drüzehen hundert jar und vierzehen jar. M aus München, li. A. Habel-Stift, or. mb. c. 2 sig. pend. laesis. S coli. i. Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. 2 sig. pend. delapsis. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 217» i. Straßb. St. A. bei Wencker Appur. et instr. 35 archiv. p. 188 nr. 24; B. St. Chron. IX, 1036 theilweise. a) S Niclawesen. b) M rep. eine. 1 Vergl. über diese Kriegszüge den Bericht bei Closener (B. St. Chron. VIII, 97). 1314 267 317. Berthold, Anselm und Rudolf von Drachenfels schließen mit der Stadt Straßburg eine Sühne den Schaden betreffend, welchen sie durch den Zug gegen Berwarstein erlitten haben oder noch erleiden icerden. 1314 Juni 30. Allen den sie kunt, die disen briet gesehent oder gehörent lesen, daz wir s Berhtolt, Anshelm und Rudolf gebrüdere von Drachenfeils 1 geloben! unverscheiden- lich in güten trüwen mit diseme gegenwertigen briefe, eine güte und stete süne ze habende mit den erebern und bescheiden lierren dem meister dem rate und der stat zü Strasburg und allen iren belfern umbe allen den schaden, den sie uns und unsern lüten hant getan die wile, daz sie vor Bernwartsteine logent 2 , bitz an disen w hütigen tag oder noch tünde werden! die wile, daz sie vor dem vorgenanten huse ligent und dannen varent wider heim, es sie an höwe, an grase, an hünren, an gensen, an hüsern abe ze brechende, an vischende in unserme wiher, oder an welre hande ding sie uns und unsere lüte geschadiget hant, ane aller slahte geverde, mit solicher gedinge, ist daz sie ieman anders widertünt, dem sie derselben reise schaden 14 hant getan, willeclich und unbetwüngenlich ane geverde, so süllent wir varn gegen Strasburg und süllent vordem an meister und an rat, daz sie uns öch widertünt nach zimelichen und mügeliehen dingen, ist daz sie denne sprechent bi güten trüwen, daz sie ieman haben! widerton, als da vorgeschriben stat, so süllent sie uns öch widertün. sprechen! sie aber in güten trüwen, daz sie nieman haben! widerton, so 20 süllent wir nüt vurbasser an sie müten noch ensüllent sie nüt vurbasser trengen umbe den vorgenanten schaden abe ze legende, die vorgenanten süne hant wir Berhtolt, Anshelm, Rüdolf die vorgenanten gebrüdere gelobet stete ze habende unverscheidenlich vur uns und alle unsere fründe und nachkomen in guten trüwen ane alle geverde und sint öch des schuldig worden unverscheidenlich. und geloben! öch, daz wir dawider 25 niemer getünt noch schaffen! getan mit gerihte oder ane gerillte, nu oder harnach in keine wis ane aller slahte geverde. und des zü eime urkünde so hant wir unsere ingesigele und durch bette die burger von Landowe ir ingesigele gehencket an disen brief. wir der meister der rat und die burger gemeinlich von Lantowe zü eime urkünde der vorgeschrittenen dinge so hant wir durch bette zü beden siten 3o unsere stette ingesigel mit der vorgenanten gebrüder ingesigel gehencket an disen brief. der wart gegeben an dem sunnentage nach sante Johanneses tage zü sünieliten in deme jare, da men von gotz gebürte zalte drüzehen hundert jar und vierzehen jar. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. 4 sig. pend. partim 35 laesis. Gut erhaltenes Siegel der Stadt Landau. 1 Während die Siegel Anselms und Rudolfs von Drachenfels das Hirschgeweih im Schilde führen, zeigt dasjenige Bertholds , dessen Legende nicht mehr zu entziffern ist, eine wilde Gans darin. 2 Vergl. nr. 316. 318. Bischof Johann von Slraßburg überweist dem St. Thomascapilel die St. Nico- lauscapelle mit allem Zubehör zur Aufbesserung seiner Pfründen. 1314 August 23. Johannes dei gralia . . episcopus Argentinensis . . discretis viris sibique dilectis . . preposito . . decano tolique . . capitulo ecclesie sancti Thome Argentinensis salutem in domino. ad providendum vestris et dicte ecclesie vestre comoditatibus favor, quem erga vos semper habuimus et habemus, digne nos allicit et pastoralis officii debitum nos inducit. eapropter considerantes paupertatem prebendarum, quas in dicta ecclesia vestra obtinetis, accedenle consilio consensu et voluntate capituli ecclesie Argentinensis, provida deliberatione prehabita, ecclesiam sive capellam sancte Marie Magdalene Argentinensis curam animarum habentein, quam vulgaris vox capellam sancti Nicolai nominal ultra Bruscam, cujus jus patronalus ad vos dinos- citur pertinere, cum decimis obventionibus redditibus censibus juribus et Omnibus allinentiis suis vestris et vestre ecclesie applicamus usibus concedimus et donamus volentes, quod vos ecclesiam ipsam, que jam vacal ex libera resignalione magistri Conradi custodis ecclesie vestre predicte, olim ejusdem ecclesie rectoris, teuere et habere perpetuo, ipsamque tenendo et habende omnes ipsius ecclesie redditus pro- ventus et obventiones colligere, jure proprio recipere teuere et habere, dispensare disponere et convertere in vestras et ecclesie vestre predicte utilitates et usus libere valeatis et corporalem ipsius ecclesie possessionem ac fructuum proventuum et obven- tionum provenientium ab eadem ecclesia per vos vel per alium vel per alios adipisci, vendicare et defendere libere et incommutabiliter pro vestre beneplacito volunlatis, contradictione qualibet non obstante, salvis in dicta ecclesia episcopalibus et archi- diaconalibus neenon domini pape et legatorum vel nuntiorum ipsius et aliis juribus de jure vel consuetudine aut alias qualitercumque debitis de ecclesia antedicta. volumus autem et statuimus inviolabiliter observandum, ut vicarium perpetuum sacerdotem ydoneum secularis habitus ipsius loci archidiacono, qui nunc est vel qui pro tempore fuerit, presentetis sine causa rationabili nullatenus ammovendum, qui . . vicarius ab archidiacono eodem curam accipial animarum. cui etiam . . vicario de predicte ecclesie provenlibus et obventionibus tantam portionem reddituum volumus assignari, quod congruam inde possit sustentationem habere ac nostris, archidiaconi loci neenon domini . . pape et legatorum vel nuntiorum ipsius et aliorum juribus respondere. in prescriptorum igitur testimonium et robur perpetuum presens instru- mentum inde confectum perpetuo valiturum et sigilli nostri munimine est roboratum. nos quoque capitulum Argentinensis ecclesie profitemur, omnia et singula supra- scripla de voluntate nostra et consensu nostro communi provida deliberatione pre- habita processisse, omnia et singula supradicta laudantes et approbantes donationi prescripte et singulis suprascriptis dignum nostrum inpartimur assensum. sigillum nostrum litteris presentibus appendi fecimus in testimonium omnium prescriptorum. actum et datum 10 kalendas septembris anno domini 1314. T aus Straßb. Thom. A. Docum. hist. lad. 12 or. mb. c. 2 sig. pend. Gedruckt darnach bei Schüpflin Als. dipl. 11, 116 nr. 898 mit der falschen Jahreszahl 1315; Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 349 nr. 62. 5 io 15 20 25 30 35 40 1314 269 319- Die Straßburger Ritter Nicolaus von Kageneck und Claus Ottefriedrich fällen ihren Spruch in einem Lehnsstreite zwischen den Burgern von Offenburg einer- und Johann Sturm mit seines Bruders Kindern andrerseits. [1313 September — 1314 October ]. 5 Als ich Nicolaus von Kagenecke und ich Clawes Otlefriderich rittere von Strasburg uns an hant genoinen zwischent den bürgern von Offenburg ein sitte und ander sitte zwischent Johannes Sturm und sines brüder kinden umbe die missehelle, alse zwischent in ietweder site gewesen ist, do sprechent wir uf unseren eit, das uns daz reht dunket: sit das der keiser dot ist 1 , swer nu künig wärt, das der das io leben lühe, swem er wolte, und daz es ein ledig leben si 2 . und darumbe dunket uns, das die von Offenburg darumbe mit ime nüt zu schaffende hant, und sprechent fürbasser me, were daz ein rehter kunig were, sit daz die von Offenburg weder mit banden noch mit munde ime nie nit gelobettent noch nie gegabent, daz uns des dunket, sit daz sü vogetlüte sint eines riches, das er denhein reht zu in enhabe iS von des lehenes wegen. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. 2 sig. pencl. Gut erhaltene Siegel der beiden Straßburger. Die Vatirung des Stücks, dessen Schriftcharakter in den Beginn des 14. Jahrhunderts weist, wird durch die darin erwähnte Vacanz des deutschen Throns bestimmt. 20 320. Die Straßburger Ritter Johann von Blumemu und Reinbold Hüffelin fällen nach dem Urtheil des Straßburger Raths ihren Spruch in dem Streit der Bürger von Offenburg mit Johann Sturm und seines Bruders Kindern [um 1314], Wir Johannes von Blümenowe und Reinbolt Iluffelin riter und burger von Slraszburg, ratlüte her Johannes Sturmes und sinre brüder kinde in der missehelle, 25 die die burger von Offenburg und sü mit einander hant, da sprechen wir uf unsern eit: sider die burger von a Offenburg ir wissenthaften botten santent vür meister und für rat zü Straszburg und die verjahent, was meister und rat erteilten uf irn eit in der vorgescribenen missehelle, daz wollen sü stete haben von ir stelle wegen von Offenburg, und gelopten öch daz vor meister und vor rat stete ze habende von ir so stette wegen, sider daz merteil dez rates verurteilt bet, waz der Stürm und sins brüder kint genomen hant oder ieman von iren wegen bi der vier künge zilten, der offen brief sü hant und insigel 3 , daz sü daz süllent haben, won es in verurteilet ist von meister und von rät, dez volgen wir in und sprechent öch vürbaz uf unsern eit : wellen! der schültheisse und der rat von Offenburg behaben bi irme 35 a) S rep. von. 1 Kaiser Heinrich VII war am 24. August 1313 gestorben. 2 Vergl. nr. 320. 3 Vergl. UB. III, 75 nr. 239 u. S. 206 nr. 674, die beiden Lehnsbriefe König Rudolfs und König Heinrichs für die beiden Brüder Sturm, betreffend die Steuer in Offenburg. 270 1314 eide, daz kein sclmltheisse noch kein rat von Ottenburg noch nieman von iren wegen keins jares hant inne beliebet üf der sture oder uf der bette, die die von Ottenburg den kungen geben solten, keinre hande gut von dez Sturmes wegen und siner bruder kinde von der gnade, die in die vier künige getan hant, der briet und insigel sü hant, daz su dem Stiirm und sines bruder kinde umbe daz versessen nüt sint schuldig; wellent aber der schiiltheisse und der rat von Offenburg mit behaben, alz da vor geschriben stat, so sprechen! wir aber uf unsern eit, was der Sturm behebet vor biderben liiten bi sim eide von sin wegen und von sines bruder kinde wegen, daz in versessen si bi der vorgenanten vier klinge ziten, daz in daz die von Offenburg ufrichten sallen! und darumbe die burger von Offenburg wol angriffen mügent. wir sprechen! och uf unsern eit, daz dem Stiirm und sins bruder kintden al ir recht behalten siillent sin an irm lelien, daz in die vorgenanten vier künge hant verleihen lif stiire und uf bette zii Ottenburg, wonde daz merteil des rates von Strazburg mit rechter lirtdl und mit namen in alle ir recht behalten und weiten, daz in behalten werent am dem gescriben leben alle ir rdcht. dis sprechen wir uf unser eil und dezselbende sprehendes so han wir die vorgenanten her Johannes von Blüme- nowe und her Reinbolt Huffelin unser insigel an disen brief gehenket zum urkunde. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. 2 sig. pend., quorum 1 delaps. Im Schild des Siegels ein Flügel, die Legende lautet: s. Rein[bol]di Erbe. Das Stück ist jedenfalls in engsten Zusammenhang mit nr. 319 zu setzen und in dieselbe Zeit su verlegen. Ob es jenem Rechtspruch vorausgeht oder folgt, ist nicht zu bestimmen. 321 . König Friedrich hütet die Stadt Straßburg, sie möge ihre Kaufleute veranlaßen, Wein, Getreide und andre Waaren mm Verkauf auf dem Rhein nach Selz zu fuhren, und gewährt denselben sichres Geleit. 1314 December 17 Selz. Frid[ericus] dei gracia Romanorum rex semper augustus a prudentibus et discretis viris. . magistro civium . . consulibus et universis civibus Argentinensibus suis et imperii dilectis fidelibus graciam suam et omne bonum. universitatem vestram affectuose requirimus et rogamus, quatenus mercatores et cives vestros monere velitis, ut vina annonam merces et alias res suas, quas intendunt vendicioni expo- nere, per Reni alvium ad nos usque in Selse ducere non formident, quia nos, quamdiu in Selse moram fecerimus, ipsos et res suas in veniendo ad nos, stando nobiscum et redeundo ad propria, in nostram et imperii specialem protectionem recipimus et conduc- tum vobis et ipsis tenore presentium promittemus. quodsi eisdem per nos vel nostros servileres aut fauleres de memoratis bonis suis aliqua, quod absit, auferentur, nos ea sibi plene restituere nullatenus omittemus harum testimonio litterarum b majestatis nostre sigilli robore munitarum. datum in Selse 16 kalendas januarii regni nostri anno primo. S aus Straßb. St. A. AA. art. 73 or. mb. Ut. pat. c. sig. in verso impr. defic. Gedruckt darnach bei Wencker Coli. arch. p. 353, irrthümlich auf Friedrich II bezogen und ins Jahr 1212 gestellt. — Grandidier Oeuvr. ined. III, 278 nr. 222 mit dem gleichen Irrthum ; Böhmer R. Frid. nr. 1. a) ln den Worten Frid[ericus] bis augustus sind viele Striche bedeutend später mit andrer Tinte nachgezogen. b) litterarum übergeschrieben von gleicher Hand. 5 io 15 20 25 30 35 40 1314 — 1315 271 322. Gottfrid von Falkenstein verzichtet auf alle Forderungen an die Städte Hagenau und Straßbnrg bezüglich ihres Zugs gegen Berwarstein. 1314 December 17. Ich Götfrid von Valkenstein tu künt allen den, die disen brief gesehent oder geboren! lesen, daz ich vercihe uf alle vorderunge und ansprache, die ich haben 5 Mähte nutz uf disen tag an die erberen und bescheiden . . die meistere und die rete und die bürgere gemeinliche von Hagenowe und von Strasburg und alle ir helfer von des schaden wegen, den ich genomen han davon, daz sie Jacob min veter enthalten hatte uffe Valkenstein. ich gelobe öch bi guten truwen ane alle geverde, daz ich Eberharden von Berwerstein und sine helfer nüt enthalte in disem erlege, io den er hat mit den vorgenanten bürgeren von Hagenowe und von Strasburg 1 , die wile ir crieg weret, und gelobe öch bi guten truwen ane alle geverde willecliche und umbetwüngenliche, daz ich sie noch ir helfer umbe den schaden niemer ze rede geselze noch bekumbere in denheine wis, mit gerihte noch ane gerihle, nu oder hernach, und vercihe mich alles rehtes, aller helfe, alles Schirmes geistliches und i 5 weltliches gerihtes, gewonheit stete und landes und alles rehtes, damitte ich mähte beholfen sin ze körnende wider disen brief und wider dise vorgeschriben ding, mit gerihte oder ane gerihle, nu oder hernach, und vercihe mich sunderlichc des rehtes, daz da sprächet, gemeine verciliunge uf alle relit si niemanne schade, daz dis war si und stete hübe, darumbe ist min ingesigel gehenket an disen brief. 20 der wart gegeben an dem ersten cinstage vor sante Thomas tage des zwelfbotten in dem jare, da man zalte von gotz gebürte drucehen hundert jar und viercehen jar. H aus Hagenauer St. A. EE fase. 16 or. mb. c. sig. pend. delapso. Vergl. über diese und andre Urkunden der Falkensteiner aus dem Kriegsjahr 1314 Batt Das Eigenthum zu Hagenau II, 209. 25 323. König Ludwig ersucht die Stadt Straßburg, vier Bevollmächtigte nach Worms zu senden, um über Maßregeln für den freien Verkehr mit zu berathen, und bittet zugleich, an den Reichs feind Herzog Friedrich von Oesterreich keine Lebensmittel zu liefern. 1315 Januar 10 Worms. Ludowicus dei gracia Romanorum rex semper augustus prudentibus viris . . so sculteto. .consulibus et universis. .civibus in Argenlina fidelibus suis graciam suam et omne bonum. cum tota nostra intencio pre ceteris nostris et imperii negociis versetur ad hoc vehemencius, ut pacem patrie et tranquillitatem per districtus imperii transeuntibus prepararemus, fidelitati vestre committimus et mandamus, quatenus quatuor ex vobis pleno mandato suffultos in quartam feriam post octavas 35 epiphanie domini apud Wormaciam ad nostre majestalis presenciam destinetis, ut Januar ts mediante eorum consilio instauranda salubrius circa premissa hujusmodi instauren- tur. ceterum quemadmodum alias vos meminimus rogavisse, sic Herum vos affec- Vergl, nr. 316. i 272 1315 tuose requirirnus el rogamus, ut Friderico duci Austrie nostro et imperii publico inimico victualia nullatenus ministretis, exliibituri nobis in hoc obsequium bene gratum. datum Wormacie 4 idus januarii regni nostri anno primo. [in verso ] prudenlibus viris. . sculteto consulibus et universis civibus in Argentina fidelibus nostris dilectis. s S aus Straßb. St. A. AA art 75 or. mb. Ut. cl. c. sig. in verso impr. deleto. Gedruckt darnach bei Wencker Coli. arch. p. 363. — Böhmer B. Lud. nr. 61. 324. Beschluß des Bi. Peterscapitels über Pfriindenverleihung. 1315 Februar 15. Prepositus decanus tolumque capitulum ecclesie sancti Petri Argenlinensis volentes equitate suadente antiquiores nostros canonicos pre ceteris specialius bono- >» rari, provida deliberatione el unanimi consensu omnium et singulorum prehabitis, statuimus et ordinamus et sacramento a nobis super hoc prestito corporaliter pro- misimus, nos articulos subnotatos perpetuo inviolabiliter observaluros : primum videlicet, ut nulli canonicorum nostrorum vacaturam exspectanti« prebendam de dignitate vel ofBcio valeat vel debeat vacantem in dicla ecclesia provideri nec per «s nos eligi quoquo modo, nisi tune demum, postquam prebendam aclu vacantem fuerit assecutus, licet perceptionem b fructuum ejusdem prebende nondum appreben- derit corporalem. idem quoque circa adoptionem curia rum feudorum clauslralium per sacramentum a nobis prestitum, ut premissum est, duximus slaluendum. anti- quis etiam statutis ecclesie nostre annexos esse volumus articulos prenotalos. actum 20 15 c kalendas martii anno domini 1315. B aus Straßb. Bes. A. G fase. 4903 Statutenbuch von St. Peter von 1560 fol. 8. Schlechte Abschrift. 325. König Friedrich verspricht der Stadt Straßburg, falls ihre Bürger bei Selz Rheinzoll hatten zahlen müssen, dafür vollen Ersatz zu leisten. 1315 Februar ss 25 im Lager bei Stattmatten. Fridericus dei gracia Romanorum rex semper augustus prudenlibus viris .. sculteto magistro civium. .consulibus et civibus Argentinensibus suis dilectis fidelibus graciam suam et omne bonum. privatis vestris vestreque civitatis commodis et profectibus propler grata, que nobis nostrisque progenitoribus fideliter et frequenter 30 impendistis, obsequia benignitate regia semper et ubilibet gratiosius intendere et dispendiis precavere volentes, scire vos cupimus universos, quod, si theloneum a vobis per Reni alveum de vestris mercibus apud Selsam exactum est aliqualiter vel a) B expectamus. b) B perceptiones. c) Es ist unsicher, oh die zweite arabische Ziffer eine S oder eine in diesem Datum unmögliche 9 bedeutet. 35 1315 273 receptum, id a cum satisfactione plenaria volumus libenti animo relractare. datum in castris prope Stakmat 5 kalendas marcii regni noslri anno primo. [in verso] prudentibus viris. .sculteto. .magistro civium.. consulibus et civibus Argenlinensibus noslris dilectis fidelibus. S aus Straßb. St. A. AA ari 73 or. mb. Kt. cl. c. sig. in verso impr. delapso. Gedruckt darnach bei Wencker Coli. arch. p. 353 u. Schöpflin Als. dipl. I, 322 nr. 386, von beiden fälschlich auf Friedrich II bezogen und ins Jahr 1212 gesetzt. — Böhmer B. Frid. nr. 10. 326. König Ludwig bestätigt der S'tadt Straßburg alle Rechte und Freiheiten io und dehnt das Privileg ihres eximirten Gerichtsstandes von den Realhlagen auch auf die Personalklagen aus. 1315 Februar 27 im Lager bei Speier. In nomine sancte et individue trinitatis. Ludowicus divina favente clemencia Romanorum rex semper augustus. augustialis pietatis inmensa clemencia [weiter wie in nr. 47 bis decrevimus reservare], prelerea constituimus tradimus et auctori- i5 täte regali confirmamus institutum et jus quoddam, quod cives iidem habuerunt a divis augustis predecessoribus noslris Lothario et Philippo Romanorum regibus memorie recolende, ut numquam in loco aliquo per aliquam personam ecclesiasticam vel secularem eorum aliquis inpediatur aut molestetur vel in judicium trahatur extra civitatem Argenlinensem vel prorsus cogatur ab aliquo pro sua proprietate seu pos- 20 sessione ibi cuiquam respondere, sed si aliquis adversus aliquem eorum aliquid queslionis habuerit, infra civitatem predictam coram ipsius civitatis judicibus eum inpetat ibique ei respondeat et satisfaciet, adicientes predicto institulo divorum augustorum prediclorum nostrorum predecessorum dive memorie ipsumque de nostra munificentia regali graciose declarantes et ampliantes, ut non solum dictum insti- 25 tutum in accionibus intelligalur realibus, inmo ipsum exlendi volumus et extendi- mus ad acciones quaslibet personales, presertim eadem auctoritate regali concedimus [weiter toie in nr. 47 bis consuetudine locorum]. insuper omnia jura et privilegia sub quacumque forma verborum expressa a Romanorum imperatoribus et regibus noslris predecessoribus diele civitati Argentinensi et ejus incolis concessa et indulta 30 auctoritate regia presentibus confirmamus. volumus itaque fideles [weiter wie in nr. 47 bis fecimus roborari]. datum in castris prope Spiram anno domini millesimo tre- cenlesimo quinto decimo, tercio kalendas marcii, regni vero noslri anno primo. S aus Straßb. St. A. AA art. 2 nr. 3 or. mb. c. sig. pend. delapso. S 1 ibid. nr. 4 or. mb. c. sig. pend. delapso, von derselben Hand wie S geschrieben, nur 35 etwas gröber. Gedruckt im Auszuge aus Briefbuch A fol. 26 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 111 nr. 885. — Böhmer II. Lud. nr. 73. a) Auf id folgt eine Rasur mit wellenförmigem Strich. Str. II. 35 m ^ s brief. der wart gegeben an deme mentage nach unserre frowen tag der jungem in dem jare, do men von gotdes gebürte zalte drüzehen hundert jar und funf- zehen jar 2 . H aus Straßb. Hosp. A. lad. 4 fase. 1 or. mb. c. 2 sig. pend. mutil. Ebenda cop. mb. vidim. c. sig. curie Argentin. pend. von 1331 November 20 (feria 4 ante festum 20 b. Cecilie virginis). S coli, aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 76 or. mb. c. 2 sig. pend. Von der Legende des zweiten Siegels zu erkennen s. fratris Henrici servi novum (?) penitentum. 1 Vergl. Silbermann Lolalgeschichte der Stadt Straßburg S. 66. 2 Ebenda finden sich folgende Aufzeichnungen über die Verlegung des Hospitals : 25 Sit das man zelte von gotz gebftrte drfttzehen hundert jar unde fiintzehen jar, sider ist dis geschehen : do brüder Heinrich mit den heberten frowen einhellecliche iberein kam mit rate hern Heinrich Marsilgen, hern Johans von Winterdftr zft dem Engel, hern Götzen Völschen und hern Gunrat Zoller, das si den bu, den wir gestiftet hattent, unde zwo messen woltent gegen han den minichen von Baris und woltent do ein closter han gestiftet mit fintzig minichen oder mit fintzig 30 frowen ires Ordens, unde do dis geschehen solte sin, in den dingen do kam meister unde.. rat von Strasburg und hotten mich, das ich die gift irme spitol gebe, des nam ich mich zft berotende. unde do zwischent riet mir bischof Johans, ez wer wegere ein spitol denne ein closter, unde gab ich die gift meister unde rate, den siechen und den elenden luderlichen durch got unde nit den, die pfrftnde hant in dem spitol. und darnach enpfftlhen sh mir ire siechen, alse ich einen brief habe mit der 35 stette ingesigel besigelt. — item darnach bat mich meister und rat, das ich die gesunden solte gehalten ein jar und do zwischent soltent sti buwen selber uf der hofstete vor dem cor unsers spitols, do Frische vaszieher ufsitzet. — item do ich vordert an die vorgenanten brftdere, das sh mir rumetent, do sprochent sft, sft hettent nit zft buwende. — item darnach kam meister unde rat und bottent mich, daz ich einen spitol buwete den siechen unde den elenden und daz ich den alten spitol zft gelte 40 brehte, unde was ich do verhüte uf dem nuwen spitol unde uf dem alten spitol, und waz ich verhüte uf dem alten spitol oder uf dem nuwen, do solte men mir geben ie von zehen pfunde ein pfunt geltes unde solte daz selbe gelt nemen uf dem alten spitol. — item des was ich gehorsam und buwete den siechen unde den elenden den nuwen spitol. — item unde in der stat in Spitolgassen buwete ich den keler unde die hftser, die druf staut, unde Hoppen ofenhus und under den kremem frowe Metzelin 45 hus unde die kreme, die drftnder stant. — item den kosten schetzet ich uf nftnhundert pfunt. — item unde do ich von ie zehen pfftnden ein pfunt geltes solte nemen, do klagetent die brftdere von mir so klegelich hern Heinrich Marsilgen unde hern Cftnrat Bipelin unsern pflegern, daz ich in gewalt und unrehte dette, ich solte nftme denne das halbe gelt des spitols han, alse unsern herren 1315 285 339 - Die Stadt Bern bittet die Stadt Sir aßhurg , sie möge die Rückgabe von zwei Stück Tuck an die Wiilwe eines ihrer Bürger, die von den Herren von Geroldseck beraubt wurden, veranlaßen. 1315 Oclober 22. Wisen und bescheidenen luten .. dem burgermeister dem rate und der gemeinde 5 von Strazburg ir lieben güten vründen embietent . . der schultheitz der rat und du gemeinde von Berne ir dienst an allen dingen. wir hem vernomen, daz zwei tuch noch bi uch sin, di Rudolfe seligen von Teiswile einem unserm burger in dem gut, so die herren von Geroltsecke unsern bürgern uf hatten genomen 1 , waren, davon bitten wir ich mit allem vlisse, daz ir dur insern willen wellen! schaffen, daz io Hemmen Dirre vröwen, di des selben Rüdolfz seligen elich wip was und sin recht erbe ist, di zwei tüch wider werden, want si ein arm wip ist und sin wol bedirfte. wissen! och, daz si vor ins verkosen hat allen den schaden, den si old ir wir! emphiengen von den vorgenanten herren von Geroltsecke. dirre brief ist gegeben mit inserm ingesigel an der nechsten mitwuchen nach samt Gallen tage, do man i5 zalte von gottes gebürt thuseng drubundert und vinfzehen jar. S aus Straßb. St. A. Verseht Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. lit. pat. c. sig. in verso impr. defic. brief stat, nein ich das gelt, alse do vor geschriben stat, do sprochent sh, ich bette me geltes, denne sh, so dette ich in gewalt und unreht. und wart die klage so groz vor den vorgenanten herren hern 20 Heinrich unde hern Cftnrat, das sh sprachen!, sh mohtent der klage nit geliden. — item unde bottent mich, das ich ez an sh Hesse, das det ich, unde det ez doch nit gerne, und hiessent mir geben zweihundert pfunt. — item die erste gilt, die ich brftder Heinrich unsern herren gab den siechen und den elenden, die sh besigelt haut, und schetzette der vorgenante brftder Henrich, das der bu koste sehezehen hundert pfunt Strasburger unde die zwo messen zweihundert marg. — item 25 unde der bu zft dem nuwen spitol unde zft dem alten spitol, alse do vorgeschritten stat, nhnhhndert pfunt. — item man sol wissen, waz rechtes die gesunden hant, daz hant sh von den siechen und nht anders. — item und umbe die missehelle umbe das gftt zft Hambach. — item und das opfer, das alle jar geopfert whrt, das ist wol uf sehs pfunt zft den alteren in dem nuwen spitol. — item und der stog hinder fronalter, do whrt uns der zehende pfenning. — item unde ich brftder Heinrich der vorge- 30 nante han geleit uf das gftt zft Illenkirchen vierhundert pfunt unde vierhundert vierteil kornes. — item und umbe die missehelle, die do ist umbe die dienste. — item umbe die precarien, die men verköfte. — item und umbe die eigen, do die pfrftndenere uffe sint. — item unde was ich brftder Heinrich darhber geltes han geköffet über das gelt, das an disem briete vor geschriben stat, das wil ich mir selber behalten, nutze ich sihe, wie meisten unde rat die dftrftigen usrihtent mit den vorge- 35 schriben dingen. Diese ganze Aufzeichnung ist auf eine Pergamentrolle aus zwei Blättern von einer Hand aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts geschrieben, in Absätzen mit zwei bis drei Finger breiten Abständen. Nur Absatz 12 ist von einer spätem Hand eingeschoben, von Absatz 10 ab setzt eine andere Tinte ein. Die letzten drei Absätze stehen auf dem zweiten Blatt. Das ganze Stück rührt vermuthlich von Bruder 40 Heinrich selbst her und wird bald nach dem Jahr 1315 geschrieben sein. Closener und Königshofen setzen beide die Verlegung des Hospitals in das Jahr 1316, durch Hungersnoth und ein großes Sterben veranlaßt. (D. St. Chron. VIII, 135 u. IX, 738). Vergl. Alsatia 1858-61 S. 205 und nr. 431 dieses Bandes. 1 Vergl. nr. 311. 280 1315 340. Meister und Rath der Stadt Straßburg beurkunden, daß eine Anzahl ihrer Bürger sich für die Deckung alles Schadens verpflichtet haben, der aus der Beschädigung zweier Straßburger Schiffe zu Mannheim durch den Ritter Rennwart von Strahlenburg erwachsen möchte. 1315 November 8. Wir Johannes von Wolfgangesheim der meisler und der rät von Strazburg tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! und gehörent lesen, daz her Johannes Stübenweg vur Hansern, her Hug Schöp vur Jacob Wiszen, her Hug Richter und Johannes Meinrich vur Heinrichen von Lindowe, her Burghart Schultheisze vur Güntzelin SchStterlin, Johannes Berner vur Nybelungen von Teynheim, Pritsche von Frankenheim vur Syfriden Closener, Hug Klotz der metziger vur Gunrat Hochsteten, Heinrich Gurteier vur sich und vur Berhtold Kleinen, Pritsche von Heiligenstein vur sich, Peterman Pfaffenlap vur sich, Hesse von Baldeburne vur sich, Beinholt von Rosheim vur sich, Götze und Beinholt Voltsche vur sich, Johannes Zeller vur sich, Johannes Meinrich vur sich, Güntzelin Meinrich vur sich, Jacob der schuch- suter an dem rossemerkete und Katherine Garnerin sine eliche wirt vur sich haut globet und sint schuldig worden vur sich und alle ire erben ins von unsern unserre stete und unserre bürgere wegen von Strazburg und hant öch wir sie also empfangen : were daz unsere bürgere öder unsere stat zu Strazburg kein schade oder kein kumber hernach wurde anegan, umbe daz der edele herre her Rennewart ein ritter a herre zu Stralenberg und sine belfere den vorgenanten unsern bürgern schaden täten! zu october i Mannenheim an sante Franciscustage, der nü zu nehesten was, in dem jare, do men zalte von gottes gebürte drüzehen hundert jar und funfzehen jar, in den zwein schüfen, die Güntzelin Meinrich und Ilanser die vorgenanten unsere bürgere fürtent, ist daz der schade und der kumber von in allen, die do vorgeschriben staut, wirt ufslande, so hant sie alle globet, den schaden und den kumber uf zu richtende und abe zu legende, ane alle geverde. were aber daz der vorgenante schade oder kumber wurde ufstande von ir eime under in oder von ir ein teil under in, der oder die, von deme oder von den der schade und der kumber uf wurt stände, hant globet, daz sie den schaden und den kumber sulent ufrechten und abelegen ane alle geverde. daz diz war und stete si, darumbe hant wir unserre stete ingesigel gehenket an disen brief. der wart gegeben an dem samestage vor sante Martines tag in dem jare, do men zalte von gottes gebürte druzehen hundert jar und fünfzehen jar. har- ane wären! wir her Johannes Ripelin u. s. w. folgt der Rath. 8 aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. 341. Hugelin von Fleckenstein schließt mit den Städten Hagenau und Straßburg soivie mit Jakob von Falkenstein eine Sühne und stellt elf genannte Bürgen dafür . 1315 December 6 . Ich Hugelin von Fleckenstein und wir Heinrich von Fleckenstein und Cune Vogt von Waszelnheim die rittere tun kunt allen den, die disen brief gesehen! oder 5 10 15 20 25 30 35 a) S ritte. 40 1315 287 gehorent lesen, daz wir vur uns und alle unser frunt und vur alle unser helfer ane alle geverde eine lutere gantze und stete süne gesworen liant ze den heiligen gegen den erberen und bescheiden . . den meisteren den reten und den bürgeren gemeinliche von Hagenowe und von Strasburg und allen iren belferen, und sunder- 5 liehe gegen Jacobe von Valkenstein ze haltende ane alle geverde umbe solichen brüch und crieg 1 , also Hugelin von Fleckenstein der vorgenante und wir von sinen wegen mit in halten umbe alle ansprache und vorderunge, die wir alle oder sunder unser denheiner hatten an sie nutze uffe disen tag, also und mit solicher gedinge, daz ich Hugelin von Fleckenstein der vorgenante umbe solichen brüch und vorde- io runge, alz ich bau an die bürgere von Hagenowe, darumbe der crieg ufgestanden ist, und umbe alles daz, daz in dem criege bescheben ist, genomen bau ze ratluten hern Albrebten von Lachen und hern Andresen von Diemeringen die rittere also: mochte ich ir bedir oder ir einen nüt bau, ich sol zwene andere oder einen nemen an ir stat ane geverde. und sulenl sich die zwene ratman entwirrten ze Hagenowe i5 ze der ratman von Hagenowe, die öch zwene darze schicken sulent, und sulent sich die vier ratman entwirrten ze dem spital und sulent vur daz spitaltor nüt körnen, sie enhabent danne ze in genomen einen funfteman, und sulent denheine sache ze banden nemen, sie sint danne S uberein körnen umbe den funfteman. wanne sie des funftemannes uberein körnen, so sulent sie die saclie nemen ze banden, und was sie 20 einhellig oder daz irrere teil under in uberein körnen nach der minnen oder» nach dem rebte, daz gelobe ich stete bau bi dem eide. zweient aber sie sich, so sulent sie den funfteman ze in nemen und danne von der Sachen reden, und was sie danne mit dem funfteman uberein körnen oder daz mereteil under in nach minnen oder nach rebte, daz gelobe ich stete bau bi dem eide. und sulent die viere ratlute ane 25 den funfteman und mit dem funfteman der minnen und des rehtes gewalt han also, daz sie weder sit iht körnen über fünfhundert mark Silbers mit dem schaden, darunder mugent sie wol hüben, alse sie gemüt sin und wellent. und was daz viere und der funfteman oder daz mereteil under in bringet ze minnen oder ze rebte, daz gelobe ich stete han bi dem eide ane alle geverde. und were daz ich sin abeginge so und breche, so bin ich schuldig den bürgeren von Hagenowe rehter schulde fünfhundert mark Silbers luters und lötiges des geweges von Strasburg, und han in darvur ze bürgen gegeben minen herren hern Heinrichen und hern Renneharten lierren von Ettendorf, hern Heinrichen von Fleckenstein, hern Hünen Vogt von Wasselnheim die vorgenanten, hern Cünrad Ruber, hern Anshelmen und hern Bur- 35 ebarten Fürsten von Brümat, hern Friderichen Mennen rittere, Johannesen Ruber, Ebelin von Frundesberg und Heinrichen Underbacb also: were daz ich breche und daz güt nüt engebe, so sulent sich die bürgen entwirrten ze Hagenowe in eines ebenen wurtes hus ze veilem köffe nach rehter giselschefte gewonheit in den ahte tagen darnach, so sie gemanet werden!, alse reht ist, niemer dannen ze körnende, ro daz silber si gegeben, welre öch der bürgen selber leisten nüt enwil, der sol an a) M oder ilbergeschrieben für und. 1 Vergl. nr. 316 u. 322. 288 1315 — 1316 sine stat legen einen kneht und ein phert. die vier ratman und der funfteman oder daz mereteil under in sulent öch erkennen, so man die bürgen manet, obe man sie rihtecliche mane oder nüt. und heiszent sie sie leisten, so sulent sie leisten und ö nut. brechent aber die bürgen alle oder einre under in, welre danne brichet, der ist schuldig die fünfhundert mark, und sol man in darumbe angrifen und phenden mit gerihte und ane gerihte, wie es den bürgeren von Hagenowe fuget, und sulent doch die bürgen leisten, uncze das Silber vergolten wurt. und sol daz angrifen und daz phenden gan an denliein gerihte geistlich noch weltlich noch an den lantfriden. und was sie des schaden nement ane geverde, den sol ich Hugelin der vorgenante in abetün. wenne miner ratman öch einer abegat, ich sol einen andern nemen. gat der funfteman abe, ich sol mine ratlute solich hau, daz sie sich entwurten, alse vor bescheiden ist, und einen funfteman welent. wenne öch der bürgen einer abegat, ich sol einen anderen alse guten geben in den nehesten vier wochen bi mime eide. tun ich sin nüt, so han ich die sune gebrochen und bin schuldig worden die fünfhundert mark, dise vorgeschoben sache gelobe ich vur mich und alle mine frünt und alle mine heiler stete haben gegen in bi guten truwen ane alle geverde und vercihe mich alles rehtes, aller helfe und alles schirmes geistliches und weltliches gerilltes, gewonheit stete und landes und alles rehtes, damitte ich beholfen molite sin ze körnende wider disen brief oder ilit des hie vorgeschoben ist, mit gerihte oder ane gerihte, nü oder hernach, und vercihe mich sunderliche des rehtes, daz da sprächet, gemeine vercihunge uffe alle reht si niemanne schade, daz dis war si und stete blibe, darumbe ist min ingesigel und der vorgenanten bürgen ingesigel gehenket an disen brief. wir Heinrich und Renneliard herren von Ettendorf, Heinrich von Fleckenstein, Cüne Vogt, Conrad Füller, Anshelm und Burchard Fürsten, Friderich Menne, Johans Füller, Eberlin von Frundesberg und Heinrich Underbach die vorgenanten bürgen vergehen! der burgschefte und geloben! stete haben die vorgeschoben ding bi guten truwen ane alle geverde. und des ze eime urkunde sint unser ingesigele gehenket an disen brief. dis gescliach und wart dirre brief gegeben an dem ersten sameslage vor saute Lucien tage vor wihenahten in dem jare, da man zalte von gotz gebürte drucehen hundert jar und funfcehen jar. M aus München. R. A. Habel-Stift, cop. mb. coaeva. Ohne jede Spur von Siegelschnitten. Auf der Rückseite lateinisches Concept einer Privaturkunde von etwas späterer Hand. 342. Die Straßburger Ritter Albrecht Rulenderlin und Claus Friedrich fallen ihren Schiedsspruch in dem Streit zwischen Nicolaus von Lützelstein und der Stadt Straßburg. 1316 Februar 20 Zobern. Allen den si kunt, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz wir Albreht Rulenderlin unde Clawes Friderich öftere und bürgere von Strazburg, ratlüte genomen und erkosen von der bürgere wegen von Strazburg über die missehellü und über die bresten, die juncherre Niclawes herre von Lützelnstein und die vorgenanten bürgere von Strazburg mittenander liettent, sprechen! uf unsern eit die ding, die hie nach geschoben staut, und alse sü her betegedinget sint: daz juncherre Niclawes 5 10 15 20 25 80 35 1316 289 der vorgenante, vvenne die vorgenanten bürgere von Strazburg, die der vorgenante juncberre Niclawes geschadiget bet, iegelicher behebet mit sinem eide vor den vieren rallüten odir vor dem merren teile under in, die der vorgenante juncherre Niclawes und die vorgenanten bürgere von Strazburg umbe die vorgeschriben bresten genomen 5 und erbosen baut, waz im der vorgenante juncherre Niclawes genomen bet odir waz er im gegeben hat, gelten sol zu den zieln, alse der erber herre von gotz gnaden bischof Johannis von Strazburg ein obeman und ein fünfteman in der vorgeschriben missehellü machende wurt. und sol der schade nüt drehen über zweihundert marcke mit den fünfe und zwenzig marcken der bürgere von Hagenowe. wir sprechent öch io umbe den brant dez von Wangen und Johanneses Lagen, daz den juncherre Niclawes sol abetün, als ez betegedinget wart, wir sprechent öch fürbaz, daz die bürgere von Strazburg umbe die vesten zu Wegeinburg dem vorgenanten juncberren Nicla- wese nütsnit schuldig sint, sider die vorgenante vesten Wegeinburg, die ein riebe anhört und ein riebe gewan, und sü sine heitere warent an der getat. wir sprechent 15 öch umbe Doldemannen, daz men im widergeben sol, waz er kuntlich mag gemachen, daz im meister und rat nament zu Strazburg. wir sprechent öch furbaz umbe die zwene knehte, die do enthöbetent wurdent zu Strazburg, daz die bürgere von Strazburg dem vorgenanten junckern Niclawese darumbe nütsnit sint schuldig uf zu rihtenne, sit die bürgere von Hagenowe die selben zwene knehte viengent und sü 20 mit urteile verteiletent und sü gewilleclichen gabent den bürgern von Strazburg zu enthöbetende. wir sprechent öch umbe den brant und umbe den schaden, die do geschahen!, zu Winden, zu Spetlewilre, zu Husberg, zu Polberg und zu Haselahe von dez wegen von Oeroltzecke und von dez Heiden wegen, dobi soltent sin gewesen die vorgenanten bürgere von Strazburg, alse der vorgenante juncherre Niclawes 25 sprächet, sider daz ez ein versünet verrihtet und verslihtet ding ist, daz die vorgenanten bürgere von Strazburg dem vorgenanten juncberren Niclawese darumbe nütsnit sint schuldig uf ze rihtende. wir sprechent öch umbe Smiecken gevenenüsse und umbe daz vür dez vorgenanten juncherren Niclaweses hus gerennet wart, sider der vorgenante juncherre Niclawes, do er verrihtet und versünet wart mit den 30 vorgenanten bürgern von Strazburg, sich nüt wolte annemen dez vorgenanten Smiecken und nüt forderte zu den ziten Smieken gevenenüsse noch daz vorgeschobene rennen, daz die vorgenanten bürgere von Strazburg dem vorgenanten juncherren Niclawese darumbe nütsnit schuldig sint uf ze rihtenne. wir sprechent öch umbe Hügelin von Bütenheim, mag derselbe Hügelin vürbringen, daz die bur- 35 gere von Strazburg in dem criege, den sü hettent mit dem vorgenanten junckern Niclawese, ime von dez vorgenanten junckern Niclaweses wegen ütschit genomen baut, daz men im widertün sol durch ein reht, daz sol men im widertün. wil men uns die vorgeschriben ding jehen, daz ist uns liep. wil men dez nüt tun, so wellen wir sü zu bringen mit der warheite. und der vorgeschriben dinge zu eim urkünde 40 so habe ich Albreht Rülenderlin der vorgenante mit willen unde geheisse Claweses Frideriches des vorgenanten diz sprechen mit minem ingesigele besigelt. ich Glawes Friderich der vorgenante vergihe, daz daz vorgeschrittene sprechen her Albreht der vorgenante besigelt hat mit sime ingesigele mit minem willen und mit minre geheisze. Str. II. 37 290 1316 und begnüget öch mich umbe daz vorgeschobene sprechen zu besigelnde mit sinem ingesigele. diz geschach zu Zabern an dem ersten fritage vor der pfaffen vastnaht in dem jare, do men von gotz gebürte zalte drüzelien hundert jar und selit- zelien jar. S aus Slraßb. St. A. AA art. 1398 vidim. mb. coaev. c. sig. pend. Gut erhaltenes Siegel des Bischofs Johann von Straßburg. Bas Stück, welches auch nr. 343 mitumfaßt, leitet mit folgenden Worten ein : in den Sachen, die der meister und der rat von Strazburg von der bürgere wegen gemeinlichen baut wider juuckern Niclawesen von Lhtzelnstein und öch er wider sü, da hant die ratlüte, die von beden teilen darzü genomen sint, gesprochen, alse bienacb geschriben stat. 343. Die Ritter Metlelo ton Hattigny und Fritschemann Münch von Dehlingen fallen ihren Schiedsspruch in dem Streite zwischen der Stadl Straßburg und Nico laus von Lulzelstein. 1316 Februar 20 Zabern. Allen den si kunt, die disen a briet ansehent odir hörent lesen, daz wir Mettelo von Hittingen und Fritscheman Munich von Delingen rittere, ratlüte genomen und erbosen von juncherren Niclaweses wegen herren von Lützelnstein über die misse- hellü und über die bresten, die die bürgere von Strazburg und der vorgenante junc- herre Niclawes mittenander hettent, al soliche ding b , so hie nach geschriben stant und alse sü untz her betegedinget sint mittens hern Jofride von Lolchen und her Gerarde von Warnesberg, hern Albrehte Rülenderlin und hern Glawese Frideriche rittere ratlüte von beden siten. von den zwein hundert marcken silbers alse vil minre, alse ez der vorgenante juncherre Niclawes gemachen mag, und sint die fünf und zwenzig marcke von Ilagenöwe in die zweihundert marcke genomen, und ensülent öch über die zweihundert marcke nüt kummen. so sprechen wir Mettelo und Fritscheman uf unsern eit, daz die lüte, den juncherre Niclawes ir gut genomen het, ir gut sülent behalten mit dem eide, als ein reht ist. und sol juncherre Niclawes daz gelten zu den zieln, die der erberlierre von gotz gnaden bischof Johannis von Strazburg gemachet, als ez öch heret ist und an in gelaszen ist. wir sprechent öch von dem brande dez von Wangen und Johanneses Nagen, den die von Strazburg sprechent, er würde uzgelaszen und wurde nüt genomen in die zweihundert marcke. und sprächet juncherre Niclawes alle die misseliellü, die er helte odir haben möhte untz an die stunde und den tag, daz die süne zwischen!, im und den bürgern von Strazburg beret wart, in die zweihundert marg genomen wart, daz sol men bevinden an den viere ratlüten. und ist daz sü sprechen, daz ez drin wurde genomen, so sol ez noch drinne sin. sprechent sü aber, daz ez usze bliebe, so sol ez noch usze sin. von der vesten zu Wegeinburg hant die ratlüte von Strazburg gesprochen, daz die bürgere von Strazburg juncherren Niclawesen nit schuldig ensint, sider die vesten eins riches waz und sü ein räche gewan und sü belfere warent an der gelat. darwider sprechen wir Mettelo unde Fritsche uf unsere truwe und uf unsern eit und verstaut uns bessers niet, wand ez juncherre Niclaweses vordem inne hettent, daz 5 10 15 20 25 30 35 40 a) 8 die dis auf Rasur. b) Zu ergänzen wohl sprechent. 1316 291 wol kuntlich ist, und die veslen und daz darzü hört zu eime pfände hettent vür sibenhunderl pfunde Metscher pfenninge, und hettent zweihundert marcke wert getregedes in der vesten und daz zu der vesten hört, daz sü im widertün sülent die vesten und daz getregede, daz in der vesten waz und daz zu der vesten hört, 5 sider die von Strazburg wol jehent, daz sü sehinende werent an der getat, oder sülent im widertün die summe, dar für ime und sinen vordem die vesten stunt. wir viere vorgeschribene ratmanne sint dez wol überein körnen und sprechen von Doldemannes wegen, daz die bürgere von Strazburg Doldemanne widergeben sülent, waz er küntlich mag gemachen, daz im meister und rat von Strazburg genomen io baut, wand sü ez juncherren Niclawese gelobet hant. die ratlüte von Strazburg baut gesprochen, daz die bürgere von Strazburg juncherren Niclawese nütsnit schuldig sint umbe die zwene kneble, die sü enthöbetent, sider die bürgere von Hagenowe die selben zwene kneble viengent und sü mit urteile verteiletent und sü gewillec- licben gaben! den bürgern von Strazburg zu enthöbetenne. wir Mettelo unde io Fritscheman sprechen! darwider, sider men die knehte van! wedir tribende noch tragende niemannes gut danne ir gut und dez vorgenanten juncherren Niclaweses gut und öcb juncherre Niclawes dez tages burger waz der von Hagenowe unwidersaget, so sprechen wir, daz im die bürgere von Strazburg an den zwein knehlen unrehte hant getan und ez im bessern sülent. die ratlüte von Strazburg hant gesprochen 20 von dem brande und dem schaden, die da geschahen! zu Winden, zü Spetwilre, zu Büchberg, zü Husberg und zü Haselöwe von dez wegen von Oeroltzecke und von dez Heiden wegen, dabi selten! sin gewesen die vorgenanten bürgere von Strazburg, alse der vorgenante juncherre Niclawes sprichet, sider ez ein verrihtiget und ein versünet ding si, daz die vorgenanten bürgere im nüt drumbe schuldig sint uf ze 25 rihtenne. darwider sprechen wir Mettelo und Fritscheman, sider juncherre Niclawes sprichet, do er versünet wart mit dem Heiden, do blibe die name und der schade von Haselöwe uszewendig der“ sünen und ist noch uszewendig und sint noch in ursagen von dem selben dinge, und wil daz junclier Niclawes zü bringen mit den, die die süne mahlent, und mit den, die drüber warent, darumbe sprechen wir: ist 30 daz juncherre Niclawes daz zü bringen mag, alse hie vor geschriben stat, daz ez im die von Strazburg ufrihten sülent. von namen und von brande, die zü Winden, zü Spetwilre, zü Büchberg und zü Husberg geschahen, sprechen wir Mettelo und Fritscheman, wand juncherre Niclawes sprichet, daz sin crieg gesetzet und versünet were mit den bürgern von Strazburg, e denne mit den von Oeroltzecke, und er sinen 35 schaden und sine vorderunge vürbringen süle vür die ratlüte, von dem schaden, den er gelitten hat von den von Strazburg, so sprechen wir Mettelo und Fritscheman: mag juncher Niclawes zü bringen, alse ein reht ist, mit den, die die süne mähtent und über der sünen warent, daz er sich sünete mit den von Strazburg, e danne mit den von Oeroltzecke, so sülent ez im die bürgere von Strazburg ufrihten. alse die rat- 40 lüte von Strazburg gesprochen hant von Smiecken wegen, daz juncherre Niclawes uf in verzige, dez sprichet juncherre Niclawes, er si sin unschuldig und welle sich a) S rep. der. 292 1316 ez entreden, alse ein relit ist, da sprechen wir Mettelo und Fritschemafi, daz er sich billicher entschuldigen sol, danne man ez in bereden süle. alse die ratlute von Strazburg gesprochen haut von Huges wegen von Bütenheim umbe sin gut, ob im yet genommen si ime und den sinen von juncherren Niclaweses crieges wegen, dez kneht er do waz und noch ist, so sprechen wir Mettelo und Fritscheman : ist daz Hug von Bütenheim zu bringen mag, daz ieme und den sinen iet genomen ist in dem vorgenanten criege, daz ime die bürgere von Strazburg daz ufrihten sülent, als ein reht ist. zu allen disen vorgeschrieben Sachen weite ieman darwider iet reden, daz wil juncherre Niclawes zu bringen mit der warheit, alse ein reht ist. diz vorge- schribene bringen und sprechen habe ich Mettelo von Hittingen besigelt von min selbes wegen und von beim Fritschemannes wegen, der sich under min ingesigele in disen vorgeschritten Sachen verbunden hat, mit minem ingesigele. und ich Fritscheman vergihe an disem briete, daz ich mit beim Metteln gesprochen han und, wand ich ingesigels nüt enhan, mich under sin ingesigele verbunden han. diz gescliach zu Zabern an dem frigetage vor der pfaffen vastnaht, do men zalte von gotz gebürte drüzehen hundert in dem sehtzelienden jare. S aus Straßb. St. A. AA 1398 s. nr. 342. Die Vidimatio schließt: in den vorgeschriben Sachen hant wir Johannis von gotz gnaden der bischof von Strazburg angesehen, waz die ratlftte von beden teilen gesprochen hant, alse da vor geschriben stat. und darüber hant öch wir alse ein gemeine obeman mit wiser lüte rate gesprochen zft rehte, dez wir uns verstaut, und zft minnen, daz uns gevellich duncket. und ist daz sprechen geschrieben und mit unserme ingesigele besigelt. Vergl. nr. 352. 344. Die Städte Hagenau und Straßburg schließen einen Vertrag über das gerichtliche Verfahren gegen Schuldner. 1316 Februar 27. Wir . . der meister der rat und die bürgere gemeinliche von Hagenowe tünt künt allen den, die disen briet gesehen! oder gebären! lesen, daz wir liebliche und gütliche verrihtet und verslihtet sin mit den bürgeren von Strasburg aller der missehelle, die wir und die vorgenanten bürgere von Strasburg mit einander batten! bitz ulte disen hütigen tag, und sin gütliche mit einander uberein körnen also, daz unser bürgere keinre von Hagenowe keinen bürgere von Strasburg ane sol grifen mit weltlichem gerihte noch ane gerihte in unser stat ze Hagenowe vur dekeine fremede schulde, er enhabe es danne mit der band gelobet oder sich verbunden mit brieten, den man billiche gelüben sol. und het unser bürgere dekeiner kein ansprache an dekeinen bürgere von Strasburg, die ansprache oder die schulde sol er kuntlich machen und vurbringen vor dem weltlichem gerihte ze Strasburg, obe er sin lökent, mit zwein ersamen bürgeren von Strasburg, die unversprochen sint. und sol man öch die solich haben, daz sie darumbe eine warheit sagen!, mag unser bürgere danne die schulde mit den zwein erzugen, so sulent sie iren bürgere solich haben, daz er die schulde gelte unverzogenliche, ist es daz er so vil gütes hat in irme gerihte, damitte sie in twingen mügent. het aber er so vil gütes nüt, so sulent sie imme doch von imme rihten nach irre stete reht und gewonheite. und sol uns und in damitte begnügen ane aller slahte geverde. wil aber er es nüt erzugen, alse da 5 10 15 20 25 30 35 40 1316 293 vor geschriben slat, so sol der schuldenere sin reht vur die schulde tun und sol danne der schuldenere lidig sin. und were öch daz sie ires burgeres, der die schulde schuldig ist oder der die warheit darumbe sagen sol, ungewaltig werent oder in nüt getwingen möhtent mit sime güte, so sol man in doch mit sime burgrehte twingen 5 und sol öch der ir bürgere niemer werden, er enhabe e die schulde ufgerihtet oder die warheit geset, durch der willen imme sin burgreht verteilet ist. were aber daz die bürgere von Strasburg unserem bürgere von irme bürgere nüt woltent tün ein unverzogen reht, umbe daz er an in ze sprechende bette, mühte daz unser bürgere vor uns erberlichen vurbringen, so sulent wir in anderwerbe botschaft tün, daz sie io unserem bürgere von irme bürgere tünt ein unverzogen rebt, umbe daz er an in ze sprechende het, alse da vor geschriben stat. detent sie danne des nüt, so mag unser bürgere ire bürgere wol angrifen mit gerillte, swo er wil, untze daz er sinre sache ein ende gewinnet, und sol doch darumbe dirre brief und dise gedinge zwischen! uns und den bürgeren von Strasburg von nü der groszen vasnaht über fünf jar Februar Zs i 5 stete bliben ane aller slahte geverde. und ist öch beret zwischen! den bürgeren von Strasburg und uns, ist daz kein bürgere von Strasburg gegen unserem bürgere keime mit geistlichem gerillte, so verre uszerwartet daz geistlich gerihte imme gegen unserem bürgere weltlich gerihte erlöbet, daz ensol an disen brief nüt gan. und sol doch dirre brief und die vorgeschriben gedinge zwischen! in und uns stete sin und 20 bliben untze dem vorgenanten zile ane aller slahte geverde. herüber ze eime urkunde und daz dis war und stete hübe, darumbe bau wir die vorgenanten bürgere von Hagenow'e unser ingesigel gehenket an disen brief. der wart gegeben an dem ersten fritage nach sante Mathias tage des zwelfbotten in dem jare, da man zalte von gotz gebürte drucehen hundert jar und sehtzehen jar. 25 S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew Corp. K. lad. 16 or. mb. c. sig pend. Stadtsiegel von Hagenau. 345. Hitler Heinrich von Flechenstein verbündet sich mit der Stadt Straßburg gegen Eberhard von Berwarstein. 1316 März 23. Allen den si kunt, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz ich Hein- 30 rieh von Fleckenstein ein ritter gesworn habe an den heiligen vor meistere und vor räte zu Strazburg, daz ich in und den bürgern von Strazburg mit minen vesten und mit minen dienern geraten und beholfen sol sin und daz wurste tün sol, daz ich kan oder mag, gegen Eberharte von Berwerstein und sinen belfern ane alle geverde von ostern, die nü zu nahest kumment, über zwei jar umbe daz, daz die Apra u 35 vorgenanten bürgere von Strazburg Anshelme von den Eichen irme gevangen 1 gemüte haut gegeben die vorgenanten zwei jar. und des zü eime urkunde so hau 1 Von dem Zuge gegen Berwarstein im Jahr 1314 berichtet Closener: und underwegen, e daz sü zü dem sesze koment, do brachent sü den turn zü der Eichen. (I). St. Chron VIII, 97). 294 1316 ich min ingesigel gehenket an disen brief. der wart gegeben an dem ersten cislage nach mittelvasten in dem jare, do men zalte von gotz gebürte druzeben hundert jar und sehszehen jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. Legende : s. Heinrici de Fleckenstein junioris. 5 346. Bischof Johann von Straßburg nimmt die Carmelüer in Stadt und Diöcese Straßburg auf und gestattet ihnen , eine Niederlassung ihres Ordens im Pfarr- sprengel von St. Thomd zu gründen. 1316 Juli 15. In dei nomine amen, pateat universis presens scriptum intuentibus, quod nos Johannes dei gracia episcopus Argentinensis ob honorem et laudem omnipotentis dei io fratribus ordinis beate Marie de monte Carmeli concessimus et indulsimus ac pre- sentibus concedimus et indulgemus, ut infra limites parroebie sancti Thome Argentinensis se pro conventu recipere valeant 1 cum effectu, ibidem deo in divinis et aliis perpetuo servituri, et ut in civitate et dyocesi nostra Argentinensi verbum dei valeant predicare ac Confessiones fidelium audire et confessis injungere penitenciam 15 salutarem juxta previlegiorum sedis apostolice eorundem fratrum continenciam et tenorem, indulgentes et concedentes auctoritate nostra ordinaria ipsis fratribus, ut subditis nostris dicte civitatis et dyocesis ipsorum predicaciones audientibus, quo- cienscunque hoc factum fuerit, quadraginta dies de injunctis sibi penitenciis valeant relaxare. sed quia scriptum est, quod ea, que a jure communi conceduntur, etiam in 20 spiritualibus deduci licite poterunt in pactum et convencionem expressam, ideo ne per graciam nostram presentem ipsis fratribus, ut premittitur, factam jura nostra ordinaria et ecclesie nostre nunc et in posterum turbari valeant aliqualiter vel quo- modolibet inpediri, expresse promiserunt dicti fratres pro se suisque successoribus universis, consensu et auctoritate fratris Danielis prioris provincialis per Alemanniam ss ordinis predicti super hiis omnibus plenius accidentibus, quod nobis in omnibus et per omnia tamquam ordinario subesse debeant et quod mandata nostra et quecunque judicialia et extrajudicialia tenere perpetuo debeant et ipsa fideliter observare ipsisque finaliter obedire, non obstantibus quibusvis privilegiis ipsis fratribus seu ordini eorum sub quavis forma vel expressione verborum a sede apostolica vel aliunde 30 concessis vel in posterum concedendis, per que venire possent contra premissa vel aliqua premissorum. quibus omnibus previlegiis et indulgenciis ipsi . . prior provincialis et fratres renunciaverunt expresse finaliter et in totum. in quorum omnium evidenciam sigillum nostrum una cum sigillis dictorum . . prioris et fratrum presen- tibus est appensum. nos vero . . prior . . provincialis et fratres predicti presentibus 35 confitemur, nos omnia et singula prescripta fecisse et in ea expresse consensisse ipsaque de consensu nostro unanimi processisse, volentes etiam et in hoc expresse 1 Im Bündegäßlein, wie Closener berichtet (I). St. Chron. VIII, 131). Ch. Schmidt gibt irrthümlich 1307 als Jahr der Niederlassung an (Hist, du chap. de s. Thom. p. 171 u. Straßb. G. u. HN. i. M. S. SO). Vergl. Wiegand Bellum Waltherianum S. 33. 1316 295 consencientes, quod, si aliqua sint posita in previlegiis nobis vel ordini nostro a sede apostolica concessis, per que jurisdictio ordinaria reverendi patris et domini ■ nostri episcopi predicti ejusque successorum vilipendi dimimii vel turbari posset vel aliqualiter exsorberi, quod illa quoad hoc nullius penitus sint momenti et quod 5 omni saltim quoad hoc careant robore firmitatis, nullis nobis contra hec omnia excepcionibus seu defensionibus valituris, quibus Omnibus renunciamus litteras per presentes, in quorum omnium evidenciam recognicionem et probacionem sigilla nostra una cum sigillo reverendi in Christo patris et domini nostri Argentinensis episcopi presentibus sunt appensa. actum et datum in divisione apostolorum anno domini io millesimo trecentesimo sexto decimo. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 117 or. mb. c. 1 sig. pend., 2 delapsis. Vortrefflich erhaltenes Siegel des Straßburger Carmeliter-Convents. Auf der Bückseite von gleichzeitiger Hand der Vermerk : indultum ut fratres de monte Carmeli in Argentina se collocent et episcopo subsint. is 347- Beschluß des Klosterconvents von St. Arbogast über die Verwendung seiner Einkünfte. 1316 August 9. Noverint universi presencium inspectores, quod nos prepositus, Nicolaus prior lotusque conventus monasterii sancli Arbogast! extra muros Argentinenses atten- dentes®, gravia dampna et dispendia nobis et nostro monasterio ex discordia inter 20 nos prepositum ex una et conventum predictum ex altera fore b orta et suscitata occasione discensionis c et discordie habite super remediis et legatis nobis et dicto monasterio nostro datis et legatis, et volentes salubri remedio eis occurrere et inantea providere, propter communem utilitatem nostram et dicti nostri monasterii, tractatu et deliberacione prehabita diligenti, et pacem et concordiam imposterum inter nos 25 habendam volumus d statuimus et ordinamus in modum infrascriptum, quod de bonis nostris et dicti nostri monasterii omnibus in banno ville dicte Krfgeszheim sitis redditus centum quartalium tritici et siliginis equaliter utriusque dictus conventus recipiat et recipere habeat nomine remedii annis singulis perpetuo pro omni por- cione eundem conventum e in legatis et remediis retro temporibus lapsis eis faotis so ita, quod eadem annona per procuratorem, qui a nobis conventu predicto de con- sensu nostri prepositi nostri predicti ad predicta remedia recolligenda et conservanda electus fuerit, vendatur, de precio annone ejusdem due libre denariorum Argen- tinensium nostro preposito predicto et una libra denariorum Argentinensium cuilibet de conventu annuatim detur et assignetur perpetuo pro necessitatibus nostris suble- 35 vandis, quodque residuum precium, si quod superfuerit, de dicta annona vendita et distracta converti debeat et distribui tantum inter presentes visitacioni sepulchrorum pro pictancia in communi, ita tarnen, quod absentibus in negocio monasterii nostri existentibus porcio sua in premissis salva esse debeat et assignata. item insuper volumus statuimus et ordinamus, quod una carrata vini annis singulis de bonis 40 a) B attendente. b) Vielleicht verlesen für parte ? c } B discensione. d) B yolimus hier me im ganzen Stück. e) Zu ergänzen vielleicht contingente. 296 1316 nostris in banno ville dicte Wolffgangeszheim sitis necnon fructus omnes prove- nientes perpetuo de dimidio agro in banno ville Dorloczheim per quondam Nicolaum dictum Winnum® nobis legato nomine remedii cedant et cedere debeant nobis pre- posito et conventui prediclis ita, quod predictus procurator, qui ad premissa remedia recolligenda a nobis deputatus fuerit vel electus, dictam carratam vini et proventus » dimidii agri predicti vendere debeat et distrahere et precium inde receptuin inter nos equaliter distribuere, hoc tarnen adjecto, quod preposito nostro prediclo porcio sua in dicto precio duplicetur. item statuimus, quod redditus decem quartalium siliginis de bonis nostris in Rinstetl cedant et cedere debeant perpetuo annuatim nobis preposito et conventui predictis pro minualibus, qui vulgariter losse pfenninge 10 nuncupantur, inter nos distribuendis juxta ordinacionem felicis recordacionis olim domini Jacobi nostri prepositi 1 et ejusdem disposicionem, hoc tarnen adjecto, quod, quandocunque dictus dominus noster prepositus vel alius ejus successor, qui pro tempore fuerit, nobis conventui predicto triginta et quinque libras denariorum Argentinensium dederit pro redditibus aliis comparandis in locum decem quartalium 15 predictorum, quod extunc dicta bona nostra in Rinstette a redditibus decem quartalium predictorum sint libera et absoluta, sic tarnen, quod redditus empti et com- parati cum triginta et quinque libris predictis cedant et cedere debeant ac distribui in usus nostros prepositi et conventus annuatim pro minualibus antedictis equaliter, hoc excepto, quod prepositus noster in premissis semper capere habet et recipere 20 duplicem porcionem. item volumus et ordinamus, quod omnia remedia et legata a Christi fidelibus imposterum nobis facienda cedant et distribuantur inter nos et con- vertantur in usus nostros secundum nobis illa dancium et legancium ordinacionem et disposicionem. item volumus et statuimus, quod procurator ad premissa colligenda et distribuenda a nobis conventu predicto de consensu tarnen nostri prepositi pre- 25 dicti, vel qui pro tempore fuerit, eligatur destituatur sive mutetur, ut visum fuerit expedire, promittentes omnes et singuli per juramentum a nobis corporaliter presti- tum tacto libro, nos premissa omnia et singula servaturos nec contra venire, fraude et dolo penitus circumscriptis. insuper per idem juramentum promittimus, quod preposito futuro nostro, qui pro tempore post mortem in b prepositum nostrum a so nobis electus fuerit vel alias a superiore nostro nobis datus, nullam obedienciam exhibemus vel faciemus, nisi prius juraverit, se servaturum ordinacionem nostram antedictam. nec aliquem in choro nostro instellabimus vel porcionem in premissis alicui dahinaus seu aliquem ad professionem in nostro monasterio faciendam reci- piemus, nisi prius juraverit, se predicta statuta servaturum in modum antedictum. 35 in quorum omnium et singulorum evidenciam et testimonium sigilla nostra presen- tibus duximus appendenda. actum et datum in vigilia Laurencii sub anno domini millesimo trecentesimo sexto decimo. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 1700 cop. chart. sec. XV aus dem Trivüegienbuch von St. Arbogast fol. 33. 40 a) oder Wimnam ? b ) B inter. 1 Jacobus Rybysin, der in den 90 er Jahren des 13. Jahrhunderts als Probst von St. Arbogast nachweisbar ist, vergl. UB. III, 445. 1316 297 348 . Die Herren von Falkenstein geloben, der Stadt Straßburg von ihrer Burg aus keinerlei Schaden zu thnn und keinen Theü derselben zu veräußern. 1316 September 7. Nos . . Gotfridus . . C&nradus, Heinricus el Jacobus armigeri de Valkenstein ad f> universorum et singulorum volumus 8 noticiam pervenire, quod nos, tractatu et deli- beratione penes nos prehabitis, sollempni stipulatione promittimus tenore presencium et spondemus, qnod per nos nee aliquem nostrum communiter vel divisim aut nostra occasione quacunque aut per quemlibet alium nostro aut aliorum quorumlibet nomine universis civibus civitatis Argentinensis et eorum successoribus universis de Castro io nostro Valkensteiu nullum periculum sive dampnum quomodolibet inferatur. nos eciam nee nostrum quilibet communiter vel divisim partem ipsum in dicto Castro nostro Valkensteiu conlingentem cuiquam alter! persone non vendemus nec obligamus vel vendere vel obligare presumamus. sed si quis nostrum partem ipsum contingentem in diclo Castro vendere sive eciam obligare proposuerit, nobis residuis tribus aut alter! iö inter nos, cui maluerit, partem ipsum contingentem in dicto Castro vendet et obliget, circumseriptis in omnibus premissis dolo et fraude penitus et amotis. premissa oinnia et singula fide prestita et per juramentum a nobis corporaliter prestitum confirmantes volumus eciam, quod, si nos contra presens nostrum promissum quidquam attemp- tare presumeremus, perjuri fideique et honoris proprii violatores existamus. si quis 20 eciam premissorum aliquod infregerit inter nos, volumus, ut hiis, qui conlrarium facere presumpserit, perjurus fideique et honoris proprii violator existat, quodque eciam . . officialis curie Argentinensis, qui pro tempore fuerit, sententiam excommu- nicationis proferat in nos seu quemlibet nostrum contrarium facere presumentem. nos vero . . officialis curie Argentinensis, quia premissa omnia et singula coram 25 nobis in modum predictum acta sunt, sigillum curie Argentinensis appendi fecimus ad presentes, nos eciam Eberhardus comes Geminipontis ac dominus de Litis, . . Hannemannus et Johannes domini de Liethenberg sigilla nostra una cum sigillis . . Gotfridi, Gunradi, Henrici et Jacob! predictorum ad preces eorundem duximus pre- sentibus appendenda in testimonium omnium et singulorum premissorum. datum 80 anno domini 1316 in vigilia nativitatis beate Marie virginis. S aus Straßb. St. A. Versohl. Canzlei-Gew. Suppl lit. F or. mb. c. 8 sig. pend, quorum 2 delapsa. Erhalten die Siegel der Straßburger Curie, Hanemanns von Lichtenberg, der auf der Legende als advocatus Argentinensis bezeichnet wird, und der vier Herren von Falkenstein; letztere zeigen im Schild drei Falken. 3f> Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 128 b md. bei Wencker App. et instr. arcli. p. 195 nr. 28. — Batt das Eigenthum zu Hagenau II, 210. 349 . Schultheiß und 'Schöffen der Stadt Limburg beurkunden die von zweien ihrer Bürger beschworene Urfehde gegen die Stadt Straßburg. 1316 September 18. Nos scultetus et scabini opidi Lympurgensis notum facimus universis, quod 40 constituti propler hoc personaliter in nostra presencia Cunemannus diclus Mul ich a) S volimns hier irie im ganzen Htäch. Str. II 38 298 1316 et Heynemannus dilecti nostri coopidani pro se et omnibus suis amicis simpliciter et absque dolo renunciaverunt et renunciant ducentis quartalibus siliginis, que cives Argentinenses ipsis et Heinrico dicto Wisze eorum consorti et consocio abstulerunt. dicti quoque Cu nemannus et ll&ynemanmts juraverunt urvede se firmiter servaturos absque dolo. quod si contrarium facere presumpserint, ipso facto eos reputabimus per- 5 juros perfidos et infames et exlunc non poterunt nec debebunt per nos in aliquo se juvare. preterea in nos recipimus, quam primum Heinricus dictus Wisze predictus Lympurg venerit, quod ipse renunciabit in forma prehabita et jurabit. in cujus rei testimonium sigillum opidi nostri predicli duximus presentibus apponendum. actum et datum anno domini 1316 sabbato post exaltacionem sancte crucis. w S aus Straßb. St. A. Briefbucli A fol. 128 a mit der Ueberschrift zweier burger urfehte von Limpurg gegen den von Strazburg 1 . 350. Ritter Werner Outemann von Hattstaät fällt als Obmann seinen Schiedsspruch in dem Streit zwischen Werner von Bergheim und der Stadt Straßburg. 1316 November 14. Ich Worüber der Güteman von Hadslat ein ritter, ein obeman in der Sachen, die mir bevolhen ist von den herren von Strasburg und der stat ein site und ander site von hem Wernher von Bergheim, han gesprochen umbe den gezig, daz her Ilug Wirich hern W'ernher von Bergheim bet gezigen, daz er swert über in zuhle und in hülfe jagen und yme in sin dor hieve, do han ich gesprochen : gibt dez der 20 von Bergheim, daz er daz gedon habe, so sol er zii besserungen zehen wüchen sin usser dem küngriche one gnade, gibt aber er dez nüt und wilt sin eit dovür dun, so dunket mich mügelich, daz er der besserungen lidig süle sin, wand es ist ein gezig. und als der vorgenante her W'ernher von Bergheim hei gezigen liern Hug Wiriche und die mit yme gingent, daz sü in soltent gesüht han und yme an sime 2.1 libe übel wollent lian gedan, do dunket mich mügelich, daz her Hug Wirich noch sine knehle keine besserunge darumbe hern Wernher von Bergheim sülent dun, wand es zweschent in zwein in ei me offenen criege was. aber die andern, die er es öch zihet, die do mit hern Hug Wiriche giengent und in öch soltent süchen yme übel zu dünde an sime libe unwiderseit, es sint burger oder burger süne von Stras- 30 bürg oder sussent namentliafte lüte, die sülent sich entschlahen mit iren eiden, daz sü yme kein leit woltent dün an sime libe mit schlahende noch mit vohende noch mit wundende, wand sü yme nüt widerseit hettent. welher aber under den sich dez nüt entschlehl mit dem eide, als do vor geschriben stot, so dunket mich mügelich, daz der süle sin usser dem küngriche zü besserungen zehen wüchen one 35 gnade, so dunket mich öch mügelich, daz die dienenden knehte, die do mit iren herren gingent, daz die sülent öch keine besserunge darumbe dün, wand sü iren 1 Ebenda, befindet sich eine gleichlautende TTrhmde von demselben Datum, ausgestellt von Gerlae.ns dominus de Lympurcli. 1316 ‘299 herren diendent. so han ich och gesprochen uinbe Eberline von Bergheim, als der zihet die herren von Strasburg, daz er von in getröstet würde und öch von in in der selben trostungen gevangen würde, do dunket mich mügelich, weihe er dez zihet, die yme die trostunge gelobet baut, daz sich die dez entschlahen sülent mit 5 iren eiden. weihe aber dez mit endünt, die sülent yme abelegen allen den costen, den er in der selben gevenknisse gehebet het an zerungen, mit yme selben und mit den, die sin liütent, one alle geverde, und sülent öch yme zu besserungen sin usser dem küngriche zehen wochen one gnade, so han ich öch gesprochen uinbe daz ros, daz die herren von Strasburg jehent, daz her Wernher der vorgenante von io Bergheim in versetzet habe, daz dunket mich reht darumbe : het in der von Bergheim daz selbe ros gelobet zu lösende, gibt er dez, so sol er es dün; gibt aber er dez nüt und wil sinen eit dovür dün, so dunket mich billich, daz sü sin reht dovür nemen sülent oder es in aber erzügent, daz er es habe gelobet zu lösende vor gerihte oder mit sinen brieten; mügent sü in dez aber nüt erzügen, als do vor geschriben i5 Slot, so sülent sü sinen eit dovür nemen und sol öch er domitte lidig sin. so han ich öch gesprochen, wer under disen allen, die do vor geschriben stont, dem andern bessernde würt entweder mit dem eide oder usser dem küngriche zu varende, der sol es an in vordem vor der alten vasnalit, die nü zu nebst kummet. und wenne er daz an in gevordert, daz er yme sinen eit dü, so sol er in yme dün donoch in 20 den nehsten zwein dagen one alle geverde. weih er aber sinen eit nüt endette, als do vor geschriben stot, der würde schuldig usser dem küngriche zu varende zu der allen vasnaht, die nü kummet aller nebst, daz er denne usser sime liuse varende si und daz er si donoch in den ahte dagen usser dem küngriche. und wenne die, die do bessernde werdent, usser dem küngriche gevarent und darusse gesint zehen 25 wochen, so sülent sü lidecliche wider heim varen. ich spriche öch, daz, welher dem andern bessernde würt usser dem küngriche, mag er mit deme, dem er bessern sol, überein kommen, daz er es in erlot mit sime güten willen, so mag er wol heime bliben. ich Wernher der vorgenante Güteman han dise vorgeschobene süne usgesprochen an dem Sonnentage noch sancte Martines dage dez jores, do men so zalte von gotz gebürte drüzehen hundert und sehzehen jor. und zu eime urkünde dirre vorgeschoben dinge so han ich min ingesigel gehenket an disen briet. der wart gegeben dez dages und dez jares, als do vor geschoben stot. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. e. sig. pend. laeso. 351 . Johannes episcopus Argentinensis omnibus vere penitentibus et confessis, 35 qui hospitale novum situm in parrochia sancti Thome Argentinensis ultra Bruscam in festivitatibus virginis Marie, sancti Johannis ewangeliste, beati Michahelis et om- nium angelorum ac in die dedicationis ejusdem hospilalis accesserint vel qui ad idem hospitale suas elemosinas transmiserint, quadraginta dies de injuncta eis peni- tencia relaxat; ad hec omnes indulgentias archiepiscoporum et episcoporum in 1316 151 7 April 5 4517 October I 1518 April 23 300 favorem dicti hospitalis rite coneessas 1 ralas habens eis cousensum suuin adhibet. «splendor paterne glorie.» datum Argentine 16 kalendas decembris anno domini 1316. November 16 Straßburg. B aus Straßb. Ben. A. G fase. 3468 or. mb. c. sig. peml. 352. Bischof Johann von Straßburg fällt als Obmann seinen Schiedsspruch in » dem Streit zwischen Nicolaus von Liitzelsteiu und der Stadt Straßburg. 1316 November 23 Marlenheim. In gotz nainmen amen, in der Sachen, die zwüschenl dem edeln manne Nyclawese dem herren von Lützelnstein ein site und . . dem meistere . . dem räte und der gemeinde von Strazburg ander site an uns Joliannese von gotz gnaden den bischof w von Strazburg alse an einen gemeinen obeman gelaszen ist, da sprechen wir nach wiser herren und rittere, die unsere und unserre stifte man und gotzhuses dienest- man sint, räte und alse wir uns selbe verstaut, zu rehte und gehellent des ersten mit den rätlüten von beden siten 2 daran: daz der vorgenante Nyclawes widergeben sol und gelten, waz nach der bürgere clage von Strazburg uf in behabet ist und io noch behabet wirt vor den rätlüten oder vor dem merren teile ünder in von den, die er geschadiget het, mit irme eide. doch sol die summe, der er also mag schuldig werden, niht sin über zwei hundert mark mit den fünf und zwenzig marken der bürgere von Ilagenowe. und sprechen!, öch und heiszent, swaz er darumbe, alse da vor geschriben ist, schuldig wirt, daz er daz gelten sol zu den ziln, die hie nach *> geschriben stänt. die zil sint also: er sol daz dritteil alles des, daz, alse da vor geschriben stät, uf in behabet ist oder noch behebet wirt, vergolten han zu den nehesten ostern, die nu kumment. darnach sol er ein dritteil der selben schulde vergolten han zu sante Remigien mes darnach, so sol er daz hünderste dritteil vergolten han darnach zu den nehesten ostern, also daz von den ostern, die nu -a kumment, über ein jar die schulde gentzliche si vergolten, dis sprechen wir und heiszent von dem gewalte, der uns von beden teiln darüber gegeben ist. darnach sprechen wir umbe den brant, der . . dem von Wangen und Johannese Lagen von des wegen von Lützelnstein geschach : wart des gedalit, da es gelaszen wart, und wart genommen in die zwei hundert mark, jehent des die rätlüte, so sol er drinne su sin; jehent sie es aber niht, so sol Nyclawes wider tun, swaz darumbe von dem von Wangen und Johannese Lagen uf in behebet wirt. umbe die vestene zu Wegelinburg sprechen wir, wände es küntlich ist, daz sie ein riebe anhöret und noch eins riches ist und daz ein künig von des riches wegen die bürg angreif und gewan, daz die bürgere von Strazburg, die darinne des riches belfere waren!, umbe 35 die vestene und umbe den schaden, der da geschach, niemanne schuldig sint iht abe zu tünde. darnach gehellen wir aber mit den rätlüten von beden siten und 1 Vergl. nr. 328. 2 Vergl. nr. 342 u. 343. 1316 — 1317 301 sprechend waz Doldeman kuntlich machet mit sime eide, daz ime meister und rät von Strazburg genommen hant oder von irn wegen genommen ist, daz sülent sie ime widergeben und gelten kinnan untze ostern, die no zu nehest kommen!. darnach sprechen wir, daz die bürgere von Strazburg an den zwein knehten, die zu 5 Ilagenowe an gerihle verzalet worden! und verteilet zu dem tode, und sie darnach die von Strazburg mit der wille von Ilagenowe dannen vürtent und entböbetent, dem vorgenanten Nvklawese dehein unrekt haben! getan und daz sie ime darumbe dekeine besserunge schuldig sint. umbe den schaden und umbe den brant, der Nyclawes von Lützelnstein geschach zu Winden, zu Spetwilre, zu Büchberg, zu io Husberg und zu Haselowe oder anderswa in dem kriege, den er bette mit hern Walthere von Oeroltzecke und mit Wilhelme dem Heyden von Wasselnheim, da bi die von Strazburg, alse der selbe Nyclawes sprichet, sint gewesen, da sprechen wir: sit daz versünete kriege sint, so sülent die von Strazburg gegen ime darumbe lidig sin. mag aber der vorgenante Nyclawes Vorbringen mit den, die an den sünen i5 waren!, daz der schade, der ime geschach, da die von Strazburg bi waren!, üs den sünen gelaszen wart, so sülent ime die von Strazburg, die da bi waren!, den schaden ufrikten, den er oder sine lüle, den der schade geschehen ist, bebaken! mit dem eide. darnach sprechen wir, umbe daz Nyclawes sprichet, daz ime von der wegen von Strazburg vor sin hüs wart geraut und Smieke gevangen wart, wände daz 20 geschach in eime offen kriege, den sie mit ime batten! und der sider versünet ist, daz ime darumbe die von Strazburg dekeine besserunge schuldig sint. doch heiszen wir, waz Smieken da genommen wart, daz man ime daz sol widergeben, ob es niht geschehen ist. darnach sprechen wir, waz die bürgere von Strazburg genommen hant oder von irn wegen genommen ist Hügeline von Bütenheim und den sinen 25 von des krieges wegen, den sie mit Nyclawese von Lützelnstein batten!, und daz der selbe Hügelin behebet mit sime eide, daz sülent ime die von Strazburg ufrihten und gelten binnen untze ostern, die nu zu nehest kommen!, dis alles, alse da vor geschriben stät, han wir gesprochen mit wiser lüte rate unde alse wir uns selbe verstänl. und geschach daz sprechen zu Marley au dem zistage vor saute Kathe- 90 rinen tag des jares, da man zalte von gotz gebürte drüzehen hundert unde sehs- zehen jar. unde des zu eime urkünde ist unser ingesigele an disen brief gehenket. S aus Straßb. St. A. Verseht. (Janzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. delapso. 353 Fratres Bayinundus Adrionopolitanus, Bartholomeus Ragusinus, Petrus Nazarenus archiepiscopi, Egidius Andrinopolensis, Benedictus Suacinensis, Dompnus 35 Catarenus, Guillelmus in dominio Tartarorum, Johannes Visionensis, Hugo Placen- tinus, Petrus Narniensis, Petrus Civitatis nove et Bartholomeus Cenicensis episcopi cupientes, ut ecclesia sancti Thome Argentinensis congruis honoribus frequentetur, omnibus vere penitentibus et confessis, qui ad ipsam ecclesiam in testo ejusdem sancti Thome neenon in festivitatibus nativitatis domini, epyphanie, parasceues, 4o resurrectionis, ascensionis, penthecostes, in omnibus festivitatibus beate Marie vir- ginis, beatorum Petri et Pauli ac omniurn aliorum apostolorum et ewangelistarum, 1317 302 Michaelis archangeli, Johannis baptisle, Nicolai, Martini, Symphoriani ac sanctarum Marie Magdalene, Katherine, Margarete, Lucie, Elysabeth, undecim milium virginum, in commemoratione omnium sanctoruin et in dedicatione ipsius ecclesie ac per octa- vas predictarum festivitatum causa devotionis peregrinationis vel orationis accesse- rint, aut qui corpus Christi secuti fuerint, cum portatur infirmis, vel qui circuierint cymiteriuin dicte ecclesie dicendo orationem dominicam pro defunctis, seu qui in serotina pulsatione campane flexis genibus ter Ave maria devote dixerint, vel qui in extremis laborantes dicte ecclesie quicquam suarum legaverint facultatum, vel qui ad fahricam luminaria ornamenta et alia dicte ecclesie necessaria manus por- rexerint adjutrices, singuli singulas dierurn quadragenas de injunctis penitentiis relaxanl, dummodo consensus diocesani accesserit. «splendor paterne glorie». datum Avinione anno domini 1317 mense januarii, pontificatus domini Johannis pape XXII anno primo. 1317 Januar Avignon. T aus Straßb. Tlmn. A. Docum. hist. lad. I (Privileg.) ur. mb. c. 12 sig. pend. Die Siegel hängen in andrer Reihenfolge, als die Namen der Siegler stehen. Gedruckt darnach bei Schneegans L’eglise de s. Thom. p. 308 u. Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 350 nr. 63. 