Fnollet und den G⸗ Lbagtb, g Uihj und gftt AJununſte rnmhen, % glugen, bu U Oder SaHASAS.CH Follſtändige Veſchreibung Aller einheimiſchen und auslaͤndiſchen Stauden⸗ Knollen⸗Zwiebel- und Blumen-Gewaͤchſe, Wodurch und den Garten⸗Liebhabern zuverlaͤßige Nachricht gege⸗ ben wird, wie man allerhand Arten ſchoͤner Blumen auſſerordentlich groß und gefuͤllt machen, auch denen Nelcken, Aurieulen, Leveojen, ꝛc. verſchiedene arlige Farben beybringen, ſelbige dabey erhallen und vermehren koͤnne⸗ Nebſt Zu den rareſten Orangerie. Luſt⸗ und Blumen⸗Baͤumen, grünen Hecken, Waͤnden, Pyramiden und andern praͤchtigen Auszierun⸗ gen zu gelangen, die auslaͤndiſchen Gattungen durch das Waſſer zu Bluͤ⸗ then und Fruͤchten zu befoͤrdern, und einen Artzney⸗Obſt⸗ und Kuͤchen⸗Garten zugleich anzulegen. len Anmerckungen ex Actis Naturæ Curioſorum erlaͤutert/ und dem Publico zur Gemuͤths⸗Beluſtigung dargeſtellet. Franckfurt am Mayn, 1 LI en 1 711 2— ——• 95 Whe6 0 0 (0) 4 iieeeeee Vorrede an den Leſer. S6 5 ſehe bereits im Geiſte zuvor/ daß bey 3* dem 1555 Anblick des vorausgeſetzten Titul⸗Blats, der geneigte Leſer etwann 5 werde, wie es doch moͤglich, daß, bey ſo vielen dem Publico vor Augen liegenden Garten-Schrifften, ein noch nicht geſehener fremder Stern in dem Reiche der Floræ er⸗ ſcheinen, u und ſich daſelbſten mit neuen Wun⸗ dern ausbreiten moͤge? 2 Iſt es dann glaublich, und der geſunden Bernunfff fft Hemäiß, daß ſo vie⸗ le Waähinte Maͤnner in tiefen Fi ſterniſfen ge⸗ ſtecket, und der jetzt eroͤffnete Neue Garten⸗ Saal ihnen zur hh Erkaͤnntniß derer Ge⸗ waͤchſe neues 1 und Einſicht geben ſolle? Nicht alſo, geehrter Leſer! dieſes iſt nicht der Zweck meiner fuͤhrenden Gedancken, und werde ich auf den hohen Erad der Schwachheit nicht verfallen, daß dieſe zum Druck befoͤrderte wenige Blaͤtter allen denferigen vorziehen ſolle, welche von der Gaͤrtnerey geſchrieben haben. Ich ehre vielmehr ihre Arbeit, und bekenne mit fre zmuͤ⸗ thiger Gelaſſenheit, daß der unermuͤdete Fleiß 02 vie⸗ Vorrede vieler unvergleichlichen Blumiſten ein groſſes beygetragen, mithin eine derer unleidentlichſten Thorheiten ſeyn wuͤrde, wann ich dieſer oder je⸗ ner vortreffliche Wercke verachten, und aus ei⸗ nem Triebe eitlen Hochmuths mich dahinuͤber ſchwingen wolte. Allein ich geſtehe aber auch, daß viele unnuͤtze hartequen und gantze Tra- ctaten von dieſer Materie in die Welt geſchicket worden, worinnen das hunderſte durchs tau⸗ ſendſte gemiſchet, und eine an ſich leichte Sache mit ausſchweiffenden Grillenfaͤngereyen derge— ſtalten verwickelt worden, daß man hierdurch nur abgeſchrecket werden, und gegen eine ſo edle Bemuͤhung anderſt nichts als einen Wiederwil⸗ len empfangen muß. Da ich nun ſolchem und mehr dergleichenlUnwe⸗ ſen oͤffters nachgedacht, und in der That befun⸗ den, daß das mehreſte, was von vielen Auto- ribus von dem angenehmen Blumen⸗Bau zu⸗ ſammen geſtuͤckelt worden, auf gantz irrigen Prineipiis beruhe; ſo habe mich endlich dahin bereden laſſen, durch eine leichte, klare, der Natur und Vernunfft gemaͤße Anweiſung die mehreſten Gattungen derer Garten⸗Gewächſe vorſtellig zu machen; und da diejenige Preis⸗ und aller Ehren⸗wuͤrdige Seribenten, welche das an⸗ faͤnglich zerfallene Garten⸗Weſen mit ihren wichtigen Anmerckungen nluttriret, denen wenig⸗ ſten bekannt, und ohne groſſe Koſten und Muͤhe nicht — Mböchten Htgn zu Wilfte Chichei Winchü 1Gmt Punhiſ fen deh Muul in Hgtt,t futd, 10fſö monſe u Hun Nhmt Irmgl che, N lcheit. lilt. an den Leſer. den hoͤchſten Gipffel iheer Vollkommenheit faſt beſtiegen zu haben ſich ruͤhmen kan, beſonders, da unſere Gaͤrten heutiges Tages durch ihre Schoͤnheit, durch ihren Uberfluß, und durch die unſchuldigen Luſtbarkeiten, ſo ein aufgeweck⸗ tes Gemuͤth darinnen findet, zu lauter irdiſchen Paradieſen werden; zu welchem Ende die Blu⸗ men den alleranmuthigſten Zierrath, den die Natur im anfangenden Fruͤhling zum Vorſchein bringet, abgeben, und hier auf Erden dasjeni⸗ ge ſeynd, was die Sterne am Himmel, folg⸗ lich ſo ſchoͤn und praͤchtig, daß unſer Heyland hiervon ſelbſten meldet, der koſtbarſte Schmuck der Koͤnige muͤſſe vor ihrem Zierrath weichen: Nehmet wahr(ſeynd die Worte) der Lilien auf dem Felde ꝛc. wie ſie wachſen ꝛc. Ich ſage euch aber, daß auch Salomon in aller ſeiner Herr⸗ lichkeit nicht iſt bekleidet geweſen, als deren eine. Gehen wir von dem Buche des Lebens in die vergangene Zeiten, thun wir, ſage ich, einen Blick in das graue Alterthum, und nunmehro gantz jerſtoͤrte Gaͤrten, ſo befinden wir daß die aller⸗ hoͤchſten Haͤupter und Welt⸗maͤchtigſte Monar⸗ hen von dem Thron ihrer zeitlichen Gluͤckſelig⸗ eit ſich herunter gelaſſen, in Pflantzung derer Bewaͤchſe ſelbſt Hand angeleget, und hierinnen die Wercke der Natur betrachtet haben. — 4 Allein Vorrede Allein was brauchen wir zum Lob und Erhoͤ⸗ hung der Gaͤrtnerey von ſo vielen Seculis den Beweißthum herzuholen; da wir auf dem Eu⸗ ropaͤiſchen Boden an vielen hohen Haͤuptern, Fuͤrſten, Biſchoͤffen, Praͤlaten, vornehmen Miniſtris, und andern ſowohl Civil. als Mili- tair-Bedienten, lebendige Zeugen haben, wel⸗ che in dieſer unſchuldigen Ergetzlichkeit ein Stuͤck ihres zeitlichen Vergnuͤgens finden, welcher höͤchſt ruͤhmliche Vorſatz von ſo groͤſſerer Wich⸗ tigkeit zu achten, als wir hierdurch in die ver⸗ borgenſte Geheimniſſe des groſſen Schau⸗Pla⸗ tzes der Kunſt und Natur eindringen, und die unerſchoͤpffliche Allmacht des groſſen GOttes bewundern, wie Er in einem ſo engen Raum eines Saamen⸗Koͤrnleins alle Schoͤnheiten der Blumen, den Bezirck der groͤſten Baͤume und eine unbeſchreibliche Anzahl verſchiedener andern Gewaͤchſe geleget habe. Woraus der Vorzug, und was bey Vegeta- tion der Pflantzen und Gaͤrtnerey nur wunder⸗ bares iſt, unſtreitig erhellet, und uns nothwen⸗ dig zu erkennen giebt, daß die Erde, die ſich ſelbſten zu bewegen gantz unfaͤhig iſt, von einem unendlich⸗maͤchtigern Weſen angeflammet wer⸗ de, ſo Erſtaunens⸗wuͤrdige Veraͤnderungen in denen Blumen herfuͤrzubringen welches ich durch noch unendliche Beyſpiele erweitern koͤnn⸗ te, wann mir vorgenommen haͤtte, durch eine lan⸗ „Norr Vöbt lufe Getalte ech, wnhe/ uu ut bi ortomm haährt, behhe der 5* Ult — 19 Wewit chel Bah ſe, K. alen R 2 an den Leſer. lange Vorrede in weitlaͤufftige Betrachtungen auszulauffen. Geſtalten aber dieſes mein Vorhaben nicht geweſen, ſo breche darvon nunmehro ab, und vermelde, daß ich dasjenige, was bey dem Garten⸗ Bau zu beobachten iſt, in 20: Betrachtungen eingeſchloſſen, und was in einer, denen daſelbſt vorkommenden Umſtaͤnden nach, nur obenhin beruͤhret, in der darauf folgenden wiederholet, und eine aus der andern erklaͤret habe. In der Erſten Betrachtung rede ich von de⸗ nen Planeten und Himmels⸗Zeichen, ob und wie weit dieſelbe in die Gaͤrtnerey einen Einfluß haben? In der Zweyten und Dritten erforſche die Beſchaffenheit von dem Erdreich und dem Waſ⸗ ſer, welches das materialiſche Principium von allen Pflantzen zu nennen iſt, und zeige anbey, wie durch geſchickte Aufloͤſung der Saltzen und Keimen recht Verwunderns⸗wuͤrdige Gebuhrten und uͤbergroſſe Befruchtungen zu wege gebracht werden. In der Vierten werden einige rare An⸗ merckungen wieder das ſchaͤdliche Gewuͤrme, Un⸗ gezieffer, Inlecten und andere ſchaͤdliche Thiere angefuͤhret, welche einen wohl angelegten Garten ſo ſehr beunruhigen, und die allerbeſten Gewaͤch⸗ ſe gaͤntzlich zu Grunde richten. In der Fuͤnfften zeige die leichteſte Art, mit wenigen Koſten ver⸗ ſchiedene Arten von Miſt⸗Beeten anzulegen, und ſolche gegen die Ungeſtuͤmmigkeit des Wetters zu K. be⸗ Vorrede beſchirmen. In der Sechſten thue die Saamen derer Sommer⸗Gewaͤchſe, und welchergeſtalten dieſelbe zum geſchwinden aufkeimen zu bewegen ſeynd, betrachten. In der Siebenden ſchreite zu jeder Art dieſer Gewaͤchſe, beſchreibe ſolche nach allen ihren Geſtalten und Vorfallenheiten, eroͤff⸗ ne die Etymologie und Verſchiedenheit derer Namen, und mache in der Achten Betrachtung, nach eben dieſer Anweiſung, mit denen Knollen⸗ und Tuberoſiſchen Gewaͤchſen den Anfang. In der Neunten erklaͤre die mehreſten Arten hiervon, und beſchreibe eine nach der andern in richtiger Ordnung. In der Zehenden ſtelle die Zwiebel⸗ Gewaͤchſe uͤberhaupt vor. In der Eilften ent⸗ decke einige Kunſt⸗und Handgriffe, ſowohl wegen Veraͤnderung derer Farben, als anderer Merck⸗ wuͤrdigkeiten. Die Zwoͤlffte benennet eine jede Art von denen Zwiebel Gewaͤchſen, und unterweiſet⸗ wie ſolche zu pflantzen, zu vergroͤſſern, und zu war⸗ ten ſeynd. Die Dreyzehende handelt von denen Plantis fibroſis, bder zaſichten Gewaͤchſen ins⸗ gemein, durchſuchet den Urſprung, die Blumen groß und gefuͤllt zu machen, und ſonſt ungemeine Dinge zu verrichten, lehret den uͤblen Geruch an denenſelben hinweg zu nehmen, ſolchen zu verbeſ⸗ ſern, und giebt eine kurtze Abbildung von der ba⸗ lingeneſie, oder kuͤnſtlichen Auferweckung derer Pflantzen aus ihrer Aſche, eroͤrtert viele andere Giheimniſſe, und berichtet, weſſen man ſich dießß⸗ falls Ae Adegen 0 41 ſihe nche Ihach/ Egtoſech, Waältet tißekeh 0. Aopeh Aurnfantz Gwicht; PWochkghh Miiun G Sichzch Afand rand b an den Leſer. falls zu verlaſſen habe. In der Vierzehenden durchgehe uͤber hundert und funfzig Arten derer zaſichten Gewaͤchſe, beſorge und ſehe den Anbau von denen GrasBlumen und Levcojen ein, erlu⸗ ſtige mich an deren Schoͤnheit, thue verſchiedene Verſuche, und offenbare, was die mehreſten ge⸗ heim gehalten haben wollen. In der Funfzehen⸗ den komme zu der Orangerie, und anderen Luſt⸗ und Blumen⸗Baͤumen, ſpreche von Vermehrung aus dem Kern, durch abgebrochene Zweige, durch Anhaͤngung der Spalt⸗Toͤpffe, durch die Neben⸗ Sproſſen, durch das Oculiren, Pfropffen und Ablactiren, löͤſe den Saamen in zubereitetẽ Feuch⸗ tigkeiten auf, urtheile von dem Erdreich, denen Gewaͤchs⸗Haͤuſern und Winter⸗Behaͤltniſſen, er⸗ gruͤnde die Nahrungs⸗Saͤffte, und unterſtuͤtze al⸗ les mit der Erfahrung. Die ſechszehende Betrach⸗ tung bemercket zwey auſſerordentliche Erfindun⸗ gen, vermittels des Waſſers und Vereinbarung derer Wurtzeln mit denen Aeſten und Zweigen die Fortpflantzung derer auslaͤndiſchen Stauden und Gewaͤchſe zu befordern, und ſich eine zahlreiche Nachkommenſchafft darvon zu verſichern. Dis Siebenzehende beſichtiget die Arten vorbenannter Luſt⸗ und Blumen⸗Baͤume, unterſcheidet eine von der andern, und berichtet, was bey jeder ins⸗ beſondere zu verrichten ſeye. In der Achtzehenden entwerffe die Zeit, in welcher jedes Gewaͤchſe in der Bluͤthe ſtehet. In der Neunzehenden beſchaue die Vorrede an den Leſer. E die Gewaͤchſe/ welche allerhand wunderliche Ge⸗ ſtalten und Fruͤchte bringen, und thue in der Sumtioſten und letzten Betrachtung eine kurtze N Anleitung vor Augen legen, was von einem auf⸗ merckſamen Garten⸗Freund in jedem Monat des gantzen Jahrs zu beobachten ſeye. 0 Dieſes, gleichwie es nun der weſentliche Inn⸗ Dut 0 halt iſt, welchen in gegenwaͤrtigen Betrachtungen 9 auszufuͤhren, mir vorgenommen„ſo mache die⸗ ſem Theil ein Ende; und woferne ich vernehme, 33 293 W ditt daß dieſer von dem geneigten Leſßer zufrichti⸗ Io ger Stirn aufgenommen werden d8⸗ ſte,; ſo ver⸗ 6 3 0 7. 2& OSse ſpreche den Zweyten Theil des Obſt⸗ und Kuͤ⸗ chen-Gartens, nebſt einem wohl eing⸗ heilten PDfg al Horto Botanico, und was darmit weiter ver⸗ W. knuͤpffet iſt, in eben dieſer Ordnung herauszu⸗ geben: Wormit durch noch undenckliche Zeiten Gluͤck, Heil und Seegen anwuͤnſchet Der Autor. An — 91 kſer ( O0) 86⸗ undalcheh, K.08: Künaünden wuink An den Herrn Autorem gegenwaͤrtiger Garten⸗Betrachtungen. Ju haſt, geehrter Freund! dahier gantz klar bewieſen, Was Elsholtz. Duͤmmler und Hohberg beruͤhmt gemacht, Was dort Ferrarium, was Lauremberg geprieſen, Uad was noch andern mehr Lob, Ruhm und Ehr gebracht. Dieß alles, ſage ich, wird uns dahier entdecket, 12 Was Holl⸗ 11 Engelland nicht gnugſam prei⸗ en kan, Und was in Indien, auch Welſchland, rares ſtecket, Zeigt uns dein Garten⸗Saal in kluger Ordnung an. So fahr dann weiter fort die Floram zu vermehren, Und laß nicht gehen aus das aufgeſteckte Licht, Es ſcheint, mein werther Freund! zu deinen Ruhm und Ehren, Wodurch der Wendt Zahn des blaßen Neides richt. E. d. H. A. b. g. F. u. D. Abthei⸗ Utol. 882888 N.88 Abtheilung. Erſte Betrachtung. On denen Planeten und Himmels⸗Zeichen⸗ auch ab⸗und zunehmenden MondenLicht. Zweyte Betrachtung. Von dem Erdreich. Dritte Betrachtung. Von dem Waſſer und Befeuchtung derer Ge⸗ waͤchſe. Vierte Betrachtung. Von Vertilgung derer einem Luſt⸗Garten ſchaͤd⸗ lichen Thiere und Ungezieffer. Fuͤnfte Betrachtung. Von Anlegung eines Miſt⸗Beets. Sechſte Betrachtung. Von dem Saamen derer Sommer-Gewaͤchſe insgemein. Siebende Betrachtung. Von verſchiedenen Arten derer Sommer⸗-Ge⸗ Achte waͤchſe. S aden nioſen W. Vihſe Iun dette Iun eint Nalt) Nunde Curden ſenint 0 J0 nt. häch. WM 0 Wnf K ge D — N oseten ſchad Akten ſchaͤd n οο Achte Betrachtung. Von denen Plantis tuberoſis, oder KnollenGe⸗ waͤchſen insgemein. Neunte Betrachtung. Von unterſchiedenen Arten derer Knollen⸗Ge⸗ waͤchſe. Zehende Betrachtung. Von denen Zwiebel-Gewaͤchſen insgemein. Eilfte Betrachtung, Von einigen ſonderbaren Kunſt⸗ und Handgriffen derer Zwiebel⸗Gewaͤchſe. Zwolfte Betrachtung. Von verſchiedenen Arten derer Zwiebel⸗Gewaͤchſe Dreyzehende Betrachtung. Von denen Plantis fibroſis oder zaſichten Gewaͤch⸗ ſen insgemein. Vierzehende Betrachtung. Von 8. 0 Arten derer zaſichten Ge⸗ wa e. Funfzehende Betrachtung. Von denen Luſt⸗ und Blumen⸗Baͤumen. Sechszehende Betrachtung. Von zweyen beſonderen Modis der Propagation al⸗ ler auslaͤndiſchen Stauden und Gewaͤchſe, wo⸗ durch man in kurtzer Zeit zu denen ten ſten Baͤumlein gelangen, und den bißhero ver⸗ ſpuͤrtenMangel gleichſam mit fliegendem Wachs⸗ thum erſetzen koͤnne. Siebenzehende Betrachtung. Von unterſchiedenen Arten in⸗ und auslaͤndiſcher Luſt und Blumen-Baͤume. Achtzehende Betrachtung. Von der Zeit, in welcher jedes Gewaͤchſe in ſeiner angenehmen Flor ſtehet. Neunzehende Betrachtung. Stellet ein enges Regiſter derjenigen Gewaͤchſe vor, welche allerhand wunderliche Geſtalten und Fruͤchte tragen. wantzigſte Betrachtung. Giebt eine kurtze Anleitung, was ein curieuſer Garten⸗Liebhaber das gantze Jahr hindurch zu verrichten habe. Erſte Betrachtung. Von denen Planeten und Himmels⸗Zei⸗ 166% chen, auch Ab⸗ und Zunehnien des * Monden⸗/ Lichts. Achdeme die mehriſten Garten⸗Scri⸗ benten, und inſonderheit 71— Heſſens Teutſcher Gaͤrtner,(a) Mondes⸗Wechſel und abtige ls⸗Zeichen dergef ſtalten er⸗ ſolche nicht allein bey der erer Blumen, ſondern pichet ſeynd Ausſaat unt ich bey d ene en Wrrick htungen hoͤchſt oͤthig, ja faſt une h zu ſe ebn, geglaubet; So a0»geſck biche inter ihnen(b) ihre T ſo wei jetrieben, da ſie einige Pflan⸗ tzen d em 5 ge dem Jupiter; dieſe der Venus, andere dem curio, Martis und Lunæ, als ihren herrſchenden laneten, gleichſam geheili⸗ 7 habe en. Sie beruffen ſich dießfalls auf die taͤgliche Er⸗ e und behaupten mit erſtaunender Ver⸗ A meſſen⸗ (4) H 7. Tib. 3. Cap. I. und Lib. 4. Cap. g. Holyck. Garten⸗Buch, Part. 1. Cap. 3.§.3 (b) Joh. Michael Schwimmer, in Deliclis Fhyſtco- Her. Cſe tenfibus. * 2 Erſte Betrachtung, meſſenheit, daß Saturnus die blaue, Sol und Jupi⸗ ter die gelbe, Mars die feurige, Venus, Mercu- rius und Luna, die roͤthliche Farbe mit ſich fuͤhre, und denen Gewaͤchſen(wann ſie in Erhoͤhung ei⸗ nes von dieſen Planeten geſaͤet und verpflantzet wuͤrden) mit reichem Wucher zuflieſſen laſſe. In dem Z0diaco, oder Thier⸗Creyſe, muͤſſen die in dem Calender ſonſt beſchriebene Zeichen, als Widder, Loͤd, Schuͤtz, Krebs, Scorpion, Fiſche, Zwilling, Waag und Waſſermann, allerhand aus⸗ ſchweiffende Beſchaͤfftigungen uͤber ſich nehmen, und wann der Mond die irdiſche Zeichen durch⸗ lauffet, und man ein Gewaͤchs verpflantzet, muß daſſelbe unter ſich, in den lüfftigen aber ſtarck uͤber ſich wachſen, in den feurigen doͤrffen nur niedrige und feuchte Oerter beſetzet, in denen waͤſſerigen Zeichen aber nicht das allergeringſte vorgenommen werden, wann man nicht durch augenſcheinlichen eweiß wahrnehmen will, daß die Stauden nie⸗ mahlen zum gedeylichen Wachsthum gelangen, ſondern beſtaͤndig kraͤnckelen, und endlich ohne die geringſte Hoffnung, Bluͤthen und Fruͤchten zu ſe⸗ hen, zu Grunde gehen ſollen. Das volle Monden⸗Licht iſt das Goͤtzen⸗Bild, welches ſie bey Fuͤllung derer Blumen, mit gebo⸗ genen Knien, und einem faſt unerhoͤrten Eigen⸗ ſinn, verehren, und wann folgende Aſpecten, Je5 oder Ab5,(c) hierbey ſich befinden, iſt eine unver⸗ gleichliche Gelegenheit, die allergefuͤllteſten Blumen zu erziehen. Ein — (e) Müller. Hober 4— 60S9n ffue Hhnten; Alt hinge Wöal 9h AA 0 Hn Cunt un C40/B00 K,e en D fih geht! beh. E. d0 Wunt Mudes ein andet de ale mIt ch ſch a„ ſthekn cl Mit fhenzen 7* 0 Hunnt Von den planeten und Himmels⸗Feichen. 3 WeEin Baum, wann er im abnehmenden Monde e gepflantzet, und im zunehmenden gepfropffet wird, muß unten am Stamme ſchwaͤcher, das Pfropff⸗ jKReis hingegen dicker werden. Und damit ſie ihrem Aberglauben einen ſcheinbaren Mantel umhaͤn⸗ dgen, ſo muß ein ſo genanntes Mond⸗blindes Pferd im neuen Lichte weniger, als im vollen, ſehen; das Haupt⸗Werck kommet auf den Einfluß der Sterne und die Wuͤrckung des Mondes auf den Erd⸗Boden an. Die Auſtern, Muſcheln, Schne⸗ Mn cken, eingemachter Kohl, Krebſe, und andere der⸗ „gleichen Dinge, ſollen bey vollem Monde voller, und mehr relpectiys Safft, Nahrung und Eyer, haben. Kircherus(d) berichtet, daß die Flecken des Panther⸗Thiers ſich nach dem Scheine des (Mondes änderen Das Kraut Lunaria, ſchreibt ein ander er Auctor, bringe bey wachſendem Mon⸗ Hallh de alle Tage ein neues Blat herfuͤr, und werffe, Stalben nie mit abnehmendem Lichte, wieder ein Blat von in gelanhen ſich ab. Das Holtz habe im zunehmenden und lch ohne dee vollen Monde mehr Feuchtigkeit, und wann es růtten zu ſo alsdann gehauen wird, wuͤrde es ehender wurm⸗ ſtichig werden, als wann es im abnehmenden Beten,Bih Monde gefaͤllet wuͤrde. Aus welchen, vieler an⸗ u mit gebo/ deren Bewegungs⸗Gruͤnde nicht einmahl zu ge⸗ brten CigenDencken, handgreifflich abzunehmen ſeyn ſoil, daß eclel/ Lh die Obſervationes derer Himmels⸗ Zeichen etwas iſtene unden mehrers„als ein leeres Geſchwaͤtze derer uner⸗ ſuen Blune fahrnen Gaͤrtner, ſeyn muͤſten. Allein, wann ich betrachte, daß der Mond an ſich ein dunckeler Coͤrper, und ein Stern, welcher 2 ſo ()ᷓ In arte magna lucis& umbræ. Lib. 1. Part. I. Cap.If/ Erſte Betrachtung/ ſo viele tauſend Meilen von unſerem Horizont entfernet iſt, und den wir kaum mit unſern Augen zu erreichen vermoͤgen, nicht im Stande ſeyn, ein einiges Blaͤttlein an einem Gewaͤchſe zur Zeiti⸗ gung zu bringen,(e) oder an einer Blume die geringſte Veraͤnderung der Farbe zu verurſachen; ſo wird ſich bey naͤherer Einſicht ergeben, daß al⸗ les, was man, ohne genugſame Überlegung, auf dieſen Grund gebauet, in einem eitlen Wahn, und gusſchweiffender Einbildung, beruhe. Was kan man ſich ungereimter, naͤrriſcher und gottloſer, vorſtellen, als daß Ariſtoteles ſich einzebildet, die Sternen und Planeten, waͤ⸗ ren an gewiſſen durchſichtigen Spheren oder Um⸗ kreyſen befeſtiget, und einer jeden eine beſondere Incelligenz oder vernuͤnfftiges Weſen vorgeſetzet, welche ſie herum treiben und bewegen muͤſte; Ja ſo gar, daß GOtt, als die erſte Urſache aller Din⸗ ge, auf Erden nichts wuͤrcken koͤnne, als nur mit⸗ telbarer Weiſe durch die himmliſchen Coͤrper(1) und daß dieſe fuͤr die naͤchſte und eigentliche Urſa⸗ che aller Wuͤrckungen, die auf Erden geſchehen, anzuſehen waͤren. Zwar will ich nicht leugnen, daß das Geſtirn die Abwechſelung der Zeit mache, und die Son⸗ ne, wann ſie dieſes oder jenes Zeichen beruͤhre, in gewiſſen Graden auf⸗ und abſteige, einfolglich Winter und Sommer, Fruͤhling und Herbſt, ver⸗ urſache, und allen Gewaͤchſen Leben und Wachs⸗ thum (e) Der neu-ankommende Hollaͤndiſche Gaͤrtner ꝛe. Cap. 18.§. (f) Petr. Pomponatius, Tractat. de Incantationibus P.126. Tähmſ EWinme Ruu 4u N5 IN bon ber mire flh de 15 h en fſe WR d. Woöhhch beelen; . Von den planeten und Himmels Feichen. un thum gebe; Wie kan aber daraus folgen, daß andere Sterne und Himmels-Zeichen eben dieſe Wuͤrckung haben? Die Sonne wuͤrcket mit ihrem eigenen Licht und Feuer, die Planeten aber haben ihr Licht von der Sonne, und geben deſſentwegen nur einen ſchwachen Schein, und nicht die gering⸗ ſte Waͤeme. Der Mond iſt erwehnter maſſen ein dunckeler Coͤrper, welcher unſerer Erde gleichet, und von der Sonne gleichfalls erleuchtet, erwaͤr⸗ met, fœcundiret und imprægniret wird. Es haben auch die Mathematici durch ihre Inſtrumenta, Tu- bos, und Fern⸗Glaͤſer, an deſſen veraͤnderlichen Flecken entdecket, daß darinnen Berge, Thaͤler, tieffe Abgruͤnde, Inſuln und feſtes Land, ſich be⸗ finden, auch derſelbe ſo wohl als unſere Erde be⸗ wohnet ſeyn koͤnne.(g) Und weilen man aus dem breiten hellen Glantz, der ſich um den Mond ſe⸗ hen laͤſſet, wann die Sonne durch ihn gaͤntzlich verfinſteret wird, nicht unbillig geſchloſſen, es muͤſſe der Mond eine Atmosphære oder Lufft⸗Creys ſu eben wie unſere Erde, um ſich haben, worinnen die in geſchehen Duͤnſte in die Hoͤhe ſteigen„und durch Regen, Schnee und Thau, wieder herunter fallen;; So das Geſtun iſt der Schluß gar leicht zu machen, daß, ſo we⸗ d die Son nig einige Ausfluͤſſe unſerer Erde hinauf in den h Mond ſteigen, eben ſo wenig die Intluens und A Aus⸗ ( Fontenelle, Geſpräͤche von mehr als einer Welt. Geierbrand, Curioſe Gedancken von mehr als einer Welt. Hevelii Selenographia. Hugenius. Keplerus und andere mehr/ welche burch verſchiedene Argumenia behaupien/ daß noch mehr Welt⸗Kugeln waren, ſo bewohnt, mit vernuͤnfftigen und unvernuͤnſſtigen Eteaturen beſetz nibuspl Und ausgeneret waͤren. et 6 Erſte Betra chtung. Ausduͤnſtung des Mondes auf unſere Garten⸗ Gewaͤchſe fallen werde. Was die gemachten Einwuͤrffe, von einem im abnehmenden Lichte gepflantzten oder gefaͤllten Baume/ von einem ſogenannten Mond⸗ blinden Pferd, von denen Auſtern, Muſcheln, Kreb⸗ ſen ꝛc, angehet, welche in vollem Lichte vollſtaͤn⸗ digere und mehrere Krafft, als im abnehmenden, haben ſollen/ iſt ungegruͤndet, und zu verwunde⸗ ren, daß Leute, die ſonſten einen durchdringen⸗ den Verſtand beſitzen, von denen gemeinen Vor⸗ urtheilen eingenommen, und eine Sache, ohne ſie einmahlen unterſuchet zu haben, fuͤr ausgemachte Wahrheiten annehmen, und auf das eiffrigſte be⸗ ſtreiten moͤgen. Die Eitelkelt hiervon hat ein Fran⸗ tzöſiſcher Abt mit unwiederleglichen Gruͤnden dar⸗ gethan,(h) und bezeuget der Hollaͤndiſche Gaͤrt⸗ ner, wie die Hollaͤndiſche Blumen⸗Zwiebeln in unſerm Ober⸗Leutſchland am ſicherſten zu pflan⸗ tzen und zu vermehren ſeyn, daß er zum oͤfftern befunden, daß man Pferde im alten Licht weniger blind, als im neuen, und im abnehmenden Monde die Krebſe, Auſtern ꝛc. ꝛc. vielmahlen vollkommener, als im vollen, angetroffen habe. Es beweiſen ſol⸗ thes noch viele andere auf eine ausnehmende Wei⸗ ſe. Tharſander uͤberfuͤhret, in ſeinem Schauplaͤtze vieler ungereimten Meynungen, einen jeden, der ſeiner ch) LHiſtoire des Imaginations extravagantes. Chap. 194 Sur la puiſſance& les Effets; qu'on attribue aux pla. netes, aux ſignes celeſtes&c.& generalemeni ſur tou- 8 les Chimeres& les Impertinences de LAſtrologie Judiciaire. Thortender Schauplat vieler ungereimten Meymimgen. IL 5 flOl t n Hhezket A ſil hbe. ſuthlchee 9. Nm ſaufer gk dänchneht 601,N0f Nfthun w. fim Holf 0,110 Guunte u5 de u an dte Bhnlff. Gim⸗ſ Dabiege UAI 0,7t Wch bel ftifk fgutrlu f dargyß W7 lb ſche näte ihemeey c6ttugt ah, W. lem e / W0 W. Von denen Planeten u. Himmels⸗Zeich en. 7 ſeiner 3. Sinnen nur gebrauchen will, daß die Fle⸗ cken der Panther⸗Thiere mit dem Scheine des Mondes keine Verwandſchafft, und der ſonſten ſo hefln gelehrte als beruͤhmte Kircherus hierinnen ſtarck ge⸗ bling irret habe. Er widerleget auch, durch unwider⸗ ſprechliche Vernunfft⸗Schluͤße, die durchgaͤngi⸗ tollt ge Meynung, daß man das Holtz, wegen uͤber⸗ haͤuffter Feuchtigkeit, nicht im zunehmenden, ſon⸗ u berwund dern abnehmenden Monde hauen ſolle, und verſi⸗ urchdringen cheret, daß hierinnen der liebe Mond keinen Scha⸗ heinen Jun den thun werde, wann nur uͤbrigens die rechte Zeit che/ ohneſſ zum Holtz⸗faͤllen, welches die Winter⸗Monathe lsgemachtt ſeynd, und wo das Holtz weniger Safft, als im lüftigte bee Sommer, hat, in Acht genommen werde. Wor⸗ ein Ztan aus der unwidertreibliche Schluß zu machen, daß Iudeß daß man die groſſe Thorheit, eitele Chunæren, falſche „Gäth Begriffe und Windmacherey, einiger Mond⸗und uStern⸗ſuͤchtigen Gecken im Grunde belache, und dahingegen bey Pflantzung derer Gewaͤchſe, die rechte Jahrs⸗Zeit und temperirte Witterung, al⸗ ſo, daß dieſe weder zu naß noch zu kalt ſeye, le⸗ diglich beobachte, wohin jener verſtaͤndige Gaͤrt⸗ ner zweiffelsohne gezielet, wann er ſagt: Daß eine gute luckere Erde, ein ſtiller heller Tag, und ein darauf folgender warmer Regen und Suͤd⸗ Wind, als die weſentlichſten Stuͤcke, anzuſehen, und dem Loͤwen und Steinbock ꝛc. allezeit vorzu⸗ ziehen waͤren. Geſtalten alle dieſe Bildungen oh⸗ nedeme bey niemanden, als welcher ſie zum erſten alſo erdacht, exiſtiren, und das Zeichen eines Loͤ⸗ wen, Widder, Krebs oder Jungfer, ſo wenig uu einem Loͤben, Jungfer oder Krebſe, als einem Ofen⸗Loche oder Heu⸗Gabel, aͤhnlich ſehen, wo⸗ A 4 von S Er ſte Betrachtung/ von einFrantzöſiſcher Abt ſeine Gedancken in fol⸗ gendeneroͤffnet: Es iſt eine groſſe Einfalt, daß man unter „der Geſtalteiner Jungfrau ein gewiſſes „Zeichen dargeſtellet, welches ſo wenig einem „Menſchen, als einem Viehe, beykommet, zund wann auch, geſetztem Fall, hierunter ein Gleichniß anzutreffen waͤre, wo haben wir „ſo durchſichtige Augen/ daß wir unterſchei⸗ „den moͤgen/ ob ſothanes Zeichen nicht viel⸗ „mehr einem Manns⸗Menſchen, als einet „Frauen, gleich komme? und wann wir alle ydieſe lubrilen Zuͤge Hagr⸗klein zu unterfuchen „gewuſt/ folget dahero dann, daß dieſer oder „jeder Stern(welcher 10, biß 20. Millionen „Meilen vielleicht entfernet iſt) ſich nach dem „Eigenſinn eines aberwitzigen Gaͤrtners rich⸗ „ten, und ſeinen Gewaͤchſen(die man oͤſſ⸗ „ters nicht geſchencket nehmen moͤgte) eine ſo „himmliſche, und alle Kraͤffte der Natur Lüͤberſteigende Lalluenz einfloͤßen ſolle? Die taͤgliche Erfahrung/ welche zu Beſtaͤrckung dieſes abentheurlichen Satzes angefuͤhret wird⸗ wird durch die ſelbſt ſprechende widrige Oblervan⸗ zu Boden geworffen und kan ich aufrichtig verſi⸗ cheren, daß im abnehmenden und neuem Lichte, an Africanen, Leveojen, gefuͤllten Balſaminen, Nelcken, Ranunculen und Anemonjen, eben ſo vollſtaͤndige, und zuweilen noch ſchoͤnere Blumen, als im vollen Monde, gezogen, und hiermit man⸗ chen Gaͤrtner(der das thoͤrichte Zeichen ſeines Steinbocks und Loͤwen, nach dem ab⸗und zuneh⸗ Menden Lichte, noch ſo genau calculiret) zu ſchan⸗ den Von denen Planeten u. Himmels⸗Zeichen. —3ðs8rE-Aj— den gemachet; wie dann auch mehrbefagter Hol⸗ laͤndiſche Gaͤrtner(i) glaubhafft berichtet, daß er mit ſeinen Augen geſehen/ daß einer von ſeinen Freunden, an einem verworffenen Tage und bey widrigen Aſpecten, etliche 20. Tuberoſen⸗Zwiebel geſtecket, und uͤber die Helffte ſchoͤne gefuͤlte Blu⸗ men(die noch ſelbigen Sommer floriret) daraus gezogen habe. Folglich brauchet es keiner weitern Erklaͤrunz, als daß ich mit dem Jardinier Fleuriſte (k) und dem Herren de la Quintinie, einem der allergelehrteſten und erſahrenſten Gaͤrtner, die er⸗ ſte Betrachtung beſchließe, welcher ſagt: „Daß er, ſeiter 30. und mehr Jahren, mit „unbeſchreiblichem Fleiße ſich bemuͤhet, um zu „erfahren, ob der Mond, ſamt uͤbrigen Ge⸗ „ſtirn, in das Garten⸗Werck einen Einfluß „habe? Er habe aber nach einer ſehr langen „und muͤhſamen Unterſuchung befunden, daß „die Tage des Herren alle gleich, und der er⸗ „ſte Tag im Monath eben ſo viel als der letz⸗ „te wuͤrcke, mithin die gantze Hiſtorie in ei⸗ „ner leeren Einbildung beſtehen thue ꝛc. Fedoch aber, weilen ich bey vielen vornehmen Garten⸗Freunden auch angemercket, daß ſie auf ihrer vorgefaßten Meynung gleichwohl verharren, und ein noch ſo wohl ausgearbeitetes Buch(wo⸗ ferne es nach denen Grund⸗Saͤtzen des gemeinen Irrthums nicht eingerichtet iſt) nicht einmahl an⸗ zuſchauen wuͤrdigen wollen; So habe ihrer Curioſicaͤt und Leichtſinnigkeit ein Genuͤgen zu lei⸗ A 5 ſten, ̊ Qhp. 4. F4. (I) Im iweyten Theile ſeiner Garten⸗ Geſpraͤche. 10 Zweyte Betrachtung/ — 23 0 5 ſten, diejenige Alpecken(worauf das mehreſte an⸗ kommen ſoll) mit angeführet, damit ein Jeder ſeis n ne Freyheit haben, und von deme, was ich hier⸗ 40 von erwehnet, ſelbſt die Probe machen koͤnne⸗ Ridete 1“ Uale Zweyte Betrachtung. 0 Von dein Erdreich. 41 + Fzzeichwie dir Erde eine naͤhrende Mutter allen ſin,t Pflantzen und Blumen zu nennen iſt; alſo IWbelh wird niemand in Abrede ſtellen, daß dieſelbe Füun b wohl umgearbeitet, und, wann es die Nothdurfft 5. erfordert, mit anſtaͤndiger Duͤngung ausgebeſſe⸗ U Arkd. Uſlltzt Die Erde zu erkennen, ob ſie gut oder ſchlecht 0 ſeye, ſo hat man verſchiedene Zeichen, und wird 00 bey allen Gaͤrtnern darfuͤr gehalten, daß die Ẽ⸗ l de, welche ſchwartz und fett iſt,, wann man dieſel-⸗ ma be angreiffet, und nicht auseinander faͤllet, gute 44 Qualitäten beſitze, nach Ausſage des Poeten: 11 Haud unquam manibus jactata fatiſcit, 0 f0 Sed picis in morem ad digitos lenteſcit habendo. 11 Da man aber ſolche nicht allemahl haben kan, ſo un muß man dahin bedacht ſeyn eine ſchlimme, bö. mn ſe und untuͤchtige Erde, nach Moͤglichkeit, in guten nln Stand zu bringen. ſüt. Iſt der Boden zu ſandigt, ſo wird demſelben Sulge mit alten Miſte und Straffen⸗Erde geholffen.(a); fl Ingleichen iſt auch die Fettigkeit ſehr dienlich, Flin welche durch anhaltende viele Regen von den Ae⸗ fau, ckern fließet, wann ſie auf einen Hauffen gebracht 1 0 wird. 4 35 EE 46) Heſſens Leutſcher Gaͤrtner. N 1 anthche ande g0, Mube g Mutker alz len iſt; alſ daß dieſelb⸗ Nothdurff, ausgebeſſe⸗ der ſchlecht und wird daß die Et⸗ man dieſel filet, gutz Aten n Von dem Erdreich. 11 wird, und eine Zeitlang daſelbſten liegen bleibet, nachgehends aber auf den ſandigten Boden gefuͤh⸗ ret und untergegraben wird. Iſt der Boden feucht, kalt und zu dicht; ſo neh⸗ me man einen guten Theil Schaaf⸗oder Pferd⸗ Miſt, mit weißen Waſſer⸗Sande untermenget, grabe ſolches wohl durch einander, ſo wird das Erdreich lucker werden, der Schaaf⸗Miſt iſt am beſten, wann man ſolchen im Fruͤhling auf das Land bringet und untergraben laͤſſet. Einem ſteinigten Boden wird geholffen, wann man tieffe lange Graben machet, die Steine aus⸗ wirfft, und den Graben mit guter Erde wiederum anfuͤllet; waͤre es aber Sache, daß der Boden gar zu naß ſeye, muß man rings um den Platz Graben fuͤhren, daß ſich das Waſſer abziehet, und hernach mit aufgeworffener Erde den Ort erhoͤhen, wor⸗ zu*— Schaaf⸗Miſt, welcher trocknet, neh⸗ men kan. Es iſt auch eine Art von Erdreich, ſo gantz ſal⸗ keiris iſt, worinnen die Gewaͤchſe nicht wohl fort⸗ ommen wollen; dieſes Erdreich erkennet man daraus, weilen es im Sommer(wann die Sonne 165 einem Regen darauf ſcheinet) gantz weiß aus⸗ iehet. Sothanen chlimmen Boden habe ich verbeſ⸗ ſeret geſehen da ein ſicherer Gaͤrtner Aſche und Kalck unter einander gemiſchet /dicht uͤber das Land gebracht, und ohngefehr 3. biß 4. Wochen ruhen laſſen; das Erdreich wurde zuvor umgegraben, und hat die Sonne nachgehends den Salpeter gaͤntzlich ausgezogen, welcher gantz weiß auf dem Lande gelegen hat. Wie nun aͤber gedachter Sal⸗ vete! 12 Zweyte Betrachtung, peter von der Sonne gaͤntzlich verzehret geweſen; ſo iſt das Land wiederum wohl umgegraben, mit Aſchen von neuen uͤberſtreuet, und/ da es eine Zeit lang gelegen, mit gutem kurtzen Miſte geduͤnget worden. Andere aber, welche mehr Muͤhe anwenden, graben 3. biß 4. Zoß tieff in die Erde, und fuͤh⸗ ren den Salpeter als eine ſchaͤdliche Wurtzel gaͤntz⸗ lich aus, legen Aſche und dand⸗Straſſen⸗Erde auf den Boden, und fuͤllen die Graͤben mit Kuͤhe⸗ Miſte und anderem guten Erdreich wiederum aus. Eine magere Erde fett zu machen, nimmt man das faule Weſen von alten Weiden⸗ und Eichen⸗ Baͤumen/ wie auch das Unkraut welches an ei⸗ nem Orte beyſammen gelegen, und gantz verfau⸗ let iſt, die Serbet Lohe, und Saͤge⸗Spaͤhne, Huͤlſen von Wein⸗Trauben, wie auch das Laub von denen Wald und Erlen⸗Baͤumen, die Hoͤr⸗ ner vom Rind⸗Viehe, altes Leder und Schuhe haben ungemeinen Nutzen, wann man ſie auf ei⸗ Hauffen bringet, und daſelbſten vermodern üſſet. Ob nun zwar einem Kuͤchen⸗Garten und allen Wurtzel⸗Gewaͤchſen ein fettes Erdreich allerdings wohl bekommet; ſo ſiehet man doch bey denen Zwiebel⸗Gewaͤchſen das Widerſpi⸗!, als welche in einer mittelmaͤßigen Erde am beſten gedeyhen; findet ſich aber der Grund zu ſett, ſo muß man Sand darunter bringen; die uͤberfluͤßige Geilheit bringet nur ſtarcke Stengel, viele Blaͤtter, und kleine Blumen; der magere Boden aber thut we⸗ gen Abgang der benoͤthigter Nahrung gar nicht kaugen. Das fulhe Mahn, le fende! ac Un Sth Anuf dunmh, Gldt u I„10 Von dem Erdreich. 13 Das beſte und fertigſie Mittel, eine recht gute und beſondere Blumen⸗Erde zu erlangen, iſt die⸗ ſes: Daß man aus einem Kuͤchen⸗Garten das⸗ jenige Erdreich nehme, welches das vorige Jahr Dienſte geleiſtet, und ſolches mit verfaulter Holtz⸗ und Weiden⸗Erde, weißem Waſſer⸗Sand und zur Erde gewordenen Kuͤhe-Miſte vermiſche; die Urſache iſt, weilen in derſelben der Miſt allbereits zur Erde, und alle Rauhigkeit, durch Sonne und Regen verzehret, und durch die gewachſene Kuͤ⸗ chen⸗Kraͤuter geſchlachtet worden; wobey noch zu erinneren iſt, daß man alle 4.5. oder auf das hoͤch⸗ ſte 6. Jahre, die Blumen⸗Felder gantz abtrage, und mit dergleichen Eede wenigſtens einen Fuß hoch uͤberſchuͤtten laſſe, welches zu dem Anbau derer Zwiebel⸗Gewaͤchſe genug iſt/ wie unten mit meh⸗ rerer Ausfuͤhrlichkeit zu leſen ſeyn wird. In der 1sten Betrachtung ſoll noch ein anders fremdes Erdreich, fuͤr alle zaſichte Gewaͤchſe, als Nelcken, Levcojen ꝛc. gemeldet werden; will man aber einen Auszug recht guter Erde haben, ſo iſt folgende nicht zu verachten. Mache in dem&arten, an einem abgelegenen Platze, eine Grube von 4. biß 5. Schuhe tieff, und ſo lang, wie beliebig iſt, hierinn ſchuͤtte einen hal⸗ ben Schuh wohl verweſenen Kuͤhe-Miſt, lege darauf eine gute Garten⸗Erde, in gleicher Hoͤhe, nach dieſen aber nimm Schaaf⸗Miſt, Tauben⸗ Miſt, und Wein⸗Treſter, lege eins nach dem an⸗ dern auf die Garten⸗Erde, thue guten Kuͤhe⸗Miſt darauf, und fuͤlle die gemachte Grube mit guter Erde aus; wenn man Wein⸗Hefen bekommen kan, und begieſſet die Erde hiermit, ſo iſt dieſes ein 14 Zweyte Betrachtung ein erwuͤnſchtes Mittel, alle auslaͤndiſche Blu⸗ men⸗Gewaͤchſe zu befoͤrderen, wann man et⸗ was um die Wurtzel legt. Allein, dieſe Erde muß wenigſtens zwey Jahre alſo liegen, mit Miſt, Re⸗ gen⸗ und anderm Waſſer fleißig begoſſen, und vom Unkraut rein gehalten werden, daß ſie deſto ehen⸗ der verweſe. Wer in ſeinem Garten zwey ſolche Gruben ver⸗ fertiget, kan alle Jahre eine ausfuͤllen; und dienet zur Nachricht, daß man die Erde in denen Gefaͤſ⸗ ſen niemahlen wegwerffe, ſondern allemahl in be⸗ meldte Gruben ſchuͤtte, und mit Miſt⸗und Re⸗ gen⸗Waſſer befeuchte, welche man das kuͤnfftlge Jahr von neuem gebrauchen kan. Andere Garten⸗Freunde haben andere Geheim⸗ niße, ſie graben ein Loch in die Erde, legen Boh⸗ nen⸗ und Weitzen⸗Stroh, Saͤge⸗Spaͤhne, duͤr⸗ re Reiſer von Citronen, Pomekantzen, und Myr⸗ then hinein, brennen ſolches zu Aſche, miſchen Pappeln, Kletten, Wallwurtz, Huͤlſen von Wein⸗ trauben, Huͤner⸗Schaaf⸗ und Tauben⸗Miſt, darunter, laſſen alles mit einander verfaulen, und wann die Materie zu purer Erde geworden, ſieben ſie ſolche durch ein enges Sieb, und fuͤllen die Ge⸗ faͤſſe hiermit an, und ſetzen allerhand Baͤume, Stauden und Gewaͤchſe hinein. Bey einem Frantzoͤſiſchen Gaͤttner finde ich noch eine beſondere Compolition, fuͤr die auslaͤndiſche Baͤume, welche darinnen beſtehet: Man nehme beylaͤuffig hundert Vfund Erde, abgefallenes Laub von denen Baͤumen, welches verfaulet iſt, zu 50. Pfund, dann verweſene Menſchen⸗Excrementa, zu 10. Pfund, dieſes alles miſche zuſammen/ bringe es — det ffat/: ud de ieen; lludſt mmnte trice WIIR 711 NN Wihſn l0 n ſchr Mnn, fi6 NA WMlcgen! NüTen ſchel Mof Gfeſ efh feulh hngen h Hentih Gäther fſhicheg cch WRh f6 lus ſſthn Mun n Rekilrf hulgehe 1 — 0 L5 1 Von dem Erdreich. 15 es einige Zeit an einen Ort, wo nicht viel Regen hinkommt, thue demnaͤchſt 20. Pfund ungeloͤſch⸗ ten Kalck darzu, und laſſe es etwa zwey Monath verjaͤhren; hiervon kan man ſofort an den Fuß auslaͤndiſcher Baͤume eine Portion ſchuͤtten, wel- che darinnen gantz ſicher und ſo gut, als in ihrem natuͤrlichen Boden, fortwachſen ſollen. Nicht weniger wird zu denen auslaͤndiſchen Ge⸗ waͤchſen noch eine dergleichen Erde beſchrieben: Man nehme 10. Pfund faſt verweſenes Laub von Baͤumen, 20. Pfund verfaulten alten Kuͤhe Miſt, ein Pfund Spaͤhne von Pforde⸗Huf, ein Pfund Oel⸗Druͤßen, und etwas weißen Sand, um die Materien dick zu machen, 2. Pfund zu Pulver ge⸗ ſtoſſenen Wein⸗Stein, 1. Pfund Salpeter, mi⸗ ſche alles wohl uater einander, und laſſe es einige Monath gleichfalls liegen; hiernaͤchſt aber fuͤlle die Gefaͤſſe hiermit an, und pflantze die Gewaͤchſe hin⸗ ilſchen ein, welche ſodann zu allgemeiner Verwunderung herrlich wachſen, und ihre Bluͤthen und Fruͤchte bringen werden. „nd Henrich Heſſe(b) gedencket in ſeinem Teutſchen en ſeben Gaͤrtner(welcher von der erſten Edition gantz un⸗ terſchieden iſt) einer anderen Erde, und ruͤhmet ſie zu allerhand raren Garten⸗Gewaͤchſen, welches wohl nicht anderſt ſeyhn kan. Ich nehme die Erlaub⸗ niß, aus gedachtem Aurore ſothane Erde anhero zu ſetzen. Man machet im Garten eine tieffe Grube, le⸗ get alte Aſche 4. Zoll hoch auf den Boden, und bringet die Erde von eineu Schind⸗Acker(wo das Viehe (b) Lib, 1. Cap. 10 pag. m. 56. 16 Zweyte Betrachtung, Viehe hingeworffen wird) ebenfalls 4. Zoll Hoch hinauf, nachgehends nimmt man, was die Ger⸗ ber vom Leder Ahle en, geraſpeltes Horn, al⸗ tes Leder und 9 ementa, miſchet es unter einan der, W8 machet hiervon wiedrum eine Lage 4. Zoll hoch, ferner nimmt man alte S dg, Spaͤhne, verfaulte Hols⸗und Welden⸗Erde d den Schlamm au s moraſtigen Wieſen, und ſchuͤttet hiervon 6. Zoll hoch auf die vorige Lage; hernach legt man eine Schicht von Tod en⸗Aeſ ern, als Huͤhnern, Gaͤnſen, Hunden, Katzen und derglei⸗ chen, auch das Eingeweide von wilden und zahmen Thieren, nebſt dem in denen Daͤrmen ſeyenden Unflath hierauf, und uͤberſchuͤttet ſolches endlich mit recht guter verfaulter Erde und vergangenem Miſte. Deeſe Grube muß vor dem Regen und Schnee ohlbewahret werden, und biß die Materie gantz baetae ſt, im Garten liegen bleiben, zuweilen man ermeldte Mallam mit truͤben Wein, het es mit einem Hacken durch einander, daß es ehender verfaule; wann es aber gaͤntzlich ver⸗ faulet und zur Erde worden, ſo ſiebet man deſſen Materie durch ein Sieb, befeuchtet die Erde wie⸗ derum mit truͤben Wein, und formiret runde Bal⸗ len oder Kugeln dara welche man an einem tro⸗ ckenen Orte im Wohn⸗Hauſe zum kuͤnfftigen Gebrauche verwahren kan. Dieſe Ballen ſeynd zu ve ſchiedenen Dingen gut; ſie ſeynd eine vornehme Medicin und Artzney vor allerhand Gebrechen, und ein gef ſchwindes HOulffs⸗Mittel, welches den: n Trieb in Baͤumen und Pflantzen mäͤchtig befoͤrdert und all alles/ 11 — le 9580 Iunn ül 6,Stane aafontel 16 Hagc f W WI agen MIRE Den Vög haffe 8 elyg⸗ Baſhe KIN Hg„ Von dem Erdreich. 17 alles, was noch ein wenig Leben hat, lebendig machet. Wann man Pomerantzen, Citronen, Myrr⸗ then, Granaten, Balanſtinen und andere Sorten verpflantzen will, nimmt man ein oder mehrere Bal⸗ len, laͤſſet ſie in Waſſer zergehen, und ſtellet die Wurtzeln dieſer Baͤume hinein. Nicht weniger ſoll man bey Verpflantzung derer Stauden⸗Gewaͤch⸗ ſe, die Wurtzeln mit dieſer Erde umlegen, welches von ungemeiner Wuͤrckung ſeyn wird. Gedachter Henrich Heſſe brauchet ſothane Bal⸗ len auch vor den Brand, Krebs, Wuͤrm und an⸗ dere Zufaͤlle derer auslaͤndiſchen Gewaͤchſe, Baͤu⸗ me und Stauden, wann nemlich die trockne Rin⸗ de, bis auf die friſche, abgeſchnitten, und der ſchad⸗ haffte Ort, nachdeme er mit gemeldter Erde, mit etwas Rheiniſchen Brandtwein und Wallwurtz vermiſchet, beſtrichen, und die Wunde mit friſchem Kuͤh⸗Miſt und Leimen, daß kein Regen darzu kom⸗ men kan, umgeſchlagen wird. Mehrere Zubereitungen des Erdreichs werden in beſagtem Autors beſchrieben, und finde ich in des Heſſens alter Ecition(c) eine andere gantz beſonde⸗ re Erde, welche gleichen Ettect beweiſet, und we⸗ gen denen anfuͤhrenden guten Eigenſchafften hoch zu ſchaͤtzen iſt, wovon bey Abhandelung derer Luſt⸗ und BlumenBaͤume, die gehoͤrige Anmerckun⸗ gen gemachet werden doͤrfften. B Drit⸗ () Neue Garten⸗Luſt/ Cap. 12. P. m. 321. 3 Dritte Betrachtung ⸗ Dritte Betrachtung, Von dem Waſſer, und Befeuchtung de⸗ rer Gewaͤchſe. 7 As Waſſer iſt das primum mobile aller Feuch⸗ tigkeiten, und bey allen Gewaͤchſen, wie die angenehme Milch, wodurch dieſelbe erquicket und erfriſchet werden. Die Bewaͤſſerung beſtehet entweder aus Brun⸗ nen⸗Regen⸗oder Sumpff⸗Waſſer, unter wel⸗ chen die Begieſſung, ſo vom guͤtigen Himmel faͤl⸗ let, die allerbeſte iſt. FPœcundis imbribus æther Conjugis in gremium lætæ deſcendit,& omnes Magnus alit, nagno commixtus corpore, fœtus. Doch kan der Regen auch Schaden zufuͤgen, wann er kommet, wann die Gewaͤchſe in voller Bluͤthe ſtehen, oder wann er ſonſien lang anhaltet, und mit ſtarcken Winden vergeſellſchafftet iſt, iu welchem Fall die Gewächſe, ſo in Toͤpffen ſtehen, auf die Seite geſchaffet, oder unter ein Obdach gebracht werden muͤſſen. Es geſchiehet auf dreyerley Weiſe, daß der Re⸗ gen den Wachsthum derer Gewaͤchſe befoͤrdert, zum erſten vor der Bluͤthe, wo die Herfuͤrbringung derer Blumen noͤthige Beſeuchtung verlanget; zwevytens nach der luͤthe, zu Vergroͤſſerung der Fruͤchte, und letztlich nach der Frucht, zu Wieder⸗ herſtellung derer verlohrnen Kraͤffte; woraus, oh⸗ ne auf das Monden⸗Licht und Himmels⸗Zeichen Achtung zu haben, ſattſam zu erſehen iſt, woher es komme, daß ein Gewaͤchſe in einem Jahre 95 0 ſac Helhder Wutel MII Whll, fteJuc Acht eh Re grhgkke etgen, Rn un y, Wöd f W7N Ait but nichttl Han thch E Hudg . Von dem Waſſer. 1· ſo gut, als in dem anderen„gerathe, angeſehen die⸗ ſelbe zu ungleichen Zeiten bluͤhen, mithin der Re⸗ den einigen zu fruͤhe, einigen aber zur Unzeit komme. Da nun dieſes alſo beſchaffen; ſo muß man wiſ⸗ tgh ſen, auf was Weiſe die Befeuchtung bey denen ächſen, de) Szlumen⸗und anderen Gewaͤchſen geſchehen ſolle? eſlbemuh In dieſem Stuͤcke fuͤhret uns die unterſchiedene Jahtes⸗Veraͤnderung zu unterſchiedenen Be⸗ der qus Btuy trachtungen. „unte gͤ Im Sommer ſoll die Bewaͤſſerung nicht des Hlmel fi Morgens, ſondern gegen Abend geſchehen, wann die Sonne untergangen iſt; die ſtarcke Hitze wuͤr⸗ de ſonſt die zarten Wurtzeln, wo nicht verbrennen, rres jedoch mit einer harten Kruſte uͤberziehen, welche Vverhindert, daß der fallende Nacht⸗Thau die ven Wurtzeln nicht erfriſchen koͤnne. de Busg Wann aber die Pffantzen im Fruͤhling und Herh⸗ hallet, un ſte Feuchtigkeit verlangen; ſo muß ihnen ſolche ehen⸗ utelchen der nicht als nach Sonnen⸗Aufgang gegeben wer⸗ en, aufoe den; niemahlen aber des Abends, weilen, durch ach gehrucht die anhaltende Nacht⸗Froͤſte, das Waſſer nur ſ9efrieren, und denen Gewaͤchſen ihren voͤlligen h der Re, Antergang zuziehen wuͤrde. Zudeme muß das Be⸗ befordett, gieſſen nur mittelmaͤßig und alſo eingetheilet wer⸗ diingung den, daß die Blaͤtter nicht naß gemacht, ſondern berlunget; nur die Wurtzeln, ohne Beruͤhrung des Stam⸗ ſrung der mes, befeuchtet werden. Und gleichwie das Waſſer Weeder nicht allzuviel, noch zu wenig ſeyn darff; alſo muß raus, ohyman ein Mittel treffen, nach eines jeden Gewaͤch⸗ IlZeiche 6 Natur und Eigenſchafft, wodurch dieſelbe „wohes Wunder⸗volles Wachsthum bekommen wer⸗ Wß, den. . 2 Nach 20 Dritte Betrachtung, Nach dem Regen haͤlt man das flieſſende Waſ⸗ ſer vor das beſte, das Brunnen⸗Waſſer aber wird, wegen der mit ſich fuͤhrenden Kaͤlte, als hoͤchſt ſchaͤdlich verworffen; doch wann es in groſſer Men⸗ ge geſammlet, an der Sonne gewaͤrmet und in Be⸗ haͤltnißen aufbehalten wird, thut es gleichfalls gute Wuͤrckung beweiſen; wann aber das Regen⸗Waſ⸗ ſer aufgefangen und in Ciſternen oder ſonſt einem Orte bewahret wird ſo kommet dieſem alle das ande⸗ re Waſſer nicht bey, wie oben bereits mit wenigen angefuͤhret worden. Das uͤbermaͤßige Saltz⸗Waſ⸗ ſer, wie auch eine ſaltzigte und unliebliche Erde, iſt allen Gewaͤchſen ſchaͤdlich, wovon Virgilius ſagt: Salſa autem terra,& quæ perhibetur amara, Frugibus infelix. icht weniger iſt das Miſt⸗Waſſer ſehr gut, wel⸗ ches die zuſammen gefloſſene ſtercoration in ſich be⸗ greiffet, womt man abſonderlich im Martio und Aprili, bey entblöſter Erde,die Gewaͤchſe begieſſen kan/ doch daß es dem Stamme nicht zu nahe kom⸗ me. Haͤtte man aber zur Miſt⸗Sotte keine Gele⸗ genheit; ſo ſchuͤttet man den Koth, von Schaa⸗ fen, Tauben und Rind⸗Viehe, in ein Gefaͤſſe, bringet Waſſer darauf, und begieſſet hiermit die Pflantzen. Der Nutzen wird augenſcheinlich ver⸗ ſpuͤret werden, und thut es bey allen zaſichten Ge⸗ waͤchſen den Wachsthum maͤchtig befoͤrderen. Die wahre Art der Begieſſung muß ſittſam ge⸗ ſchehen, zumahlen wann groſſer Durſt und Duͤr⸗ rung verſpuͤret wird, wobey die Vernunfft allezeit nöthig iſt, daß man das Waſſer nicht mit Unge⸗ ſtuͤmmigkeit ausſchuͤtte, und die Pflantzen uͤber⸗ ſchwem⸗ ſhr nlin, N. bchirften tgf Uüchg, . Von dem Waſſer. 21 mde Mſchwemme. Zu denen zarten Gewaͤchſen brauchet bet on man ein Inſtrument mit kleinen Loͤchern, woraus 54 das Waſſer in Geſtalt eines Reaens ablauffet. ſer Es giebt noch eine Art der Waͤſſerung: Man Vſetzet einen Topff voll Waſſer bey die Gewaͤchſe, haͤnget einen mit Waſſer befeuchteten wollenen Lap⸗ pen oder Band hinein, und laͤſſet das Ende an die ee Wurtzeln gehen, welches bey denen Kuͤrbſen, Gur⸗ dasach cken und anderen, viele Feuchtigkeit verlangenden Gewaͤchſen, gluͤcklich practiciret wird, die hierdurch Wimunter wachſen und zu ungemeiner Groͤſſe gelan⸗ gen werden. Bey denen Gewaͤchſen, welche in Blumen⸗ Toͤpffen ſtehen, finde ich noch eine Art der Bewaͤſ⸗ uuert, ferung im Gebrauch zu ſeyn, welche ebenmaͤßig nicht zu verwerffen iſt. ſchrgul'w“. Die Blumen⸗Toͤpffe werden in erdene breite ſc Schaalen, ſo 3. Zoll hoch mit Waſſer angefuͤllet ſeynd, geſetzet, damit das Waſſer unten durch die ſ Loͤcher derer Toͤpffe eingehen, und die Erde in den m SGeſchirren befeuchten moͤge, welches bey denen Nelcken, Corallen⸗Baͤumen, und Sommer⸗Ge⸗ waͤchſen ꝛc. guten Etlect beweiſet/ wodurch man des muͤhſamen Begieſſens eines Theils enthoben wird. Man hat aber auch dahin zu ſehen, daß die Gewaͤchſe nicht allzuviele Feuchtigkeit bekommen, abſonderlich bey anhaltendem Regen⸗Wetter, wo die Wurtzeln doppelte Befeuchtung annehmen muͤſten. Bey Winters⸗Zeit iſt am beſten, denen Waſſer⸗ beduͤrfftigen Gewaͤchſen, durch beſagte Schaalen, von unten her, etlichemahlen maͤßige Befeuchtung zu geben, wobey als eine Fundamental-Negul zu B 3 Grunde 22 Dritte Betrachtung/ 2 Frunde zu legen iſt, daß bey denen mehriſten aus⸗ nach Michaslis unter ein Obdach gebracht/ und des Winters in eine lufftige Cammer oder Kellet eingeſetzet werden, die Begieſſung ſehr behutſam, und nach gantz anderen Principiis, als ſonſten im Sommer gebraͤuchlich iſt, befolget werde. Das Werck an ſich ſeibſten iſt leicht, und beſtehet in folgender geringen Unterweiſung, daß man alles kalte Waſſer an kein Gewaͤchſe hringe, noch weni⸗ ger aber Stamm und Kraut benethe/ welches, wann es geſchiehet, der unfehlhaͤre organg derer noch ſo genau bewahrenden aͤchſe ſeyn wird. Man nehme dahero kaltes Waß es in ei⸗ nem reinen verdeckten Geſchirre(ich pfiege es in einem kupffernen Thee⸗Keſſel zu thun) an dem Feuer erwaͤrmen oder kochen, und vermiſche bieſes hinwiederum mit kaltem Waſſer, daß es nur ein wenig laulich ſeye; hiermit befeuchte die Erde, worinnen die Gewaͤchſe ſtehen, ohne Beruͤhrung Kraut und Stengels; doch muß Ziel und Nꝛaaß ge⸗ halten, und dis Erde nicht gar zu ſtarck bewaͤſſeret werden, inmaſſen die mehreſten Pſtantzen im 2 ter wenige und nur ſo viele Befeuchtung verlan⸗ 8 50 daß ſie ihre Lebhafftigkeit nicht verliehren laͤndiſchen Stauden⸗ und Blumen⸗Gewaͤchſen, ſo Unvergleichlich iſt, wann unter beſagtes Waſ⸗ ſer ein wenig Wein gegoſſen wird, welches faſt allen Gewaͤchſen, abſonderlich denen exoriſchen, wunderbare Krafft giebt, und koſtet nicht ſo viel, als ein unverſtaͤndiger ſich etwan einbilden moͤgte, an⸗ geſehen mit einigen Stutz⸗Glaͤſergen man faſt ei⸗ nen cihte eänen te the ficgne 5 Wcht Iunig P, meitetit M yt ſhe Cchenet ſickut Wden. 0 fN Anflerege weilluff dusgeſcle Wh hunde fuſſ,eß tunr eſſt b Woend itech Rgaete, lilßge/ Ae h Uhtat Vondem Waſſer. 23 inas nen gantzen Eymer Waſſer anmachen und hiermit eß vieles ausrichten kan. Ich habe den Effect hiervon tu zum oͤffteren verſpuͤret, daß auch diejenige Pflan⸗ allr dlltzen, welche von der Gemeinſchafft derer anderen n faſt abgeſondert waren, wiederum in lebhaffte Flos gund Aufnahme gebracht habe. Vermoͤg des Waſſers, mitten im ſchärffſten Eobeſch Winter, eine Blum zur Flor zu bringen, iſt ein cu- umalk rieuſes Stuͤck, welches aber nur allein mit denen in Swiebel⸗Gewaͤchſen, als Narciſſen, Hyacin⸗ dan then ꝛc. ſich practiciren laͤſſet. unSothane Erfindung/ ob ſie zwar zu denen dahies ſhl beſchriebenen Arten der Waͤfferung nicht gehö⸗ reet, ſondern auf eine gantz beſondere Manier ge⸗ n ſchiehet; ſo will doch dem geneigten Leſer hiervon ei⸗ nen kleinen Vorgeſchmack geben, und das Werck weitlaͤuffiger zu beruͤhren, auf einen anderen Ort geul, ausgeſtellet ſeyn laſſen. Man nimmt ein Glas et⸗ hnuee wan von einem halben Maaße, mit einem etwas Eln engen und 4. Zoll langen Halfe, welches ſo beſchaf⸗ ig fen iſt, daß oben eine Zwiebel von Hyacinthen ſich accurat einſchlieſſe; dieſes fuͤllet man, zu Anfange des Novembris, mit Fließ⸗oder Regen⸗Waſſer, leget eine Hyacinthe oder andere Zwiebel hinein/ valan dergeſtalten, daß zroiſchen dieſer und dem Waſſer hellehten ein Finger⸗breiter Raum ſich befinde, und die Zwie⸗ bel das Waſſer nicht beruͤhre. Bey gelindem Ies Wi Wetter kan man der Zwiebel ohngefehr ein paar Stunden Lufft geben, bey kaltem Wetter aber hin⸗ icht das Fenſter in eine warme Stube ſtel⸗ len. ¹ Andere nehmen(wie ich vor einigen Jahren zu oaß ſit⸗ Arnſtaͤdt geſehen) ein gemeines Stutz⸗ oder Bier⸗ 0 B 4 Glas. 24 Dritte Betrachtung Glas, bedecken ſolches oben mit breit geſchlagenen Bley, und machen in die Mitte ein kleines Loch, um die Blumen⸗Zwiebel alſo hinein zu ſetzen, daß die Wurtzeln in das Glas gehen, die Zwiebel aber aus⸗ waͤrts auf dem Bley ruhen koͤnne; ſolches Glas wird, gedachter maſſen, an einen nicht zu warmen npch zu kalten Ort geſetzet, und demſelben„wann die Wurtzeln das Waſſer ausgeſogen haben, wie⸗ drum friſches Waſſer gegeben, wo ſich in wenigen Tagen aͤuſſeren wird, daß die Wurtzeln das Glas einnehmen, ſolches mit der Zeit voͤllig anfuͤllen, und⸗ in 4. oder 3. Wochen, die Blumen zur ungezweiſ⸗ felten Flor bringen, welche denen im Sommer bluͤ⸗ henden am Geruch und Vollkommenheit nichis nachgeben werden. Nach dem Waſſer achte noͤthig zu ſeyn, einige Anmerckungen von dem Nahrungs⸗Saſſte bey⸗ zufuͤgen, welcher der lebendig machende Safft, und die koſtbare Feuchtigkeit genennet wird, ſo die Er⸗ de beſchwaͤngeret und verurſachet, daß die Saa⸗ men aufgehen, Stamm und Wuͤrtzel ſich ausdrei ten und endlich Blumen, Frucht und Saamen brin⸗ gen werden. Dieſer Safft(d4) wird der wahre Procheus ge⸗ nennet, der nach Unterſchied derer Pflantzen aller⸗ hand Geſtalten annimmt und ſich auf ſehr viele Wei⸗ ſe veraͤndert; in Knoblauch denen Blaͤttern det Daturæ und pomis amoris wird er ſtinckend, in de⸗ nen Roſen, Levcojen, Nelcken und anderen Blu⸗ men wohlriechend; in dem Napello, Eiſen⸗Huͤtlein, Mandragora, Solano furioſo oder letchali, ein toͤdliches Gifft FEe (ii) Vahemont, Meräkwürdigkeltender Kunſt und Ratue. Uc Von dem Waſſer. 25 Gifft; eine Medicin und Gegen⸗Gifft aber in dem doch Antinapello und Rhabarbara; bitter iſt er in Wer⸗ muth und Coloquinten, in Polypodio und Sh- cirrhyza ſuß und angenehm, ſauer in Citronen, kalt in Melonen und Gurcken, warm in Anis und anderen Gewaͤchſen mehr, wovon die Wuͤrckun⸗ gen alle anzufuͤhren, gegenwaͤrtige Blaͤtter viel zu eng werden doͤrfften. Ohne dieſem Nahrungs⸗Safft ſeynd alle Ge⸗ waͤchſe todt, und gelangen zu keinem gedeylichen Wachsthum. Erſtaunens⸗wuͤrdig aber iſt, was ein und andere Scribenten, die Vegetation derer Pflantzen zu beforderen, vorgeben, daß nemlich, durch geſchickte Anfeuchtung des Saamens, die Virtus ſeminalis oder die Kaymen aufgeloͤſet, die Nahrungs⸗Saͤffte erfriſchet, und alle Zugaͤnge dergeſtalt eroͤffnet werden, daß auch ein einiges Saamen⸗Korn eine unendliche Anzahl Fruͤchte und die herrlichſten Blumen herfuͤr bringen ſol⸗ le. Was das Getrayde, als Korn, Gerſten, Wei⸗ tzen ꝛc. angehet, iſt meines Vorhabens nicht, hier⸗ von weitlaͤufftig zu handelen; ich bleibe bey denen Garten⸗Gewaͤchſen, und kan von jenen des Herrn Abts von Vallemont Merckwuͤrdigkeiten der Kunſt und Natur(e), und der Auror eines Tractats: Ent⸗ deckte Grufft natuͤrlicher Geheimniſſen, nachge⸗ ſchlagen werden worinnen der geneigte Leſer ſo⸗ thane gantz auſſerordentliche Vervielfaͤltigung des Getreydes durch wichtige Vernunfft⸗Schluͤſſe un⸗ terſtuͤtzet und anbey wahrnehmen wird, daß in einem eintzigen Saamen⸗Koͤrnlein ein unerſchoͤpfſe B 5 licher 3— 26 Dritte Betrachtung 1 Abgrund der Fruchtbarkeit verſchloſſen iege. Wieſe Art der Vermehrung appliciret der Herr Abt von Vallemont auf alle Gewaͤchſe, und ſeynd ſeine Worte ſo wohl geſetzet, daß mich nicht ent⸗ brechen kan, ſolche(ſo viel zu meinem Zwecke dien⸗ lich iſt) anhero zu wiederholen; „Die Baͤume, ſpricht er, welche auf ſolche Weiſe ernaͤhret werden, werden jung, ſtarck vund voll von Safft und Kraͤfften, ſie tragen »einen Uberfluß von Fruͤchten, daruͤber man »erſtaunet, und den man nicht begreiffen kan; „dieſe Fruͤchte ſeynd von beſſerem Geſchmack, „viel groͤſſer und ſchoͤner als insgemein, und „»was noch am ſonderlichſten iſt daß die boͤſe „Witterungen ihnen den wenigſten Schaden uzufuͤgen. „Die Blumen⸗Gaͤrtner werden hierbey nicht weniger criumphiren; ſie haben nie⸗ „mahls die Floram, zu Erfuͤllung ihres Ver⸗ »langens, geneigter geſehen; alles traͤget et⸗ „»was bey, ihnen viel groͤſſere, viel lebhaff⸗ »tere und mit verſchiedenen Farben ausge⸗ vzierte Blumen zu geben, als jemahls die al⸗ vlerreichſten Blumen-Beete ihnen gewieſen. „Es mag ſeyn, daß die Blumen von Saa⸗ »men, Zwiebeln, Wurtzeln, Ablagern, von Pfropf⸗Reiſern oder dergleichen herkommen, »unſere allgemeine Materie, wann ſie wohl »zubereitet wird, muß uns die Hoffnung ge⸗ „ben, daß man gantz ungemeine Gewaͤchſe, »und in dem Reiche der klore gantz unbe⸗ kannte h nicht e⸗ n Zwecke die „. e auf ſolh jung /fart u, ſce kungen lber man reifen kan; echmack, Von dem Waſſer. 27 kannte und recht verwunderns⸗wuͤrdige Din⸗ „ge ſehen wird ꝛc. „Die Gaͤrtner, welche die Kuͤchen⸗Kraͤu⸗ uter bauen, werden auch ihr Gluͤcke machen, sund duͤnckt mich, ich ſehe ſchon auf unſern ⸗Marckt⸗Plaͤtzen Kraut, Kohl, Lactucken, Zu⸗ „ckerWurtzein, Melonen ꝛc. von einer ſol⸗ „chen Groͤſſe, von ſolchem Geſchmack und Annehmlichkeit, als alle vergangene Zeiten »nicht haben zuwege bringen koͤnnen, das darmit zu vergleichen waͤre ꝛc. ꝛc. Das gantze Geheimniß dieſer wunderbaren Vermehrung beſtehet in geſchickter Einwaͤſſerung des Saamens, mit dem Sale Nitri, oder dem Sal⸗ peter⸗Saltz, welches die auflöͤſende Krafft und das wahre Principium des Wachsthums und der Ver⸗ mehrung zu ſeyn, beſchrieben wird, von welchem die Ephemerides Academiæ Leopoldinæ Naturæ Curioſorum uͤberzeugende Proben geben. Das Waſſer, worinnen der Safpeter zerlaſſen wird, ſoll aus Regen⸗Waſſer oder Miſt⸗Sotte be⸗ ſtehen, wie unten in der öten Betrachtung, bey denen Saamen, erwehnen will, und beſtehet in die⸗ ſer Einweichung das vornehmſte Stuͤck. Andere nehmen Kuͤhe⸗Pferd⸗ und Ziegen⸗Miſt, thun von einem ſo viel als dem anderen in ein Ge⸗ faͤße, gieſſen ſiedend Waſſer darauf, laſſen es ei⸗ nige Tage weichen, und gieſſen nachgehends das Waſſer in ein ander Gefaͤße, in welchem man, nach proportion der Ausſaat, etwas Salpeter zer⸗ gehen laͤſſet, und wann dieſer zergangen iſt, wird der Saame in beſagtem liquore eingeweichet, und verſprechen ſich eine reiche Erndte, welches der 22 Vierte Betrachtung/ der ſinnreiche Virgilius bereits angemercket/ aber auch zugleich beobachtet, daß, aller anwendenden Bemuͤhung ohngeachtet die Saamen ſich aus⸗ arten thun; Semina vidi equidem multos medicare ſerentes, Et nitro prius& nigrà perfundere amurcã. Srandior ut fœtus ſiliquis fallacibus eſlet, Et quamvis igni exiguo properata maderent, Vidi lecta diu,& multo ſpectata labore Degenerare tamen. Mehrere Arten der Einweichung ſiehe bey ge⸗ dachten Autoribus, welche alle zu beruͤhren Be⸗ dencken trage; jedoch werde dasjenige, was et⸗ wann noch abgehet, bey denen Tulipanen und za⸗ ſichten Gewaͤchſen erſetzen, damit dieſe Betrachtung ihre vorgeſetzte Schrancken nicht uͤberſchreite. Vierte Betrachtung. Von Vertilgung derer, einem Luſt⸗Gar⸗ ten ſchaͤdlichen Thiere und Unge⸗ zieffer. Ch ſollte zwar gegenwaͤrtiger Betrachtung die Grund⸗Riſſe eines Gartens vorgeſetzet, und die vielfaͤltigen Arten derer heutigen Tages gebraͤuchlichen Abtheilungen angezeiget haben; al⸗ lein, weilen ein jeder hierinnen ſeine Freyheit ge⸗ brauchen, und einen Platz entweder in eine runde, ovale, quadrate oder ablange Form einſchlieſſen kan; ſo uͤbergehe ſolches um ſo mehr, als in de⸗ nen herausgekommenen Buͤchern, Schildereyen und Kupfern dergleichen Figuren uͤberall anzu⸗ kreffen, welche da ſie ein Werck fuͤr groſſe Herren ſeynd⸗ G0 M thun ei. 4 ek. Ffank en Olktgh Von Vertilgung der Ungeziefferr. 29 ſeynd, und von kunſtreichen Gaͤrtnern, die eigent⸗ liche Riſſe eingeholet werden koͤnnen; ſo ſchreite zu meinem Zwecke. Unter denen ſchaͤdlichſten Thieren, welche ei⸗ nem Luſt⸗Garten das meiſte Ungemach anthun, ſeynd die Maͤuſe, Maulwuͤrffe, Schnecken, Wuͤr⸗ me, Voͤgel, Hunde, Katzen, Ziegen, Haaſen und Kroͤten. Solche leidige Thiere zu vertreiben, mache den Anfang von dem Maulwurff, welcher einem fleiſ⸗ ſigen Gaͤrtner am allerempfindlichſten iſt, indeme er durch ſein unertraͤgliches Wuͤhlen nicht nur die Gewaͤchſe(auf deren Anbau man ſo viele Muͤhe gewendet hat) gaͤntzlich verderbet, ſondern auch durch die gemachten Gaͤnge denen Maͤuſen den Weg bahnet, daß ſie zu den Wurtzeln fuͤglicher gelangen, und dieſelbe abfreſſen koͤnnen. Dieſem gefaͤhrlichen Feinde ſeinen Lauff⸗Zettel zu geben, wird folgendes ſehr angeruͤhmet: Nim̃ weiſſe Nieß⸗Wurtzel, und Hendeln⸗Wurtzel, bren⸗ ne ſie, und nimm das Pulver hiervon, durchſie⸗ be ſolches durch ein Haar⸗-Sieb, menge Gerſten⸗ Meel und Eyer darunter, und nach beſchehener Anfeuchtung von Wein und Milch, mache einen Teig daraus, ſchneide dieſen in kleine Stuͤcke, und lege ſie in die Loͤcher; wann ſie darvon freſſen, werden ſie gantz gewiß ſterben. Einige nehmen todte, oder lebendige Krebſe, und thun ſie in die Loͤcher ſtecken; andere nehmen einen Buſch von gruͤnen Hanff, welcher, wann er in der Erde verfaulet, einen unleidentlichen Ge⸗ ſtanck verurſachen wird, daß die Maulwuͤrffe den Ort verlaſſen werden; doch geſchiehet auch 7 ie 30 Vierte Betrachtung. ſie an anderen Orten von friſchen wiederum auf⸗ werffen, daß man mit dem Hanff allezeit in Bereitſchafft ſeyn, und ſie, ſo offt aufgeworffen wird, verfolgen muß. Holyck in ſeinem Garten⸗Buche recommendiret die Zweige des Oel⸗Baums, und nachſtehendes recht curieuſe Mittel: Nimm ſſchreibt er) ein oder zwey Kannen Erb⸗ 4 oder ſo viel du vonnöthen zu ſeyn erachteſt, oche dieſelbe in ſauern Eßig, und nachdem ſte ge⸗ nug gekochet haben, und weich ſeynd, ſo thue ſie in ein breites Faß oder Topf, welcher nicht zu tief iſt, vergrabe ihn an den Ort, wo die mei⸗ ſten Hauffen aufgeworffen ſeyn, bedecke ſie mit Erde, doch alſo, daß dieſelbe in den Topf nicht falle, welches mit aufgethuͤrmten Hoͤltzern von der Seiten fuͤglich geſchehen kan. Wann nun ſolches bewerckſtelliget worden; ſo kauffe in der Apothecken ein oder ein halb Pfund Daxen⸗Schmaltz, nachgehends nimm Zucker⸗Wur⸗ tzeln, laſſe dieſelbe wohl trocken werden, und thue ſie zum kleinſten Pulver zerſtoſſen, und mit Da⸗ ren⸗Schmaltz vermiſchen; ſchneide gleichfalls gel⸗ be Wurtzeln oder Moͤhren in kleine Stuͤcke, be⸗ ſchmiere ſie mit denen vermiſchten Zucker⸗Wur⸗ tzeln, und ſuche die Lauff⸗Loͤcher derer Maul⸗ wuͤrffe, nicht weit von denen eingegrabenen Erb⸗ ſen, thue die beſchmierte gelbe Wurtzeln in die Loͤcher, und bedecke ſolche dergeſtalten, daß die Erde das beſchmierte nicht beruͤhren koͤnne. Die Maulwuͤrffe(welche einen ſubtilen Geruch haben) lauffen ſogleich nach den Erbſen, und wann ſie darvon freſſen, ſo werden ſie, als wann 4 to II Kd t Aogetl: Wufiche Wheg dee ſendN ſel ooſhth Mchn i Ko der er Iber K Füft ut Päches in , K KL un ſaſez n ſchſg in fohtz S Von Vertilgung der Ungezieffer. 31 mz toll und unſinnig waͤren; etliche lauffen ſofort aus ihren Loͤchern, um Lufft zu ſchoͤpffen; einige aber ſheoß gehen nach dem Geruch derer Zucker⸗Wurtzeln und Daxen⸗Schmaltzes, als wollten ſie ſich laben reenmenund erfriſchen, lecken und freſſen davon/ aber ſte nächſthes werden noch toͤller, lauffen vor Schmertzen(die ſie im Bauche haben) aus den Loͤchern, daß man ſen Eſie mit Haͤnden greiffen, und todt ſchlagen kan; einige hingegen lauffen wieder in ihre Loͤcher und ſterben, daß man nicht weiß, wo ſie geblieben ſeynd. Das præparirte Arſenicum iſt auch ſehr gut, de⸗ Ae nen Maulwuͤrffen den Tod anzuthun, wann es 9 die nei, mit reinem Zucker vermiſchet, und an die gelbe tke ſe mit Wurtzeln geſchmieret wird; weilen aber das Arſe- Doyf rich nicum ſehr gifftig mithin, wegen beſorgenden uͤblen Folgen, viele daran einen Abſcheu tragen, ſo köͤnnen an ſtatt deſſen gepulverte KraͤhnAugen ge⸗ wothen;(nommen, und mit dem Daxen⸗Schmaltz meliret lnd werden. Die Probe hiervon wird unfehlbar ſeyn, „Bu, weilen eine bekannte Sache iſt, daß von den ndthue Kraͤhn⸗Augen alle Thiere, welche blind gebohren 5nt Dr werden, verrecken thun. lt 90 Albertus Magnus(wann ich mich nicht irre) fuͤh⸗ äcke,h ret ein artiges Mittel an, wie man die Maul⸗ wuͤrffe an einen Ort zuſammen bringen koͤnne? welches(wann es die Probe haͤlt) werth waͤre, daß es von allen practicirer wuͤrde: Man ſoll ei⸗ nen lebendigen Maulwurff fangen, und ſolchen in ein Geſchirr voer Keſſel thun, darunter ein lei⸗ dentliches Feuer machen, und ihn alſo verbren⸗ nen laſſen; wo derſelbe ein erbaͤrmliches Geſchrey von ſich ſtoſſen ſoll, daß die andere Maulwuͤrffe, oem nothleidenden Huͤlffe zu ſchaffen, aus— u⸗ 32 Vierte Betrachtung. Zugaͤngen herfuͤr kommen, und ſich als mitlei⸗ dige geaͤngſtigte Thierlein einſtellen werden, daß man ſie gar leichtlich todt ſchlagen kan. Da ich aber hieran ſehr zweiffle; ſo kan ein curieuſer Liebhaber verſuchen, ob man das probatum eſt beyſetzen doͤrffe. Mit dieſem ſtimmet uͤberein, was ein gelehr⸗ ter Scribent von den Maulwuͤrffen anfuͤhret: Im Monath Martio(ſchreibt er) wo die Maulwuͤrſſe in Venerem ſehr geneigt ſeynd, fange einen leben⸗ digen, thue ihn in einen ehernen Keſſel oder glaͤ⸗ ſernen Hafen, um den Abend grabe den Hafen in die Erde, daß das offene Ende oben zu ſtehen komme. Wann der eingeſchloſſene Maulwurff des Nachts zu ſchreyen anfanget, ſo lauffen die andere hinzu, und je mehrere zulauffen werden, je mehrere werden in den Hafen fallen, woraus ſie wegen der Glattigkeit nicht in die Hoͤhe kom⸗ men koͤnnen; doch iſt zu mercken, daß die Maul⸗ wuͤrffe in offener Lufft nicht lange auszuhalten im Stande ſeynd, dahero an Richtigkeit dieſes Stuͤcks ebenmaͤßig ſtarck zweiffeln thue. 0 Alle andere Erfindungen, welche zu Austilgung derer Maulwuͤrffe beſchrieben werden, dahier zu recenfiren, iſt meines Vorhabens nicht, dahero dem geneigten Leſer die Wahl uͤberlaſſe, welches unter vorbeſagten Stuͤcken zu erwehlen, er ſich al gefallen laſſen wolle. KA Sonſten ſeynd auch noch einige Arten bey de⸗ uhe nen Gaͤrtneren im Gebrauche, als die Stern⸗Kol- Vlhuun ben, Fallen und Selbſt⸗Schuͤſſe, womit der wuͤh⸗ 2 0 lende Maulwurff geſchlagen, betaubet, gefangen WWe und geſchoſſen wird, wie auch einige uunertſe LA ie Von Vertilgung der Ungezieffer. 33 —— nih die, wie eine Angel, durch ein enges Loch gehen, welche, wann ſie der Maulwurff beruͤhret, in die Hoͤhe ſpringen, und ihn/ weilen er durch das Loch nicht kommen kan, erſticken, erwuͤrgen und er⸗ droßlen. Mit dem Grabe⸗Scheite wird dem Maulwurff auch nachgeſetzet, wann er die Erde in die Hoͤhe wirfft, daß man ihn ohne ſonderbare Muͤhe aus⸗ heben, oder aber weme die Arbeit nicht anſtehet, mit einer Flinte todt ſchieſſen moͤge; man muß ſich aber gegen den Wind ſtellen, damit der Maul⸗ den Ha wurff den Geruch von dem nach ſtellenden Feinde ſſahe nicht verſpuͤre. Von den Maulwuͤrffen komme zu den Maͤufen, welche in Ratten und Spitz⸗Maͤuſen beſtehen; und obwohlen zu wuͤnſchen waͤre, daß dieſe ungebete⸗ ne Gaͤſte ſich von etwas anders, als der Speiſe derer Blumen⸗Wurtzeln, erhielten; ſo giebt es dännoch probate Mittel, ſothane Fromdlinge hin⸗ weg zu ſchaffen, zu Ende das vorhin be⸗ ſchriebene Daxen⸗Se rauchet werden kan. Die Maͤuſe durch b aſchauen zu erſchre⸗ cken, iſt probiret worden; wann man denen Ka⸗ tzen die Baͤlge abziehet/ und hinwvirder mit Stroh dahe Ausſtopffet, hernach aber zunaͤhet/ und mit ihrem Schmaltze wohl berieben, an diejenige Oerter auf⸗ ſrecht ſtellet, wo die Maͤuſe vorbey zu lauffen pfle⸗ gen: der Geruch und das Anſchauen wird ſie furcht⸗ ſam machen, daß ſie davon lauffen, und ihre alte + ne Wohnungen verlaſſen. Das ſicherſte Mittel, alen Maͤuſen und Ratten das Leben zu benehmen, and ſie aus dem Garten zu vertreiben, beſtehet 5 folgenden; Miſche Wei⸗ tzen⸗ 34 Vierte Betrachtung⸗ tzen Reel, Saamen von wilden Gurcken, ſchwar⸗ tze Nießwurtz und Coloquinten in einen Teig zu⸗ ſammen, lege davon an den Ort, wo du die b fine N hu Mäuſe und Ratten vermutheſt, du wirſt den Etleck gewiß verſpuͤhren. Ein anders Mittel von gleicher Wuürckung iſt: u Man ſammle in denen Hunds⸗Tagen Schirling⸗ Saamen, Nießwurtz und Gerſten⸗Meel, miſche alles wohl untereinander, und ſtreue es in die Ro⸗ cher, wovon ſich alle Feld⸗ und Garten⸗Maͤuſe gantz unfehlbar verliehren ſollen.(f) Einige raͤuchern auch in Feldern, Gaͤrten und Haͤuſern ſtarck mit Maulthier⸗Horn oder Huf, und verſichern guten Fortgang. Andere nehmen und machen einen Teig von Sauerteig und Feilſpaͤhnen, miſchen auch ſubtil-geſtoſſenes Glas und Weitzen⸗Meel mit ein wenig Milch und Honig, formiren Kugeln dar⸗ aus, thun zuweilen ein wenig Zucker darzu, und legen ſie denen Maͤuſen und Ratten zu freſſen fuͤr.—„ Da nun die bevorſtehende Mittel guten Ettect beweiſen, ſo iſt unter anderen curieuſen Erfindun⸗ gen nachſtehendes Stuͤck zu bewunderen, eine Maus dahin abzurichten, daß ſie an ſtatt einer Katze diene, und alle andere Maͤuſe hinweg freſſe, welches ob es zwar ſchwerlich zu glauben, ſo uͤber⸗ zeuget uns doch die Erfahrung, daß ſolches in des⸗ nen Wohn⸗Haͤuſern die Probe gehalten habe, und beſtehet darinnen: (F) Cbriſtoph von Hellwig, in ſeiner neuen und curieulen Schatz⸗Kammer ck 27.& 3Je. mer eαο”piſcher Wiſſenſchafften, pag. m. Man f U0 dhlaaß, fun ſu ft gulen Effe f0Etinduß deren, ein ſtatt ein⸗ egh feeſ en ſo übes ſolches in de Von Vertilgung der Ungezieffer. 33 Man faͤnget eine ziemliche Quantitæt lebendiger MRaͤuſe, thut ſolche in einen hohen Keſſel, oder erdenen breiten verglaßirten Hafen, daß ſie nicht heraus ſpringen koͤnnen, laſſet ſie alſo beyſammen, biß ſie der Hunger antreibet, einander anzugreif⸗ ſen, da insgemein die aͤlteſte und ſtaͤrckeſte den Meiſter ſpielet, und die andere nach und nach ver⸗ zehret; dieſe laͤſſet man alsdann lauffen, ſo hat man die beſte Maͤuſe⸗Katze im Hauſe, weilen ihr kein Fleiſch mehr ſchmecket, als von Maͤuſen; wel⸗ ches mit denen Ratten gleichfalls angehet, im Gar⸗ ten aber wird es nicht ſo fuͤglich als im Hauſe zu practiciren ſeyn. Die Maulwuͤrffe und Maͤuſe durch den Schall zu verjagen, graͤbet man einige ledige Tonnen in die Erde, ſtoͤſſet den Boden aus, und ſchlaͤget darauf, wie auf Trommeln, oder aber wie in ei⸗ nem Moͤrſel zu geſchehen pfleget, wodurch die Maͤuſe und Maulwuͤrffe dergeſtalt erſchrecket wer⸗ den, daß dieſelbe auf die wiederholte ſtarcke Schlaͤ⸗ ge hin und her geloffen, und endlich, da ſie ſich nicht zu helffen gewuſt, uͤber das Waſſer ge⸗ ſchwommen, und den Ort verlaſſen haben.(8) Die Neſter derer Maulwuͤrffe zu verſtoͤren, haͤtte bald vergeſſen, es geſchiehet aber, wann im Winter die Gaͤrten gantz mit Waſſer bedecket C 2 ſeynd, (g) Petrus Lauremberg, in ſua Horticultura, Iibr. f. cap. 36. num. F. Ut ſonitu tonante terrefactæ conver- ſæque in fugam longiſſime inde recedant, quod ſc⸗- cretum ſine invidia publicum facere volui, non igm. rus, quantum negotii& moleſtiæ hæ beſtiæ fasgſ. ſant diligenti Hortulane. 36 Vierte Betrachtung/ ſeynd, wo die bemeldten Thiere nicht zu tieff, ſon⸗ dern faſt oben in ihren Huͤgeln wohnen, und ſehe man ſich bey ankommendem Frühling nur nach denen groſſen Huͤgeln um, wo man zuweilen ei⸗ nige Neſter voll junger Maulwuͤrffe finden wird. Einige machen auch, um die Maulwuͤrffe zu fan⸗ gen, eine gewiſſe Witterung; einige legen Knob⸗ us lauffen ſollen; einige nehmen einen irde⸗ Topf, der einen weiten Bauch und engen “hat/ thun Schwefel, Cedern⸗Holtz, Wachs Har ulwurffs⸗Huͤgel mit Erde, ſo ſie ausgeworffen, auf eins, ſtecken dieſe Materie, ſo im Topfiſt, und bringen den Hals dieſes Topfs oder Fla⸗ h oder eine Zwiebel vor ihre Loͤcher, daß ſie tz zuſammen/ verſtopffen die Loͤcher derer in das Loch, welches offen gelaſſen worden, von die alldorten befindliche Maulwuͤrffe ſler⸗ und von dem Dampf erſticken werden.(h) Thun die Maͤuſe einen Garten empfidlichen Schaden; ſo ſeynd die Raupen, Regen⸗Wuͤr⸗ mer, Schnecken und Ameifen, nicht weniger zu befoͤrchten. Dann die Raupen freſſen nicht allein an denen Pflantzen und Gewaͤchſen die Blaͤtter hin⸗ weg, ſondern vergifften auch die Baͤume, daß ſie oͤff, ters gar eingehen muͤſſen. Die beſte Vorſorge, die Raupen zu vertreiben, iſt daß man im Winter die Neſter aufſuche, ehe die Brut lebendig wird; und weilen man an gewiſ⸗ ſen Baͤumen und Stauden nach Michaclis gewiſ⸗ e (9) Hellwig, am vorbeſagten Orte ſeiner cοͥοmiſchen Schatz⸗Kamnmer. fol. 65. 4 0 egeK WI N Ne* Jehuft Von Vertilgung der Ungezieffer. 37 ſe Ringlein findet, welche als Wachs mit unter⸗ gemengten ſchwartzen Duͤpflein ausſehen; ſo muß ein Gaͤrtner mit aͤuſſerſter Sorgfalt dahin bedacht ſeyn, daß ſolche vertilget werden, weilen dieſelbe ſonſten mit angehendem Fruͤhling aufgehen, und den gantzen Baum oder Aſt mit jungen Raupen anfuͤllen werden. Es pflegen die Raupen, wann ſie ſich des Nachts zuſammen gerottet, des Morgens Klumpen⸗weiſe bey einander zu liegen, in ſolchem fall iſt der Schwe⸗ fel von vortrefflichem Nutzen, wann man ſolchen auf einen alten Beſen bringet, mit Feuer anſtecket, und den Dampf unter die Raupen haͤlt, wel⸗ ches der unfehlbare Tod derer Ameiſen und Rau⸗ pen ſeyn wird; welches auch gluͤcklich von ſtatten gehet, wann man einen Topf mit gluͤenden Koh⸗ len anfuͤlet, Weyrauch und ſchwartz Hartz drauf wirfft, und den Dampf unter die Aeſte haͤlt. Findet ſich, daß die Raupen die Pflantzen wuͤrck⸗ lich beſchaͤdiget haben; ſo muß ein Garten⸗Liebha⸗ ber dieſes Ungezieffer alle Morgen abſchuͤtteln; dann weilen die Raupen von der naͤchtlichen Kaͤl⸗ te erſtarret ſeynd, fallen ſie leichtlich auf die Erde, daß man ſolche mit Fuͤſſen zertreten kan. Die Ameiſen hinweg zu ſchaffen, graben einige den Magen eines friſch geſchlachteten Hamels in den Garten, wann die Ameiſen und Raupen ſol⸗ chen riechen, kommen ſie in groſſer Menge herbey gekrochen, daß ſie mit Schwefel⸗Dampf oder ſied⸗ heiſſem Waſſer verbrennet werden koͤnnen; gleich⸗ falls iſt uͤberſtreute Aſche, Gerber⸗Lohe, Kalck und Ofſen⸗Ruß auch nicht zu verachten. C 3 Mer⸗ 38 Vierte Betr achtung/. Mercket man, daß in den Blumen⸗oͤpfen Ameiſen vorhanden ſeynd, ſo ſetze man den Topf bis an den Rand ins Waſſer, wo die Ameiſen ſich bald verlieren werden. Zu verhuͤten, daß dieſes Geſchmeiß denen Blu⸗ men⸗Gewaͤchſen keinen Schaden thue, werden die oben⸗beſchriebene irdene Schalen ſehr recom⸗ mendiret, daß man ſolche, zu Befeuchtung des Erdreichs, unter die Toͤpſe ſetze, wodurch die Amei⸗ ſen, ſamt uͤbrigem Ungezieffer, verhinderet werden, daß ſie den Topf nicht hinauf kommen koͤnnen. Sonſten werden die Ameiſen auch vertrieben, wann man ihre Hauffen mit ungeloͤſchtem Kalck beſtreuet, und Waſſer darauf gieſſet; nicht weniger, wann man Muſchel⸗Schalen mit Storax brennet, zu kleinen Pulber ſtoſſet, und den Ort, wo ſie ihren Lauff haben, hiermit beſtreuet. Mehrere Mittel — ſiehe bey Herrn Chriſtoph Hellwig an mehrgedach⸗ tem Orte. Die Regen⸗Wuͤrmer und Schnecken werden vornemlich des Morgens und Abends, wann ein ſtarcker Thau und Regen gefallen, aufgeſuchet, und in der Mitte zerſchnitten; will man ſie aber zu einer anderen Zeit herfuͤr bringen, ſo ſiede man den Saamen oder Blaͤtter von Hanff, und gieſſe das gekochte Waſſer auf die Wege. Andere Mit⸗ tel findet man in denen Garten⸗Buͤchern hin und wieder, welche, wann man ſich mit dieſen etwann nicht vergnuͤgen ſollte, daſelbſten nachgeſchlagen werden koͤnnen. ie Ohr⸗Wuͤrmer, welche denen Nelcken ſo 5558. ſeynd, und denenſelben das Hertz abfreſ⸗ en werden beſſer nicht gefangen, als wann A9 au 1che! Et ö0 N Fod U I90 In de un Nö1 9 K l 1163 ſ buin fitee, Whcßel Reit ſhiitt, doch he ud ge Meürh 6000 gfcls. 5 —— Whſer g Aeah! e teudeß fug Elle Pirr h⸗ bol 5 N vVon Vertilgung der Ungezieffer. 39 N auf Pfaͤhle und Stoͤcker die Horn⸗ Klauen von Ochſen, Schweinen und Haͤmeln aufſtecket, oder de du aber ein dickes Rohr, ſo inwendig hohl iſt, zer⸗ ſchneidet, und ſolches an einen Stock bindet, wor⸗ inn das Gewuͤrme des Nachts ſich verberget, daß iE, vih man es bey anbrechendem Tage mit leichter Muͤhe ſehr tes heraus nehmen und toͤdten kan. Was uͤbrigens zu Abwendung derer Voͤgel, hurch de an Hunde, Katzen, Ziegen und Kroͤten, fuͤ Mittel derrt peth gebrauchet werden/ ſolches iſt eine allgemein⸗ be⸗ u kömme kannte Sache, zumahlen die Voͤgel durch furcht⸗ ſame Poſituren, Stellungen und Klappern, ge⸗ beſreuc ſchuͤchtert, die Kroͤten aber mit langen Stangen geſpieſſet werden. Ehe ich zum Ende gegenwaͤrtiger Betrachtung ſchreite, will dem geneigten Leſer einige wenige, nute doch bewaͤhrte Mittel wieder alle denen Blumen hnecken weh ds, wann u, aufteſtt fll man ſe⸗ axo 0 N, ſo flede k und Gewaͤchſen ſchaͤdliche Gewuͤrme noch commu⸗ niciren, und zwar erſtlich, die Raupen, Ameiſen, Erd⸗Floͤhe, ꝛc. voͤllig los zu werden, nimm un⸗ geſehr 6. bis 9. Krebſe, ſiede ſolche in einem mit Waſſer angefuͤllten irdenen Topfe, laſſe ſie 8. Tage an der Lufft ſtehen, und begieſſe alle Wo⸗ chen die junge Pflantzen hiermit; Es wird verſi⸗ f urdel cheret, daß ſolches der kuͤrtzeſte Weeg ſeye, zu Aus⸗ tilgung alles ſchaͤdlichen Ungezieffers. Sollte aber an denen Krebſen ein Mangel ver⸗ oſpuͤret werden; ſo nimm einen gantzen Keſſel ö 10 voll Wermuth, koche denſelben wohl, und bene⸗ tze mit dieſem deine Kraͤuter, Blumen, Baͤume und Gewaͤchſe, das Ungezieffer wird ſich nach und nach verlieren, und wann es einige mahlen wie⸗ un derholet wird, ſich ſo 1echec nicht mehr einfnden. 4 Iſt VvVeierte Betrachtung E — Of dir die ſes Stu ck nicht gut genug, u0. nimm ungel oͤſchten Kalck, ſo groß als zweh Faͤuſte, ſfin lege ihn in einen Zuber⸗ und gleſſe einen guten i Eymer voll Dach⸗ Trauffen⸗ Waſſer darauf und thue eine gute Hand voll Saltz hinein werffen, Guudeh. 1 es wohl unter einander, und wann ſich der fo Kalck geſetzet hat, gieſſe das Waſſer ab, und be⸗ 85 wahre es zut Gebrauche. Wann ſich nun die ay Wuͤrmer, Schnecken, Raupen, Erd⸗Floͤhe und Wltt anderes dergleichen Ungezieffer anmeldet, ſo nimm e das 150 eitete d Waſſer, und ſprenge es mit einem 0 Buſch od Rocken⸗Aehren gemachten 9 Pinſel Wad auf die Pflantzen und Gewaͤchſe, ſo faͤll 41 das Ungezieffer gaͤntzlich ab, und wird weiter nichts verletzen, welc es bey Melonen und anderen Ge⸗ waͤchſen die Pro obe haͤlt Der gelehrte und no ch violmahlen zu nennende Ferrarius ſchöger in ſeiner Flora 6 Eßig, Senff N. und Stein⸗Oel vor, die Pflantzen damit zu be⸗ ſyrengen und ruͤhmet ſolches von uͤberaus guter W1 Wuͤrckung zu ſeyn. 1⸗14 Andere weichen den Saamen, ehe man den; fſfe ſelben ſaͤet in Menſchen⸗Urin, mit Brandteein dil und etwas Ruß aus dem Schornſtein ver miſchet, welck hes von dem Efloct ſeyn foll, daß keine Erd⸗ Floͤhe, Raupen ze. ſich werden ſehen laſſen; doch iſt zu wiffen, daß iin ſolche ſcharffe Materien der Saame uͤbe reine l 0lben nicht eingewe ichet werden darff Bey denen Kohl⸗Pflantzen iſt die⸗ ſes Mittel probar hefunden worden, abfonderlich, wann man die beſchaͤdigten Stauden und Pflan⸗ tzen des Abends damit beſprenget; weme aber der fureg Brandtewein nicht anſtehet, der weiche den Saa⸗ men Von Vertilgung der Ungezieffer. 41 men in Menſchen⸗Harn und Rauten⸗Safft, und laſſe ihn, ehe man ſaͤet, wiederum abtrock⸗ WnA nen. Finden ſich die Wuͤrmer an den Wurtzeln derer „Stauden, Baͤume und Gewaͤchſe; ſo iſt eben⸗ falls gut, wann man 2. bis 3. Haͤnde voll Rauten zum Safft zerſtoͤſſet, ein wenig Brandtewein und Menſchen⸗Harn darunter menget, ſolches an die e Wurtzeln ſchuͤttet, und dieſelbe mit gewoͤhnlicher %%Erde wieder bedecket, und die zarte auslaͤndiſche „el Gewaͤchſe zuweilen mit Waſſer und ein wenig .Wein bofeuchtet. Fuͤnffte Betrachtung. Von Anlegung eines Miſt⸗Beths. eEr in ſeinem Garten allerhand Arten ſchoͤ⸗ W̃ ner exotiſchen Blumen aus dem Saamen AA zu erziehen verlanget; dieſer muß vor allen ODingen ein rechtſchaffenes Miſt⸗Beth anzulegen beflieſſen ſeyn; als welches, zu begluͤckter Fortkom⸗ mung aller zarten und raren Gewaͤchſe, das eintzi⸗ ge höchſt⸗noͤthig⸗ und unentbehrliche Mittel iſt, da⸗ mit der Saame nicht allein deſto ehender aufgehen, ſondern auch fruͤhzeitig verſetzet, und hinwie⸗ derum zu ſeiner Zeitigung gelangen moͤge. Zu ſothaner Ausruͤſtung waͤhlet man die Lage ge⸗ gen Mittag, an einem Ort, wohin die Sonne den gantzen Tag ſcheinet, und die ſchneidende Nord⸗ und Oſt⸗Winde, durch eine Mauer oder Wand zuruͤck gehalten werden. Cr Die 4¹ Fuͤnffte Betrachtung, Diceerſte Weiſe, ein Miſt⸗Beth zu verfertigen Arne geſchiehet mit langen hoͤltzernen Kaſten, 2. bis 3, walt Schuhe hoch, fuͤllet dieſelbe mit heiſſen Ziegen ⸗oe n der Pferd⸗Miſt, und ſchuͤttet geſiebte gute Gar⸗ ten⸗Erde, mit dem vierten Theile vermengter Wetz den⸗Eichen⸗ oder Holtz⸗Erde darauf. Die zweyte Art verrichtet man ohne Kaͤſten, al⸗ ſo: Daß ins Erdrelch eine Eſrube 2. bis 3. auchg. Fuß tieff, und eben ſo viel breit gemachet werde, welche man mit eichenen Pfaͤhlen und Brettern dergeſtalten einfaſſet, daß das Miſt⸗Beth, um die Sonnen⸗Strahlen kraͤfftiger anzunehmen, nicht flach, ſondern etwas ſchrad gegen die Mauren an⸗ lauffen thue. Dieſe Grube fuͤllet man im Februario, hier zu Lande aber allererſt im Monath Martio mit gantz friſchem, aus dem Stalle gebrachten langen Pferd⸗ Miſt, und tritt denſelben, ſo viel immer moͤglich iſt, dichte zuſammen, daß er allenthalben gleich werde, bringet wiederum eine Lage Miſt hinauf, krampet ihn feſt ein, und continuiret damit, biß das Beth faſt angeſuͤllet iſt, wornach man einige Eymer Waſſer darauf gieſſet, daß der Miſt ſich erhitze. Wann ſolches geſchehen, kan man die Ausruͤ⸗ 1 ſtung ein paar Tage liegen laſſen, und dieſelbe mit Stroh⸗Matten bedecken; nachgehends aber ſchuͤͤt⸗ tet man uͤber den eingetretenen Miſt verweſene Miſt⸗Erde, 2 bis 3. Haͤnde hoch/ und fuͤllet das andere mit ausgeſſebter guten Erde aus alten Wei⸗ den⸗Baͤumen, Holtz⸗Erde ꝛc. und Erdreich aus dem Kohl⸗Garten voͤlig aus. Hat man aber ver⸗ faulte Saͤge⸗Spaͤhne, und andere R 0 Ca. fſcout J1 10 vVon Anlegung eines Miſt⸗Beths. 43 Uaat Materialien, wovon in der zten Betrachtung Er⸗ ae u wehnung geſchehen, ſo iſt es fuͤr die auslaͤndiſche Jen zarte Gewaͤchſe mercklich beſſer. Sothanes nach der Kunſt verfertigtes Erdreich ſalaͤſſet man wieder 2. bis 3. Tage liegen, bis die Hi⸗ tze einiger maſſen verrauchet, welches davon ver⸗ ſn, fpuͤret wird, wann man einen Finger hinein ſtecket, und den Brand nicht mehr empfindet, auf ſolche Weiſe iſt die Ausrüſtung fertig, und iſt nichts mehr Im uͤbrig, als daß man allerhand Sommer⸗Gewaͤch⸗ nſe und rare Blumen, als Amaranthen, Datura KÆ-= Vgyptiaca, gefuͤllte Balſaminen, Poma amoris, ſenſi- Junt tiva ſenlibilis&c. hinein ſaͤe, und die ſonſtigen Kuͤ⸗ chen⸗Kraͤuter, welche man fruͤhzeitig verlanget, ie als Baſilicum, Majoran&c. ebenfalls hinein bringe. Diejenigen Saamen aber, welche rar und zart ſeynd, dieſe werden in Blumen⸗Toͤpffe(ſo mit aus⸗ geſiebter guten Holtz- und Miſt⸗Erde angefuͤllet o ſeynd) geſaͤet, und biß an den oberſten Rand, in Pferd⸗Miſt eingeſuncken, mithin mit Fenſiern und dicken Stroh⸗Matten vor der zu befoͤrchtendenKaͤlte verwahret. Die zarten Saamen aber ſeynd unter vie⸗ len anderen: Amaranthus tricolor& ſpicatus, Ama- ranthus globoſus, Momordica, Balſamina flore ple- no, Quamoclitis, Baſilicum minus, Senſitiva ſen- ſibilis, Datura Ægyptiaca flore violaceo pleno&c.&c. Fuͤr ſothane und andere ſehr rare Indianiſche Gewaͤchſe, welche die rauhe Lufft, geſchweige die Kaͤlte, nicht vertragen koͤnnen, iſt ſehr gut, wann man das Miſt⸗Beth mit eichenen Brettern einfaſ⸗ ſet, und dieſelbe rings umher doppelt annagelt; al⸗ ſo und dergeſtalten, daß die Bretter wenigſtens ei⸗ nen halben Fuß breit von einander zu ſtehen kom⸗ men, Wauf. eee— 73 5 4— men, wozwiſchen( um die Waͤrme deſto mehr zu er⸗ halten) gleichfalls langer Pferd⸗Miſt geleget N witd,, dubem Fuͤget ſich, daß bey Tage gutes Wetter iſt; ſof“ muͤſſen die Stroh⸗Matten hinweg geſchaffet, des Nachts aber allezeit wieder aufgeleget werden, wie cohle dann auch noͤthig iſt, daß man gegen die ſtarcke JJ1 Nord⸗und Oſt⸗Winde, eine Wand von dichtem Strohe mache, und das Miſt⸗Beth hiermit von] m der Nord⸗Seite einſchlieſſe, daß die Winde abge⸗ deſe 44 Kuͤnffte Betracht Von Anlegung eines:ꝛs 8450 halten werden, und die Glaͤfer nichts als die Son, Gaun ne beſcheinen thue. alhle Die Miſt⸗Bethe werden auch von dem Grunde ent aus, mit Steinen aufgefuͤhret, wohl gepflaſtert, dne⸗ und mit eiſernen Klammern eingefaſſet; allein, wei⸗ U len dieſe Gattungen ſehr kalt ſeynd, ſo darff man dusm dieſelbe ſo bald als die andere nicht zu rechte machen, goſt, londern man thut die Arbeit bis auf die Helffte des i Aprils ausſetzen, zu welcher Zeit das Saamen⸗ h Werck darauf erſt geſaͤet werden muß; es waͤre] walen dann, daß das Wetter gelind waͤre, worauf man Ahhſ 5. 0 4 ledoch ſich vielmahlen nicht verlaſſen darff. Wae Wer ſo viele Koſten nicht anwenden will, der in kan bloß ein etwas kieſſes Loch in die Erde graben und folches mit eingetretenem fliſchen Pferd⸗Miſt, der Erde gleich⸗ ausfuͤllen laſſen, doch daß es gegen die Nord⸗Seite einen halben Fuß hoͤher, als ge⸗ gen Mittag, ſeye, damit es von der Sonne einen Weederſchein haben, und man die Fenſtern darauf legen koͤnne, welche Aet Miſt⸗Bethe, zu baldiger Herkuͤrbringung des Saamens, nicht undienlich leyn werden. Sech⸗ 1 Wnlenmn VSechſte Betracht. Von dem Saamen ꝛc. 45 Md Sechſte Betrachtung, urs Vunz Von dem Sagmen derer Sommer⸗Ge⸗ iweg geſhoff waͤchſe insgemein. „Le vain JAchdeme eine unablaͤugliche Sache iſt, daß un Oehen de ein unvollkommener Saame faſt gar Wand bondt keine, oder doch nur unvollkommene nichts⸗ „Aldet nutzige Blumen zum Vorſchein bringe; ſo giebt Le Wala die geſunde Vernunfft, daß ein accurater Blumen⸗ cts dsue Gaͤrtner nach vollſtaͤndigen tuͤchtigen Saamen ſich bearbeiten muͤſſe. Ehe wir aber weiter gehen, und die Tuͤchtigkeit ohlgafs derer Saamen in Augenſchein nehmen, ſo wird allcz ala der Muͤhe und Curiolitaͤt werth ſeyn, daß wir zuvor bobufe den Saamen ſelbſten, und was demſelben anhaͤn⸗ honchene gig iſt, in Betrachtung ziehen, wodurch wir die Nchelfun unerſchoͤpffliche Allmacht des groſſen GOttes ſo ogs Sua klar, als die mitten am Tage hell leuchtende Son⸗ en ne, erkennen, und anbey wahrnehmen werden, daß notaufm durch deſſen heiligſte Vorſehung die in allen ihren ſdurſ. Wercken wunderbare Natur, in einem auch nur en il,) dem geringſten Saamen⸗Koͤrngen, den Sammel⸗ Ende gec Platz aller ihrer Wunder ausgebreitet habe. NHerr von Leeuwenhœck, ein Mit, Glied der daß es gKoͤniglichen Socieraͤt der Wiſſenſchafften in Engel⸗ Feher ſa land, in ſeinen Literis(Arcana Naturæ genannt) yne t giebt uns hierinnen ein Merckmahl ſeines weit aus⸗ ſehenden und durchdringenden Verſtandes, wann er an verſchiedenen Stellen ſeiner gelehrten Brief⸗ dan fe meldet, daß ein Saamen⸗Korn nichts anders ſeye, als eine verkuͤrtzte oder concentrirte Pflantze, oder ein kleines Schauſpiel und Vorbildung des 800 daraus n 46 Sechſte Betrachtung, 22˖˖ daraus aufgehenden Gewaͤchſes, welches ſo viel be, 1 deutet: Daß in denen Saamen die Pflantzen ur, 5 „ LAA. ſpruͤnglich verborgen liegen, und daß man ſie, ver, ſhel mittels derer Vergroͤſſerungs⸗Glaͤſer, genau be⸗] Fune obachten koͤnne, nicht anders, als wie in denen Ei, cheln, Haſel⸗Nuͤſſen ꝛc. die Geſtalt der gantzen 5 Pflantze, mit allen ihren Blaͤttern und Wurtzeln, 0 1 eingeſchloſſen iſt. Aus welchen gelehrten Anmer⸗ 05 Kungen nothdringlich folget, daß die Natur alle n ihre Wuͤrckungen/ durch einen gleichen Mechanis-(n, mumeinzurichten, ſich angelegen ſeyn laſſe. So iſt es! und enthaltet jedweder Saame, nicht allein die aufgehende Pflantze in ſich, ſondern fuͤh⸗ ret auch in ſeinem Bezircke eine weiße meeligte Mate. rie, wodurch die Pflantze(ſo herfuͤr kommen ſoll) ſo lang unterhalten wird, biß daß ſie Wurtzel faſ⸗ ſet, und iſt uͤber dieſe meelichte Materie, noch eine oͤlichte Feuchtigkeit vorhanden, welche den An⸗ ˖ fang des Lebens in allen Saamen erhaͤlt; ohne welchem balſamiſchen Safft, alle Saatnen ver, nl trocknen, und zu Grunde gehen wuͤrden; daß da⸗ hero die höchſt zu bewunderende Vorſorge GoOttes, ſich darinnen handgreifflich zeiget, wann wir ſehen, daß derſelbe in jedes, auch nur das geringſte Saa⸗ men ⸗Koͤrngen alles dasjenige eingeſchloſſen habe, was ſonſten die Thiere, bey ihrer Bildung, von Vater und Mutter empfangen, ausgenommen, daß die Pflantzen in Hervorbringung des Saa⸗ mens allein die Stelle von beyden Geſchlechtern vertreten. Um nun den Saamen zu unterſuchen, ob er gut feye, ſchuͤtte ihn in ein mit Waſſer angefuͤlltes Geſchirr; diejenigen Koͤrner, welche zu 3N ſin⸗ eh/ Von dem Saamen derer Sommer ꝛc. 47 10 1cken/ ſeynd die beſten, und haben vor den anderen, uſo oben ſchwimmen, den Vorzog. Die wahre Art, vollſtaͤndigen Saamen zu erlan⸗ 0 gen, beſtehet darinnen: daß ſolcher zur voͤlligen f Reifſung gedeye, und bey einem ſtillen, hellen Ta⸗ ann ge, wann nach einem groſſen Thau, die Sonne die Wuns, Feuchtigkeit wiederum abgetrocknet hat, gantz tro⸗ en An cken abgenommen werde. Seynd es Geſaͤme von gefuͤllten Blumen, wo⸗ Ulecke. von man volle und groſſe Blumen begehret, muͤſ⸗ ſen dem Mutter⸗Stocke, bey Zeiten alles uͤber⸗ fluͤßige Kraut, Stengel und Blumen, geuommen „Iewerden, auf ſolche Weiſe bekommt der uͤbrig blei⸗ bende Saame mehrere Krafft, welches man bey de⸗ * nen Africanen, Chryſanthemo, Conſolida Rega- % L&e. genau beobachten kan, und iſt ſchon genug, nnde wann jeder Pflantze oder dem Stocke 2. bis 3. Blu⸗ l0 den B gelaſſen, und die uͤbrigen abgeſchnitten wer⸗ Ar den. Andere behaupten, daß man, um gefuͤllte Blu⸗ daed men zu ziehen, den Saamen von einfachen Bluͤ⸗ Fon then nehmen ſolle, und zwar, daß auf jedem Sto⸗ ,cke nur eine Blum(ſo um das volle Monden⸗Licht 6,6, ausgebrochen) gelaſſen werde, welches ich von de⸗ nſs nen Gras⸗Blumen, von einem gelehrten Jefui⸗ ten, mir habe anruͤhmen laſſen; der alſo von ei⸗ „nem Fürſilichen Gaͤrtner benachrichtiget zu ſeyn, 0, anfuͤhrte. Die Urſache, welche daruͤber gegeben A wurde, iſt dieſe: Weilen bey denen einfachen Blu⸗ then, die virtus ſeminalis nicht zu ſtarck(wie bey de⸗ hen gefuͤllten zu geſchehen pfleget) zerſtreuet, ſon⸗ „ f10 dern vielmehr beyſammen behalten wuͤrde, indeme Whaß, die Vielheit derer Blumen und Blaͤtter nicht zu⸗ laſſen 48 Sechſte Betrachtung⸗ laſſen ſolle daß der Saame zu ſeiner rechten Con. 33 komme. Dieſes ob es zwar mit roff ſem Nachdruck behauptet wurde, ſo habe ich doch aus dem Saamen derer gefuͤllten Blumen, die beſten U und anſehnlichſten Gewaͤchſe gezogen, und aus ein⸗ fachen, einfache Blumen bekommen, nichts deſſo weniger ſtelle dem geneigten Leſer die Probe an⸗ heim,, welche allen Sachen den erwuͤnſchten Aus⸗ gang geben muß, und wie dießfalls unten in der 13ten Betrachtung, bey denen zaſicl hten Gewaͤch⸗ ſen, mehr ausgefuͤhrte Nachricht zu finden ſeyn wird; ſo thue hiervon lediglich abſtrahiren, und blebbe allein bey denen Sommer⸗Gewaͤchſen Iſt bey anſcheinenden vollen Monden⸗ Lichte 900 denen Reguln und Begriffen des 9 gemeinent Irrthums, ein zu ſonderbarer Farbe inclinirender guter Planet vorhanden: So ſoll der Saame deſto beſſer gedeyhen, wann derſelbe mit mitwuͤrckendem Steinbock, Jungfrau oder Loͤw, ausgeſaͤet, und in U eben dieſer Conttellation wiederum verpflantzet 5 wird. Insgemein ſollen alle Blumen, gegen oder im vollen Lichte, in der Stunde(wann der Mond voll wird⸗ oder wemngſtene 3. Tage vor, oder nach ge⸗ faͤet werden; im Zeichen des Zwillings, oder, wie andere wollen, dem Krebſe, wann er dem Loͤwen vorhergehet, in der Stunde Mercurü, wovon naͤch⸗ gehende Tabelle Erlaͤuterung 155 wird. Montag, von/ bis 9. Dienſtag, von 4. bis 5. und von 1t.bis 12. Mitwoch, von 1. bis 2. und von 8. bis 9. Doßerſtag, von§. bis 6. und von 12.bis 1. Freytag, von 2. bis 3. und von 3. bis 16. Samb⸗ 0 0 0 6 0 4UO0 ö — D Eu. iſ Ietlig daſle Zeitau uut 10 5 16 2 22 Aſ 0 0 URWId den de demeeden Mnn Oder Sh ein wenh Rahbeh —— De Fla Von dem Saamen derer Sommer ꝛc. 45 Sambſtag, von 6. bis 7. ube 90 do4 Sonntag, von z. bis 4. und von o. bis vr. men Woran mich aber, aus denen in der erſten Be⸗ gen, und bachun angefuͤhrten Urſachen nicht kehre, ſon⸗ dern nur dje Saamen von denen ſtaͤrckeſten und „gefuͤllteſten Blumen, bey einem ſti llen hellen Tage, und die rechte Zeitigung allein beob⸗ achte. Unter den Saamen giebt es einige, welche grob ſeynd und harte Rinden und Schaalen haben; dieſe zum baldigen Aufkeimen zu befoͤrderen, müuß man Uſie in Waſſer(worinnen——— Schaf⸗Dung „lihe oder Saurteig zerlaſſen iſt) einweichen. Sollten Aaber einige Saamen gar zu hart ſeyn, ſo legt man ſie einige Tage in furrirt Kalck⸗ wodurch dieſelbe aufſgemuntert werden, daß ſie in kurtzer Zeit aufkeimen, da ſie ſonſten in der Erde viele Mo⸗ nate verborgen gelegen haͤtten. erz Der gelehrte Ferrarius(i) weichet die harte oder uhuß ůͤber ein Fahr alte Saamen; 12.Stunde lang, in Waſſer, worinnen Salpeter liegt, und begieſſet ſie * auch mit eben demſelben Waſſer, damit der Sal⸗ peter, mit denen warmen Ausduͤnſtungen der Erde vermiſchet, die Keimen auflö eund zum geſchwin⸗ den Wachsthum præparire; Vielemahlen aber wer⸗ den die Saamen auch laͤnger eingeweichet, nach⸗ deme deren Haͤrte ſolches erforderen thut. Andere thun den Saamen(ſo eine harte Haut oder Schaale haben) ohne Verletzung des Kerns ein wenig ausfeilen oder auffpalten, und der Er⸗ de anvertrauen; welches 2— Anwachs biele bey⸗ ——— (i i) De Horum Culturz Lib, 3. Cag. 1. p. 21· 5⁰0 Sechſte Betrachtung, beytraͤget, und ſollen ebenmaͤßig alle harte Saa⸗ men und Kerne bald aufkeimen, wann man ſolche in Zwiebeln ſtecket, angeſehen die Hitze(ſo in den Zwiebeln iſt) die Aufkeimung ſtarck befoͤrdert. Insgemein werden faſt alle Saamen in einen Safft eingeweichet, welcher ſie nicht allein conſer⸗ viret, ſondern auch ſchoͤnere Blumen herfuͤr zu bringen geſchickt machet, wie unten in der dreyze⸗ henden Betrachtung, mit weiteren Umſtaͤnden, er⸗ klaͤret werden ſoll; uͤberhaupt aber iſt das Schnee⸗ Schloſſen⸗ und Regen⸗Waſſer(welches im Mar⸗ tio faͤllet) am beſten, wann es mit noch anderen Sachen vermiſchet wird, wovon die dritte Be⸗ trachtung(wo dieſes einiger maſſen abgehandelel worden) nachgeſchlagen werden kan. ch0 Hat man kein Mertzen⸗Waſſer, oder von Re, alin gen oder Schloſſen, ſo iſt die ſtehende Miſt⸗Sot⸗ ff te nicht zu verachten, allermaſſen dieſe das Oel von helch, dem Miſt in ſich gezogen, mithin dem Saamen, zum baldigen Aufwachs/ beſonderen Einfluß geben wird. Traͤget ſich zu, daß einige Saamen gar zu tro⸗ cken, oder zu alt ſeynd; ſo iſt der Saurteig von gu⸗ ter Wuͤrckung, wann man ſolchen in flieſſendem Waſſer zerreibet, nachgehends aber durch ein Lei⸗ h nen⸗Tuch gieſſet, und dieſes Waſſer zu Einweise⸗ Put chung derer Saamen brauchet, welche durch die⸗huhn, ſes Mittel geſtaͤrcket und dahin gebracht werden, Kuttlut daß, woferne in ihnen noch etwas Leben iſt, ſie ge⸗ i wißlich aufkeimen, und ihre feine Blumen bringen m, werden. Andere Arten der Einweichung(welche nh in dahier nuͤtzlich gebrauchet werden) ſiehe in der zten Betrachtung. 3 Der un Von dem Saamen derer Sommer ꝛc. ft Der beſte Saame iſt, welcher am naͤchſten bey der Erde, und von dem Mittel⸗Stengel herruͤh⸗ ſvinn ret, auch dem Stocke am naͤchſten ſtehet, weßhal⸗ ben die Koͤrnlein, ſo am naͤchſten in den Huͤlſen o⸗ ne der Schefflein bey dem Stocke liegen, die beſten ſan und ſchöͤnſten Blumen geben. Wiewohlen Henrich heſt Heſſens Teutſcher Gaͤrtner,(k) bey denen Nel⸗ duy cken das contrarium behauptet, daß man nemlich den Nelcken-Saamen nehmen muͤſſe, welcher o⸗ Ech ben im Knopffe ſitzet, ſo zu Erziehung gefuͤllter Blu⸗ M men allemahl der beſte ſeyn ſolle, indeme der unter⸗ ſte einfache Blumen zu bringen vorgegeben wird. Bey der Ausſaat des Saamens, iſt dieſes, als ein wichtiger Umſtand, noch zu bemercken, daß die⸗ ſelbe auf einem hellen, ſtillen, nicht zu heiſſen, noch ton zu kaltem Tage geſchehe, und je heller der Himmel 76 iſt je beſſer wird die Ausſaat gedeyen, abſon⸗ Oll! derlich, wann die rauhe Nord⸗ Winde, Suam welche die Erde nur hart und ungeſchlacht machen, Rußgebl gaͤntzlich uͤbergangen werden. Alten verlegenen Saamen von friſchen zu un⸗ har ut terſcheiden, knirſche man ſelbigen nur auf den Naͤ⸗ keigton geln; giebt er viel Safft und Oel, ſo iſt er friſch, in fieſſen: giebt er aber keins, ſo darff man ſich kein Gewiſſen ünb machen, ſolchen hinweg zu werffen. Daß die Erd⸗Flöͤhe dem Saamen keinen Scha⸗ den thun, iſt mir gemeldet worden, man ſolle twetn Knoblauch klein zerhacken, Waſſer darauf gieſſen ſeßg und wohl weichen laſſen, alsdann aber den Saa⸗ nbin men, welchen man ſaͤen will, befeuchten, und her⸗ unach in die Erde bringen; worzu der Rauten⸗auch Haus⸗ N 6) Fol. m. 10f. 57 Sechſte Betrachtung/ Haus⸗Wuͤrtz⸗ Safſt ſehr recommendixet wird; 60³ weilen aber von dieſen in der aten Betrachtung bereits gehandelet worden, ſo ſuperſedire hiervon, und was von Bewahrung des Saamens noch uͤ⸗ brig iſt, ſolches ſoll bey denen Zwiebel⸗ und zaſich⸗ ten Gewaͤchſen berühret werden. Und iſt uͤberhaupt zu mercken, daß man alle Saamen an keinem dun⸗ ckelen und warmen, ſondern an einem luͤfftigen, kalten Orte bewahre, dahero ſehr wohl gethaniſt, wann man entweder den Saamen, in unterſchiede⸗ nen Beutelen, in einem luͤfftigen Gemache aufhaͤn⸗ ge, odee aber einen Schranck mit vielen Auszuͤgen machen laſſe, denſelben ebenfalls an einen luͤfftigen Ort ſtelle, und wann es gut Wetter iſt die Aus⸗ friſche Lufft bekommen moͤgen. Nicht weniger iſt bey denen Saamen zu beobach⸗ zůge eroͤffne, damit die Saamen dann und wann ten, daß, wann ſie viele Jahre nach einander getras gen, ſich endlich ausarten, und nicht mehr gut thun wollen, weßhalben man fremden Saamen verſchreiben, oder aber den ſeinigen dargegen aus⸗ wechſelen muß. Zum Beſchluß muß noch gedencken, daß ſeht viele und ins beſondere Herr Doctor Elsholz, Lau- remberg&c. der Meynung geweſen, daß unter de⸗ nen Gewäͤchſen viele gefunden werden, welche oh⸗ ne Saamen herfuͤr kommen thun, deme der Poet beytritt, wann er ſagt: Infelix lolium& ſteriles dominantur avenæ. Allein die Neoterici und Tournefort(1) widerſpre⸗ chen, ——-—:⸗v.: —— (1) In ſeinen Memotren an die Koͤnisliche Academie dit Wiſſenſchafften/ de Aunο 1692, pag. 106, 107,& ſeq· geltenn Uüdtſc ſthrtl f Kll Von dem Saamen derer Sommer ꝛc. 53 uchen dieſem Vorgeben, und behaupten, daß faſt al⸗ Ae Pflantzen aus dem Saamen herkommen ob derſel⸗ be ſchon ſo klein iſt daß er uns gantz unbegreiflich zu ſeyn ſcheinet. Die Alten haben uns verſicheret, daß das Farnkraut keinen Saamen bringe; die Neoteriei aber, nachdeme ſie auf der untern Seite udes Blatts den Staub betrachtet, haben ſie wahr⸗ genommen, daß ſolches der wahre Saame ſeye. ahen Und ob zwar, faͤhret Lournekort weiter fott, man ſhofagen wollen, daß ein ſichere Art von Mond⸗Kraut checuſßikeinen Saamen trage; ſo hat man doch durch die Vergroͤſſerungs⸗Glaͤſer entdecket und gefunden⸗ ſihedaß er ohne dieſen nicht wohl geſehen werden koͤn⸗ duuune; deßgleichen hat man an dem Engelſuͤß wahrge⸗ un ud vn gommen, und auch Saamen an der untern Sei⸗ te derer Blaͤtter der Hirſch⸗Zunge angetroffen, bele wie weniger nicht offenbar gemachet, daß die Schlangen⸗Zuͤnglein und das Frauen⸗Haar, von ſenck einem gar kleinen faſt unbeſchreiblichem Saamen eenEm ihren Urſprung habe ꝛc. Wodurch die Meynung ndargthes derer Alten ziemlich geſchwaͤchet, und uns mit ſtar⸗ kkem Nachdruck bewieſen wird, daß wir ihre Lehre en, dimit einem blinden Gehorſam zu verfechten nicht noͤ⸗ usthig haben, ſondern daß erfahrne Maͤnner in dem „daß u Reiche der Kunſt und Natur viele merckwuͤrdige u Dinge erforſchet, welche ihnen gantz parador und 0 unbekannt geweſen; allein ich wende mich zu denen Sommer⸗Gewaͤchſen ¹ 2 ſelbſten. 