2 , 4 1 ö zZ * POLITISCHE CORRESPONDENZ DER STADT STRASSBURG IM ZEITALTER DER REFORMATION VIERTER BAND 1546—1549 IM AUFTRAGE DES WISSENSCHAFTLICHEN INSTITUTS DER ELSASS-LOTHRINGER IM REICH AN DER UNIVERSITAT FRANKFURT UNTER ZUGRUNDELEGUNG DES VON J. BERNAYS+ GESAMMELTEN MATERIALS BEARBEITET UND ERGÄNZT VON HARRY GERBER 1. HALBBAND: 1546—1547, Juli 12 2 ddl A* HEIDELBERG CARL WINTERS UNIVERSITÄTSBUCHHANDLUNG 1931 — URKUNDEN und AKTEN DER STADT STRASSBURG ZWEITE ABTEILUNG POLITISCHE CORRESPONDENZ DER STADT STRASSBURG IM ZEITALTER DER REFORMATION HEIDELBERG CARL WINTERS UNIVERSITÄTSBUCHHANDLUNG 1931 * ed, POLITISCHE C0RRESPONDENX DER STADT STRASSBURG IM ZEITALTER DER REFORMATION VIERTER BAND 1546—1549 IM AUFTRAGE DES WISSENSCHAFTLICHEN INSTITUTS DER ELSASS-LOTHRINGER IM REICH AN DER UNIVERSITÄT FRANKFURT UNTER ZUGRUNDELEGUNG DES VON J. BERNAYS+ GESAMMELTEN MATERIALS BEARBEITET UND ERGANZT voh HARRY GERBER 1. HALBBAND: 1546- 1547, Juli 12 HEIDELBERG CARL WINTERS UNIVERSITÄTSBUCHHANDLUNG 1931 Verlags-Nr. 2278 Inhaltsverzeichnis. Beite Vorwort von Universitätsprofessor Dr. phil. Dr. der Staatswissenschaften e. h. Georg Wolfram... n, ,, VII- VII Einleitung 1 4 ENDEN K 1 Verzeichnis der wichtigeren oder häufiger erwähnten Werke und AbhandBerichtigungen und m mn n/ XXX Akten und Briefe 1545(Nachträge), Nr. 1—́5....... 2 1— 1546, Nr. 9—508....... ⸗. 8 549 1547(bis Juli 12), Nr. S090 5651.+ 4% 9-786 Zur Beachtung: Das am Ende des zweiten Halbbandes folgende Verzeichnis der benutzten Briefe und Aktenstücke sowie das Register beziehen sich auf beide Halbbände. A Vorwort. Die Bearbeitung der Politischen Korrespondenz der Stadt Strassburg war von der historischen Kommission für die Zeit von 1546 bis 1555 s.Zt. Herrn Dr. J. Bernays übertragen worden. Bernays war mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit an die Arbeit gegangen, hatte die Strassburger Archive durchforscht und dann die in Betracht kommenden handschriftlichen Schätze in den verschiedensten deutschen und ausländischen Archiven durchgesehen. Er konnte sich in der Gründlichkeit der Bearbeitung nicht genug tun und hat wiederholt die Methode der Aktenwiedergabe geändert, insbesondere versucht, durch Anwendung von Anmerkungen den zusammengehörigen Stoff an möglichst begrenzter Stelle zu vereinigen. Im Jahre 1918 hat er, als er gezwungen wurde, Strassburg zu verlassen, sein handschriftliches Material, das zu einer ungeheuren Masse angeschwollen war— das Gewicht betrug 89 Kilogramm— mit herausgenommen und nun als Flüchtling die ihm übertragene Arbeit zu Ende zu führen gesucht. Als die Gefahr drohte, die Abschriften ausliefern zu müssen, hat er eine Kopie des gesamten Materials in möglichst gekürzter druckfertiger Form ausgeführt. Von dieser Arbeit ist er vorzeitig durch den Tod abberufen worden. Schon auf seinem Krankenlager hatte er, als er fühlte, dass die Hand schwach wurde, mit mir vereinbart, dass ihm zur Fertigstellung des Manuskriptes vom Institut ein Mitarbeiter zur Seite gestellt werden sollte. Seine Witwe, Frau Dr. Bernays, hat dann das gesamte Handschriftenmaterial dem Institut zur Fertigbearbeitung und Drucklegung zur Verfügung gestellt. Die Herren Geh. Archivrat Professor Dr. Friedensburg und Stadtarchivrat Dr. Gerber haben die weitere noch notwendige Bearbeitung des Manuskriptes übernommen. Unter voller Wahrung des geistigen Eigentums des ersten Bearbeiters haben die beiden Herren sich bemüht, das Manuskript der Bearbeitung der drei ersten Bände, wie sie von Virck und Winckelmann entsprechend den Richtlinien der Kommission gestaltet waren, anzugleichen. Es stellte sich heraus, dass mit der fortschreitenden Ordnung der Archive seit den von Bernays unternommenen Sammlungsreisen manch’ neues einschlägiges Material zugänglich geworden war. So haben die beiden Herren noch eine ganze Reihe von Archiven durchforscht und wertvolle Nachträge sammeln können. Das Institut hat die d jberzeugung, dass mit der Herausgabe der Korre— spondenz dem ersten Bearbeiter Dr. J. Bernayn das schönste Denkmal gesetzt wird, das einem Gelehrten errichtet werden kann. Es vergisst aber auch nicht, den neuen Bearbeitern Friedensburg und Gerber für ihre äusserst schwierige und entsagungsvolle Arbeit den aufrichtigsten Dank auszusprechen. Ebenso gedenken wir in Dankbarkeit der kurz vor der Herausgabe dieses Bandes verschiedenen Gattin des ersten Bearbeiters, die mit unermüdlichem Interesse der Vollendung des ersten Bandes entgegensah und durch testamentarische Überweisung des gesamten handsc hriftlie hen Nachlasses ihres Gatten dem Institut ihre Anerkennung zum Ausdruck brachte. MD nit 2 m nnn VIII Vorwort. Die Möglichkeit der Fertigstellung und Drucklegung des umfangreichen Berna ys' schen Nachlasses und seiner starken Erweiterung ist in erster Linie das hohe Verdienst der Notgemeinschaft der deutschen Wisssenschaft. Ihrem Präsidenten nnd seinen Beratern, die in Erkenntnis der hohen wissenschaftlichen Bedeutung dieses Strassburgwerkes einen großen Teil der notwendigen Mittel uns zur Verfügung gestellt haben, sei auch an dieser Stelle der aufrichtigste Dank ausgesprochen. Für den Vorstand des Instituts der Generalsekretär: Georg Wolfram. —-——— mmm mim— Einleitung. Das in dem vierten Bande der Politischen Korrespondenz der Stadt Strassburg im Reformationszeitalter vorgelegte umfangreiche Material ist zum grösseren Teile von J. Bernays seit ungefähr 1890 in rund 25 jähriger mermüdlicher und mit staunenswertem Fleisse durchgeführter Arbeit ge— sammelt worden. Aus diesem Material hat Bernays bis zu seinem im Jahre 1925 erfolgten Tode die auf die Zeit des Schmalkaldischen Kriegs bezüglichen Briefe und Aktenstücke in 268 Nummern zusammengefasst und mit Anmerkungen versehen. Sie reichten vom Januar 1546 bis zum Mai 1547 (für die Monate März bis Mai allerdings mit grossen Lücken). Bei genauer und gewissenhafter Prüfung durch den Herausgeber ergab sich jedoch, dass diese 268 Bernays schen Nummern nicht im eigentlichen Sinne als druckfertig zu bezeichnen waren. Denn jedes Textstück war derartig mit An— merkungen überladen, dass dadurch die Einheitlichkeit der Gesamtausgabe und die Übersichtlichkeit des Bandes zerstört zu werden drohte. Auch hatte Bernays sich anscheinend zum Ziel gesetzt, in den Anmerkungen eine kritische Geschichte des Schmalkaldischen Krieges zur Darstellung zu bringen. Das führte ihn zwangsläufig dazu, dass er in den Anmerkungen eine grosse Anzahl von Briefen, Aktenstücken, Literaturnachweisen, Exkursen usw. unterbrachte, die mit der jeweilig zu erläuternden Textstelle in nur sehr losem oder gar keinem Zusammenhang standen. Damit wäre aber der durch die Anlage der übrigen Bände der Politischen Korrespondenz gegebene Rahmen für die Herausgabe völlig gesprengt worden. Als der Herausgeber im Januar 1926 von dem Wissenschaftlichen nstitut der Elsass-Lothringer im Reich an der Universität Frankfurt den Auftrag erhielt, den vierten Band aus dem hinterlassenen Bernaysschen Manuskript der 268 den Schmalkaldischen Krieg betreffenden Nummern ind den sonstigen für den Zeitraum bis Ende 1549 gesammelten Materialien herauszugeben, sah er sich vor eine ungemein mühevolle Arbeit gestellt. Es galt, die 268 Bernays schen Stücke, wo irgend möglich, entsprechend der in den früheren Bänden der Politischen Korrespondenz geübten Weise im Text und in den Anmerkungen zu kürzen, schon der gebotenen Raum-— ersparnis halber. Ferner erwies es sich einer durchsichtigen Gliederung des Stoffes wegen als unumgänglich notwendig, eine grosse Anzahl von Briefen imd Aktenstückhen Strassburger Herkunft oder von solchen, welche die Tätigeit der Strassburger Gesandten beleuchten, neu aufzunehmen bzw. aus den Anmerkungen, in denen sie von Bernays zerstückelt und unübersichtlich erarbeitet worden waren, herauszuschälen, als selbständige Stücke in zeitlicher Folge dem Text einzufügen und mit Anmerkungen zu versehen. Solange Bernays mit der Sammlung und Bearbeitung des Strassburger Materials beschäftigt war, bestanden für die Strassburger Archive noch die für alle grösseren deutschen Archive gültigen Vorschriften über Benutzung, Leihverkehr und Beauskunftung, welche für die Gelehrten sehr entgegenR kommend sind. Er konnte sich daher— wie das auch in den ersten drei Bänden unserer Korrespondenz der Fall ist— oft auf die blosse Signaturangabe der einschlägigen Strassburger Archivalien beschränken und es den X Einleitung. Benutzern des vierten Bandes bei Einzelfragen überlassen, sich durch die Strassburger Archivverwaltungen die ihnen wünschenswert erscheinende Auskunft bzw. Aktensendung im Leihverkehr zu verschaffen. Die so viel strengeren Bestimmungen der französischen Archivordnung, die sogar nicht einmal den Leihverkehr mit Archivalien innerhalb Frankreichs vorsehen, zwangen den Herausgeber, hier anders zu verfahren. Alle irgendwie für das Verständnis der Strassburger Politik wesentlichen Aktenstellen mussten im Text und in den Anmerkungen mit tunlicher Genauigkeit und Ausführlichkeit wiedergegeben werden, um für die Benutzung des vierten Bandes von vorneherein klare Unterlagen zu schaffen. Im besonderen Masse galt das für die Verwertung der wichtigen Strassburger Ratsprotokolle. Ausserdem wurden in erheblich grösserem Umfang, als dies durch Bernays geschehen war, die in den Nicht-Strassburger Archiven beruhenden, auf Strassburg bezüglichen oder zum Verständnis der Zeitereignisse wichtigen Archivalien herangezogen sowie die Literaturangaben ergänzt bzw. die seit ungefähr 1918 neu erschienenen Abhandlungen in den Anmerkungen mitverwertet. In welchem Masse schon allein die von Bernays für die Zeit bis zum Ende des Schmalkaldischen Krieges vorgesehenen 268 Nummern erweiterungsfähig waren, zeigt die Tatsache, dass in unserem Bande dieser Zeitabschnitt bereits über 600 Nummern umfasst. Da die Benutzung der Strassburger Archive, wie vorbemerkt, seit 1918 für auswärtige Forscher schwieriger geworden ist, so hat der Herausgeber es für nützlich erachtet, für alle benutzten Aktenstücke, soweit möglich, auch den Nachweis des Vorhanden-— seins in anderen grösseren Archiven zu erbringen, bei denen Aktenleihverkehr ohne weiteres zulässig ist. Dieser Grundsatz ist zur Bequemlichkeit der Be— nutzer und zur leichteren Ubersichtlichkeit auch auf die nicht in Strassburg vorhandenen Aktenstücke dieses Bandes ausgedehnt worden. Die vorgeschilderten Grundsätze für die Bearbeitung der in unserem Bande vorgelegten Briefe und Aktenstücke gelten natürlich auch für die Nummern, die ausserhalb der von Bernays bearbeiteten Zeitspanne liegen, für welche also lediglich die von Bernays begonnene, von dem Herausgeber stark vermehrte Stoffsammlung vorlag. Auch in den Anmerkungen dieser Stücke wurde streng darauf gesehen, dass darin nur tatsächliche Erläuterungen und Ergänzungen des Textes aufzunehmen waren. Dass in politisch besonders bedeutungsvollen Zeiten, wie z. B. gelegentlich des Augsburger Reichstags, oder bei vorliegenden Lücken des Strassburger Materials diesen Anmerkungen eine grössere Ausdehnung gegeben werden musste, um die Tätigkeit der Strassburger Vertreter in das richtige Licht zu setzen und das Verständnis der im Text erwähnten Umstände zu fördern, war selbstverständlich und unvermeidlich. Um die Benutzbarkeit unseres Bandes zu erhöhen, wurden durchweg reichliche Verweisungen auf die Vor- bzw. Nachgänge gemacht. Aus dem gleichen Grunde wurde das Personen- und Sachregister besonders eingehend gegliedert und am Schluss unseres Bandes ein Verzeichnis der im Text und in den Anmerkungen verwerteten Briefe und Aktenstücke angelegt, das eine bequeme Übersicht zumal über die zahlreichen Archivalien zum Schmalkaldischen Kriege, besonders im Oberland, und über die Aktenstücke des Augsburger Reichstags von 1547/48 gestattet. Dieses Verzeichnis ist vor allem als eine nützliche Vorarbeit zu dem in absehbarer Zeit wohl noch M Einleitung nicht zu erwartenden Band der Reichstagsakten, jüngere. Reihe, über diesen wichtigen Reichstag gedacht. Abgesehen von diesen Neuerungen gegenüber den anderen Bänden der Korrespondenz sei noch erwähnt, dass die Zählung der Anmerkungen des leichteren Überblicks wegen innerhalb der Stücke(nicht der Seiten) erfolgt und dass daher jeweils der ersten Anmerkung eines Stückes dessen Nummer vorgesetzt ist. Die Anordnung innerhalb der Stückbeschreibung erfolgt wie beim fünften Band(vgl. dazu Pol. Korr. V, S. IX—X). Fehlende Stücke wurden durch ein Sternchen(*) gekennzeichnet. Es werden in unserem Bande rund 950 Stücke in den Texten vorgelegt; dazu kommt mindestens die vier- bis fünffache Zahl von Aktenstücken, welche in den Anmerkungen verwendet wurden. Im ganzen also eine ausserordentlich umfangreiche Masse von Stoff, die nur durch die besonders sorgfältige Form der Bearbeitung, wie sie in den vorangegangenen Ausführungen geschildert ist, zu durchdringen und zu gestalten war. Die starke Hälfte des Materials ist aus den beiden Strassburger Archiven sowie aus dem in der Strassburger Universitäts- und Landesbibliothek beruhenden Thesaurus Baumianus ausgehoben worden. Zur möglichst vielseitigen Beleuchtung und Ergründung der Strassburger Politik wurden aber für diesen(wie für den fünften Band) die Nicht-Strassburger Archive in weit stärkerem Masse herangezogen, als dies in den ersten drei Bänden geschehen ist. Dass durch diese Erweiterung der Wert für die wissenschaftliche Benutzung gesteigert wird, bedarf wohl keiner Begründung. Die Archive folgender Städte wurden benutzt: von Augsburg, Basel, Berlin-Dahlem, Bern, Braunschweig, Bretten (Melanchthonarchiv), Brüssel, Dresden, Esslingen, Frankfurt a. Main, Königsberg i. Pr., Konstanz, Lindau, Marburg, Mülhausen i. E., München, Nürnberg, Stuttgart, Ulm, Weimar, Wien, Würzburg und Zürich. Dazu kommen die Bibliotheken von Leipzig(Stadtbibliothek), Madrid(Königliche und Nationalbibliothek), München, Paris, Rom(Vatikanische Bibliothek) und Zürich. Den Verwaltungen aller genannten Institute sei an dieser Stelle gebührender Dank für ihre wertvolle Unterstützung erstattet. Besonders bedankt seien auch die Herren Universitätsprofessor Dr. Adolf Hasenclever in Göttingen und Dr. Fritz Walser, z. Z. in Madrid, welche die Nummern 171 bzw. 634 a, 635 a, 798 und 883 zur Verfügung stellten, sowie Herrn Bibliotheksrat und Universitätsprofessor Dr. Alfred Hessel in Göttingen, welcher die Kollationierung eines Briefes von Johannes Sturm in der Pariser Nationalbibliothek übernommen hatte. Trotzdem für manche Teile des in unserem Bande behandelten Zeitraumes, besonders für die Zeit des Schmalkaldischen Kriegs, schon eine reiche wissenschaftliche Forschung vorliegt, so sind doch von den rund 950 Text— nummern nur ein Viertel bereits in der Literatur erwähnt oder benutzt worden. Bei den in den Anmerkungen verwerteten Briefen und Aktenstücken liegt das Verhältnis noch viel günstiger. Bei dieser Feststellung sind natürlich die Stücke ausser Rechnung gelassen, welche in den Abhandlungen von Gerber und Petri(8. Literatur verzeichnis) herangezogen wurden, da diese Abhandlungen ja durchweg erst auf dem in unserem Bande verarbeiteten Material beruhen. ö Einleitung. Nachfolgend eine kurze Übersicht! über den wesentlichsten Inhalt unseres Bandes: Die ersten 8 Stücke greifen noch in das Jahr 1545 zurück und sollen ebenso wie die bis zum Februar 1546 reichenden Stücke vor allem die Verhandlungen des Frankfurter Schmalkaldischen Bundestags vom Dezember 1545 bis Februar 1546 ergänzen, über welche bereits das in Pol. Korr. III, Nr. 651 im Auszug wiedergegebene Tagebuch Jakob Sturms vorliegt. Der wichtige Inhalt dieses Tagebuchs hätte, zumal seit den mit Ende 1918 eingetretenen Erschwerungen für die auswärtige Benutzung der Originalaufzeichnung im Strassburger Stadtarchiv, einen völligen Abdruck statt des von Winckelmann gewählten, verhältnismässig knappen Auszugs wohl gerechtfertigt. Jedoch war das neben anderen Gründen schon aus Raummangel nicht wohl angängig. Es folgen sodann Aktenstücke über die denkwürdige Aussprache, welche der Landgraf von Hessen Ende März zu Speier mit Kaiser Karl hatte, sowie über die ergebnislosen Bemühungen der Schmalkaldischen Bundesverwandten, auf dem Bundestag zu Worms im April 1546 eine Erstreckung des Bundes auf verbreiterter Grundlage zustande zu bringen. Hatte schon der Verlauf des Regensburger Religionsgesprächs seit Ende Dezember 1545 das mangelnde Entgegenkommen auf seiten der Katholiken zur Genüge bewiesen, so traten die bedrohlichen Absichten des Kaisers auf eine kriegerische Auseinandersetzung mit den Häuptern des Schmalkaldischen Bundes, dem Kurfürsten von Sachsen und dem Landgrafen von Hessen, auf dem Regensburger Reichstage selbst klar zutage. Auch in Strassburg verschloss man sich dieser Erkenntnis nicht und traf umfassende Rüstungen zur eigenen Sicherung wie zur Unterstützung des Schmalkaldischen Bundesheeres. Dem Kaiser wurde am 3. Juli als Antwort auf die persönliche Sendung des Freiherrn Lazarus von Schwendi eine von Jakob Sturm entworfene massvolle, aber entschiedene Antwort zuteil. Zu dem während der ganzen Kriegsdauer im Oberland tagenden Ulmer Bundestag entsandte Strassburg den in der Bundesverfassung vorgesehenen Stimm— und Kammerrat. Wolff Böcklin, der Stimmrat, ragt nicht über den Durchschnitt heraus; der Strassburger Syndikus Michael Han, dem das Amt des Kammerrats anvertraut war, ist schon höher zu werten. Jedoch muss es noch eingehender Untersuchung vorbehalten bleiben, warum Jakob Sturm, der bei den entscheidenden Verhandlungen in Ulm der einzig richtige Mann am Platze gewesen wäre, zur Übernahme dieser wichtigen Gesandtschaft nicht zu bewegen war. Das vorgelegte Material gewährt darauf keine vollkommen eindeutige Antwort. Es mag hier nur darauf hingewiesen werden, dass die französische Partei in Strassburg nach der letzten Schmalkaldischen Gesandtschaftsreise in Frankreich im Winter 1545 und nach dem Friedensschluss zwischen Frankreich und England am 7. Juni 1546 besonders eifrig tätig war. Jakob Sturms Ansicht über die Politik, die Frankreich gegenüber zu beobachten sei, ist in seinem grossen Schreiben an Landgraf Philipp vom 27. und 28. Mai 1546 niedergelegt und in der Literatur bereits bekannt. Auch die Einflussnahme auf die Eidgenossen, besonders auf die protestantie nen Orte, war ein wichtiger Punkt für die Politik des Strassburger Rates. 1 Aus Raummangel ist für das Vorwort zu unserm Band auf eine eingehende Würdigung des Inhalts verzichtet worden; sie wird vom Herausgeber in einer besonderen Abhandlung vorgelegt werden, die anschliessend an das Erscheinen des vierten Bandes in der Neuen Folge der Schriften des Wissenschaftlichen Instituts der Elsass- Lothringer im Reich an der Universität Frankfurt veröffentlicht werden wird. M 22 nim n a—v mm. YET——— 8 Einleitung. XIII Wahrscheinlich sind die Beweggründe für Jakob Sturm, lieber zu Hause zu bleiben, statt in Ulm seine Vaterstadt zu vertreten, auf dieser Linie zu suchen. Einen entschieden schlechten Griff scheint der Strassburger Rat mit der Wahl Ulman Böcklins zum Kriegsrat getan zu haben. Seine Kriegs— berichte sind alles andere als klar und übersichtlich, wie überhaupt die in unserm Band vorgelegten Briefe aus der Zeit des Schmalkaldischen Krieges für den Kriegsverlauf selbst wenig Neues an Tatsächlichem, dagegen sehr interessante Einblicke in die Stimmung des Heeres und vor allem in die Finanzgebarung des Bundes bieten. In diesem Punkte lässt sich überhaupt jetzt ein viel umfassenderes Bild gewinnen, als bisher möglich war. Das Gleiche gilt für die Verhandlungen des Bundes mit den Königen von Frankreich und England auf Grund der zum ersten Male vollständig vorgelegten zerichte der Strassburger Teilnehmer an den Gesandtschaftsreisen, Johann Sturms und Dr. Hans von Niedbrucks. Ebenso treten die Bemühungen der Schmalkaldener, bei dem Lyoner Kaufherrn Hans Kleberger bzw. bei Peter Strozzi Geld aufzunehmen, in ein helleres Licht. Erst als der Einfall von Herzog Moritz von Sachsen in die kurfürstlichen Lande der gemeinsamen Kriegführung der Bundeshäupter im Oberland ein Ende zu bereiten und damit dem Kaiser ein entschiedenes Übergewicht auf diesem Kriegsschauplatz zu verleihen drohte, entschloss sich Jakob Sturm zum persönlichen Eingreifen in die Verhandlungen der Bundesleitung zu Ulm und im Feldlager zu Giengen. Von Anfang November 1546 an weilte er dort und vertrat hartnäckig, aber ohne Erfolg, den Standpunkt Strassburgs auf Fortsetzung des Kriegs; ebensowenig gelang es ihm, den Landgrafen vor dem Abzug zu einem Angriff auf den Kaiser zu bewegen. Zu einer in Aussicht genommenen persönlichen Unterredung Sturms mit Granvella ist es damals nicht mehr gekommen, was vermutlich für die Verhandlungen über die Unterwerfung Strassburgs, die Sturm vier Monate später mit Granvella und seinem Sohne zu führen hatte, eine Entlastung bedeutete. Seit November 1546 tritt Sturm auch wieder nach aussen hin als führender Kopf im Strass— burger Rat in Erscheinung. Mit klug hinhaltender und doch charaktervoller Politik wahrt er seiner Vaterstadt, solange die Möglichkeit besteht, die Selb-— ständigkeit der Entschliessung, auch hinsichtlich der französischen Aner— bietungen im Januar/Februar 1547, über welche das in unserem Bande zusammengetragen Material ziemlich erschöpfend Auskunft gibt. Als die Freiheit der Entschliessung nicht länger gesichert zu sein scheint, nimmt Sturm die Bitternis der Verhandlungen mit dem kaiserlichen Sieger auf sich, die schliesslich am 21. März 1547 in Nördlingen zu einem für die Stadt durehaus erträglichen Ergebnis führen. Sind wir auch über die Grundlinien der Politik des Strassburger Rats im Schmalkaldischen Krieg durch die Ab— handlung Hollaenders im grossen und ganzen wie auch in manchen Einzelheiten unterrichtet, ist auch die Literatur über die Politik der übrigen Bundesstände zahlreich und eingehend, so bieten doch die in unserm Bande veröffentlichten Briefe und Aktenstücke schon in diesem Zeitabschnitt für die Einzelforschung sehr viel Neues. Für die weiteren Ereignisse der Jahre 1547 bis 1549 gilt das in na. erhöhterem Masse. Der Unterwerfung der einzelnen Mitglieder des aufgelösten Schmalkaldischen Bundes folgt das Bemühen des Kaisers, seinen Sieg durch die Errichtung des sog. kaiserlichen Bundes zu festigen. Unter dem massgebenden Einfluss Jakob Sturms beschliesst der Strassburger Rat, XIV Einleitung. hierin eine ablehnende, zumindest abwartende Haltung einzunehmen. Der Ulmer Tag vom Juni/Juli 1547, der für die Beratung über den kaiserlichen Bund anberaumt war, findet seine Fortsetzung in dem grossen„geharnischten“ Reichstag zu Augsburg, der vom 1. September 1547 ununterbrochen bis zum 30. Juni 1548 währte und dem Kaiser die Erfüllung seiner politischen Ziele bringen sollte. Wie nicht anders möglich, stand Jakob Sturm, der diesmal die Gesandtschaftsreise übernommen hatte, an der Spitze des Städterats, der gerade auf diesem Reichstag einen harten Daseinskampf mit dem Kurfürsten- und dem Fürstenrat um seine Geltung durchzufechten hatte. Eine Überfülle von Verhandlungsgegenständen belastete die Tagung: die Fortsetzung der Beratungen über den kaiserlichen Bund, die Revision des Landfriedens, die Neufassung der Reichskammergerichtsordnung, die damit zusammenhängende Rechtsprechung bei Streitigkeiten über die geistlichen Güter, die Türkenhilfe(Baugeld und Reichsvorrat), die Neuregelung der Reichsanschläge sowie der Anschläge für die Unterhaltung des Reichskammergerichts, der Erlass einer Münz- und einer Polizeiordnung für das Reich, für die Städte ausserdem die endgültige Entscheidung ihres Kampfes um Zuerkennung von Stimme, Stand und Session und schliesslich als wichtigstes Kernstück die Regelung der Religionsfrage vom Grunde auf. Die reiche Erfahrung, welche sich Jakob Sturm in über zwanzigjähriger Wirksamkeit auf zahlreichen Reichs- und Bundes- sowie sonstigen Tagungen erworben hatte, die damit verbundene überlegene Sachkenntnis in allen zur Verhandlung stehenden Fragen, seine wertvollen persönlichen Beziehungen am kaiserlichen Hofe und bei allen wichtigen Reichsständen rückten ihn nicht nur in den Mittelpunkt bei allen Beratungen, an welchen die Städte beteiligt waren, sondern verschafften ihm auch Zutritt zu verschiedenen Sonderausschüssen und Einblick in die Verhandlungen der anderen Stände untereinander. So bilden die Berichte der Strassburger Gesandten eine ausserordentliche Bereicherung unserer Kenntnis der Vorgänge auf dem Augsburger Reichstag. Wo sie einmal unergiebig oder verloren sind, liessen sich andere Quellen ermitteln, aus denen sich ein Bild über die unermüdliche, vielseitige Tätigkeit Jakob Sturms ergibt. Besonders klar tritt dabei die hervorragende Rolle hervor, welche ihm bei den Interimsverhandlungen zufiel. Auch über die Mitarbeit Bucers an dem ersten Interimsentwurf erhalten wir aus den in unserem Bande veröffentlichten Briefen und Aktenstücken neue Aufschlüsse. Ausser der Teilnahme an den eigentlichen Reichstagsverhandlungen lag den Strassburger Gesandten die Erledigung noch mancher Geschäfte in der kaiserlichen Kanzlei ob, die u. a. sich durch die Weigerung des Kaisers ergaben, einzelne Strassburger Bürger in die Aussöhnung Strassburgs vom 21. März 1547 einzubeziehen. Für den Strassburger Rat hatte die Verteidigung des Rechtsstandpunktes seiner Bürger neben der moralischen auch eine sehr wesentliche grundsätzliche Bedeutung: Drohte doch als Folge des verlorenen Krieges eine allgemeine Rechtsunsicherheit für die städtischen Gerechtsame einzureissen, wie sie in den übermässigen Schadenersatzansprüchen König Ferdinands, des Kardinals von Augsburg, des Deutschmeisters, des Herzogs Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel ihren Ausdruck fanden. Nicht weniger bedenklich für die oberdeutschen Städte war es, dass nach dem Tode des Königs Franz I. von Frankreich(am 30. März 1547) ihre bisherigen Handelsfreiheiten in Frankreich in Frage gestellt schienen. Über ö"A mm-———— m— —— 8 1 Einleitung. XV alle diese Gegenstände wurde auf einem Städtetag verhandelt, welcher neben dem Reichstag einherlief. Die ehemaligen Bundesstände des Scchmalkaldisehen Bundes mussten ausserdem auf die Abwickelung der Kriegsschulden und die endgültige Abrechnung über die Kriegskosten bedacht sein, eine Angelegenheit, die sich als besonders unerfreulich erwies. Sie zog sich über den ganzen, in diesem Bande behandelten Zeitraum hin und kam erst auf den zwei Esslinger Tagungen des Jahres 1551(8. Pol. Korr. V) zu einem gewissen Abschluss. Die Kriegsschuldenfrage stellte die Einigkeit der ge— wesenen Bundesstände auf eine harte Probe, die angesichts der sonstigen schwerwiegenden politischen Fragen dieser Zeit bedenklich war. Noch auf dem Augsburger Reichstag selbst gelang es den Strassburger Gesandten, die Ansprüche König Ferdinands an die Stadt in einer für letztere nicht ungünstigen Form zu befriedigen. Die Verhandlungen mit dem Deutschmeister und mit Herzog Heinrich kamen nicht recht vom Fleck. Beide sind erst in viel späterer Zeit zum Abschluss gelangt. Die Auseinandersetzüung mit Herzog Heinrich ist politisch wie rechtsgeschichtlich gleich interessant. Die in unserem Band darüber veröffentlichten Aktenstücke betreffen vorwiegend Heinrichs Anfechtung des sog. Melsunger Vertrags vom 14. Juni 1547, welchen Landgraf Philipp, zugleich im Namen aller Einungsverwandten, mit ihm geschlossen hatte, und die darüber sich entspinnenden Beratungen der beteiligten Städte untereinander und mit den herzoglichen Rechtsvertretern. Der eigentliche Kammergerichtsprozess setzt erst gegen Ende des Jahres 1549 ein; die endgültige Abwicklung dieses unerquicklichen Rechtshandels liegt daher in der Zeitspanne des fünften Bandes der Strassburger Korrespondenz. Neben der Kriegsschuldenfrage und dem Rechtsstreit mit Herzog Heinrich von Braunschweig beschäftigte den Strassburger Rat als vordringlichste und sorgenvollste Aufgabe die Entscheidung über die Annahme oder Ah— lehnung des am 30. Juni 1548 zum Reichsgesetz erhobenen Interims. Lange hat der Rat in seiner Entschliessung geschwankt. Durch wiederholte Gesandtschaften hat er sich von der Unnachgiebigkeit des Kaisers überzeugen lassen müssen. Das einzige Zugeständnis, welches Jakob Sturm am 10. September 1548 in Köln vom Kaiser erlangen konnte, war, dass letzterer es dem Rat überliess, sich gütlich mit dem Bischof von Strassburg über die Art der Einführung des Interims in der Stadt zu einigen. Nun begannen monatelange Verhandlungen zwischen dem Rat und dem Bischof, die jedoch zu keinem Ergebnis führten, sodass sich der Rat im Februar 1549 entschloss, Dr. Kopp an den kaiserlichen Hof nach Brüssel zu entsenden. Kopp hat sich über Monate lang dort aufgehalten. Seine zahlreichen, aus Brüssel an den Rat gerichteten Briefe sind voll interessanter politischer Mitteilungen und Stimmungsberichte. In der Sache selbst konnte er wenig erreichen. In der Audienz, die ihm der Kaiser am 27. Mai 1549 gewährte, wurde Kopp auf die päpstliche Fakultätenbulle vom 31. August 1548 verwiesen, in welcher die Zulassung des Abendmahls unter beiderlei Gestalt und der Priesterehe für die Protestanten geregelt war. Auf dieser Grundlage musste erneut mit dem Bischof verhandelt werden. Ende August wurden zwei Schiedsmänner bestimmt, und mit deren Hilfe kam schliesslich am 23. November 1549 der Vertrag zwischen Stadt und Bischof über die Einführung des Interims zustande. Die Wiederaufrichtung des katholischen Gottesdienstes in den vertraglich bestimmten Kirchen, darunter dem Münster, vollzog sich erst XVI Einleitung. im Februar 1550; sie gehört daher zeitlich schon in den Bereich des fünften Bandes. Zusammenfassend ist über den Verlauf dieser Verhandlungen folgendes zu bemerken: Der Rat hat sich, gestützt auf zustimmende Beschlüsse der Schöffenversammlung, ungeachtet des heftigen Widerstandes der Prediger und der von ihnen geschürten Erregung unter der Bevölkerung, von vorneherein auf den Standpunkt gestellt, dass ein gänzliches Ausweichen vor dem Interim unmöglich sei. Er hat die Aussichten einer kaiserfeindlichen Politik, etwa in der Hoffnung auf eine Unterstützung durch Frankreich, in dieser Zeit als höchst zweifelhaft weit von sich gewiesen und unter der Leitung Jakob Sturms die einzige Gewähr für eine Erleichterung der drückenden Interimsbestimmungen im zähen Ringen mit dem Bischof gesehen. Es gelang dem Rat, auf diese Weise sich das Wohlwollen des Kaisers zu erhalten. Nur so konnte er der gefürchteten und bei anderen Städten sich verhängnisvoll auswirkenden persönlichen Einmischung des Reichsoberhauptes entgehen. Indem er schliesslich nur Schritt für Schritt den Forderungen des Bischofs nachgab, gelangte er in dem Vertrag vom 23. November 1549 immerhin zu einem Ergebnis, welches zwar in den Einzelwirkungen schmerzlich, im Gesamtergebnis aber noch leidlich traghar erschien. Dass die Stadt dabei ihren bedeutendsten Theologen, Martin Bucer, verlieren musste, war allerdings eine für das kirchliche Leben Strassburgs schwer fühlbare Einbusse. Trotzdem für den ersten Teil der Interimsverhandlungen(bis zum 10. September 1548) die Einzeluntersuchung von Bleeck, für ihren weiteren Verlauf auch die kurze Gesamtdarstellung in Adams Strassburger Kirchengeschichte vorliegt, gewähren doch erst die in unserem Bande veröffentlichten Briefe und Aktenstücke einen gründlichen Einblick in die verwickelten Vorgänge bis zum Ende des Jahres 1549. Sie lassen die Politik des Rats, d. h. Jakob Sturms, in Klarer Beleuchtung erstehen und werfen zugleich auf die Zustände und Stimmungen innerhalb der Strassburger Gemeinde bedeutungsvolle Streiflichter. Mit den vorstehenden Ausführungen sind die wichtigsten Ergebnisse des vierten Bandes in grossen Umrissen wiedergegeben. Den Briefen und Aktenstücken der Jahre 1546 bis 1549 sollte eigentlich in einem Anhang die auszugsweise Veröffentlichung der Kriegsrechnungen über die Kosten des Schmalkadischen Krieges im Oberland folgen. Die ständige inhaltliche Bezugnahme dieser Rechnungen auf Ereignisse und Persönlichkeiten, die in den Briefen und Akten der Jahre 1546 und 1547 eine Rolle spielen, hätten ihre Aufnahme in diesem Band vollauf gerechtfertigt. Die Wichtigkeit dieser Rechnungen für die Erkenntnis der Finanzpolitik des Schmalkaldischen Bundes in der Kriegszeit sowie ihres Einflusses auf die Art der Kriegführung und auf den Abbruch des oberländischen Feldzugs im November 1546 ist wohl unbezweikelt. Leider gestatten die z. Zt. verfügbare Mittel nicht, auch diesen Anhang der Kriegsrechnungen zum Abdruck zu bringen. Sobald es die Finanzlage erlaubt, werden diese Bogen als Ergänzungshefkt zum vierten Band der Politischen Korrespondenz erscheinen. Harry Gerber. w —— S der wichtigeren oder häufiger erwähnten Werke und Abhandlungen. Verzeichn Adam, Johann, Evangelische Kirchengeschichte der Stadt Strassburg bis zur franzö sischen Revolution. Strassburg 1922. Adam, Johann, Evangelische Kirchengeschichte der elsässischen Territorien bis zur fran— zösischen Revolution. Strassburg 1928. Anrich, Gustav, Martin Bucer. Strassburg 1914. Anrich, Gustav, Ein Bedacht Bucers über die Einrichtung von„Cbristlichen Gemei schaften. Leipzig 1929(- Archiv für Reformationsgeschichte, Ergänzungsband! 8. 46-70. Arbenz, E., s. Vadianische Briefsammlung. Baier, Hermann, Französische Werbungen im Hegau(1536— 1558). Karlsruhe 1920 Zeitschrift für die Geschichte des Oberrbeins, N. F. 35, S. 81—102). 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Strassburg 1832. rich, Timotheus Wilhelm, Mitteilungen aus der Geschichte der evangelischen Kirche des Elsasses, 2. und 3. Band. Strassburg und Paris 1855. * Der zweite Teil der Petrischen Abhandlung konnte bei den von ihm in den Druckfahnen benutzten Stücken dieses Bandes nicht mehr angeführt werden. Es war wegen der ossen Fülle der dadurch notwendig werdenden Zitate auch n angängig, dies bei den Berichtigungen und Ergänzungen“(8. XXX) nachzuholen. XXVI Verzeichnis wichtiger Werke und Abhandlungen Rommel, Christoph von, Geschichte von Hessen, Band 4[des 3. Teils 2. Abteilung]. Kassel 1830. Rommel, Christoph von, Urkundenband zur Geschichte Philipps des Grossmütigen. Giessen 1830. Rommel, Franz, Die Reichsstadt Ulm in der Katastrophe des Schmalkaldischen Bundes. Stuttgart 1922, Roth, Friedrich, Augsburgs Reformationsgeschichte, Band 3 u. 4. 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Paris 1926 Publications de la Faculté des lettres de l'université de Strasbourg. Fa U Ar. Nr. Nr. Nr. Nr. .. Berichtigungen und Ergänzungen. 1. 3, 6 und 10: Zu den hierin erwähnten Verhandlungen der Gesandten in England und Frankreich vgl. auch die Abhandlung von C. Oberreiner, Sleidan, Jean Sturm et Bruno en mission diplomatique en 1545(= Revue d' Alsace, Série 10, 2. Année. Paris, Belfort, Mulhouse 1920, 8. 89- 132). Oberreiners Arbeit beruht auf eingehender Wiedergabe der auf die Gesandtschaftsreise bezüglichen Stücke in State papers X; Pol. Korr. III hat er nicht benutzt. 20: Beim Datum muss es heissen„1546(statt 1545). 132, Anm. 1: In der vorletzten Zeile muss es heissen Nr. 726, Anm. 7(statt 6). 283, Anm. 2: Z. 3 V. u. Muss es heissen„Allemand“(statt Allenand). 414, Anm. 1(8. 438, I. 22 der Anm.): ist zu ergänzen: Eptingens Musterregister vom 22. Oktober bis 8. Dezember 1546 befindet sich in Um, Arch., Ref. Akt. XLI, Nr. 3405 und 3406; sein Fähnlein zählte damals noch 376 Personen. Die Musterregister über die beiden anderen Fähnlein befinden sich a. a. CO., Nr. 3407- 3410. 478, Anm. 2: Es muss heissen: Mülhausen(statt Mühlhausen). ‚535, Anm. 1: ist zu ergänzen: Vgl. über die Versuche Speiers, Nürnberg zur Vermittlung zwischen dem Kaiser und den Schmalkaldenern zu bewegen, auch Heide, Beitr. J. Gesch. Nürnbergs in der Reform. Zeit, 8. 185. ‘. 559: In der Stückbeschreibung ist nachzutragen: Erw. von Baumgarten, Sleidans Briefwechsel, 8. 146, Anm. 1. 592, Anm. 8(S. 665): ist zu ergänzen: Dagegen ist die bei R. Reuss, Histoire de Strasbourg, 8. 140 wiedergegebene Darstellung des Fussfalls(2. PT. nach Daniel Specklins Chronik in Fragments des anciennes chroniques d' Alsace II, Nr. 2383, 8 542-543) durchaus unverbürgt. 609(8. 684, Text, 2.. V. u.): Zur Erklärung des Namens„monsire baro von Bolin“ ist als Anm. 6a zu ergänzen; Wahrscheinlich ist damit der, le capitaine Paulin‘‘ genannte Antoine Escalin des Aimars, baron de la Garde gemeint, der 1547 in besonderer Mission als französischer Gesandter in England tätig war; vgl. G6. Lefevre- Pontalis, Correspondance politique de Odet de Selve, ambassa deur de France en Angleterre, 8. 499, 8p. 1(Table analytique). 6 . 1. Dr. Johann von Niedbruck! an Jakob Sturm. 1545, September 21. Amiens. Str. St. Arch., AA 531, f. 7. Or. Verstimmung am französ. Hofe wegen einer gegen Frankreich gerichteten Ansammlung bei Koblenz. Zettel: Beschwerde des Königs darüber. Knüpft an den Bericht Johann Sturms anz. Die Hoffnung auf den Frieden zwischen Frankreich und England war bereits nahe gerückt, als dem König von Frankreich der Verdacht eingeflösst wurde, der zu Koblenz versammelte Haufen werde mit Wissen, Willen und Vorschub auch auf prote— stantischem Gebiet mit Geschütz, Proviant usw. versehen. Der gegen den Landgrafen bestehende Verdacht des Königs wächst, wie der beiliegende Zettel zeigt, der den Gesandten vom Kanzler nach voraufgegangenem Ge— spräch mit Johann Sturm gestern zugeschickt wurde. Haben sich zwar sofort bei Baiard und anderen gebührend entschuldigt mit dem Hinweis, die Protestanten müssten mit Blindheit geschlagen sein, wenn sie anders handeln als reden wollten. Es kommen aber täglich mehr Briefe an den Hofs, in denen nachteilige Mitteilungen über die Beihilfe der Protestanten stehen, besonders auch, dass Reifenberg landgräflicher Diener sei. Die Gesandten finden bei allem Bemühen keinen Glauben; sie sind überzeugt, dass es sich um eine Praktik des Gegners handelt, um das gute Einvernehmen mit dem König zu stören. Macht auf Wunsch der Gesandten Jakob Sturm diese Mitteilung, damit er oder die XIII an die Gesandten oder unmittelbar an den König über die Ansammlung bei Koblenz berichten. Aus den Reden am Hofe entnimmt er, dass man dort gern sähe, wenn die Protestanten die Ihrigen aus dem Haufen abriefen und die Ungehorsamen bestraften, gemäss den ergangenen Mandaten. Bittet um Abschrift des Briefes an den König. Venningen lässt grüssen; er hat seinem Herrn ähnlich geschrieben. Amiens 21. September 1545. Postdatum. Der König will dem Landgrafen nicht persönlich schreiw ben, ist aber, nach den Worten des Kanzlers, zufrieden, wenn Strassburg es tut. Er schenkt Strassburg in diesem Handel volles Vertrauen; da er seinen eigenen Dienern nicht traut, will er über die Vorgänge auf diese Weise genaue Kunde haben. Zett el. Verdolmetscht uss dem uns der Gros Cantzler und General Baiard XX. Septembris zugeschickt». Dem König wurde von 1 1Vgl. über ihn Handschriftenproben I, Taf. 26; Zeller, La réunion de Metz à la France I, S. S2— 83, und A. CO. Meyer, Die engl. Diplomatie in Deutschland, S. 96- 102. 2 Pol. Korr. III, Nr. 604. 3 Gemeint sind die Briefe, welche Fraxineus(Jean des Monstiers, Seigneur du Fraisse, Bischof von Bayonne) aus Koblenz an den französischen Hof richtete; gedr. von des Monstiers Merinville, Jean des Monstiers, 8. 47- 130, vgl. auch a. a. O. S. 6—) und Polit. Korr. III, S. 637, 2. Abs. Es ist das a. a. O. S. 638, 1. Zeile, vermisste«mnemonicum regis», Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 1 K.. 2 1565. Ansammlung bei Koblenz. Rüstungen Herzog Heinrichs. seinen Dienern über eine Musterung von ungefähr 6000 Mann nahe bei Koblenz berichtet, welche geschworen haben sollen, dem englischen Könige vier Monate zu dienen wider Frankreich und alle, ausgenommen die prote— stantischen Stände. Die meisten Kriegsleute seien von protestantischen Obrigkeiten, auch mit deren Wissen und Willen, vergardet und beabsichtigten nächstens nach Frankreich zu ziehen. Der König ist darüber sehr befremdet wegen seiner guten Beziehungen zu den Protestanten und wegen der Botschaft, die jetzt zur Vermittlung zwischen England und Frankreich von ihnen anwesend ist. Es ist auch ein Verstoss gegen den Friedensschluss von Crespy, in welchen die Kurfürsten und die übrigen Reichsstände einbegriffen sind. Der König will die Wahrheit darüber wissen: 1. ob die Vergardung des Kriegsvolks mit Bewilligung der Protestanten erfolgt sei, 2. ob der Haufe vorhabe, nach Frankreich zu ziehen oder auf anderm Wege zum englischen König gelangen wolle. Sie sollen Leute ausschicken, um die Wahrheit zu erfahrens. 2. Der Kurfürst von Sachsen und der Landgraf von Hessen an den Rat‘. 1545, September 23. Marburg, Arch., Polit. Akten Stadt Strassburg 1543/45. Abschr. Einberufung der Kriegsräte nach Mühlhausen wegen bedrohlicher Rüstungen Herzog Heinrichs von Braunschweig. Haben glaubhafte Nachricht, dass Herzog Heinrich und sein Sohn Karl Victor sich zu dem Haufen begeben haben, welcher die Stadt Verden und das Land Hadeln besetzt hat. Reiter und Knechte sollen ihm bereits ge— schworen haben. Wird sich gegen Braunschweig wenden wollen, woraus ein neuer Krieg zu erwarten. Als Oberhauptleute berufen sie daher die Kriegsräte nach Mühlhausen, wohin der Rat, ebenso wie Ulm und Augsburg, einen der den oberländischen Städten nach der Verfassung zustehenden drei Kriegsräte sofort nach Erhalt des Briefes entsenden soll. Auch soll er seinen Stimmrat mitschicken,(wie auch Um und Augsburg), weil über das Hilfegesuch des Erzbischofs von Köln beraten werden sollz. Dat. 23. September 45. Am 27. September übersenden die XIII obigen Brief mit Anlage und das erwähnte Schreiben Johann Sturms an Jakob Sturm dem Landgrafen Philipp zu seiner persönlichen Stellungnahme und teilen mit, dass sie durch Briefe an die Gesandten und den König sich und alle Einungsverwandten unter Hinweis auf ihr Verbot der Annahme fremden Kriegsdienstes gebührend verantwortet hätten.(Ausf. in Marburg, Arch., Polit. Akt. Stadt Strassburg 1543- 1545; praes. Kassel 13. September(h; vgl. auch Pol. Korr. III, 8. 645, Nachschrift und Anm. 3); vgl. dazu auch Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 146, Anm. 147. 2 1 Entsprechend an Augsburg und Ulm, 2 Vgl. zu diesem Brief Pol. Korr. III, Nr. 600, 602 und 605- p07. Die Stellungnahme Strassburgs ergibt sich a. a. O. S. 640, Anm. 1.— Zu dem Tag in Mühlhausen vgl. Brandenburg, Mor. v. Sachsen I, 8. 397- 398, und dagegen Menta, Joh. Friedr., I, 2, S. 428, Anm. 4. "00400000 1545. Französische Bündnispläne. Verhandlungen mit Kurpfalz. 3 3.«Vorschlag von einer defensive bundtnis mit Franckreichy]. 1545, November 2.] Marburg, Arch., Mr. S9, f. 1—4. Abschr. Ben. von Petri, Straßburgs Beziehungen S. 161.— Erw. Zeller, La réunion de Metz J. S. S5 66. C... Kein besser weg..., dan das zwischen Franckreich und den protestierenden ein general fedus defensivum werde ufgericht, also wilcher theil angriffen wirdt, got gebe aus was ursachen, das der ander im bey zu stehen schuldig were, yeder, nachdem man vergleich». Zu diesem Zweck vorgeschlagen, dass der Kurfürst, der Landgraf und St rassburg mit noch einem oder dem andern Stand einen Vertrauten mit Vollmacht zum Abschluss dieses Bundes heimlich an den Hof zum Herrn von Longueval, dessen Ankunft nahe bevorstehe, schicken. Dieser Gesandte muss auch das Versprechen mitbringen, dass alle Bundesverwandten binnen einer bestimmten Zeit diesen Bund ebenfalls ratifizieren. Der Kardinal du Bellay bezweifele nicht im mindesten, dass bei der augenblicklichen Gesinnung des Königs der Herr von Longueval diesen Bund durchsetzen werde.«Drumb meinen sie, das man anfenglich allein ein general fedus defensivum beschlüs und so das bescheen, wurde der König seine gesandten... heimfordern und dem keyser entpieten, er were gemeiner christenheit zu gut mit den protestierenden ein general fedus defensivum eingangen, desgleichen die protestierenden auch ihre botschaften zum keyser schickten das anzuzeigen.» Der Kardinal du Bellay meine, dass durch diesen Bund das Evangelium in Frankreich «mer stat» haben werde, auch wenn man ausbedinge, dass jede Partei bei ihrer Religion bleibe.«Und mochten sich darnach Delphin, Navarra ete. deste bas regen; die alle gerne sehen, das mit den protestierenden ein verstandt gemacht wurdeyz. 4. Philipp von Helmstadt an Jakob Sturm. 1545, Dezember 7. Heidelberg]. München, Geh. St. Arch., Kasten bl. 105/5. Entw.— Gedr. Hasenclever, Priedr. II. v. d. Pfalz u. d. Schmal. Bundestag zu Frankfurt S. 7- 76. Geplante Zusammenkunft des Kurfürsten Friedrich von der Pfalz mit Landgraf Philipp. Hat über ihre Verhandlungen in Neckarhausen den pfalzgräflichen Räten in Heidelberg berichtet: Bass nach der Mitteilung Sturms keiner der Kurfürsten und Fürsten persönlich auf dem Frankfurter Tage erscheinen 3 1 Aus dem Briefe Dr. Ulrich Geigers an den landgräflichen Sekretär Simon Bing von 1545, November 2, gedr. von Hasenclever, Neue Aktenstücke usw., S8. 240- 247, mit Ausnahme der hier gebrachten Stelle; vgl. a. a. O., 8. 245. Zum« vorschlag) ist auch das Bruchstück eines ungefähr gleichzeitigen Briefes von Joh. Sturm heranzuziehen Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 849, f. 5). * Der Kurfürst von Sachsen verhielt sich wegen der Unbeständigkeit der Parteiverhältnisse am französischen Hofe ablehnend gegen diesen Plan; vgl. a. a. 0. Wie Jakob Sturm die Politik des französischen Hofes beurteilte, beleuchtet sein inhaltreicher Brief an Landgraf Philipp von 1545, Oktober 20.(Abschr. aus Weimar, Arch., Reg. H, Nr. 198, Vol. 4, gedr. von Hasenclever, a. a. O., 8. 237- 239.) 4 1 Über die vorausgegangenen Verhandlungen Helmstadts mit Jakob Sturm vgl. 8 a. a, CO., S. 58 ff. u. 73-74 und Neudecker, Urk., S. 748. 1 A 56. ö . 6 5 2 26. ü. 2— 5 ĩ A ) 3 4 1545. Verhandlungen mit Kurpfalz. Türkenhilfe. werde und dass daher aus der von den pfalzgräflichen Räten beabsichtigten persönlichen Zusammenkunft des Kurfürsten von der Pfalz mit dem Landgrafen von Hessen nichts werden könne; dass aber Sturm im engeren Ausschuss diese Zusammenkunft befürworten wolle. Die pfalzgräflichen Räte lassen durch ihn[Helmstadt] anregen, der Ausschuss möge Landgraf Philipp ersuchen, bei Kurfürst Friedrich eine persönliche Begegnung herbeizuführen. Sturm möge über die Fortschritte der Reformation in der Pfalz berichten. Die Räte werden nach Kräften die Begegnung fördern und zweifeln nicht, dass ihr Kurfürst in die Zusammenkunft willigen wird.«Es ist auch by den benannten chlur] furstlichen raten[und] mir vor gut angesehen worden, das noch zue zytten dis unser vorhaben unserm g. sten h. nit zueroffnen, als das auch nit beschehen, bis ich widder antwort von euch bekom, was des mochten gehandelt, auch was myns g. h. des lantgrafen gemut und gelegenhyt herin syn will, ich zuvor wissen mocht; dan wollen die ret und ich die sachen anstellen und uff die weg gedencken, das... an diesem tyll nit mangel erschynen soll.. datum uff montag zu nacht den 7. decembris ao 45 mit eygner hand geschrieben?“. 5. Der Rat an Jakob Sturm, Heinrich von Müllenheim und Michel Schwencker, Gesandte in Frankfurt. 1545, Dezember 18. Strassburg]. Str. St. Arch., AA 537, f. 9. Ausf.— Praes. 22. Dezember. Braunschweiger Rechnung; Anbringen Dr. Knellers wegen der Türkenhilfe für König Ferdinand. übersendet ein Schreiben des Kurfürsten Johann Friedrich und des Landgrafen Philipp wegen der Rechnungen über den letzten Braunschweiger Zugi. Sollen die Rechnungen? mit den anderen Ständen prüfen und Wichtiges darüber berichten. Am andern hat die romisch ko. Mt. durch dloctor] Johann Knollern bey uns erzelen lassen, wie der Turck yn ernstlicher rüstung und zuberaitung, sein zug zu gelegener zeit uf Hungern und Osterreich 2 Am 9. Dezember teilte Helmstadt Jakob Sturm weiter mit, dass infolge einer gleichgerichteten Werbung Sebastian Schärtlins bei Kurfürst Friedrich im Auftrage Augspurgs(vgl. Herberger, Seb. Schertlin, 8. 33- h7) die pfälzischen Räte ihrem Herrn von den bisherigen Verhandlungen Kenntnis gegeben hätten. Der Kurfürst habe es gut aufgenommen(Hasenclever, a. a. O., 8. 76—77). Die geringe Neigung des Landgrafen zur Aufnahme des Pfalzgrafen in den schmalkald. Bund(vgl. Neudecker, Akt. 8. 538 ff.) bekämpfte Sturm in dem langen Brief an Philipp vom 21. Dezember(Pol. Korr. III, Nr. 647). Dem entspricht auch sein Verhalten in dem Ausschuss auf dem Frankfurter Tage; vgl. Aitingers Protokoll zum 20. Dezember(Marburg, Arch., Nr. 845, f. 12b; 2. T. gedr. bei Hasenclever, Die Politik der Schmalkaldener vor Ausbruch des schmalkald. Krieges, S. 194, Anm. 27. 5 1 Gemeint ist das(in Strassburg nicht mehr vorhandene) gemeinsame Schreiben der beiden Fürsten an alle Stände und Städte der braunschweigischen Defensions verwandten vom 18. November(Entw. in Marburg, Arch., Nr. 848, f. 123-124), in welchem sie erklären, dass sie«beide und ein jeder sonderlich ein summa gelts zu defension und gegenrüstung gemeiner eynung zum besten in der eil furgesetzt, nachdem der doppelmonat noch nicht erlegt gewest y. Wegen Rückerstattung dieser und anderer Auslagen wollen sie in Frankfurt verhandeln. 2 Die Kursächsische und hessische Rechnung z. B. in Marburg, a. a. O., f. 14—104 und in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1002. 1545. Annäherung an Frankreich. 5 zu nemmen, welcher massen auch ir Mt. konigkreich und land erschopft, das sye ferner nichts vermögen, und daruf zu besatzung der grenzen, volpringung der gebaue und zurüstung geschutz und armada zu wasser ein hilf und, das dieselb in einer kurtzen zeit erlegt werd, begert. dann sich auf den anstand, den der Turck nit lenger dann zu seinem nutz halte ete.,, nit zu verlassen. wie dann sonst sollich ir Mt. begeren jungst des gehaltenen reichstag zu Wurmbs auch beschehen.“ Da der Rat nicht von den Verhandlungen der vereinten Stände in Worms schreiben wollte, hat er die beiliegende Antwort erteilts. Stellt ihnen anheim, es vor die Stände zu bringen, zumal ähnliche Werbung auch an Hessen, andere rheinische Fürsten und die Stadt Köln ergangen ist. Dat. Fr. 18. Dezember 1545. 6. Dr. Ulrich Geiger an den landgräflichen Sekretär Simon Bing. 1545, Dezember 25. Strassburg?] Marburg, Arch., Mr. 849, /. 956— 96. Or.— Praes. Kassel 30. Dezember. zriefe Johann Sturms vom französischen Hofe; Notwendigkeit einer Gesandtschaftsreise Geigers nach Frankreich. Joh. Sturm hat Briefe vom französischen Hofe geschrieben, die am 18. Dezember ankamen. Da Jakob Sturm verreist war, hat sie der Ammeister geöffnet und an Geiger zur Übersetzung gegeben, damit sie den Dreizehnern verlesen werden können. Die Dreizehner haben für gut bekunden, dass Geiger selbst nach Frankreich fahren sollez, falls den Ständegesandten in Frankfurt nötig erscheint, dass Geiger die Briefe an den französischen König persönlich überreicht, in welchen die Stände für seinen geneigten Willen danken; niemand solle ihn nämlich gegen die protestantischen Stände beeinflussen kön— nen, und er wolle auch die Beschickung des Konzils ohne deren Einwilligung nicht verstatten. So meldet Joh. Sturm in seinem Briefs, und so hat sich der König auch persönlich zu Geiger geäussert. Die Ständegesandten in Frankfurt lehnen aber Geigers Gesandtschaftsreise ab, weil sie keinen Auftrag zu engeren Verhandlungen mit König Franz hätten; sie halten en Dank schreiben der in Frankreich weilenden Gesandtschaft für ausreichend’. Geiger hält eine unverbindliche Fühlungnahme der protestantischen Fürsten und Stände mit Franz für nützlich, um ihn bei Laune zu halten. Zieht zum Beweis dafür Ausserungen aus Joh. Sturms Bericht vom 10. Dezember heran. Sturm schreibt auch, dass der Kardinal von Tournon und der Admiral sich freundlich gegen ihn bezeigt hätten, wahrscheinlich, weil sie bei dem Kaiser nicht viel Über dieses Anbringen Dr. Knellers und Strassburgs Antwort vgl. Pol. Korr. III, 8. 623, Anm. 3. 6* Gemeint ist der Bericht von Johann an Jakob Sturm vom 10. Dezember(Pol. Korr. III, Nr. 643), welchen die XIII am 18. Dezember den Strassburger Gesandten in Frankfurt zuschicken(a. a. O.. Nr. 646); erw. Zeller, La réunion de Metz I, 8. 87, Anm. 1. ? Dasselbe schreiben die XIII am 18. Dezember,(Pol. Korr., a. a. O.) 3 Vgl. a. a. O., S. 688. * Vgl. den Bericht Geigers an Bing vom 2. November(gedr. von Hasenclever, Neue Aktenstücke usw., 8. 240- 247), und seinen gleichzeitigen Gesandtschaftsbericht in Marburg, Arch., Nr. 1836, f. 71— 72. s Dieses Dankschreiben erwähnt Pol. Korr. III., S. 691-692, Anm. 5. 6 1545. Hilfe für den Erzbischof von Köln. ausgerichtet hätten. Aufforderung Tournons an Sturm, die protestantischen Stände sollten zwölf gelehrte, gottesfürchtige Leute schicken, und ebenso viele auch Frankreich, um einen Ausgleich in der Religion herbeizuführen, die Autorität der Kirche wieder herzustellen und alle Mängel abzustellens. Geiger hält dafür, dass daraufhin die protestantischen Stände dem französischen König gewisse Angebote machen und wegen der Religionsverhandlungen auch an den Admiral und Tournon schreiben sollten. Mit letzteren beiden habe man in Frankreich viel gewonnen. Auch an Madame d’Estampes, die den Protestanten zuneige, sei ein Kredenzbrief vonnöten. Wenn man ihn [Geiger] mit solchen Briefen an die Genannten ausstatte, werde er mehr Erfolg als das erste Mal haben. Über den Fortgang der Bündnisverhandlungen nichts Neues. Schickt einen Bericht des Stadtschreibers von Solothurn an ihn über Übergriffe kaiserlicher Truppen in Piemont’.„Datum die natali domini 1545. t[uus] ex animo, nosce manum.“ 7. Die Gesandten in Frankfurt, Jakob Sturm, Heinrich von Müllenheim: und Michel Schwencker, an den Rat. 1545, Dezember 25. Frankfurt am Main.] Str. St. Arch., 4 537, f. 12- I5. Ausf.— Empf. 28. Dezember; lect. 30. Dezember. Beratung über die Hilfe für den Erabischof von Köln. Antwort auf das Schreiben des Rates vom 18. Dezember[Nr. 5]. Der Ausschuss billigt Strassburgs Antwort auf die Werbung Dr. Knellers. Württemberg und Ulm haben die Forderung auch abgeschlagen. Berichten dann über den Beginn der Verhandlungen auf dem Bundestage und zwar über die Beratungen des Ausschusses betr. Mängel der Einung vom 15. bis 19. Dezemberz. Sie haben ihrer Instruktion entsprechende Vorschläge gemachts. Am 22. Dezember bringen die kurkölnischen Gesandten ihre Werbung vors, worauf nachmittags alle Stände sich dahin äussern,«der appellation anzuhangen und das der fromme churfürst nit zu verlassen seie. Das Nähere solle der Ausschuss beraten, der aus den nicht zur Einung gehörigen Ständen durch den Hofmeister von Pfalz-zweibrücken und den Gesandten Nürnbergs verstärkt sei. Er habe am Mi. und Do. I23. und 24. Dez.] beratens;«und wil der haft aber daran ligen, so es zu thättlicher handlung kommen soll, wie man die hilf austheilen... solt.» Dafür werde der neue Reichsanschlag oder der gemeine Pfennig vorgeschlagen, zu dem man, wenn er nicht reicht, noch einen einsammeln solle. Nun hat dieser letster weg als der gleichs Darüber steht in Sturms erwähntem Bericht nichts. An diese Mitteilungen Geigers an Bing knüpft Landgraf Philipp in seinem Brief an die hessischen Gesandten in Frankfurt vom 1. Januar 1546 hoffnungsvolle Bemerkungen an und schlägt vor, man solle ausser an Franz I. auch an den Admiral und den Kardinal von Tournon Dankschreiben richten(Marburg, Arch., Nr. 842, f. 253, und Nr. 844). Marburg, Arch., Nr. 849, f. 97. Vgl. über sie Handschriftenproben I, Tafel 6, 7, 12. ? Vgl. Sturms Tagebuch in Pol. Korr. III, S. 698- 700. A. a. O., Nr. 642. Sie liegt AA 537, f. 19-23. Vgl. Pol. Korr. III, S. 702. * 7 0 e es. 1 2 7 x ö 1545. Vorschläge betr. den Gemeinen Pfennig. 7 | mässigst dem mehrtheil gefallen, wiewol niemands doruf abgefertigt; ) aber uns bedunkt, Sachsen, Augspurg und Nurnberg haben nit viel willen ; dorzu. Bitten um Auftrag darüber. Der pfälzische Kurfürst sei auf dem kölnischen Landtage für den Erzbischof eingetreten, sodass er ihn wohl nicht verlassen werde. Senden ein Verzeichnis d l er hier vertretenen Ständes. Dat. 25. Dezember. 45 ) 8. Bedencken der hilf uf den gemeinen pfennigr. ;(1545, Dezember 25 bzw. 29. Frankfurt am Main! f Str. St. Arch., AA 543, f. I51I- I56. Abschr. i . Als nach den Beschlüssen zugunsten des Erzbischofs von Köln der Aus— schuss«unvergriffenlich» über eine gleichmässige Hilfe beraten sollte, habe er nichts Geeigneteres finden können als eine(gemaine steur und contri— r bution“. Denn kein Stand vermöge die Kriegsunkosten(von seinen cammer— guetern oder erdenklichem einkommen in die lenge zu raichenz; das Beste sei also, die Untertanen nach ihrem Vermögen zu besteuern, wie auch«andere nationen ire krieg und grosse unkosten. dergleichen anlagen fueren.) Die Religions verwandten sollten also ihre Lande als dein corpus) man n und eine Auflage von 1, Gulden auf 100 Gulden Vermögen bewilligen. Dazu könne man wohl? auch viele abwesende Stände vermögen, sodass eine(stattX liche summa» einkommen werde. Da die jüngst in Speier bewilligte derart ige - Anlage? wegen des Anstandes mit den Türken gegen diese nicht gebraucht =©= AA 587, f. 16; von den Botschaften der einungs verwandten Stände sind anwesend: Kursachsen, Hessen, Lüneburg, Württemberg, Anhalt, Mansfeld, Teckelnburg ö und die Städte Strassburg, Augsburg, Ulm(zugl. für Biberach), Frankfurt, Konstanz, n Memmingen, Esslingen, Lindau, Reutlingen, Kempten, Hall, Heilbronn, Isny, Bremen, . Goslar(zugl. kür Göttingen), Magdeburg, Hamburg, Braunschweig, Hilde: ssheim und Han* nover. Nicht vertreten sind Pommern, Brandenburg(Markgraf Hans), Nassau(Graf WilT helm) und die Städte Eimbeck und Minden.— Von den religions verwandten Ständen sind h Botschaften anwesend von den Bischöfen von Münster, Osnabrück und Minden, von Wolf8 gang von Pfalz-ZIweibrücken, Herzog Albrecht von Preussen, Markgraf Albrecht von Bran2 denburg und den Städten Nürnberg, Rothenburg und Dinkelsbühl. Es fehlen solc he von ie Dänemark, Kurbrandenburg, Moritz von Sachsen, Erich von Braunschweig und Heinrich ; von Mecklenburg, desgl. von Lübeck, Regensburg, Nördlingen, Donauwörth, Ravensburg, 8 Worms und Kaufbeuren.— Vgl. auch die Zusammenstellung bei Collischonn, Frankfurt t, im Schmalkaldischen Krieg, 8. 8, Anm. 2 und S. 9, Anm. I. . Am 2. Januar 1546 wird die von einer Kommission. Antwort„der colnischen hilf halben: im Rat angenommen(Ratsprot. 1645, f. 20 u. 524). * 8 1 Aufschrift Jakob Sturms. Es ist das in Pol. Korr. 3. 8. 703(zum 25. Dez.) ver. misste Stück. Das Stück geht auf seinen Vorse hlag in der Stände sitzung vom 24, De: zember zurück(vgl. auch die Instruktion der Strassburger Gesandten in Pol. Korr. III, 8. 678); ö Sturms Begründung ist ausführlich in Aitingers Tagebuch vom Frankfurter Tage wiedergegeben(Marburg, Arch., Nr. 845, f. 14, 16, 17). Verfasst wurde das Bedenken am 25. Dez. von Aitinger und Sturm. Nach Billigung der von Aitinger noch angebrachten Verbesserungen wurde es am 27. Dezember vom Ausschuss angenommen(Sturms Tagebuch AA 537, f. 119), ebenso«auf hindersic hbringen» in der Ständesitzung vom 29. Dezember(Sturms Tagebuch Pol. Korr. III, 8. 702 u. 703, zum 24., 25., 26. u. 29. Dezember). Vgl. auch Hasenclever, Die Pol. d. Schmalkald. vor Ausbruch des schmalkald. Krieges, S. 130. 1544, s. Neue Sammlung der Reichsabschiede II. S. 497ff. 8 1545. Vorschläge betr. den Gemeinen Pfennig. würde, so schlägt der Ausschuss vor, sie zu diesem Werke einzubehalten. Wer den Gemeinen Pfennig noch nicht eingesammelt habe, solle es tun. Es folgen Bestimmungen über die Legstätten und die Einnehmer, damit das Vermögen der einzelnen Stände nicht öffentlich bekannt werde. Nur die Summe solle mitgeteilt und danach auf einem Tage das Nähere für die Vert eidigung festgestellt werden. Man hält es für nötig,«das man mit dem erlegten gelt und vorrath ungefarlich auf vier oder zum wenigsten drei monat solds sambt dem anritt und laufgelt gefasst were» Reicht die Summe dazu nicht, so müssten die Stände sie entsprechend erhöhen. Wer seine Untertanen nicht beschweren könne oder wolle, solle ebensoviel erlegen, als er bei der vorigen Anlage zahlte. Im Falle eines Angriffes solle auf einem Tage der Religionsver andten über die Verteidigung beraten und im Zwiespalt durch die Stimmen, bei Stimmengleichheit durch das Los entschieden werden. Reicht die Zeit nicht, um alle Stände zu beschreiben, so sollen nur die,«so in diesen sachen zu sprechen hetten», erfordert werden. Und sei selbst bis zur Ankunft der Stimmen etwas zu befahren, so sollen N und N[d. h. wohl die noch zu wählenden Hauptleute] sich sofort rüsten, wofür ihnen ein Teil der Summe zugestellt wird;«doch das sie one erkantnus der stimstend nicht anziehen solten.» Über den Krieg, die Kriegsräte und den Frieden könne man sich leicht vergleichen.— Da bisher die Kosten für Kundschaften usw. nur auf einigen gelegen, solle jeder Stand jährlich ein Geringes dafür leisten; denn dadurch könne viel Unrat abgewandt werden. Vor allem aber solle diese Abmachung nur für die Verteidigung gegen Angriffe wegen der Religion gelten. Kein Stand solle den andern vergewaltigen. Werde das Geld nicht aufgebraucht, so solle es nach Verhältnis zurückgegeben werden. Erhalten die Stände beständigen Frieden und gleichmässiges Recht im Reich, so stehe das Geld für einen Türkenkrieg bereit. Dauer auf 6 Jahre vorgeschlagens. 9. Bürgermeister und die XIII geheimen Räte von Basel an die XIII. 1546, Januar 2. Basel]. Basel, Arch., Missiven A 31, S. I059— I060. Entw. Niederelsässische Kornordnung; Anschlag auf Genf usw. missglückt. Haben ihren Brief“ mit den neuen Zeitungen! vom Zeiger erhalten, ebenso die in Molsheim beschlossene Kornordnungz; danken besonders dafür, dass Strassburg ihnen die Frucht zukommen lassen will. Hier nichts Neues, als dass der Lauf gegen Genf und die eroberten Gew biete Bernss zertrennt ist. Wissen nicht, ob die Niederlage des Braunschwei— 3 Die Abschrift in Um, Arch., Ref.= Akt. XII, Nr. 3421 hat am Schluss noch einen Zusatz betr. die Schätzung des Kammergutes. 9 1— Pol. Korr. III, Nr. 650, S. 697. 2 Auf Anregung des Bischofs Erasmus von Strassburg wurde auf einem Tage der niederelsässischen Stände zu Molsheim am 10. Dezember 1545 ein Verbot jeden Für- oder Mehrkaufs von Korn bis zum St. Jakobstage(Juli 25) beschlossen; Veröffentlichung dieses Beschlusses durch Bischof Erasmus am gleichen Tage(Druck in Str. Bez. Arch., G 217, f. 184), durch Strassburg am 13. Januar 1546(Druck in AA 1982, Nr. 60). Die Vorverhandlungen in AA 1573; vgl. auch F. W. Müller, Die elsässischen Landstände, Strassburg 1907, S8. 165, Nr. 44. 3 Vgl. Pol. Korr. III, S. 690. 1546. Päpstliche Werbungen; Hilfe für Kurköln. 9 gers oder die schnellen Rüstungen Berns die Ursache sind. Bern hat auch «bi etlichen orten, da si der hilf halb fursorg getragen, guten bescheid, des si wol zufriden, befunden‘. dahar wir hoffend, wo sich utzit widerwertigs zutragen, wir wurdend truwlich zusammensetzen. datum sambstags den andern tag Januarii a. etc. 46.» 10. Die Räte, Gesandten und Botschaften der Stände des christlichen Vereins an Johann Sturm. 1546, Januar 2. Frankfurt am Main. Marburg, Arch., Mr. 849, f. 98— 99. Entw. Verhütung von päpstlichen Anwerbungen in Frankreich und England. Haben glaubhafte Nachricht, dass in Italien Rüstungen stattfinden, auch durch den Papst, der in Deutschland Geld aufzutreiben sucher. Wem er damit helfen wolle, ob dem Kaiser, Frankreich oder England, haben sie noch nicht bestimmt erfahren. Letzteres muss unbedingt verhütet werden. Sturm soll daher im Auftrag der Stände die Könige von England und Frankreich bitten, dem Kurfürsten von Sachsen und dem Landgrafen mitzuteilen, wenn sie Knechte annehmen und vor allem auch, durch wen, damit nichts unter ihrem Namen zum Schaden der protestantischen Stände geschehez. Wird um sofortigen Bericht über seinen Erfolg gebeten. Dat. Frankfurt 2. Januar 46. 11. Die Gesandten in Frankfurt, Jakob Sturm, Heinrich von Müllenheim und Michel Schwenker, an die XIII. 1546, Januar 3. Frankfurt am Main. Str. St. Arch., AA 557, f. 17—18. Ausf.— Empf. Do. 7. Januar A5(1). prod. Fr. „gleich hernach.“ Hilfe für den Erzbischof von Köln; Vorschlag einer Reiterbestallung durch Landgraf Philipp. Verweisen auf den letzten Brief vom 25. Dezember Nr. 7.«Hierauf geben wir euch zu vernämen, das in der cölnischen sach gesterigs samstag 2. Januar] durch die stend geschlossen; die antwort ist aber den cölnischen noch nit geben: namblich, das diese stend willig seien seiner gethanen abpellation zu adheriren, wie sie auch sollichs allhie vor notarien und zeugen gethon!; zum andern das sie auch ire pottschaften zu kei. Mt., dem capittel und clerisei, auch dem rath zu Cöln schicken wöllen und umb abschaffung der process anhalten und bittenz; und zum dritten so sollichs nit helfen und Von Uri und Schwyz(Eidgen. Absch. IV, 14, S. 599 0h. 10 1 Vgl. hierzu die Meldungen in der«neuen Zeitung» Pol. Korr. III, Ur. 650. 2 Erwähnt a. a. CO., S. 692, Anm. und Neudecker, Akt., S. 596(Hess. Gesandte an den Landgrafen am 3. Januar).; 111 Am 31. Dezember(vgl. Pol. Korr. III, 8. 704). Das darüber gefertigte Aktenstück gedr. bei Sattler, Gesch. d. Herzogtums Württemberg III, Beilagen, S. 259- 2665. Die Instruktionen an den Kaiser und das Kapitel gedr. bei Neudecker, Akt., S. 606 — 620; die an die Stadt Köln auch bei F. Deckers, Hermann von Wied(1840), 8. 261 — 262. Vgl. auch Th. Blaurer an Bullinger, 1546, März 18(aus Konstanz, gedr. Schiess, Briefw. d. Brüder A. u. Th. Blaurer II, 8. 424- 426, Nr. 1263). re 10 1546. Hessische Reiterbestellung; Verhandlungen. mit Kurpfalz. sein churfl. G. samt deren landschaft solten dieser sachen halb vergewaltigt werden, dieselb mit rath und hilf nit verlossen. und soll man die gesandten berichten, auf was mess und form die hilf durch die pottschaften, doch auf hinder sich bringen,... bedacht.»[Nr. S.] Auch ihr Herr solle den gemeinen Pfennig in seiner Landschaft zu diesem Zweck einbringen; auf dem bevor— stehenden Regensburger Reichstage solle darüber beschlossen werden. Ge— heimhalbung zur Verhütung von(practiken dagegen erwünscht! Sonst nichts beschlossen,„wiewol man feirtag und werktag vor und nach essen zu rat geet». Landgraf Philipp schickt wiederum Kundschaftens über neue ngen in den Niederlanden und über Werbungen des Papstes in Italien; t deshalb vor,«das man ein pferd oder 2000 in bestallung hette; vermeint sie mit 20000 gulden 5 oder 6 monat zu bestellen und zu verhaften, domit man im fall der not gefast were. ist nechten spot den stenden der verain kürgehalten und zu beédocht gezogen worden., Die Mehrheit ist für ein «hinder sich an seine herren schreiben», Dat. Frankfurt So. 3. Januar 46. 12. Jakob Sturm an Philipp von Helmstadt]. 1546, Januar 3. Frankfurt am Main. München, Geh. St. Arch., Kasten bl. 105/5. Or.— Gedr. Hasenclever, Friedr. II. v. d. Pfalz usw., S. 79- 81. Zusammenkunft zwischen Landgraf Philipp und Kurfürst Friedrich von der Pfalz noch verzögert. Zettel: Werbung Schertlins in Heidelberg. Begründet seine Nichtbeantwortung von Helmstadts Brief vom 9. De— zemberz. Hat beim Landgrafen dessen Zusammenkunft mit dem Pfalzgrafen zu fördern gesucht. Mir haben aber noch bisher entlich antwort nit bekom-— men megen, dan das uns sine gesandten alhie vertrostung gethan, si hoffen, die sachen solten uf guten wegen sten»; der Landgraf ist durch die Braunschweiger Sache stark in Anspruch genommen. Da Helmstadt Geheimhaltung wünschte,«so hab ich dise sach also gehandelt, als ob es allein von mir on einich vorwissen, wes der Pfalz gelegenheit were, allen sachen zu gut geschehe). Bisher habe der kölnische Handel es nicht zur Beratung wegen der Neutralen kommen lassen; er werde aber jetzt darauf drängens. Dat. Frankfurt 3. Januar 46. Zettel. Auf Helmstadts und der pfälzischen Räte Vorschlag, dass Kurfürst Friedrich durch den Landgrafen und die Gesandten auf dem Frankfurter Tage(umb annemung der religion» ersucht werde,(will ich uich nit bergen, das ich es fur meine person auch fur nutz und gut ansihe); 3 Für die vorausgegangenen Kundschaften vgl. Neudecker, a. a. O., 8. 574, 582, 594, Sturms Tagebuch, f. 121b(ungedr.), und die kurze Erwähnung in Pol. Korr. III, 8. 704 zum 2. Januar. 4 Sturm bemerkt zum 2. Januar(f. 121 P):(Und ist fur gut angesehen, das der usschutz dovon rede von einem weg oder zweien, domit die hindersichschreiben desto glicher gangen und desto glicher bevelch widerkommen.) 121 Antwort auf Helmstadts Brief vom 1. Januar(gedr. a. a. CO., 8. 78- I9. Vgl. Nr. 4, Anm. 2. Vgl. den Beschluss des grossen Ausschusses in der pfälzischen Sache am 3. Januar in Sturms Tagebuch(Pol. Korr. III, S8. 704). e s D * ü————* 2—— z 1546. Verhandlungen mit Kurpfalz. 11 will es nach Kräften fördern.«Ich bin von einem in vertreuen bericht wo rden, das Schertlin ein entlich antwort von dem lantgraven der zusammenkunft halb usbringen wird.) 13. Philipp von Helmstadt an Jakob Sturm. 1546, Januar 7. [Hei delberg] München, Geh. St. Arch., Kasten bl. 105/5. Entw. mit Verbess.— Gedr. Hasenclever, Frieds. II. v. d. Pfalz usw. S. 81—82, Werbung Schertlins in Heidelberg, Schertlin hat nur Vorschläge über den Ort der Zusammenkunft gebracht! «So nun aber durch solich wege die handlung an ir selbs noch also bloss, daz sonderlich bi meinem guten hern pfaltzgrafen und seiner churf. G. reten noch wenig wissends verstands, was alda gehandlt werden sol und möge, darauf man sich auch ietzt hie so vil weniger zu richten, so sehe mich demnach und zu furderung dis guten wercks noch fur gu gut ane, das ir in euer handlımgz zu Franckfurt noch furderlich furgefarn und bi den stenden dohin gericht hetten, hochgedachter min g. ster her, wie wir beid uns jungst zu Neckarhusen? underredt... von denselben ersucht wurde, und das solichs so furderlich, wo muglich noch vor nestkomenden dorstag[Januar 14] beschehen, ursach das etlich... rete sunst zu verreiten vermochteſn], die bei den sachen gu sein mochteny. Er verspricht sich davon sehr viel, auch für die geplante Zusammenkunft der Fürsten. Die endgültige Beantwortung von Sc hertlins Werbung wird so lange aufgeschoben,«bis zuvor solich ersuchen beschehe! oder zum wenigsten ich fernern verstandt von euch erlangt». Dat. Do. 7 Januar 463, 14. Bürgermeister und XIII von Basel an die XIII. 1546, Januar 144. Basel] Basel, Arch., Missiven A 31, S. I067— I068 Entw. Erfolglose Werbung der französischen Gesandten beim Kaiser; geplante Versammlung des italienischen Adels in Mailand; Reise des Kaisers nach Utrecht. 6... Es langt uns gleuplich any, dass die französischen Gesandten, die mit dem Kaiser den Frieden zustande bringen sollten,«ungeschafft bim keiser abgescheiden sienz, dessen neben andern ursach anzeigt werde, das die kei. 14 4. Januar teilt Jakob Sturm dann Helmstadt mit, dass Schertlin in Frankfurt angekommen sei. Vgl. den Bericht über seine Verhandlungen mit Landgraf Philipp vor dem Ausschuss bei Herberger, Seb. Schertlin, S. 57-58 und das«sonder memorial)(Marburg, Arch., Nr. 840, f. 7106 7 77, erw. von Neudecker, Akt., S. 647). Sturm fragt an, ob er trotz der Antwort welche Sckertlin bringt, die Gesandtschaft der Stände an den Pfalzgrafen betreiben 2 ber. von Haseneclever a. a. CO., 8. 81.) 13 1 Vgl. Nr. 12, Anm. 4. 2 Vgl. Nr. 2 3 Über die weiteren erfolgreichen Bemühungen Sturms in der pfälzischen Angelegenheit am 9. und 10. Januar vgl. den Auszug aus seinem Tagebuch in Pol. Korr. III, S. 707. 141 Aus einem Briefe Berns vom 4. Januar, mit dem Anheimstellen,«üwer und. nachpuren von. und ander zu berichten)(Ausf. in Basel, Arch., Polit. L 2, t. 548; praes.„9. die Januarii a. 469. Vgl. ch Geigers Brief an Bing vom 24, Dezember(Nr. 6). 1. 12 1546. Erfolglose Werbung Frankreichs beim Kaiser. Mt. dem könig zugemutet habe ime zuzusagen, das er sich aller deren viand sin erluteren und sin wollte, die des keisers viand werend; das aber der konig von Frankrich nit an, sondern abgeschlagen habe etc. und demnach der keiser und konig von Engelland ein nuwe pundniss mit einander gemacht, sie vorhanden, das dem nuw erwelten konig in Schotten des konigs von Engellands dochter eelich vermechlet werden solle, damit das konigrich Schotten dem Franzosen, dem es alwegen angehangen ist, abgerissen werde.» Der Adel in ganz Italien werde im Frühling in Mailand zusammenkommen; Grund unbekannt, jedoch zu besorgen,«es werde solche versamlung tutscher nacion und insonderheit den verjehern evangelischer warheit nit zu gutem geschehen.» Der Kaiser soll auf Utrecht ziehen, wo die englische Gesandtschaft zu ihm kommen soll. Er soll auch einiges Geschütz aus den Niederlanden nach Düsseldorf führen lassen. Es ist zu ersorgen, wir werden ein unruwigen sumer han». Dat. Mo. 11. Januar 46. 15. Klaus Kniebis! an Bernhard Meyer. 1546, Januar 12. [Strassburg.] Basel, Arch., Kirchenakten A 8, f. 59—60. Or. Engeres Verständnis zwischen Basel und Strassburg, Dankt für den am 7. erhaltenen Neujahrsbrief.*«Aber des geferlichen furnemens etlicher grossen hern, dovon wir einander geschriben?, ist so vil und so witt komen, das es schier ein blinde[r] sehen mochte.» Meyer hat auf seine letzte Anregung wegen eines Verständnisses an frühere Verhandlungen erinnert,«do beider sitt guter wille eroffnets. das gebe der her der himel, das es also blib und uns zu beiden sitten beware, das nit not werd, in das werk zu bringen!» Wird es aber nötig, so hofft er,«so ein theil das ander obgemelter red ermanet, es wurd kein mangel haben.» Da Meyer fragt, ob die Anregung neben Basel auch für andere gelte, erinnert Kn. an Basels Verhandlungen mit Konstanz‘, über welche M. an Strassburg einen Brief gerichtet habe. Er[Kn.] habe eine Vereinigung aller gemeint, die das Wort Gottes annehmen,«dodurch der enterist mit sinem anhang ouch gemach thun und besorgen, das inen ouch mochte geschehen, wie irem houptmans durch gottes... hill geschehen ist. ir wissen ouch, das an vil orten vil underthonen, die die worheit bekennen heimlich; und were moglich, das an etlichen orten die underthonen, so si sehen, das ir obern der worheit widerstreben, den obern nit anhangen, darumb si ouch iren selbs underthonen nit dorfen vertruwen etc.» Vertrauen die Gläubigen einander, so kann man auch auf Gottes Hilfe vertrauen.«So aber jeglichs theil sich von dem andern in glau15 1 Vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 4. 2 Brief vom 16. Dezember 1545, worin Kniebis vorschlägt,(bedunkt mich noch, es solte gut sin, das wir etwas verstands mit einander hetten, uf das jeglichs theil in solchen gefarlicheiten sich des andern etwas guts zu vertrosten haben mochte.)(Or. in Basel, Arch., Polit. M 8, 2, f. 64.) 3 Ende 1642; vgl. Pol. Korr. III, 8. 337. * Ende 1545(vgl. a. a. 0. S. 651- 652, 665 und 669 und Eidgen. Absch. IV, 14, 8. 528- 530 und 551-5658). s Herzog Heinrich von Braunschweig. man,— ———> vw nz — 2. 2 1546. Verständnis zwischen Basel und Strassburg. Verhandlungen mit Kurpfalz. 13 benssachen trennen losset, so ist dobi wol abzunemen, das kein cristliche liebe bi uns ists. das hat mich geursacht also zu schriben fur mich selbs. Weist nach, wie wichtig es auch für die evangelischen Eidgenossen ist, dass dem Erzbischof von Köln geholfen wird. Dann so er verlossen, wurd er dovon getrungen, und darnoch wurd es uber ander ouch gon. so aber der bischof erretet wurdt, so dorfen si sich so vil weniger ufbömen; wiewol geschriften an uns gelangt, das der enterist und sin anhang sich entschlossen haben sollen, das concilium zu Trient zu halten und mit den, die erschinen werden, beschliessen, was meniglich thun soll; und wer dem nit gehorsamen wurt, den sollen si mit ir aller hilk gehorsam machen. so si also furfaren werden, haben wir Türkens genug an inen.“ Stellt Meyer anheim, über diese Anregungen auf Tagungen auch mit andern zu reden. «Wir haben jetz nichts besunders; dann die gesandten zu Frankfürt uns nichts besunders dann des bischoffes von Collen handlung, wie ir zum theil verstanden, geschriben haben. geben uf zinsten den 12. Januarii a. etc. 46.» 16. Bericht von Jakob Sturm, Eberhard von der Thann und Wilhelm von Massenbach über ihre Sendung! zu Kurfürst Friedrich von der Pfalz im Auftrage der in Frankfurt versammelten protestantischen Stände. [1546, Januar 13 Heidelberg.] Str. St. Arch., AA 543, f. 115—120?®. Entw. von Jakob Sturm;— Erw. von Hasenclever, Pol. d. Schmalkald., S. 195, Anm. 28 u. G. 196. Der Pfalzgraf weist zunächst auf seine Bemühungen um die Erhaltung des Friedens in Speier[1544] und Worms[1545] hin und wegen des Erzbischofs von Köln auf seine Antwort an dessen Gesandtes. Bie Gesandt— schaftsinstruktionen der protestantischen Stände in der kölnischen Sache‘ hat er doppelt ausfertigen lassen, einmal im Namen aller Kurfürstens und so— dann(für den Fall, dass Mainz und Trier sich nicht beteiligen), im Namen von Brandenburg, Sachsen und der Pfalz. Letztere Ausfertigung entspräche der Fassung der protestantischen Stände; er erklärt sich bereit, den Gesandten von beiden Fassungen Kenntnis zu geben. Sodann berichtet er über seine Stellung zur Reformations und deren Einführung in seinen Landen. Da 6 Meyer weist diesen Vorwurf in einer(verlorenen) Antwort zurück, worauf Kniebis in einem Brief vom 25. Januar seine Äusserung mildert(Or. in Basel, a. a. O., f. 93- 9c. 161 Über die Reise vgl. Sturms Tagebuch, AA 537, f. 128- 129 und die kurzen Angaben in Pol. Korr. III, S. 707, unter Januar 10 und 6 ? Es ist das a. a. 0. S. 707, Anm. 4 vermisste Stück und trägt die Aufschrift:(Ungeverlich verzeichnuss der antwort, so... der pfalagrave churfurst etc, uns, der stend gesandten, geben hat, so vil wir derselben behalten, mittwoch den 13. Jan. a. 46.» Hasenclever benutzt die Abschrift in Weimar, Arch., Reg. H, Mr. 196, Vol. 7. 3 Vgl. Pol. Korr. a. a. O. und Hasenclever, a. a. O., 8. 195 u. Anm. 28. w Siehe Nr. 11, Anm. 2. 5 Vgl. hierzu Hasenclever, a. a. O., S. 159. 8 Vgl. auch Kaspar Hedios Bericht darüber an Herzog Albrecht von Preussen am 26. Januar aus Strassburg(Or. in Königsberg, Arch., AZ III, 35, 122; s, J. Voigt, Briefwechsel.. mit Herzog Albr. v. Preussen, Königsberg 1841, 8. 332- 3339). 14 1546. Verhandlungen mit Kurpfalz. er Schertlin schon den 246. Januar als Tag für die F rankfurter Zusammenkunft angegeben hat, mögen die Gesandten erwägen, ob es nötig ist, die pfälzischen Räte hoch vorher nach Frankfurt zu schicken. Darauf antworteten die Gesandten, dass die Verhandlungen Schertlins nur einigen von ihnen bekann waren, dass die gemeinen Stände nichts davon wussten und die Gesandtschaf schon beschlossen hatten, ehe die letzten Briefe des Pfalzgrafen eintrafen. Da über die Hilfe für den Erzbischof von Köln ein Weg bedacht sei, der erst zu- oder abgeschrieben werden solle, und da die Stände vielleicht nicht bis zur Zusammenkunft am 24. Januar in Frankfurt bleiben, stellen sie dem Pfalzgrafen anheim, seine Räte doch vorher zu entsenden, sind aber auch bereit., mit seinen vertrauten Räten sich«von disen sachen weiter vertraulich zu underreden.) Nach einem Bedacht erklären die pfälzischen Räte, auf Grund der Verhandlungen mit Schertlin glaube ihr Herr, die Zusammenkunft mit dem Landgrafen am 24. Januar genüge, wo in der landgrave, des sich doch ir chfl. G. nit versehe, nit abschribbe. Dabei könne ihm über alles berichtet werden,«mocht auch woll leiden, das die bottschaften so lang do verzigen oder, wo sollichs nit sein mocht, die furnembsten.“ Die Gesandten wiederholen jetzt nochmals ihre bereits erteilte Antwort, erklären sich aber bereit, «bi den bottschaften zu furdern, das si verharren wolten. Im jetzigen Bund habe jeder«ein tax... dweil man aber dieselb verstentnus in ansehung der sorglichen leuf gern erweitern und erstrecken wolt, also das alle religionsstende dorin kämen und ein gliche mass hetten, wie man die hilf Coln oder andern leisten solt, so were von einem wege geredt, doruf aber nit alle stend bevelch hetten. in der beratschlagung stund man noch. dieses wurd man sin chf. G. oder derselben ratt eigentlich berichten... und dweil wir nun sin chfl. G. fur ein religions- und onfessions verwandten stand achten, so zweivelten wir nit, man wurde vertraulich mit ir chfl. G. oder deren räten handlen. wir konten aber nit mer geben, dan wir selbs hetten. Hierauf haben die rott den abschied gemacht, ir gn. ster her acht von unnoten, die ratt zuvor zu schicken, sonder woll den tag besuchen. näme genediglich ane, das wir vleiss ankeren wollen, domit die bottschaften desselben tags der zusamenkunft erwarten., Der Kurfürst bestätigt dann noch persönlich diesen Abschied?. + | 1 7 Die beiden Fürsten trafen am 28. Januar in Frankfurt ein(Pol. Korr. III, S. 709); die Unterredung fand am 29. statt(vgl. darüber Hasenclever, a. a. O., 8. 199—209 und Pol. Korr., a. a. O., 709—711). Jakob Sturm bemühte sich stark, den zögernden Landgrafen zur Reise nach Frankfurt zu bewegen; vgl. den noch in Heidelberg abgeschickten Brief der Gesandten an die hessischen Gesandten in Frankfurt vom 13. Januar(Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 846, f. 22) und seine Vorschläge in der Ständesitzung am 16. Januar (KAitingers Tagebuch a. a. O., Nr. 845, f. 36). . a h ); mn ef in ar 1546. Beeinträchtigung Strassburger Kaufleute in Lyon. 15 17. Der Rat an Johann Sturm}. 1546, Januar 17. Strassburg. Str. St. Arch., AA 1853. Ausf. Beeinträchtigung Strassburger Kaufleute in Lyon durch die französischen Zöllner. „... Uns haben berichtet unsere burger die Ingold und ire gwerbsverwandten, das sie nach negstvergangner Frankfurter herbstmes etliche waren, die mn daselbst überplibben, haben geen Leon Lyon] fueren lassen und es den gesatzten der kö. W. zollern, das die kämen, durch iren diener zu Leon lassen anzeigen mit erbieten, das sie den zoll davon abrichten wöllen, und das die zoller inen geantwurtet, der diener solle die war kommen lassen, so wöllen sie den zoll von inen nemmen. da aber die war geen Leon kommen. haben etliche in nammen der ko. W. zu Frankreich die angfallen in kraft eines verbots, so der zeit, und der negst krieg zwischen der kei. Mt. und Frankeich gwesenz, beschehen sein soll, das nieman kein Antorfer Antwerpener] gut bei verlierung leibs und guts in Leon solle fueren. Der Diener habe zwar erklärt, die Waren seien zu Venedig gekauft, aber der zur Vermeidung der Beschlagnahme und weiterer Strafen den Ingolds auferlegte Beweis, dass sie gerade diese Waren in Venedig gekauft hätten, sei schlechterdings nicht zu erbringen. Darzu werde von andren nationen, so desgleichen waren hienin kueren, nieman gerechtfertiget. und würde dahin gelangen, das sie nichts mehr hienin fueren dörften oder aber gewertig sein muesten, das man sie für und für also anfiel und zu schaden brechte.» Der Rat will daher die Ingolds unterstützen, auch schon deshalb, weil im letzten Vertrag zwischen dem Kaiser und Franz, der Kaufmannshandel wieder frei gegeben worden. Die Güter seien erst nach diesem Vertrag nach Lyon gekommen, die Ingolds also, selbst wenn es sich um Antwerpener Güter handeln würde, nicht straf— bar. Legt ein Bittschreiben an König Franz beit, welches Sturm, falls er noch bei Hofe ist, überreichen und unterstützen solls. Dat. So. 17. Januar 46. 17 1 Gleichzeitig verwendet sich der Stadtschreiber Johann Meyer für die Sache(Ausf. a. a. O.).; 1542— 1544. 3 Von Crespy am 18. September 1544; die Freilassung des Handels in: Dumont, Corps universel diplom. IV, 2, S. 280. * Abschrift des französischen Schreibens an Franz, in welohem der Rat sich für Philipp und Georg Ingold unter Verweis auf deren Bittschrift„verwendet, liegt bei. 5 Die Gesandten der Protestanten langten schon am 26. Januar in Strassburg an (Baumgarten, Sleidans Briefwechsel, 8. 121); Joh. Sturm konnte also wohl nichts mehr tun. Franz antwortete am 4. Februar, dass er sofort um Bericht nach Lyon geschrieben habe, die Beschwerde prüfen lassen und die Kaufleute zufriedenstellen werde(Str. St. Arch., AA 1855. Ausf.; gedr. von Kentzinger, Doc. hist. I, 8. 31— 32, mit falschem Datum). Am 26. Mai teilte er weiter mit, dass er befohlen habe, die Güter freigzugeben(Ausf. a. a. CO.; gedr. a. a. O., S. 32). 16 1546. Regensburger Religionsgespräch. 18. Bucer! an die XIII. 1546, Januar 18. Regensburg. Str. St. Arch., AA 540, f.- I2. Ausf. von Cornelius Faber mit eigenhändiger Unterschrift Bucers.— Prod. Di. 2. Februar;— Ben. von Lenz, Briefw. II, S. 396 —397, Anm. Gründe für den Verzug des Religionsgesprächs; die Regierung der Lande Ottheinrichs evangelisch gesinnt; Melanchthons Fernbleiben vom Kolloquium; Ankunft von Kolloquenten und Auditoren. Zettel: Hält vorläufig sein Pferd in Regensburg zurück. Hätte längst geschrieben, wenn hier etwas vorgenommen worden wäre; will jetzt aber wenigstens berichten,«was uns die ursachen dunken sein, das die sachen sich alhie so lang verziehen und was wir zu furderung deren haben vorgenommen. uf den 14. Jenners hat der bischove von Aichstet(ist einer von Huttenz, wolgelert und einer frenkischen freundlichkeit, aber doch leider ein bischove dieser zeit und des papstes) zu seiner morgenmalzeit beruffen uns alle, die zum colloquio unseres teils hie sinds, und ob tisch und hernaher ob zwo stunden fil mit uns geredt; aus welchen reden allen wir so fil wol verstanden, wen gleich wir unsers teils lengest all hie weren gewesen, das man doch das Colloquium noch nit hette angefangen. Denn auf die Frage der Gesandten, ob der Verzug der sächsischen Kolloquenten den Anfang des Gesprächs aufhalte, hat der Bischof geantwortet, es sei gut,«das jedermann zur hand keme, der zum gesprech verordnet were; damit mochte die resolution von kei. Mt. eer erfolgen.“ Der Bischof widersprach auch Malvendas Ausserung nicht, dass hier in der Religion nichts Endgültiges beschlossen, sondern die Sache an das Konzil gewiesen werden solles; denn sie betreffe alle Nationen. Er drängte auch die Protestanten zum Besuch des Konzils, auf dem sie viel Gutes schaffen könnten. Bayern bedrückt Regensburg durch die Unterbindung jedes Verkehrs. Melvenda behauptet, der Kaiser komme nicht, wenn er sich nicht mit dem Erzbischof von Köln verständigt habe. Die Regierung der Lande Ottheinrichs hat auf einem Landtage das Festhalten m Evangelium durchgesetzt; den Frankfurter Tag konnte sie nicht beschicken, weil die Einladung zu spät kam. Kolloquium, Reichstag und alles hängt vom Ausgang des Frankfurter Tages abs. 181 Vgl. Handschriftenproben Il, Tafel 58 u. 59.— Er hatte schon im Juli 1545 auf Wunsch des Rates ein Gutachten über das Kolloquium abgefasst(das in Pol. Korr. III, 8. 615, vermisste Stück ist AA 540, f. 140 ff.: Abschr. nach Bucers Entwurf mit seinen eigenhändigen Verbesserungen). Über seine Einberufung als Kolloquent vgl. Pol. Korr. III, 8s. 633-= 654 und 6656— 566. Am 15. Dezember traf er in Regensburg ein(Str. Univ.Bibl., Thes. Baum. XVI, f. 151). 2 Vgl. über ihn K. Ried, Mor. v. Hutten, Fürstbischof v. Eichstätt(1925); über das Kolloquium a. a. CO., 8. 81-97. 3 An protestantischen Vertretern waren ausser Bucer anwesend: Frecht, Schnepf, Brenz, Balthasar von Gültlingen, Graf Wolrad von Waldeck und Pistorius(nach einem Verzeichnis beim Brief von Brenz an Hall vom 28. Dezember in Braunschweig, Arch., Schmalkald. Bund XVI, f. 121- 122, Abschr.). 4 Von hier ab stimmt der Brief mit Bucers gleichzeitigem Schreiben an Landgraf Philipp(gedr. Lenz a. a. O., 8. 389—397) bis auf ganz geringfügige Abweichungen wörtlich überein. 5 Auch Bucer meldet sie am 28. Dezember an Hubert(Or. in Str. St. Arch., Thomas Arch., Ep. Buc. III, Nr. 108. 6 Dasselbe bemerken Bucer an Hardenberg am 22. Dezember(Abschr. a. a. O., Nr. 63) und Brenz in dem erwähnten Brief an Hall(6. Anm. 3). — r——.=——— 1546. Regensburger Religionsgespräch. 17 Am 17. kam ein Brief des Kurfürsten vonSachsen?, dass er Melanchthon nicht schicke,«des er zur schul Wittenberg dieser zeit nit hab mögen ent— raten», ihnen aber Vollmacht gebe, vor Ankunft seiner Gesandten das Kolloquium anzufangen,«wa es wolt verdriesslich sein, uf die seine lenger zu harren.) Dasselbe hat er dem Bischof von Eichstädt geschrieben. Sie haben sich daher heute beim Bischof zum Anfang bereit erklärt. Dieser glaubt nicht, dass wegen der Pest in Regensburgs Umgebung der Reichstag hier gehalten werde. Am 17. ist Graf Friedrich von Fürstenberg gekommen, am 15. Julius Pflug, am 8.8 der Mainzer Kanzler. Haben also der gegenteil nun seine leut fast alle hie von praesidenten, collogquenten, auditoren und adjuncten. unter den auditoren ist doctor Caspar von Caltenda* hie, ein spit ziger widerwertiger, her Daniel Steber von Wirtzpurgu, der ist milter; die zwehen munche‘ aber und Malvenda werden des römischen gifts gnug ausgiessen. datum den 18. Januarii aus der stadt Regenspurg a. 1546.» Zettel. Aus mangel eins cleppers hab ich mussen Vitenis lassen zu m. gn. landgraven reiten. und weil schier jederman meinet, es werde nach kein colloquium oder aber an ein ander ort transfierieret, hab ich bisher aus radt der andern gesanten das pferd, druf ich hergeritten, bei henden behalten. sobald ich sehen, das man etwas hie will anfahen, und Vit widerkommet, will ich in mit dem pferd heimschicken.“ 19. Bucer an die XIII. 1546, Januar 23.| Regensburg. Str. St. Arch., AA 540, f. 13—15. Ausf. von Faber mit eigenhändiger Unterschrift Bucers.— Prod. Do. 18. Februar. Noch keine Verhandlung; Ankunft der kursächsischen Gesandten; Nachrichten aus Franken und Ungarn; Warnungen, Verweist auf sein Schreiben vom 18. Nr. 18] C... Verhoffe, e. G. sollen diese brieve schon jetzund haben oder in wenig tagen bekomen; dan ich sie mit e. G. diener Viten!, den wir zu meinem gn. h. landgraven gesandt, gon Frankfurt zu h. Jacoben[Sturm] verfertiget habe.» Trotz ihres Aner— bietens vom 18. bisher keine Verhandlung. Gestern die kursächsischen Ge— sandten gekommen(Dr. Georg Major als Kolloquent und Dr. Zoch als AudiVom 7. Januar; gedr. Neudecker, Akt. S. 667- 668. 8 Nach Waldecks Tagebuch(Arch. f. Reform. Gesch. VII, S. 151) schon am 7. Januar. 9 Zacharias Pirer, seit 1544 kurmainzischer Kanzler(Gudenus, Sylloge J, 8. 545). 10 Domherr von Augsburg(8. Lenz, a. a. O. S. 390 u. 410. 1 Im Briefe Fabers aus Regensburg an Hubert(Or. in Str. St. Arch., Thomas Arch., a. a. CO., Nr. I) heisst er Stieber; vgl. über ihn Anecdota Brentiana, hrsg. von Th. Pressel(Tübingen 1868), S. 265. 12 Der Augustinerprovinzial Johann Hoffmeister aus Kolmar(vgl. über ihn v. Druffel in Abhandl. d. b. Akad. XIV, 137ff. und N. Paulus, Der Augustinermönch Joh. Hoffmeister, Freiburg i. Br. 1891) und der Karmelitenprovinzial Eberhard Billick(über ihn bei A. Postina in: Erläuter. und Ergänz. zu Janssens Gesch. d. deutschen Volkes, Bd. 2). 15 Strassburger Stadtdiener. 19 1 Vgl. Zettel zu Nr. 18 und den Brief von Corn. Faber an Hubert aus Regensburg (Or. in Str. St. Arch., Thomas Arch., Lettr. div. F, Nr. 2). de Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 18 1566. Regensburger Religionsgespräch. tor].«Her Philippus ist neben andern ursachen? auch von seins leibs blödigkeit wegen anheims behalten worden, dem nu der stein zu hart zugesetzet.» Heute erklärte der Bischof von Eichstädt im Beisein von Graf Friedrich von Fürstenberg, er habe wegen des kurfürstlichen Schreibens? bisher auf die sächsischen Gesandten gewartet,«weren aber bedacht, das colloquium uf jungst mitwoch[27. Januar] anzufahen. wir wissen aber wol, das die praesidenten gar nicht umb der churfurstischen willen, sonder das sie uf fernern bescheid von der kei. Mt. gewartet, der inen auch sither zukomens, bisher verzogen haben... es last sichs ansehen, als stritte man meer umbs wort, wer sich bereiter und williger zum handel rumen möchte, denn] umb den hort eines wesenlichen und fruchparen gesprechs.' Die Pfalzigräflichen werden wegen Rüstungen in Franken gewarnt. Ko. Mt. solle nechst montag 25. Januar] ein landtag mit den Hungeren halten zu Prespurgs; aber weil weder leut noch gelt vorhanden, wie es die not urft erfordret, hat man kleine hoffnung fil des orts auszurichten; es ligen noch zweitausent der Hispanier, so zu Strasspurg furzogens, under Prespurg, thun aber den freunden graulichen schaden.» In Österreich, Mähren und Schlesien Furcht vor den Türken. Einer der Nürnberger«elteren heren» warnt vor den«practicen»; andere meinen, mit den Rüstungen wolle man die Protestanten nur schrecken;«mangel an gelt, Frankreich und der Turk seien auch nit geringe hindernussen». Das Sicherste ist, dass alle Frommen sich an Gott halten und sich einigen. Gegeben zu Regensburg, den 23. Januar 1546. 20. Die Gesandten in Frankfurt, Jakob Sturm, Heinrich von Müllenheim und Michel Schwenker, an[die XIIIh.(1545, etwa Januar 25 Frankfurt am Main]. Str. St. Arch., AA 537, f. 18a—. Unvollst. Entw. von Sturm. Zusammenkunft zwischen Landgraf Philipp und Kurfürst Friedrich von der Pfalz verschoben: Ausschussverhandlungen; Nachrichten über einen Heereszug des Kaisers; Hilfe für den Erzbischof von Köln; Unzufriedenheit mit den Bundesanschlägen; Ratschlag der Gelehrten über das tridentiner Konzil; hessische und sächsische Rechnung; Pläne des Kaisers. Ir haben us unserm nechsben schreiben? vernommen, was dise stend bei dem churfursten pfalzgraven geworben, auch fur antwort empfangen 2 Vgl. hierüber Hasenclever, Polit. d. Schmalkald., S. 225 ff., und H. v. aemmerer, Das Regensburger Religionsgespräch im Jahre 1546(Berl. Diss. 1901), 8. 43ff. 3 Vom 7. Januar; vgl. Nr. 18, Anm. 7. 4 Am 19. Januar; vgl. v. Caemmerer, a. a. CO., S8. 47. 5 zu diesem Reichstage s. Katona, Historia critica regum Hungaria XXI, 6 Im April 1545(Pol. Korr. III, S. 550, Anm. 2). 20 1 Ganz von Jakob Sturm geschrieben, offenbar im Namen aller drei Gesandten; wahrscheinlich an die XIII gerichtet, da im Ratsprotokoll nicht erwähnt. Für die Datierung vgl. Anm. 11. 2 Per Brief fehlt; sein Inhalt ist nach Ratsprot. 1546, f. 9b- 10: Bericht über die Verhandlungen mit dem Pfalzgrafen Friedrich und über die Forderung Landgraf Philipps von 20000 Gulden für Knechte wegen der kaiserlichen Werbungen in den Niederlanden(vgl. Nr. 14); ferner Übersendung der Antwort an die kölnischen Gesandten, des Beschlusses über die Hilke(Nr. 8) und der Instruktionen für die Sendung an den Kaiser, die Klerisei und die Stadt Köln. 1 © * 3 mid **** x 1546. Verhandlungen auf dem Frankfurter Bundestag. 19 Nr. 16] und das sin chfl. G. willens sind zu... dem landgraven alher zu kommen. nun ist aber gedachter landgrave mit einem pferd gefallen, also das sich ir zusammenkunft verzeucht bis auf den 29. tag dis monatss; mitlerweil hat der usschutz allerlei artickel das land Braunschweig,[herzog] Heinrichs gefengnuss, der verstrickten vom adel, der glaubiger halb, den man vom land schuldig, frid, recht und den erlegten gemeinen pfennig etc. betreffen beratschlagtt, wie ir zu unser ankunft vernämen werden.» Die kurkölnischen Gesandten haben im Geheimen Mitteilung von dem beabsichtigten Zuge des Kaisers mit einem Heere zum Reichstags gemacht. Nach zweitägigen Ausschussberatungen ist beschlossen worden, den Erzbischof um weitere Kundschaften bitten zu lassen, die er an den Frankfurter Tag oder an Sachsen und Hessen weitergeben möge; ferner seien die Räte der rheinischen Kurfürsten in Oberwesels zu bitten, durch ihre Herren den Kaiser von diesem Zuge abzubringen. Auch solle dem Erzbischof Vorsicht, empfohlen werden.«Item das man den bottschaften, so jetz zu kai. Mt. in diser stend nammen verreiten werden, bevelch geben wolt, bi der kai. Mt. deshalben anregung zu thun und zu bitten, nichts beschwerlichs gegen ir chfl. G. furzunämen'. Nun hat aber der usschutz daneben geredt, wie doch, so in der eile und, ehe sich die send der mass verglichen hetten, man Coln solt hilf thun, dieselb hilf zu leisten were; man hat aber us dem, das der merteil der stend bottschaften hierin kein bevelch gehabt, nichts gewiss schliessen mogen, sonder die sach dohin stellen müssen, so der bischove umb hilf ansuchen wurd, das ein jeder stand, so in hilf vertröst zu ross oder fuss, im die hilf, wie er die zu thun bedocht, zuschicken solt uf ein platz und zeit, wie im von gedachtem churfursten benant wurde; und das ein jeder stand sin under thanen und kriegsvolk anheimsch behielte und deshalben die mandaten, so vor usgangen, erneuert und mit der straff ernstlich darob hielte etc. Sollich des usschutz bedenken? hoben der stend bottschaften ein jeder hinder 3 Neudecker, Akt., S. 659, Anm. 19. Am 11. und 12. Januar(Aitingers Tagebuch, Marburg, Arch., Nr. 845, f. 32- 365); die Stände nahmen die Ausschuss vorschläge am 19. Januar an(Sturms Tagebuch AA 537, f. 130. > Am 19. Januar, s. Neudecker, Urk., S. 776— 77, Pol. Korr. III, S. 708 und Sturms Tagebuch, a. a. CO., f. 130(die Angabe 17. Januar, a. a. CO., S. 707, ist ein Druckfehler). ẽ Schon am 16. Januar hatten die Gesandten in Frankfurt an die Rate der rhein. Kurfürsten in Oberwesel einen Brief ähnlichen Inhalts gerichtet(Abschr. in Um, Arch., Reform. Akt. XLI, Nr. 3429 und Marburg, Arch., Nr. 842, f. 437 ff.). „MNebeninstruktion“ betr. die Bedeutung der kaiserl. und italien. Rüstungen; am 20. Januar beschlossen(gedr. Sattler, Gesch. d. Herzogt. Württemberg III, Beilagen, 8. 269— 270). Sturm vermerkt dazu in seinem Tagebuch a. a. CO. f. 131:(Soll nit ubergehen werden, die gesandten seien sin dan gewiss, das die rustung kei. Mt. vorhanden) 8 Abschr. des Mandats in Um, a. a. CO., Nr. 3435, und Marburg, a. a. CO., F. 453 – 4564. 9 Es ist das«bedenken, so die eil furfiel»(Abschr. in Um, a. a. O., Nr. 3434), verfasst von Aitinger(Sturms Tagebuch, a. a. O., f. 131 zum 21. Januar; es ist das in Pol. Korr. III, 8. 708 vermisste Stück), in welchem die oben gemachten Angaben zusammengefasst und Vorsicht in der Verwendung der(NWebeninstruktion) bei dem Kaiser(6. Anm. 7) und bei Mitteilungen an den Rat von Köln empfohlen wird; ausserdem Vorschläge über Verhandlungen mit den umliegenden Herrschaften, um den Durchzug kaiserl. und italien. Truppen zu verhindern. Konstanz erhält Brief und Instruktion an die FEidgenossen(vgl. Eidgen. Absch. IV, 1d, S. 600— 601 und 609). Biszum 1. März müssen sich die Stände zur Hilfe für den Erzbischof von Köln äussern.— Der Kurfürst von Sachsen übt an diesem«bedenken» starke Kritik in seinem Brief an Landgraf Philipp vom H. Februar(Marburg, Arch., Sachsen, E. L.). 2* e———— 20 1546. Verhandlungen auf dem Frankfurter Bundestag. sich an sine hern zu bringen angnommen.» Nürnberg betont dabei, dass es ausdrücklich Befehl habe,«sich in kein gemessigte hilf inzulossen oder mit andern stenden zu vergleichen.» Wegen der Anschläge, über die sich alle Stände, bes. die sächsischen, beschweren, kommt es zu keinem Vergleich. Augsburg und Nürnberg bewilligen den gemeinen Pfennig nicht. Wird durch des Pfalzgrafen und Landgrafen Ankunft kein Weg gefunden, so kann man über die Erstreckung des Bundes nur ein chinder sich bringen» beschliessen. Neben diesem hat man der gelerten ratschlag das trientisch concilium belangen und wie das zu recusieren sei, zusammen gezogen und einen vergriff dorus gemachtio, auch bedacht, mit was stenden, so ir bottschaften nit hie gehabt und doch diser religion sind, zu handlen wer, domit si sich uf kunftigem reichstag zu disen stenden thäten und in der colnischen sach sampt andern religionssachen hilflich erzeigtenn. Sonst hat man die rechnungen abgeschriben, wes der churkurst und landgrave den nechsten zug usgeben. und lauft sich des churfursten usgabe uf 51 000 gulden und des landgraven usgab uf 112000 gl.... und blibt man schuldig dem churfürsten 2000 gl. und dem landgraven uf 26500 gl. doch sind die rechnungen noch nit angenommen, auch noch nit verhört, wes Lunenburg, Bremen, Braunschweig, Gosslar und ander sachsisch stett, so dem handel gelegen gewesen, usgeben habenis. nun thut der doppelmonat, so in alle stend ausserthalb Pomern, Wirtemberg und Brandenburg erlegen, uf 140000 gl., also das man mit demselben gelt, so erlegt, bi einem guten nit reichen mag, sonder noch ein anlag uf die stend thun muss. 2 Und haben dennochten die beiden, Sachsen und Hessen, nit gerechnet, ö S8 10 Von dem Frankfurter Stadtadvokaten Dr. Hieronymus zum Lamb; am 22. Januar bezw. 3. Februar abgehört(Pol. Korr. III, 8. 708 und Sturms Tagebuch, a. a. O., f. 140; befindet sich in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1063, f. 36- 50; dort auch von den Vorlagen zum(vergriffy das Gutachten der Tübinger Juristenfakultät von 1545, November 28. 1-34) und der cratschlag der stat Strassburg rechtsgelerten die recusation des trientischen concilii belangen(f. 51—83; es ist das aus den Ratschlägen der vier Rechtsgelehrten zusammengezogene Gutachten vom Mai 1545, vgl. Pol. Korr. III, S8. 600, Nr. 571, und Anm. 8 u. 9. Der Kurfürst von Sachsen äussert sich über das Strassburger Stück dem Landgrafen gegenüber am 4. Januar im ganzen beifällig(Ausf. in Marburg, Arch., Sachsen, E. L.). Der verbesserte« vergriff» Lambs gedr. bei Hortleder, Bd. I, Buch 1, Kap. 44, S. 412- 426). 11 Pol. Korr. III, S. 708 zum 25. Januar; die von Franz Burkhardt verfasste dinstruction, was N. an N. vertraulich werben und anpringen soll»(Abschr. in Frankfurt a. a. O., Ir. 1013, f. 161-164 und in Marburg, Arch., Nr. 847) wurde am 2. Februar von den Ständen gebilligt(Sturms Tagebuch, a. a. O. f. 140; vgl. Brandenburg, Pol. Korr. v. Mor. v. Sachsen II, S. 544, Anm. 2). 1 Die Rechnungen in Frankfurt a. a. O., Nr. 1002, und Marburg, Arch., Nr. 848; die Zahlen im Text sind alle etwas zu niedrig gehalten. Vgl. auch Pol. Korr. III, 8. 708 zum 23. Januar. 13 AA 41, f. 4b u. 4 enthält eine Aufzeichnung über die Forderungen der sächsischen Stände(wohl von Michel Schwenker); ausser den im Fext genannten sind noch diejenigen von Göttingen, Hannover, Magdeburg und Hildesheim aufgezählt. Daran schliesst sich eine Meinungsäusserung Jakob Sturms, dass die oberländischen Städte i. a. viel höher veranschlagt seien als die sächsischen und dass die Allgemeinheit(d. h. in diesem Falle die oberländischen Städte) nicht dazu verpflichtet sei, besondere Aufwendungen einzelner Bundesmitglieder dafür, was si zu ir selbs beschirmung und besatzung ufgewendt), mitzutragen. 1546. Verhandlungen mit Kurpfalz. 21 was uf ir landvolk zu fuss und die reuter, so uf ir, der fursten, futer und moll on besoldung geritten, gangen ist, sonder inen vorbehalten sich desselben an h[erzog] Heinrichs land zu erholen. Die kai Mt. ist zu Utrich und des podagram erlossen und wider gesund; und die sag, ir Mt. werd den Rhin heruf gegen Regenspurg ziehen. und soll ir Mt. rustung halb ganz still am hoff sein, also das, wo die(wie Coln angelangt) vorhanden, es ganz heimlich muss practiciert werden. es haben die von Augspurg schreiben, als ob kai. Mt. und Frankrichs ratt jetz den 20. dig)... 21. Karl V. an den Rat. 1546, Januar 31. Utrecht. Str. St. Arch., AA 1388, Nr. 9. Besiegelter Druck mit schriftlich ausgefüllten Lücken, mit Gegenzeichnung von Obernburger.— Lect.„prima Marti‘. Reichstag zu Regensburg auf den 15. März erneut einberufen. Verschiebt den auf dem letzten Reichtag zu Worms auf den 6. Januar nach Regensburg anberaumten Reichstag auf den 15. März; begründet das mit seiner Krankheitz. Wird Jetzt bestimmt am 3. Februar zum Reichstag aufbrechen und am 15. März in Regensburg eintreffen. Ermahnt sie, durch«volmechtige botschaft» zu ersc heinen, damit es endlich zu Beschlüssen kommen kann.«Geben in unser stat Utrecht am letzten tag des monats Januarii a. etc. im 46., unsers kaiserthumbs im 26. und unserer reiche im 312.» 22. Die Gesandten in Frankfurt, Jakob Sturm, Heinrich von Müllenheim und Michel Schwenker, an den Rat.[1546, Februar 1 Frankfurt am Main.] Str. St. Arch., Ratsprotokoll von 1546, f. 371, Aufzeichnung des Stadtschreibers über die Sitzung vom 8. Februar. Verhandlungen zwischen Landgraf Philipp und Kurfürst Friedrich von der Pfalz. Landgraf Philipp und der Kurfürst von der Pfalz verhandeln im Beisein von Sachsen, Württemberg und Strassburg? wegen der Religion«und lass 14 Der Brief bricht hier ab. Vermutlich ist die Zusammenkunft kaiserl. und französ. Gesandter in umbray gemeint(vgl. Nr. 32 und State papers XI, S. 24, 56, 57, 67 und 82 und Nuntiaturberichte VIII, S. 530, 560 und 679. 21 1 Über die Gichtanfälle Karls i im Dezember 45 und Januar 46 vgl. Nuntiaturberichte VIII, S. 479, 508, 526 und 532. 2 Am 1. März werden Jakob Sturm und Michel Schwenker dazu bestimmt,«die puncten suchen, so uf diesem reichstag zu handlen sein werden, und wie man den reichstag besuchen woll», weil der Bundestag in Worms. 1. April] und der Reichstagsbeginn «so nahe zusammen laufen»(Ratsprot. 1546, f. 73b). Am 22. März werden Heinrich von Müllenheim und der Syndikus Michel Han zu Gesandten für den Reichstag bestimmt, die sich beide wegen ihrer Ungewandtheit im Reden zuerst heftig dagegen sträuben(a. a. 0. f. 104 22; Der Brief selbst fehlt; er wurde am 8. Februar im Rat verlesen. 2D. h. Sturm; Württemberg und er wurden am 1. Februar zugezogen, vgl. Sturms Tagebuch AA 537, f. 137- 138, Ulm, Areh., Ref.- Akt. XLI, Nr. 3445, und Pol. Korr. III, 8. 710. Zu den Verhandlungen 9. auch die Akten i in Um, a. a. CO.. Nr. 3439 u. 3441-—3445. 22 1546. Gutachten Jakob Sturms über den Gemeinen Pfennig. sich Pfalz der religion woll hören und so man jetz der erstreckung der verein sliessen wolt, wurde er auch sliessen. der landgrave si sorgfeltig fur Collen besorgt, er werd ubereilt, dieweil die hilf nit gewiss. der keiser nem vill reuter an etc.%» 23.(Ursachen und beéwegnussen, das der gemain pfennig zu erlegen sei etc»[1546, Februar 5! Frankfurt am Main]. Str. St. Arch., AA 543, f. 144—150. Reinschriftz. Der Papst betreibt jetzt ernstlich die Ausrottung des reinen Evangeliums; zu diesem Zwecke ist das Konzil von Trient berufen, dessen Beschluss dann der Kaiser ausführen soll, der mit Frankreich und dem Türken vertragen ist. Daher müssen die protestantischen Stände ihren Bund verstärken; neue Mitglieder sind aber ohne Gleichmässigkeit der Anlagen nicht zu gewinnen; letzteres ist am besten durch Anschlag nach dem Vermögen zu erreichen. Das Einkommen der Obrigkeiten ist für Kriegskosten viel zu gering; daher sind auch die Untertanen heranzuziehen. Vorgeschlagen, den wegen der Türkengefahr von Reichswegen eingesammelten und nicht verwendeten gemeinen Pfennig zur eigenen Verteidigung und zur Erhaltung der wahren Religion zu verwenden?. Darüber wird sich wohl niemand beschweren;«dann solte sollichs nit geschehen und man kein andern gleichmessigen weg zu der hilf anzaigen möcht, wie man dann dieser zeit noch langer, vleissiger nochtrachtung und berathschlagung keinen andern hat finden mögen, so wer nichts anders zu gewarten dann zertrennung dieser stend.“ Daraus aber kann nur ein unwiederbringlicher Schaden entstehen, der den Gegnern des Anschlags eindringlich vor Augen gestellt wird: Restitution des alten Glaubens und der Kirchengüter, Beschlagnahme der eigenen Güter und harte Strafen. Und wer sich unterwirft, wird an seinem bösen Gewissen zu leiden haben.«Welchs nun under den zweien minder beschwerlich, die obgemelt steur oder anlag von hundert gl. hauptguts ein halben oder ganzen gulden zu geben und das uberig hauptgut sambt warer religion, leib, leben und langharbrochter freiheit zu behalten oder aber das alles zu verluren und der vorgemelten 3 Der Rat beschliesst, die XIII sollen«dis schreiben, was her Pfarrer anzeigt? und das gemein geschrei, so jetz geet, bedenken) und danach antworten. Gleichzeitig Musterung der Bürger beschlossen, die am 8. Juni stattfand(Ratsprot., a. a. CO., f. 327). 231 Am 6. Januar beschloss man,«das man die ursachen zusamen trag, mit wolhen man den gemeinen pfennig einsamblen wöl von den underthanen)(8. Hasenclever, Pol. d. Schmalkald., 8. 128, Anm. 31, nach Aitingers Tagebuch zum 6. Januar). Am 9. Januar fertigte Jakob Sturm, der schon immer für die Anlage nach dem Gemeinen Pfennig eingetreten war(Pol. Korr. III, Nr. 529), den ersten Ent wurf an(vgl. sein Tagebuch AA 537, f. 128); aber erst am 5. Februar kam die endgültige Fassung seiner Schrift zur Verlesung (a. a. O., F. 144); daher ist dieser Tag für die Datierung gewählt. Die Beschlussfassung wird auf den Bundestag zu Worms verschoben. Auch in Marburg, Arch., Nr. 842 u. 845 und Braunschweig Arch., Schmalk. Bund XVI, f. 91—97 vorhanden. 3 Vgl. den Gedankengang in dem(bedenken der hilf uf den gemeinen pfennig» (Nr. 8. . 1546. Gutachten Jakob Sturms über den Gemeinen Pfennig. 23 beschwerden zu gewarten, das ist bei einem jeden gering verstendigen leichtlichen abzunemmen. es ist auch kein zweivel, wo die underthanen, sie seien reich oder arme, dieser ursachen wol bericht wurden, si solten nit allein kein beschwerden dorab tragen, sonder sich selbs willig dorzu erbieten.» Sogar Anhänger des Papsttums unter ihnen müssen sich sagen, dass sie im Kriegsfall die Leiden mit den unterlegenen Protestanten zu teilen haben würden.«Zu dem das zu besorgen, so diese religion und ire anhenger in teutschen landen undergetruckt, es würde vast mit aller teutscher freiheit auch gethon sein. derhalben dann dieselben, so diese religion noch nit versteen, desto williger solten sein ire steur zu erhaltung irer uberigen narung und der teutschen nation libertet und freiheit zu geben und auf die weg zu gedenken, wie die religion durch andere freundliche christliche weg und nit durch krieg möchte verglichen werden». Die den Gemeinen Pfennig bisher noch nicht eingesammelt haben, müssen gewärtig sein, dass die Mehrzahl der Stände ihn zum Krieg gegen die Türken bewilligen wird, falls der Anstand mit diesen nicht anhält, im Reiche dagegen«der weg fridens und rechtens zwisten den stenden gefunden.» Diese Stände werden dann aber der Gleichheit halber dafür sorgen, dass der Reichsfiskal von den säumigen Zahlern ihren Beitrag einziehen wird und dass diese schliesslich«der acht und aberacht zu gewarten» haben. Mindestens aber werden sie nach der Leistungsfähigkeit ihrer Untertanen herangezogen. «Muesten nun dieselben oberkeiten und underthanen in dem fall gegen dem Türken diese steur und anlag geben, worumb wolten sie sich dann beschweren dasselb zu thun in dem fall, do es zu rettung ir selbs und zu verhuetung alles obgemelten ubels und jamers... dienen und also inen selbs zu gut kommen würd? zu dem allem so ist zu verhoffen, so dieser weg der gemainen anlag und steur, wie obgemelt, von den fürnembsten und vermög— lichsten stenden dieser religion bewilligt, es wurden ine die ringeren stend als gleichmessig und treglich auch nit waigern. do aber sonst dieselben ringern stend von einer jeden anlag, so allein auf ungeverliche mutmassung gestelt, abscheu tragen und alweg arkwonen wöllen, sie seien gegen andern vermög— lichen stenden ungleich angeschlagen und uberlegt; wie dann sollich an— lagen auch nit so gleich gemacht mögen werden, do man eins vermögen nicht weist, sondern allein uf ein gemein geruh[t]e oder achtung geen muss.) Das hat aber bisher viele protestantische Stände vom Beitritt abgehalten; deren Anschluss wird zur Folge haben, dass die(widerwertigen.... sich dest minder zum krieg und execution seins[des Papstes] vermeinten concilii bewegen lassen; und also mit verleihung göttlicher gnaden durch dis mittel nit allein die erlegten anlagen und steuren nit verbraucht, sonder auch frid und ruge im reich teutscher nation erhalten und mitler weil die raine leer des heilſigen] evangelii in teutscher und andern nationen verner aufgeen und erkant werden, aus welchem dann ein ganze volkomene christ— liche reformation gemainer christenheit erfolgen möcht Verner so wurd auch durch diesen weg der gleichmessigen uf- und anlagen diese disputation fürkommen, so mehr stend zu erkanntus der warheit kommen und sich in diese verstendnus begeben wolten, wie die angelegt solten werden; dann sie hetten alberait ein solche richtige mass, so si wusten, das sie nit uber ir vermögen, sonder andern stenden gleichmessig angeschlagen weren, und was inen nit möglich oder träglich sein wolt, das es anderen stenden ebensowenig möglich und träglich sein wurde. 24 1546. Gemeiner Pfennig. Hilfe für Kurköln. Um lem Einwand zu begegnen, dass die Gleichheit beim Einsammeln des gemeinen Pfennigs doch nicht eingehalten werde, lässt sich«ein gute mass und ordnung» einrichten, dormit die oberkeiten und underthanen verpflichtet wurden, solliche gemaine anlag zum treulichsten und gleichmessigsten inzubringen und zu erlegen. Zudem sind nicht alle Menschen gleich pflicht bewusst;«und wer dann erst handlen oder contrahieren wolt, so er gewiss were, das nichts ungleichs oder vorteilhaftigs mit inlaufen möcht, Jer würd nimmer nichts oder gar wenig ausrichten. derhalben muss man in diesen und dergleichen verainigung und hendlen nit zu gar mistreu, sonder doran zufriden sein, das ainer mit erbarn und christ enleut en handelt und das die sachen auf trauen und glauben gestelt... alsdann würt gott sein gedeien dorzu geben). 24. Die XIII an die Gesandten in Frankfurt, Jakob Sturm, Heinrich von Müllenheim und Michel Schwencker. 1546, Februar S. Strassburg. Str. St. Arch., AA 543, f. 157-= 159. Ausf.— Praes. durch Wilhelm Held in Ladenburg Do.«morgen» II. Februar. Billigen die Haltung des Landgrafen in der kölnischen Sache. Haben ihr Schreiben vom 1. Februar[Nr. 22] erhalten; finden, das des landgraven sorgfeltigkeit des bischofs zu Cöllen halben nit unbillich sei. und wundert uns in der Warheit, das man die sachen also vor augen sihet und sich nit dermassen schickt, darmit, so etwas furgenommen werden wolt, das man sich dargegen ent schutten und aufhalten konte.“ Der Kaiser könne auf Grund seiner Rüstungen in zwei bis drei Wochen im Erzstikt Köln oder im Lande Braunschweig sein. Golte dan jenandlem] der erst angriff gegen uns geraten, wurde vergebens sein alles, so wir bisher gethon, usgeben und aufgewendt, und darzu den widerigen verrers ein herz machen ir heil zu verzuchen und also vil weitern nachtheil geberen, wie ain j eder verst endiger leicht lich ermessen mag.. Derhalben wir begern, ir wöllen sovil möglich bei andern st enden dahin handelen und helfen, das man auf disem tag sich neher zesammenthue, einer satten hilf ent schliess und dahin richte, so die nodturft das erfordert, das man gnugsam gefasst sein mog und nichts ubersehen werde. dann ob schon im selben etwas gelts ufgon soll, ist nit anzesehen und vill besser, dann das man also zusehen und das uberig, so man hat und us gottes gnaden wol behalten mag, zu dem, so man bisher ufgewendt, verlieren solt und die grösten beschwerden der seelen, leibs und guts zu gewarten hett... Dat. 8. Februar 46. Pie Stellungnahme Hessens und Sachsens behandelt Hasenclever a. a. O. 8. 130 ff. ausführlich; vgl. auch Jakob Sturms Bemerkung in seinem Tagebuch zum 5. Februar (Pol. Korr. III, 8. 711). 24 1 Notiz von Schwencker; da die Gesandten schon am 9. Februar von Frankfurt verritten(Pol. Korr. III, 8. 712), erhielten sie den Brief erst auf der Rückreise. >— a a— lf— N 2 1566. Misstrauen des schmalkaldischen Bundes gegen Frankreich. 25 25. Johann Sturm an[Jean de Fraisse. 1546], Februar 10. Strassburg. Paris, Bibl. nat. ms. lat., Mr. 8584?, f. 31. Or. Ergebnis der Verhandlung zwischen Landgraf Philipp und Kurfürst Friedrich von der Pfalz; Reiter werbungen des Markgrafen Albrecht Achilles im kaiserlichen Auftrag; neuer Bundestag am 1. April; Nachschrift: Misstrauen der Schmalkaldener gegen Frankreich wegen des beschlagnahmten Briefwechsels mit Herzog Heinrich von Braunschweig. Am 3. Februar? Ankunft in Frankfurt; am gleichen Tage Abreise des Kurfürsten Friedrich von der Pfalz zusammen mit dem Pfalzgrafen Ott— Heinrich und seinem Bruder Wolfgang. Et quoniam lantgravius insequenti die abiturus erat et exspectabat adventum nostrorum, eodem die legationem nostram exposuimus. valde laboravi, ut in eam partem acciperet, quem— admodum volebamus; ut, ex aliis cognosces. palatinus omnino factus est edayyeAıxdc, Sùäοα l Franzosenfreund], Euonüσαάαοσσσ; id vo nc rt factum est industria, qui de vobis sane sollicitus ests). Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg hat vom Kaiser den Auftrag bekommen, zum 1. Mai tausend Reiter anzuwerbens. Nondum maior vobis data occasio fuit neque maior necessitas extitit nostros conciliandi;' soll mit der Frau d'Estampes, dem Kardinal du Bellay und Longueval alles heimlich besprechen. Neuer Bundestag zum 1. April geplant. Ad eum usque diem hic manere constituit amicus noster Bassifontanus?... commenda me omnibus et domino cardinali Medonios. non dubito, quin hoc tibi et domino cardinali Bellaio scripta putabis. Vale. Argent orati decima Februariir25 1 Der Name des Empfängers fehlt, doch ist aus dem Briefe von Johann Sturm an den Kardinal du Bellay vom 28. März(Or. in Paris, a. a. C., f. 33) zu entnehmen, dass es sich um Jean de Fraisse handelt. Für die Schreibung(Fresse) entscheidet sich Zeller, La réunion de Metz à la France I, S. 84, Anm. 3. Der in Pol. Korr. III, 8. XVI erwähnte Codex von Montpellier ist offenbar nur eine manchmal schlechte Abschrift des oben genannten Pariser. 3 Vgl. Sleidans Briefe vom 6. und 8. Februar(Baumgarten, Sleidaus Brie fw., S. 120- 122 und State papers XI, 9. 4 Übersetzung von«minor», wie der Landgraf in dem Briefwechsel mit Frankreich oft bezeichnet wird(vgl. Baumgarten, a. a. CO., S. 21 u. 131 und Pol. Korr. III, 8. 661, Anm. I). 5 Der Pfalagraf beteiligte sich auch an der Vermittlung der protestantischen Stände in Frankfurt zugunsten der französischen Protestanten(Brief vom 2. Februar an König Franz J., Abschr. in Augsburg, Arch., Literal. 1546 und Marburg, Arch., Nr. 849, f. 114— 115; gedr. State papers XI, S. 42, Anm. 2, mit dem falschen Datum des 9. Februar, ben. von v. Seckendorff, Comment.... de Lutheranismo III, 8. 614). Die Antwort von Franz am 19. Februar war durchaus ablehnend(schlechte Übersetzung gedr. bei Neu— decker, Akt., 8. 693- 694; vgl. auch Zeller, La réunion de Metz I, 8. 87- 88 und Anm. I). 6 Der eigentliche Bestallungsbrief ist datiert: Regensburg 1546, Juni 18; abgedr. im Arch. f. Kulturgesch. VIII, 8. 92- 966(Beck, W., Reiterwerbung 1546). Sebastien de Laubespine, Abt von Bassefontaine; er wird am 20. Januar von Franz J. an Landgraf Philipp beglaubigt(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 1836, f. 84); vgl. über ihn auch Zeller, a. a. C., J., 8. 86, Anm. 3. 8 Antoine Sanguin, damals Bischof von Orleans, Kardinal von Meudon(bei Paris), so genannt nach seiner dortigen Besitzung. FE 26 1546. Regensburger Religionsgespräch. Nachschrift.«Male abs te actum est: apud Brunsvicensem inventae sunt binae litterae a te scriptae ad eius cancellarium®. legi eas. scribis in quodam loco in principio in hanc prope sententiam: audio principem tuum in episcopatu Bremensi vim praeclaram instituisse; precor, ut sibi foelix faustumque sit. et idem: gratissima haec res regi meo erit. vide, ut debeant te diffidere. Burcardus!® et Jacob Sturmius habent exemplaria. sed cave, ne a me profectum id videatur. ego puto te contra animi tui sententiam seripsisse et inservisse utilitatibus regis. sed viro bono neque ad dextram neque ad sinistram*». 26. Bucer an die XIII. 1546, Februar 12 Regensburg. I Nachrichten über das Religionsgespräch. Über Angelegenheiten der Strassburger Schule und das Kolloquium. übersendet den ersten Teil des Berichts der protestantischen Teilnehmer am Kolloquium vom 27. Januar bis zum 10. Februarz, ferner den Vorschlag der Präsidenten über die Form des Gesprächs vom 3. Februar und die Antwort der Protestanten daraufs sowie die Abschrift des Briefes der kursäch— sischen Vertreter in Regensburg an ihren Herrn vom 10. Februara, in welchem sie dieses Zugeständnis entschuldigen und um weiteren Befehl bitten, wobei sie selbst zur Erwägung geben, das Gespräch mit einer Protestation abzu— brechens. 9 Beide Briefe sind verloren; ihr Inhalt wird aber durch einen Brief von Herzog Heinrichs Kanzler Johann Stopler an seinen Herrn von 1545, September 8, bestätigt (Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 839); Jakob Sturms Misstrauen gegen de Fraisse war also durchaus berechtigt(Pol. Korr. III, S8. 642). 10 Der kursächsische Vizekanzler Franz Burkhardt. 11 Hierher gehört wohl auch ein Brief vom 11. Februar(o. J.), den Gerhard Sevenus (vgl. Pol. Korr. III, S. 287, Anm. 5) an den Kardinal du Bellay richtet:« Quid actum sit et quid agatur, ex literis Sturmii... cognosces. nune ad prudentiae tuae amplitudinem pertinet hanc actionem commode instituere et ut rex persuadeatur, quod et ne nos et praecipue Sturmii aliquem in vestris partibus offendat. si vero impetrabitis, ut aliquid rex agi velit cum nostris, ita vobis cum nostris agendum est, ut hoc consilium a rege et à vobis, non autem a nobis minoribus cum internunciis profectum esse videatur.'(Or. in Paris, a. a. O., f. 47.) 26 1 Der Brief selbst ist verloren. Sein Inhalt ergibt sich aus dem gleichzeitigen Schreiben Bucers an Hedio(Or. in Str. St. Arch., Thomas Arch., Ep. Buc. III, Nr. 118): C.. De quo et d. tredecimviris scripsi. quae hic aguntur, ex seripto cognosces meo ad illos, quod ijs communices, quibus decet. ne tamen spargantur. id enim cauturos nos promisimus.) Macht Angaben über die Verhandlungen des Kolloquiums und betont die Rinmütigkeit unter den weltlichen und geistlichen protestantischen Teilnehmern.— Vgl. auch Fagius an Ambr. Blaurer 1546, Februar 24(aus Strassburg; gedr. bei Schiess, Briefw. d. Brüder A. und Th. Blaurer II, Nr. 1254, 8. 418). 2 AA 540, f. 16—- 27; gedr. von F. goth in Arch. f. Reform. Gesch. V, S. 6-— 2. 3 A. a. CO., f. 28; deutsche Übersetzung bei Hortleder I, Buch I, Kap. 40, 8. 365— 366. 4 A. a. G., f. 102-103; die Wittenberger Theologen gaben darauf ihr im Corp. Reformat. VI, 8. 557 gedrucktes Bedenken ab. Es ist nach Neudecker, Akt., 8. 520-521, Anm. in den November 1545 zu verlegen; vgl. auch Hasenclever, Pol. d. Schmalk., S. 222, und von Caemmerer, Das Regensburger Rel. Gespräch 1546, 8. 37, Anm. 4. 5 Die Ankunft des Briefes geht aus einer Bemerkung von Jakob Sturm am Schluss des amtlichen Berichts(86. Anm. 2) hervor:(Empfangen sontags den 21. Februarii 1546; 1546. Verhandlungen des Landgrafen Philipp mit Granvella. 27 27. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Februar 16. Ziegenhain. Str. St. Arch., AA 545, f.1 und 13. Ausf.“— Prod. Mo. J. März. Briefwechsel mit Granvella über kaiserliche Rüstungen; Zusammenrottungen bei Bremen und Oldenburg. C... Was wir verruckter tag an hern Granvellam geschrieben und er uns itzo geantwortet hat, des schicken wir euch hieneben copeiz. Sollen ihre Meinung über die Antwort schreiben und erforderlichenfalls auch anderen Städten davon schreiben;«doch das si es bei sich in guter geheim... halten. zum andern findet ir hiebei, was uns von der regierung zu Leuneburg und andern orten vor kundschaften neuer garden halben einkomen? und was verlesen bi der drizehen montags den 22, Februariiy»— Bucer sandte am 25. und 28. Februar noch zwei Briefe an Hubert mit Berichten aus Regensburg(Or. a. a. CO., Thom. Arch., Ep. Buc. III, Nr. 114 u. 115); an die XIII schrieb er erst wieder am 12. März(Nr. 42). 271 Nach dem Entw. in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 1—2 wurde das Schreiben«in simili an Augspurg und Ulm» gerichtet. Schon am 7. Dezember 1545 hatte Philipp an Granvella von Praktiken und einem Anschlag Herzog Heinrichs von Braunschweig gegen Granvellas Leben berichtet, desgl. über seine Praktiken bei Kurpfalz(Abschr. a. a. O., Nr. 1385, f. 27). Granvella dankte am 26. Dezember(a. a. CO., Nr. 1386, f. I).— Da auch Jakob Sturm am 21. Januar 1546 eine Anfrage des Landgrafen bei Granvella billigte(Pol. Korr. III, S. 708), schrieb Philipp am 24. Januar aus Spangenberg den im Text erwähnten Brief wegen der im Umlauf befindlichen Gerüchte über feindliche Rüstungen des Kaisers und des Papstes gegen die Protestanten. Durch das tridentinische Konzil sollten die letzteren mit dem Bann belegt und dieser in einem Kriege vollstreckt werden: Einfall von den Niederlanden aus nach dem Erzstift Köln, von Italien aus nach Oberdeutschland, von Böhmen aus nach Sachsen geplant. Prahlerisches Treiben der werbenden Landsknechtshauptleute. Philipp könne wegen der Reichstagsabschiede von Nürnberg, Regensburg, Speier usw. nicht an die Richtigkeit dieser Mitteilungen glauben und bitte Granvella, diesen übel wollenden und schädlichen Gerüchten zu begegnen. Anfrage, ob der Kaiser wirklich beabsichtige, mit 10000 Mann zu Fuss und einigen Tausend Reitern zum Regensburger Reichstag zu ziehen, was bedenklich sei(deutsch. und lat. Entw. a. a. O., Nr. 1386, f. 11—15; deutsche Übers. in AA 545, f. 2—4; ben. Sleidan, De statu rel.... comment., II, 8. 411- 412). Granvella bestritt in seiner Antwort vom 7. Februar aus Arnheim jede kriegerische Abmachung zwischen Papst und Kaiser und kaiserl. Werbungen, ausser zur Sicherung gegen ausländische Rüstungen. Wundert sich, dass bei dem bekannten Eifer des Kaisers für den Frieden in Deutschland diese Gerüchte aufkommen können. Zum Reichstag reise der Kaiser nur mit dem gewöhnlichen Gefolge. Mit dem Erzbischof von Köln verhandele er durch den Vizekanzler Naves, der demnächst nach Frankfurt kommen werde(lat. Ausf. in Marburg, a. a. O., f. 22— 24; praes. Jiʒegenhain 16. Februar; deutsche Abschr. in AA 545, f. 5—8; stellenweise gedr. bei v. Seckendorff, Comment.... de Luth. III, S. 618). 3 Schreiben der Befehlshaber und Räte zu Celle vom 6. Februar an Landgraf Philipp: Nachrichten über Vergarderungen und einen«Zusammenlauf» von 4 starken Fähnlein des Hauptmann Andreas Pockmor bei Verden, Wildeshausen und Langwedel, angeblich um dem Erzstift Bremen das Land Wursten und anderes zu unterwerfen; für die Schmalkaldener verdächtig. Regen daher an, durch Briefe an den Erzbischof von Bremen usw. oder sonstwie bei Zeiten dagegen einzuschreiten(Abschr. AA 545, f. 9 u. 11). Hierzu gehört auch eine Kundschaft von Jost Bock(a. a. CO., f. 10; nach Marburg, Arch., Nr. 873 «pres. Ziegenhain am 15. Februarii») über Rüstungen des Papstes und des Kaisers, die nach Gerüchten im Stifte Utrecht gegen Frankreich gerichtet sein sollen, die aber nach Meinung des Bischofs von Münster einen ganz anderen Zweck haben. Dieser warne vor Briefen der beim Braunschweiger Juge Gefangenen in Kassel an den kaiserlichen Hot. 28 1546. Verhandlungen über die Zusammenkunft des wir derwegen mutatis mutandis an den bischove zu Bremen, das capittel, ritterschaft und landschaft zu Bremen und Verden, auch an Oldenburg und grave Erichen von der Hoye geschrieben.“ Ziegenhain, den 16. Februar 1546. 28. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Februar 19. Spangenberg. Str. St. Arch., AA 5465, f. 14—16 und 32. Ausf. 1. Unter der Anschrift:(Cito, cito, cito, citissimey.— Empf. Do. 25. Februar(circa nonam ante meridiem. lectum eodem die noch mittemtag.) LSwenbergs Verhandlungen mit Naves; geplante Zusammenkunft Philipps mit dem Kaiser. C... Wir wissen euch gnediger meinung nicht zu verhalten, das itzo doctor Seifert von Lewenburg bei uns ankomen ist; und was er uf begeren des vicekanzlers Johann von Navis und des graven von Neuenar gutbedunken an uns hat gelangen lassen, das werden ihr hieneben aus copien, wie er sein vorbringen schriftlich verzeichnet hat, vernemen. desgleichen werdet ihr auch hieneben copei befinden, was gemelter graf von Neuenar deshalben an doctor Seikerten geschriebens; wilchs ihr aber bei euch in guter geheim behalten und des grafen namen nicht vermelden wollet. 4 Hier warnt der Landgraf vor jeder Begünstigung der Garden; sonst würden sich die Verbündeten an den Briefempfüngern schadlos halten(Jiegenhain 16. Februar 1546; Abschr. in AA 545, f. 19). Deren Antworten scheinen, bis auf die des Grafen von Hoya, zufriedenstellend gewesen zu sein. Am selben Tage übersendet Philipp dem Kurfürsten von Sachsen die gleichen Stücke und äussert sich sehr besorgt dazu(Entw. in Marburg, Arch., Sachsen, E. L.. 28 ı Der Entwurf des entsprechenden Schreibens an den Kurfürsten von Sachsen in Marburg, Arch., Sachsen, E. L.; ben. von v. Druffel, Beitr. z. Reichsgesch. III, S. VII. 2 Über Dr. Siebert von Löwenberg vgl. Lenz in der A. D. B. XIX, 8. 314- 316, über Naves s. a. a. CO. LII, S8. 598 ff., und Hasenclever in MI0eG XXVI, S. 280ff., über Graf Wilhelm von Neuenahr s. Varrentrapp, Hermann von Wied, 8. 68 u. 87.— In dem im Text erwähnten Brief an Dr. Siebert vom 13. Februar(Abschr. in AA 545, f. 22— 21, Or. in Marburg, Arch., Nr. 851; ben. von v. Druffel, a. a. O., S. VI und Hasenclever, Pol. Karls V. usw. S. 22) knüpft Neuenahr an einen früheren Brief vom 10. Februar an (Abschr. a. a. O., f. 23, und Or. a. a. O.), in welehem er Siebert geraten habe, Naves aufzusuchen. Jetzt habe Naves am 11. Februar aus Buschhoven geschrieben, daß er S. weder zu Köln noch hier getroffen habe(àbschr. a. a. CO., f. 22, und Marburg a. a. CO.). Er habe mit Naves über den gegenseitigen Argwohn des Kaisers und der Protestanten, bes. des Landgrafen, gesprochen und eine Zusammenkunft von Kaiser und Landgraf, als des «nehestgesessen», in Vorschlag gebracht. Naves habe sich schliesslich damit einverstanden erklärt, wenn der Landgraf schriftlich darum einkomme. Dann wolle er beim Kaiser eine Zusammenkunft in Speier unter sicherem Geleit befürworten. Naves habe das mit 8. in Köln besprechen wollen; da er ihn verfehlt habe, so bitte er Neuenahr] ihn, umgehend seine Meinung zu schreiben.— Löwenberg hat dann Naves am 11. Februar doch noch in Buschhoven getroffen und dem Landgrafen am 19. Februar in Spangenberg darüber berichtet(Absehr. a. a. O., f. 17— 19, Or. a. a. C.; ben von v. Druffel, a. a. G., 8. VII und von Hasenclever, a. a. O., 8. 23): Naves habe sich sehr für eine Begegnung zwischen Philipp und dem Kaiser eingesetzt. Der Landgraf möge einen(Ort vorschlagen und einen Geleitsentwurf in der von ihm gewünschten Form einsenden. Auch bitte Naves vor der Zusammenkunft mit dem Kaiser um eine Unterredung mit Philipp. Dies alles habe Löwenberg im Geheimen zu berichten. Landgrafen Philipp mit dem Kaiser in Speier. 29 Dieweil uns aber des von Navis begeren ein seltzams ist, das wir mit der kei. Mt. zu Speir zusammenkomen sollen und das das begeren solcher zu— samenkunft von uns beschehen und herkommen solle, und uns dann das mandat, an den bischof von Coln ausgangen, und das schreiben, so di clerisei darneben an bischof gethan?, davon wie euch hieneben auch copei uberschikken, nit wenig erschreckt, so haben wir nicht wissen konnen, was uns in dieser wic htigen s sachen zu hm gewesen.» Er verkenne die Gefahr nicht, die im Bruch des Geleits liegen könne, rechne auch mit einer List, die hinter den guten Worten stecken könne. Aber angesichts des gespannten Verhältnisses zwischen Kaiser und Protestanten glaube er diese Aufforderung nicht abschlagen zu dürfen. Bittet um ihren Rat,«ob wir solche zusammenkunft ft suchen oder abschlagen sollen». Die Antwort möge am 1. März in Kassel sein; denn er habe Dr. Siebert zugesagt, ihm zu dieser Zeit nach Maastricht zu- oder abzuschreiben. Sollten sie die Zusammenkunf ft gutheissen, so mögen sie Jakob Sturm dazu nach Speier verordnen. Ebenso habe er den Kurt ürsten von Sachsen um Franz Burkhardt gebeten und werde auch an Württemberg «und andere unsere vornembliche stende, so es in der eil erreiten konnen, auch beschreiben*, die iren darzu zu schic zen, damit wir dieselbigen bei uns haben und uns in den sachen berathen sein mogen, was verlaufen wirdet. was ir auch vermeinet und bedenket, das wir mit der kei. Mt. reden sollen, das wollet uns gleichfals auch zu erkennen geben. und wer unsers bedenkens, doch sofern ihrs mit vor gut ansehet, der sachen mit der colnischen beschwerung und den andern geschwinden zeitungen, so der bewerb halben aus Italia komens, ein anfang zu machen, daraus sich dan die reden weiter zutragen wurden; wie dann sole hs der von Naves auch selbst vor gut angesehen hat.» Sollen sich auch über die Form des Geleits äussern.«Was wir auch itt mals doctor Seiferden vor ein antwort gegebens, desgleichen was des 3 Gemeint sind das kaiserl. Mandat an den Erzbischof von Köln(aus Utrecht vom 26. Januar; Abschr. AA 545, f. 25—327), in welchem ihm bei Verlust aller Lehen aufs Ernstlichste geboten wurde, alle vorgenommenen Änderungen binnen 14 Tagen abzustellen; sonst sollten seine Untertanen vom Gehorsam gegen ihn entbunden sein; und ferner das Schreiben der Kölner Klerisei an ihn vom 10. Februar(Abschr. a. a. CO., f. 28—29), durch das sie unter Hinweis auf das kaiserl. Mandat nochmals zur Abstellung der Neuerungen ermahnen; vgl. auch Ennen, Gesch. d. Stadt Köln IV, 8 517 1 Der Kurfürst von Sachsen äusserte sich in seiner Antw ort vom 24. Februar(gedr. bei Mentz, Joh. Friedr. J, 3, 8. 539-543, vgl. auch a. a. O. I, 2, 8 S. 448) im ganzen zustimmend zu Philipps Absicht, besonders zur inauziehung Jakob 8— An Herzog Ulrich von Württemberg wandte sich Philipp am 3. März, der die Zusammenkunft zwar für überflüssig hielt, aber am 16. März als Vertreter Wilhelm von Massenbach ankündigte (Entw. bzw. Aust. in Marburg Arch., Württemberg); auch Augsburg sandte auf seine Aufforderung hin seinen Ratsherrn Marx Pfister(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 1435, f. 26 u. 28; ben. von Hasenelever, a. a. O., S. 27). Desgl. entsandte Frankfurt am 26. März den Schöff Justinian von Holzhausen(Ausf. a. a. O., Nr. 1815; ben. von v. Druffel, a. a. O., S8. IX, und Collischonn, Frankfurt im Schmalkaldischen Kriege, 8. 20). 5 Vgl. Lenz, Briefw. III, S. 372, Anm. 3. $ Vom 19. Februar(Abschr. in AA 545, f. 24): Die Sache betreffe alle Stände der Augsburgischen Konfession. Philipp könne daher nur mit ihrem Rat handeln, Löwenberg solle bis spätestens 9. oder 10. März Antwort haben.«Dieweil aber vermerkt wirdet, was fur ein ernstlich mandat die kei, Mt. wider den churfursten zu Cöln uf embsig und zuvil milde bericht der clerisei hat ausgehen lassen und viel bewerbungen allenthalben seien, solt nun daruf die execution volgen oder indes mit der that gegen dem churfſursten] zu 0 oln noch andern gehandlet werden, so mochte diese s. fl.. beikunft(die von gutherzigen bedacht) vergeblich sein.» rr 30 1546. Bericht über die Verhandlungen auf dem bischofs von Coln secretarius an inen geschrieben”, davon thun wir euch hiemit auch copien ubersenden. Dat. Spangenberg 19. Februar 1546. 29. Bericht von Jakob Sturm, Heinrich von Müllenheim und Michel Schwencker vor dem Rat über die Verhandlungen in Frankfurt). (1546, Februar 19. Strassburg]. Str. St. Arch., Ratsprotokoll von 1546, f. 53— ̃7¶ Aufzeichnung des Stadischreihers über die Sitzung vom 19. Februar. Verlängerung des Bundes; Anlage; Hilfe für den Kölner; Gemeiner Pfennig; Verhandlungen mit den dänischen Gesandten, über Braunschweig und mit dem pfälzischen Kurfürsten; Rechnungen; England und Frankreich; neuer Tag; fehlende Stände; Abschied der konfessions verwandten Stände. Ankunft in Frankfurt am 7. Dezember; nach der Ankunft der sächsischen Gesandtenz«haben die geeinigten stend den puncten erstreckung der verstendnus und besserung der mengel, auch weiterung der verstendnus an die hand genomen; und hab der punct des steenden regiments bei den Sechzischen, Landgrevischen und andern nit fur gut wollen angesehen sein. dazu seien disputation eingefallen, wie man einander in prophansachen zu recht, sein solt und ob die stimreèth auch wie die kriegsreth geschworen sein solten4» Hessen erklärte endlich, woll sich ehe uf ander mass mit etlichen stenden verpindens. sei also uf hindersichpringen gestelt. so hab man sich auch der zal der stimen nit kunden vergleichen, dieweil man nit wissen mogen, wer ferrer darein komen woll.) Eine Verständigung über die Anlage ist nicht möglich gewesen;(und dieweil die andern Stend und die colnischen gesandten ankomen, hab man 7 Dietrich von Büchel. Der Brief ist vom 14. Februar aus Buschhofen(Abschr. a. a. CO., f. 30-31; Or. in Marburg, Arch., Nr. 851). Er berichtet von einem geplanten Anschlag gegen Köln und von grossen Rüstungen des Kaisers. Dieser treffe heute oder morgen für 2 oder 3 Wochen in Maastricht ein. Bie Gesandten der protestant. Stände seien noch nicht verhört, sondern erwarten den Kaiser in Maastricht. Man schicke ihnen das kaiserl. Mandat gegen den Erzbischof von Köln zu.«Ob nu wol jemand sagen wolt, es were kei. Mt. meinung nit, mit der that uf solh mandat ichtz zu handeln, sonder ire Mt. muste wol brieve geben ete., so ist doch das zu bedenken, da gegen meinen gn. sten hern... icht? thatlichs vurgnomen, mocht der schein furgewendt werden, man hette es gegen di in kraft solhs mandats gut fuge und ursah; darumb dem mandat wol etwas nochzugedenken. 29 1 Die Gesandten waren am 9. Februar von Frankfurt abgeritten(Pol. Korr. III, S. 712) und nahmen schon am 15. wieder an der Ratssitzung teil(Ratsprot. 1546, f. 46a). 2 Am 15. und 16. Dezember(Neudecker, Urk., S. 751); Eröffnung der Tagung am 16., zweite Gesamtsitzung am 17.(a.. CO., S. 756); vom 17. nachmittags ab weitere Verhandlung in einem Ausschuss. In Sturms Tagebuch sind fälschlich die beiden allgemeinen Sitzungen auf den 15. und 16. und die erste Ausschusssitzung auf den 17. morgens verlegt. Vom 18. ab stimmt dann seine Zählung mit dem Tagebuch Aitingers(Marburg, Arch., Nr. 845, f. S— 47) überein. 3 Vgl. Pol. Korr. III, S. 677, Ziff. 5. S8. dazu a. a. CO., S. 698- 700. 5 Vielleicht gehört hierher der Zettel zu Aitingers Brief an Landgraf Philipp vom 15. Januar(Ausk. a. a. O., Nr. 843, f. 17):(Es hat herr Jacob] Sturm vor acht tagen unge värlich mir dis vertraulich anzeigen gethan, da die sächsischen see und hanstett je nicht herzu wolten, als er sich doch derselben nicht versehe, das sich die erblaren] oberländischen stett alein mit e. fl. G. in ainung und verstendnus begeben.... Bundestag zu Frankfurt am Main. 31 den steen lassen. so man die hilf im colnischen handf[el] find, werde dis anlag auch funden werden®». Besonders heftig klagte Hessen über die Veranlagung, aber auch fast alle anderen Stände, ausgenommen Augsburg. Desto einhelliger sei die Beratung in der kölnischen Sache gewesen?. Bei den Ausschussberatungen darüber und über die Hilfe für den Erzbischof«seien die alten disputationen wider furgefallen und man uf den gemeinen phenning kumen;... und der gravenstand, dieweil der bischof zu Collen ein gr Wwe, der dechant und ander graven von den doctorn im capitel usgeslossen werden wollen, nit werden unwillig sein®. sei also von gemeinem phening uf die mass geredt,[wie] mein hern zugeschribensy. Augsburg,. Hessen und Nürnberg verhielten sich mehr oder weniger ablehnend dazu; Württem— berg dafür, wenn Gleichheit gehalten werde;«die andern haben aber uf den gemeinen phenning gehandelt. In der eil zu helfen sei abgeschiden lut des abschidsio. so sei mit etlichen graven gehandelt, wie man auch beim abschid find!. so hab man ein neu notel begriffen der verstendnusie; allein der stimreth, der gemein phenig * Schluss des Tages wurde dann doch ein«ungeverlicher anschlag zur hilf* die verstendnus) entworfen(Abschr. a. a. CO., Nr. 842, f. 514-515, und 848, f.: — 276, und Braunschweig, Arch. Schmalk. Bund XVI. f. 187- 188), über den ent noch beschlossen werden sollte. In ihm war Strassburgs Beitrag von 5000 auf 4000 Gulden herabgesetzt. ö s Über die Versuche, die Grafen zu gewinnen, vgl. Hasenclever, Pol. d. Schmalk., 8. 165— 166. Vgl. Nr. 7 und 8. 10 Vgl. Nr. 20, Anm. 9. lı Es sind wohl die Abschnitte über Tecklenburg, Mansfeld, Nassau-Saarbrücken und Wilhelm von Fürstenberg im Abschied der einungs verwandten Stände vom 7. Februar gemeint(Abschr. in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1013, und Marburg, Arch., Nr. 847). 1 Sie wurde den Ständen am 26. Januar vorgelegt(Abschr. in. 9 a, O. und Marburg, Arch., Nr. 845, f. 204-246 u. 247- 279; ben. von Hasenclever, a. a. S. II6ff.; vgl. Pol. Korr. III, S. 709). Sie ist zusammengezogen aus der„Erneuerung und. des Schmalkald. Bundes von 1536(gedr. Hortleder, Bd. I, Buch 8, Kap. 9, 8. 269 1329) 14«des Schm. B. Ordnung oder Verfassung.. von 1536»(gedr. a. a. 6..), 8. 1329 38) und berücksichtigte die gtrasshurger Instruktion(bol. Korr. III, S. 675- 678) 5 das Bedenken des Ausschusses der oberländischen Städte auf dem Frünkfurter Tage (in Um, Arch., Ref. Akt. XLI, Nr. 3414). Jakob Sturms Einfluss auf die Gestaltung der «neuen notely, die Aitinger verfasste, war sehr gross(vgl. den Bericht der Ulmer Gesandten über die Sitzung vom 13. Dezember, a. a. G., Nr. 3415). Die«neue notel» brachte folgende neugefasste Abschnitte gegenüber den beiden bei Hortleder gedruckten Fas= sungen von 1536: 1. Bestimmung über die Verwendung der Kirchengüter zum Unterhalt der Pfarrer, der Universitäten und Schulen und zur Armenpflege. 2 2. Hilfeleistung für die Bundesverwandten im Falle eines Landfriedensbruches. 3. Schiedsger ichtsverfahren bei Streitigkeiten in Religions- und Profansachen unter den Bundesverwandten. 4. Festlegung bestimmter Versammlungsorte. 5. Vorschläge betr. eine Geschäftsordnung bei den ndes versammlungen und die Ausführung ihrer Beschlüsse; darunter auch die Bestel= lung von zwei bis vier vereidigten Bundesschreibern und die Vereidigung der Stimmräte. 6. Das Mass der Hilfe solUl nach einem Anschlag gemäss der(gemeinen contribution) (Gemeiner Pfennig, s. Nr. 8) festgesetzt werden, mit einem Vorrat von 3 Monaten; Strafbestimmungen für säumige Zahler, 7. Bestimmungen über das Amt der Bundeshauptleute. 8. Desgleichen über die Handhabung des Bundesrechnungswesens. 9. Desgleichen über die Aufnahme neuer Mitglieder. —*———— —— 32 1546. Bericht über die Verhandlungen auf dem und anlag stand N und N, dieweil es nit verglichen. danach sei ein recusation des concili angestelt?s. Danach seien zeitungen komen, das vil rustung vorhanden; und landgrave begeren lassen, das man reuter und knecht nit us den handen lassen solt und 40000 gl. daran henken ein fiertel jar ufzuhalten**; des nit volg bei villen haben wollen, bis zulet ast seien im 12000 gl. gewilligt, eblich ufzuhalten bis uk den letzsten Aprilisisy. Verhandlungen mit Dänemark wegen Erstreckung des Bündnisses, des Konzils, der kölnischen Hilfe und der Vergarderungenis. Am letzten Punkte seien die oberländischen Städte unbeteiligt geblieben.«Und sei in disen puncten auch ein abschid gemacht?. Sodann Verhandlungen über die praunschweigische Sache: über die Behandlung der beiden gefangenen Herzöge, Bestellung und Verwaltung des Landes und seiner Schulden, Verlesung von Briefauszügen über Herzog Heinrichs Praktiken und die Vermittlung von Herzog Moritz. Daruber alles ein abschid begriffenns). Gesandtschaft zum Kurfürsten von der Pfalz, Werbung Schertlins, Zusammenkunft zwischen Pfalzgraf Friedrich und Landgraf Philipp am 28. Januar in Frankfurt. Haben... Pfalz, Hessen und sachsisch reth allein gehandelt; und hab man den usschuss gesterkt, Pfalz die iren auch geordnet und die neu notel der verstentnus, vergleichung der ansleg und recusation des concilii verhandelt, das man sich genomen zu bedenken bis zu nechstem tagis. nachmals hab man die rechnungen des letzsten zugs Brunschwiks furgenomen, etlich puncten inen abgeprochen, wie man bei der rechnung horen werd. Lunenburg, Brunschwik, Gosslar und ander haben das ir noch nit furpracht; seien auch uf den andern tag geschoben. aber hessisch und sachsisch rechnungen seien angenomen auch lut eins abschids?o). 15 Vgl. Nr. 20, Anm. 10. 14 Nr. 11; die hessischen Gesandten machen ihrem Herrn am 27. Januar folgende Mitteilung:«So hat uns her Jacob Sturm vertraulich zu erkennen geben, das er aus Reckeroden und des französischen gesandten, so alhie ligt Bassefontaine], anzeigen so vil verstehe, das der Konig zu Frankreich eben so wol als dise stend in sorgen stehe; und das sich Reckenrod gegen im verträulich hett lassen vernemen, das er es darfur hielt, wa diese stend allein bei dem konig ansuchten, das ir kon. W. bis in die 30000 kronen zu iren handen lievern und verschaffen möcht, einen lauf knecht damit zu machen.»(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 842, f. 475— 476). 15 Der Verteilungsplan vom 5. Februar auf die einzelnen Stände in Braunschweig, Arch. a. a. GO. und Marburg, Arch., Nr. 842 u. 848; auf Strassburg entfielen davon 583 Gulden 22 Kr. 16 Die«artikel, welchermassen kön. W, zu Denmark gesanten widerumb abgevertigt worden», vom 16. Januar(Abschr. in Um, a. a. O., Nr. 3428 und Marburg, Arch., Nr. 842, vgl. G. Schmidt, Z. Gesch. d. Schm. Bunds, S. 91-92). 17 Am 15. Januar(Abschr. in Um, a. a. O., Nr. 3424 und Marburg, Arch., Nr. 845); vgl. G. Schmidt, a. a. C., 8. I— 92 und Hasenclever, a. a. O., 8. 178- 179. Der darin auf den 1. März in Hannover anberaumte Tag verlief ergebnislos, s. den Abschied vom 8. März in Braunschweig, a. a. O.; vgl. Hasenclever, Pol. Karls V., S. 47. Von den Oberländern nahm nur Augsburg teil. 18 Abschied der braunschweigischen Defensions verwandten vom 7. Februar(Abschr. in Frankfurt a. a. O., Braunschweig a. a. 0. und Marburg, Arch., Nr. 847; s. G. Schmidt, a. a. O. 8. 85 ff., und Nr. 31, Anm. 7. 10 Vgl. zu den Verhandlungen mit Kurpfalz die Nr. 4, 12, 13, 16, 20, 22. 20 Nach Sturms Tagebuch(Pol. Korr. III, 8. 711-112) dauerten die Beratungen darüber vom 2. bis 8. Februar. Die kursachsische und hessische Rechnung wurde einer ge Bundestag zu Frankfurt am Main. 33 Der Bericht der Gesandten in England und Frankreich angehörte neuer Tag auf den 1. April nach Worms angesetzt.«Es haben der churfurst Brandenburg[und] margraven Georgen[son]? nieman dogehapt. mſarkgraf] Albrecht hab ein doctor] doghapt; sobald derselbig der Colnischen furt ragen gehort, sei der hinweg geriten, das es vil bedenken pracht, dieweil er jetz in rustung sein soll, wiewol er die religion predigen lass. Mekelburg hab auch nieman gehapt ys. Lum Schluss wird noch der cabschid zwischen allen der religion und augspurgischen confession stenden gemacht wen vom 7. Februar gelesen und an einigen Stellen von Jakob Sturm erläutert. Besonders bemerkt er, dass Strassburg die Städte Speier, Landau und Weissenburg zum Anschluss an den Bund auffordern solle. Der Stettmeister gebietet dann«diese relation zu verschweigen». Die Verlesung der andern Abschiede auf«morn oder montag»[22.] verschoben. nauen Prüfung unterzogen und bes, die kursächsische bemängelt. Der zwischen den Ständen und den sächsischen und hessischen Vertretern gepflogene Schriftwechsel in Marburg, Arch., Nr. 848. Vgl. auch Nr. 20; an der kursächsischen Rechnung wurden 550 Gulden, an der hessischen 900 Gulden(dabei 700 Gulden für die Besatzung des Riedberges) abgezogen, sodass an Sachsen noch rund 1600, an Hessen noch rund 25290 Gulden zu zahlen blieben. In dem am 8. Februar darüber ergangenen Abschied(Abschr. in Frankfurt a. 2. C. und Marburg a. a. CO.; es ist das in Pol. Korr. III S. 712 beim 8. Februar vermisste Stück) werden Sachsen und Hessen zur Deckung ihrer Unkosten die Ausstände am dritten Doppelmonat und eine noch zu erhebende Umlage von 10000 Gulden zugestanden. Bei letzterer entfielen auf Strassburg 603 Gulden 4 Kr.(Abschr. in Marburg a. a. O.). An die säumigen Zahler richteten die Gesandten der defensionsverwandten Stände am 8. Februar ein gemeinsames Mahnschreiben(Entw. in Marburg a. a. CO.). Aitinger schreibt am 8. Februar an Landgraf Philipp, dass der Konstanzer Bürgermeister Thomas Blaurer ihm ausdrücklich auch im Namen von Jakob Sturm versichert habe, es sei allen oberländischen Städten sehr leid, dass Philipp nicht alle seine Kosten ersetzt bekomme; es sei aber eine andere Regelung zur Zeit nicht möglich(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 842, f. 498). 2 Am 4. Februar(Pol. Korr. III, S. 711). Am 3. abends schon Bericht der Gesandten vor Landgraf Philipp, worüber Aitinger ein unleserliches Protokoll aufnahm(Marburg a. a. CO.). In einem Nachtrag zum Abschied der einungsverwandten Stände vom 7. Februar («Der geschickten in Frankreich und England relation», Abschr. in Frankfurt a. a. CO. und Marburg, Arch., Nr. 849) wird es in das Bedenken von Sachsen und Hessen gestellt, ob man die Handlung mit Frankreich und England fortsetzen wolle. Die Rechnung der Gesandten soll durch Strassburg den andern Ständen zugestellt und die Verteilung der Kosten auf dem nächsten Tag beschlossen werden. Das Schreiben der protestant. Stände auf den Bericht der Gesandten hin an die Könige von Frankreich und England am 6. Februar ist gedr. in State papers XI, S. 34- 35 und 42, Anm.— Vgl. zum Bericht der Gesandten auch den Brief Th. Blaurers an Bullinger, 1546, März 18(aus Konstanz; geèdr. Schiess, Briefw. der Br. Ambr. u. Th. Blaurer II, 8. 424- 426, Nr. 1263). ? Gemeint ist der unmündige Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach, dessen Vater Georg 1543 gestorben war. 2s Vgl. die Anwesenheitsliste in Nr. 7, Anm. 6. 2 Abschr. z. B. in Frankfurt a. a. O. und Marburg, Arch., Nr. 847 und Braunschweig a. a. C.; Auszug bei G. Schmidt a. a. O., S. 83- ð6. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 34 1546. Verhandlungen des Landgrafen Philipp mit dem Kaiser. 30. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Februar 20. Spangenberg. Str. St. Arch., AA 545, f. 37—39 und 48. Ausſ. 1. Bei der Anschrift Vermerk: «Cito, eitop.— Empf. Do. 25. Februar,«pro eodem die I noch mittemtag».— Erw. von . Druffel Beitr. 2. Reichsgesch. III, S. VII. Bericht des Grafen von Solms über seine Unterredung mit Naves; Brief Philipps an Naves; Bitte um Rat. Heute Graf Reinhard von Solms angekommen, der von einem Gespräch mit Naves in Oppenheim berichtete. Do hab er[Naves] in gefragt, was uf dem reichstage zu Frankfurt gehandlet sei. item man sagte, man wolt sich entporen gegen kei. Mt. sie zu tringen. daruf der grave geant wort, da hab er nit von gehort, sondern das si gern friden haben wolten. sonder der grave hab gehort, wie das kei. Mt. willens sei, diese religion zu straffen. da hab der von Naves gesagt: sagt man das? es ist nit wahr; mit andern mehr worten. und es sei dem Keiser angezeigt, der landgrave sei ein rechter redelfurer und practicir die ding. und der keiser hab weiter gesagt, die protestirenden wissen, wie ich inen hab zugesagt; das will ich inen halten; fahen sies an, so mussen sie mir ursach darzu geben». Naves habe ein kaiserliches Einverständnis mit dem Papst und mit Frankreich in Abrede gestellt und für angebracht erklärt, dass Philipp beim Kaiser persönlich, mit oder ohne Geleit, erscheine und sich entschuldige;(do werde uns die kei. Mt. ir gemut auch erofnen. Der Graf von Solms habe ihm seine eigenhändige Aufzeichnung über diese Unterredung übergeben, welche Naves gelesen und gebilligt habe. Hiervon liege Abschrift beis, ebenso auch von Philipps Antwort an Navest.(Und 30 1 Nach dem Entwurf in Marburg, Arch., Sachsen, E. L. auch an den K urfürsten von Sachsen gerichtet; Augsburg erhielt das gleiche Schreiben am 3. März, vgl. Nr. 28, Anm. 4. 2 Vgl. über ihn A DB XXXIV, 584- 585. 3 Vom 20. Februar(àbschr. AA 545, ſ. 40=- 42; Or. in Marburg, Arch., Nr. 845, f. 296-= 297; ben. von Sleidan, De statu rel... comment. II, S. 415, v. Druffel a. a. O. und Hasenclever, Pol. Karls V., S. 24). Der Inhalt entspricht dem Auszug in Philipps Brief an die XIII. Aus Spangenberg vom 20. Februar(Abschr. in AA 545, f. 43- 47, und Marburg, Arch., Nr. 1386; ben. von Sleidan und Hasenclever a. a. O.): Der Landgraf bezieht sich auf das Gespräch zwischen Naves und Solms und wendet sich gegen Naves' Behauptung, dass auf dem Frankfurter Tag Praktiken gegen den Kaiser getrieben worden seien. Gibt die Verhandlungsgegenstände des Frankfurter Tages an: Stellung zum Konzil, Bundesangele— genheiten, Rechnungen des Braunschweiger Zuges, Durchführung von(fried und recht», kurkölnische Sache, Praktiken des Papstes und Herzog Heinrichs von Braunschweig, worüber er an Gran vella geschrieben habe(vgl. Nr. 27, Anm. 2), Gegenmassnahmen der protestantischen Stände gegen die Rüstungen des Braunschweigers, worüber er ausführliche Mitteilungen macht, Verhandlungen mit Kurpfal̃ und Kurmainz betr.(frid und recht» und den Erzbischof von Köln. Freut sich, dass nach Solms’ Bericht die Gerüchte über Rüstungen des Kaisers, die er aufæzählt, nicht zutreffen. Wegen seiner Jusammenkunft mit dem Kaiser habe er sich mit einigen Ständen der Augsburger Konfession in Verbindung gesetzt; bezieht sich dabei auf seine Verhandlungen mit Dr. Siebert von Löwenburg (vgl. Nr. 28, Anm. 2 u. 6). Bittet darum, seinen Brief Granvella mitzuteilen.— Am 2. März schreibt Löwenberg aus Maastricht an Philipp, Naves sei mit der Antwort(uber die maiss wol zufrieden.» Am Geleit solle es nicht fehlen. Da Philipp nicht ohne Vorwissen der andern Bundesstände kommen wolle, so hört er, dass der Kaiser Ce. fl. G. dorin kein maiss setzen werden. doch befind ich der kai. Mt. gemoett dohin gericht ainzig und vertreulich 2 Da———.————— 1546. Bericht über die Verhandlungen auf dem Frankfurter Bundestage. 35 das wir dem von Naves dermassen geschrieben, bewegt uns, das der kei. Mt. so seltzame ding von diesen stenden angezeigt und uns herwiderumb von der kei. Mt. auch seltzame ding gesagt werden, uf das ire Mt. ungeverlich verneme, was die handlung, die zu Frankfurt verhandelt. Wir haben auch in[Solms] gefragt, ob er nit vernomen hett, wie die sach mit Coln stehe. do hat er uns geantwort, das er mit dem von Naves davon geredt; do hab der von Naves gesagt, es seie ein rechtlich sach; die werde kei. Mt. uf beiden theiln bei recht handhaben.“ Wenn sie nun aus diesem Schreiben«ein ander gemut» schöpfen als aus seinem gestrigen Brief, so mögen sie es eiligst mitteilen.— Dat. Spangenberg 20. Februar 1546. 31. Fortsetzung des Berichtes von Jakob Sturm, Heinrich von Müllenheim und Michel Schwenker vor dem Rat über die Verhandlungen in Frankfurt. 1546, Februar 20, 22, 24 Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotokoll von 1546, f. 58— 65. Aufzeichnung des Stadtschreibers über die Sitzung vom 20., 22. und 24. Februar. 20. Februar: Dänische Gesandtschaft; Abschied der einungs verwandten Stände; Werbung der englischen Gesandten bei Landgraf Philipp.— 22. Februar: Abschied der defensions verwandten Stände; Werbung der Gesandten von Herzog Moritz von Sachsen.— 24. Februar: Abschied von Kurpfalz, Hessen und Kursachsen betr.(frid und recht» usw.; Abschied der sächsischen und hessischen Rechnung; Bericht der Gesandten in England und Frankreich. 20. Februar. Zunächst wird der Abschied mit den dänischen Gesandten verlesen. Jakob Sturm bemerkt dazu,«das zwischen den stenden und Denmark einigung der religion, aber daneben ein sonder einigung mit andern stenden sei, nachdem aber die ved mit Brabant, deren im abschid meldung geschicht, die religion nit anlang, hab man verabschidet, man woll dem konig antwort geben.“ Über die gardung der knecht» hätten sich die Oberländer nicht eingelassen. Dann folgt Verlesung des dabschid, so zwischen der geeinigten stenden allein usgerichty, vom 7. Februarz. Doch werden einige Partikularsachen als unnötig übergangen. Jakob Sturm bemerkt, man habe den Punkt über die Nichtbeschickung des Frankfurter Tages dureh Pommern hineingesetzt, weil es«nit geschickt us dem, das der tag inen zu kurz verkundt und man dafur gehapt, das der tag sich so lang solt, verzogen haben.» Zu den von Wilhelm von Fürstenberg vorgeschlagenen Bedingungen? sei noch niemand in den Bund aufgenommen worden.«Regensmit e. fl. G. zu redden, wolchs e. fl. G. volgend an di andern zu pringen...(Or. in Marburg, Arch., Ur. 851).— Zu den Verhandlungen Philipps mit Erzbischof Sebastian von Mainz sind Neudecker, Akt., 8. 675-679, Hasenclever, Die Polit. d. Schmalkald., 8. 210 — 214 und die Akten in Marburg, Arch., Nr. 2093 heranzuziehen. 31 1 Siehe Nr. 29, Anm. 16. 2Abschr. in Frankfurt, Arch., Reichssachen Il, Nr. 1013, und Marburg, Arch., Nr. 847; Auszug bei G. Schmidt, Z. Gesch. d. Schm. Bunds, S. 75ff. 3 Nämlich keine Beitragszahlung und Dienst für den Bund zu 400 Gulden monatlich; Jakob Sturm wird im Abschied beauftragt, dem Grafen vertraulich mitzuteilen, dass man jetzt ein Mass des Gemeinen Pfennigs auf Hintersichbringen bedacht habe, welches der Graf im Falle der Annahme auch bewilligen solle. Dann würden sich die Stände im Notfall über die Besoldung mit ihm schon vergleichen. 3* 36 1546. Bericht über die Verhandlungen auf dem Bundestag purg halben hab man darumb den gesandten zum keiser kein bevelch geben, das man sehen woll, ob kai. Mt. die mandaten[gegen den Kölner] abstellen woll; so es daselbst nit beschehe, wurde mans gegen Regenspurg noch weniger thon.»— Schertlin, dessen Flecken Burtenbach«in der marggraveschaft Burgau ligt, do die oberkeit kon. Mt. zustendig, sei darum nit eingenomen, das man bisher sonder personen nit eingenomen der fl. oberkeit halben bedenken und er deren von Augspurg und der verein diener, wo es[!] etwas gemain furfil, wol hilf haben werde».—«Die handlung mit Engelland, das Engelland und dise stend des trentischen concilii halben fur einen man sten solt[en], demselben sich zu widersetzen etc., ist anzeigt: der zeit und Engelland dis gesucht, die handlung zwischen dem keiser und dem Franzosen dohin gerickt gewesen, das ein grundlich frid zwischen inen gemacht sein solt; derhalben Engelland damals des verstands begirig. als aber Orliens* gestorben und der keiser ein neue pundnus mit Engelland eingangen, will es sich ansehen lassen, das dem konig nit mehr so vil daran gelegen, dieweil der keiser inen vertrost, Engelland derf sich des bapstz nit besorgen, dan wan er sich des titels, das er der kirchen in Engelland noch Christo oberhaupt sei, endschlagen und[in] nit prauchen, woll der bapst alles ander gegen ime fallen lassen.»—«Ist des konigs zu Engelland gesandten werbung an Hessens gelesen sich dahin streckend, so man meinte etwas daruf zu handlen, mocht man zu im in England schicken; welchs weitleufig und derhalben der abschid disfals also gestelt®.» 22. Februar. Der Abschied der Braunschweiger defensionsverwandten Stände vom 7. Februar wird verlesen’. Jakob Sturm setzt hinzu, das «factum»® sei gedruckt worden, weil«in den Niderlanden usgeben worden, als ob hlerzog] Heinrich im anstand und friden uber zugesagten glauben gegriffen und gefangen worden.» Sachsen und Hessen wollten jeder einen Teil des Landes verwalten. Das sei billiger; aber Lüneburg und die sächsischen Städte meinen, beide wollten«sich also einbringen und under sich teilen»; sie bestehen daher auf vorhergehender Erkundigung. Mit einziehung der vestung Wolfenbüttel sei es wol geslossen, aber man versehe sich nit, das es beschehe; dan Sachsen und Hessen nit lust darzu habens. Herzog Heinrich hat, als ihm die Wehr genommen wurde,«sich etwas spitziger wort horen lassen und hab man abgestelt, das[man] sie[Heinrich und seinen Sohn] nit mer usgeen lassy. Da Herzog Moritz über die Nichtzulassung seiner Gesandten zu Heinrich beleidigt War,«hab man disen artikel gesetzt,[dass man] nieman mer allein zu im lassen solle».— Sodann wird die Werbung von Herzog Moritz’ Gesandten in Frankfurt,(wie die us seinem mund ut— zeichnet, dan er die nit in schrift geben wollen», und die Antwort der Stän4 Vgl. Pol. Korr. III, S8. 637- 639. 5 Vgl. a. a. CO., S. 712, zum 7. Februar und ebenda Anm. 2. 6 Nämlich jeder solle auf dem nächsten Tage Vollmacht wegen etwaiger englischer Anerbietungen haben. 7 Abschr. in Frankfurt, Braunschweig und Marburg a. a. O.; Auszug bei G. Schmidt, a. 4. O., 8. 85. 91. 8 Nämlich über den letzten Jug gegen Herzog Heinrich und dessen Gefangennahme. 9 Vgl. Neudecker, Akt., S. 662— 663 und die Äusserungen Christos von Carlowita über sein Gespräch mit Jakob Sturm in seinem Brief aus Frankfurt an Herzog Moritz (Or. in Dresden, Arch., Loc. 9137; gedr. bei Brandenburg, Pol. Korr. II, Nr. 858, 8. 510-512) von 1546, Februar 5. 2 zu Frankfurt am Main. Kaiserliche Werbungen. 37 de verlesenro. Moritz habe sich erst, nicht an die Stände wenden wollen. Herzog Barnim von Pommern, Württemberg und Markgraf Hans von Brandenburg wollte man jet zt nicht zur Zahlung drängen,«uf das man inen nit ursach geb, sieh von künftiger verstendnus zu ziehen». 24. Februar.„Ist der abschid den 3. Februarii a. etc. 46 durch pfalꝑzgrave Friderichen churfſursten], den landgraven zu Hessen und den[!] sech— sischen rethen gemacht, belangen frid und recht im reich teutscher nation, des erzbischoffen zu Coln hilf, recusation und die christlich religion belangen, gelesen». Jakob Sturm bemerkt«nichtz sonders» dazu. Dann wird die Relation von Niedbruck, Johann Sturm und Sleidan über ihre Handlung zwischen Frankreich und England und der darüber gefasste Abschied verlesen, und endlich erläutert Sturm den Abschied über die Rechnungenis. Dann wird alles an einen Ausschuss gewiesen, in den neben den 3 Gesandten Pfarrer, Frank und Joham gewählt werden. 32. Petermann an Bernhard Meyer. 1546, Februar 23. Strassburg.] Basel Arch., Polit. M 8, 2, f. 368 Or. Verhandlungen des Kaisers mit Frankreich; kaiserliche Rüstungen; Werbung von Naves beim Kurfürsten von der Pfalz. Hat so lange nicht geschrieben, da er verreist war. Meyer wird längst, wissen,(wie der pfalzgrave churfurst unsern stenden zugethon ist, auch das unsere stend 1. Aprilis wider zusammenkommen sollen zu schliessen. ich hoff, es soll alles wol nahergony; Kaiser und König von Frankreich hatten ihre Gesandten zu Cambraye. Doch ist, wie ihm G.] geschrieben werde, nur über die Grenze und einige Punkte des letzten Vertrags verhandelt, worden.(Also das mans darkur haben will, das diss jars zwischen kaisser und Frankreich kein krieg werd; auch soll der kaisser an guten worten und verhaissen nicht erwinden lassen, den kong des zu vertrösten. nichts= desterminder ist der kaisser in grosser rüstung. man hat kundschaft, das er sein gardison gesterckt bis in die 6000 pferd. etlich wöllen wol mainen, er werds im Niderland lassen, das land damit zu besetzen, uf das ers in gehorsam behalt und auch, so er ir bedorfe, an der hand hab; got weiss, was er im sinn habe. der Naves ist den 18. diss monats zu Haideiberg gewessen bei dem churfurstens und under anderm begert, von wegen des kaissers, das der 10 Abschr. in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1017 und Braunschweig a. a. CO.; vgl. Brandenburg a. a. CO., II, S. 510—511, Anm. 2, und Pol. Korr. III, S. 716-711. 11 Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 845, f. 403 411 und Frankfurt, Arch., Reichstagsakten 59, f. 101-106; Auszug bei v. Seckendorff, Comment... de Lutheranismo III, S8. 660. Nach der Aufschrift in Marburg als Instruktion für den Regensburger Reichstag gedacht. 12 Siehe Nr. 29, Anm. 21. 15 R. a. O., Anm. 20. 32 1 Deckname für Dr. Ulrich Geiger; vgl. Handschriftenproben I, Taf. 25 und Zeller, La réunion de Metz à la France J, 8. 76, Anm. 3. ? Vgl. Nr. 20, Anm. 14. * Vgl. hierzu Hasenclever, Die kurpfälz. Politik in den Zeiten des schmalkald. Kriegs 8. 184, 16 ö N. 38 1546. Zusammenkunft Landgraf Philipps mit dem Kaiser. churfurst alsbald uf wolle sein und gen Regenspurg ziehen, damit man dem richstag ein anfang mach; aber ich acht, er werd sich bass bedenken und den unnutzen kosten sparen. es hat auch Naves gesagt, kaisser sei am ufherziehen und den 20. Februarii werd er zu Mastrich inkommen, darnach noch furter rucken nach Regenspurg etc. wie es mit dem colloquio stat, dieweil es mine hern schriben, auch andern zeitungen, lass ichs dabi bliben.» Dat. 23. Februar 1546. 33. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Februar 25. Strassburg.] Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 5—6. Ausf.— Praes. Kassel, 2. März 461. — Ben. von v. Druffel, Beitr. 2. Eeichsgesch. II, 8. VIII u. Hasenclever, Pol. Karls T., S. 26. Halten Philipps Zusammenkunft mit dem Kaiser für unnötig. Haben seine beiden Briefe vom 19. und 20. Nr. 28 und 30] mit den Abschriften«heut zwuschen siben und achten empfangen... demnach wir nun aus solchem schreiben verstand, das die angezognen reden von dem von Naves eben zeitlich ergangen und seither nit allein diser stend gesandten zu der kei. Mt. kommen und ir Mt. der ding, so zu Frankfurt verhandlet, zum theil, sonder auch e. fl. G. seither ine, Navis, nach der lenge berichtet, so hetten wir bei uns darkur, dweil one zweifel der von Naves der kai. Mt. das schreiben, so e. fl. G. im gethon, nit wurdet verhalten, das nit nodt were, auf sein, des von Naves, anzaigen, reden und gutbedunken bei der kai. Mt. weiter ze suchen, das ir Mt. e. fl. G. zu sich verglaiten solte, von inen selbs vernern bericht zu empfahen; sonder mochten e. fl. G. ime, Navis, schreiben, dweil si ine aller handlung berichtet und leiden möchte, das er die kai. Mt. eins solchen verstendigte, wurde ir Mt. us demselben und dann dem anwerben diser stend gesandten sich genugsam zu berichten haben, wes diser stend handlung auf jungsbem tag zu Frankfurt irer selbs ainigungssachen gewesen und ir Mt. aincher practick wider si bei disen stenden nit zu befahren, inen auch von den widerigen unschuldiglich und allein ir Mt. zu ungnaden und unkriden zu bewegen zugelegt werden. wolte aber e. fl. G. bei inen bedenken, das besser were, das zu irer Mt. si sich fuegten und mundlichen bericht thädten und von irer Mt. herwider bericht empfiengen, das wöllen zu e. fl. G. höherm bedenken und denselben wir heimgestelt haben. und werden e. fl. G. alsdann us furstlichem verstand sich wol zu berichten haben, wes bei irer Mt. ze reden, auch auf ain sollich form des gelaits zu gedenken, das si gnugsamlich versichert werden. Dat. 25. Februar 46. 33 1 Nach dem Zettel beim Brief des Landgrafen vom 1. März(Nr. 35) ist der Brief aber bereits am 1. März eingetroffen. 1546. Audienz der protestantischen Gesandten beim Kaiser. 39 34. Ogir von Melem! an Jakob Sturm. 1546, Februar 27, Maastricht. Sr Str. St. Arch., AA 543, f. 1—2. Or.-Prod. Sa. 13. März 46. Audienz der protestantischen Gesandten beim Kaiser; dessen Reiseplan. Der Kaiser ist mit seiner Schwester, der Königin Maria, Freitag, den 19., abends in Maastricht eingeritten; die Gesandten haben am andern Tag durch Granvella um Audienz bitten lassen. Dieweil aber ir Mt. wenig teutscher rethe deren zeit am hof, auch den hern von Naves zu etlichen churfür— sten am Rhein verschickt, haben wir etlich tage und sonderlich des von Naves ankunfte erwarten und also gestern freitags 26. unsere werbung erst thun mussen, welche die kai. Mt. in gegenwertikeit vieler irer Mt. teutzscher und welscher rethe eigener person genedigst angehört und uf antwort uns vertrosten lassens, deren wir abzuwarten unbeschwert, acht genzlich, ir Mt. werde die sache uf den raichstag zu erörtern verschiben, dieweil sie den aigener person zu besuchen uf der fahrt und vorhat.“ Nach den Angaben des(Holgesindes) wird der Kaiser in wenigen Tagen über Lüttich, Luxem-— burg, Metz, wo er sich etwa einen Monat aufhalten will, und Strassburg sich nach Regensburg begeben. Doch habe sein Erscheinen in Strassburg als wenig glaubhaft zu gelten. Datum Maastricht, Sa. 27. Februar 46. 35. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, März 1. und 2. Kassel. Str. St. Arch., AA 545, f. 49 und 54. Ausf.— Prod. So. 14. März. Sendet den Bericht Keudels aus Maastricht.— Zettel: Hat nach Empfang ihrer Antwort an Löwenberg geschrieben. C... Was uns unser rath und diener Hans Keudel, den wir in der colnischen sach an kaiserlichen hove gefertigt, schreibt, des schicken wir euch hiebei copeie, uf das ir des auch wissens und den sachen weiter nachzudenken habt». 34 1 Älterer Bürgermeister von Frankfurt am Main. Er war am 25. Januar mit Asmus von Könneritz und Hans Uslar von Goslar von Frankfurt aufgebrochen(vgl. Sturms Tagebuch AA 537, f. 132). ? Naves traf erst am 25. Februar ein(Brandenburg, Pol. Korr. II, S. 529). 3 Vgl. über die Audienz der Protestanten am 26. Februar Nuntiaturber. VIII, 8. 562, Anm. 2. Zu den Antworten des Kaisers s. Nr. 57, Anm. 7. à Dasselbe schrieb Asmus von Könneritz am 20. Februar aus Maastricht an den Kurfürsten von Sachsen, der am 9. März davon Abschrift an Landgraf Philipp schickte und diesem zur Reise nach Strassburg riet:... Dann an dem ort zu Strassburg sein e. L. sicher und haben er Jacob Sturm, auch sonst andere bequemmickeiten an der hand. Da er aber vor Abgang des Briefes hörte, dass der Kaiser von Strassburg auf Worms oder Speier ziehen werde, hielt er die Reise nach Strassburg nicht mehr für nötig(Torgau; Ausf. in Marburg, Arch., Sachsen, E. L.; praes. Spangenberg 14. März). 35 1 Der Landgraf schrieb am 10. Januar dem Kurfürsten von Sachsen, er werde Keudel«zu Coln den 25. dis monats ankomen lassen.»(Kassel; Entw. in Marburg, Arch., Sachsen, E. L.). 2? Der Bericht Johann Keudels vom 21. Februar aus Maastricht(Abschr. in AA 545. f. 50— 53, ben. von v. Seckendorff, Comment.... de Lutheranismo III, S. 659 und Hasenclever, Pol. Karls V. usw., 8. 19, Anm. 1 und S. 24 nach der Abschr. in Weimar, Arch. —— —* — 40 1566. Zusammenkunft des Landgrafen Philipp Dat. Kassel 1. März 46.— Zettel. Gestern ist uns euer antwort(Nr. 33] und bedenken belangende kei.r Mt. und unser zusamenkunft einkommen; wilche wir von euch gnediglich vermerkt. haben demnach doctor Seiberto wider geschrieben lauts der copeien hirneben».— Dat. Kassel 2. März 46. 36. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, März 2. Strassburg.] Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 7—10, Ausf.— Praes. Gudensberg, 16. März. Trotz Granvellas Schreiben muss man sich vorsehen. Antwort auf Philipps Brief vom 16. Februar[Nr. 27]. Auf die Frage, wofür sie Granvellas Brief halten, bemerken sie:«Wo die handlung der kai. Mt. rustung halben, davon dannocht, wie e. fl. G. wissen, vil ansehenlicher reden gönd, geschaffen were, wie er, Granvellen, die verantwort, solte derhalben wenig zu befahren sein. nachdem e. fl. G. aber vermög ires schreibens copei in mehrer kuntschaft mit demselben dann wir seind, werden sie auch besser wissen dann wir, wes auf sollich schreiben sich zu verlassen. nit desto weniger aber und dweil dannocht bei dem puncten, das die kai. Mt. umb des willen, das andere uslendische kriegsleut bei einander haben, auch pillich kriegsvolk annemmen soll und auf etlich practicken, so man mit allerhand haubtleuten und stenden brauchen soll, gedeutet und doch nit lauter ange— zeigt wurdt, ob ir Mt. volk annemme oder nit; darzu in solchem schreiben bei der handlung mit dem erzbischofen von Cöln beschleusst, das unpillich were. daz die kai. Mt. bei sein chfl. G. leiden solt, dessen er sie von dem von Reg. H., Nr. 209, Vol. II): Hat gemäss seiner Instruktion betr. Herzog Heinrich von Braunschweig[in Marburg, Arch., Nr. 1386, f. 9— 10] am 20. Februar seine Werbung bei Granvella ausgerichtet, der beruhigende Erklärungen über das Verhältnis des Kai-“ sers zu Herzog Heinrich gab. Die Protestanten haben vom Kaiser keinen Krieg zu befürchten. Auch gegen den Erzbischof von Köln hätte der Kaiser viel schärfer vor gehen können, wenn er gewollt hätte. Gran vella befürwortete sehr die Zusammenkunft Philipps mit dem Kaiser und die Beschickung des Kolloquiums durch die Protestanten. Zu Misstrauen sei kein Anlass. Die Werbung von Naves beim Erzbischof von Köln betraf dessen persönliches Erscheinen am Reichstag zu Regensburg und Verhandlungen über die Türkenhilfe. Am 21. Februar liess Granvella durch Obernburger den protestantischen Gesandten anzeigen, dass die Audienz beim Kaiser wegen des Fehlens der deutschen Räte um einige Tage verschoben werden müsse; die kaiserliche Antwort werde auf dem Reichstag erfolgen. Der Kaiser hat den(Scepperumwy nach England zu Bündnisverhandlungen mit dem König entsandt(vgl. State papers XI, 8. 63- 64).— Über den kaiserl. Rat Corneille Duplicius de Scepper s. Génard, Notes biograph. sur C. D. de n: Bull. de l’acad6m. royale d. sciences... de Belgique 39(1875). 3 Abschr. in AA 545, f. 56— 56; Entw. in Marburg, Arch., Nr. 851 mit dem Datum: Kassel. 1546, März 3. Der Landgraf teilt darin Dr. Sibert von Löwenberg mit, dass er auf Grund des Meinungsaustausches mit einigen seiner Verbündeten bereit sei, den Kaiser in Worms, Speier oder Heidelberg zu treffen, obwohl dies nach seinem Brief an Naves [vgl. Nr. 30, Anm. 4] nicht mehr nötig wäre. Er übersendet ihm den Entwurf eines Geleitsbrieks Abschr. in AA 545, f. 57—59], wie er ihn vom Kaiser mit Angabe von Platz und Pag so rechtzeitig ausgestellt wünscht, dass er zum Tage bequem in Begleitung einiger Gesandten von Bundesverwandten reiten könne. Auf einem Zettel ermächtigt er ihn, den Brief durch Naves und Granvella lesen zu lassen. AA— t—— mit dem Kaiser. Schloss Riedberg. 41 Navis so treulich erinnert, und Navis aber allein den stillstand begert bis end des reichstags, wo dann der from churfurst dem nit statt thun konde und das vorig usgangen mandat so scharpf, das ir Mt. sie aller regalien privier en wölle, könden wir nit wissen, was das nit dulden sein wurde, dweil wir nit darfur haben, das jemand anders bald die execution fur hand nemmen werde. achten derhalben, dweil dannocht die bestallung der reuter und haubtleut in solchem heftigen geschrei, das dann nichts zu verachten, sonder ganz gut fursehung gethon werden soll, ob sich je etwas zutragen wolt, das disem frommen bischof oder andern stenden der religion halben zu beschwerden komen solt, das man dannocht zur nodturft gefasst sein möcht!. datum den andern Merzen a. 46.» 37. Landgraf Philipp an den Rat. 1546, März 31. Kassel. Str. St. Arch., AA 545, /. 59— 60. Ausf.— Lect. 15. März 46. Betr. die Besatzungskosten des Schlosses Riedberg. Beschwert sich darüber, dass die Stände auf dem Frankfurter Tage in der hessischen Kriegsrechnung 700 Gulden für die Besatzung des Schlosses Riedberg gestrichen haben, weil dieses den Grafen und nicht den Ständen zustehe, weshalb die Kosten nicht auf den Bund zu übernehmen seienz. Er wendet dagegen ein, dass der Graf von Riedberg Anhänger Herzog Heinrichs sei, ihn durch Zuzug und Geschütz unterstützt und sich mit ihm verbündet habe. Der Riedberg sei stets der beste Unterschlupf für Herzog Heinrich und seine Anhänger gewesen; seine Einnahme sei daher notwendig gewesen?. Dat. Kassel 3. März 46. 361 Auch Augsburg fand Granvellas Brief«etwas zweifelig und unlauter, mag woll in gutem und argem verstanden werden.»(Ausf. vom 1. März in Marburg, Arch., Nr. 1435, f. 6; praes. Kassel 9. März). Noch schärfer äusserte sich Herzog Ulrich. Auf einem Zettel erklärte er aber sein«gemuet entlich» dahin,«so anders wir protestirenden die köpf(wie bil lich) zusamenhalten wöllen, man werde uns ungeheidt lassen,»(Nürtingen, 4. März; Ausf. in Marburg, Arch., Württemberg; praes. Kassel, 10. März), womit sich der Landgraf ein verstanden erklärte(Entw., Kassel, 10. März, a. a. CO.). 37 Nach dem Entwurf in Marburg, Arch., Nr. 855, f. 1 auch an Braunschweig, Ulm, Augsburg, Bremen und Hamburg(also an alle Stimmstände) gerichtet, mit dem Datum 23. bzw. 25. Februar. Auch a. a. CO., Stadt Strassburg 1546, f. 3— 4 befindet sich eine noch verbesserte Reinschrift an Strassburg aus Spangenberg, Februar 25. Beschluss vom 3. Februar(vgl. Sturms Tagebuch AA 537, f. 139), vgl. auch Nr. 29, Anm. 20; die Stände blieben trotz wiederholter Einsprüche Philipps dabei bestehen (a. a. O. f. 141, 1442, 145 a). Zur Einnahme des Schlosses vgl. Pol. Korr. III, Nr. 641. 3 Die Sache wurde an die Verordneten verwiesen(Ratsprot. 1546, F. 92 b— 93). Um sandte den Brief am 13. März an die oberländischen Bundesstädte und mahnte sie zugleich zur Erlegung ihres Anteils an den 12000 Gulden(Entw. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 971). [5 1546. Hilfe für Kurköln; kaiserliche Werbungen. 38. Der Rat an Landgraf Philipp. 1546, März 6. Strassburg. Weimar, Arch., Reg. HN, pag. 663, Mr. 202 Abschr.(Ausf. in Wien, Haus- Hofund Staatsarchin.)— Praes. Gudensher9, 16. März? Betr. Hilfe für den Erzbischof von Köln. Die Gesandten in Frankfurt haben bei ihrer Rückkehr unter anderen über die Antwort an den Erzbischof von Köln berichtet, dass man ihn nicht verlassen wolle und dass dafür der Gemeine Pfennig wie 1542 und 1544 für die Türkenhilfe erlegt werden solle. Der Beschluss darüber war nur auf Hintersichbringen gefasst; die Erklärungen darauf sollten bis zum 15. ds. eingehens. Sind bereit, sofern die anderen Stände es auch tun,«damit hierin gleicheit gehalten, auch bewilligt wurdt., Wenn etwa ein Stand es nicht den Untertanen auferlegen kann, soll er so viel geben wie 1542.«Solte aber disser weg bei andern stenden gemeinlich nicht wollen volge haben», so sind sie zu billiger Verhandlung auf dem nächsten Tage bereit. Wird der Erzbischof vorher der Religion wegen angegriffen,«seind wir willig, vermög deshalben gegebenen abschids uns zu beweisen und zu halten». Dat. 6. März 46. 39. Bürgermeister und Baumeister von Augsburg an die XIII. 1546, März 6. Augsburg.] Str. St. Arch., AA 642, f. 1—4 Ausf.— Prod. Mi. 10. März. Geplante Reise des Kaisers über Strassburg. Zettel. Vergeblicher Versuch des Kaisers, Nürnberg, Um und Augsburg für einen Bund zu gewinnen. Hören, dass der Kaiser über Strassburg nach Regensburg ziehen wolle [vgl. Nr. 34]; bitten um Nachricht darüber. Kommt der Kaiser, so mögen sie«uns, so vil... ir gelegenheit sein will, in höchstem vertrauen... ZUschreiben, was der kai. Mt. begern bei e. F. sein werde, es sei abhaltung von der christlichen ainigung und religion, annemung anderer bundnus oder was uns also auch belangen möcht, auch ain elrbarer] rat zu Strassburg darauf zu thun bedacht oder gethon hetten, desgleichen wahin ir Mt. irn weg furt er ze nemmen willensr. Dat. 6. März 46.— ‚Zettel: Teilen im Geheimen mit,«das die röm. kai. Mt. hievor etlich mal an die erbern drei stett des gewesen schwebischen bunds Nurmberg, Ulm und uns und ander auch ge— langen und begern lassen mit irer Mt. und den gaist lichen bundnus einzegeen; 38 1 Unter den nach dem schmalkaldischen Kriege dem Kaiser ausgelieferten hessischen Akten. 2 Vermerk auf der Ausf. in Wien, die mit der Bescheinigung der hessischen Kanzlei über den Erhalt eines Strassburger Schreibens dieses Inhalts übereinstimmt(Ausf. in AA 546, f. 109, Gudensberg, 16. März 46). 3 Vgl. Nr. 11 und Nr. 20, Anm. 9 das«bedenken, so die eil furfiel, wo noch der 1. März angegeben ist. Im Abschied der konfessions verwandten Stände(vgl. Nr. 29, Anm. 22— 24) wurde, wohl wegen der Länge des Frankfurter Tages, der 15. März bestimmt. 89 1 Gedr. von Ludw. Müller, Nördlingen im Schmalk. Kriege, 1877, 8. 15, Anm.— Auf einem weiteren Zettel bitten sie um neue Zeitungen. earn, nan n mm— 23 —— m* 7———— 1546. Neue Bundesverfassung. so solt auch die religion frei ausgenomen und hinangesetzt werden etc. welchs aber die erbern drei obgemelten stett undertheniglich und glimpfig abgeschlagen?; des versehens, sie werden noch darbei und bei den evangelischen stenden pleibenz. actum ut in literis.»; 40. Esslingen an den Rat. 1546, März 9. Esslingen] Stuttgart, Arch., Büschel 58, Entw.— Auszug im Ratsprotokoll von 1546, f. 92. Prod. 15. März. Verbesserungsvorschläge zu zwei Punkten der neuen«bundesnotel». Ihre Gesandten in Frankfurt haben ihnen über den Tag berichtet und eine gestellte«notel» der Vereinigung vorgelegt!. Zu dieser haben sie folgende Bedenken: 1. Der Artikel über die Streitigkeiten unter den Ständen[Punkt 3] setzt nicht fest, wie für die Vollziehung des Urteils gesorgt werden soll, wenn der Verurteilte ihm nicht nachkommt;«dweil es doch vergebenlichen, wo in solchen fellen allein geurteilt und der obligende theil zu keiner execution kommen mochte.» Schlagen daher vor beiliegenden* Artikel anzuhängen. 2. In der darauf folgenden Bestimmung wird nur auf die Reichsordnung verwiesen. Da«aber diser zeit das kei. camergericht nit in ubung ınd zu besorgen, das dise stend zu begerter besetzung desselbigen ganz beschwerlichen komen mogen», so meinen sie, damit auch in der Zwischenzeit jeder in seinem Besitz geschützt werde, dass bis zur Wiederbesetzung des Kammergerichts auch dieser Artikel«auf den austrag der vorhabenden commissarien auch zu richten sein solte.» zitten, Strassburg möge dieses Bedenken im Besten vermerken und «bei inen selbs den sachen auf solichen oder andere meher gegrünte befuegte weg nachtrachten und derselbigen gesanten zu künftigem tag gen Wormbs bevelch geben, die sachen und handlungen dahin helfen richten und ratschlagen, damit under disen stenden auch in zeitlichen sachen fridliche ainigkeit erhalten, und wo je under disen stenden etwas irrungen noch vorhanden oder kunftiglich mochten furfallen, das dieselbigen under und zwischen inen gutlich oder rechtlich mochten erortert und hingelegt werden»?. Dat. Di. 9. März 46. | | 2 Der vorgeschlagene Artikel über die Religion gedr. von Roth, Augsburgs Ref, Gesch. III, S. 334, Anm. 9. Vgl. über diese Verhandlungen Hasenclever, Pol. d. Schmalk., S. 45ff. und eingehender nach den Augsburger Akten Roth, a. a. CO., S. 318 ff. 3 Die ernste Besorgnis Augsburgs verrät sein Brief an Landgraf Philipp vom 12. März (Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 1435, f. 10—11, praes. Gudensberg, 17. März), in dem sie u. a. die Aufnahme von 2 bis 3 Fähnlein Knechten bei sich vorschlagen und um Bundeshilfe bitten. In seiner Antwort vom 18. März sucht der Landgraf die Befürchtungen Augsburgs wegen der kaiserlichen Politik mit Gründen der Vernunft und Politik zu entkräften und erklärt Bundeshilfe in diesem Falle grundsätzlich für ausgeschlossen. Augsburg möge 1000 1500 Mann auf Wartgeld annehmen; doch dürfen diese keine Fähnlein aufrichten, um nicht das Misstrauen des Kaisers zu erregen(Entw. a. a. CO., f. 14— 24; beide Briefe ben. von Roth, a. a. O., 8. 340- 341; vgl. auch Vogel, D. Reichsstadt Augsburg, S. 6). 40 1 Siehe Nr. 29, Anm. 12. 2 Strassburg antwortete am 15. März, es werde die Vorschläge erwägen und danach seinen Gesandten Befehl geben(Ausf. a. a. CO.). 4 1546. Bericht über das Regensburger 41. Die XIII an Bürgermeister und die geheimen Räte von Augsburg. 1546, März 11. Strassburg]. Augsburg, Arch., Literalien 1546, Ausf. d Über die Reise des Kaisers. Ihr Schreiben über das Heraufziehen des Kaisers«haben wir nähten gegem abend empfangen. Nr. 391.... und hat uns gleichwol den andern tag angelangt, wie höchst gemelte ra. Mt. sei von Mastricht auf Limpurg zogen, da dannen durch das land Lutzelburg und auf Metz zu willens iren weg volgens alher zu nemmen. so ist uns gleich die stund, und wir euer schreiben verlesen, beigeschlossener brief[wahrsch. Nr. 34 deshalben zukommen, darauf wir usgeschickt die ding sovil möglich zu erkundigen.) Werden,(was euch zu wissen dienstlich), anzeigen. Dat. Do. 11. März 46. 42. Bucer an die XIII. 1546, März 12. Regensburg. Str. St. Arch., AA 540, f. 29—- 33. Ausf. von Corn. Faber mit Bucers Unterschrift. Prod. Do. 18. März.— Ben. von Lenz, Briefw. II, S. 403, Anm. 1 und 8. 410, Anm. II. Sendet Bericht und Akten vom Kolloquium; keine Aussicht auf Fortgang der Verhandlungen; Schilderung der Gegner; päpstliche und kaiserliche Rüstungen; Fortschritte des Evangeliums in der Türkei. Nachschrift: Urteil über Naves; Anbringen an den Landgrafen und über den Erzbischof von Mainz. Sendet weiter«acten!, auch copeien der keiserlichen schriften und articulene, auch unser antwort uf dieselbigens und letzlich aus der gemeinen schrift, so wir audit oren, collocut oren und adiuncten semptlich an unsre gn. sten und gn. churfursten zu Sachsen und landgraven zu Hessen gethon habens. 411 Am 20. März teilen sie aus dem Bericht des inzwischen zurückgekehrten Dieners mit, dass der Kaiser, statt über Metz, über Sierck gezogen sei und über Saarbrücken und Zweibrücken nach Kaiserslautern reisen werde. Sein V eg von dort nach Regensburg sei noch unbekannt(Ausf. in Augsburg, a. a. C.). Augsburg teilte in seinem Dankschreiben vom 30. März gleichzeitig die Verhaftung des Mörders von Juan Diaz in Innsbruck mit (Ausf. AA 548, f. 1-3); vgl. über Diaz auch Nr. 58 und Zs. f. Kirchengesch. XIII(1892), 339, Anm. 1 42 ı Nämlich den zweiten Teil des amtlichen Berichts der protestant. Teilnehmer am Kolloquium(vom 11. Februar bis 12. März, in AA 540, f. 34—- 5d; hrsg. von RF. Roth im Arch. f. Ref. Gesch. V, S. 21 ff. und 375ff. als Fassung B). 2 Brief des Kaisers an die Auditoren und Kolloquenten aus Utrecht vom 3. Februar (Abschr. in AA 540, f. 55 und 55a, gedr. bei Hortleder I, Buch I, Kap. 40, 8. 383) und die kaiserl. Resolution(lat., den Protestanten übergebener Auszug in Abschr. a. a. C., f. 55 b— 56; deutsche Übersetzung bei Hortleder a. a. O., 8. 383- 384. Das Stück ist fast ganz gedr. bei von Caemmerer, D. Regensburger Religionsgespräch 1546,. 3 Vom 2. März(Abschr. in AA 546, f. 57— 67; deutsche Übersetzung im Auszug bei Hortleder a. a. O., S. 384- 386.) Abschr. in AA 540, f. 68—- 78, mit dem Vermerk: Uf den 11. Martii 1546»; Auszug bei v. Seckendorff, Comment.... de Lutheran., III, S. 627- 628, mit der richtigen Datierung 12. März, die durch Neudecker, Aktenst., S. 682, bestätigt wird. Über die Vorverhand At A Sata ge Religionsgespräch. 45 „.. es wolten uns die leut gern fil trauens, das wir dem kei. bevelch an uns geschriben nit gehorsamlich nachkomen;... die sachen lassen sich sellt zam ansehen; und die praesidenten selb haben unser etlichen uf den 10. dises, als sie der bischoffe von Eichstetten zu gast hätte, blöde hoffnung geben, das die kei. Mt. so bald hie ankomen ader auch solche freie form des colloquii, wie wir von not wegen begeren, eer bewilligen werde, dan solchs unsre heupter selb bei ir Mt. ausbringen. haben sich auch vernemen lassen, der bischove und grave Fridrich, das sie ein zeit verreiten werden. von grave Fridrich sagt man, solle der kei. Mt. pferd annemen?. nun liegen wir aber alle hie mit ganz schweren kosten und werden ja nichs kruchtpars mögen ausrichten, es werden dan praesidenten geordnet von beiden theilen und die sich der sachen mit ernst annemen und nit allein auditoren wollen sein, wie die jetzigen gethan; und dan auch solche colloquenten, die nach gott etwas fragen. die zween monich, der colnisch carmelit und colmarisch Augustiner, visitieren die freien frauen closter hie, tanzen mit den nonnen und sind leichtsinnig und meinen, ir amt sie nur, unsre warheit zu verkeren und zu verhönen. so sicht der Malvenda uf seine hispanische inquisition und der kei. Mt. beichtvabter Soto], der unser waren religion uf das allerstrengist entgegen ist. Cochleus ist ein arms alts mensch, des sich auch seine selb mitcolloquenten beschemen. es ist zwar ubel versaumet worden, das man nit zu Worms, do man je ein colloquium bewilligen wolte, auch von rechter form und mass eines solchen colloquii ein gewisses bedacht und beschlossen hat. Her Balthasar Alteriuss hat nun zum andern mal geschriben, das der papst der kei. Mt. zwelftausent zu fuss und tausent pferd wolle wieder uns halten und daruber zweimal hondert tauset cronen geben, deren er eins schon zu Venedig, das ander zu Augspurg erlegt habe. er schreibt auch, das der papst sich seer bearbeite, das concilium gon Rom ader Bononiam zu transkerieren; dan wie schlecht es nach zu Trient zugoht, so seind doch etliche under den bischoven daselbet, deren nun 50 bei ein sind, die zu fil nach reformation schreien. Es sollen auch zu Bamberg hauptleut liegen, die knechten gelt und be— scheit geben, deren hiedurch auch fil gelaufen sind.... die Nurenberger haben hie gewisse kundschaft aus Sibenburgen, das das evangelion und christliche reformation in Hungeren under dem Turken teglich furtgohte. und Tomae apostoli nechst verschinen Dezember 29] hat der wascha zu Ofen lungen vgl. Waldecks Tagebuch in Arch. f. Ref. Gesch. VII, S. 330. Der Briefwechsel des Landgrafen und des Kurfürsten von Sachsen darüber bei v. Seckendorff a. a. CO., S. 628 und Neudecker, a. a. CO., 8. 681- 685. d drohen. 6 Nach dem amtlichen Bericht(S. 395) vielmehr am 9. März; vgl. auch Waldecks Tagebuch, a. a. CO., S. 329ff. Das schreibt auch Augsburg am 12. März an den Landgrafen(vgl. Nr. 39, Anm. 3). 8 Vgl. über ihn Lenz a. a. C. II, S. 375, und Realenzykl. f. protest. Theol. IXs, S8. 351. Der Brief Altieris war vom 17. Februar und traf am 7. März in Regensburg ein (Waldecks Tagebuch, a. a. CO., S. 328). ? Ähnliches schreibt Bucer gleichzeitig an die Strassburger Pfarrer(Abschr. Huberts in Str. St. Arch., Thom. Arch., Ep. Buceri III, Nr. 116, z. T. gedr. bei Boehmer, Bibl. Wiffeniana I, 8. 158). 6 1546. Regensburger Religionsgespräch. gericht gehalten zwischen den ratheren und burgeren zu Retsheimioe... 4 meil under Ofen und einem reichen... papstler, der auch des rats daselbet gewesen und seine burger hart beclagt hat..., darumb das sie eigens gewalts die götzen aus irer kirchen gethon hatten.» Der Pascha habe zu— gunsten der evangelischen Bürger entschieden, ohne sich durch seine italieischen Räte,«die auch papstler sind», beeinflussen zu lassen.«Es ist auch gewiss, und habens des konig gesandten selb bezeuget, das man das evan— gelion unseren leuten zu Constantinopel frei prediget und die sacramenta recht reichet... weiter neuer zeitung haben wir hie nicht... und was ich mich halten solle, wollen e. F. mir zu verstohn geben. wann wir von hinnen sollen, haben uns der vitztumb zu Amberg und die regenten zu Neuburg angepotten, uns sicher hinzufurent. Dat. Regensburg, 12. März 46. Nachschrift: Brief des Landgrafems über das kaiserliche Mandat gegen den Kölner und die«überaus geschwinde handlung von Naves durch Solms vgl. Nr. 30].«Uf welches alles mein gn. h. landgrave ser manlich und christlich hat geantwortet. doch schreibt sein fl. G., das graff Wilhelm von Neuenar gleichs bei seiner fl. G. habe angesucht; also das ich nit zweivelen, 10 Racakeny(Reitzenstadt), Vorstadt von Ofen; vgl. Boehmer im Universitätsprogr. zum 80. Geb. von J. F. Bruch, Strassburg 1872, 8. 7—8, wo Diaz am 9. Februar dem Kardinal du Bellay ausführlich über dasselbe berichtet. 11 Franz Konrad von Sickingen(vgl. Pol. Korr. III, S. 693). 12 Precht erhielt auf seine Anfrage nach Ulm am 12. März(Or. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXI, Ur. 370 am 16. die Antwort, wenn die Sachsen und Hessen Befehl zur Abreise erhielten, sollten er und Bucer sich auch«aus dem staub machen»(Entw. a. a. CO., Nr. 372). Am 11. März gab der Kurfürst von Sachsen seinen Vertretern den Befehl, das Gespräch abzubrechen(Mentæ, Joh. Friedr. I, 2, 8. 446), der am 17. in Regensburg eintrat. Auch Veit Dietrich von Nürnberg wurde am 18. März abberufen und zog am 19. ab(Frecht an Um, den 19. März: Or. a. a. G., Nr. 377 und Tagebuch Waldecks, a. a. 0., 8. 335 u. 336. Am 20. März übergaben die Evangelischen ihre Protestation(AA 540, f. 91—94; deutsche Übersetzung gedr. bei Hortleder a. a. O., 8. 