354. Die Bischöfe Johann von Straßburg und Gerhard von Basel, Herzog Leopold von. Oesterreich und mehrere oberrheinische Herren sowie die Städte Straßburg, Basel, Freiburg, Hagenau u. A. schließen einen Landfrieden bis zum St. Georgstag übers Jahr. \1317 Februar 17]. Wir Johannes von golz gnaden . . bischof zu Slrazburg, Cerhart von gotz gnaden . . bischof zu Basele, Lüpolt hertzoge zu Osterriche, Ulrich lantgrave zu Eilsasze, Cünrat grafve] 1 . in Eilsasze, Waltere der eitere herre von Ceroltzeche, die . . schultlieissen die meistere die . . rete von Strazburg, von Basele, von Friburg, von Hagenowe, von Bodesheim, von Eh[enheim] 2 . von Türingheim, von Colmar, von Brisache, von Nuweuburg, von Mülnhusen und von Rinvelden tunt kunt allen den, die disen brief gesehen[t] und gehören! lese[n],. hertzoge Lüpolt der vorgenante bi den hulden, die a wir getan liant dem . . riebe, gelobet hant und gelobent und wir lantgrave Ulrich, grave Cünrat, Otto. die . . schultheissen die . . meistere und die . . rete der vorgenanten stette von der vorgenanten stette wegen gesworn hant und gelobent einen friden zu haltende und zu schirinenfde]. a) bi—die auf Rasur. 1 Zu ergangen höchst wahrscheinlich von Friburg. Otto von Ohsenstein lantvoget. 2 Zu ergänzen toahrscheinlich von Sletzstat. von Keysersberg, von Münster. 1317 M alse hie nach geschriben stat: hie disite Rynes von der Lutern zwisschent dem Rine und dem gebirge uf untze an den Howenstein und von dem Howenstein untze an G. von Pfirt und von Mümpelgart zwisschent Befort und Rotbach hie dissite der 5 virst, und jensile Rines von der Ösen zwisschent dem Rine und dem gebirge uf untze. sletten oder ieman anders, der reht het in keinre der vorgenanten stelle, keine missetat tut in den vorgenanten stetten oder ussewendig den selben Stetten, alse verre der . 10 rihler rihten, der rihter ist in der stat, do jenre hurger inne ist, oder der, der reht in der selben stat het, von deme men claget, nach der selben stette rehte und gewonheite.. . stetten oder in iren gerillten üt tete oder ime üt geschehe, daz sol aber der vorgenante rihter rihten nach der selben stette rehte und gewonheite, ob men ez ir> clage. stetten oder ieman, der reht in den vorgenanten stetten het, eine missetat tut mit röbe mit brande mit gevangnusse oder mit morde uszewendig den vo. und daz geclaget wurde den, die über disen friden gesetzet sint, so süllent die selben, die über disen friden gesetzet sint, dem . . schultheissen dem . . mei- 20 [stere]. inne“ ist oder der, der do reht het, in die selbe stat, von dem die missetat geclaget ist, botscheften, daz sü den vorgenanten, von dem die missetat ge- clageft]. dem, der von ime geclaget het, und den cleger unclagehaft mache, ist daz der meister 25 und der . . rat oder daz merreteil under in in der selben stat enl. irme rate getan haut, daz er schuldig ist. und sol öch h den cleger domilte begnügen, und vellet dem cleger üt mit gerillte von der missetete wegen, daz so . ez si denne sin gut wille. were aber er belümet, von dem men claget, so sol ao aber der vorgenante meister und der rat von ime rihten nach der. daz der, von dem men claget, dem gerihte entwiche, so sol die selbe stat und die andern, die disen friden gesworn hant, sin lip und sin gut anegriffe[n]. in enthaltet oder ime beholfen ist, untze daz er widertüt, alse do vor geschriben stat. weite öch die vorgenante stat von ime nüt rih. 35 die disen friden gesworn hant, uffe die selbe stat beholfen sin, untze daz sie von ime gerihtet, als do vor geschriben stat. ^ ist aber daz. oder iren gerillten in dem lande keine der vorgenanten missetete tut, wirL der ergriffen uffe der getat in dem lande, der rihter, in dez gerihte d.. . nach den [s]chulden, als er begangen het, ist ez küntlich und offenlich, daz er ein 4u ubeltetig man ist. ist ez aber nüt küntlich und offenlich. gesetzet sint, ervarn und erkennen, waz mannes er si, in den neheslen viertzehen i) S ndd. «esessen durch untergesetzte Punkte getilgt. b) öch iihe-rgeseh riehen tun gleicher Ilnnd. 1317 nahten, so es in gekündet wirt a . und sol öch der vorgenante rihter do zwisschent von ime nüt rihten. er sol in enthalten alle. erkennen!, [\v]az mannes er si, schedelich oder unschedelich. und sol öch nach der ervarunge der rihter rihten uffe sinen eit, in dez gerihte e. gerihtet, [so] sol dem selben rihtere vallen, waz ime billiche vallen sol. ßi ez ist * öch berret, daz die, die b über disen friden gesetzet sint, nüt anders. umbe gevancnüsse und umbe mort, alse do vor geschriben stat. alle geste und alle köflüte sullent in diseme friden sin [in] den vorgenanten zi[ln]. stette den köfluten und den geslen von diseme lande friden bern und su schirmen in irs friden ziln uf dem lande und [uf de]in wassere, daz selb[e].10 gesten tün [in] unsers friden ziln ane geverde. ^ were ieman, der in den vorgenanten ziln gesessen ist, der disen selben friden nüt [swer]n wolte in den ziln al. sine dekeinre hande ding, alse do vor geschriben stat, innewendig den vorgenanten ziln oder iemanne, der disen friden gesworn bet, ussewendig.is sine sullent alle die, die disen friden gesworn haut oder noch swernde werden!, beholfen sin, untze daz er und die sine widertünt un[d] gebesserent, alse do .. geschehe, daz ensol an disen friden nüt gan. und wer in ül tete, der entüt wider disen friden nüt. ^[ ist ieman, der disen [fride]n gesworn het.20 ussewendig diz friden ziln keinre hande ding tut, als do vor geschriben stat, daz sol men rihten und ahten, daz ez gebessert [werde] in alle wiz, als ob. die vorgeschfriben] ding, so süllent die vorgenanten stette in iren friheiten rehten und güten gewonbeiten hüben und mit [namen die sl]ette von Straz- burg.25 [reh]ten und güten gewonheiten hüben, die usgeslagen, die die bürgere von Straz- burg usgeslagen hant und verwiset baut von . . . . e wegen von ir 1 . nieman s[ol] den andern angriffen noch pfenden in den vorgenanten zil umb[e] dekeine schulde, die gemache! ist von dez crieges wfegen] .... künig- rich. 30 mit der hende gelobet und sol öch daz selbe tün mit gerillte und an den sielten, do men darumbe rihten sol, umbe gülte zi[nse] .... ein ieclich. gewonheite wol pfenden und angriffen. 1 j het ieman briefe über sich geben, daz men in angriffen sülle, oder ez het e .... er sich ane br. riebe anegat, den mag men wol angriffen und pfenden und engat daz an disen 3 » friden nüt. es ist öch beret, were d[az] . . . [vor]genanten dez ri. nach in disen friden bindende werden!, künig Frideriche keine helfe tetent, zü der helfe sullent die vorgenanten der bisschof von Ba[sele, lantgra]ve Ulrich, grav[e] c . a) in den—wirt Ubergesr.brieben von gleicher Hand. b) die Ubergeschriehen. c) ton der bisschof ah 1« Alles auf Rasur. ' Wohl identisch mit der Ausnahmebestimmung des Randfriedens ran 1310 August 10. Tergl S. 332 Z. 30 u. Anmerk. 1. 1317 305 von Basele und a von Friburg nüt gebunden sin von diz friden wegen, su telent es denne gerne, und sullent öch von diz friden weg[en] .... vorgenante crie. gebunden sin keine helfe zu tünde, sü wellent ez danne gerne tun. ^ so sullent öch 5 des ricbes stette in der verbuntnusse hüben .... [k]ünig Frideriche. sacken und criegen beholfen sin ane alle geverde, die von diz friden wegen b ufstant. f wirt iemanne helfe erteilet von den eilten ... ent die belfere. helfe kunig Frideriche zu helfende, varent von der helfe dez vorgenanten kunig Fri- deriches dienere oder dez riches stette, die [an] der helfe belfere ge. io dannan varn. und wenne dez vorgenanten künig Frideriches belfere und dez riches stette die vorgenanten dez vorgenanten kunig Frideri[ches]. die andern belfere, die zu helfe gegeben sint, vallent ane geverde wider in die ersten helfe der eilte und sullent die helfe vollefüren, also su. öch usgedinget mit namen die vorgenanten der bischof von Basele, lantgrave Ulrich 15 zft Elsasze, grave Cünrat von Friburg, die bürgere von. an diseme brieve geschriben stat von kunig Frideriches belfern, daz selbe sol öch behalten sin kunig Ludewiges belfern. ^ kumment die vorgenan[ten]. kein herre oder stat oder ieman anders, die harnach disen friden swerende werdent, von diz selben friden wegen in keinen crieg, zu dem criege sol m[en]. 20 ane geverde. ist daz ieman disen friden brichet oder dt tut wider die vorge- schriben ding und disen brief, wie men uf den helfen sülle. iren eit daz zweiteil oder me under in, an die dirre fride gesetzet ist, daz selbe sol öch sin in andern Sachen. ^] wer disen friden nüt enswert nutze an d. [ne]hest kumet, den sol men donach nüt enphahen. und claget ieman von ime, daz er 25 den friden gebrochen habe oder wider die vorgeschritten ding getan. ben stat. f claget aber er von yemanne umbe diz vorgeschrittene ding, men sol ime nüt rihten. der herren lute, die disen friden nüt swern. hen, die herren habent denne e gesworn disen friden. *s[ het ieman ut erkobert vor den nüntzehen und het dez briete, do sullent ime deran. 30 gotzhüser und dinghöve, die in den vorgeschritten ziln gelegen sint, sullent in iren rehten hüben und sol in ir reht behalten sin. ^[. drie von dez vorgenanten kunig Frideriches wegen, die do git von sinen wegen der vorgenante lantvoget, zwene von des vorgenanten bischofes Johanneses w[egen]. 35 wegen, einen von dez vorgenanten herzogen wegen, ein von dez vorgenanten lantgraven Ulriches wegen, zwene von der vorgenanten bürgere wegen von Str[az- burg]. von Basele. ß[ dirre fride hup an an dem ersten zistage vor sante Agnese tage in dem jore, do men zalte von gotz gebürte drützehen hundert. 40 an sante Georgien tage, der darnach aller nehest körnet, und von dez selben sante Georgien tage dannan über ein jor. und der vorgeschrittenen dinge. a) von Basele auf Rasur, und übergeschrieben. I>) wegen übergeschrieben. Januar 18 April 23 Str. II. 39 306 1317 . . herren und . . stelte unsere ingesigele an disen brief gehenket. der wart gegeben an dem ersten dünrestage nach saute Valentines tage in dem vorg. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 21 nr. 2. Bas Stück Pergament zeigt zeitgemäße Schrift und ist mit sechszehn Siegelschnitten versehn. Ber rechte Band ist abgeschnitten und der Text dadurch in jeder Zeile um 10—12 Silben mindestens verkürzt. Auch sonst hat das Stück sehr stark gelitten, weil es schon früh als Einbanddeckel benutzt worden ist. Bafür spricht die Fcdtung und die verschiedene Färbung des Pergaments auf der Bückseite, auch der Borsualvermerk aus dem Ende des 14. Jahrhunderts anno etc. LXXXXmo, darunter Sal (?) domino Wilhelmo zürn Riet. Biese Jahreszahl 1390 findet sich noch zweimal viereckig umrahmt auf dem Bücken. Alles dies sowie die Cor- recturen und Basuren im Text lassen es mir zweifelhaft, ob hier wirklich ein ausgefertigtes Original vorliegt. Gedruckt darnach im Auszug bei Wencker App. et instr. archiv. p. 191 nr. 26 und vollständig bei Mossmann Cartul. d. Mulh. III, 523 nr. 160 ter, der den Landfrieden ins Jahr 1322 weist. — Trouillat Mon. die l’eveche de Bäle III, 311 note 1 mit dem Batum 1323. Ich schließe mich der Ansicht von Fopp Gesch. d. Eidgen. Bünde IV, 2, 207 an, der die Urkunde ins Jahr 1317 verlegt, namentlich mit Bücksicht auf den in nr. 356 erwähnten Elsässischen Landfrieden und seine Neunzehnercommission, der mir mit dem vorliegenden identisch zu sein scheint, und im Hinblick auf den gleichzeitigen Landfrieden König Ludwigs am Mittel- und Niederrhein 1 . Unbegründet ist die Fixirung von Bosenkränzer Bischof Johann S. 48, der das Jahr 1315 annimmt. 355. Beschluß des St. Thomascapitels über die Besetzung der Stelle des Dormenters und die Vertheilung des Hühnerzinses. 1317 Februar 23. In dei nomine amen, cum sit scriptum : quod omnes tangit, debet ab omnibus approbari, nos Sigelinus prepositus, Albertus decanus totumque capitulum ecclesie sancti Thome Argentinensis attendentes, quod dormentarius ecclesie nostre omnium canonicorum et personarum seu clericorum ipsius ecclesie est minister communis 2 , quodque ad ipsius dormentarii officium semper assumenda est, sicut decet, persona ydonea, que ecclesie conveniat et personis, igitur cum id, quod a pluribus queritur, facilius inveniatur, diligenti tractatu inter nos prehabito, consensu omnium et sin- gulorum de capitulo ad hoc concorditer accedente, jus eligendi dormentarium seu conferendi officium dormentarii, quod ad portarium ecclesie nostre ratione sui officii liactenus pertinebat, eidem officio porte detrahimus et statuimus illud ad capitulum nostrum communiter debere perpetuo pertinere, ut, quociens dictum officium dormentarii vacare contigerit, ille preficiatur eidem, qui ad illud per collationem seu electionem totius vel majoris partis capituli preposito ecclesie nostre, qui pro tempore fuerit, presentatus et per eundem eciam investitus. item statuimus census caponum omnium, qui ad portarium ecclesie nostre hactenus pertinebant, esse dein- ceps perpetuo singulis annis inter canonicos ecclesie nostre et prebendarios cano- nicis in prebendis equales equaliter dividendos, salvo tarnen, quod portarius, ad 1 Landfrieden König Ludwigs, vereinbart mit Köln, Mainz, Worms, Speier, Aachen, Oppenheim, Frankfurt, Friedberg, Gelnhausen und Wetzlar zu Bacharach 1317 Juni 22. Gedruckt bei Hilgard Urk. z. Gesch. d. Stadt Speyer S. 243 nr. 307. — Böhmer B. Lud. nr. 252. 2 Vergl. Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thonx. p. 146 ff. 5 io 15 20 25 30 35 40 1317 307 quem eorundem censuum collectio et divisio pertinet, duplicem in illis prebendam sibi retineat pro labore. hec igitur per nos, ut prescriptum est, ordinata et statuta per juramentum de mandato nostro in animas nostras prestitum promittimus obser- vare, volentes ea aliis ecclesie nostre statutis ascribi et inter illa a nostris in s ecclesia nostra predicta perpetuo successoribus juramento prestito observari. in quorum omnium robur et testimonium sigilla nostra presentibus sunt appensa. actum 7 kalendas marcii anno domini 1317. T aus Straßb. Thom. A. Registrande A fol. 11a cop. eh. sec. XIV. 356. König Friedrich und Bischof Johann von Straßburg beurhunden den io zwischen den Markgrafen Rudolf und Friedrich von Baden und den Nennzehnern des Flsässischen Landfriedens geschloßenen Vertrag über Zoll und Geleitsgeld des Waarenverhehrs vornehmlich auf dem Rheine. 1317 März 10 Offenburg. Wir Friderich von gotz gnaden ein römesscher kunig merer dez riches zu allen ziten und Johannes von gotz gnaden bisschof zü Strazburg tunt kunt allen 15 den, die disen brief gesehent und gehörent lesen, daz ez vor uns beteigedinget ist * zü Offenburg und übertragen durch fride und gnade des landes und der köflüte zwisschent marggrave Rüdolfe dem eitern und marggrave Frideriche herren von Baden ein site und den nunzeben, die über den friden zu Elsasze gesetzet sinl 1 , von des landes wegen und aller köflute wegen ander site, daz margrave Rudolf und 20 margrave Friderich die vorgenanten kein zol von nymanne nemen sullent noch ny- man von iren wegen untze zu wihennachten, die nü zü nehest koment, in irme lande uffe dem lande oder uffe dem waszer. aber durch daz, daz men deiste sicber- licher und vridelicber väre durch ir laut uf und abe beide uffe dem waszer und uffe dem lande, so liant sü mit einander übertragen, daz mengelich, der den Rin 25 abevert, von iedem luder wines oder von anderme köfschatze, an welicher habe der lit, der glichet eime luder wines an der swere, der sol geben iegwederme mar- graven den vorgenanten ein Schilling pfenninge an der abeverte zü geleite und nüt zü zolle, die bürgere von Strazburg iedem margraven den vorgenanten sehs pfenninge, die bürgere von Hagenowe nütsnüt. und sol öch daz geleite weren untze 30 zü wihennachten, die nü zü nehesten koment. ez ist öch beret, daz die vorgenanten margrave Rüdolf und margrave Friderich von des vorgenanten geleites wegen men geliehen nach dem vorgenanten geleite schirmen sullent in irme lande uf und abe uffe dem waszer und uffe dem lande vor mengelicheme untze zü dem vorgenanten zile zü wihennachten ane alle geverde. und were, daz got wende, daz ieman 35 untze zü dem vorgenanten zile zü wihennachten in irme lande beruhet wurde oder gevangen und daz kuntlich wurde gemacht mit erbern biderben lüten vor den vorgenanten nünzehen, daz sullent die vorgenanten margrave Rüdolf und margrave 1 1315 November 11 war der von König Heinrich VII eingesetzte Elsäßische Landfrieden (nr. 284) abgelaufen. Dafür war dann wohl von 1317 Januar 18 ah der in nr. 354 mitgetheilte Friede eingetreten. 308 1317 Friderich helfen, daz ez ufgerichlet werde und gebeszert mit übe und mit güte und mit iren vesten bi güten truwen, als were ez ir selbes, ane alle geverde. were öch daz die vorgenanten margrave Rüdolf und margrave Friderich daz nüt mochten! ufgerichten ane der nünzehenre helfe und sprehent daz bi irme eide, so sullent in die nunzehene mit dem friden beholfen sin, daz daz ufgerichlet werde, dettent die vorgenanten margrave Rüdolf und margrave Friderich des nüt, so sol der fride uffe sie beholfen sin. und sol man ir lute und ir güt anegriffen mit gerichte und ane gerichte. und sol der anegrif an kein gerichte gan noch an kein friden noch an kein lantfriden. ez ist och beret, daz die vorgenanten margraven noch ire zollere noch nyman von iren wegen keine gruntrüre nemen sullent noch keinen win stehen sullent noch kein brot nemen sullent noch kein ander ding ymanne untze zü dem vorgenanten zile zü wihennachten. were daz su oder ire zollere oder yman von iren wegen daz brehent und daz die vorgenanten nunzehene erkantent, daz sullent die vorgenanten margraven ufrichten ane allen verzog, ez ist öch beret, daz ein ufgande schif, daz da treit alse swere als ein hundert saltzes, an welicher hande ding daz ist, nüt me gehen sol denne daz alte geleite, daz man von alter untze her gegeben het margrave Rüdolfe dem eitern dem vorgenanten, und über daz sol der vorgenante margrave Rüdolf nyman drengen ane alle geverde. sü hant öch mit einander übertragen, daz die vorgenanten margraven sullent glöben des . . meisters und des räles von Strazburg brieten, als man untze her die briefe gegeben het ane alle rehtvertigunge und ane alle Widerrede, und des zü eime urkunde so hant wir kunig Friderich und bisschof Johannes die vorgenanten unsere ingesigele mit der vorgenanten margrave Rüdolfes und margrave Frideriches und Heinriches herren von Eberstein ingesigelin an disen brief gehenket. wir die vorgenanten margraven verjehent, daz die vorgesriben ding alle mit unserme willen und gelielle gesehen sint und globent sie öch stete zü habende ane geverde bi dem eide, den wir unsern herren getan hant. und der vorgesriben dinge zü eime urkunde so hant wir die vorgenanten margraven unsere ingesigele mit der vorgenanten herren kunig Frideriches und bisschof Johanneses und mit unsers öheimes Heinriches herren von Eberstein ingesigelen gehenket an disen brief. so versehe öch ich Heinrich herre von Eberstein der vorgenante, daz ich mit den vorgenanten margrave Rüdolfe und margrave Frideriche dröste, daz sü die vorgesribene ding stete haben untze zü dem vorgenanten zile zü wihennachten ane alle geverde. und des zü eime urkunde so han ich Heinrich herre von Eberstein der vorgenante min ingesigel mit der vorgenanten herren kunig Frideriches und bisschof Johanneses, margraven Rüdolfe und margraven Frideriches der vorgenanten minre öheime ingesigeln gehenket an disen brief. der wart gegeben zü Offenburg an dem ersten dunrestage vor sante Gregorien tage in dem jare, do men zalte von golz gebürte druzehen hundert jar und sübenzehen jar. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 266 nr. 13 or. mb. c. 5 sig. pend. Von den fünf gut erhaltenen Siegeln hängen das Königs- und das Bischofssiegel an roth-grünen Seidenschnüren, die drei andern an rothen Wollschnüren. Gedruckt darnach bei Wencker App. et instr. arch. p. 197 nr. 29 — Schöpflin Hist. Zaringo- Bad. V, 357 nr. 210. — Böhmer B. Frid. nr. 100. 5 io 15 20 25 30 35 40 1317 300 357 . Bischof Johann schärft den Geistlichen der Stadt und Diöcese Slraßburg das Tragen der Tonsur, das Verbot bunter Schuhe u. A. ein. 1317 Mai 14. Johannes dei gratia episcopus Argentinensis universis et singulis prelatis canonicis rectoribus aliisque clericis civitatis et dyocesis“ noslre Argentinensis, cujuscunqne 5 ordinis fuerint, etiam ordinis acolitatus, dummodo gaudere voluerint privilegio cleri- cali, salutem in domino. licet inter alia clericalis honestas jure testante in ton- sura et corona congruentibus existat, nonnulli tarnen ex vobis circa observationein hujusmodi tonsure et corone congruentium se exhibent neglientes, immo quod Severins est, ipsis penitus non utuntur nec hactenus utebantur, quod non solum est sacris io canonibus inimicum, sed etiam periculose laycos scandalizat, sicut experientia docuit atque docet. nos volentes periculosam hujusmodi neglientiam supplere, prout nostri officii debitum exigit et requirit, vos et quemlibet vestrum hortamur in domino et paterna swadela monemus, ut quivis b vestrum a festo pentecostes proxime venturo inantea secundum majus et minus juxta sui status et ordinis prerogativam hujus- i 5 modi tonsura et corona utatur sub pena excommunicationis late sententie, quam extunc ut exnunc in hiis scriptis ferimus in rebelles. qua etiam sententia excommunicationis quemlibet vestrum teneri et astringi volumus, qui a dicto festo inantea portaverit caligas omnino rubei viridis croceique coloris. volumus etiam et manda- mus sub pena, de qua premittitur, ut nullus sacerdotum nobis subjectorum a festo 20 beati Johannis baptiste proxime venturo inantea prebendam aliquam officiare presu- mat, nisi hujusmodi prebenda de bonis redditibus seu proventibus perpetuis dotata fuerit et super hujusmodi dotatione publicum instrumentum sigillo curie nostre habeat communitum, injungentes omnibus et singulis, quicunque super hoc ex parte nostra fuerint requisiti, in virtute sancte obedientie et sub pena excommunicationis, ut 25 presens nostrum mandatum in choris majoris, sancti Thome et sancti Petri junioris ecclesiarum Argentinensium publicent et alibi, ubi fuerit oportunum. datum 2 idus maji c anno domini 1317. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 2719 or. mb. c. sig. pend. laeso. Gedruckt bei Würdtwein Nova subsidia diplom. XIII, 297 nr. 78 (ex libro salico maj. so capit. Argent. fol. 89). 358 . Bischof Johann trägt den Geistlichen der Stadt und Diöcese Straßburg auf, seinen Proceß gegen die hetzerische Secte der Behenner des freien Geistes zu, veröffentlichen. 1317 August 13. Johannes dei gratia episcopus Argentinensis universis et singulis abbatibus 35 prepositis decanis prioribus gardianis arebipresbyteris rectoribus ecclesiarum et eorum vicariis aliisque sacerdotibus et capellanis nostre civitatis et dioecesis, ad quos presentes littere pervenerint, salutem in eo, qui est omnium vera salus. inter alia officii nostri onera, que ad curam dominici gregis nobis commissi pertinent, illud potissimum nos constringit, qualiter diligenti sollicitudine caveamus, ne per 4o erroneas vulpecularum hereses Christiane fidei unitas dissolvatur, sed subjectorum a) Würdtwein om. et dyocesis. b) W. quisquis. c) W. martii. Mai 22 Juni 24 310 1317 nobis lege dioecesana sincerilas in professione fidei et devotione sancte Romane ecclesie solidetur. igitur cum nobis in hac cura vigilantibus per viros litteratos et sapientes religiöses et seculares, in partein hujus solicitudinis nobiscum vocatos, denuntiatum fuisset, quod aliqui falsi christiani plures erroneas et diversas asser- tiones vere fidei Christiane contrarias in agro dominico nobis commisso clanculuin seminarent, nos ad instar boni pastoris, cujus gregem vulpecule astute nequiter et lupi rapaces inradunt, predicte annuntiationis clamore valido excitati, assumtis nobis prudentibus viris, de quorum discretione confidentiam gerimus specialem, per dili- gentem inquisitionem super hujusmodi erroribus factam invenimus, quod nonnulli, qui sub nomine cujusdam ficte et presumte religionis, quos vulgus begehardos et schwestrones, brod durch gott nominant, ipsi vero et ipse se de secta liberi Spiritus et volunlarie paupertatis parvos fratres vel sorores vocant, ac talium sequaces in nostra civitate et diocesi habitant, quorum quidam, quod dolenter dicimus, sunt religiosi et in sacris ordinibus constituti, nonnulli etiam conjugati et alii complures diversis modis vivendi ab aliis distincti, qui, sicut per proprias eorum et earum Confessiones et legitimas probationes invenimus, irretiti et maculati sunt detestandis et reprobandis erroribus infrascriptis 1 . [!] inter quos primus est contra divinita- tem. dicunt enim credunt et tenent, quod deus sit formaliter omne, quod est. item dicunt, quod homo possit sic uniri deo, quod ipsius sit idem posse ac veile et operari quodcunque, quod est ipsius dei. item credunt, se esse deum per naturam sine distinctione. item quod sint in eis omnes perfectiones divine, ita quod dicunt, se esse eternos et in eternitate. item dicunt, se omnia creasse et plus creasse, quam deus. item quod nullo indigent nec -deo nec deitate. item quod sunt impeccabiles, unde quemcunque actum peccati faciunt sine peccato. item quod sunt ipsum regnum celorum. item quod sunt etiam immutabiles in nona rupe, quod de nullo gaudent, et de nullo turbantur, unde se ipsos nollent a quacunque morte solo verbo, si pos- sent, liberare. [5] secundo contra Christum, dicunt se credere, quod quilibet homo perfectus sit Christus per naturam. item quod Christus non est passus pro nobis, sed pro se ipso, item quod Christi humanitas a Christo deponitur et assumitur, sicut corpus a dyabolo. item non exhibent reverentiam corpori Christi, avertendo se ab hostia consecrata, et blasphemando dicunt, quod sapiat eis, sicut stercus in ore. item dicunt, se credere, quod aliquis homo possit transcendere meritum Christi, item quod nihil debeat fieri propter premium quodcumque, etiam propter regnum celorum. item quod homo perfectionis debet esse über ab omni virtute, ab omni actione virtutis, a Christo, ab ejus passione cogitanda et a deo. [5] tertio contra ecclesiam multipliciter errando. dicunt enim, se credere, ecclesiam catholicam sive christianilatem fatuam esse vel fatuitatem. item quod homo perfectus sit liber in tolum, quod tenetur ad servandum precepta data ecclesie a deo, sicut est preceptum de honoratione parentum in necessitate. item quod ratione hujus libertatis homo non tenetur ad servandum precepta prelatorum et statutorum ecclesie, et hoininem 1 Vergl. Preger Geschichte der deutschen Mystik I, 461 ff. und Meuter Gesch. der religiösen Aufklärung i. Mittelalter II, 240 ff. 10 15 20 25 30 35 40 1317 Bll forlem, etsi non religiosutn, non obligari ad labores manuales pro necessitatibus suis, sed eum libere posse recipere elemosynam pauperum. item dicunt, se credere, omnia esse communia, unde dicunt, furtum eis licitum esse. [ 4 ] quarto contra sacramenta ecclesie errando. dicunt se credere, quod quilibet laicus bonus polest & conficere corpus Christi, sicut sacerdos peccator. item quod sacerdos, postquam exuit se sacris vestibus, est sicut saccus evacuatus frumento. item quod corpus Christi equaliter est in quolibet pane, sicut in pane sacramentali. item quod confiteri sacer- doti non est necessarium ad salutem. item quod corpus Christi vel sacramentum eucharistie sumere per laicum tantum valet pro liberatione anime defuncti, sicut io celebratio misse a sacerdote. item quod omnis concubitus matrimonialis preter illum, in quo speratur bonum prolis, sit peccatum. [ 5 ] quinto errando contra infernum et regnuin celorum. dicunt se credere, quod judicium extremum non sit futurum, sed quod tune est judicium hominis solum, cum moritur. item quod non est internus nec purgatorium. item quod mortuo corpore hominis solus Spiritus vel anima is hominis redibit ad eum, unde exivit, et cum eo sic reunielur, quod nihil remanebit, nisi quod ab eterno fuit deus. item quod nullus damnabitur nec judeus nec sara- cenus, quia mortuo corpore Spiritus redibit ad dominum, item quod homo magis tenetur sequi instinctum inleriorem, quam veritatem evangelii, quod cotlidie pre- dicatur. [ö] sexto errando contra evangelia. dicunt se credere, multa ibi esse 20 poetica, que non sunt vera, sicut est illud: venite benedicti etc. item quod magis homines debent credere humanis conceptibus, qui procedunt ex corde, quam doctrine evangelice. item dicunt, aliquos ex eis posse meliores libros reparare omnibus libris catholice fidei, si fuerint destructi. item quod pro illis, qui sunt in purgatorio, non sit orandum. [ 7 ] septimo et ultimo contra sanctos viros errando. 25 dicunt se credere, quod perfecti homines communiter transcendere possunt et per- fectiores sunt gloriosa virgine, et quosdam eam transcendisse in tribus virtutibus. item quod communiter aliqui inter cos perfectiores sunt sancto Paulo, item quod quidam ex eis adeo sunt perfecti, ut non possint deficere nec proficere in sanctitate. item quod perfectus homo non indigeat in bac vita virtutibus tlieologicis, sicut fide 30 spe et caritate. Ilas igitur omnes prescriptas hereses sive errores una cum secta eorundem hereticorum suorumque sequacium utriusque sexus, cujuscumque conditionis Status ordinis vel religionis existant, et cum omnibus eorundem cerimoniis conventiculis habitu et doctrinis, deliberatione diligenti cum sapientibus et electis viris prehabita, 35 in Christi nomine damnamus dictasque hereses et errores, tarn quam fidei Christiane contrarios, reprobamus. et sequentes statutum sacri concilii Moguntini contra bege- hardos hujusmodi et eorum sequaces autoritate metropolitica canonice editum 1 , cujus tenor presentibus est annexus, errorum predictorum professores utriusque sexus in eisdem perseverantes ac omnes et singulos eis in eisdem erroribus consentientes 40 credentes faventes vel eos recipientes aut quomodolibet defendentes autoritate dicti 1 Auf denn Concil zu Mainz im Mai 1310, Vergl. das betreffende Statut bei Hartzheim Concil. Germ. IV, 200. 312 1317 concilii et nostra in his scriptis excommunicamus et tamquam excommunicatos et ab unitate sancte dei ecclesie extraneos, precipiinus ab omnibus evitari, inhibendo nibilominus sub eadem excommunicationis pena in contrarium facientes a nobis in his scriptis prolata omnibus nobis lege diocesana subjectis, ne hereticis antedictis in suis erroribus perseverantibus elemosynas suas porrigant vel eisdem aut eis consen- s tientibus scienter communicent alio quovis modo, salvis nibilominus aliis sententiis atque penis in tales per sedem apostolicam promulgatis. ut autem tarn reprobis et perversis hominibus perversitatis sue exercende commercium oportunum adimatur, domos et habitationes suas, in quibus solebant habere conventus, auctoritate ordi- naria publicamus et eas, antedictis hereticis et eis consentientibus exclusis et ejectis, 10 sancte dei ecclesie applicamus ad necessitates pauperum convertendas. precipimus quoque sub pena predicta omnibus nobis lege diocesana subjectis, quocumque nomine censeantur, ne scriptis cantilenis aut doctrinis perversorum hujusmodi cum eisdem damnatis legendo auscultando, et alio quovis modo tamquam fautores quamlibet- cunque utantur, imo potius talia, ut prescriptum est, reprobata et damnala, si que « apud eos sunt, nobis infra quindenam a publicatione presentium presentent igne cremanda. predictis autem begehardis ab erroribus antedictis ad unitatem sancte dei ecclesie sponte redire volentibus injungimus sub pena excommunicationis late sententie, ut ipsi infra triduum post publicationem presentium liabitu, quo liactenus in sua perversitate usi sunt, penitus abjecto et mutato, indumentis ab umbilico 20 deorsum scissis, desuper cum capuciis parvis, non tarnen tunice consutis, non utantur, et in petendis elemosynis modum suum consuetum, qui est brod durch gott, omittant et aliis mendicantibus se conforment. nos enim in omnes et singulos eos- dem begehardos vel aliquem ex eis in liabitu per nos, ut predictum est, reprobato recipientes vel eis elemosynas suas contra hanc nostram prohibitionem largientes 25 excommunicationis sententiam proferimus in his scriptis. ad hec eadem sententia sive pena, qua supra, perstringimus et scripto presenti innodamus omnes swestrones, que in singularitate quadam reproba pallium replicant super caput et, dum petunt ele- mosynam, brod durch gott clamitant in plateis, nisi infra triduum post publicationem presentium singularitatem hujusmodi deferant et se cum aliis vestihus et in 30 petendo elemosynam aliis cliristianis conforment. per hanc autem nostram sententiam et prescriptum damnationis noslre processum religiosis, qui sunt de tertia regula fratrum minorum, aut beginis honestis secularibus vel etiam quibuslibet aliis familia- ribus fratrum approbatorum ordinum et secundum eorum consilium se regentibus nullatenus volumus prejudicium generari, sed eos juxta modum servatum in aliis 35 provinciis perdurare. Igitur vos omnes et singulos, ad quos presentes littere pervenerint, non exemptos in virtute sancte obedientie, exemptos vero caritative in domino commonemus pre- cipiendo firmiter et mandando, quatenus presentem nostrum processum pro conser- vatione fidei Christiane rationabiliter edilum, cum vobis fuerit presentalus, diligenter, 40 quantum vobis a deo coneedilur, et ferventer in vestre fidei zelo inspiciatis et usque ad plenum intellectum inspici et perlegi faciatis ac dein de tribus diebus dominicis proximis in ecclesiis vestris populo vobis commisso, vos vero exemti in predicatio- 1317 — 1318 313 nibus vestris ad populum cum vulgari exposilione lucida publicetis et publicari facialis, exhibentes vos huic sancte nostre commonitionis precepto tarn promtos tamque devotes execulores, quo preter remunerationem divinam nostra etiam sollici- tudo ex debito commendet. datum sabbato ante festum assumptionis beate virginis 5 anno domini 1317 *. Aus Mosheim Be beghardis et beguindbus commentarius p. 255-261. 359. Johann und Hügelin von Flechenstein , Johann von Haiterlach, Ansebn und Johann zu den Eichen, Domherren von Neuweiler, und Heinrich Underhach verbürgen sich für die Sühne und Urfehde, welche Anselm von den Eichen gegen io die Stadt Straßburg seiner Gefangennahme wegen eingegangen ist. 1318 Januar 5. Allen den si kunt, die disen brief gesehent und geboren! lesen, daz wir Johannes von Fleckensten, Johannes von Heyterbach, Ilügelin von Fleckenstein, Anshelm von den Eichen, Johannes zu den Eichen zwene tümherren zu Nuwilre, und Heinrich Underbach verjehent an diseme gegenwertigen brife und liant ez öch 15 gesworn an den heyligen, were, des wir nüt getrüwent, daz Anshelm von den Eychen, den do vingent uffe Berwerstein die erbern und die bescheiden bürgere von Strazburg 1 2 , die sune und die urfehte, die hie nach geschriben stat, die er gesworn het an den heyligen zu haltende und zu habende vur sich und alle sine frunt mit den vorgenanten bürgern von Strazburg und mit allen iren belfern von der vorge- 2 o nanten sinre gevangnüsse wegen und von der vorgenanten getete wegen, breche oder dowider tete oder schüfe getan öder sinre frunde keinre dowider tete oder schüfe getan ane geverde, und daz . . meisten und rät, die zü den zitten meisten und rät sint zü Strasburg, erkantent, daz von in verbrochen oder wider die vorgeschobene süne getan were öder geschadet verbrochen oder wider die selbe sune 25 getan in keinen weg ane alle geverde, wenne wir denne darumbe gemanet werden! von der vorgenanten bürgere wegen von Strazburg mit iren brieten oder mit iren botten zü unsern liüsern zü unsern holen oder münd gegen munde, so globent wir uns unverscheidenlichen bi dem vorgeschriben eide in den nehesten achte tagen darnach zü Strazburg in die stat zü antwortende nymer .vur die ringmüre zü so kummende, untze den vorgenanten bürgern von Strazburg und iren belfern aller der schade und unlust wir! ufgerichtet, der in dovon beschehen ist. were öch daz unser einre stürbe, daz got wende, so globent wir unverscheidenliche bi dem vorgenanten eide uns zü antwortende in die vorgenante stat zü Strazburg in dem nehesten mänate, so wir darumbe gemanet werden! von der vorgenanten bürgere 35 wegen von Strazburg, als do vor geschriben stot, nüt vur die ringmuren zü kummende, untze wir in gegeben haut ein als güten und sichern bürgen, als der was, 1 Vergl. Ch. Schmidt Bie Straßburger Beginenhäuser im Mittelalter i. d. Alsatia 1858-61 S. 212 ff. und den Aufsatz von H. Haupt «Bie Sekte vom freien Geiste und die Begharden » i. d. Zeitschr. f. Kirchengesch. VII, 521 ff. 2 Vergl. nr. 316 u. 345. Str. II. 40 314 1318 der do vervarn » ist, der swere und sich mit uns verbinde in alle wis, als wir uns verbunden hant, ane alle geverde. ez ist öch beret, were daz wir oder keinre under uns der vorgeschritten dinge keinz brechent oder dowider tetent oder schüfent gebrochen oder dowider getan in keinen weg, und daz . . meister und rät, die denne meister und rät sint zu Strazburg, erkantent, daz verbrochen were oder dowider getan were, so erlöbent wir und gunnent den vorgenanten bürgern von Strazburg und iren belfern, daz sü unser aller, obe wir alle wider die vorgeschritten ding tetent, oder des, der denne dowider getan bet, lip und güt anegriffent mit gerihte unde ane gerichte, wie ez in denne fuget, untze daz in und iren belfern aller der schade ufgerichtet wirt, der in dovon geschehen ist. und sol der angrif b mit gan an kein lantfriden noch an kein ander gerichte, ez si geistlich oder weltlich, ich Anshelm von den Eychen, der do gevangen was, der vorgenante verjehe an disem briete öffenlichen, daz ich gesworn habe an den heilgen urfechte und eine lutere stete süne zü haltende und zu habende vur mich und alle mine frünt mit den vorgenanten bürgern von Strazburg und mit allen iren belfern von der vorgenanten minre gevangnisse wegen und von der selben getete wegen, und sol in öch beholfen sin disen selben crieg uz selbe dritte ane alle geverde. und were, des ich mit getruwe, daz ich oder kein min frünt die vorgenanten bürgere von Strazburg und ire belfere von der vorgenanten gevangnüsse wegen und getete wegen schadegetent oder schüfen geschadeget in kein weg, und daz meister und rät zu Strazburg, die zü den zilten meister und rät sint zü Strazburg, erkantent, so erlöbe ich den vorgenanten bürgern von Strazburg und iren belfern, min lip und min güt an zü grillende mit gerichte und ane gerichte, wie ez in denne füget, untze daz in und iren belfern aller der schade ufgerichtet wirt, der in dovon geschehen ist. und sol öch der angrif an keinen lantfriden gan noch an kein ander gerichte, ez si geistlich oder weltlich, ane alle geverde. und des zü eime urkunde so hant wir Johannes von Fleckenstein, Johannes von Heyterbach 1 , Hugelin von Fleckenstein, Anshelm von den Eychen, Johannes zü den Eichen 2 , zwene tümherren zü Nuwilre, und Heinrich Underbach 3 die vorgenanten bürgen und öch ich Anshelm von den Eychen, der do gevangen was, der vorgenante unsere ingesigele gehenket an disen brief. der wart gegeben an dem dunrestage nach dem subenden tage nach wihennachten in dem jare, do men -zalte von gotz gebürte druzehen hundert jar und achzehen jar. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 7 sig. pendquorum 4 delapsa. Das Pergament ist lineirt. a) S vernarn. b) S angrf. 5 10 15 20 25 30 35 1 Nach der Siegellegende Johannes de Heiterbach, im Feld drei Fische. 2 Nach der Siegellegende Johannes de Wache[n]hei[m], im Felde ein Stern. 3 Im Schilde drei Leitern . 1318 315 360. Bischof Johann von Straßburg verkauft mit Zustimmung des Bomcapitels seine Münze zu Straßbnrg an die Brüder Heinrich und Burchard von Mülnheim auf zehn Jahre von der nächsten Lichtmeß an um 200 Mark Silber. 1318 Februar 6. Wir Johannes von gottes gnaden bischof zu Strasburg dünt kunt allen den, 5 die disen brief lesent öder hörent lesen, daz wir mit gunste willen unde gehelle unserre dümeherren von Strazburg unde dez capitels gemeinliche, durch bete meistere unde rates unde durch des landes nutz baut geben zu hütende den erbern mannen Heinriche von Mülenheim unde Burkarte sinem brüdere unsere münse unde unser rebt, daz wir hant unde haben süllent an der münsen zu Strasburg, von der liehte- io messe, die nu zu nehest kummet, über zehen jar also unde mit solicber gedinge, daz es uns unserre Stift noch unsern nachkommen nüt schaden sol an unserme rehte, swenne die zehen jar usgont 1 . wir mügent eine nuwe münse heissen machen unde smiden alle wegen über drü jar, öbe es uns füget, unde ist der selbe köf beschehen umbe zwey hundert marg silbers lutere unde lötiges des geweges von 15 Strazburg, daz uns öch von den vorgenanten Heinriche unde Burcarte von Mulenheim gar unde gentzliche vergolten ist unde in unsern unde unserre styfte nutz gar unde gentzliche bewendet unde bekeret. es ist öch also beret mit Worten unde bedinget, daz Heinrich unde Burcart von Mulenheim öder ir erben, obe sü nüt enwerent, daz got wende, unz oder unser nachkomen süllent entwirrten einen äo munsemeyster. wen sü wellent, den süln wir setzen unde bestätigen unde sullent me iuigeben dise zehen jar allen den gewalt mit alleme rehte, den wir selber sul- tent han hie zwuschent an dirre münse. unde sol öch der selbe münsemeister die leben, die von der münse gant, für uns unde unser nachkammen die selben zehen jar geben unde rihten allen den, die davon sint verleben!, zu den ziten, also men 25 sü zü rehte sol verrihten. dete er des nüt, so sullent sü Heinrich unde Burcart von Mülenheim für uns rihten. unde were daz men unz oder unser nachkamen darunbe angriffe unde phendete, daz süllent sü öder ir erben unz abedün, unde swaz schaden wir der phandunge nemen, ane geverde. ist aber daz ein münse- meyster, den sü gent, abegat in denheine wis, so sullent sü uns einen andern 30 antwurten unde sullen wir demme den selben gewalt geben, den der erste bette, beide wir unde öch unser nachkomen. unde swa der munsemeyster nüt betwingen mag, da geben wir meistere unde rate den gewalt, daz sü imme helfent twingen mit unserme gewalte, also wir selbe soltent dun, ane alle geverde. wir geben! öch unserme officiale zü Strazburg gewalt unde gebieten! imme mit diseme selben briete 35 zü twingende, also reht ist, alle, die ussewendig unsern vesten unde dörfern gesessen sint, die selbe münse zü nemende. unde sullen wir unde unser vogete, die in unsern vesten und dörfern gesessen sint, dar zu öch twingen dise münse zü nemende, also gewönlich ist. unde geloben! in öch die münse zü Altdorf unde unser münse zü Kestenholtz durch alle dise zehen jar abe zü tünde ane alle Iren 40 schaden unde ane alle geverde. wir öch daz capitel von Strasburg verjehent, daz 13 1 !) Februar 2 i Vergl. nr. 257. 316 1318 unser herre bischof Johannes von Strasburg die munse verbükt bet, also liie vor geschriben stat an diseme briete, mit unserre geheile unde mit unserme güten willen, unde globen wir mit unserme vorgenanten herren demme bischove von Strazburg stete zu habende disen köf für uns unde alle unser nachkommen in alle wise, also hie vor bescheiden ist mit werten an diseme briete, ane aller hande ge- verde. unde verzihent uns für uns unde alle unser nachkomen alles relites unde Schirmes beide geischliches unde weltliches gerihtes unde gewonheite, damitte wir wider disen brief unde disen köf beholfen mohtent sin, nu oder harnacb in den- heine wis. unde dez zu eime woren urkünde so geben wir daz capitel von Strazburg disen brief hern Heinriche unde hern Burcarte von Mulenheim den vorgenanten besigelt mit unserme unde mit unsers herren bischof Jobanneses von Strazburg des vorgesprochen ingesigeln. der wart gegeben an dem mentage nach sante Agathen tage des jares, do men zalte von gottes gebürte drützeben hundert jar unde achtzehen jar. S aus Straßb. St. A. AA art. 43 nr. 5 or. mb. c. 2 sig. petid. 361. Bischof Johann nimmt das der Straßburger Kirche übertragene Phynen- hospital zu Straßburg in Schutz und Verwaltung. 1318 Februar 20. In dei nomine amen. noverinl universi et singuli, quos nosse fuerit opor- tunum, quod nos Johannes dei gracia episcopus Argentinensis attendentes, quod pastoralis officii nostri debitum exigit et requirit curam et operam gerere, qualiter pie et devote nobis subjectorum voluntates donationes ordinationes et dispositiones maxime ad opera caritatis exercenda facte secundum donantium ordinationes et dispositiones effectum debitum et liberum consequantur, igitur donationem voluntatem ordinationem et dispositionem a quondam Johanne dicto in Kalbesgaszen milite Argentinensi et domicella Fina sorore ejusdem de bonis suis communibus et divisis pro synodochio se«. hospitali noviter instaurato in civitate Argentinensi et elemo- sinis in eodem distribuendis pro Christi pauperum sustentatione et ipsorum necessi- tatibus sublevandis pie et devote factas 1 grato suscepimus assensu, ipsasque donationem voluntatem ordinationem et dispositionem tamquam pias auctoritate nostra ordinaria laudavimus approbavimus et ex cerla scientia, legittimis et rationabilibus causis ad hoc nos moventibus, in dei nomine confirmavimus, justicia exigente, sicut hec omnia in Instrumente super hoc confecto sigillo nostro magno consignato ple- nius continetur. quibus Omnibus sic peractis, eadem domicella Fina in dicto synodochio seu hospitali, presentibus . . officiali curie nostre Argentinensis et magistro Cünrado de Offemburg thesaurario ecclesie sancti Thome Argentinensis et aliis pluribus fide dignis, omne jus omnemque ordinationem et dispositionem sibi com- petentes in modum quemcumque et sub forma quacumque circa ipsum hospitale necnon ipsum hospitale seu synodochium cum omnibus juribus attinenciis et perli- 5 10 15 20 25 30 35 1 Vergl. nr. 289 u. 290. 1318 317 nenciis ipsius quibuscumque ecclesie Argentinensi ob honorem omnipotentis dei et gloriose virginis Marie ejus matris, in cujus honore ipsa ecclesia dedicata existit, et ut idem hospitale seu synodochium cum omnibus suis juribus attinenciis et per- tinenciis juxta sui institutionem, de qua in instrumento super hoc confecto sigillo 3 dicte curie consignato plenius continetur, per eandem ecclesiam Argentinensem ac per patres et dominos episcopos ipsius ecclesie, qui pro tempore fuerint, defendi defensari stare et permanere cicius securius et magis potenter valeat, nunc et im- posterum cessit ac in ipsam ecclesiam Argentinensem et in nos nomine ipsius ecclesie et pro ipsa transtulit pleno jure ac simpliciter et in totum, nobis hujus- 10 modi cessionem et translationem recipientibus nomine ipsius ecclesie et pro ipsa. et quia non solum sacris canonibus, sed etiam publicis legibus cavetur, quod qui- libet potest sue donationi cessioni seu translationi imponere legem perpetuo ser- vandam, igilur dicta domioella Fina hujusmodi cessioni et translationi hanc legem perpetuo servandam imposuit et impositam esse voluit, ut nos nostrique successores 15 episcopi ipsius ecclesie nostre Argentinensis ipsum hospitale seu synodochium cum omnibus suis juribus attinenciis et pertinenciis in omnibus et per omnia juxta sui institutionem ordinationem et dispositionem Johannis militis et Fine predictorum, de quibus in instrumento curie predicto clare patet, nichil addendo detrahendo seu minuendo vel in alium usum quantumcumque divinum commutando debeamus so manutenere perpetuo et effectualiter conservare, nobis hec sub attestatione divini judicii injungendo. quibus sic peractis, dictum hospitale seu synodochium cum personis rebus bonis et omnibus suis juribus attinenciis et pertinenciis in nostram et dicte nostre ecclesie Argentinensis defensionem protectionem tuitionem et curam suscepimus et suscipimus in hiis scriptis. concedimus etiam et volumus, ut pro 25 infirmis in dicto hospilali seu synodochio moraturis sit et esse debeat Oratorium perpetuo consecratum, in quo per sacerdotem eidem synodochio seu hospitali depu- tatum seu deputandum missarum sollempnia peragantur, salvo tarnen jure parro- chiali, quod in eodem oratorio seu synodochio . . thesaurario ecclesie sancti Thome Argentinensis, qui pro tempore fuerit, in cujus parrochia situm esse dinoscitur, 30 reservamus, hiis dumtaxat exceptis, videlicet quod medietas oblationum in quibus- cunque rebus existentium, quas ad manus sacerdotis, qui pro tempore fuerit, in dicto hospitali celebrantis offerri continget, thesaurarie dicte parrochialis ecclesie sancti Thome et ejus rectori cedere debeat bona fide, et quod sacerdos ejusdem hos- pitalis pauperibus inflrmis ibidem degentibus ministrare habeat et debeat ecclesiastica 35 sacramenta, necnon quod dicti pauperes et infirmi ibidem decedentes apud idem Oratorium seu synodochium sive in cymiterio ejusdem synodochii ecclesiasticam habeant et habere debeant perpetuo sepulturam, cum in dictis exceptis articulis, videlicet in medietate oblationum et ecclesiasticorum sacramentorum ministratione necnon in sepultura predicta dicte parrochiali ecclesie sancti Thome nullum videatur 40 prejudicium generari. cymiterium etiam, de quo premittitur, propter causas rationa- biles ad hoc nos moventes fieri voluimus et concessimus ac concedimus per presentes. supradictis omnibus et singulis dictus thesaurarius suo et dicte sue parrochie nomine et pro ipsa plene suum consensum adhibuit et adhibitum esse voluit cum 318 1318 effeclu, promitlens bona fide nomine, quo supra, hec rala et Firma tenere nee in aliquo contravenire in judicio vel extra, imposteruni vel ad presens. demum dicla Fina nobis nostrisque successoribus observationem omnium premissorum injunxit et injunctam esse voluit pro tanto et in tantum, quod negligentia eorundem de noslris manibus in die districti judicii requiratur. in quorum omnium evidentiam testimo- nium et probationem sigillum nostrum una cum sigillis dicte curie et thesaurarii predicti presentibus est appensum. ego etiam tliesaurarius predictus in evidentiam premissorum sigillum meum duxi presentibus appendendum. nos vero . . officialis predictus, quia omnia et singula prescripta in modum predictum acta sunt et fuerunt coram nobis, sigillum dicte curie in evidens robur omnium premissorum appendi fecimus ad presentes. datum anno domini millesimo trecentesimo decimo octavo, 10 kalendas marcii. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 118 or. mb. c. 3 sig. pend. laesis. Darnach Begest i. d. Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. XII, 166. 362. Bischof Johann erlaßt mit Zustimmung des Domcapilels Bestimmungen über das Messelesen im Straßburger Münster. 1318 Mai 2. In nomine domini amen. nos Johannes dei gracia episcopus Argentinensis cupientes, divinum officium in choro ecclesie nostre Argentinensis rite ordinabiliter et sine perturbatione celebrari qualibet, sicut decet, de consilio et consensu fratrum nostrorum . . decani et capituli ecclesie Argentinensis jam dicte statuimus et ordi- namus, quod de cetero nullus cujuscunque altaris a ecclesie majoris presbyter pre- bendarius vel capellanus presumat missain cum nota b vel aliud divinum officium celebrare, antequam in choro predicto, in quo divinum officium est sollempniter celebrandum, a quo eciam quoad divinum officium alie civitatis et dyocesis ecclesie® regulantur, matutinum officium sit conpletum, et quod nullus eorundem, postquam prima in choro predicto fuerit inchoata, usque ad finem misse majoris et sexte vel none,que ipsi misse continuantur, presumat missam vel aliud divinum officium celebrare vel inceptum cum nota aliquatenus terminare d , volentes, ut contra hoc statutum facientes, postquam ad ipsorum noticiam pervenerit, sentenciam excommunicationis incidant e ipso facto, preterea quia frequenter inter presbyteros noviter ordinatos, prout ad nos fama referente pervenit, quis f eorum prius ad celebrationem prime misse in ecclesia nostra admittatur, fites et, quod verendum est dicere, convicia oriuntur, ex quo populus scandalizatur, cum id ex radice avaricie procedere videatur, statuimus et presenti decreto sub pena excommunicationis jam late sentencie prohi- bemus, ne de cetero aliquis ad celebrationem prime misse, qui non sit de civitate Argentinensi oriundus vel qui non habuerit domicilium in ipsa vel moram ut incola ibidem traxerit, admittatur et ne admissus sub pena predicta missam primam in ecclesia nostra Argentinensi celebret quoquo g modo, verum quia hoc avaricie vicium a) Würdtwein add. canonicus vel prebendarius. b) W. add. vel sine nota. c) W . add. Argentinensis. d) W. continuare. e) W. incurrant. f) W . quidam. g) W. (juocunque. 5 10 15 20 25 30 35 40 . ■ -s- 1318 319 in religiosis maxime est succidendum, idcirco huic statuto adicimus, quod de cetero nullus religiosus sub pena predicta, quam admittentem et admissum incurrere volu- mus ipso facto, ad celebrationem prime misse in ecclesia nostra Argentinensi ulla- tenus admittatur. ad hec statuimus et sub pena excommunicationis jam late sentencie 5 prohibemus, ne inposterum aliquis clericus bcneficiatus vel in sacris ordinibus consti- lutus, cujuscunque dignitatis condicionis vel Status existat, eundo per civitatem Argentinensem cinctus incedat desuper more layco cultellum deferens in cinctura in oproprium mansuetudinis clericalis, sed in honesto incedat habitu, sicut decet ordinem dermalem. inhibemus 3 prelerea Omnibus presbyteris b prebendariis et capel- io lanis ecclesie nostre Argentinensis, licet c choro ecclesie nostre non sint d astricti, sub pena excommunicationis jam e late sentencie, ne de cetero ipsam ecclesiam sine religione ingredi presumant f , donec in choro ecclesie nostre divina officia peragantur. datum feria tercia post Quasimodo anno domini millesimo trecentesimo decimo octavo. 15 B aus Straßb. B. A. G fase. 1493 or. mb. c. sig. pend. laeso. Gedruckt bei Würdtwein Nova subs. dipl. XIII, 299 nr. 79 aus andrer Quelle. 363 . Das Straßburger Domcapitel setzt für die Nachlässigkeiten seiner Mitglieder im Gottesdienst Strafen fest und bestimmt über die Vertheilung der Watschar benannten Einkünfte. 1318 Mai 2. 20 In nomine domini amen, quia quandoque propter fratrum nostrorum absentiam quandoque propter fratrum e presentium desidiam divinum officium in ecclesia nostra Argentinensi negligitur, ex quo non solum fit injuria ecclesie, sed et scandalum oritur plurimorum, idcirco nos Ileinricus de Lupfen decanus totumque capitulum ecclesie Argentinensis predicte, capitulo ad hoc indicto et diligenti prehabito tractatu, ad 25 emendandum predicta et ut divinum officium deinceps secundum antiquam et hac- tenus observatam consuetudinem in ecclesia nostra continue et sollempniter habeatur, unanimi consensu statuimus et irrevocabiliter ordinamus, reverendo in Christo patre domino Johanne episcopo nostro presente consentiente stalutum nostrum et ordina- tionem nostram approbante, quod, quicunque de cetero fratrum ad officium ad pro- 30 phetam h ad epistolam vel ad ewangelium intitulatus fuerit et unum ex hiis, ad quod intitulatus fuerit, aut per se legere vel legi per alium procurare neglexerit, si in civitate vel civitatis suburbiis presens fuerit, pane antique et nove prebende et carnibus neenon denariis piscium et omnibus aliis, que dari presentibus consuelum est, per octo dies proximo sequentes careat tociens, quociens negliens fuerit in press missis, sed si tempore, quo carnes non ministrantur, negliens fuerit in premissis, careat denariis piscium et aliis, que loco carnium ministrantur. si vero intitulatus ad officium ad prophetam ad epistolam vel ad ewangelium absens fuerit et legi per alium unum ex predictis, ad quod intitulatus fuerit, neglexerit, pane antique pre- 40 i) W. add. etiam. b) W. add. canonicis. c) W. qui. d) W. sunt, e) W. om. jam. f) B presumat. g) M om. fratrum. h) M propbeciam. 320 1318 bende, quem absentes canonici recipiunt, per quatuor ebdomedas proximo subse- quentes tociens careat, quociens negliens fuerit in premissis. item statuimus et ordinamus, ut . . archidiaconus chori cantor et . . archisubdiaconus, cum et quan- doque per ipsorum neglientiam in summis festis et aliis certis festivitatibus divinum officium negligatur, dicta pena secundum eorum presentiam vel absentiam puniantur. -> statuimus etiam et ordinamus, quod inviolabiliter volumus perpetuo observari, quod baue penam nullus prelatorum nostrorum remitiere valeat vel contra eam aliqualiter dispensare, nisi ex causa episcopus, consensu fratrum omnium accedente. insuper statuimus et ordinamus et irrefragabili constitutione sanccimus, ut, quicunque cano- nicorum et fratrum nostrorum hoc nostrum statutum et ordinationem violare pre- 10 sumpserit non servando vel non servantem manutenendo, omnibus fructibus pro- ventibus et obventionibus probende sue, in quibuscunque consistant, per annum careat eo ipso, volumus etiam et ordinamus, quod, quiequid nomine pene dictis nostris fratribus, qui, ut scriptum est, neglientes fuerint in premissis, subtractum fuerit®, in libros choro necessarios per duos de canonicis vel de vicariis, quos ad hoc depu- 15 taverimus, convertatur tamdiu, donec de subtractione dictorum fructuum aliud duxerimus ordinandum. ad hec deliberatione preliabita diligenti ex causis rationa- bilibus duximus ordinandum et pro Statute perpetuo observandum, quod obventiones dicte watschar b , in quibuscunque consistant, in posterum clericis solummodo et non laycis conferantur. si quis vero contra haue nostram ordinationem venire presump- so serit, volumus, ut de dictis obventionibus pecunie et avene mansurnarii, qui pro tempore fuerint, et alii, qui dictas obventiones distribuunt, eisdem laycis ad solu- tionem dictarum obventionum nullatenus astringantur, sed ab eisdem laycis sint penitus absoluti, donec dicti redditus seu obventiones, qui watschar 0 dicuntur, juxta nostrum statutum clericis conferantur. nos Johannes dei gratia episcopus Argenti- 25 nensis, quia statutis d predictis ex causis rationabilibus de consensu nostro editis interfuimus, ipsa approbamus et ob evidentem utilitatem et urgentem necessitatem ecclesie nostre et precipue ob augmentum cultus divini ea auctoritate ordinaria ex certa scientia in dei nomine confirmamus. et in ejus rei testimonium sigillum nostrum presentibus est appensum. datum feria tercia post Quasimodo anno so domini millesimo trecentesimo decimo oclavo 1 . B aus Straßb. Bez. A. G fase. 2719 or. mb. c. sig. pend. M coli. Melker Codex fol 23 cop. mb. coaeva. a) M om. fuerit. b) M wotschar. c) M wotschar. d) B statustis. 1 Hier fügt der Schreiber von M noch hinzu: hii interfuerunt constitucioni facte pro neglectione 35 divinorum in choro ecclesie Argentinensis: primo dominus Johannes episcopus, Heinricus de Lupfen, decanus, Heinricus de Dicke portarius, Hermannus de Geroltzecke cellerarius, Rftdolfus de Dalmas- singen, Hermannus de Tierstein kamerarius, Hermannus de Geroltzecke pincerna, Walramus de Vinstingen, Symundus de Horburg, Walramus de Veldentze, Ludewicus de Tierstein, Conradus de Lierheim, Johannes de Swartzenberg, Berhtoldus de Ltipfen, Brtino de Geroltzecke, Ulricus de Arb erg, 40 Rhdolfus de Ohsenstein, Eberhardus de Lupfen, Ulricus de Rapoltzsteine et Johannes de Geroltzecke. Am gleichen Tage, am 2. Mai, fand Beceptimi von Canonikern statt. Im Melker Codex fol. 34 lj ist von gleichzeitiger Hand vennerkt: 1318 321 364. Siilme des Markgrafen Rudolf des alleren, von Baden mit der Stadt Straßburg. 1318 Mai 19. Allen den si kunt, die disen brief gesehent und gehören! lesen, daz wir marg- grave Rudolf der eitere herre von Baden und wir der meister der rät und die bürgere r> von Strazburg gemeinlichen mit einander versünet verrichtet und verslichtet sint lülerlichen lieplichen und gütlichen umbe die hresten und missehelle, so wir der vorgenante marggrave von unsern wegen und von unserre belfere und dienere wegen und wir die vorgenanten . . der meister der rät und die bürgere gemeinlichen von unsern wegen und aller unserre bürgere und belfere wegen mit einander baut io gehabel nutze uffe disen hutigen lag von des schaden wegen, den der von Rylbüre a den vorgenanten bürgern getan bet, von des schaden wegen* 5 und des c brandes wegen, der den selben bürgern geschach zu Willesteten' * 1 , von des schaden wegen, der vron Margareten von Elsasze e geschach an irme liuse zu Stopfenberg 1 , und öch a) K Rietbftre. b) K om. wegen. c) K om. des. d) K Willestette. e) K Margreden von j 5 Elsaszen. f) K Stöpfenberg. Anno domini 1318 feria tereia post Philipp! et Jacobi domini subscripti recept.i fuerunt in cano- nicos ecclesie nostre per ordinationem. Hii tres precedere debent ordinationem : Johannes natus domini Waltheri de Geroltzecke junioris, Eberhardus de Kyburg, Cftnradus de Fürstenberg. 20 In ordinatione ad nominationem domini episcopi erit primus Johannes de Ohsenstein filius domini Ottonis et Gebehardus de Osenberg secundus. Item ad nominationem domini prepositi erit tercius Endewiens natus quondam domini Johannis de Liehtenberg. I. a. n. d. Hfeinrici] de Dicke et domini ßlrici de Rapolstein erit quartns Georius filius domini 2 .-, Waltheri de Tuwigen de Geroltzecke. I. a n. d. Hermann! et Johannis de Geroltzecke erit quintus Hermannus filius quondam Heinrici de Rapoltstein. - - I.a. n. d. Johannis de Ohsenstein et Ludewici de Strazberg erit sextus Tiringus natus domini Tftringi de Ramestein. 3o I. a. n. d. Rftdolfi de Talmassingen et Waltheri de Schowenburg erit septimus Fridericus de Eierheim. I. a. n. d. Heinrici de Lupfen decani et Ulrici de Arberg erit octavus Arnoldus filius Eberhard! de Bfigelan. I. a. n. d. Hermann! de Thierstein et Berhtoldi de Fftzzen erit nonus Otto natus domini Symundi 35 de Thierstein. I. a. n. d. Hermann! et Brftnichonis de Geroltzecke erit decimus Johannes natus domini Burckardi de Geroltzecke an dem Wasichen. I. a. n. d. Walrami de Veldentz et Johannis de Swartzenberg erit undecimus Johannes de Bercberg. I. a. n. d. Ludewici de Thierstein et Eberhard! de Lupfen erit duodecimus Waltherus natus 4o domini Johannis de Arberg. I. a. n. d. Cftnradi de Lierheim et Marquardi de Hageln erit tredecimus Alberhtus natus domini Cftnradi de Hfirnheim. I. a. n. d. Cftnradi de Kyrckel et Rftdolfi de Ohsenstein erit quartodecimus Fridericus de Stralen- berg canonicus Spyrensis. 45 I. a. n. d. Walrami de Vinstingen erit quintodecimus Bruno de Vinstingen. I. a. n. d. Symundi de Horburg erit sextodecimus Johannes natus Heinrici de Vinstingen. I. Heinricus sacerdos de Krauburg receptus est per decanum et capitulum ecclesie Argentinensis in canonicum ejusdem et est ultimus in ordinatione precedenti. Dieser letzte Absatz ist von andrer gleichzeitiger Hand mit blässerer Tinte nachgetragen. Nach Abschrift des H. T. Staufer. Str. II. 41 1318 von des crieges wegen, den wir hettent mit hern Reinbolte von Stopfenberg 8 , do uns dem vorgenanten marggraven unsere dienere gevangen wurdent von den vorgenanten bürgern von Slrazburg 1 . und globent öch wir der vorgenante marggrave vur uns alle unsere belfere und dienere und wir . . der meister und der rät von Strazburg vur uns und alle unsere bürgere und belfere die selbe b süne stete zu habende und volle zu fürende gentzlicben und gar, ane alle geverde, noch dowider nüt zu lünde noch schaffen getan mit gerichte oder ane gerichle in keinen weg. wir verzihent uns öch zu beden siten alles des schaden, den wir einander zu heuen silen getan hant und von einander gnomen hant von den vorgenanten vier Sachen wegen untze c uffe disen hütigen tag, luterlichen und gentzlichen ane alle geverde. ez ist öch beret mit rehter gedinge, waz redelicher schulde wir . . der vorgenante marggrave oder unsere dienere belfere oder lute den vorgenanten hurgern von Strazburg schuldig sint oder waz redelicher schulde wir der meister der rät und unsere bürgere dem vorgenanten marggraven sinen dienern oder sinen luten öch schuldig sint, do men briefe über het oder süs güte kuntschaft oder worheit, daz uns und den unsern do d zü beden siten alle unsere reht sullent darane behalten sin ane aller slachte geverde. und der vorgeschritten dinge zü eime urkunde so hant wir der vorgenante marggrave Rudolf unser ingesigel und wir der meister und der rät die vorgenanten unserre stete ingesigel gehenket an disen brief. der wart gegeben an dem fritage vor sante Urbans tag in dem järe, do men von gotz gebürte zalte drüzehen hundert jar und achzehen jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. 2 sig. pend. K coli, aus Karlsruher G. L. A. Baden Generalia or. mb. e. 2 sig. pend. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 152 a i. Straßb. St A. bei Schöpflin Als. dipl. II, 122 nr. 908. 365. Bischof Emich von Speier leistet der Stadt Straßburg Sicherheit für seinen Burgmann Paulus. 1318 Mai 20. Wir Emicho von gotes gnaden bisschof zü Spiren enbieten den erbern und den wisen . . dem meistere und dem rate von Strozburg unsern grüz in früntschaft. wiszent, daz wir üch und alle uwere bürgere von Strazburg und die bürgere von Hagenowe und alle uwere und ire belfere dröstent vur Pauluz unsern burgman von des crieges wegen, den Anshelm von Berwerslein und Merkelin von Groppesberg wider üch und uwere stat zü Strazburg und die stat von Hagenowe und uwere und ire belfere hant 2 , also daz der selbe Paulus üch oder uwere bürgere von Strazburg und die bürgere von Hagenowe und uwere und ire belfere von des vorgenanten crieges wegen nüt sol schädigen mit reten oder mit getelen und daz er sinen frunden und belfern noch rät noch weg sol geben, noch keine bette an sie sol legen, dovon a) K Stöpfenberg. b) K dise. c) K und. d) K ora. do. 5 10 15 20 25 30 35 1 Vergl. nr. 366. 2 Vergl nr. 372 und 3S0. 40 1318 323 ir oder uwere bürgere von Slrazburg oder die bürgere von Hagenowe oder uwere oder ire belfere geschadiget werden mügent in kein weg, ane alle geverde. und des zu eime urkunde so hant wir Emicho der vorgenante bisschof unser ingesigel gehenket an disen brief. der wart gegeben, do men zalte von goles gebürte drüzehen s hundert jar und achzehen jar an deme samestage vor sante Urbans tag. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. Das Stück ist rescribirt. 366 . Die Ritter Leischir von Ingersheim, Faulhaber von Meimsheim und Burchard Spete sowie drei genannte Edelknechte schwören der Stadt Straßburg io Urfehde und Sühne wegen ihrer Gefangennahme auf Staufenberg. 1318 Mai 28. Allen den si kunt, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz wir Rugger Letschir von Ingersheim, Cunrat Fulhaber von Meinsheim, Burghart Spete rittere, Wernher Vrie 1 , Heinrich von Owensheim und Ilug Zünde 2 edele knechte, die die erbern und bescheiden bürgere von Strazburg viengent ulke Stofenberg s , gesworn is hant an den heiligen vur uns unsere frunt und alle unsere hellere von der vorgenanten gevangnisse wegen und von der vorgenanten getete wegen ürvehte unde eine lutere stete süne zu habende und zu haltende mit den vorgenanten bürgern zu Strazburg und mit allen Iren belfern, und globent bi dem selben eide, die vorgenanten bürgere von Strazburg noch ire belfere nymer an zu griffende noch zu so schadegende noch geschaffen angegriffen noch geschadiget in keinen weg von der vorgenanten gevangnisse wegen und von der vorgenanten getete wegen ane alle geverde. wir verzihent uns öch herüber allez rehtes und alles Schirmes, ez si geistlich oder weltlich, domitte wir beholfen mochten! werden oder getün mochten! wider die vorgeschritten ding und disen brief in keinen weg, ane alle geverde. unde des 25 zu eime urkunde so hant wir die vorgenanten personen unsere ingesigele gehenket an disen brief. der wart gegeben an dem sunnentage nach sante Urbans tag in dem jore, do men zalte von gotz gebürte drüzehen hundert jar und achzehen jar. S aus Straßb. St. A. Versohl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 6 sig. pend. 367 . Magister Johannes operarius Argentinensis dictus Nusneit consules scabinos so magistros civium ceterosque cives civitatis Coloniensis, qui ei de salario suo pro- misso ralione servitii illis impensi totalitär satisfecerunt, ab omni impetitione qui tos reclamat et absolutes. Reynkinus dictus de Aquis civis Coloniensis, Johannes dictus Merswin et Petrus dictus Rodenbürg cives Argenlinenses ad preces Johannis Nusneit, qui proprio caret sigillo, sigilla sua apponunt. datum feria 3 post festum 35 nativitatis beati Johannis baptiste anno domini 1318. Juni 27. Aus Ennen Quellen z. Gesch. d. Stadt Köln IV, 51 nach dem Or. in St. A. zu Köln. — Regest i. d. Mitth. a. d. St. A. v. Köln Heft 5, 35. 1 Nach der Siegellegende Wernherus dictus Frige de Sternenvels. 2 Nach der Siegellegende Hug Zünde von Landeke, im gegitterten Felde ein Hirschkopf, io 3 Vergl. nr. 364. 1318 :i‘2i 368 . Die Stadt Metz verspricht, der Stadt Straßburg und besonders dem Straßburger Ritter Burchard von Mülnheim keinerlei Schaden zu tlmn. 13L8 Juli 7. Nos magister scabinus ac tredecim jurati civitatis Metensis totaque communitas civitatis ejusdem notum facimus universis presentes litteras inspecturis seu audituris, quod ratione captionis sive detentionis concivium nostrorum Metensium ac bonorum eorundem, quam fecit dominus Burcardus de Molnheim miles civis Argentinensis occa- sione Conradi de Rimeranges de Alba sculteti, nec etiam ratione dampnorum, que inde nostris concivibus antedictis obvenerint, nichil molesli nilque dampni dicto domino Burcardo suisve nec civibus civitatis Argentinensis per nos seu per aliquos de nostris concivibus Metensibus obveniet in futurum, sed de predictis tenebimus et per nostros concives predictos bonam pacem teneri faciemus in perpetuum. in cujus rei testi- inonium sigillum civitatis nostre Metensis litteris presentibus duximus apponendum. datum anno domini millesimo trecentesimo decimo octavo, septima die mensis julii. S aus Straßb. St. A. Verseht. Cauzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or, mb. c. sig. pend. mutilato. 369 . Die Stadt Metz sichert der Stadt Slraßburg Waffenruhe bis Maria Geburt zu. 1318 Juli 7. Nos magister scabinus ac tredecim jurati civitatis Metensis totaque communitas civitatis ejusdem notum facimus universis presentes litteras inspecturis, quod nos concessimus et dedimus et per presentes damus et concedimus ex parte nostra et omnium concivium nostrorum Metensium omnibus civitatis Argentinensis concivibus bonas treugas atque assecurationes legales exnunc usque ad festum nativitatis glo- scpiembcr 8 riose virginis Marie proxime venturum duraturas. in cujus rei testimonium sigillum civitatis nostre Metensis litteris presentibus est appensum. datum anno domini millesimo trecentesimo decimo octavo, septima die mensis julii. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad 17 or. mb. c. sig. pend. mutilato. 370 . Das Domcapitel und die Capitel von St. Thomas und St. Peter zu Straßburg, von Haslach, Rheinau und Surburg verbünden sich gegen die Straßburger Dominikaner und Franziskaner , welche die Decretalen Clemens V fälschlich auslegen. 1318 Augxist 5. Quoniam, ut sacri canones attestantur, error, cui non resistitur, approbatur et veritas opprimitur, que minime defensatur, eapropter nos decani et capitula majoris, sancti Thome et sancti Petri civitatis Argentinensis, Haselacensis, Rinaugensis et Surburgensis diocesis ecclesiarum, attendentes et apud nos et nostras ecclesias pro- vida deliberatione prehabita revolventes constitutiones quasdam a sancte recordationis Clemente papa quinto in concilio Viennensi editas, nuper autem per sanctissimum in Christo patrem ac dominum nostrum dominum Johannem divina providentia 5 10 15 20 25 30 35 1318 325 summum ponlificem nobis ac universali ecclesie non minus utiles quam necessarias publicatas * 1 , quas fratres predicatores et minores civitatis et diocesis predictarum nunc privilegiorum quorundam pretexlu, que tarnen per easdem et alias constitu- tiones sunt expresso frustrata modo, excogitatis interpretationibus ac fraudibus exqui- 5 silis non tarn improvide quam temere infringere moliuntur, propter que Status vilescit ecclesie, obedientia sedi apostolice debita enervatur, divisio in sancta dei ecclesia, que est una, suboritur dicteque constitutiones sue provisionis effectum minime sortiuntur, cum igitur parum sit jura condere, nisi sint qui eadem tuean- tur, nos ad obviandum errori predicto et pro veritate hujusmodi defensanda contra io religiosos eosdem ac alios quoscunque, cujuscunque conditionis aut Status existant, salva reverentia domini nostri domini Johannis episcopi Argentinensis, quem in present! excipimus, unione [contra] a constitutiones prediclas aut alias pro nostro et ecclesiarum nostrarum statu utiles non servantes aut eas evertere molientes sive statum nostrum tranquillum quovis modo turbantes aut etiam alique in nostrum et i 5 ecclesiarum nostrarum dampnum vel prejudicium innovantes aut hec circa adherentes nobis aut adherere volentes imposterum perpetrantes, ex causis hujusmodi et ex aliis multis utilibus et necessariis, pro statu nostro et ecclesiarum nostrarum tranquillo et illeso servando, nos invicem univimus concordavimus ac pactis et obligationibus infrascriptis astriximus, unimus concordamus et astringimus per presentes, quod hec ao omnia et singula contra omnes predictos manuteneamus conservemus ac pro nostris viribus tueamur, omnesque expensas labores dampna sive pericula facta vel facienda pro manutenen'dis conservandis atque tuendis predictis vel occasione ipsorum equo pondere pro modo et facultate cujuslibet nostre ecclesie contribuamus ac etiam subeamus, omnesque ecclesias vel singuläres personas, que propter predicta vel occa- 25 sione predictorum aliqua dampna injurias vel molestias qualescunque sustulerint, adherentes etiam nobis quoscunque vel in futurum adherere volentes vel super hiis aut emergentibus ex biis dantes auxilium consilium vel favorem defensemus et indempnes ab hujusmodi dampnis injuriis atque molestiis conservemus, super hiis adimplendis et conservandis omnia bona ecclesiarum nostra mobilia et immobilia 30 pignoris et ipothece titulo obligantes, promittentes nos decani majoris, sancti Petri et magister Heinricus dictus Füller sancti Thome civitatis Argentinensis necnon Ludewicus de Amelia b scolasticus Haselacensis et magister Rudegerus de Gertewilre Rinaugensis et Nicolaus dictus Dürre Surburgensis diocesis ecclesiarum canonici, per juramentum a nobis corporaliter prestitum in animas nostras et singularum 35 personarum, de ecclesiis nostris jam dictis speciale mandatum super hoc ab eisdem habentes, interveniente nihilominus stipulatione sollempni, honorando viro judice a) Wohl zu ergänzen. b) B Amelieü. 1 Die Clementinen benannte Decretalensammlung, welche Pabst Johann XXII 1317 publicirte. Am 22. Juli 1318 hatte Bischof Johann von Straßburg dem Clerus seiner Diöcese eine Reihe von Bestim- 4 0 mutigen des Concils von Vienne zur Kenntniß gebracht, welche in die rechtlichen Verhältniße der Orden besonders eingriffen, z. B. die Artikel de testamentis et ultimis voluntatibus, de parrochiis et alienis parrochianis, de excessibas privilegiatorum, de sententia excommunicationis etc. cop. ch. sec. XVII i. Straßb. Bez. A. G fase. 3466 fol. 344 *> ff. 1318 :wii curie Argentinensis presente et lmjusmodi stipulationem vice et nomine omnium, quorum nunc interest aut in futurum inlererit, recipiente, quod omnia subscripta et singula rata firma et inconvulsa servabimus nec contra ipsa occasione doli vel fraudis, rei non ila geste, conventionum non sic, ut premittitur, factarum aut aliis quibuscunque subterfugiis veniemus vel veniri faciemus in judicio vel extra, impos- terum vel ad presens. verum ne super articulis in unione hujusmodi comprehensis aut aliquibus emergentibus ex eisdem aut occasione ipsorum ortis, si in unione ipsa paclis conventionibus ac promissionibus antedictis includi vel comprehendi debeant intelligi, aliquis dubietatis scrupulus oriatur, sic duximus ordinandum, quod quatluor fide digne persone, scilicet due ex dictis majoris, una ex sancli Thome et una ex sancti Petri eligantur seu assumantur ecclesiis, quelibet per sue ecclesie capitulum vel majorem partem ipsius. apud quas quattuor vel majorem partem ex eis plena et libera residebit potestas declarandi et interpretandi, si hujusmodi articulus huic unioni includi debeat. quidquid diffinierint, ab omnibus nobis nobisque adherentibus observabitur, contradictione qualibet quiescente, salvis etiam ecclesiis Haselacensi, Riuaugensi et Surburgensi, quod quelibet illarum unam personam, si velit, adjun- gere possit quattuor personis predictis super dubiis predictis declarandis, unionibus istis ac dictis conventionibus universis decem annis a data presentium tantummodo valituris. in quorum omnium evidentiam et evidens testimonium premissorum sigilla nostrorum decanorum et capitulorum predictorum una cum sigillo curie Argentinensis presentibus sunt appensa. nos quoque judex curie Argentinensis, quia omnia et singula premissa in nostri presentia in modum predictum sunt acta, idcirco sigil- lum ejusdem curie ad petitionem dominorum decanorum et capitulorum predictorum presentibus duximus appendendum in omnium et singulorum evidens testimonium premissorum. actum et datum nonis augusti anno domini millesimo trecentesimo decimo octavo 1 . B aus Straßb. Bez. A. 6 fase. 3465 nr. 334 cop. ch. sec. XVI. 371. Fratres Ysnardus patriarcha Anthioccenus, Dominions patriareba Gradensis 2 , Raimundus archiepiscopus Andripolitanus, Rostanus 3 , Oddus 4 , Petrus 5 archiepiscopi, 1 Noch am gleichen Tage schließen sich dieser Union an die Aebte von Mauersmünster, Neuweiler, Walburg, Selz, Schwarzach, Schuttern, Gengenbach, Ettenheimmünster, Ebersheimmünster, Altdorf, Neuburg und Baumgarten, die Aebtissinnen von St. Stephan, Hohenburg, Andlau, Niedermünster, Erstein, Eschau und Königsbrück, die Pröbste von Ittemoeiler, Schlettstadt, Truttenhausen, St. Arbogast, des Hagenauer Hospitals, Allerheiligen im Schwarzwald und Allerheiligen citra muros Argentinenses, die Briore von Steige, Zubern und Lahr, die Vorsteherinnen von Sindelsberg, St. Johann bei Zabern und Biblis. Ebenda nr. 335. 2 Nach der Legende auch Patriarch von Venetien und Dalmatien. 3 Rostanus archiepiscopus Neopatensis siegelt als 10 ter. 4 Oddus episcopus Pisanus siegelt als 11 ter. 5 Petrus archiepiscopus Ragusinus siegelt als 14 ter. s io 15 so 25 30 35 1318 327 Beringarius 1 , Guillelmus 2 , Andreas 3 , Tholomeus 4 , Petrus 5 6 , Petrus 2, Petrus 7 , Jacobus 8 , Petrus 9 et Egidius 10 episcopi cupientes, ut ecclesia monasterii sancli Marcii juxta muros Argentinenses ordinis sancti Augustin! sub cura fratrum ordinis predicatorum congruis bonoribus frequentetur, Omnibus vere penitentibus et confessis, s qui ad ipsam ecclesiam et monasterium in quolibet feste ejusdem ecclesie necnon in festivitatibus nativitatis domini, circumcisionis, ephifanie, resurrecionis, ascen- cionis, penthecostes et in omnibus et singulis festivitatibus beate Marie virginis, bea- torum Petri et Pauli ac omnium apostolorum et evangelistarum, inventionis et exal- tationis sancte crucis, Johannis baptiste, Michaelis archangeli, Laurentii, Ghristofori io Dionisii sociorumque ejus, Dominici et in translatione ejusdem et sancti Marcii et in translatione ejusdem, Cosme et Damiani, Martini, Nicolai et Blasii ac sanctarum Marie Magdalene, Katerine, Gecilie, Agnetis, Lucie, Anne, Marguarete et Eufemie, in commemoratione omnium sanctorum et in dedicatione ipsius ecclesie et monasterii aut qui cum devotione et per octavas predictarum festivitatum visitaverint et in io omnibus et singulis primis diebus dominicis mensium necnon in singulis et in omnibus diebus sabbati ad missain matutinalem, que sollempniter ibidem celebratur in honore beate Marie, causa devotionis peregrinationis vel orationis accesserint, aut qui corpus Christi et oleum sanctum secuti fuerint, cum portantur infirmis, seu qui predica- tionibus missis et divinis officiis, exequiis et sepulturis mortuorum, qui in dicta 20 ecclesia vel ejus cimiterio interfuerint, aut qui in serotina pulsatione campane flexis genibus ter Ave Maria devote dixerint, vel qui in extremis laborantes dicte ecclesie et monasterio manus porrexerint adjutrices, quotienscunque premissa vel premissorum aliquod fecerint, singuli singulas dierum quadragenas de injunctis penitentiis relaxant, dummodo diocesani voluntas accesserit. «pia mater ecclesia». datum Avinione 25 anno domini 1318, indictione prima, pontificatus Johannis pape XXII anno secundo. 1318 vor /September 5 Avignon. H aus Straßb. Hosp. A. lad. 89 fase. 34 or. mb. c. 15 sig. pend. Sämmtliche dunkelrothe Siegel an rotlien Wollschnüren haben stark gelitten, über jedem auf dem Bug der Name und Stand des betreffenden Sieglers mit theilweis andrer Folge als im Text der Urkunde. 30 Für einen Bischof Petrus fehlt das Siegel. 1 Beringarius Carpentlioratensis episcopus siegelt als 4 ter. 2 Guillelmus Cunaviensis episcopus (Lesung sehr fraglich), siegelt als 5 ter. 3 Andreas Croensis episcopus siegelt als 6 ter. 4 frater Tholomeus Torsellanus episcopus siegelt als 7 ter. 35 5 Petrus Achilenus episcopus siegelt als 8 ter. 6 Petrus Narniensis episcopus siegelt als 9 ter. 7 Petrus Civitatis nove siegelt als 12 ter. 8 Jacobus de Cabano siegelt als 13 ter. 9 Das Siegel fehlt. 4 o 10 Egidius Andrinopolensis episcopus siegelt als 15 ter. 1318 328 372. Graf Gottfrid von Leiningen verbündet sich mit der Stadl Straßburg auf ihre Bitte gegen die Herren von Berwarstein und Genossen. 