8 232 — ο 88 4 f D 3 Sie⸗ Siebende Betrachtung/ Siebende Betrachtung. Von verſchiedenen Arten derer Som⸗ mer⸗Gewaͤchſe. Eilen die Sommer⸗Gewaͤchſe im anfangen⸗ den Fruͤhling(ſo bald man nur in die Erde kommen kan) die erſte Bemuͤhung eines Gartens ſeynd; ſo mache hiervon den Anfang. 3 Da nun aber von auslaͤnbiſchen Orten einige zu uns gebracht werden mithin eine viel genauere Obſicht, als die einheimiſchen, erforderen; ſo will dieſes bey jeder Art ins beſondere anmercken. Die Zahl derer aus dem Saamen alljaͤhrig er! ziehenden Gewaͤchſe mit einander zu entwerffen iſt nicht wohl thunlich, zumahlen viele hundert, jg tauſend Gattungen zu befinden ſeynd, unter wel, chen die meiſten mit ſo ſtoltzen Namen prangen, daß ein der Sachen unerfahrner dencken ſolte, was fuͤr unvergleichliche ſchoͤne Blumen daraus zum Vorſchein kommen muͤſten; allein, weilen mich anfaͤnglich hierinnen zum oͤffteren betrogen, und befunden habe, daß die mehreſten hochtraben⸗ de Namen vielmahlen die ſchlechteſten Blumen ge⸗ tragen, und nicht wehrt geweſen, daß man ſie in dem Garten gezogen habe; ſo will die bekannteſten und beſten Arten præmittiren, und was bey ein und anderen nothwendig zu erinnern iſt, behru⸗ 9355 ſeynd alſo die Sommer⸗Gewaͤchſe folgen⸗ Amaranthorum diverſææ Balfamina fœmina flore Species. ö pleno& ſimplici. Halfamina Momordica. Quatmoclitis. Cur Delrain Phalgit Datura Ægyptiaca. Ficoides Criſtallini. erer SoydLala In ſana. Poma am oris. Baſiliconis diverſædpecies. Convolvulus Hiſpanicus. 46 0 Somvoloulus Indicus flo- ies⸗ Orten e Solanum Veſicarium In- dicum. mn ertane major& minor. K. JerChrpfanthemum. 0l 1 Delphinium. lAlcea Veñicaria. Senſitiva ſenfibilis. Cardiaca Americana. Deurativum barbatum. Phalangium Narbonenſe. Nardus. Choncrilla. Flos Adonis. KRicinus Americanus. „Lupinus. Helenium Indicum. Anagallis Luſitanica. Phale 20li Braſiliani. Naſturtium Indicum. Papaver Sativum. Cornutum. Erraticum. Milium Indicum. Lachryma Jobi major& 5 minor. ſe Int. 84 U65 —— Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 15 Scabioſa. Scabioſa Stellata. Perſicaria alti ſſima. Corona Chriſti. Orulus Chriſti. Belle Videre. Calcha pumila. Calendula Africana, flore al bo& luteo. Viola Peruviana. Thlaſpi Creticum Flos immortalis. Flos Princeps. Flos Conſulis. Meliſſa Turcica. Meliſſa Moluccana fœtida. Meliſſa Moluccana, in-& odorata. Ferrum equinum. Jaeobæa flore albo, funde carneo- Cerinthe. Partheniaſtrum Matrica- riæ folio. Syderitis Perſica odorata Zanoni. Centaurium minus. Scorpioides. Scorpioides Leguminoſa. Medica Aglies. Cyanus muſchatus Indicus Cyanus flore variegato. Malva Criſpa. D 4 Mal- 96 Siebende Betrachtung. Malva poẽtica. Piſum Cordatum majus & minus. Piſum Catharticum. Cucumis flexuoſus angui- nus. Lathyrus Hiſpanicus. Nigella Indica. Urtica Remang. Flos Trinitatis. Piper Iadicum. Aſter purpureo cocruleus. Fumaria Lutea. Stæchas purpurea. Cucurbita Lagenaria ma- Amaranthlorum diverſat Species. Amaranithus, oder Flos Amofis, Floramor, Tal. ſend⸗ſchoͤn, Sammet⸗Blum, iſt von verſchiedenen recht ſchoͤnen und raren Gattungen, wovon die ſolgende die beſten ſeynd, und in denen Luſt⸗Gäͤr⸗ ten angezogen werden: Amaranthus Vulgaris. —— ——— ——2— ———* 1* Criſtatus aureus. Spicatus aureus. Plumatus colore rubro. Criſtatus colore rubro. cColore luteo. —Colore carneo. Plumatus colore violaceo. Indicus Spica herbacea. Indicus globoſus albusLychnidis folio, jor& minima. Cucurbita, Clypei& Stel. læ forma, Melilothus Americanus. Melochia Ægyptiaca. Sagarza odornta. Hieracium proliferum fal⸗ catum. Crotolaria. Polygonum minus candi. car 8. Sonchus Africamus. Aſtragalus Monspeliacus Onobrichis Arvenſis. Cepæa.&c.&c.&cc. colore albo, Ama⸗ Rc Wolgge derl fen gel, Von den Sommer⸗Sewaͤchſen. 577 Amaranthus Indicus globoſus cœruleus. eericelosſten Spicsses, ricoler tericimus sube⸗ ſcens& arboreſcens. EMaximus caudatus colore coccineo. =Matimus, paniculis longis, nodo- mprolitenn 118,&c. Dieſes Gewaͤchſe bekommet einen Stengel unge⸗ fehr eines Fußes hoch, mit ſchoͤnen glaͤntzenden, n ninus c gluͤnen gelben und Fleiſch⸗farbenen Blaͤttern, wozwiſchen die Blumen ſtehen; aus der Mitte zei⸗ get ſich eine Zunge, mit einer ruͤndlichen Frucht, à wotinnen der Saame enthalten iſt. Unter allen Amaranthen duͤncket mir der Amaran- thus Tricolor, wegen der Zierde ſeiner Blaͤtter, drr allerſchoͤnſte zu ſeyn, weilen er gemeiniglich auf jedem Blatte 3. beſondere Farben zu haben pfle⸗ get, weshalben er auch den Namen Papagey ⸗Fe⸗ derlein bekommen. Es iſt an ſich ein ſehr zart: und delicates Sommer-Gewaͤchſe, welches die gering⸗ ſte Kaͤlte, Meel⸗Thau und Reiffen, nicht vertragen kan, und hat man mit angehendem Fruͤhling da⸗ hin zu ſehen, daß die beſten und ſchoͤnſten Ama⸗ ranthen von dieſen Ungelegenheiten ſorgfaͤltigſt bewahret werden. Amaranthus Spicatus traͤget eine Frucht in Ge⸗ ſtalt eines Hahnen⸗Kammes, von einer recht hohet und glaͤntzenden Farbe Amaranthus coccineus iſt an Stengeln und Blaͤttern gantz roth; Amaranchus Indicus globoſus hingegen hat von einer auſſeror⸗ dentlich ſchoͤnen, theils rother, theils weiſſer Far⸗ be bemahlte Kugeln; Amaranthus criſtatus aber lange Fuchs⸗Schwaͤntze, und beſaamet ſich der D 5 gemei⸗ 18 Siebende Betrachtung⸗ gemeine von ſelbſten, auch iſt noch eine Art vor⸗ handen, welche durch Abnehmung derer Zweige, in Beſtalt eines Baums kan gezogen werden. Die erſten Amaranthen begehren gute Wartung. Im Monath Blartio ſaͤett man ſolche in Blumen, Toͤpffe, und ſetzet ſie in ein warmes Miſt⸗Beel, hedecket ſie mit Fenſtern, bis in den Majum, und laͤſſet das noͤthige Begieſſen nicht abgehen. Wann die Pflantzen groß genug ſeynd, hebet man dieſelbe dergeſtalten aus, daß etwas Erde an der Wurtzel bleibe, und verpflantzet ſie in die Toͤpffe, wie auch in gute Præparirte Erde Reyhen, weiſe durch einander, wo ſie einen ungemeinen Wohlſtand machen werden, abſonderlich wann gantze Rabatten, oder Blumen⸗Beete, hiermit voͤllig bepflantzet werden. Eine ſehr lebhaffte Farbe haben die Amaranthen/ und ſehen faſt wie ein Feder⸗Buſch aus; eine gu⸗ te geduͤngte, mit weiſſem Waſſer⸗Sand untermeng⸗ te Erde bekommet ihnen ſehr wohl; ſie wollen auch fleißig begoſſen, und vom Unkraut gereiniget wer⸗ den; ausgenommen Amaranthus Tricolor, welcher ein mittelmaͤßig⸗ feuchtes Erdreich erforderet, und nicht zu ſtarcke Begieſſung verlanget. Etwas beſonderes haben dieſe Blumen, daß ſie die lebhaffte Farben, wann ſie ein wenig abgetrock⸗ net ſeynd, faſt beſtaͤndig behalten, und habe ich vor einigen Jahren von einem guten Freund aus Erfurt, um das Neue Jahr, eine Schachtel voll uͤberſchicket bekommen, welche ſo verſchiedentliche in einander ſpielende, mit weiß, gelb und roth vebwengte hohe Farben hatten, daß ſie denen ſchoͤn⸗ 10 — fhick! b faht ſ 10 Nſ Ffin Ruſchd üen; th, Ucheh ih den,! M lf Hlus, hehet flſcheſ Riſerze R KI G8de del Sh Vnn affacge Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 75 ere Aſchoͤnſten Plumagen oder Feder⸗Buͤſchen nichts zn nachgegeben haben. 5 Balſamina Momordlica. Die Balſamina Momerdica, ſonſten pomum mi- „AKrabile, pomum Hieroſolymitanum, auch Balſamina „ACucumerina punicea genannt, iſt(ſo viel mir be⸗ Ikannt iſt von zweyerley Gattungen: als 2 Momordica fructu majori und 5 fe Momordica fructu minori. Kecs Ee“ Dieſe Gewaͤchſe ſeynd ſehr zart, welchen der n Froſt und kalte Reiffen im hoͤchſten Grade zu wie⸗ eRahber der ſeynd. Um den Saamen zum baldigen Auf⸗ läue keimen zu beförderen, weichen ihn einige in Waſ⸗ Welüch wor ſer ein, worinnen Salpeter und Sauer⸗Teig zer⸗ Berte, hietw rieben iſt, ohngefehr einen halben Tag, und thun ihn wann er etwas wiederum abgetrocknet wor⸗ ruch den, der Erde anvertrauen. e Man ſtecket ihn im Monat Martio oder Aprili me auf das Miſt⸗Beet, oder noch beſſer in ein Treib⸗ GHaus, wer aber ein ſolches nicht hat, bringet ihn en an einen Ort, wo den gantzen Tag die Sonne u hinſcheinet, man bedecket ihn mit Fenſtern oder glaͤſernen Glocken, und ſo bald die aufgehenden Pflantzen das ſte oder Ete Blat bekommen, kan Aaman ſie in raumichte Gefaͤſſe in præparirte gute Erde verſetzen, auch das Gefaͤß einige Tage aus der Sonne ſtellen. Bemercket man, daß die Pflantzen zu treiben anfangen, ſtellet man ſie an eine Mauer oder Ort, wo die Sonne am hefftigſten iſt, und be⸗ gieſſet ſie, wieder anderer Gewaͤchſe Natur, im ſe heiſſen Mittage. Das Fleiſch⸗Waſſer iſt zu die⸗ 1 ſem 6 Siebende Betrachtung ſem Ende ſehr gut, das kalte Brunnen⸗Waſſer aber hoͤchſt⸗ſchaͤdlich. Im Fortwachſen machet man dieſem Gewaͤchſe ein Geruͤſte von gemahlten Staͤben, oder man ſte⸗ cket einige Reiſer dabey, an welchen die Monnd. dica mit ihren Stengeln ſich anhanget; die Bliß⸗ the iſt nichts beſonders, floriret bleich farb, und bringet, wann es wohl gepfleget wird, gegen den Herbſt, Gold farbene eckigte Aepfel, welche endlich qufſpringen, und den ſchwartzen Saamenzeigen. Daß Oel von dieſer Frucht, iſt ein gutes Vul⸗ nerarium, und heilet alle friſche Wunden, Stiche und Schnitte. Balſamina flrmi nd, Aore pleno& fimplidi. Die gefuͤlten Ballaminen ſeynd von verſchiedeneh recht raren und ſchoͤnen Farben, und eine Haupt⸗ Zierde unferer Gaͤrten, als Balſamuna flore magno Perſico pleno, floxe cotcineo& albo variegato Pleno floxefrubro& albo pleno. floxe violaceo& albo pleno. fl. purpureo pleno. rubro pleno. —E+ fl. Albo pleno. ffll. Coccineo pleno. fl. roſeo& albo pleno&c. Es treibet dieſes Gewaͤchſe einen dicken,, braun⸗ farbenen Stengel, ungeſehr 13. Fuß hoch, worauf viele anmuthige Blumen, von ungleichen Blaͤt tern, um Vorſchein kommen; die Arten ſeynd unterſchiedlich, worunter die gefuͤlten den Preiß und Vorzug verdienen. So edies .N Mu0 llähe bliſg leilh. Hall ſc M 40g1 Vuune Rutch9 Gachet Rchn gute halten, ce g VBlume De hſchte eRuf Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 61 .So rar und ſchoͤn aber dieſe ſeynd; eben ſo zart ſeynd ſie auch, und verlangen eine gute War⸗ tung; man ſaͤet ſie im Martio und Aprili auf ein warmes Miſt⸗Beet, decket Fenſter daruͤber, und verhuͤtet, daß die geringſte Kaͤlte nicht eindringe; denen jungen Pflantzen muß man noͤthige Bewaͤſ⸗ ſerung geben, und, wann ſie groß genug ſeynd, “ werden ſie mit einem an der Wurtzel bleibenden Klumpen Erde verſetzet, ſie ſtehen im Lande und ahe denen Blumen⸗Toͤpffen ſehr wohl, und zieren die gulez) Oerter trefflich, wo man dieſelbe hinſetzet. Butden, Si Die Erde muß fett und gut ſeyn, dann gleich⸗ wie die Stengeln ſtarck und ſafftig ſeynd, mithin viele Nahrung verlangen; alſo wuͤrden ſie in ei⸗ unner magern Erde nur unanſehnliche Buͤſche und udeneden kleine Blumen bekommen. Gegen den Herbſt bringen ſie ihren Saamen; ſolte er aber noch nicht 40 zeitig ſeyn, ſo muß man die Toͤpffe in ein Treib⸗ Paus, Miſt⸗Beet, oder unter glaͤſerne Glocken ofs ſetzen, und vor den rauhen Winden bewahren. NB. Der Saamen von den gefuͤllten Ballaminen degeneriret ſehr oͤffter, und werden nur wenige Blumen gefuͤllt, dahero habe ich das Gewaͤchſe durch Abſchneiden derer Zweige zu vermehren geſuchet, und befunden, daß, wann dieſelbe ab⸗ geſchnitten, unten Creutz⸗weiſe geſpalten, und in gute leichte Erde geſetzet, mithin in Schatten er⸗ ba halten, und dann und wann begoſſen werden, ſol⸗ Y woß che gar leicht fortwachſen, und die herrlichſten nBlumen bringen thun. ten ſ, Die einfachen Balſaminen ſeynd ebenfalls von Iaenn den!verſchiedenen recht artigen Farben, haben eine ſol⸗ che Aufficht und Wartung nicht vonnoͤthen, dar ern , 62 Siebende Betrachtung/ —— dern kommen leicht fort, wann man ſie entweder in das Miſt⸗Beet oder in das Land einſtecket, und ihnen ſtarcke Befeuchtung giebt; ſie muͤſſen aber vor dem Froſt in Acht genommen werden, die Er⸗ de muß auch ſett, und nicht zu mager ſeyn; man kan das Erdreich um die Wurtzeln dann und wann auflockern, und von Unkraut reinigen, wo man ſich eine gute Flor verſprechen kan; ſonſten iſt der Saame von dieſen Blumen zeitig, wann die Saamen-Behaͤltniſſe gerne aufſpringen, wann man mit denen Haͤnden daran drucket. Cuamoclitis. Quamoclit, oder Quomoclit, wird auch Jasminum Americanum, Americaniſcher Jasmin, und vom Caſpar. Bauhino in ſeinem Pinace Botanico, Jasmi- num millefolii folio, Tauſend⸗blaͤtterigter Jasmin genennet; iſt ein delicates und uͤberall nicht bekann⸗ tes Gewaͤchſe, mit Lack⸗rothen Blumen, nebſt ei⸗ nigen Adern von anderer Farbe vermiſchet. Der Saame hiervon iſt hart, und wird vor der Ausſaat von einigen in laulicht Waſſer eingewel⸗ chet/ biß er dick geſchwollen iſt; ſothane Einwei⸗ chung geſchiehet im Martio und Aprili, nachdem das Wetter kalt oder warm iſt; man bringet ihn auf ein Miſt⸗Beet, und weilen er die Feuchtigkeit liebet, muß er fleißig begoſſen werden. So bald die Pflantzen einige Finger hoch er⸗ wachſen ſeynd, werden ſie mit einem Klumpen Er⸗ de in raumichte Gefaͤße verpflantzet, in eine wohl ausgeſiebte gute Erde, mit abgenutztem alten Mi⸗ ſte und Sande vermiſchet. Man verfaͤhret hier⸗ mit, wie bey der Momordica erinnert habe, mit welcher dieſes Gewaͤchſe darinnen n da 50 —— Wfä 0 ſfl Iide Käbge dhen N nde Vuunſt ſte⸗ .0 Afeſſ Chahhe f15 We Puuß 1N Dachs ſagte R Ne I De irheg Molla, Euchl Det lingt gu te let ud uſe ſe 905 ſ ſcher von den Sommer⸗Gewaͤchſen uſeeme daß es an einen heiſſen Sonnen⸗xeichen Ort geſtel⸗ afecktl let, und um Mittags⸗Zeit, in der groͤſten Hitze, nöſens bewaͤſſeret werden will. Daß dieſem Gewaͤchſe die Feuchtigkeit niemah⸗ len abgehe, iſt bey trockenen Zeiten von vortreff⸗ I lichem Nutzen zu ſeyn befunden worden, wann don man die Geſchirre mit denen oben in der dritten ſte Betrachtung erwehnten irdenen Schalen unter⸗ m ſetze, und denen Pflantzen von unten her beſtaͤn⸗ „n dige Befeuchtung gebe. Die Zweige aber, wei⸗ len ſie ſehr ſubtil ſeynd, ſo muß man ihnen drey Schuh hohe Staͤbe geben, und ſte zierlich anheff⸗ 10 emas ten; werden ſie aber hoͤher, als die Staͤbe ſeynd, u, und vo' ſo muß man dieſelbe beſchneiden, wodurch meh⸗ , e rere Bluͤthen kommen werden; und iſt unter an⸗ deren dieſes noch anzumercken, daß, obwohlen be⸗ ſagtes Gewaͤchſe an Sonnen⸗reichen Orten wohl gedeyhet, ſolches nichts deſto weniger an lufftigen Plaͤtzen ſehr ungerne ſtehe. Hatura Henptiaca, flore violaceo pleno. Die Datura hat unterſchiedene Namen, welche ihr beygeleget werden, als Solanum fœtidum, Stra- monia, Poma Spinoſa, Rauch⸗Aepſſel, Igelkolben, Stachel⸗Nuß. Die einfache Datura kommet uͤberall fort, und bringet eine runde mit vielen Stacheln umgebene Frucht, worinnen der Saame liegt: die gefuͤllte mit weiſſen und Violet⸗blauen Blumen iſt viel ra⸗ rer und zarter, und verlanget gute Wartung, wo⸗ ferne ſie groß und in die Hoͤhe wachſen ſoll. Im Monat Nartio ſtecket man den Saamen 6,%% gantz duͤnne auf ein Miſt⸗Beet, und weilen zu en lolcher Zeit noch kaltes Wetter einfaͤlt, bedecket man 64 Seoiebende Betrachtung/ man die jungen Pflantzen mit Fenſtern oder Glo⸗ cken, auch, wann es die Nothdürfft erfordert, mit Stroh⸗Matten, und laͤſſet ihnen die noͤthige Be⸗ feuchtungen niemahlen abgehen, hiernaͤchſt aber wann ſie erwachſen, werden ſie in Geſchirre, in eine recht gute fette ausgeſiebte Erde verpflantzet/ und unter noͤthiger Befeuchtung an einem Son⸗ nen⸗reichen Orte groß gezogen, wo ſie dann zwi⸗ ſchen ihren Zweigen lange gruͤne Knoͤpffe bringen und mit groſſen wohl⸗riechenden Blumen, in Ge⸗ ſtalt derer Trompeten, prangen werden Die gefuͤllte Gattung bringet keine Frucht, wie die einfache, ſondern nur dick⸗geſuͤlte Blumen, ſo auswendig violet, inwendig aber weiß ſeynd. In einem heiſſen Sommer tragen ſie in einem engen Behaͤltniß zuweilen den Saamen, welcher ſtarck aneinander hanget, daß er dahero abgeſonderet, und zu fernerem Gebrauche aufbehalten wird. Sonſten iſt die Darura ein ſchaͤdliches Gewaͤchſe/ abſonderlich die Frucht und der inwendige Saame, wobon die verliebten Weiber aus der Indiani ſchen Landſchafft Goa, wann ſie mit anderen ca⸗ reſſiren, und in dieſen Verrichtungen ungehindert ſeyn wollen, ihren Maͤnnern ein ſicheres Pulver beyzubringen wiſſen, wovon ſie alſobald die Sin⸗ nen verliehren, naͤrriſch und tumm werden, lachen, weinen/ ſchlaffen, wunderliche Geſticulationes oder Stellungen machen, und zur Zeit des Parowyſmi ODer gemeiniglich 24. Stunden anhaͤlt) nichts ver⸗ ſtehen noch wahrnehmen ſollen. ˖ Hicbidles Cryſlallini. Ficoides Cryſtallini, oder Eis⸗Kraut, wird mit angehendem Fruͤhling, aus dem Saamen Hezogen, Une uchen gn d K N63 W g e geh oted Mlä in nm/au ſchdFo! Masint Nenm uufeh d tr aufſeg fete heſ ſ8 mit heſg „chet Wnch Von den Sommer⸗GSewaͤchſen. 6 und vor der Kaͤlte bewahret; wann die junge Pflantzen groß genug. erwachſen ſeynd, ſo werden ſie ins Land und Geſchirre gepflantzet, und unter andere Blumen geſetzet, wo ſie einen guten Wohl⸗ ſtand machen, und die Gaͤrten um ſo mehr zieren „helffen, als die Blaͤtter gantz mit Eiſe befroren, oder aber candiret zu ſeyn ſcheinen, welches eine recht ſchoͤne Ausſicht verurſachet; wobey das al⸗ lerluſtigſte iſt, daß der Stengel, Zweige und iun Blaͤtter dieſes Ge waͤchſes mit ſo feinen blau und weiß unter einander ſpielenden cryſtallenen Duͤpff⸗ Aere lein gl laͤntzen, daß man ſich daruͤber nicht genug unen, verwundern kan. Es giebt hiervon mehrere Arten; allein weilen ſie des Winters nicht vergehen koͤnnen dieſelbe unten bey denen zaſichten Gewaͤchſen nachgeſchla⸗ ngen werden. Mala inſana. %Mala inſana, Melanzana, Melengena, Solan⸗ Aepffel, Melantzen⸗Aepffel und Doll⸗ Aepffel ge⸗ 4 nannt, auch Solanum pomiferum fructu longo, ſeynd von dreyerley Gattungen, als: Mdala inſana fructu albo pendente. E& fructu oblongo violaceo. globoſo violaceo. 10 Der Saame wird im Martio in gemachte Linien auf ein Miſt⸗Beet gantz duͤnn geſaͤet, und wann er aufgegangen iſt, vor dem Froſte bedecket; je fetter die Erde iſt, je ſchoͤner und groͤſſer wird die⸗ ſihu ſes Gewaͤchſe, abſonderlich wann offt wiederholte Begieſſung erfolget. Insgemein pflegt dieſes Gerwaͤchſe uͤber einen 01 Fuß 15 hoch zu wäckg bluͤhet im Julio 1528 0 ckel⸗ 66 Siebende Betrachtung. ckel⸗gelb, und bringet 6. 7. und mehrere groſſe gelbe oder rothe Aepffel, ſo zuletzt eine Himmel⸗ blaue Farbe annehmen, und im Sommer den Garten, im Winter das Gewaͤchs⸗Haus zieren. Die Aeſte(ſo keine Fruͤchte tragen) ſchneidet man ab, damit die Frucht⸗tragenden im Wachsthum nicht gehindert, ſondern mehreren Safft und Nahrung haben moͤgen. Es giebt noch eine Art, nemlich Solanum pomi⸗ ferum fructu rotundo, ſtriato, duro, bund⸗ ge⸗ ſtreiffte harte Melantzen⸗Aepffel, ſo von denen mehreſten Poma Athiopica genannt werden, haben gleiche Wartung, und lieben freye Lufft und den gantzen Tag die Sonne. Der Name(mala inſana) bringet mit ſich, daß ſie entweder inſaniam verurſachen, oder aber eine ungeſunde Speiſe ſeyn muͤſſen, wiewohlen die Italiaͤner, in Geſtalt eines Salats, mit Saltz, Del und Eßig, ſolche zur Abkuͤhlung genieſſen; allein ich laſſe dieſen Leuten ihren wunderlichen Appetit, und will niemanden rathen, daß er ihnen hierinnen nachfolge. Sie dienen alſo nur zur Zierde des Gartens, und muͤſſen vor den Kindern ver⸗ wahret werden. Poma Amoris. Etliche verwirren die Poma amoris, mit denen Domis aureis, und vermeynen, ſie waͤren einerley. Die Poma amoris wachſen ſehr hoch, weilen ſie einen Stengel von 4. bis 5. Schuh hoch treiben, welcher rauh iſt und wann man ihm keine Staͤ⸗ be giebt, auf der Erde liegen bleibet. Es bekom⸗ net derſelbe viele Neben⸗Aeſte, mit rauhen ſpi⸗ bzig zulauffenden Blaͤttern, ſo von einem wieder⸗ waͤr⸗ Voh == itheecl Th Bl 0 c Müif doh M. Wu 9 Guhn Velſghl V dehn Sch ft Re Et duß de e thun egſ Pee Wacotger flend H. Dolle s 0 Henchthn Sme fichgg Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 65 nas waͤrtigen Geruche ſeynd. Zwiſchen denen Blaͤttern laſſen ſich Blumen von gelber Farbe ſehen, wor⸗ auf endlich Fruͤchte in Geſtalt eines ungleichen Apffels folgen, ſo ſehr weich anzugreiffen ſeynd, 1 W6 und von einigen Narren⸗Aepffel benennet wer⸗ den. Werꝛ dieſes Gewaͤchſe verlanget, muß es im FgFruͤhjahr gantz duͤn⸗ deſcen, und hernach weitläufftig W. verſetzen, und in roſſe Plaͤtze des Gartens brin⸗ gen⸗/ weilen es wegen ſeiner Groͤſſe ſich in kleine v0n d Gaͤrten nicht ſchicket. en,hü'. Was aber die Poma aurea betrifft, ſeynd ſolche ſAldꝰ viel ſchoͤner/ und brinse nauf ihren Stengeln + gelbe, auch wohl Gold⸗farbene kleine Aepf⸗ Wlfel. Das Fundament, alle dieſe Gewaͤchſe zum luſti⸗ 10 gen Wachsthum zu befoͤrdern, iſt genugſame Be⸗ waͤſſerung/ welche abſonderlich die Poma amoris, ſſſt Mala inſana&c. erfordern, und rathe ich allen Lieb⸗ · ruelt habern der edlen Garten⸗Luſt, daß ſie ihre Blu⸗ 1 mmen⸗Toͤpffe mit denen mehrmahl en bemeldten ir⸗ 51 denen Schalen von unten her verſehen laſſen, da⸗ Kinderhd mit die Erde allezeit feucht und lucker ſeye, wo⸗ durch die Gewaͤchſe nicht nur ungemeinen Wachs⸗ thum empfangen, ſondern auch mit Wunderns⸗ nit s wuͤrdiger Geſchwindigkeit zur Frucht und Bluͤth he ren ene eilen werden. ˖ 10 Bafſilicum minus I lis aureo 8 Angenteo. boch ketibe Das kleine Baſilicum, welches auch Ocymum mi⸗ 6 nus, und Caryophillatum minus, klein Baſilion oder Cöl Hirn⸗Kraut genennet wird, iſt eins derer artigſten uhel Sommer⸗Gewaͤchſe, ſo wohl wegen ſeines vor⸗ um hy trefflichen Geruchs/ als auch Wunder⸗ſchoͤnen Ge⸗ 0 E 2 ſtalt 68 Siebende Betrachtung. 11 fialt und Ausſehens. Es ſeynd hiervon einige Nr⸗ e ten, welche gute Wartung verlangen, ſo darin, Giſek! nen beſtehet, daß man im Monat Martio den Saamen auf ein Miſt⸗Beet bringe, ſolchen ißß Möht kleine Linien eindrucke, und durch Fenſter undl ſn ſt Stroh⸗Decken alle Kaͤlte abwende. Wle Bu Wann die junge Pflaͤntzlein etwas erwachſen fl ſeynd, muß man ſie in Geſchirr oder Blumen,, Toͤpffe in gute verſaulte Holtz⸗ und Miſt⸗Erde, mittA Sand vermiſchet, bringen, auch des Abends und llet, 1 zuweilen im heiſſen Mittage fleißig begieſſen, wo Alam ſich dann eine jede Pflantze mit ihren krauſen klei 1 1 nen Blaͤttern dermaſſen ausbreiten wird, daſ Rerun es den gantzen Topff bedecket, welches uͤber al ulſlt Maſſen luſtig anzuſehen iſt. Shun Die allerrareſte Gattung iſt diejenige mit vez umfle guͤideten vder verſilberten Blaͤttern, weilen ſie abe z ſehr zart iſt, ſo hat ſie auch einer guten Obſicht 1 vonnoͤthen, und pfleget man ſie gemeiniglich ihh duh Geſchirre zu ſaͤen, und damit umzugehen, wie beh denen Amarantken gemeldet habe. 8 Der Saame will hier zu Lande nicht wohl gel⸗ 4— tig werden, dahero die Toͤpffe an einen heiſſen i 35 Ort geſtellet, und vor dem vielen Regen in der 5 Bluͤthe geſichert werden muͤſſen. Am beſten iſt wann man den Saamen unter einem Glaſe, odet wohl gar im Treib⸗Hauſe, ziehe; er haͤlt ſich bis ins ate Jahr, und wann er nicht zeitig wird, muß er aus der Fremde verſchrieben werden. Ein ſonderbares Geheimniß ſtecket in dieſem Kraͤutgen, wann es mit Holiunder⸗Bluͤthe und d Cotiauder in ein Faß gethan, und man daruͤber 110 den Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 65 aug den Wein brauſen laͤſſet, ſo giebt er an Farbe und ſh Geſchmacke den Muſcateller nichts nach. A Cynvoluvulus Indicus flore pleno. ſit., Dieſe Gattung iſt ſehr rar zart und ſchon, und geake bringet anſehnliche Purpur⸗in weiß geſprengte . gefüllte Blumen, welche recht wohl in die Augen wos ernte und eine vollkommene Garten⸗Zierde ab⸗ bder Bl geben. NfEdNDie Wartung kommet mit dem kleinen Baſilicum Aerdz überein, und wird mit ankommendem Fruͤhling ſegeſen, auf einem Miſt⸗Beete gezogen, fleißig begoſſen, Fabſen- und vor der Kaͤlte bewahret; nachgehends ver⸗ u pi's,! ſetzet man die Pflantzen in Gefaͤſſe, in gute lucke⸗ 966 dbetre verfaulte Miſt⸗ und Holtz⸗Erde, mit etwas Sand untermenget, machet ein Gelaͤnder dabey, „,und ſtellet ſie an einen Sonnen⸗reichen Ort, ent⸗ 6, weder an ein Gebaͤude oder Mauer, begieſſet ſie öffters, wodurch ſie ihre ſchoͤne gefüllte Blumen bringen werden. Convoluulus Hiſpanicus. 5 Convolvulus Hiſpanicus, Winden oder Spani⸗ ſche Glocken, ſeynd verſchiedener Gattung, groß und klein, als: Convolvulus flore coccineo. „tflöte Zured. fllore roſeo. — fflore purpureo. — flore purpureo& luteo. Eflore ſanguineo& luteo. „E flore Catneo. 3 flore violaceo&c. e Der groſſe Comolvolus waͤchſet ſehr hoch, und n windet ſich um alles an; der Saame wird im Ez Fruͤh⸗ 70 Siebende Betrachtung, Fruͤhling geſtecket, und wann ſie aufgegangen ſeynd muß man lange Stangen dabey bringen, um die⸗ ſelbe daran zu hefften. Das Nalturtium Indicum und Phaſeoli Braſiliani ſtehen gut darunter, und ge⸗ ben ein gutes Luſt⸗Zehaͤge. Convolvulus minor, die kleine Winden, ſeynd viel ſchoͤner, als die groſſen, von roth⸗ und Himmel⸗ blauer Farbe, dendig mit einem weißen ode Gold⸗ gelben Stern und Flammen verſehen, wel⸗ che man in das Land oder Blumen⸗Toͤpffe verſt tzen, und mit Staͤben verſehen kan. dhlanum ſVeſioa, u¹, Indicumn. Dieſes Solanum wird auch Helicacabum oder So⸗ lanon Indicum, Indianiſche Juden⸗Kirſchen, g⸗ nennet, und iſt noch eine Art, welche Solanum Je. ſicarium folio Atriplicis genennet wird. Beyde At⸗ ten erforderen beſſere Wartung, als die gemeinen Juden⸗Kirſchen, welche haͤuffig am Rhein, in den Weinbergen, wachſen, und vermittels ihret Wurtzeln uͤberfluͤßig vermehret werden. Die Am⸗ bauung der vorigen geſchiehet aus dem Saamen, auf eben die Weiſe/ wie bey denen pomis amoris el wehnet worden. Africanus major Hore Pleno. Die groſſen gefuͤlten Africanen, Tanacetum A. fricanum, Cary phillus Indicus major, auch Ochonna und Tagetes Indicus, Africaniſche Reinfahren, d⸗ der Indianiſche Naͤgelein und Sammet⸗Blumen genannt, ſeynd beſonders ſchoͤne Blumen, von Gold⸗ und Schwefel⸗gelber Farbe, und offt ſo groß, als eine Fenſter⸗Scheibe, und waͤre zu wuͤn ſchen, daß ſie einen nicht ſo unangenehmen widri⸗ gen Geruch haͤtten, in welchem Fall dieſelbe vor de⸗ nen v0l0 — ucſel nidel. Iumman unget Wagſlett tedeh wh Wpübingt fuhn f Weh, dc ein lunß en Blu 1uch nihte Allch he,aggene Wanmmant Wen ghnir dan die B. Valekenz. Rahlwie gähtlih he lchut, dag berloſſh, Pmt ſhe — Von den Sommer⸗Gewaͤchſen 71 Dhatß nen mehreſten anderen den unſtreitigen Vorzug ahaben wuͤrden. el Wann man dieſe Blumen ſehr fruͤhzeitig zu ha⸗ a, un ben verlanget, muͤſſen ſie im Martio auf ein Miſt⸗ Beet geſaͤet werden: Sonſten aber wird der Saa⸗ ei me bey trocknem, hellen Wetter eingeſammlet, im .8 Aprik in gutes Erdreich geſaͤtt, und, wann ſie er⸗ wachſen ſeynd, verpflantzet. Weilen die Africanen groſſe Buͤſche geben, muß iman ſie nicht zu nahe an einander bringen, ſondern weitlaͤuffig verſetzen, man kan auch, daß der Saa⸗ me deſto vollkommener werde, die uͤberfluͤffige Zwei⸗ un oer ge an dem Stocke abnehmen. rſten,9 Um zu verhüten, daß dieſe Blumen nicht ſo uͤbel munj riechen, ſchreibet der gelehrte Jeſuit, Joann. Bapti⸗ Beſde“ Lta Ferrariis, ein bewaͤhrtes Mittel fuͤr, nemlich: Man laͤſſet den Saamen 2. bis 3. Tage in Roſen⸗ „Waſſer, worinnen ein wenig Mulcus oder Biſem umttet! zerrieben iſt, einweichen, trocknet ihn nachgehends . De ein wenig ab, und ſaͤet ihn in das Erdreich. Die En erſten Blumen verlieren nun zwar ihren böſen Ge⸗ unn ruch nicht voͤllig, jedoch aber ſpuͤret man eine klei⸗ ne, angenehme und fremde Ausduͤnſtung, und wann man von dieſen Pflantzen wiederum den Saa⸗ men abnimmt, und in Biſem einweichet, ſo wer⸗ den die Blumen ihren uͤblen Geruch mehr und mehr ſüte verlieren; wann aber die Einweichung zum dritten⸗ mahl wiederhohlet wird, wird der widrige Geruch gaͤntzlich verſchwinden, und hat die Erfahrung ge⸗ v4lehret, daß die dritte Blume ihren wilden Geruch Jß verlaſſen, und einen Roſen⸗ und Biſem⸗Geruch, ſo mit Jasminen und Roſen ſtreitet, angenommen habe. E 4 Aßri. 72 Siebende Berrachtung, d Thich Africanut minor, fore pleno. 10 11 Africanus minor wird auch Caryophillus Indi. 1 eus„ flos Tunetanus, Tunis-und kleine Sammet⸗ D00 Blum, von anderen aber Sommer⸗Africagen] W genennet; es iſt dieſelbe an Kraut und Stengelnſo 75 groß, als Atricanus major, die Blumen hingegen Wb ſeynd viel kleiner, und wie jene allein von gelhert 1999 Farbe ſeynd, ſo ſeynd dieſe von einer unvergleichſl 16 chen hoch⸗roth⸗ und gelben Farb gezieret, daß man 1 denen Augen nichts vortrefflichers vorſtellen kan; 0% nur der Geruch iſt widerwärtig, welcher doch me mall Biſem und Roſen⸗Waſſer vetbeſſeret werden kan; der Anbau ſtimmet mit denen vorigen gantz uͤberein ſkl und haben alle beyde Gattungen, wann ſie zuweilel N8 begoſſen werden, nichts als die Kaͤlte zu befuͤrchten Aa welche ihnen im erſten Grad ſchaͤdlich und hoͤchſt uus] Dins wider iſt. mdill lget i Chryſauthemum. woßn Das gefuͤllte Chryfantkemum iſt einem Blumen⸗ Infln Garten nicht unanſtaͤndig; es bluͤhet wie die G= uh lendula Africata, und bringet beſtändig neue Blu, Ffee men herfuͤr, welche bis in den Winter anhalten, iu,l und theils gelb, theils weiß und ſtarck gefuͤlt nben ſeynd. hfuud det Das Chryfanchemum Creticum mittum flore lu- I de teo& albo variegato ſtehet auch nicht unartig, und ſaknaßz bringet halb⸗gelbe und halb⸗weiße Blumen; im 1d fft U Fruͤhling ſaͤet man den Saamen aufein Miſt Beet, fiunſhj wie auch in das Land, und wann die Pflantzen et, gemſhe was erwachſen ſeynd, kan man dieſelbe nach Be⸗ lieben verpflantzen; weilen aber nicht alle gefuͤllt werden, ſo pflege ich allemahl 3. bis 4.beyſammen iu Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 73 n zu ſetzen, mithin die einfache in der Bluͤthe auszu⸗ Wücziehen, die gefuͤllten aber allein ſtehen zu laſſen. Delphintium. Das Delphinium hat mehrere Benennungen, als Calcatrippa, flos regius, flos calcaris, am beſten a⸗ aber iſt es unter dem Namen Conſolida Regalis, auf nun Teutſch Ritterſporen, bekannt. Es iſt einfach und gefuͤllt, mit blauen, violetr, weißen, gruͤnen, hoch⸗ trothen, braunen, Fleiſch⸗farbenen, Purpur⸗ und Vaentvermiſchten Bluͤthen. Die einfache beſaamet ſich hel doch von ſelbſten, und brauchet faſt keine Obſicht. IDie gefuͤllten, beſonders aber die Hollaͤndiſchen, ere ſeynd die beſten, und werden gezogen, wann man den Saamen entweder im Herbſt oder Fruͤhling, an denjenigen Ort, wo er ſtehen bieiben ſoll, hinſaͤet: eyDie im Herbſt geſaͤeten pflegen die groͤſten Buͤſche und beſte Blumen zu geben; ich pflege den Saamen allezeit in einen Creys beyſammen zu ſaͤen, auch wohl im Fruͤhling 8. bis 9. Pflaͤntzgen beyſammen gem Bie zu verpflantzen, dergeſtalten, daß ſie nicht gar zu nahe ſtehen, ſondern Lufft haben moͤgen, und bin⸗ de ſie an einen darbey ſteckenden Stock, wie die Gras⸗Blumen, an, auf welche Weiſe die Blumen viel beſſer in die Augen fallen werden, als wann ſie hie und dort eintzeln geſaͤet werden. tum f Um den gantzen Sommer Blumen zu haben, uthh ſaͤet man zum Theil im Herbſt und im Fruͤhling, ne und iſt weiter nichts zu bemercken, als daß die ge⸗ ſaͤeten ſich nicht allzugerne verpflantzen laſſen und gemeiniglich ſchlechte Blumen geben. Alcea Hieſicaria. Alcea Veſicaria, oder Veneta, von einigen Mal⸗ 1uva Veneta, Wetter⸗Roͤslein, Augen⸗Pappela, E 5 Mols 74 Siebende Betrachtung/ Morgenſtern, und Sigmare⸗Kraut genannt, ſf cin anſehnliches Garten⸗Gewaͤchſe, welches im Fruͤhling hin und wieder geſaͤet, vom Unkraut rein gehalten, und zuweilen, abſonderlich aber, wann es verpflantzet wird, wohl begoſſen werden will. Die Geſtalt betreffend, ſo zeigen die aufgehende junge Pflaͤntzlein anfänglich zwey Blaͤtter, wie die Malva, welchen nach und nach groͤſſere folgen. Hiernaͤchſt aber kommt ein Stengel, ohngefeht Ellen hoch, mit zerſchnittenen Blaͤttern und eini⸗ gen Neben⸗Zweigen, worauf im Monat Julio ſeine Leib⸗farbene Blumen ſich preſentiren, ſo de⸗ nen Glocken oder Cymbeln gleich ſehen. Dieſe Blu⸗ men halten ſich nicht lang, ſondern fallen bald al und muß man den Saamen zeitig abnehmen, eht der Wind dieſen zerſtreuet. Senſctiva ſonſihilis. Dieſes iſt eins von drn allerzarteſten und rareſten Gewaͤchſen, ſo ich unter Handen gehabt: es iſtbon Geſtalt und Blaͤttern recht ſchoͤn, und darinnen Wunderns⸗wuͤrdig, daß, ſo bald man mit der Hand darnachgreiffet, die Blaͤtter ſich auf einmahl zuſammen ziehen, und zu verwelcken ſcheinen, welche aber hernach ſich wiedrum erheben, und in voriger Anmuth ſtehen thun. Es vergleichen ſich dieſelbe dem Laub der kilipendulæ, und ſtehen im Gipffel einige ſternichte Bluͤmlein. Den Saamen hiervon habe ich ex Horto Medico von Wuͤrtzburg bekom⸗ men, und muß dieſer in Toͤpffe geſaͤet, und im Mo⸗ nat Martio und Aprili, in heiſſen Pferd⸗Miſt ge⸗ ſencket, und unterm Glaſe oder einem Treib⸗ und Gewaͤchs⸗Hauſe conlerviret werden; dann die kal⸗ te Lufft iſt dem Gewaͤchſe in hoͤchſten„ ö ich/ W. — 5 00 Afcgkt Etand 10 0 51 Vuaſit Wähedch EAUl t gfare nüt Rhlf ächel bugtumn r Kumeg f ſeſchg Pi Qralh ſſch beſ Nudus ſhuättze fen.h els, Cu hekome A bol Meart le E· Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 75 ꝛun lich, weſſentwegen dann einige daſſelbe, den gan⸗ tzen Sommer hindurch, unter einem Glaſe aufbe⸗ 00 0„welches aber bey heiſſem Weetter nicht noͤ⸗ hig iſt. Cardliaca Americana. GBringt im Julio artige Purpur⸗rothe Blumen, welche dicht zwiſchen Laub und Stamme ſtehen: 4iEs hat in der Wartung nichts beſonders, und kan mit anfangendem Fruͤhling auf ein Miſt⸗Beet ge⸗ ſaͤet/ und in gute luckere Erde verpflantzet werden. at Deuvatiuvum barbatum. „%“ Ttäͤget feine, inwendig mit ſchwartzen Puͤnet⸗ „Del, A lein beſetzte Citronen⸗ faͤrbige Blumen. Die War⸗ da tung kommet mit der Cardiaca Americana gantz uͤber⸗ dadwen,ein/ und muß man die junge Pflantzen, mit einem Klumpen Erde ausheben und verſetzen, oder aber an einem Orte unverpflantzet ſtehen laſſen, weilen ſundent ſie ſich nicht gerne verpflantzen laffen. 50 Phalangium Narbonenſc. Wird ſonſten Asphodelus foliis fiſtuloſis genannt. n Der Anbau geſchiehet durch den Saamen, und hat Ael nichts beſonders in ſich. Nardlus. Nardus, ſchwartzer Coriander, Narden⸗Kraut, ſchwartzer Kuͤmmel, Schabab, Nonnen-Naͤg⸗ lein ꝛc. hat unterſchiedene Benennungen, als: Ni- gella, Cuminum, Spica Nardi, Nardus Bohemica&c. bekommen⸗ Zum Anbau dieſes Gewaͤchſes iſt weiter nichts vonnoͤthen, als daß man den Saamen im Monat Mertio in gute fette Erde ſaͤe, und denen Pflantzen Wu viele Sonne und reiches Begieſſen gebe, abſonder⸗ lich gyan 76 Siebende Betrachtung⸗ lich vom Anfang. Wann man den Saamen von Monat zu Monate ſaͤet, ſo kan man die Ab⸗ —4 derer Blumen bis in den Winter ha⸗ en. CHondrilla. Bringet im Junio ſchoͤne gefuͤllte, Purpur⸗rothe und gelbe Blumen, und iſt dieſes bey dieſem Ge⸗ waͤchſe das ſeltzamſte, daß des erſten Tages nur ei⸗ ne Reyhe derer Blumen⸗Blaͤtter aufgehet, des andern Tages aber zweh Reyhen, des dritten Ta⸗ ges drey, und ſo fort, bis die Blume endlich gefuͤlt wird. Die jungen Pflantzen laſſen ſich gerne ver⸗ ſetzen, und brauchen keine beſondere Wartung. Jo, Adonir. Flos Adonis wird Ranunculus arvenſis flore Ph&-⸗ niceo, Adonis⸗Roͤslein, Corallen-Bluͤmlein, und braune Maͤgdlein genennet. Die Flor iſt ar⸗ tig, und ſtehet feſt beyſammen; die Vermehrung geſchiehet vermittels des Saamens, wovon man etliche Koͤrnlein in die Erde, in ein darzu gemachtes kleines Loch bringet. Es koͤnnen auch einige Pffan⸗ tzen nahe beyſammen gelaſſen werden, damit die Blumen deſto beſſer in die Augen fallen. Ricinus Africanus. Ricinus, oder Catapatia major, Palma Chriſti, granum regium, Ricinoides Americanus, Ricinus Indicus, auf Teutſch: Wunder⸗Baum,Roͤmiſche Bohnen, Creutz⸗Baum, Mollen⸗Kraut 2. iſt verſchiedener Gattungen, als: Ricinus Africanus major, caule vireſcente, Anmericanus minor. „maximus Africanus caule geniculato ruti- lante. Ameri- Woh „Al — M. Lert Pele deh. ſiſen tel U W AAI WAL e Le ſal f, Li W0 Fihett ld Kgth. Muulwöt Wünz, dl woleg gl if Tuim non. tla E5 fol ani 1 ere ik Nicnifb Vellte. Wech Ghunert bötkſoßſt häkngt fle ReG e her ſeh ſihre, — 00% Jäbn Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 77 Arnmericanus totus ruber. perennis, caule& coſtis puniceis. Der—8— totus ruber gefaͤllet, mir am beſten. Es ſeynd davon die Stengel, Blaͤtter und alles roth; ſonſten aber treibet der Wunder⸗Baum einen di⸗ upurn cken, hohen, hohlen Stengel, mit gekerbten groſ⸗ oſn ſen Blaͤttern, traͤget kleine gelbe Bluͤthen, ſo s DTrauben⸗weiſe beyſammen ſtehen, worauf in drey⸗ eckichten, mit gelinden Stacheln beſetzten Behaͤlt⸗ fiten nißen, laͤnglich runde Saamen folgen, welche wie ſch gß kleine Bohnen ausſehen, und recht artig geduͤpfelt ſeynd. Einige nennen dieſes Gewaͤchſe hoͤlliſche Feigen, und legen ihm die Eigenſchafft bey daß es die Eibteſt Maulwuͤrffe vertreibe, welches wohl zu wuͤnſchen wũaͤre; allein bey mir hat es den Effect nicht beweiſen wollen, welches Petrus Lauremberg zu ſeiner Zeit 4 gleichfalls angemercket hat, wann er ſaget: Cæte- tum non ſolum Talpas& reliquo horto, ſuã præſen- tià, copioſus Ricinus non abegit, ſed& paſſus eſt, il- las juxta ſeſe nidulari, terram proximam in colliculos Mattollere circum circa&c. neque etiam foramina foliis Ricini ſuffocata& obturata, denuo eruere non ſunt veritæ. Wie es dann pfleget alſo herzugehen„daß viele Gaͤrtner alles, was ſie in andern Buͤchern leſen, oder ſonſten hoͤren, gleich fuͤr ungezweiffelte Wahr⸗ heiten ausſchreyen, und dem unintormirten publico ul“ als neue Geheimniße aufbuͤrden, woruͤber mehrer⸗ meldter Petrus Lauremberg gar nachdruͤckliche Kla⸗ gen fuͤhret.(m) Wann eum(m) Talibus Ebulis tam plons t rs Phyfes. quam æſtas muſoa· 78 Siebende Betrachtung/ Wann man ſonſten den Kicinum recht groß ha⸗ ben will, ſo muß man die Pflantzen nicht verſetzen, welches demſelben am Wachsthum hinderlich iſt Es iſt auch eine Art von dem Kicino Americano, wel⸗ chen einige Curca, Faba purgatrix, Nux Cathartich und grana Tyglia nennen. Der Saame purgiret ſeht ſtarck, wie weniger nicht das oleum ex ſemine, 9⸗ der ficus infernalis, ſo wider das Zittermaal, und Entzuͤndung des Afftern, ein bewaͤhrtes Mittel ſeyn ſoll, wovon die Herren Botanici und deren Buͤcht zu Rath gezogen werden koͤnnen. Lupinus. Lupinus, Faba Lupina, Faba ficulnea, Feig-Boh nen, Wolffs⸗Bohnen, und Tuͤrckiſche Bohneh genannt, ſeynd verſchiedener Gattungen, als: Lupinus ſativus, flore albo. —FhyIveſtris, flore luteo. peregrinus major, flore incarnato. peregrinus major ſeu Villoſus, fl. cæruleo. —Huveſtris anguſtifolius, flore cæruleo. Die Lupinen mit gelben Blumen ſeynd die beſtenha⸗ ben auch einen angenehmen Geruch. Sie werden im Martio und Aprili, in den Garten hin und her geſtecket, von Unkraut gereiniget, da ſie dann oh⸗ ne muſcarum, alter alteri eas, tanquam oracula, per manus tradit, nec quisquam eſt tam providi pectoris, ut expe⸗ rimento ipſo eorum veritatem periclitari velit; Hinc fit, ut ſimplici aſſenſu eas dignemur,& Veluti anilibüs gerris anuos infantum, ſic nos noſtras mentes talibus ineptiis Paſcamus. Miror profectò& ſerie ringor, in tam facili- bus, quæ quisque domui ſuæ experiri poteſt, ſine ullo fe- r& ſumptu, pati nos, ut tam turpiter decipiamur. Lau- remberg, Iibr. 1. Cap. 36. P. in. 153. N0 6 gt 1 elht liht ge ſ Slugeg 80 57 bi/ uſſe fiekzEnte delhefkr kiker Wun Jöhen Gmihſ lb Aachte Kuſehh, I Buunt Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 75 ine weitere Anfſicht fortwachſen und ihre zierliche Blaͤtter und Blumen bringen werden. ult Helenium Indicum. Dieſem Gewaͤchſe werden vielfaͤltige Namen Anedartbeygeleget, als Sol Indicus, flos Solis, Cupa Jovis, Corona Regia, Heliotropium, flos Solis maximus Peruvianus, Campana amoris, Bellis Pliniana, Chry- ſantkemum Peruvianum, auf Teutſch, Sonnen⸗ Blume, welche uͤberall bekannt, und von verſchie⸗ denen Gattungen iſt, als: Flos Solis, foliis profunè inciſis. flore ſulphureo ſimplici, ſemine ſtriato, flore ſulphureo pleno. flore aureo ſimplici. flore aureo pleno. —ſalicis folio, caule alato. E flore luteo minor perennis. —flore albo. Die letztere, nemlich die weiße, iſt noch zur Zeün Inicht gar zu gemein, ſie bleibet auch niedrig von ddebeStengeln und Blumen: Der Saame iſt ebenmaͤſ⸗ Sie tyſig weiß, und hat keiner beſondern Wartung noͤ⸗ n ſin uᷣ thig, auſſer daß man ſolchen im Fruͤhling in ein daſedee fettes Erdreich ſtecke, dann und wann begieſſe, wo dieſelbe freudig fortwachſen, und die groſſe Art zu einer Wunderns⸗wuͤrdigen Hoͤhe gelangen wird. 1calk, per Anag allis Luſitanica. Ich vermeyne, daß zum Anbau derer Sommer⸗ IIiGewaͤchſe zureichende Anweiſung gegeben habe, baund erachte eine uͤberfluͤßige zu nichts dienende Sa⸗ uſche zu ſeyn, alle Umſtaͤnde, welche bey dieſer und len jener Blume bereits vorgekommen ſeynd, bey de⸗ nen Eken AI f1. (Ro Bohr AAs 80 Siebende Betrachtung/ nen nachfolgenden, nochmahlen weitlaͤuffig zu wiederhohlen; bin alſo geſinnet, von denen noth anzufuͤhrenden weiter nichts zu bemercken, als ob ſie der Muͤhe wehrt ſeynd, daß man dieſelbe anſchaß⸗ fe, und einige Koſten darauf wende; welches dem geneigten Leſer um ſo angenehmer ſeyn wird, alser hierdurch die guten und geringen Sorten erkennen, und zugleich die Synonyma, ſo ein und andere Pflan⸗ ten haben, einſehen wird, welches das allervor⸗ nehmſte und von dem Haupt⸗Nutzen iſt, daß ein curieuſer Garten⸗Liebhaber, bey denen ſo vielen Definitionen eines eintzigen Gewaͤchſes nicht hinter gangen werde. Anagallis, auf Teutſch: Gauch⸗Heil, Colma⸗ Kraut, Grund⸗Heil, waͤchſet auf denen Aeckern iſt blau und weiß. Anagallis Luſitanica aber iſt ein ſchoͤnes hochſteigendes Gewaͤchſe, wird von dem Saamen im Fruͤhling in ein gutes fettes Erdreich geſaͤet, woſelbſt es freudig wachſen, und ſeine Flot im Auguſto und September bringen wird. Ubrigent iſt auch noch eine Art, welche Anagallis tenuifoli flore cæruleo majori Monelli genennet wird. Phaaſcoli Braſiliani. Von denen Phaſeolis Braſilianis, oder Tuͤrckiſchen Bohnen, hat man verſchiedene Gattungen, als: Phaſeolus Ægyptiacus, ſemine nigro. Qminor fructu violaceo. fructu luteo. pumilus præcox, fructu albo- Hiſpanicus, fructu aureo. Aàmmericanus, fructu albo minori. fructu rubro, maculis nigris notato. ftructu cærulaſcente. + Phaſeo- Lachee, konekz uſhen, ů U0 hue Gche Gibexd Henalfd er yn Habeh. Nunn 9 Boßheh.h bule Mon Nllhlt u kuhuungt Malunt Nuuni d ſche ing; fn. der y in Rachen Welen y Kabe Von den Sommer⸗Sewaͤchſen. 81 Phaſeolus Indicus major, flore coceineo, fru- ctu nigro. Zeylanicus minor, ſiliqua ſurſum rigente, fructu ſubnigro&c. Sie wachſen theils niedrig, theils aber zu einer „Vunglaublichen Hoͤhe, werden im Fruͤh⸗Jahr im Man geſtecket, und fangen im Junio ſchon an zu doe,bluͤhen, halten auch ſo lange an, bis die Reiffen 1 kommen; man brauchet dieſe Art Bohnen zu Be⸗ „„„deckung derer Waͤnde in denen Hoͤfen, ziehet ſie ,auch zur Zierrath an denen Luſt⸗Huͤtten hinauf. h. Das Naſturtium Indicum ſchicket ſich wohl dar⸗ zwiſchen, wie auch der Convolvulus Hiſpanicus. uEin guter feuchter Boden bekommet dieſem Gewächſe ſehr wohl; einige laſſen auch gemahlte Stabe verfertigen, und ziehen die Tuͤrckiſche Boh⸗ nen auf denen Ecken des Gartens, in Geſtalt ei⸗ ner Pyramide; einige aber, welche viele Bluͤthen haben wollen, ſtecken den Saamen nach dem UNeuen Monde; welche aber viele Fruͤchte oder Bohnen verlangen, wollen den Saamen um das und. volle Monden⸗Licht geſtecket haben, iſt aber nur Thorheit und Einbildung, wovon die erſte Be⸗ Atrachtung nachzuſehen iſt. Naſturtium Indicum, Aore pleno 65 femolici. Naſturtium Indicum, Indianiſche Kreſſe, iſt zart und ſcheuet die Kaͤlte, die Wartung aber iſt ge⸗ ring; im Aprili pfleget man den Saamen entwe⸗ der in Geſchirr oder in das freye Land zu ſtecken, in welchem derſelbe auch viel frecher waͤchſet; und weilen das Gewaͤchſe ſehr hoch wird, muß man Staͤbe dabey ſtecken, e⸗ zierlich anhefften. Gan⸗ 82 Siebende Betrachtung/ Gantze Waͤnde werden mit dem Naſturtio ſchöͤn bekleidet, man muß aber ein Gatter machen, odet lange Stangen, oder noch beſſer gemahlte Staͤh⸗ uͤber einander bringen, worauf die junge Pflantzen luſtig hinauf wachſen, und eine recht ſchoͤne NeI gan gen⸗Weyde verurſachen werden. Die Blume iſt an der Farbe zweyerley, Gold⸗ und Schwefel⸗gelb, und hat faſt die Geſtalt, wie eine Capueiner⸗Kutte. Wann der Saame jzeitig it, faͤllet er von ſich ſelbſten ab, daß man ihn von der Erde aufleſen kan. Das Nalturtium iſt dreyerley, majus, minus und gefuͤllt. Das groſſe ſchicket ſich am beſten in das Land das kleine und gefuͤllte aber wird in Geſchirren ge zogen; das gefuͤllte wird des Winters beygeſetzet, und gehöret unter die perennirende Gewaͤchſe, wo⸗ ſelbſen guch hiervon mehrere Nachricht gegeben werden ſoll. Ich habe geſehen, daß einige Blumen⸗Freunde das groſſe Naſturtium in Geſchirren vor dem Fun⸗ ſter gezogen, daſſelbe mit Bind⸗Faden angehefftet, und uͤberall ausgebreitet haben, welches recht lieh⸗ lich anzuſehen geweſen iſt. Papaver ſativum, Hone pleno. Der gefuͤllte Mohn giebt gleichfalls eine ange⸗ nehme Garten⸗Luſt, wegen ſeiner vielen unter einander ſpielenden recht beſonderen und artigen Farben/ als da ſeynd: Papaver Hortenſe flore albo pleno. Eflore phœniceo pleno. flore rubro pleno. Papa- Wlenen Ed Mn der i Lulg d ſin den A Hled P5 lpner fl, Kay M Ed glächſch, ffütg K nat, ah ffchedeh Pnuitt * von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 83 Papaver Hortenſe florè violacee pleno. „flore plens; variorum ele- gantiſſimmorum colorum. Von dem Sgamen iſt zu miercken, daß einige An Gäͤrtner ſolchen ebſoluts mit dem vollen Lichte „ausgeſaͤet, und bey eben dieſer Conſtellation wie⸗ „derum abgenommen wiſſen woöllen, allein, ohne Grund, welches einen jeden(det es nicht glauben Jul will) zu probiren bitte, nur daß det Saame von Iin gefuͤlten Blumen ſeye, welche ſich doch, wie es bey allen Gewaͤchſen zu geſchehen pfleget, zuweilen ausarten. f Man ſoͤll den Mohn NB. niemahlen von aus⸗ ngefallenen Saamen erziehen, ſondern die Koͤpffe aͤbſchneiden, und die Farben bemercken. Man kan den Saamen auch entweder im Herbſt, oder im Fruͤhling ausſtreuen; auch zu Abwechſe⸗ iung derer Blumen alle Mongthe ſaͤen; einige ſaͤen den Saamen/ ſo bald er abgenommen wor⸗ den, wiederum aus. Papaver Erraticum, flore pleno. Papaver Erraticum, oder Rhœas, Acker⸗Schnal⸗ len, Klapper⸗Roſen, Korn⸗Roſen, und Feld⸗ Mag⸗Saamen genannt, iſt, wegen ſeiner unver⸗ gleichlich⸗ ſchoͤnen Farben, einem Garten ſehr an⸗ Iun! ſtaͤndig die Blumen ſpielen in weiß, roth, iccor⸗ Fudat nar, blau und dunckel ꝛc. und ſeynd bey mir nach⸗ ſtehende bekanat/ als: Papaver erraticum minus, flore carneo, cirerio albo pleno. f e flore rubro& albo variegato pleno. 8 8§ 2 Papa- 24 Siebende Betrachtung⸗ Papaver flore violaceo& albo variegato plene. IIflore niveo pleno. florè roſeo pleno. flore coccineo& albo pleno. flore variorum elegantiſſimorum colorum leno. Die einfachen rothen ſeynd zwar in denen Felderh auf jedem Korn⸗Acker anzutreffen; die hier be⸗ merckte aber werden in denen Luſt⸗Gaͤrten gezogen, und geben mit ihren ſchoͤnen groſſen gefuͤllten Blu⸗ men denen Roſen nichts nach. Der weiſſe Sag⸗ me veraͤndert ſich zuweilen in andere Farben; da⸗ beſte und ſicherſte aber iſt, von jedweder Art un Farbe einzuſammlen, und hierdurch die Gattuß gen zu conſerviren. Die Wartung kommet mit deh vorhergehenden voͤllig uͤberein. Pabaver Corniculatum. Es ſeynd noch andere Arten von Mohn, wel⸗ che bey denen mehreſten Gaͤrtnern nicht zu finden, * aber in die Blumen⸗Felder mit gehoͤren, als: Papaver Corniculatum luteum. —.3— Spinoſum. orientale hirſutiſſimum flore magne phœniceo perenni.&c. weilen der Saame in langen Schoten(die wie die Hoͤrner geſtaltet ſeynd) waͤchſet. Papaver Spino- ſum, auf Teutſch: dornichter oder Stachel⸗Mohn, vaben mit denen vorhergehenden einerley War⸗ tura, der letzt⸗benannte aber gehoͤret unter die pe⸗ rennitinde Gewaͤchſe, und finde ich zu evinnern wei⸗ Der erſte wird gelb⸗gehoͤrneter Mohn genennet Hu — Wäkrhtl! MI Mei lug INte flulgenS Wämde Ub chtt behte, gult Gi Lac Iic undl Ruum 14 1, L Da aſt hakauſer gkede midin gegen Rn Eum h in h 575 nalm In — Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 87 kxweiter nichts noͤthig, als daß der Mohn ſich nicht gerne verſetzen laſſe. Aero Milium Indicum. Waurmdd Milium Indicum oder Frumentum Saracenicum, Indianiſcher Hirſen, befinde ich von dreyerlen n deren Gattungen zu ſeyn, als: n; die hi Milium Indicum, ſemine luteo. 7 **—ſemine nigro. Aͤrundinaceum, ſemine ſubrotundo ni- 6 gricante, ſorgo nominatum. uben Iſt ein langes rohr, hafftiges Gewaͤchſe, waͤchſet det J uͤber Manns hoch, mit einem runden, dicken und knotigen Stengel. In Indien, Italien und der Tuͤrckey beſaamet man gantze Felder hiermit/ bey uns aber wird es in denen Gaͤrten zur Raritaͤt auf⸗ behalten, und an die Ende in eine recht fette und + gute Erde verpflantzet. n Ache Lachnma Jobi. Hacht; Lachryma Jobi, oder Lachryma Chriſti, auch Td gh Lithospermum arundinaceum, und Milium ſolis arundinaceum, Perl⸗Kraut, oder Hiobs⸗Thraͤnen genannt, iſt zweyerley Gattung, als: Lachryma Jobi major, und W Lachryma Jobi minor. Das erſte waͤchſet wie Rohr oder Schilff und ohn geren hat auſſer ſeinem ſchoͤnen groſſen und kleinen hell⸗ uglaͤntzenden Saamen an ſich nichts rares. Es wird im Fruͤh⸗Jahr in die Erde gebracht/ wo es gegen den Herdſt ſeinen Saamen bringet, und 0 Kan auch im Winter erhalten werden, wann man untek, es in Toͤpffe pflantzet und beyſetzet, und wie die Fu Cannam Indicam gantz trocken/ in einem etwas E war⸗ 41N 86 Siebende Betrachtung, warmen Orte conſerpiret, des Sommers aber ver⸗ langet dieſes Gewaͤchſe, wie andere, fleißige Be⸗ waͤſſerung. 9 Die zweyte Art waͤchſet nicht wie Rohr odet 1 Schilff, ſondern wie ein kleines mit Blaͤttern um zuedt und um beſetztes Baͤumlein,oder eine zierliche ſanhunm Pyramide, kan auch in der Scheere gehalten wen ſckt den, und wann es ſchoͤn gezogen wird, giebt eh u Nhe dem Garten eine beſondere Zierrath, und kan int ſin df dem Belle Videre liitermenget werden. Scabioſd. Mare 85 85 8„I Scabioſa; Scabioſen Apoſtem-Kraut(ſo eini 10 ſt Wittwen⸗Blutne nennen/ iſt unterſchiedlich, vn Gd9 d u0d einfach⸗ und gefuͤlten Blumen, als: 8. Scabioſa hirſuta vulgaris. Fien 4. peregrina rubra Capitulo oblongo, flore Me Carneo. 06⁰ K ;flore albo pleno. 7 ᷓfüoe atro purpureo pleno. 00 àprolifera flore purpureo. „ hν major Hiſpanica ſtellata, folio lacl- 4½, niato majori. 11 altiſſuma flore cæruleo. Wuhn „fiolio laciniato variegato, flore pur- 10590 pureo. f 8 Sie haben gemeiniglich einen guten Geruch, und lange blähen vom Augnlto bis in den Winter, der mihlen Saame iſt zeirig/ wann die aͤuſſerſten Spitzen de⸗ Bunſ rer Knoſpen reiff worden ſehnd. 60 f0 „Kan maaden Stock im Winter mit Stroh, Redi Wachholder⸗Reiſer und anderen dergleichen Ma Airle. ketſalien hedecken/ daß er nicht ſo viele Geuchtg, Iug ei Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 87 cheit empfindet, dauret er offtmahlen aus, und ibtgt man das Vergnoͤgen, kuͤnfftigen Sommer eitig Blumen und Saamen zu bekommen. d ühz— Die Scabioſa Stellata, Stern⸗Scabioſe, kommet lünwar in der Bluthe einiger maſſen mit denen vor⸗ ſi ſhergehenden uͤberein, allein, in dem Saamen dit⸗ eriret ſie ſehr ſtarck von denenſelben, und iſt nach wird, gher Bluͤthe viel ſchoͤner als in der Bluͤthe ſelb⸗ und kten, anzuſehen. deh. Perſicaria. Perſicaria, oder Herba pavonis, Pferſing⸗Kraut, SrnPfauen⸗Spiegel, oder Mucken, Kraut ꝛc. iſt ein rdlec, choͤnes hoch⸗ſteigendes Gewaͤchſe, ſo feuchten hedl Frund und Boden liebet. Es wird im Fruͤhling 7 zus Saamen gezogen, und an die Ende derer RNabatten verpflantzet oder aber an beſondere ölors Plaͤtze, weilen die Wurtzeln weit um ſich greiffen, geſetzet; die Arten hiervon ſeynd: Perſicaria mitis non maculoſa, flore rubro. mitis non maculoſa, flore albo. — cdrientalis altiſſima, nicotianæ folio, calice purpureo. Das gemeine Perſicaria„ Perſicaria fœmina ge⸗ nannt, waͤchſet nicht ſo groß, als das auslaͤndi⸗ ſche; die Saamen⸗Koͤrner ſeynd von einem bren⸗ nenden Geſchmacke; das letztere iſt das ſchöͤnſte⸗ machet in denen Gaͤrten eine gute Ausſicht; die Blaͤtter ſeynd mit rothen Flecken beſetzet, dahero lih H es den Namen Pfauen⸗Spiegel bekommen hat; die Bluͤthen ſeynd wie ſpitzige Trauben, oder als Oneine lange Korn⸗Aehre geſtaltet, worinnen braun⸗ Lſchwartzer, ſchoͤn⸗breiter Saame lieget. 8§ 4 85 Siebende Betrachtung TZu Hinwegſchaffung derer Fliegen ſoll kein beh ſers noch kraͤfſtigers Mittel, als die Perlicaria, ſehl zumahlen alle Wunden, offene Schaͤden und G⸗y ſchwaͤre des Viehes, wann ſie mit dem Safft dieſes Gewaͤchſes beſchmieret werden, ſollen gon dem Stechen derer Mucken und anderen deszgleh chen Geſchmeiſſes gantz ſicher ſeyn.(n.) Oculus(Vriſti. Meiner Meynung nach wird dieſes Gewaͤthſ Hieracium pulchrum benennet, unter welchem N men mir ſolches ehemahlen zugeſchicket wordeni⸗ in denen Gaͤrten findet man hiervon zweyerl Gattungen, als: Oculus Chriſti flore luteo. E flore albo.&c. Es traͤget etwas hohe blaſſe Stengel mit gefſſ ten gelben und weiſſen Blumen, welche etwas/ nem Auge gleichen, ſie ſeynd faſt wie die Ringel Blumen geſtaltet, aber etwas kleiner, floriren in Junio und Julio, und beſaamen ſich mehrenthell⸗ von ſelbſten; die Blumen, wann ſie nicht unor⸗ dentlich ſtehen, und auf der Erde liegen bleiben ſollen, muͤſſen ſie angebunden werden. Belle videre. Belle Videre, oder Linaria Scoparia, Studenten⸗ Kraut, giebt denen Gaͤrten ein feines Anſehen/ wann es zwey Schuhe weit von einander gepflan⸗ tzet, auch in Toͤpffe unter andere Fee als ras⸗ En.) 38 in Hiſtoria Stirpium Libr. 1. Cap. 29. ciret inem. b08 WWuue ftün. Whltz ale Fiächag z 08 Bligleh ein l ind HkSen N0 dhSgen Wdidde Wd0 deh gan herdem De⸗ iht h glch ni Cltta Wun tg n lgeh, 0 let wird. Alle Plaͤtze laſſen ſich mit dieſem Gewaͤchſe wohl n auszieren, indem es wegen ſeiner ſchoͤnen Geſtalt ble eine krauſe Pyramide vorſtellet, und mit ſeinen ndeeen y zierlichen gruͤnen Blaͤttern trefflich in die Augen faͤl⸗ . 6) let; am Gipffel derer Blaͤtter ſtehen kleine weiſſe Bluͤmlein, aus deren Mitte ein Striemgen wie „ ein Nagel gehet, welches zu einem Knoͤpfflein wird, Ales ö in deſſen zweyen Abtheilungen einige angewachſene lrllhen kleine Saamen⸗Koͤrner zu finden ſeynd. ſact word Die Vermehrung des Belle videre geſchiehet aus don ſwen dem Saamen, welcher im Monat Nartio in gutes Land, oder im Herbſt das gantze Gewaͤchſe an ei⸗ nen abgelegenen Ort geworffen wird, welches alſo den gantzen Winter liegen bleibet, und mit ange⸗ ns hendem Fruͤhling ſich haͤuffig vermehren wird. Die Wurtzel von dieſem Gewaͤchſe kan die Lufft nicht vertragen, dahero ſolche beym verpflantzen gleich wiederum unter Erde gebracht werden muß. Caliha pumila. Caltha pumila, oder Caltha arvenſis, Zwerg⸗Rin⸗ gel⸗Blume, wird aus dem Saamen gezogen, und iſt mit nachfolgender Gattung einerley Wartung. Calendula Ifricana. Von der Calendula Africana hat man einige Gat⸗ tungen, einfach und gefuͤllt, als: Calendula Vulgaris, flore citrino. ———2 flore pallido. ———3 flore luteo, medio rufo. „multifera maxima. —— flore melino pleno. F 6 Calen- 90 Siebende Betrachtung, Calendula flore pleno variegato ex pallidd& dm. flavo major. flore luteo pleno. Eprolifera majoribus& minoribug floribus. —arvenſis minima. —Alfricana flore intus albo, extus violaceo. Dieſe Blumen ſtehen in einem Garten recht wohl und bluͤhen alle Monat mit neuen Blumen, Was bey denen Ritterſporen geſagt worden, findel allhier gleichfalls ſeine Application. Der Saame kan eniweder im Herbſt oder Fruͤhling ausgeſaͤt werden, und wann man die aufgehende jung Pflantzen wohl pfleget, und in geile fette Erde verſetzet, werden ſelbige ungemein groß und ge⸗ fuͤllt werden. Um uͤberaus groſſe Blumen zu bekommen, ſo nimmt man viele junge Pflaͤntzgen beyſammen, pflantzet ſelbige dergeſtalten feſt an einander in ein darzu gemachtes Loch in die Erde, daß nur ein wenig Kraut aus der Erde ſchauet, ſchneidet auch die Spitzen oben ab, auf weiche Weiſe man un⸗ gemein groſſe Blumen, faſt in der Geſtalt einer Roſe, bekommen wird. Es giebt auch eine Art weiſſer Ringel⸗Blumen, ſo Calendula Africana flore albo, foliis Leucoji ge⸗ nennt wird, ſie erfordert gleiche Wartung. Viola Perudiana, Wor Viola Peruviana iſt unter vielen Namen bekannt, als Flos admirabilis, Mirabilis Peruviana, planta In- elica, ͤ 1 1 4 7— 8 Rarlaraneria Indica Variegata, Jasminum In- dicum, Mll Giig Whe n ſd,dbe . 0. 1 I feckenn pcgg deh, Hos ldl Dun Eg ſh ſt fu Wechfantel Dl.YI inmnſen i g Wöh gefll Tar/d Ghn eleg g ſodern n Eihe h Mige 0 bI Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. RAicum, Herba magnæ admirationis, Flos vanitatis, Fanitäͤts⸗Blum, Peruvianiſche Wunder⸗Viole, Rebellen, Mexicaniſcher Nacht ⸗Schatten, AnSchweitzer Hoſen, ꝛc. Weme nun dieſe Benennungen nicht bekannt ſeynd, dieſer kan gar leicht betrogen werden, da ,Er 6. bis nerley Arten ſeiner Meynung nach an⸗ geſchaffet, und bey der Erfahrung erſt erlernet, daß eſie alle einerley ſeynd, wie mir es Anfangs ſelbſt Walſo ergangen iſt; die Gattungen ſeynd unterſchie⸗ norden iden, als:. Der Sar Flos admirabilis, flore albo. 9 dusge—— flore rubro. —flore luteo. —— flore ex luteo& rubro va- riegato. —— fflore ex albo& luteo elegan- U tiſſime variegato. Den Saamen ſaͤet man auf ein Miſt⸗Beet, oder auch in das Land, und wann er genugſam erwach⸗ in ſen iſt, kan man die Pflantzen in gutes Erdreich verpflantzen, und vor dem Froſte bewahren⸗ Die Blumen ſpielen in der Farbe recht ſchoͤn, inmaſſen einige weiß, einige roth/ einige blau, ei⸗ nige gelb, einige aber ſchoͤn geſtreifft ſeynd, und ze es ſoll auch(wie mir vermeldet worden) eine Art von gefuͤllten geben, welche aber noch zur Zeit ſehr rar, und mir noch nicht zu Geſichte kommen iſt. Es brauchet dieſes Gewaͤchſe glle Jahr von neuem aus dem Saamen nicht erzogen zu werden, enbüt ſondern man nimmt im Herbſt die Wurtzeln aus der Erde, legt ſie in eine warme Stubo, in ei⸗ nen Winckel, und bedecket ſie mit trockenem San⸗ 92 Siebende Betrachtung, ———— Sande, oder aber verwahret ſie an einem ſonſti gen vicht zu kalten Orte in Heekerling, oder klein zei ſchnitten Stroh. Im Fruͤhling im halben April und wachſendem Monden⸗Licht(wie einige wollen) wird die Wur⸗ tzel, nachdeme ſie zuvor eine Stunde eingeweichet worden, wiederum ins Erdreich verpflantzet, wo man nicht allein fruͤhzeitige Blumen, ſondert groſſe Stoͤcke und Baͤume bekommet; eine gute geduͤngte Erde iſt dieſem Gewaͤchſe ſehr anſtaͤndig das Monden⸗Licht aber iſt eitele Thorheit; und weilen die Wurtzeln den Winter leichtlich erſtau⸗ ren, muß man die Vermehrung durch den Sag⸗ men nicht gaͤntzlich auf die Seite ſetzen. Thlaſpi. Von dem Thlaſpi ſeynd einige Arten mit weif⸗ rothen, und leibfarbenen Blumen, als: Thlaſpi umbellatum Creticum. rarvenſes, ſiliquis latis. flore rubente minus. Virginianum foliis Iberidis& ſerratis. Es wird dieſes Gewaͤchſe auch Cretiſcher, Un gariſcher und Candiſcher Bauren-Senff genen, net; der Saame kan im Herbſt und Fruͤhling ausgeſaͤet werden. Die Pflantzen vertheilen ſich in verſchiedene Neben,Aeſtlein, an deren Extremitaͤten wachſen kleine Bluͤmgen von„ Blaͤttern, wie ein Creutz, woraus endlich ein kleiner Stengel kommet, det zu einer runden Frucht wird, mit einem Fluͤgel und zweyen Abtheilungen, worinnen der Saame liegt; dieſes Gewaͤchſe vermehret ſich auch durch den vind — wüle Fchl Wcheten De MRKth weßd fiuggſek. W nun fecbt ſtl, Heb 1 bellt Imeig e Ar Vlhe Vl, ſh Nhee, 10 9. Munt Heſiſſg, IMd bord N uf U ſie un bllſeht Vonden Semmersckewächſen.—.22 enthen den ausgefallenen Saamen, das verpflantzen kan h ge es nicht wohl leiden, es ſtehet gut im Lande, und unter auderen Gewaͤchſen in Gefaͤſſen. Flor immortalis. Dieſe Blume wird gemeiniglich perpetuelle, oder die ewige Blume genennet; ſie iſt blau und weiß, und wird ſo wohl im Herbſt als im Fruͤh⸗ ling geſaͤet. Die Blumen ſeynd wie Sternen, und wann man ſie abbricht und gantz trocken in ein Glas ſtellet, bleiben ſie den gantzen Winter alſo ſtehen, und verlieren an ihrer Lebhafftigkeit nichts. Von einigen wird dieſe Blum auch Papier⸗Blume genennet. Flos Princepo. Iſt mit weiſſen, blauen und Purpur⸗farbenen Bluͤthen vorhanden; ſie iſt eine Art des Convol- vuli, waͤchſet aber nicht ſo hoch, ſondern bleibet kleiner, dahero man den Saamen im Fruͤhling auf ein Miſt⸗Beet ſaͤet, und die aufgehende jun⸗ Iskin ge Pflantzen zum Theil im Garten, zum Theil in I Gefaͤſſen, in gute Erde bringet, fleißig begieſſet, ν und vor die Fenſter und andere Oerter ſetzet. Meliſſa Turecica. Tuͤrckiſche Meliſſe, wird in Martio entweder heͤh auf ein Miſt⸗Beet oder in recht gutes Land ge⸗ ſaͤet, und die Pflantzen in das Land und Gefaͤſſe verſetzet. Ferrum Equinum. f Ferrum Equinum, oder Sterro Cavallo, Loöffel⸗ . Futteral oder Huffeiſen⸗Kraut, iſt aweperley dle: 44 Fer; 24 Siebende Betrachtung/ e. 3 2 2 0 Ferrum Equinum ſiliqua ſingulari. Fündt 33 ſiliqua multiplici. Es hat in ſich nichts beſonders, auſſer der Forn und Geſtalt des Behaͤltniſſes, worinnen der Saß⸗ me lieget; es waͤchſet leicht, und erfordert gar ke⸗ ne oder doch fehr wenige Wartung. Jacobæa orientalic. Jacobæa, Herba Sancti Jacobi, St. Jacob⸗ Blum, waͤchſet allenthalben, und kan wie da⸗ Chry ſanthemum tractiret werden; man findet di⸗ ſe Gattungen auf denen Feldern und Wieſen; di duslaͤndiſchen aber ziehet man in denen Gaͤrteß an wovon nachſtehende Arten bekannt ſeynd: Jacobæa Africana fruteſcens, flore amplo pur- pureo elegantiſſimo, Senecionis folio. Orrientalis flore eæruleo nigro&c. Dieſe letztere machet eine gute Ausſicht, be⸗ ſonders da ſie bis in den ſpaͤteſten Herbſt flon⸗ ret. Cerinihè. Cerinthe, auf Teutſch Flecken⸗Kraut, iſt dreyel, ley Gattung,als: Cerimthe major, flore ex rubro purpuraſcente. flore cæruleo, maculis albis notato. bringet aus ſeiner Wurtzel einige runde Aeſte, ſo beylaͤuffig eine halbe Elle hoch ſeynd; die Blumen hangen nach der Ordnung an den Aeſten; die Vermehrung geſchiehet durch den Saamen, und wann W05 — Wfi 0 Iſfſtt U (Kurdin Go fadht G U LA Kupiold der bihek Uhh hut we 16¹ V. Wäch uſhches Nheng. lich. Wmde gehunden benzlſe ſcwathe chun de E Nann ſo hrhuſtt Kgift Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 9 wann die Pflantzen etwas erwachſen ſeynd, koͤn⸗ nen ſie hier und dort verſetzet werden. Centaurium minus. u Centaurium minus, oder Febrifuga, klein Tau⸗ gſend⸗Gulden⸗Kraut, ſtehet ziemlich wohl in dem Garten, und wann es einmahl angeſchaffet iſt, beſaamet es ſich nachgehends von ſelbſten. St. J. Scorpioider. AV. Scorpioides, Raupen⸗Klee, iſt ein kleines auf ſwe der Erde kriechendes unanſehnliches Gewaͤchſe, und hat weiter nichts rares an ſich, als daß es tan den Stielen ſchwartze und graue Raupen traͤ⸗ get, welche ſtachlicht, gekruͤmmt und fuͤrchterlich u anzuſehen ſeynd, als wann es natuͤrliche rechte öRaupen waͤren, worinnen der Saame verborgen lieget. 2 5 28 2 — Ferdd Medica Anglica. Medica Anglica, Schnecken⸗Klee, waͤchſet höͤ⸗ her als der Raupen⸗Klee; es giebt einige Arten, glg Trifolium cochleatum maritimum, ſeu Medica Anglica capſulis cechleatis. ———— Tultnhatis. orbeülstd. Chpeata argentea,&c. guput' Wann der Schnecken⸗Klee aufgehet, wird er an⸗ gebunden, und iſt das ſeltſamſte, daß ſeine Ne⸗ gral“ ben⸗Aeſte oder Staͤudlein dick voller gelber und ſchwartzer Schnecken⸗Haͤußlein hangen, in wel⸗ Aflchen der Saame enthalten iſt, und worinnen die A Natur ſo artig ſpielet, daß, wer ſolches nicht weiß, wahrhafftig meynen ſolte, daß das Gewaͤchſe vol⸗ aune ler natuͤrlicher Schnecken hienge. Cyanu, 96 Siebende Betrachtung⸗/ Cyanus Indicus. Von dem Cyano Vulgari, oder gemeinen Korn⸗ Blumen findet man einige Gattungen; mit dem Cyano Indico orientali aber(welcher auch Cyanus Turcicus odoratus genennet wird) hat es eine gant andere Beſchaffenheit; es iſt eine balſamiſche Blu⸗ me, traͤget Saamen, und wann dieſer zeitig iſt, ſpringet die Knoſpe auf, da man ſelbigen bey Ze⸗ ten abnimmt, ehe der Wind Meiſter wird. Die Arten ſeynd verſchieden, als: Cyanus Indicus, ſeu Turcicus, flore albo pleno VVuLflore incarnato Pleno. —— flore purpureo. flore luteo ſunplici& pleno. Gemeiniglich haͤlt ſich dieſe Pflantze einen Som⸗ mer, wann ſie aber nicht gantz ausgebluͤhet hat, und des Winters bey mittelmaͤßiger Feuchtigkeit bewahret werden kan, bluͤhet ſie kuͤnfftigen Som⸗ mer deſto zeitiger, doch muß der Froſt nicht dat⸗ zukommen. Es giebt noch einige Arten von denen Biſalß⸗ Blumen, welche von verſchiedenen untermengten Farben ſeynd; die rariſte aber wird die gefuͤlte gelbe gehalten, iſt auch zaͤrtlicher, als die vorher⸗ gehenden; der Saame gehet nicht ſo haͤuffig und leicht auf, indeme er hier zu Lande vielmahlen nicht zeitig wird. Im Fruͤhling ſaͤet man ſelbigen auf ein Miſt⸗Beet, und wann die junge Pflantzen erwachſen ſeynd, verſetzet man ſie in das Land und Blumen⸗Toͤpffe, in eine mit ein wenig Sand 6 und Miſt vermengte gute luckere Erde, und brin⸗ get ſie an einen Sonnen⸗reichen Ort, und wartet dieſelbe mit maͤßigem Begieſſen gb, die ſchöhe Cablol Pelegl uſſduß de wehen Heck W behſar Gaſaſeg deheg oe aſen, qu mflantekty Cgeh Contttum! ſhoyeeſ ckkt v fat hes Inn deſ Wüetzch. ſen Ruß d Mufah et Kuutvol g Gntß det Hen an lclen ban Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 37 ſchoͤne gelbe Blumen, und wann die Jahrs⸗Zeit gaenaſjnicht gar zu naß und unfreundlich iſt, auch der Saa⸗ me folgen werde. Malva Cricba. % Malea Criſpa, krauſe Pappeln, wann ſie ein⸗ mahl in den Garten gebracht werden, ſo beſaamen ſie ſich nachgehends ſelbſten. 90 Piſum Cordatum. ntd. An denen Pitis Cordaris, Blaſen⸗Erbſen, von einigen Cor Indum, Piſum Veſicarium und Halica- ce albo gcabum peregrinum genannt, finde ich nichts rares, En. auſſer daß die Erbſen gantzſch artz, und mit einem veißen Fleckgen bezeichnet ſeynd, welche drey und Kſeꝛdrey beyſammen, in einer ordentlichen Blaſe ein⸗ ns geſchloſſen liegen, und ſich in groſſer Menge an Hls denen hochaufwachſenden duͤnnen Stengeln ſehen laſſen, auch ſo wohl ins Land, als in Gefaͤſſe, ver⸗ pflantzet werden. Es giebt hiervon zweyerley Arten, als: Piſum Cordatum majus, und Piſum Cordatum minus. Und uen Iſeynd mir einmahl unterm Nahmen Mohren⸗Koͤpffe geſchicket worden, Zweiffels⸗ohne wegen der Ge⸗ ſtalt ihres Saamens. Piſum Catharticum. Von denen Piſis Catharticis, Purgier⸗Erbſen, wird erzehlet, daß, wann einer die friſchen Erbſen veſſe, daß dieſelbe purgiren, und den Leib von allem Unflath reinigen ſollen: Waͤre demnach nicht ohne Kurtzweil anzuſehen, wann dieſer oder jener beym KGenuß dieſer Schmeiß⸗ und Purgir⸗Erbſen, die Hoſen an der Hand haltend, ſich nach dem ſoge⸗ mannten Pontio umzuſchauen/ genoͤthiget werde. o G Latlhj. 93 Siebende Betrachtung⸗ Lalbhru⸗ Hiſpanicus. Lathyrus, oder Cicercula wird ſonſten Platt, Erbſen genannt, und ſeynd hiervon einige Gattun⸗ gen in denen Gaͤrten bekannt, als: Lathyrus Hiſpanicus flore ex roſeo& albo odortto, — AEgyptiacus, flore purpureo& albo. 5 Alfricanus, flore rubro magno. ——— flore luteo. Indicus, flore cæruleo. — fAnguſtifolius, ſiliqua ochri alata, — Vexillo cæruleo, alis variegatis&c. Dieſe Arten werden en halben April in gute EIdl gepflantzet, und wann ſie aufgangen ſeynd, ma⸗ chet man ein Gelender, oder ſtecket Reiſer zu ihnen, daß ſie in die Hoͤhe wachſen koͤnnen. Migella Indica, Norè pleno. Nigella, ſonſten Melanthium, quf Teutſch: Schwartzer Coriander, Narden-Kraut, Noh⸗ nen⸗Naͤglein ꝛc. Iſt ein anſehnliches Gewaͤchſt welches einige unter dem Nahmen Nardus auflh⸗ ren. Nigella flore pleno aber iſt die allerſchoͤnſſe und giebt es auch noch andere Gattungen, als: Nigella, flore majori pleno cæruleo. — flore pallido pleno. — Cretica, ſemine odorato. — DOrientalis, flore ſulphureo, ſemine ala · to plano. Der Saame hiervon wird abgenommen, wann er zeitig iſt, und im Fruͤhling und Herbſte in gutes fettes Land gantz duͤnn ausgeſaͤet, und zwar an den Ort, wo die Blumen ſtehen bleiben ſollen. Weilen dieſes Gewaͤchſe ſich nicht verſetzen laͤſſet, ſo m ukuf RUn/! Reſl ihgech, atre VWöun gus llkken e und heße Ian,f; N0 h holen Kaſchden, fuchſcher fchgcen ſhhlrl Snelo A.Iun Wuteh, hurdyng H 059 Ith itelh ng Von den Sommer Gewaͤchſen. 99 — ———— öehesman die aufgehende junge Pflantzen von Unkraut rein halten, und dann und wann begieſſen, wo ſie jm ſulio und Auguſto ihre Blumen bringen werden. Citica Komana. Urtica Romana, Roͤmiſche Neſſel, iſt zweyerley Teo& 150 en als: Urtica Romana, pilulas ferens, ſemine lini. „Romana pilulifera, parietariæ foliis. an. Wird auch von einigen Vexier⸗oder Italiaͤniſcher Majoran genennet, wird im Fruͤhling in Garten geſaͤet/und iſt, dem Kraut nach/ denen anderen Neſ⸗ bgle ſeln gleich, traͤget aber runde Knoͤpfflein, in Ge⸗ ſtalt derer Pillen, worinnen der Saame liegt. Die⸗ ußſe Gattung ſticht und brennet ungemein, dahero ei⸗ nige, aus Kurtzweil, einen Knopff hiervon in ein Ne⸗ le, gelcken oder andere wohlriechende Blume ſtecken, uuſRund denen Unwiſſenden, welche daran riechen wol⸗ len, die Naſe laͤſterlich verbrennen. 95 Crtica Lerſica, DPerſiſche Neſſeln habe um deßwillen mit anfüh⸗ ren wollen, weilen ſie von der vorhergehenden un⸗ terſchieden, und gar nicht brennen thut, mithin guch ſicherer angegriffen werden kan. Die Blaͤtter ſehut ebenfalls wie andere Neſſeln aus, ſeynd aber chmaͤhler und durchſchnitten; die Bluͤthe iſt von , Dimmel⸗blauer ſchoͤnen Farbe, doch ohne Geruch. 21 Die Vermehrung geſchiehet durch Zertheilung der uurelWurtzeln, und ſollen die Pflantzen des Wintertz gwvor dem Froſt bewahret werden. 195 Flos Trinitatis, 4 V. Fios Trinitatis, Fteyſam⸗Kraut, vermehret ſich ſtſchermittels des Saamens, ſo im Fruͤhling gantz G 2 duͤnn 1 * 10⁰ Siebende Betrachtung⸗ duͤnn ausgeſtreuet wird: Wann die Pflantzen et was erwachſen ſeynd, bringet man ſie unter die kle⸗ nen Blumen⸗Gewaͤchſe. Das Freyſam⸗Kraut bekommet theils mit run, den, theils mit langen Blaͤttern beſetzte Stiele, an deren Aeſten fuͤnffblaͤtterige Blumen, in Geſtalt derer Violen ſtehen, worauf eine Hahnen⸗Frucht mit duͤnnen Saamen folget. Piper Indicum. Dem Indianiſchen Pfeffer werden verſchieden Nahmen beygeleget, als: Siliquaſtrum, Capficum Braſilianum, Piper Calecuticum&c. Es giebt vo ſchiedene Arten, wovon mir die nachfolgende h kannt ſind: Piper Indicum, ſeu Capſicum; fructu rubro pen⸗ dulo cordiformi majori. ffructu rubro pendulo cordiformi breviſſimo V fructu rubro pendulo longiſſimo, ᷣftructu rubro quadrangulari monſtroſo. fructu aurantio pendulo longiſſimo. Lfructu aurantio erecto longiſſimo. fructu luteo quadrangulari monſtroſo. fructu erecto aurantio rotundo&c. Im Fruͤhling wird der Saame entweder in Toͤpft oder gutes Erdreich geſaͤet, gegen den Junium ſi⸗ het man kleine weiße unanſehnliche Bluͤthen, wel⸗ che gegen den Herbſt ihre ſeltzame Fruͤchte, in lan⸗ gen, runden und viereckigten Taſchen, wie die po⸗ lirten Corallen⸗Zincken, bringen. Wer die Fruͤchte ſehr lang begehret, der ſtecke nur die junge Frucht in eine ausgehoͤhlte Hollun, der⸗Roͤhre, ſo waͤchſet ſie uͤber die maſſen ſan geſtalten y ben Ren hale Cthtauch Teinul +-k Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 10t die Frucht an ſich iſt heiſſer und beiſſender Natur, Nund brennet aͤrger wie Feuer, wann ſie aufgemacht ˖ und an die Lefftzen gebracht wird. Man kan einem einen artigen Poſſen beweiſen, Awann man mit der Frucht dieſes Gewaͤchſes unten eine Tobacks⸗Pfeiffe beſchmieret, und jemanden, Jder das Geheimniß nicht weiß, daraus rauchen laͤſſet: Oder aber man reibet oder ſchmieret hiermit den Rand eines Bier-Glaſes oder Krugs bis auf „Ii die Helffte, und trincket von der leeren Seite, ſo nicht beſchmieret iſt, dem anderen zu, welcher ſo⸗ dann das Brennen an denen Leffzen empfinden, und zje mehr er rauchet oder trincket, vor ungewoͤhnli⸗ Vcher Hitze nicht zu bleiben wiſſen wird; doch muß man ſich huͤten, daß es keine Schlaͤge giebt, inmaf⸗ ſen die Erfahrung leyder bekraͤfftiget, daß gute Freunde an gewiſſen Orten uͤber dieſe Poſſen der⸗ geſtalten uneinig worden, daß einer von denenſel⸗ 000 den anderen auf dem Platz durchſtochen abe. Fumnaria lutéea. Erdrauch mit gelben Blumen, iſt ein artiges Sommer⸗Gewaͤchſe, ſo im Fruͤhling von Saa⸗ men erzogen und verpflantzet wird, die Blumen ſeynd entweder gelb, oder von vorne gelb, und von hinten Purpur⸗farbig. Stæchas purpurea. Stœchas purpurea, Stoͤches⸗Kraut, Stoͤches⸗ Blum, wird von fremden Orten zu uns gebracht: Man findet auch in unſeren Apothecken dieſes Kraut, und zuweilen den Saamen, woraus man die Art vermehren kan. 3 Cu- 105 Siebende Betrachtung/ Cucunbità ſtellata&c. Cucurbita ſtellata, oder Pepo clypei& ſtell forma, Stern⸗Kuͤrbſe, ſeynd verſchiedener und vie⸗ ler Gattungen, ſie gehoͤren eigentlich nicht unter die Blumen⸗Gewaͤchſe. Allein, weilen es einige giebt, welche, wegen der wunderlichen Geſtalten ihrer Fruͤchte, dem Garten einen Zierrath geben ſo kan man denenſelben an einem beſonderen Olt oder darzu gemachten Spalier, wohl einen Plaß goͤnnen, und muß man ſich bemuͤhen, daß man al lerhand Arten bekomme, als da ſeynd die groſſl mittelmaͤßige und kleine, die Pomerantzen⸗Kuͤrbf⸗ groſſe und kleine Flaſchen⸗Kuͤrbſe, die Stern⸗ uß Cronen⸗Kuͤrbſe, die Pfaffen⸗Kappen, Citrol Kuͤrbſe, die Spaniſche Trompeten und bucklichte Kuͤrbſe, mit noch vielen anderen mehr. Um nun die Kuͤrbſe recht wohl zu ziehen, machel man, im halben April/ in eine geduͤngte, fette Erde ein Loch, ſtecket allemahl 3. Kerne hinein, und flͤl⸗ let ſolches mit kurtzer Erde wiederum aus, und laͤ ſet denen Kernen und herfuͤr kommenden Pflantzeh haͤuffige Begieſſung zukommen. Wann man nath einiger Gaͤrtner Meynung verſaulten Menſchem Koth dabey bringet, werden die Kuͤrbſe uͤberauz groß, worzu gleichfalls viel beytraͤget, wann die uͤberfluͤßigen Fruͤchte abgenommen, und an denen forderſten Spitzen die Rancken zugleich abgebto⸗ chen werden. Alle Kuͤrbſe lieben einen luͤfftigen Ort, und loo viele Sonne hinſcheinet, abſonderlich aber die Stern⸗Cronen„und Flaſchen⸗Kuͤrbſe, welche dann auch,ſo lang ihre Rancken noch einige Nah⸗ rung haben, nicht abgenommen werden ſollen. 1 vypdel * Wderd VViſcrut I0 fache, Wocewtt Weedt Wſſernt! Eunndt 110 Kß h, Gache Al! Kulntehtlu Mſſe daumaftle WIdus M Wäͤchſe, he behe Blum Guunbebeſe Sc0 dahe Helgaßlen 14 Slife wunntt, Ud liihen. n roch uget r deyn S Aumea ſl Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 103 Oben in der dritten Betrachtung iſt eine Art σ der Bewaͤſſerung angefuͤhret worden, welche dar⸗ Ahaang innen beſtehet, daß man einen Topff voll Waſſer Ahntes bey ein Gewaͤchſe ſetze und einen naſſen wollenen 0gLappen, oder dicken Faden, mit einem Ende in das Wltchö Waſſer, mit dem anderen Ende aber an den zuStamm des Gewaͤchſes lege, wodurch beſtaͤndige und maͤßige Befeuchtung an die Wurtzel gehen vobl einen? wird. oakn. Solche Art der Bewaͤſſerung beweiſet beydenen 59,W Kuͤrbſen recht unvergleichlichen Nutzen, iſt aber das Waſſer ausgeſogen, muß man dieſes allezeit wie⸗ derum anfuͤllen. Melochia Æryptiaca. Wird auch Corchorus, auf Teutſch Ægyptiſches Maus⸗Kraut genennet. Es iſt ein zartes Ge⸗ Aate waͤchſe, welches hoch Oranien und Purpur⸗far⸗ ſoh bene Blumen bringet. Der Saame wird aus der 11 Fremde beſchrieben, fruͤhzeitig auf ein Miſt⸗Beet un vebracht und fleißig gewartet, wo er, aller anwen⸗ uen denden Muͤhe ohngeachtet, dannoch hier zu Lande un vielmahlen keinen Saamen bringet. al Hieracium proliferum frlcatum. iin Dieſes Gewaͤchſe wird Habichts⸗Kraut mit Si⸗ , wen chel⸗formigen Schoten und Neben⸗Blumen ge⸗ nden r und hat einer groſſen Aufſicht nicht von⸗ ν noͤthen. Sagara Americana Odoratà. St69,.Iſt ein Americaniſches Gewaͤchſe, welches mie noch zur Zeit unbekannt iſt. Ich befinde es aber un⸗ ter denen Sommer⸗Gewaͤchſen beſchrieben; die Blumen ſollen von einem angenehmen Geruch⸗ die Blaͤtter aber denen Lilien⸗Blaͤttern faſt aͤhnlich 684 ſeyn, 104 Siebende Betrachtung ſeyn: Es ſoll auch vielmahlen uͤber Winter aushal⸗ ten, wann es vor gar zu vieler Naͤſſe bewahrt wird. Crotolarias Americana. Iſt kein unartiges Sommer⸗Gewaͤchſe: Eß bringet blaue, gelbe oder Purpur⸗farbige Blu, men, und kan in das Land, und in Gefaͤffe geſaͤt und verpflantzet werden. Polhgonum minus candicans. Das Polygoimim minus candicaiis, Spaniſch W. ge⸗Gras, muß mit angehendem Fruͤhling geſalt werden; wann die Pflantzen aus der Erde kommen haben ſie eine gruͤne Farbe, wornach ſie weiße uͤbl und uͤber beſetzte Schuppen bekommen, welchth recht artig und angenehm zu ſehen iſt: Je waͤrmet und Saamen⸗reicher der Ort iſt, je weiſſer und ſchoͤner wird das Gewaͤchſe ausſehen. Sonc hu-, Africanur. Americaniſcher Haſen⸗Klee traͤgt weiße und blaue Blumen, das Laub ſiehet denen Blaͤtten des Acanchi ſativi nicht ungleich/ und wird im Fruͤh⸗ ling durch den Saamen gezogen. Onobrychis arvenſit. Onobrychis arvenſis, oder Viola pentagona, Spe- culum Veneris Brabantorum, Frauen⸗ Spiegel und Acker⸗Viole genannt, kommet allenthalben wohl fort. Cepæa. Traͤget weiße Blumen, erfordert keine groſſe Wartung/ und hilfft den Garten zieren. Beſchluß. Hier haſt du geneigter Leſer, einen kurtzen wurf doh Cge bbteche che ein fr niich end 94 Von den Pf 1 IPg Klc Von den Sommer⸗Gewaͤchſen. 105 dad wurff derer bekannteſten Sommer⸗Gewaͤchſe, Meis von welchen noch ſo viele fremde und fideliee Arten uͤbrig ſeynd ,daß dieſelbe nach ihren Um⸗ ſtaͤnden weillaͤuffig zu beſchreiben, der Raum ge⸗ er⸗Gewitß genwaͤrtiger Vlaͤtte er viel zu eng fallen doͤrffte; ſubth wie dann auch eine unnoͤthige Muͤhe ſeyn wuͤrde, wann noch etliche, hundert Gattungen aus denen vorhandenen Catalogis auszuſchreiben, und Whir „ zu exemplificiren, auf die Gedancken verfallen ſoll⸗ Srort Te, allermaſſen ein vernuͤnfftiger Garten⸗Liebhaber Früten Aus 55 gegeb denen Anleitt ing ſchon abnehmen wird, Kews was die uͤbrigen dergleichen Blumen-Gewaͤchſe unhemee; fuͤr eine Wartung erforderen thun: daß alſo nichts „mehr uͤbrig iſt, als daß man die Hand ſelbſten *zum Wercke iege, und dasjenige, was hier und Idort erinnert worden, probire; dahero hiervon abbreche, und zu denen Knollen⸗ Gewaͤchſen, wel⸗ che ein praͤchtiger Zierrath eines Gartens ſeynd, mich wende. Achte Betrachtung. Von denen blantis tuberoſis, oder Knol⸗ len⸗Gewaͤchſen insgemein. gin FReichwie in vorhergehenden Betrachtungen die Fruuen⸗E erſten Kudimenta und Grund⸗Saͤtze zu den Saamen⸗Gewaͤſchen geleget, und deren Anbau meiner Meynung nach, auf eine ſolche Art ein⸗ geſehen habe, daß ein anfangender Garten⸗Lieb⸗ ck lnng haber den rechten Handgriff und Prarin, ſo zu ſa⸗ gen mit ſpielen erlernen kan; alſo it an deme, daß eine andere Art Blun ſen vor Augen ſtelle, ilt und weilen zu dieſem Ende die Knollen⸗ Wewäch 44 G 5 ſich 166 Achte Betrachtung ſich einfinden, ſo iſt uͤberhaupt hiervon ſo viel bemercken, daß dieſelbe aus der Urſache alſo ge⸗ nennet werden, weilen ſie etliche knollichte Wun, tzeln haben, oder aus etlichen Knoten und Gelen cken gleichſam zuſammen geſetzet ſeynd. Die Tuberoſen, Anemonien und Ranunculen, werden in das Land und Gefaͤſſe gebracht, und fuͤget ſich, daß die Erde oben anlauffe oder ſchim⸗ licht werde, ſo iſt es eine gewiſſe Anzeige einer be⸗ vorſtehenden Faͤulung, dahero man entweder daz Gewaͤchſe verſetzen, oder die Erde wegſchaffen/ und friſche herbey bringen muß. Es ſollen auch die Knollen⸗Gewaͤchſe, ſo mah in Toͤpffe oder Gefaͤſſe ſetzet, an einem luͤfftigel Ort ſo lang erhalten werden, biß man ſiehet, daß dieſelbe herfuͤr treiben, wo ſie dann an die Sonne gebracht werden koͤnnen, und iſt hierbey noch zu bemercken, daß es ſehr gut ſeye, wann die Gefaͤſſe unten eines Fingers hoch mit Sande bedecket wer⸗ den, welches dieſen Nutzen hat, daß die Knollen nicht allein nicht verfaulen ſondern auch das Waſ⸗ ſer beſſer ſeinen Abzug habe. Von denen Saamen derer Tuberoſen und vie⸗ ler anderer Knollen⸗Gewaͤchſe achte unnoͤthig zu ſeyn, viele Worte zu machen, weilen von dieſen Gattungen Blumen in unſeren kalten Landen nicht leichtlich Saame zu hoffen iſt, ſondern aus war⸗ men Orten verſchrieben werden muß. Uberhaupt wollen viele behaupten, daß der ver⸗ faulte Menſchen⸗Koth bey allen Knollen⸗Gewaͤch⸗ ſen ungemeinen Trieb und Wachsthum beweiſe, et muß aber, wann man ihn mit Vortheil gebrau⸗ chen will, 2. bis 3. gantzer Jahre liegen, 8 10 r Mmohen un Kechcktt Patd He derdeten d Akeckl, ReWrkung, ſonſer datdeh Vehagen wecd U Von mt EHiacntht! 8 Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 107 Erde verfaulen, weilen ſonſten die ſtarcken Salia⸗ ehwelche darinnen ſeynd, die zarten Knollen gantz lverderben und zu Grunde richten wuͤrden. Anemonien„ Ranunculen ꝛc. wann ſſe uͤber . Land geſchicket werden ſollen, koͤnnen in Papier, un Werck oder Baum⸗Wolle, eingewickelt werden; ctatz die anderen Tuberoſiſchen Gewaͤchſe, als lrides, cheh Asphadelus, Poͤonien ꝛc. brauchen keine muͤhſeli⸗ Maßen ge Wartung, daß mithin, alle Weitlaͤufftigkeit zu Acnnce vermeiden, dieſer Betrachtung ein Ende mache, Acehcht und ohne weiteren Umſchweiff die Blumen mit „ihren Namen, Natur, Eigenſchafft, und was ühſeſar ſonſten darbey vorfallen moͤgte, ſelbſt zu beſchauen aen lifthebewogen werde. nan Neunte Betrachtung. 3 GrVon unterſchiedenen Arten derer Knol⸗ Iet len⸗Gewaͤchſe. Hyacinthus Tuberoſus In-¶ Lunaria græca. ddicus, flore pleno& Lilium radice tuberoſa. ſimplici. Asphodelus. und! Txis Tuberoſa. Geranium tuberoſum eChamæiris flore luteo&] majus. vario. Spatula fœtida. Iris Suſiania major& mi⸗Cataria Luſitanica. nor. Bryonia Africana. Ranunculus. Tithymalus arboreſcens. Anemone. Gramen amygdoloſum. Cyclamen Vernale. Balbo-Caſtanuhu. Cyclamen Autumnale. Canna, ſeu Arundo Indica. Pœonia. Arundo ſativa Indica folio Aconitum flore luteo. maculato: 4 Scilla. 108 Neunte Betrachtung ——28———————————. Scilla. Satyrionis diverſiſſimt Aurum minus. ſpecies. Serpentaria mas& fœ- Horminum ſanguineun mina. Asphodeli radice. Arum falſum Italicum. Ferula. KacKum Dorenicum Hiſpanicum .& Monspelienſe. Halicacabus glandifer, ſcu 1 Apocynum novæ Anglis erectum radice tube. Lilium Sancti Brunonis. roſa. Hacintbus Indicus tuberoſus, fure pleno &ſemplici. Nun komme ich zu einer Blume, welche, wegl U ihrer angenehmen Geſtalt, wuͤrdig iſt, daß papas Americanum. man ſie mit Aufmerckſamkeit betrachte: Es iſt die ſe zweyerley Arten, nemlich die einfache und ge⸗ fuͤllte Tuberoſen, auch ſoll es eine gefuͤllte rothe geben, welche letztere aber ich noch nicht geſehen. Die gefuͤllte weiſſe iſt eine Wunder⸗ſchoͤne Blu⸗ me, welche ſamt der einfachen einen 2. bis 3. Füß hohen Stengel treiben, mit vielen Schnee⸗weiſſen Blumen, in Geſtalt derer Orientaliſchen Hyacin⸗ then, die Blume aber iſt viel groͤſſer, und kom⸗ met denen weiſſen Lilien bey, nur daß ihre Blaͤt, ter kleiner, zaͤrter und von einem anmuthig⸗ un⸗ vergleichlichen Geruch ſeynd, welche nicht auf ein⸗ mahl, ſondern lang geſehen zu werden ſich nach und nach eroͤffnen, und das Geſicht des Anſchauen⸗ den erfreuen. Es wird dieſes Gewaͤchſe nicht unbillig der Vor⸗ ſprung und die Crone derer Knollen⸗Gewaͤchſe ge⸗ nennet, und beſtehet der Anbau in folgendem 86 nol⸗ Uun deeeß Veöcer ig ut Uu aber unttt die Wurhe hiolchender in Olacht; Wunn n Buumen ger Pchruario 9d⸗ febe in int M öbis an dherſezer, Lelthehten n ſochet ders hah in d g, die Geähge Herckſche Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 109 Knollen werden in eine ausgeſiebte, fette und gute Erde geleget, und wohl ausgebreitet, damit ſie allenthalben Nahrung faſſen und ſich vermehren acmoͤgen. Die Erde wird aus wohlverweſenem Kuͤhe Miſt, fauler Holtz und Weiden⸗Erde, verfertiget, wozu mnman einen dritten Theil gute Garten⸗Erde mit et⸗ was reinem Waſſer⸗Sand vermiſchet nimmt, und des ſetzet die Tuberoſen 1. bis 2. Finger tieff hinein, die Wurtzeln kan man etwas mit purem Sande liel belegen, welches ein ſicheres Mittel fuͤr die Faͤus lung iſt. So bald die Wurtzeln geſetzet worden, fuͤllet ſman die Gefaͤſſe mit fetter Erde, oder noch beſſer mit verweſenem Miſte aus, und thut ſie ein we⸗ nig mit lau⸗ warmen Waſſer begieſſen, thut man aber unter das Waſſer ein wenig Wein, ſo wird die Wurtzel ſehr geſtaͤrcket, daß ſie ihren Stengel viel ehender und hoͤher treibet, welches dahero wohl in Obacht zu nehmen iſt. Wann man von denen Tuberoſen fruͤhzeitige Blumen verlanget, muß man die Wurtzel im Februario oder Martio in Gefaͤſſe bringen, und die⸗ ſelbe in ein warmes Miſt⸗Beet, oder heiſſen Pferd⸗ Miſt bis an den Rand einſtellen, und Fenſter dar⸗ uͤber ſetzen, wodurch man dieſelbe dergeſtalten vermehren und ſo haͤuffig anziehen wird, daß man ſolche zum Theil hinweg werffen muß, beſon⸗ ders wann man zwey bis drey Jahr lang gelege⸗ nen und gaͤntzlich verfaulten Menſchen⸗Koth in die Gefaͤſſe einleget, wodurch die Blumen um ein merckliches vergroͤſſert werden. Die 110 Neunte Betrachtung⸗ Die ordinaire Zeit, die Tuberoſen zu verpflan⸗ tzen, iſt im Monat Martio, und weilen ſelbige keine Kaͤlte vertragen koͤnnen, ſo muͤſſen die Ge⸗ faͤſſe entweder in der Stube, bey maͤßiger Waͤn⸗ me gelaſſen, oder aber(welches noch beſſer iſt) in ein Miſt⸗Beet eingeſetzet werden, bis man ſolche im Monat Majo ausſtellen, und ihnen einen Son⸗ nen⸗reichen Ort in dem Garten anweiſen kan, wo ſie im heiſſen Mittage zum oͤfftern befeuchtet wen⸗ den muͤſſen. Seynd an denen Wurtzeln derer Tuberoſen jun, ge Knollen oder Wurtzeln, welche ſich gerne ab⸗ ſondern, ſo nimmt man dieſelbe ſubril ab, und thut ſie in ein Gefaͤſſe, oder auf ein darzu præg⸗ rirtes Miſt-Beet, nach der Reihe verpffantzen, und bedecket ſie des Nachts mit Stroh⸗Decken, des Tages aber leget man die Fenſter darauf, und laͤſſet ihnen noͤthige Befeuchtung zukommen; auf dieſe Weiſe werden ſie trefflich wachſen, daß die⸗ ſelbe auf das kuͤnfftige Jahr zu tragbarenZwiebelg werden; ſollten aber ein und andere von denen auf dem Miſt⸗Beet ſtehenden in den Stengel ſchieſſen, ſo hebet man die Wurtzel mit einem daran bleibenden Klumpen Erde aus, und brin⸗ get ſie in die Blumen⸗Toͤpffe, welche ſo dann in ein Zimmer gebracht werden koͤnnen, um daſſelbe mit ihrem lieblichen Geruch gaͤntzlich anzufuͤllen. Gegen den Herbſt( wann die Bluͤthe vorbey iſt) wird der Stengel dicht an der Erde abgeſchnitten, und die Gefaͤſſe gegen Mittag auf die Seite gele⸗ get, daß die Feuchtigkeiten wohl abziehen. Wann das Laub gantz trocken iſt, nimmt man die Wurtzeln aus der Erde, und verwah ret ſie 2 * kl Deihet doh drdg bedgeg W und keatz dieſenige, ben, ugen Wetden, Shitbt ſt holen, kan! Bellblingen ſit geaſterh. Whentge! Wlitſhtn, hoben weg bude fent haͤget f in ten, de Wu en ſe den g fo urfke Ryr Nun rr Von den Knollen Gewaͤchſen. 111 —— man ades Winters an einem luͤfftigen, warmen und tro⸗ daſckenen Orte, und thut ſie um den kuͤnfftigen Fruͤh⸗ ling wiederum einſetzen. Welche Manier, ob ſie motzwar von vielen Garten⸗Verſtaͤndigen gelobet und dag kaſa fuͤrgeſchrieben wird, ſo pflege ich doch mit meinen Eun Tuberoſen gantz anders umzugehen. Ich laſſe dun tranemlich dieſelbe bis in kebruarium, oder bis die ahen i Zeit zum verpflantzen kommt, in den Gefaͤſſen, in chn der Erde liegen, hebe ſie nachgehends im Martio aus; reinige und beſchneide die Wurtzel biß auf Aberon die Halbſcheid, und verpflantze ſie, der gegebenen ſch gam Anweiſung nach, in eine anderwaͤrtige darzu præ⸗ al ah/ parirte Erde. hur Die Tuberoſen ſeynd zuweilen alt und modrigt, venaß daß ſie alſo zu nichts dienen; um hierinnen nicht Suth⸗D betrogen zu werden, ſo nehme man die Wurtzeln, dues und kratze ſie unten ein wenig mit dem Nagel; ue diejenige, welche alldorten kein weiſſes Fleiſch ha⸗ „Iben, taugen gar nicht, und muͤſſen weggeworffen Iiwerden. GBegiebt ſich, daß die Tuberoſen nicht treiben Sen wollen, kan man die Gefaͤſſe in ein heiſſes Miſt⸗ nt en Beet bringen, und dieſelbe(wie bereits gemeldet) uds mit Fenſtern oder glaͤſernen Glocken bedecken. Ade Diejenige Tuberoſen, welche auf dem Miſt⸗ unde Beet ſiehen, mithin nach Michaelis-Tage ausge⸗ hoben werden muͤſſen, hebet man im Herbſte aus, bindet ſie mit einem Bind⸗Faden zuſammen, und haͤnget ſie in einer Stuben auf, daß das Laub un⸗ „L ten, die Wurtzeln aber in die Hoͤhe kommen; ſol⸗ len ſie den gantzen Winter alſo hangen bleiben, lnt ſo darff kein Froſt darzu kommen, welcher ihnen urt in der Natur zuwieder und hoͤchſt⸗ſchaͤdlich 15 * 112 Neunte Betrachtung/ Bey Verpflantzung derer Tuberoſen iſt noch anzumercken, daß man die Faſer an der Wur⸗ tzel ein wenig ſtutze, und die duͤrren gar abbreche, auch uͤber zwey Knollen in ein Gefaͤß nicht brin⸗ ge, damit eine der anderen die benoͤthigte Nah⸗ rung nicht nehme, dahero am allerſicherſten ſeyn wird, daß man zu beſſerer Ausbreitung einer je⸗ den Wurtzel ein raumichtes Gefaͤß gebe. Iris Sauſiana major. Haben wir bey dem Hyacintho Indico tuberoſo etwas angenehmes gefunden; ſo finden wir beh der groſſen Iride Suſiana nicht geringere Artigkeiten, welche dieſe Wunder⸗ſchoͤne Liliͤn allenthalben bi⸗ ruͤhmt und angenehm machen; ſie wird ſonſten Iris Chaldaica latifolia oder Chalcedonica, auch Conſtantinopolitana, Conſtantinopolitaniſche Veyel⸗ wurtz genennet, und iſt in der That eine ausneh⸗ mende recht majeſtaͤtiſche Blume, mit uͤberaus groſſen wohlgeſtalten Blaͤttern, und Silber⸗glaͤn⸗ tzenden durchgezogenen Adern von hoher Farbe, wovon die unterſten uͤberworffene Blaͤtter kohl⸗ ſchwartz erſcheinen. Was den Anbau dieſes herrlichen Garten-Ge⸗ waͤchſes anbelanget, nimmt man in medio Julii die Knollen aus der Erde, laͤſſet ſie ungefehr 10. bis 14. Tage, an einem trockenen Orte abtrock nen, reiniget ſie von allem Unflath und Faͤulung, nimmt die feine Augen ab, und bewahret dieſelbe bis auf den Herbſt, da man ſie zu Ende Octobris wiederum in die Erde verpflantzet. Andere ſchreiben eine andere Methode fuͤr, und wollen, daß die Wurtzeln nicht lange e Erde Nhgn! dͤehet Heurtch Mathud Gey chleh Väeg; ten BM⸗E Whlhet, w nem Eſenbe andele Lices nit hanz her 0 10 en, ſo kymn ſhein, ß In gelnhe Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 113 „Erde bleiben doͤrffen, ſondern, wann ſie ausge⸗ mommen worden, ſogleich wiederum eingeſetzet Awerden muͤſſen, welches ich aber aus der Erfah⸗ Irung unrichtig befunden. Man kan zwar die Wurtzeln im Augulto(wie ich ſelbſt probiret) aus der Erde heben, zertheilen, und ſo gleich wiederum verpflantzen, allein die Jee erſte Probe iſt beſſer, und dahero nicht zu ver⸗ werfſen. Inm Winter, bey anhaltender groſſen Kaͤlte, „Imuß man dieſe Gattung Blumen vor Froſt und Regen bedecken; und ob zwar einige, und inſon⸗ „derheit Henrich Heſſe, in Præparirung der Erde, Vallerhand Geheimniſſe vorſchuͤtzen will, und bald galten Leimen, bald aber die Erde von abgebrann⸗ ten Bau⸗Staͤtten anruͤhmet; iſt es doch lauter Thorheit, wie auch, daß man die Wurtzel mit kei⸗ Inem Eiſen beruͤhren ſolle. Man pflantze ſie nar/ wie Wandere Irides, in eine gute und etwas ſandigte, mit gantz verweſenem Kuͤhe⸗Miſt geduͤngte Erde; lkſo wird ſich zeigen, daß dieſelbe darinnen ſich haͤuf⸗ Auler keßig vermehren, und ſchoͤne Blumen bringen wer⸗ den. Iris Zaberobſa. Die lris Tuberoſa, von anderen Hermodactylus Verus genannt, hat eigentlich eine knolligte Wur⸗ tzel, ſo entweder rothe oder gelbe Blumen traͤget, denen weiſſen Lilien an Groͤſſe und Geſtalt nicht ub ungleich; die Blumen halten ſich gemeiniglich EiCar nicht uͤber einen Tag; jedoch wann eine vergan⸗ gen, ſo kommet die andere wiederum zum Vor⸗ erfi ſchein, daß das Gewaͤchſe uͤber 4. J. bis 6. Wo⸗ chen vielmahlen floriret. Dieſe 114 Neunte Detench;,, Deeſe Art verlanget ein fettes wohl geduͤngke bll dreich/ worinnen ſie frech wachſen und ſich haͤuf ſig vermehren wird. KRanunculuc. Unter denen allerherrlichſten und koſtbarſleg men, welche einem Luſt⸗Garten ein beſonden ſehen geben, ſeynd die Ranunculi nicht die ge⸗ igſten, abſonderlich aber die gefuͤllten, weſche e die ſchoͤnſten Roſen und Centifolien anl, hauen, und von unterſchiedenen recht raren un aͤntzenden Farben, als braun, violet und Roſen, zuleur, gelb in weiß und weiß mit roth, und gelb in violet und hochroth zu befinden, und ſ rtig in einander ſpielen, daß man ſelbige andes icht, als mit hoͤchſter Verwunderung, betrachten n. Die Arten hiervon haben bey denen Liebha⸗ rn ihre beſondere Namen bekommen, wie die und Hamburgiſche Catalogi auswe, 1als: greable. Fama. Admmirel von Conſtanti⸗ Felicitas. nopel. Gulden Vließ. Atalante. Grand Alexander. Aurora. Gratioſa. Aigle Imperial. Incomparable. Algier major. Juweel. Africa. Hercules. Bizard magnifique. Julius Cæſar. Bunte Joleph. Dauphin. Brutus. Reine d' Angleterre. Belle Nobleſſe. Monſtrum. Favorit. Nymphe Royal. Olym⸗ ü denen Ranunculen wohl 275 2 Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 115 Roi de Peru. Ohmpia. Benevalentz. Roi des Finances. Prince d'Orange. Roſe Bizard. Penſionarius. Sceptre Imperial. Pyramus. Superbe Plumage. Dicot mirable. Sultan d' Egipte. Picot Imperial. Superba Victor. Picot Roſette. Souveraine. Picot Diana. Soleil. Picot triple Cron. Toiſon d' Or. Picot Belle Sylvia. Triton. Picot Frangoiſe fl. luteo. I Triomphe de France. Perfecta. Triomphe d' Europe. Pythagoras. Veſpafianus. Phœbus La Violette Mignonne. Philomela. Violette Roes. Roi de Pologne. Violette Charmante. Roſe aimable. Veniſſima. Roĩ de France. Venus. Roſèe Charmante. Die raren Ranunculen wollen gute Wartung und Obſicht haben, welche mit wenigen darinnen beſtehet: Im Monat Februario und!lartio weichet man die Wurtzeln derer Ranunculen ohngefehr 12. oder mehrere Stunden in friſches Waſſer, und thut ſelbige, wann ſie etwas abgetrocknet ha⸗ ben, verpflantzen. Die Erde ſoll aus alter verfaulter Duͤngung, Bach⸗Sand, auch Holtz⸗Saͤgeſpaͤhn⸗ und Maul⸗ an wurffs⸗Erde beſtehen, und wann man alten ver⸗ ſaulten Menſchen⸗Koth darunter miſchet, wird es Ich 116 Neunte Betrachtun g⸗ Ich gebe mir mit Zubereitung der Erde nicht fiſg viele Muͤhe, ſondern nehme nur eine gute Garten Erde, miſche darunter etwas weiſſen reinen Bach⸗ Sand, und etwas von einem alten Miſt⸗Beete, oder welches am allerbeſten iſt, von 2. Jahreſ verfaulten KuͤheMiſt ohne Stroh, laſſe alles durch ein enges Sieb lauffen, und je ſubtiler der Grunh iſt, je frecher werden dieſe Blumen darinnen wah⸗ ‚ ſen; mit dieſer Erde koͤnnen die Gefaͤſſe angefll let, die Ranunculen hinein gepflantzet, und um die Wurtzeln mit vorbemeldtem Sande umleglt werden, welches im Januario und Februario gf ſchehen kan; man ſtellet dieſelbe aber, bis in din April, in ein luͤfftig- warmes Zimmer, begieſ ſie zuweilen, und laͤſſet ſie bey gelinden Taͤgen die Sonne beſcheinen; ſo bald ſie aber ausgebluͤhet haben, muß man ſie vor dem Augult-Regen ſorg⸗ faͤltig conſerviren, und wann das Laub gelb und trocken wird, ausnehmen, und biß zur kuͤnfftign Einſetzung bewahren. Es werden die Ranunculen auch mit guim Nutzen des Winters im Lande gelaſſen, deme heln tiges Tages die verſtaͤndigſten Gaͤrtner nachſoh⸗ gen, und nur dahin ſehen, daß die Wuͤrtzeln beh naſſem Wetter nicht verfaulen, oder bey allzuſta cker Kaͤlte verfrieren, zu dem Ende dann um 0 oder circa finem Octobris, die Wurtzeln in beſah⸗ tes Erdreich, oder auf ein zubereitetes Miſt-Beel, eingeſetzet, auch im Martio und Aprili, mit ebeh dieſer Verpflantzung continuiret, und bey anhol tendem Froſte die Erde mit Brettern und Pferd Miſt bedecket werden kan; wo die Ranunculeh uicht allein luſtig und ſo zu ſagen viel ſchoͤner un 1ö6 — EEEEE d Wann ihen Jl Keth det ſoh Wched um uͤug deweſ Vaomn fen, wetch ſelbe hon⸗ deh ren Faßn die g ſchlitken we dunh, wanſ ah ſſ, Woh hitgen we galb gewß Re Bumen lugarten, man de Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 117 Asgroͤſſer als in denen Gefaͤſſen wachſen, ſondern 5.ſich dabeneben auch dergeſtalten vermehren wer⸗ den, daß man ſolche faſt nicht alle unterzubringen wiſſen wird. Einige graben die Erde aus, und legen eines az halben Fußes hohen halb⸗verzehrten Pferd⸗Miſt daruͤber, welcher noch nicht alle Hitze verlohren Aan hat, thun gute Erde darauf, und pflantzen alſo ahg die Ranunculen 13. Zoll tief und 4. queer Finger Abreit von einander, welches auch nicht zu verach⸗ Stden ten, und wann ſie ſo tieff mit Erde bedecket ſeynd⸗ 8 behae wird ein Zoll dick gaͤntzlich verzehrter Menſchen⸗ LKoth oder ſonſt gute Duͤngung oben auf geleget, wwal welches zum Anbau dieſer Blumen treffliche Wuͤr⸗ dazt ckung beweiſen wird. Bekommet man Ranunculen von fremden Or⸗ ten, welche gantz entkraͤfftet ſeynd, ſo werden die⸗ ſelbe von einigen den erſten Tag in friſch Waſſer, den zweyten aber in Miſt⸗Sotte eingeweichet, und wann die alten Wurtzeln an der Spitze etwas be⸗ ng ſchnitten worden, in die Erde gebracht wo ſie dem dann, wann noch etwas Leben in ſelbigen zu ſpuͤh⸗ ren iſt, wohl anſchlagen, und ihre ſeine Blumen P.S α bringen werden. Eins iſt noch anzumercken, daß die Ranunculen nach ihrer Aushebung ehender nicht beygeleget, und in eine Schachtel gethan werden wollen, bis ſie voͤllig abgetrocknet ſeynd; dann werden ſie naß eingeſchloſſen, ſo thun ſie beſchimmeln, und gantz gewiß verfaulen. Um aber zu verhuͤten, daß die Blumen in ihrer Schoͤnheit und Farben nicht ausarten, iſt nichts beſſer befunden worden, als daß man die Wurtzeln, nachdeme ſie ausgehoben H 3 wo⸗⸗ 118 Neunte Betrachtung⸗ —— worden, ein gantzes Jahr ruhen laſſe, und nach⸗ gehends wiederum verpflantze, welches als eine K ſichere Regel nicht auſſer Acht zu ſetzen iſt. Auemone. Nachdem die gefuͤllten Anemonien⸗Roͤslein der Schoͤnheit derer Ranunculen nichts nachgeben, ſondern dieſelbe mit dem Glantz ihrer vortreffl, chen hohen Farben vielmahlen uͤbertreffen; ſo wird der Muͤhe werth und noͤthig ſeyn, daß zun Anbau dieſer angenehmen Blumen(welche mit dem Anbau derer Ranunculen mehrentheils uͤben einkommen) eine ſichere und gruͤndliche Unterwi⸗ ſung gegeben werde. Es ſeynd die Arten unterſchieden, und haben ihre beſondere Namen, als da ſeynd: Arc en Ciel. Archiduc. Admirator. Admirable. Alteſſe Royal. Aurora. Apollo. Andromede. Abigael. Belle Sultane. Baviere. Belle Bergere. Belle Violette. Bonnet de Cardinal. Creditiv. Couronne d' Eſpagne. Courenne Royale. Duc de Toſcana. Duc de Guaſtalla. Ducde la Farce. Darius. Depenſeur. Diomedes. Duc deè terra nova. Duc de Florence. Eſther. Endimion. Eſclave. Feu Royal. Grand Monarque. Graf Florus. Hecuba. Peeſckt* Infant U düge Holund. H weiſe betkaf daſelblen au Ranuſculn, Gulboch une kteihe Hartien, Hen Sunden danndie hen 1ö,geit Bun ruario u0! Wchern! * nfant d Eſpagne. aldoͤnig von Polen. koͤnig von Preuſſen. Loͤnig der Mohren. koͤnigin von Saba. Amour. a Renommẽe. La Marquiſe. uiffl:a Jolle. „ſerveille du Monde. larquis de Grana. Leptunus. ereſident. Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 115 Printz von Aſturien. Pucelle de Condé. Princeſſe Royale, Pretioſa. Roi de Suede. Roi George. Superba Victor. Sceptre Im erial. La Surpaſſante. Superbe prodigieuſe. Thaleſtres. Violette admirable. Viripotens. ud Und dergleichen viele Sorten mehr, welche in uſ Holland, Hamburg und anderen Orten Stuͤck⸗ wweiſe verkauffet werden; man kan die Anemonien daſelbſten auch hundert⸗weiſe bekommen, wie die Nanunculen, das hundert zu 30. 28. 10. und 5. Gulden, unter weichen letztern gleichfalls viele ſchoͤne Blumen von allerhand artigen Farben zu hefinden ſeynd. Das Erdreich, welches bey denen Ranunculen beſchrieben worden, wird zu denen Anemonien uugleichfalls gebrauchet, nur daß es nicht zu fett, ſondern ein wenig ſandigter und leichter ſeye, wel⸗ ches mit geringer Muͤhe geſchiehet, wann man reine Garten⸗Erde nimmt/ und dieſelbe mit klei⸗ nem Sande und Weiden Erde vermiſchet, und ſo dann die Anemonien(um hiervon die mehreſte Jah⸗ res⸗Zeit Blumen zu haben) im October, Januario, Februario und Martio verpflantzet. Daß die Wur⸗ tzeln aber von der We nicht angegriffen und 4 zu 1160 Neunte Betrachtung/ zu Grunde gerichtet werden, iſt ſehr gut, waln man dieſelbe, wie bey denen Ranunculen erweh⸗ net worden, mit reinem&E ande umleget. Hat man viele Anemonien, und brauchet eint groſſe Quantitaͤt Erde; ſo nehme man nur einige Koͤrbe voll weiſſen Bach⸗Sand, friſche Garten E⸗ de, und verſaulten und gantz zu Erde gewordenen Kuͤhe-Koth ohne Stroh, mit etwas verfaulig Holtz⸗oder Weiden-Erde, miſche es wohl untm einander; wann man ſothane Erde ein halbe⸗ oder viertel Jahr vor dem Gebrauch zurichtet, ſeh bige alle Monat zwey bis dreymal durch die Hor, de wirfft, wird ſie leicht, lucker und zum Anbah dieſer Blumen recht geſchickt und faͤhig werden daß ſie darinnen beſſer als in keiner anderen wach⸗ ſen werden. Will man die Anemonien in Gefaͤſſe verpflam tzen, ſo bringe beſagte Erde, ſo viel du genug zu ſeyn vermeyneſt, in das Gewaͤchs⸗Haus, oder in eine etwas warme Stube, wirff ſie durch ein en⸗ ges Sieb, und thue dieſelbe in einem hoͤltzernen Geſaͤſſe zum Gebrauch aufbehalten; wann die Eh de etwas abgetrocknet iſt, fuͤlle die Blumen⸗Toͤhfe hiermit an, und lege 2. oder auf das hoͤchſtez. Wurtzeln, in einen Topff, 4. bis 5. Finger breit von einander, daß die Trieb⸗Augen, welche oͤfß ters ſchwer zu erkennen ſeynd allezeit aufwaͤrts kommen; nachgehends fuͤlle die Gefaͤſſe mit del Erde bis oben aus, und thue ſie mit lau⸗warmen Waſſer ein wenig befeuchten', wormit man bis zur Bluͤth⸗Zeit conrinuiren, jedoch aber auch da⸗ hin bedacht ſeyn muß, daß die noͤthige Bewäͤffe rung maͤßig eingerichtet werde; dann wela Ane⸗ 1 1 en dut, W. Wbtichnt edde Ngegund Wonn waher dl 040 bgeſſ gluinſet hem Läffigt rkänfftge duſtehalten Dey bitz gen diee Udaufnge Mhatz a Men, keiſſe dett in del Eolle luſig forr 0f 6h Jarh/ Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 121 an Anemonien im Begieſſen ſehr eckel ſeynd, ſo wuͤr⸗ aden ſie bey uͤbermaͤßiger Begieſſung nur verfaulen, 9ν mwie mir einige Jahre, ehe ich den rechten Hand⸗ FGriff erlernet, ſelbſten ergangen iſt. „Im Februario, Martio und Aprili,pfleget die Ver⸗ „pflantzung zu geſchehen, in dem letzteren Monat a⸗ ber, wie auch im May, werden die Blumen nie⸗ mahlen ſo ſchoön und vollkommen, als in den erſten 3e, Monaten, zumahlen der Safft zu ihrem Wachs⸗ thum allzuſtarck gezwungen wird. Nach der Bluͤthe laͤſſet man die Erde in den Ge⸗ ſchirren etwas abtrocknen, und hebet die Anemo⸗ nien aus, wann ihr Laub gelb iſt, und wartet hier⸗ mit nicht gar zu lang/ inmaſſen die zarten Pflantzen an in der Erde ſich nur erhitzen, und von uͤbermaͤßigem Regen und Feuchtigkeit verfaulen wuͤrden. Wann die Wurtzeln nun ausgenommen ſeynd/ werden die junge alſobald von denen alten Wur⸗ tzeln abgeſondert, und nachdem ſelbige vom Koth gereiniget, und ohngefehr 4.bis 5. Wochen, in ei⸗ nem luͤfftigen Zimmer abgetrocknet worden bis zur kuͤnfftigen Berpflantz⸗Zeit, in einer Schachtel aufbehalten. dee l. Drey bis vier Wochen nach der Verpſtantzung, u pflegen die Anemonien aus der Erde zu kommen nt und aufzugehen: nach gaͤntzlichem Verlauff eines Monats aber, wann ſie nicht zum Vorſchein kom⸗ men/ reiſſet man die Wurtzeln aus, und pfleget an⸗ dere an deren Stelle zu ſetzen. Sollte es ſich begeben, daß die Anemonien nicht luſtig fortwachſen, ſondern das Laub welck wuͤrde⸗ ſo iſt es ein gewiſſes Zeichen einer bevorſtehenden Faulung, und daß die Wurtzel will anbruͤchig wer⸗ H 5 den, 122 Neunte Betrachtung, den, mithin anders nichts zu thun, als daß man dieſelbe aushebe, wohl reinige, und das faule We⸗ ſen ſamt allem, was inliciret zu ſeyn ſcheinet, hin⸗ weg ſchneide, bis man das friſche ſiehet. Nachge⸗ hends aber beſtreuet man den Schnitt mit Kreiden, trocknet die Wurtzeln ab, und leget ſie wiederum in friſches zubereitetes Erdreich, und kan anbey nicht ſchaden, wann, zu evitirung der beſorgenden Faͤu⸗ lung, die Wunden mit ein wenig Baum⸗Wacht beſtrichen werden. Zuweilen ſpuͤret man, daß die Wurtzeln derer Anemonien ſtarck in die Blaͤtter treiben, und keine Blumen bringen wollen: Dieſem Unweſen iſtleicht zu helffen, wann man denen Wurtzeln die überffüͤſe ſige Augen hinweg nimmt, ſie mit Kreide beſtreuet, und mit magerer Erde umleget. Die Blumen deſto gröſſer zu machen, ſchnei⸗ det man die uͤberfluͤſſige Blumen⸗Kaöpffe an dem Stocke hinweg, welches mit einem ſcharffen, rei⸗ nen Meſſer, nicht aber mit denen Fingern geſche⸗ hen ſoll. Die Vermehrung derer Anemonien geſchiehet auf zweyerley Weiſe, erſtlich durch Zerbrechung oder Abloͤſung derer Wurtzeln, und zweytens durch den Saamen, wovon die weſentlichen Grund⸗Saͤ⸗ tze bahier anfuͤhren will. Die erſte Vermehrung iſt bey uns am gebraͤuch⸗ lichſten, und wird ins Werck gerichtet, wann man die Wurtzeln derer Anemonien in nicht zu kleine ſondern ziemlich groſſe Stuͤcke richt, den Riß mit ein wenig Baum⸗Wachs beſchmieret, und ſodann in zubereitetes gutes Erdreich leget, in welchem ſie wohl fortkommen, und wann ſie nicht gar zu klein ſeynd⸗ von de —◻⏑ 5rnt Huum ochd Vuodbet di ſchenlhen äeßt u wn gugt wic. dekdusfakti Weelſj ktet den/ duß Nof Welde/ daß l. daſyder Senr ſanſ huſſhe, gflt würdt; cen mut Uhgt* ſchülten ſeo Erde darib Uungdutch⸗ et haben k Hen, mſtel gſtätdige uſtemen f el or hler conleriitt Schatien g Dutz enf dem Gefiſ Juſt haßlſ hl, an — Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 123 — öÄ— Auſſeynd, vielmahlen das erſte Jahr ihre angenehme Blumen noch bringen werden. tas aber die zweyte Art betrifft, ſo muß man Iſich bemuͤhen, aus der Fremde recht guten Saamen oihchabhafft zu werden, welcher am beſten aus Italien Idongebracht wird. Solchen Saamen muß man vor der Ausſaat in zwey Theile Waſſer, und ein Theil zeWein, einweichen, und, nach Verlauff 6. Stun⸗ uden, das Naſſe davon abgieſſen, damit er trocken werde, datz man ihn von einander bekommen kan, Uateh dann der Saame feſt an einander hanget, daß, wo⸗ ben mferne derſelbe, ohne abgeſondert zu werden, alſo aoſafageſaͤet wuͤrde, dieſer im Wachsthum nothwendig dahgerſticken muͤſte. cEinige werffen den Saamen in ein Geſchirr, ſchuͤtten trocknen Sand, oder gantz reine und klare ,Erde daruͤber, und reiben ihn mit den Haͤnden ſo enang durch einander, bis ſich ſelbiger voͤllig ſepari⸗ ret haben wird: Nach dieſem ſaͤet man den Saa⸗ enlamen, mit einem Sud⸗Wind, ſehr duͤnn in hoͤl⸗ IItzerne Gefaͤſſe, welche mit verfaultem Kuͤh⸗ und enactePferd⸗Miſt, worunter gute Erde gemenget iſt, Judete angefuͤllet ſeynd, bringet gantz kurtzen Miſt daruͤ⸗ tenee ber, und haͤlt die Erde allezeit beh maͤßiger und Geude anſtaͤndiger Befeuchtung, bis der Saame endlich aufkeimen thut, und wann dieſes geſchiehet, muß er vor brennender Sonnen⸗Hitze beſt⸗ moͤglichſt is conſerviret/ und des Tages hindurch etwas in nte Schatten gehalten werden. cꝙꝰDas erſte Jahr werden die zarten Pflaͤntzgen in dem Gefaͤſſe gelaſſen, und des Winters vor dem FFroſt wohl in acht genommen, jedoch, daß ſie alle⸗ Imahl, wann es nicht frieret, Lufft haben: 15565 gehen⸗ 124 Neunte Betrachtung/ gehenden Fruͤhling bringet man das Gefaͤß in di⸗ volle Lufft, inmaſſen denen jungen Anemonien ein kleiner Froſt ſo leichtlich keinen Schaden bringel wann die Erde aber gar zu trocken iſt, muß man ſol⸗ che ein wenig beſeuchten. Wann nun gedachte Pflaͤntzlein bis in das andelt Jahr auf dieſem Fuß tractiret werden, und daß Laub zu welcken beginnet: ſo hebet man dieſelbe aus, verwahret ſie im Trocknen, und thut ſie auf das kuͤnfftige Jahr in die Erde bringen, wo ſie dann mehrentheils bluͤhen, und neue Arten bringen werden. Damit aber die Zeit nicht vergeſſen werde, wanſ die Anemonien geſaͤet werden ſollen, ſo ſaͤen einigt im Januario, beſprengen die Erde etwas gelind mit Waſſer, und laſſen die Geſchirre, oder das Gefaͤß, im Gewaͤchs⸗Hauſe, oder einer warmen Stube, ſtehen, welche Weiſe nicht zu verachten, ſondern mit gutem Succeſs nachzufolgen iſt. Andere hingegen ſaͤen den Saamen im Ma andere im Auguſto, welches letztere von vielen Guͤt⸗ nern gleichfalls fuͤr gut gehalten wird: Ich aber vermeyne, daß im Februario und Martio die beſt Zeit zu ſaͤen ſeyne. Wie aber der Anemonien-Saa⸗ me ins Land geſaͤet werde, ſolches zeiget uns Hen, rich Heſſe, im zweyten Theile ſeiner neuen Garten⸗ Luſt cap. 6. fol. m. 72. 73. 74. und 75. welches da⸗ ſelbſten, geliebter Kuͤrtze halber, umſtaͤndlich nach⸗ geſchlagen werden kan. Von dem Saamen derer Anemonien gefüulte Blumen zu erziehen, beruhet in folgenden: Man nimmt einige Anemonien-Wurtzeln' von ſchoͤnem hohen Blumen, bringet ſolche ein gantzes A5 in⸗ ſen teckge Fochnöme EW.Win Junde keinen gti ſollen, de behſammen Eſſchrung. lfenen f Shllhander palie oder ſundern dält delſets lu gabeyſehtz Sonſen ke guſſer d Vonuthh Weſche de vyn thun Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 125 buah hindurch in keine Erde; hernach aber thut man ſel⸗ Zubige verpflantzen und traͤget Sorge, daß, wann Inder Saame zeitig iſt, der Wind ſelbigen nicht zer⸗ Ain ſtreue, welches man verhuͤtet, wann man giaͤſer⸗ ne Glocken darauf ſetzet. Iſt nun der Saame ſo uzeitig, daß er abzufallen ſcheinet; ſo nimmt man ijihn mit einem Sud-Wind ab, nicht aber, wann der Nord-Wind gehet, weilen dieſer denen ge⸗ efuͤllten Blumen nicht gar zu geneigt iſt, ſondern alles, was darinnen geſaͤet wird, mehrentheils ein⸗ fache Blumen bringet. Den abgenommenen Saamen bewahret man an einem trocknen Orte, wo es nicht ſchimmlet, und ſaͤet ihn im kebruario, Martio oder Aprili, mit einem Sud⸗Winde in vorgedachte Erde. Von denen Anemonien wird gemeldet, daß ſie a keinen groͤſſeren Feind, als die Ranuneulen, haben ſollen, dahero dieſe beyde Gattungen Blumen nicht beyſammen gebracht werden doͤrffen. Allein die Erfahrung bezeuget das Widerſpiel, und habe ich no auf einen Flecken oder Rabatte im Garten, beyde 39 Arten Wurtzeln Wechſels⸗weiſe und gantz nahe an einander gepflantzet, und nicht allein keine Anti⸗ upathie oder natuͤrliche Widerwaͤrtigkeit verſpuͤret, ſondern vielmehr wahrgenommen, daß ſolche bey⸗ 110 derſeits luſtig und munter fort gewachſen, und ſich anbey ſehr haͤuffig vermehret haben. Sonſten halten ſich die Anemonien 2. bis 3. Jah⸗ re auſſer der Erde, und ſoll man allezeit einige im Vorrath haben, um diejenigen hiermit zu erſetzen, welche des Winters vergehen, oder ſonſten ausblei⸗ ben thun. Auch ſollen die Wurtzeln, welche alle zwey 126 Neunte Betrachtung, zwey Jahr verſetzet werden, viel groͤſſere Blumen als die alljaͤhrig verpflantzende, bringen. 0 Jelamen. Von denen Anemonien komme zum Cyclameh ſonſten Sau-oder Schweine-Brodt genannt, wel ches aus ſeiner Knollen⸗Wurtzel breite und fuf runde Blaͤtter treibet, der Stengel aber iſt kleiß und hat Blumen, von einem in 5. Theile geſchnſt tenen und uͤber einander liegenden, wohlriechen, dem Blatt, von Farben weiß, roth, braun, Pfet, ſig⸗oder Purpur⸗faͤrbig. Es giebt unterſchiedene Arten des Schweiſ, Brodts, als: Cyclamen Vernum. Autumnale. Hyemale. *Britannicum. FhByzantinum. Italicum flore odorato. Conſtantinopolitanum. Rotundo folio glabro&c. Das Cyclamen Conſtantinopolitanum bluͤhet Ulm den Herbſt, und bringet das erſte Jahr zwantz'g, das zweyte Jahr funfftzig, und das dritte Jahe beydie * Epheu⸗farbene Blumen, ohne Ge⸗ ruch. Um mit dem Cyclamen wohl fortzukommen, kas man ſolches, und zwar das Fruͤhlings⸗Schweine⸗ Brodt im Fruͤhling,das Herbſt⸗Schweine-Brodt aber im Herbſte, in Gefaͤſſe ſaͤen. Allein, weilen es hiermit ſehr langweilig hergehet; ſo wende mich zu der Vermehrung, welche durch den Knollen o⸗ der Gech U ¹⁰ higeg 1 Btdd geſehet h des Wint feih⸗Blät Wann flobhet, unt mußmandi Heben, und tlſch wich doch maßde nicht alget huhtnch E5 kan Welden, hllhiſtt cherfl. ung feſß⸗ u) der die Wurtzeln zu geſchehen pfleget. Wann die Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 127 — Blaͤtter nemlich abgefallen ſeynd, ſo hebet man das Schweine⸗Brodt aus der Erde, ſchneidet es von einander, daß jedes Stuͤck ein gutes Auge behalte, Abringet die abgeſchnittenen Stuͤcke an einen kuͤhlen Wa und trockenen Ort, bis man ſiehet, daß an dem Orte des Schnittes eine Rinde daruͤber wachſe, beſchmieret nachgehends den Schnitt mit etwas Baum ⸗Wachs, und ſetzet ein jedes Sluͤck in ein Gefaͤſſe, worinnen unten etwas magere, oben aber fette Erde zu liegen komme; das Begieſſen wird ſo Ce A lang ausgeſtellet, bis man vermercket, daß die Wurtzeln zu treiben anfangen. Das Herbſt⸗Schweine⸗Brodt liebet den Schat⸗ ten, und floriret daſelbſten weit ſchoͤner, als in ſonnigten freyen Orten: Das Fruͤhlings⸗Schwei⸗ ne⸗Brodt hingegen kan in freye Lufft und Sonne geſetzet werden, allermaſſen ſolches mit Ausgang des Winters, wo die Gonne nicht zu hefftig iſt, ſeine Bluͤthen zum Vorſchein bringet. Wann das in Gefaͤſſen ſtehende Cyclamen ſehr treibet, und das Geſchirr faſt zu eng werden will, Vajuß man die Knollen mit einem Klumpen Erde aus⸗ heben, und in andere groͤſſere Gefaͤſſe ſetzen, wo es ſich wiederum erholen und anwachſen wird, je⸗ doch muß dahin geſehen werden, daß die Wurtzeln nicht allzuſtarck verwirret, oder in Unordnung ge⸗ bracht werden. Es kan das Cyclamen auch im Lande gelaſſen werden/ wo es den Winter wohl ausdauret, und viel beſſer, als in denen Gefaͤſſen, floriret: Die Er⸗ de aber ſoll etwas ſtreng, feucht, fett und mit ein wenig weihem Bach⸗Sande untermenget ſeh⸗ 8 mi⸗ 128 Neunte Betrachtung, Einige heben die Knollen um das dritte Jahr/ in Aprili, oder um die Halbſcheid des Juni,aus derErd⸗ thun einen Creutz-Schnitt hinein, laſſen ſie zweg bis drey Tage liegen, ſtecken ein Steinlein zuu⸗ ſchen den Schnitt, und legen ſie in trockene Erd wo dann der Schnitt durchfaulet, und die zerſchnit tene junge Knollen zu anſehnlichen Wurtzeln weß den. waͤchſe nur neben her, nicht aber von oben dis Stammes begoſſen werde, weilen es der Faͤulunh ſehr ſtarck unterworffen iſt. Im Verſetzen iſt gleich falls zu beobachten daß die Tuberoſiſche Wurtzeſ ſelten ausgenommen, und nicht tieff in die Erde g bracht, ſondern alſo geleget werden, daß die Al, gen bloß aus der Erde zu liegen kommen, welches bey Zerſchneidung derer Wurtzeln um ſo mehr in Obacht zu nehmen iſt, als ſolche bey unternehmen, der Theilung und wann ſie in gar zu kleine Stuͤch zerſchnitten werden, vielmahlen den Kancker oder ſonſt eine unheilſame Kranckheit bekommen, und alſo gantz gewiß zu Grunde gehen werden. Man ſagt, daß die ſchwangeren Frauen ſeh vor dieſem Gewaͤchſe ins beſondere huͤten, und uͤdg die Wurtzel nicht gehen, weniger aber darauf uit dem Fuße treten ſollen, als welches ihnen und del Gebuhrt hoͤchſt⸗ſchaͤdlich ſeyn ſoll.(o) —— (o) Petr. Lauremberg, in Apparatu plantarum Libr. 2 Cap. 10. in Verbis: Mulieres utecum ferentes jubentur ſibi cavere ab uſu, imo, ſi Dioſcoridi credendum eſt, à conta- ctu etiam Cyclaminis, quipꝑe quæ eas conjicĩt vel in præ. ſentem Im Begieſſen muß man ſich hüten, daß das Guf fun el ſhdere vn der v their, ſ bri ch n fchen ſetheſ 0 dchunt ſcchen ſal Iom. Mleth, it: imddohetot Paro· dern wohlh uchkgchut —— Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 129 Pæonien. Poͤonien, Pœonia genannt, iſt dreyerley Gat⸗ tungen, einfach und gefult, als: epœonis folio maximiè laciniato, flore Kermeſimo, ſix nplici& pleno. Pœonia fœmina flore pleno rubro majore. flore ex albido pleno. Zu welchen die Corall⸗tragende von einigen noch Beygefüͤget wird. dDie Fleiſch⸗farbige laͤſſet ihre Blaͤtter nicht ab⸗ fallen, ſondern es werden dieſelbe von der Sonne Uabgetrocknet; die Corall⸗ tragende aber iſt niemah⸗ Len ſchoͤner, ale wann ihr Saame zeitig iſt, wo ſie 5 der rothen Frucht am allerſchoͤnſten aus⸗ ſiehet Es kommen die 1 in jedwedem Grunde Ifort, und vermehren ſich haͤuffig: will man ſie zer⸗ Iltheilen, ſo kan man den Stock zu Ende des Octo⸗ Mebris oder im November aus der Erde heben, den⸗ ſelben zertheilen, und ſo weiter verpflantzen, wel⸗ ches doch unter dem zten oder aten Jahre nicht ge⸗ ſchehen ſoll. N Wu, Acbuitum flore luteo. Aconitum oder Napellus auf Teutſch Eiſen⸗ sHuͤtlein, iſt ſehr gifftiger Natur und Eigenſchafft, und dahero wohl fuͤrzuſehen, daß es vor den Kin⸗ dern wohl bewahret und unter die Kuͤchen⸗ Kraͤuter gebracht werde. . Alle ſentem perniciem, Vel abortus, Vel interitus fœtus. Ra- dix injecta vino vimsi conciliat adigendi bibentes ad Celerem ebrietatem. 130 Neunte Betrachtung⸗ Alle Arten des Eiſen-Huͤtleins haben ſonſten e Wht ne zaſichte Wurtzel, dieſes Aconitum unifolium uf D. teum aber hat eine knollichte Wurtzel, welche auf J dem Stengel nur ein Blatt traͤget, worauf in da Mitte eine gelbliche Blume im Monat Martio zun Vorſchein kommet. Die Wartung oder der An⸗ bau dieſes Gewaͤchſes hat nichts beſonders; ⸗ waͤchſet ſo zu ſagen in jedem Grund und Boden wann es nur mittelmaͤßig geduͤngt und zubereitetſſ Es iſt auch genug, wann die Knollen ins Erdreiſ gebracht, und denen Wuͤrckungen der Natur uͤbe⸗ laſſen werden. Lunaria Eræcà. 05 Lunaria Græca, Griechiſch Monden⸗Krall 110 wird anfaͤnglich von dem Saamen gezogen, um 510 8 dauret nicht uͤber zwey Jahre, waͤchſet Ellen⸗hoch Ahb, und hat eine Tuberoſiſche Wurtzel, welche vick wädſt.. Neben⸗Aeſtlein treibet, mit ſpitzig zerkerben„„8 Blaͤttern, Helngde Die Blumen ſeynd von brauner Farbe, und ſi⸗ N hen aus wie Violen, und bringen in breiten, uun fuf den und duͤnnen Schoͤtlein ihren Saamen, in oh⸗ fcbennh ſtalt des Mohns. Wann dieſes Gewaͤchſe geſelt Anuny worden, bluͤhet es erſt im zweyten Jahre, im«“. 65 prili oder Mejo. Dee uhte AſpHodlelur. h ˖ Von dem Asphodelo findet man viererley Arten, W8 0 8 7/ 00 e Asphodelus albus non ramoſus. en aalbus ramoſus major. Adggge luteus& flore& radice. 10 ¹ ;ñbiolüis fiſtuloſis. uchen Whelurg 25 Von den Knollen Sewaͤchſen. 121 Auf T Auf Teutſch tw wird es Asphodill⸗ Wureel genennef, 269 Die zweyte, nemlich ramolus mejor. Asphodill mit „Aeſt jen, waͤchſet in Waͤldern, AIduin Pedet ih⸗ Irer ſchoͤnen weißen Blumen, in die Gaͤrten ver⸗ fpffant et. Die erſte Gattung, Asphodelus albus non ramo⸗ Aſus, Asphodill ohne Aeſte, waͤchſet in den Gaͤr⸗ Witen, und wird wegen ihres bluͤhenden, einem e gleichenden Stengels, von einigen Haſtula 8 genennet. Die dritte Gattung, gelbe Asphodill, oder Ka⸗ Tula Regia minor, hat ihren Namen wegen der zelben Wurtzel und Blumen bekommen. Aäng Die vierte Art, Asphodelus foliis fiſtuloſis, nen⸗ unen einige Phalangium Narbonetle: hohl⸗ blaͤttrige 8 Asrhodi ll, und o gehoͤret unter die Sommer⸗Ge⸗ 19 ſe. Die Vermehrung geſchiehet am beſten, durch Zer⸗ theilung der! Wuttzel, w velche man drey Finger tieff in die Erde, und eine Spanne weit von einander uſetzet, und fleißig begieſſet. Sie kommen allent⸗ halben wohl fort, und beduͤrffen keine ſorgfaͤltige Wartung. Geranium Tuberoſùm majus. Die mehreſten Arten des Geranii werden unter die zaſichte Gewaͤchſe gerechnet. Allein das Gera⸗ nium Tuberoſum m lajus, knolliger Storch ⸗ Schna⸗ bel, hat andere Wurtzeln, und kommet in einer et⸗ was guten Erde ohne groſſe Muͤhe fort. Das Laub vergleichet ſich der Aquilegiæ; die Blumen a⸗ ber ſeynd zum Theil gelb, blaũ und weiß ohne ſon⸗ derlichem Geruch. Das Gewaͤchſe wird durch Zertheilung der Würtzeln vermehret und forige⸗ 2 pflan⸗ 132 Neunte Betrachtung⸗ pflantzet: Auch kan ſolches zur Noth des Winten im Garten gelaſſen werden, wann man dieſes m Miſt umleget. Satula fætida Spatula fœtida, oder Cladiolus fœtidus, Iris Agtiz auch Iris ſlveſtris, ſtinckende Schwertel, Wand/ Laus⸗Kraut, hat eine runde Wurtzel, mit dicken groben Gelencken: Der Stengel iſt denen Lrilla gleich, allein die Blaͤtter ſeynd ſchwaͤrtzer, unle ſo man ſie mit den Fingern zerreibet, geben ſie h nen ſtinckenden Geruch von ſich. Der Stengelſ Ellen hoch, dick, glatt und ohne Knoten. De Blumen ſeynd etwas kleiner als die Irides, woß⸗ nach 2. oder 3. Fingers lange und eines Daumi dicke Schoͤtlein erfolgen) darinnen rother Sah⸗ me, faſt wie die Erbſen, verborgen iſt. Es waͤchſet dieſes Gewaͤchſe in Italien, und iſl ſehr zur Vermehrung geneigt. Bullòe Caſianum. Bulbo Caſtanum oder Nucula terreſtris, Erd/d⸗ ſten, Erd⸗Caſtanien und Schaͤfer⸗Nuß genallt, hat an ſich nichts rares, auſſer daß es ein gules Wund⸗Kraut ſeyn ſoll. Die Wuͤrtzel kan de Kaͤlte nicht wohl vertragen. Canna Iudica. Canna oder Arundo Indica, auch Cannacorus, Indianiſches Blumen-Rohr genannt, iſt ein hoch⸗ ſleigendes, anſehnliches Gewaͤchſe, mit gelben, ro⸗ then, und anderen Blumen, als: Canna Indica anguſtifolia, flore luteo punctato, 333 latifolia, flore luteo. flore rubro coccineo. flore rubro pallidiore. Di voßde W Danerec el/ ett'g N. N En Wülln thetrr Cunn gutz Gfchtung. Z0b rde! 7 Weſchell 1 00 Mæti halalegüber Wohdeke h WRRrde kein Ftoſl Von 2 Stal, n dieſche ſy ah oldurt Duch de Rlichfals lch hartene chle Veltz Muſet, 6 hih. Mn in Wuſer, VerinSt en weitts! Rſt küchlun u Ginge ſre harß Von den Rnollen⸗Gewaͤchſen. 133 dern en;Dieſem Gewaͤchſe muß man ein groſſes Gefaͤß ge⸗ ben, und eine gute, fette und etwas ſandigte Er⸗ de. Im Sommer liebet es die Feuchtigkeit, im 90Winter aber muß es in einer luͤfftigen, warmen Sbren Tammer gantz trocken erhalten werden, weilen die „Erfahrung gelehret, daß es, um bemeldte Jahrs⸗ Zeit, von der allergeringſten Naͤſſe zu faulen anfaͤn⸗ 1%get, welche Ungelegenheit zu vermeiden, einige das Gewaͤchſe ſo gar aus der Erde nehmen, und in einer Stuben im trockenen Sande, biß zur Verpflan⸗ „%ᷣ0ltzung, einlegen. Im Miartio ſetzet man die Knollen, nachdem ſie Ilſes da von allen uͤberfluͤßigen Wurtzeln gereiniget worden, etde in andere Gefaͤſſe, in vorbeſagte Erde, und ver⸗ g wahret ſie an einem warmen und luͤfftigen Ort, bis le kein Froſt mehr zu beſorgen iſt. Von Anfang ſtoſſen die Wurtzeln nur einen Stiel, nachgehends aber immer mehrere, und da 83 6dieſelbe in der Erde viele Knoten bekommen, kan Vxenn man dadurch die Art uͤberfluͤßig vermehren. Durch den Saamen geſchiehet die Vermehrung ie“ gleichfalls: Allein, weilen dieſer mit einer unglaub⸗ lich⸗harten Schaale umgeben iſt, muß man ſelbige, ohne Verletzung des Kerns, mit einem ſcharfſen 109 CrMeſſer, oder einer kleinen eiſernen Feile, aufma⸗ anttſe chen. Man weichet auch den Kern 2. bis z. Tage nte in Waſſer, mit ein wenig Brandtwein vermenget, 45 oder in Schaaf⸗Miſt⸗Waſſer, und ſtecket ihn in ein weites Geſchirr, wo er mit ſtets anhaltender Befeuchtung gepfleget werden muß, biß die Pflan⸗ tzen Fingers hoch erwachſen, und in andere Ge⸗ ſchirre verpflantzet, mithin an einem recht heiſſen 3 Son⸗ 4 134 Neunte Betrachtung, Sonnen ⸗reichen Orte ferner gepfleget werdeh koͤnnen. Arundso ſativa Indica, folio maculatb. Aunde ſativa Indica iſt ein Indianiſches Rohl⸗ Gewaͤchſe, deſſen Bl uͤtter mit einigen weiſſen Sui chen umſetzet ſeynd. Die Vermehrung geſchiehl vermittels Zertheilung d derer Wurtzeln, welche ih Fruͤhling aus denen Gefaͤſſen genommen, un nachdem ſie ein wenig beſchnitten worden, in an⸗ dere Gefaͤſſe, in eine etwas luckere, gute, ſandiß te Erde verpflantzet werden. Sonſten kommet di Wartung mit der Canna Indica gantz uͤberein, un muß 1697 E Bewaͤchſe des Winters ebenmaͤßig nicht begoſſen, ſondern wie das vorige trocken gehalll werden; des Sommers hingegen kan es die Feuch tigkeit wohl leiden. Seilla. Scilla, ſonſten Pancratium, auf Teutſch Meel⸗ Zwiebel genannt, iſt eine Art von Knollen⸗⸗ waͤchſen; und bluͤhet einige mahl im Jahre. Sicilien, ntes Apulien, denen Baleall ſchen Fnmeg und anderen Gegenden des Meerz wachfen ſie haͤuffig, bey uns aber wollen ſie ga⸗ ſorgfaͤltig tractiret und gewartet werden. Die Zwiebel dieſes Gewaͤchſes iſt ſo groß als ei ne Citrone, welche, wann ſie in Stuͤcken zerſchnit⸗ ten, und der Erde eingeleget wird, ſich vermehrel das Erdreich aber muß leicht und umgegraben ſeyn. Hier zu Lande iſt es beſſer, wann man die gantze Wi utzeln 4. Zoll tieff in die Gefaͤſſe ſetzet, und des Winters an einem luͤfftigen und warmen Ortk verwahret/ im Fruͤhling aber wiederum 5 fiſtdn Sin ktih/ Haß, ſih f0 eheh, v ſen fff fl, Haflen 100 0 um Wünn ſptung ause Nöͤc ineine lacht te Cihe hery N I1e ReR 1 hh. Du Wut fenStengel ſſin Blͤken, ſchuck Faben leglech. — umt mt. Schweikrfſ len Y 6 0 0 m ut Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 135 Hlhen bringet. Sonſten verlanget die Meer⸗Zwie⸗ ſel mit denen Asphodelis faſt gleiche Wartung. Aus der knollichton Wurtzel dieſes Gewaͤchſes Hszommen mehrentheils eines Fußes lange, und einer Hand breite Blaͤtter, zwiſchen welchen ein andert⸗ nhalb Fußes hoher Stengel in die Hoͤhe waͤchſet, uutch,voran'rothe und weiſſe Blumen, mit 6. Blaͤttern alnern aſt den Stern-Hyacinthen gleich ſtehen ¶und iſt bothe artig, daß, wann der Blumen⸗Stengel verfaulet, 1uich allererſt die Blaͤtter zeigen, welche wiederum ver⸗ öngehen, wann ein neuer Blumen⸗Stengel ſich ſe⸗ hen laͤſſet, alſo, daß Blaͤtter und Blumen nie⸗ onahlen beyſammen ſtehen. 0 Arum minus. atz YArum minus, oder Aronoſtratica, hat ſeinen Ur⸗ ſprung aus Italjen, und wird im Fruͤhling von der Neben⸗Bruͤth vermehret, und an ſchattigte Orte, n eine leichte, mit grobem Sand vermengte feuch⸗ AKdetihde Erde verpflantzet, wo man alle zwey oder drey lFahre die Knollen ausheben, und weiters propa⸗ Jlte fren kan. Sil Die Wuttzel dieſes Gewaͤchſes treibet einen fei⸗ unddesꝛen Stengel, mit vielen im Gipffel ſtehenden ro⸗ laſthen Beeren, welche einen hitzigen ſcharffen Ge⸗ chmack haben, die Blaͤtter aber ſehen einem Pfei⸗ kbe gleich. 0 Serpentaria Mas& Fæmina. ſaun Dieſes Gewaͤchſe wird von einigen Biltorta und 6Dolubrina, Natter⸗Wurtz, oder Krebs⸗Wurtz, dentgenennet. Die rechte Art ſtammet von denen gSchweitzeriſchen Gebuͤrgen her, und wird an ſchat⸗ Auntleigten Orten, in einer ſandigen luckeren Erde unter⸗ nlhalt en, und nach Nothdurfft, weilen es die Feuch⸗ 5 J4 tige —. 2: 156 Neunte Betrachtung, Fööö tigkeit liebet, begoſſen, die Vermehrung aber gey I beſal ſchiehet im Fruͤhling. Der Stengel, ſo aus deul umneltde Wurtzel kommet, hat gruͤne und weiſſe Blaͤtten und gleichet einer Schlangen: Oben zeiget ſich ein ſchoͤner Viol⸗blauer Kolbe, dem Aron gleich. Arum fallſaum Italicum. Avum falſum Italicum, Fleiner Aron, begehnn mit der Serpentaria gleiche Wartung, welche int wenigen darinnen beſtehet: Daß man im Herbſie oder im Fruͤhling die Wurtzeln aushebe, hierbon die Knollen abnehme, und ſolche an ſchattigte On te in eine ſeuchte und ſandigte Erde in Gefaͤſſe von pflantze. Es giebt noch eine Gattung des Arons, welſe in allen Waͤldern gefunden wird. Dieſe nenng ſich Arum, Barba Jovis, Pes Vituli, Arons⸗Kraut, Pfaffen⸗Pint, Teutſcher Ingber, Kalb⸗Fuß⸗ Wurtz ꝛc. Waͤchſet gerne an ſchattigten Otteſ, und hat breite, groſſe, glaͤntzende Blaͤtter mit ſchwartzen Flecken, wozwiſchen der Stengel ſi⸗ het, mit einem laͤnglichen Gewaͤchſe, in Geſtalleſ ner Scheiden oder Haaſen⸗Ohrs, welches i dem Kraut vergehet. Fapat Americanum. Papas Americanum, oder Halicacabus glandifet, auch Adenes Virginiani, auf Teutſch, Gruͤblings Baum oder Papas von America, iſt ein ſchoͤnes aus⸗ laͤndiſches Gewaͤchſe, oder Baum, ſo in Virginith waͤchſet, deſſen Knollen denen Erd⸗Aepffeln gleich kommen, daß man ſie faſt von einander nicht zu un⸗ terſcheiden weiß, nur daß ſie eine zaͤrtere Haut ha⸗ ben, und die Erd⸗Aepffel die Kaͤlte beſſer vertta⸗ gen koͤnnen. Die Lolde⸗ 14 I Acen ſchae ud Llauln n ſtt /ſoch c ſoeßeh (0 ſchetn Veh Deede ahn aletze che nan i legtt, de⸗ daß man f b620, 30, Wed, welch ld in Sa lber an ant mgen kan Vuhmn 6 Hunlen i ſohdekn kte Hoffnung deler Win Oeeaatz Cheſe, Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 137 Die Geſtalt dieſes Gewaͤchſes betreffend, ſo kommen aus denen in die Erde gelegten Knollen im Monat Aprili oder Majo ſchwartz⸗gruͤne Blaͤt⸗ ter derfuͤr, zwiſchen welchen ein ſieben bis acht Fuß hoher Stengel in die Hoͤhe ſteiget, welcher ſchwach, und ſich allein nicht allzuwohl aufrecht zu erhalten vermag; an dieſem ſtehen uͤberaus ſchoͤne und nette Blumen, von einer Purpur⸗ blauen Farbe, von einem Blate zuſammen gefaſ⸗ ſet, ſo ſich aber in unterſchiedene Falten legen, al⸗ ſo daß eine jede Blume von fuͤnf Blaͤttern zu ſeyn ole ſcheinet; nach dieſen folgen artige runde Fruͤchte, faſt wie Mala inſana oder Mandragora fructu piri anzufehen, worinnen eine Menge Saamen ent⸗ halten iſt. Die Vermehrung geſchiehet durch den Saamen, am allerbeſten aber vermittels der Knollen, wel⸗ che man im Monat Martio und Aprili in die Erde ugget, die ſich dann dergeſtalt vermehren werden, bdaß man ſtatt eines eintzigen eingelegten Knollens, bis 20. 30. 40. und mehrere im Herbſt antreſſen bird, welche zu Ende des Octobris ausgenommen, und im Sande, in einem luͤfftigen Keller, oder aber an anderen Orten, wo der Froſt nicht hin⸗ kommen kan, bewahret werden. Beym Einſetzen iſt zu mercken, daß man die Kroleen in keine gar zu kleine Stͤcke zerſchneide, ſondern recht groſſe einlege, indeme ſonſten alle Hoffnung zu Blumen, Fruͤchten und Propagation derer Wurtzeln, hinweg fliehen doͤrffte. „Die ausgenommene Knollen brauchet man zur Shyppeiſe, wie die Erd⸗Aepfel und Tartufflen, und 5 ſol⸗ 138 Neunte Betrachtung⸗ —— 8 er, E ſollen nicht allein den Hunger ſtillen, ſondern auch 0 ein treffliches Confortans ſeyn. Lilium ſancti Brunonis, Dieſes Gewaͤchſe iſt mir unbekannt, ich befinde aber, daß es von einigen Phalangium, auf Teutſch Gras⸗Gilgen, Erd-Spinnen-Kraut, wie nicht weniger Allobrogium majus genannt wird; es ver⸗ mehret ſich durch ſeine Asphodill⸗Wurtzeln, und wird in eine etwas luckere Erde gepflantzet; brau⸗ chet keine ſonderliche Wartung, und iſt genug, wann es wie der Asphodelus gepflantzet wird. In der Mitte derer Rabatten ſtehet das Pha. langium recht wohl, und kan durch die austreiben de Wurtzeln uͤberfluͤßig vermehret werden. Der Stengel wird beſchrieben, das er ungeſehr Fußes hoch, mit ſchmalen und ſpitzigen Blaͤttern von weiſſer Farbe und angenehmen Geruch ſeye⸗ Es iſt noch eine Art, Phalangium Virginianum ge⸗ nañt, welche aus der Americaniſchen Landſchafftvit. ginia in Europam gebracht worden, traͤget Viol⸗ blaue und weiſſe mit drey Blaͤtlein beſetzte Blu⸗ men, worinnen es ſich von denen anderen Phalan. glis unterſcheidet. Hatyrion. Das Saryrion iſt unter dem Namen Orchis, auf Teutſch Knaben⸗Kraut und Stendelwurtz, be— kannt, waͤchſet zum Theil in den Wildniſſen, Wie⸗ + ſen, Bergen, Thaͤlern, und zum Theil in vor⸗ nehmen Gaͤrten, und iſt von verſchiedenen Sorten, daß Petrus Lauremberg mehr als dreyßig Arten be⸗ kannt machet, welche er in ſieben Species einthei⸗ let, als: 1. Cyno- 1 1l 4. 3. + die Bumen Vier vot. Oudisdered Wohpen§ nen und a das Mſche Die allr das Jibn Woböhh eiſ gebt gewißk behderen ein munte fehr deß an den Iſdenſſl lafſeg, 0 fe hat and Henſhhet fühnt, —— Y Pater 4 Tom 2. Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 139 Cynoſorchides. Tragorchides. Orchides Serapias. Orchides Moriones. Orchides Nanæ odoratæ. Orchides novæ. nt wed:e Orchides palmatæ. „Dusz Deren jede hinwieder viele Gatkungen in ſich be⸗ akenec greiffet, ſo Curioſicaͤts ⸗halber bey gedachtem Lau- 0 j gremberg nachgeſehen werden koͤnnen. welrueh Kein Gewaͤchſe iſt wohl zu finden, in welchem gdas die Natur mehr ſpielet, als eben in dem Satyrion⸗ ſudie Blumen ſtellen von jeglicher Art ein gewiſſes 80. Thier vor, und ſiehet man unter andern an der gerGrchis Serapias Blumen in Geſtalt vieler Thiere, LAe. A p 2 Weſpen, Fliegen, Schnacken, Wantzen, Spin⸗ 68snen und anderer mehr, daß nichts luſtigers, als das Anſehen dieſer Gewaͤchſe iſt. Auk. Die allercurieuſeſte Art aber iſt diejenige, welche das Bildniß eines Mannes oder Frauen vorſtellet, eee Jwovon ein gewiſſer Scribent alſo redet:(p) Es Ißsgiebt gewiß rare und ſchoͤne Arten derer Pflantzen, bey deren einigen(welche man nicht unrecht Anchro- morphæ nennet) die Natur ſo wunderlich ſpielet, daß an dem menſchlichen Leibe ſaſt kein Glied zu Ortie finden iſt, welches ſie ihr nicht hat angelegen ſeyn dalhatz, laſſen, ſo viel es moͤglich geweſen, vorzuſtellen, ja dalfaſie hat an den Blumen den gantzen Bau des Delu menſchlichen Leibes beyderley Geſchlechts ausge⸗ ſadehefuͤhret. 50 0 Dieſe (pD Pater Athanaſius Kircherus, in Mundo Subterraneo: Tom. 2. Libr, 12. Sect. 1. Cap; 9. 140 Neunte Betrachtung Dieſe Gattung des Satyrions haben die Acade miæ Leopoldinæ Naturæ Curioſi annd 1 671. Obſer. Lat. 41. Pag. 73. in Kupffer ſtechen laſſen, und nennen ſolche Orchis Anthropophoros Mas und Or. chis Anthropophoros Fœmina. Die Orchides ſeynd mehrentheils wie Teſticll gebildet, und ſollen ein treffliches Confortans ſeyl, J) dahero ſie auch Teſticulus Vulpis&c. genenne werden.(r) Es wird dieſes Gewaͤchſe im September geſam melt, und, ſo bald es ausgegraben iſt, in guten, ſtarcken und feuchten Boden an der Mitternachlt fl. Lufft an ſchattigte Oerter eingeleget, wodurch daßf Sufenf ſelbe ſich recht wunderbarer Weiſe veraͤnderen,(ud wi und artige Blumen bringen wird; im Winlet ſihtnendh aber koͤnnen die knolligte Wurtzeln bedecket, und Di6 N vor gar zu ſtarckem Froſte bewahret werden. u fei Einige pflantzen das daryrion in Gefaͤße, woril, nen dieſe ſonſten viele Feuchtigkeit verlangende WIctc ſ Pflantzen, um vor der Faͤulung ſicher zu ſeyn, nut 10 4 maͤßige Bewaͤſſerung haben wollen. f Aa Il Di ſtchuden B (ꝗ) Franckenau, Flora Francica rediviva. DWWe ο οDε Kund Eg C) Lauremberg. Libr. 2 Cap. 19. ubi ait: Ex Teſticuli faun 1 Satyriorum parantur in Pharmacopoliis noſtris Medi. Geengelcbe camenta quædam compoſita, ut Electuar. Dyaſatyrion, flt wehen aliquot Deſcriptionum, tam ex Mesne, quam Nicc. Shaft ö0 el lao, quorum Præcipuus uſus eit in excitanda Vene- blettes(˖ 3 Blat re& promovendo opere naturaliſſimo, duanquan] der Geſt Pharmacopolæ nonnulli indifferenter quibusvis utantut Orchidibus, diligentiores tamen cæteris anteferunt Mnn 0 Tragorchides, omnium tamen aptiſſimæ ſunt Orchi. ermehlen des Nanæ odoratæ, quas fecimus quartam ſpeciem, hſ Juæ proinde ab Italis dici meritæ ſunt, Amor di erne fl nuha. Von den Knollen⸗Gewaͤchſen. 141 Die Geſtalt des Satyrioas betreffend, ſo ſtellet ſelbiges eine Olive vor, und ſtehen allemahl zwey Knollen beyſammen, wobey dieſes noch zu bemer⸗ Igcken, und mit Verwunderung anzuſehen iſt, daß jeder Knolle oder Wurtzel nach der andern bluͤhe, tzund im bluͤhen des einen, der andere gleichſam verdorben zu ſeyn ſcheinet. Von der bluͤhenden friſchen Wurtzel wird geſagt⸗ daß, wann ſie gepuͤlvert eingenommen wird, dieſe ſappetitum Venereum ſonderlich befoͤrdere, die welcke nſaber allen libidinem compeſciren und unterdrucken N fun ſolle. Sonſten ſiehet man die Wurtzel uͤber dem Knol⸗ ad len, und wird man das Satyrion oder die Orchides faſt niemahlen ohne Bluͤthe finden. Das Maͤnnliche ſcheinet Arme, Schenckel und einen kleinen Leib zu haben, welcher gegen den Herbſt eine Fleiſch⸗Farbe bekommet; der aus der ½ Wurkel ſteigende Stengel aber iſt Fußes hoch, und gleichet einer glaͤntzenden gruͤnen Aehre, iſt ſehr zart anzugreiffen, mit vielen an der Spitze ſtehenden Blumen. Das Weibliche wird beſchrieben, daß es Wur⸗ tzeln und Knollen wie das Maͤnnliche habe, der Stengel aber iſt anderthalb Fußes hoch, rund, und mit zweyen Blaͤttern beſetzet, woran unten am Schafft noch andere eingebogene und zwey Finger breite Blaͤtter ſtehen, die Blumen hingegen ſollen der Geſtalt eines Frauenzimmers beykommen. Man kan das Satyrion auch durch den Saamen vermehren und hierdurch neue Arten gewinnen, woferne ſolcher im Herblt in gutes Erdreich aus⸗ geſaͤet 142 Neunte Betrachtung/ geſaͤtt wird, allein die Vermehrung vermitel des Knollen geſchiehet mit geringerer Muͤhe. Apocynum erestum, radice tuberoſa. Dieſes aus Africa uͤberbrachte und uͤberall noth nicht bekannte Gewaͤchs wird von einigen Apog. num Canadenſe, und Apocynum novæ Angliæ ere. ctum genennt; es iſt eine Art von der Ficus Indich und ſehr zart, dahero pflantzet man daſſelbe in G⸗ faͤße„in eine recht gute mit ein wenig Sand ven miſchte Erde, und bringet es vor dem May nicht in den Garten, giebt ihm des Sommers einen heiſſen Sonnen⸗ reichen Ort, und begieſſet de⸗ Erde zuweilen mit Waſſer, welches an der Son ne gewaͤrmet worden. Des Winters muß mag die Gefaͤße an einen warmen und luͤfftigen Ort bringen, und das Gewaͤchſe gantz trocken, wie die Aloẽ, Canna und Ficus Indica erhalten, inmaſ⸗ ſen es von der allergeringſten Feuchtigkeit zu fal, len anfaͤnget. Die Geſtalt betreffend, hat dieſes Apocynum ſh ne ziemlich groſſe Wurtzel, welche ſich wie die lus ausbreitet, aus derſelben kommen einige Stengel mit ſchmalen und laͤnglichen Blaͤttern, in gerader Ordnung herfuͤr, auf welchen Oranien⸗farbene Blumen, Totten-weiſe als die Ringel⸗Blumen beyſammen ſtehen. Die Vermehrung geſchiehet durch Zertheilung der Wurtzel im Fruͤhling, wo man dahin zu ſehen hat, daß dieſe in nicht gar zu kleine Theile ver— theilet, ſondern jeder Wurtzel wenigſtens ein Au— ge und etliche Zaſen gelaſſen werden, die man ſodann in vorbefagte Erde einleget. Wogn 5 Anzal Dehen Wher m chet/ undi ten wulhen Feoribe daß ale due In gut l und line ihen Oite, dor den Mäl eh den Her endet, hiß wicdeuum el fededench den ſal. Die dut ſhihet nn! Hectpasgut nhgr c . moſus moſchatus, und hinwieder einige, welche von is: denen Alten ad Irritamenta Venerea ſeynd gebrau⸗ chet, und inter fercula magnæ exiſtimationis gehal⸗ ten worden, welches alles mit ſtillſchweigender 50 A* 18 nennet, und ſeynd vielerley Gattungen, als Bul⸗ 5 bus venenoſũs, vonutorius und eſculentus; gifftige Zwiebel⸗Gewaͤchſe als Colchicum, dann einige, Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 143 Anßahl derer Knollen-Gewaͤchſe beſchlieſſe, und das Theatrum zu denen Zwiebel⸗Gewaͤchſen er⸗ öffne. Zehende Betrachtung. Von denen Zwiebel⸗Gewaͤchſen ins⸗ gemein. E& werden die Zwiebel⸗ Gewaͤchſe in Lateini⸗ ſcher Sprache Bulbi oder Plantæ bulboſæ ge⸗ welche Vomitum verurſachen, als Hyacinthus race- Feder uͤbergehe, und uͤberhaupt ſo viel nur melde, daß alle drey Jahr, ohngefehr um Jacobi, die muel md aus der Erde genommen, von Schim⸗ mel und Unreinigkeit geſaͤubert, und an einem tro⸗ Sckenen Orte, etwann in einer luͤfftigen Kammer, vor den Maͤuſen wohl bewahret, und ſo dann ge⸗ gen den Herbſt im December, October und No- vember, bis um Martini, in gute zubereitete Erde wiederum eingeleget werden, wie bey dem Anbau Abreden Gewaͤchſes weitlaͤufftiger angefuͤhret wer⸗ den ſoll. Die Aushebung derer Zwiebel⸗Gewaͤchſe ge⸗ Jaſchiehet am beſten, wann die Erde von der Son⸗ ne etwas ausgetrocknet, und nicht gar zu feuchte iſt, Udieſenige aber, welche zum erſten Blumen getra⸗ gen, 144 Zehende Betrachtung⸗ gen, als da ſeynd Hyacinthen,Nareiſſen ꝛr wehf den auch am erſten, als nach Johannis-Tage, auß genommen, und mit moͤglichſter Sorgfalt dahſz geſehen, daß im Ausheben die Zwiebeln mit den 0 Grabſcheid oder Ausheb⸗Kellen nicht beſchaͤdigal noch verletzet werden. Traͤgt ſich aber zu, daß einige Zwiebeln im lut⸗ heben verletzet werden, ſo muß man alſobald g⸗⸗ brannten Leimen nehmen, denſelben klein zerſioß ſen, und in den beſchaͤdigten Ort ſtreuen, welche die Medicin und das Huͤlffs⸗Mittel iſt, wodußh die Wunde wiederum ausheilet. Im ſetzen muß man ſich wohl vorſehen, doß man alles Zwiebel⸗Werck mit den Haͤnden niht! zu hart drucke, welches groſſes Ungemach ja die] un Faͤulung ſelbſten nach ſich ziehet, imgleichen ſollen bey dem einſetzen die Faſen(ibree inkeriun bulbo adhærentes) an denen Nareiſſen und andt⸗ ren Zwiebeln, mit einem reinen Meſſer geſtutze nicht aber abgeriſſen, wie nicht weniger die alk ih Slſeb Haut derer Tulipanen bey der Verpffantz⸗Zeit lh] geg, ge lezeit abgelöſet werden, welches als eine zu wiſeh ud umſe N 0 Regul niemahlen vergeſſen werdeh.Junnt oll. Du beſtee Verlanget man von denen Zwiebel⸗Gewaͤchſen wum un eine groſſe Antahl, ſo iſt nichts beſſers, als daß Haiude man das Zwiebel⸗Werck alle zwey Jahr aus der aufunne Erde nehme, die junge Neben⸗Bruth davon ab⸗ elmz ſi ſondere, und der Erde wiederum einverleibe, wo Lund biuget dieſelbe freudig wachſen, und ſich dergeſtalten vet⸗ menget. E mehren werden, daß man in kurtzer Zeit den Caß/ diſe ten gantz voll Blumen bekommet; wer aber alf lſen undgt dieſe Weiſe zu procediren gedencket/ der 0 15 Inmn muß oite — VvViosn den Swiebel⸗Gewaͤchſen. 145 1* Zwiebeln(nach einiger Scribenten Meynung) im 3 aus, wann Tag und Nachk gleich iſt, nehme die Bruth ſtttſam hinweg, und thue ſie in Jein zugerichtetes Blumen⸗Beetlein, von denen Lägroffen Zwiebeln abgeſondert, einlegen. Kbt Die Erde zu denen Tulipanen und allem uͤbri⸗ gen Zwiebel⸗Werck darf nicht zu fett, auch nicht zu mager, und dur chaus mit keinem langen Pferd⸗ Kabe⸗ und andern Miſt untermenget ſeyn; dann man wuͤrde ſonſten an ſtatt anhoffender ſchoͤnen Blumen lauter leere Huͤlſen und Schaalen wũel⸗ che von den verfaulten Zwiebeln uͤbrig geblieben/ in der Erde finden. Ein geringes Zwiebel-Gewaͤchſe, es mag ſeyn von Tulipanen oder andern Sorten, waͤchſet zwar in jedem Grund und Boden, allein die rare Gattungen verlangen gute Wartung und ar iſtaͤn⸗ diges Erdreich, und wollen einen Sonnen⸗reichen Hund keinen ſchattigten, naſſen, ſteinigten, leimig⸗ Aten Ort haben, worinnen ſie entweder gaͤntzlich zwergehen, oder aber ſich in einfarbige, gemeine und von ihrer vorigen Schoͤnheit gantz abſtimmi⸗ ſege Blumen verwandeln werden. Der beſte Grund zu denen raren Zwiebeln iſt, Eawann man das Land umgraͤbet, alte verfaulte Holtz⸗ und Saͤgeſpaͤn⸗Erde von Eichen und Buͤchen gaufſammlet/ ſolche mit verweſenem Unkraut und etwas ſchwartzen Sande vermi ſchet, und uͤber das Land bringet, auch Land⸗Straſſen⸗Erde darunter auänmenget. Eins aber iſt nicht zu vergeſſen, daß dieſe Erde fuͤr alle auslaͤndiſche Indianiſche Nar⸗ eiſſen und Zwiebel⸗Gewaͤchſe gut befunden worden, wann man etwas Sand, verbrannten Leimen, ver⸗ K faul⸗ 146 Zehende Betrachtung/ faulte Holtz- und Maulwurffs-Erde zuſammen m⸗ ſchet, und nach Michaẽlis- oder Galli-Tag die Zwi⸗ beln hinein verpflantzet. Es koͤnnen die Zwiebel-Gewaͤchſe auch durh den Saamen gezogen werden, allein es gehel langfam her, und hat man vor 5. oder 6. Jahren keine Blumen zu hoffen; jedoch aber wer die G⸗ dult hat, und die Zeit abwartet, der bekommt di allerſchoͤnſten Blumen, die man nur wuͤnſchen mag, wovon man die Probe an denen Tulipanen, Hyacinthen, Kayſers⸗Cronen und PFritillarien ha welche von dem Saamen die beſten Blumen g⸗ ben, dahero ein fleißiger und vorſichtiger Garteh Freund auf guten zeitigen Saamen ſich ſchickn muß. Es kommet auf die erſte§. oder 6. Jahte nicht an, welche wann ſie verfloſſen ſeynd, und man jaͤhrlich mit der Ausſaat forifaͤhret ſo wind man alle Jahre neue Gattungen bekommen, mit⸗ hin im Stande ſeyn, mit ſeinen aus dem Saamen gezogenen Blumen denen geſchickteſten Meiſtern und Kuͤnſtlern der Gaͤrtnerey Trutz zu bieten. Was aber die Einſammlung derer Saamen be⸗ trifft; ſo muß ſolche ehender nicht vorgenommen werden, als wann die Saamen ihre voͤllige Zen tigung erlanget haben, und kan man die Tulipa⸗ nen und andere dergleichen Gewaͤchſe in ihren Saamen-Behaͤltniſſen, Haͤuſergen oder Capfulen aufbehalten, oder aber wer ſie darinnen nicht laſ⸗ ſen will, der thue den Saamen in Papier/ in hoͤl tzerne Gefaͤße oder leinene Saͤcke; worzu auch die Flaſchen-⸗Kuͤrbiſe(Cucurbita lagenaria genannt) fuͤglich gebrauchet werden, welche man aushoͤhlet, den Saamen hinein thut, und vor den Wüne wel⸗ ſehtut t abel fk ſehbenthelz frälen Ban Kilheh koetz fh e Ll ſcl Uig dehge Fyuden y eh gech ein Gtheſ Tulpahe Blaldtwe ſhen⸗Bla Falnach ffl Ud ſodant ſlches berr ihachfotge ſpüäͤen Nut gufheechne n Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 147 Akowwe'che ihm mit groſſer Begierde nachſetzen, wohl nbewahret. Wann man in denen Blumen Veraͤnderungen eh verlanget, ſo nehme man den Saamen von weiß gund roth geſprengten Blumen, ſonnderlich wann dhaslſie blaue Boͤden haben, die gelbe und gantz rothe gaaber laſſe ſtehen, weilen ſie ſelten variiren, und s mehrentheils ihres gleichen wiederum bringen, die unſpaͤten Blumen werden gerͤhmet, daß ſie die al⸗ duß lerbeſten Saamen geben, und dahero denen fruͤh⸗ ſiln zeitigen jederzeit vorgezogen werden ſollen, wovon Bunman die Tulipanen unter andern zum Exempel tger Ghat. Um denen Blumen recht herrliche und rare Farben zuwege zu bringen, wird der Saame in einen gewiſſen Safft eingeweichet, und wird fuͤr lhek, ein Geheimnis gehalten, wann der Saame derer tele Tulipanen, Kayſers⸗Cronen, Fritillarien ꝛc. in 45 UBrandtwein, oder, welches noch beſſer iſt, in Men⸗ ſchen-Blut eingeweichet, fein abgetrocknet, und hernach mit Menſchen⸗Blut wiederum befeuchtet, und ſodann in das Erdreich gebracht werde, wie ſolches Petrus Lauremberg angemercket,(r) und in nachfolgenden ſehr merckwuͤrdigen Worten, der „ſpaͤten Nachkommenſchafft zum ewigen Andencken, ufgezeichnet hat. „Si florum ſemina, Tuliparum, Caryophillo- „rum&c. irrigaveris ſpiritu vini, experieris „flores naſcituros mird varietate vel ſanguine „humano imbuta, iterumque exſiccata, affu- K 2 ſoque (r) In ſua Horticultura. Libr. 1. Cap. 17, numi. 10. Sehende Betrachtung EEAEE—— „ſoque novo ſanguine, poſt ſtrato fœcundo in „ſita, dabunt progeniem miraculoſam. Alle und jede Ausſaat muß auf einem ſtileg nicht zu warmen noch zu kalten Tage geſchehen, mit einem Suͤd⸗Wind, wie ſchon mehrmahlen ge⸗ ſagt habe; dann die rauhe Nord-Winde machen das Erdreich hart und ungeſchickt, daß es di Saamen nicht wohl einſchlieſſen kan, wohin da beruͤhmte Poct Virgilius ohne Zweiffel geſehen, wann er im zweyten Buche Georgic. ſagt: Nec tibi tam prudens quisquam perſuadest autor, Tellurem Borea rigidam ſpirante movere. Rura gelu tum claudit hyems, nec Semit jacto, Concretam patitur radicem affigere terræ. Es beſaamet ſich zwar das Zwiebel⸗Gewäͤchſ von ſelbſten von ausgefallenem Saamen, allen die Blumen ſpielen nicht ſo ſchoͤn von Farben, da⸗ hero muß man den Saamen ſelbſten ausſtreuen; und damit die Blumen einige Jahre ehender bll⸗ hen moͤgen, ſo ſchreibet Timotheus von Roll, e Capucinerfolgenden Modum vor: Saͤet den Sag⸗ men von Zwiebel⸗-Gewaͤchſen im Septetuber i Geſchirre oder hoͤltzerne Gefaͤße, und ſtellet dieſeh be den Winter in einen Keller, oder warme Stl⸗ be: im Januario oder Hornung, wann ſich del Saame noch nicht zeiget, ſo wird einer Hand hoch Schnee auf die Geſchirre geleget, wann dieſer zet⸗ gangen iſt, ſo kommet der Saame als kleinet Schnittlauch herfuͤr; dieſe Geſchirre werden in Sommer an einen luͤfftigen Ort geſetzet, und 105 4 Ahum ft⸗ . Gkſtetet& glftchnef Uilk kegege fetgel Foll, 5ßd feſ, hoß K foliten filn Wanſ nn Ouu knm ſ niſen de Ueltaͤhtet, u de Nohen, doh, uche Zticbdn! wickelt, u notilet, Solleh. beh ſer A aben; ſo de boſchldtſ Re ilwendiſ Shle wied Ehſhhd Mmetckung Abagehe/ ger lilt lich ueſch oh fechſh kelſchhene okden, de t ind J 69 Von den Zwiebel⸗ Gewaͤchſen 14 F Unkraut fleißig gereiniget; die junge Zwiebeln wer⸗ gen ſodann mit Ausgang des Septembris in der es&roͤſſe einer Erbſen ſeyn, welche man im Garten U gauf ein ohne friſchen Miſt zubereites Beet Hand⸗ naabreit von ein ander ſetzet. Auf dieſe Weiſe verheiſ⸗ et angezogener Ehrwuͤrdige Pater Timorheus von Roll, daß die Blumen derer Tulipanen im vier⸗ knnen, von Kayſers Cronen aber im fuͤnfften Jahre Iwejff Aoriren ſollen. 55 ſ Wann man Zwiebel⸗Gewaͤchſe von entlegenen Orten kommen laͤſſet, oder aber dahin ſchicken will, o muͤſſen die Zwiebeln allemahl in Schachteln erwahret, und(damit kein Irrthum geſchiehet) die Namen derer Blumen dabey geſchrieben wer⸗ den, welches am beſten geſchiehet, wenn man die Zwiebeln in abſonderliche papierne Pacquete ein⸗ wickelt, und den Namen des Gewaͤchſes darauf Iedelc notiret. Solten die Zwiebeln wegen Laͤnge des Weges oten ſabey ihrer Ankunfft einigen Schimmel bekommen en haben; ſo iſt nichts anders zu thun, als daß man Auhehedie beſchaͤdigte Haͤutgen hinweg nimmt, wo dann tnldie inwendige Zwiebel friſch wird, und eine friſche Schale wiederum bekommet. Es ſeynd bey den Zwiebel⸗Gewaͤchfen noch viele Anmerckungen uͤbrig, welche dahier um ſo mehr Ireer uͤbergehe, als ſie an einem andern Orte dieſſeiti⸗ ber ger meiner Betrachtungen mit mehrerem ausfuͤhr⸗ erh lich zu erſehen ſeyn werden. Weilen aber auch vend von rechtſchaffenen Liebhabern der Gaͤrtnerey un⸗ terſchiedene Kunſt- und Handgriffe ausgeſonnen Ae worden, denen Blumen nicht nur allerhand Ge⸗ % ſtalt und Anſehen 2 zu W K 3 ie⸗ SCe „Fosden Eilfte Betrachtung, dieſelbe auch bis in den ſpaͤten Winter, ja uͤhgl. Jahr und Tag, in ihrer natuͤrlichen Schoͤnheit z 15 conſerviren; alſo will dem geneigten Leſer ein unß andere Arcana dahier offenbaren, und hiervon e ne beſondere jedoch kurtze Betrachtung vor die Aun gen legen. Eilfte Betrachtung. Von einigen ſonderbaren Kunſt⸗ und ſlch Handgriffen derer Zwiebel⸗ Gewaͤchſe. Imo.) Veraͤnderung derer Farben. 15 Weſt d JVe Farben ſeynd an denen Blumen eine hoͤchſp wun flen, angenehme Sache, und erhoͤhen ihre Schoͤh gexichn w heit, dahero dasjenige, was in vorhergehendell Mn fi Betrachtung bereits mit wenigen bekannt gemacht üb habe, dahier kuͤrtzlich wiederhole, nemlich daß die 7 Saame(wovon man allerhand Farben zu hoffeh—— haben will) von denen weiſſen Blumen genom A915 men, und in etwas Menſchen-Blut eingeweicht 10 0 werden ſolle: um aber hierinnen nicht betrogen ll nedm werden, ſo iſt præliminariter zu wiſſen, daß digl fanm en ausgeſaͤete Saame ſich mehrentheils in nachfolgeh de Blumen veraͤndere: Der Saame von weiſſen Fritillarien bringet gel be, rothe, purpurfarbene, braune mit weiſſer Un termengung gefaͤrbte Blumen; der andere hinge gen bringet dunckel⸗ und licht⸗purpurfarbene Bu⸗ — „Ag men; wie dann auch der Saame von weiſſen Hha Imudch, cinthen ſich in weiſſe, gelbe, purpur⸗ und ſilben eſhet,! farbene Blumen beraͤndert. 1 0/ an Dof Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 151 Der weiſſe Saamen von der Croco Verno ver⸗ andelt ſich gemeiniglich in Viol-blaue, braune end gelb⸗geſtriemte Blumen, und thut gelbe, Zold⸗gelbe, gelbe mit weiſſen und braunen Stri⸗ unden bemahlte Blumen bringen, welches bey der ide bulboſa Anglica, und andern dergleichen zattungen mehr, ebenmaͤßig ſtatt findet. . Um aber in Veraͤnderung derer Farben einen un guͤcklichen Fortgang zu haben, ſo wird aller Blu⸗ iebel ꝛen⸗Saame in einer gelben, blauen rothen, ruͤnen, und anderer unſchaͤdlichen Feuchtigkeit ngebeitzet, abgetrocknet, wiederum ein wenig ngebeitzet, und ſo dann geſaͤet, auf welche Art nd Weiſe die Blumen diejenige Farben anneh⸗ datnnen follen, als die Feuchtigkeit, worinnen ſie ein⸗ alheweichet worden, geweſen iſt. Man kan denen Zwiebeln ebenmaͤßig die Ver⸗ inderungen derer Farben beybringen, wann man egen den Herbſt mitten in das Loch der Zwiebel, voraus der Blumen⸗Stengel gewachſen iſt, als um Exempel bey denen Lilien, Fritillarien zc. ei⸗ ige gefaͤrbte Liquores eingieſſet, und auch die aleWurtzel damit befeuchtet/ woruͤber der offt ange⸗ wakuͤhrte Lauremberg ausſchreyet: Multa profecto in afto hoc mundi Theatro miraculi loco ſunt, quæ ngenioſa hominum diligentia, ſolerti inſitione, ſin- Zulari irrigatione, comĩteque ubique labore, in lu- em proferuntur. *QAndere Garten⸗Liebhabere haben die Tulipanen⸗ Zwiebeln in gewiſſe zugerichtete Feuchtigkeiten ein⸗ geweichet, davon ſie die Farbe angenommen ha⸗ ben; andere aber ſchneiden ein wenig in die Zwie⸗ K 4 beln, 172 Eilfte Betrachtung bonde beln, und thun in die kleine Schnitte trockene ʒar⸗ 055 ben einſtecken, und verſichern gleichen Eflect. Die Farben werden folgender geſtalten zubereß tet; als die rothe aus Btaſilien⸗Holtz, die blalt aus Korn⸗Blumen und Violen, ſo man abtroch net, und zu feinem Pulber ſtoſſet; die gelbe auß Saffran, die gruͤne von Khammo cathartico, Rab⸗ ten⸗Safft, Wegedorn oder Creutz-Beer, wi unten bey denen zaſichten Gewaͤchſen, als NIh cken, Lebcojenꝛc. dargethan werden ſoll. Immit⸗ tels kan der hochgelehrte und in der Garten⸗Wi⸗ ſenſchafft trefflich erxperimentirte Jeſuit, Pater Joan, Baptiſta Ferrarius Libr. 4. Flor. Cap. 5. nachgeſehn werden, bey welchem der geneigte Leſer ungeme ne Vorſchlaͤge und Handgriffe in Faͤrbung derer Blumen finden wird. Die weiſſe Lilien ſeynd gefaͤrbet worden, wann man zwiſchen die Schuppen derer Zwiebeln Zin, nober oder andere unſchaͤdliche Farben eingeſtreuet. Es iſt auch ſehr dienlich, wann die Zwiebeln dentt Lilien mit welſchen Nuß⸗Schaalen⸗Waſſer oͤffterz abſonderlich aber bey naͤchtlicher Zeit begoſſen wer⸗ den, wo ſich ergeben wird, daß dieſe Zwiebeln ſchwartz⸗geſtreiffte Lilien bringen: Wolte man gern auch andere Farben haben, als zum Exempel: roth/ſo nehme man nur rothe Mennig, ſchuͤtte Waſ⸗ ſer daruͤber, und thue hiermit die Zwiebeln eben⸗ falls oͤffters begieſſen, ſo werden an denen ſonſten weiſſen Blumen Zeichen von roͤthlicher Farbe eu ſcheinen. 2do. I deſen Nehhlel Rege ſchehete ln Fo0 litht des biet ghele Gulßl.de analf das ffheg; ah d bebefldet eh cder W og de het. Dſe enkſl Julpanen Uͤhe nach heſälten, licht xele an guch Vit Uiß Rlichſam le lug bͤln fut ftuchenz gen ſe ſ Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 1573 2do. Von denen Hyaeinthen viele Abſetzlinge 1 zu bekommen. 6 be Die Hyacinthen thun nicht gern viele Abſetzlin⸗ 6ge geben, um aber dieſelbe hierzu zu zwingen, ſo ſchneide einer groſſen Hyacinthen-Zwiebel mit ei⸗ nem Feder-⸗Meſſer bis in die dritte Schale, doch nicht in das Hertz der Pflantzen, und ſolches in ˖vier Theile bis an das Loch, oder bis an den Stuhl, da die Wurtzeln hervor kommen, ſo wird dau man auf das folgende Jahr vier gewiſſe Bulben finden; an denen Hyacinthen iſt dieſes Stuͤck pro⸗ Ibat befunden worden, und halte ich dafuͤr, daß ues an anderen dergleichen Bulben, als zum Exem⸗ an pel an denen Narciſſen, gleichfalls zu practiciren ſtehet. N ztio. Doppelte Blumen zu ziehen. Dieſes iſt ein curieuſes Stuͤck, und wird be⸗ berckſtelliget, wann man zweyerley Zwiebeln von Tulipanen, Kayſers⸗Cronen ꝛc. in der Mitte der ,ꝙ Laͤnge nach von einander ſchneidet, alſo und der⸗ geſtalten, daß das Hertz oder Marck inwendig nicht verletzet werde; dieſe beyde Zwiebeln fuͤget man gerade an einander, umwindet ſie mit einem Blat Loͤſch⸗Papier und einem Faden, damit es gleichſam eine Zwiebel werde, und ſetzet ſie in eine gute taugliche Erde; einige binden die zwey Zwie⸗ beln nur mit einem Faden zuſammen, und ver⸗ ſtreichen die Spalten mit Baum⸗Wachs, und le⸗ gen ſie in guten Grund: auf dieſe Weiſe wird von K 6 denen 14 Eilfre Betrachtung denen an einander gefuͤgten Zwiebel n ein doppel ter Stiel, nicht rund, ſondern etwas breit herfüt wachſen, welcher zweyer Tulipanen Blaͤtter ah der Zahl haben wird; und kan die fleißige Hand eines Gaͤrtners durch dieſes Kunſtſtuͤck allerhand Zwiebel⸗Gewaͤchſe auf dieſe Art verd doppeln, und werden die Kayſers⸗Eronen zwey bis drey Cronen gewinnen; wer aber dieſe Kunſt probiren will, der muß eine gute Anzahl Zwiebeln zuſammen bin, den, weilen das Werck nicht allemahl zu gerathen pfleget. 4to. Bey ſpaͤter Winters⸗Zeit Blumen zu haben. Ungefehr um Jacobi nimm Tulipanen Hhacin, then, Hornungs-Blumen, ꝛc. aus der Erde, trockne ſie in einem luͤfftigen Zunmer ab, und ſetze ſie um Bartholomæi Schürbeln oder hoͤltzerne Kaſten, und laſſe ſie bis auf die Kaͤlte im Garten, wann es aber 45 frieren anfaͤnget, ſo trage die Schuͤrbel in das Wohnhaus in eine Kammer, und ſetze ſie ale Nacht in eine läftige warme Stube, des Morgens aber bringe ſie wiederun in die Kammer, und ſtelle ſie bey warmen Taͤgen vor das Fenſter an die Sonne, des Nachts aber muͤſſen ſie in die Stube an ihre vorige Stelle im er geſetzet, und damit alſo den ganhen Wintet eontüwüret werden, wo man nach Weynachten obbeſagte Blumen bekommet, welches gar viel⸗ mahlen probiret worden iſt. 5to. Uantees 0h Nue Eot 10 Batto Whht ue licht zuh Glab, f ſet an /l Mhh, I ſten in! fion und E Bulben, 00 ſcheſen Veeh ruher Waſſer, 00 In 91 ſgeh 1 0 feh 6 Vin Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 0. Vermittels des Waſſers mitten im Winter ein zwiebel⸗Gewaͤchſe zur Flor zu bringen. Dieſes Stuͤck iſt eine recht artige und ſchoͤne Imvention, wodurch wir neue Gelegenheit zu vie⸗ len herrlichen Beirachtungen, bekommen, und warhafftig ſehen, daß ein Gewaͤchſe nicht all in in der Erde, ſondern auch, wieder derer alten Peripa- teticorum ungegruͤndete Meynungen, mitten in dem Waſſer zur angenehmen Bluͤthe gebracht werden koͤnne, Die Sache geſchiehet, wie ich oben in der drit⸗ ten Betrachtung bereits angefuͤhret habe; man nimmt nemlich ein Glas mit einem etwas engen, nicht zu hohen Halſe, oder aber ein gemein Stutz Glas, fuͤllet ſolches mit reinem Brunnen⸗Waſ⸗ ſer an, und bedecket es mit breit geſchlagenem Bley, alſo daß dieſes feſt anſchlieſſe, und machet mitten in das Bley ein kleines Loch, nach Propor⸗ tion und Groͤſſe der darauf liegenden Zwiebel oder Bulben, daß die Faſern hindurch in das Waſſer ſchieſſen, die Zwiebel aber auswaͤrts auf dem Bley ruhen koͤnne, und giebt zuweilen friſches Waſſer, auf welche Weiſe die Zwiebeln in dem Glaſe lange Wurtzeln ſchieſſen, und wir das Ver⸗ gnuͤgen haben werden, mitten in dem allerrauhe⸗ ſten Winter in unſeren Wohnzimmern einen an⸗ genehmen Fruͤhling von allerhand ſchoͤnen Blu⸗ men zu genieſſen. Die Einlegung kan im Occo⸗ ber und November geſchehen, doch muß das Glas an einem nicht zu kalten Orte aufbehalten werden. Die e 156 Eilfte Betrachtung Die Zwiebeln hingegen taugen nicht mehr in Gan ten zu verpflantzen, werden ſie aber nach der Blü⸗ the ſein abgetrocknet, und bis aufs kuͤnfftige Jaht bewahret, ſo ſollen ſie(wie der Fuͤrſtliche Garten, Vorſteher zu Arnſtaͤdt mir releriret hat) wiederun in die Erde eingeleget werden koͤnnen, welches probiren ſtehet. 6to. An denen Blumen die Bluͤth⸗Zeit zu ver⸗ rucken. Bey denen Tulipanen, Hyacinthen und andt⸗ ren ſo wohl bulboſiſchen als tuberoſiſchen Gewaͤch ſen die Bluͤth⸗Zeit zu verrucken, und die Blumſ zu einer ſpaͤtern Jahrs⸗Zeit, als ſie von Naun gewohnet ſeynd, herfuͤrzubringen, ſchreiben einge nachgehende Mechode fuͤr: Man nimmt die Zwie⸗ beln, reiniget ſie von allen anklebenden unſaubemn Dingen, trocknet ſolche gewoͤhnlicher maſſen, und wann ſolches geſchehen iſt; ſo leget und verwah⸗ ret man dieſelbe in einem Kaſten, in welchen kei⸗ ne Lufft(ſo viel immer moͤglich iſt) eindringen kan: in dieſen Kaſten leget man einen Grund mit recht trockenem Sande, und leget darein eine Reihe Zwiebeln, daß keine die andere beruͤhre, und dar⸗ auf wiederum trockenen Sand; hat man mehr Zwiebeln, ſo wird wiederum ſo viel Sand darauf geleget, daß eine andere Reihe Zwiebeln ebenfalls darauf geleget werden koͤnne, und faͤhret damit alſo fort, bis man endlich aufhoͤret; wo dann die letztere Reihe mit trockenem Sande voͤllig zugede⸗ cket, und das Kaͤſtlein ſolchergeſtalten verſchloſſen und bewahret werden muß, daß gantz eine danlt ſef foch bagtl betbel. öeh usbeng kabalt hennſchet iſ lin die Ein Wan iwengt Mhge uffe 9ar lecht licht reh ſo dann i ſch entkt cht errei ſilde Nat Gt, daher diſe Atde icht geß Gattunge Grundeg WWie mer mt ih Wii Von den Zwiebel⸗Sewaͤchſen. 157 ikeine Lufft, vielweniger aber die geringſte Feuch⸗ .. Artigkeit hinein dringen moͤge, inmaſſen das gantze Werck dahin zielet daß die eingelegte Zwiebeln bey ihrer Lebhafftigkeit zwar erhalten, jedoch aber Inzuruͤckgetrieben und dermaſſen conſerviret werden, ndamit ſie zur ordentlichen Zeit nicht ausſchieſſen noch vergruͤnen, welches den gantzen Handel ver⸗ derbet. In dem Majo oder Junio werden die Zwiebeln kaus dem Kaſten genommen, und in eine gute wohl⸗ zubereitete Erde geleget, welche mit Sand etwas n vermiſchet iſt, an einen Sonnen⸗ reichen Ort, und Jekan die Einlegung alle Monat geſchehen, damit man immer Blumen habe. Wann dieſes Stuͤck en von Anſang nach Wunſch und Willen nicht ab⸗ dats lauffet, ſo muß man damit continurren, weilen es aumt! gar leichtlich geſchiehet, daß, wann die Zwiebeln üdeng nicht recht in Obacht genommen werden, ſie ſo dann im Kaſten zu gruͤnen anfangen, hiedurch ſich entkraͤfften, und mithin den vorgeſetzten Zweck uach nicht erreichen, welches durch eine mit unterlauf⸗ (ühen fende Nachlaͤßigkeit vielmahlen zu geſchehen pfle⸗ get, dahero man am beſten thut, wann man zu 4dieſer Arbeit ſolche Zwiebeln erwehlet, welche man nicht groß achtet, dann vor die rare und ſchoͤne Gatttungen waͤre es immer ſchade, wann ſie zu Grunde gehen ſolten. 7timo. Wie man allerhand Blumen abtrocknen, und mit ihrer Form, Farbe und Saamen, etli⸗ che Jahr lang erhalten ſolle? Was in dieſem Stuͤcke von denen Gras⸗Blumen und 178 Eilfte Betrachtung, und anderen zaſichten Gewächſen merckwͤrdg vorſaͤllet dieſes wird der geneigte Leſer unten ſ der dreyzehenden Betrachtung finden, wohin di⸗ ſes Stuͤck gleichfalls gezogen, und auf alle anden⸗ Blumen, als Roſen, Malva&c. appliciret werde kan; hier aber bleibe ich bey denen Zwiebel⸗Gz⸗ waͤchſen Die Blumen nun obbeſagter maſſen abzutroc nen, ſo hat ein Anonymus in ſeinem herausgeg benen Tractaͤtgen(der kluge Gaͤrtner genannt) de Sshe in verbluͤmter und verſetzter Schreib⸗N vorgetragen, alſo daß auf den wahren Senſunz kommen, die Buchſtaben hinterwaͤrts geleſen waß den muͤſſen, und machet bemeldter Autor viel ril mens hiervon, wie er das Kunſt⸗Stuͤck an viel vornehme Oerter communiciren muͤſſen, und haͤt te er an vielen Fuͤrſtlichen Hoͤfen darmit groſſen WK erworben; Allein, er mag ſchreiben was er will, ſo waͤre, meiner wenigen Meynung nach nicht noͤthig Seweſen eine an ſich bekannte Sa⸗ che, durch Verſetzung derer Buchſtaben, zu ven⸗ dunckeln, und hiervon ein Geheimniß zu machen, inmaſſen eben dieſer Autor der Erfinder nicht iſt, deme man bemeldtes Stuͤck zu dancken, ſondern man findet es in unterſchiedener Leute ihren Schrifften, und beſtehet in fol genden: Man muß einen guten Theil reinen Sand neh⸗ men, ſolchen durch ein enges Sieb werffen, und von aller unreinen Feuchtigkeit wohl abwaſchen, nachgehends aber an der Sonne oder auf einem warmen Ofen wohl abtrocknen, und hinwieder durch das Sieb lauffen laſſen; dieſen Sand ſchuͤt⸗ tet man in ein hierzu præparirtes We hirr ffnten 1 Wöldehe Sicg0wW helhkeg, Hach und⸗ Oder Fot nt San 5 ſ0 llchet n a hlgetese Ehnne, g ſckes f.bi lang ſechen Cudtrocket Munen) ſchen Sch Wie nen che zuft De 1f Von den Zwiebel Gewaͤchſen. 159 ſchirr von Blech, Holtz, Toͤpffer⸗Erde, oder ge⸗ papten Papier, nach der Groͤſſe der Tulipanen, oder anderen Blumen, welche man darinnen ab⸗ zutrocknen gedencket. Wann bemeldte Geſchirre nun in Bereitſchafft Aſeynd, ſo bricht man die Blumen bey ſauberen trockenem Wetter mit trockenen Haͤnden ab, wann Iſie das erſtemahl aufgehen, laͤſſet man den Stiel daran, und ſiehet dahin, daß die Blaͤtter mit vielem S2 Jangreiffen verſchonet werden; in die Geſchirre oder Formen ſchuͤttet man auf den Boden eines Fin⸗ gers hoch von dem Sande, und ſtecket die abge⸗ haſchnittene von Regen oder Waſſer nicht naß ge⸗ Kwordene Blumen gantz aufrecht mit Kraut und Stengel mitten hinein, daß ſie das Gefaͤß nicht beruͤhren, laͤſſet hernach von dem uͤbrigen Sand nach und nach durch eine papierene Rinne, Loͤffel oder Trichterlein einlauffen, bis die Blumen gantz mit Sande umfangen, und ein paar Finger hoch bedecket ſeynd; wann dieſes alſo geſchehen iſt, ſo machet man auf das Geſchirr einen Deckel, und bringet es ohne groſſes hin und her ruͤtteln an die Sonne, oder bey einen warmen Ofen, und laͤſ⸗ ſet es F. bis 6. Wochen, oder ein paar Monat lang ſtehen, wo dann der Safft an den Blumen austrocknet, die Geſtalt aber bleibet, daß man die Blumen den gantzen Winter uͤber in ihrer natuͤr⸗ lichen Schoͤnheit aufbehalten kan. 8vo. dWie man mit denen Tulipanen umgehe, wel⸗ che zu fruh aus der Erde genommen ſeynd? Die zu fruͤh ausgenommene Tulipanen werden Lemei⸗ 16⁰ Eilfte Betrachtung, gemeiniglich in zwey oder drey Tagen gantz welth dahero, wann man ſolches mercket, ſo lege maſ die Zwiebeln nur in die Erde, doch daß kein Ry gen darauf falle, und laſſe ſie 8. bis 1a. Lage gl ſo liegen; und wann man nun ſiehet, daß de Zwiebeln feſt und geſchloſſen ſeynd, ſo hebet mah ſie aus, leget ein wenig trockene Erde darauf, un ſetzet ſie gegen den Herbſt wiederum ein, wo ſih ausweiſen wird, daß ihnen die Welckheit keinen Schaden gethan hat. gno. Wie man die ſchoͤnen Tulipanen fruͤhzeitig ſ ſo gar in der Flor, ohne Schaden aus der Erde nehmen koͤnne. Wann man allerhand Arten rarer Blumen und Tulipanen in der Bluͤthe ſiehet, und dieſelbe, oh⸗ ne betrogen zu werden, gern haben wolte, ſo hebe man die Zwiebeln mit Stengel und Blumen ſittſam aus der Erde, nehme ſolche mit nach Haus, dru⸗ cke nachgehends jeden Stengel oben unter der Blume etwas ſtarck, daß er welck werde, und haͤnge die Zwiebeln in einem luͤfftigen Gemache, wo die Sonne nicht zu viel hinſcheinet, alſo auf daß die Zwiebeln oben, die Blum und Stengel aber unterwaͤrts haͤngen, und laſſe ſie daſelbſten ſo Erde einleget. Andere verfahren auf eine andere Weiſe, nem⸗ lich ſie nehmen die Zwiebeln ſamt denen daran laſ⸗ ſenden Blumen aus der Erde, ſetzen ſie in ein Gefaͤß voll ſandigter Erde dicht beyſammen/ und wann ſie genug abgetrocknet haben, udie und Blen⸗ Henldg e ſnl heſer öeh and R Ah, Hoache; 9e ein Golh, eh t Baun llbeke gh.:d ten ſo ſh auf den lange, biß man ſie in dem Garten wiederum in die — () Lbr.1.C Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 161 Stengel welck werden; ſo heben ſie dieſelbe aus, erocknen und ſaͤuberen ſie von allem Unflat, und aſſen ſie alſo liegen, bis man das Zwiebel⸗Werck I⁵nuit anſcheinendem Herbſte aufs neue verfetzet. Decimo. Wie man denen Blumen goldene Farben und Buchſtaben anbringe? Daß auf denen Blumen goldene Farben und Striche erſcheinen, ſo muß man zuvor eine kleben⸗ e, jedoch fluͤßige Materie zubereiten, daß ſie wohl aus der Feder gehe, und ſchlaget Lauremberg(8) kolgende Mechode fuͤr. Nimm Zucker⸗Candi, und zerreibe es mit Eßig und Salmiac in einem ſteinernen Moͤrſel: oder nimm Arabiſch Gummi mit Eßig, und preſſe es durch ein Tuch; oder nimm GummiAmmoniacum; oder zer⸗ allreibe Honig, und ſchreibe hiermit auf die Tulipa⸗ anen und andere Blumen, was du willſt; oder fah⸗ ure mit dieſer Materie, mit einem kleinen Pinſel um den Rand der Blumen, laſſe es ein wenig abtrock⸗ gen, hauche ſie nachgehends mit dem Athem an, le⸗ un bage ein Gold⸗oder Silber-Blatt darauf, drucke es mit Baum⸗Wolle ſanffte an, und wiſche das mund gandere ab: dieſe goldene Striche aber, prælentiren EW Nſe ſich auf den rothen 3 am beſten. Zwoͤlffte „665) Libr. 2. Cap. 5. num. 8. Principio ſic floribus aureas inſcribes literas. Sal Armoniacum, cum aceto ſuper marmere tere, addito momento Saccari Candi. Dehinc Roſarum, Tuliparum&c. foliolis probè expanſis, litteras inſcribe prædicto liquore, quas cupis, exſiccari permit⸗ te, poſtremo aurum& argentum bracteatum iis impone, & bombyce leniter comprime. Comprehendet aurum es⸗ quæ ſcripta ſunt, de crteris decidet. Zwoͤlffre Betrachtung⸗ Zwoͤlffte Betrachtung/ Von verſchiedenen Arten derer Zwiebel⸗ Gewaͤchſe. Den Zwiebel⸗Gewaͤchſe ſeynd ohnſtreitig voy einem groſſen Werth, und geben unſeren Gaͤrten im Fruͤhling ein ſo herrliches, und auſſerordentliches Anſehen, daß der allergeſchickteſe Mahler auf der Welt Muͤhe und Arbeit finden ſol⸗ te, dieſelbe ihrer fuͤrtrefflichen Geſtalt, Schoͤnhet und Farben nach, gleich zu machen. Die bekannteſte und ſchoͤnſte Arten dieſer duh⸗ und Anmuths⸗vollen Blumen, ſo viel mir hierti bewuſt iſt, ſeynd folgende, als. Crocus Vernalis. Dens Caninus flore albo, Crocus Autumnalis. carneo& rubro. Levcojon Hexaphyllon. Iris hulboſa Luſitanica. Levcojon Polyanthemum. Iris bulboſa Hiſpanica, Levcojon Tryphillon. Iris Perſica. Colchicum Vernum. Iris bulboſa Anglica. Colchicum Autumnale. Siſynrichium majus flote Colchico Narciſſus Au- luteo. tumnalis. Siſyntichium Hiſpanicum Hyacinthus, flore ſimplici. flore cæruleo. Hyacinthus, flore pleno. I Narciſſus Vernalis. Hyacinthus plumoſus. Narciſſus Autumnalis. Hyacinthus ſtellatus. Narciſſus tertius Mathioli. Hyacinthus Botryoides.]; Narciſſus Indicus. Fritillaria flore pleno& Narciſſus Virginianus. ſimplici. Narciſſus Zeylanicus, Corona Imperialis flore Jonquillen. pleng&æ ſimplici. Taſletten. Ta⸗ auneund ht ergeit fh erſen g Wallerimk in hatſe, kets gus 6 N. De W Zwibeh, Reecr zh Hl, und de Hfagered Veſt hoh K U fay glk, A —Von verſchiedenen Fwiebel ⸗Gewaͤchſen. 163 Ibe, Tubera Indica flore vio- Lilium Zeylanicum bulbi- Walt laceo. ferum. daae q; Tuliparum diverſiſſimæ e- Moly Indicum. legantiſſimæ ſpecies. Victorialis Herba. dTulipa monſtroſa. Ornithogalum. Tulipa Perſica. Campernelle flore luteo & albo. Bulbus eſculentus Italicus flore luteo. Gladiolus. Flos Tygriddis. „Lilium album, flore kle- ————— no Slimplici. Bulbus Triophorus Itali- Lilium Cruentum Purpu- cus flore cæruleo. reo-Croceum. Bulbus Vomitorius Itali- n LieJemerocallis Valentina..dus flore albo. Malun Martagon. Orobanche. Lilium intortum. Crocus. Von dieſer Art Blumen, wovon der Saffran genommen wird, giebt es verſchieden Farben und HGattungen, als: weiſſe, Viol⸗blaue, bunte, gel⸗ be, Gold⸗ und Purpur⸗farbene, Lavendel⸗blaue, Vchraune, und einige, welche gefuͤllt/ und noch zur Zeit aawaunjcht gemein ſeynd. Sie kommen im Fruͤh⸗Jahr am erſten aus der Erde, und floriren bey gelinden HiWetter im Februario und Martio, die ſpaͤten aber im Herbſte, und ſtehen alles Ungemach des Win⸗ cnuters aus. uuu, DDie Vermehrung geſchiehet vermittels derer zertZwiebeln, welche man im Herbſte ausnimmt, un⸗ 1 gefehr 3. bis 4. Wochen in einer Kammer abtroek⸗ net, und dann in eine etwas ſtarcke, gute und nicht aazu magere Erde, drey Finger tieff, und eben ſo weit von einander wiederum einleget. Das Aushe⸗ ben kan alle 2. 3. und 4. Jahre, auch wohl alle 2 2 Jahre 164 Zwoͤlffre Betrachtung/ Jahre geſchehen, um die junge Neben-Brut gh⸗ zunehmen. Einige heben den Crocum im Aprili oder umg cobi aus, und laſſen ihn bis in den Herbſt liegen i aber bleibe bey der erſten Manier, und weilen voh dem Anbau dieſer Blumen nichts ſonderliches vuſ faͤllet, ſo breche hiervon ab. Der Crocus treibet aus ſeiner Zwiebel laſ ſchmahle Blaͤtterzwiſchen welchen ein kleiner Sii gel waͤchſet, woran eine, denen Lilien oder Nu panen nicht allerdings gleichende Blume von⸗ Blaͤttern ſtehet. Leucojon Hexaplyllon minur. Levcojon Hexaphyllon minus, oder Levcojon bol boſum vulgare, Schnee-Tropffen, oder weiff Hornungs-Blumen, auch Levco-Narcillo- Lirion pratenſe genannt, wird in Waͤldern gefunden, und um der fruͤhen Blumen willen, welche offtmahlen unter dem Schnee floriren, in die Gaͤrten gebracht. Es giebt eine Art mit gefuͤlten Blumen, ſo ſchlg und angenehm iſt, bluͤhet aber ſpaͤter als die en fache. Levcojon Polhanthemum. 3 5 d Das Leyvcojon Polyanthemum, oder Leycojon bulboſum multiflorum, groſſe Schnee-Tropfſeh, iſt mit den vorigen ſaſt einerley, nur daß das Laib groͤſſer iſt, und der Stengel§. bis 6. Blumen, in Geſtalt derer Hornungs-Blumen, zum Vorſchein bringet, welche ſpaͤter und allererſt im Aprili flori⸗ ren, und unter andern um dieſe Zeit ſich zeigenden Blumen, einen guten Wohlſtand und Ausſicht machen. Leu⸗ Vheſit — Lehuicn! olun, lith gagfgudt brün Tg iſlſhern gee n Woh Iöheg, hebet wan U KAeln et daßs Naub und lhet ſeh ng lehtt, und deklechteg ſchdihde 54 . — Deus⸗ 106 Y Von verſchiedenen Fwiebel⸗Gewaͤchſen. 165 Leucojon Tripbyllon. Levcojon Triphyllon, oder Levcojon bulboſum tri- doötkdolium, drey⸗ blaͤttrige Schnee⸗Tropffen, iſt mit noygroſſen und kleinen Blumen gezieret/ bluͤhet im Fe⸗ cdedSruario und Martio, und will nicht gern allein, ſnn⸗ ern haͤuffig beyſammen ſtehen. Dieſe drey benannte Arten derer Hornungs⸗ WehlBlumen werden um deßwillen Schnee-Troͤpff⸗ Alnglein genennet, weilen ſie mit Ausgang des Wil⸗ hre Blumen bringen. Ihre Wartung und Pflan⸗ zung iſt gering, und kommen allenthalben, auch uinn, in einem geringen, jedoch nicht allzu mageren Bo⸗ sden, wohl fort, worinnen ſie einige Jahre ſtehen koͤnnen. Wann man die Art vermehren will, ſo hebet man die Zwiebeln nach der Bluͤthe, wann das Laub welck zu werden beginnet, aus der Erde, und leget ſie im Herbſte mit denen anderen Gewaͤch⸗ KSieſen wiederum ein. Ich habe die gemeine Hor⸗ Aunungs⸗Blumen im Fruͤhling und im Herbſte einge⸗ leget, und iſt mir keine zu Grunde gangen, woraus 45 der leichte Anbau abzunehmen iſt. Doch iſt zu wiſ⸗ ſen, daß das jaͤhrliche Umſetzen derer Zwiebeln nicht ;dienlich ſeye, weilen die Erfahrung gegeben, daß diejenige, welche im Herbſte verſetzet worden, den kuͤnfftigen Fruͤhling vielmahlen nicht floriret ha⸗ ben. RNens Colchicum. Colchicum, auf Teutſch, Ucht⸗Blum oder Zeit⸗ loſen, werden eigentlich in zwey Sorten eingethei⸗ let, als in die fruͤhzeitige, und in die ſpaͤten. Die fruͤhzeitigen bluͤhen im Fruͤhling, und die ſpaͤten im Herbſte, und ſeynd von beyden unter⸗ 3 ſchie⸗ 166 Zwoͤlffet Betrachtung⸗ ſchiedene Gaͤttungen anzutreffen, als einfache un gefuͤllte, als: Colchicum vulgare, flore albo ſimplici. HAutumnale, flore purpuraſcente. „„Autumnale, folio argenteo variegai flore albo. flore purpureo pleno. flore variegato pleno, ſeu doppelte bul LE major. ——f.++.+.—.—— „VV fklore lüteo. „pPolyanchas, viel bluͤhende Ucht⸗Blul, „rAutumnale, florum petalis albis& n. bris, alternatim diſpoſitis, oIH die inwendigen 3. Blaͤtter weiß/N auswendigen aber roth ſeynd. „Aletandrinum. Conſtantinopolitanum&cc. Die Vermehrung dieſes Gewaͤchſes geſchießt durch die haͤuffig anwachſende Neben-Brut, und iſt bey dem Anbau weiter nichts zu erinneren, az daß man die Zwiebeln im Julio aus der Erde nimit und um Michaclis, oder im Ockober, in einen guln Grund und Boden 4. Finger tieff und einer Spal⸗ ne weit von einander wiederum einſetzet, auf wel⸗ che Weiſe dieſelbe wohl bewurtzelen, und ſich uͤben fluͤßig vermehren werden. Die ſpaͤten Zeitloſen treiben im Fruͤhling iht Kraut aus der Erde, und wollen, weilen ſie aller, erſt im Herbſte floriren, etwas fruͤher als die voh hergehenden in mittelmaͤßig gutes Erdreich einge⸗ leget ſeyn: welches am beſten geſchiehet, wann maß dieſelbe aushebet, wann ihr Laub verfaulet iſt, Vonechtde Geſtalt, w nehmen Bl eih Stengel bhen kechkkn wokah 12. 1 ſthen laſeg. De Gatt thin, duun d dchlel, feyn beh, 05 We und Roßrg Und Hanb he bey den lheuergekg 0 1fl 0 h nee. DLon verſchiedenen Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 169 e bis um facodĩ im Trockenen laufbehalten, und ſo ort wieder in den Garten verpflantzet werden; wel⸗ he Vexpflantzung eben alle Jahre nicht noͤthig iſt, Sondern es iſt genug, wann ſie allezeit um das drit⸗ e, oder hoͤchſtens das vierte Jahr geſchehe. Sol⸗ ich aber begeben, daß der Stengel zu faulen an⸗ uge, ſo muß man nach der Wurtzel greiffen, das Augaule hinweg ſchneiden, und ſie dem Erdreich wie⸗ brum anvertrauen, damit das faule Weſen nicht veiter gehe, und die Wurtzel intcire Hyacinthorum divuerſaæ elegantiſſimæ ſhecies. Die Hyacinthen, abſonderlich die geſfuͤllten, ngſeynd, meines Erachtens, unter die allerangenehm⸗ ſühtſten Blumen mitzuzehlen, ſo wohl wegen ihres un⸗ vergleichlichen Geruchs, als auch der anmuthigen Geſtalt, welche ſich in einer den Augen ſo ange⸗ nehmen Blume vergeſellſchafften, zumahlen wann ſein Stengel, wie es vielmahlen zu geſchehen pfleget, Reinen rechten Strauß oder eine Pyramide vorſtellet, woran 12. 15. und mehrere gefuͤllte Blumen ſich Wbe ſehen laſſen. Die Gattungen derer raren gefuͤllten Hyacin⸗ uth then, dann die gemeinen werden ſo hoch nicht ge⸗ achtet, ſeynd von unterſchiedenen koſtbaren Far⸗ ben, als: weiß, blau, bunt roth, Roſen⸗roth,Aſch⸗ und Roßmarin⸗farbig ꝛc. und werden in Holland und Hamburg bey Herrn Heinrich Beckmann, na⸗ wn he bey dem Fungſern⸗Stieg am Gaͤnſe⸗Marckt, th theuer verkauffet, das Stuͤck 30. 20. 10., 8. 6. 3. 2. und 1. fl. auch zu 8. 4. und 2. Groſchen, und ſeynd, ameines Darfüͤrhaltens, folgende unter denen rare⸗ ſlſten: L 4 Atlas. 268 Zwoͤlffte Betrachtung Atlas.(Doppelte Rex Salomon. Admirable. Doppelte Feu dAmour, Doppelte la Monarchie Doppelte Koͤnigin Sem dEſpagne. ramis. Incomparable Favorite. LImperiale. Doppelte Andromeda. Mithridates. Agathe Royal. Roi David- Belle Aſia. Triumph von Europs. Cleopatra. Printz von Wallis. Caimacan. Perroquet Royal. Croon-Vogel. La Dauphine. Coloſſus. Souverain. Cron⸗Traͤger. Daſſe par tout. Crœſus. La Fontaine. Candia. Diamantene Cron. Damiate. Gecroͤnte Pyramide. Duc d'Orleans. Die erſte gelbe. Srand Monarque. Srand Trioinphe. Geringere Sorten Doppelte Incomparable.] Belle Fleur. Juweel von Holland. Circe. Doppelte Roſa cum in-Daphne. carnata. Cron von Peru. DoppelteReine deFrance.] Etoile dor. Doppelte Magnificence. Grand Louis. Doppelte Auchentie In- Grand Standart. carnat. Archeveque. Doppelte Koͤnigs⸗Dia- Pulchra. mant. Regina. Doppelte Imperceptible.] Claudius Civilis. Doppelte Bellerophon. Cato. Doppelte incorrigible In- Capucine. carnat. LJalkus Cæſar. 1 ell⸗ Weß gef Giid u duuunh 0g Veͤgggſc Bluthenun De gen lin Orten, datboh hhe⸗ be/ wanh! gusgenomn getwaden, Du gel kilige in L Wulker in. hchſen N dieſclhe it Aubetthttte Raatkrtei zuſtorcke die Janun oſbareng A I — Von verſchiedenen Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 169 Helicon. Semiramis. Craſſus. Regina Eleonora. Cupido. Marcus Aurelius. La Soltane. Mademoiſelle. Goliath. Marquis de Grana. Cron von China. NMaria Stuart. Dido Royal. Ida. Semper Auguſtus. Conſtantia&c.&c.&c. Superbe. Von denen letztern ſeynd einige, welche hundert weiſe verkauffet werden, das hundert zu 5. Hollaͤn⸗ diſche fl. und habe ich mir ſelbſten vecht ſchoͤne blaue, und weiß gefuͤllte Hyaeinthen angeſchaffet, das Stuͤck zu 2. bis z. Groſchen, und kommet es nur darauf an, daß man mit einem treuen Gaͤrtner in Bekanntſchafft komme, wo man allerhand rare Slumen um billig⸗maͤßigen Preis haben kan. Die gemeinen Hyacinthen findet man faſt an al⸗ len Orten, und erachte dahero nicht noͤthig zu ſeyn, darvon weitlaͤuffig zu handeln, allermaſſen dieſel⸗ be, wann ſie nur wie andere Zwiebel⸗Gewaͤchſe ausgenommen, und im Herbſt wiederum eingele⸗ get werden, allenthalben wohl fortkommen thun. Die gefuͤllten recht ſchoͤnen Hyacinthen ſetzen einige in Blumen⸗Toͤpffe, und bringen ſie den Winter in ein luͤfftiges Zimmer, und thun ſie zur hoͤchſten Noth begieſſen, am beſten aber thut man dieſelbe, im Anfang des Novembris, in eine wohl zubereitete Erde, in ein abſonderliches Beet der⸗ geſtalten einpflantzen, daß man ſolche gegen die gar zu ſtarcke Kaͤlte und viele Regen, mit Brettern, wie die Ranunculen, bedecke, inmaſſen die raren und koſtbaren Arten, der ſehr g 7 ehe 17⁰ Zwoͤlffte Betrachtung, ehe man es vermercket, die Zwiebeln vermode ren. Umoaber allem Ubel vorzubiegen, finde ich inden neu⸗ankommenden Hollaͤndiſchen Gaͤrtner, daß kein beſſer Mittel dargegen ſeye, als daß man die Zwiebeln bald aushebe, welches ohngefehr den 2 May mit einem eiſernen gantz ſubtilen Schaͤuffleh vorgenommen werden koͤnne, mie hin die Blaͤtter glatt abſchneide, daß das geringſte ruͤne daten nicht mehr zu ſehen waͤre, die Zwiebeln aber alſo⸗ bald wiederum einſetze, daß kaum ein Zoll hoch E⸗ de daruͤber gehe, und in ſolchem Stande bis gehen die Helffte des Julii, zu ihrer voͤligen Zeitigungn hen laſſe, wo ſie alsdann ausgenommen geſaß bert, und bis zur andern Einſetzung verwahrel wuͤrden; wobey dieſes noch zu mercken, daß man ſolche, wie oben bereits angefuͤhret, mit Brettern wohl bedecke, damit ſie eines Theils gantz trocken und luͤfftig, anderen Theils aber von der Sonne und vielen Regen nicht beunruhiget wuͤrden/ wel⸗ cher Handgriff eine der beſten Vorſorge iſt, wo, durch dieſe edle Zwiebel, die ſich ſonſten leicht aus⸗ artet, bey ihrer vollen Schoͤnheit erhalten wird. Focten Hjacinth. Poeten⸗Hyacinth, ſonſten Hyacinckus Peruuis- nus genannt, traͤgt oben auf dem Gpffel eine groſſe Aehre, welche zu vielen kleinen Blumen wird, ſo hell blau, weiß, Leib⸗ farbig und braun⸗ lich, wie ein Stern gebildet ſeynd, und von unten iu floriren anfangen. Dieſes Gewaͤchſe ſtehet am liebſten an einem Schatten⸗reichen Orte, und liebet Grund und Boden, wie die Kuͤchen⸗Ktaͤu⸗ ter, worinnen es Finger⸗tieff, und eine Shbent 10 Pu ei 0 bd Wkzul ühe IN N . 1 Naln 0 tlgihge bisHul, Welt oaete Gide egt Rel, Id ö 0 De bulle Hegt Wedde Mde Retſcht. gung aber wetdel. 0 Die Ch hben eine hlechlchen len fletzen Hlß. Di fehen da geint Wir einek daguwel T Di ſſi In Ont Wern 16— 868 5. will⸗ von verſchiedenen Zwiebel⸗Sewaͤchſen. 171 weit von einander gepflantzet, auch wegen der vie⸗ len Neben⸗Brut faſt jaͤhrlich ausgehoben ſeyn Blau gefullter Syaeinth. Die blau⸗gefuͤllen Hyacinthen lieben eine mit⸗ atelmaͤßig magere Erde und viele Sonne, werden 5. Sabis 6. Quer⸗Finger tieff und anderthalb Spannen an dezweit von einander gepflantzet, und oben mit fetter Erde beleget, wodurch die unterſte Krafft bekom⸗ chmet, und die Zwiebel vor der Faͤulung bewahret alg wird. Bunte Hyacinthen. Die bunten Hyacinthen ſeynd recht ſchöne Blu⸗ en men, werden in eine mittelmaͤßig gute Erde geſe⸗ Nöng: tzet und alle drey Jahre ausgenommen, welches geſchiehet, wann das Laub trocken iſt: die Einſe⸗ tzung aber muß allezeit im Herbſte vorgenommen verden. Chalcedoniſche Syacinthen. Die Chalcedoniſche oder Tuͤrckiſche Hyacinthen haben einen vortrefflichen Geruch und einen zer⸗ äbrechlichen und nackenden Stengel, deme man ei⸗ nen kleinen Stab, woran er ſich halte, geben muß. Die Blumen aber ſeynd weiß und gelb, und ſtehen Trauben⸗weiſe an einander. Hhacinthiuus Botryoider. Hyacinthus Botryoĩdes, Trauben⸗Hyaeinth, iſt wie eine kleine Traube anzuſehen, und befinde ich daran weiter nichts rares: ſie kommet uͤberall fort, und vermehret ſich haͤuffig. Gelber Hyacinth. ̃ Die ſpaͤte gelbe Hyacinthen lieben einen ſchattig⸗ ten Ort und eine gute ſtarcke Erde, und werden, wie 172 Swoͤlffte Betrachtung, RRRRRRRRR wie die gemeinen Hyaeinthen, ausgenommen und verpflantzet. Hhacintbius plumoſur. Hyacinthus plumoſus, Feder⸗Hyacinth, hat war keinen Geruch, iſt jedoch eine angenehme und Wunder⸗ſeltzame Blume, welche viele kleine Blu men traͤget, und lang anhaͤlt, liebet guten und etwas ſtarcken Grund. Aus dieſen erſcheinet nun, was die Hhacinthen fuͤr eine Wartung verlangen, und weilen man dis⸗ ſelbe aus dem Saamen gleichfalls erziehen, und durch dieſes Mittel allerhand neue Arten und Fr⸗ ben gewinnen kan: ſo will meine ohnmaßgebliche Gedancken, wie dieſes am leichteſten geſcheheh koͤnne, hieruͤber eroͤffnen. Die gefuͤllten Hyacinthen tragen Feinen Saa⸗ men, dahero dieſer von einfachen ſchoͤnen Blamen genommen werden muß, wie man dann von denen einfachen, in denen Hollaͤndiſchen und Hamburgi⸗ ſchen Catalogis einige Stuͤcke findet, welche zu iß, 10. 6. 4. und 2. fl. verkauffet werden. Die Schoͤnheit dieſer einfachen Hyacinthen be⸗ ſtehet theils in ihrer angenehmen Farbe, theils in der Vielheit und Groͤſſe derer Blumen: hiervon nun muß man ſich bemuͤhen, rechten guten Saa⸗ men, von allerhand Farben, zu bekommen. Die Zeitigung erkennet man, wann die Hüͤlſe ſich öff net, und den ſchwartzen Saamen, welchen man an einem trockenen hellen Tage abnimmet, zu En⸗ de des Seprembris oder auch im October, in ein wohl umgegrabenes, gutes, etwas luckeres und ſandig⸗ tes Erdreich, etwan an eine Mauer, wo die Son⸗ ne hinſcheinen kan, ordentlich nach der Rahee del/ hs W00 — aſtic de/ d U ſeñ Ol, pth, Fete dalln en/ zlah odet git Wuge. e tedohen we detn auf d die gute thlt Mu ſenn ſſ Lelhfſateh uf ont Wilnan fo gabegte liffin, fhu datauf, de Aeiſ fchef fiſen möge dahh daß Und Sud⸗ das bolegh lub Gtilt (heh NI Uü Von verſchiedenen Zwiebel Gewaͤchſen. 173 —— arſaͤet„und mit guter Erde, oder abgenutzten altem Miſte, bedecket. Mit anfangendem Fruͤhling gehet der Saame he auf, welches auch wohl im Winter geſchiehet, wo Aanatz derſelbe aber vor dem Froſte mit Stroh bedecket Wlelg werden muß. bgg Das kuͤnfftige Jahr, ohngefehr um Johannis⸗ Tag, nimmt man die jungen Zwiebeln aus der Er⸗ de het de, und leget ſie, ſamt ihrem Laub, an einen trocke⸗ entz nen Ort, und ſetzet ſie, nachdem ſie abgetrocknet enſehen ſeynd, in eine reine nicht allzu fette Erde, bald wie⸗ yderum ein, worinnen die jungen Zwiebeln im a3 ten oder gten Jahre floriren, und aus der groſſen (ng Menge, die man ausgeſaͤet hat, ſich einige gefuͤll⸗ te zeigen werden, welches nicht auf den Mond, ſon⸗ ie dern auf die Arten welche hierzu geſchickt ſeynd, und 100 8 gute Verpflegung und Verſetzung ankommon Adenet thut. ινι Was nun unter dieſen Saamen⸗Blumen rar zu ſeyn ſcheinet, ſolches kan man anderſt wohin verpflantzen, und dahin bedacht ſeyn, daß langer Miſt von denen Zwiebeln allezeit entfernet bleibe. Will man aber das Erdreich mit Miſt verbeſſeren, ſo grabe alten verzehrten Miſt etwan eines Fußes tieff ein, thue gute Garten-Erde mit etwas Sand darauf, damit die Wurtzeln von denen Zwiebeln ea hinein ſchieſſen, und alſo genugſame Nahrung + faſſen moͤgen. Bey der Ausſaat ſehe man allezeit dahin, daß ſolche mit einem hellen, ſchoͤnen Tage und Sud⸗Wind befolget werde: will man aber das volle Monden⸗Licht, das Zeichen des Loͤwens tnund Steinbocks, zugleich wahrnehmen, kan ich ſol⸗ ches geſchehen laſſen, doch bitte ich nur/ auf die an⸗ 4 dere 174 Zwoͤlffte Betrachtung/ dere Weiſe die Probe auch zu machen, wo ſich dam die Eitelkeit bald ergeben/ und zeigen wird, daßtt lediglich auf den guten Saamen ankomme. Fritillaria. Fritillaria, auf Teutſch Kiwits⸗Eyer ode Schacht⸗Blum, iſt gleichfalls eine ſchoͤne undau gaatludit muthige Blume, welche mit ſchmahlen unordent⸗ lich ſtehenden Blaͤttern, eines Fußes hohen Stiſ gel treibet, woran 2. oder 3. Blumen, in Geſiul einer Tulipane, oder einer Glocke, abhangen, iit bu mtie cäee ſ ulpnnen nicht ſogerte der/ gleyene, viereckigten uͤber ſich ſtehenden weiſſen und ſchwa 12 Uet tzen Flecken, wie ein Bretſpiel anzuſehen. ſhihng helen Es giebt hiervon allerhand Sorten und Farbeh bel wogeing einfach und gefuͤllt, als da ſeynd: behng knn Fritillaria præcox, flore Koͤnig der Mohren den. Oü purpureo variegato. Necromanticus. Von Fritillaria flore luteo. Merveilleuſe. Rent 18 flore magno pleno. Iſabella nova. 10— flore nigro. India nigra. 3 paunctato. KRoſette. bh f6 flore ſulphureo.] Glaͤntzendes Monſtrum, muſbet Adore albo. Braune Crone. R Doppelte bunte. Porcellaine. paun Grand Monarque. Cineritius. 68 Viperine. Appelblæſem. Mucha e Aquitania. Parclcheur. Alexander Magnus. Merveilleuſe nova&c. Kan doͤni*̊ chübprle Koͤnig der Indien. 0 Weilen die kririllarien kleine zarte Zwiebeln ha⸗ 10 ben, doͤrffen ſie nicht offt verſetzet werden. Die Zeit aber, wann ſolches geſchiehet, iſt im Monath deptember, in welchem dieſelbe alle 3. oder 4. Jahte qus⸗ Vvon verſchiedenen Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 177 — ii 3 FRSrSEE dathchausgenommen, und bis zur Verpflantz⸗Zeit, in neinem mit trockenen Sande angefuͤllten Gefaͤſſe etten dewahret werden. Man kan dieſe Gattung Blu⸗ nen auch durch den Saamen erziehen, wie in der Ailfften Betrachtung ſud num. 1. bereits angefuͤh⸗ Jeet: Dieſer liegt in einem dreveckigten Knopff gantz ůͤglatt und roͤthlich, und wird, wie der Saame von Tulipanen, gewartet. Sie veraͤnderen ſich zwar aaicht ſo gerne in der Farbe, doch kommen ſie ehen⸗ der, als jene, zur Flor. Die ausgehobenen Zwiebeln laͤſſet man nicht uͤber gA. Tage aus der Erde, ſondern muß ſie bey einem ſͤchen choͤnen hellen Tage, 3. Finger tieff, und eben ſo dun unddveit von einander, wiederum einlegen. Die Aus⸗ )ebung kan auch im Augutto bewerckſtelliget wer⸗ cdeden: Ein ſandiger, trockner und nicht gar zu fetter —.Boden iſt fuͤr dieſe Blumen am beſten, ſie liegen gerne an Sonnen reichen und luͤfftigen Plaͤtzen, und wollen keinen langen Miſt haben, wovon ſie nur verfaulen. Einige ſetzen die Zwiebeln in irdene Geſchirre, um dieſelbe des Winters vor der Kaͤlte zu conſervi⸗ Ken. Alllein ſie kommen im freyen Lande wohl fort, dus und wann man den Froſt befoͤrchtet, kan die Erde, *mit einer Spanne⸗breiten abgenutzten Pferd⸗Miſt, Maooß oder Stroh, bedecket werden. Corona Imperialir. Corona Imperialis, Kayſers⸗Kron, wird auch Archithyrſus genannt, und ſeynd hiervon vielerley Battungen, als: Corona Imperialis flore luteo pleno. 4 flore luteo rubente. 4 flore ſulphureo. flort 1 Wr auroræ. flore rubro, folio aureo major. — 2 folio aureo minor. flore rubro, folio argenteo. fkllote rubro pleno. —flore albo. flore rubro maximo. flore rubro, mit platten Stiel. duplici& triplici corona. Alle dieſe Arten verlangen einerley Wiſſt welche kuͤrtzlich darinnen beſtehet, daß man ihnh eine gute ſandigte, etwas fette Erde, und ein Ws Sonnen reichen Ort im Garten anweiſe. Wen Im Ftuͤhling kommen ſie ſehr bald herfür, u* geben dem Garten einen recht praͤchtigen Ziekrath, es Rn Alle z. oder 4. Jahre, wann das Laub und Sten, ler gel zu verwelcken beginnet, werden die Bulben aus⸗ ſihe gehoben, und, wann ſie genugſam abgetrockget ſeynd, im September wiederum verpflantzet. Die Verpflantzung gehet wohl von ſtatten, waun 166 man an dem Orte, wo die Kayſers-Cronen hinge ſetzet werden, ein Loch eines Huts groß machet, un ten Schaaf⸗oder Kuͤhe⸗Miſt eindrucket, gule 11 Erde, mit etwas weiſſen Bach-Sande, daruͤbet ſchuͤttet, und dann die Wurtzeln am Ende deret Rabatten hinein ſetzet, ſelbige ſofort mit den Haͤle den befefitget. und oben auf z. bis 4. Haͤnde vol recht gute Erde bringet. Die Vermehrung geſchiehet, wie bey andeten Zwiebel⸗Gewaͤchſen, wann nemlich die kleine Zwie⸗ beln von der Haupt⸗Wurtzel abgebrochen, und zu wel⸗ Von den Zwiebel⸗Sewaͤchſen. 177 weiterer Fortziehung mit den anderen verpflantzet werden; doch muß man ſie ehender nicht abneh⸗ nen, biß man die alten Bulben im Seprember ver⸗ ſetzet, angeſehen die junge Zwiebeln immittels von der Haupt⸗Wurtzel noch Nahrung faſſen, und bey Kraͤfften erhalten werden. Wann die abgenommene Neben⸗Brut noch zu nEtt klein iſt; ſo kan man ſolche in ein abgeſondertes Beet beyſammen pflantzen, bis ſie groß genug er⸗ vachſen, und zu anderen Blumen gebracht wer⸗ Den koͤnnen. „deßue Zu denen Tulipanen ſoll man nicht leichtlich Sdutdiele Kayſers⸗Cronen bringen, inmaſſen die groſſe Atrweſt Wurtzeln denen herumſtehenden anderen in ihren 161Wachsthum groſſe Hinderniß verurſachen doͤrfften; Nühehe es iſt genug, wann auf der Mitte und Ende de⸗ erer Rabatten allezeit eine traͤchtige Kayſers⸗Cro⸗ de de ne ſtehe. Deus Canis, 82+ Zahn, Schof 5ß⸗Wurtz odrr Dens Canis, Hunds⸗ Alleroth Stendel⸗Wurtz, iſt von unterſchiedenen Gat, Atungen, als: WDODens Canis, anguſti ie folio, flore ex albo& purpuraſcente mixto. anguſtiore, Iongioreque folio, flore ex albo& purpuraſcente minor. anguſtiore, longioreque folio, flore 8•1 ſuave rubente. latiore, rotundioreque folio, flors candido. flore carneo.&c. M Dieſes iore, longioreq 4 8 17⁸ Zwoͤlffte Betrachtung ⸗ Dieſes Gewaͤchſe brauchet keine beſondere Wun tung, und kommet in einem mittelmaͤßigen guti Grunde wohl fort; alle 2. bis 3. Jahre hebet ma die Zwiebeln aus, und weilen ſie etwas zart ſeynd muͤſſen ſie uͤber 4. Tage nicht aus der Erde bleh ben; man pfleget ſie auch bis zur Verpflantz Zel im Sande zu erhalten; ſonſten bluͤhen die Bln men zeitig, und halten ſich nicht lang. Tri Culboſa Luſctanica. delmuheh Bringet weiſſe, gelbe und dunckel⸗blaue Bül] andl men, welche ſich der Iris Perlica vergleichen; d Wa Zwiebeln werden an einen Sonnen ⸗reichen Hl Suunalt im Garten geleget, und des Winters mit Pfüh 0 gen Miſt bedecket; die Aushebung geſchiehet alle din it Jahre, und die Verpflantzung im September wo 1 ſie dann mit angehendem Fruͤhling ihre Blumen Nudehli und demnaͤchſt den&gamen bringen werden, woraus ſie ebenfalls gezogen werden koͤnnen; Feor nige pflantzen ſie im September in Gefaͤße, ud m Gann ſetzen ſie mit andern Gewaͤchſen bey, um nach ſhet Weyhnachten die Blumen zu haben. ſep ds Iris Gulboſa Hiſpanica. e Von dieſer Gattung findet man einige kecht ſchoͤne Arten, als: Iris Hiſpanica, flore pleno. — flore luteo. — flore albo. flore purpureo. flore cæruleo. — flore luteo variegato. Sie erfordern mit der lrie Lulitceniea gleiche Aln ung/ Ven den Zwiebel⸗„Semaͤck hſen. 17³ an werden im September in eine etwas ſandig⸗ Ante gute Erde gepffantzet, und, weilen ſie ſich ſtarck „vermehren, wenigſtens al le dreygahre ausgehohen. 77 15 4 erſic 2. , Lris Perſica brin 9 zet ſeine Blumen ohne Stiel alſehr bald im Fruͤhling, we iche eweiß, braun und t mit ſchwartzen Duͤpfflein an den Blaͤttern beſetzet, und wie der G 90 eſtaltet ſeynd; die Zwiebeln vermehren ſich ſtarck, und koͤnnen mit denen Tuli⸗ unckllhepanen alle Jahre ausgehoben, und im September neczin eine gute luckere etwas ſandigte Erde an einen Sonnen⸗reichen Ort verpflantzet werden; ſollten tetz un die Zwiebeln etwa welck werden, ſo thut man die⸗ lldeſelbe in friſchen Sand legen. bedecket ſie auch des 158Winters vor der zu groſſen Kaͤlte mit kurtzem Pferd⸗Miſt. Lris ullboſa Auglica. Hiervon haben wir wiederum einige recht ſchoͤ⸗ ne Gattungen, welche zum Theil von denen Gar⸗ ten⸗Liebhabern ihre beſondere Namen empfangen haben, als: Iris Anglica flore albo. 8 foxs purpureo. florè cæruleo. tlore porcelino. ——flore lavendulæ. 3 flore variegato. — flore violaceo purpureo. tflore violaceo variegato- Blaue Camlot. La Reine d' Angleterre. M 2 Paſſe ————— Swooͤlffte Betrachtung⸗ Paſſe Merveille. Perle-⸗ Roi de Siam. Suprema&c. Dieſes Zwiebel⸗Gewaͤchſe verlanget mit denen Tulipanen und vorhergehenden Iriſſen gleicht Wartung. Sihhnrichtium. Das Sihnrichium iſt mit gelber und blauer Bll, the vorhanden; die Zwiebeln ſeynd faſt wie des Crocus gebildet, und bringen im Fruͤhling/ wie die lris Martia, oder Zwerg Iris, ihre Blumen. Mun ſetzet ſie im September in eine gute trockene undeh was fandigte Garten⸗Erde, und bedecket ſie vu dem Froſte mit kurtzem Pferd⸗Miſte. Die Zwie, beln ſeynd der Faͤulung ſehr unterworffen, dahero am ſicherſten iſt, daß man dieſelbe alle Jahr um Jacobi aushebe, und 5. bis 6. Wochen wohl ab⸗ trocknen laſſe, nachgehends aber die Neben⸗Blit abnehme, und in ein trocknes und gar nicht feuch⸗ tes Erdreich bringe. Einige verpflantzen dieſe At in Gefaͤße, und bewahren ſie des Winters an e nem luͤfftigen und warmen Orte. arciſſorum variæ Species. Deren Nareiſſen ſeynd vieler ley Gattungen ſo wohl einheimiſche als auslaͤndiſche, einfach und gefuͤlt, von Farben weiß, gelb, blau, purpur⸗ und Eittonen⸗faͤrbig c. Wie dann auch eilige ſehr rare Gattungen aus denen entlegenſten Indien und anderen Landſchafften zu uns ſeynd uͤber⸗ bracht worden, wie aus nachſtehendem Catalogs zu ſehen iſt: N Wos de beh,chts dälſlbe ig Wachſen unt Auft/ ud belnuntek He ett boſ hehung ge Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen 181 ——— Narciſſus parvus totus luteus. major totus luteus. luteus multiflorus. Emedio luteus alter. albo luteus plenus. niveus, calice flavo. albus, circulo croceo, luteo& aureo. makinilis pallidus. niveus ſerotinus. roſeus major& minor. flore variegato pleno. „ medio purpuxeus. incomparabilis. bils —— Conſtantinopolitanus. Indicus ruber. EKkricenus. *Indicus liliaceus purpuraſcens. — tertius Mathioli. — Virginianus. AZeylanicus.&c.