387- 89, Beilage A zu Bucers Brief an Philipp vom 5. April). Am selben Tage reisten die Sachsen ab, am nächsten Bucer(Tagebuch Waldecks, a. a. C., S. 337 ff., und Heyd, Ulrich von Württemberg III, 8. 323- 324). Genaue Angaben über die Abreise der Protestanten macht auch Frecht in seinen Briefen an Joach. Vadian vom 28. März und 7. April(gedr. Vadianische Briefsammlung VI, Nr. 1458 und 1460, 8. 520-522 u. 524-526).— Die weiteren Vorgänge in Regensburg schildern Waldeck, Brenz und Pistorius in einem ausführlichen Bericht aus Nürnberg vom 24. März an Zoch und Major(Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 863, ben. von v. Seckendorff, a. a. O., III, S. 628). Auf den darin erwähnten Einspruch der Präsidenten des Kolloquiums vom 21. März gegen die Abreise der Evangelischen(A 540, f. 95— ꝗ6, gedr. bei Neudecker, Aktenst., 8. 733 —2736, Beilage B zum vorerwähnten Brief Bucers vom 5. April) verfasste dann Bucer am 26. März in Lauingen eine Antwort an Julius Pflug(Abschr. in AA 540, f. M7- 100, Beilage O zum Brief vom 5. April; vgl. Lenz a. a. O., S8. 425, Anm. 17). In Heidelberg traf Bucer dann den Landgrafen(vgl. Nr. 57) und hat ihm auf seinen Wunsch die Gründe für die Abreise der Kolloquenten im Brief aus Strassburg vom 5. April 1546(Entw. in AA 540, f. 7I9- 90, gedr. von Lenz a. a. O., 8. 415-= 427, der dort fehlende Schluss in Str. St. Arch., Thom. Arch. 53), auseinandergesetat, der zur Vorlage auf dem Tag der protestant. Stände in Worms bestimmt war. Es fehlt also kein Brief des Landgrafen, wie Lenz a. 4., S. 415 und Anm. 1 annimmt; vgl. auch Hasenelever in z G0 Rh, N. F. XXVI, S. 493-= 494, Anm. 1 und Bucer an A. Blaurer von 1546, April 25(aus Strassburg; gech. Schiess, Brief w. d. Br. A. u. Ih. Blaurer II, Nr. 1281, 8. 437- 438). 1 Vom 21. Februar(gedr. bei Lenz a. a. O., S. 403 406). Er traf nach Frecht «gestert 11. Martiiy ein. — R EEE mn. ö NENNE re 1546. Strassburger Bedenken zum Abschied des Frankfurter Bundestages. es sei ein grandvelische practica, ob man möcht den guten fursten zum wenigsten etwas linder in der sachen gottes machen. dan zu besorgen, das grandvelisch gesinde werde vermerkt haben, das uf dem francofurdischen tage nichts beschlossen und meinem gn. her landgraven nit entgegen gangen seie, wie ihm von nöten.» Der Landgraf schreibt auch über den Mainzer und schickt dessen Entschuldigung wegen der Absage des Kurfürsten14.«Aber dis gesind traut seinen naturlichen fursten und verwanten nit sofil als dem pabst; sorgen als, wo die den pabst begeben, ir haus werde gar einfallen.» tages 43. Klaus Kniebis an Bernhard Meyer. 1546, März 15. Strassburg. Basel, Arch., L 172, Mr. 2, f. 95. Or. Kaiserliches Ausschreiben zum Reichstag nach Regensburg; Vorgehen gegen den Erzbischof von Köln. Vor ungefähr einem Monat! ist das kaiserliche Ausschreiben zum Reichs— tag auf den 15. März gekommen.(Und ist aber die sag bi uns, das ir Mt. woll uf Lutzelburg und von dannen gon und von Metz uf Strossburg und demnoch furhin uf den richstag; ist aber noch nichts gewiss.» Der Kaiser hat(vor langem in einem scharfen Mandat dem Erzbischof von Köln befohlen, alle Neuerungen zurückzunehmen, und den Untertanen, ihm in diesen Religionssachen nicht zu geéhorchenz. Aber gott sei lob, es ist noch kein execution geschehen. geben uf zinstag[!] zu nacht den 15. Martii a. 46.) 44. Bedenken der Verordneten über den Frankfurter Abschied. 1546, März 16. Strassburg. Str. St. Arch., AA 6545, f. I88- 189. Aufzeichnung von Michel Han mit der Überschrift: C(instag den 16. Martii do. 46 die verordneten uber den fran ſurtischen abschid etc.» Betr, Vermittlung von Herzog Moritz, die Verwaltung des Landes Braunschweig und die Schulden, C.. Haben den artikel hertzog Moritzen von Sachsen, angepottner underhandlung halb zwüschen den defensionsverwandten stenden und dem von Brunswig etc., für hand genomen und bedacht, was daruff zu kunftigen tag zu Wormbs ze handlen, ob die einzureumen sein solt oder nit. und sehen gemeinlich fur gut und den stenden am nützlichsten an, das man h[ertzog] Moritzen, als der disen stenden in vil weg gelegen und annemblich zu aim underhändler, nit ausschlage, sonder ime guetlich handlung gestatten solle. und soll man die ursachen in die instruction setzen, warumb er vor andern 14 Vgl. hierzu Nr. 30, Anm. 4. 43 1 In Wirklichkeit am 1. März; vgl. Nr. 21. 2 Vgl. Varrentrapp, Hermann von Wied, S8. 255— 256 u. 268, und Nr. 28, Anm. 3. 44 1 Vgl. Nr. 29 und 31. . 48 1546. Absichten des Kaisers gegen die Schmalkaldener. den stenden zu bewilligen. Item allain zum ersten der kinder halb underhandlung zu bewilligen, wöll es aber nit geen, auch des alten halb. item das die regierung under die kinder getailt möcht werden. Item inen fürmünder ze ordnen, hertzog Moritzen, marggrafen Hansen oder andere. item ob man h[ertzog] U lrichen auch zu der underhandlung bringen köndt.» Da die gütliche Unterhandlung sich noc h hinziehen wird, wird es nötig sein, das landt mit ler zeit zu behalten und ze regieren. da hielten sie darinnen, das es nit fuglicher beschehen köndt, dann das dise jetzige statthalter und. regenten bleiben möchten. wo sie es aber je nit thun wölten, das man auf andere taugenliche personen gedencken und mit denselben uf zimbliche bestallung handlen solt. und in kein weg den baiden fürsten das landt ze regieren gethailt eingeben. Der schulden halb, so Sachsen und andere fordern der alten rumor und jetzigen zugs halben etc.“, halten sie für gut, dass die alten, auf dem Wormser Tag nicht angenommenen Schulden noch nicht angenommen werden, sondern«so die, so sie fordern, je nit abston wöllen, solt man es zu er— kantnus der. laut der verfassung, komen lassen. der neuen forderungen halb, was aus erfordern oder bevelh der oberhauptleuten oder statthalter und then zu Wolfenpeutel ausgegeben oder aufgangen were, solt man den defensionsverwandten zurechnen, das ander fruntlich abschlegen, und was spännig sein wöllt, 2 man auch zu erkant nus, wie obstat, komen lassen. und das die grana, kordern, ire kriegsräth des orts nit sagen oder aber der sondern nr s irer stenden halb entschlagen werden solten.) 45. Bürgermeister und geheime Räte von Basel an die XIII. 1546, März 16. Basel. Basel, Arch., Missiven A 31, S. II23- II24. Entw. Absichten des Kaisers gegen den schmalkaldischen Bund. Haben ihnen«ein gute zit» nicht. weil sie keine Nachrichten hatten. Hören aber jetzt, dass der Kaiser entschlossen ist den Reichstag zu besuchen, weshalb er am letzten Februar durch seinen Fourier in Nürnberg Herberge auf Mitte März habe bestellen lassen;(und neben dem den pund, so durch unser religionsverwandten den ersten Aprilis beschlossen werden [soll]!, zu zerstören und, so aber irer Mt. solches nit gelingen, sich alldan zu den waffen zu kern und durch das pirg harus die Spanier, Sia ilier, Italianer und ander siner landen lut in grosser anzal harus über die Tutschen. zu fueren willens sin solle. und sie der anschlag, die stett in Oberland, so das evangelium haben, so beschwerlich anzufec hten und ze bekriegen, damit die den niderlendischen evangelischen fursten und stetten, so die kei. Mt. glicher gestalt und nemblich bede theil eins mals anzeprikten gesinnet, dhein hilf bewisen könnend; dann so der keiser das spil anhebe, w erde sin Mt. zuglich in Ober- und Niderland angriffen. man hat uns auch anzeigt, das sich etw[a]z 45 1 Auf dem Bundestage zu Worms; vgl. Nr. 29, Anm. 12. 1546. Stellung Englands zu den deutschen Protestanten. 49 zugs, wie man meint, den evangelischen zu nachtheil in Bremer bistumb versamlen?, zudem die kei. Mt. ir gardison in Niderland fast sterken? und der protestierenden bottschaften noch fast wenig bescheids uf ir werbung gegeben haben solle etc.» Bitten um Nachrichten. Dat. Di. 16. März 46. 46. Landgraf Philipp an Jakob Sturm.[1546, März 18. Gudensberg‘]. Marburg, Arch., Sachsen E. L. Entw.?, Gespräch mit Mundt über die Stellung Englands zu den deutschen Protestanten. C... Wir wollen euch freuntlich nicht verhalten, das itzo ein Engellendischer? bei uns gewesen, mit dem wir allerlei underrede gepflogen. derselbig hat uns angezeigt, das seinem hern, dem konig, etliche buchsen, so ime zustunden, arrestirt weren, und deshalben uns auch ein schrift vom konig zubracht, das wir verschaffen wolten, das sie s. kon. W. mochten volgen und passiren. darneben hat er uns auch angezeigt, das sein herr, der konig, durch Churdt Pfenings 6000 knecht werde annemen lassen. er werde auch reuter annemen, aber so bald nicht, und werde den 20. dis monats ufsein; und solt seins hern volk 40000 stark ausziehen. weiter hat er uns auch angezeigt, das sein herr gross beschwerung hab, das Jorge von Reckenrode zu Frankfurt in einer protestirenden staidt lige und daselbst heupt- und bevelchsleute anneme; welchs dann bei seinem hern ein solchs ansehen haben werde, als das es mit wissen der protestirenden stende beschehe. daruf wir ime dann geantwort, es sei, das die protestirenden davon nicht wissen, als das es durch iren bevelch beschehe. wie sie aber darzu komen solten, das sie Frankreich oder auch seinem hern weren solten, ire diener daselbst als in einer freien stadt ligen zu haben? dargegen er uns hinwider gesagt hat, das es nicht ein gleich ding sei mit Engelland und Frankreich: dan Engelland sei vast diser religion, hab auch die vigilien und seelmesse, so vor die todten zu halten gestift seien, gar abgethan und sei wider den pabst, beschicke auch das concilium nit; und seien die in des konigs camer dero sehr treflich gneigt; und wiss niemants am hove dann allein drei, die der sach noch zuwider seiens. Frankreich aber, der hab das concilium beschickt mit einem cardinal, werde auch nimermehr Vgl. Nr. 27, Anm. 3. 2g Nr. 82. 46 1 Ort und Zeit ergeben sich aus Sturms Antwort(Nr. 53). Der Entwurf trägt auf dem Rücken den Vermerk:«17. Martii 1546», ebenso auch derjenige des Briefes gleichen Inhalts an Herzog Ulrich(a. a. CO., Württemberg). 2 Der Entwurf ist an den Kurfürsten von Sachsen gerichtet; am Schluss ist von anderer Hand bemerkt:(In simili an her Jacob Sturm». 3 Christoph Mundt(vgl. über ihn Handschriftenproben II, Tafel 87, und ADB Lll, 8. 537 ff.). Sein Bericht vom 27. März an Paget über die Unterredung mit Philipp(in State papers XI, 8. 83—- S6) weicht in manchem von dem obigen des Landgrafen ab; vgl. dazu Lenz, Briefw. II, 8. 269, Anm. 5 und 8. 358- 359 und Hasenclever, Pol. Karls V., 8. 31 32 und 8. 31, Anm. 1. Vgl. Pol. Korr. III, S. 699. 5 Vgl. über ihn ADB XXV, S. 358- 359 und A. CO. Meyer, Engl. Diplom. in Deutschland, S. 103- 104. 6 In Mundts Bericht(vgl. Anm. 3) nicht erwähnt. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 4 50 1546. Stellung Englands zu den deutschen Protestanten. diser religion werden, heiss uns ketzer und hab nichts anders dan pfaffen und cardinal bei ime, die sein rethe seien. wan auch der keiser ime seinen willen thue, werde er gegen uns Deutschen helfen. daruf wir ime geantwort, wir trauten ime solchs nit zu; dan er hab uns, diesen stenden, zugesagt, wider uns nichts zu thun, wolte auch nichts schliessen helfen im concilio, das uns zugegen were”. uf wilchs er weiter gesagt, wir solten uns daruf nicht lassen; dan es sei wahr, je mehr wir Frankreich sterkten, je mehr wir uns schwechten; dan der pabst hing gar an Frankreich, thete ime auch die meisten hilf wider seinen hern. darneben hat er uns auch gesagt, das es gewiss sei, das marggraf Albrecht kein bestellung von seinem hern habe; mit der weiter vermeldung, das er gern wolt, das wir, diese stende, uns also erzeigten, das sein her vermerken mocht, das wir ime etwas mehr gneigt weren dan Frankreich, uf das, so die sach zum vertrag solt komen oder etwas wider diese stende der religion halben furgenomen werden, das er desto mehr ursach haben mocht, diesen stenden zu helfen. uf wilchs wir ime diese antwort gegeben: warumb sein herr der bundnus, so er und auch wir, diese stende, dick begert hetten, nit schlosse? es sei nichts mit seinem hern, dan das es allein bei den worten pleibe, und volge nichts weiters darnachs. uf wilchs er uns dan respondirt hat, er hilt noch darfur uf diesen tag, Wan uns nott wurde angehen der religion halben oder das der pabst des concilii halben etwas wurde understehen, das er uns nicht lassen, sonder helfen wurde ete. Nun ist es nicht weniger, es sind warlich seltzam herren durcheinander hero; dan einmal fallen sie hieher, das andermal dorthin. das ist aber war, das Frankreich das evangelium mehr verfolgt dan Engelland, wie aus dem schreiben wol zu sehen, das er den stenden uf ir schreiben zu antwort geben hat, davon wir euch copei zugeschickt habens. so lauten auch die zeitung noch, das er das concilium beschickt habe etc.» Sollen sein Schreiben auch andern(gutherzigenz Leuten anzeigen. 47. Petermann(Ulrich Geiger) an Bernhard Meyer, Bannerherrn von Basel. 1546, März 20. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 3; Or. Reise des Kaisers; seine Antwort an die Gesandtschaft der Protestanten; Luthers Tod; Regensburger Kolloquium; Bundestag zu Worms am 1. April; englische Werbungen; Rüstungsgerüchte. Der Kaiser ist am 16. März von Luxemburg aufgebrochen und soll am 23. nach Speier kommen, um von dort nach Regensburg zu ziehen. Er soll 7 Vgl. Pol. Korr. III, 8. 687. s Auch hier weicht Mundts Bericht ab. Über seine weiteren Verhandlungen mit Philipp im April und Mai vgl. State papers XI, 8. 96— 102, Letters and papers XXI, 1, Nr. 730 u. 624, und Marburg, Arch., Nr. 1801.— Philipp liess dureh seine Gesandten in Worms Jakob Sturm. Franz Burkhardt und den Augsburger Gesandten davon in Kenntnis setzen(Brief aus Giessen vom 18. April, Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 853, f. 26), deren Meinung die hessischen Gesandten in ihrer Antwort aus Worms am 23. April wiedergaben (Ausf. a. a. CO., Nr. 852, f. 114- 121; praes. Kassel, 26. April; vgl. auch Hasenclever, Die kurpfäülz. Pol., 8. 66, Anm. 151). Die endgültige Antwort Philipps an Mundt vom 13. Mai 2.4. CO. Nr. 1801; ben. von Rommel, Gesch. V. Hessen IV, 8. 278, Anm.; Auszug in Letters and papers XXI, 1, Nr. 834, 1 u. 2a. Vgl. Nr. 25, Anm. 6. N 2 r/———— 1546. Zusammenkunft des Landgrafen Philipp mit dem Kaiser. 51 300 bis 400 Pferde bei sich haben,«nit mee. der protestirenden bottschaft ist wider von ihm kommen und mit guten worten abgefertigt, das man sich nichtz dan aller gnaden zu ihm versehen soll. was er gethon hab wider den bischof zu Cöln, sei er grösslich darzu verursacht sein reputation zu erhalten, die weil er uf kein bitt noch warnung nichtz geben hab; doch uf dem richstag zu Regenspurg soll das usgetragen werdeniy. Wird schon von Luthers Tod am 18. Februar gehört haben. Man zeucht das colloquium noch uf, das man also in der handlung furfart bis uf des kaisers ankunft; ist ein spiegellechten; dan die widerparti nichtz dan die schulargument braucht zu verlengerung der sach?... den ersten Aprilis werden die unsern zu Wormbs widerumb zusamenkommen; dan zu Frankfurt kan es nit geschehen der mess halb». In den Niederlanden«Vergaderung» der Knechte. «Conrad Pfenn[!]» soll für England 25 Fähnlein niederländischer Knechte annehmen;«auch sagt man von reuternsy. Dagegen auch französische Praktik.(Hie oben ist es noch still. es ist woll ein geschrei, grave Wilhelm hab etwas vor; aber hie wissen wir noch nichtz aigentlichs davon. Dat. 20. März 15465. | 1 48. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, März 21. Kassel. Str. St. Arch., AA 545, f. 335-35. Ausf. mit Aufschrift:(Cito, cito, cito, cito, citissime.— Prod. 26. März 46. Einladung des Kaisers nach Speier; Sturm soll sofort dorthin kommen. Zettel: U. U. soll er dem Kaiser nach Heidelberg folgen. Dr. Siebert von Löwenberg! hat heute das kaiserliche Geleit und die Einladung, den Kaiser am 24. oder 25. in Speier zu treffen, überbracht-. Da er doch nicht rechtzeitig da sein kann, will er übermorgen 23. aufbrechen und Freitag 26. in Darmstadt sein, um dort neuen Bescheid vom Kaiser zu erwarten. Sie mögen Jakob Sturm so rechtzeitig abfertigen, dass er Sonnabend 27.) in Speier(gewislich ankomme und unsers bescheids erwarte, wohin er weiter zu uns kommen solle.» Dat. Kassel, So. 21. März 46.— Zettel.«Wurde auch er Jacob den keiser zu Speir nicht finden, sonder horen, das er nach Heidelberg verruckt were, das er dann zu stund an nachvolge. datum ut supra.) 47 über die Gesandtschaft vgl. auch Nr. 34 und 365. 2 Vgl. auch den Brief von Fagius an A. Blaurer 1546, März 26(aus Strassburg; gedr. bei Schiess, Briefw. d. Br. A. u. Th. Blaurer II, S. 1271, S. 431). 3 Vgl. Nr. 46. 1 Graf Wilhelm von Fürstenberg. 5 Vgl. zu den Nachrichten dieses Briefes auch die Berichte Niedbrucks aus Strassburg an Paget vom 19. und an Mundt vom 20. März in Letters and papers XXI, 1, Nr. 423, 424 und 430. 48 1 Vgl. Nr. 28 und Nr. 30, Anm. 4. 2 Das kaiserliche Schreiben ist vom 14. März aus Luxemburg(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 851; praes. Kassel, 21. März; ben. von v. Druffel, Beitr. z. Reichsgesch. III, 8. VIIDP. Das kaiserliche Geleit(Ausf. a. a. CO., Nr. 1386, f. 47) entsprach in seiner kürzeren Fassung und seinem gebieterischen Ton nicht den Wünschen des Landgrafen(vgl. Nr. 35, Anm. 3). Doch gab er sich mit einem aufklärenden Schreiben von Naves zufrieden(Or. a. a. O., f. 58, aus Luxemburg, den 15. März; praes. 21. März). 4* — 1546. Strassburger Instruktion für den M [5] 49. Instruktion Strassburgs für seine Gesandten auf dem Tage der protestantischen Stände in Worms, Jakob Sturm und Michel Schwenckers. [1546, März 221. Strassburg.] Str. St. Arch., AA 543, f. 55—79. Reinschr. und f. 80—100 Entib. s. Hilfe für den Erzbischof von Köln; Verbesserungen zur neuen Bundesnotel; Rekusation des Konzils; Regensburger Kolloquium; keine Hilfe zu bewilligen, wenn nicht Friede und Recht zugestanden wird; Besetzung des Kammergerichts; Visitation auf dem Reichstag zu verhandeln; Aufnahme von Kurpfalz in den Bund; Bischof von Münster; Fürstenberg; Schertlin; Eimbeck; Reiter; kleine Anlage; Verbindung mit England zur Rekusation des Konzils; zwischen Frankreich und England nur auf deren Wunsch zu handeln; Dänemarks Wiederaufnahme in den Bund; braunschweigische Handlung; ausstehende Schulden; Besatzung des Riedbergs; alte Schulden; Esslingens Vorschläge über Austrag und Execution, Sturms Aufzeichnung: Instruktion: I.«Puneten in der religionsverwanten abschid zu bedenken»*. 1. Hilfe für den Erzbischof von Köln nach dem Anschlag des gemeinen Pfennigs. Rät, dem Landgrafen diesen Haben dem Landgrafen den AnAnschlag mit zwei Einschränkungen schlag zugeschriebens. zuzuschreibens. Dweyl diser weg der glichmessigsty, der nicht nur die Billigung der jetzt einungsverwandten Stände erhoffen lässt, weil kein Stand vor dem andern beschwert! dem Sinne nach wie bei Sturm. wird, sondern auch bei Verlängerung des Bundes viele Stände zum Beitritt bewegen kann, die ihm bisher der Anlage wegen ferngeblieben sind. € 2.«Den ongeverlichen anschlag belangen». Da der Kurfürst von Sachsen und Augsburg sich schon auf dem 49 1 Die Instruktion ist undatiert, ist jedoch auf den 22. März anzusetzen, an welchem die dritte und Schluss- Sitzung des Rates(vorher am 19. und 20.) über den Bedacht der Verordneten(vgl. Nr. 31 Ende) stattfand; letzterer wurde als Instruktion der Gesandten angenommen(Ratsprot. 1546, f. 95ff., 99b ff., 104). 2 Sie wurden in derselben Sitzung gewählt, nachdem Heinrich von Müllenheim und Hans von Odratzheim abgelehnt hatten(a. a. CO., f. 104. 3 Der vom Stadtschreiber geschriebene Entwurf ist der von den Verordneten eingereichte Bedacht(vgl. Anm. 1 und Ratsprot. 1546, f. 95 b). Ihm liegt eine eigenhändige Aufzeichnung Jakob Sturms zugrunde:(Mein bedencken uf den tag gon Wormbs ao 1546» (in AA 543, f. 36- 5). Der Bedacht ändert am ersten Teil dieser Aufzeichnung ziemlich viel ab. sodass der Übersichtlichkeit halber beide Fassungen mit Angabe der Abweichungen nebeneinander gedruckt sind. Für den zweiten grösseren Teil, welchen der Bedacht nahezu wörtlich von Sturms Aufzeichnung übernimmt, war dies nicht nötig. Vgl. Nr. 29, Anm. 24. 5 Vgl. Nr. 38. Diesen Teil seiner Aufzeichnung muss Sturm schon vor dem 6, März abgefasst haben, denn an diesem Tage ging das Schreiben Strassburgs an Philipp(Nr. 38) gemäss seinen Vorschlägen ab; vgl. auch sein Gutachten in Nr. 8. — — 17 EA SC* — d zundestag zu Worms: Hilfe für Kurköln; Anschlag. 53 Frankfurter Tage durch ihre Ge— sandten gegen den gemeinen Pfennig ausgesprochen haben, Württemberg ihn nur bewilligt,«so in alle stend erlegensy, so ist damit zu rechnen, dass der gemeine Pfennig nicht bewilligt wird.(So will von noten sein von einem glichmessigen anslag zu reden, soll achter die verstentnüs erweytert und erstreckt, werden. der will aber schwerlich zu finden sein, dweyl sich der merteyl stend des alten an— schlags beschweren und etlich horen lassen, wo sy nit geringert, das Sy getrungen werden ir unvermoglicheyt halber in kein weyter verstentnus zu bewilligen. under welchen alle sechsische stet, gross und klein, die furnemst sind, wiewohl sy gegen den oberlendischen stetten zu rechnen gantz gering und vil lidenlicher dan die oberlendischen angeschlagen sind. nun ist die Stadt Str. im alten anschlag gegen andern stenden ungleich und zu hoch angelegt, wie das wol darzuthun. derhalben sy im neuen anschlag umb 1000 gl. geringert. dweyl aber andere stend auch geringert, so wil doruf zu sehen sein, so man den gantzen anschlag macht, ob ein statt Str. minder oder mer geb am gantzen anschlag dan zuvor. nun lauft es im alten anschlag einer statt Str. vom 100 fl. 5 fl., dan der alt gantz anschlag ist gewesen ein einfachen monat 105000 fl., doran hat Str. 5000 fl. geben. so lauft der neu anschlag uf 139000, doran gibt Str. nit mer dan 4000 fl.; das wer vom 100 nit vollig 3 gulden. also wer Str. geringert von jeden 100 fl. 2 gulden, so sy minder geb dan vor. dweyl aber vil stend im neuen anschlag sind, do nit verhofflich, das sy in die verstendnüs kommen; dozu der merteyl sich‘ des neuen anschlags beschweren werden Vgl. Nr. 29. Vgl. Nr. 29, Anm. 6. Wolte der aber nit furgang haben und... von ainer neuen anlag, die den stenden leidlich und träglich, gehandlet werden muest, dweil dann dasselbig fast der hauptpunct, welchs, so man sein ainig, die andern desto besser mogen verglichen werden und aber die stend der verain sich vast alle der vorigen anlag beschweren mit usgetruckter anzaigung, wo si nit geringert werden solten, das si in der verain nit wolten pleiben; und wir aber gemainem handel ze gut bisher umb des willen, das anfangs der verain wenig stend gewesen, ganz höchlich gegen den nachkomenden stenden, zuvor den sächsischen stetten, angeschlagen gewesen und in dem jungsten bedachten anschlag? ain monat umb tausend gulden geringert... und aber dasselbig unserm vermögen nach und gegen andern stenden, sonderlich denen, so grosse und weite land und leut, gewerb, händel und einkommen haben, nachmals zuvil und uns be— schwerlich, sollen die gesandten dahin handeln„das wir nachmals in der neuen anlag geringert und gegen andern stenden gleichmessig und pillich gehalten werden, und sonderlich dweil zu hoffen, das andere mehr stend in dise verain kommen und die hill durch dieselbigen gesterkt und gemehret werde. wurde aber niemand weiters sich zu der verain be— geben wölln, damit dann die hilf der 100000 gulden bei denen, so in der verain seind, pleiben und man die— selben haben möchte, wo dann die stende gemainlich bei iren alten anlagen ungeringert pleiben wolten, 54 1546. Strassburger Instruktion für den Bundestag zu Worms: und ringer wollen angeschlagen sein, so würt ein grosser abgang an dem anschlag sein und by weytem die summa der 139000 nit erreichen mögen. derhalben so wer. doruf zu Sehen, was fur stend in die bundtnus kommen wolten und wie hoch der anschlag derselben stend laufen wolt. so man es dan dohin bringen mocht, das ein statt Str. vom 100 fl. 4 fl. gebe, also wan sich der monat uf 100000 gulden lüffe, das alsdan Str. A000 fl. gebe, so were die statt umb 1000 gl. ringer angeschlagen dan zuvor. und in dem fall mocht man den gesandten uf den anschlag... gewalt geben zu schliessen. wurd dan durch zukunft anderer stend der anschlag grosser, so hett man sollichs zu vorteyl. wolt aber schon Str. nit mer dan uf 4000 fl. am monat angeschlagen werden und aber andere stend so hoch geringert oder der stend so wenig sein, die in die verstentnüs kämen, das die summ des einfachen monats die 100000 kl. nit erreicht, so wer Str. nit geringert, sonder in vorigen anschlag; derhalben es nit zu willigen sein wolt. fehlt bei Sturm. sollen die gesandten bevelch haben in solchem fall von unsert wegen zu bewilligen unser vorig und alte anlag der 5000 gulden des ainfachen monats ze geben. wo dasselbig auch nit sein wölte und wir je darfur haben, das sonderlich diser zeit nit gut, sonder schädlich sein, wo die verain zerschlagen(werden] solte, damit dann unsers theils desselben kein ursach gegeben und wir ehe mehr thun wöllen, weder uns pillich zugemutet, wo dann die anlag der hill der 100000 gulden bei den stenden, so jetzo in der verain seind oder hernacher darein kommen werden, bestön und pleiben mag, so wöllen wir dem gemainen handel zu gutem an den selben 100000 gl. des ainfachen monatz wie bisher die 5000 gl. furbass monatlich ze geben bewilligen.) Können. sich die Stände über diese Summe der Hilfe nicht vergleichen, so muss der Rat aufs neue Stellung nehmen. Um eine Ent zweiung unter den Ständen zu vermeiden, mag ein Ausschuss gebildet werden, «die deshalben geschworen und hierin aller andern... aid erlassen weren, die nach verhörung jedes stands und ermessung desselben vermögens die anlag am allergleichmessigsten thädten; darbei es auch.. pleiben solt.) Der Ausschuss soll sich aus je einem Vertreter der Fürsten, Grafen, oberländischen und See-Städte zu— sammensetzen.(Oder man möchte nach verhörung aines jeden stands beschwerden die geschwornen stimmen in abwesen des stands, so sich beschwerte daruber erkennen lassen, darbei es auch pleiben solte. oder sonst ainen gleichmessigen und pillichen weg an die hand nemmen». ————-— Anschlag; Werbung bei Speier, Landau und Weissenburg; Hilfe für Kurköln. 55 3.(Was mit Spyr, Landaw und Es ist zu besorgen, das mit Spyr wenig uszurichten, dweyl sy noch bisher uf den richstagen zu den Catho— lischen gestanden, und burgſermeister] Meurer, so das regiment fest in henden hat, noch an der mess hangt. doch so mechten unser hern gesandten im abhin reyten oder faren uf kunftigen tag davon handlen mit inen. aber mit Weissenburg und Landaw mocht man durch ein gesandten handlen, das sy es by inen in gheim behielten. doch ist hoch zu bedencken, ob es ze thun sey iebziger zeyt, so key. Mt. im land und ufher ziehen.) 4.«Was man im fall, so Coln hie man sich einer gewissen mass der hi thun wolt. Haben min hern uns hievor uf ein kendlin knecht gewalt gebemo; so nun sollich fendlin knecht mit 500 personen besetzt, wurd es ein monat nit minder dan 2600 fl. thun. wolt man aber 2 fendlin schicken, do jedz mit 400 knechten besetzt wer, so würden die 2 fenlin 1 monat nit minder thun 4200 fl. do stund nun zu min hern, welches sy thun wolten. es ist aber hierin hoch zu bedencken, wo schon ein statt Str. die 2 fendlin schickt und ander stend auch nit stattlich schickten, das es vergebner cost wurd sin und der sach nit geholfen. 5. Die neu angestellt nottel die er Im 10. artikelis, statt das es in des richs ordnung notturftig ver— sehen, soll man die selb ordnung be— sichtigeny. Wissenburg zu handlen woll sein. { fehlts. zwisten und kunftigen tag? oder ehe If verglich, uberzogen wurd, by ime Wo man sich aber der hilf und anlag zu disem tag abermals nit vergleichen konnt, des wir uns doch mit nichten versehen, und aber hochge— dachter erzbischof... darzwuschen der religion... halben solte angegriffen werden, im selben fall mögen sich unsere gesandten anbieten, wo andere stend ime gleichfalls hilf thun, das wir ine mit aim vendlin knecht oder zweien nit verlassen wöllen.) streckung der verstendnus belangen. (Dweil das kai. cammergericht diser zeit nit in esse oder wesen..., das in solchem fall die spennigen theil auch auf commissarien ze kommen schuldig sein.) s Vgl. Nr. 29, letzter Abs.; dieser Punkt wurde zwar im Rat vorgebracht und gebilligt(katsprot. 1546, f. 966 a), aber wohl der Geheimhaltung wegen nicht in die Instruktion aufgenommen. 9 Dieser Fall wurde im Rat am 19. März als unwahrscheinlich bezeichnet(a. a. CO.) und daher nicht in der Instruktion berücksichtigt. 10 Vgl. Pol. Korr. III, S. 678, Punkt 10, Abs. 2. 11 Der Rat beschliesst(a. a. O.), ein starkes Fähnlein von 500 oder auch 2 Fähnlein von 800 Knechten zu schicken, wenn Ulm letzteres tut. 12 Vgl. Nr. 29, Anm. 12. Nur die wichtigsten Abänderungs vorschläge sind in den Text aufgenommen worden. 16 Nr. 39, Anm. 12, Punkt 3. —— ER i ER ——— 56 1546. Strassburger Instruktion für den Bundestag zu Worms: 8 8 «Im 15. artikel! wer Wormbs der zerung und sonst vil gelegner dan Franckfurt. «Im 20. artikelis, der anzal der stimmen sich zu verglichen, will nit woll sein, zuvor und ehe man weiss, wer von churfſursten], fursten, graven und stetten in die verstentnüs kommen wolle. und solten die stimmen uf ein anzal der anlag gesetzt werden, als namlich wer so vil gebe, der solt ein stimme habenis; wer aber nit so vil gebe, dem mocht man jemants zu— ordnen, bis uf die selb summa, der mit ime die stimme hette. und das im fall, so man sich einer monatlichen anlag vergliche. wurde man sich aber mit der anlag, wie obstat, nit ver— gleichen, sonder die sach uf den ge— meinen pfennig setzen, so wer die sach uf die glicheyt zu richten, das die churffursten], fursten und graven an einem teyl und die stet am andern teyl gleich stimmen hetten; oder das die ungleich stimme den graven geben würde. und will diser puncten, die anzal der stimmen betreffen, ein principal punct sein, doran den stetten vil gelegen, dan wer den merteyl der stimmen hett, wurt in der hilf und andern sachen furziehen.) m 24. artikel, die verpflichtung der stimstend belangen, will von noten sein, das ein form der verschribung angesetzt werd, welcher massen sich die stend, die do stimm haben werden, gegen den andern stenden verschriben sollen, und sollich verschribung an ein ort hinder ein stand, der kein stimme hett, erlegt und den andern stenden glaubwurdige abschrift werden auch die stend oder rat der selben, so stimmen sollen, desselben einander zuvor und ehe sy 14 A. a. CO., Punkt 4. Schlagen Worms vor, weil es«den sächsischen stenden uber ain tagrais von Frankfurt nit entlegen.) «Dweil man diser zeit nit wissen. mag, wer kunftig in die verain kom— men, sollen die gesandten„80 wissend wurd, wer in die verain kompt, sich mit denselben stenden der anzal stimmen vergleichen und dahin handlen, ob die fursten mit den stetten gleiche stimmen haben soltſen]. demnach aber nit zuversichtlich, das es zu erhalten, dweil der fursten anlag höher dann der stett ist?? und also pillich, so ainer mehr gibt, das er auch mehr zu stimmen habe, sollen die gesandten dahin handeln, das also die gleicheit der stimmen bei den fursten und stet ten sein mag und auf das ain zufall geschehen könnt, das dann den graven, so deren etlich in der verain sein wurden, auch ain stimm gegeben. wo aber dasselbig bei den fursten auch nit zu erheben, das dann denselben wie in jetzigen verain auch ain stimm mehr dann den stetten gelassen; doch das den graven, wie jet zgemelt, auch ain stimm gegeben und das die stimmen auf die anlagen gericht werden.) wie bei Sturm. In den Eid ist zu setzen,«das im sprechen ir keiner seinen selbs nutz. oder schaden ansehen solle.» 18 A. a. CO., Punkt 5(Art. 20, 24, 28, 31, 32). 1 Am Rande bemerkt Sturm: Uf 10000 gl. und dorüber oder 12000 gl.» 17 Nach einem Verzeichnis Sturms(in AA 543, t. 163 164) sollten zahlen: im sächsischen Kreis Fürsten und Grafen 34090, die Städte 19040, im oberländischen Fürsten und Grafen 23 490, die Städte 28400 Gulden. * A . Verbesserungsvorschläge für die Bundesverfassung. stimmen, versprechen und zusagen, domit ein yeder desto freyer sprechen mag und im zu nochteyl sin votum oder meynong nit eroffnet werde.) «Im 28. artikel, die anzal der secretarien belangen, wurt in alweg fur not und gut angesehen, das der schreyber 4 seyen, do die sechsischen kursten und stet yedes teyl einen und die oberlendischen fursten und stet auch jedz teyl einen hab, und das Veder teyl sin stand in der zerung erhalte, so sy uf tagen sein werden.) «Im 31. artikel will die summa des gelts, so man zu der oberhauptleut henden stellen soll, nit woll zu benennen sein, man wuste dan zuvor den anschlag der gantzen hilf, doch möcht es ongeverlich uf 20000 fl. stellen.» «Im 32. artikel ist zu bedencken, ob man die selb erkantnus allein uf die kriegsrat oder ob man es uf der kriegs- und stimrat conventen setzen wolt, also das sy sich des mit einander verglichen solten.» ö.. — C sinngemäss wie bei Sturm. «Und das dieselben[die Sekretäre] nit allain kein schenk ansehen, wie der artikel meldet, sonder auch keine nemmen solten; das si auch niemandem ausserhalben diser stend verbunden sein solten. ob sie aber ainichem stand diser verain mit aiden bewandt, das doch diser aid vorgeen solt. y «Zu versehen, damit nit auf ain jedes geschrei die haubtleut das gelt angriffen und die stende zu schwerem costen gebracht und deshalben ain sondere clausel gesetzt wurde, das die hauptleut kein gelt angreifen solten, sie hetten dann ware und gewisse kundschaft, das die widerigen in rustung des anzugs stuenden. und zu dem selben solten sie von funf— zehen bis in die zweinzig tausend gl. anzegreifen macht haben; dann man mit zehen oder zwölftausend gl. vi volks anheften mag.» «Wer unsers achtens nutz und gut, das die stimmräth mit den kriegsräthen, dweil si noch bei ainander, wie . die gegenwehr fürzenemmen, zu erkennen haben solten; dann die stimmräth der stend gelegenheit mehr dann die kriegsräth wissen mögen. doch das ains stands stimm- und kriegsrath im votieren nur ain stimm haben solten. und nachdem die stimmräth verritten und sich des veinds gelegenheit... also zutruege, —— 58 1546. Strassburger Instruktion für den Bundestag zu Worms: m 33. artikelis, die mass der hilt belangen, ist vast der kurnemst artikel und zum teyl dovornen in den zwey ersten artikeln dises bedenckens auch anregung beschehen. nun wer hie bey zu bedencken im fall, so ve die sächsischen stend und stett, so one das ring angeschlagen, noch ringer wolten angeschlagen sein, dozu man in vergangner einigung hat gesehen, das sy mit iren anlagen und bezalungen gantz langsam und unrichtig gewesen, do doch die braunschweigisch defension sy mer dan die oberlendischen angangen, auch inen zu gut beschehen; also das zu besorgen, so sy in iren eygen sachen so langsam und unrichtig, sy wurden, wo es die oberlendischen angon wurde, noch vil langsamer und unrichtiger sein. ob dan nit diser weg fur die hand zu nämen, das die oberlendischen stend mit dem landtgraven ein sonder bundtnus machten, und die churflursten] zu Sachsen mit den sechsischen stenden auch ein sonder bundinus machten, und die zwen bündt den verstand mit einander hetten, so einicher stand in synem bezirck von den andern sinen mit verwandten stenden hilf erkant wäre und sy, die bundesstend des selben zirck, die bundesstende des andern zircks also zu der hill ermanten, das als dan der selb zirck schuldig wer, dem andern zirck ein benante hilf zu* zu ross und zu füss, wie man sich der summen verglichen möcht; also das die hilfen, die ein zirck dem andern thun solt, gleich weren. und das der zirck, der also hilf begert, die artylerey und was zu der munition und profiand gehort, fur sich selbs bestellen und versehen solt. wurden aber die beyden zirck zu— das die gegenwehr anders, dann erkennt worden, ze thun sein muest, das es dann bei den kriegsräthen stön all «Der anlag halben... lassen wirs bei dem bevelch der cölnischen hilf halben pleiben. dweil aber diesem artikel angehenkt, das man allweg drei monat in vorrath haben solle ete., das dann die stende sich ainer anzal volks zu ross und fuss, auch der zu— gehörigen artalerei und ains nodturttigen kriegsregiment verglichen „damit man abrechnen konnte, was zu solchem thun von nödten, und ain jeder stand sehen mog, wie weit sich sein antheil der anlag W wurde laufen und ob er dieselben erschwingen könd oder nit. so aber die sächsischen stende bisher mit iren anlagen ganz unrichtig gewesen, da doch dise braunschweigische defension niemandem mehr dann inen zu rettung und gutem beschehen, so die pillieh mehr williger gewesen sein solten, dann so es in die Oberland oder anders wohin gegangen, und also zu besorgen, wo dis hilt gegen andern beschehen solt, das si noch unrichtiger sein und il leicht gar nichtz thun wurden, darzu sie bei dieser jetzigen erstreckung, uber daz sie zuvor, nach irem vermögen und gegen den oberländischen stetten gar leidlich angeschlagen; wo man sich dann zimblicher und billicher anlage mit inen nit vergleichen kont und darzu solcher unrichtigkeit gegen inen zu befahren haben muest, sollen die gesanten man solche unrichtigkeit faren liess und mit den andern richtigen die verain auf ain gleichmessige anlag erstreckte; oder das die oberländischen stend mit dem landgraven ain sondere und der churfurst zu Sachsen mit den sächsischen stenden ain sondere verstendnus eingiengen und die baide sich ainer mass mit ainander verglianbringen, ob 18 Nr. 29, Anm. 12, Punkt 6(Art. 33, 34, 35). k Verbesserungsvorschläge für die Bundesverfassung. 59 gleich angriffen, das alsdan ein eder in synem zirck were, und so im gott sige verlyhe, dem andern, so es die notturft erfordert, als dan mit sinem kriegsvolck und der benanten sum— men zuzüge. wurde aber die not so gross sein, das sy des gantzen hauffens und uber die bestimpt summen bedorfen, so solten die selben inen auch zuzuziehen schuldig sein; doch uf der stend desselben zircks, dem man also zuzuge, kosten und besoldung. es solt auch ein yeder zirck, im fall, do er nit also angegriffen, dem andern zirck, so angegriffen, gestatten und zulassen, kriegsvolck in sinen landen umb besoldung anzunemen, so er das fuglich uberkommen möcht. wie dan diser weg mit weyter und mer notturft mocht bedacht werden. dodurch wurden die weyten tag— satzungen und beschwerlichen zu— samenkunften vermitten, sonder wurden in einer jeden provintz oder zirck die zusammen kommen uf gelegenen platzen, die einander gesessen. es wurden auch die hilfen im fall der eyl desto ehe erkant und geleist werden, dis sonst durch die weyt entlegenheyt der stend so bald nicht konnen erkant und gefordert werden. dweyl aber nyemants uf jetzigen tag zu solchem weg bevelch wurt haben, so wer zu bedencken, ob man in dem landtgraven und den von Ulme wolt by zeyten anzeigen, sich doruff haben zu bedencken und die iren abzufertigen. in disem 33. artlikel! wurt auch gemeldet, das man 3 monat sol im vorrat haben; do wurd von noten sein, das man sich der summa auch entschleuss, wievil man reuter, knecht und geschutz haben wolte, domit man sich des gelt, so man erlegen solt, desto ehe vergleichen möcht. dan soll man schon ein gelt uf 3 monat| erlegen, und man nimpt aber so vil reuber und knecht ane, derglichen hat man ein grosse munition, so gott das erlegt gelt woll in 2 monat oder vilchen, wo ain theil der religion halben oder umb sachen us derselben fliessend angegriffen, wie stark und auf was mass ime der ander zu hilf ze kommen schuldig sein solte, und es uf den weg richtete, was ain theil dem andern in solchem fall thädte, das ers von demselben wider zu gewarten. und hett sich also niemand der un— gleicheit zu beschweren. so wurden auch disfals die weiten und verren taglaistungen vermitten; und so sich etwas zutruege oder furfiele, so möchten jeder pundnuss stend desdo fürderlicher zusammenkommen und die sachen nodturftiglichen mögen beratschlagt werden.» ü EEE RE a HE ————————— NE—.— Mä 60 1546. Sirassburger Instruktion für den Bundestag zu Worms: leicht dem ersten uf. so will den stenden ein beschwerlich ding sein, in ein ungewiss ding bewilligen, do einer nit weiss, ob er es auch halten und er— schwingen mog. dan ein stand be— willigt ein monat 6000 gulden, und es gett ein monat so vil uf, das er 18000 gulden, das ist dreymol so vil, als er bewilligt hat, geben muss, so will es im villicht zu leysten, sonder— lich in die har, nit moglich sein. derhalben wer notwendig, das man ein anzal reuter und knecht bestimpt, die die grost und eusserst hilf sein solt, dozu die munition gericht, so wust ein stand, ob er es auch leisten mocht, was er zusagt. wer dan die not nit so gross, das man der grossen und eussersten hilf nit bedorft, so hett es sin weg, und kont sich kein stand entschuldigen, das er es nit vermöcht.) fehlt bei Sturm. 34. Artikel: Dweil das gelt zu ainem vorrath erlegt werden soll, und aber kain vorrath sein kan, wo es nit eben bar bei ainander, auf das man sein gewiss sei, das dann der fursten gleich wie der stett gelt an ain be— nannt ort zesammengelegt und furter keinem gestattet wurde, sein anlag hinder ime. zu behaltenis... dann sonsten ainer gar leichtlich ursach nemmen kan, dasselbig nit volgen ze lassen, wie dann hievor auch beschehen. derhalben solten aller sächsischen fursten und herrn gelt an ain sonder ort und der stett gelt auch an ain sonders erlegt werden. desgleichen bei den oberländischen auch also. und das von gemainer stend wegen leut geordnet weren, die es empfiengen, zalten und einschlüssen, damit man gewiss wuste, wa es lege...; und doch an sollich ort... erlegt wurde, da es kein sonder stand arrestieren oder heften konte; das auch die, hinder denen es lege, den stenden sicherheit geben. 19 Das richtet sich gegen die Ausnahmen in der« Verfassung» von 1536(Hortleder I, Buch 8, Kap. 10,§ 12ff, 8. 1381). Verbesserungsvorschläge für die Bundesverfassung. 61 doch dweil beide oberhauptleut bis daher und die nodt sich zugetragen nit allein iren antheil, sonder etwo schier die ganz anlag dargelegt und hernaher von den stenden wider eingenommen, uf das sie dann dasselbig in kunftigem wider ze thun hetten..., möchte denselben gegönnt werden, ir anlag wie bisher hinder inen zu be— 3b x; halten.) «Der 35. artikel, die pen der nit bezalenden belangen, wer woll gut, das er woll ersehen wurd, dan der oberlendischen stet halber wurt kein mangel sein, wie dan bissher keiner gewesen; aber bey grossen fursten, hern und den sechsischen steten will es nit also mer gone. derhalben gut wer, das benant würde, wan einer sein gelt nit erlegt uf zeyt und platz, wie sollichs durch gemeyne einigungs verwandten oder die stimmen be— schlossen, das er also dan noch ein vierdenteyl sollicher anlag, die er erlegt solt haben, verfallen sein solt. und wo er es uf verner ermanen nit thäte, das noch ein vierdenteyl ver— fallen sein solt. so er dan auch nit gehorsamer, das es alsdan erst zu der stend erkantnus ston solt, durch was weg er weyter gezwungen und zu bezalung der anlag und verfallenen penen gebracht solt werden. dan soll es erst lich allein uf der ermanung ston, so ist zu sorgen, das vil stend ir gelt nit erlegen und zuvor der ermanung warten wolten, das aber in kriegslauften sorglich und vil nachteyl geberen mocht. derhalben besser, es wurd ein pen bestimpt, die ein veden tribbe, sein gelt zu rechter zeyt zu erlegen.)! «Im 36. artikel, die beharlich hilf belangen, so die hilf uf den gemeinen pfennig gestelt, wer der artlikel] recht gesetzt; werde aber die hilf uf ein monatlichen tag gesetzt, so muss der artlikell etwas geendert werden.) wie bei Sturm. wie bei Sturm. 20 Art. 36 ist eine Gbergangsbestimmung: Ma sich die defension lenger... verziehen solte, wie alle stende beschriben und der beharrlichen hilf halber geschlossen werden soll». §z 21 der(Verfassung)(Hortleder, a. a. CO., 8. 1332) ist hier z. T. wörtlich übernommen. 1546. Strassburger Instruktion für «Im 37. artikel?! wer zu bedencken, wer die hauptleut sein solten. so die kreyss, wie obstat, geteylt, wer der landtgr[ave] nit zu verbesseren. so mochten die Sechsischen einen in irem kreyss, der in gefiel, erwölen. wo es der churfurst libs halber nit thun möcht??, wer h[erzog] Moritz nit bos, so man in in der verstentnus mit bringen möcht.) Am 39. artikeles wurdt gemeldt, das die stim- und kriegsrat sollen beschrieben werden, und die doch die kriegsrat allein wölen. ist mins er— achtens geirret, sonder acht ich, die stimrät solten vor die wal haben, dan die kriegsrät. deshalben der artlikel also zu bessern, das sy, die stimund kriegsrat, mit gemeinem rat sich eins hauptmans verglichen solten; wo sy sich aber des nit vergleichen konten, das er alsdan durch das merer der stimrat gemacht solt wer— dena. 6. Die recusation des trientische «Ist die zusammen gezogen re— cusation des coneiliies doctor Ludwig Grempen, die zu beratschlagen, uberder soll gehört werden.) geben; 7. Colloquium zu Regenspurg be Zu erwarten, was das kur ein end haben oder nemen werd, demnach sich zu halten. und dweyl vermutlich, es werden die andern stend die gantz handlung unverhört gon Trient schieden Bundestag zu Worms: Konzil; fehlt. fehlt. n concilii belangen». Das Bedenken Gremps über die Rekusation des Konzils istvorzubringen. Es ist noch nicht ins Französische übersetzt2®,«dweil man noch nit satt beschlossen, wobei man pleiben wolle.» langen. Demnach man noch nit waist, ob das bei dem jetzigen stillstand pleiben oder die kai. Mt. weiters darin verordnen werde, so ist doch vermutlich, die andern stend werden ben. doruf mit vleis zu Regenspurg zu uf dem reichstag die relation des21 Nr. 29, Anm. 12, Punkt 7(Art. 37, 39. 22 Vgl. v. Seckendorff, Comment.. 2s Go ein haubtman mit tod abgieng, wi leder, a. a. CO., 26, 8. 1333). 24 Ausser zu diesen werden noch zu den 41—43, 51(Punkt 7), 58- 61, 64, 67(Punkt de Lutheran. III, S. 619, und Pol. Korr. III S. 706. e ein anderer gewöhlt werden soll»(=, HortArt. 25 und 29(Nr. 29, Anm. 12, Punkt 5), 8) Änderungsvorschläge gemacht(zu 42, 51, 59. 60, 64, 67 nur von Sturm); in den übrigen Artikeln erhalten die Gesandten Gewalt abzuschliessen. 25 Durch den Frankfurter Stadtadvokaten Dr. Hieron. zum Lamb; vgl. Nr. 20, Anm. 10. 2% Durch Sleidan, wie im Rat beschlossen wurde(Ræatsprot. 1546, f. 97 a). Kolloquium; Friede u. Recht; Visitation; arbeyten, das die relation? vor allen stenden geschehe, die volkommene acten allen teylen zugestölt und die remission von disen stenden mit guten grunden widerfochten und keineswegs bewilligt werde.) Aufnahme von Kurpfalz in den Bund. 63 selben auf das concili zu Trient verschieben. da were. ze schliessen, das die stende dises theils... dahin arbeiteten, das die relations von den stenden nach inhalt des wormbsischen abschids gehört wurde. wo das aber nit sein wolt, das man die remission widerfochten, wider dieselbige auch... protestiert hette.) 8.«Belangen frid und rechtes. Gedenken wir, das auf kunftigem reichstag deshalben bei der notteles, dem churfursten pfalzgraven derwegen zugestelt, ze pleiben were und das des rechtens halben von disen stenden uf die besatzung des chammergerichts vermög des speirischen abschidsss getrungen. so man dann dasselbig nit erhalten könnte, das mans, sovil den friden belangt, recht dem allmechtigen gott befülhe und gegen niemanden kein hulf bewilligte, man were dann des fridens nach nodturft und gnugsam versichert, und das man bei den rechts— gelerten? rath darüber neme, ob die stende dieses theils, dweil derselben eben vil, on zuthun der andern stend zu besatzung des chammergerichts kommen möchten. wo dan dasselbig auch nit sein könnte, ob dann dise stend... sich under ainander aines usträglichen rechtens verglichen hetten.) 9. Wisitation belangen. wir wol leiden, das man auf mittel und weg bedacht sei, darainigkeit der leer und besserung des lebens furdern möge. und dweil es mit zuthun der theologen bedacht werden muss, möcht es am kuglichsten auf kunftigem reichstag, da die colloquenten villeicht bei der hand, durch die pottschaften in der colloquenten und auditorn beisein be— schehen und wider an die stende hinder sich gebracht werden. r Mögen durch man 10. Den pfalzgrävischen und hessischen abschid belangensz. Dweil ir churfl. und fl. G. sich ainer nottel frid und recht belangen verglichen, deren sich churfursten, fursten und stett in iren räthen zu Regenspurg gebrauchen sollen, so will von nödten sein abschriften derselben ze haben, damit sich die gesandten auf dem reichstag darnach richten mögen. und als der churfurst pfalzgraf zu bedenken genommen sich zu resolviern, desgleichen seiner chfl. G. bedenken auf kunftigen reichstag anzuzeigen, ob er das concilium zu Trient mit disen stenden recusiern wölle etc., das sollen die gesandten hören; und so sein chfl. G. sich in die verstendnus auf gleichmessige hill und conditionen geben wolt, sollen si gewalt haben sein chfl. G. unsers theils in die verain ze nemmen.) J. Pol. Korr. III, S. 620. n hier an stimmt die Instruktion fast ganz wörtlich mit Sturms Aufzeichnung 27 Vg 2s Vo überein. 29 Vgl. Nr. 31(z. 24. Februar) und a. a. CO., Anm. 11. 30 Von 1544, 5 92(Neue Sammlung II, 8. 512). 31 Sturm nennt hier Gremp. 32 Siehe Anm. 29. 64 1546. Strassburger Instruktion für den Bundestag zu Worms: II. Puncten des abschids der noch werenden verainigungsstendssr. 1. Zu erkundigen, was Sachsen bei Pommern erlangt, was Markgraf Hans von Brandenburg geantwortet, wie es mit der Anlage von NassauWeilburg? geht. Wenn sie nichts geben wollen, zu bedenken, wie man sie zur Zahlung bringen kann. 2.«Bischof zu Munster. Will darauf ze sehen sein, ob die landstend seiner stift Munster, Osna— bruck und Minden willen darzu haben oder nit, und welche derselben darzu willen hetten, ob sie es one die andern stend ze thun haben; dergleichen so si in die verstendnus genommen werden solten, was si bei den stenden thun wolten oder möchten.) Die Gesandten sollen sich je nach der Sachlage ere, e,, 3.«Bey Furstenberg soll umb antwort angehalten werden, wes er mit siner landtschaft gesinnet sey.» Er wird wahrscheinlich auf den Tag Dr. Hans von Niedbruck schicken. 4. Schertlin. Da er nur der Pfarre von Burtenbach wegen in den Bund kommen will «und man ime aber gegen der ko. Mt. als dem landsfursten in der marggrafschaft Burgau nit wol hilf bew eisen kan, were im sollichs anzuzeigen und er sonsten aller gönstigen kurderung zu vertrösten.) 5. Eimbeck. Da sie(sich ires schadens ains theils wider erholet,... ze handln, das sie in der neuen verstendnus etwas thädten. y 6. 12000 Gulden für Reiter. Bei Um und Augsburg zu erfahren,«wie sollich gelt usgeben, wer darar erlegt habe oder nit». Sind bereit ihren Teil zu zahlenzs. 7.(Ordinari anlag. Soll die noch usstendig und jungst Johannis Baptiste] Juni 24] des 45. jars verfallen clein anlag bezalt werden; dann die vorigen alle bezalt seindasy. 8. c Engelland. Nach dem Abschieds?«ist nit versehentlich, das der könig ansuchen werde und derhalben verrers gewaltz von unnödten; und es aber umb an— sehens willen nit unnutz, wo man den könig vermöchte, das er. disen stenden das bäbstlich concilium recusierte, so sollen die gesant en be velch und gewalt haben, derhalben mit andern stenden ze schliessen.) 9.(Frankreich und Engellandꝶ. Da man Sachsen und Hessen zugestanden hat, mit Wissen der Stände Cverner handlung zwuschen baiden königen... furzenemmenss... und wir nit kur nutz achten, verrer handlung furzenemmen, man wurde dann von 33 Vgl. Nr. 31(2. 20. Februar). 34 Graf Philipp von Nassau-Weilburg; vgl. Is. f. preuss. Gesch. XV(1878), S. 645 Ff. 35 Vgl. Nr. 29, Anm. 15. 3 Abrechnungen über die Jahre 1540- 1545, die Sturm in Worms übergab, in Mar-= burg, Arch., Nr. 855, f. 248— 272. Für 1545 sind unter den Auslagen auch 250 Gulden Dienstgeld an Sleidan in Abzug gebracht. 37 Vgl. Nr. 31(z. 20. Februar) und a. a. CO., Anm. 2, 38 Vgl. Nr. 29, Anm. 21. Sr Frankfurter Abschied der einungsverwandten Stände. 65 baiden konigen oder iren furnembsten räthen vergwisset, das sie es leiden mochten und begerten, das auch solche conditionen vorhanden, die bei baiden thailen zu erheben verhoffenlich,... im selben fall sollen unsere gesandten gewalt haben mit andern stenden ze schliessen» Auf die versprochene schriftliche Relation der Gesandten ist zu dringen®; auch ist Rechnung über die Kosten zu legen, in die das von Strassburg Geliehene gebracht werden solls. Dafür ist«ain neue anlag ze machen uf die stend, so gewiss seind, oder die anlag sovil höher ze machen, damit si von den gibigen erstattet und die gesandten... auch irer muhe und arbeit davon verehert werden möchten.» 10. Abschied über Dänemark“. Wenn der König noch nicht geantwortet hat, ist ihm wiederzuschreiben «und sonderlich, das sein ko. W. der recusation anhangen wöllt. und wo der könig wider in die ainigung kommen wolt, und die ainigung auf ain neus erstreckt, uf die mass wie hievor ine darein ze nemmen.» III.«Belangen den abschid der braunschweigischen defensions stend.» 1.«Die bestallung des lands Braunschweig belangen.» Die Gesandten sollen erst den Bericht der nach Braunschweig Verordneten‘ über die Einkünfte und Schulden des Landes und die Kosten des Unterhalts für die beiden Gefangenen hören. Wenn darüber nicht noch«ain namhafte summa von dem land erobert werden mochte zu bezalung der. kriegscosten.., so sollen die gesannten auf die weg helfen gedenken, wie man des lands mit fugen und one schaden abkommen.. mög..; und sollen sich dessen auch teutschlich vernemmen lassen, das ainer statt Strassburg gelegenheit gar nit sei, alle jar gelt zu underhaltung des lands oder der ge— kangnen fursten halben uszegeben, dann si mit underhaltung irer statt und wesens in disen geföhrlichen zeiten und laufen also belestigt, das si dasselb nit wol erschwingen mögen. befinde sich aber... clar und undisputierlich, das man... ain benante summa alle jar an bezalung der kriegscosten erobern möchte, so were davon ze reden, das mans ain jarachta und so lang, bis man zu ainem eherlichen und leidenlichen vertrag mochte kommen, versuchte, es were das es beide kursten oder ain gemaine regierung innehatte, wiewol unsers erachbens besser, das es durch ain gemaine regierung versehen wurde, darein auch die gesandten, so es den andern stenden den mehrertheil gefiele, willigen sollenas. so aber zu besorgen‘t, es möcht in die harr dahin gespilt werden wöllen, das das land fur den aufgewendten kriegscosten 30 Sturm setzt hinzu: Die gesandten... weren hierin zu ermanen und do neben zu verwarnen sy also zu stellen, das es inen, so es usskome, unverwisslich were. was dan sonder geheimnüs, mochten sy etlich stend berichten und nit alle.» to Vgl. Nr. 29, Anm. 16 u. 17. 41 Vgl. a. a. CO., Anm. 18; nach dem Abschied sollten Sachsen, Hessen, Lüneburg, die oberländischen und die sächsischen Städte je einen Vertreter auf den 1. März nach Wolfenbüttel zur Untersuchung des Landes schicken, die auf dem Reichstag in Regensburg oder dem nächsten Tag der Stände darüber berichten sollten(nicht auf dem Tag von Hannover, wie Hasenclever, Pol. d. Schmalk., S. 175 angibt). * bestimmte Zeit(J. G. Scherz, Gloss. Germ. med. aevi I, 8. 43 Vgl. hierzu und zum folgenden das Bedenken der Verordneten vom 16. März (Nr. 44). 44 Sturm drückt sich aus:«Die fursten mochten es in die harr dahin spielen wollen», usw. 722). Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 5 ———. —— 7 x— ——* . ————————— 6— 66 1566. Strassburger Instruktion für den Bundestag zu Worms: hinzegeben und doch die stend fur und fur solten verschafft sein die innhaber darbei ze handhaben, so lang bis aller krieg cost, den die stend ufgewendt hetten, und den darzu, so die oberhauptleut ad partem... aufgewendt, sodann auch die schäden, so etliche stend in den zügen erlitten, bezalt und vernugt wurden, welches nun dem land in menschen gedechtnus nit möglich , so sollen die gesandten... uns hierin nit verdieffen, sonder in alle weg vorbehalten, wo ain eerlicher vertrag, do zimbliche erstattung des kriegscostens disen stenden begegnen möchte und die baiden stett Braunschweig und Gosslar, von deren wegen diser krieg angefangen, nach pillichen dingen versichert wurden, sich zutruege, das man denselben annemmen solt, damit man ainmal zu friden komen und nit fur und fur in ewigen zank mit herzog Hainrichen und seinen erben stön muest. wurden aber die gesandten, so im land gewesen, kein aigentlichen bericht pringen..., ob das jand die uncösten ertragen möchte oder nit, so sollen die gesandten dahin arbaiten, wie man des lands mit guten eherlichen fugen künde abkommen, die sach mit Herzog Hainrichs kindern vertragen und die alle jar etwas an dem kriegscosten ze geben schuldig weren, inen auch die sorg der regierung und bezalung also uf den hals ze legen, damit die stende desselben uberhaben pliben. und in summa man befinde die sachen wie man wölle, so ist unser endlich meinung uf die weg zu gedenken, wie die sach gar vertragen und man des lands mit fugen möchte abkommen, uf das man nit furt und furt in den uncösten und gefahren sitzen muss.) 2.«Herzog Moritzen ansuchen guetlicher underhandlung). Po ist unser bedenken und meinung, das sein fl. G. guetliche handlung nit abzuschlagen, sonder in alle weg zu vergönnen seie, doch allein der sön halben# und das darumben, das sein fl. G. disen stenden der religion, auch anderer mehr ursachen halben ganz gemain und bass dann andere gewegen. solte mans dann seinen fl. G. abschlagen, wurde man dieselb von disen stenden genzlich eussern und darzu ursach geben, das die kai. Mt.. sich in die handlung schlagen wurde, do disen stenden herzog Morit zen underhandlung gar vil gewisser auch der religion halben, damit man dieselbig im land erhalten möchte. so möcht man auch durch dise underhandlung herzog Morit zen dahin pringen, das er im vall, wo die sön nit hielten, disen stenden schuldig were ze helfen und wo nit genzlich, doch etwas und die zwerchas in dise verain pringen.) Man sollte ihm wegen der Religion und seiner Hilfe in beiden Zügen billiger als andern willfahren. Es wäre auch der ehrlichste und rühmlichste Weg,(das man ime willfarung thädte, den sönen, denen man es doch one das fueglicher noch pillicher weis nit wurdet vorgeen können, wider und also ze handen stelte und eingebe, damit die religion darin behalten, sie järlichs am kriegscosten etwas abrichten solten und die baiden stett Braunschweig und Gosslar gnugsamlich versichert. Das ist dann auch ein deutlicher Beweis dafür,«was man da gethan, das es allain zu rettung unserer ainigungs verwandten und erhaltung) geschehen ist und nicht um jemandem des seinen zu vergewaltigen). So kommt man auf die beste Art von dem Land und den damit verbundenen Gefahren und Kosten losztz. Doch solt 45 Sturm fügt hinzu:«und nit des vatters)y. Der nächste Satz fehlt bei ihm. as Sturm:(per indirectumy. Das Folgende ist bei ihm viel kürzer gefasst. 47 Han bemerkt im Ratsprot. 1546, f. 101 a:«Ist gevolgt, wie sies bedacht haben. das man nur waidlich darab halte, das Sachsen und Hessen auch in sollich underhandlung bewilligung geben; dann man ainmal ans end muesse, es stee lang oder kurz. so sei der verzug nieman beswerlicher dann den stedten.“ Frankfurter Abschied der defensionsverwandten Stände. 67 zuvor die vestin Wolfenpeutel, wie jungsten erkannt, dermassen gebrochen werden, das die jungen desdoweniger unruen anfingen und man ir auch desdo besser sicher und mechtig mög sein. und möchte man versuchen, ob Wurtemberg auch in dise guetliche underhandlung und durch dieselbige dahin ze pringen, das, wo die sön nit wurden halten, das er gegen denselben auch schuldig ze helfen, und das er und marggraf Hans von Brandenburg ire anlagen zu disen zügen entrichteten, damit die sön an dem kriegscosten desweniger beschwernus truegen und Pommern auch des[t]besser iren antheil ze geben geursacht und also dise stend ires ufgewendten costens desto basser entricht wurden.» 3.«Ausstönde schulden und rechnungen beruern.» 603 Gulden 4 Kr. als ihren Teil an der Anlage zur Bezahlung des hessischen Ausstands‘® werden sie auf der Frankfurter Messe bezahlen lassen“. Was auch ein Stand, auf den der Landgraf verwiesen ist, zu zahlen nicht schuldig ist,«das wöllen wir zu unserm antheil mit andern stenden durch ain neue anlag erstatten. funde sich aber, das ainicher stand sein gebuer nit erlegen wolt und desselben aber nit gnugsame ursachen hette., do seind wir urbittig mit andern stenden daruber erkennen ze lassen und zu erkennen und sovil möglich unsers theils von den ungehorsamen helfen einzepringen. und dweil vil stbende von wegen des jungsten braunschweigischen zugs ain grosse summ erlittener schäden und ufgewendten costens erfordern, welcher disen stenden hoch beschwerlich und zu nit möglichen dingen ainen eingang geben möchte..., so sollen unsere gesandten zu bezalung ainichs erlittenen schadens nit willigensc. was wir dann vermög desselben zu unserer angebuer zu zalen schuldig werden, dem wollen wir nit mangel lassen. was aber. us sondern bevelch... der oberhauptleut zu guten... der defensionstend usgegeben... worden und mit güte nit mag abgewisen werden, dessen sollen unsere gesandten vermög der verfassung zum usspruch kommen. Dweil sich aber durch ain gemachten uszug befindet, so meniglich erlegt, das noch zweitausendsechshundert thaler uberig seind und die oberländischen stett iren angebuerenden theil genzlich erlegt habensi, so wurdt pillich mit den sächsischen geredt, das sie ire angebuer auch erlegen. Die Ausgaben von Lersner, Braun, Bock u. a. sind wieder einzubringen, da sie nicht für die Stände gemacht sind. Auch Braunschweig soll 1000 Taler, éso sie an glockenzeug behalten, wider herausgeben», Pommern u. a.«ir clein ordinari anlag... bezaleny. Die Anlagen von Markgraf Hans und Graf Philipp von Nassau belaufen sich nur auf 2266 Taler;«die hat man, wie oblaut, wol im . ; 1 | vorrath. wo aber uber dis alles mangel sein wolt im sechsischen kreis und| —— doch darauf getrungen werden, das die oberländischen sich weiter solten anlegen lassen, so haben dieselben us pillichen ursachen sich dessen zu weigern und anzuzeigen, dweil dise usgaben alle zu beschirmung der stend im sächsischen kreis beschehen... weren, die oberlendischen iren gebuer erlegt 48 Vgl. Nr. 29, Anm. 20. 49 Nach der Abrechnung Frankfurts dort am 23. April durch Martin Haug bezahlt (in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1002), worüber der landgräfliche Kammerschreiber Klaus Waldenstein am 14. Mai 1546 quittierte(a. a. G. und Marburg, Arch., Nr. 848, f. 280). 50 Vgl. hierzu Nr. 20, Anm. 13. 51 Der Auszug(mit der Endsumme von 2630 Talern) stammt von Sturm, wie er in seinem Bedenken angibt. Seine Ausführungen zu 3. beginnen erst an dieser Stelle. 5* 68 1546. Strassburger Instruktion für den Bundestag zu Worms: und kein stand fur den andern burg oder haft sei”, so wissen sich die oberlendischen zu keiner vernern anlag zu bezalung diser costen zu begeben. wolten aber zum uberfluss inen gern behulflich sein, damit den andern stenden, so schuldig, ernstlich geschriben und die ermanet wurden, ir gebuer zu erlegen..; weiters sei man vermög der verain weder pflichtig noch schuldigyss. IV.(Rietperg belangendyss. «Dweil der Riedt perg.. in namen.. seiner fl. G. als des lehensherren belegert, seiner fl. G. auf ir bitt allein ain reuterdienst, der dannocht dise stend ain namhafts costet, bewisen, wie auch derselbig Rietperg in seiner fl. G.... und der graven von Rietperg namen... angenomen worden, und auch nach... gemachtem abschid die knecht... auf der graven osten gelegt worden, dann die kriegsräth... von der sbend wegen dahin nit gezogen weren, wie sie dann wider... andere herzogs Heinrichs anhenger auch nit zogen seind; und es umb dise 700 gl. nit allein ze thun ist, sonder, wo gral Ott[von Riedberg] die abgeredten puncten nit... eingön wolt, zu besatzung des Rietpergs noch ain merklichs ukgön konte„so sollen die gesandten sich des Rietpergs disfals verrers auch nit annemmen, sonder mag... der landgrat sich seins usstands... an graf Otten theil der grafschaft Riet perg erholen... wo aber sein fl. G. auf disen 700 gl. allain beharren und die stend verrers nit beschweren wolt, damit dann sein fl. G. in desto gnedigerm willen erhalten, wöllen wir dieselben zu unserer gebuer mit andern stenden gern helfen zalen... wolte aber graf Ott gegen disen stenden was furnemmen..., wöllen wir abermals neben... andern stenden der defension helfen thun, was uns als getreuen punds- und ainigungsstenden gebuert und wir vermög der verfassung ze thun schuldig.» V.«Alte hinderstellige schulden belangen.) «Wo... etliche der stend, die dieselben schuldig, sich vernemmen lassen, sie seien die vermög der verfassung ze geben nit pflichtig, als Wurtem= berg, Pommern, Brandenburg des braunschweigischen zugs halben, sollen die gesandten vermög der verfassung deshalben zum spruch kommen. werden dann dieselben stend irer anlagen ledig, us dem das die haubtleut die mass der verfassung im ersten braunschweigischen zug ubergangen haben, so werden dieselben hauptleut desdo besser sehen mögen, was wir und andere oberländische stett hierin gethon, das sollichs us gutwilligkeit geschehen, dweil wir uns gleich so wol als dieselben hetten usziehen mögen, und das si uns pillich denselben usstand nit utzelegen, sonder irer selbs uberschreitung der verfassung zuzemessen haben.» Bei den 6000 Gulden aber, éso auf Lunen— burg, Manskeldt und andern mangeln, soll auf Bezahlung gedrungen werden. Jedoch soll der Teil des Grafen von Scmhwarzburgss und Graf Gebhards von Mansfeld Anlage«auf das land Braunschweig geschlagen werden; ebenso die Schulden für die Knechte in Wolfenbüttel. Wegen Graf Wilhelms von 52 Vgl. Hortleder, a. a. CO., 8. 1338,$ 57. 53 Mit diesem Punkt hört Sturms Bedenken auf. sa Betrifft die Beschwerde Landgraf Philipps; vgl. Nr. 37. ss Über die Verhältnisse im Lande des schon im Jahre seiner Aufnahme in den Bund (1538) verstorbenen Grafen Heinrich XXXII. von Schwaraburg vgl. G. Einicke, 20 Jahre Schwarzburg. Ref. Gesch. 1521— 16541, II(1909), 8. 82-101. Riedberg; alte Bundesschulden; Esslingens Vorschläge. 69 Nassau-Dillenburg ist mit dem Landgrafen zu verhandeln«der religion und gemainer verstendnus ze gut..., uf das die verstendnus seiner anlag und hilf zu gewarten habe und andere mehr graven darein ze komen desto mehr bewegt werden mögen». Mit den Erben Herzog Ernsts von Lüneburg soll man sich vergleichen, um sie dem Bunde zu erhalten und die Einigkeit zwischen den Bundesgliedern zu wahren. VI.«Esslingen», Im ersten Punkt«seind unsers erachtens die sachen ungleich; derhalben disem artickel anzehenken: wo die parteien der commissarien sich selbs vergleichen, das sie sich dann auch... der form des process und ustrags, auch der execution selbs... verainigen solten»; können sie es nicht, so sollen es die Stände tun. Können aber die Parteien sich auf die Kommissarien nicht einigen, so sollen ihnen mit diesen auch die nötigenBestimmungen gegeben und«von den parteien unweigerlich angenommen... werden.» — Lum andern Punkt können sie keine Stellung nehmen, da er zu weitläufig ist und man bisher nie einen richtigen Weg zu seiner Lösung hat finden können. Beziehen sich im übrigen auf die Instruktion zu Art. 10 der neuen cbundesnottelys?. 50. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, März 26. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 13. Ausf.— Prdes. Speier 28. März. — Ben. von v. Druffel, Beitr. 2. Reichsgesch. III, S. VIII. Jakob Sturm kann nicht nach Speier kommen. Sein Schreiben vom 21. Nr. 48]«haben wir heut dato zu funf uhren nochmittag empfangen, alsbald den gedachten herrn Jacoben beschickt, ime das furgeéhalten, der sich nun leibs halben entschuldigt, das er so eilends ze reiten nit vermöge. so dann nit möglich, das er morgen zu nacht zu Speir sein möge, und wir darkur halben, das er zu spot kommen wurde, haben wir ine dessen erlassen, ganz dienstlich pittend e. fl. G., sie wolle deshalben uns und ine, herrn Jacoben, entschuldigt haben. datum freitags 26. Martii zu sechs uhren nach mittag a. 46.» 56 Vgl. Esslingens Brief an den Rat vom 9g. März(Nr. 40). Die Instruktion Ums für den Wormser Tag in Um, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 382; sie ist kürzer wie die Strassburger. Die Gesandten werden angewiesen, sich in fast allen Punkten mit Jakob Sturm in Verbindung zu setzen, und erhalten am Schluss die Weisung, dass sie sich besonders an Strassburg danhenken und leichtsam von ine nit absönderny.— Die Frankfurter Instruktion, in der nirgends auf Strassburg oder Sturm Bezug genommen wird, befindet sich in Frankfurt, Arch., Reichstagsakten 59, f. 8- 15 und 18-23. 2 70 1546. Der Kaiser und England; sein Verhältnis zu den Protestanten, 51. Petermann(Ulrich Geiger) an Bernhard Meyer. 1546, März 26. [Strassburg]. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 6. Or. Ankunft des Kaisers in Speier; Äusserungen Granvellas zu den Gesandten der Protestanten: Absichten Wilhelms von Fürstenberg; englische Werbungen; Reisepläne des Kaisers. Nachschrift: Das Regensburger Kolloquium, Der Kaiser vorgestern nach Speier gekommen.«Hat wenig volk bei ihm und ist nichtz dan gnad und frid, wie man furgibt!.... der Granvelle hat sich auch gegen etlichen gesandtenz vil guter wort vernemmen lassen: was doch die protestierenden gedenken, das sie sich also vor dem kaiser besorgen, der es so vätterlich meine und nichtz anders dan frid und ruwe such teutscher nation und jetzt uf dem weg sei gen Regenspurg on alle rüstung, sonder das er den stenden zu friden helf, allein das sie den annemmen und gegen einander halten; ittel gute wort und fuchsschwenzz.» Graf Wilhelm ist am 23. zum Kaiser geritten,«het villicht gern sein ranzon wider». Es heisst allgemein, er wolle dem Herzog von Savoyen Knechte nach Piemont zuführen. Doch weiss Geiger nichts Sicheres. Hier ist noch kein Lauf. Aber Pfenn[!] sammelt in den Niederlanden für England 6000 Knechtes, wie Mundt an ihn[Geiger] schrieb.„Mich bedunkt, die frundschaft zwischen keiser und Engelland will sich schon ein wenig stossen. das geschrei gath, der kaiser werd nach dem reichstag zu Regenspurg in Hispania faren. ich wölt, das war were; und so ihn an der zerung mangelt, wolt ich ihm gern ein gulden zu steur geben.“ Dat. 26. März. Na chschrift: Das colloquium hat sich gestossen» infolge der Verordnung des Kaisers über die Notares, die den Unsern, da sie nur zum Vorteil der Gegner sind, nicht gelegen sind. DQarumb das colloquium ersessen bis uf witern bescheid. sie hetten angefangen das colloquium halten unvergriftlich doch; da haben die ad versarii in articulo iustificationis sich so sophistisch und teufelisch gehalten, das gar kein hoffnung ist etwas guttes.“ 52. Johann Sturm! an den Kardinal du Bellay.[1546], März 28. Labern. Paris, Bibl. nat., ms. lat. 8584, f. 33. Or.— Cedr. in Revue des 6tudes rahelaisiennes III. S. I0- II, erw. von Schmidt, Jean Sturm, S8. 64, Anm. 2. Erbschaft Welsingers; Gelegenheit zur Verhandlung mit England; Kaiser und Landgraf; Fraxineéus; Rabelais in Metz. Bittet,«ut episcopo nostro adsis in haereditate Jacobi Welsingerie recuperanda.... anglicana ratio tibi curae non est, cum mihi magni, imo 51 1 Vgl. Nuntiaturberichte VIII, S8. 583— 584 und 635. Geiger schreibt in seinem Brief anschliessend über das Mandat des Kaisers gegen den Erzbischof von Köln und seine Antwort darüber an die protest. Gesandtschaft wie in Nr. 47. 2 Vgl. Nr. 35, Anm. 2. 3 Ähnlich äussert sich am gleichen Tage Gerhard Sevenus in einem Brief aus Strassburg an den Kardinal du Bellay(Or. in Paris, Bibl. nat., ms. lat., 8584, f. 48). 4 Vgl. Nr. 47. 5 Vgl. Nr. 42, Anm. 2(kaiserl. Resolution). 521 Vgl. Handschriftenproben II, Tafel 85. 2 Er war Sekretär Franz’ J. gewesen; vgl. Pol. Korr. III, 8 627, Anm. 3. Bischof * * ? FP ö? mmm un mm amm i ö bes. zu Landgraf Philipp; Jakob Sturm über Frankreich und England. 71 maximi momenti esse videatur; et si unquam antehac, nunc certe est tempestiva. Vintoniensiss discessit a caesare et tristis et stomachobundus‘‘, wie er von Christof von Karlowitz, dem Gesandten Herzog Moritz’ beim Kaiser, erfahren hat.(Caesar cogitur res Hispanienses pacare atque idcirco Angli postulatis satisfacere non potest et nobis dat bona verba. ante quatriduum Zpiram venit.» Der Landgraf wird erwartet.«Valde laboramus, ut ne verbo et ut noster Achilles non solum armis strenuus sit, sed etiam sapiat in consiliis... si Anglum tenere vultis, oportet eum huiusmodi temporibus tenere. sed dum volumus, non vultis, vultis autem, cum nolumus. hoc plerumque accidit in rebus mortalium. Gasparum Gamaut* puto iam istic fuisse et omnia tuam amplitudinem habere ex Santios. fortassis tempus etiam hang actionem mutavit. ita omnia perturbantur istis bemporibus, ut nihil firmi videatur. sed in rebus politicis omnia sunt&vöeyöpeva, et hoc genus rerum vos excusat. Quid ego velim et quod me molestat, ex Antonios cognosces, cui velim, ut sponsor pro me sis apud delphinum de omnibus, quae est dicturus. Fraxineus noster in literis suis d&epoßarterl idque coactus temporibus.. sic homines sumus, etiam qui reliquis plus sapere et experientiores videri volu— mus. tempora etiam Rabelesum eiecerunt e Gallia;... nondum ad nos venit. Metis consistits, ut audio; inde enim nos salutavit. adero ipsi, quibuscumque rebus potero, cum ad nos venerit.— Ad Tabernas Alsatiae viges[ima] oct[ava] Martſii].) 53. Jakob Sturm an Landgraf Philipp. 1546, März 29. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 14. Or.— Praes. Zwingenberg, 1. Aprili. — Ben. von Petri, Strassburgs Beziehungen..., S. 161 u. 164, Anm. 4. Stellung zu Frankreich und England. Hat sein Schreiben vom 18. März aus Gudensberg Nr. 46] heute erhalten, «und ist nit one, es ist Engelland unser religion etwas näher dan Frankreich. ich kan aber in meiner einfalt nit gedenken, das Frankreich deshalben also zu begeben, das man ime und den sinen in der religions verwandten stetten Erasmus von Strassburg bat am 11. April die XIII im Namen der Erben um Fürschrift beim König(Jabern, So. Iudica. 46, Ausf. in AA 1673, f. 71; lect. 6. Mai). Die Reinschrift dieser Fürschrift(ohne Datum) in AA 1863. 3 Stephen Gardiner, Bischof von Winchester. Er verliess den Kaiser am 2. März (vgl. State papers XI, 8. 66 u. 72). 4 Vgl. über ihn Baumgarten, Sleidans Briefw., S. 123, Anm. 4 und Zeller, la rõunion de Metz I, 8. 280- 281. s Estienne Lorens, Herr von Saint-Ayl; vgl. über ihn Baumgarten, a.. O., 8. 122, Anm. 1, Revue des études rabelaisiennes III, S. 351-366(HI. Clouzot, Le vöritahle nom du seigneur de Saint-Ayl) und Bull. de la société de l’hist, du prot. francais 55, 8. 215, Anm. 1. 86 Vgl. Pol. Korr. III, 8. 624, Anm. 4 u. ö. Vgl. die Nachschrift von Nr. 25. 8 Über seine Tätigkeit als Stadtarzt von Meta(Ostern 1546 bis Johannis 1547) vgl. Ch. Abel in M6moires de l'académie imper. de Metz, 1868/69; die Sätze über Rabelais sind gedr. auf 8. 620; er verlegt den Brief fälschlich nach 1547. 58 ı Dem hessischen Kanzler Guünderrode, der zum Wormser Tage reiste. Er öffnete den Brief und sandte ihn an Philipp weiter(Worms, 8. April 46; Or. in Marburg, Arch, Nr. 852, f. 13; praes. Bruchsal, 11. April). 72 1546. Verhandlungen des Landgrafen mit dem Kaiser in Speier. und landen verbieten solt zu werben etc. und es Engelland zulassen. kan auch nit gedenken, so es dise stende schon thun wolten, das si es furkommen mochten; wie man dan gesehen, das Frankreich über kai. Mt. und der richsstende so scharpfe mandata nichtdestweniger vil leut vom adel und sonst ufbracht. wo aber Frankreich das concilium furderen und Engelland dasselb mit dissen stenden recusiren und widerfechten wolt, möcht man sich gegen Engelland furderlicher und freuntlicher dan gegen Frankreich erzeigen, aber sonst sich uf si beide nit hoch vertrösten; dan wir nun vast in allen handlen bekunden, das si uns nit, sonder sich selbs suchen und, so oft sich das wetter wendet, auch wenden...“ Dat. Strassburg, Mo. 29. März 451. 54. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, April 1. Heidelberg. Str. St. Arch., AA 545, f. 36. Ausf. mit Gegenzeichnung von Bing.. Gedr. dei v. Druffel, Beitr. z. Reichsgesch. IE, Nr. 9, S. 7— 82. Sendet Bericht über seine Verhandlungen in Speier; mahnt zur Verlängerung des Bundes. Sie wissen aus seinem früheren Schreiben Nr. 28], warum er nach Speier gekommen. Damit aber ir wissens traget, was daselbst zwischen der kai. Mt., dem hern Granvell, Naves, auch dem pfaltzgraven und uns... gehandelt, worden, so schicken wir euch davon vertreulichen hierbei copei®, wie wir solchs memorirt und ungeverlich in eil haben ufzeichnen lassen; dann ihr zu erachten, das nit muglich alle wort so aigentlich zu behalten und ufs papir zu bringen; doch versehen wir uns, es sei nichts an der substanz ausgelassen. solchs wollet bei euch vertreulich behalten... dieweil kai. Mt. villeicht nit gern haben mocht, das mans weit aushreiter..... Hält die Erstreckung des Bundes für notwendig:(Dann gibt man frid und recht wirglich, wan dann die verain erstreckt ist, so stehet solche verain on uncosten der ainungsverwanten... es ist auch darzu gut, wann der gegenteil sihet, das die verain erstreckt ist, das sie destomehr den frieden und recht halten. wolten sie dann nit halben, so kont man dannost, wann die ainung geschlossen, dem vermittelst gotlicher verleihung entgegenkommen. datum Heidelberg prima Apr. a. 465.» 54 1 Ebenso an Frankfurt(in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1018; redd. 4. Apr. 46) und an Georg Besserer, Altbürgermeister von Ulm(in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 384). 2 Nach einer Abschrift der Ausf. an Augsburg. 3 Vom 28. und 29. März, erhalten in Marburg, Arch., Nr. 851, Frankfurt a. a. O. und Um a. a. O., Nr. 384, A—; größtenteils gedr. bei v. Druffel a. a. CO., III, 8. 1-17 nach einer schlechten Augsburger Abschrift(6. die Verbesserungen dazu a. a. CO., S8. 333 bis 334). In Strassburg ist nur noch ein Auszug Jukob Sturms aus dem Bericht erhalten (AA 529, f. 47—49), der bis gegen das Ende der Rede Granvellas reicht(bei v. Druffel a. a. O., 8. 14). 4 In der Ausf. an Besserer ist hier von Bing hinzugefügt:(Doch muget irs etzlichen gutherzigen personen, so dem evangelio geneigt und di ir meinet, di auch schweigen konnen, lesen.) s Eine Antwort aus Strassburg ist nicht erhalten.— Besserer dankte dem Landgrafen am 10. April: Er ist mit seinem Auftreten sehr einverstanden und hält besonders den Artikel von Frieden und Recht für erwägenswert; bittet Philipp den Regensburger Reichstag zu besuchen(Entw. in Ulm, a. a. CO., Nr. 385). —— SE— 1546. Werbung Rognacs bei Jakob Sturm. 78 55. Werbung Rognaes bei Jakob Sturm.[1546, vor April 7. Worms. Marburg, Arch., Nr. 853, A 4 6. Reinschrift(von April 37 Nr. S652, A 78-17: Ausf.(von April 17); Prdes. Ziegenhain 20. Aprilt.— Erw. von Petri, Strassburgs Beziehungen..., S. 162, Anm. I. Anerbieten, Christof von Wrisberg und Herbort von Langen wegen ihrer Praktiken am französischen Hofe wider die Protestanten nieder zu werfen; wird durch die Gesandten in Worms angenommen. .«Es hat der von Runiacke, welcher des konigs us Frankreich bestelter ist und seiner ko. W. ire hauptleut zu bestellen pflegt, dergleichen Caspar von Huy, sein tochtermann, einen vom adel zu herr Jacob Sturmen abgevertigt mit einer credenz und im nachvolgend anzeigen gethon. gleich bald nach herzog Heinrichs von Braunschweigs und seines sons niederlag were einer(welchen der gesandt den Weissbergern genent, aber Christoffen von Wrissbergs wirt gemeint haben) und noch ein anderer, Herbort von Langen, bei bemeltem Runiack erschinen und bei ime gesucht, das sie vil guts volks bei einander hetten; do nun der von Runiack irer bedörfte, so wolten sie ime vor andern dienen. dieweil aber der von Runiack irer nicht gekant, hett er inen geantwurt, das er allwegen der meinung gewest, wo er den teutschen fursten dienen kont und sonderlich den protestierenden..., so wolt er dasselb gern thun. do nun bemelter Wrissberger und Herbort von Langen von denselben ein kundschaft bringen wurden], so wolt er sie vor andern gern furdern. daruf het ten sie sich vernemen lassen, das sie gute kundschaft bringen wolten; aber sie weren ausgebliben villeicht us dem, das sie vermerkt haben, das bemelter Runiack den protestierenden gewegen. nun weren aber bemelter von Wrissberg, Herbort von Langen und doctor Heldt kurzlich an dem hove zu Frankreich gewest und practicierten one zweivel an demselben ir gelegenheit. und nachdem der von Runiack hernacher erfaren, das sie herzog Heinrichs diener gewest, so hett er besorgt, sie wurden practicieren an dem hoff wider dise stend; dann sie hetten bei dem cardinal von Turno guten platz. sie weren auch mit funfhundert cronen von dem konig verehrt worden; die hett ime Welsingers, des konigs secretari seliger, als er noch im leben gewest, gelifert. dieweil nun der von Runiack disen stenden mit sonderm willen geéwegen, so vermeint er, wo disen stenden damit gedient, das er sie oder wie vil er betretten mecht, niderwerfen wolt. das hett der von Runiack herr Jacoben anzuzeigen bevohlen mit dem weitern bevelch, do herr Jacob fur gut ansehen wurd, weiter zu andern zu reiten 55 1 Das Stück ist einem Briefe der hessischen Gesandten in Worms, Günderrodes und Aitingers, an den Landgrafen entnommen; dieser Brief wurde am 7. April geschrieben, aber erst am 17. April abgeschickt. 2 Antoine de Louvain, Herr von Rognac, und Kaspar von Heu. Rognac stand schon 1539 in guten Beziehungen zu Strassburg(vgl. Ratsprot. 1539, f. 29 f.); zu seinem Aufenthalt in Strassburg 1551 und 1552 vgl. a. a. CO. 1551, f. 326f., 348, 357, 419 f. und 1552, f. 166 f.; vgl. ausserdem ZGORh, N. F. XVI, S. 31, Anm. 1.— Über Kaspar von Heu vgl. Pol. Korr. III, Register; Winckelmann im Jahrb. f. lothr. Gesch. IX, S. 212ff. Ch. Rahlenbeck, Metz et Fhionville sous Charles- Quint(Bruxelles 1880), 8. 148ff., und zull. de la soc. de l'histoire du protestantisme franę. III, 8. 268 ff. und XXV, S8. 1665ff. 3 Vgl. über ihn Pol. Korr. III, Register. 4 Dr. Matthias Held, ehemaliger kaiserlicher Vicekanzler. Vgl. Nr. 52, Anm. 2. n 74 1546. Stellung des Königs von Frankreich zum Konzil, und dis anzeigen zu thun, so solt er sollichs auch volziehen.» Sturm meint, «das den stenden daran gefallens beschehe», und befragt die sächsischen und hessischen Gesandten und den Augsburger, Marx Pfister.«Und ist dero aller bedenken, das man dem gesandten dis antwurt geben und sich erstlich gegen inen solcher irer gutwilligkeit bedanken solt. und hielten es darfur, das sie bei disen stenden grosse gnad und willen erlangen wurden, do sie dise personen oder etliche us denselben niderwerfen mechten, doch also, das sie dise stend volgends in ir hand bringen könten, damit sie die gefangen nit allererst in krembden oberkeiten mussten berechtigen; dann daruf wurde vil mue gehn. do sie aber dieselben in ire heuser bringen konten oder getrauten und sie hetten inen schon in der geéfengnus etwas zugesagt, so wurden sich dise stend darinnen auch also halten, das es inen one beschwerung sein solt.“ Die Entscheidung des Landgrafen sollte in einer persönlichen sokortigen Begegnung mit dem französischen Edelmann oder nach seiner Rückkehr nach Darmstadt eingeholt werdens. 56. Verhandlung eines französischen Edelmanns mit Jakob Sturm. 1546, April 8. Worms. Marburg, Arch., Nr. 852, f. 46—49. Ausf., Entw. in Mr. 853, f. S- I2.—? Stellen daraus gedr. von Hasenclever, Pol. Karls T., S. 50, Anm. 2; erw. bei Zeller, La rSunion de Metz I, S. S9 und von Petri, Strasshurgs Beziehungen..., S. 162, Anm. 7. Unterredung du Bellays mit dem Bischof von Mäcon über die Sendung Frankreichs zum Konzil; die kgl. Räte sind des Kaisers sicher wegen einer Heirat; die früheren Räte und der Dauphin damit unzufrieden; Anregung zu einer Sendung der Protestanten zum Dauphin; Sturms Ausserung über die französische Politik. ’ «Es ist gestern abends spat ein edelmann us Frankreich, welcher unserer religion also zugethon, das er zu dem andern mal zu Strassburg sub utraque specie comuniciert, alhie ankomen und hat herr Jacob Sturmen berichtet, das er von dem cardinal zu Paris, Pelagio®, an ine abgevertigt were, ime nachgemelte vertreuliche handlung zu eröffnen, namblich: als kon. W. zu Frankreich den erzbischoffen von Reinss(des von Gues, herzogen zu Lothringens, sohn), desgleichen den bischof Castellanum* und sonst noch mer stattlicher personen von bischoffen und andern zu dem trientischen concilio 6 In der Ausf. vom 17. April steht an Stelle dieses Vorschlags folgender Schlussatz: Die weil nun nechst zu Frankfurt verabschidet,... dergleichen gesellen... wo möglich niderzu werfen, und dann... itzt zuweiln daruf kein uncost geht, so haben wir uns... dis antwurt auch wolgefallen lassen.» 56 1 Diesen Bericht legten die hessischen Gesandten ihrem Brief an den Landgrafen vom 9. April bei(Ausf. a. a. O., Nr. 852, f. 14—15;. praes. Bruchsal 11. April); da die Verhandlung nach dem Bericht«gestern abends spat) stattfand und der Bericht darüber seiner Wichtigkeit halber von den Gesandten sofort ihrem Herrn übersandt worden sein wird, ist als Verhandlungstag der 8. April anzunehmen. 2 Jean du Bellay. 3 Charles de Guise, später Kardinal von Lothringen genannt. 4 Pierre du Chätel, Bischof von Mäcon, Vertrauter von Franz J.(vgl. Sleidan, De statu rel.... comment. III, 7). Er ist mit dem«castellanus» in Pol. Korr. III, 8. 654 (2. Abschn. Mitte) gemeint. zum Kaiser und zu den Protestanten. 75 abgevertigts, hab der cardinal von Paris gedacht, dieweil die protestierenden solcher des konigs schickung beschwerung haben möchten, das er derhalben mit dem Castellano solcher schickung halb vertraulich zu reden ursachen suchen wolt. und were derhalben mit dem Castellano zu reden komen, namblich: dise schickung zu dem concilio beschehe ime nit zu gutem, sonder durch furderung des cardinals von Turno und des admirals us disen ursachen, das er us der kuntschaft des konigs keme und sie also sovil dester mehr ihre gelegenheit furdern konten. dann das concilium wurde in einem jar oder zweien sein endschaft schwerlich erraichen. so kond er auch nit sehen, was er in dem concilio fur nutzen schaffen kont, dieweil er mit einem gemessnen bevelch darauf abgevertigt werde. darauf sich der Casbellanus widerumb vernehmen lassen, dieweil der konig gegen dem kaiser dises concilii halb obligiert were und der kaiser auch so hart in ir kon. W. drenge, so konte der konig solche schickung nit wol underlassen. welches ime der cardinal zu aris damit abgelegt, ob sich der konig schon gegen dem kaiser obligiert, so weren doch solche wort civiliter zu verstehn also, so es des platz und der zeit halber sein möcht. nun were aber der platz den Teutschen nit gelegen, sonder achteten denselben nicht kur einen gemeinen platz, wurden auch darauf nit komen. so were es der zeit halber jetzo dem konig seer ungelegen, dieweil er mit Engelland im krieg stunde, da ime der pabst mer schuldig were zu helfen, dann ine mit disem concilio zu beschwern; so schöb man ime auch einen krieg in Pirmont[! n zu, also das sich der konig wol zu entschuldigen hette. solchs hette dem Castellano wol gefallen und darauf dis kon. W. eröffnet; und der konig solches bedenkens ganz wol zufriden gewest und gesagt, das die ursachen wol weiters erwegens wert weren; und wolt also darauf dise schickung und handlung zwen monat lang ufziehen und zu fernerm bedenken stellen. Nun hette aber der bemelt edelmann mit etzlichen des konigs rethen, so des cardinals von Turno part weren, auch hieraus vertreulich geredt, das der konig mit diser schickung zu dem concilio nicht weislich thett; dann damit wurd er die Teutschen fur den kopf stossen und daraus ervolgen, das sich die Teutschen zu der kai. Mt. dester neher thun wurden mit derselben friden anzunehmen. und möchte derhalben ergehn, wie uf jungstvergangnem reichstag zu Regenspurg? beschehen, da die protestierenden us sorg, das sich der kaiser und Frankreich wider si verglichen, einen friden mit der kai. Mt. eingiengen, us welchem er volgt, das die nechst vergangne hilf wider den konig bewilligt und gelaistet worden weres. solten nun die Teutschen jetzo widerumb durch solch des konigs furnehmen zu dem kaiser getrungen werden, so möchte dem konig abermaln daraus nachteil komen. Darauf wer ime von solchen kongischen rethen geantwort, das es diser sorg der protestierenden halber gar nit bedörfte. dann der konig wer des kaisers gewiss, und zwischen der kai. Mt. und dem konig abermaln handlung von wegen eines heuraths, so zwischen des kaisers sohn und des konigs von s Dies stimmt mit der Meldung Niedbrucks an Paget überein(19. März aus Strassburg; gedr. in Letters and papers XXI, 1, nr. 423, 8. 198); die endgültige frangös. Gesandtschaft zum Konzil war aber anders zusammengesetzt(vgl. Le Plat, Monum. ad historiam cone. Prid. sSpect. ampl. coll. III, 8. 446; Cone. Trid. V, Act. Pars 2, S. 286- 286. 6 Vgl. hierzu die Nachrichten in Letters and papers XXI, 1, Nr. 436, 596, 604. Von 1541. 8 1644; vgl. Pol. Korr. III, 8. 496- 497. ————-—— 6 1546. Der Dauphin und die Protestanten. Frankreichs tochter? beschehen soll, vorhanden, also das der könig gemelter seiner tochter 400000 cronen, namblich 200000 eronen par, mitgeben und der konig der kai. Mt. 500 pferd und 10000 knecht so lang underhalten soll, bis die uberigen 200000 eronen bezalt wurden; also das dis matrimonium sein furgang erreichen und sie dardurch des kaisers, wie gehört, gewiss sein mogen. Als nun der edelmann bei den vorigen kon. rethen solche antwort gefunden, hat er dannocht nicht underlassen, mit andern des konigs rethen, so diser stend part vermerkt werden, hieraus auch zu reden, und sovil vermerkt, das denselben nit wol gefelt, das der konig dem kaiser sovil vertraut, auch das concilium zu beschicken verordnet und dardurch die Teutschen ubergeben wöll. und hette der von Ammula'°, welcher des obgemelten erzbischof von Reins pruder, under anderm gesagt, das dis dem delphin am allermehrsten zu grossem schaden komen möcht; dann es were sich nit zu versehen, das der konig lang leben wurde. so were auch der delphin vil einer andern meinung. und hette bemelter edelmann erfaren, das dem delphin das matrimonium und dann auch, das der konig und die rethe, namblich cardinal Turno und amiral, der Teutschen so wienig achtet, missfiele.» Der Edelmann erachte daher eine Sendung der protestantischen Stände an den Dauphin für erfolgreich.«Und solchs macht er mit vil worten also gewiss, das er sagt, er wolt sein leben daruber verwetten, das gut antwort gefallen solte. Herr! Jacob Sturm hat dem bemelten edelmann hinwiderumb angezeigt, das dise stend mit dem konig vil handlungen gehapt und gesehen, das sich die französischen darin allweg mutierten; also wann sie mit dem. kaiser wol stunden, das sie der Teutschen wienig achteten. item so trengen sie auch den kaiser mit unsern handlungen und sagten zun zeiten mehr, dann inen etwan angezeigt weren. so konte auch herr Jacob nicht wissen, wann man schon zu dem delphin schickte, was man bei demselben suchen oder begeren solte. hinwiderumb der edelmann: diese person, so von der pro— testierenden wegen zu dem delphin verordnet, solte anzeigen, was die protestierenden mit dem konig des concilii halber gehandelt; und wiewol sie vertröstung empfangen; das ir kon. W. in kein concilium bewilligen wolte, darein die protestierenden nit bewilligten, so vernehmen sie doch, das ir kon. W. das concilium uber solch vertröstung beschicken wolte. Zum andern, so konte man auch die antwort, so der konig uf diser stend schriben von Frankfurt aus fur die personen, so in Frankreich von wegen der religion fanglich enthalten werden, gethon, fur hand nehmen und, dieweil dieselb etwas beschwerlich gestelt, dem delphin anzeigen, das dise stend nit hofften, das er, der delphin, eines solchen gemuts were. und dise stend solten bei dem delphin darauf selbst das bitten, das inen nutzlich were. her! Jacob ist ime widerumb mit antwort begegnet, er wisste nit, was man bei dem delphin anderst bitten solte, dann das er furdern wolte, das der konig das concilium nit bewillige; item das er nit wider dise stende sein wolt, auch nit gestatten, das sie weder des concilii oder anderer ding halber undergedruckti. der edelmann: dise stend solten die vorangezeigte ding Margarete, die spätere Herzogin von Savoyen. 10 Franz von Guise, Herzog von Aumale, später Herzog von Guise. 1 Von«Herr,.. angezeigt were», desgl. von cher... undergedruckt9, gedr. von Hasenclever a. a. CO. 12 Vgl. Nr. 25, Anm. 5. 1546. Bundestag zu Worms: die weitere Beschickung des Kolloquiums. 77 nicht verachten, sonder zu dem delphin schicken und, wie vor gehort, handlen lassen; dann die occasio wurd nit allweg vorhanden sein. der delphin wurde auch etwas bei dem konig erhalten mögen. dann es mussten ine dannocht cardinal Turno und admiral forchten, dieweil er kunftiglich in das regiment komen wurde. Also ist herr Jacob von disem edelmann abgescheiden, er were ein einzechtige person, wisst hierin nichts zu thun. dargegen der edelmann begert, das er mit andern daraus reden solt, des herr Jacob also bewilligtis.» 57. Jakob Sturm und Michel Schwencker, Gesandte auf dem Wormser Bundestage, an die XIII. 1546, April 9. [Worms]. Str. St. Arch., AA 5483, ſ. 186—187 u. 137(Zettel). Ausf. von Barthel. Meyer! mit Unterschriften der Gesandten. Prod. So. II.„MHartii] I]“ Das Kolloquium soll nur nach genügender Verabredung wieder beschickt werden; Schlechter Besuch des Tages. Zettel: Die kaiserlichen Antworten in der Kölner Sache. Haben ihr Schreiben* mit den vom Landgrafen gesandten Schriften? «empfangen und derselben gleichlautende copeien von den landgrävischen räthen alhie verlesen gehört. und dweil wir daraus befinden, das die kai. Mt. endlich darauf getrungen, das die colloquenten wider gon Regenspurg ge— schickt sollen werden, das auch ir Mt. willens sei dieselben wider zu berueffens, so achten wir gut sein, das ir herr Martin Butzern dise des landgrafen ge— schriften auch hören liessen und sein gutbedunken daruf vernömen, wie er vermaint, das mit der kai. Mt. ze handlen sein solt, damit man sich, zuvor und ehe die gelerten wider gon Regenspurg geschickt, der form und mass des colloquii mit irer Mt. also vergliche, das etwas frucht und nutz daraus zu verhoffen were. dann sonsten die colloquenten wider dahin ze schicken allein mit dem gegenthail zu disputiern und zu zanken und darnach alle handlung gön Trient in das vermaint concilium zu weisen, will nit allain des costens halben, sonder auch der gefahr halben, so die prediger uswendig bestön muessen, und dann der versaumnus halben, so sie bei iren kirchen thun, beschwerlich und wol zu bedenken sein. und obwol der landgraf herr Martin zu Haidelberg von dieser handlung summarischen bericht gethan, so wurt er doch weitern bericht aus den schriften nemmen mögen.» 15 Der Landgraf antwortete darauf seinen Gesandten in Worms:(Liessen wir uns nit ubel gefallen, das man den Johannem Sturmium oder doctor Hansen von Metz zum delphin schickte; dan ob es schon nicht vil nutze, kont man doch allerlei erfaren. verkeme man aber viel, so were es desto besser.“(Ladenburg, 13. April; Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 853, f. 14- 15.) 57 Am 26. März bittet Sturm, auf den Tag von Worms,(do man... ein verschwignen und vertrauten schreiber braucht, Barthel Meyer den Gesandten beizugeben, was gewährt wird(Ratsprotokoll 1546, f. 108); über Barthel Meyer vgl. Handschriftenproben I, Taf. 32. In derselben Sitzung stimmt der Rat der Anregung Schwenckers und Hans zu, Jakob Sturm das Ehrengeschenk der rheinischen Städte zu überreichen(Ratsprot., a. a. O.; zur Sache vgl. Pol. Korr. III, S. 622). 2 Nr. 54, Anm. 3. 3 Vgl. v. Druffel, Beitr. z. Reichsgesch. III, 8. 15 u. 16. 4 Vgl. Nr. 42, Anm. 12. O8 Da 78 1546. Bundestag zu Worms; Ermordung des Diaz. Sind Samstag den 3. hier angekommen und haben«die sächsischen, landgrävischen und munsterischen räth hie funden, darzu Marx Pfister von Augsburg, so bei dem landgraven zu Speyr gewesen”, und dann die gesandten von Esslingen und Reutlingen. seither seind komen die Cölnischen und Hailpronn. so ist man der oberländischen stett gesandten auf heut warten, die mit dem gelait alher kommen. und ist von den sächsischen stenden und stetten noch niemands hie, also das man noch kein handlung angefangen. Nürnberg hat sich durch schriften entschuldigen lassen, das si hieher nit schicken mögen der sorglichen läuf halben und das der reichstag vorhanden, darzu seien si noch nit auf alle puncten entschlossen; also das wir besorgen, alle andere stett, so noch nit in der pundnus und an Nurmberg hangen, auch nit hieher schicken werden. solten nun die sächsischen auch nit schikken, konden wir nit gedenken, das man etwas frucht barlichs usrichten möcht, es wolten dann die oberländischen stett allain mit Cöln, Sachsen, Hessen und Wurtemberg ain bundnus aufrichten; dann mit Pfalz stöt es zweifelichs.“ Dat. Fr. 9. April 46. Zettel: Schicken auch die Antworten des Kaisers an die Gesandten in der kölnischen Sache,«wie ir die mit A, B und C signiert? hiebei sehen werden. datum ut in literis.» 58. Bucer an Pfalzgraf Ottheinrich. 1546, April 11. Strassburg. München, Hauptst. Arch., Pfalz-Neuburg, Kriegssdchen Vr. J Iſ2, I9ſ2. Or. — Gedr. hei Hasenclever, Kurpf. Pol., S. 51, Anm. IIs. Über die Ermordung des Diaz. Ottheinrich hätte sein zu Neuburg gedrucktes Büchlein erhaltent,«wa das nit der mord unsers lieben Diazii? verhinderet.... ich sage auch den 5 Vgl. Nr. 28, Anm. 4; in der Gesandtenliste des Abschieds werden als Augsburgs Vertreter noch der Lic. Nik. Meyer und der Zunftmeister Michael Sedelmeyer genannt. é Sturm wusste damals noch nichts von dem günstigen Verlauf der Heidelberger Adels versammlung am 7. April; vgl. darüber den Bericht von Bastian Besserer und Martin Woeickmann aus Worms an Um So. 19. 80. war aber der 18.1] Apr.; Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 390; ben. von Hasenclever, Die kurpfãlꝝ. Pol. usw., S. 30, Anm. 77, und S. 45, Anm. 105; vgl. ferner Rott, Friedr. II. v. d. Pfalz und d. Ref., S. 37ff. und Hasen clever a. a. CO., S. 41ff. 7 A= erste mündliche Antwort des Kaisers an die Gesandten der 3 weltlichen Kurfürsten und der augsburgischen Konfessions verwandten, zu Maastricht am 26. Februar durch Naves erteilt(AA 543, f. 138); vgl. dazu Nr. 34; den Inhalt gibt Geiger in seinen beiden Briefen vom 20. und 26. März wieder(Nr. 47 u. 51, Anm. 1).— B= desgl. zweite mündliche Antwort des Kaisers, zu Maastricht am 2. März durch Naves erteilt(AA 543, f. 139-140): Ver weist auf seine schriftliche Antwort(O); will sogleich nach Regensburg aufbrechen, wohin auch die Protestanten kommen mögen, damit endlich eine Verständigung erzielt werde.— C= schriftliche Antwort des Kaisers, Maastricht, 3. März(AA 543, f. 141— 143); grösstenteils gedr. bei Neudeckwr, Akt., 8. 706- 708, Anm. 71. Ausserdem wurde den Gesandten der 3 weltlichen Kurfürsten noch eine besondere schriftliche Antwort erteilt(in französ. Übersetzung gedr. in Nuntiaturberichte VIII, 8. 692- 694), in welcher der Kaiser seine Friedensliebe hervorhebt; im übrigen deckt sich diese Antwort mit dem vorgenannten Schriftstück C.— Zu A— vgl. auch G. Schmidt, Z. Gesch. d. Schmalk. Bundes, S. 94- 965 und Mentz, Joh. Friedr. I, 2, S8. 442 und Anm. 2. 58 1 Vgl. Boehmer, Bibl. Wiffeniana I, S. 192, Anm. 19. 2 Vgl. Roth, Augsburgs Ref. Gesch. III, 8. 339 – 340; Roth in Arch. f. Ref. Gesch. n m 1546. Christof von Landenberg; Einberufung des Reichstags nach Regensburg. 79 herren dank, der durch den so treuen fleiss des camermeisters die zwen mörder in haft bracht hat. ich sorg aber doch, weil der Alphonsos ein curial zu Rom, es werde zu Insbruck mühe haben, das inen ir gepürend recht gehe. gehet das aber nit, so sihet man desto bas, was man sich zu disen leuthen habe zu versehen und würt seinen nutz zum preis gottes auch bringen.»... Dat. Strassburg, 11. April 46. 59. Landgraf Philipp[an den Rat. 1546, April 12 Ladenburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 15. Entw, Sollen versuchen, Christof von Landenberg zu greifen. ... Ir werdet ohn zwei vel berichtet sein, das Christopher von Landenberg, welcher dem von Braunschweig treflich angehangen und mit im in vielen practicken gestanden, sonderlich aber einen zug auf euch, die oberlendische stett, ze thun in vorhaben gewesene, ein zeitlang schwach gelegen ist. nun aber soll er sich... wieder herfur machen und in neuen practicken.. stecken ahn zweivel uns, diesen stenden, zu kainem gutem. darumb were unser bedenken..., das ir in guter geheim euer vleissig kuntschaft auf inen machet, ob er ergriffen werden und man sich der notturft an im erkunden, bekommen und erholen mochts. Dat. Ladenburg, 12. April 46. 60. Karl V. an den Rat. 1546, April 15. Regensburg. Sir. St. Arch., AA 1388, Mr. 10; bestieg. Druck mit scihriſtl. ausgef. Lücken. Gegenzeichnung von Waves und Ohernhurger. Praes. ultimo Aprilis 46»; prod. Sa. 1. Mai 46. JC. T. gedr. bei Lenz, Briefw. II, S. 430, Anm. 6. Drängt nochmals zum Besuch des Reichstags; Klage über die Abreise der protestantischen Kolloquenten. Verweist auf Nr. 21. Ist vor einigen Tagen angekommen. Beklagt sich darüber, dass bisher kein Reichsstand in Person erschienen und nur ganz wenige durch Gesandte vertreten sind.(Dieweil dann die sachen, so auf VII, S. 413- 438 u. 439- 440; Brief von Myconius an Vadian vom 28. April(gedr. Vadian. Briefsammlg. VI, Nr. 1464, S. 528- 529); Nuntiaturberichte VIII, Vr. 138, 8. 598-599; die Abhandlung über Juan Diaz bei Boehmer, a. a. CO., S. 187- 216 und Handschriftenproben II, Tafel 69. 59 1 Der Entw. ist an Ulm gerichtet, nach einer Notiz aber auch für Strassburg, Augsburg, Memmingen, Konstanz bestimmt. 2 1545; vgl. Pol. Korr. III, Register. 3 Am 18. April schreiben die hessischen Gesandten in Worms dem Landgrafen, Jakob Sturm habe ihnen auf obigen Brief«disen bericht gethon, das ein kaufman von Strassburg seinen herrn angezeigt, das er bemelten Landenbergern und Ruffen von Reischach in der Etsch gesehen; und sollen sich dieselben hören haben lassen, das si zu dem bapst nach Rom ziehen wolten.)(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 852, f. I8- 84; praes. Ziegenhain 20. Aprih. 60 1 Am 10. April; vgl. Nuntiaturberichte IX, S. 1. ’ /—— . | 80 1546. Einberufung des Reichstags nach Regensburg. disem jetzigen tag zu handlen sein, an inen selbs hoch und wichtig? und dermassen geschaffen, das sie den merteil der stende des reichs und eines jeden seligkeit und wolfart an seel, leib und guet mitberüern und zu statlicher, einhelliger, verkenklicher... verrichtung solcher sachen aller stende gegenwertigkeit wol von nöten ist..., besonders wegen der Religionsstreitigkeiten, so mögen sie(bedenken, das wir dise ferre, mühsame raise, unangesehen unserer leibs unvermögen... mit merklichem unstatten fürgenommen und darzwischen andere unsere vilfaltige notwendige sachen zuruck gestelt haben. und wollet also... unverzüglich erscheinen... Und nachdem auch die auditorn und colloquenten, so von wegen der augspurgischen confessionsverwandten zu dem jüngsten colloquio alhie. verordent gewest, jetzo kürzlich vor unser ankunft und gleichwol one unser vorwissen, auch, wie wir bericht sein, unserer verordenten presidenten beschaids ires abschids halben unerwartet one ainich ehafte oder befügte pilliche ursach ganz geschwinder, unversehener ding... von hinnen verruckt und abgewichen sein, dardurch sich die ganz handlung des colloquii irenthalben ditzmals zerschlagen hats; und nun die notturft erfordert, ferrer nachzudenken, wes von wegen der strittigen religion weiter fürzunemen seie, so wöllet also dises puncten halben zu athschlagen, handlen und zu schliessen helfen auch bedacht und gefast alhie erscheinen.“ Gegeben in Regensburg, 15. April 46. 61. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, April 16. Darmstadt. Str. St. Arch., AA 5465, f. 63 und 66. Ausf. Prod. Di. 20. April. Verwendet sich für den Hauptmann Langhans. Langhans mag(verschienes zugs bei uns di besoldung ezwas gesteigert [haben], wilchs sonst gemeinlich all ander kriegsleut auch thuen; aber sonst 2 Die Strassburger Instruktion für den Regensburger Reichstag ist verloren. Jakob Sturm hatte zunächst dazu(sein bedenken in schriften artikelsweis gestelt», das von Schwencker und den Gesandten Heinrich von Müllenheim und Han(vgl. Nr. 21, Anm. 2) gebilligt und von letzterem in die Form einer Instruktion gebracht wurde. Nach dem Bericht Hans im Rat betraf sie folgende Punkte:(Der stet stim und session im reichsrath, pollicei und munz, desgleichen deren von Fridperg halben,... ob man sie weiter in der tet rath lassen wollen, dieweil sie vier vom adel us den ganerben sitzen, die die geheim des rata nit[hier Lücke!]». Die Instruktion wird genehmigt,(sonderlich deren von Fridperg halben, das man sie bei den gemeinen reichstendlen lass, aber in den geheimen der stet< geheimen} sachen... sie usschliesse. r(Ratsprot. 1546, f. 233— 234 a). Die Instruktion muss aber viel umfangreicher gewesen sein, wie die entsprechende Frankfurter Instruktion beweist(Frankfurt, Arch., Reichstagsakten 59, f. 16—17 und 24—- 33; der Punkt betr. Friedberg a. a. CO., f. 31— 32). 3 Dieser Absatz bis hierher gedr. bei Lenz a. a. O. 4 Im Rat wird daraufhin am 1. Mai die in Worms über das Kolloquium gestellte Schrift(vgl. Nr. 63, Anm. 9) verlesen. und Sturm berichtet,(was im colloquio gehandelt worden. Man beschliesst, die Gesandten sollen abreiten und Sturm und Kniebis mit Bucer beraten, ob und was man ihnen über das Kolloquium nachschicken will(Ratsprot. 16546, f. 255). 61 1 Vgl. Pol. Korr. III, Nr. 609; schon am 18. Nov. 1545 hatte ihn Landgraf Philipp Strassburg empfohlen(Kassel; Ausf. a. a. CO., f. 65; prod. So. 29. November). 1546. Bundestag zu Worms: Strassburgs Vorschläge zur Erstreckung des Bundes. 81 in warheit hat er sich wol gehalten. er ist willig, vleissig und manns gnug, also das wir... ungern sehen, das er solt etwo in andere dinst sich begeben.“ Regt an, dass Strassburg ihn statt eines der drei Hauptleute,(so in euer bezalung von wegen der verstentnus sein), annehme oder ihm ebenso wie der Landgraf dieses Jahr 100 Gulden gebe. Legt für diesen Fall eine Bestallung auf ein Jahr bei. Gegeben Darmstadt, 16. April 462. 62. Jakob Sturm über die Vorschläge Strassburgs betr. Erstreckung des Bundes und die Bundesanschläge.(1546, April 16, 17 und 22. Worms.] Marburg, Arch., Mr. 845, f. 8h— 49, 51 und 57 a4. Aufzeichnung Aitingers. Vorteile der Erstreckung und die Aussichten auf ihr Gelingen; Empfehlung des Gemeinen Pfennigs als Grundlage des Anschlags; weitere Anschlagsmöglichkeiten; betr. Ringerung der Anschläge. 16. April: 6... Seine hern hetten geacht, das diser tag stattlicher solt besucht worden sein. haben derhalben gedopelt geschickt us kurnemen ursachen, das man besorgt, da zu Regenspurg allerlei verhinderung mögen furfalhen. dieweil wir aber befinden, das so wenig hie sein, so wissen sie nicht, wie der sachen zu thun; dann sie haben bevelh hie ze schliessen. do aber dis furfelht, das man so gering bei ainander, so ists ain ander bedenken und wil nit wol ze schliessen sein. dan sol man hie schliessen, so werden die stend, so hie nit sein, in die ainung nit komen. sonderlich so man ain friden erlangen wurdt. gipt man dan kain friden und der kaiser sol us dem land ziehen, so werden si gedenken, si komen noch allweg zu der ainung. hinwider schleusst man nit, so komen allerlai practicen dozwuschen; aber do der friden nit geschlossen und auch die buntnus nit und man solt mit dem con— cilio kurdringen, so wurden die ander religionstend eben in gleicher gevar steen. derhalben solt wol zu gut sein, man schloss alhie nit in geringer anzal. Der sachen aber were also zu thun: man möcht sich hie resolvieren und sich ain jeder seins bevelhs erklern. wer dan sach, das die hieigen ainungsverwanten bedacht weren, in der sachen furzugeen, so möcht man Cöln, Munster und Ravenspurg auch herzu ziechen; item man solt alle die stend ufzaichnen, denen bevolhen mit andern zu handlen, und hören, ob si geschri2 Dabei liegt(f. 64) ein Gesuch von(Hans Lun gſenant] Lang von Sant Petersberg» (St. Peter 5. von Freiburg): Der Landgraf habe ihm nicht gestatten wollen, andere ihm angetragene Dienste anzunehmen, sondern ihn mit dem Schreiben und der Bestallung an die XIII geschickt. Bittet um baldigen Bescheid.— Am 25. Mai(wohl verschrieben für April!) antworteten die XIII dem Landgrafen, sie hätten nur zwei bestellte Hauptleute (Wendling Scheck und Melchior Reimbolt), deren Bestallungen noch laufen und die zusammen noch nicht so viel erhalten, als Lang für sich begehrt. 100 Gulden könnten sie auch nur mit Bewilligung des großen Rates geben; und diese sei wegen vieler sonstiger Ausgaben nicht zu erlangen,«nachdem wir dann zu unser notturft mit hauptleuten versehen». Der Landgraf möge Lang selbst, an Stelle anderer von seinen Hauptleuten, annehmen(Ausf. in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 43; praes. Spangenberg, 3. Mai). 621 Die Ausführungen Sturms entstammen dem eigenhändigen Bericht Aitingers über den Wormser Tag vom 12. bis 22. April(a. a. O., F. 43- 7a). Sturm ist darin zwar nicht mit Namen genannt, kommt aber allein in Betracht als Redner; vgl. Nr. 8 und Sturms Tagebuch zum 16. und 17. April in Nr. 63. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 6 ————*—* 82 1546. Bundestag zu Worms: Strassburgs Ansicht v. d. Anschlagsmöglichkeiten. ben oder nite, damit man sich furter desser bass in die handelſung] schicken kont; und das man in allweg die ainung fur hand nemęe. 17. April: ... Do seine herſn] uf sich selbst sehen, so konten si diser ainung wol uberig sein. wan sie aber uf den gemainen handel sehen und wie der jetzt geverlich gestelt, so bedenken si, dass durch das treulich zusamenset zen derselb deèster mer erhalten werden möcht. wie nu der kaiser gegen der religion] gesinnt, item wie die sachen des concilii steen, item wie man mit Turken und Frankreich vertragen und anstand erlangt, das ist wissentlich. dadurch möcht man etwan zu krieg komen, wölhe dise ainung furkomen mocht. 2. so ist dannocht bis doher die leer durch dis ainung erhalten und derhalben gut, das die ainung us disen und andern ursachen wider erstreckt. aber dieweil Pommern nit komt, hlerzog] Moritz schlechte ant wort] geben, fursten von Anhalt haben schlechte lust; so schreipt auch Nurmberg und ander, wie man weisst; item den grafen ist auch nit ernst; so ist zu besorgen, es werd zu dem end nit komen, wie si gern wolten. Seine herſn] haben den gemain pfennig fur den gleichsten angesehen. und dieweil die anschleg ungleich gewest und man zu dem vermogen nit komen kont, so wer es der weg bemelter hulf; wolher aber den gemain pflennig] nit erlegen wolt, das derselb als vil erlegt, und sover noch die andern stend der meinung des gemain pffennigs] halb, so heten si davon auch bevelh. das wurtembſergisch arguments, namblich das man den gem] ainen] pflennig] nit angreifen solt etc., ist zu Frankfurt auch disputiert und resolviert, das es wol sein mocht, die weil es conditionaliter beschehen, namblich sover frid und recht erhalten. Wo aber diser weg des gemlainen] pflennigs! nit fur gut angesehen, so haben si inen bevelh geben uf die anschleg zu schliessen. es ist aber ain grosse ungleichait der anschleg halb in der alten ainung gewest etc.; dan der ain hoch, der ander zu gering angeschlagen. seine hern bedenken aber, das man uf ainen ustreglichen weg gedacht, namblich das etlich geordnet wurden, die uberstossen und die anschleg verglichen. kont mans nit vergleichen, das dan die stimen darinnen erkennen solten oder aber etliche. sonst ist noch ain weg, das man ain ringere anlag macht. wurd dann die not vorhanden sein, so wird ain jeder in der not sich selbst strecken und ain jeder dopel oder tripel erlegen. dann es wer je besser, das man bei ainander belib, dan das wir zerstört seiſen].) 22. April: ... Der anschleg halb ist es wol ain weg, das man die ringerung also furneme, damit ander mer zu uns komen. hinwider ist es beschwerlich, das man on ain vorrat beleiben soll. macht das argument, wann es geringert, das vil werden zu uns komen; sonst werden die wenigern disen last nit tragen mögen. so man auch dieselb geringe summa wurde duppliern, so wurd es ain gute summa lofen. dorumb do die zwaitail des anschlags ble2 Der entsprechende Auftrag an Strassburg erwähnt in Nr. 29, letzter Absatz; die darauf bezügliche Stelle des Abschieds der konfessions verwandten Stände vom 7. Februar 46 steht im Frankfurter Exemplar Reichssachen II, Nr. 1013, bl. Heft, f. 8b unten bis ga. 3 Vgl. Sturms Tagebuch zum 17. April in Nr. 63. 4 Unmittelbar vorher erklären die Gesandten Württembergs, man müsse einen Vorrat haben;(darumb ist Pfalz des anschlags nit zu erlassen). —————— 1546. Bundestag zu Worms: Verhandlungsbericht. 83 liben[!] und der dritail abgieng und dasselb uf 3 monat erlegt, so sol es diser ainung nutzlich sein. doch do nit drei, uls wenigst zwen in vorrat gelegt. und wan man in den schlus und in die handlung komt, so komt man weiter und mag furter umb merere erlegung anhalten, kan ainander die not fur— halten, erinnern und ermanen und uf noch weiter erlegung dringen. dann soll Pfalz heraus beleiben, so werden vil stend heraus beleibens.» 63. Tagebuch Jakob Sturms über die Verhandlungen der protestantischen Stände zu Worms.(1546, April 3— 23. Worms.] Str. St. Arch., AA 543, f. I08- II. Or.— Erw. von Collischonn, Frankfurt 2 im Schmalkaldischen Krieg, S. 13, Anm. 2. Bericht der kurkölnischen Gesandten; Entwurf des Entschuldigungsschreibens wegen der Abreise der Kolloquenten; Beratung über den Eintritt in die Verhandlungen trotz des schwachen Besuchs in Worms; Erklärungen der Nichterschienenen verlesen; Meinungsäusserung der Erschienenen über die Erstreckung des Bundes auf der Grundlage des Gemeinen Pfennigs oder eines Anschlags; Verhandlungen mit den Gesandten von Kurköln und Münster über den Beitritt zum Bunde; Zehrungskosten der Gesandten in England und Frankreich bewilligt; Ort zum Jungens Bericht über den Zustand der braunschweigischen Lande; Be— schluss der oberländischen Städte darüber; Verhandlungen mit den kurpfälzischen Räten über den Beitritt zum Bund und den Anschlag; der Anschlag herabgesetzt; Aufnahme Ravensburgs; Abschied der defensions verwandten Stände. Abreise von Strassburg am 31. März, Ankunft in Worms am 3. April. «Und als wir wenig botschaften do funden, namlich Sachsen, Hessen, Münster, Augspurg, Esslingen und Reutlingen, hat man zu keiner handlung greifen mogen. noch wenig tagen sind die Colnischen und Hailpron auch ankommen. uf den 12. Aprilis sind die obgenenten gesandten zusammenkommen, haben die antwort, so kai. Mt. diser stend gesanten in der colnischen sach geben, abgehört. und haben die Colnischen angezeigt, das die gesandten mit vorwissen ires gn. sten hern die werbung an die clerisei und statt Coln underlassen. ist davon geredt wordens, dweil kai. Mt. die sach uf den richstag geschoben, das nott woll sein, das sich Coln doruf gefast mach zu verantworten die unglimpk, so sin chfl. G. von den gegenteilen ufgelegt worden. 5 Der letzte Satz gedr. von Hasenclever, Pol. Karls V., S8. 53, Anm. 2; die übrigen Gesandten stimmen nach Aitingers anschliessendem Bericht den Ausführungen Sturms alle zu, wenn auch mehr oder weniger entschieden. 63 1 Auf Grund dieser Aufzeichnungen berichtete Sturm am 17. Mai im Rat über die Tagung(Ratsprot. 1546, f. 286—- 291); es wurde beschlossen«herren ordnen) neben den beiden Gesandten noch Pfarrer und Joham—«die baide abschid besichtigen, was den gesandten uf den reichstag uber die instruction, so sie zu Wormbs gehapt, lzuzuschicken], usziehen, hieher pringen, und dasselb samblt] den abschiden zu schicken sampt dem rat= schlag des colloquii halben.) 2 Vgl. Nr. 57, Anm. T. 3 Von Sturm selbst, wie die Wiedergabe seiner Rede in Aitingers Bericht beweist (Marburg, Arch., Nr. 845, f. 48a; das Ende gedr. bei Hasenclever, Pol. Karls V., 8. 49, Anm. 2). 6* 84 1546. Bundestag zu Worms: Kurköln; Kolloquium; und so zu Regenspurg nichts usgericht, das dise stend, so Coln nit zu verlassen zugesagt, ersucht werden, was ein jeder bi Coln thun wolle im fall, so er der religion halb beschwert solt werden. dagegen das Coln sich auch declarier, was er bi seinen stenden des stifts erlangt und was die graven und andre stend, die er ersucht, bei ime thun wöllen*. do bi ist es pliben, dan allein das die Colnischen gesandten angezeigt: die wederauischen und ander graven, so zu Wesel uf 24 eigner person und durch ire bottschaften erschinen sinds, haben ein bottschaft zu den graven des capittels gen Coln geschickt mit inen zu handlen, das si irs furnemens gegen dem bischove abstunden. es haben aber die graven vom capittel si on die 7 priesters nit horen wöllen; so hat die bottschaft mit denselben nichts handlen wollen, also das si ungeschafft abgezogen. daneben haben die graven die sach uf den richstag geschoben; und so der sach do nit abgeholfen, wollen si sich nochgends erst declarieren, was si bi Coln thun wollen. die graven uf dem Harz, so gon Northausen, und die west phelischen, so im stift Palborn beschriben worden, seien nit all erschinen, also das die sach uf ander zusammenkunft geschoben und nichts entlichs zu antwort gefallen sei. neben dem haben die colnischen gesandten angezeigt, wir ir gn. ster her ein verantwortung? stellen lassen uf der vom capittel und clerisei verunglimpfung, so si im in der appellation und sonst zugelegt; do hetten si bevelch, uns die horen zu lassen und unsern ratt dorin zu bitten. ist bedacht, dieselb morgen zu hören. darnach hat man des Buceri schreiben an den landgraven das colloquium belangens... gehört. doruf bedacht, ein extract dorus zu machen und, was man vermeint, das den stenden, so die colloquenten geschickt, zu schreiben; dweil kai. Mt. des abreisens nit zufriden und sich hören lassen, si well die wider beschriben. Post prandium hat man das extract gehort; ist kur gut angesehen das abzuschreiben und morgen wider zu bedenken. Vgl. Nr. 29, Anm. 8. 5 Am 18. März nach Ennen, Gesch. d. St. Köln IV, S. 514 und Hasenclever, Pol. d. Schmalkald., 8. 166; Hasenclever gibt etwas andere Zahlen. 6 Gemeint sind die 7 Priesterpräbenden neben den nur für Adelige bestimmten; vgl. Varrentrapp, Hermann von Wied, 8. 32 7«Warhafte erzelungy, vgl. Varrentrapp, a. a. CO., S. 270, und Anm. 5; der Erzbischof versandte sie am 7. August mit einem gedr. Begleitschreiben(in Um, Arch., Ref.-Akt. XXXIII, Nr. 1040). Strassburg erhielt die Schrift am 3. November(Ratsprot. 1546, f. 539). s Vom 5. April; gedr. Lenz, Briefw. II, 8. 415- 427; vgl. Nr. 42, Anm. 12. 9 Der Extrakt ist wohl die unvollständige Aufzeichnung Barthel Meyers(vgl. Nr. 57, Anm. 1) in Str. St. Arch., Thom. Arch. 53. Dazu gehören auch die wohl in Worms entstandenen Notizen Jakob Sturms in AA 529, f. 46, mit der Überschrift:(De forma novi colloquiiꝝ. Die endgültige Fassung trägt die Überschrift:(Ungeverlich bedenken der religions verwandten räth und gesandten, sovil derselben in geringer anzal alhie bei einander gewest, welcher massen der colloquenten und auditoren abraisen us Regenspurg bei der kai. Mt. zu entschuldigen und ir Mt. umb abstellung der mängel, so sich im jetzigen colloquio zu Regenspurg zugetragen, und hingegen umb ain rechtgeschaffen form und mass ze pitten, uf verbesserung irer gn. sten gn. herren und obern ganz unvergriffenlich guter meinung gestellt»(Abschr. in AA 540, f. 104-112; Marburg, Arch., Nr. 852, f. 93- 104; Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1017; Ulm, a. a. 0. XXXI, Nr. 391).— Das Marburger Stück trägt die Aufschrift:(Actum Wormbs den 17. Aprilis a. etc. 469, nach dem Ulmer Bericht vom Wormser Tage(a. a. CO., Nr. 389) wurde die Schrift am Schluss der Beratung des 16. April abgehört. Die Schrift ergeht sich sehr ausführlich über die Gründe —* Beratung über den Beginn der Verhandlungen. 85 Den 13. Aprilis hat man das extract gehört und in etlichen puncten zu besseren bevolhen. Den 14. Aprilis ist disputation ingefallen, dweil niemants... mer ankompt, ob man lenger verharren woll oder nit; dan die landgrevischen zeigten ane, das ir gn. her in geschriben'®, er sorgt, es wurd nichts us disem tag. doruf fur gut angesehen, noch dise woch vollig warten; kummen dan nit mer stend, also das man zu der handlung greifen möge, zu verreiten und die sach gen Regenspurg zu verschieben. darnach die colnisch verantwortung gelesen, an etlichen orten gebessert. Post prandium den uberigen teil der verantwortung vollig usgelesen; und fur gut bedacht, das min gn. ster her von Coln den, so es gestolt, vermocht mit gen Regenspurg zu ziehen, domit... er bi der hand were. Donderstag den 15. Aprilis sind Wirtemberg, Ulme, Memmingen, Lindau, Ravenspurg ankommen. Freitag den 16. Aprilis am morgen die obgenanten stend usserhalb Coln, Munster und Ravenspurg zusammenkommen. haben Sachsen und Hessen furgeéhalten, wie dieser tag viler puncten, aber furnemlich der neuen verstentnus halb, furgenommen. dweil sich nun die ankunft der stend so lang verzogen und noch von sachsischen stenden niemants ankommen, so wolten si zu der stend bedenken stellen, ob man hie zu beschluss der sach kommen mocht oder ob man allein ein anfang hie machen und den beschluss uf ein andern tag, zu Regenspurg oder sonst zu halten, verschieben. und als Wirtemberg befragt, botten si, Sachsen und Hessen wolten ir bedenken anzeigen. die sahen fur gut ane, das sich ein jeder sins bevelchs horen liess. si hetten bevelch hie die puncten im Frankfurter abschid zu erwegen und sovill moglich zu schliessen. achten, man werd beschwerlich hie zu einem beschluss kommen mögen. Wirtemberg entschuldigt iren hern, das er nit ehe zu der schickung kummen mögen. ir gn. her bedenkt, das besser hie den handel uszurichten, dan gon Regenspurg zu verschieben; dan die sach— ischen stett nit dohin kommen werden.» Strassburg erklärt Befehl zu haben, in Worms zu beschliessen, desgl. Augsburg und Ulm, zugleich für Biberach, Kempten und Isny.(Esslingen hat auch bevelch zu schliessen, doch das etlich artikel verbessert werden. acht aber, mog hie nit sein, sonder die sach soll gen Regenspurg zu verschieben sein. hab auch bevelch, sich von hinnen dohin zu erheben. Reutlingen: konne on vorwissen siner hern nit schliessen in der geringen anzal. acht auch die sach gon Regenspurg zu verschieben. Hallpron hat bevelch zu schliessen und die von Hall zu vertretten, bis ir bottschatt kumpt. Memmingen und Lindau haben auch bevelch zu schliessen. hierauf Sachsen und Hessen nach gehabter underred und bedacht angezeigt, das si auch bevelchie; achten aber nit, das man hie schliessen der Abreise der protestant. Kolloquenten, klagt über die parteiische und laue Amtsführung der 3 Präsidenten, bezweifelt die Anerkennung der Ergebnisse dieses Kolloquiums durch die Stände und stellt 4 Forderungen auf, welche eine fruchtbare Verhandlung auf dem Kolloquium gewährleisten sollen und nach deren Bewilligung dem Kaiser die Rückkehr der protestant. Kolloquenten usw. in Aussicht gestellt wird. 10 Wohl in seinem Briefe aus Ladenburg vom 12. April(Entw. in Marburg, a. a. 0 f. 650. 1 Vgl. Sturms Ausführungen zum 16. April in Nr. 62. 12 Am 16. April schrieb nämlich Philipp aus Darmstadt seinen Gesandten, der Bund müsse baldigst geschlossen werden mit denen, die Befehl dazu haben; des ist besser, man 2 . 86 1546. Bundestag zu Worms: Gemeiner Pfennig oder Anlage; 8* moge in der ringen anzall. derhalben si zu bedenken stöllen, ob man hie die handlung woll furnemen oder ein fuglichen abschid uf ein andern tag machen. Post prandium haben der merteil dohin geschlossen, das man eins jeden bevelch soll morgen horen, ob er die anlagen uf den glemeinen]* oder ein gewissen anschlag, wie hievor in der alten verstentnus gewesen, bewilligen wolleis. doneben sind gelesen der von Nurnberg und Wissenburg am Norkgau schreiben; die entschuldigen sich irs nit schickens. Nurnberg schlecht den gemeinen pfennig ab; der andern puncten halb sien[sie] noch nit gar entschlossen; achten, die sach mog verzug leiden bis uf den jetzigen richstagis. Wissenburg erbeut sich den kosten zu geben an der zerung der bottschaft zu kai. Mtäs Costenz entschuldigen sich irs usbleibens und will in die verstentnus bewilligen. des gemeinen& halber haben si ir bedenken dem landgraven geschriben. der neuen anlag halb seien si noch uber ir vermogen angeleit; bitten si irem vermogen nach zu bedenkenis. und zeigen an, das si der stend brieve an die Eidgenossen uberschickt den von Zurich. die haben gemeinen Eidgenossen ein tag ernent uf 11. Aprilis, dovon zu reden und inen antwort zu geben". hꝑerzog]! Wolfgangs von Zweibrucken schreibenis ist nit gehört; aber er schlecht die bundnus abe; will, so die religion angefochten, sin vermogen sonst zusetzen. Nota. Ort zum Jungen ist von der von Frankfurt wegen auch kommen; ist mit dem Brommen im land Braunschweig gewesen. hat mir ad partem angezeigt, wie man ubel haushalt. her Bernhart[von Mila] sei allein do zu Wolfenbeutel; Wilhelm von Schachten sitz uf einem schlos Stauffenberge; hab er in umb 9000 gulden, trag im besser dan 2000 gl. gelts; ritt schliess kurderlich und es seien wenig in der einung, so willig sein, dann das vil unwilliger darin weren, welch weder heben oder legen helfen)(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 853, f. 20—– 22; praes. 17. April). 18 Nach dem Ulmer Bericht bemerkte Strassburg dabei: Von der schwäbischen Bank hätten alle Gesandte oder Vollmacht geschickt; von der sächsischen sei nur der Kurfürst vertreten.— Nach Aitingers Bericht wollte Strassburg(dem merteil volgen, doch sol man die bevelh des gemainen pfennigs sehen..., damit man ain entlichen und gewisen abschid het, waruf man schliessen solt uf kunftigem tag. sonst wurdt es abermaln vergeblich»(Marburg, Arch., Nr. 845, f. 49D). 14 Ausf. vom 30. März in Marburg, Arch., Nr. 854, f. 6;«einkomen zu Wormbs montags nach Letare I5. April), er w. bei Lenz, a. a. CO. II, 8. 440, Anm. 6. 15 Ausf. vom 2. April a. a. O., f. 15; praes. 9. April. 1s Das Schreiben hach Worms vom 2. April(Ausf. a. a. O.,. 13—- 14; Ceinkomen zu Wormbs donerstags post Letarey= 8. April).— In dem Brief an den Landgrafen vom 11. März(Abschr. in Weimar, Arch., Reg. H, f. 663, Nr. 202) bewilligt Konstanz den Gemeinen Pfennig für den Fall eines Krieges, hat ihn aber bis jetzt noch nicht eingesammelt. 17 Vgl. Nr. 20, Anm. 9; die Antwort der Schweizer vom 15. April(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 858, F. 140; Abschr. in Ulm, a. a. O., Nr. 387; kurze Inhaltsangabe in Eidgen. Absch. IV, 14, S8. 600) sandte Konstanz am 21. April nach Regensburg an die Stande des Bundes(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 854, f. 16; Abschr. in Um, a. a. O., Nr. 552). is Aus Zweibrücken, vom 31. März, an den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen(Abschr. in Marburg, a. a. CO., f. 9). 10 Vgl. Nr. 29, Anm. 18 und Nr. 49, Anm. 41. Frankfurt, das am 19. Januar mit der Vertretung der oberlündischen Städte betraut wurde(Sturms Bericht über den Frankkurter Tag in AA 537, f. 130 a), hatte seinen Altbürgermeister Ort zum Jungen und den Ratsherrn Klaus Bromm gesandt; vgl. auch Anm. 33. Zu den Zuständen in Braunschweig s. Fr. Koldewey in Is. d. hist. Vereins f. Niedersachsen, Ihrg. 1868, 8. 298 ff. 20 Staufenberg bei Gittelde im Harz; vgl. Pol. Korr. III, 8. 314. Zustände im Land Braunschweig. 87 zu und von. so sei Lersener krank, loss sich gon Cassel füren. die schuldner ruffen seer an umb bezalung, seien alle hiehar gewisen. sei ganz unsicher im land; ein jeder thuge, was er woll; reiten, streifen, bevehden ein ander; sei kein regiment; wo man nit insehe, mog nit beston.» Herzog Moritz hat auf Sachsens und Hessens Werbung schriftlich geantwortet: Mit seiner Antwort an Köln werde man wohl zufrieden sein; den Reichstag wolle er nicht beschicken,«dweil kai. Mt. kein bescheid der session halb geben. er wolt aber bi der religion pleiben und, so einicher furst deshalben angriffen, bi im mit land und leuten zusetzen und dasselb wider von andern stenden gewarten. dis antwort ist aber auch nit verlesen worden?. Sa[mbstag] den 17. Aprilis der stend bottschaften bevelch gehört. Wirtenberg zeigt ane, us was ursachen gut sei, das die verstentnus erstreckt; sei fur sein person willig auch andere dorin zu nämen. acht aber den[gemeinen]& nit gut, dweil er kai. Mt. bewilligt worden ligen zu lassen...; zudem das in ansehung der teurung kein verner schatzung uf den gemeinen man zu legen, ukrur zu verhüten. sonder das die hilf u ein gewisse anlag von monat zu monat gesetzt werde. zeucht sich uf das schreiben, so er dem landgraven gethan.» Strassburg erklärt sich für den Gemeinen Pfennig oder sonst eine andere Anlage und bezieht sich auf das Schreiben an den Landgrafen [Nr. 383. Augsburg erklärt sich gegen den Gemeinen Pfennig, aber für eine Anlage.«Frankfurt bewilligt die verstentnus, aber allein uf den gemeinen] O; von der anlag hab er kein bevelech., Ulm ist gegen den Gemeinen Pfennig, aber für einen(glichen, billichen, traglichen anschlag... Esslingen hat bevelch uf den gemeinen]&, wo nit auf ein anlag. Reutlingen weis den gemeinen] R nit inzubringen in der teurung. so haben si uber 40000 gl. schaden gelitten vom wasser; mussen gross fron brauchen, all woch 1 burger 2 tag. aber des anschlags halb will er gern horen. beklagt sich siner hern unvérmögen. Hailpron sit den gemeinen]& nit fur gut ane, sonder das man ein anschlag mach; dan sin hern sien uberlegt. Hall hat Hailpron geschriben, konnen 1 monat nit uber 600 gulden gebenss. Memmingen bewilligt den gemleinen] 8; wo nit, das man von anschlegen reden mög. aber den alten anschlag wissen si nit zu bewilligen, wollen ehe der verstentnus manglen. Lindau acht den gemſeinen]& fur den glichsten weg. ir gemein hab in bewilligt 1, 2, 3 oder jor und so oft es nott thut. wo er aber bi andern stenden nit zu erhalten, bewilligt er in sein reformierten anschlages. Sachsen und Hessen achten auch den gemeinen]/& nit fur gut, sonder das ein gewisser anschlag gemacht werde. ob aber der hie zu machen oder zu verschieben, stellen si in bedenken. man konne aber nit woll hie zu erkantnus kommen uf etlich personen propter absentes. 21 Die von Moritz den Gesandten des Kurfürsten und des Landgrafen am 25, März erteilte Antwort bei Brandenburg, Pol. Korr. II, S. 552—554. Nach dem Brief der Ulmer Gesandten vom So. 19.(1 statt 18.) April(Ausf. in Ulm, a. a. O. Nr. 390) entnahm Sturm daraus,«das er zu diser verstendnus ze komen... nit vil willens hab). 22 Nürtingen, den 8. März; praes. Melsungen 15. März(Ausf. in Wien, Haus- Hofund Staatsarch.; Abschr. in Weimar, a. a. CO.). 2s Vgl. Sturms Ausführungen zum 17. April in Nr. 62. 24 Vgl. Hasenclever, Pol. Karls V., S. 51, Anm. 2; doch ist statt stetrathsburger zu lesen«stathaft burger». 25 Statt bisher 1000 Gulden. 2 Vgl. Nr. 29, Anm. 6 und Nr. 49, Anm. 7. 88 1546. Bundestag zu Worms: Verhandlung mit Kurköln und Münster; Post prandium hett man doctor Hansen[von Niedbruck] und Sleidanum der rechnung halber gehört?; derglichen des von Ravenspurgs werbung. Suntag[18. April] post prandium mit den Colnischen und Munsterischen gehandelt: die Colnischen haben angezeigt, ir her werd fur sin person all sein vermogen bi der verstentnus zusetzen. aber der landschaft halb hab er us ratt etlicher gutherzigen den landtag nit gehalten, sonder si fur gut angesehen, das er zuvor den richstag und die handlung doselbst liess furgonzs. Munster hat in die verstentnus begert, wie er zum oftermalen vor auch gethan]; erbeut sich eins oder 200 pferd ein monat zu halten, so es zu krieg käme. Ist davon geredt, das die colnisch sach zu schiebenzs. und wurd mit Munster disputiert, ob der inzunämen oder nitso, dweil er kein bescheid von der landschaft brecht und man noch nit wust, ob und wie die verstentnus erstreckt; aber nichts beschlossen wordenss. Molntag]![19. April] der usschutz in der gesandten in Frankreich rechnung beieinander gewesen. und haben wir, die andern gesandten von oberlendischen stetten, in der ulmischen herberg gehort her Ort zum Jungen relations, wie es im land Braunschweig stand: das land hat gehabt under hlerzog] Heinrich ein jor 70000 gl. inkommens laut siner letsten registers. jetz hat es nit uber 30000 gulden. ursach: die baugüter, der vihezug, das salzwerk, die dinstgelt, so die bauren fur die fron geben und dennocht, fronen mussen, die holz und kolen haben ein grossen uberschutz getragen, den si nit meer tragen. so mogen die guter nit wider gebauen werden; dan das vihe und die hoff abgangen. so man si aber verliehe, die guter, mochten si ein gulden oder 8000 thun. der schulden seind uf 2 mall hunderttausentss, 27 Nach dem Bericht Sturms vor dem Rat(vgl. Anm. 1) war auch Joh. Sturm erschienen. 28 Vgl. hierzu auch den Brief der hessischen Gesandten an Philipp vom 11. April (Ausf. in Marburg, Arch., Nr. S852, f. 55— 59. 20 Nämlich auf den Reichstag. Nach Sturms Bericht vor dem Rat sind die Kölnischen dabgeschiden, damit sie iren hern berichten die seinen uf den reichstag zu schicken.) 30 Ulmer Bericht: Disen bischof hat jedermann annemmen wöllen usserhalb Strassburg und wir.) 31 Nach dem Ulmer Bericht(vgl. Anm. 9) verschob man die Antwort, bis man Pfalz gehört habe;(so hat man auch ain concept, warauf der abschid au stellen sei, abgehöret Entw. in Marburg, a. a. CO., f. S7- 9I]; dergleichen auch ain form, waz mit Cöln und Münster gehandelt ist.»(Abschr. a. a. O., Nr. 855, f. 17—18, mit der Aufschrift Aitingers: «Was der colnischen, pfalzischen und des bischofs von Münster räthen der hiesigen handlung halb furgehalten worden.) In der«form» wird festgestellt, dass alle zur Erstreckung des Bundes willig seien, dass man jedoch statt des in Frankfurt vorgeschlagenen Gemeinen Pfennigs einen Anschlag vorziehe.— So berichten auch die hessischen Gesandten an ihren Herrn am 18. April(Ausf. a. a. C., Nr. 852, f. I8- 84; praes. Liegenhain 20. April). 32 Zu dem nach dem Ulmer Bericht Strassburg und Augsburg verordnet wurden; Strassburg vertrat wohl Schwencker, da Sturm der Berichterstattung Orts zum Jungen über Braunschweig beiwohnte. a6 Vgl. Anm. 19; die Untersuchungsakten der Frankfurter Gesandten in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1016, Tom. Lu. II, in Marburg, Arch., Nr. 1536- 1546, in Um, a. a. O., Nr. 394 A— G, 395, 397. Das Ergebnis ist im Abschied zu Wolfenbüttel vom 31. März zusammengefasst(Ausf. z. B. in Frankfurt, a. a. CO., Tom. I, f. 182- 188). Die «relation» Orts zum Jungen ist nur in Ulm, a. a. CO., Nr. 396, auszugsweise erhalten. 34 Von 1541. 35 Pas Verzeichnis vom 28. März 1546 in Frankfurt, a. a. CO., Tom. I, f. 202ff., gibt desgl. wegen des Landes Braunschweig. 89 on die man nit gestendig; die werden all tag meere; dan in vill joren kein zins gericht worden. so manen si in die leistung, schlagen einander uf, bevehden einander; sei ein seltzam leben. das bergwerk si ser gut; aber do sei, wie an andern orten auch, kein ordnung. Lersener sei krank, statthalterss allein, konne weder schriben noch lesen; jedermann tuge, was er wölle. doruf die gesandten der stett geschlossen?, sei kein besser weg, dan wie man bedenk, das man des lands mit fugen abkomm und es den jungen fursten gebe durch underhandlung herzog Moritzen. Post prandium haben Sachsen und Hessen Goslar® gehört. der meint sein hern ein monat uf 1000 gl. anzuschlagen, Magdeburg uf den halben teil irs alten anschlags, Gottingen uf 200 oder 250 gl. zum höchsten; also hetten si im bevelch geben. doruf sind si zu mir kommen, von einem ongeverlichen anschlag geredt; denselben ufgezeichnetès. Linstag[20. April) am morgen geratschlagt, was Coln fur antwort zu geben. darnach die Ceinigungs) defensionstend ante Cimpiss) prandium vom land Braunschweig, schleifung der vesten Wolfenbeutel‘*, auch den vom adel, so in der Steinbruck gelegen, geredt. die rechnung gehort, so die in Frankreich und Engelland gethon. angenommen; inen vererung verschaff taz. Miſt woch] den 21. Julii(l! von dem neuen anschlagas geredt. Wirtemberg beschwert sich, das ir her allein gesteigt, sonst alle stend geringert. vermeint, so er erhocht, ander stend solten bi den alten anschlegen pleiben; wo aber ander stend geringert, solt man in bei dem alten anschlag pleiben die Höhe der Schulden mit 196086 Gulden in Gold und 19200«in munz» an. Doran geht ab die schuld bei herzog Henrichs anhang), die man nicht bezahlen wollte. 36 Bernhard von Mila. 37 Nach dem Ulmer Auszug von Orts zum Jungen«relation»(vgl. Anm. 33) hat es jedoch Augsburg«uf ain bedenken gestelty). 38 Dessen Vertreter erst jetzt kommt, wie Sturm in seinem Bericht vor dem Rat angibt. 39 Sturm, a. a. CO.:(der ringer dan der zu Frankfurt». 40 Durch ein Schreiben vom 22. April erinnerten die Gesandten der defensionsverwandten Stände in Worms den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen an die zu Frankfurt beschlossene Schleifung der Festung Wolfenbüttel(Abschr. in Marburg, aa G, fe 112). 41 Auf Grund einer Bittschrift der 3 Adeligen vom 18. April(a. a. CO., f. 108- 109). Die Sache beschäftigte schon den Frankfurter Tag(vgl. den betr. Abschnitt im Abschied der defensions verwandten Stände vom 7. Februar). Die Entscheidung wurde dem Kurfürsten und dem Landgrafen überlassen, wie die hessischen Gesandten am 20. April ihrem Herrn mitteilen(Ausf. a. a. CO., f. 106; praes. Kassel 24. April). 42 Die Rechnung über die Reisekosten Sleidans gedr. von Baumgarten, Sleidans Briefw., 8. 87— 89, nach Weimar, Arch., Reg. H, Nr. 205; diejenige über die gesamten Reisekosten der Gesandtschaft befindet sich in Marburg, Arch., Nr. 849, f. 137 u. 138, in Frankfurt, a. a. CO., Nr. 1017, in Ulm, a. a. CO., Nr. 402 u. 403. Als Gesamtsumme wurden anerkannt 4334 Gulden 6 Kr.; darin sind an Verehrungen enthalten 150 Gulden für Niedbruck, je 75 Gulden für Venningens Erben, Baumbach, Sleidan, Joh. Sturm und Gaspard Gamaut. Vgl. auch Hasenclever in G60 Rh, N. F. 20, S. 249- 251(aus Aitingers Protokoll zum 20. Aprih und Anm. 54 dieser Nummer. 43 Abschr. in AA 543, f. 18- 19 und 161—- 162 und Marburg, Arch., Nr. 855, f. 234 ff. u. 242ff.; vgl. auch die Zusammenstellung der Anschläge in Anm. 51. IM J ( ö — 90 1546. Bundestag zu Worms: Verhandlung mit Kurpfalz [lassen]. Ulme willigt nit dorin; will in hinder sich bringen. Lindau gibt kein hoffnung von sin hern. ist dohin bedacht hinder sich zu bringen. Hora 8 die pfalzg[rävischen] rett gehort, Phl[ilipp] von Helmstatt und den canzler** in beisein Sachsen, Hessen, Wirtenberg und Strassburg. begern, ob man will hie in der handlung uf den frankfurtischen abschid furtfaren, und so man furtfaren will, begern si sich zu verstendigen, wer und wievill in die neu verstentnus wollen. alsdan wollen si sich irs hern gemut auch vernamen lassen. doruf inen geant[wortet], was hie gehandelt und wie es mit allen sachen stand. Pfalzg[rävische]: das iren gn. hern nit fur gut ansehe, das dise sachen gen Regenspurg verschoben, do sovill leut zusammenkomen; sonder so es hie nit sein mag, das man sich zu Regenspurg vergliche, wo man noch end des richstags zusammenkummen wolle. und das man sich hie vergliche, was man der religion, fridens und rechtens uf dem richstag handlen wölle. sovill nun die einigung belangt, hab ir chfl. G. sich zu diser confession begeben; gedenk furtzufaren‘, dweil nun sollichs allerlei widerstand haben mocht, lass er im die einigung gefallen, als die er fur erlich und zu erhaltung der religion, friden im reich und der teutschen friheit dinstlich acht. doch so erheisch ir chfl. G. notturft, drei artikel zuvor zu erwegen, die si bevelch haben uns als dem engen usschutz anzuzeigen...: I) Herzog Wilhelm wolle die Kurwürde, die seit einigen hundert Jahren bei der Pfalz sei, an sich reissen‘. Die pfälzischen Gesandten begehren zu wissen,«was die stend... thun wolten, in dem fall, do er, hlerzog] Wilhelm], die Oberpfalz oder hlerzog] Ottheinrichs land[e] angriff. 2) Sachsen und Hessen möchten dafür eintreten, dass ein Gesandter des Kurfürsten in Gegenwart ihrer Räte von seinem gefangenen Schwiegervaters«vername, was er liden möcht.» 3) die Anlage von 12000 Gulden sei zu hoch. Doruf in antwort worden des ersten halb, zweivelten wir nit, die sßend wurden in nit verlassen vermog des artikelsas etc. so er aber gewisse resolution wolt haben, muste es an die stend bracht werden. das sehen wir nit fur gut ane; doch stölten wir es inen heim. wir wolten es aber gern unsern hern anzeigen. uf das ander wolten die gesanten es Sachsen und Hessen anzeigen; zweivelten nit, wurden allen vleiss ankeren. uf das dritt zeigt man ihnen die glicheit mit Sachsen, Hessen, Wirtenberg, Coln etc. ane und us was ursachen es nott were. Post prandium. die Pfalzglrävischen] waren der ersten zweien puncten content; aber uf den dritten sagten si, woltens irem hern anzeigen; aber kur ir personen sorgten si, es were zu hoch und irem hern unt reglich. achten, so lichter die anlag were, so vill mer stend dorin komen mochten; das wurd 44 Hartmann von Eppingen. Über die nachstehenden geheimen Verhandlungen gibt es eine Aufzeichnung in Marburg, a. a. O., F. 8- I6, die Beilage A zum Brief der hessischen Gesandten an den Landgrafen vom 23. April(Ausf. a. a. CO., Nr. 852, f. 114- 121; praes. Kassel 26. April). Diese Aufzeichnung ist Hasenclever in seiner Darstellung der Verhandlungen in Pol. Karls V., 8. 52—54 entgangen. 45 In seinem Bericht vor dem Rat sagt Sturm, nach der Erklärung der pfälzischen Gesandten habe ihr Herr die Messe abgeschafft und wolle die Pfarrer reformieren; vgl. auch den Brief von Geiger(Chelius) an den Kardinal du Bellay vom 25. April in Nr. 66, Anm. 1. 46 Vgl. hierüber Riezler, Gesch. Bayerns IV. S. 326ff., und ADB XLII, S. 716. 47 Dem gefangenen Christian II. von Dänemark. as 54 der Erneuerung des Bundes von 1636, gedr. Hortleder I, Buch 1, Kap. 9, S. 1327. —— SE m T über den Eintritt in den Bund. 91 die summa wider erstatten. wurd in abermoln vill ursachen angezeigt, worumb es nit woll zu ringern. begerten aller handlung abscheid und das si es an iren hern bringen wolten. Do[nderstag] den 22. den gesanten relation gethan, was mit Pfalz gehandelt, doch usserthalb der ersten zweien artickelio. hierauf Ebert von der Thanso angezeigt, das er von den Pfalzgſrävischen] ad partem bericht, das si meinen, wo man den anschlag uf das halb setzt, wirden vill mer stend3 in die einigung kommen, die sonst heraus pleiben; mocht irem hern auch lidlicher sein. doruf das mer worden, den neu gesetzten anschlag umb ein dritteil ringeren; ist also beschehenst; lauft uf 84000 fl. darnach den abschid gehört”. Brem ist auch kommen; will nit gon Regenspurg. darnach Coln antwort gebenss. as Sie wurden auch in der Sitzung des Strassburger Rats vom 17. Mai(vgl. Anm. 1) nicht vorgebracht. In seinem Brief an die hessischen Gesandten vom 29. April(Kassel; Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 857, f. 12— 19; praes. Regensburg, 13. Mai; 2. T. gedr. von Hasencle ver, Kurpfülz. Pol., S. 59, Anm. 132) erklärt der Landgraf es aber für nötig, dass diese beiden Artikel allen Ständen mitgeteilt würden. so Kursächsischer Gesandter; vgl. die ärgerlichen Worte der hessischen Gesandten darüber in ihrem Brief an Philipp vom 24. Mai aus Regensburg(Ausf. a. a. CO., Nr. 856, f. 30 46; praes. Spangenberg, 28. Mai; die angenogene Stelle auf f. 36 gedr. von Hasenclever, Pol. Karls V., S. 52, Anm. 1). 51 Jakob Sturm fügt seinem Bericht vor dem Rat hier zu:«In der not wurde ein jeder des williger sein mer zu thuny.— Vgl. auch seine Ausführungen am 22. April in Nr. 62.— Es sind im ganzen also 5 verschiedene Anschlä ige zu unterscheiden: 1. Der noch geltende Anschlag, nach der Aufzeichnung Jakob Sturms darüber(vgl. Nr. 49, Anm. 17) mit der Gesamtsumme von 105020 Gulden, wovon auf den sächsischen Kreis 53130, auf den oberländischen 51890, auf Strassburg allein 5000 entfallen. 2. Der auf dem Frankfurter Tag,(unge verliche anschlagy(vgl. Nr. 29, Anm. 6 und Nr. 49. Anm. 7) mit 139300, 66300, 73000, 4000 Gulden. 3. Der wohl gleichfalls in F e,. ge. grosse anse hlag»((in Marburg, Arch., Nr. 848, f. 273—274, erw. von Hasenclever Pol. d. Schmalkald., 8. 139, Anm. 56) mit 896000, 458000, 438 000, 30000 Gulden, wobei aber auch schon. rzog Moritz mit 100000, Kurpfalz und Nürnberg mit je 50000 Gulden eingesetzt sind. 4. Der«neue anschlagy(vgl. Anm. 43) mit 127300, 66300,. 4000 Gulden; ben. von L. Müller, Nördlingen im Schmalkald. Krieg(1877), 8.„MI, 5. Der jetzt auf Wunsch von Kurpfalz verringerte Anschlag(z.. in AA 543, f. 20- 21, 160, 167, 165— 166, in Marburg, Arch., Nr. 855, f. 238 ff. und Frankfurt, a. a. O., Nr. 1017; ben. von L. Müller, a. a. O. und von Hasenclever, Pol. Karls V., 8. 52, Anm. 2) mit 84720, 39810, 44910, 2660 Gulden. 52 Der einungsverwandten Stände vom 22. April(besieg. Ausf. in AA 543, f. 22—35, und Marburg, Arch., Nr. 852, f. 124- 137; Abschr. in Frankfurt, a. a. GO. und Uim, kö Nr. 393). Danach wird die endgültige Cerstreckung und erweiterung der ainung und verglaichung der anschlügy und die Beratung der neuen Bundes verfassung vgl. Nr. 29, Anm. 12 auf den Schluss des Regensburger Reichstags oder auf einen w eiteren Tag verschoben. Bei der in Frankfurt beschlossenen«nottel, wes man sich... in baiden puncten fridens und rechten halten solle[vgl. Nr. 31. Anm. 11.., will man stra- kö beharreny.— Als anwesend sind aufgeführt: Gesandte von Kursachsen, Hessen, Württemberg, Strassburg, Augsburg, Frankfurt, Ulm(mit Vollmacht von Biberach, Kempten und Isny), Esslingen, Reutlingen, Heilbronn, Memmingen, Lindau, Bremen und Goslar, 53 Sie ist in den Abschied der einungs verwandten Stände(s, vor. Anm. aufgenommen worden. ö ) ———— 92 1546. Bundestag zu Worms: Schluss der Verhandlungen, Post prandium Pfalzg[rävischen] antwort geben, das der anschlag geringert; wollen es an iren hern bringen. darnach doctor Hansen von Metz und Sleidano antwort geben**. postea die von Ravenspurg ingenommen; seind ang[eschlagen] uf 400 f1.5. darnach Munster antwort gebenss. und darnach der defensionverwanten stend abschid gehörtss. Am charfreitag den 23. ist jedermann verritten; und sind wir am ostertag[25.] wider gon Straspurg kommen.» 64. Mündliche Anfrage Michael Hans! beim Rat.[1546, April 24. Strassburg]. Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, f. 249b—250. Aufzeichwung des Stadtschreibers über die Sitzung vom 24. Aprıl. Betr. die Abreise der Strassburger Gesandten zum Regensburger Reichstage. 6... Damit sie nit vergebens daniden legen und darzu, so nieman von den stenden unser religion daniden, das man inen nit dorft zumuten, do si den undank erstechen mochten,) haben sie sich erkundigt und hören, dass nur der Kaiser und Ferdinands Sohn? dort seien;(sonst hab man woll furiert, aber noch nieman da, allein die von Nurnberg, Augspurg und Auch haben ire ankunft[angezeigt]; sonsten hab dhein reichsstat weder furiert noch geschickt. fragen, wan und ob sie verreiten sollen. erkant: noch ein tag vier, sechs oder bis in die acht und doch nit lenger zu verziehen, ob et was von Wormbs kems.) 54 Über die Bezahlung der Zehrungskosten vgl. Anm. 42. Nach dem Abschied der einungs verwandten Stände sollen die Gesandten dadurch schnelle Bezahlung finden, dass Kursachsen, Hessen, Württemberg, Strassburg, Augsburg und Ulm je ein Sechstel der Gesamtsumme= 722 Gulden 311. Kr. vorzustrecken haben, bis in Regensburg Bericht an alle einungs verwandten Stände und danach Anschlag und Verteilung der Kosten erfolgt ist. Die Entrichtung dieser Sechstel soll in Strassburg, für Kursachsen in Frankfurt geschehen; vgl. auch Nr. 132. 55 Nach dem Abschied der einungsverwandten Stände hatte man sie zunächst auf den Regensburger Reichstag verwiesen; da sie aber— nach dem Bericht Sturms vor dem Strassburger Rat— anzeigten,«das sie bevelh nit abzuscheiden, sien den[n] in der verstentnusy, nahm man sie sofort auf. Vgl. den Abschied und den besonderen Beschluss vom 22. April in Marburg, Arch., Nr. 855, f. 246.— Die übliche Verschreibung, die Um von ihnen entgegenzunehmen hatte, ist von Ravensburg am 4. Mai 1546 ausgestellt(Ausf. in Ulm, a. a. O., Nr. 399). 56 Besieg. Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 852, f. 139- 144 und Ulm, a. a. CO., Nr. 394; Abschr. z. B. in Frankfurt, a. a. 0. und Weimar, Arch., Reg. H, pag. 664, Nr. 205.— Der Abschnitt über die Verhandlungen mit Herzog Moritz gedr. bei Brandenburg, a. a. CO. II, 8. 578, Anm. 1.— Die Meinungsäusserung des Kurfürsten von Sachsen über die beiden Abschiede in seinem Brief vom 10. Mai an Landgraf Philipp ist gedr. bei Neudecker, Akt., S. 755— 7 60. 64 1 Vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 19. 2 Erzherzog Ferdinand; vgl. Nuntiaturberichte IX, S. 64, Anm. 3 Die Gesandten in Worms kehrten am 25. April zurück(vgl. Nr. 63 Schl.); am 26. April wird Dr. Gremps Bedenken— gemäss dem Frankfurter Abschied der konfessionsverwandten Stände vom 7. Februar—„worumb die stend der bepstlichen religion der jungst speirisch abschid der artikel religion, fridens und rechtens pinden und sie dieselben zu halten schuldig seien**, gelesen und den Gesandten für Regensburg mitgegeben (Rats prot., a. a. CO., f. 253 b). Am 1. Mai wird die Abreise der Gesandten beschlossen(vgl. Nr. 60, Anm. 4). P— n m—— EEE— ,. 1546. Abreise der Strassburger nach Regensburg. 93 65. Klaus Kniebis an Bernhard Meyer. 1546, April 26 Strassburg]. Basel, Arch., Polit. M S, 2, f. 100. Or. Zusammentreffen des Landgrafen mit dem Kaiser in Speier; Reichstag in Regensburg; Bundestag in Worms. C6... Neuer zittung ist nit besunders, dann das der landgraff bi kei. Mt. zu Spir ist gesin. doselbs hat der keiser mit dem landgraffen und der landgrave herwider mit dem keiser gesprech gehabt vilerlei und hat der landgrave sich fri vernemen lossen sines und unser, der protestierenden, anligen, also das si einander und besunder der keiser den landgraven zimlich wol verstandent.“ Der Kaiser ist am 10. April in Regensburg angekommen und hat wenige vorgefunden. Auch in Worms noch nichts Besonderes gehandeltz. Bedauert, dass sein Gedächtnis so schwach ist; sonst könnte er mehr schreiben. Die Gesandten zum Reichstage sind noch nicht fort,«es wurt aber bald geschehen. geben uf montag, den ostermontag, 26. April etc. 46. 66. Petermann(Ulrich Geiger) an Bernhard Meyer. 1546 Mai 1. Strassburg]. Basel, Arch., Polit. M 8, 2, f. 96. Or. Nachrichten über den Verlauf des Wormser Bundestages und des Regensburger Reichstages; englische Werbungen; Verhandlungen zwischen England und Frankreich. In Worms ist man ohne Beschluss auseinandergegangen!, besonders weil von den sächsischen Städten nur Bremen und Braunschweig? da waren. Vielleicht meinten sie, da der Kaiser schon in Regensburg sei,«man werd zu Wormbs nichtz abhandlen, so man zu Regenspurg sonst zusamen soll kum-— men. Sachsen, Hessen, Wirtenberg, Augspurg, Ulm, Strassburg und andere die furnemsten sein da gewessen, auch Cöln und Pfalz ire gesandten da gehabt und in die bundnuss begert; aber es ist nichtz beschlossen worden; 65 1 Vgl. Nr. 54; wohl auch aus Strassburg stammte, was Erb am 1. Mai Bullinger mitteilte:(Cattorum princeps caesarem Spirae conveniens ab eo rogatus, quando omnes in suum foedus perstraxisset, respondit facetia: gn. her kaiser, es manglet mir nit mer dann noch ein man. caesare percunectante, qui esset, respondit: e k. Mt. hätte ich auch gern under die fromme leut. subridentem ferunt caesarem dixisse: nein, nein, ich kum nit under die verwürten leute. at Cattus in pace dimissus ad suos rediity(Reichenweier; Or. in Zürich, Arch., Epist. 37, f. 156). 2 Auch Sleidan berichtet am 27. April das gleiche an den Kardinal du Bellay(gedr. Baumgarten, Sleidans Briefw., 8. 127); dagegen meldet Joh. Sturm an denselben am 26. April noch die Verlängerung des Bündnisses in Worms(Strassburg; Or. in Paris, Bibl. nat., ms. lat. 8584, f. 35) und Ghelius(Geiger) schmückt in einem Brief vom 25. April an du Bellay diese Nachricht noch weiter aus: C.. Foedus Protestantium prorogatum est et accessione domus Palatinorum, electoris Coloniensis et quorundam aliorum auctumy)(Or. 66 1 Vgl. dagegen sein Schreiben an den Kardinal du Bellay vom 25. April(Ur. 65, Anm. 2). Hier berichtet er ausserdem über die Einführung der Reformation in der Kurpfalz(vgl. dazu auch Rott, Friedr. II. v. d. Pfalz u. d. Ref., 8. 57 ff., Baumgarten, a. a. CO., 8. 127 u. 129 und Lenz, Briefw. II, S. 433), ferner dass der Kaiser seine Absicht, nach Spanien zu reisen, aufgegeben habe, und über das Gerichtsverfahren gegen die Mörder von Diaz. 2 War nicht vertreten; vgl. Nr. 63, Anm, 52, — 94 1546. Werbungen Englands; seine Verhandlungen mit Frankreich, dieweil menglich, der dazu gehört, nit bei einander gewessen ist. und mag villicht auch die ursach sein der stend usbliben, dieweil der kaiser gute wort gibt und man ein wenig us sorgen ist, so thut man dester schläfferiger zu den sachen; und denken die gute leut nit, das der knuttel gut neben dem hund . Der Kaiser hat nochmals zum Besuch des Reichstags aufgefordert; «doch versihet man sich keins weltlichen fursten in aigner persont, dieweil Baiern nit kumt; dan herzog Wilhelm soll pthisicus I!] sein, das man seins lebens nit grosse hoffnung hat. Conrat Pfenl lk» hat für die Engländer Knechte geworben; und da er sie mit Gewalt nicht durch die Niederlande führen konnte, hat er sie rotten— weise durchziehen lassen. Es sollen schon 3000 in Calais sein. Man erwarte Pfalzgraf Philipp aus England, der auch Knechte 1 solle. Dagegen sei gewiss, dass der Admirals dungeverlich den 20. Aprilis» nach E ngland gefahren ist, sodass man in Frankreich auf einen. hoffe.«Got gehe gluck darzu, das der Engellender nit gute wort t geb, bis er sich gefasst macht, and darnach die feigen zeug?. bei uns ist es noch still. datum 1. Maii 1546.» 67. Jakob Sturm an Landgraf Philipp. 1546, Mai 8. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 31—34. Or.— Schlecht gedr.(ohne die 2. N achschrift) dei Neudecker, Akt., S. 739— 461, erw. von Lenz, Briejw. IT, S. ges. Anm. 2, Zeller, La reunion de Metz I, S. 89—90 u. Anm. 1, Mente, Joh. r.. 2,8. 453, Anm. 3 und Petri, Strassburgs Beziehungen..., S. 162, Anm. J. Übersendet einen Vorschlag zur Entschuldigung der Kolloquenten; unter bestimmten Bedingungen muss man sich zu einem neuen Kolloquium erbieten.— 1. Nachschrift: Französische Anregung zu einer Sendung an den Dauphin. 2. Nachschrift: Verhandlung zwischen Frankreich und England; Verfolgung der Lutheraner in Venedig; Heiraten von Karls und Ferdinands Söhnen; Ermordung von Diaz; Konzilbeschlüsse. Verweist auf das kaiserliche Mandat No 60] mit seinen scharfen Aus— fällen gegen die protestantischen Kolloquenten und Auditoren. Da dieses Mandat im Druck an alle Stände ausgegangen ist und daher nicht nur die Genannten, sondern alle protestantischen Stände verunglimpft, so haben die XIII ein«bedenken» betr. Entschuldigung und Rechtfertigung der Kolloquenten ablassen lassen, das sie ihm und dem Kurfürsten von Sachsen hiermit zur Begutachtung und Verbesserung zusendenz. Diese Entschuldi3 Vgl. auch das Urteil über den Wormser Tag im Brief A. Blaurers an Bullinger von 1546, April 28(aus Konstanz; gedr. Schiess, Brief w. d. Br. A. u. Th. Blaurer IL, Nr. 1282, 8. 439— 440. a Am 25. April(vgl. Anm, 1) schreibt er, dass nur der Kurfürst von Mainz kommen werde und zwar nur wegen des Empfangs seiner Lehen, 5 Vgl. Nr. 46, Anm. 5, Nr. 47 und 51. 8 Claude d' Annebaut;"vgl. Letters and papers XXI, 1, Nr. 640 u. 690 und State papers XI, S. 127—1834. Vgl. Grimms Wörterbuch III, Sp. 1444, 2 67 1 Besonders sinnstörend sind dort: 5. 742, z. 20 v. o.«mity statt«nit»; vgl. v. Druffel, Beitr. z. Reichsgesch. III, S. 24, Anm. 7; ferner 8. 744, Beilage, Z. 7«animall» statt«ammirale» und S8. 745, Z. 6 v. o.«geter» statt«guter». 2 Das Gleiche teilen die XIII selbst am 7. Mai dem Landgrafen mit(Ausf. a. a. C., meer,, RE zn DE— ® 1546. Jakob Sturm über Kolloquium und Konzil. 95 gung soll dann in Regensburg durch die Gesandten überreicht werden. ... Und nachdem us der kai. Mt. schreiben sovill zu verstan ist, das ir Mt. den weg des colloquii fallen lossen will und den stenden uf ander weg zu gedenken bevelch gibt, so kan ich doch nit gedenken, was das fur ander weg sin konnen oder mögen, dan das ir Mt. mit denen stenden, so noch das mert eil stimmen im furstenratt im reich haben, samt den beiden churfursten Menz und Trier die sach uf das concilium zu Trient wisen werden, welches dan die kai. Mt. stattlich durch ire bischoff irer erbkunigreich und N derland besuchen lost, die auch in iren sessionen furtfaren; dohin auch on zwei vel alle handlung des colloquii, so es schon sin end wurd erreicht haben, gewisen were worden, wie sich dan des der Malvenda im gesprech offentlich vernemen lassens. dan den weg, so der Granvella zu Spier e. fl. G. furgeschlagene, das man die theologen nit zu der handlung gebrauchen solt, fur hand zu nemen, wer ein vergebenlich arbeit, mocht auch kein bestand haben us ursachen, die e. fl. G. selbs bedenken konnen. dweil aber kai. Mt. begert, man soll uk ander weg gedenken und bevelch geben, so kan ich bi meiner einfalt nit woll gedenken, das von disem teil ein fuglicher besser weg mog kurgeschlagen werden, dan in dem uberschickten bedenken angezogen, das ein stattlich gesprech in bisein der furnembsten stend des richs verordneten kurgenommen wurd, do harnoch den stenden volkommene relation beschehe etc.» Er hält diese Auffassung auch gegenüber den Einwänden der Sächsischen aufrechts. Dat. Strassburg, 8. Mai 45 III. f. 19— 21; praes. Weissenstein(jetzt Wilhelmshöhe) 15. Mai; gedr. Neudecker, a. a. CO., 8. 739— 741, Anm. 13 und Corp. Ref. VI, Sp. 129- 130).— Von diesem Bedenken liegt eine durch Konrad Hubert und Joh. Lenglin gefertigte Abschrift— offenbar nach Bucers Entwurf mit wenigen Verbesserungen von letzterem und vielen Anderungen von Jakob Sturm— in Str. St. Arch., Thom. Arch. 53, Reinschriften ebenda und AA 540, f. 113- 139: in dieser letzteren sind die vom Landgrafen beanstandeten Stellen(vgl. Nr. 70, Anm. 4) unterstrichen. Eine Abschrift auch in Weimar, Arch., Reg. H, f. 663, Nr. 203, f. 205- 236 und in Marburg, Arch., Nr. 862.— Das(bedenken) ist sehr viel ausführlicher als die in Worms verfasste Schrift(vgl. Nr. 63, Anm. 9); es gipfelt in 6 Forderungen(umb ein rechte christliche und fruchtbare form und mass eins ges prächsy und zwar müssten 1. die anderen Stände auch in das Gespräch willigen, 2. Präsidenten ernannt werden, die sich der Sache annehmen, 3. durch die Gegenseite gebührende Anerkennung der protestantischen Colloquenten zugestanden werden, 4.... das ein namhafte zal der zuhörer von allen stenden .. zum gespräch verordnet werden. die sachen sind ja so hoch und wichtig..., das billich die kai. Mt. sampt den churfursten, fursten und stenden selb bei solcher... handlung sein solteny, 5. C... das die haubtgrunde... durch notarien, von beden teilen geordnet, oder durch die colloquenten selb... ufgeschriben... werden), 6. C... wurd man solche handlung mussen lassen frei gohn und die schriften den parten zustellen, damit sie sich darin immer beizeiten zu ersehen haben.) Es wird davor gewarnt, die Religionssachen auf das Konzil von Trient zu schieben, das, statt seine Macht zu erkennen, sich dem Papst unterworfen hat. Es folgt schliesslich eine Kritik der Beschlüsse der d. Session vom 8. April. (Kurzer Auszug bei Häberlin, Neue Historie XII, S. 735-737 und bei v. Bucholtz, Gesch. Ferdinands J., V, S. 83, Anm.; lat. Abschr. in Str. St. Arch., V. D. G., Bd. 91, f. 85— ꝗ7 mit latein. Anmerkungen Bucers; es ist der Entwurf zu seiner deutschen Ausgabe der beiden Dekrete, gedr. bei Hortleder I, 1. Buch, 45. Kap., S. 427- 429, vgl. Mentz-Erichson, Zur 400jähr. Geb. Feier M. Bucers(Strassburg 1891), 8. 149, Nr. 72 und O. Waldeck, Publizistik d. Schm. Krieges I, 8. 8, Nr. 20 und 8. 34— Die Beschlüsse der 4. Session sind gedr. bei Hartzheim, Conc. Germ. VI, S. 817- S8 und Cone. Trident. V, Act. Pars 2, 8. 91-92.) 3 Vgl. Nr. 18 und dort Anm. 4. 4 Vgl. v. Druffel, a. a. O. III, S. 11. s Ahnlich Bucer in seinem Brief an den Landgrafen vom 8. Mai(gedr. Lenz, a.. 0, II, S. 428- 439. — * ł Be ö n mn** 96 1546. Jakob Sturm über eine Sendung zum Dauphin. 1. Nachschrift: Der Landgraf hat wohl von seinen Räten gehört, was zu Worms«ein person bi mir des delphins halber angezeigt. No 56]. und sind seithar dieselb und sonst noch ein person us Frankreichs bi mir gewesen, die gleicher gestalt mit vill worten und umbstenden mir anzeigen, wie ubel dem delphin gefalle, das der cardinal von Turno und ammirale den konig dohin wisen, diejenen so scharf zu verfolgen, die von unser religion in Frankreich reden oder etwas halten, das er auch disen stenden so scharpfe antworten uf ir schreiben geben? und domit dise stend von ime abwende. Der Dauphin befürchte daraus Nachteil für seine spätere Regierungszeit und wolle die Freundschaft mit den protestantischen Ständen erhalten. Er neige auch mehr zur neuen Lehre und sei«sonderlich dem artikel der justification nit ubel». Man halte es deshalb für gut,«das jedmants vertrauts zu dem delphin geschickt oder ime von dem churfursten oder e. fl. G. freunt lich geschriben würd, domit er diser stend guten willen auch spuren möcht. nun hab ich si alle mit den gemeinen worten abgefertigt, ich well gern fur mein person zu gelegenen orten und zeiten den furnemsten stenden disen guten willen des delphins anzeigen, zweivel auch nit, die stend werden es gern hören und nit minder guten willen gegen ime auch haben. ich konne si aber nichts weder der schickung noch schreibens halb vertrösten. das mach aber vill beden— kens bei disen stenden, das der konig uber sin vertrösten das concilium beschickt und dermassen mit strenger stroff gegen den, so unser religion bekennen, furtfare. Sturm fürchte zwar, dass alles das vorgebracht werde, «dise stend domit ufzuhalten, das si nit uf die englisch seiten fallen oder der kai. Mt. zuvill bewilligen.“ Er stelle es aber dem Landgrafen anheim,«ob si[scil. e. fl. G.] fur gut ansehe, das si im, dem delphin, schribe, si hett sin guten geneigten willen gegen disen stenden verstanden, bedankt sich desselben, wolt es bi den andern stenden auch rümen und des berichten; bitte die verfolgung, so in Frankreich geubt werde, bi dem vatter, so vill moglich, zu miltern und abzuwenden und zu verhindern, domit durch sin zuthun des babst practicken in dem jetzigen vermeinten concilio wider dise stend nit iren kurgang gewinnen etc.; ob durch dises schreiben etwas ein guter anfang mocht gemacht werden.» 2. Nachschrifts: Neu zeitung schreibt man us Frankreich, das der ammirall zu end vergangens monats Aprill soll vom hoff abgefertigt sein zum konig von Engelland fridens halb zu handlens; wo dem also, vermeinen vill, es solt der fride gemacht werden. aus Italien schreibt man, der babst sollicitier seer bi den Venedigern, die inquisition wider die Lutheraner ufzu— richten, das auch etlich doselbst sollen gefangen sein worden der religion halber! es soll in der practick sein des kaisers sone wider ein konigin von Portugall zu vermeheln, welche des kaisers schwester, der jetzigen konigin s Wohl Danzay, dessen Ankunft Sleidan am 27. April meldet(Baumgarten, Sleidans Briefw., 8. 125). Über ihn vgl. A. Richard, Charles de Danzay, ambassadeur de France en Danemark. Der Bericht Danzays an du Bellay vom 28. April über seine Gesandtschaft in Strassburg(Or. in Paris, Bibl. nat., fonds fr., Nr. 3921, f. 62) ist im Auszug gedr. von Zeller, La réunion de Metz I, S. 90, Anm. 2. Vögl. Mr. 25, Anm. 5. s Liegt jetzt in Marburg, a. a. O., Nr. 873, gehört aber zu obigem Schreiben, wie die Abschrift des ganzen Briefes a. a. CO., Nr. 857, f. 106—- 113, zeigt. Vgl. Nr. 66, Anm. 6. 10 Vgl. Buschbell, Ref. und Inquis. in Italien, 8. S82ff. nn„iS m 1546. Verwendung für die verfolgten Protestanten in Frankreich. 97 von Frankreich, dochter sein sollen; und das des konigs von Frankreichs dochter, so woll 26 jor altas ist, solle dem jungen ertherzogen]! Maximiliano von Osterreich vermehelt und ime das herzogthumb von Meiland ubergeben werden. aus Augspurg schreibt man, als ob kai. Mt. hab den gericht shandel gegen dem spanisch doctor, so sin bruder zu Neuburg ermordet, angestolt bis uf ir. Mt. und des konigs zusamenkunft zu Regenspurg. Was zu Trient in der vierten session gehandelt, werden e. fl. G. us biverwartem zedel vernemenis.) 68. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Mai 13. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546,. 35-40. Ausf.— Praes. Kassel, 19. Mai. — Erw. von Lenz, Briefw. II, S. 446, Anm. J. Verwendung bei Franz I. für die verfolgten Protestanten in der Languedoc und der Provence. Wegen der Verfolgung der Protestanten in der Languedoc und der Provence haben die Kirchen von Genf und Neuenburg angesucht, sich für die Verfolgten beim König von Frankreich zu verwendent. Heute erschienen in ihrem Auftrage die Prediger Wilhelm Farel von Neuenburg und Petrus Viret von Lausanne vor dem Rat? und überbrachten zwei befürwortende Briefe von Bern und Basels. Trotz der ablehnenden Haltung von Franz in der Religionsangelegenheit besteht etwas Hoffnung auf eine erfolgreiche Vermittlung; denn«so werden wir doch darneben auch bericht, das der babst sich an die kai. Mt. genzlichen thue henken und understand ain neue freundschaft mit dem herzogen von Saphoy ze machen, damit er Parma und Placenz, so er von dem herzogthumb Mailand entzogen und auf seine nepoten bewendts, desdo bestendiger behalten und behaben möge.» Auch sei er mit Franz im Streit wegen der Beschwerung der französischen Geistlichen durch den König,«und solle, wie uns anlangt, der admiral in Engeljand seins und der friden verhoffenlich gemacht werden.» Bitten daher den Landgrafen, zusammen mit dem Kurfürsten von Sachsen und dem Pfalzgrafen im Namen der konfessionsverwandten Stände ein vermittelndes Schreiben an den König von Frankreich zu richten.« So 11 Marie von Portugal, die Tochter von Karls Schwester Eleonore aus ihrer ersten Ehe mit Emanuel von Portugal. 12 Vgl. Nr. 56, Anm. 9; Margarete war damals noch nicht ganz 23 Jahre alt. 18 Fehlt beim Or., liegt aber bei der in Anm. 8 erwähnten Abschrift; vgl. auch Anm. 2, Schluss. 68 1 Vgl. Calvins Schreiben an Farel und Viret von 1646, Mai 1(gedr. Corp. Reform. 40 [Calv. op. 12], Sp. 342- 343). 2 In Begleitung von Bucer, Joh. Sturm und Dr. Ulrich Geiger(Ratsprot. 1546, f. 279-= 280; erw. von Lenz, a. a. CO., Anm. 1; vgl. auch Farel an Calvin am 29. Mai, gedr. Corp. Reform., a. a. O., Sp. 346- 347). Bucer wandte sich persönlich in dieser Sache am 17. Mai an Philipp(gedr. Lenz, a. a. O., S. 446-445). 3 Vom 5. und 10. Mai; im Auszug gedr. in Fidgen. Absch. IV, 1d. S. 612- 613. 4 Vgl. Nr. 25, Anm. 5. 5 An seinen Sohn Pierluigi Farnese; vgl. v. Druffel, Karl V. und die römische Kurie IV, 8. 50 u. 56-57. Vgl. Nr. 66, Anm. 6, und Nr. 67, 2. Nachschr. x Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 98 1546. Vermittlung Strassburgs zugunsten der Metzer Protestanten. S8 5 5a hetten wir darfur, nachdem der gros cangler? und andere irer ko. W. räthe dannocht des handels verstand haben und dem nit zuwider seind, so der an den hof genomen und fur dieselbigen gebracht, das, wo die verfolgung nicht genzlich abgestellet, das dennocht langsamer und nit so beschwerlich als in disen weg... kurgetruckt wurde.... nachdem auch der cardinal von Tournas und seine dem handel widerige anhänger sollich schriften... nit leichtlich fur den könig wurden kommen lassen, mueste desto bass versehen werden, das es dem könig selbs behendigt. und ob man umb mehrers ansehens willen und dem handel zu besserer furderung jemand deshalben in sonderheit geschickt, der gesehen, das es dem konig selbs behendigt und umb widerantwort angehalten, sollt disen stenden in ainer so ganz milten sachen des costens halben nit so beschwerlich sein.“ Dat. 13. Mai 46. 69. Anbringen der Metzer Protestanten an den Rat. II546, Mai 15. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprot. 1546, f. 281. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Sitzung vom 15. Mai. Vermittlung Strassburgs bei den Bedrückungen der Protestanten in Metz!, Am 15. Mai erscheinen Bucer und der welsche Prediger[Garnier]?«mit etlichen von Metz, deren 16 vorgestern heerkomen, zeigen an, das den sibenden Mai sie und etlich beschickt, inen gepoten den kai. mandaten zu gehorsamen und uf den söntag... zum sacrament zu gon bei verlierung leibs und gutz; als aber deren vill ires gewissens halben nit thun kunden, haben sie zu zweien gegriffen, den einen, hie zugegen, gesucht, das, wo er nit entronnen, villeicht gleichfalls gegen im gehandelt; das, wo sie also {urfarn wellen, wurde es mit villen armen burgern irer weib und kind halben einen grossen jamer geben. wissen also kein trost noch rath; komen hieheer, wiewol sie besorgen, das nichtz zu erheben, dieweil sie hievor der ganzen verein ir schreiben so trutzlich abgeslagens; jedoch trieb sie die not, ob inen doch zu schreiben, dieweil der reichstag vorhanden und die kai. Mt. uf demselben von der religion handlen werde, das sie doch stilstanden, bis der sein end nem, und die tirannei ufgehalten wurde und(man) mitler zeit den stenden gen Regenspurg deshalben auch geschriben wurde; oder was(man) fur ein weg furzunemen were.*) 7 Francois Olivier; über seine Haltung gegenüber den Protestanten vgl. Corp. Reform. a. 4. O. und v. Druffel, a. a. O. III, S. 79, ausserdem Pol. Korr. III, S. 225. 8 Tournon. 69 1 Vgl. das Anbringen der im Vorjahre vertriebenen Metzer(6. Pol. Korr. III, S. 610) an den Rat vom 14. April, dass Metz sie nicht zur Ordnung ihrer Angelegenheiten einlasse (Ratsprot. 1546, f. 239). 2 Vgl. über ihn Handschriftenproben II, Tafel 73. 3 Vgl. Pol. Korr. III, 8. 425-= 426. 4 Es wird beschlossen, zu schreiben,(wiewol nit zu verhoffen, das das schreiben etwas erschiessen werde.) Am 17. Mai wird das von den Beauftragten und Bucer entworfene Schreiben gebilligt,«allain das beger nit uf end des reichstags, sonder zu end der handlung kai. Mt., so sie uf disem reichstag furnemen werde, zu stellen»(Ratsprot., a. a G. Das Schreiben hatte keinen Erfolg, wie Farel am 16. Juni Calvin meldet 25 (Corp. Reform. 40 1Calv. op. 12], Sp. 351). 1546. Entschuldigungsschrift betr. die Kolloquenten. 99 70. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Mai 15. Kassel. HR Str. St. Arch., AA 545, f. 67 u. 80—82, Ausf.— Prod. So. 23. Mai. Entschuldigungsschrift betr. die Kolloquenten. Zettel: Nachrichten über die Türken. Hat Strassburgs Bedenken betr. die Entschuldigung der Abreise der Kolloquenten! erhalten und dem Kurfürsten von Sachsen mitgeteilt?. Hatte wesentlich dasselbe schon seinen Gesandten nach Regensburg geschriebens. Ist bis auf wenige Worte, für die er auf seinen gleichzeitigen Brief an Jakob Sturm und Bucer verweist, einverstanden. Dat. Kassel, 15. Mai 46. 1. Zettel: Verweist auch sonst auf den erwähnten Brief an Sturm und Bucer. 2. Zettel: Sendet Nachrichten über die Türken, die er vom Kurfürsten von Sachsen erhalten hats. 71. Erklärungen der Strassburger Gesandten in Regensburg bei der Sitzung der schmalkaldischen Bundesstände vom 15. Mai.(1546, Mai 15. Regensburg.] Marburg, Arch., Mr. S465, f. 57. Aufzeichnung Aitingers. Stellungnahme zu Mitteilungen der hessischen Gesandtenz. | 6... Marggraff Albrechts bewerbung solt man sich nit zu befarn haben, dieweil er disen stenden verwant und der religion zugethon. aber man solt daruf gut achtung geben und die sachen in guter gehaim behalten, und sonder— 70 1 Vgl. Nr. 67, Anm. 2. 2 Am 15. Mai; erw. von Lenz, Briefw. II, S. 445, Anm. 17. 3 Am 16. Mai schickte dann der Landgraf die Briefe der XIII, Sturms und Bucers ind seine Antwort darauf an seine Gesandten in Regensburg und wies sie an, für die von Strassburg vorgeschlagene Entschuldigung der Kolloquenten einzutreten und nur die interstrichenen Worte zu ändern(Kassel; Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 857, f. 1030—- 104; praes. 21. Mai). Vgl. dazu auch Nr. 73. 3, Anm. 3 und , f. 115 u. 120 a interstrichenen Stellen, in denen ausgeführt wird, dass den Reichsständen eine vollständige Aufzeichnung über das Kolloquium hätte vorgelegt werden müssen, damit sie(danach hetten sollen helfen erkennen und schliessen»(f. 115); ferner«und darauf geschlossen werden» und«zu erkennen und zu urtheileny(f. 120a); vgl. dazu auch die Bemerkung im Brief an Bucer und Sturm bei Lenz a. a. O., S. 438. s a) Brief aus Laibach an Hans Ungnad, Landeshauptmann der Steiermark, von 1546, März 23(Abschr. in AA 545. f. 77— I8).— P) Brief von Hans Ungnad an den Kurfürsten von Sachsen aus Graz; 1546, März 29(Abschr. in AA 545. f. I3— 76): Enthält ausser Nachrichten über die Türken noch Klagen über den Tod Luthers und die Verfolgung 4 Gedr. Lenz, a. a. O., S. 437- 446; erw. Mentz, Joh. Fr., I, 2, 8. Zeller, La réunion de tz J, 8. 90, Anm. 4. Gemeint sind die in AA 54 der Protestanten durch König Ferdinand.— e) Brief aus Eferding von 1546, April 16 (Abschr. in AA 545, f. 79): Die Türken haben bereits die halbe Krain verheert. Über Hans Ungnad vgl. ADB XXXIX, S. 308—310. 71 1 Gemacht vor den Vertretern von Kursachsen, Württemberg, Strassburg, Augsburg und Ulm. Die Mitteilungen betrafen:(Erstlich was Herman von der Malspurg an 8. fl. G. marggraf Albrechts bewerb halb geschriben. daruf die stend gut achtung geben solten. 2. was Campanus an Peter Teschen... geschriben. 3. item das sich der bestelten reuter zeit, so uf den Frankfurter abschid mit wartgelt angepunden, uf ultima Maii enden wurde. zu vernemen, was der stend gemuet, ob si weiter zu halten oder zu urlauben. hs... halb fur ain getruckten bericht gethan.) item was herzog Moritz hſerzog] Hein | Gemeint ist das Schreiben von Hermann V. d. Malsburg an Philipp von 1546, Mai2(Abschr. | 7* 100 1546. Verwendung für die Protestanten in Frankreich. lich dieweil marggraff Hans jetzt alhie bei marggr[aff] Albrechten und das dannocht marggr[aff] Hans hlerzog] H[einrichs] tochter hat. darumb der kuntschaft sovil dester noter. 2. Campani schreiben belangend, sei Petter Tesch seiner herrn burger. wo man es fur gut ansehe, konden seine hern den Teschen weiter fragen. 3. der reuter halb ete.s haben sie kain bevelh; dan sie sein allein uf die reichssachen abgevertigt, also das si der verstentl nus] und wormbsischen handlung kain instruction. si haben aber dafur, das in diser geringen anzal in sölher sachen der reuter halb on die andern nit zu schliessen. biten zum beschlus inen hlerzog] Moritz schreiben und bericht zuzest ellen.) 72. Landgraf Philipp an die XIII.(1546, nach Mai 22.1 Kassel. Str. St. Arch., AA 545, j. 61—62 u. 144. Ausf.— Empf. Fr. 28. Mai; prod. «eodem die.»— Erw. von Lene, Briefw. II, S. 446, Anm. 1 und Holländer, Strassburg 1. Schm. Kr.,&. 21. Billigt die Verwendungsschrift für die verfolgten Protestanten in Frankreich. Zettel: Rüstungen der Gegner; angeblicher Anschlag auf Köln. Antwort auf Nr. 68.(Seind zufrieden und woll gneigt beneben dem pfalt grave churfursten und dem churfursten von Sachsen ein solliche schrift, wie ir bedenket, an Frankrich ze thun. und haben derwegen sopald an den churfursten zu Sachsen geschrieben, das s. L. dieselbe schrift wolt stellen lassen etc.; dero wir uns mit s. L. zu vergleichen und furter dem pfaltzgraven zuzefertigen gedenken. dweil aber an dem, wie ir selbst schreibt, gelegen sein will, das sollich schrift dem konig zu eigen handen werde presentiret, so wollet uf ein personn als doctor Ulrichen Geigern ader ein andern gedenken, dadurch sollich presentirung bequemlich bescheen muge.»— Zettel:«Was uns grave Chunrad von Deckelnburg und Herman von Virmunden vor kundschaft zugefertigtz, desgleichen was wir von funf marggraven Alin Marburg, Arch., Nr. 857, f. 63- 64).— Augsburg und Ulm folgten der strassburgischen Meinung; über die Verhandlungen vgl. auch das württembergische Protokoll zum 15. Mai in Stuttgart, Arch., Schm. Bd., Lade D, Fasc. XXII. 2 Vgl. hierzu die Ausführungen bei Lenz, Briefw. IL, 8. 434— 437 und den Brief Bucers an den Landgrafen vom 12. Mai, gedr. a. a. CO., 8. 431 434. 3 Vgl. Nr. 29, Anm. 16. 4 Vom 5. April; vgl. Brandenburg, Die Gefangennahme d. Hs. Hch. v. Braunschweig(1894), 8. 8—9; deutsche Fassung bei Hortleder I, Buch 4, Kap. 52, 8. 1045 1053. 72 ı Der diesem Schreiben beigelegte Brief der hessischen Gesandten in Regensburg (vgl. Anm. 5) kam am 22. Mai in Kassel an. 2 Am 260. Mai aus Kassel(Ausf. in Weimar, Arch., Reg. H, Nr. 210; erw. Lenz, a. a. O.). Pie ablehnende Antwort des Kurfürsten vom 10. Juni ist gedr. bei Neudecker, Akt., 8. 747 —751; vgl. auch das Schreiben Philipps an Bucer vom 21. Mai, gedr. bei Lenz a. a. CO., S. 447= 449. Seine Verhandlungen mit Sleidan darüber ergeben sich aus ihrem zriefwechsel vom 15. und 20. Mai, gedr. bei Baumgarten, Sleidans Briefw., 8. 131-137. 3 Beide Briefe vom 16. Mai(Abschr. in AA 545, f. 140- 143 bzw. 138). Graf Konrad von Tecklenburg meldet dem Landgrafen Kriegsrüstungen in den Niederlanden und legt ein Verzeichnis kaiserlicher Hauptleute bei(a. a. CO., F. 139); Hermann von Viermunden, Landvogt zum Dringenberg(bei Paderborn), berichtet von Ahnlichem im Stift Köln, in paderborn und Münster an den Statthalter in Kassel(prod. 28. Mai; ben. von Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 130, Anm. 70. EEE AU ö———— me,,— n 2 1546. Bedenken zum Kolloquium. 101 brechts knechten, so etlichen reutern geld pracht und alhi angehalten, aber doch wider ledig gelassen worden‘, vor bericht bekomen, des senden wir euch hieneben abschrift zu; daraus ir zu befienden, was allenthalben vor bewerb und practicken sein; wilchs warlich nit zu verachten, sondern hoch von nöten ist, das man der ding gewar neme und denen, sovil muglich, entgegen gehe. Post scripta schreiben uns unsere rethe aus Regensburg, wi der keiser berichtet, das der bischove zu Coln und wir solten furhabens sein di stad Coln heimlich inzunemen ete. s; daran uns gewalt und unrecht geschicht. derwegen wir unsern rethen deshalben hinwider bevelch gethan, wie ir auch aus hienebenen copien zu befienden hapt. datum ut supra.“ 73. Erklärung der Strassburger Gesandten in Regensburg bei der Sitzung der schmalkaldischen Bundesstände vom 23. Mai.(1546, Mai 23. Regensburg.] Marburg, Arch., Mr. 845, f. 57— 58. Aufzeichnung Aitingers. Verhandlung über das strassburgische und wittenbergische Bedenken zum Kolloquium:. ... Sie haben beede bedenken... gelesen...; aber das wormbsisch haben sie nit gelesen; dann es sei innen nit zugeschickt; sie seien auch allein uf die reichssachen abgevertigt, aber mit dem gemainen bevelh seien si verw sehen, das si in sachen der religion bei den andern steen werden. schliesst uf irer hern bedenken; doch ist davon zu reden, ob vor oder nach der proposition dise ding sollen furbracht werden. und wan es fur gut angesehen, so söllen alsdann die religionsverwanten ervordert und die ding mit irem raiht gethan werden. also das man dan darvon rede, in wes namen und in was form es ausgeen söll.» 4 Abschr. in AA 545, f. 145- 146. Die Vernehmung der Knechte fand am 20. Mai, ihre Freilassung am 21. statt(Aufzeichnung in Marburg, Arch., Nr. S873). 5 Ausf. in Marburg, Arch., Nr. S56, f. 24— 29; praes. Kassel 22. Mai, Abschr. in AA 545, f. 134— 135 u. 137. Günderrode und Aitinger erhielten diese Nachrichten von dem französischen Orator in Regensburg, Bassefontaine, der von dem Tage zu Worms über Heidelberg nach Regensburg gekommen war(vgl. Letters and papers XXI, 1, Nr. 730 u. 797). Der Landgraf nannte in der Antwort an seine Gesandten vom 22. Mai(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 857, f. 142 u. 144; praes. 27. Mai, Abschr. in AA 545, f. 136) die Rraählung«ein grosse uberschwengliche lugen)y und beauftragte seine Gesandten dem Kaiser zu erklären,«das wir solchs nie gedacht, vil weniger willens gewesen; und hat der bischove zu Coln derwegen nie nichts mit uns gehandelt oder handlen lassen noch geschriben). Der Kaiser erklärte sich von der Entschuldigung befriedigt, wie die Gesandten am 28. Mai meldeten(Ausf. a. a. CO., Nr. 856, f. 48-61; praes. Spangenberg, 3. Juni). 73 1 Das erstere wird von Hessen, das letztere von Kursachsen vorgelegt. Württemberg schlägt Ineinanderarbeitung des wormsischen(vgl. Nr. 63, Anm. 9), des strassburgischen (vgl. Nr. 67, Anm. 2) und des wittenbergischen(vgl. Nr. 74, Anm. 2) Bedenkens vor. Ist «nit der meinung, dieselben alsbald furzuschlagen, sonder damit inzuhalten, bis es zeit were.» An den Verhandlungen waren ausserdem noch Augsburg, Ulm, Esslingen, Hamburg, Pommern und Anhalt beteiligt; vgl. Marburg, a. a. 0. Die Württemberger berichten darüber in ihrem Protokoll zum 27. Mai; vgl. Nr. 71, Anm. 1. 102 1546. Regensburger Reichstagsverhandlungen 9{{ g 74. Die Gesandten in Regensburg, Heinrich von Müllenheim und Michael Han, an den Rat.[1546, Mai 25. Regensburg.] St. Arch., Ratsprot. 1546, f. 316b. ‚Aufzeichnung des Stadtschreihers über zung vom 3. Juni.— Praes. Do. 3. Juni. die Gl Bericht über die bisherigen Reichstagshandlungen. Teilen mit, dass sie am 12. Mai zu Schiff von Ulm nach Regensburg gekommen sind«das in reichssachen nichtz gehandelt und was fur potschaften da. item das die geeinigten stend zusamenkomen, aber nichz beslossen.) Sie senden das sächsische Bedenken wegen der Kolloquenten? und ein. sches Exemplar der Verantwortung des Herzogs Moritz3'. Auch der Landgrak wolle sich durch einen Druck verantworten. 75. Der Rat an seine Gesandten in Regensburg. 1546, Mai 26. 5 Str. St. Arch., AA 541, f. II, Ausf. Empf. in Regensburg, Mo. 7. Juni(Vermerk von Hch. v. Müllenheim). Verwendung für eine Bittschrift des Herrn von Falais:. Jacques de Bourgogne, Herr von Falais, der wegen der Religion vor das Parlament zu Mecheln geladen ist, bittet, sich bei den protestantischen Ständen dafür zu verwenden, dass sie seine Entschuldigung dem Kaiser übergeben. Sollen dies tuns. Dat. 26. Mai 1546. 74 1 Der Brief ist nicht erhalten; seine Ankunft ergibt sich aus der Angabe im Antwortschreiben des Rates vom 5. Juni(Nr. 83), sein Inhalt aus der Eintragung im Ratsprotokoll vom 3. Juni. 2 Abschr. in AA 545, f. 71—72 und Braunschweig, Arch., Schm. Kr. XVlI, f. 451 = 432; gedr. Corp. Reform. VI, Sp. 120- 21 und Neudecker, Akt., S. Z62- 764. 3 Vgl. Nr. 71, Anm. 4. 75 1 Vgl. darüber Lenz, Briefw. II, 8. 456— 457, Anm. 11; über Falais vgl. Corp. Reform. 40(CQalv. op. 12) passim, besonders a. a. CO., Sp. 330- 333. 2 In der Ratssitzung vom 10. Mai(Ratsprot. 1546, f. 269 b und 2 auf Bucers Fürbitte beim Landgrafen vom 29. Mai(gedr. Lenz a. a. CO., 8. 456 Nachschr.) wies dieser am 12. Juni seine Gesandten an, sich für Falais zu verwenden(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 857, f. 206). 3 Die Bittschrikt wurde von den strassburgischen Gesandten in der Sitzung der protestantischen Stünde vom 12. Juni vorgebracht; erw. im Protokoll des Frankfurter Gesandten(Frankfurt, Arch., Reichstagsakten 59) und Aitingers(Marburg, Arch., Nr. 845, 564. ausführlicher in dem des Braunschweiger Gesandten(Braunschweig, Arch., Schm. Bd. XVI. f. 417- 420): Hiernach wurde bedacht, dass, wenn die Fürbitte durch die Protestanten geschieht, der Kaiser noch mehr verbittert werden möchte. Daher soll mit den Strasspurgern über andere Wege geredet und ihnen der Handel zum Weiterbedenken heimgestellt werden.— Demgemäss teilten die Strassburger Gesandten am 19. Juni dem Rat mit, dass sie wegen«der jetz schwebenden schweren leufy nicht für Falais eingetreten seien (Ratsprot. 1546, f. 379a); vgl. auch ihre Erklärungen in der Sitzung vom 19. Juni(Aitingers Prot., a. a. CO., f. 69). 1546. Jakob Sturm über das Kolloquium und über Strassburgs Bundespolitik. 103 76. Jakob Sturm an Landgraf Philipp. 1546, Mai 27 und 28. [Strassburg.] Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, j. 44—51. Or. Praes. Spangenberg, J. Juni. JT. T. gedr. von Baumgarte n. Jakob Sturm, S. 31—32, Anm. 23 und von Lenz, Briefw. II, S. 450, nm. 2 und 451, Anm. 3.— Ben. von Hasenclever, Pol. Karls TV.. S. 65, Anm. 1 und Kurpf. Pol., S. 62, Anm. 140 und S. 64, Anm. 147. Schrift zur Entschuldigung der Kolloquenten; Wirkung der Kolloquia; ErStreckung des Bundes mit den alten Anlagen in Frankfurt nicht möglich; Strassburgs Stellung zum Bund; Verteidigung der Hleinen Anlagen und eines grossen Bundes; Strassburg kann für die Bezahlung des Landgrafen wenig tun; der Dauphin; Warnung vor Bassefontaine; 1. Zettel: Ausschreiben von Herzog Moritz; Bucers Entwurf für den Brief an den Dauphin. 2. Zettel: Markgraf Albrecht widerruft seine Bestallungen. Bestätigt den Erhalt des Sc hreibens vom 15. Mail. Billigt die Anderungen Philipps an dem Bedacht der XIII des Kolloquiums halber;(wiewoll die meinung gewesen, domit sich beide teil noch gehorter relation desto bass mit einander entschliessen mochten, was zu thun sein wolt, nit das ein teil durch das meer wider das ander schliessen solt. sonst bin ich auch fl. G. meinung, das durch dise colloquia, nationalversamlungen, richstag Oder andere ordenliche wege kein christliche volkommene vergleichung noch zur zeit zu verhoffen sei?... aber nichtsdestweniger so acht ich, das uf das vertrösten der colloquenten zu Regenspurg, in irem abschid beschehen, und domit nit disem teil ufgelegt werde, si flichen das liecht, und also zu erhaltung glimpks gut sein solt, das man sich erbütete, so die mengel gebessert, alsdan zu erschinen etc. die gelerten in Sachsens müssen nit allein sehen, wie es in iren landen stond, do die sach vast hinuber, sonder auch wie es in andern landen stehet, do durch diese weg noch vill bericht und harzu zracht mogen werden... Zu der Erstrec kung des Bundes nach den alten Anlagen ist Strassburg, wie stets, so auch in Frankfurt willig gewesen,«soferre ander stend auch des gemüts gewesen. dweil aber vast t alle sechsischen und der merteil der oberlendischen stend sich der anlagen beklagten, auch zum teil horen liessen, wo man si nit ringert, wurden si getrungen, sich us der verstentnus zu begeben, so hat man uf ein andern wege ge dacht; und glaub ich nit, so man uf die anlagen getrungen, das zu Frankfurt etwas gesc Hhlossen hett mogen werden... es hetten mine hern hie woll so vill ursachen als e. fl. G. sich der verstentnus zu enthalten, so si uf sich selbs und ir gelegenheit mer dan uf den gemeinen handel sehen wolten. dan si haben kein landschaft, ein kleine burger- und manschaft, wenig gewerbsleut und ein platz, der nit so bald zu uber zucken, also das si viſſicht nit die ersten sein wurden‘. so haben si bis hiehar in der unglichen anlag alles, was inen ordinarie und extr— aordinarie ufgelegt worden, richtig und on alle saumnus bezalt, auch anderer leut anlagen zum teil af sich helfen nämen. aber nichtsdestweniger, diewill ander leut und besonderlich die, deren landsart es zu gutem gebraucht wordens, 76 Vgl. Nr. 70, Anm. 4. 2 Im Text folgt die bei Lenz, a. a. CO., S. 450, Anm. 2, abgedr. Stelle. 3 Vgl. Nr. 73 u. 74, Anm. 2 und ihr* Gutachten in Corp. Reform. VI, Sp. 119 20. 4 Zu ergänzen: die angegriffen werden würden. 5 Die sächsischen Städte; vgl. Nr. 20, Anm. 13. Vgl. zu diesen ganzen Auseinandersetzungen Sturms auch Lenz a. a. CO., 8. 439, Anm. 4. m— SZ U 22 104 1546. Jakob Sturm über Philipps Plan von einem kleinen Bund nit richtig mit der bezalung und erlegung gewesen und noch sind, uf allen tagen die clag horen müssen, als ob si auch nit bezalten. und dweil si alle tag besucht, zu end derselben tag verharret, do die andern, so an der nitbezalung schuldig, antweders nit erschinen oder vor end der tag verritten, hat inen wollen ufgelegt werden, si sollen bi den andern verschaffen, domit der usstand bezalt, oder uf ander weg gedenken, wie es bezalt werde; so si doch denselben stenden entsessen, dieselben auch uf si oder ire beschluss nichts geben. dorus woll abzunämen, wan si oder ander stend im oberland solt nott angan, wes si sich zu denen versehen solten, die in iren eignen sachen und di inen zu gut kommen, so unrichtig und seumig sind. Das dan e. fl. G. vermeinen, man werd mit diser kleinen anlag nit vill stend herzubringen, sonder sei besser, es vereinigen sich etlich wenig stend mit einer grossen anlag, wie hievor auch beschehen, so werden die andern woll herndchkommen ete., do trag ich die sorg, es werd etlichen us den wenigen zu schwer sein die grossen anlagen zu tragen, auch ursach geben, so dis andern stend vermerken, das etlich sich verbunden, si werden gedenken, es sei von unnöten, das si sich in die grossen und schweren anlagen und unkosten begeben, si haben schon verfechter, die die sach vertretten und die unkosten ſiden; wie dan in diser jetzigen verstentnus sich auch vill doruf verlossen haben, so nit dorin gewesen. Wo man aber durch die ringen anlagen die leut ein moll möcht dohin bringen, das si sich mit einander verbinden, so hett man si zu den tagen zu erfordern, inen jeder zeit die vorstond nott oder anligen furzuhalten und in weiter hilf oder anlagen noch gelegenheit der sachen zu bringen, so si sonst, do si nit verbunden, sich alweg usschleifen mögen. Es ist meins erachtens ein grosser anfang, wan man mit einander verbunden ist einander hilf zu thun, si sei, wie gering si woll, zum ersten bedacht; so lert doch die nott und vernunft, wan man sicht, das dieselb hilf vergeblich und verlorn, das man noch einer statlichern gedenken muss. so ist auch einer, der mit einem verbunden, darnoch in gleicher gear, muss warten, so er sin bundsverwanten verloss und sin gegenteil uberhand näme, das er an in auch setzen werde und kein entschuldigung helfen, do er sonst, wan er nit mit ime verbunden, vill verantwortung haben moge. So ist es auch meins erachtens nit alweg an den anlagen gelegen, sonder auch trostlich, so man weiss, das dis und dis land, die und die statt in der bundnus sind, dodurch man dasselb volk, proviand, päss, plätz und andern vorrat zum besten hat. Es gibt auch ursach, wan man sicht, das der stend sovill sind, die mit einander vereinigt, das man desto weniger gegen inen etwas anfecht, gedenkt, ob schon die anlag klein, so werd si doch die nott leren all ir vermogen zusammenset zen, do man sonst, so sich so wenig stend verbinden, gedenkt, wie man denselben zukommen mocht, practiciert mit den andern, als ob man si nit meint, die sach betreff si nit etc,... derhalben ich es uf e. fl. G. verner nochgedenken gestelt haben will, ab nit besser sei vill leut mit der geringen anzall zusammen verbinden, dan etlich wenig mit grossen und untreglichen anschlegen. Das sich aber e. fl. G. beklagen, das si ires usstand der 25000 gulden nit bezalt werde, derglich der 4000 gulden, so si uf die reuter verwendet‘, mit 6 Vgl. Nr. 29, Anm. 15 u. 20 und über die Politik gegenüber dem Dauphin. 