1318 October 11. Wir Joffrit grave von Lyningen tunt kunt allen den, die disen brief geselient und geboren! lesen, daz die erbern und die bescheiden bürgere von Slrazburg nach uns santent und wir zu in koment zu Strazburg und uns ermantent der iranisch eite und der liebe, die unser . . vatter selige und wir zu in hettent und sü wider zu uns, und des dienstes, den su unserme . . vatter seligen und uns getan hant, und wie wir ir heiler waren! emals vor Berwerstein und mit in vor dem selben huse lagen! wider Eberharten von Berwerstein und sine belfere 1 , und cla- getet uns dobi, daz Eberhart und Anshelm von Berwerstein und Merkelin von Vriesenheim, der ir heller ist, und andere ire hellere su anegriffent ufle dem waszer und ufle dem lande und su schädigen! unzellichen, und baten! uns umbe helfe, die helfe mochten! wir in nüt versagen umbe den dienst und fruntscliaft, die su unserme vatter seligen und uns getan hant. darumbe hant wir gesvorn an den heilgen, den vorgenanten bürgern von Strasburg und allen iren belfern zu helfende und zu ratende und mit der hant an zu grillende ane alle geverde den crieg uz, den die vorgenanten bürgere von Strazburg und ire belfere hant mit Eherharte und Anshelme von Berwerstein und mit Merkeline von Vriesenheim, der ir heller ist, und mit allen iren belfern, die su ietzunt hant oder noch gewinnen!, und nement wir unser ge- sinde unsere hellere oder unsere lüte des crieges oder in dem criege schaden, in welichen weg der schade were, den schaden sint uns unsern belfern und unsern luten die vorgenanten bürgere von Strazburg oder ire belfere nüt gebunden abe zu legende und uf zu richtende in dehein weg. wir sullent öch den vorgenanten bürgern von Strazburg bi dem selben unserme eide und iren belfern unsere vesten uftün, wenne sü ez an uns fordern!, doch mit solicher bescheidenheite, als wir ire briefe hant. wir hant och globet bi dem selben unserme eide, ist daz wir deheine dro- stunge machen! mit den vorgenanten von Berwerstein und mit Merkeline dem vorgenanten und mit allen iren belfern, daz wir daz tun sullent mit der vorgenanten bürgere von Strazburg willen und geheile, wir hant och globet bi dem selben unserme eide, daz wir keine süne nement mit den vorgenanten von Berwerstein und mit allen iren belfern in diseme criege ane willen und geheisze der vorgenanten bürgere von Strazburg. ist aber daz die vorgenanten bürgere von Strazburg mit den vorgenanten iren vienden und iren belfern eine süne machen! und nement ane unsere wiszende, do sü mitte begnüget, des gunnent wir in wol und ist unser gut wille. ez ist öch beret, ist daz wir oder unser gesinde oder unsere belfere die vorgenanten von Berwerstein oder Merkelin den vorgenanten oder ire belfere vahent oder dehein under in, daz wir bi dem selben unserme eide nüt gebunden sint sü gegen Strazburg zu entwurlende, wände wir sullent sü in unsern gevangnissen haben und halten, als men gevangene billiche halten sol, ane alle geverde, und sullent sü nymer dannen uzgelaszen denne mit der vorgenanten bürgere von 10 15 20 25 30 35 40 1 Vgl. nr. 316. 1318 329 Strazburg willen und geheisze. und des zu eime urkunde so hant wir grave Joffrit von Inningen der vorgenante unser ingesigel an disen brief gehenket. diz ge- schacb an der mittewochen vor sante Gallen tag in dem jore, do men zalte von gotz gebürte druzehen hundert jar und achzehen jar. 5 S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. clelapso. 373. Konrad, Notar der Straßburger Curie, beurkundet das Anerbieten, welches Nicolaus von Kageneck im Aufträge der beiden Straßburger Capitel von St. Thomas und St. Peter dem Domcapitel bezüglich der gemeinsamen Kirchenfeier gemacht hat. 1318 November 29. io Noverint universi presencium inspectores, quod ego Cünradus clericus nolarius curie Argentinensis vocatus fui specialiter et rogatus per discretos dominos Johannem decanum, Heinricum dictum Füller canonicum sancti Thome, Gdlzonem decanum et Nicolaum de Kagenecke canonicum sancti Petri ecclesiarum Argentinensium et interfui et audivi, quando dictus Nicolaus de Kagenecke publice in choro ecclesie io Argentinensis in vigilia beati Andree aposloli post primam, dum divinum officium peragebalur, sub anno domini 1318 litleras legerat infrascriptas de verbo ad verbum coram . . prebendariis . . vicariis et aliis clericis, qui tune divinis officiis inter- erant, quia idem Nicolaus de hoc ab honorandis dominis . . prepositis . . decanis et capitulis sancti Thome et sancti Petri ecclesiarum Argentinensium mandatum 20 habuerat speciale. quarum quidem litterarum tenor talis est: coram vobis honora- bilibus dominis . . decano et capitulo ecclesie Argentinensis ego Nicolaus de Kagenecke canonicus ecclesie sancti Petri Argentinensis habens in mandatis a dominis meis . . prepositis . . decanis et qapilulis sancti Thome et sancti Petri ecclesiarum Argentinensium meo et vice ac nomine dictorum dominorum meorum dico et in hiis 25 scriptis publice protestor, nos paratos fore ad vestram ecclesiam in processione venire et officia divina, prout consuetum est, ibidem peragere in festo nativitalis domini nunc venturo et aliis certis anni festivitatibus, quibus hec solent fieri 1 , nec per nos Stare, quominus hec debite peragamus. immo nos ipsos ad ea offerimus per presentes, dummodo refectiones neglecte a quatuordecim annis citra preter 30 presentem annum, que dicto nativitatis festo per vos nobis ministrari debebant, pro quolibet videlicel anno dominis de sancto Thoma duodecim libre denariorum Argentinensium et dominis de sancto Petro tantundem, juxta convencionem inter vos et nos concorditer initam et promissionem spontaneam per vos nobis factam plene et integraliter restaurentur et ante omnia persolvantur nobisque imposterum in festo 35 nativitatis predicto de dictis refectionibus juxta morem vestre ecclesie debitum et consuetum congrue et ydonee serviatur. te igitur Cünradum clericum juratum curie Argentinensis rogo et per juramentum, quod eidem curie prestilisti, requiro nomine quo supra, ut sigillum ipsius curie presentibus appendi facias in testimonium pre- i Vergl. nr. 189 . Str. II. 42 330 1318 missorum’. ego vero Cunradus notarius prediclus, quia omnia et singula prescripta coram . . prebendariis . . vicariis et . . clericis predictis in presencia in ei in mo- dum predictum rite et legittime sunt acta, idcirco sigillum dicte curie ad peticionem instantem dicti Nicolai de Kagenecke suo et nomine quo supra presentibus est appensum in evidens testimonium premissorum. datum anno domini et vigilia antediclis. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 2719 or. mb. c. sig. pend. 374. Bischof Johann von Slraßburg setzt Taxen für die Advokaten und Prokuratoren in den Proceßen vor den geistlichen Gerichten fest, [um 1318.] Nos Johannes dei gratia episcopus Argentinensis nobis subjectis medelis con- gruis cupientes paterna sollicitudine providere, ne ipsi coram judicibus ecclesiasticis ordinariis delegatis aut arbitris infra civitatem et diocesim Argentinenses litigantes per dispendiosas protracliones litium et onerosa sibi patrocinantium salaria gravibus afficiantur laboribus et expensis, hoc facile fieri speramus, si, in quantum nobis de jure permittitur, subtilitatem ordinis judiciarii precidamus, modum salariis advoca- torum coram prefatis judicibus postulantium et procuratorum ponamus et eos, qui circa dicta versantur judicia, optimis remediis dirigamus. statuimus igitur, archi- diaconorum ecclesie nostre Argentinensis, qui jurisdictioni presunt ordinarie de consuetudine in jam dicta ecclesia hactenus observata, accedente consilio et con- sensu, quod in causis mere civilibus, ad forum tarnen ecclesiasticum de consuetudine spectantibus, summam quatuor librarum denariorum Argentinensium non excedenlibus, de plano et absque strepitu judicii sine libello et obmisso judiciario ordine proce- datur, in quibus etiam causis civilibus, advocatorum et procuratorum gradu vel ordine non attento, omnes a jure non prohibiti ad postulacionis officium adiniltan- tur; in aliis vero causis privatarum et singularium personarum in prefatis judiciis nec procuratores advocatorum nec advocatos procuratorum nec unam eandemque personam utriusque volumus fungi officio, statuimus etiam, quod nullus litterarum portitor seu lator et nuncius curiarum nostre vel archidiaconorum ecclesie nostre Argentinensis nec alius notarius juratus dictarum ecclesiarum curiarum coram judice ejus curie, cujus juratum existit, quantumeunque viles cause fuerint, in postulacione vel procurationis officio pro aliis admittatur nec ab eis substituti. ceterum ne cupi- ditatis ardor alicui advocatorum seu procuratorum nostre civitatis et dioceseos incentivam tribuat ejusmodi nostra statuta salubria contemnendi, inhibemus, ne patroni causarum advocationis officia in dictis judiciis infra civitatem et diocesin nostras prefatas exercere volentes in causis agitandis super prelaturis et dignitatibus ecclesiasticis summam sex marcarum, in causis super aliis beneficiis et ecclesiasticis curatis et simplicibus summam quatuor marcarum, in causis matrimonialibus summam duarum marcarum, in causis injuriarum summam unius marce argenti, in aliis vero ecclesiasticis causis vel civilibus ad forum ecclesiasticum de jure vel consuetudine spectantibus, extendentibus se ad valorem seu estimationem viginti 5 10 15 20 25 30 35 40 1318 — 1319 331 librarum clenariorum Argentinensium, summain unius libre dictorum denariorutn excedanl sub aliquo velamine vel colore. in hujusmodi etiam civilibus el ecclesiasticis causis, si summara valorem seu estimationem viginti librarum vel infra eandem summam fuerint, pro rata quanlitatis summe valoris seu eslimationis causarum 5 hujusmodi taxacionem proxime dicti salarii fieri volumus sine fraude. Aus Würdtwein Nov. subs. dipl. XIII, 310 nr. 81 (ex statutis curiarüm ecclesiasticarum Argentinensium anno 1388 renovatis), von Grandidier daselbst ohne nähere Begründung dem Jahr 1318 zugetheilt. 375 . Bischof Johann von Straßburg bestimmt, daß der Priester des Phynen- io Hospitals sich eidlich verpflichten miiße, die Rechte des Schatzmeisters von St. Thomas zu wahren. 1319 Januar 5 Straßburg. In dei nomine amen. nos Johannes dei gratia episcopus Argentinensis ordi- naria nostra auctoritate statuimus et ordinamus statuto imperpetuum valituro, ut quivis sacerdos, qui processu temporis in hospitali pauperum, quod est in parrochia 15 sancti Thome Argentine ultra ponlem in eadem civitate super liltore fluminis Brusche, nostra interveniente auctoritate, ab olim Johanne dicto in Kalbesgaszen milite et Fina ejus sorore ob honorem dei et sancte sue matris Marie institutum, de novo fuerit ad officiandum illud quomodolibet institutus, post suam institutionem statim, antequam executionem officii sibi in eodem hospitali conmissi recipiat, 2 o teneatur in presentia . . thesaurarii ecclesie sancti Thome Argentinensis predicte, qui pro tempore fuerit, vel ejus, qui vices ejusdem thesaurarii tenuerit, de obser- vandis et fideliter sine omni captione et dolo ac tenendis 8 Omnibus et singulis, que in nostra approbatione dicti liospilalis de juribus ad eundem thesaurarium nomine parrochie sue predicte pertinentibus sunt expressa 1 , corporale juramentum prestare 25 nec ante juramentum hujusmodi alicujus officii executionem ex institutione sua habeat in hospitali predicto. datum Argentine nonis januarii anno domini millesimo trecentesimo decimo nono. T aus Straßb. Thom. A. Docum. hist. lad. 13 or. mb. c. sig. pend. 376 - Bischof Johann von Straßburg befiehlt dem, Clerus in der Stadt und so Diöcese, die Beginen zur Aufgabe ihres Standes aufzufordern und die unfolgsamen für dem Bann verfallen zu erklären. 1319 Januar 18. Johannes dei gratia episcopus Argentinensis universis et singulis recloribus vicariis incuratis, viceplebanis aliisque clericis, cujuscunque conditionis seu Status fuerint, civitatis et diocesis Argentinensis, ad quos presentes littere pervenerint, 35 a) T tendendis. 1 Vergl. nr. 361. 332 1319 salulem in domino. licet vicine seu circurnjacentes a ecclesie cathedrales et alie sive prelati et clerici earundem senliaut et hactenus senserint, statum beginarum virtute constitutionis nove 1 esse indifferenter reprobatum, et sic sint eandem Constitutionem novam in suis terminis et locis sub eorum jurisdictione constitutis transacto longo tempore executi, nos tarnen ex quibusdam probabilibus et specialibus motivis bucus- s que execucionein hujusmodi circa reprobationem dicti Status beginagii b non duximus faciendam, propter quod, sicut experientia nos docuit, scandala et pericula in populo nobis subjecto sunt suborta 2 . volentes igitur hujusmodi scandalis et periculis ob- viare, prout expedit atque decet, precipue cum hujusmodi motiva, que nos hactenus ab execucione tali retraxerunt, ad supersedendum ulterius eidem execucioni circa io ipsius status reprobationem motum nostri animi non informent, vobis et cuilibet vestrum in virtute sancte obedientie et sub pena suspensionis ab officio firmiter precipimus et districte, quatenus publice 0 in cancellis vestris et alibi, ubi fuerit oportunum, beginas indifferenter moneatis, quas et presentibus nos monemus, ut infra quindenam a publicatione presentium statum hujusmodi beginagium a se effec- 15 tualiter abdicent ita, quod abdicatio seu alteratio hujusmodi status valeat notabiliter apparere, vestes seu habitum, quem dicti status contemplatione hactenus detulerunt, abiciendo nec aliquid inantea attemplando, per quod in statu beginagii ulterius valeant reputari, ecclesias suas parrochiales, a quarum frequentia et accessu occa- sione dicti Status seu d pretextu se subtraxerant 0 , frequentando et se in hiis ceteris 20 a) C conjacentes. b) C beginarum. c) C publicetis. d) C add. sub. e) C subtraxerunt. 1 Wohl cap. 1 de religiosis domibus in Clem. III, 11. 2 Auch Pabst Johann XXII war in der Bulle von 1317 December 30 «Sancta Romana ecclesia» gegen die Begharden und Beginen streng vorgegangen, hatte aber dann im Beeret von 1318 August 13 den Unterschied zwischen hetzerischen und gläubigen Beginen betont, die letztem sollten van der Constitution 25 Clemens V nicht betroffen werden. Kurz vorher fällt wahrscheinlich das Schreiben des Bischofs Johann an den Pabst, in dem er ebenfalls diesen Unterschied hervorhebt : esse in diocesi [Argentinensi] et in pluribus Alamanie partibns in copiosa multitudine mulieres beginas communiter nominatas, quarum alique de locis ad loca currunt, inhibitam prosilientes audaciam de summa trinitate, de articulis fidei, de sacra- mentis et obedientia ecclesie in ruinam suam et in scandalum fidelium temere disputare presumunt, 30 nominantes se poenitentes vel sorores liberi Spiritus et voluntarie paupertatis. preter prescriptam prophanam sectam esse mulieres alias laudabilis status in partibns prelibatis in excessiva copia quasi ducentorum milium numerum excedentes a primis omnino diversas etc. Ueber die Folgen jener Constitution heißt es: sunt nonnulli prelati et rectores ecclesiarum diversarum dioecesium, qui tarn mulieres primas quam secundas, que laudabiliter vivunt, eadem sententia ferientes illas et illas indiffe- 35 renter reprobant et indiscreta animadversione condempnant, cogentes bonas sicut et malas humilitatis deponere habitum et secularem assumere etc. preterea occasione premissa etiam mulieres reclusas de reclusoriis suis, in quibus circa quinquaginta annos laudabiliter permanserunt, ejiciunt et eas seculariter vivere cum gravi fidelium scandalo et turbatione compellunt. Biese Angaben sind dem Antwortschreiben des Pdbstes an Bischof Johann entnommen. An den Bischof von Worms hatte der 40 letztere unterm 26. Juni desselben Jahres 1318 geschrieben, daß er gegen die Irrlehrer streng vorgegangen sei: vocatis viris religiosis et secularibus, divine et humane legis magistris et doctoribus, cum illo- rum consilio et auxilio contra hujusmodi perversitatis seminatores et doctores perverses strictam et solennem, prout fieri decet, inquisitionem fecimus de premissis. et aliquos de talibus, per lucidissimas probationes et proprias eorum Confessiones convictos, quos a suis perversis erroribus per nos vel 45 per alios veros fidei doctores non potuimus revocare, eorumdem doctorum mediante consilio, reli- quimus tanquam alienatos a fide seculari curie puniendos. Vergl. Mosheim Be beghardis et beguinabus p. 268 u. 623 ff. nr. V-VII, nr. 358 dieses Bandes u. H. Haupt i. d. Zeitsehr. f. Kirchengesch. VII, 521 ff. 1319 333 mulieribus fidelibus conformando. alioquin easdem virtute dicte uove constitutionis extunc denuntietis excommunicationis sententiara incurrisse ipsasque tamquam excommunicatas faciatis ab Omnibus arcius evitari. sed quia de jure procedil, quod, ubicunque condilor® canonis sibi absolutionem non reservavit, ut est in presenti 5 casu, locorum ordinariis concessisse videlur, nos hujusmodi beginas, que ex trans- gressione dicte constitutionis nove sententiam excommunicationis incyrrerunt et que eidem constitutioni nove nostroque processui presenti infra dictam quindenam parere voluerint, cum effectu absolvimus in h hiis scriplis mandantes vobis, quatenus ipsas absolutes in modum predictum publice nuntietis. datum 15 kalendas februarii io anno domini 1319. T aus Straßb. Thom. A. lad. Begin. 12 or. mb. c. sig. pend. C aus d. Colmar. Cod. ch. sec. XV nr. 29 fol. 137 b . Gedruckt von Haupt i. d. Zeitschr. f. Kirchengesch. VII, 560. 377. Verordnung Bischof Johanns von Straßburg über die Tracht der Ange- i5 hörigen des aufgehobenen Beginenstandes. 1319 Februar 17. Johannes dei gracia episcopus Argentinensis universis prelatis et clericis religiosis et secularibus per Argentinensem civitatem et dyocesim constitutis salutem in domino. veridica fide dignorum relacione recognovimus, quod ex constitucione sedis apostolice super reprobacione beginarum et Status earundem edila 1 de ejusdem Status mutacione 20 divers! diversimode senciunt et quod ex hoc grave scandalum in nostra civitate et dyocesi est subortum ex eo, quod sacerdotes parrochialium ecclesiarum mulieres eis racione parrochie subditas, que hactenus in statu beginarum vixerunt et nunc ac deinceps eundem slatum juxta constitucionem predictam mutare et deserere volunt, nituntur artare inequaliter, prout unumquemque sua ducit affeccio ad mutacionem 25 maxime in vestibus faciendam. unde nos ad hujusmodi scandalum removendum, proborum et sapiencium virorum communicato consilio, circa observacionem consti- tucionis antedicte in predicti status mutacione tenendam declaramus et dicimus esse, quod sequitur, observandum : videlicet quod begine statum beginagii deserentes monitis salutaribus et mandatis Ileitis suorum plebanorum, sicut ceteri tideles, obe- 30 diant reverenter quodque pro signo mutati status beginagii capitalia vela, que hactenus palliis includere consueverunt, extra pallia deferant more secularium resoluta, scapu- laria omnino deponant nec ad tunicas superiores et pallia pregrissio 0 panno, quo hactenus alique ex eis uti consueverunt, vel aliquo alio panno kembelino colorem grisei panni habente d vel eidem colori aliqualiter simili vel conformi ulantur. alios 35 vero colores omnes eis permittimus, personarum uniuscujusque videlicet libito volun- tatum, dum tarnen non ex proposito ad unius coloris conformitatem studeant se vestire. si que vero propter paupertatem vestes mutare nequeunt, dum tarnen statum a) C condicio. b) C om. in. c) C progrissio. d) C habentem. i Vergl. nr. 376 Anmerk. 1 u. 2. 334 1319 beginagium inutent et premissa observent, licet beginatus tunicarn et pallium, donec mutari contingal, deferant, tales satisfecisse constitucioni predicte eciam declaramus. conslitucionem sepedictam ad reclusas in suis reclusoriis perseverantes quoad habitus vel veslium mutacionem diciinus non extendi; monita tarnen salutaria et mandata licita suorum plebanorum attendanl et fideliter observabunt, sicut ceteri christiani. declarando eciam prohibemus, ne aliquis vestrum beginis, que juxta mandalum nostrum habitum mutaverunt, seu mulieribus aliis, quocunque nomine censeantur, que tunicas aut vestem laneam ad carnem portare voluerint, impedimentum quoquo modo prestet vel ad eam exuendam compellat, cum intencionis nostre non sit nec fuerit, aliquam, que hujusmodi vestem ex voto vel humilitate deferre voluerit, in liujusmodi devocione quomodolibet impediri. datum 13 kalendas marcii anno domini 1319. C aus d. Colmar. Cod. nr. 29 fol, 137 3 gedruckt von Haupt i. d. Zeitschr. f. Kirchen- gesch. VII , 561. 378 . Johannes episcopus Argentinensis personis ecclesiasticis sue civitatis et diocesis notum facit, se ad pelitionem prioris fratrum predicatorum et gardiani fra- trum minorum domuum Argentinensium iisdem concessisse, ut fratres eorundem ordinum electi et sibi presentati in civitate et diocesi Confessiones subditorum epis- copo audire valeant atque iisdem penitentias imponere et absolucionis beneficium impendere, fratresque omnibus plebanis etc. commendat. «coram nobis . . prior. » datum 13 kalendas marcii anno domini 1319. Februar 17. T aus Straßb. Thom. A. lad. Dominic. 6 2 or. mb. c. sig. pcnd. 379 . Meister und Rath der Stadt Straßburg vereinbaren sich mit dem Schultheiß Nicolaus Zorn, Heinrich und Bttrchard von Miilnheim über ihren Antheil an der Münze und setzen den erstem auf zehn Jahre zum Münzmeister ein. 1319 Februar 22. Wir Reinbold Süsze der eitere der meister und der rät von Strasburg® tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz her Niclawes Zorn der eitere der scliultheisze, Heinrich von Mulnheim und Burghart sin brüder ver- jahent vor . . meistere und vor räte und vor scheffeln und ammannen, daz su nach den zehen jaren an der munszen 1 nüt wollent stan zu gewinne noch zü Verluste, die meister und rät von Strazburg halbe und her Niclawes, Heinrich und Burghart die vorgenanten andere halbe geköffet hant die vorgenanten zehen jar umbe den erbern herren von gotz gnaden bisschof Johannesen von Strasburg b . meistere und rät, scheffele und ammanne hant öch gegeben dem vorgenanten hern Niclawese daz dritte® teil von irme teile an der vorgenanten münsze, daz er daran a) S 4 Strazburg. b) S i Strazburg. c) S i dirte. io 15 20 25 30 35 1 Vergl. nr . 360. 1319 .335 stan so], als Heinrich und Burghart die vorgenanten getan haut, also, daz er behüten und bewaren sol die vorgenante munsze die vorgenanten zehen jar, als men sie von altere her behütet und bewaret bet. und sullent 5me anders nütsnüt umbe sine hüte geben; doch sol er sin teil des silbers geben von dem dirten teile als vil, als s in an gebürt darumbe, als die vorgenante münsze gehottet wart, er sol och ribten, als ein munzemeister von altere her gerihtet bet von der munsze, und sine besze- runge haben und nemen dovon, die ein munszemeister billichen nemen sol und ime vallen sullent 1 . daz diz war und stete si, darumbe baut wir unserre stette ingesigel an disen brief gehenket. der wart gegeben an dem dunrestage vor der groszen io vastnacht in dem jare, do men von gotz gebürte zalte drüzehundert jar und nun- zehen jar. harane warent wir her Hug von Schonecke, her Reinbold Süsze der eitere und her Hug Zorn die drie meistere %. s. w. folgt der Rath. S aus Straßb. St. A. AA art. 43 m\ 7 or. mb. c. sig. pend. S 1 coli. ibid. or. mb. c. sig. pend. 15 3110. Münzordnung der Stadt Straßburg. 1319 Februar 22. Wir Reimbolt Süsze der eitere der meister und der rat von Strazburg tünt kunt allen den, die disen brief gesehent und gehürent lesen, daz wir überein körnen sint mit hern Nyclause dem alten Zorne unserm munszemeister und mit unsern husgenoszen und mit allen unsern bürgern, daz nieman dehein Silber von der baut 20 geben sol [weiter wie in nr. 315 bis von der stat sin], und were öch daz ein silber angriffen würde darumbe, daz ez nüt güt were, würde daz silber denne gezöget der ehtuwer zwein oder me, die drüber gesworn baut, sprechent der ehluwer zwene oder me uf iren eyt, daz sie daz silber gesehen hettent und ez von ime hieszent geben, so sol jeinre weder sin silber noch sine ere verlorn®. öch sol men wiszen 25 [weiter wie in nr. 315 bis bescheiden ist], und sint diz die ehtuwe, die darüber gesetzet sint und darüber gesworn haut: Berhtolt der alte zü dem Ryel der hüler, W^olfhelm Rebeslog, S[ickes] b , Johannes von Rosheim, Claus Roppenheim, Brune, Götzelin Voltsche und Göszelin Clöbelöch. und were daz den ehtuwen ein silber vürkeme und sie daz sprechent uf irn eyt, daz sie zwifel hettent, daz daz silber 30 nüt volle güt were, daz silber sol men anderwerbe ufsetzen. und sol dirre brief weren von der liehtmesze unserre frowen, die nü zü nehsten waz, zehen jar an underlas. daz diz war und stete sie, darumbe haut wir unserre stette ingesigel an disen brief gehencket. der wart gegeben an dem dunresdage vor der groszen vastnaht in dem jare, da men von gotz gebürte zalte drüczehen hundert jar und 35 nünczehen jar. haran warent wir her Hug von Schönecke, her Reimbolt Süsze der eitere und her Hug Zorn die drie meistere u. s. w. folgt der Rath. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 208 a mit der Ueberschrift der brief über die münsze, a) Zu ergänzen lian. b) ln S nur Sr mit Se/tleife. Sickes ergänzt nach nr. SIS. Februar S 1 Vergl. nr. 38G. 336 1319 381 . Burchard von Hohenstein fällt als Obmann seinen Schiedsspruch in einem Streite der Stadt Straßburg mit der Stadt Schlettstadt. 1319 April 30. Ich Burkart van Hohenstein der alte, ein obenman der missehulle der burger van Strasburg und hern Burkart Schöbes eine site und ander site der burger van Sletzstat und Bertolt Erlins und sinre kinde wegen 1 , und also die ratlute, an 5 die ez och verlasen wart van der wegen van Strasburch und hern Burkart Schöbes, her Albreth Rulenderlin und her Henrich Wezzel gesprochen hanl, und ander site her Henrich Waffeler van Eckerich und Walter Gebür och ratlute van der wegen van Sletzstat und Bertolt Erlins und sinre kinde wegen och gesprochen! hant, und dieselben a ratlüte van beiden siten mir ir missehüle b und ir sprechen hant gegeben io gescriben van iewederrne teile under Iren ingesigeln, so dünket mich reth : sit Bertolt Erlins kint nie verteilt enwürdent ir lip noch ir gut zu Strasburch van meister noch van rate, und daz gut zü Schöfhusen irre inüter waz und sü ez Bertolde Erlin gap zu eime rehten widemen, und och daz selbe gut ussenwending dez bürgbannes und dez geriehtes zü Strasburg gelegen ist und och her Burkart Schöb 15 daz selbe gut nie erkoberte noch gewan mit geriehte, und Bertolt Erlin daz gut verzinset het in den hof und dem lenherren, do ez herrüret, und daz widerzühet an den lenherren, so dunket mich, sit Bertolt Erlins eliche würtin tot ist und sine kint der eigenschefte dez gutes zü Schafhusen zü erbe kommen sint, geussert sich Bertolt Erlin dez vorgenanten gütes und dez widemen und gitt es sinen kinden, 20 der die eigeschaft ist, eder heit es geton ane alle geverde und ane flühtzal c , so dünket mich, daz ez die kint sulent gemessen und man sü an dem güte ungirret sol lasen, und spriche daz allez uffe min eit, daz ich mich nüt bessers verstände, und dunket mich och reth, darnach ich ez ervaren habe imme lande van herren van ritteren van bürgern und van güten luten, daz diz wor si und stete hübe, 25 darumbe habe ich min ingesigel an disen brief gelienket zü eime urkunde der vor- gescriben dinge. diz geschag an dem meiabende, do man zalete van gotes gebürte drücenhündert jar und in dem nüncendesten jare. U aus Heidelb. Univers. Bibi. I nr. 20 or. mb. c. sig. pend. Regest darnach i. d. Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. XXIV, 167. 30 382 . Bischof Johann von Straßburg beurkundet und bestätigt die Verlegung des städtischen Hospitals und die Befreiung desselben von allen Parrochialverpßich- tungen durch das St. Thomascapitel. 1319 Mai 4. Wir Johannes von gotz gnaden bisschof von Strazburg tünt kunt allen den, die disen brief gesehent oder gehorent lesen, daz unsere getruwen . . der meister und 35 der rät von Strazburg iren spital, über den sie pflegere setzen sullent und mügent, a) und die auf Rasur. b) missehulle auf Rasur ; eine darunter stehende verlöschte Schrift ist nicht mehr leserlich. c) fl Ah auf Rasur. 1 Vergl. nr. 304. 1319 337 der do unlze her gelegen was in der stat zu Strazburg in sante Martins kirchspel, durch nutz gut und fromme des selben spitales uz dem selben kirchspel mit unserme guten willen und gehelle haut geleit mit allen sinen vriheiten rehten und gewonheiten, als der selbe spital und sine personen nutze her gewesen sint, in sante Marien Mag- s dalenen kirchspel, dem men sprichet zu sante Niclawese jensite Brüsclie, an die stat, die do was bröder Heinrich von Hohenburg und der tohter, der er pflag, die do gelegen ist vor der ringmuren zu Strazburg 1 . und ist die vorgeschribene wande- lunge geschehen mit willen und gehelle der erbern . . des probestes . . des techans . . des chsters und des cappitels zu sant Thomane zu Strazburg, die die vorgenante io kirche zu sante Marien Magdalenen anhöret, ez ist öcli beret zwisschent . . dem probeste . . dem techane . . dem chstere und dem cappitele den vorgenanten ein site und dem vorgenanten spitale ander site mit ir beder parten willen und gehelle, daz . . der probest . . der techan . . der custer und daz cappitel die vorgenanten und alle ire nachkommen in der vorgenanten stift zu sant Thomane von des vorgenanten kircli- 15 spelles wegen zu sante Marien Magdalenen sullent kein reht han in deme vorgenanten spitale weder an selegerete öpfere begrebede noch au kein andern dingen, die den vorgenanten spital und sine persenen in deheinen weg anrürent. der meister und der rät die vorgenanten sullent tun und laszen, setzen und entsetzen mit dem vorgenanten spitale und mit allen sime gute, daz er ietzunt het oder noch gewinnet, 20 und mit allen den rehten und dingen, die zu dem vorgenanten spitale hörent und zu sinen personen, als sie truwent, daz su rehte tunt, ane mengeliches Widerrede, und alsus han wir die vorgenante wandelunge® in alle wis mit dem gewalte, der uns anhöret, wiszentliche und rehte und redeliche mit der vorgenanten herren wille bestätiget also, daz su kraft und macht habe und ane alle Widerrede ewiglichen 25 stete hübe, und des zu eime urkunde ist unser ingesigel an disen brief gehenket. wir öch der probest. . der techan . . der chster und daz cappitel von sant Thoman die vorgenanten verjehent an diseme gegenwertigen briete, daz die vorgenante wan- delunge und alle die vorgeschriben ding in alle wis, als sie do vor geschriben slant, geschehen sint mit unserme guten willen und gehelle, und verzihent uns beruf alles so des rehtes, daz wir haut oder haben mohtent, und aller der briete, die wir haut oder gewinnen mochtent hernoch von dem slüle von Rome oder andereswoher dan von des vorgenanten kirchspels wegen zu sante Marien Magdalenen gegen dem vorgenanten spitale und sinen personen, und globent öch, die vorgenante wandelunge vur uns und alle unsere nachkommen in der vorgenanten stift zu sant Thoman 35 durch des vorgenanten spitals nätz und fromen stete zu habende und nht dowidere zfi tunde noch schaffen getan in gerilltes wis oder ane gerillte, nü oder hernach in deheinen weg, ane aller slachte geverde. und des zu eime urkunde so baut wir . . der probest 2 der techan 3 der custer 4 und daz cappitel von sant Thoman die vorge- a) S wandeluge. 1 Vergl. nr. 338. 2 Nach der Siegellegende Sigelmus. 3 Nach der Legende Johannes. 4 Nach der Legende Conradus thesaurarius. Str. II. 43 338 1319 nanten unsere ingesigele mit des vorgenanten unsers herren . . des bisschofes von Strazburg ingesigel an disen brief gebenbet. der wart gegeben an dem fritage nach dem meyetage in dem jare, do men zalte von gotz gebürte druzehen hundert jar und nünzehen jar. S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 76 or. mb. c. 6 sig. pend. 383 Johannes XXII papa mandat decano ecclesie sancti Petri junioris Argenti- nensis, quatinus ea, que de bonis monasterii de sancto Marcho extra muros Argen- tinenses ordinis sancti Augustini sub cura fratrum ordinis predicalorum viventis alienata invenerit illicite vel distracta, ad jus et proprietatem ejusdem monasterii legitime revocare procuret 1 . «dilectarum in Christo filiarum». datum Avinione 6 kalendas julii pontificatus nostri anno tertio. 1319 Juni 2G Avignon. II aus Straßb. Hosp. A. lad. 89 fase. 17 or. mb. Bulle an Hanfschnur abgefallen. Auf dem Bug rechts Schreibervermerk G mit Haken darüber, darunter n Ray. Auf der Bückseite Theodericus de Reys. 384. Schultheiß, Meister und Rath der Stadt Schlettstadt beurkunden, daß ihre Bürget' Otto an dem Kornmarht und sein Bruder Heinzelin sich für ihren Vetter Meister Walther von Schlettstadt der Stadt Straßburg verbürgt haben. 1319 Juli 25. Wir Heinrich Watleier ein ritter von Eckerich schultheisze . . der meisler und der rät von Sletzstat tunt kunt allen den, die disen brief sehent oder horent lesen, daz Otte an dem Kornmerket und Heintzelin sin bruder unsere bürgere vor uns waren! in unserme rate und globetent und sint schuldig worden unverscheidenlichen vur sich und alle ir erben bi guten truwen ane alle geverde, waz schaden meiste Walther von Sletzstat ir vetler tete oder schuhe getan mit gerillte oder ane gerächte oder in kein andern weg ane alle geverde den erbern und den bescheiden . . dem meistere dem rate oder deheime andern bürgere von Strazburg, domite men sie zü kosten oder zu schaden brehte, umbe daz sie den selben meister Walthern gevangen hettent 2 , mit gerächte oder ane gerihte abe zu tunde, zü geltende und uf zü rihtende ane alle geverde. und des zü eime urkunde harr wir unsere stete ingesigel durch ire bete an disen brief gehenket. der wart gegeben an der mittewochen nach sante Marien Magdalenen tag in dem jare, do men von gotz gebürte zalte druzehen hundert jar und nunzehen jar. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. Gut erhaltenes Stadtsiegel von Schlettstadt. 5 io 15 20 25 30 1 Vergl. nr. 244. 2 Vergl. nr. 385. 35 1319 M 385. Der Straßburger Hofrichter beurkundet die Urfehde des Straßburger Bürgers Meister Walther von Schletistadt. 1319 Juli 28. Coram nobis . . judice curie Argentinensis constitulus magister Waltherus de Slelzstat civis Argentinensis, non vi nee metu coactus vel aliqua sagacitate ad hoc s inductus vel illectus, sed sponte libere et ex certa, ut asseruit, scientia abjuravit per juramentum coram nobis corporaliter prestitum ab eodem urvühte, et quod per idem juramentum . . magistrum . . . consules vel aliquem civem seu incolam civitatis Argentinensis occasione captivationis seu detentionis, qua idem magister Waltherus per ipsos . . magistrum et consules detentus fuerat, seu occasione judicii et dampni io cujuscumqueprefato magistro Waltheroper eosdem . . magistrum et . . consules qua- litercumque illati, cum judicio vel sine judicio debeat occupare dampnificare impe- tere impedire molestare vel inquietare nec occupari dampnificari impeti impediri vel molestari aut inquietari procurare per se vel per alios quoquo modo, in judicio vel extra, imposterum vel ad presens, fraude dolo et captione quibuscumque penitus 15 circumscriptis. renuntiavit super hiis jam dictus magister Waltherus omni actioni petitioni et requisitioni eidem magistro Walthero ex causis et casibus premissis com- petentibus contra . . magistrum . . consules et universos cives ac incolas predicte civitatis, item exceptioni doli mali, in factum actioni omnique juris auxilio canonici et civilis, consuetudinibus et statutis tarn publicis quam privatis, legique dicenti 20 renuntiationem valere minime generalem, exceptionibus et defensionibus aliis quibuscumque, quibus contra premissa vel aliquod premissorum in judicio vel extra imposterum vel ad presens venire posset quomodolibet aut juvari. et in hujus rei testi- monium sigillum curie Argentinensis ad instantem petitionem sepedicti magistri Waltberi presentibus est appensum. actum 5 kalendas augusti anno domini mille- 25 simo tricentesimo decimo nono. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. 386. Meister und Rath der Stadt Straßburg setzen den Schultheiß Nicolaus Zorn zum Mnnzmeister auf zehn Jahre ein. 1319 August 20. Wir Götze von Grozstein der meister und der rat von Strazburg tunt kunt allen so den, die disen brief gesehen! und gebären! lesen, daz wir verjehent, daz her Niclawes Zorn der eitere der schultheisze munszemeister sin sol über die münze dise nebesten zehen jar, die men geköffet bet umbe den erbern herren von gotz gnaden bisschof Johannesen von Strazburg 1 , unde daz er die selbe münze behüten und bewaren sol dise selben zehen jar, als men sie von alter her behütet und bewert 35 bet, also doch, daz men yme den zehenden pfenning geben sol von dem slegeschatze, wenne die leben von dem vorgenanten slegeschatze verrihtet werden!, und nüt e, ane alle geverde. er sol öch rihten, als ein munzemeister von alter 1 Vergl. nr. 360 und nr. 379. 340 1319 her gerihtet bet von der münze, und sol och sine beszerunge haben und nemen dovon, die ein munszemeister billichen nemen sol und die yme vallen sullent, ane alle geverde. daz diz war und stete si, darumbe haut wir unserre stette ingesigel gehenket an disen brief. der wart gegeben an dem mentage vor sante Bartholomeus tage des zwelfbotten in dem jare, do men a von gotz gebürte zalte drüzehen hundert jar und nünzehen jar. herane warent wir her Götze von Grozstein, her Reinbold Süsze b der junge, her Walther Spender und her Rülin Rülenderlin die vier meistere u. s. w. folgt der Rath. S aus Straßb. St. A. AA art. 43 or. mb. c. sig. pend. S 1 coli. ibid. or. mb. c. sig. pend. 387. Münzordnung der Stadt Straßburg über den Werth ihrer Pfenninge. 1319 August '35. Wir Götze von Grozstein der meisler und der rät von Strazburg und ich Niclawes Zorn der eitere der schultheisze und munszemester der vorgenanten stat zu Strazburg tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz wir erlöbent und erlebet hant Niclawese von Roppenheim unserme hütere zu Strazburg, daz er pfenninge hüten sol, do drittehalb Schilling bi der marke si und ir zehen pfenninge und zwei pfunt eine marg wegen!, ane alle geverde bi sime eide, so er beste kan und mag. were ez aber daz die pfenninge yman angriffe, funde men sie denne ahte pfenninge lihter an der swere und nun pfenninge erger an dem silbere, denne als hie vor geschriben stat, daz sol ime nüt schaden in keine wis 1 . er sol öch versuchen die pfenninge, wie dicke er wil und wenne er wil, bitz er sie rehte findet, und sol in darumbe nyman rehtverligen. wil öch ieman die pffen- ninge angriffen, daz sol man tun uffe dem malhüse und e sie abe der münze komen. und wenne sie abe c der münzen kumment, wie sie denne werent, daz sol ime nüt schaden in kein weg. were ez öch daz in die liüsgnoszen oder ieman anders zu rede satte vor dem munzemeistere deheinre dinge, vorder!, er denne hotten von dem rate, die sol men yme geben, und sullent die bi dem münzemeister uffe der münze sitzen und sullent sin reht und sin unreht verhören, und erkennen! die hotten von dem rate, daz men in trengen wolte wider daz reht, so sol ez der rät vur sich ziehen und sullent ez erkennen und rihlen bi dem eide, als sie truwent, daz ez nutze und gut si der stette und der gemeinde von Strazburg, ane alle geverde. und sol dirre brief wem zehen jar. und nach den zehen jaren sol die münze in irme rehte sin und sol öch unsere stat in irme relite hüben ane alle geverde. daz diz war und stete si, darumbe hant wir unserre stette ingesigel und ich der vorgenante schultheisze d min ingesigel gehenket an disen brief. der wart gegeben an dem samestage nach sante Barthelomeus tag in dem jare, do men zalte a ) S 1 rep. jare do men. b) S i Siisze. c) S aber. d) S schutheisze. 5 10 15 20 25 30 35 1 Vergl. nr. 310 u. Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. II, 115. 1319 341 von gotz geburle drüzen hundert jar und nünzehen jar. harane warent wir her Götze von Grozstein, her Reinbold Süsze der junge, her Walther Spender und her Rulin Rülenderlin die vier meistere u. s. w. folgt der Rath. S aus Straßb. St. A. Münzsachen art. 23 nr. 10 or. vib. c. 2 sig. petid. s 388. Bischof Johann und das Domcapitel von Straßburg treffen über Streitigkeiten mit den Bettelorden und mit der Stadt Straßburg bestimmte Vereinbarungen. 1319 September 26 St. Arbogast bei Straßburg. In dei nomine amen. notum sit omnihus literarum presentium inspectoribus, quibus nosse fuerit oporlunum, quod, cum suadente dyabolo in civitate et diocesi io Argentinensi religiosi mendicantium ordinum, qui necdum extranea verum etiam propria cum seculo reliquerunt, voti sui immemores conarentur contra sue religionis decentiam statum cleri secularis deprimere et lacerare detractionibus publicis et occultis ac niterentur aliena rapere et ecclesiarum et clericorum jura etiam parro- chialia exquisitis et illicitis viis et modis contra statuta sacrorum canonum usur- 15 pare 1 , cumque magister et consules ac Universitas civitatis predicte, dei timore postposito, clerum civitatis ejusdem injuste deprimerent et libertatem ecclesiasticam manifeste persecutionis sevitia laniarent, nos Johannes dei gratia episcopus Argen- tinensis attendentes, quod ad nos et ad capitulum ecclesie nostre Argentinensis principaliler et immediate pertinet querere contra premissa remedium oportunum, zo injunximus decano et canonicis ipsius ecclesie, qui tune nobiscum presentes fuerunt, ut die certa et loco congruo, sicut necessitas requirebat et ad eos pertinet, capitulum indicerent ac prelatos et canonicos ipsius ecclesie omnes, qui commode vocari possent, procurarent, sicut consuetum est, fieri evocari ad tractandum et finaliter expediendum, quod pro statu et indempnitate totius cleri et pro conservalione liber- 25 tatis ecclesiastice videretur esse expediens in premissis. sic ergo capitulo statuto et ad hoc specialiter indicto, videlicet feria quarta proxima ante festum beati Michaelis sub anno domini millesimo trecentesimo decimo nono, apud ecclesiam sancti Arbogast! extra muros Argentinenses ac vocatis ad hoc more solilo omnihus, qui debue- runt et potuerunt commode evocari, convenienlibus in capitulo, ut prescriptum est, 3« indicto nobiscum venerabilibus Heinrico de Lupphen decano, Johanne de Ohsenstein scolastico, Hermanne de Tierstein camerario, Cunrado de Kirkele tbesaurario, Hermanne de Geroltzecke cellerario, Rudolphe de Talmessingen, Walramo de Veldentze ceterisque canonicis ecclesie nostre predicte, quorum omnium presenlia tune capitulum faciebat, sollicito et diligenti tractatu inter nos habilo, omnes et 35 singuli unanimi consensu diffinivimus, quod cause omnes et singule inter clerum nostre civitatis et diocesis et religiöses memoratos jam suborle, et quas oriri con- tingeret in futuro, per communes procuratores et communes expensas totius cleri in Romana curia et alibi coram ordinariis et delegatis judicibus ac etiam extra judicium, 1 Vergl. nr. 370. sicut nobis expediens videbitur, rnediante justicia vel amore tractari debeant et de- fendi. item in eodem capitulo est insuper concorditer diffinilum et unanimi omnium et singulorum ibidem presentium consensu nomine totius eapituli ecclesie nostre concessum, quod, si propter jam mota vel etiam que in instanti futuro decennio movebuntur, conlingat nos episcopum predictum vel aliquem successorum nostrorum pro conservatione libertalis ecclesiastice, quam pro totis viribus nostris manutenere promittimus, ut tenemur, extrajudicialem et liostilem guerram magistro consulibus et universitati civitatis Argentinensis vel ipsos nobis econtra movere, possimus pro favore et auxilio nobilium dominorum, de quibus nobis expedire videbitur, conqui- rendis et pro stipendiis necessariis ac quibuslibet aliis necessitatibus armatorum non solum singulis annis, durante guerra hujusmodi, juxta moderationem nostram dis- cretam lempori et possibilitali convenientem collectam seu contribulionem pecuniariam ecclesiis monasteriis et clericis Omnibus nostre civitatis et diocesis imponere et exi- gere cum effectu, verum etiam possimus quelibet bona immobilia ecclesie nostre Argentinensis juxta exigentiam facti nobis ad hoc convenientia usque ad summam tri um milium marcarum argenti ponderis Argentinensis libere et effectualiter obli- gare. ut autem obligationes hujusmodi, quantum fieri poterit, evidenter et bona sic obligata citius absolvanlur, in eodem capitulo ab omnibus nomine eapituli concessum est concorditer ’et statutum, ut durante guerra hujusmodi et post guerram sopitam usque ad redemptionem et plenam liberationem omnium bonorum immo- bilium ecclesie nostre, que occasione ipsius guerre fuerint obligata, fructus et obventiones omnes primi anni beneficiorum curatorum dignitalum personatuum et aliorum beneficiorum ecclesiasticorum quorumeunque in civitate vel diocesi Argentinensi interim vacantium modo quovis nobis vel, si nos cedere vel decedere continget, ei, qui locum nostrum tenebit, guerra durante in subsidium expensarum absolute cedant, salvo tarnen eo, per quod ofSciantes beneficia sic vacantia possint commode sustentari, post guerram vero sopitam fructus hujusmodi in custodiam et cur am trium ca non i- corum ecclesie nostre, qui ad hoc per capitulum fuerint deputati, recipiantur ad redemptionem et plenam liberationem bonorum, sicut premittitur, obligatorum fide- liter impendendi. sic enim ad usus et necessitates predictos beneficiorum vacantium fructus antcdictos exnunc concordi deliberatione prehabita depulamus. est etiam condictum inter nos prelalos et canonicos omnes eapituli supradicti, quod quivis de capitulo nostro juxta requisitionem domini nostri episcopi supradicti vel ejus, qui pro tempore fueril, cum subventione convenienti sibi ad hoc per episcopum facienda onus guerre, quam oriri continget, in se suscipiat taliter exequendum videlicet, quod unus amicorum et consanguineorum consilia et auxilia impetret et procuret, alter ad placita et tractatus concurrat, alius arma induat, et aliis diversis modis omnes et singuli requisiti subveniant, prout cuique vires suppetunt et facultas, hec igitur omuia et singula suprascripta nos Johannes episcopus et nos lleinricus de- canus ac omnes et singuli prelati et canonici supradicti ceterique, qui in memorato capitulo presentes fuerant, contitemur et publice recognoscimus per nos nomine totius eapituli ecclesie nostre in modum prescriptum esse facta et simpliciter absque omni captione et dolo. promittimus ea omnia et singula attendere et servare jura- 10 15 20 25 30 35 40 1319 343 mento etiam super hoc a nobis omnibus et singulis preslito corporali. promisimus etiam nos decanus prelati et canonici omnes et singuli supradicti, quod, si aliquis, quod absit, canonicorum ecclesie nostre predicte absentium ex parte capituli nostri requisitus premissis omnibus et singulis nobis consentire noluerit nec ea ralificare 5 voluerit et jurare, nos autem [contra] illum, cujuscunque Status vel dignitatis fuerit, tamquam fautorem persecutorum libertatis ecclesiastice procedemus, sicut nobis vide- bilur expedire. in quorum oninium testimonium nos Johannes episcopus supradiclus sigillum nostrum, nos vero Ileinricus de Luphen decanus et prelati ac ceteri canonici supradicti sigillum capituli nostri appendi fecimus ad presentes. actum anno io et die superius annotatis. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 3465 nr. 336 cop. cli. sec. XVII. 389. Sühne der Edelknechte Anselm von Berwarstein und Merkelin von Friesenheini mit der Stadt Straßburg. 1310 November 23. Wir Ansbelm von Berwerstein und Merkelin von Vriesenheim sinre swesler 15 sün edele knechte tönt kunt allen den, die disen briet gesehent und gehören! lesen, daz wir vur uns alle unsere erben frünt und alle unsere belfere eine lütere stete sune gesworn hant an den heiligen zü haltende und zu habende ewiglichen und luterlichen mit den erbern und bescheiden . . dem meistere dem rate und den bürgern gemeinlichen von Strazburg und mit allen Iren belfern umbe allen den an erleg und missehelle, so wir mit in gehebet hant untze uffe disen hütigen tag, von der bürge wegen zu Berwerstein 1 * , und globcnt öch bi dem selben eide vur uns und alle unsere erben frünt und belfere die vorgeschribene sune und allez, daz an diseme briete geschriben slat, stete zu habende und fülle zu fürende und nüt darwider zu tünde noch schaffen getan in kein weg ane alle geverde. wir verzihent 25 uns öch vur uns und alle unsere erben frünt und belfere alles des schaden, der uns unsern erben frunden und belfern von den vorgenanten bürgern von Strazburg und von allen Iren belfern geschehen ist, wie er uns geschehen ist, untze uffe disen hütigen tag, und verzihent uns öch aller der anesproebe, die wir an sie hettent und haben möchten!, in deheinen weg genlzlichen und gar ane alle geverde. und so des zü eime urkunde so hant wir unsere ingesigelc an disen brief gehenket 3 und hant öch geholten den erbern herren von gotz gnaden bisschof Emichen von Spire und den edeln herren grave Joffriden von Einingen sinen brüder, daz sie ire inge- sigele mit unsern ingesigeln an disen brief gehenket hant. wir Emiche bisschof zü Spire und wir JofTrit grave zü Einingen verjehent, daz wir durch bette Anshelmes 35 und Merkelins der vorgenanten unsere ingesigele mit iren ingesigeln an disen brief gehenket baut. der wart gegeben an dem ersten fritage vor saute Katherinen 1 Vergl. nr. 372. * Bas Siegel Anselms von Berwarstein zeigt ein Hirschgeweih im Schilde, das ztceite die Umschrift s. Marcwardi de Vriesenheim. 344 1318 tage in dem ja re, do men zalte von gotz gebürte druzehen hundert jar und nAn- zehen jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. 4 sig. pend. Gut erhaltene Siegel. 390. Bischof Emich von Speier, die Grafen Friedrich und Qottfrid zu Leiningen, & Graf Georg zu Veldenz und Otto von Ochsenstein, Landvogt im Elsaß, beurkunden die Sühne Eberhards von Berwarstein mit den Stadien Slraßburg und Hagenau. 1319 December 28. Wir . . Emiche bischof zu Spyr, . . Friderich greve zu Einingen, . . Georige grave zu Veldenze, . . Gotfrid greve zu Einingen und . . Otte herre zu Ohsenstein u> lanlvoget in Elsaze dun kunt allen den, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz . . Eberhart von Berwurzstein hern Johans seligen sune eines ritters von Berwurzstein vor uns het verjehen, daz er vur sich sine erben sine nachkumen und vur alle sine frunt eine luter stete sune het gesworn an den heiligen zu haltenne und zu habende eweclichen mit den erbern und den bescheiden bürgern von Straz- >s bürg und von Hagenowe und mit allen iren belfern, und mit namen mit Anselmen von den Eychen, umb allen den schaden, der ime und siine vater seligen deme vorgenanten widervarn ist uf disen hiutigen dag von den vorgenanten bürgern von Strazburg und von Hagenowe und von allen iren belfern, ez si an der bürge zu Berwurzstein an toden an hüten an gevanenisse an gutem an roube an brande, 20 oder wie er in widervarn ist oder von welchen Sachen er in widervarn ist von der vorgesriben getete wegen 1 , und het sich ouch vur sich sine erben sine nachkumen und vur alle sine frunt verzigen des vorgesriben schaden und het sich ouch des vorgenanten schaden eweclich und liuterlich ergeben und in abe gelazen gegen den vorgenanten bürgern von Strazburg und von Hagenowe und gegen allen 25 iren belfern. der vorgenanten.. Eberhard het ouch vor uns gelobet, die vorgesriben ding und disen brief vur sich sine erben sine nachkumen und alle sine frunt stete zu habende und zu haltende noch darwider tun noch schaffen getan in gerilltes wis oder ane gerihte, nü oder hernach, in keinen weg. er het sich ouch herüber verzigen vur sich sine erben sine nachkumen und alle sine frunt alles Schirmes und 30 alles rehtes, ez si geislich oder weltlich, und ouch der gewonheit des landes, da- mite er mohte getun ode kumen wider die vorgescliriben ding und disen brief in keinen weg. er het ouch gelobet mit deme selben eyde und verjehen, were daz er die vorgeschriben sune oder dehein ding, daz da vor geschriben stat, breche oder dawider tete oder schuffe getan in keinen weg ane alle geverde, so sol er meyneidig 35 druwelos und erlös sin und sol darzu alle sine reht verlern hau und sollen sine leben den herren ledig sin. unde des zu eime urkunde han wir . . Emiche, . . grave Friderich, grave Georige, . . grave Gotfrid und . . Otte die vorgenanten 1 Vergl. nr. 316, nr. 359 und nr. 372. 1319 — 1320 345 herren unser ingesigel mit des vorgenanten Eberhardes ingesigel an disen briet gebenbet. ich . . Eberhard der vorgenante verjehe, daz ich alle die ding, die an disem brieve gesriben stant, getan habe und gelobet habe stete zu haltende und zu habende in alle wis, alse da vor geschriben stat, und gelobe sie ouch und disen 5 briet by mime eyde, den ich darumbe getan habe, stete zu habenne und zu hal- tenne ane alle geverde. und des zu eime urkunde so habe ich min ingesigel mit minre herren der vorgenanten ingesigel an disen briet gehenket. der wart gegeben an der kindelin dage in den wihennahten in deme jare, da man zalte von gottes gebürte tusent jar druhundert jar und niunzelien jar. io S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad 17 or. mb. c. 6 sig. pend., quorum 1 delaps. Abgefallen das Siegel des Bischofs von Speier. 391. Die Straßburger Ritter und Schöffen Albrechl Rulenderlin, Reimbold Hü/felin und Johann von Mülnheim beurkunden die Sühne , welche Werner von Pfeltisheim, Hesso und Konrad Pfaffenlapg um die Gefangennahme des letztem iS durch den Grafen Johann von Fürstenberg vor Meister und Rath der Stadt Straßburg beschworen haben. 1320 Januar 28. Ich Olberech Rulenderlin, Reinheit Hüffelin und Johannes von Mülnheim ritter und scheiteln zü Slraczburg tunt kunt allen den, die disen briet sehent unde herent lesen, daz wir dobi worent und solient und hortent, do der edele geisliche herre 2 o brüder Herman von Höchberg do hochmeisster sancte Johannes orden in Thücze- me lande zugege waz, do Wernher von Phettensheim, Hesse Phaffenlab unde Cuncze Phaffenlab, der gefangen waz, swuorent eine süne vor rote und vor meistere von Strazburg, unbe daz der edel juncher grafe Johannes, grafe Egen sün von Fürstenberg, Cünrat Phaffenlab den vorgenanten gelanget het, daz der selbe Wernher, 25 Hesse und Cüntze die vorgenanten dem vorgenniten juncher Johannese noch sime herren sin fatter grafe Egen noch allen irn fründen noch allen irn diener und helffern kein leit süllent tun noch schaffen geton nü noch harnocli in dieheine wis unbe die getot, daz der vorgenante Cuncze Phaffenlab gefangen wart, ane alle geferde. und fürjoch ouch meisster und rat, daz sü die süne stete woltent han unbe 30 die getot ane alle geferde iemerme. und darunbe daz wir die vorgenanten her Olberech, her Reinheit Hüffelin 1 und her Johannes von Mülnheim hiebi waren!, do dis also geschach, als da vor gescriben stat, so han wir unser drüiger inge- sigele gehencket an disen breit. dis geschach an dem men tage vor der leichtemes in dem jare, do man zalete von gottes gebürte drüezeihen hundert jar und 35 zwentzieg jar. F aus Fürstenberg. A. zu Honaueschingen or. mb. c. 3 sig. pend. laesis, quorum 1 delaps. Abgefallen das Siegel Hüffelins. Abschrift des Herrn Dr. A. Schulte. Begest darnach i. Fürstenberg. UB. II, 65 nr. 106. 1 Bitter Beinbold Hüffelin erscheint als Begleiter des Grafen Konrad von Freiburg, dem der Landvogt 40 Otto von Ochsenstein und der Landgraf Ulrich sichres Geleit und Schutz versprechen, falls er nach Straßburg zur Aussöhnung mit König Friedrich und Herzog Leopold komme. 1320 Mai 20 Straßburg. Freiburger St. A. lad. 6 nr. 11 or. mb. c. 2 sig. pend. Gedruckt bei Schreiber UrJc. B. d. St. Freiburg I, 236 nr. 110. Str. II. 44 1320 346 392. Urkunde des Wormser Bürgers Werner Riltirchen über ausstekendes Geld aus seiner Bürgschaft für Straßburger Bürger. 1320 März 1. Ich Werntzeman Rittirchen eyn burger von Wormeze verjehen mich an diesen briven unde dün künt allen den, die sie sehent oder horent lesen, daz mir von de burgschefte dez geldiz, do ich bürge wart erberre herren knethe der burger von & Strazburg, uze stat sehse unde drizig pünt und fünf Schillinge hallere guder undegeber. unde daz selbe gelt sol auch vorbaz me stau ane allen schaden, wan e aber ich dez selben geldes sehese unde drizig punde unde fünf Schillinge haller geweret werden, so verzihin ich vor mich unde vor alle mine erben, die ich nü han oder umer mag gewinne, uffe allen schaden unde anesprache, die ich han odir hatte wider die w stat von Strazburg unde ir bürgere, die hie vore sint gesriben, genczlichen unde feste ane alle geverde 1 . ich verjehen auch me, wellent die vorgenanden herren die burger von Strazburg® nich inberen, so sol ich in eynen eyt mit mines selbes libe swern b , daz mir noch also vile geldes uze ste, also hie vor geschriben stet, unde nach si unvergulden von der nemelichen burgschefte. daz diz stede si unde feste, « so gebin ich diesen brif besigelt mit mime ingesigel zü eyme Steden urkunde, hie bi ist geweset unde bi diesin dingen Hane Jehan Russebacke unde Gunrat von Lustat burger von Wormeze. dirre brif wart gegeben, do man zalle von gols gebürte druzehen hundert jar in deme zwenczegesteme jare an deme sammezdage nach sancte Mathis dage aller neste. 20 S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. 393. Pah st Johann XXII trägt dem Abt von Murbach und den Dekanen der Colmarer und Baseler Kirche auf, die Appellation von Schultheiß, Meister und Rath der Stadt Straßburg gegen den Bannspruch des Probstes von Allerheiligen in Freiburg zu prüfen und zu entscheiden. 1320 April 7 Avignon. 25 Johannes episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . abbati monasterii Mor- bacensis et . . Golumbariensis Basiliensis diocesis ac . . Basiliensis decanis ecclesiarum salutem et apostolicam benedictionem. sua nobis Nicolaus scultetus . . magister et consules civitatis Argentinensis peticione monstrarunt, quod, nobili viro Rudolfo marchione de Baden Spirensis diocesis asserenle, quod David senior dictus Walch 30 et Aron ejus filius judei Argentinenses multa extorserunt et adhuc extorquere nitebantur ab eo per usurariam pravitatem, et quod nobilis ipse contra ipsos super hoc ad . . prepositum monasterii omnium sanctorum in Friburgo per prepositum soliti gubernari Gonstanciensis diocesis nostras in communi forma lilteras impetraverat, ipsosque communiter super hoc petendo, eos ad resti- 35 tuendum sibi sic extorta et ad desistendum ab extorsione hujusmodi usurarum a) S Strzbur. b) swern auf Rasur. 1 Vergl. nr. 396. 1320 347 compesci, dictarum litlerarum pretextu feceral coram eodera preposito ad judicium evocari, et quod idem preposilus, cognitis ipsius cause meritis et juris ordine obser- vato, pro dicto nobili diffinitivam sentenciam promulgarat® et pro eo, quod ipsi judei eidem diffinitive contumaciter parere contempserant, publice inhibuerat, ne aliquis 5 fidelium communicaret eisdem, ac suggerente mendaciter ipsi preposito, quod dicti scultetus magister et consules post et contra inhibicionem hujusmodi dictis judeis communicare presumpserant, idem prepositus ex arrupto sine aliqua cause cogni- cione, quamquam sibi de hujusmodi suggestis aliquatenus non constaret, prout nec constare poterat, cum ea non essent notoria neque vera, in eosdem scultetum io magistrum et consules nominatim excommunicacionis sentenciam contra justiciam promulgavit ipsosque fecit excommunicatos publice nunciari ac nicbilominus in locis, in quibus ipsi scultetus magister et consules propria domicilia obtinent et ad que cos devenire contingeret, quamdiu morarentur, ibidem cessari mandavit penitus a divinis, propter que ex parte ipsorum fuit ad sedem apostolicam appellatum 1 . quocirca 15 discrecioni vestre per apostolica scripta mandamus, quatinus vocatis, qui fuerint evocandi, et auditis hinc inde propositis, quod justum fuerit, appellacione remota, decernatis facientes, quod decreveritis, per censuram ecclesiasticam firmiter obser- vari, testes autem, qui fuerint nominati, si se gracia odio vel timore subtraxerint, censura simili appellacione cessante cogatis veritati testimonium perhibere. quod si 20 non omnes hiis exequendis potueritis interesse, duo vestrum ea nicbilominus exe- quantur. datum Avinione 7 idus aprilis pontificatus nostri anno quarto. S aus Straßb. St. A. AA art. 1398 or. mb. Bulle an Hanfschnur. Kostenvermerk viii darunter. P. de Caim. Schreibervermerk R. mit Schleife und einem Zeichen darüber ähnlich dem übergeschriebenen a, vielleicht Registrata ? darunter Eustach. Dorsualnotiz 25 eingerahmt H. de Herberon. Gedruckt aus dein Briefbuch A fol. 101 d ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 123 nr. 910. 394. Die Speierer Hofrichter beurkunden die Sühne der Wittwe und der Kinder Johanns von Berwarstein mit den Städten Straßburg und Hagenau. 1320 April 10. Judices curie Spirensis. noverinl universi presencium inspectores, quod in nostra 30 presencia constituti honesta matrona domina Güta, relicta quondam Johannis militis de Berwerstein, Johannes custos ecclesie sancti Widonis Spirensis ejusdem domine Güte filius, Burckardus diclus von dem Ilohenhuse miles, Metza ejus uxor legiltima nata ejusdem domine Güte, . . Erppho de Wingarten miles, Susanna ejus uxor legit- tima similiter dicte domine Güte filia, necnon Elizabet domicella nata domine Güte 35 prenotate confessi sunt et publice recongnoverunt, se müsse seu fecisse pacem recon- ciliacionem seu conposicionem, que in vulgari dicitur eine lutere stete süne, infra- scriptam cum viris prudentibus et discretis magistris . . consulibus ac universitatibus civitatum Argentinensis et Hagenogensis Argentinensis dyocesis et cum eorum coad- jutoribus universis et specialiter et nominatim cum Ansheimo de Quercu armigero 2 . a) Die leiden letzten Billen auf Rasur. 40 1 Vergl. nr. 406 und 408. 2 Vergl nr. 316 , 359 , 372 und 390. 348 1320 prefate etiam persone videlicet domina Güta predicta, Burckardus miles von dem Hohen- huse, Melza ejus uxor legillima, . . Erppho miles de Wingarten, Süsanna ejus uxor legittima et Elizabeth domicella per fidem ab ipsis corporaliter prestilam nomine juramen ti, prefatus vero Johannes custos per sacramentum ab eo corporaliter prestitum pro- miserunt coram nobis, quod pacem reconciliacionem seu conposicionem, que vulgariter dicitur eine lutere stete süne, fraude et dolo penitus circumscriptis, habere et teuere vellent cum magistris . . consulibus et universitatibus antedictis ac cum ipsorum coadjutoribus universis, occasione dampnorum gravaminum et Interesse quorum- cumque predictis personis omnibus et singulis ac etiam quondam Johanni militi, marito prefate domine Güte, illatorum per magistros . . consules et universitates et ipsorum coadjutores universos supradictos existencium seu factorum in Castro Ber- werstein, in morte quondam Waltheri nati domine Gute prenotate, in aliis rebus bonis et personis quibuscumque et ex causis quibuscumque usque in hodiernum diem, occasione facti et nomine prelibati, renunciantes prefate persone super pre- missis omnibus et singulis pro se suis heredibus cognatis amicis successoribus seu coadjutoribus ipsorum universis omni actioni peticioni requisicioni seu juri ipsis heredibus suis cognatis amicis successoribus et coadjutoribus ipsorum universis con- petentibus seu conpetituris, excepcionibus et defensionibus quibuscumque, litteris a sede apostolica vel aliunde inpetratis vel inpetrandis, legi dicenti generalem renun- ciacionem non valere, actioni in factum, restitucioni in integrum, qua minoribus vel majoribus aliqualiter subvenitur, omnique juris auxilio canonici vel civilis, con- suetudinibus et statutis quibuscumque et pacis presidio generalis, per que per se seu per interpositas personas directe vel indirecte contra premissa vel aliquod pre- missorum venire possent quomodolibet vel juvari publice vel occulte, in judicio vel extra, in posterum vel ad presens, fraude et dolo penitus circumscriptis, dampna gravamina et Interesse predicta puro corde et pura consciencia adversus . . magistros . . consules et universitates ac ipsorum coadjutores universos antedictos pro se suis heredibus cognatis amicis et universis successoribus remittendo et eis simpliciter renunciando. in quorum evidenciam et probacionem pleniorem nos . . judices predicti sigillum curie Spirensis ad peticionem personarum predictarum presentibus duximus appendendum. datum anno domini millesimo trecentesimo vicesimo, feria quinla post dominicam Quasimodo geniti proxima. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. Umschrift s. judicum curie Spirensis. 395. Der Speierer Bürger Qolschalk Schaf zu der Ecke tritt der Sühne zwischen den Städten Straßburg und Hagenau einer- und Eberhard von Berwar- stein andrerseits bei. 1320 April 10. Ich Gotschalk Schaf zu der Ecke ein burger von Spire gelobe mit guten truwen vur mich und mine kint, die ich han von Susannen selgen hern Burkartez dohter zürne Hohenhuse eins ritterz, und andere mine erben stetde und veste zü habenne lüterlich unde gelrulich die süne, die die erbern wisen lüte die rete und die bürgere 5 10 15 20 25 30 35 40 1320 349 von Strazburg und von Hagenowe vür sich und Anshelmen von der Eychen ein edeln kneht und alle ir hellere ein sile und Eberharten von Berwerstein vur sich und alle sine frunt und hellere ander sile umbe allen schaden und geschiht, die zwüschent in ieweder site biz her beschehen sint, mit enander gelobt und gemailt habent 5 mit brieten 1 2 und ane briete, wie die sune geschehen ist, daz wir niemer dawider kumen mit gerihte oder ane gerihte und die vorgenanten stelle und bürgere, Anshelmen von der Eychen und alle ir belfere darumbe niemer geleidigent anegesprechent noch geirrent in dehein wiz ane alle geverde. und dez zu eime urkunde so han ich min ingesigele gehenket an disen brief. der wart geben, do man zalte von gotes ro gebürte druzehen hundert jar in deme zweinzigisten jare an deme dunrestage nach usgender osterwochen. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. 396 . Der Offizial der Wormser Probslei beurkundet eine Quittung des Wormser Bürgers Werner Ritterchin für die Stadt Straßburg. 1320 April 13. 15 Officialis . . prepositure Wormatiensis tenore litterarum presencium recognoscimus et constare volumus inspectoribus universis earundem, quod in nostra constitutus presencia Wernherus dictus Ritterchin civis Wormatiensis libera voluntate Omnibus actionibus contraversigiis impeticionibus et discensionibus, quas habuit et habere se dixit usque ad datam presencium contra prudentes viros consules ceterosque cives ao omnes et singulos Argentinenses, ac omni juri sibi competenti contra eosdem seu alterum ipsorum occasione discensionum et impeticione earundem renunciavit et renunciat pro se et suis heredibus universis presentibus perpetue penitus et de plano, recognoscens eciam, se pro hujusmodi actionibus impeticionibus et discensionibus neenon jure sibi competenti occasione eorundem ac renunciacione a facta de eisdem 25 triginta sex libras et quinque solides hallensium bonorum in pecunia sibi numerata et soluta a . . consulibus et civibus civitatis Argentinensis et ex parle eorundem recepisse, reddens et pronuncians b consules ac cives Argentinenses universos ab eisdem impeticionibus actionibus neenon pecunia prenotata in biis scriptis liberos et perpetue absolutes in cujus renunciacionis et confessionis sic facte coram nobis pre- 3o sentem litteram ad preces ejusdem Wern/im sigillo officialis prepositure predicte duximus roborandam. datum et actum anno domini 1320 ipsa dominica, qua canlalur Misericordia domini. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. 397 - Sühne des Grafen Johann non Salm mit der Stadt Straßburg. 1320 Juni 1. 35 Wir grave Johan von Kalmen tunt kunt allen den, die disen brief gesehent und gehörent lesen, daz die erbern und die bescheiden der meister der rät und die a) S reounciacioni. S pronunciens. 1 Vergl. nr. 390. 2 Vergl nr. 393. 350 1320 bürgere von Strazburg und wir mit einander lieplichen und gutlieben versünel ver- rihtet und verslichtet sint aller der missehelle, die sie und wir gegen einander gehabet hant untze uffe disen bultigen tag von Michels wegen Lern Albrechtes sün Rülen- derlins, Goszelins von Mollesheim und von Johannes Rapoltzsteines wegen bürgere von Strazburg, und globent die vorgenante sune rihtunge und slichtunge stete zu habende vur uns und unsere erben und alle unsere belfere gegen den vorgenanten bürgern und allen iren belfern, und verzihent uns och vur uns und unsere erben und belfere alles des schaden, der uns und unsern widervarn ist untze uffe disen hütigen tag von der vorgenanten getete wegen von den vorgenanten bürgern von Strazburg und allen iren belfern, ane alle geverde. und des zu eime urkunde so hant wir grave Johan der vorgenante unser ingesigel an disen brief zu rucken gedrucket. datum die dominica post Urbani anno domini 1320. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. lit. pat. c. sig. in verso itnpr. defie. 398. Esgerus archiepiscopus Lundensis Suecie primas, Nicolaus Acridensis, Rustanus Neopatonensis et Mathias Duracensis arcliiepiscopi, Zacharias episcopus Suacenensis, Andreas episcopus Groensis*, Sifridus episcopus Curiensis, Guillelmus episcopus ad partes Tartarorum, Andreas episcopus Terracinensis, Petrus episcopus Narinensis, Guillelmus episcopus Puteolanus, Egidius episcopus Andrinopolensis omnibus vere penitentibus et confessis, qui ad ecclesiam sancti Stephani et ecclesiam parochialein sancte crucis dicte ecclesie annexam ac conjunctam in festivitatibus sancti Stephani, sancte crucis, natalis domini, circumcisionis, epiphanie, ramispal- marum, parasceues, resurrectionis, ascensionis, pentecostes, corporis Christi, sancti Johannis baptiste, apostolorum Petri et Pauli omniumque aliorum apostolorum et evangelistarum, omnium sanctorum ac in omnibus et singulis festis beate Marie semper virginis, sanctorum Laurencii, Vincencii, Nicolai, Martini, Georgii, Jeroniini, Gregorii, Augustini, sanctarum Margarete, Katerine, Marie Magdalene, Agathe, Anne, Agnetis, undecim milium virginum et in dedicacione predictarum ecclesiarum et per octavas earundem festivitatum accesserint, neenon qui ad fabricam luminaria orna- menta reparacionem seu quevis alia dictarum ecclesiarum necessaria manus porre- xerint adjutrices, aut qui in testamentis vel extra aurum argentum vestimenta seu aliqua alia caritativa subsidia dictis ecclesiis legaverint, aut qui corpus Christi vel oleum sacrum, cum infirmis portentur, secuti fuerint, aut qui in serotina pulsacione campane flexis genubus ter Ave Maria dixerint, aut qui cimiteria predictarum ecclesiarum circumierint et pro animabus omnium inibi in Christo requiescencium ora- cionem dominicam cum salutacione angelica dixerint, quocienscunque premissa fecerint, quadraginta dies indulgenciarum de injunctis penitenciis relaxant. «splendor paterne glorie.» datum Avinione 27 die mensis junii, anno domini 1320 et pontifi- catus domini Johannis pape XXII anno quarto. 1320 Juni 27 Avignon. B aus Straßb . Bez. A. H fase. 2632 or. mb. cum 9 sig. pend. partim laesis, partim delapsis. Die Schrift ist zum Theil stark verwischt. In einem Transfix gibt Bischof Johann seine Zustimmung zu diesem Indulgenzbriefe 1320 August 16. a) Unleserlich geworden , ergänzt aus der Siegelbezeichnung auf dem Bug. 5 10 15 20 25 30 35 40 1320 351 399 . König Ludwig ersucht die Stadt Straßhurg, seinem Heere Lebensrnittel zu liefern, tvenn er demnächst ins Elsaß komme, und sichert ihr Schonung zu. 1320 August 27 im Lager lei Landau. Ludowicus dei gracia Romanoruin rex semper augustus prudentibus viris . . magistro . . consulibus . . et universis civibus Argentinensibus fidelibus suis dilectis graciam suam et omne bonum. fidelitatem vestram, qua erga Romanum Imperium viguistis attente, presentibus amonemus, quatenus nostri juris contemplacione, cum partes Alsacie nos visitare contigerit cum principibus et aliis nostris fidelibus 1 , vos nobis et nostris exercitibus victualia pro nostra pecunia ministretis, alias eciam exhibiciones, quas vestra prudencia decreverit, nobis tamquam vero regi Romanorum fideliter exhibendo. pro eo vestris honoribus et commodis nostra celsitudo intendet jugiter cum effectu. scientes pro constanti, quod dampna nulla a nostris vobis penitus inferentur, sed noster adventus ad vestrum bonum pocius ordinabitur sic, quod nobis ad graciarum tenebimini actiones. super liiis vestra sollercia quantocius certitudinaliter nos informet. datum in caslris prope Landowiam 6 kalendas sep- tembris regni nostri anno sexto. \in verso ] prudentibus viris . . magistro . . consulibus et universis civibus Argentinensibus fidelibus nostris dilectis. cop. mb. coaeva. 15 403. Aebtissin und Convent des Klosters Andlau verpflichten sich, die gegen die Stadt Straßburg ervnrkten Processe rückgängig zu machen. 1321 Januar 25. Noverint universi presencium inspectores, quod nos Künigundis divina per- missione abbatissa et conventus monasterii in Andelahe 3 Argentinensis diocesis pro nobis et pro ipso monasterio promittimus et nos tenore presencium nomine so quo supra obligamus, nunquam contra privilegia civitatis Argentinensis eidem civitati et ejus incolis indulta et concessa facere per nos vel per personam interpo- sitam vel hoc fieri procurare, fraude et dolo penitus circumscriptis, promittentes laborare et efficere bona fide una cum . . magistro et consulibus civitatis Argentinensis apud . . cantorem ecclesie Metensis vel ejus subdelegatum, a sede apostolica 25 judicem deputatum in causa appellacionis, interposite ex parte Nicolai sculteti . . magistri et consulum predictorum ad sedem apostolicam a processibus . . decani sancti Theodati Tullensis dyocesis judicis» a sede apostolica ex parte nostra inpe- a) S judice. 1 Von Ch. Schmidt in der Hist, du chap. de s. Thom. p. 246 wird diese Urkunde fälschlich dem ao Jahre 1311 zugewiesen. 2 Am 5. November desselben Jahrs waren diese beiden Canonici von Frobst, Dekan und Capitel zu Schiedsrichtern gewählt worden. Die bezügliche Urkunde im Straßb. Bez. A. G fase. 3465 nr. 337 cop. ch. sec. XVII. 3 Die Aebtissin Kunigunde und der Convent des Klosters von Andlau beurkunden unterm 21. Au- 35 gust 1319 (zistag vor sancte Bartholomens tage), daß sie den Kirchschatz des Klosters, den sie lange Jahre hindurch zu St. Stephan in Straßburg aufbewahrt hatten, unvermindert von dort zurückgenommen haben, or. mb. c. 2 sig. pend. delapsis i. Straßb. Bez. A. H fase. 2626. In diese Zeit wird auch die Excom- munication der Aebtissin Kunigunde fallen, die Bischof Johann von Straßburg pro manifesta offensa über sie verhängt hatte, und in die der Domcanonicus Hermann von Thierstein mitverwickelt wurde, 40 weil er den Verkehr mit ihr nicht abbrach. Vergl. Rosenkränzer Bischof Johann von Straßb. S. 113 (ex cod. ms. nr. 410 d. Wiener Hofbibliothek). Str. II. 45 354 1321 trati promulgatis, processus latos a dicto . . decano sancti Thodati contra Nicolaum scultetum . . magistrum et consules predictos ac dicte civitatis cives alios revocari. insuper renunciamus prosecucioni appellacionis, ex parte nostra interposite ad sedem apostolicam ab interlocutoria . . judicum sancte sedis Maguntine lata in causa appellacionis, ex parte . . magistri et consulum predictorum interjecte ad sedem & Magunlinam predictam ab interlocutoria contra ipsos promulgala a . . judice curie Argentinensis in causa, quam ipsi contra nos intendebant prosequi coram eo. in quorum evidenciam et evidens testimonium singulorum sigillum proprium . . abbalisse necnon sigillum nostrum commune . . abbatisse et conventus predictorum una cum sigillo curie Argentinensis presentibus sunt appensa. et nos . . judex curie Argenti- w nensis, quia premissa coram nobis acta sunt in modum predictum, ideo in testimonium eorundem sigillum curie Argentinensis ad peticionem . . abbatisse et conventus predictorum presentibus duximus appendendum. actum 8 kalendas februarii sub anno domini 1321 a . S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. 3 sig. pend. delapsis. ir> Gedruckt nach dem Briefbuch A fol. 70 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 126 nr. 915. 404. Gerard Herr non Diest und Castellan ton Antwerpen littet die Stadt Straßburg, die Auszahlung eines Legats eines ehemaligen Diester Bürgers zu veranlaßen. 1321 Januar 28. Universis presentes litteras visuris et audituris et specialiter sapientibus viris so judicibus . . scabinis et concilio civitatis Argentinensis Gerardus dominus de Dyist et castellanus Antwerpiensis salutem et omne bonum cum notitia veritatis. cum Johannes dictus Soellaer condam noster opidanus in ultima sui voluntate, qua decessit, duas libras grossorum Thuronensium heredibus suis, qui sibi de jure succedere debent, legaverit de bonis suis distribuendas, prout in littera sigillo curie ss Argentinensis sigillata vidimus super hoc b facta contineri, item voluerit dictus Johannes, ut tres libre grossorum Turonensium Hennekino de Pyron hosspiti de Iloye dentur et presententur Arnoldo de Dorne presbytero, . . Johanni de Ulbeke, . . Thilemano aurifabro et Johanni de Utricht, ut ipsi secundum formam littere preno- minate ordinent de hiis tribus libris dande a dicto Hennekino et presentande, qui 30 quidem heredes predicteque quatuor persone una coram nobis super predictis quinque libris renuntiaverunt, vestram prudentiam humiliter omnique instantia qua possimus deprecamur, quatenus Henytzelinum de Colonia vestrum civem, dicti Johannis condam nostri opidani executorem, ad hoc inducere dignemini, ut preno- minatas quinque libras presentium exhibitori per predictos heredes et quatuor 35 personas deputato velit deliberare, maxime cum nos una cum heredibus prefatisque personis dictum Heyntzelinum et omnes vestros cives super hiis quinque libris indempnes observare promittamus ipsosque integraliter qui tos et liberos clamaverimus, a) In 8 folgt ein Zeichen, das vielleicht als et cetera gedeutet werden darf. b) hoc übergeschrieben. 1321 355 tantum ad hec facturi, ut vobis et vestris ad gratiarum actiones multimodas obligemur. in cujus rei testimonium evidens et munimen sigillum nostrum presentibus duximus apponendum. datum anno domini 1321 die vicesima octava mensis januarii 1 . S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. delapso. 5 405. Meister, Rath und Münzmeister von Straßburg erlauben dem Mümhüter Nicolaus von Roppenheim, leichtere Pfenninge zu schlagen. 1321 Juni 5. Wir Johannes Sicke der junge der meister und der rat von Strazburg und ich Niclaus Zorn der schultheisze und munszemeister zu Strazburg tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! oder gehören! lesen, daz wir erlöbent und erlöbet haut io Niclause von Roppenheim unserme hüter zu Strazburg, daz er sol pfenninge machen, do die marg vier pfenninge lichter si, danne als der brief stät, den er emals besigelt bette über die hüte von . . meistere und von räte und von dem vorgenanten . . münsemeistere, do her Götze von Grozstein meister was 2 , und wurde er angegriffe, als der erste brief stät, so sol er allewege als vil zu sture und zu helfe haben an 15 der marg, als er an dem vorgenanten ersten briefe bat, äne alle geverde. darzü sol ime öch allez daz reht behalten sin, daz an dem selben briefe geschrieben stät, äne alle geverde. daz diz war und stete si, darumbe han wir . . der meister und der rät die vorgenanten unserre stette ingesigel und ich der vorgenante schultheisze min ingesigel gehenket an disen brief. der wart gegeben an dem fritage vor sante 20 Barnabas tag des zwelfbotten in dem järe, do men zalte von gotz gebürte druzehen hundert jar und einz und zwentzig jar. haran waren! wir her Claus Zorn der junge, her Johannes Hunesvelt, her Johannes von Tümenheim und her Johannes Sicke der junge die vier meistere n. s. w. folgt der Rath. iS aus Straßb. St. A. Münzsachen art. 23 nr. 13 or. mb. c. 2 sig. pend., Quorum 1 delaps. 25 406. Per Dekan der Colmarer Kirche, vom apostolischen Stuhl bestellter Richter in dem Proceß der Stadt Straßburg gegen Markgraf Rudolf den altern von Baden, setzt für den Vertreter der erstem einen neuen Verhandlungstermin auf den 18 len August fest. 1321 Juli 29. . . Decanus ecclesie Columbariensis Basiliensis dyocesis judex in causa appella- 30 lionis, quam Nycolaus dictus Zorn miles scultetus, magister et consules civitatis Argentinensis prosequuntur contra nobilem virum dominum. . Rüdolfum marchionem de Baden seniorem Spirensis dyocesis 3 , a sede apostolica delegatus una cum reve- 1 Unter dem gleichen Datum hatten in derselben Sache nahezu in denselben Ausdrücken auch judex scabini et concilium oppidi Dyistensis an die Stadt Straßburg geschrieben. Vergl. Briefbuch A fol. 35 122 a i. Straßb. St. A. 2 Vergl. nr. 387. 3 Vergl. nr. 393. 