&c“⸗. Was die ordinaire Narciſſen angehet, ſo iſt da⸗ bey nichts ſonderliches anzumercken, angeſehen dieſelbe in einem mittelmaͤßigen Erdreich wohl wachſen und fortkommen, ſie ſtehen gerne in freyer 6 Lufft und lieben die Sonne; man kan die Zwie⸗ beln unter die Tulipanen bringen, und eine Span⸗ ne weit von einander in die Erde legen; die Aus⸗ hebung geſchiehet alle 3. oder um das ale Jahr, nach Johannis-Tage, wann das Laub und Sten⸗ gel trocken iſt/ ſie wollen auch nicht allzulang aus der Erde bleiben, weſſentwegen nichts ſchadet M 3 wann 182 Zwoͤlffte Betrachtung, — ter aus der Erde hebel/ 11ſetzet. wann man ſie e und gegen den 4 Man kan die Narciſſen aͤuch aus dem Sagmeh ziehen, den man(weilen die gefuͤllten keinen Sag⸗ men tragen) von denen einfachen nehmen muß es iſt dieſer zeitig, wann er ſchwartz iſt, wo er ſſ dann abgenommen, und an einem trockenen Oi bis zur Ausſaat aufbehalten werden muß Jn Monat Auguſto bringet man denſelben eines quell Fingers tief in eine wohl umgearbeitete Erde; fol get nun nicht bald ein fruchtbarer Regen ſo muß man eine Stroh⸗Matte daruͤber bringen, ſolh mit einer Gieß⸗Kaune begieſſen, damit die Feuſh tigkeit durch das Stroh dringen, und das Ehh, ſpaͤ 6 reich(weilen alles ſtarcke Begieſſen ſchaͤdlich ſh maͤßig befeuchten moͤge. Wann kein Regen faͤllet ſo muß das Begieſ⸗ ſen alle 7. Tage auf beſagte Weiſe vorgenommel werden; regnet es aber, ſo wird die Stroh⸗Mut te hinweg geſchaffet, damit der Regen und Hiie mels⸗Thau die Erde beſchwaͤngere/ und den Sa⸗ men deſto ehender keimend mache; bey Tage, beh ullzuſtarcker Hitze; muß der Saame allemahl ge⸗ decket werden, wie weniger nicht im Winterſ wann er beginnet aufzulauffen; doch kan derſele einen kleinen Froſt wohl ausſtehen; iſt er aber ei mahl gedecket worden, ſo durff man die Bedeckunz vor dem halben Martio nicht abnehmen, damit dit! Froſt keinen Schaden zufuͤge. Sothaner Saame wird 2. Fahr in der Elde gelaſſen, und vom Unkraut fleiß'g gereiniget), de erſte Jahr leget man zwey Finger dicken verzehrteh Miſt darauf, decket die Pflantzen des Winters 10 Ule Von Veſhederdt A R fuan ft mer en ffatl: U ihte Wubel Dus db laſſen, 15 ederun l f IAA. Vutiſeo C eu,yrd te Ste, Ud Shen dh ge gleche Bu Witda hennel, Mun ſitth Hechgelb, ſitbig f Die hlatz Die blaßh⸗ in Buätten ſchtt, ſche ls de 00 Von den Zwiebel Gewaͤchſen. ksz — gdie ſchneidende Winde, und hebet ſie das zweyte Jahr, um die Helffte des Julü, aus der Erde, wo eman ſie 4. bis 5. Wochen in einem luͤfftigen Zim⸗ nbemer abtrocknet, und in gute Erde wiederum ver⸗ woflantzet; um das ate oder zte Jahr tragen ſie Lls Ihre Blumen, welche aber noch nicht groß ſeynd; das Laub wird gemeiniglich an denen Zwiebeln ge⸗ gaſſen, und ehender nicht abgenommen, bis ſie gviederum verpflantzet werden. re Narciſſur Conſtantinopolitamus. Narciſſus Conſtantinopolitanus, Straus⸗Narciſ⸗ men, ſeynd von allerhand Arten; floriren fruͤh im JFahre, und haben mit denen Tazetten(mit wel⸗ „ben ich glaube, daß ſie einerley Gattung ſeynd) gleiche Wartung Narciſſus incompanabilis. Wird auch non pareille oder die unvergleichliche Rheetgenennet, weilen ſie groͤſſer als die andere iſt; die Alrten hiervon ſeynd unterſchiedlich, als Gold⸗gelb, bleich⸗gelb, weiß, Citronen⸗ und Pomerantzen⸗ faͤrbig ꝛc. ſie begehren eine mittelmaͤßig⸗ ſandigte Erde, wie die Kuͤchen⸗Kraͤuter, und wollen wie die ordinairen Narciſſen gewartet werden. Blaß/ gelbe Narciſſen Die blaß⸗gelbe Narciſſen, mit krauſen getheil⸗ Iaten Blaͤttern, werden an beſten in die Gefaͤſſe ge⸗ ſetzet, ſtehen gerne in einer etwas magern Erde, und iſt ihnen die ſtarcke Sonne ſehr zuwieder; das Begieſſen darff hierben nicht vergeſſen werden, und iſt hoͤchſt⸗noͤthig, daß man alle zarte Arten Wal(als die Spaniſche ſeynd) vor dem Regen beſt⸗ 11L M 4 woͤg⸗ 84 Swoͤlffte Betrachtung, moͤglichſt bewahre, welches bey angehender Bfß the, wann die Knoſpen noch verſchloſſen ſeynd, nicht auſſer Acht zu ſetzen iſt. Es muͤſſen alſo de Gefaͤſſe an einen troekenen Ort gebracht werden, wiedrigenfalls ſie nur verderben und elende Bl men bringen. Herbſt⸗Narciſſen. „Die Perfiſchen Narciſſen floriren im Herblſtz im September und October; die groſſe Herbſſ Narciſſen können viel Hitze leiden, und muß de Voden nicht zu fett ſeyn; dieſelbe nehmen groffn Platz ein, dahero ſie nicht allzu nahe gepfaſtl werden ſollen. Marciſſas nobilir. Traͤgt viele niedrige kleine Blumen auf einen Stengel und bluͤhet im Majo gelb und weißzmaß ſetzet ſie in mittelmaͤßigen Grund, und hat die Wartung von denen gemeinen Nareiſſen nicht beſonders. NVurciſſas tertius Mathioli. Dieſe Nareiſſe traͤget auf ihrem Stengel io, bis 12. weiſſe Blumen, welche 6. lange und ſchm⸗ le Blaͤtter haben, welche in Geſtalt eines Steunz abgetheilet ſtehen., dieſe Blaͤtter ſeynd am Ralde ſchwach und zart, und halten ſich nicht lang; wen len auch die Zwiebeln leichtlich faulen, ſo werden ſie in Gefaͤße geſetzet, wo ſie der Kaͤlte auch beſſtf wiederſtehen; die Erde ſoll aus verfaulter Holz⸗ Erde mit gutem Garten⸗Grunde und weiſſen Bah, Sand vermiſchet ſeyn, worinnen dieſelbe fteudi wachſen/ und ſich haͤuffig vermehren. Indig vond — 7 Dtchhdia ſhheh feth n f0 werdeldel ein rerde hietmntbil hat, Ah l Mgiian (d⸗ Wachgzet cüdgeomn Edde beth in gute ut Venn de6 ſuch de g flb da ſthn Nereila Von den Zwiebel⸗Sewaͤchſen. 185 —— Indianiſche Narciſſen. Die Indianiſche Narciſſen ſeynd gleichfalls ver⸗ ſchiedener Gattungen, und ſehr zart, muͤſſen da⸗ Ahero in Gefaͤſſe, in eine gute ſandigte und leichte Erde gebracht werden, worinnen ſelbige, aller an⸗ wendenden Muͤhe und Sorgfalt ungeachtet, ſehr klein werden, und zu vergehen pflegen, daß man nk hiermit viele Muͤhe und wenigen Nutzen zu hoffen „unchat, doch will einige Arten namhafft machen. Narciſſius V. inginianus. Virginianiſche Narciſſen ſeynd Anfangs weiß, und nachgehends hell⸗roth, werden im Auguſto ausgenommen, und, weilen ſie nicht lange aus der Erde bleiben koͤnnen, bald wiederum in Gefaͤße, in gute luckere Erde verpflantzet, oder aber bis zur Verpflantz⸗Zeit in trockenem Sande bewahret, und des Winters gantz trocken erhalten, wie dann auch die nachfolgenden gleiche Wartung erfordern, als da ſeynd: Narciſſus Indicus totus ruber. Indicus liliaceus flore purpuraſcente. SↄFphaæricus. gZuertii, oder Suerto-Colchicum. *ndicus puniceus. Indicus autumnalis maximus,&c.&c.&c. Welche den gantzen Sommer einen recht warmen Ort haben, und des Winters in einem luͤfftigen warmen Behaͤltniſſe auf das allerſorgfaͤltigſte con⸗ ſeryiret werden wollen. M 5 Nar- 186 Zwoͤlffte Betrachtung Ee c Narciſſaus 2 lanicur. Iſt eine curieuſe Blume, welche ebenfalls die Kaͤlte nicht vertragen kan; im Monat September pflantzet man die Zwiebeln in Blumen⸗Cefaͤße in eine etwas ſandigte, luckere und gute Erde, erhell ſie, wie die vorigen, des Winters ohne Bewaßt 7 6 8 R FMArt N ſerung; die Blum iſt weiß, mit ruckwaͤrts gebos( genen ſpitzig zulauffenden Blaͤttern, und inwendi, e gen blauen und geiben Zaſern; das Laub aber velk fi gleichet ſich dem Hyacinthen⸗Laube, und werden die Zwiebeln gemeiniglich nach Jacobi ausgeho⸗ ben. Wer begierig iſt, mehrere Arten ſo wohl India⸗ niſcher als anderer Narciſſen zu ſehen, der beliehe den in der Garten⸗Wiſſenſchafft ſehr beruͤhmten ſ Jeſuiten, Patrem Joh. Bapt. Ferrarium(ꝗq) nachzut ſchlagen, woſelbſten er ſein Vergnuͤgen verhoffent lich finden wird. Jonquillen. Die Jonquillen ſeynd ungemein ſchoͤne Blumen, von Farben weiß, gelb und roth, die gefuͤlten aber ſeynd am allerſchoͤnſten, und tragen 2. his 3. herrliche Blumen auf einem Stengel, mit einem lieblichen und ſuͤſſen Geruch: ſie werden in Geſaͤße und in das Land verpflantzet; mit denen gefuͤllten iſt es faſt am ſicherſten, daß man dieſelbe hier zu kLande in Gefaͤße bringe, zumahlen es nicht wohl zu verantworten ſeyn wuͤrde, wann man eine de⸗ nen Augen und dem Geruch ſo angenehme Blume in dem Lande vom Froſte verderben laſſen ſolti doch 0 Libe. 11. de Flor. Cap.U. + Hen Stub durfftund beln dabbt hen; max Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 187 doch kan man einige auch im Lande laſſen, und Aägdes Winters, wie bey denen Ranunculen, Ane⸗ zmonien und Hyacinthen gemeldet, bedecken. Die Erde muß gut, lucker und etwas ſandigt gSeſeyn, und iſt ſehr wohl gethan, wann man den IuBoden eines halben Fußes tieff ausgraͤbet, und 344. bis 5. Zoll tief alten abgenutzten Miſt einleget, ar angund die Erde wiederum darauf bringet, zumahlen laͤsdieſe Blumen zwar einen fetten Grund lieben; wobey doch dieſes anzumercken iſt, daß das Spa— tium oder der Ort, wo die Jonquillen zu liegen kommen/ etwas mager und ſandigt ſeyn, wie der finnreiche Ferrarius angemercket; oben auf der Er⸗ „de aber kan man alten verzehrten Miſt bringen, und ſolche, wann es trocken iſt, begieſſen. Die in Gefaͤßen ſtehende Jonquillen werden den Winter uͤber in einer luͤfftigen nicht gar zu war⸗ men Stube erhalten, und nur zur hoͤchſten Noth⸗ durfft und zwar dergeſtalten begoſſen, daß die Zwie⸗ beln davon nicht benetzet werden und verfaulen moͤ⸗ gen; man beleget die Erde zu dem Ende mit ein wenig Schnee, dder, welches noch beſſer iſt, be⸗ feuchtet nur den Rand derer Gefaͤße mit ein we⸗ nig lau⸗warmen Waſſer, daß die Zwiebeln die Feuchtigkeit nur von ferne fuͤhlen moͤgen. Es werden die Jonquillen insgemein um St. J6⸗ I hannis-Tag aus dem Lande genommen, man le⸗ get dieſelbe mit Laub und Wurtzeln an einen tro⸗ ckenen Ort, und wann alles abgetrocknet iſt, ma⸗ chet man die Zwiebeln rein, um ſie gegen den Se⸗ ptember hinwiederum zu verpflantzen. Einige heben die Jonquillen ſpaͤter aus, und ſe⸗ —ben ſie im September allezeit wiederum ein, wel⸗ che zZwoͤlffte Betrachtung/ che Manier nicht zu tadeln iſt; die junge Brut len — ſoll uͤber 8. Tage nicht aus der Erde gelaſſen wer⸗ ten ler den; alle Jahre brauchen die Jonquillen auch nicht 1 ausgehoben zu werden, ſondern es kan alle 2. oder 3. Jahre geſchehen die in denen Gefaͤßen aber nimmt man aus, wann man die junge Neben⸗ Brut abnehmen will. Alle Jonquillen werden 3. Finger tief verpflan⸗ tzet und thut die ſpaͤte Herbſt„Jonquille beſſer in freyen Lande als in Gefaͤßen gut. Taffelten. Die Taxetten oder Taſletten ſeynd gleichfalls ein Auszug recht vollkommener ſchoͤnen Blumen, weiß, bleich, gelb, Schwefel⸗gelb, gefuͤllt und einfach, mit 4. 6. 8. 12. biß 16. Blumen auf einen Sten⸗ gel, welchen allerhand Namen von denen Hollaͤn ſn das dern und Hamburgern beygeleget werden, worun ſe weit vor ter nachgehende die beſten ſeynd: Belle Nobleſſe. Julius Cæſar. Imperatrice nova. La Reine. Triomphante. Soleil d'Or. Semiramis. Pulchra. Roi d' Angleterre. Reine d'Angleterre. Auditeur. Coronne Royale. Multiflora nova. Medio luteo, calice pleno. Merveilleuſe. Simonis primus. Simonis ſecundus. Algier major. Algier minor. Aſter major. Chef d' Quvrier. Groſſe Mogol. Gulden Vließ. Janitſcharen Aga. Ornat flore pleno. Sultan flore pleno. Orpheus Reſcht ſe ölakete ſoh fas an eler Uuſten obe n das Land Gatten⸗E ſert wordel Cs haben t heer zu h, betpff HNoremd amäßigel Ptern, helſte d das Lan mllftge n far Afitgegch Unde Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. E u Orpheus flore pleno. Midas. Turban d' or. Minerva. uperba nova. Pallas. Srandeur Royale. Daphne. Memorable. Favorite. Don Carlos. Grand Monarque. Baſelman major. Reine d' Eſpagne. Pyramide. Baſelman minor. perle d' Amour. Avanturier. La Mignone. Etoile d' Or. Mercurius. Perfecta. Die ſehr ſchoͤnen Gattungen kan man in Gefaͤße VBugin luckere ſandigte Erde bringen, und des Win⸗ Iusters an einem luͤfftigen warmen Orte aufbehalten; ſaſonſten aber ſetzet man die Talletten gemeiniglich uain das Land, 3 bis 4. Finger tief, und eine Span⸗ ane weit von einander, in eine gute Wieſen⸗oder Garten⸗Erde, wie bey denen Ranunculen erin⸗ nert worden. 8 Es haben dieſe Blumen die Unart an ſich, daß ſie hier zu Lande gerne ausarten; deme vorzukom⸗ men, verpflantzen einige die Zwiebeln zu Anfang ades Novembris in beſagte Erde, bewahren ſie vor uͤbermaͤßiger Naͤſſe und Kaͤlte mit Laͤden oder Brettern, und nehmen ſie auf das laͤngſte gegen die Helffte des Julü wiederum aus der Erde, ſchnei⸗ den das Laub glatt ab, und laſſen die Kiele in ei⸗ nem luͤfftigen Zimmer, wo die Sonne nicht hin⸗ A ſcheinen kan, abtrocknen, welches das eintzige Mit⸗ αάα tel fuͤrgegeben wird, dieſe Gattung Blumen hier zu Lande zu erhalten. Tubere 190 Zwoͤlffte Betrachtung 8 R Zubero Indica, flore violaceb. Iſt ein uͤberall noch nicht bekanntes Blumen Gewaͤchſe, deſſen Zwiebel oder Bulben jaͤhrlich oder laͤngſtens alle 2. Jahre ausgenommen, und in eine luckere etwas ſandigte Erde verpffantzet, und des Winters bey andern dergleichen Gewaͤch ſen gantz trocken erhalten werden. Die Bulbeh vergleichen ſich einem Erd⸗Apfel, und ſeynd braͤuſ lich, der Stengel aber hat viele Knoten und M⸗ ben⸗Aeſte, woran im Aprili Viol⸗ blaue Blum zum Vorſchein kommen. Tulipanen. ftlen ſo! Deeaklu chUnd 9 fthlahende f1 5 65 99 fh, Ole) Es hat unter denen Blumen keine die Gemſ ſguen G ther der Menſchen mehr an ſich gezogen, als ebeh die Tulipanen, weilen ſich Leute gefunden ha⸗ ben, welche eine eintzige Zwiebel fuͤr mehr als hun⸗ dert Gulden bezahlet; ſo gar, daß die Hol⸗ laͤnder im abgewichenen Seculo hiermit einen Han⸗ del wie mit Perlen und Diamanten treiben wol⸗ len, welches ihnen aber durch ruͤhmliche Vorſorg derer Herren General⸗Staaten, vermittels ang⸗ ſchlagener Straff⸗Befehle, gar ſtarck verboleh ſ worden. Heutiges Tages iſt der Eifer etwas verſchwug 8 den, und muß(wie ein gewiſſer Autor redet) die Urſache ſeyn, daß die in allen ihren Thun und Laſſen veraͤnderliche Menſchen die Tulipanen ent⸗ weder ſo hoch nicht mehr achten Zoder aber die Augen des Verſtandes eroͤffnet und geſehen, wat fuͤr eine grauſame Thorheit es ſeye, an eine del Veraͤnderung, Faͤulung und andezen widrſhh n haguett Di ſaguen Du hagueit öte Füf ſgreable Rard non Tor borielt. Huden N Multis. Diect Mre Crand une Meulätor Honnez Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 19t Unfaͤllen ſo ſehr unterworffene Blume ſo viel zu daleuz verſchwenden. Die Gattungen derer Tulipanen ſeynd ſehr zahl⸗ erureich, und giebt es fruͤhzeitig⸗ mittelmaͤßig⸗ und Guſpaͤt⸗bluͤhende, es iſt auch eine Art, welche man 7 2 Baguetten nennet, und ſehr hohe Stiele und uͤber⸗ N aus groſſe und wohlgeſtalte Blumen haben, wel⸗ oche auch noch zur Zeit am rareſten und theuerſten Nunnſeynd. Die Namen ſeynd folgende: Baguetten. Baguett aigle Imperial. Baguett 8 Baguett Belle Etrangere. funBaguett Cron der Moh⸗ ren. Baguett Diadem. 170 Baguett Duc de Florence. R0 Baguett Srand Monarque. n Fruͤhzeitige und ſpaͤte Tulipanen. AAgréable. 7 Bilard non pareille. — Biſard aurora. Riſard Mercur folio ar- genteo. thatlDuc de Crecqui. Clorioſa. Gulden Vließ, foliis ſtriatis. picot Aſtrea. Grand amoureuſe. Speculator. LHonneꝶ du Jardin. Baguetten. Baguert Grandeur. Baguett incomparable. Baguett Kayſer Carl. Baguett König von En⸗ gelland. Baguett Royal. Baguett Suprema&c. Incomparable favorite. Mandarus. Koͤnig William. Biſard von Jeruſalem. Biſard Royal. Violett de France. Brlard König von Perſien. Biſard Kayſer von Japon. Biſard ſemper Auguſtus. Biſard Beller ophon. Biſard Roſa magnifique. Biſard Ambaffadeurkopal. Biſard Grand Cairo. Biſard 192 Biſard Ganymedes. Biſard admirable. Biſard magnificence. Biſard Regina florum. Biſard Koͤnig von Java. Picott Ambaſſadeur. Picott Belle Helene. Picott Belle aimable. Picott Imperial. Picott incomparable. Picott Soleil Royal. Monſtroſa glorioſa. Monſtroſa Roye al. Monſtroſa flore luteo. MonſtroſaBiſard peroquet Monſtroſa flore rubro. Diomedes. Kayſer Carl. Leopoldus. Maria Regina. Koͤnig Salomon. Apollo. Cæ ſar. Briſitout. Hippocrates. Grand Triomphe. Darius. Agrippa. Aigle noir. Belliſſime. Merveille d'Amſterdam. Merveille d'Amour. Mon plaiſir. Zwoͤlffte Betrachtung R Pro Patria. Samſon. Sigismundus. Feu d Empire. Superintendent folio ſtriato. Superbe plumage. Printz Eugenius. Grand Jupiter. Monſtrum von Holland. Foudroyante. La Majeſtueuſe. Diamant Royal. Eremita ge. Duc de Luremboug. Duc de Bourbon. Belle Fleur. Hof von Verſailles. Cardinal primas. Miroir. Miniature. La Conſtance. La Furieuſe. Hochmuͤthige Juno, Bel Quvrage. Hal bit Royal. Senator. Soliman. Supra Modum. Gefullte Vot E‚f Püppelke Ke 6 heſ ſute ſich i13 8⁰⁰ h1 Recchtau g f0 echen 8 hiervon k Weleer n und Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 193 ——— “GSGefüllte. CSefüllte Doppelte Roi de Erance. Doppelte Non plus belle. Cedo nulli. Amperator. * RRoſe magnifique Ingarnat Mlerveille. Vioolet und weiß. Pretioſa. Ioiſon d' Or. EMarcusAdamus,— Hlabelle. Gratioſa.—FraͤuleinFrantz Ameœna.„ Victoria. —— Printz Eugenius gGupereminent. SGrand Prior.—Prodigieuſe. Mon Cœur.„Admiranda, Dieſe und andere Tulipanen mehr ſeynd von un vergleichlichen ſchoͤnen Farben, und werden die Biſarden und die ins weiß und violet gemiſchten in groſſem Werth gehalten, die gantz ſchwartz und Himmelbsblaue aber ſollen die allerkoſtbarſten ſeyn; ſo jedoch von dem Gesnero, dem erſten Erfinder derer Tulipanen, nicht geſehen, weder von dem Cluſio, einem curieuſen Liebhaber dererſelben, ge⸗ funden, noch von dem Hondio, derer Tulipanen *reicheſtem Beſitzer bewundert, weniger aber von dem Sw/ertio, de Bry, Beslero und anderen Blu⸗ Hmen⸗Freunden jemahlen angetroffen worden, daß alſo beſagte zwey Arten von vielen heutiges Tages noch in Zweiffel gezogen werden, inmaſſen alle die⸗ jenigen Tulipanen, welche fuͤr ſchwartz- und Him⸗ mel⸗blau ausgegeben werden, wohl etwas von der⸗ gleichen Farben an ſich haben, in der That aber hiervon weit entfernet ſeynd. Weilen die Tulipanen die Koͤnigin derer Blu⸗ men und das We des Fruͤhlings genen⸗ Hek Zwoͤlffte Betrachtung⸗ net werden, und in der Welt ungemein groſſe Leeb⸗ haber gefunden haben; ſo iſt kein Wunder, daß gantze Folianten und Buͤcher hiervon geſchrieben worden, in welchen die allergeringſten Abtheilun⸗ gen an Blaͤtter, Stiel und Wurtzeln, mit weil⸗“ ſchweiffigen Rodomontaden dargeſtellet werdenz allein es ſeynd mehrentheils lauter großſprecher⸗ ſche Prahlereyen, wodurch der an ſich leichte An ſekn Auffaltel 0 1. 4 90 Mheſten In * Wonmete bau dieſer Blumen dergeſtalten verwirret wird/ ſuh die daß man lieber alle Tulipanen haſſen und aus dem ulff ele⸗ Garten verbannen ſolle, als ſich in einen ſolchen Abgrund ſo vieler Sorgen und Anmerckungen hin⸗ ein zu ſtuͤrtzen. Kurtz von der Sache zu ſprechen, ſo werden die Tolipanen durch die Setzlinge, durch die Senckee und den Saamen haͤuſſig vermehret, welcher waum er(wie oben angefuͤhret worden) in Brandtideil oder Menſchen⸗Blut eingeweichet wird, recht Wunderns⸗wuͤrdige ſchoͤne Blumen herfuͤr blil⸗ gen ſoll. Ehe aber zur Vermehrung derer Tult panen ſchreite, wird noͤthig ſeyn, von der Beſchaf⸗ fenheit des Erdreichs einige zulaͤngliche Anmerckul⸗ gen zu geben. Die Erde, worinnen dieſe Zwiebeln zu ſtehen kommen, ſoll nicht zu fett, nicht zu mager, nicht zu trocken, noch zu feucht und waͤſſerigt ſeyn/ al⸗ geſehen der fette und naſſe Boden eine Faͤulung machet, oder aber Urſache iſt, daß die Zwiebeln ſtarck um ſich wuchern, mithin durch Zertheilung derer Kraͤfſte die ſchoͤnen Farben auf einmahl bel⸗ ſchwinden werden; wie dann auch eine mit fti ſchem Miſt angefuͤllte Erde höͤchſtſchaͤdlich iſt, guslſ Urfache, weilen eine Menge Wuͤrmer in dem 0 f . Debdddt. inget iſt/ ſtanden, h flben man I Kraut nh hetzeh Fand, vok beſagter Ren, gelh undetn⸗ At Blun Mebelcher Die Nutſ dehenh Jr fl,ſogem Adente — Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 19 ſich aufhalten, welche die zarten Zwiebeln angreif⸗ fen, foiglich vieles Unheil verurſachen. Eine ſandigte und leichte Erde iſt dahero den mehreſten Zwiebel Gewaͤchſen am vortraͤglichſten, bund kommet einer ſchweren Erde wohl zu ſtatten, Anen wann man derſelben mit verzehrten Pferd⸗ oder Aan Kuͤhe⸗Miſt zu Huͤlffe kommet, abſonderlich wann ng dieſe wohl umgearbeitet, und alle S. oder 14. Ta⸗ Aindeige durch die Horde geworffen wird, damit durch die Lufft alle Faͤulung, Schimmel und Rauhigkeit tabgehalten, und alle Wuͤrmer, welche ſonſten in Munerttdem Miſte ſeynd, hierdurch zuruͤckgetrieben, und ermittels derer Sonnen⸗Strahlen getoͤdtet wer⸗ Reechen, ſs Wen. Die Erde, welche an einem beſonderen Ort ge⸗ huͤnget iſt, und in welcher niemahlen Tulipanen Meſtanden, hat vor aller andern den Vorzug, wes⸗ t whalben man die Erde nehmen kan, worinnen Kohl nſeund Kraut geſtanden iſt; dieſe menget man mit eun kantz verzehrtem Kuͤhe-Miſt, auch mit ein wenig eSand, vor beſorgender Faͤulung; wann ſelbige (Enun beſagter maſſen gemenget, etlichemahl umge⸗ zraben, geluͤfftet, und auf die Rabatten/ oder ei⸗ Agttgen andern Ort, gebracht worden, ſo darff ein cu⸗ Lurtieuſer Blumen⸗Freund an luſtigem Anwachs aller Zwiebel⸗Gewaͤchſe keinen Zweiffel tragen. Die Aushebung derer Tulipanen geſchiehet, wie ehy denen Hyacinthen, alle—oder auf das hoͤchſte ,FJahr, wann Laub und Stiel welck und trocken νι, ſo gemeiniglich nach Jacobi zu geſchehen pffe⸗ gbet; der Tag darff nicht zu heiß ſeyn, noch weni⸗ cer ſoll die Sonne die ausnehmende Zwiebeln be⸗ Icheinen, als welche hiervon verwelcken, und dem 4 N 2 unſehl⸗ 196 Zwoͤlffte Betrachtung unfehlbaren Untergang unterworffen ſeyn weſ f den. Die ausgenommene Zwiebeln bringet man in eine ſchattigte jedoch luͤfftige Kammer, breitet ſie ſ daſelbſten wohl aus, und trocknet ſie ab/ wo man nach Verlauff ein paar Monate dieſelbe reiniget, und zu Ende Octobris mit einem anſcheinenden hellen Tage wiederum in das zubereitete Land ot⸗ dentlich nach der Schnur 3. Finger tieff und eben ſo weit von einander verpflantzet, welches ich von denen gemeinen Tulipanen gar gern palſiren laſſez hat man aber von denen ſchoͤnen Hollaͤndiſchen, ſo iſt eine ohnumgaͤngliche Nothwendigkeit, daß man ſolche alle Jahr, und zwar fruͤhe in medio lu⸗ nii, da die Blaͤtter noch gruͤn und lebhafft ſeynd, aushebe, mithin das Laub uͤber der Zwiebel ab⸗ ſchneide, und in einem luͤfftigen Zimmer abtrock⸗ nen laſſe, wodurch man die Zwiebeln eben ſo ſchoͤn und geſund als die Hollaͤnder erhalten wird. Nach geſchehener Abtrocknung bewahret mag die Zwiebeln in einer Schachtel, und muͤſſen boh der Verpflantzung daran der Bart und die obel⸗ ſten braunen Rinden abgenomwen werden; und obwohlen die Tulipanen ziemlichen Froſt vertragen koͤnnen; ſo iſt doch nicht auſſer Acht zu ſetzen, daß man die auſſerordentlich⸗ſchoͤne und rare Holläͤh⸗ diſche Zwiebeln vor eindringender Kaͤlte und Ri⸗ gen⸗Wetter, wie die Ranunculen und Anemonien, mit trockenem Laub, Brettern und Laͤden verſehe⸗ welche den Winter hindurch ſehr wichtige Dienſte thun; wobey aber hauptſaͤchlich zu bemerckenda das Ruck⸗Brett oder das hintere Theil allezeit hoͤ⸗ her als das vordere ſeye, und abhaͤngig 2 muͤſ⸗ V06 —— ſſe/ danit J0hen fe t haben en in E 6 ff geſe luc die Sek Sgamen N Schl Eclen he UllAlſch⸗ ohlg untel 10l J. Jol laſchoftt.d 1d Woun ſahr, aus ken. Mit den d hierdth an Sutge Erde be Ade Augut 0 der 8 e contl Malethan facten⸗ htſo kich dern hie Mutet ger von deßen f+ 15 5yſchaͤtz, Ihe h. Oalnit Atur; 4 Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 197 ſgmuͤſſe, damit der Regen abziehen koͤnne: welches ch einem jeden, der dieſe Blumen in Ehren haͤlt, dze meliori recommendiret, und dieſes annoch er⸗ ennert haben will, daß man die beſten Arten nie⸗ nahlen in Saamen gehen laſſe. Adahe Es iſt geſagt worden, daß ſich die Tulipanen Adtgurch die Setzlinge, durch die Sencker und durch elkenden Saamen vermehren. lalt, Die Setzlinge wachſen an der Hanpt⸗Zwiebel Ewelhsgur Seiten her, und werden der junge Anwachs an guthder Abſetz⸗Zwiebeln genennet; die Sencker aber en Helgwvachſen unten an denen Zaſern derer Tulipanen ecdtz, ber 3. Zoll tieff in der Erde, und haben die Ei⸗ hertzenſchafft, daß ſie tieff in das Erdreich ſincken, tänd wann ſie nicht jaͤhrlich, oder um das zweyte Fahr, ausgehoben werden, ſich endlich gar ver⸗ n Zunnlieren. llt Mit denen Abſetz⸗Zwiebeln wohl umzugehen, dind hierdurch die Tulipanen zu vermehren, ſo muß 58 dnan Sorge tragen, daß dieſe nicht allzulang aus der Erde bleiben; man ſetzet ſelbige dahero um das Ende Auguſti in zubereitete gute Erde ordentlich nach der Schnur, und wann man hiermit alle „Jahre concinuiret, wird man eine ungemeine Flor „Aatdon allerhand recht raren und ſchoͤnen Farben zu Ihbewarten⸗haben; zumahlen dieſe Abſetzlinge ſich lothicht ſo leicht als die Haupt⸗Zwiebeln ausarten, Anſondern vielmahlen viel ſchoͤnere Blumen, als die I„Mutter geweſen, bringen werden; dahero ſie auch edon denen Kennen faſt hoͤher als die alte Zwiebel Igeſchaͤtzet, und nicht ſo leicht hinweg gegeben wer⸗ Mnden. Damit ich mir aber mit demjenigen nicht wie⸗ N 3 der⸗ E 9997 Zwoͤlffte Betrachtung derſpreche, was oben in der roten Betrachtung von der Neben-Brut geſagt worden, nemuch t ͤ daß man die Tulipanen zu vermehren, allererſt im September, wann Tag und Nacht gleich iſt, el, ſtrraber bige ausheben, und die Abſetzlinge hinwieder mit ſy erſtem einpflantzen ſolle, ſo iſt zu wiſſen, daß zweyerley Avten der Aushebung beſchrieben wes— den; die eine, welche im Auguſto, die andere abeſ, welche im Seprember geſchiehet, wovon man die anſtaͤndigſte erwehlen kan. Durch den Saamen die Tulipanen zu erziehen, gehet etwas langſam und muͤhſam her, allein die aufgehende neue Arten recompenſiren die Gedul und aufgewandte Muͤhe, und iſt dieſes das ſicher⸗ ſte Mittel, hierdurch gantz neue noch nie geſehene Arten zu eriangen, welches die Hollaͤnder und nunmehro auch die Teutſchen Gaͤrtner mit guten Nutzen zu practiciren wiſſen. Wer nun aus dem Saamen die Wunder dit Natur betrachten will, der ſammle ſolchen thels von fruͤhen und ſpaͤten Tulipanen, welche ſchlecht⸗ blaß Columbin⸗faͤrbig ſeynd; von deneh weiſſen mit blauen Naͤgeln kan man auch einige nehmen; den Saamen von geflammten, buntel und ſchattirten Tulipanen wollen einige verthelf ſen, wie atich von denen Bilarden, welchem Vot⸗ tenget Mere ne. aſe an eit ſhade datal WerWolnt be in Bach Pere hüt Und beh s, öde leler, wel ribuiket. Wann! an ihn F geſet und 0 man de Aih, daß Ehnittlau Iqh det Wetglaube Mle,gecche geben aber andere mit gutem Grunde wiederſple⸗ Hothetu chen. Raß ſienge Von den Tulipanen, welche gelbe Naͤgel ha⸗ nhengen ben, ſoll der Saame niemahlen genommen wele genahen den, weilen dieſe eine Mattigkeit anzeigen, und müſſen, den Glantz derer Farben betaͤuben. 4 F5885 Oase Den Saamen nimmt man bey einem ſtillen 900 Uumend le Actyö4 1 Von den Zwiebel⸗Sewaͤchſen. 199 hellen Tage ab, wann er zeitig iſt und die Huͤlſen ſich oͤffnen, und verwahret ihn, wie oben in der .zehenden Betrachtung geſagt habe; im Monat deptember ſaͤet man denſelben in gute leichte Erde, welche mit gantz verzehrten Kuͤhe⸗Miſt und Sand „untermenget iſt, an einen luͤfftigen warmen Ort. Andere nehmen lange ſchmale Kaͤſten, und ſe⸗ utzen ſie an eine Mauer in die Erde, daß die Nord⸗ Ateun Winde darauf nicht fallen koͤnnen, das Erdreich aber, womit die Kaͤſten gefuͤllet werden, ſoll aus aagzverfaulter Holtz⸗ und Kuͤhe⸗Miſt⸗Erde mit etwas egweiſſen Bach⸗Sand vermenget ſeyn. Andere hingegen ſaͤen den Saamen in Geſchir⸗ nenre und bringen ſie des Winters in ein Gewaͤchs⸗ bahHaus, oder in eine luͤfftige Kammer, oder in den HelsKeller, welches zu baldiger Bluͤthe gar vieles con⸗ Eurma t cribuiret. Wann der Saame ausgeſaͤet worden, bedecket n nman ihn Fingers dick mit abgenutztem Miſte, be⸗ ule ſs gieſſet und reiniget die Erde fleißig vom Unkraut, ]o man denn mit ankommendem Fruͤhling ſpuͤren eedn wird, daß die jungen Tulipanen in Geſtalt des unent Schnittlauchs aufgehen werden. Aun: BHBey der Ausſaat binden ſich einige faſt bis zum e Aberglauben an den Monden⸗Wechſel und Him⸗ d mels⸗Zeichen, und laſſen offtermahlen durch ihre Thorheit und Einbildung die beſte Zeit verſtreichen, daß ſie nachgehends, um den Saamen nur unter⸗ %% zubringen, in Wind und Regen und andern Un⸗ gemachen des Wetters ihre Arbeit verrichten uu muͤſſen. Das erſte Jahr werden die aus dem Saamen ksmmende kleine Bulben groͤſſer nicht als eine Linſe N 4 oder 2 Zwoͤlffte Betrachtung oder Erbſe, welche ſodann bis ins kuͤnfftige oder dritte Jahr in der Erde gelaſſen, und von dem Unkraut immerfort rein gehalten werden muͤſſen; wiewohlen einige vorgeben, daß es beſſer ſeye, daß man die geſaͤeten Tulipanen gleich das erſte Jahr verſetze; ich aber bleibe bey dem zweytenJJahn in welchem die jungen Zwiebeln ungefehr nach e⸗ hannisoder Facobs⸗Tag aushebe, wann dieſelbe nicht mehr wachſen, und das Laub beginnet well zu werden. Wann die jungen Zwiebeln ausgenommen wor⸗ den, muͤſſen ſie uͤber 14. Tuge nicht aus der Etde bleiben, ſondern in friſchen Grund und Boden wiederum eingeleget werden; einige aber erhalten die jungen Zwiebeln bis zur Verpflantz⸗Zeit in ſriſchem Sande, an einem luͤfftigen Ort oder Zim mer, doch muß man ſich auch huͤten, daß di⸗ Schimmel nicht an die Zwiebel komme, und eine Faͤulung nach ſich ziehe. Wänn dieſes alſo befolget worden, muß mag im Auguſto die kleinen Zwiebeln oder Bulben ſi die Garten-Erde bringen, und iſt wohl zu bemen⸗ cken, daß man dieſelbe alljaͤhrig verſetze, wodulth ſie viel groͤſſere und ſchoͤnere Blumen bekommen werden; wem aber die Muͤhe zu ſchwer faͤlet/ der kan ſie liegen laſſen, und die Bluͤth⸗Zeit en⸗ warten, und wird alsdann luſtig anzuſehen 1 Fuſen zu Aſcrotdent föMcgru lher, ſe ſt. „Want Ael/ I öe eldel fichnet. pahen, ſat Ind mach⸗ ReEtde, ehierdu ſilkende Vann ben mi en faſſe 1 ſeyn, wie wunderbar die Natur in denen geſaͤeten deketund Blumen ſpiele, weilen unter einer groſſen Anzahl ͤe Gebe vielmahlen keine 3. bis 4 geſunden werden, welchel Auſthen un Farben einander gleich ſehen. Stengel Ob nun dieſes zwar der eintzige Weg iſt, A unſererg neuen Arten von Farben und Schoͤnheiten ſe deneſ Blu Veon den Swirbel Gewächſen. 401 „Blumen zu gelangen; ſo wollen doch einige, durch e, auſſerordentliche Kunſt⸗Stuͤcke, neue Wunder dund Miracul beweiſen, wovon ein gewiſſer Nieder⸗ Länder, ſich in folgendem Knigmate vernehmen Eiläſſet. +„Wann ihr vermehret die Krafft eurer Mut⸗ vter, ſie naͤhrend mit der Aſche ihrer Gebeine, vund der Selbſtſtaͤndigkeit ihres Vaters, ſo werdet ihr beſitzen das Land der Verheiſſung, 5»darinnen ein Teich von Milch ſeyn wird, enerr»durch welchen Stroͤme des rothen Weins cgt da vflieſſen werden, darinnen werden ſeyn Klip⸗ vpen von Gold, und der Grund voll Auſtern, „die roth⸗Karmoſin auf Sand ausſpeyen ꝛc. Ich ſaſpendire hiervon mein Judicium, und com mmicire dem geneigten Leſer, was der gelehrte Je⸗ ſuit, Pater Anaſtatius Kircherus, dißfalls aufge⸗ ieichnet. Nimm Laub und Stengel derer Tuli⸗ panen, ſamt allem, was daran iſt, verbrenne ſolches und mache daraus eine Lauge, und begieſſe hiermit die Erde, worinnen deine Tulipanen ſtehen, wel⸗ che hierdurch auſſerordentlich wachſen, und hohe glaͤntzende Farben bekommen werden. Wann ich dieſes, des beruͤhmten Kircheri, Vor⸗ 8 geben mit vorigen verdunckelten Reden zuſam⸗ men faſſe, duͤncket mich, daß das Geheimniß ent⸗ nν decket und aufgeloͤſet ſey: Allermaſſen die Aſche de⸗ erer Gebeine, wormit man die Mutter naͤhret, allem Anſehen nach anders nichts iſt, als das Laub und Stengel derer Tulipanen, wormit man die Erde unſere allgemeine Mutter, anfeuchten ſolle, damit ſie denen, in ihrem Schooß verborgen liegenden N 5 Zwie⸗ i 20² Zwoͤlffte Betrachtung/ . ˙ Zwiebeln dieſe glaͤntzende und nicht genugſam iu bewunderende Eigenſchafften einpraͤgen ſolle. Wer nun von dieſem Stuͤcke die Operation zu machen gedencket, der kan es ſo wohl bey denen Setzlingen, als der Ausſaat derer Tulipanen pro⸗ biren, und finde ich vor gut, daß man den Sag, el men in hoͤltzerne Gefaͤſſe ſaͤe, und denſelben mit der ſfüct n beſchriebenen Lauge befeuchte und belege, des Win, ters aber an einen luͤfftigen nicht gar zu kalten Orl bringe, und das kuͤnfftige Jahr hiermit cont⸗ nuire. Die Tulipanen ſeynd einigen Kranckheiten un⸗ terworffen, welchen man auf alle moͤgliche Weſſe vorbiegen muß; und zwar erſtlich ſpuͤret man, daß die Tulipanen vielmahlen zu vergehen pflegen, welches ein untrieglicher Vorbote einer beborſte⸗ henden Faͤulung iſt, ſo gemeiniglich an der Erde liegt, daß ſolche entweder mit langem friſchem Mil untermenget ſey, oder aber ſonſten gantz und gar nicht tauge. Wann ſich dieſer Umſtand zeiget, muß man die Erde zwey Fuß tieff ausnehmen, und eine andete wohl zubereitete, wie oben beſchrieben worden, pre⸗ pariren, und an den Ort, wo die Zwiebeln geſtan⸗ den, bringen; dann einmahl gantz gewiß iſt, daß, wo die Tulipanen einmahl vergehen, daſelbſten keine andere fortkommen werden. Man ſoll auch zu denen Tulipanen nicht leichtlich andere Gewaͤchſe bringen, weilen dieſe bey trocke⸗ nen Sommer oͤffters begoſſen werden muͤſſen, wo⸗ durch denen Zwiedeln gar leicht eine Faͤulung zuge⸗ zogen werden kan. Es wiſchen Nuhtse der ſnſt Uthllich bekrac ls, Und ſthret, licht de fng0 he. 0 eget We ale ad en U Wahlen Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 203 4 Es findet ſich dey denen Tulipanen auch eine Art des Kaackers, welchen man wahrnimmt, wann die Blaͤtter ſich zu legen anfangen, und zuſammen „gerollet bleiben, mithin nicht fortwachſen wollen. s Pierinnen nun nichts zu verabſaͤumen, muß man dan die gekruͤmmten faulen Blaͤtter, woran dieſes Ubel geſpuͤret wird, abſchneiden, damit die Kranck⸗ PKcR in die Zwiebeln gehe, und ſolche ver⸗ derbe. Ar hen Um denen Tulipanen die falſchen Keimen abzu⸗ wenden, iſt ſehr dienlich, wann man die raren Kunth Zwiebeln vor der vielen Feuchtigkeit zudecket, zu⸗ Igmahlen der geſchmoltzene Schnee vielen Schaden zufuͤget. Es halten auch einige darfuͤr, daß im Fruͤhling der aus dem Erdreich hervorbrechende e Knopff derer Tulipanen die Erde nicht trocken fin⸗ nden ſolle, dahero dieſelbe begoſſen werden muß; enſet bey Nacht aber ſoll man die raren Blumen alle⸗ 1zeit mit Stroh⸗Matten bewahren, weilen das zwiſchen ihren Blaͤttern ſtehende Waſſer des ,tNachts anfrieret, einfolglich an einem Kancker, o⸗ botz der ſonſt widrigen Begebnißen, Urſache ſeyn kan. Letztlich iſt als ein merckwuͤrdiger Umſtand noch zu betrachten, was der gelehrte Ferrarius, Clu- tius, und aus denenſelben Herr Doctor Elsholtz an⸗ „Fkuͤhret, daß in dem Schoß des unterſten Blatts naͤchſt der Erde, bey denen Tulipanen ſich einige junge Abſetzlinge oder kleine Zwiebeln befinden, wel⸗ Iche, wann ſie abgenommen, und in gute Erde ge⸗ leget werden, wohl fortkommen, und beſſer, als alle andere Setzlinge, die Beſtaͤndigkeit ihrer Blu⸗ men und Farben erhalten, ſo ich gleichfalls einige mahlen probiret, und bewaͤhtt gefunden habe. Tull. 5—— 204 Zwoͤlffte Betrachtung Tuliba Perſica. Tulipa Perſica, oder Lilium Perſicum, Perſla⸗ niſche Tulipan, kommet am fruͤheſten aus der Et⸗ de, und hat eine Gold⸗gelbe ſchuppichte Zwiebel, in Groͤſſe eines Borsdorffer-Apffels, welche einen niedrigen Stengel treibet, zuweilen mit 9. 10. und mehreren Blumen, ſo faſt die Geſtalt, wie die kel⸗ tillarien haben, und unter ſich hangen. Dieſe Zwiebel iſt ſehr begierig nach friſchem Erd⸗ reich, und woferne ſie laͤnger als ein Jahr unumge⸗ ſetzet bleibet, gehet ſie ſo tieff in die Erde, daß man ſie vielmahlen nicht wieder finden kan, dieſer Urſ⸗ che halber kan man ein Brett unterlegen, dant die Zwiebeln nicht verlohren gehen, oder man pfan⸗ tzet dieſelbe in ein durchloͤchertes Geſchirr, und ſe⸗ tzet ſie in das Land; will man aber die Zwiebeln jaͤhrlich verpflantzen, ſo hat man dieſer Vorſorge nicht vonnoͤthen. Es will dieſe Art hier zu Lande nicht wohl fort, inmaſſen die Zwiebeln dergeſtalten von Jahre zn Jahre abnehmen, daß ſie endlich keine Blumeg mehr bringen wollen. Sonſten hebet man die Zwiebeln nach Jacobi aus der Erde, und thut ſi binnen 2. oder 3. Wochen wiederum verpflantzen, weilen ſie nicht lange aus der Erde bleiben koͤnnen, dahero dieſelbe auch, woferne ſie laͤnger aus der Et⸗ de bleiben ſollen, wie die Fritillarien, verwahret und ſodann in medio Septembris in gute, luckere, etwas ſandigte Erde eingeleget, und des Winters, vor beſorgender gar zu harter Kaͤlte, wohl bedecket wen⸗ den muͤſſen. Eho, J0 — flcs Tigri lur ge nlhes 100 wich bo heund gus der, ſägtöthen; ihentot Ramen“ ug/ W. lnalt Huͤ Me, wie ſhen Von de Cla Mcheie Echwetdt C0ö 00 ſeh, wit' Seekont Boben Ahuhatt Numen Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 205 Hlor Zigridis. Flos Tigridis, Tieger⸗Kraut, iſt ein fremdes ngz noch zur Zeit ſehr unbekanntes Zwiebel⸗Gewaͤch⸗ Fegenzſe, welches beym de Bry abgemahlet zu ſehen iſt, Aflg, ag und wird von Lobelio beſchrieben. Es hat lange, elghgnſpitzige und ſcharffe Blaͤtter. Der Stiel, ſo mit⸗ Geith ten aus der Zwiebel gehet, iſt von einer angeneh⸗ un men rothen Farbe, die Blum aber iſt bleich⸗gelb, Isz mit vielen rothen Duͤpfflein beſetzet, dahero ſie auch den Namen Tieger-Blum bekommnen. Die Ver⸗ mehrung, weilen ich dieſes Gewaͤchſe noch niemah⸗ Alen unter Haͤnden gehabt, wird wohl eben auf die Weiſe, wie an anderen Zwiebel⸗Gewaͤchſen, ge⸗ ſchehen. 666 Gladiolus. ν Von denen Cladiolis giebt es einige Arten, als: Aun deche Gladiolus Byzantinus »»»αα◻αν nlaximus. Hflore carneo. ——flore purpureo. — flore niveo candido. —tflore luteo. — flore pleno. Ealbus flore pleno&c.&c. IDie Gladioli haben lange ſchmahle Blaͤtter, wie ein uSchwerdt oder Saͤbel, und Zwiebeln, wie der Crocus geſtaltet, woraus ein hoher Stengel waͤch⸗ ſet, mit 6. 7. und mehrere Blumen oder Glocken. Sie kommen in einem guten, leichten und luckeren 1. U66% Soden wohl fort, und haſſen einen ſteinigten und allzuharten Grund. Wegen Vermehrung dieſer Blumen darff man nicht beͤſorget ſeyn, 8 die P 2056 Zwoͤlffte Betrachtung/ Eigenſchafft an ſich haben, daß ſie gar zu viele junge Neben⸗Brut anſetzen, welche ſich dergeſtalten haͤuffig vermehren und um ſich wucheren, daß ſee von der Haupt⸗Zwiebel abgenommen, mithin we⸗ nigſtens alle 3. oder 4. Jahre von neuem verpffanket A 0 werden wollen. Lilium album. Die weißen Lilien ſeynd uͤberall ſo bekannt, daß ſie keines ſonderlichen Unterrichts bedoͤrffen. Man ſetzet ſie gemeiniglich auf die Rabatten unter anden Blumen, und brauchet ſie alle Jahr nicht auszuhe⸗ ben. Will man aber nach zwey oder dreyen Jah⸗ ren die ſchuppichten Zwiebeln ausnehmen, ſo ge⸗ ſchiehet es nach Jacobi, wann das Laub welck wid, und muß man ſolche ehender, als die Tulipanen, wiederum in die Erde bringen, eine Spanne tieff und etwas weit von einander. Es giebt von denen Lilien allerhand recht ſchoͤne vnd uͤberall noch nicht bekannte Arten, als: Lilium Hiſpanicum, flore coccineo, Hoch ⸗rothe Spaniſche Lilie. Lihuum album flore purpureo variegato. album flore purpureo croceo variegato. Eflore albo& fuſco variegato. „album, flore pleno. album, folio argenteo. album, foliis ex albo& luteo eleganter variegatis. Welche eine beſſere Wartung und guten luckeren Grund erforderen. Die Vermehrung geſchiehet durch die Neben⸗Brut, und iſt ſehr merckwür⸗ dig/ daß die weiſſe Lilien, aus natuͤrlcher Sähet Hak⸗ Hyen Lil den Ut l goſa Auns Held I WMann Ll Waan anden i anden Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 207 Ittbarkeit, auch durch die von einander getheilte hulg Schuppen ihrer Zwiebeln koͤnnen vermehret wer⸗ Abenden/ inmaſſen eine jede Schuppe, wann ſie in die anErde geleget wird, einige Wurtzeln faſſet, mithin derteucdze hierdurch neue Pflaͤntzlein gewinnet. Die Lilien fruͤh und ſpat in der Flor zu haben, * iſt probat befunden worden, wann man einige ehen⸗ UAhle der, einige aber ſpaͤter einleget, und zwar die erſten Spannen tieff/ die andere zwey Spannen tieff, und 6ſo weiter fort, welche letztere ſpaͤter, als die erſten, foriren werden. FoderDener Lilien allerhand Farben zu geben, iſt oben bereits gefagt worden, und kan ſolches auch geſche⸗ beerdhen, wann man in das Loch, worinnen der Stiel Igeſtanden iſt, unſchaͤdliche liquores infundiret. Lilium album flore pleno. Die gefuͤllten Lilien haben eine gantz andere Bluͤ⸗ the, als die einfachen, indeme ſie ihre Blaͤtter nicht :ſo ſchoͤn aus einander werffen, ſondern es ſeynd die⸗ &ſelbe in Geſtalt einer Aehre dick zuſammen geſetzet, Iund bluͤhen ſelten aus, zumahlen wann Regen⸗ Wetter anhaͤlt, und die Blaͤtter waͤſſetig werden. Sonſten liebet dieſes Gewaͤchſe einen trockenen Bo⸗ den, und will an einem warmen Orte zur Bluͤthe icn getrieben werden. Llium cruentum purpureo croceum. Lilium cruentum, Gold⸗ Lilien, oder Feuer⸗Li⸗ lien, auch Hemerocallis Dioſcoridis genannt, iſt groſſer und kleiner Art, als: 696 Lilium cruentum foliis argenteis, Feuer⸗Lilie mit verſilberten Blaͤttern. ett.Cuuentum majus, ſlore pleno. Cruentum minus, flore pleno. Cruen-· Zwoͤlffte Betrachtung⸗ Cruentum flore ſimplici. —Druentum phœniceum majus. Cruentum polyanthas&c.&c. wovon die letztere Gattung zuweilen§0. 60, 70, auch wohl 80. und mehrere Blumen traͤget. Es kommet dieſe Art Lilien mit dem Anbau de⸗ rer weiſſen Lilien uͤberein, und koͤnnen ebenfalls ei⸗ nige Jahre ſtehen, ehe man ſie ausnimmt; wez⸗ —— den am beſten in die Ende des Gartens gepflantel und ſtehen gerne im Schatten. Es iſt auch nochen ne Gattung mit breiten Blaͤttern, Lilium Cruen, tum Latifolium, ſie bekommet einen dicken Sten⸗ gel, woran eine Blut⸗rothe Blume, mit 6 reiten Blaͤttern erſcheinet. Es wachſen an dem Stengel wenig Blaͤtter, und ſehen faſt wie dit Blaͤtter des Wegerichs aus. FHlemerocallis Valentina. Hemerocallis Valentina, Meer⸗Lilien, auch Narciſſus maritimus, Pancratium marinum, und Pancratium Lilii flore genannt, waͤchſet um Mont⸗ pellier und bey Valentz am Meer. Hat dahetb den Namen Valentina bekommen: ſie hat eine groſſe weiſſe Zwiebel, ſo klebricht und voller Safft iſt und iſt das gantze Gewaͤchſe mit einem ſchwartzen Haͤll⸗ lein umgeben; aus der Zwiebel kommet ein bloſſer Stengel, der bisweilen Ellen-hoch wird, denn groſſen Levcojo bulboſo nicht ungleich, nur daß er ſtaͤrcker und ohne Blaͤtter iſt. An dem Gipffelkom⸗ men aus einem duͤnnen Haͤutlein, 5. oder 6. weiſe Blumen, dem gelben Pleudo- Nareiſſo aͤhnlich, mit 6 bleichen Zaͤpfflein beſetzet, und riechen wie die Lilien; wann die Bluͤth⸗Zeit vergangen, ſo kom⸗ men groſſe eckigte Schoͤtlein zum Vorſchein wel⸗ 1 hen m Blatter uchuſch/ fliß ſond ſun Nure ſchwef Mn Bl ficl meht lunter di llattagon ͤ«„* K — Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 205 welchem man ſchwartz⸗breiten Saamen findet; die Blaͤtter ſeynd denen Narciſſen⸗Blaͤttern nicht unaͤhnlich/ nur daß ſie ſtaͤrcker und ein wenig Aſch⸗ Ifarbig ſeynd; die Vermehrung geſchiehet, wie bey nedenen Narciſſen erwehnet worden. fin 70 Martagon. l Martagon nennen einige Lilium intortum, Heme⸗ Geunezeocallis, Cymbalum, auch Lilium Sylveſtre, auf GſTeutſch: Tuͤrckiſch⸗Bund, und hat man hiervon a, Urzielerley Sorten, mit rothen, geſprengten, weiſ⸗ Aehdeſen, Schwefel⸗gelben, Leib und Pomerantzen⸗ Bur farbenen Blumen, deren in orro Medico Herbi- Ssgetzoolenſi mehr dann 20. Arten gezehlet werden, ſevorunter die fuͤrnehmſten ſeynd: Martagon Pomponi major. Pemponi nünor. flore albo punctato. tlore albo rubente. E, wichet fllore coccineo. r 5 von Jeruſalem. 1. febe—Canadenſe. 87 flore luteo. tflore albo ur HBelle couleur de roſe. 111000 flore luteo. W floribus pallide purpuraſcentibus. Buyꝛantinum miniatum polyanthas. Virginianum. ̃flore maculis nigris diſtincto. flore purpuraſcente pleno. Das Dlartagon iſt eine rechte Pracht unter denen un drt O denen — eee 216 Zwoͤlfte Betrachtung Blumen, abſonderlich das groſſe, von einigen Martagon maximum genannt, welches nach Pro⸗ portion ſeines Alters und Groͤſſe einen hohen Stengel treibet, mit unter ſich hangenden und ruckwaͤrts gebogenen Blumen, an einigen Alrten aber iſt der Stengel nur zwey bis drey Schuh hoch, woran die Blaͤtter entweder ſchmal oder breit ſeynd Hoötten Fſe die feß,is Rum ber, lchtet, Acen/ N., 975 I5 Vel und wird dieſes Martagon Latifolium, jenes abes ghede Anguſtifolium genennet, worunter das Martsgon, oder Cymbalum Pyramidale multiflorum um ſo meht in Conſideration kommet, als dieſes vielmahlen beh die hundert Blumen auf ſeinem Stengel vorbril⸗ get, und in denen Gaͤrten eine recht ſchoͤne Auz ſicht machet. Bey dem Anbau dieſer Blumen findet dasjenſ ge ſeine gruͤndliche Applicarion, was oben bey des Fit den weiſſen Lilien allbereits geſagt und angefuͤhret ich worden. Insgemein aber pflantzet man das Ma tagon einer Spannen tieff in gute leichte Erde, an das Ende oder in die Mitte derer Rabatteh, unter groſſe Blumen, wohin die Sonne nicht all zuheiß, ſondern mittelmaͤßig hinſcheinet. Die Aushebung geſchiehet nicht alle Jahre, ſon⸗ dern um das dritte, vierte oder auch das fuͤnfe Jahr, wo man die ſchuppigten Zwiebel nach ſe cobi aushebet, und, weilen ſie nicht lang aus der Erde ſeyn koͤnnen, dahin bedacht iſt, daß ſie ſo⸗ gleich oder nach Verflieſſung einiger Tage wie⸗ derum eingeleget werden. Es koͤnnen auch die ſchuppigten Zwiebeln die Sonne nicht vertragen, und wann man ſie aus der Erde aufbehalten wil, ſo muͤſſen ſie in trockenen Sand geleget, oder abet in einen Winckel des Gartens gebracht/ 4— ol⸗ fgſatt vo lle Ateg herffen,! ünd Obſte Wlilen Ono 5 Oohne al un beh a Wentwet Aerde b 0 ſeh. H Enige l „ng htieffin hierdutt L Tie um! iü noch hes en Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. 214 dorten mit Erde angehaͤuffet werden, auf welche G56GWeiſe dieſelbe bey ihren Kraͤfften ſich ſo lang er⸗ fuhalten, bis man ſolche mit andern Gewaͤchſen wie⸗ e derum verpflantzen, und nachdem die Erde wohl augerichtet, und mit kurtzer Duͤngung unterleget worden, an einen beliebigen Ort bringen kan. Die Vermehrung des Tuͤrckiſchen Bundes ge⸗ ſchiehet durch den Saamen, und durch die Ab⸗ „etzlinge an der Wurtzel, welche von der Haupt⸗ „Wurtzel abgenommen, von aller daran hafftenden Unreinigkeit geſaͤubert, und in die Erde eingeleget werden. Die Vermehrung durch den Saamen gehet langſam von ſtatten jedoch werden hierdurch viele Ineue Arten gezogen, daß dahero ein verſtaͤndiget zutkGarten⸗Liebhaber, welcher von allerhand Blumen Pröfeſſion machet, dieſen Modum niemahlen ver⸗ krewerffen, noch die darauf wendende Mühe, Fleiß Aund Obſicht, ſich verdrieſſen laſſen darff. e den Weilen uͤbrigens das Martagon mehr von der EimSonne als der Kaͤlte Anfechtung hat, ſo muß Acen man bey angehendem heiſſen Sommer die Zwie⸗ Ackeabeln entweder durch aufwerffende kleine Huͤgelgen Humit Erde bedecken, oder aber dieſelbe fleißig be⸗ An gchlgieſſen. f1 lichln Einige legen das Tuͤrckiſche Bund einen hallb en ttMFuß tieff in die Erde, in Meynung, daß die Cro⸗ ne hierdurch deſto ſtaͤrcker treiben ſolle. Lilium Teplanicum Sullliſerum. Tilium Zeylanicum bulbiferum iſt hier zu dande gin noch ſehr unbekanntes Blumen⸗Gewaͤchſe, wvelches einer Lilie etwas gleich ſiehet; die Zwie⸗ 49 0 3 bel 22352 eeeeeee 212 Zwoͤlfre Betrachtung, bel iſt weiß, rund und von groſſer Geſtalt, der daraus wachſende Stengel aber ziemlich hoch, wor, an 6. weiſſe Blumen an ſubtilen Stielen zum Vot⸗ ſchein kommen. Dieſe Gattungen Zwiebeln werden hier zu Lan⸗ de im Herbſt in Gefäße geſetzet, und des Wintettz ogain an einem warmen luͤfftigen Orte bewahret, auth ſalho nur zur allerhoͤchſten Nothdurfft ein wenig befeuch tet; die Erde aber ſoll aus luckerem Grunde it ein wenig weiſſen Bach⸗Sand und Garten⸗Erde vermiſchet beſtehen. Molh. Das Mohy iſt auch ein Zwiebel⸗Gewaͤchſe, und ſtammet die Benennung des Namens von denm Homero her; die Form oder Geſtalt derer Blumen hat an ſich nichts rares, zumahlen dieſe nur wie eine gemeine Zwiebel mit einem langen Stengel, und oben im Gipffel ſich zeigenden weiſſen und andern Sterngen floriret; doch ſeynd hiervon hin⸗ le Gattungen bekannt, als da ſeynd: Moly Lilio florum. IInclicumi. Alfricanum. Latifolium Hiſpanicum purpureum Latifolium luteum. umbellatum. maximum. Qfloribus reflexis: Serpentinum&cc. Der Anbau dieſes Gewaͤchſes iſt ſehr leicht, und kommet in jedweden Grund und Boden fort, und wird darfuͤr gehalten, daß ſolches der Zauberey wiederſtehen ſolle, nach Ausſpruch deren 9 4 906 he abn Wuckllge Circe fl Mdere h binte Vthen beſ bon U ſt Weiſſe; Bluchen ſhem wat ddet 4.0 Suiebel 06 ſeh, rnithox 160 lleib Ader Er Wad unge mmet die 18 v. Bl Pendig g0 f0 ſchez ͤchlefe lunt: 2 2 0 Von den Zwiebel⸗ Gewaͤchſen. ꝛꝛ1g gewelche fabnliren daß Mercurius dem Uyſſi dieſe Wurtzel gegeben habe, um ſich von der Zaubereny Clnder Circe zu befreyen. Gess. Andere hingegen hegen gantz andere Gedancken, uudeinkund„ das Moly Homericum pro Mem- AI, bro genickli Ulyſſis& quo Circes hoſtilem animum „facilè potuit Heros ille flecbere, juxta illud: Hic legitur radix, de qua flos lacteus exit, Quem, cum Moly vocat, Mentula Moly fuit. Jidforialis Herłba. Vioictorialis Herba, Allermanns⸗Harniſch, iſt nicht Galder oben beſchriebene Gladiolus, ſondern eine Art Ahiervon, und wird Victorialis Mas genennet, traͤ⸗ Gelutunget weiſſeLeib⸗farbene, rothe und Silber⸗farbe⸗ g dne Blumen in Geſtalt derer Gloͤckgen, will an un lagn inem warmen ſonnigten Ort ſtehen, und alle 3. erden oder 4. Jahre ausgenommen, und wie andere Zwiebel⸗Gewaͤchſe in eine gute Erde verpflantzet ſeyn. 5*„ Ornithogalum. Ornithogalum, Huͤhner⸗Milch, oder kleine Erd⸗ Nuß, treibet aus ſeiner Zwiebel lange ſchmale, gtauf der Erde liegende Blaͤtter, der Stengel aber wird ungefehr eines halben Fußes hoch, und be⸗ kommet viele kleine Neben⸗Stiele, woran 6. 7. bis 8. Bluͤmgen Au welche gemeiniglich in⸗ erwendig gantz weiß, auswendig aber gruͤn ſeynd, lſo ſich bey der Sonne aufthun, und des Abends iachtriſen Hiervon ſeynd folgende Arten be⸗ „kannt: O 2 Orni⸗ 214 Zwoͤlfte Betrachtung, ee ee Ornithogalum umbellatum Africanum maximum umbellatum medium. 5 floribus ſubcæruleis. 5 4 Narbonenſe, oder ſpicatum majus florè albo. 2— ſpicatum flore luteo. — cæruleo-pallidum. latifolium Æthiopicum. —— luteum majus. — Exoticum Neapolitanum, magno flore, minori innato. Das gemeine Ornithogalum iſt ein halbes lim kraut, und ſtehen oͤffters 60. bis 100. und mehre⸗ re Zwiebeln beyſammen, von welchen doch nur 2. bis 3. floriren, und dauren die Blumen nicht lang, ſondern fangen nach einigen Tagen beh groſſer Hitze an zu verwelcken. Die andere Gattungen ſeynd unweit vortrefl⸗ cher, worunter das groſſe Arabiſche oder Afti niſche zu zehlen iſt, mit geſchirmten oder Doldeh⸗ Blumen; aber weilen es die Kaͤlte nicht vertragn kan, ſo hat man hiermit viele Muͤhe, und bekomu doch wohl wenige Blumen, Das Ornſchogalum flore alho ſpicatuni, hat Iu 10 b f0 Woſekt htwarme 1 Jul. Degti be, C weilen hundert Blumen, und brauchet keine an, wapr, C dere Wartung, als daß man ſolches in gute Gaſ ten⸗Erde ſetze, welches im deptember zu geſchehen pfleget. Was hingegen die auslaͤndiſche Vogel⸗Milch; und das Ornithogalum(welches aus Indien kone d met) angehet, ſetzen einige dieſe Gattungen in G⸗ faͤße, allein man kan ſolche auch in der Erde 6 en Von den Zwiebel⸗Gewaͤchſen. ſen, woferne man nur die Zwiebeln an einen meecht warmen Ort bringet, und des Winters be⸗ decket. Bulbus eſculentus Italicus, Aore luteo. Die Zwiebeln dieſer Blumen ſeynd roth, und wie der Crocus anzuſehen; ſie vermehren ſich in einem guten Boden ſehr ſtarck; die Blumen hin⸗ gegen ſeynd gelb, und vergleichen ſich den Stern⸗ Hyacinthen. Bulbus Triophorus Hiſpanicus. le, Dieſes Zwiebel⸗Gewaͤchſe wird bey uns in Ge⸗ U6kaͤße, in gute luckere etwas ſandigte Erde gepflan⸗ adtenitzet, und des Winters beygeſetzet, und ſehr ſpar⸗ neſam befeuchtet, wann die Erde nemlich gantz tro⸗ ts cken iſt. Die Blaͤtter vergleichen ſich denen Nar⸗ eiſſen, die Blume aber iſt Himmel⸗blau und recht ſchoͤn; die Vermehrung hiervon geſchiehet im Früuhling von der Neben⸗Brut. Orobanche. iut Orobanche, auf Teutſch: Zahn⸗Kraut, Schmeer⸗ in' Kraut, Freylichs⸗Wurtzel, Blum,Kraut, ſtoltzer Heinrich oder Schuppen-Wurtzel, iſt klein⸗ und groſſer Gattung, und wird das groſſe Dentaria beuttt major, Crocodilia und malus Henricus genennet. Die Art dieſes Gewaͤchſes iſt, daß es ſelten al⸗ lein und aufwaͤrts waͤchſet, ſondern es ſuchet die neben herumſtehende Pflantzen, an welche es ſich 215 — anhaͤnget, und dieſelbe unterdrucket, welches von dem Anbau derer Zwiebel⸗Gewaͤchſe genug ſeye. Da nun aber von denen zaſichten Gewaͤchſen ein groſſes Feld noch uͤbrig iſt, ſo wird die Noth⸗ O4 wen⸗ CEEEEE....— 216 Dreyzehende Betrachtung/ wendigkeit erforderen, daß in Ordnungs⸗mäͤßiges Erzehlung die bekannteſten Arten hiervon benenne, und der Begierde des geneigten Leſers ein Genl gen zu leiſten, mich unterwinde. Dreyzehende Betrachtung. Von denen blantis fibroſis oder zaſichten Gewaͤchſen insgemein. Lantæ fibroſæ werden genennet alle diejeng⸗ Gewaͤchſe, von welchen die Wurtzeln galt zaſicht ſeynd, und nichts Zwiebel⸗noch Knollen, foͤrmiges an ſich haben, als da ſeynd Leveoſen, Gras⸗Blumen, Bellis, Auricula urſi, Viola mattd. nalis, flos Keyri, primula Veris.&c.&c. Die oben beſchriebene Sommer⸗Gewaͤchſe gz⸗ hoͤren auch unter dieſe Anzahl, nur daß ſie all Jahre vergehen, und den Winter nicht aushal⸗ ten. Die Arten derer Winter-⸗Gewaͤchſe ſeynd ſeht unterſchieden, als einheimiſche und auslaͤndiſchte und wollen auch nicht einerley Wartung haben angeſehen die auslaͤndiſchen ein gutes fettes int etwas Sand vermiſchtes Erdreich verlangen und des Winters vor der Kaͤlte zum Theil beſt moͤh lichſt verwahret werden muͤſſen, wie da ſeynd Me⸗ rum verum, Naſturtium Indicum flore pleno, Ge- ranium, Hediſarum clypeatum, Aloë perlata, fls paſſionis, Ananas, frutet ſenſibilis,&c.&c. Die einheimiſchen haben eine ſo ſorgſame Wal⸗ kung nicht vonnoͤthen, ſondern kommen in einer guten Erde im Garten wohl fort, wann ſie 5 1 —— 0 Ukal gſin veſ cten, WBithe tineen⸗ ſiner Ze DeVer lkuch de Purtze Chchinhe Nuch de Hriche, 5 Auri agö f. Das Blum Julen N Eewächf fglo Am Mond rckende ende h dags! dase rlettt lätffg palfim balim Von den zaſichten Gewaͤchſen. 217 von Unkaut gereiniget und bey heiſſem Wetter be⸗ ,goſſen werden, und iſt darbey weiter nichts zu be⸗ agpbachten, als daß man den duͤrren Stengel nach der Bluͤthe auf der Erde abſchneide, das Erdreich Nitrstt mit einem Haͤcklein um die Wurtzeln aufluckere, und eteachte zu ſeiner Zeit verpffantze. Die Vermehrung beſagter Gewaͤchſen geſchie⸗ het durch den Saamen, durch das Blatt, durch die Wurtzel, durch Abſchnittlinge, durch junge lergtt eSchoßlinge, und durch das Ablegen. de Un Durch den Saamen werden vermehret faſt alle uetel IKGewaͤchſe, als Levcojen, Gras⸗Blumen, Acqui- deſelegia, Auricula urſi, primula Veris.&c.&c. Wo⸗ von man neue Arten und gefuͤllte Blumen erlan⸗ get. Das Hauptwerck, recht vollſtaͤndige und gefuͤl⸗ Ite Blumen zu ziehen, wollen die mehreſten dem „vollen Monde und oͤffterer Verpflantzung derer Inl der ewaͤchſe beymeſſen, daß man, wie ſie ſagen, in 1 ipſo Articulo plenilunii, in der Stunde, wann der Mond voll iſt, den Saamen ausſaͤen, mit mit⸗ wuͤrckendem Steinbock, oder Loͤwen, und die auf⸗ dun gehende Pflantzen im Fruͤhling und Herbſte, um Aleben das volle Licht und Zeichen, wiederum verſetze, eß und das erſtemahl keine Blumen tragen laſſe, wel⸗ ches letztere offt angefuͤhrter Perrus Lauremberg() 11 10 bekraͤfftiget. furſe O 5 Da eEr) De Horticultura Lib. 1. Cap. 28. in verbis: Transplan- tatio igitur id commodi affert, ut primo ſtirpes nimis deusè poſitæ magis à ſe invicem& ab anguſtiis Iiberentur. Sic nactæ ſpatium partim à cœue commodius aſſici poſſunt, paſſim terrã liberalius& minori impedimento fruiſci. 2do häc 113 Dreyzehende Betrachtung Da ich nun, was die Verpffantzung im Felh ſ Glauben beymeſſe; ſo habe aber meine Meynung⸗ in Anſehung des Monds und uͤbrigen Himmels, Zeichen, in der erſten Betrachtung zur Genuͤge er⸗ offnet/ und halte ich darfuͤr, daß das gantze Werck, lediglich auf die Eigenſchafft und Qualitaͤt des Sa tet iſt, eine gefuͤllte Blume zu bringen, dieſer, ohe ne auf den lieben Mond zu ſehen, ſeinen Effech glle f zeit beweiſen werde, wann man nur die Gewaͤthſe wohl abwartet, und an der beddeiten Verpfa, tzung nichts verſaͤumen thut. Man muß dahero die Zubereitung derer Felder ſich nicht verdrieſſey laſſen, ſondern, wann man die Erde mit guten wohl anſtaͤndigen Duͤngung untermenget hat zum oͤfftern einfachen Saamen hinein ſaͤen, f ſich ann —— hãc ratione fiunt grandiores ac meliores. Arbores gignunt fructus majores& ſapidiores: imo ex ſylveſtribus ſlunt domeſticæ ſæpius transplantatæ; herbe magis ſe expam dunt; flores etiam& ſimplicibus fiunt duplices quod exemplo Narciſſorum ſæpius transplantatorum& è ſimpl. eibhus duplicatorum oſtendit Dodonæus: Egoque in Carjo. phillis ſæpè expertus ſum, quos ſimplices vere Primum: deinde autumno: iterum vere ſequenti transpofui, ne: gque interim florere Pe aſſus ſum, inv enique omnium flores multiplices, qui ante erant ſimplices; quin certum omni. naeſt, niſ fiLevcoj jon, Roſæ Caryophilli pleniflori læpius transponantur, perdituros omnem gratiam& plenitudi. nem florum, irique mutatum in fimplices; ejusque Tel evidentiam& ipſe experimento didici,& alii mecum tiſcent. Nimirum multa flo drum genera, niſi adhibitẽ cu· ſubindꝭ transferantur, non ſolu uã ſpecie, verum otiam ab inſitd vi& gencroſitate deſciſceut.&c 75⁵ ling und Herbſte angehet, dem Landen 0 mens ankomme, mithin, wann deren Natur geat⸗ 109 dhabarg Hhre 0 f UI UL rikeh ſiche hächs, upt⸗L Etaudet b6 0 00 N fe W awöſten! witd Blunken, ſchten, U n däraus 00 ederum g 9 Denen 2 itben zu; ſiehet, w Ing beteitt lagten Leſ I ein eh Monmhach' U 0 Von den zaſichten Gewaͤchſen. 219 Aichedann ergeben wird, daß unter etlichen hundert nLens Pflantzen, 1. 2. auch wohl mehrere doppelte Blu⸗ dber degmen ſich hervor thun, und die vielen Saamen ein Dntzund andere Mißgeburth zeugen werden. νν Gleichwie nun aber die meiſten gefuͤllten Blumen es keinen Saamen tragen, ſo muß man die Gattun⸗ öcnhgen auf eine andere Art zu vermehren und zu con⸗ ndanfelerviren ſuchen. Iſt es zum Exempel ein Zwiebel⸗ een, Gewaͤchs, ſo nimmt man die Neben⸗Zwiebel von ſneder Haupt⸗Wurtzel ab. Iſt es aber ein Stengel⸗ ünladder Stauden⸗Gewaͤchs, ſo ſuche es durch den 60888 Einſchnitt oder Zertheilung der Wurtzel, und an⸗ des dere modos propagandi, zu vermehren, welches der 3ſicherſte Weg iſt, der von denen verſtaͤndigſten IeBlumiſten heutiges Tages practiciret und beobach⸗ AItet wird. Doch aber iſt der Saame von gefuͤllten Blumen, als Nelcken, Auriculen ꝛc. nicht zu ver⸗ gchten, und dem einfachen weit vorzuziehen, wei⸗ len daraus mehrentheils lauter gefuͤllte Blumen wiederum gezogen werden. Denen Nelcken und anderen Blumen allerhand Farben zu geben, iſt ein curieuſes Stuͤck, und ge⸗ ſchiehet, wie oben in der roten und 1rten Betrach⸗ tung bereits erwehnet worden. Um aber dem ge⸗ neigten Leſer, bey denen zaſichten Gewaͤchſen, hier⸗ von ein ebenmaͤßiges Beyſpiel zu geben: ſo muß man, nach Auſſage einiger beruͤhmten Garten⸗Seri⸗ benten, ohnſchaͤdliche liquores und gefaͤrbte Waſſer zubereiten, und hiermit das Erdreich, worinnen die Wurtzeln aufbehalten werden, maͤig befeuch⸗ ten, zum Exempel: Wann man die Probe an de⸗ nen Gras⸗Blumen machen will: ſo nimm eine fet⸗ te Erde, trockne dieſelbe an der Sonne, wirff ſie durch Doſ ——— en jme 220 Dreyzehende Betrachtung, durch ein enges Sieb, und fuͤlle hiermit ein Gefj an, pflantze eine Art von weiſſen Blumen W0 7614LK und brauche zum Begieſſen kein anders Waffer, Ab f n welches mit derjenigen Farbe gemiſchet iſt, voh ful, welcher man die Blumen begehret; alſo bereitt abe man die ſchwartze Farbe von Gall⸗Aepffeln und Fi Mehbe triol, wie zu einer Dinte, die rothe Farbe aus Bit⸗ Ingn ſilien⸗Holtz mit Waſſer auf den dritten Theilabgt⸗ R0 kochet, die gruͤne von den reiffen Beeren aus Klam eult Cathartico oder Stech⸗Palmen, welche man zer, elhel ſtoſſet und mit Waſſer abkochet, wie oben in derſe⸗ henden und eilfften Betrachtung bereits gruͤndlih Raft Wit worden. W40 8 Mit ſolchen gefaͤtbten Waſſern begieſſe die in enumt Gefaͤſſe geſetzte weiſſe Pflantzen des 25„ ch ude Ele, mahl, nemlich des Morgens und Abends. Be aſehfent wahre die Gefaͤſſe vor dem Regen und bringe ſiegh in Pultet le Nacht in das Gewaͤchs⸗Haus, oder unter ein Al⸗dlaue Obdach, damit der Thau die Farben nicht ſchun, ud grrilbe chen oder ausſaugen moͤge. dus Nal Wann man mit ſothaner Waͤſſerung ohngeſeht Jehucte drey Wochen anhaͤlt, ſo wird man endlich waht weng E nehmen, daß die Blumen theils eine natuͤrlihe. deein n. theils aber eine angenommene Farbe zeigen werdeh Tales no welches bey denen Gras⸗Blumen um ſo angeneh: eh e G mer ſeyn wird, als faſt alle Garten⸗Freunde Wffutet hieran die gelbe und ſchwartze Farbe verlangen uuuf, ud thun., Wiru Will man die Blumen von abwoechſelenden Far, Paſt,ee ben haben, ſo foll man die Pflantzen Morgens Ann luf fruͤhe auf einer Seite mit einer, und des Abends uuths auf der anderen Seite mit der anderen Farbe be⸗ gieſſen⸗ und alſo continuiren, doch daß man die—— Gatben()1n. 4 Audedz 8 Von den zaſichten⸗Gewaͤchſen. 221 doFarben immer abwechſele, und heute dieſe zu einer Seite, morgen aber eine andere, umgewechſelt gebrauche, Die Farben werden auch von denen Blumen ge⸗ hommen, als die blaue von blauen, die gelbe von gelben, und die rothe von rothen Blumen, durch abelches Kunſt⸗Stuͤck denen Gewaͤchſen allerhand Farben eingedrucket werden. g berg, Der offt gelobte Jeſuit Joh. B. Ferrarius(S faͤr⸗ bet die Erde auf eine andere Weiſe: Die ſchwartze un arbe nimmt er aus den kleinen ſchuppichten Fruͤch⸗ eduten des Eller⸗Baums, welche an ihrem Stamme dEabon ſelbſten vertrocknen, und nachgehends zu klei⸗ nem Pulver gerieben werden muͤſſen, die Him⸗ mel⸗blaue Farbe præpariret er aus abgetrockneten Fuetund gepuͤlverten Korn⸗Blumen, die gruͤne aber us Rauten⸗Safft, auf nachfolgende Weiſe: WeNehmet Schaaf-Miſt, knaͤtet ihn mit Eßig und ein wenig Saltz unter einander, thut zu ſolcher Naſſe eine von denen benannten drey Farben, mi⸗ ſchet alles wohl, machet in die Erde in denen Ge⸗ faͤſſen ein Gruͤblein, ſetzet dieſe Materie hinein, und pflantzet einen Ableger von einer weiſſen Nelcke darauf, und thut ſolches mit gebuͤhrender Begieſ⸗ ſung, worunter etwas von bemeldten Farben gemi⸗ ſchet iſt, abwarten, welches machen wird, daß in denen kuͤnfftigen Blumen Zeichen des gefaͤrbten Erdreichs erſcheinen werden, wie ſolches— E ri⸗ (6) Lib. 4. Flor. Cap. J. 3 Dreyzehende Batrachtung, Chriſtoph Thieme(1) gleichfalls bekraͤfftiget; alt Blumen aber, wobe man dieſe operation zu machen gedencket, ſollen von weiſſer Farbe ſeyn inmaſſeg die anderen ſich ſo leichtlich nicht veraͤnderen. Die Verwandelung derer Farben wird auch durch das Oculiren verrichtet, wann die alten Scoͤcke um Bertkolomæi neite Augen treiben, Wſ fbgane che man mit einem ſcharffen und reinen Feder⸗MIiß InMit ſer dergeſtalten abſchneidet, daß daͤs Hertze oder di⸗ Seele nicht verletzet werde, aushebet, mithin in aſ⸗ dere Schoſſen lubril einſetzet, und, wie ſonſten biy dem Oculiren gebraͤuchlich iſt, verbindet, wodun man allerhand Arten auf einen Stock wird bülteete af gen koͤnnen. buund den Die Farben derer Blumen koͤnnen auch, tuie ſil, wiet Johann Chriſtoph Thieme weiter anfuͤhret, mt uuz angen Spiritu Vitrioli veraͤndert werden, und geſchiehel, ſechſe wann man an denen Hyacinthen und anderen Gath herden, 05 tungen den Dampff an den Gipffel gehen laͤſſet, diẽ ae man de unterſten Blumen aber mit dem Spiritu Vitrioli be 0 fbel netzet, auf welche Weiſe die unterſten Blumeß ßten fl roth, die mitlern blau, die oberſten aber weiß fe Pwächſen ſollen, wobey noch zu mercken iſt, daß, wann mag, einige Blumen durch den Dampff abgeweiſſet hat Abihens man alsdann mit dem Spiritu allerhand rothe Buch⸗e iu be ſtaben auf die Blumen ſchreiben koͤnne. V Wie man aber denen Blumen goldene und ſilber⸗ beSift ne Farben beybringe: hiervon ſiehe die eilffte Be, In Tlien trachtung, wo dieſes aus dem Lauremberg ange⸗ Boͤs,B. Gnint e Hit Enoſebe mercket habe. ihfagich Son⸗ Intüchtg Unter ſo (1) In beinem Haus⸗Feld ⸗Arynch⸗Loch- und Wufbek, Iu Salß Dube/ Im zlen Thele/ vom Barten⸗Bau. Cb.30,büß 3 krachtyn — Von den zaſichten Gswaͤchſen. 22 Sonſten wollen einige eine weiſſe Gras⸗Blum in eine Himmel⸗blaue veraͤnderen, wann man ei⸗ Ine Sproſſe von dem alten Stocke abſchneidet, und „nſolche auf die Wurtzel von Ochſen⸗Zungen, orKorn⸗Blumen, Cichorien, oder rothen Ruͤben „euſherſetzet, welches geſchehen ſoll, wann man eine pon beſagten Wurtzeln, ſo darum dicke ſeyn muß, un der Mitte ein wenig ſpaltet, und das Nelcken⸗ Sproͤßlein geſchickt einſetzet, hiernaͤchſt aber ſab⸗ Achel etil verbindet, und in gute Erde verpflantzet, wo⸗ dehvon die Probe den Ausſchlag geben muß decde“ Die Saamen derer Blumen kan man auch in Suttgefaͤrbte Waſſer oder liquores einweichen: als Nel⸗ ken und Levcojen in Brandtwein und Menſchen⸗ eng Blut, wie oben in der roten und 1iten Betrach⸗ Itung angewieſen habe, und kan hievon die dritte und ſechſte Betrachtung gleichfalls nachgeſchlagen rdelverden, woſelbſten ausfuͤhrlich dargethan worden, lgteavie man den Saamen, welcher harte Schaalen Arat, einweichen, und zum baldigen Wachsthum Atets defoͤrdern ſolle, welches ſich bey denen dahieſigen n eBewaͤchſen mit gleichem Nutzen appliciren laͤſ⸗ Rens giUbrigens aber an denen Gewaͤchſen ungemeine ode: Dinge zu verrichten, ſchreibet ein beruͤhmter Au⸗ , tor, man wuͤrde Wunderwercke thun, wann mas „Lin die Saͤffte der Erde das warme Blut von de⸗ anen Thieren zu miſchen wiſſe, nur daß es kein Bocks⸗Blut ſeye, weilen daſſelbe allzutrocken, Kdeinfolglich den Wachsthum zu befoͤrdern, gantz untuͤchtig waͤre. Unter ſolches Blut, wann man die Aſche, oder das Sald derer Pflantzen, oder den Salpeter men⸗ 120 get ———— W 88 33—— 223 Dreyzehende Betrachtung, Von ſe Mite (ele Mühe ſ0 galtz Fugen brin get, wuͤrde man Blumen bekommen, von einet ſolchen Groͤſſe, daß man ſich daruͤber verwunderen wuͤrde: noch mehr aber, wann man alle dieſe Din⸗ ge in Brandtwein einweiche, und durch das dillil lüren die Quint Eſſenz ausziehe, wodurch dieſes groſſe Werck zu Ende gebracht, und ſolche Dinge Authen! præſtiret werden ſollen, die man nicht begreiffeh, n, wen ſondern gedencken wuͤrde, daß es Traͤume ſeynd a, Hiut welches ich bis auf die Probe noch ausgeſtellet ſenn ſ laſſe. Sehr wahrſcheinlich iſt, was der beruͤhmte ker. rarius, im erſten Buche ſeiner Flora pag. 441.,f Befoͤrderung des Wachsthums derer Pflanzen önd fin meldet: daß nemlich die Garten⸗Gewaͤchſe nichts wettt! mehr erfreuen noch aufmunteren ſolle, als wain ſe Dig ſie mit Waſſer, das an der Sonne gewaͤrmetwor itet, un den, und worinn man Tauben⸗Miſt und Acche(z das N von eben dergleichen Pflantzen gethan hat, begoſſen dten Nn werden. Alſo nimmt man zu denen Nelcken die Ihrromgh verbrannte Aſche vom Nelcken⸗Stock, und zu ane a hermgen deren eben die Aſche, welche aus dem Kraut, Ae onen ſten und Stielen, iſt gebrennet worden, wie obeh ung dere bey denen Tulipanen bereits erinnert habe. ees Wa Andere haben wiederum einen anderen Modum Imengele daß man alle Pflantzen mit ihren Bluͤthen und uund heft Saamen, welche ſo wohl in Gaͤrten, als Waͤldern, Thaͤlern und Feldern wachſen und beſonders dies Dfß aberk jenige, die vieles Saltz bey ſich fuͤhren, ſammlen Puee ihe und zu Aſche verbrennen ſolle. Von dieſer Aſche hwerde, ziehen ſie die Saltze durch Ausduͤnſtung der Feuch⸗ ſhichen w tigkeiten ab, und werffen hiervon etwas in Miſt⸗ ſch yeem h. Waſſer, worinnen Salpeter oder Sal nitri zergan⸗ nChrſt gen iſt, und wollen, daß man die Saamen 1 iret, in Von den zaſichten Sewaͤchſen. 22 achte Materie einweiche, welche ſodann die ge⸗ Habte Muͤhe mit hundertfachem Wucher belohnen Atand gantz auſſerordentliche und unvergleichliche „„Blumen bringen ſollen. Auf eben dieſe Weiſe ſoll die Sache vollzogen bwerden, wann man allerhand Beine von Viehe, medern, Haͤute, abgeſchnitzte Leder⸗Flecken, alte unHandſchuhe, Hoͤrner, Klauen von Pferden und onnderen Thieren, und alle Stuͤcke, welche einen Akalberfluß von Saltzen in ſich enthalten, aufſuchen Zlaͤſſet; nachgehends aber drey defaße oder Tonnen derſur Hand nimmt, und in die erſte die leichteſte, Lgon die zweyte die haͤrtere, in die dritte hingegen die Härteſte Dinge einleget, mit Regen⸗Waſſer uͤber⸗ Archuͤttet, und 4. 5. 6. bis 8. Tage einweichen laͤſ⸗ et; das Waſſer, welches die Fettigkeit von er⸗ Egeldten Materien ausgeſogen, wird nachgehends 11 bgenommen, und zum Gebrauch verwahret, und „Suc toll hierinnen das gantze Geheimniß der oben in Aldnſver dritten Betrachtung beſchriebenen Vervielfaͤl⸗ ägung derer Gewaͤchſe beſtehen, wann nemlich en dieſes Waſſer Salpeter und die Saltze derer Blumen geleget/ und hiermit die Saamen eingewei⸗ Ahet und befeuchtet werden. ν Daß aber denen Blumen der Geruch veraͤndett, nund einer uͤbel⸗ riechenden ein angenehmer beyge⸗ Ju eget werde, ſolches iſt bey denen Africanen bereits undeſchrieben worden, und wird von Terrario, und Aus dieſem von Herrn Dockor Elsholtz, dann Io⸗ Fann Chriſtoph Thieme, auf eine andere Weiſe an⸗ Ieeführet, und iſt in der Pe ein Stuͤck, alde 0 5 Aller U 226 Dreyzehende Betrachtung/ aller Curiofitaͤt und Auſmerckſamkeit werth iſt: hat ult Man nimmt nemlich einen Klumpen Schaaſ⸗Mif, 9 bat eol durchknetet ihn wohl mit Wein⸗Eßig, und miſchel men di ein wenig Biſam, Zibeth, oder Ambra und der ſeſt lhet gleichen wohlriechende Dinge, ſo zu Pulver ge n keme ſtoſſen worden, darunter; alsdann thut man die aſen, we Saamen einige Tage darinnen einweichen, ober Aunrſbft aber man ſetzet die Wurtzel derer Pflantzen hineil, eler Be⸗ und wartet ſie der Gebuͤhr nach fleißig ab in welchen yunn di Fall in den Blumen Zeichen dieſes entlehnten G.⸗ ruchs ſich verſpuͤren laſſen werden, welches dey Ee beſon allen Liebhabern der Gaͤrtnerey um ſo hoͤher ſiſteh wodur ſchaͤtzen, als die bloße Schoͤnheit eines Gewäͤchſz ſlen Bl nur ein eitler und vergaͤnglicher Pracht zu nenneh ſches geſch iſt, wann ſie nicht von dem Balſam eines undes Ktter in gleichlichen und höchſt⸗ angenehmen Geruchs ka echaaf M. vergeſellſchafftet werden; wann man aber in diz nnes Pag ſem Stuͤcke gantz ſicher gehen will, ſo kan maſ is und lic die aufgehenden Pflantzen mit eben dem Saff alein beyd worinnen ſie eingeweichet worden, begieſſen und denen Ent demnaͤchſt mit denen Saamen auf gleiche Art i⸗ ſd hon gut fahren.„ das nl Geite g⸗ Man kan auch durch dieſes Mittel denen Ghu holetber waͤchſen und Fruͤchten eine Medieiniſche Kraft eiß gieſſen; dann gleichwie wir aus denen Hiſtoren Dunn ei leſen, daß der Koͤnig Attalus aus einem wiedeihenfflen fedie und feindſeligen Gemuͤthe ſolche Pflantzen gezogel ſen diee welche wegen des mit ſich fuͤhrenden Giffts Uud uen; du Todes in der gantzen Welt beruffen waren; wal Heſalt belt ſollte uns alſo abhalten, unſere Gedancken auf wasSſamen anderes zu richten und keine toͤdtliche, ſonderl Shaff en ſolche Gewaͤchſe und Fruͤchte zu ziehen, Wüal Ihrhone und⸗ Von den zaſichten Gewaͤchſen. 227 , iundheit und das Leben zu erhalten, einen unend⸗ ich weit edlern Vorzug haben; doch muß man ahierinnen die Kunſt nach der Natur und Eigen⸗ .Euſchafft einer Pflantze einrichten; ſie muß(wie der Aalgelehrte Ferrarius ſagt) ſich ihren Geſetzen unter⸗ Iwerffen, weilen ſie die Geſetze des Urhebers der Ratur ſelbſten ſeynd, und iſt dieſes ein unſtreiti⸗ Iger heller Beweis, daß die Kunſt ungluͤcklich kaͤmpf⸗ ufet, wann die Natur ihr zuwieder iſt. dade Eine beſondere Art des Saͤens finde ich noch geh nuͤbeig, wodurch man ein ſeltſames Gewaͤchſe mit Adoppelten Blaͤttern und Bluͤthen aufbringen kan; Jathſolches geſchiehet, wann man etliche Saamen⸗ utkoͤrner in Schaaf-Koth oder in einen Klumpen ihen Schaaf⸗Miſt feſt zuſammen drucket, ein einſaches n gen Huͤnnes Papier darum wickelt, und alſo in ein gu⸗ lſtes und luckeres Erdreich einleget, welches nicht ulten allein bey denen perennirenden, ſondern auch bey deAdenen Sommer-Gewaͤchſen vielmahlen probiret, dalttand von guter Wuͤrckung zu ſeyn befunden wor⸗ den; das noͤthige Begieſſen aber muß nicht auf die Seite geſetzet, ſondern offt und vielmahl wie⸗ Hellderholet werden. I Wann einige dieſes Stuͤck practiciren wollen, fuͤllen ſie die Gefaͤße mit guter Holtz⸗Erde an und Iſtecken die Schaafs⸗Lorbeern mit denen Saamen hinein; daß die Gewaͤchſe aber eine wunderliche Geſtalt bekommen, nimmt man einerley Gattung Saamen von verſchiedenen Farben, thut ſie in SchafsLorbeern, und ſetzet daraufein ausgehoͤhltes Rohr von einer Hollunder⸗Staude, welches unten R P 2 etwas 228 Dreyzehende Betrachtung 61 I etwas weiter als oben iſt, auf welche Weiſe die fent Saamen ſich zu vereinigen, und einen langen en Re Stiel durch das Rohr zu treiben gezwungen würzunſant den. ſachen ö Bey denen Levcojen, Nacht⸗Veyel und andenn, d, Denr dergleichen Gewaͤchſen⸗ gefuͤllte Blumen zu erlaß⸗ het, ſt gen/ iſt eine beſondere Wiſſenſchafft, welche die funt, als mehreſten geheim gehalten wiſſen wollen; alleſ h, wohe weilen ich unter ihrer Diſciplin nicht ſtehe, ſo ing flötdeſecke che dem geneigten Leſer diefes curieuſe Stuͤck bl⸗ 5 0 kannt: Nimm einen gefuͤllten Stock von den ufih gelben Violen, Veyel oder Gulden⸗Lack, und oculire einen einfachen Levcojen⸗Zweig an den Herk, De Derm Stengel, laß ihn floriren, und zum Saamen zeß auleten, tigen, nimm den Saamen, wann er zeitig iſt, ah le enttded und ſaͤe ihn mit einem Suͤd⸗Wind wiederum aus Gdde ge die Pflanitzen aber verſetze in eine recht gute Erdeß fatzet wir ſo wird man finden, daß die meiſten Blumen ge/(dronrra, fuͤllt ſeyn werden. ferb, Acqu ˖ d andene Dieſer Kunſt einen beſſern Nachdruck zu gebiſh ſn ſo glaube ich, daß nicht undienlich ſeye, walh man den oculirten Zweig das erſte Jahr zu keiunt] dutch ju Bluͤthe kommen laſſe, ſondern demſelben alk ſeh des E Ilutnen abbreche, und zu Winters⸗Zeiten in e Luethie ner luͤfftigen Stube, nebſt andern dergleichen Ge ſi ermeht waͤchſen) bewahre, und nicht zugebe, daß ein btxronel Stengel von denen gelben Violen auf dem Stoc fWehegbſe bleibe; den folgenden Sommer aber koͤnnte man d ſplam den Saamen, wie unten bey denen Levcojen mit 115 mehrerm dargethan werden ſoll, abnehmen, und ſolchen in ein gutes fettes Erdreich ſaͤen 4 5 10 pffan⸗ ‚ pflantzen, in welchem Fall die Blumen gewißlich der⸗ geſtalten groß und gefuͤlt werden duͤrſſten, daß uman ſie mit Verwunderung nicht genugſam wird betrachten koͤnnen. Von den zaſichten Gewaͤchſen. 229 e Die Vermehrung, welche durch das Blat ge⸗ ſchiehet, iſt nur bey ein oder andern Gewaͤchſen kabekannt, als bey der Opuntia oder Indianiſchen Ahen nüeigen, wovon man ein Blat abbricht, und in Hendie Erde ſtecket, woraus mit der Zeit ein vollkom⸗ cimenes Gewaͤchſe wird, wie bey denen Indianiſchen nSitFeigen ausfuͤhrlich beſchrieben werden ſoll. Juchc, Die Vermehrung durch die Wurtzel iſt am be⸗ grekannteſten, und wird bewerckſtelliget, wann die⸗ dernggelbe entweder im Fruͤhling oder im Herbſte aus Vegeher Etde genommen, zertheilet und hinwieder ver⸗ teeoflantzet wird, wovon die Lychnis Chalcedonica, 6ln Soronaria, Auriculen, Hepatica nobilis, Primula Leris, Acquilegia, Iris fibroſa, umbilieus Veneris ind andere Gattungen mehr zum Beyſpiele die⸗ „Hetderlen. Durch junge Schoͤßlinge, Abſchnittlinge und Hurch das Einlegen werden die Nelcken, Roßma⸗ Lein, Levcojen, nebſt noch vielen anderen Gewaͤch⸗ gen, vermehret, wann man an denen Nelcken, Vio⸗ aMatronali, Geranio, Gulden⸗Lack ꝛc. ꝛc. junge Zweige abſchneidet, in gute feuchte Erde einſtecket, und ſo lang im Schatten erhaͤlt/ biß man ſiehet/ aß ſie zu treiben anfangen, wo ſie alsdann in ße und in den Garten verſetzet werden kön⸗ z doch muͤſſen ſie ſich vollſtaͤndig bewurtzelt haben, P 3 wei⸗ . 33⁰ Dreyzehende Betrachtung vnd weilen ſie ſonſten im Wachsthum verrucket werden Wudtke und zu Grunde gehen duͤrfften. mAf Das Ablegen geſchiehet, wann man an denen Gras⸗Blumen, gefuͤllten CarthaͤuſerNelcken, und andern dergleichen Gewaͤchſen nahe an der Erde einen ſchmeidigen Zweig erwaͤhlet, mit einem mn welcher Meſſer unten in den Knoten ſchneidet, den Sten⸗ Alin Jeſt gel bis an den andern Knoten aufritzet, und alſo ihſ, d in die Erde bieget, hernach aber denſelben mit eis fat nem hoͤltzernen Haͤcklein befeſtiget, und mit guter Erde umhaͤuffet, wovon weitlaͤufftige Beſchreibun⸗ gen zu machen gar nicht noͤthig zu ſeyn erachte,„Ahe eng weilen ſolches allenthalben bekannt, und ohne dem ch und nach weſentlichen Handgriff nicht wohl erlernet werden gerer Jeger kan. ufhelanden htnen, ſich Eine fremde gantz beſondere und wunderbate Bide krr⸗ Art von Wiederhervorbringung einer Pflantze aus wahrhafte ihrer Aſche finde ich noch uͤbrig zu ſeyn, welche alle ſe e Auhe Kraͤffte der Natur uͤberſteiget, und woruͤber ſo ßeseſet viele Kuͤnſtler den Kopf zerbrochen haben; dieſe ger decheft wird genennet die Palingeneſia, oder kuͤnſtliche ndye Pan Auferweckung derer Pffantzen, Menſchen und genſeben, Thiere, das iſt: aus der in eine glaͤſerne Phiole ſo wan oder Flaſche eingeſchloſſene Aſche einer Roſe Nel⸗ cke oder andern Gewaͤchſes die vergangene Blu⸗ men, weit allen ihren Farben, Pracht und Schoͤn, heit, wiederum aufzuerwecken, und in einem Schat⸗ ten⸗Bilde vorzuſtellen, mithin in den engen Graͤne kmen tzen dieſes glaͤfernen Gefaͤßes eine gantze Welt voll Yn, Wunderwercke zu entdecken. Von Von den zaſichten Gewaͤchſen. 231 Von dieſer Wunder⸗vollen und faſt nicht zu be⸗ greiffenden Auferſtehung haben beruͤhmte Maͤnner geſchrieben, und gantze Tractate aufgezeichnet, an wodurch ſie die Realitaͤt dieſer Geheimniß ⸗reichen Gebuhrt beſtaͤtigen wollen,(§s) und erzehlet ein vornehmer Autor, daß er einen ſichern Polen ge⸗ 8kennet, welcher in zwoͤlff glaͤſernen Eermetiſch⸗ver⸗ uſlegelten Flaſchen die Aſche und Subgantz einiger Gewaͤchſe, als einer Roſe, Nelcke, Tulipane ſhas und ſo fort, bewahret, und ſo bald er dieſe auf ein e gelindes, mittelmaͤßiges Feuer oder auf einen war⸗ men Ofen geſetzet, ſo ſoll die Pflantze, welche in ihrer Aſche eingeſchloſſen und vergraben lage, ſich Inach und nach ermuntert, und ſo zu ſagen als ein anderer Vegetabiliſcher Phœnix aus ihrem Grabe aufgeſtanden, mithin, um ein neues Leben anzu⸗ nehmen, ſich in dem allerangenehmſten Schatten⸗ Bilde præſentiret haben, nicht anders als eine 10 fr wahrhaffte Blume, ſo ſchoͤn und vollkommen, daß uuns ſie die Augen betriegen ſollen, um zu glauben, edaß es weſentliche wahre Blumen waͤren; ſo bald (a, aber das Gefaͤße hinweggenommen worden, ſo ſol⸗ len die Pflantzen und Blumen ſich wiederum ver⸗ lohren haben, und als ein Schatten verſchwunden ſeyn; ſo man jedoch allezeit wiederum Räe 4 igen (8) Kircherus, in Oedipo Ægyptiaco,& mundo ſubtes- raneo. Libr. 12. Sect. 4. Cap. F. Exper. 1. Ferrarius, in Flora. Libr. 4. Cap,. 4. pag. 465. Digby, de la Vegetation des plantes. P. 2. P. 64. 6. Francken de Franckenau, in ſeinen Schrifften, von der Palingeneſie, oder künſtlichen Auferweckung derer Paantzen/ Menſchen und Thiere, aus ihrer Aſche 232 Dreyzehende Betrachtung/ ligen koͤnnen, ſo offt man das Glas auf ein gelin⸗ des Feuer oder ſonſtige bequeme Hitze geſtellet hat. pater Kircherus ſoll(wie etzehlet wird) zu Rom in ſeinem Cabinet eine dergleichen Flaſche gehabt, und denen zu ihm kommenden aus der darinnen verborgenen Aſche die Pflantzen und Blumen, ſo offt er nur gewollt, dargeſtellet haben; wie dann die Koͤnigin Chriſtina von Schweden dieſe kuͤne liche Auferſtehung ſelbſten in Augenſchein genom, iit Mbee men, und in Betrachtung ſothanen Wunders enen blebet ſich lange Zeit aufgehalten haben ſolle. Dee Zeit eh Die Compolition dieſet raren Auferweckung bes aſol, i, ſtehet kuͤrtzlich darinnen: daß man eine gewoiſſe mſame W. Quantität Saamen von einer Pflantze nehme, ſel ſe man die higen zerſtoſſe, und des Nachts einige Zeit unter len ſeyrd, oͤffentlichem Himmel, den Thau zu empfangen, Pfante Ne ausbreite; nachgehends aber wird der Thau di. fugen Geͤt gilliret, und das gantze Werck imn friſchen Pferd⸗ duß hey zaſ Miſt digeriret, und hiermit weiter verfahren, wie ſhe Gerät beym B. Porta, in Magia Naturali, Kirchero, Fer- ſohlen Sten, rario und anderenn Autorihus, ausfuͤhrlicher zu leſen Iffet endri iſt; welche Sache mit mehreten Umſtaͤnden abhll, neleblche handeln, ich um ſo mehr unnoͤthig erachte, uls ſieeß aac von deſ nes theils nicht zu der Gaͤrtnerey/ ſondern vielmeht hche mtt in die Chymie gehöͤret, andern theils zu ſeiner Voll. ſnd, daß! kommenheit zu bringen, groſſe Muͤhe, Verdruß Joken cder und langwierige Zeiten erfordert werden, und cnfals eiſ dannoch, wie die Erfahrung offt und vielmahlen Fu Gru P5 bezeuget, hiermit nichts ausgerichtet geweſen, u 6—. 0 Vart e + Ne 9 Von den zaſichten Gewaͤchſen. 233 geſchweigen, daß viele vornehme Scribenten() die⸗ ſes ſo hoch exaggerirte Geheimniß der Palingenelie D ſuͤr gelehrte Windmacherey ausruffen und be⸗ ſchreiben. Alle Gewaͤchſe, welche gar zu buſchigt wachſen, u und vieles Kraut und Blaͤtter bekommen wer⸗ den von dem Uberfluß ihrer Neben-Stengeln ent⸗ lediget, wodurch die Blumen um ein merckliches vergroͤſſert werden, weilen die Krafft, die ſonſten n in die Neben,Zweige gehet, auf dieſe Weiſe bey⸗ ſammen bleibet. Die Zeit aber, wann das Beſchneiden geſche⸗ ntt hen ſoll, iſt, wann die Gewaͤchſe in der Erde ge⸗ nugſame Wurtzeln gefaſſet haben; dann beſchnei⸗ det man dieſelbe, wann die Wurtzeln noch zu klein ſeynd/ ſo kan nicht anders ſeyn, als daß die Pflantze Noth leiden muß. Bey verſtaͤndigen und W4 klugen Gaͤrtnern wird man auch niemahlen ſehen, daß bey naſſem und unfreundlichem Wetter dieje⸗ nige Gewaͤchſe beſchnitten werden, welche einen hohlen Stengel haben, zumahlen ſonſten die Feuch⸗ tigkeit eindringen, und denen Pflantzen eine un⸗ ausbleibliche Faͤulung verurſachen wuͤrde, welches auch von denjenigen Gewaͤchſen zu verſtehen iſt, welche mit vielen Knoten und Gelencken umgeben ſeynd, daß nemlich das Schneiden mitten in den Knoten oder das Gelencke nicht geſchehe, wodurch ebenfalls eine Faͤulung entſtehen, und die Pflan⸗ tzen zu Grunde gehen wuͤrden. Y Wat WVoerner Rolſinck, Libr. 4. Chymiæ. Cap.3. 234 Dreyzehende Betrachtung, Was hingegen die Aufbehaltung derer zarten Gewaͤchſe zur Winters Zeit angehet, erfordert die ohnumgaͤngliche Nothwendigkeit, daß man dieſelbe theils im September, theils im Ocktober, in eine verſchloſſene lůfftige Kammer einbringe, und bey angehendem Fruͤhling ehender nicht in den Garten an ihre vorige Stelle ſetze, bis der Froft verſchwunden, und die zarte Pflantzen hiervon keine Anfechtung mehr zu beſorgen haben, wie ich bey jedem Gewaͤchſe hiernaͤchſt nothduͤrfftig anfüh⸗ ren werde. Traͤget ſich nun zu, daß wieder eines Garten⸗ Liebhabers Wunſch und Willen einige Wurtzeln, Stauden, Kraͤuter, wie auch einige Zwiebeln, von dem Froſte etwas getroffen und beſchaͤdiget worden ſeynd, ſo kan man dem Ubel leichtlich ent⸗ gegen gehen, wann dieſelbe mit den Haͤnden nicht betaſtet, ſondern gantz ſtille liegen gelaſſen werden, alſo daß man allen warmen Athem hiervon entfer⸗ ne, bis ſie von ſelbſten wieder zu ſich kommenl, und die eingeſogene Kaͤlte wiederum ablegen, an⸗ geſehen ihnen nichts ſchaͤdlicher iſt, als wann man ſie in eine warme Stube bringet, wodurch dieſeh⸗ be gaͤntzlich verfaulen, und zu Grunde gehen wer, den: wie wir dann an der Roßmarin wahrneh⸗ men, daß, wann die Erde im Winter daran gantz erfroren iſt, und unangeruͤhret in ihren Gefuͤßen ſtehen gelaſſen wird, dieſelbe bey ankommendem gelinden Wetter ſich eroͤffne, und den gantzen Stock, woferne er nicht gaͤntzlich verfroren iſt, ſ ſeiner vorigen Geſtalt wiederum daher ſtelle. Eini⸗ vond — fihe ſchen hae eig a ſcht Refe hrcagen, fatheſen/f Fſu beſocge Wggingen anz unſc ab am fehe ſöen geyen ſchen lef ur ein w Etobe eit Waſet de Hat won⸗ el, untet we t wird/ ind fſtein doch, ifecibringer ſun die meht ſendericht hen die ge Wftſche uuf ͤden könne nichen unge ſeurtrrez hiren un Vunn me Hube in der inn man Aan dieſr Von den zaſichten Gewaͤchſen. 335 Einige ſetzen ihre Gewaͤchſe den gantzen Win⸗ ter in eine eingeheitzte warme Stube, welches aber I, auch ſehr gefaͤhrlich iſt; dann ſollte ſich vielleicht nicht zutragen, daß die Wurtzeln von der Waͤrme ausſchieſſen, ſo werden ſie jedoch ſo zart werden, Waga daß zu beſorgen ſtehet, daß ſie im Fruͤhling von „der geringſten kalten Lufft im Garten beſchaͤdiget, Aezaß und gantz unfehlbarlich zu Grunde gehen werden; n ſche dahero am ſicherſten iſt/ daß man dieſelbe in einer dohelen luͤftigen gegen Mittag gelegenen Stube uneinge⸗ heitzt ſtehen laſſe, bey anwachſender groſſen Kaͤlte aber nur ein wenig Feuer in dem Ofen mache, daß Wicher tahh die Stube etwas laulicht werde, und ein Topf n teiz mit Waſſer darinnen nicht verfrieren köͤnne. Hat man aber in dem Wohn⸗Hauſe eine Kam⸗ t mer, unter welcher ein Zimmer iſt, welches eingehei⸗ tzet wird, in der oberſten Kammer oder Stube aber iſt ein Loch, wodurch von unten herauf die War⸗ Aer enme eindringen kan, ſo iſt dieſes ſchon genug/hierin⸗ nen die mehreſte zarte Gewaͤchſe zu conlerviren, abſonderlich wann bey ſtillem Wetter und warmen ᷑aͤgen die Fenſter einige Stunden geoͤffnet, und die friſche Lufft und Sonnen⸗Strahlen eingelaſſen wwerden koͤnnen, welches denen verſchloſſenen Ge⸗ waͤchſen ungemeine Erfriſchung giebt, daß man ihr munteres Weſen daran augenſcheinlich wird , verſpuͤren und wahrnehmen koͤnnen. A1νHν Wann man nun zu einer luͤfftigen Kammer und ν Stube in dem Wohn⸗Hauſe keine Gelegenheit hat, .fo kan man die Gewaͤchſe in einen Keller ſetzen; brM allein dieſer muß luͤfftig und nicht mit zu vielem Mauer⸗ 236 Dreyzehende Betrachtung Mauerwerck umgeben, weniger aber ſalpetericht ſeyn, inmaſſen alles, was da hinein geſetzet wird, der Gefahr des Untergangs unterworffen iſt, wo⸗ von ich die Probe an einigen Gewaͤchſen habe, wel⸗ che mir in einem ſolchen Keller verfaulet und gantz ab⸗ Lnd0 — mt de Bn A nige. ( Duhere In Hubek Petese Y zte Beltac geſtorben ſeynd. Die Urſache dieſes Unheils iſt we, enee len die Steine eine ſchaͤdliche Feuchtigkeit von ſih geben, welches man an denen gemauerten Wün⸗ ft den ſiehet, die gemeiniglich zu Winters⸗Zeiten mit ſaſel einer weiſſen Kruſt oder Reiff umzinglet werden, wovon die Ausduͤnſtung hoͤchſt ſchaͤdlich, und die 6 zarten auslaͤndiſche Gewaͤchſe mit einer jaͤmmerlz n chen Niederlage hingerichtet werden⸗ Daß die im Garten bleibende Gewaͤchſe von dem ekduchſe Froſte nicht beſchaͤdiget werden, ſetzet man einen hoͤltzernen Kaſten darauf, und umleget denſelben mit heiſſem Pferd⸗Miſt, wie desgleichen nicht u verachten iſt, wann man die Stengel und Blaͤt⸗ ter derer Kuͤrbſen abbricht, und hiermit das Erd⸗ reich beleget, welche nicht nur der Kaͤlte wiedeſ⸗ ſtehen, ſondern auch ein verſichertes und ducch langweilige Erfahrung probat befundenes Mittel ſeynd, daß alle darunter verborgen liegende Ge⸗ waͤchſe von dem Froſte nicht ſo leichtlich getroffen werdey, und iſt bey anfangendem Fruͤhling die d Fuͤrſichtigkeit derjenigen zu loben, welche ihre Ge⸗ waͤchſe mit glaͤſernen Glocken bedecken, welche ma⸗ chen, daß die Sonnen⸗Strahlen ſich verdoppeln, Und die zarten Pflantzen von dem Schnee und Kuͤl⸗ te nicht ſo leichtlich verletzet, ſondern viel ehender u ihrer Bluͤthe getrieben werden; in denen glaͤ⸗ ernen Glocken aber muß oben eine Oeffrung aun am uder Tith t einandet fherds cbet eMfetze h. Her, und nach el mun ſol 0 wann di rrnieet wg enkt ſoche Wud Luft, nckget we W gebtauche ,permeng⸗ ſEde, 0 ſſtenden ch „Her Cih darten Von den zaſichten Gewaͤchſen. 237 ſhe damit die Duͤnſte ausdufften und etwas Lufft ein⸗ gehen moͤge. a Von Zubereitung des Erdreichs beſiehe die 2te Aelicg und zte Betrachtung; eine andere gantz beſonde⸗ el re Erde aber finde ich beſchrieben, welche fuͤr aller⸗ n hand einheimiſche und auslaͤndiſche Gewaͤchſe in groſſem Werth gehalten, und von unvergleichlichem Nutzen ſeyn ſolle. ſith. Dieſe Erde wird folgender geſtalten præparitet: 6Nimin einen Theil Saltz, und zwey Theile unge⸗ loͤſchten Kalck, thue beyde in eine Tonne beyſam⸗ men, und ſtelle es in eine Kammer, wo die Lufft deSedits nicht durchſtreichet; gieſſe Waſſer aus einem Gra⸗ Unſl er ben oder Teich darzu, und ruͤhre ſolches ſo lang 0 ietUnter einander, bis es wie ein Brey wird; nach⸗ angehends aber nimmt man ein neues Geſchirr, thut Slendie Materie hinein, und brennet ſelbige zu Pul⸗ bertr ver, und nachdem ſie wohl ausgegluͤhet hat, be⸗ eirnetzet man ſolche mit Pferd⸗ oder Rinds⸗Urin, Aane und wann dieſes auch bewerckſtelliget worden, ſo formiret man kleine Ballen oder Kugeln daraus, trocknet ſolche an einem trockenen Ort, ohne Son⸗ rne und Lufft, benetzet ſie demnaͤchſt zum andern zund drittenmahl, doch daß ſie allemahl wiederum Asabgetrocknet werden; wann man gun hiervon et⸗ nwas gebrauchen will, ſo mache die Kugeln gantz A klein, vermenge ſie unter gute ausgeſiebte reine lu⸗ Ickere Erde, nach Groͤſſe und Proportion derer ver⸗ Ipflantzenden Gewaͤchſe, als zu einer groſſen Stau⸗ de, oder Citronen⸗Baum, nimmt man zwey a* 63 Haͤnde 238 Dre yzehende Betr achtung, vnd Haͤnde voll, zu Nelcken und anderen dergleichen Gewaͤchſen aber nur eine halbe Hand voll, und Jleh wird gemeldet, daß dieſe Erde den Wachsthums⸗ Trieb bey allen Gewaͤchſen maͤchtig befoͤrder; es wird auch verſichert/ daß dieſelbe denen Gras⸗ Nn lu Blumen ꝛc. ungemein ſchöne Farben beylege, wann 10 der Saame 24 Stunden in Waſſer(worinnen be⸗ meldte Erde liegt) eingeweichet, weniger nicht die aufgehende Pflantzen 2. bis 3. Stunden mit ihten II“ Wurtzeln hinein geſetzet werden. Die Blumen durch das Abtrocknen zu conſer. uleern u viren, iſt in der Eilfften Betrachtung geſagt wol, Cucll. den, welches auch geſchiehet, wann man die Blaͤt, lal ter derer Nelcken, Poͤonien, Ritter⸗Sporen e, honern abbricht, ſie gantz duͤnn auf ein neues Tuch, Brett oder anderes irdene Gefaͤß aufleget, und in⸗oder auf einen mittelmaͤßig warmen Ofen bringet, und geſchwind abtrocknen laͤſſet. Ritter⸗Sporen, Ringel⸗Blumen,Stern⸗Biln.„ lein ꝛc. haben dieſer Abtrocknung nicht noͤthig/ ſon⸗ dern es iſt ſchon genug, wann man ſelbige an el⸗ ner Scheuer aufhaͤnget, und abtrocknen laͤſſet. α. οοον R ‚ W 4 Beert Berreceyyz Von den zaſichten Gewaͤchſen. Vierzehende Waſe cl de Epatica nobilis. Auricula urfi. ,. Auricula Muris. Primula Veris. are Primula veris umbellata. FFlos Cuculi. Pulſatilla. GSaponaria. Fülipendula. Iris fibroſa. Ae Lilium Convallium. Flos Keyri. Viola Matronalis floxe albo. 2. viola Matronalis flore rubro. Levcojum. Leyvcojum luteum. Levcojum Cerinthi folio. Caryophyllorum diverſiſ-i ſimæ ac elegantiſſimæ ſpecies. Caryophylli Sinenſes. Caryophyllus plumarius. 239 Betrachtung. Von unterſchiedenen Arten derer zaſichten Gewaͤchſe. Caryophyllus Carthuſia- rum. Caryophyllus, ſpicam fru- menti referens. Caryophyllus Sylveſtris. Lychnis Chalcedonica flo- re pleno& ſimplici. Lychnis Coronaria flore pleno& ſimplici. Lychnis Viſcoſa Sylveſtris, foliis Caryophyllaceis flere pleno. Lychnis, ſedi arboreſcen- tis& auriculæ urſi folio. Lychnis myrtifolia frute- ſcens. Flos paſſionis. Frutex ſenſibilis. Flos cardinalis. Flos Indicus Liliorum. Geranium Africanum. Naſturtium Indicum fla- re plene. Ficei- Vierzehende Betrachtung. Ficoides. Ananas. Mufa, Apocynum Americanum erectum. Apocynum Africanum di- zoides monſtroſum. Lilium Zeilanicum. Campanula pyramidalis. CampanulaAmericana flo- re pleno- Campanula Hortenſis flo- re pleno& ſimplici. Campanula Autumnalis flore purpureo, albo& variegato. Hedyſarum clypeatum. Limonium aureum. Solanum Veſicarium. Solanum Ægyptiacum flo- re pleno. Solanum furioſum. Leonurus Africanus. Malva roſea. Gnaphalium Latifolium Americanum. Phaſeolus Indicus arbo- reſcens. Phaſeolus Indicus, flore cochleato. Periploca Americana. Lotus anguſtifolia, ex put. pura nigricante. Lotus Maritima, lutes ſiliquoſa. Eupatorium Meſues. Angelica Luſiranica, folio lucido. Umbilicus Veneris. Marum verum. Marum Maſtichen. Marum Creticum. Salvia, folio maculato au- reo& argeateo. Salvi Verbaſcum. Majorana folio cochleat9. Hyſopus criſtatus. Hyſopus folio maculato. Lavendula Hiſpanica. Myrtillus Italica, flore pleno. Helichryſum. Tanacetum foliis criſpis. Linaria purpurea major. Dictamnus. Helleborus. Helleboraſtrum. Phytolacca Americana. Aſter Atticus. Aſter Pannonicus flore luteo. Aſter Von den zaſichten ten Gewaͤchſen. Aſter novæ r Belgiæ umbel=¶ Verbaſcum latus, floribus violaceis. Ranunculus Hortenſis. Aſter novæ Angliæ altiſſi- Ranunculus Aſiaticus. —— mus. 3381— Maritima. byrola. Acquilegia. Aematis. Acquilegia ſtellata. linca pervinca. 1Bellis. Pimedium. Bellis erecta dyacintho affinis Africa-! Bellis altrifolia na, flore cæruleo ino- Bellis umbellifera Cana- doro. 5 denſis. zumaria ſiliquoſa ſemper Bellis Indica maxima fru- virens. ticeſcens. apparis, pertulacæ folio.] Bellis lutea Cretica. lrachelium Americanum] Ficus Indica. flore cæruleo& albo] Jucca glorioſa, pleno. Mandragorà fructu pigri. edicago latifolia fru- Aſclepias. teſcens, incana. Althea. edum variarum ſpecie- Teucrium. rum. Matricaria. aly Americanum. bmnendt Zalega. Eſula Indica. faleriana. Gefitianella flore cæruleo, Imphæa aquatica. Ptarmica. Neymaſtrum. Agrimonia Orientalis. Irtica Perſica. Ariſtolochia rotunda. ꝓſimachia lutea cornicu- Buphthalmum. lata. Calamintha montana, flo- lespe rides. re magno. ſirga aurea. Caltha peluſtris flore ple- Viola Martia. no. Viola Mariana- Calceolus Mariæ. 2 Di⸗ 24· Vierzehende Betrachtun j Digitalis. Plantago roſea. Digitalis pyramidalis lati- Dentellaria. folia, flore ferrugineo AÆthiopis Africana. alek, un lten werhe majore. Laurus Alexandrina. I Wilte Digitalis Virginiana Ma- Sigillum Salomonis. 1* 546 rina flore luteo. Betonica major Danic Gramen Sparteum penna- flore albo& purpureo,, tum. Papaver orientale hirſt. 6 Chamæmelum. tiſſimum flore magtd, periclymenum perfolia- phæœniceo. ‚ tum. Papaver Indicus perenni, Trichomanes. Napellus. Horminum peſtigrides. Lathyrus perennis. Acanthus ſativus. Antinapellus. Hepatica NVobilis. Die gefuͤllte Hepatica nobilis iſt ein beſondetz zudiefen g angenehmes Bluͤmlein, welches zu Ende des kerleLebhcber bruarii, oder, nachdeme das Wetter iſt, im Mani ſlen helken 338 man findet in dem Garten einige Arteſh zude men als: danlchmerden Hepatica trifolia flore cæruleo ſimplici. flore cæruleo pleno. Eflore rubro ſimplici. flore rubro pleno. Kſlore albo ſimplici. flore albo pleno. Die Vermehrung geſchiehet am leichteſten dulth Zertheilung der Wurtzel, im Fruͤhling und Heeht deän. ſte. Es kan die Hepatica auch aus dem Saamel le gezogen werden, welcher von einfachen Blumeh genommen werden muß: wann dieſer recht keilh maden iſt, wird er mit einem Suͤd⸗Wind abge füͤth fchug/ in (00 A 10 U0 E I5. und 1 Wae Von den zaſichten Gewaͤchſen. 243 und bis in September aufbehalten⸗ wo er gantz duͤnn auegeſaͤet, und ſo lang, bis er aufkeimet, feucht gehalten werden muß. Des Winters ſetzet man die zarten Pflaͤntzgen in das Wohn⸗Haus, oder in einen luͤfftigen Keller, welches aber, weilen es viele Muͤhe machet, ſo ſaͤen einige dieſen Saamen im Fruͤhling, und thun Iſie im Herbſte in eine gute wohlgeduͤngte Erde verpflantzen. Ein ſicherer Autor ruͤhmet, daß durch Beylaſſung erdes Menſchen⸗Urins dieſe Pflantzen ſich ungemein bermehren, welches auch in der That gegruͤndet iſt, und am fuͤglichſten geſchiehet, wann man ſeinen ei⸗ zenen Urin daran laſſen thut. Zu dieſen angenehmen Blumen finde ich ſehr wheb ſuugiele Liebhaber, welche ſie in beſonderm Werth und Ehren halten. Es ſeynd dieſelbe guch eine Haupt⸗ n Eern kuierde unſerer Gaͤrten, von verſchiedenen recht Ausnehmenden und unvergleichlichen Farben, als eraun, Purpur) gelb, violer, colombin, incar- act, ſchwartzilich, weiß ꝛc. entweder nur mit einem Auge, oder aber ſo ſchoͤn unter einander geſchildert ind eingefaſt, daß man ſie mit hoͤchſter Verwun⸗ erung anſehen muß, zumahlen wann der Sten⸗ el etwas hoch, und einen vollkommenen Strauß gZon 10. 1f. und mehrern Blumen prælſentiret, wel⸗ nne he von denen Hollaͤndern, Engeldͤndern, auch nunmehro denen Teutſchen Gaͤrtnern, in verſchie⸗ a 4dene Clallen eingetheilet werden, wovon ich aus 0t tetelHerren Henrich Beckmanns ſeinem Catalogo, aus WanHamburg, einige Arten melden will. I 2Q 2 1, Au- 244. 10 5 Uſ., ſchoͤne Sceptre Imperial. geſchilderte Couleuren, Veniſſimo.&c.&c. mit gepuderten Augen. 2. Agrippina. Amant. Alteſſe Royale. Bunte Joſeph. Belle Soleil. Blauer Held. Biſchoff von Paris. Caſuarius. Cupido. Chef d'Ouvrier. Croen von Flora. Diamant. Don Petro- Ducheſſe Royale. Eliſabeth. Glorieuſe dAngleterre. Ganimedes. Grand Alexander. Harlequin. Honorable. Juv/eel von Europa Incomparable. Koͤnig von Preuſſen. La Reine Victorieuſe. L'invincible. LEmpereur. Merveille du Monde. Premier Noble. Schoͤn Maͤdel. Zuprema Vierzehende Betrachtung Indifferente angeneh me hohe Farben und ſchoͤne Augen. Abelle. Alexander Magnus. Archevẽque. Agat. Belle Etrangere Belle Pariſienne. Biſchoff. Baron. Dromedarius. Extravagant. Endimion. Electeur. Fama. Favorit. Feu Amarantli. Feu Nobleſſe. Groſſe Atlas. Goliath. Grand Prior. Grand Cairo. Grand Etendart. Hercules. 0 Indianer. I Jerme Koͤnig der Mohren. ne Kayſerin Zenobia. 0 abet i Mon Cæur. ſhambefe Couronne Triomphante,, gutere La Douceur- öndbeſeh LElpe⸗ Reegn Mademoiſelle. Nouvelle Angloiſe. αNνmphe Royale. hin zLon plus belle. Jon Pareille. Qurſon. domme d'Amour. dolixena. jans pareil. Zuperbe. Criomphe Ropyal. Camerlan. liolet aurea. Fiolet charmant. ſiolet Royal. Aignardiſe. Coiſon d'or. z„amſon. Mit gefuͤllten Blu⸗ men. zelle Brunette. Die Braut. Feu brillant. Feuille mort. KFlore luteo major. Von den zaſichten Gewaͤchſen. 245 —ßXX-Z»tt...———— LEſperance. Groſſe Rœs. Glorioſa. Imperatrice. Koͤnig der Mohren. Le Solitaire. Maus⸗Farb. Orange· Farb. Phaëton. Printz d'Orange. Pretieuſe. Agreable. 4. Mit bunt geſtreifften Blumen. Apollo. Bouquet dEſpagne. Concorde de PAmour. Koͤnig von Java. LAmour. Nobleſſe. La Portugaiſe. LAvanturiere. Plaiſant Haſevœt. Roſen Hertzog. Victoria. Biſard Juweel. Gulden Orloge. Die Vermehrung hiervon iſt ſehr leicht, angeſe⸗ Sand beſtehen kan. l hen die Auriculen faſt in jedem Grunde fortkommen, I jedoch aber iſt ein fett, feucht⸗ und ſtarckes Erd⸗ 'reich am beſten, welches aus alten verweſenen Kuͤh⸗ Miſt, guter Garten-Erde und etwas weiſſen Bach⸗ Q 3 Die ee eeeee 246 Vierzehende Betrachtung, Die Verpflantzung geſchiehet im Aprili, wann 0&. die Blumen abgeblühet Eaben, oder im Herbſte, wann man den Haupt⸗Stock aus der Erde hebet, ſelbigen zertheilet, und an jeder Pflantze etwas 1 Wurtzeln laͤſſet, welche Pbann bis an das oberſte Auge oder das Hertz feſt in die Eide gedrucket, und an! alſo eingepflantzet werden, daß nichts als die bloſſen„ e Blaͤtter heraus ſchauen. 