105 beger, wir sollen bi unsern obern doran sein, das si befurdern, domit diejenen, so iren doppelmonat noch nit erlegt, nochmaln erlegen und das si die frankkurdisch anlag samt dem wartgelt entrichten oder aber noch andern wegen gedenken, domit e. fl. G. sonst zu bezalung kommen etc., do ist unsern obern und uns seer leid, das e. fl. G. mit der bezalung ufgehalten werden, sonderlich dweil so oft verabschidet, das der dritt doppelmonat solt erlegt werden... derhalben unser obern denselben furderlich, und ehe er von e. il.G. erfordert ward, uf ir abentheur und wagnus gon Frankfurt schickten”. Zus. so haben si auch die frankfurtisch anlag dise vergangne mess zu Frankfurt erlegt®; achte, e. fl. G. cammermeister hab die empfangen. bin der hoffnung, ander oberlendisch stette solten es auch gethon haben. so vermag der frankfurtisch abschid, das wir unser gebur an dem wartgelt Wirtenberg, Augspurg und Ulm geben sollen. also das an uns der mangel nit ist, das e. fl. G. nit bezalt werden. Nun sind die stend vast alle in Sachsen gesessen, die iren dritten doppelmonat noch schuldig, bi denen unser obern wenig furdern mogen, das si denselben erlegen. dweil si aber villicht dorumb nit bezalen, das si vermeinen, si haben auch kosten in nechster defension ufgewendt, so were doruf zu arbeiten, das si onangesehen solcher inred vermog der abschid iren dritten monat erlegten. hetten si dan kosten gelitten, doruber mochten si die stend erkennen lassen. wurd man inen dan etwas schuldig, das man sollichs durch ein neue anlag under die stend verteilte...; Wo si aber sollichs nit thun wolten, das man doruber erkennen liess vermog der verkassung und si anhielt, was also erkant, das es zur execution käme. Uf dise wege werden unser hern und obern gern helfen; dan andere weg wissen si diser zeit nit woll. so wolt auch inen ganz nit thunlich sein, das si der andern ungehorsamen stend schulden uf sich nämen, wie si dan sollichs auch vermog der verstentnus nit schuldig sind... Den delphin in Frankreich belangen ist die sach an mich durch etlich gutherzig gelanget®, die sich annemen, als ob si es unser religion halb ganz gut meinen, doch in grosser geheime, wie ich es e. fl. G. geschriben. denselben hab ich nun dis e. fl. G. schreiben an den delphinio angezeigt mit anzeig, das e. fl. G. in mein bedenken gestolt denselben brieve zu uberschicken oder zu hinderhalten.“ Nach deren Mitteilung wird der Dauphin jetzt von seinem Vater im Rat zu den Reichsgeschäften hinzugezogen und hat deshalb zu einem der Gewährsmänner Jakobs gesagt,«so er den protestierenden dienen konne, wolt er es gern thun. es besorgt aber derselb, soll man im gleich etwas im glauben der verfolgung halb oder des babst halb anmuten, es werd im nit woll noch zur zeit moglich sein, in den sachen den vatter anzusprechen; hat deshalb fur besser angesehen, das also zum anfang allein ime des geneigten gemuts gedankt und nichts begert würde; sonder so er, der delphin, e. fl. G. wider schribe und also etwas meer kund oder freundschaft gemacht, das alsdan e. fl. G. dise begeren zu erster gelegenheit thäten. doruf hab ich den brieve verhalten und schick denselben e. fl. G. wider, gibe deren zu beVgl. Pol. Korr. III, 8. 650, Nr. 613. Vgl. Nr. 49, Anm. 49. Vgl. Nr. 56. 10 Vom 16. Mai in Marburg, Arch., Nr. 1836, f. 95; vgl. Lenz, a. a. Q., S. 459, Anm. 3, 8. 451, Anm. 3 und den Briefwechsel des Landgrafen mit Bucer darüber vom 15. bzw. 29. Mai, a. a. CO., 8. 438- 439 bzw. 451. 0 r — 106 Jakob Sturms Urteil über Frankreich. denken, ob si fur den anfang ime, dem delphin, allein also ein dankbrieve geschrieben het. Verner hat mir derselb manu, so sich unser religion also annimt, als ob er es seer gut gemeint, ist auch hie in der welschen kirchen zu dem nachtmall gangen, gesagt, das in disen sachen den delphin belangen dem Bassefontainerz und andern, so an dem cardinal von Tourne hangen, nichts zu vertrauen; dan es seien zwo factionen und parteien am hoffis, wie e. fl. G. wissen. sagt auch, das der pfaltzgrave dem Bassefontaine ganz geheim, handel durch ine mit dem konig, richt ein bundnus mit ime auf‘. der werd nun vom Bassefontaine und andern bericht, der delphin vermog nichts, man soll sich nit mit ime inlossen, werd den vatter erzurnen; dan si sehen nit gern, das der konig zu vill kuntschaft mit disen stenden hab. Er sagt mir auch, so andere in Frankreich dem konig sagen, es wer gut, das er sich mit den protestierenden verfreundet oder verbinde, dan sonst mochten si sich zu kai. Mt. oder Engelland schlagen, welches dan der konig zum hochsten besorgt, so sage die ander partei, ir Mt. durfe es nit besorgen; dan si haben durch den Bassefontaine so vill wissens, das diese stend nit wider in thun werden und nichts meer begeren, dan das er allein auch nit wider si thüge; wenden also den konig abe. derhalben, sagt er, wer es nit gut, das man so frei zusagt, man wolt nit wider in, den konig, thun und sich mit ime und Engelland neutral halben; dan sollichs schribe Bassefontaine hinein. und weren wir durch dise zusag dem konig etwas verstrickt und heten kein vertrostung von ime; dan was Bassefontaine sagt, dodurch wer der konig noch unverbunden. sonder acht, es wer besser, wir nemen uns ane, wo Frankreich also mit der verfolgung und concilio furtfüre, würden wir geursacht, dasjene, so uns Engelland und der keiser anbütten, anzunemen. dis wurd machen, das der konig zu uns schicken, allerlei erbiten wurd, das sonst nit geschehe. ich sagt ime, wir weren evangelisch; dorumb geburt uns ufrecht und worhaftig zu handlen und nit anzunämen, das nit were datum Strassburg den 27. Maii a. etc. 46». 1. Zettel: Mlein] gn. hern] herzogen Moritzen usschreibenis hab ich allein im latein und kein teutsches empfangen. sonst wolt ich das teutsch haben lassen nochtrucken; dan das latein nit käufig. hab gern gelesen, das sich sin fl. G. so redlich verantwort und hferzog] Heinrichen nit verner vertrost hat. datum ut in litèeris. Her Martin Butzer hat ein ander bedenken, wie dem delphin zu schreiben; vermeint, man soll die verfolgung, so gegen den christen in Frankrich ge— schehe, nit umbgon, dweil man dem kunig so oft auch deshalben geschriben. hat deshalben ein copei angestellt, wie er meint, das ime, dem delphin, zu schreibenis. was nun e. fl. G. fur besser ansicht, dem wurt si woll wissen nachzukummen.» 1 Wohl Danzay; vgl. Nr. 67, 1. Nachschr. und a. a. 0. Anm. 6. 12 Der Landgraf warnte daraufhin am 4. Juni seine Gesandten in Regensburg vor allzu vertraulichem Verkehr mit Bassefontaine(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 857, f. 181 = 186). Vgl. auch das Urteil Sleidans über ihn bei Baumgarten, Sleidans Briefw., 8. 128, dazu Hasenclever, Kurpf. Pol., 8. 64, Anm. 147. 15 Vgl. den Bericht Geigers vom 2. November 1545 in Nr. 3 und a. a. CO., Anm. 1. 14 Vgl. Hasenclever, a. a. CO., 8. 68- 70. 15 Vgl. Nr. 71, Anm. 4. 16 In Marburg, Arch., Nr. 1836, f. 99- 100(Reinschrift von Dr. Ulrich Geiger nach Bucers Entwurf), dazu deutsche Übersetzung, a. a. O., f. 101— 102; vgl. Lenz a. a. O., 8. 451, Anm. 3 und 8. 457(Philipp an Bucer, 4. Juni). AU———— 1546. Kaiserliche Rüstungen. 107 S8 2. Zettel:(Es hat grave Cristof von Hennenberg mir uf heut dato gesagt, wie er von markgrave Albrechten zu Brandenburg auch bestöllt gewesen, wie er mir dan die bestallung... gezeigt, und das im die bestallung wider ufgesagt sei mit vermeldung, kei. Mt. hab im, dem markgraven, auch abverkundet. Er habe daraufhin bei Herzog Ulrich Dienst angenommen?. Dat. 28. Mai 46. 77. Erklärungen der Strassburger Gesandten in Regensburg bei der Sitzung der schmalkaldischen Bundesstände vom 28. Mai. 1546, Mai 28. Regensburg.] Marburg, Arch., Mr. 845, f. 59. Aufzeichnung Aitingers. Kundschaften über Rüstungen der Gegner; Reiterbestellung; angeblicher Anschlag Philipps auf Köln. J ... Sie halten dafur, das die kuntschaft so gewiss, das guts ufsehens von noten. aber es lasst sich dannocht auch ansehen us des kaisers guten worten, das man sich noch zur zeit nichtzit so beschwerlichs versehen solt. nicht zit dester weniger sei daruf gut kuntschaft zu machen. Sie haben irn bevelh nehermoln angezaigt, das si weder der reuter noch der andern verstentnissachen bevelh haben. es sei nit an, si haben irn hern uf die nehern zeitungen geschriben der reuber halb; si erwarten aber antwort. daneben, so es fur gut angesehen, so wölen si gern weiter haimschreiben. dieweil aber des ausgebens vill und die hern anhaim wolen zur ausgab persua— diert werden, so bittet er der kuntschaften abschrift., ires bedenkens so were zu sparn und das gelt in hochster nott anzugreifen. jedoch sei nichts zu verachten. wölen aber verhoffen und got vertrauen, er werde die ding abwenden. zum andern dieweil alle religionsverwandten stend sich in der cölnischen sach? erklert, so wer gut, das es an die andere confessionsverwanten auch gelangen und mit irem raiht, hulf und gutachten gehandelt werden solts.“ 78. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Mai 29. Spangenberg. Str. St. Arch., AA 545, f. S5— S u. 68(Zettel). Ausf. Prod. So. 13. Juni. Anfrage über Rüstungen Friedrichs von Fürstenberg und Pfalagraf Philipps. Zettel: Antwort des Kurfürsten von Sachsen auf die Schrift über die Kolloquenten. ... Die weil uns angelangt, als soll grave Fridrich von Furstenberg in bevelch haben knecht anzunehmen, auch derselben albereit zum teil angenomen und den musterplatz umb Strassburg haben, und das in gleichnus pfaltzgrave Philips auch knecht annemen solte, so ist unser gnedigs begeren, das ir uns, was ir derhalben wissens und wie es darmit ein gestalt hat, auch 17 Vgl. Heyd, Herzog Ulrich IIT, S. 356 u. 357. 77 ı Damit ist wahrscheinlich Karls Ausschreiben vom 15. April(Nr. 60) gemeint. 2 Vgl. Nr. 72, Zettel und Anm. 5. 3 Ähnlich ist auch die Fassung des hessischen Protokolls, a. a. CO., Nr. 858, f. 15b—16. Der Sitzung wohnten bei Vertreter von Hessen, Württemberg, Kursachsen, Anhalt, Augsburg, Ulm, Esslingen, Hamburg. In ihrem Bericht über die Sitzung vom 28, Mai an den Landgrafen beklagen die hessischen Gesandten lebhaft das Fehlen Jakob Sturms(Ausf., a. a. O., Nr. 856, F. 483— 61; praes. Spangenberg, 3. Juni). —— 108 1546. Strassburgs Meinung über die Vermittlung von Moritz von Sachsen wem solche bewerbungen zu gutem bescheen, verstendigen wollet, darmit wir uns darnach zu richten wissen...» Dat. Spangenberg, 29. Mai 46. Zettel: Hatte versprochen, ihr Bedenken über das Kolloquium dem Kurfürsten zu senden*.«So hat uns s. L. itzo daruf geschrieben, wie ir aus inliegender copei?, auch darneben, was seiner theologen zu Wittenberg bedenken ist, zu vernemen findet... datum ut supra.“ 79. Erklärungen der Strassburger Gesandten in Regensburg bei der Sitzung der schmalkaldischen Bundesstände vom 1. Juni. (1546, Juni 1. Regensburg.] Marburg, Arch., Mr. 845, f. 60. Aufzeichnung Aitsngers. Erw. von Hasenclever, Pol. Karls T., S. 57. Anbringen der Räte des Herzogs Moritz von Sachsen betr. Vermittlung mit dem Herzog Heinrich von Braunschweigi. C... Sie haben sich in dem wormbsischen abschid ersehen und finden, das der punct der underhandlung verabschidt, wie derselb ausweist., aber es sei dohin geschlossen us etlichen ursachen, das h[erzog] Moritz handlung bewilligt werden solte. Wiewol si kain ustruckenlichen bevelh haben, so sei in doch bevolhen, von den stenden sich nit abzusönden. zudem so wissen si sich zu erinern, das Sturm und Schwencker abgevertigt sein gegen Wormbs, das herzog] Moritzen solt underhandlung zu bewilligen seins. dann man muss uf das end der sachen sehen. letzlich müsst man gestatten, das man von gutlicher oder rechtlicher handlung oder andern wegen rede. dann si haben exempla mit Wurten— berg; wan ainer im ellend ist, so findt man leut, die sich ir erbarmen. zudem so seien] l] herzog] Heinrich] weit und wol befreundt; und möcht der gemain man etwan auch zu erbermbd bewegt werden. dieweil dan kaiſ ser] seines interesse halb auch sucht, dergleichen die agnaten, item das us disem krieg blackarien volgen mögen, also das vil schaden und verderben dorus ervolgen möcht, us disen ursachen halben sie es dafur, das man muss gedenken, das die sachen zu ainem bessern end komen. schlissen derhalben, das hlerzog! Moritz gutlich handlung sol(handlung) eingereumt und daz hlerzog! Moritzen ain solch antwurt gegeben werd, dadurch er vernemen kont, das 78 1 Vgl. Nr. 70, Anm. 2; Entw. in Marburg, Arch., Sachsen, E. L.; Philipp äussert sich darin befürwortend. 2 Ausf., a. a. G.; praes. Spangenberg, 28. Mai; Abschr. in AA 545, f. 69- 70: Dem Kurfürsten erscheint zwar bedenklich,(das man der colloquenten und auditorn dieses teils abreisen wider das kei. ausschreiben etzlicher des itzgen vermeinten trientischen concilii handelungen halben entschuldigen wil, so doch dieselben handlungen dazumalh noch nicht vorhanden geéwest, dorumb es bei kei. Mt. ein befrembdlich ansehen haben wurde.) Er hat aber doch seinen Räten in Regensburg Auftrag gegeben, sich an der Beratung der protestantischen Stände darüber zu beteiligen. Seine Wittenberger Theologen hat er zu einer neuen Ausserung dazu aufgefordert. 791 Dieses Anbringen in Frankfurt, Arch., Reichstagsakten 59, f. 46-— 47a; vgl. Mentz, Joh. Fr. I, 2, 8. 456 und Anm. 6. 2 Vgl. Nr. 63 zum 19. April. 3 Vgl. Nr. 49, III, 2(8. 66-67. — UNE——— m,— mit Heinrich von Braunschweig. 109 diese stend ime vor meniglichen handlung gestaten wolt[!]. doch heten s. fl. G. zu bedenken, das der botschaften wenig alhie, das auch etlich weren, die der condſitionen] halb nit bevelh haben. so solten s. fl. G. gedult haben; mit underthaniger bit, das s. fl. G. die underhandlung uf die weg richten wolt, dadurch disen stenden ain erlicher vertrag ervolgen möchte. und sei uf die sächsischen stett nicht zu warten. sie halten nit fur nott, das sich hlerzog! Heinrich] lauter erklere uf das factum*. dann er möcht hernacher sagen, das er dohin gedrungen worden were; achtet, das der kinder halb solt underhandlung gestattet und das man ine lenger sitzen lass, dieweil er weder trauen noch glauben halts. Sie haben vil guter ursachen gehört, warumb der andern stend zu verziehen. so haben auch sie ursachen erzelt, warumb h[erzog] Moritz us der sachen nit zu lassen. sorgen noch, hlerzog] Moritz möcht us der handlung komen, wo man die handlung ufschieb. solten sich dan ander leut in handel schlagen, were beschwerlich. schleusst derhalben uf den wormblsischen abls ſchid, das man herzog] Moritzen handlung jetzt einreume und die condition uf die merer verschieb. derhalben solt im die antſwurt] dohin gericht werdens.“ 80. Petermann(Ulrich Geiger an Bernhard Meyer. 1546, Juni 3. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 2, f. 110—111. Or. priedensverhandlungen zwischen England und Frankreich; Berichte vom Reichstag; Adelsversammlungen; städtefeindliche Haltung des Kaisers; Heiratspläne in der Familie König Ferdinands. Hatte lange nichts zu schreiben.(Alle ding sein noch still; und ist man in grosser hoffnung, der frid zwischen Frankreich und Engelland soll gemacht werden, das got geb; und meinen etlich, der kaisser warte daruf; dan vor acht tagen hat er noch kein furtrag gethon, also das der richstag nit angefangen ist. hat numme zum dritten mal die fursten beschriben, das sie aigner person kummen wöllen; aber es will nit jederman gelegen sein grossen kosten haben und nichtz usrichten. doch habens ire botschaft das merertheil ge— schickt; und verdreusst den kaisser nit wenig disser contemptus, der ihm jungst zu Wormbs und jetz von den fursten begegnet.» Herzog Moritz hat er vermocht, am 20. Mai zu kommen, angeblich um ihn zu einem Religions4 Des Landgrafen; vgl. Issleib, Phil. v. Hessen usw., 8. 50 u. 56 und Nr. 316, Anm. 8. s An der Verhandlung beteiligen sich Hessen, Kursachsen, Anhalt, Augsburg, Frankkurt, Um, Esslingen und Hamburg. Während die Städte i. a. für sofortige Einräumung der Verhandlung sind, äussern sich Hessen und Kursachsen dahin, dass man dies ohne Mitwirkung der noch fehlenden Stände nicht tun könne. Darauf ergreift der Strassburger Vertreter nochmals das Wort; vgl. die im Text folgenden Ausführungen. 6 Über die Verhandlungen gibt auch das Protokoll des Frankfurter Gesandten ein gutes Bild(in Frankfurt, a. a. CO.). Die aufschiebende Antwort an die Gesandten von Herzog Moritz vom 2. Juni in Frankfurt, a. a. CO., f. 471—49 und Braunschweig, Arch., Schm., Bd. XVI, k. 439- 440; vgl. auch Brandenburg, Pol. Korr. II, 8. 653, Anm. 2 und den Brief des Kurfürsten von Sachsen an den Landgrafen vom 10. Juni, gedr. Neudecker, Akt., S. 764- 768. In der Sitzung vom 165. Juni teilen die Strassburger Gesandten mit,«sie haben nunmehr bevelch bekomen in verstentnussacheny und wiederholen ihre obigen Ausführungen(Marburg, a. a. CO., f. 66). - eo.. 8—— 110 1546. Reichstag zu Regensburg. frieden zu brauchen. Auch Markgraf Albrecht dort,(villicht das er seins kostens vernüegt werd, der ihm von des kaissers wegen ufgeloffen ist in bestellung und erhaltung der reuter.“ Auch Markgraf Hans dort, der wohl für seinen Schwäher von Braunschweig etwas ausrichten will; auch dessen Sohn soll aus Italien gekommen sein. Daneben noch 7 Bischöfe(von Würzburg, Bamberg, Eichstätt, Augsburg, Passau, Hildesheim und noch einer!).«Und weren villicht ir eben genug, so man etwas handlen wolt; aber der kaisser hatz bisher verzogen. jetzt hat er sein bruder zu wort, konig Ferdinand, bis der ankomme. es haltens aber etlich darfur, er sehe mehe uf Frankreich und angelland, dieweil man jetzt in der handlung stat; und wo der vrid solt gemacht werden, das die handlung darnach gon wurd? und das er sich vil milter erzaigen wurde. jedoch wie dem allem, hofft man diss iar frid in Teutschland; dan der kaisser andern und auch marggraven Albrecht von Brandenburg abkundt hat, der dan seinen bestälten, die bisher uf ihn ge— wartet haben, auch hat abgeschribens.“ Der Kaiser hat auch den fränkischen Adel nach Würzburg und den schwäbischen berufen‘. Angeblich will er sich gegen den Vorwurf entschuldigen, er wolle fremdes Volk nach Deutschland bringen. Ebenso soll er die Grafen im Reich beschrieben haben. Der kaisser soll sich in des Baumgartners, burgermeisters von Nürnberg, niderlags gar parteiisch gehalten haben, das etlich meinen, er sei nit gut stettisch und wölle den deutschen adel an sich henken. Ferdinand will auf einem Tag von Prag Geld. Eine Heirat beschlossen zwischen seiner Tochter und dem Herzog von Cleve,(dem liederlichen man.“ Von einer anderen mit dem jungen Bayernherzog ist es jetzt wieder still.(Es ist allenthalben vill wartens der bevelchleut Engelland und Frankreich belangen; got geb aber, das der frid gemacht werd, das sie vergebens warten.“ Dat. 3. Juni 1546. 81. Landgraf Philipp an Jakob Sturm. 1546, Juni 4. Friedewald. Str. St. Arch., Thom. Arch., 53. Ausfſ.— Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 52— 56. Entio.(für die 3 Zettel). Empf. 10. Juni. Ben. von Lenz, Briefw. II, S. 451, Anm. 2 und S. 457, Anm. 1 und von Hasenclever, Pol. Karls V., S. 57 und 65, Anm. J. Strassburger Bedenken über das Kolloquium; Verlängerung des Bundes und Anschläge; Bezahlung der Ausstände; die Kosten der Besatzungen muss jeder Stand selbst tragen.— 1. Zettel: Der Brief auch für Bucer bestimmt.— 2. Zettel: Rüstungen des Kaisers.— 3. Zettel: Vorgehen des Papstes gegen den Erzbischof von Köln. Antwort auf Nr. 76. Glaubt, dass Strassburgs Meinung bei den bean— standeten Worten der Entschuldigung der Kolloquenten gut war(und das auch unser meinung gut sei, uf das man nicht zu weit gehe und sich in ienes 80 1 Der von Trient; vgl. Nuntiaturberichte IX, S. 48. 2 Vgl. auch State papers XI, 8. 208- 209. 3 Vgl. Nr. 76, 2. Zettel. Über die Adelsversammlungen vgl. Lenz, Kriegführung, S. 393- 396, Brandenburg, Mor. v. Sachsen I, 8. 433—- 434 und Pol. Korr. von Moritz II, 8. 605- 606. Die Verhandlung mit dem sächsischen Adel zu Halle ist gedr. von Bezzenberger, Ber. und Briefe des Asverus von Brandt II, 8. 193—196. 5 Vgl. darüber Pol. Korr. III, 8. 515, Anm. 5 und S. 538, Anm. 2. b—————— ö 7288——? 1546. Landgraf Philipp über Kolloquium und Erstreckung des Bundes. 111 teils schlissen begebe. Da Strassburg mit der Auslassung einverstanden ist, hat er seinen Räten in Regensburg demgemäss Befehl gegeben!,«auch darumb mit dem churfſursten] zu Saxen in schriften hart disputirt und hoffen s. L. nach sovil ursach zu persuadiren, das s. L. iren rethen dergleichen bevelch thue.... betreffende die erstreckung unserer christlichen verain, die anschlege und was derselben ding mehr ist etc., deucht uns, man hett es zu Frankfurt auf die geringen anschlege eben so wol, wie itzo bescheen soll, richten konnen, allein das man daselbst so lang plieben were, bis das sich die potschaft bei iren hern und obern hetten bevelchs erholen mugen... kunt man es erlan— gen, wie ir bedenket, das die anschlege dermassen geringert und viel stende in die einung gepracht wurden, das weren wir wol zufriden, doch must die sach befurdert werden; dann wir besorgen, dieweil der stende, so man darin zu pringen vermeinet, so viel seind und viel kopf viel gedanken haben und ubel, wie das sprichwort laut, in eine cappen zu pringen sein und ein ewig disputation und doch kein ende einer trostlichen zuvorsicht werde, die zum solchen, damit diese einung einen forderlichen vorgang erreichte, dienete etc., das mit dem schlus so lange verzugen mocht werden, das mitler weil der krieg angehe. wo dann die einung nicht ufgericht und also unser keiner nicht wust, was er sich zum andern solt versehen, so were es warlich gar ein un— geordnets und sorgelichs dieng. stunde derwegen unser bedenken, das man mit denen, so geneigt darzu sein, furderliche schlusse und das darnach den churfursten, fursten und stetten, so in die einung kommen weren, ufgelegt wurde, das einer mit diesem, der ander mit jenem stand handelt, die auch in die ainung zu pringen, wie es dann hiebevor auch dermassen gehalten, das erstlich durch wenig einung ufgericht und darnach mit den andern gehandelt worden ist. und uf das sich niemants zu beclagen hett, das man dann die anschlege uf alle die, so man meint, die darin wolten komen, ringerte und so gleich setzte, als man konte und als sichs imer leiden wolte, auch die stimmen uf dieselben austeilte, wie mans am allergleichmessigsten und geratensten linden kan etc.. wer lust zur einung hett, der wurde die ohn zweivel annemen; wer nit lust darzu hett und des suchen der einung halben allein ein schein were, der wurdts darnach underlassen. dann wir besorgen, solt man mit aller solcher stende willen handlen und schliessen wollen, so wurdt mans in anderthalben oder zweien jaren nit auskuren. wurde dann euer bedenken erhalten, das viel in die einung kemen und die anschlege geringert wurden, doch das man kurderlich darmit schlusse, so liessen wirs uns, wie vorgemelt, wol gefallen. aber wan wenig personen solten hierein komen und darin die anschlege dermassen geringert werden, das sich nicht zu vermuten were, etzwas mit solchem geringen gelt auszurichten, so wurden wir noch niemants, der der sachen verstendig und erfaren ist, sich verpflichten[sich] mit der oberhauptmanschaft beladen zu lassen. 81 1 Am 29. Mai(8pangenberg; Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 857, f. 168; praes. 6. Juni): Er schreibt darin: Das Strassburger Bedenken(lassen wir uns... besser gevallen dann der Wittenberger bedenken. darumb wollet befurdern, das es auch bei demselben pleibe. und ob es schon zu anders nicht gut were, das eins andern colloquii halben wider angesucht wurde..., so were es doch darumb gut(wo dasselbig bewilligt), das der gegenteil sovil lenger ufgehalten wurde, mit der that nichts furzunemen, bis unsere verstendnus erstrackt wurde und alle sachen in bessere richtung kemen.) 2 Vgl. Nr. 78, Anm. 2; es folgt im Text die bei Lenz, a. a. O., S. 451, Anm. 2 abgedr. Stelle. I 8— 112 1546. Klagen über den schlechten Eingang der Bundesbeiträge. Wan aber sovil stende hinein kemen, das die vielhait sovil ertrugen, als die vorigen grossen anschlege uf wenige, so were es ein ander ding und durft alsdann dieser vorsorg nicht. dann warlich, wer hauptman sein soll, stickt im handel, hat reuter und knecht uffem hals liegen und weis nicht, wo er die bezalung nemen sol; der wirdt zum ubelsten daran sein. Solt man dan so wenig reuter und knecht haben, so ist nichts darmit auszurichten; man must fur und furo dem gegentheil weichen, sich von hoen und allem furtel dringen lassen; und nachdem man muss vilmal und mit grossem vleis die schar und wacht bestellen, die schar zu pferde und die wacht zu fuiss, und solt dann des volks also wenig sein, wurde dis teils volk in die leng dermassen usgemattet, dass es nichts thun oder ausrichten konte. Was ir uns der stett halben schreibt, das man dieselbigen mit öffnungen, prophianden etc. zum besten hett, solchs fallen wir euch zu, und ist ein vortheil und nicht auszuschlagen; aber damit kan man reuter und knecht nicht bezalen noch in gehorsam erhalten. Wir haben auch verstanden, was ir uns uf unser schreiben der unrichtigen bezalung halben geantwortet, und wissen euer hern von Strassburg noch. auch sonst den andern oberlendischen stetten den mehrer teil desfals kein schuld zu geben; dann wir nit anders wissen, dann das dieselbigen ir anlagen alwege gutlich erlegt haben, und wir haben auch hiermit euere hern nit gemeint; allein ist unser begeren gewesen und noch, das sie beneben den andern daran seien und iren gesandten gein Regensburg bevelhen, das die, so ir gebur noch nicht erlegt haben, nochmals erlegen; und gekelt uns euer bedachter weg, wie die darzu zu pringen sein solten, nit ubel. Es ist uns wunderbarlich zu vernemen, das man letzlich zu Frankfurt nit auch verabschiedet, das die stat Bremen iren ausstehenden dritten doppelmonat wie andere erlegen sollen. lassen uns aber gefallen, das man uns, wie letzlich zu Frankfurt verabschidet worden ist, ohne abzug einicher ding bezalᷓe. ist man dann sonst imands etzwas schuldig, seind wir zufridden, das man neue anlag mache und dieselben auch bezale, darzu wir unser gebur gern mitlegen wollen. das aber etzliche sechsische stende rechnen wollen, was sie zu besatzung irer vestung und stett uffgewendt, were es ein seltzams ding, das man den stenden solt das kriegsvolk in iren besatzungen und stetten versolden; dann also wurde man von wegen der ainung ins feld zu bezalung reuter und knecht wenig gelt erlangen und wurde der verstendnus zu gar schwer zu tragen sein. und wan es solt desselbigen gelten, so könten wir auch wol kurwenden, das wir under letztem braunschweigischen zuge unser vestnung besetzt, darauf uns nit ein geringes gelaufen, hetten aber nichtsdestominder ins veld gezogen, viel unsers landvolks und reisigen mitgenomen, darauf uns warlich auch nit ein geringer uncost gegangen. Ist darumb in alwege von nöten, das man abschlage und nit einreissen lasse, einichem stand uf osten der verstendnus sein vestnung zu besetzen; dan es ist sonst gnug, das die verstendnus den uncosten uf reuter und knecht, geschutz etc. im veld tregt. wan aber ein solcher fall were, das durch besatzung einer stadt oder vestnung ein krieg der ganzen verstendnus zum besten mocht verkommen werden oder sonst von gemeinen stenden beschlussen wurde, das man ein stad oder vestnung solt besetzen, damit die nit zu grossem nachteil dieser stende in ander hend gerieten, so were es eine andere meinung....! Dat.„Fridwalt“ 4. Juni 46. m EEE——————- m!. 2 1546. Absetzung des Erzbischofs von Köln. 113 1. Zettel:«Wellet disen ganzen brive den Bucerum lassen lesenz.“ 2. Zettel:(-Postscripta komt dloctor] Sibertus Lauenburg von wegen des bischofs zu Coln zu uns und berichtet uns, daz die kei. Mt. all ir geschütz genzlich hab mit aller notturft dermassen lassen zurichten, das mans, wilchen tag man wolt, darfur spanen und es hinweg furen müge. zum andern schreibt uns der munsterisch marschalk, daz die kei. Mt. alle ire gardesunen uferfordert. was solchs vor ein meinung hab, kan man nit wissen. datum ut supra. 3. Zettel:(Desgleichen hat uns doctor Seibert von wegen des bischofs von Collen inhalt seiner instruction berichtet, das sein herr, der bischof, auch kundschaft habe(inmassen wir des schreiben von Regensburg haben und euern hern hieneben zuschicken)s, das inen der babst verdamt und des stifts entsatzt und die verwaltung und regierung dem coadiutori, das auch demselbigen und nicht dem bischof di underthanen gehorsamen solten, und solchs alles der kei. Mt. zu exequiren bepholen habe ete.s... es haben des pkalzgraken churfursten rethe von Regensburg geschrieben, daz sie der— gleichen kundschaft auch bekummen het ten.) S2. Landgraf Philipp an den Ratz. 1546, Juni 5. Friedewald. Str. St. Arch., AA 545,. 90— 95 u. 101. Ausf.— Prod. II. Juni. Gedr. bei Rommel, Gesch. v. Hessen, U.-Bd., S. 126—128(ohne den Zettel); erw. von Baumgarten, Jakob Sturm, S. 32—33, Anm. 24. zeschwerdeè über die Gleichgültigkeit der Gesandten in Regensburg gegen alle Warnungen; weitere Berichte über feindliche Rüstungen; Bitte, wo möglich Sturm nach Regensburg zu senden.— Zettel: Markgraf Albrecht rüstet weiter. Wir haben ein zeit hero zu etzlichen malen den rethen, gesandten und botschaften unserer christlichen vorain, sovil dero bei einander zu Regensburg sein, etzliche kuntschaft... it ziger vorstehender geschwinder bewerb und leuft halben vorbringen lassen. und ist unser bedenken gestanw den und stehet auch noch also..., das die erstreckung unser christlichen vorain vorgenomen und geschlossen wurde. desgleichen weil man befindt, das die leuft so geschwind seind, und dan etliche reuter, wie jungst zu Frank3 Ausserdem schrieb Philipp noch am 4. Juni an Bucer persönlich(gedr. Lenz a.. O., S. 457- 458). 4 Georg v. d. Malsburg am 1. Juni(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 873; praes. Spangenberg 3. Juni)h; vgl. auch Rommel, Gesch. v. Hessen, U.-Bd., S8. 126, Postscripta. 5 Vgl. Nr. 82, Anm. 4. Exkommunikation des Erzbischofs am 16. April, Aufforderung an den Koadjutor zur Übernahme des Stifts aber erst am 3. Juli(vgl. Raynaldi ann. eccl. 1546, Tom. XXI, Pars 1, S. 289,§ 103- 104; Lacomblet, LU. B. z. Gesch. d. Niederrheins IV, Nr. 552, 8. 691; Ennen, Gesch. d. Stadt Köln IV, S. 519). 82 1 Nach dem Entw.(o. D.; in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 57- 60 und 6164) wurde der Brief, ohne die Stelle über Sturm und ohne den Zettel an Strassburg, (in simili an di andern oberlendisch stettey gerichtet; vgl. über die Ausf. an Frankfurt Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., 8. 22, Anm. 1(in Anm. 2 die dort beiliegenden Kundschaften verzeichnet). Bei der Ulmer Ausf.(in Um, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 426, vom 6. Juni) liegt ein Zettel mit der Bitte, die an die andern Städte, ausser an Augsburg, Strassburg und Frankfurt, gerichteten Ausff. ihnen zuzusenden und Abschrift von dem extract der kuntschaften) beizulegen. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 114 1546. Kaiserliche Rüstungen. furt vorabschiedet, mit wartgelt aufgehalten, das dieselben weiter bestelt, auch etzlich bevelchsleut zu fuss, so es fur gut angesehen wurde, an der hand behalten wurden. aber gemelte botschaften zu Regensburg haben sich vernemen lassen, das sie weiter underhaltung der reuter halben, ja auch irer einsteils in verstendnussachen von iren hern und obern keinen bevelch hetten?; zudem das auch sie, die gesandten, in geringer anzal zu Regensburg weren und musten sich zuvor bei iren Den und obern hierin bevelchs erholen etc. Nun seind aber diese dienge inen zum teil so zeitlich angezeigt worden, das sie underdes wol hetten mugen an ire herrn und obern schreiben; wer es werden die dieng unachtsam also in verzug gestelt. wir werden auch bericht, das under den stenden wenig der personen, so vormals mehr bei den rekgion. und ainungssachen auf den reichstägen gewesen, derselben bericht tragen und sich in die vorstehenden practicken zu schi ken wissen etc., zu solchem reichstag verordnet seien; daraus liederlich ein grosses ubersehe m werden mocht. Dieweil dann ir vorhin gnugsam wisset, wie die sachen des concilii halben stehen und... in was geschwinden und grossen bewerbungen marggrave Albrecht von Brandenburg stehet, do niemants weis, wo hinaus dieselben bewerb gelten sollens; zudem das uns allerlei berichts... einkommen, was des bischofs von C öln halben zu Rom erkent, wie uns dann dasselbig durch doctor Seiberten also auch vor gewiss anger cigt ist; item was uns von ainem, so in der marggravess hakt Baden gesessen, von bewerben, so gegen uns, diese stende, vor sein sollen, geschrieben; desgleichen was fur bewerb in Frissland un Italien etc. fur sein, wie ir hierneben aus einem extract? habt zu befinden, so ist in alwege die hoo hst J. das man die dieng nicht veracht, sich frembter reuter halben und sonst auf dieser seiten so ungefast und bloss nicht finden lasse. derwegen so— nit underlassen, zu itzigem reichstage die euern statlich und sonderlich er Jakob Sturmens(do es gesein und er dahin sicher kommen kont, auch alda sicher sein mocht, wie wir, das er durchs land zu Wirtenberg wol sicher reiten mocht, achten) furderkch.. abfertigen und inen gnugsamen gewalt geben, das sie mit schliessung der christlichen vorain ohn seumen furtgehen und auch sonst notturftig erwegen und schliessen helfen, was die notturft itziger leuft mit weiter underhaltung etzlicher recht geschaffener frembter reuter und sonst sein wolle. dann warlich, wie uns die ding ansehen, so stehen die so sorglich, als sie bei unsern zeiten nie gestanden haben».— Dat.«Fridtwalt» 5. Jun 46. Zettel:«Ob uns auch woll er Jakob Sturm... geschrieben, das dem graken von Henneberg sein wartgelt ukgeschrieben seis, so ist es doch an dem, das mit marggraff Albrechts bewerb noch immerdar hieniden in diesen — kurtgefaren und wartgelt ausgegeben wirdet.) 2 Vgl. Nr. 77 und das Schreiben der hessischen Gesandten an Philipp vom 28. Mai (Ausf. in Marburg, Arch., Ur. 856, f. 48- 61; praes. Spangenberg, 3. Juni). 3 Vgl. Nr. 72, Zettel. 4 In AA 545, f. 94- 100; es sind die gleichen Stücke wie bei Collischonn(vgl. Anm. I), nur in etwas anderer Reihenfolge; doch ohne die im Frankfurter und Ulmer Stück wiedergegebene Mitteilung über die Musterplätze. Stück e) bei Collischonn ist z. T. gedr. bei Lenz, Kriegführung, S8. 389, Anm. 2. 5 Vgl. die Bemerkungen der hessischen Gesandten in ihren Briefen vom 24. und 28. Mai bei Lenz, Briefw. II, 8. 439, Anm. 4 und Nr. 77, Anm. 3. 6 In Nr. 76, 2. Zettel. . 1546. Strassburgs Instruktion für seine Gesandten in Regensburg. 11 83. Der Rat an die Gesandten in Regensburg, Heinrich von Müllenheim und Michael Han. 1546, Juni 5. Strassburg. Str. St. Arch., AA 541, f. I-. Ausf. Empf. zu Regensburg 14. Juni.— Ben. von Holländer, Strassburg i. Schm. 2 Instruktion; können nicht noch jemanden schicken; Campanus', Brief; Rüstungen jetzt unnötig; Entschuldigungsschrift für die Kolloquenten; Drängen auf Bestrafung von Diaz’ Mörder. Haben ihr Schreiben vom 25. Mai(Nr. 74) am 3. Juni erhalten.«Und daruf schicken wir euch instruction..., Wes ir in sachen unserer christlichen verein! handlen... sollen, das bis daher us vile der gescheft und das wir gedacht, das die sächsischen stend so bald nit ankommen und derhalben noch nichts gehandelt werden mögen, verzogen worden. Und als ir begeren, das wir diser sachen halben jemant andren zu euch hienab ordnen solten; dann so die handlungen ernstlich angeen, ir iendert zu einer stund in zweien usschüssen sein muesten und euch beschwerlich sein wurde euch in handlungen zu söndren oder zu theilen ete., da wissen ir, das wirs diser zeit an personen nit wol gehaben mögen; so erkennen wir euch der geschicklicheit, das ir disen sachen wol vor sein kinden und wissen, das ir daran nit mangel sein lassen werden. zudem haben wir darfür, so des reichs handlungen angeen, werden die Sächsischen und Hessischen bei denSelben auch sein muessen und derhalben zu derselben zeit in den verstendnussachen nichts und sonderlich, was wichtigs sein solt, werden fürnemen, das jr euch also nit vil zu sondern oder zu theilen haben werden. derhalben unser begeren, euch die sachen und hendel one beschwerd mit vleiss lassen bevolen zu sein. Peter Deschen halben, da haben wir seinther euwers Schreibens vernommen, das... dem landgraven vom Campani brief copei zukommen und sein' fl. G. herren Martin Butzern geschribben, auch des briefs ein copei zugeschickt. dieweil aber diser Campanus(wie wir bericht) ein leichtfertige person und darzu das schreiben in dem, das dise stend gegen der kei. Mt. und Frankreich sollen ghandlet und sich erpotten haben, die offenbar unwarheit in sich haltet, so kinden wir dem überigen inhalt auch desto weniger glauben geben?.) Auf den hessischen Antrag, die Bestallung der Reiter zu verlängern, «dieweil dem gegentheil des vorstehenden concili und andrer ursachen halben nit wol zu getrauwen etc., und wir us euwerem schreiben vernemmen, das nieman zum selben lust trag, zudem uns anlangt, die kei. Mt. marggra ve Albrechten zu Brandenburg die bestallung wider abverkindt, so achten wir auch, das diser zeit reiter und Knecht ferrer zu underhalten nit von nötten sei, es were dann, das andre ernstlichere und grössere warnungen und zeitungen infielen. Das wir euch aber der schrift halben die entschuldigung unsers theils colloquenten..., und wir... dem landgraven zugschickt, nichts zugeschrib83 1 Fehlt. Zur sonstigen Instruktion s. Nr. 60, Anm. 2. Vielleicht erhielten die Gezandten auch Dr. Ludwig Gremps(bedenken, wo sich die churfſursten] und fursten ut disem reichstag wider understunden, die frei- und reichsstet von beratslagung und besluss der reichsgescheft uszusliesen, das man erstlich uf gutliche weg und, wo nit, zu beweisung des libels[vgl. Pol. Korr. IIl, 8. 456, Anm. 1] schreiten solt.»(Ratsprot. 1546, f. 323 P). 2 Vgl. Nr. 71 und a. a. O., Anm. 2. 8* — 116 1546. Strassburg dringt auf Bestrafung der Mörder von Diaz. ben, ist darumben beschehen, das wir dieselbig schrift... dem landgraven allein uf seiner fl. G. und des churfürsten zu Sachsen etc. ferrer bedenken.. zugeschickt.... und wir bis noch nit vernommen, was meinung der churfurst darin sei, haben wir nit gedacht, das noch etwas deshalben gehandelt werde.“ Wollten ihnen Abschrift schicken.(So ir aber dieselbig bei euch haben abschreiben lassen und... der landgraf ime dieselbig mit endrung etlicher wörter hat gfallen lassen, so mögen wir leiden, das ir laut euers schreibens bei sollicher schrift und endrung der wörter vom landgraven pleiben. Doch dieweil der mort Diasii so ungestrafft, das die kei. Mt. auch, über das sie sich zu Nüwenburg uf der pfalzgrävischen räth ansuchen vernemmen lassen, Inspruck lig nit im reich, derhalben ir Mt. daselbst nit zu gebieten hab, das recht ufgeschobben und doch darvor zu Dinkelsbeuhek schriften und bevelch geben, mit dem rechten stillzuston bis uf irer Mt. und ires bruders, des römischen königs, ferneren bevelch, so wöllen in alle weg neben und mit andren stenden darob sein, das bei der kei. Mt. anghalten, das dem rechten sein stracker lauf gegen disem morttheter glassen und derselbig seinem verdienen nach gestrafft werde, mit der anzeig, wo das nit beschehen solt und dem armen mann dis uf dem ghaltenen colloquio bösslich widerkaren, das man hinfür zu keinem colloquio mehr schicken und dise gfar nit mehr besteen werde, das man die, so man von disem theil darzu schicken muest, so jämerlich ermörte und dannoch weder recht noch straff dargegen volgen oder fürgnommen werden soltz. Dat. Sa. 5. Juni 1546. 84. Erklärungen der Strassburger Gesandten in Regensburg bei der Sitzung der protestantischen Stände vom 7. Juni.(1546, Juni 7. Regensburg.] Marburg, Arch., Mr. 845, f. 61- 63. Aufzeichnung Aitingers. Betr. die kaiserliche Proposition! Cin puncten religion, fridens und rechtens, was man in dem recht furwenden wöls.) C6... Sie haben bevelh, das der artickel der religion vorerst fur hand genomen und das si daruf arbaiten solten, das man in dem fur ainen man steen solt. dieweil aber das colloqluium] nit fur sich gangen, so haben si inen geschriben, das si sölen das bedenken der mass und form des colloquii 3 Vgl. Böhmer, Bibl. Wiffen. I, 8. 209. 4 Bereits am 2. Juni hatten die protestant. Stände Beschwerde darüber beim Kaiser eingelegt und am 3. Juni bei König Ferdinand(Abschr. in AA 541, f. 153- 158 und Frankfurt, Arch., Reichstagsakten 59, f. 42—45; gedr. Böhmer, a. a. CO., I, 8. 209- 211). Die Antwort des Kaisers ergibt sich aus dem Schreiben von Ambr. Blaurer an Bullinger vom 29. Juni(gedr. bei Schiess, Briefw. d. Br. A. u. Th. Blaurer II, 8. 457). S4 1 Vom 5. Juni; Abschr. 2. B. in Str. Bez. Arch., Aust. m. Baden I, 1510, f. 15- 20, Frankfurt, Arch., Reichstagsakten 59, f. 51— 58 und Braunschweig, Arch., Schm., Bd. XVI. f. 426— 429; im Ausz. gedr. bei Häberlin, Neueste Historie XII, S. 739- 741 sowie bei M. J. Schmidt, Neuere Gesch. d. Deutschen J, S. 453- 45 und Harpprecht, Staatsarch. d. Kammerger. VI, 8. 11— 12, 8 19; vgl. auch Nuntiaturberichte IX, Nr. 23, 8. 62- 64. 2 Die hessischen Gesandten schlagen dazu vor: Das erstlich der colloquenten ab— reisen entschuldigt, 2. das ain fruchtbarlich colloqluium] der wichtigkait, daz darzu zeit gehörn wollt; und das man mitler zeit uf ain bestendigen friden gedrungen hett vermog des frankfurtischen bedenkens; dan des musst man in allweg vergewisst sein.» 1546. Verhandlungen üb. d. kaiserl. Proposition auf d. Regensburger Reichstag. 117 halb furdern. so si dan kain andern bevelh, als das man die colloq[uenten] entschuldigen und auch die mass furschlagen solt, so wissen si darus nicht zu schreiten. werden nit underlassen im stettraiht dahin zu furdern, damit dieselb mas erlangt werde. das mocht man der mass anhenken, das man zu disem werk nit komen könt, man hett dan zuvor friden und das recht wer besetzt, wie zu Speier verabschidets.» 85. Ratssitzung. 1546, Juni 12. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprot. 1546, f. 332. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Sitzung vom 12. Juni. Ravensburg bittet um Prediger, Ravensburg! bittet um Prediger und möchte Marbach haben. Es wird beschlossen Marbach zu bitten, hierzubleiben, jedoch mit ihm, Bucer und noch einem[Hedio]? zu verhandeln, wen man schicken kanns. 3 Der Strassburger Vertreter ergriff später nochmals das Wort, um zu betonen, «nach dem articul der religion mecht man daz bedenken frids und rechts furnemen und davon ratschlagen.»— Bei der Sitzung waren zugegen Vertreter von Hessen, Kursachsen, Münster, Württemberg, Pommern, Anhalt, Augsburg, Nürnberg, Frankfurt, Ulm, Esslingen, Regensburg, Hamburg, Braunschweig.— Wie schon in der Sitzung vom 4. Juni (s. Aufzeichnung in Marburg, Arch., Nr. 858, f. 32 b—835), so sprach sich auch am 7. Juni die Mehrheit gegen das Erbieten zu einem neuen Kolloquium aus und folgte darin der Meinung des Kurfürsten; vgl. Nr. 73, 78, Anm. 2 und 81, Anm. 1 und den anschaulichen Bericht der hessischen Gesandten an Philipp vom 12. Juni(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 856. f. 138— 142; praes. Kassel 20. Junih. Daher wurde am 13. Juni dem Kaiser eine Verantwortungsschrift wegen der Abreise der Kolloquenten übergeben, die sich z. T. an das Wormser Bedenken anlehnt, den Abschnitt über ein neues Kolloquium aber auslässt(Abschr. in Str. Bez. Arch., a. a. CO., f. 60= 70, Marburg, a. a. O., f. 161- 170 und Frankfurt, a. a. CO., f. 119 130; ebendort f. 136—- 138 die Antwort des Kaisers). 851 Es war auf dem Wormser Bundestag in den Bund aufgenommen worden; vgl. Nr. 63, Anm. 565. 2 Vgl. über Hedio und Marbach Handschriftenproben II, Tafel 60 u. 89. 3 Am 14. Juni berichten Jakob Sturm und Andres Mieg über ihre Verhandlungen mit den Vorgenannten: Da man Ravensburg Marbach«us dem, das man zu den predigen auch die schulen hab, darzu vill der prediger im abgang, das man andere muss erziehen, nit gonden kond,) leiht man ihnen Lenglin(über ihn a. a. O., Tafel 67) etwa auf ein halbes Jahr(Ratsprot. 1546, f. 335—- 336). Auf Ravensburgs wiederholte Schreiben verlängert man dessen Urlaub bis Ostern 1547(a. a. CO., f. 366a, 433 b., 607 b— 608, 635 a). Jedoch wird eine nochmalige Bitte Ravensburgs um Überlassung Lenglins vom 30. April 1547(Ausk. in Str. St. Arch., Thom. Arch. 41, Nr. 13) auf Verlangen seines Strassburger Kirchspiels abgelehnt(Ratsprot. 1547, f. 239, 241 b—- 242, 2651 P). > 0 — N 6. Reichstag z. Regensburg; Wilh. v. Fürstenberg will Kriegsdienste nehmen. 86. Petermann(Ulrich Geiger) an Bernhard Meyer. 1546, Juni 12. [Strassburg.] Basel, Arch., Polit. M 8, 2, f. 102. Or. Nachrichten vom Reichstag; Entsetzung des Erzbischofs von Köln; kaiserlicher Ausschuss in der Religionssache; Adels versammlungen; Christof Mundt in Strassburg. König Ferdinand ist vor 7 oder 8 Tagen auf der Post in Regensburg angekommen!; der Tag dort hat wohl begonnen.«Der kaisser soll widerumb in einer rüstung sein; ob er dem friden zwischen Frankreich und Engelland, der gemacht sein soll, als man sagt, nit trauet oder sonst etwas im sinn hab, mag man nit wissen. es mag woll etwas uf im haben, das der bapst den frommen bischoff von Cöln aller seiner privilegien enset zt] l] hat und die underthon und ritterschaft ires eids geledigt und das sie dem capitel und coadiutor sollen gehorsamen; und soll der kaisser desse ein executor seine. got gebe, das sie den kopf daran zerstossen alle die, so sich desl l] sentenz annemmen. Man sagt auch, der kaisser hab 8 doctores verordnet, die sollen die strittigen articel der religion verglichen und ein form einer reformation begriffen, doch das si disse drei articel nit anruren, als deren die kai. Mt. gewiss sei, nemlich die mess, das fegfeur und anrüfung der hailigens. Ich schick euch hiemit ein copéi des ausschribens an die ritterschaft am Rhein‘, dorab ir abnemmen mögen, das man frid und rug sucht, wie die wort lauten. Doctor Mont ist hie und handlet haimlich mit grave Wilhelm; keins nit wissen, was sie kur ein muss kochen.... Dat. 12. Juni 1546. 87. Die NMII an Landgraf Philipp. 1546, Juni 14. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 83—84. Ausf.— Praes. Kassel, 26. Juni, Hier keine Rüstungen; Wilhelm von Fürstenberg; Bedenken über das Kollo— quium. Haben sein Schreiben Nr. 78]«heut dato empfangen... geben uf dasselbig e. fl. G6. zu erkennen, das uns von graf Friderichen[von Fürstenberg] ristung gar nichts bewüsst und umb uns unsers wissens auch kein musterplatz benent ist. wo aber im nammen geirt und grave Wilhelm gemeint sein solt, so ist nit on, derselbig ist bei der kei. Mt. gwesen*, sich diensts angebotten, doch die prot estirenden usgenommen; und als ir Mt. ime geantwurt, das sie diser zeit keine kriegsgscheft oder handlung hab, hat er gebeten inen gegen Engelland zu befürdrenz. also hat Christoforus Mont mit ime, S6 ı Schon am 28. Mai; vgl. v. Druffel, Viglius, 8. 1 und Nuntiaturber. IX, S. 54. 2 Vgl. Nr. 81, 3. Zettel. 3 Entspricht der bei Lenz, Kriegführung, 8. 389, Anm. 2 abgedruckten Kundschaft; vgl. auch Nr. 82, Anm. 4. 4 Auf den 16. Mai nach Mainz; gegeben Regensburg, 13. April; Abschr., a. a. CO., f. 104-= 105; vgl. auch Nr. 80, Anm. 4. 5 kann: über die Verhandlungen Mundts mit Graf Wilhelm von Fürstenberg s. auch Letters and papers XXI, 1, Nr. 730. 87 ı Vgl. Nr. 51. 2 Vol. dazu State papers XI, S. 88 und Letters and papers XXI, 1, Nr. 580 u. 681,1. ö. ö m.* * J 3—*———— 1546. Strassburgs Stellung zu einem neuen Kolloquium. 119 graf Wilhelmen, hernacher ghandelt?, und derselbig etlich hauptleut vertröst, so im daselbsther bescheid werde, das er sie brauchen wöll. dieselben haben andre auch angesprochen und ist under disen auch Cristof von Landenberg* gwesen; und wie wir bericht, hat denselben von Landenberg seinther die hand gots gerürt und er tods abgangen sein soll. herzog Philips, pfalagraf, der soll von Engelland bestallung und uf dieselbig etlich hauptleut pestelt habens. wir haben aber von keinem lauf noch nichts ghört. Sovil dan das bedenken des colloquii berürt, haben wir unsern gsandten geen Regenspurg uf dieselbig mas bevelch geben‘. das aber... der churFürst und seiner chfl. G. theologi meinen, in Kein colloquium zu willigen und das man stracks bei der confession pleiben solt, ist unser meinung auch nit, von der confession zu weichen oder ein sollich colloquium zu willigen, wie das itzig gewesen, sonder uf die mas, und unser bedenken in sich haltet, damit man dannoch die calumniam, so der Confession zugelegt, verantwurten kind und man nit sagen möcht, wir scheuchten das liecht, wolten unsers glaubens nit rechnung geben ebe. dann wir auch nit glauben kinden, das die kei. Mt. ein sollich colloquium zugeben werde; und unserm theil zu erhaltung glimpfs von nötten.... Dat. Mo. 14. Juni 46 1546, Juni 14. Strassburg. Paris. Bibl. nat., cod. lat. 8584, f. 54. Or. Eine Stelle gedr. von Baumgarten, , Gesch. d. Schm. Kr.,&. 34, Anm. 3, erw. von Petri, Stra sshurgs Beziehungen... S. 162, Anm. J. Unruhe über das päpstliche Urteil gegen den Erzbischof von Köln; Reichstag 88. Chelius! an den Kardinal Du Bellay. in Regensburg. Danzaeuse mihi in mandatis dedit, si litterae a vobis venirent, ut ad se mitterem, aut si quid istuc mittendum, ut quoque curarem. cum igitur fasciculum adiunctum* d. Jacobus Sturmius mihi dedisset, ut ad ex cellentissimam] d. t. curarem deferri, ztatim dimisi.“ Über die Entsetzung des Erzbischofs von Kölns. Gperaveramus pacem in Germania hoc anno retineri posse. sed huiusmodi signa videntur aliquid turbarum minari et nostri hoc magis coniungentur inter se, ut rerum suarum curam geranb. Um so grösser ist die Freude über den Friedensschluss zwischen Frankreich und England‘. In Regensburg nichts Neues; der Kaiser wartet auf die Ankunft Ferdinands. Aufzählung der in Regensburg eingetroffenen weltlichen Fürsten und der Bischökes. Vom Kaiser beabsichtigte Reformations. Apud nos silent adhuc omnia. expectamus, quid comitia sint paritura. 3 Vgl. Nr. 86. 4 Vgl. Nr. 59. 5 Vgl. darüber Letters, a. a. O., Nr. 550, 588, 797 und 800. 6 Vgl. Nr. 83. 88 ı Gelehrte Umformung von Dr. Ulrich Geigers Namen(cs= 1yra). 2 Vgl. Nr. 76, Anm. 11. 3 Wie in seinem Brief an Meyer(Nr. 86). 4 Diese Stelle gedr. von Baumgarten a. a.©; 5 Zu den in Nr. 80 aufgezählten Fürsten fügt er noch hinzu:« Et puto ducem Clivensem»: dieser traf aber erst am 17. Juli ein(v. Druffel, Viglius, 8. 26; Venet. Dep. I, S. 579). 6 Vgl. die Ausführungen in Nr. 86. — P | 1 | 120 1546. Notwendigkeit e. eng. Verbindung zw. d. deutsch. Protestanten u. Frank. remittent etiam et militum expectationes et quorundam apparatus ob pacem inter Galliam et Angliam constitutam. sunt qui non dubitant comitem Guilelmum? intra paucos dies ab Anglo etiam pecunias habuisse... Dat. 14. Juni 15466. 89. Gerhard Sevenus! an den Kardinal Du Bellay. 1546], Juni 14. Strassburg. Paris, Bihl. nat., cod. lat. Nr. 8584, f. 50. Or. Notwendigkeit der Verbindung zwischen den protestantischen Ständen und Frankreich; soll sich für die verfolgten Protestanten verwenden; Nachrichten vom Reichstage. c... Allat um huc superioribus diebus fuit Stephanum graviter aegrotare ac periclitari de vita; in hoc nuncio, ut fit, alii aliter erant affecti, et ub quisque sentiebat, ita pro tempore loquebatur. est enim in hac republica maior et sentiendi et loquendi libertas quam in multis aliis civitatibus. sed illi, qui cacteris modestius loquuntur et plus sapiunt, semper in ea sententia fusrunt, ut continuetur amicitia inter reges Galliarum et principes ordinesque Germaniae. hane coniunctionem et necessitudinem pertimescere illos, qui in Europa plurimum possunt hodie, quibus coniunctim melius poterimus resistere quam divisi. eiaborabitis, quo ut antiquus amicitiae nexus non dissolvatur; et eo magis hoc facietis, quod nos certo scimus pontificem omnia moliri, ut per caesarem opprimat nos aut certe aliquo modo adfligat; ac videtur caesar omnino eo spectare, ut pontificatum instauret abque confirmet, nostros autem ordines et status imperii evertat atque pessumdet. at nobis devictis et in istorum potestatem redactis quid vobis expectandum sit, non dubium, qua prudentia estis, quin intelligatis.“ Umso eifriger soll sich der Kardinal jetzt um eine Festigung der gemeinsamen Verbindung bemühen. Nostros valde offendunt persecutiones vestrae.... quare, quatenus tacite potestis, tantum contendite, ut virtuti ac religioni vel aliquod praesidium apud vos esse videatur.“ Nachrichten vom Reichstage usw.. «Palatinus quaedam moliebatur contra regem Daniae, quae tamen intercessione lantgravii et Saxonis sunt sublatat. qua ex re spero nos in his periculosissimis temporibus arctius coniunctum iri. de pace perlubenter audivimus, confidimus autem nos omnino non exclusos esse, praesertim cum etiam aliqua ex parte nostri eius fuerint autores... Argentinae, 14. Juni.» 7 Vgl. Nr. 87, Anm s In einer Nachschrift berichtet er, wie in Nr. 86, über die vom Kaiser einberufenen Adels versammlungen. S9 1 Vgl. über ihn Handschriftenproben II, Tafel 81. 2 Wahrscheinlich Deckname für Franz I. 3 Dieselben wie Chelius in seinem gleichzeitigen Brief an Du Bellay(Vr. 88). 4 Vgl. hierüber Nr. 63, Anm. 47 und Hasenclever, Kurpf. Pol., 8. 58, 60, 130-134. — ä———————.. 1546. Kaiserliche Rüstungen. 121 90. Bürgermeister und die 5 geheimen Räte von Um an die XIII. 1546, Juni 14. Ulm.] Str. St. Arch., AA 548, f.- 65. Ausf.. Prod. Mi. 16. Juni. Hören von starken kaiserlichen Rüstungen und bitten um ihre Meinung darüber. ... Uns langt glaublich anz, das von wegen rom. kai. Mt.... ain grosse kriegsrüstung, namblich bis in die vierzig fendlin ufzupringen, vorhanden, das auch darzu die öbersten als Georg zu Regensburg, der von Madrutsch, Bernhart von Schaumburg und marques de Missa schon verordnet und das die musterblät? zu Schwäbischen Wörd, in Tirol und im stift Augsburg, auch sonst noch an ainem ort, das uns nit bestimt, gehalten werden sollen; finden auch uber das solliche kriegsrüstung schon dermassen im werk, das von... Jörigen von Regenspurg und dann andern underhaupt leuten etliche unsere burger... gelt und beschaid zu empfahen schon er vordert werden. wider wen oder wohin aber sollich volk gefüert oder gep raucht werden solle, das könden wir noch zuweiln nit erfarn. Die weil dann die religionssachen, wie e. F. vor uns wissen, also geschaffen, das wir uns auf unserm thail wol zu befahrn haben, und doher dise bewerbungen... nit zu verachten sein, so teilen sie ihnen das mit und bitten sich zu erkundigen,«wem doch solliche kriegsrustung gelten solle etc...., uns ir bedenken, wie sie solliche sachen und bewerbungen versteen und was sie derhalben jetzo wissen oder hernach weiter erfarn,... zu verstendigen... Dat. Mo. 14. Juni 46. 91. Die Gesandten in Regensburg, Heinrich von Müllenheim und Michael Han, an den Rat. 1546, Juni 14. Regensburg.] Str. St. Arch., Thom. Arch., Var. eccl. XI. f. 89—80. Abschr. des 18. h. S von Jakob Wencker. Prod. 19. Juni. Mehrfacher vergeblicher Antrag der Hessen auf Annahme von Reitern; drohender Kaiserlicher Angriff; Übersendung von Akten der Reichstags verhandlungen. Bald nach«obbemeltem schreiben» Nr. 74] haben die hessischen Gezandten die Räte der einungsverwandten Stände in ihre Herberge berufen?, «uns vielerlei zeitungen und kundschaften, so inen von seinen fl. G. uberschickt worden, die auch sonst zum thail an sie gelangt, fürgelesen, wie ir derselbigen einen summarischen auszug, so sie auf unserer und anderer begeren dar von machen und uns abschreiben lassen, hiebei nr. 4 gezaichnet“* 90 ı Der Entwurf(Ulm, Arch., Ref.- Akt. XXXI, Ir. 444) hat als Datum 15. Juni; er ist auch an Nürnberg abgegangen mit der Nachschrift, dass sie von ihren Gesandten aus Regensburg Nachricht hätten und im Falle der Not von Nürnberg Hilfe erwarteten. 2 Durch einen Brief Augsburgs vom 12. Juni(Ausf. a. a. O., Nr. 427; die entsprechende Mitteilung an den Landgrafen gedr. bei Neudecker, Urk., S. 771-772); am 14. Juni weist Ulm seine Regensburger Gesandten an, sich mit den Strassburgern und anderen zu beraten und u. L. für eine Erkundigung beim Kaiser einzutreten(a. a. CO., Nr. 431). 91 ı Das Datum(von Wencker am Rande zugesetzt) wird durch den Briefauszug im datsprot. 1546, f. 344 b— 345 vom 19. Juni best tigt. 2 Wahrscheinlich am 28. Mai; vgl. Nr. 77. 122 1546. Die Mehrzahl der protestant. Gesandten auf dem Reichstag zu zu sehen. und darauf haben sie abermals auf ires gn. herren bevelch begert, dieweil die bestallungen der 800 pferd, so auf den frankfurt[ischen] abschid ein zeit lang bestelt worden?, eins thails zu end des monats Maii, eins thails zu end dieses jetzigen monats Junii und der andern im Julio ausgan werden und dann den geschwinden leufen... gar nit zu treuwen sein, das dann die stend bewilligen und schliessen wöllen, solliche reuter gar oder doch eins thails widerumben zu bestellen oder, wie sies nennen, anzebinden, nit, so die noth einfuelle, das sie diese stend gewintert und sie ander leut zu gebrauchen hetten. es haben auch sein fl. G. in etlichen nachgeenden iren schreiben an die räth‘, so sie uns zum thail hören lassen, für noth und gut angesehen, das man nit allein obbemelte reuter in bestallungen behalten, sonder bis zu end dieses sommers und das man sehe, was das concilium erkennen und wes die kai. Mt. und andere potentaten sich darauf erzaigen wölten, bis in die zweitausent pferd bestellen[sollte]; vermaint je, die stend solten des minder schaden haben dann sonst, so die gegenthail(wie es sich ansehen liesse) etwas im sinn hetten, das man auf unser seiten nit bei zeit aufkommen oder gerüst werden möchte. dieweil aber der gesandten der vereinigten stenden dazumal noch wenig alhie und under denselben gar keiner gewesen, so sich austruckenlichen vernemmen lassen, das er sollichs zu bewilligen bevelch hette(wiewol villeicht Sachsen und Augspurg mit Hessen zugestimbt haben möchtens), so ist inen gemeinlich geantwurt worden, man wöll dieses begeren heimschreiben und sich bevelchs erholen.“ Obgleich die hessischen Gesandten ihnen seither im Auftrage des Landgrafen noch weitere Kundschaften von Rüstungen mitgeteilt haben,«mit beger der reuter halb, die zu bestellen», so haben doch andere Gesandte und sie(für und für geéantwurt, wir seien bevelchs und auch mehrer stend ankunft alle tag gewertig. zudem haben unser ebzliche(wie billich) darauf getrungen, dieweil diese kundschaften, rüstungen, gewerb und besorgnussen(sonderlichen so sie auf die handlung des concilit gerichtet) nit allein die ainungsverwandten, sonder alle die, so unserer christlichen religion und der augspurgischen confession zugethan seien, mit beruren wöllen, das man es an dieselben alle gelangen lassen und derselben rath und hilf hierzu(als zu einer gemeinen sachen) auch begeren solles.» Bei den konfessionsverwandten Ständen wurde auch mehrmals angeregt, Kundschaften zu sammeln,„damit in dem nichts ubersehen werde. und hat doch der mehrerthail under uns allen es nit darfür halten und achten wollen, wie es auch warlich und billich noch nit bald zu achten sein solte, dieweil die rö. kai. Mt., unser allergn. ster herr, die stend des reichs so gnedig und ernstlich erfordert diesen reichstag, auf dem ir Mt. gedächte frid, rue und gute ainigkeit zu machen, zu besuchen?, ir Mt. auch auf der sbend und irer pottschaften ankunft so lang alhie genediglich verharret und dann die propositions viel milter und anderst, dann etliche besorget und dargegen etliche andere mögen verhofft haben, fürbringen und in summa sichs in dem 3 Vgl. Nr. 71, Anm. 1 und Nr. 77. 4 Gemeint sind die Briefe Philipps an seine Gesandten vom 27. und 29. Mai(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 857, f. 165 u. 167–— 174; praes. 3. u. 6. Juni). 5 In der Sitz ung der Bundesstände vom 10. Juni(Aitingers Protokoll a. a. CO., Nr. 845, f. 63). 6 Beschlossen in der Sitzung vom 10. Juni(a. a. CO.). 7 Vgl. Nr. 77, Anm. 1. s Vgl. Nr. 84, Anm. J. 9 In der Handschrift:«suchen». ü degensburg glaubt nicht an den Ernst der kaiserl. Rüstungen. 128 allem und auch sonst keines ungnedigen gemuts gegen diesem unserm thail vernemmen lassen, das diesen jet zwerenden sommerio etwas kriegsrüsbung und empörung in der teutschen nation und sonderlich der religion halben zu befahren oder zu besorgen sein solte. Es will sich aber unseres bedunkens jetzt anderst ansehen und verstan lassen, also das man genzlich besorgen muss, das die teutsche nation und sonderlich diejenen, so Christum frei bekennen, von den widerwertigen unserer leer und religion, den pfaffen und irem anhang..., in endlichs verderben gerichtet werden wölten, wie wir unseren herren, den dreigehen, derhalben weiters geschriben haben... Begern bericht, wessen sie sich hierinnen zu halten.) Übersenden ferner einen Auszug über die Handlung des Kaisers mit dem fränkischen Adehs, die Bittschrift der protestantischen Stände über Diaz Ermordung!“, Morit? Ansuchen in der Braunschweiger Sache und die Antwort der Stände vom 2. Junis, die dem Kaiser übergebene Entschuldigung der Kolloquentenis, die Kaiserliche Propositiom? und die Antwort der protestantischen Stände daraufis. 10 Vgl. ihre Bemerkung in der Sitzung vom 10. Juni(a. a. CO.; gedr. bei Hasenclever, Pol. Karls V., S. 49, Anm. Y. 11 Fehlt; der Umschwung infolge der immer pedroblicheren Nachrichten über die kaiserl. Rüstungen ergibt sich auch 2. B. aus dem Brief Augsburgs an Philipp vom 12. Juni (gedr. Neudecker, Urk., 8. 771—772) und den Berichten der Ulmer Gesandten an Ulm vom 13. und 14. Juni(Ausff. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 435 u. 436); danach beschlossen die protest. Stände am 13. Juni, am 14. auch die anderen Stände aufzufordern, mit ihnen den Kaiser nach dem Zweck der Rüstungen zu fragen. 12 Dieser Satz ist nur eine Zusammenfassung Wenckers. Das folgende ist dem Auszug aus dem Briefe im Ratsprot. entnommen; vgl. Anm. 1. 16 Vgl. Nr. 86, Anm. 4 und Brandenburg, Pol. Korr. II, 8. 592- 5'593, Anm. 2; vgl. auch die Akten über die Adels versammlungen 2. B in Frankfurt, Arch., Reichstagsakten 59. f. 34-38, 40-= 41 u. 137 140. 14 Vgl. Nr. 83, Anm. 4. 15 Vgl. Nr. 79. 16 Vgl. Nr. 84, Anm. 3. 17 Vgl. a. a. O., Anm. 1; die Antwort der protestant. Stande, übergeben am 13. Juni, z. B. in Str. Bez. Arch., Aust. m. Bad.. I, 1510, f. 48- 59; Marburg, Arch., Nr. 856, f. 150 160, Frankfurt, a. a. G., f. 59 67 u. 107 118, und Braunschweig, Arch., Schm., Bd. XVI., f. 441- 448; Auszug bei Hortleder II, Buch 3, Kap. 1. 8. 210 und Schmidt, Neuere Gesch. J, 8. 47—49; vgl. auch Nuntiaturber. IX, Nr. 29, 8. 81 und Anm. r is Im Rat wird nach Verlesung dieses Schreibens beschlossen, da den Gesandten nach diesem Schreiben noch viele Nachrichten zugekommen sind, zollen die XIII den Brief besichtigen und ihnen über die Verhinderung der Läufe Bescheid geben. Die Proposition soll bedacht werden(Ratsprot., a. a. O). 124 1546. Landgraf Philipp über den Zweck der Rüstungen des Kaisers 92. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juni 16. Kassel. Str. St. Arch., AA 545, f. 102—103. Ausf. u. I25— I350(5 Zettel).— Prod. 23. Juni. Kaiserliche Rüstungen, die besonders wegen der Hilfe des Papstes bedenklich sind; wohl gegen Köln gerichtet. 1. Zettel: Gefährlich, Reiter und Knechte aus der Hand zu lassen.— 2. Zettel: Eck; die Gegner fürchten wohl die Wahl eines lutherischen Kaisers. 3. Zettel: Bayern scheint es mit beiden Parteien zu halten. 4. Zettel: Nachrichten aus Lippe über Rüstungen.— 5. Zettel: Bedenken der Wittenberger über das Kolloquium. Sendet Abschriften von dem, was seine Räte,«auch ein gut gesell-, an uns geschrieben... und obwoll... der krieg in Algir oder Permont gehen mocht, so ist aber daneben zu besorgen, weil der babst soviel darzu thut und die Spanier herrausser kommen sollen, die musterpletz in Deutschland gelegt werden und die erkündigung der prophiand halben uf ein durchziehend kriegsvolk in... Tiroll und in der Etsch beschehen und die practick mit dem adels, das man die also hin und widder besucht, vor ist, das es eine andere meinung haben mocht; dan wir nicht glauben konnen, das der babst so sehr uber Frankreich erzornet, das er krieg werde uber inen pringen und gelt darzu geben. sonder das etwo also ein anschlag furhanden sein mocht, wie aus doctor Helden und andern rathschlegen, so zu Wulfenbuttel funden seinda, zu befinden ist, das sie sich gefast machen und dan mit gefaster hand wege vorschlagen und sagen, wir hetten das colloquium zu Regenspurg umb-— gestossen und desselben endschaft nicht erwartet; das concilium hette in der funften session(so zukunftig ist) geschlossen, welchs wir uns auch nicht gehalten; wolten auch solch concilium vor das concilium nicht halten, wie es an ime selbst were; item der keiser hette etzlich articull(wie die vorhanden sein sollen), in der religioCnsach vorgeschlagen, die ir Mt. verhofft bei dem concilio zu erhalten, das sie sollich articull tolleriren solten; die hetten wir auch abgeschlagen. darumb si alle pilliche wege gesucht; weil es aber alles bei uns, dissen stenden, nit stadt haben wolte, so wolten sie es nun also gehalten haben. wo nicht, das sie uns alsdan von beiden orten als oben herab und aus dem Nidderland mochten angreifen und sagen, das es allein beschee, fried und ruhe zu machen. Wir seind ingedenkig, das der von Navis ufem vergangen reichstage zu Speier widder uns sagt, der herzog von Gulch hette sich nicht wollen weisen lassen, bis solange er den ernst gesehen; desgleichen must gegen Frankreich auch bescheen.... ob nun dis mit uns, dissen stenden, also auch mocht bescheen, wurdt man innen werden. 92 1 Fast ebenso an den Kurfürsten von Sachsen(Ausf. in Weimar, Arch., Reg. H, p. 676, Nr. 210 I); danach gedr. bei Rommel, Gesch. v. Hessen, U.-Bd., S. 128- 129(doch ohne die Zettel); ähnlich, aber mit mehrfachen Umstellungen und Ergänzungen, am 18. Juni an Augsburg(Ausf. in Augsburg, Arch., Literal. 1546). Beide Schreiben liegen in Abschr. dem Briefe Philipps an die XIII vom 19. Juni bei(vgl. Nr. 103, Anm. 10. 2 Dr. Gereon Sailer; die beigelegte Abschr. seines Briefs vom 11. Juni(gedr. von Lenz, Briefw. III, S. 413- 416) 8. unter D in Anm. 11. Die bei Lenz, a. a. O., S. 415 gesperrte Stelle fehlt in der Abschrift. 3 Vgl. Nr. 80, Anm. 4 und 86, Anm. 4. 4 Vgl. darüber Lenz, a. a. O. S. 234- 235. 5 Vgl. Nr. 82, Anm. 4 und Nr. 86. RS%-———— und die Notwendigkeit der eigenen. 125 Und dweil ein keiserischer gesagt..., das der keiser ein gehorsam im reich haben und die zehn blicken wolte und einen beissen etc., so glauben wir, das es Collen und eben die practick, wie itztgemelt, sein mocht, sonderlichs darumb dweil der babst den bischoff zu Collen in dem gesprochen urteil aller seiner dignitet entsetzt... haben soll. darumb woll von nothen der sachen nachzudenken, wie dan ir mit vleis thun... wollet, auch‘ den euern gegen Regenspurg beveln thun, das sie helfen daran sein und befordern, d weil sichs also sorglich ansehen lest, die reuter und knecht nicht also aus der hand zu lassen, sonder mit etzwas gefast zu halten.... Dat. Kassel 16. Juni 46. 1. Zettel: Mir wollen euch... nicht pergen, das wir noch nicht vermerken, das unsere stende endsehlossen die reuter, so uf den frankfurdischen jungsben abschid mit wartgelt besprochen... und dero zeit nunmehr umb sein wirdt, lenger zu underhalten. sollen dann reuter und knecht aus der hand gelassen und etzwas jegen diesen stenden vorgenommen werden, wie sich des unsere mit verwandte stende daroben so wol als die hieniden zu besorgen, und sie dann vermeinten, so es von nothen, das wir inen zuziehen, vill reuter und volks ufbringen solten und solchs nit beschehen konte, das wir alsdann wollen entschuldigt sein; und was daraus vor schade entstehen konte, das ist gar woll zu bedenken.» 2. Zettel: Postscripta komt uns von unsern rethen aus Regensburg und sonst einer person” weiter kuntschaft... ein, wie ir auch hierbei zu befinden. nuns wissen wir warlich nicht, was uf doctor Ecken sag zu bauen sein will; es ist ein wunderbarlicher man. aber wollet die ding seinthalben bei euch in geheim pleiben lassen, ob ers villeicht gut meinete. ir werden aus berurter person schreiben befinden, das er mit unserm bedenken..., sovil die articul Ibelangt], welche die kai. Mt. mocht diesen stenden furschlagen lassen, ubereinstimt und das unser opinion nicht felen mocht. wir achten, es solt wol des gegenteils gemut sein, wo es inen muglich were, was anzukahen, sonderlich, dieweil sie sehen, das die beide churfursten Collen und Pfalz zu unser religion gedretten. so ist der marggrave churfurst auch unser religion. also hat man mit Sachsen gott lob vier churfursten dieser religion; derwegen jener teil fursorg truge, wo die kai. und ko. Mt. solt todes verfaren, das dann ein luterischer Kkeiser(wie sies nennen) gewelet wurde, dardurch alle ire ding fillen. und sich sonstet auch teglichs abfals vermuten; solten sie das nit zusehen, wurden sie einmal furt mussen. doch hoffen wir herwiderumb, sie werden dannost als ehrlich leute faren, die abschied, fridstend und zusage bedenken und nit wider glauben handien.— datum ut supra. 3. Zettel:«Es könt auch wol sein, das Beiern uf jener seiten heimlich hilft und uf dieser seiten warnung thet, beide theil an der hand zu behalten, so lang bis sie sehen, wo das spiel hinaus laufen wolt.— datum ut supra.) 4. Zettel:«Postscripta hat uns des graven von der Lipp stathalter Christof von Donap, welcher ein trefflicher ehrlicher gesell ist, von munt us etliche ding angezeigt, wie wir euch hirbei copie zu6 Dieser Zusatz fehlt bei Rommel, a. a. CO. 7 Sailer: in der beigelegten Abschrift seines Briefs vom 12. Juni(gedr. von Lenz, 2. a. O.. S. 416- 419; s. unter F in Anm. 11) ist das Urteil über die Städte(a. a. CO., 8. 416, 2, Abs.) unleserlich gemacht. s Der folgende Satz nach der Ausf. an den Kurfürsten gedr. bei Hasenclever, Pol. Karls V., S8. 63, Anm. 3. 2 126 1546. Strassburg bewilligt das Reiterwartgeld für Philipp. schicken®. und seind dieselbigen ding bei uns des ansehens, das wirs warlich nicht verachten mugen, sondern haltens darfur, es sei hoch von notten, solchen dingen entgegen zu trachten; wiewol war ist, wo die ding mit dem Turken, wie uns der gut gesell geschriben, dermassen vorhanden und nit zum schein ausgegeben weren, so mochts enderung pringen. herwidderumb kont auch wol sein, das sie solche ding des Turken halben ausgeben, auf daz wir, dise stend, uns desta sicherer achteten und zu nichts verfassten. datum ut supra. 5. Zettel: Mas auch die Wittenberger uf euer bedenken weiter ansuchung halben aines colloquii vor bedenken haben, davon schicken wir euch hieneben auch copiemo zu. datum ut supra.) 93. Der Rat an seine Gesandten in Regensburg.[1546, nach Juni 46. Strassburg.] Str. St. Arch., Ratsprot. 1546, f. 358— 35h. Aufzeichnung des Stadtschreibers über die Sitzung vom 16. Juni.— Erw. hei Holländer, Str. I. Schm. Kr., S. 3, Anm. J. Bewilligung der landgräflichen Forderungen‘, Auf das Schreiben des Landgrafen vom 5. Juni an den Rat[Nr. S2] hat dieser beschlossen, wie Württemberg und Ulm zu den übrigen 4000 Gul— den noch 2000 Gulden zu bewilligen. Zahlen die anderen Stände nicht, so will man auch nicht gebunden sein. Vgl. Anm. 11 unter 6G. 10 Vgl. Nr. 76, Anm. 3; die Abschr. fehlt. Das Gutachten ist gedr. Corp. Reform. VI, Sp. 119 120. In einem Brief vom 16. Juni an den Kurfürsten tritt Philipp für die Strassburger Entschuldigungsschrift ein, stellt aber die Entscheidung dem Mehrheitsbeschluss der protestant. Stände in Regensburg anheim(Entw. in Marburg, Arch., Sachsen, E. L.). 1 Philipp schickt folgende Beilagen mit(von A bis G bezeichnet): A) Schreiben der hess. Gesandten, Günderrode und Aitinger, aus Regensburg an den Landgrafen vom 11. Juni(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 856, F. 103- 106 Abschr. AA 545, f. 104- 106 u. 124): Die Stände wollen trotz aller Warnungen keine Rüstungen; erw. von Lenz, Kriegführung, 8. 399— 400. B) 2. Nachschrift dazu(Ausf. a. a. C., f. 1063- III; Abschr. a. a. 0. f. 107- 108 u. 123): Zeitungen, C) Schreiben derselben vom 11. Juni(Ausf. a. a. CO. f. 107= 108; A— O praes. Kassel, 15. Juni; Abschr. a. a. O., f. 109 u. 122): Verdächtige Rüstungen; Herzog Moritz weiss nichts davon. D) Dr. Gereon Sailer an Landgraf Philipp vom 11. Juni(Abschr. AA 5456, f. 110-112 und 120 121); vgl. Anm. 2. FE) Die hess. Gesandten an Philipp, 12. Juni(Ausf. a. a. O., f. 123- 124; praes. Kassel 16. Juni; Abschr. a. a. CO., f. 119): Kundschaften; Anfrage beim Kaiser vorgeschlagen. F) Sailer an Philipp, 12. Juni(Abschr. a. a. 9. H. 113-115 u. 118); vgl. Anm.. G)„Lippische kuntschaft“(in Marburg, Arch., Nr. 857, f. 261-262; Abschr. a. a. O. f. 116—117 und AA 546, f. 33- 34; erw. von Lenz, a. a. O., 8. 399, Anm. 4 und von Kannengiesser, Karl V. und Büren, 8. 132, Anm. 80.— Die gleichen Beilagen sandte der Landgraf am 17. Juni an Um(Ausf. in Ulm, Arch., Ref.-Akt. XXXI, Nr. 472; Abschrr. a. a. CO., Nr. 473- 479. 93 ı Der Brief ist verloren und nur inhaltlich aus dem Ratsprot. a. a. CO. und aus Nr. 96 zu erschliessen; er ist zweifellos durch das Schreiben Ums vom 14. Juni(Nr. 90), ; welches am 16. Juni vorgetragen wurde, veranlasst worden. / Re,——* mn mmm, 1546. Vorschläge zur Einziehung der Bundesbeitrage. 127 94. Jakob Sturm an Landgraf Philipp. 1546, Juni 17. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. S5— 87. Or. Praes. Kassel 265. Juni. Auszug bei Baumgarten, Jakob Sturm, S. 32, Anm. 23, erw. von Hasendlever, Pol. Karls TV., S. 65, Anm. J. Verlängerung des Bundes; Anlagen; geordnete Überwachung der Ausgaben durch einen Pfennigmeister nötig; bedenkliche Verhandlungen des Kaisers mit dem Adel. Nachschrift: Bittet ihn nicht zu nennen. Antwort auf Nr. 81. Betont, wie in seinem Brief vom 27. Mai[Nr. 76], die Bereit willigkeit Strassburgs zur Förderung des Bundes. Hält nach wie vor den Plan Philipps, den Bund mit wenigen Mitgliedern und hohen An— lagen zu beginnen, für abwegig. Lur Erlegung der Anschläge durch die säumigen Mitglieder will Strassburg(gern uf die wege helfen gedenken, wie die ungehorsamen zu der bezalung brocht; aber fur dieselben zu bezalen wolt zu vill beschwerlich sein.» Bremen ist in Frankfurt nicht zur Zahlung des dritten Doppelmonats angehalten worden, weil es angeblich mehr als den geschuldeten Betrag an die Räte in Wolfenbüttel bezahlt hat; daher ist die Sache«bis zu vernerem bericht angestalt worden. in summa, es ist ein ungeordnet und ganz unlauter verdunkelt ding mit den rechnungen und erlegungen, do so vill innämer und usgeber sind. wer von hohen nöten, so man die verstentnus erstrecket, das ein sonder pfennigmeister geordnet wurd, der ein gegenschreiber hett, alle anlagen inkordert, empfing, auch usgebe, den stenden oder iren verordneten richtige rechnung all jor thäte. würd vilerlei irthumb furkommen und widerwillen, so us der unglichen erlegung erwachst, verhütet, und was man inen zu besoldung gebe, an anderem erspart und wider zu gut kommen.» Die Adelsversammlungen des Kaisers in Würzburg und Mainz! hatten, wie es heisst, den Zweck, dem Adel auf seine Klagen die Zusicherung des Kaisers zu übermitteln,«ein recht im reich ufzurichten; doch das si sich verbinden, demselben zu geleben und wider die, so sich dem rechten widersetzen, helfen execution zu thun. so si des bewilligten, wolt ir Mt. die geistlichen, so sollichs, wie etlich meinen, angericht, auch dozu vermogen, derglichen etlich mer stende; durch diesen weg mochten si bi iren friheiten und herkommen unvergwaltigt bleiben. brecht also kai. Mt. die ritterschaft und reisigen vast in ir hand, welches dan nit die geringste sterk der teut schen nation ist.... nun ligt derselben etlichen allein die religion im weg, das si besorgen, man mocht durch disen weg unser religion undertrucken; sonst gefiel inen die sach nit so ubel.... ich acht, es wer gut, das man zu Regenspurg uf beset zung des rechten vermog des spirischen abschidsz ernstlich tringe; und so es von den geistlichen nit bewilligt wolt werden, das dise stend es den graven und dem adel woll inbildeéten, das der mangel nit an inen were; und das man doneben uf billiche und lidliche weg gedecht, wie dise stend ein recht mochten ufrichten, domit sich die ringeren stend nit zu 94 1 Der Bericht eines Teilnehmers an der Würzburger Versammlung in Marburg, Arch., Nr. 857, f. 138- 1389 der Tag zu Mainz wurde auf den 14. Juni verschoben, vgl. Ls. f. Preuss. Gesch. XV, S. 659- 660. Die Akten über den Würzburger und Mainzer Tag auch in München, Geh. St. Arch., Kast. schw. 543/3(Abschr.). 2 Von 1544, 5 92—94 in der Neuen Sammlung II, 8. 512- 53. . 128 1546. Zweck der Adelsversammlungen. beklagen hetten gegen disen stenden, si stunden rec htlos. dodurch möcht die obgemelt practick gebrochen und guter will bi den graven und ritterschaft erhalten werden. dan die geistlichen feiren nit; bilden dem adel in, so bald si under das 2. h gebrocht, werd es darnoch an si gone und si all ir friheit auch verlieren Jakob* seine Nachrichten von Leuten,«die etwas dovon wissen mögen... besorgen, es woll dohin gespielt werden, als ob dise stend der Teutsc hen friheit underdrucken und jederman inen steurbar und underworfen machen wolten, und das durch kei. Mt. die friheit mocht er halten werden. und obschon etlich sehen, das es bi der kai. Mt. auch zur dienstbarkeit geraten würd, so pflegen si doch zu sagen: so ich je hinunder muss, ist mir als mer, der Kaiser thuge es als ein ander. so sind die welschen mit iren practic en geschwind.... datum Strſassburg] den 17. tag Junii a. etc. 46.» Nachschrift: Bittet,“bei dieser vertraulichen Anzeige seinen Namen nicht zu nennen,«im bedenken, wes mir dorus entstone mocht.»— 95. Der Rat an Landgraf Philipp. 1546, Juni 17. Strassburg.] Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 89— 96. Ausf. Praes. Kassel 26. Juni, Sturms Sendung überflüssig; hören nichts Bedenkliches; bewilligen das Wartgeld.— Zettel: Nur unbedeutende Werbung in der Nähe. Antwort auf Nr. 82. Hatten ihren Gesandten in Frankfurt und Worms Befehl zur Erstreckung des Bundes gegeben, ebenso wie jetzt denen in Regensburg!. Halten es für überflüssig,‘Jakob Sturm nach Regensburg zu schicken,«dann unsere gesandten daselbst aller handlung guten bericht wissen und... gnugsamen bevelch... haben.“ Pie Pforzheimer Kundschaft? haben sie auch erhalten;«und befinden, das sollichs us grave Wilhelms von Fürstenberg vertrösten und der seinen verrer werben komt. Sie verweisen dafür auf den Bericht der XIII Nr. 87]. Den Briefen ihrer Kaufleute aus den Niederlanden können sie nichts Bedenkliches entnehmen. Wollen trotzdem ihren Gesandten in Regensburg wegen der Bewilligung etlicher Reiter«zur nott» Befehl gebens. Philipp kann überzeugt sein, dass sie«in erstreckung der verstentnus und sonst zu vorstand und gutem dem gemainen religion ashandel» sich wie bisher halten werden. Dat. 17. Juni 1546. Zettel: Als der 2 fertig war, hiess es, dals ob ain lauf nahet zu unser statt zu angehn sollt; auch kam labs hrift lic h] beiliegender Brief der Geheimen von Ulm i' 90]. Haben daher den Boten 4 Tage aufgehalten, können aber nichts Sicheres erfahren. Man spuert wo etwo ain knecht drei, vier; aber sovil man achten mag, solt es mehr ain französisch gewerb sein.» Wollen sich aber weiter erkundigen. Dat. 17. Juni. 95 1 Vgl. für Frankfurt Pol. Korr. III, S. 675— 76, für Worms Nr. 49, I, 5(8. 55— B52), für Regensburg Nr. 83, Anm. 1. 2 Vgl. Nr. 82, Anm. 4. 8. Nr. 93. , m m mmm, ——— 1566. Strassburg rät zu Werbungen. 129 96. Die XIII an Bürgermeister und die geheimen Räte von Ulm. 1546, Juni 17. Strassburg. Ulm, Arch., Ref.=Akt. XXXVIII, Nr. 2601. Ausf. Nichts Sicheres über Rüstungen; Befehl an die Gesandten, den Bund zu verlängern und das Wartgeld zu bewilligen. Zettel: Bitte um Weiterbeförderung von Briefen. Antwort auf Nr. 90. Verweisen auf den Brief des Landgrafen Nr. 82), den sie wohl ebenfalls erhalten haben werden. Äussern sich über die Gerüchte von Rüstungen usw. wie in dem gleichzeitigen Brief an Philipp[Nr. 95]Es gond gleichwol reden, als ob Engelland und Frankreich des fridens zerschlagen! und Engelland willens sein soll, ain kriegsvolk ins Pemont wider Frankreich ze schickenz. doch seind es ungewisse mehr. also hat uns eben vorgestern angelangt, das ain lauf angang, da der musterplatz unferr von unserer statt sein solle; daruf wir nun kundschaft gemacht; und wiewol etzliche ainziche knecht dem geschrei nachlaufen, so könden wir doch nicht aigenlichs erfarenz. Und dweil aber solche bewegungen sich erzaigen und dannoch* niemandem zu getrauen, so haben wir unsern gesandten zu Regenspurg uf... des landgrafen schreiben bevolhens, in sachen die erstreckung unserer verain furzeschreiten, mit andern stenden darin ze schliessen, wie uns dann bedunken will, die nodturft erfordern wölle lenger darmit nit still ze stön, und ir bei euch selbs ermessen mögen, der verain diser zeit hoher von nodten sein dann je und nit gut were, wo dieselbig zergön sollte. mögen auch leiden, damit dgaer landgraf als hauptman desdo besser zefriden sein möge und man dannocht auch im nodtfall mit leuten etwas gefasst, zu den viertausent gl., so Wurtemberg, ir und Augspurg auf die frankfurtisch bewilligung nit aufgewendets, noch zwentausent gl. geschlagen und mit denselben sechstusent gl. etliche pferd in bestallung ufgehalten werden; doch dergestalt das wir darin nit weiter dann fur unsern theil haft sein und ob jemand sein theil nit erlegen wurde, wir fur denselben ichtzit zu gelten unverpunden sein wöllen...“ Dat. 17. Juni 47.1] Zettel: Bitten beiliegende Schreiben an die Strassburger Gesandten in Regensburg auf Strassburgs Kosten zu senden. 96 Der Frieden war vielmehr am 7. Juni unterzeichnet worden(Letters and papers XXI, 1, Ar. 1014. 2 Vgl. Nr. 56, Anm. 6. 3 Mitteilungen des Scherers Jakob Weldner und des Boten Arbogast Preuss vom 16. und 17. Juni darüber in AA 552, f. 44 u. 55. 4 Hs.:„damnoch?“. 5 Nr. 93. s Dies entspricht der Erklärung der württembergischen Gesandten in der Sitzung vom 28. Mai, sie hätten keinen Befehl zur Annahme von Reitern(Aitingers Prot. in Marburg, Arch., Nr. 845, f. 58 b). Ulm schrieb am 15. Juni an Herzog Ulrich, dass es die in Frankfurt bewilligten 1000 Gulden jetzt zur Annahme von Knechten verwenden werde (Entw. in Um, a. a. CO., XXXI, Nr. 438). Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 9 R———-— — — 4 130 1546. Anfrage der Protestanten beim Kaiser wegen der Rüstungen; 97. Die Gesandten in Regensburg, Heinrich von Müllenheim und Michael Han, an die XII. 1546, Juni 17. Regensburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 110—114. Abschr. Erw. von Ranke, Deutsche Gesch, ij. Zeitalter d. Reform. IV, S. 355, Anm. 2 und S. 336 und von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Krieg, S. 30, Anm. 6. Antwort der Katholischen auf die kaiserl. Proposition; Anfrage der Protestanten beim Kaiser wegen der Rüstungen und dessen Antwort; bedenkliche Lage der Gesandten; Vorhalten Granvellas und ihre Antwort. Seit ihren letzten Schreiben vom 14. Juni«an unsere herren rat und 21 [Nr. 91], auch euch getan*, haben wir die antwort, so die stend der papIsſtischen religion der ro. kei. Mt.... auf irer Mt. proposition ubergeben, .. bekomen, wie ir dieselbig hiebei nr. S gezeichnet ze sehenz:..; daraus ir auch leichtlich zu sehen haben, wie naher beide thail des concili und vergleichung halb der religion beieinander seiens. Und als die grosse unversehenliche und geschwinde kriegsrustung und practicken alhierum je lenger je mer zunemen und das geschrai schier ganz lautbar worden, es wollen unser religions verwandten stend(doch wie man sagt, nit umb der religion, sonder etlicher ungeéhorsame und anderer sachen willen) darmit gemaint werden, und der dreier churfursten Collen, Pfalz und Sachsen rät die andern(das ist die mainzischen und trierischen; dann Brandenburg niemand alhie hat) nit bereden konnen, das sie gmainer teutscher nation als dem vatterland zu gutem die sachen bei gmainen reichsstenden anbringen und dann mit derselben hilf und zuthun bei der kei. Mt. pitten hülfen, die stend gnedigst zu berichten, was mit solchen rustungen gemaint, wurde; uber das bemelte mainzische und trierische die unsern eben lang (wie ir, ob got will, von uns vernemen sollen) umbgezogen und ufgehalten, uber das auch wir hoffnung gehapt, das vil aus den andern stenden(wie auch die bei den stetten, so gleichwol nit unser religion seien,) willig gewesen weren darzu zu verhelfen etc.: da haben diejenen, so der augspurgischen confession verwandt seien, und wir mit inen uns verglichen, derhalben suchung an die kei. Mt. ze thun, als auch gestern mitwuch gegen abend durch ein verordnetten ausschus beschehen und laut hiebei gelegter schriften mit 9 bezeichnet, doch muntlich, furgetragen worden. darauf hat ir Mt. alsbald antwurt geben laut der verzeichnus nr. 105; aus welcher antwurt leichtlich zu erkennen, das es des vorhabenden kriegs halben kein heélens oder verbergens mer sein kann. uber wen aber das am ersten gon und wahien es gelangen werde, weist der lieb got am basten; aber einmal sicht und spuert man, das es ernst ist. heut hat man alhie umbgeschlagen, bis morgen will 971 Beilage zum Brief der XIII an den Landgrafen vom 23. Juni(Vr. 122). 2 Nicht vorhanden; Abschr. z. B. in Str. Bez.-Arch., Aust. m. Bad. I, 1510, f. 37-39 und Marburg, Arch., Nr. 856, f. 233— 235; Auszug bei Schmidt, Neuere Gesch. I, S. 45 — 47; vgl. Nuntiaturber. IX, S. 81, Anm. 1. 3 Ironisch gemeint; vgl. die Antwort der protestant. Stände, erw. in Nr. 91, Anm. 17. 4 So nicht vorhanden; von Landgraf Philipp in seinem Brief vom 21. Juni(Nr. 112) übersandte Abschrift in AA 546. f. 20-21 a; ausserdem z. B. in Frankfurt, Arch., Reichstagsakten 59, f. 78 u. 84, und in Um, Arch., Ref.-Akt. XXXI, Nr. 4552; gedr. bei Mencken, Script. rer. Germ. III, 8. 1383- 1384; Auszug bei Schmidt, a. a. CO., J, 8. 54-= 55. 5 Wie bei Anm. 4; Abschr. in AA 546, f. 21 b— 22, in Frankfurt a. a. C., f. 141 und Ulm a. a. CO., Nr. 455 b; gedr. Mencken, a. a. CO., 8. 1384, Hortleder II, Buch 3. Kap. 1, S. 210-211; Auszug bei Schmidt, a. a. C.. S8. 55— 56 und Collischonn, a. a. CO., S. 24, Anm. 1. Vorhalten Granvellas an die Strassburger Gesandten. 131 man zu Abach mustern. so sagt man allenthalben uf der gassen, die kei. Mt. wolle dieselben knecht, so morgen gemustert werden, deren jetzmal nur zwei fenlin werden sollen, alsbald her in die stat legens, wiewoll ir Mt. mit irem, auch die ro. ko. Mt. mit irem volk one das ser stark alhie seien, also das den gesandten nit allen ganz geheur darbei sein will; und, wie wir es heut morgen? von etlichen vermerkt, gedenken sie, dieweil man in disen schweren kriegsgescheften alhie anderer sachen halb nit vil ausrichten moge, nit lang alhie ze pleiben, sie muessen es dann thun; dann es will nit an grosse sorg sein.... sollte man dann alle notwendige ding schreiben und die brief iendert nidergelegt werden, so mochte es denselben, so schreiben, zu grossem nachtail geraten, wie ir selbs auch zu bedenken haben. Heut morgens umb acht uhren haben der her von Granvella und Naves aus kei. Mt. bevelch, wie sie sagen, uns baide fur sich in des herren von Granvella herberg gefordert, uns furgehalten: wes sich die kei. Mt. von anfang irer regierung bis daher gnedigs vatterlichen willens gegen dem reich teutscher nation und sonderlich irer Mt. und des reichs erbern frei und reichstetten beflissen, wie gnedig sie® dieselben gegen churfursten, fursten und andern stenden defendiert, beschurmt und understanden, bei iren herbrachten liberteten, freihaiten, rechten und gerechtigkaiten zu behalten, das bedorf nit vil erzelens, sei uns und andern von stetten wol bewist. dweil dann ir Mt. sonderlich gegen einem erbarn rat und gmainer stat Strassburg mit guten gnaden geneigt und sich hienwider zu derselbigen aller schuldigen gehorsam versehen, woll ir Mt. uns darmit nit verhalten, das diser zug, den ir Mt. als hochverursacht jet vorhab, wider die stättzp gmainlich oder sonderlich nit beschehen werde, sonder allain wider etliche stend, so irer Mt. ungehorsam und rebelles seien, die crimen lese maiestatis committiert, irer Mt. in ir eer, amt, hochhait und autoritet getragen, fursten angriffenzse, verjagt, bistumb, stift, closter und anders eingezogen haben; da es inen auch nach irem willen gon sollt, auch one zweifel der stett nicht verschonen wurden etc., welches irer Mt. lenger also zuzesehen und zu gedulden nit gebueren' woll], wolle auch sonst niemand, wie es die zeit offenbaren werde, darmit ge— maint haben. und dieweil dann ir Mt. der stat Strassburg, wie gemelt, mit sondern gnaden genaigt und sich keiner ungehorsam bei ir versehen, so woll ir Mt. uns dessen also erinnert haben mit beger, wir wolten bei einem ersamen rat fürdern und anmanen, das ein sbat Strassburg bei irersd Mt. wie bisher gehorsamblich pleibe, sich niemand von irer Mt. abwenden lasse, auch niemand wider irer Mt. ainich hilf, fürderung oder zufall thue, darmit ir Mt. nit verursacht werde, gegen inen furzunemen, das ir Mt. nit gern thun würde, ir auch nie furgesetzt hab ze thun etc. und abermals begert, wir wolten euch, unser herren, dessen furderlich und treuwlich erinnern, berichben und ermanen. doch wollt darneben ir Mt. selbst an ein ersamen rat schreiben und botschaft schicken! Darufi haben wir per generalia geantwort: ir, unsere herren, und wir mit inen wölten nichts liebers sehen, dann das dise kriegsrüstung underlassen 6 Zu diesen Bemerkungen vgl. v. Druffel, Viglius, S. 3 u. 4. Vgl. Aitingers Protokoll(Marburg, Arch., Nr. 845, f. 67 b— 68.) s Von hier ab auch Abschr. Wenckers in Str. St. Arch., Thom. Arch., Var. eccl. XI, f. 9091. 9 a)«sie» nach Wencker(in der Marburger Abschr.«sich»), P) stätty nach W.(in M.(statt)), c) Cangriffeny nur bei W., q)«irer» bei W.(in M.«ir»). 10 8. Nr. 98. 11 Die beiden folgenden Absätze fehlen in der Marburger Abschrift. 9* | 1 ö. 132 1546. Antwort der Strassburger Gesandten auf Granvellas Vorhalten. werden möchte, bitten auch den lieben gott, er wöll es anrichten der teutschen nation und meniglichem(sovil immer möglich) zu wenigstem schaden, hoffen auch und bitten underthänigst, ir kai. Mt. soll und wölle der unschuldigen in allweg verschonen. und wissen, das ir, unsere herren, bishär je gern in allen möglichen dingen irer Mt. underthänigste gehorsame gelaistet haben und one zweifel hinfur auch laisten und euch aller gebür halten werden. darzu wollen wir unsers thails getreulich verhelfen, bei euch, so best wir können, fürdern, dis aufs bäldest haimschreiben. doch hören wir gern, das ir Mt. selbs auch schreiben und schicken wöllen. seind also zu disem mal... mit guten gnaden abgescheiden. Ich, Michael Han, sagt zu dem herrn] Naves,(der mich am abscheiden ansprach, er wölle mir brief geben, ich solts ime gein Strassburg] schaffen), er solt uns erlaubnus helfen erlangen, wölt ichs ime selbs überantwurten; dan ich könt nit gedenken, was wir in disem lermen vil mer alhie tagleisten könten. sprach er, Naves: es ist noch nit an dem; und sagts dem hlerrn] von Granvell in französischer sprach; lacheten sie baide. da sagt ich: nam inter arma silent leges, sie Cessant comitia. da lachten sie baide noch mehr und wir auch, giengen also lachend von einander, das die, so heraussen vor der stuben stunden(deren eben vil waren) woll gedenken möchten, man hett uns etwas guts geben. wann nichts saurs darauf volgt, so ist es dester bessere. Siens haben Augspurg, Nurnberg und Ulmiz auch beschickt und fast gleiche meinung mit inen, wie wir achten, gehandelt, die alle, wie wir auch, es genomen haimzeschraiben. und werden ir, unsere herren, uns, so es von noten, euwers gemuets, so man uns weiter also ansprech, wes wir uns halten solten, zu berichten, auch, so ir selbst ersucht werden, zu antwurten wissen... Dat. Regensburg Do. 17. Juni«abents spat 46. 98. Karl V. an den Rat. 1546, Juni 17. Regensburg. Str. St. Arch., AA 541, f. 31— 365. Ausf.—«Lectum vor ret und 21 den 24. Junis hora post meridiem fertig. p?— Gedr. hei Hortleder II, Buch 3, Kap. 2, S. 214-216 und Lanz, Korr. Karls V., II, S. 4906-500, Auszug bei v. Bucholtz, Gesch. Ferdinands J., V., S. 480 481, ben. von Waldeck, Publ. d. Schm. Kr. I, S. 17—18; vgl. auch Muntiaturher. IX, S. 79. Begründet sein kriegerisches Vorgehen. Betont seine Fürsorge für das Reich und besonders die Städte und dagegen die Umtriebe gewisser Friedensstörer, die er nicht länger dulden will. Mahnung, nichts anderes zu glauben und sich gut willig zu halten. Gegeben zu Regensburg, 17. Juni 1546. 12 Zur Ergänzung vgl. auch die Ausserungen Müllenheims in Ulm über die Audienz unter Nr. 99. 13 Der Rest des Briefes bei Wencker nur in kurzem Auszug. 14 Vgl. dazu den Bericht der Ulmer Gesandten vom 17. Juni(Ausf. in Um, a. a. CO., Nr. 470; erw. von Rommel, Die Reichsstadt Ulm usw., S. 17); ferner der Augsburger Ges. vom gleichen Tage(Ausf. in Augsburg, Arch., Literal. 1546) und den Bericht der hessischen Ges. an den Landgrafen vom 18. Juni(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 856, f. 202- 205; praes. Kassel, 22. Juni; Abschr. in AA 541, f. 43- 50 und AA 550, f. 8-9). 98 1 Ebenso an Augsburg, Ulm und mit zwei Zusätzen, die Lanz a. a. CO. nach dem Entw. mitteilt, an Nürnberg. 2 Überbracht durch Lazarus von Schwendi; vgl. darüber Warnecke, Dipl. Tät. d. L. v. Schwendi, 8. 9 und die Nr. 133 u. 171.— Über Schwendi vgl. auch Handschriftenproben I, Tafel 36. ö ei R. n a 1546. Umfang der kaiserlichen Rüstungen. 133 99. Mitteilungen von Heinrich von Müllenheim in Ulm. 1546, zu Juni 17. Regensburg.] Stuttgart, Arch., Büschel 20, Mr. S6 d. Ausf. 1. Bedrohliche Erklärungen von Granvella und Naves gegen Kursachsen und Hessen; Umfang der kaiserlichen Rüstungen. Granvella und Naves haben bei der Audienz am 17. Juni erklärt, éditz furnemen werd nit wider die religion noch die elrbarn] stött dienen; jedoch wöll sich... der keiser, wie bisher beschehen, nit umbziehen lassen; dann ir Mt. vermerk, wie etliche under ine gesinnet seien; Sachsen wölt gern könig in Hispanien und Hessen in Teutschland werden. das könd ir Mt. nit gedulden; hab lang gnug zugsehen. und werd doher bewegt, die, so irer Mt. bis daher unghorsam und rebelleès gewest, crimen lesae maiestatis begangen, auch wider ir Mt. allerlei practiciert, zudem auch die gaistlichen und andere gueter mit gwalt zu sich gezogen, zu uberziehen und zu straffen.... Daneben hat bemelter gsandter von Strassburg anzaigt, wie der anzug uf kai. Mt. seiten geschaffen, namblich söllen 26000 teutscher knecht angenomen, daneben aus Hungern die alten Spanier in 3000 und 2000 husseher, item aus dem Niderland 10000 knecht, 3000 pferd und 6000 Spanier ankomen und dann durch marggraf Albrechten 3000, den teutschen maister 1000 und den cardinal von Augspurg 400 pferd ufgepracht werden.... 100. Bürgermeister und Rat von Ulm an den Ratz. 1546, Juni 18. Ulm.] Str. St. Arch., AA 548, f. 5— q. Ausf. und AA 547, f. 93(I. Zettel). Prod. «vor ret und 21» 21. Juni.— Ben, von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 3 und Rommel, Die Reichsstadt Ulm usw., S. 16, Anm. 14. Die kaiserlichen Rüstungen offenbar gegen die Protestanten; Gefährdung Augsburgs; rüsten daher; Aufforderung, ihren Gesandten nach Ulm zu schicken. 1. Zettel: Des Bischofs von Lund und Konstanz Praktiken in der Schweiz.— 2. Zettel: Benachrichtigung Frankfurts. Verweisen auf den Brief ihrer Geheimen an die XIII vom 15. Jun. (Hierüber geben wir e. F.... verrer zu erkennen, das uns dergleichen zeitungen von vilen orten her je lenger je mer und beschwerlicher kommen, also das bei uns nichts gewissers zu vermuten, dann das sollich spil gemainen ainungs— verwandten stenden, sonderlich aber den eſrbarnstätten gelten soll und sich des anzugs nunmer täglich zu versehen, wie dann in der nehin umb uns als umb Ehingen und dergleichen mancherlai versamblungen von reutern und knechten gehaltens, ungezweivelt der mainung, damit den ainungsverwandten der lauf verhindert werd. so langt uns auch daneben ans, das ain stattliche 99 1 Aus dem Brief der Geheimen von Ulm an Herzog Ulrich vom 21. Juni(praes. 22. Juni) über das, was Müllenheim auf der Rückkehr vom Reichstag nach Strassburg am Abend des 20. Juni in Ulm erzählt hatte. 100 1 Gleichzeitig wörtlich dasselbe an Konstanz mit einigen Zusätzen über den bisherigen Verlauf des Reichstages(Entw. in Ulm, Arch., Ref,=Akt., XXXI, Nr. 480. 2 Gemeint ist Nr. 90; über das Datum vgl. dort Anm. 1. 3 Nach Mitteilung Esslingens bzw. der XIII von Augsburg an Um vom 16. Juni (Ausf. in Um a. a. CO., Nr. 450 u. 447). 134 1546. Ulms Rüstungen. anzal reuter us Franken, Högeu und Rheinland doher ziehe, wölche sich allenthalben an die päss legern sollen, damit den ainungsverwandten kain hilf zukommen mög. über das ligen auch reuter und fussvolk gegen dem stift Cöln und dem land Hessen.» Augsburg schreibt, es befürchte, dass es den ersten Angriff zu erwarten habe.«Wo es unserm gegenthail, dem gottlosen haufen, gelingen und dieselbig statt... erobert werden sollt, was für treffenlicher... vorrath an barschaft, gold-, silbergeschierr, kriegsmunition, getraid, prophiand und dergleichen... unseren veinden in die händ gerathen wurd, dardurch sie den krieg sovil lenger gegen uns fueren und ir müetlin an uns erküelen möchten. So ist uns jetzo das begern der augspurgischen confessionsverwandten stend... an die kai. Mt... und... der kai. mt.... ant wurt zukomen, . wölches uns umb sovil mer steurt, das es die mainung sein werd, uns von angenomner waren ehristenlichen Confession und religion mit gewalt zu tringen und widerumb in das schnöd verfuerisch bapstumb zu stossen. Us den und andern ansehenlichen bewögungen sein wir verursacht worden neben... andern e' rbarn] stätten im Oberland ainen lauf der knecht fürderlich anzurichten und sie uf unser statt Leiphain zu beschaiden, obwol wir nit geringe kürsorg tragen, das wir ain klaine anzal knecht us dem, das uns der kai. Mt. öbersten... allain zwenn tag bevorkommen, zur hand bringen mögen.) Haben die Städte der christlichen Vereinigung im Oberland nach Ulm beschrieben, bitten auch Strassburg, seine Ratsbotschaft abzufertigen,«das sie... gleich zu ankunft ditz unsers schreibens(nachdem in sollicher eil kain tag zu bestimmen sein will...)[sich] erhöben... zu berathschlagen, wie doch disem... last der ainungs verwandten stend, sonderlich aber der el rbarn] stätt zu begögnen und was dagegen zu erhaltung unser cristenlichen religion und zeitlichen libertät... fürzunemen sein wöll...» Dat. Fr. 18. Juni 1546. 1. Zettel: Postscripta ist uns glaubwürdig fürkomen, das der bischof von Lünden und Costenz allererst neulich bei den fünf örtern in Schweitæ (so der bäpstischen religion) gewest, daselbst bis in fünf wochen verharrt, auch denselben von kai. Mt. wegen etlich gelt erlegt hab, damit sie die andern örter, so unser christenlichen religion, do sie uns zuziehen oder hilf und beistand erzaäigen wölten, aufhalten und verhinderns. datum ut in literis.» 2. Zettel‘:(Mir stöllens auch zu e. F. bedenken,... ain elrbarn] rath zu Frankfurt gleichfalls zu berichten, wiewol wir fürsorg tragen, das ir F. disen tag aus verre des wegs schwerlich besuchen lassen werden. datum ut in libris.) 4 Vgl. Nr. 97, Anm. 4 und 5. 5 Vgl. darüber REidgen., Abschn. IV, 14d, 8. 621- 623. 6 Liegt bei AA 548, f. 12, gehört aber nach dem Entw.(in Ulm, a. a. CO., Nr. 487) und nach dem Bericht im Ratsprot., 1546, f. 345 hierher. 1546. Anleihegesuch Lindaus; Einberufung eines Tages nach Ulm. 135 101. Ratssitzung.[1546, Juni 19; Strassburg.] Aufzeichnung des Stadtschreibers über © So Str. St. Arch., Ratsprot. 1546, f? die Sitzung vom I9. Juni. Anleihegesuch Lindaus. Hieronymus Pappus, Bürgermeister von Lindau, trägt vor,«das sie mit schweren wassergebauen beladen und dan in des reichs anslegen zu hoch belegt, das also vill jar her ir usgab hoher dan das usgeben! gewesen. Augsburg habe ihnen schon 5000 Gulden bewilligt, von denen sie vom 4. Jahr an 1000 jährlich zurückzahlen sollen. Strassburg möge dasselbe tuns. 102. Bürgermeister und Rat von Ulm an den Rat. 1546, Juni 19. Ulm.] Str. St. Arch., AA 548, f. 12. Ausf.“„Empfangen mendags den 21. Jumit a. etc. 46; prod. vor ret und 21 den 21. Juni... Hora post meridiem quinto] I]*. Senden Herzog Ulrichs Brief; bitten die feindlichen Knechte auch schwören zu lassen; mögen ihren Gesandten schnell schicken. ... Wir haben vor der zeit... herzog Ulrichen zu Würtemberg etc. diser beschwerlichen leuf... halben geschriben, darauf uns sein fl. G. gleich in der stund beantwurt, wie e. F. inligends vernemenz. und haben wir in warhait ab disem... schreiben nit geringen trost empfangen, wie wir nit zweiveln, es werd e. F. ain gleichen trost und mut bringen. demnach und dieweil... herzog Ulrichs etc. und zuversichtlich... des pfaligraven churfürsten etc. ‚ath in unser statt einkommen werden, so wöllen e. F. ir erbar rat hsbottschaft umb sovil zeitlicher zu uns alher abvörtigen... so sein wir im vorhaben, wie wir auch allgeraid bevelch geben, mit ußfhaltung der knecht, so dem gegent hail zulaufen, gleiche meinung wie... herzog Ulrich etc. furzunemen und sie, wo wir die betretten können, beaidigen zu lassen, in der bestimpten zeit der vier monat wider die protestierenden stend nit zu dienen. ersuchen demnach e. F.... sie wöllen nach hochernannts unsers gn. herrn fürst lichem bedenken gegen sollichen knechten gleichergestalt handeln, wölches wir unsers verhoffens gegen meniglich zu verant wurten werden haben... datum sal mbstags] den 19. Junii a. etc. 46 umb ain urn nach mittag.) 101 1 80(h; lies:„einnemen“. 2 Am 21. Juni, nachdem inzwischen die Nachricht vom Kriegsausbruch gekommen war, wird das Gesuch abgelehnt(a. a. O., f. 349). 102 1 Auf der Anschrift der Vermerk:„Cito, cito, citissime“.— Nach dem Entw. (in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 500) an alle Städte des Bundes im Oberland gerichtet, ausser an Augsburg, dessen XIII einen besonderen Brief am gleichen Tage erhielten(Entw. a. a. CO., Nr. 497). 2 Abschr. in AA 547, f. 91— 92 und 94; Ausf. aus Wildbad in Ulm, a. a. CO., Nr. 462. BG 136 1546. Landgraf Philipp hält die politische Lage für die Protestanten 103. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juni 19. Kassel. Str. St. Arch., AA 545, f. 131—133. Ausf. und AA 546, f. 16, 23, 24, 61 (3 Zettel). Prod. Fr. 25. Juni. Bedenkliche Rüstungen; Erörterungen über deren Ziel; Vorschlag, die Kriegsräte nach Eisenach zu beschreiben, 1. Zettel: Frage nach der 5. Session des Konzils.— 2. Zettel: Vorgeben, die Religion sei nicht gemeint, um die Stände zu trennen. 3. Zettel: Verdächtige Briefe Markgraf Albrechts. 6... Was uns weiter aus Regensburgi, von herzog Moritzen zu Sachsen, dem pfalzgraven churfurstens geschrieben, wir herzog Moritzen widergeantwort und uns sonst vor kuntschaft aus den sechsischen und Niderlandens inkomen sein, des aller schicken wir euch hiebei copeien. wiewoll nun wir 103! Durch die beiden Schreiben der hessischen Gesandten vom 13. Juni (1. Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 856, f. 134; praes. Weissenstein, 18. Juni; Abschr. in AA 546, f. 54; ben. von Lenz, Kriegführung, 8. 401; 2. Ausf. a. a. O., f. 171-172; praes. Kassel, 20. Juni; Abschr. a. a. CO., f. 6— 3; ben. von Lenz, a. a. CO., S. 402). Imersten Brief machen sie Mitteilung von dem kaiserl. Plan, den schmalkaldischen Bund durch Sonderverhandlungen mit den Städten[vgl. Nr. 97 und 99], mit Herzog Moritz und den Markgrafen Albrecht und Hans zu sprengen, und verweisen auf die beiden Briefe von Dr. Gereon Sailer an Philipp vom 13. Juni(gedr. bei Lenz, Briefw. III, S8. 419— 422). Diese beiden Briefe sind auch abschriftlich an Strassburg mitgeschickt (in AA 546, f. 55— 59; das bei Lenz, a. a. CO., S. 420 gesperrt Gedruckte ist hier weggelassen). Im zweiten Brief zählen sie die kaiserl. Musterplätze auf und berichten von Rüstungen in Italien, den Niederlanden und in Norddeutschland. Die Bischöfe von Würzburg, Trient, Lüttich und Bamberg sollen den Kardinal von Augsburg heimlich mit Geld unterstützen. Der Zug soll zuerst gegen Köln und Münster, dann gegen den Landgrafen gehen. Sonderverhandlungen des Kaisers mit Nürnberg, Ulm und Württemberg, um die Protestanten zu trennen. Die Kriegs vorbereitungen sollen zum 10. Juli beendigt, das Kommando im Oberland Alba und Maximilian, dem Sohne Ferdinands, übertragen sein. 2 Vom 13. Juni aus Regensburg; Abschr. in AA 546, f. 29— 30; gedr. von Brandenburg, Pol. Korr. II, S. 655- 657. 3 Vom 14. Juni aus Heidelberg; Ausf. in Marburg, Arch., Kurpfalz; praes. 18. Juni; Abschr. in AA 546, f. 35—-— 37; erw. von Hasenclever, Kurpf. Pol., S. 72, Anm. 171. Der Pfalzgraf berichtet darin über die kurfürstlichen Verhandlungen in Regensburg in der Religionssache vom 8. und 9. Juni; Mainz und Trier sondern sich ab. Gibt den Rat, beim Kaiser nochmals wegen Schonung der deutschen Nation vorstellig zu werden; sendet Zeitungen über Rüstungen des Kaisers, die vom Landgrafen an Strassburg mitgeschickt werden(Abschr. in Marburg, a. a. 0. und AA 546, f. 38). * Gedr. von Brandenburg, a. a. CO., S. 669- 670; Abschr. a. a. 0 jedoch ohne den Zettel, a. a. CO., S. 670. 5 Es liegen bei: 1. die d lippische kuntschaft»; Abschr. in AA 546, f. 33- 34; vgl. Nr. 92, Anm. 11, G.— 2. ein(mündlicher) Bericht Heinrich Beusts über Rüstungen in den Niederlanden(Aufzeichng. in Marburg, Arch., Nr. 873: praes. Kassel, 17. Juni; Abschr. AA 546, f. 39; ben. von Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 130, f. 31—32, 8 Anm. 71. 3.(mündlicher) Bericht Georgs von Ravensburg über Rüstungen gegen den Erzbischof von Köln(Aufzeichng. in Marburg, a. a. CO.;„signſatum]“ Kassel, 17. Juni; Abschr. a. a. O., f. 60). Dieselben Kundschaften sandte am selben Tage der Landgraf auch an den Kurfürsten von Sachsen(Entw. in Marburg, Arch., Sachsen E. L.). für sehr gefährlich und Rüstungen für dringend nötig. 137 nit hoffen, das die kai. Mt. uber die gegebne frid, fridstend, abschied und ire zusag mit gewalt faren oder wider glauben handlen werde, so sehen uns doch warlich die sachen vast sorglich und beschwerlich an; dann ir sehet aus allen kuntschaften, das man im Oberland die leut zu fuess annimpt, die uns, diesen stenden, solten in zeit der not zulaufen. die stedt seind so sorgsam, das sie kein knecht daraus lassen; durfen auch dero zu irer selbst besatzung woll. Wurttenberg wurd schwerlich knecht volgen lassen, sondern die in sein eigne vestung zlegen villicht bedurfen und zus. L. landsbeschirmung. die nidderlendische knecht werden uns auch entzogen, wo man nit pald darzu thut; dann an zweivel, wan der lauf im Oberland im gang ist, werden sie die nidderlendischen knecht auch in lauf pringen. so seind die reuter sehr hinweg und werden je lenger je mehr disem teil entzogen. derwegen die notturft ist, in zeiten zun dingen zu thun, damit diesen stenden die niderlendische knecht und reuter nit vollends entzogen werden. und wer wol gut gewesen, man het ehr und zu Frankfurt anderst zun sachen gethan. Wol konnt es sein, daz man dieses volk wolt wider den Turken oder Frankreich prauchen und vermeinten doch darmit uns, diese stende, zuvor zu irem begeren zu schrecken etc. aber das es allein ein schreckgebott sein solt, darauf ist sich nicht zu verlassen. begeren derwegen gnediglich, ir wollet uns eilends euer bedenken widerschreiben, wie sich dargegen zu schicken sel; dann wir lassen uns bedunken, es sei gewisslich der ernst. da wollet auch, wo ir gute kriegsleut zu fus in euer statt und umb euch hettet, die nicht hinwegziehen lassen, sondern ehr, wo irs nit anders erhalten konnet, inen etzwas gelts geben. Wir wissen euch auch nit zu pergen, daz wir dem churfursten zu Sachsen geschrieben haben, das man furderlich die stende und kriegsrethe gein Zisenach zusamen erforder mit vollem gewalt etc.®, zuversichtig, s. L. werdts ir also gefallen lassen...“ Dat. Kassel, 19.] uni 46. 1. Zettel: Mollet auch durch den Bucerum oder sonstet, wie ir muget, gute kuntschaft ausmachen zu erfaren, was itzo zu Trient in der funtten session. beschlossen wirdet, und uns des furderlich auch berichten. datum ut supra. 2. Zettel:«Ir werdet aus herzog Moritzen zettel? verstehen, wie man furgibt, kai. Mt. wollt et zlicher practicken halben, so widder ire Mt. bescheen, straf furnemen, und man will nit sagen, das es von wegen... der religion beschee, da es doch gewiss der religion halben gemeinet; wilchs allein darumb beschicht, uf das diese sende desto ehr getrennet und gesondert werden. datum ut supra. 3. Zettel:(Gleichwie wir wolten diesen brive entlich schliessen, do ist uns ein briff zu handen kommen, den Guntzell von Gruna, marggrave Albrechts rittmeister, an die andern ritt meister gevertigt, davon hiebei auch copeis, und daraus zu befinden ist, das der zug gewiss fur sich gehet und das die reuter in wenigen tagen sollen gewiss ufziehen. Wan nun wir wisten, das es wider diese stend gelten solt, und wir des von unsern stenden bevelch hetten, so wolten wir, wan die ritt meister Am 17. Juni(im Entw. in Marburg, a. a. O. ist irrtümlich der 17. Mai als DaS* tum angegeben). 7 Gedr. von Brandenburg, a. a. CO., 8. 656—– 657. s Gunzel von Gruna an Franz von Dalwig, 18. Juni; Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 873; praes. Weissenstein, 18. Juni und in AA 546, f. 25— 28; ben. von Kannengiesser, a. a. O., 8. 136, Anm. 96. 138 1546. Verdächtige Werbungen des Markgrafen. Albrecht. wider von Munden(do sie nechsts dornstags[Juni 24] allen bescheid sollen kriegen) abreiten, ir einsteils, auch wan die reuter sollen aufziehen, irer auch einstheils understehen niderzewerfen lassen und hofften auch gewislich was auszerichten und der reuter viel ze hindern. dieweil Jorg von Horde, dieser rittmeister auch einer, herzog Heinrichen von Brunschweig anhengig gewesen, solchs noch und des gegen uns unvertragen... ist, gedenken wir... im abbrechen ze lassen, wan er wider von Munden abreitet. Es ist under anderm aus des marggraven schreiben, so er an Guntzeln von Grunauen und Herman von Gladeébeck thuet?, ze sehen, das marggrave Albrecht besorget, es mochten die reuter verhindert... werden; zudem hat er den einen brief mit eigen handen geschrieben und bevehlet insonderheit, geheim mit der sach umbzugehen. wilchs nit geringen verdacht uf sich hat. dan solten die bewerb wider den Turken, uf Algir oder Frankreich gelten, wer von unnothen, die sach so geheim ze halten noch sich zu besorgen, das den reutern der pass verhindert wurde... datum ut supra.) 104. Die Geheimen von Ulm an die XIIII. 1546, Juni 20. Ulm.] Str. St. Arch., AA 548, f. 13 und 15. Ausf.— Prod. 23. Juni, Bitten um Übersendung eines Fähnleins nach Ulm.— Zettel: Mahnen dringlich an die Beschickung des Bundestages in Ulm. 6... Nun langt uns... noch vil mer gevärlichs... an, das wir uns nichtzit gewissers dann des angriffs alhie im Oberland und umb uns gar in kurzer zeit zu versehen haben. us dem wir vor der zeit bei uns bevelch gethon, gleichsfalls auch den eſrbarn] stötten im Oberland, über die wir uns bis doher des usschreibens gebraucht, ernstlich zugeschrieben, ain fürderlichen lauf der knecht anzurichten und dieselben alher... zu beschaidenz. Bitten bei dem 9 Liegt dem in Anm. 8 genannten Schreiben bei. 10 Es lagen ausserdem, wie sich aus der Anordnung in AA 546 ergibt, noch die Abschrr. folgender Briefe bei: 1. und 2. Landgraf an den Kurfürsten am 16. Juni und an Augsburg am 18. Juni; vgl. Nr. 92, Anm. 1; im Strassburger St. Arch. nicht erhalten. 3. Augsburg an den Landgrafen am 12. Juni; Abschr. in AA 546, f. 40-41; vgl. Nr. 91, Anm. 11.— 4. Augsburg an den Landgrafen am 14. Juni(Ausf. in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 69—74 und Nr. 1435, f. 50; Abschr. a. a. CO. f. 47— 49: übersenden das[beiliegende] kaiserl. Werbungspatent für den Hauptmann Schnabel, dem sie abschlägigen Bescheid erteilt haben.— 5. Landgraf an Augsburg am 18. Juni(Ausf. in Augsburg, Arch., Literal. 1546; Abschr. a. a. CO., f. 43- 43 und 45-46 mit dem falschen Datum 19. Juni): Antwort auf 3.: zunächst wie an die XIII in Nr. 92, ausserdem Ermahnung zu Rüstungen und Mitteilungen über die eigenen; ben. von Kannengiesser, a. a. CO., S. 145, Anm. 143.— 6. Landgraf an Augsburg am 19. Juni(Entw. in Marburg, Arch., Nr. 1435, f. 51-54, Abschr. a. a. CO., f. 50—53; erw. von Kannengiesser, a. a. CO.). Antwort auf 4.: Hofft, dass es nur gegen die Türken geht, sonst handelt der Kaiser wider Treu und Glauben. Manche Anzeichen allerdings bedenklich; doch sind die Rüstungen wohl gegen Frankreich gerichtet. Schlimm, dass man den Reitern nicht Wartgeld gegeben hat; will ihnen Reiter besorgen. 1041 Entsprechend an Konstanz(Entw. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 506). Vgl. Nr. 100 und 102. ö hen mm, 1546. Bevorstehender Bundestag zu Um; Ansuchen um Hilfe b. d. Eidgenossen. 139 Ernst der Lage die XIII,(gleichsfalls ain fürderlichen lauf der knecht in irer art herumb machen und uns ufs beldest... ain fendlin knecht allain durch ainen lauf alher gen Ulm zuschicken und am laufgelt nichtzit sparen... Dat. 20. Juni 1546. Zettels: Bitten ihren Gesandten„fürderlich“ zu schicken, (dann der merern thail der elrbarn] stött schon allgerait bei uns ankomen. so versehen wir uns der pfälzischen und würtembergischen räth ankunft nunmer auch täglich.) 105. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juni 20. Kassel. Str. St. Arch., AA 545, f. Ss- S7. Ausf. und AA 546, f. 17 und 14(2 Zettel). Auf der Anschr.« Cito, cito, cito». Prod. Fr. 25. Juni. Weitere bedenkliche Nachrichten; Bittet Wartgeld auszugeben. 1. Zettel: Die Eidgenossen sind um Knechte oder einen Zug gegen den Feind zu bitten. 2. Zettel: Adelstag in Mainz. Verweist auf Nr. 103 und 92.«Uber das ist uns seidher weiter schreiben und bericht aus Regenspurg einkomen, wie ir beiligend zu befinden hapt*, aus welchem allem wir nit anderst abnemen... konnen, dan das gewislich der ernst vorhanden sein muss. darumb wollet uns aufs allereilendst mit ant wort versehen, wie sich hirin zu halten sei etc. dan warlich die sachen lenger keinswegs in verachtung zu stellen.... wollet einen gulden vier oder funfhundert auf etzlich gute kriegsleut umb euch hero auswenden, wilche andere kriegsleut an sich henken haben, damit dieselben warten und uns, euch mit zum besten, uf ferrer erfordern eilends mugen zukomen... Dat. Kassel, 20. Juni 46. 1. Zettel:«Nachdem ir sehet, das uns, disen stenden, das kriegs volk sehr entzogen wurdet so wollet mit den Aidgnossen handlen, das sie uns im fall der notturft einen man zehen ader 12000 zuziehen lissen; und ob sie nit wolten, do uf uns, dise stend, gezogen wurde, wider uf den gegenteil zihen. datum ut supra.)— 2. Let tels: Postscripta ist uns weiter kuntschaft von zweien vom adel inkommen, wilche die vorigen dinge sterken, davon wir e. L. Il] auch hiebei copeis zusenden. datum ut supra.) 3 Liegt in Strassburg beim Brief vom 19. Juni(Nr. 102), gehört aber nach dem Entw. in Ulm, a. a. O., Nr. 505 hierher. 105 1 Brief der hessischen Gesandten in Regensburg an Philipp vom 14. Juni (Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 856, f. 173-= 177; praes. Kassel 20. Juni; Abschr. AA 546, f.—— 3): Legen Ausserungen eines kaiserl. Sekretärs[vom 13. Juni] über den Landgrafen und die kaiserl. Rüstungen bei(Abschrr. in Marburg, a. a. 8 116 und AA 546. f. 4—5; erw. von Lenz, Kriegführung, 8. 403); die Stände wollen den Kaiser befragen; die Rüstungen gehen bestimmt gegen Kursachsen und Hessen; Trennung der Protestanten ohne Erfolg versucht; Beratungen hier unmöglich; geplantes kaiserl. Ausschreiben.— Ein Brief von Dr. Gereon Sailer an Philipp vom 14. Juni, auf den sich die Gesandten beziehen, wird gleichfalls mitgeschickt(Abschr. in AA 546, f. 9—11; gedr. von Lenz, Brief. III, 8. 422- 424). 2 Fehlt im Entwurf(in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 75— 6). s Bericht von« Joachim Henneberger und Johan Rau» über den Mainzer Adelstag(vgl. Nr. 94, Anm. I); Aufzeichng. vom 20. Juni a. a. CO., Nr. 8.73; Abschr. AA 546, f. 12—- 13 und 15; erw. von Lenz, Kriegführung, 8. 394— 395, Anm. 2; 140 1546. Werbungen des Kaisers in der Umgebung Strassburgs. 106. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, Juni 20. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 18-20. Ausf. Praes. et aud. 23. Juni. Rüstungen des Kaisers; seine Musterplätzæ; Versuch von Werbungen dafür in Strassburg; Nachrichten aus Italien und den Niederlanden. 1. Zettel: Kaiserlicher Werbebrief für Schauenburg.— 2. Zettel: Frieden zwischen England und Frankreich. Werden jetzt ganz glaublich berichtet, dass der Kaiser 40 Fähnlein Knechte aufbringen will und dazu schon die Obersten(Georg von Regensburg, von Madrutz, Bernhart von Schauenburg und marques de Missa) verordnet hat. Die Musterplätze sollen in Donauwörth, in Tirol, im Stift Augsburg und«sonst noch an ainem ort) sein. Heute haben Hauptleute Schauenburgs gebeten, sie hier Knechte annehmen zu lassen!, und dabei berichtet, seine Musterplätze würden zu Riedlingen, Ehingen und Untertübingen sein. Aus den Niederlanden schreibt man, dass die Garnisonen ver— stärkt und dazu eine namhafte Zahl zu Ross und zu Fuss angenommen werden. Auch in Italien und um Mailand soll eine ansehnliche Werbung sein;(und sagt man, daz es in Italien gön soll». Teilen ihnen das mit,«die von Bern und andere derenz, doch unser unvermeldt, zu berichten.» Bitten um etwaige Nachrichten über die italienischen Rüstungen. Dat. So. 20. Juni 1546. 1. Zettel: Die Hauptleute Schauenburgs haben einen kaiserlichen Brief vorgelegt,«das ir Mt. sollichs us etlichen treffenlichen ursachen dem hailigen reich teutscher nation zu sicherung, wolfart und gutem thue. datum ut in litteris.) 2. Let tel:«In diser stund hat uns angelangt, das der friden zwuschen Frankreich und Engelland beschlossen und verschinen zinstag achttag[Juni8] in Engelland offenlich usgeruft seis.) Fragen, ob sie etwas darüber aus Frankreich erfahren haben.„Datum ut supra.“ 107. Petermann(Ulrich Geiger) an Bernhard Meyer in Basel. 1546, Juni 20. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 16. Or. Reichstag zu Regensburg; Anleihen des Kaisers beim Papst und in Spanien; seine Rüstungen in den Niederlanden und im Oberland; Frieden zwischen England und Frankreich; Vermutungen über das Ziel des kaiserlichen Zuges. Macht Angaben über den Inhalt der kaiserlichen Proposition auf dem Reichstage.(Meins bedunkens, so man ainen disser artikel ausfuerte, ists vgl. dazu auch Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 37, Anm. 5. Die Bemerkung des Grafen Wilhelm von Nassau«über Tisch» fehlt in der Strassburger Abschr. 106 1 Bischof Erasmus von Strassburg teilte seinem Gesandten in Regensburg, Dr. Chr. Welsinger(vgl. über ihn Handschriftenproben J, Tafel 41), am 21. Juni mit, dass er dem Jörg von Wangen, der am 18. Juni mit einem kaiserlichen Mandat im Auftrage Bernhards von Schauenburg zu ihm kam, gestattet habe, im Stift umzu— schlagen(Jabern; Entw. in Str. Bez. Arch., Aust. m. Bad. I, 1510, f. 27- 28). 2 d. h. zeitungen). 3 Vgl. Nr. 96, Anm. 1. ö. sa me,, 1566. Vermutungen über das Ziel seines Kriegsæzugs. 161 gnug; dan es haben sich die papisten von den protestierenden theilt, und beratschlagt jedes theil die sach besonder; kan nit vill gütz us werden. Daneben gon seltzamèe practick vom bapst, der soll dem kaiser ein grosse zumm geltz erlegt haben, auch der kaiser fur sich selbs aus Hispania 375000 ducaten wechsel gemacht ein theil in Niderland, das ander in Italia zu erlegen. so schribt man aus Niderland, das uber andere bestallung der von Büern in grosser werbung stee zu ross und fuss. auch ist der lauf umb Regenspurg schon angangen.) Zählt die kaiserlichen Hauptleute und Musterplätze auf. Heute haben die Hauptleute den Rat um die Erlaubnis zur Werbung angegangen!. Man hat bisher gehofft, der frid zwischen Frankreich und Engelland solt sich schicken. aber es will noch nit volgenz. darumb etlich mainen, diss kaiserisch rustung gang in Italia den jungen von So7ewaxnausetzen; darumb| seien etlich musterplätz so nach an Tirol verordnet. und wo dem also, hetten die hern von Bern woll ufzusehen; dan ja Frankreich vill gnug wurd werden an zwaien orten zü weren. und gath ein geschrei, der jüng von Sophoy soll Ferdinandi dochter nemmen, wie dan schon die kongin, Ferdinandi gemahel, mit grossem pomp gen Regenspurg den 13. diss monat kommen ist. anderer meinung ist und besorgen, das disse werbung die Lutherischen angang; und gon die kind uf der gassen damit umb zu Regenspurg, wie man schribt: und derhalben am birg etlich musterplatz verordnet, damit die Italianer und Spanier heruber kummen mögen und also mit eim haufen oben inher brechen und mit dem andern haufen unden herufziehen. und hat man gute ursach wider den bischof von Cöln, der schon seiner autoritet vom bapst entsetzt und condemniert ist. auch hat der kaiser bisher, got geb wer fur den bischof von Cöln gebetten hat, sich nie wöllen vernemmen lassen eins fridens, den er ihm wollte zusagen, er stunde dan von seinem furnemmen ab; das ist ihm aber nit gelegen. der dritten mainung ist, der zug werd in Algera gon etc.; aber was darus werden wöll, wurdt die zeit geben. datum 20. Junii 1546.» Kan ——— 2 108. Ratssitzung. 1546, Juni Al, Strassburg]. Str. St. Arch., Ratsprot. 1546, f. 346 und 348. Aufzeichnung des Stadtschreibers über die Sitzung vom 21. Juni.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Botschaft nach Ulm; Einsetzung eines Ausschusses zur Beratung von Sicherungsmassnahmen. Der Brief Ulms vom 18. Juni Nr. 100] wird verlesen.« Erkant, jemand gon Ulm zu verordnen und abzufertigen, der mit inen handeln und schliess; und das man den lauf sovᷣil moglich verhindere und die burger anheimsch p behalten[soll]; und den gesandten furderlich antwurt schreib gon Regenspurg r. 113]. und dweil die sach sich ernstlich anlasst, ist ferner erkannt, I das man drei herren us den dreizehen ordnen soll, die furderlich beratschlagen, waz ze thun sein woll. und soll man jetzo alsbald alle bittel uf den zünften 107* Vgl. die Angaben im Brief der XIII an Basel(Nr. 106). Geiger gibt als Musterplatz noch Füssen an. 2 Vgl. dagegen Nr. 106, 2. Zettel. 142 1546. Strassburger Sicherheitsmassnahmen. beschicken und bevelhen, das sie allen burgern uf die zwolf zusammen gebieten bei iren eiden, und alsdan herren zu inen schicken, die inen mit ernst bevelhen bei verlierung libs und gutz sich anheimsch zu halten und niemand zuzeziehen. ist umb ein botschaft gon Ulm umbgefragt und her Ulman Bocklin! darzu erkannt worden. und seind geordnet die instruktion zu fertigen und die sachen sonst zu bedenken(geordnet) Sturm, Pfarrer und Kniebs.» Da die Büttel, besonders der grossen Zünfte, sich beschweren, werden diese[statt auf 12 Uhr] auf 1, 3 und 4 Uhr beschieden.« Darbei ein vergriff angestelt, was den zunften furzuhalten; und das mans daneben in meiner hern dorfer auch verkinden sollt, desgleichen den beiden geselschaften zum Hohensteg und Mulstein? auch anzeigt, daz sie den iren gebieten an1aimsch ze pleiben, und den lonhern uf den werken an den ziegeloffen?.» 109. Vorbringen von Jakob Sturm, Klaus Kniebis und Mathis Pfarrer vor dem Rat?(1546, Juni 21. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprot. 1546, f. 349. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Sitzung rom 21. Juni.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 4. Brückensperre für Kriegsknechte; Verbot des Waffen verkaufs; nächt-— liche Sperre des Flussverkehrs; Annahme und Verschickung eines Fähnleins; Instruktion für die Botschaft nach Ulm. Berichten über(etlich puncten, die sie bedacht, namblich das man uf Rein- und Gravenstadenbrucken hueten soll kein knecht uberzulassen, sie schweren dann wider Strossburg und die protestierenden nit zu dienen. zum andern zu verbieten, das niemand harnasch und gwer frembden one erlaupnis unser herrn verkauf. 3. den vischern und schiffleuten gebieten, niemand argwenigs nachts us- und einzufueren. 4. ein fenlin rechtsgeschaffens volks anzunemen und gon Leipen uf den musterplatz zu schicken. erkannts: wie herpracht, gevolgt; doch das man die knecht noch zur zeit nit hienweg schicken, sonder hie behalten solle.» Die Verordneten bringen ferner«ir bedacht“ der instruktion, wie der durch her Jacoben[Sturm] vergriffen ist; wie herbracht, gevolgt; doch sovil die annemung der knecht belangt, ist geendert und erkannt, denen von Ulm ze schreiben, dweil man gehort, das sie ein lauf gemacht, wer man willens gewesen, inen et lich knecht zuzefertigen. dweil man aber nit gewist, ob inen daran gedient, mochten si mein hern furderlich bericht thun. und sollen die hern bevelch haben etlich knecht zu besprechen und ufzuhalt en.) 108 1 Vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 9. 2 Vgl. über die Konstofler Winckelmann, Strassburgs Verfassg. usw. im 16. Jh., S. 515- 516. 3 Die Entw. bzw. Reinschr. der Ratsbeschlüsse in AA 552, f. 95— 1065. 109 1 Über Pfarrer vgl. Handschriftenproben I, Tafel 5. 2 Am Schluss der Ratssitzung vom 21. Juni, entsprechend dem dort erhaltenen Auftrag(vgl. Nr. 108). 3 Nämlich durch den Rat. 1546. Strassburg beschickt den Ulmer Tag. 143 110. Der Rat an den Rat von Ulm. 1546, Juni 21. [Strassburg.] Ulm, Arch., Ref.-Akt. XXXI, Nr. 518. Ausf. Senden ihre Ratsbotschaft nach Ulm; werden Knechte schicken. Zettel: Der 2. Brief Ulms angekommen, Haben ihr Schreiben über die Rüstung und die kaiserliche Antwort [Nr. 100]«sontags spoth empfangen, darauf uf heut unser ratsbotschaft zu euch gon Ulm zu verraiten verordnet, welche wils gots[!] zum furderlichsten bei euch ankomen wurdt, alles das helfen zu beratschlagen und zu schliessen, das zu abwendung vorstander gefarlichait notturftig und dienstlich sein wurdt, wie ir verner von ime vernemen werden.» Würden auch Knechte schicken, wenn sie wüssten, dass Um damit gedient ist. Wenn Ulm wünscht, werden sie womöglich ein Fähnlein schicken. Dat. 21. Juni 1546. Zettel: Erhalten eben ihr 2. Schreiben Nr. 102] mit der Abschrift von Herzog Ulrichs Brief. Werden darauf mit Ulms Boten antworten. 111. Maurus Musaeus!(Morelet) an Dr. Ulrich Geiger. [1546], Juni 21. zasel. Str. St. Arch., Thom. Arch. 22, 2. Or. Soll seltener schreiben; Rüstungen bestimmt gegen die Protestanten; Beihilfe des Papstes dazu; Basseéfontaine nach Frankreich; Frieden zwischen England und Frankreich. ... Literas tuas* ad dominum secre[tarium]? misi et consulo, ne posthac crebris literis illum vexes, donec suam erga te benevolentiam declara— verit et an tuum istud officium domino suo sit gratum. vidi ea, quae ad me scribis* de delectu Germanorum peditum, qui, ut scribis, in Pedemontanam provinciam mittendi sunt; quod non credo, sed potius protestantes in vasuros.) Denn er entnimmt einem Brief aus Regensburg, dass der Kaiser gegen sie sehr erzürnt ist.(Propterea illis multa minari, licet non instituerit primum suo nomine arma movere, sed pretextu aliquorum principum. pontife Romanus(ut fertur) daturus est decem millia peditum. abbas Basse— fontanus in aulam profectus est, ut regem de iis, quae Germaniae imminent, admoneat. quantum ad pacem attinet, est confirmata.. quidam nobilis Gallus per Solodorums transiit, qui recta Ratisponam proficiscitur illuo articulos... pacis deferens, quam spero cesaris molimina im pedituram... Lässt Jakob Sturm und Bucer grüssen. Herr de la Rivière ist noch nicht zurück. Nachschrift:(Obsignare has cum vellem, accepi literas a rege de confecta pace...mandans, ut Helveticos cantones certiorem]!] faciam... datum Basileae 21. Junii. 110 1 Vgl. Nr. 108 und 109. 111 1 Latinisierte Form von Antoine Morelet du Museau, seigneur de la Marche— ferrisre: vom März bis 5. November als Vertreter des Herrn de la Rivisre französischer Gesandter in der Schweiz; vgl. Ed. Rott, Histoire de la representation dipl. de la France auprès des cantons suisses I, 8. 300 und 332ff. 2 Bayard; vgl. über ihn Pol. Korr. III, 8. 730(Register). 3 Solothurn. 144 1546, Strassburgs Instruktion für seine Gesandten am Regensburger 112. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juni 21. Kassel. Str. St. Arch., AA 546, f. 1 und 62. Ausf.— Prod. 25. Juni. Bericht aus Regensburg. Sendet einen weiteren Bericht aus Regensburg! mit der kaiserlichen Erklärung über die Rüstungen,«darus nunmer entlich abzunemen, was das furhaben ist.“ Dat. Kassel, 21. Juni 46. 113. Der Rat an die Gesandten in Regensburg, Heinrich von Müllenheim und Michael Han.. Strassburg. Str. St. Arch., AA 541, f. 5— 8. Ausf.—(Empfangen zu Regenspurg 26. Juni korg 10. ante meridiem a. 1546. Wilhelm Held praesentabat.» Ben. von Holländer, Str. J. Schm. Kr., S. 5 und von Müller, D. Reichsstadt Nördlingen, S8. 17, Anm. Vollmacht; weitere Anfrage an den Kaiser; Vermittlung von Herzog Moritz; können im Notfall abreisen. Antwort auf Nr. 91, erhalten durch Wilhelm Held. Haben inzwischen ein besorgtes Schreiben von Ulm bekommen[Nr. 1001.(Derhalben haben wir euwerm schreiben nach! in unser statt und ane unsern pässen, sovil uns moglich, vorsehung gethanz. Haben auch Ulman Böcklin nach Ulm ge— sandt. Geben ihnen Vollmacht,«nit allain zu bewilligen, das die bestelten reuter, von deren wegen unser gn. herr landgraff ansucht, noch etlich monat angenomen... werden, sonder auch das ir, jee nachdem sich die leuf bei euch anlassen und von gemainen stenden fur notwendig und gut angesehen wurd, anzunemen, zu bestellen und zu underhalten vollen gwalt von unsertwegen haben sollen.“ Sollen die Protestierenden und Religionsverwandten, die nicht im Bunde sind, zur Hilfe(zu diser defension, die sie nit minder dann uns belangen wurdt,) anhalten. Regen an, den Kaiser um eine Erklärung seiner Antwort zu bitten,«was vergleichung ir Mt. maint, da sie gegen denjenen, die sich derselben widersetzen und nit gehorsamen wurden, zu erhaltung irer autoritet mueste fur— nemen, was sich gebuert. dann dise stend sich je und alweg erbotten, was zu christlicher vergleichung und die nit wider gottes wort were, dienen mocht, an inen kein mangl erscheinen zu lassen. so hetten sie ir Mt. in allem dem, das das zeitlich belangt, allwege schuldige gehorsam nit weniger dann andere stend gelaistet. solten sie nun umb des willen, das sie sich mit den 112 1 Brief der hessischen Gesandten an Philipp vom 16. Juni(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 856, f. 188- 197; praes. Kassel 21. Juni; Abschr. AA 546, f. 18—19; ben. von Lenz, Kriegführung, S. 403 404): Seit dem 13. Juni vergebliche Verhandlungen der Räte von Köln, Pfalz und Kursachsen mit denen von Mainz und Trier über eine gemeinsame Anfrage beim Kaiser wegen der Rüstungen. Die Protestanten daher entschlossen, allein anzufragen. Öffentliches Gerücht, dass es gegen Kursachsen und Hessen gehe. Legen die Anfrage der Protestanten und die Antwort des Kaisers bei. — Vgl. für diese auch Nr. 97, Anm. 4 und 5. 113 1 Dieser Teil des Briefes der Gesandten ist nicht erhalten. 2 Vgl. Nr. 108 und 109. . .. hr 2— Reichstag: Rüstungen; Anfrage a. d. Kaiser; Vermittlung v. Herzog Moritz. 145 andern stenden in demjenen, das wider gottes wort und ir gewissen wer, nit vergleichen mochten, fur ungehorsam geacht werden,... das wolt... irer Mt. gegebnen fridstenden, vertrostungen und absc hieden ganz zewider. sein. derhalben man nochmaln ir Mt. undertheniglich bet, sie bei denselben fridstenden und abschieden gnediglich pleiben zu lassen und mit der that gegen ine nichts furzunemen, sie auch des orts mit besser und gnediger antwurt zu versehen; wie dann sollichs geschickter... durch gemainer stend botschaft, dann wir in der eil jet? thun mogen, bedacht mag werden. achten wir, es mochte vieleicht dahien dienen, das man noch clarer... ir Mt. gemuet hierin vernemen mocht und sich desto bass in die sachen schicken. doch das mitler weil derhalben nichts, was zu diser stend notturft erfordert, erlassen wurde. Verner herzog Moritz underhandlungs belangend ist nachmaln unser.. bevelch, das ir mit allem vleiss darauf arbeiten, darmit seiner fl. G. guetlich underhandlung, wo nit des alten, doch der sun halb gestattet und uf solche mit tel gedacht werde, die nit fur unmoglie h und als vil als ein abschlag geacht muessten werden, darmit man bei herzog Moritzen guten willen erhalten und einmal die sach zu einem disen stenden cherlichen vertrag komen mochte. wo aber die furstonde rustung uber dise stend gon sollt, hett man sich bei herzog Moritzen leichtlich zu entschuldigen... und also die handlung uf... ruewigere zeit[zu] verschieben*. Uf die andern punc ten unserer vereinung, auch den reichstage belangend haben ir... noch zur zeit gnugsamen bevelch. doch so wollen wir, wo diese rustungen nit wider dise stend giengen, in demselben euc h hernacher, so von noten, wol weitern bevelch zuschreiben, dann in vile jetziger gescheft beschehen mogen. Wo ir auch vermerken wurden, das euch und der anderen stend potschaft der leuf halb lenger zu Regenspurg zu verharren sorglich sein wurd, so mogen ir mit rat derselbigen uf die weg gedenken, wie ir und dieselben mit t bester gewarsame abreisen und euch alsdann wider zu uns verfiegen... datum in eil montags den 21. Junii a. 46 abents.) 114. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, Juni 21. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 22— 24. Ausf.— Prdes. et aud. 23. Juni. Gefahr für die. Bitte um Hilke in der Not. Zettel: Bischof von Lund. Bald nach Abgang von Nr. 106 kam Ulms Brief vom 18. Juni Nr. 100 an, über den sie berichten. Es geht also um die Religion,(welches dann nit, es geriet recht, uf welchen weg es wolt, one gros verder ben und blut v ergiessen in der—— nation zugeen wurde und nit allein uns, sonder euch in der ö Nt. 79, * Die endgültige Antwort der Stände an Herzog Moritz vom 20. Juni, die durchaus nicht der oben im Text geäusserten Meinung des Rates entsprac h, in Abschr. z. B. in Marburg, Arch., Nr. 859, f. 43— 45, in Augsburg, Arch., Literal. 1546 und in Frankfurt, Arch., Reichstagsakten 59, f. 73—75; ebenda f. 76- 77, S5— 86 auch die Antwort der Gesandten von Herzog Moritz vom 21. Juni. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 10 146 4546. Einwirkung Dr. Ulrich Geigers auf Frankreich Eidgnosschaft, so das wort gots predigen lassen, auch mit bet reffen wurd.) Bitten auch die anderen dortigen Religionsverwandten davon zu verständigen, damit sie bedenken,«wie disem übel zu begegnen und was dagegen fürzunemmen, auch uf uns und andre diser religion genachpurte stend ein treus, vleissigs ufsehen zu haben und, so die not also fürfiele, sie als in. einer gmeinen sach mit rath, hilf und beistand nit zu verlassen.» Zettel: Legen die Anfrage der protestantischen Gesandten und die Antwort des Kaisers bei und bitten um Nachrichten, besonders über die Handlung des Bischofs von Lundi.«Datum in eil montags den 21. Junii a. 1546.» 115. Chelius(Ulrich Geiger) an Kardinal du Bellay. 1546, Juni 22. Strassburg. Paris, Bihl. nat., ms. lat. 8584, f. 5s— 57. Or. Vorgehen des Kaisers; Anfrage, ob sich der König mit ihm verständigt hat. ... Cum subito iam eruperit consilium imperatoris vel oppugnandi protestantes iusto marte vel admodum territandi vel ad faciendos inanes sumptus compellendi, scripsit huc landgravius! mandavitque mihi huius reipublicae secretum consiliume, ut a rev. ma D. t. rogarem, vellet eam nunc in non vulgari ipsorum discrimine ipsis praestare benevolentiam, quam praestare tot jam annis benignissime dignata fuit, ut ipsis sola inter proceres Galliae tam iniquis quam aequis temporibus vera et quae in rem ipsorum essent, significaverit. imperator enim fretus protestantium pietate in se, qua promissis eius plus forsan fidei accomodaverunt cogitantes esse ordinariam potestatem, securos, non omnes tamen, sed magnam partem nostrorum ordinum de suis conatibus reddidit et Spirae tam blande est Palatino et landgravio collocutus, ut his quoque spem fecerit annum hunc posse esse pacificum. ad quam opinionem confirmandam comparavit etiam rationem, qua deliberanda in his comitiis imperii ordinibus proposuits, renunciaverat etiam marchioni Alberto Brandenburgensi et aliis quibusdam militiam, ad quam eos condu— Lerat. subito autem intra dies decem duces quinque prodiunt: dominus a Madrütz, marchio a Miss, comes ab Eberstein, Görgle de Regensburg et Bernhardus a Schauenburg, quorum singuli mandatum habent colligendi peditum decem vexilla; et iam passim per Germaniam miles magna festinatione comparatur. local ll, quibus agendi delectus sunt, reliqui prope Bavariam, unus in Suevia. equitatum quoque non parvum marchio Albertus Brandenburgensis nomine imperatoris praesertim in Francia orientali cogit. Daraufhin Anfrage der protestantischen Gesandten in Regensburg beim Kaiser und dessen Antwort, deren Inhalt er ausführlich wiedergibt.«Ex hoc igitur responso tam lubrico protestantes sibi bellum indictum interpretantur; conscribunt et ipsi militem, quamquam imperator ipsos has in re praevenerit. adigunt iureiurando milites, qui per ipsorum ditiones transeunt, ne inter quatuor menses contra protestantes militent; sed nulla fides aut pietas istos homines remoratur. vi milites retinere nondum audent, cum imperator adhuc diserte bellum eis non denunciarit.ꝰ Erörtert die über das Ziel des kaiserlichen Vor— gehens bestehenden Meinungens. Auffällig ist auch,(quod nullo capitaneo, 114 1 Vgl. Nr. 100, 1. Zettel. 115 1 Nicht erhalten. 2 Die XIII. 3 Die kaiserliche Proposition vom 5 Juni; vgl. Nr. 84, Anm. 1. Vgl. Nr. 97, Anm. 4 und 5. s Wie in seinem Brief an Bernhard Meyer vom 20. Juni(Nr. 107). und die Eidgenossen. 147 qui ordinis prot testantium sit, utatur; id quod antehac tamen in omnibus bellis fecit. mirantur nostri, quod tantum nunc audeat imperator, nisi cautum ipsi quoque aliquid sit in vestra cum Anglo pace; nam induciae cum Turca in Octobre finem accipiunt. ea de causa petunt, ut ex cellentissima] D. t. pro sua veteri in nostros benevolentia dignetur significare nobis, primum an in pactionibus cum Anglo sit aliquid pro imperatore constitutum, alterum an firma sit coniunctio inter vos et imperatorem, ita ut habeat iam regem christianissimum sibi plane pacatum. nam ut socium se impers atori ad oppri imendum nos prebeat, non dubitamus a tanta eius tot que annis retenta in hanc nationem benevolentia esse alienissimum. duid igitur ex cellentissima] D. t. intellexerit nobis a christianissimo rege hac in re me e,. esse et an cum imperatore nunc omnia ex sententia habeat constituta, id nobis significare dignetur, rogant orant que nostri, ut boni consulat ex celle!— D. t., quod ipsi non scribunt; existimarunt enim gratius esse ex[cellentissimae] D. t. et pro presenti temporum commoditate commodius, ut ego a ex cellentissima] D. t. in presentiarum orarem. si ulla in re illi possint, cupiunt se gratos declarare ex cellentissimae] D. t... datum 22. Junii 1546. Si ex cellentissima] D. t. responsum ad d. Moreletums miserit, curabit ipse huc deferri?.) 116. Petermann(Urich Geiger) an Bernhard Meyer in Basel. 1546, Juni 22. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 2, f. I0IJ. Or. Kaiserliche Rüstungen; Gegenmassnahmen der Protestanten; Hoffnung auf die Mitwirkung der Eidgenossen. Der lauf gat in alller)] nacht;» der Kaiser lässt durch einen weiteren Obersten noch 10 Fähnlein werben, sodass er jetzt 50 im Oberland bestellt?. Markgraf Albrecht wirbt Reiter besonders in Franken;«dan derselbig adel soll jet? dem kaisser zugesagt haben, nit wider ihn zu dienen.) Berichtet ferner über die Anfrage der Protestanten in Regensburg am 16. Juni und über die Antwort des Kaisers durch Naves.(Disse spitzige antwurt haben die unsern dermassen verstanden, das sie schon den lauf auch lassen gon,» nämlich Herzog Ulrich nach Göppingen, Augsburg und Ulm nach Leipheim; über Hessen erwartet man stündlich Bericht.(Got geb, das mans nur frisch wage und einmal us der sach kume oder gar hinin. Die kaiserlichen Knechte lässt man schwören, 4 Monate nicht gegen die Protestanten zu dienen:; «aber es ist volk; helt, was es will.» Hört eben, der Pfalzgraf lasse niemanden passieren; doch weiss er es nicht gewiss. Es heisst, hier, der Bischof von Lund habe mit den 5 Orten gehandelt, die andern Schweizer am Zuzug zu den Protestanten zu hindern.(Ich wolt, das gemeinen aidgnossen got in sinn geb, das sie, wo der lerman angieng, in das Hegeu zügen und ihnen einmal gute nachbaurn machten; auch wer das Sunkeu nit böss... datum in ill. 22. Junii 1546.» 6 Vgl. über ihn Nr. 111, Anm. Dieses Anbringen der— meint wohl du Bellay in dem bei von Druffel, Beitr. z. Reichsgesch. I, Nr. 571, S. 566— 69 n Brief. 116 1 Damit ergänzt er die Angaben seines Briefs vom 20. Juni(Vr. 107). 2 Vol N 9 Vgl. Nr. 102. 10* 148 1546. Rüstungen Strassburgs. 117. Der Rat an Bürgermeister und Rat von Ulm. 1546, Juni 22. Strassburg. Ulm, Arch., Ref.- Akt. XXXI, Nr. 535. Ausf. Sicherungsmassnahmen. Haben ihren Brief vom 19. Nr. 102] mit der Abschrift des Schreibens von Herzog Ulrich erhalten«und warlich sollich unsers gnedigen herren herzog Ulrichs so gnedigs und trostlichs schreiben gern vernommen.) Am Sonntag[20.] haben einige Hauptleute des von Schauenburg um Erlaubnis gebeten, für den Kaiser zu werben; sie haben es aber«mit befuegten ursachen) abgeschlagen! und«alsbald doruf den unsern bi verlierung libs und guts geboten anheimisch zu pleiben und sich von niemand bestellen ze lassenz. Da sie aber aus Ulrichs Brief dessen Vorgehen ersehen haben, dem Ulm sich angeschlossen hat, so haben auch sie«unser päss verlegt und do— durch, sovil moglich, dem gegentheil den lauf zu verhindern understandenzs.» Haben schon gestern Nr. 110] geschrieben, dass sie ihre Botschaft nach Ulm abgefertigt haben. Sie ist heute morgen verritten.(Datum zinstags den 22. Junii a. etc. 46.» 118. Landgraf Philipp an die XII. 1546, Juni 22. Kassel. Str. St. Arch., AA 545, f. S8- S9. Ausf. und AA 548, /f. 14(Zettel); auf der Anschr.:( Cito, cito, citoxy. Prod.«samstags II] den 27. Juni a. etc. 46, reprod. coram 21 montags den 28. Juni d. etc. 46.»— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 7 und 8 und von Baumgarten, Jakob Sturm, S. 33, Anm. 24. Lauf nach Katzenellenbogen; Sendung Jakob Sturms und des Kriegsrats; 2 Doppelmonate; Schweizer. Zettel; Frankreich ist zu benachrichtigen. Sendet Bericht aus Regensburg? und seine Antwort an Ulm3z.«Und ist unser bedenken, das ihr ainen lauf der knecht, als stark ihr den machen konnt, umb sicherheit willen durch di Pfalz heraber uf unser obern grave— schaft Catzenelnbogen gehen lasset und darauf ein zweitausent gulden wendet, wilche euch an erlegung euers duppelten monats abgehen sollen. wollet auch 117 Vgl. Nr. 106. 2 Vgl. Nr. 108. 3 Vgl. Nr. 109; Entw. der betr. Verfügung in AA 552, f. 135; Bescheinigungen für Knechte, die den geforderten Eid geschworen bzw. nicht geschworen haben, a. a. CO., f. 73 und 78 vom 23., 25. und 30. Juni und 31. August. 118 1 Abschr. dieses Briefs sandte der Landgraf am gleichen Tage an den Kur— fürsten von Sachsen(Entw. in Marburg, Arch., Sachsen, E. L.) 2 Es ist der in Nr. 97, Anm. 14 erwähnte Bericht der hessischen Gesandten vom 18. Juni; z. T. gedr. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 14, Anm. 1. 3 Mitgeschickt werden das Schreiben Ulms an Philipp vom 16. Juni(Ausf. in Marburg, Arch., Stadt Ulm; praes. Kassel 22. Juni; Abschr. AA 541, f. 54- 57; mit ähnlichen Mitteilungen wie in Nr. 100) und Philipps Erwiderung vom 22. Juni (Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 528; praes. 27. Juni; Abschr. AA 541, f. 51—53 und 550, f. 5— 7): Er billigt ihre Massnahmen und richtet die gleichen Forderungen an sie wie oben im Fext an Strassburg. Von hier ab im Entw.(in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 78) erst nachträglich hinzugefügt. zu stund ein trefflich person von euch(darzu uns er Jacob Sturm vor gut ansehe) und euern krigsrath heraber zu uns schicken und zwenn duppelmonat gen Frankfurt erlegen. dergleichen versehen wir uns, werden die Oberlender auch gen Frankfurt und die sachsischen stende gen Braunschweig erlegen... was wir denen von Ulm der Eidgenossen halben geschrieben®..., dasselbig wollet ihr bei den Aidgenossen auch befordern; dann wir achten, ihr werdets am besten thun konnen...» Dat. Kassel, 22. Juni 46. Zettel®:«Es wer auch gut, das Frankreich dise sachen angezeigt wurden mit bericht, wi uber zusag und fridstend mit disen stenden wurd gehandlet; ob er itzo auch furt und etwo ein gegenfeur machen wolt. datum ut supra. waz uns Wurten-— berg schreibt, findet ir auch hibei?. 1546. Päpstliche Gesandtschaft bei den Hidgenossen. 169 | | | 119. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Juni 23. Basel.] Str. St. Arch., AA 555, f. 37-38. Ausf.— Prod. Fr. 25. Juni. Frieden zwischen Frankreich und England; Treiben des Bischofs von Lund. Danken für den Erhalt von Nr. 106 und 114; haben Zürich und Bern benachrichtigt., Der Frieden zwischen England und Frankreich ist in beiden Ländern veröffentlicht. Wissen, dass seit einiger Zeit der Bischof von Lund und Konstanz und der Nuntius bei den 5 Orten sind, aber nicht, was sie dort gehandelt haben. Werden aber auf dem kommenden Tag zu Baden, der in den nächsten acht Tagen stattfindet, sich erkundigen und weiter berichten. Dat. 23. Juni à6. 120. Friedrich von Honburg! an den Ammeister Martin Herlinz. 1546, Juni 23. Beuggen. | Str. St. Arch., AA 56552, f. 62. Or. Rüstungen am Bodensee. Als(der... Kron Frankrich diener... uf 10 fenlin) hat er Herrn von Morelet von Rüstungen am Bodensee benachrichtigt. Der schreibt, es gehe gegen die Protestanten. Teilt ihm das im Geheimen mit.(Datum zu Bücken uf mitwochs vor Johannis 46.» 5 Am 22. Juni; vgl. Anm. 3. 6 Fehlt im Entwurf. Wildbad, 18. Juni; Ausf. in Marburg, Arch., Württemberg; praes. Kassel 22. Juni; Abschr. AA 541, f. 58- 59; erw. von Heyd, Herzog Ulrich III, S. 370: Hat sich wie Ulm zu einem Gegenlauf und zu einer Beratung in Um entschlossen. 120 1 Deutschordenskomtur zu Beuggen, nö. von Rheinfelden, früher in Strassburg; vgl. über ihn ZGORh. XXVII., S. 344 ff. 2 Vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 2. , Nr. 111: fer. 150 1546. Bericht des Strassburger Gesandten über den 121. Beratung der XIII.(1546, Juni 23. Strassburg.] Str. St. Arch., AA 541, f. 29- 30. Aufzeichnung des Stadtschreibers über die Sitzung vom 23. Juni.— Erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr.,&. 5 Bericht Heinrich von Müllenheims über den Regensburger Reichstag und seine Sendung nach Ulm; Anwerbung von Knechten. «Donderstags[17.] zu nacht) hätten die hessischen Räte nach einem vertrauten Knecht gefragt,«dem mundlich bevelh zu vertrauen, mit dem bevelh mit denen von Ulm zu handeln, der sachen vleissig acht zu haben, und von Ulm irem hern die leuf zuzeschreiben. darauf er[Müllenheim] sich mit her Michel Hanen underredt und sich bewilligt herzureiten; sei auch also in 4 tagen hergeritten und sein bevelh geworben mit den von Ulm zu handeln!, der sachen gut acht zu haben und den zu Costanz zu schreiben, dieweil 9000 (tausent) Italianer bei Kempten heraus ziehen sollen, das sie mit den Schweit zern handeln sollten, ob sie den zug verhindern wolten. daneben hett er in schrift pracht, wes von dem 14. bitz uf sein abreiten gehandelt worden, mit sampt der antwurt, die kei. Mt. den stenden gegeben, nr. 10. zeigt daneben an, das inen der Besserer zu Ulm bericht geben, es wollen seine herren denen von Venedig schreiben, die Italiener nit heraus zu lassenz. Augspurg, Lindau, Memingen, Biberach, Kempten, Esslingen, Reutlingen, Ravenspurg, Isne seien zu Ulm. herzog Ulrich botschaft sei man haren[?], des churfursten Pfalz gesandten gewertig. Erkant: denen von Ulm ein fenlin knecht zuꝛzefertigen und hauptman Daniels rat haben. ist bevolhen Pfarer und Geigers. her Mathis Pfarer: haben dreier minder dann dreihundert handwerksgesellen; und was rechtschaffner leut, sei noch wol 400 uberpliben, und die kuefer und weinsticher nit da gewesen. erkant: den hern gwalt geben, noch bitz in zweihundert handwerksgesellen anzunemens. Ausserdem werden Briefe an den Land121 1 Vgl. seine dortigen Mitteilungen in Nr. 99. 2 Gemeint ist vermutlich der Brief Nr. 97, den Müllenheim, wie es scheint, persönlich mitbrachte. z Dieses Schreiben an Venedig wurde am 21. Juni, statt von Ulm, von den dort versammelten Gesandten der oberländischen Städte abgelassen.(Ausf. mit 10 Siegeln in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI‚. Nr. 512; Auszug bei Egelhaaf, Archiv. Beitr. z. Gesch. d. Schm. Kr., Ur. 1). 4 Daniel Suter, gen. Silberkremer, im zweiten braunschweigischen Kriege 1545 Strassburger Kriegsrat und Musterherr; vgl. Paetel, D. Organisation d. hess. Heeres unter Ph. d. Gr., S8. 188. s Matthaeus Geiger; vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 11. ẽ Schon am Morgen des 23. Juni hatte der Ammeister das Schreiben Ulms an die XIII vom 20. Juni(Vr. 104 im Rat vorgebracht, worauf Pfarrer ähnliche Ausführungen wie oben im Text machte. Im Rat wurde daraufhin erkannt:(Man soll den lauf hie machen uf Leipha zu, wie die von Ulm begert, und soll man uf zwei vendle Knecht alhie auch annemen und deshalben ein lauf alher machen. den hern dreizehen befolhen.»(Ratsprot. 1546, f. 350 b- 351).— Am Mo. den 20.(verschrieben für 19) Juli bringen Pfarrer und seine zugeordneten im Rat vor, sie hätten auf den Befehl vom 23. Juni von Dienstknechten«die furnembsten angenomen erstlich ut die 400 und etlich und dreissig, do seither etlich geurlaubt, das ir noch uf 400 sigen. deren monat morgen und ubermorgen ussigen. ob man die noch lenger behalten. wolle, stand zu mein herrn. erant: furter ein monat zu behalten, doch nit uber 400...(a. a. O., f. 880. Regensburger Reichstag. 151 orafen und an Ulm? beschlossen.«Item herzog Otheinrich die leuff zuze5 schreiben. her Ulman Bocklin zu schreiben, bei den stetten zu handeln sich trennen nit zlassen®. item ob man denen von Augspurg schreiben wollt, das sie den Fuckers... seind geordnet Jacob Sturm und Andreas Mueg die schreiben zu fertigen. her Jacob Meyer und Symon Franck! solllen] mit den kriegsleuten handeln, die dem gegentheil zulauffen. Ist angezeigt, dweil der pas an der Reinbrucken verlegt!!, das die knecht in Wantzenauwe uberfaren. 122. Die XIII an Landgraf Philipp.[1546], Juni 23. [Strassburg]. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 97—101. Ausf. Auf der Anschr.: «Cito, cito, toy.— Praes. Kassel 27. Juni.— Erw. von Hasenclever, Pol. Karls TV., S. 58, Anm. 4. Müllenheims Bericht; ihre Gegenmassregeln; Verhandlung von Gran vella und Naves mit ihren Gesandten; Ausschreiben nötig; Truppen des Kaisers; erwarten Antwort Basels; regen an, die von Frankreich und England entlassenen Knechte zu gewinnen. Zettel: Bischof von Lund. Haben ihm bisher nicht berichtet, was ihnen aus Regensburg und Ulm zugesandt worden ist, da sie meinten, er habe es selbst schon erhalten. Heinrich von Müllenheim, der(nächten spaat» in 4 Tagen von Regensburg hergekommen ist, um auf Bitten der sächsischen und hessischen Räte Ulm und Strassburg(die vorstahnde sorgfeltigkeit) selbst anzuzeigen, meldete, dass die Räte auf 3 Posten}, die sie in 8 Tagen geschickt haben, keine Antwort erhalten haben und daher vermuten, die Posten seien niedergelegt worden; sie baten daher, Strassburg möge den Landgrafen benachrichtigen. Er erhält daher beiliegend die Briefe Ulms und was Herzog Ulrich diesem geschrieben hat,«mit nr. 1, 2, 3 verzeichnet?. daneben auch, wes diser ständ bpottschaften(doch ausserthalb herzog] Moritzen, margrave Hansen und Albrechts von Brandenburgs, hlerzog] Erichs von Braunswigs räten) bei der kai. t. der rustung halben... geworben, wes auch die kai. Mt. alsbald fur ant wurt geben lassen mit nr. 9 und 103; also das die rät und bottschaften achten, weil sie zuvor mit Menz und Trier gehandelt, das sie teutscher nation und dem vatterland zu guttem mit inen ansuchen solten, sie sich aber mit inen nach langer handlung nit vergleichen wöllen, das sie es zuvor der kei. Mt. zu wussen gethan, damit sie sich der ant wurt, ehe man angesucht, entschlossen und die also im fussstapfen geben hab. Dwil wir nun aus diser antwurt und allen kundschaften nit anderst, vernemen mögen, dann das es wider die religions verwandten, so sie bei 7 Nr. 122 und 125. s Beide Briefe sind nicht erhalten. 9 Der Schluss des Satzes ist verstümmelt. 10 Vgl. über sie Handschriftenproben I, Fafel 10 und 11. u Vgl. Nr. 109. 122 1 Vgl. Nr. 121. Nr. 100, 102 und 102, Anm. 2. Vgl. Nr. 97, Anm. 4 und 5, te 152 1546. Anbringen des Kaisers bei den oberländischen Ständen. kai. Mt. in der vergleichung*, auch ufrichtung fridens und rechtens mits volgen werde, so haben sie sofort ihre Ratsbotschaft zur Beratung nach Ulm gesandt, besonders auch wegen(der statt Augspurg, damit dieselb nit mit irem vermogen und vorrat in der feind hend kommes... wir schicken auch denen von Um ein fendlin knecht; haben auch gleicher gestalt wie sie und Wurtenberg versehung gethon in unserer statt und uf unserer Rhinbrucken und andern passen, was zu verhinderung des gegentheils lauf reichen mag, wie wol sie und namlich Bernhard von Schauwenburg, so in dem bistump Strassburg und Elsass durch seine hauptleut mit zulassung der ober— kaiten vil knecht angenommen?, dieselben gen Riedlingen, so der Truch— sahssen von Walpurg und am land Wurtenberg gelegen, uf den musterplat beschaiden hat.» Senden auch vertraulich mit,«was der her von Gran— villa und Navis bei unsern gesandten ad partem geworben? und fur trennung under disen ständen sucht,» und bitten, es nur ganz im Geheimen zur Warnung kür ihn und den Kurfürsten von Sachsen zu verwenden und die XIII oder die Gesandten nicht zu nennen. Sonst kommen sie u. U. beim Kaiser in den Verdacht,«meuterei und ufruer gegen ir Mt. bei e. fl. G. und dem churfursten zu erwecken.... Neben dem bericht uns unser gsandter, das her Hans Walther von Hürn— heim zu herzog] Ulrichen und der von Navis zum churfursten pfalzgraven von kai. Mt. geschickt; ist zu besorgen, es werde auch uf dise weg mit und bei inen gehandelt werden. dwil nun bei anderer stätt bottschaften dise suchung auch geschehen, haben wir unsermio gsandten gen Ulm nachgeschriben, in allweg die trennung bei den stätten zu verhueten. so werden e. fl. G. sollichs bei den obgemelten chur- und fursten auch fuglich zu thun wussen. und dwil uns unser gsandter bericht, das ein gemain sag zu Regenspurg sei, das marggrave Hans von Brandenburg sibenhundert und herzog Erich von Braunswig funfhundert pferd kai. Mt. fueren sollen, das auch hlerzog] Albrechts von Mechelburg sonen von Regenspurg aus reuter zu bewerben mit gelt abgefertigt sei, so werden e. fl. G. zu abwendung desselben... nichts erwinden lassen und sonderlich margrave Hansen der einigung und seins gegebnen revers zu er— innern wüssen. und dieweil ander sachen dann die religion furgewendt werden als die rebellion, verjagung der fursten, innemmung der bistumb, stift und closter, so wurt von nötten sein, dagegen ein offen usschreiben ze thun, darin! das sich dise ständ gegen kai. Mt. erbotten und verglichen, das land ir Mt. zuzustellen, guttlicher und rechtlicher handlung zu geéwarten, daruf Gemeint ist wohl der in Nr. 86 gemeldete Versuch des Kaisers zur Religionsvergleichung. 5 Wohl verderbt für:«nit volgen werdeſn, gemeint sei]». K—— Nr. 100; Vgl. Nr. 106, Anm. 1. Nr. 97, das in Abschrift beiliegt. Vgl. v. Druffel, Viglius, 8. 3; von der kaiserl. Instruktion für Hirnheim an Herzog Ulrich ist Abschr. in AA 541, f. 45— 47; gedr. von Lanz, Korr. d. Kaisers Karl V. Il, S. 491-493; von dessen Antwort Abschr. in AA 550, f. 10– 14; gedr. a. a. O., 8. 509—510. Über die Sendung von Naves an den Pfalzgrafen vgl. Hasenclever, Kurpfälz. Pol., S. 75— 79. 1 Die Hs. hat fälschlich:«unsern»; zum Brief vgl. Nr. 121, Anm. 8. 1 Georg. 14 Hier fehlt etwa:„auszuführen wäre“. © w 26 8 vv. x. Ta nn 1546. Strassburg schlägt ein Ausschreiben der Schmalkaldener vor. 15 ir Mt. mandiert bei pönen der acht etc., dem dise ständ gehorsamet, aber unversehenlicher weis von herzog Heinrichen wider die mandata uberzogen etc., das auch kai. Mt. daruber friden zugesagt; wes auch dise ständ ir Mt. fur hilf wider Turken und Frankreich gelaist, sich aller gehorsame und meher, dann sie zu thun schuldig gewesen, gehalten; derhalb sie nit fur rebelles zu achten, sonder das es inen allein der religion halb(uf des bapst, und seins anhangs practicken) zugeschoben werd; wie des churfursten und e. fl. G. rätt solichs besser, dann wir in der eil anzeugen mogen, bedenken werden. Neben dem so berichten uns unser gsandten, wie zu Regenspurg das geschrai, als ob die kai. Mt. laut inverwarts zedelsis in rustung und bewerbung sein soll. wiewol wir nun achten, das dises darumb furgeben werd etlich ständ damit zu erschrecken, damit sie sich desto ehe zu der trennung bewegen lassen, dann wir von unsern kaufleuten und denen, so erst aus Italien hieher kommen, nit verstahn konnen, das einich rustung in Italia seie, so haben wir es doch... e. fl. G. nit verhalten wollen.“ Haben Basel geschrieben[Nr. 114];(sind derselben antwurt all tag ‚arten. und geben e. fl. G. zu bedenken, dieweil die beden konig zu Frankreich und Engelland vertragen, ob sie bei Jorg von Reckenrod und Cunrad Pfennig angesucht hetten, ire knecht e. fl. G. zulaufen zu lassen; und ob etwas bei Benmark, Sweden, Frankreich und Engelland diser sachen halb zu suchen were. datum mitwochs den 23. Juniild.) Zettel: Fügen Ulms Meldung über den Bischof von Lund hinzuᷓss. 123. Ulman Böcklin an seinen Vetter Jakob Sturm. 1546, Juni 23. Pforzheim. Str. St. Arch., AA 550, f. 1 a. Or. Kusserungen Dr. Christoph Welsingers. Heute Abend nach seiner Ankunft hat er von dem Vogt gehört, das dockter Christoffel Welsinger hab döckter Marckwart als sim schwoger geschriben, wie nit anders dan krieg vorhanden und deren zwen sin solen, so die kei. Mt. stroffen werd; und mich gefragt, ob min gn. ster her von Kellen auch in der verein sig: dem ich gesagt..., das sin G. mit disen stenden ein verstand hab...; do hat er mir gesagt, so sig derselb einer, so der keiser stroffen werdt, wie er dan von dem dockter schriben vermerkt; do wol der keiser sehen, wer sich[sin] an nem... datum Pfortz[!] uf mittwoch 23. Juni 46.) 1s Beiliegende Abschr. in Marburg, a. a. CO., f. 115- 116 mit der Aufschrift: « Secretiora» und dem Rückvermerk:«Was der kaiser vor kriegsvolk haben werde und was vor gelt in wechsel gemacht». 14 Der Brief wurde mit einem solchen an Frankfurt“(sampt darin verwarten schriften» geschickt und von hier an den Landgrafen weitergeleitet, wie Frankfurt am 25. Juni Strassburg mitteilte(Ausf. in AA 544, f. 5). 15 Nr. 100, 1. Zettel. X 2 154 4% Abfertigung eines Strassburger Fähnleins nach Ulm. * 124. Der Strasshurger Stadtschreiber an einen[wohl hHanauischen] Amtmann. 1546, nach Juni 23. Strassburg. Str. St. Arch., AA 552, f. 69. Ente. Sicherung der Rheinübergänge. Teilt ihm mit, dass seit seinem gestrigen Besuch«noch weiter anzeug komen, das dise rüstung wider die religions verwandten geen soll,... damit ir an allen orten euers herrn gepiet an den faren verfuegen mochten, keinen knecht uberzulassem, er schwere dan, wider die religionsverwandten nit... zu ziehen, wie dan Wirtemberg, die oberlendischen stet und wir alhie auch thond...) 125. Die XIII an die geheimen Räte von Ulm. 1546, Juni 24. Strassburg. Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 557. Ausf. Senden ein Fähnlein unter Martin Braun. Zettel: Massnahmen gegen den Lauf der Gegner; Bitte, mit ihren Gesandten auch Han von Regensburg abzuberufen. Haben ihren Brief vom 20. Nr. 104] erhalten und sofort dem Hauptmann Martin Braun! 500 Gulden Laufgeld gegeben und noch 50 Gulden dazu geliehen, wofür er Ulm 500 gute Knechte bringen will. Tut er das, so mögen sie ihm die 50 Gulden lassen.(So haben wir inen auch vertrost, das im der venreich, weibel und leutenant, so einem hauptman anzunemen zustand und er von denen, so bisher uf inen gewart und ime jetzo zu aufbringung der knecht behilflich seind, angenomen, gelassen und er im selben wie andere hauptleut gehalten werden solle. versehen uns also, es sollen solliche 500 knecht alle tag bei euch ankomenz. Da Bernhard von Schauenburg und sie selbst hier werben,«das also die werbung gross umb uns», mussten sie Braun mehr Laufgeld geben,„darmit er desto mer rechtschaffner knecht, die sonst nit wol zu beéekomen, ufpringen moge.) Haben ihren Brief an Frankfurt geschickt. Bitten beiliegenden* so schnell als möglich ihrem Syndikus Michael Han zukommen zu lassen. Dat. 24. Juni 46. Zettel: Haben auf ihr Schreiben dieselben Massregeln gegen den Lauf des Gegners getroffen wie Württemberg. Viele Knechte haben geschworen; die andern haben sie festgenommen. Fürchten, dass den Gesandten in Regensburg daraus Nachteil entstehen könnte. Wollen den ihrigen nicht mit ihrem Boten schreiben, domit die brief nit niderligen inen zu nachtheily. Bitten daher, wenn Ulm seine Gesandten warnt oder zurückfordert, dass sie Han auch benachrichtigen,(damit derselbig auch mit sichern fugen abkommen kind.» 124 1 Dies war nötig wegen der Anzeige am Schluss von Nr. 121. 125 1 Strassburger Bürgerssohn, der 1543 sein Bürgerrecht aufsagen musste, als er dem Kaiser als Hauptmann dienen wollte(Ratsprot. 15453, f. 275ff.. 2 Entw. des Passbriefes für diese Knechte in AA 552, f. 71; in Ulm a. a. O., Nr. 572 die Ausf. eines Schreibens Brauns an den Ulmer Bürgermeister, in welchem er diesen bittet, den Gberbringer dabei zu unterstützen, das Fähnlein«von stund an in euer stat zusamen inzulosiereny.— Nach dem Musterregister(in Ulm a. a. O., XXXVI, Nr. 1798) hatte Brauns Fähnlein 376 Personen, bei der Augustzählung in der Rechnung der Pfennigmeister(Stuttgart, Arch., Büschel 108, f. 39) 408 Personen. 1546. Bundestag zu Um; kaiserlicher Kriegsplan. 155 126. Bürgermeister und die 5 Geheimen von Ulm an die XIII. 1546, Juni 24. Ulm.] Str. St. Arch., AA 548, f. I6- I7. Ausf. Auf der Anschr.:«Cito».— Prod. Sa. 26. Juni. Bitte um Knechte; Ankunft der Württemberger. Danken für ihre heute erhaltene Antwort[Nr. 1101;(darauf auch der erbarn oberlendischen stött unserer verain gesandten, wölche alle usser— halb e. F. bei uns erschinen, dern iren ankunft täglich erwarten. Was dann die knecht, so uf Leiphaim beschaiden werden, belangt, ist der eſrbarn] stött gesanten und unser wolmainen, wie es auch die onvermeidlich nott durft ervordert, das e. F. inen fürderlichen lauf der knecht(doch ire burger und zugewandten, so sie bei der hand behalten sollen, hindangesetæzt) in irer art herumb anrichten, dieselben all, sovil sie dern... bekommen mögen, uf... Leiphain... eilends zu beschaiden und das laufgelt, an wölchem auch gar nichtzit zu sparen, uf gemainer stend costen(wie wir auch dessen von ine us Regenspurg, aldo sie sich dessen entschlossen, bevelch empfangen) uszugeben bevelch thuen. dann zu besorgen, weil die musterungen noch innerhalb vier und fünf tagen zu Nesselwang und Durrach zunechst bei Kempten, desgleichen zu Riedlingen, fünf meil oberhalb unser statt gelegen, gehalten werden, zudem auch ain grosse anzal geschutz us... Tyrol in kürz ankomen soll und dann drei wegen mit halben hagken zu Fiessen schon eingebracht, es werd der erst angriff bei uns im Oberland beschehen, deshalb umb sovil weniger zu verziehen... sein will; dann es ainmal ainem ernst gleich sicht. so sein die würtembergischen gesandten gleich in diser stund auch bei uns einkomen... Dat. Do. 24. Juni 46. 127. Morelet, französischer Gesandter in der Schwei, an Dr. Ulrich Chelius(Geiger). 1546, Juni 24. Basel. Str. St. Arch., Thom. Arch. 22, 2. Or. Unterschrift:«Tuus quem nosti». Die Rüstungen des Kaisers gegen die Protestanten gerichtet; kein engerer Bund zwischen Frankreich und dem Kaiser; Bischof von Lund; Briefe an Bayard und Du Bellay. Hat aus seinem Brief! ersehen, wie der Kaiser die Protestanten zu überrumpeln[«opprimere»] versucht; wundert sich, dass sie nicht eher gewarnt wurden. Ihm wurde schon vor langer Zeit der kaiserliche Plan und seine Verbindung mit dem Papst aus Regensburg mitgeteilt?. Ein Vorgehen des Kaisers gegen Savoyen oder Piemont ist, wie Geiger selbst schreibt, unwahrscheinlich wegen der starken Befestigung der piemontesischen Plätze.« Quantum ad Sabaudiam, capere potest, reétinere autem non posset, in qua nulle sunt munite civitates, ex oppidis unum.» Der Kaiser wird seine Kräfte ver126 1 Durch ein Schreiben ihrer Regensburger Gesandten vom 19. Juni(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 495). 127 ı Fehlt; er hatte wohl den gleichen Inhalt wie Geigers Brief an Du Bellay (Nr. 115), der zur Besorgung mitgeschickt worden war, wie der Schluss des obigen Brieks beweist. 2 Vgl. auch seine Mitteilungen in Nr. 111. 156 1546. Verhältnis des Königs von Frankreich zum Kaiser. mutlich gegen die Protestanten, zunächst gegen den Kölner, kehren. Wenn die Protestanten den Kaiser hier gewähren lassen, wie seinerzeit im Bistum Utrechts, können sie wohl den Frieden erhalten. Konnte sich bisher nicht genug darüber wundern, dass sie ihrerseits nicht rüsteten. Entnimmt um so lieber Geigers Brief, dass dies endlich geschieht. «Quod autem Argentinenses duo scire cupiunt: primum an in pace confirmata aliquid sit constitutum pro imperat ore; alterum an regem per omnia sibi placatum habeat, ut illis ergo... aliquo modo satisfaciam, scribam, quod potui intelligere. certissimum enim est, quod in articulis pacis cum Anglo cesar est simpliciter comprehensus, ut quoque est regina Scotiae*. quantum ad secundum, nihil ab amicis intellexi; tamen non puto esse firmiorem inter eos amicitiam quam prius, presertim quum cesar obtulerit Anglo sexdecim millia peditum, quo illum a confirmatione pacis deterreret. Ist auf Wunsch Strassburgs gern bereit, an den französischen Gesandten beim Kaiser wegen der Friedensartikel zu schreiben.(Quare tuum erit indicare et an haberitis nuncios, qui Ratisponam proficiscantur... nec debetis cogitare regem in vestri perniciem aliquid facturum. multa enim sunt, que illum a tali negocio et possunt et debent deterrere... que de Lundensi episcopo seribis, non intellesi; tamen scias Bernenses et alias civitates vestris coniunctas hoc negocium non neglecturas in proximis comitiis. cupit Lundensis episcopus fieri cardinalis idque putat se quinque pagorum favore, auxilio et autoritate apud pontificem impetraturums. mitto literas ad Bayardum. quantum ad illas, que ad cardinalem mittende sunt, inveniam viam, quol!] tute mitti possint; et si rescribat, faciam, quod Argentinenses cupiunt... Basile 24. Junii 1546.5— Bittet Jakob Sturm zu grüssen. 128. Der Rat von Frankfurt an den Rat. 1546, Juni 24. Frankfurt a. Main.] Str. St. Arch., AA 544, f. 1—4. Ausf.— Lect. Mo. 28. Juni.— Ben. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 26— 27, 2. T. gedr. a. d. CO., S. 26, Anm. 3. zweimaliges Anbringen Alexanders von der Thann; Brief ihres Gesandten aus Regensburg; Bitte um Rat, ob sie die kaiserlichen Werbungen hindern sollen. C... Es hat der ernvest Alexander von der Thann, oberambtman der obern graveschaft Catzenelnpogen, vor wenig tagen durch ain vertraute person... mundlich an uns gelangen lassen, wie er von zwaien glaubhaften vom adel in gehaim berichtet worden, das von wegen der rom. kai. Mt..... ain trefflich... kKriegsrustung von teutschem, italianischem und spanischem kriegsvolk vorhanden und anderst nit zu vermuten, dan das dasselb kriegsvolk wider die protestirenden stend zu gebrauchen gemaint sein soll, mit beger, wie wol er des von... dem landgraven noch zur zeit kein bevelh entpfangen, das wir auf ain fursorg von neuem unser burgerschaft verwarnen. wolten, damit sich dieselben anhaim enthalten, desgleichen das auch die 3 Über den Vertrag des Kaisers mit dem Bischof von Utrecht von 1627 vgl. P. J. Blok, Geschichte der Niederlande II, S. 473. Vgl. Letters and papers XXI, 1, Nr. 1014, 515 und 16. 5 Vgl. hierüber Eidgen. Absch. IV, 14, S. 621- 622. 128 1 Vgl. Nr. 105, Anm. 3. 3 en 1546. Landgraf Philipp lässt Frankfurt zur Vorsicht mahnen. 1 handwerksgesellen, so kriegen nachzuziehen gedächten, und ander durchlaufend kriegsvolk etlich tag lang ufgehalten wurden, bis man sehen mochte, wo es hinaus wolle.... so haben wir doch von solcher zeitung wegen sonderlich mit den handwerksknechten und durchlaufendem kriegsvolk, ehe und uns derwegen von... dem landgraven austrucklich geschrieben oder zum wenigsten von e. L. oder unserm gesandten von Regenspurg weitere gewissere . anzaig beschehe, kain geschrai machen noch neuerung furnemen wollen. Nun hat uns aber vorgestrigs tags gedachter Alexander von der Thann, oberambtman, weiter geschrieben und in solchem schreiben copei zugeschickt, wes ime der pfalzgrävisch chfl. marschallè, dem er solche... kundschaft auch endeckt gehabt, geantwortet, namblich das solche kundschaft der... rustung halben also war und etlich tausent Spanier und Italianer zu kuss und 1560 leichter pferd in gewaltigem anzug seien, das auch herzog Ulrich zu Wirtemberg und die oberlendischen stett den gegenlaut schon angestellt und den zuzug wehren; desgleichen... pfalzgrave Friederich churfurst auch thue; mit erholung seins vorigen begerens, die knecht, so diensts begerten, aufzuhalten..) Desselben Tags? sind ihnen auch von ihrem Gesandten in Regensburg(schwere zeitungen) über päpstliche und kaiserliche Rüstungen sowie die Anfrage der Protestanten nebst der kurzen und rauhen) Antwort des Kaisers zugeschickt worden.(Dieweilä sich dann soliche... kundschaften alle dermassen im grund gegen ainander vergleichen, das sie kainswegs... in wind zu schlagen,... so haben wir nit underlassen konnen, sonderlich dieweil wir auch von... dem landgraven selbst noch zur zeit des gegenlaufs oder aufhaltung der knecht halben kain schreiben ent pfangens, e. L. mit dieser schrift freundlich... zu bitten,. die wollen unbeschwert sein uns treulich zu entdecken..., was doch die berurten zeitungen... bei e. L. fur ain ansehen haben und ob es e. L. fur... gut achten, das wir unerwartet gemaines beschluss oder... des landgraven schreibens... des oberamt mans begeren... stat geben oder wie wir uns sonst hierin... halten sollten.“ Bitten um Mitteilung aller wichtigen Neuigkeiten auf ihre Kosten. Dat. Do. 24. Juni 466. 2 Hans Pleikart, Landschad von Steinach, Schwiegersohn Philipps von Helm-— stadt; vgl. IG0Rh. N. F. XVIII, 8. 74. 3 Brief Orts zum Jungen vom 16. Juni(Or. in Frankfurt, Arch., Reichstagsakten 59, f. 87= 92); die oben im Text gebrachte Stelle ist fast ganz gedr. bei Collischonn, a. a. CO., 8. 23—- 24, Anm. 2. Er wurde aber erst am 24. im Frankfurter Rat verlesen. Von hier ab fast ganz gedr., a. a. O., S. 26— 27, Anm. 3. s Der Landgraf schrieb erst am 24. wieder(a. a. C., S. 31, Anm. 4). Nach Ratsprot. 16546, f. 361b teilte Frankfurt gleichzeitig mit, dass der Baumeister Caspar Weiss jetzt nicht kommen könne.— Über dessen frühere Tätigkeit in Strassburg vgl. Pol. Korr. III, S. 541, Anm. 7; nach Quellen z. Frankfurter Gesch. II, 8. 315, Anm. hiess er Weitz. 158 1546. Rüstungen des Landgrafen Philipp. 129. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juni 24. Kassel. Str. St. Arch., AA 546, f. 53—-— 64. Ausf. und 66-68(3 Zettel) Auf der Anschr.“„ Cito, cito, cito, citoy Prod. 29. Juni.— Ben. von Baumgarten, Z. Gesch. d. Schm. Kr., S. 38, Anm. 2, von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 8 und von Kannengiesser, Karl TV. u. Büren, S. 32. Sollen Frankreich zum Angriff auf den Kaiser veranlassen. 1. Zettel: Kriegsrat; die hessischen Rüstungen; 2 Doppelmonate. 2. Zettel: Sollen Langhans und Wendel Scheck mitschicken.— 3. Zettel: Berichte aus Regensburg und Nürnberg; rüstet eifrig; verlangt ihren Kriegsrat und Gesandten. C6... Dieweil ir numehr aus etzlichen unsern schreiben auch sonst werdet uberklussig gesehen haben, mit was untreu vom gegentheil uber alle abschide und zusage gegen uns, diesen stenden, umbgangen wirdet unsere wahre religion zu dempfen etc., so bedechten wir gut sein, das ir ein vertraute person eilents in Frankreich schick'et den konig in geheim erindern und darbei erofnen lisset, dieweil der krig gegen uns, diese stende, ginge, were es eben die recht zeit, das er auch wider angriffe und sein gelegenheit nit ubersehe etc.; doch solchs nit eher an den konig gelangen lisset, ir sehet dann, das der angrif vom gegentheil angehe... Dat. Kassel 24. Juni 46.— 1. Zettels:(Ir wollet auch, wie wir euch geschrieben Nr. 118], zum furderlichsten euern krigsrath und gesandten zu uns heraber schicken. wir haben bereits bis in die zwellhundert pferde bestelt und verhoffen dem jegenteil irer reuter, so sie bestelt haben, auch vill abzubrechen, wann nur in der zeit darzu gethann wirdt. so haben wir auch bereits verlegung gethan uf den lauf bis in die 16 fenlin knecht, niderlendische und andere, anzu— nemen und verhoffen noch wol zu leuten zu kommen. dieweil aber zu solchem werk... gelt gehoren will, so begeren wir gnediglich, das ihr ufs kurderlichst zwen duppelt monat jegen Frankfurt erleget. wo dann von den krigsrethen beschlossen wirdt mit allem solchem volk zu hauf zu zichen und dem veind zu begegenen, sind wir woll zufrieden. 2. Zettel:(Wie wir euch auch letzlich geschrieben haben, ir wöllet etzliche knecht uf unser obergraveschaft laufen lassen Nr. 118], so ist unser gunstiges begeren, ir wollet den Langhansens und Wendel Schecken mit heraber ziehen lassen. datum ut in literis.“ 3. Zettel:(Was uns weiter aus Regenspurg und aus Nürnberg geschriben worden, das schicken wir euch hiebei zu. und dieweil 129 1m Entw.(in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 79 –— 82) steht 23., auf dem Rückvermerk ist 23. in 24. verbessert. 2 Dieser und der 3. Zettel im wesentlichen auch bei den Briefen des Landgrafen an Herzog Ulrich vom 23. Juni(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 20, Nr. 102d –; praes. 28. Juni) und an Ulm vom 24. Juni(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 550); ben. von Kannengiesser a. a. C., S. 32. 3 Vgl. Nr. 61. 4 Beides fehlt in Strassburg; nach der Ulmer Ausf. handelt es sich 1. um einen Brief der hessischen Gesandten vom 19. Juni aus Regensburg(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 856, f. 214—215; praes. Kassel 24. Juni; Abschr. in Ulm, a. a. CO., Nr 551) mit Nachrichten über die Werbungen Ulms, Augsburgs und Nürnbergs und die Schwierigkeiten, die dem Kaiser dadurch entstehen, und 2, um die Berichte Jost Raus vom 18. Juni an den Landgrafen(Or. in Marburg, a. a. CO., Nr. 873; praes. Kassel 24. Juni; Abschr. in Ulm, a. a. CO., Nr. 554 und 555) über die kaiserlichen Rüstungen. 1535. Sendung Heinrich von Müllenheims zu Herzg. Ulrich v. Württemberg. 159 wir daraus des gegentheils ernst clerlich verstehen, so verfassen wir uns, wie wir euch hiebevor geschriebens, mit reutern und knechten dargegen, euch und uns allen zum besten. erwarten eilends euers widerschreibens auf vorig unser brive. und wollet demnach euern kriegsrath und botschaft on einigs seumen uns zuschicken, auch an anderm, darumb wir euch geschrieben, nichts erwinden lassen... datum ut supra.) 130. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juni 24. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546,. 118—120. Ausf. Praes. Kassel 27. Juni.— Der Zettel gedr. in HandschriftenprobHen I, Tafel 32. Sind für weitere Rüstungen: Zettel: Sendung Heinrich von Müllenheims zu Herzog Ulrich. Haben seinen Brief Nr. 92] mit den Beilagen gestern Mittag erhalten. Inzwischen wird ihn auch der ihrige[vom 23., Nr. 122] erreicht haben. Sie hatten bereits früher ihren Gesandten in Regensburg befohlen, die Reiter noch länger an der Hand zu behalten.(So sich aber die sachen nunmer also zutragen, das man als vill als des angriffs zu gewarten hat», sind noch weitere Rüstungen nötig, über die er sich mit dem Kurfürsten vergleichen wird, «domit sie in disen geferden mit hilf des allmechtigen, wes die notturft er— heischt, furnemmen. So sollen e. fl. G. on zweivel sein, unsere herren und freund meister und rath werden bei e. fl. G. und gemainen einungsverwandten treulich thun und leisten, was sie vermög der verein zu thun schuldig, wie wir dan den von Ulme ein fendlein Knecht jetz zufertigen und sonst ein lauf auf unser statt angericht haben... Dat. 24. Juni 46. Zettel: Haben«dise stund Heinrich von Müllenheim zu Herzog Ulrich geschickti, um ihm die Nachrichten, die M. hierher gebracht hat, zu berichten, «domit sovil moglich trennung verhuetet werden mocht. so hat uns nach geschribnem brieve angelangt, das Frankreich ir kriegsvolk geurlaubet und dasselbig in allem herausziehen sein soll. datum ut in literis.) 131. Instruktion Heinrich von Müllenheims an Herzog Ulrich von Württemberg. 1546, Juni 24. Strassburg. Stuttgart, Arch., Büschel 20, Mr. I103 5. Reinsch. Bericht über die Verhandlung mit Granvella und Naves in Regensburg und über die bisherigen Massnahmen Strassburgs. Soll anzeigen, was mit ihm und Han am 17. in Regensburg«ad partem gehandelti5. Ebenso wurde mit den andern Städten gehandelt. Offenbar Trennung gesucht. Nach der kaiserlichen Antwort'truegen wir fursorg, es wurden dise practicken alle von dem bapst und seinem anhang zugericht und * Im 1. Zettel. 130 1 Vgl. Nr. 131. Vielleicht ist damit der Brief Morelets an Geiger vom 21. Juni(Nr. 111 gemeint. 141* Vgl. Nr. 97. e — 160 1546. Sendung Heinrich von Müllenheims zu Herzg. Ulrich v. Württemberg. furnemblich die religion gemeint sein; also ob man schon ein anders gegen etlichen stenden wolte furgeében, so wurde doch es zuletzt dahin gerathen, das wer der angestelten vergleichung nit volgen und sich wider under die gehorsam des pabsts geben wolte, derselb musst eben so woll des uberzugs gewarten als die andern. derhalben weren wir nit willens uns von gmainen verainigten und religionsstenden abzusondern und hetten sollichs iren fl. G. nit wollen onangezeigt lassen.“ Ulrich möge die Verhandlung mit ihren Gesandten nicht weiter verbreiten. Müllenheim soll auch über das in Regensburg Gehörte und über die Rüstungen hier herum berichten: Sie sperren die Pässe und lassen die Knecht schwören«in 4 monaten wider dise stend nit zu dienen. das wir auch den von Ulm ein fendlin knecht uf ire begeren zuschigken, mit bitt die durch ir fl. G. furstenthumb passieren zu lassen. dergleichen haben wir uf drei fenlin in und uf unser statt bescheiden lassen, darmit des gegentheils lauf zu verhindern und gemeinen stenden zum besten. Er soll auch sein fl. G. anzeigen, das die knecht, so in Frankreich gewesen, geurlaupt sein sollen und hieraus ziehen; ob villeicht sein fl. G. die selben an sich pringen möcht. Er soll auch s. fl. G. bitten, das best zu thun bi... dem pfaltzgraven, darmit sein churfl. G. sich nit von disen stenden trennen lasse.» Soll über die Antwort berichten. 132. Johann Sturm an Jakob Sturm.[1546], Juni 24. Strassburg. Str. St. Arch., AA 653, f. 1a. Or. Lehrungskosten der Gesandtschaftsreise nach England und Frankreich. Da der Zahlungstermin von Pfingsten vorüber und das Geld noch nicht da ist, bittet er ihn,«ut, quoniam tu autor fuisti profectionis meae, sis etiam adiutor in pecunia ista impetranda a nostra republica et senatu nostro. tametsi enim tarde fortasse mittent socii propter istos alrſmorum terrores, tamen vobis non sero mittent...“ Dat. 24. Juni]. 2 Die Ausf. der Beglaubigung Müllenheims vom 24. Juni bei Herzog Ulrich durch die XIII a. a. CO., Nr. 1032; praes. 26. Juni. 132 1 Vgl. Nr. 63, Anm. 42 und 54; im Juli zahlte man den Betrag aus den Mitteln der Schule und liess Augsburg und Ulm zur Erlegung ihres Teils auffordern(Reatsprot. 1546, f. 3922 und 394). Ulm zahlte am 19. August(Ausf. der Strassburger Quittung in Ulm, Arch., Ref. Akt. XLVII), Augsburg am 5. Oktober(Augsburg, Arch., Baumeisterbuch 1546, f. 161 b).— Sleidan quittierte Strassburg am 19. Januar 1547 über seinen Teil(Or. in AA 543, f. 190; gedr. von Baumgarten, Sleidans Briefwechsel, 8. 89).— Niedbruck, auf den Kurfürsten von Sachsen verwiesen, hatte 1554 noch nichts erhalten; vgl. Nr. 726, Anm. 6 und Hasenelever, Neue Aktenstücke usw., 8. 247 ff. 1546, Verhandlung d. kaiserl. Gesandten Schwendi mit dem Strassburger Rat. 161 [1546, Juni 24, 25, 26. Strassburg.] Str. St. Arch., Ratsprot. 1546, f. 3655— 357 4. Aufzeichnung des Stadtschreihers 5. 133. Ratssitzungen. über die Sitzungen vom 24., 25. und 26. Juni.— Ben. von Holländer, Str. im Schm. Kr., S. 5—6 und von Warnecke, Dipl. Tätigkeit d. LI. v. Scpwendi,&. 10— 11. Verhandlung mit Lazarus von Schwendi. 24. Juni, Nachm.: Der kaiserliche Brief vom 17. Juni[Nr. 98) wird im Rat(durch Lazarum von Schwendi ubergeben und begert, denselben zu lesen, eigentlich zu betrachten und erwegen, dem nachzukomen und[ir] Mt., wo man nit durch ein sonder potschaft es thon wolle, bei im antwort zukomen[zu] lassen. woll ir Mt. in gnaden erkennen. daruf erkant, dieweil die sach wichtig, so soll man es beruen lassen bis morn, ob villeucht kem, was bei andern steten und fursten geworben und geantwort worden; und im sagen, man woll der kei. Mt. in schriften oder durch botschaft antwort zubomen lassen.» Die Schrift an Herzog Ulrich, den Landgrafen und Ulm ist zu schicken. Sturm und Pfarrer«sind zur antwort geordnet.) 25. Juni: Sturm und Pfarrer berichten: Als sie«heut umb siben dem kaiserlichen Gesandten die oben beschlossene Antwort gegeben, chat er anzeigt, er het den beveleh, hie nit zu weichen, er habe dan ein satte antwort, das mein hern zu der kai. Mt. schicken oder im entlich antwort geben het[ten].» Trotz ihrer Ablehnung beharrt er darauf;(will gern ein tag drei oder vier verzihen.»— Der Rat beschliesst, das man ir Mt. mit eigner botschaft oder schriftlich antworten soll und inen ferrer nit ufhalten; und das man der kei. Mt. nit minder dan bisher alle gepurlich gehorsam leisten woll. und so er daruf tringt, soll man im dis antwort in schriften geben.) 26. Juni: Der Ammeistber teilt mit, dass am Abend[des 25.] Schwendi zu ihm gekommen sei, Kren woll vier mit im pracht, under denen einer von Schauenburgz, der dessen, so hie knecht alnlnimpt, bruder, und an inen begert,... ir Mt. die knecht an der Rheinbrucken nit ufzuhalten., Mit der Antwort des Ammeisters, die Sache an den Rat zu bringen, gab er sich nicht zufrieden. Der Rat beschliesst ihm sagen zu lassen,«mein hern haben bisheer kei. Mt. in iren gescheften nit ufgehalten, weren es noch nit willig. dieweil aber allerhand kundschaften, das[es] wider unser mitverwandten geen soll, so het man sie allein schweren lassen, uf ander mitgewandten stend beger, wider die protestierenden nit zu thun. dabei liess mans bleiben®.» 1546, Juni 25. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. I27— I29. Ausf.— Praes. Kassel 28. Juni. Anbringen Schwendis; schleunige Rüstung nötig;— Zet vel: Schwendi unzufrieden; Brief des Deutschmeisters. 134. Die XIII an Landgraf Philipp. Haben sein Schreiben vom 19.[Nr. 103)(gestern spet ent phangenæ. Ihre(gar gewisse» Zeitungen! werden ihm inzwischen zugekommen sein. 133 1 In Nr. 134. 2 Junker Max von Schauenburg. 3 Der eigene Bericht Schwendis vom 1. Juli steht in Nr. 171. 1341 Vom 23. Juni; Nr. 122. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 11 162 1546. Schwendi mit Strassburgs Antwort unzufrieden. Berichten das Vorbringen Schwendis und ihre Antwort?.«So sind etlich bei ime, dem gesandten, gewesen, gegen denen er sich deutlich heren lassen, das die kai. Mt. furhabens, etlich der protestierenden stend irer ungehorsam zu straffen; dan es sien fursten under denselben, die ir Mt. in ir hocheit greifen und umb ir selbs ufrurischen praticken willen alle einigkeit bisher im reich ufgehalten, verhindert und zu keinem beschlus haben komen lassen; und zuletst auch e. fl. G. genannt und die katzenelenbogisch handlung anzogen, als ob sie umb derselben willen alle vergleichung hindere, damit sie dem rechten nit statt thun dorfen. Meinen, der Kurfürst von Sachsen und er sollten nicht auf die Kriegsräte warten, sondern«von noten sie, sich mit aller eil in die gegenwer zum allersterksten zu schicken...; so haben wir dis schreiben auch an herzog Ulrichen zu Wurtenberg geschickt und sein fl. G. durch unsern gesandtens berichten lassen, wes bi unsern gesandten zu Regenspurg gesucht und das wirs darfur achten, das es zu trennung der stend geschehe. und dieweil wir vernommen, das gleiche suchung bei Ulm und Augspurg geschehen, haben wir es unserm gesandten, den wir dieser zeit zu Ulme haben, zugeschickt, zu erfahren, ob und was sie doruf geant wort, und, wo noch kein antwurt gefallen, mit inen zu ratschlagen, wes fur antwort zu geben, uf das es gleichformig zugang und kein misshelligkeit gespurt[wurde]; das er auch allen vleis furwenden solle, domit trennung verhuetet pleibe. und haben alsbald, was[wir] fur redliche kriegsleut umb und bei uns bekommen mogen, ufzehalten bevelch gethon.... datum freitags 25. Junii zu 10 uhr vormittag a. 46.» Zettel:(Als dieser brief gefertigt, zeigen uns unsere ge— sandtens, so wir bei dem keiserischen geschickten gehapt, an, der wol sich angezogener antwort nit settigen lassen; zeig an, das er bevelch hab uf endlich antwort zu warten; des wir widder an ein rat bringen werden. so schicken e. fl. G. wir hiebei, wes der hohe meister teutsch ordens an einen commenthur geschribens. datum ut in literis.» 2 Vgl. Nr. 133; das Schreiben Karls vom 17. Juni(Nr. 98) liegt in Abschr. bei. 3 Heinrich von Müllenheim; vgl. Nr. 131. 4 Ulms Antwort an den Kaiser vom 25. Juni gedr. bei Lanz, Korr. d. Kaisers Karl V. Il, S. 505— 507; diejenige von Augsburg vom 26. Juni a. a. O., S. 508. s Sturm und Pfarrer; vgl. Nr. 133 zum 25. Juni. An Wilhelm Knebel von Katzenellnbogen, Hauskomtur zu Weissenburg, vom 14. Juni aus Regensburg(Abschr. in AA 553, f. 16—17 und in Marburg, a. a. CO., f. 136—137; hier fehlt die Anschrift, und(Weissenburg) ist getilgt; Auszug bei Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 131, Anm. 76 und S8. 132, Anm. 80).— Auf dieses Schreiben des Deutschmeisters geht wohl auch die Einladung zu einer Besprechung der Komture wegen des(kriegsgeschrair nach Sipplingen(nw. von Überlingen) auf den 30. Juni zurück, welche Hans Werner von Reischach, Landkomtur der Ballei Elsass und Burgund, an den Strassburger Komtur Siegmund von Eptingen am 21. Juni richtete.(Ausf. in AA 553, f. 189).— Über Eptingen vgl. auch ZGORh. XXVII, 8. 347 und XXXIV, S. 239- 290; er war im Dezember 1545 protestantisch geworden und hatte dem Rate seine Dienste angeboten(vgl. 2 Aufzeichnungen Hans in Str. St. Arch., Thom. Arch. 70). Er führte dann dem Landgrafen ein Fähnlein zu; vgl. Nr. 198. 000000000000 1546. Rüstungen der Schmalkaldener. 163 135. Landgraf Philipp an die XHP. 1546, Juni 25 Kassel. Str. St. Arch., AA 546, f. 65 und 69. Ausf.— Prod. 29. Juni. Bericht Hermanns von der Malsburg; Sachsen rüstet; fragt nach der Zahl ihrer Knechte.— Nachschrift: Bericht aus Wolfenbüttel. Was Herman von der Malspurgs sohn, so ein zeithero am WirZzbergischen hoff gewesen, uns berichtet, das findet ir in en,, nun ist uns vom churfursten zu Sachsen schreiben einkommen, das s. L. den dingen numer auch glauben gibt, und nimt gleich wie wir mit macht reuter und knecht an, erfordert der sechsischen stend pottschaften und kriegsreth. darumb wollet euern rathsfreund und kriegsrath... eilends zu uns senden, auch uns schreiben, wieviel knecht ir uns... verhoffet zuzefertigen und wie pald die in unser obern graveschaft ankommen mugen... Dat. Kassel Juni 46. Nachschrift: Was uns auch vor kuntschaft aus Wolfenbutel zu— komen, daz fienden ir hibei*. datum ut supra. 136. Ratssitzung.(1546, Juni 26. Strassburg.] Str. St. Arch., x. 1546,. 359 4. Aufzeichnung des Stadtschreiber über 9 die Sitzung vom 26. Juni. Anwerbung von Knechten. Anbringen der XIII:«Nun weren etlich, die willig, zu im[dem Landgrafen] hinab zu reiten.. damit sie aber ire cut ufhalten mochten, begeren ir jeder 130 gl.; so sie aber nit gwalt sovill uszugeben haben, so zeig mans vor an. erkant: nichtz zu sparen und nach den knechten, die us Frankrich komen, tracht[en], wie man sie ufhalten mocht. und mit Asmus Becklin handlen, im die 130 gl. zu geben. und ist den hern gwalt gebenz. 135 1 Fast dasselbe an Ulm(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 565) und an Herzog Ulrich(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 20, Nr. 1182; praes. 29. Juni). 2? Brief Hermanns von der e,. an Philipp vom 25. Juni(Or. in Marburg, Arch., Nr. 873; Abschr. in Ulm, a. a. Nr. 566; fehlt in Strassburg): Sein Sohn Otto, der Wilhelm von Grumbachs« ab ist, ist mit einer Beglaubigung Grumbachs zu ihm gekommen und hat ihm von den kaiserlichen Rüstungen und dem Anrücken Bürens melden lassen, desgl. von den Verhandlungen Karls mit W ürttemberg, Strassburg und Herzog Moritz. s Aus Düben vom 21. Juni(Ausf. in Marburg, a. a. CO., Sachsen, E. L.; praes, Kassel 24. Juni). 4 Fehlt ebenfalls in Strassburg; nach den Abschriften in Ulm, a. a. O., Nr. 567 und 568 handelt es sich um 2 Briefe von Bernhard von Mila und Wilhelm von Sehachten an den Landgrafen vom 23. Juni(Ausf. in Marburg, a. a. O., Nr. 1546; praes. Kassel 25. Juni), in welchen sie von W erbungen der Anhänger Herzog Heinrichs von Braunschweig zu Gunsten Bürens berichten. 136 1 Auf Grund von Philipps Schreiben Nr. 10 2 Gleichzeitig wird über ein Ausfuhrverbot von L ebensmitteln beraten und eine Aufnahme der Fruchtbestände in der Stadt durch die XV beschlossen(die in AA 552, f. 106— 108 vorliegt; vgl. dazu auch die Vorschläge Wolf Böcklins und Michel Schwenckers in der Ratssitzung vom 5. Juli zur Lebensmittelversorgung der Stadt a. a. 0. f. 131a und 132b und Ratsprot. 1546, f. 369a; ben. von Holländer, Str. i. 11* 164 1546. Bemühungen um französische Knechte. 137. Die XIII an die Geheimen von Ulm. 1546, Juni 26. [Strassburg.] Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 581. Ausf. Anwerbung von 2 weiteren Fähnlein; Anlage einer Postlinie. Haben ihren Brief[vom 24., Nr. 126]«heut zu eilf uhren vor mittag empfangen und darauf alsbald den vesten Philipsen Knoblauch und dann Wolfen Hochermut, beide hauptleut, besprochen, die zugesagt noch zwei fendlin knecht aufzupringen, den lauf auf Leipen zu machen und das die, furderlichst es imer sein mag, uf den musterplatz komen sollenz Da die Werbung hier sehr gross ist, mussten sie jedem 500 Gulden Laufgeld geben. Bitten ihnen immer Bericht zu senden, wie sie auch tun wollen;«und darmit es desto furderlicher zugon mochte, hetten wir darfur, das gut were ein post zwischen unser und euch zu legen, namblich wir eine bis gon Et lingen und die von Esslingen eine und ir die drits... datum 26. Junii a. 46 hora 6. nachmittag.) 138. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juni 26. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. I39— 140. Ausf.— Praes. Kassel 30. Juni. Rüstungen; die französischen Knechte; Dr. Geiger in die Schweiz geschickt; Ausschreiben nötig. Haben seine Briefe vom 20. und 21. Nr. 105 und 112] erhalten.«Und haben darfur, e. fl. G. haben... nunmer gnugsam verstanden, wahien dise werbung... gemaint ist, also das es disen stenden und, wie wol zu achten, furnemblich wider... den churfursten und e. fl. G. gelten wirdt. derhalben wir alberaid ein merers dann die funfhundert gl., wie e. fl. G. begert, uf kriegsvolk aufgewendt und nun taglich von e. fl. G. warten seind, wohien wir dieselben beschaiden sollen. so haben wir in kuntschaft, das die fran zosischen knecht am harausziehen und iren uf zwolfhundert sein sollen und, wie wir bericht, einander gewont und also geschaffen, das sie vieleicht nutzer dann etwa mer andere. derhalben wir denselben under augen geschickt, zu Schm. Kr., 8. 263— 27); ferner wird ein Beschluss gegen das Ausführen von Kleinodien und Geld, besonders wegen der Geistlichkeit, gefasst und bedacht, wie man sich verhalten solle, die weil ein frei burgrecht hie und sich jetzo in der gefar jeman von der stat thon wolt»(Ratsprot. 16546, f. 358; vgl. Holländer, a. a. O., S.. Aus diesen Tagen stammt auch eine Aufzeichnung von der Hand M. Pfarrers(in AA 553, f. 39), in welcher er Aussagen über die kaiserlichen Rüstungen festhielt, die z.T. auf die Mitteilungen Friedrich von Honburgs(vgl. Nr. 120) zurückzugehen scheinen. 137 1 Der Brief muss schon am 28. Juni in Ulm gewesen sein, denn«zu 5 uren nach mitag» schreiben die dortigen Augsburger Gesandten an ihren Rat:«Straspurg, wie si schreiben, haben schon drei fenlein»,(Ausf. in Augsburg, Arch., Liter. 1546). 2 Den Hauptleuten wurde ein offener Empfehlungsbrief mitgegeben(Entw. in AA 552, f. 74). s Schon am 19. Juni hatten die Gesandten Strassburgs in Regensburg zusammen mit den hessischen und sächsischen Räten Ulm bitten lassen, eine Post durch Württemberg und die Pfalz zum Landgrafen zu legen(Brief der Ulmer Gesandten aus Regensburg vom 19. Juni; Ausf. in Ulm, a. a. O., Nr. 495). / w mm mmm 1546. Die Eidgenossen und Frankreich. 165 underston mit etwas gelts zu vermogen e. fl. G. zuzeziehen. darumben 6. fl. G. zu denselben mochten furderlich schicken, mit inen handeln und, wo e. fl. G. die hien haben wolten, zu beschaiden. im fall aber und dieselben bei uns hieoben ankomen wurden, so woll e. fl. G. uns furderlich verstendigen, wohien wir inen dise knecht beschaiden lassen sollen. So haben wir doctor] Ulrich Geiger! hienauf zu den Aidgnossen gefertigt, bei sondern personen und sonsten zu erfaren, wes sich zu den zu versehen sein mag, wiewol wir deshalben ein kleine hoffnung haben. Dweil uns auch anlangt, das die kei. Mt. willens ein ausschreiben zu thun, als ob sie dise rustung nit der religion halben, sonder et liche ungehorsame zu straffen furhob, so hetten wir darfur, das von noten sein wollt, das der churfurst und e. fl. G. sich mit einem gegenusschreiben gefast, darin angezeigt, welchermassen sollichs uber gegebne und zugesagte fridstend begegne und allein ein vorberaitung seie des concilii; so man mit uns uf ein ort kome, man danach leichltllich gegen andern gleiche ungehorsame furnemen moge und sie dahien zu halten, des conciliſi erkant nus zu gehorsamen... Dat. 26. Juni 46. 139. Bürgermeister Adelberg Meiger und die XIII von Basel an die XIII. 1546, Juni 26. Basel. Str. St. Arch., AA 555, f. 39 und 41. Ausf.— Auf der Anschr.:« Cito».— Empf. Mo. 28. Juni; prod. Di. 29. Juni. Missstimmung der 5 Orte gegen Frankreich; Forderung des Kaisers an Nürnberg und Strassburg; Stimmung in Italien.— Nachschrift: Rüstungen des Landgrafen und Fürstenbergs. Die 5 Orte haben ihnen«an dato geschribeni..., wie si ab dem, das die kron Frankrich das fridengelt und jarpension, uf liechtmess[Februar 2] nechst verschinen gefallen, ze bezalen bitzhar verzogen, ein treffenlichs misfallens tragend; wellend ouch solchen verzug kunftig nit me liden und ir bottschaft zum könnig schicken, ob die sumnis an siner Mt. sie, erfaren und, das si furter nit me also warten, ime sagen lassen. das zeigen si uns an, ob wir mit inen ein bottschaft schicken, das wir uns dessen uf jetzigen tag der jarrechnung Baden? entschliessen mögend etc. wir sind ouch hieneben verstendiget, das etliche vermeint,... das si, die funf ort, dem konnig... die vereinigung glich ufsagen solten etc. darbi wir wol abnemmen mögen, das gedachte des keiserss und bapsts bottschaften dise und andere ding bi den funf orten practiciert, damit si nit allein gegen den könnig unwillen machen, sonder auch in unser Eidgnoschaft unrath anrichten möchten.“ Senden Zeitungen«us Saffoy von glaubwirdigen luten. r Hören, dass 138 1 Die Ausf. ihrer Beglaubigung für Geiger bei Bernhard Meyer, Bannerherrn von Basel, vom 26. Juni liegt in Basel, Arch., Kirchenakten AS, f. 62; Geigers Name ist unleserlich gemacht. Die XIII stellen es darin Meyer anheim, ob Geiger sein Anbringen aueh den geheimen Räten von Basel vortragen soll; vgl. auch Nr. 146. 139 1 Am 22. Juni; vgl. Ridgen. Absch. IV. 1d, 8. 622- 624. 2 Vom 5. Juli. 3 Gemeint ist der Bischof von Lund und Konstanz. a. a. O., f. 40: über die Rüstungen in Italien. 166 1546. Italienische Rüstungen gegen Deutschland. der Kaiser bei Nürnberg und Strassburg(umb die kei. schatzung des zehendens, so im zu ingang sines keiserthumbs gelifert worden sin solte, ersucht, doch an beden orten also antwurt funden, deren ir Mt. nit möge gesettigt git.) An hut dato zu dem imbis ist ein italianischer herr hie gsin, aber glich nach dem imbismol verritten; der hat sich gegen vertruwten lutten hören lan, das ganz Italien und Römer land in rüstung und uf siend; und sie die ganze sag und geschrei bi inen: wider Tutschland, wider Tutschland; das man ouch der Hispangeren alle stund zu Gennow warte. und werde alles uber die protestierenden und ires gloubens gnossen gon. Werden weitere Kundschaft in Italien machen. Bitten um Mitteilungen. Sind damit einverstanden, dass künftig«ein jede stat ire botten selbs besoldete... datum ilends sambstags den 26. tag Junii a. 46 die vierte stund nach mittag.» Nachschrift:(Post scripta langt uns an, wie... der landgraff den huffen knecht, so der Franzos wider Engelland gebrucht, in siner G. dienst... gepracht hab; das ouch graff Wilham in rustung und gewerb sin solle.» 140. Der Rat von Frankfurt an den Rat. 1546, Juni 26. Frankfurt.] Str. St. Arch., AA 544, f. 6—10. Ausf. Lect. Mi. 30. Juni. Ben. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 28, Anm. 3, S. 30, Anm. 7 und 8. 31. Haben Warnung, dass der Kaiser zunächst Frankfurt nehmen will; bitten um Hilfe; Trennung der Stände. Zettel: Bitte, die Gesandten in Ulm an zuweisen. .. Wie geschwind und sorglich sich die leufd der unversehenen kriegsrustung halben, so itzund allenthalben vor augen, erzaigen, das haben wir aus e. L. schreiben! und dapei uberschickten schriften und dan auch aus zweien schreiben, die uns unser... ratsfreund Ort zum Jungen von Regenspurg derwegen gethanz, und sonst von andern mehr orten nit mit wenig verwunderung und beschwerden vernomen. und konnen e. L. als unsern besonder lieben und guten freunden nit verhalten, das uns uber das noch weiter an— langt, wie das viel kriegsvolks..., so kurzverschiener tag hien und wider umb Menz... besprochen, in das Land zu Franken uf ainen benanten musterplatz beschaiden sein soll. zu diesem allen lasst uns ain person des gravenstands, bei dern wir uns alles guten versehen,... warnen, wie seinen G.... zukomen, das der kai. Mt. entlich furnemen sein soll, iren zug den nechsten den Main herab... Frankfurt zu zu nemen und also die oberlendische und sachsische sbend der augspurgischen confession und christ— lichen ainigung durch einnemung dises pass von einander zu trennen; und damit die hauptleut zum anfang desto fraidiger, baissiger und williger werden, so hab die kai. Mt. sie vertrostet inen... Frankfurt preis zu geben.... das auch schon funf tausent pferd, deren der herr von Beuren 4000 und der grave von Riepurgz 1000 furen,... im anzug seien... uf Frankfurt zu;... und ist also der erschrecklichen zeitungen von stund zu stund kein ufhoren. 140 1 Fehlt; vgl. Nr. 122, Anm. 14. 2 Vom 16. Juni(vgl. Nr. 128, Anm. 3) und vom 20. Juni(Entw. in Frankkurt. Arch., Reichssachen II, Nr. 1022; erw. von Collischonn, a. a. CO., S. 30, Anm. 4). 3 Graf Otto von Riedberg. 1546. Bedrohung Frankfurts; Frankreich für die Schmalkaldener. 167 Da mit Frankfurt alle Konfessionsverwandten bedroht sind, so bitten sie um Strassburgs Rat und Hilfe.«Und nachdem aus den reden, so... Granvell und Naves mit e. L. und anderer erbarn stett gesandten gehabt*, zu vermerken, das zwischen disen stenden trennung zu machen gesucht wirdt, darzu wir unsers teils... kainswegs gewillt... sind, so pitten wir... uns bei disem potten auch zu berichten, wes e. L. iren gesandten dises puncten halben fur bevelh zuzeschicken bedacht seien, uns darnach auch haben zu richten... datum in eil sambst ags den 26. Junii a. etc. 46.» Zettel: Schreiben ebenso an Ulm®,«solchs an gemaine versamblung, so daselbst sein wirdt, gelangen zu lassen. Strassburg möge seinen dortigen Gesandten befehlen,«was si uns und der ganzen sachen zu gutem von wegen e. L. helfen raten, handlen und schliessen sollen; dan die ding aller eil bedurfen... 141. Georg von Reckenroth an Dr. Ulrich Chelius. 1546, Juni 26. Moulins. Str. St. Arch., Thom. Arch. 22, 2. Aus. Franz J. sucht den Papst und andere dem Kaiser abspenstig zu machen; will protestantische Verhandlungen auch in England fördern; Reckenroths Hauptleute. Ist gestern zu Franz I.[«seinem herny gekommen und hat sich durch den Admiral beim König melden lassen.(Darauf mich mein her alsobald in seine kammer erfordert, darinnen ich inen und den hern Bassefontena, welcher mit mir von meines hern wegen zu Frankfurt gewesen, bei einander funden. und sobald mein her meiner sichtig worden, hat er mich empfangen und... neue zeitung begert. unter anderm ich ime des keisers vorhabende zuge wider teutsche nation, doch nicht vor gewiss..., hab angezeigt und inen darneben gepetten, wo dem also, er wolle der Teutschen heil auch zum besten betrachten in ansehung, das der her Bassefontena und ich die prote— stirende chur- und fursten, send und stett ime ganz gneigt und wol bewogen befunden hetten. uf welchs er mir mit diesen worten geantwurtbet: ha, ha, ha; und darneben gesagt: deine zeitungen seind war; dan gegenwurtiger Bassefontena itzo von Regenspurg uf der post zu mir kommen? und mir solches auch vermeldet. sagen dir derhalben der teutschen nation zum besten bei edelmans glauben zu, das ich mir diese sachen hart angelegen... wil sein lassen. hat sich demnoch weiter jegen mir vernemen lassen, das er gewissen bericht hab, das der babst uf des keisers begern ime zu diesem seinem vor— nemen.... 12000 man zuschicken, dieselbigen jar und tag erhalten und besolden wolle. und in gleichem auch der herzog von Ferrar, die Venetianer K s Mit geringen Anderungen(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 579). Die in Ulm versammelten Gesandten antworteten am 2. Juli beruhigend: Strassburg werde sie schon von dem nach Frankfurt auf den 27. Juli angesetzten Tag[vgl. Nr. 142, Anm. 4] verständigt haben; erwarten ihre Ratsbotschaft in Ulm.(Ausf. in Frankfurt, a, a. CO.). 141 1 Auf der Anschr. ist bemerkt:(Seines abwesens in die canzlei zu Strass purg zu lievern und zu erprecheny.— Am 27. schrieb er fast wörtlich dasselbe an den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen(Ausf. in Marburg, Arch., Ur. 1839, f. 9—- 10; praes. Kassel 9. Juli; ben. von Lenz, Briefw. II, 8. 465). 3 Vgl. Nr. 127. . · — //. 168 1546. Verhandlungen Frankreichs mit dem Papst und mit England. und die Schweitzer örter, so noch papistisch sein, uf solch des keisers anzeigung und heftige bewegung auch hulf wieder die protestirende der religion halben bewilligt... haben sollen. dieweil dem nun also, hat... mein her dem babst alsobald geschrieben und seinen obersten secretarium Laubehins, obberurts hern Bassefontene bruder, mit solcher schriften und weiterm bevelch abgevertigt, darinnen er den babst dermassen ermanet, warnet und bit, das er des keisers vorpringen ja kein glauben geben, noch einige hulf wieder die teutsche nation schicken oder verwilligen wolte. dan solch des keisers vornemen nicht dahin gerichtet seie, das er die protestirende der religion halben uberziehen, sonder viel mer den Teutschen ire freiheit nemen, sie ime gleich seinen erblendern machen und endlich unter seinen gewalt und jog pringen wolt, damit er darnoch seinen gewalt jegen andern desto besser prauchen und volnziehen kund. darumb sie im, dem babst, und allen andern potentaten solchs herzlich zu betrachten wol von nöten und sich zu solchem des keisers vorhabendel n] werk nicht bewegen lassen,... sonder sein, des babsts, und anderer potentaten selbst schaden und nochtheil, so inen daraus entstehen mag, erwegen. demnoch seie er zweifels frei, do er, der babst, dem keiser uf sein unpillichs anzeigen schon hulf verwilligt hette, er werde das mit eheren wol abschlagen konnen und sich aus erzelten ursachen zu keiner hulf bewegen lassen. In gleichem Sinne will der König auch an den Herzog von Ferrara, die Venetianer und die katholischen Eidgenossen schreiben.(Vermeint auch gerathen und gut sein, das die stend den konig von Engelland derhalben auch ersuchten, das er sich keiner hulf dem keiser zu gutem bewilliget. dan er wolle obberurten sein admiral etzlicher artickel halben zum Engellender in einer kurz abfertigen und ime darneben bevelch geben, wo die protestirenden einen gesandten beim Engellender derhalben haben und solchs dem admiral zu verstehen geben, so sol er alsdan von oftberurts hern wegen, dieweil er damit von stenden das anzuzeigen ursachen hat, auch zum besten verwendens... welches alles ich euch als meinem guten freund nicht hab verhalten wollen; und bit, ir wollend solchs den hern der stat Strasspurg, den es pillig zu wissen gepurt, von meinetwegen anzeigen und inen darneben vermelden, das ich Hans Hessen, iren mitburger, itzo meinen hauptman, dahin geschickt, auch Peter Leten, meinen hauptman, so itzo zu Strasspurg ist, geschrieben und inen beiden bevolhen, das sie sich von den hern zu Strasspurg geprauchen lassen.... dem vatterland zu gutem... und bin, ob got wil, selbst in willens zu errettung des vat terlands mich bald hienaus zu begeben.» Bittet ihm Zeitungen und Briefe an den Hof zu senden.(datum Mulin den 26. tag Junii a. etc. 46.) 142. Der Strasshurger Gesandte in Um, Ulman Böcklin, an die XIII. 1546, Juni 27. [Ulm.] Str. St. Arch., AA 550, f. 1 u. 20. Ausf.— Prod. 30. Juni. Ankunft in Um; Beschluss, die feindlichen Musterplätze in Um nicht anzugreifen; sendet Abschriften.— Nachschrift: Sollen Brief an Frankfurt besorgen. .. Demnach ir... mich alher geen Ulm... abgfertigt, bin ich gestern samstags umb zehen uren alda ankommen; und haben gleichs zu zwelf uren 3 Claude de l’Aubespine; über sein Anbringen beim Papst vgl. Nuntiaturber. IX, 8. 107, Anm. 1. Vgl. darüber State papers XI, S. 238. Bis hierher mit dem Brief an den Landgrafen(vgl. Anm. 1) übereinstimmend. w m, NEN———— 1 1546. Verhandlungen auf dem Tag zu Ulm. 169 etliche würtembergische und der stett verordnete usschütz mich... erfordren lassen, bei denen ich erschinnen. hab aber zuvor bei den augspurgischen gsandten, die acht tag, wie sie anzeigten, vor mir ankommen gwest,... irer gepflegnen handlungen... bericht begert... und von denselben zu bericht empfangen, das... beschlossen were(dieweil gewisse kuntschaft vorhanden, das der kei. Mt. kriegsristung wider dise stend geen wurde), das man sich zum fürderlichsten zur gegenwer... gfast machen, auch daran keinen kosten sparen solte. wiewol wir nun sollichem nach im usschutz red ghapt, welchermassen Würtemberg, Augspurg und Ulm in kei. Mt. musterbletz fallen und derselben kriegsvolk als gardenknecht, die noch nit gschworen hetten, zerstören und schlagen möchten, ist es doch bei hievor bemeltem beschluss blibben.) Sendet Abschriften vom Brief des Landgrafen(A),«so... Ulm uf dato zukommen und sie uns, den gsandten, samt einer copei mit Bz.. fürbracht haben», von der Antwort Herzog Ulrichs auf die kaiserliche Werbung(C)3, von der Antwort der Gesandten an den Landgrafen(D); und von dem Ausschreiben an die Städte(E)s. Wird weiter melden.(Datum in eil sontags den 27. Junii a. etc. 46.55 Nachschrift:(Post dato haben die herren diser statt Ulm mir beigelegten Brief an... Frankfurt geben und begert, das ir... denselbigen fürderlich bei eigner bottschaft in gmeiner sbend kosten daselbsthin verschaffen wolten. r 1428 1 Vgl. Nr. 118, Anm. 3. 2 Es ist der Bericht der hessischen Räte aus Regensburg vom 18. Juni; vgl. 2. 4. O., Anm. 2, 3 Vgl. Nr. 122, Anm. 9. Vom 27. Juni(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 872, f. S- 10; praes. Kassel 1. Juli; Abschr. in AA 550, f. 12— 14; ben. von Lenz, Kriegführung, 8. 435, Anm. I): Die Einungsverwandten sind in ihren Rüstungen hinter dem Kaiser noch weit zurück; können die Kriegsräte nicht senden; schlagen ihm eine allgemeine Tagung auf den 27. Juli nach Frankfurt vor; haben durch Konstanz, Lindau und Chur Verhandlungen mit den Eidgenossen und Graubünden angeknüpft und wollen den Tag zu Baden am 5. Juli selbst beschicken; der erste Angriff gilt sicher dem Oberland; der Landgraf soll daher mit seinem Kriegs volk heraufaiehen; feindliches Geschütz wird aus Tirol herangeführt; unmöglich, den Doppelmonat nach Frankfurt abzuführen, da er hier dringend gebraucht wird; ihre Gesandten sind aus Regensburg insgeheim abzuberufen.— Auf einem Zettel teilen sie noch mit, dass sie das Unternehmen gegen die Musterplätze infolge Einspruchs des Herzogs Ulrich als verfrüht aufgegeben haben.— In seiner Antwort vom 1. Juli aus Kreuzburg(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXII, Nr. 628), die am 5. Juli in Um eintrat, erklärt Philipp den Tag nach Frankfurt für viel zu spät angesetzt; er dringt auf die Entsendung von Kriegsräten und Erlegung wenigstens eines Doppelmonats, da auch ein Angriff von Norden gegen ihn droht; er hatte mit dem Anschlag auf die Muster plätze gerechnet. s Fust. vom 27. Juni in AA 550, f. 5— 16; Auszug bei Egelhaaf, Archiv. Beiträge z. Gesch. d. Schm. Kr., Nr. 2.— Bei dieser Gelegenheit wurde auch das von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., 8. 166- 166, IV abgedr. Verzeichnis der protestant. Stände aufgestellt (Abschr. in AA 550, f. 95— 99. ———— 170 1546. Verhandlungen auf dem Tag zu Ulm. 143. Der Strassburger Gesandte in Ulm, Ulman Böcklin, an die XIII. 1546, Juni 27. Ulm. Str. St. Arch., AA 550, f. 2— J. Or.— Prod. 30. Juni. Hier alles willig; Werbungen; Antwort an den Kaiser; Kundschaft aus Trient; Gesandtschaft an die Schweizer.— Zettel: Kundschaft nicht mehr nötig; braucht eine andere Rüstung. C.. Uwer schriben..., des tato stott mittwoch den 23. Juniil, hab ich uf samstag den 26. gegen oben umb 7 uren sambt ein brief, so an Michel Hanen stott, entpfangen. hab ouch uwerm schriben noch denselben burgermeister Jerg Besserſer] zu iberschicken geben, darneben den gesanten herzog Ulrichen, ouch den andern im usschüs anzeigt uwer... begern, so dieselben die iren abfordern wirden, das dan Michel Hanen nit solt vergess werden. des sie zu thun bewilligt haben.“ Es haben ir... ouch geschriben, wie ir vermerken, das dürch die kei. Mt. bi etlichen stenden bratica gesücht werden, domit drenung gemacht werden mocht. so kan ich kein bratica vormerken, dan das firsten und jederman der verstendnis wilig ist an dise handlungen zu henken, was im got verlühen hat... es hat herzog Ulrich, als sin rett... allhie gesagt, 18 houbtlitt knecht zu bewerben usgesendt; so bewirbt man sich allenthalben. Uf hitt tato umb 6 uren gegen oben hab ich uwer schriben*, darin ir begeren uch zu versbtendigen, was[antwort] die von Ulm und Ougspürg der kei. Mt... botschaft uf ir werbungen geben haben. schick uch derselben einer kopeien zu; 3 die ander mir in der ill jet? nit werden megen, ist aber vast alls eins inhalts. es ist uf hitt tato ouch ein kulndschaft von Dryent ankomenz.. es ist ouch bi uns vir gutt angesehen worden, ein bottschaft nüf in die Eigeneschaft zu schicken, als sie in kirz ein versamlungstag werden haben, sie ouch disen stenden umb besoldungen zu dienens. ob dan gutt wer, bi denen von Bosel ein vorbereitung... zu machen, domit die sachen ge— lirdert, stell ich zu uwer G. gutem bedenken... datum Ulm u sondag den 27. Junii gegen oben umb 9 uren a. 46.— Zettel:(Es würt bi uns nunmer zu handeln nit von noten; dan unser aller was erstlich der befelch, wie der sachen zu begegen und zu erforen, kondschaft machen. diewil aber die kondschaft nunmer genugsam am tag, also das dises werk in der oberhoubtlitt befeleh und regirung ston wurdt, hett ich dovir, solt numer beser sin, ich schickt mich in ander ristung; dann ich kein ring harnist bi mir hab. dan ich acht, diser handel[sich] in die leng erstrocken werd.“ Bittet um Antwort. 143 1 Vgl. Nr. 121, Anm. 8. Vgl. Nr. 125, Zettel. 3 Vgl. Nr. 134, Anm. 4; die Abschr. von Ulms Antwort vom 25. Juni legt er bei (AA 550, f. 17- 19. * Sie stammt von Albertus Ortner aus Memmingen, wie Memmingen den Gesandten in Um am 27. Juni mitteilt(Ausf. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXI. 588) und enthält die Nachrichten, die er auf einer Reise vom 17. bis 27. Juni in Innsbruck, Trient, Neumarkt und Bozen von den kaiserlichen Plänen und Rüstungen und den Bewegungen seiner Truppen gesammelt hat(Abschriften in AA 550, f. 29- 32 und z. B. in Ulm, a. a. O., XRXXIVp, Nr. 1475 und in Marburg, Arch., Nr. 872, f. 26 –- 32; eine Stelle gedr. bei Heyd, Herzog Ulrich III, 8. 365, Anm. 99. 5 Zu ergänzen etwa:«zu bitten.» 1546. Kriegsvorbereitungen Kursachsens und Hessens. 171 144. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juni 27. Kassel. Str. St. Arch., AA 546, f. 79—80. Ausf. und 70—71(Nachschrift) und 115(Zettel) Prod. 2. Juli. Erw. von Baumgarten, Z. Gesch. d. Schm. Kr., S. 38, Anm. 2, NVachschrift und Zettel gedr. von Rommel, Gesch. von Hessen, L.-B., S. I56- I38. Krieg; er und Kursachsen rüsten; Nachschrift: Der Feind sucht Trennung; Feinde in Pattensen; Ausschreiben; Frankreich; England; Dänemark; Pfalz; die französischen und englischen Knechte. Zettel: Hat wegen der englischen Knechte an Bremen und Hamburg geschrieben. Antwort auf Nr. 95. Sie werden aus seinen Briefen,«auch sonst von andern orten gnugsam vernomen haben, auch aus den kuntschaften..., so uberschicken!, noch weiter vernehmen, das die sachen... wir euch itzo... und das nichts gewissers, dann das der numehr gar viel anders gelegen... churfurst zu Sachsen und wir neben euch und den andern unsern mitver— wandten stenden den krig und uberzug vor uns haben. darumb auch wir, diese stende, anders zur sachen thun und nicht noch der mass handlen mussen, sovern wir anders bei gottes wort..., auch bei leib und gut und teutscher freiheit? pleiben wollen; sonder ir wollet, inmassen wir euch geschriebens, den lauf von knechten auf unsere obergraveschaft ziehen lassen, euern kriegs= rathe und gesandte... heraberschicken, auch... zwen doppelte monat gegen Frankfurt erlegen, dieweil die noth und eben solchs vor augen, des wir uns lengst besorgt und davon wir vor langem.- er Jacob Sturmen* gesagt und hicbevor ime und dem Bucero ein lange schrift gethann habens. Was wir aber verordent haben von reutern und knechten... anzunemen, das werdet ir hirneben... findens. so hat der churfurst zu Sachsen auch zwen lauf von Knechten vorordent, lest auch reuter bewerben, wiewol s. L. die rechte und warhaftige kundschaft(der zeit, als s. L. uns solchs geschrieben) noch nicht entpfangen, aber ungezweifelt numehr entpfangen haben und 144 1 Sie bestehen aus 1. einem Schreiben Ulms an Philipp vom 22. Juni(Aust. in Marburg, Arch., Stadt Ulm; praes. Kassel 26. Juni«in der nacht y; Abschr. AA 546, f. 74—77): Anbringen Schwendis; der erste Angriff gilt dem Oberland, bes. Augsburg; Sendung in die Schweiz: Bitte um die Hilfe Philipps und ihrerseits Treuegelöbnis für ihn; die oberländischen Musterplätze sind in Göppingen, Burtenbach und Leipheim; Anlage von Postlinien; ihre Rüstung durch die rechtzeitige Werbung des Gegners erschwert.— Zum Briefe Ulms gehört folgende Beilage, die der Landgraf Str ssburg mitschickt: Mitteilung Kemp— tens an seine Ulmer Gesandten vom 21. Juni(Ausf. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXL Nr. 510; Abschr. AA 550, f. 56) über Geschütztransporte in Tirol.— 2. dem Briefe Schertlins an den Landgrafen vom 22. Juni(Burtenbach; Or. in Marburg, Arch., Nr. 840, f. 122— 123; praes. Kassel 25. Juni(in der nacht»; Abschr. AA 550, f. 57—58; ein Stück bei Mentz, Handschriftenproben, Tafel 50): Schreibt über die durch den Gegner erschwerten Rüstungen; dringende Bitte um die Hilfe Philipps. Dazu als Beilage der ebenfalls von Philipp an Strassburg übersandte— Brief von Georg Frölich an Schertlin (Abschr. AA 550, f. 59; gedr. bei Lenz, Briefw. III, S. 522 523). freiheit» ist Zusatz im Entw.(in Marburg, Arch., 2 qauch‘. Stadt Strassburg 1546,. 121—126). 3 In Nr. 118 und 129. 4«er Jacob Sturmen» Zusatz im Entw.(s. Anm. 2). s Gemeint ist sein Schreiben vom 9. Sept. 1545; gedr. bei Lenz, a. a. O. 362—369. 6«Verzeichnus der bestelten reuter und knecht»(in AA 550, f. 54—55, auch in Ulm, a. a. O., XXXIV a; Nr. 1429 B. II,& | IM 172 1546. Ausschreiben Kursachsens und Hessens. alles thun wirdt, was von nothen sein will. desgleichen dann herzog Ulrich zu Wurtenberg und die andern oberlendische stette auch wol zun sachen. thun... Dat. Kassel 27. Juni 46.— Nach schrift:«Post scripta ist uns euer schreiben, wilchs den 23... gegeben[(Nr. 122], zukommen. und bedanken uns euers guten willens... und was ir uns zugeschickt, haben wir mehrernteils bereits... ent pfangen. und ist nichts gewissers, das sie, die widerteil, suchen, dann trenung under uns, den stenden, zu machen und unser religion zu vortilgen, wie ihr hieneben aus dem extract unsers canzlers schreibens?, was herzog Moritz zu ime gesagt hat, vernemen werdet. Wir lassen reuter und knecht sovil annemen, als wir bekommen mogen. und so wir sie alle bekommen, wirdt irer dannost ein guter hauf. 62 auch nochmals die knecht uf unser obergraveschaft... ſaufen zu lassen, desgleichen euern krigsrath und noch ein geschickten menschen kurderlich zu schicken... Marggraff Hansen von Brandenburgs, herzog Erichs von Braunschweigs und herzog Albrechts von Meckelnburg sohns halben wird nichts helfen, wann sie schon lang erinnert[werden]... wir haben aber... dem churfursten zu Brandenburg geschrieben, sovill ime moglich,... verhinderung ze thuns. Wir haben zeitung, das mitwochens und donnerstags nach visitationis Marie[7. und 8. Juli] reuter und knecht zu Pattensehe in herzog Erichs land... sich versamblen sollen, wie wir euch... hieneben... copeien⸗ zuschicken. wann nun die zachsischen stette, als wir hoffen, darzu... helfen wollen, hoffen wir,[wir] wollen irer in der eil weniger machen. wir feiern auch nit, was wir konnen, dem jegenteil mit abspannen, abbrechen und niderwerfen... sparen auch kein gelt. Gedenken uns von euch und den andern unsern mitverwandten nicht zu sondern, sondern leib und gut bei inen ufzusetzen. dieweil aber gelt zu solchen dingen gehoren will, begeren wir, inmassen wir geschrieben, das ihr furderlich zwen duppelmonat gegen Frankfurt er legt. Euer bedenken des ausschreibens halben gefeſt uns woll; haben zuvor dem churfursten darumb geschrieben!®, das er doctor Brucken und Philippui m eins wollt stellen lassen ufs kurzste. Frankreichs halben haben wir euch bereits geschrieben!!, das wir vor gut ansehen, das ihr ein bottschaft dahin thutt. Engellands halben stehen wir mit dem churfursten in handlung. Denmark haben wir bereits zwen, drei oder vier brief geschrieben. wann Pfalz wolt vest pleiben, wie wir hoffen, doran wolt vill gelegen sein. diesen brate en haben wir lange gerochen. und wollen euch in kurzer zeit unser be7 Schreiben von Günderrode vom 2 Juni aus Regensburg(Or. in Marburg, Arch., Nr. 856, f. 220-221; Abschr. AA 546, f. 78): Moritz hat ihm gestern gesagt, er sei 2 Stunden beim Kaiser gewesen; der Zug gehe gegen Sachsen und Hessen; doch ist der Kaiser auf den Landgrafen«nicht S0 gar hart verbittert»; bietet seine Vermittlung an. 8 Am 27. Juni(Entw. in Marburg, Arch., Nr. 1468). Nämlich eines Briefes von Gunzel von Grona an Berthold von Viermunden vom 25. Juni(Or, in Marburg, Arch., Nr. 873; praes Kassel 27. Juni; Abschr. AA 546, f. 72) und einer(kundschaft, wo die reuter sollen zusamen komen und wann, vom 27. Juni (in Marburg, a. a. 0.; Abschr. a. a. O., f. 73). 1 Am 22. und 25. Juni E ntw. in Marburg, Arch., Sachsen, E. L);— darauf stellte der Kurfürst am 28. Juni«einen ungeverlichen begriff eins ausschreibens» durch Bruck und«ein seuberliche adhortation an das gemeine christliche volk lateinisch und deutzsch» durch Melanchthon in Aussicht(Zur Eich; Ausf. a. a. O.; praes. Kassel 1. Juli). n In Nr. 118 und 129. 1546. Anwerbung französischer u. englischer Knechte f. d. Schmalkaldener. 173 denken schreiben, wie sich in die sach zu schicken!?. es wer sehr gutt, das ihr nach den franzosischen und engellendischen knechten drachtetet und Jorgen von Reckrodt diese beschwerung anzaigtet und etlich gelt zuschicktet, das er di knecht herausfurte; dann wir die engellendische knecht zu uns nicht bringen konnen, weil sie durch des keisers land mussen, es sei dann, das ihr sie durch Frankrich bringet. so wer auch nicht ungut, das ihr ein zifferalphabetis mechtet und uns... zuschicktet... wir haben die post bis gen Darmbstat verordent; darumb wer gut, das ihr sie furter bis zu euch legtet.» Zettel:«Wir haben uff euer bedenken, die Engellendtschen nicht aus handen zu lassen, denen von Bremen und Hampurg geschrieben, das sie zu wasser von stund mit gelt nach Churt Pfennigen schicken und handeln wolten, das sie diesen stenden dieselben knecht an sich erlangten'*, datum ut in literis.) 145. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juni 28. Kassel. Str. Arch., AA 546, f. SI und S7. Ausf.— Prod. 1. und 2. Juli. — eines Kriegsplans.— Nachsechrift: In der Eile hat er den Brief nicht unterschrieben. Sendet Abschrift seines Schreibens vom 26. Juni an die Oberländer). Sollen es«bei euch in hochster geheim halten, demselbigen nachdenken, uf das euer kriegsrath und bottschaft..., wan sie zu uns komen, sich mit uns weiter mugen... vergleichen...„pat' Kassel 28. Juni 46. Nachschriftz: Seine Unterschrift ist«aus unserm eilenden abreiten verpliben; wir haben aber unserm vertrauten camersecretario euch also ze schreiben bepholen.“ 146. Vorbringen eines Strassburger Gesandten Dr. Ulrich Geigers vor den XIII von Basel. 1546, Juni 28. Basel. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 63- 64. Anbringen Sehwendis in Strassburg; Massnahmen der Schmalkaldener; Bitte, sich über die Haltung der evangelischen Orte zu erkundigen; Antwort Basels auf das Vorbringen. Letzten Montag[28. Juni] ist ein Gesandter der XIII von Strassburg nach Basel gekommen«mit credenz an sondere personen, domit er nit person22— Nr. 145. 3 Befindet sich jetzt in Marburg, Arch., Nr. 922 und Stadt Strassburg 1546, Nachtr. 14 Vgl. dazu Kannengiesser, Karl V. und Büren, S8. 1653, Anm. 160. 145 1 Gerichtet an Herzog Ulrich von W ürttemberg, an Ulm, Augsburg und die Gesandten der oberländischen Städte i in Ulm(Abschr. in AA 546, f. 82—86; gedr. von Rom—— Gesch. von Hessen, U.-B., S. 131–- 136; ben. von Kannengiesser, Karl V. und Büren, 8. 32 und 143, Anm. 136); der Brief enthält den Vorschlag zu einem Kriegsplan. 2 Von der Hand Bings. 145 1 Vgl. Nr. 138, Anm. 1 und die Mitteilung der XIII in der Ratssitzung vom 28. Juni, dass sie einen abgetertigt hätten, um in der Schweiz und in Frankreich Erfahrung zu haben 9 1546, f. 360. Aus dem Briefe des Baseler Bannerherrn Bernhard Meyers an seinen Rat vom Juli; Meyer machte am 3. Juli als Gesandter Basels diese Mitteilungen vor dem 174 1546. Anbringen Strassburgs in Basel. lich vor den herren bedorft erschinen». Der hat über die Praktik des Kaisers und seine Sendung eines Adeligen nach Strassburg berichtet, welcher habe durchblicken lassen,«das disser anzug uber niemanden gon wurd dan uber Sachsen und Hessen.» Auch hat der Strassburger Gesandte mitgeteilt, dem Landgrafen seien 3 Posten niedergelegt worden«und noch uf 9t ag nüt dorumb gewusst; jedoch sig er in steter rustong.» Er berichtet ferner über die Haltung Herzog Ulrichs und des Pfalzgrafen, über die Musterplätze und anderes. C.. Diewil nün des keiserss und sine bose pratick sich hiemit ins werk mit eim solchen ungversechenlichen ufbruch ziechen wollt, des sich niemans versechen, sonders sich siner gutten wort und zusagens erhalten etc.,) so sei er abgefertigt worden mit dem Begehren, die XIII von Basel möchten«in geheim erfaren, so sich die nott zutriege, wess sich doch ein statt Strasbſurg] geglen] Bern, Zurich, Schaffhussen, irer regelion[!] verwanten, getrosten mochten etc. zum andern ob si knecht in ir statt noturftig weren, wolten si vil lieber ein som Eignossen han dan ire lands[l] von wegen des erbaren wandels etc. zum dritten diewil der ufbruch so ungversechen, ihnen ihren guten Rat mitzuteilen. Ir erhielt die Antwort, die XIII von Basel seien überzeugt, dass Bern usw. ihnen nach Kräften Fürschub tun würden; doch wollten sie bei Bern im Geheimen anfragen. Betreffs der Knechte«haben si gutt wissen, wie win Eignossen mit einander der regelion II 3tond, das des orts ein ufbruch nit lichtlich ze machen, sonder muest vorhin anderwert angereist werden etc.» Zum dritten Punkt meinen sie,«das kein besser weg wer, domit all Eignossen zu beschirmung irs vatterlanſd]s, ouch gemeiner dudschen nacion und friheit, das si uf dissen tag zu Baden von chur-, fursten und stenden ein gemine botschaft schickten, doselbs erzalten die zusagen des keisers, ouch sine bosen pratick und list und das das allein reicht zu einer monarchi und underdrucken des dudschen lands, ouch irer friheit und harkomen etc.; und hiemit zu beschlos, das gemeinen Eidnossen ein ewiger frid durch si angebotten wurd, alles zu ufent halten des richs und ouch gemeiner Eidnoschaft domit die ganze dudsche nacion sampt gemeiner Eidnoschaft bi iren preveligia, ouch altem harkomen pliben mochten etc. und hiemit abgevertigen; welches er widerumb an die herren von Strosbſurg] begert zu bringen, doch nit ander dan uf derselbigen wollgefallen. welcher desselbigen tags spott noch verritten etc... 147. Die in Um versammelten Gesandten an den Ratz. 1546, Juni 28. Ulm]. Str. St. Arch., d 549, f. 1—2. Ausf. Au/ der Anschr.:«Cito, cito, cito.) Prod.« coram 21 den J. Juli a. etc. 46.» Drängen auf schleunigste Truppensendung nach Ulm. .. Dieweil wir... befinden, das der erst angriff... bei uns im Oberland, Berner Rat(Or, in Basel, a. a. CO.; vgl. auch Nr. 189, Anm. 1).— Das Vorbringen Meyers steht auch in Eidgen. Absch. IV, 1 d, S. 629, Nr. 300, wo noch weitere Ausführungen Geigers wiedergegeben sind; vgl. auch Geiser, Haltung d. Schweiz, S. 191— 193.— Der Rat von Bern antwortete Meyer darauf, dass er seine Gesandten in Baden fast in der gleichen Weise beauftragt habe.— Dies wird durch das Schreiben Berns an seine Boten in Baden vom 3. Juli bestätigt(gedr. in Ridgen. Absch., a. a. CO., S. 630. 3 Hier fehlt augenscheinlich ein Wort im Text, vielleicht„list.. 147 1 Nach dem Entw. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 600 auch an Hall, Heilbronn, Esslingen und Reutlingen gerichtet; die Ausf. an Reutlingen a. a. O., XXXVII b, Nr. 38. 1546. Strassburgs Rüstungen. 175 A sonderlich aber zu Kempten? oder der art herumben gar in kurzem... gewisslich beschehen werd, so ist... an s. W. unser ganz ernstlich gesinnen..., sie wöllen all und jed ir kriegsfolk von irn burgern, underthanen und andern, so sie bei... inen haben,... ufs aller eilendest... alher gen Ulm zu laufen beschaiden, domit wir uns... zu fürderlicher gegenwör und rettung obgemelter stöt sterken mugen... datum eilends montags den 28. Junii a. etc. 46 in der eilften stund gegen mittag.» 148. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juni 28. Strassburg]. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. I435—- I44. Aus. Au/ der Anschr.: « Cito, cito, cito,;— Praes. IchterskRausen 3. Juli. Ihre Rüstungen; die französischen Knechte; Doppelmonate; Kriegsrat. Haben seinen Brief vom 22. Nr. 118] gestern erhalten. Melden,«das vier keiserische hauptleut alhie in Elsas geworben; und ob wir inen wol dasselb in unser statt und oberkait nit gestattet, auch uf unser Reinbrucken und sonst vil gewendet und keinen, der nit schweren wellen in vier monaten wider dise stend nit zu dienen, passieren lassen!, so hand sie doch vil knecht an andern orten ufbracht. so haben wir uf ernstlich erfordern der von Ulm... dreien hauptleuten laufgelt geben, die inen drei fenlin gon Ulm liffern sollen?. so wurbt... herzog Ulrich auch in diser landarts, wie wir dann etlich knecht zu bewarung unser statt auch angenommen; derhalben die knecht schwerlich hie in diser landart zu bekomen. wir haben aber... Asmus Bocklin und Gorgus von Kippenheim und dann Caspar Zoller, jedem funfhundert gl. und Haugen Dreizehen vierhundert gl. geben auf den lauf.» Diese sollen möglichst viele Knechte annehmen und in die obere Grafschaft sendens, wo der Landgraf sie in Empfang nehmen lassen solls. Haben Ulman Böcklin nach Ulm geschrieben, wenn die gesandten Knech— te dort nicht nötig seien, solle man sie zum Landgrafen senden. Der Landgraf möge auch an Württemberg, Ulm und Augsburg schreiben,«wo der an— griff gegen e. fl. G. ader Sachsen etc. beschehen sollt und sie ires volks nit so bedurftig, das e. fl. G. sie dieselbigen zugefertigt hetten.“ Haben jemanden 2 Veranlassung zu dem Ausschreiben gab vor allem der drängende Brief Kemptens vom 27. Juni an seine Ulmer Gesandten(Ausf. a. a. CO., XXXI, Nr. 587; ben. von Lenz, Kriegführung, S. 435; vgl. auch Nr. 143, Anm. 4). 148 1 Vgl. hierzu die Nr. 106, 108, 109, 117. 2 Vgl. Nr. 125 und 137. 3 Am 28. Juni teilt er dem Rat mit, dass er durch den Hauptmann Degenhard Wieland Knechte annehmen wolle, um deren Durchlass er bittet(Stuttgart; Ausf. in AA 554, f. 6, worauf Strassburg am 5. Juli einen Passbrief für 200 Spiesse ausstellt(Entw. in AA 552, f. 77). 4 Ihre Bestallung lief vom 1. Juli ab; Entw. des Artikelbriefes in AA 541, f. S5— 92 und 169- 162; er entspricht mit geringen Anderungen und Umstellungen dem des Landgrafen vom 2. Oktober 1545(Kassel; Ausf. a. a. O.. f. 93—101), den der Landgraf am J. Juli(a. a. O., f. 102) und der Kurfürst am 8. Juli 1546 übernahmen(gedr. bei Hortleder II, Buch 3, Kap. 7, 8. 224—228). 5 Am 28. Juni stellte der Rat für die nach Darmstadt zum Landgrafen ziehenden Knechte einen Passbrief aus(Reinschr. in AA 552, f. 75). 6 Vgl. Nr. 162. a 1 J 7 7 176 1546. Anwerbung französischer Knechte durch Strassburg. den französischen Knechten entgegengeschickt?, damit sie zu dem Landgrafen ziehen; wenn er zu ihnen schickt, werden sie ihm wohl vor andern dienen. Wollen den ersten Doppelmonat alsbald und den Rest des zweiten nach Abzug des Laufgelds auch«furderlich» nach Frankfurt senden,«der hoffnung, es werde[n] andere stend an irer erlegung auch nit mangel erscheinen lassen. so haben wir in die Aidgnoschaft geschickt bei etlichen zu erfaren, was verhoffenlich sein mog. was uns zukomt, soll e. fl. G. unverhalten pleiben. sovil die schickung des kriegsraths belangt, wollen wir dasselbig sovil moglich furdern... Dat. 28. Juni 46. 149. Johann Sturm an Jakob Sturm.[1546], Juni 28. Zabern. Str. St. Arch., AA 553, f. Ih. Or.— Auf der Anschr.« Cito, cito, cito.) Über die Möglichkeit französische und andere Knechte anzuwerben; Rüstungen und Absichten des Kaisers. Heri ad horam tertiam Sternius! Sarburgum est reversus; itaque eo ego subsequor. cogitavi propter hanc inopiam militum non esse abs re, si cum Langaeo, praefecto Campaniae?, ageret ur, ut clam per suos nobiles veteranos sclopetarios* mille aut, quot possit gallici nominis, suppetidaret nostris ordinibus. si id placet, velim mihi Sarburgum cras mane significaretis. omnino confido per hunc et per Rognacensems id facile effici posse. episcopum nondum conveni; sed ex sculteto Carinuss audivit constituisse episcopum heri cum suis consiliariis vobis militem ex suis permittere, si quem congquiratis.“ Nennt zwei dazu Geeignete. Hic aliqui exist imant caesarem cogitare per Turingiam; rumor etiam est de triginta milibus Bohemorum et Ungarorum et 25 milibus Hispanorum et Italorum. utut sit, caesar hand rem non instituit nisi instructus et a pecunia et a militum copiis. itaque opponendus quam primum et quam maximus exercitus, quod facile fieri non poterit, nisi Helvetit advocentur. nec dubium est, quin Coloniensis ex Brabantia et illis locis aliquid mali magni sit sensurus. haec ego non consulendi nec territandi causa scribo nec etiam excitandi, sed ut videas, quod ego cogito id vulgus cogitare et optare. scripsi autem eo potissimum, ut mihi significes hac nocte, an me velitis cum Langaeo et Rognacensi per literas agere. apud Tabernas Alsatiae 28. Junii. Carinus putat se aliquid apud suos Lucernates efficere pro nobis posse, si per episcopum liceret discedere, id quod ego existimo facile posse ohtineri.) x Vgl. Nr. 149. 1491 Hauptmann Achatius von Stern zu Rheineck. Martin du Bellay, seigneur de Langey; Franz I. sandte ihn im Dezember 1546 als «son lieutenant) in die Champagne(M6moires de Martin et Guillaume du Bellay IV, S. 323). *= Hakenschützen, s. Du Cange, Gloss. med. et inf. latinitat. VI, 8. 149. Vgl. über ihn Nr. 55, Anm. 2. Ludovicus Carinus aus Luzern, humanistischer Schulmann und Arzt; vgl. über ihn Knod, Die Stiftsherren von St. Thomas, S8. 20. » ax — 1546. Verhandlungen auf dem Tag zu Ulm. 1 = 150. Ulman Böcklin, Strassburger Gesandter in Ulm, an die XII. 1546, Juni 28. Ulm. Str. St. Arch., AA 550, f. 21. Ausf. und 33(Zettel).— Prod.« coram 21 den J. Ju lis. Rüstungen des Kaisers; die oberländischen Kriegsräte nach Göppingen oder Ulm bestellt; Glockengeläut angeordnet. Zettel: Wieder Brandstiftungen. . — —— Sendet,(was seint meinem gesterigen schreiben[Nr. 142 u. 143] sich zugetragen,... sonderlich was die kei. Mt. für kriegsvolk bekommen... soſſa; wo allein der halb theil war were, als sonder zweifel mehr sein wurt, were eben gnug, darumb mein lied, daran ich lang gsungen hab, erst seinen rechten ton bekommen will... es haben die stend und usschütz, so alhie versamblet, fur gut angesehen, damit in mitler weil, bis mein gn. hlerr] landgraf heruf ziehen mög, die oberlendischen kriegsräth sich gon Geppingen verfuegen und daselbst mit herzog Ulrichs räthen, auch seiner fl. G. selbs handlen und schliessen, und so die kriegsräth nit zu Göppingen wurden ver— harren, wider doch alher geen Ulm ziehen und des landgraven zukunft erwarten solten. dieweil auch Würtemberg, Augspurg und ich nit als kriegsräth alher geordnet..., so haben die stend und usschutz beschlossen], das ir... und andre oberlendische, so kriegsräth bisher geschickt haben, ire kriegsräth fürderlich schicken sollen, wie ir dan desselbigen ein zedels, so erkant ist, hiebei verwart zu sehen haben; die wöllen fürderlich schicken. und wiewol ich nit verhoff, das ir... mein gebrauchen werden, so aber ir... nit weiter könten..., so möchten ir... einen an mein statt... schicken... ein wenig tag.., bis ich mich möchte darzu schicken... also hat herzog Ulrichs... gsandter, Wilhelm von Massenbach, seim herren auch zugschribben 150 1 Beigelegt ist das Schreiben der in Um versammelten Gesandten an den Landgrafen vom 28. Juni(Ausf. in Marburg Arch., Nr. 872, f. 17-18; praes. Ichtershausen 3. Juli; Abschr. in AA 550, f. 25-26): Senden den Bericht Ortners[vgl. Nr. 143, Anm. 4 und 147, Anm. 2] und bitten den Landgrafen seine Oberhauptmannschaft anzutreten und mit seinem Kriegsvolk und Geschütz eiligst ins Oberland zu ziehen. Der Landgraf antwortete am 3. Juli gemeinsam mit dem Kurfürsten von Sachsen(Ichtershausen; Ausf. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXII, Nr. 644), dass sie beide mit starken Truppen baldmõglichst kommen würden und dass ein übereilter eigener Zug mit schwachen Kräften nutzlos sei. Sollen den Herzog Ulrich oder Graf Wilhelm von Fürstenberg vertretungsweise um die oberste Hauptmannschaft angehen.— An Herzog Ulrich hatten die Gesandten sich übrigens schon am 28. Juni mit dieser Bitte gewandt(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 21, Nr. 165). 2 Aufstellung in AA 550, f. 27-28; ebenso in Marburg, Arch., Nr. 856, f. 255 und in Stuttgart, a. a. O., Nr. 166 H; es sind insgesamt 79000 Mann zu Fuss und 15300 Reiter. 3 Dieser Beschluss in AA 550, f. 23 und in Stuttgart, a. a. O., Nr. 166 e: es werden die Kriegsräte von Württemberg, Strassburg, Augsburg und Ulm angefordert.— Ulman Böcklin legte ferner bei: 1. einen Beschluss über die Zahlung von 3 Poppelmonaten nach der alten Anlage binnen 14 Tagen und von weiteren 3 Doppelmonaten binnen einem Monat danach in Ulm; Unkosten für den Lauf der Knechte und sonstige Ausgaben für den Bund können darauf verrechnet werden(Entw. in Um, a. a. CO., Nr. 997; Abschr. in AA 550, f. 24 und in Frankfurt, Arch., Reichssachen Il, Nr. 1022; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 9) und 2. den«punet im articulbrief der mintz halb»; teilw. gedr. bei Hortleder II, Buch 3, Kap. 7, 8. 224,§ 6; es folgt dann noch die Bestimmung, dass der Gulden zu 15 Batzen oder 60 Kreuzer gerechnet werden soll und dass die Knechte verpflichtet sind, den Sold auch in jeder andern Münasorte mit ihrem üblichen Wert anzunehmen: sie sollen vom 1. Juli ab auf 3 Monate schwören(Abschr. in AA 541, f. 83, in , Ulm, a. a. O. XXXVII b, Nr. 46 und in Frankfurt, a. a. CO). ’ Cal r——— Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 12 178 1546. Strassburg bittet um die Unterstützung Basels. .4» Die Stände haben auch beschlossen, das dann solt alle tag ein glock zu gelegner zeit gelitten werden,... wie in negstem türkenzug auch be— schehens... datum Ulm in eil montags den 28. Junii a. etc. 46. Zettel: Mi haben auch die gsandten der statt Augspurg angezeigt,... das neuwe brenner vorhanden seiens, die sondre zeichen haben... sobald mir... die werden, will ichs euch... zuschicken... datum ut in literis.) 151. Die XIII an Bürgermeister und die Geheimen von Basel. 1546, Juni 29. [Strassburg]. Basel, Arch., Polit. M S, 3, f. 51—82. Ausf. Mahnung, die Schmalkaldener nicht zu verlassen. Antwort auf Nr. 139.... Und konden euch nit bergen, das auch von den keiserischen und anderen her sovil lutprecht, das dise rustung gewisslich uber etliche der protestirenden gon wurdt, ob nun gleichwol furgeben, als ob es nit der religion halben beschehe und uber eins thails und nit alle gelt, so ist doch leuchtlich zu gedenken, dieweil der papst in diser hilf, das der religion nit verschont und so man mit etlichen nacher komen mocht, gegen den uberigen nit feiren und dieselben auch herheben und die religion genzlich ausgereit werden. wo das geschehen sollt, haben ir und andere euwere mitaidgnossen leichtlich abzunemen, wes sie zu géwarten haben nit allain der religion halben, sonder warlich sie, die andern, auch die sein, so man an— greifen wurdt, und also mit uns irer aller selbs handlung sein will und wurdt.) Bitten daher Basel, bei seinen Miteidgenossen in diesem Sinne zu wirken, «dweil sie doch hernacher nichts gwissers dann eben dasselbig zu gewarten haben werden, und ir und sie leicht lich ermessen mogen. Mögen ferner dafür sorgen, dass das welsche Kriegsvolk nicht durchgelassen wird. Der Kaiser hat hier kein Geld verlangt,«und ist man irer Mt. von alten her nichts pflichtig gewesen.) Wissen nicht, dass der Landgraf die französischen Knechte an der Hand hat und dass Graf Wilhelm[von Fürstenberg] rüstet. Jeder Teil soll auch weiter seinen Boten bezahlen. Vertrauen darauf, dass Basel sich so erzeigen wird, wie sie es von ihnen als guten Freunden und Nachbarn erwarten. Dat. 29. Juni 461. Am 1. Juli(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 22, Nr. 8 a. > Der Beschluss im Entw. in Ulm, a. a. O., XXXII, Nr. 996; zum Geläut während des Türkenkriegs vgl. den Reichsabschied von Speier von 1542,$ 47(gedr. Neue Sammlg. II, S. 452). Die Durchführung des Geläüuts wird in der Ratssitzung vom 3. Juli beschlossen (Ratsprot. 1546, f. 368 b).— Auf eine Eingabe der Prediger vom 17. Juli(in Str. St. Arch., Thom. Arch. 47, 1, Nr. 3; prod. Sa. 17. Juli) beschliesst der Rat am 24. Juli,«alle monat ainen sondern bettag, so man den grossen bettag hiess), an einem Dienstag einzurichten; der erste sollte Di. den 27. Juli gehalten werden(Ratsprot. 1546, f. 3835- 336; Reinschr. des Beschlusses in AA 552, f. 136—- 137. Wie 1540; vgl. 2. B. Pol. Korr. III, Nr. 102 und 106(8. 102 und 105).— Vgl. auch Mitteil. a. d. Fürstenberg. Arch. I, S. 415= 416, Nr. 569(vom 14. Juni 1546). 151 Zu demselben Zweck schreibt auch Bucer am 29. Juni an Myconius in Basel und bemerkt in einer Nachschrift ganz bekümmert:«Toties iam scribunt nostri ad vestros, nihil solatii, nihil opis ab illis. seribes tamen fratribus Bernatibus et Figurinis, ut se meminerint Christianos et Germanos esse.»(Or. in Zürich, Arch., Ep. Coll. Simleri; Abschr. in Str. U. B., Thes. Baum. XVII, f. 103- 104; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., 8. 24 ö ii 1546. Bevorstehende kaiserliche Achterklärung. 179 152. Die XIII an Jos Münch![von Rosenberg]. 1546, Juni 29. [Strassburg]. Stuttgart, Arch., Büschel 21, Vr. 173. Aus. Beabsichtigter Zug Schauenburgs durch das Kinzigtal. C... Es langt uns glaublich an, das Bernhart von Schauwenburg das kriegsvolk, so er in namen der kei. Mt. angenomen, nunmer bei einander hab und des endlichen vorhabens sei, mit gwalt durch das Kinziger thal zu ziehen.“ Möge es Herzog Ulrich mitteilen und sich danach haltenz. Dat. 29. Juni 46. 153. Der Rat von Frankfurt an den Rat. 1546, Juni 29: [Frankfurt am Main]. Str. St. Arch., AA 544, f. 11—13. Ausf.— Lect. Sa. 3. Juli. Schreiben des Kaisers an Augsburg und Ulm. Zettel: Drohende Achterklärung; Sendung des Kaisers an die Reichsstädte: Brief Frankfurts an Nürnberg. Haben vorgestern einen Brief von Heilbronn erhalten! mit Abschriften des kaiserlichen Schreibens an Augsburg und Ulm?. Vertrauen zwar darauf, dass beide Städte sich zur Trennung vom Bunde nicht hergeben werden, wissen aber nichts von ihrer Antwort; besorgen eine gleiche Anfrages.« Damit dan aus ainem strigk gejagt, die antwurten gleich gefallen und die trennung, sovil imer möglich, furkomen werden möcht,» bitten sie Strassburg um Kenntnisgabe, wie beide Städte geantwortet haben. Falls Strassburg das noch nicht weiss, soll es sein Bedenken darüber berichten,«und wie die kai. Mt. von uns uf ain gleiches schreiben zu beantwurten sein möchte». zitten auch um Nachricht über den Tag von Ulm. Gegeben Di. 29. Juni 46. Zettel:(Nach beschluss des briefs sint wir von etlichen ver— treulich berichtet worden, wie wir es on das bei uns auch darfur gehalten, das die kai. Mt. etc. vor ainigem angrif uf disem reichstag mit den reichsstenden des andern teils ein decret und declaration der acht gegen denjenigen, so ir Mt. ungehorsam nennet, ergeen und darauf ernstliche mandata an alle stende... ausgeen... lassen werden, dardurch dan unsers besorgens mancher gutherziger nit allein ir[r] gemacht, sonder auch mit dem gesuchten schein, etlicher ungehorsamme zu straffen, gegen disen stenden bewegt und verhetzt werden mochte. derhalben pitten wir, e. L. wolten daran sein, das bei den oberlendischen religionsverwandten stenden solchem und was dargegen zu thun sein, wes sich auch dise stend, da inen solche mandata insinuirt und bei inen publicirt werden wolten, derhalben allenthalben zu halten haben mochten ete., statlich nachgedacht werde, und was derwegen fur gut angesehen, uns auch widerumb verstendigen.“ Der Kaiser soll an die Reichs152 1 Württembergischer Obervogt im Schwarzwald; vgl. über ihn Heyd, Herzog Ulrich III. 8. 357, Anm. 75 und Mitteilungen a. d. Fürstenberg. Arch. I, Nr. 334, 8. 234. 2 Dazu passt auch die Meldung eines Strassburger Bürgers am 11. Juli, dass 40 Pferde des Bischofs von Strassburg und ebenso Junker Jörg von Bulach mit 40 Pferden durch Freiburg i. Br. zum Kaiser geritten seien.(Aufzeichng. in AA 552, f. 54). 153 1 Vgl. Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., 8. 30, Anm. 6. 2 Vgl. Nr. 98, Anm. 1. Sie ging am 24. Juni ab und traf am 11. Juli ein(Ausf. in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Ir. 1022; redd. 11. Juli, lect. 13. Juli). 12* 180 1546. Öffentliche Rechtfertigung Landgraf Philipps gegen städte Gesandtschaften abfertigen?; bitten um Strassburgs Äusserung dazu. Senden auch Abschrift ihres gestrigen Briefes an Nürnbergs«zwei irer burger halben, welche wir... in ein herberig verstricken lassen. datum ut in literis.) 154. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juni 29. Str. St. Arch., AA 546,. 88- 9h. Aus. und 108 und 100(Zettel).— Prod. 5. Juli. Sendet eine Entschuldigung gegen die Vorwürfe des Kaisers; kaiserliches Vorhalten an Ravensburg. Zettel: Französische Knechte; Briefe des Kurkürsten von Sachsen; Oldenburg bietet seine Truppen an. C. Die weil ir in euerm nehern schreiben[Nr. 122] unter anderm erregt, das eines ausschreibens von noten thun solt ete., wolten wir gerne, das es nach gelegenheit gleichwoll zum besten verfertiget were; aber wir konnen So eilend nit darzu thun. darumb so haben wir an etliche chur- und fursten, auch stedte unsern kurzen bericht in eil zu erkennen gegeben, darus abzunemen, das uns mit pilligkeit kein ungehorsam moge mit warheit zugelegt werden. und schreiben euch denselbigen bericht auch wie nachvolget: kErstlich ob die kei. Mt. unsern ungehorsam in dem pretendiren wolt, das wir nit ufm reichstage erschienen, so kan dasselb nit stadt haben; dan wir bei irer Mt. zu Speier gewesen, als sie itzt heruf gezogen, unser ehehaft und treflich ursachen, warumb wir ein bedenken hetten disen reichstag zu ersuchen, angezeigt?... nu seind wir von irer Mt. weiter in specie und sondern schriften nit erfordert worden, allein was in gemeinem ausgangen truck gescheen?, also das wir den verstand nit daraus gehapt, das wir bei irer kei. Mt. uf dasselb gemein erfordern dergestalt, wie sie an uns zu Speier begert, erscheinen solten. und da sollichs die verwirkung des uberzugs sein solt, were es warlich seltzam zu horen; dan es seind vill mer fursten auch aufm reichstage nit erschienen. Vgl. darüber Lenz, Kriegführung, 76, Anm. 184 und Brandenburg, Bol. Korr. s Vom 28. Juni: Haben dem Nürnberger Bürger Hans Fürst 400 Zentner Pulver. die er an den Kaiser verkauft hat, beschlagnahmt und ihn in seine Herberge verstrickt; beschweren sich auch über den Versuch ihres Bürgers(Endris Ortels des elteren), bei einem Frankfurter Bürger«hacken» anzukaufen(Entw. in Frankfurt, a. a. O.; Abschr. in AA 544, f. 19-20). Nürnberg stellt in seiner Antwort vom 2. Juli dem Frankfurter Rat die Verwendung des beschlagnahmten Pulvers anheim, entschuldigt aber die Handlungs weise Fürsts und bittet um seine Freilassung(Ausf. in Frankfurt, a. a. CO.; lect. 6. Juli). Noch am 22. Juli schreibt Hans Fürst aus Frankfurt an Blesias Hans im Kaufhaus zu Strassburg, er möge«von eisen werk 6 fass und 4 fass und ein pallen von krigsrustung, die ir von der schuemacherstuben habet furen lassen... ins kaufhaus, zu Schiff nach Frankfurt zu ihm schaffen lassen(Or. in AA 552, f. 63). 15641 Fast ebenso schon am 27. Juni an den Kurfürsten von Brandenburg(vgl. Nr. 144, Anm. 8).— Den Brief an Strassburg schickte Philipp durch Frankfurt, das ihn am 1. Juli mit der nochmaligen Bitte um Strassburgs Rat und weitere Nachrichten weitergab(Ausf. in AA 544, f. 21; praes. 5. Juli). Es sind dieselben Gründe wie in dem bei von Druffel, Beitr. z. Reichsgesch. III, 8. 14- 17 gedr. Bericht; die a. a. C., 8. 16 oben erwähnte Tochter ist Anna, seit 1545 an Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken vermählt; vgl. Menzel, Wolfgang von Zweibrücken, S8. 36. * Vgl. Hasencle ver, Pol. Karls V., S8. 40, Anm. 1. 1, Hasenclever, Kurpf. Pol., 8. A a . ö— die kaiserlichen Vorwürfe. 181 Ob dan ire kei. Mt. wolt die braunschweigische sach vorwenden, so habet, ir gut wissens, wie dieselb gestalt und was verursachung wir zu unserer defension gehapt, sonderlich auch wes wir uns erpotten und auf kei. Mt. begeren in di sequestration, welche hlerzog] Henrich abegeschlagen, gewilliget, daruf ire Mt. ime, dem herzogen, stilstand gepotten bei peen des landfridden; also das an uns im selbigen der mangel nit gewesen, bis das wir zur jegenwer verursacht worden. und hat auch ire kei. Mt. sich kegen uns zu Speier vernemen lassen, das hſerzog] Henrichen recht gescheen were; er hett es also haben wollen; dan hett er irer kei. Mt. gevolgt, so were ime dises ane nott. Ob nun der vorigeſn] handlung halben den bischofszugâ, desgleichen die einset zung Wirtenbergs betreffen widderumb erefert und vorgegeben wolt werden, so seind wir mit irer Mt., desgleichen irer Mt. bruder, dem rom. konige, und dem bund zu Schwaben auch vertragen inhalt brief und segill; und ob wir daruber etwas heimlichs oder offenbar furgnoſlmmen] oder gehandelt hetten, das auch widder beschrieben recht were, so hat uns sein kei. Mt. uf letztgehaltem reichstage zu Regensburg lauter clare und genzliche verzeihung gethan, wie wir des auch brief und sigill haben; also das wir diser zeit mit irer Mt. in ungutem nichts zu schaffen haben und uns aller gepurlicher und pillicher dinst parkeit und gehorsams gehalten und befleissen. Und das uns daruber will ungehorsam zugelegt und zugemessen werden, vermerkt man wol, unter was schein dasselb geschicht. und das nichts an— derst dan das wort gottes und desselbigen anhenger onversehens zu dempfen understanden will werden, dessen hat man clare anzeigung uf das geschwinde vorhalten, so ire kei. Mt. der stadt Ravensburg hat thun lassens, und das der pabst das gelt darlegt. auch bedorft man sonst so grosser bewerbung nicht, wie man vorhat...“ Dat. Kassel 29. Juni 46. Zettel:(Post scripta haben wir euer schreiben, wilchs den 246. gegeben[(Nr. 130], ent pfangen. und dieweil wir... verstanden, das das franzosisch krigsvolk... in allem herausziehen sein soll, so wollet mit allem vleis nach denselben knechten drachten und handlen, das sie diesen stenden zum besten erlangt werden. was uns der churfurst zu Sachsen itzo geschrieben, findet ihr hiebeis., itzunder komt 4 Gegen Bamberg und Würzburg wegen der Packschen Händel im Jahre 1628. 5 Nämlich binnen 8 Tagen(die neu furgenommen evangelischen kirchenordnung abzutun, wie die Ulmer Gesandten in Regensburg am 19. Juni an Ulm berichten(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 495).— Am 21. Juni teilen sie jedoch mit, der Herold sei vom Kaiser zurückgerufen worden(Ausf. a. a. CO., Nr. 515); vgl. auch Heidrich, Karl V. u. d. deutschen Protestanten II, 8. 136- 137. ẽ Zwei Briefe vom 25. Juni aus Torgau(Ausf. in Marburg, Arch., Sachsen, E. L). Der erste ist gedr. bei Mentz, Joh. Friedr. I, 3, 8. 547- 549; Abschr. in AA 546, f. 91—93. Im zweiten Brief teilt der Kurfürst mit, dass er wegen der kaiserlichen Rüstungen einen Tag zu Weimar auf den 1. Juli mit Herzog Moritz vereinbart hat, wozu er auch den Landgrafen erwartet; hat in seinen Landen angeordnet, die zum Kaiser ziehenden Reiter und Knechte aufzuhalten, und die sächsischen Bundesstädte auch dazu aufgefordert. Hat die sächsischen kriegs und Stimmräte, dazu auch alle sächsischen Bundesstände nach Arnstadt berufen.(Abschr. in AA 546, f. 101-104).— Zu diesem Brief schickt er folgende Beilagen mit: 1. Ein Ausschreiben an die Sächsischen Stände vom 25. Juni zu dem Arnstadter Tag am 8. Juli(vozu Hamburg, Bremen und Braunschweig auch ihren Kriegsrat senden sollen), sowie zur Erlegung von 2 Doppelmonaten und zur Aufhaltung feindlicher Reiter und Knechte(Ausf. z. B. in Braunschweig, Arch., Schm. Bd. XVI, f. 467— 469; Abschr. in AA 546, f. 94 97).— 2. Zwei Berichte von Hans Ungnad(8. Nr. 70, Anm. 5) vom 8. Juni aus Losensteinleiten, in denen er neue Rüstungen der Türken und zugleich scharfes Vorgehen König Ferdinands gegen die Protestanten meldet.(Abschr. in AA 546, f. 98- 99 und in Ulm, a. a. CO., XXXIV b, Nr. 1471 und 1502). ——— — 182 1546. Anbringen des Kaisers und der Schmalkaldener an die Eidgenossen; Dietherich Behr zu uns und bringt uns dieses ein, das sich graff Christoffer von Aldenburg und Dido von Knippense? uns anbieten mit dreitausent pferden und siebentausent knechten, doch sofern es Pfalz bewilligen wills. weil aber gelt zu diesen dingen gehort, wollet nochmals euer 2 duppelmonat erlegen, aueh euern krigsrath furderlich schicken.» 155. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Juni 29. Basel. Str. St. Arch., AA 555, f. 42 und 44. Ausf. Anbringen des kaiserlichen Gesandten Mouchet an Bern. übersenden den Brief Berns! mit der Abschrift des Vortrags des kaiserlichen Gesandten? und regen an,(das durch die protestierenden bi unsern lieben Eidgnossen uf haltendem tag Baden uf sollichen keis. furtrag umb abwendung des unglimpfs... ze handlen sin welle... datum zinstags den 29. tag Junii umb die 4. stund nach mittag a. etc. 46.» 156. Der Gesandte in Regensburg, Michael Han, an die XIII. (1546, Juni 29. Regensburg. — Empf. 6. Juli. zericht über die Reichstagshandlungen. Herzog Moritz soll zum Landgrafen geritten sein, um gütliche Verhandlung zwischen ihm und dem Kaiser zu suchen; dasselbe haben die pfalz— gräflichen Räte ihm[Han] gegenüber von seiten ihres Herrn in Aussicht ge— stellt?. Berichtet über den Vortrag des Viglius im Auftrage des Kaisers vor den Städtens, über die Sitzung der protestantischen Gesandten vom 28. Juni, Graf Christof von Oldenburg und Dido von Kniphausen; vgl. Lenz, Kriegführung, 8. 420- 421. s Der Pfalzgraf war damit einverstanden, wie der Bericht des zu ihm geschickten Jost Rau beweist(in Marburg, Arch., Württemberg; praes. Kassel 6. Juli). 155 1 Vom 28. Juni(Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 42, praes. et aud. 30. Juni; Abschr. in AA 555, f. 43; ben. von Geiser, Über d. Haltg. d. Schwein währ. d. Schm. Kr., 8. 191): Mouchet ist auf seine Instruktion keine Antwort geworden,«sonders diewil der handel gemeine tutsche nation und insonders die bekenner des heiligen evangelii berüren willy. Sollen die Abschrift seiner Instruktion an Strassburg senden. 2 Jean Mouchet, Pfennigmeister von Döle und oberster Rentmeister der Grafschaft Burgund; Karls V. Instruktion für ihn an die Schweiger, d. d. Regensburg, 14. Juni, gedr. bei Lanz, Korr. d. Kaisers Karl V. II, S. 493-496; Auszug in Eidgen. Absch. IV, 14, 8. 640-641 und bei Geiser, a. a. O., S. 171-172; Abschr. in AA 5565, f. 8- 12; sie ist ausführlicher als der Druck bei Lanz a. a. CO. 156 1 Der Brief fehlt; sein Inhalt ist aus verschiedenen Quellen gewonnen, die in den folgenden Anmerkungen angegeben sind. 2 Nach der Inhaltsangabe des Briefs zu Beginn des Schreibens der XIII an den Landgrafen vom 6. Juli(Nr. 191).— Zur Sache vgl. Brandenburg, Pol. Korr. II, 8. 687 bis 689 und Hasenclever, Kurpf. Pol. S. 76-79 und 97- 1603. 3 Der Vortrag des Viglius in Abschr. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 584; vgl. von Druffel, Viglius, 8. 4, zum 25. Juni; Auszug bei Schmidt, Neuere Gesch. d. Deutschen J, 8. 57; vgl. auch Heidrich, Karl V. u. d. deutschen Protest. II, 8. 145.— Die Regensburger Reichstagsverhandlungen. 183 in welcher die Anfrage beim Kaiser und die Gegenwehr verhandelt wurde*, und über diejenige der Städtegesandten vom selben Tage wegen der Abreise von Regensburgs. 157. Bernhard Meyer an Dr. Ulrich Chelius. 1546, Juni 29. Basel. Str. St. Arch., AA 556, f. 83 und S5— 56. Or.— Lect. 30. Juni. Basel rät zu einer Botschaft auf dem Tag zu Baden.— Zettel: Italienische und spanische Fruppen im Anmarsch. ... Als ir uf gesterigen oben von mir abgescheiden und ich uch miner herren, der geheimen retten, gutt bedunken anzeugt, doch alles uf gevallen uwerer herren etc., sind uf hut zinstag fruo mine herren, die geheimen, ob dem abscheid, so uf vergangen gehalten tag zu Baden verahscheidet ist', gsessen, denselbigen berattenschlaget, die botten uf kunftigen tag ze fur— deren.» Bei dem Abschied ist ein Artikel, dass ein Gesandter von Konstanz ein Anbringen der protestantischen Stände überbracht habs. Die Tagsatzung hat ihm beiliegende Antwort gegeben.«Deshalb bedunkt mine herren, die 13, so wiit man botschaft schicken wolt, als si noch bedunkt gutt ze sin, hetten man hie ein gutten anloss ze schicken; dan disser abscheid ein ant wurt zu begeren uf im tregt. welches mir min herren bevolchen hand 8 6= Ulmer Gesandten in Regensburg berichten darüber an ihren Rat am 27. Juni(Ausf. in Ulm, a. a. CO., Nr. 563). Dr. Welsinger schreibt über die Aufnahme der kaiserl. Erklärung durch die prot. Stände am 26. Juni an den Bischof von Strassburg aus Regensburg:« Und obwol solches durch die protestirende steende dohin verstanden, als ob es ein gefaarlicher ufzug sei, namlichen wan ir Mt. gefast mit aller kriegsruestung, alsdan gedenk ir Mt. per viam mandati uns nit allein der trien puneten halben, sonder ein ganzen abschied zu geben, aber wie dem allem, so habens alle steend bei kei. Mt. begeren pliben lassen.»(Or. in Str. Bez. Arch., Aust. m. Bad. I 1510, f. 32- 34). Nach dem Protokoll Aitingers(Marburg, Arch., Nr. 845, f. 73 und 74) teilte Han zunächst in der Sitzung mit, dass ihm geschrieben worden sei[in Nr. 113],(die kei. Mt. weiter zu ersuchen uf die neher gegeben antwort», und gab dann folgende Erklirung ab: «Das man alhie von diser sachen nit reden konde. von der gegenwehr soll man an andern orten rathschlagen. die person soll ufs concilium geschickt werden. von der recusation des colloquii II] da solt man ut dem gemeinen tag davon reden. gelts halb hofft er, es werd nit mangel haben. der suchung halb bei der kai. Mt. solt man uf des kaisers resolution verziehen mit derselben.“— Vgl. über die Sitzung auch Heidrich, a. a. O., 8. 144— 145; an ihr nahmen nach Aitingers Protokoll teil die Gesandten von Hessen, Kursachsen, Württem-= berg, Kurpfalz, Kurköln, Pfalz-Zweibrücken, bommern, Anhalt, Strassburg, Augsburg, Nürnberg und Frankfurt.— In einer Beilage zu ihrem Brief vom 27. Juni 1s. Anm. 3] zählen die Ulmer die protestant. Gesandten namentlich aut; dort ist ausserdem ein Vertreter Esslingens erwähnt, wogegen der von Zweibrücken fehlt. 5 Sie fand nach dem Bericht der Ulmer Gesandten an Ulm vom 29. Juni(Ausf. in Ulm, a. a. CO., Nr. 616) in der Strassburger Herberge statt; beteiligt waren Strassburg, Ulm, Nürnberg, Augsburg, Frankfurt und Esslingen; beschlossen wurde, noch den folgenden Fag zu bleiben, wo wahrscheinlich die Abberufung komme. Über die Abreise vgl. Heidrich, a. a. O., 8. 145- 149. 157 1 Vgl. Nr. 146. 2 Gedr. in Ridgen. Absch. IV, 1 d, S. 598- 608. 3 A. a. CO.. S. 600- 601; vgl. dazu Nr. 20, Anm. 9. 4 Abschr. in AA 556, f. 84; kurzer Auszug a. a. O, 8. 600— 01; vgl. dazu auch Nr. 63, Anm. 17. | | — 184 1546. Anwerbung französischer Knechte durch Strassburg. uch in ill in eim weidlings nochzeschicken, domit die herren als vil als si wissens haben. datum zinstag den 29. tag Junii umb die 9. stund vor mittag a. 1546.» Zettel: Eben langt Nachricht aus Luzern an, ein Bote sei durchgekommen, der dem Kaiser anzeigen soll, dass 20000 Italiener auf dem Marsch sind. Auch 12000 Spanier kommen, die sich aber mit den Italienern nicht vertragen. 158. Wolf Homuthi an den Rat. 1546, Juni 29. Molsheim. Str. St. Arch., AA 553, f. 27. Or.— Prod. Di. 29. Juni. Geplanter Überfall auf den Musterplatz von Rheinau. Als ihr Hauptman teilt er ihnen mit, dass die von Wangen mit 300 Mann den Musterplatz bei Rheinau überziehen wollen und gesagt haben, dalle diejenigen, so widder kai. Mt. thun, seind alle dieb und bösswich und diejenigen, so denselbigen das gelt geben, seind auch schelmen und dieb... datum Molsheim zinstag nach Johannis pape[!] etc. 46.» 159. Johann Sturm an Jakob Sturm. 1546], Juni 29. Labern. Str. St. Arch., AA 553, j. 1 C. Or. Prod. 30. Juni. Werbungen des Hauptmanns Stern. é. Sternius me hic Jaberniae expectavit. Sarburgi et in vicinis dicit se septingentos collegisse. misit suos partim Moselburgumz partim Metas ad conquirendum eos, qui eo declinarunt. est in spe magna se intra dies paucos ad duo milia coacturum. ipse vicissim postulat, ut sui milites et capitanei sibi maneant, deinde ut in Wancenau aliquis sit. ad eam rem putat idoneum esse pro se, dum abest per dies, ut dicit, quinque, hospitem s. spiritus, qui suus fuit aliquando vixillifer. conterraneum meum Meckingen[?], qui cum comite Wilhelmos ante biennium fuit, Metas misit. ipse literas vidi de septingentis, quas unus ex suis conquisitoribus misit. illud amiseram: petit suos a vobis tractari, cum in Wancenau erunt, ut caeterorum capitaneorum milites tractatis. ipse iis, quos avocat ex itineribus, binos et ternos batzios dat. eam pecuniam ipse praenumerabit. promisi ei reédditum iri, quicquid pro nostris ordinibus recta ratione exposuerit. curate igitur, ut ille ex s. spiritu ad Wancenau eat cras primo diluculo et ut mihi quam primum respondeatur... Laberniae 29. Junii hora quarta. 5= Nachen; s. Martin und Lienhart, WB. d. elsäss. Mundarten II, 8. 792. 158 1 Vgl. Nr. 137. 159 1 Vgl. Nr. 149. Pont A-Mousson. 3 Der Wirt zum Heil. Geist in Strassburg. Von Fürstenberg. 4546. Strassburg für ein auflklärendes Ausschreiben an die Eidgenossen. 185 160. Die XIII an die in Um versammelten Gesandten. 1546, Juni 30. Strassburg]. Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 619. Ausf. Bericht Geigers über seine Sendung nach Basel; weitere Nachrichten von dort; man muss in Baden der kaiserlichen Instruktion entgegentreten und sich n. L. zum Recht erbieten. Haben«heut zu neunen vor mittemtag) von Uman Böcklin Abschrift ihres Briefes vom 27. an den Landgrafen erhalten, mit der Ankündigung, den Tag der Eidgenossen am 5. Juli zu beschicken. Teilen daraufhin mit, «das wir bei... den geheimen rethen zu Basel und sondern wolwöllenden personen einen vertrauten? gehapt zu versuchen und zu erkundigen, wes zich des orts bei gemeiner Eidgenossschaft zu versehen und zu hoffen sein möcht. dieselbig person ist eben heut, als des gedachten unsers gesanten brief... uns geantwurt worden, bei uns wider ankommen und anzeig gethon: das er sovil erfaren, das man gleichwol nichts konde vertrosten, ob bei gemeiner Eidgnossschaft etwas zu erhalten, dieweil si sich hievor mit einander vereinbart und entschlossen, das si ir vatterland beschirmen und niemand kein volk zuziehen lassen wollens. iedoch so were dannocht gut, das dise stend geschickt und gemeine Eidgenossen der sachen berichten und anzeigen lassen hetten, was disen stenden wider gegebene und zugesagte frid und fridstand unpillichs zugemessen und man vorhabens wer, und inen so wol als allem gemeinem teutschen land fur gevar und verderben daruf stuende, wa frembde nationen als Hispanier und Italianer die teutsche nation beweltigen und uberhand nemen solten; das man si, als die der teutschen zungen und derselben nacion bewandt, erinnert und gebetten haben wollt, inen und ganzem teutschem land zu gutt ein getreues ufsehens zu haben und solchem helfen zu weren. damit si sich auch nit zu befaren hetten, so churfursten, fursten und stenden dis theils der sieg zusteen sollt, das si, die Eidgnossen, irer freiheiten oder des glaubens halben von inen angefochten, das man inen dann zusagen und versichern wollt eines ewigen friden und freundschaft mit inen zu haben und zu halten und bei allem dem, wie si herkomen, in gutem friden unangefochten und unangelangt pleiben lassen wollt etc.» Ausserdem ist«nechten zu neun uhren nach mittemtag» ein Brief zu Schiff von jemandem, bei dem ihr Vertrauter) gewesen,(unserm regierendem ammeister Martin Herlin] zukommen», dessen Inhalt sie wiedergeben. Um 12 Uhr mittags kam ferner der gestrige Brief der Geheimen von Basel Nr. 155], dessen beide Anlagen sie in Abschrift beifügens.«Us welcher instruction ir zu vernemen, mit was ungrund die churfursten und fursten unserer religion und verein bei der kei. Mt. eingetragen... werden, als ob sie underst uenden, der kei. Mt. in ir hocheit zu greifen und die teutsche nacion in iren gewalt zu bringen, da da nichts wenigers von inen je verstanden noch vermerkt worden, und allein darumb geschickt[!], sie us neid der christlichen religion bei der kei. Mt. und meniglichem zu verbittern und entlichen zu vertrucken. derhalben unsers erachtens von noten sein will, die obange160 1 Nr. 142, Anm. 4. 2 Dr. Ulrich Geiger; vgl. Nr. 138, Anm. 1, 146 und 157. 3 Im Okt. 1545; vgl. Eidgen. Absch. IV, 1 d, 8. 547, q. k Strassburger Abschr. davon in Um, a. a. CO., Nr. 601. 186 1546. Verhandlungen mit den Eidgenossen wegen der Sperrung zogen instruction durch die gesandten, so zu gemeiner Eidgenossschaft geschickt werden sollen, mit der warheit, wie wol zu thun und auch an ime selb ist, abzuleinen und ir churfl. und fl. G. verantwurten zu lassen, das man si des sinns und gemuets nie vermerkt noch gespurt... und die vorhabende rüstung gegen inen uber gegebne und zugestellte frid und fridstend furgenomen wurden, wie si, die Eidgenossen, und meniglichen hernacher gnugsame entschuldgung vernemen werden... wir wollen auch zu euerm bedenken gestellt haben, ob darmit angehenkt werden möcht, das churfursten und fursten dis teils vor inen, den Eidgenossen, solcher unwarhafter und greulicher beschuldigung halben ir unschuld darzuthun und zu verhor fur— zukomen unbeschwert weren und alles, so si bisher gethon, der teutschen nation zu wolfart, dieselben II] vor krieg, empörung und verderbung zu ver— huetten, auch bei iren alten liberteten, freiheiten und herkomen zu behalten beschehen were, und deshalben vor gemeinen stenden des reichs recht, wie im reich teutscher nation herkomen, wol leiden möchten und dermassen zu recht zu komen begerten; inmassen wir solchs alles... dem landgrafen auch zugeschribens, damit sein fl. G. sich samt dem churfursten an die gemein Eidgenossschaft und auch die stend des reichs der unpillichen und er— dichten unwarhaftigen uflag durch ein gemein usschreiben entschuldigen mogen... Dab. Mi. 30. Juni 46. 161. Die XIII an Bürgermeister und die geheimen Räte von Basel. 1546, Juni 30. Strassburg.] Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 55- 57. Ausf. Schritte gegen die kaiserliche Werbung bei den Eidgenossen nötig; mögen bis dahin das Ihre tun und den Durchzug des welschen Kriegsvolks Sperren. Zettel: Brief an Bern. Haben den Brief von Bernhard Meyer an Dr. Chelius Nr. 157] und den ihrigen J vom 29. Juni, Nr. 155] mit dem jetzigen Schiff erhalten und Dr. Urich,(der heut morgen auch ankomen, darauf gehort. Danken für den «nachburlichen und guten vleisy. Haben den Gesandten in Ulm die beab— sichtigte kaiserliche Werbung mitgeteilt Nr. 160]. Da sie wissen, dass dem Kurfürsten und dem Landgrafen mit dieser Anklage Unrecht geschieht, «sonder durch den papst und desselben anhenger us neid der religion bei der kei. Mt. mit umwarheit dermassen eingetragen worden), haben sie dem Landgrafen darüber berichtet, damit er und der Kurfürst sich durch ein öffentliches Ausschreiben dagegen verantworten. Daraus wird man erkennen, «das inen das alles gegen der kei. Mt. zu unschulden beschehe und gegenwurtige rustung gegen inen wider alle gegebne und zugesagte frid und fridstend unbillich furgenomen werde, das sie auch diser ding keins weder in sinn noch gemuet zu thun gehapt; derhalben[sie] von I] gemeiner Kidgnoschaft und aller erbarkeit wol zu verhor kommen und... vor gmainen stenden des reichs darumb recht leiden mogen.) Da aber die Zeit zu kurz ist, um diese Verteidigung schon auf dem näch— sten Tage vorzulegen, so mögen sie dafür sorgen,«das den widerigen ires angebens nit glauben geben noch ires furhabens ainicher beifal beschehe, sonder ° Das geschah erst am 1. Juli(Nr. 176). der Pässe für den Durchzug des welschen KFriegsvolks. 187 vil mer dahien gedacht werd, wie das dem italianischen und hispanischen kriegsvolk der durchzug durch und bei der Eidgnoschaft nit gegont, der pas abgeschlagen und teutsche nation vor derselben einfal und also vor irem gründlichen verderben(das do gewisslich volgen wurde, wo diese leut uberhand nemmen solten) verhuetet pleiben moge... datum den letsten Junii a. etc. 46 zu 7 uhren nach mittag). Zettel: Bitten beiliegenden Dankbrief an Bern* zu besorgen. 162. Alexander von der Thann, Oberamtmann der oberen Grafschaft DX. Katzenellnbogen, an die XIII. 1546, Juni 30. Darmstadt. Str. St. Arch., AA 552, f. 36. Or. Wird die strassburgischen Knechte in Empfang nehmen. Hat ihr Schreiben* über die Ernennung der Hauptleute erhalten. Die n Zwingenberg und Darmstadt untergebracht werdem. Aber er wird in Zwingenberg Dat. Darmstadt Knechte sollen zwische Die Hauptleute hätten Furiere schicken sollen. und an der Fähre bei Gernsheim Bescheid hinterlassen. Mi. 30. Juni 46. 1546, Juni 30. Basel. 163. Die XIII von Basel an die XIII. Str. St. Arch., AA 556, f. 99- 100. Ausf. Empfehlung eines Bürgerssohns für den Strassburger Kriegsdienst. Empfehlen den XIII«unser burgerssone Hans Muller, zeiger ditz, welcher zu euwern jetzigen kriegsrustungen sich ungesparts libs und lebens zu gepruchen ganz inbrunstigen lust... hab, diewil da er sich vornacher ein namhafte gute zit in herren lantgravens dienste, ouch in andern kriegshandlen nach unserm wussen und vertruwen nit anderst, dann wie einem frommen gesellen zustendig, gehalten hat... Dat. 30. Juni 461. raf in seinen Briefen vom 29. Juni k zu Marburg und Kurt Spiess, KellNr. 881,. 1 und 3): Thann und Bussss die Musterregister schreiben. Knechte schwören sollen. in Frankfurt die 20000 n halben 162 1 Entsprechende Weisung erteilte der Landg und 6. Juli an ihn, den Schultheissen Konrad Bussec ner zu Bickenbach(Kassel; Entw. in Marburg, Arch., eck Sollen die beiden Strassburger Fähnlein mustern und Spie Sendet den Artikelbrief vgl. Nr. 148, Anm. 4], nach welchem die Bezahlung wie im letzten braunschweigischen zug; sollen dazu Gulden von Strassburg und die 18000 von Frankfurt erheben und den über de Monatssold überschiessenden Rest an ihn senden. Juli für den Wollweber Antoni Woll(Ausf. der bei der Wiedereinsetzung Herzog h., Missiven A 31, 8. 126). 163 1 Ebenso verwenden sie sich am 10. a. a. O., f. 101) und am 7. August für Jakob Wetzel, Ulrichs«etwas bevelchs gehept.»(Entw. in Basel, Are . 188 1546. Strassburgs Bemühungen um die 164. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juni 30. [Strassburg.] Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, /. 145—147, Ausf.— Praes. Kassel 5. Juli. — Pine Stelle gedr. von Hasenclever, Pol. Karls V., S. 15, Anm. 2. Wenig Aussicht auf französische Hilfe; Hauptleute; französische Knechte; Frankfurt.— Zettel: Hauptmann Stern und die französischen Knechte. Seine Briefe vom 24. und 25. Juni Nr. 129 und 135]«seind uns gleich bald und neher dann einer fierteil einer stund gestern zu funfen nach mittag behandigt... haben erstlich Frankreich belangen hievor angericht zu erfaren, wess des orts verhoffenlich sein möcht. da in diser stund derselbig unser gsandter! widerkommen anzaugend, das die kai. Mt. im englischen friden begriffen? und derhalben bei Frankreich nit zu suchen, es were dann, das ers zusehen wolt, das etlich reuter und hagkenschutzen uns zu— kommen möchten; verhofft die person, bei deren wir gesucht, er wolt ein zweitausent uf diser ständ costen, wöhe der kunig durch die finger sehen wolt, wol ufbringen; welcher furschlag noch zur zeit uns seer weitloufig ansicht. y Über die beiden Doppelmonate und den Kriegsrat haben sie schon ge— antwortet[Nr. 148]. Wollen Langhans bewegens, zum Landgrafen zu ziehen; Wendling Schecks aber bitten sie hier behalten zu dürfen, dieweil e. fl. G. wir zwen unserer burger zu hauptleut und sonst noch drei zugefert igt und wir zur notturft unserer statt auch etlich knecht annemen». Haben 5 Hauptleute bestellt, deren jeder ein Fähnlein Knechte aufbringen will;«wes sie aber bringen werden, könden wir nit wWüssen, dieweil die kaiserisch werbung bei uns hieoben volkommen ist und eben stark. so sind wir in hoffnung, das etlich von den franzosischen knecht e. fl. G. zupracht werden sollen, sind auch vertrost, das iren sibenhundert schon herauslaufen und das noch mehr hernaher kommen, zu denen wir geschickt und in handlung stehn, die in unser hand zu bringen und e. fl. G. furter zuzufertigen. und seind etlich deren knecht, so die von den unsern bestelten hauptleuten geworben, alberait im louf, das wir hoffen, sie sollen in acht, tagen in der obern graveschaft an— kommen». Berichten über den Brief Frankfurts[Nr. 140].«Wohe nun dasselbig beschehen solt, haben e. fl. G. zu eı messen, zu was schaden... es allen unsers theils raichen möcht. derhalben wir von ganzen nötten achten, das e. fl. G. fursehung thue, das die hinablaufenden Knecht empfangen, die von Frankfurt getröst und entschuttet und dem gegenthail dasselb sein furnemen gewert werden möcht; darzu der churfurst, der pfalzgrave?, wol hilflich sein kund Letters and papers XXI, 1, Nr. 1014, 5 16. 3 Franz I. Wohl Martin du Bellay, vgl. Nr. 149, Anm. 2. ® Er traf am 8. Juli bei Alexander von der Thann ein; vgl. Nr. 201, 1, Brief. Er wurde dann oberster Leutnant in Bernhard von Thalheims Regiment von 13 Fähnlein; vgl. ein Schreiben an ihn vom 16. September in AA 552, f. 90- 9] und die hessische Kriegsrechnung a. a. 0., Nr. 893, f. 104. Vgl. Nr. 61, Anm. 2. An den die XIII selbst geschrieben hatten* und zwar über«die Schwebende kriegsemporung im reich, auch Hansen von Sickingen); vgl. dazu Kannengiesser, Karl V. und Büren, 8. 42 und 169- 160; die kurpfälzischen Räte bestätigten am 30. Juni in Abwesenheit ihres Herrn den Empfang des Briefes(Ausf. in AA 553, f. 52). ü TS LTE— Anwerbung von Kriegsknechten. 189 und von e. fl. G. darumben zu ersuchen were... datum den letsten Junii a. 46.» Zettel:(Der franzosischen knecht halben haben wir zu hauptman Sternen geschickt, dieselben heraus und e. fl. G. zuzufueren. der hat uns heut durch ein andern schreiben lassens, das er derselben alberaid siben— hundert harausgewendt und das dieselben noch heut dis tags ein meil wegs bei uns ankomen sollen; so sei er der zuversicht, er woll in einem tag oder kunfen bei den zweitausent haben; und begert, das man ime dieselben und ire hauptleut lassen und sie die funf tag, bis er ankomen, underhalten, ime auch sein laufgelt widergeben Lwolt]. also haben wir ime geantwurt?, das 8. fl. G. wir wollen schreiben der hoffnung, sie werde ime seinem begeren nach die knecht und hauptleut lassen; haben auch alsbald geordnet, die die knecht in seinem namen endpfahen und versehen, das sie bitz zu seiner an— kunft erhalten werden; das wir ime auch sein ausgeben gelt wider wollen erstatten. datum den letsten Junii a. 46.» 165. Johann Sturm an den Hauptmann Achatius von Stern zu Rheineck. [1546], Juni 30. Str. St. Arch.R, Thom. Arch., Corresp. de Jean Sturm, f. 34. Abschr.(von Jean Schmidt)]. Mahnt an die Sendung der angeworbenen Knechte. C... Euwer diener hat mir anzeigt, wie das ier funfhundert knecht un— gevarlich bei einander habent, und clagt, wie das sie euch understand zu entlaufen; welches mich verwundert, nachdem ier gestern von mir seind abgeschieden, wie das ier diesse knecht wollen abfertigen bies in die Want zenau und ich in dem verschaffen soll, das man daselbst bescheid und gelt finde?... welches alles ich versehen; und hab mein diener gestern in die stadt ge— schickts. ist hieruf mein freundlich bitt, ier wollen fortfaren und die knecht, kurderlichen schicken, auf das meine hern den ernst spüren. ich bin gutter hoffnung, ich werd noch heut sehen, das euwer lauf seie angangen... datum 30. Juni a. 1556 1159. 166. Der Hauptmann Jakob von Reutlingen! an den Rat. 1546, Juni 30. Str. St. Arch., AA 553, f. 33. Or.— Prod. 1. Juli. Marschhinderungen. Klagt, dass Offenburg, Lahr und Gengenbach den Knechten bei höchster 8 Gemeint ist Nr. rer 9 Vgl. Nr. 165, Anm.: 165 1 Das Or. befand— in der 1870 verbrannten Sammlung Epist. autogr. sacc. XVI in Vol. III, Nr. 220. 2 Nr. 169: 3 Er erhielt daraufhin am 30. Juni von den Altammeistern Mathias Pfarrer, Matheus Geiger und Simon Frank zur— dass man sämtliche Forderungen und Wünsche Sterns erfüllen wolle(Abschr. a. a. C., f. 276; das Or.(vgl. Anm. ID a. a. O., Nr. 221); vgl. dazu Nr. 159 und 164, Zettel. 166 1 Jakob Sauter, Bürger zu Gengenbach, was aus einem Schreiben des Strassburger Rats vom 20. November 1546 hervorgeht(Ausf. in AA 552, f. 84).— Er ging im — — — ma.. rr, ———————=. 190 1546. Bestellung des Strassburger Kriegsrats. Strafe den Zug verboten habenz. Bittet ihnen zu schreiben, damit sie es erlauben. Dat. 30. Juni 46. 167. Ratssitzung. 1546, Juni 30. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, f. 364 b— 365 h. Aufzeichnung des StadtSchreihers über die Sitzung vom 30. Juni. Ben. von Holländer, Str. J. Schm. Kr., S. S und Anm. 4. Verhandlungen mit Wolf Böcklin wegen seiner Bestellung zum Kriegsrat. Es wird berichtet, Wolf Böcklint habe«anzeigt, das er zur sach nit gnug— sam oder geschickt were, und zum hochsten darfur gepetten. haben si ime gesagt, so es fur herren reth und XXI pracht, werd ers nit erlassen. daruf hab ers bewilligt, so mans in nit erlassen wurde. daruf habe ler] begert 10 pferd, 1 tross, ein reiswagen, etliche truch und ein zelt. und beger nur 200 gl. zu sold. haben si ime gesagt, der landgraff beger nit vil der pferd; werd ine wol versehen. daruf er: der landgraff wurd villeicht sovil ze thun haben], das man sein vergess. daneben hab er auch zwen trabanten begert, also das zusammen uf die 12 pferd wurden. daneben hab er ein summ gelts begert, so im uf die rustung gon wurde. doch wolt er lieber, das mein hern einen, der nit des regiments wer,... schicket'en]; so wollt er gern mit demselben [ziehen] und von ime lernen. haben si es ime auch abgeleinet, es daug nit, das er als regimentsperson erst eins andern knecht sein sollt. also sei er mit der massen, wie oberzelt, urputtig; und das man ine halten sollt, wie man seinen bruder, her Ulman, helt, erkant: nochmals mit Wolff Bocklin reden, das er mit 4 knechten und er, ein bub und schreiber, das sind 7 pferd, eilends hinab ritt; so wollt man ime den reiswagen hernach schicken. wills er aber nit thun, so soll man mit Daniel Sutorz handlen, das ers thue.) September wegen Krankheit vom Heere ab nach Nördlingen, wie er Langhans am 16. Sept. mitteilt(Abschr. in AA 552, f. 90- 91; vgl. Nr. 164, Anm. 5).— Ein(nicht abgegangenes) Verwendungsschreiben des Rates für ihn bei den hessischen Musterherren Simon von Bemelberg und Marx Lesch vom 20. November, das wegen der Streitigkeiten über seine Besoldung nach seinem Abgang vom Heere notwendig wurde, in AA 552, f. S4; f. 85— 39 Abschr. seines deshalb gepflogenen Schriftwechsels. ? Die Regierung von Ensisheim hatte auf Befehl König Ferdinands bereits am 17. Juni ein solches Verbot erlassen(Abschr. in München. Geh. St. Arch., K. schw. 543/38, f. 152— 164). 3 Daraufhin erhält er vom Rat am 1. Juli einen offenen Passbrief, dass man das Fähnlein«niemand zewider, sonder allein zu unser und der unsern defension,... auch teutscher nation zu gutem) annehme und ihn dabei zu unterstützen bitte.(Entw. in AA 552, f. 76; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr.. S. 4); vgl. auch Ratsprot. 1546, I. 365 b. 167 1 Schon in der Sitzung vom 28. Juni war er zum Kriegsrat vorgeschlagen worden (a. 2. CO., f. 360. Vgl. über ihn Nr. 121, Anm. 4. . N s— 1566. Verhandlungen der Oberlander mit Kursachsen und Hessen. 191 168. Ulman Böcklin an die XIII. 1546, Juni 30. Ulm. Sir. St. Arch., AA 550, f. 35— 37. Ausf.«Entpfangen freitags den 2. Julis umb 10 uren vormittag...); prod.«eodem die.) Zeitungen; Post; Russerung Schwendis; Württemberg und Pfalz; hiesige Rüstungen; der Papst rüstet; die Gegner bedenklich; Tirol unzufrieden. Zettel: Papst und Kaiser über den Vorwand zum Krieg nicht einig; Beschluss, anzugeben, wie viel Truppen jeder hat. . Euer schreiben, so ir den 26. dis an mich gthan*..., Welcher massen euch... der landgraf geschribben Mr. 105], das ir zu ufhaltung etlicher kriegsleut 500 gl. anwenden sollen etc., hab ich... verlesen und schick euch daruf hiebei verwart copeien etlicher missiven, zeitungen und anderer schriften, darunder eine, darin der herr landgraf diser statt Ulm abermals schickung der kriegsräth und erlegung der doppln monat halben... schreibt?, 168 1 Es sind: 1. der Brief der Gesandten in Um an Venedig vom 21. Juni(Abschr. in AA 550, f. 3353- 39); vgl. auch Nr. 121, Anm. 3. 2. ein Ausschreiben an die Ritterschaft und den Adel des Reichs, in welchem sie ermahnt werden, die Werbungen der protestant. Stände nicht zu hindern.(Abschr. a. a. CO., f.. mit dem Rückvermerk: Geriptum montags den 28. Junii a. etc. 46»; Abschr. o. D. in Um, Arch., Ref. Akt., XXXI, Nr. 592). Es ist aber nicht abgegangen; denn auf einer, Abschr. in Ulm, a. a. CO., XXXII‚. Nr. 937 ist vermerkt:«Ist nit usgangeny; es wurde dann durch ein Ausschreiben an die Stände«in der nachbarschaft herumb vom 21. Juli ersetzt(Entw. a. a. CO., Nr. 919). 3 der Brief der Gesandten in Um an den Landgrafen vom 29. Juni(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 872, f. 35- 40; praes. Ichtershausen 4. Juli; Abschr. in AA 550, 40-42; ged. hei Bezzenberge r. Ber. u. Br. d. Asverus v. Brandt II, Beilage K, S. 202—203, doch ohne die Zettel): Hierin bitten sie nochmals dringend um sein schleuniges Kommen; auch möge er den Kurfürsten anhalten, den Zuzug aus dem Niederland zu verhindern; melden ausserdem das Heranziehen des kaiserl. Geschützes aus Tirol und Oesterreich. Beigelegt sind die beiden in Anm. 7 erwähnten Zeitungen. 4. Nachschrift des Briefes von Konstanz an seine Gesandten in Um vom 27. Juni(àbschr. in AA 550, f. 45— 48 und in Stuttgart, Arch., Büschel 21, Nr. 1864): Zürich hat auf die Werbung der Konstanzer Gesandten zwar abschlägige Antwort erteilt, rät aber zu einer Botschaft auf dem Tag zu Baden; Werbungen des Bischofs von Konstanz und eines päpstlichen Gesandten bei den Eidgenossen vgl. Eidgen. Absch. IV, 1 d, S. 621—624]. Raten aus verschiedenen Gründen davon ab, Schweizer anzuwerben; schlagen für die Botschaft nach Baden einen württembergischen Rat und Jakob Sturm vor; machen Vorschläge zu einer Instruktion für Baden: Vor allem solle man für dieses Mal nicht um Hilfe bitten und keineswegs von der Religion sprechen; Lindau soll mit einer Botschaft nach Graubünden betraut werden, damit dort der Zuzug von Kriegs volk gesperrt wird.— Die Antwort der Schweizer an die protestant. Stände vom 15. April legen sie bei(àbschr. in AA 550, f. 49—– 50 mit dem falschen Datum 15. Juni; vgl. Nr. 68, Anm. 17 und 157, Anm..— Am 4. Juli, als das unter 3. erwähnte Schreiben der Gesandten in Um zu Ichtershausen eintraf, wollten der Kurfürst von Sachsen und Philipp gerade einen Brief an Herzog Ulrich und die Gesandten in Um abschicken, dass sie mit 5000 Pferden und 24000 Mann zu Fuss am 20. Juli um Meiningen zu sein hofften und dass die Oberländer ihnen mit allem Volk, das sie nicht für Besatzungszwecke benötigen, entgege anziehen. sollten; auch sollen sie ihre Kriegsräte und Botschaften zum Landgrafen abfertigen. Nach Erhalt von 3. erklären sie in einer Nachschrift, dass sie auf Wunsch des Kurfürsten an ihrem Plan festhalten—(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 22, Nr. 56 ff; ben. von Lenz, Kriegführung, S. 428).- Über die Sendung des württembergischen Kriegsrats Wilhelm V.— am 11. Juli zum Landgrafen vgl. Lenz, a. a. CO., S. 456. 2 Abschr. in AA 550, f. 53; entspricht dem 1. Zettel von Nr. 129; vgl. auch Nr. 129, Anm. 2. 192 1546. Rüstungen Württembergs. darus wol abzunemmen, das unser, der gsandten, erste antwurts... seiner fl. G. noch nit zukommen ist; derhalben wir seiner fl. G. widerumb schreiben und zweiflet uns nit, sein fl. G. werde sich nunmehr befürdren heruf— zuziehen. Es ist ein post von hieus geen Stutgarten gelegt. da mögen ir... von euerer statt us auch eine bis daselbsthin verordnend; dann allbereit bevolen ist, das man alles, so ir dahin schicken werden, alher geen Ulm oder Geppingen, wo dann wir, die gsandten, ligen, soll liferen... Lazarus von Schwenden, der diser zeit am keiserischen hof sich haltet, ist alhie gwest und hat den gsandten von Memmingen in höchster geheim angezeigt, man soll sich uf diser seiten kecklich stellen; so werde ein schwert das ander in der scheiden behalten. Würtemberg und Pfalz sind negst verschinnen montag 128. Juni] zu Helprun zusammenkommens... und hat Wilhelm von Massenbach, herzog Ulrichs gsandter alhie, mir angezeigt, das... herzog Ulrich algereit uf 20 gutter fendlin knecht bei einander hab(darunder seiner fl. G. landvolk nit gerechnet). under denselben sei ein hauptman, der dem gegentheil knecht a[n]nemmen wöllen, da bevolen gwest ine zu greifen...; der sei aber gwarnet worden und hab sich selbs für des herzogen räth gestelt und seim gn. fürsten und herren ein fendlin knecht ufzubringen und zu dienen versprochen, hab auch gelt daruf empfangens. ich verhoff, wir wöllen in kurzemm auch nit weniger dann 20 fendlin haben. uf heut hat ein burger alhie zu Ulm, der volk zu werben usgeschickt, uns, den gsandten, angezeigt, das er doben in Bünden und Turgau sich beworben und uf disen tag nit weniger dann dreitausent kriegsknecht bei einander hab; und gee sein werbung noch im trib für. da ist Costenz, Lindau und Memmingen, die disen orten am basten gelegen, damit solch kriegsvolk gfertigt werden mög, das gelt darzustrecken bevolen... Wir haben gewisse kuntschaft, die uns us Italia? und von andren orten her kommen, das der bapst in seinem land in allen stetten und flecken umbSchlagen und, was er für welsch kriegsvolk bekommen mag, alnjnemmen lass. es will meins bedonkens des gegentheils hauptleuten nit so schleinig(wie sie geachtet) nach irem willen geen. dann wie unser kuntschaft lautet, ver— lieren sich ire knecht zum theil uf den musterbletzen. und ist das geschrei under sie kommen, herzog Ulrich werde sie schlagen. die hauptleut lassen sich auch hören, das unweislich gthan sei, ire musterplätz so nahe bei herzog Ulrichs land zu haben. wir seind auch glaublich bericht, wie die in... Tirol vermerkt, das welsch kriegsvolk durch ir land ziehen soll, weil sie dann die3 In Nr. 142, Anm. 4. Darüber meldet am 6. Juli Jörg von Ow an Herzog Ulrich:(Es haben die von Strassburg uf heut dato ain post alher geen Stutgart gelegt... so haben sie noch ain post verordnet geen Pforahain, Rasteet und hinein bis geen Strassburg, damit jeder zeut nichs versambt werd.»(Ausf. in Stuttgart, a. a. O., Nr. 91). 5 Dies geschah erst am 30. Juni, wo Herzog Ulrich seinen Gesandten in Um meldet, dass sie«uf disen morgenimbis alhie zusammen kommen».(Maulbronn; Entw. in Stuttgart, Arch., Büschel 21, Nr. 192); über die Verhandlungen vgl. Hasenclever, Kurpf. Pol., S. 80- 81. ẽ Es handelt sich um Utz von Rechberg; vgl. dessen darauf bezuüglichen Brief an Herzog Ulrich vom 27. Juni(Ausf. in Stuttgart, a. a. O., Nr. 155). Gemeint sind 2 Zeitungen aus Rom vom 20. Juni und aus Italien o. D.(Abschr. in AA 550, f. 52 und 51; gedr. von Bezzenberger, a. a. O., Beilage F und H, 8. 200 und 209. 1546. Frankfurt wird gegen mögliche Angriffe gesichert. 193 selben und ire guten sitten vor der zeit wol erkent, seien sie übel zufridden, lassen sich heimlich(wie uns angezeigt worden) mit weinenden augen hören, wo sie ein rucken hetten,(sies solch volk mueste herus nit ziehen. das haben wir dem herren landgraven auch zugschribbens und daruf an gerürte grakschaft Tirol und derselbigen stett ein schrift angstelt, die ist noch nit abgehört!®.... ich schick hiebei verwart dem herrn] stattschreiber ein büechlin*, so neulich usgangen sein soll... Dat. Ulm Mi. 30. Juni 46. Zettel:(Post scripta ist uns zeitung! zukommen, wie kei. Mt. und der bapst lang mit einander gerathschlagt und ghandelt haben, under was schein sie disen zug... anfahen wöllen. des bapsts meinung ist gwesen, das man solt usgeben die evangelischen; aber kei. Mt. meinung etliche unghorsame fürsten zu straffen. Es ist uf heut dato ein erkantnus gangen, deren ich euch auch ein cope uschick. da wöllend mich... fürderlich berichten, wes ich den gsandten 112 anzeigen soll. datum ut in literis.» 169. Der Rat an Bürgermeister und Rat von Frankfurt. 1546, Juni 30. Strassburg.] Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1022. A Redd. 3. Juli; lect. 6. Juli. Ben. von Collischonn, Frankfurt. Schm. Kr., S. 32. Strassburgs Rüstungen; werden Frankfurt nicht im Stich lassen; an den Kaiser einhellige Antwort nötig; senden ihren Entwurf dazu. Antwort auf Frankfurts Schreiben Nr. 140]. Haben bereits dem Landgraken auf sein Verlangen 5 Fähnlein mit 5 Hauptleuten in die obere Grafschaft Katzenellnbogen zugesandt.«So sind wir noch in übung allen tag mehr knecht hinab zu fertigen». Haben auch nach Ulm 3 Fähnlein geschickt und wollen ihnen schreiben,«was sie fur knecht haben, deren sie nit bedorfig, zuvorab so der zug von inen und uf unsern gn. hern den landgraven Oder euch gehn solt, dieselben hinab zu rettung ze schicken. so werden ir sonder zweifels auch nit underlassen zu besetzung euwerer statt notturftig knecht anzunemmen, desgleichen unserm gn. hern landgraven zuschriben, das sein fl. G. fursehung thun wöll, das die hinablaufenden knecht empfangen und versehen, das inen der pass nit geweert und ir gerettet werden und also dem gegenthail der widerstand beschehen mög, wie seinen fl. G. wir auch schreiben!.» Haben ihren Gesandten in Um wiederholt angewiesen,«alles das helfen zu handlen und zu schliessen, das die notturft diser leuf erfordert und s Statt:(solch... ziehen) stand ursprünglich:(Sie wolten solch volk herus nit ziehen lassen»;«sie» ist dabei versehentlich stehen geblieben. 9 In einem Zettel zu dem in Anm. 1 unter 3. aufgeführten Schreiben vom 29. Juni. 10 Beilage zu seinem Brief vom 1. Juli; vgl. Nr. 177, Anm. 1 unter 1. u Gemeint ist der Brief Altiris an den kursächsischen Vicekanzler Franz Burkhardt vom 22. Juni, dessen Abschr. Ulman Böcklin seinem Brief vom 1. Juli beilegt(Nr. 177, Anm. I unter 5)— Über Franz Burkhardt vgl. A. D. B. III, 8. 569- 570 und die Schrift von J. T. L. Danz, Franz Burckard aus Weimar(1825). 12 Reinschriften in AA 550, f. 43 und in Ulm, a. a. CO., Nr. 1000: Jeder soll angeben, wie viel Truppen er senden wird und wieviel er bei sich behält.— Eine verbesserte Reinschr. a. a. O., Nr. 999 fügt noch die Mahnung am Schluss hinzu, dass jeder Stand sich so stark wie möglich zu Hause rüsten solle, um im Notfall Zuzug leisten zu können. 169 1 Nr. 164. Pol. Korr. von Strassburg, Bd. IV. *. A K———————— m0 194 1546. Militärische Anordnungen des Landgrafen. von notten sein wöll und sonderlich, das er dahien handlen und sehen soll, das dhein trennung bei den ständen entstand... So haben der kai. Mt. uf ir suchen wir noch dhein ant wurt geben, wussen auch nit, ob Augspurg und Ulm ir Mt. geantwurt haben oder nit. wir haben aber unserm gsandten geschribenz, das wir gar gern wolten, das einhellig ant wurt gegeben wurd, und ime unser bedenken und was die antwurt uf der ständ verbesserung ungeverlich sein möcht, zugeschickt, wie ir inhalts zu vernemen habens...» Dat. Mi. 30. Juni 46%, 170. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juni 30. Kassel. Str. St. Arch., AA 546, f. II- III. Ausf. und 44(Zettel).— Prod. Sa. 3. Juli. Sendung der Knechte in die obere Grafschaft; die französischen Knechte; Geigers Sendung zu den Eidgenossen. Zettel: Brief an Reckenroth. Antwort auf Nr. 138; sollen die Knechte eilends in die obere Graf— schaft Katzenellnbogen laufen lassen;(da konnen sie denen von Frankfurt, uns und gemeinen stenden tröstlich sein.» Billigt die Sendung zu den französischen Knechten. Da er jetzt nicht schicken kann, mögen sie sie annehmen, ihnen einen Monat Sold zustellen und sie auf Frankfurt ziehen lassen. Dann were der kei. Mt. mainung zwischen die Oberlender und uns, die andern stende, etwo nach Frankfurt zu zihen, so must man die stadt Frankfurt be— setzen; alsdann weren die knecht vast tröstlich darzu. wo aber solchs nit beschehe, so hetten wir die im feld zu brauchen. Bittet um schnelle Nachricht über das, was Dr. Ulrich[Geiger] bei den Eidgenosen erlangt hat. Über das Ausschreiben wird er sich mit dem Kurfürsten von Sachsen vergleichen. Dat. Kassel 30. Juni 46. Lettelt: Mögen beiliegenden Brief an(Jorg von Reckenrode zu stund an so tag so nacht in Frankreich, woe er antreffen ist, schicken.) Fehlt; vgl. Nr. 143. Abschr. in Frankfurt, a. a. CO., vgl. Nr. 181. Nach Ratsprot. 1546, f. 367 b scheint dem Brief noch die Antwort Ums an den Kaiser(8trassburger Abschr. in Frankfurt, a. a. CO.; vgl. Nr. 143, Anm. 3) und die Antwort Herzog Ulrichs auf die Werbung Hirnheims(vgl. Nr. 122, Anm. 9) beigefügt worden zu sein. 170 1 Ist beim Entwurf in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 141- 142 nicht vorhanden. In dem Brief(Abschr. a. a. O., Arch., Nr. 1839, f. 6) berichtet er Reckenroth von seinen Rüstungen und fordert ihn zum Kommen auf; auch für den französischen König sei jetzt die beste Gelegenheit,(das er an einem sondern ort den veind angreif.“ » 0. 1546. Schwendi über seine Sendung nach Strassburg. 195 171. Bericht des Lazarus von Schwendi über seine Sendung zu Augsburg, Ulm und Strassburg.(1546, Juli 1. Regensburg. R Brüssel, Arch. Gen., Secretairerie d'ctat allemande: dietes et dietines I. 30. VI. 1546:(Rapport du gentilhomme Lazarus de Schwendy». Aufzeichnung®. Aufnahme in Augsburg und Ulm; Strassburgs Antwort; vielleicht Anlehnung an Frankreich; Argwohn gegen die kaiserliche Politik; das Volk über den drohenden Einmarsch von Welschen aufgebracht; Rüstungen der Protestanten; die Kaiserlichen bedroht; Absichten der Protestanten im Kriegsfall auf das geistliche Gebiet. War zuerst in Augsburg, das ihm ziemlich nachgiebig erschien, dann in Ulm?; dort weniger Bereitwilligkeit. Berichtet ausführlich über ein Gespräch mit Georg Besserer nach der Ratssitzung, worin Besserer erklärt, Ulm liesse sich vom Bunde[«de notre lighe»] nicht trennen, denn der Kaiser wolle diesen nur sprengen, um dann einen nach dem andern zu besiegen, und am Schluss feststellt:«Que savons nous quil veult faire? le concille a Trente procede. sad[ite] ma.te peultestre fait assembler ses gens pour executer ce que y sera conclud.) In Strassburg gibt er zunächst das kaiserliche Schreiben im Rat ab und erhält am nächsten Tag durch Jakob Sturm und einen Ammeister die Antwort des Rates.(Apres ilz disoyent, appellant dieu en tesmoing, quilz avoyent grand volunte et estoyent prestz dobeyer al la ma. te imp. en toutes choses seculieres, et quilz lavoyent monstre plusieurs fois par effect et meme dernierement en la guerre contre le roy de France; mais touchant la religion et leur conscience quilz feroient ce dont ilz pourroient respondre a dien et quilz avoyent fait une lighe avec quelque aultres, non pour desobeyre a lempereur, mais pour la deffension de leur foy, la quelle ilz ne lairoyent jamais et dont ilz ne pourroyent laisser ceuls de leur lighe, apres avoir donne leur foꝝ de les aider toutes les fois, quil seroit besoing, et quilz ne fonts sans doubte; si ce sont aucuns de leur lighe, qui ayent offense lempereur, que sa ma. te ne leur fera point la guerre si impourvu et soubdainement, sans avoir premierement ouy leur excuse et deffence. apres ilz eut aussi fait mention, quilz soyent scituez en tel lieu, ou ilz peuvent faire plaisir et deplaisir a sadlite] ma. te et que de ce coustel las leur soyent offertes plusieurs bonnes conditions damitie et confederation, lesquelles ilz ont tousjours reffusees, mais a ceste heure, silz estoient contraintz dendurer guerre et perir pour leur religion, quilz ne scavoient ce quen pourra advenir. et cela est certain et sans aucun double, que ceulx de Strasbourg et aussi les aultres croyent asseurement, que la ma. te imp. soulz lombre de desobeissance entreprend quelque chose contre leur religion et quil ne tasche aultre chose, sinon de les desjoindre pour les povoir apres mieulx vaincre et quilz congnoissent 171 1 Am 1. Juli kam Schwendi nach Regensburg zurück; vgl. von Druffel, Viglius, S. 24. 2 Das Stück ist Herrn Univ. Prof. Dr. Adolf Hasenclever in Göttingen zu verdanken. — Es ist eine, wohl für die Königin Maria angefertigte, französische Übersetzung des deutschen Berichts. 3 In Augsburg war er am 21., in Um am 22. Juni; vgl. Schreiben des Augsburger Rates an seine Gesandten in Um vom 21. bezw. der Augsburger Gesandten an Augsburg vom 22. Juni(Ausff. in Augsburg, Arch., Literal. 1546). 4 Die inhaltlich ganz Nr. 133 entspricht. 5 Wohl statt«feront». P. h. von seiten Frankreichs. 18* 196 1546. Rüstungen der Schmalkaldener; ihre Absichten auf geistliches Gebiet. bien la bonte de la ma.te imp., mais quil se laisse abuser des prestres, quilz estoyent cause de tout le mal. et sur les remonstrances quil leur feit, pour les oster de ceste oppinion, ilz respondirent, quilz avoyent tant de nouvelles de tous coustez, quil estoit impossible non les croire. il a trouve aussi le commun peuple fort exaspire contre la ma. te imp. et mal content de ce que le bruyt va par tout, que beaucop d'ltaliens et Espagnolz doibvent venir en Allemagne; et est le nom de lempereur bien ennuyeux, et ceulx qui sont bons imperials, ilz sont bien hayz et en dangier, et aussi par tout le pays de Strasbourg? on envoye les femmes et enfans a Constance et en Suysse.) Württemberg und Hessen geben den Protestanten auf dem augenblicklichen Tag zu Ulm grosse Versprechungen und machen sie gegen den Kaiser misstrauisch. Herzog Ulrich soll 15000 zu Fuss und 1000 Reiter versammelt und zum grossen Teil schon gemustert haben; Graf Wilhelm von Fürsten berg und der Freiherr von Heideck werden ihnen bald auch einige Fähnlein zuführen. Der Herzog von Württemberg und der Pfalzgraf werden sich nächstens in Württemberg oder auf dem Asperg treffen. Strassburg und andere schicken ihre Leute nach Ulm und Leipheims. Die Schweizer haben den Protestanten soviel Leute versprochen, als sie brauchen; 4000 sollen Schon auf dem Marsch sein und 4000 weitere folgen, um den Pass bei Kempten für die Italiener zu sperren; die kaiserlichen Truppen in Füssen und Riedlingen sind in grosser Gefahr. Les protestans disent aussi, quilz ayent plu— sieurs fois refuse toute alliance du roy de France, mais sil venoit a ceste heure, quil trouveroit bien appoinctement. aussi lon dit secretement que ledſit] lantgrave, sil est assailly, ne demeurera point en son pais, mais munira les fortes places quil a et entrera apres au pays de levesque de Wirtzburg, pour le prendre. les protestans sont aussi de ce propos, incontinent que la guerre sera commencee, dassalir le pays des evesques, abbez et pretres et contraindre les subjects paysans de jurer obeissance a eulx, a la fin quilz puissent user de leur aide et personnes, quant il sera besoing. et ont certainement conclud et propose dendurrer la guerre pour leur foy, scachans bien que estans vain— cuz ils seront perdus, mais sils sont vaincqueurs, quilz recompenseront leur[dom] maige du bien des pret res.) 172. Beratung der XIII. 1546, Juli 1. Strassburg. Str. St. Arch., AA 553, /. 41-12. Aufzeichnung. Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 9. Antwort an die in Um versammelten Gesandten und an den Landgrafen. Wegen der im Schreiben der Gesandten[Nr. 147] geforderten Truppensendung wird beschlossen,(das man inen solchs mit bestem fug abschlagi.' Die zwei Fähnlein Besatzung? und ihre Bürger müssen sie hier behalten; «dann wir sessen hie an einem ort und anstoss, also das dannocht allerhand gekar zu bedenken und obwol vieleicht der gegentheil jetzo also gesinnet sein mocht, das er den angriff bei inen thun wolt, so mocht er doch, so er Ausgestrichen:(Swabey. Im Bericht steht:(Loybbach-. 172 1 Zur Begründung s. Nr. 173. Vgl. dazu Nr. 61, Anm. 2 und Nr. 164. r NEE— 1546. Strassburg zu jeder Bundesleistung willig. 197 sehen, das man[an] einem ort gefast, sein gemuet bald endern. so hetten sie dannocht die gelegenheit, das sie einander neher gesessen und umb sovil desto besser die hand bieten mochten.» Es ist unmöglich, nach Ulm noch drei Doppelmonate zu schicken. Dem Landgrafen ist alles mitzuteilen und bei ihm anzufragen, ob man den Kriegsrat zu ihm oder nach Ulm senden solle.«Und das sich meine herren mit ler weil des kriegsrat halben entschliessen, darmit derselbig alsbald verreiten mochtsz.) 173. Die XIII an die in Um versammelten Gesandten. 1546, Jul 4 [Strassburg]. Ulm, Arch., Ref.-Akt, XXXII, Nr. 630. Ausf. Der Landgraf und Frankfurt befürchten auch den Angriff; Beratung nötig; können nicht nach 2 Orten ihre Hilfe leisten; werden aber die Beschlüsse ausführen. Haben ihren Brief vom 28. Juni[Nr. 147] erhalten; Ulman Böcklin hat ihnen die Beschlüsse über die Doppelmonate und den Kriegsrat! geschickt.«Uf das alles thund wir euch freundlich zu wissen, das wir unsers thails in disem allgmainen handel nit allein, was wir vermog der verein bei unsern ainigungsverwandten ze thun schuldig, gern erstatten, sonder auch nach gelegenhait der leuf unser vermogen mit und neben andern stenden thun wollen. es hat aber... der landgrave als der oberhauptman hievor nun etlich mal uns geschriben und komen auch solliche zeitungen sonst allenthalben herein, das in den Niderlanden, Sachsen und Franken und also gerings umb sein fl. G. werbungen und bewegungen seindt, das hochlich zu besorgen, der angriff gegen sein fl. G. als dem herz am ersten beschehen soll; und hat also sein fl. G. etlich mal begert die unsern neben dem kriegsrath zu sein fl. G. vermog der verfassung zu schicken und zwen doppelmonat zum allerfurderlichsten gon Frankfurt zu erlegen; da seinen fl. G. wir auch ge— willigt, das wir unsern kriegsrat schicken und dann einen doppelmonat als— bald und dann gleichhernacher den andern doppelmonat nach abzug, wes wir uf den lauf der knecht gegen sein fl. G. und auch Ulm aufgewendt, erlegen wollen. so werden ir vernomen haben, wes die von Frankfurt verwarnt? . dweil nun die not also allenthalben vorhanden sein will, uf das dann in dem allem mochte furgenomen werden, das die wolfart aller stend erhiesche, so were unsers erachtens von noten...., den landgraven zu ersuchen, das sein fl. G. die kriegs- oder andere rat auf ein gelegnen platz herufwerts als gen Frankfurt oder in die Pfalz zum furderlichsten beschriben, man zu— samenkomen und nach notturft, auch erfarung der warhaften kuntschaft und des gegenthails furnemen(nach notturft) beratschlagt hett, ob sampt oder an etlichen orten und wo man die gegenwer und rettung thun und wie man sich sonsten in allem halten wollt, uf das vermog der verfassung sovil moglich gehandelt und nit etwo aus der unordnung vernachteiligung ervolgen thet. Nun haben wir auf schreiben... des landgraven den lauf funf fenlin knecht uf die obergraveschaft Catzenelenbogen, sodann dreier venlin auf 3 Vgl. Ar. 167. 173 1 Vgl. Nr. 150, Anm. 3. Gemeint ist Nr. 140. * 8 3 1 198 1546. Anwerbung französ. Knechte; schmalkald. Gesandtsch. z. Badener Tag. Ulm zu angericht..., das nunmer in diser art nit vil knecht zu bekomen, dweil die keiserischen zuvor umb uns auch geworben, also daz wir nit wissen mogen, ob auch die angezognen von uns bestelten hauptleut die knecht irem erbieten nach zu wegen pringen mogen. daneben haben ir zu gedenken, das wir bei disen leufen unser stat nit gar entplossen konden, dweil noch niemand wissen mag, wo es usschlagen mocht., also das uns nit moglich an baide ort begerter massen rettung und erlegung zu thun. derhalben haben wir hochgemeltem hern landgraven dise ding zugeschribens, und wo sein fl. G. die kriegs- oder andere rat gehorter massen an ein gelegne malstat beschriben thue, was dann des orts fur das nutzest und notturftigst durch dieselben... beschlossen wurdt, das wollen zu volnziehen wir unsers thails nit mangel sein lassen, freundlich... bitten d], ir wollind dis unser schreiben dahien nit verston, als ob wir nit willens weren bei disem handel zuzeset zen oder uns etwas davon auszuziehen... Dat. Do. 1. Juli 46. 174. Jörg Hirzbacht an den Rat. 1546, Juli 1. Baccarat. Str. St. Arch., AA 553, f. 35— 36g. Or.— Prod. Hr. 2. Juli. Anwerbung französischer Knechte. Bietet sich an für Strassburg Knechte zu werben; hat in den letzten 6 Tagen die Knechte, die ihm begegnet sind, nach Markirch gewiesen, wo sie Erhard Frosch angenommen habe. Doch bietet er weiter seine Dienste an;(dan noch fil knecht alle stünd und dag vom houffen, so vor Blongen Boulogne] gelegen ist, rousziehen, die kein hern hant., Er bittet, sie mögen (mier vor einem andren zu eim gn. befelch helfen...; dan ich uf disse stünd keim fürsten noch hern verpflicht bin.“ Bittet um Antwort; denn wenn der Rat ihn nicht nimmt, muss er in andere Dienste tretenz. Dat.«Bergart» 1. Juli 1546. 175. Die in Um versammelten Gesandten an den Rat. 1546, Juli 1. Ulm.] Str. St. Arch., AA 550, f. 91-94. Ausf.— Prod. 3. Juli. Gesandtschaft zum Tag in Baden. Zettel: Instruktion dazu. Zu der Gesandtschaft in die Schweiz ist Strassburg neben Württemberg! und Konstanz bestimmt; und zwar bitten sie Jakob Sturm zu senden, der am 8. Juli in Baden eintreffen möge. Dat. Do. 1. Juli 46. Zettel: Werden ihnen nächstens eine Abschrift der Instruktion senden. $ Mr. 176. 174 1 Er bezeichnet sich als«einen alten armen verdribnen bürger).— Er hatte bis 1542 einen grossen Weinhandel in Strassburg(vgl. Ratsprot. 1540, f. 186 b) und war dann Schulden halber nach Frankreich geflohen(vgl. a. a. CO., 1543, f. 24 b und 410. Er fand im Oberland Dienst; vgl. die Aufzeichnung: GSchwebischer stend stant“ in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVI, Nr. 1732 und die Rechnung der Pfennigmeister in Stuttgart, Arch., Büschel 108, f. 24. 175 1 Der Entw. der entsprechenden Aufforderung an Herzog Ulrich in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXII, Nr. 632.— Dieser bestimmte am 4. Juli Hans Herter, Obervogt zu Sulz, zum Gesandten(Brief an seine Räte in Ulm aus Kirchheim vom 4. Juli; Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 22, Nr. 69). 1546. Verhandlungen mit den Eidgenossen; Nachrichten aus Italien. 199 176. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546,; Muli 4. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. I48- I62. Ausf.— Praes. Kassel 6. Juli. Fragen, wohin der Kriegsrat zu senden ist; gegen das kaiserliche Anbringen in der Schweiz ist Verteidigungsschrift nötig. Nachschrift: Brief von Altieri; das Vorgehen des Papstes ist bei England zu verwerten. Zettel: 2 Doppelmonate. Berichten über die Forderungen der Gesandten in Ulm(Nr. 147]! und ihre Antwort Nr. 173]. Bitten den Landgrafen um Mitteilung, ob und wo— hin er den Kriegsrat und die anderen Räte bestelle, damit sie sie schicken können.(Ferrers, gnediger herr, ist uns nechten zukomenzæ, wes die kei. Mt. bei etlichen örtern der Eidgenossschaft in sonderheit geworben und... uf vorstonden irem zusamenkunfttag zu Baden werben ze lassen willens ist. und demnach wir us einem schreiben der reth und gesandten zu Ulm... verstanden, das si willens seien, ein pottschaft... uf angezognen tag zu Baden zu schickens, haben wir inen dises auch zugeschickt mit beger denselben pottschaften zu befelhen, sollich in gemein und mit der warheit zu antwurten und dem II churfursten zu Sachsen und e. fl. G. gegen gemeinen Eidgenossen... zu entschuldigen. In gleichnus haben wir den geheimen zu Basel und Bern auch geschriben Nr. 161]... und will also unsers bedenkens ganz von notten sein, das ir churfl. und e. fl. G. nunmehr sollich gnugsame entschuldigung in offenen truck usgon lassen; dann es unsers erachtens der sachen nit undienstlich sein sollt. so schicken e. fl. G. wir hiebei copei*, wes unserem burger einem us Venedig geschriben, darus si auch finden werden, wie es der rustung halben in Italien geschaffen sei...“ Dat. Do. 1. Juli 46.— Nachschrift: «Die zeitungen, so wir e. fl. G. hiemit in latin schreibens, die sind durch den Balthassar Alterius von Venedig alher geschriben; und dweil darin begriffen, das der papst durch seins sones son kriegsleut wider dise stende annimt, geben e. fl. G. wir zu bedenken, ob si sollichs dem könig von Engelland zu wissen gethan und darbei verwarnet, so der bapst also seinen willen gegen den Teutschen erlangen, was er von dem bapst zu gewarten hett, ob er dardurch desto ehe zu diser stend hilf oder furderung bewegt mocht werden.) Zettel:(Als dise post schon abgefertigt gewesen, ist e. fl. G. weiter schreiben Nr. 144] uns zukomen. und dieweil us demselben wir befinden, das e. fl. G. uf erlegung der zweier doppelmonat tringen, so woln wir, unangesehen das wir alberaid auf den lauf, so zu e. fl. G. und deren von Ulm wir gemacht, bei den 6000 gl. ungevorlich usgeben und wir wol hetten abziehen mogen, die zwen doppelmonat zu disem mal furderlich lassen erlegen... datum den ersten Julii a. 46 abents spat. y 176 1 Der Brief vom 28. Juni und die beiden Beschlüsse(6. Nr. 150, Anm. 3) sind in Abschrift beigelegt. 2 Mit Nr. 155: die Abschr. der Instruktion für Mouchet legen sie ebenfalls bei. 3 Vgl. Nr. 142, Anm. 4. Mit Nr. 160. 5 Vom 20. Juni aus Venedig; liegt in Ausf. mit eigenhändiger Unterschrift Altieris bei(a. a. O., f. 156- I57; deutsche Übersetzg. von Frecht in Um, Arch., Ref.- Akt. XXXIVb, Nr. 1479): Meldung aus Rom vom 11. Juni, dass der Kaiser mehr denn je zum Krieg gegen die Protestanten entschlossen ist; der Papst wird ihn dabei unterstützen. Der Kaiser will 9000 Spanier unter Gonzaga und 20000 Deutsche aufstellen und hat sich grosse Summen ———=. 200 1546. Brief Altieris aus Venedig. 177. Der Gesandte in Um, Ulman Bökeklin, an die XIII. 1546, Juli 1. Ulm. Str. St. Arch., AA 550, f. 60. Ausf. und f. 45(eigenhändiger Zettel).— Prod. 3. Juli. Schreiben der Gesandten; die Gesandten in Regensburg abgefordert; Post; französische Knechte. Zettel: Schertlin berufen, um gegen die feindlichen Muster plätze vorzugehen. Sendet das Schreiben der Gesandten(Nr. 175].(Weil dann an solcher sachen nit wenig gelegen, werden ir sonder zweifel euch wol darnach zu halten wissen. wes seinther für schriften durch die gsandten usgangen, auch denselben hinwiderumb samt etlichen kuntschaften zukommen, dessen allen durch Wechsel verschafft.(Dux Octavius, papae nepos, venit iam ab octo diebus Venetias, quo et ipse mutuo accipiat bonam summam pecuniarum pro Parma et Placentia, ut ex his civitatibus militem papae colligat. aliqui sunt, qui practicas, ut dicitur, solent expendere arbitrantes milites, qui a papa colliguntur nomine belli contra protestantes, huic negocio revera non intervituras[statt(nserviturosy!], verum expeditioni contra Senenses, quos imperator tradiderit papaeë, ut vicissim ab eo habeat Barmam et Placentiam atque non levem summam pecuniarum, unde et duci Florentino existimant non leve imminere periculum; utque suas confirment rationes aiunt tempus hoc parum esse idoneum. nimis enim sero, ut existimant, pararetur expeditio contra Germaniam... 9. Am 13. Juni kam ein(chiaus) aus Konstantinopel nach Venedig, um unter gewissen Voraussetzungen einen Angriff gegen König Ferdinand anzubieten. Die Venetianer scheinen einem Bündnis mit den Schmalkaldenern nicht abgeneigt, modo ipsi aliquo signo indicarent se ad id esse promptos ac paratos, quod, si succederet, et Florentinus dux se adiungeret... vellem, ut aliae ad Venetos darentur literae subscriptae manu principum et eorummet obsignatae sigillis. occasio scribendi sumi posset, ut quasi amici gratularentur eis novi principis electionem seque bene contentos ostenderent, quod priores suae literae illi senatui gratae extiterint... cuperem ad hoc solemnes habereé literas, quibus pateret dominos protestantes me constituere suum agentem, ut appellant, non solum hic Venetiis, verum per universam Italiam meque commendarent omnibus principihbus, reébus publicis, civitatibus ac ditionibus ipsius Italia, quo mihi eo ex nomine et faverent et adhiberent fidem, quas ego literas promptas habere velim ac paratas ad omnes occasiones. peto, quod alias admonui, ut a nostris dominis protestantibus Ratisbonae exhibeatur omnis humanitas et comitas legatis Venetorum; namque istud ad hoc negocium non parum conducet. videéte quaeso, si forte Veneti rescriberent ad principes protestantes, ut velint aliquem Germanum mihi substituere, ne id non permittatur. nam hoc esset inventum papistarum, quo me eadem opera et hinc et Italia expellerent utque, si fieri posset, in eorum manus inciderem. possent nihilominus huc interim mittere aliquem magnae autoritatis, quod et mihi esset gratissimum, isque, cum fuisset hic aliquanto tempore commoratus, posset deinde redire meque suo loco hic relinquere; ac ita res videretur serio agi; aliud praeterea necessarium esset ad gratificandum sibi istum senatum, ut nostri principes curarent per suos huc saepius scribi de rebus, quae communicari possunt pertinentes ad eorum et caesaris actiones de illis reddendo rationem. nam ita et probi et iusti hic haberentur. multa enim huc scribuntur a malevolis, quae rapiuntur ut scribuntur; at isto remedio pro suo merito iustificarentur, contrahereturque interim mutua benevolentia, ac vicissim Veneti sua vestris principibus communicarent et potissimum quoad Turcam, quod maximum, ut nostis, habet momentum. bonum esset hoc tempore illum nobilem suscipere et complecti Bononiensem Ludo— vico dell' Arme; vgl. Lenz, Briefw. II, S. 370, Anm. 3], qui tam bonam manum militum Italicorum superioribus mensibus offerebat, de qua re iam Guidus Fanensis[Guido Giannetti da Fano], ut arbitror, dominos protestantes admonuit, ac modo est profectus ad Saxoniae ducem. valeret hoc plurimum ad bellum avertendum ex Germania, hoc pro indubitato habeas ducem Florentinum, si certus redderetur a nostris principibus in koedere se receptum iri, omnino se nostris coniungeret; verum non audet primus hoc suum detegere consilium. oporteret, ut hinc daretur ei aliquid indicium bonae voluntatis et animi ü—— 1566. Die Oberländer bitten d. Kurfürsten u. d. Landgrafen zu kommen. 201 überschick ich euch copeient...; dieselben werden euch gnugsamen bericht geben. so haben wir, die gsandten, euerem schreiben nach, das ir den 23.... dominorum protestantium erga se, opusque esset, ut res tam cito perficeretur, ut mora interposita non turbaretur negocium...“ Über Balthasar Altieri vgl. Pol. Korr. III, 8. 711. Anm. 2(die dort angegebenen Belegstellen aus Lenz, a. a. O. stehen in Band II), sowie Nr. 177, Anm. 1 unter 5. Zur Sendung des Guido Giannetti zum Kurfürsten von Sachsen vgl. man dessen Brief an den Landgrafen vom 16. Juni(Ausf. in Marburg, Arch., Sachsen, E. L.) und den Brief der Gesandten in Um an Philipp vom 29. Juni in Nr. 168. Anm. 1 unter 3. Weitere Akten zur Sache in Ulm, a. a. CO., XXXI, Nr. 541-= 543. 177 1 1. Ausschreiben der in Um versammelten Gesandten an Tirol vom 30. Juni (Abschr. in AA 550, f. 61-62; Entw. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 624; im Auszug gedr. bei Egelhaaf, Arch. Beiträge, Nr. 6, S. 10); vgl. auch Nr. 168, Anm. 10.— 2. Brief eines Ungenannten aus Uri an Konstanz vom 26. Juni(àbschr. in AA 550, f. 69 und in Ulm, a. a. O., XXXIV p, Nr. 1486; hier ist die Unterschrift«Martin im Hove) nicht ganz unleserlich gemacht): Er ist bereit, drei, vier oder mehr tausend Italiener zu senden, wenn sie es ihn wissen lassen, bevor die Pässe gesperrt sind; will auf Wunsch auch selbst kommen; bittet ihn nicht zu nennen. Nach dem Bericht der württembergischen Räte in Ulm an Herzog Ulrich vom 1. Juli hielt man jedoch den Brief aus Uri für eine arglistige pratick... dann die von Uri häpstisch. dardurch vermaint der bapst seine ltalianer heruszubringen iehen.“(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 22, underm schein, als solten sie unserm tail zu Nr. 7 a). Auf dem Tag zu Baden wurde er daraufhin von dem Konstanzer Gesandten lediglich«us bevelch der stenden vereret mit 12 cronen, tut 18 gl. 5.(Rechnung von Konstanz vom 10. Juli in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 26, Nr. 4, 8. 20).— 3. Antwort Churs vom 27. Juni an Um auf dessen Warnung vom 15. Juni(Entw. in Ulm, a. a. CO.. XXXI, Nr. 437] vor heranziehenden Truppen aus Italien, um die Religion zu unterdrücken: Es hört, dass bald spanische und italienische Truppen nach Deutschland ziehen; werden sie nicht durchlassen(Ausf. a. a. CO., Nr. 590; Abschr. in AA 550, f. 22) 1. Ein Schreiben Lindaus an Ulm vom 30. Juni(Ausf. in Um, a. a. CO., Nr. 621; Abschr. in AA 550, f. 66): Hören gestern von ihrem Gesandten in Chur, dass Kaiser und Papst in ltalien je 20000 Mann annehmen; 8 10000 Spanier werden täglich in Genua erwartet. 5. Brief der in Um versammelten Gesandten an Landgraf Philipp vom 1. Juli(Abschr. in AA 550; J. 68—64:; Ausf. mit«eito, cito» in Marburg, Arch., Nr. 872,£. 47—49;(pres. für Gota 4. Julii».): Antwort auf sein Schreiben vom 25. Juni an Ulm[vgl. Nr. 135, Anm. 1]: Werden in drei bis vier Tagen 40 Fähnlein guter Knechte haben. Es herrscht im Oberland aber Reitermangel; möge schnell kommen. Der Kurfürst und er mögen die Bundesstände der Erstreckung des Bundes. Senden einen lateinach Frankfurt berufen, auch weg nischen Brief aus Venedig an den EKursächsischen Kanzler, den sie erbrochen haben; Augsburg wird ihn dem Kurfürsten schicken. Wollen gegen die feindlichen Musterplätze vorgehen. Zettel: Vor der ausführlichen Rechtfertigung ist sofort eine kleine zu drucken. Beigelegt ist das(offenbar von Altieri stammende) Schreiben an den Vicekanzler Franz Burkhardt vom 22. Juni(Abschr. einer deutschen Übersetzg. in AA 550, f. 67—68 und in Stuttgart, a. 2. O., Nr. 7e): Fürchtet, dass sie durch einen Angriff des Kaisers überrascht werden; Streit zwischen Kaiser und Papst, was als Grund des Kriegs anzugeben sei; die Ursache bleibt daher in der Proklamation fort. Die beste Verteidigung wäre ein Angriff auf Italien, da Kaiser und Papst hier viele Feinde haben. Vgl. zu Altieris Brief auch Nr. 176. Anm. 5 und sein Schreiben an Franz Burkhardt vom 28. Juni 6 WT. Kal. Jul. latein. Druck bei J. F. L. Danz, Franz Burckard aus Weimar, S. 111- 114, Anm. 87; deutsche Übersetzg. von Frecht in Um, a. a. O., XRXXVII b, Nr. 3; danach Auszug gedr. bei Egelhaaf, a. a. O., S. 8, Nr. 1; desgl. Abschr. in Augsburg, Arch., Iiteral. 1546 mit dem— wahrscheinlich falschen Datum 4. Juli). 6. Brief der in Um versammelten Gesandten an Philipp vom 1. Juli C Datum in grosser eil... umb ailk uren vor mittag»; «cito, eito, citissime»;(pres. vor Gota 5. Juliiy; Ausf. in Marburg, a. a. CO., f. 55; Abschr. in AA 550, f. 65) Ein Ulmer, der in 6 Tagen aus Venedig gekommen ist, berichtet,«das das italianisch kriegsvolk schon albereit in 40 tausend stark uf den bainen sei und zum 202 1546. Anschlag auf die kaiserl. Musterplätze beabsichtigt. Junii an mich gthan?, die gsandten zu Regenspurg abgfordert und inen algereit deshalben brief überschickt?. Ich hab euch nehermals der post halben gschriben. da wöllend fürderlich darzu, auch gutte fürsehung mit den überschriften der brief thun, dieweil zu Stutgarten mehr posten ligen, das die nit etwo an ein ander ort gfuert werden. heutigs tags seind wir bericht worden, das der könig zu Frankreich sein kriegsvolk geurlaubt hab. wo dem also, were... gut, das man practicken mecht, damit dieselben in unser hand bracht w ürden, wiewol ich bericht würd, das herzog Ulrich dem Reckenrot deshalben gsCc hribben haben soll*. da man aber noch nit wissen mag, wes im zu antwurt worden, derhalben wöllend euch, wes ir heran fürderlich sein können, kein mueg, kosten noch arbeit verhindern lassen, desgleichen uf des gegentheils ristung, dieweil nichts gewissers dann der prieg vor augen und über uns geen wurt, gutte kuntschaft, auch euch zur gegenwer allerdings gfast machen... Dat. Ulm, den 1. Juli 1546. Zettel:(Wir haben uns verglichen und noch her Bastion Schertle geschickt und wollen in dem namen gottes die sachen an— griffen. und so im als woll als unss, wolen wir underston die keis. musterbletz ufzuschlagen oder die knecht an uns zu bringen. gott schick das best.“ 178. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juli Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, /. I66—- Ib. Ausf.— Praes. Kassel 7. Juli. denden Ulman Böcklin als Kriegsrat und zwei Doppelmonate; Frankreich; Knechte; Chiffre; Post; Stellungnahme zum Kriegsplan des Landgrafen. Haben(gestern spaty seinen Brief Nr. 144] erhalten. Haben Ulman Böcklin, den sie nach Ulm geschickt hatten, sc hleunigst erfordern lassen und wollen ihn sobald als möglich als Kriegsrat senden.«Dieweil aber die leuf dermassen sorglich und beschw erlich und die mass der verfassung nit eben also gehalten mag werden, so wollen e. fl. G. mitler zeit fur sich den sachen gnediglich nachdenken und alles das furnemen, das si erkennen mogen, die theil innerhalb 14 tagen durch... Tirol in Teutschland gewislich ankommen werd.» Deshalb soll er,«so... eilends als immer möglich, mit... Kriegs volk zu ross und fus... heruf machen und nit lenger..= In einem 3. Brief vom 1. Juli umb 5 uren gegen nacht»(Aust. in Marburg, a. 2 f. 53 mit«cito, cito»;(pres. Wald cappel 5. Juli») dringen sie nochmals darauf,— er mit seinen Reitern schnell kommt.( Dann on ain haupt und regiment wissen wir gegen dem feind... wenig zu schaffen.) ? Fehlt; vgl. Nr. 121, Anm. 8 und 143, Anm. 1. 3 Am 1. Juli; Entw. in Ulm, a. a. CO., XXXII. Nr. 633; Abschr. in Marburg, Arch. Nr. 856, f. 363— 364(chiffr., Auflösg. f. 361-—62) mit dem Zusatz:«Donderstags prima Julii umb zehen uhr vor mittag»: Haben mit Herzog Ulrich beschlossen, dass sie sich«in allwege ufs lengst bis sontag schierstkommend| Juli 4) aus Regenspurg hinweg... verfugen.“ U berlassen ihren; ob sie eine Entschuldigung an die Stände zurücklassen oder nachher schicken wollen. Sollen es den konfessions ver andten Ständen im Geheimen mitteilen und ihnen die Abreise anheim stellen.— Über die Abreise vgl. auch Nr. 156, Anm. 5 Nach Briefen der württembergischen Räte in Ulm und Herzog U jrichs vom 3., 4. und 7. Juli(Ausff. in Stuttgart, a. a. O., Nr. 349 und 69 und in U im, a. a. CO., Nr. 708) scheint diese Nachricht nicht zu stimmen. ® Es fehlt wohl:«gefällt». 1546. Anlage von Postlinien; Verhältnis der Streitkräfte. 203 wichtigkeit des handels erfordert und von noten sein will, inmassen als ob e. fl. G. die kriegsrethe alle bei handen hetten. und wiewol wir nunmer uf der knecht lauf bis ungeverlich sechstausent gulden ufgewendt, die e., fl. bewilligen nach wir wol abzuziehen hetten, jedoch... den sachen zu guttem wollen wir die zwen doppelmonat ganz furderlich gen Frankfurt erlegen! und daran dismals nichts abziehen. so wollen wir auch ein person in Frankreich zu dem konig und Reckenrod e. fl. G. begeren nach fertigen und den hauptleuten bevelhen, das si sich mit den knechten so furderlichst imer muglich in die obergraffschaft verfuegen... der ziffer halben schicken fl. G. wir dieselben hiemitz. und haben die post albereit uf Darmbstatt geordnet, das der letzst unser diener zu Neckarhausen ligts. was dann das ander e. fl. G. vertraut schreiben[Nr. 145] belangt, dem wöllen wir getreu— lich nachdenken und e. fl. G. durch unsern kriegsrath davon bericht thun lassen... Dat. Fr. 2. Juli 46. 179. Bucer an Myconius in Basel. 1546, Juli 3. Strassburg. Zürich, Arch., Coll. Siml. Or.— Str., Univ. Bibl., Thes. Baum. XVII, f. 105. Abschr. Verhältnis der Streitkräfte; Hoffnung auf Dänemark und Preussen, C... A causa, a domino... ego nihil metuo, a nobis metuo.» Man muss Gott anrufen. Acerrimum sane hostem immisit nobis dominus; quicquid et doli et virtutis est penes Hispanos, Italos, Burgundos, Belgas, Germanos, Boemos, Hungaros, id omne contra nos conflatum est... non contemnendum nun manum, cum hostis habeat a Constantia usque ad nos ab altera et a Burgundis usque ad nos hac ripa Rheni habeatque deinde suos et in supe— riori Suevia. orandus est dominus, ut uniat vestram gentem cum piis Suevis et Rhenanis. sic quam parvo negotio confieret, ut unus populus esset, quicquid inter Galliam est et Franciam orientalem et Bavaros. ut vero animati sunt Athesinil et ut Francia orientalis bona ex parte nostra est et Ba— vari ab hoc perfidissimo bello abhorrent, facile posset moles belli, quantacunque apparet, in Belgas et Italiam repelli vastatioque Germaniae nostrae Thuringis enim et Suevis Franci medii sunt et plurimi prorsus nostri. averti. Saxones et landverum promptitudine et celeritate opus erit singulari... 178 1 Vgl. Nr. 180. 2. gl. Nr. 144, Anm. 13. Am 5 5. Juli befahl dementsprechend der Rat seinen 3 Postreitern zu«Heugelsch», «Geilen» und Neckarhausen, dem Zeiger des Briefs ihre Pferde zu übergeben und seines dafür wieder heraufaubringen(Entw. in AA 552, f. 68). Mit den beiden ersten Orten sind wohl Hügelsheim w. von Cos und Knielingen bei Karlsruhe gemeint.— In Neckarhausen lag Jost Rauch(am 30. Dezember 1545 vom Rat als Einspänniger angenommen; vgl. Ratsprot. 1545,£. 517 b und 521). Er beschwert sich schon am 4. Juli beim Ammeister darüber, dass ihm auf Befehl des Rates die Landgräfischen seine Postgäule nehmen und dass die Strecke von Neckarhausen nach Mülberg(zw. Knielingen und Karlsruhe) zu weit für einen Gaul ist(Or. in AA 553, f. 60—61; prod. Sa. 10. Juli); am 15. Juli klagt er den XIII wieder seine Überlastung und die allzu weiten Strecken(Or. a. a. O., f. 62).— Beide Schreiben ben. von Kannengiesser, Karl V. und Büren, 8. 163, Anm. 229. 179 1 Die Leute an der Etsch. ——— —— — ö—. 204 1546. Entrichtung der ersten 2 Doppelmonate durch Strassburg. gravium non dubito, ut scribunt se facere, instruere se fortissime et in impediendis impiis, ne conveniant, non cessabunt. sed magna vis Belgarum landgravium premit et urget. at Danus his se totum obiiciet, rex eximiae pietatis, virtutis et felicitatis in proeliis. Pruteni pietas etiam et virtus perquam eximia est, quem non dubito suum quoque officium facturum. hominum satis erit, si sit satis consilii et animorum. pro his ergo orandus dominus est, sed orandus cum vera poenitentia... datum Argentorati 3. Julii 1546. 180. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Frankfurt. 1546, Juli 3. Strassburg. Frankfurt, Arch., Reichsscchen II, Nr. I 022. Aus. Redd. J. Juli;«hat Hans Hainrich geliffert». Senden 2 Doppelmonate. Zettel: Beschreibung der Verpackung. Wir haben uf schreiben unsers gnedigen herren des landgraven Nr. 144] zwen doppelmonat bei euch zu erlegen bei zeugern diss verordnet in munz, wie ir inligends zedels ufzeichnet zu vernemmen haben, und bitten freuntlich, ir wollen es von unsert wegen uf gegenbekantnus entphahen und uf erfordren hochgemelts unsers gnedigen herren, des landgraven, sein fl. G. lassen volgen... Dat. 3. Juli 461. Zettel:«Es sind zwei stippich Fässer], in deren jedem sind neun seck ingepact, und in achte derselbigen seck ist in jedem tusend thaler und in dem neunten sack 400 thaler gezalt, domit in jedem stippich 8400 thaler verschlossen sind. und ist jeder thaler fur 25 silbergroschen und derselbigen groschen 21 fur ein gulden an munz gerechnet; das thut 10000 gl. an munz in jedem stippich; also ist in beden stippichen 20000 gl. vorgerurter mossen und werung ingeschlagen worden. datum ut in literis. y? 180 1 In einem gleichzeitigen, nicht erhaltenen Schreiben beantwortete Strassburg auch Frankfurts Brief vom 29. Juni(Nr. 153). Nach datsprot. 1546, f. 367 b schickte der Rat Strassburgs Antwort an den Kaiser Nr. 181] und teilte Frankfurt mit,«was man von Ulm hab; so hab Augspurg ain botschaft geschickt, vgl. darüber Roth, Augburgs Ref.- Gesch. III, 8. 346— 348]. Mer acht halben», meinte der Strassburger Rat,(die weil sollichs wider herkomen des reichs, das man sich dawider anerpiety; und über die Angelegenheit des Nürnbergers Fürst war man der Ansicht, Nürnberg habe«hievor bulver endslagen, das [zu] besorgen, sie werden schreiben, dis auch zu endslagen. das sie es dan nit theten, die. weil es wider diesen teil gepraucht wird; oder aber dem landgraven schreiben, so es us irer stat gieng, das der landgrave[es] niderwurf). Am 10. Juli bestätigte Frankfurt den Empfang des Geldes, das es dem Landgrafen zuzustellen versprach und legte ein(bekantnuss) bei(Ausf. in AA 544, f. 22—- 23; prod. So. 18. Juli). Am 11. Juli teilte es dem Landgrafen die Ankunft des Strassburger Geldes mit(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 1815; praes. Kassel 14. Juli); am 19. Juli bekannte Ludwig Pfilsticker, hessischer Kellner zu Butzbach, das Geld durch Frankfurt erhalten zu haben(Or. in Frankfurt, a. a. CO., Nr. 1020. 1566. Strassburgs Schreiben an den Kaiser. 205 181. Der Rat an den Kaiser. 1546, Juli 3. Strassburg. Wien, Haus-, Hofe und Staatsarch., Jud. mise. 113. Ausf. Str. St. Arch., AA 541. ö 37— 44. Entw.(von Jakob Sturm) I. RE. ta II. Juli 46. Aus fühl. Auszug bei Sleidan?, De statu rel.... comment. II, S. 469—473; ben. von Holländer, Str. I. Schm. Kr., S. 6 und Anm. 2 und von Warnecke, Dipl. Tätigkeit des L. v. Schwendi, S. II. Eingehende Rechtfertigung der Haltung der Protestanten in Sachen der Religion, der Kirchengüter und des Rechts; der Kaiser möge vom Krieg absehen. Haben sein Schreiben vom 17. Juni Nr. 98] am 24. Juni gegen Abend durch Lazarus von Schwendi erhalhens. Hätten gerne ihre Antwort durch Schwendi gegeben.(Dweil aber die sach an ir selbs wichtig und gros, die nit allain uns, sonder andere vil stend mit betreffen thudt, hat es also in der eil nit sein mögen», was sie den Kaiser zu entschuldigen bitten. Sie danken zunächst für den väterlichen und gnädigen Willen zur deutschen Nation und zu den Reichsstädten, der aus dem kaiserlichen Schreiben spricht, und bitten ihn, er möge sich(nachmaln niemants abwenden noch dahin bewegen lassen, das durch innerliche krieg dieselb nation zu plutvergiessen und verderben gefuert möcht werden. Das aber e. kai. Mt. verner vermelden, wes sich etlich stend im reich durch ir geschwinde practicken gegen e. kai. Mt. und andern stenden under— nommen, wie si auch die vergleichung der streitigen religion bisher ver— hindert, damit si andere send des reichs under sich pringen, irer gueter sich mit gewalt underziehen mögen und die sach soferr getriben, das si nunmehr weder gericht noch recht, welches si, sovil an inen, umbgestossen, zu be— sorgen haben; das si auch e. kai. Mt. nach irer hohe und oberkeit greifen und trachten etc.; derhalben e. kai. Mt. verursacht dieselben ungehorsamen zu gepuerlicher gehorsame anzehalben und ze wisen etc., sollichs alles und das jemands dasselb im heilſigen] reich undersbehn oder e. kai. Mt. also eingebildet werden und derselben ursach zu der grossen ernstlichen rustung, die vor— handen, geben soll, haben wir mit ganz beschwertem und hochbekumberten gemüt vernommen. wir wöllen aber je nit verhoffen, das die churfursten, kursten und stende, so unserer religion zugethon und mit denen wir in ver— stentnus seind, diser schweren uflage und sachen schuldig sein solben. dann das christliche vergleichung in der religion bisher nit ervolgt, ist durch dise stende nit verhindert wordeny. Erinnern an das Entgegenkommen der protestantischen Stände beim Regensburger Kolloquium 1541, während die 181 1 Schon am 30. Juni wurde im Rat der crathschlag oder gutbedunken, wie kei. At. uf jungst schrift einhelliglich mit andern stenden der verein zu antwurten sein wolly, gebilligt und an Ulman Böcklin gesandt(Ratsprot. 1546, f. 364 a).— Vgl. zu diesem Entwurk auch Nr. 169; um seine wichtigeren Abweichungen von der endgültigen Antwort besser kenntlich zu machen, sind im Fext diese Stellen nebeneinander abgedruckt.— Am 3. Juli wurde die Antwort im Rat nochmals gelesen; erkant, die schrift also hingeen lassen (a. a. O., f. 367 b- 369. 2 Er hat auf dem Entw. Sturms vermerkt:(Antwort an kei. Mt. uf Lazari von Schwenden werbung im Junio beschehen 1546. Strassb[urg]»(vgl. Lenz, D. Schl. bei Mühlberg, S. 55, Anm. Hh. 3 Vgl. Nr. 183. 4 Im Entw. hatte Sturm zuerst geschrieben:(Dan das si die vergleichung in der religion verhindert solten haben, achten wir, es werd sich das widers piel befinden.) 206 1546. Strassburg rechtfertigt vor dem Kaiser die protestantische Politik katholischen Stände alles auf den Papst verschoben hättens.«So ist auch uf nachgönden tägen nichts stattlichs mehr davon gehandlet, sonder abweg die handlung vom andern theil verhindert worden, wie si dann auch in das nechst colloquium, durch e. kai. Mt. zu Wormbs furgeschlagen, nit allain nit willigen wöllens, sonder auch alle wörter im abschid, die sie derhalben betreffen möchten, ausgelöscht und abgethon haben. Aus was ursachen dann das nechst colloquium nit fur sich gangen, wes Sich auch die stend dis thails und ire colloquenten erbotten, das haben e. kai. Mt. us irer entschuldigung? und auf jetzigem richstag ubergebnen schriften gnedigst vernomen. welcher massen auch die colloquenten, von e. kai. Mt. verordnet, zu der vergleichung geneigt gewesen, ist us dem wol abzenemmen, das si den artickel der justification, in davorgehaltenem gesprech verglichen, nit zulassen wöllen, sonder zum höchsten widerfochtens. Betonen nochmals, dass alle Hemmungen in den Religionsverhandlungen seit 1541 nur durch den(gegenthaily hervorgerufen wurden, der«aller ding uf den babst, dem si des ortz geschworen, und sein angeset zts concilium verschoben; (Fassung vom 30. Junis:] Antwort vom 3. Julis:] welcher die kirch verderbt, sol- welcher aber die schwere misbreuch, liche greuliche misbreuch eingefuert darumb diser stritt ist, in die kirch und also erzeigt. eingefuert, dieselben mit gewalt zu erhalten gedenkt und sich also erzaigt, das dise stend es uf inen oder der seinen ent schaid nit setzen mögen noch können. das dann jetz jungst diser stend colloquenten und auditorn verritten, des hat ir Mt. die ursachen und was sie sich erbotten, darzu diser stend entschuldigung gehort, also daz der mangel an disem thail auch nit ge— wesen. so haben die colloquent en, so in sollichem colloquio mit denen, so von disen stenden zu handeln ver— ordnet gewesen, alle ding, wie sie im bapstum herkomen, erhalten wollen, welches daraus, das sie auch den zuvor verglichenſen] artickel der justification nit zulassen noch begeben wollen, wol abzunemen. derhalben ir Mt. aus welchem allem e. kai. Mt. je gedise stend mit ungrund angeben und nedigst abzenemen, wo dise stend ir eingebildet worden, also eingebildet, als ob sie christliche vergleichung geflohen, gehindert oder umbgestossen hetten, das inen daran unguetlich und unrecht beschicht. © Vgl. Pol. Korr. III, S. 192—193 und 196. $ Vgl. a. a. CO., S. 620, Anm. 5. ? Vgl. Nr. 67, Anm. 2, 70, 73, 74, 76, 78, 81, Sz und 84, Anm. 2 und 3. Vgl. Lenz, Briefw. II, S. 408- 409. Vgl. Anm. I. ö. A/———— EEE— in Sachen der Religion und der Kirchengüter. 207 Das si dann sollichs darumb gethan, damit si andere stend under sich pringen, stift und clöster und derselben gueter under dem schein der religion einnemmen und underziehen möchten, zweiveln wir nit, e. kai. Mt. haben in vergangenen] handlungen die ursachen gehört, warumb dise stend das stiftund closterleben, wie es laider in misbrauch komen, in iren oberkeiten on erzurnung gottes lenger nit zu gedulden gewist und mit den erledigten kirchenguetern den pfarr- und kirchendienst wider ufzerichten, auch schulen und der armen nodturft samt andern gemainnut zigen sachen darmit zu versehen undernommen. wo nun in dem von etlichen die recht mas uberschriten, haben sie sich doch allwegen mit dem gegenthail furzekomen, davon ze reden und zu verglichen angebotten, wie sollich kirchengueter zu nutz der kirchen, erhaltung der ministerien, schulen und armen, auch andern gemainnut zigen sachen möchten verwendt und gebraucht werden. es hat sich aber das gegenthail nie dahin begeben wöllen, sonder furt und furt, wie noch heutigs bags, die kirchengueter zu irem misbrauch behalten, die ministerien und nodturftige kirchendienst also abgön lassen, das vil und grosse anzal der pfarren bei inen ledig und unversehen stönd und, die schon besetzt, mit solchen leuten versehen, die nichtz minders irer lehr und leben halb dann pfarrer und seelsorger sein mögen. wie es sich dann mit den schulen und versehung der armen haltet, ist offenbar; wievil herrlicher stiftungen, clo— ster und spittäl incorporiert, comendiert und zu uberflussigem bracht und wollust gebrucht werden, darf kein erzelens. also das obgleich mit den kirchenguetern von etlichen diser religion stend die recht mass nit allent— halben gehalten, so were es doch gegen des gegenthails misbrauch, den si nun etlich hundert jar getriben, nit zu vergleichen. dardurch sie disem thail gross ursach gegeben sich derselben zuvor zu undernemen. der halben zu allen thailen pillich einsehens beschehe, damit die kirchen— gueter also gebraucht und verwendt, wurden, wie es die geschrift und alle alte kirchenrecht erfordern. darzu dann dise stend gern verhelfen und sich gehorsamlich erzaigen wollen. Zudem so hat e. kai. Mt. in den ufgerichten fridstenden zu Regenspurg und jungst zu Speyr ustruckenliche mas geben!®, wie es umb fridlebens willen mit den geistlichen und kirchenguetern gehalten soll werden. wo nun jemand die mass nit gehalten, zweifeln wir nit, so derselbig furgestellt, sein antwort gehört, er wurde pilliche erkantnus leiden mögen, derselben auch statt thun und es dahin nit kommen lassen, das Teutschland dureh krieg dieser ursachen halb verderbt sollt werden. Das dann disen stenden uferlegt will werden, sie haben das recht verw truckt und umbgestossen, seind wir der underthenigsten zuversicht, e. kai. Mt. wisse sich gnedigst zu erinnern, us was ursachen sich diese stend desi chamergerichtz personen halbenis beclagt, die visitation begert, wieis auch inen dieselb so oft zugesagt und je von ainem reichstag zu dem andern verzogen; derhalben e., kai. Mt. zu erhaltung fridens jungst zu Speir die 1 Vgl. Neue Sammlung II, 8. 434-= 435, 3 26- 27 und 8. 5109- 512, 5 82—91. 1 In der Fassung vom 30. Juni ist hier zugesetzt:(partaischen gewesnenx. 12 Wie vor zugesetzt:(zum oftermalen-. 18(wie... verzogen) fehlt in der Fassung vom 30. Juni. . 208 1546. Strassburg rechtfertigt vor dem Kaiser die protestantische chamergerichtz personen geurlaubt, mass und form geben, wie dasselb wider besetzt und gehalten werden soltis, wellichs dise stend gehorsamlich gewilligt, auch auf volgendem tag zu Wormbs sich erbotten, dasselb also zu besetzen helfen, davor recht ze geben und ze nemmen. es hat aber das gegenthail, wie e. es hat aber das gegenthail, wie e. kai. Mt. und meniglich wissen, sol- kai. Mt. und meniglich wissen, sollichs nicht thun noch bewilligen wöl- lichs nit thun noch bewilligen, sonder len, wie sie es noch heutigs tag[s] wei- ehe on recht stön wöllen!s. gern.| Derhalben nit diese stende, sonder die andern stende des mangels rechtens im reich ursächer seind. wir zweifeln auch nit, wo sollich recht, wie es e. kai. Mt. zu Speir verabschidet, ufgericht und besetzt were worden oder noch wurde, wie dann dise stend zum hochsten ze bitten und dahin zu arbeiten iren gesandten uf jetzigem reichstag bevelch gegeben, es wurde ain jeder, der vermaint, das dise stend wider den regenspurgischen und speyrischen abschid der gaistlichen und kirchen- oder auch anderer gueter halben gehandlet, gegen denselben wol recht erlangen und so es an der execution man-|und zu der execution kommen, zu geln,(und> alsdann von der execution geschlossen werden, darzu die andern stend gern verhelfen und den ungehorsamen ungern ainichen beifall thun wurden. so auch das recht also aufgericht were worden oder noch wurde, were man ungezweifelber hoffnung, die stett wurden der spenn halb, deren ir etlich mit den fursten het ten, wol zu austraglichem rechten komen mogen und die execution im fall der ungehorsam mit leichterm weg, dann die jetzig ufrustung sich ansehen last, erfolgen. so mag man mit warhait sagen, das man keinen diser stend des gemuets sein gespurt, das er nach ir kei. Mt. hoch- oder oberkeit welchem dann wir unsers geringen vermögens gern verhelfen und den ungehorsamen ungern ainichen bei— fall thun wollten. so mögen wir auch mit warheit sagen, das wir mit allen handlungen, die wir mit den hohen und nidern sbenden unserer ainigung gepflegen, nie vermerkt oder gespuert, das si nach e. kai. Mt. hoch- oder oberkeit zu greifen oder andere stende under sich ze pringen und ires gefallens underzetrucken getrachtet oder sich solcher trauung hören lassen, das sie das schwert gegen e. kai. Mt. in die hand ze nemmen und anzegreifen willens weren, wie wir achten muessen, daz kei. Mt. durch diseſr] st end widerwertigen eingebildet worden ist. 1 Vgl. Pol. Korr. III, S. 506, oben; S. 160 und Neue Sammlung II wie wir wol glauben, das si von dem babst und andern seinen anhängern umb des willen, das er inen der reli—gion halben zum höchsten zewider, oingebildet mögen werden. wir hoffen auch, e. kai. Mt. sollt es in den kriegen, Harpprecht, Gesch. d. Kammergerichts V, 12- 513, 5 92-= 100. 1s Vgl. Pol. Korr. III, 8. 616, 617 und 619- 62I. Politik in Sachen des Rechts. 209 so sie in zeit irer regierung mit uslendigen nationen gefuert, vil anderst befunden haben; und wollte gott, si hette kein ander gemüth bei dem, so e. kai. Mt. jetz also wider diese stend zu bewegen understött, dan bei der teutschen nation und den glidern derselben befunden; es solten etwan vil krieg eintweders nit entstanden oder eher zu vertrag kommen sein. welcher massen dann sich dise stende in den emporungen und kriegen, so bei zeiten e. kai. Mt. regierung sich in teutschen landen begeben, gegen derselben alwegen erzaigt und gehalten, wes sie auch neben und mit andern stenden uber die bewilligte reichshilf gegen dem Turken weiteres und mehrers gethan, das ist noch allermeniglich und den österreichischen landen unverporgen. Fehlt hier. Dieweil man nun je nit verhofft, das ainicher furst oder stand im reich, der dermassen gesinnet sei, noch uber die ufgerichten friden und fridstend wider dieselben dermassen gehandelt oder, so schon sollichs(das man doch nit verhofft) beschehen und er derhalben, wie im hailigen reich herDweil nun, allergnedigster keiser und her, wir nit zweifeln, das dise stende, so e. kai. Mt. also eingebildet werden, dieser schweren uflagen unschuldig und, so sie zu verhör kommen mögen, sollichs also an tag pringen und darthun, das e. kai. Mt. und meniglich ir unschuld clar und offenbar befinkomen, furgefordert, sich billicher den werden, so langt an dieselb e. erkant nus also widersetzen wurde, das kai. Mt. es einer sollichen grossen rustung und uberzugs von noten sein wurde, sonder ringere mittel gefunden moch— ben werden, dardurch er zu gehorsame bracht, so langt an ir kei. Mt. als ainem milten kaiser und vatter des vatterlands unser underthenigst hochflehenlich demuetigst bitten, sie wölle gott dem almechtigen zu eeren, der teutschen nation zu gnaden und gutem, ir endlich verderben zu furkommen und ir Mt. selbs zu ewigem rum und lob den furgenomen ernst, rustung und gewerb allergnedigst fallen und in ruhe stellen und die stende, so ir Mt. also schwerlich angetragen, zu verhör und recht kommen lassen, wie sollichs bei e. kai. Mt. vorfaren alwegen loblich gehalten und herkommen und wir uns zu derselben als ainem milten, gerechten kaiser underthenigst get rösten. wer man genzlich der hoffnung, seind wir der unzweifenlichen zuir kei. Mt. wurden befinden, das versicht, e. kai. Mt. werden befinden, zollich stend, die dermassen ir kei. Mt. das gemelten stenden unrecht bedurch ire widerwertigen aus hass der schicht und das sine. kai. Mt. alls Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 14 210 1546. religion und das sie auf reformation des papst[s] und der seinen getrungen, Strassburg bittet den Kaiser den Krieg nicht zu beginnen. schuldige gehorsame ze laisten gewillt und gesinnet seien. angezogen werden, diser erschrocklichen und unerhorten uflagen onschuldig und ir kei. Mt. als schuldige gehorsam zu laisten gesinnt weren. Und wölle e. kai. Mt. allergnedigst hierin ansehen, in was grosse beschwerung die teutsche nation der jetz lang wehrenden theurung und dann des mechtigen und erschrockenlichen erbveinds, des Turken, halb standen, was auch diser stende vorfaren und ältern bei e. kai. Mt. vorfaren und ältern hochloblichster gedechtnuss und dann auch si bei e. kai. Mt. und derselben bruder, dem röm. könig, auch unserm allergn. sten hern, in laistung der hilf wider den Turken und andere bitzher treulich und gehorsamlich und, on rum ze melden, mehr dann andere stend getham und gelaistet haben, auch furter ze thun willig und urbittig seind. sie wöll auch allergnedigst zu herzen fueren, was verderben so vil unschuldiger armer leut weib und kind us disem irer Mt. ernstlichem furnemmen ervolgen wurde, und woll ir Mt. sich[durch] diejenen, so zu erhaltung irer misbreuch, gwalts und tiranei, so in die kirch eingefuert und nun sovil jar gegen der armen christenhait und furnemblich aber gegen ir kei. Mt. vorfaren, romischen kaisern[und] konigen, geubt, doch nit bewegen lassen, das sie die loblich teutsch nation oder etliche stend derselben, die je gern bei e. kai. Mt. all ir vermögen in allen zeitlichen sachen und die sie nit wider got und ir selen heil achten, setzen wolten, dermassen in verderben fueren und also schwechen, darmit sie den grausamen veind, den Turken, der ir nun so nach gelegen, desto weniger widerstand thun und also zu endlichem verderben geraten mocht. wolten sich dann die sach also zutragen, das man doch nit verhoff, das sich jemands nach gnugsamer verhör wider die gemachten frid und fridstend und die billichait ungehorsam gegen ir kei. Mt. erzeigen und halten würd, so sollt sich ir Mt. des zu disen stenden als iren gehorsamen underthanen gnedigst vertrosten und versehen, das sie alsdann demselben und sich[durch] diejenen, so der religion halber und zu erhaltung irer misbreuch und gewaltz diesen stenden zum höchsten zewider, dahin nit be— wegen lassen, das die loblich teutsch nation oder etlich stend derselben, die je gern bei e. kai. Mt. ir vermögen in zeitlichen sachen ufsetzen wölten, in solches verderben und unrath komen, damit si dem erbfeind christlichs nammens, dem Turken, hernachmaln dester weniger widerstand thun und also zu endlichem verderben geraten möcht. sollichs alles umb e. kai. Mt. in aller underthenigster gehorsame ungesparts leibs und gutz zu verdienen seind wir allerunderthenigst willig und berait mit dem underthenigsten erbieten, wo sich jenants nach genugsamer verhör wider pillich(I] und recht e. kai. Mt. ungehorsam erzaigen wurde, das wir demselben nit allain kein beifall thun, sonder zu e. kai. Mt. als unserer von gott verordneter oberkait gern unser gering vermögen setzen und uns aller schuldigen gehorsame erzaigen und halten wöllen.... Dat. Sa. 3. Juli à6. 6 16 Am 6. Juli übersandten die XIII eine Abschrift des Briefes an den Kaiser dem A Sar.* 2.—— imm ö SMS 1546. Verhandlungen auf dem Tag zu Ulm. 211 182. Ulman Böcklin an die XIII. 1546, Juli 3. Ulm. Str. St. Arch., AA 550, f. 71 und 84. Ausf.— Prod. 5. Juli.— Erw. von CO. Waldeck, Publizistik d. Schm. Kr. I, S. 31- 32. Die Kriegsräte nicht zum Landgrafen, sondern nach Göppingen; Strassburgs 3 Fähnlein noch nicht da; Beschluss, die feindlichen Musterplätze anzugreifen; alle sind willig. Nachsechrift: Die Zeitung aus Mailand ist geheim zu halten. C... Demnach ir in jüngst em euerem schreiben*, so mir uf dato morgens behendigt worden, ein zedel verschlossen, darin ir verstendigt zu werden begeren, ob uf... des landgraven erfordren Würtemberg, Augspurg und Ulm ire kriegsräth und neben denselben ire bottschaften schicken wöllen, da fueg ich euch zu vernemen, das dieselben dismals nit gschickt, sonder dieweil die not hieoben ist, werden sie pleiben, wie dem landgraven deshalben hievor gschribben wordenz,... und würdet... herzog Ulrich zu Würtemberg bis zu ankunft des herren landgraven die oberst hauptmanschaft versehen. In diser stund, wie ich disen brief gfertigt, seind wir, die kriegslräth], ufgsessen und geen Geppingen verritten. dieweil dann ich nit als kriegsrath verordnet, gedenk ich in kurzem wider anheimsch zu kommen und euer... ferneren bescheid zu vernemen, dieweil ich, ob schon als kriegsrath ich verordnet were, nit der notturft darzu gerist und gfast bins. andre der stett alhie gsandten pleiben hie ligen; da stell ich in euer bedenken, ob ir jemants zu inen ordnen wöllen oder nit. Von den drei fendlin knechten, die ir herab gfertigt, hab ich noch nichts sonders vernommen noch gsehen; nit weiss ich, was fürter kommen will. Gesterigen tags am morgen haben wir mit Bastian Schertlin samt deren von Ulm hauptmans beschlossen, das man des gegentheils musterplet schlagen solls; darzu will herzog Ulrich etlich fendlin knecht und reuter mitschicken. und würdet bis itz zinstag oder mitwoch[6. oder 7. Juli] ongfarlich der angriff beschehen, also das es nit viler kuntschaften nun fürter, sonder mehr von nöten sein wil, sich stark und wol gerist und gfast zur gegenwer zu machen; gott geb sein gnad. hieneben verschlossen werden ir aber copeien und euch darin zu ersehen haben, wes seinther für schriften zu und von uns gangen samt etlichen zeitungen. Herzog Ulrich, dessen Bitte darum Müllenheim bei seiner Rückkehr bestellt hatte(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 22, Nr. 90; praes. 8. Juli). 182 1 Vgl. Nr. 181, Anm. 1. 2 Vgl. Nr. 142, Anm. 4 und 168, Anm. 1 unter 3. Über seine Auseinandersetzung mit den anderen Kriegsräten darüber vgl. Nr. 183. * Vgl. Nr. 125 und 137. 5 Marcell Dietrich von Schankwitæ. 6 Entw. dieses Beschlusses o. D. mit genauem Kriegsplan gegen die Musterplätze zu Füssen und Nesselwang in Um, Arch., Ref. Akt. XXXII, Nr. 996. Er schickt folgende Beilagen mit: 1. Die Antwort der Gesandten in Ulm an Chur vom 2. Juli auf dessen Brief vom 27. Juni(vgl. Nr. 177, Anm. 1 unter s), in welcher sie Chur nochmals dringend um scharfe Grenzwacht ersuchen(Abschr. in AA 550, f. I3— 14; Entw. in Um, a. a. O., Nr. 641).— Chur antwortete am 5. Juli zustimmend(Ausf. a. a. CO., Nr. 673). 2. Die Instruktion der Gesandten in Um vom 1. Juli für die Botschaft zu den Eidgenossen (Abschr. in AA 550, f. 82—- S3; Entw. in Um, a. a. O., Nr. 634; im Auszug gedr. in Eidgen. Absch. IV, 1 d, S. 641 zu i 2 und bei Egelhaaf, Archiv. Beiträge, Nr. 8, 8. 11—12; vgl. auch 34* te 212 1546. Anschlag auf die kaiserlichen Musterplätze. Disen morgen seind uns auch von denen von Augspurg schriften zukommen, wie der von Madrutz an herr Bastian Schertlin schreibt, den er nit anders den[n] vatter nent, mit samt einer credenz und mündlichen werbung, als ob im fürkom, das er, Bastian, ine, von Madrutz, mit seinem regiment ukschlagen wöll. daruf die von Augspurg begert, das wir den Schertlin berichten wolten, wes er uf sollich schreiben und werben für ant wurt geben solt. dem haben wir bevolen, verdunkelt zu antwurten und nicht desto weniger mit dem schlagen, wie hievor gmelt, fürzufaren. es were seer gut, das man in disen handlungen zu zeiten gheimer were, wie ich zu meiner ankunft euch desselben und etlichs argwons wol berichten wil. dann dise handlung, so wir itz verrichten wöllen, wurde, wo man guten gsellen gevolget, nunmehr mit gnaden gottes volnbracht sein. Jederman ist zu disem werk blut und gut darzustrucken und fürzu— setzen willig, also das gar kein spaltung oder trennung vermerkt., derhalben wöllend euch mit keinem guten won oder andren listigen und geschwinden practicken abwenden lassen, sonder gutherzig sein und gerist und gfast machen mit allen dingen, zu kriegsübungen dienstlich, auch allerdings gut achtung haben; dann dardurch mus es itzumal... Dat. Ulm, Sa. 3. Juli 46. Nachschrift:«Die beigeschlossen meilendisch zeitungs wöllend in höchster geheim halten; dann sie von einem, der dem pfalzgraven churfursten etc. Nr. 168, Anm. 1 unter 4). 3. Ein Schreiben Nürnbergs vom 1. Juli an die Städtegesandten in Ulm(Abschr. in AA 550, f. 77—78; Ausf. in Ulm, a. a. CO., Nr. 637): Werden keine Gesandten schicken; die Pulversendung einiger Nürnberger Kaufleute an den Kaiser über welche sich die Gesandten am 28. Juni bei Nürnberg beschwert hatten Entw. in Ulm, a. a. CO., XXXI, Nr. 599]— war schon vor Ausbruch der Kriegswirren von diesem bestellt und gekauft worden und gehörte ihm daher. Brauchen ihre Knechte wegen des Musterplatzes zu Berching selbst.— Ju den Lieferungen an den Kaiser vgl. auch F. L. von Soden, Karl V. in Nürnberg, S. 51 und die Nr. 153, Anm. 5 und 180, Anm. 1. 4. Den Brief Landgraf Philipps an die in Ulm versammelten Gesandten vom 29. Juni(Kassel; Ausf. in Ulm, a. a. CO., Nr. 608; Abschr. in AA 550, f. 79): Antwort auf ein Schreiben vom 25. Juni; billigt den geplanten Angriff auf die Musterplätze in Riedlingen und um Kempten; hat Gleiches in seinem Gebiet vor; mahnt zur Vorsicht; Reifenberg und Oldenburg bieten sich mit Truppen an. 5. Derselbe an dieselben, Kassel, 29. Juni(Ausf. in Ulm, a. a. CO., Nr. 605; Abschr. in AA 550, f. 72): Sendet Brief des Kurfürsten von Sachsen; alles willig; zieht dem Feind viele Reiter ab. zeilage: Schreiben des Kurfürsten von Sachsen an Landgraf Philipp vom 26. Juni(Torgau; Ausf. in Marburg, Arch., Sachsen, E, L.; praes. Kassel 29. Juni; Abschr. in AA 550, f. 809— S); ben. von Kannengiesser, Karl V. und Büren, 8. 144, Anm. 141 und S8. 146, Anm. 146. 8 Abschr. in AA 550, f. 75— 76 und Stuttgart, Arch., Büschel 22, Nr. 26; das Stück ist offenbar Übersetzung eines latein. Briefes; es enthält eingehende Nachrichten über die Rüstungen und Kriegspläne der Gegner und Warnungen; dabei auch die Stelle:(... Es will auch geredt werden, das kei. Mt. solle ein gheimen verstand mit den reichs und freiStetten und insonders Jurnberg, Augspurg, Strassburg und Ulm haben, wider dieselben nichts anzufahen. dem gib ich aber wenig glauben und mus es mehr achten..., noch mehr spaltung..., damit man nur zum vorhaben kommen mög, anzurichten. Vgl. auch die Angaben A. Blaurers in seinem Brief an H. Bullinger vom 7. Juli(geédr. bei Schiess, Briefw. d. Br. A. u. Th. Blaurer II, 8. 465— 466). Diese Zeitung ist erw. von Kannengiesser, a. a. CO., 8. 143, Anm. 135. Abschriften einer etwas kürzeren, manchmal auch fehler-= haften Fassung in AA 552, f. S- 9 und 10- 11; letztere mit vielen Fehlern in den Zahlenangaben. In dieser Fassung wurde das Stück zweimal von protestant. Seite veröffentlicht; vgl. O. Waldeck, a. a. C., S. 8, Nr. 17 und 18; gedr. bei Hortleder II, Buch 3, Kap. 13, 8. 261 265. Sf 1 a.—r———— 1546. Ulman Böcklins Rückreise aus Ulm nach Strassburg. 213 etwas mit pflichten zugthan, us der canzlei zu Meiland gschickt wordens. datum ut in literis.) 183. Joachim Langenmantel, augsburgischer, und Sebastian Besserer, ulmischer Kriegsrat, an die in Um versammelten Gesandten. 1546, Juli 4. Göppingen. Ulm, Arch., Ref.-Akt. XXXII, Nr. 657. Ausf. Weigerung Ulman Böcklins, an der Beratung der Kriegsräte teilzunehmen; seine Abreise. Melden,«das wir heut sampt Strassburg alher gen Göppingen umb acht ur ankomen sein. befinden alhie ain gute anzall reiter, aber aigenlich wievil, kunden wir bis zu weiter erfarung nit schreiben.» Die württembergischen Rätel, die mit der Musterung beschäftigt sind, sind bis auf den Marschall? nicht da. Sie sollen abends kommen, auch Herzog Ulrich bald.«Es hat sich aber herr Ulman Böcklin, der strassburgisch gesandt, vernemen lassen, das er nit als ain kriegsrath abgefertigt, hab auch nit weiter bevelch ze handlen; deshalb muss er wider zuruck oder anheims reiten. und wiewol wir allerlai mit ime geredt, gebeten und ermant, was an diser hochwichtigen handlung gelegen sei, noch dann hat dasselbig bei ime nit verfahen mögen, sonder hat uns sein instruction vorglesen, damit er uns bedeuten wöllen, als ob er nit bevelchs gnug hab; wölche sein instruction nit also, sonder zum widerspil von uns, daz er bevelchs gnug hab, vermörkt, ine auch dasselbig, sovil uns möglich, ermant und sovil mer, wa er verreiten[wölle], was ungnad herzog Ulrich dorab nemen mög; das man uns auch on zweifel, wa man sein gemuet also verstanden,< uns} auch nit her gefertigt hete; mit dem beschlus, habe er zu dem furgenommen werk raten kunden, wie wir in dann beed gehert, so hab er on zweivel mer bevelch; dann die sachen schicken sie[!] durch die gnad gots, wie sie wöllen, so werd doch der handel angeen und die noturft ervordern, daz wir bei einander seien und uns auch darzu thuen, mit andern mer etc. wir haben aber gesagt, waz wir wöllen, ist er daruf behart, er wölle heimreiten, weiter beschaid erhalten und sich auch risten. zuletst haben wir im angemuetet, das er wölle bis uf ankunft der wurtenbergischen räth verziehen; und als er zweifelhaftig sich darin erzaigt, und sich die sachen also mit disem underreden verzogen, sein Gultlingen und Massenbach ankomen, haben auch ime, dem Strassburgischen, ansagen lassen zu ime zu komen. aber alsbald sich er, herr Ulman, erhöbt, selbst zu in gangen; was er mit in geredt, ist uns unwissend. und wiewol wir auch ain knecht den Wurtenbergischen zugesandt, ime nit vergunen zu reiten, so hat doch es auch nit erschossen, sonder er sich alsbald zu der herberg wider samt seinen knechten angethan, uf gesessen und davon geriten, von uns urlaub genomen mit den worten, got wolle uns behueten, gluck verleihen. und als wir uns 9 Nach einem Zettel in Stuttgart, a. a. CO., Nr. 28 stammt die Zeitung(von ainem innerlichen secretarien im fürstenrath daselbst Id. h. in Mailand] Petrus Merbekius genant.» Vgl. über ihn A. Horawitz und K. Hartfelder, Briefwechsel des Beatus Rhenanus, S. 487 bis 488, Anm. 1 und S. 554, Nr. 412. 183 1 Balthasar von Gültlingen und Wilhelm von Massenbach; vgl. Heyd, Herzog Ulrich III, 8. 353. 2 Wolf Philipp von Hürnheim; s. a. a. CO., 8. 356. 214 1546. Strassburgs Fähnlein. seins abschids widerumb beschwert, gesagt, so er zu dem amt des kriegsraths verordnet, wölle er mit erstem widerumben bei uns sein etc.» zedauern sein Abreiten, da sie allein nicht genügen. Teilen ihnen seine Abreise sofort mit, bitten noch jemanden zu schicken und ihnen mitzuteilen, ob sie hier fortfahren sollens.«Datum Göppingen uf 4. Julii zu ailf urn a. etc. 46.» 184. Die XIII an die geheimen Räte von Ulm. 1546, Juli 4. Strassburg. Ulm, Archo, Ref. Akt. XXII, Mr. 655, Ausf.(I. Brief) und Mr. 656. Ausf. (2. Brief). 1. Senden statt Jakob Sturms Heinrich von Müllenheim nach Baden.— 2. Senden ihnen ein Fähnlein unter Erhard Frosch. 1) Antwort auf Nr. 175. Sind in dem wie in allem dem ganzen handel zu gut willig und geneigt. so aber gedachter her Jacob us sondern ursachen diser zeit nit abkommen kan, haben wir den vesten Heinrichen von Muln— heim, unsern ratzfreund, geordnet...“ Dat. 4. Juli 46. 2) Haben schon geschrieben, dass sie Philipp Knobloch, Martin Braun und Wolf Homuth* Laufgeld gegeben haben, um Ulm je ein Fähnlein zuzuführen. Also haben wir mit gegenwurtigem Erhart Froschlins von Sanct Annaberg auch gehandelt euch ein fenlin knecht zuzufueren und derhalben laufgelt geben... Dat. 4. Juli àb. 185. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juli 4. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 546, f. I68- I7I. Ausf.— Praes. Kassel 7. Juli. Lauf der Knechte; Bericht Geigers über die Schwein; Dänemark und die Niederlande; der Deutschmeister und der Herzog von Preussen. Sein Schreiben vom 30. Juni(Nr. 170]«ist uns nechten zu acht uhren gegen dem abent spat uberantwurt;...) Teilen mit,«das der lauf der knecht in die obergraveschaft Catzenelenpogen vor etlichen tagen angangen und noch wert. so haben wir... den franzosischen knechten under augen ge— schickt. si seind aber ein guts in Frankreich dinnen von einander und also allenthalbenhien zerlaufen. was aber deren, so diser landsart herauskomen, die haben die hauptleut, so wir knecht anzunemen bestelt, zum thail geworben; laufen also eins thails uf e. fl. G., eins thails auf Ulm zu.» Haben zwei Doppelmonate geschickt, ohne das Laufgeld abzuziehenz. Bericht 3 Sie berieten dann doch am 5. und 6. Juli mit Heideck, worüber ein Protokoll Sebastian Besserers vorliegt(in Ulm, a. a. C., Nr. 665). 1841 Am 5. Juli bitten sie Bürgermeister und geheime Räte von Basel, Müllenheim auf dem Tage zu Baden zu fördern.(Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 61; praes. 7. Juli) 2 Vgl. Nr. 125 und 137. 3 Vgl. auch Nr. 174. 185 1 Vgl. Nr. 148. Vgl. Nr. 176, Zettel und 178. 5 ? 8 5 2 2=——— M n 1546. Rüstungen des Deutschmeisters. 215 Dr. Ulrichs[Geigers] über das, was er in der Schweiz von Vertrauten erfahrenz. «Da hetten dieselben vertrauten personen(die sich auch erbotten, dasselbig helfen zu befurdern) darfur, es werde disen stenden bei gmainer Aidgnoschaft zu nutz und gutem gelangen.» Haben es daher den Gesandten in Ulm mitgeteilt Nr. 160], sich] in irer werbung danoch haben zu richten. Alls] dann e. fl. G. in vorigen iren schriften gemeldtâ, das sie die ko. W. zu Denmark diser rustung halben auch ersucht, und dann ir ko. W. samt den seestetten mit beschliessung des sunds, wie wir bericht seinds, den Niederlanden, daher e. fl. G. und andern diser stend grosse beschwerung zuston mogen, wol kunden abbruch thun, so bitten e. fl. G. wir underthaniglich, sie wolle uns berichten, ob ir ko. W. deshalben in rustung und wes sie bei disen stend zu thun willens sei, so es doch ir ko. W., wo dem gegenthail die schanz geraten sollt, nit weniger gelten würde. Gnediger herr. der hochmaister teutsch ordens hat sich ein zeit her umb 2000 pferd der kei. Mt. zuzufueren beworben, seine commenthur hien und wider angesprochen, ime von des ordens wegen pferd zu schicken und sonst, was sie fur gut gsellen wissten, ufzupringen; er hat fur die besoldigung und bestallung versprochen und hat der reiter eins thails auf den zwolften tag Julii zu Mergethumb Mergentheim] anzekomen beschiden; und soll der ein musterplatz uf den sechzehenden Julii im land zu Beiern seins. do man sagen will, dieweil er an den herzogen von Preussen des hochmaisters amts halben anforderung hat?, so man den[n] mit disen stenden zu end kome, das es uber den herzogen zu Preussen auch gon mochte, wie leicht lich zu glauben mochten e. fl. G. denselben herzogen 2 anzeig diser handlung ersuchen und inen zu diser hilf vermogen...“ Dat. 4. Juli 46. 186. Johann Friedrich, Kurfürst von Sachsen, und Philipp, Landgraf von Hessen, an den Rat. 1546, Juli 4. Ichtershausen. Str. St. Arch., AA 546, f. 148—149. Ausf. der sächsischen Kanzlei.— Prod. Mo. 19. Juli.— Ben. von Baumgarten, Sleidans Leben, S. 78. Sollen zu den Gesandten nach Frankreich und England Johann Sturm, Niedbruck und Sleidan ordnen. Zettel: Geld für die Gesandten. C... Nachdem die krigsrustungen... so gesc hwinde und unvorsehens,. furfallen... so haben wir die notturft zu sein bedacht ein schickung an his beide konige Frankreich und Engelland zu thun. weil dan Johan Keudel und Johan Sturmius zu der schickung in Frankreich und doctor Johan 3 Fast wörtlich wie in Nr. 160. In Nr. 144. 5 Vermutlich von Bucer; vgl. Nr. 179. 8 Vgl. Nr. 134, Anm. 6; die Mitteilungen über den Deutschmeister stehen auch auf einem Zettel in AA 552, f. 50; dabei ist vermerkt:«Breisach», woher die N Nachricht wohl kam. Auf dem. Reichstag von 1545; vgl. hierüber Voigt, Gesch. d. deutschen Ritter-— II, S. 4465 186 1 Wie aus— Brief des Kurfürsten an Philipp vom 5. Juli(le htershausen; Ausf. in Marburg, Arch., Sachsen, E. L.; praes. Kassel 7. Juli) he rvorgeht, in welchem er ihm die Reinschriften der Instruktionen und Beglaubigungen sowie des Schre bens an Strassburg sendet und ihn bittet, sie zu unterschreiben, zu sekretieren und an Strassburg weiter zu befördern, auch Johann Keudel abzufertigen.(Erw. von Lenz, Kriegführung S. 426, Anm. 3. —— . * & 216 1546. Instruktion für Joh. Sturm nach Frankreich von Nidbruck und Johan Schledanus in Engelland... gebraucht sollen werdenz,... so ist unser gnedigs gesinnen, ir wollet gedachtem Keudel Johan Sturmium zuordenen und doctor Johan von Nidebrucks und Johan Schledanum vermogen... sich nach Engelland zu vorfugen und die werbung an ko. W. ausrichten, wie hierbei ein verzeichnus der instruction, auch der credenzbrief ist. und was an beiden orten zu bescheid... wirdet gefallen, das wier solchs forderlich mugen bericht werden, uns forder darnach haben zu richten... datum Ichtershausen sontags nach visitationis Marie a. etc. 46.» Zettel: Sollen die Gesandten mit Lehrung versehen, die ihnen von ihrer Anlage abgerechnet werden soll. 187. Instruktion des Kurfürsten von Sachsen und des Landgrafen von Hessen an Johann Sturm für die Gesandtschaft zum König von Frankreich und an Johann von Niedbruck für diejenige zum König von England]. 1546, zu Juli 4. Ichtershausen. Marburg, Arch., Mr. 896, f. 216— 29. AhsSchr.— Auszug der Instruction für England bei Baumgarten, JZ. Gesch. d. Schm. Kr., S. 42— 453; erw. von Kannengiesser, Karl PV. und Büren, S. 146, Anm. 150. Ursachen des drohenden Krieges; die Unterstützung der protestant. Stände dient zum eigenen Besten der beiden Könige. Berichten, wie während des Reichstags in Regensburg Werbungen vor— genommen worden seien, deren Zweck man nicht gekannt habe,«bis un— langst were Sachsen und Hessen glaublich angelangt, itzo aber weren es iro chur- und fl. G. gewiss, das bemelte gewerb wider ire chur- und fl. G. und derselben confession verwandte stend, doch under dem schein eines angegeb-— nen ungehorsams, im grund gemeint.) Man bringt zwar den Vorwurf nur gegen Sachsen und Hessen vor, um die andern Stände von ihnen zu trennen; aber sie sind sich keiner Schuld bewusst; und wenn sie auch etwas begangen hätten, dals gott lob alhie nicht ist», so hätte man nach der Reichsordnung anders gegen sie vorgehen müssen. Es ist klar, dass, wenn dies Vorhaben gelingt, man überhaupt versuchen wird«die lobliche teutsche nation in ein ewige servitut und dinstparkeit zu pringen), wie ja auch der nur zur Verteidigung bestimmte Bund als Grund ? In Wirklichkeit reisten Johann Sturm allein nach Frankreich(vgl. Lenz, Briefw. II, S. 466, und Nr. 263) und Johann von Niedbruck allein nach England, da Sleidan durch eine Reise verhindert war(vgl. Baumgarten, Z. Gesch. d. Schm. Kr., S. 38, Anm. 3, und Sleidans Briefwechsel, S8. 140. Über Sleidan vgl. auch Handschriftenproben II, Tafel 86. 3 Im Juni hatte er von König Heinrich VIII. eine Pension von 600 Kronen für sich und 200 Kronen für seine beiden Söhne erhalten(Letters and papers XXI, 1, Nr. 1165, 41), worauf er am 4. August sein Strassburger Bürgerrecht aufgab, jedoch versprach,«das ich nit des weniger innen... und gemeiner statt Strassburg soll und will getreuw und hold sein...)(Or. von Niedbruck in AA 552, f. 146- 147. Die Instruktionen in Nr. 187; Abschr. der Beglaubigungen an die Könige von Frankreich und England und den Dauphin vom 4. Juli in Marburg, a. a. CO.; erw. von Baumgarten, JZ. Gesch. d. Schm. Kr., 8. 38. 187 1 Im Text ist die Instruktion für Frankreich wiedergegeben; von der nur in wenigen Punkten abweichenden Instruktion für England sind die wichtigsten Stellen als E in den Anmerkungen hervorgehoben. und für Dr. Joh. von Niedbruck nach England, 217 des Vorgehens angegeben wird; ebenso der Bund, den sie mit dem König geschlossen,«do doch ire ko. W. wusten, wie es hierumb gelegen.» Der König wird schon ermessen, dass er das auch zu empfinden haben wird?.«Weil dann sein ko. W. sich hievor gegen Sachsen und Hessen und den protestirenden stenden mer dan einmal freuntlich und gnediglich, do es die notturft wurde erfordern, sonderlich aber sieder dem nechsten zwischen der kai. Mt. und irer ko. W. ufgerichten vertrag? erbotten» und dieser Zug durchaus gegen den Bund gemeint ist, der sich dagegen zur Wehr setzen will, so wollen sie nicht säumen, den König hiermit davon zu unterrichten«und ire ko. W. der alten loblichen verwandtnus, so die teutsche nation mit der chron zu Frankreich gehabt, auch* was irer ko. W. und der cron zu Frankreichs an dieser sachen allenthalben gelegen sein wölle, freuntlich zu erinnern.» Sie bitten, der König(wolte voriger erbietungs freuntlich und gnediglich eingedenk sein» und sich nicht gegen die Stände bewegen lassen, sondern ihnen helfen; worin die Hilfe bestehen soll, überlassen sie ihm?. Dafür versprechen sie, dass sie sich im Falle der Not gegen den König dankbar erweisen«und sich wider ire ko. W. hinfurter nicht allein nicht bewegen lassen, sondern auch gegen irer ko. W. im gegenfahl mit hulf und furderung gefliessen erzeigens wolteny. Der König mag seine Gelegenheit bedenken. Wenn er auch jetzt mit dem Kaiser vertragen ist, so soll er bedenkene, da der Kaiser den Ständen alle Zusagen nicht gehalten hat,(wes sich ir ko. W. von dem kaiser, do er!® seine gelegenheit ersehen wurde, zu gewarten hette., Daher hoffen sie, der König werde sie, solange sie noch nicht unter— drückt sind, nicht verlassen. Die Gesandten sollen ihr Bestes tun. Sie sollen dem König mitteilen, dass eine gleiche Sendung nach England! geht. Und da sie hören, dass beide Könige vertragen sind, möge er dort für sie wirken. Doch werden die Gesandten(nach befindung dero ding» wissen, wie sie das anzubringen haben. 2 In Rist statt:(Der König... wird.» eingefügt: Besonders aber wird betont, die Stände hätten sich verschworen, nicht in das Konzil zu willigen; offenbar wird daher die Unterwerfung unter die päpstliche Tyrannei beabsichtigt. Dann wird es nach dem Sieg auch gegen den König gehen, auf Drängen des Papstes, der jetzt Geld und Truppen zu diesem Zuge gibt. Verweisen auf die Antwort des Kaisers[vgl. Nr. 97, Anm. 5], deren Abschrift die Gesandten haben. 3 In Rist statt:«do... vertrag» eingefügt:«bemelts bepstlichen concilii halben, do es die notturft wurde erfordern» (der alten... gehabt, auch» fehlt natürlich in E. 5 In E natürlich(Engelland. $ In R ist hier hinaugesetzt:«und jungster wormsischer handlung p; vgl. dazu Lenz, Brie fw. II, 8. 358- 361. In E Zusatz: Besonders bitten sie, ire ko. W. wolte unbeschwert sein diessen stenden zu gutem, das teuſtjsche kriegs volk zu ross und zu fuss, so ire ko. W. noch bei sich hat, ein zeitlang zu versolden und diessen stenden, wie es am fuglichsten geschehen mag, furderlich zukommen lassen.) s(und sich... erzeigen) fehlt in E. 9 In E ist hinzugesetzt:(Das durch diese handlung der keiser und bapst hinfur ein corpus sein und alles dasjenig, das zu widderaufrichtung des bapsts vermeinten angemasten gewalt und superioritet gereichen möchte, one zweifel hochstes vleiss zu fordern und einer dem andern darzu hulf und beistand zu thun nicht underlassen wurden. Dann weiter wie oben im Text. 10 E hat den Zusatz:(samt dem romischen antecrist) u In E natürlich Frankreich). 218 1546. Schmalkald. Gesandtschaft auf dem Tag zu Baden. Die Gesandten erhalten auch eine Beglaubigung an den Dauphin. Nachdem sie vom König Antwort erhalten haben, sollen sie den Dauphin«nach gelegenhait derselben antwort auch bericht, anzeige und suchung thun», wie sie das zu tun wissen werden!?. 188. Die in Ulm versammelten Gesandten an Konstanz. 1546, Juli 4. [Ulm.] Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXII, Nr. 652. Entw. Erweiterung der Instruktion für Baden gemäss Strassburgs Vorschlägen. Senden den Brief Strassburgs[Nr. 160] mit der kaiserlichen Instruktion an die Schweizer.«Und liebt uns ir, dern von Strassburg, bedenken, wölchermassen der kai. Mt. angezaigte ursachen irs furnemens und die beschuldigung, so unsern stenden mit ungrund zugelegt, abzulainen sein söllen, ganz wol. ist demnach unser wolmainen und begern, das e. F. irem verordneten gsandten uflegen sollichs den andern zwaien als dem[!] wirtembergischen und strassburgischen räthen und gsandten(nachdem wir ine kurze der zeit halben söllichs nit zuschreiben können), so sie zu Baden beisamen einkomen werden, anzuzaigen, damit sie sich uber hievor empfange[ne] instruktion[Nr. 182, Anm. 7 unter 2] der ablainung halben uf der kai. Mt. vermainte ursachen und beschuldigungen inhalt des strassburgischen schreibens gefasst machen und also gemaine Aidgnossschaft gelegenhait aller sachen, auch mit was gschwinden practicken der gegenthail umbgee, mit bestendigem grund der warhait bericht werden mögen. und damit sie aber umb sovil meer zur ablainung berichts haben, so ubersenden wir e. W. hiemit ain copi* des mandats, so die kön. Mt. etc. in der graveschaft Tyrol allenthalben verkunden lassen, darinnen lauter vermeldt wirt, das das italianisch kriegsvolk durch Tyrol heraus in Teutschland zu straff der unghorsamen gfuert werden soll, so doch in der kai. instruction vermeldt wirt, das ir Mt. die teutsch nacion mit frembdem kriegsvolk nit beschweren wöllen.. M Dat. So. 4. Juli 1546. 189. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Juli 5. Basel. Str. St. Arch., AA 555, f. 45- 46. Ausf.— Prod. Mi. 7. Juli. Auch Bern befürwortet eine(Gesandtschaft der protestantischen Stände nach Baden. Da der Tag von Baden erst nächsten Mittwoch[Juli 7] angehen wird, haben sie letzten Donnerstag[Juli 1] ihren Bannerherrn Bernhard Meyer nach Bern geschickt. Dieser berichtet ihnen soeben brieflich! von Berns gutem Willen, das ebenfalls eine Verantwortung gegen Mouchets Anbringen durch eine Gesandtschaft der protestantischen Stände für angezeigt hält. Teilen das mit,(damit ir uch mit fürderung der bottschaften ze halten wussten... datum ilends montags 5. Julii 46 die 10. stund vor mittag.» 12 Dieser letzte Absatz fehlt natürlich in RE. 189 1 Brief vom 3. Juli aus Bern an Bürgermeister und geheime Räte(Or. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 63- 665; praes. et lect. 5. Juli): Bericht über sein Vorbringen an den Rat zu Bern[vgl. Nr. 146, Anm. 2] und über Berns Antwort.— Bern verwies in seiner 1546. Strassburgs Fähnlein für das Oberland. 219 190. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Ulm. 1546, Juli 5. Strassburg. Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXII, Mr. 667. Ausf. Bericht über den Abmarsch der nach Ulm bestimmten Fähnlein; Post nach Stuttgart. C6... Uns hat unser gesandter, so wir bei euch gehapt, gestern... geschriben Nr. 182], us dem wir verstanden, das der knecht halben, so wir euch zugefertigt, er noch nichts vernomen... Haben ihnen bisher im ganzen 4 Fähnlein unter Braun, Knobloch, Homuth und Frosch bestellt. «Und seind der beider Martin Brunen? und Wolffen Hoermuts knecht vor etlichen tagen von hinnen gegen euch gelaufen. und heut dato seindt beder des Knoblochss und haubtman Froschen knecht, die zusamen gemert, samenthaft uber unser Rheinprucken zogen, das wir der endlichen zuversicht, sie seien nunmehr ains theils bei euch ankommen und daz si alle tag ankomen werden. so haben wir auch uf schreiben unsers gesandten ain post von hinnen us gon Studtgarten gelegt freundlich pittend, dweil unser gsandter bei euch verruckt, ir wollen es den gesandten anzeigen, so si uns etwas zuschreiben oder schicken wöllen, das es uf der post gon Studtgarten und von dannen uns alher gefertigt werde...» Dat. 5. Juli 1546. 191. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juli 6. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. I72— I7S. Ausf.— Praes. Kassel 9. Juli. Vermittlung von Moritz von Sachsen und Kurpfalz bedenklich wegen der Verschleppungsabsichten des Gegners; Namen der Hauptleute der für Philipp be stimmten Fähnlein. 6... Heut morgen sind uns brief von unserm sindico Michel Hanen von Regenspurg zukomen vom dato den neunundzweinzigisten Juniiy[Nr. 156. Antwort vom 5. Juli auf Strassburgs Brief vom 30 Juni(vgl. Nr. 161, Zettel) auf den an Bernhard Meyer gegebenen Bescheid und versprach kein feindliches Volk durchaulassen und für das gleiche Vorgehen bei den anderen Kantonen einzutreten(Ausf. in AA 556, f. 103; prod. Do. 8. Juli).— Die gleiche Antwort erhielten Um und Augsburg von Zürich, wie die Baseler Gesandten in Baden, Bernhard Meyer und Andres Keller, an ihren Rat am 8. Juli berichten(Baden; Or. von Meyer in Basel, a. a. C., f. 67). 190 1 Vgl. Nr. 125, 137 und 184. 2 Wie die Augsburger Gesandten in Um am 9. Juli«zu 8 ur nach mitag» ihrem Rat melden, kam ein Strassburger Fähnlein mit 2 württembergischen an diesem Tage durch Ulm und wurde in Weissenhorn einquartiert(Ausf. in Augsburg, Arch., Literal. 1546). Es war wohl das von Braun; wenigstens schrieb dieser am 12. Juli im Auftrag des Obersten Freiherrn Johann von Heideck eine militärische Meldung an den Bürgermeister von Ulm (Or. in Ulm, a. a. O., XXXI, Nr. 573; das Datum 2. Juli» ist wohl für 12. Juli verschrieben, sonst passen die zeitlichen und sachlichen Angaben des Briefes nicht). 3 Am 3. Juli schreibt Leo Roth, Vogt zu Leipheim, nach Um(Or. a. a. O., XXXII, Nr. 646), dass heute abend 3 Furiere die Ankunft von 3 Strassburger Fahnlein angekündigt hätten und dass einige Knechte Knoblochs schon hier angekommen und einquartiert seien.— Am 13. Juli wurden in Leipheim Homuts Knechte aufgeschrieben(Verzeichnis darüber a. a. O., XXXVI, Nr. 1789). 4 Vgl. Nr. 168, Anm. 4. * — 220 1546. Strassburgs Fähnlein für den Landgrafen; Da nach den Zeitungen aus Italien das dortige Kriegsvolk wohl nicht vor Monatsfrist herauskommen wird, so ist zu bedenken, dass die gütliche Handlung des Herzogs Moritz und des Pfalzgrafen zwischen Philipp und dem Kaiser«nit darumb, das man des fridens gegen uns beger, dieweil si doch den krieg on alles unser verursachen wider gegebene frid, fridstende und alle pillicheit erweckt, sonder das dardurch gesucht werd, die sach damit in die harr zu spielen und so lang ufzuziehen, bis das der gegentheil sich gefasst machen und sein volk zusammenbringen mög. so wir dann uf disem theil nunmer in ein schwer rustung gebracht und nach teglich uns darein richten, wie dann die notturft erfordert, wo wir nun dieselbig also halten sollten und demnach erst der frid zerschlagen, wie wol zu achten, das si, so si ires gefallens gerust und gefasst, uns solliche conditionen furschlagen werden, die uns gotts und eeren halben nit annemlich, so hetten wir uns mit diser rüstung mitler zeit erschepft, das zu besorgen, wirs zur not nit mer erharren möchten.» Teilen aber auf alle Fälle dem Landgrafen diese Nachrichten mit, damit er mit dem Kurfürsten von Sachsen sich danach zu richten weiss. Senden die Namen der Hauptleute, die sie mit Knechten in die obere Grafschaft geschickt,«und versehen uns, die knecht seien albereidt daselbst und werden in disen acht tagen alle daselbst ankomen...» Dat. Di. 6. Juli 46. «Hauptleut: der vest Asmus Böcklin, Georg[verschrieben für Gregor] von Kippenheim), hauptman Sterne, Caspar Zoller], Hug Dreizehn, Jacob[Sauter] von Reutlingen? und sind noch bescheid dreier vendlin wartend.) 192. Michael Han, Syndikus von Strassburg, an Bürgermeister und gebeime Räte von Augsburg. 1546, Juli 6. Donauwörth. Augsburg, Arch., Literal. 1546. Or. Der Kaiser schlägt sein erstes Lager am Lechrain bei Augsburg auf. C6... Aus was ursachen und wie wir, die gesandten der augspurgischen confession verwandt, unsern eilenden abschid zu Regenspurg genomem, werden ir nunmer von euerem gesandten, herren Mathes Langenmanteln..., vernomen haben. nun bin ich aus mangel ains pferds, so mir hinkend worden, gestern von Neuenburg nit weiter dann alher gein Werda geritten; hab heutigs morgens ain pferd kauft. wie ich nun ongeschiht vor der herberg stande, trabt ain edelman, des ich gute kontschaft hab, vor der herberg fur, spricht mich an, sagt mir in höchster gehaim und vertreuen, die kai. Mt. gedenk ir erstes läger auf dem Lechrain underhalb Augspurg ze schlagen. als ich ine befragt, ob es gewiss were, ob ichs euch, meinen herren, zuschreiben dörft, sagt er: ja gewisslich; ich möcht es e. W. zuschreiben, doch sein un191 1 Vgl. Nr. 148. 2 Vgl. Nr. 165. 3 Vgl. Nr. 166. 192 1 Vgl. Nr. 177, Anm. 3. des} 7——— . 232 d——** Zug des Kaisers zur Donau; Haltung Frankreichs. 221 vermeldet; und sagt mir eigenlich, er hett gestern den brief gesehen, den hlerzog] Wilhällm von Payern her Conradten von Boimelberg ritternz ge— schriben, darin er ime der proviand und anderer sachen halben versehung ze thun bevelh gethan und das das erst leger also auf dem Lechrain sein werde; er, hlerzog]! Wilhälm, habs nit wenden können. item es soll der von Madrutsch mit etlichen teutschen knechten, so er in der Etsch und der grave— schaft Tirol samblen lassen, alberait herausserziehen und das wällisch volk hernacher volgen et.. dweil nun... ich disen edelman, der redlich, gelert und unserer religion ist, also kenne, das ich seiner anzaig glauben gib, hab ichs e. W. nit verhalten wöllen...“ Wird es auch in Ulm mitteilen.„Datum in eil zu Thonawerda dinstag nach Ulrici a. etc. 46.» 193. Der Rat von Basel an seine Gesandten in Baden, Bernhard Meyer und Andres Keller. 1546, Juli 7. Basel. Basel, Arch., Polit. M S, 3, f. 72. Ausf. Empfehlung für Heinrich von Müllenheim und Dr. Ulrich Geiger. Da die Protestanten eine Gesandtschaft nach Baden schicken, wie (ouch zeiger ditz briefs, der von Mulnheim, mit doctor Ulrichen von unsern vertruwten nachpuren von Strasspurg dahin verordnet sind», sollen sie bei den Eidgenossen und besonders bei Zürich, Bern und Schaffhausen darauf hinwirken, dass sie eine günstige Antwort erhalten,(des keisers listigem verunglilmpfen nit glouben gegeben, sonder ir allem das[!] mit höchstem vliss helfend furderen, das zu des bapsts und keisers furſnelmen verhinderung dienen mag... Dat. Mi. 7. Juli 46. 