356 1321 rendis dominis abbate monasterii Morbacensis dicte Basiliensis dyocesis el decano ecclesie Basiliensis ac ab eisdem suis condelegatis in dicta appellationis causa sub- delegatus. anno domini 1321 feria 4 post festum beati Jacobi apostoli hora vespe- rarum prefixa dicto domino marcbioni ad excipiendum in dicta testium et personas productorum contra eum in dicta causa appellationis et ad respondendum ceteris s posicionibus in dicta causa, quibus non erat sufficienter per priorem procuratorem responsum, conparuit dicto termino Fridericus de Wissenburg procurator appellancium procuratorio nomine eorundem, conparuit eciam pro parte adversa Dyeschinus de Columbaria procurator dicti domini marehionis et dictus Dyeschinus porrexit quas- dam excepciones in scriptis, quarum facta copia parti adverse; idem procurator w ipsorum appellancium petivit sibi dari terminum ad deliberandum super dictis August is excepcionibus, quem ei ad hoc prefigimus videlicet feriam terciam post assumpcionem beate Marie virginis. et nichilominus, sicut alias injunximus procuratori partis appellate, ut responderet certis posicionibus, quibus nondum est in dicta causa sufficienter responsum, denuo injungimus, ut dicto termino sufficienter respondeat is sub pena juris Statut! contra recusantes posicionibus respondere, parte adversa dicente, quod hujusmodi injunxio valeat, quantum valere possit, salvis etiam expensis 3 ., que de jure debentur dicto termino. porrecte sunt hee excepciones coram nobis decano ecclesie Golumbariensis predicto b per Dyescbinum procuratorem predictum termino et hora predicto, que sic incipiunt: primo, domine judex, 20 excipiendo proponimus, quod testes producti testificantur in causa propria, cum ipsi sint cives Argentinenses et negocium ipsos coritingat sicut certos cives Argentinenses. preterea ipsi sunt officiati civitatis 0 .et procurator et clerici civitatis pro certis sellariis deputati et allegati d .Argentinensis. insuper testes predicti in dictis suis varii sunt contrarii et singuläres, prout 0 .quibus excep- 25 cionibus sic porrectis respondendum est termino f . S aus Straßb. 8t. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 168 cop. mb. coaeva. Das Stück hat durch Feuchtigkeit stark gelitten. 407. König Ludwig schreibt der Stadt Straßburg in Sachen des Zolls von Germersheim u. A. 1321 September 11 Frankfurt. 30 Wir Ludowicb von gots gnaden römischer chunig, ze allen Zeiten merer dez riches, enbieten e den bescheiden mannen . . dem purgermaister . . dem rat . . und der gemain der pürger von Strazburch unsern lieben getriwen unser huld und allez gut. wann ez noch nicht geendet ist, als ez mit teiding zwischen uns und euch ümb den zoll zü Germersheim herchümen ist, hat uns Blenkelin ewer bote gebeten, 35 daz wir euch die gnade, die wir euch getan haben ümb unser tail dez selbn Zolles, lengern. dez haben wir, daz ir sehet, daz wir alle zeit gerne tun, waz euch liep a) Folgt eine nicht mehr lesbare Stelle von etwa 12-13 Buchstaben, zu erkennen ip.ico. b) predicto fast ganz vermischt. c) folgen etwa 8-12 vermischte Buchstaben. d) folgen etwa 10-15 vermischte Buchstaben. e) folgen etwa 20-30 vermischte Buchstaben, i) folgen etma 20-30 vermischte 40 Buchstaben. g) S enbjj. 1321 357 ist, als verre wir chünnen, die selbn gnade gelengerl auf sande Gallen tag. als ir october /« uns dann darnach enbütet umb daz lant gemainlich auch bei Blenkelin, daz wellen wir auch lazzen sten und sagen sie ietzo a dez Zolles ledich b auf sand Gallen tag, daz ir darümb die weile dester baz ge werben mugt. und vindet ir es dort oben umb s die stat und daz lant gemainlich oder umb die stat alleine, ez sei zu zilen oder ewiclicb, und daz euch daz versichert wirt, also wellen wir ez euch auch versichern, und waer daz hertzog Leupolt ablazzen wolt und die diener nicht, wolt er euch danne helfen auf seine diener, die dez wider weren, daz wellen wir auch tön euch gein unsern dienern, ir habt uns enboten umb den bischof von Spire, daz er unser io diener sei und naeme zoll, daz ist war: er ist unser fürste und hat seine lehen von uns enpfangen und erchennet uns für seinen herren; doch hat er uns in drein oder vier jaren nicht vil gedient, daz ist schült, daz wir im nicht gar vergolten haben, daz wir im schuldich sein, davon wizzen wir nicht, ob wir sein gewaltich mügn sein, wie aver dem sei, so wellen wir an geverde im darumb schreiben und allez 15 daz datzo tun, daz sich fügt, wizzet auch, daz der von Veldentz zu uns chümt. mit dem wellen wir reden, ob die diener dort oben ablazzen, daz er c auch ablazze sein tail dez Zolles, ümb Burchheim ewern pürgern wellen wir die bürchman und die pürger von Oppenheim besenden und wellen allen unsern fleiz datzo legen bei in und macht, daz er ledich werde, ez chümt auch grafe Gerlach von Nazzowe nü 20 zu uns, mit dem wellen wir schaffen umb einen laengern fride. alle zeit sein wir berait ze tun an allen Sachen, waz euch liep ist. der brief ist geben zu Franken- fürt an dem freytag nach unser frowen tag der letzern in dem sibenden jare unsers riches. [in verso] den bescheiden mannen . . dem pürger- 25 maister . . dem rat . . und der gemain der pürger von Strazbürch unsern lieben getriwen etc. S aus Straßb. St. A. AA art. 75 or. mb. lit. cl. c. sig. in verso impr. deleto. Spuren des großen gelben Königssiegels. Das Stüclc scheint rescribirt zu sein. 30 Gedruckt darnach bei Wencker Coli. arch. p. 366 nr. 6. — Böhmer M. Lud. nr. 4SI. 408. Markgraf Rudolf der altere von Raden verzichtet der Stadt Straßbnrg gegenüber in Sachen der Juden auf den richterlichen Spruch und alle seine Forderungen, behält sich aber sein Recht gegen die Juden vor. 1321 October 31 Baden. Wir Rudolf von gotz gnaden der eller marcgrave und herre von Baden tunt 35 kunt allen den, die disen brief gesehent und hürent lesen, daz wir daz gerihte, daz do getan hat. . der probest von allen heilgen zu Friburg von unsern wegen gegen den erbern und den bescheiden . . dem meister hern Glauwese Zorn dem schultheizzen . . dem rate und den bürgern zu Strazburg darumbe, daz men dem vorgnanten probeste seyte, daz unser boten nüt getörsten des vorgnanten rihters 40 al ln ietzo steht das o über z wie in datzo. b) sagen—ledich ist über geschrieben. c) er übergeschrieben. 358 1321 brieve öugen und entwerten von unsern wegen gegen Davide dem juden und sime süne Aaron in der stat zü Strazburg vor den vorgnanten bürgern von Strazburg 1 , und umbe andern gezig, als stat an des vorgnanten rihters manunge, die er tet gegen den vorgnanten bürgern von Strazburg, abelaszent untze uffe disen hütigen tag und öch, waz schaden wir dovan gehebet han untze uffe disen hütigen tag, und verzihent uns ouch gegen den vorgnanten bürgern von Strazburg des vorgnanten gerihtes und des vorgnanten schaden elleclichen und gar ane alle geverde von der vorgnanten gezige und getete wegen, doch mit solicher bescheidenheit, daz uns dirre brief an unserm rehte kein schade sol sin gegen den vorgnanten juden, wände uns söllent allü unseru reht gegen in behalten sin und gegen allen den, die in gegen uns darumbe beholfen sint, ane allü geverde. und des han wir der vorgnante marcgrave Rudolf der eher herre von Baden den vorgnanten bürgern von Strazburg zu eim offen ürkünde gegeben disen brief besigelt mit unserm inge- sigel über rucke her uf gedrucke. dirre brief wart gegeben zu Baden an aller heilgen abent, do men zalte von gotz gebürte drüzehen hundert jar und zwentzig jar und ein jar 2 . S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. lit. pat. c. sig. in verso impr. defic. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 151 b ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 126 nr. 916. 409. Beschluß des St. Peterscapitels über die Verwaltung des von seinem Probste Hugo ihm vermachten Legats. 1321 November 12. Quia nos Nicolaus prepositus, Getzo decanus totumque capitulum ecclesie sancti Petri Argentinensis nuper statuimus et statutum liujusmodi Inter alia statuta nostra jurata reponi fecimus, ut portiones absentium canonicorum et distributionum quoti- dianarum in matutinis missis et vesperis dividendarum non presentibus nec aliquorum privatis usibus sed communibus capituli nostri utilitatibus cedere habeant, illarum vero distributionum, que in singulis prime tertie sexte et none horarum officiis ex pia dispositione quondam Hugonis prepositi nostri distribuuntur 3 , portiones absentium in redditus ampliores pro augmentanda dispositione hujusmodi converti debeant, statuimus, ut a statuta predicta circa dictas absentium portiones per nos edita nomi- natim per quemlibet in canonicum ecclesie nostre inantea recipiendum jurentur, ne lila, que nostris singularibus usibus sponte subtraximus, successores nostri non sine gravi ecclesie nostre dispendio ex machinatione quacunque sibi valeant imbur- sare, adjicientes insuper, ut b de mente dicti statuti circa portiones absentium ex a) B et. b) B et. 1 Vergl. nr. 393 und nr. 406. 2 In demselben Jahre , am 29. April (Mittwoch vor St. Walpur gistag), hatte zu Straßburg Markgraf Rudolf von Baden, Hesso’s Sohn sich verpflichtet, Berthöld von Selingen, einem Straßburger Bürger, hundert Pfund Haller bis zum 13 lcn Mai, bis zum St. Gangolfstage, zu zahlen, widrigenfalls sich zum Einlager in Straßburg zu stellen, or. mb. c. sig. pend. laeso i. Karlsruher G. L, A. Baden Generalia, gedruckt darnach bei Schöpflin Hist. Zaring-Bad. V, 372 nr. 227. 3 Vergl. das Testament des Frohstes Hugo i. TJB. III, 259 nr. 853. 5 io 15 20 25 30 35 40 1321 359 dispositione dicti quondam domini prepositi provenientes in augmentum dicti sui a legati, ut premittitur, convertere debeant nec in aliquot alios usus quoscunque $ quovis colore quesito convertere b , preterquam in emptionem et augmentationem reddituum remedii anime ipsius quondam domini Hugonis prepositi cedendorum, 5 nisi aliqua bona ad ipsum legatum spectanda de novo plantari vel sterilia ad culturam redigi oporteret. impense 0 enim, [que] circa hoc faciende sunt, emptiones reddituum dictum legatum amplient et augmentent. ideoque tales impense de dictis portionibus possunt fieri absque nulla transgressione ipsius staluti, eo tarnen salvo, quod nun- quam de hujusmodi bonis plantatis d vel ad culturam redactis capiamus fructum io aliquem inter nos distribuendum. impense ipse ad truncum, ubi exposite sunt, plenarie reponantur 1 . et hoc presens statutum inter alia statuta nostra jurata fecimus signari. actum in crastino beati Martini episcopi anno domini 1321. B aus Straßb. Bes. A. G fase. 4903 Statutenbuch v. St. Peter fol. 43. Schlechte Abschrift des 16. Jahrhunderts. 15 410. Ritter Wilhelm non Dorsweiler verpflichtet sich, der Stadt Straßburg in ihrem Kriege gegen Walther von Schaffolsheim gegen die Zahlung von dritthalb hundert Mark Silber beizustehn. 1321 December 6. Allen den sie kunt, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz ich Wilhelm von Dorneswilre ein rilter verjehe an disem gegenwertigen briete, das mir 20 die erbern und die bescheiden der meister der rat und die bürgere von Strazburg gegeben hant und ich sü öcli empfangen han von in drittehalp hundert marcke Silbers luters und lötiges des geweges von Strazburg, und bin darumbe ir heiter worden, und globe bi dem eyde, den ich minen herren getan habe, in zu helfende und zu dienende getruwelichen mit zehen ritenden mannen in mime kosten den 25 krieg uz, den sie hant mit Welthere von Schaftoltzheim und mit allen sinen belfern, die er ietzent het oder harnach gewinnet, oder waz von dem vorgenanten kriege ufstat oder waz den selben krieg irüret, an alle geverde. ich globe öch bi dem vorgenanten eyde, geschehe das die vorgenanten bürgere von Strazburg oder ire seidenere oder ire belfere riten weiten! uf den vorgenanten Weither oder sine so belfere, wenne sü mir das embietent, so wil ich in als erberliche zu helfe körnen über die vorgenanten zehen man, als es minen eren wol anstät. bedürfen! öch die vorgenanten bürgere von Strazburg minre helfe jensite der steigen, so globe ich in zü helfende mit aller minre mäht, die ich erzügen mag, an alle geverde. ich globe öch den vorgenanten bürgern von Strazburg bi dem vorgeschriben eide, in und 35 irme gesinde und iren belfern mine vestenen uf zü tünde, und wil sü laszen druf und drabe riten, die wile der vorgenante krieg wert, doch mit sölicher bescheiden- a) B seu. b) B convertendos. c) Wohl que zu ergänzen. Bie Stelle ist stark verderbt. d) B plantatur. 40 1 Vergl. nr. 450 und nr. 473. 360 1321 heit, waz sü oder ir gesinde oder ire heitere bi mir verzerent des minen, daz sü mi r daz gelten nach bescheidenlichen dingen, wellent aber sie ir güt oder ire pfen- ninge selber zeren, des sol ich in wol günnen. were och das den vorgenanten bürgern von Strazburg deheine minre vestene fügete, wenne sie ez denne an mich vordernt, so globe ich bi dem vorgenanten eyde in die vestene zu entwurtende, die sü denne an mich vordernt, daz sie die habent und ir gesinde duffe haben!, die wile der vorgenante crieg wert, mit sölicher gedinge, wenne sü mir die vorgenante vestene werdent wider entwirrten, daz mügent sie tün in dem vorgeschritten kriege oder so er ein ende nimmet, so süllent sie sü mir wider entwurten und alle die ding und den rät, die und den sie duffe fundent, oder aber der dinge und des rätes wert nach bescheidenlichen dingen än alle geverde. was ich mine dienere oder mine belfere in dem vorgenanten kriege anders schaden nement oder littent, den schaden sint die vorgenanten bürgere nüt schuldig mir oder in uf zu richtende, sü woltent es denne gerne tün. würdent sich öch die vorgenanten bürgere sünende mit dem vorgenanten Welthere und mit sinen belfern, so süllent sie mich und mine diener nemen in die selbe süne. und sol ich in und wil in der selben süne gefolget sin än alle geverde. und des zu eime urkünde han ich der vorgenante . . Wilhelm von Domeswilre min ingesigel an disen brief gehencket. der wart gegeben an sant Nyclauses dage in dem jare, do men zalte von gotz gebürte drützehen hundert jar und eins und zwentzig jar. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 111 b mit der Ueberschrift: daz her Wilhelm von Dornswilre der von Strazburg heiler wart umbe drithalphundert marg Silbers. 411. Ritter Wilhelm von Dorsioeiler bittet die Stadt Straßburg , die ihm geschuldeten drittlialb hundert Mark Silber an seinen Neffen Symund Krieg auszuzahlen. 1321 Becember 7. Den erbern und den bescheiden der burger meister und deme rade von der stat von Strasburg enbuethe ich Willem ein ritter von Dorswilre mienen dienest und waz ich gudez mach. die drithalp hundert marg, die ir mir gen sölent 1 , da bitte ich uch, daz ir sie gebent hern Symönt Orige miene nefen. und wez ir ieme dez gebent, daz sagen ich üch gütlichen lidich und sint sin wolgeweret von mir und den minen. und diz zü eime urkunde so han ich min ingesigel an diesen brief gehenket, der da wart gegeben an deme nesten dage nach sancte Niclawez dage, da man schalede von gottez geburthe duzent druhundert und einz und zewenzich jar. S aus Straßb, St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. Siegellegende : Guillermi de Dorssewilre mil[itis]. 5 10 15 20 25 30 35 1 Vergl. nr. 410. 1321 361 412 . Ritter Symund Krieg von Hochfelden quittirl der Stadt Straßburg über dritthalb hundert Mark Silber. 1321 December 10. Allen den si kunt, die disen brief gesehent und gehorent lesen, daz ich Symunt Crieg von Hochfelden ein ritter emphangen habe von den erbern und den beschei- s den . . dem meistere dem rate und den bürgern von Strazburg von hern Wilhelmes wegen von Dorneswilre eins ritters dirtehalb hundert marke Silbers luters und lotiges des geweges von Strazburg und sü mir die vorgenante dirtehalb hundert marke gewegen und gegeben haut von hern Wilhelmes wegen des vorgenanten, und verjehe daz an diseme gegenwärtigen briete, und des zu eime urkunde bau ich io min ingesigel an disen brief gehenket. der wart gegeben an dem ersten dunres- tage vor sante Lucien tage in dem jare, do men von gotz gebürte zalte drüzehen hundert jar und einz und zwentzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. Das dreieckige, sehr kleine Siegel zeigt einen Adler im Felde, von der Umschrift zu erkennen ; 15 s. Simundi Creic .. 413 . Ritter Nicolaus Zorn, Schultheiß zu Straßburg, gelobt dem Bischof Johann Treue und gute Amtsführung. 1321 December 14. Ich Nyclawes Zorn ein ritter schultheisze zu Strazburg 1 vergihe dienliche unde tü kunt mit diseme gegenwärtigen briete allen den, die in lesent oder hörent 20 lesen, daz ich mime herren bischofe Johannese von Strazburg mit güten truwen ane alle geverde gelobet habe unde gesworn zü den heilgen, daz ich ime holt unde getruwe si unde zü aller zit an allen Stetten, da ich bin, sin ßre werbe unde sinen schaden wende, so vil ich mag, mit mir selben unde mit minen fründen. ich sol öch mit deme gerihte, daz er mir bevolhen hat, allen lüten rehte tün unde daz 25 schultheiszenambaht unde öch sin geistlich gerihte ieweders in sime rehte unde in sinen 6 ren behalten, darzü sol ich mich annemen, so verre ich mag, zü schirmende unde zü vürdernde, waz in oder deheinen sinen phaffen oder sin gesinde oder iemanne anders, der daz bistüm anhöret, angät, swenne es oder wie dicke an mich gevordert würt. ich sol öch dem buregraven von Strazburg zü sinen rehten unde 30 er mir dawidere zü den rehten, die min schultheiszenambaht anhörenl, wir bede einander mit güten truwen, so verre wir mügent, beholfen sin zü behaltende unde zü schirmende ane alle geverde. alse sülen wir öch bede tün zü allen andern rehten, die daz bistüm zü Strazburg oder ieman von des bistümes wegen in der stat zü Strazburg oder uszewendig hat, es si an münszen, an zolle oder wie es 35 anders genemmet si. swaz öch ich der vorgenante schultheisze von mime ambahte von des bistümes wegen iemanne tün sol, daz sol ich rihtecliche tün ane alle Widerrede, unde zü eime urkunde aller dirre vorgeschriben dinge ist min ingesigele 1 Sein Amtsvorgänger, der ältere Nicolaus Zorn, muß im November oder in den ersten Tagen des December 1321 gestorben sein. Str. II. 46 362 1321 — 1322 au disen brief gehenket. der wart geben an dem mentage nach sante Lucien tag des jares, da man zalte von golz gebürte drüzehen hundert unde eins unde zwenzig jar. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 336 or. mb. c. sig. pend. laeso. Dorsualvermerk von einer Hand des 14 ten Jahrhunderts: Nicolaus Zorn miles obligat se ad hec contenta Jo- [hanni] episcopo, cum sibi scultetatus concessus fuit. Gedruckt darnach bei Bosenkränzer Bischof Johann v. Straßb. S. 97. 414 . Meister und Rath der Stadt Straßburg setzen Gölz von Grostein zum Münzmeister ein. 1322 Februar 17. Wir Lentzelin der meister und der rat von Strazburg tunt kunt allen den, die disen brief gescheut und gehörent lesen, daz her Götze von Grozstein munszemeister sin sol über die munsze zu Strazburg hinnen fürder, nutze die zehen jar uzkomment, die wile dise munsze weren sol, die wir köftent umbe den erbern herren von gotz gnaden bischof Johannesen von Strazburg die vorgenanten zehen jar 1 , und sol daz vorgenante munszemeister ambacht haben die jar, die wir noch vor uns habent von den vorgenanten zehen jaren, uffe der vorgenanten munsze von des vorgenannten köffes wegen in alleme rehte und in allen dingen, als wir daz vorgenante ambacht luhent liern Claus Zorne dem schultheiszen seligen und er ez öch von uns bette, als an dem briefe stat, den der vorgenante her Claus Zorn der schultheisze selige bette von uns über daz vorgenante ambacht besigelt mit unserre stette ingesigel 2 . daz diz war und stete si, darumbe haut wir unserre stette ingesigel an disen brief gehenket. der wart gegeben an der mittewochen nach sante Valentines tag in dem jare, do men zalte von gotz gehurte drüzehen hundert jar und zwei und zwentzig jar. haran warent wir her Wetzel Broger, her Lentzelin, her Gosze Engelbrecht und her Fritscheman von Tunlzenheim u. s. w. folgt der Rath. S aus Straßb. St. A. AA art. 43 or. mb. c. sig. pend. Gedruckt aus dem Briefbucli A fol. 199 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 127 nr. 918; Levrault Essai sur l’anc. monn. de Strasb. p. 441. 415 . Meister, Rath und Münzmeister von Straßburg setzen Gößelin Knobloch zum Miinzhilter ein. 1322 Februar 17. Wir Lentzelin der meister und der rat von Strazburg und. ich Götze von Grostein münszemeister der vorgenanten stat zu Strazburg tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz wir Göszelin Clöbelöchen unsern hüter gemäht haut zu Strazburg über die münsze und ime die selbe hüte befohlen hant in allem dem rehte und in allen den gedingen, alse die selbe hüte meister und rat und her Glaus Zorn der schultheisz selige, der zü den ziten münszemeister waz, befulhent Nyclause seligen von Roppenheim, und er öch darüber briefe bette besigelt 5 10 15 20 25 30 35 1 Vergl. nr. 360. 2 Vergl, nr. 386. 1322 363 mit unserre stetle ingesigel und mit hern Glaus Zornes seligen dez vorgenanten schultheiszen und münszemeisters ingesigel 1 . daz diz war und stete sie, darumbe hant wir der meister, der rat von Strazburg unserre stette ingesigel und ich Götze von Grostein der vorgenante münszemeister min ingesigel gehencket an disen briet. 5 der wart gegeben an der mitwochen nach sant Valentins dag in dem jare, da men zalte von gotz gebürte drützehen hundert jar und zwei und zwentzig jar. heran warent wir her Wetzel Broger u. s. w. folgt der Rath. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 199 b mit der Ueberschrift: daz Göszelin Clobelftch dem hftter befolhen ist, über die münsze zft hütende, alse ez Claus von Roppenheim io befolhen waz. 416- Erzbischof Matthias non Mainz und die Städte Mainz, Straßburg, Worms, Speier und Oppenheim schließen einen Landfrieden bis zum St. Georgstag übers Jahr. 1322 April 3 Worms. In gotz nammen amen, wir Mathis, von gotz gnaden und dez heilgen stüles 15 zu Rome erwelt zu dem erzebischlüm dez heilgen stüles von Menze, und wir die rele und die gemeine bürgere von Mentze, von Strazburg, von Wormzen, von Spire und von Oppenheim tunt kunt allen den, die disen briet anesehent oder gehören! lesen, daz wir ane habent gesehen groszen gebresten und fruhtberigen nutz und ansihtige notdurft der lute und dez landes gemeinliche und hant einen lantfriden 20 gemailt, alse hienach bescheiden ist : von der Leberahe obernthalp Strazburg die rillte herabe biz zu Bingen uf dem Ryne und iewedir site dez Rines drie milen uf dem lande; da inne sülent sin Ringe und die zwei dörfer Beckelnheim und Sobern- heim ane alle geverde. und da zwischen! den vorgenanten ziln sol men alle unrelite zölle abetün uf lande und uf wassere ane die geleite, die der . . bischof von Spire 25 und die . . marggraven von Baden und der . . grave von Nassöwe nement uf dem lande, als ez alle zit lit. und die allen zölle sülent vürliben uf dem Ryne, als ez von alter her ist kommen, ane alle geverde. öch ist geret und überkommen, daz man uf wassere und uffe lande schirmen unde weren sol in den vorgenanten zilen allen röp, allen brant, alle gevencnüsse und allen gewalt, die den widervarent wider 30 demme rehten, die zu diseme lantfriden gehören!, und allen köflüten und allen güten lüten, die in disen ziln ritent oder varent ungeargwenet, ane alle geverde. were aber daz ieman in disen ziln sehsse, es si wer er si, ane geistlich orden, die zü disem friden nüt helfen wollen!, alse die stette sü hiessent, den sü gesessen sint, die sülent öch des friden niht genieszen. were öch daz iemanne in disen ziln 35 dekein schade geschehe, alse da vor geschrieben ist, der, der da geschadiget wir! odir ieman von sinen wegen, sol es der nehesten stette öegen unde clagen. und sol die stat den schaden ervaren. und bevindet die uf den eit, daz er geschadiget ist wider dem rehten, so sol sü endelichen und ane verzog darzü tun, daz ez gerihtet werde uf den eit. und wellen! sie, so mügent sie ie die nehesten herren 1 Vergl. nr. 310 und nr. 387. 364 1322 unde stette, die zu disem friden gehörent, darzü manen, daz es gerihtet werde, und sülent öch die endeliche darzü bevolhen sin uf den eit ane alle geverde. es ist öch geret, daz dekein herre noch keine stat, die zu disem friden gehörent, nüt gebunden noch schuldig sint zu helfende wedirme künige noch dekeime herren von disem friden, sie tügent ez denne gerne, ane geverde. were öch daz ieman darüber diende den kunigen oder den herren, geschehe dem oder den dekein schade, den sol men nüt beholfen sin von diz frides wegen noch ist es nüt gebunden, man tüge ez denne gerne, ane alle geverde. öch ist geret und usgetragen, was untz her geschehen ist, daz wir darzü von diz friden wegen niht gebunden sint. were aber daz ieman, es were herre oder stat, von diz friden wegen geschadiget würde nü oder hienach, demme odir den sol men beholfen sin uf den eit also lange, uncz daz im widertan werde, also da vor geschriben stat, ane alle geverde. were öch daz dem vorgenanten erwirdigen herren hern Mathis erwelte zü demme erzebisch- tüm von Menze kein unreht geschehe in den vorgenanten ziln mit allen den artikelen, alse vor geschriben stat, und ist er denne innerthalp zehen milen hi deme Rine, so im der schade geschilit, klaget er es denne den stetten mit sinen brieten oder mit sinen hotten, die er darzü bescheidet, unde nimmet daz uf sine truwe und uf sine ere, daz imme unreht geschehen si, so sol men im beholfen sin, alse da vor geschriben stat. were aber daz, daz er von dem Rine usserthalp zehen milen were, swenne imme daz unreht widerfüre, so mag der . . burggrave von Starkenberg, der vitztum von demme Rine, und der liöbetman, den er darzü gesetzet hat, wer der ist, zü Menze invaren vür den rat und sülent demme künden und bewisen uf irn eit daz unreht. so sol der vorgenante rat daz gelöben und in darzü beholfen sin. und bi welre stat daz unreht allernehest geschehen, die sülent sü darzü manen, alse da vor geschriben stat, ane alle geverde. were öch daz er usser lande were, so sülent die vorgenanten sin ambahtlüte oder andere, die er darzü setzet, den stetten zü disem friden beholfen sin, alse verre der vorgenante herre schuldig und gebunden ist ze tünde, wenne sü dazü gemanet werdent oder ez sus bevindent uf den eit, alse da vor geschriben stat, ane alle geverde. öch ist geret, daz ein iege- liche stat der vorgenanten stette ein iegelichen güten man, er si wer er si, ritter kneht pfaffe odir orden, die in disen vorgenanten zieln gesessen sint, enpfahen mügent zü disem friden mit allen den gedingen, alse da vor geschrieben stat, alse sü uf irn eit wenent, daz ez dem friden nütze und güt si, ane alle geverde, ane herren. ob men die enpfahen wil, so mügent die von Strazburg ir landes herren enpfahen zü diseme friden, die sü wenent uf irn eil, daz sü zü diseme friden nütze und güt sint; aber die andern niedern stette Menze, Wormze, Spire und Oppenheim sülent deheinen herren enpfahen zü disem friden, sü tügent es denne mit gemeinem willen und vürhencnüsse, ane alle geverde. öch ist geret, were daz dekeine stat der vorgenanten stetten geschadiget würde in disen vorgenanten zilen oder von diz friden wegen und daz der rat der stette oder daz merre teil under in sprechen! uf irn eit, daz sü geschadiget sin, den sol men beholfen sin uf den eit, alse vor geschriben stat, ane alle geverde. were es öch, daz ein herre ein ritter ein kneht oder wer er si, einre der vorgenanten stette vient were und sü geschadiget hette 5 10 15 20 25 30 35 40 1322 365 und daz reht vürspreche von in, und daz der rat der stette odir daz merre teil under in sprechent uf irn eit, daz man reht von in vurspreche, wo der herre ritter kneht oder wer er si, oder ir diener in der vorgenanten stette eine kommend und in daz von keinre stat vürkündet würt, den oder die sülent sie anegrifen unde 5 haben gelicher wis uf den eit, also ob in daz unreht widervaren were, ane alle geverde. es ist öch geret, wer disen friden brichet, er si wer er si, oder schaden tut den, die zu disem friden gehörent, wer den haltet huset oder hovet, oder lern an ratet oder hilfet mit werten oder mit wercken, den oder die, wer sie sint, sol men anegrifen gelicher wis also den, der den schaden getan hat, und sol man dazu io beholfen sin uf den eit, alse vor geschriben stat, ane alle geverde 1 . wer öch der ist, der disen friden also brichet, demme sol nieman keinen veilen köf geben in disen vorgenanten stellen, ane alle geverde. öch ist geret, daz nieman von disen vorgenanten stellen keinre den andern bekumbern noch beclagen sol, denne sinen rehten schuldener, ane alle geverde. zu diseme vorgeschobenen friden sol der vor- is genante herre her Mathis erwelt zu dem erzebischtüm von Mentze dienen mit fünfzig bereiten gerittenen mannen, beide rittere und kneble, und sol darzü helfen und raten, ob men es bedarf und not tut, als es sinen eren zeme, ane alle geverde, und die von Menze mit vierzigen, die von Oppenheim mit zehenen, die von Wormzen mit fünf und zwenzigen, die von Spire mit fünf und zwenzigen, und die von Strazburg 20 mit vierzigen. geschiht es öch not, daz men me helfe bedarf, so sol ie die stat der vorgenanten helfen, alse sü wenent, daz es irn eren wol anstande. und daz dirre fride stete und bintlich vürlibe, so han wir zü nutze zu fride und zu gemache den lüten und dem lande ein gemeine geleite ufgerihtet und ufgesetzet zü Oppenheim, da sol men nemen von dem füder wines drisig Schillinge ballere, von dem hundert 2s kornes unde weiszen zwei pfunt ballere, und von dem hundert saltzes vier pfunt ballere, und da nach von aller leige frülite und köfmannes schätz sol men nemen nach margzal, alse darumbe gebürt und gelimpflich unde reht ist. von den karren sol men nemen ie von dem pferde drie Schillinge ballere, und waz vardelen obenan herabe kommen! in schiffen, do sol men ie von dem lastkarren zehen Schillinge 30 ballere nemen. disen vorgenanten friden und alle die vorgeschriben artikel geloben! wir Mathis erwelt zü dem erzebischtüm von Mentze der vorgenante mit güten truwen und eren und wir die vorgenanten stette uf unsern eit, den wir gesworn haut, stete zü haltenne ane alle geverde. und sol dirre fride anevahen an demme palmetage, der nehest kunt, und sol weren biz sancte Georgien tag, der darnach schieres! 35 kummet, und von demme selben sancte Georgien tage vürbaz über ein jar. und daz diz allez war und stete belibe, so henckent wir Mathis erwelt zü dem erzebischtuom von Mentze und öch wir die stette da vorgenant unsere ingesigele an disen brief 2 . April i April 23 1 Am 3. Juni 1322 (Donnerstag in der Pfingstwoche) verzichten zu Worms die Baugrafen auf den Ersatz des Schadens, der ihnen durch den Erzbischof und die fünf Städte auf Grund dieses Land- 40 friedens zugefügt wurde. Vergl. Schadb Gesch. d. Rhein. Städteb. II, 95 nr. 65. 2 Dieser Landfrieden wird von König Friedrich 1322 Juni 13 zu Schaffhausen ausdrücklich bestätigt. Gedruckt nach dem Or. i. Staats-A. zu Darmstadt bei Franck Gesch. d. ehern. Beichsst. Oppenheim S. 290 nr. 66. — Böhmer B. Frid. nr. 377. - 4 t 366 1322 der wart gegeben, do men zalte nach gotz gebürte drizehen hundert jar und darnach in dem zwein und zwenzigesten jare an dem palme abende zu Wormzen. S aus Speierer St. A. nr. 587 or. mb. c. 6 sig. pend. partim laesis, quorum 2 delapsa. Abgefallen die Siegel des Mainzer Erzbischofs und der Stadt Speier. Gedruckt darnach bei Hilgard TJrk. z. Gesch. d. Stadt Speyer S. 274 nr. 342 und nach s unbekannter Vorlage bei Schaab Gesch. d. Rhein. Städteb. II, 91 nr. 64. — Böhmer R. Reichss. nr. 411. 417. Die Stadt Oppenheim, verpflichtet sich, das im Landfrieden eingesetzte und bei Oppenheim zu erhebende Geleitsgeld während der Dauer desselben aufrecht zu erhalten. 1322 April 3. io Wir Diderich schultheizze. .ratherren. .burgman und die andern rilter und burger gemenlieb zu Oppenheim dun bunt allen den, die disen brief sehent oder horent lesen, daz wir alsolich geleites gelt, als der erber berren her Mathies erwelter zu deme ertzbistüm zu Menzen mit den steten Menzen, Straizburg, Wormtz und Spiren und ouch mit uns ze behaldenne den gemeinen lantfrieden ulgesetzt ha int 1 , bie uns is ze Oppinheim ze nemen uf wazzer und uf lande, daz da befolen ist den drin steten Menzen, Wormtz und Spir, und die hotten, die von den selben steten darzu bescheiden sint oder bescheiden werdent, beschirmen sülen vor aller geweld uf unsern eit. auch geloben wir sölich gut, als hie vallend ist, daz wir daz nit kümmern sulen oder niemanne gestaden sulen ze kümmeren umme keiner sclathe Sache uf keinen 20 herren oder uf kein stad oder uf ieman, demme ez vallen sol oder bescheiden wirt. wir geloben auch dar wir daz vorgenante geleites gelt nit langer gestaden sulen ze ApHi ts nemen, danne von sant Georgen tag aller neisl kumt über ein jar. und dise vorgenanten artikel geloben wir mit guden trüwen uf unsern eit staede und vest ze beiden aine geverde und aine argen list. und dez zu eime ürkünde so habe wir 25 ünser ingesigel an disen brief gehangen, der gemache! wart, da man zalte von gotes gebürte druzehen hundert jar in dem zwei und zweincigestein jar an deme palm- abent. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 44/45 or. mb. c. sig. pend. 418. Ritter Walther von Schäffolsheim schließt mit der Stadt Straßburg eine 30 Sühne und stellt acht genannte Bürgen dafür. 1322 April 17. Allen den si bunt, die disen brief gesehen! und geboren! lesen, daz ich Weither von Rchaftoltzheim ein ritter verjehe an diseme brieve, daz ich versunet verrichtet und verslichtet bin und eine süne gesworn habe an den heiligen vur mich und alle mine frunt und mine belfere gegen den erbern und den bescheiden . . dem meistere 35 dem rate und den bürgern gemeinlichen von Strazburg und allen iren belfern von 1 Vergl. nr. 416. 1322 367 des erieges wegen, den ich hette mit den von Bütenheim und von Wikersheim 1 . und verjehe, daz ich umbe den schaden, den ich und mine heitere getan hant den bürgern von Strazburg und iren heitern, schuldig bin rehter schulde zweihundert pfunde Strazburgere pfenninge, und globe in der hundert pfunde zu gebende von der selben 5 schulde wegen zu sante Martins nacht, die nü zu nehest kummet, und die uberigen hundert pfunde pfenninge von des selben sante Martins nacht über ein jar. und daz die vorgenanten bürgere von Strazburg der vorgenanten schulde deiste sicherre sint, so habent sich mit mir verbunden umbe die selbe schulde und sint och schuldig worden unverscheidenliche der edele herre her Heinrich von der Dicke und die io erbern und bescheiden her Egenolf Pharostelin von Laudesberg, her Burghart von Landesberg, her Wilhelm von Schaftoltzheim, her Rudolf Howemeszer von Venden- heim, her Johannes Schotte der hovemeister , 2 her Johannes Reger hern Lutold Begers brüder rittere und Bernat Kage ein edelkneclit mit solicher gedinge : were daz ich der vorgenante Weither der vorgenanten zile deheinez versesze und die vorgenanten 15 pfenninge nüt engebe, so sullent sich der vorgenante herre von der Dicke und die vorgenanten andern personen alle unverscheidenlichen in den nehesten achte tagen, wenne sü darumbe gemanet werden! von den vorgenanten bürgern von Strazburg oder von irme gewissen botten zu huse oder zü hove oder munt wider munt, entwerten in die stat zu Erstheim und leisten nach rehter giselschefte nymer dannen 20 zu kommende, untze daz den vorgenanten bürgern von Strazburg die schulde vergolten wirdet, die ich in denne verseszen und unvergolten habe, und were daz der vorgenante herre von der Dicke und her Johannes Schotte der hovemeister selber nüt leisten woltent, so sol ir iegelicher ein erbern edeln knecht mit eime pferde, der zu den wapen rittet, an sine stat legen, der leiste in alle wis, als do vor ge- 25 scriben stat, ane alle geverde. und wenne der vorgenante herre und die vorgenanten andern personen ein manät geleistet hant, darnach mügent die vorgenanten bürgere von Strazburg die schulde, die in denne nüt, vergolten ist, lehen uf iren schaden, und sullent öch alle unverscheidenlichen schaden und hobetgüt geben und gelten den vorgenanten bürgern von Strazburg ane alle geverde. were öch, daz got wende, 30 daz deheinre der vorgenanten personen stürbe, e denne ich den vorgenanten bürgern von Strazburg das vorgenante gut gar und gantz vergolten hette, so sullent sh alle unverscheidenlichen in dem nehesten manate darnach, wenne sü darumbe gemanet werden!, als do vor gescriben stat, ein andern als guten und sichern, domite die vorgenanten bürgere von Strazburg wol begnüget, an des stat geben, der do ver- 35 varn ist, der sich verbinde in alle wis, als do vor geschriben stat, ane alle geverde. ez ist öch beret, were daz deheinre der vorgenanten personen die vorgenante gisel- schaft nut leisten wolle oder sü verbreche, des ich nüt getruwe, den oder die und ire lute und ir gut mügent die vorgenänten bürgere von Strazburg und ire belfere angriffen und pfenden mit gerichte und ane gerichte, wie ez in füget, und sol der « angrif und daz pfenden gan an kein gerichte, ez si geistlich oder weltlich, noch an 1 Vergl. nr. 422. 2 Die Legende seines Siegels lautet: s. Johannis dicti Schotte militis de Arnoltzheim. November 1! 368 1322 kein lanlfriden noch an keine friheit oder gewonheit landes oder stette ane alle geverde. nement öch die vorgenanten bürgere von Strazburg oder ire belfere des angriffes und des pfendens deheinen schaden, den schaden sullent sü alle unver- ßcheidenlichen den vorgenanten bürgern von Strazburg und iren belfern abelegen und ufrichten als daz vorgenante hobetgüt ane alle geverde. und des zü eime urkunde so han ich Weither von Schaftoltzheim der vorgenante min ingesigel mit des vorgenanten herren von der Dicke und mit der vorgenanten andern personen inge- sigeln an disen brief gehenket. wir Heinrich herre von der Dicke, Egenolf, Burghart, Wilhelm, Rudolf, Johannes und Johannes rittere und Bernant ein edelknecht die vorgenanten verjehent, daz wir die vorgescriben ding alle und disen brief globet habent und gesworn stete zü habende an den heiligen noch nüt wollen! dowider tun noch schaffen getan in dehein weg ane alle geverde. und des zü eime urkunde so haben wir unsere ingesigele mit des vorgenanten hern Welthers ingesigele an disen brief gehenket. der wart gegeben an deme samestage vor sante Georien tag in dem jare, do men zalte von gotz gebürte drüzehen hundert jar und zwei und“ zwentzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 9 sig. pend. partim laesis. 419. Vier Herren von Landsberg und Siegfrid von Oberhirch verpflichten sich, der Stadt Straßburg in ihrem Kriege gegen die Herren von Rappoltstein zu dienen und ihre Festen Landsberg und Nieder-Ehnheim zu öffnen. 1322 Mai 29. Allen den si kunt, die disen brief gesehen! und geboren! lesen, daz wir Eberhart Frents von Landesberg, Syfrit von Oberkirchen, Burghart und Cünrat gebrüdere, hern Egenolfes süne des alten von Landesberg und Heinrich von Landesberg, deme men sprichst der Hacker, rittere haut geswörn an den heiligen, zü helfende und zü dienende mit funfen zü uns, ez sint rittere oder edele knechte, den erbern und den bescheiden . . den bürgern von Strazburg und iren belfern gegen mengelicheme in unserme kosten Mai 29 hinnen nutze an den samestag nach sante Urbanes tag, der nü zü nehest kummet, doch mit solicher gedinge: were daz unsere eitgnoszen, die wir ietzunt haut, keinen span oder keine missehelle gewonnen! mit den vorgenanten bürgern von Strazburg oder mit iren belfern oder die bürgere von Strazburg oder ire belfere mit in, so ensullent wir nüt gebunden sin zü helfende den vorgenanten bürgern von Strazburg unde iren belfern, ez enwere denne, daz daz merre teil des rates von Strazburg spreche uffe iren eit, daz sü reht zü der Sachen betten!, so sullent wir unsern eitgnoszen nüt gebunden sin zü helfende, nuwent den vorgenanten bürgern von Strazburg b und iren belfern, wir globent öch bi dem selben eide, den vorgenanten bürgern von Strazburg und iren belfern unsere vestenen Landesberg und Nidern Ehenheim uf zü tünde und in domitte zü helfende nutze zü dem vorgenanten zile, als do vor gescriben stat, ane alle geverde, also daz die andern, die öch teil an a) S un. b) S Strazbur. 5 10 15 20 25 30 35 40 1322 369 den selben vestenen hant, indewendig denselben vesten ane angest sint der vorgenanten bürgere von Strazburg und irre helfere, und öch daz die vorgenanten bürgere von Strazburg und ire helfere ir und irre helfere indewendig den selben vesten ane angest sint ane alle geverde. nemen wir öch an den vorgenanten 5 vestenen oder an unsern luten oder an andern unsern gutem deheinen schaden, in welichen weg der geschehe, den schaden sint die vorgenanten bürgere von Strazburg oder ire helfere uns nht schuldig abe zu legende noch uf zü richtende in kein weg, su tetent ez denne gerne, und stat an in. geschehe aber, daz wir oder unsere dienere ros hengeste oder phert verlurent in der vorgenanten bürgere von Strazburg io oder irre helfere dienste, die sol men uns gelten, als iegelichez denne geschetzet ist. wurden öch wir oder unsere dienere in dem vorgenanten zile gevangen, die vorgenanten bürgere von Strazburg sint nht schuldig uns oder unsere dienere zu losende, su tetent ez denne gerne, und stat an in. vingent aber wir oder unsere dienere ymanne in dem vorgenanten zile der vorgenanten bürgere von Strazburg io viende, den sullen wir den vorgenanten bürgern von Strazburg entwerten, waz wir anders gutes der vorgenanten bürgere vienden abegebrechen oder abegejagen mügent, daz sol unser sin. wir globent öch bi dem vorgescriben eide, in waz vesten die vorgenanten bürgere von Strazburg uns legent zwisschent Basel und Selsen die lenge abe und die breite zwisschent dem Wasichen und dem Swartz- 20 walde, daz wir in da inne dienen sullent und verbunden sin in alle wis, als do vor gescriben stat. geschehe aber, daz wir und unsere dienere dienende wurdent den vorgenanten bürgern von Strazburg vur Selse daz laut abe von irme geheisze, waz su denne zu folleiste gebeut über iren solt andern iren belfern oder iren soldenern, als vil sol men öch uns geben nach der margzal. geheut su in aber 25 keinen folleist, so sint sh öch uns keinen schuldig zu gebende, su tetent ez denne gerne; doch sint wir in schuldig zu dienende daz laut abe und uf, als verre sh uns heiszent. wir globent öch bi dem vorgescriben eide, blibe der creig, den die herren von Rapoltzstein hant mit den vorgenanten bürgern von Strazburg, unver- sünet nutze zu dem vorgenanten zile oder drüber, so sullent wir doch den vorge- 30 nanten bürgern von Strazburg und iren belfern beholfen sin, nutze daz der crieg ein ende nymet, und sol men uns darumbe thn nach der margzal, als do vor gescriben stat. wurde aber der vorgenante crieg versünet vur dem vorgenanten zile, so sullent wir doch den vorgenanten bürgern von Strazburg diz jar volle uz dienen, als do vor geschriben stat, und sullent darnach lidig sin, wir kumment 35 denne einre andern helfe zü beden siten uberein. geschehe öch, daz men uns besesze zü Landesberg oder zü Nidern Ehenheim, die wile wir sint in der vorgenanten bürgere von Strazburg dienste und helfe, so sullent uns die vorgenanten bürgere von Strazburg beholfen sin, däz wir beschulet werden!, als iren eren wol anstat, in güten truwen und ane alle geverde. ez ist öch beret zwisschent den vor- 40 genanten bürgern von Strazburg und uns, wurde unserre deheinre oder unserre dienere deheinre gevangen, daz su keine süne nemen sullent mit den vienden, men mach in denne lidig. sh sullent öch ane daz keine sune nemen, se nement uns denne darin ane alle geverde. were öch daz unser deheinre oder unserre Str. II. 47 370 1322 dienere deheinre unlze zu dem vorgenanten zile abegienge, so globen wir bi dem vorgeschriben eide ein andern edeln man an sine stat zu legende oder aber den vorgenanten bürgern von Slrazburg als vil gutes wider zu gebende, als darvur gebüret, nach der margzal ane alle geverde. und waz hie vor gescriben stat, daz sol men verstau zu beden siten ane alle geverde. und des zu eime urkunde hant wir Eberhart Frents, Syfrit von Oberkirchen, Burghart und Gunrat gebrftdere und Heinrich der Hacker die vorgenanten rittere unsere ingesigele gehenket an disen briet. der wart gegeben an dem samestage nach sante Urbanes tag in dem jare, do men von gotz gebürte zalte druzelien hundert jar und zwei und zwentzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. 2 sig. pend., quo- rum 1 ddaps. Es hängt das Siegel Siegfrids von Oberkirch. Der untere Rand der Urkunde ist zur Hälfte abgeschnitten. 420. Die Markgrafen Rudolf und Friedrich von Raden geloben der Stadt Straßburg sichres Geleit in ihrem Lande bis zum nächsten St. Georgstag gegen Zahlung eines bestimmten Geleitsgeldes. 1322 August 9. Wir marggrave Rudolf der eitere und marggrave Friderich sins bruder sun herren von Baden tunt kunt allen den, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz wir globen! und uns bi guten truwen darzü verbinden! mit diseme brieve, daz wir lute und ght der bürgere von Strazburg und anderre lute, ez sint köflute oder nut, wer die sint, und ir gut durch unser gerächte lant und gebiete uffe dem lande und in dem waszer untze zu santen Georien tage, der nü zu nehesten kummet, geleiten und schirmen wellen und sullent als unser selbes lhte und gut ane alle geverde also, daz men uns beden hie zwisschent von jedem füder wirres geben sol zwentzig Strazburgere pfenninge und von dem ufganden schiffe unser alt geleite 1 , von dem geladen karriche drie Schillinge hallere und von dem vardel in den abeganden schiffen vier Strazburgere pfenninge. und von alleme andern köfmanschaft, der do ebene nüt bescheiden ist, sol men geben, als men untze her von altere gegeben het, nach bescheidenlichen dingen und nach der margzal ane alle geverde. und globen! und verbinden! uns bede mit diseme brieve, daz men nymanne über daz vorgescribene geleite keinen win stechen sol noch kein brot noch denheinen pfenning von den geladen abeganden schiffen noch denkein ander ding, wie men ez genennen kan oder mag, nemen sol ane alle geverde. wir globen! öch, daz wir bede daz vorgenante geleite nemen wellen! und sullent zu Selingen untze zu dem vorgenanten zile von ufganden und abeganden schiffen, und des zu eime urkunde so haben! wir margrave Rudolf der eitere und margrave Friderich sins bruder sin herren von Baden die vorgenanten unsere ingesigele gehenket an disen brief. der wart gegeben an sante Laurentien obende in dem jare, do men zalte von gotz gebürte druzehen hundert jar und zwei und zwentzig jar. 8 aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 265 or. mb. c. 2 sig. pend.j quorum 1 delaps. Fs hängt das Siegel Markgraf Friedrichs von Baden. Gedruckt nach dem Briefbuch A fol. 150 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl. Il } 128 nr. 920. 5 io 15 20 25 30 35 40 1 Vergl. nr. 356. 421. Giselbert von Bunheim schwört der Stadt Straßburg für seine Gefangennahme Urfehde und stellt vier genannte Bürgen dafür. 1322 October 5. Allen den sie kunt, die disen brief gesehenl und gehürent lesen, das ich Gysel- breht von Bünheim urfehte und eine stete luter süne gesworn habe an den heiligen 5 vür mich und alle mine frünt zu halden und zu haben mit den erbern und den bescheiden dem meistere dem rate und den bürgern gemeinliclien von Strazburg und mit irre stat umbe das, das ich in der vorgenanten stat gevangen was, und umbe die Verlust, die ich da verloren habe, und globe öch mit dem vorgenanten mime eyde vor mich und vor alle mine frünt die vorgenanten burger von Strazburg io noch ire stat niemer an zu griffen noch zu schädigende noch geschaffen angriffen noch geschadiget umbe die vorgenante mine gevengnüsze und mine Verlust in dekeinen weg an alle geverde. und das die vorgenanten burger von Strazburg und ire stat der vorgenanten minre glübde dez da sicher sint, so habe ich in zu bürgen gesatz unverscheidenlichen die edeln herren . . grafe Johannen von Spanheim, grafe i 5 Joh[annen] von Nassowe und die erbern und bescheiden ritter hern Joh[annen] von Basenh[eim] und hern Betern zu dem Stheyne der würt zu Mentzen also, were, des ich nüt getruwe, daz ich oder keinre minre fründe oder mäge die vorgenante süne breche von der vorgenanten minre gevengnüsze und Verluste wegen und die vorgenanten bürgere von Strazburg schadigete, das in das die vorgenanten herren 20 und riltere abe söllent legen und unverscheidenlichen ufrehten än alle geverde in dem nehsten monade darnach, wand sie darumbe gemant werden von den vorgenanten bürgern von Strazburg oder von irm gewiszen hotten zu iren hüsern oder zu iren hüten oder munt wider munt. wir grafe Johans von Spanheim, grafe Joh[ans] von Nassäwe, Johans von Basinhfeim] und Peter zu dem Stheyne die vorgenanten 25 verjehent, daz wir unverscheidenliche des vorgenanten Gyselbrehtes bürgen sint gegen den vorgenanten bürgern von Strazburg, als hie vor geschriben stat, und globen öch mit güten truwen unverscheidenlichen, were das die vorgenante Gysel- breht oder sine frünt die vorgenante süne an den vorgenanten bürgern von Strazburg brechen von der vorgenanten sinre gevengnüsze oder Verluste wegen, daz wir 30 in das sülent abelegen und ufrihten unverscheidenlichen gentzliche und gar än alle geverde in dem nehsten monade darnach, wan wir darumbe» gemant werdent, als hie vor geschriben stät, än alle geverde. und dez zü eime urkünde hant wir die vorgenanten herren und die vorgenanten ritter und ich der vorgenante Gyselbrehl unsere ingesigele an disen brief gehencket. der wart geben an dem zinsdage nach 35 sant Michels dage in dem jare, da man zalte von gotz gebürte drützehen hundert jar und zwei und zwentzig jar. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 139 b m it der Ueberschrift Gyselbrehtz von Bftnheim sftne und urfehte von sinre gevengnüsze und sins Verlustes wegen. a) in dem — wir dar auf Rasur, 372 1323 422. Die Herren Walther und Burchard von Horburg sowie Johann von Rappoltstein geloben, zugleich für die Ritter Walther von Schäffolsheim und Johann von Epfig, der Stadt Straßburg und ihren Bundesgenoßen Sicherheit bis zum lOten April. 1323 Marz 15. Wir Walther unde . . Burkart herren von Horburg unde wir Joha nnes* von Rapoltzslein herre in der obern stal zu Rapoltzwilre tunt kunt allen den, die disen brief gesehent unde gehören! lesen, daz wir unverscheidenliche dröstent mit diseme brieve mit hern . . Weither von Schaftoltzhein unde hern Johannese von Ephiche rittern vär die selben zwene rittere unde vär alle ire tränt unde heitere ane alle geverde die erbern unde bescheiden den . . meister den . . rät unde die burger von Strazburg unde alle ire heitere unde die von Wickershein unde die von Bätenhein unde alle ire tränt unde heitere, unde mit nammen hern . . Hugen von Rodeshein, der hern . . Egenolfes von Ratzenhusen dez jungen cleider treit, unde alle sine brüdere ane hern . . Huges säne von Bätenhein nutze an den sunnentag vor der A P Hi io zweier heiligen tag . . Tyburtii unde Valeriani, der nu zu nehst kummet, unde den selben sunnentag über ane alle geverde. unde der vorgescriben dinge zä eime urkunde hant wir Walther unde Burkart unde Johannes die vorgenanten herren unde wir Weither unde Johannes die vorgenanten rittere unsere ingesigele an disen brief gehenket. der wart gegeben an dem nehesten zinstage vor dem palmetage in dem jare, do men zalte von gotz gebürte truzehen hundert jare unde trä unde zwanzig jar. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 23 b or. mb. c. 5 sig. pend., quo- rum 4 delapsa, 1 plane mutilatum. 423 König Ludwig antwortet der Stadt Slraßburg auf ihre Klage gegen Hane- mann von Lichtenberg , er werde zur Schlichtung aller Zwistigkeiten unverzüglich besondre Gesandte ins Elsaß schicken. 1323 März 21 Nürnberg. Ludowicus dei gracia Romanorum rex semper augustus prudentibus viris Siglino dicto Pilgrein . . magistro et consulibus civitatis Argentinensis fidelibus suis dilectis graciam suam et omne bonum. peticionem vestram lilteratorie nobis directam de factis Hanemanni de Liechtenberg perpendimus diligentersic, quod ob eam causam et alia quedam motiva legacionem nostram houestam et per bonos ac sapientes nuncios ad partes Alsacie continuo dirigemus, qui una de vestro necnon advocatorum nostrorum provincialium b consilio mature pertractabunt omnia, que pacem et concordiam poterunt procreare. datum in Nurenberg 12 kalendas aprilis regni nostri anno nono. [in verso ] prudentibus viris Syglino dicto Pilgrein magistro consulibus civitatis Argentinensis fidelibus nostris dilectis. S aus Straßb. St. A. AA art. 75 or. mb. lit. cl. c. sig. in verso impr. defic. Spuren des Meinen rothen Wachssiegels sichtbar. Gedruckt darnach bei Böhmer-Ficker Acta imperii selecta p. 492 nr. 716. — Böhmer B. Lud. nr. 3203. a) Loch im Pergament, b) advocatorum nostrorum provincialium ist unterstrichen. Tintenfarbe des Strichs ist die des ganzen SiUchs. Links in gleicher Höhe auf dem Rande zwei undeutliche Zeichen, etwa ns. 5 io 15 20 25 30 35 40 1323 373 424. Goram judice curie Argentinensis Cünradus rector ecclesie in Elsenheim jurat super eo, quod magister et consules civitatis Argentinensis ipsum ceperunt et captum detinuerunt, quod nunquam eos vel aliquem civem vel incolam ipsius civitatis vel ipsorum coadjutores aut alles occasione ejusdem facti inpetat, renun- 5 cians sponte actionibus quoad supradicta, exceptioni metus, juris auxilio, quo majo- ribus subveniri seiet, litteris a sede apostolica vel aliunde impetrandis, omni juris auxilio et aliis exceptionibus, promittens per juramen tum corporale, se haue renun- ciationem firmam habiturum nec contra venire et se soluturum dampna, si que magister consules civitas vel aliqui de eadem incurrerent occasione captivationis io predicte 1 . actum 9 kalendas aprilis anno domini 1323. März 24. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. 425. König Ludwig bestätigt der Stadt Straßburg das ihr von König Heinrich VII verliehene Privileg für den Schutz ihres Waarenverkehrs. 1323 April 8 Nürnberg. 15 Ludowicus dei gracia Romanorum rex semper augustus universis sacri Romani imperii fidelibus presentes litteras inspecturis graciam suam et omne bonum. acce- dentes ad serenitatis nostre presenciam prudentes viri cives Argentinenses fideles nostri dilecti nobis humiliter supplicarunt, ut privilegium quarundam graciarum ipsis per Heinricum dive memorie Romanorum regem predecessorem nostrum illustrem 20 indultarum ac concessarum dignaremur ex serenitatis nostre deinencia approbare innovare ac confirmare. cujus privilegii tenor talis est: [folgt nr. 283 ]. nos vero, considerantes peticiones ipsorum racionabiles et honestas, precibus predictorum civiuin graciosius acclinati, prescriptum privilegium quoad singulos suos articulos, prout rite ac racionabiliter datum et concessum est, approbamus innovamus et auctorilate 25 regia confirmamus. nulli ergo omnino hominum Iiceat, baue nostre approbacionis innovacionis et confirmacionis paginam infringere vel ei in aliquo ausu temerario conlraire. quod qui facere presumpserit, gravem nostre majestatis offensam se noverit incursurum. in cujus rei testimonium presentes litteras conscribi et majestatis nostre sigillo jussimus communiri a . datum in Nürenberg 6 idus aprilis anno domini mille- 30 simo trecentesimo vicesimo tercio, regni b nostri anno nono. S aus Straßb. St. A. AA art. 2 nr. 8 or. mb. c. sig. pend. delapso. Der Theil des Bugs, an dem das Siegel hing, ist ausgerissen. S 1 coli. ibid. nr. 7 or. mb. c. sig. pend. delapso, von andrer Hand als S geschrieben. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 25 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 129 nr. 922. — 35 Böhmer B. Lud. nr. 558. a) 8 i om. in cujus—communiri. b) 8 i adi. vero. 1 Ebendasselbe beschwören auch G 6 tzo de Owe clericus et familiaris rectoris ecclesie in Elsenheim am 21 len März und Fridericus clericus filius quondam Friderici dicti de Brücke de Vilingen et familiaris rectoris am 19 ten Mai desselben Jahrs. Letzterer verpflichtet'sich zugleich, quod infra triduum' 40 instans a data presentium litterarum recedat a partibus Alsatie et nunquam accedat ultra Renum in Alsatiam. 2 or. mb. c. sig. pend. i. Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15. 1 374 1323 426 . Andreas Antibarensis archiepiscopus, Andreas Albensis, Gilbertus Enach- dimensis, Venutus Catacensis, Franciscus Cenetensis, Nycholaus ecclesie Dirma- stensis, Stephanus Lubucensis, Guillelmus Puteolanus, Petrus Narniensis, Guilgelmus Sagnondensis, Rogerius Strogulensis, Gregorius Sorrensis, Thadeus Casphensis episcopi omnibus vere penitentibus et confessis, qui ecclesiam parrochialem sancti Petri junioris in civitate Argentinensi in die sancti Petri, sancti Andree, in dedica- cione ecclesie, in festivitatibus Jesu Christi, nativitatis, circumcisionis, epiphanie, palmarum, parasceues, resurrectionis, ascensionis et penthecostes, omnibus diebus dominicis, in singulis festivitatibus virginis Marie, Michaelis archangeli, sancti Johannis baptiste et Johannis ewangeliste, Petri et Pauli et aliorum omnium aposto- lorum et ewangelistarum, invencione et exaltacione sancte crucis, in die corporis Christi, omni die quadragesimali necnon sanctorum Laurencii, Vincencii, Martini, Nicholai et Conradi episcoporum, Stephani, Georgii, Valentin!, Antonii, Erhard!, Fabian! et Sebastian!, Jeronimi, Ambrosii, Gregor!! et Augustin!, sanctarum Margarete, Katherine, Marie Magdalene, Agathe, undecim milium virginum, in comme- moracione omnium sanctorum et animarum, et dictarum festivitatum octavis causa devocionis peregrinacionis et oracionis annuatim accesserint, necnon qui ad fabricam luminaria ornamenta seu quevis alia necessaria attulerint, aut qui in testamentis vel extra aurum argentum vestimenta vel aliqua alia caritativa subsidia ecclesie legaverint, aut qui missis predicacionibus matutinis vesperis aut aliis divinis officiis interfuerint, aut qui corpus Christi vel oleum sacrum, cum infirmis portentur, secuti fuerinl, aut qui in serotena pulsacione campane flexis genibus tribus vicibus Ave Maria dixerint et qui cimiterium ecclesie circuerint, pro animabus omnium ibi requiescencium oracionem dominicam cum salutacione angelica dixerint, quociens- cunque premissa vel aliquid premissorum devote fecerint, singuli singulas quadra- ginta dies indulgenciarum relaxant. «splendor paterne glorie.» datum et actum Avinione anno domini 1323, ultima die mensis maji, indictione sexta, pontificatus Johannis pape vicesimi secundi anno septimo. 1323 Mai 31 Avignon. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 4702 or. mb. c. 13 sig. pend. partim laesis. Auf dem Bug stehen ebenfalls die Namen der Siegler. Ebenda als Transfix die Ratification dieser Indulgenz durch Bischof Johann von Straßburg 1323 September 2 Straßburg. 427 . Die Städte Mainz,, Straßburg, Worms und Speier einigen sich, den Zoll bei Oppenheim noch weiter zu erheben und Verhandlungen darüber nur gemeinsam vorzunehmen. 1323 [Juli 25 — August 14]. In gotes namen amen, wir die . . rßte der stette . . von Mentze, . . von Strasburg, von Wormesze unde von Spire . . dun kunt allen den, die disen brief iemer gesehent oder horent lesen, daz wir den zol unde geleites gelt zu Oppinheim, daz wir mit dem erwirdigen fürsten hern Mathyse, erweitern erzebischofe von Mentze 3 , unde willen des hochgebornen herren Ludewiges von gotes gnaden des romeschen 5 10 15 ao 25 30 35 a } S 4 Menze. 40 1323 375 kuniges ufgeselzit hatten durch gemeine gut unde nutz der liute 8 unde des landes biz zu saute Georien dage, der neheste enweg ist, alse die briete besagent, die Aprü 23 darüber besigelt sint 1 , unde vorwerter von dem selben sante Georien dage biz zu sante Jacobes dage des heyligen zweitboten, der neheste oucb enweg ist, bestalt Juli 2s ä hatten, den selben zol unde geleiles gelt zu Oppinhein vorwerter durch gemeine gut unde nutz der lute unde des landes bestellen unde bestellt baut zu nemenne gelicher wis, alse man in vormals da genomen hat, biz zu unser vrowen dag, alse siu b ze hymel für, die nu erste kümet, auch also: ist ez, daz der hochgeborne August is herre Ludewig von gotes gnaden der romesche kunig sine verhengnisse c zu dirre 10 bestellunge git, so sol der selbe zol unde geleites gelt weren unde bestalt sin gelicher wis alse vor biz zu unser vrowen dag der andern, alse sie geborn wart. September s auch ist gerst unde under uns heinlichen uzgetragen, were ez, daz der kunig sine verhencnisse zu dirre bestellunge gebe oder nit engebe, daz wir die rete der vorgenanten stete von Meinze, von Strasburg, von Wormesze unde von Spire umbe den 15 zol unde von des Zolles wegen zu Oppinheim deme vorgenanten kunig Ludewige noch iemanne von sinen wegen keine rede deidinge noch entwerte haben noch geben sollen heinlicb noch dienlich, wir tun ez denne beretenlicben mit gemeineme willen unde verhengnüsse, ane alle geverde. unde ensol keine stat vorschiezen umbe den zol oder von des Zolles wegen ane die andern in keine wis, wan waz einer 20 stat leit ist, daz sol auch der anderen leit sin, alse vor geschriben stet, ane alle geverde. auch ist geret unde usgetragen, were ez, daz ein stat it zu deidingen zu Sachen zu werben oder zu reden betten mit deme kunige oder mit iemanne von sinen wegen, daz disen zol nit enrurte noch von des Zolles wegen zu Oppinheim nit enwere, daz daz ein stat ane die andern zu irme nutze unde zu irme gefug- 25 nusse wol reden unde werben mag ane alle geverde. unde daz diz war unde stelle unde veste verübe, so henken wir die vorgenanten . . röte unser stete ingesigele an disen brif. der wart geben, do man zalte von Grisles gebürte druzehen hundert jar unde dru unde zwentzig jar an. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. 4 sig. pend. delapsis. so Ueber drei Siegeleinschnitten findet sich auf dem Bücken das bei Straßburger Urkunden sehr häufig vorkommende R, über einem 0. S 1 coli, aus Speierer St. A. nr. 582 or. mb. nur mit einem Siegeleinschnitt. Auf dem Bücken Vermerk von einer Hand des 14. Jahrh. littera civitatum super theolonio. M aus Mainzer St. Bibi. I, 71 or. mb. c. 4 sig. pend. delapsis. 35 Oedruckt nach M bei Schaab Geseh. d. Bhein. Städteb. II, 97 nr. 66, nach S1 bei Hilgard Urk. z. Gesch. d. St. Speyer S. 280 nr. 347. Es scheint mir zweifelhaft, ob die Urkunde wirklich ausgefertigt, d. h. von den vier Ausstellern besiegelt worden ist. Dagegen spricht der Umstand, daß in allen drei erhaltenen Exemplaren das Monats- und Tagesdatum nicht ausgefüllt ist, daß das Speierer Exemplar überhaupt nur einen Siegeleinschnitt zeigt 40 und von wirklich anhängenden Siegeln nur das Mainzer am Mainzer Exemplar von Schaab a. a. 0. S. 99 Anmerk. 1 bezeugt ist. Ob das Dorsualzeichen R an S als Siegelvermerk gelten darf, ist nicht klar. Die Städte hatten jedenfalls den Oppenheimer Zoll bis zum a) S 4 lute. b ) S 4 sie. c) 8 1 verhenenusse. l Vergl. nr. 416. 376 1323 Jakobstag, bis zum 25. Juli verlängert. Vielleicht ist die zweite weitere Verlängerung, die bis zum 15. August event. 8. September währen sollte und wohl von den Städteboten schon vereinbart worden war, an dem Widerstande einer der Contrahenten oder unter anderm Einfluß gescheitert. Bemerkenswerth ist auch die Nicht-Erwähnung von Oppenheim. Die zeitliche Begrenzung des Stücks ergibt sich von selbst aus den Daten der Urkunde. 428- Sieben benannte Edelknechte schließen mit der Stadt Straßburg einen Soldvertrag auf ein Vierteljahr. 1323 September 10. Allen den si kunt getan, die disen brief gesehent und geboren! lesen, daz wir Kircherre hern Machtolfs sun von Mensheim, Dietherich Rüfelin von Mensheim, Spette von Gugelingen, Friderich von Michelnbach, Syfrit sin brüder, Sünde und Aberlin von Rüst edele knechte gesworn hant an den heiligen, zu diende gegen mengelicheme den erbern und bescheiden herren dem meistere dem rate und den bürgern von Slrazburg dis vierteil jars, daz do anvacht an dem tage, do dirre brief gegeben wart, umbe den alten solt mit solichen gedingen, als hienach geschriben staut: ist daz unser eime ein hengest verdirbet oder abegat, von welicher hande Sache daz geschit, den ist men uns nicht schuldig zu geltende; er verdürbe denne und gienge uns abe, so uns meister und rät die vorgenanten hiessent riten in der stette dienst von Strazburg, so sol men uns von der vorgenanten stette wegen gelten, . als er geschetzet ist. wurde er aber siech oder versert von eins rittens wegen in der vorgenanten stette dienst, waz denne unser einre behebet, des hengest denne siech oder versert wurt, daz er ime geergert si, daz sol men ime ufrichten und gelten, wir sullent öch nirgen ritten in diseme vierteil jars wände mit willen und geheisse meisters und rates der vorgenanten, wurde öch unser deheinre gevangen in der vorgenanten stette dienst, so sol men mit den vinden kein sune nemen, men machte in 6 lidig. nement öch die vorgenanten burger von Strazburg deheine süne mit den vinden, so sol men uns dorin nemen. wurde men öch mit deheime margrave von Baden oder mit der edeln vrowen von Eberstein erlegen, welicher denne under uns urlap wil nemen, dem sol men urlap geben und öch kein solt vürbaz geben, und sol ime daz an sime eide nüt schaden, wurde öch unser deheinre in der vorgenanten stette dienst erslagen, daz got wende, darumbe sullent wir die vorgenanten burger von Strazburg und ire helffere niemer angriffen nach schaffen angegriffen in deheinen weg und sullent öch darumbe aller unserre fründe entladen sin 1 . die vorgeschriben ding und dirre brief sol sin und ist beret ane aller slachte geverde. wände wir nü eiginre ingesigele nüt enhant, so hant wir gebetten den erbern ritter hern Machtolf von Mensheim, daz er disen brief besigelt het mit sime ingesigel der vorgeschriben dinge zu eime urkunde, und begnüget uns öch domitte. ich Machtolf 1 Unter denselben Bedingungen mit gleichem Wortlaut verpflichten sich diese sieben Edelknechte , weiter in der Stadt Straßburg Sold zu dienen bis 1324 März 4 untze an den sunnendag vor der zweier marterer dage Perpetue und Felicitatis, der nd zü nehste Komet, und danach bi dem selben eyde, wie lange die vorgenanten burger uns wellent haben in irme dienste, und 6b uns öch in föget zh diende nach dem vorgenanten sunnendage. 1324 Januar 12 (an dem nehsten dunresdage nach dem zwelften dage). Cop. i. Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 141 a. 5 io 15 20 25 30 35 40 1323 377 der vorgenante ritter vergihe, daz ich bin gewesen zügegen, do die vorgeschriben ding beret wurdent, als sü da vor geschriben stant. und der vorgeschriben dinge zu eime urkunde durch bette der vorgenanten edeln knechte habe ich min ingesigel an disen brief gehencket. der wart gegeben an dem nehesten sammestage nach 5 unserre vrowen tage der jungem in dem jare, do men zalte von gutes gebürte truzehen hundert jar und drü und zwanzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 23 lj or. mb. c. sig. pend. delapso. Regest nach dem Briefbuch A fol. 140 d ibid. i. d. Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. XVII, 433. 429. Ritter Johann von Hurbache verspricht, die Stadt Slraßburg wegen der io Tödtung seines Dieners Baldemar in heinerlei Weise zur Rechenschaft zu ziehen. 1323 September 10. Noverint universi presencium inspectores, quod ego Johannes miles dominus de Hurbech presentibus promitto, omni fraude et dolo postpositis, pro me et meis heredibus et choadjutoribus universis, quod sapientes et discretos viros . . magistrum 15 consules cives universos civitatis Argeutinensis ac eorum choadjutores aut ipsorum bona vel res occasione decollationis mei quondam famuli Baldemari facte in villa Wilre nunquam inpetam perturbem molestem occupem vel invadam per me vel interpositam personam in judicio vel extra, fraude et dolo penitus circumscriptis, renuncians super premissis pro me meisque heredibus universis contra magistrum 20 consules cives Argentinenses universos et eorum choadjutores ac omnium premis- sorum bona omnibus actionibus exceptionibus et defensionibus juris vel [facti] a quibus- cumque, quibus mediantibus contra premissa vel aliquod premissorum ad presens vel im- [posterum] b in judicio vel extra per me vel per alium venire possem vel quomodo- libet adjuvari. in cujus rei testimonium sigillum meum presentibus est appensum. 25 datum sabbato post nativitatem beate virginis anno domini 1323. iS aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. Von der Legende des sehr Meinen runden Siegels nur zu lesen s. dame... e de tusr. Vergl. über das Wappen Kindler v. Knobloch Der alte Adel im Ober-Elsaß S. 42. 430. Ritter Albrechi von Duttenstein und sieben benannte Edelknechte schwören 30 der Stadt Straßburg Urfehde. 1323 October 10. Allen den si kunt getan, die disen brief gesehent und geboren! lesen, daz wir her Albrecht von Duttenstein ein ritter, Johannes, Albrecht und Andres sine sune von Bossenstein, Claus Bog, Kriderich Bog, Burkart von Bernbach und Johannes Kumberlin, hern Hug Kumbers seligen sun, edele knechte, umbe daz die erbern 35 und bescheiden bürgere von Strazburg und ire helffere unsere ein teil under uns viengent und ein teil jagetent, urfecht haut gesworn an den heiligen und verzigen gegen den vorgenanten bürgern von Strazburg und iren helffern aller der smacheit, a) verstümmelt durch ausgerissenen Rand. Str. II. b) Zu lesen nur noch ster, das Uelrige ausgerissen. 48 378 1323 die uns viderfur von der vorgenanten gedete wegen von in, und hant gesworn ein luter und stete süne mit in ze habende von der vorgenanten gedete wegen, und daz wir su von der vorgenanten gedete wegen niemer angegriffent nach bekumbernt nach schaffent angegriffen nach bekumbert in gerächtes wise nach ane gerächte nach in kein andern weg ane alle geverde. wir verzihent uns öch alles des schaden, den » uns die vorgenanten bürgere von Strazburg und ire heißere datent, do su zü heiße koment hern Andrese Rodere in dem erlege, den er mit uns bette, geschehe öch, da got vor si, daz wir Albrecht von Duttenstein, Johannes, Albrecht und Andres sine süne die vorgenanten von der vorgenanten gedete wegen angriffen oder schadi- getent die vorgenanten bürgere von Strazburg oder ire heißere oder schüfen! 10 angriffen oder geschadiget von der vorgenanten gedete wegen, und daz . . meister und rät oder daz merreteil des rates von Strazburg erkantent und sprechen! bi irme eide, daz ez geschehen were, wenne danne mich Burkarten Schencken von Nagaltingen ein ritter und uns Johannesen, Albrechten und Andresen von Bossenstein die vorgenanten gebrüdere meister und rät die vorgenanten oder ir gewisse hotte man- is tent zü unsern hüsern zü unsern hoven oder munde wider munde do nach in den achte tagen, globent wir Burkart Schencke, Johannes, Albrecht und Andres von Bossenstein die vorgenanten hi dem eide, den wir darumbe gesworn hant, uns unverscheidenliche zü antwurtende in die stat zü Strazburg, uns irre denne libes not, niemer dennen ze kümende, nutze den vorgenanten bürgern von Strazburg und 20 iren helffern uf wir! gerichtet und abegeleit, daz in widervam ist und geschehen, ane alle geverde. wer aber daz under uns Clause Bog, Frideriche Bog, Burkarte von Bernbach und Johannese Kumberlin den vorgenanten deheinre die vorgenante süne breche oder dehein ding, daz da vor geschriben stat, oder schüffe gebrochen und daz meister und rat von Strazburg oder daz merre teil under in erkantent, daz 25 daz verbrochen were, so globent wir bi dem vorgeschritten eide und wir her Albrecht von Duttenstein, Johannes, Albrecht und Andres die vorgenanten öch bi dem vorgeschritten eide, uffe den, der also verbrochen het oder schaffen verbrochen, den vorgenanten bürgern von Strazburg und iren helffern geraten und beholffen zü sinde in güten truwen mit libe und mit güte und mit unsern vestenen und mit andern 30 dingen, domitte men bi Hiebe heißen sol, nutze daz ufgerichtet wir! und abegeleit, waz denne verbrochen ist, wenne wir gemanet werden von den vorgenanten bürgern von Strazburg oder irme gewissen botten zü unseren husern hoven oder munde wider munde, ane alle geverde. wir verzihent uns öch alle über alle die vorgeschrittenen ding alles rechtes und Schirmes geistliches geeichtes oder weltliches, gewon- 35 beide, lantfriden, er si gemeine oder nicht gemeine, domitte wir körnen möchten! wider die vorgeschritten ding oder deheins, daz do vor geschriben stat, ane alle geverde. und der vorgeschritten dinge zü eime urkunde so hant wir margrave Rudolf der elter herre von Baden durch bette der vorgenanten Personen unser ingesigel mit der selben Personen ingesigele an disen brief gehencket. wir Albrecht von 40 Duttenstein und Burkart Schencke die vorgenanten rittere und wir Johannes, Albrecht und Andres von Bossenstein, Glaus Bog, Friderich Bog, Burkart von Bernbach und Johannes Kumberlin die vorgenanten durch merre Sicherheit und bestetunde 1323 379 so hanl wir unsere ingesigele mit des vorgenanten herren ingesigel an disen brief gehenckel. der wart gegeben an dem nehesten mentage vor sante Gallen tage des jars, do men von gotz gebürte zalte drüzehen hundert jar und dru und zwanzig jar. 5 S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 9 sig. pend , quorum 5 delapsa. Es fehlen die Siegel des Duttensteiner und der Bossensteiner. Aus dem untern Bande der Urkunde ist das Mittelstück etiva 10 cm. lang ausgeschnitten. 431. Die Ritter Heinrich Wetzet und Konrad Ripelin, Pfleger des Straßburger Hospitals, beurkunden die Begabung desselben durch Bruder Heinrich von Hohen- >» bürg. [ 1321 — 1323}. Alle die disen brief anegesehent oder göherent lesen, die süllent wissen, das vor uns hern Heinriche Wetzel und hern Gunrat Ripelin rittern von Strazburg, die da herren und pfleger sint dez spittals der armen®, der da lit uzewendig der muren z& Strazburg, dem man sprichet der alte spittal, bruder Heinrich von Homburg ein 15 schaffener der siechen und der eilenden niden in dem vorgenanten spittal was und den selben siechen und eilenden oder die immer ine niden in den selben spittal kumment, uzer sinre gewer und gewalt gap lüterliche und einfaltecliche durch got und durch sinre seien und aller der seien willen, die imme oder den bekerten vrowen oder den, die sine heller warent, iedekein ght gedaten, alles daz gut, daz er in dem so dorf und in dem ban zu Tambach geköft hat, und anders, waz er in dem selben ban hat oder anderswa, und darzü, daz er uf den alten und den nuwen spittal verbuwen hat, sit der alte spittal brande, und daz er den siechen und den eilenden niden in dem spittal die erste gilt gap, alse der stelle brief seit von Strazburg 1 , und alles daz gut, daz er ietzent hat oder immer me gewinnet, wie es danne genant 25 si. und daz gut, daz er uf den alten und den nuwen spittal fürbuwen hat, daz han wir gerechent, daz wiertzig pfunde geltes were. die wil er abelazen untz an zwentzig pfunde geltes Strazburger pfenninge. die selben zwentzig pfunde sol man imme geben alle jare von dem vorgenanten buwe, die wil er lebet; und nach sime dode und der personen dode, die hie nach gescriben stant, wan sich der selbe brftder 30 Heinrich bekennet, daz imme die bekerten vrowen und ander sine heller daz vorgenante gut hülfen gewinnen, so wil er, daz man die selben zwentzig pfunt Strazburger pfenninge von dem selben buwe gebe in die wis, alse hie nach benant ist. nach dez selben bruder Heinriches dode sol man alle jare geben siben pfunt, als an dem selbüche stat gescriben, daz die siechen und die eilenden niden in dem spittal 35 anehört. und swester Irmeline von Barre, Gerdrude irre niftelin b , Elline der Müllerin, Katherinen der Scriberin von Friburg, Katherinen von Burgdorf, Gerine von Friburg, Getzen von sant Alban, Gerdrude von Basele, Greden Ribeneckin, a) H rep. der armen durchstrichen. b) H add. Iten von Lutzerne durchstrichen. 1 Vergl. nr. 338. 380 1323 swester Liebesten swestern und pfründenerinnen in dem selben spittal, brüder Lentzeline von Westbusen und bruder Burcarte von Dornestete, obe in die vorgenanten personen überleben!, oder weihe in überlebete, der sol man ir iegelicher ein pfunt Strazburger geben iren lebetagen von dem selben gebuwe also: wanne der selben personen eine stürbet, oder wer, daz ir deheine bi lebendeme libe von dem spittal gienge, so sol man daz gelt, daz danne die personen anhorte, die danne stirbe oder von dem spittal gienge, den vorgenanten siechen oder eilenden geben, als an dem vorgenanten selbücbe stat gescriben. wir die vorgenanten herren enpfiengen die selbe gift von der selben siechen und der eilenden wegen, als da vor benant ist, von bruder Heinriche von Honburg mit eim halme, als gewonheit ist und sit die gift beschehen ist, alse da vor gescriben stat, so erkennen wir die selben herren die gnade und den dienest, die er den selben siechen und eilenden getan hat und noch dün sol, und lihen wir für uns und alle unser nachkummen an der pflegerie in dem spittal dem selben bruder Heinriche allez daz vorgenante gut wider in die wis, als da vor beret ist, und öch also, das ers bruche nütze und niemanne von dem selben güte noch von den zwentzig pfunden dehein rechenunge sol geben, die wile er lebent, alle jare umb vier üntze Strazburger pfenninge; die sol man November 2 immerme den vorgenanten siechen und eilenden an aller seien dage geben umbe ein bigerihte durch aller gelöbingen seien willen und zu einre bekantnis, daz die eiginschaft dez selben gutes der vorgenanten siechen und eilende niden in dem spittal si oder immerme drin kumment in die wis, alse da vor gescriben ist, und durch daz dis stete® blibe in die wis, als öch da vor benant ist. were daz die pfründener, die uf dem obern hus in dem vorgenanten spittal sint, oder die hienacli immerme uf dem obern huse in dem selben spittal pfründener werden!, sich dez vorgenanten gütes underziehen woltent oder ieman von iren wegen, so wil brüder Heinrich, daz die herren, die danne pflegere sint dez spittal von der stete wegen, welhes jares sis detent, den nutz dez jars von dem selben güte nement und dem meister und dem rate von Strazburg daz halbetel b dez nutzes süllent geben <- und den andern halben nutz den siechen und den eilenden niden in den spittal süllent geben, und daz dis war und stete si, wan es allez mit unserme willen und gehelle geschehen ist in die wiz, alse da vor beret ist, so han wir die vorgenanten herren durch bette brüder Heinriches unser beder ingesigele mit dez selben brüder Hein- riches ingesigel zü eim urkinde der vorgescriben dinge gehenket an disen gegenwärtigen brief. ich brüder Heinrich der vorgenante verjehe öch, daz ich min ingesigel mit der vorgenanten herren ingesigele zü eim urkunde und durch ein Sicherheit der vorberetten dinge habe gehenket an disen gegenwärtigen brief. H aus Straßb. Hosp. A. lad. 4 fase. 1 cop. aut conc. mb. coaev. Von den zwei aneinander gehefteten Pergamentblättern ist das untere nur ein Drittel so breit als das obere. Die Datirung des Stücks ergibt sich aus der Amtsdauer der beiden Hospitalpfleger. Vergl. ÜB. III, 437. a) H steste. b) über geschrieben über das durchstrichne vierteil. c) folgt durchstrichen und s cunque ex parte prefate nostre ecclesie tenendos recipiendos et in usus, ut premit- titur, effectualiter convertendos. quod eciam concedimus et servari ac cum effectu fieri volumus ac decernimus per presentes, contradictione qualibet quiescente. sub 1324 qua tarnen concessione quoad fructus predictos biennales prebendas dignitates officia et feoda claustralia ecclesie nostre Argentinensis et monasteria civitatis et diocesis Argentinensis personarum religiosarum nolumus contineri, danies prefato patri ac domino nostro de hujusmodi fructibus disponendi et ordinandi in usus prefatos plenam et liberam potestatem. nos eciam Johannes dei gracia episcopus Argentinensis predictus, quia premissis in dicto capitulo interfuimus, ipsa approbavimus et aucto- rizavimus ob evidentem necessitatem ipsius ecclesie, quam in bac parte subesse cognovimus, eisdem consensimus et presentibus consentimus. in quorum evidenciam et testimonium nostra videlicet . . episcopi et capituli predictorum sigilla presentibus sunt appensa. actum in die beati Valentini anno domini prenotato. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 119 or. mb. c. 3 sig. pend. delaps. 433. Das Straßburger Domcapitel beschließt mit Zustimmung des Bischofs, den Artikel 4 des Statuts vom Jahr 1299 aufzuheben. 1324 Februar 14. In dei nomine amen, noverint universi presentium inspectores, quod nos . . prepositus et capitulum ecclesie Argentinensis die beati Valentini sub anno domini millesimo trecentesimo vicesimo quarto super revocalione statuti subscripti quoad articulum infrascriptum assignata, presente reverendo in Christo patre ac domino nostro domino Johanne episcopo Argentinensi et in hoc una nobiscum consenciente, in capitulo ipsius ecclesie hujusmodi statutum quoad subscriptum articulum in enormem Status ecclesie Argentinensis lesionem sine auctoritate et consensu episcopi et vacante ecclesia Argentinensi editum 81 , licet ex hiis et aliis causis opus non sit revocationis ejusdem propler ejus nullitatem, ad cautelam tarnen deliberavimus revo- candum et ipsum statutum quoad eundem articulum, auctoritate reverendi in Christo patris ac domini predicti et consensu ad hoc plenius accedente, presentibus revo- camus cassamus, ymmo verius irritum nunciamus. nos eciam Johannes dei gracia episcopus predictus revocationi predicte ex causis, ut premittitur, et aliis nos moven- tibus et ob evidentem necessitatem ecclesie nostre Argentinensis, quam in hac parte subesse cognovimus, nostrum consensum adhibuimus auctoritatemque nostram eidem revocationi presentibus adhibemus, ipsum quoad eundem articulum statutum revo- cantes cassantes, ymmo verius irritum nunciantes. statutum vero, de quo supra fit mencio, inter statuta alia ecclesie Argentinensis contentum incipit: pro conser- vatione Status ecclesiastici jurisque honoris et libertatis etc. articuli vero revocati ejusdem statuti lenor est talis: quartum quod idem dominus episcopus vel ejus in perpetuum successores proventus vel redditus beneficiorum vacancium vel non vacancium, invitis eoruin rectoribus et patronis, percipere non debeant ad usus suos qualescunque sine licencia sedis apostolice speciali 1 2 . in quorum omnium evi- a) B eiditum. 