1K Sothane Verpflantzung geſchiehet am beſten uen nach einem fruchtbaren Regen, in Entſtehung deſt lene n ſen aber/ muß man die Auriculen begieſſen. Wer q⸗ aetuehn ber die Muͤhe nehmen will ſeine Auriculen allezeit um das zweyte Jahr zu verpflantzen, dieſer wird deſto ſchoͤnere Blumen zu gewarten haben. Einige pflantzen die Auriculen in Gefaͤſſe, wel⸗ 6 ches bey denen allerrareſten nicht undienlich iſt, und e iſt hierbey weiter nichts zu beobachten, als daß man n die Pflantzen anfangs begieſſe, und 3. bis 4. Wo chen in Schatten erhalte. Im Fruͤhling ſetzet man die Auriculen an einen 1 ſolchen Ort welchen die Sonne des Morgens nul l ft etliche Stunden beſcheine, damit die Blumen ihre n 1az Farbe nicht ſo bald verlieren thun. Die Auriculen werden auch aus dem Saamen gezogen, wodurch man allerhand recht ſchöne neue!r„Pogll, 5 erlanget. Das Haupt-Werck aber beruhet auf dem Hand⸗ 0 Geiff, daß man nemlich den Saamen recht zeitigen laſſe, und von denen ſchönſten und groͤſten Blufgitf lühme. Einige werffen den Saamen, bey angehend denl. Winter, nur auf den Schnee, und bedecken ihnmit W371· ein wenng Erde, welches ſeinen Ellect beweiſet) in, n maſſen Von den zaſichten Gewaͤchſen. 247 maſſen die Kaͤlte dem Saamen nicht allein nicht ags ſchaͤdlich iſt, ſondern vielmehr verurſachet, daß er Metuſ deſto zeitiger aufkeimen thue. Allein weilen die ug Sonne denen aufgehenden jungen Pfaͤntzlein hoͤchſt zuwider iſt, und ſolche mit einander, wann ſie nicht bedecket werden, zu Grunde richtet: ſo iſt das ſi⸗ cheiſte, wann man einige Gefaͤſſe, oder laͤngliche Kaͤſten, mit reiner, etwas leichten Erde anfuͤle, a und den Saamen im Januario oder Februario in ge⸗ Sttihen machte kleine Linien dergeſtalten eindrucke, daß er geßen Inicht gar zu tieff in die Exde komme, mithin die Ge⸗ Autulat faͤſſe in offene Gaͤrten ſetze, und allen Regen, Froſt 0 dee und Schnee/ daruͤber gehen laſſe. So bald aber der in ſtbe. Saame beginnet aufzukeimen, ſtellet man die Kaͤ⸗ 8669(ſten an einen ſchattichten Ort, und wann die 830 Pffantzen eine zum Verſetzen tuͤchtige Hoͤhe erlan⸗ 5 666get haben, koͤnnen ſie weiter in eine gute und etwas ſteiffe Erde verpflantzet werden. Will man auch die Muͤhe nehmen, und ſolche mit Waſſer, worin⸗ u ven friſcher Kuh⸗Miſt geſtanden iſt, begieſſen, wer⸗ 1den ſie deſto fruͤhzeitiger floriren, welches ſonſten im aten oder zten Jahre zu geſchehen pfleget. Auricula Muris. enSun Auricula Muris, oder Piloſella, Maus⸗Oehr⸗ önn, lein, Nagel⸗Kraut, und Katzen⸗Pfoͤtlein genen⸗ net, iſt ein wildes Gewaͤchſe, welches an ſchattig⸗ ten Huͤgeln, und zuweilen an alten Mauren wach⸗ ſet, der Stengel iſt ſchwach, haaricht und ohnge⸗ fehr eines Ellenbogen hochs, die Blaͤtter aber liegen auf der Erde, und haben die Geſtalt eines Maus⸗ oder Haaſen⸗Oehrieins. Die Blum hingegen iſt Feuer⸗roth, auch zuweilen gelb, und ſtehet auf ei⸗ nei geraden Stiel, mit vielen Blaͤttern beſetzet, 2Q24 faſt 248 Vierzehende Betrachtung faſt wie eine Auricul anzufehen. Sonſten hat die, Iun Bletrgt ſes Gewaͤchſe nichts rares, und wird von einigen Elten 9. nicht einzeln, ſondern Hauffen⸗weiſe beyſammen un Karclet in den Garten gepflantzet, wo es beſſere Aufſicht onen Farbel machet; es kan auch durch den Saamen leichtlich de Banehto vermehret werden. ſchllung Primula Veris. Die Primulæ Veris, verlangen mit denen Auris Crccl, culen gleiche Wartung und ſeynd von allerhand u prar recht ſchöͤnen Farben, einfach und gefuͤlt. Es giebt guch Bl auch eine Aet welche Primula Veris prolifera genens- net wird, die Blumen ſeynd weiß, roth, gelb, blau, tlſtch ace 0 und von anderen Farben, wodurch ein curenlet gſen mde Garten⸗Freund durch den Saamen noch mehrere an Gattungen gewinnen kan. Iählwenth Solchen Saamen nimmt man ab, wann er recht 1Mide u am zeitig iſt, und ſaͤet ihn im Herbſt und Fruͤhling Enge ſth aus. U le Die im Herbſt geſaͤete gehen gemeiniglich noch gehſ 1 im Winter auf, und werden in gute Erde nachge⸗% hends verpflantzet. Die Die Vermehrung geſchiehet auch durch Zerthei 5565 lung der Wurtzel, und iſt der kuͤrtzeſte Weg. Wueifungder Primula Veris umbellata. Dieſe Gattung iſt viel rarer, ſchöner und anſehn⸗ We beſokge licher, als die vorhergende. Sie wird in Gefuͤſſe, in eine reine, etwas luckere und mit weiſſen Bach⸗ llhtt 1061 Sand vermengte Erde gepflantzet, und des Win, d U ters mit anderen auslaͤndiſchen Gewaͤchſen, an ei⸗ üchte nem luͤfftigen und warmen Ort beygefetzet. Dieſe Art bekommet unten an der Wurtzel viele pufethe, Blaͤtter, und iſt oben am Stengel ebenmaͤßig mit lenne zier⸗ f6118 4 Von den zaſichten Gewaͤchſen. 249 zierlichen Blaͤttern verſehen, wozwiſchen an lan⸗ gen Stielen 9. bis 10. Blumen ſich ſehen laſſen, ſo denen Auriculen gleich kommen, und von ver⸗ ſchiedenen Farben ſeyn. Die Vermehrung geſchiehet im Fruͤhling durch Zertheilung der Wurtzel. Flos Cuculi. Flos Cuculi, Margaretha Veneta, Odontitis, Ca- ryophyllus pratenſis, quf Teutſch: Gukucks⸗Blum, und Gauch⸗Blum genannt, iſt einfach und ge⸗ uͤlt. Die einfache waͤchſet allenthalben in Feldern, Wieſen und Waͤldern; die roth⸗gefuͤllte aber muß im Garten mit Fleiß gewartet werden, und iſt wohl werth, daß man dieſelbe zu bekommen, eini⸗ ge Muͤhe anwende. Einige ſetzen die gefuͤlte Gattungen in Gefaͤße, in gute luckere Erde, allein ſie thun im Lande gleichfalls gut, und bluͤhen darinnen weit ſchoͤner als in denen Gefaͤſſen. Die Vermehrung geſchiehet durch die Neben⸗ Schoßen und Abſchnittlinge, welche man durch Abreiſſung derer Wurtzeln zertheilet, und in eine mittelmaͤßige gute Erde verpflantzet; die Erde ſoll wegen beſorgender Faͤulung nicht zu naß, noch zu feucht ſeyn; und weilen dieſes Gewaͤchſe leichtlich vergehet, ſo muß die Vermehrung ſo offt zur Hand genommen werden, wie offt und vielmah⸗ len tuͤchtige Neben⸗Zweige vorhanden ſeynd. Pullſatilla. Pulſatilla, oder Nola Culinaria, auch Pulſatilla Anemones folio, flore clauſo cæruleo, auf Teutſch: G Q F6 Kü⸗ 280 Vierzehende Betrachtung Kuchen⸗Schelle, Schlotten⸗Blume, Oſter⸗Blu⸗ me, oder Hacket⸗Blume, wird auch vom Tragoſt) Herba Venti genennet, und iſt(wie ſie daſelbſten im Kupfer zu ſehen) ein anſehnliches Gewaͤchſe, welches an duͤrren Gras⸗Huͤgeln und leimigten trockenen Orten waͤchſet; es hat dem Fenchel als ch f lerdings gleichende Blaͤtter und eine ſchwartze et- was haarigte Wurtzel, welche im Aprili einen 12. bis 13. Finger hohen Stengel treibet, worauf uns Purpur⸗blaue und weiſſe/ auch zuweilen gelbe Bluß aghn men in Geſtalt derer Cymbeln ſich ſehen laſſen; fhen weiden dieſe nun weilen ſie von gutem Anſehen ſeynd, thüt ge man das Gewaͤchſe in den Garten bringen, und de 171 des Cuſe reiniget ſolches vom Unkraut, wo daſſelbe ohne eaſt alle weitere Muͤhe fortwachſen wird. MStengel Saponaria. ende des Me Saponaria, Seiffen⸗Kraut, Seiffen⸗Wurtz, Katt Speichel⸗Kraut und Hunds⸗Naͤgelein genannk, Neln heſeen iſt einfach und gefuͤlt. Das einfache findet man uͤberail an feuchten Graͤben, Wegen und Teichen, Heon ge das geſuͤllte aber iſt ein anſehnliches artiges Ge⸗ en, ſchmaleg waͤchſe, und wird in den Gaͤrten gezogen; Es ſand aten un treibet einen ziemlichen Stengel, mit vielen ſchma⸗ neſen und to len Blaͤttern und Knoten unterſchieden, auf wel⸗ Jlume, mit chem im Monat Julio gefuͤllte weiſſe und Purpur⸗ Erpgel aut farbene Blumen ſich ſehen laſſen. Decherme Die Vermehrung geſchiehet im Fruͤhling, wo der Wunzt die Wurtzeln zertheilet, und weiter fortgepflantzet negen der werden; weilen dieſelbe aber in der Erde haͤuffig dann die De anſetzen, und um ſich lauffen, mithin die benach⸗ bals. —.. Llllum 00 (O in kliſtoria Stirpium. Iäbr. 1. Cap. 137. f. m. 41;. Von den zaſichten Sewaͤchſen. 251 barten Gewaͤchſe im Wachsthum verhinderen; ſo muß man die Wurtzeln alle Jahre mit dem Grab⸗ ſcheid oder ſonſt einem Stech⸗Eiſen abſtechen. Filipendula. Filipendula, oder Saxifraga rubra, rother Stein⸗ Brech, iſt an ſich kein unartiges Gewaͤchſe, ſo⸗ wohl was das Kraut als Stengel und Blumen angehet; es waͤchſet gemeiniglich auf hohen ſtei⸗ nigten Bergen und Felſen, und kan, um die Zahl derer Gewaͤchſe zu vermehren, in den Garten ein⸗ getragen werden. Die Blaͤtter hiervon ſeynd dem Gaͤnſerich(Anlerina) nicht ungleich, wiewohlen ſie wegen des Einſchnitts mit der Italiaͤniſchen Pim- pinella gleichfalls groſſe Verwandtſchafft haben; der Stengel iſt lang und rund, und bringet zu Ende des Monats May oder im Junio ſeine an⸗ ſehnliche weiſſe Blumen, welche den Garten mit zieren helffen. lris fibroſa. Hiervon giebt es einige Arten mit breiten, lan⸗ gen, ſchmalen und kurtzen Blaͤttern, von aller⸗ hand Arten und Farben; die blaue, mit gelben, weiſſen und rothen Strichen, iſt eine recht ſchoͤne Blume, mit einem geraden duͤnnen und hohen Stengel, auch ſehr ſchmalem Laube. Die Vermehrung geſchiehet durch Zertheilung derer Wurtzeln im Fruͤhling und im Herbſt, und iſt wegen der Blumen allemahl am beſten, wann die Verpflantzung im Herbſt befolget werde. Lilium Convallium. Lilium Corwallium, oder Ephemerum non le- chale, 252² Vierzehende Betrachtung⸗ chale, Mayen⸗Bluͤmlein, Thal⸗Lilien, findet man allenthalben in Waͤldern, und wird durch die abgenommene Wurtzeln vermehret, denen man im Garten einen ſchattigten Ort anweiſet. Es giebt hiervon einige Gattungen, als die ge⸗ meine weiſſe, die Fleiſch⸗farbige, und die rothe oder Purpur⸗farbige, ſo zuweilen auf Viol⸗ blau zielet, auch zum Theil gefuͤllt, mithin rar, und in denen Waͤldern nicht zu finden iſt. Das oͤfftere Verſfetzen iſt ihnen nicht zutraͤglich, und wann ſie verſetzet werden, geſchiehet es im Herbſt, wo man die Neben⸗Brut zertheilet, und an einen ſeuchten, ſchattigten Ort ſogleich wiede⸗ rum verpflantzet; ſie koͤnnen auch etwas dicht bey⸗ ſammen gebracht werden, inmaſſen ſie die Natur an ſich haben, daß, je dichter und gedrungener die⸗ ſelbe ſtehen, ſie je mehrere Blumen treiben; im⸗ mitteis aber weilen die Erde von dem Wachsthum entſchöͤpffet wird, ſo kan man im Herbſte alle Jah⸗ re die alte Erde hinweg nehmen, und an deren Staͤtte friſche ſchuͤtten, wodurch die Wurtzeln er⸗ friſchet werden, und neue Nahrung empfinden. Huos Reyri. Flos Keyri, Gulden⸗Lack, oder Lack⸗Viole, iſt ein ſchoͤnes und angenehmes Gewaͤchſe, welches denen gefuͤllten Levcojen vielmahlen nichts nachgiebt, und ſeynd hiervon einige Arten, als: Keyri luteum flore magno. luteum flore pleno, majus& minus. fruteſcens folio argenteo, flore luteo pleno. B Incanum majus flore purpureo pleno. incanum majus flore albo plens& ſimplici. inca- Odoratl NWaneh ſ/ und ge uſen wel Nen wenige gatluckere E ſulet, und! iſchtt, daß lbe anderre n liffige wa andere ere , daß wan uleg Luft u Das Beg holet wetden öchſter Notſ berltockn ur tchalten werd Iu eihem chſe nicht! uuch dahin zu Iu Gewäche An therden Gengel mit Rüthe zu gh iblch iſt U Arͤhlingt dahin ſat tlen köhne Von den zaſichten Gewaͤchſen. 253 incanum majus variegatum flore pleno. o0doratiſſimum flore viridi. Die Vermehrung des Gulden⸗Lacks iſt gar nicht ſchwer, und geſchiehet durch abſchneidende junge =Sproſſen, welche man im Martio oder Aprili un⸗ 20% ten ein wenig aufſpaltet, und in zubereitete gute etwas luckere Erde in Gefaͤße oder freyes Land ein⸗ pflantzet, und im Schatten ſo lang erhaͤlt, bis e man ſiehet, daß ſie zu treiben anſangen, wo man dieſelbe anderwaͤrts verpflantzen kan. dttlethes Des Winters bringet man das Gulden⸗Lack in OAbeletts eine luͤfftige warme Kammer, bey die Roßmarin ν und andere exotiſche Gewaͤchſe, nahe an ein Fen⸗ ſter, daß man ihnen bey ſtillen warmen Taͤgen zu⸗ weilen Lufft und Sonne geben koͤnne. Das Begieſſen muß im Sommer oſſt wieder⸗ holet werden; im Winter aber geſchiehet es nach hoͤchſter Nothdurfft, nur daß die Pflantzen nicht vertrocken, und bey ihrer natuͤrlichen Lebhafftigkeit erhalten werden. In einem ſumpfigten Kellet wollen dieſe Ge⸗ waͤchſe nicht wohl fortkommen, wie man dann auch dahin zu ſehen hat, daß dieſelbe im Wohn⸗ oder Gewaͤchs⸗Hauſe nicht gar zu warm ſtehen; Ddann werden ſie daſelbſten begoſſen, ſo faͤngt der a Stengel mit Macht an zu treiben, und in die 00 Bluͤthe zu gehen, welches dem alten Stock ſehr ſchaͤdlich iſt, und verurſachen wird, daß derſelbe im Fruͤhling entweder vergehet, oder aber lange Zuit dahin lauffet/ ehe ſelbiger ſich wiederum wird erholen koͤnnen. Fiola ee—— 2314 Vierzehende Betrachtung Jiola Matronalis. Viola NMatronalis iſt ein recht ſchoͤnes und wohl, riechendes Gewaͤchſe, von einigen Gattungen, als⸗ Viola Matronalis flore albo ſimplici. flore albo pleno. flore purpureo pleno. flore rubro pleno. flor«s violaceo pleno. flore maculato pleno& ſimpliel Dieſes Gewaͤchſe bleibet nicht allein den Winter 0 in der Erde, ſondern laͤſſet ſich auch im Herbſt und ült cbe Fruͤhling zertheilen, und durch abgeſchnittene Zweige haͤuffig vermehren, und iſt zu bemercken⸗ nil daß es an ſchattigten Orten, wo jedoch genugſa⸗ K8 me Lufft hinkommen kan, beſſer als an den bren,(deſtere nenden Sonnen⸗Strahlen gedeyhe. Wann die Auen und Verpflantzung geſchiehet, muͤſſen alle faule Wur del. tzeln abgenommen, und die Stuͤcke von allem Un, rath gereiniget werden. els fl Die Zweige werden gemeiniglich nach der Bläh, kval fran⸗ the Fingers lang abgeſchnitten, unten Creutz⸗weiſe ſſen. geſpalten, und an einen ſchattigten Ort eingelegek, Deetothes auch nach Nothdurfft begoſſen, wo ſie alle meh⸗ ſobitte Dlun rentheils wohl anſchlagen, daß man dieſelbe gegen ſiner, als! den Herbſt auf die Rabatten, oder ſonſt einen mgen Stent Ort verpflantzen kan; welche Vermehrung von ahen Riel⸗ Jahren zu Jahren um ſo mehr zur Hand genom⸗ Akangenehr men werden muß, als die alten Stoͤcke des Win, ſch delen ters leichtlich verfaulen, daß, wann ſothane Ver⸗ gegeben mehrung nicht vorgenommen wird, man in 2. oder ne geblate * 3. Jahren unfehlbar von dieſen Blumen abkom⸗ DeVern 8 men doͤrffte. deter 30 Im Von den zaſichten Gewaͤchſen. 255 Im Fruͤh⸗Jahr, wann die jungen Pflantzen zu a treiben anfangen, pflegen ſich viele kleine Wuͤr⸗ as, mer im Hertzen einzufinden, welche alle Schoſſen abfreſſen/ und das Gewaͤchſe elendiglich zernichten; dieſem Unheil vorzubiegen, wird ſehr recommen⸗ diret, wann man im Auguſto die Pflantzen zer⸗ theile und verſetze; einige wollen, daß es im ab⸗ nehmenden Lichte geſchehen ſolle, allein wann es bewaͤhrt iſt, ſo wird es eine Wuͤrckungen allezeit, tees mithin im vollen ſo wohl als in dem neuen und Anabnehmenden Monde beweiſen. 0 cbg Solte aber das wurmſuͤchtige Geſchmeiß ſich it hies dannoch angeben; ſo iſt kein beſſer Mittel, als 50 e daß man das Hertz an der Pflantze oͤffne, und mit 6 Aſche beſtreue wovon die Wuͤrmer ſterben, die Blumen und Pflantzen aber unbeſchaͤdigt bleiben E werden. In einem ſandigten Boden kommet die Viola Maternalis nicht wohl fort, ſondern ein luckeres, tat etwas ſtreng⸗ und leimigtes Erdreich iſt ihnen am beſten. 1 Die rothe Art traͤget rothe, auch zuweilen Viol⸗ 161 farbigte Blumen, und iſt in meinen Augen weit Iög ſchoͤner, als die weiſſe; ſie ſchieben beyde einen langen Stengel, mit vielen an einander ſtehenden artigen Roͤslein, welche faſt den gantzen Sommer ihre angenehme Bluͤthen zeigen, wovon man eini⸗ ge bey Zeiten abſchneiden muß, weilen die Erfah⸗ rung gegeben, daß der alte Stock ſich ſonſten zu Tode gebluͤhet habe. Die Vermehrung geſchiehet auch durch einſchnei⸗ den derer Zweige, wie bey denen Gras⸗Blumen, wo⸗ 256 Vierzehende Betrachtung⸗ wodurch ſie nicht allein ſich trefflich vermehren, ſondern auch ſehr bald anwurtzeln werden. Die alten und jungen Stoͤcke muͤſſen gleichfallz (wie vorgemeldet worden, von allen anbruͤchigen und faulen Wurtzeln gereiniget, auch wohl(wann es nicht anders ſeyn kan) ohne Wuͤrtzeln wiede⸗ rum verpflantzet werden, ohne welche Vorſicht au und treue Unterweiſung dieſe Arten mehrentheils ſ zu Grunde gehen werden, weilen die Faͤulung als eine boͤſe Kranckheit immer weiter greiffet, und die Pflantzen, mitten im Lauffe ihres beſten Wacht lu thums/ dahin fallen und verderben. olſch Levcojum luteum. Fhan uichtt Levcojum luteum iſt unterm Namen derer gel⸗ 0 ben Veyelgen oder Violen bekannt, es waͤchſet Sothatete allenthalben, iſt einfach und gefuͤllt, und bleibet ghefeffen, des Winters im Garten ſtehen. Die Vermeh' nu dekon rung geſchiehet bey denen gefuͤlten, wie oben beh Deſn fie dem Keyri geſagt worden. Das einfache aber d, + kommet durch den Saamen fort, und giebt es en g, n ne Art, welche Blumen in der Groͤſſe eines haß Ju Lom ben Gulden traͤget. Man thut auch am beſten, kt eh wann man die gefuͤlte Gattungen alle Jahre vetz.Ee, ſetzet, und die uͤberfluͤßigen Wurtzeln abnimmt, aſe begeſf ſonderlich bey denen, welche in Gefaͤßen ſtehen dun l inmaſſen die Erde ſonſten zu mager wird, mithin g Ihue mi die Blumen entweder ausarten oder gantz klein dinmemen und elend werden. Uunn died Leucijum. Aet haben Gleichwie die Levcojen unter die wichtigſten Blus W ffet Ich. okd men zu zehlen, und eine Haupt⸗Zierde des Gar⸗( dld tens an ſhe A Von den zaſichten Gewaͤchſen. 255 —— tens zu nennen ſeyn; alſo wollen bieſelbe auch vor 8„anderen eine beſondere Wartung haben, wovon 456 die weſentliche Handgriffe dem geneigten Leſer et⸗ „was weitlaͤuffig communiciren will. Welllen aber die gefuͤllten Levcojen keinen Saa⸗ men tragen, ſondern dieſer von einfachen genom⸗ Aemen werden muß; ſo ſeynd viele Garten-Freun⸗ „de beſchaͤfftiget geweſen, einen ſichern Weg aus⸗ ? indig zu machen, wie man die Saamen einfacher Art dahin dilponiren koͤnne, daß daraus die meh⸗ anreſten Blumen dick und gefuͤllt werden, welches ih⸗ , nen endlich auch gelungen, jedoch aber von den mehreſten Scribenten dergeſtalten intriciret wird, *. nicht weiß, zu welchen man ſich entſchlieſ⸗ ſen ſolle. Sothaner Verwirrung abzuhelffen, muß man Lſich befleiſſen, recht guten zeitigen Levcojen⸗Saa⸗ ſmamen zu bekommen. Dieſen ſaͤet man im Martio und Aprili, und nwar, wie einige wollen, um das volle Monden⸗ e, otz Kicht, im Zeichen des Steinbocks, noch beſſer aber Kin Signo Leonis, mit einem Suͤd⸗Wind in ein zu⸗ 5 Abereitetes Miſt⸗Beet, Gefaͤß oder recht gute und Aalſfette Erde, thut ſie zuweilen mit Sommer⸗lauen Waſſer begieſſen, biß ſie Fingers⸗lang erwachſen, ebund zum Verpflantzen geſchickt ſeynd, deme ich Kauch, ohne mich an das Monden⸗icht zu binden, vollkommenen Beyfall gebe. ‚ Wann die Pflantzen nun das§te oder éte Blat erreichet haben, hebt man dieſelbe mit etwas Erde Faus, und pflantzet ſie in ein fettes etwas luckeres glh Erdreich, ordentlich nach der Schnur, bis man Aabey heran nahendem Wb ſiehet, ob gefuͤllte Blu⸗ nen SF 278 Vierzehende Betrachtung, men darunter befindlich ſeynd, welche man in rau⸗ migte Geſchirre, nachdem die Wurtzeln ein we. nig beſchnitten worden, bringet, und etwann 8. oder 14. Tage im Schatten erhaͤlt, bis dieſelbe ſich erholen, und einigetmaſſen zu ihrer Lebhafftig/ Ar.irh, keit wiederum gelangen. Amict Um aber rechtſchaffenen guten Saamen zu be⸗ e kommen, muß man einige von allethand Farben ldes einfache Levcojen⸗Stoͤcke welche oben bey dem el be Hertz⸗Stengel ſchmale denen gefuͤllten gleich komms ah erde mende krauſe Blaͤtter haben, in Gefaͤße verpffan⸗ henlen tzen und bey anfangender Kaͤlte in das Wohl⸗ u deß Pupi Haus in eine luͤfftige Stube mit den gefuͤllten bein dun daß gen, und bis in das Fruͤh ⸗Jahr bey maͤßiger Be⸗ un war: feuchtung erhalten. 5 f Will, woß Dieſe eingeſetzte Stöcke werden im Fruͤhling in Echetkein andere Gefaͤße oder ſehr ſettes Erdreich an einen in: Snuuf, Sonnem reichen Ort allezeit verpflantzet, und im Ichten 3.B Herbſte aus dem Lande wiederum genommen, und un mitlem! in Geſchirre gebracht, und beruhet das gantze Werſk dtock und al lediglich darauf, daß man ſothane Stoͤcke wenig den En ſtens zwey Jahre zu keiner Bluͤthe kommen laſſe, Wdereg welches geſchiehet, wann man denenſelben in dent! Sommer alle Knoſpen abbricht, auf welche Wei„Jeſe! ſe die Krafft beyſammen bleibet, und denen dem⸗ naͤchſt zu hoffen habenden Blumen gute Eigenſchaff⸗ Scheten, ten beyleget. l machen, Wann man die Stoͤcke, ohne Blumen zu tra⸗ mher bech gen, bis ins zweyte Jahr conſerviret hat,, ſo pflan⸗ in den See tzet man dieſelbe an einen Sonnen⸗reichen Ort, ſen denſe in ſehr gutes mit altem Miſt geduͤngtes Erdreich, aich ſtn nimmt die uͤberfluͤßigen Neben⸗Zweige bis an das uch gegß, Hertze ab, luckert die Erde um den Stamm 190 Noantrbhul Von den zaſichten Gewaͤchſen. 255 ae gemahlen auf, umleget ſie mit guter Duͤngung, aet und chut den Grund bey trockenem Wetter wohl + bis der Saame zu ſeiner Zeitigung ge⸗ e langet. ahznu Mir iſt von einem guten Freund ein Manuleript communiciret worden, worinnen ſehr viele die Leb⸗ eojen betreffende Sachen enthalten waren; allein Abweilen das mehreſte gewiſſe Himmels⸗Zeichen, in⸗ ae ſonderheit aber des Loͤwens, wann ſolcher 3. Ta⸗ ge nach einander im Calender aufgezeichnet iſt, Geihe zum Gegenſtande hatte, ſo mag mit dieſen Thor⸗ enheiten das Papier nicht beſudeln, ſondern will nur Aden geis anfuͤhren, daß darinnen auch nachfolgendes ent⸗ Atetih halten war: Wann man den Saamen recht zie⸗ hen will, muß man Acht geben, daß nicht zu vie⸗ Ale Schoͤtlein auf dem Stocke bleiben, und iſt die⸗ njenige Sproſſe am beſten, worauf. 2. oder zum thoͤchſten 3. Blüthen ſtehen, oder man laͤſſet auf uudem mittlern Stengel t. bis 2. und auf voͤlligen aldeeee Stocke und allen Zweigen nur§. bis 6. Blumen, Ean den Saamen gehen. ee Andere geben Acht auf den Saamen, der zu Ende mit zwey zuſammen gehenckten Blumen bluͤ⸗ Anshet, dieſe laſſen ſie ſtehen, und ſchneiden die an⸗ erdere Bluͤthen alle ab; andere hingegen ſehen auf AEndie Schoͤtlein, welche zu Ende des Stengels eine Sabel machen, und gleich zu ſtehen kommen; an⸗ Igendere aber brechen den Hertz-Stengel aus, und ziehen den Saamen von den Neben-Schoſſen, ſzünd ſaͤen denſelben in obigen Zeichen, und, wann Les moͤglich iſt, in einer Finſterniß, und verſprechen hierdurch groß⸗gefuͤllte Blumen, worzu das meh⸗ nkeſte contribuiret, wann man einen einfachen Les⸗ * R 2 cojen⸗ 260⁰ Vierzehende Betrachtung⸗/ Honden e e eeeeeee 3—— cojen⸗Stock, 3. bis 4. Jahre, uͤber Winter erhale une oderd ten kan, welches letztere ich fuͤr das ſicherſte ear ben beh achte. ugenſtern Bis hiehin gehet ermeldtes Manuſcript, wols alangencht aus verſchiedene Meynungen zu verſtehen ſeynd, J Begefſ. ob ſie aber alle die Probe halten, muß der Magt⸗ ſter Uſus am beſten lehren. Man kan die gefuͤllten Leveojen auch durch ahz; gebrochene Zweige oder Schoͤßlinge vermehreh, welches folgender Geſtalt verrichtet wird: Im ſeuarmen Fruͤhling breche man einige junge Schoͤßlinge ab, yn ſol, daſ welche von denen Zweigen ausgetrieben werdeh, n, gicht und bringe ſie in gute leichte Erde. Gleicher geſtalt anſen ale geſchiehet die Vermehrung durch das Anhenckeg eht wie oder Einlegen, wie bey denen Nelcken oder Grgzn Stammd Blumen. en in Ge Solten aber um den Fruͤhling von den alken idus Eidte Stoͤcken keine Schoͤßlinge vorhanden ſeyn, ſo thlben, welen f man ſolche nach denen Hunds⸗Tagen oder noche: Stock en beſſer im Junio oder Julio abnehmen, breche all m Eonne Blumen darvon, verpflantze und umlege ſie alh ſſer bertnger einem ſchattigten Orte mit etwas leichter Holts gen N00 b oder Weiden⸗Erde, und thue ſie anfangs mit gie achehſgt w nugſamer Befeuchtung unterhalten, damit ſie mitſeſ ſto ehender bewurtzeln; am beſten iſt, daß man fügee Jewz die abgebrochene Zweige unten ein wenig ſpalle, Jey Ene und in Gefaͤße ſtecke, damit ſie gegen den Win⸗ zuß ſioth ter, wo ſie ſonſten aus dem Lande genommen aſhe, de werden müſſen, nicht geruͤttelt und hierdurch gß m, weſen d dem Wachsthum gekraͤncket werden. udm Et Zu Ende des Ockobris bringet man alle Lebeoſen n mubel in das Winter⸗Haus, oder in eine(wie meht⸗ helden 1 mahlen geſagt worden) luͤfftige nicht allzu 3 h deß r Beauttde Von den zaſichten Gewächſen. 261 eKammer oder Stube gantz trocken ein, wo man deenenſelben bey gelindem Wetter durch Eroͤffnung lte kederer Fenſtern Lufft geben kan, welches ihnen ung ochſt angenehm und ſehr zutraͤglich iſt. 1. Die Begieſſung muß zu Winters⸗Zeiten ohne Beruͤhrung des Stammes ſehr ſparſam geſchehen, vann man ſiehet, daß die Blaͤtter ſcheinen welck Su werden; in welchem Fall das harte Erdreich vom „Stocke entfernet, aufgelockert, und mit ein we⸗ ig lau⸗warmen Waſſer nur ſo viel angefeuchtet Overden ſoll, daß die zarten Pflantzen beym Leben erhalten, nicht aber wachſend gemacht werden, allermaſſen alles, was im Winter waͤchſet, im cßruͤh⸗Jahr wiederum vergehet, welches ſodann anudem Stamm hoͤchſtſchaͤdlich iſt, daß derſelbe viel⸗ mahlen in Gefahr des Verderbens ſtehet; doch muß das Erdreich nicht allzu trocken gehalten wer⸗ beden, weilen ſonſten die Blaͤtter alle abfallen, und haer Stock eine elende Ausſicht darſtellen wuͤrde. ng, Im Sommer koͤnnen die Levcojen die Begieſſung Haeſſer vertragen, welche wenigſtens allzeit um den Azweyten Tag bey trockenem warmen Wetter be⸗ waßtwerckſtelligt werden muß, weilen alsdann dieſe Gewaͤchſe ſehr durſtig ſeynd, und ihnen eine ge⸗ gmwaͤßigte Bewaͤſſerung trefflich wohl bekommet. e Bey Einſetzung derer Levcojen ins Winter⸗ aHaus iſt noch zu mercken, daß keineswegs rath⸗ gſam ſeye, daran einige Blumen⸗Knoſpen zu laſ⸗ lſen, weilen dieſelbe ohne Lufft nicht bluͤhen, ſon⸗ dern dem Stocke vielmehr beſchwerlich und an genté vielem Unheil Urſache ſeyn wuͤrden. Gegen heran⸗ rnahenden Fruͤhling aber koͤnnen die Knoſpen ehen⸗ Wcct der an den Zweigen gelaſſen werden, doch daß R 3 man 263 Vietzehende Betrachtung voh —— ͤftbes Ste man ihnen bey erſchemenden warmen Taͤgen Uft, lee. 11 dabenebenſt noͤthige Befeuchtung zukommeh 4ꝗ— laſſe. Letzlich iſt noch zu mercken, daß die Lebcojen 00 alle Jahre nothwendig verſetzet werden muͤſſen, I4 weilen ſie ſonſten unfehlbar degeneriren, und ſiſh 86 0 in Heringe ohne Geruch ſeyende Blumen verwan⸗ h Ed deln. Will man aber die Stoͤcke im Fruͤh⸗ Jaht aus denen Gefaͤßen auf die Rabatten oder ſonſti⸗ ſudden f gen bequemen Ort ins Land bringen, und daß. ſolche bald anſchlagen, und mit Rae Wachz⸗ Holläͤr thum in Stengel und Blumen gehen ſollen; ſo 105— machet man ein Loch in die Erde, in Groͤſſe einez 0 11 f Huts, hebt den Stock mit aller an der Wuczel. IiſGalt hangender Erde aus dem Gefaͤße, ſetzet ihn in, 145— das gemachte Loch, fuͤllet ſolches mit guter feler de nachen Erde aus, und thut dieſes einigemahlen begieſſen, Di Runen wo ſich der Wachsthum in einigen Tagen aust öar,und de weiſen wird. 1„ 7 Daß die einfarbigte Blumen derer Levcojen butl 1 1 810 und geſprengt werden, iſt ein recht ſchoͤnes Eepern ment, welches mit leichter Muͤhe geſchiehet, wan 5 man etwas Erde aus denen Geſaͤßen nimmt, und 6˖ 110 Schaafs-Lorbeern um die Wurtzeln legetauch. W dieſelbe mit gutem Grunde wiederum bedecketz 0 055 es gehet dieſe Kunſt auch von ſtatten, wann man.ſſe beſagte Schaafs⸗Lorbeern in Waſſer einweichetz n d und hiermit die Erde begieſſet. 606. Weilen uͤbrigens die Leveojen ſich gar leicht verbluͤhen; ſo muß man denenſelben einige Kuo, 8 ſpen abnehmen, und nicht zulaſſen, daß ſie ale floriren; wie dann imgleichen die halb ousheblhn ube ö ten Blumen abgebrochen werden ſollen, ns he Von den zaſichten Gewaͤchſen. 263 Krafft des Stammes nicht allzu ſtarck ausgebrei⸗ ahchtet und geſchwaͤchet werde, zumahlen alle Arten eycojen ohnedem im dritten oder vierten Jahre ge⸗ Iulneiniglich vergehen, daß man dahero ſehr wohl uhut, wann man dieſelbe um dieſe Zeit zum letzten⸗ nahl wegen derer Blumen ins Land ſetzet, wor⸗ + aſit ſie ihre Endſchafft erreichen werden. Cumponbuyll. Nachdem wir die Schoͤnheit derer Leocojen * etrachtet ſo wenden wir uns zu den Nelcken, „Iroffeln, Hollaͤndiſchen Fillitten oder Gras⸗Blu⸗ aen⸗ welche wegen ihrer vielfaͤltigen unter einan⸗ er ſpielenden Farben und vortrefflichen Geruchs 5 inem Luſt⸗Garten nicht nur Ruhm und Ehre bey⸗ „ben, ſondern auch eine unvergleichliche Augen⸗ HBeide machen, Die Namen derer Gras⸗Blumen ſeynd faſt un⸗ Lahlbar, und darauf um ſo weniger Staat zu ma⸗ en, als faſt ein jedweder ſeine aus dem Saamen tzogene Blumen mit neuen wunder⸗ſeltſamen Delinitionen benennet; wopon, weilen ich bey de⸗ en Auriculen, Anemonien, Ranunculen, Hya⸗ nthen, Tulipanen ꝛc. die anſehnlichſten namhafft emacht, ſo will aus denen vorhandenen Regi⸗ ern die vornehmſten, und welche man bey uns r die beſten haͤlt, dahier zum Theil mit anfuͤh⸗ R Gelbe. Die groſſe Schwefel⸗ Kurea Moguntia. gelbe⸗ uibe enoſeph. Die groſſe Gold⸗gelbe⸗ rater Joſephi. Trikimenie. en e de Salomons Herrlihkeit. Regina florum. R4 LAmour 264 Vierzehende Betrachtung L'Amour triomphant. Admirator. Advocat. Agreable. Agricola. Alteſle Royale. Amarillis. Alexander magnus. Atalante. Aurora. Barbaroſſa. Belle Donne. Belle Iris. Belle du Monde. Bellerophon. Bifard Angloiſe. Biſard Amœna. Biſard Aurora. Biſard Incomparable. Biſard Minerva. Biſard non pareille. Biſard Morlion. Biſard Violaceo. Biſard cinꝗ couleurs: Biſchof von Paris. Bonnet de Cardinal. Buſta Phuliana. Cadiere. Carl von Oeſterreich. Cardinal Fleuri. Cardinal Barberini. Calvinus. Cæcilia. Cedo nulli. Charmante. Chevalier errant. Clodoveus. Confutius. La Cour de France. Dalila. Dauphin. Diana. Diamant. Don Quichot. Eſther. Eulalia. Fama nova. Fabius. Feu d' Amour:. Ganinedes. Grand Cyrus. Grand Monarque. Grand Conquerant. Grand Uhlenkahder. Groß⸗Mogol. Gratitoſa. Heron bleu, iſt eine Aſcht graue mit glaͤntzenden Strichen. Hercules. Hollandia liberata. Herr Dißmann. Hortus Krumsdorf. Jaſon. Ignatius. Jonathan. unn Lampi Juno. Jarigius. jñulius Cæſar. Hammonia. FHannibal. Kayſer Trajanus. Koͤnig von Franckreich. Koͤnig von Engelland. Koͤnig von Spanien. Koͤnig von Preuſſen. Koͤnigin Eliſabeth. Koͤnig der Mohren. Koͤnig von Corſica. Koͤnigsmarck. Koͤnig David. Ieüc, Kulikan. LAmour ſolitaire. La Memorable. *La Singulaire. La bien faite. L obſcurité. La Souveraine. Lincomparable favorite. La Majeſtueuſe. LEmpereur de Lune. Magnificence. Mahomet. Mans. Marocco. Montespan. Meluſina. Nathanael. Numa Pompilius. Von den zaſichten Gewaͤchſen. 26 R 7 Roſalia· ———— Nota bene. Non plus ultra. Ourſon. Oreſtes. Orleans. Pavian, iſt eine Aſch⸗graue. Picot Biſarden, ſehr viele Arten. Picot Biſard, pomme d'A- 3 mour. Picot Biſard Aurelia, Picot Biſard Eſther. Picot Biſard Semiramis. Picot Biſard Athenais. Picot Biſard Cleopatra. Picot Biſard premier noble Picot Biſard frater turbans Pharamond. Prophet Habacuc. Penelope. Pylades. Plenitude. Prince Royal. Quesnellus. Raths⸗Herr. Rex florum. Regina florum. Roma Triumphans. Roſa magnifica. Roſa nobilis. Roſa pompoſa. Roſa amabilis. Roſe charmante. 266 Vierzehende Betrachtung/ Roſalia. Robinſon Cruſoe. Scipio. Rex Auguſtus. Stanislaus. Tarquinius ſuperbus. Scanderbeg. Triumph von der Uhlen⸗ Saliman. burg. Soleil Royal. Victoria. Spectrum. Viſicuncus. Sceptre Imperial. Violet Sammet,. Tamerlan, Vielet Amabilis, Titan, Vix ultra. Titus Antoninus. Victorieuſe, Theodorus, Victor Amadeus. Thisbèé. Virgo Regia,&8c.&&N Der Anbau dieſer ſchoͤnen Blumen iſt leicht, und ſo vielen eingebildeten wunderlichen Grillen nicht unterworffen, wie einige Autores in ihren zum Druck befoͤrderten ſehr weitlaͤufftigen Trackaten auſ die Gedancken verfallen ſeynd, welche da ſie den allergeringſten Grund der Wahrſcheinlichkeit nicht haben ſo wuͤrde oleum& operam gantz ver⸗ gebens anwenden, wann in dieſen ausſchweiffen⸗ den Unterſuchungen die Zeit verſchwenden ſollte, Kurtz dahero von der Sache zu reden, ſo werden dem gemeinen Lauffe nach die Nelcken durch den Saamen, durch das Abſencken, und durch die Abſchnittlinge vermehret, welche drey bekannte Ar⸗ ten auf eine leichte Weiſe dahier erklaͤren, und mit einigen curieuſen Anmerckungen erlaͤutern will. Die Nelcken durch den Saamen zu ertiehen, muß man dahin beſorget ſeyn, daß man deſſen von gefuͤllten recht ſchoͤnen Blumen theilhafft werde; weilen aber viele Hollaͤndiſche und mücmeſ gefuͤll⸗ Von de an fene Acht eſteute De anhalte h dͤeldinitten 0 wird ein! Weck niemat r kln ſchin Wwetden Cunnt beſchtt 10 ge; oß man ngels unt In Faden g de Regen⸗ WImgube IIn C00 e 0 gefuͤllteſten keinen Saamen tragen, ſo muͤſſen die⸗ ar geſchickt ſeynd. 83* Von den zaſichten Gewaͤchſen. ꝛ267 jenige Arten ausgezeichnet werden, welche hierzu Insgemein wird der Saame von denen Nel⸗ cken genommen, welche lange ſchmale und dicke Knoſpen haben, welche nicht auſſpringen, und wovon die Blumen dick gefuͤllt ſeynd. Die leibfarbene, hoch⸗ und braun⸗rothe couleur de Raoſe, und violet in weiß geſprengt, werden zu dieſem Ende hoch æſtimiret, und iſt genug, wann nur zwey oder auf das hoͤchſte drey Blumen auf dem Hertz⸗Stengel ſtehen bleiben, damit die Krafft oder Virtus Seminalis beyſammen bleibe, und nicht zu ſehr zerſtreuet werde. Die anhaltenden Regen ſeynd denen zum Saa⸗ men deſtinirten Blumen⸗Knoſpen hoͤchſt⸗ſchaͤdlich, und wird ein Garten⸗Liebhaber den erwuͤnſchten Zweck niemahlen erreichen, wann er hiergegen nicht moͤgliche Mittel vorkehret, daß die Saamen⸗ Behaͤltniſſe vor aller Feuchtigkeit conſervirt werden; Jallermaſſen die Naͤſſe in den Knopf eindringet, und den Saamen(wie ich mit meinem Exempel zum oͤff ern erfahren habe) ſaul und ſchimlicht ma⸗ chet; dahero, dieſem Unheil vorzukommen, die Ge⸗ faͤſſe unter ein Obdach gebracht, und nur dahin geſehen werden muß, daß dieſelbe nur allein die &Sonne beſcheine, mithin den Saamen zur Zeiti⸗ gung bringe; ſtehen aber die Nelcken im Lande, ſo muß man den Knopf ohne Zerbrechung des Stengels unterwaͤrts biegen, und ſolchen mit ei⸗ nem Faden oder Baſte beſeſtigen, damit das ſal⸗ lende Regen⸗Waſſer abwaͤrts flieſſe, welches als ein zum Anbau dieſer Blumen hoͤchſtwichtiger tand 265 Vierzehende Betrachtung ſtand wohl zu bemercken, und niemahlen auſſer Acht zu ſetzen iſt. Die Zeitigung des Saamens wird erkennet, wann der Knopf oben ſich oͤffnet, und der Saame von W 7 6 eſer•4 M Mfane U Pdltge u ange II Hde U uchtbarer At inwendig ſchwartz ſcheinet, welchen man ſodann a! 40 mit einem ſtillen hellen Tage abnehmen, und im trockenen biß zur Ausſaat conſerviren kan. Dieſer Saame wird im Martio oder Aprili aus, W geſaͤet, entweder in Geſchirre, Kaſten, oder in ein 1d⸗ zubereitetes gutes Erdreich, bey einem ſtillen hel, un len Tage; der Saame im freyen Lande aber muß vor der Kaͤlte und ſchneidenden Winden ſorgfaͤltih bedecket werden; dahero am rathſamſten iſt, die Gefaͤße, worinnen ſelbiger geſaͤet iſt, entweder Unter Fenſter, oder im Wohn⸗Hauſe an einem luͤfftigen Orte, bis in den April oder May zu con⸗ ſerviren. Die Erde ſoll leicht und mit ausgeſiebter alten Miſt⸗oder Holtz⸗Erde gemiſchet ſeyn, worinn man den Saamen entweder gantz flach, oder in gemachte Linien ausſtreuet, und von oben her mit etwas verzehrtem und zur Erde gewordenem Miſte bedecket; man muß auch die Erde mit lau⸗warmen Waſſer begieſſen, und bey maͤßiger Befeuchtung erhalten. Wann die jungen Pflantzen zum Verſetzen groß genug ſeynd, machet man im Garten einen Plat von guter Erde zu recht, ziehet 4. Finger weit Li⸗ nien/ und pflantzet dieſelbe nach einem fruchtbaren Regen in gleicher Weite hinein, begieſſet ſolche zuweilen, und bewahret ſie Anfangs vor allzu ſtar⸗ cker Sonnen⸗Hitze, welches durch ein gemachtes Dach von Stroh, oder aber einige Glocken 4* eben 2 Fleinbocks, Weeeus; um aus, Jeöͤnderunt Mdete ne che in doppe Volen Mond ſebe, ud Moſd wieder fſeg ſiein i Hör dem volle d berſichetr ſhe, rotdut Wz welches Woſetge ſe ff igen laſ ek nicht Düzet ſc ut⸗Bum un ſebiget efäße, Von den zaſichten Gewaͤchſen. 169 aagl eben dieſer Materie befolget wird/ fo man auf dle ν zarten Pflantzen ſo lang aufſetzet, biß ſelbige ge⸗ Atd nugſam angewurtzelt haben; kommet aber ein fruchtbarer Regen, ſo iſt die Bedeckung unnoͤthig, weilen die Wurtzeln hierdurch genugſam erfriſchet Iwerden, daß an freudigem Wachsthum nicht zu zweiffeln ſeyn wird. Der Saame derer Gras⸗Blumen, welche nach ,Jacobi floriren, iſt der beſte, und ſoll allemahlen aiſ denen vor Jacobi bluͤhenden vorgezogen werden; kch einige nehmen denſelben fruͤhe Morgens in der Stunde Mercurü um das volle Liecht ab, und ſaͤen ihn mit wachſendem Monde, im Zeichen des Steinbocks, Loͤwen, Stiers oder Jungfrau wie⸗ derum aus, und geben vor, daß die Jungfrau zur Veraͤnderung derer Farben inclinire. Andere nehmen die Gras⸗Bumen in Acht, wel⸗ che im doppelten Zeichen des Loͤben 3. Tage vorm Iuvollen Monde qufgegangen ſeynd, bemercken die⸗ i ſelbe, und brechen ſie ehender nicht ab, bis der Mond wiederum im Loͤwen iſt; den Saamen aber wua laſſen ſie in ihren Behaͤltniſſen, biß man 3. Tage laen vor dem vollen Mond dieſelbe wiederum ausſaͤet, Nuund verſichern, daß dieſes das wahre Geheimniß ſeye, wordurch die gefuͤllteſten Arten erzogen wer⸗ Wi den; welches ich denen Mond⸗ſuͤchtigen Gecken, woferne ſie ſich mit der vorigen Anweiſung nicht begnuͤgen laſſen, zu ihrer ausſchweiffenden Ergetz⸗ lichkeit nicht unyerhalten haben will. Traͤget ſich nun zu, daß unter denen ausgeſaͤeten Gras⸗Blumen einige rare ſich ſehen laſſen, ſo kan man ſelbige auszeichnen, und nach Belieben theils in Gefaͤße, theils aber ins Land verſetzen, damit, wann 270 Vierzehende Betrachtung/ wann einige vergehen, man die Gattungen wie⸗ Enhefl 11 der erſetzen koͤnne, inmaſſen die Erfahrung gehe, Aunen chel ben, daß die ins Land verpflantzte Arten zuweſſen l⸗ ſußales beſſer, als in denen Gefaͤſſen, ſich gehalten habeg. agee Mit Præparirung des Erdreichs haben einige Wgeſen. Garten⸗Freunde bald dieſen bald jenen Einfal, u Paf, einige prepariren zu denen leibfarbenen Nelcken attgke eine gantz beſondere Erde, allein ich kehre mich an galn we. ihre noch ſo plaulible Dicentereyen gar nicht, und Nuthdeme vergnuͤge mich mit einerley Erde zu allen meinen del, Gras⸗Blumen, und faſt allen andern Gewaͤch⸗ un deſ ſen, welche darinnen beſtehet: Im Herbſt oder dus J Fruͤhling mache ich an einem abgelegenen Ort des huleg Gartens ein etwas tieffes Loch in die Erde, ſchuͤt⸗ g te guten Kuͤh⸗Miſt, ſo viel zu meinem Vorhaben noͤthig iſt, hinein, und laſſe ſolchen 2. Jahre lie Amachbungr gen, daß er wohl verweſe, und gantz zur Etde gheameide werde; hiervon nehme ich demnaͤchſt eine gute Dor. ihm, mil. tion, miſche ihn mit einem Theile guter Erde, unb dun untefket etwas verweſener Holtz⸗Erde mit weiſſem reinen defehehde Bach⸗Sande untermenget, dergeſtalten, daß die Ruaten gufft Erde nicht allzu leicht ſeye, fuͤlle hiermit die G⸗ nd in der fäße, und ſetze die Nelcken(wie ſichs gebuͤhret) wu nen hinein, wobey mich jederzeit wohl befuͤnden habez ieſn abſonderlich aber iſt hoch zu loben, wann man die ochederd Erde durch eine Horde oder Garten-Sieb lauffeh di laͤſſet, wodurch ſelbige geluͤfftet, und von allem Dein ffe Unflat gereiniget wird, welches ich einem jeden, danhe dug weicher dieſe Gattung Blumen in Ehren haͤll, Fhetke get hiermit angerathen haben will. Eine andere treff iun kinen e liche Erde iſt in der raten und 13ten Betrachtung wachſevef beſchrieben worden, wohin den geneigten Leſer JuEdede verweiſe. Whlen in Ejnige Von den zaſichten Gewaͤchſen. 271 Einige fuͤllen die Gefaͤße, worinnen die Gras⸗ GBBlumen ſtehen/ mit faſt zergangenem kurtzen Miſt aus; ſothanes Ausfuͤllen iſt von unwiederſprech⸗ „lichem groſſen Nutzen, theils weilen die Erde durch das Begieſſen keine harte Rinde bekommet, theils esaber das Waſſer deſto leichter an ſich ziehet, und 0 die Feuchtigkeit bey groſſer Sonnen⸗ Hitze laͤnger erhalten wird. ae Naachdem abet die aus dem Saamen gezoge⸗ Atze Nelcken im zten oder zten Jahre vergehen, ſo eh muß man dieſelbe ſowohl, als alle andere Sorten, nidurch das Abſencken zu vermehren ſuchen, und chgelgen alſo ſchreiten wir zur zweyten Art der Vermeh⸗ n denrung. A r8 Das Ablegen geſchiehet, wie oben in der rzten ſite Betrachtung recenſiret worden, nemlich daß man gα nahe am Ende des Stammes einen geſunden Zweig eltaß nehme, mit einem ſcharffen Feder⸗Meſſerlein in delgune den unterſten Knoten des Zweiges ſchneide, und nate denſelben in der Mitte hinauf bis an den andern agcn Knoten aufritze das Pflaͤntzlein ſanffte niederbie⸗ berlſge, und in der Erde mit einem Hacken befeſtige, worauf man gute leichte Erde legen, und dieſelbe enwohl begieſſen kan, damit der eingelegte Zweig 8 5 ehender Wurtzeln zu faſſen im Stande ſeyn IIht moͤge. 8 , Die im freyen Lande eingeſenckte Nelcken muͤſ⸗ Acs fen einige Tage bedecket, die in Gefaͤßen aber in Iεν GSchatten gebracht werden, damit die groſſe Hitze Iihnen keinen Schaden zufuͤgen, und an baldigem Anwachſe verhinderlich ſeyn moͤge. FZu Ende des Septembris pflegen die eingelegte ν, Zceiglein insgemein angewurtzelt zu haben, wo man 272 Vierzehende Betrachtung/ man dieſelbe abſchneiden, und in Gefaͤße bringen kan, doch geſchiehet es auch vielmahlen ſpaͤter, worauf man ein fleißiges Auge haben muß; mer⸗ WEn öff cket man aber, daß ſie gar keine oder doch geringe Wurtzeln bekommen, ſo bringen einige den Toßf Wit At! in ein mittelmaͤßiges Miſt⸗Beet, und hat man zu⸗ inn⸗ weilen auch wahrgenommen, daß die Pflantzen,„on welche um dieſe Zeit noch keine Wurtzeln geſaſfel, 6 den gantzen Winter alſo geſtanden, und erſt in ve Fruͤhling Wurtzeln bekommen haben. 5 Die Zeit und Gelegenheit, die Gras⸗Blumeg abzulegen, wollen einige behaupten, daß ſolches am beſten im Fruͤhling geſchehe; andere hingegen n dunrh achten die bequemſte Zeit im Julio zu ſeyn, bis in nd bemet den Auguſtum, wann die erſten Blumen vergau e; deſ gen ſeyn, deme der allgemeine Schlendrian auch 1 ode z. beytrit; die Urſache iſt, wann man die Nelcken ſtz gächehe gar zu fruͤhe einleget, daß ſodann der Trieb beumn Iun dem n ruhiget, und die Blumen nicht vollkommen wele ſeden n den ſollen; leget man im Gegentheil die Gras 6500 Blumen ab, wann ſie in voller Bluͤthe ſtehen, ſo ge, A kan es, der geſunden Vernunfft nach, nicht alz acedenn ders ſeyn, als daß die Blumen geſchwaͤchet wen acht dn, den; wie dann die Erfahrung nicht weniger bes p ealz kraͤfftiget, daß, wann die Nelcken nach dem Augzit ſthen, ſto, mithin gar zu ſpaͤt abgeleget werden, ſolche vor gſchte 5 dem Winter ſchwerlich anwurtzeln werden. Lanuge ſn Keinen Nelcken⸗Stock ſoll man uͤber J. oder ſeſegme 4. Jahre alt laſſen werden, ſondern von Jahren fſe zu Jahren die junge Schoͤßlinge einſchneiden; hak ſuhim man aber einen Stock bis in das a1e Jahr erhal Aanm wi ten, kan man ſolchen in das Land ſetzen, und al⸗ g ui le junge Zweige, ſo viel deren daran zu W ehn/ Berta, Berht Von den zaſichten Gewaͤchſen. 273 — 8232 Woßth ſeyn, ablegen, in welchem Fall man eine groſſe naae Menge von Ablegern bekommen wird, wobey die⸗ Aanſ ſes noch zu conlideriren, daß man von einem ſol⸗ L nmihen Stock oͤffters 20. bis 30. Ableger machen benzem enn kan. S, wn Die zte Art der Vermehrung geſchiehet durch dßAbſchnittlinge, und iſt eine recht ſchoͤne Erfindung, aet Wans welche ich mit gutem Vortheil probiret habe. Vie⸗ nden, Je Autores ſchreiben hiervon nach ihrem Gutbeduͤn⸗ n be Eken, daß es faſt heiſſet: quot capita, tot ſententiæ; , dehen allein weilen man ſich nach allen nicht richten kan, Aueſchreite zur ſicherſten Mechode. 1 Uu den Fruͤhling betrachte die Nelcken⸗Stoͤ⸗ a ke, und bemercke die Zweige von mittelmaͤßiger hBroͤſſe; dieſe ſchneide von dem alten Stocke ab, haß 2. oder 3. Knoten daran verbleiben; wann beheſes geſchehen, ſo ſpalte die abgenommene Zwei⸗ une e von dem unterſten Knoten bis an den nächſt⸗ bekmolgenden in 4. Theile, ſchneide die Blaͤtter bis ee uf z. Finger von dem Hertzen ab, lege ſie an die .GSonne, daß ſie gantz welck werden, wirff ſie gachgehends in friſches Waſſer, und laſſe ſelbige nliber Nacht darinnen ſtehen, bis man ſiehet, daß ng nct teaſe ſich vollkommen erholet haben; und wann die⸗ les geſchehen, ſo fuͤlle einige Gefaͤße mit leichter Kusgeſiebter Erde an, und pflantze die abgeſchnit⸗ üſene Zweige hinein, drucke die Erde ſanffte an, en leumlege ſie Fingers dick mit gantz verweſenem Miſt, chenegieſſe ſie reichlich, und laſſe die Gefaͤße oder Ka⸗ entuuſten ſo lang im Schatten ſtehen, bis man mit Ver⸗ awunderung wahrnehmen wird, daß ſothane Ab⸗ 45 fſchnittlinge wohl fortkommen, wo ſie dann in die Eun d S Son⸗ 274 Vierzehende Betrachtung⸗ Sonne geſtellet, und zum Theil noch daſſelbige Jahr floriren werden. Man kan ſie auch in die Erde verpflantzen, allein der Ort muß ſchattigt und die Erde gut und leicht ſeyn, weilen ſonſten die Sonne dieſe Arten verbrennen, und durchaus nicht zugeben wuͤrde, daß ſie Wurtzeln faſſen moͤgen. Obwohlen dieſe Abſchnittlinge nicht alle aW zugehen pflegen, ſo vecompenſiren doch die uͤbrig⸗ bleibende die wenige Muͤhe, welche man dakalf gewendet; man bekommet auch insgemein faſt choͤnere Blumen, als die vorigen geweſen. Daß man aber auch dem alten Stock nicht zu viel thue, ſo kan man zu dieſer Arbeit diejenigen Zweige aus ſuchen, welche hoch von der Erde ſtehen, mithin Fe zum Ablegen von der Erde zu weit entfernet ſehndz die nahe an der Erde ſeyenden aber werden abge⸗ a geleget, auf Art und Weiſe, wie ich vorhin bi⸗ btur reits angefuͤhret habe. WN Die Gras⸗Blumen werden auch durch das ſas n Anhangen derer Spalt⸗Toͤpfe und das kunſtreß 6 che oculiren vermehret, welche zwey Arten durh W0 den Handgriff erlernet werden muͤſſen. Das oculiren erfordert eine leichte und fertige Hand, und wird vor Bartholomæi verrichtet, u welche Zeit die alte Stoͤcke junge Augen treiben; dieſe ſchneidet man mit einem ſcharffen Meſſet gantz ſubtil aus, jedoch daß das Hertz oder die Seele nicht verletzet werde, ſetzet ſie ſo fort in an⸗ dere Schoſſe ein, und verbindet ſie, wie bey dem oculiren gebraͤuchlich iſt. Durch dieſes Meiſterſtuͤck koͤnnen auf einen 8 4 00 4 Stock verſchiedene Arten gebracht werden, als in ghe carnat, 5 Von den zaſichten Gewaͤchſen. 276 del uz x earnat, violet, gelb und roth, welches bey denen Unwiſſenden fuͤr ein rechtes Wunderwerck wird En e angeſehen werden. Kides Georg Holyck(u) ſchlaͤget eine neue Methode Srerfuͤr, welche durch das Impfen geſchiehet, und be⸗ ngt gaes theuret, daß ſolche in der That intallible ſeye. Mit . einem Wort, ſpricht er, eine ſolche vielfaͤltige und llez tegeſchwinde Vermehrung geſchiehet eben auf die N Weiſ wie bey denen auslaͤndiſchen Baͤumen ge⸗ lehret worden; zum Exempel: Bey denen Nelcken d nimtht man die ſonſt ſogenannten Ableger, und verimpffet ſie mit denen Wurtzeln, und verſtreichet es hernach mit der edlen Manua, welche aus Gum⸗ mi Copal, und Venediſchem Terpentin zubereitet „wird. Wann Mangel an denen Wurtzeln iſt, ſo „edarff man nur die alten Nelcken⸗Wurtzeln nehmen, welche man ſonſten hinweg zu werffen pfleget, und auf beſagte Weiſe verfahren, welches, des Ho⸗ Aulycks Meynung nach, das beruͤhmte Mittel ſeyn foll, denen Garten⸗Liebhabern eine angenehme Vergnuͤ⸗ gung ihrer Arbeit zu verſchaffen, wie unten beh denen auslaͤndiſchen Baͤumen weitlaͤufftiger gemel⸗ det werden ſoll. Ubtigens aber weilen bey denen Gras⸗Blumen noch viele Umſtaͤnde beſchrieben werden, wie diefelbe nemlich zu vergroͤſſern, und zu Winter⸗ und Sommers⸗Zeiten geſchickt abzu⸗ warten ſeynd, ſo will aus ein und anderen Auto⸗ kibus hiervon noch etwas beyſuͤgen, und von dem FSruͤhling den Anfang machen. S 2 Die (4) In Adlditamento oder Zuſatz des erſten und ꝛten Theilt ſeines Garten⸗Buchs cap. 2.& ſol,. 167. eeeeeeeeeee Vierzehende Betrachtung/ ——UäꝑZ—— — Die eigentliche Zeit, wann die Gras⸗ 7 eherlt aus ihren Verwahrungs⸗ Orten——— 4 der in den Garten zu bringen ſeynd, kan ſo genau E8 nicht vorgeſchrieben werden, inmaſſen das Ende des Winters hierinnen Ziel und Maaß geben muß 486 gemeiniglich aber geſchiehet es im Martio oder Arril, 35 0 in welchem letztern,auch in dem Ney, die Neicken +9 aus ihren Gefaͤßen genommen, und anderwäͤrtt V verpflantzet werden muͤſſen. 4 00 Wer nun aber die Blumen zu vergroͤſſern Be⸗ 75 10 liebung traͤget, und hieran ſonderliche Kunſtgriffe W beweiſen will, dieſer kan über zwer Jahr gelegenen Lile und voͤllig zur Erde gewordenen Menſchen⸗Koth unten auf den Boden in die Gefaͤße bringen, hier⸗ IE* auf gute Erde ſchuͤtten, und die Nelcken⸗Stoͤcke 5 b.! hinein verpffantzen, welches zu der Groͤſſe dentt efo — wird. Ar ndere ſuchen hierinnen einen ande dl und nehmen Schweins⸗Koth, oder aber 1 5 ub ndA ſaulten und zur Erde gewordenen Schweins⸗Mif ulabneit thun ihn in ein Geſäß, begieſſen denſelben mt iaſe ſiedheiſſem Waſſer, und laſſen ihn uͤber Nacht en dümm,Gf kalten, von demſelben Miſt nimmt man eine guk Aeghe Portion, und leget ihn auf den Grund oder Bo⸗ ede den des Gefäßes, ſchuͤttet gute Erde daruͤber, und Weilk Me pflantzet die Gras⸗Blumen hinein, wodurch die Arancubt 32 nicht ſondern auch die Mh rde von denen ſchaͤdli ürmer ften Mf walg 10 5 ſchaͤdlichen Wuͤrmern beſrehet ſ ie Gras Blumen werden auch vergroͤſſett, oguen wann man dem Siocke im Wongt Pulo 25 1 Whet u der Bluͤthe alle Stengel abnimmt, denſelben an Aftobiktt der Wurtzel wohl beſchneidet, und in andere Ge⸗ 56f— 6) J· v06 Von den zaſichten Gewaͤchſen. 257 e enfaͤße wiederum verpflantzet, nachgehends aber in eSchatten erhaͤlt, und mit Schaaf⸗ und Tauben⸗ e. Miſt⸗Waſſer ſo lang begieſſet, bis er zu treiben anfaͤnget, durch welches Mittel die Blumen zu ungemeiner Groͤſſe gelangen, und wann man ſol⸗ ches zwey und mehrmahlen wiederholet, noch ein⸗ — ſo ſtarck werden, als wie ſie vorhero ge⸗ hunmnsſen. Andere haben andere Wege, wie beym Ule⸗ hek(w) zu ſehen iſt, aus welchem dieſes eintzige . anhero ſetzen will: Nimm reinen Kuͤh⸗Miſt ohne Stroh, laß ſelbigen entweder an der Sonne, oder auf einem Ofen recht trocken werden; wann ſolches geſchehen, ſtoſſe ihn in einem Moͤrſel oder ſonſti⸗ engem Inſtrument zu kleinem Pulver, und wirff ſol⸗ ſches durch ein enges Sieb; zweytens nimm gute aen Holtz⸗ und Weyden⸗Erde, oder diejenige, welche Aaegunter den Eichen⸗Baͤumen gefunden wird, trockne und zerſtoſſe dieſelbe auf gleiche Weiſe, fuͤlle ein Blumen⸗Gefaͤß mit dem pulveriſirten Miſt, bis auf die Halbſcheid, und vermenge ſolchen mit der aEichen⸗Erde, ſetze nachgehends eine vorm Jahr 5n La ablactirte Pflantze hinein, welche zwar bewurtzelt, aber noch nicht getragen hat, und begieſſe das Ge⸗ faͤß mit Miſt⸗Waſſer; einige nehmen zu dem pul⸗ ſat ſehens periſirten Miſt einen Theil reinen Sand, und gu⸗ WDlnn te, ſchoͤne, ſchwartze, faule Erde, und verſprechen hiervon augenſcheinlichen Nutzen, welches, um die n dGewißheit zu haben mit einigen Nelcken⸗Pflaͤntz⸗ eElein probiret werden kan. 10800 S 3 Die (ο) Im zweyten Buche cap.. + Vol n befel hun fu den 27 Vierzehende Betrachtung. Die Italiaͤniſchen Gaͤrtner ſchreiben zu Ven⸗ groͤſſerung derer Gras⸗Blumen neue Mittel für,„öPehende und legen dem Gebluͤte derer Thiere gantz beſon⸗ 11 40 dere Wuͤrckungen bey, welches aber nicht im Fluͤh⸗ n ling, ſondern im Herbſt geſchehen muß, weilen 5 ſbrhe das Blut bey heiſſem Wetter nur Wuͤrmer zeugen,.en B⸗ mithin ſehr groſſen Schaden verurſachen wuͤrde. d nh Das Werck aber an ſich geſchiehet auf zweye ley Weiſe: Erſtlich nimmt man abgedoͤrrtes Rindi⸗ Blut, und vermiſchet es mit klarem Sande und„Enn guter Erde, thut hiervon etwas in die Gefaͤße, ſetzet den Stock darauf, und fuͤllet das uͤbrige mit un, gutem Grunde und Sand aus. Mmat de Die zweyte Weiſe ſcheinet die beſte zu ſehn, Aent und wird folgender geſtalt zu Werck geſtellet: In 110 W September oder noch heſſer im Octaber nimmt nian 4 WPide einen Nelcken⸗Stock behutſam aus, daß die Eide 6i 5 zum Theil an der Wurtzel bleibe, ſchneidet di⸗ 9 7650 uͤberlluͤßigen Wurtzeln ohngefehr zwey Finger breſ 05 5 ab, nachgehends aber nimmt man eine mittelmaſ⸗ ſige gute Erde, ſchuͤttet ſie 2. bis 3. Finger hoch 71 ut in die Geſchirre, und thut darauf 4. bis 5. Finge„ ch hoch friſches Ochſen- oder Kaͤlber-Blut, ferhek nhe, thut man wiederum 4. bis F. Finger hoch friſhe wnes Erde uͤberſchuͤtten, und pflantzet die Nelcken⸗Pflan⸗ tze hinein, ſamt der an der Wurtzel bleibenden 6 Garten⸗Erde, und fuͤllet das Gefaͤtſe mit andeth„n Erde voͤllig aus, bringet ſolches, nachdem es ei en nige Tage im Schatten erhalten worden, deme„ne naͤchſt an die Sonne, und begieſſet die Erde, wie ſonſten gebraͤuchlich iſt: Wann aber der Wintes a heran nahet, zerreibet man Huͤhner⸗ und Tauben⸗. Miſt im Waſſer, und thut die Erde bermt 45 ̃l Axllacty — Von den zaſichten Gewaͤchſen 275 weilen befeuchten; nach dem Winter aber nimmt 1man zu dem Begieſſen wiederum gemeines Waſ⸗ ſer, weilen das Blut mittlerweile zur Erde wor⸗ 888den iſt, welches von der Wuͤrckung ſeyn ſoll, daß ,die Blumen zu mehr als gemeiner Groͤſſe gelan⸗ gen; uͤbrigens ſiehe hiervon, was oben in der 1zten Betrachtung bereits angefuͤhret habe, und wird nicht undienlich ſeyn, dahier zu wieder⸗ holen, was Ferrarius meldet, daß die Gewaͤchſe s nichts mehr erfreue, als wann ſie mit Waſſer, ſo an der Sonne gewaͤrmet worden, und worinnen Tauben⸗Miſt und Aſche von eben dergleichen Ge⸗ 1 waͤchſen iſt zerlaſſen worden, begieſſe. Andere verfahren mit dem Blute derer Thie⸗ re auf eine etwas andere Weiſe, ſis machen im 1 Herbſt ein Loch in die Erde, und ſetzen ein Faß ohne Boden hinein, nehmen alte verfaulte Holtz⸗ Saͤgeſpaͤn⸗ und Weiden⸗Erde, ſchuͤtten ſolche, nebſt vermoderten Nuß⸗Laub und Kuͤhe⸗Miſt, ei⸗ nes Fußes hoch, in das Faß, gieſſen demnaͤchſt Rinds⸗oder Kaͤlber⸗Blut in ziemlicher Anzahl darauf, nachgehends aber wieder einen Fuß hoch von gemeldter Erde, und alſo eins nach dem andern, bis endlich das Faß voll wird, und laſſe alles wohl zugedecket, darinnen gaͤntzlich verweſen, und zur Erde werden. Sothane Erde nun, wann ſie beſagter maſ⸗ ſen gantz verweſet iſt, nimmt man aus dem Faße, und bewahret ſie an einem trockenen Orte, bis man im Monat Aprili, der mehrmahlen gegebe⸗ nen Anweiſung nach, die Nelcken⸗Stoͤcke verſetzet, wozu dann dieſes Erdreich mit gutem Nutzen ge⸗ brauchet wird, und ſollen die Blumen um ein S 4 merck⸗ 6FFEE 280 Vierzehende Betrachtung⸗ ——— merckliches vergroͤſſert werden, wann man im uchdet Majo den Stock nochmahlen verpflantzet, und die indatz fuſch dahier beſchriebene Erde hierzu adhibiret, ſolche In ndem! auch, bis der Stock zu treiben anfaͤnget, in Schat⸗ nenge die ten erhaͤlt und fleißig begieſſet; weilen ich aber hier wuſenSche von die Gewißheit nicht eingeholet, ſo wird es guf fir bm die Probe lediglich ankommen. ſchnd de Um nun auf das vorige wieder zu kommen, flen unds wie man mit denen Gras⸗Blumen umgehen ſolle, Iöder Kune wann ſie aus denen Winter-Begaͤltniſſen in den Achrcheffe freyen Garten gebracht werden, ſo muß man beh ent been; jeder Pflantze einen geraden Stock ſtecken, und Fpelen aut den Stengel mit Baſte oder anderer Materie ate Klare nicht allzu feſt anbinden; man muß die Nelcken iſenennet, auch von denen allzu vielen Blumen⸗Knoͤpffen Ahiger Bem entledigen. Das Uoget Viele Gras-Blumen haben die Unart, daß menctas⸗ ſie gerne platzen, welches meiſtentheils an denen e Ameſfn geſuͤllteſten zu geſchehen pfleget; dieſem nun ſo vill zer. vonge moͤglich zu begegnen, ſchneidet man ringsherum ebemetkt! die Hoſen bis auf die Halbſcheid ab, welches das mflhren, de aufſpringen nicht allein verhindern, ſondern ihnen Aneneanfen auch Platz und Raum ſich weiter auszubreiten ge§, und be⸗ ben wird. Einige binden den Knopff mit einem in den kcre⸗ Faden, auch mit aufgetrockneten kleinen Rinds⸗ unmdumſe oder Kaͤlber⸗Blaſen, welches letztere nicht zu et, 6⸗ gehtlle achten iſt, doch daß die Verbindung nicht allzu⸗ ihtn; deſez 5 ſeye, damit die Blumen Raum zum bluͤhen Munitnüͤchter aben. Hutdelle Was das Begieſſen zur Sommers⸗Zeit an⸗ Aen gehet, muß ſolches bey heiſſem Wetter um den ſ nn. Abend geſchehen, nicht aber zu Mittage; in das Hindet 0 Waſſer kan man zuweilen Schaafs⸗Koth 4* ,lüſe hen K 46 Ber Stues 8 — Von den zaſichten⸗Gewaͤchſen ꝛ8 ee chen, auch das Waſſer gebrauchen, mit welchem mandas friſche Fleiſch abgewaſchen hat. AU m in dem Herbſte ſpaͤte Blumen zu haben, bre⸗ ſchen einige die erſten Knoſpen ab, oder ſchneiden „den erſten Schoß hinweg, in welchemßall andere wie⸗ der herfuͤr kommen, und ſpaͤt floriren werden. FEs ſeynd die Gras⸗Blumen einigen widrigen . 85 und Kranckheiten unterworfſen, als da ſeynd der Kancker, die Faͤulung ꝛe. Sothanem ubel abzuhelffen, ſchneidet man die ſchadhaffte und mit vielen ſchwartzen Flecken befallene Blaͤtter Slaabz weilen auch von allzu groſſer Trockne eine un⸗ as heilbare Kranckheit entſtehet, welche man das Iu. Weiſſe nennet, ſo muͤſſen die Nelcken⸗Stoͤcke mit Aha,noͤthiger Bewaͤſſerung verſehen werden. Das Ungezieffer und ſchaͤdliche Gewuͤrme thun s denen Gras⸗Blumen ſtarck nachſetzen, als da ſeynd als die Ameiſen, der Ohr⸗Wurm, die gruͤne Rau⸗ dea pe ꝛc. worgegen in der aten Betrachtung gute Mit⸗ tnnntel bemercket worden. Eins aber muß dahier noch Ang anfuͤhren, daß man Leim und Oel koche, und dieſe denſanñ Materie auf ein kleines Brett oder Pergament ſtrei⸗ waleg dahen che, und bey die Gras⸗Blumen ſtecke, welches Keufen von dem Effect iſt, daß das Ungezieffer und Ge⸗ ules lens! wuͤrm daran hangen bleibet. ne E«s giebt kleine Muͤcken, welche die Blumen ab⸗ aden tenagen; dieſe vertreibet man, wann man die Knoſ⸗ pen mit nuͤchternem Speichel beſtreichet. Es findet ſich zuweilen auch ein waͤſſeriger Schaum an denen Stcnch Blaͤttern, worinnen gemeiniglich Ungezieffer ſte⸗ eket, ſo man aufſuchen und wegſchaffen muß. Findet ſich, daß die Blaͤtter gelb und welck wer⸗ den, ſo luͤfftet man die Erde um die Wurtzel, und 15 S 5 fuͤllet — E R.....R 282 Vierzehende Betrachtung, von 45 III.... füllet die Gefaͤſſe mit friſcher trockner Erde allezel ht ur wiederum aus. 0, Pueu Endlich und letztlich mit wenigen noch zu berüh⸗ Jyn den! ren/ um welche Zeit die Gras⸗Blumen aus den ſulegen Garten in die Winter⸗Vehaͤltniſſe gebracht wei⸗ oden w den: ſo iſt rathſam, daß man ſelbige zuvor einen e Wite kleinen Froſt ausſtehen laſſe, und ehender nicht alz ncel. zu Ende des Octobris, oder noch ſpaͤter, in das Ge,„ waͤchs⸗Haus oder einen ſonſtigen luͤfſtigen, nicht 42 gar zu kalten Ort einbringe, wodurch ſie nur gy, dlk Aun haͤrtet, und denen Froͤſten zu widerſtehen faͤhig ge⸗ee machet werden. Wgrtgſe n. Dieſe Einſetzung aber muß gantz trocken geſtht⸗ al hen, dahero die Sorgfalt derjenigen zu loben iſl I wacheg, welche ihre Gras⸗VBlumen einige Tage vor der Eiß⸗ agbldetf ſetzung unter ein Obdach bringen, daß die Erdeton 0 der Lufft zwar beruͤhret; nicht aber von Regenoder ede⸗he Schnee getroffen werde, welches an dem Kancker alen Fabe und Faͤulung vielmahlen Urſache iſt. ſchr rahich In denen Winter⸗Behaͤltnißen wollen dirtſenede Melcken lieber etwas kalt, als zu warm, ſtehen, und gefale eiſe ſoll man ihnen kein Waſſer oder Schnee, als ſue /an beken äuſſerſten Nothdurfft, geben; doch muß man ihnel 0 auch die Befeuchtung nicht vorenthalten, wannſe Juſh he ſolche noͤthig haben, wie bey denen Leycojen erine ulsberden nert woren/ und finde ich nichts mehr uͤbrig zn he⸗ h udge mercken, als daß man im Fruͤhling die Stoͤcke hon ſne Farten, denen trockenen Blaͤttern reinigen thue. ſhrengt, d Camopbyllarum Sinenſium elegantiſſimæ fpcciis, hl huchd Dieſe Blumen werden auch Caryophylli Arabici 8* genennet, ſeynd von einfacher und gefuͤlter Alt, 1 5 Das Kraut iſt ſchmahl und klein; die Blumen 7 4 5 h. Ih. Von den zaſichten Gewaͤchſen. 283 von recht raren, ſchoͤnen und glaͤntzenden Farben, en,weiß, Purpur, violer, Sammet, roͤthlich zc. und Gret Je oben an dem Rande zum Theil mit einem artigen „Circul eingefaſſet. Sie kommen in gütem Lande und Boden wohl fort, uͤbertragen alle Ungema⸗ R che des Winters, und werden duech den Saamen vermehret. Caryoplyllus ſgicam frumenti referenr. Dieſe Blumen ſeynd weiß und roth picotiret, und dae haben mit denen Nelcken gleiche Wartung; was das artigſte an denenſelben iſt, iſt, daß die Bluͤ⸗ Fgenzt khen auf einer ordentlichen Kornoder Weitzen⸗ Winen Aehre wachſen, und uͤbrigens wie die Gras⸗Blu⸗ — 1 men gebildet ſeynd. Caryoplyllus plumarius. Feder⸗oder Felſen⸗Nelcken ſeynd von verſchie⸗ en denen Farben, einfach und gefuͤlt, und bluͤhen ſehr reichlich den gantzen Sommer, man vermeh⸗ aret ſie wie die Gras⸗Blumen, und thut mir die Aecngefuͤllte weiſſe Art, mit dem Blut, rothen Grun⸗ 685*de, aun beſten gefallen. Caryophyllus Carthuſtbrum. Buſch⸗oder Earthaͤuſer⸗Nelcken, auch Caryo⸗ hyllus barhatus, und flos Armenius genannt, ſeynd 48einfach und gefuͤllt. Die einfachen haben verſchie⸗ 32 9 dene Farben, theils weiß, roth, Purpur, und geſprengt, bluͤhen und vermehren ſich haͤuffig, ſo Iwohl durch den Saamen als Zertheilung der Wur⸗ tzel. ν Die gefuͤllte Carthaͤuſer⸗Nelcken aber ſeynd dis beſten, von ſchoͤn rother Farbe und lieblichen Ge⸗ A50 8, zuch. Jedoch giebt es auch einige, welche Schnee⸗ welt vond 284 Vierzehende Betrachtung 6 ſunhet wec weiß und geſprengt ſeynd, noch zur Zeit aber beh 0 uns ſehr rar, wie ſie dann auch von einigen Bil⸗ den men⸗Freunden in Gefaͤſſe geſetzet werden. chſchede Die gefuͤllten Gattungen tragen keinen Saamen, und muͤſſen dahero entweder abgeleget, oder durch hens Cen Zertheilung derer Wurtzeln vermehret werden. eundder N Hacbnis Chalcedonica. 0und gefükt Lychnis Chalcedonica, oder Conſtantinopolitans, Laud Coton Jeruſalems⸗Blum, iſt ein recht ſchoͤnes Gewaͤch⸗ ſe, mit hoch⸗rother Farbe, einfach und geful, und zuweilen ſo dick und vollkommen, wie die hun⸗ dert⸗blaͤttrige Roſen, oder Hollaͤndiſche Centifo.. lien. Die Urten ſeynd unterſchieden, und werden duhettige von der Gaͤrtnerey gelehrten genennet/ PEnmand Lychnis Chalcedonica, flore incarnato mejor, Küchen, — flore miniato ſimplici. 0 Nerejene E flore albo ſimplici. Deegefllte E hirſuta flore miniato pleno. Sme lbe flore rubro pleno. Rutlein hange Dieſes Gewaͤchſe liebet einen fetten, muͤrben und gabcs feuchten Boden, und iſt der Stengel zuweilen 1. 0 bis 2. Ellen hoch, worauf die Blumen in volle mit Schöͤnheit ſtehen. Die Vermehrung geſchiehet durch die Wuttel. ede Se Zertheilung im Fruͤhling und Herbſte. Man kan n Hre das Geſchlechte auch durch abgeſchnittene Zweige, aen derft wie die NMolam matronalem, vermehren, wann ſſe WWatunge im Schatten ſo lang, bis ſie treiben, erhalten woek⸗ ahche. t Sdef Dieſe Gattungen Blumen bleiben des Winters ſudit. im Lande, muͤſſen aber zu rechter Zeit ausgenom, n Som men/ und von denen aiten Wurtzeln und Zaſern date gerei⸗ Vendeseſickennächſen. 45 Ankegereiniget werden, nicht weniger muß man, nach Anggbergangener Bluͤthe, die duͤrren Stengel an der lut deon Erde abſchneiden. ne Iychnir Coronaria. Lychnis Coronaria, Krantz⸗Lychnis, Roſen⸗ NNer ychnis oder Marien⸗Roͤslein genannt, iſt ein⸗ lnn, fach und gefuͤllt, und von nachſtehenden Gattun⸗ ggen: Lychnis Coronaria, flore incarnato punctato. flore rubro pleno. Efllore rubro ſimplici. — ſeativa flore albo. deterADie rothe einfache und weiſſe Art iſt uͤberall bekannt, ent, und kan man durch den Saamen auch gefuͤllte Blu⸗ amen erziehen, welches auf die Weiſe, wie bey de⸗ nen Levcojen angefuͤhret, geſchehen kan. Die gefuͤllte Art iſt die anſehnlichſte, welche den Sommer uͤber bis in den Winter voller artigen Roͤslein hanget, ſo denen kleinen Provintz⸗Roſen in etwas nicht ungleich ſind, und koͤnnen, wie die „Nelcken, durch das Einſencken oder Abſchnittlinge vermehret werden. Die Lychnis flore variegato will im kuͤhlen ſtehen, es daß ſie die Sonne ſo ſehr nicht beſcheine, weilen ſonſten ihre geſprengte Farbe bald ausgezogen werden doͤrffte, die Feuchtigkeit im Winter iſt die⸗ ſen Gattungen zuwider, und pflegen darvon leicht “ zu vergehen. ben K Die Erde ſoll, beſonders bey denen gefuͤllten, et⸗ was ſandigt und gut ſeyn. Das Begieſſen geſchie⸗ het im Sommer nach Nothdurfft, doch nicht in den Hertz⸗Stengel, wovon eine. V u⸗ Fer ttt, 5 Kan en — 286 Vierzehende Betrachtung v05 Faͤulung entſtehet: Die Zertheilung der Wurhe ſ e⸗ darff auch in gar zu kleine Theile nicht geſcheheh 1 e 5 ſonſten das erſte Jahr die Flor ausbleiben e ketk wuͤrde. Ai Huos paſſionis. Flos paſſionis; ſonſten Granadille, Paßiontzh in ſedeß Blum oder Chriſti Leiden Baum genannt, iſt hon l. verſchiedenen Gattungen, als: bel Flos paſſionis flore clavato inagno cæruleo „flote purpures. VE lore albo fructu reticulato. folio glabro tricuspidi anguloſo. ;flort vireſcente minimo. Die erſte Gattung iſt die ſchöͤnſte und rareſſe/ ff treibet ſehr lange Rancken und Zweige, welthe des ten Winters, wie an der gemeinen geſthiehet, an der miut,f Erde nicht abgenommen, ſondern zuſamtmen ge⸗ Angel bunden und auf das Gefaͤſſe geleget werden muͤſſh 67 ſhent im Fruͤhling aber werden ſie, wie die Roſen oölk Wemnen Jasminen, ſo viel beſchnitten, daß nur was dal⸗ bon Es trocknet oder duͤrr an ihnen iſt, abgeſondert umeh! werde. etogs erſte Gleich nach icharlis ſetzt man die Käͤften beh mur ne. und bewahret ſie des Winters in einem läffthe R und warmen Behaͤltniße, ſo trocken als es immek mnale moͤglich iſt, und bringet das Getwaͤchſe vor dil inilhne May nicht leichtlich in den Garten. Wann es Aglatel ber geſchiehet, ſo muß es an einen recht warmen zldn Ort geſtellet werden, wo daſſelbe im Julio und ku zauelagt! gulto ſeine Blumen bringet, ſo viel gröͤſſer und au meſenh ſehnlicher als die gemeinen ſeynd. Die Vermieh⸗ uhenno rung geſchiehet durch das Anhangen deret Spell mnre Türfſ In Ein Ikrabenden — Von den zaſichten Gewaͤchſen. 287 üe oder durch das Einlegen derer jungen Rancken, wie bey denen Nelcken. Die zweyte Gattung oder die gemeine Paßions⸗ Blum iſt allenthalben bekannt, und hat ihren Ur⸗ ſprung aus dem Indianiſchen Gebuͤrge Peru, wo⸗ * 6 ſie, denen Granat⸗Aepffeln gleiche, Fruͤchte Auhringet. u5 Einige geben vor, daß an dieſem Gewaͤchſe das uuggachſttere Leiden und Sterben Chriſti, unſers Seelig⸗ nachers, mit lebendigen Farben abgeſchildert ſeye. dlcllte, Allein mir iſt es noch niemahlen zu Augen kommen, deglund wer es ſehen will, muß ein uͤberaus ſcharffes * Beſicht und Einbildung haben. Nichts deſtoweni⸗ sger wird es von einem Frantzoſiſchen Autore mit Jochtrabendem Wort⸗Gepraͤnge beſchrieben: eMan kan, ſagt er/ dieſe Blum nicht anders als ein auſſerordentliches Wunderwerck betrachten, wei⸗ nden es ſcheinet, daß der allvermoͤgende GOtt alle geheim niße des Leidens und Sterbens ſeines ein⸗ I, gebohrnen Sohns den ſterblichen Menſchen ha⸗ „be darinnen vorſtellen wollen; jederman muß es als etwas erſtaunendes anſehen, daß ſich alle dieſe Marter in einer derer ſo angenehmen Blumen * doncentriren; und was kan man von denen umher ſtehenden aͤuſſerſten Blaͤttern anders ſagen/als daß ſe mit ihren Spitzen die Doͤrner vorſtellen, womik Dieſer allerheiligſte Meiſter gecroͤnet worden. Iſt die auf den Blaͤttern ſpielende weiſſe Farbe nicht ſei⸗ Ane angeklagte Unſchuld? Seynd die Blut⸗farbigen Sproſſen nicht die von ſeinem theuren Blute gefaͤrb⸗ te Ruthen womit er gepeitſchet worden? Und was · kan man wohl von dem mitten auf der Blum ſte⸗ Aun henden Stenge: halten, als daß er die l 175 Ehlte N 3 D „ e 14 K 288 Vierzehende Betrachtung, deute, woran dieſer ſuͤſſe Heyland gebunden wor⸗ den? Das oben auf derſelben ſtehende Knoͤpffgen, ſo man den Pammer der Blume nennet, gleichetk es nicht dem Eßig⸗Schwamme, womit er getraͤm cket worden? Die oben auswachſenden Sprießgen ſeynd denen 3. Naͤgeln, womit er an das Creuß gehefftet worden, vollkommen aͤhnlich, die ſpitztgeß 1 Blaͤtter zeigen den Speer, der ihm die Seite. oͤffnete, die um die Saͤule ſtehenden 7. Stiele abek, mit denen oben daran hangenden ſchwartz⸗rothen„. Queer-Sprießgen, bedeuten das in ſeinen 5. hei,„ ligen Wunden ſchwartz geronnene Blut, welches eine vollkommene Abbildung aller Geheimniſſe d des ſchmertzlichen Leidens Chriſti waͤre, wann dies n ſer heiligſte Seeligmacher zugleich das Creutz darguß haͤtte ſetzen wollen. Von eben dieſem Kewaͤchſe hat der gelehrte R⸗ ſuit Ferrarius(4) gleichfalls eine uͤberaus nelte Belchreibung gemacht, worinnen er viele heillge Gedancken, und alle Kraͤffte ſeiner durchdringel, l den Rede angewendet, daß ein kluger Gärine Iheel von ihm ſaget: Ornatiſſimorum in hac flora eſt ap- Glalde, paratus verborum, Dædalus delicias hortenſes ſequi 0 iſen tur, pro Hortulano Rhetor adeſt. übnn N Die Vermehrung dieſes Gewaͤchſes kan auth Jhlee durch den Saamen geſchehen, wann man ſolchen Wruen von auswaͤrtigen Orten verſchreibet, und im Fruͤh⸗— ling in gute Erde bringet, mit Begieſſen feißig abe i kein wartet, bis man ſie anderwaͤrts verpflantzen kan. Herhe Herbamlen doölhtet;:G. hier zu bee Cigenſc 1e Vermittels der Wurtzel geſchiehet die Vermeh⸗ herdie 7* 8 K 0 N. 1 rung, wann man dieſe im Fruͤhling zertheilet. Auun 8 uß wat 4 Wimelhert (+) Ia Fiora ſua Libr. 2. Cab. 11. fol. 136. InEn, — Von den zaſichten Gewaͤchſen. 289 en Im Sommer erfordert dieſes Gewaͤchſe viele Uant uur, Befeuchtung, in dem Winter aber ſehr wenig. udr dedte Nach der Bluͤthe ſchneidet man die Stengel auf Awathſronender Erxde ab, damit die Wuttzel ſich erſtaͤrcke. doctanMan machet auch um dieſes Gewaͤchs gemahlte undhete, Staͤbe, und bindet die Rancken ordentlich daran; u, deſeheinige machen um die Staͤbe kleine runde Reiffe, edeFund ziehen die Rancken, wie eine Pyramide, in die lerden kian, Hoͤhe. dn Ein warmer Ort bekommet dieſem Gewaͤchſe am beſten, man kan es auch wegen der vielen Wur⸗ tzeln alle Jahre verſetzen, und die Vermehrung von Hetoi, den jungen Wurtzeln nehmen, weilen die alten Adrete mehrentheils ſchadhafft feynd. 77 Hatiæ& fegfibilis. bene Herbam ſenſitivam ſenfibilem haben wir bey denen 32 Sommer⸗Gewaͤchſen zu beſchauen gehabt, dieſe rdahier zu beſchreibende aber bleibet des Winters „brrdutut. Aan Dieſes beruͤhmte Gewaͤchſe iſt eine recht wunder⸗ liche Staude, deren geheime Wuͤrckungen man nicht genugſam bewunderen kan, inma ſen dieſelbe, ſo bald man darnach greiffet, ihre Blaͤtter zuſam⸗ men ziehet, als wann ſie augenblicklich verwelcken, Saenund vor unſeren Augen erſterben wolten; uͤber wel⸗ ſche erſtaunende Veraͤnderung, ein ſicherer Mala⸗ bariſcher Philoſophus; weilen er die nicht zu ergruͤn⸗ dende Eigenſchafften der Natur allzutieff einſehen wollen endiich zum Narren worden iſt. n! Was die Vermehrung dieſes Gewaͤchſes ange⸗ het, muß man ſolches bey uns in Geſaͤſſen erhal⸗ ken in einer ettwas luckeren, recht guten und ſan⸗ — digten Erde. Des Sommers ſtellet man es an den 14 T aller 296 Vierzehende Betrachtung, allerſonnen⸗reichſten Ort, oder in ein Treih Haus; gegen den Herbſt aber werden die zarten. v Zweige auf der Erde abgeſchnitten, und das G 1 fäſſe in einer luͤfftigen warmen Stube conſerti- ret. Es wird auch um dieſe Zeit die Erde nur um den Rand herum zur allerhoͤchſten Nothdurſſt hu n feuchtet, und geſchiehet die Vermehrung im Früß /· iing durch Zertheilung derer Wurtzeln. Flos Cardinalis. Flos Cardinalis, ſonſten Trachelium Africinut 0., E gore rubro, auf Teutſch Cardinals⸗Blum g9e, 0 nannt, hat ihre Benennung von der hoch⸗rothen n Farbe bekommen; ſie iſt eine angenehme Blült A auf einem nicht alliu hohen Stengel, das Kulllk ut liegt niedrig auf der Erde⸗ Und vergieichet ſich de.. nen Blättern derer Maßliebet. We In Gefäſſen ſtehet dieſes Getwäͤchſe recht wohh, det Areſe kommet auch im Lande fort; es liebet einen ſundiz nglg n, ten, fetten, guten Grund und nothduͤrfftige B⸗ Wanit 6 waͤſſerung auch einen Sonnen⸗ reichen Ort. V.IX. Die Vermehrung geſchiehet durch Zertheilung düng der Neben⸗Brut, durch friſche Schoßlinge, u fulgnen durch abgebrochene Zweige⸗ 0 1 Die erſie Art der Vermehrung wird alle Jahrith w.h Aprili zur Hand genommen⸗ wo man die alteh ch Wurtzeln aus denen Gefaͤſſen nimmt die, Nebel, f Brut hiervon abſondert; und anderwaͤrts vel⸗ pflantzet, andere pflegen dieſes auch im September 5 10 N U zu bewerckſtelligen. U5 10 Die zweyte Art der Vermehrung geſchiehetnach nbed, der Bluͤthe, wo man den Stengel, bis 90605.. U N duhee Srden Von den zaſichten Gewaͤchſen. ꝛ9t b baß Pflantze, abſchneidet/ und wie die Violam matrona⸗ lem in die Erde ſtecket. n, Um die Bluͤthen lang zu conlerviren, bringen derteh Eihs einige dieſes Gewaͤchſe in Schatten, weilen aber detkedie Schnecken und Raupen ihm ſehr nachſetzen, gen man ſolche beſt⸗moͤglichſt zu vertreiben ſu⸗ then. 5 u Flor Indicus Liliorum arboreſcent. Saer Henrich Heſſe(5) beſchreibet dieſes rare Ge⸗ waͤchſe, und vermeldet, daß es in Holland der In⸗ Tattee Diahiſche Blumeg⸗Baum genennet werde. Die Arnzäuſſerliche Ausſicht kommet ſaſt dem Myrthen⸗ Baum aͤhnlich, gruͤnet Winter und Sommer und keaͤget denen weifſen Lilien gleich kommende ſehr an⸗ zgenehme und wohlriechende Blumen. Sne Die Vermehrung geſchiehet durch die Spalt⸗ doͤpffe im Fruͤhling, oder aber durch einſchneiden erer Zweige, wie bey denen Nelcken, welche ge⸗ „neiniglich in kuͤnfftigen Fahte bewurtzelen, mithin Inderwaͤrts verpflantzet werden. Die Erde muß gut, lucker und etwas ſandigt Saedeyn, und kan man beym Verſetzen die Wurtzeln et⸗ ieeedas beſchneiden; im Winter aber müͤſſen dieſe heEthHattungen an einen luͤfftigen und warmen Ort ge⸗ 4 tacht, auch/ weilen ſie immerfort grůnen und blü⸗ Aanttrdden, nach Nothdurfft begoſſen, und ihnen bey ge⸗ indem Wetter Lufft gelaſſen werden. Geranum, che Von denen Geraniis, auf Teutſch Storch⸗ Schnabel, ſeynd viele Arten, einheimiſche und 10 T 2 aus⸗ ) Leutſcher Gaͤrtnet Libr. 2. Cap. 42. fol. m. 36. 292 Vierzehende Betrachtung⸗/ ...˖˖˖ ˖ ˖ rrn⸗ auslaͤndiſche, welche zum Theil des Winters im ſhdes Gen Garten bleiben, zum Theil aber mit anderen zartnn ſgrntl Gewaͤchſen beygeſetzet werden muͤſſen, als da m feh 7 fmetde an Geranium Africanum arboreſcens folio Malya. llt, de Africanum fruteſcens, foliis inferioti.n Slbt: bus aſari,& ſuperioribus ſtaphidiſt. Men de griæ. fumnerööff Africanum fruteſcens, folio Mabiæ R. Rg d0E ciniato flore rubro. 1 Africanum Alchymillæ, folio hirſüto K maculato, floribus rubicundis. Hen in det Africanum Coriandri folio, flore ince-— an. Ade nato. 7 Wele 5—— 4 IHas ge Alricanum fruteſcens vitis folio, Odbte l W05 Meliſſæ. t und rate f Jabers daſſel Akricanum arboreſcens Alchymillæ, 0. Merd 0 K— 2* 11 lio hirſuto elegantiſſimè variegato. lohdgen Ol Americanum folio argenteo. Ruugten Geranium fuſcum maculatum.&c“.&c, ig —=— Von denen gemeinen Arten aber, und welche mt en uͤberall findet, ſeynd ebenfalls verſchiedene E piele Gattungen bekannt,; ſie wachſen in Waͤhen nh und Feldern ohne alle Wartung: die auslülded ſchen aber ziehet man im Bruͤhling durch den Slen 1 men, und vermehret ſie auch durch abgeſchnitteke n Zweige. Sie ſeynd eine beſondere Zierde ehged n Gartens, und ſtehen unter anderen Gewöchfn 0 recht wohl; die Blumen gleichen denen Violen Anchtsal der Jasminen, ſtehen 8. 9. bis 10. auf einem Steſ 5 ie Blaͤ 125 W0 gel/ die Blaͤtter aber vergleichen ſich/ nach 1 1 Duet Wiltu⸗ koilcht Naadtmd —. — Von den zaſichten Gewaͤchſen. 253 ν ſchied des Gewaͤchſes/ denen Malvis, Meliſſen, Bi⸗ ſemKraut und ſo fort, Man pfleget dieſe Gattungen in Gefaͤſſen in einer guten Erde aufzubehalten, an einem Sonnen ⸗ rei⸗ dalchen Orte, des Winters aber in einer luͤfftigen war⸗ men Stube: die Begieſſung geſchiehet, wie bey dauganderen dergleichen Gewaͤchſen angemercket, des Sommers oͤffters, und des Winters ohne Be⸗ rührung des Stammes zur hoͤchſten Nothdurfft. Naſturtium Indicum fore pleno. Oben in der 7ten Betrachtung, iſt das Naſtur⸗ tium indicum mit einfachen Bluͤthen beſchrieben worden, welches alle Jahr von Saamen erzogen wird; das gefuͤllte aber iſt viel ſchoͤner, angeneh⸗ mer und rarer, und thut keinen Saamen tragen, dahero daſſelbe des Winters an einen warmen, luͤfftigen Ort geſtellet/ und vor aller, auch nur der geringſten Kaͤlte in Obacht genommen werden Die Vermehrung hiervon geſchiehet durch Ab⸗ dus nehmung junger Neben⸗Zweige, welche man im Ial Martio und Aprili abſchneidet, in gute luckere Erde datz ſtecket, mithin unter Fenſter auf ein warmes Miſt⸗ Beet bringet, und dann und wann maͤßig befeuch⸗ tet, wo ſie dann in kurtzer Zeit bewurtzelen und ihre vollkommene ſchoͤne Blumen bringen werden, daß man ſie den Sommer hindurch durch einſteckende Zbweige, wie Unkraut, wird vervielfaͤltigen koͤnnen, welches auch bey denen einfachen auf gleiche Weiſe befolget werden kan. Das Erdreich fuͤr dieſes zarte Blumen⸗Gewaͤch⸗ ſe will nichts beſonders E doch præpariret man 3 es Vierzehende Betrachtung, es mit etwas weiſſen Bach⸗Sande und luckerem guten Grunde, geſlalten der Sand im Winter nicht allein erwaͤrmet, ſondern auch der Faͤulung wider⸗ ſtehet. Im Sommer kommet das Natſturtium uͤberall auch im Lande fort, und treibet mit zuſehen⸗ dem Wachsthum: im Winter aber iſt es eine der gl⸗ 1 lerdelicateſten Pflantzen, wo es gantz trocken erhal⸗ ten, und gantz und gar nicht bewaͤſſeret werdeg darff, deme ich zwar mit beypflichte, jedoch abeſ anbey auch erinnere, daß im allerhoͤchſten Noth⸗ durffts⸗Fall, die Erde in denen Gefaͤſſen, rundum den Rand herum aufgelockert, und die Befeuch⸗ 7. tung in ſo maͤßiger Quantitäͤt eingelaſſen werden muß daß die zur Faͤulung ſehr inclinirende Wut⸗ 4 tzeln ſolche von ferne nur ein wenig fuͤhlen, Icht im geringſten aber hiervon beruͤhret werden. Ficoides, 15 ollg n Bet Akthaſsenbot EaeVicke, icoides iſt ein auslaͤndiſches fremdes Gewaͤhto ſnel von verſchiedenen bey uns ſehr raren Arten und m Gattungen, als: Ficoides humilis folio triangulari, ſucculenta lucido, flore aureo magno. KFEFPrecta, cryſtallinis micls aſperſa, flore in- tus lætiſſimè purpurante, extus argenteq nidore ſplendente. !KAlfricana atboreſcens, folid tenuiſſimo trian- gulari, flore luteo. fAlfricana erecta, foliis teretibus craſſis& glaucis, flore minore luteo. Alfricana folio longo tenui, flore aurantio. **KAlfricana erecta, caule lignoſo, folio breui glauco, flore pallido. Afri⸗ ſſe guke, Muath M Wetker, dls bet h tdes Wigke fütnſke gan ſnaſen die U KI 16 ſk Faͤnlung 9 Von den zaſichten Gewaͤchſen. 295 uß Africana erecta, glauca& geniculata, Ka⸗ Wand li eſſigie. b Precumbens, foliis in ſummitate ſtellatis, flore purpureo. nuenn und deren noch viel mehr. Ficoides humilis wird auch ſu Ficus ai zaoides Africana genennet: iſt von Geſtalt wie das Sedum anzuſehen, nicht gar groß, ſondern et⸗ uwas giedrig, mit dicken, hellen, ſtumpffen und fafftigen Blaͤttern, ſo die Figur eines Triangels ei⸗ Aabee niger maſſen vorbilden; der Stamm iſt von mittel⸗ re maͤßiger Dicke, mit etlichen Zweigen verſehen, auf welchen Gold⸗gelbe Blumen wachſen, die, wann die Sonne darauf ſcheinet, einen Glantz von ſich lihtledeu geben, und uͤbrigens denen Blumen des Chryſan- exgentis themi nicht ungleich ſeynd. ertenr eo Ficoides erecta und arboreſcens iſt höher, und faſt einem Baͤumgen, von miktelmaͤßiger Groͤſſe, aͤhn⸗ lich, welches einen Luſt⸗Garten mit zieren hilfft, ab⸗ ſonderlich wann an einigen Gattungen die Blaͤtter mit ctyſtallenen Duͤpfflein beſetzet, und von einer yecht glaͤntzenden Silber Farbe anzuſehen ſeynd. Ale dieſe Gattungen ſeynd ſehr zart, verlangen eine gute, luckere, ſandigte Erde, worinn ſie im Monath Map geſetzet, und bey heiſſem und trock⸗ nen Wetter, maͤßig begoſſen ſeyn wollen, um Mi- chaẽlis aber bringet man die Gefaͤſſe bey, und laͤſſet ſie des Winters in einem luͤfftigen und warmen Be⸗ — haͤltniſſe gantz trocken ſtehen, wie die kicus Indica, inmaſſen die allergeringſte Feuchtigkeit bey ihnen nur Faͤulung verurſachen wuͤrde, welches ebenfalls geſchlehet, wann man die Blaͤtter zu viel betaſtet, pder aber mit einem Meſſer hinein ſchneidet. s T 4 Die 296 Vierzehende Betrachtung Tf. El Die Vermehrung wird vermittels derer Blaß d ter und Stengeln vorgenommen, und zwar beh fufeot dem einigen Gattungen eben, wie bey der Eicus Indic de L melden werde. 0 Durch den Saamen kan die propagation auch ge⸗ ſchehen, allein er wird hier zu Lande nicht wohl U Pide, zeitig. be(woſet Anands. Wr mk Anenas iſt ein zartes, fremdes und heut zu d. J0 in unſeren Gaͤrten nicht unbekanntes Gewaͤchſe, Junch, we. von mehr als einerley Gattung, als vonn m. Ananas Sinenſis. W 0 EAmericanus. 0efte ſeck 2 4 Nl4N Sylveſtris. N Das erſte hat groſſe lange Blaͤtter, aus welchen ei lat, wel Strunck etwan einer Ellen hoch herfuͤr komme, Achen gem woran Gold⸗gelbe, denen Artiſchocken gleichende Die dd Fruͤchte wachſen, welche einen trefflichen Ges Juig, wan ſchmack, als mit Wein und Zucker angemachte hund ninnt Erd⸗Beeren, haben, und, dem aͤuſſerlichen Veu⸗ m mun ſe nehmen nach, die alleredelſte Frucht, ſo der Etdy Kunpn E boden zeiget, ſeyn ſolle. ſhhabtt, An Ananas Americanus iſt einer gantz andern Ge dgt lückert ſtalt, treibet einen niedrigen Stamm, mit einigen Eonmett h Diſtel foͤrmigen Blaͤttern verſehen; 3. Haͤnde Uint Begeſ unten vom Stamm, kommen wiederum derglel üheiſen hf chen Blaͤtter in ziemlicher Anzahl, und thun an denenſelben die Fruͤchte, wie kleine Citronen, han⸗ Mäg gen. Wal hit Dieſe beyde Gattungen ſeynd ſehr zart, und Aoroneent verlangen hier zu Lande ein Treib⸗oder Gewaͤche⸗ ſberntd Haus, oder einen recht warmen Ort, in welchem ffuntes ſte des Winters, ſo viel moͤglich iſt, trocken gehal, eſcht⸗ ten werden. Die Von den zaſichten Gewaͤchſen. 297 —————— Die Einbringung in den oͤffentlichen Garten darff vor dem May nicht geſchehen; die Einſetzung aber in die Winter⸗Behaͤltniſſe muß noch vor Mi⸗ chaclis-Tage bewerckſtelliget werden, weilen die al⸗ lergeringſte Kaͤlte, und die ſchaͤdliche Nord⸗ und Oſt⸗Winde, dieſen Pflantzen zuwieder ſeynd, und dieſelbe(woferne nicht moͤgliche Vorſorge geſchie⸗ het) gar mercklich beſchaͤdigen. In Indien beingen die Ananaſsen zeitigen auh Saamen, woraus ſie gar fuͤglich gezogen wer⸗ den, wann man ſolchen im Fruͤh⸗Jahr einweichet, und(nachdem er wiederum abgetrocknet worden) in Gefaͤße ſtecket, und auf ein Miſt⸗Beet in heiſ⸗ ſen Pferd⸗Miſt einſencket, und hiermit ferner ver⸗ g, aln faͤhret, wie bey denen zarten auslaͤndiſchen Ge⸗ 75 waͤchſen gemeldet habe. Die Verpflantzung geſchiehet im Majo oder e diße Junio, wann die Vielheit derer Wurtzeln uͤber⸗ zagg hand nimmt, folglich die Geſaͤße zu klein werden, wo man ſodann das Gewaͤchſe mit einem groſſen Klumpen Erde aushebet, die Wurtzeln daran be⸗ ſchneidet, und in andere Geſchirre, in gute ſan⸗ ex digte luckere Erde wiederum verpflantzet, und des Sommers hindurch an einem recht warmen Or⸗ te mit Begieſſen fleißig abwartet, auch die Gefaͤße in heiſſem Pferd⸗Miſt unter einem Glas erhaͤlt. Maſa. Muſa wird auch Palma humilis foliis longiſſimis, et und von einigen Pilang genennet, iſt ein Indiani⸗ ſches rares, doch in unſern Gaͤrten uͤberall nicht un⸗ bekanntes Gewaͤchſe, wovon mir zweyerley Arten zu Geſichte gekommen, als: T 6 Muſa 278 Vierzehende Betrachtung. Muſa fructu cucumerino puniceo. ſcaudice matulato, fructu execto, rotul- —— 1 + do breviori odorato. Vulgo Piſang. Der Stamm hat unten eine ſchuppigte Rinde, 00 dem Palm⸗Baum nicht ungleich, und iſt von oben her mit Blaͤttern dick beſetzet, welche lang, breß..4 groß, und in der Mitte mit einer ſtarcken Ribbe verſehen ſeynd, und der Canna Indica gleiche„ zwiſchen denſelben waͤchſet ein hoher Stiel, wel⸗ cher ohne Aeſte iſt, und Fruͤchte wie die Gurcken bringet, auch oben in dem Gipfel eine Blume faff f wie eine Tulipan bekommt. Der Saame wird hier zu Lande nicht wohl zeitig, wann man ihn aber haben kan, ſo kan das Gewaͤchſe auf Art und Weiſe, wie bey denen Ang⸗ naſsen erinnert habe, hierdurch gezogen werden Die Erde fuͤr dieſes Gewaͤchſe ſoll aus einem Dleß urd Theil Sande, und gutem Grunde beſtehen; die zum dhel e Verpflantzung geſchiehet im Aprili, oder Anfang aum rlcr! des May/ wo inan groſſe hoͤltzerne Kaͤſten, odex eg Gewech irdene Geſchirre anfuͤllen, das Gewaͤchſe verpffau, Dat tzen, und an einen Sonnen⸗xeichen Ort bringeg Erel m kan. uten Blit Die Begieſſung wird im Sommer mit lah, i, warmen Waſſer verrichtet, des Winters aber gak Deede ſelten und nur nach Nothdurfft. bGewäch Apocynum Americanum,„ es d. Seynd die vorhergehenden Gewaͤchſe zart, ſo I iſt das hier folgende Apocymim Americanum nicht weniger delicat, ſowohl was die Cultur, als auch W8 die Bewahrung zu 2inters⸗Zeiten, angehet die n 9 Ar⸗ Waelig erd Von den zaſichten Gewaͤchſen. 255 Arten hiervon ſeynd unterſchieden, und nachſtehen⸗ de in Conſideration, gls: Apocynum Americanum erectum, foliis latioribus ſalicis, floribus auranteis umbel⸗ latis. „ Africanum erectum, fructu villoſo, ſa- licis anguſta folio, floribus albidis. VE3Syriacum latifolium incanum lacteſc ſcens, floribus parvis obſoletè purpuraſcen- tibus. „ hhumile Africanum aizeides ſiliquis erectis. „ humile Africanum aizoides majus longioribus foliis, flore majore pi- loſiſſimo. EfAlfricanum aizoides monſtroſum. Dieſe und dergleichen Gattungen mehr werden zum Theil wie die Ficoides tractiret, das Apoch)- num radice tuberoſa aber iſt oben unter den Knol⸗ Af5 len Gewaͤchſen beſchrieben worden. Das Apocynum treibet ſonſten einen ziemlichen 90 Stengel, mit langen ſchmahlen und zum Theil breiten Blaͤttern und traͤget im Julio ſeine Blu⸗ men. Die Vermehrung geſchiehet nach Unterſchied des Gewaͤchſes theils durch Zertheilung der Wur⸗ tzel, theils durch abgeſchnittene Zweige und durch den Saamen, wann man ſolchen haben kan; die enllle Erde ſoll etwas lucker, gut und ſandigt ſeyn, und will im Sommer oͤffters, im Winter aber zur al⸗ lerhoͤchſten Nothdurfft Hegoſſen ſeyn; nach Mi⸗ chaelis werden die Gewaͤchſe beygeſetzet /und 64 KE i 1 30⁰ Vierzehende Betrachtung⸗. der Helffte des Aprilis nicht wiederum in oͤſſentle e 1 chen Garten gebracht. Hoft, dahe Das Apocynum humile Africanum aizoides, fbe fñtfel filiquis erłctis, iſt ein curieuſes, fremdes und wun, Nuch der⸗ derliches Gewaͤchſe, welches von Bod. à Stapel, ſn i ec Fritillaria craſſa, ex promontorio bonæ ſpei, und 9/ Kaunt von Tournefort, Aſclepias Africana aizoides geneh ſn fan net wird; es vergleichet ſich, der aͤuſſerlichen Gy daen aus ſtalt nach, der Ficus Indica, und traͤget einen dreh/ Ihbe eckigten Stiel oder Blat, welches oben ſpitzig zuy De Vin laͤufft, und an den Seiten mit ſpitzigen Blaͤtten ſn d be beſetzet iſt; die Blume aber(welche einer Fritilla. Gſße ah ria faſt gleich ſiehet) kommet zwiſchen den Aeſten an langen Stielen herfuͤr, und bringet endlich lan⸗ ge Schoten, worinnen der Saame eingeſchloſen a9 iſt. u auch Wann man dieſen zeitig haben kan, ſo kan us, og man das Gewaͤchſe hierdurch vermehren, welches Ummten ſonſten im Majo von denen abgenommenen Biäl, I, Gu tern(wie mir von einem benachbarten Gaͤrtner Kluufk gemeldet worden) bewerckſtelliget wird, und muß baeſtir die Begieſſung des Saamens nach Nothdutft, ublug! im Winter aber faſt gar nicht, oder um den Iih Rand derer Gefaͤtze ſehr ſelten und maͤßig gl⸗ eſfchen ſchehen. Henſtke Methonica Malabarorum. kmäßge Iſt bey Henrich Heſſens teutſchen Gaͤttner in 1 Kupfer zu ſehen, und wird auch Lilium Zeilanicum esHenz ſuperbum genennet,iſt ein noch zur Zeit ſehr rares ſünnſenn und uͤberall nicht bekanntes Gewaͤchſe. 110 100 Im Durlachiſchen Catalogo iſt es unter dem e⸗ 18 ſten Namen bekannt; es bekommet die Höͤhe von 1 Em 3. bis 4. Schuhen, traͤget hochgelbe groſſe Blu⸗ men, 0 Fyracue „ *Ber en l Vettdes dge *22ů5„ͤ Von den zaſichten Gewaͤchſen. 301 anmen, ins Purpur gemiſchet, und hat die Eigen⸗ ſchafft, daß es ſich um alles windet, dahero dem⸗ ſelben ein feines Gelaͤnder gegeben werden muß. Nach der Bluͤthe kommet in kleinen Behaͤlt⸗ niſſen ein eckigter roͤthlicher Saame/ durch wel⸗ chen, wann er zeitig wird, die Vermehrung ge⸗ * ſchehen kan, wann man hiermit umgehet, wie abey denen auslaͤndiſchen zarten Gewaͤchſen ange⸗ fuͤhret habe. Des Winters laͤſſet dieſes Gewaͤchſe das daub fallen, und begehret nur maͤßig um den Rand de⸗ .rer Gefaͤße angefeuchtet zu werden. Campanula FHyramidalis. Pyramidalis oder Campanula Pyramidalis ma- jor, auch Pyramidalis Lutetiana, Rapunculus Hor- 0lh denlis, von einigen Viola arboreſcens genannt, be⸗ kommet einen hohen Stengel, von unten bis an den Gipffel mit einer Menge kleiner Blumen⸗ Knoͤpffe verſehen, welche ſpitzig zulauffen, und eine ſchoͤne Pyramide vorſtellen; die Blumen ſeynd von blauer Farbe, und um deßwillen hoch zu ſchaͤ en, weilen ſie zuweilen 3. bis 4. Monat in der lor ſtehen. 5 Man ſetzet dieſes Gewaͤchſe in Geſchirre, in gute mittelmaͤßige ſtarcke und etwas ſandigte Erde, und —begieſſet ſie des Sommers fleißig im Winter aber 8 gar nicht, inmaſſen die Erfahrung gegeben, daß dieſes Gewaͤchſe, woferne es in denen Winter⸗Be⸗ hgaͤltniſſen nur ein wenig begoſſen oder naß gemacht wird, ſogleich verfaule. CEs bleibet die Pyramidalis des Winters auch im Garten, und iſt hierbey nichts zu erinnern⸗ als 302 Vierzehende Betrachtung/ Volt als daß man dieſelbe vor gar zu vieler Feuchtigket herf verſichere. 0 und fi Die Vermehtung geſchiehet im Fruͤhling und Fumen br im Herbſt, wann man die Wurtzeln mit denen öee Haͤnden von einander bricht, und in die Erde ein/ leget; einige wollen, daß man die Wurtzeln mit 1 keinem Eiſen beſchneiden ſolle. Campanula Americanæ flore Plenb. udl; U. Von dieſen Gattungen findet man einge recht ſchoͤne Arten, als: Campanula Americana flore cæruleo pleno. KAmericana, flore purpureo albo pleno, biing „„=Americana, flore lutèo pleno. mlch delb Dieſe Gattungen ſeynd auſſerordentlich ſchoͤft Blumen; und bey uns noch ſehr rat; die Blü⸗ men ſeynd dick gefuͤlt, und ſtehen wie an der Cun. eillnun Fanula Pyramidali in die Hoͤhe, floriren lange Zeit, Epanſch und geben dem Garten unter andern Gewaͤchſen en nun ein recht praͤchtiges Anſehen. A Die Vermehrung geſchiehet im Fruͤhling durch kel Zertheilung der Wurtzel, welche in ſandigte fette und gute Erde in Geſchirre verpflantzet, fleißig be⸗ goſſen, und weilen ſie keine Kaͤlte vertragen koͤn⸗ nen, um Michaclis in ein luͤfftiges warmes Be⸗ haͤltniß gebracht, und wie andere exotiſchel Pffan⸗ dwingeh tzen gewartet werden tuͤſſen. WEche d Campanula Hortenſis, Hore cæruleb& alle un Heſh 445 Pleno. un Gewä „Die einfache Art fowohl mit weiſſen ats blauen ſirfont Blumen wachſen in dem Walde, und werden zum in Ar Zierrath des Gartens unter andere Wen. ach⸗ N N Röteſteſf Von den zaſichten Gewaͤchſen. 303 Aiwachſe verpflantzet, wo ſie eine gute Ausſicht ma⸗ ahhchenze chen, und faſt den gantzen Sommer ihre ſchoͤne De Blumen bringen; Die gefuͤllten Gattungen aber ſeynd viel ſchoͤner, und werden zum Theil in die FenErde, zum Theil aber in Geſaͤße, in guten fetten „Grund geſetzet; ſie ſeynd auch heukiges Tages noch nicht gemein; das Laub daran iſt gantz ſchmal; die Vermehrung geſchiehet durch Zer⸗ ſthn Atheilung der Wurtzel, im Fruͤhling und Herbſte, und finde ich nichts beſonders anzumercken, als daß man die Blumen vor allzuvielem Regen be⸗ wahre, und die in Gefaͤßen ſtehende unter ein Ob⸗ dach bringe, weilen ſie darvon ihre Schoͤnheit mercklich verlieren, und zu Grunde gehen werden. 10 Kelr Hediſarum elipeatum. eglen, Hediſarum clypeatum, von einigen Onobrichis, , beteSpaniſcher Klee, oder Schild⸗Kraut genannt, iſt rtun ein nunmehro uͤberall bekanntes Gewaͤchſe, von ein und anderen Gattungen, als: Hediſarum Clypeatum, flore elegantiſſuno rubro. Waiht nſ.„„ C(Clypeatum flore albo,. „„triphyllon Canadenſe, ſ. „antiuum, ſiliqua aſpera in torta. Ae Das erſte iſt das ſchoͤnſte) den Saamen bringet n caman im Fruͤhling auf ein Miſt⸗Beet oder andere gute Erde; die aufgehenden Pflantzen verpflantzet eeeman in Geſchirre, ſetzet ſie des Winters mit an⸗ deren Gewaͤchſen bey/ und weilen ſie erſt im zꝛten Sahre floriren, koͤnnen ſie mit anfangendemFruͤh⸗ 11 83* Aprili in das Land oder Gefaͤtze gebracht „werden. Limo. 304 Vierzehende Betrachtung— — Limonium aureum. Traͤgt im Julio kleine Purpur⸗farbige artihe Blumen, und wird im Fruͤh⸗Jahr durch die Wut tel⸗Zertheilung vermehret, auch in Geſchirre i gute Erde verpflantzet. Holanum Heſicarium. Solanum Veſicarium, welches auch Solanun 1 Halicacabum und Alkekengi, auf Teutſch Juden,⸗ Kirſchen, genennet wird, waͤchſet an einigen Oy ten Teutſchlandes in den Weinbergen, und wi von einigen in die Gaͤrten gepflantzet, wo es ih Majo und Junio ſeine Bluͤthen bringet, nach weß chen rothe Kirſchen folgen, ſo in kleinen Blaſeh ſ oder Schlutten eingeſchloſſen ſeynd. Dieſes Gen waͤchſe kan zwar aus dem Saamen vermehret wers den; einige aber nehmen die lange Wurtzeln, le⸗ gen ſie in autes Erdreich, wodurch die Vermeh⸗ rung ebenfalls geſchiehet. Solanum Ass jptiacum Hore plenb. Ich bin allezeit der Meynung geweſen, daß enghuit we⸗ dieſes Gewaͤchſe die Datura flore pleno ſeye, mits Faͤhſe eir hin unter die Plantas annuas gehoͤre; allein, Hen⸗ Jeh fü rich Heſſe will in ſeinem Teutſchen Gaͤrtner daß m, vowſſt Wiederſpiel bezeugen, und machet unter beyden vigalo ſ einen Unterſchied, welches ich bis auf naͤhere Pth eſch nockn ben ausgeſtellet ſeyn laſſe. Holamum furioſam. haw Dieſes Gewaͤchſe wird auch Solanum lethele, 1 J0 Solanutn hortenſe nigrum, Solanum melanoceriſos, 0 0 9 Solanum ſylveſtre, Solanum ſomniferum, Bella Don. na, 934 Malva rol deutdz Von den zaſichten Gewaͤchſen. 305 nalin, na, auf Teutſch: Nacht⸗Schatten mit ſchwartzen Neur Kirſchen, Wald-Nacht⸗Schatten, toͤdtlicher 685Nacht⸗Schatten, Wolffs⸗Beer und ſchoͤne Frau genennet; iſt ein anſehnliches Gewaͤchſe, welches Hgan einem in die Hoͤhe gehenden Stamm kleine Blumen, und demnaͤchſt ſchwartz⸗glaͤntzende Fruͤch⸗ lemum te, wie die Kirſchen, traͤget, auch durch den Saa⸗ wagetamen vermehret, und des Winters im Garten ge⸗ gezlaſſen wird; es iſt aber auch eine ſehr ſchaͤdliche Wegeund gifftige Pflantze, ſo in einer Ecke des Gartens Svor den Kindern und andern fuͤrwitzigen Leuten ete, wohl bewahret werden muß, zumahlen verſichert en, wird, daß, wer die Fruͤchte genieſſet, den Gebrauch „ſeiner Sinne verlieret, raſend und toll, und vor einen beſeſſenen Menſchen gehalten werden ſolle, „ dahero hiervon ein mehrers zu melden, billiges Bedencken trage. N Lecnurus Africanus. Leonurus Africanus wird im Fruͤhling aus dem Saamen gezogen, und des Winters beygeſetzet, in wornaͤchſt die Gattung durch abgebrochene Zweige Uentt eebermehret werden kan; uͤbrigens bekommet dieſes Gewaͤchſe einen ungefehr zwey Finger dicken nteund zwey Fuß hohen Stamm mit ſchmalen Blaͤt⸗ 66betern, wozwiſchen feine Oranien⸗farbene Blumen, im Auguſto ſich ſehen laſſen, und den gantzen Win⸗ uter ſich trocken erhalten. Malva roſea. Malva roſea, oder Alcea Roſea hortenſis, ge⸗ l‚ flͤllte Roſen⸗Pappeln oder Herbſt⸗Roſen, ſeynd at Kaeinfach und gefuͤllt, und verſchiedener Gattungen/ A gls: 0b U Mal- +᷑D 30⁶ Vierzehende Betrachtung Malva roſea flore pleno. ̃roſea, folio ſubrotundo flore roſeo ſimplic. —fllore albo pleno& ſimplici. —flore nigricante pleno. — flore ſulphureo pleno. flore luteo pleno. flore carneo pleno. flore cineritio pleno. flore rubro pleno. — fllore variegato plens. lore luteo, fundo purpureo pleno. xs, Die gefuͤllte Pappel⸗Roſen ſeynd eine recht voll, Aürdigen kommene Garten⸗Luſt, welche uͤber Manns hoch uge an! wachſen, mit einem hohen Stengel, worauf die u, und th Menge gefuͤllter ſchoͤnen Blumen ſtehen, welche denen hundert⸗ blaͤtterigen Roſen wenig nachge⸗ 8 10 en. Diehes Der Anbau iſt ſehr leicht, inmaſſen man den ſcht ur Saamen im Fruͤh⸗Jahr in gutes Erdreich bringe Buneg und, wann die jungen Pflantzen groß genug erwach m weſe ſen ſeynd, ſelbige an die Ende derer Rabaͤttenodtt kathtkec einen ſonſtigen bequemen Ort verſetzet, wo ſie dat Ukchegt zweyte Jahr alsdann floriren werden; doch muß heh des man immer junge anziehen, entweder durch die kld uder Neben⸗Sproſſen an denen alten Wurtzeln, odek O de aber jaͤhrlich durch den Saamen, um hiermit die u Seane leere Plaͤtze zu erfuͤlen, und haͤlt man dafuͤr, daß denheffe die aus dem Saamen gezogene viel ſchoͤner, as hende durch die von der Wurtzel abgenommene Neben, lu ſhö Sproſſen, ſeyn und bluͤhen ſollen; der Stengel ds ucet wird nach der Bluͤthe abgeſchnitten, damit die iu we en Wurtzeln ſich erholen, doch pflegen ſie gemeiniglich ih un er im aten und zten Jahr zu verderben. ſchſen Ne GI. von den zaſichten Gewaͤchſen. 307 GHahονάI aum, latifolium Americanum. Gnaphalium latifolium Americanum oder Pere- grinum, Americaniſches RuhrKraut, iſt mit weiſſer Wolle uͤberzogen, in Geſtalt des gemeinen Ruhr⸗Krauts, jedoch ſeynd die Blaͤtter und Blu⸗ men daran um ein merckliches groͤſſer. Wer dieſes Gewaͤchſe haben will, muß einige Pflaͤntzlein verſchreiben, welche in der Erde neue Zaſern ſetzen, woraus jaͤhrlich junge Stengel an — der Seite herfuͤr lauffen, welche ſodann durch Ab⸗ reiſſung an der Wurtzel fortgepflantzet, und zu neuen vollſtaͤndigen Pflantzen werden; des Winters bel bringet man dieſe Gattungen in eine luͤfftige Kam⸗ g mer/ und thut ſie nur maͤßig befeuchten. Phaſeolus Indicus arboreſcent. Dieſes zarte Bohnen-Gewaͤchſe iſt bey uns uaent ſehr rar, und einem Baum nicht ungleich; die Blumen/ ſo es bringet, ſeynd gelb, etwas groß, mit weiſſen Strichen untermenget, von einem an⸗ genehmen Geruch, worauf breite Schoten folgen, in welchen roͤthliche kleine Bohnen eingeſchloſſen liegen, das Laub aber iſt breit und groß, wie das Laub an dem Johannis-Brodt anzuſehen. Die Vermehrung geſchiehet im Fruͤhling durch den Saamen, den man in Gefaͤße einſtecket, und einem heiſſen Miſt⸗Beet ein verleibet, wo ſie unter noͤthigem Begieſſen wohl anſchlagen/ und mit der Zeit zu ſchoͤnen Baͤumen aufwachſen, welche in gutes luckeres Erdreich verpflantzet, und des Win⸗ ters wie andere Indianiſche Gewaͤchſe bewahret, auch um ermeldte Zeit gar ſparſam und nur zur hoͤchſten Noth bewaͤſſert werden wollen. u 2 Pha. 305 Vierzehende Betrachtung Voh. Phaſeolus Indicus flore cochleato. +1 eum Chel ‚Dieſes noch ziemlich unbekannte und rare Ge⸗ öber Wu wächſe verlanget mit dem vorhergehenden gleiche 6Wültlb Wartung. hnmen Die Blumen ſeynd Purpur⸗farbig, an dem geſe Rande mit einem weiſſen Strich eingefaſſet, und haben faſt die Geſtalt wie eine Schnecke, naßh welchen rundliche Schoten mit ebenfalls runden Vohnen folgen; man muß ihnen, weilen ſie ſich nicht aufrecht halten, ein Gelaͤnder oder Staͤhe geben; in dem Herbſt aber ſchneidet man Stiel und Zweige dicht an der Erde ab, und bewahrtt an de die Gefaͤße vor der Kaͤlte. Periploca Americana. Periploca Americana iſt zweyerley, das Gtoſſe und das kleine. Beyde Gattungen werden in gutes Erdreich an das Ende derer Rabatten gepflantzet, und an g lange Stangen angehefftet, inmaſſen ſie ſtarck in, die Hoͤhe gehen, und ſich faſt wie der Hopfe um die Staͤbe ſchlingen. Die Bluͤthen hangen g langen Stielen, wie kleine Trauben, und ſſt hieg, bey weiter nichts zu notabeniren, als daß man vor dem Winter die Zweige abnehmen, ſolche zuſammen —4 und vor dem Froſt mit Stroh bewahren„Witd olle. dn gch, don Lotuss. Hiervon giebt es einige Gattungen, welche Baum⸗Gewaͤchſe ſeynd, und unten benennet wer⸗ den ſollen; einige aber ſeynd Sommer⸗und pe⸗ rennirende Gewaͤchſe. A Was Von den zaſichten Gewaͤchſen. 