194. Michael Han, Syndikus von Strassburg, an Landgraf Philipp. 1546, Juli 7. Ulm. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, /. I74- I79. Cx. Praes. Kassel Ih. Juli.— Auszug bei Lenz, Briefw. II, 8. 466. Gespräch mit Bassefontaine über die Haltung Frankreichs. Nachschrift: Erstes Lager des Kaisers. Die Abforderung der protestantischen Gesandten aus Regensburg wird ihm bekannt sein, ebenso der Ernst der Lage; für die Massnahmen auf der protestantischen Seite verweist er auf ein Schreiben der Gesandten!.«Neben disem waiss aber e. fl. G. ich in underthenigkait nit zu verhalten, als der burgermaister von Frankfurt, her Ort zum Jungen, und ich heut disen tag unsers heraufreitens nach Ulm fur Guntzburg herausser komen, hat ain Franzoss, Passafontan genant, welchen e. fl. G. villeicht kennen mögen, auf uns gestossen, der mich känt und angesprochen; hat mich an ain ort genomen, mir vertreulich gesagt, er sei(wie ich wissen möge) in wenigen 2? Pfleger zu Rain; vgl. v. Druffel, Viglius, 8. 89, Anm. 68. 194 ı Brief der in Ulm versammelten Gesandten an Landgraf Philipp vom 7. Juli (Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 872, f. 82—83; praes. Kassel 10. Juli; erw. von Lenz, Kriegführung, 8. 458, Anm.)). .? 1 DT MT ED sen 222 1546. Verhalten Frankreichs zu den Schmalkaldenern; tagen hievor noch zu Regenspurg gewesen, seiderhär zu seinem könig und von demselben wider bis daher geritten?, wöll widerumb zu seinem mitgesandten? gein Regenspurg. und ich mög vertreulich von ime wissen, das er umb der gegenwurtigen gewerb willen hinein in Frankenreich geritten, hab selbs villerlei mit dem könig und derselbig widerumb mit ime geredt. und hab ime der konig in sonderheit bevolhen, er soll den sächsischen, auch e. fl. G. und andern der protestierenden stenden, also auch den strasspurgischen gesandten anzaigen, es sei understanden worden, dweil Frankreich und Engelland vertragen seien, das Frankreich solte sich dahin bereden lassen, mit dem habenden kriegsvolk gegen disen stenden und sonderlich durch Lothringen herausser gegen denen am Rein etwas anzefahen etc.; aber der konig werd es ain mal nit thun. zum andern als der könig vernomen, das alberait die bevelhsleut abgefertigt seien, die Italianer und andere Wällische ze ross und ze fuss herausser ze fueren, hab er, der könig, alsbald einen seiner vertreutesten secretarien4 zu dem bapst geschickt; understand es bei ime abzestellen und zu verhindern. und im fall so er es je nit verhindern möchte, so werde doch er, der könig, in alle andere weg understan allen sein fleiss furzekeren, das wider die protestierenden(soviel ime immer möglich) hilf und beistand verhindert werde. item es hab der könig erfaren, das des papsts pottschaft zu Baden bei der Aidgnosschaft umb hilf wider unsern thail ansuchen soll; und ob es gleichwoll nit den nammen hab des kaisers, sonder allain des bapsts pottschaft, so hab doch dieselbig pottschaft bevelh von baiden, dem bapst und kaiser, etc.. darauf hab er, der könig, alsbald seinem legaten, so er bei den Aidgnossen habe, bevelh geben, allen möglichen fleiss anzekeren, die Aidgnossen von solher hilf abzewenden. item er, der könig, hab seinen admiral abgefertigt in Engellands, daselbst auch alles das, so disen stenden zum besten komen möge, ze furdern etc., und hab ime darauf bevolhen, solhes alles in höchster gehaim und vertreuen etlicher der protestierenden räthen und gesandten zu Regenspurg, furnemblich aber e. fl. G. räthen anzezaigen mit der vertröstung, wann wir uns nur ain monat zwen oder drei aufhalten mögen, das wir kain böse rachtung aufnemen, so werden wir gewahr werden, was der könig understéen und welhermassen wir gerettet werden ete.; und wir solten umb furderung willen der sachen bei Engelland ain fleissige getreue person vom adl oder sonst(nennet nämblich e. fl. G. marschalks, Dr. Hansen von Metz, Joannem Sturmium und Schleydanum, ob wir ir ainen schickten) in Engelland abfertigen, welher bericht were zu erzelen, was geswinder unguter practiken disen stenden von dem gegentail zugerichtet und was gegen inen understanden wurde. da ver— maint er je, es wurde zu dem, das der marschalk? aus Frankreich ernstlichen bevelh haben werde, die sachen schärfen und woll furdern. In summa, gnediger furst und herr, kann ich von disem mann versteen, ob gleichwoll der könig von Frankenreich nit unserer religion sei, das ime doch kainswegs ze leiden, das der kaiser, es sei umb der religion oder ainicher 5 Nr. 111, 3 Jacques de Mesnages, Vgl. Nr. 141, Anm. 3. 5 Vgl. Nr. 141. Ludwig von Baumbach, der an der Gesandtschaft nach England im Dezember 1545 teilnahm; vgl. Pol. Korr. III, z. B. S. 682 und 691, Anm. 5. Verschrieben für«admiral». » Sn; 1g ö — e— Strassburger Rüstungen; Tag zu Baden. anderer ursachen willen, grösser im Teutschland werde, dann er bisher ge— wesen etc.. hat ain mal oder etliche zu mir gesagt, wir sollen uns nur woll aufhalten, kain ungleiche rachtung aufnemen; wir werden sehen, was sein konig gegen dem kaiser in Mailand und sonst understeen werde. und hat begert, ich wöll es meinen herren und andern vertreulich und in gehaim anzaigen; er gedenk es auch e. fl. G. oder iren räthen, sonderlich dem herren cant zlerns, zuzeschreiben. doch pitt er in allweg unvermeldet ze pleiben; dann er das Teutschland und den kaiserlichen hoff vil braucht etc.. dises hab ich ganz gern vernomen, auch mich erpotten, den gesandten alhie(und dann auch meinen hern) darvon notturftige anzaig ze thund.“ Und auf Wunsch der Gesandten schreibt er selbst es jetzt dem Landgrafen.„Datum in grosser eil aus Um den 7. Julii gegen abend a. etc. 46.» Nachschrift:«Ich hab auch am heraufreiten von Regenspurg von ainem vertreuten vom adel, so unserer religion(doch sonst dem gegenthail auch etwas verwandt) ist, das die kai. Mt. gedenk ir erstes läger am Lech— rain unge varlich zwo oder drei meil underhalb Augspurg ze schlagen... da— tum ut supra.) 195. Klaus von Hattstatt an Jakob Sturm. 1546, Juli 7. Str. St. Arch., AA 553, f. 31–- 32. Or.— Vermerk von Jakob Sturm:« Res] ponsum?] S. Juli). Werbung von 2 Fähnlein für Strassburg. Hat mit Hans Jakob Wiedergrien von Stauffenberg einen Abschied gemacht, den Sturm kennen wird. Wollte demzufolge den Lauf angehen lassen; aber die beiden Hauptleute, die er jetzt nach Strassburg schickt, Hans Michael von Baden und[Joachim von] Westhusen, haben ihn 2 Tage aufgehalten. Wird versuchen, mehr als 2 Fähnlein zu werben. Fragt wegen des Laufgelds an und empfiehlt ausserdem einen Quartiermeister und einen Schultheissen. Bittet die Leute in einem Regiment zu lassen. Dat. 7. Juli 46. 196. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Juli 7. Basel. Str. St. Arch., AA 555, j. 47—48. Ausf.— Prod. Do. S. Juli. Durchzug von Kriegsleuten aus England nach Italien; die Strassburger Gesandten für Baden sind in Basel angekommen. ... Uf gesterigen zinstag ganz spat sind bi 60 oder S0 welscher kriegslut, so Hispanier, Italianer und Alboneser, dem könnig von Engelland bi drien jaren gedient, aber jetz nach gemachtem friden geurlobt, durch Luthringen und Elsas haruf bi uns ankommen, alhie benachtet und hut frug widerum verritten; ziehend uf Lutzern zu. und habend sich hören lassen, wie si den nechsten in Italien ziehen, einen andern herren suechen wöllend; und das iren nach bi den tusend von Engelland haruf kommen werden et.. die weil s Tilemann Günderrode, an den Bassefontaine am 24. Juli Hans Ulrich Varnbüler mit Brief und mündlicher Botschaft schickte; vgl. Lenz, a. a. CO., S. 459, Anm. 1. 196 ı Am 9. Juli, 10 Uhr Vormittags, meldet Basel jedoch seinen Gesandten in Baden, dass seitdem nur noch wenige Kriegsleute durehgekommen seien und dass sie berichtet seien, der Kaiser habe diese unterwegs angenommen(Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 84). Es handelt sich wohl um dieselben Leute, welche Hans Funk, Kaspar Zollers Schreiber, A . . . ‚4 ) 11 AG, 1546. Strassburger Rüstungen. wir nun gedenken, das diser luten furnemmen tutscher nation nit zu gutem reichen, haben wir sollichs unsern eidgnossen, so jetz... versamlet, ilends zugeschriben und uch.. das auch nit verhalten... wöllen... uwere verordneten, so gen Baden riten werden, sind bi uns ankomen. was wir denen und uch allen gutz bewisen(können], werden wir mit gutem willen thun. r Bitten um Nachrichten.(Datum ilend mitwochen 7. Julii in der 9. stunden vor mittag.» 197. Ratssitzung.(1546, Juli 8. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprofokoll 1546, f. 370, 371, 372. Aufzeichnung des StadtSchreibers über die Sitz ung vom S. Juli. Beschwerden über die im Strassburger Gebiet sich aufhaltenden Kriegsknechte. Das Domkapitel klagt, dass seit dem 27. Juni ein Haufen Landsknechte unter dem städtischen Hauptmann Daniel Silberkremer! in Geipolsheim liege; es seien mehr als 200. Auch liege ein Fähnlein in Kestenholz und be— drücke die armen Leute, die«sagen, wenn] sie weltlicher oberkeit weren, geschehe inen das nit.— Vom Rat wird erklärt, von Knechten in Kesten— holz wisse man nichts. Er habe die Truppen auch in die eigenen Dörfer gelegt und bitte um Geduld. Esͤ wird daraufhin im Rat weiter vorgebracht, wenn man die Kriegsknechte«hie behalten wolt, das man inen ein leger fur die stat slug, oder so man eins dem landgraven zuschicken wolt, so nem man das ein herin; wer nit so beschwerlich»3. 198. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juli 8. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 180- IS4. Ausf.— Praes. Kassel 12. Juli. Aufzählung der gesandten Fähnlein.— 1. Zettel: Ihr Kriegsrat.— 2. Zettel: Werbung Warburgs für Reifenberg.— 3. Zettel: Zeitungen aus Italien. Haben 5 Hauptleute bestellt; und als er verlangte die französischen Knechte anzunehmenz, chat sich ain haubtman, Achacius Stern genannt, angebotten, die... ze werben. derhalben wir denselben auch angenomen und er ain vendlin hinab in die ober grafschaft gefertigt. Ausserdem hat Klaus den Hauptmann Stern anzunehmen bittet. Der König von England habe sie entlassen; er kenne einige unter ihnen als tüchtig.(Ich hatt sie selb angnommen; so hin ich nicht so rich gsin. y(Or. 0. D. in AA 553, f. 28. 197 1 Vgl. Nr. 121, Anm. 4. 2 Am 9. Juli klagte auch der Vitztum Wolf von Landsberg darüber, dass Strass-= burger Knechte seit 10 Tagen in Lingolsheim und seit 4-5 Tagen in Holzheim liegen, während andere adelige Dörfer nicht belegt seien; er bittet sie von dort fortzunehmen (Ausf. in AA 553, f. 34; prod. Sa. 10. Juli). 3 Um die Beschwerden zu verringern, wurde angeordnet, dass die Strassburger Bäcker den Knechten das Brot liefern sollten, wie der Rat den Schultheissen von Berstett, Suffelweihersheim und Höhnheim mitteilte(Entw. o. D., a. a. CO., f. 40). 198 1 Vgl. Nr. 191. 2 Vgl. Nr. 159 und 1665. 3 Vgl. Nr. 201, 1. Brief. * 1546. Kriegsrüstungen in Deutschland und Italien. 225 von Hattstatt sich erboten 2 Fähnlein zu werben*«und begert, dise zwei vendlin nit von ainander ze trennen, sonder under ainem regiment zu behalten. dan in der not er selb darbei und lieber bei disen seinen zugefertigten knechten dann bei andern sein wölle; das er auch villicht noch ain vendlin ufzebringen verhofft, da wir ine desselben vendlins halben on e. fl. G. vernern bevelch nit haben vertrosten wöllen. also haben wir us ganz guter wolmeinung herr Sigmund von Eptingen®, teutschordens comentheur bei uns, auch mit aim vendlin angenomen und si nunmer alle in die ober grafschaft gefertigt, das wir endlich verhoffen, si werden in wenig tagen alle daselbst sein. ob aber die anzal der knecht under allen vendlin vollkomenlich sein werden, das ist uns nit wissend, wiewol ir jeder funfhundert gl. und mehr laufgelt emphangen. e. fl. G. werden aber ire comissarien ze ordnen haben und dieselben sich darin ze halten wol wissen. und e. fl. G. haben wir es dannocht zuschreiben wöllen wissens ze haben, wievil hauptleut und knecht von hinnen abgefertigt... Dat. S. Juli 46.— 1. Zettel:(Es ist unser stettmaister, herr Ulman Böcklin, ankommen, der wurdt sich als unser kriegsrath zu e. fl. G. furderlich hinab thun fertigen®. datum ut in literis.» 2. Zettel: «Post scripta ist der herr von Warrburg alhie ankommen, angezeigt, das der von Reiffenberg e. fl. G. oberster uber etlich vendlin knecht seie und inen abgefertigt zwei vendlin knecht alhie anzenemmen. wiewol wenig knecht zu bekommen, er auch kein credenz, so haben wir doch uf sein versprechen bei seim aid und treuen, das ers wisse, das e. fl. G. si zustendig sein sollen, im gegönt knecht anzenemen?. datum ut in literis.» 3. Zettel:«Unserer burger ainem seind nächten zwen namhafter und glaubwurdiger mann zukommen, die den nechsten von Janua durch Mailand herausraisen.» Sie sagen,«der von Miss» werbe in Mailand 4000 Mann. In Piemont liegen 3000 Spanier, die man hinausführen will, sobald man bei Feldkirch Ersatz für sie geworben hat. Andrea Doria ist mit 16 Galeeren in die spanischen Gewässer gefahren, um die Seeräuber abzuwehren. Als der Vicekönig von Sizilien[Gonzaga], um die Regierung in Mailand anzutreten, nach Genua mit 8 Galeeren gekommen ist, hat man diese Doria nachgeschickt.«Da sag man, si sollen bis in 6 oder 8000 Spanier bringen; wann die aber ankomen werden, wiss man nit.» In der Romagna werden 10000 Italiener angenommen; deren Oberster soll der Enkel des Papstes sein. Da die Graubündener niemanden durchlassen, sollen sie alle auf Trient zu ziehen; doch werden sie dort nicht vor 14 Tagen ankommen.«Datum ut in literis». 4 Vgl. Nr. 195. 5 Vgl. über ihn Nr. 134, Anm. 6; am 7. Juli wird ausgemacht, dass jeder seiner Knechte einen Dickpfennig erhält und dass er mit ihnen in die obere Grafschaft ziehen soll. Er bittet auch darum,«im 250 spiess und 30 haken uf sein glauben zu geben; woll ers den knechten abzihen und zallen.»(Ratsprotokoll 1546, f. 373 a). Vgl. Nr. I78. In dem Verzeichnis der hessischen Rittmeister, Obersten und Hauptleute in Marburg, Arch., Nr. 927, f. 45 und in der hessischen Kriegsrechnung a. a. O., Nr. 893 wird der Edeiherr Christoph von Warburg aufgeführt. Bei der Musterung am 26. Juli hatte sein Fähnlein 230 Personen mit 119 Haken(a. a. CO., Nr. 895). Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 15 ———. 226 1546. Eidgenössische Hilfe für die Schmalkaldener; Tag zu Baden. 199. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Juli 8. Basel. Str. St. Arch., AA 555, j. 49 und 53. Ausf.— Prod. Fr. 9. Juli. Bericht Holtzachs; Lauf von Knechten nach Konstanz und Lindau; Verhandlungen in Baden. C... In diser stund hat uns Onophrio Holtzach, unser ratsfrund und bott, den wir uf die rechnungen Luggarus und Lowis geschickt!, zugeschrieben, wie ir ab hierin verschlossener coppiz zu erlernen; darin ir des keisers. kriegsanschlag ersehen werden. so schribends uns unsere botten, die wir zu Baden habend, das ein grosser ufbruch in der graffschaft Dockenburg, in der March, in den frigen empteren und im Turgow, alles in unser Eidgnoschaft, sie; und laufen die Eidgnossen den nechsten uf Costanz und Lindow zu, und ist bestellt, das die von Lindow die Eidgnossen den nechsten in jagschiffen uberfuorend. dess sind die funf ort ubel zufriden, vermeinend, wir solten stillsitzen, dheinem theil zuziehen; hand uch begert, das man gmeinlich gen Costanz und Lindow schriben, das si der Eidgnossen mussig gan wolben. es haben aber Zurich, Bern, Basl und etlich mee in sollichen schriben nit wollen begriffen sin noch jemanden wenden. ist also ein zepps under den botten gsin, das wir nit eigentlich wussen mögen, ob und wer schriben wölle. Zurich und Bern haben wie unsere botten guten und dapferen bevelch. Schaffhusen ist noch nit da; hoffend aber, si werden uns ouch nit abziehen. der keiser hat sin botschaft zu Baden, namblich den secretari Moschet. des bapsts bottschaft ist noch nit da; sol aber dahin kommens. so wartet man der protestierenden bottschaft. wir achtend, uwere botten sollend nunme zu Baden ankomen sin’. das alles habend wir uch bi disem 199 1 Vgl. darüber Eidgen. Absch. IV, 1 d, S. 646-648. 2 Abschr. seines Briefes vom 2. Juli in AA 555, f. 50— 51 und in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. I9— 80: Hat in Mailand zwar viel von Rüstungen gegen die Protestanten gehört, worüber er einige Angaben macht, aber nichts gesehen. Einzug Gonzagas in Mailand. Legt auch eine«ufschribung des heers kei. Mt.» in Abschr. bei(a. a. C., f. 52 und in Basel, a al GQ 1.810). 3 Or. von B. Meyer in Basel, a. a. CO., f. 98; das Datum(zinstag den 13. tag Juli» ist dem Inhalt des Brieis nach für 6. Juli verschrieben. Vgl. Eidgen. Absch., a. a. CO., S. 632 g und 633 i, 7. 5— Streit. 6 Ihr Vortrag auf dem Tag zu Baden im Auszug gedr. a. a. CO., S. 622- 623 und 641-=- 642 zu i, 3. Wie die Baseler Gesandten am 9. Juli mitteilen,(Or. von B. Meyer in Basel, a. a. CO., f. 74— 76), waren am 8. Juli für Württemberg Herter und für Strassburg Müllenheim anwesend, am 9. Juli erschien der Vertreter von Konstanz(Ulrich Hochrutiner); vgl. auch die Briefe von Heh. Bullinger an A. Blaurer vom 10. und 12. Juli(gedr. bei Schiess, Brief w. d. Br. A. und Th. BI., Il, Nr. 1310 und 1311, S. 468 –- 471).— Über den Vortrag der schmalkald. Gesandtschaft vgl. Eidgen. Absch., a. a. CO., S. 633 i, 2 und 7. Wie die Baseler Gesandten am 9. und 12. Juli mitteilen(in Basel, a. a. O., f. 74—78 und 86) wurde«der recht hauptpüncten, das ist, das si solten gemeinen Fidgnossen ein ewigen friden, des richs preveleie, ouch gemeiner Eidnoschaft einander ze beschirmen anbieten)[vgl. dazu Nr. 160], von der schmalkald. Botschaft nicht vorgebracht; wie die Baseler annehmen, weil«es den fursten und andern in solcher kurzen zit nit hat mogen anbrocht werden.) Die besiegelte Ausf. des Badener Abschiedes vom 15. Juli in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXI, Nr. 442; darin wird die Antwort auf den Vortrag der Schmalkaldener bis zum nächsten Tag verschoben. * — 1546. Brief des Kurfürsten und des Landgrafen an die Eidgenossen. 2 allein darumb gesandten schiffman zu wasser in il nit verhalten wollen. datum ilend donderstags den 8. tag Julii die 9. stund vor mittag a. etc. A6. 9s 200. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juli S8. Kassel. Str. St. Arch., AA 546, f. II2= II3. Ausf.(I. Brief) und f. 114 und 116. Ausf. (2. Brief).— Beide Briefe prod. Mo. I2. Juli. 1. Bittet um 4 Büchsenmeister.— 2. Brief an die Eidgenossen. I 6... Nachdem aus allerlei kuntschaften vermuttlich, das ir euch dismals keins stattlichen uberzugs in der eil zu befahren haben mögt, dan wir werden der gefahr im feldebentheur stehen mussen, auch herwidderumb glucks gewarten), bittet er ihm sofort 4 Büchsenmeister zu senden. 2) Sendet ein gemeinsam von dem Kurfürsten von Sachsen und ihm an die Eidge— nossen gerichtetes Schreiben,«darin wir inen zum theil eroffnen des gegentheils geschwind vornemen und si bitten, sich gegen... diese stend nit bewegen zu lassen, sondern uns... zu helfen und, so vil inen muglich ist, das welsch kriegsvolk im herausserzichen zu verhindern etc.. dieweil aber wir den tittel der Eidgenossen nit wissen», bittet er, dass sie es duberschreiben und furter eilends an sie zurecht bestellen lassen...) Dat. Kassel 8. Juli 46. 201. Alexander von der Thann an Landgraf Philipp. 1546, Juli Sund 9. Marburg, Arch., Nr. 881, f. 5— 6. Or.(I. Brief vom 8. Juli) und f.— 8. Or.(2. Brief vom 9. Juli mit der Aufschrift:«Cito, cito, cito, cito, cito, citissimey; praes. Kassel II. Juli). Ankunft der Strassburger Fähnlein. 1. Brief vom 8. Juli: Antwort auf Philipps Brief vom 6. Juli Nr. 162, Anm. 1]. Ankunft der von Bernhard von Thalheim geworbenen Fähnlein.«So haben die von Straspurg itzunder mir wider geschriben*, das sie hauptman Stern! abges Am 9. Juli dankten die XIII für diesen Brief und baten, das Beste zu tun, damit die Knechte«nit abgefordert und dem handel desto besser mög geholfen werden.“ Haben nichts Neues.(Ausf. in Basel, a. a. CO., f. 69). 200 1 Aus Ichtershausen vom 4. Juli; Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 896, f. 8—- 10; erw. in Eidgen. Absch. IV, 1 d, S. 633 i, 7. 2011 Am 8. Juli wird im Strassburger Rat berichtet, Stern bitte, ihm eine Schrift an den Landgrafen mitzugeben;«er ken ine nit».(Ratsprot. 1546, f. 373 a).— In einer Bittschrift von 1559(in Str. St. Arch., V, 4; prod. 8. Juli 1559) erklärt Stern, er habe mit Johann Sturm verhandelt,«das ich... umb eins, zwei, drei oder vier fendlin fussvolks mich ufs fürderlichst bewerben... wolte y. Er habe dafür nur 220 Gulden Laufgeld erhalten. Da aber die Knechte nicht in Wanzenau, wohin sie beschieden waren(vgl. Nr. 165], sondern erst in Darmstadt gemustert wurden, habe er ihnen doppeltes Laufgeld bezahlen müssen. Er habe nach Darmstadt«ehe mehr dann bis in die neunhundert knecht gepracht, deren seer wenig usgethan, sonder vast alle gemustert und gutt gemacht worden.“— Nach den Musterregistern vom 21. bzw. 27. August hat sein Fähnlein nur 377 Personen(vgl. Marburg, Arch., Nr. 895). Wahrscheinlich bildete ein Teil der Knechte das(zweite) Fähnlein unter Joachim von Hattstatt, welches bei der Musterung vom 1. August 259, bei der vom 22. August 239 Personen betrug(a. a. CO.). 15* 228 1546. Ankunft der Strassburger Fähnlein beim Landgrafen, fertigt haben, e. fl. G. ein feinlin knecht oder zwei der franzosische[n] knecht zuzufuren. und ist desselbigen hauptmans furier ankomen; der sagt, sie komen uf dem wasser herab und werden heinet oder morgen gewislich ankomen. gn. f[urst] und her, die knecht sein gar unbewert; darumb so wil von notten sein, das man rustung und wer bei die musterung schaff. auch gn. f[urst] und her, so ist das volk so gar arm, hat kein prophiant(so ist in keiner kellerei nich[t]s. sol mans dan aus Russelsheim nemen, so schickt sichs auch nit), das uns gros leid ist, wie man die knecht mit prophiand erhalten wellen bis uf die musterung. und wer desselbigen halben allein gutt, das man balt musterte. als e. fl. G. mir auch jungst geschriben haben, das wir den knechten solten gelt vorstrecken, einem fenlin 100 gl...., hab ich e. fl. G. hievor unterthenigst geschriben, das mir kein gelt haben oder noch zur zeit aufbrengen mogen, an was uns aus den zolnen worden sei. aber wir stehen noch teglichs in werbung umb gelt. es lest sich aber noch ubel an. Gn. f[urst] und her. es ist heuptman Langhans? von Straspurg hie ankomen uf e. fl. G. schreiben. er zeigt aber an, er breng kein knecht, die zeit sei im zu kurz gewesen. er wil aber hie ligen pleib[en] bis uf e. fl. G. bescheid, ob er hinein ziehen sol oder haussen bei dem regiment pleiben... Dat. 8. Juli 1546. 2. Brief vom 9. Juli: C... E. fl. G. hab ich gestern und auch zuvorn angezeigt untertheniglich, was vor heuptleut ire knecht herab in die graffschaft bescheiden haben, daraus dieselbige e. fl. G. abnemen konnen, das es neun oder zehen fenlin werden mogen; und mochten die von Strasspurg villeicht noch mehr heuptleut andreffen, die knecht gedechten aufzubringen, dieselbigen auch herab bescheiden, wie sie dan die heuptleut zipfelicht herab bescheiden haben. uber dis alles so schreiben in diser stund die von Strasspurg mir*, das sie noch zwei fenlin geworben haben, die ir knecht heraber bescheiden werden, nennen aber kein heuptman, sondern wan mich die bevelchsleut ansuchen, das ich inen unterhelfen wolt. und stet das datum den 7. Juliis. und mocht man in diser stund anfahen zu mustern. Weder er noch Thalheim wissen jedoch Bescheid, wie die Bezahlung im letzten braunschweigischen Zuge gewesen ist. Erbitten seine Benachrichtigung«bis sontag[11.] zeitlich... samt den fenlin. so wellen wir die musterung bis uf den montag aufhalten“, 2 Vgl. Nr. 164, Anm. 5. 3 Von:«uber dis... 7. Juliiꝰ Zusatz am Rande. Es handelt sich um die beiden Fähnlein von Hans Michael von Baden und Joachim von Westhusen(vgl. Nr. 195 und 198). Sie hatten unterwegs manche Sehwierigkeiten zu überwinden. Am 12. Juli schreibt Baden aus Schlettstadt an die XIII, Münster habe ihre Knechte jetzt auf ihr Schreiben hin ziehen lassen, und bittet um gleiche Beförderungsbriefe an Kaisersberg und Türkheim (Or. in AA 553, f. 50). Nachher teilen er und Westhusen aus Rüsselsheim Jakob Sturm mit, dass sie die beiden Fähnlein(uf den musterblatz geliffert, darumb man dann wol zufriden ist.» Da ihnen aber ein Leutnant, ein Fähnrich und ein Trommler aus Schlettstadt fehlen, bitten sie, sich dort dafür zu verwenden, dass man sie ziehen lasse(Or. a. a. O., f. 48; o. O., T. und M.). Trotzdem der Rat das tut, bleibt Schlettstadt bei seiner Weigerung (Ausf. vom 1. August a. a. CO., f. 46 und 49).— Infolgedessen kamen die beiden Fähnlein erst nach Abmarsch der übrigen an und wurden erst am 26. Juli mit denen Friedrich von Reifenbergs zusammen gemustert(Marburg, Arch., Nr. 882, f. 38). * Die Musterung begann aber erst am 14. Juli und zwar weil es an der nötigen Ausrüstung fehlte, wie v. d. Thann am 12. Juli dem Landgrafen schreibt(Or. a. a. O., f. 16-17 mit der Aufschrift:« Cito, cito, citoy; praes. Kassel 14. Juli): Er habe daher von Strassburg eiligst 3000 Spiesse auf dem Wasserweg nach Gernsheim angefordert.(Das betr. Schreiben — PA SEEN—— R—— 1546. Vorgange im kaiserlichen Hauptquartier zu Regensburg. 229 wiewol man heut anfahen mocht.... datum den 9. Julii umb 9 ohr vor mittag a. 46.» 202. Aufzeichnung Dr. Ulrich Geigers. 1546, Juli 9. Baden.] Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 468. Or. Ge igers. Vorgänge in Regensburg; Fortschritte der Türken. «Vergangnes sontags[Juli 4] zu nacht ist ein feur zu Regenspurg uf gangen und ein haus verbrunnenz, da hat sich der kaiser selbs gewapnet, auch alle kriegsleut, so in der stat sein, sich zu rusten gepotten und das ein jeder uf sein wirt acht hab. ist ein grosse forcht in der stat gewessen und ein geschrei, der landgrave sei uf der Thonau hinab kommen und lig vor der stat. der kaiser hat 3 fenlin bei ihm in der stat und sein gardisson; und lasst sich ansehen, der schimpf hab ihn gerauen; dan den ganzen tag siheét man ihm an fenster ston und die nägel nagen. soll uf die 10000 zu fuss und 500 pferd umb Regenspurg ligen haben. ist die sag, der kaiser woll sich zu Ingolstatt finden lassen. der hirat zwischen Baiern und der dochter Ferdi— an die XIII in AA 552, f. 39; Or. mit«cito, cito, cito»;«empfangen 13. Juli ca. 10. vormittag); prod.«eodem die»).— Es wurden ihm 2000 geschickt und in der Abrechnung(in AA 553, f. 44) mit 800 Gulden eingesetzt; vgl. Holländer, Str. i. Schm. Kr., 8. 8. Schon am 10. Juli hatte der Oberst Bernhard von Thalheim den Strassburger Rat gebeten, ihnen Rudolf Brobst mit der Ausrüstung eines obersten Feldscherers zuzusenden(Darmstadt; Ausf. a. a. CO., f. 37; prod. 13. Juli).— Über die Musterung gibt der Bericht der hessischen Musterherren an Landgraf Philipp vom 15. Juli Auskunft(Ausf. in Marburg, a. a. O., Nr. 881, f. 18— 19; praes. Melsungen 16. Juli). Von den Strassburger Fähnlein wurden danach am 14. Juli gemustert: Asmus Böcklin, Kaspar Zoller und Gregorius von Kippenheim; am 15. Juli: Haug Dreizehen; am 16. Juli sollten gemustert werden: Stern, Jakob von Reutlingen und Joachim von Hattstatt vgl. Anm. 1].(Und sein darnoch noch zu mustern: Jochim von Westhausen, Hans Michel von Baden und der commeter zu Straspurg; den haben die hern von Straspurg vor zweien tagen auch herab geordent und bringt sein knecht uf dem wasser, das wir hoffen, wir wollen ine auch mustern und mit in den ersten anzug bringen.“ Das muss auch gelungen sein, denn in der Abrechnung über die Musterung(a. a. CO., Nr. 882, f. 36) wird sein Fähnlein unter denen Thalheims aufgeführt. Vgl. im übrigen auch das Verzeichnis der Hauptleute, Rittmeister und Obersten des Landgrafen a. a. CO., Nr. 927 und ganz ähnlich in AA 541, f. 113- 115; eine dabei liegende Abschr. der(hessischen) reuterbestallung)(a. a. CO., f. 111, 112 und 116; vgl. ihre Fassung in Marburg, a. a. O., Nr. 882, f. 2—4 und in Ulm, Arch., Ref. Akt., XLI, Nr. 3440) kommt für die Strassburger Fähnlein nicht in Betracht. Angaben über deren Musterregister s. in Nr. 245, Anm. 10. 202 1 Dass es sich um die auf dem Tag zu Baden am 9. Juli gemachte Aufzeichnung von den Mitteilungen eines durchreisenden Franzosen handelt, bezeugt folgende Stelle aus dem Brief der Baseler Gesandten, B. Meyer und A. Keller, an Basel vom 9g. Juli(Or. B. Meyers a. a. CO., f. I4— 16): Heute Freitag[Juli 9] Nachmittags um 3 Uhr ist ein Franzose auf der Post gekommen, der am Montag Juli 5] Regensburg verlassen hat, wo er den Frieden zwischen Frankreich und England angezeigt hatte.(Hab selbs mit im gerett in gegenwirt Morelet, des herren Hans Wunderlich, doctor Ulrich und ander y. Der Bericht, den sie von den Mitteilungen des Franzosen machen, entspricht inhaltlich völlig der obigen Aufzeichnung Geigers.— Es ist natürlich der gleiche quidam nobilis Gallus), der in Nr. 111 von Morelet erwähnt wird.— Dass Dr. Ulrich Geiger, wenn auch nicht in amtlicher Eigenschaft, an dem Badener Tage teilnahm, ist durch Nr. 193 und 196 belegt. 2 Vgl. v. Druffel, Viglius, 8. 25 und 34, Anm. 9. —(. 230 1546. Strassburg soll 12 einfache Monate zahlen. nandi ist beschlossen; am nechst kunftigen montag Juli 12] soll hochzeit werdens. Zu Kriechisch Wissenburg den 19. Junii sein ankummen 40000 Turken, 10000 Tartaren; haben Agria gewonnen und bis in die 10000 christen hin— weg gefuert; haben auch Sahag gewonnen und am 22. Junii ein stark schloss, Bomby genantâ.) 203.(Johann von Haideck, freiherr, verordtnetter öberster, und die kriegsräth im Oberland, jez zu Ulm versamhelt)y, an den Rat. 1546, Juli 9. Ulm.] Str. St. Arch., AA 549, f. 3— 1. Ausf. mit 1 Siegeln. Prod. Mo. I2. Juli, reprod. «eodem die coram 21». Ben. von Holländer, Str. J. Schm. Kr.. S. 10 und 35. Soll nebst Frankfurt seine 12 einfachen Monate dem Landgrafen übersenden. Der Landgraf verlangt wenigstens einen Doppelmonat,(wie dann herzog Ulrich... auch angezaigt, das... dem landgraven ufs wenigst ain toppelmonat erlegt werden und sein fl. G. in dem bei gn[edigen] willen erhalten werde.» Haben schon 12 einfache Monate im Oberland ausgeschrieben], «wie dann die nottdurkt höchlich ervordert, das nach gelegenhait der stattlichen rüstung..., in dern... Würtemberg und wir, die sbend, hieoben sein, auch ain nambliche summa gelts bei uns behalten werd. so wirt es auch in etlicher e[rbarn] oberlendischen stött vermögen nit sein, noch zur zeit uber die vorangeregten zwölf ainfach monat ain weitere summa gelts zu erlegen. wir haben aber alhie uf ditz mittel gedacht, soverr e. F. und Frankfurt ire zwölf ainkache monat, welche 96000 gl. anlaufen, hochernanntem herrn landgraven in... Frankfurt erlegten und dann unser gn. herr landgrave seiner fl. G. angebür, namblich 12 ainfach monat, wölche sich uf 168000 gl. erströcken, darzu stiess, also das sein..., auch e. F. und der statt Frankfurt angepürn der 12 ainfach monat der alt anlag in 264000 gl. anlief, das... der landgrave damit stattlich gefasst, auch ditzmals und bis uf weitere versehung... zufriden sein und sich volgends selbst aigner person herauf verfuegen sollt. das haben wir... Würbemberg und Hössen... gleichsfalls zugeschriben und wöllen wir uns... versehen, e. F. und Frankfurt werden hochermelbem herrn landgraven ire angebürn der 12 ainfachen monat gut willig erlegen...“ Dat. Fr. 9. Juli 462. 3 Hier muss sich Geiger verhört haben, denn die Hochzeit fand bereits Sonntag, den 4. Juli statt. 1 Gemeint sind Erlau, Sag und Dombo; vgl. Venet. Dep. I, S. 559g— 560. 203 1 In Nr. 150, Anm. 3. 2 Nach dem Entw. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXII, Ur. 713 auch an Frankfurt gerichtet; die Ausf. davon in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1022. Im Rate beschloss man am 12. Juli herrn[zu] ordnen, die, wes uber die vor erlegten zweier.I] doppelmonat und dasjenig, so man albereit uf den lauf usgeben, noch an den 6 doppelmonat zu erlegen sein wurt, reit zu machen, so es von noten, mogen zu erlegen.»(Ratsprot. 1546. f. 375). Noch am gleichen Tage beantworteten die XIII den Brief Heidecks und der Kriegsräte dahin, dass sie dem Landgrafen sofort geschrieben hätten[Nr. 209], sie würden ihm— sein Einverständnis vorausgesetzt die 12 einfachen Monate erlegen unter Abzug des bezahlten Laufgelds nach Ulm und in die Obergrafschaft(Ausf. in Ulm, a. a. CO., Nr. 763). , AA=— 1546. Strassburgs Kriegsrat auf dem Tag zu Ulm. 231 204. Die XIII an den Strassburger Syndikus Michael Han in Ulm. 1546, Juli 10. Strassburg. Str. St. Arch., AA 541, f. II9- I22. Ausf. A. accepi Ulmae 12. Juli. 1546 hora 9. ante meridiem)(von Hans Hand). Können nicht nach 2 Orten Kriegsräte senden; er soll sie also in Ulm entschuldigen und 14 Tage bleiben.— Zettel: Verspätung ihrer Knechte infolge der vielen Werbungen. Er hat ihnen aus Ulm am 8. Juli* geschrieben,«das die kriegsreth zu Ulm ubel zufriden, das wir nimands bei inen haben, das si euch bei inen behalten, fur ein stimm- und kriegsrath prauchen, bis herr Ulman Bocklin oder jemands anders an desselben statt komm»; er hat deshalb(zu erhaltung unserer reputation um Zusendung eines Kriegsrats und womöglich auch eines Stimmrats und um seine eigene Abberufung gebeten.( Daruf geben wir euch zu vernemen, das uns beschwerlich sein will, an zwei ort kriegsräth zu schicken, nemlich in Sachsen oder Hessen einen und den andern zu den oberlendischen stenden; dann man an disen beiden orten erlegung des gelts halben und auch der hilf widerwertige ding schliessen mocht. wo wir dann an beden orten kriegsräth hetten, wurde uns zu schwer sein widerwertigen dingen volg ze thun. thetten wir dann einem statt und dem andern nit, so wollt es von denen, deren beschluss nit gelebt, dahin gedeutet werden, als wer es mit sampt unserm kriegsrath und also von unsern wegen geschlossen worden und wir wollten ime dannocht nit volnziehung thuen; und mecht uns zu verwiss reichen. derhalben wir nit mer dann an ein ort den kriegsrath zu schicken schuldig und zu schicken bedacht sind.» Da aber der Landgraf, der es vermöge der Verfassung zu tun hat, schon vorher den Kriegsrat mehrmals angefordert hat, so haben sie ihm diesen zugesagt. Han möge sie«mit ernst und fleiss und unter ausführlicher Begründung bei den Gesandten entschuldigen.(Vermeinten aber die ge— sandten, das si unsers kriegsraths von notten zu haben, mogen si den bei dem landgrafen erfordern. schickt dann sein fl. G. inen den hinuf, das mögen wir wol leiden. Das auch die gesandten nit gedenken, wir wollten uns irs thuns gar nit beladen, so ist unser beger, ir wollen ein vierzehen tag pleiben und bei inen das best helfen rathen. doch wo etwas furfiel, das uns verpindlich sein sollt, das wollen uns jedesmall zu wissen thun...; und wollen es also uf das glimpfigist, und ir ze thun wissen, mundlich anzeigen. wollt sich dann in den vierzehen tagen zutragen und euch bedunken von notten zu sein je— mand andern zu schicken, das wollen uns zu wissen thun....) Dat. Sa. 10. Juli 46. Zettel:(Als ir dann schreiben, das grosse clag sei, das unsere knecht doben langsam ankommen etc., das ist uns in der warheit leid; dann wir die hauptleut zeitlich gnug und mit reichlichem laufgelt abgefkertigt!. es sind aber die bewerb in dieser landart so gross gewesen, das si einander grosslich verhindert. dann der keiser anfenglichs vier vendlin? und wir zwei werben 204 1 Vgl. Nr. 190. 2 Vgl. Nr. 148, Anfang. Spätere kaiserliche Werbungen beweist z. B. die Aussage eines Fuhrmanns von Sassolsheim(Jakobs von Friedesheim),«der scherer alhie zum J ———. 232 1546. Ausschreiben des Kurfürsten und des Landgrafen an den Kaiser. lassen. so haben wir on die vier vendlin, wir hinuf gefertigt,... dem landgraven neun vendlen geschickts. darzu hat Wirtemberg auch etlich vendlen beworben und lasst... der landgrave noch teglichs werbens, das ir einer dem andern verhinderung gethan und noch thut. datum ut in literis.) 205. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juli 10. Kassel. Str. St. Arch., AA 546, f. 117 und I29- I30. Ausf. Bei der Anschrift vermerkt: «Cito, cito, citoy.— Prod. Mi. 14. Juli. Wegen der Unterhandlung einverstanden. Zettel: Das Ausschreiben ist nachzudrucken. Antwort auf Nr. 191.«Und lassen uns euer bedenken der gutlichen underhandlung halben sehr wol gefallen, wilcher meinung dann der chur— furst zu Sachsen und wir auch sind...“ Dat. Kassel 10. Juli 46. Zettel:«Was auch der churfurst zu Sachsen und wir vor ein schreiben! an die kai. Mt. gethan, davon schicken wir euch hiemit copien zu... und mogen woll leiden, das ihr es nachdrucken lasset, uf das es allenthalben ausgebreitet werde... datum ut supra.) 206. Der Gesandte in Um, Michael Han, an die XIII. 1546, Juli 10. Ulm.] Str. St. Arch., Ratsprotolcoll 1546, f. 3751. Kriegs-, Stimm- und Kammerrat Strassburgs; Beschluss einer Anleihe. Strassburg soll neben Württemberg, Augsburg und Ulm einen Kammer— rat geben und daher dein kriegs-, ein stim- und cammerrath furderlich hinuff geen Ulm schicken, damit man auch zur sachen sehe, dieweil mein hern in der sachen stecken und sie nit vernachteilt werden. und das die gesandten entschlossen, gelt uf interessen zu nemen und darfur sich gemeine oberlendische stend fur sich, ir erben und nachkomen verbürgen sollenz. darein er[Han] nit bewilligt dan uf hinder sich pringen; bit deshalben bescheid etc. mit andern angehenkten zeitungen.) salmen) gebe einem dortigen Metzger und Wirt Geld, um Knechte für den Kaiser anzunehmen(AA 552, f. 46;«actum sontags den 15. Augusti a. etc. 4659; prod.«coram 13 eodem die»; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 44- 45). 9 Vgl; Nr. 201; 4 Vgl. Nr. 148, Anm. 3. 5 Vgl. Nr. 198, 2. Zettel. 205 1 Vom 4. Juli aus Ichtershausen(Abschr. in AA 541, f. 20—25 und in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXII, Nr. 729; gedr. von Hortleder II, Buch 3, Kap. 11, 8. 242- 243; ben. von Sleidan, De statu relig... comment. II, S. 485- 487 und von Waldeck, Publizistik d. Schm. Kr. J, S. 18-19). Vgl. auch Nr. 144, Anm. 10. 206 Der Brief fehlt; sein Inhalt ist aus dem Ratsprotokoll a. a. 0. und aus der Inhaltswiedergabe am Anfang von Nr. 210 zu entnehmen. 2 Vgl. den Beschluss in Nr. 207, Anm. 1. — EEE mn, mm 1—* 1546. Vorschläge zur Geldbeschaffung durch die Schmalkaldener. 230 207. Bedenken der vier Verordneten von Württemberg, Strassburg, Augsburg und Ulm]. 1546, Juli 10. Ulm.] Stuttgart, Arch., Büschel 23, Mr. 156. Abschr. Geldbeschaffung für Kriegszwecke. «Die verordneten bedenken 3 puncten: zum ersten, das sich alle stend samentlich umb daz ufgericht gelt verbünden. wie aber und welcher gestalt solich verschreibung beschehen soll, muss auch bedacht werden. Zum andern daz man jetzt beschliessen soll, was für ein soma geltz, auch was zeit und wie lang man solch gelt ufbringen und widerumb bezallen welle. Zum 3. daz man sich auch entschliesse, mit was interesse solch gelt anzukomen[!] sei. Und dieweil des interesse halben kain gewisse fürsehung beschehen kan; dann einer, so guttherzig, sich mit 4 oder 5, der ander mit 6 oder 7, der drit mit 8 oder 9 ufs hundert, darnach ein jeder gesinnet und geartet, auch ein hantierer oder nit hantierer ist, vernügen lassen möcht, so solt man wol finden, die gar 10, aindlif, bis in 12 ufs hundert, darnach ein jeder in einer nation gesessen ist, haben welten. darumb solte diser fall zu erkantnus und bedenken der verordneten sten, in solchem dermassen zu handlen, wie in ir selbst aigen sachen und inen der halben ein sonderer aide uferlegt werden. und derhalben, wa es an den vier verordneten, nemlich mein gn. flürsten] und herrn von Wirtenberg, Strassburg, Augspurg und Ulm nit gnug, so mechten noch mer personen zu solchem geordnet wer— den. zudem mieste l] alsdann zwenn schreiber, ouch geschworen, verordnet werden, damit die sachen ordenlich gehandelt und verrichtet würden. zum ersten zu etlichen fſürsten] und stetten, so nit in der ainung sind,(zu— schickung gelts) uf etlich monat one oder mit zimlichem interesse zu ent— lehen. beim adel, so gelt haben mecht, auch dermassen zu handeln. item bei den underthonnen anzusuchen umb anlehung mit geburlichem oder onne interesse, wie vorsteet. item us Venedig, Antorf, Leon, Paris und ander 207 1 Schon am 3. Juli berichten die württembergischen Gesandten, dass der Ausschuss zu Um(unter Mitwirkung von Uman Böcklin) beschlossen habe, Räte zu verordnen, welche gegen. von Württemberg, Strassburg, Augsburg und Um Geld aufbringen sollten.(Ausf. a. a. O., Büschel 22, Nr. 349). Ort der Beratung sollte U Im sein.— Herzog Ulrich k. seinen Rentkammerrat n n, Moser, dem er am 8. Juli eine Instruktion mitgab(a.& Büschel 23, Nr. 1242). Am 10. Juli beschliessen Oberst, Kriegsräte und gemeine in v*. anwesende Stände,«das sich alle fursten, stend und stött der christenlichen verain im Oberland fur sich, ir aller erben und nachkomen, samentlich, gemainlich und unverschaidenlich als fur ain corpus gegen denen personen, bei wölchen gelt ufzubringen, uf ain namblich interesse und bestimpte zeit in notturftiger form verschreiben. was aber die uberigen puncten, der zeit, interesse und dergleichen, belangt, das soll den verordneten cammerräthen, verrer mit allen notwendigen umbstenden zu berathsc hlagen, bevolhen und uferlegt werden. actum sambstags den 10. Julü a. etc. 46».(Entw. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXII, Nr. 998).— Wie Moser am 12. Juli Herzog Ulrich mitteilt, wurde am gleichen Tage von ihm und— durch Oberst und Kriegsräte ver rordneten Herren ein Bedenken fs. Text] verfasst und den Kriegsräten vorgelegt, die es guthiessen. Auf ihren Wunsch sendet er dieses Bedenken ein, aber nur auf Hintersichbringen(Or. mit «cito» a. a. O., Nr. 155). Han scheint das Bede nken nicht nach Strassburg geschic kt, aber doch darüber berichtet zu haben; vgl. Nr. 246, Anm. 3. * 7 LITT 1546. Vorschläge zur Geldbeschaffung durch die Schmalkaldener, frembder potentaten gewerbstetten gelt uf wechsel herus mit interesse zu machen. item der obern und underthonen gold- und silbergeschir uf ein anzall[jare] one interesse, dieweil daz silbergeschür one daz vergeben da ligt, darzugeben zu bitten; doch daz inen der uncosten widerumb bezallt wurde. item sonst allenthalben gelt, wa daz zu bekomen in weniger oder grösser anzall uf interesse, wie obstett, ufzunemen. Item uf ein gemeine münz, daran nit geringer vorthail zu haben sein mecht, gedechten III. item den widerwertigen gaistlichen underthonen ge— hürliche steuer ufzulegen. item uf die hofstatt etwas zu schlahen. So halten die verordneten, daz noch mer puncten gelt zu erlangen vorhanden, welche in der iebung erst bedacht werden mögen. item der I!! widerwertigen geistlichen allenthalben ire gülten von korn und wein, sobald das einkomen, dis jars einzuziehen, darüber proviandtmeister zu machen und gelt darus zu leisten, dasselbig zu gegenwöher zu gebruchen. Es ist auch durch den obersten, kriegsrath und die verordneten bedacht, dieweil die resolucion von meinem gn. flürsten] und herrn von Wirtenberg und etlichen den erbern stetten noch nit vorhanden, ob sie sich samentlich verobligiern wellen], und aber ein vertraute person sich erbeut, daz er in hoffnung jet zo 10000 cronen uf ain halb jar umb 5 vom hundert ufzubringen, welche sonst in Frankreich, Antorf oder des gegenteils handen verwechselt und komen mechten; daz demnach derselbigeln] personn, bis obgemelte resolution ankeme, dieweil die sach kain verz ug leiden kann, solte bevolhen werden, solche somma uf ein halbjar anzunemen; und so die stend solche nit bedürfen würden, solte er deshalben schadloss gehalten und ime obgemelt interesse, nemlich uf ain halb jar fünf vom hundert, tut fünftausent cronnenz, bezallt werden. dann es wirt dahin bedacht, daz besser ein solcher geringer nachtail und daz man einer solchen soma gewiss sei, dann daz die sachen zu mangel gelds oder obgemelt geld in des gegentheils handen komen solte.) 208. Jakob Sturm an Pfalzgraf Ottheinrich. 1546, Juli 12. Strassburg. München, Geh. St. Arch., Kasten schw. 5d /s, f. 211—212. Abschr. Strassburg hat kein Geld für die Erhaltung der Fähnlein des Pfalzgrafen Philipp. Zettel: Sind voll Gottvertrauen. Hat sein Anerbieten über die Hauptleute! dem Rat mitgeteilt. Dieser dankt für seine gute Gesinnung und wünscht, dass alle Religionsverwandten es ebenso meinten; weren si der ungezweiflten hoffnung...., das des ? Hieraus geht hervor, dass die oben angegebene Kapitalsumme von 10000 Kronen für 100000 verschrieben sein muss.— Wer die vertraute Person gewesen sein mag, ist nicht festzustellen. Auf keinen Fall kam die Anleihe zustande. Denn in der Rechnung der Kammerräte findet sich unter den Einnahmen von(sonderen personen», die zu 100ſo Jahreszinsen Geld geliehen haben, ein soleher Posten nicht(in Stuttgart, a. a. CO., Büschel 107; ben. von Kirch, D. Fugger u. d. Schm. Kr., S. 46, Anm. 3). 2081 Am 11. Juli hatte er aus Heidelberg an Jakob Sturm geschrieben(Abschr. a. a. CO., f. 209— 210), sein Bruder Philipp habe von dem für England bestimmten Volk[vgl. Nr. 66](noch bisher 12 oberlendisch haupt- und bevelhsleut auf 17 fennlin aufgehalten». Um diese,(so zum tail bis in 20 und 30 jar krieg gebraucht», nicht verlaufen lassen zu müssen, bittet er Strassburg, ihm 8— 10000 Gulden auf ein Jahr zu leihen. 1546. Bericht über den Tag zu Baden. 235 gegentails practien gebrochen und frid und rue in teutscher nation erhalten wurde, da sonst,[wo] ain ider auf die gegenwerliche l! gelegenhait sicht und vermainte, die sach betreffe in nicht, die sach dlalhin geraten, das, nachdem etlich undergedrugkt, die ander darnach... gleiches unglucks zu gewarten haben werden, dem si sonst mit gemainer hilf wol hetten begegnen mögen». Da aber an seine Herren jetzt so grosse Forderungen vom Landgrafen und den Gesandten in Um kommen, können sie die 8 oder 10000 Gulden ihm nicht erlegen. Doch möge er die Sache bei den Gesandten in Ulm oder dem Landgrafen anbringen;«dann meine herrn in disen und dergleichen sachen kein bevelh haben). Möge diese Antwort nicht übel aufnehmen und sich weiter wie bisher erzeigen.(Datum Strassburg in grosser eil den 12. Juli a. 46.» Zettel: Kann von Zeitungen nichts sonders) schreiben;(dann wir von Coln nichts haben. sonst ist man allenthalben in rustung, und so es je anders nit sein mag, gedenkt man auf diser seiten bei got und seinem wort zu bleiben und daruber alles, was man hat, ze wagen. der herr wöll sein gnad geben, wo es je gelitten mues sein, das wir es mit christlicher geduld tragen und von unserm herrn Christo Jesu umb keins zeitlichen willen ab— weichen...) 209. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juli 12. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, /. I90— I95. Ausf.— Praes. Kassel Julil 46. Müllenheim aus Baden zurück; Vortrag der protestant. Gesandten; der kaiserliche Gesandte unzufrieden; die Schweizer verschieben die Antwort; die protestant. Orte günstig gesinnt, ebenso Graubünden; auch sonst sind Truppen zu erhalten; Brief des Kurfürsten und des Landgrafen an die Schweizer; sind bereit, ihm die 6 Doppelmonate zu erlegen; aber die sächsischen Stände sollen auch zahlen. Heinrich von Müllenheim ist heute von Baden wieder zurückgekommen und hat berichtet, wie er zusammen mit den Gesandten von Württemberg und Konstanz am 10. Juli vormittags gemäss der Instruktion auf der Tagsat zung geworben habez.«Und sovil er, unser gesandter, verstehn könden, so haben in verlesung der instruktion die bottschaften der Aidgenossen so vleissig zugehört und mit iren geberden erzeigt, das er glaub, daz nit bösen will bei inen seie. es sei aber der kaiserisch gesandt am neunten diss und vor inen gehört worden, aber noch verschinen sambstag[Juli 101, als sie von unserer stend wegen vorgewesen, noch kein antwort gehept, dessen er sich beschwert und sich hören lassen, so man ime kein antwort wöll geben, das man ime dann sein instruction zustellen soll; er begere doch nichtz, das man dem kaiser soll thun, dann allain das si niemand wider ine zuziehen. So haben si verstanden, das die babstisch pottschaft erst heut ankommen und gehört werdes, und das sie villeicht keinem theil, wie sie auch die sachen uf ir, unsers theils gesandten, werben zu bedacht gezogen, endlich ant wort geben, sonder hinder sich pringen werden. derhalben der wurtembergisch 209 1 Die Tagesangabe fehlt. 2 Vgl. dazu Nr. 182, Anm. 7 unter 2; desgl. Nr. 160, 188 und 199, Anm. 7. 3 Vgl. Nr. 199, Anm. 6. Vgl. den Abschied vom 15. Juli in Nr. 199, Anm. 7. 236 1546. Die Eidgenossen sind den Schmalkaldenern günstig gesinnt. und der unser sich durch die zurchischen gesandten bei gemainen Aidgenossen entschuldigen lassen, dweil man nun zu beider seit zu feld lige und alle tag der angriff beschehen mög, das inen, die durch der ko. Mt. land reiten muessen, geferd darauf stande und derhalben verreitens und den costnitzischen gesandten verlassen wolten, die antwort zu endphahen. So haben sie bei Bern, Zurich, Basel, Schaffhusen und denen, ‚so unserer christlichen religion seien, allen freundlichen willen gespuert und befunden; und sonderlich haben Zurich, Bern und Basel angezeigt, die sachen werden noch besser zugehn, weder sie sich ansehen lassen; und so sich etwas zutruege, das man si es bei zeiten wissen lassen wölle. die Grauenpünder haben den gesandten zu Ulm zugeschriben®, das si keinem welschen kriegsvolk den pass gonden wöllen; und wie sie, die jetzigen geschickten, bericht, sollen etlich tausend knecht von denselben bei dem oberlendischen leger sein. derhalben sie zu denselben gesandten gangen, inen ires freundlichen und gutwilligen zuschreibens bedankt, die es zu freundlichem willen und dank ufgenomen und sich aller freundlichkeit und darneben ires dienstz angebotten. sonst seien etlich vil haubtleut zu inen kommen, die sich ires diensts angebotten, auch von den funf orten her, das er glaub, so man knecht begert und gelt usgeben wollt, man möchte etlich tausend daselbsther bekommen.» Das gemeinsame kurfürstliche und landgräfliche Schreiben an die Eidgenossen ist«nechten spot zu mitternacht» eingetroffen und heute morgen von ihnen mit«gebuerlicher uberschrift» weiter geschickt worden’. Senden auch Abschrift des Briefes der Gesandten zu Ulm über die 6 Doppelmonates. Wenn der Landgraf damit einverstanden ist, wollen sie, da sie schon 2 erlegt haben, die übrigen 4 nach Abzug der Ausgaben für das Laufgeld,«so furderlich wir konnen, auch gön Frankfurt erlegen des versehens,... der churfurst und e. fl. G. werden bei den sechsischen stenden und stetten darob und daran sein, das die ires theils gleichsfalls erlegen; dann es sonst ain ungleichheit und beschwerlich sein wurde, wo die oberlendischen stend und stett allein den last tragen und es die sächsischen gleich so wol und nit weniger belangt und dieselben es nit thun solten...“ Dat. 12. Juli à6. 210. Die XIII an Michael Han in Ulm. 1546, Juli 12. Strassburg. Str. St. Arch., AA 550, f. I00- I02. Ausf.—(B. accepi Ulmae 16. Juli hora 3. mane d. I546(von der Hand Hans). Verweisen wegen des Kriegsrats auf den vorigen Brief; senden Wolf Böcklin nach Ulm; erbieten sich zu weiteren Doppelmonaten; Vorrat; Wilhelm von Fürstenberg. Haben seinen Brief vom 10. Juli erhalten[Nr. 206]; verweisen auf ihr voriges Schreiben[Nr. 204],(darbei wir es nachmals lassen pleiben. 5 In der Nachschrift zu ihrem Brief an Basel vom 10. Juli schreiben die Baseler Gesandten in Baden, die Strassburger Gesandten wollten Sonntag[11.] zeitig in Basel sein und gleich zu Schiff, das bestellt werden möge, weiter fahren(Ausf. in Basel, Arch., Pokt. M 8, 3, f. 75). 6 Vgl. Nr. 182, Anm. 7 unter 1. Vgl. Nr. 200, 2; wie die Baseler Gesandten ihrem Rate am 15. Juli mitteilen, traf der Strassburger Bote an diesem Tage mit dem Brief ein.(Or. von B. Meyer a. a. CO., f. 116). 8 Nr. 203; die von Strassburg mitgeschickte Abschr. in Marburg, a. a. O., f. 196— 197. 5 ö— ES r——————— 8 1546. Strassburgs Kriegsrat; seine Vorschläge zur Geldbeschaffung. 237 uf das ir aber nit allein doben seien und den last gar tragen dörfen, die gsandten auch nit gedenken, wir wolten uns gar von irem thun absondren, das dann unser meinung nit ist, so haben wir Wolff Böcklint verordnet, der würdet dise tag zu euch kommen, da ir beide helfen rathen mügen, wes von nötten sein will, und uns jeder zeit, was uns betreffen will, zuschreiben. Das uns dann uferlegt, das wir einen cammerrath schicken sollen etc. und das von nötten ein nambhafte summa gelts uf interesse ufzunemmen, darfür sich gmeine oberlendische stend als ein corpus in solidum et. laut des uberschickten artickels? verschreiben solten etc., das haben wir heut, dieweil es etwas gar gros belangen will, an unsere herren meister und rath bracht. die bedenken, dieweil die gsandten bei euch für gut angsehens, das wir sechs doppelmonat hienab geen Frankfurt sollen erlegen, wie wir... zu thun willig seind*, das es gmeiner statt Strassburg schwer fallen wolte, sich in ein solche verschreibung in solidum zu begeben, da sie weder der sum— ma des hauptguts noch interesse wissens haben; sonder seind des erpietens, wo über dise sechs doppelmonat weiter gelt von nötten, das sie dann uf erkantnus vermög der verfassung noch an dreien oder mehr doppelmonaten irs theils nichts wolten erwinden lassen, wöllen sich auch daruf herumb, sovil möglich, bewerben, umb zimblich interesse zu bekommen, versehen sich auch, die andern stend werden es bei inen, sovill sie sein bedörfen, samtlich oder sonderlich auch zu thun und zu überkommen wissen. wolte aber über dis je von nötten sein, weiter gelt zu einem vorrath ufzubringen, so wurde es unsers bedenkens dahin zu richten sein, das es nit allein in der oberlendischen, sonder aller stend der verein nammen, die es auch zugleich berueren thut, beschehe und sich dieselben alle darfür verschriben und pünd— lich machen muesten. dis unserer herren, eins ersamen raths, bedenken mögen ir, wo ir deshalben angelangt, mit glimpf und besten fugen anzeigen, wie ir dann auch von Wolf Böcklin... ferner vernemmen werden. Grave Wilhelmen halben mögen ir herr Hansens... anzeigen, das er... noch insitz und, so jeman von disen dingen und sachen mit im rede, das er wenig ant wurt geb, sonder stillschweig. Soll jederzeit berichten. Dat. Mo. 12. Juli 46. 211. Wolf Dietrich von Pfirt, Ritter, an den Rat. 1546, Juli 13. Mont bẽèliard. Str. St. Arch., AA 546, f. 142. Or. Prod. Do. 15. Juli. Werbung Lichtensteins beim Rat. Beglaubigt den kursächsischen Edelmann Veit von Lichtenstein und bittet um schnelle Antwortzi,«domit er sich furdern möge uf der post, ouch daz Jacob Hemerlin, sobald er den blatz vermerkt hat, in il wider zu mir kum... datum Mömpelgart den 13. Julii 46.» 210 1 Vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 5. w 207, Anm. 1; 3 Vgl. Nr. 203. Vgl. Nr. 209. s Johann Freiherr von Heideck. Über Graf Wilhelm von Fürstenberg vgl. auch Handschriftenproben I, Tafel 36. 211 1 Die Erviderung des Rates fehlt; aus der Antwort Pfirts auf diese vom 18. Juli aus Villeneuve; Or. in AA 563, f. 29— 30; prod. Do. 22. Juli) geht hervor, dass es sich 238 1546. Bevorstehende Vereinigung des Landgrafen mit dem Kurfürsten. 212. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juli 13. Kassel. Str. St. Arch., AA 546, f. 131—134 und 136. Ausf. und J. Zettel und AA 545, ſ. 62(2. Zettel); 2. T. in Geheimschrifti(im Text durch Kursivdruck wiedergegeben). Prod. Sa. 17. Juli.— Erw. von Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 168, Anm. 265. Verzeichnis seiner Truppen; Vereinigung mit dem Kurfürsten, 1. Zettel: Anfrage wegen Würzburgs. 2. Zettel: Sendung ihrer Doppelmonate, Hat ihr Schreiben vom 8. Juli[Nr. 198] erhalten,«befinden daraus euern treuen vleis... und wollen euch nit pergen, das wir von gnaden gottes hieniden mit reutern und knechten dermassen verfast werden, wie ir ab beiligender verzeichnus? hapt zu sehen. und werden der churfurst zu Sachsen und wir vermittelst gottlicher verleihung nehsten zwenzigsten tags Julii zu oder um Mainungens ankomen, furter den nehsten mit unsern heufen zu den andern heufen der Oberlender unser christlichen verein zusamenzukomen. sopald das beschicht, werden wir darnach mit samilicher macht an den kaiser zien, im den kopf biten und understehen, was gott haben wil... Dat. Kassel 13. Juli 46. 1. Zet telt:(Nachdem auch wir mit unserm zug am ersten werden nach lVurzhurgs zihen, so wollet uns euer bedenken eilends eroffnen, ob wir uns alspald fur veind ercleren und angreifen oder, do wir deshalben angelangt, sagen solten, wir wolten den oherlendischen zur rettung zien und lissen es dismals so lang anstehen, bis das wir erstlich gegen dem kaiser usgericht, was got wolt, und do wir den sig behilten, das man sich darnach gegen Wurzburg und andern hbischofen hilt, wi daz in rath funden wurdes. datum ut supra.) bei dem Auftrag Lichtensteins um eine Werbung zugunsten des Kurfürsten von Sachsen handelte und dass der Rat sich dagegen ablehnend verhielt. Pfirt bittet den Rat, Hemmerlin noch weitere 50 Gulden gegen Quittung zu geben.— Nach der endgültigen Abrechnung Strassburgs(bschr. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XII, Nr. 3371) hatte der Rat Pfirt und seinen Hauptleuten im ganzen 550 Gulden Laufgeld ausgehändigt.— Am 24. Juli teilte übrigens der Kurfürst von Sachsen Pfirt mit, dass er genug Fussvolk besitze und Pfirt kein weiteres bestellen solle(Feldlager bei«Murstedt» Münnerstadt]; Ausf. in AA 546, f. 142 u. 143); den Brief sandte er an Strassburg zur Weiterbeförderung(Ausf. a. a. CO., f. 144. Strassburg scheint aber Pfirt nicht mehr haben erreichen zu können.— Hauptmann Jakob Hemmerlin kommt mit einem Fähnlein in der hessischen Kriegsrechnung vor(in Marburg, Arch., Nr. 893, f. 229. 212 1 Ihre Auflösung auf zwei Zetteln liegt jetzt bei der Ausf.; offenbare Versehen der Auflösung sind nach dem Entw. in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 185- 186 verbessert. 2 A. a. O., F. 135; ein ähnliches Verzeichnis hatte der Landgraf am 10. Juli an die in Um versammelten Gesandten geschickt(Abschr. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXII. Nr. 727; das Verzeichnis a. a. CO., Nr. 728). Das Ulmer Verzeichnis als das frühere hat schätzungsweise etwas höhere Zahlen(2710— 3060 Reiter und 43- 46 Fähnlein), das Strassburger Verzeichnis gibt die tatsächlichen Verhältnisse wieder(2512 Reiter mit dem Zusatz:« Diser reuter sind wir gewissy— und 37- 40 Fähnlein, darunter 9 Strassburger, während im Ulmer Verzeichnis hierfür noch 6– eingesetzt sind). 3 Im Entw. ist hier am Rande zugesetzt:«mit allen unsern heufeny. Wörtlich dasselbe teilte der Landgraf am gleichen Tage den Kriegsräten mit(Aust. in Um, a. a. O., Nr. 776). 5 Im Entw. verbessert aus:«Franken». Die Kriegsräte liessen sich in ihrer Antwort am 19. Juli dieses(bedenken... treffenlich wol gefallen)(Entw. in Ulm, a. a. CO., Nr. 900. 1546. Vorgänge in Italien. 2. Zettel: Die Oberländer haben 6 Doppelmonate bewilligt?,«wilch erlegung, wie wir vermerken, albereit von Wirtenberg und den oberlendischen stetten beschehen wurdet sein. und haben uns bevolhen umb dergleichen erlegung bei euch anzusuchen..., wie ir ab beiligender copei® habt weiter zu sehen. demnach thun wir euch hiemit ersuchen..., das ir den rest, was euch nach abziehung des, so ir uf den lauf der knecht gewendet, am dritten doppelmonat noch zu erlegen aussenstehet, und daruber noch drei doppelmonat furderlich gegen Frankfurt fertiget, damit wir solchs beneben andern zu underhaltung des krigsvolks zu gebrauchen... haben... datum ut supra.) 213. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Juli 13. Basel.] Str. St. Arch.,R, AA 555, f. 54- 55. Ausf. Prod. Pr. I6. Juli. Nachrichten aus Italien. Melden nach einem heute Morgen eingetroffenen Brief ihres Ratsfreun— des, dass in Mailand öffentlich ausgerufen sei«sich keines kriegs zu under— winden, sonders anhemisch zu enthalten». Durch einen ihrer Bürger2, der 4 bis 5 Tage später dort war und heute Morgen zurückgekehrt ist, ist«angezeigt worden, das ein anzal Hispaniern ze Gennouw ankommen und gelendet; desglichen das man im herzogthumb Ferrar und an vil andern orten in Italia vil kriegsvolk annemme, dero er etlich durch Meiland gesehen habe passieren, wiewol der mertheil usserthalb den nechsten weg fur sich nemmen und sich in gemein... horen... lassen, uf Tutschland zu, unsern waren christenlichen glouben(so si ketzerisch nemmens) ze tilgen und uszuruten. da ouch ime gsagt worden sie, das von baplsſtischen, ferrarischen und von anderm italianischem volk mit begriff der ankomnen Spangiern und deren, so man von nuwem in ile ze schiff, von Gennouw usgefaren, hab reichen lassen, ein grosse... summa zu ross und zu fuss... im anzug sin sollen etc. Vgl. Nr. 150, Anm. 3. s Heideck; und die Kriegsräte an den Landgrafen am 9. Juli(Abschr. in AA 548, I. 58— 61; Ausf. mit 4 Siegeln und«cito, eito, citoy in Marburg, Arch., Nr. 872, f. 89- 92 mit der Notiz:« Ausgangen zu Rosbach den 11. Julij zu 6 auern vor mittag»; praes. Kassel 12. Juli): Lehnen die Sendung von Stimm- und Kriegsräten wegen des ihnen drohenden Angriffs ab, fordern im Gegenteil die Sendung der seinigen; haben bisher 8 Fähnlein Schweizer; der Landgraf möge die Reiter und Knechte Oldenburgs und Dido von Knip-— hausens vgl. Nr. 154, Anm. 7] schleunigst«in gemeiner stend bestellung) bringen; weil im Oberland Mangel an Reitern ist, möge er ohne Verzug zu ihnen stossen und ihnen mitteilen, welche Beschlüsse er mit dem Kurfürsten gefasst hat, damit sie sich danach richten können; Vorschlag wegen der Doppelmonate[wie an Strassburg und Frankfurt, vgl. Nr. 203); erwarten, dass auch die sächsischen Stände zahlen werden; Massnahmen gegen die kaiserlichen Posten in die Niederlande[diese Stelle ben. von Kannengiesser, a. a. CO., 8. 163, Anm. 2291. Auf einem Zettel bitten sie den Landgrafen, ein allgemeines Feldzeichen für alle Truppen bekanntzugeben. Nach einigen Verhandlungen wurde folgendes Feldzeichen gewählt:(Das feldzaichen ist uf ainer gelben schlingen zwai wise geschrenkte hagel X», wie der Konstanzer Gesandte am 16. August seinem Rat mitteilte(Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 26, Nr. 154, S. 578). 213 1 Holtzach, vom 7. Juli; Or. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 77; vgl. auch Ar 199. 2 Heinrich Gebhart, wie aus dem gleichzeitigen Brief Basels an seine Gesandten in Baden hervorgeht(Ausf. a. a. C., f. 93—– 94). 3 lies:«nennen». 240 1546. Der Landgraf sendet seinen Sohn Wilhelm nach Strassburg. wiewol wir nun, das ir derglichen sachen vilicht mer dan wir wissens haben mochten, gedenken, so haben wir doch... nit underlasssen wollen, euch dessen, so uns angelangt„ouch theilhaftig zu machen, wie wir dan von uch glicher wise jeder zit geschechen werden, nit zwiveln....) Dat. Di. 13. Juli 46. 214. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juli 14. Kassel. Str. St. Arch., AA 546, f. 137—138. Ausf. Prod. Do. 22. Juli.—(dr. von v. Stamford, Lg. Wilhelm IV. i. Str., S. 71—72; ben. von Holländer. Str. 1. Schm. . Sendet seinen ältesten Sohn Wilhelm über die Kriegszeit nach Strassburg. Da er sich jetzt ins Feld begibt, hat er beschlossen seinen ältesten Sohn Wilhelm ausser Landes zu schicken, damit er nicht durch eine Kriegshand-— lung zu Schaden kommt bzw. bei Tod oder Gefangenschaft seines Vaters «practicken mit im getriben wurden, die dem evangelio, gemeinem handel und uns nachteilig.“ Er hat zu Strassburg besonderes Vertrauen, édas ir inen zu gottes ehr, erbarheit und zucht underweisen lassen werdet, auch inen in keins andern hand stellen werdet, es sei dann mit unser ungezwungnen bewilligung.“ Er schickt ihn daher hiermit samt seinem Hof- und Schul— meister zu ihnen, mit der Bitte, ihn gut unterzubringen? und unterrichten zu lassen.«Do auch im an verleg mangel erscheinen wurde, so... wollet im zimliche versehung thun; dann wir nit begeren einigen uberfluss. solchs soll euch wider von uns oder im erbarlich bezalet werden.. Dat. Kassel 14. uli 463, 215. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juli 15. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 198. Ausf.— Praes. 20. Juli. Senden drei Büchsenmeister. Schicken ihm auf sein Schreiben Nr. 200,1](gegenwertige drei büchsenmaister!, und haben aber dieselben nit anderst könden vermögen dann ir jedem monatlich drei sölde. damit es aber e. fl. G. daniden kein irrung gegen andern mache, haben wir mit inen verlassen, das von e. fl. G. ir jeder des monatz acht gulden emphahen soll und das wir ir jedes hausfrauen alhie wochentlich ein gulden geben,» die sie auf die Rechnung setzen werden. Die Betreffenden sollen dies Abkommen geheim halben. Dat. 15. Juli 46. 214 1 Der Hofmeister war vermutlich Philipp Riedesel zu Jossbach, der am 2. Januar 1547 aus Strassburg an die Landgräfin über Wilhelm berichtet(Or. in Marburg, Arch., Nr. 16,4. 7). 2 Wilhelm wohnte bei dem Arzt Dr. Johann Winther von Andernach; vgl. über ihn Bernays, L. Biogr. Joh. Winthers v. Andernach(in G60 Rh, N. F. XVI, 8. 28- 58 und Handschriftenproben II, Tafel 82. 3 Am 23. Juli meldete der junge Landgraf seiner Mutter, dass er am 21. Juli in Strassburg angekommen und vom Rat wohl aufgenommen worden sei(Or. in Marburg, a. a. CO., f. I. Am 19. August rühmt er die Freundlichkeit des Rats und besonders Jakob Sturms, der ihn dumb die stadt her gefurt hot und darnach mich zu gast geladen)(Or. a. a. CO., F. Y. 215 1 Nach Ratsprot. 16547, f. 1982 waren es Hans Strauss, Hans Nussberger und «schif Wolfliny[von Hagenau]. 1546. Eroberung der Ehrenberger Klause. 241 216. Peter Scher«der elter v an Jakob Sturm. 1546, Juli 15. Usingen. Str. St. Arch., AA 652, f. 64. Or. Werbung der wetterauischen Grafen beim Pfalzgrafen. Heute haben etliche Grafen, wie Wilhelm von Nassau, Ludwig von Stolberg u. a. beschlossen, dass Stolberg zum Kurfürsten von der Pfalz reiten solle. Letzterer hat auch eine Beglaubigung des Erzbischofs von Köln an Jakob Sturm. Bittet ihn, da dier im selben fur ander mol hoch furderlich sein moegen), nicht auszubleiben. Graf Wilhelm von Nassau lässt ihn grüssen. Wollte, dass er die Predigten Hedios und Bucers am Sonntag vor«Ulrice» (Juni 27] geschrieben hätte. Datum Ussingen in der Wederau durstag nach Margret he 46. 217. Die XIII an die XIII von Basel. 1546, Juli 16. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. II7— IIS. Ausf. Bitte um die Antwort der Schweiger; Eroberung der Ehrenberger Klause; Druck des Briefes an den Kaiser. Danken für ihren Brief Nr. 213].«Und dieweil es allenthalben zustimt, geben wir demselben desto mehr glauben.» Bitten nochmals, die Sache der Protestanten bei den Eidgenossen zu fördern und, soweit tunlich, zu berich— ten, was den Gesandten von Konstanz! in Baden als Antwort gegeben worden ist. Von Neuigkeiten wissen sie nur,(das uns unser syndicus Michel Han ge— sberigs tags us Ulm geschribbene, das sie nunmehr daselbst eben bei 55 fendlin knecht haben; und als sie sich vor etlichen tagen undersbtanden, die knecht, so zu Nesselwangen und daselbst umb gemustert werden, heimzusuchen, seien inen dieselben über den Lech entzogen und die unsern für die Claus Ernberg, darin anderthalbhundert knecht gelegen, gerückt, dieselben und 15 stück büchsen erobert, haben gleichwol etlich fendlin uf Nazareiten zu geschickt, aber widerumb hinder sich zu ziehen von dem obersten erforderts.) Er schreibt auch, der Landgraf solle mit 6000 Pferden und 24000 Knechten heraufziehen wollen. Legen einen Abdruck vom Schreiben des Kurfürsten von Sachsen und des Landgrafen an den Kaiser beis; haben ihren Boten heute warten lassen, bis es gedruckt wurde. Dat. Fr. 16. Juli à6. 216 1 Vgl. über ihn Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 147 und Bernays, L. Biogr. Joh. Winthers v. Andernach, S. 365 ff.; zum Brief s. auch Nr. 226. 217 1 Vgl. Nr. 199, Anm. 7 und Nr. 209. 2 Dieser am 15. Juli in Strassburg eingetroffene Brief ist nicht erhalten. Nach dem Rats prot. 1546, f. 377 b bittet Han ausserdem wiederum dringlich um Sendung des Kammer-, Stimm- und Kriegsrates.— Ebenso fehlt die Antwort der XIII(nach Hans Zählung«C»; vgl. Nr. 228, Anm. 1). 3 Vgl. dazu Lenz, Kriegführung, S. 439- 440 und Schweizer, D. Donaufeldzug v. 1546, 8. 110. Vgl. Herberger, Seb. Schertlin, S. 89 u. 91. 5 Am 11. Juli(Entw. in Ulm, Arch., Ref.- Akt. XXXII, Nr. 747; gedr. a. 2. O., S. 96— 997, Anm. mit dem falschen Datum(12. Juli». 6 Vgl. Nr. 205, Anm. 1. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 16 ——— mmer, 1546. Rüstungen in Sachsen, Hessen und Kurpfalz. 218. Petermann(Ulrich Geiger) an Bernhard Meyer. 1546, Juli 16. Strassburg. Basel, Arch., Polit. N S, 2, f. 112... Or; Ehrenberger Klause; der Landgraf und Frankreich; Oldenburg angenommen; Rüstungen des Kurfürsten von Sachsen, des Herzogs Moritz und des Pfalzgrafen; der Landgraf im Oberland nötig. «... Mine hern schreiben), dass man in der Klause 15 Büchsen auf Rädern gefunden hat u. a.. Will nur melden,«das disse stund Reckenrots kämerlingz vom landgraven kommen ist, ilet in Frankreich, hat vom landgra ven brief an konig y. Meldet, dass der Landgraf am Montag(12. seine Ritterschaft gemustert und Oldenburg mit seinen Truppen gewonnen hat.(Sachsen ist auch gefasst, doch soll herzog Moritz meer und besser knecht haben. der pfalzgrave hat dissem Wihes] gesagt, er woll die protestierenden nit lassen; hat 1500 pferd und 2 fenlin knecht, noch nit mee geworben.» Sendet das Schreiben der Fürsten an den Kaiser;(das gemein usschriben) ist noch nicht gekommen.«Es hat der landgrave nehstmal kein copei geschickt des hbrieis, So der churfurst und er an gemaine Aidgnossen geschickt haben4; und möcht doch her] Jacob Sturm woll wissen, was der inhalt were, damit man daruf witter handlen kund. Michel Han hat von Ulm geschribem, das der oberlendisch hauf 55 fenlin stark sei, doch sein mir noch nit mit raissigen gefasst. O das got wölt, das der landgrave hie oben were und nur 2000 pferd bei ihm het; dan es geprist eins haubts; sonst ist man manlich und get röst gnug...) Dat. 16. Juli 1546. 219. Heideck und die Kriegsräte in Ulm an den Rat. 1546, Juli 16. Ulm.] Str. St. Arch., AA 549, f. I- II. Ausf. mit 3 Siegeln. Prod. So. IS. Juli, reprod. Mo. I92. Juli«coram 21x. Drängen nochmals zur Sendung eines Kriegsrates; Han kann Stimmrat werden; aber auch ein Kammerrat nötig. Han hat heute ihre Entschuldigung wegen Ulman Böcklins Nr. 204 und 210] vorgebracht. Sie werden schon wissen,«das sich des ersten angriffs bei uns hieoben in Schwaben gewisslich zu versehen; doher auch notturftiger berathschlagung durch die öbersten und kriegsräthe, wie den sachen zu be— gegnen, hieoben umb sovil mehr von nöten. und können wir nit gedenken, das es... dem landgraven etc. zuwider sein werd... dann obwol... der churfurst und landgrave etc. sich... auch allerlai zu befahren haben, noch dann wissen ir chur- und fl. G. selbst, das die not bei uns hieoben zum grösten; 218 1 Vgl. Nr. 217. 2 Hans von Wihe; Reckenroth hatte ihn am 1. Juli mit einer Beglaubigung von Fontainebleau aus zur mündlichen Berichterstattung an den Landgrafen geschickt, da er selbst nicht kommen könne(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 1839, f. 16); vgl. auch Nr. 141. 3 Dass er auch bei dem Pfalzgrafen war, ergibt sich aus dessen Brief vom 7. Juli an den Landgrafen(Ausf. in Marburg, Arch., Kurpfalz; praes. Kassel 9. Juli). * Vgl. Nr. 200, 2. 219 1 Es fehlt das Siegel Massenbachs, der zum Landgrafen geschickt worden war; vgl. Nr. 168, Anm. 1, Schluss. Der Kanzleivermerk hat versehentlich«20,» , AA Sm 9 1566. Strassburgs Kriegs-, Stimm- u. Kammerrat; Aufbruch d. Landgrafen. 243 doher dann... der landgravèe... bedacht, sich selbst aigner person herauf in unser art mit ir fl. G. kriegsvolk zu thun. so ist auch mir, Johann von Haideck freiherrn etc., als verordnetem öbersten bis zu ankunft unsers gn. herrn landgraven ete., ganz hoch beschwerlich, das ich in abwesen der ver— ordneten kriegsräthe so bloss sitzen... sol, in sonderm bedacht, das ich zu meiner ankunft alhie vernommen, wie sich... herr Ulman Böcklin hievor mit den andern anwesenden kriegsräthen in alle berathschlagungen eingelassen, den krieg mit ine anfahen, auch alle schriften... under seinem ringpitschier ververtigen helfen. ist hierauf an e. F. nochmaln unser... begern, sie wöllen dise fursehung thun, das aintweders... herr Ulman Böcklin | furderlich alhie ankomm oder aber, do es je nit sein möcht,... ainen andern an sein stat bis zu herr Ulmans ankunft zu uns abvertigen und Michel Hanen..., welchen wir fur ganz taugenlich darzu halten, an stat ains stimmraths bei uns alhie verharren lassen. im fall nun, das herr Ulman auch zu uns herauf stiess, möchte der ander gsandt ainen stimrath verwesen. so haben auch e. F.... vernommen, das von hohen nöten sein will, das die cammerräthe umb ufbringung willen ainer... nambhaften suma gelts in teutschen und andern nationen eilends... zusammenkomens. ist nochmaln unser... begern, e. F. wöllen irn verordneten cammerrath bei dem ehesten abvertigen, damit in disem hochwichtigen und notwendigsten handel, daran der ganz hauptkrieg gelegen und on gelt kainswegs gefuert werden mag, nicht zit verabsaumpt werde...“ Dat. Fr. 17.4 Juli 46. 220. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Juli 16.. Kassel. Str. St. Arch., AA 546, /. I39- 40. Ausf. und 128.(Zettel); auf der Anschrift: «Cito, cito, citoy.— Prod. Di. 20. Juli.— Ben. von Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 35, 144, Anm. 136, und S. 146, Anm. 149. Bittet um die Antwort der Schweizer; sollen die 4 Doppelmonate nach Frankfurt liefern; die Sachsen werden auch zahlen. Nachschrift: Bricht heute auf; Zahl seiner Truppen. Zettel: Anbringen des Pfalzgrafen. Antwort auf Nr. 209.(Spuren aus dem und anderm euern getreuen vleis und horen gern, das sich di Aidgnossen dermassen lassen vernemen. was aber ir entlich antwort sein wirdet, das wollet uns furderlichst auch berichten... horen wir vast gern, das ir der erlegung der noch aussteenden vir doplen monat willig seiet, und ist billich, das ir daran inbehaltet, was ir uf den lauf unserer zugefertigten knecht gewendet habt. und wollet demnach solche euere vihr doplen monat furderlichst gein Frankfurt erlegen. was aber angehet di saxische sehe und hanstett unser christlichen verein, befienden wir nit anderst, dann das si ire doplen monat auch erlegen werden, habens albereit zum teil gethan; und verhoffen uns, sie werden sich in dem recht halten...» Dat. Kassel 16. Juli 46. Nachschrift: Mir zihen durch gotliche verleihung heutet aus, werden zimlich stark zu ross und fus und lassen uns an unserm zug nichts irren, wiwol uns vil kuntschaft einkomen, das der gegenteil im Niderland sich ufs —— 3 Vgl. Nr. 207, Anm. 1. 4 Fr. ist aber der 16, wie auch im Entw.(in Um, Arch., Ref. Akt. XXXII, Nr. 832) steht.| 16*| 244 1546. Truppenstärke; Anbringen von Kurpfalz; Strassburger Burgrecht; heftigst sterck und uns ins land zihen wolle. datum ut supra. sechs tausent pferd und 20000 oder etlich und 20000 knecht hoffen der churfurst und wir stark ze werden!. datum ut supra.) Zettel:«Was auch Pfalz uns hat lassen anpringen, daz schicken wir euch hibei?; drus habt ir zu sehen, was der gegenteil meinet. aber wir haben dem pfalzgrafischen wider gesagt, wir konten uf dise ding on di andern stend nit antworten?. datum ut supra. 4) 221. Bedacht der Verordneten].(1546, Juli 17. Strassburg. Str. St. Arch., AA 552, f. IJ— II9 und I20 6H— I24. Aufzeichnung des StadtSchreihers. Vorschläge betr. die Stifter, das Burgrecht und den Vortrag vor den Schöffen. Es ist den Stiftern zu gleicher Zeit zu eröffnen, 1. dass ihre Kleinodien und Kirchenornate verzeichnet und auf den Pfennigturm gelegt werden sollen, um eine Veräusserung zu verhindern, 2. dass sie bei ihrem Eid angeben sollen, was sie an Barschaft haben und versprechen, es weder zu(vereussern, verendern noch anleihen. Man will ihnen Geheimhaltung zusagen und gute 220 1 Die Nachricht vom Aufbruch des Landgrafen mit der hier angegebenen Truppen— zahl teilten die XIII sofort nach Erhalt des Briefs um 4 Uhr Nachmittags den XIII von Basel mit(Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 125). Vgl. über die Truppenzahl auch die Angaben der Gesandten von Herzog Moritz bei Brandenburg, Pol. Korr. II, 8. 747. Diese Angaben waren übertrieben hoch, wie aus den hessischen Musterregistern(in Marburg, Arch., Nr. 895 und 883, f. 158 ff.) und aus der hessischen Kriegsrechnung(a. a. C., Nr. 893, f. 61 ff., sowie aus den Verzeichnissen bei Mentz, Joh. Fr. I, 3, 8. 7, Anm. 2 hervorgeht. Abs chrr. in AA 546, f. 120- 125 und Marburg, Arch., Kurpfalz; ben. von Sleidan, De statu relig.... comment. II, S. 484- 485 und von Hasenclever, Kurpf. Pol., 8. 99, Anm. 249. Die Instruktion für Heinrich Riedesel, Vogt zu Germersheim, an den Landgrafen ist datiert aus Heidelberg, den 10. Juli: Der Pfalzgraf sendet die endgültige Antwort des Kaisers, in der dieser schroff jede Vermittlung abweist; will trotzdem noch weiter verhandeln und bittet zu bedenken, wie der Krieg abgewendet werden könnte.— In einer vertraulichen Nebeninstruktion machte der Pfalzgraf greifbarere Vorschläge(Abschr. in AA 546, f. 118 bis 119 und Marburg, a. a. CO.; die wichtigsten Punkte sind gedr. von Hasenclever, a. a. O., S. 100, Anm. 250. 3 Zugleich mahnte er den Pfalzgrafen, mehrere hundert Pferde und einige Fähnlein zu senden(«signatum Cassel den 14. Juliiy.; Entw. dieser Antwort in Marburg, a. a. CO.). * Philipp schickte auch folgende Zeitungen mit, die Riedesel mitgebracht hatte (Abschrr. in AA 546, f. 126—- 127 und in Marburg, a. a. O.): Markgraf Albrecht von Brandenburg wird vom Kaiser mit seinen[bisher ungefähr 250] Reitern schleunigst nach Regensburg befohlen und dort am 4. Juli erwartet; seine Reiter unlustig; Herzog Wilhelm von Bayern lässt sein Landvolk ein Feldlager beziehen; Böhmen rüstet nicht, sondern schickt dem Kaiser nur 1500 Schanzgräber; Württemberg, Augsburg und Ulm sind stark gerüstet und beabsichtigen Dillingen usw. einzunehmen. 221 1 Es waren Wolf Böcklin, Bastian Erb, Michel Schwencker, Hans von Odratzheim und Hans Erhart von Rotweil. Am 5, Juli hatten sie über die im Text behandelten Punkte bereits ein Gutachten abgegeben(a. a. CO., f. 131—- 132), das am 10. Juli im Rat besprochen wurde(Ratsprot. 1546, f. 373).— Zur Datierung ihres oben im Text wiedergegebenen« bedachts» vgl. Anm. 4. D, N br A—————————— BA Vortrag vor den Schöffen; Strassburg gegen den Zug auf das Stift Würzburg. (DS) on Worte geben;«damit were villeicht mer dan mit der scherpfe von inen zu pringen», 3. dass sie angeben sollen, wieviel Frucht sie habende. Wegen des Burgrechtss schlagen die Verordneten vor,«do die personen ungleich», sollten die XXI, an welche der Rat die Sache gewiesen hatte, «je nach gelegenheit des ufsagenden, der zeit und anderer ursachen ime des burgrechten frei oder mit der mass zu erlassen oder gar abꝛzuslagen) Gewalt haben]. Sie fügen einen Vorschlag für die Ansprache an die Schöffen bei, die nach deren Beschluss,«bei der reinen leer des wortz gottes und evangelii Christi bestendiglich zu bleiben und dabei zu erwarten, was der almechtig, dessen er und handel es belangt, geben woll), gehalten und in welcher für die XXI die vorerwähnte Gewalt gefordert werden soll. 222. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juli 17. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, /f. I99— 200. Ausf. z. T. in Geheimschrift (im Text durch Kursivdruck wiedergegeben), deren Auflösung darüber steht.— Praes. Meiningen 22. Juli. Sind gegen den Zug auf Würzburg; Doppelmonate. Haben seinen Brief vom 13. Juli Nr. 212]«nechten gegen dem abent» erhalten. Hoffen, dass die Knechte jetzt alle angekommen sind. Daneben den zug durch den stift Wurzburg beruren und e. fl. G. unser bedenken begeren, wollen e. fl. G. auf ir besser ermessen wir nit verhalten, das unsers bedenken das besser sein sollt, e. fl. G. sich noch zur zeit zu kainen jeind erklerte, ? Vgl. zu diesem Punkt auch Nr. 136, Anm. 2. Die Aufzeichnung der Kirchenschätze wurde in der vorgeschlagenen Art auch vorgenommen; der Entw. des Vorhalts an die Stifter a. a. CO., f. 111—116.— Das Inventar von St. Thomas ist gedr. von EB. Ungerer, Elsäss. Altertümer I(1913), 8. 189- 190.— Die Verhandlungen mit dem Domkapitel, das Schwierigkeiten machen wollte, wurden durch Jakoh Sturm und Mathis Pfarrer geführt. Der Rat setzte auch hier seine Forderung der Verzeichnung der(kleinotter) durch; doch vertraute er dem Domkapitel selbst ihre Verwahrung an(Ratsprot. 1546, f. 383 bis 384 und 399- 400 vom 21. und 28. Juli; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., 8. 33). 3 Vgl. auch hierzu Nr. 136, Anm. 2. * Schon am 10. Juli wird im Rat beschlossen,«den ganzen handel des kriegs fur die schoffel zu pringen... bis mitwochy[14. Juliſ. Den XIII wird das Weitere befohlen (Ratsprot. 1546, f. 374 a). Am 17. Juli wird deren Cangestelt vergriffy* gebilligt; man soll die Schöffen auf Montag 19] beschicken(a. a. C., f. 376 a) und ihnen dabei einen Bedacht (ufsagung burgrechtens halben»[vgl. Nr. 108 und den Text oben] vorlegen(a. a. C., f. 377 a). An diesem Tage wird ihnen das Schriftstück auch vorgelesen.(Also haben die schoffen alle ſin] einhelligkeit erkant, das nit einer dawider gewesen, bei der leer gotlichs wortz und was hie vor erkant, zu bleiben, leib und gut ufzusetzen und den herren rethen und XXI hinfur allen gewalt geben)(a. a. CO., f. 379 b; ben. von Holländer, a. a. O., S. 7). Dann ging man auch an die Zünfte, wie der Rat schon am 17. beschlossen hatte, sie«auch zu ersuchen, doch mit einer kurzeren schrift»(a. a. O., f. 376a). Diese Schrift* wird in der Ratssitzung vom 24. Juli vorgebracht; sie soll«mit der enderung, so gleich darzu gesatzt, morny ihnen vorgehalten werden(a. a. CO., f. 386b).— Dass die Stimmung in der Stadt nicht ganz einheitlich war, beweisen Aufzeichnungen des Stadtschreibers vom 26. Juni und 28. Juli über feindselige Ausserungen(in AA 552, f. 110 und 43; ben. von Holländer, a. a. CO., S. 44). Der Rat beschliesst darauf:(Was man sollicher reden erfar, in ein sonder buch schreiben und zu gelegner zeit straffen.)(Ratsprot. 1546, f. 3986- 399 a.) . 246 1546. Anweisungen der Kriegsräte in Ulm zur Geldbeschaffung; darmit nit ime und andern bischofen dardurch ursach gegeben, sich zu den gegentailn mit macht zu sclahen, zudem es e. fl. G. allerlai verhinder ung pringen mocht desto langsamer zu den oberlendischen haufen zu komen, und mitler weil das welsch kriegsvolk, so im anzug sein soll, herus komen moget*.» Wollen die übrigen vier Doppelmonate nach Abzug der Ausgaben für den Lauf so schnell als möglich senden und ihm dann berichten,«wo sie es finden werden»... Dat. 17. Juli 46. 223. Heideck und die Kriegsräte in Ulm an die XIII. uli 17 und 48. Ulm.] Str. St. Arch., A4 549, f. 5—. Ausf. mit 3* Siegeln.— Prod. Di. 20. Juli, reprod. Mi. 21. Juli. Die Wachschriſt hen. von Baumgarten, Z.(esch. d. Seim. Kr., S. 53- 54 und von Holländer, Str. J. Schm. Kr., S. I. Man darf das Geld nicht dem Feind zukommen lassen; wer leihen will, ist an die Kammerräte zu weisen.— Nachschrift: Die Doppelmonate genügen für die grossen Kosten nicht; daher die Anleihe nötig; mögen auch senden, was sie aufnehmen können; denn man muss alles daran setzen.— Zettel: Sollen auch bei den Geistlichen Anleihen machen. Geben zu bedenken, dass bei der augenblicklichen schweren Lage«von hohen nöten sein wirt, sich zu ainem sollichen handel, dessen end... noch... niemand wissen... mag, mit ainer statlichen und namhaften suma gelts gefasst zu machens.) Das in Deutschland und im Ausland vorhandene Geld darf unter keinen Umständen in die Hände der Gegner kommen. (Demnach ist an e. F. unser begern, sie wollen gelegenheit dis grossen und hochwichtigen werks, welchem doch noch kain anfang gemacht, zu... herzen fueren und derwegen für sich selber, desgleichen auch bei allen irn burgern, zugewandten und gewerbsleuten, fur nemlich aber irn genachperten magistraten als Bern, Basel und dergleic hen, wo und an welchen orten e. F. gelt zu bekomen waisst, dies fursehung, ber elch und ansuchen thun, damit sie sollich gelt und parschaft weder durch wec hsel noch in ainich ander weg dem widerteil zukomen... lassen‘, sonder dasselbig bei der hand behalten, damit sollich gelt teutscher nation und gemeinem vaterland, fürnem ke h aber den auge urgis chen confessions verwandten sbenden, welche die deutsche nation bei irn... freiheiten... zu handhaben sich 222 1 Vgl. dazu das Ausschreiben des Kurfürsten und des Landgrafen an die Stände des Stifts Würzburg vom 21. Juli aus Meiningen; gedr. von Duller, Neue Beitr.. Gesch. Ph. d. Gr., Nr. XLI, S. 59— 60. 223 1 Nach dem Entw.(in Ulm, Arch., Ref.= Akt. XXXII. Nr. 828- S2) ist der Hauptbrief(Nr. 828)«an alle stätt der verain im Oberland, auch Frankfurt» gerichtet, die Nachschrift(Vr. 829, mit dem Datum So. 18. Juli) nur an Strassburg. 2 Vgl. Ar. 6 Anm. 1 3 vgl. Nr. 2: m 17; Juli ve ‚erfassten sie für Michael Han und Hans Kraft von Ulm eine Instruktion ähnlichen Inhalts zu einer Gesandtschaft an Augsburg(Entw. in Ulm, a. a. O., Nr. 854; gedr. von Kirch, D. Fugger u. d. Schm. Kr., Nr. 17, S. 2265- 27 nach der Abschr. in Augsburg, Arch., Literal. 1546); vgl. dazu auch Roth, Augsburgs Ref.= Gesch. III, 8. 489, Anm. 13.— Über den Erfolg dieser Gesandtschaft berichtet Han in seinem« memorial (Nr. 227. end wem,,,———— ma Höhe der monatlichen Kriegskosten. 267 undernomen und deshalb in vollem werk und anzug sein, zum bösten ge— warten und sie sollich gelt gmeinen ainungsverwandten... im Oberland uf ain bestimpte zeit, auch zimlich und geburend interesse, wie man sich desse mit inen vergleichen mocht, gegen noturftiger... versicherung widerfarn lassen. welche nun ir gelt gehörter massen anlegen wölten, die wöllend uf die verordneten camerräth alhie zu Ulm weisen, daselbst sie... guten beschaid finden werden...) Dat. 17. Juli 46. Nachschrift:(Post scripta hat uns... Michael Han zu erkennen gegeben,... das sie[die XIII]... in... unser... bedenken nit bewilligen könnens. nun haben ir... zu ermessen, das dises hochwichtig werk und unabstöllige kriegsristung mit erlegung der dopł zelmonat nit verricht werden mag, wölches auch in der geringküegen stött im Oberland vermögen gar nit sein würdt®. deshalb hoch von nöten, das man hierinnen ainander under arm greif und sich sonst allenthalben umb ain nambhafte summa gelts, inmassen andere potentaten in dergleichen fällen... auch thun, bewerbe, so den stenden im Oberland zu gutem umb ain zimblichs interesse komen möchte, in ansehung das die menig des kriegsvolks bei uns seer gross und noch täglich zulauft, also das nunmer in die sechzig fendlin knecht allain bei uns im Oberland gemustert worden, wöllen der raisigen und des oncostens, so über das gschutz laufen wirt, geschweigen. was nun über sollich alles für ain hochtreffenliche summa gelts, sonderlich do sich der krieg, wie vermutlich, verlengern wurd, anlaufen wirt, ist leichtlich zu erachten. und sollt man gleich am anfang im werk also ersitzen und dasselbig us mangel des gelts, wölches doch nervus belli ist, nit continuieren mögen, were neben allem schimpf und spot un— widerbringlicher schad und entlichs verderben daraus zu besorgen. und ob schon etliche der fürnembsten stend sollichs mit den doppelmonaten für sich erstatten möchten, so ist doch den unvermöglichen noch auch dem ge— mainen handel(wölches wol zu bedenken) nit damit geholfen. derhalben ist nochmaln unser... bitt, e. F. wölle sich ditz orts von gemainen stenden hieoben(wölche sonst alle ainhellig bewilligt) nit absöndern und sich neben andern als ain corpus umb ain nambhafte summa gelts mit verschreiben. Daneben ist auch unser begern, was e. F. als für sich selber umb ain zimblich interesse zur hand bringen mögen, das sie dasselbig dem gemainen werk auch zu gutem kommen und sollic hs den verordneten cammerräthen überschicken lassen. dann... wir uns ungern mit frembdem gelt beschweren wöllten, so es die höchst nott tdurft des grosswichtigen werks, dorinnen nit zu ersitzen sein will, nit ervorderte. und glauben gänzlich, das wir allain uf unser kriegsvolk hieoben zu ross und fuss monatlich in die 200000 gl. haben muessen. weil uns dann gott der allmechtig den sig, wie wir verhoffen, gnediglich verleihen wirt,[wirt] man sich dises hauptguts und interesse wol zu erhollen haben. wo nit und das der gegent hail(wölches der allmec htig gnediglich fürhüeten wölh obsigen, so wirt nit zu winschen.. sein, das der feind vil vermögens bei uns finden sollt. ainmal wirt von nöten sein, leib, blut und gut daran zu setzen und alles was zu hinderst, es sei barschaft, silbergeschierr, klainot und dergleichen, herfurzuziehen und darzuspannen. datum ut in literis.) Zettel:(Wöllend auch kainen fleiss sparen, wo ir etwo bei gaistlichen, s Gemeint ist Nr. 210. 6 Vgl. z. B. Nr. 101. 248 1546. Geldbeschaffung der Kriegsräte in Ulm. clöstern, spitälern, comenthureien und andern dergleichen orten nambliche suma gelts uf ain.anlehen mit und one interesse zur handen bringen mögen, und uns desselben fürderlich berichten. datum ut in literis?.» 224. Michael Han, Gesandter in Ulm, an den Rat.[1546, Juli 18. Ulm.] Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, f. 350 5— 3811. Aufnahme von Geld; Beschlagnahme des Gemeinen Pfennigs in Weissenhorn; Aufbruch nach Augsburg; beabsichtigt bald heimzureiten. Hat Strassburgs Beschwerden gegen die Verschreibung Nr. 210]«mer dan einest anzeigt. es woll aber nit zu gnugen angenomen und dahin verstanden werden, als ob man mein, es sei nit so not. derhalben er bedenk, ob mein hern fur sich gelt uf interesse ufgenomen und den oberlendischen steten wider uf interesse, doch on meiner herrn schaden, furgestreckt; doch uf meiner herrn verbessern. und das man mein herrn umb sollichs und auch, [das sie] den camerrat schicken sollen], schreiben werde. zeigt daneben an, das er zu Weissenhorn das gelt, so der schwebisch adel durch den gemeinen phenning erlegt und man gesagt, der keisser wols wider disen teil prauchen, geholt?. und das er jetz mit 30 pherden geen Augspurg zu den geheimen reitens. item wan Wolff Bocklin hinuf kom, woll er ein tag oder etlich doben bleiben, bis der gewaneſt]; und dan sich wider hierher thon, do er nutzer sein woll.) 225. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, Juli 18. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M S, 3, f. II9. Ausf. Prdes. et lect. 20. Juli. Der Landgraf von den Niederländern nicht angegriffen; die Oberländer und der Kaiser ziehen ihre Haufen zusammen; Bürens Zug. Auf ihr Schreiben über«Helmeisters»[!]! Angaben antworten sie, dass sie erst gestern einen Brief des Landgrafen vom 13. aus Kassel erhalten In der Ratssitzung vom 21. Juli wurde der Brief verlesen und«erkant: dieweil man jetzo uf den gemeinen handel und nit uf der stat sonder nutz denken muss, soll man ein camerrath schicken und bedenken, wie der abzufertigen. und ist mein hern, den XIII, bevolhen und gwalt geben. doch das man das gelt von hinnen nit alles hinweg schick.) (Ratsprot. 1546, f. 380 b— 381). Dann wird mitgeteilt, das mein hern XIII und XV — lan die man am 10. Juli die Angelegenheit gewiesen hatte, a. a. CO. f. 373 b]— erkant, von frembden und heimbschen gelt anzunemen, funf vom hundert zu geben)(a. a. O., f. 381 b). Sonst war eine Verzinsung von 4% üblich.— Am Schluss der Sitzung wird (umb ein botschaft zu einem camerrath gen Um umbgefragt und erkant: mit der potschaft beruen lassen, bis man bedacht ist, was man im bevelhen will. sollen mein hern XIII gwalt und bevelch haben, nach einem zu gedenken und denselben hinweg zu schicken) (a. a. CO., f. 385 a). 2241 Der Brief Hans fehlt; sein Inhalt lässt sich aus dem Auszug im Ratsprot., a. a. CO. vom 21. Juli erschliessen. Vgl. auch den Anfang von Nr. 238. 2 Vgl. darüber Kirch, D. Fugger u. d. Schm. Kr., S. 168, Anm. 3. 3 Vgl. Nr. 223, Anm. 4 und Nr. 227. 225 1 Am 17. Juli hatten die XIII von Basel einen besonderen Boten gesandt, um sich ————— ———— E 1546. Truppenbewegungen; kurpfälzischer Vermittlungstag zu Heidelberg. 249 haben[Nr. 212], nach welchem er von den Niederländern gar nicht angegriffen ist; vielmehr steht er in guter Rüstung und will in wenigen Tagen zu den Oberländern ziehen. Diese lassen ihre Haufen zusammenrücken, und auch das kaiserliche Volk soll an der Donau zusammenziehen, wie es heisst, um den Lech hinauf gegen Augsburg zu rücken. Doch ist der Kaiser am letzten Montag[Juli 12] noch in Regensburg gewesen. Haben auch Nachricht vom Zuge Bürens, der aber nicht vor dem 1. August erfolgen soll. Dat. So. 18. Juli 46. 226. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juli 18. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 201. Ausf., z. T. in Geheimschrift (im Text durch Kurssvdruck wiedergegeben), deren Auflösung ühergeschriehen ist. Praes.«vor Mellerstadt)/ Mellrichstadt/ 23. Juli. Jakob Sturm auf einen Vermittlungstag nach Heidelberg geladen; abgelehnt; Leitungen aus Italien. C... Heut hat grave Ludwig zu Stolberg und Konigstein! etc. seiner secretarien einen mit credenz an... hern Jacob Sturmen gefertigt, der ime mundlich anzeigt, das... der erzbischof zu Colln... wolgedachtem graven geschriben, das er sich zu... dem pfalzgrave churfursten verfuegen und bei seinen churfl. G. werben woll, ob nit bei der kei. Mt. die weg zu finden, das dise kriegsrustung abgestelt und doch die christlich religion pleiben mocht; und darauf begert, das er, her Jacob, bitz morgen zu nacht oder bis zinstag[Juli 20] bei ime zu Haidelberg sein solt sachen halb, so gemainem vatterland zu gutem erschiesslich etc.?, eins solchen ungevorlich inhalts etc.. so 6. fl. G. wir aber hievor zu erkennen gebens, wes wir gutlicher underkandlung halben desfals sorgen und das, so her Jacob hienab kome, bei ime gesucht werden mocht mit helfen umb gutliche handlung zu Suchen und vieleicht anders, darin one des churfursten und e. fl. G., auch anderer unser verein uns dinzulassen nit geburt, hat her Jacob us unserm be— velch wolgedachtem grave Ludwigen zu ime zu komen abgeschriben. so ist uns sollicher zeitung zukomen, wie e. fl. G. inverwart zu sehen(haben]. das haben e. fl. G. wir, sich mit ierem zuzug desto ehe zu furdern zu haben nit wollen verhalten. datum sontags den 18. Julii a. 46 umb 9 uhr nachts.» zu erkundigen, weil(Adam Hellmeyger) von München, der gestern abend von Strassburg gekommen ist, behauptet, der Landgraf sei von den Niederländern geschlagen worden. «Datum ilend sampstag den 17. Julii zu mittag zit anno etc. 46.»(Ausf. in AA 555, f. 56- 57; prod. So. 18. Juli.) 226 1 Vgl. über ihn ADB XXXVI, 5. 3: Domdechanten von Köln. Vgl. auch Nr. 216. 3 Gemeint ist Nr. 191. 4 Es liegt bei folgende(warhafte zeitung, die den 8. und 10. dis monats us Meiland und Janua kommen» fd. h. dort abgegangen ist]: Doria lässt 6000 Spanier holen, die am 8. noch nicht in Genua waren. Das Volk des Papstes, das schon gemustert ist, soll am 25. (wie wol schwerlich) zu Trient ankommen», gleichzeitig auch 2000 Spanier aus Mailand. Der Herr von Suseneck, der in Graubünden für den Kaiser werben wollte, ist zwei Tage gefangen gehalten worden.« Hieneben ist die sag, soll auch gewiss sein, das die fürnembsten kriegsräth und hauptleut in Italia sich dieses zugs entsetzen; wölten, er were nie angfangen worden, dieweil sie von der Teutschen ristung und macht hören.)(Abschr., a. a. C., f. 202.) 39— 345; er war der Bruder des protestantischen ——. 250 1546. Stimmung in Augsburg, in Bayern, in Italien; 227.(Memorial herrn Michel Hanen) über seine Sendung nach Augsburg. (1546, Juli 18. Augsburg. R Ulm, Arch., Ref. kt. XXXIVb, Nr. 1495. Aufzeichnung Hans. Vertrauliche Mitteilungen des Stadtschreibers und des Bürgermeisters von Augs— burg; Stärke der kaiserlichen Truppen; Stimmung in Böhmen und Italien. «Gedenk, was der stattschreiber von Augspurg Frölich] am abend ver— treulich mit mir geredt, item mornends der burgermaister Hörbrot', vast auch uf dieselbig mainung. die von Augspurg, so one das willig, seien nit zu übergüeten. man hab eben vil gnug an sie begert. nolta] der burgermaister: sie wollten vom gegenthail bössere oder so gutte röttingen[!] bekomen. nota: Fugger etc. und alle die, so also grosse summen hinder kaiser und konig haben, wurden nit allain schaden nemmen, wann inen dieselben summen confisciert wurden, sonder vil frommer, gutherziger burger in Augspurg mit inen, do ainer 1, 2, 3, 4 bis in 10 oder 12 tausent gl. darbei haben, deren eben vil seien; nemen 5 vom hundert von Fugkern etc.. Was dieselben darnach mit dem hauptgut thüsen, wissen sie nit. derselben müess man ver— schonen, das man es nit zu hört anfahe. sie wöllen sie aber wol finden; muessen noch wol einhalten. Augspurg werd sich in all weg wol halten. haben ire 16 fendlen ain monat bezalt; werden es den andern monat auch bezaln. Nolta] stattschreiber: versehe sich, mit dem anlehen werden sie auch das böst thun. Noſta] hſer] Jaſcob] Hörbrot: noſta]: Jörgle von Regenspurg I habe] nur 9 fendlen und lige mit zu Abach, item die Hispannier, so wider von Hungern herauf kommen, zu Landshut, etwann 12 oder 13 hundert. item die knecht, so zu Fuessen gewesen, zu Freisingen, ungevarlich à 000. marggſraf] Albrecht mit seinen reutern noch zu Regenspurg uber 4 oder 500 pferd. item sein schwager, herr Fridrich pfalzgraffs, etwo auch 240 pferd gebracht. nolta]: der Bohaim haben sollen 1500 komen zu dem schanzen; seien ir ebwan 150, wöllen nit heraus, seien unwillig, under sich selbs zertrennt von wegen der bewilligung, so etliche dem könig der erbhuldigung oder des erbkönigreichs halben gethon. der könig sei wol des sinns nach jetziger hochzeit, so heut mit Gülch sein sollt, selbs in Behaim zu reitens, die Behaim zu vermögen; aber sie werden sich nit bald ufpringen lassen. uber das die Hispanier us Hungern wider herauf gevordert, über das auch das geschütz(wie man sag) herauf gefüert werden soll, so wöll doch der könig jetz dreu oder vier fendlin hinab gen Wien in besat zung schicken. sei ains wider das ander.| Item Bayern hab ain unwillig volk zu disem werk, nit allain das sie nit 227 ı Über seine Sendung vgl. Nr. 223, Anm. 4; die Abfassungszeit des memorial) ergibt sich aus Anm. 4.— Die Antwort der XIII von Augsburg ist gedr. von Kirch, D. Fugger u. d. Schm. Kr., S. 227—228, Nr. 18; vgl. auch a. a. O., S. 40—41. 2 Vgl. über Georg Frölich die Literaturangaben von Fr. Roth in Beitr. z. bayer. Kirchengesch. XXXII(1925), 8. 70—72, Anm. 15; über Jakob Herbrot vgl. P. Hecker, Der Augsburger Bürgermeister Jacob Herbrot und der Sturz des zünftischen Regiments in Augsburg. 3 Der spätere Kurfürst Friedrich III. v. d. Pfalz, der mit einer Schwester Albrechts vermählt war; vgl. auch v. Druffel, Viglius, 8. 13, Anm. 18. 4 Sie fand am 18. Juli statt; vgl. a. a. CO., S. 27. 5A; a. 0.,8:27 Stärke der kaiserlichen Truppen; Nürnberg neutral. 251 bald hilf wider uns thun werden, sonder mit den frembden gösten, so ob inen ligen, seer beschwerlich und unwillig seien. soll jetzt ainen landtag haben. wöllen etliche mainen, er hab das maul gegen dem kaiser mit zu— sagen etc. zu weit ufgethon; so er jetzo unsers thails rüstung wisse, hab es ine gerauwen; besorg, er möchte nit allain das nit zuwegen bringen, des man ine vertröstet hab, sonder umb das, so er jetzo habe, auch komen etc. also das man achten will, die landschaft sei haimlich abgericht, ime uf dem landtag seins begerens abschlag zu thun, damit er mit fugen von seinem zusagen kommen möge. Noſta]: des wälschen volks alls und alls zu ross und zu fuss werd nit uber 12000. haec et heri dicebat Sebſastian] Neidtharts. Noſta]: das die Italianer, gross und klaine send und personen, nit böss unserer religion und partei seien; weren wol practicen mit inen zu machen. item mit ainem gewaltigen italianischen fürsten hat man gelegenhait(wie er es Sachsen angezaigt und er, Herbſrot], zum thail in handlung gewesen) heirath zu machen?, dardurch man denselben und andere, so ime anhangen, uf unser seiben wider den papst pringen und durch dieselben dem papst mit der zeit mer schaden thun möchte, dann wann man ine us diser unser nation überziehen soll. Nolta]: gedenk der seltzamen practicen, so man mit Augspurg uf mer dann ainen weg understanden etc., sie von disen stenden zu söndern. item was etliche Nürmberger etlichen geen Augspurg schreiben, das sie von Augs— purg, gleich so wol als Nürmberg, neubrales sein und ain gn. kaiser haben möchten. noſta]: grosse forcht bei kaiser, könig, pfaffen und irem anhang, das man also gewaltig ufkomme. gedenken es uf die harr zu spilen, ob man uns matt machte oder zu ainer guten richtung mit uns keme. do sollen wir bei leib gut sorg haben in allweg, das wir ainhellig unzertrennt bleiben. item das wir(dieweil uns der lieb gott uf vil zuvil volk geholfen) fürfaren, den krieg, darzu wir getrungen seien, understanden uszufueren, kain richtung ufnemmen; dann man halt uns nichts; hab die regel wider uns, man sei uns(als kebzern) nichts schuldig zu halten. Gedenk gemaine usschreiben zu furdern, in denen man die ursachen us Sachsen und Hessen schreiben an den kaisers und andere mer wol heraus straichen möchte, das gemain volk wol zu berichten und uf unser partei zu bringen. item kornkasten in der stift Aichstett nit zu versaumen etc.» 228. Der Rat an Heideck und die Kriegsräte in Ulm. 1546, Juli 19. Strassburg. Stuttgart, Arch., Büschel 24, Mr. 52. Ausf. Senden Wolff Böcklin, der mit Han zusammen Kriegs- und Stimmrat bis zur Ankunft Ulman Böeklins sein soll. Antwort auf Nr. 219. Han wird ihnen berichtet haben, warum sie Ulman Böcklin als Kriegsrat zum Landgrafen geschickt haben. Haben aber s Sebastian Neithart, Augsburger Kaufherr; vgl. über ihn Roth, Augsburgs Ref.Gesch. III, S. 361. Gemeint ist wahrscheinlich der Herzog von Ferrara, dessen Tochter nach dem Vorm schlage des Dauphins den Sohn des Kurfürsten von Sachsen heiraten sollte; vgl. darüber v. Druffel, Beitr. z. Reichsgesch. I, Nr. 3— 5, 8, 12, 15 usw. s Vgl. Nr. 205, Anm. I. 252 1546. Strassburger Stimm- und Kriegsrat; Beschlüsse des Tags zu Baden; Wolff Böcklin abgeordnet,«der albereit am ufhinziehen zu euch ist und demselben, auch Michel Hanen, gschribben..., das sie beide samentlich sich des bevelchs eins krieg- und stimraths gebrauchen und von unsertwegen versehen sollen, bis das... herr Ulman, unser kriegsrath, zu euch hienuf kompt. so haben wir unser bedenken und warumb uns beschwerlich sein will, einen cammerrath zu schicken, Michel Hanen... zugschribben!,» auf den sie verweisen?. Dat. Mo. 19. Juli 46. 229. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Juli 20. Basel. Str. St. Arch., AA 555, /. 58 und 6I. Ausf. Brief Berns; Beschlüsse des Badener Tages; Brief des Kurfürsten und des Landgrafen; Bernhard von Baden. Senden Abschrift von einem Briefe Berns!,«damit ir die verner zu verschicken wusstenz. unsere botten, so wir uf tag Baden gehept, sind sontags [18.] zoben allernechst wider anheimsch komen. die habend uns verstendiget, wie... allen bottschaften ditzmals dhein andere antwort worden, dan das man... uf nechstem tag, so da sin wirt sontags vor Laurentii August 8], antwort geben wolle. aber der knechten halben, so us unser Eidgnoschaft zu den christenlicher einungs verwandten gezogen, sind die 9 ort... die wider abzemanen bedacht., aber Zurich, Bern, Basel und Schaffhusen wellend nit abmanen... so konnend wir ouch nit verstan, das Sant Gallen noch die dri pund[Graubünden] abmanen wollen; deshalben wir uns versehend, die knecht werden dienen etc.. und diewil wir vier stett in solchen schriften... nit wollen begriffen sin, so habend sich ouch die uberigen ort, das welsch volk nit passieren ze lassen zu entschliessen, bitz uf nechsten tag ze bedenken gem nommen und deshalb den einungsverwandten des pass halben in irer ant— 2281 Am selben Tage schreiben die XIII an Michael Han, dass sie ihm wegen des Kriegsrates schon dreimal geschrieben hätten Nr. 204, 210 und 217, Anm. 2]; wegen des Kammerrats verweisen sie auf Nr. 210, wovon sie Abschr.[in AA 541, f. 123 124] beilegen. Geben ihm auch kurz den Inhalt des obenstehenden Briefs an Heideck und die Kriegsräte an(und wollen also wie bisher das pest thun y.(Ausf. in AA 541, f. 125- 126; Han bemerkt darauf: PD. accepi in Gunaburg 22. Julii hoſra] 7. ante meridiem).]) Am 18. Juli dumb neun uren gegen nacht» schickten die XIII an die Kriegsräte in Um Briefe, die«jetzo in der sibenden stund nachmittag) auf«unser post» gekommen, vom Ammeister in der Eile geöffnet und dann sofort wieder abgesandt worden sind. Bitten das Versehen zu entschuldigen(Ausf. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXII, Nr. 890). 2291 Vom 18. Juli(Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 124; praes. et lect. 20. Juli; Abschr. in AA 555, f. 59— 60): Es heisst, der Kaiser wolle die Protestanten durch das Vorgeben des Ungehorsams trennen; gelingt das nicht, so wolle er den Krieg hinziehen, um die Städte zu ermüden; auch wolle er behaupten, er bringe kein fremdes Volk nach Deutschland. Das ist nicht wahr; denn es sind 12000 Italiener und 8000 Spanier unterwegs. Sollen es Strassburg mitteilen, das es weiterschicken mag. Die XIII sandten am 21. Juli den Brief, den sie(nächten spot zu neun uhren) erhalten hatten, an Wolff Böcklin und Michael Han, um ihn den Kriegsräten mitzuteilen Ausf. in AA 541, f. 127; Han hat darauf vermerkt: CR. empfangen zu Um freitags den 23. Julii hora 8 ante meridiem); Abschrr. von Brief und Beilage in Um, Arch., Ref. Akt. XXXII, Nr. 910 und 864). Kriegswerbung des Markgrafen Bernhard von Baden. wort? dhein bescheid geben, wiewol uns nit zwiflet, es werde durch unser Eidgnoschaft harus niemands passieren. der churfurst zu Sachsen und landgraf zu Hessen habend gemeinen Eidgnossen ouch geschriben und sich der ungehorsame... entschuldiget...; und regend hiebi an den eid..., so die kei. Mt., als die erwellt worden, dem gemeinen rich gegeben und das ir Mt. nit gewalt habe, jemanden ze vergweltigen on vorgande erkantnis gemeiner richsstenden... doch haben wir... dhein coppis; ist uns allen also mit mund anzeigt Es lasst sich marggraff Bernhart[von Baden] hören, wie sin G. vier vendlin knecht geworben; die wölle er herzog Ulrichen und Schmalkaldischen zufüeren. das will nit jederman glouben; man besorgt ein anders. deshalb... wöllend uns, ob uch hievon etwas ze wussens, ob auch Tullingen Dillingen]... ingenommen,... der landgraff und der stett zug(wie hie ein gassenred gat) uf Regenspurg zu ziehen sollen oder nit, bi disem unserem botten verstendigen... datum zinstags den 20. tag Julii die zehende stund vor mittag a. 46.» 230. Statthalter und Räte in Kassel an den Rat. 1546, Juli 20. Kassel. Bitte um Nachdruck zweier Büchlein. Der Landgraf hat ihnen befohlen,«euch und andern etzliche ausschreiben eilend zuzefertigen mit gnedigem begern, das ir solche zwei des! churfſursten] und landgraven? und Philippi Melanchthonis[!] bei euch furderlichen nach— trucken lassen woltet...“ Dat. Kassel 20. Juli 1546. 3 Eine besiegelte Ausf. dieser Antwort vom 15. Juli in Um, a. a. CO., XXXI, Nr. 442; zu den Verhandlungen vgl. Eidgen. Absch. IV, 1d, 8. 632 ff. und Geiser, D. Haltg. d. Schweiz währ. d. Schm. Kr., S. 173; ferner Nr. 199, Anm. 7 und 209. Vgl. Nr. 200, 2. 5 Worum Strassburg durch Geiger hatte bitten lassen; vgl. Nr. 218. ẽ Am 9. Juli hatte Strassburg zu diesem Zweck dem Markgrafen 200 Gulden geliehen, wie der mit der Werbung betraute Hans Werner Pleiss von Dautenstein dem württembergischen Musterherrn Joss Münch von Rosenberg mitteilte(Or. vom 10. Juli in Stuttgart, Arch., Büschel 23, Nr. 137). Am 22. Juli war er noch in Strassburg(Brief an denselben von diesem Tage; Or. a. a. CO., Büschel 25, Nr. 82). 230 1 Von(des.... Melanchthoniy Zusatz von anderer Hand am Rande. 2 Gemeint ist das öffentliche Ausschreiben der Fürsten vom 15. Juli, gedr. von Hortleder Il, Buch 3, Kap. 11, 8. 241-257; ben. von Sleidan, De statu relig.... comment. II, S. 488- 494; vgl. Waldeck, Publizistik d. Schm. Kr., I, Nr. 6 und S. 19-21. 3 Die Vorrede Melanchthons vom 10. Juli zum Neudruck der Warnung Luthers; gedr. von Hortleder II, Buch 2, Kap. 24, S8. 122—- 125 und Corp. Reform. VI, Sp. 190- 197; verzeichnet von Waldeck, a. a. CO., S. 37, Nr. 3. 1546. Nachrichten aus Italien. 231. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, Juli 21. Strassburg. Basel, Arch., Polit. L 2, 1, f. 189. Ausf. Haben keine neuen Nachrichten; Markgraf Bernhard von Baden. Danken für ihr gestriges Schreiben Nr. 229]. Bitten Bern ihren Dank zu übermitteln und ihm immer ihre Zeitungen mitzuteilen,«auch mit denselben und andern stetten unserer religion verwandt diser unserer stend sachen bei gemainer Aidgnoschaft zum besten zu befurdern...» Verweisen auf ihr gesbriges Schreiben Nr. 220, Anm. 1] über den Aufbruch des Landgrafen. Wissen nicht, ob man vor Regensburg ziehen wird oder dass etwas ausser der Ehrenberger Klause eingenommen worden ist. Markgraf Bernhard hat hier eine Instruktion Herzog Ulrichs vorgelegt!, die ihm von dessen Vogt von Maulbronn übergeben ist, in welcher er zum Dienen aufgefordert wird. Glauben daher, dass seine Werbung cherzog Ulrich und also den unsern zu gutem beschehen solle... datum den 21. Julii a. etc. 46 zu acht uhr vor mittag.) 232. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Juli 22. Basel. Str. St. Arch., AA 555, f. 62— 63. Ausf. Prod. Fr. 23. Juli. Nachrichten aus Italien.— Nachs-chrift: Aufbruch des Landgrafen; Pfalzgraf. Melden, sie hätten soeben von einem, der vor 11 Tagen Venedig ver—m lassen hat, gehört, dass dieses dem Kaiser den Durchzug gestatten, ja ihm Geld leihen solle. Von einem Zug des Türken gegen Ungarn sei keine Rede. Das päpstliche Volk(12000 zu Fuss und 2000 Reiter) werde in Bologna gemustert; die Herzöge von Florenz und Ferrara schicken 6000 zu Fuss und 200 Reiter bzw. 4000 zu Fuss und 200 Reiter.«So siend reden, die Hispanger ziehen zu inen und siend nunme anzogen den nechsten uf Berner Veroneser!] cluss und wöllend uf Salzpurg zu.» In Peschiera hat ihr Gewährsmann den Bischof von Trient getroffen, der von Rom nach Trient ritt.«Zu Meiland in der stat ist es alles still...“ Nachschrift: Bitten um Bericht, dob... der lantgraff anzogen, wie sich der pfalzgraff halte und wer dem niderlendischen zug... begegnen werde... datum ilend donstag 22. Julii die 4. stund nach mittag a. 46.2 231 1 Durch«Barthlome Kügelbach, euern soldnery, den der Markgraf am 13. Juli beim Rat beglaubigte(Ausf. in AA 553, f. 51; prod. 16. Juli); vgl. auch Nr. 229, Anm. 6. Auf Strassburgs Auskunft hin lieh Basel am 22. Juli dem Markgrafen 600 Gulden(Baseler Urk.-Buch X, S. 328, Nr. 300. 232 1 Dort traf er am 4. Juli ein; vgl. Nuntiaturber. IX, S. 92, Anm. 1. ? Diesen Brief, den sie«heut morgen) erhalten hatten, sandten die XIII am 23. Juli an Wolf Böcklin und Han, C(wiewol... die unsern auch neuwlichen zeitungen gehapt, das wir geachtet, es solt die rustung nit so gross noch so furderlich herauskommen sein.»(Ausf. in AA 541, f. 128; darauf Vermerk Hans:(F. empfangen zu Ulm sontag den 25. Julii... hora 10. ante meridiem»; ferner bemerkt er, dass er Abschrift an Junker Wolf geschickt und ihm geschrieben habe,«das ich(als stimbrath) auf... der kriegsräth schreiben an die cammerräth... alhie bleiben werd.»— Er meint das Schreiben der Kriegsräte an die Kammerräte aus Dillingen vom 24. Juli(Entw. in Stuttgart, Arch., Büschel 25, Nr. 100. 1546. Bürens Zug; Rüstungen des Pfalzgrafen; Strassburger Geldsendung. 255 233. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, Juli 23. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M S, 3, f. 146. Aus. Lect. 26. Juli. Bürens Jug; Rüstungen des Pfalzgrafen. Haben ihren gestrigen Brief(Nr. 232] heute morgen früh erhalten; verweisen auf den eigenen vom 21. Nr. 231].«So sagen die, so neuwlicher tagen von Anttorf, das des von Beuwren und Martin von Rossheim Rossem] rustung villicht nit so stark, als man davon gesagt, und in den Nidderlanden, dieselben zu bewaren, pliben und niergentz hinziehen werden. ob sie aber hinufzugen, so haben wir noch nit verstanden, wer denselben begegnen solle.» Von der Pfalz wissen sie nur, dass die Lehnsleute beschrieben! und davon schon einige hundert Pferde beisammen sind; ferner, dass der Pfalzgraf 2 Fähnlein angenommen? und sein Landvolk gemustert hat. Wissen aber nicht, ob er einem Teil zuziehen oder nur sein Land bewahren will. Dat. 23. Juli 46. 234. Rheingraf Philipp von Dhaun an den Rat. 1546, Juli 23. Str. St. Arch., AA 553, f. 25-26. Aus. Prod. Di. 27. Juli. Bietet Knechte an. War bisher in Frankreich«als ein oberster gewesen»; meldet,«das sich etlich hundert Alboneser, gutt kriegsfolk zu ross, irer dinst, wohin man sie brauchen welle,(sich) gegen uns erbotten. zu dem, wo solcher handel etwas in die lenge weren... solte, das wir in einer kurze uf die 6000 zu fus desselbigen kriegsfolks, des man bisher in Frankrich gegen seinem feind gutt gefunden, auch zuwegen bringen wolten). Bittet um Antwort. 235. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juli 23. Strassburg. Marburg, Stadt Strassburg 1546, f. 205— 206. Ausf., 2. T. in Geheimschrift(im Text durch Kursivdruck wiedergegeben), mit darüber geschriebener Auflösung. Praes. Gebsattel 31. Juli. Sendung des Geldes nach Frankfurt gefährlich; Post; Basel über Rüstungen in Italien. Er hat jüngst[in Nr. 220] verlangt, dass sie die 4 übrigen Doppelmonate auch nach Frankfurt senden.«Nun werden wir bericht, das die fur des Reins, so vil der erzbischof zu Mainz von der Pfalz auf Frankfurt zu hab, durch die kei. Mt. verlegt. derhalben will nunmer das gelt daselbst durchzuschaffen gfarlich sein, und dann e. fl. G. im herufzeien in die Oberland und vieleicht inen das gelt eto an eim andern ort heqwemlicher, so bitten e. fl. G. win underthanig, sie wollen uns berichten, ob... wier das gelt gon Frankfurt er233 1 Daher bittet Graf Jakob von Zweibrücken, Herr zu Bitsch und Lichtenberg, den Rat am 23. Juli, ihm einen oder zwei Hengste zu verkaufen, da er als kurpfälzischer Lehnsmann an seine Bestallung gemahnt worden sei.(Ausf. in AA 632, f. 16; lect. Sa. 24. Juli.) 2 Vgl. Nr. 218. ÜBTE 1546. Gemeinsame Verschreibung der Schmalkaldener zur Geldaufnahme. legen sollen; wollen wir vleis thun, ob wirs daselbst hien sicher bringen und liefern mogen.) Fragen an, ob sie die Post nach Darmstadt beibehalten oder sie anders wohin ordnen sollen. Senden, was die Geheimen von Basel ihnen«abermals» über die italienische Rüstung geschrieben haben Nr. 232]. Dat. 23. Juli 46. 236. Heideck und die Kriegsräte an den Rat. 1546, Juli 24. Dillingen. Str. St. Arch., AA 546, f. I45-— I47. Ausf. Prod. Di. 27. Juli. Ben. von Baumgarten, J. Gesch. d. Schm. Kr., S. 54. Bitten dringend in die Verschreibung zu willigen. Bedauern Strassburgs Weigerung«in aufpringung des gelts... zu bewilligen, und das sie des erpietens ire... doppelmonat... zu erstatten. und wiewol nit one, das die einlassung in ain solchs interesse mit unrat und also nit one sondere beschwerung beschicht, so will doch dagegen zu erwegen sein, das den sachen dardurch gar nit geholfen, sonder zum höchsten enthol— fen, angesehen das ain solche erlegung zu des kriegsvolchs bezalung(darauf monatlich... bis in dritthalbhunderttausent guldin gehören) nit erkleckt. so werden sie auch langsam und stückelter weise erlegt, und hat man hie— vor zu etlichen malen wol gesehen, wie es mit erlegung und ergenzung des— selben(doch e. W. ausgenommen) zugangen; wie wir dann allgerait durch die verordenten camerrätte von Ulm bericht werden, das der weniger thail der erbarn stett die rechnungen der ausgaben auf die ersten 3 doppelmonat uberschickt, noch vil minder die andern 3 doppelmonat erlegt haben, obwol an erlegung desselben hernach nit zu zweiflen, sonder der mangel allain an dem verzug... ist. also das sie, die camerräte, mit gelt gar nichts oder je vast wenig verfasst seien. dadurch zu besorgen, das das angefangen werk... gehindert werden möchte; dann sollte es itzt gleich im anfang feelen, was spöttlichen abziehens und... nachtails wurde daraus ervolgen? so will auf eroberung der stift, clöster oder dergleichen nit zu passen sein; dann wie wir zum thail schon befinden, wa man hinkombt, ist das meertail verraumbt und ausgeflohnet; und ob schon dasselb nit, so wurd... es doch ausserhalb der proviand wenig erklecken... insonderhait aber, und das wir am maisten besorgen, da e. W.... uf irem furnemen und waigerung beharren sollten, möchte ain solchs andere... stende..., die noch zur zeit alle willig seint, auch stützig... machen, bevorab... Wirtemberg.) Bitten daher, «sie wollen... sich auch in bewilligung der obligation neben andern einlassen..., damit es an e. W. hierin nit allain mangele oder inen die verw hinderung... allain zugemessen werden möchte...) Dat. Dillingen 24. Juli 461. 236 1 Das Schreiben wurde veranlasst durch einen Brief der Kammerräte in Ulm an Heideck, die Kriegsräte und die Pfennigmeister vom 23. Juli(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 25, Nr. 98; praes. Dillingen 24. Juli), in welchem diese erklären:« Sollten nun die von Strassburg uf irem fürnemen verharren, das wir doch nit wissen mögen, weil wir irer antwurt uf das nechst gethon schreiben noch erwarten, so möcht villeucht die gestöllt obligation(wöllche nunmeer an etliche ort, do wir uns umb gelt bewerben, uberschickt) vergebens sein und besorglich, wo Strassburg nit dorinnen verleipt,... herzog Ulrich in sollich ufbringen des gelts ane Strassburg nit mer bewilligen wöllen. wo nun diser anschlag zuruck geen, muesst man uf ainen andern weg als uf weitere erlegung der doppelmonat... 1546. Strassburg kann keinen Kammerrat nach Ulm senden. 237. Die XIII an Oberst und Kriegsräte. 1546, Juli 25. Strassburg. Stuttgart, Arch., Büschel 25, Mr. II7. Ausf. Praes. Dillingen 27. Juli. Beharren auf ihrem Standpunkt wegen der Geldanleihe; verweisen auf ihr gleichzeitiges Schreiben an Wolf Böcklin und Han. Antwort auf Nr. 223. Haben Han schon geschrieben!; chetten wir gleichwol gedacht, ir weren desselben unsers erbern und pillichen erbietens| von uns genuegig gewesen. so wir aber us disem euerm schreiben anderst verstand», schreiben sie an Wolf Böcklin und Han[Nr. 238], die berichten 4 werden.«Dann wir ungern an unserm vermögen wollten mangeln lassen, das gemainem disem handel zu nachteil oder verhinderung glücklichs fur- 1 zangs geraichen oder gelangen sollt...“ Dat. 25. Juli 46. € 08 238. Die XIII an Wolff Böcklin und Michael Han in Ulm. 1546, Juli 25. [Strassburg.] Str. St. Arch., AA 550, f. 85—90. Ausf. Vermerk von Han:((. accepi Ulmae 28. Juli ho[ra] 4. post meridiem. II. Böcklin mittehat ex Dillingen. y Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. II. Können keinen Kammerrat senden, auch nicht alles aufgenommene Geld, sich auch nicht für grosse Summen verschreiben; sind aber bereit, noch 6 Doppelmonate zu zahlen und den unvermöglichen oberländischen Städten neben Württemberg, Augsburg und Ulm je ein Viertel des ihnen Fehlenden zu leihen; im Notfall wollen sie sich aber auch für eine Summe verschreiben, wenn alle Stände es tun; Bestimmungen über die Verwendung des Geldes; Han soll dort bleiben. Haben Hans Brief vom 18. Juli[Nr. 224], den sie am 20. erhielten, und den der Kriegsräte[Nr. 223],(dieweil merklich und vil daran gelegen, | an... die räth und einundzwenzig bracht!... die weren wol willig gwesen, einen cammerrath zu euch zu verordnen,... wie sie dann uns, den dreizehen, des orts bevelch und gwalt geben nach einem zu gedenken... wir haben aber übers vil angekerten vleiss und allerlei handlung keinen von unsern kaufleuten, die diser hendel bericht und darzu helfen und raten möchten, ufbringen mögen, sonder haben sich der leuf halben entschuldigt, das sie dermassen mit gescheften beladen, wie sie ir gut, so sie in Italien und Niderlanden hinder dem bapst und kei. Mt. haben, assecuriren und verendren mö— gen, das sie one sondren grossen nachtheil... diser zeit von hinnen nit verreiten mögen. so haben wir sonst niemants im regiment, der sich diser hendel verstadt und sich deren undernemmen wöllen. derhalben sich dann die sach also bis hieher verzogen und wir geursacht worden, euch deshalben unser gemuet zuzuschreiben und zu begeren, dasselbig mit besten fugen — ß— bedacht sein.... so laufen aber... herzog Ulrichs etc. und aller eſrbarn] stött im Oberland usserhalb Strassburg und Frankfurt sechs ainfach monat nit mer dann in 179400 fl. an. haben e. G. und ir zu ermessen, ob es den stich halten mög.»— Die Kriegsräte antworteten am 24. Juli, sie wollten Strassburg noch einmal schreiben Is. Text]; auch die Kammerräte möchten in diesem Sinne mit den dortigen strassburgischen Gesandten handeln und ebenso möge Georg Besserer an Jakob Sturm schreiben(Dillingen; Entw. a. a. CO., Nr. 100. 2371 Am 19. Juli; vgl. Nr. 228, Anm. 1. 238 1 Vgl. Nr. 223, Anm. 7. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. — 3— OO Om ,, 258 1546. Trotz gespannter Finanzlage ist Strassburg zu weiteren 6 Doppelmonaten dem obersten, kriegsräthen und bottschaften oder wo ir vermeinen, es die notturft erfordern will, von unsertwegen anzuzeigen. Ir wissen gnugsam..., was wir bisher für grosse unkosten der leuf, geben, besuchung der tag, Türkenhülfen, braunschweigischen zugs und andrer sachen halben gelitten, darzu wir dann vil gelts uf leipgeding und zins ufgnommen und, so bald sich diser handel erzeigt, uf ein neues, was bei unsern burgern ufzunemmen gwesen, ufbracht und unser statt zimblich hoch beschwert haben, damit wir die anlagen der sovil doppelmonat desto bass erlegen, auch unser statt versehen mögen. solten wir nun sollich gelt, so wir ufgenommen und noch von unsern burgern ufbringen, alles gon Ulm den cammerräthen, wie begert wurt, überschicken, möchten wir unser an— lagen... nit allein nit geben, sonder muesten uns gar entblössen, also das wir unser statt im fall der not nit erhalten möchten. derhalben wir sollich gelt, so wir bei unsern burgern ufbracht und itz mit fünf guldin das hundert järlich verzinsen, nit gon Ulm schicken mögen, anders dann sovil uns zu erlegung der doppelmonat mit und neben andren stenden gebüren wurt. Solten wir dann also unser doppelmonat von unserem ufgnomenen gelt erlegen und nicht destoweniger daneben uns für ein ungewisse und merkliche summa gelts und davon gros interesse als zehen, zwelf oder villiecht mehr guldin vom hundert zu geben verschreiben und in solidum obligiren, wo sich dann zutragen solt, das etlich stend us unvermögen sollich interesse nit bezalen möchten und die bezalung uf uns erwachsen und uns dieselb zu thun auch nit wol möglich sein, dardurch wir unsern gutten glauben ver— lieren und beschwerlich fallen wurd, uns eins dings zu verschreiben, das wir nit getrauten zu halten. derhalben wir nit unbillich bedenken geheht und noch, in ein sollich ungewiss ding zu gön. Damit? aber die gsandten der stend zu Ulm spueren mögen, das wir je gern alles thun wolten, so uns möglich und treglich, so sollen ir euch des von unsertwegen erbieten, das wir... noch sechs doppelmonat zu erlegen bewilligen wolten, soverr sollichs Hessen, Würtemberg, Augspurg, Frankfurt und Ulm auch bewilligten. so dann die stend im sächsischen kreis, so gibig sein sollen, sollichs auch thetten, wurden sollich sechs gedoppelt monat unserer rechnung nach nit vil weniger dann zehenmal hunlderttausent guldin thun; machen also die zwelf gedoppelt monat von acht zehen und neunzehen bis in zwenzigmal hunderttausent guldin ungeverlich. weren dann etlich us den oberlendischen stetten, die nit vermöchten ire sechs doppel— monat anderwerbs zu erlegen, so weren wir urbittig, soverr Würtemberg, Lugspurg und Ulm jeder einen vierdentheil an ir, derselben unvermöglichen stett, anlag uf zimlich interesse darleihen wolten, das wir alsdann auch einen vierten theil von dem gelt, so wir ufgnommen, darleihen wolten, also das die stett, die sollich gelt ent lenen, sich verschribben, dasselb, wie wir es ufgnommen, zu verzinsen, namblich von hundert guldin hauptsumma fünf Von hier an(ausser dem letzten Absatz) finden sich Abschriften des Briefs in Augsburg, Arch., Literal. 1546 und in Stuttgart, Arch., Büschel 82. Han hat ihn offenbar den Stimm- und Kammerräten mitgeteilt. Denn diese schreiben am 28. Juli an die Kriegsräte und Pfennigmeister(Ulm; Ausf. a. a. CO., Büschel 26, Nr. 175; praes. 30. Juli): Da Strassburg sich nicht verschreiben will«und wir derhalben kain gelt ufpringen werden), so müssen die Stände zur Erlegung der 3. und 4. sechs einfachen Monate angehalten werden; «dann wir weiter dann zu bezalung dis monats Augusti mit gelt nit gefasst sein werden.» 3— zum zweiten Male. und u. U. zur Beteiligung an einer Anleihe bereit. 259 guldin zins, und uns des orts schadlos zu halten. nun haben wir gedacht, das sich der überigen oberlendischen stett anlag der sechs doppelmonat, so sie schon gar nichts daran erlegten(des wir uns doch nit versehen), ungeverlich uf hunderttausent und dreissig tausent guldin laufen; daran wurde uns für den vierden theil darzuleihen gebüren ungeverlich 32500 fl.. mitler weil möchten sich dieselben stett auch bewerben und gelt ufbringen; das wolten wir mit allem guten vleiss auch thun. disen fürschlag wöllen nun, mit bestem vleiss ir mögen, fürbringen und anbieten. Wo aber sollich unser erbieten als der sachen unfürstendig nit angnommen und ursachen fürgwendt, das diser weg der sach nit helfen möcht, sonder je vermeint, es mueste in gmeiner stend nammen gelt ufgebracht und denen, so ir anlagen nit zu geben, damit gholfen werden, die auch das interesse davon geben solten etc., so mögen ir, Michel Han, euch bei den cammerräthen uf nachvolgende mass von unsertwegen inlassen: namblich das ir von unsert wegen anzeigen, das wir achten gut und notwendig sein, das sich nit allein Würtemberg und etlich stett für das gelt verschreiben, sonder das sich wo möglich die ganz verstendnus darfür verschreibe. wo aber sollichs in der eil, und das die stend einander so weit entlegen, itzumal nit möglich, das sich doch Sachsen, Hessen, Würtemberg und Frankfurt mit den andren stetten verschribben, darob ir dann mit ernst halten sollen. wos aber sollichs bei Sachsen nit zu erlangen, das wir uns doch in ansehung, das er one zweivel seine kriegsräth und reuter auch bei dem landgraven haben würt, nit versehen wöllen, das alsdann Hessen, Würtemberg und alle oberlendische stett samt Frankfurt sich samtlich verschreiben. item das man das gros interesse der verstendnus kaufleuten, burgern und hindersassen nit gebe, sonder allein den fremden und denen, so nit verwandt seind. und das sich die verwandten und hindersassen zu beschirmung ir selbs, auch irer weib, kinder, freund und vatterlands mit gewonlichem zins, von dem hundert fünf guldin zu nemmen, vernuegen liessen. Und dieweil zu besorgen, so man also gemein gelt ufbrecht, es wurde ein jeder sein gelt, so er hett, bei im zu seiner selbs notturft behalten werden und also sein anlag von dem ufbrachten gelt erlegen wöllen, so wölt von nötten sein auch hierin ein mass zu halten, wem man leihen wolt und mit was conditionen. item das versehen wurd, welcher stand gelt davon neme zu seiner anlag, das er das interesse alsbald davon erlegt, damit man das erst jar desto bass glauben halten möcht. were auch gut, das man das interesse also gemutmasset hett, das es nit zu hoch und den stenden zu bezalen unmöglich wurde. item so also gelt ufbracht wurde, were auch zu bedenken, wohin und hinder wen man es erlegen wolt und wer also gwalt darüber haben solt, dasselbig uszuspenden und den stenden, so sein notturftig, zu übergeben. damit es in aller deren hand were, die darfür verschribben. Und dieweil uf die ufbringung sollichs gelts, sonderlich bei den fremden zu erlangen, ein gute zeit gon wurt, so möc ht es die zeit unsers achtens wol erleiden, das mit dem churfürsten zu Sachsen und den sächsischen stenden auch ghandelt wurde, in ein solliche gmeine obligation zu willigen und, an orten und enden inen möglich, gelt also uf gmeiner stend kosten und interesse auch ufzubringen, dasselbig zu underhaltung des kriegsvolks haben 2* Vgl. Nr. 239. 5 Dieser Satz(bis«samtlich verschreiben») ist am Rande zugefügt. 260 1546. Vom Kaiser angeblich beabsichtigte Ausrottung des evangel. Glaubens. zu gebrauchen. dises alles wöllen also underschidlich und mit besten fugen, wie ir, Michel Han, zu thun wol wissen, handlen und fürbringen und uns, wes euch begegnet, wider berichten, auch euch desselben nit beschweren, sonder unser und gmeiner stend notturft, wie ir bis hieher treulich gthan, ansehen. das wöllen wir uns zu euch getrösten und in allem guten nit vergessen... datum sontags den 25. Julii zu zwei uren nach mittag a. etc. 46.» 239. Klaus Kniebis an Bernhard Meyer. 1546, Juli 26. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 2, f. 97— 99. Or. Einnahme von Dillingen; soll helfen Geld aufzubringen; Absichten des Kaisers; Bettag.— Nachschrift: Der Kaiser will alle Ketzer vertilgen; bauen auf die Hilfe der evangelischen Eidgenossen.— Zettel: Grüsse. Haben«sidher imbiss) einen Brief aus Ulm erhalten], dass sie«uf 60 fenlin» haben und den Landgrafen erwarten. Der Bote meldet,«das si uf samsten nechts II verschinen sollen Tillingen die statt und schloss innemen willens gesin, doch mit etlichen conditionen. Nach Ankunft des Landgrafen wird man beraten, waz si witter furnemen wollen.» Für das viele Volk ist viel Geld nötig. Er mõge helfen Geld zu fünf vom Hundert aufzubringen, für das sich Strassburg oder die oberländischen Städte und Württemberg verschreiben. Es ist oder wird einer nach Basel deshalb gesandt, dem Meyer helfen möge.(Es ist noch nit besunders gehandelt. man sagt ouch?, es si kei. Mt. meinung, ir Mt. woll zusehen und uns wol lossen verzablen, bis wir kein gelt mehr haben, und uns also usharren, demnoch ouch handlen noch ir Mt. gelegenheit. wo wir uf unser sit nit mochten grosse summen gelts ufbringen, so wurde es nit gut fur uns sin.“ Gott möge sie nicht nach ihrem Verdienen strafen; Meyer möge für sie beten.(Min Fern haben bevolhen uf morn zinstag in allen pfarren ein ernstlichen bettag zu haltens... geben uf montags zu nacht den 26. tag Julii a. et. 46.» Nachschrift: Die Päpstler sollen sagen, wenn der Kaiser die Ketzerei vertilgen wolle, müsse er alles bis zu drei- und vierjährigen Kindern erwürgeng.«Dann die jungen kinder ieben sich in unserer ketzeri.» Gott wird das verhindern.(Ir wissen, das der endecrist zu Rom und sin anhang seer grossmechtig, doch nit allmechtig, ouch nit unüberwindlich, als sich etlich nennen lossen. ps Hoffen auf Gott.«Ir eristgloubigen in der FEidgnossschaft haben ouch uch zu mehr molen gegen uns zu Strosshurg vil guts trostlichs willens vernemmen lossen. ob sich begeb, dass die find der crisLliche[n] religion sich ouch zu uns nehern wurden, das ir des ingedenk wurden und thun, was sich darzu zu thun gebürt.) Zettel: Lässt den Stadtschreiber und den diener in der schulen, der von Strossburg zu uch hinüf gon Basel komen, heisset Johannes Silvanus,“ grüssen. 239 1 Vgl. dazu Nr. 246, Anm. 1. 3 Vgl. Nr. 229, Anm. I. ® Vgl. Nr. 150, Anm. 5. * Dasselbe melden auch die in Ulm versammelten Gesandten in ihrem Brief vom J. Juli an den Landgrafen; vgl. Nr. 194, Anm. 1. Anspielung auf die Anrede des Kaisers. w ee=.* 1546. Kriegsereignisse im Oberland. 261 240. Michael Han an Johann Machtolf,«der rechten licentiaten, stattschreibern zue Esslingen. 1546, Juli 26. Ulm. Stuttgart, Arch., Büschel 91, Ox. Ben. von Heyd, Herzog Ulrich III, G. 380, Anm. 37(dort irrig als Brie/ des Stadischreihers von Ulm bezeichnet]. Haben 60 Fähnlein; Nachrichten über die kaiserlichen Truppen; Kurfürst und Landgraf erwartet; Musterung von 43 Hähnlein; Einnahme von Günzburg und Dillingen. Kommt seinem Wunsche nach Leitungen gerne nach.«Wir haben nach und nach sovil kriegsvolks hie oben gesamblet, das wir nunmer uber die 60 vendlin haben, darunder vil feiner knecht und ain seer willig und lustig volk, wann wirs nur dapfer brauchten. es hat uns bisher und noch(wie ir wissen) an reutern gemangelt; wölten sonst wol et was grosses ausgericht haben, ee Sachsen und Hessen mit dem rechten zeug komen weren. Die Eerenberger claus und das sloss haben wir noch innen. und wie woll der von Castellallt mit 2000 Tirolern(wie man sagt) nun etliche tag nahet darbei gelegen sein soll, auch durch ain Fueger von Swatz(eben des hauptnans bruder, so von unsern wegen darin ist) das schloss aufgefordert, so gibt doch der ünser gute vertröstung, er getreu sie mit gottes hilf woll zu behalten und denselben pass niemandem zu gestatten. Den markt Reite hieherwerts der clausen und was daselbst umb ligt, hat man zu diser stend handen eingenomen und huldigen lassen. Fuessen ind was der bischof von Augspurg daselbst umb gehabt, hat man auch aufgenommen, Fuessen besetzt. die knecht, so daselbst gelegen, seind den un— sern, da man an sie hin gewöllt hat, fein seuberlich ent wichen, haben fersengelt geben, seind auf das paierisch gezogen. nun hat her Sebastian] Schertlin ritter von seinen hern von Augspurg und zum thail auch von alhie aus bevelh gehabt, Paiern(der sich noch unpartiisch hielte) nit zu belaidigen. er vermaint, er wölle sie sonst woll an aim andern ort betretten haben. also seind sie(wie man sagt) von tag zu tag je weiter hinab auf das paierisch geruckt. sollen jet zt umb Freisingen ligen iendert 16 oder 18 vendlinGeörgle von Regenspurg soll nit mer dann 9 vendle gemustert haben ind mit denselben umb die Neuenstatt ligen. die Hispanier, so fern? in Hungern zogen, seind wider herauf(doch sagt man nit uber 13 oder 14 hundert stark)s; ligen umb Landshut. halten die frund so grausam ubel, das man maint, die Paier werden es in die harr nit leiden mögen, sonder sie selbs schlagen‘. zu Riedlingen seind eben lang bis in 3000 oder mer knecht ungemustert und unbewehrt gelegen. als wir zuletzt sie haimsuchen wöllen, seind sie hinauf nach und nach bis gein Sallmansweiler geruckt. daselbst soll man inen gelt(so derselbig abt, auch der bischof von Costant und andere praelaten, auch etliche grafen und, wie man redt, Überlingen dargeluhen haben sollen) gegeben und sie etwas, doch nit gar, bewehrt haben. als nun jetzt der unsern 6 oder 7 vendle landsknecht und 8 vendlin Sweitzer, so zu Memmingen und Kempten gelegen, sich gegen inen hinauf gewendt, 240 1 So die Anschrift, in der es weiter heisst:(seins abwesens hern Josten Döschlern.) ?= voriges Jahr; vgl. dazu Nr. 19, Anm. 6. 2 über ihre Jahl Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 152. Am Rande steht noch folgende Bemerkung:(Nota. diese Hispanier haben denen von Ulm 412 ochsen, so sie aus Hungern herauf treiben lassen, genomen. als es die treiber dem vitzthumb zu Landshut klagt, hat er sie zum Rkeiser gewisen; sein her sei nit mer her im land. 262 1546. Einnahme von Günzburg und Dillingen. sie haimsuchen wöllen, kompt kontschaft, sie seien auch gewichen, understanden uber die Ruggstaig nach Nazareit oder in die grafschaft Tirol ze ziehen, also das sie ain waiten creuzgang thun oder den unsern ze thaill werden muessen. marggr[af] Alb[recht] von Brandenburg(so, wie ir wist, 3500 pferd hat sollen bringen) hat iendart 5 oder 6 hundert; die andern sollen ime von Sachsen und Hessen abgespannen sein. der Teutschmichel[Deutschmeister](so 2000 hat sollen bringen) hat noch nit 200 pferd. der Böheim, so man zue dem schanzen hat brauchen wöllen, haben sollen 1500 komen; laut mein kontschaft, ir seien nit uber 150. und reutet der könig in Böheim; vermaint dise und andere mer aufzubringen; aber es wöllen etliche mainen, er werde wenig ausrichten. die Böheim sollen under sich selbs nit woll ainig sein umb des erbkönnigreichs willen, darein etliche nit gehellen wöllen. von dem volk, so aus wöllischen landen komen soll, sagt man noch fur und fur, das sein eben vil werde; aber komen noch langsam. ich main je, wann wir heraussen etwas dapfers theten, etliche auf die mäuler schluegen, sie kemen gar nit. also ist der gegenthail noch nit gevast(gott hab lob), wie er gemaint hat. und seind wir. mit der hilf gottes vor ime vil stärker aufkomen. wann wir nur bei einander oder allain das haupt, der landgraf, mit etlichen reutern hieoben were, wir wölten ain schön spil anheben. wir seind nun alle tag des curfursten und landgrafens mit iren haufen warten; sollen nunmer bei einander und am heraufziehen sein; auch nit minder dann 60 vendlin knecht und uber 6000 pferds. es wurdet ain grosse kirchweihe werden, wann man zusamen kompt. Am donderstag verschienen(Juli 22] haben wir 43 vendlin in zwaien regimenten bei Guntzburg sweren lassens. da hetten ir warlich vil feiner knecht gesehen. seind dannocht noch etliche vendlin zu Augspurg, 2 zu Donauwerd, 2 zu Weissenhorn, ains zu Fuessen, ains zu Biberach, ains zu Ravenspurg und 8 vendlin Aidgnossen zu Memmingen gewesen. Guntzburg hat man eingenommen, den stenden huldigen lassen, die kirchenornata dem spital oder den armen daselbst zu aim peutpfennig ge— schenkt. die von Dillingen seind gein Guntzhurg komen, 2 vom adel und sonst 4. haben sprach mit uns gehalten; bin ich herren Seblastian] Schertlin rittern zugeben worden. haben also mit inen gethedingt, das sie noch am freitag sich ergeben, statt und schloss disen stenden eingeant[wurt]. ist der oberst mit etlichen räthen auf dise sbund alda7. es geet(gott sei gelobt) nur recht von statt., ich hoff je, der cardinal von Augsburg] und andere, so dis spil angericht, werden iren gewin berait eingenomen haben. unser volk ist alles willig; man lug nur, das man vil gelt hab, sie willig zu behalten. es wirdt( mit der hilf gottes) alles widerumb bezalt werden... dis alles hab ich euch(und meinen gunstigen herren von Esslingen in gemain; doch werden ir und sie es sonst nit alles allenthalben zu öffnen wissen) nit ver— halten wöllen. Lässt noch«meinem lieben swager, herren Josten Thöschlern, auch ml agistern] Jacoben Ottern Pfarrer zu Esslingen] mein dienst sagen. aptim Ulmae 26. Julii mane a. etc. 1546.» n s Über seine wirkliche Truppenzahl vgl. Nr. 212, Anm. 2 und Nr. 220, Anm. I. ẽ Die Ansprache, die dabei«herr Balthazar von Gultlingen dem ganzen haufen der sechzig oberlendischen vendlin landsknecht vor Gunzburg im leger donderstag den 22. Julii offentlich im ring furgehalten), befindet sich in Abschr. in AA 541, f. 716-77; gedr. von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 167- 168; Sleidan, De statu relig... comment. II, S. 475-= 477 gibt sie fälschlich unter dem 22. Juni wieder. 7 Über die in diesem Brief gemeldeten Ereignisse vgl. auch Lenz, Kriegführung, 8. 444- 446. 1546. Truppenbewegungen; Verhandlungen m. Strassburg wegen d. Verschreib. 263 241. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Juli 26. Basel. Str. St. Arch., AA 555, f. 64 und 67. Ausf. Prod. Mi. 28. Juli. Nachrichten aus Burgund; erbitten Auskunft über eine Niederlage des Erabischofs von Köln. Senden beiliegende Nachrichten aus Burgund, die Bern ihnen eben zugeschickt hat!. Bitten um Berichte, besonders über die Niederlage der 12000 Mann bei Köln.(datum mentag 26 Julii die 9. stund nach mittag a. 46. 242. Der Rat an Heideck und die Kriegsräte. 1546, Juli 27. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 207. Ausf. Praes.«bei den kriegsrethen Julio»(ohne Tagesangabe). Verweist wegen des Verschreibens auf seine Gesandten. Haben ihr Schreiben aus Dillingen vom 24. Juli erhalten Nr. 236]. Nun haben wir seinther unseren gsandten gschribben und schreiben inen hiebei widerumben[Nr. 246], euch unserer gelegenheit deshalben zu berichten, und achten nit unbillich sein, das wir beschwerden haben uns dessen zuverschreiben, das wir zu leisten nit vermöchten. was wir aber dem gmeinen handel zu gutem erschiessen kinden, des soll unsers vermögens, wie bisher beschehen, ob gott will, nit mangel sein...“ Dat. Di. 27. Juli 461. 241 1 Schreiben Berns vom 25. Juli mittags(Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 133; Abschr. in AA 555, f. 65— 66): Haben Zürich trotz seiner Abneigung zur Berufung eines Sondertags der 4 protestantischen Orte zu bestimmen gesucht[dies fehlt in der Strassburger Abschr; hören aus Burgund, dass dort(kein kriegs volk vorhanden, darneben wie... Prankrich und Engelland ire söldner cassiert haben, bi 6000 lanzknecht und ltalianer uf vier monat bezalt, und die dem keiser zuziechen lassend. darzu sollend us bisgay drutusent pferd den nechsten durch Lothringen dem keiser zuziechen, desglichen... Engellands knecht durch Flandern uf Coln. und sie des keisers anschlag zwen huffen zu machen, den einen gon Um zu, dadannen gon Straspurg; daran wolle er binden, was im gott verlihen hat, die zwo stett zu erobern; den andern huffen wolle er gon Coln fertigen. es gange ouch ein red, wie der keiser des bischoven von Coln zug, namblich 12000 man, nidergelegt habe.) 242 1 Heideck und die Kriegsräte teilten am 30. Juli diese erneute Weigerung Strassburgs dem Kurfürsten und dem Landgrafen mit(Donauwörth; Ausf. mit«cito, cito, cito) a. O., Nr. 872, f. 134 –- 138; praes.«vor Walthauseny 31. Juli) und fügten hinzu,(dardurch dann daz ganz werk mit aufbringung des vorraths zurucken und hinder sich gangen, wie wol sie haben sich dannocht, damit an inen in disem werk kein mangel erscheine, zu dem vorerlegten sechsten doppelmonat wider auf ein neus so vil zu erlegen erbotten. so ist aber unsers erachtens der sachen damit gar nit geholfen in ansehung der menge des volks. darumb an e. chur- und fl. G. unser... bitten, sie wellen gnediglich nach wegen helfen denken, damit ain dapferer vorrath aufgebracht werde. dann wir haben kein grossere sorg, wann es werde uns an gelt manglen werden.) Vgl. aber die in Nr. 248, Anm. 3 erwähnte Nachschrift zu diesem Brief, —— SP, 1546. Verhandlung über Strassburgs Verschreibung. 243. Petermann(Ulrich Geiger) an Bernhard Meyer. 1546, Juli 27. Strassburg. Basel, Arch., Polit. N 8, 2, f. 102. Or. Nachrichten vom Kriegsschauplatæe. Kniebis! wollte schon die neue Zeitung melden, dass der Landgraf be— reits im Bistum Würzburg sei, die Oberländer das Bistum Augsburg ein— genommen, zu Füssen, Günzburg, Dillingen und Weissenhorn Besatzungen gelassen und Donauwörth besetzt hätten;(dan der kaisser hat dasselbig understanden.“ 43 Fähnlein sind beisammen, die jetzt vielleicht in Baiern den Feind suchen. Der Baier hält sich bisher neutral, aber die Spanier haben dort Ulm 400 Ochsen genommen, und seine Amtleute erklären,«ir her sei jetzt nit meister, sie sollens dem kaisser klagen. 2 In Memmingen, Biberach. und Kempten liegen einige Fähnlein, die auf die Kaiserlichen in Überlingen achten. Der Herzog von Jülich war am 14. Juli zu Nürnberg mit 150 Pferden über Nacht. Er reitet nach Regensburg zur Hochzeit mit Ferdinands Tochters. O, das got wolt, das der landgrave dissen tag mocht zu Donnenwerd an— kommen; er solt ihnen uf die hochzeit schenken... Dat. 27. Juli 1546. 244. Wolif Böcklin an Michael Han. 1546, Juli 28. Dillingen. Str. St. Arch., AA 550, f. 132 und f. 70(Zettel). Or. Vermerk Hans:«Accepi Ulmae 28. Juli Roſra] a post meridiem.» Verhandlung mit den Kriegsräten über Strassburgs Weigerung sich zu verschreĩ ben. Zettel: Han soll sofort mit den Stimmräten verhandeln. Das Schreiben der XIII Nr. 238] ist ihm hinacht... uf der post zum komen..., und hab glichwoll den kriegsrétten, sovil sie belangen thutt, furgehalten und innen angezeigt die ursach, worrumb es minen herren schwerlich fallen wolle,[das sie] in ein solche blinde verschrihung gonn solte[n]. die haben mir nun angezeigt, das es nichs erschiessen mocht, so schon min herren die 6 dopelmonat auch erlegten; dann es werde nun hinfur mer dann 3 mol hundertduusent gulden uf das kriegsvolke gonn(werde. derrenhalb so es nit anders gehalten werden mochte, so wurden sie das kriegs volk] nit erhalten mogen, wo nit ein vorlrott vorhanden werr, und glichwoll doruf ge— drungen, das unsere herren doch willigten, das das gelt, so andre fursten und stende bewilligſt], ufbrecht werde. am andern, so hat sich Balthasar von Giltlllingen hörren lassen, das er acht, das sin herr den kleinen stetten nichs darlihen werd]...; deren halb acht ich, das das mittel, so mine herren furgeschlagen, nit bi herzog Ulrichen erhalten werde. und diewill mine herren zulest bevelch euch zuschriben... und derselb bevelch uf die stim- und nit kriegsrett stott, hab ich solchen euweren bevelch nit anzeigen wollen, sunder euch bi euwerem bliben(zu) lossen. es haben auch die anderen kriegsrett anderen iren stimreétten auch geschriben und sich miner herren antwurt beschwert.... Dat. Dillingen Mi. 28. Juli 46. Zettel:(Lieber her gevatter. 243 1 Vgl. Nr. 239. 2 Vgl. Nr. 240, Anm. 4. 3 Vgl. v. Druffel, Viglius, 8. 26-27, zum 17. und 18. Juli. 1546. Übersicht über Strassburgs Fähnlein. 265 wollen die sach uf das furderlichs mit den stimretten abhandelen und, was euch begegnet, unseren herren uf das furderlichst widder zuschriben, damit mir des geschreigs abkomen mogen.»! 245. Mathis Pfarrer an Michael Han. 1546, Juli 28. Strassburg. Str. St. Arch., AA 550, f. I04. Or. und AA 553, j. 44(Abrechnung). Aufzeichnung Pfarrers.— Vermerk Hans:« Accepi Ulmae ultimo Juli». Abrechnung Strassburgs über das Laufgeld zum Landgrafen und nach Ulm. Sendet die Abrechnung über das ausgegebene Laufgeld, welches Strassburg an den nach Frankfurt zu erlegenden Doppelmonaten abziehen wird. Dabei ist ein Irrtum unterlaufen, indem Knobloch im Lebertal noch 100 Gul— den erhielt!, die für Frosch bestimmt waren und diesem dann von einem andern nochmals geliefert wurden. Ferner hatte Strassburg noch für die Botschaft nach Baden und anderes Ausgaben, über welche er auch ein Verzeichnis senden wird, wenn Han es wünscht. Dat. Mi. 28. Juli 46. Abrechnung:«Uff den laüff dem landtgraffen. item 500 fl. Asimus Bocklinz. item 500 fl.— Caspar Jollers. item 500 fl. Jorig von Kippenheim. item 400 f.— Hüg Drizehenz. item 400 f.— Jacop von Rütlingens. summa 2300 fl. Item 300 fl.— haüptman Sternens. item 149 fl. 4 bat zen hat Niedhart uff 261 knecht, so dem Sternen zugeheren, zu Wanzenauw ussgeben. item 45 fl. Cosman von Friburg und Hans von Dillenburck, bede Sternen weibel und vendrich, geben. item 200 fl. hat Philipps, würt zum geist, den knechten, haüptlüten und weibel in der Wanzenauw geben. sümma 694 fl.“ batzen. Item 500 fl.— dem chomenthor?, item 133 fl.— dem chomenthor. item 14 fl. 6 batzen uff die knecht gangen für brott. item 1200 fl. Jocham n Westhüsens und Hans Michel von Badens. summa 1847 fl. 6 batzen. Item 800 fl. für 2000 spiess dem landtgraffen geschickt gen Darmstat?. item 5 fl. 61/2 batzen hat der Widengrin und Balthasar Bischoff verzert uff den laüff der knecht. summa 805 fl. 61/2 bat zen. 244 1 Vgl. dazu auch Nr. 238, Anm. 2 und Nr. 242, Anm. 1. 245 1 Zu den 500 Gulden, die in Nr. 137 angegeben sind. 2 Vgl. Nr. 148, 191, 201, Anm. 4. Vgl. Nr. 148, 191, 196, Anm. 1, 201, Anm. 4. ö vgl. über sie Nr. 148, 191, 201, Anm. 4. 5 Vgl. Nr. 166, 191, 201, Anm. 4. 6 Vgl. Nr. 1659, 165, 191, 196, Anm. 1, 198, 201. Vgl. Nr. 134, Anm. 6, 198, 201, Anm. 4. 8 Vgl. über sie Nr. 195, 201, Anm. 3. 9 Vgl. darüber Nr. 201, Anm. 4. * Nach den Musterregistern in Marburg, Arch., Nr. 895 über die Musterung vom 18. bis 22. August wiesen die dem Landgrafen übersandten Fähnlein auf: Eptingen h/ 347 Mann ‚mit 88 Haken Dreizmehen.. 70 Jakob von Reutlingen 243. Stern 364413 110 Kippenheim. 335 84 Böcklin. ⸗; 402 72 w. ferner Joachim von Hattstatt. 239;„85(vgl. Nr. 201,Anm.1);— m mne. 1546. Strassburgs Regelung betr. Kriegs- und Stimmrat; Uff den laüff gon Ulm. Item 550 fl.— Martin Braunen. item 600 fl.— Phillips Knobelochs. item 500 fl. Wolff Hohermutiz. item 500 fl. Erhart Froschenis. zumma 2150 41.14 Summa. disse summen alle zusamen gerechnet düent 7797 fl. 2 bat zen.) 2 246. Die XIII an Wolff Böcklin und Michael Han. 1546, Juli 28. Strassburg. Str. St. Arch., AA 541, f. I29- 131. Ausf. Vermerk Hans: CH. decepi Ulmae ultimo Juli ad vesperam d. 46. II. Böcklin mittebat ex Werda Danuhis,). Sind Kriegs- und Stimmräte getrennt, soll Böcklin den Kriegsrat, Han den Stimmrat versehen; wollen sich bis zu 300000 Gulden mitverschreiben. C.. Wir haben euer schreiben! und darin ir begern, so die kriegsräth im veld, aber die stimmräth an ainem sondern ort sein werden, ob ir samenthaft bei den kriegs- oder stimmräthen pleiben oder ainer sich zun kriegs, der ander zun stimmräthen thun solte, und das wir euch ainen wagen wöllen schicken; dann so herr Ulman, unser kriegsrath, mit... dem landgraven hinauf komme und ir baide herab sollen, werden ir denselben wider mit herab pringen; oder so euer ainer als stimmrath doben pleiben solte, das derselbig solches wagens... bedörfen wurde; das man auch mit nitschickung unsers chammer— raths noch beschwerden habe und was mit euch zu etlichen maln deshalben gehandlet, desgleichen was bis daher durch das kriegsvolk ausgericht et., von Wilhelm Helden empfangen... und geben euch darauf gönstiglichen zu erkennen, das wir unsers theils vil lieber haben wollten, das die kriegs-= und stimmräth bei ainander im veld pleiben und also ainander rathsam sein möchten. wo dasseélbig beschehe, so haben wir euch hievor, wie ir in disem euerm schreiben auch anziehen, geschribenz, das ir euch beide sament— haft des kriegs- und stimmraths, bis herr Ulman zu euch hinauf käme, underziehen sollen; darbei wir es noch lassen pleiben. wo aber die kriegsräth bei dem öbersten im veld und die stimmräth zu Ulm oder an aim andern ort, do si dem leger am bequemlichsten sein wurden,... da wöllest du, Wolff Böcklin, solchesfals den kriegsrath im veld... und ir, Michel Han, den stimrath versehen und ain jeder das best ze thun unbeschwert sein... Danach ist Bucers Angabe im Brief vom 9. Juli 1546 an Ambrosius Blaurer(Strassburg; Or. in Str. St. Arch., Thom. Arch., Lettres de Bucer III, Nr. 121; gedr. von Schiess, Briefw. d. Br. A. u. Ih. Blaurer II, Nr. 1308, 8. 467):« Nostri landtgravio iam fere ad V millia peditum miserunty, übertrieben hoch, selbst wenn man die Fähnlein von Joachim von Westhausen und Hans Michel von Baden hinzurechnet, von denen Musterregister fehlen. n Nr. 125, 187, 190; 12 Vgl. über sie Nr. 137, 190. 13 Vgl. Nr. 174, 184, 190. 1 Nach den Musterregistern in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXV, Nr. 1691, 1703, 1697, 1720; XXXVI, Nr. 1798, 1797, 1774, 1772 hatten die nach Ulm gesandten Fähnlein folgende Stärke: Braun 376, Knobloch 483, Homut 342 und Frosch 463 Mann.— Die hier und in Anm. 10 angegebenen Zahlen waren im Laufe der Zeit natürlich Schwankungen unterworfen. 246 1 Dieser Brief fehlt; auf seinem Inhalt beruhen wahrscheinlich die Nachrichten in den Briefen von Kniebis und Petermann(Nr. 239 und 243. Wohl in dem fehlenden Brief; vgl. Nr. 217, Anm. 2. | | erklärt sich zur Mitverschreibung bis zu 300 000 Gulden willig. 26 so wöllen wir euch... den wagen bei Wilhelmen, so ehest es immer sein mag, schicken. wenn dann herr Ulman hinaufkomt, so wöllen doch daoben ver ziehen, ir beid den stimmrath versehen und uns das zuschreiben lassen.» Wegen des Kammerrats und des Geldaufnehmens verweisen sie auf Nr. 238.«Wo man aber an demselben je kein vernuegen haben wollt, so wöllen wir euch hiemit der hunderttausent kronen halben, davon ir schreiben?, und, wo von nödten, noch hunderttausend, so die zu bekommen sein wurden, das were bis in dreimalhunderttausend gulden, gewalt geben haben, dieselben helfen ufzenemmen und uns neben Wurtemperg, Augspurg, Ulm und andern oberlendischen stetten darumben lassen zu verschreiben, und das mans ain jar lang oder ain halbs, welches man gehaben möcht, auch daz interesse uf das geringst stellte, wiewol uns ain sollichs ganz beschwerlich der ursachen halben, und wir euch hievor zugeschrieben haben*. wolte man nun weiter gelt ufnemen, so achten wir, daz je von nödten sein wurde, das Sachsen, Hessen und Frankfurt auch darin begriffen und darfur verschriben wurden. so dann... der landgraf nunmehr alle tag zu euch hinaufkomt und die uberigen kriegsrät, wie wir achten, mitpringt, so möcht mit seinen fl. G. und den kriegsräten gehandlet werden, welchermassen die obligationen solcher weiterer ufnemung in seiner fl. G., auch Sachsen, Frankfurt und anderer stend namen ze stellen weren. und wurdt mit den obgemelten hunderttausend kronen, und im fall das es zweimalhunderttausend wurden, desgleichen ob man ferrers ufnemen wurd, zu versehen von nödten sein, welchem stand davon geluhen... wurde, das derselbig das interesse, so man davon geben soll, alsbald ligen liess, also das sollich interesse uf den stand, der das gelt zu seinem nutz empfienge, und nit auf die, so darumb verschriben, gienge, dieweil dieselben sein kein nutz hätten... datum mitwochs den 28. Julii a. 46 nach 7 uhren vor mittags. 247. Die XIII an Michael Han. 1546, Juli 30. Strassburg. 2. Augusti hord 7. ad vesperum». 9 1 Wiederholen ihre früheren Ausführungen über die Verschreibung. Haben seinen Brief*, in welchem er Antwort auf sein Schreiben vom 18. Juli Nr. 224] verlangt, erhalten. Haben darüber schon am 25. und 28. Juli geschrieben[Nr. 238 und 246]; geben Auszug aus diesen Briefen. Er wird sie inzwischen erhalten und daraus die Ursachen des Verzugs ersehen haben.«Und achten. das wir in disem allem... uns bewisen, das... die kriegsräth dessen pillich vernuegen und niemands ursach haben solle, uns zu verdenken, noch vil weniger zu beschuldigen, das wir daz werk zerrütten sollten. haben uns auch bis daher anderst gehalten. Soll die Antwort der Räte berichten.(datum 30. Julii abends zu 6 uhren anno etc. 46.» 3 Wohl auch in dem fehlenden Brief; zur Sache vgl. Nr. 207, Anm. 1 und 2. In Nr. 238. 5 Dieses Schreiben legten die XIII am 28. Juli dem Rat vor, der ihnen darauf Gewalt gab(nit allein diser dreimalhunderttausend gulden halben, sonder umb noch vill mer, und sie befinden mogen, das zu disem werk von noten sein woll, damit nichtz geltz halben versaumt werde»(Ratsprot. 1546, f. 396b— 397; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Rr 8. 15. . 268 1546. Papstliches Breve an die Eidgenossen betr. den Bund zwischen Kaiser 248. Wolff Böcklin an Michael Han. 1546, Juli 31. Donauwörth. Str. St. Arch., AA 550, f. 103. Or. Vermerk Hans:« Accepi Ulmae ultimo Juli abends». Hat den Kriegsräten Strassburgs Einwilligung in die Anleihe mitgeteilt.— Nachschrift: Auch Sachsen und Hessen benachrichtigt. Sendet den Brief des Rats vom 28. Juli[Nr. 246]. Hat den Kriegsräten die Bewilligung Strassburgs mitgeteilt!;«die haben des sondere frod enpfangen. und damit derwegen unser halb nicht[s] vera bsaumbt, so wollen es von stund an camer- und stimraten anzaigen...) Dat. Donauwörth 31. Juli 46. Nachschrift:«Solh unserer hern erpieten ist alsbald Wirtemberg? und Hessen? auch angezaigt.» 249. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Juli 31. Basel.] Str. St. Arch., AA 555, ſ. 20. Ausf.— Prod. Mo. 2. August.— Erw. von Waldeck, Publizistik d. Schm. Kr. I, S. 22 und von Kannengiesser, Kapitulation, S. 234, Anm. 3 und S. 241. Brief des Nuntius und päpstliches Breve; die 5 Orte sollen Kaiser und Papst zuziehen. é. Als wir uch hievor, das des bapsts bottschaft in irem jungsten kurtrag vor den Eidgenossen geschehen der gegenwirtigen kriegserpörung mit dheinem wort gedacht, ouch dheiner knechten begert habet, zu erkennen geben, mügend wir uch jetz nit verhalten, das gedachter des bapsts bottschaft, Jeronimus Francus, uns mit inschliessung eines bepstlichen breves?z zugeschriben, darin er uns, wie sich der bapst, keiser und andere den 26. tag 248 1 Die Kriegsräte teilten dies den Kammerräten mit und forderten sie auf,«so wellend euch nit mer somen, sonder dahin embsiglich trachten, auf daz obgemelte soma 1300000 Gulden] zum unverlengsten aufgebracht werde; dann man wurdet des mit der zeit woll notturftig sein»(Zettel in Stuttgart, Arch., Büschel 82). ? Durch Gültlingen und Massenbach am 31. Juli(Ausf. a. a. CO., Büschel 26, Nr. 216; praes. 1. August). * Zu ihrem Brief vom 30. Juli(vgl. Nr. 242, Anm. 1) legten Oberst und Kriegsräte Abschr. von Nr. 246 mit folgendem Zettel bei(àpschr. in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 208 –— 209):« Postseripta seien dem Strasburgischen kriegsrathe beiverwarte Schreiben von seinen herren zukomen, also daz sich der fall, wie e. churfl. und fl. G. wir hierinnen von wegen aufhringung eines vorraths geschriben, geendert, und sich bewilligt etlichermassen gelt aufzubringen und helfen mitzuverschreiben, wie e, churfl. und 2. 6: des hiebei vernemen werden.» 249 1 Das meldeten die Baseler Gesandten in Baden ihrem Rat am 12. Juli Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 86). Der im Text erwähnte Brief Basels an Strassburg fehlt. 3 Abschr. des Breves Pauls III. an die Schweizer vom 3. Juli in AA 541, f. 868—- 70 (ohne Datum); ben. von Sleidan, De statu relig... comment. II., S. 480 483; Auszug in Eidgen. Absch. IV, 14, 8. 664- 665; Druck bei Raynaldus, Annales eccl., Tom. XXI, Pars I, 1546, 5 58, 8. 275(ohne Schluss und Datum); deutsche Übersetzg., nach einem sofort von den Protestanten veranstalteten Druck, in Hortleder II, Buch 3, Kap. 12, 8. 258— 260, bespr. von Waldeck, a. a. O., S. 22—- 24. Eine bessere Strassburger Abschr. erw. in Nr. 334, Anm. 2; vgl. dazu auch Kannengiesser, a. a. CO., S. 2365, Anm. 2.— Über Girolamo Franco vgl. C. Wirz, Akten üb. d. dipl. Bez. d. röm. Curie zu d. Schweiz, 8. XXVII- XXXI. und Papst; Haltung der katholischen Orte; Tag zu Baden. 269 Junii zu Rom in ein helige pundnis begeben? etc., anzeigt und anders hieneben vermelden tut, darbi man ir aller vorhaben, ouch gegenwirtiger erpörung ursachen lichtlich abzenemmen und zu ermessen hat; wellichs wir uch ganz guter getruwer meinung hierin verschlossen zuschickend. so langt uns ans, wie die keiserischen und bapstischen in den funf orten und Wallis ein ufbruch ze machen, der kei. Mt. und bapst knecht zuzefueren understanden. was si zuwegen bringen mögen, wirt die zit eroffnen... datum sampsbags den letsten tag Julii a. etc. 46 die zwolfte stund zu mittemtag.» 250. Die Stimm- und Kammerräte,«jetzo zu Ulm», an den Rat. 1546, Juli 31. Ulm. Str. St. Arch., AA 549, f. I2- I3. Ausf. Prod. Di. 3. August. Sollen den Tag von Baden vom 8. August wieder besenden. Da die Schweizer die Antwort auf die Werbung der Protestanten auf die nächste Versammlung in Baden vom 8. August verschoben haben!, so halten(wirs fur ganz... notwendig, das von gemainer verstendnus wegen und namblich abermals durch... hern Ulrichen, hörzogen zu Wurtemberg, e. F. und Costanz uf den bestimten tag furderlich widerumb ain potschaft abgesandt werde; dann e. F. haben freuntlich zu ermessen, sollten(inmassen uf nechster versamblung beschehen und jetzo abermals zuversichtlich) der kai. und kö. Mt., des königs von Frankreichs, stathalters zu Mailand und papsts one unserer stend der verain potschaften auf sollichem tag er— scheinen, das es disen sbenden allerlai onglimpf und verklainerung gebern, auch villeucht von den Aidgnossen nit zum besten ufgenommen werden möcht. derhalben nochmaln unser freuntlich ersuchen, e. F. wöllen disem werk zum besten aus irn räthen... abermalls... verordnen, damit die neben... unsers... herrn von Wiertembergs etc. gesandten(die wir gleichsfalls ersucht?) ir, der gemainen Aidgnosschaft, antwurt... einnemmen und volgends inhalt hievor empfangner instruction, was si vermainen, disen stenden zum besten raichen mög, weiter handlen...“ Dat. Sa. 31. Juli à6. 3 Dieses Bündnis zwischen Kaiser und Papst vom 6. bzw. 26. Juni ist gedr. von Kannengiesser, a. a. O., S. 215— 217 und Nuntiaturber. IX, S. 575— 578. Abschr. in AA 541, f. 66- 67; Abschr. einer deutschen Übersetzung in AA 555, f. 75—78; gedr. bei Hortleder, a. a. O., Kap. 3, 8. 216—218; Auszug in Eidgen. Absch., a. a. C., S. 666—667 in 4). Vgl. auch Nr. 284, Anm. 6 und Nr. 334. Vom 25. Juli aus Luzern(Abschr. in AA 541, f. 71- 73 und 555, f. 23- 24; danach gedr. von Kannengiesser, a. a. O., 8. 235— 236; Auszug in Eidgen. Absch., a. a. CO., S. 665 bis 666. 5 Durch einen Brief Berns vom 29. Juli(Ausf. in Basel, a. a. CO., f. 152; praes. et lect. 31. Juli). Über den Erfolg der Werbung melden sie:(Daruf gedachter bottschaft von den fünf orten dise antwurt worden, si wöltend nüt anders thun dann ander Eidgnosen und schicktend ein potten gan Baden uf den tag». 250 1 Vgl. Nr. 229. 2 Ausf. an Konstanz in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 26, Nr. 66, S. 247-249; praes. 2. August. 3 Herzog Ulrich beauftragte am 5. August wiederum Hans Herter mit seiner Vertretung(Lauingen; Entw. in Stuttgart, Arch., Büschel 27, Nr. 45. Vgl. Nr. 182, Anm. 7 unter 2 und Nr. 188. . * 1546. Johann Sturm aus Frankreich zurück; Rüstungen in Italien. 251. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Juli 31 und August 1. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, /f. 229— 251. Ausf.; z. TI. in Geheimschrift (im Text durch Kursivdruck wiedergegeben) mit übergeschriebener Auflösung. Praes.«vor Donawerda» 6. August.— Ben. von Lenz, Briefw. II, S. 466 – 167. Senden Johann Sturm, der aus Frankreich zurück ist.— Zettel: Haben Keudel geraten, auch ins Lager zu reiten. C.. Als aus e. fl. G. hevelch wir herren Johan Sturmium zu dem Konig zu Frankrich geschickt!, ist derselbig jetzo wider ankomen. so haben wir ime uferlegt, e. fl. G. sollicher seiner werbung und was ime zu antwurt worden, Solchs muntlich zu berichten... Dat. 31. Juli 46. Zettel: Nachdem Johan Sturmius mit disem brief zu e. fl. G. verreiten wollen, hat Johann Keudele, e. fl. G. gesandter, uns angezeigt, das e. fl. G. brief ime in diser stund uf der post zukomen, das er furt in Erankrich erreiten solle; und begert ime zu raten, wes er sich deshalben halten sollt. dieweil aber die frankrichisch hotSchaft, So zu... dem pfalzgrafen sol, eben hie und deren einer, so auf unser partei sein solls, hat es denselbigen nit fur gut angesehen, sonder darfur geachtet, das es der ganzen handlung zerrittung pringen sollt, wo sie Rienein ritten, ehe e. fl. G. der antwort, So der konig dem Sturmio geben, berichten were. derhalben wir gedachtem e. fl. G. gesandten gerathen, das er mit sampt dem Sturmio zu e. fl. G. solle reiten und vernemen, wes auf die antwurt, und Stunmins pringen, e. fl. G. ferner bevelch werde; underthaniglich bittend, . fl. G. wollen es also im besten vermerken und gedachten Keudel gnediglich deshalben entschuldigt nemen... datum sontags den ersten Augusti zu 10 uhr vor mittag.) 252. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, August 1. Basel.] Str. St. Arch., AA 5565, j. 68- 69. Ausf.— Prod. Mo. 2. August. Nachrichten Berns über Rüstungen in Italien; bitten Geiger zu senden, um Morelet über den Eintritt Frankreichs in den Bund auszuforschen. C6... Es habend unser eidgnossen von Bern uns verstendigett, wie si gegenwirtiger kriegsleufen halben] ir speech in Pemont hin und wider besonders gegen der italianischen grenzen gehept, haben aber nit anders erfaren konnen, denn das der keiser mit hochstem vliss anhalte, das die Hispanier und kriegsvolk, so nach im Pemont, ilend ufsiend und siner Mt. zum schnellisten zu— ziehend, das ouch des bapsts zug den 20. Julii bereit ze verrucken und ilend in Tutschland ze ziehen bedacht sie. in Meilandz der stat ist bi henken verbotten, das niemands hinweg ziehe. und wiewol der keiser 500 reisiger buchsenschutzen begert, konnen wir doch nit verstan, das die im vergont siend oder werden; aber trissig brotbecken hat Meiland dem keiser zu— 251 1 8. Nr. 186 u. 187. ? Dass Keudel, wie Lenz richtig aus diesem Brief vermutet, nicht an der Gesandtschaft nach Frankreich teilgenommen hatte, zeigt Johann Sturms Bericht in Nr. 263. 3 Jean de Fraisse; vgl. Nr. 263. 2521 Am 31. Juli(Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 151; audit. 2. August). Die Nachrichten über Mailand stammen aus dem Brief Berns vom 29. Juli; vgl. Nr. 249, Anm. 5. 1546. Erkundigung über Frankreichs Haltung zu den Schmalkaldenern. 271 geschickt, die sinem kriegsvolk brot bachen sollen. und sie das geschrei, der keiser welle etlich ungehorsam fursten straffen.» Sie werden die Abschriften des Breves und von Francos Brief? heute erhalten haben.«Und diewil in denselbigen schriften meldung geschicht, wie bapst und keiser einen pund... beschlossen und vil andern fursten, herren, potentaten und comunen darin zu tretten und solchen pund anzenemen platz gelassen, da Bern uns bi herrn Morelet, des konigs us Frankrichs bottschaft, die hie ists, zu erkundigen geschriben, ob nit der könnig von Frankrich auch in solche bunt nis wölle oder darin sie, wellichs wir, so vil mit fugen durch unverdechtlich lut geschehen mag, ze thund urbuttig. diewil aber doctor Ulrich Geiger] bi uch des gesagten herrn vil kuntschaft, bi im wol verdient und angesehen, und dann unser panerherrè, so ouch wol ain franzosser, diser zit... uf unserm stetttag zu Zurich? ist, sehe uns fur gut Jan], das ir gesagten doctor Ulrichen ilend haruf zu herrn Morelet ritten und mit im hierob red halten liessend. sind wir der hoffnung, was der herr Morelet diser oder anderer sachen wissens truge, ers werde sich dessen gegen doctor Ulrichen nit bergen. darzwuschen komt unser panerherr von Zurich. was sich dan uch ze wussen von noten zubruge, wolten wir uch fruntlich mitteilen... datum ilends sontags den ersten Augusti die vierde stund nach mittemtag a. 46.» 253. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, August 1. Feldlager vor Waldhausen. Str. St. Arch., AA 546, 39 150-—1681. Ausf., fast ganz in Geheimschrift mit heiliegender Auflösung.— Prod. Di. 17. August. Sollen die 4 Doppelmonate nach Ulm schicken. 8 Hat das Schreiben der XIII Nr.“ gefallen und bittet das Geld!«an einigs seumen nach Ulm zu schicken und den Tag der Ankunft anzugeben, damit er sich danach richten kann. Dat. Feldlager vor(Walthausen) 1. August 46. 35] erhalten; lässt sich ihr Bedenken 254. Die XIII an die XIII von Basel. 1546, August 2. Strassburg. Basel, Arch., Kirchenakten A 4, f. 2I0— 2I2. Ausf.— Praes. et dudit. 5. August. Jetzt deutlich, dass der Krieg die Unterwerfung unter das Konzil bezweckt; die protestantischen Schweiger sollen sich daher der Verteidigung der Religion anschliessen. Danken für Nr. 249;«und zweiflen nit, ir und... Zurich, Bern, Schaffhausen, Sant Gallen und andere, so bisher das wort gottes predigen lassen, 3 Vgl. Nr. 249, Anm. 2 u. 4. Im Brief vom 31. Juli; vgl. Anm. 1. 5 Vgl. Nr. 202, Anm. 1. Bernhard Meyer. Vgl. darüber Eidgen. Absch. IV, 14, S. 650—652 und Geiser, D. Haltung der Schweiz währ. d. Schm. Kr., S. 202. s Die Hs. hat:«es». 253 1 Am 25. Juli hatte er Alexander von der Thann und die Kellner von Butzbach und Lichtenberg angewiesen, das Geld von Frankfurt und Strassburg in Empfang zu nehmen und durch die Pfalz nach Kirchheim in Württemberg mit sicherem Geleit zu führen(Lager vor(Morstadty; Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 899, f. 1–- 3). SPY 272 1546. Gefahren eines kaiserlichen Siegs für die protestantischen Eidgenossen. werden aus disen des bapsts und seins orators schriften genugsamblich abnemen und verstan, das dise jetzige kriegsrüstung nit darumb furgenomen, wie hievor furgegeben, allein etlich ungehorsam fursten zu straffen, sonder alle diejenigen, so dem jetz vermeinten bapstischen concilium nit gehorsamen werden, zu gehorsame desselben zu bringen und desselben beschluss zu geleben. dweil nun nichts gewissers, dann das dis bapstlich concilium alle ler, ceremonien und haltung, so ir und andere stend nach vermög göttlicher geschrift furgenomen, für ketzerei und irrthumb verdammen wurt, wie es dann auch der bapst in seinem breve ausdruckenlich zu nennen kein scheuch hat, so ist gut zu gedenken, soll ime, dem bapst, sampt seinem anhang die sach gegen disen stenden... gerathen, wes ir und andere von der Eidgenosschaft, so dem gottlichen wort anhengig, zu gewarten haben. und obschon jetzt euch und gemeinen Eidgenossen viel guter wort gegeben, so haben ir doch wol zu gedenken, was churfursten, fursten und andern reichsstenden uf gehaltenen reichs- und andern tagen fur vertrostungen fridens zugesag! und verabschidet, verbrieft und versigelt worden und wie dasselbig inen jetzt gehalten werd; wir wollen geschweigen, wes sich kei. Mt. zu zeit ir kei. Mt. wal verschriben und geschworen hat, aus wellichem ir wol abzunemen, wes ir euch uf solliche gutte wort nit allein der religion, sonder auch anderer euer freiheiten halb zu verlassen haben. und ist heruf an euch unser ganz freundlich und nachpurlich bitt, ir wöllend die wichtigkeit dis handels und, was euch und andern Eidgenossen daran gelegen, bedenken und sollichs alles... Zürich, Bern, Schaffhusen und andern anzeigen und vermelden, auch si bitten, neben und mit euch durch alle mögliche wege zu furkomen, damit zu verderbung der teutschen nacion und unsers gemeinen vatterlands kein ufbruch oder zulauf dem bapst und seinem anhang gestattet werde!... und dweil des gegentheils practicken alle daruf gond, wie man die stende, so das evangeli predigen lassen, von einander trennen oder zum wenigsten etlich durch gute wort dahin bereden, als ob si sich nichts befaren und also stillsitzen, der sachen zusehen sollten, damit si dester leichter einen nach dem andern zwingen mögen, so will hoch von noten sein, uf die weg zu gedenken, wie man sich zusamenthun und mit gemeinem rath und hilf der sachen begegnen mög. wes ir nun herin bei obgemelten von Zurich, Bern, Schaffhausen und andern befinden, das wollen uns verstendigen, damit wir es an andere unsere mit vereinigte stend gelangen lassen... Dat. Mo. 2. August 46. 255. Petermann(Ulrich Geiger) an Bernhard Meyer. 1546, August 2. Strassburg. Basel, Arch., M 8, 2, f. 34. Or. Bevorstehende Vereinigung des Landgrafen mit den Oberländern; Absichten des Kaisers; Reichstagsabschied zu Regensburg; Ausschreiben des Kurfürsten und des Landgrafen; Brief an Morelet. 6... Ich han euch noch nicht z schriben, das die unsern usgericht haben.» Es heisst,«doch hat man kein schriben davon», dass der Landgraf am 28. Juli 254 1 Basel entsprach diesem Wunsch durch ein Schreiben vom 6. August an Bern, Zürich und Schaffhausen(Abschr. a. a. CO., Missiven B 4, 8. 569— 570); das zustimmende Schreiben Berns vom 9g. August(Ausf. a. a. CO., Polit. M 8, 3, f. 192) ist erw. von Geiser, D. Haltg. d. Schwein währ. d. Schm. Kr., S. 195. Auch Zürich sehrieb am 8. August im gleichen Sinne(Ausf. a. a. CO., f. 189. 1546. Regensburger Reichstagsabschied; päpstl. Breve an die Eidgenossen. 273 nach Nürnberg gekommen ist; dann wären jetzt die Haufen vereinigt und nicht weit von Regensburg; denn die Oberländer sind vor einigen Tagen nach Donauwörth gezogen. Der Kurfürst ist persönlich dabei. Man weiss nicht, ob der Kaiser noch in Regensburg ist. Es hiess, wenn die Italiener zu spät kämen, wolle er nach Linz oder Salzburg.«Kong Ferdinand soll sich schon in Behem verkrochen haben. das ist einmal gewiss, der landgrave wurdt nit feiern, den feind suchen und sein hail versuchen, got geb ihm gluck.» Der Kaiser hat in Regensburg mit den übrigen Ständen einen Abschied! gemacht, in dem alles auf das Konzil verwiesen wird, zu welchem jeder Geleit haben soll. Er will niemanden der Religion wegen angreifen; er wundert sich über die Empörung, da er doch nur einige Ungehorsame strafen will.«Man findt noch leut, die den hubschen deufel nit wöllen lernen kennen.» Legt den Bericht der beiden Fürsten? bei. Bittet beiliegenden Brief an Morelet* zu besorgen?. Dat. 2. August 1546. 256. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, August 2. [Strassburg.] Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, /. 212. Ausf. Prdes.«vor Harburg» 4. August. Aus dem Breve des Papstes und dem Brief des Nuntius an Basel ist der wahre Kriegsgrund zu ersehen; raten die Schriftstücke allen Konfessionsverwandten mitzuteilen, Senden ihm Abschrift des Briefes der XIII von Basel vom 31. Juli Nr. 249] mit den beiden Anlagen. Er wird daraus entnehmen,«was die ungehorsame sein soll deren, die man mit gegenwertiger kriegsrustung zu überziehen, und zu was gehorsam man sie ze pringen vorhat, namblich das meniglich in das trientisch concilium willigen und desselben determination geleben solle. dweil nun unserm gn. herrn herzog Moritzen und andern eingebildet sein und noch eingebildet werden möcht, als ob es umb ain unge— horsame und nit die religion ze thun sein sollt, hetten wir darfur, das es nit zu underlassen und e. fl. G. sollichs nit allein Dennmark und hochgedachtem herzog Moritzenz, sonder Schweden, Pommern, Nuermberg und allen andern, die die christlich religion erkennen, zugeschickt mit nodturftiger ermanung, so sie nunmehr sehen und erkennen mögen, das es umb kein anders ze thun sei, dann das man dem concilio zu Trient sich underwerfen und desselben erkannt nussen gehorsamen soll, das sie dann die augen desto basser ufthun und in disem gemainen handel helfen wollten zusetzen, die christlich religion und daz gemain vatterland vor disem greuel und verderblichen last ze rätten... datum den andern Augusti a. 46 abends zu 4 uhren. r 255 1 Der Reichstagsabschied vom 24. Juli ist gedr. in Neue Sammlung II, 8. 524—526; Abschr. z. B. in Frankfurt, Arch., Reichstagsakten 59, f. 131— 136. 2 Vgl. Nr. 230, Anm. 2. 3 In welchem er wahrscheinlich seine Reise zu ihm ankündigte; vgl. Nr. 262. 256 1 Abschr. in Marburg, a. a. CO., f. 213(Brief Basels), 214-217(Breve), 219- 23 (dessen deutsche Übersetzung) und 225- 27(Brief Francos). 2 Das entsprechende Schreiben des Kurfürsten und Landgrafen vom 7. August an Herzog Moritz ist im Auszug gedr. von Brandenburg, Pol. Korr. II, Nr. 972, 8. 759- 760. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 18 ?—?——- m m. 274 1546. Instruktion für die Stimmräte zur Geldbeschaffung; 257.«Memorial und gedenkzedtl herrn Michel Hanen, herrn Jörigen Österreichern[von Augsburg] und herrn Martin Weickmann[von Ulm] zu bedenken und zu handeln.!»[1546, August 2.]è Ulm. Marburg, Arch., Nr. 906, f. 42-—45. Ausf. mit 3 Siegeln; mit Aufschrift(hinten auf f. 45):« Memorial fur die herrn stimräth.) Vollmacht für die Kammerräte; weitere Ausschreibung von 12 einfachen Monaten; Verfügungsrecht der Kammerräte über die beschlagnahmten Vorräte usw.; Anleihe bei konfessionsverwandten und anderen Ständen; Verkauf geistlicher Güter; schmalkaldischer Bundestag. «Erstlich dieweil copia ains gewalts, so gemaine stend den herrn camerräthen geben sollen, gestöllt, wie dann dieselbig copi inen ubergeben, so sollen sie dohin bei dem öbristen und kriegsräthen, unserm gn. fürsten und herrn oder bei gemainen stenden handeln, damit inen, den cammerräthen, sollicher oder ain anderer gewalt und bevelch nach irer fl. G.... wolmainung gegeben werde, uf das sie, die cammerräth, lautern beschaid haben, wess sie sich halten und dester ansehenlicher in allem dem handeln mögen, des gemainen crisbenlichen senden zu nutz und gutem raiche. Item dohin auch zu handeln, dieweil die cammerräth mermaln bei dem öbersten, kriegs- und stimmräthen angehalten und geschriben, das gemaineè stend angemant werden sollten, noch uf zwölf ainfach monat zu schliessen und dieselben in der zeit zu erlegen, damit die bezalung des kriegsvolks uf den anfang nechstkomends Septembris und also den dritten monat stattlich beschehen mög; dann one das wurde gewisslich an der bezalung mangel erscheinen und die beschwernus darus ervolgen... Lum dritten so sollte auch gut sein fürsehung zu thun, damit, was von korn, wein und dergleichen vorrath erobert, zu gemainer stend nutz in gelt gewendt oder zu gelt gemacht und dasselbig den verordneten cammer— räthen oder pfennigmaistern uf ordenliche rechnung zugestollt wurde. desgleichen sollte es auch, was von barschaft, silbergeschierr, kloeinatt und anderer varender hab erobert, gehalten werden, wo sollichs dem kriegsvolk durch die öbersten und kriegsräth nit zu preis oder peit gegeben. so sollte auch gut sein, dieweil jetz die beede chur- und fürsten... als öbersten und des II ganz kriegsvolk zusamenkomen werden, das in irer chur- und fl. G. namen von wegen gemainer christenlichen ainigung bei fürsten, graven, herrn und von adel, auch etlichen stötten, so nit in der christenlichen ver— ainigung seind, sie seien der augspurgischen confession verwandt oder nit, umb anlehen one interesse uf wider bezalung in ainem oder zwaien jarn angesucht, wie dann deshalben ain verzaäaichnus, bei wem und wieviel ainem jeden anzulehnen sein sollt, gestöllt werden[I, alles zu dem end, damit ain sollicher vorrath gemacht und zu fürstender not vorhanden sein möcht. 257 1 Nach der Unterschrift ist es die Instruktion der Kammerräte Moser, Hel und RE. E. Besserer in Ulm für die ins Feldlager reitenden Stimmräte. ? Dieser Tag ergibt sich aus folgender Stelle im Brief des Konstanzer Gesandten Ludwig Kurnstaller an seinen Rat,«datum Ulm in il uf 3. Augusti umb 3 uren nachmittag a. 46»(Or. in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 26, Nr. 86, S. 321- 322; praes. 4. August): Michel Han ist hut umb sehs uren inls] feldlager geritten und mit ime die stimrät; dann die kriegsrat si gefordert haben.) Ein derartiges Verzeichnis in Stuttgart, Arch., Büschel 85, kaiserliche Truppen an Mosel und Mittelrhein. 275 und möcht verhoffenlich sollich anlehnu[n]g jetz auch von denen, die solliche hievor gewaigert, eher als vor von statt gehn, do sie jetz den ernst vor augen sehen. Item es möcht auch ain weg gelt zu machen sein, das etliche der widerwertigen gaistliche guetter fail gebotten und uf ain widerkauf von gemainen stenden verkauft und den keufern gewerschaft zugesagt und gelaistet wurde. Item es ist auch zu bedenken, ob nit die cristenlichen ainigungsverwanten stend an ain gelegen ort zusamen zu beschreiben und zu ervordern seien us allerlai ursachen, damit in vorsteender not dieselben bei ainander sein und die notturft fürsehen möchten. camerräth jetz zu Ulm. «Die verordneten von den alten des rats zu Frankenfurt) an die XIII. 1546, August 3. Frankfurt a. Main.] Sir. St. Arch., AA 541, f. 78- Sl. Ausf.— Praes. So. S. August.— Ben. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 39- 41 und von Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 52 und 167, Anm. 249. Nachrichten über feindliche Reiter an der Mosel, die bei Mainz den Rhein überschreiten wollen; bitten dafür einzutreten, dass ihnen im Fall einer Belagerung Hilfe gebracht wird. Nachschrift: Senden Zeitungen. 6... Wiewol wir nit zweifeln, es werden e. L.... gnugsamlich berichtet, was sich der gegenwertigen kriegshandlung halben in obern und nidern teutschen landen taglich zuträgt, so konnen wir doch... nit umbgehen, wes uns der landgravisch oberamtman in der obern graveschaft Catzenelnpogen Alex. v. d. Thann] des kaiserischen raisigen zeugs, auch fussvolks halben, so zum tail allgerait in der nähe hie herumb ankomen und noch komen soll, zu wissen gethon und auch wir selbst aus gemachten kund-— schaften erkundigt und sonst glaublich bericht werdenz, e. L. auch zu entdecken und zuzeschreiben: nemlich als wir kurz hievor vernomen gehabt, wie das etlich tausent reiter aus dem Niderland im anzug sein und iren weg durch die herschaft Waldeck, Nassau und also furtan in das Oberlant nemen Die Stimmräte Georg Österreicher und Martin Weickmann traten vor allem für eine ausgibige Schatzung der Klöster ein, wie sie in einem bedenken, wie bei etlichen clöstern umb gelt anzusuchen), näher ausführten, das sie dem Kurfürsten und Landgrafen bei dieser Gelegenheit überreichten(Abschr. o. D., a. a. CO.). Zu diesem(bedenken) hat Michael Han folgenden gutachtlichen Vermerk gesetzt:(Dise obgemelte meinungen(sovil man deren in das werk bringen konte) liss ich, Michel Han, mir auch wolgefallen. in suma, man mus alles das gegen den geschmirten haufen furnemen, so dienstlich sein mag, den costen an inen zu erholen, dorein sie, ir hauf und anhang uns bösslich bringen. do soll man ir nur nichtz verschonen und in allweg der religion nit vergessen, das sie nit sagen, wir sehen allein uf daz zeitlich und nit das ewig. Michel Han sſubsſeripsi]t. Eine andere Abschr. ohne Hans Vermerk a. a. CO., Büschel 28, Nr. 111. 258 1 Dieselben Nachrichten(mit den Beilagen A—() sandte Frankfurt am gleichen Tage in einem kürzeren, aber meist wörtlich übereinstimmenden Briefe an Herzog Ulrich(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 27, Nr. 19; praes. 6. August), der Abschrift davon an den Landgrafen sandte(Dillingen, 6. August; Ausf. in Marburg, Arch., Württemberg; praes. vor Donauwörth 6. August). Vgl. auch Anm. 5. 2 Über diese in Frankfurt eingetroffenen Nachrichten vgl. Collischonn, a. a. O. 18* 276 1546. Kaiserliche Truppenbewegungen an Rhein und Mosel. solten, haben wir ainen unsern soldner, derselben landart, doher der zug geen solt, bekant, abgefertigt, solchs aigentlich zu erkundigen. der zaigt uns glaublich an, das dieselben reiter, deren(wiewol sie im zug uf dreitausent pferd furirn lassen) nit uber 1400 gerustet sein, aber viel tross und schlechts gesinds mit inen furen sollen, oberhalb Coblenz jenseit der Mosel an ainem ort, das Maifeld genant, ligen und daselbst die Mosel bestochen haben, ob sie daruber ainen furt bekomen kunten, des willens darnach den weg uf Creutzenach und also furtan zu nemen. mit welcher unsers soldners kund— schaft die obgemelt des oberamtmans zeitung mehrerntails zuestimt. und wirdt solchs alles durch die zeitungen, so etlichen unsern rathsfreunden und burgern von Coln aus zugeschrieben werden, becreftiget, wie es. L. aus inverwarten copeien mit A und B gezaichnets zu vernemen. Dieweil dann auch der churfurst zu Menz vor wenig tagen bei nächt— licher weil alle nähen, damit man uber Rhein schifft, von Castel hinuber gen Menz furen, auch seiner chfl. G. dorfer, uf dieser seiten Rheins gegen unser stat zu bis auf ain meil wegs gelegen, warnen und den armen leuten sagen lassen, das sie den habern nit abmähen, sonder im veld stehen lassen sollen, damit solch kriegsvolk das futer im feld finden und in den scheurn nit suchen dorfe, so ist unsers erachtens nit wol anders zu vermuten, dann das dieselben kaiserischen reiter samt dem fussvolk, so sie bei inen haben und was noch mehr von raisigen und knechten hernach komen mag, understeéhen werden zu Menz oder daselbst nit weit umbher uberzuforen, dardurch die gefahr bei uns und in der obern graveschaft Catzenelnpogen furwar nit geringer, dann sie vor wenig zeit im Oberland gewest, sein wirdt. wiewol nun mag vermutet werden], das ir zug strocks fur der kai. Mt. zu sein werde, so ist doch dasselbig nit gewiss und nit minder zu besorgen, wann der von Beuern mit seinem volk und dem geschutz zu inen stossen und inen die uberfart nit verlegt oder gewehrt oder sonst mit gnugsamer macht nit begegent werden solt, sie mochten alsbald bei uns als an andern orten ain belegerung furnemen und also in ainem werk nit allain unser stat hochlich betrangen, sonder auch die gemelt obergraveschaft und... des landgraven arme leut verwusten und solchs umb sovil desto mehr und leichtlicher, das dieser tail lands an raissigen gar entplosst ist. nun haben wir gleichwol etliche der unsern zu dem oberamtman Alexander von der Thann geschickt und... umb rat und versehung ansuchen... lassen. wiewol aber er seins tails hierin allen vleiss kurzuwenden genaigt und willig, so wirdt er doch solchs daneben auch an... den landgraven wollen gelangen lassen und beschaids gewarten. derwegen wir nit underlassen konnen, e. L. als unser besonder lieb und gute freund des alles auch zu verstendigen... und ist also unser... pitt an e. L., die wollen... irem kriegsrat und ratskreunden, so sie zu Ulm oder bei... dem landgraven haben, bevelhen bein... den oberhauptleuten und den kriegsräthen mit ernst... anzuhalten, damit uf solchen fall notdurftig versehung... zum 3 Beide Beilagen fehlen in Strassburg; sie liegen in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1022: A ist undatiert und stammt aus dem Trierischen; erw. von Collischonn, a. a. CO., S. 41, Anm. 3b); Auszug bei Paetel, D. Organ. d. hess. Heeres u. Ph. d. Gr., 8. 11, Anm. 2. nach der Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 899, f. 18- 19.— B ist eine Zusammenstellung von 4 Briefen aus Köln vom 30. Juli: Reiteransammlungen bei Andernach, deren Ziel ein Musterplatz zwischen Mainz und Ingelheim sein soll. Bürens Truppen bestehen aus 25 schwachen Fähnlein und 3 Fähnlein Spaniern und Italienern, die in England gedient haben, ausserdem aus 4000 Reitern usw.. ü 1546. Massnahmen gegen das Geldleihen der Kaufleute an den Kaiser. 277 furderlichsten als moglich beschehe, domit, wo es zu der belegerung oder dorzu komen, das die feind sich in der graveschaft Catzenelnpogen legern und sich darumb annemen wolten, wir wissen mogen, wes wir uns halten und entset zung halb vertrosten sollen...» Dat. Di. 3. August 46. Nachschrift:«Post scriptà sind uns von dem ernvesten Friderichen Reiffenberg, dem obristen, weiter zeitungen zukomen, die ime von den bevelhabern zu S. Gewer[St. Goar] zuschickt, wie e. L. aus der copei mit C verzaichnet auch zu vernemen. 5) 259. Oberst Johann von Heideck und die Kriegsräte an die XIII. 1546, August 4. Donauwörth. Str. St. Arch., AA 546, f. I52— I54. Ausf. mit(αito, cito, citoy.— Prod. Sa. 7. August.— Erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 35, mit dem falschen Datum S. Juli. Sollen untersuchen, wer bei den Feinden Geld leiht, und dies verhindern. Nachschrift: Sollen einen Kammerrat nach Ulm senden und ihren Stimmrat für den Vorrat bevollmächtigen. 6... Wir werden bericht, wie etlich burger und kaufleut hin und wider in frei- und reichsstetten unserm gegentheil ain... grosse soma geltz zu furderung... desselben verderblichen vorhabens... darleihen sollen]. welhes dann zu hören ganz schimpflich..., daz dieselben burger und kauf— leut in teutscher nation höchsten... nötten derselben feinden... dergleichen one alle scheuhung... thun und inen solhes also hingeen und nit dest weniger ir wonung und sicherheit unter disen stenden gestatt werden solle etc.. der wegen an euch unser... begeren, ir wellent... hierinnen... einsehens haben, euere kaufleut und burger, so des in verdacht sein möchten, beschicken und, da einer oder mer erfunden, den oder dieselben... dermassen verstricken, daz der oder die weder leib, hab noch gut one wissen und willen der cristenlichen verainigten stend von euch verendern, auch hinfuro mit solhen... dingen bis auf... wolgemelter stenden beschaid in allweg.. Pehlt ebenfalls in Strassburg; es ist ein Brief Christof Sturms und des Zollschreibers Johann Krug aus St. Goar an Reifenberg vom 1. August über den Marsch der zu Münstermaifeld lagernden Reiter auf St. Goar zu(Abschr. in Frankfurt, a. a. 0. und in Marburg, Arch., Württemberg, als Beilage O zum Brief Frankfurts an Herzog Ulrich; vgl. Anm. I). Reifenberg hatte Abschr. dieses Briefs am 3. August an Frankfurt gesandt. s Abschr. dieses Briefes(ohne die Nachschrift) mit den Beilagen A und B sandte Frankfurt am 5. August auch an die Gesandten in Ulm(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXIII, Nr. 1028; die Abschrr. a. a. O., Nr. 1011 und 1029-1030); es legte noch 3 weitere Zeitungen bei(Abschrr. a. a. CO., Nr. 1031-1033). 259 1 Näheres darüber ergibt sich aus folgender Stelle im Brief Sebastian Besserers an Ulm vom 3. August(Ausf. in Um, Arch., Ref. Akt., XXXIII, Nr. 1008:« Es ist von Memingen von den oberlendischen stetten geschriben, das Hans Rot, mein vetter, kai[ser] und konig auch gelt gelihen haben. so haben auch die oberlendischen stet dero halben, so zu Lindau ligen, geschriben. darauf ist geraten, Strassburg, Augspurg, Ulm, GCostanz, Lindau und Memingen, alle diejenigen, so dem kaiser gelt gelihen, mit leib und gut zu verstricken.) e— T— mm,, 1566. Reiteransammlungen bei Koblenz. stillsteen sollen?...“ Dat. Donauwörth 4. August 46.— Nachsechrift:(Dieweil... nun... der vorrath an gelt vermög euer jüngster bewilligung aufgebracht werden soll, so will die notturft... erfordern, daz ir einen camerrath gegen Ulm verordnen..., damit ir auch ain wissens haben mögen, was des ortz gehandelt werde,... oder aber euerm stimrathe(so one daz zu Um) bevelhen..., das er neben dem in obgerurter sachen auch welle helfen handlen, was die notturft erfordern wurdet.) 260. Alexander von der Thann an die XIII. 1546, August 4. Darmstadt. Str. St. Arch., AA 552, f. 40. Or.— Prod. Fr. 6. August.— Erw. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 41, Anm. 4 und von Kannengiesser, Karl V. und Büren, 8. 166, Anm. 242. Reiteransammlungen bei Koblenz. Auf ihren Brief* vom 2. August abends 4 Uhr, den er heute um 11 Uhr erhalten hat, teilt er mit, er habe selbst Bericht, dass bei Koblenz sich 2000 Pferde,(deren marggraf Albrecht von Brandenburg werber ist,) gesammelt hätten, um hinaufzuziehen, wie der beiliegende Brief eines Freundes! zeigt. Dat. Darmstadt 4. August 46. 2 Ahnliche Schreiben ergingen am selben Tage an folgende Städte: an Ulm, wo Hans Roth genannt wird(Ausf. a. a. CO., Nr. 1014); an Konstanz ohne bestimmte Angaben(Ausf. in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 26, Nr. 101, 8. 363 – 364; praes. 7. Juli [statt Augusth; an Augsburg, wo man sich über zwei junge Herwart und einen Rehlinger beschwerte, die dem Kaiser 120000 Gulden geliehen haben sollten,(damit der daz geschutz von Wien hierauf gefiert»(Entw. o. D. in Stuttgart, Arch., Büschel 27, Nr. 2; ben. von Vogel, Augsburg i. Schm. Kr. I, 8. 26); an Lindau, wo dieselben Augs— burger genannt werden, die nach Lindau geflohen sein sollen(Entw. a. a. O). Eine Ausf. an Memmingen(vgl. Anm. 1) scheint nach dem Entw. in Stuttgart nicht erfolgt zu sein. 260 1 Abschr. dieses Briefes vom 2. August in AA 552, f. 41, ohne Angabe des Absenders; dieser ist in der Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 901, f. 7— 8 als Christoph Landschad angegeben. Der Inhalt seines Briefs ist von Kannengiesser, a. a. CO., S. 51 wiedergegeben. - Landschad, der Hofmeister des Pfalzgrafen Wolfgang von Zweibrücken war, hatte einen Plicker, Tochtermann Wolfs von Ingenheim, bei sich, der am 6. August dem Junker Balthasar Wurmser vom Strassburger Rat erzählte, er sei vorgestern«von den niderlendischen knechten komen... ir sollen sein 30000 zu fus und zu ross 6000, darunder 2000 schwarzer reiter; die ziehen zwen oder 3 tag vor dem haufen und sei die sag, daz si bitz nechsten sontag August 8] aigentlich zu Sanct Wendel daz nachltſleger schlagen. und sei gar still umb die knecht. aber es hab sich ein oberster horen lassen, wann sie zu Mainz weren, so solten sie lugen, wo sie darnach hienaus komen in ein land, da sie zu essen finden. und sei das gemurmel, es soll uber Frankfurt gon, darnach dem landgraffen ins land, darnach ins churfursten land(Aufaeichng. in AA 552, f. 45). ww 1546. Strassburgs Stimm- und Kammerrat ernannt. 