5 10 15 20 25 30 35 1 Vergl. nr. 221, Statut des Domcapitels von 1299 September 15. 2 Vergl S. 175 Z. 37 ff. 1324 383 denciam et testimonium nostra Johannis dei gracia episcopi et capituli predictornm sigilla presentibus sunt appensa. actum die beali Valentini et anno domini pre- notatis. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 119 or. mb. e. 2 sig. pend. laesis. Auf der Rückseite von 5 gleichzeitiger Hand der Vermerk : littera revocacionis statuti, quod concessionem fruc- tuum beneficiorum vacancium prohibebat. Unten in der Ecke links: cclii R[egistrata] et coll[acionata], B 1 coli, aus Straßb. Bez. A. G fase. 2719 or. mb. c. 2 sig. pend. 434 Bischof Johann von Straßburg und das Bomcapitel geloben sich in der 10 Sache , betreffend Abtretung der Pfrilndeneinhünfte und die dagegen von Konrad von Kirkel eingelegte Appellation , gegenseitig Beistand. 1324 Februar 14. In dei nomine amen, nos Johannes dei gracia episcopus Argentinensis reco- gnoscimus per presentes, quod nos in negocio subsidii circa fructus biennales ecclesie nostre per . . prepositum et capitulum ipsius canonice concessi 1 , et specialiter - ifl in causa appellationis ex parte Günradi de Kirkele thesaurarii ecclesie nostre pre- dicte contra dictam concessionem interjecte, ipsis . . preposito et capitulo fideliter assistere et ipsius defensionem subire promisimus et ipsum negocium defendere pro viribus bona fide. nos etiam prepositus et capitulum predicti eidem domino nostro pro defensione ipsius negocii seu subsidii promisimus fideliter assistere verbo et opere 20 et id promittimus per presentes, in quorum testimonium nostra videlicet . . episcopi et capituli predictornm sigilla presentibus sunt appensa. actum 16 kalendas marcii anno domini 1324. ^ B aus Straßb. Bez. A. G fase. 2725 or. mb. c. 2 sig. pend. 435 . Vor dem Straßburger bischöflichen Hofrichter verbürgen sich eidlich acht 25 benannte Einwohner von Brumath, Vendenheim, Mommenheim und Kriegsheim für einen von den Straßburgern gefangen gesetzten Freund. 1324 März 9. Coram nobis . . judice curie Argentinensis constituti Cfinradus dictus Meiger, Hugo dictus Cleinhfigelin, Johannes natus Hügelini de Criegesheim, Rüdolfus frater dicti Johannis incole opidi Brfimat, Betscbelinus dictus Höbet de Vendenheim, so Nicolaus dictus Reisser de Mummenheim, Wernherus ejus frater et Günradus sutor de Criegesheim apud Scheffelingesheim per juramentum ab ipsis coram nobis cor- poraliter prestitum promiserunt in solidum, quod, si Nicolaus frater predicti Hugonis, quem ceperunt cives Argentinenses, ratione ejusdem eaptionis seu detentionis aliquem civem Argentinensem et spetialiter Petrum sutorem de Rinsteten occuparet vel 35 molestaret aut hoc fieri procuraret in juditio vel extra aut ipsis civibus et spetialiter dicto Petro aliquod dampnum inferret seu inferri procuraret modo quovis occasione ejusdem eaptionis, quod illud resartient eisdem civibus et spetialiter dicto Petro vel se presentabunt per idem juramentum infra octo dies, postquam ex parte dictorum civium et sepedicti Petri moniti fuerint, in civitatem Argentinensem nunquam ipsam 40 1 Vergl. nr. 432. 384 1324 civitatcm exituri, quousque civibus et Petro predictis hujusmodi dampnum fuerit plenarie resarcitum; alioquin excommunicationis sententie, quam a nobis in se ferri elegerunt, ulique subjacebunt et perjuri denuntiabuntur et juditio seculari a et sine auctorilate judiliaria persone et res ipsorum invadentur. et si quod dampnum ipsos cives et dictum Petrum occasione premissorum sustinere contingeret, ipsis promise- 5 runt in solidum resarcire. renuntiaverunt insuper prescriple persone exceptioni divi- dundarum actionum, epistole divi Adriani, constitutioni de duobus reis debendi vel promittendi omnique juris auxilio canonici et civilis, consuetudinibus et statutis tarn publicis quam privatis, exceptionibus et defensionibus aliis quibuscumque, quibus juvari possent ad veniendum contra premissa vel aliquid premissorum quoquo modo 10 in juditio vel extra, imposterum vel ad presens. insuper coram nobis . . judice pre- dicto constitutus Nicolaus predictus frater Hugonis prescripti juravit, quod ratione captivationis predicte facte in personam ipsius Nycolai per cives civitatis Argenti- nensis eosdem cives et spetialiter dictum Petrum nunquam occupabit vel perturbabit aut hoc fieri procurabit per se vel per alios quoquo modo in juditio vel extra, >s imposterum vel ad presens. et in omnium ac singulorum evidens testimonium premissorum sigillum curie Argentinensis ad petitionem personarum prescriplarum, que se ad premissa obligaruut, presentibus est appensum. actum in curia predicta 7 idus marcii anno domini millesimo trecentesimo vicesimo quarto. S aus Straßb. St. A Versohl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. so 436 . Pabst Johann XXII lobt den Bischof Johann von Straßburg für seinen Eifer in der Veröffentlichung der pabstlichen Proceße gegen König Ludwig und ermahnt ihn, auch die Stadt Straßburg dafür zu gewinnen. 1324 April 1 Avignon. [Johannes episcopus servus servorum dei] venerabili fratri Johanni episcopo Argentinensi [salutem et apostolicam benedictionem] l . fraternitatis tue litteris con- ss sueta benignitate receptis et earum Serie diligenter inspecta circa publicationem per nos pridem habitorum processuum super quibusdam excessibus viri magnifici Ludovici ducis Bavarie discorditer in regem Romanorum, sicut fertur, electi, dili- gentiam et devotionem tuam, quam in nostris et sedis apostolice piis honestisque preceptis probabiliter promptam esse supponimus, dignis in domino laudibus com- so mendamus 2 , mirantes autem, magistri consulum et scabinorum Argentinensium esse a) S setulari. 1 Die Eingangsformel wie das Datum sind ergänzt. 2 Der erste Proceß gegen Ludwig von 1333 October 8 ist am 9. October dem Straßburger Bischof mitgetheilt worden und dürfte im December 1333 in seine Hände gekommen sein, wenigstens erhielt ihn 35 der Bischof von Basel erst am Sonntag vor Weihnachten, am 18. December (vergl. Oberbayer. Archiv I, 97 nr. 72). Die päpstliche Erklärung vom 7. Januar 1324 an die Gesandten Ludwigs wurde Bischof Johann unterm 13. Januar mitgetheilt, der zweite Proceß gegen Ludwig von 1324 März 23 wurde ihm am 28. März übersandt. Schließlich wurde der Proceß gegen Ludwigs Bevollmächtigte in Italien von 1324 April 12 schon am folgenden Tage dem Bischof übermittelt. Der 1. und 2. Proceß gegen Ludwig 40 befinden sich in gleichzeitiger Abschrift auf sieben aneinander gehefteten Pergamentblättern im Straßb. St. A. AA art. 74, ebenda die beiden andern erwähnten Schriftstücke in Copie auf zwei aneinander gehefteten Pergamentblättern. 1324 385 duriciam adeo renitentem, quod ipsi non in levem dei nostram et prefate sedis offensam in civitate predicta publicalionem non permiserint fieri memoratam 1 . nec ex paterne pietatis affectu hanc pertinaciam ipsis expedire salubriter estimantes fraternitatem tuam rogamus et hortamur altente, qualinus pro nostra et dicte sedis 5 reverentia ferventer instes et operanter adbibeas tue solicitudinis Studium, unde cives bujusmodi velut quodam inductive salutis glutino atlrahas ad veram devotionem nostram et sedis ejusdem ac debitam obedientiam mandatorum, nihilominus ipsarum partium nova seu conditiones et statum sepe nobis et fideliter tuis litteris relaturus 2 , teque sic habiturus demum in bis et aliis respicientibus noslrum et prefate sedis io connnodum ac honorem, quod, sicut diligentius illa prosequeris, sic preter divine retributionis premium benevolentiam nostram et sedis ejusdem uberius merearis. datum Avenione kalendis aprilis [pontificatus nostri] anno octavo. Aus d. Oberbayerisch. Archiv I, 50 nr. 4. Auszug von Höfler aus den Regesten Pabst Johann XXII (Secret. an. VIII tom. VI p. LXXVII). 15 437. Palst Jolmnn XXII ermahnt das /Straßburger Domcapitel, den Bischof lei der Veröffentlichung und Durchführung der päbstlichen Proceße gegen König Ludwig kräftig zu unterstützen. 1324 Mai 31 Avignon. [Johannes episcopus servus servorum dei] decano preposito et capitulo [ecclesie] Argentinensis [salutem et apostolicam benedictionem] 3 . si diligenti Studio perpen- 20 datis filii, quam sit magnum virlutes colere singulas, obedire pro certo invenietis per maximum, cum obedientie sola religio virtutes Inserat universas. itaque Universitäten! vestram rogamus et monemus attente, quatenus circa publicationem et executionem processuum, quos adversus virum magnificum Ludovicum ducem Bavarie discorditer in regem Romanorum electum hucusque habuimus, venerabili fratri 25 nostro Johanni episcopo Argentinensi ad requisitionem ipsius sic pro nostra et apos- tolice sedis reverentia obedienter ac celeriter pareatis et intendatis efficaciter, prout decet, quod nostra non censeamini et ejusdem sedis precepta contempnere et apud deum ac ipsam sedem possitis de obedientia prestita bene meriti apparere 4 . [datum Avinione pridie kalendas junii pontificatus nostri anno octavo]. so Aus d. Oberbayerisch. Archiv I, 62 nr. 22. Undatirter Auszug von Höfler aus den Regesten Pabst Johann XXII (Litt, apostol. an. VIII tom. IV p. 69). — Regest in der Archi- valischen Zeitschrift V, 256 nr. 209 mit Angabe des Tagesdatums, nach dem das Datum des Textes ergänzt ist. 1 Vergl. nr. 438. 2 Vergl. den undatirten Brief des Pabstes an den Bischof, der in den Sommer 1324 zu setzen sein 35 dürfte i. Oberbayer. Archiv I, 72 nr. 42. In demselben wird ihm für seinen Eifer und seine guten Nachrichten gedankt und er gebeten, dabei zu beharren nobis statum partium illarum et rumores, qui tibi occurrerunt, sepius rescripturus. 3 Die Eingangsformel ist ergänzt. 4 Von gleichem Wortlaut und wahrscheinlich von demselben Datum ist ein Schreiben des Pabstes w adressirt filiis religiosis Argentinensis civitatis et dioecesis exemptis et non exemptis. Vergl. Oberbayer. Archiv I, 73 nr. 45. Auf dies wie auf das oben mitgetheilte Schreiben wird hingewiesen in dem Briefe des Pabstes an Bischof Johann ebenfalls vom 31. Mai, in dem diesem der Beistand des Mainzer Erzbischofs und der Bischöfe von Basel, Konstanz, Metz und Speier gegen König Ludwig und seine Anhänger in Aussicht gestellt wird. Vergl. Oberbayer. Archiv I, 61 nr. 20 u. 21 sowie Archiv. Zeitschrift V, 255 nr. 208 u. 210. Str. II. «5 49 386 1324 438 . Entwurf eines Schreibens der Stadt Straßburg an den Pabst Johann XXII, in dem sie die Gründe entwickelt, aus denen sie die Veröffentlichung der päbst- lichen Proceße gegen König Ludwig bisher verhindert habe, und um Rücksichtnahme bittet. [1324 vor August ]. Sanctissimo in Christo palri ac piissimo universorum 3 domino domino Johanni s vicesimo secundo, divina providencia sacrosancte Romane et tocius militantis b ecclesie summo pontifici, magister consules scabini ac Universitas civitatis Argentinensis sui devoti® cum omni humilitate devota pedum oscula beatorum. paterna pielas merito filiorum excusationem exaudiet, quam non ex superbie typo d , sed evitandi necessitate proprii periculi ° et ob hominum corpora, que cunctis rebus preferuntur, conservanda io noverit processisse. hinc est quod ad vestre sanctissime in Christo paternitatis noti- ciam singnificando cum omni humilitate et reverencia deducimus, reverendum in Christo patrem et dominum Johannem dei gracia Argentinensem episcopum voluisse quoddam mandatum a vobis patre sanctissimo directum contra illustrem principem dominum Ludewicum ducem Bauwarie in Romanorum regem electum in nostra civitate Argen- 15 tinensi publicasse 1 . cui publicacioni f ad nostras preces seriosissimas supersedit et ob pericula infrascripta et adhuc graviora et periculosiora e evitanda ex parte nostra proposita coram eo. periculorum autem tenor dinoscitur esse talis 2 : dictus enim illustris princeps in Romanorum regem electus multas civitates et municiones circumjacere habet pretextu imperii prope nostram civitatem predictam et circum- a« circa eidem faventes et adherentes; item multos nobiles fortes et potentes habet eoadjutores et fautores habentes fortalicia et municiones circa nostram civitatem predictam, de quibus ad mandatum dicti principis ob dicti mandati publicacionem in nostra civitate faciendam procul dubio facerent nobis et nostris incolis tarn in rebus quam in personis infestaciones gravissimas et incomoda infinita. preterea si 25 aliquod mandatum de cetero in nostra civitate contra dictum principem publicaretur, propter talem publicacionem cedes magna et inevitabilis accideret in nostra civitate propter servileres hincinde potentes* 1 utriusque electorum ad regnum Romanorum, videlicet principis predicti et domini Friderici ducis Austrie 1 , in eadem existentes, cum quidam ex nostris concivibus uni electorum predictorum, quidam alter! adhe- so reant auxilio consilio et favorek. item nos erga ambos electos predictos hactenus legaliter nos gessimus in communi, ut ipsa communitas non magis uni electorum favebat quam alter! et in ipsorum gracia et amicicia existebat et in statu tranquillo. quas nos, si aliquod mandatum in nostra civitate contra dictum principem publica- a) piissimo universorum Uber geschrieben, b) divina—militantis übergeschrieben und universalis durchgestri- 35 chen. c) sui devoli übergeschrieben, d) typo fibergeschrieben und contemptu ausgestrichen, e) humi- litatis radice ansgestrichen und evitandi—periculi über geschrieben. f) publicato licet invitus durchgestrichen und publicacioni Über geschrieben. g) et adbuc—periculosiora über geschrieben. h) hincinde potentes Über geschrieben. !) videlicet—Austrie Übergeschrieben. k) S add. preterea durchgestrichen. 40 1 Vergl. nr. 43G. 2 Vergl nr. 439. relur, erga ipsum et ejus coadjutores et fautores, qui nobis gravia pericula et inco- moda infinita inferre possunt, ut est prelibatum, amilteremus et ipsorum eciam indignacionem et hostile“ hodium incurreremus, immo b nobis adversarios eosdem in perpetuum ordinaremus et conslitueremus principaliter nee secure possemus vel 5 auderemus, sicut hactenus consuevimus, cum rebus nostris partes Alamanie pertran- sire. item si aliquod mandatum in nostra civitate predicta contra dictum principem publicaretur, ex hoc indignari posset et sibi sumere materiam et occasionem revo- candi privilegia nobis nostris incolis ac civitati nostre predicte concessa a regibus Romanis et imperatoribus sumpluosis expensis, gravissimis laboribus et gratissimis 10 serviciis acquisita. item si alicujus mandali publicatio in nostra civitate Argentinensi predicta contra dictum principem facienda, nobis pre ceteris civitatibus et communi- tatibus valde esset periculosa et nociva, ut ex premissis liquide apparet, vestre tarnen paternitali sanctissime parum vel nichil utilitalis procul dubio allatura c . quare vestre in Christo paternitati sanctissime devote et humiliter supplicamus, quatenus 15 dicta nostra pericula et multo graviora et periculosiora, que longum esset vestre in Christo paternitati piissime exponere, nobis inconbentia ob mandati alicujus publi- cacionem in nostra civitate faciendam contra principem predictum vestre sanctitatis animum mitigent et inclinent, si in aliquo, quod tarnen non speramus, vestram sanctitatem piissimam offendimus ob-> vestri mandati predicti c publicacionem non 2« aliqua temeritate vel contemptu, sed f propter nostras preces et causas predictas retardatam e. ad parcendum nobis in premissis et ad nostram excusationem premissam paterno suscipiendam favore exemplo illius, cujus vicem in terris geritis, cui proprium est misereri et parcere, et ad providendum nobis h vestra solita sanctitate piissima more patris piissimi ad avertenda a nobis pericula premissa, ne in civitate 25 nostra predicta alicujus mandati publicatio facienda contra principem predictum alicui inantea committatur, vestram sanctitatem incolomem letamque pater sanctissime evo tueatur longissimo, qui est in seculorum secula benedictus. S aus Straßb. St. A. AA art. 74 conc. mb. coaev. Zwei Stücke groben Pergaments von länglichem Format mit eingerissenen Bändern, das zweite kleinere zeigt am untern Bande Spuren 30 einer Naht. Auf dem ersten ist in dorso am untern Band in der Ecke wolil gleichzeitig vermerkt contra processum pape. Bezüglich der Datirung des Stücks kann zunächst darüber kein Zweifel herrschen, daß es in das Jahr 1324 zu setzen ist und zwar vor den 2. August, an dem Bischof Johann die Veröffentlichung der päbstlichen Mandate gegen Ludwig auf allen Kanzeln der Stadt und Diöcese Straßburg befiehlt. Vergl. nr. 440. 3 5 Vielleicht gehört es schon in den Anfang des Jahrs, bald nachdem Bischof Johann den ersten Proceß erhalten hatte, und das Schreiben des Päbstes von 1324 April 1 nimmt darauf Bezug. Vergl. nr. 436. So nehmen es C. Müller Kampf Ludwigs d. B. mit der römischen Curie I, 140 u. 367 Beilage 11 sowie Bosenkränzer Bischof Johann S. 55 Anmerk. 1 an. Möglicher Weise ist es aber erst auf Grund des päbstlichen Schreibens , 10 vom 1. April entstanden und die Bechtfertigung gegen die darin enthaltenen Vorwürfe. a) Zwischen hostile und hodium ein fast kreisrundes, grosses Loch im Pergament. b) S imno. c) Hier endet das erste Pergamentblatt. d) ob übergeschrieben und propter ausgestrichen. e) predicti übergeschrieben. f) non—sed übergeschrieben. g) S add. que alias tarnen est notoria ausgestrichen. b) nobis übergeschrieben. 1324 388 439. Entwurf eines Schreibens der Stadt Straßbur ff an Bischof Johann, in welchem, demselben für eine Enlschuldiffungsschrift an den Pabst die Gründe auseinander gesetzt werden, weßhalb die Stadt sich der Veröffentlichung der Proceße gegen König Ludwig bisher widersetzt habe. [1324 vor August], Cause infrascripte sunt motive cause civium Argentinensium, quare in civitate Argentina publicacio processus per summum pontificem dominum Johannem vicesi- mum secundum papam directi reverendo in Christo patri ac domino nostro domino Johanni dei gracia episcopo Argentinensi ad publicandum ipsum per eundem contra illustrem principem dominum Ludewicum ducem Bauwarie in Romanorum regem electum», et ne de cetero aliqua in dicta civitate Argentina contra cives ipsius in genere vel in specie processuum apostolicorum publicacio ab aliquo procuretur. dictus enim illustris princeps in regem Romanorum electus multas civitates et muni- ciones circumjacere habet pretextu imperii prope civitatem Argentinam predictam et circumcirca, item multos nobiles potentes habet coadjutores et lauteres habenles fortalicia et municiones circa diclam civitatem Argentinam [weiter wie in nr. 438 mit geringfügigen Abweichungen bis ulililatis allatura]. Premissa, pater reverende domine Johannes episcope Argentinensis, vestrum moveant animum et inclinent ad scribendum summe pontifici, excusando cives pre- dictos apud ipsum, quare dictarn publicacionem in dicta civitate Argentina propter oausas predictas et ad evitanda dicta pericula obmisistis. cetera supleat vestra pater- nitas reverenda. S aus Straßb. St. A. AA art. 74 cotic. mb. coaev. Längliches Stück Pergament mit eingerissenen Bändern. Gedruckt darnach bei Wencker App. et instr. arch. p. 170 nr. 27 mit unberechtigter Hinzunahme des Schlußes von nr. 438, der auf das zweite Pergamentblatt geschrieben ist. Das Stück steht offenbar im engsten Zusammenhang mit nr. 438 und ist wie dieses zeitlich zu fixiren. Vergl. Müller a. a. 0. S. 368. 440- Bischof Johann trägt der Geistlichkeit in der Stadt und Diöcese Straßburg bei Strafe der Amtsenthebung auf, die päbstlichen Erlaße gegen König Ludwig öffentlich zu verkünden. 1324 August 2 Schlettstadt. Johannes dei gracia episcopus Argentinensis, executor mandatorum apostolicorum contra magnificum principem dominum Ludewicum ducem Bawarie ejusque lauteres directorum a sede apostolica deputatus, universis et singulis rectoribus seu vicariis parrochias regentibus neenon religiosis quibuscumque exemptis et non exemptis, cujuscunque condicionis Status seu ordinis luerint, per civitatem et dyocesim Argen- tinenses constitutis salutem et mandatis aposlolicis firmiter obedire. auctoritate apostolica nobis in hac parte commissa vos omnes et singulos ex vobis requirimus et monemus et vobis et cuilibet in virtute sancte obediencie et sub pena suspensionis ab officio, quam vos et quemlibet vestrum incurrere volumus ipso lacto, canonica 5 10 15 20 25 30 35 a) Zu ergänzen etwa omissa est. 40 1324 389 tarnen monicione premissa, qui non fecerint, quod mandamus, injungimus, nt vos rectores seu vicarii civitatis Argenlinensis infra missarum sollempnia in cancellis publice, vosque religiös! ejusdem civitatis et suburbii ipsius, qui sermones ad populum feceritis, proxima die dominica post festum beati Laurentii martiris et deinde singulis August 5 diebus dominicis et festivis hujusmodi mandata apostolica sollempniter publicetis 1 scientes, quod, si secus feceritis, non solum ad publicationem penarum, quas ex tali neglientia seu inobedientia vos conlinget incurrere, sed eliam contra vos, licet inviti, alias procedemus juxta traditam a dicta sede apostolica nobis formam, dantes Erboni de Kagenecke cellerario ecclesie sancti Petri Argentinensis clerico nostro io presentibus in mandatis, hoc nostrum mandatum sive processum presentem vobis una cum mandatis apostolicis predictis presentandi et ad vestram notitiam perferendi. datum apud Sletzstat 4 nonas augusti anno domini millesimo trecentesimo vicesimo quarto. S aus Straßb. St. A. AA art. 74 cop. mb. coaeva. i» 441. Die Stadt Straßburg schreibt dem Pabsle, sie bestelle hiermit den Straßburger Geistlichen Konrad von Geispolsheim als ihren Vertreter bei der Curie auf zwei Jahre. 1324 September 12 Straßburg. . . Sanctissimo in Christo patri ac domino sacrosancte Romane ecclesie summo pontifici . . magistri consules ac Universitas civitatis Argentinensis devota pedum 20 oscula beatorum. in curia vestre sanctitatis et audiencia magistrum Cünradum de Geispoltzheim clericum Argentinensem presentium exhibitorem nostrum nominamus ordinamus et constituimus procuratorem ad impetrandum litteras simplices et legendes gratiam et justitiam continentes, ad contradicendum et in judices communiter et divisim et in loca congrua conveniendum recusandum et appellandum, dantes eidem 25 potestatem alium procuratorem substituendi eundemque revocandi, quando et quotiens sibi visum fuerit expedire, ratum et gratum habituri, quicquid idem magister Cün- radus vel ab eo substitutus fecerit egerit seu ordinaverit nostro nomine in premissis. volumus autem et speciali convencione in pactum deducimus, quod dictus magister Cünradus noster procurator annuatim duabus marcis argenti nomine sui salarii sit so contentus, presente procuratorio post bigennium minime valituro. et hec vobis, pater sancte, et omnibus, quorum interest seu intererit, sub sigillo nostre civitatis Argentinensis cupimus esse nota. actum Argentine 2 idus septembris anno domini 1324. S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn. Gew. lad. 88 cop. mb. coaeva. 35 i Es ist fraglich, ob darunter der päbstliche Proceß von 1324 Juli 11, die Beichscntsetzung Ludwigs, die Excommunication seiner Anhänger, das Interdict ihrer Gebiete zu verstehen ist. Derselbe wurde am 19. Juli, wie es scheint, dem Straßburger Bischof übersandt. Vergl. Oberbayer. Archiv 1, 77 nr. 51 und 52. Vielleicht erhielt er denselben erst Ende August und der Passus eines Schreibens von Bischof und Lomcapitel an den Archipresbyter in Neuweiler ist darauf zu beziehen: mandatum sedis apostolice 4 o novum et arduum Universum clerum civitatis et diocesis Argentinensis contingens recepimus. Zur Berathung desselben wird ein allgemeines Capitel auf den 4. September berufen (feria 3 ante nativitatem beate virginis hora prime in capitulo ecclesie Argentinensis). Vergl. Bosenkränzer Bischof Johann S. 105 (aus Cod. ms. nr. 410 der Wiener Hofbibliothek). 390 1324 442 Das Straßburger St. Stephanskloster theilt dem Pabsle mit, es bestelle den Magister Johannes Angeli auf zwei Jahre als seinen Vertreter bei der Ctirie. 1324 October 12. Sanctissimo in Christo patri ac domino sacrosancte Romane sedis summo pon- tifici . . divina clemencia . . abbatissa et conventus monasterii sancti Stephani Argen- tinensis devolum pedum oscula beatorum. in curia vestre sanctitalis et audiencia magistrum Johannem Angeli clericum exhibitorem presencium nostrum constituimus procuratorem ad impetrandum et contradicendum litteras simplices et legendas, in loca et judices communes conveniendum et recusandum, alium procuratorem, quan- docunque voluerit, subslituendum et revocandum et ad omnia alia et singula facien- dum circa premissa, que verus et legittimus potest et debet facere procurator, ratum et gratum habituri, quicquid idem procurator vel ab eo substitutus nomine nostro fecerit in premissis. volumus eciam, ut duobus florenis pro sallario annuo sit con- tentus, et quod presens mandatum post biennium sit minime valiturum. et hec vestre sanctitati et Omnibus et singulis, quorum Interest aut intererit, sub sigillis nostris appensis presentibus intimamus. actum et datum 4 idus octobris anno domini 1324 a . B aus Straßb. Bes. A. H fase. 2619 or. mb. c. 2 sig. pend. delapsis. Auf der Rückseite der Vermerk expiraverunt. 443 Schiedsspruch der Straßburger Ritter Konrad Ripelin und Reinbold von Achenheim in dem Streite Johanns von Mombronn mit der Stadt Straßburg. 1324 November 10. In der miszehelle, so her Johannes von Monburne von sinre vrowen wegen hern Steinlins seligen wittewe von Winstein bet gegen den bürgern von Strazburg, do sprechen! wir Cünrat Ripelin und Reinheit von Achenheim rittere von Strazburg, rätlüte der vorgenanten bürgere in der vorgenanten miszehelle, uf unsern eit zu rechte: mugent die bürgere von Strazburg verbringen, daz der vorgenante her b Steinlin selige von Winstein dez crieges were oder sin gesinde ritte oder schaden dette uf hern Walther herren von Geroltzecke oder uf den Heiden von Waszelnheiin oder uf die bürgere von Strazburg oder in die c süne genomen wurde, die jungherre Claus von Lülzelnstein bette mit hern Walther dem Heiden von Waszelnheim und mit den bürgern von Strazburg den vorgenanten 1 , dez süllent die vorgenanten bürgere genieszen und süllent ime keinen schaden abetün. mügent sü aber daz nüt vürbringen, waz denne der vorgenante her Johannes von Monburnen vürbringet mit biderben luten, die ez an nüt engat, nutze an die zal zwenzig und hundert schaffe und uffe zwenzig geisze oder in der masze, die sins vorwarn warnt, und die selbe a) Die Datirung hinter datum ist von andrer , gleichzeitiger Hand mit dunklerer Tinte geschrieben, b) her übergeschrieben, c) die Über geschrieben. 5 10 15 20 25 30 35 1 Vergl. nr. 342, 343 und 352, 1324 391 zal ist vor uns erberlichen vürbracht, daz unsern bürgern und die von iren wegen do waren!, nüt me zu teile wurde denne die vorgeschriben zal, dez sol er genieszen a mit solicber ged in ge : Kummet ieman, der besser recht bet von hem Stenlins seligen wegen dez vorgenanten, denne die vorgenante hern Steinlins seligen wittewe oder 5 her Johannes von Monburnen der vorgenante von iren wegen, gegen dem sol den vorgenanten bürgern von Slrazburg ir recht behalten sin. und dez zu eime urkunde so hant wir die vorgenanten rallüte unsere ingesigele an disen briet gehenket. der wart gegeben an dem sammestage vor sante Martins tage in dem jare, do men zalte von gotz gebürte trüzehen hundert jar und vier und zwenzig jar. io S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. e. 2 sig.pend., quorum 1 delapsum. Gut erhaltenes Siegel des Bitters Konrad Bipelin. Das Stück hat längliches Format und ist an der rechten Langseite unregelmäßig beschnitten, so daß die Zeilen von oben nach unten in der Länge wachsen. 444. Der bischöfliche Hofrichter beurhundet, daß vor ihm der Magister Burcliard 15 Treffese von Straßburg auf alle Forderungen gegen Straßburger Bürger, auch seiner QefangenseUung wegen, verzichtet hat. 1324 December 10 im Straßburger Hofgericht. Coram nobis . . judice curie Argentinensis constitutus magister Burcardus diclus Treffese de Argentina non vi nec metu coactus, sed sponte libere et ex certa, ut 20 asseruit, scientia juravit ad sancta dei ewangelia corporaliter a se lacta, quod sine dolo Annam dictam Schöbin et Johannem fratrem ejus de Argentina vel bona ipsorum occasione sententie per . . magistrum et . . consules civitatis Argentinensis date, ut asseruit idem magister Burcardus, pro Johanne et Anna predictis ac contra ipsum magistrum Burcardum super redditibus annuis octo quartalium siliginis in 25 banno ville Düngensheim apud Criegesheim sitis nunquam impetat vel impeti pro- curet in judicio ecclesiastico ac etiam seculari vel extra judicium quoquo modo, item idem magister Burcardus juravit ut supra, quod Nicolaum dictum Kempfe vel . . magistrum et . . consules predicte civitatis aut quoslibet alios cives Argentinenses seu bona ipsorum in judicio ecclesiastico aut seculari aut extra judicium non impetat 30 vel molestabit vel impeti aut molestari procurabit sine fraude pro eo, quod dictus Nicolaus eundem magistrum Burcardum cepit et ipsum . . magistro et . . consulibus predictis presentavit, qui eum captum detinuerunt tempore aliquali. renuntiavit igitur sepedictus magister Burcardus exceptioni doli mali, actioni in factum, litteris a sede apostolica vel aliunde impetralis vel impetrandis omnique juris auxilio cano- 35 nici et civilis, consuetudinibus et slaiutis tarn publiois quam privatis, exceptionibus et defensionibus aliis quibuscunque, quibus juvari posset ad veniendum contra pre- missa vel aliquid premissorum quoquo modo in judicio vel extra, imposterum vel ad presens. et in liujus rei testimonium sigillum curie Argentinensis ad petitionem sepe- a) dez—genieszen Uber geschrieben. 392 1324 fati magistri Burcardi presentibus est appensum. actum in curia prescripta 4 idus decembris anno domini 1324 *. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. 445 . Schiedsspruch des Ritters Hartung von Ralhsamhausen und des Schlett- stadter Bürgers Walther Gebauer in dem Streite des Ritters Reinhard von Burg- s heim mit der Stadt Straßburg. 1324 December 29. Wir Hartung von Ratzenhusen ein ritter und Walther Gebure bürgere zu Sletzstat, ratlute des erberen ritters hem Reinhartes von Burgheim in der missehelle und ansprache, die er het gegen den erbern und den bescheiden lüten . . dem meistere dem rate . . den bürgern und der stat zu Strazburg, tunt bunt allen den, die disen n> hrief sehent oder horent lesen, daz wir gesprochen hant, als von des vorgenanten ritters wegen an uns ist verlaszen, daz uns reht dunkent, sider der vorgenante her Reinhart het gesprochen, daz er mit den von Wikersheim und von Butenheim nut habe zü dünde denne gut unde liep, daz die vorgenanten burger und die stat zu Strazburg dem selben hern Reinharte von der wegen von Wikersheim und von 15 Bütenheim nütesnüt sint schuldig uf zu richtende, wir sprechent öch, daz uns dunket: ist her Reinhart sinre wirt'in selgen, von der die vorgenante missehelle dar rüret, von rehte zü erbe kommen und müz och ire schulde vur sie gelten und hant denne die vorgenanten bürgere von Strazburg" oder ire b seidenere oder ieman von Iren wegen des vorgenanten hern Reinhartes frowen seligen schaden getan, 20 als er claget, daz ime den schaden die vorgenanten burger und die stat von Strazburg sullent abelegen, die vorgenanten bürgere wellent sich denne entsiahen, daz ire bürgere noch ire seidenere noch nyman von Iren wegen den vorgenanten brant tetent, als der selbe her Reinhart het geclaget 1 . und des zü eime urkunde hant wir Hartung von Ratzenhusen ein ritter und Walther Gebure die vorgenanten 25 unsere ingesigele 2 gehenket an disen briet. der wart gegeben an dem samestage nach dem wihennacht tage, do men zalte von gotz gebürte drüzehen hundert und viere und zwentzig jar. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. 2 sig. pend., quorum 1 delapsum. 30 a) S Strazbur. b) Loch im Pergament verhielt. 1 Vergl. UB. III, 289 nr. 959. 1 Vergl. nr. 446. 2 Walthers Siegel mit der Umschrift s. Walt.heri Rustici de Sles... geigt im Felde einen Mann, der sich mit der rechten Hand, wie es scheint, auf ein Schwert stützt. 35 1324 39:; 446. Schiedsspruch der Straßburger Ritter Göiz von Grostein und Johann Zorn in dem Streit des Ritters Reinhard von Burgheim mit der Stadt Straßburg um den Hüttenheimer Brand. 1324 December 29. Wir Götze von Grozstein und Johannes Zorn riltere und bürgere zu Strazburg, 5 rätlute der bürgere und der stette zu Strazburg in der missehelle, die her Reinbart von Burgheim ein ritter bet gegen den vorgenanten bürgern und der stat von Strazburg von des brandes wegen, der do bescbach zu Hittenheim, des ander site rätlute sint von des vorgenanten hern Reinhartes wegen der erbere ritter her Hartung von Rätzenhusen und Walther Gebur ein burger zu Sletzstat 1 , do sprechent io wir Götze von Grozstein und Johannes Zorn die vorgenanten: sider der vorgenante her Reinhart von Burgheim der frowen zü den ziten nüt enhette, der do der schade von des brandes wegen solte beschehen sin, und och der schade von der selben frowen wegen an die bürgere von Strazburg gefordert wart bi irem lebetagen und och wir nüt befunden baut, daz der vorgenante her Reinbart der selben frowen i 5 von rebte ein erbe si, und öch der crieg, do der selbe brant inne geschacb, der von Wikersheim und von Butenheim was 2 , und öch der brant mit geschacb uszer der stat zü Strazburg noch drin, und öch die bürgere von Strazburg ire belfere waren! und die selben bürgere von Strazburg die vorgenanten von Wikersheim und von Bütenheim, die den selben brant latent, solicb woltent han gebebet, daz 2 o su ratlute und obelute hettent gnomen gegen dem vorgenanten hern Reinharte von des selben brandes wegen, und waz mit dem rebten uffe si gevallen were, daz sie dem selben hern Reinhart durch reht ufrichten soltent unbe den schaden von des vorgenanten brandes wegen, daz sü ime daz hettent ufgerichtet, als daz merre teil von rätluten und von obeluten gesprochen bette, do sprechent wir Götze von Groz- 25 stein und Johannes Zorn die vorgenanten: sider er daz von den bürgern von Strazburg bet versprochen vor uns den vier rätluten vor . . herren . . rittern und vor bürgern und sprach also, er enhette noch enwolte mit den von Wikersheim und von Butenheim mit wände liep und gut haben zu schaffende, so sprechent wir Götze von Grozstein und Johannes Zorn die vorgenanten ratlute nach wiser lute 30 räte und dunket uns och selber reht uf unsern eit: sider der selbe her Reinbart daz versprochen bet von den bürgern von Strazburg, als sie ime buttent von der wegen von Wickersheim und von Butenheim, als do vor geschriben stat, daz die vorgenanten bürgere von Strazburg mit mit liern Reinharte zu schaffende haben von der wegen von Wikersheim und von Bütenheim. wir sprechent öch me, mugent 35 die bürgere von Strazburg vurbringen, daz der crieg were der von Wickersheim und von Bütenheim, do der brant inne bescbach und die bürgere von Strazburg ire belfere werent, wil denne der meister, der zü den ziten meister was zü Strazburg, sich entsiahen von der stette wegen, daz er den brant nüt hiesze tün und ez och der rät nüt uberein kome, daz men den brant tün solte, so dunkel uns, daz die 40 1 Vergl. nr. 445. 2 Vergl. nr. 418 und, 422. 394 1324 — 1325 vorgenanten bürgere von Strazburg nüt mit dem vorgenanten hern Reinharte von des brandes wegen haben zu schaffende und sin entladen sint, sider daz er het gesprochen, er enwelle noch enhabe mit den von Wickersheim und von Rutenheim nut denne liep und gut zu schaffende, die den selben brant latent, und öch der erleg ir was und ndt der vorgenanten bürgere von Strazburg. allez, daz do vor stat a geschriben, haut wir Götze von Grozstein und Johannes Zorn die vorgenanten rittere gesprochen nach wiser lute räte und dunkel uns öch selber reht und verstarb ndt beszers uf unsern eit ane alle geverde. und des zu eime urkunde harrt wir unsere ingesigele gehenket an disen brief. der wart gegeben an dem samestage nach dem wihennacht tage, do men von gotz gebürte zalte drüzehen hundert 1 * und viere und zwentzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. 2 sig. pend. delapsis. 447. Das St. Peterscapitel schließt mit den Juden von Straßburg einen Vertrag Uber die Ablösung der Rechte, welche den Schatzmeistern des Stifts bisher an dem Judenkirchhof zustanden. 1325 Februar 12. Cum hucusque . . thesaurarii ecclesie sancti Petri Argentinensis, qui pro tempore fuerunt, in primordio sue creacionis ad ipsam thesaurariam cum universitate judeorum Argenlinensium pro certis peccuniarum summis convenciones facere con- sueverint, ut iidem judei pro tempore, quo ipse thesaurarius in eodem officio perdu- raret, in cymiterio judeorum infra limites parrochie diele ecclesie sancti Petri, cujus idem thesaurarius rector esse dinoscitur, constituto corpora defunctorum judeorum possent tradere sepulture, quas suminas peccunie thesaurarii ipsi suis privatis usibus inbursantes nichil pro melioracione ipsius officii thesaurarie vel ad usus diele ecclesie contulerunt, nos . . prepositus decanus et capitulum ipsius ecclesie sancti Petri ipsius officii et ecclesie evident! utililati volentes prospicere, consensu et voluntate expressis Conrad! de Mülnheim thesaurarii ipsius ecclesie accedentibus ad omnia infrascripta, pro nobis et pro nostra ecclesia et pro nostris et ipsius thesaurarii successoribus universis cum Davide seniore, Vögellino ejus filio, Jeckelino filio quon- dam Selmelini, Meiger precentore et procuratore ipsius cymiterii judeis Argentinen- sibus suo et universitalis judeorum Argenlinensium nomine a nobis sollempniter stipulantibus convenimus in hunc modum: quod iidem judei et Universitas eorundem atque alii judei, quicunque et undecunque hierin!, in diclo cymiterio liberam sepul- turam habere nec aliquam cum quocunque thesaurario diele ecclesie vel nobiscum aut successoribus nostris inantea convencionem facere debeant super eo, et quod areas domus et ortos 0 cum suis attinenciis universis, quas nuper emisse dicuntur a Rudigero diclo de Wasenecke et Hedewige uxore sua legitima, sitas juxla Heinricum dictum Lolin scolasticum diele ecclesie sancti Petri ex una et ex alia parle apud Erbonem dictum Weidelin militem et fratrem suum cellerarium Rynagensem, et ex 5 10 15 20 25 30 35 a) S stag. b) S huudt. c) B orti. 1325 395 anteriori parte tendit super viam juxta aquam diclam die Hirtzelaclie 1 , eodem jure sicut ipsum cymiterium licite retinere et pacifice inantea valeant possidere, noslra ac successorum nostrorum necnon thesaurarii cujuscunque contradiclione qualibet quiescente, ita tarnen, quod ad alias areas predicto cymiterio in posterum attrahendas 5 hec convencio nullatenus se extendat, sed circa hoc contra judeos ipsos et Universitäten! ipsorum jus nostrum integrum nobis permanent et illesum. remittimus eciam per presentes predictis judeis et Universität! eorum redditus viginti denariorum Argentinensium dicte parrochie racione decimarum debitos ac alias decimas jura actiones et requisiciones quascunque, si que de dictis cymiterio vel areis aut contra io ea ipsi ecclesie nostre vel parrochie deberentur, promittentes eisdem nomine quo supra et in modum predictum stipulantibus, predictam convencionem ratam habere nec contra eam venire per nos vel alios in judicio vel extra, in posterum vel ad presens, ipsosque judeos et universitatem eorum defendere et indempnes servare contra omnes et singulas personas dicte ecclesie nostre, quas occasione dicti cymiterii vel 15 jurium quorumcunque ecclesie nostre olim competencium in eodem ipsos judeos inpetere contigerit vel aliquatenus molestare. in recompensam igitur juris predicti, si quod thesaurariis in principio sue creacionis vel ecclesie nostre competiit contra universitatem judeorum predictam occasione cymiterii antedicti, acque pro decimis vel aliis juribus quibuscunque de ipsis cymiterio vel areis debitis iidem judei tradi- so derunt numeraverunt et assignaverunt prefato Conrado thesaurario centum et triginta sex libras denariorum Argentinensium. quam peccuniam ipse thesaurarius nomine ipsius thesaurarie nobis . . preposito et . . decano predictis promisit in nullos usus suos privates, sed in utilitatem ipsius thesaurarie convertere, ut ex ea redditus comparentur, et ante conversionem hujusmodi peccunie in redditus eam sub custodia 25 capituli dicte ecclesie derelinquere tarn diu et tociens, donec in perpetuos et irrevo- cabiles redditus convertatur, fide super hoc ab ipso nobis prestita corporali. idem eciam thesaurarius propter melioracionem officii sui predicti et in recompensam juris, quod ipsi ecclesie in cymiterio et areis predictis conpetiit, nobis et capilulo nostro promisit pro se et successoribus suis universis et ad hoc ipsam thesaurariam per- 30 petuo obligavit, nobis . . preposito antedicto super liiis aucloritatem nostram pre- stante, quod ipse et quivis ejus successor de dicto officio thesaurarie capitulo nostro singulis annis dare et assignare debeant tres libras denariorum Argentinensium, medietate eorundem reddituum trium librarum in feste nativitatis domini et alia medietate in feste nativitatis Johannis baptiste solvenda. recongnoscimus igitur nos . . n 35 prepositus . . decanus et capitulum antedicti, peccuniam predictam ipsum thesaura- rium recepisse sibique numeratam esse traditam et solutam et in utilitatem ipsius officii conversam, renunciantes quoad omnia et singula prescripta excepcioni non numerate peccunie et in utilitatem dicti officii et ecclesie nostre non converse, actioni in factum, beneßcio restitucionis in integrum et quo deceptis vel circumventis qua- 4o litercunque poterit subveniri, litteris a sede apostolica vel aliunde inpetratis vel inpetrandis, consuetudinibus privilegiis vel statutis publicis municipalibus vel privatis, Vergl. Silbermann Localgesch <1. St. StraRb. S. 189, i 1325 396 excepcionibus el defensionibus aliis quibuscunque, quibus contra preinissa vel eorum aliqua venire possemus quomodolibet vel juvari, et specialiler juri dicenti, renuncia- tionem factam in genere non valere. in quorum evidenciam nos . . prepositus . . decanus et capitulum memorati sigilla nostra una cum sigillis curie Argentinensis ac Conradi thesaurarii antedicti, que ad majorem rei geste fidem presentibus appendi rogavimus, presentibus duximus appendenda. et ego thesaurarius jam dictus, quia preinissa omnia et singula de meo consensu et voluntate in modum predictum sunt acta, idcirco sigillum meum una cum aliis sigillis predictis huic instrumento appendi. nos eciam judex curie Argentinensis, quia premisse convenciones stipulaciones pro- missiones remissiones recongniciones et renunciaciones ac alia premissa in modum predictum coram nobis sunt acta, idcirco in evidenciam eorundem sigillum dicte curie una cum sigillis dominorum . . prepositi . . decani thesaurarii et capituli predictorum ad peticionem eorundem appendi fecimus ad presentes, hujus instrumenti tria sunt paria, unum quorum apud . . decanum et capitulum, aliud apud thesau- rarium et tercium penes universitatem judeorum remanet antedictos. datum 2 idus februarii anno domini 1325. B aus Straß. Bez. A. G fase. 4725 2 or. mb. e. 5 sig. pend. delapsis. Auf der Rückseite Vermerk von gleichzeitiger Hand: instrumentum eonposicionis facte inter me custodem ecclesie sancti Petri et judeos Argentinenses super sepultura cimiterii eorum. 448. Schiedsspruch des Schlettstädter Schultheißen Heinrich Waffler von Echerich in dem, Streit der Stadt Straßburg mit Ritter Reinhard von Burgheim. 1325 März 14 Reichenberg . Ich Heinrich] Waffeler von Eckerich schultheisz a ze Sletzstat tun kunt allen den, die disen briet sehent und hörent lesen, umbe söliche missehelle, alz da waz zwüschent den erbern wisen lüten dem meister und dem rat von Strasburg ein site und ander site umbe hern Reinher von Burkein, den er het von siner elichen wurtin seligen wegen von des brandes wegen, der da geschach ze Hittenheim, alz sie ze beiden siten an mich körnen sint, so sprich ich nach wiser lüte rat, als ich von in ervaren han und ich mich och nüt bessers fürstan : sit die vier ratlüte 1 des überein kumen sint von dez krieges wegen von Butenheim und von Wiggershein, ,daz sie mir daz nüt geentwurt hant, so sprich ich darumbe nüt, wan sie überein kumen sint einhülleclich und mirs och nüt befulhent darumbe ze sprechende, ist aber daz her Reinher von Burkein die von Strasburg zihet und sprächet, ez sie nüt geschehen von dez vorgenanten krieges wegen von Bütenheim und von Wiggershein, dez sont b sich die bürgere von Strasburg entsiahen und fürbringen, daz es von dez selben krieges wegen geschehen sie. mügent sie ez aber nüt fürbringen, so dunket mich mügelich und reht, als verre als ich ervaren han und ich mich fürstande, daz sie dem vor- a) S schulthi mit Abkürzungsstrick darüber. b) Unter dem n in sont ein 1 radirt. 5 10 15 20 25 30 35 1 Vergl nr. 445 md 446. 1325 397 genanten her Reinher von Burkein eim ritter sinen schaden sont abelegen, als her Götze von Groszstein und her Johannes Zorn vormaln drumbe gesprochen haut, und volge och dez den vorgenanten hern Götzen von Groszstein und hern Johannes Zorn rittere, als sie davor hant gesprochen, ane alle geverde. daz diz war sie und 5 stete belibe, so han ich der vorgenante Heinrich] Waffeler disem brief besigelt zu eim urkünde der vorgeschriben dinge. dirre brief wart gegeben ze Richenberg an dem dunrstag vor mittervasten dez jares, do man von gots gebürte zalle drü- zehen hundert jar und fünf und zweingig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. Von der io Legende des Siegels zu erkennen: Waffel. m .. de Ecker, sculteti Slezst... In der Schrift dieses Stücks ist am Schluß der Worte s und z gar nicht zu unterscheiden. 449. Ritter Johann von Börsch schwört der »Stadt Straßburg Urfehde und stellt fünf genannte Bürgen dafür. 1325 März 16. Allen den si kunt, die disen brief gesehent und gehörent lesen, daz ich 15 Johannes von Berse ein ritter vür mich alle mine fründe und helffere gesworn habe, urfehte und eine luter süne ze habende und zu haltende mit den wisen und erbern den bürgern von Strazburg und allen iren helffern von der getede wegen, daz sü mich viengent, und von aller Sachen wegen, die ire bürgere gegen mir und ich gegen in haben möhtent untz uf disen hutigen tag. und daz die vorgenanten bur- 20 gere deste sicherre sint, so habe ich in gegeben zu bürgen und zü rechten schul- denern unverscheidenlichen den edeln herren hern Heinrich herren von der Dicke und die erbern rittere hern Peter von Andelahe, hern Walther Wepherman den alten, hern Stehellin von Kertzevelt und hern Waltram dez vorgenanten hern Walther Wephermannes sun. geschehe, daz ich mine frünt oder helffere von der vorge- 25 nanten getede wegen oder von andern Sachen wegen, die geschehen werent vor dem tage, daz dirre brief gegeben ist, die vorgenanten bürgere von Strazburg oder ir helffere oder ir gut angriffent oder schadigetent oder schüffent angegriffen oder geschadiget in deheinen weg, und erkante der rät von Strazburg oder daz merreteil dez rates, daz ez von der vorgeschriben getede und Sachen wegen geschehen were, 30 wanne die vorgenanten bürgen danne gemant werden! von den vorgenanten bürgern von Strazburg iren gewissen botten mit iren brieven oder munt wider munde zü iren hüsern oder hoven, so sullent sich die bürgen danach in den nehsten achte tagen unverscheidenlichen entwerten in die stat zü Strazburg bi güten truwen niemer vür die ringmure der selben stette ze kummende, meister und rät von Strazburg 35 erlöbetent ez in danne, sü hant danne den vorgenanten bürgern von Strazburg iren dienern und helffern ufgerihtet den schaden, der in danne geschehen were, in welichen weg er in geschit. detent sü dez nüt oder antworten! sü sich und brechen!, daz got wende, so hant die vorgenanten bürgere von Strazburg und ire helffere macht, der vorgenanten bürgen güt ir lüte und ir güt unverscheidenlichen an ze 398 1325 griffende mit gerillte und ane gerillte, wie ez in füget, und sol der angrif nüt gan an deheine friheit stette oder dez landes noch an deheinen lantfriden gemeinen oder ungemein, nement öch die vorgenanten bürgere von Strazburg oder ire heiklere dez angrifles deheinen schaden, den schaden süllent in die vorgenanten bürgen unver- scheidenlichen ufrihten und abelegen ane alle geverde. und dez zü eime urkunde so habe ich Johannes der vorgenante ritter min ingesigel an disen brief gehenket. wir Heinrich herre von der Dicke der vorgenante, Peter von Andelahe, Walther Wepher- man, Stehellin von Kertzevelt und Waltram die vorgenanten rittere verjehent an diseme gegenwärtigen brieve, daz wir unverscheidenlichen schuldenere und wer sint gegen den vorgenanten bürgern von Strazburg in alle wise, alse do vor uns geschriben stat, und globent öch alle die artikele und iegelichen sunderlichen, alz sü do vor uns geschriben stant, bi güten truwen unverscheidenlichen stete ze habende ane alle geverde. und dez zü eime urkunde so hant wir unsere ingesigele mit dez vorgenanten hern Johanneses ingesigel an disen brief gehenket. der wart gegeben an dem samestage nach sante Gregorien tage dez jarz, do man zalte von gotz gebürte trüzehen hundert jar danach in dem fünf und zwenzigesten jare. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 6 sig. pend., quorum 2 delapsa. ÄbgefaMen die Siegel Heinrichs von der Dicke und Peters von Andlau. 450. Beschluß des St. Peterscapitels über die Verwendung der Pfründen- antheile abwesender Canoniher zu Stiftszwecken. 1325 März 19. Cum ecclesia nostra Petri Argentinensis ex antecessorum nostrorum largitione procuratione et industria multis pecuniarum summis et redditibus locupletata in eum statum per dei gratiam sit posita, ut granarium nostruin, quod vix pro quatuor denariis* singulis canonicis cottidie distribuendis suffecit, jam octo denariorum dis- tributionem pene possit inferre atque pro singulis prime tertie sexte et none horarum officiis, in quibus anlea nihil distribuebatur, ex dispositione pie memorie quondam Hugonis Zornonis prepositi dicte ecclesie nostre 1 duos denarios quilibet b canoni- corum presentium obtineat c , portionem tarnen hujusmodi quoad personam cujuslibet prepositus d ipsius ecclesie, qui nunc est vel pro tempore fuerit, cum in choro presens extiterit, duplicatam«, nos prepositus deoanus et capitulum sancti Petri attendentes, quod propter ampliationem distributionum hujusmodi, [cum] f quilibet ex canonicis nostris cum majori solicitudine et frequentia ad singulas lioras et officia in ipsa ecclesia accederents et eisdem Interessent, in tantum fructus reddituum ad dictas distributiones deputatorum annuatim extenuant ipsique redditus, ad quorurn pro magna parte revenditionem tenemur pro aliqua reemptione aliquorum ex eis jam factis et perficiendis ulterius, post quam irrevocabiles 11 redditus subrogabuntur eis- a) B per quatuor denarios. b) B duo denariorum cuilibet. c) B obtineant. d) B prepositi. e) B duplicata. f) Wohl zu ergänzen . g) B accedent. h) B inevocabiles. 5 10 15 20 25 30 85 1 Vergl. UB, III , 259 nr. 853. 1325 399 dem, prout disposuimus, adeo minuuntur, ut, nisi per «viertem provisionem nostram prescriptis, quam minus reputamus nobis onerosam, ipsius ecclesie nostre statui consulitur, redditus ipsi predietarum distributionum summam nequaquam amplius inferre valeant nee aliquid pro diversis debitis urgentibus per nos contractis vel con- s trabend!« persolvendis a , curiis nostris et bonis colendis necnon pro aliis usibus ecclesie nostre predicte necessariis valeat superesse, statuimus igitur et presentibus provi- demus, ut, quicunque canonicorum in matutinis missis publicis vel vesperorum officiis absens fuerit, portio dictarum distributionum, quam ipse presens habiturus esset nec in absentia sua consuetudine vel statuto ecclesie nostre percipere potuerit, 10 recolligatur et conservetur in utilitatem communem dicte ecclesie nostre pro augmen- tatione panis prebendalis vel aliis usibus nostris communibus magis utilibus vel necessariis, prout capitulum nostrum disposuerit, convertenda. qui vero in aliqua dictarum prime tertie sexte vel none borarum abfueril, ejus portio predietarum distributionum eisdem horis dandarum, quam in tali absentia non potuit capere, con- 15 similiter conservetur et reponatur seorsim, ut ex tali pecunia recollata redditus irre- vocabiles ad bujusmodi distributiones spectantes perpetuentur ac perpetualiter b de anno in annum redditus ampliores succrescant, ut sic ex nostra opera ad hoc data prenominati domini prepositi pia dispositio adunetur ac cultus divinus in anime ejus efficacius reme- dium augeatur. ceterum portiones hujusmodi absentium seorsum reposite in aliquos sin- 20 gulares sive privates usus nostros vel successorum nostrorum nequaquam debent con- verti seu inter nos di vidi quocunque quesito colore, sed communi utilitati nostre emptorum reddituum vel [ad] c alios modos consimile« proficere, ut superius est expressum. et [quia] d sic occasione portionum hujusmodi conservandarum vel alia ratione quacunque in summa totali octo denariorum, que in matutinis missa et vesperis 25 cuilibet canonicorum cotidie solet distribui, per annum integrum persisti non poterit, providendum est juxta valorem et estimationem annone communis et quantitatem pecunie eisdem distributionibus deputate,« ne canonici« ex toto retrahendi se a cultu divino detur materia, ut saltem ipsis sex denarii vel ad minus quatuor distributionis nomine pro quolibet canonico deputentur, f qua cum distributione [portiones] g absentium 30 similiter pro utilitate communi serventur. per premissa tarnen vicarii seu prebendarii ecclesie distributionibus quotidianis unius denarii ex legato sepedicti domini prepositi eis debiti defraudari non debent, sed hujusmodi distributiones eorum, sicut et cetera pro festis vel defunctorum remediis per ipsum quondam dominum prepositum instituta, debent integraliter et sine interpellatione ministrari. insuper ut prenominati quondam 35 domini prepositi voluntati circa distributionem in predictis horis faciendam tanto plenius cooperemur, quanto amplius canonici quilibet t> ad inleressendum eisdem horis singulis invitantur >, volumus et in hoc unanimiter consentimus, ut, in quacunque ex dictis horis prime tertie sexte vel none aliquis e nobis vel successoribus nostris abfuerit, absentia hujusmodi quantum ad distributiones in aliis horis, quibus presentes « fuerimus, percipiendas nullum nobis generet nocumentum nec unius höre negligentia nobis materiam prebeat nos ab aliarum borarum officiis retrahendi. nostre tarnen a) B persolvendisque. b) 2? perpetuali, c) B om. ad, d) Wohl zu erglimm. e) B deputatos. f) B deputetur. g) B partium. h) B cuilibet. i) B imitantur. 400 1325 intentionis non existit, ut ex portionibus absentium deductis et denariis, qui in matutinis missis et vesperis distribuuntur, colligendis a nos ulterius ad interessendum eisdem vel aliis divinis officiis per ampliores distributiones arcessamus b , sed, postquam redditus, qui ad eorundem octo denariorum distributionein pertinent, in tantum augmentati fuerint, quod easdem distributiones tantum pro integro anno annuatim inferre poterint, ipse portiones absentium in alios redditus pro augmentatione panis prebendalis vel aliis nostris utilitalibus nobis cedant vel cedere debeant etiam manen- tibus extra chorum. hoc autem presens stalutum ordinationem nostram predictam ad librum statutorum nostrorum aliis statutis nostris ecclesie decrevimus ascriben- dam. actum 14 kalendas aprilis anno domini 1325. B aus Straßb. Bez. A. G fase, 4903 Statutenbuch v. St. Peter fol. 41. Schlechte Abschrift des 16. Jahrhunderts 451. Der Straßburger Ritter Hug Senftleben, Obmann in dem Streite der Stadt Straßburg mit Ritter Johann von Mombronn, entscheidet sich für den Spruch der Straßburger Schiedsrichter. 1325 April 22. Ich Hug Sefteleben ein ritter von Strazburg, ein obeman genomen von den erbern und wisen dem.. meistre und dem rate von Strazburg ein site und ander site von dem erbern rittere hern Johannese von Monburnen in der miszehelle, so meister und rät und her Johannes von Monburnen die vorgenanten gegen einander hant, spriche nach wiser lute rät zu rehte und uf minen eit: sider der edel herre her Heinrich herre zu Vinstingen und her Glaus Zorn schultheisze zü Strazburg, ratlute hern Johannes dez vorgenanten in der vorgeschriben miszehelle, in irme sprechen enteilen sint, daz her Gunrat Ripelin und her Reinbold von Achenheim ratlute meisters und rates der vorgenanten in der vorgeschriben miszelle recht gesprochen hant 1 2 , und volgen in öch allez dez, daz sü an irme sprechen gesprochen hant. und dez zü eime urkunde so habe ich min ingesigel an disen briet gehenket. der wart gegeben an sante Gerien abende dez jarz, do man zalte von gotz gebürte trüzehen hundert jar und fünfe und zwanzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht, Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. delapso. a) B colligende. b) B arcemus. 1 Ebenda fol. 44 findet sich noch folgende Notiz: nota quod anno domini 1325, 13 kalendas aprilis declaratum fuit per omnes canonicos tune presentes, quod ad hoc, quod ipsi distributioni horarum prime tercie sexte vel none deserviant, perseverare debeant in choro, quousque preces et collecta dicantur; si autem post psalmum Beati immaculati in via usque ad dominum cum tributärer vel septem poenitentiales dicantur ad primam aut quindecim gradus ad terciam, et his aliquis canoni- corum non interfuerit, distributionem propter hoc non perdat. 2 Vergl. nr. 443. 5 io 15 20 25 30 35 1325 401 452. Die Städte Mainz, Straßburg, Worms, Speier und Oppenheim schließen einen Landfrieden bis Martini übers Jahr. 1325 April 24. In gotz namen amen. wir die rehte und die gemeinburger der stetde von Meintze, von Strasburg 3 , von Wormzen b , von Spyr c und von Oppynheym d dun s kunt allen den, die disen brif sehent oder geboren! lesen, daz wir an haben gesehen groszen gebresten und fruhtberygen nütz und ansihtege notdorf der lute und des landes gemeinlieben und baut einen lantfriden gemäht, als hienach bescheiden ist: [weiter wie in nr. 416 mit geringfügigen Abweichungen bis uf den eit ane alle ge- verde 1 ]. ez ist auch gereth, daz dykein herre noch diekeine stad, die zu diseme io friden gehören!, niht gebunden noch schuldec sin zu helfen keime herren von diseme friden, sie endunt es danne gerne, ane geverde. were auch daz ieman darüber dinte den herren, geschehe deme oder den kein schade, den sol man niht behülfen sin von diz friden wegen noch ist in niht gebunden, man du es danne gerne, ane alle geverde. auch ist gereth und usgetragen, waz biz her geschehen ist und waz criege i5 die herren ° hant oder hernach gewinnen!, daz nit in diseme friden geschehen ist noch von diz friden wegen ist, daz wir dazu nit sin schuldig zu helfene. were ez aber f , daz ieman, ez were herren oder stetde, von des friden wegen nu oder hernach geschadyget worden, deme oder den sal man behülfen sin uf den eit also lange, nutz daz ime widerdan werde, als vor geschriben stet > an alle geverde. auch ist so gereth, daz ein iegeliche stat der vorgenanten stetden ein iegelichen guten man, er sie wer er sie, rytder kneht paffe oder orden, die in disen vorgenanten zilen gesessen sint, enphahen mögen! zu disem friden mit allen den gedingen, als vorgeschoben stet, als sie uf iren eit wenent, daz ez deme friden nutze und gut sie, an alle geverde, ane herren und stetde. abe die & enphahen wil, so mögen! die von 25 Strasburc h ir landes herren und stetde enphahen zu diseme friden, die si wenent uf irn eit, daz sie deme friden nutze und gut sint, an alle geverde. und mögen! sie auch den friden ufbaz und breider gezihen, daz mögen! sie dun, als sie uf irn eit wenent, daz ez deme friden nutze und gut sie. aber die nidern stette dy andern Meintze, Wormzenb Spyr k und Oppynheim >, die sollen! auch ir landes herren und 30 stette enphahen zu diseme friden, die sie wenent uf irn eit dem friden nutze und gut sin 2 , und wanne sie daz dun wollen!, so sollen! sie es dun mit gemeineme willen und verhengnisse ane alle geverde. auch ist gereth, were ez, daz dikeine stad der vorgnanten stette geschadeget worde in disen vorgnanten zilen oder von diz friden wegen und daz der rat der stette oder daz merre teil under in sprechen! 35 uf irn eit, daz sie geschadeget sint, den sol man behülfen sin uf den eit, als da a) S i Strazburg. b) S ( Wormzin. c) 8 1 Spier. d) S 1 Oppinheim. e) S 4 add. nft. f) iS 1 were abir daz. g) S 1 ob dy. h) S 1 Strazburg. i) 8 4 Wormzin. k ) S 1 Spir. I) iS 1 Oppinheim. 1 Vergl S. 364 Z. 2. 2 1325 Mai 1 tritt Bischof Emich von Speier diesem Landfrieden hei. Or. mb. c. sig. pend. delapso i. Speierer St. A. nr. 586, zuletzt gedruckt bei Ililgard Urk, z. Gesell, d, Stadt Speyer S. 292 nr. 365. Str n. 5t 40 402 1326 vor geschriben stat, an alle geverde. were auch daz ein kerre ein ritter ein kneht oder wer er sie, einre der vorgenante stette vigent were und sie gescliadyget bette und daz reht versprochen bette von in, und daz der rad der stette oder daz merre deil under in sprechent uf irn eit, daz man reht verspreche von in, wo der herre rytter kneht oder wer er sie oder ir dyner in der vorgnanten stette eine koment, und in daz von gerne stad verkündet ist oder verkündet wirt, den oder die sollen!, sie anegrifen und halten uf den eit glicher wis, als ob in daz unreht widerfarn were, an alle geverde. ez ist auch gereth, wer disen friden breche, er sie wer er sie, oder schaden dut den, die zu diseme friden gehören!, wer den liehet huset oder hofet, oder ieman redet oder hilfet mit worlhen oder mit werken, den oder die, wer sie sint, sol man anegrifen glicher wis als den, der den schaden gedan hat. und sol man dazu behülfen sin uf den eit, als vorgeschriben stat, an alle geverde. wer auch der ist, der disen friden also brichet, deine sal nieman diekeinen feilen kauf geben in disen vorgnanten stetten an alle geverde. auch ist gereth, daz nieman von disen vorgnanten stetten keiner den andern bekümmern noch beclagen sol, danne sinen rehten schuldener ane alle geverde. were auch daz ein herre sin amtpman oder sin diner, dy wir zu dysem friden enphahen, schaden dethe eime, der zu diseme friden gehöret, und im verbotsclieft worde, daz er widerdethe, wiederdete der niht, man sal des herren geltes als vil vorhanden behaltken, als er gerne gescliadyget hat, und sal gen damitte riethen ane alle geverde. zu diseme vorgeschriben friden sollen! dynen die von Meintzen mit virtzig geriehen mannen, dy von Strasbürc a mit virtzegen, dy von Wormzen b mit fünf und zwintzegen, dy von Spyr« mit fünf und zwintziegen und die von Oppynheym d mit zehen, und geschiht es not, daz man me helfe bedarf, so sol ie dy stad der vorgenanten helfen, als sie wenent, daz ez iren eren wol anestad. unde daz dirre fride stete feste und bildliche verübe, so haut wir zu nutze zu friden und zu gemache den luten und deme lande eine gemeine geleite ufgeriethet und ufgesetzet zu Meintze an deine höbte. do sol man nemen von deme fuder wines Elseszers f und der obewendec Landauwen s gewaszen ist, zwene und driszec Schillinge ballere, und von deme fuder wines, daz in Spyrgau h uiede- wendec Landauwe* gewaszen ist, zehen schillenge ballere und von dem fuder wines, daz in Wormzergau, Meintzergau k und Oppynheimerngau 1 gewahszen ist, ahte Schillinge haller, und von dem hundert kornes und weiszen zwei phunt ballere, und von deine hundert saltzes vier phunt haller. und darnach von allerleie früh! und kaufmanschalz sol man nemen nach der marzal, als darumbe geburet und gelieplich m und gereht" ist. von den karren sol man nemen ie von deme perde dri Schillinge haller. und was fardeln oben herabe koment in schiffen, do sol man ie von deme lastekarren nemen zehen Schillinge haller. disen vorgnanten friden und alle die vorgeschriben artickel die geloben wir die vorgnanten stette uf unser eyde, die wir gesworn haut», ze halten ane alle geverde. und sol dirre fride anefahen an saute MaSi WalpurgP tage, der nehste kommet, und sol weren biz zu saute Martines dage, a) S 1 Strazburg. b) 8 1 Wormzin. c ) S 4 Spir. d) 8 1 Oppinheim. e) S 4 Mentze. t) S 1 Elsezers. g) S 4 Landowen. h ) S 1 Spirer. i) 8 t Landowen. k ) S 1 Mentzer. \) S i Oppinheimer. m) S 1 gelimplich. n) S / reht. o) S i add. stete. p) 8 i Walburg. L 10 15 20 25 30 35 40 1325 403 der darnach allerschirste a komet, und von deme selben sante Martyns b tag verwerten biz über ein gantz jar. und daz diz alles war und stete verübe, so han wir die vorgenanten stette unser ingesigele gehenket an disen brif, der gegeben ist an der mittewochen vor sante Marcus tag des ewangelisten, do man zalte von gottes 5 gebürte druzehen hundert jar und darnach in deme fünften und zwintzegeslen jare. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 44/45 or. mb. c. 5 sig. pend. laesis. S 1 coli, aus Speierer St. A. nr. 587 or. mb. c. 5 sig. pend. laesis. In dem Stücke sind th und ch oft kaum zu unterscheiden. W in Wormser St. A. cart. 26 nr. 10 or. mb. c. 5 sig. pend., quorum 3 delapsa. io Gedruckt nach S 1 bei Lehmann Chron. d. fr. Beichsst. Speyer S. 675 — Lünig XIII, 6 nr. 7 — Du Mont Corps univ. diplom. I b , 71; Hilgard Urk. s. Gesch. d. St. Speyer S. 289 nr. 364. 453. Werner von Rüdersdorf, Domherr zu Basel, die Ritter Werner von Meyen- heim, Jakob und Rudolf von Regisheim, Johann Schedeler von Colmar und der i 5 Edelknecht Hanemann von Radersdorf verbürgen sich der Stadt Straßburg gegenüber für die Wittwe und die Kinder Ludwigs von Radersdorf. 1325 April 24. Allen den si kunt, die disen brief gesehen! und gehören! lesen, daz wir Wern- her von Rodollzdorf tumberre zu Basel, Wernher von Meigenheim, Jacob von Regensheim der junge, Johannes Schedeler von Colmar, Rusebin von Regensheim au rittere und Haneman hern Diethers seligen sun von Rodoltzdorf ein edelknecht unverscheidenlichen schuldenere und sicher worden sin! vur hern Ludewiges seligen wittewen von Rodoltzdorf und vur alle ire kint gegen den erbern und wisen dem . . meistre dem rate und den bürgern gemeinlichen von Strazburg von der miszehelle wegen und ansprache, so her Ludewig selige der vorgenante bette wider die vor- 25 genanten bürgere und die stat von Strazburg von der trissig marke silbers wegen, die er gab hern Johannese seligen von Mulnheim, und von aller der Sachen wegen, die von den trissig marken dar rürent. und globent öch unverscheidenlichen bi guten truwen die vorgeschriben kinde solicb ze haben, wenne sü zu iren tagen koment, daz sü daz sprechen stete haben, so daz merreteil sprechende werden! in SO der vorgeschriben miszehelle, die drie, die darzü geschicket werden!, der einre von den vorgenanten . . meister und rate darzü geschicket sol werden und einre von hern Ludewiges seligen wittewen und irre kinde wegen der vorgenanten, do inne zu beden siten her Claus Zorn schultlieisze zu Strazburg zu eime tritte manne genomen ist, mit solichen gedingen, welicher under den drien abegienge, daz man 35 einen alse gevelligen neme an dez stat, der danne abe ist gegangen, ane geverde 1 . geschehe öch, daz die vorgenanten kint ire fründe oder heiklere oder ieman von iren wegen den vorgenanten bürgern von Strazburg oder iren heltfern darüber deheinen schaden detent, in welichen weg der geschehe, von der vorgeschriben trissig marke a) S 1 allirnebeste. b) S 1 Martins. /.526 November If 40 i Vergl nr. 455 und 462. .404 1325 wegen und von allen den saclien, die von den seihen Irissig marken dar rürent, den schaden werden! wir die vorgenanten schuldenere in gar und gantz unverschei- denlichen bi güten truwen schuldig und wer uf ze rihtende und abe ze legende ane alle geverde. und daz diz war und stete blibe, so haut wir Wernlier der vorgenante tümherre, Wernher von Meigenheim, Jacob von Regensheim 1 , Johannes s Schedeler, Rüschin von Regensheim die vorgenanten rittere unsere ingesigele zu eime waren urkunde der vorgeschriben dinge an disen brief gehenket. ich Haneman der vorgenante edelknecht, wand ich eigins ingesigels nüt enhabe, so habe ich gebetten den erbern ritter hern Johannese Ulrich zürn Huse den alten, daz er sin ingesigel an disen brief het gehenket, und begnüget mich öch domitte. ich Johans 10 Ulrich der vorgenante rittere durch bette dez vorgenanten Hanemannes habe ich min ingesigel zü eime urkunde der vorgeschriben dinge an disen brief gehenket. der wart gegeben an der nehsten miltewoche nach sante Gerien tage dez jarz, do man zalte von gotz gebürte trüzehen hundert jar und fünfe und zwanzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. 6 sig. pend. 15 454. Die Herren Walther und Burchard von Horburg, Heinrich und Johann von Rappoltstein sowie zwanzig genannte Ritter und sieben Edelknechte aus dem Ober-Elsaß schwören der Stadt Straßburg wegen der Gefangennahme Rudolfs von Regisheim Urfehde. 1325 April 24. Wir Walther 2 und Burkart herren zü Horburg, Heinrich herre zü Rapoltzstein 3 , m Johannes von Rapoltzstein herre in der obern stat, Heinrich Waffeler von Eckerich, Wernher von Berghein, Johannes Schultheisze der alte von Colmar 4 , Syfrit sin sun 5 , Johannes Ulrich von dem Huse, Diebalt Betscheler von Keiserzberg, Cünrat von Wittenhein, Mathis von Meigenhein, Wernher von Meigenhein sin brüder, Johannes Schedeler von Colmar, Claus von Bebelnhein, Johannes Grat 6 , Heinrich ^ von Regenshein, Jacob von Regenshein der alte, Jacob von Regenshein der junge, Rüschin von Regenshein, Berchtold Waldener, Wilhelm Schultheisze zü Gewilre 7 8 9 , Johannes von Phaffenliein der alte, Richart von Öngershein rittere*, Heinrich von Regenshein, Peter von Regenshein, Johannes Tümherre Schultheisze zü Colmar 2 , Rüschin von Meigenhein, Rüdolf Phaffe von Rapoltzwilre 10 , Philips Riehe und 30 Frantze von Bolsenhein edele knechte tünt kunt allen den, die disen brief gescheut 1 Siegellegende s. Jacobi de Regensh[eim] militis junioris. 2 Secretsiegel Walthers von Horburg, in der Legende Holberg? 3 Secretsiegel Heinrichs von Rappoltstein. 4 Siegellegende s. Johannis Sculteti Columbariensis militis. 35 5 Siegellegende s. Siveridi Sooltetus militis. 6 Siegellegende s. Johannis militis de Angret. 7 Siegellegende s. Wilhe[lmi sc]ulteti in Gewilr militis. 8 Siegellegende s. Richardi dicti Öngershein. 9 Siegellegende s. Johannis dicti Tümherre armigeri. 1° Siegellegende s. Rüdolfi dicti . . affen. 40 1325 405 und gehörent lesen, daz wir gesworn liant an den heiligen mit ufgeliebeten Landen mit dem erbern ritlere Lern Rüschin von Regenshein dem vorgenanten und er mit uns vur uns alle unsere Runde dienere und heiklere, urfehte und eine lutere gute und stete süne ze habende und ze haltende mit den erbern und wisen dem meistre s dem rate und mit den bürgern gemeinlieh von Strazburg und allen iren heiklem von der getede wegen, daz sü den vorgenanten liern Rüschin von Regenshein vien- gent und in in irre stat gevangen enthielten!. wir die vorgenanten herren rittere und edele knechte süllent öch bi den vorgeschriben unsern eiden, die wir darumbe getan liant, wer daz wir befündent, daz denheinre under uns oder unsere Runde io dienere oder heiklere oder ieman anders von unsern wegen die vorgeschriben süne brechen wolle und die vorgenanten bürgere von Strazburg oder ir heiklere von der vorgeschriben getede wegen an wolle griffen oder schädigen in deheinen weg, so süllent wir bi den vorgeschriben unsern eiden, die wir darumbe getan liant, meister und rat und ire bürgere und heiklere dovor warn und in vürbringen. geschehe öch, 15 daz wir die vorgenanten herren rittere und knechte unsere Runde dienere oder heiklere oder ieman anders von unsern wegen die vorgeschriben süne verbrechen! und die vorgenanten bürgere von Strazburg oder ire heiklere angriffent oder schadi- getent in deheinen weg von der vorgeschriben getete wegen, so süllent wir die vorgenanten herren rittere und knechte bi den vorgeschriben unsern eiden, die wir 20 darumbe getan haut, meistre und rate und den bürgern von Strazburg den vorgenanten und iren helffern beholven sin ul den und ul die, die danne die vorgenanten bürgere oder ire heiklere von der vorgeschriben geteden wegen geschadiget und angegriffen hettent, untz an die stunde, daz in und iren helffern gar und gantz ulgerihtet und widertan wirt, waz in danne geschehen ist von der vorgeschriben 25 getede wegen, in alle wise, alse gieng uns der crieg und die Sache selber an, ane alle geverde. und daz diz war und stete blibe, so liant wir die vorgenanten herren rittere und knechte unsere ingesigele zü eime waren urkunde der vorgeschriben dinge an disen briel gelienket. der wart gegeben an der liebsten mittewochen nach sante Gerien tage dez jarz, do man zalte von gotz gebürte trüzehen hundert 30 jar und fünfe und zwanzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 31 sig. petid., quorum 1 delaps. Fast edle Siegel sind gut erhalten, es fehlt nur das Budolfs von Meyenheim. Gedruckt nach dem Briefbuch A fol. 116b ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 134 nr. 933. 455- Heinrich der Schultheiß von Ensisheim beurkundet, daß vor seinem Gericht 35 Sophie, die Wittwe Ludwigs von Rüdersdorf, auf alle Ansprüche an die Stadt Straßburg verzichtet habe. 1325 April 26. Ich Heinrich der schulthesse von Einsisheim tün kunt allen den, die disen briel sehen! oder hören! lesen, daz ich saz ze gerichte ze Einsisheim in der stat an dem Iritag nach sant Georyen tag. do kam kür mich in gerichte dü edellröwe vro Sophye io her Ludwiges seligen von Ratoltzdorf dich wirten und verzech sich mütwilleklich und unbetwungen und mit irs vogtes haut her Johans von Nüvar des ritters aller 406 1325 der anspraclie vordrunge und rechtes, so si untz har geliebt hat oder 3 hinnant hin iemer han solte oder möchte mit geislichem oder mit weltlichem gerichle oder in dekeinen weg gegen dien wisen und bescheidenen luten dem meisten dem rate und den bürgern gemeinlich von Strasburg umb die drisig manch b silbers, die her Ludwig selige ir wirt gab beim Johannes seligen von Mulnhein, und aller der sache gemeinlich, so von den selben drisig manchen rürent dar in dekein weg, ane alle geverde, uf der driger manne usagunge, der zwen darzü geschikket werden, einer von der vorgenanten wegen von Strasburg und der ander von ir und ir kinde wege, da her Niclaus Zorn schulthesse ze Strasburg ein gemein obman ist, als och der brief stat, der darumbe geben ist 1 , und waren liiebi her Johannes ze Löben, her Johannes von Ufholtz, her Johannes von Nüvar rittere, Chünrat von Krotzingen ein edelknecht, Johannes der lantscliriber, Rüdeger von Steinbach, Wernlier Bochkschinde burger von Einsisheim und ander erber lute genüge, und ist darzü dur ir bette willen dirre oHenne brief ze einem urkunde geben besigelt mit dez lantgericbtes ingesigel in obern Elsaz. der wart geben an dem vorgenanten fritag, do man zalte von gottes gebürte drüzen hundert jar und fünf und zwein- tzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. Das dreieckige Siegel mit der Legende: s. 1. . . gravii snperioris Alsacie zeigt einen fein gegitterten Schild mit Pünktchen in den Vierecken und mit wagrechtem Querbalken. Die Schrift des Stückes ist stark verlaufen. 456. König Ludwig bestätigt den Städten Straßburg, Mainz, Worms, Speier und Oppenheim ihren Landfriedensbund. 1325 Mai 5 München. Ludowicus dei gracia Romanorum rex semper augustus prudentibus viris . . magistris . . consulibus . . et universis civibus Argentinensibus, Moguntinis, Wor- matiensibus, Spirensibus et Oppenheimensibus fidelibus suis dilectis graciam suam et omne bonum. relacione Ulrici dicti Haspel vicedomini nostri in Reno didicimus, quod vos pro pacifico statu terrarum et districtuum civitatum vestrarum et securitate itinerancium c quandam ligam ejusdem pacificacionis firmaveritis 2 , quam, dummodo in prejudicium nostrum et sacri imperii non declinet aut nobis contra inimicos nostros et rebelles nullum inferat nocumentum, et quod in adventu nostro nobis una cum consilio nostro et vestro ipsam moderari liceat et in totum de ea disponere, prout tune pro meliori nobis visum fuerit, presentibus approbamus. datum in Monaco dominica Cantate domino, regni nostri anno undecimo. W aus Wormser St. A. cart. 3 nr. 43 or. mb. c. sig. pend. delapso. Gedruckt darnach bei Schaab Gesch. d. Bitein. Städteb. II, 102 nr. 71 mit dem falschen Datum Mai 17; Hilgard Urk. z. Gesch. d. St. Speyer S. 292 nr. 366. — Böhmer B. Lud. nr. 814. a) oder völlig verlaufen. bl In S ein Wort von etwa drei Buchstaben ausgestrichen, wohl ires. c) W itiuanercium. 1 Vergl. nr. 453. 2 Vergl. nr. 452. 5 io 15 20 25 30 35 40 1325 407 457. Pabst Johann XXII an den Bischof von Straszburg. Er hege gegen den Herzog Leopold von Oesterreich und Steiermark, welcher ihm und dem apostolischen Stuhl ergeben sei, ein väterliches Wohlwollen und er gewähre ihm gerne die Mittel, wodurch er sich einem andern gefällig machen könne. Eine solche Gelegenheit sei 5 nun da. Ludwig von Lichtenberg nämlich, ein Straszburger Ganonicus, wolle in Kürze öffentlich heirathen, und da werde Ganonicat und Präbende vacant. Für die Wiederbesetzung des Canonicats und der Präbende, die er sich diesmal reserviere, gedenke er in der Art zu sorgen, dasz er ihn, den Bischof, ermächtige, beides demjenigen zu verleihen, welchen der Herzog Leopold von Oesterreich ihm nennen io würde. Jede andre Provision durch das bischöfliche Capitel oder durch wen immer, der ein Recht zu haben glaube, inhibiere und verbiete er. Auch wenn die sonst geeignete Person, welche Leopold oder sein Bevollmächtigter in dieser Sache nominieren werde, schon mehrere Benedeien sine cura habe, oder eines mit cura und ein anderes ohne cura, so solle dies kein Ilindernisz sein, dasz der Bischof derselben >5 Ganonicat und Präbende übertrage. Der Bischof solle auch diese Person wirklich Besitz ergreifen lassen und in allen canonischen Rechten schützen. Widersetzliche solle er mit kirchlicher Censur, ohne Appellation anzunehmfen, zwingen. Statute und Gewohnheitsrechte oder frühere päbstliche Privilegien dürften dieser päbstlichen Reservation nicht im Wege sein. datum Avinione 2 kalendas junii pontificatus 20 nostri anno nono. 1325 Mai 31 Avignon. Aus den Abhandl. der Hist. Classe der Bayer. Akademie d. W. XVII, 1,177 nr. 235 Auszug von Beinkens a. d. Vatikan. Begister. B. (Comm. A. IX. p. 2 f. 351 a Ep. 2237.) 458. Bischof Johann von Straßburg überweist die ihm überlassene Entscheidung des Streits zwischen der Stadt Straßbnrg und dem Ritter Johann von Mombronn as einem Schiedsgericht zu Wasselnheim. 1325 Juli 26 Zobern. Wir Johannes von gotz gnaden bischof von Strazburg tunt kunt allen den, die disen brief gesell ent oder gehörent lesen, daz die missehelle, die nutze har gewesen ist zwüschent den wisen und den bescheiden mannen. . den bürgern von Strazburg ein site und dem erbern rittere hern Johannese von Mombürnen von fro Rilinde 30 wegen von Zweimbrucken sinre elichen wirtinne ander site umbe die name und den schaden, die der selben frowen geschahen!, von den von Strazburg, alse sie seit, in den dörfern Birsingen Kurzenroden unde Möchembürnen, also übertragen ist vor uns: waz unsere unde unsere stifte man, die rittere sint, sie sint bürgere oder niht, vor uns oder den, die wir darzü schickende würden!, ob uns libes nöt irrete, zu rehte sprechen! nach des von Mambürnen vorderunge und der bürgere von Strazburg enlwürte, daz sol vürgang haben, die bürgere von Strazburg mugent öch vürlegen gegen. . dem von Mambürnen, daz die egenante missehelle vormales an schidelüte unde an obelüte gelaszen würde 1 , unde waz sie wenent, daz in nütze si. dawidere mag öch der von Mambürnen reden alles, daz ime nütze unde güt ist. unde sülent 35 40 1 Vergl. nr. 443 und nr. 451. 408 1325 öch sie zu beden siten umbe vorderunge unde ansprache liden, waz unsere man erteilent. haruf bet der egenante von Mambürnen die bürgere von Strazburg, die er gevangen beite, lidig gelaszen und in versichert wider zu gebende alles, daz in genommen wart, so hant aber die bürgere von Strazburg ime hin widere versichert fünf hundert mark silbers mit ahte bürgen, der nammen hie nach geschriben stänt, stete zu habende, waz unsere man erteilent nach rehte. were öch daz die bürgere von Strazburg sumig werent, daz reht zu vollevürende gegen dem von Mamburnen, alse da von geschriben stät, und daz unser vitzdum, der nu ist oder zu den ziten were, erkante uf sinen eit, daz es an in breste, so sülent die bürgen sich darumbe entwürfen zu Zabern in unsere stat in den ahte tagen darnach, so sie dar umbe gemanet werdent von dem egenanten von Mamburnen oder sinen gewiszen botten zu huse oder zu hole oder munt wider munde, und da leisten nach rehter giselschefle alse lange, untze daz.. dem von Mamburnen würt ufgerihtet aller der schade, der ime unde sinen lüten geschehen ist, alse da vor geschriben stat, und den er unde sine lüte vürbringen mügent nach des landes reht unde gewonheite, da der schade geschehen ist. were aber der von Mamburnen daran sumig und daz ein vitzdum daz erkante, so sol er unde sin frowe die vorgeschribene von aller vorderungen ge- vallen sin und die von Strazburg von in der vorderungen lidig sin. harumbe sol man einen tag leisten zü Wasselnheim an der nehesten mittewochen nach unserre August 21 frowcn tag der erren 1 . mohte es aber danne ein ende niht genemen, so sol man einen andern tag daran machen also, daz ein ende daran gemäht werde uf saute septmbn- 29 Michahels tag, der nu zü nehest kommet, oder davor, dis alles sol man verstau ane alle geverde. dis sint der bürgere von Strazburg bürgen, von den da oben geschriben stat: her Stehellin Kage, her Wilhelm Buregrave der vitzdum, her Güneman Vogel von Wasselnheim, her Friderich der eitere von Wildesberg, her Günrat Ilöier, her Reimbolt von Ächenheim, her Götze von Grostein unde her Rudolf von Vegersheim. so sint dis des bürgen von Mamburnen, die er gegeben bei, umbe daz er den gevangen widertü die name, die er in genommen het: her Heinrich herre von Vin- stingen unde her Stehellin Kage. die sint schuldig worden unverscheidenliche den gevangen zü widertünde, daz in genommen ist. und des zü eime urkünde so ist unser ingesigele durch beder teile böte an disen brief gehenket. dis geschach zü Zabern an dem fritage nach saute Jacobes tage des jares, do man zalte von gotz gebürte drüzehen hundert unde fünf und zwanzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. Schön erhaltenes Bischofssiegel. 