305 Was die perennirenden angehet, kan man ſol⸗ Aälkengweche zum Theil aus dem Saamen, und zum Theil en von der Wurtzel⸗Zertheilung fortpflantzen, und des Winters mit anderen Gewaͤchſen in einer luͤff⸗ eg tigen warmen Kammer aufbehalten, und mit maſ⸗ Stech en ſigem Begieſſen abwarten; die Blumen ſeynd roth de ei gug und gelb, von einem guten Geruch. 5 Eupatorium IAeſues. Eupatorium Meſues, welches auch Ptarmica lutea ſuave olens, Balſamita minor und Aggeratum foliis ſerratis genennet wird, wird mit angehendem Feuͤh⸗ ſing in die Gaͤrten gepflantzet, und fleißig begoſ⸗ ſen; oben in dem Gipffel bringet es einen Buſch lat vdon vielen gelben Blumen, und machet ein zierli⸗ thes Anfehen. Angelica Luſſtanica, folio Iucidb. Angelica Luſitanica folio lucido, oder Panax alterum folio ſplendente, glaͤntzende Angelicke, kan anfaͤnglich von Saamen erzogen werden; es traͤget einen niedrigen Stengel, und hat ein gekerbtes AAtben Laub, auf dem Stiel aber bekommet es eine weiſ⸗ ſe Dolde. 3 Unbilicus Venerit. 0 Wird auch Cotyledon, Acetabulum, auf Teutſch: Venus⸗Nabel, Jungſer-Nabel, Nabel-Kraut, und klein Donner⸗Kraut, genennet, iſt dreyerley Gattungen, als das groſſe, das mittelmaͤßige und das kleine; das groſſe iſt das anſehnlichſte, und 1 treibet einen mittelmaͤßigen Stengel; es ſeynd auch Sear hiervon einige Gattungen, als: u3 Coty- 310 Vierzehende Betrachtung Voh ———— E Cotyledon Africanum, folio craſſo lato laciniato, ſ ſchel flore aureo. ehen nich EDfAlfricanum majus arboreſcens, folio ox- u, uld biculari glauco, limbo purpureo. clen erboreſcens foliis glaucis oblongioribus wele flore luteo. maüch ale fAlfricanum arboreſcens foliis minoribih fiden, craſſiſſimis, viridioribus minutiſſinè f ſund punctatis. man di EfHAAlfricanum fruteſcens, foliis longis 1. Akn tuſis, depreſſis& cruciatis, flas Afffen f luteo. Aghtet KAlricanum fruteſcens foliis orbiculatis glaucis, limbo purpured& macu. Micd et Iis viridibus ornatis. Wumt —Altricanum, folio minori tereti acumi- mfeger ſe nato viridi, Ficoides facie, flore albo. huſen g Diejenigen, welche ich geſehen, kommen in einem er denen Grunde wohl fort, und vermehren ſich haͤuffig, mum, Das kleine Cotyledon oder Umbilicus Veneti, Die Be waͤchſet in jeder Erde, es ſtehet gerne im Schal webeſ ten, und traͤget kleine leibfarbene Bluͤmlein/ wols uh Zere auf einige den Namen Jchovah, mit Hebräiſthen Jegen Buchſtaben aufgezeichnet, finden wollen; allein en unter es iſt unerfindlich, und wer beſagte Characteres wodut leſen will, der muß ein ſehr gutes Microſcopium Eslif und anbey ſehr helle Augen und eine ſtarcke Imagi⸗ ldie natien haben. ſ Ktaft Marum verum. miffn. Iſt ein kleines ſubtiles Baͤumlein, mit dun, fanlid ckel⸗gruͤnen ſchmalen und ſpitzigen Blaͤttern, wel⸗* 0 che einen durchdringenden ſtarcken Geruch We lſe, ean kn. Von den zaſichten Gewaͤchſen. 31t Man ſetzet es in Gefaͤße ͤin gute luckere Erde/ n einen nicht gar zu heiſſen Ort, an die Morgen⸗ nbeSonne, und thut es bey mittelmaͤßiger Befeuch⸗ ung erhalten; man vermehret es durch abgebro⸗ hene Zweige, wie die Roßmarin; im Augulto ſoll nan auch allen Stoͤcken die Stengel oben etwas abſchneiden, wodurch ſie verjuͤngert werden. Die Katzen ſeynd dieſer Art ſehr gefaͤhrlich, weſſent⸗ vegen man die Gefaͤße an Ort und Ende, wo ſie nicht hinkommen koͤnnen, ſtellen muß; des Win⸗ ers muͤſſen ſie auch in einer luͤfftigen warmen Kam⸗ mer bewahret werden. Marum Syriacum. Wird von einigen Marum Maſtichen, Marum peregrinum und Clinopodium genannt, und iſt wa⸗ gen ſeiner ſeltſamen und haarigten Bluͤmlein, auch aſcharffen Geruchs, wohl werth, daß man ihm un⸗ leunter denen fremden Gewaͤchſen einen Ort ein⸗ rgume. Die Vermehrung geſchiehet auf eben die Wei⸗ ſe, wie bey dem Maro vero; einige wollen es auch durch Zerreiſſung der Wurtzeln vermehren; ande⸗ re hingegen ſetzen den Stock tief in die Erde, daß deſſen unterſte Zweige in die Erde eingeleget wer⸗ den, wodurch ſie Wurtzel faſſen. Es laͤſſet ſich dieſes Gewaͤchſe nicht gerne ver⸗ 68 ſetzen? die Blumen benehmen dem Stamm auch ιn ſeine Krafft, dahero ſolche bald abgebrochen wer⸗ den muͤſſen. Im Sommer ſetzet man die Gefaͤße an einen Sonnen⸗reichen Ort, im Winter aber in ein luͤfftiges, nicht zu warm, noch zu kalt und naſſes Behaͤltniß, damit die Zweige nicht aus⸗ 12 87 ſchieſſen. U 4 HMarum Vierzehende Betrachtung/ Marum Creticum. gehöͤt Marum Creticum oder Serpillum odore Citti, fffer aff iſt das bekannte Citronen⸗Kraut, welches wie Ei, ſlener! tronen riechet, den Winter uͤberall fortkommet, ffſ und ſich durch Zerreiſſung der Wuͤrtzeͤl leichtiich n noche vermehret, wovon bey denen Mediciniſchen und vun ſolo 3 Gewaͤchſen ein mehrers geſagt werden ſthet, mi oll. Salvuia folis maculato. gehbet Von der Salbey giebt es verſchiedene recht ihe, un ſchoͤne Arten, welche bey Abhandlung derer Bots. nuſhiede niſchen Gewaͤchſe anfuͤhren will, es giebt auch lalt ein die verſilberte und verguldte Salbey, wovon die nnfehen Blaͤtter mit weiſſen und gelben Strichen eingeſafß Suumen ſet ſeynd⸗ und von einigen Liebhabern unter ande⸗ wie guch re Gewaͤchſe ſowohl ins Land als Gefaͤße geſetet werden. Habt Salui-Verbaſcum. brd ze Bey denen ſo vielen Nachrichten zum Blu⸗ im altn! men⸗Bau erachte eine unnoͤthige Weitlaͤufftigket zu ſeyn, bey jedem Gewaͤchſe dasjenige, was bes Ih reits offt und vielmahlen vorkommen, zu wiedek. Inche holen, ich werde alſo bey denen aee wii⸗ ufen 9 ter nichts, als was ohnumzaͤnglich noͤthig iſt bs nͤim ruͤhren. uß, un Salvi Verbaſcum hat an ſich nichts rares, als mchent daß es gleichſam aus Salbey und Wuͤllkraut zu. Indfan ſammen geſetzet iſt; die Blaͤtter ſeynd wollig/ und naden die Blumen gelb; die Vermehrung geſchiehet durch die Wurtzeln, und muß im Winter beygy⸗ ſetzet werden. 1 Von den zaſichten Gewaͤchſen. 313 1 Majorana folio cochleato. Gehoͤret unter die Botaniſchen Gewaͤchſe, das dahier anfuͤhrende aber kan man, wege gen der Ge⸗ ſtalt ſeiner Blaͤtter, unter die Luſt-Gewaͤchſe brin⸗ gen, ſie ſeynd wie ein Loͤffel gebildet. Es giebt „auch noch eine Art mit verguldten Blaͤttern, Ma⸗ e jorana folio maculato geannt; die Vermehrung ge⸗ ſchiehet, wie bey dem gemeinen Majoran. Hyſſopus(riſtatur. Gehoͤret gleichfalls unter die Botaniſchen Re⸗ waͤchſe, und iſt von dem gemeinen PYſop dar! en unterſchieden, daß die Blaͤtter oben im Gipffel, in ˖ fGeſtalt einer 1 5 oder Schirms, dicht beyſam⸗ Sub men ſtehen: Man kan dieſe Gattung auch durch den Srth Saamen erziehen und in Geſchirre verpflantzen, wie auch den verguldten Pſop. Lavendula Hiſpanica. Hat mit den vorigen gleiche Wartung, und wird von dieſen und anderen dergleichen Pflantzen im aten Theile ein mehrers zu finden ſeyn. But Myrtillus Italica fare Pleno. vihie des Myrtillus Italica mit gefuͤllten Bluͤthen iſt ein eziemliches Gewaͤchſe, ſo durch den Saamen Ae kehea auf ein Miſt⸗Beet gezogen, in Gefaͤſſen erhalten, eund im Winter beygeſetzet wird. Die Bluͤthe iſt 15 und thut, wann man ſie aus dem Saamen er ſcea erziehen will, allererſt im zweyten Jahre floriren, 8400 10 W 8 kan alsdann durch die Neben⸗Brut vermehret werden. Auntn Helichmſum. nünd lelichryſum iſt ein artiges Garten⸗Gewaͤchſe, welch es denen gefuͤllten gelben Rhein⸗Blumen, u5 Aima- 314 Vierzehende Betrachtung, Amarantho luteo, gleichkommende Blumen brin⸗ get; ſie werden Anfangs geſaͤet und verpffanhet, wo ſte im Fruͤh⸗Jahre in laͤngere und ſtaͤrckent Buͤſche treiben. Die Vermehrung wird auß durch Zertheilung derer angewurtzelten Schoßlin, gen, wie nicht weniger durch abgebrochene Zweige bewerckſtelliget, und kommet das Gewaͤchſe ſ guter Erde wohl fort, nur daß man ſolches, vor au⸗ brechender harten Kaͤlte, an einen verſicherten Ol bringet. Tanacetum foliis criſpit. Dieſes Gewaͤchſe wird auch Tanacetum criſtatum Anglicum, oder Artemiſia ſativa Anglica, auf Teutſch krauſe Rheinfahren, genennet, bringet ei⸗ nen ziemlich langen Stengel, und oben im Gipffel viele Gold⸗glaͤntzende gelbe Blumen. Eine ande⸗ re Art iſt noch vorhanden, ſo unterm Namen, Ta. nacetum Anglicum Camphoratum, bekannt iſt; die⸗ ſe iſt war dem gemeinen Tanaceto gantz aͤhnlich. und ein klein Gewaͤchſe, aber um deßwillen rarer und e weilen es einen guten Geruch at. Linaria purpurea major. Vom Linarla oder Ohyris, Lein-Kraut, wil⸗ dem Flachs ꝛc. findet man verſchiedene Gattungen, ſo zum Theil Sommer⸗Gewaͤchſe ſeynd. Das Linaria purpurea major anguſtifolia, Flachs⸗Kraul, mit Purpur⸗farbenen oder blauen Blumen, aber iſt ein perennirendes Gewaͤchſe, und läſſet ſech leichtlich vermehren. Dictamnut, Dictamnus oder Fraxinella, auf Teutſch Diptam, iſt in feines Gewaͤchſe von einigen Arten/aſs: * Dictan 71 Iglkein Häberm, Hutzel it fugel,: ſchenden ſfatbene en. de Vun UWutze , und v eellich Dickamn ſeich C ſet worde Die& Ndlegoſi he, dicke Baͤte, ld wetz fommen fatbiſ Aalmfttels * Pfant hebtocht Neß fefrihe im de⸗ (hon ar ſhen Laf NeAkten Von den zaſichten Gewaͤchſen. 315 Dictamnus flore rubro. flore albo. *„Cireticus. in:Der gemeine Diptam waͤchſet an einigen Orten in ezez Waͤldern, und wird in den Garten gebracht. Die chtent,Wurtzel iſt holtzigt, woraus einige ziemlich lange unt dußStengel, mit vielen ſchoͤnen, dem Eſch⸗Laube Adaß anhen gleichenden Blaͤttern, folgen, auf welchen Pur⸗ thenepur⸗farbene recht artige Blumen zum Vorſchein kommen. ih, Die Vermehrung geſchiehet durch den Saamen Wonh Ttue Und Wurtzel⸗Zertheilung; der Saame iſt ſehr hart, und wann er uicht etwas aufgemachet wird, rliegt er etliche Jahre in der Erde. Dickamnus Creticus iſt rarer, waͤchſet in dem Koͤ⸗ nigreich Candien, welches vor dieſen Creta genen⸗ bedenet worden, und will im Lande nicht wohl fort. Die Geſtalt betreffend, iſt dieſes Gewaͤchſe dem palegio nicht ungleich, und hat weiche/ runde, klei⸗ ne, dicke, weiſſe, mit dicker Wolle uͤberzogene GSBDaaͤtter, welche den harten Stengel hinauf/ zwey und zwey gegen einander ſtehen, die Blumen aber kommen im Julio und Auguſto, und ſeynd Pur⸗ ν pur⸗farbig. Die Vermehrung geſchiehet ebenfalls W vermittels Zertheilung der Wurtzel, und werden ckel die Pflantzen in Gefaͤſſen unterhalten, auch durch g abgebrochene Zweige vermehret. Helleborus. o Nießwurtz, oder Chriſt⸗Blum, wird wegen der ſehr fruͤhen Flor, in den Garten geſetzet, zumahlen ſie im December, Januario und Fobruario ſchon ſich un, ſcehen laſſen, wann anders das Wetter es leidet; J„die Arten, welche ich geſehen, ſeynd folgende: Hel- 316 Vierzehende Betrachtung Helleborus albus, flore atro rubente. niger, flore albo, ſeu roſeo autumnalis niger, flore viridi, foliis in profundas ſel. ras diviſis. Die Wurtzel treibet lange, mit Purpur⸗fatbe.l nen Flecken beſetzte Stengel, an welche breite, ausz⸗ gezackte, ſchoͤne, gruͤne Blaͤtter ſeynd, wozwiſcheh.. 4 ein kleiner Stengel zum Vorſchein kommet, und weiſſe Blumen, in Geſtalt der einfachen Roſih len. traͤget, ſo zuweilen auch Fleiſch⸗farbig, mitelwog ,nit l roth vermiſchet ſeynd. aalf bla Die Vermehrung geſchiehet durch Zertheilu rFun der Wurtzel, im Fruͤh⸗Jahr und im Herbſte; maß ſetzet ſie an ſchattigte Oerter, und wann ſie um de de * Weyhnachten floriken, wollen einige ein gutts Autgel⸗ Jahr daraus prophezeyen. Jithe de Md. dathi lesale Phitolacca Americana. 10 Phitolacca Americana, fructu majori; wird voh Parckinſon Solanum magnum Virginianum rubrum am von anderen Solanum racemoſum Indicum dintto. 11 rium genennet. Es wird Anfangs aus dem Seg⸗ 5 61 men gezogen, wo es ſich nachgehends nicht alen 4. ſelbſt beſaamet, ſondern auch die Wurtzel⸗But haͤuffig vermehret; es treibet ſehr groſſe und hohe d— Stengel, ſo die Sonnen⸗Blumen zuweilen uͤbel⸗ A treffen, und eine traubliche Frucht bringen. N Aſter Atticus. Weewoſ Aſter, Stern⸗Kraut, iſt von verſchiedenen ein⸗ zingepen heimiſchen und auslaͤndiſchen Gattungen, als: tnm es Aſter montanus autumnalis, flore cæruleo amplo Wintt Pyyrenaicus, flore albo, haten zu Miontanus luteus, ſalicis folio. N Engn f 0⸗ n Alter Atticus, der gemeine, treibet 4 bis. Schuh hohe, mit laͤnglichen Blaͤttern verſehene Stengel, Von den zaſichten Gewaͤchſen. 317 Novæ Angliæ altiſſimus, floribus omnium maximis, purpureo-violaceis. Novæ Angliæ, Linariæ folio, flore Belli- dos vel Chamæmeli. fAlfricanus novæ Belgiæ umbellatus, floribus dilutè violaceis. mnAatſter Virginianus, luteus altiſſumus caule alato&c. edat koorauf blaue, Vielet-und Purpur⸗farbene ge⸗ rntrahlte Blumen ſtehen, welche den gantzen Herbſt Ifloriren. Die Vermehrung geſchiehet haͤuffig durch die Wurtzel⸗Zertheilung, man pfleget auch nach der Bluͤthe die Stengel auf der Erde abzuſchneiden, und, damit das Gewaͤchſe nicht zu viel um ſich greiffe, 12 ſolch es alle 3. oder 4. Jahrezu vertheilen. Aſter novæ Belgiæ umbellatus iſt viel rarer, eini⸗ ge pflantzen es im Fruͤhling in Geſchirre, wiewoh⸗ len es des Winters auch im Lande gut bleibet, wann es bedecket wird, Aſter Virginianus luteus wird von einigen Aſter — Sthiopicus flore aureo benennet, iſt etwas zaͤrter, und traͤget Gold⸗gelbe, oder Oranien⸗farbene Blumen. Pyrola. Wiewohlen dieſes Gewaͤchſe, welches Winter⸗ lagruͤn genennet wird, in Waͤldern waͤchſet; ſo pfie⸗ Gerrget man es doch, wegen ſeiner/ ſo wohl Sommer als Winter behaltenden gruͤnen Geſtalt, in den Garten zu bringen. Es treibet hohe Rancken, wel⸗ che man fein anbinden muß, die weiſſen aber ieeen, 381 Vierzehende Betrachtung, ————***——— aber ſehen wie Mayen-Bluͤmlein aus, und rs chen wohl. 4 Die Vermehrung geſchiehet durch die Wurteh An Brut, ſo man im Fruͤhling und Herbſte an eihe lefege ſchattigte Wand oder Mauer einleget. Tfant Clematis. 486 Clematis, Wald⸗Reben oder Immergrun, t icheff eine Gattung von dem vorhergehenden Wintt, l grün, einfach und gefüllt, wovon folgende Aü bekannt ſeynd, dͤa, Clematis Pannonica, oder cærulea erecta. gamm —Scandens, flore violaceo ſimplici. uld K —Scandens, flore violaceo pleno. Häſte. He —Csærulea repens Hiſpanica. llealdete EScandens peregrina, flore purputeo ſiin- dum trut lici. Wurrecta alba. Wiltd 1 Virginiana fruticeſcens. het Wint Dieſes Gewaͤchſe vermehret ſich durch den Sa, kil,de men, aber viel geſchwinder durch die Wurtzel⸗Jez el El theilung. Es liebet einen guten Grund, und wl Wut, mehr im Schatten als Sonne ſtehen, man mußiſ⸗ eic me, wie dem vorigen, ein Gelender geben, odet ſolches an einer Mauer oder Wand mit Faden odeſ anderem Bind-Werck befeſtigen. 80 ljinca pervinca. Wlo: Wird auch Clematis Daphnoides, auf Teutſch 4 tel Sinngruͤn genennet, iſt einfach und gefüͤlt; das 8 einfache waͤchſet auf dem Felde an ſchattigten Ol⸗ wächfe rne zuer ſher Ber 4 8 digte 6 ten, das gefüllte aber im Garten, und ſeynd folgen, 105 8 de in Conſideration, als: dee Clematis Daphnoides, fhore pleno cæruleo. Muln Lau — flore pleno purpureo. minor, Von den zaſichten Gewaͤchſen. 315 2 minor, folio argenteo. 8— minor, folio variegato aureo. Ddie Wartung kommet mit den vorigen uͤberein; ei⸗ nige pflegen es auch in eine fette Erde in Geſchirre zu verpflantzen. Epimedium. e Biſchoffs⸗Hut, waͤchſet in Italien wild, iſt erhaghen groß, mittelmaͤßig und kleiner Art, der Stengel dereſ ſůt iſt etwas hoͤher als eine Elle, die Blaͤtter aber, wel⸗ che duͤnn, weich und breit ſeynd, ſtehen allezeit Aleed 3. beyſammen: Die Bluͤthe ſcheinet gantz artig zu ſeyn, und laͤſſet, als ob ſie gefuͤllt waͤre, wovon die r6une Unterſte Helffte roth, die obere aber gelb iſt. Noch eine andere Art iſt vorhanden, welche man Epime⸗ dium fruticeſcens Virginianum nennet. Fumaria ſiliquoſa ſemper virent. Wird ſtets gruͤnender Erdrauch genennet, gruͤ⸗ net Winter und Sommer und traͤget artige Schoͤt⸗ lein, worinnen der Saame liegt. Man ziehet es evon Saamen und vermehret es auch durch die mWurtzel; des Winters ſetzet man es mit anderen Gewaͤchſen in eine luͤfftige Kammer, und, weilen es ggeerne zu erſticken pfleget, muß die Wurtzel bey maͤſ⸗ ſiger Bewaͤſſerung erhalten werden. E Capparis portulacæ folio. 00 Wird von Tournefort Fabago Belgarum genen⸗ Inet, iſt ein Cappern⸗Geſchlechte, welches in Ita⸗ lien wild waͤchſet, allhier aber wird es als ein zartes Gewaͤchſe tractiret, in gute, etwas ſtreng⸗ und ον ſandigte Erde geſetzet, und des Winters, nachde⸗ Gan me die Stengel im Herbſte abgeſchnitten worden, K an einem luͤfftigen und warmen Orte bewahret: K ι Das Laub vergleichet ie 370 Vierzehende Betrachtung/ die Bluͤthen aber denen May-Blumen, auf wel⸗ che lange Schoͤtlein folgen, worinnen weißlicher Wicken⸗Saame verborgen iſt. Lrachelium Americanum flore cæruleo, Von dieſem Gewaͤchſe finden wir verſchiedene Ggt⸗ tungen, als: Trachelium Americanum flore albo ſimplici. ——flore cæruleo ſimplici major. flore cæruleo pleno. flore albo pleno. Im Junio und Julio bringet es ſeine ſchoͤne weiſſeund ö0 Himmel⸗blaue Blumen, einfach und gefüllt; das einfache wird anfaͤnglich durch den Saamen gezo⸗ gen, welcher ſodann im zweyten Jahre foͤriret, Die aufgehende junge Pflantzen, beſonders aber die gefuͤllten, kan man in Gefaͤſſe, in gute, ſandigte Erde bringen, und durch die Wurtzel⸗Zertheilung vermehren. Medicago latiſolia. Medicago latifolia wird auch Cytiſus incanus, ſi. liquis longioribus& falcatis, genennet, auf Teutſch, Geiß⸗Klee, gehoͤrnter Geiß-Klee, Geiß⸗Klee mit langen und Sichel⸗formigen Schoten. Dieſes Gewaͤchſe oder Staude iſt ein langer/ ge⸗ rader Stengel, mit vielen angewachſenen Knoten und ſchwancken Ruthen, von unten bis oben auf verſehen: die Blaͤtter ſeynd haaricht, drey beyſam men, dem Foœno Græco nicht ungleich, nur daß ſie groͤſſer, ſtaͤrcker und ſpitziger zulauffen, die Blu⸗ men aber ſeynd gelb, bluͤhen im Julio und Augullo, und thun hiernaͤchſt laͤngliche, breite Schoͤtlein fol gen/ worinnen der Saame liegt, vermittels deſſen man dieſes Gewaͤchſe ſo wohl, als durch ſe fi In fihe ſchel ehten, en ihn Mſen, w ſlch gieh ſctt w Fmen fork Ilgte Ar Wetden Kedum ro eund de , ſurdt öih einetg tb, galth lͤhtet we — ATuagus 1 Uleit: Cyt Von den zaſichten Gewaͤchſen 321 fende Wurtzel⸗Brut gluͤcklich vermehren kan. Einige ſetzen, um die Anzahl derer Gewaͤchſe zu vermehren, den Geiß⸗Klee in Gefaͤſſe, und be⸗ den derel,wahren ihn des Winters bey auslaͤndiſchen Ge⸗ waͤchſen, welches derſelbe aber nicht nothig hat.(a) Jedoch giebt es auslaͤndiſche Gattungen, welche beygeſetzet werden muͤſſen §edum varlarum ſhecierum. Sedum, auf Teutſch Haus⸗Wurtz, iſt zwar gukin gemeines Gewaͤchſe, welches lemper viva genen⸗ Aöleenet wird, und auf Mauren und Daͤchern mit di⸗ 8 cken Blaͤttern waͤchſet, und mit braun⸗rothen Blumen floriret: Es giebt aber auch einige fremde Jund rare Arten, welche des Winters wohl bewah⸗ 3) Tragus in hiſtoria ſtirpium Libr. 2. Cap. 6. er werden wollen, als da ſeynd: Sedum roſarum Indicum. fAlricanum fruteſcens incanum, foliis or- biculatis. Isadicum orientale arboreſcens. *Montanum roſeuni minus. EMiontanum majus foliis dentatis. Criſtatum, lauto caule&c.&c. „Dieſe und dergleichen zarte Arten verlangen eine eichte, ſandigte, gute Erde, und wollen um Mi haslis unter ein Obdach gebracht, und des Win⸗ alkders in einem luͤfftigen, warmen Gemach oder Ca⸗ äner, gantz trocken, und ohne einige Begieſſung, Hewahret werden, kärmnthle, ſie kalte und feuchte 5 Ge⸗ „Tragus in ibn t m. Coo ubi ait: Cytiſus agro ſtercorato minimè opus habet, ut qui terra macra feliciter provenit. Non æſtus, non frigorum, non grandinum, aut nivis expaveſcit injuriam&c. 12: Vierzehende Betrachtung, Gewaͤchſe ſeynd, folglich wie die Ficus und Cuum Indica, von der Bewaͤſſerung gar leicht verfau⸗ len. 1 Vor dem Ende des Aprilis bringet man beſagte Gewaͤchſe nicht leichtlich in den Garten; wann es aber geſchiehet, kan man ſie mit friſcher Erde um legen, oder aber in neue verpflantzen, und des Sommers mit noͤthigem Begieſſen abwarten, we n len ſie zu dieſer Zeit die Befeuchtung beſſer, als in Winter, erdulden koͤnnen. bC Viele Gattungen treiben dicht an der Erde jun ge Abſetzlinge, welche man abnimmt und hiermt das Geſchlecht vermehret; andere aber werden durch die Wurtzeln zerriſſen, und durch abnehmen⸗ de Zweige im Fruͤhling fortgepflantzet. mn Das Sedum orientale Indicum arboreſcens ſſt un enfle ein ſchöͤnes Gewaͤchſe, welches einen kleinen Baum nüchſe an vorſtellet, mit dicken, artigen, Portulac gleichen⸗ Gtde abge den Blaͤttern: hier zu Lande will es keine Blumen tragen, wohl aber in Indien und den warmen Laͤn, vake dern, wo nach denen Purpur⸗farbigen Bluͤthen nd rother Saamen folget, wodurch ſich dieſes Ge⸗ ns ge waͤchſe haͤuffig vermehret, welches auch von denen nahen ſe jungen Zweigen zu geſchehen pfleget, und von aun augen, dl deren Sedis gleichfalls zu verſtehen iſt. Wlerirt Sedum Africanum fruteſcens treibet neben der Haupt⸗Wurtzel junge Pflantzen aus, wovon die Vermehrung bewerckſtelliget wird: Der Stamm und die Blaͤtter gleichen dem Sedo arboreſcenti, die Blumen aber, ſo an langen Stielen abwaͤrts hau⸗ gen, ſehen denen Digitalis-Blumen nicht ungleich Ie Sten und haben eine graue Farbe. hhheſeht Das Rage A ——1+ Von den zaſichten Gewaͤchſen. 3a; 5 A* Das Sedum criſtatum, caule alato, breit⸗ſteng⸗ en lichtes Haus⸗Kraut, iſt das allerſeltzamſte, und kan durch die Wurtzeln zerriſſen und vermehret wer⸗ den; der Stengel iſt platt und breit, und lauffet unten ſpitz zu, iſt auch nackigt, und bekommet oben beinige Blaͤtter, welche gantz gebogen ſeynd, und dalege die Geſtalt eines Hahnen⸗Kammz bræſentiren, aßcaaen wornaͤchſt einige gelbe Blumen ſich ſehen laſſen. tunz K Calega. Salega, oder Ruta Capraria, Geiß-⸗Raute, u wird bey uns in die Gaͤrten geſetzet, ſie iſt mit weiſ⸗ uthanmtn ſen, blauen und Purpur⸗farbenen Bluͤthen gezie⸗ Aal, Adert ret, wachſet uͤber Ellen hoch mit vielen Stengeln, nddutt und langen ſchmalen, ſpitzig⸗zulauffenden Blaͤt⸗ agelant tern, und bringet kleine zarte Schoͤtlein, worin⸗ Ean cün nen ein kleiner Saame lieget, wodurch dieſes Ge⸗ wlghes trealin waͤchſe anfaͤnglich erzogen, und im Herbſte auf der r lertErde abgeſchnitten wird. 1 Haleriana. Valeriana, Baldrian, wird durch den Saamen und Wurtzel⸗Zertheilung vermehret, man liebt Indas Gewaͤchſe theils wegen des Geruchs, theils alt wegen ſeiner Bluͤthe, und findet man einige Gat⸗ stungen, als: Valeriana major hortenſis. HhHlveſtris major. „ frolio Calcatripæ. Emaritima Latifolia major alba. EMlarina Latifolia major rubra. el. Indica flore purpureo. Juntt Der Stengel, welchen dieſes Gewaͤchſe treibet, iſt ohngefehr 3. Fuß hoch, ſehr duͤnne, und in vieile Zweige zertheilet, weßhalben man ſolchen an einen K 2 Stab 324 Vierzehende Betrachtung, Stab anbinden muß; die Blaͤtter ſeynd etwat geut zerſchnitten, und die an denen Extremitäten derer datröWe Zweeigen befindliche Blumen, beſtehen aus einigen ausgehohlten, ins roth und Purpur fallenden weif gelt ſen Blaͤttern. ◻ U aſlehen 5 N. 60 * Die letztere Gattung, Valeriana Indica, weilen zärter als die vorige iſt, wird von einigen in Gefl. ſen, in guter Erde erhalten und des Winters beh⸗ Daägeme ikd at hen Kte fette He 0 0 geſetzet. Jalerianella. Hat mit den vorigen gleiche Wartung, und ſeynd mir zwey Gattungen bekannt, als: Valerianella ſemine ſtellato. Cornucopioides flore purpureo. Im Garten ſtehet dieſes Gewaͤchſe recht artig; es m giebt groſſe Buͤſche, mit zierlichen kleinen Blaͤttern, und fehr vielen Bluͤthen: wann man ſolches ein⸗ Oon mahl durch den Saamen angezogen hat, beſaamet uuc) Ocn es ſich ſelbſten zum Uberfluß, daß man es zum Theil genale wegwerffen muß. Oojmel Mympbaa aquatica lore pleno. Nymphæa, Heracleon, Herculea, Theffalia, odee Lilium aquaticum, See⸗Blum, Waſſer⸗Lilien, 7 Waſſer⸗Roſen, Haar⸗Strang, Waſſer⸗Mäͤm. gen ꝛc. iſt zweyerley Gattung, gelb und weiß wäͤch AaeGat ſet in ſtehenden Waͤfſern. Die gefuͤllte aber ii i⸗ fturdr rer, und hat'recht ſchoͤne gelbe und weiſſe gefälle nockge BVlumen/ welche ſo groß als eine Roſe/ und in det al ud! Mitte mit einem gelben Knopffe gezieret ſeynd. Dieſes Gewaͤchſe, weilen es ein Waſſer Ge du0 wachſe iſt, muß in ein groſſes durchloͤchertes Gefäf, d ſt ſe, in gute Erde gepflantzet, und mit einem groſſen ödorſg Geſchirr voll Waſſer unkerſetzet werden⸗ 4 Nu: Cz ale — at Von den zaſichten Gewaͤchſen. 226 Rkerſß alzeit Feuchtigkeit habe, ohne welche es, wie alle uhandere Waſſer⸗Gewaͤchſe, nicht wohl ſortkommen uch wird. le Es giebt auch noch mehrere ſchoͤne Arten, die in denen ſtehenden Seen wachſen, und mir zum Theil, ulluywas den Namen angehet, unbekannt ſeynd. de‚ön emt! Zelephium purpureum majus. Aanundde un Das gemeine Telephium iſt allenthalben bekannt, und wird auch Faba inverſa, Portulaca agreſtis, Knaben⸗Kraut, Donner⸗Kraut, Fotz⸗Zwang 120 und fette Henne genennet; das Telephium purpu- —1* 60 reum majus aber, groß Knaben⸗ Kraut, iſt ein an⸗ ſehnliches Garten⸗Gewaͤchſe, welches im Fruͤh⸗ tbrn 10 durch die Wurtzel⸗Zertheilung vermehret denwird. 40 4 Ochmaſtrum. ertt Oeymaſtrum, oder Lychnis purpurea multiplex, aauch Ocymoides genannt, iſt verſchiedener Gattun⸗ eesgen, als: Ocymaſtrum, flore rubro ſimplici. flore albo ſimplici. E flore rubro pleno. Eflore albo pleno. flore ex albo& rubro Variegato pleno. Dieſe Gattung, beſonders die gefuͤllte, hat ſchoͤne Ve be und rothe groß gefuͤlte Blumen, und wird durch abgebrochene Zweige, wie die Viola Matrona- nalis, und durch Zerreiſſung der Wurtzel vermeh⸗ WAb ret. III. 10 Das Ocymaſtrum, flore ex albo& rubro Variegato Wainpleno, iſt das allerſchoͤnſte, auch etwas zaͤrter als aßtlrtedas vorige; man kan es in das Land und in Gefaͤſſe W ſetzen: Es bleibet auch im Winter im Garten ſte⸗ 5& 3 hen, eeee 316 Vierzehende Betrachtung, vey! 2 2 E—— hen. Die uͤberfluͤßige Naͤſſe iſt ihm ſehr ſchaͤdlich, Fehruunlche und verurſachet eine Faͤulung, dahero es einige in ſe, woenee die Winter⸗Behaͤltniſſe mit einbringen, und ſehr nen dere maͤßig und nur zur allerhoͤchſten Nothdurfft be⸗ DN propege feuchten, welches dieſen Vortheil hat, daß, wo⸗ ſh Nen Sat ferne die im Lande ſtehende etwan vergehen ſoltem FShntt R. man deren Stelle hierdurch wiederum erſetzeh duh dene koͤnne. nn denſ Urtica Perſca. Uhihlinge, Urtica Perſica, Perſianiſche Neſſel, ſiehet unſts ſchen Hat ken gemeinen Neſſeln nicht ungleich, auſſer daß dit fh fahtenbeſ Blaͤtter ſchmaͤler und eingeſchnitten ſeynd, auch duth de L gar nicht brennen; die Bluͤthe iſt Himmel blau, mumnen, wa und lieblich anzuſehen; die Vermehrung geſchiehek ſhet, wecchet durch Zertheilung der Wurtzel, und ſetzen einige ſchen pfegel. die jungen Pflantzen des Winters bey. tel,nicht Lyfimachiæà lutèa corniculata. Durch dies Wird auch von einigen Weiderich, Salicaris, Iy. Nucht⸗Buele ſimachia Virginiana und Lyſimachia bifolia, flore Iu fihret wotde teo globoſo, genennet, waͤchſet an den Waͤſſern und duuge drr Baͤchen, und wird wegen derer ſchoͤnen Schwefeb ſc un fet gelben Blumen in den Garten gebracht. oek, deßn Die Blume gehet gegen Abend luſtig auf, uud Dit Vunn verſchwindet mit Sonnen⸗Aufgang; wo das Ge⸗ lnun cbe waͤchſe einmahl hingepflantzet worden, pfleget eß ſehel gun von ausgefallenen Saamen ſich zu vermehren. deldiſebe u Heſperide ſumt engen Heſperides, Nacht⸗Violen, Nacht⸗Veye, hat den Namen bekommen von ſeinem Geruch, wel. Jigkaure cher um den Abend und des Nachts am kraͤfftigſten wono. ah iſt; die Wurtzel treiben einige kleine rauhe Sten, Undin gel, an welchen die Blaͤtter etwas abwärts han⸗ ern wib. gen. Die Blumen ſeynd von ⸗.gelblichen und a 16 wa Von den zaſichten Gewaͤchſen. 327 mwas braunlichen Blaͤttern, eines angenehmen Ge⸗ Iruchs, wornach einige laͤngliche Schotlein folgen, ;worinnen der Saame enthalten iſt. Die propagation dieſes Gewaͤchſes geſchiehet durch den Saamen, durch die Wurtzel und durch die Schnitt⸗Reiſer. e0. Durch den Saamen geſchiehet die Vermehrung⸗ wann man denſelben im deptember, oder Anfang des Fruͤhlings, in eine gute Erde ſaͤet, und die auf⸗ gehenden Pflantzen von Unkraut reiniget, wornach ſich ſelbſten beſaamen. Durch die Wurtzeln wird die Vermehrung vor⸗ ſe genommen, wann der Stock einige junge angeſe⸗ ctzet hat, welches in zwey oder drey Jahren zu ge⸗ ſchehen pfleget, wann der alte Stock, binnen ſol⸗ cher Zeit, nicht verſetzet wird. Durch die Schnitt⸗Reiſer vermehret man die Nacht⸗Violen, wie bey der Viola Matronali ange⸗ fuͤhret worden, wiewohlen es ſo viele Muͤhe nicht 05 brauchet, da dieſes Gewaͤchſe durch den Saamen „iesſich von ſelbſten uͤberfluͤßig und dergeſtalten ver⸗ mehret, daß man es zum Theil ausrotten muß. Des Winters bleiben die Heſperides im Garten, will man aber einige in Gefaͤſſe verpflantzen⸗ ſo ge⸗ Iſchiehet es um des lieblichen Geruchs willen, wel⸗ ſchen dieſelbe um den Abend von ſich werffen, und hiermit ein gantzes Zimmer anfuͤllen. Hirga aurea. Virga aurea, Latifolia ſerrata, oder Solidago Sa- racenica, auch Virga aurea maxima, Mexicaniſches Wund⸗Kraut genannt, waͤchſet in Waͤldern und Feldern wild, man findet auch einige Gattungen, * 4 Vir- als: 328 Vierzehende Betrachtung/ Virga aurea maxima, Limonii folie. 3 4 Lini folio. 2 8 5 Anguſtifolia. Vermehret ſich durch die Wurtzel⸗Brut haͤuffg, und kommet an ſchattigten Orten am beſten fork. Hacharis Æuhyptiaca. Bacharis wird ſonſten unſer lieben Frauen Hand⸗ ſchuh genennet, und iſt allenthalben bekannt; l⸗ charis Ægyptiaca flore purpureo aber iſt ein ſtem⸗ des Hewaͤchſe, welches einen rauhen, Ellen⸗ hy⸗ hen Stengel, mit einigen Neben-Zweigen, un blau⸗farbigen Blaͤttern bekommet, auch weiß⸗ und Purpur⸗farbige Blumen traͤget. Die Vermehrung geſchiehet durch den Sagmen und Wurtzel⸗Zertheilung; einige laſſen dieſeß b waͤchſe des Winters im Garten ſtehen, und hebes cken es vor dem Froſte mit verweſenem Miſte: an⸗ dere aber bringen es den Winter bey, und erhal⸗ ten es ſo trocken, als es nur moͤglich iſt. Hiola Martiæ Horé Plæno. Die einfachen Mertz⸗Violen ſeynd gemein, und urg/ HIu wachſen allenthalben auf dem Felde; die ſchoͤn he⸗ fuͤllten aber, ſo wohl weiſſe als blaue, findet mag in denen Gaͤrten; ſie lieben einen etwas ſchattigten Ort, und eine gute, mittelmaͤßige Garten⸗Erde⸗ und wollen um das dritte Jahr im Fruͤhling zerthe⸗ let, oder auch im Herbſte zu ſernerer Vermehrung anderwaͤrts verpflantzet werden. Einige bringeh ſie in Geſchirre, allein es iſt nicht noͤthig, ſondenſ ſie kommen im Lande wohl fort. Hiola Mlariana. Viola Mariana; Meer⸗Violen, oder Spaniſche Glocken, iſt ein feines und anſehnliches Gewaͤchfe vol belſchede ſſh und A gachtglat ves 1 11666 l laſet ſ ſchelen, dah Halkt, als di hoch einige Nach det! ter Etde ab Afg, bis n! Ahelt don de uß man kten gege Steggel iſ ch ei heele Klob II Pall Forhttde⸗ Dun Hokbllde neil d hoh kllſige Nnuncul Gl en g lden diek ge f ſch, daß t ſen dy Von den zaſichten Gewaͤchſen. 35 von verſchiedenen Farben/ als weiß, blau, roth, bleich und Aſchen⸗farbig, welches nicht zu viele Feuchtigkeit verlanget, ſondern lieber trocken ſte⸗ Ahet; es laͤſſet ſich nicht gerne durch die Wurtzeln ertheilen, dahero man um ſo lieber zur Ausſaat ſchreitet, als die Pflantzen ſich ſtarck auszubreiten, und nach einigen Jahren zu vergehen pflegen. Nach der Bluͤthe ſchneidet man den Stengel 00 auf der Erde ab, es bluͤhet auch dieſe Art ſehr abhe, aͤuffig, bis in den ſpaten Herbſt, und weilen die 4Wurtzeln von denen MWaͤuſen oͤffters zernaget wer⸗ Vanden, muß man dargegen Præcaution gebrauchen. Verbaſcum. Verbaſcum, auf Teutſch Wullkraut, iſt gemein, das Verbaſcum Conſtantinopolitanum aber wird in Saͤrten gezogen, und des Winters beygeſetzet; der Stengel iſt ohngefehr zwey Schuhe hoch, bekom⸗ uet oiele Knoͤpfe, welche einen rechten Blumen⸗ Ball vorbilden; die Vermehrung geſchiehet im EWurtzel. Fruͤhling durch Zertheilung oder Zerſchneidung der Ranunculus Hortenſſt. Ranunculus Hortenſis, Garten,Hahnen⸗Fuß, wird von einigen Gattungen gefunden, als: Wei ete 0 80 Irtie Ranunculus Hortenſis Anglicus flore albo pleno. ³Jortenſis flore luteo pleno. AAtarſens Euta folio, flore pleno, luteo minori. Es iſt ein artiges Gewaͤchſe, mit ſchoͤnen glaͤn⸗ tzenden dick gefuͤlten Blumen, und wuchert ſtarck Ieum ſich, daß man um die Vermehrung nicht be⸗ ſorget ſeyn darf. K 5 Jato- 330 Vierzehende Betrachtung/ Jacobæa Maritima. Wird auch Herba Jacobæa, Jacobs⸗Kraut und Senecio genennet; es giebt auch hiervon einige Gal, ſbe tungen, als: Jacobæa Vulgaris laciniata. àenecionis foliis, Viſcoſa pannonics. Alricana fruteſcens, flore amplo pur- pureo elegantiſſinio. Mäaritima. Das gemeine Jacobs⸗Kraut kommet in keige Conſideration, das Jacobæa Maritima und Panno⸗ nica aber, welches unter dem Namen Cinerarid auch bekannt iſt und Aſch⸗grau genennet wird, iſt rarer, wird im Fruͤhling und Herbſt in Gefaße gepflantzet, und des Winters beygeſetzet; das gan⸗ tze Gewaͤchſe iſt mit Aſche oder einer Art gräner Wolle gantz uͤberzogen, und wird durch Zerreſſſung der Wurtzel vermehret. Jpuilegia. Aquilegia, Ackeley, iſt ein bekanntes Garten, Gewaͤchſe, von verſchiedenen Gattungen, als: Aquilegia hortenſis, flore cæruleo pleno. „ hortenſis, flore incarnato pleno. hortenſis, flore ex cæruleo& albo ple- no variegato. hortenſis, flore pallidè cæruleo pleno, Ehortenſis, flore albo pleno. *E;hbortenſis, flore rubro pleno. „ hortenſis, flore ex violaceo& albo y. riegato pleno. Aqui- et, man guch beſ ſchn wetde bekohet, de engten Ster d krauſere eh. Her med ildet guch her en ScherAck id diet At „ells, ger Gettu Von den zaſichten Gewaͤchſen. 331 Aquilegia hortenſis flore ex rubro& albo varie- gato pleno. E hortenſis flore cinereo ſimplici. Epumila præcox Canadenſis. — ſtellata, flore rubro pleno. — ſtellata, flore albo pleno. —— ſtellata, flore cæruleo pleno. ſtellata, flore purpureo pleno.&c.&e. Die gefuͤllten Ackeleyen ſeynd die ſchoͤnſten, und dalt hen, werden durch den Saamen und Wurtzel⸗Zerthei⸗ lung vermehret, an denen auſgehenden Pflantzen —* kan man auch bemercken, welche geſprengt und ge⸗ fuͤllt ſeyn werden, welches Kenn⸗Zeichen darin⸗ nen beruhet, daß die geſprengten auch einen ge⸗ ſprengten Stengel, und die gefuͤllten viel zaͤrtere A1 und krauſere Blaͤtter als die einfachen bekom⸗ Halictrum, Hat mit der Aquilegia gleiche Wartung, man findet auch hiervon einige Arten, welche von eini⸗ — gen Feder⸗Ackeleyen genennet werden, als: Thalictrum majus, ſiliqua anguloſa aut ſtriata. folio Rosmarini. 8 folio glauco flavo, ſtanunibus luteis. 4 folio aquilegiæ, ſtaminibus florum purpureis. und dieſer Arten noch mehr. Bellis. Bellis, Maßlieben, Marien⸗Blümlein, ſeynd einiger Gattungen, einfach und gefuͤllt, als: Bellis 332 Vierzehende Betrachtung/ Bellis Sylveſtris minor. ftlore albo pleno. flore rubro pleno. flore carneo pleno. prolifera.&c. Die Blaͤtter ſeynd rund, glatt und laͤnglicht, zuß, ſchen welchen ein kleiner Stengel ſtehet, mit einer Blume faſt wie die Chamillen anzuſehen; man pflantzet gantze Rabatten hiermit ein, und weilen Von! ſchet pat in n Bläkke nmen weife 6— 1 Aſech. 5 9ε 71 Dle Ult Suei Aethetlu e bor del dieſe Art ſtarck um ſich wuchert, kan man ſolhe gitcen, v alle Jahr, oder auf das hoͤchſte um das zweyte, zertheilen und verſetzen, wodurch ſelbige ſich un⸗ gemein vergroͤſſern wird. Belli-s aſtrifolia. Iſt ein Geſchlecht von dem Adder Atticus, ſo auf einem langen Stengel feine weiſſe Blumen bringet, und ſich durch den Saamen und Wur⸗ tzel⸗Brut vermehret. Bellic umbelliſfera Canadenſis. Doldige Maßlieben aus Canada, welche vom Parckinſon, in ſeinem Theatro Botanico, Bellis ma- jor ramoſa umibellifera Africana genennet werden; mir iſt dieſe Gattung unterm Namen Umbellifera Africana geſchicket worden, welche durch Saamen gezogen war; ſie bleibet des Winters im Garten, wird durch die Wurtzel⸗Zertheilung vermehret, und kan auch mit anderen Gewaͤchſen des Win⸗ ters beygeſetzet werden. Bellis Indlica maxima fruticeſcens. Wird auf Teutſch Staͤudige Maßlieben aus Indien genennet, waͤchſet faſt Mannehöeßee H⸗ Ser aus“ Ieese Channen hede ſhittene Be Jumen, wie Vol A dem Saawer en bot derK Ticus I / ſſt in N ht wegen f Gitten ethalt ilgute fundig Fl, und des ſocken und el A und wart Die Mien Ficus l Von den zaſichten Gewaͤchſen. 238 dlühet ſpaͤt im Herbſt, die Blaͤtter vergleichen ſich denen Blaͤttern der Cardinals⸗Blume, und be⸗ kommen weiſſe Blumen, mit inwendigen gelben Faſern. Die Vermehrung geſchiehet durch die Wur⸗ Ake tzel⸗Zertheilung, und muß das Gewaͤchſe des Win⸗ ters vor dem Froſte bedecket werden. Bellis lutea Cretica. Bellis Spinoſa Cretica lutea, ſtachlichte gelbe Maßlieben, wird auch Bellis Spinoſa elatior, und Bellis Spinoſa foliis agerati genennet. Der aus der Wurtzel kommende anderthalb Spannen hohe Stengel hat dunckel⸗gruͤne einge⸗ ſchnittene Blaͤtter, mit vielen gelben gefuͤllten Blumen, wie die Maßlieben anzuſehen. Von Anfang kan man dieſe Gattung aus dem Saamen erziehen, wann ſolcher auf ein Miſt⸗ Beet geſaͤet wird, im Winter aber muͤſſen die Pflan⸗ tzen vor der Kaͤlte beygeſetzet werden. Ficus ſndicà. ficus Indica, oder Opuntia, Indianiſche Fei⸗ gen, iſt ein Wunder⸗ſeltſames Gewaͤchſe, und wird mehr wegen ſeiner Geſtalt, als der Schoͤnheit, in CGaͤrten erhalten; es iſt weich und zart, und wird in gute ſandigte luckere Erde in Geſchirre verpflan⸗ nltzet, und des Winters, wie die Canna Indica, gantz trocken und ohne alle Begieſſung an einem luͤffti⸗ gen und warmen Orte verwahret. Die Arten ſeynd unterſchieden, als: Ficus Indica, oder Opuntia, folio ſpinoſo lon- giſſimo& latiſſimo. folio majori oblongo. Ficus 334 Vierzehende Betrachtung Ficus Indica, folio oblongiori latiori. -= vulgo herbariorum. —— folio tereti minori. Im Sommer kan die Ficus Indica bey krockt nem Wetter das Begieſſen wohl vertragen, doh ſollen die Blaͤtter nicht benetzet werden, wobon eine Faͤulung entſtehet, welche aber gehoben witd, wann man mit einem reinen Garten⸗Meſſer dat faule oder den anbruͤchigen Ort wegſchneidet, und mit Aſche oder Kreite beſtreuet. Die Vermehrung geſchiehet auf eine beſon⸗ dere Weiſe, nemlich durch das Blat, welches man im Majo abſchneidet, einige Tage aus der Erde gantz trocken werden läſſet, und hernach bis uber die Halbſcheid in Gefaͤße, in gute etwas ſandigte Erde verpflantzet, wo es dann unterſich wurtzeln, und ein Blat aus dem andern treiben wird. Zuweilen kommen auf den Blaͤttern gelbe Blumen/ und eine Frucht; die Blaͤtter ſeynd ins⸗ gemein mit kleinen ſpitzigen Stacheln verſehen, welche, wann man ſie beruͤhret, empfindlichen Schmertzen verurſachen. Einige ritzen in beſagte Blaͤtter allerhand N men und Figuren; ſtecken auch wohl einige kleine Spiegel oder ſonſt ſcheinbare Sachen hinein. Jucca glorioſa. Jucca glorioſa liebet ein gutes fettes luckeres mit weiſſem Bach⸗Sand vermiſchtes Erdreich, man ſetzet ſie in groſſe Kaſten, begieſſet ſie det Sommers faſt taͤglich, im Winter aber in einer warmen luͤfftigen Stube, wie alle Indianiſche Ce⸗ waͤchſe, ſehr maͤßig. Eni⸗ Vot Einige! Iht herſcht unn kbellen. hn die E fhung alerd he, we pkan esf tbölig en Es pfleg ſohen, che! en nun ſn. Vde zuwwe Ithun üm Attet abpe I0 und A Stengel tte ken⸗foͤrmig bhangen. Unten; Kaumene an im gr bide berſcker 60 Mane Mäle Can Woftl, gebe ver dieſes G dus dem S Han an eine lutes Erdte Nen, und h öge Hrid Von den zaſichten Gewaͤchſen. 3235 Einige wollen, daß dieſes Gewaͤchſe faſt gar nicht verſetzet werden ſolle, allein oͤhne Grund, dann weilen es ſehr viele Nahrung an ſich ziehet, mithin die Erde abnutzet, ſo iſt eine oͤfftere Ver⸗ e ſetzung allerdings zu rathen, welches, wo nicht al⸗ le Jahre, wenigſtens doch um das zweyte geſche⸗ hen kan es ſoll aber die Erde von denen Wurtzeln nicht voͤllig entbloͤſſet werden. Es pflegen gemeiniglich 5. bis 6. Jahre hin⸗ zugehen, ehe die Jucca glorioſa zur Flor kommet; dieſem nun in etwas abzuhelffen, begieſſen einige die Erde zuweilen mit Ochſen⸗ oder Pferd⸗Urin, und thun im Junio unten am Stamm die alten Blaͤtter abnehmen; die Bluͤth⸗Zeit iſt ſonſten im Julio und Auguſto, wo die Jucca einen langen Stengel treibet, woran 20. 30. und mehrere Glo⸗ ncken⸗formige Blumen in Geſtalt derer Cymbeln die abhangen. Unten an der Erde ſtoͤſſet dieſes Gewaͤchſe vie⸗ le Kaumen oder Neben⸗Abfetzlinge herſuͤr, welche man im Fruͤhling abnehmen, und in andere gute Erde verſetzen muß. Maudragora frudtu piri. Mandragora fructu piri, oder fructu rotundo, Mala Canina, Allraun, Schlaf⸗Aepfel, Hunds⸗ Aepfel, geben dem Garten eine gute Ausſicht, und wer dieſes Gewaͤchſe haben will, muß es Anfangs aus dem Saamen erziehen; die Pflantzen bringet ˖man an einen freyen Sonnen⸗reichen Ort in ein gutes Erdreich, worinnen ſie ſtarcke Wurtzeln ſchla⸗ gen, und breite Blaͤtter bekommen, wozwiſchen ſchoͤne Fruͤchte, wie die Mala inſana, herfuͤr 15 en/ 336 Vierzehende Betrachtung, v9 ſen/ welches jedoch vielmahlen in 3. oder 4. Jah, ren nach der Ausſaat nicht zu geſchehen pfleget Die Wartung dieſes Gewaͤchſes beſiehet d innen, daß man das Erdreich zuweilen auflockere, und mit noͤthiger Befeuchtung erfriſche; des Win nn ters bedecket man die Pflantzen mit Pferd⸗Miſti, am beſten aber iſt, daß man ſelbige hier zu Lande in das Gewaͤchs⸗Haus einbringe. Teucrium Aſclepias. Aſclepias, Schwalben⸗Wurtz, Hirundinaris, m, di ſonſten Vincetoxicum genannt, iſt von einigen Gat⸗ wen Mfe tungen, als: Aſclepias flore albo. flore nigricante. Alricana aizoides. Africana flore pulchre fimbriate. K Atfricana, folio compreſſo digitatd Matmctt & criſtato. Die gemeine gelbe waͤchſet allenthalben in Wäͤl, dern und ſandigten Orten, auch an Zaͤunen und Mauren; die uͤbrigen aber werden bey uns in den„ Garten geſetzet; der Saame iſt Roſen⸗farbig und AIſekler gelb, und breitet ſich die Wurtzel in viele zaſichke une we Theile aus, wodurch neue Pflantzen gewonneg Waken bett werden. fltft fch Althhæa. Gwäch het Wutzäln 9th Alchæa, Malva paluſtris, Mlalva viſcus, Bismil. ſhden Ge u, oder Ibiſeus, Eibiſch⸗Wurzel,iſt ein Geſchleht anfelm von der Mabea, und allenthalben wohl bekannt; 9 die Blaͤtter ſeynd ein wenig gekerbt, breit, kuͤnd⸗ lich und ſpitzig; die Blumen aber ſeynd weßiche N eh gen ſäre ſpitzigen laͤnglichten W Blaͤttern und weiſſen Es gi gebt noch 3 welche zu ſchoͤnen? Baͤumen werden, wovon bey denen Plan⸗ Wntis arboreis, oder Luſt⸗ und? Blumen⸗ Baͤumen, mehrere Nachricht zu finden; uͤbrigens vermeh⸗ tet man das Gewaͤcl hſe durch die Wurtzel⸗Brut. Lecritem. Teucrium, wird auch Chamædris altera aſſur- gens genennet, waͤchſet 115 ich hoch, mit vielen artigen kguſen dem Hediſaro gleichenden Blaͤt⸗ tern, die Blumen ſeynd von einer blauen Farbe, rund werden Anfar g db dem Saamen gezogen, wel⸗ cher erſt im zweyten Jahre floriret. atycaria Matricaria, ober Amaracus, Parthenium, Her- ba Virginea, Artemiſia tenuifolia, Matter⸗ oder EMutter⸗Kraut iſt einfach und gefuͤllt, als: Matricaria vulga—— floribus nudis bullatis. Kons pleno, petalis planis. —— flore pleno, petalis fiſtuloſis. FAmericana, Ambroſiæ folio parvo, flore albo. Die Blaͤtter ſeynd bleich⸗gruͤn und gekerbt, traͤgt „Blumen wie die Chamillen, werden durch den Saamen vermehret, welcher, wo er einmahl hin⸗ faͤllet, faſt nicht auszurotten iſt. Weilen auch dieſes Gewaͤchſe wegen derer ſich ausbreitenden ſehr vielen Wurtzeln groſſen Platz einnimmt, und denen um⸗ utſtehenden Gewaͤchſen ſchaͤdlich iſt, muß man es an aheinen beſondern Ort bringen. Patientià. Iſt ein kleines unanſehnliches Gewaͤchſe, mit geſtern⸗ 338 Vierzehende Betrachtung geſternten Blumen, liebt einen guten feuchten Jwohe Grund und laͤſſet ſich durch die Wurtzeln zerthel Eunke len. Den Namen Patientia hat es bekommen, ſſchhl. weilen der Stengel ſich bald in die Hoͤhe richtel, 0 bald aber hinwieder gedultig zur Erde ſincket. Eſula Indlica. Eſula Indica oder Lapathum Ægyptiacum, Jue ˖ 1705 dianiſche Wolffs⸗Milch, wird ziemlich groß, ud K% bringet gelbe Blumen, wird an die Ende der Run hn Wabe geſetzet, wo es ſich von ſelbſten vermehren wird. 4———ů Ptarmicd. Ptarmica, Sieben,Jahrs⸗Blume, findet man einfach und gefuͤllt, von weiſſen und bleich⸗pur⸗ Jie Gattoht purſarbenen Bluͤthen, welche kleinen artigen Rös⸗ ſket vameh ein gleichen, deren viele auf einem Stengel ſtehen; man vermehret dieſe Gattung durch die Wutze“( Brut im Fruͤhling und im Herbſt. ſenunt, A Ariſtolochia. I A Oſter⸗Lucey, Hollwurtz, waͤchſet in Febern den wn und Wieſen, und wird wegen der Bluͤthe von eill Wffhe gen in den Garten gepflantzet. Es ſeynd zwehel⸗ WI ley Arten, Ariſtolochia longa& rotunda. Arilto- lochia longa hat einen kleineren Stengel, und Oueirte bleicher an der Farbe. Ariſtolochia rotunda gbek g,ah, 105 hat viereckigte Stengelein, mit dunckel⸗gruͤnen Duis Blaͤttern, welche etwas kleiner als die Pappeln, ſeynd, und auf kleinen Stielen ruhen, die Blu⸗ men hingegen ſeynd hohl, von einer ſchwartzebrau nen Farbe, wornaͤchſt eine kleine Frucht in Geſtltt einer kleinen Melone zum Vorſchein kommet, wel⸗ ‚ Von den zalichten Gewaͤchſen. 329 welcher(wann ſie zeitig wird) bleich⸗ ſchwaͤrtzlichter Wrerch. g Saame enthalten iſt, wodurch die Vermehrung A kgeſchiehet. I ihphthalmlum. Buphthalmum, Rinds⸗ oder Ochſen⸗Auge, be⸗ kommet ziemlich hohe Stengel, mit ausgebreiteten zerſchnittenen langen groſſen Blaͤttern, und vielen heſternten Blumen, wovon einige Gattungen be⸗ Ikannt ſeynd, als: Buphthalmum tanaceti minoris foliis. Orientale, canaceti minoris folio, flo- re albo ampliſſimo. Orientale, tanaceti minoris folib, flo- re aurantii ampliſſimo. tſ0 m. Dieſe Gattungen werden durch Saamen und Ab⸗ ag gſincker vermehret. Calaminiba flare dd0. Calamintha wird ſonſten Mencha ſativa rubra zenennet, Acker⸗oder Korn⸗Muͤntz, waͤchſet auf den Aeckern, mit purpurfarbenen Blumen. Ca⸗ amintha montana Ppræſtantior, oder flore magno, ber findet man in den Luſt⸗Gaͤrten, und wird wie l Udat Buphthalmum vermehret. 7 ten/ als: unitalis. Digitalis, Finger⸗Hut, iſt verſchiedener Ar⸗ Digitalis pyramidalis latifolia, flore ferrugineo majore. * Indica flore Iuteo multiplici. Virginiana marina, flore luteo, flore albo. flore rubro, folio aſpero- Y2 Die 340 Vierzehende Betrachtung 00 Die gemeine Art treibet 1. 2. bis 3. Fuß hohenſ— Stengel, worauf von einem ausgehoͤhlten Blat viele Blumen in Geſtalt derer Finger⸗Huͤte ſi, Crn⸗ hen, welche eine zugeſpitzte Saͤule vorſtellen.(llh e Im Martio und September kan man den Sag⸗ de eber men ſaͤen, und die Pflantzen in groſſe Plaͤtze auf fevſohes! die Rabatten verpflantzen. fh Digitalis Indica flore luteo und Virginiana I- rina erfordern gleiche Wartung; die erſte bringtt Cen. viele gelbe Blumen auf einem hohen Stengel' die Che zweyte aber noch mehrere und groͤſſere. 11 Caliba paluſtris flore pleno. Caltha paluſtris, ſonſten Populago, Caltka Vir. de R zilii, Dotter⸗Blume, Matten⸗Blume, Wieſen, Blume genannt, waͤchſet auf ſeuchten Wieſen, bere Caltha paluſtris flore pleno aber wird in den Glr⸗Fetl ten gezogen, und iſt ein zierliches Gewaͤchſe, wele emen, ches runde Blaͤtter hat, die Blume aber iſt gebb glen und ſchoͤn gefuͤlt. Die Vermehrung geſchiehet nel durch die Wurtzel⸗Zertheilung, und kan man die hy⸗ Pflantzen an einen feuchten etwas ſchattigten Oit ſetzen. e Gtde det Calceolus Mariæ. 9 al Calceolus Mariæ, oder Damoſonium notum, Pfaffen⸗Schuh, Marien⸗Schuh, unſer liben ern Frauen Schuh⸗ waͤchſet an einigen Orten in Woͤl⸗ ug dern und Gebuͤrgen, wird nicht viel uͤber Spahende Erdee nen hoch, mit ungleich ſtehenden Blaͤttern; de Blume ſtehet nahe am Stengel, und kommet aus Caprifahhu derſelben eine gelbe Blaſe, die das Anſehen eines ren veralteten Schuhes hat, die Vermehrung geſchie, het durch die Wurtzel⸗Zertheilung. Crammn, der den zeſchtn Gerachen. te GEramen Suarteum pennatum. Gramen Sparteum pennatum, Feder⸗Gras, hat einen zarten weißlichen ſubtilen Strauß, welcher wie die Feder eines Paradies⸗Vogels ausſiehet, da⸗ nhero ſolches von einigen in den Garten gepflantzet wird. Chamæmelum Hore pleno. Chamæmelum, Chamonilla oder Leueanthe- mum, Chamillen, ſeynd uͤberall bekannt, wachſen auch in jedem Grund und Boden, die gefuͤllten weiſſen ſetzel man in den Garten, und vermehret ſie 4 1 durch die Wurtzel⸗Brut. Perichmenum perfaliatum. Perichymenum perfoliatum, durchwachſende Speck⸗dilie, welche einige ſalſche Roſe von Jericho nennen, iſt ein Reben⸗Gewaͤchſe, deſſen Blaͤtter allemahl durch die Reben gewachſen ſeynd; einige 5. wollen es durch den Saamen erziehen, allein durch die einlegende Reben geſchiehet es am leichteſten, man leget dieſelbe in die Ecke im Garten, oder an die Ende derer Rabatten, auch wohl beym Ein⸗ gang, allemahl zwey beyſammen, begieſſet die Erde wohl, und befeſtiget die Stengel an langen Stangen, woran ſie anmuthig bluͤhen werden; nach der Bluͤthe aber ſchneidet man die Stengel an der Erde ab. Caprifolium. Caprifolium. Wald⸗Winde, Speck⸗Blat, Zaun⸗ GSilge, Geiß⸗Blat, waͤchſet in Feldern, und wird durch die einlegende Reben vermehret; man hat einige Gattungen, als: Y 3 Capri- 34Vierzehende Betrachtung, v Caprifolium Germanicum, oder vulgare. ſſthe Vlitt —foliis ſinuolis& variegatis, wolalh. feiſ AIttzlieh, Hachen „Die Wartung kommet mit dem vorigen ubek,(ünntn ein man ziehet es an Stangen, Huͤtten, Häut ſcurh en ſern und Waͤnden, wo es im Junio weiſſe Blus⸗ chlen;! men bringet, welche um den Abend einen leblt zehn De chen Geruch geben. imgelunm, fine Aufſ Hormindin Hfriacum rugoſe flio Ec. Von denen Horminis hat man verſchiedene An⸗ ten/ welche aufden Wieſen wachſen, das Hor. minum Syriacum, rugoſo verrucoſoque folio; cor- nu cervinum exprimente, aber findet man nicht al⸗ lenthalben, ich habe es e* Herto Herbipolenſi be⸗ kommen, und aus dem Saamien gezogen, wel⸗ cher das zweyte Jahr gebluͤhet, die Blum iſt nichts beſonders ſondern die gantze Raritaͤt beſtehet im Blat, welches im Anfang gekruͤmmt, und faſt die Geſtalt von einein Hirſch⸗Horn hat. Trichomanés. Trichomanes„oder Polytricum oſſicinarum, Stein⸗Feder, Mauer⸗Fahren, waͤchſet von ſih an d ſelbſten auf denen Mauern, und wird nicht 96 achtet; einige aber ſetzen es in Gefaͤße in gute ERm de, unter andere auslaͤndiſche Gewaͤchſe, wo es ſn und vergroͤffert, und ein feines Anſehen inf Acantbiuds ſativus. Acanthus ſativus, Acanthus Italicus; Baͤren⸗Ta⸗ tze oder Welſch⸗Baͤren⸗Klau, auch Branca urlins genannt, bringet lange breite eingeſcnittene ſce 6 feh Moge n * We, Von den zaſichten Sewaͤchſen. 342 liche Blaͤtter, und eines Fingers dicken Stengel, worauf kleine ſtachlichte Huͤlſen und weiſſe Bluͤm⸗ llein wachſen; ein guter fetter und ſtarcker Grund zbekommet dieſem Gewaͤchſe am beſten, und laͤſſet ſich durch den Saamen und Wurtzel Zertheilung vermehren; muß aber des Winters beygeſetzet werden. Der gemeine Acanthus, ſonſten Spondy- lium genannt, waͤchſet allenthalben, und brauchet gar keine Aufſicht. Plantago roſca. pDlantago roſea, Roſen⸗Wegerich, iſt von ver⸗ ſchiedenen Gattungen, als: Plantago roſea maxima. flatifolia roſea, flore expanſo. latifolia roſea ſpicata. llatifolia ſinuata, —latifolia hirſuta minor. anguſtifolia major. Dieſes Gewaͤchſe wird zur Luſt in Gaͤrten gezo⸗ gen, inmaſſen es an ſich zierlich, und von dem gemeinen Wegerich, ſo auf dem Felde waͤchſet, weit unterſchieden iſt; die Blaͤtter vergleichen ſich denen Blaͤttern des breiten Wegerichs, und kom⸗ men auf den Extremitaͤten des Stengels viele klei⸗ Ine Blaͤtter, welche ſchuppigt uͤber einander wach⸗ * ſen, und ſich einer Roſe vergleichen; die Blume aber ſchieſſet mit der Zeit aufwaͤrts in eine Aehre, hat einen feinen Geruch, und kan durch den Saa⸗ men gezogen werden. Dentellaria. Dentellaria, Plumbago, Lepidium oder Molyb- dena Plinii, traͤget im 8 7 in rauhen Kelchen 4 pur⸗ 344 Vierzehende Betrachtung purpurfarbene Blumen, kan durch den Saamen und Wurtzel⸗Brut vermehret, auch des Win⸗ ters beygeſetzet werden. Muſcus clabatus terreſtris. Muſcus clavatus terreſtris, auch Lycopadium, pez Lupipes Leonis, Spica Celtica quorundam, nd aurum Horizontale vegetabile, auf Teutſch: Gur⸗ tel⸗Kraut, Baͤrlap, Teuffels⸗Klau, Trutten⸗Fß genannt, waͤchſet von ſich ſelbſten in Feldern, Wieſen und andern Orten, und hat nichts merck. wuͤrdiges, auſſer daß man im Julio und Augi in demſelben einen gelben Staub findet, weſchek ſich wie ein Pulver anzuͤndet, wann man ſolchen durch ein Roͤhrlein in ein brennendes Licht blaͤet, wo es nicht nur einen Blitz, fondern auch einen angenehmen Geruch von ſich giebet, welches luſlig anzuſehen iſt. Braſſica Maritima. Braſſica Maritima, oder Braſſica Marina Sylveſtriß Meer⸗Kohl, wird wegen ſeiner anſehnlichen Blaͤ⸗ ter und Schnee⸗weiſſen Blumen, in den Luſ⸗ Garten gepflantzet, traͤgt in dicken Huͤlſen, einet kleinen Erbſe gleich, ſeinen Saamen, wodurch die Vermehrung geſchiehet. Arithicpis Africana. thiopis Africana, wird Africaniſches Moh⸗ ren⸗Kraut genennet, man ziehet es anfangs durch den Saamen, ſetzet die junge Pflaͤntzlein in Ge⸗ faͤße in gute Erde, und bewahret ſie des Winters an einem luͤfftigen nicht zu kalten Orte. Der Stengel, welchen dieſes Gewaͤchſe treibet, iſt 46 eckig —— e l talhBel hoch⸗ ſſlt gn Vaſch mnt . Wute ſytd von w wnuf dere fu, ſogt. helleddet ſl, heles Nibe Heige wothe Afbden fgangtreff ger Kibemt duſe Blttt lunnten Nrit Enegu deſem Geme Gommer bohxezetw Die J. de juge de Wenig geſpe begoſſn, 1 Leden miſ Anfftgere We„. N Aee an Von den zaſichten Gewaͤchſen. 345 eckigt/ ziemlich dick, rauh und ohngefehr. 2. Schuh hoch, mit Neben⸗Aeſtlein gleich wie Fluͤgeln aus⸗ geſperret; die Blaͤtter aber ſeynd haaricht, grau und weich, mit zarter Wolle beſetzet, und liegen dick um die Wurtzel zuſammen; die Blumen hingegen ſeynd von weiß⸗gelber Farbe und gutem Geruch,⸗ worauf der Saame in Huͤlſen, gleich denen Erb⸗ ſen, folget. Laurus Alexandrina. Laurus Alexandrina, Zungen⸗Blat, Zapffen⸗ Blat, hat von einigen ben Namen Uvularia, Ru- ſeus und Hippogloſſum erhalten; es hat einen run⸗ ö den Stengel, wie das Sigillum Salomonis, ſo mit dicken dem Lorbeer⸗Baum gleichenden, aber etwas zaͤrteren Blaͤttern von vermiſchter gruͤnen Farbe bekleidet iſt, und thut ein jedes Blat noch ein an⸗ deres Neben⸗Blat bekommen, zwiſchen welchen kleine rothe Beerlein wachſen. Auf dem Berge Ida ſoll dieſes Gewaͤchſe haͤuf⸗ ſig anzutreffen ſeyn/ und wird nach Auſſage eini⸗ ger Scribenten geglaubet, daß Alexander der Groſſe dieſe Blaͤtter zum Siegs⸗Zeichen ſeiner Welt⸗be⸗ kannten Triumphe getragen habe. Eine gute luckere und ſandigte Erde bekommet dieſem Gewaͤchſe wohl, es bleibet Winter und Sommer gruͤn, und muß dahero vor dem Froſt beygeſetzet werden. Die Vermehrung geſchiehet durch abnehmen⸗ de junge Zweige, welche, wie die Roßmarin, ein wenig geſpalten, in gute Erde gepflantzet, fleißig 1u5 begoſſen, und einige Zeit in Schatten gehalten werden muͤſſen, in welchem Fall die mehreſten im kuͤnfftigen Sommer Wurtzeln bekommen. Y5 Eini⸗ 346 Vierzehende Betrachtung ⸗ Einige wollen ermeldtes Gewaͤchſe des Winters im Garten laſſen, mit Pferd⸗Miſt umlegen, und demnaͤchſt mit Stroh verbinden: allein das ſicher⸗ ſte iſt, daß man es beyſetze, weilen es zwar einen kleinen Froſt ausſtehet, die ſtarcke Kaͤlte aber nicht vertraͤget. Sigillum Salomonli. Sigillum Salomonis, Weißwurtz, welches auch Sigillum St. Mariæ, und Polygonatum genennet wird, iſt unſerm Frauen⸗Zimmer ein gar angenehmes Kraͤutgen, indem die Wurtzeln, Blaͤtter und Beere nicht nur die Flecken im Geſichte vertreiben, die Narben und Mutter⸗Maͤler, ſo viel thunlich/ abnehmen, ſondern auch das aus der Wurtzel di⸗ ftillitte Waſſer, mit warmen Tuͤchern uͤberſchla⸗ gen, als eine bewaͤhrte Schmincke gebrauchet wird, welche eine ſchoͤne klare Haut machen, und alle Sommer⸗Sproſſen hinweg nehmen ſoll. Die Gattungen ſeynd unterſchieden/ als: Sigillum Salomonis, latifolium flore ſimplici. *Anguſtifolium, flore ſunplici. Salomonis, flore albo pleno. 2 Salomonis, flore luteo. Die beyde erſte Arten ſeynd gemein, und wache⸗ ſen in Waͤldern und Wildniſſen/ und thut ſich die Wurtzel wie der Hopffe ausbreiten; im Monat Aprili kommen die Sproſſen aus der Erde, welche in laͤngliche und runde Stengel ausſchieſſen und von beyden Seiten mit ſchoͤnen gruͤnen breiten und langen dem Lauro Alexandrinæ gleichenden Blaͤttern verſehen ſeynd, zwiſchen welchen artige weiſſe denen primulis Veris einigermaſſen beykom⸗ men⸗ Voßd — mulde Bln 510 erfh waſen Oe kehtet fn ud gele Geſoen in! de ktholten Färmen und⸗ Oermehtuntt NT 17 40 Oſſt Batt lpugfathenen nicht ung Wuttzeln u lbe alsdar Lpaver 0 N Saamen Mten, und fin; die Blä Iſp die Blun chkkeiger Kn. Lah Uuntus Glſen, Wel und in Frit bheltet deg Und weiß, Ind 0 bbellen At Von den zaſichten Gewaͤchſen. 347 mende Bluͤmlein ſich ſehen laſſen, worauf mit der Zeit kleine ſchwartze Beerlein, wie die Myrtilli, wachſen. Die letztere zwey Arten mit der gefuͤllten weiſ⸗ ſen und gelben Bluͤthe ſeynd rar, und muͤſſen in Gefaͤßen in guter luckerer etwas ſandigter Er⸗ de erhalten, und zu Winters⸗Zeiten an einem warmen und luͤfſtigen Ort verwaͤhret werden; die Vermehrung geſchiehet im Fruͤhling durch Zerthei⸗ lung der Wurtzel. Betonica major Danica. Dieſe Gattung iſt zweyerley mit weiſſen und purpurfarbenen Blumen, ſo denen Salbey⸗Blu⸗ men nicht ungleich ſeynd; im Fruͤhling ſetzet man die Wurtzeln in die Erde, begieſſet ſie fleißig, wo dieſelbe alsdann haͤuffig ſich vermehren wird. Fapaver Orientale hirſutiſſimum, fore magns phernices perenni. Iſt ein curieuſes Gewaͤchſe, welches man durch den Saamen ziehet, des Winters bleibet es im Garten, und vermehret ſich nachgehends von ſelb⸗ ſten; die Blaͤtter ſeynd rauh, tieff eingeſchnitten, und die Blume von hochrother Farbe, wornach ein kleiner Knopf mit Saamen folget. Lailhrus perennis major& minor. Lathyrus Americanus perennis iſt eine Art von Erbſen, welche des Winters im Garten bleibet, und im Fruͤh⸗Jahr von dem Saamen erzogen und weiter verpflantzet wird; die Bluͤthen ſeynd roth und weißz/ groͤſſer als die gemeine Erbſen⸗Bluͤthe, und weilen die Stengel ſchwach ſeynd, ſo muß man 348 Vierzehende Betrachtung⸗ man Stangen dabey ſtecken, und dieſelbe zierlich anbinden; nachgehends aber im Herbſte ſchneidet man die Stenglein dicht an der Erde ab, und thut ſie mit abgenutztem alten Miſte umlegen. Napellus. Napellus, oder Aconitum cætuleum, Cucullus Monachi, duf Teutſch: Eiſen⸗Huͤtlein, Teuffels⸗ Kraut, Narren⸗Kappen, Ziegen⸗Tod und blaue Wolffswurtz, iſt mit gelben und blauen Blumen, die Blumen ſeynd ſchoͤn anzuſehen, faſt wie eiſerne Sturm ⸗Hauben, der Stengel iſt uͤber ein und bisweilen uͤber zwey Ellen hoch, mit ſchoͤnen einge⸗ ſchnittenen Blaͤttern; allein das Gewaͤchſe wird fuͤr ſehr gifftig und ſchaͤdlich gehalten, daß es auch das unvernuͤnfftige Vieh ſcheuet, weſſentwegen man ſich huͤten ſoll, dieſe an ſich vieles Unheil ver⸗ urſachende Pflantzen entweder aus dem Garten zu laſſen, oder aber an einen verſicherten Ort, wo keine Kinder noch unverſtaͤndige Leute hinkommen, zu bringen, abſonderlich das blaue, deſſen Wur⸗ tzeln dem Menſchen toͤdtlich ſeyn ſollen, daß auch der beſte Theriac oder Michridat nichts dargegen ſchaffet, wie wir von denen beruͤhmteſten Botanicis, und dem erſchrecklichen Untergang derer Antwer⸗ piſchen Gaͤſte(a) benachrichtiget werden, welche da ſie die Wurtzeln des blauen Eiſen⸗Huͤtleins mit anderen Salat⸗Kraͤutern in Speiſen genoſ⸗ ſen, geſchwinden Todes verblichen ſeynd; dahero das ſicherſte iſt, daß man dieſe Gattungen aus ei⸗ nem (b) Tragus, in Hiſtoria Stirpium. Libr. 1. Vocab. La⸗ Paria. Cap. 32. fel. m. 247 Gft⸗ Fellg eg Zunen, Bl Wgenhmmen ſnd kleine Hechggelde Görten g fahen Sche Neine heil Konckheitt derbet, wie Un Wahtnin wäͤchſe behſ Rendtg zu& deherumfte ber dieſet be Aänd ſch ne Kden Vol N8 Ul lechetthen linlchey. chen ſch Von den zaſichten Gewaͤchſen. 349 nem Kuͤchen⸗Garten verbanne, zumahlen die Bluͤ⸗ then gleichfalls die Wirckung haden daß ſie dem⸗ jenigen, welcher ſtarck daran riechet, eine Ohn⸗ macht verurſachen, welches von dem Napello mit weiſſen Blumen ebenfalls zu verſtehen iſt. Acbnitum Salutiſerum. Aconitum Salutiferum, Antinapellus, Anthera oder Antithora, auch Napellus Moſis, auf Teutſch Gifft⸗Heil genannt, ſetze um deßwillen hieher, weilen es dem vorhergehenden Eiſen⸗Huͤtlein an Blumen, Blaͤttern und Geſtalt gantz ähnlich iſt, ausgenommen/ daß die Blaͤtter an dieſem viel zaͤr⸗ ter und kleiner als an jenem ſeynd; es bringet bleich⸗gelbe Blumen, und kan dahero ehender in die Gaͤrten gepflantzet werden, weilen es nicht nur keinen Schaden zufuͤget, ſondern gegen das vori⸗ ge eine heilſame NMeckcin iſt, und allen gifftigen Kranckheiten wiederſtehet, auch, was jenes ver⸗ derbet, wiederum gut machet, welches man dar⸗ an wahrnimmt, daß, wann obgemeldte zwey Ge⸗ waͤchſe beyſammen gepflantzet werden, eins noth⸗ wendig zu Grunde gehet; und wiſſen die im Lan⸗ de herumſtreichende Marcktſchreyer und Quackſal⸗ ber dieſer beyden Gewaͤchſe Tugend und Untu⸗ gend ſich meiſterlich zu bedienen, und dem unwiſ⸗ ſenden Volck allerhand windſchweiffigte Groß⸗ ſprechereyen vorzumahlen, wann ſie nemlich daz aus dem Anti Napello gezogene Waſſer als ein Ge⸗ heimnis⸗reiches Quint Ellentialiſirtes Werck wieder alle dem menſchlichen Coͤrper bevorſtehende Kranck⸗ heiten auſchreyen, und vermittels ein und andern kuͤnſtlichen Handgriffs die weſentliche Proben zu machen ſich beruͤhmen. Son⸗ 350 Funfʒehende Betrachtung/— —— Sonſten vermehret man dieſes Gewaͤchſs durch Zertheilung der Wurtzeln im Fruͤh⸗Jahr, auch wohl durch Saamen, wann man ſolchen haben kan, welches aber langſam hergehet, auf Art und Weiſe, wie bereits oͤffters angefuͤhret habe. Wormit den Anbau derer zaſichten Gewaͤchſe verlaſſe, und zu denen Luſt-und Blumen⸗Baͤu⸗ men und andern dergleichen praͤchtigen Stuͤcken mich wende. Funfzehende Betrachtung. Von denen Luſt⸗ und Blumen⸗ Baͤumen. O ich zwar nicht willens geweſen, wegen det WOrangerie und andern Luſt⸗ und Blumen⸗ Baͤume niich in ein groſſes Feld der Weitlaͤuff⸗ tigkeit einzulaſſen, und dasjenige, was Spanien. Italien, Indien und andere entlegene Landſchaff⸗ ten rares und koſtbares beſitzen, dahier abzuſchil⸗ dern; ſo habe doch, in Anſehung ein und anderer auslaͤndiſchen Gewaͤchſe, welche die vortrefflichſte Zierde unſerer Gaͤrten abgeben, dieſes mein Vor⸗ haben geaͤndert, und dafüͤr gehalten, daß gegen⸗ waͤrtige Garten⸗Betrachtungen ein unvollkom⸗ menes Werck ſeyn wuͤrden, wann dieſe ſo herrliche und praͤchtige Gewaͤchſe mit ſtillſchweigender Fe⸗ der uͤbergehen, und dargegen nur einige uͤberall bekannte Stauden und Baͤume dem geneigten Leſer vor Augen ſtellen ſollte. Es iſt zwar nicht zu laͤugnen, daß von dieſem herrlichen Anbau viele gelehrte und erfahrne Maͤn⸗ ner, als Johann Baptiſta Ferrarius, Herr de la Quin- Aummen/. falen erſchöy lhes meht g 0 Her falfne⸗ Welläßig⸗ve unn, nebſtd Möjenige in wos hier un Was wir une Wulden herſt Eoches Ubewerckſel Wegemeihe? flachten, we un ſegen ml De Na ſhehet ung dd Hern g Nachun de gebtochene Eytefen a Oculixen, dens, u⸗ Von den Luſt⸗Baͤumen. 351 Quintinie&c. geſchrieben, denen der Herr von Hohberg, Johann Sigismund Elsholtz, und Heinrich Heſſe in ſeinem Teutſchen Gaͤrtner/ nach⸗ gefolget, und die Sache auf unſer Teutſches Cli- ma appliciret haben; allein weilen dieſe und be⸗ ſonders die beyden erſte Aurores ſo leicht nicht zu bekommen, weniger aber ſothane Materie derge⸗ ſtalten erſchoͤpffet haben, daß hiervon nichts erheb⸗ liches mehr geſagt werden koͤnne, da jedoch der unermuͤdete Flelß bewaͤhrter Neotericorum viel weiter gegangen, und uns zu vielen neuen im Reiche der Floræ noch nicht geſehenen Dingen das Thor eroͤffnet hat; ſo wird dem geehrten Leſer zu zuverlaͤßig⸗verſicherter Wohlgefaͤlligkeit gereichen, wann, nebſt denen allerneueſten Erfindungen, alles dasjenige in einen engen Begriſſ zuſammen faſſe, was hier und dort zeithero zerſtreuet gelegen, und was wir uns bey dieſen edlen Baͤumen nur gutes werden verſprechen koͤnnen. Solches aber mit deſto groͤſſerem Nachdruck zu bewerckſtelligen, ſo wird vorlaͤuffig noͤthig ſeyn, die gemeine Arten der Vermehrung dahier zu be⸗ trachten, welche das Fundament zu aller Propaga⸗ tion legen muͤſſen. Die Vermehrung auswaͤrtiger Baͤume ge⸗ ſchiehet nun auf verſchiedene Arten: Erſtlich durch den Kern oder Saamen. Zweytens, durch An⸗ haͤngung der Spalt⸗Toͤpffe. Drittens, durch ab⸗ gebrochene Zweige. Viertens, durch die Neben⸗ Sproſſen an der Wurtzel. Fuͤnfftens, durch das Oculiren. Sechſtens, durch das Pfropffen. Sie⸗ bendens, durch das Ablackiren wie unten bey de⸗ nen ee eeeee 37 Fuͤnfzehende Betrachtung, nen Obſt⸗Baͤumen des mehrerm ausgefuͤhret wer⸗ den ſoll. Durch den Saamen kan die Vermehrung bey ſehr vielen raren Baͤumen und Stauden vollzogen werden, als da ſeynd Citronen, Pomerantzen, Granaten, Acacia Indica, Americana& Ægyptia- ca, Geniſta Hiſpanica, Alaternus, Siliqua, Caryo- phylli Indici,&c.&c.&c. welche ſodann unſers Grundes viel beſſer als die auswaͤrtigen gewohnet werden. Alle Saamen, welche gar zu harte Schalen haben, werden, der mehrmahlen gegebenen Unter⸗ weiſung gemaͤß, an der Spitze ein wenig geoͤffnet, und in Waſſer, worinnen Salpeter oder ein we⸗ nig Wein und Brandtwein gemiſchet iſt, gewei⸗ chet, nachgehends aber in gute luckere Erde in Ka⸗ ſten oder Geſchirre geſtecket, und was die zarten Saamen ſeynd/ auf ein heiſſes Miſt⸗Beet gebracht, mithin hiermit verfahren, wie in der zten und éten Betrachtung gemeldet habe. Sonſten aber werden zu Erziehung derer zar⸗ 1 ten Indianiſchen Gewaͤchſe alle Fahre zwey friſche Miſt⸗Beete erfordert, die Toͤpffe oder Gefaͤße mit dein Saamen hinein zu ſetzen, welches im Fruͤh⸗ ling geſchiehet; das zweyte aber gegen Bartholomæi, um die noch nicht aufgegangene Saamen darinnen des Winters vor dem Froſte zu beherbergen, und vermittels derer Fenſter, Latken, Stroh⸗Decken und uͤbergelegten Pferd⸗Miſts beſtmoͤglichſt zu be⸗ wahren, wie, um Weitlaͤufftigkeit zu vermeiden, in Henrich Heſſens Teutſchem Gaͤrtner, Lib. 1.Cap. i, des mehrern nachgeſehen werden kan. Ol N u10 Ideren“ Abeten Bäur f fle luckkres ſhlen Orte Eſe Würk, ulhe hebmncht,, f Von den Luſt Baͤumen. 375 Die Anziehung derer Citronen, Pomerantzen, Adams⸗Aepffel ꝛc. iſt ſo vielen Schwierigkeiten Duntzenh nicht unterworffen, ſondern wird ins Werck gerich⸗ uhag tet, wann man einen guten Vorrath von allerhand geſunden Kernen vonzeitigen Fruͤchten anſchaffet, und dieſelbe im Aprili, in eine fette etwas ſandigte, leichte, ausgeſiebte gute Erde, in Geſchirre und Ie enKaͤſten, 4. bis 5. Zoll weit von einander, ſtecket, wohl Woärtgeget begieſſet, und an einem Sonnen⸗reichen Orte un⸗ terhaͤlt. Die aufgehende junge Raͤumlein werden ohnge⸗ feht zwey Jahre in ihren Geſchirren gelaſſen, mit Begie ſſen fleißig gewartet, und nach Proportion der Aen eß anwachſenden Groͤſſe mit Erde angehaͤuffet. . Nach Verlauff dieſer Jahre kan man beſagte d aͤumlein ausnehmen, an der Wurtzel beſchnei⸗ den und in andere Geſchirre verpflantzen, auch da⸗ hin ſehen, daß ſie recht ſchnar wachſen, und, wann ſie eines Fingers dicke ſeynd, mit anderen raren (Gattungen bepfropffet werden, welches die beſten Arten, ſo man nur wuͤnſchen mag, geben wird, und iſt gantz gewiß, daß ohne dem Pfropffen, Oculi⸗ ren oder Abſaugen, die aus dem Kern gezogene Baͤumlein nur wilde Staͤmme bleiben werden. Durch abgebrochene Zweige gehet die Vermeh⸗ rung mit denen Lorbeern, Myrthen, Roßmarin und anderen Baͤumen, auch von ſtatten, wann man ſol⸗ che im Aprili oder Majo, eine Spanne lang von den Staͤmmen, abſchneidet, unten etwas ſpaltet, in gute luckere Erde verpflantzet, und an einem ſchat⸗ tigten Orte, mit oͤffterm Begieſſen, ſo lang erhaͤlt, bis ſie Wurtzeln ſchlagen, wo ſie dann an die Son⸗ ne gebracht, von gereiniget, und 15 ‚ uͤnff⸗ 374 Funffzehende Betrachtung/ kuͤnfftigem Fruͤh⸗Fahre in andere Geſchirre verſe⸗ tzet werden. Einige Italiaͤniſche und Frantzoſiſche Gaͤrtner wollen auf gleiche Weiſe mit denen Citronen⸗ und Pomerantzen⸗Baͤumen verfahren: allein bey uns iſt es ſo langweilig als ungewiß, daß dahero hier⸗ 15 weitlaͤufftig zu handelen, fuͤr unnoͤthig er⸗ achte. 0 Durch die Neben⸗Sproſſen an der Wurtzel ge⸗ ſchiehet die Vermehrung, wann die Wurtzel junge Neben⸗Brut von ſich ſtoſſet, welche im Fruͤhling abgenommen wird. Dieſe Gattung der Vermehrung iſt bey vielen urn,e auslaͤndiſchen Arten gebraͤuchlich, als da ſeynd ſaſthaßt Myrthus, Oleander, Agnus caſtus, Laurus, Gra⸗ det chert naten, Balauſtien, Feigen ꝛc. ꝛc. 4* Durch die Spalt⸗Toͤpffe oder per Circumpoſi- gant NeEE⸗ tionem wird die Vermehrung vollbracht, wann w man im Fruͤhling den Zweig eines Baums an ei⸗ an ner Seite ein wenig einſchneidet, ein Steinlein.Zueſhe zwiſchen den Einſchnitt leget, und ſelbigen durch eunen den Spalt⸗Topff ziehet. In Mangel derer Sa Spalt⸗Toͤpffe aber, durchloͤcheret man einen Runden l, Topff oder Blumen⸗Gefaͤſſe, ziehet einen Zweig;* von ausläͤndiſchen Baͤumen hindurch, fuͤllet das un E Gefaͤſſe nachgehends mit guter Erde aus, und be⸗ mhd feſtiget es mit einem Pfahle, daß es unbeweglich ſtehe; wann es auch nicht regnen ſollte⸗ muͤſſen die anhangende Toͤpffe befeuchtet werden, und kan ſol⸗ Pothnen ches auf eine artige Invertion geſchehen, wann man Df ein Gefaͤß mit Waſſer darneben ſtellet, und ein wol⸗ 17605 lenes Band dergeſtalten hinein leget, daß 5— nde . N6p.. Von den Luſt⸗Baͤumen. 355 Ende im Waſſer, das andere aber in das Gefaͤſſe⸗ worinnen der Zweig iſt, zu liegenkomme. Dieſer Modus darff an denen fremden Gewaͤchſen, als Citronen, Jasminen, Balauſtien ꝛe. ehender nicht, als zwiſchen Oſtern und Pfingſten, practiciret werden, weilen es um ſolche Zeit erſt warm wirdz das andere Jahr aber kan man den eingelegten Zweig unter dem Topffe abſchneiden, und ander⸗ waͤrts verſetzen. Zwey andere Handgriffe, Citronen⸗und andere dergleichen Baͤume, vermittels derer Spalt⸗Toͤpf⸗ fe anzuziehen, finde ich in Henrich Heſſens neuer Garten⸗Luſt,(0) und will gedachter Autor, daß dieſe Wiſſenſchafft dem Golde gleich zu achten ſey, es ge⸗ ſchiehet aber folgender Geſtalt: In dem Monat May, oder Anfang des Junit, wann der Safft vollkommen in den Baͤumen iſt, er⸗ waͤhlet man von den Citronen-Pomerantzen⸗ und anderen dergleichen Baͤumen, junge, jaͤhrige, glat⸗ te Zweige, ritzet ſolche mit einem Oculir⸗Meſſer 0 rings umher z. Zoll lang auf/ daß das Holtz oder der Safft nicht beſchaͤdiget werde; dieſe aufgeritzte Wunden beſchmieret man mit Walltourtz⸗Saßt, welches mit ein wenig Kreite und Honig zu einer duͤnnen Salbe gemachet worden iſt, und ziehet hernach den Zweig durch einen anhangenden Topff, und bringet den Baum etwan 14. Tage aus der Sonne, wo dann das junge Zweiglein in wenig Wochen Wurtzeln bekommen ſoll. Die andere Art wird auf gleiche Weiſe practici⸗ 0 ret, und iſt der Unterſchied, daß man an gedachten 2 Baͤu⸗ (e) Cap. 5. Fol. 20,& 21. 356 Funffzehende Betrachtung/ Baͤumen, die Rinde von einem jungen Zweiglein ein gutes Glied lang, rings umher, als eine Pfeiffe, ohne Beruͤhrung des Stammes und des Aſts, ab⸗ ſchneide, nachgehends aber die Wunde mit Spick⸗ Oel beſtreiche, und, ſo weit die Schaale abgeloͤſet dl iſt, mit friſchem Schwein⸗Leder umwinde, mit⸗ ul hin das Zweiglein durch einen mit guter Erde ange⸗ fuͤlten Spalt⸗Topff ziehe, daſſelbe bey trocknem ſen Wetter fleißig begieſſe, und an einem etwas ſchat⸗ tigten Orte vor gar zu groſſer Sonnen⸗Hitze etwa 14. Tage erhalte, auf welche Weiſe dieſe junge Zweige ſehr bald bewurtzeln werden, daß man ſie ˖ in andere Geſchirre verpflantzen, und daraus ſchoͤne u, welche! Frucht⸗tragende Baͤumlein erziehen kan. f0 auf Kohhe Durch das Oculiren geſchiehet die Vermehrung n als das in dem Sommer, wann der Safft vollkommen in Judnen u den Baͤumen iſt; man nimmt von einem fruchtba⸗ u. Cenſlo, ren Baum ein junges glattes Reisgen, löſet von eGuanaieg ſelbigem fein ſubtil ein Auge ab, oben laͤnglicht und ſſtſehtbena unten breit, faſt wie eine Triangel, doch nicht gar neng zu lang, das iſt, man ſchneidet das Aeuglein durch 1. einen Quer⸗Schnitt, und durch zwey zugeſpitzte nahn, Seiten⸗Schnitte aus: Iſt das Aeuglein glatt und ſ/ wohl gerathen, daß die Keimen nicht an dem Stam⸗ me hangen bleiben, ſo faſſet man ſolches gelinde Euft nde zwiſchen die Lippen, doch ohne Benetzung, verfuͤe Eikande get ſich demnaͤchſt zu einem, ohngefehr Fingers⸗ dis nig da 6 cken, ſafftigen Stamme, worauf das Aeuglein o- wideſe culiret werden ſoll, ſtellet ſich nicht gegen, ſondern eenmgech von der Sonne, und ſuchet an der Rinde des nnd ab, Stammes einen glatten nicht zu niedrigen Ort/ er⸗ der zn ſch offnet ſodann mit der Spitze des Pfropff⸗Meſſer, Adenn eh, leins, ohne Verletzung des Holtzes, die Rinde 4* Wamndum eK Von den Luſt⸗Baͤumen. 357 der Laͤnge des Stamms, und thut obenher einen Queer⸗Schnitt, wie ein Lateiniſches T. loͤſet hier⸗ naͤchſt die beyden Fluͤgel des Schnitts, und hebet ſie mit dem knoͤchernen Stiele des Pfropff⸗Meſſers von beyden Seiten auf, alſo daß das Auge fein or⸗ dentlich hinein geſchoben, und nachgehends mit et⸗ was Wolle bebunden werden koͤnne, wie bey dem Herrn Elsholz libr. 4. cap. 5. aum. 4. dann dem Jardinier Solitaire, im anderm Theile ſeiner Gar⸗ ten⸗Geſpraͤche, cap. 12. pag. m. 747.& ſeꝗ· weit⸗ laͤufftiger nachgeſehen werden kan. Das Oculiren bey denen Indianiſchen Staͤm⸗ men, welche trockner und hitziger Natur ſeynd, muß auf kuͤhle und Safft⸗reiche Staͤmme geſche⸗ hen, als da ſeynd, die aus den Kernen gezogene Citronen, und Adams⸗Aepffel, Alaternus, Lau- ro-Ceraſus, Agrifolium, Catinus, Myrthen, wil⸗ de Granaten⸗Staͤmme und dergleichen mehr: und iſt ſehr bewaͤhrt befunden worden, daß man von de⸗ nen Indianiſchen Baͤumen, von hitziger trockner Art, die Zweige, wovon die Augen genommen werden, zuvor einen halben Tag in laulicht Waſ⸗ ſer, jedoch ohne die Augen naß zu machen, einſtel⸗ le, und das Oculiren allererſt im Junio, wo der Safft in den Baͤumen iſt, vornehme. Eine andere gantz beſondere Art zu oculiren, es mag der Safft in oder auſſer den Baͤumen ſeyn, wird uns folgender Geſtalt beſchrieben: Man nehme eine ungeſchnittene Schreib-Feder, ſchneide folche rund ab, und oben ein wenig zu, wie man die Fe⸗ der zu ſchneiden pfleget, nur daß ſie nicht zu ſpitz, ſondern etwas laͤnger und am Ende breiter ſey. Wann du nun oculiren willt, ſo lege den Feder⸗Kiel 3 3 in 358 Funffzehende Betrachtung, in das Waſſer, daß er darinnen erweiche, loͤſe als⸗ dann des Auge rings umher mit dem Meſſer ab, und ſchiebe den Feder⸗Kiel, welcher hiernach ge⸗ richtet iſt, oben zwiſchen dem Zweige und Schild, fein ſubtil und dichte am Zweige herunter, damit das Schildlein mit dem Reis, im Auge glatt abge⸗ he, und im Auge bleibe, welche Oculation bey al⸗ len zarten Zweiglein mit gutem Nutzen vorgenom⸗ men werden kan. Von dem Oculiren komme zum Pfropffen, wel⸗ ches auch impffen, peltzen, encken und botten ge⸗ nennet wird, und eine allenthalben bekannte Sa⸗ che iſt, wovon unten bey denen Obſt⸗Baͤumen die gehoͤrige Reflexiones gemachet werden ſollen. Die Vermehrung, welche durch das Ablactiren oder Abſaugen geſchiehet, iſt eine derer allerbeſten, wodurch allerhand auslaͤndiſche Baͤume gluͤcklich propagiret werden; der modus hiermit verhaͤlt ſich alſo: Man ziehet in Geſchirren, von Kernen und Neben⸗Sproſſen derer Wurtzeln allerhand geſun⸗ de Staͤmmgen/ und laͤſſet ſolche ohngefehr die Di⸗ cke eines Fingers erlangen bringet nachgehends die Geſchirre im Monat Najo oder Anfang des Junü, bey Citronen, Pomerantzen Granaten, Balauſti⸗ en, Myrthen, Adams⸗Aepffel oder andere Baͤu⸗ me, ſuchet von dieſen einen Aſt aus, welcher ſich auf die in Geſchirren ſtehende junge Staͤmme ſchi⸗ cket, ſchneidet nachgehends das Baͤumlein ſchrad oder gerade ab, thut in das Haupt deſſelben einen Schnitt oder Spalte machen, um den Zweig eines Orangen⸗ oder anderen Baums, wovon man durch das Abſaugen Art gewinnen will, dahinein zu le⸗ gen; welches geſchiehet, wann man Wſ dem wei⸗ Zwehe en denEtlen 1 Enulk ſuglag nt. AömtSaun I0 inggalt ſhtet, daß! Olle det , Welches hlnen jſt Deeſe Arten aweffflten Jcägketterf 2unld agdete ächſen ged lihige Bett Eunge Au ſchteeben, ſe Rungen und flin Perfin ann alleß mn Aatgegeniſt, fur herurſac fehendenga det wachſen, dau Flͤch Doch obel 0 dern mteh Man ejhe g N, Ilhg Von den Luſt⸗Baͤuiuen. 355 Zweige ein wenig von der Rinde und Holtze an bey⸗ den Seiten abſchneidet, und ihn folglich in der Mit⸗ te der Spalte einſchlieſſet, hernach aber die Ab⸗ ſauglung mit Baſt oder gelinden Weiden verbindet/ und mit Baum⸗Wachs beſchmieret, bis man end⸗ lich im Augutto, guch wohl erſt im andern Jahre ſpuͤhret, daß die Zweige angewachſen, und unter dem Orte der Einleguug abgenommen werden koͤn⸗ nen, welches an dem Nusſchieſſen leichtlich wahr⸗ zunehmen iſt. Dieſe Arten der Vermehrung, wie ſie nun ihren ungezweiffelten Nutzen haben, ſo wird der Sachen Wichtigkeit erforderen, von dem, bey der Orange⸗ rie und anderen auslaͤndiſchen Baͤumen und Ge⸗ waͤchſen, gebraͤuchlichen Erdreich, gleichfalls die noͤthige Betrachtungen zu machen. Einige Autores, welche von dieſer Materie ge⸗ ſchrieben, verfallen auf ſolche ungegruͤndete Mey⸗ nungen und Gedancken, daß dieſelbe zu beruͤhren, kein Verſtaͤndiger mir zumuthen wird; dahero dann aͤlles mit Fleiß uͤbergehe, was meinem Zweck entgegen iſt, und melde kuͤrtzlich, daß die mehreſten darinnen fehlen, wann ſie zu der Orangerie eine ablolute leichte Erde erforderen wollen, als welche nur verurſachet, daß die Baͤume, wegen derer treibenden gar zu vielen zaſichten Wurtzeln in einan⸗ der wachſen, und dem Stamme, zum Wachsthum derer Fruüͤchte, wenige Nahrung geben koͤnnen; doch aber muß die Erde auch nicht 50 ſtarck, ſon⸗ dern mittelmaͤßig ſeyn, und iſt am beſten, wann man eine natuͤrliche, ſtarcke, fette, ſchwartze Erde erwehlet, und hiervon ſo viel nimmt, als zu unſe⸗ rem Vorhaben noͤthig zu Dieſe Er⸗ 31 de ieeee 360 Funffzehende Betrachtung, de ſiebet man wohl durch, und vermenget ſie mit zwey Drittheil wohl verweſenen Miſte, von einem alten Miſt⸗Beet, oder von alten zu Staub ge⸗ wordenen Schaafs⸗Lorbeern und gaͤntzlich verfaul⸗ ten Blaͤttern von Baͤumen, ſo zu dem Anbau de⸗ rer Citronen-Pomerantzen⸗Limonien⸗Adams⸗ Aepffeln, und anderen dergleichen Baͤumen nicht nur genug iſt, ſondern auch der Erde die erforderte Luͤfftigkeit giebet: zumahlen der Miſt ſein be⸗ fonderes Saltz bey ſich heget, welches das gemeine Waſſer an ſich ziehet, und daraus dem Stamme die voͤllige Nahrung und wachſend⸗machende Krafft zuflieſſen laͤſſet. Einige nehmen zu dieſem Erdreich einen Theil verweſene alte Holtz-Erde, welche gleich falls nicht zu verwerffen, allermaſſen ſie remperirte Leichtig⸗ keit, die Erde aus dem Miſt⸗Beet aber die Fetlig⸗ keit, und die Garten⸗Erde die Staͤrcke mit beytra⸗ gen thut, in welchen 3. Stuͤcken das gantze Fun⸗ dament der Orangerie lediglich beruhet; nur hat man dahin zu ſehen, daß beſagte Holtz⸗Erde von keinem Linden⸗Baume genommen werde, weilen die Erfahrung bewieſen, daß hierinnen die Menge ſchaͤdlicher Wuͤrmer wachſen, welche in dem An⸗ bau auslaͤndiſcher Baͤume und Stauden alle un⸗ ſere Hoffnung gaͤntzlich und auf einmahl zernich⸗ tigen. Zu denen zarten Indianiſchen Baͤumen und Ge⸗ waͤchſen, als Caryophyllus aromaticus, Acacia In- dlica, Arbor nucifera Indica, Cinnamomum, Balſa- mum, nux moſcata&c. præpariren viele beruͤhmte Garten⸗Verſtaͤndige folgende Erde, und Wahen eren Fuittend il Orlltens! Coöne, ſo Cboͤne, e Chale; ſarn Hen, Jufatn Was di net vom heht. Meertens te gustotker glechfals g Güufent Rehen⸗Hol und ale im * And Steng⸗ Ad Stenge eilen Hauff deten. Sehſe Von den Luſt⸗Baͤumen. 361 deren Wuͤrckungen und Tugenden durch alle Præ- dicamenta hindurch. Erſtlich nimmt man Huͤner⸗Tauben⸗Pferd⸗ und Kuͤh⸗Miſt, bringet folchen auf einen Hauffen, den Kuͤh⸗ und Pferd⸗ Miſtallein, und laͤſſet alles wohl unter einander vermoderen. Zweytens nimmt man von einem Holtz⸗oder Zimmer⸗Platze, die allda liegende ſo wohl verfaul⸗ te als unverfaulte Erde, wie nicht weniger die Saͤ⸗ ge⸗Spaͤne von einer Saͤge-Muͤhle, wann man dieſelbe haben kan, und laͤſſet ſie gleichfalls auf ei⸗ nem Hauffen verfaulen. Drittens iſt ſehr gut, wann man die eichene Loh⸗ Spaͤne, ſo die Loh⸗Gerber zu dem Leder gebrau⸗ chen, zuſammen ſchuͤttet, wie ingleichen auch al⸗ les, was die Gerber vom Leder abkratzen, die Hoͤr⸗ — vom Viehe, und dergleichen Materialien mehr. Viertens ſammlet man alles Unkraut, und ande⸗ re ausrottende Garten⸗Gewaͤchſe, und bringet ſie gleichfalls auf einen Hauffen. Fuͤnfftens nimmt man das abgeſchnittene Wein⸗ Reben⸗Holtz, Pappelen, Lattig, Bohnen⸗Stroh, und alle im Garten wachſende ſonſtige Gewaͤchſe und Stengel, laͤſſet ſie trocken werden, und auf einen Hauffen verbrennen und demnaͤchſt vermo⸗ deren. Sechſtens wird auch der Menſchen⸗Koth ſeht geruͤhmet, wann er in die Erde gethan, und ſo lang liegen gelaſſen wird, bis er gaͤntzlich verfaulet, und zu Erde worden iſt, und kan uͤbrigens alle Erde aus den hohlen Baͤumen, als Weiden, Eichen, Buͤ⸗ chen, und das Laub von den Baͤumen mit gleichen 3 5 Nu⸗ 362 Funffzehende Betrachtung⸗ Nutzen, wie die vorige Sachen, zuſammen geſchar⸗ ret werden, wie nicht weniger gebrannter alter Leimen und Bach⸗Sand, wie dieſe Erde Heſſens Teuſcher Gaͤrtner ebenmaͤßig beſchreibet, und die⸗ ſelbe auf alle auslaͤndiſche Gewaͤchſe einrichtet, als zum Exempel: Zu Citronen, Pomerantzen nimmt er die Erde von verfaulten alten Holtz und Saͤge⸗ Spaͤnen, von verfaulten Kuͤh⸗Miſt, Aſche von Kuͤrbiſſen, Wein⸗Reben, alten Leimen, groben Sand, Maulwurffs⸗Erde, und verfaultes Horn, 510 was die Gerber pom Leder abgekratzet ha⸗ ben⸗ Zu den Indianiſchen Gewaͤchſen, ſo kalter und mittelmaͤßiger Natur ſeyn, als Sedum arboreſcens, Myrthen⸗Baum, Siliqua, Ficus Indica, Ficoides, Acacia&c. nimmt er alte Holtz⸗ und Laub⸗Erde, Wein⸗Treſter, Wein⸗Reben⸗Aſche, verfaul⸗ ten Huͤner⸗ und Tauben⸗Miſt, und moraſtige Maulwurffs⸗Erde; zu den Gewaͤchſen aber von hitziger Natur, als Caſſia, Caryophyllus Aromaticus, nux moſcata, Zimmet⸗Rinden⸗Baum ꝛc. præpa- riret er die Erde von verfaulten Laub, Kuͤh⸗ oder Schwein⸗Miſt, dann Unkraut und Maulwurffs⸗ Erde und ſo ſort, wie bey ihm weiter nachzuſehen iſt: welches zwar bey ein und anderen ſehr zu loben/ jedoch aber auch dahin zu ſehen iſt, daß es nicht zu übermaͤßig geſchehe und kan man wohl mit gerin⸗ geren abkommen/ immaſſen die Obſervanꝛ von vie⸗ len Jahren her beſtaͤtiget, und uns zu erkennen ge⸗ geben, daß die Orangen⸗Citronen⸗und andere Baͤume, darin den jungen Leuten ſich vergleichen, daß/ gleichwie dieſe durch die Staͤrcke ihrer Jugend alles ůberwinden, und alle noch zu ſweneUnge ma⸗ In AMan, ffthamſen; 60½% Uon 0 Iänhetnöch dehcken wer Eige gnde detſogenggt en⸗Luſt,! lihe fothar diſhet ta / Pelcher h, ſo kan ſcken Nn m feſts doch, enfan ke Uhe Etroh/ e Laheheene ker, W0 ftlee, EGe Von den Luſt⸗Baͤumen. 363 mache, ſo von einem unmaͤßigen Leben herruͤhren, mit leichten Achſeln ertragen; alſo die jungen Baͤume auch in einem beſonders kraͤfftigen, wiewoh⸗ len ihnen unanſtaͤndigem Erdreich, durch den ſtar⸗ cken Trieb wohl fortwachſen und gerathen thun, deme doch nicht allemahl zu trauen iſt, dahero am rathſamſten zu ſeyn erachtet wird, daß man eine ſolche von vielen zuſammen geſcharrten hitzigen Sa⸗ chen præparirte Erde nicht indifferenter jedwedem Gewaͤchſe zubereite, ſondern ihnen im Zweiffel viel⸗ mehr eine etwas ſchwere, fette und leichte Erde, wie vorhero erinneret worden, applicire, mithin hiedurch die Natur und Eigenſchafſt ablerne, worinnen der Verſtand eines rechtſchaffenen Gaͤrt⸗ ners allezeit Ziel und Maaß geben muß, wie bey de⸗ nen hiernaͤchſt anfuͤhrenden Gewaͤchſen in ſpecie ge⸗ dencken werde. Eine andere unvergleichliche Erde beſchreibet uns der ſogenannte Henrich Heſſe, in ſeiner neuen Gar⸗ ten-Luſt, Libr. 3. Cap. 12, und ruͤhmet ſolche als eine koſtbare Medicin fuͤr allerhand Gebrechen aus⸗ laͤndiſcher raren Baͤume, Stauden und Gewaͤch⸗ ſe ¶ welches da es mit gutem Succeſs probiret wor⸗ den, ſo kan nicht umhin, dieſe Compolition anhero zu ſetzen. Man machet in einem Winckel des Gartens ein tieffes Loch, daß man ein Faß ohne Boden hinein ſetzen kan, hierin ſchuͤttet man erſtlich auf den Grund eine Lage Aſche von Kuͤrbs⸗Erbs⸗und Bohnen⸗ Stroh/ etwan 2.Finger hoch: leget hernach eine Lage verweſene Erde darauf von einem Schind⸗A⸗ cker, wo das todte Vieh hingefuͤhret wird, gleich⸗ falls zwey Zoll oder Finger hoch. Drittens machet man 364 Funffzehende Betrachtung, man eine Lage 3. Zoll hoch von demjenigen, was die Gerber oder Kammacher abkratzen, und thut wie⸗ der eine Lage von Holtz- und Saͤge⸗Spaͤne⸗Erde darauf, dann eine Lage von todten Vieh, als Huͤ⸗ ner, Tauben, Gaͤnſen, Hunden, Schweinen, Ka⸗ tzen ꝛc. auf welche demnaͤchſt ein Lager von Wein, Treſter, oder die Aſche von verbrannten Wein⸗ Reben, nebſt verfaulten Menſchen⸗Koth geſchuͤt⸗ tet wird, und kan das uͤbrige mit Straſſen⸗Erde oder Torff von einer moraſtigen Wieſe ausgefuͤllet werden. Sothane Materien bewahret man vor dem Re⸗ gen, und begieſſet ſie mit Rinder⸗Blut, und wann es zu haben iſt, mit Wein⸗Hefen, nimmt auch ei⸗ ne lange Hacke, und durchruͤhret zuweilen alles wohl unter einander, damit die Malla deſto ehender verfaule; iſt ſie aber gaͤntzlich vertveſet und zu Erde worden, ſo muß man dieſelbe durch ein enges Sieb lauffen laſſen, und an einem trocknen Orte zum Ge⸗ brauch verwahren. Dieſe Erde iſt nun von vortrefflicher Wuͤrckung, und beſtehet der Gebrauch kuͤrtzlich darinnen, daß man bey Citronen, Limonien,Lorbeern, Balauſtien und anderen Baͤumen, 2. bis 3. Hand voll mit Wein oder Rinder⸗Blut, wie einen Teig/ anfeuch⸗ te und ſolchen um die Wurtzeln lege, wodurch die Gewaͤchſe ſich erholen, und mit Wunder⸗vollem Wachsthum in die Hoͤhe gehen werden, welches von allen und jeden, ſo wohl Stauden⸗als Zwie⸗ bel⸗Gewaͤchſen zu verſtehen iſt, und wird man in Wahrheit befinden, daß, wann auch die Stauden und Baͤume zu krancken anfangen, ſich diefelbe hie— durch wiederum ermunteren, und ſo zu ſagen ein neues fie&c. Holl Oldhung el Ind uslandischer ſhehe, Ange ARthen ⸗. In Gechr nahlen dieſt hach ſich ſe Baum el lenlaͤſet,! habe, ahfa DieOre ubgehoben ntfröchere ſilige geich unge und al ſir die Giß Von den Luſt⸗Baͤumen 365 neues Leben annehmen werden, wie hiervon oben zweyte Betraͤchtung nachgeſchlagen werden an. Nachdem wir nun das zum Anbau der Orange⸗ rie&c. noͤthige Erdreich betrachtet, ſo wird die Ordnung erforderen, von dem Verſetzen derer auslaͤndiſchen Baͤume, wann und wie ſolches ge⸗ ſchehe, einige wenige Anleitung zu geben. Solches wird am beſten im Fruͤh⸗Jahr zu Ende des Aprilis, oder in der Mitte des Monats May, be⸗ folget/ und hat man allerdings dahin zu ſehen, daß ohne hoͤchſte Noth zu Herbſt⸗Zeiten kein Orangen⸗ Myrthen ⸗noch anderer dergleichen Baum, aus dem Geſchirre ausgehoben und verſetzet werde; zu⸗ mahlen dieſe Umſetzung viele betrübte Folgerungen nach ſich ziehet, daß der auf dieſe Weiſe verſetzte Baum einige Jahre krancket, ſeine Blaͤtter fal⸗ len laͤſſet, und vielmahlen, wie ich ſelbſten erfahren habe, abſterben thut. Die Orangen-Baͤumekoͤnnen 4. bis 6. Jahre un⸗ ausgehoben ſtehen bleiben, und nur von oben her mit friſcher Erde erfriſchet werden; finden ſich aber einige Zeichen des Mangels, oder daß man ſonſten junge und alte Staͤmme verſetzen will, oder daß die Wurtzeln zu dicht auslauffen, alle Nahrung dem Stamme benehmen, oder daß die Aeſte verbutten, und im Fruͤh⸗Jahr nicht treiben wollen, ſo iſt eine unumgaͤngliche Nothwendigkeit, nach den Wur⸗ tzeln zu ſehen, dieſelbe mit einem reinen Meſſer zu beſchneiden, und in andere Geſchirre zu verſe⸗ en. Ehe man aber das Umſetzen vornimmt, muß zu⸗ vor die Erde gruͤndlich unterſuchet werden: findet man Funffzehende Betrachtung, man daß ſie zu leicht oder zu mager ſeye, ſo begieſſet man dieſelbe, daß in Aushebung die Wurtzeln nicht gaͤntzlich entbloͤſſet werden; iſt die Erde hingegen fett und ſtarck, ſo iſt das Begieſſen ſo hoch nicht noͤ⸗ thig. Auf das Verſetzen aber hinwieder zu kom⸗ men, ſo nimmt man eine kleine Hacke, raumet um den Baum die Erde hinweg, bis er zum Ausheben geſchickt iſt, ziehet ihn ſodann mit einem Klumpen Erde heraus, und beſchneidet ſo viele alt⸗ und neue Wurtzeln, als moͤglich iſt, bis man endlich zu den groſſen gelanget, undden Stamm voͤllig aushebet, oder aber in dem Kaſten laͤſſet, und mit anderer tauglichen Erde wiederum anhaͤuffet: jedoch ſoll zu⸗ vor alles Schnitzel⸗Werck von den Wurtzeln fleiſ⸗ ſig abgeleſen werden, weilen diefelbe ſonſten in den Gefaͤſſen verfaulen, und die andere Wurtzeln an⸗ ſtecken, mithin groſſes Unheil verurſachen moͤch⸗ ten. Die Gefaͤſſe, worin die Orangen⸗ und andere Baͤume ſtehen, koͤnnen entweder rund, oder vier⸗ eckig nach eines jeden Belieben verfertiget werden, und um dieſelbe laͤnger zu conſerviren, ſo beſtreichet man das Holtz, abſonderlich aber den Boden, mit Oel-⸗Farbe, welche aller Faͤulung nicht nur wider⸗ ſtehet/ ſondern auch verurſachet, daß die Gewaͤchſe/ ohne den Wachsthum zu zerruͤtten, in ihren Gefaͤſ⸗ ſen laͤnger gelaſſen werden koͤnnen. Bekommet man von auswaͤrtigen Orten zarte Baͤume und Stauden, ſo ſiehet man nach der Er⸗ de, welche an der Wurtzel klebet, und trachtet nach Moͤglichkeit dahin, daß man eine dergleichen præ⸗ parire, inmaſſen die mehreſte fremde Gewaͤchſe, wann ſie in ſchlimmeres, ihnen unanſtaͤndiges 5 75 rel —— tech berpf hen blcke, it hrofem Bey det! ſyſſchen der ſillchen E Vutets in Guige Und andet berzuihte En Somn Uintez g Von den Luſt⸗Baͤumen. 367 reich verpflantzet werden, in ihren Wachsthum ſte⸗ hen bleiben, und, woferne ihnen nicht geholffen wird, gaͤntzlich verderben; wobey dieſer wichtige Umſtand noch in Conſideration zu ziehen iſt, daß man alle ſremde Baͤume und Gewaͤchſe in das Erd⸗ reich tieffer nicht ſetze, als ſie zuvor geſtanden ha⸗ ben, weilen ſie ſonſten unfehlbarlich roſten, und gleichfalls abſtehen wuͤrden. Nach beſchehener Verpflantzung obbeſagter Baͤumlein, muß man das Gefaͤſſe 3. 4. bis 7. Wo⸗ chen in Schatten erhalten, an einem luͤfftigen und durchaus nicht dumpffichten Orte, auch die Erde mit fleißigem Begieſſen abwarten. Weilen ich von dem Vegieſſen rede, ſo iſt zu er⸗ klaͤren hoch noͤthig ¶ welchergeſtalten ſolches bey quæſtionirten auslaͤndiſchen Baͤumen befolget wer⸗ de, zu welchem Ende die zte Betrachtung von dem Waſſer und Befeuchtung derer Gewaͤchſe anhero mit groſſem Nutzen wiederholet werden kan. Bey der Begieſſung iſt ein Unterſchied zu machen, zwiſchen derjenigen, welche des Sommers im oͤf⸗ fentlichen Garten, und derjenigen, welche des Winters im Gewaͤchs⸗Hauſe zu geſchehen pfle⸗ et. Die Begieſſung zu Sommers⸗Zeiten geſchiehet, wann es eine Zeitlang nicht geregnet hat, wann die Blaͤtter an den Baͤumen welck werden, und zuſam⸗ men ſchrumpffen wollen. Einige haben die Unart, daß ſie die Orangerie und andere zarte Baͤume faſt taͤglich bewaͤſſeren, aber zu ihrem groͤſten Schaden, weilen die Baͤume den Sommer hindurch zwar wohl wachſen, des Winters aber eine gantz andere Nahrung anneh⸗ men, 368 Funffʒehende Betrachtung/ ————— men/ und ſich von aller uͤberfluͤßigen Feuchtigkeit abgewoͤhnen muͤſſen, durch welche ploͤtzliche Ver⸗ aͤnderung geſchiehet, daß dieſe Gattungen Baͤu⸗ me vielen Ungelegenheiten unterworffen werden, dahero am beſten und rathſamſten iſt, daß man nicht mehr als zweymahl in der Woche, die Begieſ⸗ ſung vornehme, und zwar allezeit ohne Beruͤh⸗ rung des Stammes und derer Blaͤtter, zu wel⸗ chem Ende die durchloͤcherte kleine Gieß⸗Kannen wohl zu gebrauchen ſeynd, wodurch die Gewaͤchſe, das Waſſer, in Geſtalt eines Regens, empfangen, woraus ſattſam abzunehmen iſt, daß man dieſe Bewaͤſſerung nicht leichtlich einem Unverſtaͤndigen anvertrauen ſolle, als welcher durch ungeſchickte Uberſchwemmung eine ſolche Schweinerey anfaͤn⸗ get, daß man wegen des unten und oben aus den Gefaͤſſen haͤuffig auslauffenden Waſſers kaum umher gehen koͤnne. Iſt aber die Erde zu leicht, ſo hat man das Un⸗ gemach, daß die Begieſſung oͤffters vorgenommen werden muß, weilen eine leichte und magere Erde nicht ſo lang, als eine ſchwere und fette, naß bleiben kan, fondern gar zu bald abtrocknet, da alsdann geſchiehet, daß, aus Mangel der Feuchtigkeit, die Orangen-Baͤume leicht verwelcken. Kein Waſſer iſt zum Begieſſen dienlicher. als das Regen⸗Waſſer, jedoch aber, weil man ſolches al⸗ lemahl nicht haben kan, ſo muß man das Fluß⸗ Waſſer nehmen, und hiermit, wann es an der Sonne gewaͤrmet worden, die Gewaͤch ſe befeuch⸗ ten: das Eis⸗kalte Brunnen⸗Waſſer hingegen darff gar nicht gebranchet werden, angeſehen die jarte auslaͤndiſche Baͤumlein ſolches durchaus nicht ver⸗ hele Indigt che entwede tung ber dean hur be ſolches bey hends g Wide Und lͤſet, urd Stammez fen Noth hei, Nuke 9 Von den Luſt⸗Baͤumen. 369 vertragen koͤnnen, ſondern hiedurch, wie der Au⸗ genſchein gewieſen hat, am Stamm duͤrr und ſchad⸗ hafft werden. Am allerbeſten iſt, wann man das Regen⸗odet Fluß⸗Waſſer in einem hoͤltzernen Gefaͤße oder Kuͤ⸗ bel im Garten an die Sonne ſtellet, Schaaf⸗ Huͤ⸗ ner⸗oder Tauben⸗Miſt darunter ſchuͤttet, und alle Gewaͤchſe hiermit begieſſet, welches zuſehenden Wachsthum bringen wird, und doͤrffte nicht un⸗ dienlich ſeyn, wann in das Waſſer ein wenig Sal⸗ peter mit eingethan wird, wovon man ſagt, daß er die Vegetation derer Pflantzen maͤchtig befoͤrdere, und ſonſten ungemeine groſſe Dinge, wie wir in der dritten Betrachtung gehoͤret haben, ausrichte. Die Begieſſung, welche zu Winters⸗Zeiten vorgenommen wird, muß ſehr maͤßig ſeyn, indem viele Indianiſche Gattungen gefunden werden, wel⸗ che entweder gar keine oder nur ſo viele Befeuch⸗ tung verlangen, daß ſie gar nicht austreiben, ſon⸗ dern nur bey dem Leben erhalten werden, wie ich ſolches bey jedweder Sorte weitlaͤufftiger anzu⸗ mercken gedencke. Nichts beſſers kan zu Winters⸗Zeiten fuͤr die auslaͤndiſche Stauden, Baͤume und Gewaͤchſe, er⸗ dacht werden, als wann man kaltes Waſſer in ei⸗ nem zugedeckten Geſchirre aufkochen laͤſſet, nach⸗ gehends aber daſſelbe mit anderm kalten Waſſer wiederum vermiſchet, daß es etwas laulicht ſeye, und zuweilen 1. bis 2. Glaͤsgen Wein darunter gieſſet, und hiermit die Erde, ohne Beruͤhrung des Stammes und Zweige, gantz maͤßig und zur hoͤch⸗ ſten Noth befeuchtet; der hieraus ziehende Vor— theil, Nutzen und Avantage werden unſchaͤtbar ſeyn/ A q zumah⸗ ieeeee 370 Funfzehende Betrachtung⸗ ——— zumahlen bey denen Indianiſchen Stauden und Gewaͤchſen, welche den Wein lieben, und hiedurch die Ungemache des Winters zu ertragen, geſtaͤr⸗ cket werden, wovon gleichfalls oben die dritte Be⸗ trachtung, woſelbſten dieſes alles gruͤndlich erörtert worden, nachgeleſen werden kan. Die Art und Weiſe des Begieſſens beruhet auf der Vernunfft und kan ſo eigentlich nicht beſchrie⸗ ben werden, daß man die Dolin auf das accurate⸗ ſte beyfuͤgen koͤnne; uͤberhaupt aber iſt zu notiren, daß man im Sommer um den Abend, im Herbſt und Fruͤhling des Morgens, im Winter aber zu Mittage die Gewaͤchſe, ſo es verlangen, begieſſe, und es hierbey thunlichen Dingen nach bewenden laſſe. Wann nun ein Garten⸗Liebhaber die Erkaͤnnt⸗ niß von dem Erdreich und Bekeuchtung derer aus⸗ laͤndiſchen Baͤume und Gewaͤchſe eingeholet hat, ſo muß er gleichfalls die Wiſſenſchafft haben, wie und um welche Zeit die Orangerie nebſt andern Luſt⸗ und Blumen⸗Baͤumen in die Winter⸗Behaͤltniſſe eingebracht werden muͤſſe. Solches kan zwar auf einige Tage nicht vor⸗ geſchrieben werden, ſondern man muß ſich nach dem Wetter und der Zeit richten, und iſt, was die Indianiſche zarte Baum⸗und andere Gewaͤchſe anbelanget, von langen Zeiten her gut befunden worden, daß man ſolche noch vor Michaẽlis-Tage unter ein Obdach bringe, und hernach in ein Ge⸗ waͤchs⸗Haus oder andete bequeme Gelegenheit ein⸗ ſetze, und darmit verfahre, wie ich hiernaͤchſt mel⸗ den werde; inmaſſen wir zum oͤfftern wahrgenom⸗ men Ie güle G, 19 4 bes Wi l. Von den Luſt⸗Baͤumen. 371¹ men haben, daß eine einige kalte Nacht oder Reiff das Gewaͤchſe des gantzen Jahrs hinrichte. Die Orangen-Lorbeer- und andere dergleichen Baͤume werden bis nach Michaelis-Tag im Gar⸗ ten gelaſſen, und hat man hierbey ſowohl, als bey allen auslaͤndiſchen Sorten, dieſes zu beobachten, daß ſie nicht iu naß/ wovon leichtlich eine Faͤulung entſpringet, beygeſetzet werden, dahero am rath⸗ ſamſten iſt, daß man die Gefaͤſfe 2. Tage vor der Einſetzung entweder auf die Seite niederlege, oder ſonſten auf eine andere Weiſe abtrocknen laſſe, da⸗ mit die uͤberfluͤtige Feuchtigkeit hiedurch abziehen moͤge. Das Gewaͤchs⸗Haus muß wohl geſchloſſen ſeyn, und recht gegen der Sonne liegen; hat man aber zu dieſem keine Gelegenheit, ſo muß man im Wohn⸗Hauſe eine luͤfftige Kammer oder Stube hierzu erwaͤhlen, worinnen man durch Eroͤffnung derer Fenſter denen Baͤumen und Gewaͤchſen bey ſtillen hellen Tagen Lufft und Sonne zukommen laſſen kan; dumpfigte feuchte Keller und Gemaͤcher⸗ hingegen ſeynd abſolute zu verwerffen, und taugen fuͤr die auslaͤndiſche Gewaͤchſe gar nicht, als wel⸗ che in dumpfigten feuchten Behaͤleniſſen, wegen derer ſchaͤdlichen Evaporationen und Ausduͤnſtun⸗ gen, dem unfehlbaren Untergange unterworffen ſeynd. Hat man eine Stube oder Kammer, worun⸗ 1 1 ter eine Stube des Winters geheitzet wird, und us iſt oben in dem Balcken ein kleines Loch, wie man ain vielen Haͤuſern zu haben pfleget, ſo iſt ſolches ihie eine gute Gelegenheit, allerhand Gewaͤchſe darin⸗ es nen des Winters zu angeſehen durch g 2 die⸗ 372 Funfʒehende Betrachtung⸗ dieſes Loch ſo viele Waͤrme von der untern Stube durchgehet, als die verſchloſſene Gewaͤchſe zu ihrer Subſiſtenz noͤthig haben; das Einheitzen wollen ei⸗ nige bey denen Orangen-Baͤumen nicht allerdings billigen, weilen man eine allezeit daurende gleiche Waͤrme nicht wird erhalten koͤnnen; allein in den mehreſten vornehmen Gewaͤchs⸗Haͤuſern ſehen wir das Wiederſpiel, und iſt abſonderlich bey denen Indianiſchen Gewaͤchſen hochnoͤthig, daß man ih⸗ nen eine maͤßige Waͤrme gebe. Ich habe zwar in einer Kammer an der Wohn⸗Stube die Baͤume und Gewaͤchſe gluͤcklich hindurch gebracht, es iſt aber nicht allemahl zu trauen, und die Gelegenheit anderwaͤrts ſo nicht beſchaffen, daß man hierinnen nachfolgen doͤrffe. Andere ſetzen die Gewaͤchſe in die Schlaf Kam⸗ mer und wann ſie luͤfftig, warm und an der Mit⸗ tags⸗Sonne gelegen iſt, ſo werden die Baͤume und andere auslaͤndiſche Gattungen mehr darinnen zur Noth wohl fortkommen, und iſt ſehr nuͤtzlich, wann man alle Indianiſche Baͤume des Winters um die Erde mit friſchem Pferd⸗Miſt drey Zoll hoch bele⸗ ge, welcher in den Gefaͤßen nicht allein die Waͤr⸗ me beyſammen haͤlt, und dem Froſt wiederſtehet, ſondern auch des muͤhſamen Begieſſens uns eini⸗ ger maſſen beſreyet, angeſehen die nöthige Feuch⸗ tigkeit hiedurch in der Erde bleibet, daß ſie mithin ſo offt und vielmahlen, als ſonſten erfordert wird, nicht befeuchtet werden darff. Die rechte Zeit, die Orangerie, Myrthen, Corallen und andere Baͤume im Winter zu begieſ⸗ ſen, iſt, wann das Laub an dem Stamm welck/ uad das Erdreich gantz trocken zu werden Mnbäucz un — und geſche ſchrm fi m6 Ghums fiſe⸗ Wann nu Iſhe Gewö ldeh, ſo! IVY Goller Mer ſtellen, ſe denen h ur zu gtoſſ neinigen? kudorten, Igchen thun Dieſn (ewper wümden,w ſelulN llſſet, af Waſct u Agg mäß * 4 Von den Auſt⸗Baͤnmen. 373 und geſchiehet am beſten, wann man in den Ge⸗ ſchirren rings um den Rand herum ein Graͤblein machet, und das Waſſer ohne Beruͤhrung des F und Laubs gar maͤßig hinein flieſſen aͤſſet. Wann nun die Baͤume, Stauden und auslaͤn⸗ diſche Gewaͤchſe in das Winter⸗Haus eingebracht werden, ſo muß man die Kaſten ſo weit von ein⸗ ander ſtellen, daß die Cronen der Baͤume einan⸗ der nicht beruͤhren, und alſo die Zweige und Blaͤt⸗ ter des einen den andern nicht erſticken; auch hat man dahin zu ſehen, daß bemeldte Baͤume an keine Mauer oder Wand hart zu ſtehen kommen, ſondern daß wenigſtens ſo viel Raum und Platz darzwiſchen gelaſſen werde, daß man allenthalben fuͤglich darzu kommen, und, zu Abwendung aller beſorgenden Ungelegenheiten, das noͤthige vorkeh⸗ ren moͤge. In dem Einheitzen iſt ferner zu beobachten, daß das Feuer nicht zu ſtarck noch zu ſchwach ge⸗ machet werde, inmaſſen eine allzu ſchwache Waͤr⸗ me denen harten Froͤſten nicht wiederſtehet, die gar zu groſſe Hitze aber verurſachet, daß hiedurch an einigen Arten Baͤumen die Rinde und Zweige ausdorren, folglich in Gefahr des Verderbens ge⸗ rathen thun. Dieſem Unheil vorzubauen, und in der Sache ein Temperament zu treffen, ſo iſt fuͤr gut befunden worden⸗ wann man zu den Gewaͤchſen eine Schuͤſ⸗ ſel voll Waſſer ſetzet, und hiernach die Kaͤlte ab⸗ miſſet, alſo und dergeſtalten, daß, wann beſagtes Waſſer zu frieren anfangen will, man ſodann etwas maͤßig einheitze, und das Feuer in dem Grad A a 3 und 374 Funfzehende Betrachtung⸗ und Zuſtand unterhalte,daß das Waſſer niemah⸗ len anfrieren moͤge, welches nicht allein ſehr auzu⸗ ruͤhmen, ſondern auch von der heſonderen Wir⸗ ckung iſt, daß die Maͤuſe und Ratten die Ge⸗ waͤchſe nicht ſo ſtarck beunruhigen, angeſehen die⸗ ſes Ungezieffer das Naſſe liebet, mithin, wann es den Durſt geſtlllet hat, ſich von den Baͤumen ab⸗ wenden wird. Die Orangen- und andere Baͤume nun aus dem Gewaͤchs⸗Hauſe wiederum in den Garten zu bringen, geſchiehet, wie oben bey dem Verſetzen geſagt habe, nemlich zu Ende des Aprilis und im Monat May, und hat man bey dieſer Gelegenheit die Blaͤtter des Stammes von dem ankleben⸗ ah iahen. den Staube, und darauf ſitzender weiſſen Mate⸗ n fnnt. rie, wohl zu reinigen, und mit einem naſſen Den er Schwam abzutrocken, allermaſſen dieſe Unreinig⸗ rer Wut keit der Saame der Laͤuſe genennet wird, welcher ebet une die Ameifen an ſich ziehet, und zu andern uͤblen Folgen groſſen Anlaß giebt. Sechszehende Betrachtung. Von zweyen beſondern Modis der Propa- gation aller auslaͤndiſchen Stauden und ne. Gewaͤchſe, wodurch man in kurtzer Zeit zu denen vollkommenſten Baͤumlein ge⸗ langen, und den bishero verſpürten Mangel gleichſam mit fliegendem Wachsthum erſetzen koͤnne. N der vorhergehenden Betrachtung ſeynd die den 0 5 gemeine Arten„auslaͤndiſche Gewaͤchſe zu ee ver⸗ Reß eh nel 17 Von den Luſt⸗Baͤumen. 3756 vermehren, beſchrieben worden, welches durch den Saamen, durch Zertheilung der Wurtzel, durch die Ableger, Neben-Sproſſen, durch das Pfropffen, Oculiren und Anhaͤngung der Spalt⸗ Toͤpffe ꝛc. zu geſchehen pfleget; allhier aber wer⸗ den zwey neue gantz auſſerordentliche Erfindungen, ſo der in Unterſuchung der Natur unermuͤdete Fleiß rechtſchaffener Neotericorum uns entdecket/ kund gemacht, vermittels des Waſſers und Ver⸗ einbarung derer Wurtzeln mit denen Aeſten und Zweigen eines Baums, es dahin zu bringen, daß man in gar kurtzer Zeit allerhand Gattungen aus⸗ laͤndiſcher Baͤume nicht nur anziehen, ſondern auch hiervon unſehlbare Bluͤthe und Fruͤchte ha⸗ ben koͤnne. Den erſten Modum, ſo durch Verimpfung derer Wurtzeln mit den Zweigen befolget wird, be⸗ ſchreibet uns der Herr Holyck in dem Zuſatz oder Additamento ſeines erſten und andern Garten⸗ Buchs, und ſoll infallible, und in der gantzen Welt, wo nur Baͤume und Stauden angetroffen werden, zu practiciren ſeyn. Die Sache aber ver⸗ haͤlt ſich alſo:⸗ Wann man Citronen- Pomeran⸗ tzen-Myrthen- Granaten-Balauſtien-Olean⸗ der Roſen-Jasminen- und andere dergleichen auslaͤndiſche Baͤume dergeſtalten gerne vermehres will, daß man von einem einigen Stamme eine zahlreiche Nachkommenſchafft vollſtaͤndiger Baͤume gewiß zu erwarten habe; ſo nehme man einen gan⸗ tzen Baum, ſchneide mit einem reinen Inſtrument den Stamm dicht an der Wurtzel ab, und zerthei⸗ le denſelben in unterſchiedene Aeſte und Zweige, ſo viel derſelben daran befindlich ſeynd; nachgehen⸗ A a 6 ni 376 Sechszehende Betrachtung ————— nimm die Wurtzeln, reinige dieſelbe von allem Un⸗ flat und Erde wohl ab, und zerſchneide ſie gleicher⸗ geſtalten in viele Theile, derer etliche groß, etliche aber klein ſeyn muͤſſen; auf die groſſe impffet man die abgeſchnittene groſſe, auf die mittelmaͤßige die mittlere, und auf die kleine ebenfalls die kleine Zweige und Staͤmme, worinnen das gantze Ge⸗ heimniß beruhet; und iſt dieſes darbey noch anzu⸗ mercken, daß, wann einige ſehr lange Wurtzeln zu befinden ſeyn ſolten, man dieſelbe in 2. 