79 261. Die XIII an Michael Han. 1546, August© Strassburg, Str. St. Arch., AA 541, f. 135—136. Ausf. und AA 550, f. 34(Zettel).— Vermerk Hans: CL. accepi Werdae Danubiane 7. Augusti ad vesperum».— Ben. von Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 51 und 165, Anm. 240. Wolff Böcklin soll Stimmrat, Han Kammerrat sein; Schreiben Berns über italienische Rüstungen; 4000 Reiter sollen von Köln nach Oppenheim ziehen.— Zettel: Den Schweizern ist Sicherheit für den Fall des Sieges zuzusagen. C... Nachdem ir uns jungsten den ersten dis us Ulm geschriben*, wie euch die zwei unsere schreiben..., aufnemung geltz halben Nr. 238 und 246] gethan, zukommen und daz man nachmals begere, das wir unsern camerrath schicken sollen, wie es euch auch fur gut ansehe, das wir ainen darbei haben sollten etc., haben wir vor und nach demselben euerm schreiben darauf gehandlet, aber niemand finden könden, der darzu tauglich und sich hett wollen brauchen lassen; dann sie jetz alle, die darzu ze brauchen sein möchten, mit iren gewerbshandlungen uberladen und ze schaffen haben, die weil diser krieg so unversehenlich eingefallen, das sie ire gueter, so sie hin und wider haben, an die ort verschaffen..., da sie inen sicher sein mögen. derhalben wir noch zur zeit niemand zu ainem sondern camerrath schicken konden. dweil uns aber daran gelegen, das wir jemanden bei solchen handlungen haben, und herr Ulman Böcklin, der kriegsrath, nunmehr mit... dem landgrafen etc. hinauf kommen, das Wolf Böcklin, sein bruder, des kriegsrathsamt s jet⸗ erledigt, so wöllen demselben von unsertwegen anzeigen, das wir ine zu ainem stimmrath geordnet und er denselben nunmehr von unsern— wegen versehen wölle. und begern darneben an euch gönstiglich, ir wöllen unbeschwert sein von unsernwegen den chammerrath zu versehenz und im selben das best thun, wie ir ze thun vor aim andern wissen, wir euch auch genzlichen getreuen. zum andern so schicken wir euch copei aines schreibens, so die geheimen zu Bern an die geheimen zu Basel gethan und die von Basel uns nächten spot zugeschickts. und wiewol ir villeicht us Italien bessere und gewissere 261 1 Das fehlende(K wird wohl dem Brief an den Landgrafen vom 2. August(Ir. 256) k haben. Am 7. August teilten Kurfürst, Landgraf und die Kriegsräte dem Rat mit, dass sie«etliche vertraute chammerrethe verordnet und denselben volmacht und gewalt, auch instructiones und bevelch gegeben, allenthalben, wo sie mugen, ein statliche summa gelts, sovil sie zu diesem werk fur gnugsam achten, in unserm namen und von unsern wegen ufzepringen und zu verse hreiben, wie ir OT alles aus der volmacht hieneben befinden die ir auch mit versiglen wollet.» Bitten, dass auch sie jemanden«zu einem werdet, chammerrath furderlich verordnen und ö datum in unserm veldlager fur T' hona232-233. werda 7. Augusti a. etc. 46»(Ausf. in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 232 mit Unterschrift beider Fürsten und dem Siegel Philipps). Du der obige Brief der XII vom 5. August mit der Ernennung Hans zum Kamme rrat am Abend des 7. eintraf, wurde dieser Brief als überflüssig nicht mehr abgesc hickt. 3 Brief der XIII von Basel an die XIII vom 4. b Ausf. in AA 555, f. 70 und 73; August), wele hem sie den Brief Berns vom 2, August beilegto n Ausf. in Basel, prod. Do. 5. 71- 72 und[für Arch. Polit. M 8, 3, f. 153- 154; audit. 5. August; Abschr. in AA 555 Han] in AA 541, f. 74-= 75): Bern gibt einen mündlichen Bericht seines Sr rs in Piemont Die dortigen kaiserlichen Besatzungen sind aufge zbrochen; sie sind«wol gerust, Auf Befehl Gonzagas ziehen sie wieder: usgebutzt und bekleidet und habend merteils panzer an». men,, 280 1546. Sicherheitserklarung an die Eidgenossen. zeitungen haben könden, wir auch nit achten, das des volks sovil sein werde, so mögen ir doch sollichs an den obersten und kriegsräth und, wo von nodten, den landgrafen gelangen lassen und anzeigen, das uns heut angelangt, das etlich pferd zu Cöln ubergefaren und auf Oppenheim zuziehen und villeicht daselbst oder umb Speyr oder Wormbs uber Rhein werden. und ist die sag, das deren viertausend sein sollen; wir haben aber noch nicht satts oder gewiss wissen mögen, haben aber zu erfaren usgeschickt4... datum den 5. Augusti abends zu 5 uhren a. etc. 46.» Zettel:(Wir haben hievor den räthen geschribens, als wir vernomen, das sie ain pottschaft zu den Aidgenossen ze schicken furhatten, das unsers erachtens der instruction anzehenken, damit die Aidgenossen sich nit zu befahren hetten, so der allmechtig unserm theil den sig geben wurde, das man gegen inen, den Aidgenossen, weder der religion noch sonsten nichtz furzenemen begerte, sonder ain guten und steten friden mit inen haben und halten wollt, uf das sie desto eher bewegt wurden unserm theil beifall ze thun und nicht gedechben, so unser theil obligen sollt, das sie sich gleichsfals, sonderlich der religion halben, unfridens zu befahren haben wurden. welches unser schreiben, als wir achten, zu spot hinauf komen; dann wir in der instruction, so uns hernaher worden, nichtz davon funden haben. dweil ir aber sehen, mit was gelerten worten inen der babst und sonder zweifel auch der keiser entgegengöht, so hetten wir darfur, das es noch ze thun und den von Costenz ze schreiben were, das man sich ains sollichen zum wenigsten hören liess, wo man sichs nit erpieten wollt. datum ut in literis.) 262. Die XIII an Michael Han. 1546, August 6. Strassburg. Str. St. Arch., AA 541, f. I37— 138. Ausf.— Vermerk Hans:(I. accepi in Werda Danubii 9. Augusts Roſra] 12. circa meridiem.) Grund für die Verzögerung ihrer Geldsendung an den Landgrafen; Verrechnungsform. Nachdem die Räte in Ulm sich damit einverstanden erklärt hatten, dass sie und Frankfurt ihre 6 Doppelmonate dem Landgrafen erlegen, haben sie 2 sofort nach Frankfurt geschickt. Die übrigen waren schon einge— packt!(der Taler zu 25 Groschen), als sie hörten, dass die mainzische Fähre «streng und ilends) nach Trient. Aufzählung der Truppen, die der Kaiser haben soll (12000 Spanier, 15 000 Italiener, 30000 Landsknechte, 12000 Päpstliche mit 2000 Pferden; von Florenz 4000 Knechte und 1000 Reiter; ebensoviel von Mantua und Ferrara). Sie ziehen über Verona, da der Weg über Innsbruck verlegt ist. Nachricht von einem Sturm in Ravenna gestern vor 3 Wochen Juli 11], der 10000 Spanier aus Neapel mit ihren Schiffen wieder zurückgetrieben hat. Venedig hält sich still. Sie sind(anderstwoher glauplich berichtet, das weder der konig von Frankrich noch der von Engelland sich des kriegs mit bladen, ouch dem keiser nit allein kein hilf thun, sonders vil mer verhindern wollen. Mögen dies Strassburg mitteilen. An Wolfgang von Zweibrücken, Speier und Worms; vgl. die Nrr. 265 und 266. In Nr. 160. 262 1 In AA 543, f. 168 befindet sich eine Aufzeichnung über die Verpackung von 32202 Gulden 19 Groschen in 3 Fässern, die mit dem ausgegebenen Laufgeld im Betrage von 7797 Gulden 2 Groschen(vgl. die Abrechnung Pfarrers in Nr. 245) die Gesamtsumme von 40000 Gulden ergeben. Darunter ist vermerkt:(Also gerechnet montags den andern tag Augusti anno etc, 1546.» € ö/ Kenn———————— e-— 1546. Johann Sturms erster Gesandtschaftsbericht aus Frankreich. 281 unsicher sei. Auf ihre Anfrage beim Landgrafen vor 14 Tagen[Nr. 235] haben sie noch keine Antwort erhalten; doch rät Alexander von der Thann, Ober-— amtmann der oberen Grafschaft Katzenelnbogen, davon ab, das Geld den Rhein hinabzusenden. Fragen daher jetzt beim Landgrafen anz, ob er das Geld nach Frankfurt oder Ulm geschickt haben will. Will er es nun nach Ulm,«möchte es villiecht nachtheil bringen, das wir den thaler zu 25 mergengroschen gezalt, wie alle sächsischen stend die bisher erlegt haben..., welches uf das hundert ein guts ustregt. derhalben... wöllen in der ge— heim erfarung haben, wie sie die thaler, und sonderlich... der landgraf, in zalung reuter und knecht usgeben... Dat. Fr. 6. August 46. 263. Bericht Johann Sturms über seine erste Sendung nach Frankreich. (1546, August 6. Lager vor Donauwörth.) Weimar, Arch., Reg. J, pag. 163, H, Vr. I, Abschr.(wahrscheinlich Übersetzg. des latein. Originals); danach Abschr. in Str. St. Arch., Thom. Arch., Universität 5. Auszug bei Mente, Joh. Fr., I, 3, S. 4, Anm. 2, erw. von Ch. Schmidt, La vie et les trav. de Jean Sturm, 8. 65. Vgl. auch Muntiaturber. IX, S. 171, Anm. 2. Rat des Kanzlers; Vortrag beim König; der Admiral abgeneigt; Antwort des Königs; Vorschläge des Kanzlers; der König zweifelt an der Beharrlichkeit der Protestanten; würde sich sonst offener erklären; die Vermittlung zwischen Dänemark und Pfalz betrieben, um zur Verständigung mit England zu kommen. «Was Sturmius ankenglich mit des konigs cainzler[Francois Olivier] geredt? mit erzelung, warumb er von wegen der protestirenden stende zu dem konige gesandt und was er von derwegen begeren, ime darin geraithen zu sein, wilcher gestalt und durch wen er disse dinge beim konig handeln solle, daruf hait ime des konigs cainzler anfenglich gefallen laissen, von wegen der protestirenden stende von dem konig zu begeren, das sein ko. Mt. widder babst noch keiser zu gefallen sich widder disse stende nit wolt bewegen laissen und das er das italianisch und franzosisch kriegsvolk verhindern und nit passiren laissen wolte, das er auch ein botschaift zu den Schweizern thun und sie ermanen[wolt], sich vor der gemeinen gefaer und unraithè, so hierus ervolgen, woe die sach zu weiterung gereichen, als zu besorgen, und was inen daran gelegen sein wolt, anzuzeigen. als viel das gelt belangt, hait der sachen geleigenheit erfordert, das etliche der ko. Mt. rethe von der handlung gesundert und disser artickel ad partem vorgenommen und gehandelt wurde]. hait der her cainzler gerathen, man solle den ammiral[Claude d' Annebaut] nit sunderen umb des willen, das er bei ko. Mt. thun und 2 Diese Anfrage richteten sie am selben Tage chora 6. post meridiem, an Philipp (Ausf. in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 234— 235; praes.«vor Thonawerda) 10. August). 263 1 Der Tag ergibt sich aus folgender Stelle im Briefe des Konstanzer Gesandten in Ulm, Ludwig Kurnstaller, an seinen Rat vom 6. August(noch 9 uren vormittag)(Or. in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 26, Nr. 104, S. 375; praes. 7. August):«Uf gestern uf den imbs ist der Sturm von Strassburg samt ainem landgravischen[Johann Keudel; vgl. Nr. 251]... alhie ankomen. und nachdem si geessen, sind sie dem leger nach geritten.) 2 Diese Werbung Sturms in Abschr. in Weimar, a. a. CO.; Auszug bei Mentz, a. a. O. 8. 3. Anm. 6; ben. von Schmidt, a. a. CO., S. 64- 65; vgl. auch Nr. 187. 3 Ergänze etwa:«zu hüten). . . 282 1546. Johann Sturms erster Gesandtschaftsbericht laissen; ich solle auch der ko. Mt. raithsweise anzeigen, das sein ko. Mt. von dem gelde, das er den kaufleuten zu Lyon in dissem monat Augusto bezalen soll, wilche summa sich erstrecken thut uber die zweimal hundert tausent kronen, das die in der geheim dissen stenden sunder einich interesse mochten vorgestreckt werden. In dem gesprech mit ko. Mt. hab ich vernommen, das der ammiral kein gefallens zu dissem furslag gehabt, wilchs er mit geberden und nit mit wor— ten zu vorstehen geben. wie ich solichs gemerkt, hab ich die ko. Mt. ge— beten, das sie mir einen von den seinen, den cainzler oder den bischoit von Macon, verordnen wolte, mit welchem ich disse dinge nach noitturft, wie der sachen geleigenheit erfordert, handelte; die wurden alsdan sein ko. Mt. ferner berichten, was ich inen vertreuwelich angezeigt. Nach dissem gesprech hait die ko. Mt. den cainzler darzu verordnet, mit wilchem ich alle puncten und artickel, deren ich bevelch gehabt, beredt und abgehandelt, das er die zum treuwelichsten und vlissigsten der ko. Mt. furbrengen und anzeigen wolte; wilechs er volgends tags gethain. volgends hait der cainzler von wegen ko. Mt. mir angezeigt, irer Mt. gein Malherbas nachzufolgen; alda[ich] warten mussen, bis ire ko. Mt. von der jacht kommen. mitlerweil hait mir der cainzler der ko. Mt. meinung eroffnet, wilche meinung lieh] am selbigen tag auch von ko. Mt. gehort wie volgt: sein ko. Mt. wolten disser stende feinden kein furderung noch vorschoib thun in keinen weg oder maiss, wiewol es vleissig bei irer Mt. gesucht und begert. es hette auch der keiser vermuge des friedstands sein ko. Mt. damit zu be— wegen versucht und, das er ime derwegen hilf zu leisten schuldig, uber— redden wollen. was das italianisch kriegs volk belangt, wolle er nit gestaitten, das die durch sein konigreich oder desselbigen greinzen ziehen noch passiren solten. die franzosischen kriegsleut belangend sol sich keiner in frembder hern dienst sunder vorwissen und erlaubnus begeben. es haben auch sein ko. Mt. zu den Schweizern ein botschaift geschickt, sie der dinge zu berichten und zu vorwarnen. also viel das gelt belangt, geant wort, sein ko. Mt. kunnen Ces) sunder vorlet zung seiner ehren keine vertroistung damit zu helfen(zu) gebens, damit er dem keiser nit neuw ursach gebe. auch von wegen des friedstands wisse er dissen stenden kein gelt vorzustrecken; sundern was er dissen senden sunst in der geheim beholflich sein mochte, wolten sein ko. Mt. solichs nit underleissen; mit langer erzelung, wie er gern sehen wolt, das disse stende nit undergetruckt wurden. sein ko. Mt. seien dem kolnig] von Engeland ein grosse summa gelts schuldig; dem wolle sein ko. Mt. eher der zeit ein gut theil erlegen, das sie solchs von ime bekommen muchten. was nun sein ko. Mt. in dissen leuften thun kunt, ist disses, das sein ko. Mt. vermanet und geraithen haben wil, das sie eintrechtig seien und laissen sich des keisers gewalt nit erschrecken; und woe sie in erfarung kemen, da sich reuter oder knecht versambleten, dieselbigen zu trennen und keinswegs gestaitten, das er sein macht zusammen brenge; daran wirt die victoria und uberwindung gelegen sein. der keiser kan dissen angefangenen krieg uber ein jar nit beharren; dan der Turk sol in grosser kriegsrustung sein auf das zukunftig jar. der babst werde des vorstreckens und darlegens mude werden. 4 Pierre du Chätel; vgl. Nr. 56, Anm. 4. 5 Malesherbes sw. von Fontainebleau. ® In der Hs. ist«keine.... zu helfen(zu) geben) wohl nur irrtümlich gestrichen. aus Frankreich. 283 der ko[nig] verhoifft in einem jar so viel gelts zu uberkommen, als er im anfang dises vergangenen kriegs gehabt, wilchs dem keiser wol zu bedenken. sein ko. Mt. haben den ammiral in Engeland geschickt? in hoiffnung, er werde etwas guts und grosses zwischen den beiden konigen handeln und usrichten. es wolle auch der sachen noitturft erforderen, das die protestirenden daruf bedacht seien, das sie die beide mechtigen fursten, den konig zu Denmarken und den pfalzgraven churfursten, als ire bundsverwanten mit einander vergleichen und vertragen; derwegen dan sein ko. Mt. ein botschaift an die beide gethain in hoiffnung, dem gemeinen nutzen zu gutem sie mit einander zu vorgleichen. Wenig tag zuvor, eher ich mein abfertigung bekommen, hait der her cainzler guter meinung mit mir geredt und auch usdrucklich dem Fraxineos, wilcher zu Denmark und Pfalz geschickt, bevolhen etlichen von dissen stenden anzuzeigen, das sie mit einer kurzen narration seiner ko. Mt. zu erkennen geben, wes ir vornemmen alleweg der streitigen religion halben gewesen, und nichts liebers gesehen, dan das man zu einer christlichen vergleichung und einigung hette kommen mogen, wie sich dan disse stende auf allen gehaltnen reichstagen haben vornemmen laissen. derwegen [sie] geursacht, seiner ko. Mt. solche beschwerliche handlung des vormeinten concilii anzuzeigen, das der babst vor sich selbst, one entlichen besloiss des concilii und one vorwissen seiner ko. Mt., samt dem keiser disse stende understehen mit gewalt anzugreifen und also der? sicherung, welche cristlichen fursten gepurt, in werendem concilio sich nit gemess gehalten. derhalben von seiner ko. Mt. zu begeren, das sein ko. Mt. disse ding mit vleis wolle bedenken, auf das nichts von dem concilio bestettiget, und das sein ko. Mt. der sachen zu gutem etliche dapfere und gutherzige personen dahin schickte in namen seiner ko. Mt. kirchen in Frankreich, die andere gutherzige leut, die dem babst nit anhengig noch verwant, von dissen dingen allen christlichen und treuwelichen erinnerten; und woe sie alsdan in irem vornemmen verharren, das dan sein ko. Mt. in ir unchristlich concilium nicht willigen noch dasselbig ratificiren wolt. woe solche beschwerung seiner ko. Mt. angezeigt wurden, wurde er ursach gewinnen ferner mit dem babst und dem concilio zu handeln, dadurch dan der babst von disser angefangnen kriegsrustung gesundert mochte werden. so auch der keiser nach usgang disser sechs monat auf das kunftig jar etwas weiters vornemmen wolte, wurde der babst durch disen anslag verhindert dem keiser weiter kein hilf noch beistand zu leisten. Disse dinge seind mir von ko. Mt. und dem canzler vertreuwelich dissen stenden zu erkennen zu geben angezeigt wurden. aber soviel ich aus ko. Mt. redden und des cainzlers hab vernemmen mogen, haben die sachen disse nachfolgend gestalt: erstlich besorgt sich sein ko. Mt., das disse stende in irem vornemmen nit ernstlichen noch dapfer beharren und furtdrucken werden. zum andern, das sie sich mit dem keiser vergleichen, davon dan seiner ko. Mt. auf die zeit, wie ich am hoiff gewesen, geschrieben. und woe er dissen stenden beistand zu leisten bedacht oder sich dahin bewegen liesse, wurden sein ko. Mt. den keiser erzornen und allein auf sich laden; welchs Vgl. Nr. 141. $ Vol. Nr. 251. Die Hs. hat:«die». . 286 1566. Johann Sturms erster Gesandtschaftsbericht aus Frankreich. der reddero, so der ammiral gethain, da er zu seiner ko. Mt. gesagt, wie mir durch den cainzler vertreulich angezeigt, das man sich weislichen in dissen dingen vorsehen muste, das nit sein ko. Mt. dissen stenden zu gefallen mit geld oder sunst anderen furderungen sich des kriegs teilhaftig machte und das disse stende destaeher einen frieden erlangen und sein ko. Mt. nit darin begriffen. aber das hab ich auch under andern von seiner ko. Mt. vermerkt, das er dissen stenden der victorien und uberwindung wol gunte und, woe der keiser dermaissen geenstiget und gedrungen, das sie alsdan nach einem andern keiser trachten. und so sich deren eins zutragen[wurde] oder er— zeigte, werde sich ko. Mt. mit weniger gefaer und sorg dissen stenden beistand und hilf zu leisten ercleren und vornemmen laissen. Die vergleichung Denmark und Pfalz betreffend sehen der cardinal von Bellei und der cainzler dahin, damit sein ko. Mt. mit gelimpf in dissen ge— schwinden leuften und sunder verdacht mit dissen stenden handeln, die sachen dahin zu brengen, das beineben Denmarks und Pfalz gesandten sein ko. Mt. und der kolnig] von Engeland beider botschaiften an einem gelegnen ort, des man sich mit einander vergleichen wurde], zusammenschickten und disse irrungen und gebrechen noch pillichkeit entscheiden und vortragen laissen, dadureh dan Frankreich und Engeland auch zu einem gleichen vorstand und gesprech muchten fuglichen gebracht werden, darus dan dissen stenden viel guts zu verhoiffen. als viel das gelt betrifft, hat der cainzler einen guten weg fur!?, davon ich guten bericht thun wil in geheim und auf vertrauen, wie ich solchs von dem cainzler auf mich uszurichten genommen hab, welcher gesagt: wan er seiner ko. Mt. den buttel einmal kunt aufthun, wurde er inen nit bald widderumb zuthun. 10 Hier ist wohl zu ergänzen:«sinn». 1 Vgl. z. B. die Bemerkung des Rheingrafen am 16. Juli zum englischen Gesandten in Frankreich:(Mir wollen den Dauphin zum Kaiser machen)(State papers XI, S. 245). 12 Was damit gemeint ist, geht wohl hervor aus der nachfolgenden Stelle des Berichts über die Beratung in Donauwörth nach der Ankunft des Kurfürsten und des Landgrafen, den Aitinger als memorial, was neben der instruction gelt ufbringens halb bedacht worden ist»(in Marburg, Arch., Nr. 906, f. 49 –— 50) verfasst hat:(Vor allen andern puncten will dis zu furderung von nöten sein, dieweil man in Frankreich etlich hunderttausent kronen zu erlangen verhofft und es doch furnemlich an dem mangeln will, das man dieselben ohne bewilligung des konigs zu Frankreich nicht herausser pringen kan, so ist derhalben uf zwen weg zu bedenken: erstlich auf ein person, welche zu dem könig geschickt werde den gunst und furderung von dem konig zu erlangen, damit er solich gelt passiren lasse. und zum andern auf ein person, welche geschickt sei, das gelt in Frankreich zusamen zu pringen, das interesse zu versprechen und all ander notturft zu handlen, welche auch mit eredenz und volmacht zu erlangen desselben abgefertigt werden solle.»— Mit der Aufbringung dieses Geldes wurde Joh. Sturm beauftragt. Seine Instruktion vom 8. August in Nr. 276. 1546. Schmalkaldische Gesandtschaft nach Nürnberg. 285 264. Instruktion des Kurfürsten von Sachsen, des Landgrafen von Hessen und der Kriegsräte für Eberhard von der Thanni, Johann Keudel? und Wolff Böcklin zu einer Gesandtschaft nach Nürnberg.[1546, August 6.? Feldlager vor Donauwörth. Marburg, Arch., Mr. 906, f. 58— H5. Entw. mit Verbesserungen Aitvrngers.— Ben. von L. Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 57(nach der Abschr. in Str. St. Arch., AA 551, ſ. 18- 5M). Nürnberg soll sich den Schmalkaldenern anschliessen oder wenigstens Geld leihen. Der Rat von Nürnberg wird aus ihrem Ausschreiben vom 15. Juli er— sehen haben,«das der kai. Mt. itzige... rustung zu keinem andern ende dan zu entlicher... ausrottung unserer waren christlichen religion furgenomen. .. zu gruntlicher bestetigung desselben) senden sie die Schriften des Papstes und seines Nuntius an die Schweizer, welche Strassburg von Basel erhalten hat. 5s Dieweil... sie Nürnberg] sich dan dohin erklert..., wann sie horten..., das diese des babsts und keisers rustung die religion wurde belangen, das sie alsdan an getreuer zusetzung keinen mangel wolten erscheinen lassen, dieweil sie dan solchs aus den obgemelten des babsts schreiben... clar ver— stunden..., so were... unser... begeren..., sie wolten sich... zu unserer... einung... begeben und... wie andere ires standes und vermugens uns getreulich zusetzen... und... betrachten, was... Nurmberg an diesen dingen gelegen, und do wir... verdruckt, das der jegenteil auch irer. wegen der religion... nicht wurde verschonen; zudem das sie auch be— denken wolten, was die oberlendischen stedt bishero... gethan..., do sie, die von Nurmberg, vermugender weren dann dero eine und gleichwol bis doher in dem handel der religion... nicht als wir... gelietten haben. dieweil sich aber etliche der iren gegen uns verruckter zeit vernehmen lassen, ob ein rath gleichwol bis daher zu den gemeinen sachen nit viel gethan, so hetten sie doch darumb gespart, wan die not herzu keme, das man der religion halben kriegen muste, das sie... desto... stadtlicher helfen mochten; nachdem dan numehr der selb val... chlar vorhanden..., so wolten wir uns so viel dester mehr der wilfarung unser... begere versehen. solchs alles wurde zu erhaltung gottes ehr, auch der loblichen freiheit der deutschen nation, also inen selbst zu gutem gereichen. so wollen wir es auch umb Nurm— berg... erkennen... und sollen hirauf die gesandten allen vleis thuen die obgemelten puncten... zu erlangen... im val aber do der rath zu Nurmberg weder zu der verstendnus noch zur hulf... nicht zu vermugen sein wurden, so sollen die... gesandten ferner darauf anhalten..., das uns der rath... zweimalhunderttausent gulden gegen genugsame vorschreibung furstrecken und... den... gesandten beholfen... sein wollen... in irer stadt eine statliche summa... ufzubrengen. 2641 Amtmann von Königsberg in Franken; Vertreter Kursachsens. «Der rechten licentiaty; Vertreter Philipps; vgl. Nr. 251. Der Tag ist zu erschliessen aus einer Aufzeichnung über die Beratung im Feldlager am 6. August(a. a. O., Nr. 896, f. 138 und 139, mit dem Datum 6. Juli statt August—):« Nota, das ain potschaft gen Nurnberg geschickt werde.» Vgl. Nr. 230, Anm. 2. übersandt an Landgraf Philipp in Nr. 256. Dieser Instruktion entsprach der Vortrag der Gesandten vor dem Nürnberger Rat te es en — nnn y k 2 1546. Bürens Vortruppen bei Bingen. 265. Der Rat von Worms an die XIII. 1546, August 7. Worms.] Str. St. Arch., AA 542, f. 18. Ausf. Prod. Di. 10. August. Ankunft von Reisigen in der Gegend von Bingen. Teilen ihnen auf ihre Anfrage* mit, dass vor wenigen Tagen(etlich vil reisige» über den Hundsrück die Nahe entlang gezogen und«in dem Ingelhaimer grund ungeverlich ein meil wegs von ingelhaim ober zingen bei einem dorf, Bodenheim 1Büdesheim] genannt, so den Steffanshern zu Mainz zustendig sein soll, nidergeschlageny. Dort hat sie einer ihrer Bürger am Donnerstag, den 5., gesehen. Sie werden auf 2000 geschätzt, sind ohne Fussvolk und Geschütz, sollen sich aber täglich stärkenz.«Aber man höre nicht. wo sie iren ferren zug hinaus nemen oder wann sie aufprechen wöllen... datum sambstags den 7. Augusti anno etc. 46 hora quarta post meridiem.) am 10. August ganz genau; vgl. v. Soden, Kaiser Karl V. in Nürnberg, 8. 71— 74. Die . des 2 darauf am 12. und 14. August befindet sich in Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 906, f. 72—75; im Auszug wiedergegeben bei v. Soden, a. a. O., S. 75—77 und von L. 3 a. a. 0. 8. 57- 58(nach der Abschr. in AA 551* 52 65): vgl. dazu auch die Aufzeic hnung bei v. Druffel, Viglius, S. 60, mit dem falschen Datum 5. August. Über das Missfallen des Rates an der dringlichen Art der Gesandten vgl. man auch Heide, Beiträge zur Geschichte Nürnbergs in der Ref.-Zeit, S. 170, Gültlingen und Massenbach fassten das Ergebnis der Gesandtschaft in ihrem Brief an Herzog U lrich vom 20. August(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 28, Nr. 159; praes. 23. August) kolgendermassen zusammen:(So wellen sie[die Nürnberger] 25000 fl. als für ir hilf zu disem genotrengten handel frei erlegen(welche auch die gesandten algerait mitgebracht) und ungeverlich iber einen monat noch 20000 fl. disen stenden zum besten kurstrecken. doch ist der 20000 fl. halber von inen keiner verschreibung oder terminus der widerbezalung gedacht noch begert worden, also das man gutter hoffnung ist, sie werden sich weiter einlassen und dieses gemeinen handels auch teilhaftig machen.» Die gewünschten 200000 Gulden erklärte der Rat nicht geben zu können.— Vgl. auch den Bericht Wolff die Gesandtschaft an Strassburg vom 19. August in Nr. 310. 265‘Vgl. Nr. 261, Anm. 4. Am gleichen Tage meldet Speier, ebenfalls auf die Anfrage Strassburgs*, dass er Haufe bei Büdesheim, der sich auf 3000 angebe, aber wohl nicht so stark sei, auf * Fähnlein und Geschütz warte(Ausf. a. a. O., f. 19—20; prod. Di. 10. August).- Am August ergänzte Worms diese Meldungen noch durch folgenden Bericht: Teilen mit, 4 1 is auf sontag und montag[8. und g. zu Welstein und Gaubockelheim hinter Alzey noch zwölfhundert niderlendischer reuter gelegen; die seind an gestern... nach Armsheim gezogen und... sich zu den andern... zu thun willens. so ist von den landgrevischen fussknechten am monte 19g jüngst Castel und das meinzisch fahr mit gewalt eingenommen; und die niderlendischen reuter im Ingelheimer grund sollen sich kürzlich zum theil in die statt Meinz zu irem vortheil schon gethan oder eins theils dahin noch zu legern willens sein mit der endlich sag under inen, daselbsten des graven von Beuern, der noch mit vierzehentauSent fussknechten und mer raisigen hernachziehe und das kei. geschütz mit ime pringe, also zu erwarten. was sie aber volgents fürnemmen oder wo sie iren anzug hinwenden wöllen, das ist noch niemant aigentlich wissend.. datum mitwoch noch Laurentii anno etc. 46 hora prima post meridiem)(usf. a. a. 0 f. 15; prod. Fr. 13. August; giesser, Karl V. und Büren, 8. 51 und 166, Anm. 144. Böcklins über ben. von Kannen 1546. Haltung der Eidgenossen zum Anbringen des Papstes. 266. Pfalzgraf Wolfgang von Zweibrücken an die XIII. 1546, August 7. Zweibrücken. Str. St. Arch., AA 554, j. 1—2.Ausf.— Prod. Di. 10. August.— Ben. von Kannengiesser, Karl TV. und Büren, S. 51 und 166, Anm. 241 und von Collischonn, Frankfurt 6. Schm. Kr., S. 44, Anm. 3. Feindliche Reiterbewegungen an Mosel und Rhein, Teilt auf ihre Anfrage* mit, Jörg von Hord sei vor ungefähr 8 Tagen mit 2000 Pferden bei Hatzenport über die Mosel gezogen und auf Bingen und Mainz zu gerückt, wo er Büren, der mit 30000 Mann kommen solle, erwarte. Friedrich Spet sei ihm mit 146- 1500 Pferden nachgezogen.«Ob sie aber noch hie dieset oder uber Rhein seien, das mögen wir nit wissen. Das nachziehende Volk soll seinen«zug uber die Mosel zu Cuntzer brucken, Lisar Lieser] und Hatzenport zu nemmen, auch deshalben etliche furt bereiten lassen haben. wir konen aber noch nit eigentlich erfaren, wo sie iren kopf hinausstrecken wöllen; dan etliche sagen, sie zigen uf Neuss zu; daneben so schreiben uns etliche, das uf 3000 pferd und 24 fenlin knecht von Coblenz aus uf Montpur Montabaur] zu zihen sollen. z.. Dat. Zweibrücken Sa. J. August 46. 267. Heinrich von Müllenheim an die XIII. 1546, August S. Basel. zasel billigt die Schrift gegen das päpstliche Breve, wünscht aber, dass sie nicht sofort vorgebracht wird; Morelet will die fünf Orte vom Zuzug zum Papst abmahnen. Ist am 7. August morgens in Basel angekommen und vom Bürgermeister auf 2 Uhr nachmittags beschieden worden, wo er«bi den heéupteren! erschinen, ouwer, miner herren, befelch inen angezeit, desglichen die geschrift des bapst brevi belangen? verlessen lossen. habens inen also gefallen lassen und mich alsbald zu dem nachtimbis geladen, do dan der Murle Morelet], die franxzesis bottschaft, auch geladen geweest; welche franzesis bottschaft die heupter und mich uf heut suntag den 8. Augusti zu dem morgenimbis geladen, an welchen beiden orten ich dan zu gast gessen hab. nun haben mir aber die heupter noch dem morgenessen heut angexzeit, das sei fir nutz und gut ansehe, das disse geschrift nit alsbald bi den Eignossen ibergehben wurdt, sunder ein tag 2 oder 3 zu verzeihen sin solt und ein knecht hinweg zu schicken, 266 1 Vgl. Nr. 261, Anm. 4. Diese Nachrichten ergänzen die Mitteilungen in Nr. 260. 2 Am 8. August fügte er auf eine weitere Anfrage der XIII vom 7. August hinzu, dass 3 4000 Pferde,«so dem von Brandenburg, teutschen meister und dem von Rietberg zustendig sind., im Ingelnheimer grund bei einander oder nache dobei umbher ligen, dass auch das ander niederiendisch kriegsvolk noch nit zu Sant Wendelin ist...) Dat. weirücken So. 8. August 45(Ausf. a. a. CO., f. 3; prod. Di. 10. August; ben. von Kannengiesser, a. a. CO., S. 52 und 166, Anm. 246). 267 ı Bürgermeister und Oberstzunftmeister; vgl. R. Wackernagel, Geschichte der Stadt Basel Il, 1, 8. 209. 2 Gemeint ist der schriftliche Vortrag der protestantischen Gesandten auf dem Tag zu Baden in Nr. 280. ————.——'. 288 1546. Französische Einwirkung auf die Eidgenossen. welcher dan mit worten sich hoeren leiss, als solte uns disse gschrift uf des post nachkumen sin, dormit die fünf orter nicht gedenken mochten, dar disses von denen unser religion uskummen were, diwill das recht originall allererst gmeinen FEignossen ibergeben wurdet uf dissem tag; so wolten die von Basel durch ieren banerherrens so feil woll verschaffen bi den andren Fignossen, das dem paptissen kein andwurt vor verhorung disser geschrift gegeben solte werden; welches ich mir dan auch gefallen lossen hab und mit denen von Basel so feil verschafft, das uf mitwoch nach dato[August 11 mir ein gschrift in ouwerer, miner herren, namen zukumen soll durch ein unbekanten man, als solte es disse post, wie oben angezeit, sin. darneben so will ich mich hiezwissen mit Bern und Zirch auch bereden, was dem handel dinstlich. darneben so hat mir der burgermeister heut auch angezeit, das der Murle auch uf den tag gon Baden kͤumen wurdt; und so er vernemen wurdt, als solten sich die fünf orter dem bapst anhengig machen, sei von des Fran— zosen wegen zu ermanen doheimen zu bliben, er werde ir soelber bedürfen, domit dem bopst sin practica foelen sollt. desglichen so hat mir der Murle durch ein dolmet zen sagen lossen, wo er uch, miner.! herren, wisse lieb und dinst zu bewisen, wolle er willig sin; sige auch) uch, minen herren, auch etwas angelegen bi dem kinig uszurichten, wolle er sich darin nit sparen... geben Basel noch mittag suntag den 8. Augusti a. 1546. uf stund ridt ich hinweg.) 268. Der Kurfürst von Sachsen, der Landgraf von Hessen und die Kriegsräte an den Rat. 1546, August 8. Feldlager vor Donauwörth. Str. St. Arch., AA 546, ſ. I595— I6I. Ausf. mit der Unterschrift beider Fürsten und 4 Siegeln. Bei der Anschrift vermerkt:«Cito, cito, cito.“— Prod. Fr. 13. August. Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 12 und von Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 33 und 146, Anm. 150. Die sechs Doppelmonate sind aufgebraucht; fordern daher nochmals sechs. C... Aus was ursachen unser unvermeidlich notturft erfordert hat uns in ein solche statliche gegenrustung zu schicken, des werden ir euch one zweivel aus gelegenheit des veinds, auch allen umbstenden der leuft und sachen wol zu erinnern wissen. und wollen euch derhalben... nicht verhalten, das wir numehr im felde bei einander von reutern und knechten haben nemblich siebentausent zu ross und funfzigtausent zu fussz. wiewol 3 Bernhard Meyer. 268 1 Das Schreiben war an alle oberländischen Stände gerichtet, wie aus dem 2. Punkt des von Aitinger verfassten memorial(vgl. Nr. 263, Anm. 12) hervorgeht:(Das den oberlendischen stenden und stetten inhalt des concepts umb erlegung der sechs doppelmonat geschrieben werde; ob den sechsischen stetten jetzt zu schreiben oder zu erwarten, bis die ersten sechs monat erlegt werden?)— Die Ausf. an Ulm ist erhalten in Um, Arch., Ref. Akt. XXXIII, Nr. 1049, die an Konstanz in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 26, 8. 461- 463; praes. 11. August.— Das Ausschreiben geht auf die Anregung im(memorial der Kammerräte(Nr. 257) zurück. ? In dieser Zahl sind vermutlich auch die am Rhein und in den hessischen Festungen stehenden Truppen einbegriffen. Nach einer, wahrscheinlich von Mitte August stammenden, Aufzeichnung Aitingers(in Marburg, Arch., Nr. 896, f. 148) betrug(Raisers macht zu ross und fus: 30000 zu fus, 4000 zu ross. churfſurst] und lantgrſlave] macht zu ross und fus: zu 1546. Anforderung von weiteren sechs Doppelmonaten. 289 nun die negst bewilligten sechs doppelmonat von den oberlendischen stenden und stetten erlegt und an demselben noch ein geringes aussenstehet, wie wir dan auch den sechsischen see- und hanstetten umb erlegung solcher summa gleichsfals geschrieben und derselben auch also gewertig sein, so ist doch solch gelt numehr zu erhaltung dieses grossen krigsvolks, wie ir aus guten und klaren rechnungen seiner zeit befinden werden, ausgeben und verbraucht. derhalben wir dann aus grosser und unvermeidlichen[!] notturft itzt alhie einhellig geschlossen..., das ein ider stand der christlichen einung sich furderlich... mit noch zwelf einfachen monaten gefast mache, also das ein ider den halb theil in vierzehen tagen den negsten nach dato... und den andern halb theil den neunundzwanzigsten dis monats gewisslich... gein Ulm zu handen unser verordenten chammerrethes uberant worten... soll. begeren demnach..., das ir dem ganzen werk zu wolfart und gutem die erlegung der vorgemelten zwölf einfachen monat uf zeit und ziel, wie obsteet, thun... und darunter betrachten, das der fall, doruf der articul unser einung stehet, nemlich mit leib und gut zusamenzuset zen etc., numehr gegenwertig, ir auch craft derselben einung schuldig seiet das zu volziehen, das von uns, den= und kriegsrethen, in dieser nott beschlossen... wirdet. do es auch von euch underlassen pleiben solte, so habt ir zu erachten, was es dem ganzen werk und uns allen... vor zerruttung und abfall pringen wolte und das dardurch unser aller wolfart leichtlich... versaumt werden mocht... datum in unsern feldlagern vor Donawerda den 8. Augusti a. etc. 464.) 269. Der Kurfürst von Sachsen, der Landgraf von Hessen und die Kriegsräte an den Rat. 1546, August 8. Feldlager vor Donauwörth. Str. St. Arch., AA 546, f. I5/— 158. Ausf.— Prod. Fr. 13. August. Instruktion und Vollmacht für die Kammerräte; mögen diese fördern. Haben den Kammerräten Vollmacht? und Instruktions wegen der Auf— bringung von Geld erteilt. In der letzteren haben sie ihnen auch Gewalt fus 30600, zu ross 5000 one die, so noch nachvolgen.ꝰ Davon betrug die Zahl der oberländischen Knechte um diese Zeit rund 19000, wie die Pfennigmeisterrechnung in Stuttgart, Arch., Büschel 108 ergibt, Für die LS Truppenzahl des Landgrafen vgl. die Belegstellen in Nr. 212, Anm. 2 und 220 Anm, 3 Für ihre Instruktion 9. Nr. 269, ö. 3, für ihre Vollmacht a. a. Anm. 2 4 Der Brief wird am 14. August im Rat vorgebrac ht, der den*. gibt «sollichs abzufertigen... und still halten, damit es nit nide ergelegt)(Ratsprot. 1546, f. 416). 269 ı Eine Reinschrift vom 7. August an Herzog Ulrich mit Verbesserungen Aitingers in Marburg, Arch., Nr. 906, f. 10- 12; nach einer Notiz a. a. CO., f. 13 sollte das Schreiben ausser an Strassburg auch noch an Augsburg und Ulm gehen. Die Ausf. für Ulm vom 8. August in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXIII, Nr. 1052. Die Vollmacht erhielt ihre endgültige Fassung erst, nachdem am 7. August Hans Ernennung zum Kammerrat durch den Strassburger Rat(Nr. 261) eingetroffen war. Für die Vorverhandlungen über die Vollmacht vgl. Nr. 257 und 21, Anm. 2. Sie wurde ausgestellt auf Erasmus von Könritz, Amtmann auf dem Schneeberg(für Kursac hsen), Balthasar Moser, Rentkammerrat(für Württemberg), Johann Meckbach, zentmeister zu Grünberg(für Hessen), Michael Han(für Strassburg), Dr. Konrad Hel(für Augsburg) und Eitel Eberhard Besserer, Richter des Rats zu Ulm(für Um). Am 9. August wurde sie in doppelter Ausfertigung vom Kurfürsten, Landgrafen und den Kriegsräten an die KammerPol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 19 . 290 1546. Instruktion für die Kammerräte zum Geldaufbringen; gegeben, wenn einige Darleiher sich«der gestellten obligation, die derhalben verructer tagen begriffen, nicht begnugen lassen, sondern noch ein scherpfere verschreibung... haben, auch... von den... vornembsten stenden ein verschreibung haben wolten,... solchs zu bewilligen... ob dan ir... benanb wurdet, so begeren wir..., ir wollet euch... hirin guttwillig erzeigen und euer insiegel vortrucken. so soll euch hinwiderumb in solchem fal... ein schadlossverschreibung von unser aller wegen gegeben und ir in alwege schadlos gehalten werden.“ Mögen den Kammerräten«auch sonst... be— hulfigy sein. Dat. Lager vor Donauwörth 8. August 46. 270. Instruktion des Kurfürsten von Sachsen, des Landgrafen von Hessen und der Kriegsräte für Johann Sturm zu seiner zweiten Sendung an König Franz I. von Frankreich. 1546, August. 8. Feldlager vor Donauwörth. Weimar, Arch., Reg..], pag. 163, H, Mr. J. Entw. Aitingers.— Erw. von J. Schmidt, La vie et les travaux de Jean Sturm, S. 64 und von Mentz, Joh. Fr., J, 3, S. 34, Anm. J. Bitten Franz, ihre Gesandten bei der Aufbringung von Geld in Frankreich zu fördern. Geben Anweisung für(Johanes Sturmius! ufbringung gelts belangend... nach der... diensterpietung söllen si irer ko. Mt. weiter vermelden, dieweil räte gesandt«auf den abschied, den ir gestern mit uns in unserm veltlager vor Thonawerda genomen)(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 82). Sie war von den 3 Fürsten und 14 oberländischen Städten(ausser Frankfurt) zu besiegeln. Am 18. August überschickten sie die Kammerräte zu diesem Zweck auch an den Rat(Ausf. in AA 549, f.: prod. Mo. 23. August). Ihre Ausf. mit dem Datum 13. August liegt in Stuttgart, Arch., Büschel 118 mit 13 Siegeln, da 4 abgefallen sind. Entw. der Instruktion mit Verbesserungen Aitingers in Marburg, Arch., Ur. 906, f. 15— 19; ihre Ausf. in Stuttgart, Büschel 106(vom 8. August). Der erste Abschnitt, auf den sich das obige Schreiben bezieht, lautet: Haben ihnen eine Vollmacht gegeben, um Geld aufzubringen und sich dafür zu verschreiben.(Die weil aber hie vor ein copei einer obligation, welchermassen sich diese stende umb gelt vorschreiben wöllen, under... des herzogen zu Wurtenbergs und beider stett Augsburg und Um insiegeln gestelt, ob sich dann etliche, so gelt darleihen, sonderlich die, so diesen stenden nicht zugethon..., an Solcher verschreéibung nicht benuegen lassen, sonder noch ein scherpfere... haben, auch von... den furnembsten stenden ein verschreibung haben wolten, so sollen solchs die chammerrethe zu bewilligen macht haben.“ Den betr. Ständen sollen Schadlosbriefe gegeben werden. Die Instruktion übernimmt ferner Punkt 3 und 4 des memorial) der Kammerräte in Nr. 257, bevollmächtigt sie zu Verhandlungen über die Verpfündung Dillingens an Herzog Ulrich und über Anleihen bei den Fuggern, Welsern und Baum-— gartnern usw.— Diese Instruktion gilt nur für die andern Kammerräte, nicht für Han. Dieser war mit einer besondern Sendung betraut, worüber in der Instruktion vermerkt ist: Haben Han abgefertigt, dergleichen freuntliche ansuchung[um Anleihen] bei marggrave Ernsten zu Baden, der jungen marggraven regenten, auch allen stetten in der landvogtei Haggenau zu thun und seine hern, ein erbar rath zu Strassburg, der ding zu berichten und bei den— selben dohin zu furdern, damit sie mit den andern umbliegenden und nechst gesessen stenden und stetten dergleichen handlung auch furnemen. Vgl. darüber auch Nr. 271. Fine besondere Instruktion vom 8. August erhielten auch die 4 sog. Klosterkommissarien Dr. Christian Bruck(für Kursachsen), Lic. Jakob Lersner(für Hessen), Georg Österreicher(für Augsburg) und Martin Weickmann(für Ulm), die gemäss dem Vorschlag der beiden letzteren (vgl. Nr. 257, Anm. 4) die Klöster schatzen sollten(Entw. in Marburg, a. a. CO., f. 32— 33). 270 1 Hinter Sturms Namen ist im Entw. Platz für den eines weiteren Gesandten gelassen; — Lt— desgl. für Johann Sturm zur zweiten Sendung nach Frankreich. 291 ir ko. W. numer der ursachen... disser unser... defension... gnugsam berichtet, so wollten wir ir ko. W. mit widererzelung derselben hiemit ver— schonen. aber... nachdem des gegenteils macht gross, das wir uns nach gelegenheit derselben in ain grosse, stattliche gegenrustung schicken mussen, zu wölcher, dieweil die sonderlich beharrt werden muss, ain treffenlich, stattlich und gross gelt gehören wolt, wie ir ko. W. als ain kriegsverstendiger könig wol zu erachten hett; derhalben wir dann bewegt... worden weren, uns an etlichen orten, sonderlich aber in... Frankreich umb gelt umbzuthun und uf die mitel und weg zu gedenken, wie wir ain stattliche summa uf— bringen möchten. nachdem wir aber hörten, dass ir ko. W.... gepott ausgeen lassen..., dass kain gold us Frankrich an andere ort gefurt werden solt, und wir aber ir ko. W. nie anderst gespurt..., dan dass si den ufgang, wolfart und freiheit der teuſt schen nation gern gefurdert und gesehen hetten, dieweil wir dann mit disser unser defension nichzit anderst vorhetten, dann durch gotliche verleihung gottes ehr und solche lobliche langhergeprachte des vatterlands freihait vor zwangsal, vorderbung und zerrutung zu fur— husten, so were unser... bitt, ir ko. W. wolt denen personen, die wir zu uf— bringung gelts in Frankrich verordnen und mit credenz und vollmacht abvertigen werden, nicht allein zulassen... in... Frankrich gelt ufzubringen und dasselb furter herausser zu unsern handen zu verschaffen, sonder auch denselben unsern verordneten zu erlangung gelts alle hulf und furderung erzaigen und solchs gleichsfalhs bei den iren verfuegen, damit wir sovil desterweniger mit disem unserm vorhabendem st attlichem werk gesaluſmt, sonder dasselb mit götlicher verleihung zu erhaltung seiner ehr und der freihait und wolfart der teutschen nation continuieren und vollenden mögen. und das sich ir ko. W. gegen uns, als die die teutsche nation gern vor undergang und verderben verhuetet sehen, wilfarig und gutwillig erzaigen wolten, wie unser. vertrauen stunde. das wolten wir hinwider mit allem kleis gutwillig und underthaniglich verdienen. datum in unserm veldleger vor Thonawörd under unsern hiefur getruckten secreten den S. Augusti a. 1546. 2 271. Der Kurfürst von Sachsen, der Landgraf von Hessen und die Kriegsräte an den Rat. 1546, August 9. Feldlager vor Donauwörth. Str. St. Arch., AA 546, f. 155—156. Ausf.— Prod. Fr. 20. August. Beglaubigung für Michael Han. Teilen mit, dass sie Han«bei etlichen stenden und stetten, dergleichen auch bei euch werbung... ze thun... bevolehen) und beglaubigen ihn. Dat. Lager vor Donauwörth 9. August 1546. daher ist im Text auch zunächst von einer Mehrzahl der Gesandten die Rede. In der latein. Beglaubigung an Franz(Entw. a. a. O., mit dem Datum 9. August) ist aber Johann Sturm allein genannt. 2 Auf dem Rücken vermerkt Aitinger:(Daneben ist dem Sturmio gesagt, dass er bei dem könig anhalt, das er für sich selbst zu disem werk auch hunderttausent eronen geben wolle.* 271 1 Vgl. auch Nr. 269, Anm. 3. Worauf sich diese Werbung bezog, zeigt die(durch Abreissen der 4 Siegel wieder) ungültig gemachte Ausf. dan gemeine erbare stette» vom 7. August, nach der sie Han beglaubigen,«bei euch einer summa geldes halben. zu handeln»(in Marburg, Arch., Nr. 906, f. 8). Aitinger vermerkt darauf: Credenzschriften 19* 292 1546. Nachrichten über Bürens Zug. 272. Die XIII an Wolff Böcklin und Michael Han in Ulm. 1546, August 9. Strassburg. Str. St. Arch., AA 541, f. I39— I40. Ausf.— Vermerk Hans:«N. accepi Ulmae rediens ex castris II. Augusti a. 46 circa meridiemt.)— Ben. von Kannengiesser, Karl T. und Büren, S. 147, Anm. 153. Frankfurts Bitte; die feindlichen Reiter sollen den Rhein überschritten haben; verschiedene Reden über Büren; fragen nach der Haltung der beiden Fürsten; bitten um Nachrichten. Senden Frankfurts Brief[Nr. 258)«in originali... nun haben wir, zwischen dem und sollich schreiben von inen an uns usgangen und uns behendigt worden, einen diener bei dem oberamtman zu Darmstetten Alexander von der Thann] ghapt, der uns den bericht bracht, das Görg von Herd und der von Falckenburg mit etlichen reutern in Rinkau übergfaren und iren weg durch die Wederau über den Spessart zu der kei. Mt. nemmen sollen, das sie derselben reuter halben nichts mehr zu befaren haben. so seind die reden dessen von Beuren halben, wie ir ab den ingschlossnen copeien* selbs sehen, ungleich, das etlich meinen, derselb solle noch mit seinem volk umb Mastrich sein. ob nun inen... etwas zusteen solt,... so wöllen es herren Ulman Böcklin] zufertigen, das er oder, so er nit vorhanden, du, Wolff, in dem kriegsrath... dahin wöllen helfen richten, das sie... nit verlassen wurden. und demnach nunmehr das geschrei je mehr komt der grossen krigsristung halben, so... us den Niderlanden geen soll, das glaublich, es solt heruf geen werden, und dann... der churfürst, der landgraf und andere eigner personen, wie ir, Michel Han, uns jüngsten gschribben*, us iren landen zu dem kriegsvolk bei euch doben ziehen sollen, so wöllen... erfarung haben..., wie es doch umb ire land geschaffen, ob sie dieselben in die schanz schlagen, oder ob herzog Moritz oder jemants anders sei, das, wo man inen ins land ziehen wolt..., der deren rettung thun soll; desgleichen wie es mit Denmark, Pommern und andren sächsiscmhen und hanstetten gschaffen, ob dieselben uf Michaeln Hanen an alle stett der lantvogtei Haggenau, an Wormbs, Speir und Esslingen; mutatis mutandis an marggraff Ernsten zu Baden und pfalzgraff Wolfgangen. doch ist demselben des bapstes schrift an die 13 orter[vgl. Nr. 249, Anm. 2] zugesant und im ursachen angezeigt, warumb die religion durch den kaiser wolte verfolgt werden.— Dementsprechend wurde dann auch die Anschrift der Beglaubigung geändert.— Nach dem cmemorialy Aitingers(vgl. Nr. 263, Anm. 12) wurden in der Beratung zu Donauwörth Schriften an(1. marggraf Ernsten, 2. jungen hern vormunder, 3. allen stetten in der landvogtei inhalt des artickels mit B, 4. Strassburg, 5. an Gengenbach] beschlossen; und am Schluss wird bemerkt:(du gedenken, ob nit mit herzog Wolfgangen zu Zweibruck gelts halben zu handlen, auch wie und auf was wege.) 272 1 Wo er zur Empfangnahme seiner Instruktion und Beglaubigung gewesen war; vgl. Nr. 271.— Am Schluss des Briefes vermerkt er: Noſta]: ich habe zu Ulm alles abschreiben lassen, herren Ulman Böcklin als dem kriegsrath zugeschribben die kontschaften an Sachsen und Hessen ze bringen, item deren von Frankfurt begern im besten ze furdern und das uberig(was er erfare) meinen hern zuzeschreiben etc.. actum 11. Augusti.) Wohl nachdem ihn der strassburgische Diener bereits wieder verlassen hatte, widerrief von der Thann dieses Gerücht als falsch in einem Brief vom 5. August an Herzog Ulrich(Or. in Stuttgart, Arch., Büschel 27, Nr. 50; praes. 7. August). Dieser Brief bestätigt die Vermutung von Lenz gegenüber Kannengiesser in seiner Besprechung von dessen Buch in Hist. Is. 76, 8. 465. 1546, Einberufung eines Bundestags nach Ulm. 293 ir hilf leisten, rettung thun oder wie sie sich halten wöllen. wöllen uns auch fürderlich berichten, ob und wo die haufen bei einander und wes ir vernemmen mögen von der kei. Mt. s, was sie für kriegsvolk hab, wo sie oder ir volk lig und was man zu achten hab, ob sie willens zu schlahen oder wes fürnemmens sie sei, wie es umb das welsch kriegsvolk stand, ob es us Behem, Hungern und Italien ankommen sei oder nit, wo es lig. des thund ir uns sonder gfallen... Dat. Mo. 9. August 46. z 273. Der Kurfürst von Sachsen und der Landgraf von Hessen an den Rat. 1546, August 10. Feldlager vor Donauwörth. Str. St. Arch., AA 548, j. I60—- II. Ausf. Prod. Fr. 20. August, reprod. Sa. «gleich hernach. Schreiben einen Bundestag nach Ulm auf den 20. September aus. Sehen sich genötigt?, einen Bundestag nach Ulm auf Montag, den 20. September, anzusetzen, auf dem die Gesandten erscheinen sollen«mit volkommenem gewalt und bevelch one hindersichbringen davon zu ratschlagen und zu schliessen, wie man sich in die sachen dieses hochwichtigen werks allenthalben ferner schicken, welchermassen man dasselb beharren und was sonst die notturft sein und sich craft der ainung zu thun gebüren wil. dann ir habt aus den vor ergangenen handelungen zu viel malen im werk befunden, was gemeiner ainung dis fur ein... nachteil gewest, do man in wichtigen fellen mit entlicher volmacht nicht versehen, sondern die sachen allererst zurück hat mussen gelangen lassen. darümb dweil sollichs in diesem unserm werk keinswegs stat haben kann, so versehen wir uns... ir werden... hirin keinen mangel erscheinen lassen...) Dat. Lager vor Donauwörth 10. August 463. 3 Über den Kaiser hatte man am 6. August folgende auf Befehl des Ammeisters aufgezeichnete Aussage Bastian Eberriedts erhalten(in AA 552, f. 52): Ihm hat«der jung Seldenecker, so in sechs tagen von Regenspurg komen, gesagt, wie daz der keiser noch zu Regenspurg sei und daa seine heuten alle daselbst zusamenziehen und das... Castlealterl ll mit den Etschlendern die claus Erenburg wider eingenomen, darmit da italianisch kriegs volk daselbst herausziehen moge. und sei der landgrave uf Aistet zu gezogen, also das dises theils haufen sich auch zusamenthuend.»— Die falsche Nachricht, dass Castelalto die Klause wieder eingenommen habe, war damals am Hofe verbreitet; denn Viglius bemerkt am 1. August offenbar berichtigend:« Clausa Erenbergensis nondum capta»(v. Druffel, Viglius, 8. 53). 273 ı Ebenso an Um(Ausf. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVlIIa, Nr. 2107); Um übersandte am 16. August dieses gestern eingetroffene Ausschreiben an die oberlündischen Bundesstädte(Entw. a. a. CO., XXX, Nr. 1094. 2 Nach§ 21 der Verfassung von 1536(in Hortleder J, Buch 8, Kap. 10, 8. 1332). Deshalb hatten auch die Kammerräte als letzten Punkt ihres« memorial(Nr. 257) die Einberufung eines Tages verlangt. 3 Am 21. August wurde der Brief im Rat verlesen und beschlossen, erst abzuwarten, wie die Läufe sich gestalten(Ratsprot. 1546, f. 432— 433). * r— mr,————. 294 1546. Herzog Christoph von Württemberg. 274. Lukas Schrotteisen, Licentiat, an Hedio.[1546], August 10. Reichenweier. Str. St. Arch., Thom. Arch. 22, Z. Or. Vermerk Hedios:«Accepi IS. die Augusti 1546,» Warnt davor, die Verbindung mit Herzog Christoph von Württemberg zu vernachlässigen. C.. Cum nuper essem vobiscum],... memini me de principe nostro, quam is hodie non esset negligendus, multa dixisse; idque non tantum, qui indu— stria rei bellicae, sed plurimum etiam amicorum maximorum principum suppetiis posset. quorum posterius iam recens allatae literae ita declararunt, ut vix credam ex nostris quemquam hodie iuvandarum rerum maiorem habere facultatem. hoc idcirco scribo, si forte exoptatissimam occasionem non elabi sinamus. in uno momento haec omnia concidere possent. quo enim se fortuna, eo etiam favor hominum inclinat. mihi sane non unius anni hoc videtur esse bellum. caeterum tamen puto, si per hund autumnum modo res foeliciter geri possent, optimam vel pacis vel certe victoriae spem nobis esse relictam. hostis est potentissimus versutissimusque; quo magis profecto nostris est incumbendum, ne quid per negligentiam committatur. audimus plerosque caesarianos duces ad conscribendum novum exercitum in Italiam esse remissos, adeo ut profecto non in unius dumtaxat prelii successu con— fidere debeamus. Togo D. tuam, ut domino Jacobo Sturmio indicet ad principis nostri literas, quibus de nuper illi dixeram, iam esse reèsponsum et quidem multum amanter et honorifice... datum praeproperèe ex Monte Plusiaco 10. Augusti.) 275. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, August 10. Feldlager vor Donauwörth. Str. St. Arch., AA 547, f. I- 2. Ausf. Prod. Fr. 13. August. Mahnt sie zur Zahlung der fälligen Doppelmonate. Hat ihren Brief vom 6. August(Nr. 262, Anm. 2] erhalten. Hat ihnen bereits geschrieben die 4 Doppelmonate nach Ulm zu senden(Nr. 253]; mahnt sie jetzt nochmals dazu. Auch mögen sie die weiteren 6 Doppel— monate, die in dem gemeinsamen Schreiben angefordert werden[Nr. 268], «gleicher gestalt eilends gein Ulm fertigent. dann ir habt zu erachten, das ein gros geld zu disem so grossen krigsvolk gehoren wil und on daz sonst nichts auszerichten ist...» Dat. Lager vor Donauwörth 10. August 462. 2741 Schrotteisen war der Rechtsbeistand Herzog Christophs von Württemberg; vgl. Heyd, Herzog Ulrich III, 8. 502.— Seine Anwesenheit in Strassburg wird bezeugt durch 2 Briefe Christophs vom 1. August an den Rat und an Jakob Sturm, in welchen er(Laux Schroteysen) bei ihnen ohne Angabe des Zweckes beglaubigt(Mömpelgard; Ausff. in AA 554, f. 10— 1).— Höchstwahrscheinlich handelte es sich um Christophs Beziehungen zu Frankreich. Über eine ähnliche Sendung Schrotteisens im Oktober 1546 schreibt Ambr. Blaurer an Hch. Bullinger am 6. Oktober(gedr. von Schiess, Briefw. d. Br. A. u. Ih. Blaurer II, Nr. 1354, S. 518. 275! In Briefen vom selben Tage an die Kammerräte und an Ulm schätzte er die Schuld Strassburgs auf mindestens 30000 Gulden(Lager vor Rain; Ausf. des Briefs an Ulm in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXIII, Nr. 1065; Entw. beider Briefe in Marburg, Arch., Nr. 906, f. 40. Am 12. August drängte der Landgraf den Rat nochmals zur schleunigen Zahlung derselben Summen(Lager vor Pöttmes; Ausf. in AAꝗ 47, f. 5- s; prod. Di. 17. August). 8— eh 1— 1536. Anbringen Reckenroths beim König von Frankreich 295 276. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, August 11. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 238—240. Ausf. mit dem Vermerk «Cito, cito, cito.) Praes.«vor Richertshoven» 16. August. Sendung Reckenroths; Frankreich will weder die Protestanten noch den Kaiser unterstützen, aber der Admiral soll in England für jene eintreten, Niedbruck ist den Franzosen vielleicht verdächtig. ... Heut dato ist der vest Conrad von Rodenhausen mit ainer credenz! von auch dem vesten Gorgen von Reckenrod an uns alhie ankommen und uns darauf angezeigt, das derselbig von Reckenrodt uf e. fl. G. schreiben bei der ko. Mt. zu Frankreich umb hilf disen stenden ze thun angesucht, die der könig abgeslagen us ursachen; wie gemelter von Reckenrodt alberait selbs am herausreiten sei? mit des königs briefen e. fl. G. solcher ursachen zu berichten. jedoch so habe der könig ustruckenlich zugesagt, das er wider dise stend ze thun sich keinswegs bewegen lassen wölle, wie wol von vilen seiner räth(id est cardinäh bei ime angehalten worden dem keiser hilf ze thun und der keiser zehentusent zu fuss und fünfhundert kurisser begert; er hab es aber abgeslagen, wölle wider dise st end genzlich nit thun. so hab ermelter von Reckenrodt bei dem franzosischen admiral auch der hilf halben gesucht; der ziehe hin in Engelland und habe von dem könig von Frankreich Jen ustrucklichen bevelch, ob jemand von diser stend wegen in Engelland käme, das er dem in seinen handlungen furderlich sein soll. und hab sich der admiral selbs gut willig erbotten und fur gut angesehen, das dise stend in Engelland geschickt hetten, umb hilf angesucht und sonderlich, dweil Frankreich jetzo Engelland etlich gelt erlegen sollt, das Engelland sollich gelt disen stenden zu erlegen bewilligt; so wurde Frankreich sollich gelt desto furderlicher darlegen. desgleichen habe Reckenrodt bei dem englischen admirals auch red gehapt; der hab zich auch erbotten, er wöll sein könig, sovil im möglich, dahin halten, das er wider dise stende nit thun und sie mit hilf nit verlassen solle. des hab sich die venedisch pottschaft irer herrn halben, das sie verhoff, das die wider dise stend nit thun werden, auf sein, Reckenrodts, ansuchen auch angepotten. wie e. fl. G. von ime, Rodenhausen, der sich Aberait auf den weg zu denselben begebens, selbs vernemmen werden. 276 1 Aus Fontainebleau vom 4. August(Ausf. in Str. St. Arch., Thom. Arch. 22, 2; prod. Ai. 11. August): Reckenroth beglaubigt darin seinen Freund und cbestelten hauptman» Konrad von Rodenhausen und bittet ihn der früher auferlegten Verpflichtung ledig zu sprechen. Vgl. darüber Pol. Korr. III, S. 511, Anm. 2. 2 Am 19. August teilte der junge Landgraf Wilhelm aus Strassburg seiner Mutter mit, (Jorg von Reckrot hot mir pefolen. das ich. G. seinen ganz willigen dinst sagen solt und das. G. beleib nit wolt ungetrost sein; dan er hofft, es wurd alles glucklich ausgen (Or. in Marburg, Arch., Nr. 16, F. Y. 3 Sir John Dudley, viscount Lisle, später Herzog von Northumberland. Er war Ende Juli in Frankreich, um den Eid von Franz I. auf den Frieden zu empfangen; vgl. State papers XI. S. 261-263. 4 Marin Cavalli; vgl. A. Baschet, La diplomatie vènitienne(Paris 1862), 8. 395 und 421. 5 Die XIII gaben ihm am 11. August ein Schreiben an die Geheimen von Ulm mit, in dem sie baten, ihm, wenn er darum ansuche, einen ausgeruhten Klepper zu geben (Ausf. in Um, Ref. Akt. XXXIII, Nr. 1071). Ein ähnliches Schreiben an die Geheimen von Esslingen vom gleichen Tage(Ausf. in Esslingen, Arch., Lade 325/4656) trägt hinten die Aufschrift: Mie bescheen... 13. Augusti). = ö mmm, 296 1546. Dr. Hans von Niedbruck in Frankreich verdächtig. und wiewol wir nun nit zweifeln, e. fl. G. haben von Johanni Sturmio eben dise meinung, usserhalb das der franzosisch admiral alberait in Engelland Sei, auch vernomen, so haben doch e. fl. G. wir dasselbig und das man darfur hat, das doctor Hans von Metzs deshalben, das er engellendischer diener, den Franzosen verdechtlich, und so ime bevolhen werden sollt, dweil er jet zo in Engelland, bei dem franzosischen admiral anzehalten, nit angenem sein und gegen denselben mehr hindern dann furdern wurde, nit verhalten wöllen... datum mitwochs den 11. Augusti a. etc. 46 zu 9 uhren vor mittag. 277. Die XIII an Michael Han. 1546, August 11. [Strassburg.] Str. St. Arch., AA 550, f. IIS, 119 und 123. Aus. Vermerk Hans:(O. accepi in Geisslingen 13. Augusti d. 46». Brief an Landgraf Philipp; Zeitungen über die niederländischen Truppen; beschweren sich über den Mangel an Nachrichten. Zettel: Vermissen von ihm übersandte Schriften. Legen einen Brief an den Landgrafen[Nr. 276] zur Besorgung bei: senden die Nachrichten über das Volk,«so unden heruf kommen!, wie wol wir achten . der landgraff etc. hab es zeitiger und mer von.. Darmbstett». Sprechen ihr Befremden aus, dass sie von den beiden Böcklin und ihm so lange keine Nachrichten haben;«und wo villeicht an der post mangel were, das wollen uns berichten dasselbig zu pessern...) Dat. Mi. 11. August 46. zettel:«Es seind uns auch die schriften*, so ir us Regenspurg gon Nurmberg geschickt, noch nit zukomen.) 278.«Die verordenten von den alten des rats zu Frankenfurt» an die XIII. 1546, August 11. [Frankfurt am Main.] Str. St. Arch., AA 544, f. 24—27. Ausf. Prod. Mo. I6. August. Ben. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 41—44, von Kannengiesser, Karl TV. und Büren, S. 52, 62—63, 167, Anm. 250, S. 168, Anm. 265, S. 171, Anm. 280. 282— 285. und S. 172, Anm. 288, sowie von Ebel, Kl. Beitr. z. Gesch. Hessens i. Schm. Kr., S. 569, Anm. 19. Verteidigungsmassregeln der Hessen am Rhein; Kastel genommen, die andern Fähren versehen; Beichlingen soll die ppenheimer Fähre einnehmen, hat aber kein Geld; Oldenburg gerufen; die kaiserlichen Reiter in Mainz nicht eingelassen; Büren soll wieder zurückziehen wegen eines Angriffs von Dänemark auf die Niederlande. Berichten,«wie es bei uns herumb... geschaffen sei..; nämlich nachdem... aus dem Niderland ain raisiger zeug uf 1500 oder 1600, wie wol sie sich] allweg fur 3 000 ausgeben und furieren lossen, darunder herzog Albrecht zu Meckelburgl s] sohn obrister, auch Georg von Horde, Hainrich von Bernighausen und andere rittmaist er sind, ankomen und sich zu Budeshaim(ist ain dorf dem stift Menz gehorig zwischen Menz und Bingen gelegen) niderMNiedbruck; über seine Sendung nach England vgl. Nr. 187. 277* Es sind die Briefe von Worms und Speier vom 7. und von Pfalzgraf Wolfgang vom 7. und 8, August(Nr. 265, 265, Anm. 2, 266 und 266, Anm. 2; Abschrr. für Han in AA 550, f. 120- 129. 1546. Kämpfe der Hessen vor Mainz, 297 gelassen und das geschrai gewest, das der von Beurn mit 3000 zu ross und 24 fenlin zu fuss samt ainem guten veldgeschutz und etlichen grossen stucken denselben nachvolgen solt, da hat der landgrävisch amtsverwalter zu Epstain zwei fahre disseit Reins, ains zu Bibra[Biebrich], das ander zu Walluf im Ringgau gelegen, in eil eingenomen. und ist Friederich von Reiffenberg uf empfangnen bevelch, den Volprecht Riedesel*, oberamtman der nidern graveschaft Catzenelnpogen, aus dem oberlendischen leger derhalben von dem landgraven bracht, mit 13 fenlin knechten, so er in namen hochgedachts unsers gn. herrn im amt Epstein angenomen, und etlichem veldgeschutz, so ime aus Russelshaim, auch auf beschehen ansuchen der landgravischen amtleut von uns zugeschickt worden, verschienen sontags[August 8] zum Rein zu gezogen, sich zwischen Hochhaim und Costhaim nidergelossen. und morgens montags darnach Balthasar Hirtzbacher, amtsverwalter zu Eppstain, samt etlichen hauptleuten zum churfursten gen Menz vom Reiffenberger hinuber gefertigt worden mit bevelh zu begeren; die nähen, wo nit alle, doch zum wenigsten den halben tail, heruber zu lassen und dem kriegsvolk das lager zu Castel umb sein gelt zu vergonstigen. doruf antwort gefallen, das es der nähen halben nit zu thun sei; es wolle aber der churfurst zu Menz dieselben bei seiner chfl. eren unserm tail zu nachtail nit gebrauchen Jassen; jedoch wo sein chfl. G. daruber ubermannet wurde, so kunte sein chfl. G. nit darfur. des lägers halben zu Castel hat der churfurst darfur und, das man der armen leute verschonen wolle, gepetten. solcher antwort die landgravischen amtleut und räte nit zufrieden gewesen und... Hirt zbacher wider hinuber gefertigt, ain clare antwort zu begeren; dem ist vertrostung beschehen zu ainer uhrn noch mittag antwort zu geben. als sich aber solche antwort uber bestimlte zeit verzogens, ist Reiffenberg unerwartet der antwort mit seinem kriegs volk, auch dem russelshaimischen und unserm geschutz vor Castel gegen Menz uber geruckt, daselbst in der schlachtordnung gehalten, und Cunrad Hess? samt Reinhart Schencken an das thor geritten und eingefordert zum zwaiten mal; da haben sie sich auf zugesagten glauben und glait ergeben und die thor geoffent. also ist Castel eingenomen und mit waien fenlin Knecht besetzt; und die Ringgauer, so uf 700 darin gewesen, hat man alsbald uf den kirchhof verpflicht, aber volgends on entgeltnus haimgelassen. und liegen die ubrigen Knecht zwischen Gastel und dem Rein und lassen zu beden seiten gräben aufwerfen etc.. weiter ist auch das fahr berhalb Menz gegen Weissenau uber am Main mit 600 guter schutzen landvolks besetzt. dergleichen ist auch das Gernshaimer fahr versehen. Der grave von Beuchlingen, so in namen... des churfursten zu Sachsen bevelh hat acht fenlin knecht anzunemen, ist mit seinen knechten, sovil er deren gehabt, nemlich funf fenlin, hinauf gen Oppenheim, daselbst das fahre auch einzunemen, vermögt worden. dieweil es ime aber an gelt mangelt und seine Knecht nit gemustert, sint sie umwillig. und hat sich der von Beuchlingen, dieweil ime die landgrävischen mit fur wendung, das sie des kainen bevelh haben, furzustrecken waigern, vom Rein gethan, fur unser stat heut umb 2 uhrn noch mittag ubergezogen, willens zu Rumpenhaim, ligt zwischen 278 1 Vgl. über ihn B. E. Becker, Die Riedesel zu Eisenbach III(1927), 8. 227 233. 2 Vgl. über diese Vorgänge auch die Aussage des Strassburger Schiffers Rul vom 15. August und den Bericht Jakob Kuglers in Nr. 298. 3 Konrad Busseck, gen. Hesse, Schultheiss zu Marburg; vgl. Nr. 162, Anm. I. .—————— m. 298 1546. Beichlingen; Oldenburg; angeblicher Rückzug Bürens. Frankfurt und Hanau am Main, seinen musberplatz zu halten. welchen abzug und trennung wir fast ungern sehen, auch derwegen an die landgravischen räte... zu Russelshaim geschrieben..., das sie es an dem gelt dem von Beuchlingen, dem wir der sachen zu gutem gleichwol on bevelh hievor 1500 gulden auch dargelihen, furzustrecken, domit er mit den knechten an der hand behalten werde, nit wolten mangeln lassen, des versehens, dieweil es ain gemaine sach ist, sie werden es gegen... dem landgraven wol verantworten mögen... werden sie solchem unserm bedenken und ansuchen stat geben, so ist es desto besser; wo nit, so mussen wir es geschehen lassen. Sonst ist dem graven von Oldenburg ernstlich geschrieben, das er eilends mit seinem volk zu ross und fuss heraus und zu diesem kriegsvolk ziehen sol. so wirdt auch, was noch von reitern im land ist, darzu erfordert, der mainung und hofnung den niderlendischen reitern den pass mit gottes hilf zu wehren. Der jung herzog von Meckelburg ist bisher bei dem churfursten zu Menz ab und zugeritten; dergleichen ist auch den reitern gestattet worden aus und einzureiten bis uf neéchsbtverschienen montag[9.]. da haben sich derselben 30 pferd in Menz gethan und sint inen die andern mit dem haufen nachgevolgt; das hat bei den burgern ain ansehen gehabt, als wolten sie die stat einnemen; darumb sie den schussgattern abgehauen und den haufen ausgeschlossen. Daneben hat uns glaublich angelangt, wie das der thumbdechan zu Coln seinem bruder, graven Ludwigen zu Stolberg und Konigstain, zuge— schrieben, der von Beurn sei bis in 3000 stark zu ross und 15000 zu fuss im anzug und schon vor Ach herauf bis gen Teurn[Düren] komen gewest; hab sich aber unversehens wider gewendt und der kai. Mt. eilends uf der post geschrieben, er konne irer Mt. mit seinem volk dismals nit zuziehen; dann es tragen sich die sachen in irer Mt. erblanden dermassen zu, das von noten were, ir Mt. hette daselbsthin leute verordent etc.. so ist dem Reiffenberger geschrieben worden, das Denmark und die sächsischen stett in Friessland angegriffen haben sollen, welchs aber nit gewiss; dann bisher haben wir nit vernomen, wes sich die sachsischen stett der ainigung halten. und ist die sage gangen, der konig zu Denmark sei wol willig, aber die regenten des lands wollen den unsern kainen zuzug gestatten, derwegen wir hierauf aigne kundschaft gemacht, deren wir erwarten... und dieweil wir noch wie vor in der fahr sitzen, wo der von Beurn mit dem gwaltigen haufen hernach— komen und den pass umb diese gegend uber Rein erhalten solte, das man sich an uns etwas versuchen mochte, so ist abermals unser... pitt, e. L. wollen... fur sich selbst raten, helfen und sonst befurdern, domit wir uf denselben fall... mit rettung und entset zung nit verlassen werden...“ Dat. Mi. 11. August 46. 279. Die XIII an Heideck und die Kriegsräte. 1546, August 11. Strassburg. Stuttgart, Arch., Biischel 28, Mr. 98. Ausf.— Praes. I. August. Kein Bürger hat den Feinden Geld geliehen. Haben ihr Schreiben vom 4. August[Nr. 259] erhalten«und darauf alle unser burger, da wir gedacht, bei denen gelt ufzubringen sein solt, beschickt Vgl. hierzu auch den Bericht Kuglers(6. Anm. 2). 1546. Vortrag der schmalkald. Gesandten auf dem Tage zu Baden 299 und bei denselben samentlich befunden, das si weder jetzo noch hievor nie einich gelt uf dermassen interesse ausgelauhen noch jemands das ir zugestellt, das si achten möchten, das es in der gegentheiln hand komen wurde. sind auch dasselbig zu thun noch nit willens. daruf wir inen zu merer sicherheit gepietten lassen, das si es furter nit thun sollen; dann so wir es von inen erfaren solten, wurden wir uns gegen inen dermassen erzeigen, das si unser genzlich missfallen sollten sehen...) Dat. Mi. 11. August 461. 280. Schriftlicher Vortrag der Schmalkaldischen Gesandten auf dem Tage zu Baden.(1546, August 12. Baden. Str. St. Arch., AA 555, f. 23sæ— 31. Entw. Jakob Sturms.— Auszug bei Sleidan, De statu 1el.... comment. II, S. 510—511 und in Hidgqen. Absch. IV, Id. S. 668- 565 zu R I). Haben den Krieg nicht verursacht; Gründe, warum das Konzil in Trient nicht als solches gelten kann; hoffen, dass die Eidgenossen nicht dem Papst und Kaiser, sondern ihnen helfen werden; Zusage eines ewigen Friedens mit den Eidgenossen «Wie wir von unsern gnedigsten, gnedigen hern und obern uf disen tag abgefertigt und komen, so langt uns ane, das gemelte unsere hern und obern bei uwern hern obern und euch durch den babst? zum hochsten verun glimpfet sollen werden, als ob si zu disem krieg sollich ursach geben, das si durch kein andern weg dan mit gewalt und dem schwert zu der hillicheit gebrocht werden möchten; derhalben er dan ein bundnus mit der kai. Mt. ufgericht und alle sine und der kirchen vermogen doran setzen wölle, mit beger, das euer hern und obern sich auch in solliche bundnus begeben und wider dise stend helfen wolten; dorauf er dan auch bi etlichen orten euer loblichen Eidgnoschaft und deren zugewandten umb krigs volk werben solle. wiewol wir nun nit zweiveln, euer hern und obern, auch ir seien des erbarn, ufrechten und teutschen gemüts, das ir euch zu keiner bundnus und hilf wider dise stend uf ihrer widerwertigen angehen und ihrer unerhört bewegen lossen werden, so haben wir doch nit underlossen mogen unser hern und obern notturft nach euch folgenden bericht, entschuldigung und begeren fur zubringen. Es ist bi meniglichem kuntlich und offenbar, das unser... hern und ire mit verwanten disen jetzigen krieg nit angefangen, auch kein hillich ursach dozu geben, sonder uf allen gehaltnen richs- und andern tagen alwegen den 279 ı Wie wenig man aber im Volk den grossen Kaufleuten traute, zeigen die von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S8. 353- 36 abgedruckten Ausserungen gegen sie. Die Beschwerde der Ingolds darüber wurde in der Ratssitzung vom 11. September vorgebracht(Ratsprot. 1546, f. 456 b— 457). 280 1 Dieser Tag ergibt sich aus dem Schreiben der Baseler Gesandten auf dem Tag zu Baden, Bernhard Mever und Batt Suner, an ihren Rat vom 12. August(Or. von Meyer in Basel. Arch., polit. M 8, 3, f. 184;« datum donderstags noch sant Laurenzen tag umb die 3. stund noch mittag a. 1546»), in welchem sie melden, dass die protestantischen Gesandten heute morgen gehört worden seien. Dem entspricht auch die Angabe Sleidans a. a. C., der als Tag des Vortrages«quarto post die»(nämlich nach dem 9. August) angibt. Vgl. zur Datierung auch den Bericht Müllenheims vom 8. August(Nr. 267). 2 Die hier und im folgenden in Kursivdruck gesetzten Worte des Textes sind Zusätze im Entwurf. —————. 300 1546. Vortrag der schmalkaldischen Gesandten friden gesucht und begert, wie in auch derselbig zugesagt und uf mer dan einem richstag verabschidet worden, das si der religion halber nit bekriegt, bevehdet oder uberzogen, sonder dise spaltung der religion durch kein andern weg dan christliche und freuntliche vergleichung in einem freien christlichen concilio, in teutscher nation zu halten, oder nationalversam-— lung oder einem richstag hingelegt soll werden. doruf sich auch unser... hern und obern verlossen, vill und grosse hulfen wider den Turken und sonst geleist und nichts wenigers besorgt dan des, si solten, wie jetz beschicht, mit solchem gewalt uberzogen werden. Das aber durch den babst, wie wir vernämen, furgewendt wurdt, er hab ein Concilium gon Trient ernent, das wollen dise stend nit allein nit besuchen, sonder verachten dasselbig; derhalben er verursacht die sach mit gewalt und dem schwert anzugreifen. dagegen sagen wir, das unser stend ein frei christlich concilium in teutscher nation zu halten nie geweigert, sonder dasselb alwegen begert. worumb si aber dis concilium nit fur ein frei christlich concilium in teutscher nation zu halten, davon die richsabschid meldung thun, achten konden, des haben si gute gegrundte und bi aller erberkeit erhebliche ursachen. dan erstlich wie kan das ein frei concilium sein, dorin der babst und seine geschworne glidder, cardinal und bischove, die do nichts dan mit des babsts und siner legaten wissen und willen beschliessen dorfen, allein die beschlussstimmen haben wollen; wie dan kuntlich, das alle ding, so in jetzigem concilio gehandelt, zuvor und ehe si beschlossen, dem babst zugeschickt und sin bewilligung erfordert und one dieselb nichts beschlossen wurt. nun sind aber der babst und sine geschworne glidmassen dises teils hochste widerwertigen, die durch iren pracht und geitz alle misbreuch in die cristenheit wider die leer unsers hern Jesu Christi und siner lieben aposteln ingefurt haben, dieselbigen auch noch heutigs tags zu erhalten underston, wie des leider clar am tag ligt und si durch die heilig geschrift uberwisen werden mögen. wie kan nun das einig vernunft geben, das dise stend umb sollich ingefuert misbreuch, deren si den babst und die sinen us gottlicher schrift zu bewisen wissen und in wolche si on verlust irer selen heil und ewigs lebens nit bewilligen mogen, fur ire widerteil kommen und sich derselben urteil underwerfen sollen? es kan je ein jeder verstendiger woll ermessen, was si doselbst fur ein urteil und bescheid erlangen werden. so ist auch am tag.... das der jetzig babst und andere sine vorfaren im babstumb dise stend und ire leer vorlangest, vor und ehe dis concilium usgeschriben..., verdampt und si noch heutigs tags in allen iren schriften... umb des willen, das si von sinen ingefurten mishrenchen abgewichen fur die ergesten ketzer usschreien..., auch diejenen, so ires glaubens sind, in iren gebielen... vill herter und grausamer dan einichen merder oder ubelthetter straffen, dozu kaiser, konig, fursben, hern und wen si vermögen, gliche straff kurzunamen... ermanen, ja auch bi irem ban gebieten. doraus woll abzu— nämen, was dise stend von sinem, des babsts, jetzigem concilio, do allein die sinen in regieren und Schliessen, fur glichs und hillichs zu gewarten haben. Zudem so ist sollich concilium auch nit in teutschen landen vermog der richsabschid angesetzt. dan ob schon Trient der teutschen oberkeit zustendig, wie er, der babst, furgibt, so ist es doch der sprach, sitten und gelegenheit halb meer welsch dan teutsch, auch von allen alten landbeschriberen dem welschen land und Italien zugericht worden; und ist der bischoff doselbst herr, der kurzlich erst cardinal worden... wie sicher nun die unsern und auf dem Tage zu Baden. 301 besonder die gelerten an sollichem ort sin wurden, ist us vilen geschichten woll zu verston und sonderlich us der geschicht, die ein Hispanier an sinem eignen einigen und leiblichen bruder? uber kai. Mt. geleit, so er mit andern unser stend gesandten zu dem colloquio gon Regenspurg gehebt, dis jor erst in.. Neuburg begangen, in welche statt er... von Rome heraus postiert und uber das er sich aller freuntschaft gegen sinem unschuldigen bruder angenommen, denselben jamerlich... hat durch sinen diener ermorden lassen, allein umb des willen, das er im unser leer gefallen... lassen. und wie wol er und sin diener... zu Inspruck betretten... und mit grossen kosten beklagt, so hat inen, den bevelchshabern... Ottheinrichs, doch bis uf heutigen tag kein recht gegen solchen ubelthätern widerfahren mögen, sonder ist das recht uf des babst und der sinen anhalten abgesbelt worden. und würt offentlich gesagt, er hab nit unrecht gethan, das er sinen bruder, des babst abfelligen, erwurgt hat, jo wurt von vilen des babst anhengern dise handlung fur ein lobliche und erliche thatt gerümet, die nit allein keiner stroff, sonder auch grosser belonung wert sei. so sind dise und dergleichen thaten in welsch landen meer geschehen und nit so ungewendlich als(gott lob) in teutsch landen, do sollich sachen nit ungestrofft blibben. hat nun ein Hispanier dise thatt gegen sinem eigen bruder der religion halber mitten im Teutschland in eines fursten statt, der diser unser religion geneigt, wagen und volbringen dorfen, was hetten dan erst die unsern in einer statt am end der teutschen nation gelegen, die welscher sprach und sitten und do des babst geschworne glidder das regiment haben, zu besorgen... derhalben nit on ursach von den unsern begeret und auch uf allen gehalt nen richstagen verabschidet worden, das ein frei, christlich concilium in teutscher nation gehalten werden solt, do meniglich sicher und on gekar sin und frei on des babsts und siner glidmassen ingefurten m isbreuchen reden und zu warer chwistlicher reformation verhelfen möcht. wie dan des bapsts legaten, oratorn, cardinel und bischof bis hiehar uf allen richs- und andern tagen auch in den stetten, die unser religion sind, im teutschen land nit allein sicher gewesen, sonder auch mit herberg und ander bequemlichkeit besser dan die teutschen fursben selbs versehen... worden sind, auch an irem gewondlichen pracht nichts underlassen haben. wie woll es nun dem babst, der sich ein statthalter Christi und nachfolger der lieben aposteln sin rumen dorf, anstött, hern und obern nit in sein parteilich und zchriben dorf, es sei kein ander weg mer, dan das man uns mit gewalt und waffen zu siner gehorsamme widerpringen müsse, das haben ir, unser gunstig hern und freund, und ein jeder verstendiger crist bi ime zu bedenken. und ist dis sin furnamen eben der leer Christi und siner apostbolen so gemess, als gemess ander sin thun ist, und furnemblich das er sine kinder und kind hkinder us der kirchen gut, das er zu dem dinst der kirchen und underhaltung der armen verwenden solt, zu fursten macht und sonst allen unratt mit anricht teutsch nation zu ewigem das er umb des willen, das unser. unsicher concilium kommen wollen, verderben zu pringen. das dis sin ernent concilium ein frei, christlich, unparteihern ort usgeschriben wer, wie es nit ist und zo wolt sich doch je nit gebürn, das er, sachen der religion geschlossen hett, uns Gesetzt aber, isch concilium und an einem sic auch keins wegs gestanden würt, vor und ehe sollich sin concilium in s Gemeint ist Juan Diaz; vgl. Nr. 58. -——- nA— ö——— nm, . 302 1546. Vortrag der schmalkaldischen Gesandten auf dem Tage zu Baden. mit gewalt, wie jetz beschicht, uberzuge und ganz Teutschland in unwiderhringlich verderben, sovill an ime, schuren thätt; sonder hett sich geburt, das er noch beschluss sins concilii uns demselben zu gehorsamen ermanet; und so wir noch gnugsammer vermanung ungehorsam gewesen, alsdan erst, uf die weg der execution, die unser her Christus, des statthalber er sich zu sin rümet, in sinem wort ime furgeschriben, gedecht hett. aber er will selbs in diser siner aignen sach richter und auch vor ergangner urteil execut or und volstrecker sin, domit er sin ungottlich wesen, das er mit keiner schrift ers halten mag, mit der thatt und dem schwert erhalte. Dweil nun dises des babst furnämen alles dohin gericht, wie er die loblich teutsch nation, unser liebs vatterland, andern nationen zu ainem exempel und abschrecken sich destoweniger wider in zu setzen, zu entlichem verderben brings, und also zu volbringung sines tirannischen furnämens je ein glid der teutschen nation wider das ander durch sin geschwinden practicken zu verhetzen... understott, so wollen wir von unser... hern und obern wegen uns zu euern hern und obern der loblichen gemeinen Eidgnoschaft und dan auch zu euch, den gesanten, unsern gunstigen hern und freunden, genzlich getrosten, wie wir das auch zum dinstlichisten und freuntlichisten bitten, si und ir werden, als frome geborne Teutschen und nit das geringst glid der teutschen nation, in diser sachen ansehen die wolfart des gemeinen vatter— landss, das auch dise stend disen krieg nit angefangen, dozu kein billich ursach gegeben, des babst parteiisch angesetzt Concilium us guten gegrundten ursachen gewaigert, aber sonst sich alweg zu einem freien christlichen onparteiischen coneilio in teutscher nation zu halten erbotten, in wolchem us grund gottlicher geschrift alle ingerissne misbreuch abgethan und die kirch zu guter christlicher reformation bracht würd, und das si also uber sovil gegebne und zugesagte fridstend onberufft, ungehort und unuberwunden einicher ungehorsam mit gewalt uberzogen und zu naturlicher beschirmung ires vatterlands und underthonen, sovill unschuldiger leut, wider iren willen getrungen werden; und euch durch des babst geschwinde practicken dohin nit furen lassen, das ir in dise sine unchristliche bundnis bewilligen oder ime einich kriegsvolk zu undertruckung der teutschen nation friheiten und zu dergiessung sovill unschuldigs tentsches bluts zu hilf schicken oder zukomen lassen werden; sonder vill mer disen stenden, die nichts anders dan friden und ware christliche reformation und, wie si bi gottlichem wort und irer herbrochten friheit bleiben und sich vor unbillichem gewalt schutzen und schirmen mochten, suchen, zu sollicher irer christlichen und billichen, auch in allen göttlichen, naturlichen und geschribnen rechten zugelassen ſen/ defension allen rat, hilf und beistand beweisen. Das werden unser... hern und obern umb ein hochlobliche gemeine Eidgnoschaft und derselben nachkummen? zu ewigen tagen nimmer ver— gessen, si auch desselben und eins ewigwerenden fridden zwisten inen und euch, auch allen beeder teil nachkummen, wo von nöten, also versiGestrichen ist an dieser Stelle:«der sunder halb». > Gestrichen ist hier folgender Satz:(Wie er dan die kai. Mt., wolche on zweivel nit us eigner bewegnus, sonder uf sein, des habsts, langwirig... anhalten sich auch dohin bewegen lassen, schon dohin brochtæ. ẽGestrichen ist:(dan des babst geschwinde practicken). 7«derselben nachkummen) ist verbessert aus:«euch». 1546. Bürens Zug. 303 cherns. domit si der bewisenen gutthatt dankpar und ingedenk befunden werden sollen.» 981. Peter Scher«der elter» an seinen Schwiegersohn Johann Winther von Andernach,«doctor der arznei» in Strassburg. 1546, August 12. Kaiserslautern. Str. St. Arch., AA 552, f. 56—57. Or. Nachrichten über den Bürenschen Zug; Vermittlungstag zu Heidelberg. Muss jetzt zum Kurfürsten von der Pfalz und zum Markgrafen[von Baden] nach Pforzheim, hofft aber,«in acht oder zehen tagen... bei euch zu sein... es sind marggrave Albrecht von Brandenburgs ruiter, der uf 2000, und des duitzenmaister ruiter, der 1200 sein soelten, aber meins bedunkes nit so vil, etlich tag in den baiden amten Criutznach und Stromber[g] gelegen und vergangen sambstag und sontag[7. und 8.], als ich mit her Hainrich von Fleckstain, dem landvogt, her Johan Hilche, Hans von Sickingen und andern bei ier etlichen... gewest!, naher gane Beckalum! Böckelheim] und, wie man sagt, uk Speir zu geruckt. wo vorter hinus, wiert die zeit bald mussen zu erkennen geben... domals kam zittung, der von Buirren wer nest vergangen durstag[5.] zu Bun[Bonn] und Andernacht mit 3 dussent und mer raissigen und 16 dussent zu fuss, darunder 2000 Spanier, so us Spania under 10 venle heruskomen sein, uszogen und sein weg durch den stift Trier uf Sant Wendl und hie, Luttern, naher Speir zu nemen wollen. man hat sich auch in disser art mit proviand darnach gericht. so hab ich aber gester 11. zu Lwains Diese Zusage eines ewigen Friedens war von Basel im Vortrag der protestantischen Gesandten zu Baden im Juli vermisst worden; vgl. dazu Ar. 199, Anm. 7. Strassburg hatte sie schon in seinem Brief an die in Um versammelten Gesandten vom 30. Juli vorgeschlagen(Nr. 160 am Schluss) und diese Forderung im Schreiben an Han vom 5. August (Nr. 261, Zettel) erneut gestellt. Es erzwang sie dann geradezu, wie aus folgendem Bericht des Konstanzer Gesandten in Baden, Ulrich Hochrutiners, vor seinem Rate nach seiner Rückkehr am 16. August zu ersehen ist:(Wie er zu zaden ankumen sig, habe der gsant von Strassburg ine ain instruction sehen lassen, die die von Strassburg geben und bevolhen habint in nammen gmainer ainungs verwandten vor den Kidgnossen furzutragen. wie nun er den letsten puncten, namlich versprochung eines ewigen frides, den dise stend mit den Aidgnossen haben welltint etc., vermerkt, hab er beswerung gehapt, das als ain gsanter ze werben: dann er nit gwisst, was mainung der rat hie und die andren stend sin wurdint. wie nun der gsant von Strassburg solhes von jm vermerkt, hab er gsagt, er habe des von inen herren in bevelh; darumb werde er das thun; ob aber er Hochrutiner] ain bes werd darab hette. so solte er bi der uberigen werbung sin; und so man an disen puncten keme, mochte er wol abston; dann er solhe werbung ze thun nit underlassen wurd. also hab er ine gebetten, das er mit der werbung still ston sollte, bis der wurtenbergisch gsant ouch ankemme. wie nun der... ankummen sig... habe er glich wie er, Hochrütiner, ain beswärd darab ghept und vermaint disen puncten ze underlassen sin. aber der strassburgisch gsant gab dem wurtenbergischen gsanten glichen bschaid wie ime, Hochrutiner. do hun si baid des strassburgischen gsanten vorhaben vermerkt..., hahint si besorget, es wurde grosser unrat darus volgen, so si sich also thailtint, und sigen also im besten bi der werbung ouch gsessen)(Aufzeichnung des Konstanzer Stadtschreibers Vögeli in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 26, S8. 494— 496). Konstanz übersandte am gleichen Tage noch diese(instruction) des Strassburger Gesandten an die Stimm- und Kammerräte in Ulm(Entw. a. a. O., Nr. 149, 8. 547- 5649: die Strassburger Abschr. der(instruction) a. a. CO., Nr. 139, 8. 50? 518). 281 Vgl. dazu Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 147, Anm. 153 und 8. 166, Anm. 243. . J. 306 1546, Verhandlungen auf dem Tag zu Baden. erschinen; und habe des keisers bott uf sinen vorgeschehenen furtrag antwort begert e, aber des konnigs bottschaft hat ein credenzbrief ingelegt mit einer instructionschrift, die wir noch nit habend. sol aber darin begriffen sin, ob man uns Eidgnossen von der ko. Mt., auch irem bruder, dem keiser, anderst furgebe dan allein etlich ungehorsam fursten zu straffen und nit das tutsch land ze verderben, das wir dem dheinswegs glouben geben wollend. darbi hat er gemeldet, da die cluss und schloss Eerenberg ingenomen, siend etliche vendle Fidgnossen darbi gsin, das der erbeinung zuwider; mit beger die knecht abzemanen und der erbeinung truwlichen ze gelebens. glich daruf ist des bapsts bottschaft abermalen erschinen mit einem credenz; und mit einer vorred hat er das bepstlich breve, dessen wir uch eevor ein coppi, wie uns die zukomen was, one datum, darzu incorrect, zugeschickt, besiglet und uf pergamen geschriben ingeleit; wist das datum... im latin also: datum Rome apud sanctum Marcum sub annulo piscatoris die tercia Julii 1546; mit disen worten schribends unsere botten. wir habend inen aber die coppi, so Jeronimus Francus uns hievor one datum und ubel geschriben zugeschickt, behandet, das si dieselbigen mit dem rechten original conferieren... und uns die correct und auscultiert zukomen lassen, damit wir uch demnach dieselbige mittheilen kontens. hieneben hat des bapsts bottschaft ein coppi ingeleit, wellichermassen der bapst und keiser sich zusamen verbunden wider die protestierenden Schmalkaldischen und alle, so sich dem concilio zu Trient nit underlegt, aber glich vertolmetscht, deren coppi wir uch hiemit zuschickends. und ist ein wunderbarlich ding, das, je me sich der keiser und rom. konnig verhalten, als ob die sach nit den glouben, sonder etliche ungehorsame fursten allein betreffen solte, je fester der bapst den häling? har— furtreit und ir böse prattick, die sie wider gott und sin helig wort furgenom-— men, an tag gitt. wer nun nit sehen wil, ist plind ete.. so habend die ge— sandten christenlicher einungsverwandten iren furtrag, wie der bi uch beratschlagt(Nr. 280], ingelegt; uber das alles sich gemein Eidgnossen ze be— raten ein oder zwei tag bedacht genommens. unser Eidgnossen von den drigen punden[Graubünden] habend sich durch iren botten, den von Marmels, entschlossen, das si glat dhein welsch volk durch ir land harus wollend passieren lan; daran wollend si setzen ir lib und gut. und hand ernstlich gebetten, das wir 13 ort uns nit theilen, sonder in denen schweren leufen vereinbaren wöllend, da wir unsers teils nut liebers sehend, dann das sollichs mit gott und tutscher nation zu gut geschehen mochte., hieneben haben unsere botten uns biligende zitungen? zugeschickt.... datum ilends fritags den 13. tag Augusti die elfte stund zu mittag zit a. etc. 46. 2 Vgl. Eidgen. Absch. IV, 14, S. 657g. 3 Vgl. König Ferdinands Instruktion a. a. C., S. 670 r. 4 Vgl. Nr. 249, Anm. 2. s Vgl. Nr. 334, Anm. 2. s Abschr. in AA 555, f. 75—78; vgl. dazu Nr. 249, Anm. 3.— Wie verstimmt der Kaiser darüber war, dass der Papst sein Bündnis mit ihm den Schweizern mitgeteilt habe, bezeugt die Ausserung des Nuntius Verallo in Nuntiaturber. IX, S. 227. — Geheimnis. s Die Antwort der neun Orte, datiert vom 13. August, liegt in Abschr. in AA 556, f. 97— 98; prod. Mi. 18. August; zum Inhalt vgl. Fidgen. Absch. IV, 14, 8. 668h. 9 Es sind 2 Briefe an einen St. Galler(Abschr. in AA 555, f. 79 und in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 185— 186). Der erste Brief ist vom 6. August: Herzog Ulrich, der Kurfürst 1546. Der Kurfürst von der Pfalz und die Reformation. 307 285. Paul Fagius, Pfarrer von Jung St. Peter, an den Rat. 1546, August 13. Heidelberg. Str. St. Arch., Thom. Arch. 22, 2. Or. Prod. Mo. 16. August. Ben. von Hasenclever, Kurpf. Pol., S. 55, Anm. 124. Der Kurfürst von der Pfalz wünscht ihn noch länger zu behalten; fragt deshalb an; der Kurfürst der Reformation geneigt. Meldet,«das nochdem ich zu Haidelberg ankomen! uf mittwoch den vierden tag Augusti, hat alsobald der churfürst, als er mainer ankunft gewar worden, mir durch seinen canzler? lassen ansagen, mich uf das allerfürderlichst zu seinen chfl. G. zu vorderen und mich zu verstendigen, warumb sein chfl. G. nach mir geschickt haben. dises hat sich nun von wegen der grossen gescheften, so teglich aingefallen, uf acht tag verzogen. aber dabei gleichwol mir befolhen zu predigen i in der kürchen zum hleiligen] gaist, auch im schloss, da dann allwegen sein chfl. G. zugegen gewesen und die predigen ganz flaissig gehört. und demnach uf den zinstag den 10. Augusti mich erst zu seinen chfl. G. geforderet..., erstlich... sich gegen mir bedankt, das ich... erschinnen bin, mit anzeigung, das sein chfl. G. was vorhabens der universitèt und schul samt der kürchen halben seien, dazu sie meine dienst begere zu geprauchen; möchte auc h wol leiden, dieweil ichs lands? und meine voreltern der Pfalz mit diensten verwant gewesen sint, und der Landgraf sind in Donauwörth, wohin Augsburg und Ulm«ein gross geschutz. geschickt; und zucht man hut und morn dem viand under ougen. es sind ouch die 8 fendlen E idemossen und 7 fendlen lanzknecht, so zu Fussen gelegen, abgemant, ziechen zum huffen; allein lassend si hinder inen zwei fendlen Schwitzer zu Fussen in der besatzung. und ist an dem, das man den viand all tag angriffen wirt.. Im zweiten Brief vom 8. August wird gemeldet, dass heute die Eidgenossen und die Landsknechte,(so zu Mundelheim ligend, ziechend zum huffen... ie 2 fendlen Appenzeller sind zu Fussen im zusatz pliben. so die 6 fendlen Schwitzer zum huffen kommen, wirt man die 2 fendlen, so vor do sind, zusammenthun und inen ein eigen regiment lassen. der churfurst von Sachsen furt zwen sun mit ime, ist der elter 16 jar alt;... si haben bi inen 9 fursten on die jungen... und hand mer volk mit inen brocht, dann man nach nie gesagt hat, und sind... aller dingen wol verSehen. si ligend jetzt... vor... Rein; da ligend 1800 Hispanier. verhoffend, es sollen nit vil darvon kommen. uf gestern obend hat herzog Wilhelm den fursten luter antwort geben sollen... dem pei ierschen fursten gat es eben, wie gott will. er hat all zit ob den pfe affen gehalten, das er jetzt darob not und verderbung sines lands gew ertig. bitz donstag 12. werden die obern stett als Costantz, Memingen, Lindouw, Bibrach, Kempten und ander zusammenziechen... 285 1 Schon am 26. Juli wurde im Rat mitgeteilt, der Kurfürst von der Pfalz habe Fagius eingeladen.« Erkant, die weil zu besorgen, das er mit im handlen mocht, das er zu im hinab komen mocht, und er aber dem volk hie angenem, soll man im sagen, das er meiner herren ungemeldet es abschrib»(Ratsprot. 1546, f. 396). Am 31. Juli wird aber mitgeteilt, die Prediger möchten,«das man im hinab erlaubt. dan 2— anderswo auch angesucht; do es im alles abgeslagen, das der pfalzgrave gesagt: er het gemeint, man solt im zugesprungen sein und gehollen haben; so sehe er woll, man acht sein nichtz, ob er zu diser religion kom oder nit; das sie besorgen, es mocht den churfursten fur den kopf stossen. derhalben sie fur gut ansehe im hinab zu erlauben; dan Fagius so bestendig, das er sich nit werd bewegen lassen, daniden zu bleiben.) Darauf wird beschlossen, ihn auf 14 Tage dorthin reisen zu Jassen,«doch keineswegs bewilligen daniden zu bleiben»(a. a. 0., 1.402). Hartmann von Eppingen. 3 Fagius stammte aus Bergzabern; vgl. über ihn Handschriftenproben 11, Tafel 65. 20* 1 304 1546. Vermittlungstag zu Heidelberg. brucken gehoert, er zieh wider hinder sich naher Nuiss zu und sol der künig von Denmark samt den sestetten in Holland und uf Braband ziehen. daz schrib ich, wie ichs landma[n]sweis gehoert hab; verseh mich, die recht zeitung werd bald hernach mit dem hinkenden boetlin kumen.» Soll Jakob Sturm grüssen; will diesem nach seiner Rückkehr,«warumb man in gern zu Haidlberg gehapt?, anzaigen. man erkent in ain her des fridens, in dem man(in), wo es... müglich mitl des fridens zu erdenken, gern auch sein gut bedunken gehoret het. der almechtig wol kai. Mt. und allen cristlichen haupten den friden zu suchen und ufzurichten gnad geben... im selben soelt mich tag und nacht von aim zum andern, wie ich jetz ain zeitlang gethan, zu postieren nit beschwern. me kan ich laider nit darzu thun... Dat.(Lütern 12. August 46. 282. Die XIII an Michael Han. 1546, August 12. Strassburg. Str. St. Arch., AA 541, f. 141—142, Ausf.— Vermerk Hans:( P. no[ta]: den 13. Augusti d. 46 hin[ich] zu Ulm aus, nach Esslingen, marggraf Ernsten von Baden, Strassburg und Zwaienbrucken geritten‘. in dem ist diser brief gein Ulm komen. hat doctor Hel aufgethan.» Letzterer hat unter die Anschrift geschrieben:(Ist nit me zu Ulm, sonder zu Strasburg». Beschweren sich über den Mangel an Nachrichten; bitten um Nachrichten. C6... Es ist nun der zwolft tag, das wir kein schreiben weder von her! Ulman oder Wolffen Böcklin noch euch gehept... so seind euere cleider und was ir von Regenspurg uf Nurmberg geschickt*e, auch noch nit herkom-— men. seind derhalben verursacht, die post von hinnen aus bis gön Ulm ze legen, wie dann zeiger dis zu Altensteig Altenstadt] under Geisslingen und, der bisher zu Studtgarten gelegens, zu Canstett ligen wurdet. und ist unser ernstlich begern, ir wöllen uns zuschreiben, wo doch unsere haufen ligen, was bisher gehandlet worden und wie alle sachen... geschaffen seien..., auch bei herrn Ulman und Wolffen Böcklin anhalten, das sie jeder zeit, was sich zutregt, schreiben und sich... das papeir nit tauren lassen wöllen, dweil doch herr Ulman ainen schreiber hat, desgleichen ir auch, was ir jeder zeit haben, uns zukommen lassen; dann wo schon beide Böcklin seumig, so haben ir doch alle tag, was furgöt, von denen von Ulm und sonsten zu vernemen... datum den 12. Augusti zu 9 uhren vor mittag anno 46.» 283. Die Kammerräte in Ulm an den Rat. 1546, August 12. Ulm.] Str. St. Arch., AA 549, f. Id, 18 und 20. Ausf. mit Vermerk auf der Anschrift.(Cito, cito, citoy.— Prod. Sa. 14. August.— Ben. von Baumgarten, JZ. Gesch. d. Schm. Kr., S. 55. Brief der Fürsten und Kriegsräte über die Sendung nach Frankreich zur Geldaufnahme. Zettel: Brief der Kammerräte an Kleberger. Senden ein Stück eines an sie gerichteten Schreibens des Kurfürsten von Sachsen, des Landgrafen und der Kriegsrätel und bitten den darin 2 Vgl. Nr. 216 und 226. 282 1 Vgl. Nr. 271, Anm. 1. 2 Vgl. Nr. 277, Zettel. 3 Vgl. Nr. 168, Anm. 4. 283 1 Es ist ein Stück des in Nr. 269, Anm. 2 erwähnten Schreibens vom 9. August und 1546. Instruktion für Johann Sturm; Brief an Hans Kleberger. 305 ausgesprochenen Wünschen schleunigst nachzukommen. Dat. 12. August 46. Zettel: Legen Abschrift ihres Schreibens an Hans Kleberger? bei, damit der Rat«die irn darnach wissen abzuvertigen.» 1546, August 13. Basel. Prod. Sa. I. August.. 239, ben. von Waldeck, Publizistik 284. Die XIII von Basel an die XIII. gedr. von Kannengiesser, Kapitulation, S. 238 d. Schm. Kr. I,&. 83. Vortrag der Gesandten Karls und Ferdinands auf dem Tag zu Baden; der päpstliche Gesandte legt das Breve und den Bund zwischen Kaiser und Papst vor; Vortrag der Protestanten; Graubünden mahnt die Schweizer zur Einigkeit; Zeitungen. Un diser stund habend unsere botten, die wir uf dem tag Baden wie der kei. Mt. botschaft secretari Mutschet und habend, uns zugeschriben in namen des röm. köngs vor gemeinen Fidgnossen Hans Melchior Heggent zer ſohannem Sturmium mit eredenz und instruction vertigt bei derselben anzuhalten, das ir ko. W. g gelts wurden verordnen, nicht allein ringen und dasselb furter lautet:(... Zum dritten so haben wir. Nr. 270] an die ko. W. zu Frankreich abge denen personen, so wir in Frankreich zu ufpringun wölle ein statliche summa in Frankreich ufzuy heraus zu unsern handen zu verschaffen, sonder auch den bemelten unsern verordneten dorinnen alle hilf und furderung zu erzaigen. nach dem uns aber an personen diser zeit mangelt, welche geschickt und tauglich weren das gelt ufazupringen und sollichs furter herausser zu verordnen, so ist unser bedenken, das ir bei ainem erblarn] rath der stat Strassburg anhaltet, das sie zum wenigsten zwo geschickte personen neben dem Sturmen in Frankreich abvertigen und verordnen, damit, wie es got kuegen und die ain krank werden möcht, daz die ander sollichs verrichten und der sachen vorsteen könte Zusatz; fehlt in der Ausf.]. und dieweil wir zu verkertigung des gwalts und volmacht, so derselben person mitgegeben werden soll, nicht zeit haben, so solt ir an den rath zu Strassburg von unsern wegen begern und biten, das sie denselben gwalt in unserm namen und under irem secret verfertigen. so seind wir erbietens, dem rath zu Strassburg widerumb ainen schadlosbriet᷑ machen zu lassen und ine in allweg schadlos zu halten. nachdem auch der verzug in diesem allem. wie ir wisst, beschwerlich und uns darauf grosser nachteil steet, so wollet die sachen sonder dieselben dermassen befurdern, wie die noturft... erfordert.) züschel 82 ist im Gegensatz zu der übersandten Abschr. die betr. Stellen zulassen kains wegs ufhalten, In der Ausf. in Stuttgart, Arch.,} (in AA 549, f. 19 stets nur von einer zu entsendenden Person die Rede; sind in der Abschr. abgeändert. 2 Vom 12. August(Ausf. mit 6 Siegeln in Stuttgart, Arch., Büschel 84; Abschr. in AA 549, f. 15— 17): Angabe der Kriegsgründe und der Gefahren, welche Deutschland durch die ländischen Kriegsvölker des Kaisers drohen; der schmalkaldische Bund hat daher ein Heer von 80000 Mann aufbieten müssen und braucht für die kommende Zeit Geld; senden den Überbringer an König Franz J., um Erlaubnis zu bekommen, in Frankreich Geld aufsandten darin unterstützen, 6- 00000 Gulden zu einem Zinsfuss von 6—8% aufzubringen. Über den deutschen Grosskaufmann zu Lyon Hans Kleberger vgl. Ehrenberg, Hans Kleberg, der«gute Deutsche», G. Pariset, Bioberger, dit le bon Allemand et l'homme de la Roche, und Zeller, La 3. 92— 93. Das von Zeller, a. a. O., S. 93, Anm. 1 genannte Buch réunion de Metz I, 8 von B. Vial, L'histoire et la lègende de Jean Cleberger dit(Le bon Allenand»(Lyon Bibliothek des deutschen Sprach1914) konnte nicht benutzt werden, da es in keiner gebiets vorhanden ist. 284 1 Brief vom 12. August; vgl. Nr. 280, Anm. 1. zunehmen. Kleberger möge den G graphie de Jean(6 Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV — ——— . — mm,. 308 1566. Einführung der Reformation in der Pfalz. das ich mich gar zu iren chfl. G. gethon hett. daruf ich ir chfl. G. ongever— lich dise antwurt gegeben habe, das, wiewol ich wol erkenne, was ich iren chfl. G. als meinem naturlichen herren für anderen schuldig were, so habe ich doch zu diser zeit ain christlichen ordenlichen beruff bei der kürchen zu Strassburg, von deren mir in disen schweren sorglichen leufen abzuweichen... gar nit gepüren wölle; und mich also mit mehrn worten... gegen iren chfl. G. entschuldiget... hat uf söllichs ir chfl. G. mir weiters ganz gütiglich zu ant wurt geben, das sie gar nit willens mich in söllichen leufen von der kürchen zu Strassburg abzuziehen, es möchte dann mit e. G., auch der kürchen... zulassen beschehen; begere uf dismal nit weiters, dann dass ich iren chfl. G. ein zeit lang zu willen werden wolte, bis das durch mich und andere seine gelerten die universitet, auch die kürch in ain pössere ordnung möchte gepracht werden, mit ferrer anzeigung, das ir chfl. G. e.... G. ain fraintlich schreiben derhalben uberschicken wolte, daruf ich e. G. antwort erwarten solte. söllichs hab ich iren chfl. G. nit wol können abschlahen.... ich will auch dabei e. G. im besten angezeigt haben, das wir uf mittwoch den 11... zum theil aus bevelch des churfursten schon mit der reformation angefangen haben.... es hat sich auch der churfurst gegen mir lassen vernemen, so ich ain zeitlang bleibe, so wölle er der reformation halben lassen handlen und furtfaren; wo nit, so wüsse er uf dismol nichs bestendigs fürzunemen. das gib ich é. G. auch im besten zu bedenken. ich kan auch aus dem gesprech, so der churfurst mit mir gehalten, anders nit vernemen, dann das ir chfl. G. ain ganz gut gemüet haben zu gottes wort und gedenken dabei mit gottes hilf zu pleiben. es ist auch herzog Otthainrich ganz geflüssen in der sach und thut das best bei dem churfursten mit täglichem anhalten und vermanen, guter hoffnung, gott der almechtig werde fürter sein gnad verleihen, das was guts zu seinem lob... ausgericht werde. sollichs alles hab ich e. G. underthönigst wöllen zuschreiben, mich bei disem botten widerumb wissen zu lan, wess ich mich weiters halten soll...“ Dat. Heidelberg 13. August A665. Am 12. August: Er dankte dem Rat für die Sendung von Fagius und teilte mit, «das wir ine neben andern gelerten und verstendigen zu besser anstellung und reformation unser universitet, am fordersten auch zu christlicher anlaitung und aufbauung unserer kirchen und gemeinden ein zeitlang zu gebrauchen furhaben, welches er sich ohne verner euer erlaubnis zu wilfaren beschwerdt. ist herumb unser freuntlichs begeren, ir wollent uns zu sonderm gefallen und obgemelten gemeinen christlichen sachen zu furderung und guttem vergunstigen, das er noch ein monat oder zwen bei uns[bleiben] und das jenig, wie erzelt, verrichten helfen moge(Ausf. in Str. St. Arch., Thom. Arch., 41, Nr. 10; prod. Mo. 16. August). 5 Auf diesen Brief und den des Kurfürsten wird am 16. August beschlossen zu schreiben, obwohl es(der pfarkinder halben beschwerlich), sei man einverstanden(Ratsprot. 1546, f. 421 b). Gleichzeitig teilten die XIII dem Kurfürsten einen Auszug aus dem Brief der XIII von Basel vom 13. August(Nr. 284) mit(Abschr. in München, Geh. Staatsareh., Kast. schw. 543 /3, f. 265 b— 266; ben. von v. Druffel, Viglius, S. 51, Anm. 51 und 8. 77, Anm. 47 und von M. Duncker, Heilbronn z. Zt. d. Schm. Kr., S. 9, Anm. 59; erw. von Kannengiesser, Kapitulation, S. 241). 1546; Vereinigung der schmalkald. Truppen; Vorrücken der Kaiserlichen. 309 286. Petermann(Ulrich Geiger) an Bernhard Meyer. 1546, August 13. [Strassburg.] Basel, Arch., Polit. M 8, 2, f. 106—108. Or. Nachrichten von den Kriegsschauplätzen. Zettel: Einnahme von Rain; der niederländische Haufe wird immer stärker. Der Landgraf hat am 1. August sich bei Donauwörth mit den Schwaben 8 vereinigt; sie haben 100 Fähnlein und 700 Reiter.«Und hat alsbald der| landgrave zum herzogen von Baiern geschickt, ob er frund oder feind wolle. sein; dan von Donnenwerd aus ist es alles baierisch... Der Herzog ver- f langte Bedenkzeit; er sollte am 11. antworten. Die Antwort ist noch nicht bekannt. Der Kaiser zieht eiligst nach Landshut«dem birg zu, das er da villicht der Italianer und Spanier warten will oder das er Tiroll an der hand hab. got geb, das er nur redlich fliehe us Teutschland und nit mee darin kumm.) Aus den Niederlanden sind 4000 Reiter nach Mainz gekommen; doch sperren ihnen Reifenberg und Oldenburg den Übergang. Rossem soll mit 10000 zu Fuss nachkommen; aber der Übergang soll ihnen schwer werden; «dan auch Pfalz wehren hilfſt]. in ill 13. Augusti 1546.5 Zettel: Eben kommt Nachricht, dass der Landgraf weiterziehe. Der Baiernherzog hat ihn mit dunkeln Worten aufhalten wollen. Daher wurde Rain am 11. genommen/ und weiter gerückt. Der Kaiser ist noch in Landshut; einige Italiener sind| schon dort angekommen; doch weiss man nicht, wie viel und ob er dort| den Landgrafen erwartet.«Der niderlendisch hauf soll sich vast sterken und Menz inhaben gewisslich und warten uf mee reuter und das fussvolk. und will man sagen, das sie underston mit gewalt zu Breisach uber die brucken zu ziehen etc.. versihe mich, mine hern schriben davon. 1 287.«Die verordenten von den alten des rats in Frankenfurt» an die XIII. 1546, August 13. [Frankfurt am Main.] Str. St. Arch., AA 544, f. 28. Ausf.— Prod. Di. 17. August. Ben. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 43- 45 und von Kannengiesser, Karl T. und Bären, S. 158, Anm. I87 d und S. 172, Anm. 288. Vorrücken des feindlichen Vortrabs auf Alzey zu; Bürens Marschabsichten. Haben ihren Brief vom 9.* gestern um 8 Uhr erhalten und ihren Söldner für weitere Nachrichten bis heute mittag aufgehalten.«Uns ist aber weiter nichts zukomen, dann wie nachvolgt, nämblich das die reuter... gestern uf Alzey zu gezogen und des furnemens sein sollen, uf Wormbs oder Hausen Rheinhausen] heruberzutrucken. und sint auch derwegen... Wormbs und Speir vor dieser zeit, als ain gleiches gerucht gienge, zeitlich genug durch uns schriftlich gewarnet... den landgravischen räten zu Russelshaim ist (als sie achten) gewisse kundschaft komen, das der von Beurn 5000 pferd und 24 fenlin knecht haben und noch im amt Lechenich zwischen Bonne und Reinbach ligen soll..., und werde ir zug, wo sie hinaus wollen, sehr gehaim gehalten. es sei auch umb Coln und Andernach allenthalben gepotten inen profand zuzeschicken; und die sage, sie wollen den zug uber den Hundsruck 286 1 Vgl. zu diesem Gerücht den Brief Bürens an Karl V. vom 253. August; gedr. bei Kannengiesser, Karl V. und Büren, 8. 213— 214. 8 310 1546. Bürens Zug; österreich. Massnahmen gegen den Zuzug der Schweizer. oder nach der graveschaft Sain uber den Westerwalt nemen. bald nach diesen zeitungen ist Balthasar Hirtzbächert..., so auch kundschaft halben daniden gewest, gen Russelshaim... ankomen und sagt, sein gewisse kundschaft halte: sie ligen an obgemelten orten still und warten uf beschaid wider zuruck oder heruf zu ziehen; und sei die vermutung mehr, das sie zurugk mussen umb des ernstlichen einfalls willen des konigs von Denmark uf die Niderland, welche mehre... noch bei inen glaublich siee aus vielen kundschaften. dem von Oldenburg hat man wider under augen geschickt, sich zu dem reiffenbergischen haufen... zu verfugen. und sint nun alle fahre am Rein, von Walluf bis gen Oppenhaim und was daruber landgravisch ist, versehen... Dat. Fr. 13. August 46. 288. Pfalzgraf Wolfgang von Zweibrücken an die XIII. 1546, August 13. Zweibrücken. Str. St. Arch., AA 554, f.- 6. Ausf.— Prod. Sa. 14. August.— Ben. von Kannengiesser, Karl TV. und Büren, S. 51-52, 158, Anm. I87 5, S. 159, Anm. 191 und S. 166, Anm. 245 und 247. Zug des Bürenschen Heeres. Zettel: Die Hessen sichern die Rheinübergänge; Bericht über die niederländischen Truppen. Meldet,«das gestrigen abents etwas spad uns glaublich angezeigt, das gemelter nidderlendisch hauf zu Bunn und Andernach schon ufgebrochen, im anzug seien und iren weg uf das Mainfeld und Simern zu nemmen, wie die andern reuter gezogen.» Die Hessen sollen bei Mainz den Rhein überschritten haben laut beiliegendem Zettel. Dat. Zweibrücken Fr. 13. August 46. Zettel: Die Reiter bei Büdesheim sind(gestert dinstag[10.] gein Armsheim ufs gau geruckt; so ligen die andern reuter, so am letsten ankomen, zu Werstat. Gestern kam Nachricht von Oppenheim, dass die Hessen«alle schiffungen an den fahrn umbs Gerauer land gelegen(usgenommen die schiffung zu Oppenheim, die sie nit bekomen mogen)... hinab gein Weissenau oben an Meinz gefurt, dasselb far ingenommen., Im Lager der Niederländer werden aufgezählt:(5500 pferd ufs allerbest gericht; item 24 fenlin deutscher knecht; die haben alle bis uf 500, dan) die hackenschutzen, rustung an»; je zwei Fähnlein Spanier und Italiener; eines von 700 Schanzgräbern; an Geschütz vier halbe Kartaunen, vier halbe Schlangen und 4(doppel falknet; ein ser grosser tross soll mit sein. dieser kuntschafter ist userm leger... geritten zwischen Lechniden Lechenich] und Erb, ligt im stift Cöln. r 289. Anzeige Lamprecht Riederers. 1546, August 13. Strassburg. Str. St. Arch., AA 552, f. 47. Aufzeichnung. Massnahmen der österreichischen Regierung in Ensisheim gegen den Zuzug der Schweizer. Zeigt an, er habe am Mittwoch[11.] in Freiburg gehört, die Regierung in Ensisheim habe auf gestern einen Landtag ausgeschrieben, den Freiburg besuchen werde;«und gang die sag daoben, wo die Schwitzer mit gewalt herab und disen stenden zuziehen wollten, das man es inen nit zulassen werde. so haben die von Brisach verschinen zinstag[10] ir geschutz ausgezogen.) Dat. 13. August 46. 287 1 Hessischer Amtsverwalter zu Eppstein; vgl. Nr. 278. 1546. Strassburg will sich bis zu 800 000 Gulden mit verschreiben. 311 290. Die XIII an die Kammerräte in Um. 1546, August 14. Strassburg. Stuttgart, Arch., Büschel S2. Ausf. Auf der Anschrift:(Cito, cito.) Können ausser Johann Sturm niemanden nach Frankreich senden; sind aber bereit. sich bis zu 800000 Gulden mitzu verschreiben und die Vollmacht mitzusiegeln. Auf ihr Schreiben Nr. 283], das sie«heut dato gegen tag empfangen), verweisen sie auf ihre Han erteilten Befehlen, da wir jet z0 versbond, das er, Han, verschickt worden sei., Ausser Johann Sturm noch zwei Personen nach Frankreich abzufertigen(weren wir ze thun ganz willig und geneigt. wir konden euch aber auch nit verhalten, das die kaufleut, so wir bei uns haben, mehrerteils allein mit wahren und gar wenig mit wechsel umbgond und in solchem wechselshandel unerfaren und als vil als nichtz erübt seind. und ob schon etlich, deren doch ganz wenig, so seind doch dieselben leibs halben also geschaffen, das sie nit abkommen mögen und wir also, wie es uns dann an solchen personen zu ainem cammerrath bisher gemangelt, in der warheit niemand schicken konden. dweil aber bei Augsburg und Ulm deren personen eben vil zu befinden, die nit allein der wechselshandlungen erübt und gebraucht, sonder des Clebergers, an den ir dann solcher sachen halben schreiben, gute kundschaft und der händel erfarung haben,[haben] wir euch disen unsern mangel ufs eilendst und das harin nichtz versaumpt werde, zuschreiben wöllen, daselbst inen oder zwen, und sovil ir erachten mögen, hierzu von nödten sein wölle, zu schicken und die sachen zum besten lassen zu verrichten. schicken euch derhalben die brief an den Cleberger hiemit, dieselben denen, so geschickt werden, zuzustellen. so mögen wir leiden, das obgedachter Sturmius zu der ko. W. zu Frankreich verrais. Und wöllen wir, uber das wir hievor der zweimalhundertt ausend kronen halb, dieselben ufzenemen, willigung gebens, auch nachmals in die summa der sehs, siben oder achtmalhundert tausend gulden auf ain zimblich interesse aufzenemen bewilligen und uns neben gemainen ainigungs ver andten darfur helfen verschreiben. ob auch von nödten sein wurde, wöllen wir den gewalt, den ir als die,[die] deren, so geschickt werden sollen, nammen wissens haben, stellen werden, neben andern gern helfen mitsiglen und uns darin wie bisher erzeigen, als die zu disem handel mit andern ainigungsverwandten unsers vermögens gern das best thun... datum sambstag den 14. Augusti zu ainer uhren nachmittag a. etc. 46.» 291. Jakob Sturm an Landgraf Philipp. 1546, August 14. Strassburg. Weimar, Arch., Reg. J, pag. 177—182, H, Mr. 6. Or. Auf der Anschrift.«Zu eignen handen» und CCito, cito, cito.) Ankunft eines englischen Herolds; der englische König verlangt nähere Angaben und erwartet die protestant. Gesandten; stellt im Geheimen Hilfe in Aussicht. ... Es ist der englisch herolti, so mit doctor Hansen von Met z hieraus gewesen und er wider in Engelland geschickt und bescheiden, das er den 12. Juli wider bei ime zu Hausen[Rheinhausen] am Rhein sein solte, erst 290 ı In den Briefen vom 28. Juli und 5. August(Nr. 246 und 261). 2 Vgl. Nr. 269, Anm. 3 und 271. Vgl. ihre Ausführungen darüber in Nr. 261. Nämlich die Ausf. des in Nr. 283, Anm. 2 erwähnten Briefes. 5 Vgl. Nr. 246. 291 1 Somerset; vgl. Letters and papers XXI, 1, Nr. 1160. —— EEE WG DS————- ö 312 1545. Politik des englischen Königs gegenüber den Schmalkaldenern. den 12. Augusti hiehar kommen. und dweil er doctor Hansen nit funden, sonder derselb wider in Engelland verrittenz, so hat er mir, doch in hochster geheim, angezeigt, das er vom kunig bevelch hab, im, doctor Hansen, allerlei anzuzeigen, das er verner bei e. fl. G. erkundigen und derselben anzeigen solt. und so vill ich es behalten, so ist es in summa dise meinong: der kunig begert zu wissen, ob alle protestierende stend einhellig sind einander zu helfen oder nit. item wievill deren sind, die helfen, und wer die, so nit helfen und neutral sind. item wie stark die sind zu ross und fuss, so einander helfen. item das des konigs bedenken, das man in der sach nit lang verzug; dan sonst werd uns das widerteil zu stark, uf unserm teil das gelt, profiand ufgon, das kriegs volk matt und müd und das widerteil es bass zu harren haben. item zu erfaren, ob nit kai. Mt. mocht underhandlung leiden oder ob er nit dorumb ansucht., item ob dise stend nit leiden mochten, das sich er, der konig, mit dem konig von Frankreich gutlich in handlung einliessen. item dweil im 6. fl. G. geschribens, das dieser krieg dorumb angefangen, dise stend wider under die gehorsame des babst und sins concilii zu Trient zu bringen, hab sin Mt. zu gedenken, zu was nochteil es im dienen möcht etc.. do bedankt sich der konig der treuen warnung. das aber e. fl. G. hilf begeren und anzeigen, das si ein bottschaft zu im schicken, do konne er, der konig, noch kein ant— wort geben, er hab dann zuvor die bottschaft gehört. do versehe er sich, die bottschaft werd woll instruiert sein, wes si begeren soll. so er die gehört, well er sich mit antwort vernemen lossen, doran die protestierenden gefallen sollen haben. und so etwas mangel an der antwort sein werde, so werde er nit vom konig, sonder der gesandten halb entstone. er begert auch zu wissen, ob man zu Frankreich geschickt und was der fur antwort geben. Dis was augenlich(l] sin meinong, sovill ich in verston mocht; dan er seer unverstendig und böss teutsch redet; kan kein latin; so kan ich kein franzosisch oder englisch. er liess sich aber sovill merken, das der konig dise ding selber eigner person mit ime geredt und das er diser stend freund were; es wurden nit wort bei ime, sonder werk sein. doch verbott er mir zum hochsten, das ich niemans sagen solt, domit es den Franzosen oder kaiser nit furkäme. dan sin konig wurd hilfe thun, doch das es also geschehe, das es noch zur zeit heimlich gehalten. beschloss domit, das er Cristoff Mont doctor gon Frankfurt schriben wolt], zu ime gon Hausen zu kommen; wolt er mit ime zu e. fl. G. reiten oder in, Monten, schicken und dise ding anzeigen. Nun hab ich es e. fl. G. zuvor hiemit zu wissen thun wöllen, das si sich desto bass bedenken moge, wes im zu antworten. ich hab im die artickel der bundnus zwisten dem babst und kai. Mt. zugestölts, domit er seinem konig schreiben moge, das es umb des babst und sins concilii gehorsame zu thun sei, und sollich alles e. fl. G. nit verhalten wollen. so man jemants geschickts von e. fl. G. und des churfſursten] wegen mocht in Engelland schicken und ein bundnus mit ime ufrichten in sachen des babst und concilii gehorsam belangen, hofft ich, mocht etwas erlangt werden. E. fl. G. werden dise des herolts anzeige woll in geheim wissen zu halten und dieselb usserthalb des churfſursten] bis zu siner oder des Cristoffel Monten ankunft niemants verner eroffnen. thu mich hiemit derselben be— velhen. in grosser eil den 14. Augusti a. 46.) 2 Vgl. Nr. 186, nm. 2 und 187. 3 Am 11. Juli; Entw.(lat. und deutsch) in Marburg, Arch., Nr. 1801; Auszug bei Baumgarten, J. Gesch. d. Schm. Kr.. S. 39— 40. Darüber steht: im dem». 5 Vgl. Nr. 249, Anm. 3. 1546. Päpstliches Breve; Nachrichten von den Kriegsschauplätzen. 313 292. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, August 14. [Strassburg.] Basel, Arch., Polit. M S, 3, f. 200—202. Ausf. Praes. 16. August. Bitten um verbesserte Abschrift des päpstlichen Breves; Nachrichten vom oberländischen Kriegsschauplatz und von Reiterbewegungen am Rhein; Ankunft von Schweizern in Strassburg. Danken für Nr. 284; der Brief ist dem Ammeistber heute um 3 Uhr nachmittags behändigt worden.(Dweil der allmechtig haben will, das diser leut falsch und betrug, auch die greulichen ratschläg, so sie gegen gottes leuten furhaben, an tag prechen, wollen eins correcten originals des vorigen bepstlichen breves von euch gewertig sein.“ Hatten die ganze Zeit keine Schreiben von ihren Gesandten.«Und jetzo schreiben sie uns den zwolften dis* nichts sonders, dann das der keiser mit seinem volk zu Landshutt in Peyern sei und wis man nit, ob er warten welle. Sachsen und Hessen seien die vergangen wuchen am zinstag und mit wuch[3. und 4.] mit irem grossem kriegs volk zu dem kriegs volk, so im Oberland gesamlet worden, hei Tunawerd ankomen, daz sie nunmer 60000 gemusterter personen haben one die treffenlich anzal der wegen der artelarsi und ander zugehord, und das dem churflursten] noch etlich reuter nachzishen. und hab der keiser bei Beiern ver— mocht, das stetlin Rain am Lech, ein meil under Werd, zu besetzen. nun haben Sachsen und Hessen sampt den kriegsraten ime, dem herzogen, etlich mol geschriben, inen solliche und andere pess zu offnen, ire besat zung abzuschaffen, dem gegenthail kein hilf oder furschub zu thun etc.. da der herzog allerlei abspring oder uszug gesucht als, der keiser lig im land, er mus thun, wie er mog und nit wie er woll; da er aber nit satte antwurt geben wellen, seien die unsern am zinstag[10.] verschinen mit ganzen haufen fur Rein geruckt; nechten(daz ist den 11. dis) sei botschaften gon Ulm komen, es hab sich ergeben, sei die besatzung, so darin gewesen, haraus und etlich der unsern hineingezogen. und ziehen die unsern mit dem haufen fur hienab. das welsch kriegsvolk soll eins thails haraus in Baiern sein, aber nit so vil, als man gesagt hab, das zu hoffen, ehe das volk, so am Rein lig, hienauf zu dem welschen komen, das etwas zuvor angericht sein soll.» Teilen ferner mit, was ein(stat den Rein harauf über die niederländischen Truppen geschrieben hat. Man wisse nicht, was sie vorhaben. Hören aber sonst, dass der Landgraf den Grafen von Oldenburg mit Reitern und Knechten und Reifenberg und andere mit einigen Fähnlein Knechten «an jenem staden ligen haben, vieleicht dem volk, so uberfart, zu weren. nechten in einzigem) sind einige Schweizer gekommens mit dem Vorgeben, es heisse oben, dals ob sie alhie beschaid finden; die wir hienaus, welche gewelt, zum haufen gefurdert.) Hören jetzt von dem Schiffmann, das Gerücht sei wegen des niederländischen Volks entstanden und es wollten vielleicht (etlich hundert) kommen. Da sie hier keinen Bescheid finden, möge Basel wo möglich das anstellen, bis weiterer Bescheid von den Oberhauptleuten kommt(Datum sambstag den 14. tag Augusti a. 46 zu 3 uhren.) 292 1 Vg]. hierzu und zum folgenden auch die Nachrichten Petermanns vom 13. August in Nr. 286. 2 Gemeint sind die Briefe von Worms vom 7. u. 11. August(Ur. 265 u. Anm. 2). 3 Pass bereits am 27. Juli«ein fenli knächt von Basel den Rhyn nider gefaren uff Strassburg; sind umb Basel angenommen,) meldet Bullinger an Vadian am 29. Juli gedr. in Vadian. Briefsammlung, Nr. 1481, S. 550. 4 Als«zeitung aus dem niderlendischen leger) liegt der Zettel zum Brief des Pfalzgrafen Wolfgang vom 13. August[Nr. 288 in Abschrift bei(a. a. CO., f. 203). 314 1546. Breve des Papstes; sein Bündnis mit dem Kaiser. 293. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, August 14. [Strassburg.] Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 241. Abschr. Senden Abschriften vom päpstl. Breve und Bündnis mit dem Kaiser und vom Vortrag der protestantischen Gesandten in Baden. Senden Abschrift von Basels Brief vom 13. August[Nr. 284] nebst Beilagen!.«Und nachdem meldung geschicht dessen, so die gesandten unsertheils geworben und vorgelegt und durch uns alhie bedacht worden Nr. 280, haben e. fl. G. wir das auch mitschicken wollen?. und will es villeicht der als mechtig also haben, je mer beide, der keiser und romisch konig, pergen wollen, das sie gegen der religion nichtzit vorhaben, damit sie nit gesehen worden, das sie ire gegebene frid und fridstend prechen und under solchem untreuen schein di gutherzigen aufhalten, das der pabst den rathschlag, so sie wider di warheit des evangelii Christi, des sohns gottes, vorhaben, entdecken und es menniglich offenbar werden soll. und e. fl. G. werden es an di ort, da die warheit erkannt wurdt und villeicht verwenet seind, als ob es allein umb ein ungehorsame ze thun, verfertigen konden... datum den 14. Julii[!] zu uhren? nachmittag a. etc. 46.4» 294. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, August 14. Basel. Str. St. Arch., AA 555, f. 83. Ausf.— Prod. So. 15. August. Brief Berns. Senden ihnen, was(Bern uns ditz morgens zugeschriben t, und bitten um Nachricht über die Lage bei Rain und über die niederländischen Truppen. „Datum sampstags 14. Augusti die 10. stunde vor mittag anno etc. 46.2 293 1 Abschriften davon a. a. O., f. 242- 243, 248- 249 und 252- 253. Kurfürst und Landgraf sandten den Brief Strassburgs nebst seinen Anlagen am 21. August an Herzog Moritz(gedr. bei Brandenburg, Pol. Korr. II, Nr. 981, 8. 775— 76); die Abschr. des Strassburger Briefs und der Anlagen in Dresden, Arch., Loc. 7271, f. 9—11. ? Abschrift in Marburg nicht erhalten. 3 Die Stunde ist nicht ausgefüllt. * Der Landgraf dankte am 18. August und bat um«warhaftige auscultierte copien) der Beglaubigung des Nuntius und des Bündnisses in der Ursprache(Lager vor Ingolstadt; Ausf. in AA 547, f. 3; prod. So. 22. August; gedr. bei Kannengiesser, Kapitulation, 8. 242). Noch am 22. August um 4 Uhr nachmittags sandten die XIII Abschr. dieses Briefes an die Geheimen von Basel und baten, ihnen die gewünschten Abschriften«zum fürderlichsten zu wegen zu bringen»(Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 231- 2327). 294 1 Brief Berns vom 12. August(Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 196): Sendet den Bericht eines gestern aus Trient zurückgekehrten Spähers(Abschr. a. a. CO., f. 190- 191: Danach sind die in Genua gelandeten Spanier nur 4000 Mann stark. In Roveredo traf er das päpstliche Heer und zählte 1207 Glieder zu je 10 Knechten und 2000 Reisige. In Meran warben zwei deutsche Hauptleute;(unden am berg» traf er 12 Fähnlein Landsknechte, die nach Innsbruck zogen. Das Konzil hat zwei Bischöfe und den Provinzial der Barfüsserobservanten ausgeschlossen. Venedig ist neutral; der Papst hat 8 von ihnen zu Kardinälen ernannt. Die Franzosen scheinen etwas zu planen; ein französischer Spion wurde in Mailand gehenkt. 2 Die XIII danken am 16. August für diesen Brief; haben Berns Nachrichten dem Kurfürsten und Landgrafen übersandt. Schicken auch Abschrift von Frankfurts Brief vom 11. August Nr. 278]. Für Neuigkeiten verweisen sie auf ihren Brief vom 14. Nr. 292] (Ausf. a. a. O., f. 210; praes. et aud. 19. August; Abschr. des Frankfurter Briefs a. a. O., f. 179— 183). 1546. Erhöhte Geldaufnahme der Schmalkaldener. 315 995. Der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp an den Rat. 1546, August 14. Lager vor Reichertshofen. Str. St. Arch., AA 547, f. 7— 9. Ausf.— Prod. Fr. 20. August; reprod. Sa.«gleich hernachy. Ben. von Baumgarten, JZ. Gesch. d. Schm. Kr.,&. 54 und von Mente, Joh. Fr.. Erlegung der Doppelmonate; sollen Vollmacht zur Geldaufnahme bis zu einer Million Gulden geben. Verweisen auf ihr Schreiben vom 8. August[Nr. 269]; der Rat wird die sechs neuen Doppelmonate mit den noch rückständigen,«wie wir uns versehen», erlegt haben. Er wird auch von seinem Kriegs- und Stimmrate berichtet worden sein, wie die Kammerräte Geld aufbringen sollen.«Nun will aber der sachen damit gleichwol nit geholfen sein und sonderlich, dieweil die mittel und wege, darauf wir die chammerrethe abgefertigt, etwas ungewiss, wir auch nicht aigentlich wissen, ob und wieviel sie ufbringen mochten; darumb so will nochmals die notturft erfordern, das man furderlich uf die wege gedenk, wie man ein namhaftige summa gelts, als bis in zehenmal hunderttausent gulden, entlehne..., damit man sovil desto weniger gelts halb in sorgen stehen dörfe.. so begeren wir..., ir wollet... in ein solche namhaftigs summa, nemlich bis in ehen mal hunderttausent gulden, nicht allein euers theils bewilligen und den verordneten cammerräthen gewalt geben, sonder auch selbst, zovil moglich, bei euch ufpringen.... Was uns dan zu unser gebur an bezalung des haubtguts und interesse anlaufen wirdet, das wollen wir... getreulich leisten und..., wes ir auch in diesen sachen wurden obligirn..., euch in alwege unsers theils schadlos halten... Dat. Lager vor Reichertshoveny 14. August 461. 296. Ulman Böcklin, Strassburger Kriegsrat, an die XIII. 1546, August 15. Lager vor Ingolstadt. Str. St. Arch., AA 551, f.- 3. Or. Prod. 20. August. Hat die Fürsten bei Schweinfurt getroffen; ist Musterherr geworden; Rain genommen; wollen auf Regensburg zu dem Kaiser entgegenziehen; Zustände im Lager. Zettel: Bittet ihm zu schreiben, .. Mim abscheid nach bin ich uf Darmsteten zu geriten, hab doselbst den oberamtman Allexander von der Dan gekrogt, wu ich am nesten mocht... den landgroffen andreffen; der mir geroten, das ich den gemusterten knecht solt nochziehen... als bin ich denselben nochgezogen und, wu sie morgens verzogen, bin ich zu nacht dohien komen und namlich durch stift Foll Fulda] und stift Wirzburg; und hab beid kur- und kirsten zu Schwinfurt androffen. und furter von Schwinfurt 4 milen in eim kloster und klein flecke, heist Bischem, fand ich... den landgroffen an eim zun leigen. alsbald sin G. mich ansiechtig was, sass er uf sin kleper und reit gegen mir her, dett mich ganz gnediglichen entpfohen, frag mich gar bald, ob mir siner G. sun nit ufgestossen, der ich ant wurt: nein. sagt er: ritt ins leger, du hast mied pferd, wie war was. den andern tag wart ich von sinen G. wider zu mustern 295 1 Diesen Brief liess der Landgraf Strassburg durch Ulm zustellen(Lager vor Ingolstadt; Ausf. vom 14. August in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXIII, Nr. 1076. 296 1 Wohl Bischofsheim bei Hassfurt. *.—— ᷣ—;—. 316 1546. Einnahme von Rain; Zustände im schmalkald. Lager. verordnet samt zuforderst Simon von Beimelbürg und Marx Leschz. hab dasselb mit riter und knechten geiebt, wie uch das und anders Michel Han verers... wol beriechten würdt. es ist bi uns, den musterherrn, vil grosser und drefflicher arbeit, wie ir dan an uwer 2 fenle knechtens, so ir jetz haben, wol erfaren; vil mer kint ir gedenken, bi eim solchen grossen üngezogen hüffen sin mog etc.. Wir sind uf Ren zu zogen, dorin ein fenle knecht glegen. haben dasselb harus durch herzog Wilhelm verschaffſt] und haben mir eins zu behaltung des pas dorin glegt und sind virter uf Ingelstatt gezogen, doselbst ouch den pas begert. haben ouch mit herzog Wilhelmen von Beiern handeln lassen, wil aber nit so schlinig als vor Rein zugon. s es ligen, wie man sagt, 600 pferd, 2 fenle, 500 spanger hockenschitz do inen. derselben sind mir gewar worden, ob sie in die statt komen sind. haben unser volk uf sie verordet, in wilens sie zu schlllagen. es ist aber unser volk uf ein stunden zu langsam komen. und ist wol bi uns in belden lecken gewesen Ingelstatt zu belegerſn] und zu beschiessens. haben wir umb ursachen, so ir mit der zitt erfaren, underlossen (bliben 7. wir haben uf thatt? beschlossen uf Regenspürg zu ziehen und den keiser zu suchen und wu miglich denselben understen zu schlogen; der allmechtig wol sin gnod mitdeilen. Ich hab ser fil zu thun, als das ich uch nit allwegen geschriben kan. so habt ir in mim abriten min klag schribens halben wol verstanden. ich habs aber bi uwer... verordüngen wie bilich bliben losen.“ Sein Wagen ist in Rothenburg an der Tauber, wo er sich 2 Pferde und einen Karren für 48 Gulden verschafft hab;«ich hab ouch Michel Hanen und mins bruder Wolffen wagen? bi mir, diewil sie beid verschickt, umb ursachen und wuhien, uch Michel Han wol berichten würdt. es ist noch zimlich brofiand im leger, habern derglichen, ein sack vol, wie bi uns ein fl., kost ein daler. wiewols wir mit unserm ungezogen gesind kein verniegen haben; diend den liten grossen schaden, das unseglich ist, wiewol mir weidlich henken und justicien bruchen; hilfſt], sovil es mag. der allmechtig wol versehüngen thun. bitt, ir wolt mit mim schriben verniegt sin. was witer ernstlich zuvelt, sol uch unvorhalten bliben. geben in unserm veltleger vor Ingelstatt uf sondag den ? Den hessischen Musterherrn. 3 Vgl. Nr. 204, Zettel. * Nach Stuttgart, Arch., Büschel 108, f. 46 war es ein strassburgisches unter Wolf Homut(vgl. über ihn M. 245, Anm. 12). Er räumte Rain am 18. September(v. Druffel. Viglius, 8. 117, Anm. 59. 5 Zur bayrischen Politik in dieser Zeit vgl. Riezler, D. Pol. Bayerns i. Schm. Kr., 8. 199ff. sowie Herberger, Seb. Schertlin, 8. 126- 129. ö Darüber wurde in einem Kriegsrat am 14. und 15. August verhandelt(Aufæz. Aitingers in Marburg, Arch., Nr. 896, f. 186—189; ben. von Mentz, Joh. Fr., J. 3, 8. 18-2. Ulman Böcklin äusserte sich danach(f. 188) bei der Sitzung am 15. folgendermassen: «1. Das Ingolstat nicht belegert, lass er im gefallen. 2. das man dem kaiser den kopf bieten soll, das sei gestern disputiert. schleusst uf des herrn von Heidecks weg, das man uf die ander seiten der Fonau ziehe; dan do hab man prophiand. ermant daneben, das man das volk ordne.) Bei der 2. Umfrage(f. 189) erklärt er dasselbe. Schertlin äussert sich über diese Stellungnahme in seinem Brief an Augsburg vom 15. August sehr ungehalten(gedr. bei Herberger, a. a. CO., S. 134); schon bei den Verhandlungen zu Donauwörth am 30. Juli ist er mit der Haltung des Strassburger Vertreters unzufrieden(a. a. CO., S. 113- 114. — 4lat 8 Vgl. darüber Nr. 246. 9 Der folgende Satz ist ben. von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 70. N 0 ᷣ— R, 1566. Instruktion für Johann Sturm in Frankreich. 317 15. Augusti a. 46.» Zettel: Man ir... dem landgroffen schriben, wer gutt, das[ir] mir ouch mitgeschriben heben; dan er mich frogt, ob mir ouch geschriben sig. so sag ich dan: nein, dunk[t] mich schimpflich. domit ich, wu die nottdurft erheis[ch]t, ouch mich zu halten hett. doch stels ich in uwer, min heren, bedenken.) 297. Die XIII an die Kammerräte in Ulm. 1546, August 15. Strassburg. Stuttgart, Arch., Büschel S. Ausf. Instruktion für Johann Sturm in Frankreich; Briefpost für Strassburg. Verweisen auf ihr Schreiben vom 14. August[Nr. 290] und teilen weiter mit,(das necht gegen abent... Johann Sturmius alhie ankomen; und wurdet morgen frue wider in Frankreich verreiten. dem haben wir bevelch geben, bei dem konig umb die bewilligungsbrief nach inhalt seiner instruction zu werben und, so er die, wie wir achten, erlangen wurdet, dem Kleberger gon Lyon zu schicken. zeugen wir euch darumb an, darmit ir diejenigen, so ir zu Augspurg oder Ulm ufpringen werden), den nechsten uf Lion zu(dieweil es jetzo in der mess daselbst und nit langen verzug leiden mag; dann ausserhalb der mess leichlt lich nichts zu bekomen) fertigen mit beveleh, den Kleberger anzusprechen und mit demselben zu handeln. wo inen dann et was zufallen[wurdt], werden sie den Sturmium am hoff finden. dem mogen sie zuschreiben; der wurdt in seins vermogens jederzeit furderlich sein.» Da sie hören, dass Han nicht mehr in Ulm ist, bitten sie, etwa für sie ankommende Briefs«auf unsern costen gon Altensteig? under Geisslingen, da wir dan unser post ligen haben, zu fertigen... datum sontag den 15. Augusti a. etc. 46. abents». 298. Aussagen des Strassburger Schiffers Veltin Rul(a) und Jakob Kuglers(D). 1546, August 15 und 16. Strassburg. Str. St. Arch., AA 553, f. 9(a) und 552, f. 18- 49 und 51(9). Aufzeichnungen des Stadtschreibers.— Prod. So. 13. II August(a).— Ben. von Kannengiesser, Karl. und Büren, S. 53 und 167, Anm. 257(a) und S. 52 und 166—167, Anm. 247, 250 und 257(h). Massnahmen des Erzbischofs von Mainz gegen die vor Mainz liegenden Schiffe; ärke der kaiserlichen Truppen am Rhein; Einnahme von Kastel durch die Hessen; St deren Absichten. a) Veltin Rul am 15. August: «Als er negstverschinnes montags[9.] zu Meinz gwesen, seien die landgrävischen für Castel... gezogen, dasselb innemen wöllen. da hab der 297 1 Nach der ablehnenden Antwort Strassburgs wurde in Um am 17. August beschlossen, Georg Weickmann nach Lyon zu senden. Dieser verlangte(instruction, noch ains zu im. item Vor uf der post hineinzuschreiben, wa der kung nit consentiern Jwurdt], danocht ufnemen, dannen wider usleihen, domit es den feinden entzogen)(Protokollarische Aufzeichnung der 5 Geheimen von Ulm in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXVIIb, Nr. 665, 8. 15). zu Weickmanns Vollmacht vgl. Nr. 341, Anm. 1. Sein Wunsch nach einem vorherigen Schreiben nach Frankreich wurde durch den Brief der Kammerräte an Kleberger vom 19. August erfüllt; vgl. Nr. 343, Anm. 12. 2 Ig. Nr. 282; Han, der den Brief unterwegs öffnete und wieder versiegelte, hat den Namen in„Altenstatt“ verbessert. , 298 1 Vgl. hierzu Nr. 218. 318 1546. Kämpfe der Hessen am Rhein; Einnahme von Kastel. bischof von Meinz Clausen? von Hattstein, seinen obersten hofmeister, zu inen gschickt, in guette zu handlen; was, könne er nit wissen. mitler weil, und die landgrevischen also vor Castel in der ordnung und mit des bischofs gsandten sprach ghalten, haben sich etwo uf zwelf keiserische reisigen sehen lassen, gesprengt und iren bracht getribben. bald darnach hab der bischof... an Rhein gschickt, alle die schiff, so sie da funden, underzulegen; das haben sie gthan, bevorab die strassburgischenr, darunter auch eines von Rul mit Rüben. Dagegen habe er ein anderes mit Kupfer, das er(geen berg wöllen fueren,... kimmerlich erhalten...; das komme hieher geen Strassburg. er sei auch durch etliche burger zu Meinz gewarnt worden sich bald hinweg zu thun, damit er gegen den keiserischen nit verraten und im etwas weiterer schaden zugfuegt wurd. verhört sontags den 15. Augusti a. etc. 46.» b) Jakob Kugler am 16. August: Berichtet, wie am Sonntag vor acht Tagen IS.] 60 hessische Haken— schützen von Weissenau aus übergefahren seien und bei Hechtheim einen Überfall versucht hätten. Am Montag[9.] haben hessische Reiter(das kloster Thalheim und ein klain dorflin darbei ingenomen, also das ein ge— lauf in der stat Mainz] worden, sie wollten in die statt fallen und die innemen. darauf habe man die thor zugeschlagen und die kleinen portlin zuzumauren angefangen. uf disen lermen noch desselben tags hab der bischof von Meinz den kei. reitern, so sich in einzigen hienein gethan, ausser der stat gebieten lassen und das, wie man sagen wollen, zum theil aus der ursachen, das sie sich vor der stat am Rein den landgravischen zu trutz sehen lassen, darmit er nit verargwont, als ob ers mit den keiserischen halten und wider seine nachburen thun wolte. es hab auch der bischof allen schiffleuten..., wo die her gewesen, vom staden gebieten und die nehen und andere schiff versenken lassen, darmit niemand uber faren konne. under solchem lermen haben die landgravischen den flecken Castel eingenomſen] und uf 600 Rinkgauwer, des bischofs landvolk, so darin gelegen, herausgetrieben, den be— setzt, darmit sie dasselb far inbehalten. und haben auch die landgrevischen dises, das Wissenauwer, Niersteiner und Oppenhaimer fare alle besetzet. Am mitwuch hernoch[11] hab ime der landschreiber zu Oppenheim gesagt, wie das einer, Spet genant, etwan ein braunschweigischer secretari, auf Laurenti[10.] noch funfzehenhundert pferd, die dem teutschen maisber zugehorig, zu den vorigen reitern bracht, also das man achte, das ir nunmer uf die 4 500 sein sollen. Johann Kropff, einer des rats zu Oppenheim, hab ime auch ein missif gezeigt..., aus Pingen geschriben, wie das der churfurst von Collen in seinem land geschafft, daz meniglich mit mel und brot gefast sein soll; dann es werd ein volk da furziehen, darmit es versehen sei. und das der keiser mandata im stift Collen und namblich zu Bonn ufschlagen lassen, des inhalts, wer dem churfurſ sten] zu Sachsen und landgrafen zuziehen wurde], der soll in kei. acht sein und man inen weib und kind nachschicken. und sei das geschrei, das 26 fenlin zu disen reitern komen; sollen an zweien orten umb Ach gemustert sein, namblich an eim 9 und am andern 17 fenlin. dieselben knecht sollen] 40 stuck buchsen bei inen haben, den mererthail feldgeschutz, auch etlich maurenbrecher. das datum der obgemelten missifen sei am sambstag acht] tag[7.] gestanden... actum) 16. August 46. 2 Vom Stadtschreiber dann verbessert in cher Conrat», 1546. Hessische Abwehrmassnahmen gegen Büren am Rhein, 319 299. Volpert Riedesel zu Eisenbach und Alexander von der Thann, Oberamtleute der niederen und oberen Grafschaft Katzenellnbogen, an Jakob Sturm. 1546, August 16. Str. St. Arch., AA 552, f. 37— 38. Or. Thanns. Au/ der Anschrift:(Cito, cito, eito, cito, citissime). Prod. Do. 19. August;(lectum bei räth und 21 eodem dinora] 10». Eine Stelle gedr. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 45, Anm. 1; ben. von Kannengiesser, Karl V. und Büren, 8. 167—168, Anm. 260 und S. 174. Anm. 298; erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr.,&. 28. Büren wird morgen über die Nahe kommen; Oldenburg noch auf dem Eichsfeld; bitten um 1 oder 2 Fähnlein, die auf der Hinabfahrt die Nachen zerstören ollen. ... Unser gn. flurst] und her von Hessen hat uns bevolen, dem von Beurn mit seinem krigsfolk den pass uber Rein zu weren. und haben nunmehr bei 14 tagen 2000 pferd uf dem Menzer gau gelegen. so ist der von Beurn mit seinem krigsfolk uber die Musel uf dem Hunt sruck; versehen uns, er mocht morgen heruber uf die Nahe komen. man acht, er mocht 9000 knecht und 3000 pferd haben, 13 stuck buchsen, der eine, die grost, acht pferd zihen. nun sol der graff von Oldenborg mit seinen reutern und knechten auch zu uns komen; so ist er noch so weit am Eisfelde, das wir besorgen, ehe er kome, so werde Idler handel schon geschehen sein. aber an uns sol kein vleis gespart werden. und konnen noch nit eigentlich wissen, wo sie uber gedenken; versehen uns, wir wellen den pass hieunden woll weren. besorgen aber, nachdem das gegenteil vil pferd hat, sie mochten in eil hinauf ken Reinhausen reiten, das fahr daselbst innemen, ehe mirs ereilen konten, und darnach alle da uberfaren, disem unsern ganzen heupthandel zu nachteil. dan verhoffenlich, wan wir die uber Rein behilten, unser hern wurden desber besser handlen haben dort oben etc.. haben derhalben uf disen vorschlack gedacht, das ir bei unsern hern von Strasspurg dahin gehandelt hetten, das sie uns ein oder zwei fenlin knecht(was sie meinten, das dises ausrichten mochten) (uns) hetten uf dem wasser herabgeschickt als zur hilf, und das dieselbigen im hergberfahren die nohen zu Reinhaussen, Lussa Lussheim] und anderswo, wo] es von notten, zu sich genomen hetten, aus dem wege gefurt, darnach zerhauben oder verprent, damit unser gegenteil deren zur uberfart nicht zu geprauchen hetten; und das dieselbigen euer leut gleichwol zu uns vort herabgefaren weren etc.. solchs, gedechten wir, solt dem ganzen handel sehr dinstlich sein, und geben euch derhalben das im besten zu bedenken...) Dat. 16. August 462. 299 1 Über seine Sendung vgl. Nr. 278. 2 Nach der Verlesung obigen Schreibens in der Ratssitzung am 19. August melden XIII:«Das sie es bei inen hin und wieder disputiert; sei inen beid weg beswerlich; man lass sie nit gern, so schick man die knecht nit gern hinweg, im fall, so das volk daniden nit uberkomen könt, herauf zu unser brucken ziehen oder gegen der statt etwas furnemen zolt etc. das man nit so gar bloss were. aber meine hern XIII haben herzog Ulrichen geschriben Nr. 307], das er aus seim land den faren wehren helf, damit sie nit in sein land hinder die provand komen etc.. So wöll man diese knecht, und was man weiter bekomen mög, (so es noth thue) alhie wehren, sonderlich inen den pass uber die bruck nit gestatten) (Aufzeichnung Hans in Ratsprot. 1546, zw. f. 504 und 505). Demgemäss wird als Antwort an die 0Oberamtleute beschlossen, dass man die beiden Fihnlein nicht entbehren könne. Gleichzeitig wird bestimmt, die Handwerksgesellen, deren Monat ablief. noch einen weiteren } zu behalten(a. a. O.; vgl. auch Nr. 121, Anm. 6 zum 19. Juli). —*. 320 1546. Geldforderung an Strassburg; Bürens Zug. 300. Die Kammerräte in Ulm an den Rat. 1546, August 16. Ulm.] Str. St. Arch., AA 549, f. 21. Ausf. Au/ der Anschr.:«Cito, cito». Prod. Mi. 18. August. Sollen schleunigst 30000 Gulden erlegen. «... Uns hat vergangner tagen!... der landgrave... uferlegt, seinen kl. G. furderlich... dreissig tausent guldin zuzevörtigen. wiewol wir nun in unserer verwaltung nit sovil under handen gehapt und noch an gelt ganz bloss sein, so haben uns doch ain elrsamer] rath der statt Ulm uf seiner fl. G.... begern solliche dreissig tausent guldin zum thail furgeströckt, also das wir irn fl. G. dieselben allererst gestern zuvörtigen mögen. dieweil uns aber sein fl. G. daneben... geschriben, das uns von e. F. solliche dreissigtausent gulden widerumb... zugeschickt werden sollen, wolche suma oder villeucht mer von e. F. ersten sechs doppel... monaten herruern, und wir dann jetzo widerumb von den verordneten pfenningmaistern umb gelt zu bezalung des kriegsvolks uf nechstkünftigen monat, darzu dann bis in die viermalhunderttausent guldin gehorn wirtz, ernstlich... angesucht werden und doch diser zeit... damit übel... gefasst,.. so ist an e. F. unser... bitt, die wöllen... uns nit allain den angeregten ussteenden rest, sonder auch ir angepur irer andern sechs doppel... monat, darumb e. F. vor wenig tagen von... Sachsen und Hössen... ersucht worden Nr. 268], fürderlich alher erlegen lassen... Dat. Mo. 16. August 46. 301. Johann Knebel an Jakob Sturm. 1546, August 16. Absichten der feindlichen Reiter am Rhein; Bürens Jug; Hilfe Frankreichs für die Protestanten. Graf Philipp[von Hanau-Lichtenberg] lässt für Sturms Nachrichten“ danken. Meldet in seinem Auftrag, was«ein reisiger knecht, Philips Kretzer genannt,... die nechst vergangen nacht zu Buschweiler Buchsweiler]... angezeigt..., nemlich das Jorg von Hurde, Ebert von der Reck und ander... rotmeistber mit 2500 pferden zu Werstat und Armsheim, nit fern von Alzen Al zey] ligen, haben vor 6 tagen noch ungeverlich 500 pferd... erwartet. bei denselben reutern zu Werstat sei er, Kretzer, vor 8 tagen gewesen, habe doselpst vernomen, das sich solich reuter an dem far zu Meinz keiner verhinderung versehen etlicher vertrostung oder zusag halben, so kei. Mt. von dem bischove zu Meinz beschehen sein soll. nachdem aber der von Beurn und Martin von Rosheim den gemelten reutern, wie etlich sagen, mit 6000 und, wie sich andre vernemen lassen, ufs wenigst mit 4000 gerusten pferden und 14000 landsknechten nochziehen, so haben die hauptleéut, so zu Werstat ligen, an nechstvergangnem zinstag[10.] drei vom adel eilend zuruckgeschickt und 300 1 Vgl. Nr. 275, Anm. 1. 2? Diese Stelle ist ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 12, Anm. 2. 3 Ebenso werden die andern oberländischen Städte am 16. August durch die Kammerräte, am 17. August durch die Kriegsräte zu schleuniger Bezahlung der neu aufgelegten 6 Doppelmonate gedrängt(Entw. in Stuttgart, Arch., Büschel 81 bzw. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXII, Nr. 842). 4 Es sind 32202 Gulden 19 Groschen; vgl. Nr. 262, Anm. 1. 1546. Französische Truppenhilfe für die Schmalkald.; Strassburgs Befestigg. 3% dem von Beurn die verhinderong der far am Rhein etc. anzeigen und. furschlagen lossen, das der von Beurn mit all seinem. kriegs volk zu Bon uberfaren solt oder aber das er etlich reuter und knecht an erstgemeltem fare uber Rhein schicken und also das fare zu Meinz innemen und sicher machen solt!. wes heruf weiter gefolgt, ist dem Kretzer nit bewust. er sagt auch, das Wilhelm von Grumpach bei den niderlendischen reutern sei und es sollen etlich der gemelten reuter marggrave Albrechten, auch etlich dem deutschmeister zuston. her Johan von der Hoy ist leutenamt uber etlich niderlendisch pferd. weiter so sagt der Kretzer, das die protestirenden bei dem konig in Frankreich soviel gehandelt, das inen derselpig 2000 pferd zuzuschicken bewilligt haben soll; uber solich pferd habe obrister sein sollen ent weder her Caspar von der Hoy oder Reckenrodt. aber wie er, Kretzer, doch nit gar glauplich, vernomen, so werd die sach der 2000 pferd halben keinen furgang gewinnen. es habe aber der Franzoss ein botschaft in der protestirenden leger abgefertigt. was derselpig werben sol, sei im nit bewust. und in soma, ich vermerk soviel, das die hauptleut, so zu Werstat ligen, der gemelten 2000 reuter halben vleissig kontschaft gemacht...) Dat. Mo. 16. August 46. 302. Anbringen der XIII im Rat. 1546, August 16. Strassburg. Str. St. Arch, Ratsprotokoll 1546, f. 41980— 421. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Sitzung vom 16. August. Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 27— 28. Vorschläge für den Ausbau der Stadtbefestigung; Stadtbewachung. Die XIII zeigen an,«das sie etlich herrn geordnet! zu sehen, was fur notwendige geben diser zeit in der eil zu machen. die haben bedacht, das zchut am Roseneck zu erweitern; dan der zu clein und an einem ort, so man die stat belegern solt, das es zwischen Schiltigheim und Kronenburg beschehen wurde. derhalben mein hern XIII den merteil hinusgefaren und befunden, das von noten sei, die schuten zu gresern; und das auch erkant. darzu man die ein zeil heuser abzuprechen het], wie man villeucht heut anfahe. seien danach hinusgefaren, wo der grund zu nemen. seien erstlich uf den Rhein uf Schiltigheim zu gefaren, gemeint doselbst zu nemen. und darnach von der gutleuthaus dem Kronenburg zu gefaren. haben do befunden schier gegen des Ingolds garten uber ein rein, das die stat daselbst am allerschwechsten, das man in einer nachlt] furtring und mit schiessen hinweg schiessen kund. und kund man in der not nicht? bauen; man wurde haussen vill hoher dan hin in der stat ligen und alle menschen mit dem geschutz von der wer ab301 1 Diese Nachrichten teilten die XIII am 17. August dem Bürgermeister und den gemeinen Räten von Basel mit(Ausf. in Basel, Arch.. Polit. L 2, 1, f. 522). Sie überschickten gleichzeitig den Brief Frankfurts vom 13. August(Nr. 287; Abschr. a. a. CO., Polit. M 8, 3, f. 198-199). 2 Vgl. über ihn Nr. 55, Anm. 2. 302 ı Dies geschah auf eine Anregung in der Ratssitzung vom 26. Juli: C Jeman zu ordnen zu sehen, was in disen geferlichen zeiten notwendigs zu bauen»(a. a. O., f. 392 a). Vgl. dazu auch die Aufzeichnungen von Sebald Büheler in: Fragments des anciennes chroniques de Alsace J, S8. 90, Nr. 304 und von Daniel Specklin a. a. O., II, 5. 541, Nr. 2380. Uher Vorschläge des Ammeisters und der XV in den Ratssitzungen vom 7. und 12. August (a. a. 0. f. 4112 u. 416) zur Verproviantierung der Stadt vgl. Holländer, a. a. O., 8. 26- 27. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 21 ,, 322 1546. Strassburger Befestigungsarbeiten; Gesandtschaft in Frankreich. triben. haben deshalben bedacht, daselbst den grund zu nemen und zu dem wall am Roseneck fueren; es wurde umb so vill neéherz, das, so man schon denen, deren die] cker seind, etwas fur den stat der winterfrucht geben; dan zie die somerfrucht nah schon mehen, so het mans zuvor an der fur. und dieweil die stat so gar bloss, das man dan zwischen dem Kronenburg bis zum Steinsbrassl erſthor in wendig mit einem wall von einer schut zu der andern versehe und innen ein graben schut[?], so schon die fieterung und mur geschossen, das man nit so eben in die stat lief. man mocht inen auch jetzo also an— schicken, so man nach dem krieg einen andern bau machen wolt, das diser zum selben dienstlich und man nichtz davon apprechen dorft. das man auch denen, so man die heuser apprechen must, sagte, das mans jetz nit verschonen kond. erkant: herren ordnen, die den blatz besehen, und[das man] ein ratschlag mache, wie ein wall zu fueren von dem Steinstrasserthor bis zu der ersten schut und, wo von notten, noch weiter, doch also anslug, so man in kunftigen jaren?] das dor selbst zur notturft bauen müst, das dieser bau demselben zu steuer kom und man disen nit apprechen dorft. und ist mein hern, den XIII. bevelch und darzu gwalt geben, zum allerfurderlichsten darzu zu thun.) Im Anschluss daran wird, da wegen des Volks bei Mainz«sich zutragen mocht, das] man an thoren und thurmen huten must,... den XIII bevolhen, wan sie es von notten bedunk, das sie die huten ordnen mochten under thor und uf die thurm; und doch nit uf den gemeinen seckel, sonder das man durchus, wer burger ist, es sig frau oder man, so oft es an eins kompt, das es ein schilling geb,... und us dem.. gelt, so man ufheben wurt, sollen mein hern, die XIII, die hut versehen, damit rechtgeschaffen leut da seien. 3) 303. Die Kammerräte in Ulm an den Rat. 1546, August 17. Ulm.] Str. St. Arch., AA 549, f. 23-25. Ausf. Auf der Anschrift:(Cito, cito, cito». Prod. Hr. 20. August. Sendung nach Frankreich; sollen von Johann Sturms Reise und Meldungen berichten; sollen schleunigst Geld schicken. Zettel: Mögen Han wieder als Kammerrat senden. Amtwort auf Nr. 290.«Und wiewol wir in allweg verhofft, ir solten die sachen... zu verrichten verordnet haben, dieweil es aber aus euern ange— zaigten ursachen je nit sein kan, müessen wir... uf andere weg gedenken). und dweil... ir leiden mögen, das nichtz destweniger der herr Johann Sturmius sein rais in Frankreich furnem etc., bitten wir uns furderlich... zu versbendigen, wann er solliche rais furgenomen und waz euch von ime in seiner usrichtung zugeschriben worden, damit wir uns in allweg gegen denen, so wir auch hinein... ordnen werden, darnach wissen zu halten.» HUlligor. 3 Schon am 28. August beklagen sich die Bürger über die Länge der Wachzeit(8 Tage); am 13. September wird über Zuchtlosigkeit und Übergriffe der Torhüter berichtet(a. a. C. f. 440a und 461); die Ratsbeschlüsse darüber bei Holländer, a. a. CO., S. 32. Am 11. November vermindert der Rat,«damit etlicher costen erspart), die Torwachen um die Hälfte ihrer Stärke(a. a. O., f. 555b—556). 308 1 Am 18. August teilen sie dem Rat mit, sie sendeten andere nach Lyon, und bitten. der Rat möge den Ingolds und anderen ihrer dortigen Bürger schreiben, ihnen behilflich zu sein(Ausf. a. a. CO., f. 26; prod. Sa. 21. August). 1546. Zahlungsaufforderung an Strassburg; Nachrichten vom kaiserl. Heer. 8 Verweisen auf Nr. 300. Dieweil nun die sachen gelts halben kain verzug erleiden kan, dann... die bezalungen des kriegsvolks zum teil auf ain neuen monat schon angangen und etlicher täglich angeen wirt, zu welchem... bis in die 4 mal hundert tausent guldin gehörn werden, so ersuchen... wir euch jet z0 widerumb... euere andern 6 dopelmonat und dann auch den hinderstelligen rest... eilends... alher...[zu] verschaffen..., damit dasselbig ufs lengst uf 24. oder 25. dis monats alhie gwisslich ankom. 2.. Dat. 17 August 46. Zettel: Bitten,«ir wollen(do unser her und freund Michel Han seine sachen verricht und wider bei euch ankem) denselben furderlich widerumb alher zu uns als ain verordneten camerrath abvertigen.) 304. Jo. Kr. an Georg, Grafen zu Zweibrücken und Herrn zu Bitsch. 1546, August 18. Schertlins Schrift an die Tiroler; Durchzug der Niederländer durch Kurpfalz; Niederlage der Württemberger. Nachschrift: Haltung des Freiburger Rats. Sendet Abschrift des Schreibens von Schertlin an die Stände von Tirole, «was frafels in denen luten, darus haben zu vermerken.) Dem Kaiser ziehen ausser den Päpstlichen noch andere Italiener und Spanier zu. Den Niederländern(5- 6000 zu Ross und 50 Fähnlein) hat der Pfalzgraf den Durchzug gestattet und die Hauptleute bewirtets. Die Württemberger sollen gegen die Spanier 400 Reiter verloren haben. Nachsochrift: Der Freiburger Rat hat gestern vor seinen Bürgern den Kaiser verteidigt und böse Reden verboten.(Datum mit woch noch assumptionis Marie anno etc. 46.4» 2 Am 21. August mahnen sie den Rat nochmals dringlich, da«wir... täglich und alle stund von den obersten..., kriegsräthen und pfennigmeistern umb gelt... angesucht[werden] mit vermeldung, das etliche knecht, die uber irn monat schon wider etlich tag gedient, wann sie zug und wach sollen versehen, nur gelt, gelt schreien, welchs dann dem veind ain herz, aber den unsern ain schlechten trost macht(Ausf. in AA 549, f. 29; auf der Anschrift:(Cito, cito, cito, citissime y; prod. Di. 24. August; ben von Hollander, Str. i. Zchm. Kr., 8. 12- 19. 304 1 Das Schreiben wurde am Donnerstag vor Bartholomaei(August 19) in Strassburg erbrochen, worüber sich der Graf beschwerte. Der Rat antwortete aber,«das es.. den unsern auch beschehey; man habe die Briefe(besehen und etlich zeitungen darin befunden, deren man sich woll mehr zu beschweren het, dieweil die unsern darin verunglimpfltl und woll abzunemen sei, was man uns fur gutz gonde»(Ratsprot. 1546, f. 461, vom 13. September). 2 Gegeben zu Füssen, 12. Juli 46; Abschr. a. a. O., f. 10–- 11; gedr. von Herberger, Seb. Schertlin, 8. 92- 96. 3 Vgl. dazu Kannengiesser, Karl V. und Büren, 8. 146 147, Anm. 153. ö Dazu gehört als Beilage(a. a. O., f. 12—13) eine Zeitung, deren Verfasser ganz kaiserlich ge esinnt ist; sie meldet u. a.: Die Ehrenberger Klause soll wieder genommen sein [vgl. dazu Nr. 272, Anm. 3]. Das päpstliche Volk,«so kurzer tagen zu Trient... ankomen), ist 25 000 Mann stark. Der Franzose sc hickt dem Kaiser grosses Geschütz.«Kungin Maria soll gewislich das land Brunzwig samt Wolfenputel inhaben». Die Protestanten brauchen monatlich für ihr Kriegs volk 6 Tonnen Gold[= 600000 Gulden].« Es sint etlich stett unwillig, nemen gern ge it uf. die ro. kei. Mt. ist frolich furwar,... ist wol verfasst.» Auch Königin Maria hat«ein mächtig vol... bi einander. was die kei. Mt. willens zum ersten furzenemen, mag niemand wissen. es het die kei. Mt. den furgenommen krieg sechs jar lang zu beharren beratslagen lassen, als ieh... bericht. in solicher zit mag ir Mt. die ingemurten huren wol müd machen. 21* 1546. Haltung der Strassburger Prediger; Geldzahlung Strassburgs. 305. Bucer an Ambrosius Blaurer in Konstanz. 1546, August 18. Eckelsheim. Str. St. Arch., Thom. Arch., Ep. Buc. III, Nr. I22. Or. Gedr. von Schiess, Briefwechsel der Brüder Ambrosius und Thomas Blaurer II. Nr. 1331, S. 491-492, erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 32. Hoffnungen und Befürchtungen wegen des Krieges; Stellung der Strassburger Prediger: Kriegsnachrichten. C6... De presenti bello quod frater et tu tam praeclare speratis, valde me recreavit,. dausas certe bonae spei habemus insignes;... constat quoque nos nullam imperatori causam dedisse ullius contra nos iustae irae; certum quoque est plurimos clementiam dei pulsare solida et ardenti fide. hae magnae et graves causae sunt, cur de ope domini in hoc bello multum confidam;... tamen non possum ita in has me cogitationes bonae fiduciae attollere, quin subinde me acerrima quaedam anxietas et trepidatio subeat tum maxime, quando nostras ecclesias et earum disciplinam, tum etiam militem ac ipsos quoque duces confero cum illis exemplis, quae dſivae] nobis seripturae proponunt... ratio et conditio, qua nos habemur, qui in ordine ecclesiastico ministeriis vel ecclesiasticis vel scholicis fungimur, sic est, ut immunes simus ab armis et omni coetu et negotio armorum. vectigalia autem et tributa pendimus et vigilias, dum vices ad nos redeunt, levicula pecunia redimimus; collegiis quoque civium adseribimur!. quid in Bavaris geratur, heri nihil adhuc praeter receptum Rein nostri sciebalnſt, et de Belgico exercitu, quem 5 millium equitum et 12 peditum faciunt, scriptum erat Francofurto eum referre pedem, propterea quod nostri c[oJepisse[n]t turbare aliquid in Frisiis... Ecquoltzheim altero lapide ab Argent orato 18. Augusti 1546.» 306. Beratung der XIII. 1546, August 18. Strassburg. Str. St. Arch., AA 549, f. 22. Aufzeichnung des Stadtschreihers. Abfertigung der Strassburger Doppelmonate. Mitwoch den 18. Augusti vormittag 6 praesentibus her] Peter] Sturmen sſtetmeisteſrs, her Herlins almmeisters, her Roders, her(Hildebrand von] Mulnheims, hler Jocob] Sturmen, her Kniebsen, her Pfarrers, her Francken, her Lindenfelsen, her Geigers, Meyers, Johams, Betscholtz et Muegen! ist uf disen brief Nr. 300] erkant, dieweil die herrn sagen, das es bis freitag oder sambstag 20. oder 21.] zum lengsten hinweg geen soll, ist in bevolhen dasselbig zu furdern, damit I sie] es, so ehest es imer moglich zu sein, hinweg fertigen. und dieweil her] Thoman ſObrecht] uf dem pfenningthurm krank, sollen die herrn Hansen von Odratzheim und Martin Hugen ansprechen, die mit hinus reuten und es lievren. und das man zu Pfortzen Pforzheim] 10 pferd und dan zu Stutgarten 10 pferd bis geen Geisslingen, und dan denen von Ulm schreiben, von Geisslingen hinein zu gleiten. an Odratzen stat soll Jacob von Dunt zenheim genomen werden.) 305 1 Vgl. Nr. 302. ? Vgl. hierzu Nr. 286, 287 und 292. 306 1 In dieser Aufzählung der XIII fehlt Michel Schwencker; die Altammeister Franck und Lindenfels gehörten damals noch nicht zu den XIII; dieser wurde erst am 6. August 1547, jener am 2. Mai 1548 dazu gewählt(vgl. Ratsprot. 1547, f. 423 a bzw. 1548, f. 230 a. — m · ; k D 1566. Anschlag der Schmalkaldener gegen die Rheinfähren. 325 307. Die XIII an Herzog Ulrich von Württemberg. 1546, August 19. Strassburg. Stuttgart, Arch., Büschel 28. Vr. 154. Ausf. mit(cito, cito, eitoꝝ. Prges. Kirchheim 21. August«zwischen 3 und 4 uhren bor mittag.» Bitten um seine Unterstützung bei der Wegnahme der Rheinfähren; Zettel: Bitten um sein Geleit für ihre Geldsendung nach Ulm. Berichten über das Schreiben der hessischen Oberamtleute vom 16. August [Nr. 299].«So wir aber allein zwei fendlin knecht haben, die, wo disem kriegsvolk das überfaren allenthalben gewert wurde und dieselben uf unser bruck zu zugen, wir zu bewarung desselben pass und unserer statt bedörfen, und gleichwol hören, der churfürst pfaltzgraf werde sie an dem überfarn nit verhindern, damit seinen chfl. G. sie us dem land kommen, dieweil wir dann bedenken haben, wo sie umb Wormbs oder Speir, es were zu Hausen[Rheinhausen], Lussa Lussheim], daselbstumb oder höher hieoben überfueren, das sie vielliecht den zug, dieweil sie mit sovil reutern so wol gfast, sobald durch E. fl. G. fürstenthumb und land als über den Odenwald nemmen möchten, haben e. fl. G. wir sollichs in der eil zuschreiben und zu deren bedenken stellen wöllen, ob nit gut were, das sie die obgenanten far ingnommen und inen also das überkommen und den zug durch ir fürstenthumb und land gewert hetten. das unsers erachtens an dem Rhein vil leichter, dann so sie überkommen, beschehen mag. und möchte e. fl. G. mit... dem pfaltzgraven auch lassen handlen, ob villiecht bei seinen chfl. G. erheblich were, das sie die an iren faren auch nit über gelassen hetten. wöllen wir es am pass unserer brucken, sovil uns möglich sein wurt, auch thun, uf das sie hie jensit behalten werden und zu dem keiserischen haufen nit kommen mögen... datum in grosser eil donnerstag den 19. Augusti zu elf uren mittags zeit a. etc. 46.» Zettel: G... Wir schicken unser ufgelegte anlag uf Ulm zu und würdet sollich gelt bis ungevarlich negst sontag[22.] zu nacht zu Pfortzhen und unsere gsandten damit ankommen. das es dann sicher und one schaden geen Ulm kommen mög, so bitten e. fl. G. wir underthenigs vleiss, sie wöllen dem gmeinen handel zu gut von iren reutern zwenzig pferd uf den obgemelten sontag zu nacht geen Pfortzheim ordnen, die der unsern daselbst warten und mit inen und solchem gelt reuten, uf das es one gfar gelifert werden mög. datum ut in literis.) 308. Michael Han an die Kammerräte in Ulm. 1546, August 19. Strassburg. Stuttgart, Arch., Büschel 81. Or. Kündigt die Übersendung des Strassburger Geldes an, C... Wie ich nächten spat alher gein Strassburg komen, hab ich heut von meinen herren verstanden, das sie alberait in übung seien, nit allein das rest der sechs ersten duppelmonaten(uber das, so sie... dem landgrafen geschickt, auch sie auf den lauf der knecht ausgeben haben), sonder auch 307 Mie württembergischen Räte in Stuttgart meldeten am 21. August den XIII, ihr Brief sei gestern abend zwischen 7 und 8 Uhr eingetroffen und von ihnen dem Herzog sofort zugeschickt worden(Ausf. in AA 553, f. 53; prod. Mo. 23. August). 326 1546. Nachrichten vom Kriegsschauplatz. die sechs jetzigen duppelmonat, welches zusamen sich uber neunzig tausent guldin laufen thut, euch... gein Ulm ze fertigen, haben es auch gegenwurtigen herren Jacoben von Dontzenhaim, irem regimentsfreund, und herren Martin Haugen, ainem dreier des pfennigthurms,... bevolhem, euch dahin gein Ulm ze lifern, denselben sie etliche pferd zugeben.“ Haben auch Herzog Ulrich um Geleit gebeten(Nr. 307],(damit sie dureh den Hagenschiess und sonst dester sicherer damit hinauf komen mögen, wie ir von bemelt en baiden geéordnenten herren vernemen werden. ob nun denselben reitern(uber die zerung) etwas vereerung oder schenke ze geben gebueren wöllte,(dieweil dannocht die summa des gelts, so sie verwaren sollen, so gross ist), werden ir euch gegen denselben ze halten wissen, damit dise zwen, wo sollichs inen zu verrichten auferlegt wurde, der sachen nit ze wenig oder ze vil thuen.» Mögen die beiden Verordneten freundlich und fürderlich abfertigen. Dat. Strassburg 19. August 46. 309. Uman Böcklin an die XIII. 1546, August 19. Feldlager bei Kösching. Str. St. Arch, AA 551, f.= 6. Or.— Prod. Di. 24. August. Übergang über die Donau; gute Stimmung; England und Frankfurt um Geld gebeten; die geistlichen Güter sind einzuziehen; Aufbruch von Ingolstadt; Rückkehr Wolff Böcklins. Verweist auf Nr. 296.«Gestern mittwoch sind wir ein halb mill obwendig Ingelstatt iber die Thunou ein brück, so wir schlagen losen, gezogen und wilens den keiser zu suchen. und wie wir bericht, das er zu Regenspurk mit sim kKrfiegs volk ligen sol, so dan der von Biren oder ander, so der keiser noch warten ist, das dieselben, so sie komen, uns andreffen miessen, also das ich acht, wir wu miglich nit von inen ungethon komen werdem. es ist jederman zu schlagen wilich; gott wol gnod und glick geben. uf hitt morgen sind die kur- und firsten und wir kſrfiegsrett binander gewesen und haben der kriegsiebungen in allerhand sachen reden gehebt und erfaren, das der kinig von England sol zweimol hündertdüsent daler zu Frankfurt ligen haben. wurdt mit ir Mt. gehandelt werden, ob die disen stenden mechten gluhen werden, es ist ouch denen von Frankfürt geschribenz, diewil sich die Frankfürtler] mess nehert, das sie solen mit den koufliten handeln, ob sie mechten ein gulden oder 3, firmol hündertdüsent uf zimlich ufwechsel bekomen(mechten). ouch ferers ist vir gutt angesehen worden, das ein jede oberkeit dieser. stend solt innemen, was von bischof, klestern sie hinder inen heten oder wes sie sonst mechtig weren, die uns bishar zuwider, domit dem gegentheil mecht dieselben abgekirtzl t] werden; die mechten dan den stenden mit schatzungen und manschaften zu gutem komen. hat dem virsten und uns anderſ n] 308 1 Vgl. Nr. 306. 309 1 Vgl. zu diesen Vorgängen Schweizer, Donaufeldzug, 8. 115—- 118. 2 Entw. dieses Schreibens an Frankfurt in Marburg, Arch., Nr. 906, f. 83-84; Ausf. in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1022.— Frankfurt antwortete am 28. August, dass ihm von dem englischen Geld nichts bekannt sei, und verwies auf persönliche Verhandlung darüber mit dem englischen Gesandten Mundt, der vor einigen Tagen von Frankfurt ins schmalkaldische Feldlager verritten sei(Ausf. in Marburg, a. a. O., H. M7- 100. In Letters and papers XXI ist darüber nichts zu finden. 1546. Verhandlung der Schmalkaldener mit Nürnberg wol gefalen; doch haben wir samathaft und all gemeinlichs vir gutt angesehen, ein jeder zuvorderst solchs an sin oberkeit glangen lossen und das dieselben solen den kur- und firsten ir bedenken uf das firderlich so miglich zuschriben. das wolen ir uch in solehen zu halten haben; werd ich zolkeler. Uf hit donstag sind wir vom leger Ingelstatt ufgebrochen und unge— ferlich 11M milen gezogen. bin ich und andre mit... dem landgroffen gezogen uf ein fiertle mill vom hüffen. sind in ein dorf komen, dorin wir ein knecht drig oder fir, so dem keisser zustendig, gefangen; solen, wie er sagt, iren uf 26 usgeschickt worden sin. an denselben wurdt kein frogen gespart werden. diewil dises in diser stonden geschen, hab ich irer anzeigen nit wissen kinen, wolt uch sonst ouch zugeschriben haben. ich kan uch noch nit schriben, wie stark wir sind, bis die müsterungen gar beschen... min bruder Wolff ist disen tag samt den andern ins leger ankomen; was die gehandelt, werdt ir in sim schriben(Nr. 310] zu vernemen haben... datum in unserm veltleger Kesting uf donstag den 19. Augusti noch mittag zu 3 uren a. 46.) 310. Der Strassburger Stimmrat Wolff Böcklin an die XIII. 1546, August 19. Feldlager bei Kösching. Str. St. Arch., AA 551. f. 47 und 56. Or. Prod. Di. 24. August. Der Schluss wiedergegeben in den Handschriftenproben I, Tafel 5. Verhandlungen mit Nürnberg über dessen Eintritt in den Bund oder eine Anleihe. . Wes Eberhart von der Thann, Johann Kidel und ich als gesandten von unsern... oberen mit einem rott zu Nierenburg gehandelt, haben ir... us unseren insbtrucion, mit A bezeichnen, zu vernemen. und wiewoll sie uns bis uf sechs dag mit antwurt ufgehalten, so haben sie uns zulest disse höftliche antwurt geben, wie ir... us der copei, mit B bezeichnete, zu vernemen haben; dorin nun gutte wort und wenig gelts ist. mir haben auch glichwoll bi der burgerschaft befunden, das sie nit kleinen unwillen haben, das irre herren so wenig zu dem handel thuns; so will es doch unser erachtens an denen hangen, so im regement sind und die grossen hende haben. mir haben auch glichw oll uf das ernstlich angehalten, sie wolten dissen stenden uf das wenigst hundertdussent gulden uf genuogsame versicherung fürrstrecken, haben aber nit mer erhalten migen, dan wie ir... us irrer antwurt zu vernemen haben. und haben sich alwegen mit dissem verantwurt, das sie etlichen dissen stenden bis in sechzigdussent gulden firgesbreckt und was 3 Nach Schertlin waren Sachsen, Hessen, Augsburg(sampt andern mer» für das Vorgehen gegen die Geistlichen;«aber Besserer von Ulm und die Strassburgischen sampt irem anhang erheben B denken, sodass beschlossen wird, erst anzufragen(Herberger, Seb. Schertlin, 8. 142—143). Dasselbe. melden auch die Memminger Gesandten, Jörg Meurer und Sebastian Heistung, am 18. August ihrem Rat(Abschr. in Konstanz. Arch. Reform., Fase. 26, Nr. 199, S. 845- Sd6). 310 1 Abschr. a. a. CO., f. 4853—- 51; abgedruckt in Nr. 264. 2 Abschr. a.. C. f. 52—565; vgl. Nr. 264, Anm. 6. 3 Vgl. darüber z. B. v. Soden, Karl V. in Nürnberg, S. 18- 79 und 83 und Heide, Beitr. z. Gesch. Nürnbergs i. d. Ref. It., 8. 176— 177. An Um hatte es«15000 gl. in gold oder 18000 gl. in minz uf dreu jar lang anlehens weis» vorgestreckt, was Ulm am 29. Juli mit Dank annahm(Entw. in Ulm, Arch., Ref.-Akt. XXXII, Nr. 972).— Über ein kleines Darlehen an Augsburg vgl. Heide, a. a. O., 8. 169 und Roth, Augsburgs Ref. Gesch., IIL, S8. 359. 328 1546. Angebliche Rüstungen Frankreichs zu Gunsten des Kaisers, gross gelt innen uf irre gebeuw gangen sint; zu den heben sie vill iberfals mit den plackereien, also das sie nit dermassen mit barschaft versehen, wie man meint; mit bitt, man wolle sie bi dissem irrem erbieten bliben lossen. doruf wir auch von innen abgescheidens... datum in unserem veltleger hi Kesingen dunderstag den 19. Augusti a. 46.» 311. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, August 19. Basel. Str. St. Arch., AA 555, j. S5. Aus. Prod. So. 22. August. rankfurter Herbstmesse; Nachrichten aus Frankreich. Danken für die Briefe vom 16. und 17. August[(Nr. 294, Anm. 2 und 301, Anm. 1] mit den Nachrichten über die Lage bei Frankfurt. Versehen sich,«es werde umb die künftige herpstmess zu Frankfurt ditzmals gethan sein]y... Dat. Do. 19. August 461. 312. Dr. Konrad Hel, Stadtadvokat von Augsburg, an Jakob Sturm. 1546, August 19. Ulm. Str. St. Arch., AA 542,. I3— I4. Or. Auf der Anschrift: CCito, cito, cito». Anfrage Magdeburgs über die Kirchengüter; Nachrichten vom Kriegsschauplatz; Brandenburg und Herzog Moritz wollen vermitteln. C... Die von Magdenburg haben bei mier ein gesandten gehabt und werben lasen, dieweil uf etlichen gehalten tegen die sachen etwa dohin bei denen stetten, so erz und bistum in ieren stetten, erwegen, das in eroberung 5 Hier folgt noch die in den Handschriften proben, a. a. 0. abgedruckte Sechlussformel. 311 1 Hierzu gehört wohl als Beilage(a. a. C., f. 84) die Abschr. eines Briefes der Heimlichen von Bern an die Geheimen von Basel vom 15. August(Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, i. 211; lect. 19. August): Hören,«wie in Frankrich ein durchgende mustrung der kurissern beschechen und je von zwenzigen funf cassiert worden, welliche summ sich uf zweitusent reisiger zu ross louft; darneben wie der konig von Frankrich 15000 Gasconier, Biscayer, avanturier und andre hinloufen lassen, die dem keiser zuzüchend den nechsten durch Lothringen uf Metz, da der herr von Rye sige, die in des keisers dienst empfachen... und wiewol wir dem kleinen glouben geben», möge Basel sich bei Morelet erkundigen und es Strassburg mitteilen. Am 16. August schrieb Bern nochmals, Basel möge eiligst Strass= burg verständigen, damit es sich erkundige, ob Rye wirklich in Metz sei, und bedenke, «wie inen das ze weren und wie man si mit gwalt oder sunst verhindern möchte»(Aust. a. a. C., f. 212); vgl. dazu auch Nr, 174, 234 und 274.— Basel wandte sich darauf an Christoph von Württemberg, der am 17. August 3 Uhr nachmittags antwortete(praes. et aud. 19. August), Franz I. habe nur etwa ein Zehntel seiner Reisigen entlassen, die aber dem Kaiser wohl nicht zuziehen werden. Denn der König habe ihm[Chr.] durch den RKheingrafen mitteilen lassen, er werde dem Kaiser nicht helfen, sondern Kurpfalz und dem Landgrafen «in der stille» auf deren Kosten Truppen zuziehen lassen. Auch mehrere französische Adelige haben durch den Rheingrafen ihre Dienste angeboten, und dieser hat Chr. am So. [15.] geschrieben, er wolle mit dem Herrn von Fontenoy«und sonst etalichen gueten geellen) den Protestanten auf eigene Kosten dienen.— Am 21. meldet Christoph, dass gestern Nachricht vom französischen Hofe kam, der König rüste nicht und werde dem Kaiser nicht helfen; ebenso solche von Metz, dass dort keine Truppen seien. Am 24.(praes. et aud. 25. August) schreibt er nochmals, dass um Metz nicht gerüstet werde und Rye nicht dort sei(Mömpelgard; Ausff. a. a. CO., f. 213-214, 220 und 228). De.— N*.————— mm 6.— E 1546. Nachrichten vom Kriegsschauplatz und über Bürens Zug. 329 derselbigen solten die ministeria in denselbigen stetten erhalten und also die kurcheſnlguter bei denselbigen stetten pleiben etc., und mich darauf gepetten solliches helfen zu furdern. dieweil ich ime aber angezeigt, das uf 20. Septembris... hie zu Ulm ein tag etc. sein wurde, und er aber willens gewest, auch zu euch zu reiten und eben die meinung euch anzuzeigen, so hat er doch us meinem bericht sovil verstanden, das von disem und andern buncten uf obgemeltem tag gehandlet und vor solchem nichs frucht bars usgericht werden mecht; dannen er, gedachter gesandter, bewegt, eilends wider hinder sich zu seinen herrn zu reiten und inen alle sachen, wie die hieussen gestalt, zu berichten und mich derhalben gepetten, euch solchs mit zuschickung hiebeiligender credenz* zu schreiben. Was fur zeitung alhie, das werden ier von den euern us dem leger haben. ich hab aber dannocht nit underlasen wellen, euch dise... hiebeiligende copiaz zuzuschicken. an heut ist die pruck bei Ingoldstatt fertig und fachen die unsern an daruber zu ziehen und sich um Ingoldstatt anzunemen; und wierdet nichs dest weniger dem kailser] under augen getracht. churfurst Brandenburg und hſerzog]! Mauritz sind aigner person zum kailser] sontags nechst[15.] ankomens underhandlung zu phlegen. wir hoffen zu gott diser handlung ein glucklichs ende... datum Ulm in eil den 19. Augusti a. 46 zu 5 ur am morgen.) 313.«Die verordenten von den alten des rats zu Frankenfurt) an die XIII. 1546, August 20. Frankfurt am Main.] Str. St. Arch., A 544. f. 29— 54. Ausf. Prod. Di. 24. August. Ben. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 44, Anm. 2 und von Kannengiesser, Karl! Anm. 285 und S. 174, Anm. 297 und 302. Büren schon bei Bingen; Hoffnung, ihm den Übergang zu wehren; verdächtige Schiffe bei Worms; Braunschweig hat noch nicht geantwortet; Nachsehrift: Die Fürsten verlangen noch 6 Doppelmonate und ein Anlehen von 100000 Gulden; können nicht soviel Geld aufbringen, das jedoch für das Kriegsvolk nötig ist; Strassburg möge raten und seine Doppelmonate ganz oder zum Teil hierher liefern. Euer schreiben von datum den 17. dis monats* haben wir heut umb 10 uhr vor mittag von zaigern dis briefs empfangen. bedanken uns... das ir unser... begern an euer kriegs- und stimräte gelangen lassen und denen bevolhen habt... furdern zu helfen, damit wir, im fall da das niederlendisch kriegsvolk uber Rein keme und sich an uns versuchen wolte,... nit verlassen wurden. des von Beuren halben haben wir noch bisher andere 312 1 Vgl. Ur. 273. 2 Abschr. in AA 553, f. 19. Am 16. August war der Kaiser noch bei Landshut; seine Truppen betragen: 3000 Spanier, 10000 Italiener zu Fuss und 9000 zu Ross, 8000 Deutsche zu Fuss und 1500 zu Ross. Die Protestanten haben bei Ingolstadt in zweien tagen eine neue pruck von den Hispaniern, dero bis 1000 in Ingolstadt ligen, abgeworfen; und begeren den nechsten des veinds.“ Absicht des Kaisers sich in Regensburg festzusetzen.«Die fursten von Baiern haben sich neutral 16. huius erkſſſert und sich erpoten den christenlichen stenden allenthalben den pass zu gestatten.“ 3 Stimmt nicht; am 15. August schreibt Herzog Moritz noch aus Chemnitz(Branden burg, Pol. Korr., II, Nr. 978, 8. 764— 768). 330 1546. Die Hessen wollen Büren den Rheinübergang verwehren. kundschaften nit, dann das er heut acht tage mit seinem zeug... samt dem geschutz zu Coblenz uber die brugk und furt an den Rein heraufgezogen sei, also das er diesen abend umb Bingen sein möge. und halten sich die reiter, so vor 14 tagen heraufkomen, auch noch umb Menz, reiten daselbst aus und ein. ist auch die sage, der von Beurn wolle zu Menz understeen uber den Rein zu komen oder, wo das nit sein wolte, zu Oppenheim, Wormbs, Speir oder dazwischen. gestrigs tags ist Herman von der Molsburg, landgravischer marschalk, hiedurch gen Russelsheim und von dannen gen Castel gezogen. so ist der grave von Oldenburg mit seinen reitern und knechten die vergangen nacht zu Grunberg gelegen, wird morgen am Rein sein. so sint aus dem land zu Hessen etlich tausent mann landvolks auch bei der hand der mainung und guter hofnung, dem niderlendischen kriegsvolk den pass uber Rein zu wehren. und wiewol der von Beurn nunmehr mit seinem volk weit uber Bonne herauf, derwegen der anschlag, in euerm schreiben gemelt, geendert zu achten, so haben wir doch euers schreibens abschrift an die landgravischen rät... zu Russelshaim gelangen lassen... gestern ist ainer von Wormbs heruber komen, zaigt an, die stat Wormbs hab alle nähen an irem fahr an— geschlossen bis auf aine; die gehe morgens vor 7 uhrn nit heruber und musse des abends zu 4 uhrn wider uf der wormbsischen seiten am fahr sein. zaigt aber daneben auch dieses an, als er vorgestern ungevehrlich um 8 uhrn des morgens zu Wormbs an das fahr komen, da hab er gesehen zwo nähen und an ainer jeden zwai pferd den Rein herauf... ziehen. und als die fergen die leut... befragt,... haben sie geant wort, sie bringen die von Nirstein... gen Mannhaim oder Rockshaim]i, daselbst das kai. kriegsvolk uberzufuren..:. er hab auch gesehen, das noch 6 andere nähen gleicher gestalt hinauf gefurt worden...; und sollen bis in die 12 stuck nähen... hinufgefurt sein worden. so hab... auch... Pfalz dem amtman an der Hart geschrieben..., es lang sein churfl. G. an, wie das kai. Mt. kriegsvolk zu Wormbs, Speir oder da— zwischen uber Rein zu fahren willens sein; darumb soll sich derselb amtman mit profand geschickt machen. item es sei auch zu Wormbs ain gassenmehr, der rat hab an die pfaffen begert, sich mit 1000 achtel mels gefasst zu machen. Des konigs von Denmark und der sachsischen stett halben haben wir lenger dan vor acht oder zehen tagen ainen aignen potten zu der statt Brun— sehwig abgefertigt, des wir nun alle stund gewertig sint. und haben gleichwol die von Brunschwig noch heut ainen potten anderer sachen halben bei uns gehabt, aber von dieser kriegshandlung uns weder geschrieben noch von uns zu wissen begert, wie es ain gestalt hab; des wir uns gleichwol etwas ver— wundern... Dat. Fr. 20. August 46. 3131 Wohl Roxheim zwischen Worms und Frankenthal. Braunschweigs Antwort vom 15. August traf am folgenden Morgen ein und wurde von Frankfurt sofort an die XIII gesandt(Ausf. a. a. O., f. 35; prod. Mi. 25. August). Braunschweig meldet: Haben ihren Brief vom 9. heute erhalten. Dänemark sitzt still; Münster ist neutral; die sächsischen Städte rüsten; Braunschweig hat schon 9 einfache Monate bezahlt für Oldenburgs Truppen, die in der Stärke von 5000 zu Fuss und über 600 Reitern vor wenigen Tagen bei Hannover gemustert worden sind. Haben am Donnerstag {12.] noch 3 Fähnlein nachgeschickt; heute sind aus Hamburg 1550 Knechte gekommen, die hier gemustert, bezahlt und nachgeschickt worden sind. Oldenburg steht jetzt im Eichsfeld. Sind entschlossen alles einzusetzen; bitten um Nachricht, wie es am Rhein steht(Ausf. in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1022; redd. et lect. 21. August; Abschr. in AA 544, f. 3435—- 37; hen. von Kannengiesser, a. a. CO., S. 162, Anm. 226). m 8—— 1546. Geldanforderungen an Frankfurt. 331 Nachschrift:(Nach fertigung dis briefs ist uns ain schreiben von... den beden oberhauptleuten und kriegsräten-..., des datum RKichhershofen den 16. dis monats, zukomens,... das ain jeder stand unser eristlichen ainigung uber die vorhin erlegte sechs dopelmonat noch sechs dopelmonat erlegen..., mit diesem angeéhengten weitern begern, das wir dieselben... zu handen Alexanders von der Thann und Volpert Riedesels... zum furderlichsten lifern sollen, dieselben furter zu erhallltung Friderich von Reiffenbergs und des von Beuchlingen knechten und auch des von Aldenburgs reuter und knecht, so die zu denselben komen, zu gebrauchen; das wir auch daruber gedachten beden oberhauptleuten noch ainhunderttausent gulden von unserm aignen gelt zustellen oder bei unsern kaufleuten oder sonst uf gnugsame verschreibung..., die... der landgrave uns dargegen zu thun sich erpeut..., ufbringen sollten.» Sind infolge der Ausgaben für die beiden braunschweigischen Züge und die jetzige Kriegsrüstung weder zur sofortigen Erlegung der zweiten 6 Doppelmonate noch zum Darlehen von 100000 Gulden imstande.(Dieweil wir dann niemands aus den unsern bei den händlen haben und den andern stetten der ainigung dermassen entsessen, das wir nit wissen mogen, wes sich dieselben samt oder sonder hierin halten werden, so ist an euch unser... bit... uns zu verstendigen, wess... Strassburg sich mit erlegung solcher sechs anderer dopelen monat zu halten be— dacht sei, uns darnach, sovil unser gelegenhait und vermogen erleiden mag, auch wissen zu richten. nachdem aber des begerten anlehens halben der hunderttausent gulden bei uns kain hofnung... ist und wir dannocht glaublich bericht werden, das in wenig tagen bis in 25 000 man und daruber hie umbher am Rein bei ainander sein werden, da von hohen noten sein will, das dieselben, dieweil sie dem veind under augen ligen, mit besoldung nit gesaumt, und aber unser 6 dopelmonat, ob wir gleich dieselben zu erlegen vermochten, soweit kains wegs raichen werden, welchs doch sovil desto leichtlicher hette beschehen mogen, wan e. L. sechs dopelmonat bei uns, wie dann schon verordent gewest, erlegt worden weren, so ist abermals unser... bit, ir wellet euern kriegs- und stimräten... bevelhen... anzuhalten, das ainer erbarn stat Strassburg andere sechs dopelmonat gar oder zum tail auf dis reinisch kriegs volk verordent... werden. dann wo das nit beschehen und also an bezalung des kriegs volks, wie gewisslich volgen[wurde], mangel sein wurde, so haben ir chur- und kl. 6. auch die kriegsräte, ir und menniglich zu erachten, was unuberwindlichs nachteils... gemainer vertend nus durch unwillen oder trennung des kriegsvolks entsteen mochte. datum ut in literis.) 314. Alexander von der Thann an die XIII. 1546, August 20. Rüsselsheim. Str. St. Arch., AA 552, f. 35. Or. Prod. Di. 24. August. Ben. von Kannengiesser, Karl V. und Büren,&. 168, Anm. 261. Bürens Marschrichtung. Hat ihren Brief vom 17.* heute morgen 5 Uhr erhalten; verweist auf seinen Brief vom 16. August Nr. 299] und bittet, das Gewünschte eso tag 80 rr e, zu volnziehen; wurt uns allen zu gutem gereichen. der von Aust. in Frankf urt, a. a. C. ————— { . J | I ö J .— 332 1546. Drohender Anmarsch Bürens zum Oberrhein. Beurn ist uber die Nahe kommen; wurt dise nacht sein leger haben zu Flanheim[Flonheim] zwuschen Creuzenach und Altzen und, wie man sagt, sein zug den nehsten ubers gauw nach SpPeir nemmen. wen wir gewiss sehen, wo hinaus er den kopf wendt, wollen wir ime zuruck nochziehen und neben dem herzogen von Wirtenberk! uns an ime versuchen... Dat. Rüsselsheim 20. August 462. 315. Die XIII an die Kammerräte in Um. 1546, August 21. Strassburg. Stuttgart, Arch., Büschel 84. Ausf. Praes. 24. August. Haben noch keine Nachrichten von Johann Sturm. Verweisen auf ihren Brief vom 15. August Nr. 297.«Und haben ir selbs zu ermessen, das uns noch kein widerschreiben von ime[Johann Sturm] mag zukomen sein. wes uns aber zukompt, das wöllen wir euch unverhalten lassen. und dann des uberigen euers begern etc. halben, da hoffen wir, ir sollen desselben in wenig tagen wurkliche antwort und zu euerm gefallen haben... datum sambstags 21. Augusti a. etc. 46 morgens zu 7 uhren.» 316. Anbringen des Ammeisters vor dem Rat. 1546, August 21. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, ſ. 434. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Sitzung rom 21. August. Wegen des drohenden Anmarsches von Büren sind Knechte zu hestellen. Bringt vor, dass Büren«nunmehr zu Menz und hinufziehen werd, dieweil inen der far daniden durch die Hessen geweret; das er also untersten mocht hie uber die bruck zu ziehen und villeicht gegen der stat furzunemen. nun mogen sie in zehen tagen hoben sein. ob man sich weiter mit knechten oder Eidgnossen zu versehen? erkant: 14 tag oder bis man siht, wie es sich anschicken will, mit den gnechten[!] still sten und den handel... den XIII mit allem ernst... bevelhen und gewalt geben.» 314! Dem er zusammen mit Hermann von der Malsburg und Volpert Riedesel am selben Tage ähnlich schreibt(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 29, Nr. 161 a; praes. Kirchheim 18. I] August). 2 Auch Worms meldete am 20. den XIII, Büren scheine auf Speyer zu ziehen, (wie wol solchs noch nit ganz gewiss,... dass... villeicht morgen sambstag oder sontag zu Weisshaim uf dem Sand, zwo meil von unser statt, und furter uf Schifferstatt... solch krigs volk kommen möchte.» Wird weitere Kundschaft machen.(Ausf. in AA 542.. prod. Mo. 23. August; ben. von Kannengiesser, a. a. CO., S. 167, Anm. 260. 315 Bei der Wiederholung des Inhalts dieses Briefes geben sie übrigens an,(das gedachter Sturmius den 14. dis alhie ankommen und dan den 15. gleich hernach sein weg hinein in Frankreich genommen), was im Gegensatz zur Angabe des genannten Briefes steht. 316! Auch Wilhelm von Rappoltstein hört am 19. abends«durch ein glaubwurdige erfarne person, so erst jetzt von der entstandnen kriegsrüstung kompt,» dass Büren«uf 22000 stark... uber Rein und villeicht durch das Elsas der kei. Mt. etc. zuzuziehen willens», wie er am 20. an Graf Georg von Württemberg schreibt, der Abschr. davon(in AA 554, f. 15) am 21. an die XIII sendet(Ausf. a. a. O., f. 14 und 16; prod. Mo. 23. August). 6 1546. Strassburger Gesandtschaft nach Basel; Bericht Michael Hans. 333 317. Die XIII an Bürgermeister und die geheimen Räte von Basel. 1546, August 21. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 230. Ausf. Praes. 25. August. Senden Heinrich Walther, Schreiber des kleinen Rates, zu ihnen. C6... Als dise euere mitrathsfreund jetzo in euern gescheften alhie ge— wesen», haben sie ihnen die vorhandenen Zeitungen und sonstiges Wissenswertes mitgeteilt.«Und seind willens unsers clainen raths schreibern, Heinrichen Waltern!, hinuf zu hauptman Stöllin? ze schicken, indem wir euch dieser zeit umbgeen und damit nit bemuegen wöllen. bitten aber darauf, ob gedachter haubtman Stöllin deshalben in unserm namen was furnemen wurde, ine daran nit zu verhindern, sonder, wie man sagt, freundlich durch die finger ze sehen.» Auch mögen sie nötigen Falls Walther 5—600 Gulden leihen. Dat. Sa. 21. August 46. 318. Anhringen Michael Hans im Rat.(1546, August 21. Strassburg,] Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, f. 428—433. Aufzeichnung des Stadtschreibers über die Sitzung vom 21. August. Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr.,&. 13—14, Bericht über seine bisherige Tätigkeit; Zweck und Erfolg seiner jetzigen Reise sein Auftrag an Strassburg. C... Welchermassen er und ander der christlichen verein potschaften haben abscheiden oder schwers[?] warten mussen, hab man us vorigen schreiben an mein hern vernomen. nun seien er und etlich geen Ulm geriten. haben sie alle gesandten usserhalb h[er] Ulman Bocklins, der verriten?, daselben funden, die zum vleissigsten und ernstlichsten angehalten bei inen zu bleiben, das er sich zuletzst bereden lassen und es mein hern, den Xill, zu geschriben, die im wider geschriben, das sie darab nit mis fallen haben und. das er ein tag oder 14 doben bleiben wollen, bis mans mit einem andern erstatte[Nr. 204]. nun habe mitler zeit der landgrave herzog Ulrichen geschriben, die oberhauptmanschaft ze versehen, bis er herufkom; der hab krankheit halben ein sollichs hern Hansen von Heideck bev olhen?. die haben inen zu allerhand gepraucht*, sonder[!] er sich prauchen lassen, das 317 Vgl. über ihn Handschriftenproben J, Tafel 19. In der Ratssitzung vom 23. August wird mitgeteilt, dass die XIII«in einer geheim ein person geen Basel gefertigt zu einem, der sich uns[zu] dienen erpoten; der kom villeucht erst hinacht gen Basel»(Ratsprot. 1546, f. 436). Walther wird also am 22, abgeritten sein. Er hatte den Auftrag, «drei vendlin Eidgnossen zu werben»(a. a. O.. 2 Es ist wahrscheinlich der in Eidgen. Absch. ‚1d, S. 154w genannte Wolfgang Stölli von Solothurn. 318 1 Vgl. Nr. 194. Vgl. Nr. 182 und 183. ö vgl. Heyd, Herzog Ulrich III, 5. 