459. Wilhelm, Burggraf von Osthofen, Vitztum des Bischofs Johann von /Straßburg, fallt in dem Streite zwischen der Stadt Straßburg und dem Ritter Johann von Mombronn sein Urtheil zu Ungunsten des letztem. 1325 August 21. Ich Wilhelm Buregrave von Osthoven, vitzdüm des erwirdigen herren bischof Johanneses von Strazburg, tün kunt allen den, die disen brief gesehent oder ge- s 10 15 20 25 30 35 40 1 Vergl. nr. 459. 1325 409 hörent lesen, daz in der missehellen, die unlze har gewesen ist zwüschent den wisen nnd den bescheiden mannen . . dem meistre dem räte und den bürgern gemeinliche von Strazburg ein site und dem erbern rittere hern Johanuese von Momburnen von fro Rilinde wegen von Zweimbrücken sinre elichen wirtinne ander site umbe die fl name und den schaden, die der selben frowen geschahen! von den vorgenanten bürgern von Strazburg, alse sie seit, in den dörfern Birsingen, Kurzenroden und Mochembürnen, und die vür minen herren den vorgenanten bischof unde sine man gezogen wart mit beder teile wille gegen Wasselnheim uf die neheste" mittewoche nach unserre frowen tag der örren 1 , ich gesprochen habe unde spriehe bi mime io eide nach der vorgenanten manne urteil unde alse an mich vormales zu Zabern gesetzet wart, daz der egenante von Mambürnen sumig ist gewesen des vorgeschritten lages an gerillte daz rehl zu vollevürende gegen den bürgern von Strazburg, umbe daz er vür gerihte kom, und die man da erteiletent, daz man den brief solte hören lesen, wie der tag gegen Wasselnheim genummen were, und daz danach der von ifl Mambürnen Sicherheit solte geben den bürgern von Strazburg vür fünf hundert mark, würden! sin die von Strazburg enthladen uf dem selben tage, daz sie danne der vorgenanten sinre frowen unde irre erben öch enthladen werent umbe die selbe vorderunge, unde er daz niht entöt unde von dem gerihte frevenliche vür. und des zü eim urkünde ist min ingesigele an disen brief gehenket. diz geschach der vor- 2U geschriben mittewochen des jares, da man zalte von gotz gebürte drüzehen hundert unde fünf und zwenzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. delapso. 460. Bischof Johann von Straßburg beurkundet den Wasselnheimer Schiedsspruch in dem Streite zwischen der Stadt Straßburg und dem Ritter Johann von 25 Mombronn. 1325 August 21. In der missehellen, die untze har gewesen ist zwüschent den wisen und den bescheiden mannen. . dem meistre dem räte und den bürgern gemeinliche von Strazburg ein site und dem erbern rittere hern Johannese von Mambürnen von fro Rilinde wegen von Zweimbrücken sinre elichen wirtinne ander site umbe die name und 30 den schaden, die der selben frowen geschahen! von den vorgenanten bürgern von Strazburg, alse sie seit, in den dörfern Birsingen, Kurzenroden und Mochembürnen, und die vür uns Johannese von gotz gnaden den bischof von Strazburg unde unsere man mit beder teile willen gezogen wart gegen Wasselnheim uf die neheste mittewoche nach unserre frowen tag der örren, tün wir der vorgenante bischof kunt, 3fl daz die selben unsere man vor uns an gerihte des vorgeschritten tages unde an der selben stelle erteiletent, sit der tag also dar genummen were, waz unsere man vor uns darumbe nach ieweders feiles vorderunge und entwürfe erteiletent, daz daz ieweder teil stete haben solte, alse der brief seit, der darüber vormales gemäht wart 1 Vergl. nr. 458. Str. II. 52 410 1325 isie November zu Zabern unde mit unserme ingesigele besigelt 1 , unde sit daz brast an dem von Mämbürnen, alse unser vitzdüm, dem daz zu erkennende bevolhen waz, erkante nach der manne urteil, daz der vorgenante von Mombürnen unde sin frowe unde alle der erben gevallen sint von irre vorderungen der vorgeschriben und daz die bürgere von Strazburg unde ire bürgen darumbe zu rehte lidig sülent sin 2 , und r. des zu eime urkünde ist unser ingesigele an disen briet gehenket. daz geschach der vorgeschriben mittewochen des jares, da man zalte von gotz gebürte drüzehen hundert und fünf und zwenzig jar. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. delapso. 461. Markgraf Friedrich von Baden tritt dem Landfrieden der Städte Mainz, io Straßburg, Worms, Speier und Oppenheim bei. 1325 August 27. Wir margrave Friderich herre von Baden tunt kunt allen den, die disen brief gesehent und gebärend lesen, daz wir globent bi güten truwen und uns darzü verbindend mit diseme gegenwertigen brieve, zu schirmende disen lantfriden gegen mengelicheme ane gegen allen unsern vettern den margraven von Baden, den die is stelde von Meintze, von Strazburg, von Wormesz, von Spire und von Oppinhein gemäht hant und gesworn in alle wise, alse die brieve staut, die darüber gemäht sint und besigelt mit der vorgenanten stetde ingesigel 3 , von diseme tage, do dirre brief gegeben wart, untz zu sante Martins tage danach aller nebst und von dem selben sante Martins tage über ein jar ane alle geverde. und dez zu eime urkünde 20 so haben wir unser ingesigel an disen brief gehenket. der wart gegeben an dem zinstage vor sante Adolfes tage dez jarz, do man zalte von gotz gebürte trüzehen hundert und fünfe und zwenzig jar. S aus Straßb. St. A. Versohl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 152 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 135 nr. 934 mit 2 :, dem falschen Datum September 24; bei Schaab Gesch. d. Rhein. Städteb. II, 103 nr. 72 nach nicht zu bestimmender Vorlage mit dem unrichtigen Datum Juni 17. 462. Werner von Rädersdorf, Domherr zu Basel, Vogt der Kinder des Ritters Ludwig von Rädersdorf, und ihre Mutter Sophie beurkunden, daß sie sich mit der Stadt Straßburg gegen eine Zahlung von 15 Mark Silber gütlich vereinbart haben. 30 1325 September 9 Basel. Allen den si kunt, die disen brief gesehent und gebären! lesen, das ich Wernher von Ratolzdorf ein tümherre ze Basel, ein wissenthafter vogt hern Lüdewiges seligen kinde von Ratolzdorf eins ritters, und ich Sophie der vorgenanten kinde müter und des vorgenanten hern Lüdewiges seligen witewe von der vorgenanten kinde sr. 1 Vergl. nr. 458. 2 Vergl. nr. 459. 3 Vergl. nr. 452. 1325 411 wegen verjehent an disein gegenwertigen briefe, das wir gerichtet und geslichtel sint lieplicli und gütlichen von der vorgenanten kinden wegen mit den erbern und bescheidenen . . dem meistere dem . . räte und mit den bürgern gemeinlichen von Strasburg umb alle anspracbe vorderunge und sache, die wir von der vorgenanten 5 kinde wegen oder die die selben kinde von iren wegen oder von des vorgenanten beim Lüdewiges seligen irs vatter gegen in haben möchten! in deheinen weg untz uf disen lmtigen tag. 1 und ist uns darumbe worden von der vorgenanten kinde wegen von den vorgenanten bürgern von Strasburg fünfzehen marche Silbers luters und lütiges des geweges von Strazburg und sint öch in der vorgenanten kinde nutz und 10 fromen körnen, und geloben von der vorgenanten kinde wegen für üns und alle ünsere erben, die vorgenanten slichtunge und disen brief stete ze habende und nüt dawider ze tünde noch schaffen getan in deheinen weg, ane alle geverde. und des ze einem urkünde und Sicherheit so han ich Wernher von Ratolzdorf tümherre ze Basel der vorgenante für mich mine vogtkint und für die egenanten Sophien ir 15 müter min ingesigele gehenket an disen gegenwärtigen brief, der gegeben wart ze Basel des jares, do man zalte von gottes gebürte drüzehen hundert jar darnach in dem fünf und zweinzigosten jare an dem nächsten mentage nach ünser fröwentage ze herbste, der man sprächet der jungem. S aus Strußb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. sig. pend. 2 o 463. Heinrich von Ettlingen, Pfarrer von St. Stephan zu Straßburg, verpflichtet sich eidlich dem St. Stephanskloster auf eine Reihe von Artikeln, die Vervjaltung seiner Kirche betreffend. 1325 November 18. Noverint universi presentium inspectores, quod coram nobis judicibus curiarum Argentinensium et . . thesaurario ecclesie Argentinensis constitutus Heinricus de 25 Etteningen, perpetuus vicarius ecclesie sancti Stephani Argentinensis, promisit per juramentum ab ipso corporaliter tactis sacrosanctis dei ewangeliis prestitum et suh pena privationis a vicaria sua predicta. . venerabili domine Brigide abbatisse mona- sterii sancti Stephani Argentinensis suo et ipsius monasterii et dicte ecclesie sancti Stephani et nobis earundem nomine stipulantibus, quod eandem ecclesiam parrochialem so exnunc et inantea regat et regere debeat secundum articulos subscriptos et quod eosdem articulos exnunc et inantea absque rationabili causa non negligat“ sed cum effectu fideliter adimpleat et observet, nisi legittima causa fuerit prepedilus, vel licencia aut permissione. . domine abbatisse dicti monasterii, que pro tempore fuerit, vel ejus persone, cui vices suas commiserit in hoc casu, sibi conceduntur, quod 35 observet eosdem, alioquin excommunicationis denunciationis perjurii et privationis vicarie predicte ecclesie sententiis subjacebit, quas in se sponte a nobis ferri elegit, renuncians quoad hec exceptioni fori, doli mali, actioni in factum, et de hiis, que a) B negliat. 1 Vergl. nr. 453 und 455. 412 1325 vi melusve causa fuit, beneficio appellacionis et restitucionis in integrum ac omnibus et singulis exeeptionibus actionibus et defensionibus, quibus venire posset contra premissa vel aliqua de premissis, subiciens se quoad hec jurisdicioni nostre et specialiter domini. . thesaurarii predicti. tenor autem predictorum articulorum sequitur in hunc modum: primo scilicet, quod omni die dominico per se vel alium celebrabit de mane missam in cappella sancte crucis cum nota, item quod omni feria secunda celebrabit missam pro defunctis in cappella sancti Mychahelis cum nota, item omni feria tercia in cappella sancte crucis cum nota missam, item feria quarta missam in altari sancti Nicolai cum nota, item omni feria quinta et omni feria sexta missam in cappella sancte crucis cum nota, item omni sabbato missam in altari beate virginis cum nota, item cottidie vesperas singulis diebus dominicis et festivis matutinas cum nota in cappella sancte crucis predicta. item visitabit sepulcra defunclorum cum socio et scolare decenter et personaliter, cum comode fieri poterit cum eisdem. item visitabit infirmos cum corpore Christi, item cum sacro oleo personaliter, dum comode poterit, vel per socium cum scolare. item quod debeat ipsam ecclesiam ac ejus fabricam, in quantum poterit, utiliter et fideliter promovere, item quod chorum monasterii et ejus altare, dum peraguntur inibi divina, non impediet cantando vel legendo alta voce aut quolibet alio modo: item non intromittet se de funeribus chori, videlicet dominarum et canonicorum, nec impediet eos in amministracione ecclesias- ticorum sacramentorum ipsi facienda secundum consuetudinem hactenus in dicto monasterio observatam. item de aliis funeribus chori dictis chorliche, prout hactenus set observatum, nichil recipiat de publica missa oblatis, sed alia omnia jura sibi debent esse salva. item de altaribus in ambone nullum jus sibi conpetere debebit. item supplebit et celebrari procurabit omni septimana tres missas in cappella sancte crucis juxta ordinationem ultime voluntatis quondam domine dicte Ingremin 1 . item missam dictam primemesse omni die in altare beate virginis celebrabit. et hujusmodi missas sic celebrabit et supplebit, quod alie misse per alios . . sacerdotes in dictis ecclesia et cappella celebrande non subtrahantur aut negligantur vel minus cele- brentur, fraude et dolo in omnibus premissis et subscriptis circumscriptis penitus et amotis. item ipse . . vicarius vel socius suus ibunt in processione cum dominis et dominabus ipsius monasterii extra parrochiam euntibus. item nullum processum vel mandatum excommunicationis suspensionis vel interdicti se in prejudicium dicti monasterii extendentes exequatur, nisi de scitu et consilio . . officialis curie Argenti- nensis et domine . . abbatisse et conventui monasterii predicti prius notificaverit. item omnes census decimas et alios redditus predicte ecclesie sancti Stephani tempore debito et, prout sibi constare poterit, in scriptis presentabit domine . . abbatisse et conventui predictis. item omnia donata vel legata in quemcumque modum fabrice ecclesie ipsius sancti Stephani, prout suis in registris continebitur, procuratori fabrice ipsius ecclesie dabit in scriptis et fideliter presentabit. item nullum sine prejudicio suo et ecclesie parrochialis predicte de novo missam vel altare apud dictam ecclesiam sancti Stephani instituere volentem inpediat vel inpedire procurabit. item cum chorus 5 io 15 20 25 30 35 40 1 Vergl. UB. III , 283 nr. 936, 1325 — 1326 413 dicti monasterii habet primam missain dictam frugemesse, non celebrabit missam cum nota, donec finiatur liujusmodi missa chori vel ad minus elevacio sit facta, in cujus rei testimonium sigilla dictarum curiarum presentibus sunt appensa. datum anno domini 1325, 14 kalendas decenbris. 5 B aus Straßb. Bez. A. H fase. 2623 cop. mb. c. sig. pend. ausgestellt sub sigillo curie domini Rftdolfi de Ohsenstein archidiaconi ecclesie Avgentinensis 1339 Juli 16. In einem Transfix dieser Urkunde verpflichtet sich auf alle Artikel derselben Conradus dictus Vende perpetuns vicarins ecclesie s. Stephani Arg. 1328 Juli 5. 464. «Rülin Rülenderlin ein ritter von Strasburg» thut kund, dasz er «daz teil i« des Silbers, also in angezhhet zu gende, also die anderen herren, Symund Fürsten bürgen 1 , uberein körnen sint mit dem meistere und dem rate von Hagenowe», geschworen hat «zu gende zu usgander öhsterwochen, so nü nehest körnet, und were tuun 39 es daz kein bruch oder breste daran were und daz die briete und urfehte vur hern Symunde Fürsten untze dem vorgenanten zile den selben bürgeren nüt gevertiget 15 wurden!», so soll er zu dem ziel sich oder einen edelknecht «zu Hagenowe in die leistunge antworten». zur urkunde dessen hängt er sein Siegel an den brief. «gegeben an dem ersten dunrestage vor sante Valentines tage 1326. Februar 13. H aus Hagenauer St. A. EE fase. 17 or. mb. c. sig. pend. delapso. 465. Die Ritter Werner und Anselm, Stroseil sowie die Edelknechte Werner 2 o und Johann, Werner Stroseils Söhne, schwören der Stadt Straßburg Urfehde wegen der Gefangennahme Werners durch den Straßburger Ritter Claus Maler. 1326 April 8. Allen den sie kunt, die disen brief gesehen! oder gehören! lesen, daz wir Wernher Stroseil und Anshelm sin brüder rittere, Wernher und Johans des vorgenanten hern Wernhers süne edelknehte gesworn hant an den heiligen vor meister und 25 rate zu Strazburg urfehte vür uns alle unser frünt und heller darumbe, das her Claus Maler ein ritter und burger von Strazburg den vorgenanten hern Wernher vieng von der vorgenanten stelle wegen von Strazburg und von der frowen wegen des closters zu sante Elsebete gelegen vor der ringmuren zu Strazburg, und globent bi dem selben eyde, die vorgenanten burger von Strazburg und alle ir heller und 30 die vorgenanten frowen und ir güt von der vorgenanten getete wegen niemer zu schädigende oder ane zu griffende noch schaffin geschadiget oder anegegriffen in denheinen weg an aller slaht geverde. und dez zu eim urkunde so han wir unser ingesigel an disen brief gehenket. der wart gegen an dem ersten zinsdage nach sant Ambrosien dage in dem jare, da man zalte von gotz gebürte drüezehen hundert 35 jar und sehs und zwentzig jar. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 110 h mit der Ueberschrift hern Wernher Stroseils sins brftders und sinre süne urfehte. > 1325 März 15 (an dem ersten fritage nach sante Gregorien tage) hatten sich 23 Herren, 16 Bitter und 7 Edelknechte, unter ihnen auch Rftlin hern Rftlenderlines sftn von Strasburg, an der io Spitze Graf Symund von Zweibrücken, bei der Stadt Hagenau für die Freilaßung des Bitters Symund Fürst von Brumath um 1000 Mark Silber verbürgt, or. mb. c. 23 sig. pend. partim delaps. i. Hagenauer St. A. ibid. -\J 414 1326 466. Ottemann von Mombronn schwört der Stadt Straßburg für seine Gefangennahme Urfehde, wofür sich fünf genannte Herren verbürgen. 1326 April 16. Allen den si kunt, die disen brief gesehent und geboren 1 lesen., daz ich Otteman von Monburnen gesworn habe an den heiligen urfehte und daz ich niemer die bürgere von Strazburg alle ire helffere und dienere angegriffe oder geschadige noch schaffe angegriffen oder geschadiget in deheinen weg von der getede wegen, daz sie mich viengent, und daz ich in diseme criege, den her Johannes von Monburnen het mit der stat von Strazburg 1 , dem selben hern Johannese niemer geraten oder beholffen wil sin in deheinen weg, die wil der selbe crieg wert, ane alle geverde. und daz die vorgenanten bürgere alle ire helffere und dienere deste sicherre sint, so globent wir Berbtold Munich 2 , Friderich von Wildesberg der eitere, Friderich hern Belirtold Münichs bruder, Günther von Sweinhein rittere und Eberlin von Griffenstein der eitere ein edelknebt und sint schuldig worden unverscheidenlichen, wer daz der vorgenante Otteman sine fründe oder sine helffere die vorgescliriben ding brechent, dez wir nüt getruwent, oder schüffent gebrochen in deheinen weg, daz wir den vorgenanten bürgern von Strazburg allen iren lielffern und dienern eine güte süne ufrihtent vür den vorgenanten Otteman alle sine fründe und helffere von der vorgenanten getede wegen ane alle geverde und, wenne wir gemant werden! von den vorgenanten bürgern von Strazburg mit iren brieven oder hotten oder munt wider munde zü unsern hüsern oder hüven, daz wir uns entwerten in den liebsten ahte tagen darnach in die stat zü Strazburg in rehte giselschaft niemer dannen uz ze körnende, wir haben danne die vorgescliriben süne gentzlich und gar ufgeribtet, ane alle geverde. und dez zü eime urkunde so haben wir unsere ingesigele an disen brief gelienket. der wart gegeben an der mittewochen vor saute Georien tage dez jarz, do man zalle von gotz gebürte trüzehen hundert jar zwanzig jar danach in dem sehsten jare. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 6 sig. pend. 467. Bischof Johann von Straßburg, Markgraf Rudolf der ältere von Baden, Landvogt in der Ortenan, und Otto von Ochsenstein, Landvogt im Elsaß, bettrhnnden die Sühne der Städte Straßburg und Offenburg. 1326 August 22. Wir . . Johannes von gottes gnaden byschof zü . . Strazburg, margrave . . Rüdolf von . . Baden der elter, lanlvöt in . . Mortenowe, und . . Otte herre von . . Ohssenstein, lantvöt in . . Eilsaz, tün kunt allen den, die disen brief sehent oder hörent lesen, daz wir dobi waren und derzü geschicket wurden! von deme durch- luhtenten herren kung . . Frid[erich] von . . Röme, daz die erbern und bescheiden der meister der rät und die burger gemeilich von . . Strazburg gerihtet wurden! und gesünet mit den bescheiden luten deme . . schultheissen deme . . rate und 1 Veryl. nr. 459 und 460. 2 Siegellegende s. Bertholdi dicti Mdnich militis de Loire. 5 io 15 20 25 30 35 V 1326 415 den bürgern gemeilicli von . . Offenburg umbe die missehelle, so sd mit einander betten, in alle wise, als hienach geschriben stat. dez ersten umbe die missehelle, die die vorgenanten stetten mit einander betten von . . Heinrich Dundenheim wegen, daz su an ratlute Kummen sint und dez jungherre . . Heinrich von . . Swarzenberg ein obeman ist, und umbe die missehelle, die su betten von . . Berlins wegen, dez sd och an ratlute Kummen sint und dez der schultheisse von . . Gengenbach ein obemann ist, daz sol stete bliben bede site, als ez do beret wart, es ist öch beret, daz men widertun sol von der selben Sache wegen zu beden siten uffe der ratlute und uffe der obeldte sprechen, als ez do beret wart zu . . Willesteten uffe deme 10 tage, es ist öch beret umbe die missehelle von der Sturme wegen bürgere zu . . Strazburg umbe die zwölf mark silbers, so sd in genommen baut von den bürgern von . . Offenburg, daz men darumbe irme eide geloben sol, waz men in der schuldig were, und sol öch die bürgere von . . Offenburg domitte begnügen, were daz sd minre behüben wenne die zweilf marg, daz solle den bürgern von . . Offenburg 15 behalten sin. ez ist öch beret, daz den bürgern von . . Offenburg und den Stürmen von . . Strazburg ire reht zü beden siten sol behalten sin nach den brieven, so sd haben! zü beden siten 1 . ez ist öch beret umbe den anegrif, der beschach vor . . Offenburg von den bürgern von . . Strazburg und irn belfern, und umbe die gevangnis der bürgere von Offenburg und umbe allen den schaden, der do geschach 20 von dez geschellez und kriegez wegen, der dovon uferstünt und uferstanden ist bitze an disen hdtigen tag zü beden siten 2 , ez were an luten an rossen an harnesche oder an anderme güten, welher hande daz were, der schade sol abe sin mit solicher bescheidenheit, were daz die bürgere von Strazburg me schaden genummen betten, denne sd lasetten von der vihe von . . Offenburg, daz sol stau an deme erwirdigen 25 herren . . byschove . . Johannesen von . . Strazburg und an deme edeln herren hern Otten, herren von . . Ohssenstein den vorgenanten, waz die heissent tün vürbaz den bürgern von . . Strazburg umbe irn schaden, dez sollen! die bürgere von . . Offenburg gehörsam sin zü tünde ane alle geverde. ez ist öch beret umbe den bresten, der do ist zwischen! hern . . Burkart Murnharte eime ritt er e eine site und 30 ander site zwischen! den bürgern von . . Offenburg, daz her Burkart Murnhart darumbe nemen sol zwene erbere manne und die bürgere von Offenburg öch zwene und einen gemeinen obeman, obe die viere entschlögent, und wes dez merteil under in überein kumment, daz sol stete bliben mit solicher gedinge : were daz die von . . Offenburg deme . . Murnbarte schuldig würden!, darumbe er su zü rede setzet, so 35 sol imme abegan daz güt, daz er irn bürgern angewunnen het mit gerihte und imme öch wart, und waz denne darüber driffet, daz sollen! sd imme nach ziehen und geben, werden! su aber lidig, so sol er doch behaben und sol imme bliben, waz er irn bürgern angewunnen het mit gerihte, ane aller hande geverde. und dez allez zü eime urkdnde so haben wir die vorgenanten herren unsere . . ingesigel •to an disen brief gehenket zü der vorgenanten stete von Strazburg und von Offenburg 1 Vergl. nr. 319 und 320. 2 Vergl. nr. 468. 416 1326 ingesigele. wir der meisler und der rät von Strazburg verjehent odenliebe, daz die süne und rihtunge, die beschehen ist zwischent Ans und den bürgern von Offenburg mit allen artikeln, die in diseme brieve beslossen sint und begriffen, beschehen ist mit unserme güten willen und wissende, und geloben die stete zu habende vür üns unser bürgere und unsere hellere und alle, die von unsern wegen uffe der getät warn, wir der schultheisse und der rät von . . Offenburg verjehent öch offenliehe, daz die süne und rihtunge, die beschehen ist zwischent uns und den bürgern von Strazburg mit allen artikeln, die an diseme brieve beslossen und begriffen sint, beschehen ist mit unserme güten willen und wissende, und geloben die süne stete zü habende vür üns unser bürgere unsere belfere und alle, die von unsern wegen uffe der getät warn, und dez allez zü eime urkunde han wir die vorgenanten der meister und der rät von. . Strazburg und wir der schultfheisse] und der rät von . . Offenburg unserre stette . . ingesigele an disen briet' gehenket. diz gescliach an deme ahten tage unserre vrowen der eren dez jares, do man zalte von . . gottez gebürte drüzehen hundert jare zwanzig und sehs jare. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 265 nr. 1 or. mb. c. 5 sig. pend., quorum 1 delaps. Vier Siegel gut erhalten, abgefallen das Stadtsiegel von Offenburg. Das Stück zeichnet sich durch eigenthümliche übergeschriebene Vokalzeichen, namentlich über a und o aus, die hier durch Accentzeichen wiedergegeben sind. 468. Schultheiß und Rath von Offenburg beurkunden, daß 23 benannte Offenburger Bürger der Stadt Straßburg Urfehde für ihre Gefangennahme und ihren Schaden geschiooren haben. 1326 August 29. Allen den si kunt, die disen brief gesehen! unde gehörent lesen, daz wir der schultheisse unde der rät von Offenburg sprechen! uffe unsere eide, daz Albreht Mörlin, Cünrad Schönberg, Heintzelin Dörselin, Henselin Ludewig, Glaus Spörlin, Albreht Mangoltz sun, Rüdiger Swertveger, Berhtold unde Stolle von Bühel, Sifrid Studer, Claus Hüter, Rüdolf Huckerstolle, Fritze von Lutenbach, Albreht Dienewol, Cünrad Mürsel, Johannes Smit, Heinrich Zimberman, Cünrad Röscher, Heinrich Hirtzeler, Johannes Münich, Ulrich Geisser, Johannes Scherer unde Cüntzelin Heger“ von Offenburg vor uns hant gesworn urfehte unde eine luter stete sune ze habende mit den wisen unde erbern den bürgern von Strazburg unde allen iren helffern von der getede wegen, daz die vorgenanten bürgere von Strazburg sie viengent uffe dem geschehe, daz die vorgenanten bürgere von Strazburg unde wir mit einander betten! zü Wilstette, unde umbe allen den schaden, der in widerfür uffe dem selben geschehe, ez si an rossen an hengesten, ez si daz si wunt wurden!, oder in welic-hen weg sie geschadiget wurden von dez vorgenanten gescheites wegen, ane alle geverde. unde dez zü eime urkunde so haben wir unserre stette ingesigel an disen brief gehenket. der wart gegeben an sante Adolphes tage dez jarz, do man zalte von gotz gebürte truzehen hundert jar unde sehs unde zwenzig jar. S. aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. pend. a) oder Hoger, 5 10 15 20 25 30 35 40 1326 417 469. Peter Miinich, Küster zu Lantenbach, verpflichtet sich der Stadt Straßburg seiner Gefangennahme wegen und stellt dafür sechs genannte Bürgen. 1326 October 3. Allen den si kunt, die disen brief selient unde hörent lesen, daz ich Peter Munich cüstor zu Lutenbach gesworn habe an den heiligen, daz ich nüt sol kummen f> vür die ringmüre der stelle Strazburg untz an den sunentag nach sante Gallen tage, der nu nehst kummet, unde sol mich öch bi dem vorgenanten eide vor dem vorgeschritten sunnentage entwerten in die gevengnisse unde in die slosz, dannen uz ich bin genommen, obe ez da zwischen! nüt gerihtet wurde, ich sol öch bi dem selben eide in dem vorgenanten zil nüt werben noch schaffen geworben in denheinen weg, io daz schade oder wider die slat unde bürgere von Strazburg unde alle ire belfere si. unde wer daz ich die vorgeschritten ding oder denheins der selben dinge breche, obe ez in dem vorgenanten zil nüt verrihtet wurde, so gibe ich den vorgenanten bürgern von Strazburg zu merre Sicherheit zu rehten schuldenern unverscheiden- lichen hern Huge Sefteleben 1 , hem Syfride von Obernkirche, hern Ilaneman von u> Hadeslat, hern Gunrad Ranser von Landesberg, hern Friderich Kletten 2 unde hern Clause Zorn, schultheissen zu Strazburg 3 , rittere. die baut gesworn an den heiligen, breche ich die vorgeschriben ding oder denheins under in, daz sie sich entwerten in die stat zu Strazburg in daz kirchspel zum alten sante Peter, wenne sie darumbe gemant werden von den vorgenanten bürgern von Strazburg zu iren husern oder 20 hövcn munt wider munde mit iren brieven oder mit iren gewissen botten, danach in den nehsten ahte tagen, niemer uzer dem vorgenanten kirchspel ze körnende, untz daz sie den vorgenanten bürgern von Strazburg gegeben hant zwei hundert marke Silbers luters unde löliges dez geweges von Strazburg unde eine gute sune ufgerihtet vür mich alle mine fründe unde helffere unde vür die stat von Basel 4 alle ire 25 bürgere unde belfere von minre gevengnisse wegen, damitte die vorgenanten bürgere von Strazburg begnüge, wer öch daz die vorgenanten schuldenere ein vierteil jarz leisten! umbe die vorgeschriben zwei hundert marke silbers unde sune, so süllent unde mügent die vorgenanten bürgere von Strazburg nach dem vierteil jarz daz vorgenanten Silber leben under juden uffe der vorgenanten schuldenere schaden. 30 unde süllent doch die selben schuldenere leisten untz an die stunde, daz sie den vorgenanten bürgern von Strazburg schaden unde liöbgüt gentzlich unde gar hant vergolten unde eine süne ufgerihtet, also da vor geschriben stat. geschehe öch, daz die vorgenanten schuldenere alle oder denheinre under in nach der vorgenanten manunge sich nüt enentwertent in daz vorgenante kirchspel oder sich entwerten! 35 unde brechen!, der, die danne brechen!, der lib unde güt mügent die vorgenanten bürgere von Strazburg unde ir heitere angriffen mit gerihte unde ane gerillte, wie ez in danne füget, untz daz in die vorgenanten schuldenere daz vorgenante silber unde schaden gentzlich unde gar vergolten hant unde eine süne ufgerihtet, 1 Siegellegende s. Hugonfis] Seftelebe milfitis] de Gesbolt,s[heiml. 4o 2 Siegellegende s. Friderici militis de Utenb[eimJ. 3 Iw Zorn'sehen Wappen der bellende IIwul, Braclcenzorn. 4 Vergl. nr. 471. Str. II. October 53 418 1326 toS 7 Februar 2 alse da vor geschriben slat. unde sol der angrif nüt gan an denhein gerihte, ez si geistlich oder weltlich, noch an deheine friheit oder gewonheit stette oder des» landes noch an denheinen lanlfriden, er si gemein oder ungemein, nement öch die vorgenanten bürgere von Strazburg oder ir heitere dez angrifles denheinen schaden, den schaden süllent in die vorgenanten schuldenere ufrihten unde abelegen alse daz r, höbgüt. wer öch, daz der vorgenante schuldenere denheinre abegienge, daz gol wende, so sullent die andern, die da lebende blihent, einen alse guten geben an dez stat, der da abegegangen ist, damitte die vorgenanten bürgere von Strazburg begnüge, danach in dem nehsten manode, so sie darumbe gemant werden, alse da vor geschriben stat, der sich verbinde in alle wise, alse da vor geschriben stat. wer öch daz ich Peter der vorgenante cüstor stürbe in dem vorgenanten zil, daz got wende, so sullent die vorgenanten schuldenere aller der vorgenanten verbuntnisse lidig sin. unde dez zu eime urkunde so habe ich Peter der vorgenante cüstor min ingesigel an disen briet gehenket. wir Ilug, Syfrid, Ilaneman, Cünrad, Friderich unde Claus die vorgenanten rittere unde schuldenere verjehent, daz wir gesworn haut, u, alse da vor geschriben stat, unde gelobent bi dem selben eide, alle die vorgeschriben ding unde disen gegenwärtigen briet stöte ze habende in alle wise, alz er da vor von uns geschriben stat, ane alle geverde. unde dez zu eime urkunde so haben wir unsere ingesigele mit dez vorgenanten Peters ingesigel an disen briet gehenket. der wart gegeben an dem fritage nach sante Michels tage dez jarz, da man zalte von so gotz gebürte trüzehen hundert unde sehs unde zwenzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 nr. mb. c. 7 sig. pend., qunrmn 1 delaps. Abgefallen das Siegel Peter Münichs. 470. Die Städte Straßburg, Basel und Freiburg schließen ein Biindniß, das bis zur Lichtmeß 1329 währen soll. 1326 November 22. In gottes nammen amen. wir die rete und die bürgere gemeinlichen der stette Strazburg, Basel und Friburg tunt kunt allen den, die disen briet sehent und gehören lesen, daz wir durch nutz notdorft friden und fromen unsere, unserre stette und bürgere gemeinlichen uns zesamene haut gemäht und gebunden mit dem eide, den wir darumbe getan hant, untz zu der liehtmesse, so nu zenehst körnet, und so von der selben liehtmesse ane underlaz zwei gantzü jar mit solicher bescheidenheit, alse hienach geschriben stat, daz wir einander getruwelichen geraten und beholfen süllent sin zu allen den erlegen, die wir in dem vorgenanten zil gewinnen! oder uns anvallent, von dem Howenstein untz an Burnentrut und dannen untz an Rotenberg die slihte beruhe untz ulte die Selsze, und ander site dez Rynes von der obern ss Murge untz ufte die nidern Murge und da zwischen! von eime gebirge untz an daz andere, alse die snesleiffe gant wider den Ryn, ane alle geverde. geschehe aber, daz wir die vorgenanten stette in den vorgenanten ziln iemanne angriffent, der uns alle oder dekeine stat under uns vor dirre verbüntnisse geschadiget bette, und wir alle a) S der. 4U 1326 419 die vorgenanten sletle oder dekeine under uns von dez selben angrifl'es wegen wideruinbe angegriffen wurden 1 von den, die uns vor der vorgesebriben verbüntnisse gescliadiget hettent, oder ane daz die vorgenanten sielte angegriffen wurdenl in dem vorgenanten zil von den, die sie von dirre verbüntnisse gescliadiget liant, uffe den 5 und uffe die süllent die vorgenanten statte uffe den eit beholfen sin in alle wdse also zu den erlegen, die sie in den vorgenanten ziln gewinnen!, und ensol noch enmag sich keine stat damilte geschirmen, daz sie spreche, ez si von eins allen crieges wegen, ane alle geverde. so ist och beret und überein kommen, wer daz dekeine stat under uns gescliadiget wurde in den vorgenanten ziln oder uzwendig io den ziln von iemanne, der innewendig den vorgenanten ziln gesessen weri, und daz der rät der stelle oder daz merreteil in dem räte uffe den eit erkantent, daz sie gescliadiget weri wider dem rehten und daz man ir unreht dtzte und daz relit von in verspreche, der süllent die andern stelle beholfen sin uffe den eit gelicber wise, alse in daz unrebt oder schade widervarn weri; doch sol die stat, die da gescliadiget 15 ist, verbotscheften der liebsten sielte, da der schade geschehen ist, daz sie gescliadiget sie, und sol danne die stat, der ez verbotsclieft wirt, alse da vor geschriben stat, vürderlichen und ane vürzog uffe den eit die angriffen, die den schaden liant getan, daz es gerillte! werde, ane alle geverde. und sol och die stat, der ez verbot- scheft wirt, alse da vor geschriben stat, dekeine der andern stelle darzü manen, sie au erkenne danne uffe den eit, daz sie ez alleine nüt betwingen enmüge. und wenne sie daz erkennet, vfehche stat sie danne manet, die sol darzü uffe den eit beholfen sin, alse da vor geschriben stat, ane alle geverde. wer och daz ieman der vorgenanten stelle dekeinre schaden dete in den vorgenanten ziln, dem sol man in den vorgenanten stellen keinen veilen köf geben, und keime och einre in der vorge- 25 nanten stelle dekeine, der eine der selben stelle gescliadiget bette, den sol die stat angriffen, da er in kommet, in alle wise, alse in der schade geschehen weri, danach so ez ir verkündet wirt von der stat, die da gescliadiget ist. geschehe och, daz ieman, er si ritter herre oder kneht, oder wer er ist, der vorgenanten stelle einre schaden dete in dem vorgenanten zil und im verbotsclieft wurde von der stat, so die er gescliadiget bet, daz er widerdete, widerdete er danne nüt, uffe den und uffe die sol man beholfen sin, alse da vor geschriben stat. und wer in enthaltet husel oder liovet oder im ratet oder hilfst mit Worten oder mit werggen, uffe den und uffe die süllent die vorgenanten stelle beholfen sin uffe den eit in alle wise alse uffe den, der den schaden het getan, und uffe alle die, so die stat erkennet, der 35 der schade geschehen ist, zu den sie reht liant. waz crieges och in den vorgenanten ziln uferstünde und die wile dise verbüntnisse wert und von einre der vorgenanten stelle angevangen oder begriffen wurde, der stelle sol man beholfen sin alse lange, nutz der crieg versünet wirt. ez ist öcli nemmelichen beret, daz dekeine stat der vorgenanten stelle dekeime künige noch lierren beholfen sol sin von dirre verbünt- 40 nisse wegen, sie tönt ez danne gerne, wer aber daz dekeine stat der vorgenanten stütte dekeime künige oder herren dienen wolle, waz der stat in dem dienste geschehe, darzü süllent die andern stelle nüt beholfen sin, sie tünt ez danne gerne, man ensol öch dekeinen herren noch stat in dise verbüntnisse enpfahen, die vorge- 1326 fcfö nanlen sielte sint ez danue einlielleclichen uberein kommen und truwenl, daz ez nutze und gut si. wurde öch eine stat der vorgenanten die andern manen, daz sie ir ein gesinde lühe zu lantwere, der sol man nüt me lihen denne vierzig helme, man tüge ez denne gerne, umbe minre mag sie öch wol manen. und weliclie stat die andern also manti umbe ein gesinde, die sol dem gesinde halben kosten und schaden geben, die wil ez in irme dienste ist, obe dem gesinde dekein schade geschit an sinre habe, die ez darbringet, und sol öch der, der da gescbadiget ist, den schaden mit sines einges baut beheben und sol man dem öch darumbe geloben ane alle geverde. wurde man aber ze leide ligen, so sol ie die stat iren sondern kosten haben ane geverde. weliche stat die andern manet zu eime sesze eine vesten ze gewinnende oder ze schadende, den kosten, den man vor der vesten habende wirt mit grebern mit dumbelern mit werggen mit werglüten oder mit anderm buwe, der darzü gehört, sol die stat liden, die da gemant® bet. doch wurde ein sesz an den stetten, daz einre stat gelegen weri, die mit gemant bette, so sol doch die stat, die dem sesze gelegen ist, alse da vor geschriben stat, irü werg und andern iren gezüg dar schicken, obe man sin bedarf, alse iren eren wol anstat, ane geverde. mante öch eine stat die andern zu eime uszoge oder zu eime sesze, da sol die stat, die da gemant wirt, erkennen uffe iren eit nach den dingen und an die stelte, dar sie hin gemant ist, wie ir daz gelegen si, daz sie darnach diene, alse iren eren wol anstat, ane geverde. weliche stat öch gemant wirt, alse da vor geschriben stat, und die selbe stat, die da gemant wirt, sprächet, ez si von einre parten wegen, und erkennet danne der rät oder daz merreteil dez rätes der stette, die da gemant bet, uffe den eit, daz ez von einre parten wegen nüt enist, so sol man ir beholfen sin ane alle geverde. öch ist beret, daz diekeine stat der vorgenanten stette uffe die andern spise sol geben, und wer daz ieman der vorgenanten stette dekeine schadigete oder spise weite schicken den, die uffe sie zogetent oder schaden detent, daz sullent die andern stette weren und wenden uffe den eit, alse verre si können oder mugent, und sullent öch die herren hinderwert angriffen, die uffe der stette schaden gezoget sint. ez ensol öch den von Strazburg nüt schaden an dirre verbüntnisse, obe sie den nidern lantfriden lengerent 1 und in halten! oder obe sie iezunt iemanne keine helfe schuldig werent ze tünde oder hernoch schuldig wurden! von dez selben lantfriden wegen, wurden! sie öch von der vorgenanten stette dekeinre oder von dez nidern lantfriden wegen zu eime uszoge gemant, von wedern sie danne 6 gemant werden!, den süllent sie zu dem uszoge beholfen sin. wenne sie aber des uszoges enthladen werden!, so süllent sie vürderlichen und ane vürzog den, die die andern manunge hant getan, beholfen sin ane alle geverde. so haben wir die von Strazburg unsern herren . . den bischof von Strazburg, wir die von Basel unsern herren . . den bischof von Basel, und wir die von Friburg unsern herren . . den graven von Fri- burg in dirre verbüntnisse uzgenommen mit solicher bescheidenheit, daz ie die stat wider iren herren nüt beholfen wil sin, ez wer danne, daz die vorgenanten herren a) F gemat. 1 Vergl. nr. 452. 5 10 15 20 25 30 35 40 1326 421 alle oder etlelicher ander in helfer wolle sin wider eine oder wider alle die vorge- nanlen stelte. unde welicli herre lielfer wolle sin, alse da vor geschähen stat, uffe den süllent die vorgenanten stelle beholfen sin uffe den eit, alse da vor geschähen stat, ane alle geverde. an disen dingen liant die von Friburg iren herren den graven ä von Friburg uzgenommen mit solicher bescheidenheit, wer daz der vorgenante herre und grave sines eides gemant wurde von dez lantfriden wegen, den er gesworn het, uffe die von Strazburg oder uffe die von Basel, daz er uffe sie zogende wurde, so sol im dekein burger von Friburg oder den sie ze gebietende hant, darzü beholfen sin. und süllent öch die von Friburg daz verwarten uffe den eit, alse verre sie io künnen oder mügent, ane geverde. unde süllent doch die von Friburg den von Strazburg oder den von Basel beholfen sin uffe die, die uffe sie zogen!, wenne aber der vorgenante herre von Friburg von dez lantfrides gezoge wider heinkomet, dar- umbe süllent in die von Friburg nüt angriffen. wolle aber der vorgenante herre sünderlingen getete tun uffe die von Strazburg oder uffe die von Basel die vorgeiz nanten, so süllent in die von Friburg uffe in beholfen sin an ze griffende ane alle geverde. daz öch wir die vorgenanten stette deste fridelicher und früntlicher geleben mügent, so haben wir mit gemeinen mute gemäht und beret, daz dekein burger der vorgenanten stette den andern bekümbern sol danne den waren schuldener. wolle aber dekein burger der vorgenanten stette den andern zu rede setzen in der stat, 2 o da der schuldener inne gesessen ist, umbe denheinre hande schulde, die er im schuldig ist, dem sol man rillten unverzögenlichen. löckent aber der schuldener der schulde und wil in der cleger erzügen, daz sol er tun mit biderben lüten, die dabi sint gewesen, da die schulde gemailt wart, oder mit brieven, die billiche helfen süllent und mügent. und sol man die öch hören und dem cleger darnach rillten 25 ane alle geverde. und daz die vorgeschriben verbüntnisse und dirre gegenwertige brief gantz stöte unde veste verübe, so haben wir die vorgenanten röte von Strazburg, von Basel und von Friburg unserre stette ingesigele an disen brief gehenket. der wart gegeben an dem sammestage vor sant Katherinen tage dez jarz, da man zalte von gotz gebürte trüzehen hundert und zwenzig jar danach in dem ao sehsten jor. F aus Freiburger St. A. lad. 5 m\ 4 or. mb. c. 3 sig. pend. Auf der Rückseite der Vermerk von einer Hand des 14. Jahrh. dis ist der erste buntbrief. Gedruckt darnach bei Schreiber Urkundenhuch der Stadt Freiburg I, 264 nr. 133. 471. Die Stadl Basel verbürgt sich der Stadt Straßburg fjir die Urfehde ihrer 35 beiden Bürger Peter Munich und Johann Froweler. 1326 November 22. Wir der meister der rät unde die bürgere gemeinlichen von Basel tunt kunt allen den, die disen brief sehent und gehören! lesen, daz wir reht schuldig und wer sint vür uns alle unsere bürgere unde belfere, unde mit nammen vür hern Peter Münich den cüstor von Butenbach 1 unde vür Johannese Froweler, dem man 40 1 Vergl. nr. 469. 422 1326 — 1327 Januar sprichel Rützener, bürgere von Basel, und vür alle ire fründe unde belfere einre sieten süne und einre urfehte gegen den erbern und bescheiden dem meistere dem rate den bürgern gemeinliclien von Strazburg und allen iren frunden unde belfern von dez gevengnis wegen, so her Johannes Markx ein ritter und ein burger von Strazburg vieng hern Peter den cuslor und Johannese Proweier die vorgenanten von s hern Iletzel Markx wegen sines brüders, und och von dez entheltnis wegen, so die vorgenanten bürgere von Strazburg enthielten!, in irre stat gevangen hern Peter und Johannese die vorgenanten, wer öch daz die vorgenanten bürgere von Strazburg ir früude oder ir belfere nu oder hernach dekeinen schaden nement von dez vorgenanten gevengnis oder getele wegen, den schaden sin wir in schuldig us ze rililende io ane alle geverde. und dez zu eiine urkunde so haben wir unserre stelle ingesigel an disen brief gehenket. der wart gegeben an dem sainmestage vor saut Kalhe- rinen tage dez jarz, da man zalte von golz gebürte trüzehen hundert und zwenzig jar danach in dein sehsten jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. sig. peiul. delapso. 15 472. Die Ritter Heinrich von Audi au und Barchard von Hohenstein versprechen der Stadt Straßburg Sicherheit vor den Herren von Landsberg bis zum St. Agnes- tage. 1327 Januar 4. Allen den si kunt, die disen brief sehent und geboren! lesen, daz wir Heinrich von Andelahe und Burkard von Hohernstein rittere trösten l die erbern 20 und bescheiden den meisler den rät und die bürgere gemeinliclien von Strazburg und alle ire belfere vür alle die von Landesberg und alle ire belfere untz an m den mentag vor sante Agnese tage nu ze nebst und denselben tag allen ane alle geverde. in dirre trostunge ist uzgenommen mit nammen her Walther von Landesberg und alle sine belfere, vür die trösten wir nüt und süllent dirre trostunge nüt 25 gemessen ane alle geverde. wir trösten! öch, daz alle die von Landesberg die vorgenanten ane her Walther von Landesberg der vorgenante ire vestenen nüt veslen noch spisen in denheinen weg in dem vorgenanten zil und daz öch sie noch ire belfere hie zwischen! deheiue brauschetze sullent tun. ist öch in deheine geschehen von den von Strazburg und iren belfern nutze her, die sol hüben stan, alse sie s» iezunt stat, nutze zu dem vorgenanten zil ane alle geverde. und dez zu eime urkunde so haben wir Heinrich und Burkard die vorgenanten unsere ingesigele an disen brief gehenket. der wart gegeben an dem sunnentage vor dem zwölften tage dez jarz, do man zalte von golz gebürte trüzehen hundert und sibene und zwenzig jar. 35 S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 168 or. mb. c. 2 sig. peiul. delapsis. 1327 m 473. Beschluß des Bl. Peterscapilels über die Verwendung ton Einkünften ms (fülern, die aus den Geldmitteln der eingezogenen Pfründenantheile abwesender Canoniker bebaut sind. 1327 vor Februar 2. Notandum quod, ex quo pecunia absentium portionum seorsum ad truncum r> posita tantum * debet ecclesie bonis et reddilibus eomparandis et non commodis singularnm b personarnm proficere 1 , quod, si aliquo casu cullura bonorum ecclesie, que alias remanere oporteret inculta, imminet facienda, talis modus impendendi ad hoc dictam pecuniam servandus esl, qualem servamus. dum vineas in Kestenholtz et Stertzwiler® ad legatum prepositi tune spectantes exolvimus, videlicet quod, in quiequid de dicta pecunia ex absentium portione cedente circa tales culturas impensum fuerit, id ex fructibus proventuris de bonis sic cultis ante omnia deducatur totiens et tarn diu, donec hujusmodi pecunia impensa aut omnes fructus -> in singulari cano- nicis profuturi ° ad dictum truncum f totalitär reponantur, et quiequid de fructibus cultorum bonorum sic deductis superfuerit, primo de culturis eorundem bonorum, ir> juxta moderationem impensarum ad hoc necessariarum ad culturas anni cujuslibet« occurrentis diligenter servetur. et [quiequid] >> dein de deductis culture expensis resi- duum fuerit, ad quotidianas distributiones, festa vel anniversaria vel alias causas, ad quas talia bona deputata sunt, debet converti. super quibus, videlicet de pecunia erogata ante omnia reponenda, deinde residuo pro cullura reservando et, quod 20 postea superfuerit, in modum predictum convertendo procurator noster, qui pro tempore fuerit, aut is, cui hoc specialiter commissum extiterit, vel decanus de legato prepositi capitulo nostro singulis annis faciel rationem. acta deliberata et ordinala sunt hec anno domini 1327 ante purificationem, presentibus nobis Nicolao preposito, Getzone decano et toto capitulo sancli Petri. 25 B aus Straßb. Ben. A. 6 fase. 4903 Statutenbuch von St. Betet fol. 43. Schlechte Abschrift des 16. Jahrhunderts. 474. Bischof Johann von Straßburg beurkundet die zwischen ihm, seinem Vogt zu Bernstein und der Stadt Rheinau einer- und der Stadt Straßburg andrerseits auf den Schiedsspruch des Landvogls Otto von Ochsenstein und des Schultheißen 30 Nicolaus Zorn geschloßene Sühne. 1327 April 4. Wir Johannes von gotz gnaden bischof von Strasburg tunt kunt allen den, die disen brief ansehent lesent oder hörent lesen, das umbe soliche missehel, alse ufge- standen ist zwiischent uns Johannese, unserme . . vogete zu Bernestein, unde unserre stat unde allen unsern bürgern zu Rinowe ein site unde den bescheidenen wisen 35 a) B tarnen. li) B singularium. c) Wohl verlesen für Scherwilre. d) B orane fructum. e) B in canonicis profnturis, sehr rerdichte Stelle. f) B tritioum. g) B cuilibet. li) Wohl zw ergänzen. ' Vergl. nr. 450. 424 1327 unde erbern deme . . meistere deme rate unde den bürgern unde der stötte zu Strasburg ander site, gewillecliche unde bedehtliche komen sint an den edeln herren hern Otten herren zu Ohssenstein, lantvoget in Elsasze unde in Spirgöwe, unde hern Clawesen Zorn einen ritter, schultbeissen zu Strasburg, die sich öch des durch unser aller bette an haut genomen, also das si mit rehte oder mit minnen die selbe o missehel sünen unde scheiden mügent unde süllent, wie si truwent, das es allerbest si. unde uf ir sprechen beider sament so hau wir der vorgenante bischof Johannes eine lutere gute süne für uns unde alle, die geschadiget sint zu Epfiche unde -> zü Rinowe, es si mit brande röbe totslage, oder wie sü geschadiget sint von den vorgenanten bürgern unde der stötte von Strasburg unde iren belfern, gelobet. 1 unde 10 het sü der selbe unser . . voget gesworn zü den heiligen mit ufgehebeter haut für sich unde alle sine frünt. unde het uns harwider unde deme vorgenanten . . vogete unde der egenanten unserre stötte zü Rinowe her Hetzel Markes der stöttemeister von Strasburg für sich unde den rat unde alle ire . . bürgere von Strasburg unde belfere eine rehte gantze süne gelobet one alle geverde. unde des zü ebne rehten ir. urkünde so hau wir der vorgenante bischof unser ingesigel mit der vorgenanten stette von Strasburg ingesigel unde des vorgenanten herren Otten von Ohssenstein unde des ögenanten her Glaweses des schultbeissen unde unserre stat von Rinowe ingesigeln gehenket an disen brief. ich öch Hetzel Markes der burgermeister von Strasburg fürgyhe, das ich von geheisse des rates unde der . . bürgere von Stras- 20 bürg die vorgeschribene süne gelobet habe in alle wis, alse do vor geschriben stat, one alle geverde. unde des zü eime urkünde so ist unserre stette ingesigel an disen brief gehenket. wir aber herre Otte zü Ohssenstein unde Clawes Zorn der schultheisse die vorgenanten fürjehent, das wir durch bette unsers herren des vorgenanten bischoves, der stötte von Strasburg, der stette von Rinowe unde des . . 2 :, vogetes von Bernestein der egenanten sünen unde schidungen uns angenomen baut unde es rihten unde sünen mügent unde süllent, alse do vor geschriben stat. unde des zü eime urkunde so hau wir unsere ingesigele gehenket an disen brief. unde wir öch der . . schultheisse der rat unde die bürgere von Rinowe fürjehent, das wir mit willen unde geheile unsers herren bischof Jolianneses des vorgenanten 30 unde öch von unserme güten willen die vorgeschribene süne loben t unde stete wellent haben one alle geverde. unde des zü eime urkünde so hau wir der selben stette ingesigel von Rinowe öch gehenket an disen brief. der wart gegeben an sante Ambrosien tag in deme jare, do man zalte von gotz gebürte drützehen hundert unde siben unde zwentzig jar. dirre brieve sint zwene gelicli, unde blibet 35 einre bi uns deme vorgenanten . . bischove unde der andere bi der vorgeschobenen stat von Strasburg. S aus Straßb. St. A. AA art. 1398 or. mb. c. 5 sig. pend., quorum 2 clelaps. Abgefallen die Siegel des Bischofs und des Ochsensteiners. B coli, aus Straßb. Bez. A. G fase. 120 or. mb. c. 5 sig. pend., quorum 3 delaps. Abge- 40 fallen die Siegel des Ochsensteiners und Zorns. a) S zft Epfiche unde auf Rasur. 1327 425 475. Die Städte Mainz, Straßburg, Worms, Speier und Oppenheim verlängern ihr Bilndniß und ihren Landfrieden bis zum St. Georgstag übers Jahr. 1327 April 8. Wir die . . rette unde die bürgere gemeinlichen der stetde von Mentze, von Strazburg 3 , von Wormesze, von Spire unde von Oppinheim dünt kunt allen den, 5 die disen briet iemer sehent oder hörent lesen, daz wir den ersten lantvriden, den wir gemäht bestellet unde verbriefet unde mit unser der vorgenanten stetde inge- sigele besigelt hatdent 1 , erlengert habent von nu sant Georgien tage, der ze nehest a p hi z kuinet, über ein jar 2 unde gelopt ze haltenne in aller der wise unde mit aller der verbintnisze gelübeden unde eiden, alse wir in vormales gemäht unde mit unsern 10 der vorgenanten stetde ingesigeln besigelt hant, unde in alle die wise, alse die briete besagen!, die darüber gemäht sint. unde were ez daz die obern herren der berlzog von Osterich b unde der byscliof von Strazburg nit wollen! furbaz in dem vriden sin alse biz her, so söllent unde mögen! die von Strazburg uf ir eide unde ere ander herren stetde oder diener zu dem lantvriden gewinnen unde enpfahen, 15 die sie Iruwent, die darzü aller nutzlicheste sin, mit dem selben gelte, daz man den vorgenanten herren vor an dem zolle pflag ze gebenne gelicher wise. daz selbe söllent unde mögen! ouch dun bi irrn eide unde irn eren die nidern stetde von Mentze, von Wormesze, von Spire unde von Oppinheim, obe die nidern herren, die biz her in dem lantvriden gewesen sint, nit me darinne sin wollen!, mit dem 20 gelte, daz den nidern herren an dem zolle viel, ouch hant wir darzü geleit: were ez daz wir die vorgenanten stetde einre gemeinen uzverte miteinander ze rate werden!, so sollen! die, die denne die verresten sint, dez ersten uzzogen unde söllent zu den nehesten zogen, die zü dem lantvriden hörent, unde söllent ouch denne die mit in zogen, biz daz sie alle bienander kument, daz sie alle denne miteinander 25 zogen!, unde were ez ouch, daz etzliche stat, die zü dem lantvriden höret, unversehens dinges für ein vesten viel unde ein uzvart detde, die mag aber die nehesten herren unde stetde danne, die zü dem lantvriden hörent, manen, daz sie ir beholfen sint. unde söllent ouch die, die darzü gemant werden!, uf den eit unver- zogenlichen zü in zogen unde in darzü beholfen sin ane alle geverde. doch sol so dehein stat, die zü dem lantvriden höret, die andern manen, sie erkennen sich denne vor sie alle in irm rate oder daz merre teil under in uf den eit, daz sie die ge tat, die si danne dün wollen!, alleine nit zü mögen bringen unde daz sie der, die sie darzü gemant hant, darzü notdürftig sint. welch stat ouch die andern, die a) S i Strazpurg. b ) 8 1 Osterich. 1 Vergl. nr. 416 und nr. 452. 35 2 7 ,j der Verlängerung des Landfriedens bis zur Lichtmeß 1330, welche Erzbischof Matthias von Mainz und die Städte Mainz, Worms, Speier und Oppenheim 1327 December 21 eingehen, ist Straß- burg nicht mehr mit inbegriffen. Schon in der Urkunde vom, 1327 August 20, in der Graf Johann von Sponheim den vier zuerst genannten Städten seinen Beistand zur Gewinnung und Zerstörung der Burg Blieingrafenstein verspricht, fehlt Straßburg im Bunde, während es in der Urkunde von 1328 Juni 27, >0 wo zu Oppenheim der Rheingrafenstein als offenes Haus den Landfriedensmitgliedern übergeben wird, wieder genannt wird. Vergl. Hilgard Urk. z. Gesch. d. St. Speyer S. 299 ff., 304 nr. 374, 376 u. 378. 426 1327 zu dem lantvriden höret, manet, die sol in dem selben irm manebriefe schriben, waz schaden oder gedetde unde wie vil ir geschehen si, darumbe sie sie gemant hat uf den eit. ez ist ouch beretd, waz schaden geschehen ist den, die zu dem lantvriden hörent, von dem zil, daz der erste lantvride gemäht wart, biz her unde fürbaz me geschiht, biz daz dirre lantvride ein ende nimel, daz man darzu beholfen s sol sin, daz ez geriht werde biz zu eim ende uz. unde zu eim warn urkunde aller der dinge, die hie vor geschriben staut, so haut wir die vorgenanten stetde alle von Mentze, von Strazburg, von Wormesze, von Spire unde von Oppinheim unserre stetde ingesigele gehenket an disen brief. der wart geben, do man zalte von Gristez gebürte drltzelien hundert jar unde darnach in dem siben unde zweintzigislin ja re an der nehesten mittewochen nach dem palmtage. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 44/45 or. mb. c. 5 sig. pend. laesis, quorum 1 delaps. Abgefallen das Straßburger Siegel. Auf dem Buge links Vermerk von etwa gleichzeitiger Hand prima prorogatio infer. lant. S 1 coli, aus Speierer St. A. nr. 589 or. mb. c. 5 sig. pend. laesis. ir> Gedruckt nach S 1 bei Hilgard Urk. z. Gesch. d. Stadt Speier S. 297 nr. 372. 476. Landvogt Otto von Ochsenstein und Schultheiß Nicolaus Zorn fällen ihren Schiedsspruch in dem Streite zwischen Bischof Johann, der Stadt Rheinau und dem Vogte von Bernstein einer- und der Stadt Straßlmrg andrerseits. 1327 April 11. In gotz namen amen. wir Otte herre zü Ohssenstein, lantvoget in Elsasze 20 unde in Spirgöwe, unde Glaus Zorn ein ritter . . scliultheisse zu Strazburg, schi- delute einhelleclichen genomen von dem erwirdigen herren . . bischovc Johannese von Strazburg ein site unde den erbern unde wisen . . dem meistere . . dem rate den bürgern unde der stette gemeinlichen Strazburg ander site in der missehelle, so uferstanden ist zwischent dem vorgenanten unserme herren . . bischof Johannese 25 der stette unde den bürgern gemeinlichen von Rynöwe unde dem vogete von Bernstein ein site unde dem . . meistere . . dem rate den bürgern unde der stette Strazburg gemeinlichen ander site, sie si an brande an rohe an totsiegen, oder wie die schaden oder wen sie geschehen sint zü beden siten, alse der sünebrief unde anlaszbrief stat, der darüber gemäht unde versigelt ist mit dez vorgenanten unsers so herren . . bischof Johanneses, der stette Strazburg unde unseren unde der stette Rynöwe ingesigelen 1 , tunt kunt allen den, die disen brief sehent unde geboren! lesen, daz wir gesprochen hant unde sprechen! an diseme gegenwärtigen brieve einhelleclichen mit gutem räte unde mit bedahtem mute in dirre missehelle, daz alle ding unde alle schaden, so böder site geschehen sint, abe sollen! unde eine ss güte luter stöte süne sol sin, alse der sünebrief unde anlaszbrief stat der vorgenante. wir jehent och an diseme selben brieve, daz wir in den vorgeschriben dingen gantzlichen uzgesprochen hant unde nüt mäht hant in den selben Sachen me ze sprechende, unde zü eime waren urkünde aller der vorgeschriben dinge so 1327 427 haben wir unserü ingesigele an disen brief gelienket. der wart gegeben an dem ahten tage sante Ambrosien dez jarz, do man zalte von gotz gebürte trüzehen hundert jar zwenzig jar danach in dem sibenden jar. dirre brieve sint zwene, der verübet ein re bi unserme herren dem . . bischove unde der ander bi der stette 5 Slrazburg den vorgenanten. S aus Straßb. St. A. AA art. 1398 or. mb. c. 2 sig. pend. Gut erhaltenes Zorn’sclies Siegel. Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 107 a ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 136 nr. 936. 477. Ritter Johann Beger schwört der Stadt Slraßburg für seine Gefangennahme Urfehde und stellt drei benannte Bürgen dafür. L327 Mai 7. i° Allen den si kunt, die disen brief sehent und geboren! lesen, daz ich Johannes Beger ein rilter gesworn habe an den heiligen urfehle umbe daz, daz mich die bürgere von Strazburg viengent und gevangen hielten!, und daz ich von der getede wegen niemer die bürgere von Strazburg oder ire belfere angrifen noch schädigen wil noch schaffen angrifen oder schädigen in denheinen weg ane geverde. und daz die vorgenanten bürgere von Slrazburg und ire belfere deste sicherre sint, so gibe ich in zu reliten schuldenern unverscheidenlichen hern Lüdold Beger minen brüder, hern Johannese Burgraven und hern Burkard Murnhard rittere. wer daz ich die vorgenante urfehte in denheinen weg breche oder schüffe, daz sie gebrochen wurde, und daz erkante der rät zu Strazburg oder daz merre teil dez rätes zu Strazburg, 2» der danne zu den zitten rat ist, uffe den eit, wenne sie danne gemant werden! von meister und rate zü a Strazburg munt wider munde mit iren brieven oder gewissen botlen zu iren hüsern oder höven, so süllent sie sich darnach in den aht lagen entwerten in die stat Strazburg niemer vür die uzer ringmure der selben stette ze körnende, nnlze daz den bürgern von Strazburg und iren belfern uf wir! gerihlet, 25 daz ich danne von der vorgenanten getede wegen zu schaden han getan oder schaffen getan, und geschehe, daz die vorgenanten schuldenere gemant wurden!, alse da vor geschähen stat, sich nüt entwerten! in die stat Strazburg, alse da vor geschähen stat, oder sich entwerten! und brechen!, der also brichet oder sich nüt entwertet, dez lib und gut mügent die bürgere von Strazburg und ire belfere angrifen mit 3o gerillte und ane gerillte, wie ez in danne füget, nutze daz in ufgerihtet wir!, daz ich in zu schaden han getan oder Schafen getan von der vorgenanten getede wegen, und sol der angrif gan an dekein gerihte, ez si geistlich oder weltlich, noch an denheinen lantfriden, er si gemein oder ungemein, nement öch die bürgere von Strazburg oder ire belfere dez angriffes denheinen schaden und erkante den schaden Sä . . meister und rät zu Strazburg oder daz merre teil dez rätes uffe den eit, den schaden sullent sie ufrihten und abelegen und darumbe leisten, wenne sie darumbe gemant werden!, alse da vor geschähen stat. die vorgeschriben ding, alse sie von uns geschähen sint, han wir Ludold, Johannes und Burkard die vorgenanten rittere und schuldenere gesworn an den heiligen stdte ze habende ane alle geverde. und 40 a) S rep. zti. 428 1327 1328 April 23 dez zü eirne urkunde so haben wir uuserü ingesigele an disen brief geliencget. wer öch daz der vorgenante schuldener denheinre stürbe, daz got wende, wenne ich danne gemant wurde von den vorgenanten bürgern von Strazburg, alse da vor geschriben stat, so globe ich bi dem vorgeschriben eide in dem nehsten manode danach in einen alse güten ze gebende, alse der waz, der da vervarn ist, der sich s verbinde in alle wise, alse der verbunden waz, der da vervarn ist, ane geverde. ich Johannes Leger der vorgenante han gesworn an den heiligen, daz ich niemer wil getan noch schaffen getan wider die bürgere von Strazburg und ire belfere in denheinen weg, da sie der crieg selber angat und da sie höbetlüte inne sint. ich habe öch gesworn an den heiligen, gienge ein reise durch daz laut oder ein gemein « gezog, daz ich Sonderlingen denheinen schaden sol tun noch schaffen getan in denheinen weg den bürgern von Strazburg und iren belfern anc aller slahte geverde. und dez zu eime urkunde so habe ich min ingesigel zu der vorgenanten minre schuldener ingesigel an disen brief geheneget. der wart gegeben an dem dunrstage nach dez heiligen erützes tage in dem meien dez jarz, da man zalte von gotz gebürte 10 trüzehen hundert jar zwanzig jar danach in dem sibenden jare. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 4 sig. pend. 478. Die /Städte Mainz, Worms, Speier, Straßburg, Basel, Freiburg, Konstanz, Zürich, Lindau, Ueberlingen, Bern und Graf Eberhard von Kiburg schließen ein Bündniß, das bis zum 23. April 1329 währen soll. 1327 Mai 20. ao In gottes namen amen. wir die rete und die bürgere gemeinlichen der stelle Meintze, Wormesz, Spire, Strazburg, Basel, Friburg, Costüntze, Züriche, Lindowe, Uberlingen und grave Eberhart von Kiburg, lantgrave zü Burgunder! und der von Berne 3 , tunt kunt allen den, die disen brief sehent lesent oder hörent lesen, daz wir durch nütz und friden unsere, unserre bürgere und lüte gemeinlichen und dez 25 landes uns zesamene hant gemäht und gebunden mit dem eide, den wir darumbe getan hant, einander getruwelichen ze ratende und ze helfende hinnan fürder untze zü sante Gerien tage, so nu ze nebst körnet, und von dannen ane underlaz ein gantz jar zü allen den erlegen, so uns angevallent oder gewinnen!, wo oder in welichen weg uns die anfallent, ane daz, waz iemanne, die zü dirre verbüntnisz 30 hörent, ez sint herren oder sfette oder wer die sint, in den alten erlegen untz her geschehen ist, darzü sol man nüt beholfen sin, man füge ez danne gerne, mit solicher bescheidenheit, alse hienach geschriben stat: wer daz denhein herre oder stat oder wer der ist, die nu in dirre verbüntnisse sint oder hernach darin koment, mit der bescheidenheit, alse hienach geschriben stat, von iemanne geschadiget 35 wurdenl in den vorgenanten b ziln und daz der rat der stetle oder daz merre teil dez rätes uffe den eit erkantent, daz sie geschadiget werint wider dem rehten und daz man in unreht deti und daz reht von in verspreche , den sullent die andern herren und stette oder wer sie sint, die zü dirre verbüntnisse hörent, beholfen sin a) & add. uud die burger der stat ze saut Gallen. b) Bier wie im ganzen Stück die Abkürzung vergeh. 40 1327 429 uffe den eit gelicher wise, alse in daz unrelit oder schade widerfaru weri. doch sol der herre oder stal oder wer er ist, die zu dirre verbüntnisz hörent, die da geschadiget werdent, verbotscheften den liebsten herren Stetten oder wer sie sint, die zu dirre verbüntnisz hörent, da der schade geschehen ist, und öch den herren stelten oder 5 wer sie sint, die zu dirre verbüntnisz hörent, da die allernehst geseszen sint, die den schaden baut getan, daz sie geschadiget sint. und sullent danne die herren stette und die andern, die in dirre verbüntnisz sint und den ez verbotscheftet wurt, alse da vor geschriben stat, vürderlichen und ane vürzog uffe den eit die, ir dienere und ir belfere angrifen, die den schaden hant getan, daz ez gerihtet werdi danach, io alse ez in gelegeliehen ist, ane alle geverde. und sullent öch die herren stette oder wer sie sint, die zu dirre verbüntnisz hörent, den ez verbotschefle wirt, alse da vor geschriben stat, denheinen der andern, die zu dirre verbüntnisse hörent, ez sint herren stette oder wer sie sint, darzü manen, sie erkennent danne uffe den eit, daz sie ez alleine nüt belwingen enmügent. und wenne sie daz erkennent, so süllent i 5 sie ie die liebsten herren stette und wer sie sint, die zu dirre verbüntnisz hörent, darzü manen. und sullent die öch vürderlichen und ane vürzog darzü uffe den eit beholfen sin, alse da vor geschriben stat, ane alle geverde. wer öch daz ieman der vorgenanten herren stellen oder wer sie sint, die zü dirre verbüntnisse geboren!., denheinen schaden deti, den sol man in den vorgenanten Stetten noch in den vestinen 20 der herren oder wer sie sint, die zü dirre verbüntnisz gehören!., keinen veilen köf geben, kem öch deheiner in gewalt herren stette oder wer sie werent, die in dirre verbüntnisz sint, der deheine der selben herren stette oder wer sie sint, die in dise verbüntnisse hören!, geschadiget bette, den, sine dienere und sine belfere sol der herre die stat oder wer er ist. die in dirre verbüntnisse sint, in dez gewalt sie « koment, angrifen in alle wise, alse in der schade geschehen weri, ane geverde danach, so ez in verbotscheftet“ wirt von den, die da geschadiget sint. gescheht öch, daz ieman, er si herre ritter oder kneht oder wer er ist, deheinem schaden deti, die in dirre verbüntnisz sint, ez sint herren stette oder wer sie sint, und in verbotscheftet wurde, daz sie widerdetin, von den, die sie geschadiget hant, oder von den, den es SO verbotscheftet wirt, widerdetin sie danne niht, uffe den und uf die und uf alle ir dienere und belfere sol man beholfen sin, alse da vor geschriben stat. und wer sic enthaltet huset oder hovet oder in ratet oder hilfet mit Worten oder mit wercgen, uffe den und uf die sol man beholfen sin uffe den eit gelicher wise, als uf den, der den schaden het getan, und uffe alle die, so der rät erkennet, der ez billiclien 35 erkennen sol, als dirre brief stat, zü den sie reht hant. waz crieges öch in den vorgenanten ziln uferstünde und die wile dise verbüntnisz wert und von deheime, der zü dirre verbüntnisz höret, er si herre stat oder wer er ist, angegrifen oder bevangen wurde, den sol man als lange beholfen sin, nutz der erleg versünet wirt. ez ist öch nemelichen beret, daz dehein herre stat oder wer er ist, die zü dirre ver- 40 büntnisz gehören!, deheinem künige noch herren beholfen sullent sin von dirre verbüntnisz wegen, sie tünt ez danne gerne, wer aber, daz dehein herre stat oder wer a) Cr urkundet. 430 1327 sie siiit, die in dirre verbüntnisz sitil, delieinem . . kimige oder herren dienen wolle, waz den in dem dienste geschehi, darzü sol man nüt beholfen sin, man lü ez danne gerne, ez mügent öch die von Meinlze, von Wormesz und von Spire zü in enphahen in dise verbüntnisz herren und sielte oder wer sie sinl, die in gesessen sint a , die sie erkennent uf ir eide alle in iren reten oder daz merre teil under in, daz sie zu dirre verbüntnisz nütze und gut sint. daz selbe mügent und sullent öch tun in gelicher wise die von Strazburg, von Basel und die von Friburg. daz selbe mügent öch tün gelicher wise die von Costüntze, von Züriche, von Lindowe und von Uberlingen. daz selbe mügent öch tün gelicher wise die von Zuriche b und die von Berne die vorgenanten. c öch ist beret, daz deheine, die zü dirre verbüntnisz gehören!, ez sin herren sielte oder wer sie sint, uffe die andern, die in dirre verbüntnisse sint, spise sol geben, und wer daz ieman deheinem, die zü dirre verbüntnisz liörent, ez sin herren stelle oder wer sie sint, schädigeti oder spise wolti schicgen den, die uf sie zogtent oder schaden detint, daz sullent die andern, die zü dirre verbüntnisz hörent, weren und wenden uffe den eit, alse verre sie künnent oder mügent, ane geverde. und sullent öch die herren und stette oder wer sie sint hinderwert angrifen, die uffe sie gezoget sint oder spise hant geschicgel. ez ensol öch den von Strazburg nüt schaden in dirre verbüntnisz, obe sie den nidern lantfriden lengernt 1 und in haltent oder obe sie iezent iemanne keine helfe schuldig werint ze tünde oder hernach schuldig wurden! ze tünde von dez selben lantfriden wegen, in dirre verbüntnisz ist ein rieh usgenomen, doch mit der bescheidenheit, wer daz deheinre, die zü dirre verbüntnisse liörent, ez sin herren stette oder wer sie sint, geschadigel wurden von herren stetten oder von iemanne, wer die werent, und daz der rät der stette oder daz merre teil dez rätes, der ez billichen erkennen sol, uffe den eil erkennent, daz sie geschadiget sin wider dem rehten oder daz man sie trenge an iren rehten, den sol man uf den eil beholfen sin in alle wise, alse ez in geschehin weri, und sol sie dawider niht schirmen denheines der vorgeschriben oder nachge- schriben dinge, den von Strazburg, den von Basel und den von Friburg sol öch in dirre verbüntnisz nüt schaden, obe sie in den obern lantfriden in Elsasze koment. so habent die von Meintze, von Wormesz, die von Spire, die von Strazburg, die von Basel und die von Costüntz ire herren die bischöve und die von Friburg iren herren den graven von Friburg d usgenomen mit solicher bescheidenheit, daz iedie stat wider iren herren nüt beholven wil sin, ez wer danne, daz die selben herren alle oder ettelicher under in heller wolti sin wider die, die zü dirre verbüntnisz liörent. und welicher der selben herren heller wolle sin, als da vor geschriben stat, uffe den sol man beholfen sin, als da vor geschriben stat, ane alle geverde. die von Friburg hant öch iren herren sünderlichen in disen dingen usgenomen mit solicher bescheidenheit, wer daz der selbe lierre sines eides gemant wurde von dez lantfriden wegen in Elsasze, den er gesworn het, uffe deheine, die in dirre a) G om . die—sint. b) G Kiburg. c) G add. uud die von sant Gallen. d) G add. und die von sant Gallen ir herren den abt. 5 10 15 20 25 30 35 40 1 Vergl. nr. 475 . 1327 431 verbüntnisz sint, ez sint herren stette oder wer sie sint, daz er uffe sie zogende wurde, so sol im dehein burger von Friburg oder den sie ze gebiedende hant, darzü beholfen sin. und sullent daz die von Friburg verwarten und versehen uf den eit, alse verre sie künnent unde mügent, ane geverde. und sullent doch die 5 von Friburg den, die in dirre verbüntnisz sint, beholfen sin uf die, die uf sie zogent. wenne aber der vorgenante herre von Friburg von dez lantfrides gezoge wider hein- komet, darumbe sullent in die von Friburg nüt angrifen. wolti aber der selbe herre sunderlichen geteti tun uf deheine, die zu dirre verbüntnisz hörent, so sullent in die von Friburg uf in beholfen sin an ze grifende ane alle geverde. die von Berne u> hant öch ir eitgenoszen vorbehebet, alse sie inen mit eiden vor dirre verbüntnisz gebunden warent, ane geverde 2 . waz herren oder stette oder wer sie sint, hinnanfür in dise verbüntnisz enpfangen werdent, die sullent brieve und ingesigele geben und öch sweren, dise verbüntnisz stete ze haltende in alle wise, alse hie vor geschriben stal. und sol man in öch beholfen sin, alse die selbe verbüntnisz slat, ane geverde. ir> beschehi öch, daz den vorgenanten graven von Kiburg dehein schade oder crieg anvieli in dirre verbüntnisz, als da vor geschriben stat, daz sol er dem rate von Berne verbotscheften. und erkennet sieb danne der selbe rät oder der merre teil dez rätes uf den eit, daz im unrebt si geschehen und wider dem rehten geschadiget, so sol man im beholfen sin in alle wise, als da vor geschriben stat. waz herren 20 öch hinnanfür in dise verbüntnisz genomen werdent, da sol der rät oder der merre teil dez rätes der stette, die in dirre verbüntnisse sint, die im danne aller nebst gelegen ist, erkennen in alle wise, als der rät von Berne umbe den graven von Kyburg erkennet und erkennen sol, als da vor geschriben stat. daz öch wir die vorgenanten herren und stette desto fridelicher und früntlicher geleben mügent > so 25 haben wir mit gemeinem mute gemäht und sint überein körnen, daz dehein burger der vorgenanten stette den andern bekumbern sol danne den waren schuldener. wolti aber dehein burger der vorgenanten stette den andern ze rede setzen in der stat, da der schuldener inne gesessen ist, umbe denheinre hande schulde, die er im schuldig ist, dem sol man rihten unverzögenlichen. löcgent aber der schuldener 30 der schulde und wil in der cleger erzügen, daz sol er tün mit biderben lüten, die dabi sint gewesen, da die schulde gemäht wart, oder -mit brieven, die billichen helfen sullent und mügent. und sol man öch die darumbe hören und dem cleger darnach rihten ane alle geverde. und durch daz, daz diz alles stete gantz und unzerbrochen hübe, han wir die röte und bürgere der egenanten stette und der grave 35 von Kyburg vorgeseiten® unserü ingesigele vür uns geheneget an disen brief. und a) Or der vorgenemten stette ze Kostentz, Zürich, ze Lindouve, ze Uberlingen und ze sant Gallen. 2 1327 Juni 5 (Freitag in der Pßngstwoche) verpflichten sieh die Landleute von Uri, Schwyz und Untenvdlden den Städten Zürich mul Bern, nachdem sie von diesen in das große Bündniß vom 20. Mai aufgenommen sind, alle Bedingungen desselben zu erfüllen. Nur die monatliche Kündigung des Friedens, 40 den sie mit den Herren von Oesterreich haben, nehmen sie besonders aus. Or. mb, c. 3 sig. pend. i. Berner Gantons-A. v. im Züricher Staats-A. nr. 1348, gedruckt bei Tschudi Chron. Helvet. I. 300 b - Kopp Gesell, d. Eidgen. Bünde V, 1, 487 nr. 14 und Eidgenößische Abschiede 1, 233 nr. 13. 432 1327 geschach diz und wart öch dir re brief gegeben an unsers herren gotz uffarl abende, da man zalte von siner gebürte trüzehen hundert jar und siben und zwenzig jar. F aus Freiburger St. A. lad. 5 nr. 5 or. mb. c. 12 sig. pend., quormn 5 delapsa. Es fehlen die Siegel von Worms, Speier, Freiburg, Konstanz und Lindau. G coli, aus St. Gallener Cantons-A. lad. 19 nr. 2 or. mb. c. 5 sig. pend., quorum 1 delap- r, sum. Es fehlt das Stadtsiegel von St. Gallen. Vortrefflich erhalten die Siegel der Städte Konstanz, Zürich, Lindau und Ueberlingen. Diese vier Städte hatten 1325 Mai 13 einen besonderen Landfriedensbund gescldoßen, sie nehmen selbständig St. Gallen in den großen Band auf. B im Berner Cantons-A. Fach Deutschland or. mb. c. 12 sig. pend. , 0 Gedruckt nach G bei Lünig XIII, 8 nr. 8 und bei Wartmann UB. der Abtei St. Gallen III. 463 nr. 1314. — Die Eidgenößischen Abschiede I, 399 nr. 138 und W. Vischer Gesch. d. Schwäbischen Städtebundes Beg. nr. 2. 479 . Urfehde und Sühne des Ritters Johann Oeyr mit der Stadt Slraßbwrg. 1327 Juni 4. ir. Allen den si kunt, die disen brief sehent und hörent lesen, daz ich Johannes der junge Gyer ein ritter gesworn habe an den heiligen urfehte und eine gute stete sune ze habende mit den bürgern von Strazburg und mit iren belfern vür mich und alle mibe belfere von allen getöden wegen, die ich und mine belfere den vorgenanten bürgern getan hant, und von aller missehelle und erlege wegen, die ich so und sie mit in gehebet hant untz uf disen hutigen tag. und gelobe bi dem selben eide, daz ich die vorgenanten bürgere von Strazburg und ir belfere und ir gut niemer angrife noch schaffe angegrifen oder schädige oder schafe geschadigen in deheinen weg in gerihtes wise oder ane gerihte von den vorgenanten geleden erlegen oder missehelle wegen ane alle geverde. und dez zu eime urkunde so han ich min 25 ingesigel 1 an disen brief geheneget. der wart gegeben an dem dunrstage nach dem heiligen phingestage dez jarz, da man zalte von gotz gebürte trüzehen hundert und siben und zwenzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. 480 . Drei benannte Mitglieder des Straßburger Domcapitels, von demselben 30 bevollmächtigt, bestimmen, welchen Ersatz Probst, Dehan und Canoniher für Ver- nachläßigung ihrer Verpflichtungen und Dienstleistungen zu geben haben. 1327 Juli 5. Nos Johannes de Ohsenstein scolasticus, Cünradus de Kirkel thesaurarius, Johannes de 8 wartzenberg dapifer canonici ecclesie Argentinensis, arbitri arbitratores 35 seu conpromissarii in negocio infrascripto, ad universorum noticiam deducimus per presentes, quod ex potestate nobis tradita in conpromisso per honorandos dominos Gebehardum de Friburgo prepositum, Walramum de Veldentze decanum totumque ' Das Siegel zeigt einen Kelch im Wappen, Legende s. Johannis dic.ti Gir militis de [U]llenbnrg. 1327 433 capitulura ecclesie Argenlinensis predicte in loco capitulari super defectibus amini- stracionum obmissarum seu super aministracionibus et serviciis hactenus in dicta nostra ecclesia per quoscumque dominorum et canonicorum nostre ecclesie antedicte obmissis et neglectis pronunciamus diffinimus laudamus et arbitramur, quod idem 5 dominus prepositus redditus annuos quadringentorum quartalium siliginis et ordei obligare teneatur nobis et ecclesie nostre predicte pro serviciis et aministracionibus per ipsum hactenus obmissis et neglectis, prout eciam prefatus dominus prepositus se obligavit per instrumentum sigillo curie Argentinensis sigillatum, ita tarnen, quod, si ex dictis redditibus servicia per ipsum neglecta ecclesia nostra plene consequi non io posset, quod extunc decano et capitulo dicte nostre ecclesie licitum sit invadere omnia bona fructus seu redditus eidem domino preposito occasione sue prepositure obvenientia et obvenire valentia in futurum usque ad integram satisfactionem serviciorum per ipsum neglectorum. item pronunciamus diffinimus laudamus et arbitramur, quod dominus Walramus decanus predictus debeat prestare caucionem sufficientem capitulo nostro et ecclesie 15 nostre predicte infra quindenam a data presencium numerandam super serviciis seu aministracionibus per ipsum occasione decanatus sui in natalibus domini obmissis et neglectis necnon super serviciis inantea, quam diu tenuerit eundem decanatum, predicte nostre et sanctorum Thome et Petri ecclesiis in dicto festo prestandis 1 , ita tarnen, quod, quandocumque et qualitercumque inter capitulum ecclesie nostre et capitula 20 predictarum ecclesiarum sanctorum Thome et Petri conposicio intervenerit, quod tune prefatus dominus Walramus decanus super omnibus serviciis usque ad tempus dicte conposicionis per ipsum neglectis satisfacere teneatur dictis ecclesiis sanctorum Thome et Petri pro nostro capitulo et ecclesia pro rata ipsum contingente, nostre vero ecclesie et capitulo quoad omnia neglecta per ipsum racione serviciorum predic- 25 torum niebilominus remaneat obligatus et satisfacere de ipsis teneatur. item pronunciamus diffinimus laudamus et arbitramur, quod singuli canonici predicte nostre ecclesie, qui tenentur ad servicia seu aministraciones, similiter super serviciis et aministracionibus per ipsos occasione feuodorum suorum vel alias qualicunque causa debitis hactenus obmissis et neglectis necnon super decem marcis, ad quarum so solucionem racione redempcionis prebendarum suarum, et super debito sex marcarum, ad quarum solucionem occasione capparum tenentur, prestare debeant capitulo nostro et ecclesie nostre predicte sufficientem caucionem infra quindenam ut supra nume- randäm. item pronunciamus diffinimus laudamus et arbitramur, quod omnia predicta servicia obmissa et neglecta solvi et prestari debeant usque ad festum beati Martini 35 proxime venturum per dominos et canonicos predictos, quod, si quis dominorum vel canonicorum dicte ecclesie nostre caucionem, ut premittitur, sive solucionem seu satisfactionem non fecerit infra tempora predicta, quod extunc liceat decano et capitulo nostre ecclesie nomine ejusdem fructus redditus et proventus universos prebendarum officiorum et feuodorum claustralium ipsius negligentis, que ab ecclesia 40 nostra Argentinensi obtinet, invadere occupare distrahere et vendere auctoritate propria usque ad integram satisfactionem predictorum serviciorum el debitorum neglec- 1 Vergl. nr. 189 wul nr. 373. Str. II. Novembei 55 434 1327 torum. addicimus eciam, quod, si quis dominorum seu canonicorum predictorum infra quindenam predictam asseruerit vel proposuerit coram decano et capitulo dicte nostre ecclesie, se in toto vel in parte de serviciis et predictis debitis decem marcarum et sex marcarum satisfecisse et in nullo vel in parte teneri capitulo et ecclesie nostre predictis, quod extunc idem proponens infra mensem a data presencium numerandum inducias tantum habeat hoc probandi, quod si non probaverit, obligatus remaneatsubpenis modis et condicionibus antedictis. volumus eciam et ex potestate nobis tradita ante- dicta expresse diflinimus et dicimus, quod domini prepositus et decanus predicti et qui pro tempore fuerint, non possint quemquam predictorum dominorum et canonicorum a predictis diffinicionibus absolvere induciare vel eciam supportare in toto vel in parte, sed quod omnis diffinicio nostra in premissis et circa premissa rata et firma permaneat ac inviolabiliter observetur per dominos canonicos et capitulum ecclesie nostre predicte. cauciones vero premissas prestari volumus . . procuratori ecclesie nostre nomine capituli et ecclesie nostre predictorum, presentibus decano et tribus vel duobus canonicis ecclesie nostre predicte. in quorum omnium et singulorum premissorum testimonium sigilla nostri . . scolastici . . thesaurarii et . . dapiferi presentibus duximus appendenda. si qua vero dubia orta fuerint in premissis vel circa ea, nostre declaracioni penitus reservamus. datum 3 nonas julii anno domini 1327. B aus Straßb. Bes. A. 6 fase. 2719 or. mb. c. 3 sig. pend. partim laesis. 