3. und mehrere Theile zerſchneiden, und darauf die Zwei⸗ ge und Aeſte, wie unten deutlicher erklaͤret wer⸗ den ſoll, ſetzen koͤnne. Nachdem aber der Einſatz oder die Vereini⸗ gung der Aeſte mit den Wurtzeln mit einer ſichern Mumia beſtrichen werden muß/ um nicht nur alle beſorgende Faͤulung abzuwenden, ſondern auch den Stamm mit gedachten Wurtzeln deſto beſſer zu vereinbaren, damit der Safft aufwaͤrts ſtei⸗ gen, und das Werck zur erwuͤnſchten Pertection gelangen moͤge; ſo wird zu eroͤrtern noͤthig ſeyn, wie dieſe Mumia præpariret werde. Nimm 8. Loth oder ein Viertel-Pfund Gum- mi Copal, pulveriſire und zerſtoſſe denſelben auf das allerkleineſte, und ſchlage ihn durch ein reines Sieb, alsdann nimm Venediſchen Terpentin an⸗ derthalb Pfund, und zerlaſſe ſolchen bey gelinder Gluth in einem ſtarcken irdenen Toyf, und wann er weich und zerfloſſen iſt, ſo wirff den pulveriſir⸗ ten Gummi Copal hinein, und ruͤhre es mit einem hoͤltzernen Stocke ſtets unter einander, gieb nach und nach ſtaͤrckere Gluth, bis er ſich gaͤntzlich ſol⸗ viret, aledann laſſe den Terpentin wohl un I N¹6 chet, daß Gne ane lot Nor ana del der ang Auf un Uwiſen,! Vutzeln o ſuſtde Wu N Se⸗. ſn den Ste Von den Luſt⸗Baͤumen. 377 und verrauchen, und wann er dicke zu werden be⸗ ginnet, ſo laſſe denſelben kalt werden, und for⸗ mire darvon nach Belieben Stangen, wie das Spaniſche Wachs, und hebe ſolche zum Gebrauch auf. Die Zubereitung ſoll wegen entſtehender leich⸗ ten Entzuͤndung und Feuers⸗Gefahr entweder auf einem groſſen Heerd, oder aber in freyer Lufft ge⸗ ſchehen, und ſoll man einen Deckel bey der Hand haben, hiemit, wann der Terpentin Feuer faͤn⸗ get, das Gefaͤße zu bedecken, wiewohlen eine klei⸗ ne Anbrennung nicht ſchadet, ſondern vielmehr machet, daß der Terpentin ehender dick werde. Eine andere gemeine Garten⸗Mumia beſchrei⸗ bet der angezogene Holyck daſelbſten, welche von gemeinem Terpentin, gemeinem Pech und Wachs gomponiret, und zu den Obſt- und andern gemei⸗ nen Baͤumen appliciret wird, wovon bey Anle⸗ gung des Baum⸗Gartens zu reden ſich Gelegen⸗ heit finden doͤrffte. Auf unſer propos hinwieder zu kommen,dienet zu wiſſen, daß, woferne man den Stamm und die Wurtzein obbeſagter maſſen zerſchnitten, daß man in jede Wurtzel einen Schnitt thue, und dieſelbe an den Stamm oder Zweig, welcher darzu aus⸗ erſehen worden, ſtecke oder impfe, und, damit ſie nicht abfalle, mit Baſt feſt bebinde, nachgehends aber zuͤndet man ein Licht an, waͤrmet die beſchrie⸗ bene Mumie, und uͤberziehet hiermit den mit der Wurtzel alſo vereinbarten Zweig oder Stamm, ſo weit nemlich der Schnitt gehet, und ſetzet ſolchen demnaͤchſt in die Erde, allwo derſelbe durch die Wurtzel den Nahrungs⸗Safft bekommen, und Aa 5 alſo 353 Scchszehende Betrachtung/ alſo zum vollſtaͤndigen Wachsthum gelangen wird. Dieſe Operation geſchiehet am fuͤglichſten zu Ende des Aprilis oder im Monat Majo, und hat man dahin zu ſehen, daß die Aeſte und Zweige unten am Kern nicht zu viel lediret, doch aber fein duͤnne geſchnitten, und auf das allergenaueſte in den Einſchnitt der Wurtzeln geſetzet werden, von welcher genauen gemeinſchafftlichen Vereinigung das principaleſte Stuͤck dieſer wunderbaren Ver⸗ impfung abhanget. Haͤtte man aber nur einen Baum, und wollte denſelben nicht gern von der Wurtzel abſondern, ſo kan man die Zweige nach Belieben abnehmen⸗ und ſolche mit den Wurtzeln verimpfen; ſolte aber auch an den Wurtzeln Mangel zu befinden ſeyn, ſo ſoll man ſolche Baͤume zu bekommen trachten, welche mit demjenigen, ſo man auf die Wurtzeln bringen will, einige Verwandtſchafft oder Gleich⸗ niß haben, als zu Citronen, Pomerantzen und A⸗ dams⸗Aepfeln kan man die Wurtzeln von Lorbeer⸗ Baͤumen nehmen, und ſie mit den Aeſten obge— dachter Baͤume verimpfen. Bey entſtehendem gleichmaͤßigen Mangel de⸗ rer Lorbeer-Wurtzeln ſeynd die Quitten⸗Kirſchen⸗ und Pflaumen-Wurtzeln gut zu gebrauchen, und können die Zweige und Aeſte auslaͤndiſcher Baͤume von Adams⸗Aepfeln, Balauſtien, Citronen, Myr⸗ then ꝛc. hierauf gluͤcklich gebracht werden, welche ſodann viel dauerhaffter und von einem vortreffli⸗ chen ſuͤſſen Geſchma Der zweyte. des Waſſers zu den allerrareſten Gattungen Baͤume zu gelangen, daß der Hunſt u iltem W ſichts erfo fen deter nſt Waſe ten, und Hihn 1 1 Von den Cuſt⸗Baͤumen. daß ſie mit unfehlbarem Fortgang Wurtzeln ſchla⸗ gen, und in weniger als 2. Jahren bluͤhen, und demnaͤchſt Fruͤchte bringen, ruͤhret von einem Fran⸗ ͥͤſiſchen Botanico her, und wird von dem Herrn Abt von Vallemont in ſeinen Merckwuͤrdigkeiten der Kunſt und Natur Cap. 9. beſchrieben und durch viele Experi menta und wichtige L unterſtuͤtzet. Verfetzen tret Bot §5 be Ar eł * n—— ſeyn werden. Das Schreiben eines Koͤniglichen erfahrnen anici an ſeinen guten Freund, welches der Herr Abt von Vallemont und noch ein anderer ſicherer nzoſe an aführet⸗ handelt von dieſer neuen Art Propagation ſehr accurat und ausfuͤhrlich, da⸗ o, dem uninformikten Leſer zu Gefallen, ſol durch⸗ 29 Vernunfft⸗Schluͤſſe Die vorhin beſchriebene gemeine Arten der Vermehrung, gleichwie ſie nun ſehr langweilig und bey ein und andern auslaͤndiſchen raren Sor⸗ ten gantz ungewiß ſeynd, daß man dieſelbe weder durch das Pfropffen, Einlegen, noch das Oculi⸗- ren ꝛc. zur Vermehrung ihres Geſchlechts bringen kan; alſo iſt der dahier zu beſchreibende Modus ein recht vortreffliches Experiment und erwuͤnſchtes Mittel, den hierbey bemerckten Abgang mit uͤber⸗ eiltem Wachsthum zu ergaͤntzen, wobey weiter nichts erfordert wird/ als die Zweiglein oder Spi⸗ tzen derer Aeſte eines ausländiſchen Baums in ein mit Waſſer angefuͤlltes Glas oder Flaſche zu ſte⸗ cken, und ſolche an die Sonne zu ſetzen, wodurch binnen 1. oder höchſtens 2. Monaten unten an dem eingeſetzten Zweiglein kleine Wuͤrtzelgen her⸗ furſproſſen welche ſodann in andere gute Erde zu und in weniger als zwey Jahren zu flo⸗ ches . Sechszehende Betrachtung/ —— durchgehe, und daraus die wichtigſten Umſtaͤnde recenſire: „Den 10. Martii anno 1703.(ſpricht bemeld⸗ ter Botanicus) fieng ich meine neue Probe an, »ich nahm die Spitze eines Zweigs von dem «kleinen Indianiſchen Granat-Baum, welche »ſo dick als eine Schreib⸗Feder war; ich aſteckte ſie in eine glaͤſerne Flaſche, und ſetzte uſie vor ein Fenſter, welches oben im Hauſe »iſt, gegen die Mittags⸗Sonne; ich gab al⸗ „le Wochen 3. bis 4. mahl friſch Waſſer/ und »bemerckte die erſte Tage nicht, daß etwas »neues an meinem kleinen Aeſtgen hervorge⸗ »kommen; als aber die Sonne begunte mehr „Hitze zu geben, ſo veraͤnd erte ich das Waſ⸗ „ſer alle Tage, weilen mir vorkam, je oͤffter »ich friſch Waſſer gab, je geſunder und luſti⸗ »ger ſahe dieſes kleine Aeſtgen aus; endlich „aber wurde nach ungefehr 6. Wochen meine „Freude vollkommen; dann ich bemerckte an »dem Ende des Aeſtgens eine weiſſe Spitze 2. »Linien lang, und ſo dicke wie eine Steck⸗ „Nadel, ſo die kleine zarte Wurtzel war. „Dieſer kleinen Pflantze wolte ich eine et⸗ was ſtaͤrckere Nahrung geben, dahero nahm sich ein wenig gute und leichte Erde, zerrieb vſie zwiſchen den Fingern, und that ſie in das „Waſſer, den andern Tag merckte ich, daß edie Wurtzel um die Helffte zugenommen, ich „goſſe das Waſſer ſachte ab, um das leimigte „Weſen an der Wurtzel nicht zu zerruͤtten, vund gab ihr wiederum friſch Waſſer/ darein »ich ein wenig zu kleinem Staub geriebene „Erdt e Von den Luſt⸗Baͤumen. 381 „Erde miſchte. Diefe Erde ließ ich rings um »meinen kleinen Baum hinunter ſincken, und „war von Hertzen erfreuet, das kleine Aeſtgen »in einen kleinen Baum verwandelt zu ſehen. „Drey Tage hernach entdeckte ich eine andere „Wurtzel unter der erſten, welche mich ver⸗ »ſicherte, den rechten Weg geſunden zu ha⸗ »ben, wie man es anfangen muͤſſe, daß die »Reiſergen von auslaͤndiſchen Gewaͤchſen, »ohne Reyhuͤlffe der glaͤſernen Glocken und der Miſt⸗ eeten, Wurtzeln faſſen, mithin zum vollſtaͤndigen Wachsthum gelangen »koͤnnen. OHier lieſſe ich nun meine Bemuͤhung ſeyn, „dieſe andere Wurtzel eben auf dem Fuß zu tractiren und gieng mir ſowohl von ſtatten, „daß innerhalb 10. biß 12. Tagen die neue ⸗Wurtzeln nicht nur ſtarck wuchſen, ſondern »auch der obere Theil des Aeſtgens mit einer „Menge kleiner roͤthlichen Spitzen und Kno⸗ vſpen aufplatzte. „Nun war die Frage, wie man es wei⸗ „ter machen muͤſte, daß das kleine Baͤumgen von der allzu ſchwachen Nahrung abgewoͤh⸗ vnet, und ihm eine ſtaͤrckere angewieſen wer⸗ „den ſolle? Ich fuͤllte dahero ein klein Gefaͤß »mit guter Erde an, zoge das Baͤumgen aus „der Flaſche, und befunde die Wurtzeln mit „Leim umgeben, der ſich daran ringsherum »geſetzet hatte; in dieſer Beſchaffenheit brach⸗ »te ich es gantz behutſam in die Erde, womit vich nach und nach die Wurtzeln bedeckte, ich „unterließ auch nicht, es wohl eene un gurieuſer Garten⸗Liebhaber nun, wie man es ver⸗ Sechszehende Betrachtung, „und um das junge Staͤmmgen nicht auf ein⸗ „mahl in ein fremdes Land zu bringen, fo ſetz⸗ „te ich das kleine Gefaͤße in eine Schuͤſſel mit „Waſſer, damit die Wurtzeln ſich von dem „ernaͤhren koͤnten was ihnen die Gebuhrt „gegeben hatte. Allein es ſchiene mir, daß, „indem mein Baͤumgen erkennet, wie die Er⸗ de ſich vor daſſelbe beſſer als das Waſſer „ſchickte, daß es unter ſeiner Wurtzel das „Waſſer nicht mehr leiden wolte. Es trieb „zwar kleine Aeſtgen, aber von einer bleichen „Farbe, und die ſchoͤne Röthe/ ſo ſonſten den „neuen Trieb bekleidet, ware dabey nicht „mehr anzutreffen; ich erriethe auch die Urſa⸗ „che dieſes Ubeis, nahm dahero das Gefaͤße „aus dem Waſſer, und fieng mit dem kleinen „Granat⸗Baum alſo an umzugehen, wie mit „einem recht erwachſenen Stamm, der aus „ſeiner zarten Kindheit getreten; und alles „gienge wunderbar von ſtatten; den gantzen „Sommer war mein Baͤumgen mit ſchoͤnen „Blaͤttern gezieret, von einer gruͤn⸗und ro⸗ „then Farbe, die man nicht ſchoͤner abbilden „konte; den Winter uͤber gieng ich ſo mit ih⸗ „me um, wie man mit anderen zarten Baͤu⸗ „men umzugehen pfleget, welche die Kaͤlte „nicht vertragen koͤnnen, inmaſſen dann das „kleine auf dieſe Weiſe gezogene Kaͤumgen zu „Ende des Herbſts ſeine Blaͤtter fallen lieſſe, „und zu Anfang des Fruͤhlings wiederum neue brachte ꝛc. ꝛc. Aus dieſer ausfuͤhrlichen Beſchreibung ſiehet ein an⸗ 617 FaNl U Ende N irnehmen! und gue Von den Luſt⸗Baͤumen. 383 anſtalten muß, durch das Waſſer bey denen aus⸗ laͤndiſchen Gewaͤchſen die Propagation zu befoͤrdern; jedoch aber weilen wir hier zu Lande kein ſo war⸗ mes Clima wie in Franckreich haben, ſo folget un⸗ wiederſprechlich, daß wir die Probe ehender nicht als zu Ende des Aprilis, oder wohl gar erſt im Majo, fuͤrnehmen doͤrffen, allermaſſen die Kaͤlte und Nacht⸗Froͤſte dieſer neuen Operation hoͤchſt⸗ ſchaͤd⸗ lich ſeynd, und das Werck, wann es auch noch ſo genau angefangen wird, auf einmahl ruiniren. Es wird dahero ſtarcke Sonnen-Hitze unumgaͤnzlich erfordert, und daß man offtmahliges friſches Waſ⸗ ſer gebe, welches die beyden Fundamental- Stuͤcke ſeynd, worauf ſich das gantze Gebaͤude dieſer Wun⸗ der⸗vollen Vermehrung gruͤndet. Es kan die Probe mit allen auslaͤndiſchen Baͤu⸗ men und Stauden vorgenommen werden, als mit der Herba ſenſitiva, Arbuto, Jaſminen und ſo fort, woraus wir genugſam uͤberzeuget werden, daß die Meynung derer alten Schul⸗Fuͤchſe, welche da⸗ fuͤr gehalten, daß die Pflantzen nirgends als in der Erde ihre Nahrung finden koͤnten, auf ſehr ſchwa⸗ chem Grunde beruhe, und daß man dahingegen die Gebuhrt und Ernaͤhrung derer Gewaͤchſe dem Waſſer, welches das materialiſche Principium aller Dinge zu ſeyn beſchrieben wird, auf eine gewiſſe Zeit gantz ſicher anvertrauen koͤnne. Dergleichen Proben zeigen uns noch andere Autores, und inſonderheit Bacon, in ſeinem Sylva Sylvarum, mit einem Damaſcener Roſen-Stocke, welchen er auf dieſe Weiſe zur Blöthe gebracht hat; wir ſehen es auch an denen Hyacinthen, Nareiſ⸗ ſen und anderem Zwiebel-Wercke, wie oben in der drit⸗ 384 Sechozehende Betrachtung dritten und eilfften Betrachtung gemeldet, und ich ſelbſten zum oͤfftern probiret habe. Der Herr Abt von Vallemont meldet von die⸗ ſer neuen Propagation weiter, daß, wann man Re⸗ gen⸗Waſſer haben kan, und hiermit die Flaſchen angefuͤllet werden, daß ſodann dieſes an ſich gantz remarquable Werck viel ehender von ſtatten gehe/ abſonderlich wann man ein wenig Salpeter mit dem Waſſer vermiſche, und ein wenig Zucker dar⸗ unter thue. Sehen und lernen wir alſo zum Be⸗ ſchluß, daß gedachte neue Art unter die angenehm⸗ ſte Zeit⸗Vertreibung zu rechnen ſeye, wodurch wir das Vergnuͤgen erlangen, vor denen Fenſtern ei⸗ ner gegen Mittag gelegenen Kammer die allerra⸗ reſten Baͤume und Gewaͤchſe anzuziehen, ſolche demnaͤchſt zu vermehren, mithin unſere Gaͤrten in die gluͤckſeligſten Auen zu verwandeln. Siebenzehende Betrachtung. Von denen unterſchiedenen Arten in⸗ und auslaͤndiſcher Luſt ⸗ und Blumen⸗ Baͤume. Laurus Alexandrina. Malum aureum. Laurus Caſternea equina. Malum Aſlyricum. Oleander flore ſimplici. Malum punicum ſativum. Oleander flore pleno. Alum Citreum. Balauſtia flore pleno. Arbutus folio ſerrato. Laurus Vulgaris. Myrthorum variæ ele⸗ Laurus Tinus. gantiſſimæ ſpecies. Lauro-Ceraſus. Acacia Indica& ſiliquoſa. Laurus Mexicans. Acacia Ægyptiaca. Acacia Lue C. Von den Luſt⸗Baͤumen. 387 * 0*—* Acacia Americana Robini. verſæ rariores ſpecies Arbor Tulipifera. admirandæ. Goſsypium arboreſcens, Amygdalus flore plen 8 P 0. Oytiſaus Indica flore pleno. Perſica flore pleno. 8 Hrs tr 392 Jasminorum di) erſæ ele⸗ Althæa Virginiana Ricini gantiſſimæ ſpecies. folio. Roſa Sinenſis flore pleno. I Althæa Indica Bryoniæ fo- Meutanga Indica flore ple-lio. no. Arbor Draconis. Malva arboreſcens flore Anagyris. pleno. Geniſta Hiſpanica. EKethmia Arabica. Geniſtæ aflinis arbor foliis Alcea Americana arbore- pinnatis. ſcens, flore ex rubro, al. Ciſtus. bo& luteo variegato Ciſtus Indicus. Ppleno. Colutea Veſicaria. Pimpinella ſpicata maxi- Lotus arbor. ma Africana. Capſicum arboreſcens fru⸗ Alaternus. cxu rubro. Buxus deauratd arbore- Cotinus Coriaria. ſcens. Styrax. Cupreſſus. Orleana. Fie Arbor Melonis. Barba Jovis. Jacea argentea Raguſina Dracocephalon America- arboreſcens. num. Agnus caſtus. Cnsoron: Arbuſcula Coralli- Siliqua. Rosmarinus. Arbor Judæ. Sehie. Azedarach Aſiatica. Roſarum variæ ſpecies. Palma. Sambucus roſea flore glo- Roſarum exoticarum di-] boſo pleno, B6 Syrings 336 Siebenzehende Betrachtung, Syringa flore ſimplici. Ruſcus. tflore pleno. Ceraſus flore pleno. Rhus Sumach. Taxus. Nux Veſicaria. Abies. Agrifolium. Platanus. Laureola flore deciduo. Berberis. Arbor vitæ. Spiræa Theophraſti. Juniperus. Zixiphus Cappadocia Pli- Sabina. nii&c. Malum citreum. Malum eitreum, oder Malus medica, Citronen⸗ VBaum, iſt ein uͤberall beliebter und ſchoͤner Baum/ von verſchiedenen Gattungen. Die Vermehrung geſchiehet durch die Kerne, durch das Oculiren, Propffen, Ablactiren und Spalt⸗Toͤpffe, wie in der vorhergehenden Be⸗ trachtung angefuͤhret worden. Die aus dem Kern gezogene Baͤumlein ſchneidet man bis an den Gipffel aus, ziehet ſie fein gerad in die Hoͤhe, und thut ſie mit allerhand Arten guter Augen, zu ſeiner Zeit, oculiren, wodurch ſie luſtig Fanſen, und ihre herrliche Fruͤchte bringen wer⸗ en. Vor dem May bringet man dieſe Baͤume nicht leicht in den Garten, inmaſſen die Kaͤlte ihnen hoöſchſt zuwider iſt; die Stacheln und Doͤrner muͤſſen auch von denen Staͤmmen abgenommen, und alle duͤrre und abgebrochene Reiſer hinweg geſchaffet werden die Aushebung und Verſetzung hingegen, kan alle 3.4. oder 5. Jahre geſchehen, und ſollen die Gefaͤſſe oder Kaͤſten nicht gar zu groß ſeyn, geſtalten wit ſe⸗ hen, daß in denen kleinſten Gefaͤſſen dieſe ¹ Ud gülke f lulch einat Einte G efaulten Fltbſen,e hetſhechet Wann die kelt und ld. Zum B luntzen an len St den; einig lut, wie lit daß W mßdie Odt ſu 0. doht Wumgin Na0 il ded ten Okt Ind bewe IIten B Von den Luſt⸗Baͤumen. 987 nicht allein trefflich wachſen/ ſondern auch viel meh⸗ rere Fruͤchte bringen. Das Erdveich iſt in der vorhergehenden Betrach⸗ tung zur Genuͤge beſchrieben, es ſoll nicht gar zu ſtarck noch zu leicht ſeyn, man nimmt dahero gaͤntz⸗ lich verweſenen Miſt, weiſſen reinen Bach⸗Sand und gute friſche Garten⸗Erde, miſchet alles wohl durch einander, und nachdem es durch einen Sieb gelaſſen worden fuͤllet man die Gefaͤſſe hiermit an, und pflantzet die Baͤume dergeſtalten, daß die Wur⸗ tzel etwas aus der Erde ſtehen/ ein. Einige Garten⸗Freunde miſchen unter die Erde verfaulten Menſchen⸗Koth, und die Aſche von Kuͤrbſen, Wein⸗Reben und Herbſt⸗Roſen, und verſprechen ſich hiervon groſſen Nutzen, beſonders wann die Erde zuweilen um die Wurtzeln aufgelo⸗ ckert und mit anſtaͤndiger Bewaͤfferung erfriſche wird. Zum Begieſſen lieben die Citronen und Pome⸗ rantzen an der Sonne geſtandenes Waſſer, wor⸗ innen Schaaf⸗und Tauben⸗Miſt zerlaſſen wor⸗ den; einige loben auch das Ochſen ⸗oder Kaͤlber⸗ Blut, wie ingleichen auch den Wein, wann er un⸗ ter das Waſſer gemiſchet wird: im Winter aber muß die Befeuchtung ſehr maͤßig ſeyn. Gar zu viele Bluͤthen ſeynd dem Stamnme ſchaͤb⸗ lich, dahero die uͤberflüßigen abzunehmen, eine faſt unumgaͤngliche Nothwendigkeit iſt, Nach Vlichaelis-Tage beinget man die Gefäſſe in die Winter⸗Behaͤltniſſe an einen luͤfftigen, war⸗ men Ort, eroͤffnet bey warmen Taͤgen die Fenſter, und bewahret ſie auf die Art und Weiſe, wie in der Izten Betrachtung worden⸗ 2 Z0 383 Siebenzehende Betrachtung/ Zu Sommers⸗Zeiten zeiget ſich an denen Staͤm men zuweilen etwas Hartz, welches denen Baͤumen ſehr ſchaͤdlich iſt, wann es nicht ſogleich abgenom⸗ men und der Ort mit Baum⸗Wachs beſtrichen wird: dann und wann werden die Zweige welck, und fangen an zu trauren, welches von Ameiſen, Ungezieffer oder anbruͤchigen Wurtzeln herſtam⸗ met, dahero allerdings noͤthig iſt, zur Wurtzel zu raumen, und ſelbige zu durchſuchen; findet man A⸗ meiſen oder ſonſtiges Ungezieffer, ſo miſchet man ein wenig Brandtwein und Ruß aus einem Schorn⸗ ſtein durch einander, ſchuͤttet es in das Waſſer, und befeuchtet hiermit die Erde, wo ſich dann beſagtes Ungezieffer bald verlieren wird. Andere hingegen wollen ein wenig Kalck, mit Aſche vermiſchet, unter die Erde ſchuͤtten, und verſprechen gleiche Wuͤr⸗ ckung; findet ſich aber, daß die Wurtzeln anbruͤchig ſeynd, ſchneidet man das Faule mit einem reinen Meſſer hinweg, und beſtreichet den Ort mit Baum⸗ Wachs, andere nehmen geſchabtes Kammacher⸗ Morn, ſieben ſolches mit altem Leimen rein durch, vermiſchen es mit etwas Wein, und legen es an die Wurtzel, wodurch die Citronen⸗ und andere der⸗ gleichen Baͤume dermaſſen luſtig fortwachſen ſollen, daß man ſich daruͤber nicht genugſam verwunde⸗ ren koͤnne. Malum aureum. Malum aureum oder Malum aurantium, Poma au- rantia, Pomerantzen⸗Baum, iſt von ſehr vielen Gattungen, als: Malus aurantia valgaris major. 2 8 Ftructu majore ex luteo rubeſcente. Cuctu mineri e lutee rubeſcente. foliis — Malus Al dieſes 04 Wartl ſchund ſch lathe Uan hat Pnernltz hligen kle toſſe Kir kecht ſchon kung der brauchett Melum Apfl,t cher zwer 6 6* haken;? ſeile gt in Kaſte halten, fi Von den Luſt⸗Bäumen. 389 Malus aurantia folio maculato aureo. 4—foliis criſpis. —— flore pleno. — 2 m᷑Folio ex albo& viridi variegato. —— umilis, fructu minori&c.&c. Alle dieſe Arten verlangen mit denen Citronen glei⸗ che Wartung, die Blaͤtter ſend dick, breit, laͤng⸗ lich und ſchoͤn gruͤn, die Fruͤchte aber von Gold⸗gel⸗ ber Farbe. Man hat noch eine Art aus China, Chineſiſche Pomerantzen genannt, ſie wachſen nicht hoch und bringen kleine Blaͤtter und Fruͤchte, faſt wie eine groſſe Kirſche geſtaltet; die Bluͤthen hieran ſeynd recht ſchön und floriren haͤuffig, daher ſie zu Auszie⸗ rung der Zimmer und anderen Sachen nuͤtzlich ge⸗ brauchet werden. Malum&AHNyricum. Malum Aſſyricum oder Pomum Adami, Adams⸗ Aepffel, tragen Fruͤchte wie Pomerantzen, welche aber zwey bis dreymahl groͤſſer ſeynd, die Bluͤthen ſeynd den Citronen⸗Bluͤthen gleich, und thut die Cultur oder Wartung darmit ebenfalls uͤbereinſtim⸗ men. Malum Punicum ſativum. Malum punicum ſativum, Frucht⸗tragender Gra⸗ naten⸗Baum, bringet hier zu Lande nicht leichtlich ſeine Fruͤchte, ſondern wird mehrentheils zur Luſt in Kaͤſten und Gefaͤſſen, in einer fetten Erde unter⸗ halten, und bey trocknem Wetter fleißig begoſ⸗ ſen. Bb 3 Die 1% Siebenzohende Betrachtung/ SDie Gefaͤffe werden des Winters mit denen Ei⸗ tronen ⸗ und omerantzen⸗Baͤumen beygeſetzet/ und — die Pflegung mit denen Balauſtien gantz Aberein. Balauſtia flore pleno. Balauſtia oder Balauſtien mit gefuͤlten Blumen oder wilde Granaten ⸗Baͤume, ſeynd denen vorher⸗ gehenden an Geſtalt gantz gleich, nur daß ſie keine Fruͤchte, ſondern angenehme, recht ſchoͤne! hoch roth⸗ gefüllte Blumen tragen, faſt wie die Nelcken oder Gras⸗Blumen anzuſehen. Der Stomm wird ziemlich hoch, wann man ihn von denen vielen Neben⸗Aeſten befreyet/ er laͤſſet zu Herbſt-und Winters⸗Zeiten das Laub fallen, und bekommet mit angehendem Fruͤhling ein neues. Man pflantzet die Balauſtien in raumichte Ge⸗ faͤſſe und Kaͤſten, in eine ausgeſiebte reine, fette et⸗ was ſandigte Erde, welche mit alten verweſenen Miſte untermenget iſt. Der Schweine⸗Miſt kom⸗ met bey dieſen Baͤumen in beſondere Conſideration, und hat die Tugend, daß er ſelbige bald tragbar mache, wann man ihn in Waſſer einweichet, und hiermit die Erde den Sommer hindurch fleißig be⸗ feuchtet. Andere miſchen auch unter den Schwei⸗ ne⸗Miſt etwas Tauben-⸗Miſt, und wollen daraus ein Geheimniß machen, die Bluͤthen hierdurch zu befoͤrderen, wann nemlich beyde Stuͤcke, wann ſie verweſen ſeynd, um die Wurtzel geleget, auch in Waſſer eingeweichet, und das Erdreich hiermit bet⸗ goſſen wird. Im Mgit hegen Geſ Iun Gtele fl. Deca 1 da kun aushebe ſheidet, hes auch g Velhet d hen hebe wollen, Das 2 ſoſſem J ind groſſ Reübligt fillgen Gal, Von den Luſt⸗Baͤumen. 391 Im Sommer kan die Begieſſung nicht zu viel ge⸗ ſchehen, und muß alle 2. oder aufs hoͤchſte den drit⸗ ten Tag, nach Sonnen ⸗Untergang befolget wer⸗ den, weilen ſonſten die Knoſpen abfallen und alle Hoffnung zur Bluͤthe verlieren wuͤrden. Alle Frůh⸗Jahre nimmt man die oberſte Erde in denen Geſchirren hinweg, und leget friſche an de⸗ 15 Stelle, welches recht wunderbaren Nutzen at. Die Verſetzung geſchiehet im zten oder aten Fah⸗ re, da man den Stamm wie die Citronen⸗Baͤu⸗ me aushebet, die Wurtzel nach Nothdurfft be⸗ ſchneidet, und in andere Gefaͤſſe verpflantzet, wel⸗ ches auch geſchehen muß, wann die Baͤume, wegen Vielheit der Wurtzeln, in Wachsthum etwan ſte⸗ und keine Neben⸗Schoſſen treiden wollen. Das Beſchneiden iſt bey dieſen Baͤumen von groſſem Nutzen, welches ihnen ziemliche Zweige, und groſſe Bluͤthen zuwege bringet; wie dann auch die uͤbrig bleibenden Augen hiedurch neue Zweige treiben, und ſich dem Geſichte viel buſchigter und ſchoͤner præſentiren werden. Im Anfang des Octobris traͤget man dieſe Arten mit denen Pomerantzen bey, und befeuchtet des Winters die Erde mit lau⸗ warmen Waſſer nach Nothdurfft. Was die Vermehrung aber ange⸗ het, kan dieſelbe durch die Neben⸗Brut, durch einlegende junge Zweige, durch das Abſencken und Spalt⸗Toͤpffe vollzogen werden. Laurus vulgaris. Laurus vulgaris, Lorbeer⸗Baum, iſt ein anſehnli⸗ Bb a cher ee 392 Siebenzehende Betrachtung, cher recht ſchoͤner Baum, von verſchiedenen Gat⸗ tungen, als: Laurus vulgaris mas. — fœmina. 4 uvulgaris folio elegantiſſime varie. gato aureoo. Dieſer Baum liebet einen etwas ſtarcken Grund, mit alter verweſenen Miſt⸗Holtz⸗ und Garten⸗Er⸗ de. Im Fruͤhling kan man an denen jungen Baͤu⸗ men die Neben⸗Aeſte abnehmen, und 3. bis 4. Schuhe hoch in die Crone ziehen⸗ Der Lorbeer⸗Baum iſt hitziger Eigenſchafft, und ſtehet dahero nicht gerne an einem Sonnen⸗ reichen gar zu hitzigen Orte; man vermehret ſelbis gen durch die Neben⸗Brut, wie bey dem Lautus Tinus ſagen werde. Laurus Tinus. Laurus Tinus, wilder Lorbeer-Baum, gefaͤllet mir ſo wohl wegen ſeiner gruͤnen Blaͤtter, als ange⸗ nehmen Bluͤthen, mit am beſtenz er treibet aus ſei⸗ er Wurtzel ziemliche Staͤmme, ſo in viele Neben⸗ Aeſte auslauffen. Die Blaͤtter ſeynd breit, ſchmal und ſpitzig, die Blumen aber von einem runden zertheilten Blatt, wornaͤchſt eine kleine Frucht, wie eine Olive, folget, worinnen der Saame enthalten iſt, welcher einer Biene nicht ungleich ſiehet. Die Vermehrung geſchiehet durch einlegende Zweige, und die Neben⸗Brut, welche man im Aprili abnehmen, und in andere Gefaͤſſe, in eine gute, mit etwas Sand vermiſchte Miſt⸗und Gar⸗ ten Erde verſetzen, und bey trocknem Wetter feeiſ⸗ ſig begieſſen kan. Durch Dut Aehrlt flit ſalt He I denEtit lum d daß die C. Hnd eint ſchtt. E wohlel. figet mat ſehulcher oſſen, Hieltmehk Blaätkern guf denen Frbez a en Kirſe — Seuns ng Von den Luſt⸗Baͤumen. 393 Durch einlegende Zweige geſchiehet die Ver⸗ mehrung, wie in der 1Ften Betrachtung angemer⸗ cket habe, und gleichwie die Hoͤhe allen Baͤumen die allervollkommenſte Zierde giebt, alſo muß man dem Stamm nach und nach alle unnuͤtze Zweige be⸗ hutſam abnehmen, und ſeine Sorge ſeyn laſſen, daß die Erone dicht und rund werde, wortu die Hand eines geſchickten Gaͤrtners das mehreſte bey⸗ traͤget. Es iſt der Laurus Tinus nicht gar zart, und obwohlen er einen kleinen Froſt vertragen kan, ſo pfleget man ihn doch gegen Michaslis gemeiniglich beyzuſetzen, und des Winters mit lau⸗warmen Waſſer die Erde zuweilen zu befeuchten. Lauro. Ceraſdts. Lauro-Ceraſus, Kirſch⸗ Lorbeer, iſt ein recht an⸗ ſehnlicher Baum, welcher viele Aeſte treibet, mit groſſen, dicken, hell⸗gruͤnen, dem Lorbeer⸗oder vielmehr Citronen-Baum gleichenden ſchoͤnen Blaͤttern: Einige Arten tragen Blumen, welche auf denen Aeſten wachſen, und ſeynd von weiſſer Farbe; andere aber tragen Kirſchen, denen ſchwar⸗ tzen Kirſchen faft nicht ungleich, und ſollen, einiger Botanicorum Meynung nach, wider den Scorbue beruͤhmt ſeyn. Die—— welche mir bekannt ſeynd laſſen ſich in folgende eintheilen, als: Lauro⸗ Ceraſus absque fructu. 3 fructu ceraſio. ſfolio ex albo& viridi eleganter va- riegato. 4 folio aureo, ſeu ex albo& luteo ele. ganter variegato&c. Die Bb 5 3% Siebenzehende Betrachtung⸗ Die Erde, womit man die Gefaͤſſe anfuͤllet, ſoll et⸗ was ſtarck, ſandigt und mit guten, alten, verwe⸗ ſenen Miſte gemiſchet ſeyn: Die Verpflantzung ge⸗ ſchiehet im Fruͤhling, und die Vermehrung durch einlegende junge Zweige und die Neben⸗Brut. Durch abgeſchnittene Zweige habe ich dieſe Art gleichſalls vermehret, und wird befolget, wann man dieſelbe unten ein wenig aufſpaltet, und in gu⸗ te, etwas leichte Erde verpflantzet, und mit noͤthi⸗ gem Begieſſen unterhaͤlt; am beſten aber kommen dieſe Einſchnittlinge fort, wann mann die Gefaͤſſe im Fruͤhling auf ein Miſt⸗Beet, in heiſſen Pferd⸗ Miſt ſetzet, mit Fenſtern bedecket, und zum oͤfftern befeuchtet. Laurus Mexicana. Laurus Mexicana, oder Americana, Americani⸗ ſcher Lorbeer-⸗Baum, bekommet einen hohen Stamm, und iſt unter denen Lorber⸗Baͤumen der alleranſehnlichſte, rareſte und ſchoͤnſte, den man ſich nur vorſtellen mag, ſo wohl wegen ſeiner Hoͤhe, als des praͤchtigen Laubs und Blaͤtter, welche dem Citronen⸗Laube gleichen und noch einmahl ſo groß, als die gemeinen Lorbeeren ſeynd. So ſchön und rar nun dieſe Gattung iſt, ſo be⸗ hutſam will ſie auch unterhalten werden; Die Er⸗ de muß gut, etwas lucker und ſandig ſeyn; der Baum an ſich iſt hitziger und trockner Natur, dahe⸗ ro man denſelben, vor der Einſetzungeinen halben Tag im Waſſer ſtellet, die Wurtzeln nach Noth⸗ durfft beſchneidet, und demnaͤchſt in andere Gefaͤſ⸗ ſe verpflantzet, und den Sommer mit fleißigea Be⸗ gieſſen abwartet. Die⸗ — Dect Null⸗ ſchhur Wfalke! umen! flägt be Durch Uumehtt ſiche dult Kinſch 90 bon ft Nig woden. Dieſe kteihett Mpether elche k haben. * 0 Iinus ub Von den Luſt⸗Baͤumen 399 Dieſer Baum ſetzet an der Wurtzel nicht leicht Neben⸗Brut, weſſentwegen die Vermehrung auch ſchwer von ſtatten gehet; der Stamm bleibet Winter und Sommer gruͤn, und muß in einem warmen und luͤfftigen Zimmer vor der Kaͤlte ſorg⸗ faͤltigſt bewahret werden. Durch anhangende Spalt⸗Toͤpffe kan man die Vermehrung befoͤrderen, auch unterſuchen, ob ſolche durch das Oculiren auf wilde Pomerantzen⸗ und Kirſch⸗Lorbeer⸗auch andere dergleichen Staͤm⸗ me, von ſtatten gehen wolle. Laurust Alexandrina. Iſt in der vierzehenden Betrachtung beſchrieben worden. Laurus Caſternea equina. Dieſe Gattung wird gar groß von Stamme, ſie treibet runde und laͤngliche Blaͤtter, wie an denen Myrthen, und traͤget eben dergleichen Blumen, welche weißlicht ſeynd und einen lieblichen Geruch haben. Die Wartung kommet mit dem Laurus⸗ Tinus uͤberein. Oleander. Oleander, ſonſten auch Nericon Indicum, oder Laurus Roſea genannt, iſt von einigen recht ſchoͤnen Gattungen, als: Oleander ſeu Nericon flore rubro ſimplici. Eflore albo ſimplici. flore carneo odorato. flore rubro magno pleno. „ flore ex carneo& rubro variegato, ods· rato pleno. Die 396 Siebenzehende Betrachtung Die einfache Art waͤchſet wie ein Baum gerad in die Hoͤhe, bekommet einige Neben⸗Zweige mit ſpi⸗ tzig⸗zulauffenden, dunckel gruͤnen, breiten, dem Mandel⸗Laube gleichenden Blaͤttern, bluͤhet den gantzen Sommer, und kan man ihm faſt nicht zu viele Bewaͤſſerung geben. Man ſetzet ihn in rau⸗ michte Gefaͤſſe in etwas ſandigte, alte Miſt⸗und Garten⸗Erde, und laͤſſet ihm ſeine Zweige frey wachſen. Die Verſetzung kan alle 3. oder 4. Jahre geſche⸗ hen, die Vermehrung wird durch die Wurtzel⸗ Brut uͤberfluͤßig bewerckſtelliget. Die gefuͤllte Art, oder Nericon Indicum flore ple. no, kommet in weit groͤſſere Conſideration, weilen ſie nicht nur gröſſere Blaͤtter, ſondern auch viel ſchöͤ⸗ nere und wohlriechende Blumen bringet, welche ei⸗ ner gefuͤllten Roſe vielmahlen nichts nachgiebt, und in ziemlicher Anzahl beyſammen ſtehen. Dieſes Gewaͤchſe kan die geringſte Kaͤlte nicht vertragen, und ſetzet man es im Fruͤhling oͤffters in ein Treib⸗Haus oder unter ein Miſt⸗Beet, wo⸗ felbſten wann es einige Wochen geſtanden hat, in die freye Sonne gebracht werden an. Die Erde ſoll auch etwas beſſer, als bey dem ein⸗ fachen Oleander, ſeyhn, und kan man ſolche den Sommer hindurch mit Waſſer, worinnen Schaaf⸗ und Tauben⸗Miſt geweichet iſt, begieſſen. Die Vermehrung geſchiehet durch die Wurtzel⸗ Brut und durch einlegende junge Zweige, welche entweder, der vielmahlen gegebenen Anweiſung nach, eingeſencket, oder durch den Spalt, Topff gezogen werden. Durch abgeſchnittene Zweige 4 htdie ſehſt ar lracht, eech Mitte eine Whunmeh cher, de Gaͤge Stamm komtnet guts the lunde, d Der 2 ſuleErde Funhen, dichs⸗h⸗ huech die⸗ Ren, ducc Gunnen, felgete Deg Il Bün ſtalte 90 e dri Hären Von den Luſt⸗Baͤumen. 397 het die propagation auch von ſtatten/ wann ſolche nebſt denen Gefaͤſſen auf ein heiſſes Miſt⸗Beet ge⸗ bracht, oͤffters begoſſen, und mit Fenſtern bede⸗ cket werden. Arbutus Folio ſerrato. Arbutus oder Comarus, Erdbeer⸗Baum, waͤch⸗ fet in Spanien und Italien haͤuffig, und iſt in un⸗ ſeren Gaͤrten unter dem letzten Namen beſſer als Grcdent im Lateiniſchen bekanut. Die Blaͤtter haben in der Mitte eine rothe Ader, und kommen dem Lorbeer⸗ Baum einiger maſſen bey, nur daß ſie etwas blei⸗ cher dicker, und an denen Extremitaͤten wie eine Saͤge gekerbet oder eingeſchnitten ſeynd; der Stamm waͤchſet in einer guůten Erde wohl, und be⸗ kommet Neben⸗Aeſte, worauf im Julio und Au- guſto weiß⸗ oder röthliche Bluͤthen, und demnaͤchſt runde, dicke Fruͤchte folgen. Der Baum wird in Gefaͤſſe, in reine, luckere, gute Erde gepflantzet, und des Sommers an einem Sonnen⸗ reichen Orte, des Winters aber im Ge⸗ waͤchs⸗Hauſe aufbehalten. Die Vermehrung kan durch die abgenommene Zweige, durch das Einle⸗ gen/ durch die Neben⸗Schoßlinge, und durch den Saamen, wann man ſolchen haben kan bewerck⸗ ſtelliget werden. Myrthhus. Die Myrthen⸗Baͤume ſeynd angenehme, ſchoͤ ne Baͤume, welche in allerhand Figuren und Ge⸗ ſtalten gezogen werden, ſie behalten des Winters ihre artige Blaͤtter, und zieren des Sommers die Gaͤrten mit ungemeiner Schoͤnheit, Die 398 Siebenzehende Betrachtung, Die Arten ſeynd unterſchieden und nachfolgen⸗ de unter denen beſten, als: Myrthus communis, c(Caulibus rubentibus odore Citri- fltikolt foliis criſpis minoribus. frollis Rosmarini. foliis minoribus, flore pleno. Jarentina tenuifolia minima. „„½ oöne ues foliis mucronatis, ex albo& viridi variega- tis, ſeu folio argenteo, floſculis rubro candidis.&c. Die Vermehrung geſchiehet durch die Nehen⸗Brut an der Wurtzel, duͤrch das Abſencken und durch ab⸗ gebrochene Zweige, wie bey dem Roßmarin: Die letztere Art iſt am beſten, wann man ſolche, wie bey dem Olcander flore pleno gemeldet habe, auf ein Miſt⸗Beet bringet. ˖ Wann die Erde in denen Geſchirren zu mager wird, muß man dieſe Baͤumlein verſetzen, welches im Fruͤhling, niemahlen aber im Herbſtegeſchehen ſoll, angeſehen ſelbige ſich um dieſe Zeit nach Noth⸗ durfft nicht erholen, und vielen merckwuͤrdigen Ungemachen unterworffen ſeyn werden, welche ſich erſt im andern Jahre hervor thun, daß die Baͤume ohne alle ſichtbare Zeichen vertrocknen, und man groſſe Muͤhe, Fleiß und Sorgfalt anzuwenden hat, wann ſie bey Ktaͤfften erhalten werden ſollen. Das Erdreich ſoll etwas ſandig lucker/ und ſett ſeyn, mit alten verfaulten Miſt⸗und Garten⸗oder Wieſen⸗Grunde untermiſchet; am beſten aber iſt, wann man alle dieſe Stuͤcke durch ein 8ʃ65 ie U 2—— Sihl fil. O⸗ Jlärnt then de 46 Sun Die g Bumlei Ruffge! en ftucht in Wite Oond recht vor ſchreiben 1495 Acadle nd/ ohn en We „De s Shamen cet/ einqft de Ede 8 donn P ſtynd, Und de waͤchſe iualt lit auf hleg Von den Luſt⸗Baumen. 399 518 lauffen laͤſſet, und die Erde ordentlich præpa⸗ Tiret. Die Myrthen mit verſilberten und verguldten Blaͤttern, ſeynd von anſehnlicher Schoͤnheit, ſie lieben die Feuchtigkeit, und wollen ſo wohl Winter als Sommer hierbey erhalten werden. Die gefuͤllten Myrthen ſeynd herrliche ſchoͤne Baͤumlein/ mit Blaͤttern dick beſetzet; ſie tragen haͤuffige Blumen den gantzen Sommer, und lie⸗ ben feuchtes und fettes Erdreich, und beſonders im Winter gute Wartung. Acacia Indica& ſiliquoſa. Von denen Acacien⸗Baͤumlein giebt es einige recht vortreffliche Arten, wovon etliche dahier be⸗ ſchreiben will. Acacia Indica, Indianiſcher Acacien⸗Baum, iſt ein fremdes, zartes und rares Baͤumlein, welches vor Michaklis-Tage unter ein Obdach gebracht, und, ohne Beruͤhrung des Stammes, mit lau⸗war⸗ men Waſſer befeuchtet werden will. Die Vermehrung geſchiehet Anfangs durch den Saamen, welchen man zuvor in Waſſer einwei⸗ chet, und wann er wiederum abgetrocknet iſt, auf ein Miſt⸗Beet in Gefaͤſſe geſtecket wird; man muß die Erde bey maͤßiger Befeuchtung erhalten, wo er dann in 3 bis 4. Wochen aufgehen wird. Wann die Pflaͤntzlein Fingers lang erwachſen ſeynd, kan man ſie in gute luckere Erde verpflantzen, und darmit verfahren, wie bey denen Garten⸗Ge⸗ waͤchſen erinneret worden; wann der Saame gar zu alt iſt, pfleget er zuweilen im kuͤnfftigen Jahre erſt aufzugehen, dahero man ſich dießfallsnicht uͤ⸗ bereilen darff. Im 40⁰ Siebenzehende Betrachtung⸗ Im dritten Jahre pflegen dieſe Baͤumlein nach der Ausſaat zu floriren, die Blumen hangen an ſubtilen Stielen, und haben einen angenehmen de⸗ nen Jasminen faſt gleichenden Geruch, weilen ſie aber die Kaͤlte im geringſten nicht vertragen koͤnnen, ſo muß man moͤglich Sorge tragen, ſie des Win⸗ ters zu bewahren. Alle drey Fahre pfleget die Verſetzung zu geſche⸗ hen, duͤrre Reiſer und uͤberfluͤßige Zweige nimmt man im Fruͤh⸗Jahre ab, und bringet vor dem May die Gefaͤſſe nicht in den Garten. Andere Arten, als Acacia Indica ſiliquoſa, Aca⸗ cien-⸗Baum mit krummen Schoten, verlangen gleiche Wartung/ und werden durch den Saamen/ wann man ſolchen haben kan, gluͤcklich gezogen. Acacia Ronptiaca, Hore luteo glaboſo adoraio. Acacia Ægyptiaca, wird von einigen frutex ſenſi⸗ bilis genennet, weilen die Blaͤtter die Art haben, daß ſie bey kalten Wetter ſich zuſammen ziehen. Dieſe Staude wird nicht viel uͤber eine Elle hoch⸗ und hat kleine Paar⸗weiſe beyſammen geſetzte Blaͤt⸗ ter, und kleine wohlriechende Bluͤmlein. Der Saame wird aus der Fremde verſchrieben/ und, wie bey der Acacia Indica erwehnet worden, auf einem Miſt⸗Beet gezogen und verpflantzet⸗ Acacia Americana Heobini. Acacia Americana Robini iſt ein bekannter Baum, und nicht mehr ſo rar, als er vor dieſen geweſen: Man liebet ihn wegen ſeines angenehmen Laubs und vortrefflichen Geruchs ſeiner Bluͤthen, er waͤchſet hoch und tieff in die Erde, und giebt dem Garten zu Sommers Zeiten einen lieblichen Schat⸗ ten. Duch Duch! Mult 9 006 WI 00 ige J 1 000 Ih de Vll cehund Otgebra Peſtüchtu duts bert don f1 Hlden kal Het ih vorgeh gerihme nen⸗Bg urtig, ſchtieben J in Eia ſige Gak üitze ft Onen nie Wor de Jacheng mung Suamm und do Laub ſ 10 Id m Von den Luſt Baͤumen. 40t Durch die an der Wurtzel auslauffende Neben⸗ Brut geſchiehet die Vermehrung, und kan des Winters, wann er etwas erwachſen iſt, in dem Garten gelaſſen werden; einige pflegen ihn auch einige Jahre in Gefaͤßen zu unterhalten, und brin⸗ gen ihn demnaͤchſt in den Garten. N Der Saame wird vor der Ausſaat eingewei⸗ chet, und auf ein Miſt⸗Beet oder Sonnen⸗reichen Ort gebracht, und, bis er aufkeimet, bey noͤthiger Befeuchtung erhalten, wo er demnaͤchſt ander⸗ waͤrts verpflantzet, und mit guter Erde umleget werden kan. Arbor Tulipifera. Hier kommen wir an ein Gewaͤchſe, wovon in vornehmer Herren Caͤrten viel geſprochen und geruͤhmet wird; dieſes iſt der ſogenannte Tulipa⸗ nen⸗Baum, ein Baum, welcher aus Atrica ge⸗ buͤrtig, und ſeiner Seltenheit halber hoch ange⸗ ſchrieben ſtehet. Ich fuͤr mich geſtehe gar gerne, daß an die⸗ ſem Stamm ſo viele Wunder nicht finde, wie ei⸗ nige Garten⸗Freunde daraus machen wollen, das eintzige iſt, daß er noch zur Zeit rar, und aller Orten nicht gemein iſt. Vor 5. oder 6. Jahren, als ich zu Arnſtadt war, hat der Fuͤrſtliche Gothaiſche Hof⸗Gaͤrtner ſolchen aus Schwebert fuͤr Seine Koͤnigliche Maje⸗ ſtaͤt in Pohlen geholet, und theuer bezahlet; der Stamm war ziemlich groß, mit einigen daran hier und dort ſtehenden unordentlichen Zweigen; das Laub ſcheinet der Malvæ arboreſcenti etwas aͤhn⸗ lich zu ſeyn; die Blumen aber habe nicht geſehen, und wann dem luſſeklchn Bericht Glauben bey⸗ c zu⸗ 40² Siebenzehende Betrachtung⸗ zumeſſen iſt, ſollen ſie ſchoͤn von Farben ſeyn, und rechten Tulipanen beykommen. Wann man den Saamen von den Hollaͤndern haben kan; ſo kan man dieſe Art Baͤume daraus erziehen, aber auf die Weiſe, wie man die Aca- ciam Indicam ziehet; das Erdreich muß lucker, et⸗ was ſandigt und fett ſeyn und weilen die Kaͤlte ihnen ſehr ſchaͤdlich iſt, muß man ſie darvor beſt⸗ moͤglichſt verſichern. Goſſhpium arboreſcens. Goſſypium arboreſcens, Xylon oder Bonibax, Baumwollen⸗Baum, iſt ein artiges recht feines Bäumlein, mit wohlgeſtalten Blaͤttern und pur⸗ purgelben Blumen; hiervon ſaͤet man den Saa⸗ men im Fruͤh⸗Jahre auf ein Miſt⸗Beet, und thut die Pflaͤntzlein in Gefaͤtze in gute reine Erde ver⸗ pflantzen; gegen den Herbſt bringet man die Ge⸗ faͤße bey; der Saame iſt mit einer weiſſen Wolle uͤberzogen, und wann ſolche abgenommen wird, ſcheinet er gantz ſchwaͤrtzlich. tinus Indica, Hore pleno. Unter denen ſehr vielen aus Indien und an⸗ dern entfernten Landſchafften gebrachten exoriſchen Gewaͤchſen, iſt das dahier beſchreibende Baͤum⸗ lein nicht das geringſte; es vergleichet ſich denen Balauſtien, und bringet wohlgeſtalte gefuͤllte Blu⸗ men, welche wie gefuͤllte kleine Roſen ausſehen 5R4 dem Stamme eine ausnehmende Zierde ge⸗ en. In denen warmen Laͤndern traͤget der Stamm zeitigen Saamen, woraus er auch erzogen 5 an⸗ „De⸗ iberal! Mgelaf Mchen! Von den Luſt⸗Baͤumen. kan; die Vermehrung kan auch durch einlegende Zweige und anhaͤngende Spalt⸗Toͤpffe geſchehen, und demnaͤchſt in gute etwas ſandigte Erde ver⸗ pflantzet, und vor der Kaͤlte in eine luͤfftige warme Kammer gebracht, und wie Balauſtien gepfleget werden. Jarminum. Cs begreiffen die Jaſminen einige recht beſonde⸗ re und vortreffliche Gattungen in ſich, als: Jasminum Vulgare, flore albo. — Hiſpanicum, flore albo pleno& ſim- plici. Catalonicum, flore majore, externe ru- bento. Catalonicum, flore pleno. Alrabicum, flore albo. KArabicum, Aurantii folio, flore albo pleno. EAxoricum, trifoliatum, flore alho odo- ratiſſimo. Americanum, flore purpureo Perſicum, flore cæruleo. Bacciferum luteum. *!Indicum flavum odoratiſſimum. — Indicum flore rubro. Indicum arboreſcens, laurifolium flore albo pleno. humile luteum,&c.&c. Die gemeine gelbe und weiſſe Jaſminen ſeynd uͤberall bekannt, und koͤnnen des Winters im Gar⸗ ten gelaſſen, auch, wann man will, mit andern Ge⸗ waͤchſen beygeſetzet werden. Ce 2 Die 404 Siebenzehende Betrachtung/ Die Vermehrung verrichtet man im Aprili, durch ablegende Zweige und die Wurtzel⸗Brut. Jaminum Hiſ ſpanicum. Das jaſminum Hiſpanicum, Spaniſcher Jaſ⸗ min, iſt von dem vorigen ſehr unterſchieden, in⸗ maſſen ſeine Blaͤtter und Bluͤthen nicht allein viel groͤſſer, ſondern auch von einem angenehmern Ge⸗ ruch ſeynd; die gefuͤllten ſtehen ſehr ſchön. Die Erde wird aus wohl geſiebten Garten⸗ Grunde, etwas weiſſen Bach⸗Sand, und alter Miſt⸗ und Holtz⸗Erde præpariret. Die Vermehrung geſchiehet durch das Oculi- ren, Pfropffen und Abſaugen auf gemeine Jaſmi⸗ minen, auch durch Anhaͤngung derer Spalt⸗Toͤpf⸗ fe, und einſchneidende Zweige, wie bey denen Nelcken oder Gras⸗Blumen. Im Sommer lieben dieſe Gewaͤchſe offtere Begieſſung, im Winter aber nach Nothdurfft; vor dem May bringet man ſie nicht leicht in den Garten, und, wann es geſchiehet, muͤſſen ſie be⸗ ſchnitten, und von duͤrren Reiſern gereiniget wer⸗ den; um Michaẽlis werden ſie beygeſetzet. Auf der Franckfurter Meſſe hat man vor die⸗ ſem von denen Italiaͤnern dieſe Gattungen haͤuffig zu Kauffe bekommen koͤnnen; allein unſere Gaͤrt⸗ ner ſeynd nunmehro kluͤger worden, und wiſſen durch vorbeſagte Arten der Propagation die Ver⸗ mehrung dergeſtalten einzurichten, daß ſie das Geld ſelbſten verdienen koͤnnen, und man an aus⸗ W Orte ſo viel nicht mehr verſchwenden arff. Jum.⸗- 77 Der Cala iſhe,10 De Alb lahtts Stad ftlibet eutge Uuckichen hen an klene und in J.ft roth llb⸗ Guch, welt lachhiebt Dieet Jyu ctz Gewät bor denen b den. Die Etde ſchen Jaſt Ehläſſet! Reine Stit das Mhenck an kinige! Gffäße ffar fig in§f Du Gommeh cltis eſcht Ee Von den Luſt⸗Baͤumen. 405 Jarminum Catalonicum. Der Cataloniſche Jaſmin iſt eine Art des Spa⸗ niſchen, und verlanget gleiche Wartung. jauminum Arabicum. Der Arabiſche Jaſmin wird wegen ſeiner Ge⸗ buhrts⸗Stadt der Alexandriniſche genennet; er treibet eiuige Aeſte mit vielen Blaͤttern, ſo denen Tuͤrckiſchen Hollundern gleichen; die Blumen ſte⸗ hen an kleinen Stielen, ſeynd oben ausgehoͤhlet, und in 5. ſternigte Theile abgeſondert, zuweilen roth und auch weiß, von einem ungemein lieblichen Geruch, welcher der Pomerantzen⸗Bluͤthe nichts nachgiebt. Dieſer Jaſmin iſt ein uͤberaus zartes und geli⸗ cates Gewaͤchſe, und will noch vor Michaẽlis-Tag, 5 denen beſorgenden Froͤſten beygetragen wer⸗ en. Die Erde præpariret man, wie bey dem Spa⸗ niſchen Jaſmin angewieſen habe. Es laͤſſet ſich dieſer Jaſmin auf die wilde und ge⸗ meine Staͤmme pfropffen und oculiren, doch iſt das Abſencken am ſicherſten, und geſchiehet, wann man einige wilde Staͤmme darneben in eben das Gefaͤße pflantzet, ein Jahr ſtehen laͤſſet, und dem⸗ naͤchſt im Fruͤhling ablactiret. Im Winter lieben ſie einen warmen und luͤff⸗ tigen Ort, daß man ihnen durch Eroͤffnung derer Fenſter zuweilen Lufft und Sonne zukommen laſ⸗ ſen kan. Jauminum Americanum, flore purpures. Das Jaſiminum Americanum habe bey denen Sommer⸗Gewaͤchſen unter dem Namen Quamo- clitis beſchrieben. Eini⸗ Ce3 40⁶ Siebenzehende Betrachtung Einige Autores ziehen es unter die Stauden, welche den Winter aushalten; andere hingegen, und in ſpecie der Jardinier Fleuriſte, halten es fuͤr ein Sommer⸗Gewaͤchſe, und iſt mir von auswaͤr⸗ tigen Orten dafuͤr auch geſchickt worden und al⸗ ler anwendenden Sorgfalt ohngeachtet, des Win⸗ ters zu Grunde gegangenz doch will mir die Muͤhe geben, und mit kuͤnfftigem Jahre probiren/ob es werde conſerviren koͤnnen. Eine Art des Americaniſchen Jaſmins iſt noch uͤbrig, mit purpurfarbenen Blumen, ſo auf die ge⸗ meine Arten oculiret wird, und auch wie die Nel⸗ cken eingelegt zu werden pfleget. Dieſes hat mit dem Spaniſchen gleiche War⸗ tung, und achte dahero unnoͤthig, hiervon weiters zu ſprechen. JasHin Derſicum, flore cæruleo inciſo. 7 Jaſminum Perſicum, blauer Jaſmin, mit einge⸗ ſchnittenen und zertheilten Blaͤttern, bringet wohl⸗ riechende Strauß⸗weiſe beyſammen geſetzte Blu⸗ men, liebet fette mit Sand dermengte Erde, wird im Fruͤhling in Gefaͤße verpflantzet, und durch die Neben⸗Brut und Zerreiſſung des Stocks mit den Wurtzeln vermehret. Jauminum bacciferum luteum. luteum bacciferum, Rauten⸗Jaſmin, hat Rauten⸗formige Blaͤtter und gelbe Blumen, worauf runde Beerlein folgen; die Vermehrung geſchiehet durch die Neben⸗Brut, wie bey dem vor⸗ hergehenden Jaſmino Perſico gemeldet habe. Ja ſminun Jumi- machek en ſe Ihege, wit ffteg. Die Verg Spalt Tief wülde Jaſtt heh denen N et feucht g ſchen Notd⸗ Venlauff ein 4 187 Hehtundande 0 Ier Von den Luſt⸗Baͤumen. 407 Jarminum Indicum fore luteo. Dieſer Jaſmin wird vom Ferrario Jaſminum Indicum odoratum flavum genennet, und iſt einer von denen allerſchoͤnſten; er bekommet niedrig han⸗ gende mit Blaͤttern beſetzte Aeſte, woran laͤngliche recht artige Blumen ſtehen, in Geſtalt einer klei⸗ nen Lilie, die ſehr angenehm riechen. Man pflantzet dieſe Art in raumichte Geſchirre, in eine fette luckere ſeuchte und etwas ſandigte Er⸗ de, bringet ſie an einen Sonnen⸗reichen Ort, und machet ein ſauberes Gelender darneben, um die Zweige, wie die Paßions⸗Blume, daran anzu⸗ hefften. Die Vermehrung geſchiehet durch anhangende Spalt⸗Toͤpffe, und das Abſencken auf gemeine wilde Jaſmine, wie auch durch das Einlegen, wie bey denen Nelcken; es muͤſſen aber die Zweige im⸗ mer feucht gehalten, und vor der Kaͤlte und ſchaͤd⸗ lichen Nord⸗Winden wohl befreyet, und erſt nach Verlauff eines Jahres vom Stamme abgenom⸗ men, und anderwaͤrts verſetzet werden; dasSchnitt⸗ Holtz oder abſchneidende junge Zweige ſollen zu dieſem Ende gleichfalls dienlich ſeyn, wann man dieſelbe im Fruͤh⸗Jahre, ehe die Augen treiben, mit dreyen Augen abnimmt, unten ein wenig ſpaltet, und bis an das andere Auge, daß eins aus der Erde zu ſtehen komme, in Geſchirre verpflantzet. Jauminum Indicum Aare rubro. Dieſer Jaſmin iſt gleich dem vorhergehenden ein zartes Gewaͤchſe, und wegen ſeiner Schoͤnheit und wohlgeſtalten Blumen allen andern vorzuziehen. Ce4 Die 406 Siebenzehende Betrachtung⸗ Die Wartung verſtehet ſich von ſelbſten, und kommet die Vermehrung mit dem vorigen gantz uͤberein, zumahlen man im Fruͤhling die niedrigſten Zweige einſchneidet, in gute leichte Erde bieget, wohl begieſſet, und zu geſchwinder Bewurtzelung einige Wochen im Schatten erhaͤlt. Da nun die Rancken oder Zweige wie der Wein⸗ ſtock in die Hoͤhe zu gehen pflegen, ſo iſt gleich⸗ falls noͤthig, ein Gelender dabey zu verfertigen, und die Gefaͤße an eine Mauer in die Sonne zu ſetzen, auch die Zweige alle Fruͤh⸗Jahre wohl zu beſchneiden, indem ſie ſonſten wie der Wein⸗ ſtock in das wilde wachſen, und gar wenige Blu⸗ men, an welchen jedoch das mehreſte gelegen iſt, tragen werden. Jauminum Indicum arboreſcens laurifolium, Hore Pleno. Dieſer Jaſmin iſt ein vollkommen ſchönes Ge⸗ waͤchſe, und gar nicht gemein; die Blaͤtter gleichen denen Lorbeer⸗Blaͤttern, die Blumen aber ſeynd —— und gefuͤllt, folglich hoͤher, als die vorigen, zu achten. Die Vermehrung kan gleichfalls durch das Ab⸗ ſaugen und anhangende Spalt⸗Toͤpffe vorgenom⸗ men werden; weilen aber dieſe Gattung zart und delicat iſt, auch des Winters feine Blaͤtter behaͤlt, ſo muß man ſolche an einem warmen und luͤfftigen Ort bewahren, auch nach Barcholomæi unter ein Obdach bringen; zu dem Begieſſen lieben ſie lau⸗ warmes Waſſer, und wann man ein oder zwey Haͤnde voll gaͤntzlich verweſenen und zur Erde ge⸗ w ordenen Menſchen⸗Koth in die Gefaͤße 5 ur⸗ Wutteh Mgung l ſheſe gewöhllch! ftuchung dt heldtr bott en Stamn 10/ Rn Gie ſcein Men, und hheh uns bett etlcchen geh Colche v die Sineſſet einigen Ma ſche oder E wehen ihte Eprüche A Meſſterſtäck — Von den Luſt⸗Baͤumen. 409 ee Wurtzeln bringet, ſollen ſie, einiger Scribenten „ag Meynung nach, recht vollkommen wachſen, und viele ſchoͤnere und groͤſſere Blumen, als ſonſten gewoͤhnlich iſt, tragen; im Winter muß die Be⸗ feuchtung auch ſehr maͤßig geſchehen, und nicht ehender vorgenommen werden, bis die Blaͤtter an dem Stamm zu vertrocknen ſcheinen. 4α Roſa Sinenſis arboreſcens, Hore variegato 2 pleno. Eine ſchoͤne Blume erluſtiget das Gemuͤth und * fAugen, und fuͤhret etwas reitzendes bey ſich, wel⸗ NVNWZßches uns beweget, daß man ſolche aus einem in⸗ etn bre nerlichen geheimen Triebe lieben muß. Solche vollkommene ſchoͤne Blumen ſeynd nun die Sineſiſche oder Chineſiſche Roſen, welche von einigen Malva Indica, Malva Japonenſis, Indiani⸗ ſche oder Sineſiſche Pappel⸗Roſen genennet, und, wegen ihres praͤchtigen Anſehens, mit vielen Lob⸗ e Spruͤchen erhoͤhet, und als ein ausnehmendes tte fuld 3 rechtſchaffener Garten⸗Luſt betrachtet Wwerden. Die Arten, ſo viel ich Nachricht habe, ſeynd l einerley, ſondern in der Farbe unterſchieden, Wt als: Roſa Sinenſis arboreſcens flore purpureo& albe variegato pleno. fllore rubro& albo variegato pleno. —flore luteo& rubro variegato pleno&c. Alle dieſe Gattungen verdienen in einem wohlan⸗ gelegten Garten eine Stelle, und ſeynd wegen de⸗ 80 rer vielfaͤltigen Farben ihrer Blumen aller Muͤhe * Ce 7 und 4t0 Siebenzehende Betrachtung⸗ und Aufſicht werth, welche ein curieuler Garten⸗ Freund darauf wendet. Kan man von denen Hollaͤndern zeitigen guten Saamen bekommen, ſo kan die Vermehrung dar⸗ aus geſchehen, wann man ſolchen im NMartio und Aprili auf ein Miſt⸗Beet oder in Geſchirre, die mit leichter guter fetter und etwas ſandigter Erde angefuͤllet ſeynd, ſtecket ſolche mit lau⸗ warmen Waſſer zuweilen befeuchtet, und in heiſſen Pferd⸗ Miſt einſtecket, Fenſter daruͤber bringet, und die aufgehende Pflantzen vor der Kaͤlte auf das ge⸗ naueſte bewahret, mithin im Junio aushebet, in Gefaͤße verſetzet, und ſowohl Winter als Sommer wohl pfleget und wartet. Gegen den Mau bringet man ſelbige aus denen Winter⸗Behaͤltniſſen wieder in den Garten und ver⸗ pflantzet ſie in raumigte Gefaͤße, wo ſie, Henrich Heſ⸗ ſens Meynung nach/(d) in zwey oder dreyen Jah⸗ ren ihre vollkommene ſchoͤne Blumen bringen ſol⸗ len, welche ſich endlich wie die dickſten Centifolien oͤffnen, und mit verſchiedenen herrlichen Farben dergeſtalten in die Augen leuchten werden, daß es das Anſehen gewinnet, als wenn die Goͤttin Flora, dieſes an ſich auſſerordentliche Gewaͤchſe recht vollkommen zu machen, daruͤber ihren gan⸗ tzen Reichthum ausgebreitet habe. Allein ſo ge⸗ wiß ermeldter Henrich Heſſe dieſes machet, ſo un⸗ richtig trifft es mit der Probe uͤberein, und hat die Erfahrung vielmehr gewieſen, daß, wann man nicht ein abſonderliches Treib⸗Haus haͤlt, und 5 e5 Quiſcher Gaͤrtner. Libr. 2. Cap. 26. fol.m.335& ſedq⸗ Von den Luſt⸗Baͤumen. 41r ſes Gewaͤchſe mit Gewalt zwinget, man niemah⸗ len die Blumen zu hoffen haben wird. Es giebt noch eine Art mit gelben und rothen VBlumen, woran das Laub ſaſt wie Neſſeln geſtal⸗ tet iſt; die Wartung kommet mit der vorigen uͤber⸗ ein, wie auch alle andere Gattungen, welche hie⸗ her gehoͤren, und kan die Vermehrung durch ab⸗ gebrochene Zweige, wie bey dem Alcea arboreſcen⸗ te, geſchehen. Meutanga Indica Hore pleno. Hat ein curieuſer Garten⸗Liebhaber an denen Sineſiſchen Roſen Luſt und Ergetzlichkeit gefunden, ſo wird ihm die dahier beſchreibende ſehr rare Staude nicht weniger Vergnuͤgen geben, inmaſ⸗ ſen aus der auſſerordentlichen Groͤſſe ihrer dickge⸗ fuͤlten Blumen eine rechte Majeſtaͤt hervorſchei⸗ net, welche den Stamm unter die Anzahl derer vollkommenſten Gewaͤchſe ſetzet. Die Vermehrung geſchiehet durch die Neben⸗ Brut an der Wurtzel, welche man zu Ende detz Aprilis abnimmt, und in andere Gefaͤße in eine recht gute und etwas ſandigte ausgeſiebte Erde verpflantzet. Im Sommer liebet dieſes Gewaͤchſe einen Son⸗ nen⸗reichen von denen Nord⸗Winden befreyeten Ort, und offtmahls wiederholende Begieſſung, im Winter aber ein luͤfftiges warmes Behaͤltniß. Gegen den May, wo man die Gefaͤße in den Garten bringet, thut man den Stoek wie die Ro⸗ ſen⸗Buͤſche beſchneiden, und reiniget ſie von de⸗ nen duͤrren Stengeln, wo man dann zu Ende des Monats Julii die praͤchtigen Blumen,* wei 412 Siebenzehende Betrachtung, weiß und purpurfarbig, auch zuweilen roth und gelb ſeynd, zu gewarten haben wird. Malva arboreſcent, Hore pleno. Malva arboreſcens, oder Alcea arboreſcens 89. riaca, Syriſcher Pappel⸗Baum, iſt ein anſehn⸗ licher groſſer Aſchen⸗farbiger Stamm, mit vielen knolligten Aeſten, faſt denen Baͤumen gleich, ſo durch den Saamen und abgeſchnittene Zweige ver⸗ mehret und fortgepflantzet wird. Den Saamen ſtecket man im Fruͤhling auf ein Miſt⸗Beet, oder in eine zubereitete gute Garten⸗ Erde, und nachdem die Pflantzen aufgegangen ſeynd, koͤnnen ſie in Gefaͤße und in das Land ver⸗ ſetzet, und, wann es die Nothdurfft erfordert, fleiſ⸗ ſig begoſſen werden; gegen den Herbſt aber muß man die im freyen Lande ſtehende in Geſchirre bringen, und des Winters vor der Kaͤlte bewah⸗ ren, wo ſie dann, wann ſie zuweilen mit lau⸗war⸗ men Waſſer befeuchtet werden, im zukuͤnfftigen Sommer ihre weiſſe und rothe Blumen bringen. Die gefuͤllte Art iſt hieſiger Landen ſehr rar, und erfordert auch beſſere Wartung. Einige wol⸗ len die einfache Gattungen nach 3. Jahren des Winters im Garten laſſen; allein es iſt nicht zu trauen, und als ich ſolches einigemahlen probiret, ſeynd mir alle Arten auch verfroren, und gaͤntz⸗ lich zu Grunde gangen. Aethmia Arabica. Kethmia Arabica iſt ein Malven⸗ Geſchlecht, und verſchiedener Gattungen, als: Kethmis D. Vemmel dlch die Ne Ind erſordert gliche Watt Acta Ame⸗ wegen der! men denen einige halte flean ich he Unter welch Wiltburg deß/ ult der Es w0 Fägenbauf Rülte gusge Wuchn Sthet ge Unken leichte un, Mfe Von den Luſt⸗Baͤumen. 413 Kethmia Arabica flore purpureo. 3 flore albo pleno. 8—flore ex rubro& albo variegato. —flore purpureo VMolaceo. ——Indica arborea papagæ folio. ——Indica populi folio. ——Cuhinenſis, digitato folio flore amplo ſulphureo. Die Vermehrung geſchiehet durch den Saamen, durch die Neben⸗Brut und einſchneidende Zweige, und erfordert mit denen auslaͤndiſchen Gewaͤchſen gleiche Wartung. Alcea Americanma arboreſcens, flore eæ rubro, 4¹οο οα luteo variegato pleno. Hier haben wir wiederum ein auslaͤndiſches recht rares Baum⸗Gewaͤchſe vor Augen, weiches wegen der Vollkommenheit ſeiner praͤchtigen Blu⸗ men denen Sineſiſchen Roſen nichts nachgiebt; einige halten es fuͤr eine Art der Kethmiæ Arabicæ, allein ich halte es fuͤr eine Art der Roſæ Sinenſis, unter welchem Namen mir ſolches einmahl von Wuͤrtzburg er Horto Botanico iſt geſchicket wor⸗ den, mit der Uberſchrifft: Alcea oder Roſa Sinenſis. Es war ein ziemlich hoher Stamm, einem Feigenbaum nicht viel ungleich; er liebet eine gute fette ausgeſiebte etwas ſandigte Erde, und kan die Vermehrung durch abgenommene Zweige, wie die Roſa Sinenſis, bewerckſtelliget werden, welches im Fruͤh⸗Jahr geſchiehet, und wann man dieſe Zwei⸗ ge unten Creutz⸗weiſe ſpaltet, in Gefaͤße in eine leichte und luckere Erde verpflantzet, und auf ein Miſt⸗Beet bringet, auch mit Fenſtern bedecket, ſo wer⸗ 414 Siebenzehende Betrachtung⸗ werden ſie wie ein halbes Unkraut aufwachſen, und in wenigen Wochen Wurtzeln bekommen, daß ſie in andere Gefaͤße ſofort verſetzet werden koͤnnen. Im Sommer liebet dieſer Baum einen Son⸗ nen⸗keichen Ort und offtmahlige Begieſſung, im Winter aber ein Gewaͤchs⸗Haus oder eine warme und luͤftige Kammer, nebſt mittelmaͤßiger Be⸗ ſeuchtung. Die Blumen gleichen denen gefuͤllten Roſen, und ob zwar Henrich Heſſe ſchreibet, daß ſie in oſ⸗ fenem Garten floriren, ſo habe ich doch das Wie⸗ derſpiel wahrgenommen, und mich uͤber 6. Jahre vergebens bemuͤhet, eine Blume hiervon zu ſehen; es wird dahero ein Treib-Haus ohnumgaͤnglich er⸗ fordert, ohne welchem man ſchwerlich dieſes Baum⸗ Gewaͤchſe zur Bluͤthe bringen wird. Pimpinella ſpicata Africana. Pimpinella Italica, wird auch Melianthus Afri- canus major, und Pimpinella ſpicata maxima Africa- na genennet; ſie iſt zweyerley Gattungen, als: Melianthus Africanus major. fAltricanus minor. Die groſſe Gattung waͤchſet hoch,mit anſehnlichen zerſchnittenen Blaͤttern und roͤthlichen Bluͤthen, man ſetzet die Pflantzen in raumigte Gefaͤße in ei⸗ ne fette mit etwas weiſſen Bach⸗Sand vermiſchte Erde, und bewahret ſie im Winter unter mittel⸗ maͤßiger Befeuchtung an einem warmen und luͤff⸗ tigen Ort. Die Vermehrung geſchiehet durch die Neben⸗ Brut, und durch abnehmende junge Zweige oder Schoß⸗ Ebiſt ent Welcher h Wel belſllbert Maßll ocn Von den Luſt⸗Baͤumen. 415 Schoßlinge, welche letztere, als ich ſie aus Curio- ſitaͤt abgeſchnitten, und in Gefaͤße in gute leichte Erde verpflantzet, auch im Schatten erhalten, mit einander bewurtzelt haben; ich habe auch angemer⸗ cket, daß dieſes Gewaͤchſe nicht oͤſſters verpffantzet werden will; ſollte es auch ſich zutragen, daß es im Winter vom Froſte beſchaͤdiget werde, ſo kan man den Stengel dicht an der Erde abſchneiden, wo die Wurtzel im Fruͤhling wiederum ausſchla⸗ gen wird. Alaternus. Von denen Alaternen⸗Baͤumen ſeynd einige Arten bekannt, als: Alaternus foliis ſpinoſis. —fioliis mollibus inciſis. foliis ex luteo variegatis. — foliis ex albo variegatis. Es iſt ein wohlgeſtalter nicht gar zu groſſer Baum, welcher viele Aeſte bekommet; die Blaͤtter ſtehen Wechſel⸗weiſe und unordentlich durch einander, gruͤnen Winter und Sommer; die Blumen aber ſeynd weiß, etwas ausgehoͤhlt, und von einem gu⸗ ten Geruch. Man ſetzet dieſes Gewaͤchſe in Kaſten und Ge⸗ faͤße, in eine gute mit alter Duͤngung vermiſchte Garten⸗Erde, und pfleget ihm mit der Scheere al⸗ lerhand Figuren und Geſtalten zu geben. Der Stamm verlanget im Sommer oͤfftere Befeuchtung, und kan durch den Saamen und die Neben⸗Brut vermehret werden; die verguldete und verſilberte Art pfleget man auf die gemeine Staͤm⸗ meaqu oculiren und abzuſaugen, und bewahret ſie des Winters vor der Kaͤlte. Zuxus 416 Siebenzehende Betrachtung, Buxue arboreſe cens. PVon dem Buxo arboreſcente findet man einige Gattungen, als: Buxus Vulgaris arboreſcens. folio argenteo variegato rotundiori ma- OrI. folio ex luteo variegato, ſeu per lim- bum aureo. Dieſe Gattung von Buxbaum iſt ein hochge⸗ hender ſchoͤner Baum, ſo den Garten ungemein iieren hilfft, nicht allein wegen ſeiner goldgelb ein⸗ gefaßten Blaͤtter, ſondern auch wegen herrlicher Figuren, ſo man daraus ziehen kan. Des Winters bleibet dieſe Art im Garten, kan auch in Gefaͤßen gezogen werden, ſie ſchicket ſich zu allerhand ſchönen Luſt⸗Hecken, Buͤſchen und kleinen Alleen, welche ſodann ein praͤchtiges Anſe⸗ hen geben; man kan auch Pyramiden und ſchöne Kugel⸗formige Baͤume daraus formiren. Die Vermehrung iſt leicht, und kan durch Zer⸗ reiſſung des Stocks, durch abſchneidende und ein⸗ legende Zweige, wie bey denen Nelcken, geſchehen, bleibet aber an den abgenommenen Schoßlingen etwas Wurtzel, ſo wachſen ſie leicht fort. Cupreſſuur. Cupreſſus iſt ein anſehnlicher Winter und Som⸗ 455 gruͤnender Baum, von zweyerley Gattungen, als: Cupreſſus mas, und fæmina- Beyde Arten erhaͤlt man in Gefaͤßen in einet guten Erde, und ziehet ſie zu ſchöͤnen Pyramiden. Dee 16 6K. Walket, Wohle 3, Rc Flcus, b in den mei Mten, al Ficus mt ein x begieſſeef b volke uchern N Von den Luſt⸗Baͤumen 4t7 Die Vermehrung geſchiehet durch abgebro⸗ chene Zweige und den Saamen; weilen aber der Italiaͤniſche Saame den Vorzug hat, ſo muß man ſolchen zu bekommen/ ſich bemuͤhen; man ſaͤet ihn zu Ende Martii in eine gute leichte Erde, und be⸗ feuchtet ſolche nach Nothdurfft. Das viele Verſetzen iſt den Cuprellen ſchaͤdlich, dahero die jungen Baͤumlein in denen Gefaͤßen ge⸗ laſſen, des Winters beygeſetzt, und erſt im kuͤnff⸗ tigen Jahre verſetzet werden. Durch die Zweige geſchiehet die Vermehrung, wann man ſolche im Mejo abbricht, unten ein we⸗ nig ſpaltet, und, bis ſie bewurtzeln, in Schatten oder auch wohl auf einem Miſt⸗Beet erhaͤlt. Ficus. Ficus, oder Mariſcus, Feigen⸗Baum, triſſt man in den meiſten Gaͤrten an, man hat auch folgende Arten, als: Ficus communis, fructu magno puipureo. communis, fructu albo. communis, fructu viridi. Der Stamm wird hoch, mit breiten groſſen zer⸗ kerbten Blaͤttern; alle Feigen lieben ein fettes gu⸗ tes mit Sand vermiſchtes Erdreich, und ſoll der Miſt gaͤntzlich verweſen ſeyn, weilen ſonſten die Fruͤchte einen unangenehmen Geſchmack bekom⸗ men. Die Vermehrung geſchiehet im Fruͤhling durch die Wurtzel⸗Brut, und wann man das Erdreich mit ein wenig Milch, Huͤner⸗ und Tauben⸗Miſt begieſſet, ſollen die Fruͤchte viel groͤſſer, angenehmer und vollkommener werden. D d Einige Siebenzchende Betrachtung ———— Einige laſſen dieſe Baͤume des Winters im Gar⸗ ten/ bebinden ſie mit Stroh, und ſcharren ſie in die Erde; allein die Maͤuſe thun ihnen gerne Scha⸗ den, wie auch die Holtz⸗Wuͤrme, welche letztere aber vertrieben werden, wann man die Loͤcher mit ungeloſchtem Kalck beſtreichet. Barb Jovis. Iſt ein bekanntes Stauden⸗Gewaͤchſe, welches einen anderthalb Fuß hohen Stengel treibet, mit vielen langen Zweigen, und Paar⸗weiſe beyſam⸗ men ſtehenden filberfarbenen Blaͤttern/wozwiſchen weißliche Bluͤthen in Geſtalt der Klee⸗Blumen wachſen. Die Vermehrung geſchiehet durch den Saamen, welchen man wie andere auslaͤndiſche Gewaͤchſe, ſo die Kaͤlte ſcheuen, pflegen muß. Draco Cephalon Ameritamum. Iſt ein fremdes Americaniſches Gewaͤchſe, wel⸗ ches bey uns in Gefaͤßen, in einer guten Erde er⸗ halten, und des Winters beygeſetzet wird. Die Vermehrung geſchiehet durch den Saamen und einlegende Zweige, der Stamm wird 4. bis 5. Schuh hoch/ und kommen die Blumen faſt mit der Kethmia Arabica uͤberein. Cueoron. Eneoron, wird auch Doryenium oder Convol- vulus Creticus erectus, quf Teutſch Stein⸗Roͤslein, genennet, und iſt zweyerley Gattungen, als: Cneoron vulgare. album folio oleaceo argenteo. Das erſte hat kleine Blumen, die Wkie aiß ehn *3.— hdan N 6 Und Lon fe in das agen! dül 0 Aagthe Apothe Uöͤek le das Ge Helalttt hat man Hükten hunache He kterg wohl be fortpat Begieſſ lt, Und Von den Luſt⸗Baͤumen. ſeynd am Stamme dick zuſammen geſetzet, ſchmal und von voran etwas breit. Das zweyte, dem einige den Namen Con⸗ volvulus argenteus umbellatus erectus beylegen, iſt viel ſchoͤner, und kan aus dem Saamen gezogen werden; die Geſtalt kommet der Datura etwas bey, die Blaͤtter hingegen ſeynd ſilberfarbig, und thun dem Oelbaum ſich vergleichen. Die Vermehrung geſchiehet auch durch Zer⸗ theilung der Wurtzel, welche man im Fruͤhling in Gefaͤße in eine reine luckere Erde ſetzen, wohl be⸗ feuchten, und des Winters vor gar zu groſſer Kaͤl⸗ te in das Wohn⸗Haus bey andere Gewaͤchſe ein⸗ tragen, und gebuͤhrend abwarten muß. Siliqua. Siliqua, Johannes⸗Brodt, kan man in denen Apothecken zu kauffen bekommen; es iſt eine Frucht oder lange Schote voller harten Kernen, wodurch das Gewaͤchſe, woferne der Saame nicht gantz veraltet iſt, gluͤcklich erzogen werden kan, und hat man bey der Ausſaat dahin zu ſehen, daß die harten Kerne in Sauerteig⸗-Waſſer eingeweichet, hernach aber in Gefaͤße geſtecket, fleißig begoſſen, und einem heiſſen Miſt⸗Beet einverleibet werden Die aufgehende junge Baͤumlein laͤſſet man gemeiniglich bis auf das kuͤnfftige Fruͤh Jahr in den Gefaͤßen ſtehen, und verpflantzet ſie in eine rei⸗ ne etwas ſandigte mit verweſener alten Duͤngung wohl vermiſchte Garten⸗Erde, worinnen ſie wohl fortwachſen, beſonders wann ſolche unter noͤthiger Begieſſung an einen luͤfftigen warmen Ort geſtel⸗ let, und vor der Kaͤlte N5 werden. d 2 Die 420 Siebenʒehende Betrachtung Die Geſtalt betreffend/ ſo breitet ſich der Stamm mit ſeinen Neben-Aeſten ziemlich aus, und fallen die Blaͤtter, welche hart und dick ſeynd, des Win⸗ ters ab, kommen aber mit dem Fruͤhling wiederum zum Vorſchein, wann die purpurfarbene Bluͤthen ſich zuvor præſentiret haben. Aßbor Jude. Arbor Judæ, oder Siliqua Sylveſtris, iſt eine wilde Art von dem Johannes⸗Brodt, woran die Bluͤthen gleichfalls ehender als die Blaͤtter zum Vorſchein kommen. Die Aeſte dieſes Baums gleichen denen Hacken, und will verlauten, als wann der Ertz Schelm Judas ſich daran erdroſſelt haben ſolle, welches aber wegen groſſer Ungewißheit dahin geſtellet ſeyn laſſe; die Blaͤtter ſeynd rund, und die Blumen ſchoͤn weiß und purpurfarbig, ſaſt wie die Erbſen⸗ Bluͤthe anzuſehen, wornaͤchſt ein Linſen⸗foͤrmiger Gaame folget, welcher in abwaͤrts hangenden Schoten eingeſchloſfen iſt, wodurch man ſo wohl als durch die Neben⸗Brut das Geſchlecht haͤuf⸗ ſig vermehret. Einige bebinden die Staͤmme mit Stroh, und laſſen ſie des Winters im Garten; einige aber er⸗ halten ſolche in Gefaͤßen, und bringen ſie des Win⸗ ters in einen Keller oder andere luͤfftige Zimmer. Aszellarach Aſiatica. Azedarach, oder Fraxinus arbor, waͤchſet in Grie⸗ chenland und andern Landſchafften zu hohen Baͤu⸗ men; hier in Teutſchland aber gelangen ſie zu ei⸗ ner ſolchen Hoͤhe nicht, ſondern bleiben kleiner, und un beh Manee Duk ſſtdebe G belbe ſchnaet ſhen& Ind gut Vernch ftbere Nuſ het, Jus Und will ter file Masowi fletgt hangen ſöͤthſt! Egahe Wunt ſchaft ſe kaltt B Vor ge IIl her lu Ce . Nos N Von den Luſt⸗Baͤumen, 42t· und bekommen die Hoͤhe eines mittelmaͤßigen Mannes. Der Saame wird aus Italien verſchrieben, und iſt der beſte; man ſaͤet ihn im Fruͤhling auf ein Miſt⸗Beet, begieſſet die Erde fleißig, und verſe⸗ tzet die Pflaͤntzlein in Geſchirre; alle 3. Jahre be⸗ ſchneidet man die Wurtzel, und umleget ſie mit fri⸗ ſchem Erdreich, ſo aus verweſener alter Duͤngung und guter Garten-Erde beſtehet; man kan die Vermehrung auch durch anhangende Spalt Toͤpf⸗ fe bewerckſtelligen. Dieſer Baum treibet, was die Geſtalt ange⸗ het, Paar-weiſe neben einander ſtehende Blaͤtter, und will im Winter wohl bewahret ſeyn; die Blaͤt⸗ ter fallen gegen den Herbſt ab, und kommen im Majo wiederum herfuͤr; die Blumen aber ſeynd ge⸗ ſternt von blauer Farbe, ſchoͤn anzuſehen, und hangen an langen Stielen, wie die Trauben, wor⸗ naͤchſt die Fruͤchte folgen, worinnen ein eckigter Saame liegt; es hangen dieſelbe den gantzen Winter am Stamm, und ſollen gifftiger Eigen⸗ ſchafft ſeyn. Palima. Palma, Palmen⸗Baum,, iſt ein auslaͤndiſcher rarer Baum, von verſchiedenen Arten, als: Palma dactylifera major. 3 minor. prunifera Japonica. prunifera foliis Juccæ, lachrymam ſan- guis Draconis dictam fundens. Der groſſe rechte Dattel- oder Palm⸗Baum will hier zu Lande nicht gut thun, ſondern vergehet D dz gar 4²² e Betrachtung/ gar leicht; Palma minor, der fleine oder niedrige Palm⸗Baum aber iſt ſo vielen ſorgſaͤltigen Bemuͤ⸗ hungen nicht unterworffen, und kommet ehender 8533 fort; der Stamm iſt ſchuppigt, 2. bis Schuh hoch, die S tengel ſeynd lang, und di Blaͤtter wie Finger an der Hand anzuſehen, die Bluͤthe kommet im Auguſto, und dauret ziem⸗ lich lang, ehe ſie abfaͤllet. Die Burmebrung g geſchiehet am beſten durch junge Abſetzlinge bey der Wurtzel, die man im Fruͤhling in eine ſandigte gute Hoitz- und Garten⸗ Erde verpflantzet, wenig bes zieſſet, und des Win⸗ ters in einer warmen und trockenen Kammer vor den Froͤſten wohl bewahren muß. 77 Alde Die Alos iſt in groſſer Herren Gaͤrten liemlich bekannt, und kein W chſe für unvermoͤgende Leute, indem ſie, wann der Stamm zur Bluͤthe ſoll, viele K oſtet und groſſe Aufficht er⸗ fordert, doch aber giebt es auch einige fleine, wel⸗ che von vielen Liebhabern angeſt eſchaffe e Die Gattungen 75 ˖ arboreſcens non ſpinoſa, folio mo plicatili, flore rubro. E Americana muricata, foliorum margine U1 uteo * Africana cau leſcens, foliis ſpinoſis. Africana caul lelc ens, foliis glaucis& caulem amplectentibus. 2. 5 4— *Altricana folio triangulari rubro. Ale Rehor 9e N in Geſ A Von denen Luſt⸗Baͤumen. 423 iitnd. Aloẽ folio argenteo. h Africana cauleſcens, foliis ſpinoſis, ma- culis ab utraque parte albicantibus no- tatis. foliüs latioribus, linguam referentibus, Wun verrucis albis undiquaque notatis. Indiæ orientalis cauleſcens ſerrata, flori- bus phæniceis. Atricana, folio rotundo oblongo, flore lu- teo asphodeli. duccdtrina, foliis oblongis maculis albis ab utraque parte notatis. fAlfricana humilis, ſeu Margaritifera mi- nima. Africana humilis, foliis ex albo& viridi elegantiſſimdè variegatis. Africana minima, caule& folio breviſſi mo, rigido triangulari. EMlargaritifera minor, foliis longiſſimis. MNlargaritifera minor, folio in ſummitate triangulari, flore ſubviridi. ;flore rubro, folio plano, verrutis ab utra⸗ que parte albicantibus notato. folio triangulari craſſiſſimo& breviſſimo. * erecta rotunda. humilis folio latiore viridi, maculis& verrucis obſito.&c.&c, Alle dieſe Arten werden faſt auf einerley Weiſe gewartet, welches geſchiehet, wann man die jun⸗ ge Wurtzel⸗Brut im Fruͤh⸗Jahre abnimmt, und in Geſchirre in eine reine ſandigte gute Holtz⸗ und Garten⸗Erde verpflantzet, im Sommer fleißig be⸗ D d 4 gieſ⸗ 424 Siebenzehende Betrachtung, gieſſet, und des Winters an einem luͤfftigen war⸗ ud Hei men Orte gantz trocken und ohne die geringſte Be⸗ nlt ehn feuchtung erhaͤlt. Hgel Le Man pfleget ſie insgemein noch vor Michaclis-. Bt Tag in das Gewaͤchs⸗Haus zu tragen, und habe delkrat ich geſehen, daß einige die Wurtzeln aus ihren t helen! Gefaͤßen ſo gar genommen, und in einem warmen 0 15 9 Zimmer des Winters aufgehangen haben, wel⸗ Jll ches man bey der Alosẽ ſuccotrina und Ægyptiaca Rlt, db⸗ probiren kan, dann einmahl gewiß iſt, daß ſie Cæxeus von der geringſten Feuchtigkeit im Winter ver⸗„6 faulen. Zuweilen geſchiehet es, daß die Blaͤtter und Wurtzeln anbruͤchig werden, und zu faulen an⸗ fangen; dieſem Unheil nun vorzukommen, muß man das faule Weſen mit einem reinen Meſſer ausſchneiden, und heiſſen Sand, oder kleine ge⸗ 31Etſicht ſchabte Kreite in die Wunde ſtreuen, und ſolche Haus erſo mit einem trockenen wollenen Lappen umwinden. eindringer Sollte die Alos keine Abſetzlinge treiben, ſo 1 iſt ſuͤr gut angeſehen worden, daß man die Erde lo gehlach um die Wurtzel auflockere, und derſelben eini⸗ uhin G ge wenige Ritze gebe, wodurch die Propagation gluͤcklich von ſtatten gehet. Unter der Alos gefaͤllet mir die Art am beſten, welche groſſe Blaͤtter hat, und an denen Extremi⸗ taͤten weiß eingefaſſet iſt, welche ich in Saiſen in dem Fuͤrſtlichen Garten zum erſten mit vielem Ver⸗ Hdrl gnuͤgen geſehen habe. Nwd Cerelus 3 Piſanga. Iol Cereus exectus iſt ein in Fuͤrſtlichen und anderer 4 vornehmer Herren Gaͤrten befindliches ſehr rares Wan und en dert Von den Luſt Baͤumen. 4257 und zartes Gewaͤchſe, welches Winter und Som⸗ mer einen verſtaͤndigen und fleißigen Gaͤrtner ver⸗ langet, wann es zu ſeiner Flor gebracht werden ſol⸗ le. Der Cereus, welchen ich geſehen, war verſchie⸗ dener Gattungen, theils hoch, theils niedrig, theils mit vielen Schlangen-weiſe gehenden Abtheilun⸗ gen und gepfluͤgelten Rippen verſehen, und zum Theil an der Wand im Gewaͤchs⸗Hauſe befeſti⸗ get, als: Cereus anguloſus major. —— quadrangularis coſtis alarum inſtar allurgentibus, ſen Curaſavicus tetrago- nus — ſcandens minor trigonus articulatus. ſcandens minor polygonus articulatus, ſeu Americanus Krpens&c. Zu Erziehung dieſer Gewaͤchſe wird ein Gewaͤchs⸗ Haus erfordert, wohin die geringſte Kaͤlte nicht eindringen kan. Piſanga, oder Pynan, welches aus Afriea anhe⸗ ro ge bracht worden, iſt nicht weniger delicat, und muß in Gewaͤchs⸗Glas⸗ und Treib⸗Haͤuſern hier zu Lande bewahret und gezogen werden. Das Ge⸗ waͤchſe gleichet dem Pfeffer, weilen es aber mit noch vielen anderen Indianiſchen und Americaniſchen Gewaͤchſen viele Muͤhe Koſten und Wartung er⸗ fordert, ſo will ſolche dahier uͤbergehen, und mich zu anderen, nicht gar zu zarten Baͤumen und Stau⸗ den wenden. Koſarum exoticarum diverſæ rariores ſpe- Cier admirandæ. Wann einige auslaͤndiſche rare Stauden, we⸗ gen der Schoͤnheit ihrer koſtbaren Blumen, einen Dd 7 all⸗ 426 Siebenzehende Betrachtung⸗ — allgemeinen Beyfall gefunden, ſo ſeynd die allhier beſchreibende gewißlich unter die vortrefflichſten zu zehlen, welche den Pracht unſerer Gaͤrten erhoͤhen, und, ſo zu ſagen, auf den Gipffel hoͤchſter Vollkom⸗ menheit ſetzen. Sie ſeynd Wunder⸗ange⸗ nehme Gewaͤchſe, und von einem wahren Garten⸗ Freund um ſo hoͤher zu ſchaͤtzen, als ſie noch zur Zeit nicht gemein, und nur in einigen vornehmer Her⸗ ren Gaͤrten geſehen und bewundert werden. Die Arten ſeynd unterſchieden, als: Roſa camphorata Americana, flore ex albo purpu- reo& luteo variegato pleno. formoſa Americana, flore ex rubro& luteo variegato pleno. „„*„flore ex albo& luteo pleno. Mloſchata, flore ex albo& luteo pleno. Indica, flore luteo& maculato pleno. *Indica, centifolia, flore purpureo, albo& ru- bro variegato. Indica trachinia centifolia,flore ex albo, vio- laceo& rubro variegato&c. Dieſe und dergleichen Arten mehr verlangen recht gute Wartung, und werden in eine fette, luckere, mit weiſſem Bach⸗Sand vermiſchte Erde, in Ge⸗ faͤſſe verpfſantzet, und des Winters vor der Kaͤlte bewahret. Die erſte Gattung, Roſa camphorata Americana, bleibet Winter und Sommer gruͤn, hat ſchmales Laub und viele Neben-Zweige, woran die Blu⸗ men wie die ſchoͤnſten und dickeſten Ranunculi han⸗ gen, weiß, gelb und Purpur⸗farbig. Die Vermehrung geſchiehet durch das Oculiren und Abſaugen auf andere Staͤmme, auch 91 9 eR Lubro, ſencken u foſſen, ten Etd / Von den Luſt⸗Baͤumen. 427 auf Tuͤrckiſchen Hollunder, und muͤſſen des Win⸗ ters in ein luͤfftiges, warmes Zimmer geſetzet, und zur hoͤchſten Noth mit lau-warmen Waſſer, ohne Beruͤhrung des Stammes, befeuchtet werden. Die zweyte und dritte Art, Roſa formoſa Ameri⸗ cana genannt, iſt gleich falls ein allerliebſtes Ge⸗ waͤchſe, welches einem Baum nicht ungleich iſt. Das erſte bringet weiſſe und gelbe dick⸗gefuͤllte Vlumen, das zweyte oder dritte aͤber rothe und gelbe, welche bie Geſtalt einer Roſe haben. Es iſt an ſich ein zartes Gewaͤchſe, ſo durch die Neben⸗ Brut vermehret wird, und die Kaͤlte ſcheuet, da⸗ hero die Gefaͤſſe bey Zeiten unter ein Obdach ge⸗ bracht und vor einfallender Kaͤlte bewahret wer⸗ den muͤſſen. Die ate Art, Roſa moſchata, wird wiederum in einige Gattungen eingetheilet, als in Purpur⸗ und weiß⸗ gefuͤllle, und in weiß und roth gefuͤllte; ſie tragen haͤuffig bis in den ſpaͤten Herbſt; man pflan⸗ tzet ſie wie die vorigen in Gefaͤſſe, und bewahret ſie an einem luͤfftigen, warmen Orte des Winters, auch vor der kalten Lufſt und rauhen Winden auf das genaueſte; die Vermehrung geſchiehet durch die Wurtzel⸗Brut und das Abſencken auf wilde Roſen⸗Stoͤcke, worauf zugleich viele Arten oculi⸗ ret werden koͤnnen. Die ßte und éte Art, Roſa Indica Centifolia flore ex rubro, purpureo& albo pleno, wird durch das Ab⸗ ſencken und Neben⸗Brut vermehret, und in Ge⸗ faͤſſen, wie die vorigen, in einer recht guten præpa⸗ rirten Erde unterhalten, ſie ſiehet faſt wie eine Cen⸗ titolienRoſe aus, und hat weiſſe, Purpur b00 hoch⸗ 418 Siebenzehende Betrachtung,. hoch roth⸗ vermiſchte Fa rben/ welche denen Baͤu⸗ men ein treffliches Anſehen geben. Hiervon kan man zur Noth einige Stoͤcke des Winters im Garten laſſen, ſie muͤſſen aber an ei⸗ nem Sonnen⸗reichen Orte ſtehen, mit Strohe be⸗ bunden und die Wurtzeln mit Pferd⸗Miſt umle⸗ get werden. Die Roſa Indica centifolia trachinia flore luteo, ma- culato& purpureo pl eno, wird unter die anſehnlich⸗ ſten mit gezehlet, und giebt es eine Art, welche, we⸗ gen der Groͤſſe ihrer Blumen, die dickeſten Centi⸗ lolien uͤbertrifft. Die letztere Art, Roſa Indica trachinia flore violaceo & albo pleno, iſt weiß, oder Violen⸗farbig ¶und verlanget gleiche Wanung die Blumen kommen gemeiniglich im Julio und Auguſto zum Vorſchein, und bluͤhen bis in den Herbſt, und kan die Ver⸗ mehrung vermittels der Neben-Brut im Fruͤhling geſchehen. Es giebt auch noch allerhand dergleichen vortreff⸗ liche Gattungen, welche man in denen Hollaͤndi⸗ ſchen Catalogis in groſſer Anzahl findet/ die War⸗ tung iſt mehrenthe eils einerlen, und muß man im Sommer die benoͤthigte T Bewaͤſſerung niemahlen abgehen laſſen, weilen fonſten die Blumen abfal⸗ 9995 und von keiner beſtaͤndigen Dauer ſeyn wuͤr⸗ en Eine beſondere Art finde ich noch uͤbrig, welche Roſa menſtrus Indicæ Hore albo,& purpures pleao, genennet wird; dieſe bluͤhet im Alajo und zu Ende Auguſti, mithin zweymahl im Jahre, ſie iſt mit weiſſer und Purpur⸗Farbe bemahlet, und verglei⸗ chet E cſchdent 9 duch n l Cilhe U behinden del 8 lilt 8 f R dod 0 Wonge I * . Von den Luſt⸗Baͤumen. 42² chet ſich denen bekannten Monats⸗Roſen, verlan⸗ get auch mit denen vorhergehenden gleiche War, tung. Einige laſſen ſie des Winters im Garten ſtehen, bebinden den Stamm mit Stroh, und umlegen die Wurtzel mit Pferd⸗Miſt, auch mit etwas Sche⸗ ben vor die Maͤuſe, welches zuweilen gut zu thun pfleget; doch muͤſſen die Zweige, welche zuerſt Blu⸗ men getragen haben, im Herbſte allemahl beſchnit⸗ ten werden, welches dieſelbe in den Stand ſetzet, daß ſie ihren Wachsthum im kuͤnfftigen Fruͤh⸗Jah⸗ re deſto ehender beförderen koͤnnen; bricht man aber im Fruͤhling die erſten Knoſpen ab, ſo werden die Blumen im ſpaͤten Herbſt, wann alle andere ver⸗ gangen ſeynd, ſich ſehen laſſen, und einen neuen Sommer machen. Ubrigens kan man auch auf einen Roſen-Stock allerhand Gattungen ocuhren, welches ein herrli⸗ ches Anſehen giebt, wie bey denen gemeinen Roſen gedencken werde. Ampedalus flore pleno. Amygdalus, Mandel⸗Baum mit gefuͤllten Bluͤ⸗ then, iſt ein recht artiger ſchoͤner Baum, welcher wegen ſeinen gefuͤlleen ſchoͤnen Blumen allerdings 01 daß man ihn wohl pflegen und warten thue. Gleichwie aber dieſe Staͤmme die Kaͤlte nicht vertragen koͤnnen; alſo pflantzet man ſolche in eine gute, mit etwas weiſſen Bach⸗Sand vermiſchte alte Miſt⸗ und Garten⸗Erde, bewahret ſie den Winter in Wohn⸗Haus, bis in den Fruͤhling, und 4306 Siebenzehende Betrachtung, und befeuchtet zuweilen die Erde mit lau⸗-warmen Waſſer. Es floriret der Mandel⸗Baum fruͤh im Fahre, will aber einen Sonnen⸗reichen Ort zur Stelle ha⸗ ben, und kan die Vermehrung durch das Propfen, Oculiren und Abſaugen, auf Pfirſich⸗Aprico⸗ ſen⸗Pflaumen-⸗und gemeine Mandel⸗Staͤmme gar leichtlich geſchehen. Verſica flore pleno. Perſica flore pleno, Pfirſich⸗Baum mit gefuͤll⸗ ten Bluͤthen, wird wegen der Schoͤnheit ſeiner Blumen gleichfalls æſtimiret, zumahlen ſie wie ge⸗ fuͤllte Ranunculen an den Zweigen hangen, und dem Baum ein feines Anſehen geben, daß es ſchei⸗ net/ als wann er mit einer Menge kleinen Roſen umzinglet raͤre. Ich habe dieſe Staͤmme bey einigen in Gefaͤſſen geſehen, doch aber koͤnnen ſie des Winters im Gar⸗ ten bleiben, und an einen Sonnen⸗reichen Ort ge⸗ pflantzet werden. Die Vermehrung geſchiehet durch oculiren, pfropffen und abſaugen auf gemeine Pfirſich⸗ Staͤmme. Althæd. Unterm Namen der Althæa werden allhier die Ei⸗ biſchen Wurtzel nicht verſtanden, ſondern ein wohl⸗ geſtalter Baum, den man zur Luſt im Garten an⸗ bauet, und wovon nachgehende Arten bekannt ſeynd: Althæa maritima arborea Veneta. Virginiana Ricini folio. lndica, fruteſcens&c. Dieſen — Digen S ſhinen S. ud biin K* „ SN N. Egamen, lhd bey al Recfßehe eineherzu des Winte N090 A Euummder bor/ duß d die gengeine flagt. Die De gung detet det Auzſa flotiten, mit Mooß Und dahert bon gekean Dieſt⸗ Hahl beyge Reſſen wo Mn ſe n, ud mlt ktwag Dere bekomnet tene und ieino g Von den Luſt⸗Baͤumen. 431 Dieſen Stamm liebet man wegen ſeiner vielen und ſchoͤnen Bluͤthen, welche weiß, roth und bunt ſeynd, und bis in den Herbſt floriren. Die Vermehrung geſchiehet Anfangs durch den Saamen, den man im Nartio und Aprili ausſaͤen, und bey anſtaͤndiger Befeuchtung erhalten muß; die aufgehende Pflantzen bringet man in Gefaͤſſe, in eine hierzu præparirte gute Erde, und bewahret ſie des Winters vor eindringender Kaͤlte. Nach Verlauff zweyer Jahre wollen einige den Stamm des Winters im Garten laſſen, und geben vor, daß derſelbe, wann er einmahl gehaͤrtet iſt, die gemeine Ungeleegenheiten des Winters uͤbrr⸗ trage. Die Vermehrung geſchiehet auch durch Einle⸗ gung derer Zweige, und thun die Staͤmme nach der Ausſaat gemeiniglich im zten oder aten Jahre floriren. Sonſten bewaͤchſet der Baum gar leicht mit Mooſe, welcher den Wachsthum verhindert, und dahero bey einfallendem Regen-Wetter hier⸗ von gereiniget werden muß. Alihiad Virgiuiana Ricini folio. Dieſe Gattung iſt zaͤrter und muß im Herbſte alle⸗ mahl beygeſetzet, und vor dem Froſt und kalten Reiffen wohl in Obacht genommen werden. Man ziehet dieſe Art gleichfalls durch den Saa⸗ men, und bringet ſie in Geſaͤſſe in eine recht gute, mit etwas Sand vermiſchte Erde. Der Stamm wird ohngefehr Manns hoch, und bekommet an langen Stielen hangende eingeſchnit⸗ tene und zerkerbte Blaͤtter, welche dem gemeinen Ricino gleich ſehen. Die Bluͤthen ſeynd mit blauen Duͤpfflein 43² Siebenzehende Betrachtung. Duͤpfflein gezeichnet, und kommen an ſchmalen Stielen, zwiſchen denen Blaͤttern, mit einem traublichen Buͤſchlein herfuͤr. Althæà Indica Bryoniæ folio. Dieſe Art iſt ein Stauden⸗Gewaͤchſe und ver⸗ langet gleiche Wartung, theilet ſich in einige Zwei⸗ ge und Stiele aus, woran die Blaͤtter in Geſtalt der Stuͤck⸗Wurtz oder weiſſen Wein⸗Reben ſte⸗ hen. Anaohris. Anagyris, auf Teutſch Bohnen⸗Baum, wird auch Laburnum und Cytiſus alpinus latifolius flore racemoſo pendulo genennet/ man hat hiervon zwey Gattungen, als: Anagyris fœtida, und — non fertida major. Die zweyte Gattung iſt etwas zaͤrter, doch werden alle beyde im Fruͤhling von dem Saamen, den man zuvor einweichen kan, gezogen, und in gute Erde verpflantzet. Einige bringen die jungen Baͤume in Geſchirre, geben ihnen mit der Scheere eine gute Geſtalt, und ſetzen ſie des Winters mit anderen Gewaͤchſen vor der Kaͤlte bey, welches ich bey denen jungen Baͤum⸗ lein nicht mißbillige; allein die erwachſene koͤnnen des Winters gar wohl im Garten bleiben, und wachſen zu anſehnlichen Baͤumen. Wann man dieſe Arten recht ziehen will, muß man denenſelben, durch Abſchneiden derer Zweige, eine anſtaͤndige Hoͤhe geben, inmaſſen ſie ſonſten niedrige Stauden bleiben: Die Bluͤthe kommet ſehr frůhe/ abſonderlich wann die Baͤume in Winter⸗ Be⸗ n fichl. Mnil, b U 00 Cenila! in eühem dünne, fe Ceuu be 1„161 Waddef Te Von den Luſt⸗Baͤumen. 433 Behaͤltniſſe aufbehalten werden/ worauf ſodann laͤngliche Schoten, wie die Bohnen folgen, worin⸗ nen roͤthlich- und brauner Saame, in Geſtalt der Nieren, verſchloſſen liegt, wodurch die Vermeh⸗ rung geſchiehet. Geniſta Hiſpanica. Geniſta Hiſpanica, Spaniſche Ginſter, wachſet zu einem feinen Baͤumlein, und bekommet viele duͤnne, lange Neben⸗Zweige, woran die Blaͤtter laͤnglich und ſpitz zulauffen„und gantz eintzeln ſte⸗ hen; die Bluͤthe iſt weiß oder gelb, von Anſehen wie die Erbſen⸗Bluͤthe, und riechet wohl; die Ar⸗ ten ſeynd auch unterſchieden, und findet man einige beſondere und rare Sorten, als: Geniſta Hiſpanica, flore luteo odorato. Akricana floribus candidis. Hliſpanica, flore pleno. ramoſa Hiſpanica, flore purpureo. HAͤlricana arboreſcens, ſtyracis folio, flore cæruleo. ſeagittalis Pannonica. affinis arbor Africana,; flore cæruleo. BLfſpinoſa&c.&c. Die Vermehrung 90 ſchiehet durch den Saamen, welchen man im Fruͤl hling einweichen, und in gute, reine Erde, auf ein Mit⸗ Beet, in Gefaͤſſe eſte ecken, und fleißig begieſſen muß: die aufgehen de Pflaͤntz⸗ lein ſetzet man in raumichte Ge faͤffe, und bewahret ſie des Winters vor der Kaͤlte, Die gemeine Arten laſſen einige im Lande ſtehen, welches ich mit denen, die man hier und dorten im Wadde findet, bewenden laſſe; ſie tragen ſchöne Ee gelbs 434 Siebenzehende Betrachtung, gelbe Bluͤthen, mit denen auslaͤndiſchen aber iſt es gantz anders beſchaffen, und muͤſſen, wie alle zarte Gewaͤchſe, in einem luͤfftigen und warmen Behaͤlt⸗ niß des Winters bewahret, und nach Noihdurfft begoſſen werden. Sie floriren nach der Ausſaat im zten oder zten Jahre, und wann man/ wie bey der Geniſta ramoſa Hiſpanica&c. geſchiehet, keinen reiffen Saamen zu hoffen hat, muß man die pro⸗ Pagation durch die Spalt⸗Toͤpffe zu befoͤrderen ſuchen. Geniſta ſagittalis Pannonica. Dieſe Gattung wird auch Chamæſpartium, oder Geniſtella montana genennet, ſie iſt kleiner als die Geniſta Hiſpanica, und hat recht ſeltzame Blaͤtter, welche mit vielen Gelencken unterſchieden ſeynd, und faſt wie Pfeile ausſehen: nach denen gelben Blumen folget der Saame, wodurch die Vermeh⸗ rung ſo wohl, als durch einlegende junge Zweige, geſchiehet. Geniſta ſpinoſa major. Geniſta ſpinoſa major, oder elatior, iſt ein ſehr ſtachlichtes Gewaͤchſe, und wollen es einige wegen ſeiner feinen Blumen zu Zaͤunen und Luft⸗Hecken im Garten gebrauchen, wo es auch gantz artig ſte⸗ het: Allein, der Winter iſt ihm ſehr gefaͤhrlich, und pfleget hier zu Lande gemeiniglich zu verfrieren, dahero am rathſamſten iſt, daß man einige Arten in Gefaͤſſe bringe, und dieſelbe durch den Saamen und Zertheilung der Wurtzel vermehre. Ciſtus. Ciſtus, Ciſten⸗Roͤslein, ſeynd von verſchiede⸗ nen Gattungen, als: Ciſtus Cidlus le Die erſtel ben, ſol Vonn wah Hinget, 5 begief ſeſchiehet Sbock, 9„ Meh 164 Von den Luſt Baͤumen. 435 Ciſtus mas, folio oblongo incano, oder hirſu- tiſſimo. ——ftoliis anguſtifoliis. „ ftollis fimbriatis& ſinuoſis. feœmina, folio ſalviæ. —— foliis portulacæ marinæ. —— foliis Thymi. Ciſtus ledon, foliis ſalicis anguſtifoliis. mfFfoliis Laurinis.