481 . Sühne des Ritters Johann von Epfig mit der Stadt Slraßbnrg. 1327 Juli 24. Ich Johannes von Epfiche ein ritter tun kunt allen den, die disen brief ansehent lesent oder härent lesen, das ich liepliche und gütliche geslihtet und gerihtet bin mit den wisen und bescheiden deme . . meistere deme rate und der stat gemein- liebe zu Strasburg ume allen den schaden und totsiege, die mir und den minen geschahen!, zu Epfiche in dem dorf von des angriffes wegen, der do geschach von der vorgenanten stat zu Strasburg an Johannes Keller, der voget ist zu Bernestein des erwürdigen und mins genedigen herren bischof Johannes von Strasburg 1 , und fürzihe mich für mich und alle mine erben und nachkomen und och von minen wegen und der minen und öch minre belfere aller ansprache und atzunge, die ich gegen der egenanten stat oder gegen den bürgern gemeinlichen oder keime oder keinen sunderlichen oder iren belfern, wer die werent, han oder haben mähte von der selben schaden und totsiege wegen in keine wis, sus noch so, nu oder harnach, ane geverde. unde des zu eime rehten urkünde so han ich der egenante Johannes min ingesigel gehenket an disen brief. der wart gegeben an sante Jacobes abent in den ernen in deme jare, do man zalte von gotz gebürte drützehen hundert und siben und zwanzig jar. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. e. sig. pend. 1 Vergl. nr. 474 und 476. 5 io 15 20 25 30 35 40 1327 435 482. Herr Heinrichs von Finstingen Fehdeerklarmig an die Stadt Straßburg. 1327 August 28 Lützelstein. Ich Heinrich herre zu Vinstingen enbute den erbern und den biesclieiden dem meistere und dem rate von Strazburg allez lieb und gut. ich dun uch bunt, das 5 ich dise vierzehen tage, die da an sulent gan an dem nehesten vritage nach sante Bartholomeus tage, der nu zu nehest was, gegen uch stete haben wil und wil öch damitte entladen sin der trostungen, alse wir mit einander haut, vierzehen tage vor ze sagene, alse ir mir öch enbotten hant. und nach disen vierzehen tagen wil ich uch dekeinen schaden dün, ich sage es uch danne vor alse eberliche, das es minen io eren wol ansta. und dez zu einem urkunde han ich min ingesigel an disen briet zu rucke gedrucket. datum apud Lutzeistein feria sexta ante Adelphi anno domini 1327. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. lit. pat. c. sig. in verso impr. defic. 483. Merkelin, Ritter Markwarts von Ensisheim Sohn, schwört der Stadt 1 » Straßburg für seine Gefangennahme Urfehde und stellt Ritter Egenolf von Gundols- heim und Edelknecht Philipp Reich von Kientzheim dafür als Bürgen. 1327 September 17. Allen den si künt, die disen briet gesehen! unde geboren! lesen, daz ich Merckelin, beim Margwardez selgen sün eins ritters von Ensensheim, gesworn habe 20 an den heiligen urvehte unde ein gut süne vür mich alle min frunde unde heiter ze habende mit den bürgern von Strazburg unde mit irn heitern von der geteite wegen, daz sie mich viengent unde mich gevangen hielten!, unde daz ich von der geteite wegen die vorgenanten burger unde ir gut unde ir heiter unde ir gut niemer wil angriffen noch geschadigen oder schaffen angegriffen oder geschadiget in 25 dekenen weg ane alle geverde von der vorgenanten gedeite wegen, were aber, daz ich von andern Sachen oder nut von der vorgenanten gedeite wegen herren oder minen frhnden helfen wolte wider die vorgenanten burger von Strazburg, daz sol ich nu! tun bi dem vorgescriben eide, ich sage es in danne vor aht dage. unde sol ouch daz tun ane alle geverde. unde daz die vorgenanten burger von Strazburg 30 unde ir heiter des! sicher sin!, so habe ich in gegeben hern Egenolf von Gündoltz- lieim einen ritter unde Philippes den Richen von Künsheim einen edeln kneht unverscheidenlich zu schuldenern. were daz ich der vorgenanten dinge dekeins breche unde meister unde rat oder der merre teil des rates, die danne zü den ziten meister unde . . rat sint ze Strazburg, erbauten! uf irn eit, daz ich gebrochen 35 bette, so sollen! sich her Egenolf unde Phylippes die vorgenanten unverscheidenlich bi irm eide, den si darumbe gesworn hant an den heiligen, entwirrten ze Strazburg in die stat darnach in den aht dagen, wenne sie gemant werden! von den vorgenanten bürgern münt wider mint oder von irm gewissen hotten zu yrn husern oder zu irn hoven, niemer vir die ringmüren ze körnen, nutze den vorgenanten bürgern 40 ufgeriht vürt, daz ich danne verbrochen habe, were ouch daz die vorgenanten her August SS Egenolf unde Philippes sich nül enlwurtent in die stat ze Strazburg, so sie gemant worden, als -do vor gescriben stat, oder sich eutwurtent undc brechent, so mügent die vorgenanten burger von Strazburg unde ir heller ir lip unde ir gut angrillen mit geriht unde ane geriht, wie es in danne füget, unde gat der angrille an kein geriht, es si geislich oder welrtelich, oder an dekeinen lant- friden, er si gemen oder ungemen. nement ouch die burger von Strazburg oder ir heller des angrilfes dekenen schaden, den sint die vorgenanten lierr Egenolf unde Philippes unde ich in schuldig uf ze rihlen unde abe ze legen, unde mügent sie unde ir gut mich unde min gut angrilfen mit allen den gedingen, als vorgescriben stat. wir Egenolf unde Philippes die vorgenanten verjehent alle die vorgescriben ding, als von uns do vor gescriben stat, unde gelobent sie unverschei- denlich bi unserm eide, den wir darumbe gesworn haut an den heiligen, steite ze habende und disen brief in güten truwen ane alle geverde. unde der vorgescriben dinge zu einem urkunde hau wir unsere insigele mit dez vorgenanten Merckelins insigel 1 an disen brief gehencket. ich Merckelin der vorgenante vergihe, daz ich gesworn habe an den heiligen alle die vorgescriben ding, die von mir gescriben stant, unde disen brief stüte ze habende ane alle geverde. unde des zu einem urkunde hau ich min insigel mit der vorgenanten hern Egenolfes unde Phylippes insigel an disen brief gehencket. der wart geben an dem ersten dürnstag vor sant Mauricius dag in dem jare, do man zalt von gotz gebürte drüzehen hundert . jare unde siben unde zwentzig jare. 8 aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 3 sig. pend., quorum 1 delaps. Abgefallen das Siegel Egenolfs von Gundolsheim. 484. Brei Herren von Laubgassen und Ludwig von Staufen schwören der Stadt Straßburg und besonders vier benannten Bürgern derselben Urfehde für die Gefangennahme Rudolfs von Laubgassen. 1327 October 28. Allen den si kunt, die disen brief gesehen! unde geboren! lesen, daz wir Rudolf von Löbegassen ein ritter, Johans sin brüder, Henrich von Löbegassen unde Ludewig von Stofen edele knelite gesworn hant an den heiligen urvehte unde ene stete süne ze habende vür uns alle unser frunt unde belfere mit den erbern unde bescheiden dem meisten dem . . rat unde den bürgern gemenlich von Strazburg unde irn belfern, unde sunderlich mit hern Glaus Maler, hern Johans Mulnecke sinen brüder ritter, Ilüg Wissebrotelin unde Henselin Maler dez vorgenanten hern Glaüs Malers sün burger von Strazburg, unde mit allen irn frunden unde belfern von der gefeite wegen, daz die vorgenanten burger von Strazburg den vorgenanten hern Rüdolf von Löbegassen viengent. unde geloben! bi dem selben eide vür uns alle unser frunde unde belfere, daz wir von der vorgenanthen getete wegen die vorgenanten burger von Strazburg unde ir heller unde ir güt unde hern Clausen, 1 Nach der Siegellegende Markwart de Nuivar. Vergl. Kindler v. Knobloch Der alte Adel im Oberelsaß S. 23 u. 62. 5 10 15 20 25 30 35 40 1327 •437 hern Jobansen, Ilugen unde Ilenselin die vorgenanten ir frunde unde ir belfere unde ir gut niemer angriffent oder gescliadigenl noch schaffen angegriffen noch geschadiget in dekenen weg ane alle geverde. unde dez zu einem urkunde han wir unsere insigele an disen brief gehencket. der wart geben an der zweier r> zweilfbotten dag Symonis et Jude in dem jar, do man zalte von gottez gebürte drüzeben hundert jar unde syben unde zwentzig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht, Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 4 sig. pend. 485. Beschluß des St. Peterscapilels, alle GapitelsStatuten und Vorschriften jährlich am Tage nach dem Sonntag Reminiscere vor allen Angehörigen der Kirche io verlesen zu laßen. 1327. Cum quilibet canonicus ecclesie nostre sancti Petri in prima sua creatione inler alia astringat se juramenlo statuta et consuetudines ipsius ecclesie servaturum juxta formam juramenti Statute super hoc concepto“ insertam 1 , ne quis occasionem igno- randi ea pretendere valeat, nos Nicolaus prepositus, Getzo decanus totumque capitulum 15 providemus in hunc modum, ut consuetudines observantie et statuta, prout recognita sunt in hoc libro paslorali vel instrumentorum aut breviario nostro 2 vel alibi, et maxime illa, in quibus major vel frequentier transgressio committitur, annis sin- gulis in crastina dominice, qua cantatur Reminiscere, omnibus canonicis capitula- a) B statuta—concepta. 2 » 1 Wahrscheinlich in die ersten Jahrzehnte des 14. Jahrhunderts fällt wenigstens in den Grundzügen die Forrmüirung dieses Eides, die in einem undatirten Capitelsbeschluß, consensu expresso domini Hu- gonis prepositi plenius accedente, überliefert ist. Der Eid lautet: Ego N. juro statuta et consuetudines ac honorem et utilitatem ecclesie sancti Petri junioris Argentinensis et capituli ejusdem in licitis honestis possibilibus et ecclesiastice libertati non obviantibus, et specialiter circa absentium 25 portiones seorsim ponendas nec in alios quam in ipsorum, [ut] exprimitur, usus convertendas neenon primam personalem residentiam apud ipsam ecclesiam ac solutionem quadraginta florenorum loco computationis fructuum pro singulis gratie et bienniorum annis ecclesie prefate debitis faciendam, per capitulum dicte ecclesie edita, dispositiones statuta et ordinationes, atque inter sancti Thome et supradicte sancti Petri junioris atque sanctorum Petri et Michaelis Argentinensium ecclesiarum 30 canonicos capitula et beneficiatos fraternitatem noviter factam, neenon ejusdem sancti Petri junioris circa futuros inibidem nominandos canonicos factam ordinationem fideliter observare et adimplere, oneribusque beneficii mei juxta illius orationem satisfacere, nec quiequam contra premissa a sanctis- simo domino nostro N. papa aut sede apostolica vel sacro generali concilio seu legato eorundem aliove potestatem obtinente impetrare aut impetratis vel impetrandis quomodolibet uti, etiamsi motu 35 proprio aut ex certa scientia mihi concessa fuissent aut concederentur, etiamsi singulis premissis per eundem Bomanum pontificem, sedem apostolicam, sacrum generale concilium, legatnm eorundem aut aliam potestatem obtinentem, motu aut scientia similibus expresse derogaretur, secreta quoque ipsius capituli sancti Petri junioris minime revelare. sic me deus adjuvet et quatuor conditores sanctorum evangeliorum. Spätere Zuthaten des 14. und 15. Jahrhunderts sind bei der vorliegenden schlechten 40 Ueberlieferung kaum zu bezweifeln. Statutenbuch von St. Peter fol. 2 b. Vorangeht forma juramenti prepositi et decani, wie es scheint, aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammend. 2 Nach einem undatirten Statut war es Pflicht des Dekans, quod quolibet triennio ad triennium statuta prius in hoc pastorali posita et statuta de calendario hic inserta et superaddita et totum ipsum Kalendarium conferri faciat et procuret, ad illum flnem, ut, si aliquo casu nostrum in choro 15 Kalendarium vel hunc librum pastoralem perdi contigerit, eorum copia in cista reposita salva per- maneat. Statutenbuch fol. 19 b . 438 1327 — 1328 ribus prebendalis ecclesie nostre ob hoc specialiter in capilulo nostro oonvenientibus plene et expliciter, prout preposito vel decano, qui pro tempore fuerint a , videbilur, recitentur et hec b etiam sic, in quantum opus fuerit, ad vicariorum notitiam dedu- cantur et ob hoc cuilibet canonico post pulsum prime ad minus, ipsius prime officio in choro nondum expleto, in capitulo tune presenti et usque ad finem perseveranti vel ex aliqua causa de licentia decani citius recedenti dentur duodecim denarii. si qui vero abfuerunt, ab illorum statutorum scientia tariquam affectatores ignorantie minime excusantur. actum anno domini 1327 U B aus Straßb. Bez. A. G fase. 4903 Statutenbuch v. St. Peter v. 1560 fol. 20 ». 486. Ritter Johann Ulrich vom Haus und seine leiden Söhne Friedrich und Johann Ulrich geloben für sich und ihre Brüder, Dietrich und Hanemann, der Stadt Straßburg Sicherheit während der Fehde mit Fritzemann zu Rhein. 1328 Februar 16. Allen den si künt, die disen brief gesehen! unde gehören! lesen nu oder hernach, daz wir Johannes Ulrich der alte vom Hus, Friderich unde Johannes Ulrich der junge des vorgenanten hern Johannes Ulriches dez allen süne rittere verjehent, daz wir vür uns unde Dyetherich unde Haneman, unsere Frideriches, Johannes Ulriches der vorgenanten brüder, des vorgenanten hern Johannes Ulriches des alten süne, vür unsere unde ir dyenere gedröstet haut unde dröslent mit disem gegenwertigen briete die erbern unde bescheiden den . . meister den . . rate unde die bürgere gemeinlich von Strazburg unde alle ir belfere unde geloben! in guten truwen, daz wir, Dyetherich unde Haneman die vorgenanten, unsere unde ir dyener von unsern wegen niemer sollen! angriffen noch geschadigen noch schaffen angegriffen noch geschadiget in deheinen weg die vorgenanten, bürgere von Strazburg unde ir belfere von dez crieges wegen, den Frilzeman zu Ryne unser mag het mit den vorgenanten bürgern von Strazburg, wir sagen! unde verkünden! es danne den vorgenanten bürgern von Strazburg vier wochen vor, ane alle geverde. unde dez zu einem urkunde han wir Johannes Ulrich der alte vom Hus, Friderich unde Johannes Ulrich der junge dez vorgenanten hern Johannes Ulriches dez alten süne die vorgenanten unsere ingesigele an disen brief a) B fuerunt. b) B hoc. 1 Aus dem gleichen Jahre stammt wohl das Statut des Capitels, betreffend Aenderung oder Zurücknahme von CapitelsbescMüßen: In hoc unanimiter concordavimus, ut, si in posterum ab anno domini 1327 aliqnas ordinationes pro ecclesia nostra fecerimus ipsius ecclesie ac personarum statum qua- litercunque tangentes, ob aliqnas causas vel necessitates, que nobis videntur subesse, si postea saniori usis consilio omnibus canonicis prebendatis consentientibus minime discrepantibus tales ordinationes revocande vel alterande fuerint, lic-ite fieri valeat absque cujusvis transgressionis nota, nisi ordinationes alique fierent, in quibus contineretur, quod eas inter alia statuta nostra jurata vellemus reponi, aut si super ipsis ordinationibus servandis astringeremus nos specialiter juramento. tune enim, sicut jurarentur vel inter statuta collocarentur, ita deberent perpetuo observari, nisi eis alias ex qualitate temporis vel aliis justis causis de jure vel ex juris tollerantia contingeret derogari. Statutenbuch fol. 30 a . 5 io 15 20 25 30 35 40 1328 439 gehencket. der wart geben an dem ersten zinstag nach sant Valentins dage in dem jare, do man zalte von gottes gebürte drüzehen hundert jar darnach in dem ahten unde zwentzigestem jare. S aus Straßb. St. A. Verseht Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. 3 sig. pend. 5 487. Zwei Beschlüsse des St. Peterscapitels über die Bedingungen für Praben- denstiftungen und die Wahl von Persönlichkeiten für gewisse gottesdienstliche Verrichtungen. 1328 April 5 und Mai 15. In anno domini 1328 nonis aprilis prepositus decanus et thesaurarius et omnes canonici in hoc concorditer convenerunt, quod capitulum nostrum et quecunque io seculares persone de capitulo impedire non debeant neque possint fundationes pre- hendarum sacerdotalium in ecclesia nostra ad missas ibidem celebrandas, dumtamen earundem proben darum jus patronatus et presentandi ad capitulum nostrum vel aliquem officiatum ecclesie nostre vel personas de capitulo nostro existentes finaliter perpetuo pertineat a , nullumque ex hoc thesaurarie vel parrochie in oblatione cere, io libris calicibus atque aliis ornamentis, juribus vel obventibus prejudicium b generetur nec aliquas presentias chori percipiant nisi eas, que chori clericis dari solent, exceptis tarnen prebendis, que jus chori et continuo divinis interessendi ibidem habere deberent. ad quas prebendas hoc statutum non debet extendi, quin canonici talium prebendarum creationem ex causis legitimis valeant reclamare. 2» Nota, anno domini 1328 idus maji convenerunt omnes canonici de capitulo, quod senior subdiaconus inter canonicos, qui ad epistolam intitulatur ministrum pro epistola legenda et senior, qui ad evangelium intitulatur, ministrum ad evan- gelium inantea assumere habeat et creare. et minister hujusmodi ad epistolam in subdiaconatus, ad evangelium vero in diaconatus ordine esse et mauere debebunt, 25 si inveniri non possunt. et tales esse debent, quod tempore collationis vel postea decano vel majori parti capituli in lectura cantu** et alia sua conversatione e non displiceant f . B aus Straßb. Bes. A. G fase. 4903 Statutenbuch von St. Peter von 1560 fol. 30 a . 488 Die Herren von Staufenberg quittiren der Stadt Straßburg über richtige -IN Zahlung der wegen der Burg Staufenberg fälligen Summe. 1328 Juni 28. Den erbern unde bescheiden dem . . meister unde dem . . rat unde den bürgern gemenlich von Strazburg embietent wir Renbolt von StöfTenberg ein ritter, Heinrich Brüne unde Johannes Humbel unsern gewilligen dienst zu aller zit bereit, wir verjehen offenlich an disem briete, daz ir uns gegeben baut unde gewert sin 35 von uch gentzeclich unde gar aller der pfenninge, die ir uns schuldig wörent ze a) B pertineant. b) B prejuditus. c) B intitulari. d) B cantri. e) B conservatione. f) displiceatur. 440 1328 gebende von unserre bürge wegen zü Stöffenberg, als ir unde wir mit enander uberein koment. unde daz diz wäre steile unde küntlich blibe, so han wir die vorgenanten her Renbolt, Heinrich Brüne 1 unde Johannes Hümbel 2 die vorgenanten unsere ingesigel gehencket an disen brief. der wart gegeben an der zweier zweilf- botten abent Petri und Pauli in dem jare, do man zalte von gottes gebürte drüzeben hundert jar unde ahtü unde zwentzig jare. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. 3 sig. pend. 489. Dreizehn benannte Schicestem des Stiftes von St. Stephan verpflichten sich, die vom Capitel beschloßene Verwendung von Kirchengütern für Vermehrung der Pfründen und für die Feier des Jahrgedächlnisses der Aebtissin Brigitta aufrecht zu erhalten und für ihre Bestätigung zu icirhen. 1328 August 17. Noverint universi presencium inspectores, quod nos Greda dicta Burggrevin, Agnes de Valkenstein, Adelbeidis de Löbegasse, Greda de Landesberg, Gisela de Luphfenstein, Clara de Landesberg, Belyma de Wasichenstein, Adelbeidis dicta Begerin, Greda dicta Röderin. Agnes de Schönöwe, Adelbeidis de Valkenstein, Irmengardis de Kirkel et Brigida de Wasselnheim canonice ecclesie sancti Stephani Argentinensis fide a nobis et qualibet nostrum corporaliter prestita promisimus et promiltimus per presentes, quod applicacionem et deputacionem bonorum ad eccle- siam noslram predictam ' spectancium de consensu nostro unanimi ac canonicorum ejusdem ecclesie tociusque capituli factas per nos et ipsum capitulum in augmentum prebendarum canonicalium ecclesie prefate et pro anniversario pie memorie domine Brigide olim dicte ecclesie nostre abbatisse -> annis singulis celebrando 3 , prout in littera sigillo dicti capituli nostri sigillata plenius continetur, ratas babebimus atque firmas, et quecumque ex nobis ad abbatissam dicte ecclesie assumetur et eidem ecclesie ut abbatissa preficietur, quod illa special!ter prefatas applicacionem et deputacionem approbabit et aput reverendum in Christo patrem et dominum dominum . . episcopum Argentinensem inpetret et procuret, quod et ipse auctori- tatem suam hujusmodi applicacioni et deputacioni interponet, et quod omnia fiant, que ad firmitatem perpetuam hujusmodi applicacionis et deputacionis necessaria fuerint vel eciam opportuna, fraude et dolo penitus circumscriptis. in cujus rei evi- dens testimonium sigillum capituli ecclesie sancti Stephani predicle presentibus est appensum. actum anno domini millesimo tricehtesimo vicesimo octavo, feria quarla proxima post festum assumpcionis beate Marie virginis. B aus Straßb. Bez. A. H fase. 2613 or. mb. c. sig. pend. delapso. a) B abbatiam die letzte Silbe auf Rasur. 1 Siegellegende s. Heinrici armigeri ... en ... Im Wappen ein Kelch. 2 Siegellegende s. Johannis dicti Humbel de Stofeberg. Im Wappen ebenfalls der Kelch. Vergl. Kindler v. Knobloch Das goldene Buch von Straßburg S. 354. 3 Vergl ÜB. III, 379 nr. 1258. 5 10 15 20 25 30 35 1328 441 490. Kaiser Ludwig bestätigt der Stadt Straßburg alle früher bewilligten Privilegien. 1328 November 1 Pisa. In nomine sancte et individue trinitatis. Ludowicus dei gracia Romanorum Imperator semper augustus. augustalis pietatis inmensa clemencia \iveiler wie in s nr. 47 bis servicia animentur]. notum sit igitur omnibus tarn presentibus quam futuris, quod nos ad instar imperatorum et regum Romanorum predecessorum nos- trorum sepedictam cm latem Argentinensem cum omnibus ejus incolis sub specialem defensionis nostre graciam recipientes de Iiberalitate nostri culminis ipsi civitali indulgemus et in evum confirmamus, ut, ubicumque ipsius civitatis burgenses pro- io prietates aliquas sive quascumque possessiones habuerint, nulli licitum sit de ipsis proprietatibus sive possessionibus vel eciam hominibus ipsorum servicium aliquid accipere aut exigere vel eciam cujusquam precarie sive exaccionis imponere ipsis onus, preterea constituimus tradimus et auctoritate imperiali confirmamus inslitutum et jus quoddam 1 , quod cives iidem habuerunt a divis augustis predecessoribus nostris i5 Lothario et Philippo Romanis regibus memorie recolende, ut nunquam in loco aliquo per aliquam personam ecclesiasticam vel secularem eorum aliquis impediatur aut molestetur vel in judicium trahatur extra civitatem Argentinam vel prorsus cogatur ab aliquo pro sua proprietate seu possessione ibi cuiquam respondere, sed, si aliquis adversus aliquem eorum aliquid questionis habuerit, Infra civitatem predictam coram äo ipsius civitatis judicibus eum impelat ibique ei satisfaciat et respondeat, addicientes predicto Institute divorum augustorum predictorum nostrorum predecessorum dive memorie ipsumque de nostra munificencia imperiali graciose declarantes et ampliantes, ut non solum dictum institutum in accionibus intelligatur realibus, immo ipsum extendi volumus et extendimus ad acciones quaslibet personales, presertim eadem 25 imperiali auctoritate concedimus et indulgemus, quod mercatores eorum per aquarum decursus cum mercimoniis suis euntes, quocunque locorum navigia perveniant, si quo casu contingente rupta fuerint vel ad terram venerint, ne periculum naufragii cum rerum suarum dimersione perpessi aliquid in bonis suis idcirco dispendium sustineant vel jacturam et racione naufragii, quod vulgariter dicitur gruntrüre, nicbil so penitus teneantur solvere, sed tarn navigia quam navigancium bona illis reserventur, ad quos prius a spectabant, antequam navigium b hujusmodi periculum incurrisset, *sublata penitus omni consuetudine locorum. dilectis eciam civibus Argentinensibus indulgemus et imperiali auctoritate confirmamus, ut ipsi ab omnibus injustis theolo- neis a quibuscumque institutis, exceptis theoioneis, que a nobis descendunt et 35 imperio, sint liberi et inmunes et quod se defendant contra injuriaciones et turba- ciones suos tarn in aqua quam in terris, ex hoc, quod se defendunt contra offen- sores suos hujusmodi, indignacionem nostram incurrent nullatenus vel offensam 2 . insuper omnia jura et privilegia sub quacunque forma verborum expressa a Romanis a) S 1 om. prius. b) S 1 navigia. 1 Vergl. nr. 326. 2 Vergl. nr. 283. Str. II. 56 442 1328 — 1329 KM Februar 2 imperatoribus et regibus nostris predecessoribus dicte clvitati Argentine et ejus» incolis concessa et indulta et ipsorum honorem ac eorundem b civium Argentinensium consuetudines a retroactis temporibus Romanorum imperatorum et regum prede- cessorum nostrorum per eosdem cives et eorum predecessores obtentas et observatas auctoritate imperiali presentibus confirmamus. volumus itaque fideles noslros cives s Argentinenses consistere in omni jure et honore atque constitucione, sicut a divis Romanis imperatoribus et regibus nostris predecessoribus eorum fuerunt temporibus sublimati, statuentes et edicto imperiali districte precipientes, quatenus nulli umquam hominum sublimi vel humili ecclesiastico vel seculari baue noslre donacionis seu confirmacionis paginam licitum sit infringere vel ei ausu temerario contraire. quod io si quis presumpserit, triginta libras auri componat, quarum medietas camere nostre, reliqua vero passis injuriam persolvatur. in cujus rei testimonium presentes litteras fieri jussimus et nostre majestatis bulla aurea conmuniri. data Pisis prima die mensis novembris anno domini millesimo trecentesimo vigesimo octavo, regni nostri anno quartodecimo, imperii vero primo. et ego Hermannus de Liehtemberg scolas- is ticus Spirensis prepositus sancti Germani extra muros ejusdem nomine et vice domini Ileinrici Coloniensis archiepiscopi per Italiam archicancellarii cancellarius recognovi et propria manu subscripsi. S aus Straßb. St. A. AA art. 2 nr. 9 Vidim. mb. c. sig. pend. ausgestellt 1425 September 18 vom Bischof Johann von Basel an Johannes Lumbart magister scabinorum und Johannes so Sturme magister civium Argentinensium vor den Zeugen Reinaldus Vener licenciatus in decretis, Caspar Sftsze prebendarius chori ecclesie Argentinensis et Wernher Zeller notarius curie judicialis ecclesiastice episcopalis Argentinensis. Als Notar fungirt Wernherus Petri Wentzel de Lutern. S 1 coli. ibid. cop. mb. fere coaeva, am obern Bande angebrannt und eingerissen. ss Gedruckt aus dem Briefbuch A fol. 25 b ibid. bei Schöpflin Als. dipl. II, 138 nr. 937 im Auszug. — Böhmer B. Lud. nr. 1006. 491. Die Städte Stmßburg, Basel und Freiburg schließen ein Biindniß, das bis zur Lichtmeß 1331 währen soll. 1329 Januar 12. In gotz namen amen. wir die reite unde die bürgere gemenlich der stette von 30 Strazburg, Basel unde Friburg t&nt bunt allen den, die disen brief gesehent unde geboren! lesen, das wir durch nutz c fride unde fromen unsere, unserre stette unde bürgere gemenlichen uns zesamenne baut gemäht unde gebunden mit deine eyde, den wir darumbe getan hant, untze zu der liehtmesse, so nü ze nebst komet, und von der selben liehtmesse ane underlaz zwei gantzu jare mit solicher bescheidenbeit, alse ss hienach gescriben stat [weiter wie in nr. 470 bis so sollen! in die von Friburg uf in beholfen sin an ze griffende ane alle geverde ]. 1 so hant öch die von Strazburg in dirre verbunlnisze usgenomen ieren herren den bischoffe von Strazburg. geschehe daz er iemannes heller wurde wider uns die vorgenanten stette alle oder eine oder zwo a) S eis. b) S 1 et conmoduro. c) F add. notdurft. 40 1 Vergl. S. 421 Z. 15. 1329 443 under uns unde ze felde lege oder nit ze leide lege, so sollen! die burger von Straz- burg ze helfe komen der slette, die danne under uns gemant het oder uffe die man zogete, unde sullent ir beholfen sin ob wendig des Eckenbaches des besten des sie mögent, alse dise verbuntnisze stat. die burger von Strazburg sint öch uns den von s Basel unde von Friburg den vorgenanten nit schuldig von dirre verbuntnisze wegen Iren berren den biscliof von Strazburg an ze griffende oder ze schädigende nydert- halp des Eckenbaches a , sie dugent es danne gerne, doch sollen! wir die von Basel unde von Friburg schuldig sin ze helfende von dirre verbuntnisze wegen den bürgern von Strazburg an allen stetten, alse dirre verbuntnisze brief stat. öch ist beret unde io usgelragen, were daz eine stat under uns eine ander stat öch under uns manende wurde, daz sie angriffe unde schadigete iemanne, der eine stat under uns angegriffen hefte oder geschadiget, den mag die stat, die alsus gemant wirf, angriffen unde schädigen unverbotscheflei, obe sie wil. wil aber sie es im vurbotscheften, e sie in angegriffet, das mag sie wol tun. unde sol ir das an irme eyde noch an dirre ver- 15 bintnizze b nit schaden, das er wider tu ane vurzog, das er getan het der stat, die er geschadiget oder angegriffen het. deite er des nit, so sol in die stat, die also gemant ist, angriffen unde schädigen ane vurzog glicher wis, alse were ir der schade geschehen, es ist öch bereite, were das die bürgere von Strazburg eine verbuntnisze« mahlen! mit irme herren dem bischof von Strazburg, wurden! sie danne e gemant 20 umbe einen uszog von dem vorgenanten irme herren dem bischof von Strazburg, danne von uns den vorgenanten stetten, so sollen! sie im beholfen sin. unde sol in daz an irme eide noch an dirre verbuntnisze nit schaden, wenne sie aber von der helfe wider heimkoment, han wir die von Basel oder von Friburg danach sie gemant oder manent sie umbe helfe, so sollen! sie uns beholfen sin, alse dise ver- 25 bintnisze stat, ane alle geverde. gelicher wis sol man disen artickel verstane, obe die von Basel eine verbuntnisze 4 deitent mit irme herren dem bischof von Basel unde die von Friburg mit irme herren dem graven von Friburg. das öch wir die vorgenanten stelle des! fridelicher unde fruntlicher geleben mögent, so haben wir mit gemenem mute gemäht unde bereite, das dekein burger oder burgerin der 30 vorgenanten stelle die andern bekumern sollen!, danne die waren schuldener. wolle aber dekeine burger oder burgerin der vorgenanten stelle die andern zu rede setzen in der stat, da die schuldener inne geseszen sint, umbe dehenre hande schulde oder umbe dehein ander sache, die sie mit in ze schaffende hant, den sol man rillten unverzogenlichen. locken! aber« der schuldener der schulde oder der clage, 35 darumbe er angesprochen wirt, unde wil in der cleger erzögen, das sol er tun mit biderben luten, die dobi sint gewesen, die umbe die schulde oder umbe die ansprache wissen!, oder mit briefen, die billichen helfen sollen! unde mügent. unde sol man die öch hören unde dem cleger darnach rihten ane alle geverde. es ist öch bereite, das dekeine stat under uns den vorgenanten stetten noch dekein burger oder bur- 4o gerin dirre vorgenanten stelle dekeine stat noch burger oder burgerin under uns angriffen sol noch bekumbern ane gerihte. wände het ieman under uns den vorge- » a) F Eckebaches. b) F verbuntnisze. c) F buntnisze. d) F buntnisze. e) F om. aber. nanlen stetten burger oder burgerin mit dem andern üt ze schaffende oder an ze sprechende, in welichen weg das were, das sollent sie tun mit gerillte an den stetten, do in genre, den sie do ansprechent, ze rehte sollent stan. unde sol man in do rillten unverzogenlich, alse do vor geschriben stat. doch ensol sich dekeine stat annemen dekeinen Iren burger oder burgerin ze schirmende wider die andern die vorgenanten stette burger oder burgerin von dekeines crieges noch angriffes wegen, der leren burger oder burgerin geschehe, e sie ir burger oder burgerin wurdent. geschehe och dekein angriffe under uns den vorgenanten stetten ane gerillte, den sol die stat, der burger oder burgerin den angriffe getan hant, solicli haben, das sie widertun, das sie ane gerihte getan hant, wände ieder burger oder burgerin under uns den vorgenanten stetten sollent von den andern reht nemen an den stetten, do sie es ze reht tun sollent, alse do vor geschriben stat. unde liarüber so het dekein stat under uns den vorgenanten stetten mäht über die andern ze erkennende von irs burgers oder burgerin wegen anders, wände do vor gescriben stat. wir globent öch bi unsern eiden, wenne eine . . rat abegat under uns drin stetten den vorgenanten, das ie der alte . . rat dem nuwen . . rat in den eit sol geben dise verbuntnisze und disen briet steite ze habende nutz zu dem vorgenanten zil ane alle geverde. unde daz die vorgescriben verbuntnisse unde dirre gegenwärtige briet gantz steite unde veste verübe, so haben wir die vorgenanten reite von Strazburg, von Basel unde von Friburg unserre stette ingesigele an disen briet ge- henket. der wart gegeben an dem durnstag vor dem zwentzigesten dage zu wihen- naht des jares, do man zalte von gottes gebürte drüzehen hundert jar unde zwentzig jare danach in dem nünden jare. 8 aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 44/45 or. mb. c. 3 sig. pend., Quorum 2 delapsa. Nur das Straßburger Stadtsiegel hängt noch. F cött. aus Freiburger St. A. lad. 5 nr. 7 or. mb. c. 3 sig. pend. Dorsualvermerk von einer Hand des 14. Jahrhunderts dis ist der andere buntbrief. Gedruckt nach S bei Wencker Hisqu. de ussburg. p. 47 — Lünig XIV, 731 nr. 13. 492. Münzordnung der Stadt Straßburg über den Werth ihrer Pfenninge. 1320 Februar 13. Wir Michel Rülenderlin der meister unde der . . rat von Strazburg unde ich Götze von Grosten münzemeister der vorgenanten stette zu Strazburg tunt künt allen den, die disen briet gesehen! unde gehörent lesen, daz wir erlöbent unde er- löbet hant Goszelin Klobelöch dem Hüter unserme hütere zü Strazburg, daz er pfenninge hüten sol, do drittehalp Schilling bi der marck si unde drithalp Schillinge unde zwei pfünt eine marck wegent, 1 ane alle geverde bi sime eide, so er beste kan unde mag. were es aber, das die pfenninge ieman angriffe, funde man sie danne ahte pfenninge lihter an der swere unde nün pfenninge erger an dem silber, denne alse hie vor geschriben stat, daz sol im nüt schaden in keine wis. er sol öch ver- 5 10 15 20 25 30 35 i Vergl. D. St. Chron. IX, 995 und Hanauer Etudes economiques sur l'Alsace I, 369. io 1329 445 suchen die pfenninge {weiter wie in nr. 386 bis der gemende von Slrazburg ane alle geverde]. unde sol dirre brief weren sehs jar. unde nach den sehs jaren sol die münsze in Srme reble sin unde sol öch unsere slat in irme rebte hüben ane alle geverde. unde daz diz wäre si unde steile hübe, so ist unserre stelle insigel an 5 disen brief gehencket. darzü habe ich Götze von Grosten der vorgenante öch min insigel zu der vorgenanten stelle insigel von Strazburg gehencket an disen brief. der wart gegeben an dem mendag vor sant Valentinez dage in dem jare, do man zalte von goltez gebürte drüzehen hundert jar unde nun unde zwentzig jare. haran waren! wir Hanseier von Schonecke, her Michel Rülenderlin, her Rülin Loselin w unde her Burckart Renboldelin die vier meistere u. s. w. folgt der Ratli. S aus Straßb. St. A. Münzsachen art. 23 nr. 15 or. mb. c. 2 sig. pencl. 493 Münzordnung der Stadt Straßburg. 1329 Februar [13]. Wir Michel Rülenderlin der meister und der rat von Strazburg tunt kunt allen den, die disen brief gesehent und gehören! lesen, daz wir überein körnen sint mit io hern Götzen von Grostein unserm münszemeister [weiter wie in nr. 379 bis davor bescheiden ist], waz silbers öch der liüter und die geswornen, die hienach gescliriben stänt, bürnent, daz süllent sie nüt erleben noch darüber sprechen, ez süllent zwene ander gesworne oder me, die hienach geschriben stänt, tun und weliche zwene der gesworner, die daz silber nüt gebrant haut, erlöbent. daz silber sol öch nieman von so der hant geben, ez sie danne e gezeichent. und sint diz die geswornen, die darüber gesetzet sint und darüber gesworn hant: Göszelin Clöbelöch der liüter, Syx, Peter- man Rebestog, Ilenselin Völtzsche, Brune, Henselin Mansze und Güntze Merswin. und were daz den vorgenanten geswornen ein silber vürköme und daz sprechen! uffe iren eyt, daz sie zwifel hettent, daz daz silber nüt volle güt were, daz silber 25 sol men anderwerbe ufsetzen. und sol dirre brief wem von der liehtmesze unserre frowen, die nü zü nehste waz, sehs jar an underläsz. und daz diz war sie und stete blibe, so ist unserre stelle ingesigel an disen brief gehencket. der wart geben an a vor sant Valentins dage in dem jare, da man zalte von gottes gebürte drüezehen hundert jar und nün und zwentzig jare. haran waren! wir Hanseler von 30 Schönecke, her Michel Rülenderlin, her Rülin Löselin und her Burckart Reimbol- delin die vier meistere u. s. w. folgt der Rath. S aus Straßb. St. A. Briefbuch A fol. 208 d mit der Ueberschrift aber ein brief über die münsze. 1519 Februar 2 a) Wohl zu ergänzen nach nr . 492 dem mendag. 446 1329 494. Die Städte Straßburg, Basel, Freiburg, Konstanz, Zürich, Bern, Lindau, Ueberlingen, Ravensburg und St. (Lallen schließen ein Biindniß, das bis zum St. Georgstag 1331 wahren soll. 1329 Marz 16. In golz namen amen. wir die reite unde die bürgere gemenlieben der stelle Strasburg 8 , Basel, Friburg, Costuntz b , Zürich, Berne, Lindöwe, Uberlingen, Rafens- burg unde von sant Gallen tunt kunt allen den, die disen brief sehent lesent oder hörent lesen, das wir durch nutz unde friden unseri, unserre bürgere unde lute unde des landes gemenlichen 0 uns zesamenne haut gemäht unde gebunden mit dem eide, den wir darumbe getan hant, einander getruwelichen ze ratende unde ze helfende hinnenfurder untz zu sant Gerien dag, so nü ze nehst körnet, unde von dannen d ane underlas zwei gantz jare zu allen den erlegen, so uns angevallent oder 0 gewinnend wo oder in welichen weg uns die angevallent, ane das, was iemanne, die nü zu dirre verbuntnisze gehörent oder hernach darin kement, es sint herren oder stelle oder wer die sint, in den alten kriegen untz har geschehen ist. darzü sol man nit beholfen sin, man luge es denne gerne, aber was krieges under uns uferstanden ist sider dem male, das wir zum ersten uns zu einander verbunden unde die ersten verbuntnisze mabtent 1 , darzü sollent wir einander geraten unde beholfen sin mit solicher bescheidenheit, alse hienacli gescriben stat [weiter wie in nr. 478 bis als es in gelegenlich ist ane alle geverde] 2 . doch mag der herre oder die stat jenem vürbotscheflen, uf die sie gemant sint, der den schaden getan helle, das er wider- tüge den, die er geschadiget het, obe sie wellent, unde sol in das an Irem eide noch an dirre verbuntnisze nit schaden, widerdeite er denne nit, so sullent sie uffe in beholfen sin, als do vor gescriben stat. unde sullent öch die herren stelle oder wer sie sint [weiter wie in nr. 478 bis darzü sol man nit beholfen sin, man lüge es danne gerne] 3 , es mögent öch die von Strasburg, von Basel unde von Friburg zü in enpfahen in dise verbuntnisze herren unde stelle oder wer sie sint, die in gesessen sint, die sie erkennent uffe Ir eide alle in Iren reiten oder das merre teil under in, das sie zü dirre verbuntnisze nütz unde güt sint. das selbe mögent unde sullent f öch lün ins gelicher wis die von Costuntz, von Zürich, von Lindöwe unde h von Uberlingen, das selbe mögent öch tün gelicher wis ‘ die von Zürich unde die von Berne die vorgenanten, öch ist bereite, das denheinen, die zü dirre verbuntnisze gehörent, es sint herren stelle oder wer sie sint, uffe die andern, die in dirre verbuntnisze sint, spise sol geben, und wer, das ieman denheinen, die zü dirre bunt- nisze gehörent, es sint herren stelle oder wer sie sint, schadigete oder spise wolt schicken den, die uffe sie zogetent oder schaden deitent, das sullent die andern, a) S von Strazburg. b) S Gostentze hier wie im ganzen Stuck. c) S gemeinlichen und des landes. d) S add. hin. e) S add. wir. f) S om. und sullent. g) S om. in. h) S add. die. i) S om. gelicher wis. 5 10 15 LO 25 30 35 1 Vergl nr. 478. 2 Vergl. S. 4Z9 Z. 10. 3 Vergl S. 430 Z. 2 . 45 V 1329 447 die zu dirre verbuntnisze geborent, weren unde wenden uffe den eit, als verre sie künnent unde mogent, ane geverde. unde sullent öch die herren unde stelle oder wer sie sint, hinderwert angriffen, die uffe sie gezoget sint oder spise baut geschicket. doch sint die von Strasburg nit schuldig von dirre verbuntnisze wegen Iren herren 5 den biscliof von Strasburg an ze griffende oder ze schädigende niderthalp des Eckenbaches in denheinen weg von dirre verbuntnisze wegen, sie tügent es danne gerne, doch sullent wir die vorgenanten stelle oder herren unde stelle wer sie sint, die hienach in dise verbuntnisze koment, schuldig sin ze helfende den von Strasburg den vorgenanten an allen stellen, als dise verbuntnisze und dirre brief stant. es io ensol öch den von Strasburg nüt schaden in dirre verbuntnisze [weiter wie in nr. 478 bis der vorgescriben oder nachgescriben dinge] 1 , den von Strasburg, den von Basel unde den von* Friburg sol öch in dirre verbuntnisze nit schaden, obe sie in den obern lantfriden b in Elsasze keinen!, so haben! die von Strazburg, die von Basel, die von Costunlz’ Ire herren die bischoffe unde die von Friburg ieren herren io den graven von Friburg usgenommen mit solicher bescheidenheit [weiter wie in nr. 478 bis vor dirre verbuntnisze gebunden waren! ane alle geverde] 2 . die von Strasburg, von Basel unde von Friburg baut nemmelich unde mit rehler gedinge usgenommen an dirre verbuntnisze, das ir drier stelle vorder verbuntnisze 3 vfirgang sol haben unde steile beliben mit allen c den artickeln, alse die selbe buntnisze 20 gescriben stat, unde sol dise verbuntnisze 5r in deheinen weg schade sin. was herren oder stelle oder wer sie sint hinnenfurder in dise verbuntnisze enpfangen werden!, die sullent brieve unde insigel geben unde öch sweren, dise verbuntnisze steite ze habende in alle wis, als hie d vor gescriben stat, unde sol man in öch beholfen sin, alse dise selbe verbuntnisze stat, ane e geverde. geschehe öch, das deheinen herren, 25 die in dise verbuntnisze enpfangen wurden!, dehein schade oder criek anfiel in dirre verbuntnisze, als do vor gescriben stat, das sol er dem . . rate der liebsten stelle, der er gesessen ist, die in dirre verbuntnisze ist, die mäht het in ze enpfahende oder enpfangen het, vürbotscheften. unde erkennet sich denne der selbe . . rate oder der merre teil des . . rates uf den eit, das im unreht si geschehen unde wider dem 30 rehten geschadiget, so sol man im beholfen sin in alle wis, alse do vor gescriben stat. es ist öch bereite, were das die bürgere von Strasburg eine buntnisze mähten! mit !rme herren dem bischoffe von Strasburg, wurden! sie danne e gemant umbe einen uszog von dem vorgenanten !rem herren dem bischoffe von Strasburg, danne von uns den vorgenanten herren unde stellen, so sollen! sie im beholfen sin unde 35 sol in das an Irme eide noch an dirre verbuntnisze nit schaden, unde sint öch uns f die von Strazburg von dirre verbuntnisze wegen nüt schuldig an ze griffende oder ze schädigende die, es sint herren ritter oder knelit oder wer sie sint, die bi 5rme a) Z om. von. b) Z om. lantfriden. c) 8 om. allen. d) S da. e) S add. alle. f) 8 om. uns. i 40 - Vergl. S. 430 Z. 27. 2 Vergl 8. 431 Z 10. 3 Vergl. nr. 491. 448 1329 herren dem bischof von Slrazburg oder bi in uffe dem velde ligent, alle die wile sie uffe dem velde bi einander ligent. wenne sie aber von dem velde wider heim- koment, han wir herren oder stette oder wer sie sint, die in dirre verbuntnisse nü oder hienach sint, danach sie gemanent oder manent sie urnbe helfe, so sollen! sie uns beholfen sin, also dise verbuntnisze stat, ane alle geverde. gelicher wis sol s man disen artickel verstaue, obe die von Basel unde die von Costuntz eine bintnisze deitent mit Iren herren den bischoffen, die von Friburg mit irem herren dem graven von Friburg. das och wir die vorgenanten herren unde stette dest fridelicher unde fruntlicher geleben mogent, so haben wir mit gemenem müt gemäht unde beret, das dekein burger oder burgerin der vorgenanten herren unde stette die andern 10 bekumbern sullent, danne die waren schuldener 1 . wolt aber dekein burger oder burgerin der vorgenanten herren unde stette die andern zü rede setzen in der stat oder under den herren, da die schuldener gesessen sint, umbe denheinre hande schulde oder umbe denhein ander Sache, die sie mit in ze schaffende haut, den sol man rillten unverzogenliehen. lockent aber der schuldener der schulde oder der clage, >» darumbe er angesprochen wirt, unde wil in der cleger erzugen, das sol er tun mit biderben luten, die dobi sint gewesen, die umbe die schulde oder umbe die ansprach wissen!, oder mit brieven, die billichen helfen sullent unde mhgent. unde sol man die öch hören unde dem cleger darnach rihten ane alle geverde. es ist öch bereite, das dekein herre noch stat under uns den vorgenanten herren unde Stetten dehein su herre noch a stat noch burger oder b burgerin under uns angriffen sol noch bekumbern ane gerihte. wände bet ieman under uns herren unde Stetten burger oder burgerin mit dem andern üt ze schaffende oder an ze sprechende, in welichen weg das were, das sullent sie tun mit gerihte an den sletten, do in jenre, den sie do ansprechent, ze relit sol stan. unde sol man in do rihten unverzogenlich, alse do Livor gescriben stat; doch ensol sich dekeine herre noch stat oder wer er ist, der in dirre verbuntnisze ist, annemen Iren burger oder burgerin ze schirmende wider die andern die vorgenanten herren unde stette burger oder burgerin von dekeines crieges noch® angriffes wegen, der ieren burger oder burgerin geschehe, e d sie ir burger oder burgerin wurden!, geschehe öch dehein angriffe under uns den vorgenanten s» herren unde stetten ane gerihte, den sol der herre oder die stat, der burger oder burgerin den angriffe getan haut, solich haben, das sie widertün, das sie ane gerihte getan hant, wände ieder burger oder« burgerin under uns herren unde stetten sollen! von den andern reht nemen an den stetten, do sie es ze reht tun sullent, alse do vor gescriben stat b unde haruber so het dehein herre noch stat 35 under uns herren unde stetten dirre verbuntnisze s mäht über die andern ze erkennende von !rs burgers oder burgerin wegen anders, wände do vor gescriben stat. wir geloben! öch bi unsern eiden h , wenne ein . . rat abegat under uns den vorgenanten stetten, das ie der alte ; . rat dem nuwen . . rat in den eit sol geben, dise verbunt- a) S unde. b) S noch. c) 8 oder. d) Von hier ab eine grosse Rasnrstelle zwei Zeilen tief. 40 e) S und. f) 8 om. gescriben stat. g) 8 om. dirre verbuntnisze. h) Hier endet die Rasur. 1 Vergl. nr. 491. 1329 449 nisze unde disen brief steite ze habende unlz zu dem vorgenanten zil ane alle geverde. unde durch das 8 diz alles steite unde b ganlze unde unzerbrochen blibe, so c hau wir die .. reite unde bürgere der egenanten Stetten unser insigel vir uns geliencket an disen brief. unde geschach dis unde wart öch dirre brief gegeben an dem durnstag nach sant Gregorien dag in der vasten, do man zalte von gottes gehurte 5 druzehen hundert jar darnach in dem nunden unde zwentzigestem jare. Z aus Züricher Staats-Archiv Stadt u. Landschaft Zürich nr. 1349 or. mb, c. 10 sig. pend. Alle Siegel an Pergamentstreifen gut erhalten mit Ausnahme desjenigen der Stadt Straßburg. S coli, aus Straßb. St. A. Gew. u d. Pfalz lad. 73 cop. mb. coaeva. io G im St. Gallener Staats-A. lad. 19 nr. 4 or. mb. c. 10 sig. pend. B im Berner Cantons-A. Fach Deutschland or. mb. c. 10 sig. pend. partim laesis. Gedruckt nach Z bei Tschudi Chron. llelv. I, 310 a - 313 a ; nach G bei Wartmann UB. d. Abtei St. Gallen III, 466 die Abweichungen und Zusätee von nr. 478. — W. Vischer Gesch. d. Schwab. Städte-Bundes Reg. nr. 5. 15 495. Orethe von Landsberg, zur Aebtissin von St. Stephan geicdhlt, bestellt Johann Arleberg zu ihrem und des Klosters Sachwalter. 1329 April 8. Goram nobis . . judice curie Argentinensis constituta . . domina Greda de Landesberg, electa et confirmata in abbatissam monasterii sancti Stephani Argentinensis, in omnibus causis sibi motis vel movendis a personis quibuscunque, sive so quas ipsa movet vel movere intendit personis quibuscunque super . . abbatia predicta vel ejus occasione, aut aliis causis vel negociis quibuscunque . . discretum virum Johannem dictum Arleberg suum fecit et conslituit procuratorem ad impetrandum in loca et judices conveniendum, contradicendum et recusandum alium vel alios procuratores substituendum et eundem vel eosdem revocandum, quando et quociens 25 sibi visum fuerit expedire, ac alia omnia et singula faciendum, que circa premissa fuerint necessaria vel eciam oportuna, ratum et graturn habitura, quicquid dictus suus procurator aut ab eo substitutus vel substituti egerint in premissis 1 . et in hujus rei lestimonium sigillum curie Argentinensis ad peticionem prefate domine Grede presentibus litteris est appensum. actum 6 idus aprilis anno domini 1329. 3o B aus Straßb. Bee. A. H fase. 2619 or. mb. c. sig. pend. delapso. a) S om. das. b) S om. unde. c) S om. so. 1 Der Straßburger llofrichter besiegelt auch unterm 13. Februar 1330, daß die Abtei St. Stephan den Cleriker Johannes dictus Arleyberg zu ihrem Procurator bei der päbstlichen Curie bestellt habe, nach Form der Bestallung von 1324 October 12, vergl. nr. 442. Straßb. Bez. A. H fase. 2684 or. mb. 3r > c. sig. pend. Str, II. 57 450 1329 496. Sühne der Herren Heinrich, Hugelmann und Friedrich von Finstingen, des Grafen Friedrich von Saarwerden und des Ritters Wilhelm von Dorsweiler mit der Stadt Straßbnrg. 1329 April 8. Wir Heinrich, Hngelman unde Friderich herren zu Vinstingen, Friderich grave zu Sarwerde unde Wilhelme von Dorncswilre ein ritter tunt kunt allen den, & die disen brief geschont unde gehörent lesen, das wir gelobent bi guten truwen eine luter steite süne ze habende vür uns alle unser frinde unde belfere mit den erbern unde bescheiden dem . . meister deine . . rate unde den bürgern gemeinlich von Strazburg unde allen Iren belfern von dez widersagendez wegen, daz uns datent die vorgenanten bürgere von Strazburg von dez crieges wegen, den do bette her io Johannes von Moburne mit den vorgenanten bürgern von Strazburg 1 , unde gelobent öch die vorgenante sune steite ze habende vür uns alle unsere frunde unde belfere bi giften truwen ane alle geverde. unde dez z& einem waren steilen urkunde so han wir unsere insigele an disen brief gebencket. der wart gegeben an dem samesdag nach sant Ambrosien dag in dem jar, do man zalte von gottez gebürte drüzeben is hundert jar unde nin unde zwentzig ja re. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 5. sig. pend., quorum 1 delaps. Abgefällen das Siegel Heinrichs von Finstingen. 497. Probst und Gapitel von St. Arbogast setzen fest, wer von den Angehörigen dieser Kirche berechtigt sein soll, Antheil an der Geldvertheilung aus Legalen und so Seelgeräthen zu haben. 1329 April 22. Nos Hermannus prepositus totumque capitulum ecclesie saucti Arbogasli extra muros Argentinenses ad noticiam ornnium* et singulorum presens scriptum inluencium volumus pervenire, quod, cum juvenes seu scolares nostri monasterii, qui per parentum preces contra nostram voluntatem interdum a scolis seu disciplinis eripiuntur, equalem ä5 partem seu porcionem in omnibus legatis et remediis a Christi fidelibus nobis factis, que dantur in vigiliis missis et sepulcbrorum visitacione seu alias nobis in promta pecunia distribuuntur, una nobiscum recipere velint et opinentur 3 quemadmodum sacerdotes, nos igitur attendentes hoc et considerantes minime fore consonum racioni, volentes nobis ac b sacerdotibus in divinis cultibus pre ceteris maxime pondera so gerentibus super hoc salubri remedio subvenire, staluimus et ordinavimus ordi- namusc et statuimus per presentes de communi consensu et deliberacione inler nos prehabita diligenti, ut nullus fratrum seu canonicorum nostrorum, nisi sit actu sacerdos et suam ebdomadam in missis et alias in divinis cultibus per se vel per alium faciat, sicul decet, aut a nostro capitulo racione sue infirmitatis seu debilitatis ss vel alias habeat ex racionabili causa graciam specialem, in omnibus remediis nobis a) B volunt et opinantur. b) B a. c ) B ordinavimus. 1 Vergl. nr. 458-460. 1329 451 a Christi fidelibus legatis seu in poslerum legandis, nisi sit aut fiat in aministracione communis mense, debeat seu habeat parlem vel porcionem recipere aliquam, prominentes omnes et singuli per juramentum a nobis prestitum corporale lacto libro, nos premissa omnia et singula in perpetuum servaturos nec contravenire quoquomodo, 5 fraude et dolo penitus circumscriptis. insuper per idem juramentum promittimus, quod futuro nostro preposito, qui pro tempore post nunc prepositum nostrum a nobis electus vel alias a superiore nostro nobis datus fueril, nullam obedienciam exliibemus vel faciemus, nisi prius juraverit, se servaturum ordinacionem nostram antedictam, [neque] a aliquem in nostro choro instellabimus seu aliquem ad professionem in io nostro monasterio faciendam recipiemus, nisi prius juraverit, se predicta noslra statuta servaturum, quemadmodum est prescriptum b . in cujus rei evidens testimonium sigilla nostra videlicet prepositi et capituli predictorum presentibus sunt appensa. actum vigilia Georgii anno domini 1329. B aus Straßb. Best. A. 6 fase. 1700 cop. chart, sec. XV aus dem Frivilegienbuch von 15 St. Arbogast fol. 22. 498. Pabsl Johann XXII gibt dem, Probst , dem Dekan und dem Thesaurar von St. Peter za Straßburg den Auftrag, die Aufnahme Dilias, der Tochter Eberhards von Millnheim, in das St. Stephanskloster daselbst zu bewirken. 1329 Mai 8 Avignon. 20 Johannes episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . preposito ac . . decano et . . thesaurario ccclesie sancti Petri Argentinensis salulem et apostolicam benedic- tionem. prudencium virginum votis, que spreto mortalis viri thoro ei, qui specio- sius est pre filiis hominum, desponsari desiderant, volumus et debemus favorabiles inveniri. cum itaque, sicut accepimus, dilecta in Christo filia Dilia, nata dilecti.filii 25 nobilis viri Eberhardi de Mülnheim, puella litterala Argentinensis, cupiat una cum dilectis in Christo filiabus . . abbalissa et conventu monasterii sancti Stephani Argentinensis ordinis sancti Augustini in eodem monasterio sub regulari habitu virginum 0 domino famulari, nos pium ejus desiderium in hac parte favore benivolo prose- quentes discrecioni veslre per aposlolica scripta mandamus, quatenus vos vel duo 30 aut unus vestrum per vos vel alium seu alios eandem Diliam, si sit ydonea et aliud canonicum non obsistat, in dicto monasterio faciatis auctoritate nostra in monacham recipi et sororem sibique exhiberi juxta consueludinem ipsius monasterii habitum regulärem, et eidem de ipsius monasterii communibus proventibus sicut uni ex aliis ejusdem monasterii monialibus integre provideri et eam sincera in domino 35 caritale traclari, non obstantibus quibuscunque statutis et consuetudinibus monasterii et ordinis predictorum contrariis, juramenlo confirmacione apostolica vel quacunque firmitate ' 1 alia roboratis, aut si pro aliis in dicto monasterio scripta apostolica sint directa, quibus per hoc ullum prejudicium generetur, seu si eisdem 40 a) B per. b) Am Rande ist von andrer Hand vermerkt nota de consensu et auctoritate dyocesani, c) B virtutum. d) firmate. 452 1329 . . abbalisse et conventui vel quibusvis aliis communiler vel divisim a sehe apos- tolica sit indultum, quod ad recepcionem vel provisionem alicujus minime teneantur et ad id compelli, aut quod interdici suspendi vel excommunicari non possint per litteras apostolicas non facientes plenam et expressam ac de verbo ad verbum de indulto hujusmodi mencionem, et qualibet alia dicte sedis indulgencia generali vel speciali, cujuscunque tenoris existant, per quam presentibus non expressam vel totaliter non insertam effectus earum impediri valeat quomodolibet vel difTerri, et de quo cujusque toto tenore habenda sit in nostris litteris mencio specialis, contra- dictores per censuram ecclesiasticam appellatione postposila compescendo. datum Avinione 8 idus maji pontificatus nostri anno tercio decimo. B am Straßb. Bes. A. H fase. 2617 cop. mb. c. sig. pend. dclaps. inserirt einem vom judex curie Argentinensis 1330 Februar 17 aufgenommenen Protokoll über die Appellation des Stifts St. Stephan gegen dieses päpstliche Mandat h 499. Sühne des Ritters Johann von Mombronn und seiner Frau Rilind mit der Stadt Straßburg. 1329 Mai 11. Allen den si bunt, die disen brief gesehent unde gehörent lesen, daz icb Johannes von Monburne ein ritter gelobet habe bi guten truwen unde vrowe Rylint 1 Gegen dies Mandat und dessen Ausführung durch den Thesaurar von St. Peter verwahrt sich das Capitel von St. Stephan und legt durch den dafür angenommenen Procurator, den bischöflichen Notar Johannes Wagener, in Gegenwart des bischöflichen Hofrichters und mehrerer Zeugen — darunter magister Mathyas clericus Berhtoldi episcopi — sowie vor dem Thesaurar selbst Appellation ein, die so begründet ist: «in eodem monasterio non sunt moniales, sed sunt.. abbatissa et canonice reguläres et tempore dato dictarum litterarum apostolicarum fuerunt, que nec propriis renunciant nec professionem faciunt regulärem necque vivunt sub aliqua de religionibus approbatis, sed vivunt ut in secularibus ecclesiis canonici seculares. sunt eciam in eodem monasterio seculaves canonici et tempore dicte dato litterarum apostolicarum fuerunt concurrentes in prebendis et in voce capitulari cum canonicabus mo- nasterii prenotati. patet igitur predictum monasterium sancti Stephani non esse monasterium monia- lium seu monacharum religiosarum, sed esse monasterium canonicarum et canonicorum secularium et tempore date dictarum litterarum apostolicarum fuisse, pro quali est eciam habitum a tempore, cujus contrarium memoria non existit. ipsi eciam. . abbatissa canonice et canonici de bonis commu- nibus communiter non vivunt, immo separatim et distinctim ministrantur eis prebende et habent proprium, sicut alii canonici seculares, et tempore date dictarum litterarum et ante habuerunt. pre- terea in eodem monasterio tempore date predictarum litterarum apostolicarum et ante fuit et adhuc est statutus certus canonicarum et canonicorum numerus juratus et juramento firmatus, de quo in eisdem litteris nulla fit mencio, videlicet sedecim canonicarum et quatuor canonicorum, ita videlicet, quod ad canonicatum et prebendam in eodem monasterio non vacantes, obstante statuto et juramento hujusmodi, per ipsos canonicas et canonicos nemo assumitur, sed dumtaxat aliquo de cano- nicatibus predictis vacante, persona ydonea in locum ejus, qui hujusmodi canonicatum tenuit, eligitur per capitulum canonicarum et canonicorum monasterii prenotati, ex quo manifestum est predictas litteras apostolicas pro receptione in monacham seu monialem dicte Dilie, exhibicione habitus regu- laris, et ut sibi sicut moniali de communibus dicti monasterii proventibus provideatur, directas se ad monasterium seculare sancti Stephani predictum extendere non posse. — Dilia eciam predicta tempore date dictarum litterarum fuit et adhuc est etat.is infra annos septem, scilicet in infancia constituta, nec tempore date ipsarum litterarum fuerat litterata, prout predicte littere apostolice exigunt et requirunt. constat igitur prefatum thesaurarium per suum processum fines sepefati man- dati apostolici sibi directi pro dicta Dilia, si eam ydoneam inveniret, excessisse, cum ipsa Dilia juxta litteras apostolicas propter etatem infantilem nec votum fatere nec cum discreeione et ratione cupere deo sub regulär! habitu famulari tempore date earum potuerit vel nunc possit, sed infans non puella nec litterata dicto tempore fuerit et adhuc sit » Hie Appellation fand am 11. Februar 1330 statt. 5 io 15 20 25 30 35 40 45 1329 453 min eliche wirlin gesworn het au den heiligen vur uns alle unsere erben fründe unde belfere eine güte stete süne zu habende mit den erbern unde bescheiden dem meistere dem rate unde den bürgern gemeinliche von Strazburg unde allen iren belfern umbe allen den schaden, der uns oder unsern belfern geschehen ist uffe 5 disen hütigen tag, ez si an luten an güte, oder in welichen weg der geschehen ist, von der name wegen, die do geschacli hem Steinline seligen von WSnstein der vorgenanten minre vrowen Rilinde ersten elichen wirte, darumbe ich der vorgenant Johannes von Monburne die vorgenanten bürgere von Strazburg gecriegel habe, unde verzihent uns beide unverscheidenlich Johannes von Monburne unde io vrowe Rilind die vorgenante min eliche wirtin vur uns alle unser erben fründe unde belfere des vorgenanten schaden ane alle geverde. ich der vorgenante Johannes habe öch globet unde vrowe Rilind min eliche wirtin gesworn an den heiligen mit mime willen unde geheile schuldig unde wer zü sinde unverscheidenliche vur uns alle unsere erben fründe unde belfere von der ansprachen wegen, die wir hettent 15 an die bürgere von Strazburg von der nome wegen, die do geschacli den vorgenanten heim Steinlin seligen unde vrowen Rilinde minre elichen wirtin in dem criege, do jungherre Niclaus selige grave von Lutzeinstein criegete mit den vorgenanten bürgern von Strazburg 1 , daz wir die selben bürgere unde ire belfere nyemer sollen! angegriffen noch geschadigen noch geschaffen angegriffen noch geschadigel 20 in deheinen weg, heimelichen oder offenlichen, mit gerichte oder ane gerächte, nu oder hernach, von der vorgenanten getete wegen ane alle geverde. unde daz alle die vorgescribene ding stete unde war bliben, darumbe habe ich der vorgenante Johannes von Monburne min ingesigel gehenket an disen gegenwertigen brief unde han ich der vorgenante Johannes von Monburne unde vro Rilind min eliche wirtin 25 die vorgenanten gebetten des bisschoves von Strazburg lioverichter, daz er des selben hoves ingesigel het an disen brief gehenket. wir der richter des vorgenanten hoves zü Strazburg verjehent unde geben! urkunde, daz allez, daz do vor gescriben stat, vor uns ist geschehen, und des zü eime urkunde han wir durch bette des vorgenanten heim Johanneses von Monburne unde vrowen Rilinde sinre elichen 30 wirtin des vorgenanten hoves ingesigel gehenket an disen brief. der wart geben an dem dunrestage nach sante Sophien tag in dem jore, do men zalte von gotz gebürte druzehen hundert unde nune unde zwentzig jor. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. 2 sig. pend. 500. Pabst Johann XXII bewilligt der Stadt Slraßburg auf ihre Bille, daß 35 an ihrem Altar im Münster, falls sie mit dem Interdict belegt werde, einmal am Tage die Messe gefeiert werden dürfe. 1320 Mai 18 Avignon. Johannes episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . magistro consulibus et universitati civitatis Argentinensis salutem et apostolicam benedictionem. dum fidei 1 Vergl. nr. 352. 454 1329 constanliam el sincere devolionis affectum, quos vos et predecessores vestri ad Romanam gessistis hactenus ecclesiam et immobiliter tanquam filii benedictionis et gratie gerere non cessatis, attendimus, dignum reputamns et congruum, ut vos et civitatem vestram oporlunis prosequentes favoribus vestris petitionibus hiis presertim, que animarum salutem respiciunt, favorabiliter, quantumcum deo possumus, annua- mus. sane lecta coram nobis vestra petitio eontinebat, quod, cum frequenter con- tingat propter excessum alicujus seu aliquorum singularium personarum ecclesiasti- carum et secularium civitatem vestram Argentinensem preter communem communi- tatis et universitatis ipsius culpam tarn per provincialia quam synodalia statuta quam per ordinarios vel delegatos auctoritate apostolica, interdum metas eis impositas excedentes, subici generaliter ecclesiastico interdicto, ex quo populi minuitur devotio et sepius scandala generantur, providere vobis et eidem civitati de oportuno in hac parte remedio dignaremur. nos autem, qui vos et civitatem ipsam premissorum con- sideratione sincere dilectionis et caritatis favore prosequimur, vestris supplicationibus benignius inclinati, ut, quotiens per ordinarios vel delegatos auctoritate predicta sive per statuta provincialia vel synodalia ex premissis causis eadem civitas generaliter supposita fuerit ecclesiastico interdicto, possitis in altari sito in ecclesia Argen- tinensi inter duos gradus, quibus itur ad chorum ipsius ecclesie, per vos fundato et dotato 1 , ut asseritis, semel diebus singulis januis clausis, excommunicatis el interdictis nominatim ac hiis, qui eidem causam dederint interdicto, exclusis, non pulsatis campanis, private summissa voce missam per presbiterum dicti altaris vel alium ydoneum vobis facere celebrari, quacunque constitutione contraria non obstante, vobis et eidem civitati de speciali gralia indulgemus. nulli ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre concessionis infringere vel ei ausu temerario contraire. si quis autem hoc attemptare presumpserit, indignationem omnipotentis dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum ejus se noverit incursurum. datum Avinione 15 kalendas junii pontificatus nostri anno lercio decimo. S aus Straßb. St. A. Vord. Dreizehn, Gew. lad. 64 or. mb. Bulle an roth-gelben Seidenschnüren. Schreibervermerk Gaucelinus Martini. Kostenvermerk lx darunter .. A. de Villa. Auf der Rückseite R mmcxliii und der Vermerk littere civitatis Argentinensis. Gedruckt nach dem Briefbueh A fol. 2b ibid. bei Wencker Coli. arch. p.^469. — Archiv. Zeitschrift VI, 231 nr. 647 nach den Vatikan. Registern. 501. Pabst Johann XXII gibt Berthold, dem erwählten Bischof, und den Prioren der Prediger- und Minderbruder von Straßburg den Auftrag, das Privileg Innocenz IV für die Stadt Straßburg auf seine Echtheit zu prüfen und ihm Abschrift zum Zweche der Bestätigung zu senden. 1329 Mai 18 Avignon. Johannes episcopus servus servorum dei dilectis filiis Berchtoldo electo Argen- tinensi et . . priori predicatorum ac . . guardiano minorum fratrum ordinum Argen- tinensium salutem et apostolicam benedictionem. exhibita nobis dilectorum filiorum . . magistri consulum et universitatis civitatis Argentinensis petitio continebat, quod Vergl. UB. I, 278 nr. 365, S. 395 nr. 519 und D. St. Chron. IX, 1017. 5 io 15 20 25 30 35 40 1 1329 455 olim felicis recordationis Innocentius papa IV predecessor noster volens civitatem et cives Argentinenses suis Claris exigentibus meritis prosequi gratiose nonnullas liber- tates et immunitates eisdem a quondam imperatoribus et regibus Romanorum con- cessas, sicut in quodam transsumpto quondam Frederici tune Romanorum impera- 5 toris continebantur, plenius per litteras apostolicas, teuere dicti transsumpti de verbo ad verbum in eisdem inserto litteris, confirmavit 1 . cumque nobis pro parte ipsorum magistri consulum et universitalis extiterit humiliter supplicatum, ut privilegia dic- torum predecessoris et Frederici imperatoris libertates et immunitates continentia supradictas examinari per discretos aliquos in eis partibus, cum ea destinare ad io sedem apostolicam eisdem periculosum propter discrimina viarum existeret, nobisque transsumpta illorum transmitti de verbo ad a verbum sub manu mandaremus publica, et deinde ipsa privilegia totis eorum tenoribus in nostris insertis litteris confirmare auctoritate apostolica dignaremur, nos predictorum magistri consulum et universitatis fidem ac devotionem sinceras, quas erga Romauam ecclesiam gesserunt hactenus 15 et gerere continue non desistunt, ad memoriam revocantes et propterea volentes an- nuere, quantum cum deo possumus, votis suis discretioni vestre per apostolica scripta mandamus, quatinus predicta privilegia vobis exbibenda per ipsos, adhibitis notariis publicis, an b bullis seu sigillis veris et integris communila, rasuris et cancellaturis aliisque viciis et suspitionibus careant veraque debeant et autentica merito reputari, 20 videre palpare ac examinare fideliter et solerter, eorumque transsumpta manibus notariorum predictorum conscripta fideliter et in publicam formam redacta vestrisque roborala sigillis nobis destinare curetis, de predictis omnibus et singulis eorumque circumstantiis universis, ut videre possimus clarius, quid super liujusmodi confir- matione petita nos deceat agere, reddituri nos nichilominus per vestras litteras cer- 25 tiores, non obstante indulgentia, qua, filii prior et guardiane, ordinibus vestris a sede prefata dicitur esse concessum, quod ipsorum ordinum fratres non teneantur se intromittere de quibuscunque negociis, que ipsis per ejusdem sedis litteras com- mittuntur, nisi in eis de concessione hujusmodi plena et expressa mentio habeatur. datum Avinione 15 kalendas junii pontificatus nostri anno tercio decimo. 30 S aus Straßb. St. A. AA art. 2 nr. 10 or. mb. Bulle abgefallen. Vom Bug ist rechts ein größeres Stück abgeschnitten. Kostenvermerk xxiv, darunter . . A. de Villa. Auf der Rückseite R MMCXLirr und tiefer der Vermerk littera civitatis Argentinensis. Regest i. d. Abhandlungen der Histor. Klasse der Bayer. Akademie d. W. XVII, 1, 277 nr. 486 aus den Vatikan. Registern (Comm. A. XIII p. 3 f. 56 b Ep. 2143). 35 502. Sühne des Ritters Walther und der Edelhnechte Wilhelm und Hänselein von Sch'äffolsheim mit der Stadt Straßburg und den Johannitern von Dorlisheim. 1329 Mai 24. Allen den si künt, die disen brief gesehent unde gebären! lesen, daz wir Weither von Schaftdoltzheim ein ritter, Wilhelme unde Henselin gebrüdere edelkneht 40 a) S rep. verbo ad. b) Folgt ein Schnörkel auf Rasur. i Vergh UB. I, 237 nr. 316. 456 1329 von Schaftdoltzheim gesworne hant an den heiligen vür uns alle unser fründe unde belfere ein luter steit süne ze habende mit den erbern unde bescheiden dem . . meister dem . . rat unde den bürgern gemeinlich von Strazburg unde allen Iren belfern unde öch mit den erbern geiszlichen herren dem . . comenture den brüdern unde dem.. convente des liuses zu Doroltzheim sant Johannes ordens unde allen Iren nachkomen unde belfern umbe allen den schaden unde bresten, der uns von in s- unde Iren belfern geschehen ist uffe disen hutigen dag, in welichen weg der geschehen ist von der geteite unde dez crieges wegen, daz die vorgenanten herren von Doroltzheim rantent in unsere hove zu Schaftdoltzheim, unde öch von der geleite wegen, daz sie den vorgenanten Wilhelme viengent unde wuntent, unde umbe allen den bresten unde schaden, der von des vorgenanten crieges wegen uferstanden w ist uf disen hutigen dag, unde globent öch unde schuldig worden unverscheidenlich vür uns alle unser fründe unde belfere die vorgenante süne hi dem selben eide, den wir darumbe gesworne hant, steit ze habende unde nit dowider ze tünde noch schaffen getan hemelich oder offenlich in delieinen weg ane allerslahl geverde. wir hant öch gelopt unde sint schuldig worden unverscheidenlich vür uns alle unser 15 fründe unde belfere bi dem selben eide, geschehe daz unser deheiner oder unser fründe unde belfere deheiner die vorgenante süne brechent, da vor got si, daz wir daz sullent ufrihten in den nehsten aht dagen, so wir darumbe gemant werden! münt wider münt oder ze liuse oder ze hove, gar unde gentzeclich bi den selben eiden. deiten wir des nit, do vor got si, so sollen! sie uns unsere libe unde unsere 20 güter angriffen mit gerillte oder ane gerillte, wie ez in danne füget, und sol öch der angriffe gan an kein gerillt, es si geiszlich oder welrtelicli, noch an delieinen lantvriden, er si gemene oder sunder, ane geverde. geschehe öch, daz die vorgenanten burger von Strazburg oder Ir belfere des angriffes delieinen schaden nemen, den sint wir in schuldig gentzeclich unde gar uf ze rihtende ane alle geverde. unde daz ss dis wäre unde steit hübe, so lian wir unsere insigele gehencket an disen brief. der wart gegeben an der mittewochen vor sant Urbanes dag in dem jare, do man zalte von gottes gebürte drüzehen hundert jar unde nün unde zwenlzig jare. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. 3 sig. pend. 503. Pabst Johann XXII an die Behörden der Stadt Straszburg. Er habe ihre so Nuntien Eonrad den Schatzmeister von St. Peter in Straszburg und die Ritter Reim- bold Sohn des Reinboldelinus und Eberlinus a von Mulnheim 1 wohlwollend aufgenommen. Die Gesandtschaft sei länger aufgehalten worden, weil er ihre Sache in einem Konsistorium habe vortragen müssen. Von ihren Bitten werde er das Mög- a) Beinhens liest Cherlinus. 35 1 1329 April 13 (Donnerstag vor Palmtag) wird der Straßburger Bitter Eberlin von Mulnheim als Obmann bezeichnet in einem Streite Wallers von Geudertheim, der zu Brumath seine Sühne findet, Rudolf von Fegersheim ist ein Rathsmann Wallers, or. mb. c. 2 sig. pend. delapsis i. Ungenauer St. A. FF art. 59. 1329 457 liehe erfüllen, sie möchten in ihrer Ergebenheit und Treue ausharren, datum Avinione 2 kalendas junii pontificatus nostri anno tercio decimo. 1329 Mai 31 Avignon. Hegest i. d Abhandl. d. Histor. Klasse der Bayer. Akademie d. W. XVII, 1, 277 nr. 487 5 nach Auszügen von Beinkens a. d. Vatikan. Registern (Leer. t. VII a. XIII f. 94-126 a. Ep. 565). 504. Bürgermeister und Rath der Stadt Freiburg beurkunden, daß ihr Bürger Walther der Waser von Burgheim mit Familie und der Straßburger Ritter Peter von Regisheim ihren Zwist mit einander vertragen haben. 1329 August 19. i« Wir Johannes Sneweli, dem man sprichet der Grasser®, ein ritter burgermeister und der rat von Friburg tun kunt allen den, die disen brief sehent oder hörent lesen, das Walther der Waser von Burghein unser burger vor uns verjehen het, das er und sin müter und sind geswistergide unser bürgere und burgerin und her Peter von Regenshein ein ritter burger ze Strasburg, was sü ietwedrunthalp mit 15 einander ze tünde hatten sus oder so, lüzzel oder vil, mit gerrihte oder ane gerrihte, in deheinen weg sit dem male, das die vorgenanten Walther der Waser und sin müter und sinh geswistergide bürgere ze Friburg wurden, unzint hüte an disen tag, do dirre brief gegeben wart, das das allessament ze beiden siten sol abe sin von der getäte wegen und sol sin verrihtet und geslihtet luterlich und lideklich 20 zwischen! dem vorgenanten Walthere dem Waser und allen sinen frunden und belferen und dem vorgenanten hern Petere von Regenshein und den sinen mit güten trüwen ane alle geverde, das öcb das ze beiden siten gegen einander niemer sol werden geandet mit gerrihte noch ane gerrihte in dekeine wis. und sol ze beiden siten ein luter ganzü früntschaft und liebi sin von der getüte wegen ane 25 alle geverde. und dirre vorgeschribenen dinge aller so han wir unserre stette inge- sigel an disen brief ze ruggen gedrucket. der wart gegeben an dem samesdage nach unserre fröwen tage, alse si ze himmel für, in dem jare, do man zalte von gottes gebürte drüzehen hundert jar und nün und zwanzig jare. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. lit. pat. c. sig. in verso 30 impr. laeso. 505. Der Edelknecht Albrecht Brune von Stauffenberg schließt mit Bischof Berlhold und der Stadt Straßburg eine Sühne wegen des Schadens, den er an seiner Burg erlitten hat und erleidet. 1329 August 31 vor Stauffenberg. Ich Albrebt Brune von Stöffemberg ein edelkneht tün kunt allen den, die 35 disen brief sehent oder horent lesen, das ich han gesworn an den heilgen eine luter stete süne ze habende mit dem erwürdigen herren bischof Berlitolde von Strazburg unde allen sinen lüten dienern unde belfern unde mit den erwürdigen a) Ueber dem colmnnirten e »och ein spitzes dachförmiges Zeichen. Str. II. 58 458 1329 deme meistere deme rate und den bürgern gemeinliebe von Strazburg und allen iren belfern umbe allen den schaden, der mir geschehen ist oder geschiht an der bürge zu Stöffemberg an luten oder an gutem, da ich geschadiget bin beide usze- wendig unde indewendig der selben bürge *. unde verzihe mich harüber bi deme selben eyde aller der ansproche unde vorderunge, die ich nu habe oder harnach gewinnen möhte von der vorgenanten getete wegen in delieine wis ane alle geverde gegen den vorgenanten mime herren dem bischove unde den bürgern von Strazburg irn dienern unde heitern. unde des zu eime urkunde so habe ich min ingesigele an disen brief gehencket, der geben wart in deme sesze vor Stöffemberg 1 2 an deme nehesten dunrestage nach sante Adolfes tage des jares, do man zalte von gotz gebürte drüzehen hundert und nün und zweinzig jar 3 . S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. 506. Ritter Egenolf von Rathsamhausen leistet der Stadt Slraßburg Sicherheit für Hans eiein Biergesser, welchen städtische Söldner gefangen nahmen. 1329 September 30. Allen den si künt, die disen brief gesehen! unde gehören! lesen, das ich Egenolf von Rotzenhusen ein ritter dröste mit disem briete die erbern unde bescheiden den . . meister den . . rat unde die burger von Strazburg unde alle !r belfere vür Ilenselin Biergesser von der geteite wegen, das der vorgenante bürgere von Strazburg soldenere in viengent, das der vorgenante Ilenselin die vorgenanten bürgere von Strazburg unde ir belfere unde Ir gut niemer angegriffet noch geschadiget noch geschaltet angegriffen noch geschadiget in deheinen weg umbe die getät. wer aber das der vorgenante Henselin dis breche unde das kuntlich wir! gemäht, was schaden do von den bürgern von Strazburg unde Iren belfern geschehe, den globe ich in uf ze rihtende unde abe ze legende ane alle geverde. unde des zö einem urkunde han ich min insigel gehencket an disen brief. der wart gegeben an dem samesdag nach sant Michahels dag in dem jar, do man zalte von gottes gebürte drüzehen hundert jar unde nüne unde zwentzig jare. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Coxp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. 1 Vergl. über die Belagerung von Stauffenberg die Berichte des Matthias von 'Neuenburg in den Gesta Berthöldi (Böhmer Fontes rer. qerm. IV, 303) sowie Closeners und Königshofens (D. St. Chron. VIII, 97 u. IX, 796). 2 Closener a. a. 0. erzählt: do man zalt 1329 jor, do kür bischof Berhtolt von B&cliecke und die stat zu Strosburg an sant Bartholomeustag us für Stoufenberg die bürg, und do sü darvor gelogen! aht tage, do gewannen! sü sü und zerbrochen! sü. 3 Am Tage darauf, am Freitag vor St. Adolfstag, schließt Heinrich Brune von Stauffenberg eine gleichlautende Sühne mit dem Bischof, der Stadt Straßburg und mit Herrn Hanemann von Lichtenberg, or. mb. c. sig. pend. i. Straßb. St. A. ebenda. io 15 20 25 30 35 1329 459 507- Johannes XXII papa episcopo Argenlinensi mandat, qua Linus Wollerum Rerenderlinum de Argentina ordinis fratrum minorum humiliter supplicantem, qui olim quorundam persuasionibus venenosis adherentium Ludowico de Bavaria el Petro de Corbario heresiarche ac scismatico manifesto adheserit et a dicto Petro 5 penitenciarie receperit officium illudque per dies aliquos exercuerit, nunc re versus ad cor ab beretico et heresiarcha recesserit et officio abrenunciaverit suaque sponle redire cupiat ad graciam et sancte ecclesie unitatem, juxta formam ecclesie absolvat a sententiis excommunicationum, injuncta pro modo culpe penitencia salutari. « pia et clemens sancta Romana ecclesia. » datum Avinione idus octobris ponti- io ficatus nostri anno quarto decimo. 1329 October 15 Avignon. L aus Lucerner Cant. A. Franciskaner-A. III nr. 83 or. mb. c. bulla pend. Kostenvermerk xxiv A. de Villa. Auf dem Buge Schreibervermerk R mit Schleife und Eustachius. Auf dem Bücken Radulphus dictus de Brouke, darunter R mxLi. Nach gütiger Mittheilung des H. Staatsarchivars Br. v. Liebenau. is 508. Berthold Stolle und seine Brüder, Edelknechte von Staufenberg geloben der Stadt Straßburg Sicherheit unter achttägiger Kündigung und stellen zwei Bürgen dafür. 1329 Becember 30 Baden. Den erbern und den wisen dem meister und dem rat von Strazburg enbüt ich Berhtolt Stolle gnant und miue brüder edelknehte von Stöffenberg, swaz wir ern 20 und wirdekeit mögen. als ir uns enbotten hant mit üwerm diener Ilug Zünden von unsers erbes wegen zü Stöffenberg, des wir verwiset sin und entffremedet ane unser schulde von unsurm herren dem bischove unde von ucb sinen belfern 1 , wie diz geschehen si, so geben wir unserm herre dem bischove unde allen sinen dienern unde sinen belfern, uch den bürgern von Strazburg, allen uwern dienern as unde uwern belfern eine gute unde wäre trostunge und einen getrüwen friden für uns unser frunde für unser heller unde diener ane alle geverde, bitz wir aht tage vor widersagent. und han wir darüber zu troster gegeben, die für uns trösten söffen unde wöllen, hern Heinrichen von Selbachen einen ritter und unsern oheimen Wernhern von Tieffenowe einen edeln kneht. wir Heinrich ein ritter von Selbach 30 und Wernher ein edelkneht von Tieffenowe verjehen, daz wir durch bete dez vor- gnanten Berhtoltes Stoffen und siner brüder troster sint wuorden gegen dem erwir- digen herren . . den bischofe und den bürgern von Strazburg in alle wise, als hie vor geret ist, ane alle geverde. und han wir darumbe zü eim warn urkünde durch ir bete unserü ingesigel gehenket an disen brief 2 . der wart geben zü Baden an 35 dem samestage nach dem wihennahtage, do men zalt von gotz gebürt drüzehen hundert jar und drizzig jar. S aus Straßb. St. A. Verschl. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. 2 sig. pend. Ber Jahresanfang ist hier wohl auf Weihnachten zu setzen, da 1330 Juni 2 schon der ganze Stauffenberger Handel geschlichtet erscheint, vergl. nr. 516. 40 1 Vergl. nr 505. 2 Bas eine Siegel mit der Legende s. Heinrici de Selbach militis zeigt im Querbalken auf gegittertem Feld drei Krüge, das andre mit der Legende s. Wernheri de Diefenowe im Feld einen aufrecht schreitenden Löwen. 4(30 1329 — 1330 509. Schreiben Walther Hezzels von Neuenburg an die Stadl Straßburg über das von ihm verlangte Sicherheitsversprechen. [ 1329 — 1330]. Den erberen bescheidenen hern Rudolf Stdbenweg einen ritter dem meister und dem rate von Strasburg enbute ich Walther Hezzel von Nunburg minen bereiten willigen dienest ze allen dingen. alse ir mir enbotten hant an uwer 5 briete, das ich uch trösten sölte in der sache von Hezzels mines öheimes seiligen wegen, darumbe sol wissen uwer bescheidenheit, das ich ieze nut haben mag minen herren von Friburg und öch ander mine fründe, die ich gerne bi der selben sache bette, aber doch so tröste ich ich und uwer burger und üwer seidener für mich in der selben sache. und were das ich zu der selben üt tun weite, des ich noch 10 enkeinen müt han, das weit ich üch also erberlich vor sagen, das ir es wol von mir für gut hettent. in verso hern Rüdolf Stübenweg dem meister und dem rate von Strasburg. 15 S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. lit. cl. c. sig. in verso impr. defic. Die Datirung des Stücks ergibt sich aus dem Namen des Städtmeisters, vergl. UB. III, 432. Der Schriftcharacter ist seitgemäß. 510. Das Straßburger Domcapitel gestattet Bischof Berthold, zur Deckung der Schulden des Bisthums eine Anleihe bis zur Höhe von 2000 Mark aufzunehmen, 2 » die durch die Einkünfte erledigter Pfründen getilgt werden soll. 1330 Januar 2 Straßburg. In der nomine amen. cum nos Berhtoldus der gracia episcopus, Gebehardus de Friburg prepositus, Johannes de Ohsenstein scolasticus, Ludewicus de Strazberg cantor, Rüdolfus de Ohsenstein, Conradus de Kirkel thesaurarius meo et honora- 25 bilium virorum domini Waltheri de Arberg, Walrammi de Vinstinga et Friderici de Stralenberg, canonicorum ecclesie Argentinensis nomine et mandato, Hermannus de Geroltzecke pincerna, Johannes de Swarzenberg dapifer, Conradus de Furstenberg, Ulricus de Rapoltzsteine, Berhtoldus de Lupfen, Walther ns de Schowenburg canonici et capitulum ecclesie Argentinensis pluries congregati in capitulo, consideratis ipsius so ecclesie debitorum oneribus ex justis causis et necessariis contractorum et ex emptione partis dominii in Horburg 1 , pluribus tractatibus et sollempnibus non semel sed pluries intervenientibus, deliberatione matura ob evidentem utilitatem et urgentem necessitatem ecclesie nostre et ad irrecuperabilia ipsius pericula preca- venda, cum nobis nullus succurrendi modus alius apareret eidem ecclesie nostre, 35 ad hujusmodi debitorum et necessitatum onera supportanda fructus omnium bene- 1 Nach der Richtung zwischen Bischof Berthold und dem Grafen Ulrich von Würtemberg von 1329 October 14 erhielt der letztere 600 Mark Silber als Entschädigung dafür, daß die Lehen des verstorbenen Walther von Horburg an das Bisthum Straßburg fielen. Vergl. Matthias von Neuenburg Gesta Bertholdi (Böhmer Fontes rer. germ. IV, 302) und Leupold Berthold v. Buchegg S. 64 ff. 40 1330 m ficiorum vacantium et vacaturorum qualitercunque exnunc ad quinquennium in festo purrificationis beate virginis inchoandum per nos predictum . . episcopum in eorundem Februar solutionem debitorum et necessitates ecclesie convertendos assignaverimus concesse- rimus et decreverimus, prout in instrumento desuper confecto plenius continetur 1 , 5 precii autem predicti dominii et aliorum innumerabilium quodammodo debitorum solutio statim immineat facienda, que si non fieret, expense, obsidum et fidejussorum pignorationes captiones et devastationes bonorum ecclesie, usure et alia ecclesie pericula imminerent, idcirco hiis et aliis pejoribus ex fide, qua tenemur ecclesie, occurrere affectantes, prospicientes ecclesie, utilia et inutilia precaventes, concordi 10 consilio et communi assensu deliberavimus et in lioc convenimus, melius esse nos predictum episcopum alicujus obligationis bonorum jurium seu reddituum ecclesie vel alium perpetuam alienationem non continenlem ad summam duorum milium marcarum argenti inire contractum, quam sinere ecclesiam hujusmodi subjacere ruinis. quapropter nos . . prepositus et capitulum predicti eidem domino nostro 15 episcopo hujusmodi iniendi contractum vel contractus ad dictam summam concedimus tenore presencium facultatem, quibus contractibus annuere et consentire promittimus et eosdem in scripta redactos sigillo nostri capituli sigillare et canonice comprobare. et eisdem exnunc presentibus consentimus. et nt hujusmodi nostra salubris et concors subventionis et relevationis ecclesie ordinatio et decretum optato et feliciler 20 disposito non frustrentur effectu, communi et concordi consilio et tractatu ordina- vimus disposuimus et presentibus ordinamus pro recollectione dictorum fructuum biennalium procuratorem seu yconomum per nos ordinandum et constituendum fidelem sollicitum ydoneum et expertum, qui juramento super boc prestando fructus eosdem in solutionem eorundem duorum milium marcarum convertendos colligat 25 fideliter et conservet ac super receptis et solutis nobis episcopo et tribus per nos capitulum deputatis, videlicet . . preposito . . scolastico et pincerne, predictis exhibeat rationem. quodsi ante lapsum dicti quinquennii dicta duo milia marcarum fuerint persoluta, reliqui fructus quinquennio durante cedentes per nos predictum episcopum in alias evidentes utilitates et urgentes necessitates ecclesie convertenlur. verum si 30 per dictum quinquennium dicta duo milia marcarum ex fructibus hujusmodi exte- nuari non poterunt et persolvi, statuimus decrevimus et presentibus ordinamus, dictam concessionem fructuum biennalium tarn diu, etiam finito quinquennio, durare debere, quousque dicta debita integraliter fuerint persoluta. sin autem nos predictum episcopum, quod absit, ante lapsum idem quinquennii vel nondum predictis debitis 35 integraliter persolutis non esse contingat, predicti fructus per ipsum capitulum seu yconomum ejus nomine per dictum quinquennium vel ultra, si nondum plena solutio acciderit, quousque totum debitum extenuatum fuerit, colligentur et in solutionem ipsorum debitorum et obligatorum luitionem et liberationem provide convertenlur. et hec omnia disponimus decrevimus statuimus et etiam ordinamus ipsaque sine 40 contradictione qualibet in civitate et dyocesi Argentinensi precipimus observari. in 1 Die bezügliche Urkunde, die sich ebenda im Bezirks-Archiv im Original findet, ist vom gleichen Datum und zeigt dieselben Aussteller wie nr. 510. Sie ist in ähnlichen Wendungen abgefaßt wie nr. 432. 1330 402 quorum cvideniiam lestimonium sigilla nostra, . . episcopi videlicet el capiluli, appendi fecimus ad presentes. datum et actum Argentine anno domini 1330 crastino cir- cumcisionis dominice. B aus Straßb. Bez. A. G fase. 120 or. mb. c. 2 sig. pend. delaps. 511. Die Capüel von St. Thomas und St. Peter verwahren sich gegen den Beschluß des Domcapitels, die Pfriindeneinkiinfte zur Schuldendeckung des Bisthums abzuführen. 1330 Januar 9. Nos . . decani et . . capitula sancti Thome et sancti Petri ecclesiarum Argen- tinensium attendentes, nuper videlicet in crastino circumcisionis domini proxime januL » preterito, quod erat sub anno domini millesimo trecentesimo tricesimo, per domi- nos . . canonicos majoris ecclesie Argentinensis tune presentes et, ut dicebatur, tamquam capitulum congregatos, prelaturis dignitatibus ecclesiis et collegiis civitatis et diocesis Argentinensis atque personis hujusmodi titulos adepturis, postquam aliquos de ipsis titulis vacare contigerit, tallias et exactiones esse impositas, ut fructus ipsarum prelaturarum dignitatum ecclesiarum et beneficiorum ecclesiastico- rum vacaturorum tamdiu ex parte dicti capituli majoris per biennium percipiantur, donec duo milia marcharum argenti ex eisdem fructibus colligantur 1 , dictis . . capi- tulis nostris et ecclesiis atque clero civitatis et diocesis prediclarum super hiis minime requisitis, nec causa aliqua interveniente rationabili et manifesta aut nobis vel ipsi clero quomodolibet patefacta, contra dictorum capitulorum nostrorum jus et Interesse ac ipsarum ecclesiarum nostrarum statum et observantiam ab antiquo ex debito dictis ecclesiis nostris per nos omnes et singulos prestiti sacramenti, quo earundem injuriis prejudiciis et gravaminibus obviare astringimur, inter nos communi tractatu et consilio prehabitis, nos et capitula nostra predicta presentibus mutuo obligamus ad defendendum nos contra exactiones et tallias supradiclas, in quantum a jure nobis permittitur et jus nobis competit et competere potest, usque ad deci- sionem juris ejusdem communibus et equalibus utriusque ecclesie nostre sump- tibus et expensis, et ut unum capitulum preter consensum alterius aliquos tractatus amicabiles, quibus ab hujusmodi juris prosecucione possit averti, non debeat admit- tere vel in ipsos quomodolibet consentire, fraude dolo et capcione in hiis penitus circumscriptis 2 . in quorum evidenciam has litteras sigillis dictorum capitulorum nostrorum fecimus sigillari. datum 5 idus januarii anno domini millesimo trecentesimo tricesimo. hujus instrumenti duo sunt paria ad cautelam. T aus Straßb. Thom. A. Docum. hist. lad. 9 or. mb. c. 2 sig. pend. laesis. Gedruckt darnach bei Ch. Schmidt Bist, du chap. de s. Thom. p. 353 nr. 66. 1 Vergl. nr. 510. Ausgenommen von der Auflage waren nur prebende officia et feuda claustralia ecclesie Argentinensis et monasteria civitatis et diocesis Argentinensis personarum religiosarum. 2 Vergl. Ch. Schmidt a. a. 0. p. 23. 5 io 15 20 25 30 35 1330 463 512. Nicolaus Probst von St. Peter zu Slraßburg bewilligt im Aufträge der Aebtissin von St. Stephan dem derzeitigen Vikar dieser Kirche Konrad Vende einige Erleichterungen seiner eidlichen Amtsverpflichtungen. 1330 März 17. Gum discretus et magne circumspeccionis vir Conradus dictus Vende, perpetuus s vicarius ecclesie sancti Stephani in Argentina, in prima adepcione ipsius vicarie juramentum prestiterit de certis articulis antecessori suo inpositis observandis 1 , salva tarnen remissione vel mitigacione ipsius juramenti venerabili domine abbatisse dicti monasterii vel ei, cui eadem domina hoc duxerit committendum, nec dictum juramentum ipsum vicarium ad eosdem articulos observandos simpliciter, sed in io quantum commode et absque fraude possit, astringat et civiliter intelligi debeat, ne sibi per illud laqueus inponatur, quia tarnen de perjurii reatu hic agitur merito, quanto in lioc majus periculum vertitur, tanto caucius est agendum, ex commissione venerabilis domine . . Margarethe nunc . . abbatisse monasterii prelibati micbi Nicolao preposito ecclesie sancti Petri Argentinensis specialiter facta, obligacionem 15 per dictum juramentum in hunc modum quoad personam ipsius vicarii mitigavi a : primo quod si propter divina in choro ecclesie sancti Stephani continuata usque vel ultra tempus misse per dictum vicarium cum nota celebrande tardentur, aut propter alium casum inopinatum vel inpedimentum legittimum in ecclesia sancti Stephani vel in cappella sancte crucis missa cum nota peragi non potuerit, aut propter libro- 20 rum carenciam vel socii et scolaris sui legittimam absentiam matutinas festivis diebus vel vesperas omni die cum nota non celebraverit, reus ex hoc perjurii non notetur. item eodem reatu minime tenealur, si ter in septimana missas institutas a quondam dicta Ingremin eo, quod redditus ad hoc deputatos consequi non poterit, vel ex alia causa legittima non procuraverit celebrari. item si aliqua sibi culpa vel 25 negligencia quomodolibet inponitur vel ascribitur, quod sepulcra defunctorum cum socio et scolare personaliter non visitaverit aut infirmos cum corpore Christi vel oleo sacro per se vel per socium cum scolare non accesserit, vel quod missam dictam primemesse in altari beate virginis omni die non celebraverit aut ex hac missa vel aliis in ecclesia vel cappella predictis agendis missas per alios sacerdotes ibidem so celebrandas negligi vel sublrahi procuraverit, vel processum aut mandatum aliquod in prejudicium dicti monasterii se extendens ante ejus execucionem toti conventui non notificaverit, dum tarnen de scitu et consilio officialis curie Argentinensis, si super hoc commode requiri poterit, ejus execucionem fecerit, aut quod census deci- mas vel redditus ecclesie sancti Stephani domine abbatisse et conventui in scriptis 35 non presentaverit, non propter hoc statim perjurii crimen contrahat vel incurrat; scd super hoc vel transgressione cujuslibet articuli supradicti primo ex parte dicte domine abbatisse dictus vicarius interpellari debebit, ut, si in aliquo ex ipsis culpa- bilis repertus fuerit vel se de ipsis expurgare nequierit, se de illis corrigat et ea emendel, in quibus si negligens fuerit, extunc demum censeatur et fiat juramenti 40 transgressor. per premissam autem mitigacionem ipsum vicarium non relevo ab om- a) quoad—mitigavi auf Rasur. 1 Vergl. nr. 463. 464 1330 nibus et singulis articulis in juramento comprehensis servandis, sed quoad hoc ipsum, ne slatim perjurium incidat, supportavi, tali tarnen mitigacione quoad per- sonam predicti Conradi nunc vicarii et, quam diu domina abbatissa premissa non revocaverit, tantummodo duratura. in cujus commissionis per dictam dominam abba- tissam michi facte ac mitigacionis et subportacionis predictarum lestimonium sigil- 5 lum meum de consensu ejusdem domine abbatisse presentibus appendi mandavi. datum 16 Kalen das aprilis anno domini 1330. liujus instrumenti duo sunt paria ad caulelam. B aus Straßb. Bez. A. H fase. 2626 or. mb. c. sig. pend. Auf der Rückseite der Vermerk Januar 2t von gleichzeitiger Hand: actum 12 kalendas febrnarii anno XXXV. 10 513. Nicolaus Probst von St. Peter zu Straßburg schlichtet den Streit zwischen der Aebtissin von St. Stephan und ihrem Kellermeister Burchard Joche und setzt dabei Rechte und Pflichten des Kellermeisters von St. Stephan fest. 1330 März 17. Quia super officio cellerarie monasterii sancti Stephani Argentinensis, quod magister Burcardus dictus Joche cellerarius ibidem obtinere dinoscitur, inter eundem 15 inagistrum Burcardum ex una et pie memorie quondam dominam Brigidam de Wangen abbatissam dicti monasterii et venerabilem dominam Margaretam nunc abbatissam ibidem ex parte altera multiplices dissensiones sunt habite, diclo magistro Burcardo pretendente, se ex causa probabili videlicet studiorum fuisse absentem et ob hoc ab oneribus dicti officii in persona propria subeundis medio tempore merito 20 subportatum, seque eciam obtulisse diele quondam domine abbatisse ante octo anno- rum spacium ad deserviendum officium ipsum nec per ipsum stelisse, quominus hoc faceret, dum tarnen ad fructus et jura ejusdem officii sibi subtractos restitutus vel saltim sibi inantea de eisdem responsum fuisset, dicta domina nunc . . abbatissa e contrario asserente, predictam causam absencie ipsum cellerarium eo, quod laicale 25 esset officium, ab ipsius oneribus minime subportare seque et . . abbatissam defunclam semper fuisse paratas, postquam servicia ipsi officio incumbencia subiisset, sibi de ejusdem juribus respondisse nec per ipsas stetisse, quominus hec facerent vel fecissent, maxime si de percipiendis dicto tempore absencie, prout juris esse dicebant, eas inquietare cessasset, ad has itaque discordias sopiendas dicte partes in 30 me Nicolaum prepositum ecclesie sancti Petri Argentinensis omnem questionem hu- jusmodi compromittere curaverunt, promittentes in invicem et sollempniter quelibet pars ab alia stipulantes decisionem meam super premissis se ratificare et concor- diter approbare. ego igitur, assumpto in me compromisso liujusmodi, jura et red- ditus dicti officii, quid emolumenti vel oneris cuilibet . . cellerario, qui pro tem- 35 pore fuerit, cedere vel incumbere habeat, ne posteris in oblivionem transeant, in hune modum de consensu dictarum partium registravi: in primis ipsi . . cellerario septem panes claustrales sicut aliis canonicabus et canonicis septimanatim debentur. item omni anno sibi debentur viginti et una ama vini, quas in cellario dicti monasterii ad mensuram sicut alie domine canonice tenetur recipere, nisi domina . . 40 1330 465 abbatissa eas insimul sibi dederit graciose. item domina . . abbalissa annuatim sibi tenetur ad viginti et duas amas vini et ob hoc cellerarius ipse equum unura suis expensis semper ad usus ipsius domine . . abbatisse pro visitacionibus curiarum suarum et aliis ipsius monasterii necessitatibus debel habere paratum. in cujus 6 reversione, si eadem die reductus non fuerit, domina . . abbatissa unum sextarium avene ipsi cellerario presentabit ipsumque equum interim, quamdiu sic abfuerit domina . . abbatissa, suis sumptibus procurabit. item de omnibus vinis monasterii ad cellarium ipsum repositis, quando primo dolantur vel ex propinacione dominarum canonicarum exbauriuntur, cedunt et cedere debent ipsi cellerario feces. item ipsi 10 cellerario tociens et eisdem vicibus in anno, quibus et aliis canonicabus et canoni- cis, cedunt panis unus dictus ein leip et mensura vini dicta ein stöf. item singulis annis sibi dantur in capite quadragesime viginti cunei de duobus sextariis siliginis facti sicut et pislori et sacristis, item in quadragesima quatuor cum dimidio sextaria fabarum. item annis singulis in festis Martini, palmarum et diebus rogacionum i5 dantur sibi denarii ad summam octo uncearum. item in festo omnium sanctorum unum quartale synapii, item in festo purificacionis candela una de dimidia libra cere facta, item in festo palmarum una palma sibi sicut aliis canonicabus et cano- nicis ministratur. item in certis festis anni, si voluerit, cellerarius poterit eodem modo sicut alii officiali monasterii apud ipsam dominam abbatissam in mensa sua 20 procurari. item si quem ex quatuor canonicis mori contigerit, ipse cellerarius.. pistor et duo sacrisle debent corpus ejus aptare et vestire et ad sepulturam deferre. et ob hoc cedit illis melius vestimenlum defuncti uno excepto. item notandum, quod hec sunt onera et servicia, ad que . . cellerarius est astrictus: primo quod omni die per totum annum duabus vicibus, videlicet post missam publicam et completorium, debel 25 per se ipsum vinum de vase extractum cuilibet prebendato ad mensuram sibi debitam in cellario presentare. item in autumpno quolibet anno cellerarius debet ire in Wangen et colleclioni vini censualis interesse et intendere juxta posse. et ob hoc ipse cum equo suo et preeo ipsius opidi per ipsum autumpnum debent expensis . . sculteti ejusdem opidi procurari. item ipse cellerarius in diebus rogacionum, pal- 30 marum et aliis processionibus, quascumque extra septa monasterii fieri contigerit, cum baculo debet ire et dominam . . abbatissam comitari. premissis igitur de con- sensu ipsius domine . . abbatisse et magistri Burcardi predicti descriptis, ego . . prepositus antedictus arbitrando pronuncio, dictum magistrum Burcardum ab impeticione domine . . abbatisse et monasterii omnium fructuum et jurium dicli officii 35 sibi, ut conquestus est, hactenus subtractorum cessare debere sibique super hoc silencium impono. in recompensam autem hujusmodi imposicionis silencii ipsum pro tempore vite sue ab omnibus serviciis et oneribus supradictis, ne invitus illa faciat vel subeat, eximo et subporto quodque omnes fructus et emolumenta predicti officii, prout superius exprimuntur, nichilominus percipere debeat, quamdiu vixerit, ac si 40 ipsa servicia et onera adimpleret, hoc tarnen adjecto, ut nec ipse magisler Burcar- dus in modum predictum equum teuere nec ipsa domina . . abbatissa viginti et duas amas vini sibi solvere teneatur. qua pronunciacione sic facta, dicta domina . . abbatissa consilio et assensu dominarum canonicarum et canonicorum dicli monasterii Sir. II. 59 November 11 November t Februar 2 466 1330 preliabitis ac ipse magister Burcardus in eandem concorditer consenserunt. in quo- rum evidenciam sigillum meum una cum sigillis domine . . abbatisse et magistri Burcardi eorundein presentibus sunt appensa. nos Margareta abbatissa predicta et magister Burcardus prefatus, quia premissa de nostro consensu in modum predic- tum sunt acta, idcirco bas litteras sigillorum nostrorum cum dicli domini . . prepo- » siti sigilli appensione fecimus communiri. actum et datum 16 kalendas aprilis anno domini millesimo trecentesimo tricesimo. hujus instrumenti sunt duo, quorum unum apud dictum magistrum Burcardum, aliud vero apud dominam . . abbatissam remanet antedictam. B aus Straßb. Bez. A. H fase. 2613 or. mb. c. 3 sig. pend. laesis. io 514. Vereinbarung der Carmeliter mit dem St. Thomascapitel über die Verlegung ihres Hauses und ihre Verpflichtungen gegen die St. Magdalenenkirche. 1330 April '35. In nomine sancte et individue trinitatis amen, quoniam facti temporalis memoria solet nonnumquam litterarum testimonio perbennari, noverint igitur universi presentes u> litteras inspecturi, quod inter nos . . priorem et conventum ordinis gloriose virginis Marie de monte Garmeli domus Argentinensis, site in parroebia ecclesie sancte Marie Magdalene, alias sancti Nicolai nuncupate ad ecclesiam sancti Tliome Argentinensis spectantis et eidem unite, in via tendente ad monasterium sancti Marci ex una et honorabiles viros . . decanum et capitulum ecclesie sancti Tliome predicte ex parle 20 altera, super erectione 3 domus nostre prefate et ipsius translacione de loco vulgariter an der Bünden appellato 1 infra limites parroebie ecclesie sancte Marie Magdalene prefate constituto ad viam prenotatam orta materia questionis, novi operis nuntia- cione nobis per dictos . . decanum et capitulum facta, litibusque et causis super boc inter nos et eosdem . . decanum et capitulum coram diversis judicibus motis, 25 tandem accedente ad boc auctoritate reverendi in Christo patris ac domini domini Berbtoldi dei et apostolice sedis gralia electi, confirmati ecclesie Argentinensis, neenon reverendi patris domini Syberhti sacre theologie b , magistri ordinis nostri, per Alamaniam prioris provincialis, tociusque capituli provincialis, de consensu et voluntate nostra dominorum . . decani . . thesaurarii et capituli ecclesie sancti 30 Thome prefate et dicte ecclesie sancte Marie Magdalene perpetui vicarii, hujusmodi quesliones discensiones Utes et cause concordate sunt penitus et sopite sub forma pactis modis et condicionibus subnotatis, sub quibus eciam dicti domini et vicarius ereclioni et translacioni domus nostre prefate suum adhibuerunt assensum, ita videlicet, quod, si qua bona immobilia ecclesiis beate Marie Magdalene et sancti Thome pre- 35 dictis vel alter! ipsarum decimalia et, de quibus eedem ecclesie de jure decimas recipere debent, ad nos seu domum nostram predictam devenerint titulo qualicumque, a) erectione auf Rasur. b) T theolie. 1 Vergl. nr. 346 und die Notiz bei Closener (I). St. Ihrem. VIII, 131) zum Jahr 1326. 1330 467 de ipsis, quamdiu possessores hujusmodi bonorum fueriinus, prenotalis ecclesiis decimas persolvamus, et quod nullum parrochianum ecclesie sancte Marie Magdalene suprascripte nisi de voluntate et consensu perpetui vicarii ejusdem ecclesie recipiamus ad ecclesiasticam sepulturam. et cum de jure ad observacionem interdictorum, a 5 divinis cessacionum, auctoritate sedis apostolice vel a locorum ordinariis positorum vel per concilia provincialia indiclarum, cum ea et eas kathedralem vel matricem ecclesiam observare viderimus, astringamur, nichilominus tarnen et ex certa sciencia promittimus, quod in observacione hujusmodi interdictorum et cessacionum nos conformabimus sine fraude parrochiali ecclesie sancte Marie Magdalene prenotate. io promittimus eciam et ad id nos nostrosque successores perpetuo obligamus, quod singulis annis dahinaus et solvemus eidem ecclesie sancte Marie Magdalene quinque libras denariorum Argentinensium, medielalem videlicet festo nativitalis domini et medietatem aliam festo pasche, in recompensam porcionis oblacionum in dicta noslra domo nobis et noslris successoribus faeiendarum distribuendarum, 15 dandarum vel assignandarum ecclesie sancte Marie Magdalene sepedicte, salva tarnen quarta et canonica porcione funeralium parrochianorum dicte ecclesie sancte Marie Magdalene apud domum nostram predictam defunctorum vel funerum ad eandem delatorum ipsi ecclesie sancte Marie Magdalene, ad quam porcionem solvendam memorate ecclesie sine fraude nos et nostros in dicta domo successores presentibus no obligamus. neque inter parrochianos ipsius ecclesie sancte Marie Magdalene matri- monia sollempnizabimus vel eisdem extremam unctionem concedemus vel sacram eucaristiam contra voluntatem dicti vicarii porrigemus, astringentes nichilominus nos et successores nostros, quod, si occasione premissorum vel alias inter nos et eosdem . . decanum et capitulum questio aliqua oriretur, quod in hoc casu, non äs obstantibus exempcionibus vel privilegiis quibuscumque nobis vel ordini nostro a sede apostolica vel aliunde concessis vel in posterum concedendis, quibus in hac parte renuntiamus in liiis scriptis, coram . . officiali curie Argentinensis juri stabimus et justiciam faciemus. et promittimus per juramentum corporaliter tactis ewangeliis per me . . priorem predictum in animam meam et in animas nostri de conventu 30 per eundem . . priorem prestitum, quod omnia et singula premissa rata et firma habebimus nec contra ea per nos vel alios veniemus vel veniri procurabimus in judicio vel extra in posterum vel ad presens, fraude et dolo penitus circumscriptis, et quod efficiemus, quod quilibet prior dicte nostre domus in posterum ad hujusmodi prioratum assumendus, postquam assumptus fuerit et domum nostram predictam 35 accesserit, simile in animas suam et conventus dicte domus prestet juramentum in preseucia . . decani dicte ecclesie sancti Thome vel certi nuncii ad hoc missi infra mensem, postquam interpellatus fuerit ex parte . . decani et capituli predictorum. si vero in observacione premissorum vel aliquorum de premissis negligentes essemus vel contra premissa vel aliqua eorum, quod absit, veniremus, extunc eligimus 40 per . . officialem curie Argentinensis in . . priorem dicte nostre domus excommuni- cationis, in conventum suspensionis et in ecclesiam nostram inlerdicti sententias proferri et ad denunciacionem perjurii procedi usque ad plenam satisfactionem eorum, in quibus negligentes fuimus vel contra que venimus modo quovis. renun- 1330 W)8 liamus insuper pro nobis et nostris successoribus in dicta domo universis ao pro eadem domo excepcioni doli mali, actioni in factum, beneficio restilutionis in integrum, quo ecclesiis monasteriis aut lesis domibus subvenitur, litteris exempcionibus libertatibus et privilegiis a sede apostolica vel aliunde sub quacunque forma nobis et nostro ordini concessis vel concedendis impetratis vel in posterum impetrandis, omnique juris s auxilio canonici et civilis, consuetudinibus et statutis tarn publicis quam privatis, excepcionibus et defensionibus aliis quibuscunque, quibus juvari possemus ad venien- dum contra premissa vel aliquod premissorum quoquomodo in judicio vel extra in posterum vel ad presens, et specialiter dicenti legi, renunciacionem factam in genere non valere. et in omnium ac singulorum evidens testimonium premissorum sigilla i« reverendi in Christo patris ac domini domini Berlitoldi electi, confirmati ecclesie Argentinensis, capituli nostre provincie et capituli ecclesie sancti Idiome predicte ad peticionem nostram, nostra quoque . . prioris et conventus dicte domus sigilla presentibus sunt appensa. nos Berhtoldus dei et apostolice sedis gratia electus, confir- matus ecclesie Argentinensis predictus, quia premissis nostram auctoritatem et con- 15 sensum adhibuimus, idcirco sigillum nostrum ad peticionem . . prioris et conventus domus predicte appendi fecimus ad presentes, nos eciam magister Syberhlus prior provincialis prefatus, quia premissis in capitulo provinciali una cum capitulo nostrum consensum adhibuimus ipsisque . . priori et conventui, ut hujusmodi ordinacionem cum omnibus suis clausulis firmiter observarent, injunximus et mandavimus, in liujus 20 rei testimonium sigillum capituli nostri predicti presentibus duximus appendendum. nos eliam . . decanus et capitulum ecclesie sancti Thome sepefate in premissorum robur et testimonium sigillum nostri capituli appendi fecimus huic scripto. actum et datum 3 in die beati Marci ewangeliste anno domini millesimo trecentesimo tricesimo. 25 T aus Straßb. Thom. A. Docum. hist. lad. 13 or. mb. c. 5 sig. pencl, quorum 2 delapsa. Abgefallen das Capitelssiegel von St. Thomas und das Siegel der Provinz. Gedruckt darnach bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 354 nr. 67. 515. Sühne Dietmars von Epfig genannt vott Erstein mit der Stadt Straßburg. 1330 Mai 21. & 30 Allen den si künt, die disen brief gesehen! unde gehörent lesen, das ich Dyetmar von Eppiche, dem man sprächet von Erstheim, gesworne hau an den heiligen eine luter steile surre zu habende vir mich alle mine fründe unde belfere mit den erbern unde bescheiden deme . . meister deme . . rate unde den bürgern gemenlich von Strazburg unde allen !ren belfern von der geleite wegen, das ich Hugelin Swap 35 einen burger von Strazburg vieng, unde gelobe bi dem selben eide, das ich niemer getün noch schaffe getane in deheinen weg wider die vorgenanten burger von Strazburg unde Sre belfere noch sie niemer gecriege noch angriffe, ich sage es in danne zu iegelichen criege e vor viertzehen naht zitlich. unde das die vorgeschriben a) Die folgende Datierung ist von derselben Hand aber mit blässerer Tinte hinzugefugt. 40 1330 469 bürgere von Strazburg unde irc belfere dest sicherre sint, so gibe ich in unver- scheidenliclien zu bürgen die erbern unde bescheiden hern Johannes von Eppiche einen ritter unde Dietschelin von Eppiche einen edeln knelit, were das ich die vorgeschriben ding breche in dehenen weg, das sie das schuldig sint uf ze rihtende s ane alle geverde. geschehe öch das under den vorgenanten hern Johannes unde Dietzelin von Eppiche einre stürbe, so sol ich unde der, der do lebende hübet, in den aht dagen, so ich unde er gern aut werdent zu unsern husern oder zu unsern hoven von den vorgenanten bürgern von Strazburg mit Iren gewissen hotten oder munt wider münt, einen als guten geben an des stat, der do verlern ist, der sich io verbinde in alle wis, als der verbunden was, der do verlern ist. deitent wir des nit, so sullent wir uns entwürfen in die stat zu Strazburg niemer darus zu körnende, untz wir einen als güten hant gesetzet, als der was, der do verlern ist, als do vor geschriben stat. unde geschehe, das ich stürbe, e ich die vorgenanten burger von Strazburg angegriffe, so sullent sie lidig sin. wir Johannes von Eppiche ein i5 ritter unde Dietzelin von Eppiche verjehent unverscheidenlich unde globent alle die vorgeschriben ding, die von uns geschriben sint, steite zu habende uf ze rihtende unde volle zu fürende in alle wis, als von uns do vor geschriben stat, ane alle geverde. unde des zü einem waren urkunde han wir Johannes, Dietzelin unde Dietmar 1 die vorgenanten unsere insigele gehencket an disen brief. der wart 20 gegeben an dem mendag nach dem schön nontage in dem jar, do man zalte von gotles gebürte drüzehen hundert jar unde driszig jare. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. 3 sig. pend, 516. Herzog Otto von Oesterreich schlichtet den Streit zwischen Bischof Berthold und der Stadt Straßburg einerseits und den Markgrafen von Baden, Qraf Ulrich 25 von Würtemberg und den Herren von Stauffenberg andrerseits. 1330 Jimi 2 Bischofsheim in der Ortenau. Wir Otte von gocz gnaden herzoge zü Österrich und zü Styre tunt kunt allen den, die disen brief ansehent lesent oder hörent lesen, daz wir alle die missehelle unde atzunge, die uncz an disen hütigen tag sint gewesen zwüschent dem erwürdigen so herren bisebof Berhtolde von Strazburg, den wisen und den bescheiden deme.. meistere deme . . rate und den . . bürgern gemeinliche von Strazburg iren dienern unde belfern ein site und den edeln mannen . . marggrave Rüdolfe von Baden dem alten, . . marggrave Rüdolfe von Baden deme jungen, deme man sprächet von Pforczheim, grave Ulriche von Wirtemberg unsern lieben öheimen, Reinbolte eime rittere, 35 Johannese Humbel von Stöffemberg und Günrate von Strubenhart irn belfern dienern frinden unde magen ander site, ez si von röbe brande totsiegen scbaczungen oder andern schaden, welre hande der si, der von dis krieges wegen uferstanden ist, der sü gewillecliche und bedehtecliche zü beiden siten an uns kommen sint und an uns gelaszen hant, geribtet und geslihtet hant mit unserme ussprechende nach wiser 40 1 Siegellegende s. Dietmari armigeri de Erstheim. 470 1330 lüte rate, alse hienacli geschriben slal 1 : zu dem ersten so sprechen wir unde heissent, daz alle der schade, der von lotslegen von brande von rohe oder in welichen weg anders geschehen ist zu beiden siten, der sol abe sin genczliche und gerwe. und die gevangen, die zu beiden siten gevangen sint, ez si in sicherheile burgschefte oder in gevengnisze oder in welichen weg sü gevangen sint, sollen!, lidig sin ane alle geverde. aber die lüte_v on S ahsbach, die us verbürget sint vür vierhundert phund Strazburgere von deine vorgenanten . . marggrave Rudolfe von Pforczheim, die und ire bürgen söllent halt hüben a vür zweihundert phund Strazburgere und nüt me. unde wenne die vorgenanten zweihundert phund vergolten werden!, so söllent sü und ire bürgen lidig sin ane alle geverde. wir sprechen! öch, daz alle gedinge und brantscheczunge, ez si mit burgscheften oder gelübede geschehen, und alles daz, daz in burgscheften stat untze an disen hütigen tag von dis Krieges wegen und nüt geben ist, daz sol abe sin zu beiden siten ane alle geverde. hat öch . . marggrave Rudolf von Pforczheim oder Ulrich der kirchherre des brüder von Wirtemberg, der . . Ilovewart oder der . . Rüsze oder andere des dienere von Wirtemberg, wer die sint, dekeine ansprache oder vorderunge an den vorgenanten . . bischof Berhtolten von Strazburg, die nüt in diseme kriege ist ufgestanden, darumbe sol er in ein unverzogen reht tun, so sü ez an in vorderen!, dazselbe söllent sü imme öch harwidere tun zu glicher wiz ane alle geverde unde sol sü öch damitte beide site begnügen, öch sprechen wir, were es, daz der vorgenante . . marggrave Rudolf von Pforczheim deme vorgenanten . . bischof Berhtolde ihl mit. rehte angewünne oder erkoberte, da söllent imme die zweihundert phund abegan, die die von Sahsbach geben!, wir sprechen! öch, daz . . marggrave Rudolf der alte dez erbern mannes abbet Huges von Selsze gut fründ sol sin ane alle geverde und sol imme laszen alle sines goczhuses reht und gütere unde in nüt daran irren in denheinen weg, er noch sine ambahtlüte noch die sinen ane alle geverde, und sol imme öch tun alles, daz sine brieve sagen!, die er von dem vorgenanten . . marggraven hat mit sinem ingesigele versigelt. danne also verre hatte der abbet deheinen schaden von des . . marggraven wegen gehebet uncz an disen tag, der sol abe sin. darnach sprechen wir unde heissent, daz die vorgenanten von Stöffemberg unde Günrat von Strubenhart söllent und mögen! sich underziehen irre bürge lüte unde gütere, daz ir ist und des tagez ir waz, da man vür sü zogete 2 , und da sü reht zü haben! ane der vorgenanten des bisclioves und der stat von Strazburg irrunge. sü mögen! öch die bürg zü Stöffemberg mit helfe irre herren unde irre fründe wider buwen, alse verre sü reht zü der selben bürge hant und ir ist, und sol sü deran nüt irren die vorgenanten der . . bischof und die stat von Strazburg von der missehelle unde Krieges wegen, die sü mittenander gehebet hant untze an disen hütigen tag. und daz sü irs schaden, den sü gelitten hant an der selben bürg unde gütern, deste baz irgöczel werden!, so geloben wir der vorgenante . . a) U sin. 1 Vergl. die Erzählung des Matthias von Neuenburg in den Gesta Bertholdi (Böhmer Fontes rer, germ . IV 3 303). 2 Vergl. nr. 505. 5 io 15 20 25 30 35 40 1330 471 herzoge den vorgenanten von Stöffemberg unde Günrate von Strubenhart ze gebende anderhalb hundert mark Silbers luters unde lötiges des geweges von Strazburg, also wir mit in überein sint kommen, harüber sprechen wir der vorgenante . . herzoge, daz zwüschent den vorgenanten teiln allen eine stete unde gancze süne sol sin unde 5 sü die stete haben söllent beide site getruweliche ane alle geverde. und des zu eime urkunde b bau wir . . herzoge Ölte der vorgenante unser ingesigel gehencket an disen brief. wir öch die vorgenanten . . bischof Berhtolt, der . . meister der. . rat und die bürgere von Strazburg einsite, . . marggrave Rudolf der alte, . . marggrave Rudolf genant von Pforczheim unde grave Ulrich von Wirtemberg ander io site verjehent, daz der vorgeschriben anloz geschehen si von uns und vür die unsern, alse da vor geschahen stat. und darumbe so haut wir gelobet und gelobent mit disem gegen wer Ligen b riefe unverscheidenliche bi unsern truwen, die wir darumbe geben baut, vür uns unsere fründe unde belfere unde vür hern Reinbolten, Johannesen Ilumbel von Stöffemberg und Cünraten von Strubenhart, dise vor unde nach ge- 15 schribene süne mit allen stücken, alse sü in diseme briete stat, stete ze habende unde nüt dawidere ze tünde in deheinen wiz ane alle geverde. wir öch . . marggrave Friderich unde . . marggrave Rudolf, deme man sprichet . . marggrave Hesse von Baden, verjehent an diseme gegenwertigen briete, daz dise vorgeschribene süne mit allen stücken mit unserme güten willen geschehen ist, unde verzihent uns darumbe 20 vür uns unde unsere erben alles dez schaden, der uns und den unsern geschehen ist, und gelobent öch die vorgenante süne stete ze habende bi güten truwen ane alle geverde. ich Reinheit ein ritter, Johannes Humbel von Stöffemberg unde Günral von Strubenhart die vorgenanten verjehent, daz der vorgeschriben anläz und dise süne mit unserme güten willen geschehen sie, unde gelobent öch vür uns unsere erben belfere 25 und dienere bi dem eide, den wir darumbe getan haut, alle die vorgeschribene ding unde iegliclies sünderliche stete ze habende unde niemer dawidere ze tünde in denheinen wiz ane alle geverde. und diz alles zü eime urkünde unde zü einre bestetigungen dirre vorgeschriben dinge bau wir . . bischof Berhtolt, der . . meister und der . . rat von Strazburg, . . marggrave Rüdolf der alte, . . marggrave Friderich, . . marggrave Rüdolf 30 genant von Pforczheim, .. marggrave Rüdolf, deme man sprichet marggrave Hesse von Baden, grave Ulrich von Wirtemberg, Reinbolt, Johannes Humbel von Stöffemberg unde Cünrat von Strubenhart die vorgenanten unsere ingesigele gehencket an disen brief zü des vorgenanten unsers herren dez. . herzogen ingesigele. der wart geben zü Bischovesheim in Mortenöwe an dem ersten sammestage nach deme . . phingesttage des 35 jarez, da man zalte von gocz gebürte drizehen hundert und drissig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 16 or. mb. c. 11 sig. pend., quo- rum 4 delapsa. Gut erhaltene Siegel des Bischofs, der Stadt Straßburg, Beinbolds und Johanns von Stauffenberg sowie Konrads Strubenhart. S 1 ibid. or. mb. c. 11 sig. pend., quorum 4 delapsa. Vorzüglich erhaltenes Siegel Ulrichs 40 von Würtemberg. U coli, aus Heidelberger Univ. Bibi. I nv. 231 or. mb. c. 11 sig. pend., quorum 3 delapsa. Vorzüglich erhaltenes Siegel des Herzogs Otto von Oesterreich. Begest nach U i. d. Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrh. XXIV, 168. a) U aii. so. 472 1330 517. Vor dem Straßhirger Hofrichter verpflichtet sich Billung als Schaffner des Thomascapitels. 1330 Juni 3. Noverint universi presencium inspectores, quod in» nostri . . judicis curie Ar- gentinensis presencia constilutus Billungus, procurator honorabilium dominorum . . decani et capituli ecclesie sancti Tliome Argentiuensis, procurationem eorundem s dominorum . . decani et capituli subiit et omnia ac singula subscripta promisit et ea observare tactis sacrosanctis dei ewangeliis juravit in formam et modum subnotatos : ego Billungus procurator . . decani et capituli ecclesie sancti Tliome Argen- tinensis ab eisdem meis dominis ad unum annum integrum et continuum, qui a jum n festo beati Jobannis baptiste proxime venturo incipiet, bona fide promitto, genera- 10 liter curam et administracionem omnium negociorum capituli antedicti in judicio et extra fideliter agere inulilia pretermittendo et utilia procurando, sicut ad bonum et legalem procuratorem pertinet et hactenus fieri consuevit. promitto eciam specia- * liter, quod in locacionibus decimacionum et aliarum quarumlibet obvencionum et fructuum dicte ecclesie debitarum et earundem taxacionibus faciendis utilitatem ipsius is ecclesie, in quantum potero, procurabo nec cum contrahentibus aliquam socielatem sine scitu et consensu dicti capituli habebo publice vel occ-ulte. item promitto circa exactionem debite solucionis et satisfactionis quarumlibet obvencionum reddituum et fructuum ipsius ecclesie ac eciam ecclesie sancti Nicolai ultra Brüscham Argenti- nensis et earundem ad singulos et debitos usus tarn canonicis et prebendariis quam so etiam ad pistrinum sive chorum et alias qualitercumque et ad quoscunque usus distribucionem, diligenciam debitam facere et etiam circa eandem distribucionem equalitatem et mandatum . . decani et majoris partis dicti capituli attendere et ser- vare; item negligentes solvere debita per capcionem pignorum, si comode fieri poterit, alias per censuram ecclesiasticam procurabo, quantum in me esse poterit, ss ad solucionem compelli, ita quod contra non solventes inveniatur ante festum puri- Februar 2 ficacionis nunc venturum esse processum usque ad sententiam interdicti, alioquin mee negligencie imputetur. item promitto, quod in locacionibus et aliis contractibus si qui fiant, nullum vinicopium recipiam vel exigam, quod quinque solidos dena- riorum Argentiuensis monete usualis transcendat, nec annonam aliquam nomine dicti 30 capituli vendendam cum mea propria vel aliena pecunia michi vel aliis emam nec eciam aliquam annonam, que dicto capitulo non attinet, ad granarium capituli in deposito servabo, annonam vero capituli predicti in granario repositam tribus vicibus oportunis in anno et pluries, si necessitas exigit, ventilabo. item promitto duabus vicibus in anno me offerre ad computacionem et illam facere requisitus et obligo 35 me ad exigendum et conquirendum neglecta post annum finilum. et si non contingat me in officio procurationis mauere, quod officium finito anno resignare promitto, promittens nichilominus, quod, cum resignavero hujusmodi procuracionem et in eadem ulterius mauere non intendo vel absolutus ab ipsa procuracione per dictos meos dominos fuero, ipsis dominis meis in eadem procuracione me ulterius habere nolen- 40 tibus, quod tune omnes lilteras dictam ecclesiam sancti Tliome tangentes neenon a) T rey. in. 1330 473 cartas, in quibus raciones mee occasione dicte procuracionis el colonorum ac debi- torum ipsius ecclesie nomina continentur et summe debitorum, quas teneo, dictis dominis presentabo et nomina debitorum et colonorum el summas non scriptas ipsis dominis specificabo, in quantum michi constare poterit sine fraude. ceterum in satis- 5 factione pensionis michi nomine procuracionis debite recognosco michi detrahendum esse, quantum in annona reddituum neglectorum eandem pensionem pro rata con- tigit. igitur omnia et singula suprascripta ego Billungus predictus juro ad sancta dei ewangelia fideliter et simpliciter attendere et servare. etinsuper pro observacione eorundem dictis dominis meis obligo me et omnia bona mea, ubicunque locorum io sita vel reperta fuerint in futurum, et in hujus rei testimonium nos . . judex curie Argentinensis sigillum ejusdem curie ad pelicionem dicti procuratoris appendi fecimus ad presentes, actum 3 nonas junii anno domiui millesimo trecentesimo tricesimo. T aus Straßb. Thom. A. lad. 6 (Person.) or, mb. c. sig. pend. laeso. 518. Die Städte Slraßburg, Basel und Freiburg schließen ein Bündniß, das 15 bis zur Lichtmeß des Jahrs 1333 währen soll. 1330 October 4. In gotz nammen amen, wir die . . reite unde die bürgere gemenlich der stette von Strazburg, Basel unde Friburg . . tünt kunt allen den, die disen brief gesehent unde gehören! lesen, daz wir durch nutz notdurft fride unde frömen unsere, unserre stette unde bürgere gemenlichen uns zesamene hant gemäht unde gebunden mit dem 20 eide, den wir darumbe getane hant, untz zu der liehtmesse, so nA ze nehst komet, unde von der selben liehtmesse ane underlas zwei gantzu jare mit solicher bescheiden- heit, als hienach geschriben stät [weiter wie in nr. 491 bis unserre stette insigele an disen brief gehenket]. 1 der wart gegeben an dem durnstag nach sant Micha- hels dag des jares, do man zalte von gottes gebürte drAzehen hundert jar unde 25 driszig jare. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 44/45 or. mb. c. 3 sig. pend- F im Freiburger St. A. lad. 5 nr. 8 or. mb. c. 3 sig. pend. 519. Zwölf benannte Straßburger Schöffen beurhunden ein Rathsurtheil über die Theilnahme der Frauen am Dienst der Weber. 1330 October 22. 30 Wir Beinhalt Huffelin, Beinhalt von Achenheim, Clawes Maler, Johannes Zorn, Bftdolf von Vegersheim, Bilgerin, Clawes Ottefriderich, Bulin LSselin, Clawes von Grostein, Clawes Zorn dem man sprächet der Lappe ritter, Johannes Clobelöch, Ulrich Swar- ber scheffel zü Strazburg thün kAnt allen den, die disen brief sehent oder hören! lesen, daz wir dabi warent unde ez sahen! unde hörten! nach der clage unde nach der en- 35 tewArte, alse die weher dattent an die Weberin, daz sie mit in dienen sollen, da komme meister unde rat Aberein an offemme gerihte unde sprachen! ez auch zu i Vergl S. 444 Z. 30. Str. XI. 60 474 1330 rehte: weihe vrowen würketent linnin düch, ez were thisschelachen, hantqueheln oder sidins unde ander linnin düch, welher hande daz were, die ensoltent mit den webern nit dienen, weihe aber ander den vrowen wollen! wullins oder serigen oder stülachen wirken oder kneble setzen, die sollen dienen mit den webern 1 . unde zu einem waren urkunde, daz wir dabi warent unde ez gesehen unde gehörte haben, was da vor geschähen stat, so han wir die vorgenanten älter unde scheffel von der weher unde der weberin beider bette wegen ieteweder site ünseru insigel gehenket an disen brief. der wart geben an dem neibisten mendage vor der zwelfbotten dage Symonis unde Jude, do man zalte von gottes gebürte drizehen hundert jare unde driszig jare. dirre briete der sint zwene geliche, der sol einer beliben bi den webern unde der ander bi den weberin. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 10 fase. 10 or. mb. c. 12 sig. pend. Verletzt sind die Siegel von Claus Maler, Johann Zorn und Rudolf von Fegersheim. Gedruckt darnach bei Schmöller Die Straßb. Tücher- u. Weberzunft S. 3 nr. 2. 520. Kaiser Ludwig nimmt die Juden zu Straßburg in seinen Schutz. 1330 November 3 München. Wir Lud[owicb] a von gotz gnaden . . römischer, .keyser zu allen ziten ein merrer des riches verjebent unde tunt kunt allen den, die disen brief sehent oder hörent lesen, das wir die juden, die zü Strazburg gesessen sint, in unser besunder gnade schirm fride und geleite beide ir lip unde gut genommen baut unde nement nu unde hernach, wir geben! und gunnent in alle die gnade unde vriheit, die ander juden hant unde gehept baut beide von kunigen unde von . . keisern bis an uns, beide die sie baut in unsers dez riches stelle unde oucli anderswa, unde wellen! oueb, das in die mengelich steile habe 2 . wir jehent oueb, das umbe alle vorde- runge unde ansprach, die wir betten! uf die vorgenanten b juden von Strazburg umbe die sehtzig marck Silbers, die sie uns verseszen batten! von irs gewerfes wegen, die sie uns jergelich geben sollen! han, sit dez dages und 0 wir zü dem riebe erwelt würden!, als ir gewonheit ist ze gebende, unde oueb obe wir iemanne an sie gewiset betten! sunderlich oder gemenlich uf die selben gewerf von den sehtzig marcken 3 , wellen! wir, das die selben brieve furbas kein kraft deheine mäht haben, unde sagen! oueb die selben juden von Strazburg unde die stat gemenlich a) S Lud mit Abkürzung sstrich. b) vorg. Mer nie im ganzen Stück. c) S uu. 1 Vergl. Schmöller a. a. 0. S. 412. 2 Vergl. den in den Formeln gleichlautenden Schirmbrief König Karls IV für die Straßburger Juden 1347 November 25 Nürnberg, or. mb. c. sig. pend. i. Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 174 fase. 1 gedruckt bei Hegel D. St. Chron. IX, 977. 3 Den Grafen Ludwig und Friedrich von Oettingen, seinen lieben secretariis, soll Kaiser Ludwig 700 Mark Silber auf des Reichs Juden zu Straßburg verschafft haben, wovon sie jährlich 60 Mark genießen sollen. Er gibt ihnen dies zur Steuer an der Landgrafschaft Elsaß, die sie erkauft haben. 1331 August 20 Nürnberg. Regest von Lang nach einem alten Urkunden-Repertorium in den Neuen hist. Abhandl. d. Baier. Akad. d. Wissensch. I, 512 Anmerk. 47. — Böhmer R. Lud. nr. 1347. S io IS 20 25 30 33 40 1330 475 da selber von der juden wegen für uns unde für mengelieben ledig unde loz umbe daz obgnanl gut, das uns die juden verseszen habent, wände sie uns willeclich unde gentzlich daran unsern willen getane habent biz uf disen hutigen dag. wir wellent ouch, das sie bliben in allen den rehten unde gewonheiten, als sie harkomen sint. s unde wenne sie hinnan hi« uns oder unsern nachkomen oder unsern ambtluten Ir gewerf jergelich gebeut, als Ir gewonheit ist, so sullent sie lidig sin beide lebendes gebendes varnlaszendes unde aller hande getrangnisze von uns unde allen unsern ptlegern. und were das sie ieman darüber trengen weite, so heiszent wir allen- wegent meister unde . . rat zu Strazburg, daz sie sü dafür schirment. wir wellent io haszen unde gebieten allen unsern lantvogeten pflegern amptluten unde allen rihtern, das man den vorgenanten juden rihte von schulde unde in beholfen si nach Ir brieve unde nach Ir warheit umbe höptgüt unde umbe wücher. unde sol man daz nit laszen durch deheinen bau oder durch kein frevel, die wider sie gegeben sint, das im an dem wücher geschaden mag, ez si von Jacobes von Chartuncke, der sich 15 habest nennet, wegen oder von andern gerihten nü oder hernach. unde darüber zu urkunde geben wir in disen brief mit unserm . . keiserlichen ingesigel besigelt, der geben ist zu Munichen an dem samesdag nach aller heiligen dag, do man zalt von Cristes gebürte drüzehen hundert jar in dem drissigistem jar in dem sehtzenden jare unsers riches unde in dem dritten dez . . keisertümes. 20 S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 174 fase. 1 cop. mb. coaeva. Das Stück hat ein so kanzleigemäßes Aussehen, daß man es für eine nicht besiegelte Ausfertigung der kaiserlichen Kanzlei halten möchte. 521. Bischof Berthold und die Stadt Straßbure/ verlängern ihr ablaufendes Biindniß bis 1331 Januar 13. 1330 December 9. 25 Wir Berhtolt von gotz gnaden biscliof zu Strazburg unde wir Johannes Löselin der . . meister unde der . .rat von Strazburg tunt künt allen den, die disen brief gesehen! unde gehören! lesen, das wir durch nutz frommen unde gut der stette zu Strazburg unde des landes unsere vürbuntnisze, die do besigelt ist mit unsers des vorgenanten bischof Berhtoltz von Strazburg insigel unde mit der stette insigel von Strazburg, die 30 do usgieng an sant Martins dag des bischoffes, der nü ze nehst was 1 , unde erlengert wart mit unserre beider wille untz an den ersten sunnendag nach sant Nycolauwes dag des bischoffes darnach allernehst, ander werbe hant erlengert mit allen gedingen unde artickeln, als an der selben vürbuntnisze brief stat, ane alle geverde von hut dis dages, das ist an dem ersten sunnendag nach sant Nycolauwes dag des vorge- 35 nanten, untz an den ersten sünnendag vor der zweier marteier dag Fabiani et Sebastian! unde den selben sunnendag allen ane alle geverde, unde globent bi unsern eiden dise erlengerunge steite zu habende untz zu dein vorgenanten zil in alle wis, als der vorgescriben vürbuntnisze brief stat, ane alle geverde. unde des zu einem urkunde han wir bischof Berhtolt von Strazburg der vorgenante unser insigel unde November 11 December 9 4331 Januar 43 40 1 Nicht erhalten. 476 1330 wSr der . . meisler unde der . . rat von Strazburg die vorgescriben unserre stelle insigel von Strazburg an disen brief gehencket. diz geschach an dem ersten sunnendag nach sant Nycolauwes dag des bischofles des vorgescriben in dem jare, do man zalte von gottes gebürte drüzehen hundert unde driszig jare. S aus Straßb. St. A. AA art. 1399 or. mb. c. 2 sig. pend. delapsis. 5 522. In dem Sühnebriefe der vierzehn zu Schiedsrichtern erbetenen Rathsmitgliedern von Mainz, Straßburg, Worms, Frankfurt und Oppenheim über den Severinsaufruhr zu Speier werden als Vertreter Straßburgs genannt Rudolf von Vegersheim, Claus von Graestein 1 . wir ouch die vorgenanten stetde von Mentze, von Strazburg, von Wormezen, von Frankenvord unde von Oppenheim verjehen 10 offenlich an disem gegenwurtigen briefe, daz wir durch beide der vorgenanten rat- lüte von den stetden die vorgenanten süne, die sie gesprochen hant, besigelt han ouch zu einre ewigen gezügnisse aller der dinge, die da vor geschrieben stent. an dem nehesten fritage nach des heiligen Cristes dage 1330. December 28. Aus Hilgard Ufk. z. Gesch. d. Stadt Speyer S. 323 nr. 397 nach dem Or. i. Speierer St. A. 15 nr. 239. 523. Beschhiß des St. Thomascapitels über die Theilung seiner Weinberge nach den einzelnen Probenden. 1330. Ad rei memoriam sempiternam. olim cum quondam reverendus in Christo pater dominus Fridericus Argentinensis episcopus ad ecclesiam sancti Thome Argen- 20 tinensis descendisset et in ea autoritate ordinaria visitacionis officium 3 peregisset, invenit, quod cultura vinearum ipsius ecclesie, que usque nunc consuevit fieri de communi, neglecta fuit et negliebatur frequenter in eo, quod non fiebat tempore debito nec ad plenum, unde contigit actenus, quod ipsa ecclesia modicum valde et plerumque nullum emolimentum seu fructum de illis percepit. invenit etiam, quod 25 fructus, quos ecclesia de prebendis mortuorum consuevit percipere et percepit ad culturam eandem, dum aliunde ad hoc, quod frequenter contingit, facultates ecclesie non suppetunt, inpenduntur b et semper hactenus sunt inpensi. cum tarnen iidem fructus ex Statute ecclesie non tantummodo ad presentium«, sed etiam ad futurorum ulilitatem essent in comparationem et emptionem prediorum fideliter convertendi. et 30 quia idem dominus episcopus recte ex hoc prospicabat, non solum ipsi ecclesie dampna sed etiam animabus pericula evenire, ipse ad obviandum hujusmodi peri- culis atque dampnis decano et capitulo ecclesie sepedicte precipiendo demandavit, a) officium auf Rasur. Am Rande offm, wohl die Ahkünung des Originals. b) T inpediuntur. c) pre- sentium auf Rasur. gg 1 Dieselben vierzehn Schiedsrichter erlaßen auch Bestimmungen über die Stellung der Hausgenoßen in Speier gegenüber den Zünften und der Bürgerschaft. 1330 December 31. Vergl. Hilgard a. a. 0. S. 331 nr. 398. 1330 477 ut cum deliberatione el diligenli tractatu de modo congruo et ecclesie, quantum ipsi prospicere possent, magis utili concordarent\ quo inantea dicte vinee colerentur. igi- tur canonici ipsius ecclesie in capitulo, sicut moris est, ad hoc specialiter convocati predicto mandato satisfacere cupientes, diligenti deliberatione habita et tractatu, 5 recte consideraverunt premissa, que de visitatione dornini episcopi dicta sunt, omnia esse vera. ad hoc quod naturaliter major cura rebus privatis quam communibus ab hominibus adhiberi consuevit, quodque boni homines b , quibus dicta ecclesia per gratiam dei hactenus fuit et est ac etiam inantea excellenter honorabilis mansura c speratur, semper Student res suas et maxime privates meliorare et etiam ampliare, io omnes et singuli, nullo penitus discrepante, concordi consilio invenerunt utilius et salubrius esse ecclesie et personis, quod vinee predicte juxta numerum prebendarum in distinctas partes dividantur a singulis prebendarum detentoribus excolende, quam quod sicut hactenus remaneant in communi. et ideo decreverunt vineas omnes in villis et bannis Mutziche, Düngesheim, Wege, Mollesheim, Ergersheim, Wolfgangesheim et 15 Avelsheim sitas et ad dictam ecclesiam pertinentes esse in tot partes, quot sunt in ecclesia canonicorum prebendariorum et officiorum prebende, distinguendas et rationabiliter dividendas et hoc fore utile ecclesie et personis. quapropter qualis et que pars dictarum vinearum quamlibet prebendain et quodlibet officium ipsius ecclesie contingat ac ad eam et ad illud perpetuo pertinere debeat, distinxerunt et distinctionem seu divisionem ean- 20 dem una cum statuto capituli super hoc edito jusserunt conscribi et scripturam eandem inseri et annecti libro ecclesie, qui regula nuncupatur. tenor autem statuti talis est: In dei nomine amen d . nos canonici ecclesie sancti Thome Argentinensis com- muniter omnes in capitulo ecclesie nostre predicte ad hoc specialiter convocati, diligenti tractatu cum deliberatione prehabito, considerata quoque utilitate ipsius 25 ecclesie et prospecta, unanimi consensu omnium statuimus, ut juxta distinctionem et divisionem vinearum ecclesie nostre predicte in ipsius ecclesie libro, qui regula nuncupatur, scriptam et expressam sint et perpetuo maneant ejusdem ecclesie quantum ad vineas tantum distincte prebende, item ut singuli canonici et preben- darii ipsius ecclesie presentes et posteri vineis e , quas ratione singularum preben- 30 darum vel officiorum ipsius ecclesie assecuntur, semper adhibeant seu adhiberi procurent debitam culturam suis laboris expensis, et prebendarum ac officiorum suorum nomine fructus universos, qui deductis expensis percipi poterunt, percipiant de eisdem. si quis autem ullo umquam tempore in adhibenda cultura negliens inventus fuerit, debite correctioni subiceat per decanum et capitulum ipsius ecclesie 35 faciende f secundum jus et consuetudinem, que in aliis, quorum correctio ad ipsos pertinet, observatur. volumus etiam statuimus et ordinamus, quod officium pincerne in ecclesia nostra, sicut hactenus ante divisionem et distinctionem hujusmodi vinearum fuit et esse debuit, deinceps perpetuo maneat. eidemque officio prestacionem candelarum sibi debitam a custode ecclesie nostre a festo beate Aurelie usque ad s october is 40 ac omnia alia jura, que usque ad tempus presentis divisionis vinearum a) T concordarunt. b) T honores. c) T mensura. d) Am Rande mitrother Tinte von gleicher Hand, me es scheint: divisio vinearum. e) T vineas. f) T facienda. g) Leerer Raum für etwa zwei Worte gelassen. Schmidt ergänzt cenam dornini. 478 1330 ordinalionis et staluli pincerna in ecclesia noslra ratione officii sui habere consuevit, reservamus et a eadem jura omnia eidem officio iilesa volumus et statuimus perpetuo remanere, divisione seu distinctione vinearum supradictarum et statuto super hoc a nobis edito non obslantibus, per que dicto officio pincerne nullum volumus preju- dicium quomodolibet generari, ita tarnen, quod pincerna, qui pro tempore fuerit in vinis, que quocunque modo capitulo nostro obveniunt in communi, ecclesie et capitulo serviat et ministret, sicut hactenus facere consuevit, quodque b alia obsequia ecclesie et capitulo faciat, que pincerna ecclesie facere consuevit et debet. ad hec statuimus, quod quilibet custos ecclesie nostre, qui creabitur in futurum, teneatur expresse et specialiter jurare observalionem statuli et ordinationis hujusmodi, ante- quam sibi respondeatur in toto vel in parte de hiis, que sibi tamquam custodi a capitulo debebuntur, de quibus etiam pro eodem custode, qui predictam ordinationem nostram et statutum expresse et specialiter jurare et servare recusaverit, pincerne de prestatione candelarum debita aut aliis juribus officio suo a custode debitis capi- tulum ecclesie nostre tenebitur ex statuto hujusmodi satisfacere et integraliter respondere. quia vero in aliis ecclesiis distinctas vinearum prebendas habentibus per experigentiam didicimus, quod in anno gratie, quod decedentibus conceditur, et in aliis annis, que deinde in vacantibus prebendis ecclesiis conceduntur, cultura vinearum, ubi distincte sunt probende, plerumque negligitur, dum hü, ad quos momentanen perqpptio pertinet, curam non habent nec prospiciunt de futuris, statuimus, ut, quicunque inantea prebendam canonicalem in ecclesia nostra consequitur sine lite, statim post finitum an- num gratie decedentis se de vineis probende sue debito modo, ut supradictum est, exco- lendis intromittat, si velit etfructus universos percipiat de eisdem, ita tarnen, quod ipse per duos annos, quibus capitulum alios fructus sue probende percipit, solvat capitulo de vineis probende sue annis singulis 20 solides denariorum Argentinensium usualium. idem etiam in anno gratie, in quo decedens nullas vel modicas ad culturam vinearum fecit expensas, et de duobus annis in prebendis prebendariorum non canonicorum, cum vacaverint, cedentibus capitulo statuimus observandum c . modicas autem expensas esse intelligimus, ubi tempore decedentis vinee nondum sunt pro cultura, que auctumpnum proxime futurum respicit, fimo modo debito impinguate. culturam vero vinearum in lite existentium prebendarum et earum, quarum pacifici possessores illas per primos duos vel tres annos d recusaverint colere, quemadmodum est prescriptum, statuimus esse ad procurationem capituli modo debito faciendam e et fructus f ea rundem universos interim, dum coluntur, a capitulo sine diminutione qualibet in utilitatem ecclesie colli- gendos. actum et cetera, anno domini 1330 e. \sequitur specificatio vinearum ] 1 . T aus Straßb. Thom. A. Registrande C fol. 72 cop. mb. sec. XIV. Die Datirung scheint mir nicht ohne Bedenken, da der Capitelsbeschluß erst 24 Jahre nach dem Tode des Bischofs Friedrich von Lichtenberg gefaßt wäre. Gedruckt darnach bei Ch. Schmidt Hist, du chap. de s. Thom. p. 356 nr. 68. a) T ut. b) Tquis. c) T observandam. d) T anuo. e) T faciendutn. f) T fructum. g) Das Datum ist erst von einer späteren Hand um 1400 etwa, vielleicht von Königshofen hinzugefiigt. 1 Bei der Aufzählung der Weinberge, geschieden nach den einzelnen Probenden, im Ganzen 28 Posten, sind am Bande die Namen der späteren Präbendeninhaber vermerkt. 5 tu 15 20 25 30 35 40 1331 479 524. Ritter Walther von Giersberg gelobt der Stadt Slraßburg Sicherheit unter achttägiger Kündigung. 1331 Januar 10. Ich Walther von Gyrsberg ein ritter tun künt allen den, die disen brief gescheut unde gehörent lesen, das ich vür mich tröste die erbern unde bescheiden den meister den . . rat unde die bürgere gemenlich von Strazburg unde alle ire belfere, untz das ich es in alit dage vor widersage, ane alle geverde von der geteite wegen, das sie miner swester sin, hern Symunt Fürsten sine von Brümat, gefangen haut, unde des zu einem urkunde han ich min insigel an disen brief gehencket. datum feria quinta post epiphaniam domini anno domini 1331. io S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. 525 Bischof Berthold und die Stadt Straßburg verlängern ihr ablaufendes Bündniß bis zum 3 ten März. 1331 Februar 17. Wir Berhtolt von gotz gnaden bischof zu Strazburg unde wir Glauwes Zorne, dem man spricliet der Lappe, der meister unde der . . rat von Strazburg tunt künt 15 allen den, die disen brief gescheut unde gehorent lesen, das wir durch nutz vromen unde gut der stifte der stette zu Strazburg unde des landes unsere virbuntnisze, die do besigelt ist mit unsers des vorgenanten bischoffes Berhtoltz von Strazburg insigel unde mit der vorgenanten stette insigel von Strazburg, die do usgieng an sant Martins dag des bischoffes, der nü ze nebst was, die untz har allentwegent November u 20 erlengert ist gewesen mit unserre beider wille unde gehelle 1 , aber erlengernt mit diseme brieve mit allen gedingen unde artickein, als an der selben vurbuntnisze brief stat, ane alle geverde von hut dis dages, das ist an der groszen vahsenaht in dem jare, do man zalte von gottes gebürte drüzehen hundert jare unde eins unde driszig jare, untz an den ersten sunnendag nach sant Mathis dag des zweilfbotten, mns 25 der nu ze nebst kernet, unde den selben sunnendag allen ane alle geverde. unde globent bi unsern eiden dise erlengerunge steife ze habende untz zu dem vorgenanten zil in alle wise, als der vorgescriben vurbuntnisze brief stat, ane alle geverde 2 . unde des zu einem urkunde hant wir bischof Berhtolt von Strazburg der vorgenante unser insigel unde wir der meister unde der . . rat von Strazburg die so vorgenanten unserre stette insigel von Strazburg an disen brief gehencket. dis geschach an der vorgescriben groszen vahsenaht in dem vorgeschritten jare. § aus Straßb. St. A. AA art. 1399 or. mb. c. 2 sig. pend. delapsis. 1 Vergl. nr. 521. 2 Genau in den gleichen Wendungen wird dies Bündniß von beiden Contrahenten verlängert bis 35 zum 7. April (den ersten sunnendag zft usgonder Osterwochen) 1331 März 10 (an dem sunnendag Letare). or. mb. c. 2 sig. pend. delaps. i. Straßb. St. A. ebenda. 480 1331 526. Die Ritter Johann und Eberhard Puller bitten die Stadt Straßburg , ihre gefangen genommenen Knechte freizulassen. 1331 Februar 27. Den erbern und bescheiden . . dem meistere und dem rate von Strasburg enbiete wir Johannes Pullere und Eberhard kullere rittere unseren gewilligen dienst, wir tunt uch bunt, daz Andres und Wolf von Gütramesheim, die uwere . . 5 soldenere gevangen baut, mit hern Symunde Fürsten noch mit anderen uweren vienden nibt zu schaffende baut, und sprechen! bi unserem eide, daz sie unsere knelite sint. darumbe bitte wir uch mit allem flisze, daz ir die selben unsere knehte lidig laszent durch iemer unseren dienst, wanne sie urfehle vor uns geswören haut, und geloben! vur sie, daz sie uch oder uweren bürgeren noch seideneren von der 10 gevengnusse wegen niemer leid getünt bi güten trüwen ane alle geverde. und des zu eime urkunde bau wir unsere ingesigele gehencket an disen brief. der wart gegeben an der ersten mittewochen nach sante Mathias tage des zwelfbotten in dem jare, da man zalte von gotz gebürte drücehen hundert jar und ein und driszig jar. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 17 or. mb. c. 2 sig. pend. 15 527. Johann Herr von Hoh-Rappoltslein spricht die bei Colmar gefangen genommenen Straßburger aller ihrer Verpflichtungen frei und ledig. 1331 Marz, 8. Wir Johans herre von der hohen Ropoltzstene embietent den erbern und bescheiden dem meister und dem . . rat von Strazburg unsern grüz und alles gut. wir dünt uch kunt, das wir uwer burger und dienere, die wir viengent uf dem 20 gestosze, das do geschach von des wegen von Arburg, do sie von Kolmer fürent 1 , lidig sagen! vir uns alle unsere dienere und belfere aller Sicherheit und gelupde, die sie uns oder unsern dienern getone hant von der selben geleite wegen, one alle geverde. unde des zü einem urkunde hont wir unser insigel gehencket an disen brief. der wart gegeben an dem fritag vor dem sunnendag, so man singet Letare 25 zü mittervasten in dem jor, do man zalte von gottes gebürte drüzehen hundert jar und eins und driszig jare. S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. c. sig. pend. delapso. 528. Wernher und Hermann von Hohenfels leisten der Stadt Straßburg Sicherheit für Berthold von Drachenfels. 1331 Mai 2. 30 Wir Wernher und Herman gebrüdere herren von Hohenvels enbielent den erbern bescheiden dem . . meister und dem rate von Strazburg unsern grüs und 1 Damit steht wohl der Bericht des Matthias von Neuenburg in den Gesta Bertholdi im Zusammenhang: obiit dominus Burkardus de Horburg (1331) et advocatus Rubiacensis castrum Zellenberg obsidens ipsum et opidum cum villa Bebelnlieim et omnibus attinenciis apprehendit. nam dominus 35 alte Rapolzsteine, cujus sororem liabuit dictus Burkardus, predicta omnia nomine infantis prediete sororis detinere volebat. Vergl. Böhmer Fontes rer. germ. IV, 305. 1331 481 alles gut. wir tunt Ach kunt, daz wir uch alle uwer bürgere und heitere trösten! vAr hern Lerbtolde von Drachenvcls pastor zu Kantzekirche, unlze daz wir Ach dise trostunge von sinen wegen wider hielent ahte dage vor, one alle geverde. und dez zu eime urkAnde so han wir unsere ingesigele an disen briet geliencket. datum feria quinta post Philippi et Jacobi apostolorum anno domini 1331. ! S aus Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. K lad. 15 or. mb. Der untere Band des Stüclcs ist abgeschnitten. 529. Erzbischof Balduin von Trier schreibt der Stadt Straßburg, daß er bei den Landauern gern ihre Forderungen vertreten werde, u. A. [1331 Juni] Trier. io Baldewinus dei gracia sancte Treverensis ecclesie archiepiscopus, sacri imperii per Galliam archicancellarius, sancte Moguntine sedis et Spirensis ecclesie provisor, prudentibus viris . . scultheto et . . consulibus civitatis Argentinensis amicis suis di- lectis salutem et plenitudinem omnis boni. de eo, quod nobis scripsistis de Landowe et Symone de Mulenhoven milite 1 , sciatis, quod nobis nondum constat >5 nec anbei nostri nobis scripserunt quidquam de obedientia dictorum de Landowe, unde eis scribere comode nequimus super eo. qui si ad obedientiam nostram vene- rint, libenter pro vobis faciemus cerla petita, sicut decuerit et in quantum poteri- mus, hono modo, de famulo quoque vestro captivato, pro quo scribitis, de quo, ul accepimus, plures mote sunt graves querimonie, ad preces vestras libenter scribere 20 curabimus . . offic[iatis] nostris 3 , quod ipsi circa cum, in quantum cum conveniencia poterunt, faciant graciose. datum Treveri. [in verso] prudentibus viris . . scultheto et . . consulibus civitatis Argentinensis amicis nostris dilectis. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 168 or. mb. Kt. cl. c. sig. in verso impr. defic. Spuren des grünen Siegels sichtbar. Nach Dominicas Forschung 2 erscheint Baldewin 1331 Mai 30 zum ersten Male urkundlich als Pfleger der Speierer Kirche. Da derselbe nun bereits 1331 Juni 28 zu Trier der Stadt Landau ihre Freiheiten bestätigt 3 , also ihr Gehorsam damit offenkundig ist, so dürfte der Brief in jene Zwischenzeit fallen. Für Differenzen des Landauer Bitters Symon von Mühlhofen mit den Straßburgern im Jahre 1331 vergl. die Anmerk. 1. 30 offic[iatis] nostris über geschrieben. 1 1331 August 2 (am ersten Freitag vor Sixtestage) erklärt Fritzemann von Wasichenstein, daß der Brand zu Steinweiler, Herrn Symund von Mühlhofen zugefügt, in offener Fehde von ihm und seinem 35 Bruder veranlaßt sei und daz Johans von Schönecke uf der getait min und minre brüdere helfer waz. or. mb. c. sig. pend. i. Straßb. St. A. Verseht. Canzlei-Gew. Corp, K lad. 16. 2 A. Dominicas Baldewin von Lützelburg S. 299 Anmerk. 2. 3 Lehmann Urkundl. Geschichte von Landau S. 40. Str. II. 61 T. Kl > hü 482 1331 530. Erzbischof Balduin von Trier bittet die Stadl Straßbur ff, sie möge Bischof Walram von Speier gewiße Einkünfte nicht vorenthalten, [1331] Octobcr 3 Bacharach. Baldewinus dei gracia sancle Treverensis ecclesie archiepiscopus, sacri imperii per Galliam arcliicancellarius, sancte Moguntine sedis et Spirensis ecclesie provisor, prudentibus viris . . scultheto . . scabinis et . . consulibus civitatis Argentinensis amicis suis dilectis salutem cum plenitudine omnis boni. venerabilis in Christo pater dominus Walramus electus Spirensis 1 nobis sua conquestione monstravit, quod vos sibi in quibusdam certis redditibus, quos in ipsa vestra civitate obtinet, inju- riam faciatis et quod super hoc a vobis justiciam consequi non valeat, quamvis vos tarn per se quam per . . officiatum nostrum requiri fecerit, sicut asserit, super eo. rogamus igitur et requirimus prudenciam vestram precibus aflectionis, quatenus prefato . . electo nostri contemplacione amoris, cum ipse eciam in nostra sil pro- tectione rebus et corpore speciali, super premissis justiciam facialis, voluntatem vestram nobis super hiis rescribentes presencium per . . lato rem. datum Bacherfaci] 5 nonas octobris. [in verso ] prudentibus viris . . sculteto . . scabinis et . . consulibus civitatis Argentinensis amicis nostris dilectis. S aus Straßb. St. A. Gew. u. d. Pfalz lad. 168 or. mb. lit. cl. c. sig. in verso impr. defic. Bezüglich der Datirung vergl. nr. 529. Bür die Annahme des Jahrs 1331 auch hier spricht die große Aehnlichkeit beider Briefe und das Itinerar Balduins schließt diese Zeitbestimmung wenigstens nicht aus 2 . 1 Vergl. Leupold Berthold von Buchegg S. 63 Anmerk. 1. 2 Ooerz Begesten der Erzbischöfe zu Trier S. 74. 5 io 15 20 Strassburg, Universitäts-Buchdruckerei von J. H. Ed. Heitz (Heitz & Mündel). Historischer Verlag von Karl J. Trübner in Strassburg. Baumgarten, Herrn. Vor der Bartholomäusnacht. 8. XIX, 263 S. 1882. Jl 5 — -lieber Sleidans Leben und Briefwechsel. 8. 118 8. 1878. Mit 1 Facsimile. Jl 2 50 — — Sleidans Briefwechsel, herausgegeben von Herrn. Baumgarten. 8. XXXI, 335 S. 1881. M. 6 — — — Jacob Sturm. 8. 34 S. 1876. Jl. — 80 --Ignatius von Loyola. 8. 34 8. 1880. Jt — 80 — — Die religiöse Entwickelung Spaniens. 8. 38 8. 1875. „* 1 — -Treitschkes Deutsche Geschichte. 3., durch einen Nachtrag vermehrte Auflage. 8. 1883. JL 1 — Ebrard, Dr. Fr. Der erste Annäherungsversuch Königs Wenzels an den Schwäbisch- Rheinischen Städtebund. 1384-85. Mit ungedr. Aktenstücken. 4. 37 8. 1877. Jl 2 — (Festschrift zur 400jährigen Jubelfeier der Universität Tübingen.) Geschichtsquellen, ungedruckte, Anglonormannische. Heransg. v. F. Liebermann. 8. VI u. 359 8. 1879. b 7 — Glatz, Dr. Karl J. Geschichte des Klosters Alpirsbach auf dem Schwarzwalde. 8. IX, 442 8. 1877. b 8 — Henning, Rud. Das deutsche Haus in seiner historischen Entwickelung. Mit 64 Holzschnitten. 8. XI. 164 8. 1882. Jl 5 — Inhalt : Einleitung. — Die fränkisch-oberdeutsche Bauart. — Die sächsische Bauart. — Die friesische Bauart. — Die anglo-dänische Bauart. — Die nordische Bauart. — Die ostdeutsche Bauart. — Das arische Haus. — Zur Geschichte des deutschen Hauses. Hollaender, Alcuin. Strassburg im Schmalkaldischen Kriege. 8. VII, 94 S. 1881. Jl 2 — Katterfeld, A. Roger Ascham, sein Leben und seine Werke. Mit besonderer Berücksichtigung seiner Berichte über Deutschland aus den Jahren 1550-53. 8. XI, 369 8. 1880. 'Jl 8 — Lehmann, J. G. Dreizehn Burgen des Unter-Elsasses u. Bad Niederbronn. Nach histor. Urkunden. 8. VI, 243 8. 1878. Jt. 3 50 Lüning, Dr. Edgar. Die Verwaltung des Generalgouvernements im Eisass. Ein Beitrag zur Geschichte des Völkerrechts. 8. 265 8. 1874. Jl b — — — Geschichte des deutschen Kirchenrechts. I. II. Bd. 8. XIX, 579 S.; XII, 758 8. 1878. JL 25 — Löper, Carl. Zur Geschichte des Verkehrs in Elsass-Lothringen, mit besonderer Berücksichtigung der Schifffahrt, des Post-, Eisenbahn- und Telegraphenwesens nach archi- valischen und anderen Quellen, nebst 32 auf das Verkehrsleben bezügl. Urkunden von 1350-1779. 8. II, 288 8. 1873. Jt 4 — — — Die Rheinschifffahrt Strassburgs in früherer Zeit und die Strassburger Schiffleutzunft. Nach archivalischen u. anderen Quellen bearbeitet. 8. V, 310 8. 1877. JL 5 — Roclioll, Dr. Heinr. Der grosse Kurfürst von Brandenburg im Eisass 1674-75. Mit einer Karte zum Gefecht von Türkheim. 8. VIII, 98 8. 1877. JL 2 — SehefTer-Boichorst, Paul. Die Neuordnung der Papstwahl durch Nicolaus II. Texte u. Forschungen zur Gesch. d. Papstthums im XI. Jahrh. 8. VI, 146 8. 1879. JL 3 50 — — Aus Dantes Verbannung. Litterarhistorische Studien. 8. VIII, 254 8. 1882. beinhalt: 1. Die letzten Jahre des Dichters (Wünsche, Sorgen und Trost — Dante und die Herren von Polenta — das Leben in Ravenna — Correspondenzen und Reisen, politische u. litterarische Thätigkeit). 2. Die Abfassungszeit d. Monarchie. 3. Der Brief an Cangrande della Scala. 4. Eine Frage der Echtheit und der Chronologie. 5. Boccaccios Vita di Dante. 6. Der Brief des Bruders Hilarius. Scherer, Willi. Geschichte der deutschen Dichtung im XI. und XII. Jahrhundert. 8. X, 146 8. 1875. Jl 3 50 Schmoller, Gustav. Strassburgs Blüte und die volkswirtschaftliche Revolution im XIII. Jahrhundert. 8. 35 S. 1875. Jl. 1 — — — Strassburg zur Zeit der Zunftkämpfe und die Reform seiner Verfassung und Verwaltung im XV. Jahrhundert. Mit einem Anhang, enthaltend die Reformation der Stadtordnung von 1405 und die Ordnung der Fünfzehner von 1433. 8. IX, 164 8. 1875. Jl 3 — — Die Strassburger Tücher- und Weberzunft. Urkunden und Darstellung, nebst Regesten und Glossar. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Weberei und des deutschen Gewerberechts vom XIII. bis XVII. Jahrh. 4. XXI, 588 8. 1879. JL 2b — von Schubert, H. Die Unterwerfung der Alamannen unter die Franken. Kritische Untersuchung. 8. 222 8. 1884. Jl 5 — Spacli, Ludwig. Moderne Culturzustände im Eisass. 3 Bde. 8. 1873-74. JL 13 — Wiegand, Willi. Bellum Waltherianum. Strassburger Habilitationsschrift. 8. 94 8. 1878. b 2 — Historischer Verlag von Karl J. Trübner in Strassburg. Urkunden und Akten der Stadt Strassburg. Herausgegeben mit Unterstützung der Landes- und Stadtverwaltung. I. Abtheilung : Urkundenbucli der Stadt Strassburg. I. Band : Urkunden und Stadtrechte bis zum Jahre 1266. Bearbeitet von W. Wiegand. 4. XV, 585 8. 1879. Jl 30 — II. Band : Politische Urkunden von 1266-1332. Bearbeitet v. W. Wiegand. III. Band : Privatrechtliche Urkunden und Amtslisten von 1266-1322. Bearb. v. A. Schulte. 4. XLVII, 451 S. 1884. M. 24 — II. Abtheilung : Politische (Korrespondenz der Stadt Strassburg in der Reformationszeit. I. Band : 1517-1530. Bearbeitet von H. Virck. Lex. 8. XIII, 598 S. Jl 14 — II. Band : Bearbeitet von 0. Win ekel mann. (Unter der Presse.) Strassburger Studien. Zeitschrift für Geschichte, Sprache und Litteratur des Elsasses, hrsgb. von Ernst Martin u. Wilh. Wiegand. I. Band. 8. 1883. Jt 12 — II. Band. 8. mit 4 Karten. 1884/85. Jl 15 — Inhalt : I. Band : Preuss. R., Stilist. Untersuchungen über Gottfried von Strassburg. — Urkundliches über die Meistersinger zu Strassburg v. E. M. — Abwechselnd bewirtschafteter Gemeindeacker v. E. M. — Meister Hesse der Schreiber von Strassburg v. E. M. — Ein Minnelied v. E. M. — Die althochdeutsche Sprache im Eisass vor Otfried von Weissenburg von Dr. So ein. — Closener und Königshofen. Beiträge zur Geschichte ihres 'Lebens u. d. Entstehung ihrer Chroniken v. Dr. A. Schulte. — Ein Urbar des Strassburger Bisthums aus dem XIV. Jahrh. v. W. W. — Jacob von Mainz. Matthias von Neuenburg oder Albertus Argentinensis v. W. Soltau. — Wolfhart Spangenberg v. Wilh. Scherer. — Nachtrag zu den Ortsbestimmungen in den Weissenburger Urkunden v. A. Socin. — Gritic v. E. M. — Literarhistorische Notizen v. E. M. — Verzeichniss der in den Jahren 1870—1882 erschienenen Litteratur über das Eisass v. E. M. u. W. W. Inhalt: II. Band: Thomas Murners Mühle von Schwindelsheim, hrsgb. v. Albrecht. — Ministerialität und Stadtregiment in Strassburg bis zum Jahre 1266 v. Martin Baltzer. — Strassburger Adel in der Mortenau. I. die Erbin von Rorburg v. Ruppert. — Pabst Leo IX. und die elsässischen Kirchen v. Dr. A. Schulte. — Albert von Hohenberg als Chronist. Eine Entgegnung v. W. Soltau. — Der Strassburger Electenprocess vor dem Konstanzer Conzil v. Dr. H. Finke. I. II. III. — Die Mundart des Münsterthaies v. W. Mankel. — Aelteste Grenzen und Gaue im Eisass. Ein Beitrag zur Urgeschichte des Landes v. Dr. Aüg. Schricker. — Zur Schlettstadter Schulgeschichte v. Dr. G. Knod. — Briefe von Schöpflin u. anderen Strassburger Gelehrten an Bodmer und Breitinger v. Dr. Job. Crüger. — Strassburger Adel in der Mortenau v. Ruppert. — Zum heiligen Namenbuch' von Konr. Dangkrotzheim v. E. M. III. Band. I. Heft. 8. 164 S. 1886. ^3 — Inhalt : Deutsche Glossen in dem Vocabular Niger Abloas (Metzer Hs. 203) von M. Flohr. — Eine in Strassburg 1720 erschienene Anekdotensammlung in Versen von A. Socin. —.Miscellen von E. Martin. Urkunden zur Geschichte der Stadt Speyer. Dem historischen Verein der Pfalz zu Speyer gewidmet von Heinrich Hilgard-Villard. Gesammelt und herausgegeben von Alfred Hilgard. 4. XII. 565 8. mit 3 Tafeln. 1885. Jl 25 — Strassburg, Universitats-Buclulruckerei von J. H. E«l, Heitz Ileitz & Mündel). S3§?“%ä3c ME/ ä: ZsLL' ^^tzühMF -MEL 'i ■«: ,^lf a j & . Wggr - ■xr*2ystg£sg: Lrm rL §3» ,M iSssr^kJ; •igM; ate-jr. A^S---- 'Tr Ä W-Ms Ä-E ;p| ijsgK« |3*H7l£!H ZWAW UWM MM --MM AM7L inTSr*: rrnfcrJ: i Äj-F^fa-T ÄLL!- :H»et»: MZ8" ■‘iTp»,- :«V36;I «Wj j^säcs^TSf 4 *: 33rä£ *?~.f3r