&c. Die erſte Gattung traͤget roͤthliche Blumen, denen wilden Roſen nicht ungleich; Ciſtus fœmina aber hat weiſſe und kleinere Bluͤthen. Kan man von beyden Sorten zeitigen Saamen haben, ſo kan die Vermehrung hiedurch geſchehen, wann man ſolchen im Fruͤhling auf ein Miſt⸗Beet bringet, und demnaͤchſt in Gefaͤſſe verpflantzet, fleiſ⸗ ſig begieſſet, und des Winters beyſetzet; ſonſten geſchiehet die Vermehrung durch Zertheilung der Stoͤcke. Ciſtus Indicus. Iſt ein recht artiges Baͤumlein mit ſchmal zuge⸗ henden Blaͤttern, traͤget Blumen, welche denen Lilien etwas gleichen, Die Vermehrung geſchiehet durch einlegende junge Zweige, und durch den aus der Fremde ver⸗ ſchreibenden Saamen, den man, wie andere zarke Gewaͤchſe, auf ein Miſt⸗Beet ausſaͤen, und Win⸗ ter und Sommer mit beſonderm Fleiſſe abwarten muß. Colutea Veſecaria. Es vermeynen zwar einige Garten⸗Scribenten, man koͤnne die Coluream Velicariam, oder de Ee 2 436 Siebenzehende Betrachtung, nannte Welſche Linſen-Baͤumlein, des Winters mit Strohe bebenden, und im Garten ſtehen laſſen; die Erfahrung aber beweiſet das Widerſpiel, und muß man es hier zu Lande, als ein zartes Gewaͤchſe, des Winters in einer warmen und luͤfftigen Kam⸗ mer bewahren, und mit maͤßiger Bewaͤſferung ab⸗ warten. Die Arten von dieſem zierlichen Gewaͤchſe ſeynd unterſchieden, und findet man einige von beſonde⸗ rem Anſehen, als: Colutea Veſicaria flore luteo. EfEthiopica, folio Barbæ Jovis, flore pho- niceO. Scorpioides, ſeu filiquoſa, flore rubro. fAlricana, floribus atro- rubentibus, veſi- culis compreſſis. Americana Zeilanica, argentea tota. Der Anbau des Welſchen Baͤumleins iſt leicht, und geſchiehet durch den Saamen, den man im Aprili auf ein Miſt⸗Beet oder Gefaͤſſe, in gute Erde brin⸗ get, und demnaͤchſt anderwaͤrts verſetzet, wo ſie dann zuweilen noch im erſten Jahre floriren wer⸗ den. Der Stamm bekommet viele duͤnne und ſchmale Neben-Aeſte, woran kleine und zierliche Blaͤtter ſtehen; die Bluͤthen ſehen wie die Blumen der Geni⸗ ſtæ Hiſpanicæ aus, von gelb oder roͤthlicher Farbe, 585 der Saame in auſgeſchwollenen Blaſen olget. Colutea Sconpioides. Colutea Scorpioides, oder ſiliquoſa, gleichet dem vorhergehenden welſchen Linſen⸗Baͤumlein, und wird ziemlich hoch, mit vielen langen und duͤnnen Neben⸗ Hanahl Von den Luſt⸗Baͤumen 437 Neben⸗Aeſten; der Unterſchied iſt, daß jenes ſei⸗ nen Saamen in Blaſen, dieſes aber in krummen Schoten traͤget; die Pflegung iſt einerley. Colutea Americana Cetlanica argentea tota. Dieſe Gattung iſt auch ein recht zierliches Baͤum⸗ lein, deſſen Blaͤtter dem ſuͤſſen Holtz oder Lacritzen⸗ Laube gleichen; man vermehret es wie die vorigen durch den Saamen, und ſetzet die aufgehenden jun⸗ gen Pflaaͤntzlein in Gefaͤſſe, in eine ausgeſiebte, lu⸗ ckere, mit weiſſen Bach⸗Sand untermengte, al⸗ te Miſt⸗ und Garten Erde, und bewahret dieſelbe des Winters bey maͤßiger Befeuchtung, an einem luͤfftigen, warmen Orte. Die Bluͤthen kommen in groſſer Anzahl zum Vorſchein, und folgen dar⸗ auf lange und gewundene Schoten, oder ein laͤng⸗ licher Uberzug oder Schaale, wie datz Johannis⸗ Brod, worinnen der Saame verborgen iſt. Lotus arbor. Lotus, Zurgel⸗Baum, oder Lotus fructu ceraſi, iſt ein artiges Baͤumlein, mit laͤnglichen gekerbten Blaͤttern, welches man, meiner Meynung nach, durch den aus der Fremde verſchreibenden Saa⸗ men vermehret. Es wird in gute reine Erde ge⸗ pflantzet, und des Winters ebenmaͤßig beygeſetzet; die gantze Karitaͤt beſtehet in denen tragenden Kir⸗ ſchen, ſo an langen Stielen hangen, und letzlich ſchwartz werden, auch von keinem gar zu unliebli⸗ chen Geſchmacke ſeynd. Capſficum arboreſcent fructh rubro. Das Capſicum arboreſcens habe ich zwar noch niemahlen bluͤhen gelee ich halte aber dafuͤr, daß e 3 es 428 Siebenzehende R Betrachtung, es der ſogenannte Pfe ffer ⸗Baum ſeyn muͤſſe, wel cher mit angehendem Fruͤhling viele angenehm rie⸗ chende Bluͤthen bringet. Der Saame iſt mir dieſes Jahr aus Holland ge⸗ ſchicket worden und floriret nachd der Ausſaa t aller⸗ erſt im zten oder im zten Jahre: Die J Pflantzen werden zum Theil ins Land und Gefäſſe in die gute Erde Jerſeket und ſollen, nach 0 Au ſſage einiger Gar⸗ ten⸗Verſtandigen, Froſt, alte und Schnee mit ungemeiner Großmuth 10 gen, mithin des Winters ohne alle Gefahr im Garken ſtehenk bleiben, wovon der geneigte Le ſer die Probe machen kan; doch aber, weilen die Sache nicht allemahl 18 auszuſchlagen pfleget, ſo wird das ſicherſte yn, einige Gattungen in die Winter⸗Behaͤltn iiſſe m einzubringen, damit, wann jene vielleicht verfrie⸗ ren ſolten, dieſe wenigſtens gut und von dem Froſte unbeſchaͤdigt bleiben moͤgen. Cotinus coriaria. Cotinus coriaria, Faͤrber ⸗Baum, iſt ein artiges Baͤumlein, welches man am fuͤglichſten durch an⸗ hangende Spalt⸗Toͤpſſe propagiret: Es hat ſeinen Urſprung aus Italien, und wird, wie andere aus⸗ 4 diſche Gewächſe, in Geſchirre, in einer guten rde unterhalten, wo es dann im Monat Maj 97 1e ne zaſerichte gelbe Dolden⸗Bluͤthe herfuͤr 1 Syraæx. Styrax, oder Storax, auch Thus Judæorum, Ju⸗ den⸗Weyhrauch und Styran-Baum genannt, hat ſeinen Urſprung aus Cypern, Syrien, und Sici⸗ lien, — Len, Ull N bgebtoc tecdel Hl en böet. fI 10 ſch ftin d gageteit Velind Wuſtf fl 2 16⁊ fr/ fitw enden M danmeimie ſoſchſch falede tragen,! Wellener K ed ket Weld Arhar! Arbs Vit 6706 mi hor wen hat be;. chetihe agkine f ſondern! eſchen ‚ Hen f icht. lech Mtf Umhle 9000 Von den Luſt Baͤumen. 439 lien, und kan vermittels derer Spalt⸗Toͤpffe und abgebrochener jungen Zweige im Fruͤhling vermeh⸗ ret werden, wie ingleichen auch durch zeitigen Saa⸗ men oder Kerne, welche denen kleinen Haſel⸗Nuͤſ⸗ ſen einiger maſſen gleich ſehen; allein, dieſelbe ſeynd ſehr hart, und liegen zuweilen ein gantzes Jahr in der Erde, daß ſie dahero vor der Ausſaat eingeweichet, demnaͤchſt aber auf ein heiſſes Miſt⸗ Beet in Geſchirre geſtecket, und mit lau⸗warmen Waſſer fleißig begoſſen werden muͤſſen. Dieſe Baͤume haben weiche und wollichte Blaͤt⸗ ter, faſt wie der Quitten⸗Baum, und bringen ge⸗ gen den May weißlichte feine Blumen, worauf ſo⸗ dann einige Fruͤchte, in Geſtalt der Haſel⸗Nuͤſ⸗ ſe, ſich ſehen laſſen, der Stamm aber muß, bey ein⸗ fallendem kalten Herbſt⸗Wetter, fruͤhzeitig beyge⸗ tragen, den Winter hindurch wohl bewahret, und, weilen er hitziger Natur iſt, dann und wann befeuch⸗ tet werden. Arbor Melonir. Arber Melonis, Melonen⸗Baum, iſt ein noch zur Zeit ſehr rarer Indianiſcher Baum, wovon ich vor wenigen Jahren allererſt die Notiz eingeholet habe; der Stamm, wann er erwachſen iſt, glei⸗ chet einem Pomerantzen⸗Baum, und hat laͤnglich⸗ te gruͤne Blaͤtter, welche im Winter nicht abfallen, ſondern an den Zweigen ſtehen bleiben; die Fruͤch⸗ te ſehen faſt wie die Melonen aus, und haben ei⸗ nen ſuͤſſen Geſchmack, werden aber hier zu Lande nicht recht zeitig. Mit ſothanen auslaͤndiſchen Staͤmmen wohl umzugehen, ſo muß man ihnen eine reine ausge⸗ Ee 4 ſiebte 440 Siebenzehende Betrachtung,⸗ ſiebte gute Miſt⸗Holtz- und Garten-Erde geben, worinnen ein wenig Sand und alter Leimen gemi⸗ ſchet iſt. Im Sommer ſetzet man die Gefaͤſſe an ei⸗ nen Sonnen⸗reichen, warmen Ort, und begieſ⸗ ſet ſie mit lau⸗warmen Waſſer nach Nothdurfft, gegen den Herbſt aber, und zwar noch vor Michaclis, muͤſſen dieſelbe beygetragen, und des Winters an einem luͤfftigen warmen Orte wohl conſerviret und ſehr maͤßig bewaͤſſeret werden, angeſehen der Stamm zart iſt, und die geringſte Kaͤlte und ſchaͤd⸗ liche Reiffen nicht wohl ertragen kan. Gegen den May bringet man die Geſchirre wiederum in den Garten, und thut bey Verſetzung des Stamms die Wurtzeln beſchneiden, auch ein wenig in Waſ⸗ ſer ſtellen wie ich an anderen Orte mehrmahlen zur Genuͤge bemercket habe. Die Anziehung und Vermehrung dieſes herrli⸗ chen Baums, kan durch den Saamen befolget werden, wann man ſolchen von den Hollaͤndern bes kommen kan, die beſte Zeit hierzu iſt der Martius und Aprilis, Gleichwie aber in beyden Monaten die Kaͤlte unter unſerem Climate noch ziemlich anhaͤlt; alſo muͤſſen die Kerne auf Geſchirre in gute leichte Erde geſtecke., wohl befeuchtet, und in ein heiſſes Miſt⸗Beet eingeſencket werden: So bald ſie aber erwa hſen ſeynd, ſo hebet man dieſelbe mit einem Klumpen Erde aus, und pflantzet ſie in andere rau⸗ michte Gefaͤſſe. Arbon Cucurbitæ. Arbor Cucurbitæ, Indianiſcher Kuͤrbis⸗Baum, iſt nicht weniger als der vorige rar und koſtbar, er wird faſt ſo groß als ein Pomerantzen-Stamm, und bekommet wohlriechende ſchoͤne Bluͤthen. Die end Atvend Wie dief Hannt, —— Von den Luſt⸗Baͤumen. 44t Die Vermehrung geſchiehet ebenfalls durch die aus Indien anherd bringende Fruͤchte, welche wie kleine geſprengte Kuͤrbſe ausſehen, und voller Saa⸗ men ſeynd; indeme aber unſer Sommer zu kurtz, und die Herbſt⸗Lufft viel zu kalt iſt, alſo gelangen dieſe Fruͤchte auch zu keiner rechten Zeitigung. Or leana. Orleana, Orlean, iſt ein fremder anſehnlicher Baum, ſo von Tournefort Mitella Americana ma- xima tinctoria genennet wird; er hat ſeinen Ur⸗ ſprung aus Weſt⸗Indien, und kommet dem Po⸗ merantzen⸗Baum an Geſtalt und Groͤſſe nahe bey; die auswendige Rinde des Stammes iſt gelb, die inwendige aber gruͤn, und thun auf den Zweigen rothe wohlgeſtalte Blumen wachſen, welche faſt wie die ſchwartze Nießwurtz, Helleborus niger ge⸗ nannt, ausſehen, und inwendig voller gelben und rothgeſpitzten Zaͤſerlein ſeynd, nach welchen in den warmen Laͤndern rauhe Schoten folgen, die end⸗ lich aufplatzen, und kleine eckigte Saamen, wie die Steinlein in denen Weintrauben, zeigen. Was die Wartung angehet, ſo muß dieſer Baum in Gefaͤße, in eine ausgeſiebte gute etwas ſandigte alte Miſt⸗Holtz⸗ und Garten⸗Erde einge⸗ ſetzet, fleißig begoſſen, und bey Zeiten in die Win⸗ ter⸗Quartiere gebracht werden, da man ihm einen luͤfftigen warmen Ort alligniret, und die Erde oh⸗ ne Benetzung des Stammes und Zweige zuwei⸗ len ſehr maͤßig befeuchtet. Wann man den Saamen von auswaͤrtigen Orten erlangen kan, ſo glaube ich, daß hierdurch die Vermehrung der vielmahlen gegebenen Intru⸗ Ee ſ ction 4⁴ Si ebenzehende Betrachtung —— —— Ctiag gemaͤß bewerckſte lliget werde; allein es doͤrff⸗ te ſehr muͤhſam und langweitig zugehen, daß mit⸗ hin nicht undienlich ſeyn—9A¹ wann man das Geſchlecht durch die jungen Baͤumlein und andere bekannte Modos propagandi fortzuziehen ſuchet. Arbor C Hee. Arbor Caffèe oder Coffee, Caffée-Baum, wird von einigen Jasminum Arabicum, flore albo, genen⸗ net; man findet ihn heutiges Tages in verſchiede⸗ ier vornehmer Herren Gaͤrten, und hat Perßien, Egypten, und das reiche Arabien zu ſeinem Va⸗ terlund, woſelbſten er in groſſer Menge waͤchſet; die Geſtalt gleichet einigermaſſen dem Exonymo D er Spindel⸗Baum⸗ die Fruͤchte aber ſehen wie kleine Bohnen aus, und werden durch gantz Eu⸗ ropa gebrauchet. Weilen nun dieſes Gewaͤchſe eine zarte Staude iſt, ſo erfordert es auch, wie andere dergleichen, im W5 nter und Sommer ſorgfaͤltige Wartung; der S Stamm liebet eine reine ausgeſiebte mit etwas Sand vermiſchte gute Erde, und muß vor der ge⸗ ringſten Kaͤlte in einem Gewaͤchs⸗Hauſe be wahr et werden. Die Vermehrung geſchiehet durch zeiti⸗ ge und friſche Bohnen. Caryopliylli Indici. Caryophylli Indici oder Aromatici, ſeynd die be⸗ kannten Gewuͤrtz⸗ Naͤgelein, welche in denen Orien⸗ taliſchen Laͤndern wachſen, und in groſſer Quanti⸗ taͤt Pis Holland gebracht werden. „Dieſer vortreffliche Baum iſt mit vielen Neben⸗ Sweigen und zierlichen Blaͤttern verſehen; es wird der⸗ 9² 60 ſt fll gen u ind unſert 1 Aen Diet 1I0⁰„ U Wuttl Hurch d ‚e Von den Luſt⸗Baͤumen. 442 derſelbe ziemlich groß, und bekommet angenehme der Myrthen⸗Bluͤthe gleichende Blumen; die Fruͤchte aber werden bey uns nicht zeitig, und muß man ſich an der Schoͤnheit des Stammes begnuͤgen laſſen. Die Vermehrung geſchiehet durch die aus der Fremde erhaltende junge Baͤumlein, und vermit⸗ tels zeitigen und friſchen Saamen oder Fruͤchten, welche man Mutter⸗Naͤgelein nennet, und ſeynd die abgetrocknete nicht zu gebrauchen, inmaſſen ſie unreif abgebrochen, ſchwartz gefaͤrbet, und zu uns geſendet werden. Vor der Ausſaat weichet man gedachten Saa⸗ men in Waſſer, bringet ihn nachgehends in Ge⸗ faͤße auf ein Miſt-Beet, und pfleget hiermit um⸗ zugehen, wie ich bey denen zarten Indianiſchen Gewaͤchſen oͤffters angefuͤhret habe; uͤbrigens iſt der Naͤgelein⸗Baum von hitziger Eigenſchafft, und muß beſonders im Winter wohl gewartet werden. Asenus Caſtus. Agnus Caſtus, Keuſch⸗Lamm, Schaaf Muͤllen, oder Abrahams⸗Baum, wird auch Salix Amerina, Arbor Abrahæ, und Eleagnon Theophraſti genennet, es iſt an ſich ein Baum mit vielen laͤnglichen Zwei⸗ gen und dunckelgruͤnen Blaͤttern beſetzet, wovon in unſern Gaͤrten einige Arten bekannt ſeynd, als: Agnus Caſtus, flore albo pallido. „„**»flore purpureo nigro&c. Die erſte Gattung bringet ihre Bluͤthen im Ju⸗ nio, und kan durch die Neben⸗Schoßen an der Wurtzel, durch abgeſchnittene Zweige, und durch den Saamen erzogen, fortgepflantzet und ver⸗ 444 Siebenzehende Betrachtung, vermehret werden, welches geſchiehet, wann man dieſelbe im Fruͤhling oder Majo in Gefaͤße auf ein Miſt⸗Beet bringet, und,bis ſie erwachſen ſeynd, mit Begieſſen unterhaͤlt. Die zweyte Art iſt etwas rarer, als die erſte, und bringet hier zu Lande nicht leicht zeitigen Saa⸗ men, ſondern nur ihre purpurfarbene, mit ſchwar⸗ tzen Strichen durchzogene Blumen, welche im Monat Julio floriren und den Stamm recht ſchoͤn bekleiden. Beyde Arten lieben ein fettes feuchtes etwas lu⸗ ckeres Erdreich, und werden im Herbſt mit ande⸗ ren Gewaͤchſen beygetragen ſie laſſen im Winter ihre Blaͤtter fallen, und bekommen im Fruͤhling wiederum neue. Arbiuſcula Coralli. Wann mir jemahlen ein Baͤumlein wegen ſei⸗ ner artigen Geſtalt wohl gefallen hat, ſo iſt es das bekannte Corallen⸗Baͤumlein; es waͤchſet zwar nicht groß, und traͤget kleine unanſehnliche Blüͤ⸗ then, wie der Indianiſche Pfeffer, allein die ſchoͤ⸗ nen anmuthige Zinnober-rothe Fruͤchte oder Kir⸗ ſchen zieren daſſelbe ungemein, und geben dem Stamme ſowohl im Winter als im Sommer ein recht feines Anſehen. Durch die zeitige Fruͤchte oder Saamen ge⸗ ſchiehet die Vermehrung, und muß man die jun⸗ gen Baͤumlein faſt bey beſtaͤndiger Befeuchtung erhalten, und weilen ſie zu keinem hohen Alter ge⸗ langen, muß man die Propagation durch den Saa⸗ men oͤffters vornehmen, und die Gefaͤße vor der Kaͤlte bewahren, auch des Winters die Beſeuch⸗ tung nicht abgehen laſſen. Cel 4 MIen klllegend Muat Clepha chet g. gebilde del E lah, 1 ſen ber Jao Hnbut mez lt ſſe! lten Aler he Mtt Winte b, Hen, Wunt 58 Von den Luſt⸗Baͤumen. 445 Celaſter. Celaſter iſt ein feiner ſtets gruͤnender Manns ho⸗ her Baum, mit ziemlichen Aeſten und zierlichen Blaͤttern verſehen, zwiſchen welchen gelbgruͤne wohlriechende Blumen von 5. oder 6. Blaͤttern wachſen, nach welchen eine rothe Corallen-farbe⸗ ne Frucht folget, die mit einem harten Saamen verſehen iſt. Die Wartung kommet mit denen Lorbeer⸗Ci⸗ tronen⸗und andern dergleichen Baͤumen uͤberein, und kan die Vermehrung durch den Saamen und einlegende junge Schoßlinge vollzogen werden. Macardium Indicum. Anacardium Indicum, oder pediculus Elephantis, Elephanten⸗Laus, iſt ein Indianiſcher Baum, wel⸗ cher gelbliche lumen und Fruͤchte, wie ein Hertz gebildet, traͤget. Die Vermehrung geſchiehet durch den Saamen, und muß man die Baͤume, weilen ſie hitziger Natur ſeynd, mit Begieſſen wohl war⸗ ten, und des Winters bey anderen zarten Gewaͤch⸗ ſen bewahren. Jujubeæ. Jujubæ, rothe Bruſt⸗Beerlein, oder welſche Hanbutten, werden auch Jujuba major, Chamæ- mespilus und Ziziphus rutila genennet; man pflan⸗ tzet ſie in Gefaͤße /in eine gute etwas leimigte, mit alter verweſener Duͤngung, Sand und Tauben⸗ Miſt vermengte Erde, und begieſſet ſie fleißig; des Winters werden ſie wie das Anacardium beygeſe⸗ tzet, und kan die Vermehrung durch den Saa⸗ men, und vermittelſt der Neben⸗Brut an der Wurtzel geſchehen, die ſodann zu einem feinen Baͤum⸗ Siebenzehende Betrachtung, ———— Baͤumlein aufwachſen, und mit der Zeit weiſſe kleine Blumen und rothe Fruͤchte tragen. Lauuredla ſemper virens. Laureola ſemper virens, wird auch Chamelæa Germanica, Mezereum, piper montanum, auf Teutſch ſtets gruͤnender Keller-Hals, genennet; es traͤget hell⸗ glaͤntzende ſtets gruͤnende Blaͤtter, und bleich⸗gruͤne Bluͤthen, ſo gemeiniglich im ke⸗ bruario zum Vorſchein kommen, und wie Violen geſtaltet ſeynd, nach welchen ſchwartze Beerlein von einem brennenden Geſchmacke folgen, wo⸗ durch, wie auch vermittels der Neben-Schoſſen, dieſe Art vermehret wird. (Hamelæa Trichccor. Chamelæa Tricoccos, oder Mezereum Arabicum, auch Tricox Americana, auf Teutſch Seidel⸗Baſt genannt, iſt ein zartes aͤumlein oder Gewaͤchſe, welches ſchmale gruͤne Blaͤtter, zarte Stengel, weiſſe kleine Bluͤthen, und runde ungeſunde Fruͤch⸗ te bekommet, vor deren Gebrauch man ſich, ſo viel moͤglich, huͤten muß. Es hat dieſes Gewaͤchſe mit dem vorigen groſſe Verwandtſchafft, und muß in reine etwas ſandigte gute Erde in Gefaͤße gepflantzet, und nach Michaclis-Tage beygetragen werden. Die Vermehrung geſchiehet ebenfalls durch zeitige Beeren und die Wurtzel⸗Zertheilung. Olea ſativa. Olea ſativa, Oliben-Baum, waͤchſet in Italien, Franckreich Narbonne, und denen Spaniſchen Provintzen haͤuffig, und traͤget die bekannten Oli⸗ ven, woraus das Baum⸗Oel gepreſſet wird. le⸗ — K ehet di 4 chen Yn iſt alt Vie N gelbe fl t in det ſo fiche Oliben ben 10 Helb 10. Scheſf Es iſte ter und ſt der R 1 2 8 K,Bau N Ind don Doen Nosm Ders nan im Iin wenſ Von den Luſt⸗Baͤumen. liebet dieſes Baͤumlein einen heiſſen Sonnen⸗rei⸗ chen Ort, fleißige Begieſſung, und gute ſandigte mit altem Miſt und Aſche vermiſchte Erde. Die Vermehrung geſchiehet zwar durch einle⸗ gende junge Zweige, allein weilen ſie einige Jah⸗ re in der Erde liegen muͤſſen, ehe ſie bewurtzeln; ſo ſuchet man die Baͤumlein vermittels friſcher Oliven und der Neben-Brut zu propagiren; zu Herbſt⸗ Zeiten bringet man die Gefaͤße an einen luͤfftigen und warmen Ort, und unterhaͤlt ſie bey maͤßiger Befeuchtung; die Blaͤtter bleiben Win⸗ ter und Sommer gruͤn, die Blàöthen und Fruͤch⸗ te aber wollen hier zu Lande nicht gedeyhen. Tragis. Tragus, Bocks⸗Kraut, wird durch die Wurtzel⸗ Schoſſen und einlegende junge Zweige vermehret. Es iſt ein Stauden⸗Gewaͤchſe, welches kleine Blaͤt⸗ ter und geibliche Blumen traͤget, die, wann ſie mit der Hand gerieben werden, einen Geruch wie die Boͤcke von ſich geben. Romarimus. Rosmarinus, oder Libanotis Coronaria, Rosma⸗ rin⸗Baum, iſt in unſern Gaͤrten wohl bekannt, und von verſchiedenen Arten, als: Rosmarinus Hortenſis, foliis anguſtioribus. —foliis maculatis aureis. folüs argenteis, ſeu ex albo& viridi variegatis. Der Anbau iſt ſehr leicht, und geſchiehet, wann man im Aprili gerade Zweiglein abſchneidet, unten ein wenig ſpaltet, und in gute mit kurtzem Miſt ge⸗ 448 Siebenzehende Betrachtung/ geduͤngte luckere Erde verpflantzet, in Schatten er⸗ haͤlt, und fleißig begieſſet. Verlanget man feine anſehnliche Baͤume zu zie⸗ hen, ſo muß man den Stamm fein gerad anbin⸗ den, alle Neben-Zweige hiervon abnehmen, und ihn 2. 3. bis 4. Schuh hoch in die Hoͤhe wachſen laſſen, wornaͤchſt die oberſten Spitzen aus dem Gipffel abgebrochen werden muͤſſen, damit ſich die Zweige deſto beſſer ausbreiten, und die Geſtalt einer Crone annehmen moͤgen. Um Michaclis- Tag hebet man die Staͤmme mit einem Klumpen Erde aus dem Lande, verſe⸗ tzet ſie in andere Gefaͤße, und laͤſſet ſie, bis die Froͤ⸗ ſte kommen, im Garten ſtehen, zumahlen ein klei⸗ ner Froſt der Rosmarin nicht allein keinen Scha⸗ den zufuͤget, ſondern dieſelbe nur erhaͤrtet, und in den Stand ſetzet, daß ſie gegen Fruͤhling deſto zei⸗ tiger in den Garten gebracht werden kan. Im Keller will die Rosmarin nicht gut thun, wohl aber in einer luͤfftigen warmen Kammer, wo man das Gulden⸗Lack und die Leveojen hinſtellet, und wohin ein wenig nicht aber zu viele Waͤrme gehen kan, geſtalten die Staͤmme im Winter ehen⸗ 65 etwas Froſt als ſtarcke Hitze zu ertragen faͤhig ſeynd. Im Aprili bringet man die Roßmarin wieder⸗ um in den Garten, und thut ſie nach Belieben in das Land und zum Theil in Geſaͤße verpflantzen; will man das Erdreich mit verweſenem Huͤner⸗ Schaaf⸗oder Tauben-Miſt umlegen, und mit eben ſolchem Waſſer zuweilen befeuchten, ſo wird man Wunder ſehen, wie luſtig und freudig dieſe Baͤuuu⸗ lein in die Hoͤhe wachſen werden. Die 0 ——ů Die der WI Baͤtterht che Vanlt fub Gnl 4 nohl fonlo Taalt ur Gotgfalt 1 4+ gelſſe/ſn ſi, mit Rſent Wallich ſdicher“ Ikt/ welch Getwölhe l Gewich⸗ Men Reht ſaßfitggk eihe hothtveſ geichfals u Wunter in z ſch Regen,, Unter di il roͤchige licht de ger ſchehege he ſten Nten; Rola h 7 9 Von den Luſt⸗Baͤumen.—4ʃ9 Die verguldte Rosmarin bekommet auf den Blaͤttern einige gelbe Flecken, und verlanget glei⸗ che Wartung; die verſilberte hingegen,, welche aus Engelland gebuͤrtig iſt, will hier zu Lande nicht wohl fortkommen, und gehet, aller Muͤhe und Sorgfalt ungeachtet, gar leicht zu Grunde. Im Winter erfordern alle Rosmarin ſehr we⸗ nige Bewaͤſſerung, und je trockner man das Erd⸗ reich haͤlt, je weniger werden die Froͤſte Schaden thun; doch aber muß es auch nicht gar zu trocken gelaſſen, ſondern mit lau⸗warmen Waſſer begoſ⸗ ſen, oder mit Schnee zuweilen umleget werden. Roſarum variæ elegantiſſumæ ſpecies. Weil ich bis anhero verſchiedene rare Arten aus⸗ laͤndiſcher Luſt- und Blumen⸗Baͤume angefuͤh⸗ ret, welche des Winters zum Theil in Gebaͤude, Gewoͤlbe und Keller, zum Theil aber in denen Gewaͤchs⸗Haͤuſern und andern luͤfftigen und war⸗ men Behaͤltniſſen aufbehalten, und vor der Kaͤlte ſorgfaͤltigſt bewahret werden wollen; ſo erachte eine nothwendige Folge zu ſeyn, von denjenigen gleichfalls mit wenigem zu handeln, welche den Winter in oͤffentlichen Gaͤrten ſtehen bleiben, folg⸗ lich Regen, Froſt und Schnee ertragen. Unter dieſen ſeynd nun die Roſen, wegen ih⸗ rer praͤchtigen, ſchoͤnen und angenehmen Geſtalt, nicht die geringſten; und weilen man hiervon ver⸗ ſchiedene Gattungen findet, ſo will die bekannte⸗ ſten Arten dahier kuͤrtzlich præmittiren: Roſa Menſtrua. —Centifolia. 5)Veſtris Auſtriaca flore pherniceo. Ff Rola Siebenzehende Betrachtung, Roſa Provincialis, flore pleno, atro- purpuree holoſerico. flore albo pleno. flore rubro& albo variegato pleno. flore ex rubro nigricante pleno. flore violaceo& albo variegato pleno. flore roſeo& albo variegato pleno. Damaſcena. flore pleno. Arabica, flore purpureo& albo. Maxima, flore luteo pleno&c.&c. Die Roſen lieben insgemein einen Sonnen⸗rei⸗ chen Ort, und geduͤngtes gutes und ſettes Erdreich, und koͤnnen im Herbſt und Fruͤhling verſetzet wer⸗ den. Die Vermehrung geſchiehet durch die Neben⸗ Brut, Zertheilung der Stoͤcke, und durch einle⸗ gende Zweige, welche man im Fruͤhling wie die Weinreben einſencken, in Schatten erhalten, und begieſſen kan. Wann im ſtarcken Winter einige Stoͤcke ver⸗ frieten, ſo ſchneidet man die duͤrren Zweige ſo weit ſie beſchäͤdiget ſeynd, mit angehendem Fruͤh⸗ ling hinweg, ja man nimmt ſelbige zuweilen bis auf das Erdreich ab auf welche Weiſe ſie wiederum auf das neue ausſchlagen werden. Das Beſchneiden geſchiehet allemahl im Martis, und wollen einige ſo gar behaupten, daß, woferne man wilde Feld⸗Roſen im Martio in den Garten bringe, ſolche drey Jahr nach einander um eben dieſe Zeit in gute Erde verpflantze ſolche dick⸗ge⸗ fullte wohlriechende leibfarbene Blumen bringen ſollen, wovon aber die Gewißheit nicht melden kan. Durch — 66 Durch! ben auf en lchen Sl Iu gfecg ſthel, hel ſche gben Wil! ſo nuß m. gechin? Heſchett, Roſen Elt ber Fliheh duchgeſchk Eie e ken hate de u Be feuchte. Nul. Calad g/ und duhero ma ſerdigte et btharteg tt Nfeghe Wben, her Ne, We ſhchen m abeh, 1. ſeh fontgh Das bön einſhen Von den Luſt⸗Baͤumen. 47t Durch das Oquliren laſſen ſich allerhand Far⸗ ben auf einen Stock bringen, wann man von et⸗ lichen Stauden die Augen abnimmt, und ſelbige zu gehoͤriger Zeit auf einen beliebigen Stamm auf⸗ ſetzet, welches ein recht ſchoͤnes und herrliches An⸗ Daieg ſehen geben wird. rdn f Will man hingegen die Roſen ſehr ſpaͤt haben, ſo muß man die groͤſten Knoͤpffe, ehe ſie ſich oͤffnen, gleich im Anfang abbrechen, und wird ebenmaͤßig verſichert, daß, wann man im Monat Majo einen Roſen⸗Stock verſetzet, dieſer allererſt im Decem⸗ ber bluͤhen ſolle, welches auch das gantze Jahr hin⸗ durch geſchehen ſoll, wann man alle Monat einige Stoͤcke in Gefaͤße verpflantze, ſelbige anfangs tro⸗ cken halte, wohl warte, und nachgehends die Er⸗ N 10 Befoͤrderung des Wachsthums ſtarck be⸗ euchte. Roſa Menſirua. Roſa Menſtrua, Monat⸗Roſe, oder Roſa omnium Eitt Calendarum, erfordert eine gantz beſondere War⸗ en dui, tung und kan die Kaͤlte nicht wohl vertragen, dendahero man dieſelbe in Gefaͤße in gute fette etwas ſandigte Erde verpflantzen, und mit allem Fleiße Uegſenedabwarten muß. Dieſe Gattung alle Monate in der Bluͤthe zu A haben, beruhet lediglich in Beſchneidung ihrer n Aeſte, welches alle Jahr zwey bis dreymahl ge⸗ e ſchehen muß, wann ſie nicht Holtz und Blaͤtter n treiben, und nur einmahl wie andere gemeine Ro⸗ ſen floriren ſollen. Das erſtemahl geſchiehet die Beſchneidung t von einigen im November, wo ſie die Zweige faſt der Erde gleich hinweg nehmen, durch welches 2 2 Mit⸗ 4 Siebenzehende Betrachtung ⸗ Mittel dieſelbe viel friſches Holtz, und im Fruͤhling neue Knoſpen bekommen. Die zweyte Beſchneidung geſchiehet im Fruͤh⸗ ling, im Martio oder Anfang des Aprilis, da man friſche Erde um den Stock leget, ſolche dann und wann befeuchtet, und die Zweige bis auf ein oder hoͤchſtens zwey Augen wiederum beſchneidet. Im Julio oder Auguſto geſchiehet die Beſchnei⸗ dung zum drittenmahl, und wird erfordert, daß man die Gefaͤße, worinnen die Roſen ſtehen, ei⸗ nige Wochen gantz trocken erhalte, demnaͤchſt aber die Zweige beſchneide, und den Stamm ander⸗ waͤrts in Gefaͤße verpflantze, uud fleißig begieſſe, wo er dann junge Knoſpen wiederum bekommen, und ſpaͤt im Herbſte floriren wird. Wann die gemeinen Roſen floriren, iſt nicht noͤthig, an der Roſa Menſtrua die Knoſpen zu laſ⸗ ſen, ſondern es werden dieſelbe abgebrochen, um ſie deſto ſpaͤter im Jahre, wann alle Blumen ver⸗ gangen ſeynd, in der Flor zu haben, uud hat man uͤber dieſes angemercket, daß die Stoͤcke vortreff⸗ lich bluͤhen, wann man nach der erſten Bluͤthe alle Knoſpen hinweg nimmt. Einige beſchneiden nach der erſten Bluͤthe die Aeſte bis unter den Knoten, wo die erſten Blu⸗ men geſtanden haben, und thun hiermit, ſo offt ein Theil Blumen vergangen iſt, beſtaͤndig conti⸗ nuiren, durch welches Mittel der Stock 6. und mehrere Monate in der Flor erhalten werden ſoll; jedoch muß der Stamm/ wann man ihn beſchnei⸗ det, wenigſtens 14. Tage vorhero nicht befeuchtet noch begoſſen werden. 9 m 1 —— Wi eihen guten nd kerme Ahſendeu lola Cer Hollndſch Rerehme M De fufl Ral Proft kkenntt; f. her wid kor Eadväch we Noſa va ſthnd ſicht hgben heiff lunltt Mat Viſſe lat/ ud Vohlund. Mla De 1ud il de ckt, Und der Erde h⸗ Aungen felrth Von den Luſt⸗Baͤnmen. 473 Im Winter bringet man die Monat⸗Roſen in einen guten Keller, oder luͤfftige warme Kammer, und vermehret ſie durch die Neben⸗Brut, durch Abſencker und Spalt⸗Toͤpffe. Roſa Centifolia. Roſa Centifolia iſt die groſſe hundert blaͤtterige Hollaͤndiſche Roſe, welche in den Gaͤrten eine an⸗ genehme Ausſicht machet, und ſich zu einer Luſt⸗ Hecke trefflich ſchicket. Roſa Provincialic. Roſa Provincialis wird die rothe Sammet⸗Roſe genennet; ſie iſt zweyerley, die groſſe und die klei⸗ ne, und kommen beyde Gattungen in einem guten Erdreich wohl fort. Reſa Variegata. Roſa Variegata, oder Verſicolor, bunte Roſen, ſeynd nicht ſo ſtarck als die Oentitolien gefuͤllt, ſie haben weiſſe und rothgeſtreiffte Blaͤtter, welche als bunter Marmor ausſehen. Roſa alba. Weiſſe gefuͤlte Roſen ſeynd allenthalben be⸗ kannt, und machen unter andern einen guten Wohlſtand. Roſa Damaſcena. Roſa Damaſcena liebet eine gute Garten⸗Erde, und will des Winters vor dem Froſt erwas bede⸗ cket, und im Fruͤhling einen halben Schuh uͤber der Erde beſchnitten werden; es ſeynd dieſe Gat⸗ tungen Roſen nicht gar groß; wann man ſie aber auf einem weiſſen 3 en 454 Siebenzehende Betrachtung len uͤber einander pfropffet oder oculiret, ſollen ſie vergroͤſſert werden. In Holland findet man hiervon einige rare Gat⸗ tungen, als: Roſa Damaſcena Corneola, flore luteo& albo pleno. flore purpureo& albo pleno. ͤflore albo& rubro pleno&c.&c. So rar aber dieſe ſeynd, ſo fleißige Wartung thun ſie auch verlangen, und muͤſſen in Gefaͤße in gute etwas ſandigte Erde verpflantzet, und des Winters mit denen auslaͤndiſchen Roſen an einem warmen luͤfftigen Ort aufbehalten werden. Roſa Arabica. Wann die Roſa Arabica ſich ohne Hinderniß ſehen laͤſſet, iſt ſie ziemlich groß/ und hat viele Blaͤt⸗ ter, welche doch nicht ſo ſtarck, als die rolhen Cen⸗ tifolien, riechen. Es giebt eine Art mit weiſſen und purpurſarbenen Bluͤthen, iſt aber zart und rar, und muß, wann ſie im Garten ſtehen bleiben ſoll⸗ mit Stroh bebunden, und mit langen Pferd⸗Miſt umleget werden; dieſe Gattungen bluͤhen im Julio, und ein kleines Wuͤrmlein, oder fallender Meel⸗ Thau, kan ſie leicht verderben, daß dahero zu Ab⸗ wendung dieſes Ubels groſſe Præcaution gebrauchet werden muß. Roſa lutea Hore pleno. Die gemeine gelbe gefuͤllte Roſen trifft man faſt aller Orten an, und weilen ſie niemahlen recht auf⸗ gehen, ſo ſeynd es nur unanſehnliche und von Wuͤrmern abgefreſſene nichtswerthe Blumen; es giebt aber noch eine Art, welche zum Theil 1 auf⸗ * 100 — luſhehet ihe Nn den alher ſt UA ſhrhntt Udg Nadh; Wihauch flt; ſe f Aüdeg Uud Wöd die Hit ſegait 0 K00 110 K5 l Vuum h henz l pfn un. fer HUL Wgſt Ghhet⸗ eheh, fügten. Von den Luſt⸗Baͤum en. 475 aufgehet, und ſchoͤne groſſe gelbe gefuͤlte Blumen traͤget. Man ſchneidet denenſelben im Fruͤh⸗Jahr nur die duͤrre Aeſte ab, und laͤſſet die andern mit ein⸗ ander ſtehen, weilen ſie oben im Gipffel mehren⸗ theils ihre Blumen bringen; die Blaͤtter ſeynd ſehr zart, und thun von anhaltendem feuchten Wet⸗ ter und Regen leicht verfaulen. Kadix Rhodia. Radix Rhodia, Rhodiſche Wurtz, Roſenwurtz, wird auch Telephium radice roſam ſpirante genen⸗ net; ſie iſt aus der Inſul Rhodis zu uns gebracht worden, und traͤget weder Bluͤthe noch Fruͤchte, und wird nur wegen des angenehmen Geruchs in die Gaͤrten gepflantzet, inmaſſen die Wurtzel, wann ſie gerieben wird, wie die beſte Roſe riechet. Sambucus roſca, flore globoſo pleno. Sambucus roſea, Schnee⸗Ballen⸗Baum, wird auch Sambucus aquatica, Waſſer⸗Flieder mit kug⸗ lichen Blumen, genennet. Es iſt ein zierlicher Baum, welcher wegen ſeiner vielen dick zuſammen geſetzten Bluͤthen in den Gaͤrten recht ſchoͤn flehet; man pflantzet ihn an die Ende derer Rabatten oder ſonſt in eine Ecke; die Blumen ſehen von weiten wie groſſe Clobi oder Kugeln aus, in Geſtalt eines Schnee⸗Ballens, und wann ſie zeitig abgebrochen werden, ſagt man, daß ſie im Herbſt noch einmahl floriren. Der Baum zertheilet ſich in einige Neben⸗Ae⸗ ſte, traͤget keinen Saamen, und ſtehet gerne an feuchten und etwas ſchattigten Orten. Die Ver⸗ 514 meh⸗ 456 Siebenzehende Betrachtung mehrung geſchiehet durch die am Stamm auslauf⸗ fende Neben⸗Brut, und, wie ich darfuͤr halte, durch einlegende junge Zweige, die man ſo lang, bis ſie bewurtzelt haben, in einer luckern Erde in Schatten erhalten muß. Der Stamm liebet fet⸗ te Erde, und muͤſſen die duͤrren Reiſer im Fruͤh⸗ Jahr abgenommen werden. Hringa. Syringa, oder Philadelphus, Syring⸗Baum, wird von einigen Tuͤrckiſcher Hollunder genennet, und iſt von einigen Gattungen, als: Syringa, flore cæruleo. flore albo. flore pleno. —— tolio liguſtri. frolio laciniato. Es waͤchſet dieſe Art in einer guten Erde wohl fort, und vermehret ſich durch die Wurtzel⸗Brut. Einige ſetzen dieſen Baum an ein Gelender⸗ oder an eine Huͤtte in den Garten, und thun die⸗ ſelbe hiermit umziehen; andere aber machen eine Luſt⸗Hecke baraus, und halten ſie wohl unter der Scheere, welche einen guten Wohlſtand machet. Es giebt eine Art von dem Syrings⸗Baum mit gefuͤllten weiſſen Blumen, welche noch zur Zeit ſehr rar und in wenig Gaͤrten anzutreffen iſt; man ablactiret ſolche auf die vorhin gemeldte Staͤmme, und thut ſie auch vermittels derer Spalt⸗Toͤpffe vermehren, ob ſie aber des Winters in oͤffentli⸗ 3 Garten gelaſſen werden, dieſes ſtehet zu pro⸗ ken. KRu. — Wmbur Cchig⸗ Fucheſhe Jemlchen Aſt; de ret, lg ſchen welch eine traubl Die Wul, el Hgen kan de Mahl! NeiBiumt dieſer Pir ſchichet, ſolen al deoſenge, ſy, e Von den Luſt⸗Baͤumen. 457 Rhus Sumach. Rhus Sumach, oder Rhus Coriaria, Faͤrber⸗Baum, Schling⸗Baum, Gerber⸗Baum, von etlichen Fuchsſchwantz⸗Baum genannt, waͤchſet zu einer ziemlichen Hoͤhe, und theilet ſich in viele Neben⸗ Aeſte; die Blaͤtter ſeynd roͤthlich, etwas rauh, breit, laͤnglicht und am Rande ausgezacket, zwi⸗ ſchen welchen roͤthliche Bluͤthen folgen/ die ſich in eine traubliche Frucht verwandeln. Die Vermehrung geſchiehet durch die Neben⸗ Brut, welche man abnehmen, und in gute Erde bringen kan; einige pflantzen ſie in Gefaͤße, um die Anzahl ihrer Gewaͤchſe zu vergroͤſſern, allein die Baͤume kommen im Lande wohl fort, und thun dieſer Vorſorge, wann es nicht aus Curioſitaͤt ge⸗ ſchiehet, nicht gebrauchen. NMux Veſicaria. Nux Veſicaria, wird auch Piſtacia Sylveſtris, Staphylodendron, auf Teutſch Pimpernuß, genen⸗ net; dieſer Baum waͤchſet zu einer mittelmaͤßigen Hoͤhe, woran im Majo weiſſe Bluͤthen an langen Stielen ſich ſehen laſſen, auf welche groſſe Blaſen folgen, worinnen der Saame in Geſtalt zweyer gelber und roͤthlicher Nuͤſſe eingeſchloſſen iſt. Der Anbau haͤlt nichts beſonders in ſich, zu⸗ mahlen durch erwehnte Nuͤße oder Kerne, wie auch durch die Neben⸗Brut, die Vermehrung ge⸗ ſchiehet, und kommen die jungen Baͤumlein in ei⸗ nem etwas ſeuchten Boden am beſten fort. Es ſollen auch dieſe Nuͤſſe nicht ungeſund, ſondern fuͤr diejenige, ſo vieles Phlegma bey ſich fuͤhren, ſehr gut ſeyn, wie Tragus in ſeiner Hiſtoria Stirpium bezeuget. f5 Agri- 458 Siebenzehende Betrachtung⸗ Aaeri folium. Von dem Agrifolio oder Acquifolio, Wald⸗Di⸗ ſtel, Stech⸗Baum, Palmen⸗Diſtel, hat man zwey Arten, als: Agrifelium Vulgare. Efoliis ex luteo variegatis. Das erſte brauchet, als ein in Wildniſſen wach⸗ ſendes Gewaͤchſe, keine beſondere Wartung, und kan wegen ſeiner Winter und Sommer behalten⸗ den gruͤnen Geſtalt in eine Ecke des Gartens ver⸗ pflantzet werden. Der Stamm dieſes Gewaͤchſes wird ziemlich dick, und iſt mit zaͤhen Aeſten und ſtachlichten Blaͤt⸗ tern beſetzet; die Blumen aber ſeynd weiß, von einem guten Geruch⸗worauf runde und rothe Bee⸗ re folgen, vermittels deren die Vermehrung ge⸗ ſchehen kan, wann man dieſelbe im Aprili mit naſ⸗ ſem Sand einweichet, und in gutes Erdreich bringet, worinnen ſie zuweilen, ehe ſie aufgehen, ein gantzes Jahr liegen, woruͤber man nicht un⸗ gedultig werden muß. Das zweyte Agrifolium hat verguldte Blaͤtter, am Rande mit goldgelber Farbe eingefaſſet, wel⸗ che denen Lorbeer-Blaͤttern nicht viel ungleich ſeynd. Es ſtehet in dem Garten recht wohl/ und verlanget mit dem vorigen gleiche Wartung, wird auch auf gemeine Agrikolien⸗Staͤmme gepfropffet, einige pflantzen daſſelbe in Gefaͤße, und ſtellen ſie unter andere dergleichen Gewaͤchſe. Laureola folio deciduo. Laureola folio deciduo iſt unter dem Namen lattfaͤliger Keller⸗Hals bekannt welcher Wun E 0 ——— Deſem G. Jlͤttttde den it. DRN ſeh an det Wurteln! Giamm f Saht/ nn Hohlticche 1ul, olte en, belc Mfer amt Uigeſund ſe MbotV Tbeochnt hennkt Diſet lt an ſe un Jheil Blinrerbl fiken, w. haben, de inſparg lu eher ſe ſchcke ſiſt Da90 Gunen Sveheg thum, U get, t lt hebe Von den Luſt⸗Baͤumen. 47 dieſem Gewaͤchſe um deßwillen, weilen es die Blaͤtter des Winters fallen laͤſſet, beygeleget wor⸗ den iſt. Dle dermehrung wird durch die Neben⸗Sproſ⸗ ſen an der Wurtzel zur Hand genommen; die Wurtzeln gehen tief in die Erde, und treiben einen Stamm mit zehen Aeſten, woran ſehr fruͤh im Jahr, nachdem das Wetter einfaͤllt, eine ſchoͤne wohlriechende purpurfarbene Bluͤthe ſich præſenti⸗ ret, worauf gegen den Herbſt ſchwartze Beere fol⸗ gen, welche unleidentlich brennen, und den heiſſen Pfeffer am Geſchmack uͤbertreffen, anbey auch ſehr ungeſund ſeynd. Arbor Vitæ. Arbor Vitæ, wird auch Cedrus Lycia, und Thya Theophraſti, auf Teutſch Baum des Lebens, ge⸗ nennet. Dieſer Baum bringet mit angehendem Som⸗ mer an ſeinen Aeſten kleine gelbe Blumen, welche zum Theil zu einer ſchuppigten Frucht werden; die Blaͤtter bleiben Winter und Sommer gruͤn, und zieren, wann andere Baͤume das Laub verlohren haben, die Gaͤrten, welches denen Augen dann um ſo angenehmer iſt, als der Stamm gleichfalls zu einer ziemlichen Hoͤhe ſteiget, und ſich unter ge⸗ I Beſchneidung in allerhand Figuren ziehen aͤſſet. Die Vermehrung wird zwar durch den kleinen Saamen befolget, allein durch die abgebrochene Zweige geſchiehet es mit viel geſchwinderen Wachs⸗ thum, wann man dieſelbe in gutes Erdreich einle⸗ get, nach Nothdurfft begieſſet, und, bis ſie bewur⸗ tzelt haben/ in Schatten erhaͤlt. Jnt. 46⁰ Siebenzehende Betrachtung —— 975„ 7 alblpeV 44.J. Juniperus, oder Cedrus Veterum, iſt der allent⸗ halben bekannte Wachholder⸗Baum, welchen ei⸗ nige Garten⸗Freunde gleichfalls in die Gaͤrten pflantzen, und ihm mit der Scheere entweder ei⸗ ne kuglichte oder aber eine andere beliebige Geſtalt eben. 1 Es gruͤnet dieſer Baum Winter und Sommer, und laͤſſet in dem May einen gelben Staub von ſich fahren, wovon geſagt wird, daß es der Saa⸗ me ſeyn ſolle, nach demſelben kommen kleine Beere, die auf kuͤnfftigen Ferbſt erſt zeitig werden, in die⸗ ſen ſtecken kleine Koͤrnlein, wovon man junge Pflantzen leichtlich erlangen kan. So gemein der Wachholder⸗Baum iſt, ſo groſſe Tugenden thut er beſitzen, und wird von denen Botanicis(wie bey dem Herrn von Francke⸗ nan in ſeiner Flora Francica rediviva naͤchgeſchlagen werden kan) ungemein hoch geruͤhmet, doch ſoll der Schatten(wann dem Virgilio Glauben bey⸗ zumeſſen iſt) ſehr ſchaͤdlich ſeyn, inmaſſen derſelbe hiervon meldet: Surgamus, ſolet eſſe gravis cantantibus umbra. Juniperis gravis umbra, nocent& frugibus umbræ. Welcher Meynung aber um ſo weniger beygepflich⸗ tet werden kan, als wir im Buche der Koͤnige leſen, daß der Prophet Elias(als er der Tyranney der Iſabelis entgangen) den Wachholder⸗Baum zu ſeiner Ruh⸗Staͤtte auserwaͤhlet, und darunter geſchlaffen habe, bis er von dem Engel des eErrn das jweytemahl auferwecket worden ſſt. Sabi. — Hebin, tilt in R ijn jceber ſinſebotg Golſigg Id in peder Dol iflen den; Det Et der fu ſolo Ianet ſtung ge Hche wie ſe bewutt deh. Dat Baunm in er afg Juntk e Von den Luſt⸗Baͤumen. 461 Sabina. Sabina, Seven⸗Baum oder Kinder⸗Mord, iſt eine in Teutſchland uͤberall bekannte Staude, ſo in jedwedem Grund und Boden waͤchſet, wovon einige vorgeben, daß, wann die Zweige auf Palm⸗ Sonntag mit anderen Buͤſchen conlecriret, und im Hauſe aufbehalten worden, ſodann weder Donner, Blitz, noch Teuffels⸗Kuͤnſte, dar⸗ innen den geringſten Schaden zufuͤgen köͤnnten. Der Seven⸗Baum iſt zweyerley Gattung, als der fruchtbare folio Cupreſſi, und der unſruchtbare folio Tamariſci, oder Sabina fœmina. Die Ver⸗ mehrung geſchiehet durch abgebrochene Zweige, welche wie der Arbor Judæ eingeleget, und, bis ſie bewurtzelt haben, in Schatten erhalten wer⸗ den. Das leichtfertige Frauenzimmer haͤlt dieſen Baum in geoſſen Ehren, weilen derſelbe wann er auf gewiſſe Weiſe præpatiret, und im Trunck eingenommen wird) die Frucht aus dem muͤtterlichen Leibe abfuͤhret. Soll der Stamm nicht ſchieff wachſen, ſo muß man einen Pfahl da⸗ bey ſtecken, und ihn fein gerad auffiehen. Cæraſa Hore pleno. Ceraſa flore pleno, Kirſch⸗Baum mit gefüͤllten Bluͤthen iſt ein anſehnlicher ſeiner Baum, wor⸗ an die Bluͤthen dick gefuͤlt, und wie kleine Roſen hangen. Dieſen Baum bindet man an ein Spalier, und wartet ihn, wie oben bey den gefuͤllen Pfirſichen mit mehrerm angefuͤhret habe. Die Vermehrung aber geſchiehet durch das Abſaugen und Oculiren, auf ſuͤſſe Kirſch⸗Staͤmme. Janue 46² Siebenzehende Betrachtung Tamnus. Wann jemahlen ein Baum⸗Gewaͤchſe zu praͤch⸗ tigen Saͤulen, Pyramiden und andern Luſt⸗Stuͤ⸗ cken iſt angemercket worden, ſo iſt es gewiß der Taxus oder Eiben⸗Baum, welcher ſich unter der Scheere ſo ſchoͤn halten, und in die Hoͤhe ziehen laͤſſet, daß er nicht ohne Urſach die groͤſte Zierde unſerer Gaͤrten genennet werden kan. Man pflan⸗ tzet ihn in die Mitte, und an die Enden derer Ra⸗ batten, und giebt ihm, nach Proportion der an⸗ wachſenden Groͤſſe, entweder eine runde, ovale, viereckigte oder andere beliebige Geſtalt, welches dann ſehr herrlich und magniſique ausſiehet, zu⸗ mahlen wann der Stamm 10. und mehrere Schuh in die Hoͤhe getrieben, und von der Erde bis oben in den Gipffel mit unendlich vielen Zweigen, Ae⸗ ſten und Blaͤttern dick beſetzet iſt. Es gruͤnet dieſer Baum Winter und Sommer, und in dem Tannen⸗oder Fichten⸗Baum nicht un⸗ gleich, kan auch aus dem Saamen propagiret und groß gezogen werden, welches auf folgende Wei⸗ ſe geſchiehet: Im Monat September grabet man im Garten ein gutes luckeres Stuͤck Land um, zie⸗ het darauf nach der Schnur lange Linien, und ſaͤet den Saamen ſo duͤnne als nur moͤglich iſt hinein, bedecket nachgehends die Furchen mit abgenutztem Miſt, und haͤlt ſie von dem Unkraut beſtaͤndig rein. Wann die Pflantzen nun aufgegangen ſeynd, ſo muß man ſie bey heiſſem Wetter befeuchten, und wenigſtens ein bis zwey Jahre unverruckt ſte⸗ hen laſſen, nachgehends aber giebt man denenſel⸗ ben mehr Raum, und pflantzet ſie zwey bis drey Schuh K Shihte echund liget Jch des Galte Cihihe! in Wiſſ K ble. M Fehecken katktäften hen wütder l ſeth Buu die Bun gen unde ſchine J hfln, Shrihen g Dee Al ſhlche flr gchate E den cherd uchek u deundg eufßeg Wotdeg, hbeachtündet helbte J. fan, ud Von den Luſt⸗Baͤumen. Schuh weit von einander, luckert zuweilen das Erd⸗ reich um die Wurtzeln auf, bis ſie nach Verlauff ei⸗ niger Jahre auf die Rabatten oder an die Enden des Gartens verſetzet zu werden im Stande ſeynd. Einige weichen den Saamen vor der Ausſaat in Waſſer ein, und wollen, daß er durch dieſes Mittel viel ehender und geſchwinder aufkeimen ſolle. Man verfertiget auch von dem Taxus gan⸗ tze Hecken, und bringet ſie nicht weniger in groſſe Alleen, wobey ſonderlich anzumercken, daß man die Wurtzeln mit einem dicken Klumpen Erde aus⸗ hebe, und verpflantze, weilen ſie ſich ſonſten ſtarck entkraͤfften, und in dem Wachsthum ſtehen blei⸗ ben wuͤrden. Ich habe geſehen, daß etliche Gaͤrtner bey die⸗ ſem Baum einen Roſen⸗Stock gepflantzet, und die Blumen rings um die Pyramide herum gezo⸗ gen und angehefftet haben, welches von einer ſo ſchoͤnen Ausſicht geweſen iſt, daß man haͤtte mey⸗ nen ſollen, als wann die Roſen an denen Tacus- Zweigen gewachſen waͤren. Die Alten haben den Tarus-Baum als eine ſehr ſchaͤdliche und gifftige Staude angeſehen, und da⸗ fuͤr gehalten, daß derſelbe ſowohl, als der Schatte hiervon, Menſchen und Viehe toͤdten koͤnne nach⸗ dem aber deſſen Eigenſchafften etwas genauer be⸗ trachtet und befunden worden, daß hier zu Lan⸗ de von den kleinen unvorſichtigen Kindern die Bee⸗ re aufgeleſen, und ohne Schaden eingeſchlucket worden, ſo hat man dieſe Meynung, als eine un⸗ gegruͤndete Grille belachet; doch aber doͤrfften be⸗ meldte Baͤume in den heiſſen Laͤndern ſchaͤdlicher ſeyn, und iſt ablolute nicht zu verneinen, daß ſie ein 464 Siebenzehende Betrachtung/ ein heimliches Giſſt oder ſonſten böſe Unart bey ſich fuͤhren, inmaſſen unſere Gaͤrtner, vornehmlich, wann der Taxus bluͤhet, und ſie viel dabey zu ver⸗ richten haben, groſſe Kopf⸗Schmertzen empfinden ſollen. Abiet. Abies, oder Picea, Tannen⸗Baum, iſt in Teutſch⸗ land allenthalben bekannt, und wachſen hiervon gantze Waͤlder, daß dahero von dem Anbau weit⸗ laͤufftig zu reden gar nicht noͤthig zu ſeyn erachte. Man pflantzet die jungen Tannen gleichfalls in den Garten, ziehet und haͤlt ſie, wie die Tarus-Baͤu⸗ me, unter der Scheere, da ſie dann, wann der Stamm unten am Stocke nicht kahl und bloß von 5laͤttern wuͤrde, zu hohen Pyramiden ſteigen, und wie jene einen trefflichen Wohlſtand machen. Platans. Platanus, Ahorn⸗Baum ,iſt ein anſehnlicher ſchoͤ⸗ ner Baum, den man wegen ſeines zierlichen grof⸗ ſen Laubs, welches dem Weinſtock oder Wunder⸗ Baum gleich ſiehet, in die Gaͤrten pflantzet, und zu LauberHuͤtten gebrauchet. Die Vermehrung geſchiehet im Fruͤhling durch anhangende Spalt⸗ Toͤpffe und abſenckende junge Zweige, welche man wie die Nelcken einlegen, und, bis ſie bewurtzeln, fleißig begieſſen kan. Zu Anlegung gruͤner Hecken, Waͤnde und be⸗ deckten Gaͤnge ſchicken ſich dieſe Arten Baͤume trefflich wohl, und koͤnnen die Heine-VBüchen, Ulm⸗Baͤume und andere dergleichen mehr, hierzu gleichfalls mit groſſem Nutzen employiret werden⸗ wovon aber,(weilen ſie aller Orten bekannt ſeynd, fuͤr dißmahl abſtrakire. Siraa welche K191 trn 4. li luch Wade eke dünne eihe lnge! Blumen in Du E Stnub/ de HIut n Uulcus, gihennel 9 /und w gebtauchet, hat ſetz g· ſchöhe Jſt in Hufe fohen, den 0 dber alh Wellen; in da Er RePurncht G³ ken Gedich waßtgenhn har zuſfg Von den Luſt⸗Baͤumen. 466 Siræa Dheophraſti. Spiræa Theophraſti iſt ein Stauden⸗Gewaͤchſe, welches mit laͤnglichen gekerbten ſchmalen Blaͤt⸗ tern 4. bis 5. Schuh in die Hoͤhe waͤchſet, und viele duͤnne Zweige bekommet, woran im Julio eine lange Aehre mit verſchiedenen fleiſchfarbenen Blumen in Geſtalt einer Traube ſich ſehen laͤſſet. Der Saame dieſes Gewaͤchſes iſt ſo klein als Staub, dahero die Vermehrung durch die Wur⸗ tzel⸗Brut am beſten geſchiehet. Kuſcus. Ruſcus, Maͤuſe⸗Dorn, Myrthen⸗Dorn, wird auch Myrthacancha, Scopa regia, und Myrthus acu- ta genennet; dieſe Staude waͤchſet in Italien haͤuf⸗ ſig/ und wird daſelbſten an ſtatt der Kehr⸗Beſen gebrauchet, ſie wird uͤber zwey Ellen nicht hoch, hat ſtets gruͤnende dem Myrthen⸗Laube gleichende ſchoͤne Blaͤtter und kleine Bluͤthen, nach welchen im Herbſt rothe Beeren, wie an den Spargen, folgen, darinnen ein uͤberaus harter Saame liegt, ſo aber allhier nicht zeitig werden will. Weilen der Saame vielmahlen r. bis 2. Jah⸗ re in der Erde bleibet, ehe er aufkeimet; ſo wird die Vermehrung am beſten durch Zertheilung der Wurtzel und die anwachſende junge Neben⸗Brut bewerckſtelliget. Man ſetzet die Pflantzen auch in Gefaͤße, und bringet ſie des Winters nebſt ande⸗ ren Gewaͤchſen in das Wohn⸗Haus, inmaſſen man wahrgenommen hat, daß dieſelbe bey anhaltendem gar zu ſtarcken Winter leichtlich verderben. G g Olea. 466 Siebenzehende Betrachtung. Oleaſten Germanicus. Oleaſter Germanicus, Weiden⸗Dorn, Teutſcher Stech⸗Dorn, Rhamnus, oder Rhamnoides fructi- fera folio ſalicis, Wege⸗Dorns, ſo am Rhein, an der Donau und nahe am Geſtade des Meers auf dem Sande bluͤ⸗ het, und runde gelbliche Beerlein traͤget. Die Blaͤtter, welche an den Aeſten dieſer Staude ſtehen, ſeynd denen Weiden⸗-Blaͤttern nicht unaͤhnlich, man pflantzet das Geſchlecht bey uns in den Garten, an einen ſandigten Ort, und vermehret es vermittels der Neben-Brut an der Wurtzel. Colutea Theophraſti. Colutea Theophraſti, falſche Sens⸗ Blaͤtter, iſt eine Art der Coluteæ Veſicariæ, oder Welſch⸗ Linſen⸗Baͤumleins; ſie hat runde holtzigte Stengel, und Blaͤtter wie das PEnum græcum, die Blumen kommen im Majo wie die groſſe Erbſen⸗Bluͤthe herfuͤr, und laſſen nach ſich laͤnglichte Schoten oder Blaſen, welche mit Saamen angefuͤllet ſeynd, und das gantze Jahr am Stamm hangen bleiben; dieſe Gattung achtet keinen Froſt, und wird durch den Saamen ſowohl, als durch die Neben⸗Brut, vermehret. Carpinus Theophiraſti. Carpinus Theophraſti, oder Evonymus granis ru- bentibus, auf Teutſch Spindel⸗VBaum, traͤget bleiche ſternigte Bluͤmlein, faſt wie der Rhamnus, und roͤthlichte Fruͤchte: der Stamm welcher drey eckigt iſt wird mit ſchoͤnem Laube bekleidet. 555 Wer⸗ fructu flaveſcente, iſt eine Art des othen Kn A da Mg fegtt de le ſunge ohlkicche Wolen die Mtet e 8 Halt WMur Wll Von den Auſt⸗Baͤumen. Vermehrung geſchiehet durch den Saamen und vermittels der Wurtzel⸗Brut, und koͤnnen die Staͤmme wegen ihres angenehmen Schattens in den Garten gepflantzet, und wie andere derglei⸗ chen Gewaͤchſe rractiret werden. Cyeſpinus. Creſpinus, oder Berberis, auch Spina acida, auf Teutſch Berberis-Staude und Sauer⸗Dorn ge⸗ nannt, iſt eine ſtachlichte Staude, die wegen ih⸗ rer zierlichen wachsgelben ſternichten Blumen, und rxothen traublichen Fruͤchte oder Beere, in eine Ecke des Gartens gepflantzet werden kan. In dem May kommet die Bluͤthe zum Vorſchein, und pfleget die Wurtzel alljaͤhrig zur Vermehrung vie⸗ le junge Sproſſen abzuſetzen. Zigipbus Cappadocia Plinii. Zixiphus Cappadocia Plinii iſt der wilde Oelbaum/ insgemein Olea Sylveſtris genannt; hiervon fallen des Winters die Blaͤtter ab, welche denen Wei⸗ den⸗Blaͤttern einigermaſſen ſich vergleichen, und mit einer weichen Wolle uͤberzogen ſeynd. Im Majo traͤgt dieſer Baum in den warmen Laͤndern wohlriechende ſilberfarbene Bluͤthen; allhier aber wollen dieſelbe nicht zum Vorſchein kommen. Man pflantzet den Stamm zum Zierrath in eine Ecke des Gartens, und vermehret ihn vermittels der Wurtzel⸗Brut und einlegenden jungen Zweige. Cοο ν G9 2 Acht⸗ 468 Achtzehende Betrachtung⸗ Achtzehende Betrachtung. Von der Zeit, in welcher jedwedes Ge⸗ waͤchſe in 15 9 Flor ehet. FJanuarius. NG ſimplex. Hyacinthus Hyemalis. Cyclamen Hyemale. Laureola folio deciduo. Helleborus. Laureola ſemper virens. Dieſe Gewaͤchſe zeigen theils im Garten, theils aber in dem Gewaͤchs Hauſe ihre Bluͤthen. Febhruarius. Hepatica ſimplex Iris Perſica. Levcojon hexaphyllon. Aconitum hybernum. Anemone ſimplex. Crocus vernalis. Cyclamen hybernun: Levcojon tryphyllon. Helleborus niger. Narciſſus plumarius orien- Hepatica nobilis. Primula veris.(talis. Martius. Aconitum hybernum. Hyacinthus. Amygdalus flore pleno. Jonquillen. Anemoné. Iris Chalcedonica minor. Aron. Iris Perſica. Auricula urſi. Levcojon hexaphyllon. Chamæ Iris. Levcojon luteum. Crocus. Levcojon polyanthemum. Cyclamen. Levcojon triphyllon. Fritillaria. Narciſſus luteus. Hepatica nobilis. Narciſſus plumarius. Naræ Von der Seit des Flors. Martius. Narciſſus præcox. Tulipa præcox. Viola Martia. Vinca pervinca. Aprilit. Aconitum hybernum. Amygdalus flore pleno. Anemone. Auriculen. Bellis. Caltha paluſtris. Ceraſa flore pleno. Corona Imperialis. Colchicum. Crocus. Cyclamen. Dens canis. Fritillaria. Hepatica nobilis, Hyacinthus. Jonquillen. Irides. Iris Florentina. Levcojum luteum. Lilium Perſicum. Lunaria Græca. Narciſſus luteus. Narciflus albus præcox. Narciſſus plumarius. Ornithogalum. Perſica flore pleno. Primula veris. Pulſatilla. Ranunculus. Siſynrickium. Taſſetten. Victorialis Herba. Tubero Indica. Vinca pervinca. Viola matronalis. Viola martia. Viola moſchata. Viola tricolor. Lilium Convallium. Umbilicus Veneris. Majus. Alaternus. Arbuſcula Coralli. Anagyris. Bellis. Anemone. Caryophyllus plumarius. Asphodelus. Ceraſa flore pleno. Acquilegia. Cotinus Coriaria. Arbor Judæ. Creſpinus. Gg3 Digi- 47⁰ Achtzehende Betrachtung Majus. Digitalis. Lunaria Græca. Filipendula Martagon. Flos Keyri. Marcagon flore pleno. Flos Trinitatis. Moly. Galega. Narciſſus albus. Geranium. Narciſſus Indicus. Gladioli. Narciſſus luteus. Cramen marinum. Hedyſarum clypeatum. Hemarocallis. Heſperides. Hyacinthus. Hyacinthus Conſtantino- politanus. Hyacinthus variegatus. Hyacinthus ſtellatus. Iris centifolia. Iris humilis. Iris Suſiana major. Iris Tuberoſa. Laurus Tynus. Levcojum. Levcojum luteum. Lilium Convallium. Narciſſus tertius Mathioli. Narciſſus Zeylanicus. Ocymaſtrum. Orchis. Ornithogalum. Patientia. Periclimenum. Pœonien. Ranunculus. Siliqua. Styrax. Teucrium. Thalictrum. Tulipanen. Viola Martia flore plene. Viola Mariana. Viola matronalis. Lilium cruentum purpu- reo-croceum. Junius. Akricanus minor. Agnus caſtus. Anagyris. Anemone, Viola moſchata. Umbilicus Veneris. Anthirrinon. Arbor vitæ. Arbuſcula Coralli. Argemone. Von der Zeit des Flors. 4¹ Junius. Azedarach Aſiatica. Hedyſarum clypeatum. Barba Jovis. Hemerocallis. Bellis. Iris Iutea variegata. Caltha paluſtris. Iris Tuberoſa. Campanula Hortenſis. Jujube. Caprifolium. Lauro-Ceraſus. Caryophylli. Laurus Tynus. Caryophyll. Carthuſiorum Caryophyllus plumarius. Caryophyllus Sinenſis. Celaſter. Centaurium minus. Choncdlrilla. Clematis. Clematis Pannonica. Conſolida regalis. Cotinus Coriaria. Cyanus. Dictamnus. Digitalis. Filipendula. Flos Cardinalis. Flos immortalis. Flos Keyri. Flos Trinitatis. Galega. Geniſta Hiſpanica. Geniſta ſagittalis Panno- nica. Geranium. Eramen marinum. Levcojum. Lilium Sancti Brunonis. Lupinus. Lychnis Chalcedonica. Lychnis Coronaria. Lyſimachia lutea cornicu- lata. Martagon. Melianthus Africanus. Myrthillus Italica flore pleno. Myrthus. Napellus. Naſturtium Indicum. Orchis. Ornithogalum. Papaver Cornutum. Papaver Erraticum. Phaſcoli Braſiliani. Piper Indicum. Pœonien. 6934 Ptarmica. anunculus, Roſa. 47 Achtzehende Betrachtung Junius. Roſa menſtrua. Teucrium. Sambucus roſea. Thalictrum. Scabioſa. Thlaſpi. Scabioſa ſtellata. Thlaft i biſcutatum. Scorpioides. Thlafpi umbellatum Cre- Scilla. ticum. Solanum Veſicarium. Trifolium cochleatum ma- Spatula fœtida. rinum. Syringa, flore diverſo. Telephium purpureo ma- jus. Viola Mariana. Viola matronalis. Umbilicus Veneris. Juliur. Acacia Americana. Axbutus. Acacia Indica. Arbor Vitæ. Africanus major& minor. Ariſarum. Æthiopis Africana. Ariſtolochia. Agnus caſtus, flore pur- pureo-nigro. Alcea arboreſcens. Alcea Veſicaria. Althæa. Amaranthus vulgaris. Amaranthus criſtatus. *2 ſpicatus. globoſus. Anacardium Indicum. Anagallis. Anthirrinon. Apocynum Americanum. humile Afri- ——— Aſter Atticus. Aſter novæ Angliæ altiſſi- mus. Aſtragalus Syriacus. uluteus perennis. Bacharis Ægyptiaca. Balauſtia flore pleno. Balſamina fœmina. Balſamina Momordica. Baſilicum. Barba Jovis. Belle Videre. Bellis lutea Cretica. canum aizoides. Bellis Indica. Bellis Von der Zeit des Flors. 473 Juliur. Bellis umbellifera Africa- na. Bugloſſum Creticum. Buphthalmum. Calamintha montana. Calendula Africana. Campanula Hiſpanica. Campanula Americana. Campanula Hortenſis flo- re pleno. Campanula Pyramidalis. Canna Indica. Cardiaca Americana. Caryophylli. Caryophyllus Carthuſio- rum. Caryophylli Sinenſes. Caryophyllus ſpicam fru- menti referens. Cerinthe. Centaurium minus. Choncdrilla. Ciſtus. Ciſtus Indicus. Colutea Veſicaria. Convolvulus. Convolvulus Indicus. Crotolaria. Chryſanthemum. Cyanus Indicus. G 9 Cyclamen odoratum flore purpureo. Cytinus Indica. Datura. Digitalis. Digitalis Indica. Epimedium. Eryngium. Ficoides. Ficus Indica. Flos Adonis. Flos Paſſionis. Flos Princeps. Galega. Geniſta ramoſa Hiſpaniea. Geniſtæ affinis arbor. Geranium. Geranium Africanum ar boreſcens. Americanum maculatum. Africanum Co- riandri folio. Gnaphalium latifolium Americanum. Goſſypium. Helenium Indicum. Helichryſum. Heſperides. Hyacinthus tuberoſus In- dicus. —— 3 Jaco- 47⁴4 — Julius. Jacobæa Maritima. Jacea argentea Raguſina arboreſcens. Jasminum. Jasminum Catalonicum. Indicum odora- tum flavum. Indicum arbore- ſcens laurifolium. Kali. Kethmia Arabica. Kethmia Indica. Lathyrus flore purpureo major. Leonurus Africanus. Levcojum. Lilium. Linaria purpurea major. Limonium aureum. Lunaria Græca. Lychnis Chalcedonica. Lychnis Coronaria. Lychnis Myrtifolia frute- ſcens. Lychnis viſcoſa ſylveſtris. Mala inſana. Malva arboreſèens. Malva hortenſis. Malva roſea, Malumi Aſſyrium, Malum aureum. 18 Malum Citreum. Malum Verum. Marum Maſtichen. Matricaria. Medicago latifolia. Melianthus Africanus. Meliſſa Turcica. Meliletus Americanus. Methonica Malabarorum. Meutang Indica. Muſcipula. Napellus. Nardus. Naſturtium Indicum flore pleno& ſimplici. Oculus Chriſti. Orleana. Papas Americanum. Papaver Rhæas flore di- verſi coloris pieno. Papaver flore violaceo& diverſi coloris pleno. Papaver Indicum. Papaver orientale hirſutiſ- ſimum, flore magno Phæœniceo. Perſicaria orientalis. Periploca Americana. Phalangium. Phaſeoli Indici. Phaſeo- Von der Zeit des Flors. 25 Suulidds. Phaſeolus Indicus arbore- ſcens. Phytolacca Americana. Piper Indicum. Poma amoris. Ptarmica. Plantago roſea. Ricinus. Roſarum diverſiſſimæ ſpe- cies. SalviVerbaſcum. Scabioſa Indica. Scabioſa ſtellata. Scilla. Spiræa Theophraſti. Stocchas purpurea. Tanacetum foliis criſpis: Teucrium. Thlaſpi diverſarum ſpe- Clerum. Trachelium Americanum, flore cæruleo. Valeriana. Valeriana Indica. Verbaſcum diverſarum ſpecierum. Viola Mariana. Viola Peruviana. Virga aurea. Urtica Perſica.&c.&c. Ausbi, Ar. Acacia Indica. Arbutus. Africanus major& minor. Aſter Atticus. Alcea arboreſcens, flore- leno. Alcea Veſicaria. Alcë. Althæa. Amaranthus globoſus In- dicus. ſpicatus. Americanum. Arbor Cucurbitæ. Arbor Melonis. Apocynum Africanum& Virginianus&e. Aſtragalus. Balauſtia flore pleno. Bellis. Balſamina flore pleno. Baſilicum minus. Calendula Africana. Calendula polyanthos ma⸗ xima. Calendula prolifera, Campanula Americana flore pleno. Car· 47⁶ Achtzehende Betrachtung J ——9— Auguſtus. Canua Indica. Caryophylli aromatici. Caryophyllorum diverſæ ſpecies. Cereus. Cerinthe. Cnecoron. Convolvulus argenteus umbellatus erectus. Convolvulus Indicus flore pleno. Ciſtus Indicus. Chryſanthemum. Cyanus Indicus. Cyclamen Byzantinum. Datura Ægyptiaca flore violaceo& albo pleno. Digitalis Indica. Dracocephalon America- num. Elichryſum. Ficoides diverſarum ſpe- cierum. Flos immortalis. Flos Indicus Liliorum ar- boreſcens. Galega. Geranium diverſarum ſpe- cierum. Halicaceinga fructu au- 160. Hioſciamus, flore varie- gato. Horminum Indicum flore variegato. Horminum Athiopicum. Jacobæa Maritima. Jacea argentea Raguſina arboreſcens. Jalapium. Jasminum diverſarum ſpe- cierum. Jucca glorioſa. Kethmia Arabica. Latbyrus Hiſpanicus. Leonurus Africanus. Levcojum. Lilium Zeilanicum ſuper- bum. Limonium aureum Lupinus variarum ſpecie- rum. Lychnis variarum ſpecie- rum. Lyſimachia. Mala inſana. Malva arboreſcens, Malvæ roſeæ hortenſis di- verſiſſimæ ſpecies. Mandragora. Meliſſa Turcica. Melochia Ægyptiaca. Meu- Von der Florir⸗Zeit. 47 Auguſtus. Meutang Indiæ. Quamoclitis. Muſcipula. Myrthus variarum ſpecie- rum& flore pleno. Naſturtium Indicum flore pleno& ſimplici. Nigella Indica. Oculus Chriſti. Oleander, ſeu Nerion In- dicum, flore pleno. Orleana. Palma. Papaveris diverſiſſimæ ſpe- Cies, flore pleno. Perſicaria. Piſanga. Pomum amoris. Pyramidalis. Reſeda flore albo& luteo. Ricinus Cataputia major. Roſa Sinenſis arboreſcens flore variegato pleno. Roſarum exoticarum di- verſiſſimæ rariores ſpe- cies admirandæ. Sagarza Americana. Scabioſæ diverſæ ſpecies. Sonchus Africanus. Stæchas purpurta. Teucrium. Thlaſpi, diverſæ ſpecies. Hyacinthus tuberoſus In- dicus, flore pleno. Viola Mariana. Viola Peruviana. September. Africanus major& minor. Alcea arboreſcens flore pleno. Aloë. Amaranthi variarum ſpe- cierum. Anthirrinon. Aſter Atticus. Balſamina fœmina, flore pleno& ſimplici. Baſilicum. Campanula Americana. Campanula Pyramidalis. Canna Indica. Caryophylli aromatici. Caryophyllorum variæ ſpecies. Celaſter. Colutea Veſicaria. Convolyulus Indicus. Crocus autumnalis. Cyanus Indicus. Cyela- 478 Achtzehende Betrachtung, September. Cyclamen autumnale. Cytinus Indiæ. Datura, flore violaceo& albo pleno. Di igitalis. Eupatorium Canadenſe. Ficoides. Flos Indicus Liliorum ar- boreſcens. Hlos paſſionis. Galega. Geranii diverſiſſimæ ſpe⸗ cies. Hyacit dicus 5 ſimplici. Jasminum variarum ſpe- cierum& flore pleno Jucca glorioſa. Kethmiæ Arabicæ, variæ ſpecies. Levcojum. Linaria purpurea. Lupini major is& minoris variæ ſpecies. Lychnis. athus tuberoſus In- flore pleno& Lychnis Coronaria flore Mala inſana.(pleno. Mandragora fructu piri. Meliſſa Moluccana. Methonica Malabarorum. flore pleno& ſimplici, Nardus. Naſturtium Indicum, flore pleno& ſimplici. Narciſſus autunmalis. Nigella Indica. Oculus Chriſti. Oleander, flore pleno& ſimplici. Perſicaria orientalis. Phalangium Virginianum, Roſa menſtrua. Roſa Sinenſis. Scabio ſa, flore albo, purpu- reo& rubro variegato. Scabioſa ſtellata. Thlaſpi variarum ſpecie- rum. Viola Peruviana. Virga aurea& argentea. Ockober. Africanus major& minor flore pleno. Amaranthi variarum ſpe- cierum. Anthirrinon. Aſter Atticus. Auricularum diverſiſſimæ ſpecies. Von der Florir⸗Zeit. October. Calendula Africana. Levcojum. Canna Indica. Lupinen. Caryophylli. Colchicuam autumnale. Conſolida regalis. Cotwolvulus. Croci Autumnalis variæ ſpecies. Chryſanthemum. Cyanus Indicus. Cyclamen Autumnale. Datura. Digitalis. Flos paſſionis. Geranium. Hyacinthus tuberoſus In- dicus. Malva roſca Hortenſis. Melilotus Americanus. Narciſſus Autumnalis. Naſturtium Indicum. Ocymaſtrum, flore ex albo & rubro variegato pleno. Papaver. Phalangium Virginianum. Piper Indicum. Ranunculus Luſitanicus. Scabioſa. Thlaſpi. Viola Peruviana.&c.&c. MNMouember. Africanus major& minor. Anemone ſimplex. Anthirrinon. Auricula urſi. Balſamina fœmina. Bellis. Calendula flore pleno. Chryſanthemum. Cyclamen Perſicum hye- male. Cyanus Indicus. Datura. Geranium. Helleborus. Hyacinthus tuberoſus In- dicus. Levcojum. Malva Hortenſis. Nardus. Naſturtium Indicum flore pleno& ſimplici. Nigella. Oculus Chriſti. Piper Indicum. Scabioſa. 480 Achtzehende Betrachtung⸗ Scabioſa ſtellata. Violæ Hyemales. Thlaſpi. Viola Peruviana. Roſa Menſtrua. Viola Tricolor. Lupinus, und noch ſehr viele Sommer⸗Gewaͤch⸗ ſe, wann es die einfallende Kaͤlte nicht verhindert; welches auch von denen in jedem Monat dahier benannten Gewaͤchſen zu verſtehen iſt, und kom⸗ met es zum Theil auf die Witterung, zum Theil aber auf die Verpflantzung und gute Wartung ine lediglich an, wornach ſich in denen Gewaͤchs⸗ und Treib⸗Haͤuſern/ ſowohl als im Garten, die Flor richten muß. December. In dieſem und dem vorigen Mongt iſt die Kaͤlte bey uns gemeiniglich ſo groß, daß keine Blumen mehr zu hoffen ſeynd, doch aber bluͤhen im Keller und denen Gewaͤchs⸗Haͤuſern nachfol⸗ gende Gattungen: Calendula Africana. Levcojen. Cyclamen Hybernum. Primula Veris. Helleborus. Roſa Menſtrua&c.&c.&c. Neunzehende Betrachtung. Stellet ein enges Regiſter derjenigen Ge⸗ waͤchſe vor, welche allerhand wun⸗ derliche Geſtalten und Fruͤch⸗ te tragen. Cacia Siliquoſa. Anacardium Indicum. Acetoſa Veſicaria. Anagyris. Amaranthi variarum ſpe- Ananas. cierum. Apocy- R Kan E Uul — 8 Wrud⸗ Von den Geſtalten der Gewaͤchſe. 49r Anthirrinum. Ficoides. Apocynum. Ficus Indica. Apocynum humile Africa- Geranium. num aizoides, ſiliquis Sramen Sparteum penna- erectis. Etlien Arbor Cucurbitæ. Hedyſarum clypeatum. Arbor Melonis. Horminum Orientale fo- Arbuſcula Coralli. liis alatis. Ariſtolochia rotunda. Horminum Syriacum, fo- Aron. lio rugoſo, verrucoſo- Arundo Indica. que, Cornu Cervinum Aurum Horizontale Vege- exprimente. cabile. Lachryma Jobi major& Balſamina Cucumerina 3 7 punicea. Lauro-Ceraſus. Laurus Alexandrinus. Lotus. Lupinus. 1 Caryophyllus, ſpicam fru- menti referens. Capſicum. Colutea Veſicaria. Corona Chriſti. Corona Imperialis. Cucumis flexuoſus, anguinus longus. Mala inſana. Malum aureum. Malum punicum ſativum. ſe Medica echinata hirſuta. Medica magna turbunata. Cucumis Aſininus. Medica orbiculata. Cucurbita Lagenaria. Medica ſcutellata. Cucurbita ſtellata, variæ- Mufa. que Cucurbitarum ſpe- Nigella. cies. Nux Veſicaria. Datura. Olea ſativa. Eupatorium Meſues. Palma prunifera, foliis Ferrum Equinum. Juccæ, fructu racemoſo. Flos Paſſionis. Papas Americanum. Perſi- 482 Zwantzigſte Betrachtung/ Perſicaria Orientalis. Ricinus. Phaſeolus Indicus arbore- Sambucus roſea. ſcens. Satyrionis diverſiſſimæ Piſum cordatum. ſpecies. 1 13 Polygonum minus candi Scorpioides. cans. Serpentaria. Pomum amoris fructu 1 1 5 teo& rubro. Solanum hacciferum. Rhus Sumach. Stoechas purpurea.&c.&c. Zwantzigſte Betrachtung. Giebt kurtze Anleitung, was ein curieuſer Garten⸗Liebhaber das gantze Jahr hindurch zu verrichten habe. 1 JANUARIUS. 5 IJN dieſem Monat kan wegen der ſtarcken Kaͤl⸗ te im Luſt⸗Garten nichts vorgenommen wer⸗ den, auſſer daß man die im Lande ſtehende Pflan⸗ tzen mit abgenutztem Miſt bedecke, und hiermit de⸗ nen Ungemachen vorbiege, welche dieſelbe zu ge⸗ warten haben doͤrfften. Im Gewaͤchs⸗Hauſe muß man auf die auslaͤndi⸗ ſchen Gewaͤchſe ein wachſames Auge haben und wann ſich begiebt, daß die Sras⸗Blumen und andere Gewaͤchſe zu ſchimmeln anfangen, muͤſſen ſie hievon gereiniget, und, wegen einer ſonſt bevorſtehenden Faͤulung, rein gehalten werden. Die Begieſſung beſtehet um dieſe Jahrs⸗Zeit in ach d Schnee oder lau⸗warmen Waſſer, und geſchiehet, an an wie mehrmahlen erwehnet worden, nach 5 Noth⸗ 48 Von der monatlichen Verrichtung. 483 Nothdurfft, ohne Beruͤhrung des Stamms und Stengeln; zu denen Indianiſchen Gewaͤchſen nim̃t man unter die Bewaͤſſerung ein wenig Wein, wie auch dasjenige Waſſer, worinnen friſches Fleiſch abgewaſchen worden. Bey ſtillen und warmen Taͤgen eröffnet man bey Tage die Fenſter einige Stunden, damit die Sonne und friſche Lufft die Gewaͤchſe erquicke, und wer Luſt hat, im Gewaͤchs⸗Hauſe eine gute Erde zu præpariren, und die Gefaͤße hiermit anzufuͤllen, der kan allerhand Ranunculen und Anemonien ver⸗ pflantzen, welche ſodann bald floriren werden, al⸗ lein im Begieſſen muß man Ziel und Maaß halten. FEBRUARIUs. Dasjenige, was im Januario gemeldet worden/ findet dahier gleichfalls ſeine Application, und muß man Ranunculen und Anemonien wiederum in Gefaͤße verpflantzen, und zu denen ausſaͤenden uͤbri⸗ gen Gewaͤchſen eine gute und leichte Erde in Be⸗ reitſchafft haben. Die Saamen, welche harte Kerne haben, als Siliqua„Canna Indica, Dictamnus&c. weichet man ein, oder machet ihnen eine Oeffnung und bringet ſie demnaͤchſt in Gefaͤße, nicht weniger kan man Nelcken⸗ und Levcojen⸗Saamen aus⸗ ſaͤen, und bis in April oder May vor den Froͤſten bewahren. Wann gelindes Wetter einfaͤllet, kan man auch das erſte Miſt⸗Beet machen, welches aber an einem Sonnen⸗reichen Orte vor den ſchaͤdli⸗ chen Nord⸗Winden befreyet, und mit Brettern, H h 2 Fen⸗ 484 Zwantzigſte Betrachtung, Fenſtern und dicken Stroh⸗Matten wohl verſehen ſeyn muß, damit der einbrechenden Kaͤlte, wann es noͤthig iſt, beſt moͤglichit vorgebogen werde. MARTIVUS. Der Martius iſt ein Vorbote des Fruͤhlings, inmaſſen die Erde, als eine naͤhrende Mutter al⸗ ler Gewaͤchſe ſich wiederum eroͤffnet, und denen herfuͤrkommenden Pflantzen neuen Wachsthum beyleget, dahero alle Blumen-Felder von denen uͤbrig gebliebenen duͤrren Stengeln befreyet, und mit kurtzer anſtaͤndiger Duͤngung erfriſchet werden ſollen. Levcojen, Gulden⸗Lack, Rosmarin, Corallen⸗ Baͤume und andere dergleichen Gewaͤchſe, kan man etliche Stunden an die Mittags⸗Sonne bringen; oder Fenſter und Thuͤre eröffnen, und gegen Abend wiederum zuſchlieſſen. Nunmehro iſt es auch Zeit, in dem Garten ein rechtſchaffenes Miſt-Beet anzulegen, und al⸗ lerhand Blumen⸗Saamen hierauf zu ſaͤen, als da ſeynd Baſilicum, Datura, Mala inſana, Balſa- minen, Amaranthen, Ficoides&c. und kan man Tuberoſen, Ranunculen und Anemonien noch⸗ mahlen verpflantzen. Die Gefaͤße und hoͤltzerne Kaſten ſeynd eben⸗ ſalls gut, allethand Saamen hinein zu ſaͤen; die Geklaͤße ſencket man in heiſſen Pferd⸗Miſt auf ein Miſt⸗Beet, und leget Fenſter daruͤber, welches, wie ich bey verſchiedenen Gewaͤchſen angefuͤhret, ungemeinein Nutzen hat. Man 000 Mh G00 ER hath⸗ Auricu R0⸗0ʃ 4. laſtt/ uft. müuß u en kält Das u öftets ſ man in L Von der monatlichen Verrichtung. 42; Man vergroͤſſert in dieſem Monat die wilden Feld⸗Roſen, wann man dieſelbe aus dem Felde in eine gute geduͤngte Erde bringet, und drey Jah⸗ re nach einander verpflantzet Auriculen, Violæ Matronales, und ſaſt alle Stau⸗ den⸗Gewaͤchſe, werden, wann es die Witterung zulaͤſſet, zertheilet und anderwaͤrtig verſetzet, und muß man dahin ſehen, daß bey rauhem ungeſtuͤm⸗ men kalten und naſſen Wetter die herfuͤrkeimenden Gattungen rarer Tulipanen und koſtbaren Hyacin⸗ then/ auch Auriculen ꝛc. bedecket, und vor den ſchaͤd⸗ lichen Reiffen bewahret werden. APRILIS. Das ungeſtuͤmme kalte und rauhe Wetter haͤlt oͤffters ſo lange an, daß diejenige Arbeit, weiche man im Martio zu verrichten pfleget, bis anjetzo ausgeſtellet bleibet. Gleichwie aber dieſer Monat allen Gewaͤchſen ſeinen Trieb giebt; alſo kan man ohne alle Ge⸗ fahr allerhand Stauden und zaſichte Gewaͤchſe, als Lychnis Chalcedonica, Coronaria, Hepatica nobilis, Flos Cardinalis, Ocimaſtrum, Viola ma- tronalis, Umbilicus Veneris&c. verſetzen, und die Nelcken, Rosmarin, Gulden-Lack, Spaniſche Ginſter, Corallen⸗Baͤume, wiederum in den Gar⸗ ten bringen, und in andere Gefaͤße in eine zube⸗ reitete recht gute Erde verpflantzen. Die zarte Indianiſche und Italiaͤniſche Gewaͤchſe aber, als Jasminen, Canna Indica, Acacia Indica& Ægy- Ptiaca, Arbor Melonis, Myrthen, Roſa Sinenſis, Ciſtus Indicus, Meutang Indiæ&c. werden biß in Hhz den 486 Zwantzigſte Betrachtung, den May im Wohn⸗Hauſe gelaſſen, und nur des Tages die Fenſter eroͤffnet daß die friſche Lufft an ſie kommen moͤge. Levcojen, Nelcken, Gulden⸗Lack, Marum verum, Geranium&c. kan man durch abgeſchnittene Zweige fortpflantzen und vermehren, wann man dieſelbe in gutes Erdreich einleget, und darmit verfaͤhret/ wie ich bereits mehrmahlen geſagt habe. Hat man im Martio mit der Ausſaat derer Som⸗ mer⸗Gewaͤchſe ſich verſpaͤtet, ſo können dieſelbe in dieſem Monat noch geſaͤet werden, als welches um dieſe Zeit ohnedem geſchehen muß, damit eine Flor nach der andern folge. Die Abſetzlinge von den Hyacinchis tuberoſis wer⸗ den auch auf ein Miſt⸗Beet gebracht, und koͤnnen Ranunculen und Anemonien annoch in Geſchirre verpflantzet werden. Wer aber zu Anlegung eines rechtſchaffenen Miſt⸗Beets die Koſten nicht anwen⸗ den will, dieſer ſaͤe den Saamen in gute Erde, und verſetze die aufgehende Pflantzen ins freye Land⸗ worinnen ſie, wann man darmit wohl umgehet⸗ recht gut gerathen. Majus. Der Monat May iſt die angenehmſte Jahrs⸗ Veraͤnderung und erfreulichſte Zeit, die man nur wuͤnſchen mag, angeſehen die Ungemachen des ſlür⸗ menden Winters gaͤntzlich ab Seite geſtellet, und day ingegen viele tauſend Kraͤuter und Gewaͤchſe in der alle rherrlichſten Anmuth ſich ſehen laſſen, daß man mit dem bocten hieruͤber auszuſchreyen billig Urſache hat: Omnia 14..„%„%„ĩl Iudee indiche in dehh indenald a5 filn, J Cieſſd 9/ 115 thohe 0 1 6 6 ον II 1 fut fexandre den guch Ind Zer licht w. 9ene ſun Gallen, ͤſchtſ Wachelſ hen und gachen ſhtin te Anu fler, Von der monatlichen Verrichtung. 487 Omnia nunc rident, nunc eſt nova temporis ætas In dieſer angenehmen Zeit bringet man alle aus⸗ laͤndiſche zarte Baͤume, Stauden und Gewaͤchſe, in den Garten, welche, wegen beſorgender Kaͤlte, in den Winter⸗Beghaͤltniſſen bewahret worden ſeynd⸗ als Jasminen, Pomerantzen mit verſilberten Blaͤt⸗ tern, Acacien, Balauſtien, Ananaſſen, Myrthen, Sineſiſche Roſen ꝛc. und verrichtet anbey dasjeni⸗ ge, was im Monat Aprili zu verrichten angefuͤh⸗ ret habe. Das Gulden⸗Lack, Sedum arboreſcens, Apo- cynum Americanum& Africanum, Geranium, Na- ſturtium Indicum flore pleno, Ficoides, Laurus A- lexandrina, Myrthen, Ananaſſen, Nelcken ꝛc. wer⸗ den auch durch abſchneidende Zweige, Schoßlinge/ und Zertheilung der Wurtzel⸗Brut fortgepfſantzet nicht weniger werden die aufſm Miſt⸗Beet gezo⸗ gene junge Pflantzen in Gefaͤße und ſonſtige gute Garten⸗Erde verſetzet, welche ſodann, wann ſie vorſichtig gewartet werden, zum erwuͤnſchten Wachsthum gelangen, und ihre angenehme Bluͤ⸗ then und Fruͤchte bringen. Einige gefuͤllte Levcojen⸗Stoͤcke kan man in das Land in gute fette Erde ſetzen, und hiedurch dem Garten eine Zierde geben, welches auch von den einfachen zu verſtehen iſt, wovon man zeitigen Saamen zu ziehen gedencket. Wann man Neleken, Roſen und andere der⸗ gleichen Gewaͤchſe allererſt verſetzet, ſo thun ſie ſpaͤt im Herbſt floriren, und machen(wann ande⸗ re Blumen vergangen ſeynd) einen neuen Som⸗ mer, wie dann ingieichen auch einige Arten Som⸗ S9 4 mer⸗ 488 Swantzigſte Betrachtung⸗ mer⸗Gewaͤchſe wegen der anhoffenden ſpaͤten Flor noch nuͤtzlich geſaͤet werden. JUNius. Inn Junio faͤnget der Sommer an, und findet ein Blumen-Gaͤrtner volle Hand und Arbeit, in⸗ deme er nach ſeinen Gewaͤchſen fleißig ſehen, die feſte Erde darum einigemahlen aufluckern, und die⸗ ſelbe bey trockenem heiſſen Wetter begieſſen, und vom Unkraut reinigen muß. Denen Nelcken, Levcojen und andern ſowohl Winter⸗als Sommer⸗Gewaͤchſen, wovon man gefuͤlte Blumen verlanget, muß man alles uͤber⸗ fluͤßige Kraut und Blumen abnehmen, abſonder⸗ lich denjenigen, welche Saamen tragen ſollen, damit die Krafft beyſammen bleiben, und in die ſtehen bleibende allein gehen moͤge. An der Jucca glorioſa nimmt man die unterſten Blaͤtter ab/und beſchmieret die Wunde mit Baum⸗ Wachs, wodurch der Stamm einige Jahre ehen⸗ der zur Bluͤthe kommen ſoll. Bey der Rosmarin, Maro vero und Citronen, bricht man die uͤberfluͤßigen Bluͤthen ab, und ſu⸗ chet bey denen Pomerantzen und andern fremden Baͤumen die Arten durch das oculiren und abſau⸗ gen zu vermehren. JULIVUSs. Viele Blumen⸗Gewaͤchſe fangen nunmehro an, in den Saamen zu gehen, dahero dieſer bey tro⸗ P5N Nöttor 1 41 ckeuem Wetter und einem ſtillen und hellen Tage ab⸗ I — 4 Igenemteel 16 Hüß. Von der monatlichen Verrichtung. 435 — abgenommen und in Sicherheit gebracht werden muß. Die Verſetzung iſt in dieſem Monat wegen der brennenden Hitze nicht rathſam; will man aber einige Arten gleichwohlen verpflantzen, ſo muß man ſtroherne Glocken und andere Materialien zur Hand nehmen, um dardurch Schatten zu geben. Um Jacobi pflantzen einige die Zwiebeln derer fruͤhen Tulipanen und Hyacinthen wiederum in ei⸗ ne præparirte Erde; und muß man ſich bemuͤhen, bey allen Gewaͤchſen das ſchaͤdliche Gewuͤrme be⸗ ſtaͤndig abzunehmen. Das Begieſſen darff bey trockenem Wetter nicht ausgeſetzet werden; es kommet auch die Zeit, die Nelcken oder Gras⸗Blumen abzulegen, und diejenige Zweige, welche von der Erde zu weit ent⸗ fernet ſeynd, abzuſchneiden, zu ſpalten, und in leichte Erde zu verpflantzen. AUGUSTUs. Was in vorhergehendem Monat von Zeitigung des Saamens, und Aushebung derer Zwiebeln zum Theil geſagt, und zu beſorgen noch noͤthig iſt, ſol⸗ chem wird im Auguſto noch nachgelebet, und wuͤr⸗ de nur verdrießlich fallen, alle und jede Umſtaͤnde, wovon mehrmahlen Erwehnung geſchehen iſt, an⸗ hero zu wiederholen. Man beſchneidet den Buchs⸗Baum und die Hecken das letztemahl, und verſetzet die jungen Nelcken, umleget die Plaͤtze mit kurtzer Duͤngung, wohin man die Zwjebeln Hh5 und Swantzigſte Betrachtungʒ ———ü—ũ—ͥ und andere Gewaͤchſe im Herbſt zu verſetzen ge⸗ dencket. EPTEMBER. In dieſem Monat iſt der Herbſt allbereits vor der? huͤr, mithin muß man die zaſichten Gewaͤch⸗ ſe zertheilen, und, was darvon abgeleget werden kan, anderwaͤrts verpflantzen. Die Italiaͤniſche und Indianiſc he Gewaͤchſe, als Canna Indica, Roſa Sinenſis, Sedum arbore- ſcens, Jasminum Indicum& Catalonicum, Acacia Ægyptiaca&c. werden zu Ende dieſes Monats beygeſetzet, wie imgleichen auch alle zarte Som⸗ mer⸗ Gewaͤchſe, als Baſilicum minus, Datura Æ. gyptiaca, Quamoclitis„Balſamina flore Plene„ maranthi&c. in ein Gewaͤch 58⸗Haus geb racht, da⸗ mit der Saame zu ſeiner Zeitigung gelange. Es zeitigen in dieſem Monat allerhand Saa⸗ men, als Africanen, Amaranthen, Chryſanthe- mum, Sc abioſen,! Balſaminen&c.&c. we dann abgenommen werden muͤſſen; dier Leveojen bringet man aus dem Lande in Gefso wie auch einige einfache, um hierdurch mit kuͤnff⸗ tigem Fahre guten Saamen zu erziehen. Die Zwiebenn derer Tulipanen, kritillarien, Jonquillen, I aſletten, Martagon&c. koͤnnen nun⸗ mehro in gute Erde nach der Schnur eingeleget, und die Saat⸗Nelcken zum zweytenmahl verſetzet werden. OCITO- Ilde — 1 4 6 hen/ Pone abete 4 fu N0u He ſo ſark, Von der monatlichen Verrichtung. 491 OCTOBER. Was in vorigem Monat von Lorbeer⸗ Citro⸗ nen⸗Pomerantzen⸗Myrthen⸗Oleander- und anderen fremden Baͤumen, Stauden und Ge⸗ waͤchſen, noch nicht beygeſetzet worden, dieſes muß dermahlen bewerckſtelliget werden, inmaſ⸗ ſen die Froſte und kalte Luͤffte ſich einfinden, und alle exotiſche Gewaͤchſe auf einmahl ruiniren wuͤrden. Die Zwiebeln derer Tulipanen und Hyacin⸗ then bringet man in dieſem und folgenden Mo⸗ nat ebenfalls noch in die Erde, und iſt eine ohn⸗ umſtoͤßliche Warheit, daß ſie viel beſſer als die zu fruͤh geſetzten gedeihen. zunculen und Anemonien werden zu Ende bris in eine præparirte recht gute mit weiſ⸗ Sand untermengte Erde, in oͤffentli⸗ arten gepflantzet, welche viele groͤſſere und Blumen als die im Fruͤhling verſetzte ßund ſich haͤuffiger vermehren werden; des Winters hat man Sorge zu tragen, daß ſie durch anhaltendes naſſes Wetter nicht ver⸗ faulen, worgegen in Beſchreibung dieſer Blumen ein und andere Remedia angefuͤhret habe. NOVEMBER& DECEMBER. Hier zu Lande kommen die Froͤſte gemeiniglich ſo ſtarck, daß in dieſem Monat ſowohl als im Decem- 45¹ Beſchluß der Betrachtungen. ————.—— 1˖ 6 December bey dem Blumen-Werck im Garten 15 nicht viel auszurichten iſt; leidet es aber das 1 Wetter, ſo kan man noch Tulipanen und Ra⸗ nunculen in das Land verpflantzen. Ubrigens aber muß man auf die Gewaͤchſe in den Winter⸗ Behaͤliniſſen ein fleißiges Auge haben, und die lt R hier und dorten gegeben Regeln oder Anleitungs⸗ Gruͤnde bey denenſelben in das Werck richten. A18 97610 Mläalitze c(0) S à888 8885 833 9ꝗ 95 Regiſter Uber die vornehmſten Sachen und Gewaͤchſe. A. Bies 464. Agnus caſtus. Pag. 443. Abrahams Baum. 8 Agrifolium. 45 8. de Agnus caſtus. Agrimonia orientalis. Acacia Americana Robini. Ahorn Baum. v. Platanus. 400. Alaternus. 415. Acacia Ægyptiaca. 400. Alcea Americana. 413. Acacia Indica. 399. Alcea arboreſcens Syriaca. v. Acanthus ſativus. 342. Malva arboreſcens. Acetabulum. vide Umbi 8 Alcea Veſicaria. 69.70. Veneris. Alkekengi. v. Solanum Veſi- Ackeley. v. Acquilegia. carium. Aconitum cæruleum. v. Anti- Allermanns⸗Harnjſch. v. Vi. Napellus. ctorialis herba. Aconitum flore Iuteo. 129. Aloè diverſiſſimæ ſpecies 422. Acquilegia. 330. Althæa. 336. Adams⸗Aepfel. v. Malum At- Indica. 432. ſyrium. Althæa Virginiana. 431. Adenes Virginiani. v. Papas Amaran ithorum diverſiſſimæ Americanum. ſpecies. 56. 58. Adonis: Roͤßlein. 76. Alneiſen. 38. Æwthiopis Africana. 344. Americaniſchet Haaſen⸗— v. Africanus major. 70. Sonchus Africanus. Africanus minor. 72. Americaniſches R kuhr⸗Kraut. Afrieaniſches Mohren⸗ Kraut. v. Gnaphalium. v. Æthiopis. Amygda alus flore pleno. 1 Agerratum. vid. Eupator ium Anaga allis Luſitanica. 70 Meſucs. Anacardium Indicum. 445. Ane⸗ Anagyris. 432. Ananas. 296. Anemone diverſiſſimæ ele- gantiſſimæ ſpecies. 118. ſeqꝗ. Angelica Luſitanica. 309. Antliora. v. Antinapellus. Antinapellus. 349. Apocynum Africanum& A- mericanum. 298. Apocynum novæ Angliæ. 142. Apoſtem-Kraut. v. Scabioſa. Aranoſtratica. v. Arum mi⸗ nus. Arbor Caffée. Arbor Cucurbitæ. Arbor Draconis. 442. 440. Arbor Judæ. 420. Arbor Melonis. 439 Arbor Tulipifera. 401t. Arbor Vitæ. 459. Arbuſcula Coralli. 444. Arbutus. 397. Archithyrſus. v. Corona Im- perialis. Ariſtolochia rotunda 338. Artemiſia ſativa Anglica. V. Tanacetum Criſpum. Arum falſum Italicum. Arum minus, 136. 135. Arundo Indica. v. Canna In- dica. Arundo ſativa, folio macu- Iato. 134. —55 Asphodelus. 130 Asphodelus foliis fiſtuloſis. v. Phalangium Narbonenſe. IAphoäill Wurtz. v. Aspho-⸗ delus. Aſter Atticus. 316.7 Aſter novæ Belgiæ umbella- tus. 317. Aſter novæ Angliæ altiſſimus. 317. Aſter Pannonicus. Aſter pPurpureo- cæruleus. Aſter Virginianus. 317. Augen Pappeln. v. Alcea Ve- ſic ATla. Auricularum diverſiſſimæ& elegantiſſimæ ſpecies. 244. & ſeqq- Aſtragalus Monspeliacus. Auricula Muris. 247. Aurum Horizontale Vegeta- bile. v. Muſcus clavatus. Azedarach- Aſiatica. 420. BA Ægyptiaca. Balauſtia. Baldrian. v. Valeriana. Balſaminæ fœminæ flore ple- no& ſimplici diverſæ ſpe- Cies. 60. Balſamina Memordica. 59. Balſamita minor. v. Eupats. rium Meſues. Barba Jovis 418. Baͤren⸗Tatz. v. Acanthus. Baſilicum minus. 67. Baum des Lebens. v. Arbor Vitæ. Baum⸗ üöber die vornehmſten Sachen. Baumwollen⸗Baum⸗ v. Got. Calamintha montana flore ſypium arboreſcens. Magne. 339 Bella Donna. v. Selanum fu-] Calcatrippa. v. Delphinium. rioſum. Calceolus Mariæ. 340. Belle Videre. 88. Calendula Africana. 89. Bellis. 331.]Caltha arvenſis. V. Caltha Bellis aſtrifolia. 332. pumila, Bellis erecta. Caleha paluſtris flore pleno. Bellis Indica maxima fruti- 340. ceſcens. Caltha Pumila 89. Bellis lutea Cretica. 333.[Caltha Virgilii. v. Caltha pa- Bellis Pliniana. v. Helenium] luſtris. Indicum. Campana ameris. v. Hele- Bellis umbellifera. 332.nium Indicum. Berberis. 467. Campanula Americana. 302. Betonica major Daniea. 347. Campanula hortenſis, flore Biſchoffs ⸗Hut. v. Epime- Pleno. 302. dium. Campanula Pyramidalis. 301. Bismalva. v. Althæa. Campernelle. Biſtorta. v. Serpentaria. Canna Indica. 132. Blaſen⸗Erbſen. v. Piſum cor- Cannaeorus. v. Canna In- datum. dica. Bombax. V Goſſypium. Capparĩs portulacæ folio. 319. Branca urſina. V. Acanthus. Caprifolium. 341. Braſſica Maritima. 344. Capſicum arboreſcens. 437. Bryonia Africana. 105ꝗ. Capſicum Braſilianum. v. Pi. Bulbo Caſtanum. 132.per Indicum. Bulbus Eſculentus Italicus.] Cardiaca Americana.. 215.Carpinus Theophraſti. 466. Bulbus Ttiophorus. 215.]Caryophylli aromatici. 442. Buphthalmum. 339. Caryophyllus Carthuſiorum. Buxus deaurata arbereſcens. 255. 416. Caryophyllorum diverſiſſimæ & elegantiſſimæ ſpecies. C 263. ſeqꝗ- 8 Caryophyllus Indicus. v. A- fricanus. Caffee Baum. v. ArborCaryophyllus ſpicam frumen- Caffẽe. ti referens 283• Caryo- Regiſter b Caryophyllus Plumarius. Chriſt⸗Wurtz v. Helleborus, 283. Chryſanthemum. 65. Caryophyllus Sylveſtris. 239. Chryſanthemum Creticum. 72. ChryſanthemumPeruvianum, v. Helenium Indicum. Cicercula, v. Lathyrus Hiſpa- t1 Caryophyllata minor. v. Ba- ſilicum. Caryophyllus Pratenſis, vid. Plos Cuculi. nicus. Car Joph). Uuẽs Sinenſis. 282. Cineraria. v. Jacobæa Mari⸗ Cataputia major. vid. Rici- tima. Ciſtus. 434. Cataria Luſitanica. 108. Ciſtus Indicus. 435. Cedrus Lyciæ. V. Arbor vitæ. Citronen⸗Baum v. Malum Cedrus Veterum. v. Junipe- citreum. rus. Clematis. 318= aſter. 447, Clinopodium. v. Marum 87- Centaurium minus. 957. riacum. 3— 8 Cepæa. 104. Cneoron. 418⸗ Ceraſa flore pleno. 461. Colchicum. Gy. Cereus. 424. Collmar⸗Kraut. vid. Anagal Cerinthe. 94. lis. Chamædris altera aſſurgens. Colubrina. V. Serpentaria. v. Teucrium. Colutea Ahericus 437. Chamæiris. Colutea Scorpiodes. 726 Chamælea Germanica. vide Colutea Theophraſti. ni Colutea Veſicaria. 8 8 Ch 1e PI180 Comarus. vid. Arbutus. 39.9 2 ricoccos. 446. Conſolida Regalis. v. Delphi-⸗ hamæmelum. 341 Lid Chamæmespilus. V. Jujube. Conſtaminopolitaniſche? Veyel⸗ Chamæſpartium. y. Geniſta Wurtz V. lris S Laureola ſemper virens. P Sagittalis. convolvulus Creticus erectus. Charlataneria Indica Variega- v. Cneoron. ta. V. Viola Peruviana. Convolvulus Hiſpanicus. 69. Carthaͤuſer⸗Nelcken y. Caryo- Convolvulus Indicus flore 50 phyllus Carthufiorum. pleno. 69. Chondtrilla. 76, Corallen⸗Baum, v. Arbor co- Chriſti Leiden⸗Baum. V. Flos] ralli. lmobni Paſſionis. Coral⸗ Muiz üůͤber die vornehmſten Sachen. Coraſlen⸗Blümlein. vid. Flos Datura Egyptiaca 63. Adonis. Delphinium.*• Corchorus. v. Melochia E. Dentellaria. 343. gyptiaca. Dens Canis. 177. Corona Imperialis. 175. Deuvativum barbatum. 75. Corona regia. v. Helenicum Dictamnus. 314. Indicum. Digitalis. 339. Cotinus Coriaria. 43 8. Digitalis pyramidalis. 3 39. Cotyledon. v. Umbilicus R Virginiana. 339. Doll⸗Aepfel. vid. Mala in- neris. Creſpinus. 467. ſana. Crocus. 163. Dorenicum Hiſpanicum. Crotolaria. v. Orobanche. Dorycinum. v. Cneoron. Crotolaria Americana. 164. Dracocephalon Americanum. Cucullus Monachi. v. Napel- 415. Ius. Cucumis flexuoſus angui. E nus. 8 Cucurbita ſtellata. 102. Cupa Jovis. v. Helenium In- E Tun. Hülein. vid. Napel- dicum. lus. Cupreſſus. 461. Eis⸗Kraut. v. Ficoides. Cyanus Indieus. 96. Eleagnon Theophraſti. v. A- Cyanus Turcicus. v. Cyanus] gnus caſtus. Indicus. Elephanten⸗Laus. v. Anacar- Cyclaminis diverſæ ſpecies, dium Indicum, Elichryſum. 313. Ephemerum non lethale. V. Lilium Convallium. 126..ͥ. Cymhalum, v. Martagon. Cytiſus Indicus flore pleno. Epimedium. 319. 402. Erd⸗Beer⸗Baum. Vid. Arbu⸗ Cytiſus Incanus, v. Medicago] tus. 1 U latifolia. Erd⸗Laſtanien. v. Bulbs ⸗Ca- ſtanum. D. Erde. 10. ſqq. 237 fꝗ. 379., fad- 39. ſqd · Amoſonium. V Calceolus Erdrauch. vid. Fumaria In- Mariæ. tes. 14 Efula Regiſter 10 11 i* calcaris. v. Delphi e Eſula Indica- 338.E ris. V. Delphinium- Pſßilt Evonymum.. Carpinus Theo- Flos Cardinalis. 7 230 5 Phraſti. Flos Cuculi. 249. Eupatorium Meſues. 309. Elos immortalis. 37 Gnt Flos indicus Liliorum. 291. 68 Flos Keyri. 4126 T. Flos Paffionis. 1 Fess Belgarum. V. Cap- paris Portulacæ folio- Faba ficulnea. v. Lupinus. Faͤtber⸗Baum vid. Khus Su mach. Fatben zu veraͤndern. 155,. ad 219. ſqq Febrifuga. vid. Centaurium minus. Fever⸗Gras. v. Gratnen ſpar. teum pennatum. Feder⸗Hyaeinthen. V. Hyacin- thus piumoſus. Feder Nekekeu. v. Caryophyl- lus plumofus. eig⸗Bohnen. V. Lupinus. 8 eigen. V. Ficus. Ferrum equinum. 93. Ferula. Feuer⸗Lilien. v. Lilium eruen- tum. Ficoides. 64. 194. fꝗ. Ficus. 417. Ficus Indica. 333 Filipendula. 251. Finger⸗Hut. v. Digitalis. Flecken⸗Kraut. v. Cerinthie. Flos admirabilis. v. Vicla Pe- ruviana. Flos Adonis. 76. Flos Princeps. 93• Flos regius, v. Delphinium. Flos ſolis. v. Helenium Indi- Cum. Fos ſolis maximus Peruvis. nus. V. Helenium Indicum, Flos Tigridis. 206. Flos Trinitatis. 99. 0 Flos Vanitatis. v. Viola Peru. Vianla. l Fraxinella. v. Dictamnus. Ftauen⸗Spiegel. v. Onobry⸗ dn chis arvenſis. Fraxinus arbor. v. Azedarach Fhld⸗ilth. Aſiatica. tum Freyſam⸗Kraut. v. Flos Tri- Coſſppium at nitatis. Cran Fritillarieſl. 174. ſq.] U Frumentum Saracenicum. v, Milium Indicum. Glindile, Frutex ſenſibilis. 289. i Fuchs ſchwantz⸗Baum v. Khus Gitt.San Sumach. Puudum fn 317% Fumaria lutea. Fumaria ſiliquoſa. G. Aega. 325/ Iamnl Gauch⸗Heil. Y, Anagel gunh, 1 7 Iis. Gal uͤber die vornehmſten Sachen. folia. Geiß⸗Rauten. v. Galega. Geniſta Hiſpanica Geniſtæ atlinis Africana. 433 Geniſta ſagittalis Pannonica Geiß⸗Klet. V. Medicago lati- 7 3 Gruͤblings⸗Baum. vid. Papae Americanum. Guckgucks⸗Blum.. Flos cu- culi. Gulden⸗Lack. v. Flos Keyri. 434. Geniſta ſpinoſa major. ſta ſagittalis. Gentianella flore cæruleo. Geranium Africanum. 291. 7 Geranium Tuberoſum. 131. Gifft⸗Heil. v. Antinapellus. Zladiolus. 205. Gladiolus fœtidus. v. Spatula fœtida. Gnaphalium Americanum. 307. Gold⸗Lilien. v. Lilium cruen- tum. Goſſypium arboreſcens. 402. Gramen amygdaloſum. 105. 31 Grandilla. vid. Flos paſſio- 1 nis. bun dn Granaten⸗Baum». Malum 15 punicum ſativum. vid. Ri⸗ Granum regium. cinus. Gras⸗Blumen. Phylli. Gras⸗Gilgen. v. Lilium ſancti Brunonis. elck Srund⸗ Heil. 61551U1 6* 8 AbU¹ vid. Caryo A vid. Anagal⸗ 434 Geniſtella montana. v. Geni- Gramen ſparteum Pennatum. H. Hubichts⸗Kraut Vid. Hie. 8 racium. Halicacabus glandifer. V. Pa- pas Americanum. Halicacabus Indicus. v. Sola- num Veſicarium. Halicacahum peregrinum. v. Piſum cordatum. Haſtula regia. vid. Asphode- Ius. Hedy ſarum clypeatum. 304. Helenium Indicum. 79. Heliotrepium. v. Helenium Indicum. Helleborus. 315. Hellebraſtrum. Helichryſum. 313. Hemerocallis Valentina. 20 8. Hepatica nobilis. 242. Herba magnæ admirationis. V. Viola Peruviana. Herba S. Jacobi. v. Jacobæa. Herba Pavonis. v. Perſicaria. Herba Venti. v. Pulſatilla. Herbſt⸗Narciſſen. 184 Herhſt⸗Roſen. vid. Malva ro. 184 Herculea. v. Nymphæa. 11 Hermo⸗ Hermodactylus. vid. Iris tu- beroſa. Heſperides. 326. Hieracium pulchrum. v. Ocu- lus Chriſti. Hieracium proliferum falca- tum. 103. Hiods⸗Thraͤnen. v. Lachryma Jobi. Hirundinaria. v. Aſclepias. Hollundet⸗Baum. vid. Juni- perus. Hormiĩnum peſtigrides. Horminum ſanguineum. Horminum Syriacum. 342. Hornungs⸗Blumen. v. Levco- jon hexaphyllon. Huf Eiſen⸗Kraut. v. Ferrum equmum. Hunds⸗Blume.„. Dens Ca- nis. Hyacinthorum diverſiſſimæ ac elegantiſſimæ ſpeciĩes. 156. 167. ſq. Hyacintho affinis Africana, fl. cæruleo. J. Acea argentea Raguſina ar- boreſcens. Jacobæa Maritima. Jacobæa orientalis. 94. Jasminorum diverſæ ſpecies. 403. ſaq. Jasminum Arabicum, 405. Jasminum arboreſcens, flore pleno. 405. Iasminum Americanum flore purpureo. 40. Jasminum bacciferum luteum 406. Jasminum Catalonicum. 407. Jasminum Hiſpanicum. 404. Jasminum Indicum. V. Viola Peruviana. Jasminum Perſicum, flore cæ- Hvacinthus Botryoides. 171. Hyacinthus Chalcedonicus. 171. Hyacinthus Peruvianus. vid. Pocten⸗Hyaeinth. Hyacinthus plumoſus. 172 Hyacinthus Taberofns Indi- cus, flore pleno& ſimplici. 108. ſqq. Hyſſopus criſtatus. 513. ruleo. 406. Chalcedonica. Igel⸗Kolben. V. Datura. Immer⸗grun. v. Pyrola. Indianiſches Blumen⸗ Rohr⸗ v. Canna Indica. Indianiſche Feigen. V. Ficus Indica. Indianiſche Kreſfe. v. Naſtur⸗ tium Indicum. India⸗ Jasminum Indicum flore lu- Jeruſalems⸗Blume. Lychnis Jite Indicun JMnit dinenln — 3 oguil teo. 407. 0 Jasminum Indicum flore ru- bro. 407. K Al Me Kahel Tont I Rärhnt ůber die vornehmſte Sachen. Indianiſcher Pfeffer. v. Piper] Kethmiæ Arabice variæ ſpe- ndicum. cies. 12. Indianiſche Roſen. v. Roſz Kinder⸗Mord. v. Sabins. Sinenſis. ohannes Brodt. v. Siliqua. —3 plene& ſim- plici. 184. Iris Agria, vid. Spatula fœ. tida. Iris bulboſa Anglica. Iris bulboſa Hiſpanica. Iris bulboſa Luſitanica. 173. Iris Chaldaica. vid. Iris: Su- ſiana. Iris Conſtantinopolitana. v. Iris Suſiana. Iris fibroſa. Iris Perſica. 179. Iris Suſiana major. 112. Iris SyIveſtris. v. Spatula fœ. tida. 179. 251. 178. K Kirſchen gefüllt. v. Cerafa. Kirſch⸗Lorbeer V. Lauro-Ce- raſus. Kiwitts⸗Eyer. vid. Fritilla- rien. Knaben⸗Kraut. v. Satyrion. Knollen⸗Gewaͤchſe. 103.[qq. rantz⸗Lychnis. v. Lychnis Coronaria. Korn⸗Roſen. V. Papaver er⸗ raticum. Krebs⸗Wurtz. vid. Serpenta⸗ TIa. Kreutz⸗Baum. v. Ricinus. Kuchen Schelen vid. Pulſa. tilla. Kuͤnſte an den Vlumen zu ma⸗ Iris Tuberoſs. 113.1 chen⸗ 150. ſqq. Jucca glorioſa. 334 Juden⸗Kirſchen. Y. Solanum L Veſicarium. 2 Juden⸗Wehrauch. v. Styrax. Wiobær. 44 Jobi. 85. Jungfer⸗Nabel. Y. Umbilicus L gack⸗Viola. vide Flos Veneris. Iuniperus. 460. K. Ali Americanum. Kayſers⸗Eronen. v. Co- rona Imperialis. Kelſer⸗Hals. v. Laurcola, Keyri. Lapathum Ægyptiacum. vid. Eſula Indica. Lathyrus Hiſpanicus. 98. Lathyrus perennis. 347. Lavendula Hiſpanica. 313. Laureola folio decidud, 458. Laureola ſemper virens 446. Laurus Alexandrina. 345. 395· Laurus Ti egiſter. 322— Laurus caſternea equina. 3357.(Lotus anguſtifolia. 305. Lauro-Ceraſus. 393. Lotus maritima, Laurus Mexicana. 394.]Lotus arbor. 437 Laurus roſea. V. Oleander. Lunaria Græca. 130. Laurus Tinus. 392.Lupinus. 78. Laurus Vulgaris. 391. Lychnis Chalcedonica. 284. Leonurus Africanus. Ychnis Coronaria. 286. epidium v. Lychnis ſedi arboreſcentis& Leucanthemum. v. Chamæ auriculæ urſi folio. mclum. Lychnis purpurea multiplex Levcojon Triphyllon. 65. v. Ocymaſtrum. vcajut 6. ſqq. 0 erintl 1f1. ⁴ ILIchnis Viſcoſa dðylveſtris. Levcojum luteum. 256. Lyſimachia lutea. 326. Levcojum hexaphyllum. 164. Lyſimachia Virginiana. 326. Levcojum polyanthemum L. ythaspermum arundina⸗ 164.] ceum. v. Lachryma Jobi. Leuco. Narciſſo-Lirion. v. Lev- cojon hexaphyllon. Libanotis Coronaria. v. Ros- M. marinus. Linaria purpurea major. gal⸗ Mbboran flore cochleato Linaria Scoparia, vid. Bel 343 videre. Mala Canina. v. Mandragora. Lilium album. 206. f4. M ala inſana. 65. Lilium Convallium. 25T. Malva arboreſcens. 412. Lilium cruentum. 207. Malva criſpa. 97. Lilium intortum. v. Marta- Malva paluſtris. v. Althæa. gon. Malva ſaponica, v. Roſa Si: TLilium ſylveſtre, v. Marta.] nenſis. gon. Malva Indica. vid. Roſa S8i- Lilium ſancti Brunonis. 138.] nenſis. Lilium Zeylanicum bulbife- Malva Viſcus. V. Althæa. rum. 211.Malvæ roſeæ variæ ſpecies. Lilium Zeylanicum. v. Me- 305. thonica Malabarorum. Malva Veneta, v. Alcea Ve-⸗ Limonium aurcum. ſicaria. Loffel⸗Futteral. v.Ferrum E. Malum Affyrium. 389. quinum. Malum aureum. 88. Malum L 68 luſtti 18 Muunirft Mulſ⸗ MilſtHon Mn Ohl Mh Bunen Mule, uͤber die vornehmſten Sachen. —— Malum Citreum. 386.[q.] Meutanga Indica. 411. Malum Punicum ſativum, Merxicaniſcher Racht⸗Schatten. 389. V. Viola Peruviana. MalusHenricus. v. Orobanche. Mexicaniſches Wund⸗Kraut. Mandel⸗Baum gefuͤllt. v. A. mygdalus. Mandragora fructu piri. 335. Margaretha Veneta. cuculi. Martagon. Marien-Bluümlein.„.Bellis. Marien⸗Roͤslein. y. Lychnis corenaria. Marum Creticum. 312. Marum Maſtichen. Marum Syriacum. 311. Marum Verum. 310. Maßlieben. v. Bellis. Matricaria. 33 Matten⸗Blume. v. Caltha Pa. luſtris. Maulwörffe. 29. ſq. Maͤuſe. 33. ſq. Maͤuſe⸗Dorn. v. Kuſcus. Maus⸗Oehrlein. v. Auricula muris. May⸗Blumen.»Lilium Con- yallium. Medica Anglica. 95. Medicago lati folia. 320. Meer⸗ Ollien. v. Hemerocallis Valentina. Melanthium. v. Nigella. Melianthus Aktia Pimpinella Italica. Neliſſa Turcica. 93. Melochia Ægyptiaca. 103. Melongena. V. Mala inſana. Methonica Malabarorum. Vide 300. V.Virga aurea. Mezereum, v. Laureola ſem- Per virens. v. Flos Mezereum Arabicùm. V. Cha- mælea Tricoccos. 209. ſq. Milium Indicum. 85. NMilium ſolis arundineum. V. Lachiyina Jobi. Mirabilis Peruviana. v. Vio- la Peruviana. Miſt⸗Beet. Mohn v. Papaver. Mollen⸗Kraut. V. Ricinus. Moly. 212. 41. ſaꝗ. 7. Molybdena Plinü. v. Dentel⸗ laria. Momordica. v. Balſamiina. Mohren⸗Koͤpffe. vid. Piſum cordatum. Wie Roſen. v. Roſa men. ſtrua. Monden⸗Wechſel. fol. 1. ſ⸗ Mond⸗Kraut. vid. 1 65 Glæca. Morgen⸗Stern. v. Alcea Ve⸗ ſicaria. Muſa. 297. Muſcus clavatus. 344. Mutter⸗Kraut. v. Matricaria. Myrthacantha. v. Ruſcus. Myrthorum variæ ſpecięs. 397. ſud Myrtillus Italica, flore Pleno. 313. 11 N.Na⸗ Abel⸗Kraut. v. Umbili⸗ cus Veneris. Nacht Schatten. v. Solanum furioſum. Napellus. 348 Narciſſorum variæ ſpecies. 180. ſqq Narciſſus Conſtantinopolita- nus. 183. Narciſſus incomparabilis. 183. Narciſſus Eudicus. 187. Narciſſus maritimus. V. He merocallis Valentina. us nobilis. Narciſſus tertius 1 84. Matbicli U. 184 Narciſſus Virginianus. 185. Narciſſus Zcilanicus. den⸗Kraut, Y. Nardus. 75. Ratt en⸗ N. pfel. v. Poma amo- ris Narren⸗Kappen v. Napellus. Naſturtium Indic um, flore pleno& ſimplici 81. 293. Natter⸗Wurtz. V. Serpentaria. Nerion Indicum. v. Oleander. Nieß Wurtz. v. Helleborus. Nigella Indica. 98. Nola Culinaria. v. Pulſatilla. Nonnen Naͤglein. L. Nardus. Nucula terreſtris. v. Caſtanum Nux Veſicaria. 4 477. Nymphæa aquatica. 186. Bulbo- 324. O. Oe Zungen. v. Buph⸗ thalmum. Oculus Chriſti. Ocymaſtrum. Ocymam. v. Baſilicum. Odonditis v. Flos cuculi. Ohr Würmer 3 Olea ſativa. 446. Oleander, flore pleno& ſim- plici, 3957. Oleaſter Germanicus. 466. Oliven. v. Olea ſativa. Onobrychis arvenſis. fe4. Opuntia Ficus Indica. Orchis. v. Satyrion. Orleang. Ornithogalum. Orobanche. 2¹7 Oſter⸗kuceh. v. Ariſtolochia. Olyris. y. Linaria purpurea major. Ochonna. V. Africanus. 82. 329. V. 441. 213 P. Alingeneſia. Palnia. 42¹. Palma Chriſti. v. Ricinus. Palma humilis, v. Mufa. Palimen⸗Baum. v. Palma. Panax. V. Angelica Luſita- nica. Pancratium marinum. merocallis Valentiua. 230. ſqq. V. Hes- Pancratium. v. Scilla. Papas Americanum. 136. Papaver corniculatum, 84. Papaver erraticum. 83. Papaver orientale. 347. Papaver orientale hirſutiffi- mum. 84. Papaver Rhocas, v. Papaver erraticum. Papaver ſativum. 82. Papaver ſpinoſum. 84. Papier⸗Blume. yYFlos immor- talis. Pappel⸗Roſen. v. Malva roſea, Parthenium. v. Matricgria. Partheniaſtrum. Paßions⸗Blume v. Flos paſ- ſionis. Patientia. 37. Pepo clypei& ſtellæ Pernd⸗ V. Cucurbita ſtellata. perichymenum perfoliatum. 341. Periploca Americana. 308. Perpetuelle. v. Flos immor- talis. Perſica flore plene. 915 Perſicaria. Perupianiſche Wunder⸗Wiol V. Viola Peruviana. Pe⸗ lupi. v. Muſcus clavatus. Pfauen⸗Spiegel. v. Perſicaria. Phalangium Narbenenſe. 75. Phaſcolus flore cochleato. 308. Phaſeolus Indicus arboreſcens. E Phaſeoli Braſiliani. 80. FPhytolaccaAmericana. 316. Philadelphus. v. Syringa. üůber die vornehmſten Sachen. Piloſella. v. Auricula muris. Pimper⸗Ruͤſſe. v. Nux Veſi. carig. Pimpinella ſpicata Italica. 414. Piper Indicum. 100, Piper montanum. v. Laureo- Ia ſemper virens. Piſang. 424. v. Mufa, Piſtacia Sylveſtris. v. Nux Ve. ſicaria. Piſum catharticum. 97. Piſum cordatum. 97 Planta Indica. v. Viola Peru- viana. Platanus. 13 Plantago roſea. Platt Erbſen. v. W 5 ſpanicus. Plumbago. v. Dentellaria. Poeonia. 129. Poeten⸗Hyacinth. 170. Polygonatum. v. Sigillum Sa- Iomonis. Polygonum minus candicans, 104. Polytrichum officinarum. v. Trichomanes. Poma Adami. v. Malum Aſfy- rium. Poma Æthiopica. 66. Poma amoris. 66. Poma aurea. 670 Poma aurantia, v. Malum au- reum. Poma ſpinoſa v. Datura. Pomerantzen Baum V. Ma⸗ lum aureum. Pomum mirabile. v. Balſami- na Momordica. Ii 7 Popu- Populago., v. Caltha paluſtris. Primula Veris. 248. Primula veris umbellata. 248. Ptarmica. 338 Pulſatilla. 249. Pyramidalis. v. Campanula Pyramidalis. Pyrola. 317. Q. Quusmodi 62 K. Adix Rhodia. 455. Ranunculus arvenſis. v. Flos Adonis. Ranunculorum diverſiſſimæ ac elegantiſſimæ ſpecies. Roſa variegata. Kegiſter Römiſche Neſſel. y. Urtica kos Lunt mana, Roſa alba. 452. Roſa Arabica. 474. Roſa camphorata Americana, 42² Roſa Centifolia. 453. Roſa Damaſcena. 453. Roſa formoſa Americana, 427. Roſa Indica centifolia. 427. Roſa lutea flore pleno. 414. Roſa menſtrua communis. 4)l. Roſa menſtrua Indica. 428. Roſa Moſchata. 427. Roſa Provincialis. 453• Roſarum exoticarum diverſiſ ſimæ elegantiſfimæ ſpecies. 42.ſad· KkRoſarum variæ ſpecies, 449. ERoſa Sinenſis, 409. 55 114 fqq. EA Lychnis. vid. Lychnis Ranunculus Hortenſis. 329,. Coronaria. Rapunculus Hortenſis.V. Cam- Roſen⸗Wegerich.. Plantago pPanula pyramidalis. 998 Rauch⸗Aepfel. V. Datura. Rosmarinus. 447. Raupen. 36. Kuſcus. 466. Rehellen. V. Viola nele Negen⸗Wuͤrmer. Regiſter/ was in jedem? ma zu verrichten. 31 ſꝗq Rhamnus, v. Oleaſt Rhus Coriaria. v. Rhus Su⸗ mach. Rhus Sumach. Ricinoides. v. Ricinus, Ricinus Africanus. 76. Ritter⸗Sporen. vid. Delphi. mium; Fagarza Americana. 457. Salicaria. v. Lyſimachis lutea, Ruta Caprar ia, V. Galega. Shblamen. Kd 4 1 Sabina. 61. 105 Salix Amerina. v. Agnus ca⸗ ſtus, Falvia folio maculato. 312. Salvi · Verbaſcum. 112.1 Sam⸗ Sambucus roſea. Schwattzer Coriander. v. Ni. Schmeine⸗Brodt. vid. Cycla. uͤber die vornehmſten Sachen. 477. Sammet⸗Blume v. Africanus. Sammet⸗Roſen. v. Roſa pro- vincialis. Saponaria. 250. Satyrionis variæ ſpecies, 138. ſꝗꝗ. Saxifraga rubra. V. Filipen- dula. Scabioſa. 86. Scabioſa ſtellata, 83. Schahah. v. Nardus, Schacht ⸗Blume. v. Fritilla. Tlell. Schild⸗Kraut. v. Hedyſarum chypeatum. Schlaf⸗Aepfel. vid. Mondra- gora. echlolken Blume. v. Nola cu- linaria. Schmeer⸗Kraut. v. Oroban⸗ che. — Scopa Regia. Y. Ruſcus. Scorpioides. 97. Sedum variarum 3 8 21. ſq. Seiffen⸗Kraut. v.—.— Senecio. v. Jacobæa Maxitima. Senſitiva ſenſihilis. 2 Serpentaria. 135. Serpillum odore Citri, V. Ma- rum Creticum. Seven⸗Baum. v. Sabina. Sferro Cavallo. vid. Ferrum Equinum. Sigillum Falomonis. 346. Sigmars⸗Kraut. V. Acea Ve: ficaria. Siliqua. 419. Siliqua Sylveſtris. v. Arbor Judæ. Siliquaſtrum. v. Piper Indi- cum. Sineſiſche Roſen. v. Roſa Si⸗ Schnicken. Schnecken⸗Klee, vid. Mediet Anglica. 1057 Schnee⸗ Ballen. v. Sambucus raſea Schnee⸗Tropfſen. v. Levcojon hexaphyllon. Schoͤne Frau.„Bella Donna Schwalben⸗Wurtz. V. Accle. Plas. gella Indica. men. Schweitzer⸗Hoſen. vid. Viola Peruviana. Scilla, 134. nenſis, Sinn⸗ grün. vid. Vinca per· vinca. Siſynrichium. Solan-Aepfel. vid. Mala 10 in. ſana. Solanum AÆgyptiacum. Solanum fœtidum. v. Daturs. Solanum furioſum. Solanum pomiferum. y. Ma- la inſana. Solanum racemoſum Indicum tinctorium. V. Phytolacca Americana. SolanumVeſicarium Indicum. 70. Solidago Saracenica. y. Virga E S aurea. §ol Regiſter Sol Indicus. v. Helenium Ins]Stoechas purpurea. dicum. Sommer⸗Gewaͤchſe. Sonchus Africanus. Sonnen⸗Blumen. nium Indicum. Spaniſche Glocken. vid. Viola Mariana. Spaniſch Wege⸗Gras. v. Po- Iygonum minus candicans. Spatula fœtida- 152. Speculum Veneris. v. Ono- brychis arvenſis. Speichel⸗Wurtz Tla. Spica Celtica quorundam. v. Muſcus clavatus. Spica Nardi. v. Nardus. Spindel⸗Baum. Carpinus Theophraſti. 45. ſqq. 104. vid. Hele- V. Sapona- Spiræa Theophraſti. 46r. Spondylium. v. Acanthus, Stachel⸗Nuf v. Datura. Staphylodendron. V. Nux Ve- ficaria. Vruch. v. Filipendu- Sen⸗ Roͤslein. vide Cneo⸗ ron. Stendel⸗ Wurtz. vid. Saty⸗ rion. Stern⸗Seabioſe. v. Scabioſa ſtellata. Siern⸗Kuͤrbſe. ſtellata. Stern⸗Kraut. vid. Aſter Atti⸗ Cus. v. Cucurbita Stoltzer Henrich. banche. Storax. v. Styrax. Storch⸗Schnabel. vid. Gere. mum. Strauß⸗Narciſſen v. Narciſſus Conſtantinopolitanus. Studenten⸗Kraut. v. Belle vi. dere. Styrax. 4753. Syderitis Perſica odorata. Syringa flore pleno& ſiin- pl 476 Sytiſcher Pappel⸗Baum. vich. Malva arboteſcens. 1. Anacetum Africanum. v. Africanus. Tanacetum foliis criſpis. 314 Tagetes v. Africanus, Tannen⸗Baum. v.Abies. Taſſetten. 138. Tauſend Gulden⸗Kraut, vid. Centaurium minus. Taxus. 462. ſqq. Telephium. 51 Teucrium. Teuffels⸗Klau. KIei 2 Vatus. Thalictrum. 1 Thal⸗ 101. vide Oro. Aulek⸗ VWetos Tbew l den beroſuz, Alhann, Auihuners Tulp 5 h 10 cinthus! —— uͤber die vornehmſten Sachen. ThalLilien. v. Lilium Con- vallium. Theſſalia. v. Nymphæa. Thlaſpi. 92. Thus Judæorum. v. Styrax. Tithymalus arboreſcens. Trachelium Americanum flo- re pleno. 320. Tragus. 447 Trauben⸗Hyaeinth.». Hya⸗ cinthus Botrydides. Trichomanes. 342. Tricox Americana. v. Cha- mælea Tricoccos. Trifolium cochleatum mari. num. v. Medica Anglica. Trutten⸗Fuß. v. Muſeus cla- vatus. Tubero Indica. 190. Duberoſen. v. Hyacinthus tu- beroſus. Tulipanen. 190. ſqꝗd. Tulipanen⸗Baum. v. Arbor Tulipifera. Tulipa Perſica. 204. Tunis- Blunie. vid. Africa. NUus. Tuͤrckiſch⸗Bund. v. Marta⸗ gon. Lürckiſche Hyacinthen.»Hya⸗ cinthus Chalcedonicus. V. Aleriana. 323. Valerianella 324. Vanitäts⸗Blume. v. Viola Po. ruviana. Ucht⸗Blume. v. Colchicum. Venus-Nabel. vid. Umbilicus Veneris. Verbaſcum. 339. Viccorialis Herba. 213. Vinca pervinca. 318. Vincetoxicum. v. Aſclepias. Viola arboreſcens. V. Campa- nula pyramidalis. Viola Mariana. 328. Viola Martia. 328. Viola Matronalis. 254. Viola pentagona. v. Onobry- chis arvenſis. Viola Peruviana. 90. Virga aurea. 327. Umbellifera Africana. v. Bel- lis umbellifera Canadenſis. Umbilicus Veneris. 309. Urtica Perfica. 99. 326. Urtica Romana. 99. Uvularia. vid. Laurus Ale- xandrina. W. Wald⸗ Kegiſter ůber die vornehmſten Sachen. Wunder⸗Baum. v. Ricinus⸗. Wunder⸗Wiole. y. Viola Pe⸗ ruviana. W. e Ald⸗Diſtel. V. Agrife- lium. Wald⸗Reben. V. Clematis. Waſſer⸗Flieder. v. Sambucus roſea. Waſſer⸗Lilien. v. Nymphæa. Waſſer⸗Roſen. v. Nymphæa. Weiden ⸗Dorn.. Oleaſter Germanicus. Welſch⸗Baͤten⸗Klau. v. Acan- thus. Welſch⸗Linſen⸗Baͤumlein. vid. Colutea Veſicaria. Wetter⸗Röslein. v. Alcea Ve- ſicaria. Wieſen⸗Blume. v. Caltha pa- Iuſtris. Wolffs⸗Beer. v. Solanum fu⸗ rioſum. X. V. Bombax⸗ 2 Ahn⸗Kraut. vid. Oroban⸗ che. Zeit/ in welcher die Gewaͤchſe bluͤhen. 569.ſqd- Zeit⸗Loſen. v. Colchicum. Ziziphus Cappadocia Plinii. 31 467. Zixiphus rutila. v. Jujuba Zurgel⸗Baum.». Lotus arbor. Zwerg⸗Ningel⸗Blume v. Cal⸗ ſcha pumila. Zwiebel⸗Gewachſe. IA3. ſqd aſtbeth; fen Bumen⸗ uRiunn d Ng Mle.