3560—- 351. vgl. auch Nr. 150, Anm. I. 4 Vgl. dazu Nr. 224(Ritt nach Weissenhorn), Nr. 227(Gesandtsc haft nach Augsburg), Nr. 240(Einnahme von Dillingen). Nicht erwähnt ist in diesem Bericht und in seinen vorangegangenen Briefen sein Ende Juli unternommener Ritt in die Markgrafschaft Burgau usw. zusammen mit Georg Oesterreicher von Augsburg und Hans Kraft von Ulm, um dort 334 1546. Bericht Michael Hans über seine Tätigkeit in Ulm und im Kriegslager die gescheft so gross worden, das er mein hern oft geschriben jemandz weiter zu schicken und darzu fur gut angesehen camerret zu ordnen, damit dieselben die anlagen einzügen und usgeben, rechnung stelten etc.. das hab Wurtenberg, Ulm und Augspurg die iren geben. aber j[unker] Wolff[Böcklin] sei im zugeschickt, aber kein bevelch gehapt des camerratz halbens, sonder sei j[unker] Wolff ein weil ein krigsrath mit hſern] Hansen in leger und er, Michel Han, bei den stimrethen gewesen’. und zuletzst sie, die stimreth, auch ins leger zogen? mit einer verzeichnus, die inen die camerreth geben, bescheid zu endphahen, wes sie, die camerreth, sich zu halten haben solten Nr. 257]. do sie nun gen Thonawerd komen, seien Sachsen und Hessen auch ankomen gewesen. derhalben sie, die stimreth, dem landgraven an— zeigt, das sie nunmehr nichtz zu thon, dieweil hauptleut und kriegsreth bei einander; aber die chur- und fursten heten inen nicht erlauben wollen. und als von mein hern, den XIII, das breve apostolicum damals hinabkomen Nr. 256], sei im rath beslosen worden, Denmark, Schweden und andern zu— schicken, aber die von Nurnberg mit einer potschaft zu ersuchen; dohin sei neben andern jlunker] Wolff Boecklin geordnet?. es sei auch beslossen worden die camerret zu beschreiben und zu ratslagen, wie gelt zu einem vor— rath ufzupringen!®. darnach hab man von dem absagsbrief geredt. und dieweil alle kriegsreth usserhalb Pomern vorhanden, sei beslossen worden, den brief in aller stend namen hingeen zu lassen. und sei ein disputaz ge— wessen, ob man dem keiser den tittel des keisers geben woll oder nit. sei woll zuletzst also angestelt, das man im den titul gebe] und ursach anzeig, warumb man inen furo nit mehr fur einen keiser haben woll; aber churfurst habe nit gewilligen wollen tt. und dieweil man mit Baiern noch in handlung der pass halben gestanden, hab mans in bedacht steen lassen; das er ver— riten!? und wiss nit, ob er noch usgangen. er acht aber, her Ulman werd den schicken. Darnach hab man von dem geret, wie man gelt zum vorrath ufpring. dann die ordinari anlag gang bei den oberlendischen redlich; die sachsischen seien aber weit gesessen; darumb man davon reden mussen, damit man im werk nit ersitz. und haben der churfurst und landgrave ire camerreth darzu geordnet; und das mein hern auch ordnen sollen. im selben seien meiner hern die Huldigung der Untertanen für den Schmalkaldischen Bund entgegenz⸗unehmen(Nachschrift zu einem Brief der Stimm- an die Kriegsräte vom 29. Juli; Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 26, Nr. 188; vgl. auch Roth, Augsburgs Ref. Gesch. III, S. 392 und 399. 5 Die Hs. hat:«das». 6 Vgl. dazu Nr. 207, Anm. 1, 210 und 219. 7 Vgl. Nr. 244 und 246. 3X31. Nr. 257 Run 9 Vgl. Nr. 264 und 310. 10 Vgl. Nr. 259 und 261, Anm. 2. 1 Vgl. dazu auch Mentz, Joh. Fr. J, 3, S. 4, Anm. 1. 12 Vgl. den Empfangs vermerk Hans zu Nr. 272. 13 Der Absagebrief ist in Strassburg nicht vorhanden. Er wurde am 11. August ausgestellt und am 12. August ins kaiserliche Lager geschickt(vgl. die Berichte Seb. Besserers an Ulm vom 13. und 16. August(Ausff. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXIII, Nr. 1088 und 1093; vgl. auch von Druffel, Viglius, 8. 54, zum 14. August, und S. 64, Anm. 22). Er wurde von Ulman Böcklin für Strassburg mitunterzeichnet. Druck bei Hortleder II. Buch 3, Kap. 24, S. 294- 296; vgl. auch Heyd, a. a. CO., S. 394- 395, Anm. 68 und Waldeck, Publiz. d. Schm. Kr. J, S. 25. 1 und über seine Gesandtschaftsreise ins Oberland. schreiben komen, das Wolff Böcklin den stimrath und er, Michel Han, den camerrat versehen soll; derhalben man inen uns[!] rat zu demselben werk zogen. sei derhalben botschaften zu Nurnberg geschicktid, sie zu berichten, das es nit umb ungehorsam, sonder die religion sei, und sie zu ersuchen ein statlich suma geltz zu leihen, wo nit vergebens, uf interesse, unangesehen das sie sich hievor durch die stet zu disem werk nit haben wollen bringen Jasen!®, obs villeicht der zug jetz darzu verursacht, nachgends hat man den camerreten ufgelegt, in Frankreich und bei anderſn], die gleichwoll nit in der verein, umb gelt aber anzusuchen, erstlich[das man] dem gegenteil das gelt abstele, darnach das man mit gelt gefast sei und sich im selben nit duren lass, ob mans schon nit durfte. darzu sich bede, der churfurst und landgrave, sich) erpoten leib und gut darzustrecken; sie wollen einmal nit heim, sie sein dan dis hern ledig oder er hab sie undertruckt. sie hoffen zu der gerecht sach; so sei der keiser boslich und verreterlich mit inen umbgangen. hoffen ein bestendigen friden, eren und rue zu bekommen. haben neben den camerreten vier geordnet, denen haben sie 100 pferd zugeben, ept, eptissin und stift, item graven und edelleut umb gelt anzusprechen, doch mit sondern instructionenis, und sonderlich die, so dem keiser gelihen, das sie daher auch leihen wollen, und inen ir antwort zuschicken; wo sie es nit thun wolten, an iren ligenden guterſn] zu erholen. Danach hab man im, Michel Hanen, ufgelegt, als der so hirumb bekant, in disem cirk werbung zu thuni?, hab im credenz an Esslingen, Weil, mar— grave Ernsten von Baden und an stathalter und rethis halben soll er mit mein hern handlen; hab im eine an mein hern geben(Nr. 271], item an die stet der landvogtei in gemein eine, gen Speir und Wormbs, auch zu herzog Wolfgangen J von Pfalz-Lweibrücken]; und das mein hern bedenken, welcher gestalt dieselben allen(I] zu ersuchen; item ob man denn bischof und capitel alhie nit anzusuchen und das mans uf interesse ufnem, wo von noten, mit gewissen guterſn] zu erlegen; und dieweil sie hoffen dis sigs, so musten die geistlichen unser oder wir die iren einziehen. haben derhalben denen von Isslingen bevolhen, den zehenden, so der stift Speier, den hof, den der apt von Salmansweiler und den der stift Costenz bei inen hab, in gemeiner stend namen einzuziehen. des hab sich Esslingen irer anlag gutwillig erpoten und wolten sich treiben[?] und im ubrigen den camerreten antwort geben; mit einziehung der guter seien sie willig. Weil hab sich irer armut beclagt und das sie thun mussen, was ander leut wollen; der krieg sei in leid; wollen antwort geben, das man sehe, das siels... bei margrave Ernsten hab er ge14 Vgl. Anm. 9. 1 Vgl. Nr. 182, Anm. 7 unter 3. 16 Vgl. Nr. 269, Anm. 3, Schluss. Den Klosterkommissaren wurden ausserdem damals 3 Fähnlein mitgegeben, darunter die beiden strassburgischen von Knobloch und Frosch(vgl. über sie Nr. 245); über deren zuchtlose Aufführung beschwerte sich Memmin-— gen bei den Kammerräten, wie diese den 4 Klosterkommissaren am 16. August mitteilen; sie stellen daher letzteren anheim, die Fähnlein Knoblochs und Froschs, um Aufruhr zu vermeiden, wieder zum Heere zurückzuschicken(Abschr. in Stuttgart, Arch., Büschel 28, Nr. 180. 17 Für seine Instruktion vgl. Nr. 269, Anm. 3 und 271. 1s Hier fehlt wohl:(zu Baden; deren). Gemeint ist die Vormundschaft für den jungen Philibert von Baden-Baden, die ganz katholisch war. Deshalb sollte wohl Han erst in Strassburg anfragen. 1 Durch das Umwenden des Blattes blieb der Schluss des Satzes unvollendet. 336 1546. Michael Hans Gesandtschaftsreise ins Oberland. worben, fur sich und des von Ortenberg kinderzo gelt zu leihen; der... hab bedacht genomen, bis er hinus reit; woll er im antwort geben... Noch hab er die credenz zugegen an mein hern auch und den bevelh zu sagen, das von unnoten die ursach dis kriegs zu entdecken... dieweil aber zu disem thon gelt gehor, wollen sie an irem thon gut und blut nichtz erwinden lassen; hoffen, das volk soll auch nichtz erwinden lassen, also das er hor, sie lustig, trostlich und wolmuetig seien; und bevelhen die, so mit inen im handel, zu ermanen, auch trostlich und frolich zu sein, das sie hoffen, es soll die anfenger ehe dan uns gereuen. und das mein hern nit allein die ordinari anlag zu geben willig sein, sonder sich an irem camergut anzugreifen und bei andern, den burgern und userhalb, was man kund, ufzu— pringen. sei man urpittig fur das interesse, inglichen und es wider erstatten < seien urpittig)[sich] in gemeiner far mit andern zu obligieren zu erstatten; hoffen dasselb mit gelt oder guten guterſn] ze thun. und dieweil mein hern mit geistlichen guterſn] umb und bei inen so woll als andere gefast, sollen sie dieselben, so man mechtig, einziehen; welcher man nit mechtig, sie zu berichten. so inen dan got gluck geb, wollen sie ir macht teilen und dieselben, so man jetz nit mechtig, helfen einziehen. und das man also alles einziehen wolle] im namen der verein; hoffen sie, man werde] uns dabei handhaben. dan sie hoffen han, got werd nit gestatten den mutwill, den der gegenteil so vill(mut will) jar] mit diesen guetern triben und uns understanden umb leib und sel zu bringen, das es inen witer furgang. und biten, mein hern wollen in dem allen handlen, als obs ir allein were. zum driten soll er mit rath meiner hern, so es die fur gut ansehe, mit stathalter und reth zu Baden, den steten der landvogtei?, Speir und Wormbs und auch herzog Wolfgangen handlen oder er wider hinder sich reiten und mein hern eim andern bevelhen?z.» % Über diese Nachkommen des 1539 verstorbenen Gabriel de Salamanca, den König Ferdinand 1524 mit der Herrschaft Ortenberg in Kärnten belehnt hatte, vgl. M. Mayr in Zeitschr. d. Ferdinandeums f. Tirol und Vorarlberg, 3. F., Heft 38(1894), 8. 141 und 150. 2 Über deren Haltung vgl. Holländer, a. a. CO.. S. 43 und den Brief von Nikolaus Thomae, Prediger in Bergzabern, an Konrad Hubert vom 15. August über die schwankende Politik Speiers, Landaus und Weissenburgs(Or. in Str. St. Arch., Thom. Arch., Ep. IX, Nr. 100. 22 Gleichzeitig werden in der Ratssitz⸗ung die beiden Briefe der Fürsten vom 10. und 14. August(Nr. 275 und 295) verlesen.„ Erkant: deshalben das wir von unserm cammergut ? neben der ordinari anlag etwas furstrecken und bei andern ufnemen soln, das soll man mein hern, der I] XIII., und etlich herren zu bedenken geben. einziehung halb der geistlichen guter soll auch zu bedenken geben werden. der vormunder halben zu Baden und stet der landvogtei soll man auch bedenken. aber der beider brief halben besuchung halben des tags Nr. 273] soll man verziehen, bis die leuf sie I! statt«sich»] endern. und dieweil man vor bis in S mal hunderttausent gewilligt Nr. 290], wo man dan die zehenmalhunderttausent gulden bekomen mocht, solt mans auch willigen; doch das sie[! statt(sichy] die stend samt und sonderlich in der schadloshaltung verschriben. doch so soll mans auch bedenken (Ratsprot., a. a. CO.).— Am 4. September wird dann der Bedacht“ über das Geldleihen und tiber das Ansuchen in Baden und der Landvogtei verlesen; wegen des Einziehens der geistlichen Güter wird bemerkt:(Man stand desselben noch in bedacht». Han der wohl inzwischen in Zweibrücken gewesen war vermerkt den Beschluss der Beratung:«Ist zu gefallen angenommen, wie herbracht)(Ratsprot., a. a. CO., f. 447 b – 449. ———— NOTEN NN— 1546. Werbung des Kaisers bei den Eidgenossen. 37 319. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, August 22. Basel. Str. St. Arch., AA 555, f. 86 und 90. Ausf. Prod. Mo. 23. August. 2 Jedr. von Kannengiesser, Kapilalafion. S. 239. Brief des Kaisers an die Schweizer; Achterklärung; Absagebrief; angeblich gute Nachricht aus Frankreich, C6... Demnach unsere botten, so uf tag Baden gsin, von wegen das inen der abscheid erst zugeschickt uf gestrigen tag, was da gehandlet, referiert und neben anderm ein schrift, so die kei. Mt. an gemein Eidgnossen usgan und ditz gehaltnen tags uberliffern lassen, uns furgebracht, haben wir uch deren abschrift! hierin verschlossen zuzesenden nit underlassen mögen. und ist ein wunderbarlich ding, das die kei. Mt., wie si der religion halben nut furnemen, sonder allein etlich ungehorsamen straffen und zu gehorsam pringen wolle, so ernstlichen furgibt und aber des bapsts bottschaft breve und pundnus darlegt, so dem kei. furgeben gestracks zuwider sind. geschwigen wollen wir, das am tag ligt, das der bapst in craft der pundnus, zwischen im und dem keiser zu usrutung unser heiligen christenlichen religion ufgericht, sine ufge— legten 12000 Italiener samt iren reisigen dem keiser zugeschickt und damit die pundnus ires theils erstattet hat; welches der bapst one zwivel nit gethan, wo dise pundnus nit angenommen... Hieneben ist uns gesterigen tags ein usschriben von kei. Mt. pfennigmeistern Johann Mouschet zukommen, wie ir hiebiligend sehenz. und dem— nach die kei. Mt. die zwen frommen chur- und fursten, Sachsen und Hessen, samt iren anhengern hierin so ubel schmecht und usschrit, tragend wir ein kursorg, uch und den frommen fursten mochtend sollich mandat vilicht der ursachen nit zukommen sin, damit man sich hiegegen destminder entschul— digen und mit warheit widerlegen mochte ete.. sind hiedurch verursachet uch sollichs bi zeigern ilends zuzeschicken, mit pit, ob ir derglichen eins oder, wo ir keins, dises abschriben lassen hetten, uns solches widerumb zuzeschicken, damit wir das dennocht auch, an den orten sich gepuert, verhoren lassen konnen.» Haben auch eine Abschrift vom Brief der Oberhauptleute an den Kaiser vom 11. Augusts erhalten.(Sonst ist uns zugeschriben, das us Frankrich dem 319 1 A. a. 0. f. 87—88: Brief des Kaisers an die Schweizer vom 1. August; im Auszug gedr. in 2 Absch.. IV, 1d, d. 671. 2 Vgl. dazu auch die Ausführungen Bucers in seinem Brief an Ambr. Blaurer vom 29. August(Or. in Str. St. Arch., Thom. Arch., Ep. Buc. III, Nr. 123; 2. T. gedr. von Schless, Briefw. d. Br. A. und Th. Blaurer II, Nr. 1337, S. 497). Ausf. 2. a. O., f. 89; aus Zürich vom 17. August(praes. et aud. in Basel 21. August): Der Kaiser befiehlt ihm, beiliegende Abschrift der Achterklärung ihnen zu senden, damit sie sehen, dass es nicht gegen“die Religion geht. Deutsche Übersetzung dieses Briefes a. a. O., f. 80—81; deutscher Druck der Achterklärung bei Hortleder Il, Buch 3, Kap. 16, 8. 278—278; bespr. von Waldeck, Publizistik d. Schm. Kr. I, 8. 11—18 und 16—17; zwei gleichzeitige Drucke und eine Abschr. in AA 1388, Nr. 4—6.— Die XIII brachten am 25. August das von Basel übersandte Original im Rate vor(Ratsprot. 1546, f. 436 bis 437). Wahrscheinlich übersandte damals auch Jakob Sturm einen Mailänder italienischen Druck davon an Michael Han(Or. o. D. in AA 550, f. 117; gedr. von Holländer Str. i. Schm. Kr., S. 13, Anm. 1, mit dem— im Or. nicht angegebenen— Datum 11, August). 4 Die Widerlegung der Achterklärung durch die Fürsten vom 2. September ist gedr. bei Hortleder, a. a. CO., Kap. 30, S. 315— 332. 5. Vgl. Nr. 318, Anm. 13. * d Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. Sn PT 338 1546. Bürens Rheinübergang bei Bıngen. churfursten... und lantgraven... gute mer kommen siend®; was aber, wirt nit angeregt... datum sontags den 22. tag Augusti am morgen zu vier uren a. etc. 46.» 320. Der Rat von Frankfurt an die XIIII. 1546, August 22. [Frankfurt am Main.] Str. St. Arch., AA 544, f. 38—39. Ausf. Lect. Mo. 23. August«hora 3. post meridiemꝶ. Ben. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 47 und 45, Anm. 2 und von Kannengiesser, Karl TL. und Büren, S. 79, 177, Anm. 235, S. 178, Anm. 330 und S. 187, Anm. 3856. Bürens Rheinübergang; befürchten eine Belagerung. Teilen mit, dass gestern«das niderlendisch volk zu Bingen? fast alles heruber komen. und wiewol die Ringkauer gern das best gethan und gewehrt hetten, so ist doch Seifrid Hund, thumbher zu Menz, mit den veinden her— uber gefaren und hat den Ringkauern bevolhen, so lieb inen ir gnedigster herr sei, kainen schuss zu thun. also sint sie der unsern unbewisst geruwiglich heruber und die ersten gleich uf Walluf(da etlich pulver dieses tails kriegs-= volk zustendig gewesen) zu getrungen, welches mit etlich hundert baurns besetzt gewest; die haben alsbald die flucht geben. und wie es furter zu— gangen, das die flucht under das ganz kriegsvolk auch kommen, das konnen wir nit wissen. ainmal hat sich dieses tails kriegs volk in abzug begeben uber den Main uf die seiten, da Russelshaim ligt. und wirdt uns zugeschrieben, dasselb unser kriegsvolk wolle sich samt dem von Oldenburg, so auch heut alhie ankomt, neben unser stat oder villeicht zu Hochst in ain vortail legen. wohin nun das kaiserlich volk den zug nemen oder ob es sich villeicht an uns etwas versuchen und unser stat belegern werde, das wirdt die zeit in gar wenig tagen zu erkennen geben.» Grosse Besorgnis darüber herrscht in der obern Grafschaft Katzenelnbogen, im Amt Eppstein und in Frankfurt selbst. Die Kaiserlichen sollen bestimmt 6000 zu Ross und 28 Fähnlein stark sein. Ihr Geschütz ist noch nicht mitgekommen; dafür wird aber das erzbischöfliche Geschütz in Mainz in ihre Hand kommen. Strassburg möge dazu raten und helfen, damit Frankfurt nicht belagert und eine Vereinigung Bürens mit dem kaiserlichen Heer im Oberland verhindert wird. Dat. So. 22. August 465, 6 Vgl. Ar. 276, Anm. 1 und Nr. 339, Anm. 10. 320 1 Ebenso an Herzog Ulrich von Württemberg(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 29, Nr. 176; praes. 23. August). 2 Worms gab auf eine Anfrage der XIII vom 20. August“ am 22., 6 Uhr abends, die genauere Auskunft, dass Büren«sich... gestracks naher Mainz gewendet und an gestern sambstags obents umb funf uhren... ein meil wegs underhalb(halb) Mainz zu Walluf über Rhein zu schiffen angefangen hat; und ist uf dato fast gar hinuber komen. aber der erste hauf, so hievor im Ingelhaimer grund... gelegen, ligt itzund zu Dexhaim hinder Oppenhaim»(Ausf. in AA 542, f. 17; prod. Mi. 25. August; erw. von Collischonn, a. a. CO., 8. 44, Anm. 5 und von Kannengiesser, a. a. CO., 8. 167, Anm. 251). 3 Diese Angaben berichtigt Frankfurt in seinem Brief vom 25. August(Nr. 329. Am 23. August gab Frankfurt in einem Brief an Braunschweig Bürens Stärke auf «bis in die 4500 pferd und 13000 zu fuss) an(Entw. in Frankfurt, Arch., Reichssachen Il, Nr. 1022; 2. T.(doch ohne die angegebene Stelle) gedr. bei Collischonn, a. a. O., Anlage V, 8. 107- 1089. > Am 23. August nachmittags 4 Uhr legte der Ammeister dem Rat in einer ausser 1546. Sicherung der Rheinfähren durch die Württemberger. 339 321. Der Strassburger Kundschafter Alexander Pünder an die XIII. 1546, August 23. 2 Speier. Str. St. Arch., AA 552, f. I2— Id. Or.— Prod. Di. 24. August.— Ben. von ColliSchonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 45, Anm. 2 und von Kannengiesser, Karl T. und züren, 8. 179—180, Anm. 356. Sicherung der Rheinfähren durch die Württemberger. Zettel: Nachricht vom Rheinübergang Bürens. Ist gestern Nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr hier eingetroffen und hat seine Beglaubigung* beim Bürgermeister Konrad Lutz abgegeben. Heute morgen um 8 Uhr wurde er vor den Rat beschieden, der ihm mitzuteilen versprach, was vier ausgesandte Posten und ein jetzt abgefertigter Kund— schafter bringen werden. Legt ein Schreiben des Rats von Speier bei]. «Es ligen... etliche Würtembergischen zu Husen am far dasselbig zu verwaren. haben mit inen ein korch voll gutter neuer äx gepracht und die nöwen zerhowen wöllen. ist also uf gutt vertröstung des bischofs abge— schaffen worden. aber gestern sontags zu nacht alle nöwen usserhalb eine zu Husen den Rhein abgefürt worden... datum Speir zur pfrimmen zu neun uhren vor mittag den 23. Augusti a. etc. 46.» Zettel: Nach Schluss des Briefs hört er von einem Italiener,«das sie underhalb Mentz schon über Rhein ein brucken in willens alda überzekomen gemacht, ouch zum theil schon über sind. kan im doch nit sonders glouben geben.) 322. Die XIII an Herzog Ulrich von Württemberg. 1546, August 23. Strassburg. Stuttgart, Arch., Büschel 29, Nr. 180, Ausf. mit C(cito). Praes. 24. August«in der nacht». Fordern ihn zur Hilfe für Frankfurt aut. Senden Frankfurts Brief vom 22. August[Nr. 320R.(Wo sich nun das volk umb die von Frankfurt annemen sollt, so were gar nit gut, das diser pass, * ordentlichen Sitzung den Brief von Worms vom 20. August Nr. 314, Anm. 2 und den obigen Brief Frankfurts vor. Es wurde beschlossen, den Frankfurter Brief an Herzog Ulrich zu schicken Nr. 322]. Frankfurt soll von diesem Brief Mitteilung erhalten und Cwes man zu solchem unsers geringen vermugen helfen... kund, das woll man gern thon. wo sie aber furziehen wurdelnſ, wie man mehr dafur hab, das sie es dan hinufschriben und bei den Knechten dunden furdern und anhalten wolten, zu dem landgraven zu ziehen.» In dieser Ratssitzung werden ferner, da Büren den Rhein überschritten habe, die drei in Basel bestellten Fähniein wieder abbestellt(vgl. dazu Nr. 316, 317, Anm. 1, Nr. 323 und 335; Ratsprot. 1546, f. 435— 436).— Auch dem Landgrafen sandte der Rat Abschr. des Frankfurter Schreibens(6. Nr. 336. 321 1 Dat. Mo. 23. August 46 dumb 8 uhren vor mittag»; Ausf. in AA 542, f. 21; prod. Di. 24. August; ben. von Collischonn, a. a. O. S. 44, Anm. 5 und von Kannengiesser, a. a. CO., 8. 168, Anm. 261 und 8. 180, Anm. 336: Teilt auf die Frage der XIII mit, dass Büren am Freitag 20. zu Bretzenheim still gelegen, am Samstag auf Mainz zu gerückt und sich zu Nieder-Ingelheim gelagert haben soll. Es seien auch in diser nacht die nehen zu Rheinhausen bis uf eine und die zu Lossen[Lussheim], so uf unser statt zu hie jenseit gestanden, all hinweg den Rhein hinab gefürt worden.» 322 ı Strassburger Abschr. davon a. a. O., Nr. 177. 22* 340 1546. Bedrohung Frankfurts. und dweil allerlei munition und anders darin, in ire händ käme». Er möge «nachdenkens haben, wie sie von Frankfurt in disem fall durch e. fl. G. und das kriegsvolk, so von den unsern daniden ligt, geröttet... werden möchten, darzu wir mit den knechten, so wir zu bewahrung unserer statt angenommen, uf e. fl. G. derhalben erfordern gern hilflich sein und das unser thun wöllen. wurde aber das niederlendisch kriegsvolk zu Frankfurt fur- und, wie wir mehr glauben, zu dem keiser ze ziehen begern, so wurde der kaiser dardurch merklich gesterkt und unsern... herrn Sachsen und Hessen schwer werden. derhalben auf e. fl. G. verrer fl. ermessen haben wir gedacht, das e. fl. G. iren chur- und fl. G. hilf zugeschickt und das kriegsvolk, so von der unsern wegen daniden ligt, auch hinach und zu iren chur- und fl. G. zogen weren. Bitten ihn, Frankfurts Schreiben den Fürsten zu schicken.(Datum montags den 23. Augusti abends zu 7 uhren a. etc. 46.2» 323. Die XIII an Heinrich Walther, Schreiber des kleinen Rats, jetzt zu Basel. 1546, August 23. Strassburg. Soll die Anwerbung von Knechten vorläufig unterlassen. Teilen mit,«das uns ungeverlich vor zweien stunden zeitungen zu— kommen, das das niderlendisch kriegsvolk zu Bingen über Rhein gschifft. derhalben wöllen mit demjenen, uf den ir bevelch haben, wo ir albereit mit im in handlung kommen, reden, das er mit annemmung der knecht diser zeit stillstand und... den lauf nit angeen lassen wöll bis uf unsern weitern bescheide, und in solchem abstellen keinen kosten sparen; was er dann deshalben ufgewendt hat oder noch ufwenden würdet, das wöllen wir... bezalen... ir sollen auch doben bis uf unser weiter schreiben verzeihen, damit, ob uns etwas anders zukeme, euch dessen haben zu berichten... datum montags 23. Augusti zu S uren gegen nacht anno etc. 46.» 324. Der Rat von Speier an die XII. 1546, August 24. Speier. Str. St. Arch., AA 542, f. 22 und 25. Ausf. Prod. Mi. 25. August.— Ben. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 47, Anm. 3 und 5 und von Kannengiesser, Karl T. und Büren, S. 52, S2, 167, Anm. 251 und S. 179, Anm. 355. Bericht ihres Kundschafters über Bürens Rheinübergang und Truppenbewegungen. Zettel: Berechnung des Botenlohns. C6... Wir seind durch aine unsere wisse kundschaft, die in baiden legern der kai. Mt. etc. niderlendischen kriegsvolk gewesen, bericht, dass er nechstHerzog Ulrich antwortete am 25. August den XIII, dass er den gleichen Brief von Frankfurt erhalten habe[vgl. Nr. 320, Anm. I], ebenso vermutlich auch Hessen und Kur— sachsen. Glaubt nicht, dass die Niederländer jetzt Frankfurt belagern werden; wird aber tun, was die Oberhauptleute befehlen(Stuttgart; Ausf. in AA 554, f. J— 8; prod. Fr. 27. August; ben. von Kannengiesser, Karl V. und Büren, S. 94 und 187, Anm. 387). 323 1 Gemeint ist Frankfurts Brief vom 22. August(Nr. 320. 2 Vgl. den Ratsbeschluss vom 23. August in Nr, 320, Anm. 5 und Nr. 317. 324 Diesen Brief übersandte Alexander Pünder am gleichen Tage um 9 Uhr vormittags 1546. Bürens Rheinübergang. vergangen sonntags den 22. diss monats morgens umb die acht uhren bei Haidesheim, gegen Elfell[Eltville] im Rinkau uber gelegen, komen, dasselbst antroffen, dass des herrn von Beuren fussvolk in ainer neen uber Rhein geschifft; und wiewol das kriegsvolk gesagt, der schiff seien zwei, hab er doch nit mer dann ains gesehen. sei auch der zeit noch ain geringer theil des genant en fussvolks ubergefurt gewesen, und aber der von Beuren samt dem geschutz, seinem raisigen zeug und dem grösser theil seines fussvolk noch daselbst hie jenseit Rheins gehalten; dass also die kundschaft nit vermuten mögen, wo sie nit mer schiff bekemen, dass sie vor gestert montags 23.) alle uberkommen möchten. gleichwoll ist die sag gewesen, dass ain gute anzall des von Beuren raisigen zeug in der nechst vergangen sampstags zu nacht zu Bingen uber den Rhein geschifft sein soll, das aber die kundschaft(weil er so weit nit hinabkomen) nit gesehen. und sagt auch gemelter kundschafter, dass er im hierufreiten erfaren, dass die reiter, so hievor zwischen Ober- und Nider-Ulm[Olm] bei Meintz gelegen,(die man die schwarzen reiter nent) nechst vergangen freitags 20.] daselbst uf gebrochen und ir leger zwischen Nörrstein und Schwabsberg Nierstein und Sc5hwabsburg] bei Oppenheim geschlagen, die er im leger daselbst personnlich funden... datum uf dinstag Bartholomei den 24. Augusti umb 8 uhren anno etc. 46. Zettel: Haben keinem Boten befohlen, von ihnen Botenlohn zu fordern.(Sunst ist unser geprauch, wan wir ein reittenden botten von hinnen aus schicken, das wir demselben von jeder meil wegs, an das ort er geschickt wurdt, sechs kreutzer und von jeder meil wider alher auch sovil, darzu fur jeden tag er still ligt, M gulden wartgelts bezalen lassen. wo sich nun die unsern anderst dan itzgemelt gehalten und e. elrbar] F. ubernomen hetten, wolten wir es den— selben uf anzaig wider zuschaffen. datum ut in literis.) 325. Die Kammerräte in Ulm an den Rat. 1546, August 25. Ulm.] Str. St. Arch., AA 549, f. 59. Ausf. und 28.(Zettel). Auf der Anschrift. CCito, eito. u/ die post zu Altenstatt zu lifern.) Prod. Fr. 27. August. Erbitten genaue Mitteilungen über Büren. Zettel: Erwarten Strassburzs Zahlung. C6... Wir werden glaubwurdig bericht, das das niderlendisch kriegsvolk..., so numer uber Rhein komen sein würdet, langsamer bezalung halben onwillig sein, das also zu vermuten, sollich kriegsvolk werde auf gelt, welches nachvolgen möcht, täglich warten. damit nun zu verhinderung des gegenteils furnemen... kein vleiss gespart werd,» mögen sie Kundschaft darauf machen lassen und auch die Kriegsräte des Landgrafen,«so im aus Speier(Or. in AA 5 f. 15; prod. Mi. 25. August; ben. von Kannengiesser, a. a. CO., 8. 186. Anm. 335 und 8. 187, Anm. 387); er machte dabei noch folgende Angaben:... Und ist die gemein sag alhie, das Martin von Rossen noch mit einem grossen volk zu ross und fuss hernach ziehe.» Sendet auch ein Verzeichnis der Feinde beim Durchzug durch Koblenz. « Die herren alhie[in Speier] uf disen tag alle ire burger und dinstknecht mustern wöllen]; befremt sie diser überzug und das niemand, so inen wöret, vorhanden.— Das vorerwähnte Verzeichnis Dr. Isslings(a. a. O., f. 16) vom 13. August Fr. nach Laurentii] ist in der Hauptsache abgedruckt von Kannengiesser, a. a. CO., S. 167, Anm. 253, ———— | TEE . SC) 1546. Bericht des Strassburger Ratsschreibers Heinrich Walther 8 S land sein,) dazu auffordern. Schreiben ebenso an Herzog Ulricht. Dat. 24. August 46.2?— Zettel:«Post scripta... haben wir euer schreiben Nr. 315 empfangen; wollen desselben, davon sie under anderm meldung thun, taglich gwärtig sein; dann wir des noturftig. datum ut in literis.) 326. Heinrich Walther, Schreiber des kleinen Rates in Strassburg, an den Altammeister Mathis Pfarrer(1. Brief). 1546, August 25. Basel. Str. St. Arch., AA 556, f. 21-23 und 25. Or. Empf. Do. 26. August«zu 6 uren nach mittag». Gute Aussichten für sein Anbringen beim Baseler Rat. 1. Nachschrift: Basel gestattet unter bestimmten Bedingungen die Anwerbung von Knechten; Verhandlung über den Sold; Knechte aus Bern; Urkunde des päpstlichen Bundes; Verehrung an die Hauptleute; Briefe Morelets für Dr. Geiger; Vorsicht bei der Verwendung von Baseler Nachrichten.— 2. Nachschrift: Die Berner Knechte wollen sich nicht abweisen lassen. 6... Als ich gestern den hauptern zu Basel... der drizehen der statt Strassburg] schriben Nr. 317] in der Bernhard Meyers behausung, wie er sie und den hern Morelet zu gast gehalten, uberlifert, sind sie, die häupter, alle viere nach imbiss zusamenkommen, mich gehört und nach gehaptem bedacht mir geantwurt, das iren wenig zugegen; wollen solichs uf heut mittwochs fru den drizehen, fur die es gehore, anbringen. nun hab ich vor dem beschaid weder mit Irme noch Stolle nicht handeln dorfen. es ist aber einer aus Solothurner biet, der ein furnehmer kriegsman, wie er mich ufs richthus sehen gehn und erkundigt, wer ich sei, zu mir komen, befragt, ob ich dhein heuptman bi uns daniden wusste, der knecht bedörft; wolte eim bi funk oder sechshundert meherer theils Solothurner wolgeruster knecht zu— wegen bringen... dem ich geantwurt und gebetten, ein tag zu warten.. alsdann wolt ich im gutten beschaid geben... in dem nechten her Blasin Schollin und sein mither bi mir zu nacht wöllen essen, ist eben diser Solothurner auch zu im kommen,... ine eben wie mich befragt..., das mir her Blesin anzougt sagend, die sach wolte sich recht schicken. wohe ich anwurt empfieng, wurde Scholle! bald knecht haben; dann ich gesterigen tags mehr dann sechtzig hupscher knecht aus den landen zu Basel sehen hin und wider furgahn, da die burger... meinen wol bi 200 in der statt[sein], die alle gen Basel komen, vermeint haupt leut und beschaid alda zu befinden, wie das geschrai im Oberland seige. also wohe mir disen morgen antwurt wurdt, hofft ich, wollt durch Schöllint in dreien tagen uf zwei vendlin geruster knecht daniden haben. wart also, wes mir disen morgen zu antwurt wurdt... datum mit woch nach Bartholomei 25. Augusti morgens zu funf uhren 1546.» 325 Der Brief an Herzog Ulrich in Stuttgart, Arch., Büschel 29, Nr. 197 2a; praes. 25. August. 2 Die XIII wandten sich deshalb an Alexander von der Thann“, der am 30. August erwiderte, er wolle Can kuntschaften nichts erwinden lassen, wie wol ich besorge, es nuemehr verseumbt sei.» Wird auch das überschickte gedruckt buchlein... guten gesellen mitthailen, da es wol angelegt sein soll»(Rüsselsheim; Ausf. in AA 552, f. 34; prod. Fr. 3. September; ben. von Kannengiesser, Karl V. und Büren, 8. 84 und 181, Anm. 348). Gemeint ist wohl derselbe Druck, wie der an Frankfurt am 26. August geschickte(vgl. Nr. 332). 326 1 Wahrscheinlich verschrieben für Stolle oder Stöllin; vgl. Nr. 317. über seine Werbung in Basel. 343 l. Nachschrift: Erhält soeben durch den Bürgermeister den Brief der XIII[Nr. 323].«Ist der brief eben recht kommen; dann so er erst umb 8 uhren dis tags komen, wurde uf die antwurt, mir von den hern drizehen worden, die knecht, so zu Basel ligen, und andere abgefertigt worden sein; ist aber ufgehalten, das dhein cost angewendt. und wie mine hern, die geheimen zu Basel, mir dis antwurt geben: einer statt Strassburg zu guttem durch die finger zu sehen, das ich mit hauptman Stöllin und Irme handeln möge derogestalt, wie sie auch sie beschickt und in geheim mit inen verlassen, sie? mit mir zu underreden..., so vaher ein statt Strassburg ir bedörft, das sie 1500 man annemen, die in funf vendlin zu verteilen, deren sie der Fidgnossen brauch nach zwei haben. und damit andere örter nit sagen möchten, das sie, die von Basel, den ufbruch gemacht, solten sie... bi andern den kunf orten, die bei inen beden hievor darumb angesucht, auch drei hauptleut mit inen bestellen, wie sie bede ze thuns; und wol(wohe der hern von Basel rat nit also gestaltet) inen lieber were, die 1500 man in dru vendlin under sie? zu verteilen. aber damit ein statt Basel nit verdacht, haben sie bewilligt, den weniger theil under irer herschaft ufzunemen, so man deren notturftig. uf das ich naher mit inen gehandelt... der besoldung halben..., die mir geantwurt, das sie bede, wohe sie zwei oder drei fendlin allein annemmen dorftlen], dhein gelt ansehen und sich neher* dann landsknecht bestellen lassen wolten; wann sie aber mit hauptleuten der örter handlen solten, wurde die notturft erfordern, das sie inen anzougten, was man inen geben... wolte. daruf anzougt, das der Franzosch uf ein vendlin knecht, darunder druhundert man seigen, inen allewegen 1820 kronen geben und bi 40 eheren— sold darzu ingeschossen under] eherlicher leut son ze verteilen. aber dis vals... wolten sie fur ir person understehen mit andern zu handlen, das man dhein eerensold geben dorft und uf druhundert man 1820 goldgulden oder sovil wert lifern solts. daran wurd alles laufgelt... abgahn... und euch, min hern, die musterung vorbehalten sein; also welcher usgemustert und euch nit gefiell, gieng nach marzal der 300 knecht ab. allein müst man inen beden von Basel aus, wes sie in bestellung der drier hauptleut ver— zeren wurden, bezalen. dabei ir meinung inen anzuzougen..., wie vil man under eim fendlin spiess, hallenbarten und hagkenschutzen haben wolt; da sie achten under ein fendlin 30 hellenbarten, 20 oder 30 schutzen, die uberigen mit spiessen. daruf ich inen geantwurt, ob nit sie... uf ein fendlin, darunder 300 man, sovil, als sich bi den landsknechten nach marzal uf 500 man treffen, zum hochsten nemmen wurden. ich gedächt, nach gestalt der sachen wurden[sie], dwil es die religion belangen thett, weniger nemen. daruber sie bede geantwurt, wohe es ir person belangen thett, wurden sie sich billich finden lassen; dwil sie aber nit wussten, was man uf 500 man landsknecht gebe, mochten sie liden, das ir... inen euwer meinung[schrieben], was sie... geben wolten; wurdeln] sie sich gegen andern hauptleut 2— sich; vgl. über den Sprachgebrauch Grimm X, 1, Sp. 769- 770. 3 Hier ist etwa(wol wissen» zu ergänzen. C billiger. 5 Hierzu vermerkt Jakob Sturm auf einem Zettel(a. a. C., f. 24):(1820 goltgulden machen 2184 fl. in münz; uf 300 knecht, macht ein knecht 7 gl., 2 B, 8i /.&. uf ein knecht 6 gl., macht 1800 gl. da ist aber zu sorgen, die hauptleut bringen desto liederlicher volk. under ein vendlin zum wenigsten 50 hackenschutzen, 30 hallenbardier, 220 spiesser. zu bedenken, ob die von 9 orten auch blibben, so man si abmanet.) a m? nnn, . 1546. Bericht des Strassburger Ratsschreibers Heinrich Walther der orten nit sparen, So nach, sie immer möchten, zu thadingen. begerten so man ir bedorfen werde, desto zeitlicher e. W. meinung zu Schriben, das sie desto ehe andere hauptleut aus den 9 orten heimlich besprechen mochten, so die nott vorhanden sein wurde, das sie gleich gefasst; dann an leuten wurdt dhein mangel sein; es werden ehe mehr dann minder komen. es seind bi 100 knecht aus Berner biet von eim sondern des lands (der sich alhie hören lassen, das zu Strassburg beschaid und gelt seige) gen Basel kommen, wollen morn zu schiff hinab®. nun haben mine hern bede, Stollin und Irme, beschickt, ob sie fur sich selbst sondern beschaid mit inen gemacht; da sie befunden, das sie dhein wussens von inen, die knecht lassen ansuchen wider heimzukeren. hat sich der Berner nit abwisen lassen wöllen; sagen, wolt hinab, wusste wol gelt und beschaid, das nun min hern von Basel nit lieb, das sie vergebens hinab sollen faren. forchten, so sie wider heruf sollen und ir naher bedorfen, mocht es ein unwillen bringen. derhalben sie heimlich durch hauptman Stollin auch hinder sich zu ziehen bitten... lassen. und wohe sie von Stöllin etwas verwent, wurde man inen hinder sich zu ziehen vereherung than haben.. 7. Daneben haben auf euwer, miner hern, schribens an die geheimen alhie dieselben mir bevolhen euch zu schriben? des bapst und keisers vereinigung halben, so in italianischer sprach den Eidgnossen zukomen, das sie gleichs ein eherenman gen Zurich dieselb in glaubwurdigen schein auszubringen abgefertigt; achten, wollen auch die ufs lengst bis fritag 27. hinabschicken. und hat min her stattschriber alhie in geheim mit[mir] geredt, im fal die sachen wol stehn, das man... dhein kriegsleut von hinnen beédorfen wurde, das in fur gutt ansehe, die beden Stölle und Irme mit etwas zu vereheren, ob man in kunftigem ir bedorft, das man sie... willig behielt; dann sie bi den funf orten hauptleut ganz wol bekant und sie zuwegen bringen mögen. wit ter mir anzougt, wie er mir fur vier so weidliche knecht mit einer missive zugeschickt gegen e. W. zu furdern, so am sontag[22.] alhie hinab zogen. da sei sein bitt..., dieselben dheins wegs gehn zu lassen... dis hab ich in il umb vier uhren nach mittag in der stattschriberei zu Basel an e. W., minen gn. hern drizehen, zu berichten geschriben. datum ut supra.) Nach Schluss des Briefes schickt Morelet noch Briefe* an Dr. Ulrich [Geiger] zur Besorgung durch ihn[Walther]. Auch bemerkt der Baseler Stadtschreiber, man möge, wenn man aus Basel erhaltene Nachrichten weitergebe, nicht(merken lassen, wohe es es. W. herkome, damit sie nit gegen andern orter[n] verdacht. dem ich geantwurt, ob gleich, des ich nit weiss, e. W. iren fl. G. etwas zugeschriben, haben dieselben den brauch[zu bitten], das ir G. solichs bi ir in geheim behalt. und ob gleich das nit, sei ir fl. G. on das des herkomens solichs in geheim zu behalten.» 6 In AA 556, f. 19(0r.; prod. So. 29. August) liegt ein— von Heinrich Holtzmüller,«modist» Schreiblehrer] zu Bern, an Dr. Ulrich Chelius vom 23. August; er empfiehlt ihm darin«ein erbere rott, etlich dapfer kriegserfarne menner», die den Protestanten zu Hilfe kommen wollen, und besonders ihren Führer Erhart Burger, der trotz seiner kleinen, unachtbaren Person sich vor 11 Jahren im Krieg gegen Savoyen ausgezeichnet habe. Vgl. hierzu die 2. Nachschrift. ® Vom 22. August; vgl. Nr. 293, Anm. 4. Vgl. auch ihr Schreiben vom 25. August(Nr. 328). ö—— S ? 4. über seine Werbung in Basel. 345 2. Nachschrift:«Ehe ich disen brief zugesigelt..., sind zwen von disen knechten[von Bern] zu mim hern stattschriber und mir kommen anzougend, wie sie furdernus gen Strassburg haben. daruf wir bede sie auch understanden abzuwisen....; haben aber sich nit wollen wenden lassen, sonder gsagt, sie wollens uf ir furdernus wagen; dann sie auszogen, wollen nit hinder sich, musten sich schemen. und wohe sie sich hetten abwisen lassen, wurde inen ein vereherung... geben worden sein; wollen aber furfaren.) 327. Heinrich Walther an Mathis Pfarrer(2. Brief). 1546, August 25. Basel. Str. St. Arch., AA 556, f. 26— 27. Or. Empf. Sd. 28. August«zu 3 uren nach mittag y, prod. So.«gleich herndehy. Sendet Abschrift einer Ablassbulle; Verhandlung mit den Berner Knechten; Nachschrift: Morgen Sitzung des Baseler grossen Rates. Als er in der«kronen zu nacht geessen, ist ein grader junger man, den niemant kant, darein geritten komen, mit des wurts gsind geessen, den mine hern fur ein keiserischen kriegsman geachtet. disen hat doctor Mellinger, medicus, burger zu Basel, dwil er franzosisch kan, nach dem essen ange sprochen... und uns naher anzougt, das er aus Italia komme, in Sachsen verreiten wolle, doher er burtig, und ime, doctor Mellinger, ein getruckten brief, so zu Pavei an einer kirchthuren ufgeschlagen und er daselbst heim— lich abgerissen, zu lesen geben. indem doctor] Mellinger den anfahen zu lesen, der fremd schlaffen begert, das er frue aufmocht, Mellinger bevolhen, den brief dem wurt zu lifern, der mir ine auch zougt. da ich den gelesen, hab ich hievor in der canzlei zu Strassburg dergleichen gelesen, so die geheimen von Basel hinabgeschickt, war gar ubel und incongrue geschriben. deshalben ich den nach zehen uhren anfahen abcopieren, welche copei ich e. W. hiemit zu— schicke, damit man dise gegen deren, so hievor herabgeschickt, conferieren moge; dann ich dise vlissig uberlesen, dwil ich bi nacht niemant gehapt, der sie mit mir collationieren mogen.) Der Führer der Berner Knechte kam nach dem Nachtessen zu ihm Walther] in die Krone und liess sich auch von ihm nicht umstimmenz. Bernhard Meyer meinte darauf, man solle die tauglichen behalten, damit, wenn man(leut bedorfen wurde, dise dhein hinderstand machten. Er W.] merkt aber, dass der Führer(gern ein hauptman wurde», Stolle und Irme jedoch(dises halben nit willig sein», Wegen des Soldes meint Bernhard Meyer, wenn man selbst 10000 brauche, sei es«allein umb 5 fendlin und funf hauptleut, die man aus den alten orten durch Schollin Stöllin] wol zuwegen bringen mochte, ze thun; so die zugen, wurden dann durch eins einzigen oder zweier personen anrichten die ubrigen on laufgelt selbst kommen 7.., und mocht man die an dem... musterplatz... besichtigen..., was gefellig, sich in zimlichem bestellen annemen, das uberig ausmustern. und... wann also... aus den 9 ortern hauptleut... zuforderst 327 Gemeint ist die päpstliche Ablassbulle vom 15. Juli(cidibus Julii»); vgl. Eidgen. Absch. IV. 1d. S. 667; deutsche Übersetzung bei Hortleder II, Buch 3, Kap. 9 und 10. S. 230-241. 2 Vgl. dazu auch Vr. 326, 2. Nachschrift. ———— Mm=. 346 1566. Die Kriegslage bei Frankfurt; zugen, leg der unglimpf nit uf denen von Basel, sonder andern örtern... wurden alsdann alle, wes sich zutrug, einander... helfen müssen... datum zu einer uhre mit woch zu nacht 25. Augusti anno etc. 46.» Nachschrift: «Es werden morn donerstags[26.] die grossen rat, wie zu Strassburg die schoffel, zusamenkomen, denen... alle sachen diser lauf furgehalten werden soll.“ Der Überbringer dieses Briefs, Sohn von Rudolf Frey, muss daran teilnehmen. 328. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, August 25. Basel. Str. St. Arch., AA 555, f. 91. Ausf. Fmpf. 27. August.— Ben. von KannenJiesser, Kapitulation, S. 242. Werden die genauen Abschriften der päpstlichen Urkunden baldigst senden. Nachschrift: Erbitten Nachrichten wegen des niederländischen Zuges. Haben ihren und den eingelegten Brief des Landgrafen! erhalten und «von stund einen unsern ingesessenen burger, so der italianischen sprach kundig und ein geporner Italianer ist, ufgesetzt und an ort und end, da wir des bapsts pundhus II]..., ouch den ingelegten credenzbrief, den der bapstlich orator zu Baden gehept, in gemelter sprach zu bekomen und gloubwurdig correcte abschriften zu erlangen getruwen, verritten lassen; der guten hoff— nung, uns sollend die bitz fritag nechstkunftig[27.] zu nacht zukommen. wan das geschicht, wollend wir uch die in il zuschicken... datum mitwoch 25. Augusti zu 4 uren nach mittag anno etc. 46.5 Nachsechrift: Bitten um schleunigen Bericht,(wo der niderlendisch zug, der uber Rin komen sin soll, hinus wolle.» 329. Die verordenten aus den alten des rats zu Frankenfurt) an die XIIII. 1546, August 25. (Frankfurt am Main.] Str. St. Arch., AA 644, f.(- 44. Aus. Prod. So. 29. August. Fast ganz gedr. von Collischonn, Frankfurt i. chm. Kr., S. 105—107, Anlage IV; hen. d. a. O., S. 15, 45, 53, 57 und 58 und von Kannengiesser, Karl T. und Büren, S. 168, Anm. 2657, S. 171, Anm. 284 und S. 176, Anm. 323. Die Feinde nur z. T. über dem Rhein; die schmalkaldischen Truppen bei Frankfurt; plündern; Geldmangel; die Obersten und die hessischen Räte uneinig. Zettel: Stärke der schmalkaldischen Truppen. Verweisen auf ihr Schreiben vom 22. August[Nr. 320].(Und wiewol wir seither in erfarung komen, das der flecken Walluf nit, wie wir bericht worden, mit landgravischem paursvolk, sonder mit etlich hundert mannen land volks aus dem Ringgau besetzt, auch daselbst kain pulver disem tail zustendig gewest?», so verliessen sich doch leider Reifenberg und die hessi-w schen Räte allzusehr auf die Versprechungen des Vitztums im Rhein328 1 Vgl. Nr. 293, Anm. 4. 329 1 Ahnlich schrieben sie an die 5 Geheimen von Ulm(Ausf. in Ulm, Arch., Ref.- Akt. XWXXIIl, Nr. 1183). ? Vgl. Nr. 320, Anm. 3; von hier ab beginnt der Abdruck bei Collischonn, a. a. C., ausser dem Zettel. 2 D nn mm— Zustände bei den schmalkaldischen Truppen. 347 gaus und der anderen kurmainzischen Räte, den Niederländern den Übergang zu wehren. Die Feinde sind aber am letzten Samstag[21.] nur bis Kastel und vorgestern 23. wieder nach Walluf gezogen. Es war übrigens nur der kleinere Teil über den Rhein gekommen,«auch noch uf disen tag, wie man sagt, der ganz hauf nit aller haruber komen sein soll. Reifenberg, Beichlingen und Oldenburg liegen um Frankfurt herum. Es herrscht Mangel an Proviant; daher wird viel geplündert und wie in feindlichem Land gehaust. Beichlingen hat vom Kurfürsten von Sachsen noch kein Geld erhalten; auch Oldenburg und Reifenberg sollen mit ihrer Bezahlung allein auf Frankfurt verwiesen worden sein. Haben bisher mit schwerer Mühe 9 Doppel— monate aufgebrachts, können aber die restlichen 3 Doppelmonate nicht mehr erschwingen; daher sind ihnen die jetzigen Kriegslasten vollends unerträglich. Bitten deshalb um Strassburgs Unterstützung bei den beiden Oberhauptleuten, damit genügend Geld zur Unterhaltung des Kriegsvolks herbeigeschafft wird.«Und nachdem zum tail davon geredt werden will, als solten sich die berurten drei obristen mit den hässischen räten, auch sie under ainander nit wol vergleichen, so stellen wir euch als den mehr ver— stendigen haim zu bedenken, ob nit ratsamer und pesser, das etwen ein ansehenlicher erfarner und der mit dem menzischen adel nit sonders befreundt und in kundschaft were, als ain haupt, daruf die andern obristen und räte ir aufsehen haben musten, alher verordent wurde. s..) Dat. Mi. 25. August 46. Zettel:(Der von Oldenburg hat 800 pferd und bis in 18 fenlin knecht; und sollen noch etlich hundert pferd, auch etlich fenlin darzu komen. Reiffenberger 8 fenlin knecht. Beuchlingen 5 fenlin knecht. datum ut in literis.“ 330. Uman Böcklin an die XIII. 1546, August 26. Kriegslager bei Nassenfels. Str. St. Arch., AA 551, f. 65—. Or.— Prod. Mo. 30. August.— Ben. von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr.,&. 62. Eilige Rückkehr auf die Nachricht des kaiserlichen Aufbruchs von Regensburg; sind zum Angriff entschlossen. 1. Zettel: Scharmützel. 2. Zettel: Sollen Ulm wegen der Post schreiben. C... Uwer schriben, so ir an mich gethon... den 15. Augusti*, hab ich den 23. entpfangen. und vermerk, das ir zu jeder zitt, was gehandelt wer, 3 Friedrich von Stockheim; vgl. sein Verwahrungsschreiben gegen diese Vorwürfe an den Landgrafen Philipp vom 20. Januar 1547 in Marburg, Arch., Nr. 2093(Ausf. praes. Melsungen 27. Januar); vgl. auch Nr. 340, Anm. 1 und Kannengiesser, a. a. CO., 8. 172, Anm. 286 und S. 176—- 177, Anm. 323. Vgl. dazu auch den Brief Speiers an die XIII vom 24. August Nr. 324]. Erst am 30. August kann Speier den XIII weiter melden,«das die schwarzen reuter, so ir leger zwischen Nörrstein und Schwotzperg bi Oppenheim gehapt, nechst freitags[27.] zu Mainz an dem faar daselbsten all bis ungevörlich uf einhundert umb zwo uhren nach mittag von Mainz gön Kastel uber Rhein ausgesetzt worden, das also vermütlich die uberigen desselben tags auch uber Rhein kommen sien.(Ausf. in AA 542, f. 24; prod. Mi. 1. September; ben. von Collischonn. a. a. CO., S. 44, Anm. 5 und S. 47, Anm. 3 und von Kannengiesser, a. 4. O., 8. 84 und 181, Anm. 347). 5 Vgl. dazu die Ausführungen bei Collischonn, a. a. CO., 8. 53 565. 6 Die XIII teilten dies dem Landgrafen gleich nach Empfang des Briefes am 29. August mit(Nr. 336). BE 348 1546. Nachrichten von den Kriegsschauplätzen gern wissen wolten. wolt ich in solchem uch... gern wilforung thu[n], jo so ich ouch zu demselben gefast und versehen wer. ich hab uch aber zwei schriben sitt mim abreisen zugeschickt[Nr. 296 und 309], ob die uch worden, ist mir nit wissen. in dem lesten ich antwürt von uch beger...; das wolet ouch firdern. so zwiffel ich nit, es werd uch Michel Han, was er gesehen und gehandelt, wol beriecht haben... Nr. 318]. mim nesten schriben noch... sind wir wileſn⸗s gewesen den keiser zu Regenspurg zu suchen, und in die art Norgkau gezogen. haben doruf unser kündschaft gemacht. als wir aber uf 4 milen uf Regenspürg komen(komen) sind, sind uns 2 unser kondschafter ankomen!, die wir jeden in sonderheit gehert, hat auch keiner von dem andern wissen gehebt. die haben uns anzeigt, das der keiser zu Regenspürg verzogen... und uf Ingelstatt ziehen werd. es ist ouch derselben einer uf ein thurn komen, do er das kriegsfolk ibersehen megen. er hab ouch den von Regenspurg ir schlissel wider geben; so haben ouch die bürger do— selbst ire harnist und wer, was sie gehebt, alles miessen uf ein benanten blatz tragen; do hat der keiser, was im gefalen, dovon genomen und sins gefalen gebrüchtz. als nun wir geherſt], das er doselbst verzogen, haben wir uns uf firderlichs erhebt; und was wir for in drigen tagen gezogen, sind wir in 2 wider zurick uf Ingelstatt gezogen und sind zu Nassenvels zwischen Ingelstatt und Nügenbürg[Neuburg] so tag und nacht mit mieden liten, pferden und grosser unordüng ankomens. und ist gutt, das nit litt verhanden gewesen; solt wol sonst rüch zugangen sin. ist aber wol geroten; doch deren nit vil mer, als ich verhoff, beschen werd. das wir aber so heftig ge— zogen, ist die ursachen: wir haben gesorgt, es werdt der keiser uns vir— ziehen und uf Nügenbürg die broffand abstelen; und diewil mir vermerkt, das der niderlendisch hüffen iber Rin komen sin sol, das er demselben, domit er zu im komen meg, entgegenziehen werd. nun haben wir entschlossen, diewil wir vermerkt, das der keiser uf drig oder fir milen under Ingelstatt ligen sol, das wir in besuchen und die knecht mied und die pferd ouch, das dan morgen frieg alle hiffen... zamengefiert werden und das die hiffen geordert werden, wie vor- und nachgezogen und wer den angriff thun und wie fil derselben sin. so das geschiecht, werden mir ibermorn im namen gotts, so es menstlich und miglich ist, die sachen angriffen. und so es noch unserm anschlag nochgott, so werden wir bis kinftig sondag oder mendag 29. oder 30.] uf lengst den angriff thun, so anderst nit sonst zuvelt. es sind gostern noch 300 pferds ankomen; hab sie wol nit gesehen, dan so vil mir min veter Hans Becklins gesagt hat. wir haben von der gnoden gotts vil gutts volk, und ist jederman wilig zu schlagen; her kein unwilichen man in disem thun; gott wols dobi bestendig erhalten... datum Nassenvels in unserm leger uf dornstag den 26. Augusti a. 46.» 330 1 Am 21. und 22. August; vgl. Herberger, Seb. Schertlin, S8. 147 und 150; vgl. auch Mentz, Joh. Friedrich, I, 3, S. 21 und von Druffel, Viglius, 8. 56, zum 24. August, und 878 2? Vgl. von Druffel, a. a. CO., S. 55, zum 19. August, 4. 3 Am 24. August; vgl. Herberger, a. a. CO., S. 152. Dieser wurde im Kriegsrat vom 26. August festgelegt; vgl. Mentz, a. a. CO., S. 22. 5 Es waren wohl die kurpfälzischen; vgl. Hasenclever, Kurpfälz. Pol., 8. 90— 91; nach Schertlin(Herberger, a. a. CO., 8. 154) waren es 400. Hans Böcklin von Böcklinsau; er befehligte eines der Fähnlein des Markgrafen Bernhard von Baden; vgl. sein Musterregister in Um, a. a. CO., XXXV, Nr. 1696. im Oberland und am Rhein. 349 1. Zettel:«In diser stonden hat sich zugetragen, das wir scharmitzel? gehalten vor Ingelstatt; sind uns einer oder 20 von ritern gewundt und einer von Bodenhusen[Christof von Bodenhausen] erschossen. wir haben aber ouch etlich Spanger in sameten recken erschossen, gewundt und gefangen. datum dornstag den 26. Augusti noch mitag zu 4 uren.» 2. Zettel:«Diewil uwer post nos bi Ulms ligen soll,» bittet er Ulm zu schreiben, damit dessen Kriegsrat[Seb. Besserer] seine B.'s] Briefe befördere,(wie er dan vir sin perschon one das guttwilich; doch so thutt es danoch die sachen firdern, wie ir zu achten haben.) 331. Paul Fagius an Alexander Pünder in Speier. 1546, August 26. Heidelberg. Str. St. Arch., Thom. Arch. 22, 2. Or. Auf der Anschrift steht:( Binder). Prod.[im Strasshurger Rat, vgl. Nr. 340, Anm. 5] Mi. 1. September. Ben vor Hasenclever, Kurpfälz. Pol., S. 55, Anm. 124 und von Rott, Friedr. II. v. d. Pfalz u. d. Reform., S. 75, Anm. 175. Nachrichten von den Kriegsschauplätzen an Rhein und Donau; die Reformation in der Pfalz. Hat seinen Brief* erhalten.(Erstlich das das keiserisch kriegs volk über Rein komen, ist dem churfſürsten] seer leid. er hat gern den schaden in seinem land... wöllen leiden, das man si nit über Rhein gelassen hett. das hat mir sein chfl. G. selber gesagt., jetz am samstag verschinen 21.] bin ich ain ganze stund bei seinen chfl. G. gewesen und wir allein allerlei mit ainandern geredt. sein chfl. G. hat sich des noch am samstag gemelt gar nit versehen. aber der bischof zu Menz samt seinen pfaffen haben es mit lüsten practiciert unversehens. dann sich der feind gestelt, als ob er zu Speyer wolte überfaren; do hat man wöllen wören. dieweil sint sie under Menz gegen dem Rinkau unversehener sach übergefaren. aber ich hoff, inen soll noch allen der lon werden. das Martin von Ross mit ainem andern haufen soll hinach komen, weisst man bei uns kein wort; drum wirt, hoff ich, nichs dran sein; dann der kaiser disen haufen koum hat(hat) künnen zuwegen bringen. das man die Hessischen soll bis gen Frankfurt gejagt haben, weisst man auch nit bei uns; würt auch nichs dran sein. sie haben etwas mit dem schloss Rüsselshaim wöllen understan, aber haben nichs geschafft; sint fürge zogen, nachdem inen etliche reisingen(I sollen erschossen sein. am sonnentag[22.]... ist der graff von Oldenburg zu Frankfurt mit dauselnſt wolgerüsber pferden und fünftausent wolgerüstem fussvolk ankomen. man sagt, das der herzog von Würtemberg ziehen soll uf den haufen, der über Rhein gefaren. von dem oberlendischen haufen haben wir.. von einem botten, der vorngestern von Neuwenburg komen ist, das sich Ingelstadt soll ergeben haben, ein freien durchzug den unsern und durch alle pess, Vgl. darüber Herberger, a. a. O., 8. 160, Rommel, Gesch. v. Hessen, Urk.-Bd., S. 140-141 von Druffel, a. a. 6. S. 57 und 80—81 sowie Schweizer, Donaufeldaug, 8. 122— 123. s Die Strassburger Postreiter Steffel Hagelstein und Benedikt Kle beklagen sich in zriefen vom 19. und 20. August bitter über Überlastung durch die weiten Ritte von Ulm nach Ebersbach(v. von Göppingen), die mit einem Ross auf die Dauer nicht versehen werden könnten(Or. in AA 553, f. 63 und 64; prod. So. 22. August); vgl. zu diesen Klagen auch schon Nr. 178, Anm. 3. NEE K 350 1546. Die Reformation in der Kurpfalz. wo von nöten, auch profand lassen zukomen]i. uf sollichs ist der landgraff den nechsten uf Regenspurg gezogen; indem sint etliche Spanier aus Ingolstadt gefallen und den unseren die nachvolgende profand genomen. soll sich der landgraff wider uf Ingelstadt gewendt haben und dasselbig jetz belegern der herzog von Bayer hat nit gehalten, was er den unseren zugesagt; hoff, im soll auch sein lon drum werden. ist villeicht gut, das man gin untreuw bei zeiten erfaren hat... dises alles hat mir herzog Otthainrich, pfalzgroff, selber mündlich angezeigt uf heut..., auch mehr das zu Neuwenburg ankomen sint viertausent Schweizer... wa der landgroff nit were durch den Bayer verhündert worden, lege er jet at vor Regenspurg; versücht man sich, es werde bald beschehen. es hat mir auch ferrer herzog Otthainrich angezeigt, das der von Reiffenburg, so zu Kastel... gelegen..., soll von dannen, als er vernomen, die kaiserischen bei Bingen über den Rhein komen, dem Men zugezogen sein inen do zu weren, das sie nit sollen über den Men komen. also sollen die kaiserischen noch in des bischofs von Mentz land ligen. Mit dem churf[ürsten], das er soll vom evangelio wider abgefallen sein, ist nichs dran, mögen ir mir frölich nachsagen. und damit ir sehen, das nichs dran seie, lass ich euch wissen, das ich allen tag zu hoff im schloss predige in gegenwertigkeit des churt[ürsten], auch der kunigin? und des hoffgesinds; und hat die konigin, die churfürstin, die zuvor gottes worts klainen verstand gehept, ein solchen lust und willen zu dem wort gottes... gewunnen, das sie selber mehr dann ainmal den churſſ ùrsten] flehenlich gebetten, das ich wölle teglich im schloss predigen, wie ich dann thue. doran hat der churfſürst] ain grosse fraid, hat er mir am samstag verschinnen 21. selber mündlich angezaigt mit ferrer anzeigung, sein chfl. G. haben das wort gottes angenomen, dabei gedenken si mit gottes hülf... zu pleiben. gott hab lob..., die sach stedt noch wol. und zu mehrer bestetigung dises alles so wüssent, das ich uf den heutigen tag bevelch empfangen, mit etlichen in die clöster zu gan und die sacramentheuslin helfen ausraumen, die altaren abzudecken etc.. also ist der churfſürst] vom evangelio abgefallen.... möchte wol leiden,... ir weren zu mir gen Haidelberg komen... wöllent... dise neuwe zeitung... auch dem prediger zu Speyer, m[agister] Michel[Diller] im Augustiner closter, anzeigen.» Nachricht von der Explosion in Mecheln am 7. Augusts.«Datum zu Haydelberg in eil in herzog Ott Heinrichs hoff donnerstag post Bartholomei anno 46.» 332. Die XIII an Bürgermeister und die Älteren des Rats zu Frankfurt. 1546, August 26. Strassburg. tan Arch., Reichssachen II, Nr. 1022. Ausf.— Redd. 30. August, lect. J. August. Dank für ihr letztes Schreiben. Zettel: Bericht über das Vorbringen des kaiserlichen und des päpstlichen Gesandten auf dem Tag zu Baden. Haben ihr Schreiben vom 15. August mit dem eingelegten Brief Braunschweigs erhalten Nr. 313, Anm. 2]. Dat. Do. 26. August 46.— Zettel: 331 1 Val:. Pruffel, Viglius, 8. 71, Anm. 37, S8. 67, Anm. 27 und 8. 69, Anm. 34, 2 Dorothea von Dänemark, die Gemahlin des Kurfürsten von der Pfalz. 3 Vgl. hierüber Hortleder in, Buch 3, Kap. 23, S8. 290—- 293 und State papers XI 8. 274, Anm. 1. 1546. Strassburger Werbung in Basel. 351 Senden einen Abdruck des päpstlichen Breves, Abschriften vom Vortrag des päpstlichen Gesandten auf dem Tag zu Baden, vom Bündnis zwischen Kaiser und Papst und von der päpstlichen Ablassbullel.«Daraus nun leichtlich zu verston, warumb diser krieg angefangen, ob es ungehorsam halb oder warumb es ze thun sel.» Trotzdem haben die Gesandten von Kaiser und Papst auf dem Badener Tage vorgebracht, der Krieg sei verursacht«nit umb der religion, sonder umb(vermainter) ungehorsam willen..., welches ein grosse widerwertigkeit und sich an disen leuten wol zu verwundern ist, das sie solliche widerwertige ding uf einem tag und zemal furbringen dorfen und dannocht die leut bereden wollen, man soll inen glauben geben. beschicht aber sonder zweifel allein darumb, wie man ein trennung erlangen mocht... datum ut in literis.) 333. Heinrich Walther an Mathis Pfarrer. 1546, August 27. Basel. Str. St. Arch., AA 556, f. 20. Or. Empf. Sa. 28. August«zu 8 uren noch mittemdagy, prod. So.(gleich Rernachy. Verhandlung wegen der Berner Knechte. Hat geschrieben, wie sie die 80 Knechte, die der Berner Erhart Burger aufgebracht hatte, abzuwenden suchten Nr. 326 und 327]. Gestern bekamen die Knechte Streit untereinander, weil Burger ihnen falsche Versprechungen gemacht hatte. Ist deshalb Nachts zu Hauptmann Stöllin gegangen, der 20 mit 6 Kronen zufrieden stellte. Aber 30 unter Benedikt Mani von Biel kann Stöllin nicht entlassen, weil sie gegen den Befehl ihrer Obern aufge— brochen sind und daher Strafe zu gewärtigen haben. Da diese unbedingt nach Strassburg kommen wollen, hat Walther ihnen einen Brief an Dr. Ulrich Geiger] gegeben. Meldet das«in il, wie das schiff gehn» wollte. Zu Stöllin muss er immer«nit tags, sonder nachts... gehn... datum fritag 27. Augusti anno etc. 46 umb 10 uhr. y 332 1 Die Beilagen a. a. CO.; vgl. Nr. 199, Anm. 6, Nr. 249, Anm. 2 und 3, Nr. 284 und Nr, 327, Anm. 1, 333 1 Or. vom 27. August a. a. CQ., f. 25; prod. So. 29. August; wiedergegeben in Handschriftenproben I, Tafel 19: Auf Hauptmann Stöllins Befehl hat er an Pfarrer wegen Benedikt Manis und seiner Knechte geschrieben. Bittet den Brief—[es ist der obige Nr. 333) zu übergeben.— Ein gleichzeitiges ERnpfehlungsschreiben Stöllins für die Berner an Geiger a. a. CO., f. 36(Or.;«datum uf fridag nach Bärtlonemei(l] 46»; prod. So. 29. August). Noch am 25. September bot Hans Heinrich Miles zu Lichtensteig, Stadt- und Landschreiber der Grafschaft Toggenburg, dem Rat an, trotz des Verbotes 4 Fähnlein aufzubringen;(dan ich zuvor ouch den ersten ufbruch uf Lindouw dem heiligen rich zu hilf gemacht und den ersten houptman us minem land us der Eidgnossschaft gefürdert... das derselbig mit samt den knechten vor dem verbott us dem land komen)(Ausf. oder Or. in AA 543. f. 127- 128).— Miles ist die latinisierte Form für Ritter; vgl. Vadian. Briefsammlg. VI., S. 549 und 557- 558. PT 352 1546. Strassburg macht die Werbungen in Basel rückgängig. 334. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, August 28. Basel. Str. St. Arch., AA. 555, f. 92. Ausf.— Prod. So. 29. August.— Erw. von Kannengiesser, Kapitulation, S. 242. UGbersenden beglaubigte Abschriften des Bundes zwischen Kaiser und Papst und des päpstlichen Breves. C6... Wir schickend euch ein welsche copi der confoederation zwuschen dem bapst und dem keiser ufgerichtzi, desglichen das breve apostolicum und unserer eidgnossen von Zurich briefs, den si uns zu becreftigung diser copien zuschriben, hiemit zu. und ist unser beger, ir wellend dannocht dise ding unser und unserer eidgnossen von Zurich halb so still, und iemer moglich, halten... datum ilends sampstag 28. August zu 8 horen vor mittag anno etc. 46.» 335. Die XIII an Heinrich Walther in Basel. 1546, August 28. [Strassburg.] Str. St. Arch., AA 556, f. 32 und 34. Ausf. und f. 16 und 17.(2 Zettel). Soll die Knechte abbestellen. 1. Zettel: Sollin Basel Geld aufbringen. 2. Zettel: Wissen nichts über Büren. Haben seinen Brief[Nr. 326] erhalten. Sind erfreut darüber,«dasir... so fueglich gehandlet... dweil aber das kriegsvolk, dessen wir sorg getragen, das es seinen weg in dise landsart genomen haben möcht, nunmehr vast alles uber Rhein, so wöllen den geheimen zu Basel..., auch beiden hauptleuten dank sagen... und darbei anzaigen, das wir zu disem mal keinen lauf der knecht angön wöllen lassen.» Soll Stöllin und Irmin mit Rat der Baseler Häupter«bis in funfzig oder sechzig gulden munz..., jedem dreissig gulden», verehren und mit ihnen nach beiliegendem Verzeichnis abmachen, wie sie im Notfall Knechte werben sollen. Auch soll er mit den Häuptern und den beiden Hauptleuten gesondert besprechen, ob die Truppen aus den 9 Orten«villeicht unserer religion widerig, das sie dieselben bei ubung solcher unserer religion ze sein beschwerden tragen und villeicht daher ursach nemmen wurden uf das abfordern anheimsch zu ziehen.» Auch soll er möglichst«das 334 1 Vgl. Nr. 249, Anm. 3 und Nr. 284, Anm. 6. 2 Diese«copei des hapst brevi usser dem recten origienally a. a. C., f. 21— 22; vgl. auch Nr. 249, Anm. 2 und Nr. 284, Anm. 5. 3 Ausf. vom 26. August a. a. CO., f. 93–— 94; gedr. von Kannengiesser, a. a. CO., 8. 242 – 243. 335 1 A. a. O., f. 33: Haben«etwo auf ain vendlin landsknecht, so 400 mann gehept, nit mehr dan 100 ubersöld geben. so haben wir jetzo zwei starke vendlin, die bei 900 mann völlig haben. do gestände uns mit hauptleuten und bevelchsleuten, doppelsöldnern und allen verampten alles und alles ain knecht nit gar sechs gulden, ain person in die andere gerecht... und seien under den beiden vendlin bei den 236 schutzen.» Wollen daher den Hauptleuten für ein Fähnlein von 300 Mann im ganzen 1800 Gulden in Münz geben. Darunter sollen 50- 60 oder 40 Schützen sein, oder«sovil inen immer möglich, 20 hallenparten und das uberig spiess. und das inen das laufgelt in dise 1800 gl. munz auch gerecht were; wo daz aber nit, das man inen gebuerlich laufgelt auch wollt geben. das auch die musterung zu uns stuende; und was ausgemustert wurde, das es an der zal der 300 man abgieng.) R 1546. Die päpstliche Ablassbulle gegen die Ketzer. geschrei, als ob man alhie knecht annem oder sie gelt und bescheid fünden, iblainen und, ob jemand darauf herab wollt, thun abwenden.» Nach Verrichtung aller Aufträge möge er sich(wider herab thun und... berichten...) Dat. 28. August 46. 1. Zettel:(Und nachdem wir euch auch bevelch geben bei den geheimen zu Basel zu handlen, ob si uns hetten gelt ufpringen mögen etc., do wollen euch bei inen erfaren, ob und wie vil sie ufpracht, und sie bitten, das sie nachmalls, sovil sie könden, ufpringen wöllen. 2. Zettel: Soll auch«anzeigen, das wir auf disen tag weder von oben noch unden aus dem land keine zeitungen haben, das wir auch noch nit wissen, wo der von Beuren, so mit seinem volk uber Rein geschifft, uf disen tag lig oder wo sie den kopf hien koren wollen. y 1 336. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, August 29. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 246-247. Ausf.— Praes. 2. September. Uneinigkeit der protestantischen Truppenführer; senden die gewünschten Schriftstücke betr. Kaiser und Papst. Verweisen auf das Schreiben Frankfurts vom 22. August Nr. 320], das sie ihm am 23. August übersandt haben! und berichten kurz über den Inhalt von Frankfurts weiterem Brief vom 25. August Nr. 329], besonders über die Uneinigkeit zwischen den Kriegsobersten und den hessischen Räten.«Wo nun dem also und an disem gar vil gelegen sein will, so haben wir es e. fl. G. wöllen vermelden der sachen, unser unvermeldt, verner nachzefragen und irem hohen verstand nach darin versehung ze thun. Haben auf seinen Wunsch wegen einer Abschrift des Bundes zwischen Papst und Kaiser«in der sprach, und es beschehen,... an die geh-imen zu Basel geschriben etc..“ also haben dieselben geheimen uns beigeschlossen copei des bäbstlichen breve und dann der artickel der pundnuss, so inen von burgermaister und rath zu Zurich zugeschickt, heut dato ubersendet(Nr. 334]. Basel wünscht Geheimhaltung.(Gleichergstalt schicken e. fl. G. wir hiebei ain copei aines bäbstlichen ablass, der in Italien offentlich ufgeslagen; und hat ain Sachs, so neulicher tagen us Italien kommen und zu Basel uber nacht gelegen, dieselben pracht mit anzaig, das er denselben ablass zu Pavia bei nacht heimlich abgerissen. und hat unser rathschreiber, der jetzo zu Basel ist*, dise copei von demselben original abgeschriben. sodann ist desselben ablass ain getruckte italianische copei us Meiland kommen, wie e. fl. G. dieselben hiebei auch ze finden habens, welche dann alhie verteutscht und samt dem babstlichen breve und den artickeln der bapstlichen pundnus getruckt seind worden, wie e. fl. G. derselben abtrück bei unserm kriegsrath finden werden... datum sontags den 29. Augusti abends zu 7 uhren a. etc. 46. S 386 1 Dieser Brief vom 23. August fehlt; vgl. Nr. 320, Anm. 5, Schluss. 2 Am 22. August; vgl. Nr. 293, Anm. 4. 3 Abschr. des Breves a. a. CO., f. 248- 249, des Bündnisses a. a. CO., f. 4 Vgl. Walthers 2. Brief vom 25. August(Nr. 327). 5 Latein. Abschr. der Ablassbulle vom 15. Juli a. a. O., f. 264 – 267, ein italien. Druck a. a. CO., f. 258; vgl. auch Nr. 327, Anm. 1.* Am 6. September(verbessert aus 4) übersandten Kurfürst, Landgraf und Kriegsrate die von Strassburg geschickten Stücke, die sie inzwischen hatten drucken lassen, an — 263. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 23 / | * N 5. 8 = 1546. Angebliche Giftsendungen des Papstes nach Deutschland. 337. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, August 29 und 30. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 256- 257. Aus. Praes. et lect. 2. September, Dank für Übersendung der Abschriften; Nachrichten über Büren. Nach— schrift: Senden Auszug aus dem letzten Brief Ulman Böcklins. Haben ihr Schreiben mit der Abschrift des Breves und des Bündnisses erhalten Nr. 334] und diese sofort dem Landgrafen gesandt Nr. 336]. Danken ihnen und Zürich. Haben nichts Neues,«dann der von Beuren mit seinem kriegs volk noch nechstverschinen mitwuch[25.] nit gar uber Rhein gewesen, wie wol er den staden innehat...“ Dat. 29. August 46. Nachschrift: Nach Schluss des Briefes erhalten sie den Brief ihres Kriegsrates vom 26. August Nr. 330], wovon sie einen Auszug geben. Datum montags den 30. Augusti zu 10 uhren vor mittag a. 46.» 338. Der Ratsausschuss von Frankfurt an die XIII. 1546, August 29 und 31. Frankfurt am Main.] Str. Ot. Arch., AA 544, f. 15— 46. Aus. Prod. Fr. 3. September; lect. 4. September.— Ben. von Collischonn, Frankfurt J. Schm. Kr., S. 53, Anm. I, S. 57. Anm. 5 und S. 60, Anm. 1 und 3. Geldmangel; Aufbruch Bürens; Scharmützel. Nachschrift: Büren an der Stadt vorbeigezogen; die hiesigen Fruppen brechen wohl auch auf. C... Das ir eur zwen andere dopele monat alberait hinuf gen Ulm verordnet, haben wir aus euerm schreiben*, uns bei zaigern zugesendet, gleichwol mit etwas beschwerung vernomen. dan nachdem ain merklich anzal kriegsvolks alher gewiesen und aber zu bezalung desselben kain gelt dan das unser verordent wirdt, hat man wol zu erachten, was darus ervolgen mag, Nürnberg und sprachen die Erwartung aus, dass Nürnberg seinem oftmaligen Erbieten« bei unser wahren religion... ir vermögen ufzusetzen) nachkommen werde. Laden es daher zu dem Tag von Ulm ein(Entw. in Marburg, Arch., Nr. 910, f. 2—3; Auszug bei v. Soden, Karl V. in Nürnberg, 8. 100-101; a. a. CO., S. 101 die Antwort Nürnbergs.)— Schon am 30. August hatten der Kurfürst von Sachsen und der Landgraf ein gedrucktes Ausschreiben an alle Stände des Bundes gesandt: Wie der Papst in früheren Jahren Mordbrenner nach Deutschland geschickt habe, solle er jetzt Gift schicken; man möge sich also vorsehen (Abdruck mit den beiden Siegeln in AA 541, f. 25; praes. Fr. 17. September; prod. Sa. «gleich hernach; ein Abdruck z. B. auch in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1022; gedr. bei Hortleder II, Buch 3, Kap. 27, S. 300-301).— Am 10. September teilte Konstanz seinem Ratsschreiber und Gesandten in Um, Ludwig Kurnstaller, mit, in Zürich habe man vor 14 Tagen eine aus Italien stammende angebliche Salzladung als mercurius sublimatus) festgestellt(Entw. in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 27, S. 525— 526). Kurnstaller erwiderte am 13. September aus Ulm:(Den mercurius sublimatus, der zu Zurch furgangen sein soll, betreffend hab ich ainem rat zu Um, den chamerraten und Micheln Hannen, der uf hut alhie ankomen, anzaigt. die alle haben abschrift darvon genomen und witer geschickt»(Or. a. a. CO., Nr. 170, S. 611; praes. 16. September).— Möglicherweise hatte Han die genannte Abschrift bereits dem Rate eingesandt, als das Ausschreiben der Fürsten am 18. September dort verlesen wurde; wenigstens wurde beschlossen,«desd besser sorg zu haben»(Ratsprot. 1546, f. 4665). 338 1 Vgl. Nr. 306. 1546. Büren bei Frankfurt. 355 wan das kriegsvolk wirdt sollen furtziehen oder sich geprauchen lassen. sonst? hat es mit beder thail kriegsvolk itzund dise gestalt: gestern nach mittag umb drei uhrn kame das geschrei, der von Beurn wer mit seinem haufen ufgeprochen, wie dan auch die reuter sich in dreien haufen nahend bei unser stat sehen liessen, deren ainer bis in 1500 stark sich zu unser landwer zu nahend, und also in dises tails läger und in unser stat ain lerman; und wurden auf die reuter hundert hackenschut zen von disem tail verordent; die haben ein zeitlang mit inen scharmutzelt, aber ainander nit schaden gethan, dan das zu beden tailn etlich, doch gar wenig personen, gefangen worden. und gieng das geschrei, das des von Beuren uberig kriegsvolk mitler weil bei Griesheim uber den Main gesetzt hette, wie man dan dise nacht umb unser wart zu Sachsenhusen viel feur gesehen. und wissen wir also noch nit, was er im sinn hab, ob er furt rucken oder sich weiter etwas an uns versuchen werde...) Dat. So. 29. August 46. Nachschrift:(Wiewol zaiger dis briefs vergangen sontags abgefertigt gewesen, so ist er doch zu rat worden lenger zu verziehen, domit er des niderlendischen kriegsvolks halben etwas gewissers bringen möchte. und hat, sich denselben... Sontag also zugetragen, das der von Beurn mit allem seinem kriegsvolk... zwischen der Hohe und unser stat heraufgerugkt, so weit das er ganz gegen unser stat in etlichen hanauischen dorfern dieselb nacht das leger gehapt. ehe er aber das leger genomen, haben die unsern mit inen fast den ganzen tag scharmut zelt; dann dieweil die unsern, gegen jenen zu vergleichen, mit raisigen der notdurft nit gefasst gewest, haben sie sich aus irem vorteil nit begeben wollen. gestern montags haben die feind angefangen furzuziehen, und dazwischen ire raisigen in etlichen haufen auf die unsern in der ordnung gehalten und stets den ganzen tag mit inen scharmut zelt. die haben uns auch unser flegklin Bonames angezundt und verprennt und sint also nit on schaden, der inen durch veldgeschutz und auch die hackenschutzen zugefugt worden, furgezogen und den weg uf Hanau genomen; ziehen also heut fur Hanau fur, vermutlich iren zug den nechsten dem kaiser zu zu suchen. derwegen wir uns versehen, es werde sich unsers tails kriegsvolk die Bergstrassen hinauf und furter durch das land zu Wirtemberg oder wohin sie des noch zu rat werden, hinnachmachen, soverr sie mangels halben der bezalung nit ursachen suchen sich zu verhindern... datum dinstags den letsten Augusti a. etc. 46.3» 2 Abschr. des Briefes von dieser Stelle ab sandten die XIII mit einem Begleitschreiben am 3. September an Basel(Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 242; die Abschr. a. a. C., f. 243-— 244). 3 Am 4. September beschloss man im Strassburger Rat, die 2 Fähnlein, die man, wohl als Bürens Heranrücken drohte, in der Wanzenau vereinigt hatte über ihre früheren Quartiere vgl. Nr. 197— nach Erstein zu verlegen, da die Wanzenauer sich beschwerten. Man teilte den Beschluss dem Domkapitel mit und blieb dabei trotz dessen Einwand,«das Erstein in kurzem inen zum zweiten mall verpronnen, des sie noch nit zalt», versprach aber für gute Zucht zu sorgen(Ratsprot. 1546, f. 448 b—449 und 450b—451). Am 25. September wurde dann im Rat«umbgefragt, ob man die zwei vendlin knecht noch lenger bhalten wolle oder inen urlaub zu geben; und erkant, sie noch ein monat bhalten; und so sich zutrug, mocht mans zum halben monat urlauben und den andern halben fur den abzug geben; und, wes liederlich, usmustren; so man acht hundert bhelt, ist gnug»(a. a. CO.. f. 482b). Über die Aufführung der Strassburger Knechte liegen Meldungen vor von dem Domdechanten und Amtmann von Erstein, Johann Christof, Grafen von Zimmern, vom 16. September(Ausf. in AA 552, f. 79; empf. Fr. 17. September; prod. Sa. 18. September) und vom Strassburger Hauptmann Daniel Suter von Mitte Oktober(Ratsprot. 1546, 23* —.=—. 356 1546. Konstanz versucht bei Strassburg Geld aufzunehmen; 339. Der Konstanzer Gesandte in Strassburg, Mattheus Molckenbur, an Bürgermeister und Rat von Konstanz. 1546, August 30. Strassburg. Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 27, Mr. 53, S. I91- I93. Or. Praes. 2. Seplember. Anbringen vor den XIII wegen einer Anleihe; Kriegsnachrichten. Nach schrift: Sendet Zeitungen. C... Minem empfangnem bevelch gmäss hab ich hut dato bi den drizmehen gehaimen räten hie zu Straspurg anpringen gethann und daruf durch hern Jacoben Sturmen und hern Mathiis Pfarhern dis ungefarlich antwort empfangen: die ammaister und drizehen sien e. W.... ganz genaigt... sovil aber das begert anlehen belangt, wellen die drizehen mir unverhalten haben, das ire herren, die rät, und si anfangs diser kriegsempörung usser bevelch irer schöpfen und des grossen rats allenthalben in und usserhalb irer statt in der nähe und wite bi sunderbaren personen umb gelt haben suchen lassen, ouch wider iren gepruch 5 per cento zu geben versprochenz; dann si bisher nit mer dann 4 vom hundert gegeben. aber sollichs ungeachtet habint si usserhalb irer statt nit mer dann 5000 gulden ufgepracht., nun habint aber si uber vorige ire grosse usgaben fur 12 doppelmonat 120000 gl. erlegt und darzu 30000 gl. der verstentnis furgesbtreckts; und uber das underhaltint si 3 fenli knecht, die si bis uf disen tag mer dann 20000 gl. costent. zudem sien si diser tagen von den cammerräten noch umb 100000 guldin der verain kurzusetzen ersucht worden, geschwigen der schweren büw, darin si jet lange jar gestanden und noch teglichs stond, die mit grossem costen erstattet werdent, das also ir vermögen gelts halber nit sie, wie man möchte achten. und wiewol irs thuns nit sie, solliche namhafte summen gelts uszulihen, sonder müsste die suchung und pitt an die rät gelangen, so besorgen doch si, f. 503 a).— Am 18. Oktober verlangt das Domkapitel die Verlegung der Knechte von Erstein, wo sie nun 6 Wochen gelegen hätten. Man bittet noch 8 Tage Geduld zu haben(a. a. CO., f. 506). Am 27. Oktober wird beschlossen, sie in die Stadt zu legen(a. a. CO., f. 528), am 30. Oktober, sie in die Wirtshäuser zu verteilen vgl. die Aufzählung bei Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 30, Anm. 2, wo aber statt:(Gaiss, Ere, Sall und Gartenfischer zu lesen ist:(Geist, Ext, Stall und Gertenfischery. Die bei Holländer sechs erstgenannten wollte man des Marktes halber freilassen— Man beschliesst aber in der genannten Sitzung zuletzt, sie nach Weihersheim zum Turm zu legen(a. a. O., f. 530- 531), worüber am 6. November eine Beschwerde des Grafen Engelhard von Leiningen eintrifft, den man dann «ein kleine zeit geduld zu haben) bittet(a. a. O., f. 545 a. 339 In Konstanz hatte man nämlich auf die Einforderung der neuen 6 Doppelmonate (vgl. Nr. 268), da«die statt kain gelt hat und man nit kann hie umbher gelt ufbringeny), sofort am 11. August Moleckenbur nach Augsburg gesandt, um ein Darlehen von 20000 Gulden zu betreiben(Konstanz, a. a. CO., Fasc. 26, 8. 458). Da ihm dort aber auf sein Anbringen am 16. August nur 5000 Gulden auf 5 Jahre ohne Zins bewilligt wurden und er, wie er hei der Rückkehr am 21. berichtete, ein Anbringen in Ulm als aussichtslos unterlassen hatte (a. a. C., Nr. 177, 8. 743- 744 und 762), so wurde er noch«gen Strassburg, ouch Basel und Bern geschickt... gelt ufzebringen)(a. a. O., Fasc. 27, S. 184). In der Ratssitzung vom 21. Juli; vgl. Nr. 223, Anm. 7. 3 Davon ist nichts bekannt. Gemeint sind die beiden Fähnlein, deren Annahme man am 23. Juni beschlossen hatte(vgl. Nr. 121, Anm. 6) und als drittes das der Handwerksgesellen; vgl. üer die Fähnlein auch Nr. 299, Anm. 2 und Nr. 338, Anm. 3. Rüstungen von Kurpfalz und Frankreich. 357 die drizehen, us erzelten ursachen und dann ouch darumb, das man nit wissen möge, was usser dem, das des von Buren kriegsvolk uber den Rhin kummen, verrer sich zutragen, es werde schwarlich zugen, das etwas erhalten werde; derhalben wollen si mir haimgestelt haben, ob ich dise beger und suchung fur den rat wolle gelangen lassen oder nit. diewil si aber uch, minen herren, für allen andern stetten disfals gern dienen wolten, so liessen die drizehen mir vertruwelichen anzaigen, das si diser tagen an ainem vertruwten ort umb ain namhafte summa gelts geworbens, hetten ouch hoffnung dieselbigen zu bekummen. so inen sollichs zugesagt, alsdann welten si bi demselbigen ort sollicitieren, ob e. W. von demselbigen gelt uf gepurliche zinsverschribung ain thail möchte gefolgen. aber vor nechstkunft ig dornstag oder fritag[September 2 oder 3] wurde inen kain ant wurt kummen mögen. und hierin welten sich die drizehen gegen e. W. sovil möglich furdersam erzaigen und irs tails gern wichen. Uf disen bericht und beschaid hab ich den herren von e. W. wegen gedankt und si gepetten, das si dise mainung irem erpieten gmäss befurderen; so es aber dahin nit kummen, alsdann welten si, die drizehen, uf min anbringen und beschehnes werben den handel an den rat pringen. so sien e. W. der gutten zuversicht, ain erbarer rat werde euer notturft hierin ermessen und euch nit gar verlassen. und was hierinnen furfalt, das wellen si e. W. bi aignem potten in euerm costen furderlichen vermelden etc.. das habent si treulich ze thun verhaissens; und sunderlich haben sich baide obernente herren gegen e. W. fraintlich angepotten, darneben ouch angezaigt, das Lindow bi inen, den drizehen, umb anlehen gesucht, aber abschlag erlangt”. euch aber fur andern zu willfaren wissten si ire herren gutwillig. also bin ich dismals ersettigt und will verrer zu Basel ansuchens. neuer zitungen halb ist gwiss, das der von Buren zu ross und fuss uber den Rin kummen; und waist man aber noch nit, wohinus er den kopf werde strecken.» Macht Mitteilungen aus dem Briefe Frankfurts vom 25. August[Nr. 329].«So versicht man sich, herzog Ulrich zu Wurtemberg werde mit sinem volk hinab rucken. der pfalzgraf ist nit, wie man verhofft hat; hat glichwol herzog Ulrichen craft ainer puntnis 400 pferd und 3 fenli fussknecht zugeschickt. der könig us Frankrich soll bis in 4000 pferd gerust haben, wann man si manen, das si uf sien. was er vorhabe, kann man nit wissen. Reckenrot ist diser tagen > Gemeint ist Basel; vgl. Nr. 335, 1. Zettel, Am 1. September bringen die XIII im Rat vor, dass Konstanz zur Begleichung seiner 12 Doppelmonate um ein Darlehen von 10000 Gulden bäte; sie berichten über ihre Antwort an Molckenbur und erklären sich dahin,«so von dem ort her, da man geworben, geholllfen werden mocht, das es zu thun und mein hern on schaden. wo nit, so seien etlich phlegereien, denen abgelost und nit also ligen lasen kundſen]. das man inen von denselben etwas uf zins geliehen. erkant: ist mein hern, den XIII, gewalt geben, dieweil es ein stat, die alweg gegen mein hern in freundschaft gestanden und woll bei dem evangelio gehalten) (Ratsprot. 1546, f. 440 – 449. 7.-Vgl: M 108; 8 Am 2. September berichtete er dann aus Basel, dass er heute hier 4000 Gulden erlangt habe; und(wo Strasburg nit verhaissung beschehen, so hett ich getruwt 6 oder 8 tusent gl. ufzupringen)(Or. in Konstanz, a. a. C., Nr. 104, S. 383- 385; praes. 5. Sept.). Am 5. September schreibt er aus Bern, dass er dort nichts erhalten habe(Or. a. a. CO., 8. 481; praes. 8. Juni[! statt Sept.). Vgl. Nr. 330, Anm. 6. | . . . 1 J z 161 ( . . 1% mn. 358 1546. Die schmalkaldischen und Bürenschen mit 40 kleppern hie durch zum landgrafen gerittento. die baid obbenannt herren haben mir anzaigt, das an hut us dem läger... inen sie zugeschriben ... gott schicks alles zum pesten. ich hab nit vil trosts vil gelts zu erheben!?, es kemmen dann underwegen ain gut geschrai uf unser siten...“ Dat. Strassburg 30. August 46. Nachschrift:(Was ich hie gedruckt gefunden und anhaimsch nit gesehen hab, schick ich e. W. hienebent zu. die zitung und grusamme ge— schicht, die zu Mechlen in Brabant furgangenis, ist nit erdicht. es sind hie lut ains globhaften nammens, die es sidert ougenschinlich gesehen und gnug— sammer befunden haben, dann es abdruckt worden...) 340. Alexander Pünder an die XIII. 1546, August 31. Speier. Str. St. Arch., AA 652, f. I7— 20. Or. Prod. Mi. 1. September.— Ben. von Collischonn, Frankfurt J. Schm. Kr., S. 58, Anm. 4 und S. 59, Anm. 2 und von Kannengiesser, Karl TV. und Büren, S. 83 und 181, Anm. 343 und 344. Hört in Worms von Bürens Aufbruch; die Unsern um Frankfurt, das sie mit Proviant versorgt; latein. Druck über Praktiken des Papstes; Fagius über den Pfalzgrafen; Verwüstungen durch Bürens Truppen; Brief Speiers. Hat ihren Brief vom 25. August*«morgens dornstags den 26.... spät empfangen.... und dieweil... e. G. leiden mögen, ich mich selbs gen Wormbs... verfügen,... des ich morgens freitags den 27. frü, unangesehen das ich am dornstag darvor ein eignen botten daselbshin abgeförtigt und under anderm doctor Hosen... geschriben, darauf er mir dise hiebi ligend schrift!... wider zugesant, gethon; und umb zehen uhren gen Wormps 1 Am 30. August war Reckenroth aber bereits im Lager(vgl. Herberger, Seb. Schertlin, 8. 167, Anm.; vgl. auch Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 94, Anm. 27). Schon am 16. August schreibt der Konstanzer Gesandte Kurnstaller aus Ulm:(Der von Reckenrot soll uf hut us Frankrich alhie ankomen; man sagt, er soll dem churfursten und landgraffen gute mer us Frankrich bringen)(Or. in Konstanz, a. a. CO., Fasc. 26, Nr. 154, 8. 575; praes. 17. August). u Im Text folgen Mitteilungen aus dem Brief Ulman Böcklins vom 26. August (Nr. 330. 1 Am 17. September bieten jedoch die XIII Konstanz von den von Basel inzwischen geliehenen 12000 Gulden[gl. Nr. 347] 4000 zu 5 Prozent an(Ausf. in Konstanz, a. a. C., Fasc. 27, Nr. 190, 8. 683— 586; praes. 22. Sept.). Konstanz übersendet darauf am 23. September mit Dank seine Verschreibung(Ausf. in AA 556, f. 90; prod. Mi. 29. Sept.). Diese Verschreibung vom 22. September liegt zerschnitten in Konstanz unter den Urkunden; Abschr. davon in Strassburg, St. Arch., Briefbuch E, f. 75. Am 16. März 1559 sandte Konstanz das Geld zurück(Ausf. in AA 2011; empf.«uf den karfritag a. 59; lectum vor ret und 21 uf den osterabend 25. Martii 59). 13 Vgl. Nr. 331, Anm. 3. 340 1 Or. a. a. CO., f. 21 und 23; ben. von Collischonn, a. a. CO., S. 48, Anm. 3 und von Kannengiesser, a. a. CO., 8. 83, 177, Anm. 323, 8. 181, Anm. 344 und 8. 186, Anm. 385: Gibt über Bürens Rheinübergang ähnliche Nachrichten wie im Frankfurter Brief vom 25. August Nr. 329); dann fährt er fort:(Und hett man erstlich mit wenig folk uf unser seiten die sachen anderst bestellen... mogen, wo die untreu nit so gross. man will sagen, das etliche obersten in Hessen etc. sich ubel gehalten[vgl. dazu auch Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 66]; gott verzeih es inen, wo dem also. ich will euch innerhalb vier tagen gewisse zeitung, wie es zugangen, zuschreiben... uf Speier zur pfrumen... heut kompt gewisse kunt= Truppen bei Frankfurt. 359 komen, mich alsbald zu dem burgermeister, her Andreas Beiern, verfügt.. und wie wol gemelte hern gar niemand kontss ihaftswis, des mich höch befremt, usgesant, hab ich doch... glich denselbigen tag einen eignen reutenden botten== gen Frankfort abgeförtigt..., daruf er mir dis volgends sontags 29.) warhafte relation zu einer uhren gethon, das der von Beuren mit allem sinem volk zu ross und fuss zu Castell samstags frü den 28. Augusti ufgeprochen und den nechsten uf Höchst, so menzisch. zuzogen; und lig gar kein volk mer hie jensit. sind geacht ut 20000 stark reuter und fussknecht, haben ein grössen tross. und sei die eigentlich sag, das sie übern Mein begeren; doch sagen etlich, das sie willens sien durch Frankfort zu begern zu ziehen, des ich zu geschehen nit achten kan. so ligen die unsern umb Frankfort; sei vil volks zu fuss und die gewiss sag, das ir ob 16000 und mer sien, darunder vil hackenschüt zen, aber nit über 1 500 Hp so der herr von Altenburg mit andern dahin pracht; und sei der mangel allein an pferden. so sei man teglichs vil volks, die zu Frankfurt ankomen sollen, von den seestetten wertig. und schicken die hern von Frankfort allen tag fünf wägen mit brot, ein wagen mit fleisch und ein wagen mit spec k ins leger vor der stat. und[sei] das gmein gschrei, das die hessischen ire bottschaft zu den chur- und fursten, samt iren mit ver w anten, wess sie sich[zu] halten, ins leger gethon; warten also wider antwort. Daneben schick e. G. ich hiebi disen eerlichen lateinischen gedruckten handel, wess der ellend bapst samt den seinen prackticiert?, so mir zu Wormbs durch doctor Hosen... uf widerant wortung zugestelt... desglichen hat duch gemelter Hoss mir dis biligend coppischrift, so ime durch den sach— sischen canzler für neue zeitung zukomen, minem begeren nach zugestelts. so hab ich ouch nit underlassen kinden, diewil vil seltzamer reden... des pfalzgrafen halb alhie usgangen, als ob ir churfl. G. vom evangelio abtrinnig worden etc.,... Paulo Fagio... sollichs bi eigner bottschaft zuzeschriben, und sin widerant wort[Nr. 331], wie e. G. hiebi zu sehen, empfangen, in willens bi diesem tag zu ime ze reiten und was neus zu erfaren. Es füren ouch die keiserischen oder schwarzen reuter rötte und die lantgrevischen geele binden. sollen die Spanier Hochheim, ein dorf gegen Menz über, ist des bischofs, geplindert haben. und die sag, das bi den feinden zimlich mangel der prophiand halb sin soll und das brot gar clein. und als sie verschinens obgemeltz samstags 28. ufgeprochen, haben sie ein dorf ungefärlich ein halb meil wegs vom leger, genant Sulzbach, ist frankfortisch, schaft, das die feind bei Russelsheim die ganz nacht mit prand und feuer allen mutwillen getriben haben... so hat sich Ingolstatt ergeben, und die sag, der her landgraff ziehe uf Rkegenspurg). Bei dem von Collischonn, a. a. CO., S. 44, Anm. 4 angegebenen Brief von Dr. Heiss an Sturm vom 16. August liegt eine Verwechslung mit demjenigen Knebels an Sturm vor(Vr. 301). 2 Nicht vorhanden; vermutlich ein Druck des päpstlichen Breves vom 3. Juli. 3 A. a. CO., f. 22; es ist ein Bericht aus dem Lager zu« Weiringen»(= Weichering) vom August: Man wollte dem Kaiser, der bei Landshut lag, den Kopf bieten; da er aber vor 2 Tagen wieder nach Regensburg gerückt ist, muss man über die Donau,«wie dan. heut dato geschehen wirdet[vgl. Nr. 309]; der almechtig verleih sein gnad, das des bapst und seins anhangs wieten und tyrannei moge widerstanden werden; dan das die religion und unser vatterland durch den Keiser gemeint, findt man aus dem bapstlichen schreiben, den dreizehen ortern in Schweiz gethan(vgl. Nr. 249, Anm. 2], in welchem alle pratick bisher geubt offenbar werden.) | | | IM / 1 | PT 360 1546. Schmalkaldische Gesandtschaft nach Lyon. zum theil wöllen sagen Diedenpach[Diedenbergen], ist halb hessisch und noch einer herschaft, gar verbrant, als das man das feur zu Wormbs gesehen... Hat den Bürgermeister gefragt,«ob sie... e. G. nit wider zuschriben wölten; damit ich disen bottenlon zu ersparen vermeint. sagt er nit von noüten sin; wa aber e. G. ich schriben wolt, wölten sie mir daneben ein sehrift... zustellen, wie e. G. hiebi zu sehen... hoff in wenig tagen bottschaft des obgemelten komenden volks[von Rossems] halb von Wormbs zu haben...» Dat. Speier 31. August 46.5 341. Die Kammerräte in Um an den Rat. 1546, August 31. Ulm.] Str. St. Arch., AA 549, /f. 56. Ausf. Au/ der Anschrift.«Cito, eito». Prod. Do. 2. September. Werden morgen einen Gesandten nach Lyon senden; schicken dessen Vollmacht zur Besiegelung. Haben um«ain namhafte anzal gelts... ufzupringen,... ain vertraute person von hieaus gen Lyon in Frankreich zu dem hern Cleeberger etc. abge— vertigt, welche morgen frue wills got von hinnen verraisen... wirt. und aber von nöten dieselb person mit gnugsamem gwalt in diser sachen zu versehen, wie auch allgeraid solcher gwalt in latinischer und deutscher sprach hienebeni zu furderung der sachen allerdings gevertigt und bis an euch versigeltz. so biten wir euch freundlich, ir wöllen dieselben euers teils auch unverlengt ververtigen und volgends eilends bei aigner post der abgsandten person gen Lyon zum hern Cleeberger wolverwart uberschicken, daneben auch, wie wir euch hie vor gschriben, bei euern zugewandten, so ir zu Lyon hapt, verordnung thun, sich.. gegen ime, dem gsandten,... wilfärig zu erzaigen... Dat. 31. August 46. 4 Es ist das Schreiben Speiers vom 30. August in Nr. 329, Anm. 4. > Dieser Brief, der von Fagius vom 26. August(Nr. 331) sowie der Speiers vom 30. wurden am 1. September im Rat verlesen:(Erkant dabei bleiben zu lassen»(Rats prot. 1546, f. 440). 341* Ahschr. a. a. C., f. 0— 2(deutsch) und f. 53— 55 lateinisch). In der Vollmacht vom 26. August wird dem Ulmer Bürger Georg Weickmann[vgl. auch Nr. 297, Anm. 1] von Sachsen, Hessen, Württemberg und den oberländischen Städten ausser Frankfurt Gewalt gegeben, besonders in Frankreich Geld zu möglichst niedrigem Zinsfuss aufzubringen. Sie ist erw. bei Baumgarten, J. Gesch. d. Schm. Kr., 8. 55 und bei Mentz, Joh. Friedr., 1,3, 8. 34, Anm. 1.— Frankfurt ist an der Vollmacht nicht beteiligt, weil ihm von Sachsen, Hessen und den 4 Kriegsräten Wilhelm von Masenbach, Ulman Böcklin, Mattheus Langenmantel und Sebastian Besserer ebenfalls zu dieser Zeit Vollmacht erteilt wurde, im Namen des Bundes bis zu 400000 Gulden aufzubringen(Ausf. mit den 6 Siegeln der Aussteller in Frankfurt, Arch., Reichssachen-Urkunden;(lectum ultima Augusti 15469. ? Sie war vorher von den Kammerräten zur Besiegelung an den Kurfürsten von Sachsen, den Landgrafen, die Kriegsräte, Augsburg und an Herzog Ulrich geschickt worden (Der Briefwechsel darüber in Weimar, Arch.. Reg. J, pag. 165, H, Nr. 2 und in Stuttgart, Arch., Büschel 29, Nr. 242). * Aber noch am 4. bzw. am 7. Oktober meldet Weickmann aus Lyon den Kammerräten:« Die Strasshurger kaufleut haben von iren hern noch kain bevelch, in iren namen tur unser puntnus gelt ufaunemeny)(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 84 bzw. 9h). 1546. Evangelische Prediger für die eroberten Gebiete. 361 Bürgermeister und Rat von Augsburg an den Ratz. 1546, September 1. Augsburg.] Str. St. Arch., Thom. Arch. 41. Ausf. Prod. Mo. 13. September. Bitten um Prediger für die eroberten Gebiete. «... Dieweil der almechtig gott durch seine und unsere feinde w underharlic n geursacht, das etlich vil der genannten geistlichen pfarrn und unterthonen in der christ enlichen... stende und stett gewalt kummen sind, 80 will auch die notdurft erfordern, die kirchensorg vor allen dingen zu tragen und... darob ze sein, damit das reich gottis gemeret werde; und uns aber an darzu gehörigen personen von lere und leben vil manglet, so bitten wir euch..., ir wöllend... uns und gemainem christlichen werk zu gutem... mit etlichen erberen gelerten predicanten zu staten kummen und uns, sovil deren entragen mögend, furderlich auf unsern costen und in gemainer * lichen stende besoldung hiehere verordnen..., dieselb in unser statt oder auf dem land nach ains jeden gaben haben zu gebrauchen, und uns hiemit freundlich zuschreiben, wes wir uns deshalb bei euch getrösten sollen... Dat. 1. September 15462. 343. Johann Sturm an den sächsischen Vicekanzler Franz Burkhardt. 1546], September 2. Lyon. Weimar, Arch., Reg., pag. 167, H, Mr. 3. Or. Ben. von Ch. Schmidt, Jean Sturm, S. 65— hz, erw. von Mente, Joh. Friedr., I, 3, S. 34, Anm. I. Der König erlaubt den Ständen Geld aufzunehmen; wegen der Hilfe und der Kaiser wahl will er sich bedenken; Verhandlung mit Strozzi wegen einer Anleihe; Ankunft in Lyon; niemand von den Ständen da; Kleberger krank; der Kanzler gegen eine neue Gesandtschaft; Brief des französischen Gesandten in Rom; Dau— phin, Strozzi, die Herzogin von Estampes und Longueval raten zum Anschluss an die Stände; der König abwartend. Sl alutem] pllurimam]. vigesima sexta Augusti in aulam veni, postero die regem sum allocutus. exposui mandata, quamobrem missus essem; nosti ipse 342 1 Ebenso an Basel, Zürich und Konstanz; vgl. Roth, Augsburgs Reform. Gesch. III, 396- 397. ? Am 15, September berichtet Kniebis im Rat:„(Nachdem... von denen von Augspurg umb einen predicanten geschriben, haben si mit einem, hern Blesy genant Pantaleon hlasius] zun allen heiligen, geredt, soll aber zu zeiten daz podagra haben; sonst auch mit dem Kegell Leonhard Kegel; vgl. Handschriftenproben II, Tafel 64 B, Zeile 12] gehandelt, der sich erpotten ein zeit lang, doch daz er nit verhafft sei. haben sonst noch einen, her Hans Schneid; vgl. Roth, a. a. CO., 8. 545- 546 und Handschriftenproben II, Tafel 65] von Augspurg, furgeschlagen. erkant: denen von Augspurg schreiben, wie mein hern alhie[an] predicanten mangel und darzu der Pfalz und den von Ravenspurg vor auch gelihen hetten vgl. dazu Nr. 85 und 285, Anm. IJ. wollten aber gern mit etlichen handlen. und so si jemand vermechten, inen denselben zuschicken, so ehest es sein mog. und soll man iren potten jetzo mit disem briefflin lassen hinziehen)(Ratsprot. 16546, f. 4662). Am 22. September«zeigt hſer] Kniebs an, das her] Lienhart Kelgell] l, hler] Blasius zu allen heiligen und her] Johan Schneid, Augspurger, begeben, sich im dienst des hern im stift Augspurg pruchen zu lassen. so habe doctor] Hedio 2 jungen zu den Wilhelmern zu dienen verordnet. wo nun mein hern ein wegelin darzu leihen, werden sie sich heruf thun. erkant: zwen hinus schicken; doch mit denselben und den jungen noch ein tag vierzehen verziehen(a. a. CO., f. 76 b— 4777. Dann wird aber das Vorrücken des Kaisers die Sendung überflüssig gemacht hahen. * i—————— ma m.— 362 1546. Bericht Johann Sturms über seine napita. benigne auditus ab eo sum, et respondit ipse benigne. ut nostri status pecuniam corrogent, respondit se velle permittere; tantummodo scire se velle a quibus negociatoribus, ut ne alii, qui pro caesare et pontifice praehensant, sese insinuent. ipse etiam eam pecuniam, quam debebat persolvere mense Augusto, nondum velle, ut ne in aliorum manus perveniat. de op ferendar respondit rem magnam esse; nostros non offerre conditiones aspernendas. sed plumbeo, ut dicebat, oportere pede incedere; idcirco velle se deliberare. sedens in sede remotis caeteris in eo cubiculo, in quo tum fuit, Chevallisz haec respondit. post quam assurrexit, dixit pontificem velle concilium Tridentinum alio transferre in Italiam3; se expectare, dum illud instituat, et statim revocaturum suos legabßos, quos in eo concilio habet. simulac ista dixit, transiit ad cancellarium4, cum quo pridie eius diei egeram, et ad Baiardum ac Lobespinums, qui in eodem erant conclavi, iisque communicavit, quid attulissem, ut mihi postea dixit cancellarius, cuius consilium in omnibus sum secutus. sed cum rex de altero illo capite vellet deliberare, quod est de ope danda, ut cancellarius ommodiorem haberet causam agendi cum rege et eum adhortandi, petii, ut ipsius regis permissu mihi liceret omnia prolixius cancellario exponere, quae ei breviter commemorassem; id conesssit et cancellario iniunxit, ut mecum communicaret. Acta ista sunt 27.“ Augusti Chevallis, quod castellum abest a Molino Moulins] tribus miliaribus, et acta sunt ante prandium. habito vero ho sermone cancellarius ad vicinam quandam arcem Broelam? abiit pransum, quem sum subsecutus. is mihi dixit regem omnia intellexisse et memoria tenere, quae ei exposuissem; gaudere et excitatum esse; sibi iniunxisse, ut omnia ei latius et., et quamquam sciret, tamen ut omnia capita annotarem, breviter etiam adderem ea argumenta, quibus rex excitari possit. id feci et insequenti die ad ipsum Molino attuli ad eandem arcem, in qua diversabatur, et cum ipso sum profectus ad regem, cui ex eodem scripto recitavit omnia. et rex habito consilio cum cancellario et Baiardo respondit se permittere, ut pecuniam nostri ordines Lugduni et in Gallia colligant; Sed ego Lugdunum proficiscerer, ut cognoscerem, qui futuri sint negociatores creditores. se curaturum, ut nihil impeédimenti obiiciatur; oportere enim particularem esse promissionem, non universalem, proſpſter alios etc.. de altera vero parte, quae est de ope et caesare nooo creandos etc., rem esse 343 zu diesem(wohl nur mündlichen) Auftrag Sturms vgl. Nr. 270, Anm. 2. Che vagnes in Bourbon; vgl. State papers XI, S. 279 und 285, Anm. 3 Über die Absicht des Papstes, das Konzil zu verlegen, vgl. Nuntiaturber. IX. Nr. 54, S. 169- 170 und Nr. 57, S. 179- 182. 9glivier; vgl. Nr. 68, Anm. 7. s Über Bayard vgl. Pol. Korr. III, Register, S. 730, 1 8p; über de Laubespine Nr. 25, Anm. 7. ẽ Verbessert aus:(265. Schloss Breuil im Departement Allier; vgl. Catalogue des actes de Francois J., VIII, 8. 551. s Das in Kursivdruck Gesetzte in Geheimschrift, aufgelöst nach der ccifra, quam habet Sturmius in Gallia»(Str. St. Arch., Thom. Arch. 57, 2; Abschr. des 18. Jahrhunderts nach der früher in Str. St. Arch., G. U. P. 4, Nr. 2 liegenden, heute nicht mehr vorhan— denen Urschrift der Ccifra).— Johann Sturm sollte also wohl auf die versteckte französische Anregung(vgl. Nr. 263, Anm. 11) hin für die Hilfeleistung Frankreichs die Wahl eines neuen Kaisers anbieten. —— SS Verhandlungen in Frankreich. 363 neque aspernandam neque temere reiiciendam; velle se deliberare. ut, igitur Lugduno rediens ad ipsum in Burgundiam veniam; tum velle se mibi respondere, quod nostris ordinibus referam. Nondum tum delphinum conveneram ne ad eum potui accedere clam, et palam non oportuit, et tamen est praehensandus. itaque ad hun secrete misi, ut, quoniam ad eum propter loci angustiam accedere non possem, ad me mitteret Petrum Strozamè, per quem eum docerem de omnibus, quae cum rege egissem. is Petrus Stroza affinis delphini est ei valde carus, vir bonus, candidus et amicus nostrae religionis. huic omnia commemoravi, is delphino, qui valde incitatus est et omnem promittit operam et cum rege acturus est, ut ne han occasionem spernat. quantum ad regem attinet, cancellarius ait eum habere aculeos!®, ut Galli loquuntur, in capite et valde inclinare in hanc partem, ut aliquid pro nobis audeat; permittendum esse ipsum ad aliquot dies suis cogitationihus et posten impellendum. et bene sperat ipse cancellarius. quantum ad cancellarii illam rationem attinet de pecunia clam zuppeditanda, ut ex me audivistis, nondum potuit obtinere et iam putat expectandum esse, donec rex respondeat, an aliquam opem et cuiusmodi nostris ordinibus velit ferre iis, quas attuli, conditionibus. sed ego cum Petro Stroza aliud coepi consilium. rex huic debet octuaginta milia oronatorum. is vult nostris eam pecuniam mutuo dare absque usurau et regi acceptum ferre, si velit persolvere, et ad nostrum exercitum palam proficisci et pro— fiteri se caesaris inimicum. egit ea de re cum delphino et acturi sunt ea de re cum rege et ut ipse rex aliquam summam addat; et hac ratione putant posse clam suppeditari. verum magis cogitant regem excitare ad manifestam opem at que societatem. Nudius tertius trigesima prima ex aula profectus sum et heri huc Lugdunum veni. neminem hic reperi eorum, qui a nostris principibus mitti debebant. Clebergus ita aegrotat, ut nullus ad ipsum sit aditus et eas literas non legerit, quae ex Ulma ad ipsum missae sunt!?; sed tamen incipit febris vemitVgl. über ihn Baumgarten, J. Gesch. d. Schm. Kr., 8. 56- 58 und Zeller, La röunion de Metz à la France I, S. 93-965. 10 aculeus) entspricht nach Du Cange, Gloss. med. et inf. latinit. J, S. 65, 3 Sp. «aiguillon» und wird häufig in übertragenem Sinne gebraucht. 1(absque usura) ist Zusatz am Rande. 12 Gemeint sind die Briefe der Kammerräte an Kleberger vom 12. und 19. August; zum ersteren vgl. Nr. 283, Anm. 2. Der Brief vom 19. August hat die gleiche Einleitung wie der vom 12.; sie betonen danach nochmals, dass ein Vorrat an Geld nötig sei, und verweisen auf die Sendung von Johann Sturm. Werden Georg Weickmann in 8 bis 10 Tagen zu ihm abfertigen. Da den Ständen seine(gutherzigkait und annaigung zum hailigen evangelio und unser wahren angenommen christenlichen religion neben der liebe zu der teutschen nacion als euerm aigen und angepornen vatterland dermassen bewisst), so rechnen sie bestimmt darauf, dass er möglichst schnell bis zu einer Million Gold zu einem gebühr lichen Zinsfuss aufbringen werde und zwar«uf das stillest und unvermerktest, damit das gelt durch den gegenthail mit listen nit abgepracticiert werd, noch ime zu nachtail der teutschen nacion zu handen komm). Möge das Geld bis zur Ankunft Weickmanns in Verwahrung behalten, der ihm eine besiegelte Vollmacht[vgl. Nr. 341, Anm. 1] zeigen und weiteren Bescheid bringen werde.«Und nachdem wir vernemen, das jetzo von... kön. Mt. in Frankreich ain nambliche summa gelts erlegt werden soll, bitten wir... ir wöllen nach demselben und was ir sonst weiter allenthalben zur hand bringen mögen, trachten, darinnen gar kain mueh, arbait noch costen sparen und zu demselben, wer euch fur taugen-m lich ansicht(jedoch so still und haimlich es immer beschehen mag) in unserm costen. — | mn,—— mann. m Kö. 366 1546. Bericht Johann Sturms über seine tere. ratio vero mensariorum ita se hic habet: quoniam rex differt persolvere eam pecuniam, quam debet negociatoribus, dilata etiam est mensariorum ratio usque ad vigesimam octavam huius mensis Septembris. negociatores Itali ante sex hebdomadas pontifici conflarunt usque ad centena milia coronato— rum; idem adhuc praehensant et observant finem Septembris. efficite, ut ex nostris unus atque alter veniat peritus rei pecuniariae et totius huius rationis, et me facite primo quoque tempore certiorem, quid mihi sit faciendum. cancellarius suadet, ut hinc non discedam, ant equam aliquid certi de hac re habeam; quodsi rex me velit aut velit nobiscum aliquam societatem, velle se mihi quam primum significare. sed ad pecuniariam rationem pertinet nihil Italos mercatores resciscere; itaque omnia per paucos agere oportet et secretissime. et quanquam ante tempus agere non oportet propter Italos, tamen constituendum est, per quos negociatores velitis agere, ut ego regem certiorem faciam, et si fortasse 6 lebergus ex hoc morbo non convalescat, quo negociatore praec ipuo uti velitis; nam laborat extreme. maximopere conduceret, ut proximo quoque nuncio mihi scriberetur, quousque progressi estis; ita enim occasionem haberem maiorem regem excitandi. cupidissimus enim harum rerum est, et ad eum vanissima saepenumero adferuntur. Cancellarius vult, ut legationem nullam aliam mittatis, antequam rex aliquid constituerit., nam antequam aliquid constituerit, omnino secreto agendum est. rex aliquid animo volvit; quid sit, nescio. cancellarius inter loquendum dixit: brevi videbitis aliquid magni. hic etiam secreto vexilla fiunt 16. de rege Angliae dixit, nihil hunc aliud captare quam aliquid magnae occasionis contra caesarem, ita ut videatur expectare huius regis volunt atem. si rex volet et si magna legatio aliqua mittetur, bonum est doctorem Chelium adiungi propter amicos, quos hie in aula habet; et t. D. noscit eius industriam. mittam cras ad cancellarium et scribam nostros negociatores nondum adesse; nam putat adesse, ut etiam ipse putabamis; ut sciam, quid suadeat, an ut redeam ad regem. me aut hic invenietis aut in aula, nisi ante tempus rex me proficisci velit. sed mihi nostrorum principum sententiam perscribe. si aliquid novi mandati mittetur, oportebit etiam principum additam manum esse. si non satis pecuniae esset apud mensarios, solicitandus esset rex, ut eam, quam debet, persolveret et ut in manus eorum perveniret, qui velint nostris statibus credere. placet id etiam cancellario, sed nondum scivit, quae esset regis voluntas. mihi, ut ante scripsi, rex dixit se iccirco differre, geprauchen... und ob schon die kön. Mt. in Frankreich solche ufgeprachte summa gelts heraus zu wenden... nit vergonnen sollt,... so soll doch dasselbig gelt nichtzit dester weniger in euer verwarung, sicherhait und gw yaltsame bleiben und deshalben durch Jörgen Weic man mit euerm vernunftigen rath und gutbedunken weiter gehandelt, wie sollich gelt uf andere weg verwendt werd, dardurch es’allain dem gegenthail nit zu gutem komm und ime allerlai eintrags gemacht werd...(Entw. in Stuttgart, Arch., Büschel 84).— Der Brief traf am 27. August i in Lyon ein, wie Stephan de la Forge, der Stiefsohn Klebergers (vgl. Ehrenberg, Hans Kleberg, S. 20), am 29. August nach Konstanz, welches den Brief besorgt hatte, meldete(Or. in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 26, Nr. 134, S. 475).— Die Sendung Weickmanns unterstützten Kurfürst, Landgraf und die Kriegsräte noch durch eine unmittelbare Bitte an König Franz um Genehmigung von Anleihen in Frankreich (Schreiben vom 6. September aus dem Lager bei Neuburg; verbess. Reinschr. in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 169, H, Nr. 4). 13 hic... fiunt) ist Zusatz am Rande. 14 ut... putabam) ist Zusatz am Rande. ———— NENNT mn, mm— Verhandlungen in Frankreich. 365 ut ne in alienas manus[perveniret]; nam ait caesarem etiam undique conquirere et instituisse in Galliis. Legatus regisis Roma scripsit pontificem cupere ex ipso scire, quomodo rex interprelteſtur hane suam opem, quam caesari dat. se, legatum, respondisse ignorare se et consuluisse, ut ad suum legatum seribat, qui cum rege est!s; hun per ocacsionem posse cognoscere. item ipsum pontificem et caesarem*” proposuisse, ut si caesar nihil efficiat contra nostros aut si aliquid patiatur caesar, ipse pontifex elaborat I, quo rex se coniungat et ferat auxilium. item Romanos modicum spei habere, propterea quod secus se principia huius belli habeant, quam sperarint. cdesar etiam novis incepit gonditionibus cum rege agere, verum hic omnes luisonα σοάσοσ is, inprimis cancellariusis. Alexander Vitellius mortuus est in exercitu caesaris: sed vos istud melius quam nos hie. Delphino principes nostros scribere oportet et ei gratias agere propter eam quam habet erga nostros ordines voluntatem; item Petro Strozae, et ut ipsum ad se vocent; aut si nolint ista per] literas explicare, saltem credentiales mittant et ego is referam reliqua. item cancellario, ut videant me no— stros non celare hoc eorum studium. omnes hi una cum Stampensi et Longivaliols autores regi esse volunt, ut nostris se coniungat. quod autem rex hoc tempore cunctatur nec adhuc diserte respondit, ausas ipsi coniicitis; et homines ant equam in huiusmodi rebus aliquid constituant, solent obser vare kortunae inclinationem, id quod non dissimulavi apud regem, cum eum adhortarer; sed urgebo, ut respondeat. verum male accidit, ut ita Clebergus aegrotat. Rogo te, domine, ut cures, quo mihi quam primum per hunc? et quam celerrime respondeatur. commendo me et tibi et... principibus nostris deumque rogo, ut felices vos et fortunatos at que prosperos conservet. datum Lugduni 2. Septembris.) 344. Johann Sturm an Jakoh Sturm. 1546, September 2. Lyon. Str. St. Arch., Thom. Arch., Universität 5, Abschr. des 18. Jahrhunderts. bittet um Weiterbeförderung seines Briefes an Burkhardt; Nachrichten vom kranzösischen Hofe; Kleberger krank. Sl alutem] p(lurimam]. mitto tibi, domine, ea quae vicecancellario scribo [Nr. 343]. post quam legeris, consigna literas aliquo signo, quo voles. curandum est, ut mihi quam primum respondeatur. res enim loco non malo est: 15 Charles Guillard, sieur du Mortier; vgl. über ihn Nuntiaturber. IX, Register, 8. 718, 2 Sp.; der im Text erwähnte Bericht ist dort nicht wiedergegeben. 16 Girolamo Dandino, Bischof von Imola. 17(ipsum... caesarem) ist Zusatz am Rande. 1 In Geheimschrift; vgl. Anm. 8. 1 Anne d' Estampes und Longueval; vgl. über sie Pol. Korr. III, Register, S. 739, 1. Sp. bzw. 755, 2. Sp. 20 Gemeint ist der Strassburger Bürger und Buchdrucker Kraft Müller, wie aus dem Schreiben der XIII an Kurfürst, Landgraf und die Kriegsräte vom 7. September(Nr. 350) hervorgeht. Über Müller(seine latinisiérte Namensform ist Crato Mylius) vgl. Handschriftenproben II, Tafel 101. m——-= M m. 366 1546. Bericht über die Kampfe vor Ingolstadt nam si homines videantur tempus et fortunam respicere, delphainus, cancellcrius, Stam pensis, Longicalius! omnes cogitant caesarem impellere. Ingoldorum negotium, de quo senatus mihi literas*, explicavi; expecto in singulas horas literas patentes a cancellario. valde incommode accidit, quod nulli venerunt, qui istic cum Clebergo agerent, et incommodius, quod Clebergus male habet et tam gravi morbo. mihi nulla suppetit pecunia reliqua propter postas factas. idcirco curate, ut statim summittaturz. bene vale, patrone observande. Lugduni secunda Septembris.) 345. Uman Böcklin an die XIII. 1546, September 2. Feldlager vor Ingolstadt. Str. St. Arch., AA 551, f. 10—12. Or. Prod. Sa. II. September, lect. Sa. II. September. Der Anhang Hans ben. und z. T. gedr. von Müller, Nördlingen. Schm. Kr., S. 67, Anm. JI. Scharmützel am 29. August; Geschützkampt gestern und heute; der Kaiser will sich vor Ankunft der Niederländer nicht schlagen; Nachschrift: Bittet um ein Pferd. Anhang Michael Hans, Pforzheim, September 10: Weitermarsch der protestantischen Truppen von Frankfurt weg; Meuterei. C... Uwer schriben, des tato stott den 29. Augl usti*, hab ich donstag den 2. Sepdemer am morgen umb 6 uren im veltleger vor Ingelstatt entpfangen. und wer wol wilich alle zitt, was gehandelt, zu schriben, aber us vile der gescheft und ursachen mins nesten schriben Nr. 330] wil es under— wilen verzüg haben. und was dan uwer schriben verer inhalt, wil ich miglich fliss ankeren und nochkomen etc.. uf das nestmols mins schriben, des tato stott Nassenvels, sind wir des andern tags August 27] mit beiden legern ufgewesen und uf ein mil neher uf Ingelstatt gezogen, do dan der keiser mit sim krſijſegsvolk in der statt und dovor glegen hat und noch litt. sind doselbst 1 tag still glegen, haben uns beroten, was wol virzunemen sin; und ist bi uns im krſijſegsrott beschlossen, das solen etlich... die weg und leger besehen, ob wir mechten mit dem keiser zu schlagen komen. und ward dozu verordet Christoffel von Steinbürg!, Adam Drott, der von Heideck, Wilhelm von Massenbach, Bastian Schertle und ich von uwer wegen etc.. und sind uns 500 hockenschütz und 400 pferd zu solchem zu besehen zugeordet und durch ein holz uf Ingolstatt zu gezogen. als wir durch das holz komen bi einem grossen dorfe, ist dasselbig vol Spangner gelegen. sobald wir das gewar worden, hat her Bastian Schertle mit samt den 500 hockenschuzen in das torf gefalen, und wir zu ross haben vor dem dorf iber ein grosse matt renen miesen; haben sie iber 150 schritt nit zu uns zu schiessen gehebt, das sie mit 344 1 Das in Kurssrdruck Gesetzte in Geheimschrift; vgl. dazu Nr. 343, Anm. 8. 2 Noch am Mo., den 6. September, stellte der Rat für Johann Sturm« mit samt etlichen mitreitenden vom adel», die ins Lager der Protestanten reiten wollen, einen Empfehlungsbrief aus(Entw. in AA 552, f. 72) und bat am 7. September den französischen Gesandten in der Schweiz, Morelet, in Basel um Weiterbeförderung dieses und anderer Briefe an Sturm nach Lyon(Entw. in AA 549, f. 70).— Bei den cmitreitenden vom adel) ist wohl an Strozzi gedacht, über dessen Absicht, Johann Sturm zu begleiten, der Rat durch Kraft Müller (vgl. Nr. 350) unterrichtet worden sein wird. 345 1 Der Feldmarschall des Kurfürsten von Sachsen; vgl. v. Druffel, Viglius, S. 87, Anm. 63. 2 Gerolfing w. von Ingolstadt; vgl. Herberger, Seb. Schertlin, S. 167. vom 29. August bis zum 2. September. 367 grossem ernst gethon, aber das mol iber 2 gil nit erschossen. wie wir aber vir das dorf komen, haben wir noch ein gutt anzal zu fuss und ross androffen. mit denen wir mit unsern firbichsen, so uf 200 zu ross geachtet, druf gehouwen und sie am ersten zuruck geschossen. do sie nun gesehen, das wir nit sterker weren, haben sie sich uf uns wider gewendt, haben uns wider zuruck gedriben. wir haben aber die andern 200 pferd zuruck gehebt, die inen nit bewist; die Selben 200 pferd haben sich uf uns gewendt und haben sie wider zuruckgeschossen; das gerapel hat nun uf 11 stonden gewert, also das wir nit volkomen unsern befelch megen usriechten... als nun.. sie vast gesterkt wurden, haben wir unsern abzug uf das leger genomens. und wiewol uns etlich knecht verletzt und gil geschossen, sind doch der unsern gar wenig bliben; wir haben irer aber uf 150 erstochen und erschossen, dorunder etlich in sameten recken, deren wir ouch 2 lebendig mitbrocht ins leger. und ist dis uf sondag vergangen August 29] geschen. also sind wir uf nest mittwoch September 1B us obgemeltem leger vor tag verzogen, haben die gezelt, wegen und dross alls hinder uns glossen und sind mit unserm Eriegsvolk uf Ingolstatt gezogen und ungevorlich am morgen umb 7 uren uf ein klein halb mil vor Ingelstatt mit unserm volk in schlachtordnungen samt unserm geschitz gehalten. haben die keiserischen ein schanz ufgeworfen gehebt und sind gegen uns in drefflicher grosser breiten ordnungen gezogen, also das wir nit anderst geachtet, er wolt us sim vortel ziehen und mit uns schlagen. und haben wir von stunden an unser gross geschüz uf sie abgon lossen, haben sie zuruck geschossen, das wir unser gross geschü-z zum driten mol meher zu inen fieren miessen. also haben wir denselben tag von 7 an bis oben noch vir Später wollte man in Strassburg wissen, dass Ulman Böcklins Gaul bei diesem Scharmützel nicht vorwärts zu bringen gewesen sei, ebensowenig ein anderer, den ihm Schertlin dann zur Verfügung stellte, worüber offenbar spöttische Reden umliefen. Uman verwahrte sich eifrig dagegen, dass er sich«anders gehalten dan anders) erlich und redlich, wie einem erenman vom adel gepurt»(Ratsprot. 1547, f. 623); es kam zu langen Verhandlungen vor dem Rat(a. a. O., f. 316, 623, 625 ff., 670, 686a. 688 P— 689; Ratsprot. 1548, f. 27 b-— 28, 30b- 31, 39 b- 41, 49b- 51 und 74 76). Diese Reden wurden wahrscheinlich von Ulmans Dienern, mit denen er sich grösstenteils schlecht gestanden zu haben scheint, verbreitet. Denn als er die Zahlung seines Gehalts für den fünften Monat verlangte(vgl. darüber seinen Brief vom 18. Oktober, Nr. 415 und a. a. O., Anm. 3) und man die Diener über seine Ausgaben und Einnahmen verhörte, gaben sie auch an:(Es sol oüch her Uman uf kein scharmützel nit komen sin, oüch die Knecht uf keinen gelossen. und wen er hat wellen riten, haben allwegen iren zwen im uf das pferd helfen müssen, wan er schon den küris nicht geführt hat. es sol oüch der von Frene sellig[der in der Nacht vom 16. auf den 17. September erschlagen wurde; vgl. Nr. 366] den Wigel[Schmidt] gefragt haben, ob er uf her Ulman warte. do er gesagt: jo, do sagt er mit eim swür, der chürflürst] het sich heren lossen, die von Strasbürg hetten wol ein anderen kriegsrat ge— Schickt dan den)(Aufzeichnung von Mathis Pfarrer in AA 550. f. 144). * Es waren Aurelio Ruffino und Bartolomeo dal Monte; vgl. dazu Nuntiaturber. IX, 8. 219 und 234, Anm. I. Über das im Text beschriebene Treffen vgl. auch den Brief Schertlins an die XIII von Augsburg vom 30. August(gedr. von Herberger, a. a. O., 8. 166—– 170 und den Bericht des venetianischen Gesandten vom selben Tage in Venet. Dep. I, 8. 657— 658, Nr. 216. 5 Die übrigen Berichte stimmen dagegen darin überein, dass der Anmarsch der Pro— testanten und die erste Kanonade schon am Dienstag, den 31. August, stattfand; vgl. Schertlins Brief an die XIII von Augsburg vom 31. August bei Herberger, a. a. O., S8. 170-172, Verallos Bericht vom gleichen Tage in Nuntiaturber. IX, Nr. 70, 8. 216- 2 Y. Druffel, Viglius, 8. 58 und Schweizer, Donaufeldzug, S. 126- 129. —— w 368 1566. Marsch der hessischen Truppen von Frankfurt nach Süden. uren heftig gegen einander geschossen, so vil es eim jeder pordigens zu thun miglich gewesen mit dem groben geschitz. es hat aber, gott sig lob, uns kleinen schaden gethon. uf solchs haben wir noch unsern zelten und wagen geschickt und das leger zuruck uns schlagen lossen. uf hit donstag sind wir wider glicher gestalt nus gezogen und abermals wie gestern uf 6 stonden gegen nander im geschitz gestanden. heten geachtet, der keiser solt mit uns geschlagen haben; aber er ligt in eim guten vortel, do er nit bald uszubringen. wir haben aber disen tag iber 20 guter gil verloren; was von liten bliben, weiss ich nit. was ouch unser geschitz vir schaden gethon?, hab ich in ill mins schriben noch nit vermerkt; hoffe aber, es wordt ouch nit vil sin. und diewil nit zu vermuten, das der keiser mit uns schlagen werdt, diewil er den niderlendischen huffen noch nit bi im hat, so haben wir wol red gehebt, ob (wir) demselben abgebrochen mecht werden; dan der keiser vil, wie wol zu achten, drost het. was drus werden, würt die zitt geben; gott wols zum besten fiegen. datum dornstag den 2. Sepdemer gegen oben umb 5 uren in unserm veltleger vor Ingelstabt a. 46.» Nachschrift: Bittet um ein gutes Pferd;«so sind min 2 pferd gar abgriten; dan pferd bi uns in grosser achtung, deren ich umb kein gelt bekomen kann... mir sol kein jung pferd, sonder ein beriten gerad zoumrecht pferd. das pferd, so mir veter Jocop Sturm zugestelt, gott wol, ist sicher, aber zu disem handel nit dienlich... ich hab dis in grosser ill geschriben. dorumb nembt vir gutt. habs nit jetz zu bessern wissen.“ Anhang M ichael Hans: Entschuldigt sich, dass er den Brief dumh allerlai reden willen, so alhie zu Pfortzheim und sonst geen, als ob die unsern von Ingelstatt abziehen und den Niderländern under augen wöllen, aufgethan. pitt mir sollichs nit zu verargen. sonst hör ich noch nichts sonders, dann das der von Molspurg mit den unsern, so von Frankfurt herauf gezogen, dem teutschen maisber zu Kirchhausens, Neckerssolm und an andern orten ernstlich haushalten; brandschätzen aufs höchst, fueren etliche teutsche herren und deren amtleut, darunder der comentheur von Horneck, ain Nothhaft, so des vogts zu Ett— lingen son, auch gefangen oder als gisel bis zu bezalung der brantschat zung sein soll. actum in eil Pfortzheims 10. Septembris a. 46. die landsknecht sollen sich gerottet, ain meuterei der bezalung halben gemacht haben, nit furt gewöllt. hat Herman von der Molspurg mit den reutern an sie gewöllt; ist so weit komen, das sie, die reuter, die hauptharnasch zugeschlagen, spiess gesenkt. da seind etliche fenderich furgezogen, und also der ganz hauf von statt gezogen. ich hör aber, jetzt haben sie auf dem teutschen maister gewonnen, das sie widerumb lustig seien... alhie gibt man mir vil freunt— licher, guter wort, aber gar kain gelt. r — Partei. Wohl in der Eile verschrieben für:„gehabt. 3s Nw. von Heilbronn. 9 Über den Zweck seines dortigen Aufenthalts vgl. Nr. 318. 1546. Marschrichtung der Bürenschen und hessischen Truppen. 369 346. Alexander Pünder an Mathis Pfarrer. 1546, September 4. Speier. Str. St. Arch., A 552, f. 24— 25. Or. Empf. Di. 7. September«zu 5 urn noch mitag.) Ben. von Kannengiesser, Karl T. und Büren, S. 94, 96, und 186 bis 187, Anm. 385 und 591. Marschrichtung der Bürenschen und sehmalkaldischen Truppen; Zusammen— kunft mit Fagius. Hat«uf dise nacht... durch her Cunrat Lutzen, den burgermeister alhie,... für gewiss erfaren, das die niderlkendischen kriegsleut den nechsten uf Würzburg zu ziehen. so ligen dise nacht die lantgrevischen bi Ladenburg in einem dorf, genannt Keferthal 1Käferthall, und daselbs umb; sind, gott hab lob, wol gefasst und allein der mangel an reuterſn]. sind willens fürderlichst dem land Wurtemperg zuzeziehen; haben schon ein brucken..., dadurch sie übern Necker ze kommen willens, zugerüst...; werden uf morgen daselbs überziehen. haben dreu regiment; und haben usser der lantwör vor Frankfurt sich gegen den keiserischen wol gehalten und etlich erlegt, ouch ein capitane samt andern gefangen... daneben will gesagt werden, wie Martin von Rossen mit 10000 zu fuss und 2000 pferden hernach ziehe; ist doch nichtz gewiss. I Kam erst am Donnerstag(September 2](zu nacht» von Heidelberg zurück. Auf Aufforderung von Fagius will er nochmals nach «Igellum» Ingelheim], wo Fagius morgen dem Kurfürsten von der Pfalz predigen soll, um Neuigkeiten zu erfahren. Dat. 4. September 46. 347. Schlussbericht Heinrich Walthers vor dem Rat über seine Reise nach Basel.(1546, vor September 6. Strassburg.) Str. St. Arch., AA 5565, ſ. 28 und 31. Aufzeichnung. Anleihe in Basel; Abmachung mit den Hauptleuten. Die Geheimen von Basel haben 17000 Gulden«zu wegen bracht und von denselben uf des gsandten von Costenz ansuchen und mim[!] bewilligen 5000 gl. geben, also das die uberigen 12000 gl. noch zu Basel derselben werung und in kronen am wechsel ligen. Dafür soll Strassburg jeden 1. Sepbember 600 Gulden Zins an den Baseler Wechsel zahlen,(darzu ein freie losung haben, doch... das sie solichs ein halb jar zuvor abkunden sollen., Die Geheimen wollen sich noch weiter um Geld bewerben.(Nolta]; der munz halben mit min hern zu reden, ob sie nit dise, sovil Basel munz alhie vertriben, oder, so sie denen von Ulm gelt geben, daselbsthin schicken, da sie gleich wie zu Basel gang und geb were. 4) 346 1 Am 8. September sandten die XIII diese Nachrichten an die Geheimen von Basel (Ausf. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 253). 347 1 Der Bericht ist undatiert. Walther wurde frühestens zum 3. zurückerwartet(vgl. Nr. 339), am 6. September hat er bereits berichtet(68. Nr. 348); danach ergibt sich die Datierung. In Wirklichkeit nur 4000 Gulden; vgl. Nr. 339, Anm. 8 und Nr. 486, Anfang. 3 Abschr. der Verschreibung a. a. CO., f. 42—- 45ę und 51-52; sie ist im Auszug gedr. im Baseler Urk.- B., X, Nr. 303, S. 330. In einem Brief vom 2. September beziehen sich die Geheimen von Basel auf ihre Abmachungen mit Walther wegen der Münze; er werde den XIII auch mitteilen, wie sie es Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV, 24 — — ———— 370 1546. Strassburgs Anleihe und Truppenwerbung in Basel. Hat den 3 chauptmannen Wolff Stollin, Nielaus Irme und Bartle Hartman, des jetzigen hern burgermeister Theodori Branden vetternr, 60 Gulden als Verehrung gegeben, die er«am wechsel zu Basel» geliehen hat. Die Hauptleute wollen von denen«von den funf ortern... pflicht... empfahen, das mine hern dheins abmanens der religion oder ander sachen halb besorgen dorfen.» An Sold wollen sie für ein Fähnlein von 300 Mann 2800 Gulden,«wie mans denen bi dem landgrävischen haufen auch gebe und... 24 namen furs wis blatt, darunder die personen zu des hauptmans statt gehorig begriffen ist...; und das ein statt dero obersten amter in irem costen besetzen und besoldenæ, (wie es der König von Frankreich tue). Oder die Stadt soll für alles Laufgeld usw.] 3000 Gulden zu 15 Batzen für 300 Mann geben, unter denen 30 mit Harnisch, 40 oder wenigstens 30 mit Büchsen, die übrigen mit Spiess und Hellebarden bewaffnet sein sollen. Sie sollen nur die Eidgenossenschaft und den König von Frankreich ausnehmen, des were dan, das er auch wider dise stand ziehen wolt. noſta]: die bestallung wert 3 monat, danach nach marzal. Die Truppen sind dalhie in die heuser auszutheilen, das sie selbst inkaufenæ. Sie haben die Verschreibungs vorgelegt, die sie mit Frankreich gehabt haben, wonach der Sold 3, der Übersold 4 Kronen betrugs. mit Konstanz gehalten haben(Ausf. a. a. CO., f. 1; prod. Mo. 6. September)— Am 9. Sep— tember erklären die XIII in einem Dankbrief an die Geheimen von Basel, dass sie Konstanz von dem ihnen zur Verfügung gestellten Gelde noch 5000 Gulden überlassen wollten, wenn Basel einverstanden sei(vgl. Nr. 339, Anm. 12]; sie senden Entwurf ihrer Verschreihung Is. Anm. 3] und fragen zugleich an, ob Basel die Kronen- und Rappenmünze ohne Schaden in Batzenmünze wechseln könne(Ausf. in Basel, Arch., Stadt Strassburg(C). Basels Antwort darauf in Nr. 358. 5 A. a. CO., f. 30(französisch; o. D.) und f. 29(deutsche Übersetzg., auf deren Rückseite Walther als Datum vermerkt hat: 23. Juni 44): Danach sollte der Hauptmann 300 Schweizer bringen, für sich, seinen Leutnant und seinen Fähnrich 19 Solde, ferner 20% Übersolde und, um namhafte Leute bestellen zu können, ausserdem 600 Sonnenkronen den Monat erhalten. Er verspricht auf das Hundert 10 Gerüstete und 10 Büchsenschützen zu bringen. Jeder Schütze soll über den gewöhnlichen Sold[hier ist eine Lücke gelassen] 15 Sous erhalten. 6 Ein weiterer Auftrag, den Walther vermutlich überbracht hat und der allerdings weder in seiner Beglaubigung(Nr. 317) noch in seinem Schlussbericht erwähnt ist, geht aus folgendem Abschnitt der Instruktion der Baseler Gesandten für den Tag zu Aarau am 30. August hervor: 6... Und nachdem durch die geheimen von Strassburg vermeint, das wir vier stett nunme mit den protestierenden nidersitzen und, wie disen religion- als gemeinen sachen ze thund und dem widertheil ze begegnen sie, ratschlagen solten: da weisst miner gn. herren] bott darzethund, das uns bi jetzigen zitten mit den ussern fursten, stetten und stenden ze tagen nit wölle komenlich sin bedunken; dann wie wol die religion ein gemeine sach und die hendel des gloubens billich samenthaft beratschlagt und an die hand genomen werden sollten, so will doch hierinnen ze bedenken sin, wo wir solches an die hand nemmen, das wir damit gar lichtlich ein geferliche theilung unser eidgnolschafſt verursachen, also das die uberigen ort hievon anlass nemmen möchten, von irer antwort, den protestierenden gegeben, abzutretten und dem gegentheil mit irem vermögen hilf und bistand ze bewisen, das aber nit gut were. demselbigen vorzusin und insonderheit, das dem keiser und sinem anhang von den uberigen orten dhein hilf gethan werde, ze verhuten, vermeinen min gn. herren, es sie besser und weger sollich tagen ze underlassen und den protestierenden sunst furohin, wie bishar beschehen, guten furschub zu thund und zu bewisen»(aus Basel, Arch., Kirchenakten A 3, f. 114-118). Über den Tag zu Aarau vgl. Eidgen. Absch. IV, 1 d, S8. 678- 679. 1546. Kämpfe bei Ingolstadt; Jakob Sturm über die englische Politik. 371 348. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, September 6. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 250- 251. Lusſ. Nachrichten von Kämpfen mit dem Kaiser und bei Ingolstadt. Haben auf ihr letztes Schreiben!(Walther der munz halben) gehört. Danken. Wollen in wenigen Tagen weiter darüber schreibenz. Haben nichts «von den unsern us dem leger y. Hören aber von Leuten, die noch am Dienstag August 31] dort gewesen, dass am Sonntag 29. in einem Scharmützel über 100 Italiener und Spanier, darunter ein vornehmer Oberst, umgekommen sind bei geringem Verlust der Unsern. Letztere beabsichtigen eine Höhe einzunehmens, von der sie das kaiserliche Lager beschiessen können,«oder so dieselbig von den kaiserischen eingenommen, wurden sie sich zwuschen solche höhe und dem leger zu) thun, ob sie zum schlagen kommen möchten.) Walt her meldet, es heisse in Basel, die Unsern hätten Ingolst adt genommen und wieder verloren. Daran ist nichtz. wol haben im ersten anzug die in Ingolstadt gegen den unsern ansagen lassen, das sie die statt nit in des keisers, sonder herzog Wilhelms namen innhaben und den unsern profiand und pass gönden wöllen; haben es aber nit gehalten; derhalben sich die unsern auch umh Ingolstatt angenommen und mit denen darin ain scharmüt zel gehapt, in dem etlich us der statt umbkommen sein sollen... Dat. 6. September à6. 349. Jakob Sturm an den sächsischen Vicekanzler Franz Burkhardt. 1546, September 6. Strassburg Weimar, Arch., Reg. J, pag. 167, H, Nr. 3. Abschr.. Äussert seine Meinung über Johann Sturms Brief; Niedbruck und der englische König; Dr. Geiger krank. Gbersendet ihm Johann Sturms Schreiben Nr. 343],(welchs er mir offen und unbesiegelt uberschickt aus der ursach, das ichs lesen und alsdan siegeln solte.“ Fasst dessen Inhalt kurz zusammen.«Man mus aber gleichwol darumb nicht verzagen: wann gott der almechtige den unsern ein gluck oder sieg wurde verleihen, solt vielleicht ein guete gewunschte antwort ge= fallen, ehe dann man sich versehen. des konigs von Engellands halben hett ich von wegen des unwillens zwischen ime und dem babst eine bessere hof— nung und zuvorsicht, wo man nur jemands bei ime hette, so unsere sachen anzubringen und auszurichten geschickt were. dann dieweil doctor Johan Metensis sein jerliche bestallung vom konige hatz, handelt und fordert er beim konige nichs, dann was er weis, das ime wolgefelt. der Chelius, welchen 348 1 Den 2. September; vgl. Nr. 347, Anm. 4. Am 9. September; vgl. a. a. O. Vgl. darüber auch Ulman Böcklins Brief vom 2. September(Nr. 345. Diese Nachrichten entstammen vermutlich dem Brief von Fagius an Pünder vom 26. August(Nr. 331). 349 1 Wohl Übersetzung des lateinischen Originals, wofür die latein. NJamensformen sprechen. Vgl. Nr. 186, Anm. 3. 0 ——— 372 1566. Johann Sturms Bote aus Lyon in Strassburg angekommen; Johan Sturm gern neben den andern legaten zum konige abgefertigt sege, ist am feber ganz gefehrlich krank worden, also das wir uns vor zweien tagen seines lebens nicht vermuetet, doch hat es sich innerhalb zweien tagen mit ime gepessert. des Clebergers schwachheit ist unsern leuten zu vielen sachen ungelegen und verhinderlich., vom Cratone Milios werdet ir zu seiner ankunft etwas ferner und mehr vernehmen... datum Straspurg den 6. Septembris 1546.» 350. Die XIII an den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen Philipp. 1546, September 7. [Strassburg.] Weimar, Arch., Reg. 7. pag. 167, H. Nr. 3. Ausf. Melden die Ankunft von Kraft Müller; senden den Brief von Johann Sturm an Burkhardt durch die Post voraus. C6... Nechten spot ist unser burger Crafft Muller von her Johann Sturmen aus Lyon in dreien tagen her postiert und hiebeigelegte brief an hern Franz Burckhart[Nr. 343] bracht, daraus e. chur- und fl. G. vernemen werden, was durch inen, Sturmium, uf empfangen bevelch gehandelt., wiewol nun obgemelter unser burger Crafft Muller aigner person zu e. chur- und fl. G. reitet fernern mundlichen bericht zu thun, so haben wir doch disen des Sturmii brief e. chur- und fl. G. auf der post zuvor zuschicken wellen, sich darauf haben zu bedenken und ine, Krafft Mullern, nach seiner ankunft desto furderlicher haben abzufertigenz... datum 7. Septembris a. 46 hora 9 vormittag. y) 351. Der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp an die XIII. 1546, September 7. Feldlager vor Marxheim. Str. St. Arch., AA 547, f. I6— II. Aus. Prod. Mo. 13. September. Zahlung des Restes der 12 Doppelmonate. Drängen darauf,«was ir an den zwolf doppelmonaten noch nit erlegt hettet, das ir dasselbige nochmaln fürderlich gein Ulm erlegt... Dat. Lager vor Marxheim 7. September 461. 3 Vgl. Nr. 343, Anm. 20. 350 1 Er war in Begleitung mehrerer Franzosen, wie aus folgendem Brief der württembergischen Räte zu Stuttgart an Herzog Ulrich vom 13. September hervorgeht: 6... Uf heut dato hat sich Heinrich Wagenrieder, der statt Esslingen sindicus, alhie vernemen lassen, das uf dornstag nechstverschinen(September 9] ain französische botschaft mit 14 pferden zu Esslingen ankommen, darunder drei herren gewest. und mit denen sei ainer von Strasburg, der lang Krafft Müller genant, geritten. derselbig hab sich gegen ime, Wagenriedern,... hören lassen: sie seien von dem konig zu Frankreich abgeförtigt sich zum haufen zu verfuegen und zwischen der kai. Mt. und den christenlichen einungs— verwandten stenden uf ain entlichen vertrag oder anstand underhandlung zu pflegen... (Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 30, Nr. 49. Am selben Tage teilten sie den Kammerräten in Ulm den Inhalt von Joh. Sturms Brief mit, damit sie bedenken,«wer Jörgen Wickman zu diser handlung dienlich, demselben zu schreiben, damit das werk seinen fürgang bekomme»(Ausf. in Weimar, a. a. CO.; ben. von Ehrenberg, Hans Kleberg, S. 31). 351 1 Über die Vorgänge vgl. Nr. 303, 306, 307, 308, 315, 325, Zettel. Die Zahlung des Strassburgs Kriegszahlungen; Rothenburg befürchtet Belagerung. 373 352. Der Rat von Ulm an den Rat. 1546, September 8}. [Ulm.] Str. St. Arch., AA 548, f. 19. Ausf. Prod. Sa. II. September; lect. Sa. 11. Septemher. Ben. von Kannengiesser, Karl. und Büren, S. 188, nm. 402. Rothenburg o. T. befürchtet Belagerung durch Büren. Senden Abschrift eines gestern erhaltenen Schreibens von Rothenburg O. IX, das in Angst vor Büren ist. Miewol wir nun wienig vermuten, das der von Beurn... das winterläger der enden... halten noch sich selbst verhindern lassen werd, so ist doch zu besorgen, das er inen... villeucht ir geschutz, mit wolchem sie zimblich wol gefasst und dessen villeucht er, der von Beurn, oder der kaiser notdurftig, abtringen möcht» Machen daher Mitteilung, damit der Rat, wenn erforderlich, helfe; schreiben ebenso an Kursachsen und Hessen usw.. Dat. 8. September 463. Strassburger Geldes wurde in den ersten Fagen des September mit Spannung erwartet. Am 2. September beklagte sich Herzog Ulrich bei seinen Gesandten in Ulm darüber,«das beed ir Lliebden; nämlich der Kurfürst und der Landgraf, desgleichen alle stend und stett, in den säxischen kreis gehörig, item die stett Strasburg und Frankfurt bis anher nit ein pfening gen Um erlegt)(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 30, Nr. 10a; praes. 3. September). Daraufhin sandte sein Kammerrat Moser am 4. September einen« uszug der cristlichen verein camerrät zu Ulm etc. rechnung)(a. a. CO., Büschel 16, Nr. 3), nach welchem Strassburg nichts mehr schuldig ist. Am 5. September erkundigte sich auch der Landgraf bei den Kammerräten, ob Strassburg und Frankfurt dire letzte sechs doppelmonat gein Um erlegt haben»(Lager zu Pettenhofen; Entw. in Marburg, Arch., Nr. 906, f. 102). Am 7. September liess er dieselbe Anfrage durch Sebastian Besserer bei Ulm stellen (Nachschrift zu Besserers Brief aus dem Feldlager bei Neuburg; Ausf. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXIII. Nr. 1209).— Am 8. September antwortete Ulm diesem: 6... Sovil den strasshurgischen doppelmonat belangt, befinden wir, das sie denselbigen und namlich nunmer uberal 92202 fl. 44 Rr. uf das, so sie... dem landgraven erlegt und sonst usgeben, allhie uberantwurt haben)(Ausf. a. a. CO., Nr. 1219). Dies war nicht nur der Rest der alten, Sondern auch der ganze Betrag der neuen 6 Doppelmonate; vgl. Nr. 308.— Wie aus dem Rechnungsauszug Mosers hervorgeht, muss das Geld bereits am 4. September in Ulm eingetroffen sein.— Wie Seb. Besserer am 9. September aus dem Feldlager bei Donauwörth nach Ulm meldete(Ausf. a. a. O., Nr. 1223), hat der Landgraf cnechtig spat Basti Aitingern, Simon Bengen und noch ain secretari zu uns geschickt, mit uns reden lassen; nachdem im die strassburgisch anlag verordnet und jetzund gen Tunawörd hunderttaussend gl. ankomen, sei sein begern, ime dieselbigen zuzestöllen, damit er daz oldenburgisch, reiffenbergiseh kriegs volk underhalten mög. und wie wol Gultlinger und ich ain bedacht genomen, das an die andern oberlendischen kriegsräth langen zu lassen, so versehen wir uns doch, man red, handel oder thue, wav man wöl, so werde ers haben wöllen.“— Befürchtungen, dass es so kommen werde, hatte Besserer bereits am 28. August dem Ulmer Rat gegenüber geäussert: Gültlingen und Augsburg stünden zwar auf seiner Seite,«aber Strassburg ist halb und halb»(Ausf. a. a. CO., Nr. 1156). 352 1 Richtiger ist das Datum 9. September, an welchem Tage Ulm den gleichen Brief «an alle elrbaren] stött der christenlichen verain und augspurgischen confession, so in dem gezierk unsers habenden ausschreibens begriffen,) ergehen liess(Entw. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXIII, Nr. 1222).— Bereits am 8. September dumb 12 urn in der nacht hatte Ulm in gleichem Sinne an den Kurfürsten, Landgraf Philipp und Herzog Ulrich geschrieben(Entw. a. a. O., Nr. 1216). Vom 7. September: Büren zieht heran; es heisst, er wolle Rothenburg belagern. Ulm möge sie nicht verlassen und ihre Not den Hauptleuten und Städten mitteilen(Ausf. a. 2. C., Nr. 1212; Abschr. in AA 548, f. 19. 3 Die beiden Briefe wurden in der Ratssitzung am 11. September verlesen; es wurde beschlossen:«Lasst mans darbei pleiben»(Ratsprot. 1546, f. 455 b— 456 a). 1546. Geldaufnahme der Schmalkaldener in Lyon. 353. Die Kammerräte in Ulm an die XHI. 1546, September 9. Ulm. Str. St. Arch., AA 549, ſ. 47—49. Ausf.; auf der Anschrift:« Cito, eito, cito, Citissime». Prod. Sa. 11. September. Haben ihren Brief betr. Johann Sturm weitergegeben; bitten um Beförderung eines Briefes an Georg Weickmann. Zettel: Die Strassburger in Lyon mögen Weickmann unterstützen. Haben ihren Brief vom 7. September[Nr. 350, Anm. 2]«heut... gegen dem tag» erhalten, darüber an Kursachsen und He essen berichtet! und ihnen und Ulman Böcklin ihre Briefe gesandtz.«Und nachdem wir befunden von nöten zu sein, das Jorgen Weikman ein beschaid, wes er sich auf... kon W. gegebener bewilligung, auch sunderlichen, dieweil herr Johann Kleperger aus grosser leibsschwachheit ime, dem Weikman, zu vorhabendem werk nicht wol furdersam sein kann, ferner halten soll, durch uns zugeschrieben wurde, so haben wir ime darauf unser bedenken hiemit mit] beiliegendem schreiben? zu erkennen geben, darnach er sich ane zweivel nach gestalt und gelegenhait der sachen, auch furnemlich mit rath obgemelts Sturmiſi], wo der noch zu Lion anzutreffen und sein wurde,... wirdet zu richten wiessen. damit nun gedachtem Weickman dis unser schreiben desto eilender und gewieser zu handen komen möge, so... wollet unbeschwert sein, damit die zeit gewunnen und nichts vorabsaumpt werde, ein gewissen botten abꝛufer tigen welcher solch schreiben dem Weickman furderlich gegen Lion zu handen bringe... Dat. Ulm 9. September 46. Zettel: Wiederholen die Bitte,«wo ir jemands von euern mitburgern und kaufleuten zu Lion hettet, welche Jorgen Weickman zu seiner abfertigung und handlungen konten behulfflichen... erscheinen, das ir bei denselben solches zu thun verfugen woltet. datum ut, in literis. 4) 353 Ebenfalls am 9. September(Ausf. in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 165, H, Nr. Sie regen darin an, noch jemanden nach Frankreich zu senden, wofür Reckenroth den Geeignetsten vorschlagen könne, damit der König selbst das Geld leihe und es nicht erst durch so viele Hände gehe, oder aber dem König deshalb zu schreiben(erw. von Mentz. Joh. Friedr. I, 3, 8. 34 Anm. I. Gemeint ist damit der Brief der XIII vom 7. September(Nr. 350); das erwähnte Schreibe nan Ulman Böcklin ist nicht erhalten. > Vom 9. September: Senden eine Abschrift von Strassburgs(heinacht in der nacht gekommenem Schreiben Nr. 350, Anm. 2], obwohl er dies und anderes von Sturm selbst gehört haben werde. Weil aber Kleberger so krank sei, so möge er sein Bestes tun«und, wer euch darzu taugenlich oder behilflich sein kan(in dem wir euch kain anzaig oder mass geben könden, sonder stöllens in allweg zu euerer guten gelegenheit und notturft), zu euch ziehen und hierinnen euerm guten verstand. auch unserer... hern und unserm vertrauen nach handlen.“ Da der König die Namen der darleihenden Kaufleute wissen wolle, werde er mit Sturm das Nötige tun, um das Werk zu fördern. Das Interesse möge er euerm selbst gut willigen erbieten gmess uf daz allergnähest, so möglich, doch daneben, do es je nit anderst sein könd, den leufen und der sachen gelegenhait wach handlen.) Bitten jederzeit zu berichten,«auch waz ir fur gelt ufpringt, ass elbig, zum furderlichsten so möglich, durch die weg euch wol bewisst oder wie irs auf andere art bei euch bedächten... heraus zu verordnen)(Entw. in Stuttgart, Arch., Büschel 84). Weickmann erhielt den Brief, wie er 4 21. September schrieb, am 19. von einem Strassburger Boten(Ausf. a. a. CO.). Am 11. September bitten sie den Rat, nochmals ein Packet Briefe an den König von Frankreich und an Weickmann dureh eigenen Boten bestellen zu lassen(Ausf. in AAl 549, f. 58 mit dem Vermerk:«Cito, cito, cito»; prod. Mo. 13. September). Auf einem Zettel 1546. Nachrichten vom oberdeutschen Kriegsschauplatz. 375 354. Ulman Böcklin an die XIII. 1546, September 9. Feldlager vor Donauwörth. Str. St. Arch., AA 551, f. 13 und 20. Or. Prod. So. 12. September. Wiedergegeben in den Handschriftenproben I, Tafel 9. Da der Kaiser nicht herausrückt, wollen sie morgen gegen Büren ziehen; Verzeichnis von dessen Truppen; Aussagen der Gefangenen, Verweist auf Nr. 345.«Diewil wir nun den keiser nit haben kinen harusbringen mit im zu schlagen, sind wir den 3.!... vor Ingelstatt hienweckgezogen und in wilelnls dem von Biren gegenzuziehen; und wiewol unser kundschaft anzeigen, das nit wol miglich, das wir in megen erziehen, er werd zum keiser komen; so sind wir doch uf hitt dato entschlossen, uf morgen kru einsdeils weg bis in ein mark oder stetle, heisst Wendingen?, zu ziehen. ob solchs fir sich oder nit gott, weiss ich nit; dan wir[uns] underwilen, noch dem die kündschaften und glegenheiten sind, halten miessen etc.. wir haben einen in des von Biren leger gehebt, zeigt uns an, was er... vir litt bi im haben soll, wie das zedel mit a uswists. ferer haben wir die gefangen, so wir habent, frogen lassen, wie sie sich gehalten, do wir den ersten tag sind vir sie komen, ob sie ouch litt verloren et. die zeigen uns allerhand an, wie ir im zedel mit bs zu sehen haben... datum in unserm veltleger vor Thunen— werd uf donstag den 9. Sepdember a. 46. Sy (ff. 57) bemerken sie:(Was sich bis doher im veld zugetragen, des werden ir on zweivel us dem leger bericht worden sein. so wissen wir diser zeit nichtz schriftwurdigs neus, dann das jetzo die unsern im anzug sein, dem von Beuern und seim kriegsvolk under augen zu ziehen. got geb gnad und glück, daz sie waz fruchtpars, uns allen zu gutem, gegen inen usrichten. datum ut in literis.) 354 1 Nach Schertlins Brief an Augsburg vom 4. September(Herberger, Seb. Schertlin, 8. 177— 179) geschah der Abzug vielmehr am 4. September; auch Viglius bestätigt das(v. Druffel, Viglius, 8. 91 und 98, Anm. 4). Wemding n. von Donauwörth. 3 Liegt bei; a. a. CO., f. 18- 19; auch in Ulm, Arch., Ref.- Akt., XXXIII, Nr. 1227; gedr. von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 66, Anm. 2, doch ohne die Zusammenfassung am Schluss:(14 dausend pferd, 12 dausend knecht, 3 dausend drossy. * Vgl. ihre Liste bei Herberger, a. a. CO., S. 192. 5 In AA 551, f. 14- 1I7 und in Ulm, a. a. CO. Nr. 1226:«Der erst, Claude de Pue, eins kaufmans sun von Dolosa, zeigt an,... von des keisers geschutz sei am dienstag August 31], als wir vor ime gelegen, zwei grosse stuck zersprengt worden; und habe sonst uber vier grosse stuck nicht, one was mittelmessig und klein geschitzt ist...; der keiser soll zehen oder zwelftausent Italianer haben; darunder sollent sibendausent hakenschitzen sein. item siben oder achtdausent Hispanier und zweiundazwenzigdausent Teutschen. item vier oder funftausent pferd. die Hispanier und Italiener sollen ein grossen schaden von unserm schiessen... empfangen haben. darunder solle ein italienischer haubtman und venderich... umbkomen, auch ein oberster uber die reisigen durch ein arm geschossen sein... die weil die chur- und fursten vor Ingolstat gelegen, haben sie grossen mangel ins keisers leger an proviant gehabt; aber weil sie wider abgezogen, nunmehr ein zimliche notturft bekomen. das geschrei sei, das der keiser uf den von Beuren warte; und sobald er ankomme, wil er seine schiffbrucken zurichten lassen und uns besehen...)«Der ander, Johan Basto de Mulien, sagt, das unsere reuter den ersten tage August 31] weiter geschar-= mutzelt, dan ire Schanz gewesen.» 5— H00 sollen vom Geschütz«erschossen und geschedigt sein... da wir auch des ersten tags nochgetruckt, hetten wir gewunnen gehebt; dann sie in solcher grossen forcht gewesen, das sie nicht gewisst wohienaus. man sagt zum theil, wir seind Lutrianos und zum theil rebelles.»— Der Dritte gibt die Toten und Verwundeten auf 376 1546. Geplante Einziehung der geistlichen Güter 355. Dr. Ludwig Gremp, Advokat der Stadt Strassburg, an Georg Besserer, Bürgermeister von Ulm. 1546, September 9. Strassburg. Ulm, Arch., Ref.-Akt. TXXIII, Mr. 1221. Ausf. Empfiehlt Dr. Ruprecht Schmidlap. éGunstiger, lieber herr vetter.“ Hört,«wie ain doctor stand bei euch vacier oder ledig sei., nun hab ich doctors Ruprechten Schmidlapen, zaigers diss brieffs, gutte kundschaft gehapt und bei ime alweg frundlich wolgenaigt gemuet gegen mir vermerkt, zudem das er auch lands halben(dieweil er ain Schorndorffer) mir zugethan ist; derhalben ich ine gern gefurdert sehen wölt, bevorab dieweil er von erbarn wolhabenden eltern geboren und von jugent auf seinem studirn mit vleiss obgelegen und derhalben in Welschland verzogen, auch daselbs etlich jar, bis er doctor worden, verbliben und welscher sprach nit unkundig ist. dieweil ich dann ain stattkind von Ulm und daselbs nit ubel befreundt bin, auch derowegen gern sehen möcht, dass sie mit frumen gutherzigen und taugenlichen juristen notturftiglichen ver— sehen wer, empfiehlt er ihn. Dat. Strassburg 9. September 1546. 356. Der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp an den Rat. 1546, September 10. Feldlager bei Donauwörth. Str. St. Arch., AA 547, f. 37— 44. us. Prod. Mi. 15. September. Begründen eingehend die Notwendigkeit, die geistlichen Güter einzuziehen: beabsichtigen ein Ausschreiben deswegen an den Adel. C... Wir stellen in keinen zweivel, euer verordenter krigsrath werde euch des rathschlags und bedenkens, so wir vor etlichen wenigen tagen der his 600 an, sodass nicht alle in die Spitäler aufgenommen werden können. Sie suchen Dienst bei Wilhelm von Fürstenberg, mainen, er sei noch franzosisch.“— Der Vierte sagt, der Kaiser verschanze sich immer fester, bis Büren komme. Die Spanier meinten, der Kaiser könne nicht mit uns schlagen; er habe vorgegeben,«das ime die fursten nit gut genug.“ Der Fünfte schätzt ihren Verlust auf 6-700. Die Italiener standen auf dem einen, die Spanier auf dem andern Flügel, die Deutschen in der Mitte; der Kaiser war bei den Spaniern;(dann er den Teutschen nit vertrauet gehebt... die Hispanier werden nit pleiben, wan sie unser geschutz sehen und horen; dann sie am nechsten ein solche forcht ankomen, das sie auch alle selbs des nachts an der schanz gearbeit. die Hispanier hetten nimmermehr gemeint, das zwen teutsche fursten eim solchen keiser under augen ziehen sollten. vier halbe schlangen haben sie am nechsten uberladen und zersprengt und der iren viel beschedigt.“ Die Kardinäle Farnese, Augsburg und Trient seien vor dem Geschütz durch die Stadt«und uber die bruck geflohen. das brott sei ins keisers leger so theéuer, das ein mensche ein malzeit fur ein batzen brot essen kan. den tross habe der keiser ime ersten angriff uf jenner seiten der stat gehabt. das italienisch kriegsvolk, so der bapst geschickt, sei ein los gesind; dann er dasselbig des meisten theils in und umb Rome annemen lassen. da wir des ersten tags furgetruckt hetten, wollt sich der keiser in einen statgraben gelegert haben, damit ime vom schiessen kein schade hette zugefugt werden konnen. weil wir vor ime gelegen, hat er, der keiser, sich besorgt, wir mochten ime in die schanz fallen; derhalben sie one underlass in der schlachtordnung stehn muessen. es soll auch ein furnemer italienischer kriegsman dem keiser an der seiten erschossen worden... sein.) Am 13. September wurde der Brief im Rate vorgelegt:(Lastz mans dabi bliben» Ratsprot. 1546, i. 460). 356 Nach dem Entw.(in Marburg, Arch., Württemberg) wurde das Schreiben an Herzog durch die Schmalkaldener. 877 geistlichen guter halben gehalten und welchermassen dieselben von einem jedem stande, dem sie gelegen weren, gemeiner ainung zum besten eingezogen werden solten, zugeschrieben... haben?... und wiewol derselb rathschlag uf dem gestanden, dweil der mehrertheil der krigsrethe mit bevelch daruf nit versehen... weren, das euer und der andern oberlendischen stend und sbedt krigsrethe euch und ire hern und obern desselben furderlich berichten und sich unverzogenlich entlichen bescheid... erholen solten], dweil die sachsischen kriegsrethe so pald bevelch nit konten bekommen und doch nichts destoweniger inen diese meinung alspald(wie auch noch) gefallen lassen, so haben wir doch... befunden, das ir sollichs rathsschlags noch zur zeit etwas bedenkens gehapt, aus etzlichen ursachen, deren wir auch seind bericht wordens. dweil wir aber vermerkt, das der keiser die sachen villicht in di harre richten will, und uns dan seider neherm rathschlag der vermeinten geistlichen halben, was sie uf anhalten des babsts zu Rom wider euch, uns und alle unsere mitverwanten zu entlichèr verdruckung unserer waren christlichen religion practiciert, angelangt, haben wir... gemeinlich vor gut angesehen, das sollicher weg nochmals zum furderlichsten an die hand genomen. und bewegen uns under anderm volgende ursachen: 1. Das Bündnis zwischen Kaiser und Papst und die päpstliche Ablassbulle wider die Protestanten, 2. die bestimmte Anzeige, dass die Geistlichen offen für den Kaiser eintreten werden, sobald Büren erscheint. Beweis dafür ist schon das Verhalten des Erzbischofs von Mainz beim Rheinübergang Bürenss. Aus dem Bündnis zwischen Kaiser und Papst geht hervor,(welchermassen der babst dem keiser den halbtheil aller geistlichen gutter in Hispanien zu disem krig anzugreifen vergont®, daher auch der keiser sovil dester ehr auch noch den geistlichen guttern in disen landen zu trachten ursach haben mochte. Dweil man dan nun die ding alle also augenscheinlich vermerkt und sonderlich des gewiss ist, das man durch einziehung... der... geistlichen gutter dem veind ein grossen abbruch thutt... und, ob gleich hernacher di geistlichen dem veind wurden zufallen, das sie doch, so sie nichts mehr hetten, uns... desterweniger schedlich sein mochten; zudem das sie auch den keiser durch ir... bitten woll dahin bewegen mochten, das er zu erhaltung weiters abfals uns... den kopf bieten und also zum schlagen getrieben werden mochte, so ist unser und der mehrertheils krigsrethe... bedenken, das noch— Ulrich, Strassburg und Um gerichtet. Die beiden anderen Ausff. sind in Stuttgart, Arch., Büschel 30. Nr. 46(praes. Nürtingen 13. September) und in Um, Arch., Ref. Akt. XXXIIaI. Nr. 1231. In letzterem bitten die Fürsten auf einem Zettel,«das ir beigelegten brief, an die von Strassburg haltend, furderlich und one einichs seumen bei eignem botten zu recht schicket... datum in unserm feldlager bei Wechingen[nö. von Nördlingen] den 11. Septemhris a. etc. 46. 2 Vgl. Nr. 309. 3 Das schliessen die Fürsten aus der Haltung der Strassburger Gesandten(vgl. dazu Nr. 309) und aus dem Fehlen der Antwort des Rats, der am 4. September seinen Entschluss darüber noch nicht festgelegt hatte; vgl. Nr. 318, Anm. 22, Schluss. Seine Stellungnahme teilte der Rat durch Schreiben vom 7. September* Ulman Böcklin mit, der dessen Inhalt kurz am Anfang seines Briefes vom 15. September(Vr. 362) wiedergibt. Vgl. Nr. 327, Anm. 1. 5 Vgl. hierzu Nr. 320 und 329. Vgl. Nuntiaturber. IX, S. 577,§5 6. 378 1546. Geplante Einziehung der geistlichen Güter. mall inhalt vorigs bedenkens mit einziehung der... geistlichen guter, wo di einem jeden stand gelegen, doch gemeiner ainung zum besten? und mit guter ordnung furtgeschritten und lenger nicht verzogen wurde, in ansehung das di zeit numehr hie, darinnen vor winters noch etwas zu handlen und in welcher die zehenden... empfangen sollen werden. der zuversicht, ir werden di... ursachen statlich... bedenken.... und mochte unsers und der krigsrethe ermessens dises der rechte und einige weg sein, dadurch man zu guter christlichen reformation kommen mochte, dweil nicht zu verhoffen, das sonsten in einigen wege die genanten geistlichen darzu zu pringen sein moch— ben. so mochte sich auch diser krig noch woll in die lenge verziehen, wie man dan des keisers gemut... dahin gericht vermerkt, uf welchen fal es auch uns... vast unmuglich sein wollte aus unserm chammergut diesen uncosten zu ertragen. da aber die geistlichen... mit ernst, auch mit guter ordnung hin und widder angegriffen, so konte man ein merglichs von ine erlangen und disen krig soviel bass in di harre... hinausfuren. so kan man sich auch numehr an inen disfals nicht vergreifen; dan wir seind samtlich beim keiser, babst, von denen wir in di acht und ban gethann, und allem irem anhang so verfast, als wir immer werden konnen; so seind sie unsere veind..., wie am tage, derhalben ir auch pillich nichts zu verschonen. und wurde aber sollich vornemen dises unser hauptwerk nicht allein nicht hin— dern, sondern so viel mehr furdern; dan je mehr man unsern veinden hin und wider die feddern beschneiden mag, je besser und nutzer es disem werk sein will. wolten auch nichtsdestoweniger mit unserm zug wider den haupt— feind... furt faren und uns doran nichts hindern lassen. Darumb sein wir ungezweivelt, dweil wir und der mehrertheil der krigsrethe diese ding also furderlich zu volnziehen... fur gut angesehen, ir werden euch dasselbe also gefallen lassen und neben und mit uns und den andern kurderlich darinne furgehen, damit also zugleich hirinne gehandelt und nicht an einem ort furgeschritten und an einem andern stilgestanden werde. wier wollen aber nichtdestoweniger mit den krigsrethen, wie die ding mit bester ordnung... vorzunemen, ratschlagen, uf das gemeiner ainung nutz hirinne geschaft werden moge. darumb wir auch nicht fur ungut ansehen, das uf ein fuglich usschreiben gedacht und sollichs alsdan ausging, nemblich darumb: nachdem viel treflicher stift seind, daruf sich bisher fursten, graven, herren und vom adel von den pfreunden erhalten,... so solte denselben zuvorn die ursachen der einnemung angezeigt werden mit dero vermeldung, was unser gemut und meinung sollicher stift halber were, nemblich sie solten es nicht darfur achten, das dieselbigen zerrissen und inen... entzogen werden solten, sondern man begerte di babstlichen mispreuch abzuthun und gute christliche Ulm war z. B. schon vorher eigenmächtig gegen die Klöster seiner Umgebung vor— gegangen, wie aus folgender Stelle im Brief des Konstanzer Gesandten Kurnstaller an seinen Rat aus Ulm vom 29. Juli hervorgeht(Or. in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 26, Nr. 57, 5. 223= 225; praes. 30. Juli):(Nachdem die von Ulm... den stenden nie bewilligen wollen, die closter, so umb si und bi inen gelegen sind, inzunemen; als aber das kriegs volk under Tillingen verrueckt, sind si uf zinstag Juli 27] nechstverschinen mit iren ainspennigen und amptluten, die si in iren landschaften haben, auch mit etlichen fussknechten hinusgezogen und haben die closter in irem namen und nit von gemainer stend wegen ingenomen; wellichs dann den gesandten von Strassburg, Augspurg und andern ubel gefallen thut; und ver— mainen, es sollte in gemainer stend namen beschehen sein. aber es ist zu des landgraven ankunft ufgeschoben.) Vgl. hierzu auch Rommel, Die Reichsstadt Ulm, S. ff. 1546. Rüstungen des Grafen Wilhelm von Fürstenberg. 379 reformation vorzunemen nach gottes wort. darzu und vor das erst solten stipendia und pfreunde zur notturft verordnet und versehung uf di pfarrer, prediger und andere kirchen- und schulenministeria gemacht werden. und was die hohen der fursten, graven, herren, vom adel und anderer erbarer leute pfreunde und stipendia belangen thete, wolte man mit irem selbst vorwissen, rath und bedenken uf di wege, die christlich, erbar und pillich, handeln, dergestalt das sich des mit pillicheit niemants solte zu beschweren haben; wie sollichs alles ferner konte berathschlagt und ufs pappir bracht werden;- datum in unserm veldläger bei Thonawerde den 10. Septemhris a. etc. 46. 8) 357. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, September 14. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 258- 259. Ausf. Praes. I. September. Briefe von Ulman Böcklin an den Rat und von Heideck an Graf Wilhelm von Fürstenberg. Haben heute morgen früh Ulman Böcklins Brief vom 2. September [Nr. 345] erhalten, der zu Ulm etwas liegen geblieben war. Geben Auszug daraus. Nach einem undatierten Schreiben“ Heidecks an Graf Wilhelm[von Fürstenberg], das jedoch später verfasst sein muss, da es zwar dieselben Scharmützel berichtet, aber erst aus dem Lager von Neuburg stammt,«so seind die unsern vor Ingolstatt ufgebrochen, ziehen dem von Beuren under augen, denselben zu schlagen oder zum wenigsten dardurch den keiser us seinem vorthell zu bringen, damit sie mit ime zur handlung und also zu Schlagen kommen mögen. 1.. Dat. Sa. 11. September 46. 8s Das Schreiben wird am 15. September im Rat vorgelegt und an(die XIII zu bedenken gewisen»(Ratsprot. 1546, f. 462 a). Unter einem Auszug aus dem Brief(in AA 549, f. 65), der wohl für diese Beratung gemacht war, bemerkt der Stadtschreiber:(Ob diser anschlag]?], die geistlichen guter einzuziehen, disen stenden zu thun. und so er zu thun, wan er zu thun wer. und zum dritten, wan und wie er einer stat Strassburg zu thun.“ 357 In der Ratssitzung vom selben Tage bringen die XIII dieses Schreiben Heidecks an Fürstenberg vor,«wie si dem keiser vor der nasen furzogen. zeigt herr Jacob Sturm an, wie graff Wilhelm an meine hern XIII begert, ime dise meiner hern zwei fenlin knecht [vgl. Nr. 338, Anm. 3] zu geben; so woll er noch im Kenziger thall sovill darzu ufpringen, daz er uf 3000 haben mecht, und damit dem haufen ins Oberland zu ziehen. dweil aber meine hern bedenken, das er seiner krankheit halben nit wol bei ime selbs und villeicht etwas underwegen mit disem volk anfahen mecht, daz zu schaden und nachteil geraten, so habens meine hern XIII nit wollen uber sich nemen, sonder mein hern rethen und XXI furbringen wöllen, ob mans ime freundlich mecht abschlagen. erkant: ime freuntlich abschlagen; ursach anzeigen, dweil Martin von Rossa daniden herufziehen soll und man nit wiss wohin, auch vor zugesagt worden, die hinauf zum oberlendischen haufen, wo not, zu schicken, so kond mans nit volgen lassen. sagt ime her Jacob Sturm»(Ratsprot. 1546, k. 456; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., 8. 29— 30. 380 1546. Strassburgs Anleihe bei Basel. 358. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, September 11. Basel. Str. St. Arch., AA 556, f. 2— 3. Aus. Prod. Di. Id. September. Können die bewilligten 12000 Gulden nicht teilen; Zinsberechnung; können das Darlehen nur in Rappenmünze zahlen; Fall der Ehrenberger Klause. Antwort auf den Brief vom 9. September(Ur. 347, Anm. 4]. Sind mit der Form der übersandten Verschreibung zufrieden. Die 12000 Gulden zu teilen ist beschwerlich, da«wir dieselhizen an ort und enden, da mans uns nach uch nit gont, wunderbar lich und durch mittelpersonen... zuwegen gepracht.» Haben auch Konstanz schon 4000 Gulden geliehen!. Strassburg möge also das Ganze nehmen.«... So wollen wir... den zins... dorvon, unangesehen das wir die uf Laurentii August 10] verzinsen mussend, uf ögidii den ersten tag Septembris lassen angan.) Können nicht wechseln, da«die batzen bi uns in sollichem werd, das wir die nit bekommen mogen.) Geben an, in welcher Münze sie die 12000 Gulden erhalten haben. Bitten um Bescheid und wollen sich noch weiter um Geld bemühen, dunangesehen das wir an drien orten, da wir gelts vertrostet, abschlegig antwort empfangen.» Haben nur gehört, dass die Kaiserlichen die Ehrenberger Klause eingenommen habenz. Dat. Sa. 11. September 46. 359. Hedio an Pfalzgraf Ottheinrich. 1546, September 12. Strassburg. München,(lieh. Staatsarch., Kasten schw. 543/ 8, f. 308—310. Abschr. Kriegsnachrichten; Graf Wilhelm von Fürstenberg will zum Landgrafen. Nachschrift: Die Unsern ziehen gegen Büren. Hat seinen Brief vom 7.* am 11. erhalten. Scharmützel im Feld. Der Kaiser will nicht schlagen; daher wollen die Protestanten gegen Büren ziehen. as heisst, der Papst habe das Konzil nach Lucca verlegt zur Unzufriedenheit der Franzosen. Graf Wilhelm von Fürstenberg will morgen den 13. zum Landgrafen ziehen?,«der hoffnung, so er komm, es muess furgeen. heut sagt er zu mir: morgen fare ich dahin, und so got gnad gibt, das man die haufen slecht, welten wir demnegsten auf Rom und den babst an den hochsten baum in Italia henken. es wer zu wunschen, das der theur graf leibschvermuglicher wer; aber ich gedenk, ime sei wie Ant oni de Leva), der wünschte, man solle ihn unter 20000 deutsche Landsknechte tragen,(das wurde das best recept sein...) Nachschrift: Eben Nachricht aus Donauwörth, dass die Unsern gegen Büren ziehen, um ihn zu schlagen. Sie müssen nach den Kundschaften«alle stund die ratsleg endern». Nachrichten über die Kanonade. 358 Vgl. Nr. 339, Anm. 8. Am 5. September; vgl. die Berichte darüber bei Herberger, Seb. Schertlin, S. 182 bis 188 und Schweizer, Donaufeldzug, S. 111. 359 1 Vgl. Nr. 343, Anm. 3. Vgl. auch Nr. 357, Anm. 1.— Graf Wilhelm hatte übrigens im August 20000 Gulden an der Strassburger Münze erlegt«mit dem bescheid, so mein hern dieselben zwischen damals[und] kunftigen liehtmess[Februar 2] bedurfen wurden, das mein herrn dasselbig one alles interesse prauchen mogen.) Sonst sollte das Geld an den ihm zu seiner Befreiung geliehenen 20 000 Gulden(vgl.“Pol. Korr. III, S. 652, Anm. 3] abgehen. Das geschieht auch(Ratsprot. 1547, f. 98- 97 und 1449. — 1546. Instruktion an Johann Sturm für seine Verhandlungen in Frankreich. 3 282 360. Der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp an Johann Sturm. 1546, September 14 (Feldlager vor Donauwörth.) Weimar, Arch., Reg../, pa]. 163, H, Mr. J. Entw.— Ben. von Ch. Schmidt, Jean Sturm, S. 66 und von Mente, Joh. Friedr., I, 3, S. 34, Anm. J. Soll die endgültige Antwort des Königs abwarten; dieser möge seine Vertreter vom Konzil abberufen; Schreiben an Strozzi, den Dauphin und den Kanzler; Vorschläge über die Zahlungsform des französischen Darlehens; Bericht über den Krieg. Haben aus seinem Brief an Burkhardt[Nr. 343] seinen Fleiss ersehen, ür den sie danken. Er möge auch dem König für den gnädigen Bescheid danken,(sonderlich aber dass irer ko. W. nicht engegen gewest, dass wir und unser mit verwandten durch die unsern in der cron Frankreich geld aufbringen liessen. so wer uns auch nicht zuwider, das irer ko. W. die hendeler und leut, bei welchen die unsern geld aufzubringen bedacht, namhaftig angezeigt wurden; dann wir je aus angezeigter ursache nicht anders versteen konnen, solchs sei von irer kon. W. uns zum besten gemeint, damit sich nicht unsere widerwertige bei denselben auch bewerben und solch werk verhindern mochten. dass auch ire ko. W. das geld, so si den kaufleuten im... Augusto zu erlegen verpflicht gewest, dorumb nicht hat erlegen lassen woln, domit es nicht in ander leut hände kommen, bedanken wir uns gegen seiner ko. W abermals freundlichen. Und sovil belanget den artikel die hulf,... so konnen wir irer ko. W darum nicht verdenken, das sie dieselbe in bedenken genommen, woln aber nicht zweifeln..., es werde von irer ko. W. gutte antwort gefallen. und dieweil wir uns auch bedunken lassen, es wolte sich nicht wol schicken, das wir ungehort des koninges vertrösten antwort zu seiner ko. W. ein weitere schickung tetten, so... wollet derselben antwort abwarten und aus Frankreich nit verreiten, ir habet dan des konigs gemut solches punktes halben kernommen. alsdann woln wir uns nach gelegenheit mit weiterer schickung und was der sachen notdurft weiter sein will, wissen zu erzaigen. ir wollet aber... umb forderliche antwort anhalten. . Das ire ko. W., sobald die verruckung[des trintischen coneilii] geschehe, ire gesant en abꝛzuforden bedacht were, solch gnädig erbieten des koninges haben wir auch zu guttem gefaln fernommen, wollen uns auch gänzlichen v ersehen, i ire ko. W. werde demselben also nachkommen und des papsts parteilichkeit ditzfals verstehen werden. und nachdem uns sonsten aus Italien dergleichen zeitung von verruckung des concilii auch zukommen, so... wollet ditzfals fleissig... anhalten, domit der konig obgemeldtem erbieten nach seine legaten abfordere und solch concilium so viel mogelichen geschwecht werden muge. und nachdem sich... nicht hat leiden wollen, das ir den delphin selbst angesprochen.., aber gleichwol s. L. durch derselben schwager Peter Strotzen, welcher euerm schreiben noch ein gutherziger man sein sol, alle gelegenheit an— gezeigt,... solch euer... vorgewandter vleiss gereicht uns... zu gnädigem gefallen; woln uns auch genzlichen versehen, solchs sol zu fortsetzung der sachen nicht wenig fordersam sein. und werden beide, der konig und sein sohn, der delphin, an zweifel... bedenken(werden, dieweil unser widerteil, der keiser, mit dem umgahet, dass er unter anderm fornemlich in disem kriege der deutschen nation freiheit zu vordrucken und dieselbe in seinen hispaniscmhen zwang und dienstbarkeit zu bringen willens, do im solcher 382 1546. Instruktion an Johann Sturm anschlag geratten solte,... was der eron Frankreich volgent vor beschwerungen doraus entstehen wurden. dorumb... wollet keinen fleis sparen, dem konige, delphin und andern solchs zum besten einzubilden, domit sie unsert— halben zu einer hulf mochten bewegt werden. Das ir auch mit gemeldtem Petro Strotza auf einen anschlag gedacht, nemlich nachdem im der konig achtzigtausend kronen schuldig, das er uns und unsern mit verwandten solch gelt ohne einigen wucher und gewin, do im der konig solehs erlegen, forstrecken wolte, sich auch erbotten, neben dem delphin mit ko. W. zu handeln, das sein ko. W. im das geld erlegen, auch einen weitern zuschus dozu zu thun, domit alzo in einer geheim uns ein summa gelts forgestreckt werden mochte, solchs haben wir von dem von Strotza auch freundlichen vernommen, konnen daraus... verstehen, das er eine sonderliche neigung... zu uns, disen stenden, tragen muss. und dieweil ir dann vor gut angesehen, das wir gemeldtem Strotza selbst schreiben, uns... bedanken und bitten solten, das er seinem erbieten nachkommen und sich sonsten in allen unsern sachen bei dem konig und delphin gut willig erzeigen wolte, so haben wir solche schrift verfertigen lassen und thun euch dieselbe hirmit ubersendent. die werdet ir ime zuzustellen und darauf weiter anzu— halten wissen, domit wir solch gelt neben einem stattlichen zusatz erlangen mugen. derhalben mochten auch die sachen durch den delphin, wie wir dann S. L. euerm bedenken nach hirneben auch sonderlich schreiben..., gefordert werden. das sich der konig mit uns... in eine offentlichs hulf und bunt nus einlisse, das sehen wir ganz gerne, begern auch gnediglichen, ir wollet an euerem moglichen fleis nichts erwinden lassen. und diweil wir vermerken, dass der delphin vor sein person zur sachen nicht ungenaigt und der von Strotza, diweil in der delphin wol leiden kan, vil guts bei den sachen thun mag, so haben wir beide unsere schreiben... euerem bedenken nach mit eigenen handen zu unterschreiben sovil weniger bedenken gehabt; thun aueh dem von Strotza vermelden, do er sich ze uns und unserm kriegsvolk ins felt begeben wil, das er uns daran zu sonderlichem guttem gefallen tette. so thun wir dem canzler... hierneben auch schreiben... solehe brief werdet ir allenthalben zu uberant worten und darneben mundlichen, was zur sachen forderlichen sein mag, anzuzeichenen wissen. Wir haben auch aus euerm schreiben verstanden, das von den unsern zu der zeit, als ir gegen Leon kommen...., niemands ankommen gewesen und wie es mit Clebergers schwacheit vor ein gelegenheit hat. und wiewol wir uns genzlichen versehen woln, unsere verordnete cammerrätte zu Ulm werden albereit jemandes gegen Leon verordnet haben..., so haben wir inen doch eilends geschrieben?, im fall do es noch zur zeit nicht geschehen, das sie solehs fordern sollen, domit desfals nichts verlappt werde. so haben wir inen auch vormeldung gethan, was mit aufbringung des geldes vor mass muste gehalten werden, damit die italienischen kaufleut solchs nicht wissens entpfaen, dieweil diselben dem babst und keiser der enden gelt aufzubringen auch bevel haben, innen auch albereit etwas aufbracht haben soln. do nun dieselben ankommen, so begern wir gnediglich, ir wollet innen... anleitung und bericht geben... so woln wir auch nicht zweifeln, unsere cammerrette di 260 1 Entw. dieser Schreiben a. a. CO., Reg. J, pag. 169, H, Mr. 4. Ausf. der kursächsischen Kanzlei in Stuttgart, Arch., Büschel 84; praes. 165. September. für seine Verhandlungen in Frankreich. 383 werden denselben verordenten bevel geben häben, durch welche hendeler sie bedechten, das die sachen auszurichten sein solten, domit ir diselben aber dem konige namhaftig machen muget. dieweil aber der Cleberger krang sein sol..., so haben wir den cammerretten bevoln, das si an sein stadt auf andere personen verdacht sein und solchs forderlichen den bevelhabern gegen Leon uf der post zuschreiben solten. und nachdem wir aus euerm schreiben weiter vernommen, aus was ursachen die ko. W. die bezalung gegen den kaufleuten... verzogen, und nicht wissen mugen, ob bei den kaufleuten und hendelern anne das ein stadliche summa geldes aufbracht werden mag, so haben wir im besten bedacht auch eine credenzschrift an die ko. W. hirmit zu uberschickens und begern demnach gnediglichen, wo fil— leicht bei angezeigten hendelern... ein stadliche summa gelts nicht mocht aufbracht... werden, ir wollet auf solche credenz bei der ko. W. weiter von unsertwegen... bitten, dass sein ko. W. den kaufleuten irer schulden be— zalung thun wolte, auf das die unsern... solch geld erlangen mochten. kontet ir aber zu verhutung verzugs... bei der ko. W. die sachen dahin richten. das die ko. W. dasselbe gelt... alsbald unsern verordenten zu Leon volgen... liesse und dogegen ire... verschreibung von den kaufleuten ent pfinge, doch das sich die unsern gegen innen, den hendelern, von unsertwegen fur solche summa geldes wiederumb auch verschriben..., doran geschee uns von seiner ko. W. zu ser freundlichem... gefallen. darumb so wollet solchs auf gegenwertige credenz mit allem fleis bei irer ko. W. suchen und nichts unterlassen. domit die ko. W. dem von Strotza dieselben 80000 kronen erlege und done ben noch einen zusatz zuthun[wolle]; do aber solchs bis anher nicht gescheen, so begern wir abermals..., ir wollet auf die uberschickte credenz... deshalben bei dem konige weitere emsige forwendung thun... und ob wir wol verhofft, gott der allmechtige, der wurde uns wider unsere feinde in verlaufener zeit sig und gluck gegeben haben, domit wir im etwas stadlicher, dann be— scheen, hetten abbrechen mugen, welchs auch an zweifel gescheen, do uns der feind dermassen nit hin und wider vorgezogen und sich letzlich in einen vorteil gelegt hette; wir wollen aber nochmals zu gott hoffen, er werde gnade und sig verleihen. was wir aber mit unserm kriegs volk gegen dem feinde gehandelt und wie verzagt sich der feind gegen uns gehalten, solches werdet ir aus beiliegendem verzeichnuss zu befinden und forder der ko. W. und, wem ir weiter bedenken muget, zu vorsteéhen geben. so thun wir euch auch hir— neben zuschicken, welchermassen wir uns gegen dem keiser erenthalben verw wart habens... datum den 14. September a. 15466. * Ein deutscher und ein lateinischer Entwurf dieser neuen Beglaubigung liegen in Weimar, a. a, CO., bei obigem Brief; nur der deutsche Entw. trägt das Datum 14. September (erw. von Ch. Schmidt und von Mentz a. a. CO.). * Liegt nicht bei. 5 Gemeint ist damit wohl entweder der Absagebrief vom 11. August(vgl. Nr. 318, Anm. 13) oder die Widerlegung vom 2. September(vgl. Nr. 319, Anm. H. Mas Datum steht nur auf dem Rücken des Entwurfs(vgl. Anm. 3). Es findet Bestätigung durch den folgenden Brief des Landgrafen Philipp an Ulm aus dem Lager vor Donauwörth vom 14. September:(Wir schreiben hierneben ern Jacob Sturmen*... das er etliche beigelegte briff Johanni Sturmio doctori eilend... in Frankreich zuschicken wolle; dan doran uns und unsern mitverwanten zum hochsten gelegen.“ Sie mögen die Briefe eilends nach Strassburg schicken(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXIII, Nr. 1255 mit dem Vermerk:«Cito, eito, eito, citissime)y). Da aber Johann Sturm diesmal nicht —— A, 384 1546. Vertretung Strassburgs auf dem Ulmer Tag. 361. Die XIII an Michael Han. 1546, September 15. Strassburg. Str. St. Arch., AA 541, f. 143. Ausf. mit Vermerk Hans:«Q. empfangen zu Ulm 17. Septembris mane hora 5. 4. 1546.» Wolff Böcklin und er sollen die Stadt auf dem Tag von Ulm vertreten. C... Es haben die baide, der churfurst zu Sachsen und landgrave zu Hessen..., einen zusamenkunfttag den zweinzigsten dis zu Ulm einzukomen usgeschriben Nr. 273], wie ir inligender copeiz zu sehen haben. so wir nun den vesten Wolff Bocklin, unsern ratsfreund, wie ir wisst, hievor zu unserm stimrat verordnet[Nr. 261] und die verfassung vermag, so die stend sich ainer einhelligen meinung nit vergleichen konden, das die stimrat alsdann den ausspruch thun sollens, so schreiben wir gedachtem Wolffen Bocklin sich auf... den zweinzigsten dis gon Ulm zu fuegen; dem wollen solliche brief* zum furderlichsten zuschaffen. darneben schicken wir euch hiebei ein instruction und begeren, ir wöllend nach inhalt derselben neben ime denselben tag helfen verdretten. und ob ir in der handlung befinden wurden, das die notturft erhaischen wolt euch jemand ferner zuzuschicken, das wollen uns zu wissen thun. seind wir urbittig, jemands verner von den unsern euch zuzeordnen... datum 15. Septembris a. 46.» über Strassburg ins Lager ritt(6. Nr. 371), so kam obiger Brief mit den Schreiben an den König, den Dauphin, Strozüi und den Kanzler an Weickmann, wie dieser am 4. Oktober den Kammerräten berichtete:« Soliche alle hab ich zu sichern handen lassen antwurten und befunden, das soliche mit gnedigem gefallen send angenomen worden und in sonder die ko. W. den seineln] selbs aufthun. und man hat ko. W. und dem daulphin jeden den seineln] 2 mall miessen lessen; daruf si= sich] der daulphin vill gutz erpotten in gestalt, als werdt mans bald spiren. gott verleich gutte vervolgt.“ Den Brief an Strozzi«haben seine verwalter alhie bei handen»(Ausf. in Stuttgart, a. a. CO.; praes. 11. Oktober). 361 1 Es war nach seiner Zählung der erste Brief, den er seit dem Schreiben der XIII vom 12. August(Nr. 282) erhielt; er war auch erst am 13. September wieder in Um ein— getroffen; vgl. Nr. 336, Anm. 6, Schluss. 2 Abschr. a. a. O., f. 117- 118. Nach$ 5 der Verfassung von 1536; vgl. Hortleder I, Kap. 10, S. 1330. Die Instruktion fehlt. Sie wurde am 13. September von den XIII im Rat vorgelegt und«der bedacht gevolgt mit der verenderung, wie dabei beschehen., Gleichzeitig beschloss man Han und Wolff Böcklin mit der Vertretung zu betrauen und im Notfall noch Heinrich von Müllenheim zu senden(Ratsprot. 1546, f. 4602). Dieser bittet am 15. eifrig ihm die Sendung zu erlassen; denn er sei«bei seinem eid nit so bered oder geschickt; dann ein gross ufsehens von den oberlendischen stetten uf meiner hern pottschaft... darzu hab er seiner zinslen und armut halben ime jetzo das auch beschwerlich.“ Man erklärt ihm aber, es gelte ja nur für den Notfall; dann versehe man sich,«er werde willig sein» (a. a. O., f. 465). Instruktionen für den Ulmer Tag sind z. B. erhalten von Herzog Ulrich in Stuttgart, Arch., Büschel 16, Nr. 5; von Konstanz in Konstanz, Arch., Reform. Fasc. 27, Nr. 155, 8. 553— 559, von Braunschweig in Braunschweig, Arch., Schm. Bd. XVII. f.— 15 und von Landgraf Philipp in Marburg, Arch., Nr. 907, f. 2—12 und Nr. 908, f. 2— 9. 1546. Ankunft Oldenburgs und Reifenbergs im Feldlager. 385 362. Ulman Böcklin an die XIII. 1546, September 15. Feldlager vor Donauwörth. Str. St. Arch., AA 551, f. 21-22. Or. Prod. So. I9. Septemher. zückkehr nach Donauwörth; Ankunft Oldenburgs; da der Kaiser den Krieg hinzieht, soll Strassburg sich bei Zeiten mit Proviant versehen; Gesandtschaft nach Augsburg wegen der Fugger. . Uwer nest schriben*, so ir an mich gethon, hab ich den 9. Sepdember umb miternacht vor Dunenwerd im leger ent pfangen und vermerk, das ir den kür- und firsten das schriben, so Sturmius us Frankrich geschickt Nr. 343], zufertigen lossen. was dasselb in in halts, hab ich kein beriecht noch entpfangen, acht ouch mir zu wissen nit gross von neten etc. und ferers das Michel Han der geist lichen gieter halb den kür- und virsten uf ir begeren gutten beriecht thun soll, loss? ich bi demselben bliben, wiewol solchs uk thato noch nit beschen. so vermerk ich, das uch von mir sitthar... den 26. Augusti[Nr. 330] kein schriben zukomen ist.“ Hat am 2. September geschrieben[Nr. 345] und am 9. Nr. 354],(das wir do uf Wendlingen zu ziehen und alsdan, wu miglich, den von Biren zu suchen. das haben wir gethon und sind doselbst 2 nacht glegen. als wir aber erfarens, das nime miglich in, den von Biren, zu erlangen, sind wir wider uf Thunenwerd in das alt leger gezogen, do wir uf tato noch ligen. und ist gestern‘ zu mittag der von Altenbürg und Riffenbürg mit 41 fenle knecht und uf 7 hondert pferd zu uns komen, firwor wolgerist, deren ich gar wenig usmüstern künd. Was ferer dorus wil werden, stott zu dem almechtigen. es meinen vil, der keiser werd die sachen uf die harr spielen und uf kinftigen somer erst die sachen recht angriffen. stott alls zu gott. und ist von neten mins erachtenls], das ir in unser statt uf allen vorrott bedacht sigen, was sich witer zutrieg, das ir gefast sind, wie ir dasselb in zitt der rug bas dan in unrug thun kinnen, es sig mit profiant oder sonst andern gutten kriegsordnungen ete. 5. hab ich 362 1 Vgl. Nr. 356, Anm. 3. ? Die Hs. hat:«soss». * Das erfuhr Ulman wohl, als er am 11. September zusammen mit dem Augsburger Kriegsrat Mattheus Langenmantel vom Landgrafen zum Nachtmahl berufen wurde, wie Langenmantel am selben Tage noch seinem Rat aus dem Lager bei Holzkirchen meldete (Ausf. in Augsburg, Arch., Literal. 1546). * Diese Zeitangabe wird durch ein Schreiben Gültlingens und Massenbachs vom 15. September an Herzog Ulrich bestätigt(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 30, Nr. 53a; praes. 18. September); ebenso durch den Brief der Fürsten und Kriegsräte an den Rat vom 16. September(Nr. 363). > Vgl. dazu die in Nr. 136, Anm, 2, erwähnten früheren Vorkehrungen des Rats. \m 22, September wird im Rat bemerkt, dass der Luzerner, bei dem man den Anken Butter] bestellt habe, jetzt 200 Zentner gebracht und in 10—12 Tagen noch 150 bringen wolle(Ratsprot. 1546, f. 475b). Am 4. Oktober wird im Rat vorgebracht:« Dieweil man heftig bauet, das man auch umb proviant und sonders umb fleisch sehe»(a. a. C., f. 490). Demgemäss sollen Verordnete(bedenken, wie man sich mit fugen mit vleisch und ander proviant versehe und wie mans den burgern fuglich anzeigt, sich mit salz, huter, vleisch, ger muess und frucht uf ein jar oder nach] eins jeden gelegenheit zu] versehen»(a. a. CO., f. 492). Die damalige Stimmung in Strassburg wird gekennzeichnet durch folgende, am 15. Sep— tember vom Stadtschreiber aufgenommene, Anzeige(in AA 552, f. 148):(Lorenz Herzog, der weber, sagt, als in der vergangnen wuchen seins behalts uf den mitwuch oder donnerstag 8. oder 9.[er] am morgen von seinem bet aufston wollen, hab ein stim zu ime gesprochen: sag den herren von Strassburg, das sie ire thurn versehen gross und klain... alle Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV 2: ———— EEE. 386 1546. Gesandtschaft nach Augsburg. im besten nit umbgon kinen. und ob uch‘... das schriben, so wir vir Ingelstatt gehandelt haben, nit zukomen wer,... wil ich uch, was ich hab doselbst gesehen, uf firderlich zuschribens. Es ist meister Franz Burckart, sech[s]isser vicekanzler, und min bruder Wolff zu eim rott der statt Qugspurg geschickt”, und ist ire befelch, bi eim rott doselbst anzubringen, das sie daran sin wolten, diewil die Fücker haben dem keiser gelt geluhen, das sie uns ouch lihen wolen, doch uf zimlich intressen und vorsicherungen. und so sie dasselb nit thun wirden, wer wol zu achten, wu die hien zu achten. was doselbst gehandelt, wurdt er zu siner ankonft uch nit verhalten... datum mittwoch den 14.3 Sepdember vor Thunen im leger a. 46.) 363. Der Kurfürst von Sachsen, Landgraf Philipp und die Kriegsräte an den Rat]. 1546, September 16. Feldlager vor Donauwörth. Str. St. Arch., AA 547, f. I2— I5. Aus. Prod. Mo. 20. September; reprod. Mi. 22. September. Ben. von Holländer, Str. J. Schm. Kr., S. Id und 15. Ankunft Oldenburgs; die bisher bezahlten 12 Doppelmonate genügen nicht; auch die Kammerräte können nichts aufbringen; bitten daher um weitere 6 Doppelmonate als Anlehen. C... Wir haben euch fur guter zeit berichtet Nr. 268], was grosser anzal volks wir... bei einander haben. nun wollen wir euch nit verhalten, das vorgestern der graf von Oldenpurg, Beichlingen und Reiffenperg mit zweien grossen haufen guter und rechtgeschaffener kriegsleut zu fuss und bis in achthundert pferde bei uns... ankommen... und seint got lob mit leuten weg und steg und brucken und sonderlich in den muelen und ausser den muelen. darab er seer erschrocken und es nit anzeigen wollen. sei er krank doruber worden und kein ruw gehapt in seinem leib bitz uf dise stund. es hab ime auch solliche stim angezeigt, wie solliche steg und weg abgeloffen und die thürn zersprengt werden soln durch ein volk, das in der stat sei und freund sein sollt. und hab in demselben ein gesicht gesehen, gleich als ob etliche rundelen und thurn albereid abgezeichnet und hien und wider mit pulver bezettelt. und so es mein hern leiden mogen, woll er sie an die ort und end fueren, do es von nöten seig. er hab in der fasten gesehen, wie es jetzo dem landgraffen gon sol und wie es der stat Strassburg gon werde.“ 36 Ist nicht in Strassburg erhalten. Ihre Werbung ist nach den Augsburger Ratsdekreten gedr. von Roth, Augsburgs Rei. Gesch. III, S. 490- 491, Anm. 20. Dort ist der Vorname Wolff Böcklins fälschlich mit«Hans»(8. 445 auch mit(Franz) angegeben; vgl. zu den Verhandlungen auch v. Stetten, Gesch. d. St. Augspurg I, 8. 396=- 400 und Kirch, D. Fugger und d. Schm. Kr., S. 49. Das Misstrauen, das man damals allgemein gegen Augsburg hatte, geht auch aus dem Brief von Ambr. Blaurer an Bullinger vom 10. September hervor(gedr. von Schiess, Briefwechs. d. Br. A. und Th. Blaurer II, Nr. 1343, S. 505); vgl. auch Roth, Augsburgs Ref. Gesch. III, S. 442- 443. * Mittwoch war aber der 15. September. Dass dieser Tag der richtige ist, wird durch die Zeitangabe der Ankunft Oldenburgs und Reifenbergs erhärtet; vgl. dazu auch Anm. 4. 363 Nach dem Entw. in Marburg, Arch., Nr. 906, f. 115- 118 wurde der Brief an alle Stände des oberländischen Kreises gerichtet. Bei der Ausf. an Um(in Ulm, Arch., Ref.Akt. XXXIII, Nr. 1262) liegt ein Zettel mit der Bitte, die Briefe an Herzog Ulrich, Strassburg, Frankfurt und die andern oberlendischen stett) zu besorgen.— An Ulm war schon am 165. ein Schreiben gerichtet worden, dessen Anfang meist wörtlich mit dem obigen übereinstimmt(a. a. O., Nr. 1259. ——— 1546. Anforderung von weiteren 6 Doppelmonaten. 387 zu ross und fuess nuemehr also stark und gefast, ob schon der von Beuern zu des keisers haufen stossen und sich gegen uns in handelung begeben wurde, das es, ob gott wölle, kein noth uf diessem theil haben sollt. ir konnet aber als die verstendigen darneben gedenken, das zu erhaltung eines solchen statlichen grossen kriegsvolks viel gelts gehoren will. dann soll daran mangel erscheinen und das kriegsvolk nit mogen bezalt werden, so habt ir woll zu erachten, was das fur unrichtigkeit under dem kriegsvolk, fur ein entliche zerstorung des gemeinen werks und fur ein umwiderpringlicher spodt, nachtheil und schaden sein will. wiewoll wir nun... einhelligſich geschlossen..., das ein jeder stand unserer ainung zwelf doppelmonat furderlich... erlegen solte, welche dan von den oberlendischen stenden und stedten gemeinlich... bezalt wordenz, auch von den sechsischen sehe und handstedten daran et zwas erlegt und umb iren ubrigen usstand durch unsere stadtliche botschaft ernstlich angesucht werden sollen*, so befinden wir doch, das solch gelt zu bezalung des kriegsvolks durch das langsam erlegen nicht gnugsam und das derhalben abermaln daran mangel erscheinen will. wiewoll wir auch darneben etliche cammerrethe verordnet und denen ernstlich bevohlen,... nach mitteln und wegen zu gedenken, dardurch sie zu gelt kommen... mochten, so haben doch dieselben cammerrethe bis daher gar wenig(gegen diessem grossen werk zu achten) usgerichb..., sondern sie schreiben uns wiederumbs, das sie nach aller irer angekerten muhe und arbeit von geld nichzit mehr kunten oder wusten ufzupringen. Die weil aber... ein statliche summa gelts vorhanden sein muss, dero wir numehr alle tag zu bezalung des kriegsvolks notturftig sein werden, derselben auch lenger nit zu entberen wissen, und dan gleichwoll die hohe... notturft sein wolte, das ein jeder stand noch... sechs doppelmonat zur hilf erlegt, so haben wir doch euer gut willigkeit und die usgaben, so ir derhalben mit uns erlitten, diesmals betrachtet und derowegen uf dis mittel gedacht, nemblich das ir euch mit solchen... sechs doppelmonaten furderlich solten] gefast machen, den halben theil derselben in vierzehen tagen nach uberantwortung diesser schrift und dan den andern halb theil auch in vierzehen tagen darnach zu uberant worten, und solche... sechs doppelmonat nicht als fur ein hilfgelt, sondern als fur ein anlehen uf unser und gemeiner unser ? Vgl. hierzu den in Nr. 351, Anm. 1 erwähnten Rechnungsauszug des württembergischen Kammerrats Moser vom 4. September. 3 Hierüber gibt ein in Marburg, Arch., Nr. 914, f. 3- 4 befindliches verzeichnus.. was ein jede stat an den topelmonaten erlegt hat», Auskunft. Eine entsprechende Instruktion der beiden Fürsten vom 16. September für Hauchwild Pflug, Amtmann zu Altenburg, und Rudolf Schenk, Statthalter zu Kassel, liegt in Marburg, Arch., Nr. 906, f. 133- 144(Entw. und Reinschr.).— Über den dann in Braunschweig am 5. Oktober abgehaltenen Tag vgl. auch Nr. 422, Anm. 2. 5 Am 14. September(Entw. in Stuttgart, Arch., Büschel 81); sie kommen darin zu dem Schluss: 6... Damit nun das christenliche werk der defension durch disen mangel nit ersitze, so wissen wir d[h]ain nehern noch gewissern oder bessern weg, dann das allen Stenden noch... 6 geduplirte monat in zeit wie vor... zu erlegen zum furderlisten geschriben werde; wie dan auch disen weg ein eſrbarer] rat der statt Strasburg durch ieren camerrat am fruchtharsten angezeigt haben ſoffenbar bei Hans Rückkehr am 13. September; vgl. Nr. 336, Anm. 6, Schluss]; und das nicht dest weniger durch die camerrethe und sunst mit allem vieiss an allen orten umh geld getrachtet wurde, wie wir dan fur unser person . unserm habenden bevelch nach furfaren.... 25* 388 1546. Frankfurt bittet Strassburg um ein Darlehen mit verwandten wiederbezalung erlegen... solten. so sein wir des.. erpietens euch... in bester form zu versichern..., das euch solche summa gelts wiederumb mit geburlichem interesse erstattet... werden solte. datum in unserm veltleger bei Tonawörd den 16. Septembris a. etc. 46.» 364. Die verordenten aus den alten des rats zu Frankenfurt) an die XIII. 1546, September 16. [(Frankfurt am Main.] Str. St. Arch., AA 544, f. 47—48. Ausf. Prod. Mo. 20. September. Erw. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 63, Anm. I. Haben kein Geld; wollen in der Nachbarschaft nicht leihen; bitten Strassburg um ein Darlehen. «... Wir tragen nit zweifel, es werden ir und andere unserer cristlichen ainigung und disser gegenwertigen kriegshandlung verwandte so wol als wir gewar..., was fur ain merklich gross gelt auf das kriegsvolk... auflauft; und das nit gross wunder, ob wir und unsers gleichen uns derwegen an parschaft hochlich entplosst hetten. und lasst sich aber die gelegenhait derselben kriegshandlung noch zur zeit dermassen nit ansehen, das die in Kurzem ir endschaft erraichen moge; derwegen auch des darlegens noch kain aufhorens sein wirdt. dieweil wir dann in unserm gemainen seckel durch vorige und itzige der ainigung halben beschehen, auch beu und andere ausgaben, die wir sonst etliche jar her gethan, dermassen erschopft, das die notdurft ervordern will, uns auf ein fursorg und uf ain harr von aussen mit gelt gefasst zu machen, weren wir bedacht gewesen, in dieser unser herbstmess mit den kaufleuten umb gelt uf zimlich interesse handlen zu lassen: wie wir dann etlichen unsern ratsfreunden bevolhen, derwegen an ire bekannten zu Strassburg, so in unsern messen hantierung haben, zu schreiben, die sich auch, im fall das inen uf dise mess von iren glaubigern bezalung beschehen wolte, gut williglich erpotten, was inen also alhie gefiel,... darzuleihen. werden aber unsere ratsfreunde itzo... bericht, das sie sich kainer bezalung vermuten, wie wir dann selbst vor augen sehen, das disse mess kain oder je gar wenig hantierung sein wirdt!; und also solcher unser anslag an disem ort gefallen ist. ob dann auch bei den graven umb uns her schon etwas aufzu— pringen were, so will doch nit allain unser gelegenhait nit wol sein, ain solches diser zeit an sie gelangen und uns so weit, als das wir gelts aufzubringen notdurftig seien, merken zu lassen. sonder wir tragen auch die fursorg, das noch zur zeit und ehe man sicht, auf welche seiten die wage slagen wolle, bei inen nichts zu erlangen sein wurdez. und werden derwegen verursacht, euch als unsere besonder liebe und gute freund... hierin... anzusuchen... pittend, nachdem ain erbar stat Strasspurg dermassen gesessen und, als wir nit zweifeln, gefasst ist, das sie unangesehen diser gegenwertigen... kriegshandlung uns hierin wol zu statten komen kan, ir wollet... disse freundliche hilf... thun, damit uns entweder aus dem gemainen gut zu Strasspurg oder wo das, als wir uns doch nit versehen, nit sein konnte, von sondern personen oder andern umbligenden stetten ain dapfere summa als funfzig bis in die sechzig tausent gl. auf zimlich.. interesse, auch gnugsame verschreibung und versicherung mochte furgestregkt... werden... Dat. Do. 16. September 46. 2641 Vgl. Quellen zur Frankf. Gesch. II, 8. 3022- 303 und Kirch, D. Fugger u. d. Schm. Kr., 8. 157. 2 S. Collischonn, a. a. O., S. 63, Anm. 4. 1546. Vorschlag einer Anleihe bei den Untertanen der Bundesstände. 389 365. Der Kurfürst von Sachsen, Landgraf Philipp und die Kriegsräte an die XIII. 1546, September 17. Feldlager vor Donauwörth. Str. St. Arch., AA 547, f. 16—19. usf.— Prod. Di. 21. reprod. Mi. 22. Septemher, Prod. Sa. 25. September. Jeder Stand soll seine vermögenden Untertanen zu Anleihen bestimmen und Geld eiligst senden. Verweisen auf Nr. 363.(Derhalben wir uns dann versehen, ir werden an solcher... darleihung der sechs doppelmonat keinen mangel erscheinen lassen. dieweil aber dis werk... beharrt werden muss, wir auch nit wissen konnen, wann sich dasselb enden wirdet, so habt ir wol zu erachten, das es mit obgemelt er kurstreckung... nicht auszurichten, sonder ein mehrere summa gelts von nothen sein will... und demnach so haben wir uber die vorige anschlege... noch weiter uf diese wege getrachtet: namblich das ein jeder... stand und stadt... alspald etliche verstendige personen er welten, wilche eines jeden stands... gelegenheit wustel n]...; und soll derselben bevelch daruf stehen, das sie alle lands- und undersassen, als hern vom adel und andere vermögenliche leute..„mit vleis verzeichnen und dahin vermögen sollen, das ein jeder nach seinem guten willen und vermogen ein summa gelts... zu diesem christlichen werk darleihen wolle, sie auch darbei erinnern, das es zu er haltung gottes ehr, seines heiligen worts, unser aller vatterland und teutscher nation freiheit und libertet dienen werde. und so dieselben vermoglichen mit irem ver mogen und, was sie darleihen konten, . ufgezeichnet, 6 so solt ein jeder churfurst, furst, grave und stadt solche summa gelts von einem jeden in sonderheit ent pfahen und entlehnen, sich auch geg zen solchen seinen underthanen verschreiben. was nun also ein jeder... stand... von den seinen... entlehnet, das soll furter derselb... gemeinen stenden... furderlich zu iren handen antwurten. dagegen... wollen wir... uns gegen einem jeden... stand umb solche furgestreckte summa in bester form verschreiben..„solch gelt widerumb mit geburlichem interesse... zu bezalen. durch diesen wege mochte one sondere beschwerung ein statliche summa gelts ufgebracht und... zu bezalung... des krigsvolks verwendt werden. daruf so begeren wir..., ir wolt die.. beschwerung, so aus mangel des gelts gewisslich entstehen wirdet, berachten und den obgemeſten unsern furschlag... in das werk... unver6 bringen und daran nicht zweifeln, das hirin ungleicheit gehalten werde, sondern das wir neben darstreckung unserer leibe darzu auch. verhelfen wollen, und furter uns solch gelts[!] eilents zuschicken. das wirdt euch und den euern selbst zu gutem gereichen... datum in unserm veldleger bei Tonawerda den 17. Septembris a. etc. 46.2» 365 1 Nach dem Entw. in Marburg, Arch., Nr. 906, f. 120—124 war das Ausschreiben an alle oberländischen Bundesstände gerichtet. * Der Brief vom 16. September(Nr. 363) und der obige wurden in der Ratssitzung vom 22. September vorgelegt. Die XIII zeigten dabei an,* man hie vor Micheln Hanen uf sein antwort statt:(anbringen y] zu antwort geben[vgl. Nr. 318, Anm. 22], das, so es ander stend auch theten, das man noch 6 doppelmonat dargeben wolt. das hab derselb bei den camerrèeten und die camerret bei den fursten anzeigt... Ivgl. Nr. 363, Anm. 5]. Die XIII trugen sodann die von ihnen entworfene Antwort vor;«erkant: ist der bedacht der hern XIII gevolgt, das man die 6 doppelmonat also leihen soll; und mein hern XIII gwalt geben die missive hinweg zu fertigen»(Ratsprot. 1546, f. 4779 479). Der Brief e . 390 1546. Ermordung von Philipp de Fresnes; Basels Darlehen an Strassburg; 366. Der Kurfürst von Sachsen an den Rat. 1546, September 17. Feldlager bei Donauwörth. Str. St. Arch., AA 547, f. 65— 66. Aus. Prod. Mi. 22. September, prod.«vo ret und 21» den 25. September. Ermordung Philipps, Herrn de Fresnes. Zettel: Name des Täters. Teilt mit, das etzliche Francosen den edlen... Philipsen hern zu Frehn seligen, welcher bei uns in unserm leger gewesen, dise vergangne nacht, wie wir von seinen dienern bericht worden, jemerlich und ubel erstochen... haben sollen... nachdem sich dan der theter fluchtig gemacht und vermutlichen seinen weg uf... Strassburg zu nehmen wirdet,... so gesinnen wir gnediglich, do bemelter Francoss durch gedachts von Frehns seligen dinere in euer stadt gerichten oder gebieten bedreten wirdet, ir wollet denselbigen dermassen an- und einnehmen, damit sie und seine freuntschaft geburlichs rechten an ime bekommen mugen, und ine von dannen nicht kommen lassen...) Dat. Lager bei Donauwörth, 17. September 46. Zettel: Bemerkt noch vom Täter,«so nennet er sich Schedalum und Andelum. 2) 367. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, September 17. Strassburg. Basel, Arch., Stadt Strassburg C. Ausf. Basels Darlehen an Strassburg; Kriegsnachrichten. Antwort auf Nr. 358. Da es Basel beschwerlich ist, Konstanz die 4000 Gulden zu geben, so wollen sie die ganze Summe nehmen. Sie pflegen den Namen ihres Stettmeisters in die Verschreibung zu setzen. Sie wollen diese nach der zugesandten Abschrift fertigen lassen und Basel zuschicken.«Ir wollen auch, bitten wir, das gelt bei euch bitz auf fernern unser zuschreiben doben behalten. Weiteres Geld in Kronen, Goldgulden, Talern oder Batzen wollen sie annehmen;(und dieweil die rappenmunz uns nit dienlich, das ir derselben kaine ferner empfahen oder ufnemen wollen. 15 ging dann am 253. September ab(Vr. 375).— Am 265. September wurde das obige Schreiben dem Rate nochmals vorgelegt, und weil(jungsten den fursten geschriben Nr. 376], das mans versuchen woll, seind geordnet hſer] Egenolf Röder und Jacob von Duntzenheim» (a. a. O., f. S3 a). 366 Der Rat beschliesst darauf am 25. September,«so er heer keme, von ampz wegen nichtz gegen im zu handlen. viel inen aber jeman an und begert recht und derselb sich in ein gegengefengnus begeben wolt, soll man einen mit der gefengnus halten wie den andern (Ratsprot. 1546, f. 483 a). ? Auch in den Weimarer Akten, in denen ein ganzes Faszikel(Reg. J, pag. 544, X, Nr. 4 über den Fall handelt, wird als Täter angegeben«der von Schettelung, Andelo genant.“ Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um Francois de Chatillon, sieur d' Andelot, handelt, den Bruder Colignys. Vgl. auch den Bericht über die Tat in Letters and papers XXI. 2, 8. 120, Nr. 255 und Zeller, La réunion de Metz I, 8. 95, Anm. 1. 867 Die Geheimen von Basel verschoben in ihrer Antwort vom 20. September die Entscheidung über die Zinsverschreibung, bis sie wieder zahlreicher seien, da sie(bi diser unmussigen herpstzit» nur in kleiner Anzahl beisammen seien(Ausf. in AA 556, f. 4- 5; prod. Sa. 25. September).— Am 23. September erklären sie sich mit der Form der Verschreibung und dem übrigen Inhalt des Briefs der XIII vom 17. ein verstanden und fügen 5 m Strassburgs Vertretung auf dem Tage zu Ulm. 391 Legen die Aussagen der im letzten Scharmützel gefangenen Kaiser— lichen? bei.«Und haben wir von den unsern seither nichts dann das die unsern bitz gon Wendlingen fur Donawerd heraufkomen, dem von Beuren under augen ziehen wollen. dieweil aber derselbig fur den neuwen Markt uf Regenspurg oder zwischen Regenspurg und Ingolstat der Thunauw zu zeucht und sie inen nit haben erziehen mogen, haben die unsern sich auch wider gwendt, fur Thunawerd hienab in ir alt leger gezogen, da der von Oldenburg und der von Malsperg mit dem volk, so zu Frankfurt gelegen, zu inen komen seind; und versicht man sich, sie werden den veind widersuchen, ob er inen jet zo, so der von Beuren zu inen kompt, desto ehe ein schlacht liffern wolle...) Dat. 17. September 46. 368. Michael Han an die XIII. 1546, September 17. Ulm.] Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, j. 470.— Aufzeichnung des Stadtschreihers). Prod. 20. September. Mögen einen anderen zum Ulmer Tag senden, da er und Wolff Böcklin überlastet sind. Antwort auf Nr. 361. Wolff Böcklin ist nicht im Lager,«werd oft botschaftzweis geschickt, das man sein nit gewiss; so dien er im leger umb ein besoldigung, wurd im ubel anston, jetzo, so man dem veind wider under die augen ziehen soll, das er sich anderer gescheft beladen soll. so kund er, Michel Han, auch nit alweg bei den sachen sein; dan sie, die cammerret, auch botschaften zu reiten haben, wie[er] albereit zwen verritten. solt er dan in gemeiner stend costen sein und man inen etwan brauchen wolt, solt er dan bei diser handlung sein sollen, wurden die andern camerreth nit zufriden sein. rath und pit jemanden verstendigen uf disen tag zu ordnen; dan die sachen wichtig sein werden. 2) hinzu, Bern höre aus Italien, dass, weil der Enkel des Papstes Ottavio Farnese] gefallen sei, der Papst 8 12000 Mann und sein Sohn, der Herzog von Parma, auch einige Tausend nach Deutschland schicken wollen, um ihn zu rächen. Der Vicekönig von Mailand besichtige unter dem Vorwand einer(badenfart) die Orte in Piemont(Ausf. a. a. CO., f. 6— 7; prod. So. 26. September). 2 Vgl. Nr. 354, Anm. 5; Strassburger Abschr. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. bis 487. 368 1 Der Brief ist nur im Auszug des Ratsprotokolls a. a. CO. erhalten. 2 Man beschliesst in der Ratssitzung vom 20. September ihm zu schreiben, da man Wolff Böcklin als Stimmrat geschickt habe, könne sich niemand beschweren,«das er disen tag vers een solt. darumb nochmals meiner hern beger, das sie beide der sachen sich undernemen.“ Im Notfall werde man auch jemanden schicken. Gleichzeitig wird nochmals vgl. Nr. 361, Anm. 4] mit Müllenheim verhandelt, der erklärt, dime sei nit sovill am herbst, sonder daran gelegen, das er der sachen nit verstendig und nit wiss deren gnugsam; wo etwas versaumpt, wer ime beschwerlich. also haben si ime gesagt, er hab doch Michel Hanen und Bocklin an der hand, die ime auch mogen zu zeiten berathen sein. so mög ers auch jeder zeit bei der post herschreiben, daz er sich nit zu beschweren[hab]. also hab er sich bewilligt, er wöll sich darzu gebrauchen lassen und sein bests thun. pleibt dabei» k O., 1. 471). 185 WO r N 392 1546. Strassburgs Bedenken gegen die Einziehung der geistlichen Güter; 369. Der Rat an den Kurfürsten von Sachsen und Landgraf Philipp. 1546, September 18. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, /ſ. tl- 266. us. Praes. 21. Septemhbe/ Ben. von Holländer, Str. j. Schm. Kr., S. 33-34, erw. von Lenz. Brigſah. II. 459, Anm. J. Bedenken gegen das Ausschreiben betr. Einziehung der geistlichen Güter; Strassburg hat die seinigen längst eingezogen. Zettel: Niedbruck aus England zurück: der öonig zu einem Bunde bereit. Antwort auf Nr. 356.«Und haben der sachen, als die an ir selbs wichtig und gros und im thun und lassen allerlei beschwerungen mit sich bringt, unsers besten vleiss nachgedacht und e. chfl. und fl. G. uf derselben begeren sollich unser bedenken nit verhalten wöllen. wir zweiflen nit, das der merertheil und fast aller geistlichen gemuet dahin gesinnet, wo der kei. Mt. solte ein sig gegen disen stenden gerathen, das sie sich alle offentlich zu irer Mt. schlagen... wurden. dagegen gedenken wir aber auch, dieweil sie sehen, das dise stend dermassen von gottes gnaden mit kriegsvolk gfast, das bei innen zweifelig, wem gott den sig verleihen wölle, das iren vil seien, die noch zur zeit gros podenkens haben, sich offentlich zu der kei. Mt. oder in ir hilf zu geben. da tragen wir nun furzorg, so sie durch ein offentlich usschreiben bericht oder sonst den angriff sehen wurden, das dise stend one underscheid alle geistlichen zu verjagen, ire gueter inzunemmen willens weren, das sie unvermeidlich getrungen wurden, sich alsdann mit allem irem vermögen offentlich in der kei. Mt. hilf zu thun. werden auch gut ursach haben, ir ritterschaft und manschaft zur gegenwer zu bewegen, als ob sie gern stillgsessen, frid ghalten, aber darüber von disen stenden one ursach angegriffen und zur gegenwer getrungen weren worden. und sonderlich diejenen, 80 disen stenden also entlegen, das sie von innen nit überzugs zu gwarten oder sonst des vermögens, das sie sich vor den unsern wol ufhalten mögen, als da seind Meinz, Trier, Salzburg und vil andre mehr. So ist auch zu gedenken, das die andren, so disen stenden gsessen und des vermögens nit seind sich ir zu erweren, das best, so sie in barschaft und kleinöttern haben, schon albereit an ir gwarsam bracht, also das kein vorrath bei innen zu finden, soll man sich dann des kriegskosten allein bei den underthanen erholen wöllen, macht bald unwillen und gibt ursach nach iren vorigen herren wider zu denken. zu dem allen so wolts, an so vil orten die geistlichen, die vil land und leut haben, anzugreifen, ein sonder kriegs volk zu ross und fus, spott und schaden zu verhuetten, erfordren, uf welches dann, und so es erobert, uf die besatzungen ein grosser kosten den sondern stenden ufgeen und ursach geben wurde, das dardurch destweniger das kriegsvolk, so in grosser anzal bei e. chfl. und fl. G. im veld ist, erhalten und bezalt werden möchten. wir tragen auch nit wenig fürsorg, es möcht sollich gemein fürnemmen gegen allen geistlichen andren stenden des reichs, auch denen, so unserer religion, aber noch nit in unserer verstendnus seind, allerlei Heeren machen, damit sie sich desto weniger zu uns begeben. was es dann auch bei Frankreich, da die geistlichen noch das regiment fast in handen haben, verursachen möcht, das haben e. chfl. und fl. G. us irem selbs verstand zu ermessen. Us disen und andren mehr ursachen bedenken wir, das noch zur zeit nit gut sein solt, also durch ein gemein usschreiben oder sonst in andre weg sieh Gesandtschaft in England. 393 vernemmen zu lassen, als ob wir alle geistlichen für unsere feind(wiewol sie es im grund seind) achten und hielten, sonder das darmit zu verziehen were, ob gott der allmechtig unserm theil etwas sigs gegen unsern feinden verluhe. alsdann were zu verhoffen, das die sach wurde durch gnedige verleihung gottes besser und mit mindrer gfar und nachtheil zu verrichten sein. und das mitler weil allein gegen denen geistlichen, so sich unsern feinden anhengig gmacht, dieselben mit gschütz, pulver, gelt oder in andre weg gfürdert, ghandelt wurde nit us der ursach, das sie geistlich oder unserer religion zuwider weren, sonder das sie sich gegen uns wider den land- und gegebne religionsfridden feindlich erzeigt und zu diser gegenwer verursacht und getrungen hetten... Was es dann sonst der clöster, stift und geistlichen guetter halb(us— gescheiden des thumbstifts), so in unserer statt und oberkeit ligen, für ein gelegenheit habe, wie die in unserem schutz, schirm, burgrechten und der mehrertheil zu den ministerien, schulen und underhaltung der armen ver— wendet und also in unser verwaltung vorlangest kommen seindi, des haben wir unserem verordneten cammerrath, Michel Hanen, uf sein beschehen werbung gnugsamen bericht geben; zweiflen nit, er hab desselben e. chfl. und fl. G. durch unseren kriegsrath, herren Ulman Böcklin, oder für sich selbs nunmehr auch berichtet; darbei wir es dann nachmaln pleiben lassen...) Dat. Sa. 18. September 1546. Zettel: C... Es ist doctor Hans von Metz us Engelland alhie ankommen in willens, in einem tag oder zweien wider zu e. chfl. und fl. G. zu reiten. und bringt, das der könig von Engelland willens sei, mit e. chfl. und fl. G. und disen stenden ein pündnus einzugeen, wie e. chfl. und fl. G. von im selbs vernemmen werdenz. datum ut in literis.» 370. Die XIII an Wolff Böcklin und Michael Han. 1546, September 18. Strassburg. Str. St. Archi, AA 550, j. 115—116. Ausf. mit dem Vermerk Hans:«R. empfangen zu Ulm den 20. Septemhris d. 46 circa meridiem.) Senden Abschriften ihres Briefwechsels wegen der Einziehung der geistlichen Güter. Zettel: Einzahlung von 4000 Gulden; Kleberger tot. Senden ihnen Abschriften vom Brief der beiden Fürsten vom 10. September[Nr. 356] und ihrer Antwort vom 18. Nr. 369) wegen der Einziehung der 369 1 Vgl. darüber Winckelmann, Das Fürsorgewesen der Stadt Strassburg vor und nach der Reform.; ferner Adam, REvangel. Kirchengesch. der Stadt Strassburg, 1. Teil, Kap. 6, und 12. ? Der engl. Entw. der Antwort Heinrichs VIII. vom 30. August auf Niedbrucks Anbringen ist gedr. in State papers XI, S. 280- 282; vgl. auch Letters and papers XXI. 1, Nr. 1526, 8. 754- 755.— Von der lateinischen, Niedbruck mitgegebenen, Fassung liegt eine Abschr. Jakob Sturms mit dem Rückvermerk:(Articuli anglici A»— in AA 531, f. 90— 91(deutsche Ubersetzg. davon in Augsburg, Arch., Iiteral. 1546 und in Um, Arch., Ref. Akt. XXXIII, Nr. 1310). In dieser latein. Fassung ist der erste Absatz, in welchem dem Landgrafen eine Pension von 12000 Gulden angeboten wird vgl. Nr. 376, Anm. 1], fortgelassen und die Jählung der Absätze demgemäss verändert. Vgl. auch Bucers Stellungnahme zu der englischen Antwort in seinem Brief an Landgraf Philipp vom 19. September; gedr. von Lenz, Briefw. II, S. 459— 461. * n w. 394 1546. Goldtransport Granvellas durch die Schwei. geistlichen Güter!, damit sie sich danach richten könnenz. Dat. 18. September 46. Zettel:(Es hat der vest Ludwig von Eschnauws die viertausent guldin, so euch, Michael Hanen, bewusst, an der munz bei uns erlegt. so ist von Lyon komen, das her Hans Cleberger tods abgangen seis. haben wir euch nit verhalten wollen, den camerraten das anzuzdigen, ob sie uf jemand andern bedacht, der Georgen Weickman in seinen gescheften an Clebergers stat behilflich were. datum ut in literis.» 371. Sehultheiss, Venner und Heimliche zu Bern an die XIII von Basel. 1546, September 20. Bern.] Basel, Polit. M 8, 3, f. 275. Ausf. Ben. von(leiser, H. Haltung der Schweiz währ. d. Schm. Kr., S. 216. Reise Johann Sturms; Goldtransport Granvellas durch die Schweiz. Danken für ihren Brief vom letzten Freitag[September 171;«und wellend uch darneben nit verhalten, das doctor Johan Sturm von Strassburg verschiner wuchen einem unserm burger, der an geverd zu Sollothurn gsin, gar noch gliche meinung anzöugt hat, namlich wie der herr von Granvelle von Bysantz zwo tonen golds durch Nüwenburg und har in unser statt einem eedelman hienien dem keiser zuvertigen solle.» Haben angeordnet, dass der Transport niedergeworfen werden soll. Bitten, sich bei Sturm oder ihrem Gewährsmann näher nach Zeit und Art des Transports zu erkundigen. Dat. 20. September 1546. 370 1 Abschr. a. a. Q.. f. 105- 110 und 111-114; beim Brief Strassburgs fehlt der Zettel über Niedbruck. Nach Ratsprot. 1546, f. 466 wurde am selben Tage auch ein Brief an Ulman Böcklin gerichtet, der verloren ist. * Er war Pfalzgraf Wolfgangs von Zweibrücken Amtmann zu Neukastel; vgl. Aitteil. d. Hist. Vereins d. Pfalz XXI, S. 202. * Durch Eschenau hatte Wolfgang von Zweibrücken dieses Geld Strassburg zustellen lassen, welches es am 12. Oktober an die Kammerräte iberwies. Darüber findet sich kolgende Angabe in einer Aufzählung über die dem Bund geliehenen Summen(in Um, Arch., Ref. Akt. XII, Nr. 3249):(Item so hat... herzog Wolfgang zu Zwaibruck etc. uf den 12. Octobris a. etc. 46 durch die herrn von Strassburg anlehens weis furgestreckt kl. 4000. doch ist seinen fl. G. allain ain schlechte recognition in der hern camerrath namen darumb geben, derselben sollich gelt wider zu bezalen, aber weder zeit noch ort darin bestimpt.“— Auch in der Abrechnung der Kammerräte(in Stuttgart, Arch., Büschel 107, k. 22) stand ursprünglich:(Linstags den 12. Octobris a. etc. 46 haben die herrn von Strassburg erlegen lassen in namen... herzog Wolfgangen zu Zwaibrucken, so er disen stenden zu gutem dargegeben, 4000 gl.. Die Eintragung ist dann von«in namen) an fast unleserlich gemacht und ersetzt worden durch folgende Worte:(So disem werk zu nutz von gutherzigen an ainiche widererstattung dargeben worden ist, 4000 gl.». Vgl. auch Kirch, D. Fugger u. d. Schm. Kr., S. 59, Anm. 3. Am 4. September; vgl. Ehrenberg, Hans Kleberg, 8. 31 und Georg Weickmanns zrief vom 13. September in Nr. 374, Anm. 2. 1546. Eroberung Neuburgs durch den Kaiser. 372. Ulman Böcklin an die XII. 1546, September 21. Feldlager bei Donauwörth. Str. St. Arch., AA 551, f. 25—26 und AA 550, f. 141(Zettel). Or. Prod. Di. 28. September. Erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 30, Anm. I. Fall von Neuburg; seine Besoldung. Zettel: Aufstellung seiner Gebührnisse im braunschweigischen und jetzigen Kriegszuge. C.. Ich hab uch nest mols uf uwer schriben... belangen groff Wilhelm von Firstenberg rottschimel wider antwurt zukomen lossen...; wil mich desselben halten. wiewol die sag, er sol noch ins leger komen; ist aber uf tato noch nit ankomen etc. verers so haben wir, als wir vor Ingelstatt abgezogen, 3 fenle knecht uf begeren der regenten zu Nüwenbürg in besat zungen glegt; und wiewol von uns nit gern beschen, angesehen das kein vest und nit zu erhalten fermittlich, so ist es doch beschen. als nun der keiser solchs vermerkt, hat er Nuwenburg berenen lossen. als nun von den knechten ver— standen, das er das belagern wurdt, haben sie uns dasselb zugeschriben et.. nun haben die kur- und firsten mit uns, den kriegsreten, ouch den regenten zu Nuwenburg bedocht, ob die zu entset zen oder nit, und haben in rott der regenten und, nocmhdem wir die gelegenheit gewist haben, vir gutt angesehen, das wir inen, den knechten, schriben solllen], das sie harusziehen oder uf— geben, wie sie am besten bedunkt; dan der zitt und anders halben ist (weder] thunlich noch rottlich gewesen sie zu entsetzen. nun haben sie ver— schinen tagen Nuwenburg ibergebenz, mit was küdigions, ist nit wisslich, dan so vil ich von... dem landgroffen in roten gehert, also das die knecht geblindert und wil man sagen, das stettle ouch; doch weiss ich solehs gloublich nit. und aber wor, das die knecht haben schweren miessen, ir leben lang nit wider den keiser zu dienen. er hat ouch die houbtlitt bi sich behalten; was er dorus wil machen, wurt die zitt geben. und als ich von etlichen verstand, wer noch an dem gewesen, sie weren all erstochen worden; und als die gemein sag, so sol der von Madrütz ursachen sin, das sie dorvon komen in moss, wie vor stott. und hat also luten wolen, wu es weren Schwut zer gewesen, solt keiner dovon komen sin. wir haben hitt morgen von den obersten und kriegs verstendigen unser leger besehen lossen, was doran der nottdürft noch zu orden, zu bessern, das solchs den virsten angezeſiſgt sol werden. und warten all stond des angriffs oder ufbruchs des keiserls];... es ist ein gross usgeben bi uns an gelt, also das ich vor andern nit zukomen kan. hab doruf min statt, wie ich vor Wolferbitt gehalten bin,... den andern 2musterherrn ibergebens... ich hab sonst 200 gl. zu den 200 gl., so ir mir geluhen, entlenet 372 1 Der fehlende Brief der XIII enthielt nach Ulman Böcklins Antwort vom«sondag morgen zu 8 uren den 19. Sepdember)(Or. in AA 551, f. 23 24; prod. Do. 23. September) die Mitteilung, dass Jakob Sturm mit Fürstenberg über dessen Rotschimmel geredet habe; «das ich denselben, so er zu uns kompt, soll drum ansprechen. das wil ich, so er kompt, nit vergessen. ist aber uf tato noch nit ankomen. und dan das ir... wolt umb ein fli{n]k hierich zimlich pferd lugen und das mir zuschicken.“ Im Anschluss daran berichtet Böcklin ausführlich über seine Pferde; sonst enthält der Brief nichts. 2 Am 18. September; vgl. v. Druffel, Viglius, S. 94 und Nuntiaturber. IX. S. 260 und 5 96- 597. 3=(condition». Vgl. auch die Ausführungen Bucers in Nr. 413, Aum. 8. Vgl. dazu seinen Zettel. EEE EEE EEE N ] 1. —— , 396 1546. Besoldung des Strassburger Kriegsrats; = ist min biten, ir wolt mir min besoldung monatlichen inbehaltens.. dat um leger vor Thunenwerd uf zinstag den 21. Sepdemer umb 12 uren zu mittagzitt in ill geschriben a. 46.» Zettel:«Dis hienoch gemelt was min besoldung, als die stend der christenlichen religion das land Brünschwig erobert haben; und ist nochgonds Danileſl Suter, so mich versehen hat?, ouch geben worden: item 12 pferd, uf eins den monat 12 gl., dorunder min libpferd, wurdt vir 18 gl. als ein kierisser gerecht. item ein drosspferd ouch ein monat 1291.; item 2 drapanten uf einen monat 8 gl. jedem; item ein koch den monat 8 gl.; item ein wagen mit 5. pferden, uf jedes pferd 10 gl., macht 50 gl.; item 200 gl. uf min lib, ist 100 als eim kriegsrott und 100 gl. als eim müsterheren. nun hab ich jez witer dan zu mol: item 8 gl. den zweien wagenliten, l ein monat 4 gl.; item 1 karch mit 2 pferden, so ich erkouffts; gott ouch kost uf. y 373. Der Kurfürst von Sachsen, Landgraf Philipp und die Kriegsräte an den Rat]. 1546, September 21. Feldlager bei Donauwörth. Str. St. Arch., AA 547, /. 26- 23. Aus. Prod. Sa. 25. September. Schreiben jetzt die neuen 6 Doppelmonate als allgemeine Anlage aus. In ihrer Antwort auf das Ausschreiben vom 16. September Nr. 363 haben Württemberg und Augsburg ausgeführt?,«warumb diesser anschlag des... darleihens... der recht weg zu erlangung des gelts nicht sein... werde und das derhalben besser... sein solt, da ein ider stand solche... sechs doppelmonat in craft der einung als vor ein hilfgelt... alspald erlegte. dieweil dan solchs von unsern chammerrethen... zu Ulm. insonderheit aber von euch gleicher gestalt vor gutt angesehen, so haben wir.. geschlossen, das ein ider stand solche... sechs doppelmonat... als ein hilfgelt... ver| 5 Nämlich an Strassburgs Anlage.— Da Ulman Böcklin als einziger von den oberländischen Kriegsräten zum Landgrafen gesandt worden war, wird auch nur seine Besoldung in der hessischen Kriegsrechnung aufgeführt(Marburg, Arch., Nr. 893, f. 48; vgl. Paetel, D. Organ. d. hess. Heeres, S. 189). Die übrigen wurden im Oberland bezahlt. Ein Verzeichnis darüber:(Schwebischer stend staut», das nicht vor Ende September verfasst sein kann, liegt in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVI. Nr. 1732. Vgl. über ihn Nr. 121, Anm. 4. $ Vgl: Nr: 296; Er erhielt aber nach der Abrechnung vom 21. Oktober für Wagen und Karren zusammen nur 50 Gulden, also im ganzen monatlich 436 Gulden, daher für die 3 Monate vom 5. Juli bis zum 2. Oktober 1308 Gulden.— Die Abrechnung liegt in AA 550, f. 126(erw. von Holländer, a. a. O., S. 9, Anm., in einer Abschr. Hans, dem er sie am Di., 21. Oktober, aus dem Lager bei Giengen mit der Bitte übersandt hatte. soviel einzubehalten(Or. a. a. CO.. f. 124 und 127, mit Hans Vermerk:« Accepi Ulmae 23. CQetobris 46»). Am 22. Oktober erneuert er diese Bitte(Or. in AA 541, f. 146- 147, mit dem gleichen Vermerk Hans wie zum Brief vom 21).— Am 26. Oktober quittiert Ulman über die 1308 Gulden(Abschr. a. a. CO., f. 125; vgl. auch die hessische Kriegsrechnung in Marburg, a. a. O.; erw. in Anm. 67. 373 Nach dem Entw. in Marburg, Arch., Nr. 906, f. 129- 1323 wurde der Brief an alle Bundesstände gesandt; für Um vgl. dazu Rommel, Die Reichsstadt Um, S. 50, Anm. 64. Ausf. des Briefes von Herzog Ulrich vom 19. September in Marburg, Arch., Württemberg(praes. 20. September); Entw. desjenigen von Augsburg vom gleichen Tage in Augsburg, Arch., Literal. 1546. ———— E Ausschreibung einer allgemeinen Anlage von sechs Doppelmonaten. 397 mug der einung gewisslich gegen Ulm zu handen der chammerrethe erlegen... solle. nachdem nun je lenger je mer der artickel der einung und der fal, des wir euch vilmaln erindert, namlich mit leib, gutt und allem vermugen zuzesetzen, gegemwertig, ir auch craft derselben schuldig seit das zu volnziehen..., das von uns in dem notfal... geschlossen wirdet, so ist an euch unser gnedigs begeren..., das ir euer gepur bemelter... sechs doppelmonat... furderlich erlegen...) Dat. Lager bei Donauwörth 21. September 46. 374. Der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp an die XIII. 1546, September 22. Feldlager vor Donauwörth. Str. St. Arch., AA 547, /. 45—- 46. Ausf. Prod. Sa. 25. September. Ihre Kaufleute mögen sich für das in Frankreich aufaubringende Geld ver— Schreiben. Senden ein Schreiben der Kammerräte in Ulm! und einen Brief Georg Weickmanns aus Lyonz.«Und dieweil ir aus Georgen Weickmanns brief zu befinden haben, das er uf die vor entpfangne verschreibung schwerlich etwas 374 Vom 21. September(Ausf. mit 5 Siegelspuren in Marburg, Arch., Nr. 906, f. 146 bis 147; Abschr. in AA 547, f. 47): Übersenden den heute erhaltenen Brief von Georg Weickmann aus Lyon Is. Anm. 2]; schlagen Verschreihung durch einige Städte vor, denen die Fürsten und Kriegsräte schreiben mögen. Kündigen die Ankunft Strozzis im Lager an. Die beiden Fürsten antworteten am 22. September: Auf Weickmanns Brief«haben wir alsbald denen von Strassburg geschriben. so wollen wir auch nit underlassen mit etlicher mehr stett kaufleut zu handeln, damit an ufbringung des gelts dester weniger mangel erschein.“ Mögen den Brief an Strassburg schleunigst befördern(Ausf. der hess. Kanzlei in Stuttgart, Arch., Büschel 84; praes. 25. September). Ganz ähnlich schrieben sie auch an Herzog Ulrich, dem sie Abschrift von Weickmanns Brief und dem ihrigen an Strassburg übersandten(Entw. in Marburg, Arch., Württemberg. Vom 13. September(Or. in Stuttgart, a. a. O.; praes. 21. September; Abschr. in AA 547, f. 48- 52; ben. von Baumgarten, J. Gesch. d. Schm. Kr., 8. 55— 56 und von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 22, Anm. I: Ist am 9. September in Lyon angekommen; Kleberger war bereits am 4. gestorben; der hätte helfen können, wenn er ihr erstes Schreiben vom 12. August; vgl. Nr. 283, Anm. 2] noch hätte in Empfang nehmen können. Hat Johann Sturm hier getroffen; der König ist einverstanden, dass die Protestanten bei den Kaufleuten leihen; wird diesen daher die am 6. September fällig gewesenen 500000 Kronen vgl. darüber Nr. 343] erst am 30. zahlen. Es ist dafür zu sorgen, dass man die Summe erhält und nicht der Gegner. Die Protestanten werden hier für verloren gehalten; man will ihnen nur auf Verschreibung durch Kaufleute leihen. Verweist auf Sturm, der 3 Tage nach dem Boten ankommen wird vgl. Nr. 371] und den Strozzi begleitet. Am 12. September ist die Vollmacht aus Strassburg eingetroffen vom 26. August; vgl. Nr. 341, Anm. IJ;(doch trag ich Sorg,[das ich] us vorstender ursach nix doruf handlen werdt.» Bittet um einen Helfer, falls er länger bleiben soll; schlägt hierfür Bernhard Meuting von Augsburg oder Philipp Ingold von Strassburg vor. Sollen auch für Kaufleute sorgen, die sich verschreiben, und ihm neue Zeitungen senden, damit er den Lügen hier entgegentreten kann. Sollen Johann Sturm sobald als möglich wieder zurück schicken.— Fine Abschr. seines Briefes(in Stuttgart, a. a. 0.) gab er Johann Sturm mit für den Fall, dass das Original nicht in ihre Hände kommen sollte, wie er in einem eigenhändigen Zusatz zu dieser Abschrift bemerkt.— Am 25. September zeigten die Kammerräte den beiden Fürsten und den Kriegsräten an, dass gestern gegen Abend Strozzi in Ulm angekommen und willens sei, sich heute ins Lager zu verfügen(Ausf. in Marburg, a. a. CO., f. 152; ben. von Baumgarten, a. a. CO., S. 56). ü. 398 1546. Verschreibung v. Strassburger Kaufleute für das französische Anlehen: werd ufzubringen wissen, dieweil wir und unser mit verwandten in Frankreich dermassen eingebildet, als ob wir gar verloren und uns nicht mehr zu helfen sei, und dann... Weickman... bedenkt, das die notturft sein wöll. das sich etliche kaufleut us den stetten fur die ufgebrachte summa verschreiben, so begern wir..., das ir... bei euern burgern und kaufleuten als Conrat Joham, den Brechterns, Engelheimern und andern, so in Frankreich handlen, anhaltet..., das sie sich umb ein summa gelts, so... Weickman ufbringen soll, wolten verschreiben... und sich desselben nit beschweren, dieweil es inen selbst zu wolfart komen mag; und das ir euch volgends gegen denselben... hinwiderumb verschriben..., damit sie sovil dester eher zu bewegen sein möchten. so sein wir des gnedigen erpietens, das wir und unsere mit verwandten stend euch dagegen in allweg schadloss halten wöllen.| und nachdem uns nit zweivelt, die... kaufleut werden sich hierin gutwillig erzeigen..., so begern wir..., da ir die bewilligung von inen wurden er— langen, das ir dasselb mit irn namen eilend.. Georgen Weickman in Frankreich zuschreiben... datum in unserm veldlager bei Tonauwerd den 22. Septembris a. etc. 46.» 375. Die XIII an den Kurfürsten von Sachsen, den Landgrafen Philipp und die Kriegsräte. 1546, September 23. [Strassburg.] Praes.«vor ThonaMarburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, /. 267—272, Ausf. werd» 27. September. Hatten angeboten, noch 6 Doppelmonate zu leihen; aber die Sachsen müssen auch zahlen; die Kammerräte sollen die 60000 Gulden holen lassen: wollen versuchen Anleihen aufzubringen; Vorschlag einer gemeinen Schatzung. Auf ihre Schreiben vom 16. und 17. September[Nr. 363 und 365] ver-| sichern sie ihren güten Willen alles zu tun, was in ihrem Vermögen steht. Sie müssen aber darauf hinweisen, dass sie gleich zu Anfang des Kriegs| 12 Doppelmonate erlegt haben und 3 Fähnlein! auf ihre Kosten unterhalten. \uch haben sie auf ihr Werben und dasjenige Michael Hans sich bereit erklärte, von dem Geld, das sie bei ihren Bürgern aufgenommen haben, noch| weitere 6 Doppelmonate zu erlegen,«soferr es andere stend der verain auch gethon hetten. das wurd ein nambhafte summa gelts bracht haben; dann wie wir es rechnen, so alle stend in der ainigung 18 doppelmonat erlegt, das es mehr dann drei million? gelds gethan haben wurde, davon das krigsvolk 3 Vgl. über sie Handschriftenproben I, Tafel 13, bzw. Holländer, a. 4. CO., S. 35. 375* Gemeint sind die zwei Fähnlein Landsknechte(vgl. Nr. 338, Anm. 3) und das aus Han dwerksgesellen bestehende(vgl. Nr. 121, Anm. 6) 2 Vgl. dazu Nr. 365, Anm. 2. 3 Wie diese Zahl zustandekommt, zeigt folgende Aufzeichnung Jakob Sturms(in AA 551, f. 59— 50M): Er vermerkt, dass an 6 Doppelmonaten Hessen 168000, Württemberg 109080 Gulden,«alle oberlendische stett geben 345 600 fl.; summarum... 622680 fl dise anlag ist von den oberlendischen stenden doppel erlegt, macht 1245 360 fl.» Von den sächsischen Ständen haben der Kurfürst 168006, der Herzog von Lüneburg 36000, die Fürsten von Anhalt 18000, Albrecht von Mansfeld 9000, also alle zusammen 231000 Gulden zu zahlen.«So dise anlag aueh zweimal erlegt wurde, thut si 462000 f. 5. Der einfache Monat der sächsischen Städte, ohne Eimbeck, macht 18350 Gulden, also 6 Doppelmonate 220200. c So die zweimal erlegt, wie dan die oberlendischen stett gethon, macht es 440 400.. SEE 232 5 ö ee* Strassburg schlagt gemeine Schatzung vor. 399 ain gute zeit hette mögen erhalten werden. Beschweren sich heftig dar— über, dass die sächsischen Stände von den ersten 12 Doppelmonaten bisher so wenig bezahlt haben, wie sie dem Schreiben vom 16. September entnehmen Nr. 3631.«Damit aber an unserm gutem willen je nit mangele, so seind wir urbittig, unangesehen, das wir nunmehr uber die 150000 gulden mit den 12 doppelmonaten, den dreien vendlin knechten und anderm uncosten alberait zu diser defension usgegeben, die begerten 60000 guldin von dem, so wir, wie obgemelt, ufgenommen, wie beschwerlich es uns doch ist, den stenden darzuleihen umb das interesse und nit höher, wie andere stend das ir auch darleihen werden, dergestalt, so hernaher von gemainen stenden be— willigt noch 6 doppelmonat zu erlegen und dieselben von allen stenden gemainlich erlegt werden, das wir alsdann dise 60000 gulden fur unsere 6 doppelmonat erlegt haben und dannathin kein verrer interesse begern oder nemmen wöllen. und mögen also e. chur- und fl. G. und ir bei den chammerrät hen zu Ulm bevelhen, das dieselben die angezognen 60 000 gulden alsbald bei uns lassen holen und auf gemainer stend wagnus und costen hinausfueren, wollen wir inen dieselben zu furderung der sachen samenthaft und zu ainem mal lifern und zum hinausschaffen gern, wo wir könden, furderlich sein.» Wollen auch versuchen, von ihren Bürgern noch weitere Darlehen zu erhalten; bringen auch in Vorschlag Cain gemaine schatzung auf aller stend der ve ain underthanen, reich und arm,(und) anzelegen... und[das] auf disem jetzigen tag zu Ulm von der mas geratschlagt und geschlossen werde... y Dat. Do. 23. September 46. 376. Bericht Dr. Johann von Niedbrucks vor dem Kurfürsten von Sachsen üher seine Gesandtschaft in England.(1546, September 25.2] Feldlager bei Donauwörth. Weimar, Arch., Reg. 9. PAg. I77— 182, H, Nr. 6. Abschr. mit der Überschrift: « Doctor Johann von Metz weiter bericht dem churfursten zu Sachsen beschen im veldlager hei Tonnawerda,» Verhältnis Englands zum Kaiser und zu Frankreich; Bündnis; Heiratspläne; Vergleichung mit der englischen Kirche. «Erstlich spurt gedachter doctor, das der konig von Engelland dem keiser mit gutem herzen nicht genaigt von wegen des vortrags, so er, der 376 1 Dem Landgrafen allein unterbreitete Niedbruck folgenden Vorschlag Heinrichs XIII. betr. eine Jahrespension, der in der latein. Fassung der englischen Antwort vom 30. August fortgelassen war(vgl. Nr. 369, Anm. 2):(So es minem gnſedigen] hern, dem landgraven zu Hessen ete., zu willen wer sich in ain freundschaft mit der kon. W. zu Engeland zu begeben, so ist ir Mt. gut willig ir fl. G. jerlichen fur ain pension 12 tausent gl. zu 15 batzen zu geben und zu erlegen lassen mit der gestalt, das] ir fl. G. sonsten von kainem andern potentaten pensionen nemmen. item es sollen der kon. W. ir fl. G. zu jeder zeit, die kon. W. von ir fl. G. etlich hauptleut zu ross und zu fuess erfordern wurde, ir kon. W. die stellen und dargeben, doch uf des konſigs] uncosten. item es sollen auch ir fl. G., ob es sich zutrueg, das] ir kon. W. mit jemants krieg hett, der wer auch, wer der wolt, durch ir fl. G. land(so vil muglich zu verkommen) wider den konlig] niemants passieren lassen. und mechten ir fl.[G.] dem licentiaten Lersnler] und doctor Hansen von Metz ain gewalt geben mit ir Mt. zu handlen und zu schliessen uf mass, wie obstet. item irer(I] G. mechten auch an den konſlig] ain sonderlichs schreiben thon bei ir fl. G. gesanten, wie ich des schreibens ain mainong stellen werd. item es sollen sich auch ir fl. G. mitler zeit der schickung resolviren, 400 1546. Bericht Dr. Johann von Niedbrucks über seine Gesandtschaft in England keiser, mit dem konige von Frankreich aufgerichts. zum andern wiewol sich Engelland nit regiren liess als Frankreich, so sollen doch seine leute, wie die N. und N. gemaint, dem evangelio wol geneigt sein und sunderlich, das es domit uf die wege gerichtet wie in unsern kirchen. zum dritten sie wissen aber zu den sachen nit zu kommen an eine vorgleichung in der religion neben ainer bundnus, so ufgericht mocht werden. zum virdten mochte dieselbe bundnus in Engelland das evangelium bringen und dest ehr gepflanzt zu werden vorursachen. zum funften sunderlich sol des heiligen sacraments halben in Engelland der grosseste mangel sein bei dem konig; dann was seine gelerte von wegen des sacraments leren, achtet und heldet er, der konig, fur zwinglisch. zum sechsten was gemelter konig zusagen wirdet,[wirdet] kein zweivel sein, er wirdet dasselbe halten. der konig von Frankreich konne sich in keinen krig wider den keiser einlassen. der cardinal von* sol dem keiser gehaim sein und alle sachen hindern, so uns, den stenden, zu guet kommen. zum siebenden wiewol sich Engelland und Frankreich das babstumb aus iren konigreichen zu thun vorglichen, wie auch Engelland gethan, so het doch sollichs Frankreich nit gehalten. wann der keiser vornehmen[wirdet], das Engellant sein veind wurde werden. 5 zum achten das der konig gerne wolte, das die englische kirche mit der unsern vorglichen und das die hulf reciproca gemacht. zum neunden das die buntnus dohin gerichtet, das dem konig, so viel er uns thun[wurde], widerumb gelaistet wurde und das man die stende nit® einrechnet. zum zehenden das solich unser bundnus defensive der religion halben gemeint. zum eilften Bollonien. zum zwelften vorgleichung der religion etc.. zum dreizehenden des konigs tochter wurde pfalzgraff Philipsen nicht werden. zum virzehenden solt mit ainem des churfursten son zu handeln sein, demselben des königs tochter zu geben. 29 jar und 18 jar wolten sich nit vorgleichen7. zum funfzehenden het Engelland pfalzgraff Philipsen 10000 gulden geschankt, soll ime dargegen 20 hauptleut halten. zum sechszehenden was Engelland mit pfalzgraff Friderichen het handeln lassens. das ein orator bei dem konige von Engelland were. so wolt er bei den stenden wider einen haben. die vor— gleichung der religion solt nach ufrichtung der bundnus bescheen; allein die. im val die hundnus nit sein l] vorgang gewinnen wurde, wess alsdan ir fl. G. gesanter und ich uns dorin zu halten haben, angesehen der konſig] willig, ir fl. G. die pension zu] geben an die bundnus und mit der bundnus,(Aufzeichnung Niedbrucks in Marburg, Arch., Nr. 1801, mit dem Rückvermerk:(Memoriale confoedſerationis] inter regem Anglia ete.). ? Für den Tag seines Vortrags vgl. folgende Stelle aus dem Brief Sebastian Besserers an Ulm vom 25. September:(Derselbig doctor[Johann von Niedbruck] ist ankomen und in der stund wurt man davon raten)(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXIII. Nr. 1297. Am 26. September berichtet er:(Doctor Hans von Metz hat an gestern rellation gethaun, was er mit England gehandelt und fur abschid gebracht)(Ausf. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXIII, Nr. 1301). Nach Besserers Brief hatte man nach dem Anhören von Niedbrucks Bericht nicht viel Hoffnung darauf, mit England einig zu werden. 3 Ende 1544. * Lücke; gemeint ist der Kardinal von Tournon. 5 Hier Lücke. & Der Sinn ist nicht klar; vielleicht ist«mit» statt«nit» einzusetzen. Dieser Zusatz stammt vielleicht vom Kurfürsten von Sachsen. 8 Vgl. hierzu die Berichte Sir John Masons aus Heidelberg und Speier vom Mai und Juni 1546 in State papers XI. S. 147- 160 und 223- 227 und FHlasenclever, Kurpt. Pol., S. 66, 70 und 72. 1546. Bericht Johann Sturms über seine 2. Sendung nach Frankreich. 401 so zu aufrichtunge und volnziehunge der bundnus geschickt, sollen etzliche personen zu benennen bevelh haben, weliche zu vorgleichung der religion sollen verordent werden. die ainung sol defensive gestelt werden in allen sachen, sie treffen die religion oder anders an, auch wider den Turken, so er di stende uberziehen wollte.» 377. Der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp an den Ratz. 1546, September 26. Feldlager bei Donauwörth. Str. St. Arch., AA 547,. 53— 54. Aus/. Prod. Do. 30. September, reprod. Sa. 2. Oktober. Fordern Bestrafung entlaufener Knechte. Mahnen sie, da«etliche knecht... heimlich abziehen... ohn einiche pasport, vorwissen und erleubnus..., das ir... uf solche knecht euer vleissig ufmerken haben lassen, also wo ir sie konden betretten one passport und glaublichen schein in unserm namen ausgangen, das ir dieselben fenglich einziehen und gegen inen gepurliche straff furnemen... Dat. Lager bei Donauwörth 26. September 462. 378. Der Kurfürst von Sachsen, Landgraf Philipp und die Kriegsräte an die XIIII. 1546, September 26. Feldlager bei Donauwörth. Str. St. Arch., AA 548, /. 27— 30. Ausf. der kursächs. Kanzlei, und f. 31— 32 (Nachschrift). Ausf. der hess. Kanzlei, Prod. Do. 30. September. Ben. von Baumgarten, J. Gesch. d. Schm. Kr.,&. 59. Bericht Johann Sturms über die Antwort Franz’ J.; Anerbieten Strozzis; Abkommen mit ihm; mögen ihre Kaufleute zur Bürgschaft bestimmen, wofür sie schadlos gehalten werden sollen. Nachschrift: Noch weitere 300000 Kronen in Lyon zu erhalten; auch Geld in Venedig; für beides sollen sich die Kaufleute verschreiben. Teilen mit, dass Johann Sturm dehegestern bei uns widerumb in unserm velt lager ankommen und, was er bei ko. W. derhalben und sonst ausgericht, relation und bericht getan., Geben kurz den Inhalt sines Berichts wieder. 377 An alle Bundesstände gerichtet; das Schreiben an Heilbronn ist ben. von Duncker, Heilbronn z. Zt. d. Schm. Kr. u. d. Interims, 8. 20. Im Strassburger Rat wird darauf am 2. Oktober«erkant, an den porten bevelchen, wo sie kemen, rechtfertigung; und so man befindt, die nit passport haben, fenglich annemen und, je noch dem man findet, straffen»(Ratsprot. 1546, f. 488— 489). 378 1 Nach dem Entw. in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 167, H, Nr. 3 auch an Augsburg und Ulm. Bei der Ulmer Ausf.(in Um, Arch., Ref.- Akt. XXXIII, Nr. 1302- 1304) liegt folgender Zettel:«Und die weil ir wisst, das an diser sach vil... gelegen ist und zum höchsten beschwerlich wer, da die brief nicht solten zu recht geantwurt werden, so gesinnen wir derhalben an euch..., das ire dise brief an... Strassburg haltend eilend bei gewisser... hottschaft zu recht bestellet und darinnen kein costen ansehen.“ ? Das latein. Original dieses Berichts von Johann Sturm über seine 2. Sendung nach Frankreich liegt in Weimar, a. a. O., pag. 165, H, Nr. 2; nach der deutschen Übersetzg: (a. a. 0. und in Marburg, Arch., Nr. 916. f. 117-122) ausführlicher Auszug bei Lenz, Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 26 402 1546. Aussichten für das französische Darlehen durch Vermittlung «Nu hat sich gleich zugetragen, das mit gedachtem Sturmio ko. W. zu Frankreich sohns, des delphins, schwager Petrus Strotza bei uns ankommen, welcher sich gegen uns, das wier die 500000 chronen soviel ehr bekommen mochten, gutwillig erbotten, es bei ko. W. dohin zu... richten, verhofte auch dasselb bei seiner ko. W. unwegerlichen zu erhalten, nemlich das sein ko. W. den kaufleuten fugliche ursachen, warumb sie die haubtsuma itztmals abzulegen vorhindert werde, anzeigen und ihnen ihr interesse erlegen, daran auch die kaufleute mussen zufriden sein, und ihme, dem Peter Strotza, solche 500000 chronen leihen wolle; die wolle er alsdan uns und gemeiner einung forder zu diesem handel lassen zukommen, doch also das wir uf etzliche deutzsche kaufleute, so gegen Lyon handelten, vordacht weren, die sich gegen ihme nach gemeinem kaufmansbrauch umb solch gelt vorschrieben, die wier und gemeine einung wol wiederumb wurden zu vorsichern wissen. in gleicher gestalt sich der von Strotza erbotten, nachdeme der konig im virzigtausent chronen schuldig weres, die hette er ime dieser sachen zum besten itzo zu Lyon auch erlegen lassen, die selben... wolte er uf gleichmessige versicherung, wie obengemelt, doch ane einich interesse uf ein, zwei oder drei jar diesen stende[n] auch gerne furstrecken. wan nu solche vorsicherung allenthalben von den kaufleuten geschehge, solt alsdan an bemelter haubtsumma allenthalben seins vorhoffens kein mangel erscheinen.) Haben deshalb,«von ihme, dem Strotza, solchs... angenommen und den abschied mit ihm gemacht, wie ihr inliegend zu befinden‘; mit vor— meldung forderlich mit etzlichen kaufleuten handeln zu lassen. Bitten daher,«ir wollet mit euern kaufleuten, burgern und zugethanen, welche in disem vorzeichniss benant und zum teil ihre hantirung noch Lyon haben, mit allem vleis dohin handeln..., wie ihr gotlob wol zu thun wisset, das sie sich neben etzlichen andern hendlern von Augsburg und Ulm in gemeiner kaufmansform und auf mas, wie diese artickel ausweisen,(sich) gegen dem Petern Strotza uf eur gegenvorsicherung und schadloshaltung, so ihr ihnen hinwiderumb geben sollet, fur vielbemelte summa semtlichen vorschreiben Briefw. II. 8. 462- 464. Zu letzterem lässt sich folgendes ergänzen: 1. Der von Lenz, a. a. O., 8. 462 vermisste Brief Sturms vom 2. September ist Nr. 343; 2. a. a. O., der Ort «Pergamem» ist Abergement de Cuisery, wo Franz I. nach den Catalogues des actes de Francois J., V, 130 am 6. und 7. September nachweisbar ist.— Der von Lenz, a. a. CO. 8. 464 nur kurz erwähnte Schluss lautet im Original:(Argentinenses Rellingerus, Ingoldi, hrechteri, Cunradus Joham; apud Ulmenses Wickman et Joannes Roth, qui regi centum milia coronatorum credidit. item Augusta et Noremblerga] alios habet. sed ad hane rationem conficiendam idoneus est consul Umensis, cui mercatores eredunt, qui caesarem metuunt et ideirco, si quid facturi sunt, clam constituerunt agere.) 3 Vorher war von 80000 Kronen die Rede; vgl. Nr. 343 und 360. Die Abmachung liegt bei(in AA 548, f. 33- 34; auch in Weimar, a. a. CO. und in Marburg, a. a. CO., f. 9 und 12; kurz erw. von Mentz, Joh. Fr., I, 3, 8. 34, Anm. 3 entspricht den Angaben des Briefes. Die Namen der 12 Kaufleute, deren Gegenversicherung Strozzi verlangt, sind:(Qonrat Joham, Brechter, Ingoldter, Wolfgang Relinger, alle zu Straspurg; Barthelmei und Hans Welser,(audius May, Andreas und Simon von Hoff [= Imhof], junge Herwarten, alle von Augspurg; Martin, Georg und Jost Weickman und Hans Roth, alle von Ulm.»— Als Zinsen hat König Franz von Strozzi zuerst 14% verlangt, dann aber mit ihm ausgemacht,«also das er von hundert kronen zwelf kronen interesse geben soll. solich interesse muss von den kaufleuten alle mess bis zu bezalung der hauptsummen erlegt werden.» Vgl. Anm. 4. nn A Peter Strozzis; Strassburgs Anleihe bei Basel. 403 und vorpflichten. dargegen so seint wier vor uns und von... gemeiner stende wegen des... erbietens, das wir euch hinwiderumb neben... Augsburg und Ulm gegen gedachten euern... hendlern vor die heubtsumma genzlich schadlos halten, auch do es von euch begert wirdet, unser und unserer herrn... schlos und stedte zu mehrer vorsicherung zum underpfand im valh der nichthaltung einsetzen und gnugsame vorschreibung daruber geben woln... dan wier woln euch nit bergen, das der von Strotza der ko. W. geschrieben und gebeten, das ihr ko. W. mit der bezalung der kaufleut bis uf den funfzehenden Octobris vorziehen wolten. dan do gleich solchs ge— schiet, wie es dan der von Strotza gewislichen dafur heldet, so ist doch die zeit vast kurz, das die sachen gar keinen vorzug leiden woln. Der Rat möge daher seine Kaufleute anhalten,«das dieselben... iren factorn gein Lyon von Stund an... schreiben, das sie solehe vorsicherung des Strotza factor in irem namen..., wie der brauch ist, thun...; welche aber zu Lyon nit factor hetten, das dieselben ire volmechtige gewalt auch ane alles lenger vorziehen gegen Lyon abfertigen oder ihren bekanten gegen Lion volmacht... zuschicken, solche vorsicherung... ufzurichten. wan ihr dan die bemelten... Kaufleut eurs teils... vorsichert, so seint wier des... erbietens, do ir imands zu uns hieher wurdet schicken..., das wir demselben... ein schadlosbrief, vorsicherung und vorschreibung in bester form geben... wollen... datum in unserm veltlager bei Tonnawerd den 26. Septembris a. d. 1546.5 Nachschrift:(Verner hat uns des von Strotzi diener einer zu erkennen geben, wo die vorgemelte oder andere glaubhafte kaufleut in teutschen landen.. sich verschrieben..., so hette er darvor, das zu Leon bei den andern kauf— leuten dreimalhunderttausent cronen gleicher gestalt umb geburlich interesse ufzupringen... sein solten.... so begeren wir gnediglich, das ir mit diesen oder andern euern... kaufleuten handlen und sie gleicher gestalt zur. verschreibung... vermogen wolt... zum andern so vermeint auch der herr Peter Strotzi und sein diener, das zu Venedig auch ein statliche summa auf vorgemelte weis zu bekomen sein solt. darumb dann nottwendig und gut were, das ir mit euern... kaufleuten, so gein Venedig hantiren, aller gestalt und massen handelten, wie oben nach der leng angezeigt worden ists. datum ut supra.) 379. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, September 26. Strassburg. Basel, Arch., Stadt Strassburg C. Ausf. lhre Verschreibung; Kriegsnachrichten. Antworten auf ihr Schreiben vom 23. September Nr. 367, Anm. 1], dass sie die Verschreibung nach der früher übersandten Abschrift fertigen lassen und übersenden wollen,«auch zuschreiben, welcher massen wir das gelt herab nemmen wöllen.“ Danken für den Fleiss und die Zeitungen. Haben von ihren Kriegsräten noch keine neuen Nachrichten, hören aber von Ulm, $ Eine Instruktion der beiden Fürsten und der Stände für Balthasar Alterius in Venedig(vgl. über ihn Nr. 176, Anm. 5) vom 22. September mit dem Auftrage, 100000 Dukaten auf 2 Monate gegen Sicherheit aufzubringen, liegt in Marburg, Arch., Nr. 896, f. 337— 339(latein. Entw.) und f. 3651- 354(deutsche Übersetzg.). 379 1 Also nicht aus Ulman Böcklins Brief(Nr. 372), der erst am 28. September eintraf. 26* 404 1546. Langsame Zahlung der sächsischen Bundesstädte: dass der Kaiser Neuburg eingenommen und die 3 Fähnlein Knechte gegen den Schwur, nicht mehr gegen ihn zu dienen, entlassen hat.«Die unsern aber sollen zwischen den Lech und Thonaw sich gelegert haben, und, wie man sagt, vorhabens mit dem keiser zu schlagen... Dat. So. 26. September 46. 380. Ulman Böcklin an die XIII. 1546, September 26. Feldlager bei Donauwörth. Sir. St. Arch., AA 551, f. 27— 30. O. Prod. Do. 30. September, Fine Stelle ben. von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 71, Anm. Drängt darauf, dass die sächsischen Städte zahlen; die neuen Doppelmonate; Rechtfertigung des Nichtentsatzes von Neuburg; Hin- und Herziehen bei Donau— wörth; gestern Scharmützel; monatliche Ausgabe für das Heer; Berichte von Niedbruck und Johann Sturm; der Kaiser soll zum Türken geschickt haben; hier wird viel gestohlen; alles teuer. C.. Uwer schriben, so ir mir gethon, das dato statt den 22. Sepdember*, hab ich uf samstag den 25. desselben umb 12 uren in der nacht entpfangen samt dem kurfl. und fl. schriben... und erstlich verstand ich, das ir beschwerden haben, das mangl an der anlog der seschischen stet an erscheinen wil, und das wir, die oberjendischen, doran driben solten, domit glicheit wie bilich gehalten wirdt etc.. haruf gu ich uch, min heren, zu verst on, das wir von dem oberlendischen kreis, Wirtenberg, Ougspurg, Ulm und ich, bi den versamlungen so dittlich dovon geredt, das numen gnüg ist, und die virsten selbs. aber ich siech noch klein wirkung, wiewol sie sagen, es soll beschen. so dunk mich gutt sin, das ir den uwern zu Ulm zuschriben. das bi den gemeinen stenden witer angehalten wirdt; solt nit bess sin, und das ir Um und Ougspurg anzuhalten ouch geschriben hetten doselbst zuthun. verer begeren ir, wer umb die 6 dopelmonat zu lihen ansucht. geschiecht gemein— lich, nit allein 6 dopelmonat, sonder noch gar vill gresser, wu nun dieselben weren, die zu lihen heten, wie dan der kamerreth befelch ouch ist. und vermerk in uwerm schriben, zu ferer ufbringung des gelts das ein gemeine schatzung gutt sin solt. es ist aber solchs uwer schriben bi uns nit glesen; wan ein ding nit gehert wil sin, mag es wol ein wil verdeckt bliben. wan aber solchs verlesen, wil ich uwerm befelch, so vil es helfen mag, nochkomen etc.; dunk mich bi den stenden zu Ulm ouch virzubringen sin. So vermerk ich, das uch wundert, das wir so lang in ein leger ungethon und nist usriechten ligen und das bi uwern bürgern und andern vil unnit zerreden und vir ein geltkrieg gehalten werden wil ete.l. kan ich vast wol und gern glouben, das ir derselben uln nit zen bi uch haben, ouch vor der zitt gehebt haben. wie aber der boum gezwicht?, noch dem gibt er gewonlich frucht. und ist ein alt Sprichwort: dem zusehen kan keiner genug spielen und domit ir, min heren, die sachen verston: als wir Nugenburs verlosen, wie wol[wir] in unser m dovor abziehen 3 fenle knecht glosen haben, hat der keiner dasselb berenen lossen. 380 1 Vgl. die Äusserung des englischen Gesandten in Frankreich Wotton in seinem Brief an Paget vom 29. September aus Beaune über die Unzufriedenheit in Strassburg und Augsburg; gear. in State papers XI, 8. 318;. in Letters and papers XXI. 2, Ir. 190: ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 15, Anm. 1 ?«zwigen»= pfropfen; vgl.— und Iienhart, WB der elsäss. Mundarten II. 8p. 923. Nachrichten vom Kriegsschauplatz bei Donauwörth. 405 haben uns die regenten doselbst, ouch die knecht solchs anzeigen lossen. haben wir die sachen berottschlagt, ob es zu entsetzen oder nit, und haben befonden, das es nit miglich dürch enge des wegs zu entsetzen sig. es haben ouch die regenten von Nugenburg, so bi uns in reten gewesen, keins wegs vir gutt angesehen, das wir uns annemen sie zu entset zen; dan wir inen nit megen erzuo komen. so dan der keiser erfaren wirdt, das wir sie wolten entsetzen, diewil sie nit halten megen, wurdt inen zu nochtheil reichen: wolten sonst zu bessern mittlen komen. diewill wir solchs gehert, ist befolen den knechten zu schriben uf iren vortheil zu begeben; aber ob den knechten brief worden, weiss ich nit, dan das ich gehert, es sig inen zu schiessen verboten. und man wil sagen, es louf ein lecker drunder, ist mir nit wissen. die knecht haben aber miesen schweren nimer wider den keiser zu dienen; und haben die drig houbtlitt bi inen behalten, wiewol die sag, die solen gehenkt worden sin; ist nit noch satt wissenlich. sagen wol, der keiser hab gesagt, wan es der Schwitzer ketzer weren, sie miesten all sterben, wie ich uch dan vormols solchs ouch geschriben. und dieweil wir, wie obgemelt, Nugenbürg verlossen, so hat die nottdürf erfordern wolen, uns an ein glegen blatz zu legen, domit uns brofiant zukomen mecht, ouch domit, ob der keiser welt uf Ougspurg oder Wirtenberg, ouch sonst ander unser einungsverwanten[ziehen], das wir alsbalt doselbst als er sin mechten. und haben uns vor Thunenwerd, do wir in vier legern glegen sind und namlich in disem, do wir vergangen mittwoch[September 22] gezogen, 3mol gelegen; dan wir verstinden, das der keiser 2 brucken, ein fless- und ein schiffbruck, geschlagen hat und mit allem sim welsch volk zu fuss und ross samt 36 stick gezogen wer. alsbald wir solchs vermerkt, haben wir, wie ob gemelt,[uns] wider in dis leger gethon. gestern samstag haben die unsern ein scharmitzel gehalten?, haben uf 30 erstochen, uf 6 gefangen. sagt der ein, so eins welschen hoffmeister sin sold, so wir am morgen nit weren hariber gezogen, wer der keiser uf den oben in demselben jetz unser leger gewesen. wu das beschen, hett er uns us dem vorigen leger schiessen megen. dorumb miessen wir dem vorthel noch ziehen, wir het en! sonst kein brofiant und verlieren die pess, so lang wir sehen, wu er hienus wil. und diewil das geroch, sie ligen vor Thunenwerd, so wurt geacht, wir ligen allein still. wir miessen aber uns unsers vortheil nit begeben, dan wir nit weiter dan uf 1½: mil wegs von ander ligen ete. und under obgemelten perschonen, so niderglegen, ist einer, so ein gross gulden keten angehebt, ist geschossen worden und gefangen.. haben in ein klein weg mit inen gefurt: ist gestorben; und sol ein Gümpenberger sind. und wil die sag sin, heten unser folk das blindern glossen, sie solten irer ein gutt anzal erlegt haben. ist min her landgroff vast ibel zufriden und hat, was sie gewunen, als vir ein gemein bitt® lossen theilen; gehert aber was mer dozu. wirt die zit geben etc. Und verrers, das ir begeren, was ungeforlich ein monat uf den huffen, ouch statt? gon solt, bin ich zu dem Bessers von Um gangen, so pfening= 3 Vgl. hierzu auch allgemein Schweizer, Donaufeldaug, S. 134- 135. Er hiess Bernhardin Gringnano; seine Aussage in Marburg, Arch., Nr. 904, f. 74 bis 75. 5 Paul von Gumpenberg; vgl. v. Druffel, Viglius, 8. 96 und 126, Anm. 70. -öͤ Beute. Die Bezüge der Obersten, Hauptleute usw. für sich und ihr Gefolge. Sebastian Besserer, Umer Kriegsrat und Pfennigmeister. ® 306 1546. Monatliche Kosten der schmalkaldischen Truppen; die neue Anlage meister iber das wirtenbergisch und was zu Ulm[und durch] Schertle ist angenomen. sagt, kin mir nit eigenlich sagen; dan Altenburg, Riffenburg und Bichlingen werden erst hit gemustert von uns. so sind etlichen ir stott noch nit gemacht, Firstenberg?, groff Jerg von Wirtenbergio und ander mer aber er sagt, werdt monatlichen mit 2molhundert tusend gulden nit erhalten. nun solten die kamerrett solchs wissen bi gar einem kleinen noch; und wer gutt, das sie solchs begerten an die virsten; wirdt inen ordenlich zugeschickt. dan mir nit miglichen, wan ich frog und dornoch lug.[zu] ziten find ich einen, wu nit falen ander gescheft in, domit ich beladen. jo wan ich 2 kopf hett, wer nit miglich; wolt gern, so vil ich mecht, thun. dorumb dunk mich, wer gutt, wie oben angereckt, zu erfaren. wil aber gern witer nochfrogen; was ich erfar, sol uch nit verhalten werden. Was dockter Hans bi uns virgetragentie, ist uch wol zu wissen. wil bi den firsten vir wittleiftig angesehen sin; sagen, hett vor langer wil tohien kinen komen. was dorus wurt,[wurt] die zitt geben. so hat Sturmius ouch sin handel firbrochtis, des ir ouch bericht vor haben und durch inen ferer vernemen werden. So begeren ir zu wissen, ob der keiser mit dem Dirken wider verstand hab oder nit. hab einmol dovon gehert, es hab der keiser wider ein bottschaft zu dem Dirken geschickt! anstand zu machen. ob solechs beschen, ist mir nit wissen; und acht, ir mechten durch Michel Hanen, der durch die Ulmer oder Ougspurger boss dan wir erfaren mecht. das alles hab ich uch, mine heren, in ill nit wolen verhalten... bitt, ir wolt mir min schriben vir gutt haben; dan ir allwegen min felen und mangl wol gehert haben et. ferer so hab ich uch nest mols miner besoldungen halben geschriben, das ir mir dieselben in uwer anlag inbehalten wolen...; dan ir mir 200 gl. in golt, das ander in dalern gluhen haben. so hab ich nun gar bi uf 200 gl. zu einzig entlehet, domit, wann mir gott heim hilft, das ich dieselben ouch verzeren kan. es ist so gross stelen bi uns, als ich min leben lang gesehen hab. sie stelen einander pferd, graben under den zelten durch und stelen einander. es ist mir nest ein karch gul gestolen worden bi nacht. als wir im den wider abgejacht und er wichen miessen, hat er den zoum dovon gerissen und domit hienweg gloufen; aber der gull mir wider wordenis. so ist nest zustag 21. Wilhelm von Massenbach, wirtenbergisch kriegsrott, ein trog uf dem reis— wagen ufgebrochen und im besser dan 400 gulden gestolen worden. dorumb ich nit gern vil gelt bi mir hab; dan ich zu mim volk zu besolden und zur hushalten zu lehen find. es ist zimlich thir; ein brott, so bi uch umb 1 krizer, gilt bi uns 3 krizer und ein moss win, ist bi uch kein halb moss, gilt ein batz; und 1 fl. haber 24 baz; dorumb ist bald umb gelt beschen. dorumb bitt ich, ir... wolt mir min besoldung inbehalten... datum veltloger Thunen— werd uf sontag den 26. Sepdember zu mittagzitt a. 46.» Vgl. dazu Nr. 357, Anm. 1, Nr. 359 und 372, Anfang. 10 Vgl. über ihn Heyd, Herzog Ulrich III, 8. 358- 359. Das stimmt zu der Angabe der Kriegsräte für den Juli in Nr. 223; dagegen geben die Kammerräte für den August in Nr. 300 400000 Gulden an. 12: Vgl. Nr. 369, Anm. 2 und 376. * Vgl. Nr. 378, Anm. 2. 4 Gerard Veltwick; er war am 19. Juli abgereist; vgl. v. Druffel, a. a. O., S. 25, 27 und 34— 35, Anm. 11. is Von«es ist mir... worden» gedr. von Müller, a. a. 0. 16= Viertel. Über den Inhalt des Strassburger Viertels vgl. A. Hanauer, Etudes 6conomiques sur l'Alsace ancienne et moderne, II, 8. 124-13. 27 ö 1— 6— der 6 Doppelmonate; die Strassburger Kaufleute gegen eine Verschreibung. 407 381. Die Kammerräte in Ulm an den Rat. 1546, September 27. [Ulm.] Str. St. Arch., AA 549, f. 30— 34. Ausf. Auf der Anschrift:«Cito, eito, cito». Prod. Mi. 29. September. Die neuen 6 Doppelmonate sind Anlage, nicht Anleihe; mögen sie schnell schicken. Zettel: Zahlung Gengenbachs. Michael Han hat ihnen ihre Antwort vom 23. September Nr. 375] mitgeteilt.«So zweifeln wir doch nit, euch sei seiderher... ein ander schreiben Nr. 373] und das solliche erlegung... nit anlehens-, sonder anlag- und hilfweis bescheéhen soll, wie andern im Oberland, die es allgeraid schon be— willigt, zukomen, darauf wir auch erachten, ir werdt euch derselben... nit bschwern. und dieweil von hohen nöten, das solich euer und anderer gelt zu bezalung des kriegsvolks... unverlengt zur hand gebracht und ins leger verordnet werde, so piten wir..., ir wölt... obbemelte 6 dopelmonat mit böster verwahrung(wie irs unsers erachtens aller gelegenheit nach diser zeit one sonderbare sorg und gfar wol thun könnt) one allen verzug und eilends hieher zu unsern handen vertigen... was dann fur costen und zerung darauf gewendet, wirdet sich desse mit euch leuchtlich verglichen. allein piten wir nochmaln..., ir wöllt die sachen fürdern...; dann es die hoch noturft...(do man anderst in disem trefflichen werk mit unwiderbringlichem verderben... nit ersitzen und dem gegenteil... also onbenötigt weichen will grösslich erfordert... Dat. Mo. 27. September 46. Let tel:(Wir schreiben hieneben denen von Gingenbach, daz sie euch die 1000 fl., so sie disen stenden 2 jar lang zu leihen bewilligt!, antwurten lassen wöllen, mit anzaig das ir uns sollichs... wol werdt zuzeschicken wissen. bitten derhalben inen... sollich schreiben* eilends zu uberschicken, das gelt von inen zu empfahen und dasselbig zu dem euern einzupacken und hieher zu senden, inen auch dagegen hieneben verwarte obligation“, das inen sollich gelt in zwaien jarn widerumb bezalt werden soll,[zu]zustellen?*. datum ut in literis.) 382. Die XIII an den Kurfürsten von Sachsen und Landgraf Philipp. 1546, September 27. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 277. Ausf. Prdes. 30. September. Erw. von Baumgarten, Z. Gesch. d. Schm. Kr., S. 659— 60. Ihre Kaufleute verweigern die Verschreibung für die Anleihe in Frankreich. Haben ihr Schreiben mit dem Brief Weickmanns an die Kammerräte Nr. 374] erhalten«und darauf mit unsern darin benannten kaufleuten mit allem vleis und ernst gehandlet,... si seind uns aber mit solchen stattlichen ursachen begegnet und sonderlich, wo sich der krieg in kunftigen frueling und sommer erstrecken wurde und es an der zalung bei uns und andern stenden zu benanntem ziel, wie sich dann leichtlich zutragen möchte, etwas mangel erscheinen sollte, so weren sie des vermögens nit, das sie zalen möchten. 381 1 Durch Schreiben vom 23. August(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 84). 2 Am 29. September erklärte sich Gengenbach bereit, die 1000 Gulden Strassburg «innerthalb achtagen) gegen die Obligation überantworten zu lassen(Ausf. in AA 542, f. 30—- 31; prod. Fr. 1. Oktober. m m k 408 1546. Form der Verschreibung für das französische Darlehen. alsdann wurden die gleubiger inen ire wahren und gueter, so sie hin und wider in andern, auch der teutschen nation haben, angreifen und sie umb dieselben und iren glauben pringen, das es inen zu endlichem verderben gelangen wurde. dweil sie dann dasselbig beharrt und zum vleissigsten ge— betten, das wir sie zu irem verderben nit fueren oder tringen wollten, haben wir sie verrer nit könden treiben... Dat. Mo. 27. September 46. 383. Bürgermeister und die Geheimen von Um an die NMI. 1546, September 28. Ulm.] Str. St. Arch., AA 548, /. 53— 54. Ausf. Auf der Anschrift. Cito, cito, eito». Prod. Pr. J. Oktober. Bitten um Mitteilung ihrer Ansicht über die Anleihe in Frankreich und die Form der Verschreibung; Vollmacht dafür an die Gesandten in Ulm. Nehmen Bezug auf das Schreiben der Fürsten und Kriegsräte vom 26. September. Die Sache ist«in mererlai weg beschwerlich und so wichtig, das sie guts... bedenkens wol wert ist. können aber hinwiderumb auch gedenken, das die eusserst not dise und andere mittel zu fürderung der stend wolfart ervordern und pillich sein will, dasselb höher dann unser gelegenhait zu bedenken. derhalben wir nicht onegenaigt, mit den unsern begerter massen zu handeln. dieweil aber... von nöten, das e. F., die von ALugspurgs und wir[uns] hierinnen mit ainander vergleichen, so pitten wir..., e. F. wölle uns in dem ir und irer burger gemuets... und im fall der bewilligung, wie und mit was obligation sie ire burger versehen und sie hingegen von den stenden... versichert sein wöllen, vertraulich... verstendigen. Auch wäre gut, dass die Vertreter der drei Städte auf dem jetzigen Tag hier sich darüber vergleichen. Dat. 28. September 46. 384. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, September 29. Strassburg. Basel, Arch., Polit. L 2, I, /. 505- 506. Ausf. Praes. et aud. 2. Oktober. Senden ihre Verschreibung; Kriegsnachrichten. Senden gemäss ihrem letzten Schreiben Nr. 379] die Lins verschreibung über die 12000 Guldent; an Konstanz, dessen Verschreibung sie schon besitzenz, möge Basel 4000 Gulden zustellen. Die übrigen 8000 Gulden 3835 Ebenso an die XIII von Augsburg(Entw. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXIII. Nr. 1815. Vgl. Nr. 378, Anm. 1. * Augsburg antwortete Ulm am 29. September: 6...[Wir wolten] auch gern auf demselben wege mit le. W.] und Strassburg handlen und uns[mit] euch vergleichen, also das e. W. und Strassburg sondere burger stellen, wir aber als gemeine statt verobligirt werden. daraus e. W. leichtlich abnemmen, das wir je nit gern ichtzit an uns erwindeſn] lassen und lieber sondere burger weder unls] und gemaine statt beladen wolten, da nit die notdrengt ursach bar vor augen were)(Ausf. a. a. O., Nr. 1315). 384 Vgl. Nr. 347, Anm. 3. 2 Vgl. Nr. 339, Anm. 12. 5 5 ñ̃—*—— 1546. Vorgehen gegen die Geistlichkeit. 409 mögen sie bis auf weiteren Bescheid«bei euch behalten». Heute wird aus Ulm geschrieben, dass die Kaiserlichen am 23. die Donau überschritten haben, sodass sie jetzt auf der Seite von Ulm sind, worauf auch die Unsern wieder über den Fluss gegangen sind. Am 25. Scharmützel. Die Gefangenen sagen, welsche Hauptleute hätten mit ihnen einen Berg besichtigen wollen, «daruf sich der keiser mit seinem hör zum negsten bei den unsern legern möcht.» Am 26. wieder ein Scharmützel;«das also nunmehr die scharmützel allen tag gegen einander geen und man villiecht schlagen würdet: der allmechtig geb gnad.» Wussten neulich noch nicht, wie es bei der Einnahme von Neuburg zugegangen. Hören jetzt,«das die unsern dasselb stettlin uf der regenten daselbst begeren mit drei fendlin knechten besetzt, gleichwol nit gern, dieweil es kein feste noch zu behalten sein mögen. da nun der keiser herufzogen, haben die regenten das stettlin ufgeben, das es von den unsern nit hab mögen entsetzt werden...“ Dat. Mi. 29. September 46. 385. Der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp an den RatV. 1546, September 29. Feldlager bei Donauwörth. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 273— 2765. Entw.?. Haben Beweise für die Notwendigkeit ihres geplanten Vorgehens gegen die Geistlichkeit. Auf ihren Vorschlag, die Stifter usw. einzuziehen[Nr. 356], haben Württemberg, Ulm und sie Nr. 369] Bedenken vorgebracht, weshalb man es nicht tun solle. Sie führten als Hauptgrund an, dass, wenn die Geistlichen sehen, dass man sie sämtlich verjagen wolle, alle offen dem Feind helfen werden und ihre Ritterschaft und Mannschaft leicht dazu bewegen können. Senden daraufhin das, was Schweinfurt ihnen übersandt hats, woraus sie Auszug 385 Nach dem Entw. gleichmässig auch für Württemberg und Ulm bestimmt. Auf einer Abschr. des Briefes a. a. O., Nr. 913, f. 4—8 ist vermerkt:(Diss concept ist nicht usgangen, aber doch meins gn[edigen] herrn bevelch, das sollichs uf dem tag zu Ulm gemeinen stenden furgebracht und volgends volnzogen werd».— Einen solchen Befehl erteilte der Landgraf seinem Kanzler Günderrode unter Übersendung des Entwurfs am 2. Oktober(Ausf. a. a. C., Nr. 908, f. 16- 18; praes. 3. Oktober hora 5 post prandium y. In seinem ungefähr am 27. September an Bucer gerichteten Briefe(gedr. von Lenz, Briefw. II, S. 468- 469) drückt Landgraf Philipp ebenfalls sein Erstaunen über die ablehnende Haltung Strassburgs gegen einen Angriff auf die Geistlichkeit aus.— Am 7. Oktober wurde in Um in der Bundes versammlung darüber verhandelt,«das die geistlichen gutter eingezogen durch das oberlendisch kriegs volky. Nach Aitingers Protokoll darüber(in Marburg, Arch., Nr. 909) äussern sich Württemberg und Strassburg ablehnend dazu, Strasshurgs Vertreter mit der Begründung, er sei nicht instruiert;(sagt, wan man es anfahe, so werdt kein handhaben furhanden sein.“ Man solle den Bescheid der Oberhauptleute abwarten. Augsburg, Bremen, Magdeburg und Braunschweig sind ihrerseits durchaus für das Vorgehen gegen die Geistlichkeit. 3 Mit einem Brief vom 23. September(Abschr. a. a. CO., Nr. 904, f. 77); die erste Beilage ist eine Aufforderung des Kaisers vom 23. August aus dem Lager bei Ambsberg an den fränkischen Adel, ihm zuzuziehen(Abschr. a. a. CO., f. 57— 589); vgl. dazu v. Druffel, Viglius, 8. 56 und 72, Anm. 43. Die zweite Beilage ist ein Ausschreiben des Amtmanns Pankraz von Thüngen und des Marschalls Veltin von Münster an den fränkischen Adel vom 18. September(Sa. nach cruc. exaltat.): Fordern sie zum Reiterdienst für den Kaiser auf unter Berufung auf die früheren Verhandlungen. 410 1546. Vorgehen gegen die Geistlichkeit; Verschreibung von Strassburg, geben.«Zweiveln demnach nicht, ir werden us dissem allem leicht lich schliessen konden, das durch euer bedenken und unserm stillsitzen gegen den stiften und geistlichen die ding nit furkomen, die ir darmit zu verhueten vermeint haben. dan unangesehen, das gegen den stiften und geistlichen bis daher nichtzit sonders furgenommen, wir auch der ritterschaft und adel einiche ursach, wider uns zu thun und zu dienen, nit gegeben, so befindet ir doch, das sich der adel und ritterschaft im land zu Franken zum theil wider uns gebrauchen lassen wirdet. hetten wir nun unserm bedenken vor der zeit nachgesetzt, die stift, cloister und geistliche guter allenthalben eingenommen, so were der adel und ritterschaft der stift Wurzburg, Bamberg uns auch verpflicht und verwandt worden; und obgleich die geistlichen fur ire personen sich zu dem keiser begeben, so weren doch wir der land und leut gewaltig gewest und hetten also diessen nachtheil furhueten und furkommen, auch dem veind vil guter leut abstricken mögen... alle geistlichen durch heimliche wege nit werden underlassen, dem feinde hielf und beistand zu leisten». zrinnern nochmals an die Haltung des Erzbischofs von Mainz bei Bürens Rheinübergang.«Zudem das der bischof allen denen, so uns zugezogen sein, ire weib und kinder nachgeschickt; dergleichen der bischof von Wurzburg, wie wir dan glaubliche kuntschaft haben, dem keiser sein Turkensteuer uberliffert, auch er und der bischof von Bamberg unsere botten niderwerfen lassen.» Bitten deshalb nochmals, sich dem Mehrheitsbeschluss des Kriegsrats nicht mehr zu widersetzen.«Ob man aber je die stift und geistliche guter nicht alle angreifen wolt, das doch gegen denen, die wieder uns und unser mit verwanten gehandelt, als gegen den stiften Meinz, Wierzburg, Bamberg, Teutschen meister und andern, inhalt des bedenkens furgangen werde; das ir auch euern rethen und gesandten uf den versamblungstag gegen Ulm be— velch und gewalt geben, darvon zu rathschlagen, wie solch bedenken in das werk gebracht werden moge... datum in unserm veltleger bei Thonawerda den 29. Septembris a. etc. 46.» 386. Der Kurfürst von Sachsen, Landgraf Philipp und die Kriegsräte an die XIII. 1546, September 30. Feldlager bei Donauwörth. Str. St. Arch., AA 548, f. 35-37 und 42. Ausf. der Ress. Kanzlei. Empfangen Do. 7. Oktober«umb 10 uren in der nacht»; verlesen Fr. S. Oktober. Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 22. Ausreden der Kaufleute; Strozzi mit einer Verschreibung von Strassburg, Augsburg und Ulm zufrieden; mögen diese besiegeln und nach Lyon schicken. Antworten auf Nr. 382.(Hetten uns aber gleichwol uber die stattliche grosse ursachen, auch dieses werks hohe und unvermeidliche notturft nicht versehen, das sich euere burger und kaufleut, dieweil solchs inen selbst zu wolfart komt, auch uber angepottene stattliche und gnugsame versicherung solcher burgschaft solten beschwert haben. dann wir seint nicht bedacht an der widerbezalung mangel zu lassen, auch gegen euern burgern der schadloshaltung halben unsern trauen und glauben nit zu halten, sondern viel mehr das zu laisten, das wir verschrieben... sein. zudem das wir auch euere... kaufleut mit solcher summa der 540000 cronen nicht allein beladen; sondern es sein andere mehr kaufleut aus Augspurg und Ulm furgeschlagen worden, welche neben inen zu solcher burgschaft gnugsam. also das... Augsburg und Ulm für das französische Darlehen. 411 euer... kaufleut furgewente ursachen allein ausreden sein, uns durch hofliche weg von unserm begern abzuweisen, welchs inen doch weder beschwerlich oder nachtheilig sein kan... so hat uns unser hohe notturft ervordert euch derhalben abermaln... zu ersuchen. dann wir dem Peter Strotza euer burger wegerung angezeigt und darauf mit im weiter gehandelt. darauf wir von ime widerumb verstanden, wo sich euere hern, der rath zu Strasspurg, auch die stett Augspurg und Ulm fur sich und ire burger gegen dem von Strotza verschreiben..., das er der versicherung zufriden sein wurde. dem-— nach so... wollet die sachen... dahin befurdern, das sich der rath fur sich und ire burger neben den stetten Augspurg und Ulm, welche wir gleicher gestalt ersuchtt, obgemelter massen obligieren und die hiebei verwart verschreibung? siegeln und die gleich alsbalt bei einem vertrauten menschen sicher und wol verwart gegen Leon zu handen Georgen Weigkmans schicken und dem darbei schreiben, das er dieselb verschreibung also bei handen be— halten woll, bis Johannes Sturmius bei ime ankommen und ime fernern bescheid von unsern wegen anzeigen wurdet. do ir dann jemant in das lager zu uns verordnen werden, so wollen wir demselben schadlosverschreibung geben und euch in bester form versichern. dann ir habt zu erachten, solte diese summa der 540000 cronen aus unsern handen komen, so wisten wir die mittel und wege ferner nicht, wie wir zu gelt und bezalung des kriegsvolks komen möchten, musben derwegen das kriegsvolk zerlaufen lassen und hetten gleichwol die bemelte 540000 cronen unserm veind zugefurdert... datum in unserm veltlager vor Thonawerda den 30. Septembris a. etc. 46.» 387. Michael Han an die XIII.(1546, September 30. Ulm.) Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 304. Ahschr.. Empf. 2. Oktober‘. Kriegsnachrichten. Erhält eben einen Brief Ulman Böcklins aus dem Lager vom Dienstag [28.]*. 50 Italiener erstochen, einige gefangen, die Gott danken, dass sie endlich genug zu essen bekommen.«Sei grosser hunger in des keisers leger, sie mainen, er muess schlagen oder das volk konn hungers halben nit pleiben... item der von Oldenburg halt sich uberaus wol.“ Der Landgraf war dieser Tage selbst im Scharmützel, wiewol ich lieber wolt, geb sich nit ze weit bloss; sei in summa jederman willig.) 386 1 Instruktion der beiden FÄürsten und der Kriegsräte für den hessischen Sekretär Konrad Loller von Speckswinkel an die Geheimen von Augsburg und Ulm vom 30. September(Entw. in Marburg, Arch., Nr. 916, F. 33—- 34): Soll Augsburgs Geheime an ihre Zusage erinnern. Wenn sie bereit sind, soll er nach Ulm gehen und sie gleichfalls zur Besiegelung der Obligation bestimmen. Dann sollen sie dieselbe nach Strassburg schicken, die sie auch besiegeln und an Georg Weickmann senden sollen. 5 2à Es liegt eine Abschrift der Verschreibung sowie eine deutsche Übersetzung von Jakob Sturm bei(in AA 548, f. 38-41).— Eine Reinschrift der endgültigen latein. Fassung in Marburg, a. a. O., f. 78.— Der Anfang davon gedr. von Baumgarten, Z. Gesch. d. Schm. Kr., 8. 60, Anm. 1; dort auch Angabe des Inhalts. 3871 Datum und Empfang des Briefes ergeben sich aus dem Anfang der Antwort der XIII vom 2. Oktober Nr. 390]. 2 Der Brief ist verloren; das im Text wiedergegebene Bruchstück wurde von den XIII abschriftlich am 7. Oktober nach Basel geschickt; vgl. Nr. 397, Anm. 2 unter 1. 442 1546. Weigerung der Strassburger Kaufleute sich zu verschreiben: 388. Die XIII an den Kurfürsten von Sachsen, den Landgrafen Philipp und die Kriegsräte]. 1546, Oktober 1. Strassburg. Weimar, Arch.. Reg. A, pag. 167— I69, H, Nr. 3. Aus j. Auf der Anschrift:«Cito, eito, eito, citissime.) Weigerung der Kaufleute und ihre Gründe; schlagen daher vor, Strozzi zu bestimmen, dass er die Verschreibhung der Stände annimmt; alle Stände sollen Weickmann Vollmacht geben; gemeine Schatzung als Sicherheit und andere Zu— sagen; der König soll jedenfalls die Zahlung verschieben. Haben nochmals mit ihren Kaufleuten ernstlich wegen der Verschrei—bung für Strozzi verhandelt, worauf diese ihnen dieselben Gründe zur Ant— wort vorhielten, die sie schon mitgeteilt haben[Nr. 3821.«Darzu das inen verderblich were, das bei dem keiser oder romischen konig sollten ire namen geoffenbart werden, das sie sich als sondere personen harin verpunden... hetten, dweil sie zum thail pfandschaften und zum theil ire hendel und wahren, auch namhaftige schulden und andere ire gueter in des keisers und ro. konigs landen noch zur zeit haben, die sie sonderlich jetz zemal daselbst nit könnten dannen bringen, und inen vom keiser und konig, wie die wissen oder erfaren sollten, das sie etwas mehr dann andere personen in gemain wider sie thon hetten, eingezogen und entnommen wurden, also gar ins verderben gestecktz. dos ie dennocht disen weg, und dweil die verschreibung von gemainen stenden beschehe, bei dem iren gelassen werden und sie in kunftigem und mitler weil bass möchten zu den wegen komen, das ir an bessere gewarsamèe ze bringen, dweil der gegentheil den kaufmanshandel an den furnembsten orten seiner lande bisher noch nit nidergelegt.» Die XIII haben daher«uf e. chur- und fl. G. und euer verbessern uf volgende weg gedacht: erstlich das mit dem herrn Strozzi ze handlen, die ko. W. in Frankreich zu vermögen, das sie in ansehung, was der cron Frankreich daraus volgen wurde, wo der keiser seinen willen gegen diesen stenden er— langte, die zalung, so dise mess beschehen sein sollt und bis den 15. Octobris erstreckt, nachmaln von ime, dem könig, nit beschehe, sonder das ir ko. W. disen stenden zu gnaden das gelt bis zu kunftiger allerheiligen mess November 1] bei iren handen behielte und den kaufleuten das interesse bezalte. und das demnach dem herrn Strozzi die versicherung von disen stenden fur sich, ire underthanen und verwandten in bester form ze thun anzebieten und inen zu berichten, wer und wie vil der stende diser verain weren und das er von denselben in gemain besser dann durch sondere personen und kaufleut 388 1 In AA 549, f. 67- 69 finden sich 3 Aufzeichnungen des Stadtschreibers, die während der Beratung obiger Antwort geschrieben sind. Sie tragen die Überschrift:(Sturm) und sind also wohl Vorschläge Jakob Sturms. Die erste Aufzeichnung(f. 57 b hat folgenden Wortlaut:(Ursachen anzeigen, warumb es die kaufleut abslagen. ursachen anzeigen, warumb Strozzi zu bewegen, das er die verschreibung von gemeinen stenden nem... drei erste bezallung bei seinen handen lassen, zu seinen 40000 kronen noch 5000 geben, das er die dreiaallung het; die virt zall mit der hauptsach geben... im woll herusstreichen, so er die gemeinen stend hab, so hab er auch die kaufleut.» Die 2. und 3. Aufzeichnung (f. 68— 69) entsprechen inhaltlich dem Text des Schreibens, nur dass am Schluss der 3. noch der Vorschlag gemacht wird:; Mas der Strossi, wo nit die ganz som der 500 000 kronen, doch zweimal[hundert tausent] geb. * Kirch, D. Fugger u. d. Schm. Kr., S. 53- 54, Anm. 3 weist mit Recht gegenüber Baumgarten, Z. Gesch. d. Schm. Kr., 8. 77 darauf hin, dass dies keine leere Ausrede war. —b Strassburg schlägt andere Sicherheiten für die französische Anleihe vor. 413 versichert were.» Dabei müssen ihm die vorangeführten Gründe der Kauf: leute erläutert werden.«Und ob er dann mainen wolte, dweil die unsern sich insonderheit nit verschreiben wollten, das er auch desto weniger gesichert, wer ime dasselbig abzelainen, das es nit umb des willen von den unsern beschehe, als das sie mistrauen oder zweifel an der schadloshaltung hetten... und wo ime an zalung des interesse oder hauptgutz mangel erscheinen solte, derselben und aller anderer gueter, so in Frankreich und gon Venedig und andere ort handelten, so wol angreifen konnt und möchte, als wann sie sonderlich verschriben weren; dweil sie hinder disen stenden sess- und won— haft und die stende sich fur sich, ire underthanen, burger, hindersassen und verwandten gegen ime verschreiben wurden. und dweil in dem gewalt, dem Weickman zugestellts und darauf er zehenmalhundert thusend gulden, die neben e. chur- und fl. G., auch Wurtemberg, Augspurg und Ulm wir bewilligt“, ufnemmen mag und soll, weder Frankfurt noch die andern fursten, graven, herrn und stett diser verain begriffen, wurde unsers erachtens nit allain von nodten, ja gegen ime, Strozzi, ganz furderlich, erschiesslich und mehrers ansehens sein, das e. chur- und fl. G. und ir bei denselben andern stenden uf jetzigen tag zu Ulm oder sonst furderlichen auch ustruckenliche hewilligung erlangten und sie ire gewält, gleich wie e. chur- und fl. G. und wir andern gethan, schickten, wie wir achten, sie sich nit weigern werden und pillich thun sollen, damit der herr Strozzi sehen möchte, das alle stend darin begriffen und er desto sicherer und one schaden sein könnte. Wir haben auch gedacht, uf das er desto eher und mehr zu bewegen, das er disen stenden zu gut dise 500000 cronen ze handen brächte, das man ain gemaine schatzungs durch aller stende land und gebiet und auf derselben underthonen, burger und zugewandten vermögen bewilligt und ime zu mehrer versicherung seines geltz zusag gethan, dieselbig, so furderlichst man könnte, einzebringen und on sein vorwissen und willen nit anzegreifen, bis er zuvorderst das interesse jedesmal empfangen und seines hauptguts wider bezallt were. verrers were im auch anzuzaigen, das man bericht were, das under den 500000 cronen, so die ko. W. zu Frankreich den kaufleuten jetz zu erlegen schuldig und er disen stenden ufpringen sollte, uber die 100000 eronen eben denen, die er jetzo anzeigte und von inen versicherung begerte, und andern teutschen kaufleuten, die under disen stenden sesshaft, zu— gehorig weren. da dann im vall und im je nit bezalung beschehen sollt(das doch nit sein wurde, dann man ime getreulich halten wollte, wes man sich verschribe), er dieselben 100000 cronen den kaufleuten, als die in diser verschreibung, wo nit benantlich, doch in gemain begriffen, nit bezalen dörfte und ime an der summa der 500000 eronen abgienge und albereit 100000 cronen daran versichert weren. zudem möcht man ime die 40000 eronen, so er on interesse darzeleihen sich erpütte, an zalung des interesse bei seinen handen lassen und sich die stende nit desto weniger fur dieselben 40000 cronen, als ob sie die bar empfangen hetten, verschriben. dweil er auch ain furnemer kriegsman und disen stenden geneigt, damit er dann desto lustiger und bei der handlung heraussen plibe, were ime villeicht auch ain stats, der disen stenden treglich were, von demselben zu verordnen. item ob ime ver3 Vgl. Nr. 31, Vgl. Nr. 318, Anm. 22. 5 Vgl. Nr. 375, Schluss. 6 Zur Bedeutung des Wortes vgl. Nr. 380, Anm. 7. 22 n,..///—— K rü 15466. Strassburgs Anleihe bei Basel; Verkauf von Gütern des Bistums trostung ze thun, so er mit disen stenden treulich zusetzen und bei inen pleiben, das man sich dann sein und seiner sachen annemen wöllte und, wo gott den sig gebe, ime treulich berathen und beholfen sein... wo aber diser weg bei dem. herrn Strozzi nit zu erheben, des wir uns doch nit versehen, so were dan[no]cht mit ime ze handlen bei dem konig zu ver mögen, die zalung den 15. Octobris nit ze thun, sonder das gelt bei seinen handen zu behalten, damit es dem gegentheil wider uns zu gebrauc hen nit zustuende und sich villeicht die weg mitler weil zutruegen, das wir uns mit ime verglichen... datum den ersten Octobris abends zu 9 uhren anno etc. 467,» 389. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Oktober 2. [Basel.] Str. St. Arch., AA 556, /f. S— q. Ausf.— Empf. So. 3. Oktober; lect. Mo. 4. Oktober. Strassburgs Anleihe bei ihnen; Absichten des Kaisers. Antwort auf Nr. 384; bestätigen den Empfang der Verse hreibung und sind bereit, Strassburgs Wünschen nachzukommen. Danken für die Nachrichten. Bern meldet}, dass dem Kaiser aus Neapel 220«kürisser zukommen und... nach so vil» geschickt werden sollen?. Es heisst,«das die kei. Mt. us dem nung Peieren iren schwank in das land W urtemberg, darin mit win, korn und andern essenden dingen alle volle sie, zu nemmen Sad ir winterleger darin zu haben willens sie. diwil nun der von Ear en mit so wenigem volk so ein verren weg unverhindert gezogen und dann die kei. Mt. ein geschider, listiger herr, haben wir uch dennocht dise reden... nit verhalten wollen.... datum sampstag den andern tag Octobris anno etc. 46.» 390. Die XIII an Michael Han. 1546, Oktober 2. Strassburg. Str. St. Arch., AA 541, f. I44- I45. usf. mit dem Vermerk Hans: T. accepi Ulmae 5. Octobris hora 5.» Ein Teil des Geldes wird angekommen sein; Verkauf von Gütern des Bistums Augsburg an Augsburg und Ulm. .. Uns ist euer schreiben von dato den letsten Septembris[Nr. 387] heut mittagszeit behendigt... und des gelts halben da würdet nunmehr dasselbig eins theils bei euch ankommen sein. dieweil dann die cammerräth euch bewilligt einen kreuzer uf das gold zu schlagen und under disem gelt, so schon doben, etlich vil golds ist, da wöllen daran sein, damit dasselb an der zalung des kreuzers auch höher genommen werde. so wöllen wir uf weg denken, damit das überig, so ehest es sein mag, auch mit fugen hienuf kommen mög. Am selben Tage verweisen sie in ihrer Antwort an Ulm(auf Nr. 38: 3) auf obigen Brief und einen gleichzeitigen an Wolff Böcklin und Michael Han*, die ihnen darüber berichten sollen(Ausf. in Mm, Arch., Ref. Akt. XXXIII, Nr. 1845. 389 In einem Schreiben vom 30. September(Ausf. in Basel, Arch., Kirehenakten A 3. f. 67). ? Vgl. dazu v. Druffel, Viglius, S. 211, zum 4. Dezember und S. 220, Anm. 11. 390 1 Es fehlen also nach Hans Zählung die Briefe S bis W. Zu R vgl. Nr. 370, Stückbeschreibung. n 1* ö—— Augsburg; die Berichte von Joh. Sturm und Dr. Joh, von Niedbruck. 415 Des kaufs halben, den Augspurg und Ulm etlicher guet ter im bischthumb Lugspurg zu thun willens weren? etc., da liessen wir uns die meinung gfallen, namblich das man den kauf als hoch brecht, als man möcht; kinde mans aber weiter nit bringen, dann wie fürgschlagen, dieweil man dann des gelts notturftig, achten wir, das mans derhalben nit entschlagen, sonder den, wie begert, fürgeen lassen solt. doch das nachmals mit andren stenden, wie ir schreiben, mit guettern, so denselben gelegen, es auch dermassen, un— gleicheit und unwillen zu vermeiden, ghalten wurde. wollen derhalben dem von Mülnheims, Wolken Böcklin und euch mit gmeinen stenden uf disem tag darunder ze schliessen gwalt und bevelch hiemit geben haben... datum sampstags den 2. Octobris a. etc. 46 zu fünf uren gegen abend.* 391. Uman Böcklin an die XIII. 1546, Oktober 2. Feldlager bei Donauwörth. Str. St. Arch., AA 551, f. 31-35. Or. HEmpſ. Di. 5. Oktober Spott), verlesen i. H. Oktober«am morgen». Ben. von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 77 und von Holländer, Str. J. Schm. Kr.,& 30, Anm. J. Bedenken über die Vorträge von Johann Sturm und Niedbruck; Mordversuch gegen Schertlin. Zettel: Hat vom Grafen von Fürstenberg ein Pferd erhalten C... Es haben die kur- und firsten uf die firdreg, so Stürmius und dokter Hans von Metz gethonnt, die ieren solchs zu bedenken geordet, wie dan von iren reten in geheim beschen. als aber ich, wie solehs ir bedenken virbrocht, bi den aldenbürgischen knechten samt den andern musterherren gewesen, sie gemustert und abzelt hab, das ich von solchem virbringen, ouch bedocht kein wissen gehebt, hat mir Bastion Etingenz Cmir) solchs anzegt, das die andern rett haben dovon abschriften an ire heren geschickt, ouch den stimen— reth zugeschickt worden. hab ich in gebeten, er wol mir abschriften dovon ? Über frühere Verkaufspläne vgl. das«memorial» der Kammerräte vom 2. August (Nr. 257); zur Wiederaufnahme dieser Pläne s. Vogel, Augsburg i. Schm. Kr., S. 45 und Roth, Augsburgs Ref. Gesch. III, S. 446- 447 und 492, Anm. 24. Die XIII beziehen sich wahrscheinlich auf ein Gutachten des Augsburger Kammerrats Dr. Hel vom 23. September, wovon Abschr. in AA 548, f. 86—- 87 liegt mit der Aufschrift Hans:« Do[ctor] Heelen furschlag der gaistlichen gueter verkaufung halben»; vermutlich war diese Abschr. von Han in einem der verlorenen Briefe nach Strassburg gesandt worden. 3 Über seine Sendung vgl. Nr. 361, Anm. 4 und 368, Anm. 2. Die eigentliche Instruktion ist nicht erhalten; vgl. Nr. 361, Anm. 4; doch liegt in AA 549, f. 68b folgende Aufzeichnung vor:(Was uf dem tag zu handlen. das man einsehen hett die sachen nit so kostlich anzugreifen, wie an der erst von den Ulmern beschehen und doch nichz usgericht haben. das das winterleger, so gering man kund, angestelt]?].» 391 1 Vgl. Nr. 380, Anm. 12 und 13. Sebastian Aitinger. 3 Vgl. das Schreiben des Kurfürsten von Sachsen und des Landgrafen an ihre Räte in Ulm, Dr. Christian Brück und Dr. Thileman Günderrode, vom 30. September(Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 916, f. 28; ben. von Baumgarten, J. Gesch. d. Sehm. Kr., S. 69). Brück antwortete dem Kurfürsten am 2. Oktober, dass sie auf Grund des erst heute Morgen erhaltenen Schreibens die Sache nach Tisch den anwesenden Stimmständen Württemberg, Strassburg, Augsburg, Ulm und Bremen] vorgelegt hätten(EWntw. in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 177-182, H, Nr. 6). n, me, U 416 1546. Vertragsentwürfe mit Frankreich und England schoffen, die er mir hit morgen zugestelt. was dieselben irs inhalts, haben ir zu sehen? Es sind: 1. Capita eins freundlichen verstands zwischen kön. W. zu Frankreich und dann Sachsen, Hessen und iren mitverwandten(Reinschrift in Marburg, a. a. O.. k. 50— 55; Abschr. in AA 531, f. J5— So; ausführlicher Auszug bei Baumgarten, a. a. O.. S. 61-= 66).— 2. Capita eines freundlichen verstands zwischen kon. W. zu Engelland und dan Sachsen, Hessen und ireln] mitverwandten(Abschr. in AA 531, f. 81- 83; Reinschrift in Marburg, a. a. CO., f. 57-= 59): Defensivbündnis zwischen England und den einungsverwandten Ständen wegen der Bestrebungen des Kaisers zur Unterdrückung der Freiheit der Stände und zur Durchführung der tridentinischen Konzilsbeschlüsse; dabei folgende Bedingungen: a) Jeder Teil hilft dem andern im Falle eines Angriffs von dritter Seite. b) Der König von England erklärt den Kaiser für seinen Feind; was er erobert, bleibt ihm. e) Der König leiht den Ständen 200000 Kronen zur Erhaltung ihres Kriegs volks. d) Die Stände gehen mit ihren Feinden ohne Finwilligung des Königs keinen Vertrag ein. e) Wird der König infolge des Bündnisses von dem Feind angegriffen, so sind die Stände verpflichtet, ihm mit 50000 Kronen zu helfen, ihn zu Wasser und zu Lande zu unterstützen und ihm zu deutschem Kriegsvolk auf seine Kosten zu verhelfen; findet der Krieg in Deutschland statt, so muss der König den Ständen monatlich 100000 Kronen geben; findet er in England statt, so erhält der König von den Ständen monatlich 50000 Kronen.) Beide Teile verpflichten sich zu einem freien christlichen Konzil usw.[wörtlich wie im Vertrag mit Frankreich; vgl. Baumgarten, a. a. CO. S. 665. letzter Absatz]. g) Die Stände sind bereit, ihre Theologen nach England zu einem Kolloquium über die Vergleichung der noch strittigen Artikel in der Religion zu entsenden; diesem Kolloquium möge der König persönlich beiwohnen. H Das Bündnis soll 12 Jahre währen.— Wie der Kurfürst von Sachsen und der Landgraf ihren Gesandten in Um am 2. Oktober mitteilten, hatte Niedbruck an diesem Bündnisentwurf zweierlei auszusetzen: 1. an Art. e), dass der König nur im Falle eines kaiserlichen Angriffs unterstützt werden sollte, und 2. an Art. h), dass das Bündnis nur 4 Jahre laufen sollte(Entw. in Weimar, Arch., Reg. J. pag. 166- 167, H, Nr. 2; ben. von Mentz, Johann Friedr., I, 3, 8. 34, Anm. 1). Beide Punkte sind dementsprechend geändert worden, wie die endgültige Fassung von Art. e) und h) zeigt, Niedbruck hat zu diesem Vertragsentwurf noch Anmerkungen und Ratschläge aufgezeichnet(in AA 531, E. 86— 87), von denen folgende die wichtigsten sind: Zu Art. e): Falls der König auf 50000 Kronen monatlicher Unterstützung durch die Stände nicht eingehen will, so sind ihm 100000 Kronen zu bewilligen; zu Art. h):(12 oder 15 jar, und[das] niemants in dieser bundnus usgnommen werde, wie auch nit von nöten, dieweil es allain ain foedus defensivum et ad certum tempus y. Ferner schlägt er eine von Kursachsen, Hessen und Württemberg auszukertigende Beglaubigung mit vollbommener Gewalt an den König vor und noch drei besondere Beglaubigungen an den Grafen von Hertford Eduard Seymour, Lord von Hertford], an den Kanzler[den Lordkanzler Sir Thomas Wriothesley] und an Paget. Man müsse dem König genehme und mit allen Bundes- und sonstigen Angelegenheiten der Stände wohlvertraute Leute schicken; sie müssen eine kürzere und falls diese nicht ausgeführt werden kann— eine weitläufigere Instruktion erhalten. Die Gesandten für England sollen noch auf dem Ulmer Tag den Auftrag erhalten, auf der Rückreise von England auch in Frankreich zu verhandeln und sich dabei der Unterstützung des englischen Königs zu bedienen. Denn der französische König werde nichts für die Stände tun, Wenn er nicht«zuvor mit Engeland in aim bessern vertrauwen stehe. Haben die beiden Könige schon wieder Zwietracht, so müssen die Stände vermitteln. Auch bei dem önig von Frankreich müssen die Gesandten beglaubigt werden. Wenn die Gesandten für England ihren Weg durch Frankreich nehmen, so müsse das vertraulich dem französischen König mitgeteilt und sein Geleit durch Frankreich für die Gesandten erbeten werden. Wollen die Stände keine Gesandtschaft auf Grund des Vertragsentwurfs nach England schicken, so mögen sie Niedbruck ihre Absichten mitteilen, der sie dem englischen König brieflich übermitteln werde; dieser möge dann einen neuen Vertragsentwurf einsenden. Denn auf Grund seines jetzt von Niedbruck übergebenen Entwurfs sei es«nit muglich in allem dern inhalt nach zu schliessen, so die vorige hundnus noch nit ernuwert oder erstreckt sei bei diesen stenden.) Niedhruck D— I A 1546. Anschlag auf Schertlin; Verhandlungen auf dem Tag zu Ulm. 417 Sonst ligen wir noch in unserm loger und warten, was gott senden will. uf gestern hat man ein knecht alhie im loger, so von Lindauw sin sol, gefierdeilt. der ist vergangen mendag[September 27] uf anstiftung von den keiserischen in unser leger gangen, also das er sich sol zu Bastion Schertle verfiegen und von im dienst begeren. und so er in annemen wurdt, sol er sehen, wie er in umbringen meg.“ Schilderung des Mordversuchs®.«Der hat nun gesagt, das im 3000 gl. verheissen worden, und hat genent von wem. das sind ir besen bratica, die sie gegen uns bruchen. der allmechtig würts, hoff ich, rechen. sonst fohen und ersteéchen wir vast all tag der Welschen vill... datum sambstag den andern Ocdober im loger Thunenwert am morgen zu 7 uren a. 46. Zettel: Das ihm von den XIII geschickte Pferd ist noch nicht angekommen; aber Graf Wilhelm[von Fürstenberg] hat ihm einen Rotschimmel gegebenè. 392. Wolff Böcklin und Michael Han an die XIII. 1546, Oktober 3. Ulm. I Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, /. 493— 94. Aufzeichnung des Stadtschreibers. Empf. Di. 5. Oktober«zu nacht»; verlesen Mi. 6, Oktober!. Bitten um einen weiteren Gesandten; Verhandlungen in Um; Aufnahme— gesuch Ottheinrichs; Verhandlungen mit England und Frankreich. Han bittet nochmals«jemand andern zu ordnen, dweil er den[tag] nit wol ander gescheft halb versehen[kont]»%. Berichten,(wie si den tag ange— langen und furgelegt, warumb jet zo diser krieg. und hab man die gesandten die getruckte buecher lesen lassens. item wie etliche andere mehr stend in schliesst seine Bemerkungen mit folgenden Worten:(Aber in summa wolt man den feind us Deutschland bringen und im den nervum belli abstricken, so wer das der recht anschlag zu dem werk, mit Engeland, Denmark und seestetten Hamburg und Bremen etc.[zu handeln]; aber zu dem werk vast dienlich were, wo] man zuvor mit Denmark und seestetten dorus geredt, ob sie[sich] auch darzu verston wolten und alsdan auch jemants dormit und bei hetten, so man derhalben mit Engeland handeln und schliessen wurde.) Diese Schilderung deckt sich in allem Wesentlichen mit der eigenen Darstellung Schertlins in seiner Lebensbeschreibung(herausgeg. von Schönhuth), S. 50— I. Am 11. Juli 1547 liess er dafür ein anderes fordern(Ratsprot. 1547, f. 362 a). 392 Der Brief ist verloren; sein Datum und der Empfangsvermerk sind im Anfang des Antwortschreibens der XIII vom 9. Oktober(Nr. 403) angegeben. A. a. O., F. 493 a wird dazu vermerkt:« Also sei daruf j[unker] Heinrich von Müllnheim hinuf gefertigt, ehe des Hanen schreiben kommen.» Vgl. dazu auch Nr. 390, Anm. 3. In Um hoffte man damals sehr auf die Ankunft Jakob Sturms; am 1. Oktober schreibt Günderrode darüber an den Landgrafen:(Wiewoll... die sachen nie so nötig gewesen als itzo, so bedunkt mich doch, das man nie uf keinem tag ubler als uf dissem gefast gewesen von allen teilen. der personen sein wenig da, die umb vorige hendel wissen; darzu der stend uberall nich viell. herr Jacob Sturm, magister Franz Burkhardt] und andere. die solten itzo hie sein, so es ans treffen gehen will. ist mir fast bes werlich, also schier allein oder je mit wenig gehulfen in dissem bad zu sietzen)(Or. in Marburg, Arch., Nr. 907, f. 19—20; praes. 2. Oktober). 3 Gemeint sind die erste Verantwortung von Kurfürst und Landgraf, der Bund zwischen Kaiser und Papst, die päpstliche Ablassbulle, die kaiserliche Deklaration an Herzog Moritz und eine neue lange Verantwortung der kaiserlichen Acht(gedr. bei Hortleder 11, Buch 3, Kap. 29), die in wenigen Tagen in Druck ausgehen sollten,wie die württembergischen Gesandten am 29. September Herzog Ulrich mitteilten(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 16, Nr. 13; praes. Urach 30. September). Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 27 418 1546. Verhandlungen in Ulm; Kriegsnachrichten; die verstendnus begeren* und sonderlich herzog Ottheinrichen, item das nunmer die verstendnus bald ir endschaft erraichen w erde, mit beger, dweil si deshalb in irer instruction kein endlichen befelch, mein hern wont en] inen deshalben, wes si sich diser beder puncten halber halten sollten, bevelch zukomen lassen.» Weiter haben Sachsen und Hessen den Stimmräten über die Verhandlungen mit Frankreich und England berichtet®,«wie si aue ö zu disen stenden in verstendnis und hilf zu pringen und das daruff stand, mit gotts hilf, dweil nun an dem, wo der keyser die Teutschen under seinen gwalt zwingen solt, inen darus auch gferlichs entsteen möcht, das si zu inen zu pringen werens.) 393. Uman Böcklin an die XIII. 1546, Oktober 5. Feldlager bei Nördlingen. Str. St. Arch., AA 551, A 34—35. Or. Prod, So, 10, Oktobe. Empfang eines Pferdes; Marsch nach Nördlingen; der Feind droht die Nachhut anzugreifen, zieht sich aber zurück; mögen ihm 2 Knechte senden. Nachschrift: zittet um ein Pferd; Sold an Fuhrleute und Knechte. C.. Ich hab ein pferd samt eim knecht entpfangen; und dieweil er hinket mir ankomen..., so schick ich uch denselben wider; wil mich, mit dem ich hab, zitt behelfen; dan ich hoff, sol die zitt noch nit so lang weren. wir sind vergangen sondag[Oktober 3) von Dunenwerdt dem keiser nochzogen, haben in no bi Wendlingen Wemding] glegert gesehen und sind men— dag[4.] uf Nerlingen zu gezogen; dan wir vor tag beriecht, wie er frieg uf Nerlingen mit allen huffen ziehen solt, wie dan zum theil wor. als nun der kurfirst mit sim regenment schier bi Nerlingen im loger was, zohen sie uf uns, den landgroffen, als wir den nochzüg heten und darzu nit alle von un— serm regenment; goben sich zum theil in scharmitzel gegen uns. als wir das sohen, nomen wir ein berg in ungeforlich mit 2000 pferden und uf 4000 knechten, so im nochzug mit uns worn, heten unser gutt geschüz uf dem Nach der Inhaltsangabe im Schreiben der XIII vom 9. Oktober(8. Anm. I) sind es ausserdem noch Dinkelsbühl und Kaufbeuren; ferner Donauwörth, wie Günderrode in seinem Bericht üher die Verhandlungen am 30. September dem Landgrafen meldet(Ausf. in Marburg, a. a. CO., f. 13- 15). Aufnahme in den Bund hat dann nur Dinkelsbühl gekunden, wie im Abschied des Ulmer Tages angegeben ist. 5 Vgl. dazu Nr. 391, Anm. 3. Im Auszug des Ratsprotokolls bleibt unerwähnt der chouptpunct..., namlich wie die gegen wöhr zu beharren... sein welt y, über den die Strassburger Gesandten doch wohl auch berichtet haben werden. Über ihn äussern sich die württembergischen Gesandten, Bernhard Göler von Ravensburg und Dr. k ausführlich in ihrem Brief an Herzog Ulrich vom 1. Oktober(Ausf. in Stuttgart, Nr. 15a): Sie sind ebenso wie Strassburg, Augsburg und Ulm für die neuen 6 ö eingetreten:(Doch der Strasburgisch daran gehenkt, wa nit all stend die ouch bezalen wurden, das seine herrn sollich gelt gemeinen stenden allein leihen und nit als ein hilf geben wurden. und ist gleichwol in gemeiner versamlung gepetten worden, das e. fl. G., Strasburg, Augspurg und Ulm angeregte sechs doppeimonat uf das furderlichest erlege in welten; welches ouch solliche drei stett gehörter massen bewilliget.— Am 2. Oktober erstatteten wunschgemäss die Kammerräte Bericht über ihren Kassenbestand; er be trug 20660 Gulden;** ist uf dissen tag . camer vorrat und ligt an barem gelde i in der cisten)(Abschr. in Marburg g, Arch., Nr. 914, 39ff. und in Stuttgart, Arch., Büschel 31, Nr. 8). ——;————— Besiegelung der Verschreibung für das französische Darlehen 219 berg bi uns; warten des angriffs. zogen sie heftig gegen uns, und heten geacht, sie wirden uns, diewil wir so schwach woren, nit unangriffen glossen haben. als sie aber so no komen, das wir sie mit dem grossen gschitz heten blos reichen megen, sind sie hinder eim berg, so sie zum theil hett decken megen, bliben ston. so haben wir nit wichen wolen, haben des angriffs von inen gewart; hat sich bis gegen oben zutragen. do sie uns also stett beharen gesehen, sind sie wider zuruck in ir loger gezogen. also do wir iren abzug gesehen und inen nit haben abbrechen megen, sind wir ouch in unser leger vor Nerlingen gezogen, do wir uf tato noch ligen, und 2 stond in nacht do ankomen!. und versich mich dis jors nit zu schlagen; doch stott zu gott. dan ic acht, der keiser wol die sachen uf die har spielen. wir werden gloublich beriecht, das er am botengrom vast krank, also das man in heben und tragen miess; hoff, es werdt im noch beser werden.) Bittet, ihm zwei K nechte zu senden, da er zwei kranke Knechte zurückschicke, ein dritter das Fieber habe und sein Bube krank in Ulm liege.«Ich darf mich nit klagen; ich felrJcht, man sag, es sig mir sonst im buch we, das doch gewislich nit ist; dan ich libs halber gar gern Strassburg inwendigen sehen wolt... datum felt leger Nerlingen uf zinstag den 5. Ocdober a. 46.» Nachschrift: Will nur im Notfall um ein Pferd schreiben;(so secht mir umb ein gutt pferd; dan ich der bes gnug hab». Berichtet sodann, was er den Fuhrleuten und Knechten an Sold gegeben habe. 394. Der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Oktober 5. Feldlager bei Nördlingen. Str. St. Arch., AA 546, j. 43—- 45. Ausf. der kursächs. Kanzlei. Prod. Mo. II. Oktober, Mögen die Verschreibung besiegeln und nach Lyon schicken; Strozzi hat auf ihren Vorschlag nicht eingehen wollen; versprechen Schadloshaltung. Antwort auf Nr. 338. Halten zwar die Gründe der Kaufleute von Strassburg, Augsburg und Ulm für blosse Vorwände, gehen aber darauf nicht näher ein, sondern verweisen auf die jüngste Abmachung mit Strozzi, über die sie ihnen am 30. September Nr. 386] berichtet haben. Augsburg hat sich schon bereit erklärt; wier auch aus eurm itzigen schreiben euer erbieten der gestalten vorsicherung noch nit vast ungemess vorstehen, allein das ihr bedacht, das die vorsicherung solle gegen deme von Strotza uf uns alle in gemein gericht werden...) Hoffen, dass die Verschreibung inzwischen von ihnen, Augsburg und Ulm vollzogen ist, und verlangen ihre Zusendung an Georg Weickmann nach Lyon.(Dan wier auf solche gewisse zuvorsicht Johan Sturmium albereit mit dem von Strotza mit credenz und instruction P N 393 1 Vgl. zu diesen Vorgängen auch Schweizer, Donaufeldzug, 8. 134—136 394 1 Beglaubigung Johann Sturms vom 5. Oktober in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 163 bis 165, II. Nr. 1.— A. a. CO. auch Entw. seiner Instruktion vom gleichen Tage; Ahschr. davon in Marburg, Arch., Nr. 916, f. 68- 69; ausführlicher Auszug bei Baumgarten, Z. Gesch. d. Schm. Kr., S. 66— 66; erw. von Mentz, Johann Friedr., I, 3, 8. 34 35, Anm. 1. In einem Schreiben vom 5. Oktober an ihre Gesandten in Ulm begründen die beiden Fürsten folgendermassen, warum sie Johann Sturm jetzt schon nach Frankreich schicken, ohne die Entscheidung der Stimmstände über die Bündnisentwürfe mit Frankreich und 27* 420 1546. Dritte Sendung Johann Sturms nach Frankreich: zu kon. W. in Frankreich abgefertigt und im der vorsicherung halben vast vor gewis die vorwehnung getan haben, er solte die vorsicherung bei dem Weickman zu Lion finden.» Andernfalls mögen sie dies jetzt tun.«Dann England abzuwarten:« Dieweil... in dieser sachen der verzug nachtailig und wir des puncten halben das geld belangende gemainer verstentnus zum besten nicht umbgehen konnen, dieweil itzo der von Strotza wiederumb derwegen in Frankreich reitet, Johan Sturmium mit ime der enden zu schicken, domit solch geld soviel dester gewisser und furderlicher muge erlangt werden, so bedenken wir, das kains wegs will zu umbgehen sein, des andern puncten halben betreffend den verstand gegen dem konige zu geschweigen und ime allain in gemain anzuzaigen, das wir, diese stende, deshalben in bewegung der sachen stunden, dan der konig wurde gewisslichen den argwon doraus schopfen, das wir die bundnus allain zu erlangung des geldes vorgeschlagen und, wo wir das selbst bekemen. alsdan solchs artickels genzlich schweigen wolten. dorumb so haben wir vor guet angesehen, den Sturmium itzo alsbald mit dem Strotza wieder zum kunige reiten zu lassen, ime auch die capitulacioncopeien[vgl. Nr. 391, Anm. 4] mitzugeben und mitler zeit bis uf gefallen und ratificacion unserer stende von sachen unvorbindlich reden und handeln zu lassen, wie solchs beiligende unser instruction aus weist.. begeren derhalben, ir wollet solch unser bedenken den stimstenden alsbald vermelden und mit beiliegender instruction und credenz den Sturmium furderlichen abfertigen, ime auch abschrift von der capitulacion mitgehen und bei den stimstenden anhalten, das sie sich uf baide capitulaciones Frankreich und Engeland heschaids erholten. und wie wol uns negst der Sturmius angezaigt, wes sich der von Strotza erbotten bei Engeland auch zu fordern, und itzo vor seinem abraisen erinnern lassen, das wir darnach einen credenz an den konig zu Engeland uf inen stellen und mit uberschicken solten; die weil ir aber zum tail wisset, das wir bedacht sein, auch durch unser gesanten, darzu wir doctor Johann von Met zu gebrauchen willens, mit Engeland wollen handeln lassen vgl. Nr. 391, Anm. 4], so haben wir vor allen dingen vor gnet angesehen, das in deme doctor Johan von Metzen bedenken gehort... wurde, domit es doctor Johann nit dofur halten durfte, als wolten wir seine handlung hindansetzen und die sachen durch andere personen hinder ime handeln lassen. derhalben haben wir mit solcher credenz verzogen. wirdet nun doctor Johan solchs vor guet ansehen, das des Strotza und des Sturmii schickung allain zu merer furderung der sachen, die er mit den andern, die wir ime zuordenen wollen, bevelh haben solte, so wollet uns solchs furderlich zu erkennen geben. wollen ir uns dorauf weiter vornemen lassen. und do wirs vor nothwendig ansehen werden, dieselbt credenz dem Sturmio uf der post hinach schicken(Ausf. der sächs. Kanzlei mit 4«cito» in Marburg, Arch., Vr. 908, f. 21— 22.— Die sächsischen und hessischen Räte antworteten darauf am 7. Oktober, dass sie das Bedenken der Fürsten und die«instruction den stimstenden vorgelesen und ire gemuet daruber dahin vermerkt, dvweil Johan Sturmius alhie verritten und den Cratonem Mylium; vgl. Nr. 343, Anm. 20 mit diesem bevelch hinder im gelassen, das er im die ding, so ime nachgeschickt wurden, furderlich zufuren solte, so soſte demnach solliche credenz, instruction und capitulation dem bemelten Cratoni zugestelt und also dem Sturmio un verzogenlich zugefertiget, ime auch uferlegt... werden, sich eilend un verzogenlich in Frankreich zu verfugen und vermog seiner instruction zu handeln. daruf ist bemelter Craton alsbald von uns dem Sturmio nachazuvolgen abgefertigt; der wirdet sich one zweivel nit seumen, dergleichen auch der Sturmius sein vleis zu erlangung bevolhener sachen nicht underiassen. sovil aber die ocredenzg... an Engeland... betrifft, da erachten die stende, dweil doctor Hans in dieser sachen gepraucht, das er itzt davon nicht genomen, domit er sovil desto weniger einigen verdacht hierus nemen möcht, als wolt man ime in dieser sachen nit vertrauen. zudem dweil erlauten wil, als ob Frankreich und Engelland mit einander widerumb in unwillen stehen und villeicht darus thetlich handlung erfolgen müge, das der Strotza als des konigs diener villeicht wenig fruchtparlichs bei Engelland usrichten möcht; darumh so ist us diesen und andern ursachen bedacht, das gemelter Strotza und Sturmius mit sol licher handlung nicht beladen, sonder doctor Hans von Metz und wem llies: wen y] ime e. churund fl. G. zuordnen werden, dieselben zu velrlrichten uferlegt werden solt»(Entw. a. a. O., ET—— 1 Peter Strozzi macht Schwierigkeiten. 221 dieweil wier ouch neben gemeinen stenden ein notturftige gegenvorsicherung aufzurichten... willens, so ist zwuschen der gestalten vorsicherung und euerm zugeschickten itzigen bedenken im grunde ein kleiner underschied; dan diese ding uf gutem trauen und glauben haften, daran unserthalben kein mangel sein sol, auch andere stende sonder zweivel an inen auch nit werden erwinden lassen. hetten aber vor unsere personen lieber gewolt, der von Strotza hette solchen eurn bedachten weg, den wier auch mit ime haben handeln lassen, angenommen, dan das er die vorsicherung seinethalben uf die drei stedt allein hat wollen gericht haben. ir werdet und sollet aber derselben, wil gott, ane schaden und nachteil sein; dan gemeine stende euch und die andern zwo stedte in deme gotlob reichlichen schadlos halten konnen. wier wollen auch mit ganzem vleis daran sein, das die schadlosvorschreibung euch und... Augsburg und Ulm uf itzigem tage doselbst zu Ulm ufgericht und volzogen werden sol. und wan solchs geschiet, so achten wier anne nott sein, des Weickmans volmacht und gewalt weiter durch die andern stende auch autorisiren zu lassen. dann wier besorgen, das in Frankreich uber die benente summa schwerlichen etwas weiters wirdet ufzubringen sein. doch do hoffnung darzu were, so wollen wier die ding gerne, sovil wier immer konnen und mugen, dohin richten, damit von den andern stenden, wie es dan auch an im selbst billich ist, ausdruckliche bewilligung derselben volmacht und gewalts auch erlangt werden sol. und dieweil wier dann, wie angezeigt, mit dem von Strotza albereit ufs eusserst gehandelt und alles das, so ihr in euerer itzigen schrift nach der lenge ausgefurt, mit ime notturftiglichen handeln[lassen] und aber die sachen uf keinen andern weg, dan wie aus der uberschickten vorschreibung zu befinden, richten mugen, so seint wier in genzlicher hoffnung, ir werdet an euch nichts erwinden lassen und bedenken, was disfals uns allen an den sachen gelegen... Dat. Feldlager bei Nördlingen 5. Oktober 46. 395. Bürgermeister und die Geheimen von Ulm an die XIII. 1546, Oktober 6. Ulm.] Str. St. Arch., AA 548, f. 6—- 48 und 51. Ausf. Auf der Anschrift vermerkt: Cito, cito.— Empf. Do. 7. Oktober«zu 10 uren in der nacht»; verlesen Fr. 8. Oktober! Erw. von Rommel, D. Reichsstadt Ulm, S. 55, Anm. 90 a. Senden die von ihnen und Augsburg besiegelte Verschreibung, die Strassburg auch besiegeln und nach Lyon senden möge; Brief Augsburgs; Gegenverschreihung; Befehl an Weickmann und Meuting. Danken für ihren Brief vom 1. Oktober Nr. 388, Anm. 7]. Auch die Augsburger und Ulmer Kaufleute haben sich geweigert. Sie haben daher f. 27— 289. Von den neuen Misshelligkeiten zwischen England und Frankreich hörte man in Um durch Strassburg. Denn Dr. Fessler meldet am 6. Oktober an Herzog Ulrich: «Es hat sich der ain strasburgisch gesant, der Bock, gesterigs tags im ausschutá vertraulich vernemen lassen, das ine angelangt, das Frankenreich und Engelland von nuwen dingen irrungen mit ainander haben solten»(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 16, Nr. 28b). Es handelte sich dabei um die Zerstörung französischer heiestig ung werke bei 3 durch den englischen Gouverneur daselbst auf Befehl Heinrichs VIII. in der Nacht vo 5. zum 6. September; vgl. State papers XI, S. 289—290 und Letters and papers XXI, 2, Nr. 23, S. 11. 395 1 Es ist der gleiche Empfangsvermerk wie bei Nr. 386. 422 15466. Besiegelung der Verschreibung durch Strassburg, von den Fürsten und Kriegsräten dasselbe wie Augsburg verlangtz. Diese haben daraufhin den Sekretär Konrad Zoller zur Besiegelung der Verschrei-w bung zu ihnen geschickts, des vernern anzaigens, das er furter nach Augspurg zu verreiten und die aldo gleicher gestalt versiglen zu lassen und uns fürter dieselb wider zuzuschicken bevelch hett, damit wir alsdann solliche obligation fürderlich e. F., die in Frankreich haben zu vervörtigen, neben ainem irer chur- und fl. G. schreiben Nr. 386] ubersenden möchten. wiewol wir uns nun gegen ime, dem seécretari, erster besiglung beschwert, hat er sich zu fürdeérung der sachen so hart bei uns angehalten, das wir uns zu furhuettung unwillens in demselben weiter nit wägern könden und uns derhalben(wie wir dann gegen e. F. hiemit auch freuntlich gethon haben wöllen) gegen... die von Augspurg entschuldigt, auch daneben umb ir bedenken unser, der stött, gegenversicherung halben und, das mitlerweil das gelt in unsern handen bleibe, freuntlich gebetten etc. was sie uns nun darauf widerumb geschriben, haben e. F. us inligender copis nach lengs zu vernemen, auch daneben die gestöllt obligation samt obangeregtem beeder chur- und fursten schreiben auch zu empfahen. Und dieweil wir nun nit zweiveln, e. F. werde der... un vermeidenlichen nottdurft nach.. zu gleicher... besiglung auch genaigt sein..., so pitten wir ganz freuntlich, sie wölle alsdann herrn Johann Sturmium oder, do es, wie wir doch nit verhoffen, seinthalben nit sein möcht, ain andere taugen liche person in Frankreich zu... Bernhart Meiting und Jörigen Weickmann eilends und one allen verzug abvörtigen und denselben schriftlich oder mundlich von unser, der dreier stött, wegen bevelch thun, inmassen der von Augspurg schreiben mitpringt und e. F. weiter für gut ansehen wirt, sonder— lich aber allen vleiss fürwenden, damit das gelt mit böster gewarsam zu 2 Vgl. dazu Nr. 383, Anm. 3. 3. Vgl. Nr. 386 Anm. 1. Am 2. Oktober schrieb er aus Ulm an Seb. Aitinger: Ulm, das nicht zuerst siegeln wollte, um die beiden anderen Städte nicht zu beleidigen, will alles heute besorgen, so dass er morgen früh nach Augsburg reiten kann. Es verlange aber Sicherheit dafür, dass die Versc hreibung nur gegen das Geld ausgeliefert werde(Or. in Marburg, Arch., Nr. 916, f. 76—77). 4 Entw. dieses Briefes vom 2. Oktober in Ulm, Arch., Ref.-Akt. 2 Nr. 1848. 5 Abschr. in AA 548, f. 49-50; Ausf. vom 5. Oktober in Ulm, a. a Nr. 1878: Ist mit der Verschreibung einverstanden und hat gesiegelt. Die kö muss «nit zu vil scharpf noch lang und doch also gemacht[w erden], das sie im rechten und vor meniglich pindig sei.) Bitten durch(ire rechtsgelehrten samt unsern lieben advocaten, herrn Conraten Helen und herrn Niclausen Mayern, ain concept ze stellen, also das Sachsen, Hessen und Wirtemberg... die gegenschuldner an stat gemainer christlichen stende seien.“ Mögen den Entwurf Strassburg und ihnen zusenden.(Damit dann wir, die drei elrbarn] stött, auch dest sicherer handlen, so ist unser vertraulich bedenken, das sollich gelt den nechsten heraus auf Strassburg gemacht werde und daselbs hinder aim elrbarn] rathe ligen bleibe, bis uns nottur ftige gegen versicherung geschehe. wir bedenken auch, dieweil der cammerräthe habender gewalt ganz general und one ainige ausgetruckte suma, darauf die gewalthaber handlen sollen, gestellt ist, so werde die notturft sein, dem Weickman und Meuting ze schreiben, das si auf uns, die drei stött, weiter kain gelt ufnemmen sollen one vernern austrucklichen bevelch. und wiewol es sich selbs dingt, so möcht doch die anmanung nit schaden, welche wir e. W. und... den von Strassburg zu thun haimstellen. es möcht auch nit schaden, das chur- und Fürsten dessen auch erinnert wurden.»— Vgl. auch den Augsburger Ratsbeschluss vom 5 Oktober; gedr. bei Roth, Augsburgs Ref. Gesch. III, S. 493, Anm. 29 mit dem falschen Datum 5."September. N Augsburg und Ulm; Gegenverschreibung; Kriegsnachrichten. e. F, oder unsern handen, wölches wegs halben zum sichersten und fürderlichsten beschehen mag, herausgebracht... werde. mitler weil(dann es jet zo in sollicher eil nit sein könden) wöllen wir mit e. F. und dern von Augspurg alhie habenden gesandten unser, der dreier stött, gegenversicherung nottdurftiglich berathschlagen, stöllen und begreifen lassen und e. F., auch denen von Augspurg, dieselb... fürderlich schicken... Dat. Mi. 6. Oktober 46. 396. Ulman Böcklin an die XIII. 1546, Oktober 6. Feldlager bei Nördlingen. Str. St. Arch., AA 551, f. 37— 38. Or. Prod. So. 10. Oktober. Bittet um Knechte; Scharmützel; seine Besoldung. Nachschrift Hans: Entschuldigt das Öffnen des Briefes. Bittet nochmals ihm Knechte zu schicken, da die hiesigen krank sind. Gleich nach Abfertigung dieses Briefes hat(sich zutragen ein scharmitzl, hat gewert bis in die finster nacht. sind zimlich wundt und geschossen worden, namlich so ist herzog Albrecht von Brunschwig durchs mül gerant worden und ander gewundt. hoff aber, sol im nist schaden. sie haben uf dem gegentheil ouch nit siden gesponen. die knecht haben erlich samaten Pregendier(Brabanter?] mit in brocht und pferd. und wil man sachen, der scharmitz sig dorum angefangen, domit der kaiser verziehen wil; und wie die sag, wol uf Niernburg. doch haben die kaiserischen in allweg weichen muessen.» Hat aus dem Brief der XIII* ersehen,«das ir uwer monat erlegt haben, aber glich wol düsend gl. von derselben ingehalten; so dan die müsterheren mir min stott machen, wolt ir mir dasselb inhalten. nun haben mir die musterherren kain stott zu machen sonder befelch der kor- und firsten; dan ich derselben ouch einer und domit nit gesagt mechten werden, wir kratzen ein ander selber.“ Hat aber erst mit dem Landgrafen und auf dessen Wunsch mit dem Kurfürsten verhandelt und beiliegende Schrift? erwirkt. Dat. Lager vor Nördlingen Mi. 6. Oktober«am morgen zu 8 uren a. 46.» Nachschrift Hans[vom 7. Oktober]: Da er am Morgen des 7. einen Brief Ulman Böcklins* erhielt, in welchem dieser auf einen andern verwies, der noch nicht gekommen war, so öffnete er«mit wissen und willen) Müllenheims und Wolff Böcklins das obige Schreiben, wofür er sich entschuldigt. Alsbald nach mittag) brachten die beiden kranken Knechte Wigand Schmidt und Veit Reinhardt den vermissten Briefs. Actum Ulm 7. Oktober 46. 396 1 Er starb jedoch am 21. Oktober; vgl. Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 79, Anm. und Schweizer, Donaufeldzug, S. 138. 2 In dieser erklärt der Kurfürst am 7. Oktober den XIII sein und des Landgrafen Fin verständnis damit, dass Ulman Böcklin«sein besoldung und stad..., wie er den vormals gehabt und ir in rechnungen befinden, an euer anlage zu Strasburg gereicht sol werden»(Lager bei Nördlingen; Ausf. in AA 647, f. 55— 56; prod. 10. Oktober). 3 Bei dem Briefe liegt jetzt AA 551, f. 36, die teilweise Abschrift eines Berichtes von Sebastian Besserer an die Geheimen von Ulm vom 6. Oktober(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVII, Nr. 1880: Gibt Schilderung des gestrigen Scharmützels. Es heisst, der Kaiser warte auf die Franken, um dann zu schlagen. Da sollten auch die Protestanten ihre ganze Macht versammeln. Ein Kampf ist kaum mehr zu vermeiden. 424 1546. Anleihe Strassburgs bei Basel; Kriegsnachrichten. 397. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, Oktober 7. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 306. usf. und 301 u. 303(2 Zettel). Praes. et lect. 13. Oktober, Senden Walther, um das geliehene Geld zu holen, 1. und 2. Zettel: Senden Zeitungen, Haben ihnen jüngst geschrieben[Nr. 384], sie möchten die 8000 Gulden «bitz zu ferner unser gelegenhait» behalten. Schicken jetzt Heinrich Walther, dem sie das Geld aushändigen mögen!. Dat. Do. 7. Oktober 46. 1. Zettel: «Wir schicken euch auch hiemit copei, wes uns diser tagen von den unsern fur zeitungen? zukomen. datum ut in literis.» 2. Zettel: Nach Schluss des Briefes sind weitere Nachrichten gekommen, die sie senden[mit A und B bezeichnet. 3971 Sa., 23. Oktober, melden die Geheimen von Basel, dass sie gegen uberantwortung eu wer gegebenen zins verschreihungy das Geld mit Walther in rheinischem Gold. Goldkronen und Talern, wie sie diese empfangen haben, senden(Ausf. in AA 556, f. 10: prod. Mo. 25. Oktober). Am 25. Oktober bestätigen die XIII den Empfang und machen die[aus dem Briefe Ulman Böcklins vom 20. Oktober(Nr. 417) stammende] Mitteilung, dass man den Feinden 100 Pferde und Esel genommen habe und dass 1000 Pferde noch draussen seien(Ausf. in Basel, Arch., Polit. L 2, 1, f. 533). * Es sind: 1. Das in Nr. 387 wiedergegebene Bruchstück aus dem Briefe Hans an die XIII vom 30. September(Abschr. in Basel, a. a. CO.. 3, f. 304). 2. Kin Bericht Seh Besserers an Ulm aus dem Feldlager bei Donauwörth vom 2. Oktober(Ausf. in Um. Arch. Ref. Akt. XXXVII, Nr. 1854; Abschr. in Basel. a. a. CO.. F. 304): Hat gestern geschrieben., dass der Kaiser über die Donau ziehen wollte; davon auch heute die Rede. Jetzt hört er. der Kaiser sei aufgebrochen und ziehe dem Ries nach. Von uns folgt ihm einiges Volk. «Gedenk wol, wir werden alle, so es warhaftig er volgt, hienach ziehen und, ist moglich ime einich abbruch zu thun, wurdt es nit underlassen. zeucht er dahien, so glaub ich, er sei der meinung durch das land zu Wurtenberg zu ziehen. wann man auch recht aufsicht. sonderlich herzog Ulrich, bis er in die enge komt, sich fur ime mit vortheil legt und ime andere nachburen zuziehen und wir ime nach volgen, so wurdt es one schlahen kaum zergon. des keisers volk ist krank; so sollen auch etwan vil von ime zezogen]!] sein... 3. Ein Schreiben der strassburgischen Gesandten in Ulm vom 5. Oktober mit Bericht über den AMordanfall auf Schertlin[vgl. Nr. 391] und die Vierteilung des Täters Pantaleon[Ebner] von Lindau am Freitag[Oktober 1]. Der Kaiser ist am Samstag[2.] nach Wendling ins Ries gezogen. Am Sonntag[3.] sind die Unsern gefolgt(Abschr. in Basel, a. a. C., f. 304 bis 305). Das Bekenntnis Ebners liegt bei(Abschr. a. a. 97 Das Schreiben wurde im Strassburger Rat erst am 9g. Oktober verlesen(Ratsprot. 1546, f. 496— 497); im Orig. ist es in Strassburg nicht mehr erhalten. 3 Es sind wieder 2 Briefe Besserers, die der Rat aus Ulm erhalten hatte: a) Vom 4, Oktober aus dem Feldlager bei Jiswingen(Ausf. in Um, a. a. CO., Nr. 1867: Abschr, in Basel, a. a. O., f. 300): Hat gestern geschrieben, dass sie von Donauwörth dem Kaiser ins Ries nachgezogen sind. Er ist nur eine kleine halbe Meile entfernt:«gedenk, es werde ungehandelt nit vergön.“ Der Landgraf hat gehört, der Kaiser habe einen Trompeter nach Nördlingen geschickt, wie es heisst, des Proviants wegen[vgl. dazu Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., 8. 74-751.(Hat man darfur, er werd sich undernemen Norlingen in sein hand zu bringen. darumben werden wir uns nun bezanken; und so der Keiser den vortl nit vor uns einnimt, werden wir uns underston ime Norlingen zu weren, daroh sich auch wol etwas zutragen mag.“— PD Vom 5. Oktober aus dem Lager bei Nördlingen(Aust. in Ulm, a. a. CO., Nr. 1871; Abschr. in Basel, a. a. O., F. 302): Sind, wie er aus dem vorigen Lager geschrieben, mit ganzer Macht gestern auf Nördlingen gerückt,«die hohe und vortel. *—— e / 1546. Geldmangel beim schmalkaldischen Heere. 425 398.«Der churfursten, fursten und stend christlicher verain rethe, gesandten und bottschaften, itzo zu Ulm bei einander versambelt, an die XII. 1546, Oktober 7. Ulm.] Str. St. Arch., 549, f. 35 und 38. Aus. Empf. Sa. 9. Oktober«umb die 10 uren vor ID Brief der Kriegsräte über Geldmangel; bitten sie, ebenso wie Württemberg, \ugsburg und Ulm, ihren ausstehenden Rest zu erlegen. Senden,«was uns von unserer... herrn und obern verordenten kriegsrethen des vorstehenden grossen mangels halb an gelt, so gereit vorhanden, und was sich auch fur ein unrichtigkeit, da man mit gelt nicht bald gefasst sein würdet, ires besorgens... ervolgen möge, geschriben?... so haben wir in diser eil kein ander mittel gewusst, dann das... des herzogen zu Wurtembergs und der stett Augspurg und Um voſkomenliche erlegung der nechstbeschlossnen sechs doppeimonat, sovil noch an denselben ausstehen wurdet, eilend erlegt und in das leger furderlich verschafft werde. dieweil dann die not gehörter massen gegenwürtig und das geld alsbald zu furhuetung obgemelts unraths vorhanden sein muss, so bitten wir euch..., das ir... euer uberige gepurs an den bemelten sechs doppelmonat eilend und unverzogenlich hieher erlegen... Dat. 7. Oktober 1546. als ich auch angezeigt hab, eingenomen.“ Man hat sich in Schlachtordnung den ganzen Tag gegenüber gelegen und sc K«Doch haben sie nit schlagen wollen; an uns hat nichts erwunden.) Sie sind zurückgezogen und haben 2 Dörfer Ludwigs von Öttingen angesteckt. Diese beiden Briefe wurden im Strassburger Rat ebenfalls am 9. Oktober vorgelegt(Ratsprot., a. a. O.). 398 1 Ebenso an Herzog Ulrich; Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 16. Nr. 32; praes. J. Oktober(zwischen 11 und 12 nach mittag». 2 Aus dem Feldlager bei Nördlingen am 6. Oktober(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 912, . 12—= 13; praes. 7. Oktober; Abschr. in AA 549, f. 36—- 37): Die Kammerräte haben gestern geschrieben, dass 100000 Gulden nach Lauingen geschickt worden seien. Das genügt aber nicht. Gestern war ein Ausschuss von Schertlins Regiment bei ihnen und hat einen ganzen Monatssold für das Kriegs volk begehrt.« Sie haben necht an allen orten gelt geschrien; was trost und herz sollichs dem veind, so zu nechst an uns ligt, gibt, ist pald erwegen. Y Sachsen und Hessen halten die Bezahlung wenigstens eines halben Monatssoldes für nötig. Die Kammerräte haben aber zur Zeit nur 17000 Gulden. Es ist eine Meuterei zu befürchten, wenn dem Geldmangel nicht schleunigst abgeholfen wird.— Die Bundesgesandten verweisen in ihrer Antwort vom 8. Oktober auf ihr obiges Schreiben an Strassburg und Herzog Ulrich. Wollen die Kammerräte veranlassen, das von beiden einkommende Geld ihnen sofort zuzuschicken; auch soll ihnen«der statt Augspurg ubermass» der sechs Doppelmonate zukommen. Ferner schlagen sie vor, die Obersten, Hauptleute usw. zu bestimmen, ihre Besoldung anstehen zu lassen, bis wieder mehr Geld da ist. Man kann auch Anleihen aufnehmen und die Bundesstädte veranlassen, statt Geld Tuch und andere Waren ins Lager zu führen; ebenso kann man bei den Geistlichen die aufgelegte Sehatzung, soweit sie nicht in Geld eintreibbar ist, in Korn und Wein erheben und dies verkaufen. Mögen das bei den Fürsten anregen(Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 908. f. 32— 33). 3 Zum ersten Teil der(gepur) vgl. Nr. 390; er war am 7. Oktober bereits in Um eingetroffen, wie Dr. Fessler an diesem rage Herzog Ulrich berichtet(Ausf. in Stuttgart, a. a. O., Nr. 31).— Am 8. Oktober geben die Kammerräte auf Wunsch der Bundes versammlung in Ulm(vgl. dazu Aitingers V ‚erhandlungsbericht zum 8. Oktober in Marburg, Arch., Nr. 909) ein Bedenken darüber ab,«wie in eil gelt zusamen zu pringen». Dabei betonen sie,«so ——————— y n,=. 426 1546. Ausschussberatung im schmalkaldischen Feldlager 399. Heinrich von Müllenheim an die XIII.[1546, Oktober 7 und 9. Ulm.] Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, /f. 49 h- 499. Aufzeichnung des Stadtschreibers:. Erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 17. Bittet um seine Abberufung. Bittet, da(Michel[Han] an inen nit behilflich sein kund,... sich des tags zu erlassen und jemanden andern zu orden. behalt bei seinem eid und seiner seelen selligkeit, das er im nit stat sein kund. will ehe fur sich. [sich] herthon und in meiner herren straff sich stellen, ehe er w oll, das man sa er hab mein herrn und gemeinem vatterland etwas versaumbtz. 100. Bedenken des Ausschusses Württemberg, Strassburg, Augshurg und Ulm]!«des zuzugs halben»2. 1546, Oktober’ 93. Ulm.] Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVIIa, Mr. 21I32. Entw. Hine Reihe von Ständen soll eilends den 8. bzw. den 4. Mann aufbieten; Stärke des Zuzugs; Termin 17. Oktober; Versammlungsplatz; Beiordnung von Beauftragten aus dem Feldlager; Bereitstellung von Geschützen; Aufpringung der Kosten. (Der verordnet ausschuss zu berathschlagung ains furderlichen und eilenden zuzugs etc. hat fur fruchtbar erwegen: versehen sich die camerräth, das. herzog Ulrich zu Wurtenberg etc. und die herrn von Strassburg, waz bei sein fl. G. und inen noch an den driten dopelmonaten aussteet, unverzugliche zuschickung und erlegung thun werden, wie dann berait an von sein fl. auch den herrn von Strassburg ain statlichs erlegt ist»(Aufz. in Marburg, Nr. 906, f. 46 399 Die Briefe sind nur im Auszug des Ratsprotokolls vom 11. Oktober erhalten. ? Darauf beschliesst man im Rat, da es«mein herrn beschwerlich wer, inen uber das er getreulich meinte, zu straffen, soll man recht in gotz namen umb einen sehen zu schicken. der etwas mer umb die sachen gewesen. und daruf erkant, mit herrn Jacob Sturmen freuntlich zu reden, das er sich harzu pruchen lassen welle)(Ratsprot. a. a. O.; erw. von Baumgarten, Jakob Sturm, S. 33, Anm. 24).— Am 25. Oktober wird dann ein Schreiben Müllen— verlesen, dass er daz pest thun woll, bis her Jacob Sturm sicher gen Ulm zum tag komen mogy(Ratsprot. 1546, f. 520 b).— Am 15. November ist er wieder im Rat(a. a. 0. f. 560 a). 400 4 Diese Zusammensetzung des Ausschusses gibt Dr. Fessler in seinem Bericht an Herzog Ulrich über die Verhandlungen vom 9. 0ktober an(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 16, Nr. 34a; praes. 9. Oktober). ? Über den Zuzug wurde bereits am 8. Oktober in der Bundes versammlung verhandelt, da ein Schreiben der beiden Fürsten an die Bundesgesandten einge laufen 2 das von der be— hen Verstärkung des kaiserlichen Heeres meldete(Abschr. 0 o. D. in Stuttgart, a. a. C., Nr. 34c). Es wurde daraufhin der Ausschuss gebildet,— sich die Vertreter ö imbergs, Strassburgs, Augsburgs, Bremens, zraunsch weigs, Hessens und Sachsens für die Notwendigkeit eines Zuzugs ausgesprochen hatten(Aitingers Protokoll zum 8, Oktober in Marburg, Arch., Nr. 9( 79). Strassburgs Vertreter hatte sich dabei folgendermassen geäussert: Man müsse den Rat der Fürsten hören und die Zahl kennen. Der Plan sei gut, da man höre,«das sich der kaiser sterkt». Aber man habe Fussvolk genug; es fehle nur an Reitern. Daher sei die Sache bedenklich. Wolle man es tun, so müssten wenige Personen«von der mass reden.“— Die Verhandlungen verliefen trotz der schliesslichen über einen eilenden Zuzug. 427 Das erstens die furstlich Pfalz-Neuburg, mein gn. herr herzog Ulrich zu Wirtemberg etc., die marggraffschaft Burgau, der stift und capitul zu Augspurg, item die elrbarn] stött Augspurg, Ulm, Esslingen, Reutlingen, Hailpronn, Hall, Dinckelspuhel, Bopfingen, Wörd etc. uf das eilendest, so immer möglich, aus iren stötten den achten und aber aus den dörfern und flecken den vierten mann mit iren wöhren und rustungen, sovil sie dern in eil gehaben mögen, ufmanen solten. wie stark sollicher zuzug sein wurd, können die verordneten herren, weil es an hoch- und obermelte fursten, stend und stött allererst zuruck gelangen muss und sich auch das ufmanen, sonderlich nach gelegenhait des furstenthumbs Wirtemberg, etwas verweilen mag, noch zuweiln nit wissent; und je mer personen under disem volk zu ross erscheinen und ankomen könten, je furstendiger es disem werk sein möcht. ditz volk solt uf sontag nach Galli den 17. Octobris schierist an der Prentz hinab... ankomen. jedoch möcht das wirtembergisch volk zwischen Awlen Aalen] und Gmund bis uf verrern beschaid ligen bleiben. So solt ain jede oberkait irem volk notturftige prophiant nachsenden, gleichfalls auch dasselb mit den besten hauptleuten, so ain jeder stand haben mag, versehen. do aber an demselben mangel erscheinen[möchte], möchten etliche taugenliche personen aus dem lager, so noch kainen bevelch haben, darzu verordnet werden. item so were auch disem volk durch mein gn. und gulnstigen] hern Sachsen, Hessen und kriegsräth ain taugenlicher oberster fur zusetzen. verrer söllen auch zu disem vorhaben des zuzugs ungevarlich 20 stuck gerings feldgeschutzes verordnet werden. weren demnach Wirtemberg 8, Laugingen 3, Augspurg 5 und Ulm 4 stuck zu schicken ufzulegen. und wurd ditz furnemen uber 14 tag lang verhoffenlich nit weren. Nota: wer den uncosten bezalen söll, steet zu bedenken. es möchten auch hierzu die pferd, so zum straifen abgevörtigt, sampt andern meer raisigen, sovil dern bei obangeregten stenden zu bekomen, verordnet werden. und soll ditz an die herrschaften und oberkaiten, so es berueren wirt, eilends zuruckgepracht, daneben auch baider chur— und fursten Sachsen, Hessen und der kriegsräth bedenken erwartet werden. actum sambstags den 9. Octobris a. etc. 465. Einigung ziemlich stürmisch;«wir seien uf gestrigen tag.. vor ainander gestanden wie wer hanen y. schreibt Seb. Besserer darüber am 9.Oktober nach Ulm(Ausf. in Um, a. a. O., XXXVII, Nr. 1894. 3 Dass über das Bedenken an diesem Tage auch verhandelt wurde, wird durch Aitingers Protokoll(a. 4. O.) zum 9. Oktober bestätigt. Im Text folgt gestrichen:«Jedoch wirt es unge varlich uf 12000 mann angeschlagen.) 5 Aitinger fasst in seinem Protokoll zum 9. Oktober das Ausschussbedenken foigendermassen zusammen: Der Ausschuss meint, man soll den Fürsten deshalb schreiben;« dann der gemain man schreit seer; so ist der gemain man allenthalben willig.» Die Herren sollen auch schreiben,(wohin man das ding schaffen und ordnen söll.»— Nach dem Rück vermerk auf der Reinschrift des Bedenkens in Um, a. a. O., XXXVIIb, Nr. 77 wurde darüber am 11. Oktober entschieden.— Inzwischen war am 10. der Fall Donauwörths in Ulm bekannt geworden(Aitingers Protokoll zum 10. Oktober, a. a. CO.; vgl. auch v. Druffel, Viglius, 8. 135, zum 9. Oktober). Am 11. billigten daher auch die beiden Fürsten und die Kriegsräte in einem Schreiben an die Bundesgesandten in Um deren Beschlüsse über den Zuzug(Feldlager bei Nördlingen; Ausf. mit«cito, cito, citissime» in Marburg, Arch., Nr. 908, f. 45—46; praes. 11. Oktober«in der nacht»). ————— EEE— K 428 1546. Kriegsnachrichten; Strassburg hat die Verschreibung 401.[Michael Han] an die XIII. 1546, Oktober 9. Ulm. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 314. Abschr.! Eine Schlacht steht nahe bevor; Ausschreitungen der Feinde. «... Mit dem krieg steet es noch also, das beide theil bei Nördlingen nahet bei einander ligen; und versiehet man sich, sie werden nit wol ungschlagen von einander kommen können. es will auch nunmehr so kalt hieussen in diser landsart werden, das sie nit lang(und sonderlich die Italianer und Hispanier) im veld bleiben können. man sagt, dieselben Welschen haben vom keiser begert, er soll schlagen oder sie heimziehen lassen. item es sollen dieselben Welschen und das teutsch keiserisch kriegsvolk under sich selbs nit wol einig sein; so soll es noch bei innen sterben, item es treiben etliche derselben keiserischen, so hungerig seind, grossen mutwillen, streifen ire etliche hin und wider, thund den freunden(das ist den bäpstischen und keiserischen) eben so wol schaden als den unsern, plündern, brennen und wuesten seer. dargegen haben die unsern itzt us dem leger und sonst auch ein streifen rott angericht, wöllen understeen, die meussköpf widerumb zum haufen zu treiben oder darüber zu erstechen. ich bin noch für und für der hoffnung, der lieb gott werde das ellend gottlos volk nit so gar us unsern handen lassen, sie sollen vorhin noch mehr schnapp nemen, wiewol sie dan— nocht bisher zimblich zugsetzt haben. wir seind alle nit fast gut; es ist aber unseglich, was gotteslesterung, erenschendung und mutwillens diss volk, wo es überhand nimbt, mit feunden und freunden, iren weib und kinden treiben. es solte alles das, so stab und stangen tragen möchte, eilends uf sein, dise teufel zu schlagen, wie man dann itzt alhie von einer eilender ufmannung ratschlagtz... datum Ulm in grosser eil 9. Octobris a. et. 46.» 402. Die XIII an den Kurfürsten von Sachsen, Landgraf Philipp und die Kriegsräte. 1546, Oktober 9. Strassburg. Weimar, Arch., Reg. J. pag. Ih?— Ib, g, Nr. 3. us. antschuldigung ihrer Kaufleute; haben selbst die Verschreibung besiegelt, erwarten aber Sehadloshaltung. Antwort auf Nr. 386.«Und das e. chur- und fl. G. und ir euch nit ver— sehen hetten, das die unsern sich solcher burgschaft und obligationverschreibung beschwert oder geweigert haben solten, da könden dannocht e. chur— und fl. G. und ir selbs ermessen, das es sondern und privatpersonen gar 401 1 Das Bruchstück dieses Briefes, welcher wohl von Han stammt, ist nur in der Abschrift erhalten, die Strassburg am 12. Oktober nach Basel sandte(vgl. Nr. 410).— Ungefähr gleichzeitig muss Han den Brief geschrieben haben, den Jakob Sturm in der Ratssitzung vom 15. Oktober vorlas:«Das im Michel Han gestern geschriben, das in unserm leger weniger sterb, weniger mangel an prophiand und gelt dan ins gegenteils leger sei und das der mer uf allen scharmutzel leut verlier weder die unsern. item das der gegenteil Horburg sloss und stedtlin, so grave Carle Wolfgang von QOtingen zugehorig, eingenomen. so soll Donauwerd durch verreterei auch eingenomen sein vgl. v. Druffel, Viglius, 8. 135, 145- 146, Anm. 17 und 8. 147, Anm. 23 und Schweizer. Donau feldzug 1546, S. 138 139) und der keiser daselbsthin ziehen(solle). und das man ein zuzug von Wurtenberg und den oberlendischen steten bedacht)(Ratsprot. 1546, f. 501 a). 2 Vgl. Nr. 400. für das französische Darlehen besiegelt. 83 deo 22 beschwerlich sein will, das iren etwa zwelf vor andern so vielen, die diser sachen verwandt und denen es gleich so wol als den unsern zu irer selbst wolfart gelangen thutt,(sich] dermassen über ir vermögen zu verschreiben und in verderpliche gefar zu setzen. so haben si uns auch dessen so stattliche und bewegende ursachen angezeigt, das wir sie der ungleicheit halben zu tringen nit gewisst haben.“ Was die Besiegelung der Obligation belangt,«do ist uns der mangel gelts zu hören beschwerlich in ansehung, das wir wol ermessen könden, was der bei dem kriegsvolk fur nachteil bringen und ge— peren mag. wir wöllen uns aber je nit versehen, das die schuld desselben uns zugemessen werden soll noch mög, dieweil wir die 18 doppelmonat getreulich erlegt und unsernthalben am selben nie mangel gelassen und schier mer gethan, dann unser gutt vermögen ist. haben kein zweifel, wo es von allen stenden der verein dermassen wie von uns beschehen und ein jeder das sein so volkomlich erlegt, es wurde an jetziger bezalung des kriegsvolks kein mangel und villeicht ein namhaftes uberig sein. und pillich bei denen, so das ir nit erlegen und dis mangels ursach sind, angehalten[wurde], damit nit ein solcher unmuglicher und untreglicher last uf uns und ander wenig stend gelegt werd. so haben weder unser herren und freunde, meister und rath alhie, noch wir uns geweigert, neben e. chur- und fl. G., auch andern stenden und stetten der verein uns umb ein namhafte summa, die uf gepurlich interesse möcht ufpracht werden, zu verschreiben. das wir uns aber neben beiden stetten Augspurg und Ulm fur uns und unsere burger ferrers und weiters verschreiben und obligieren sollen, weder wol unser vermögen ist, des haben wir ja nit unpillich bedenken. haben aber destweniger nit e. chur- und fl. G. und euer begeren an... meister und rath prachtzi. die haben dessen gleicher gestalt beschwerlich bedenken gehapt. nit dest weniger aber und das e. chur— und fl. G. und ir im werk befinden, das sie zu allem dem willig, das zu furderung des werks gedienen und gelangen mag, haben si sich begerter massen neben Augspurg und Ulm zu verschreiben auch bewilligt, die zugeschickt verschreibung versiglen und Sturmen zu handen stellen, dem Weickman zu bringen, und demselben gegen Leon schicken und e. chur- und fl. G. begeren nach schreiben lassen. wöllen zu e. chur- und fl. G. und euch sich... versehen, si werden ir gutwilligkeéit und das si mer thund, dann ir gut vermögen ist, gnediglich bedenken und erkennen und si mit der schadloshaltung irem erpieten nach gnugsam und dermassen versehen und versichern, das inen ir gutwilligkeit, auch iren burgern, nit zu verderplichem und unwiderpringlichem schaden gelang, bei den andern, die bisher an irer anlag seumnus gelassen, dermassen handlen, das dieselben der pillichait erstatten, auch bei der schadloshaltung iren willen thun und verschreibung geben, das man auch derselben halben gesichert sein mög, wie e. chur- und fl. G. und ir selbs erkennen konden, das es pillich beschehe und sein soll...» Dat. Sa. 9. Oktober 46. 401 Am 9. Oktober um 7 Uhr morgens durch Jakob Sturm. Er betonte dabei,«wo man dis gelt nit ufnemen wurd], so wurd es dem gegentheil gewisslich in seine hand komen: haben si, die hern dreizehn, sollichs an meine herren gelangen[lassen] wöllen, die weil ein sollichs beschwerlich ze thun und es gemeiner statt Strassburg untreglich. doch sollte daz gelt bei denen stetten Ulm und Strassburg gehalten und nit von handen gelassen werden(sollt), es were dann das si von gemeinen stenden deshalben auch gnugsamlich versichert wurden.. erkant: mein hern sollen in gotts namen auch bewilligen, das das gelt ufgenomen werd, gleich wie Augspurg und Ulm gethon, und die obligation helfen fertigen und siglen» datsprot. 1546, f. 494). 430 1546. Strassburger Instruktion für den Ulmer Tag. 403. Die XIII an Heinrich von Müllenheim, Wolff Böcklin und Michael Han. 1546, Oktober 9. [Strassburg.] Str. St. Arch., AA 550, f. 128—131. Ausf. mit Vermerk Hans: CE. empfangen zu Ulm den 12. Octohris hora sexta man.) Senden eine Instruktion für die Verhandlungen auf dem Tag zu Ulm. 1. Zettel: Senden die Nottel der alten Verständnis nicht. 2. Zettel: Ottheinrichs Aufnahme in den Bund. Antwort auf Nr. 392.«Und weren wol willig gewesen, euch mit furder licher antwurt zu begegnen; so haben doch dise ding mit sondern fugen für reth und einundzweinzig muessen bracht werden, damit wir in disen sachen gewalt von inen erlangten..., wie dann von inen uf heut samstag beschehen?. hieruf so schicken wir euch hiemit unser bedenken, wie ir ab hiebeigelegter schrift vernemen werden. und so ander stende, die ier pottschaften jetzo zu Ulm haben, den stimmräthen in den sachen Frankreich und Engelland belangen gewalt zu schliessen geben werden, so wöllen euch mit inen sovill möglich vergleichen. fiele aber etwas fur, darin ir euch nit vergleichen möchten, das wollen uns zuschreiben; soll euch fürderlich bescheid von uns sovil muglich zugeschickt werden...“ Dat. Sa. 9. Oktober 46.— 1. Zettel: Schicken die in der Instruktion erwähnte«nottel der alten verstendnusx nicht mit, da sie in Um zu erhalten ist.— 2. Zettel:(Herzog Ottheinrichs innemung belangen achten wir nit ungut sein, so er ingenomen sollt werden, das ime darin ingepunden wurd, so er zu dem churfurstenthumb käme, das er mit demselben auch in der pundnus sein und mit einer pillichen anlag belegt werden sollt.» 104. Fagius! an Bucer.(1546, Oktober 9. Heidelberg.] Str. St., Arch., Thom. Arch. 22, 2. Or. Teilw. gedr. von Rott, Friedr. II. v. d. Pf. u. d. Ref., S. 82, Anm. 201 und von Hasenclever, Kurpfälz. Pol., S. 123, Anm. 304. Winterlager des Kaisers in der Unterpfalz; kaiserfreundliche Stimmung am kurpfälzischen Hofe; hessische Truppen bei Frankfurt. Hörte gestern von einem geheimen Rate des Kurfürsten von der Pfalz, der Kaiser habe hier angefragt, ob er das Winterlager in die Unterpfalz, nach 403 1 Es fehlt also der von ihm mit V bezeichnete Brief. Im Rat ist der Bedacht der XIII«durch her Jacoben[Sturm] verlesen worden, wie er ine angestellt. und der erst punct, das man diejennen, so in die verstentnus begern, innemen sollte, erkant: ist gefolgt, wie herpracht. erstreckung der pundnus halben der bedacht auch verlesen. und ward daneben anzeigt, dweil ein punct in der verstentnus, wo ein krieg furfiel, das man den zu beharren schuldig vgl. Hortleder I, Buch 8, Kap. 9, 88, 8. 1328— 1329], so wer gut, das man daselbst uf handelte und der erstreckung geschwig, es were dann, daz die andern stend vermeinten not sein; so sollt man uf 4, 5, 6 jar zu erstrekkung auch helfen schliessen. erkant: der punct gefolgt. Wegen der Verhandlungen mit Frankreich und England«da woll... von nöten sein vertraulich darunder zu handlen und den hern XIII gwalt zu geben, das si den gesandten und stimrethen darunder befelch und gwalt geben mochten daruf zu handlen und schliessen helfen. erkant: mein hern dreizehen gwalt geben»(Ratsprot. 1546, f. 493- 494. 404 1 Am 6. Oktober hatte er dem Rat angezeigt, dass der Kurfürst von der Pfalz ihn noch 14 Tage über die zugestandenen 2 Monate[vgl. Nr. 285, Anm. 6], die am nächsten Montag 1546. Stimmung am kurpfälzischen Hof und in Mailand 431 Oppenheim, Alzey usw., legen dürfe. Die Antwort kennt er nicht. Hier am Hofe sind viele, die so tun, als ob sie für den Landgrafen seien, in Wirklichkeit aber für den Kaiser sind. Nachrichten über den Landgrafen usw. werden schnell ausgesprengt, solche über den Kaiser werden totgeschwiegen.« Facile cogitare potes, qui illi sint. optimus est princeps, sed parum potest propter nobilitatem suam et consiliarios aliquos.» Möge das dem Rat mitteilen, wenn er es für gut hält,«ne forte rursum tale aliquid accidat in pernitiem nostri, quod antea factum est, quando Burensis Rhenum traiecit.) Hier ein hartnäckiges Gerücht, dass der Kaiser am Rhein überwintern werde. Bei Frank furt sollen 4000 treffliche Knechte und eine Anzahl Reiter des Landgrafen liegen, die nur den durchlassen, der sich ausweisen kann. Dat. 9. Oktober. 405. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Oktober 9. Basel. Str. St. Arch., AA 556, f. 53- 54. Ausf. Empf. Di. 12. Oktober, Nachrichten aus Mailand; der Papst bezahlt seine Truppen nicht; Lage des kaiserlichen Heeres; dessen Winterlager. Melden,«das an hut dato zu mittagzit ein warhafte personn, die wir der ursachen kurz hievor in vertruwen in Italiam abgefertiget, den nechsten von Meiland bi uns ankommen. die zeigt an, das innerhalb drig wochen und vierzehen tagen, wie er dessen von den knechten, so im schloss Meiland ligend..., bericht sie, das im ersten ruff(dann die bede, wie der bruch der enden, mit trumpeten geschechen) offentlich uskundet, was von] kaufluten im herzogthumb Meiland den richstetten zugehorig siend, das sich die... an ir gewarsame thun, in Meiland kein vernern ufenthalt haben sollend. aber im andern letsten ruff dem bapst alle sine... gefell, so er im herzogthumh Meiland habe, gespert und das die alle in der kei. Mt. cammer... bezalt werden sollen, bi hohen peenen gebotten. und als der unser, Ius] was ursachen das gescheche..., vertruwte lut befrogt, ist geantwortet, das der bapst dem keiser nit gehalten; dann wiewol der bapst dem keiser zu disem krieg sin anzal volks geschickt, solte er doch die selbs versolden; das thuge er, bapst, nit. dahar ervolge, das vil Italianer vom keiser abloufen welches siner Mt. zu gresser zerruttung... diene; darumb wolle sin Mt. selbs geld machen, die zu besolden... hiebi wollen wir euch nit bergen, das ein frouw, so under dem hus Osterrich gesessen, diser tagen bi... irem schuldgloubiger allhie in unser statt gsin, demselbigen anzeigt, wie ir mann, so bim keiser lit, iren geschriben..., wie wol si, die keiserischen, zu Ingolstat inthan gsin, grossen mangel und thure gehept, so sie es doch jetzt, als dasselb leger verruckt, besser und all essende spis in zimblicherem kauf[haben]; und were die gmeine sag im leger, es wolte die kei. Mt. im land Wurtemberg, so ein fast gut voll land 11] zu Ende gehen, behalten möchte, weil die Reformation wegen einer längeren Krankheit des Kurfürsten noch nicht zu Ende geführt werden konnte(Heidelberg; Or. a. a. O.; lect. Mo. 11. Oktober; Auszug bei Haseneclever, a. a. O., 8. 124. Anm. 305).— Der Rat erteilte Fagius am 11. Oktober noch 14 Tage Urlaub(Ratsprot. 1546, 6. 499 b); er kehrte daraufhin Ende Oktober nach Strassburg zurück; vgl. Hedios Brief an Erb vom 14. November(Dominic. post Martini:(Fagius... rediit ante XIV dies...»(Abschr. in Str. Univ. Bibl., Thes. Baum. XVII, f. 152; ben. von Rott, a. a. O., 8. 82- 83, Anm. 202, wo aber S. 83 statt:«ante III dies) zu lesen ist:«ante XIV dies»). TE EEE ö Mm 432 1546. Hülfegesuch Frankfurts. were, ir winterleger haben..., wartete allein, bitz das der herpst vols ingebracht, kasten und keller gefult wurden, des sich menglicher im leger hoch befrouwte; deshalb er nit gedechte in kurzem heimzukommen etc.. wiewol wir nun gedenken, ir siend derglichen sachen hievor ouch verstendiget!», so teilen sie es doch mit und bitten um Zeitungen. Dat. Sa. 9. Oktober 46. 406. Statthalter und Räte zu Kassel an den Rat. 1546, Oktober 9. Kassel. Str. St. Arch., AA 547, f. 67—68. Ausf.— Prod. Mo. IS. Oktober. Fragen wegen Rüstungen Frankreichs an. Fragen an, ob es wahr sei,(das der konig zu Frankreich in grossem bewerb und kriegsrustunge sein soll... und... wohienaus er seinen zug ordnen wole oder was sein furnemen sein soll... Dat. Kassel 9. Oktober 461. 407. Der Rat von Frankfurt an die XIII. 1546, Oktober 9. (Frankfurt am Main.) Str. St. Arch., AA 544, f. 19. Ausf.— Prod. Mi. 13. Oktober«coram 13»; reprod. Fr. 15. Oktober. Bitten um 1 bis 2 Fähnlein, wenn der Feind gegen sie rückt. Senden Abschrift des Schreibens des Kurfürsten von Sachsen und des Landgrafen Philipp über den Aufbruch des Kaisers!.«Dweil... dan... ir, auch wir selbst wol zu erachten haben, was nit allein uns..., sonder auch gemainer ainigung und sonderlich... dem landgraven... an erhaltung und entsetzung unser stat gelegen, so haben wir nit underlassen... wollen, irer G. rath... zu volgen. und dweil wir uns dan zu es. L aller freundschaft und guts vor andern elrbarn] stetten getrosten..., so ist unser... bit, e. L. wollen sich auf den fall, das... derselb(kai. haufen] den zug auf unser stat, wie zu besorgen, furnemen[wurde], gegen und bei zaigern dis briefs freundlich vernemen lassen, was wir uns alsdan zuschickung halber ains oder zwair fenlin knecht und sonst weiter zu denselben e. L. in solchen unsern noten verlassen soltenz. ob auch e. L. villeicht vor uns innen wurde, das der kaiser den zuck anderst wohien... nemen wurde, so wollen e. L. uns dasselb uf unsern costen furderlich auch verstendigen...“ Dat. Sa. 9. Oktober 46. 405 1 Jakob Sturm hat hier an den Rand geschrieben:(Hut). 4061 Am 18. Oktober wird im Rat beschlossen ihnen zu schreiben,«das man von keiner rustung oder werbung wiss»(Ratsprot. 1546, f. 505 a). 407 1 Lager bei Donauwörth; 2. Oktober; Abschr. a, a. C., f. 50— 51; Ausf. in Frankkurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1022; lect. 9. Oktober; ben. von Collischonn Frankfurt i. Schm. Kr., S. 643: Wenn der Feind auf den Rhein zu zieht, sollen sie ihre Stadt versehen und Strassburg um 2 Fähnlein bitten,(nachdem sie[Str.] drei fenlin knecht bei inen ligen haben, deren sie so hoch notturktig nit weren. Mit diesen können sie sich halten, bis sie dem Feind nachrücken. Nachschrift: Hören, dass der Kaiser wieder über die Donau gezogen ist, wohl weil er krank ist. Vielleicht will er aber nicht an ihnen(Fr.] vorbei, sondern über Nürnberg ziehen; von dort kann er nach Meissen ziehen oder wieder nach dem Rhein und den Niederlanden auf demselben Wege, den Büren genommen hat. 2 Der Brief wurde am 15. Oktober im Strassburger Rat vorgelegt und darauf folgende Antwort beschlossen:(Dieweil der beider fursten schreiben alt, hab man der post 1546. Verhandlungen wegen der französischen Anleihe. 408. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Ulm. 1546, Oktober 10. [Strassburg.] Ulm, Arch., Ref. kt. XXXVII, Nr. 1898. Ausf. Der Rat hat trotz vieler Bedenken die Verschreibung besiegelt und sie Johann Sturm zugestellt; haben an Weickmann und Meuting wegen der Höhe des Anleihebetrags und seiner Übersendung geschrieben; bitten um den Entwurf der Gegenversicherung. Antwort auf Nr. 395. Haben den Brief Donnerstag[7.] in der Nacht erhalten und Freitag[8.] morgens gehört.(Geben euch darauf wider zu ver— nemen, das, dweil wir sollich obligation von wegen gemainer statt on vor— wissen maister und raths nit ze thun, die sach auch an ir selbs hochwichtig und beschwerlich, haben wir es an dieselben unsere herrn maister und rath gelangen lassen. die haben nun nach allerlei erwegung des handels, wiewol es inen ganz beschwerlich, das der last dieses kriegs also furnemblich uf die drei stett will gespilt werden, und bisher in gebrauch nie gewesen, das ain rath neben verpfendung gemainer statt gefell ir burger und derselben gueter verpfendet und verlegt hett, zudem das inen ain sollich gros hauptsumma samt dem schweren ungewondlichen interesse auch zum dritten theil im fall, so sie die andern stende nit sollten schadlos halten, in jarsfrist zu bezalen nit möglich sein wöllt, dweil si die grossen anlagen und uncosten in diser defension bisher gelitten und noch täglich tragen und sonderlich dweil besorgen, das mit disem gelt der sachen nit geholfen und nach wenig monaten eben der mangel, der jetz vorhanden, an gelt sein will: nichtdestoweniger so haben si in ansehung de gegenwertigen nodt und dweil ir und die von Lugspurg bewilligt, es an inen auch nit wöllen erwinden lassen der hoffnung, ir werden villeicht der sachen bessern rath, dann wir noch sehen, ze finden wissen. Haben also die obligation auch versiglet. und dweil her Johann Sturmius uns bericht, das die baiden Georg Weickman und Bernhart Meuting kein gelt empfahen mögen, es sei dann herr Peter Strozi zuvor bei dem konig gewesen und das gelt fertig gemacht, das auch von nödten wöll sein, das er, der herr Strozi, zuvor dem konig die obligation zeige, ine desto eher zu be— wegen ime das gelt ze leihen: so haben wir die obligation bemeltem Sturmio zugestellt mit bevelch, so sie der könig gesehen und das gelt bei ime richtig gemacht, er si den beiden, Weickman und Meuting, neben unserm schreiben selbs pringen oder zuschic ken wölle, ime, herrn Strozi, gegen lifrung des geltdieselbig zu ubergeben. haben auch inen, Weickman und Meuting, geschriben, so dis gelt also gelifert wurde, das si also dann uf uns, die drei stett, kein weiter gelt on verrern ustruckenlichen bevelch ufnemmen wöllen, wie es dann die von Augspurg in irem schreiben fur gut angesehen.» warten wollen. die sei gestern komen und pring zeitung, das der keiser nach Tonawerd ziehe, mit den zeitungen, wie die hern XIII haben[vgl. Nr. 401, Anm. 1]. daher man von unnoten acht, inen jetzo jeman zu schicken. so sich aber der keiser wenden und inen zu zihen[wurde], wolt man inen gern, so mans bei zeiten verstendigt, ein vendlin knecht uf jren costen zuschicken; und inen daneben schreiben, was es ein monat gethan(Ratsprot. 1546, f. 501 b- 502. Diese Antwort wurde am 21. Oktober im Frankfurter Rat 2. Arch., Bürgermeisterbuch 1546, f. 134 b; ben. von Collischonn, a, 2. CO., 8. 64, Anm.. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 28 ——— EEE= m nne. 434 1546. Gegenversicherung für die Städte wegen der französischen Anleihe. S8> Wegen der Geldsendung haben sie den beiden geschrieben,«das sie es auf Basel oder Costenz oder an beide ort das halbteil, wie es si zum besten und fur gut ansicht, verfertigen wöllen und ir us inligender copei! zu vernemmen haben. und wir achten, das es durch des konigs land und die Aidgenosschaft wol sicher geschehen mag. wie es aber hernach von Basel hieher zu uns durch des römischen konigs land, das Sundgau und Breissgau, und von Costentz zu euch gebracht werde, do will uns von nödten bedunken, das es durch euch und Augspurg an die chur- und fursten und gemainer stend pottschaften bei euch gebracht werde, euch oder wem sie sollichs bevelhen wöllen, gewalt ze geben, uf das es in gemeiner stend wagnus und gefahr gange und, so es anderst dann wol geriethe, die schuld nit uf uns gelegt, welches allerlei disputation verursachen mocht. wir sehen auch fur nodtwendig und gut gleich euch und denen von Augspurg an, das sollich gelt nit usser unsern handen gegeben werde, wir haben dann gnugsame sicherung von den stenden empfangen. neben demselben gedenken wir auch, das uf euer und dern von Augspurg verbesserung nit ungut sein sollt, das interesse, so auf die vier Leoner messen soll bezallt werden, bei unsern handen auch behalten wurde, damit unsere kaufleut diss jar desto sicherer und ungepfendt in Frankreich handlen möchten, auch wir im fal, so gemaine stend an bezalung des interesse seumig wurden, dieselb bezalung nit uf uns erwuechse.» Erwarten also ihr Bedenken darüber, wie das Geld herauszubringen sei, und die Abschrift,«wie ir vermainen, das wir, die drei stett, von den stenden versichert sollen werden... Dat. So. 10. Oktober 46. 409. Die XIII an den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen Philipp. 1546, Oktober 12. Strassburg. Weimar, Arch., Reg. J, pag. 214- 2Is8, K, Mr. 3. Ausf.— Erw. von Hasenclever, Kurpf. Pol., S. 55, Anm. 124. Nachricht, dass der Kaiser sein Winterlager in Württemberg oder am Rhein nehmen will. .. In diser stund seind uns zeitungen von etlich unsern vertrauten nachpurn lut inligender copeil zukomen. wiewol nun wir, das der vier stett Strassburg, Augspurg, Frankfurt und Um kaufleuten das gleit in Mailand 108 1 Abschr. a. a. C., 0. D.; ebenso in Stuttgart, Arch., Büschel 84; hier Rückvermerk von Weickmann:(Copia von aim briff von den hern krigsretten us Straspurg des datſum!] 10. 0ctoblris], in Lion uf 25. ditto empfſangen] 1546.-Die XIII berichten darin über die Obligation, deren Abschrift sie beilegen, und geben ihnen über die Sendung des Geldes und das weitere Aufnehmen von Geld die oben im Brief aufgeführten Anweisungen. Nach Empfang des Briefes, der ihm durch Johann Sturm zuging, erklärte Weickmann am 30. 0ktober aus Lon den Kammerräten:«So mir das gelt zu der hand gestelt wierd, so bin ich willens solhes nach Costentz zu versenden; und habs uf solhan weg fir sicherer dan uf Bassel. dan von Jenf us belipta uf der Aidgnossan grond und boden bis gen Costentz. so es euch... aber bequemer zu Bassel wer..., daruf welt bedaht sein. und wie es euch... gefellig, also sol es.. verriht werden. ich bin auch nit willens züfil uf ain mall zu schicken, es gesche durch einschlagen in die gietter und auch sonst durch und bei vertrauten personen. ir mugt auch gen Costentz befelh thon und mir an si... und, wans von notten, an die hern gen Bassel kredenzbriff zuschicken»(Or. in Stuttgart, a. a. CO.; praes. 7. November). 409 1 Gemeint ist Nr. 405. Die Abschrift liegt dem Brief jetzt nicht mehr bei. — 1546. Beabsichtigtes Winterlager des Kaisers in Württemberg. 435 abverkündet worden, also das sie sich in 15 tagen mit iren personen und guetern an ir gewarsame machen mögen, hievor auch von unsern kaufleuten verstendigt worden, so haben wir doch von dem andern, das dem babst seine gefell also arrestiert sein sollen, kein meldung von den unsern gehört, allain das die sag auch bei uns erlautet, das etlich Italianer von dem kaiser umb nitbezalung willen abgezogen zein sollen. und wiewol dise zeitungen melden, als ob der Keiser sein winterleger in dem land zu Wurtemberg haben wollt,» haben sie andererseits aus Heidelberg die Nachricht erhaltenz, dass der Kaiser sein Winterlager auf kurpfälzischem Gebiet abhalten wolle. Was nun an beden zeitungen des winterlegers halben sei, dieweil si wider ainander, werden e. chur- und fl. G. villeicht besser wissens haben. dieweil es uns aber also angelangt und die person, so es von Heidelberg alher geschriben, ganz glaubwurdig und unserer religion geneigt, so haben wir es dannocht e. chur und fl. G., so si dem churfursten pfalz graven derhalben schreiben wolten, sich in demselben also ze halten wissen, damit uf die personen, dovon es harreicht, kein verdacht falle... datum den 12. Octobris umb drei uhren nach mittag a. etc. 46.» 410. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, Oktober 12. Strassburg. Basel. Arch., Polit. M S, 3, f. 311. Ausf. Senden Zeitungen. Haben ihren Brief Nr. 405] heute erhalten und danken dafür.(Wir haben auch dieselben Lzeitungen] an ort und end, dahin sie ghören, alsbald, doch euer unvermeldet, gelangen lassen. Geben den Inhalt des Briefes von Fagius an Bucer wieder! Nr. 404]. Legen bei, was sie von Zeitungen haben. Dat. Di. 12. Oktober 46. 411. Klaus Kniebis an Bernhard Meyer. 1546, Oktober 12. Strassburg. Basel, Arch., Kirchenakten V Gerücht vom Eingreifen Berns zu Gunsten der Schmalkaldener. Strassburg hat Basels Schreiben Nr. 405] erhalten und dankt,«wie ir ab irem schriben Nr. 410] zu vernemen haben», unter Beilegung von Leitungen. Hier geht die Rede,«das die frommen von Bern willens gesin, sich unserer und anderer unserer eristlichen verstentnüss, als die ouch unserer religion sin, anzunemen. es sollen aber andere etlich deshalben ein bedenkens gehabt und dodurch bit zhar sollichs underlossen bliben. Wer aber oder war2 Durch Fagius(Nr. 404); im Text wird der Inhalt von dessen Schreiben ausführlich wiedergegeben. 410 17 Diese Nachricht gab Basel am 19. Oktober an Zürich weiter(Abschr. in Stuttgart, Arch., Büschel 17, Nr. 63 6). 2 Es sind: a) der Brief Besserers vom 6. Oktober(Nr. 396, Anm. 3; Abschr. a. a. CO., f. 312) und b) das Bruchstück von Hans Brief vom 9g. Oktober(Nr. 401; Abschr. a. a. O., t. 314). 411 1 Vgl. dazu Geiser, D. Haltg. d. Schweiz währ. d. Schm. Kr., 8. 202- 204. 28* 436 1546. Bern am Eingreifen zugunsten der Schmalkaldener gehindert; umb das nit beschehen und wir also durch die oberkeiten deren, die in der eidgnodschaft unser religion sin, also gelossen, mag mir nit wissen sin. wer aber durch die eidgenossen von der oberkeit wegen uns hilf zukomen, das wurde dem keiser und den sinen ouch bedenkens gemacht haben und villicht die sach so witt nit komen oder vor langem ein schlacht geschehen, dodurch nit so vil zitt daruf gangen ete. bitt frindlich, was uch zuschriben ist, lwolt] mir in geheim, min hern mitzutheilen, anzeigen. oder das ir eidgenossen ouch hetten den keisser an den burgundischen oder osterrichischen landen angriffen, uf das er mehr dann an einem end zu weren hett gehebt, so wer die sach besser worden... geben in ill umb die zwo uren noch mittag den 12. Octobris 46.» 412. Der Rat von Heilbronn an die XIII. 1546, Oktober 12. Heilbronn.] Str. St. Arch., AA 542, f. 26. Ausf. Prod. Fr. 15. Oktober. Bitten um Hilfe wegen des drohenden Anmarsches des Kaisers, Der Feind soll vorhaben,«uf unser statt und umbligende flecken sein zug zu nemen und des[!] winterleger zu schlagen, des wir uns nit wenig zu befaren. dweil wir dan unsers volks des pesten ein fendle zu unserm haufen geschickt, auch zu andern unsers volks haubtleuten etwa vill verlaufen lassen, so langt in obligender not unser freundlich bitt, sie wollen uns bis in dreuhundert knecht, die kriegs erfaren, furderlichen rottenweis zuzulaufen uf unsern costen zufertigen und jemand der eurn, der irer namen verzaichnus hab, zugeben...» Dat. 12. Oktober 461. 413. Bucer an Farel. 1546, Oktober 13. Strassburg. Str., Univ.- Bibl., Thesaurus Baumianus XVII, j. 141—143. Abschr. Kritik an der bisherigen Kriegführung. Klagt über die Neutralität vieler Protestanten,(cum sciant tamen omnes solum Christum et, quae Christi sunt, praecipue peti ab hoc hoste.) Spricht sich über die bisherige Kriegführung folgendermassen aus:(Hactenus quidem* exaudiit Idominus] preces suorum, ut nostri prius quam hostis milite instructi fuerint, cum tamen hostis per totum annum sese praeparavit; deinde ut hostem impedierint, ne pro sua libidine in nostros grassari potuerit, iamque diu coactus sit prodere suos Bavaros; tum quod nostri pugnam semper obtulerunt iustam, hostis detrectavit, praeterea quod levia praelia nobis omnia secunda et hostibus adversa fuerint... item quod plus com mſeatus et minus pestis apud nostros. in eo peccatum est multum a nostris, quod ab Ingolstadio reversi sunt conati occurrere Burensi; qui cum exercitu tam 412* Man beschliesst am 15. im Strassburger Rat, auch ihnen die neuen Nachrichten mitzuteilen vgl. Nr. 407, Anm. 2];(das man darfur hab, die sachen haben sie[= sich] geendert. jedoch so sie sein von noten achteten, mochten sie jeman hieher ordnen, dem wolt man jeman zugeben; wie woll man besorgte, das schwerlich etwas diser zeit ufnzupringen, die weil hie vor so vill knecht hie umbher beworben»(Ratsprot. 1546, f. 502). 413 1 Hs.:(quod). Heilbronn und Ulm vom Kaiser bedroht. 437 exiguo in patente regione non effugere potuit tam ingentem exercitum, ut noster est. hinc factum est, ut ditionem ducis Ottonis Henrici et Philippi palatinorum receperit et afflixerit et comitatum ab Oetingen vastarit igni et, direptione... nunc hiberna? petere hostis in felicissimo agro ditionis palat ini ad Rhenums, qua tota Germania non habet fertiliorem. conabuntur nostri impedires eum, verum instructissimus est et astutissismus. nuper astra media nocte movit et totum diem iter fecit, antequam nostri scirent quo; tamen ubi resciverunt, praevenerunt eum seds maxima multis fatigatione, ut oppidum Nördlingen, quod petebat hostis, priores reciperent. habet non paulo maiores quam nos copias et, si duas horas habeat, vallo cast ra sua munit?, ut nostri invadere eum non sine summo discrimine possent. iam nec tot habent copias, ut possent prohibere hostem populari et avertere annonam. coguntur toto exercitu semper exercitum hostilem urgere, ne vel elabatur in commodiora loca vel sociis plura damna inferat; nam appetit ditionem Wirtenbergensem... datum Argent orati 13. Octobris 15468.» 414. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Oktober 18. Basel. Str. St. Arch., AA 556, /. S5 und 60. Ausf.; dazu f. 56(Zettel). Or. Heinrich Walthers.— Prod. Mi. 20. Oktober. Nachrichten über den Zug des Kaisers auf Ulm; er will wohl an den Rhein und zu den Niederlanden. Zettel Walthers: Hat die Zeitungen abgeschrieben; wird bald mit dem Geld kommen. n diser stund habend uns unser getruw lieb eidgnossen von Zurich biligende zitungen!... ilends zugeschickt. und diewil wir, das die post von 2 Lücke; zu ergänzen ist wohl:«vult». 3 Vgl. dazu Nr. 404. Hs.: locabuntur). 5 Hs.:«impedita». Hs.:(sex). 7 Hs.: movit). Vgl. dazu auch die Äusserungen Bucers in seinem Brief an Ambrosius Blaurer vom 18. Oktober(gedr. von Schiess, Briefw. d. Br. A. u. Th. Blaurer II, Nr. 1358, 8. 522-523 und . T. von Lenz, Briefw. IT, S. 468, Anm. I).— Mitte Oktober schreibt Bucer zu diesem Thema an einen unbekannten Empfänger:(Nostri toto bello nimium laborarunt ex inopia exploratorum, nostrae hosti semper, hostis res nostris raro in tempore indicatae sunt. Im selben Brief klagt er im Anschluss an die Nachricht vom Fall Donau wörths vgl. Nr. 401, Anm. 1 über die Greuel bei der Einnahme von Neuburg durch die Kaiserlichen vgl. Nr. 372: am Neoburgo recepto contra fidem datam direpta est domus prineipalis et direptae domus omnium gubernatorum. pi pastores ex oppido et ditione profligati sunt, utri amputata virilia. uxores et filiae promiscue multae bonorum virorum in conspectu hominum constupratae»(Or. in Str. St. Arch, Thom. Arch., Epist. Buceri III, Nr. 134; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr, S. 15. 414 1 Brief Zürichs an Basel von So. 20. Oktober(Ausf. in Basel, Arch., Polit. MS, 3, z. 339; Abschr. in AA 556, f. 57): Senden den Brief der Konstanzer Gesandten in Um an ihren Rat und einen Bericht aus dem Lager. Sie mögen danach ihren Gesandten, der Dienstag 19.] zum Tag bei ihnen eintreffen soll, für den Fall der Not betr. Konstanz usw. instruieren.(Über den Züricher Tag vom 20. Oktober vgl. Eidgen. Absch. IV, 1d, 8. 698-= 703; die Instruktion der Baseler Gesandten dazu in Basel, Arch., Kirchenakten A3, f. 1256- 127.— Die beiden Beilagen sind: 1. Kundschaft aus Ulm»(vermutlich des Kon 438 1546. Marschpläne des Kaisers; den stenden christenlicher einungsverwandten verhindert werde, darus vermerkt, darumben wir fursorg tragend, das ir sollicher... sorglichen handlen nit so schnell berichtet[seiet], haben wir nit underlassen mogen, uch die ilend zuzeschicken...; dann wiewol sich die von Ulm belegerung irer statt versehend, so stat es doch von wegen der täglich infallenden kelte bi uns nit, das si nach andere gute stett ditzmals belegert[werden]; sonder haben wir entlich darfur, es werde sich die kei. Mt., wie wir dann vor etwas wenig tagen berichtet, mit gwalt den nechsten von Ulm durch das land zur Schär?, Hegauw und Schwarzwald gon Brisach zu ze ziehen understan und daselbst uber die bruck uf Lothringen oder Elsas-Zabern zu und von dannen in sine Niderland verfugen. dwil uch nun sollicher furzug etwan ouch belangen, vorab wan der keiser, wie etliche rathschlagend, euwer Rinbrucken abzurennen understan solte, wol vil unruw machen mochte, haben wir uch das alles anzeigen wollen, damit ir euch in alle weg dester bas zu versehen wussend... datum in grosser il mentag den 18. Octobris die sechste stund noch mitag a. etc. 46.» Zettel Walthers: Bemerkt, dass die«zitung umb funf uhren... alhie ankomen, ist mir dise abzuschriben in il gelesen, darzwuschen das schiff und bott gerust. wurd mitwoch oder donderstag[20. oder 21.] mit dem gelt zu schiff anfaren und mit gottes hilf dasselb in ein fass mit ris durch ein botten ins kaufhaus zu Strassburg, als gehort es Peter Mügen zu, lifern; daselbst e. G. witern bericht geben. datum hora 6. den 18. Octobris 1546». stanzers Matheus Molckenbur) vom 14. und 15. Oktober(Abschr. in Basel, Arch., Polit. MS, 3, f. 340- 341 und AA 556, f. 58- 59): Der Feind in der Nähe von Ulm; hat Lauingen, Gundelfingen und das Dorf Langenau eingenommen und ist auf der anderen Donauseite bis vor Leipheim gestreift; grosse Aufregung darüber in Um; die Postverbindung mit dem Hauptlager unterbrochen; es fehlt hier an guter Kundschaft; erwarten Zuzug. Mögen dies Zürich, Bern, Basel und Schaffhausen mitteilen, damit diese durch Rüstungen den Feind teilen. n diser stund haben rät und gmeind in aller bottschaften bisein zusammen einen eid geschworen... lib, eher und gutt bi göttlichem wort und bi einander getreulichen zu setzen. datum 14. Octobris Um umb mittag zeit». Eben kommt Nachricht, der Feind sei in die Stadt gedrungen; es waren aber 3 von unsern Fähnlein mit einigen Reitern. Gleichzeitig Nachricht, dass das Hauptheer der Unsern mit dem des Kaisers im Kampf sei. Der Feind gestern bis Elchingen gekommen; Ulm macht sich daher auf eine Belagerung gefasst und hat alle Häuser vor den Toren angesteckt. Gestern spät abends sind 3 Fähnlein von uns und 8 Fähnlein Eidgenossen in Ulm eingetroffen; ferner ist die Landschaft aufgeboten; insgesamt sind jetzt 10000 Mann in Ulm. Man hat hier schon wieder Mut gefasst; zweimaliger Alarm; Brief der Oberhauptleute in Ulm eingetroffen, dass sie Um nicht in Stich lassen würden.(Datum 15. Oetobris umb 8 uhrn vor mittag.» Sollen vorsichtig sein mit Truppensendungen nach Lindau; denn in Bregenz und Schongau in Baiern sind Feinde; auch Castelalto rüstet wieder; mögen also ihre Leute behalten.— Unter den vorgenannten 3 Fähnlein war das des Strassburger Komturs Sigmund von Eptingen(vgl. über ihn zuletzt Nr. 245, Anm. D, der zum Regiment Georg von Reckenroths gehörte, wie Marcell Dietrich am 13. Oktober an Ulm schreibt(Ausf. in Ulm, Arch., Ref.- Akt. XXXVII, Nr. 1922). 2. Kuntschaft aus dem läger)(Abschr. in Basel, a. a. O., f. 340 a und in AA 556, f. 58; vermutlich Bruchstück eines Briefes von dem Züricher Gesandten bei den Schmalkaldenern, Heinrich Thomann(vgl. über ihn Conrad Escher im Neujahrsblatt der Stadtbibl. Zürich von 1905 und Eidgen. Absch. IV, 14, 8. 734— 145):(Uf donderstag den 14. Oct[obris] uf den abent ist man zu Allmershofen Baldmershofen] unge vahr ein mil wegs von Laugingen und etlichs volk erst heut morgen alda ankommen.) Lauingen geräumt; der Kaiser hat Dillingen, Höchstätt und Lauingen eingenommen und scheint auf Um oder Württemberg zu ziehen. Eben schreibt man an Nördlingen, den Proviant nach Giengen zu senden. ? Scheer ö. von Sigmaringen. D 2— Kriegslage um Ulm und im Oberland. 439 415. Ulman Böcklin an die XIII. 1546, Oktober 18. Feldlager bei Giengen. Str. St. Arch., AA 551, j. 39— 40. Or.— Prod. Sa. 23. Oktober.— Ben. von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr.,&. 89. Kriegslage; ihr Heer vermindert sich durch Kälte und Besatzungen; Seine Besoldung. Sendet einen ihm von der hessischen Kanzlei zugestellten Brief Nr. 420, Anm. 11. Wir ligen sonst mit unserm hüffen vor dem stettle Gengen, haben wir unser veltlager. und ligt der keiser mit sim volk uf ein% mil eml!! ztettle Gindelfingen bi uns. haben allen tag gross scharmitæ, gibt underwilen etwan ein wagen kfoll litt. wolten gern vor langem und noch geschlagen haben, wil aber nit mit uns machen. und solt schier gutt sin; dan unser huffen ist nit mer so stark und gesund, als do wir vor Ingolstatt abzogen. die Knecht loufen ser vast weg, klagen die kelt. so werden etlich fenle in die stett gelegt zu besatzungen... 50 ist mir disen morgen angezeigt worden, wie das der keiser sin geschitz sol uf die Tunow gelegt haben; ob wor oder nit. weiss ich nit.» Die 1000 Gulden?«werden uf die drig verschinen monat uf min stott nit reichen megen... 80 acht ich wol, ir werden mit der zitt one das witer erlegen, also das ir vir min stott alwegen... inzubehalten Kissens. Berichtet über zwei verlorene Pferde und erkundigt sich nach ihrem Preis, um ihn von den Musterherren zurückzufordern.(Datum veltleger bei Gengen uf mandag den 18. Ocdober am morgen Zu 8 uren anno 46.» 415 1 Über die Heeresbewegungen vgl. Schweizer, Donaufeldaug, 8. 139- 143. Vgl. Ar. 396. 3 Über seine Abrechnung vgl. Nr. 372, Anm. 9. Das Gehalt für den 4. Monat erhielt er später noch. Für den 5. Monat wandte er sich an den Landgrafen Philipp, der ihm am 20. November eine Schuld verschreibung über 388 Gulden für den 5. Monat und über 45 Taler für ein Pferd, das er verdorben in Donauwörth habe stehen lassen müssen, ausstellte(Feldlager bei Giengen; Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 950, f. M. Am 21. November sandte Sigmund von Boyneburg, Landvogt an der Werra, Ulman diese Verschreibung zu und versprach ihn zu berücksichtigen, sobald wieder Geld da sei(Feldlager vor Giengen; Abschr. a. a. CO., f. 6). Am 18. Dezember reichte Ulman daraufhin eine Bittschrift an den Strassburger Rat ein(Ausf. in AA 550, f. 133- 134; lect. Mo. 20. Dezember); zur Begründung führte er an, dass er mit dieser Summe seine Diener ablohnen wolle. Die XIII, an welche die Sache am 20. Dezember gewiesen wurde(Ratsprot. 1646,. 619), prüften nun aber genau seine Einnahmen und Ausgaben(Aufzeichnung über das, was er seit 1542 erhalten, in AA B50. f. 142-144). A. a. O., ß. 148 verzeichnet Mathis Pfarrer, dass er im 4. Monat nur 9, im 5. nur 8 Pferde gehabt, während er für 11 Sold empfing. Ferner ergab sich nach den Aussagen der Knechte(vgl. Nr. 345, Anm. 3), dass er auch aus deren Besoldungen einen guten Gewinn gezogen. Demgemäss wurde in der Antwort unter Hinweis auf seine reichlichen Einnahmen die Zahlung abgelehnt(Entw. des Stadtschreibers, mit Verbesserungen auch von Jakob Sturm, a. a. O., ſ. 135 140; Reinschr. f. 145 151). Diese Antwort wurde ihm am 22. Januar 1547 erteilt(Ratsprot. 1547, f. 17—18). Bei dieser Ablehnung blieb man obwohl Uman am 16. Dezember 1649 eine umfangreiche Replik einreichte(A 550,£. 1562 164 und Ratsprot. 1550, ſ. 273 a vom 16. Juni). Auch die Verwendung seines Vetters Wilhelm Böcklin hatte keinen besseren Erfolg(katsprot. 1555, f. 86—87, 105a und 1433). Da wandte sich Ulman am 16. Oktober 1555 und dann nochmals am 18. Dezember 1559 an den Landgrafen Philipp, indem er sich auf jenen Brief Boyneburgs vom 21. November 1546 berief(Abschr. bzw. Or. in Marburg, a. a. O.,. 2—3 und I. Aber offenbar hat er auch hier nichts erreicht. 440 1546. Einfall der Böhmen in Kursachsen. 416. Pfalzgraf Ottheinrich an Jakob Sturm. 1546, Oktober 19. Heidelberg. München, Geh. St. Arch., Kasten schw. 543/3, f. 441 4. Abschr. Bei der Anschrift ist vermerkt;«An Jacoben Sturm zu Strassburg, in abwesen sein verwalter.» Beglaubigt einen Boten an Pfalzgraf Philipp. Zettel: Reise des Herzogs von Lothringen. Schickt den Briefzeiger, seinen Diener, an seinen Bruder Pfalzgraf Philipp nach England. Wollte ihn auf dem Postwege nach den Niederlanden reisen lassen, was ihm widerraten wurde. Schickt ihn deshalb über Strass— burg und bittet ihm zu raten, wie er am sichersten nach Calais kommt. Dat. Heidelberg 19. Oktober 46. Zettel:(Nachdem wir auch hören, daz hlerzog] Franz von Lotringen gein Pair kommen soll, so ist unser gnedigs beger uns desselben alsdann zu verstendigen. datum ut in literis». 417. Ulman Böcklin an die XIII. 1546, Oktober 20. Feldlager bei Giengen. Str. St. Arch., 44 551, f. 41-12. Or.— Prod. Mo. 25. Oktober.— Ben. von Müller Nördlingen i. Schm. Kr., S. S9— 9. Scharmützel; der Kurfürst berichtet über den drohenden Einfall der Böhmen in sein Land; Beschluss darüber; Abnahme des Heeres. C Wir ligen uf tato noch in veltleger vor Geingen, und hat sich tetlicher handlungen nist dan scharmitzels wis sitthar zutragen. uf hitt haben die unsern uf 100 pferd und essel den finden uf der fieterungen abgetrüngen, etlich doriber erstochen. haben noch uf disse stünden 1000 pferd us, so von disser nacht verriten, den finden die brofiant zu erlegen. was do gott geben wil, würt die zitt bringen. wir, die kriegsrett, sind gester bi den kur- und lirsten uf ir erfordern gewesen. und hat uns der kürfirst ein schriften lesen losen, was sinen G. us deren landen vir kundschaften komen, also das die Behem in grosser ristungen und allgereit im anzüg uf ire land zu ziehen, dieselben... inzunemen vorhaben, und das zu Wien und andern orten des rom. küngen alle schmidt und handwerk, was zum krieg gehert, zu firdern in grosser iebungen sin sollen etc.; mit anzeigen, diewil dem allso, wer irer kur- und fl. G. an solchem vil glegen; und was des wilenls]... ire land... zu reten und mit irem volk zuzuzehen, und drott alsobald domit von uns ab; und ward... diser handl dürch... den landgroffen erzelt, was an solchem glegen, mit villen worten... und ir kurfl. G. zu eim trost 8 fenle knecht hinab zu schicken bewiliget und dan 2 fenle knecht, so der landgroff us sinen befestungen als Giessen und Ziegenhan ouch wolt zukomen losen und dan uf 800 pferd, so vor der zitt zu Frankfurt glegen!, ob die noch doselbst oder neher an Hessen ligen, ouch iren G. solten zu gütem gefolgt werden; domit sine G. jo, wu nit witer zufall kem, zufriden. nun nit dester weniger ist unser hüff je lenger je schwecher, nimbt vast ab, wie wol die sag, herzog Ulrich von Wirtemberg sol mit eim volk uf 2 tagreis bi uns sin. so wir aber uf stümpf angriffen wirden, wer 2 tagreis von uns vill zu witt. des ich mich hitt in reten genugsam heren losen... gott wol, das es uns zum besten reich... bitt, ir wolt mit disem minem schriben vir gutt nemen; dan ich jetz ouch nit der sterksten einer... Dat. Feldlager vor Giengen Mi. 20. Oktober à6. 417 ı Vg] die Angaben im Briefe von Fagius an Bucer vom 9. Oktober(Nr. 404). 1546. Züricher Tag der Eidgenossen. 261 118. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, Oktober 21. Strassburg. Basel. Arch., Polit. M 8, 3, f. 349 – 360. Ausf.— Praes. 23. Oktober. Bitten um Mitteilung der Beschlüsse des Züricher Tages. Zettel: Haben ihren Boten zurückgehalten. Haben Nr. 414 gestern 9 Uhr vormittags erhalten.«Und seindt gleichwol vorgestern abend etliche der unsern von Ulm alher anheimsch kommen, die donderstag den 14. dis mittagszeit daselbst verritten und uns ain guten theil deren ding, die ir schreiben und sich daselbst verlaufen, berichtet haben. und weil wir nun in acht tagen kein post gehept!, so tragen wir sorg, die post sei, wie ir schreiben, nidergelegt. Haben schon gesandt, um sich zu erkundigen, und werden das,(das euch ze wissen dienstlichy, mitteilen. Betreffend den Anschlag des Kaisers auf ihre kheinbrücke hoffen sie zu Gott,«das ime sein anslag in dise landsart nit gedeihe.) Werden die Fürsorge für die Brücke treffen,«das es? derhalben nit nodt haben soll.» Da sie aus dem Baseler und Züricher Schreiben ersehen, dass sie einen Tag zu Zürich halten,«so wöllen wir je verhoffen, ir von denen orten, die das hailig gottes wort erkennen und angenommen, werden nunmehr bedenken, was des feinds furnemen gegen den beékennern göttlichs worts ist, zu was schaden und beschwerlichem nachteil es euch und uns allen geraichen wurde, so im dasselbig gelingen sollt, und das es euer aller gemaine sach mit uns ist, derhalben euch ainmal ercleren und helfen zun sachen thun, damit dem veind sein vorhaben gewehrt werde und er seinen willen zu verhinderung der warheit nit erlangen thue. wir bitten auch freundlich, ir wöllen uns, Wes auf disem tag zu Zurich beslossen und sovil euch thunlich sein will, verstendigen und euch erzaigen, als die die sachen christlicher religion und teutscher nation wolfart lieber gefurdert dann gehindert oder nidergetruckt sehen, wie wir euch sonderlich wol und genzlich getreuens... Dat. 21. Oktober 46. zettel: Haben ihren Bürger von gestern bis(uf heut den imbis) warten lassen. um ihm gegebenen Falls Neuigkeiten mitzugeben. 419. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, Oktober 24. Strassburg. Basel, Arch., Polit. L 2, 1, f. 527— 529. Ausf. Gefecht beim Kloster Elchingen; Vorrücken des Kaisers; Ausschreitungen der Kaiserlichen; Vorbereitungen in Um. Haben jüngst geschriben Nr. 418],«das unser post ein zeit her nit gangen. Haben jetzt beiliegende Zeitungen(A und B) auf der Post erhalten. 8€ 418 Die letzte Nachricht war am 16. Oktober eingetroffen; vgl. Nr. 401, Anm. 1. 2 Hs.: der v. 3 Auch Bucer ermahnte am 26. Oktober den Baseler Prediger Myconius:«Fac tu, quod facis, ut seriba noster[Walther] nostris narravit, cum magna tua laude. exeita fratres, ut fratres esse se meminerint)(Abschr. in Str. Univ. Bibl., Thes. Baum. XVII, i. 146; eine andere Stelle aus dem Brief ist gedr. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 47, Anm. Y. 419 1 A(Abschr. a. a. O.,. 507= 609 ist die bei Lenz, Rechenschaftsbericht, 8. 12- 15 gedr. Zeitung F vom 14. und 16. Oktober ausser dem letzten gesperrt gedruckten Absatz. Dafür steht in A noch ein Absatz folgenden Inhalts:« Seinther schreibt man von Ulm uns» 442 1546. Kämpfe bei Ulm und beim Kloster Elchingen. Die Gesandten in Ulm schreiben am 21. ausserdem, dass die Ulmer einbis zweimal ausgezogen seien und die Welschen,«so hin und wider musen», erschlagen und einige Deutsche gefangen haben, darunter am Samstag, den 16., Hans von Minkwitz, Sohn des Herrn Caspar, der bei Markgraf Hans dient, und einige Begleiterz. Ausführlicher Bericht über die Kämpfe bei dem Kloster Elchingen und dessen Verbrennungs. Am 18. hat der Kaiser Leipheim eingenommen und einige Geschwader und ein Regiment über die Donau setzen und über Günzburg nach Burtenbach rücken lassen.(So meinen etliche, der keiser gedenk hienach ins Algeu uf Fuessen, so diss theil bisher inghapt, auch Kempten, Memingen und andre stettlin unserer religion zu ziehen, dieselben understeen inzunemmen und sein volk in dieselben ort zu wintern oder darnach oben herumb ein schwank an den Rhein zu thun. die unsern ligen noch zu Giengen, warten uf des feinds ufprechen. sie schreiben, das das teufelisch unnütz welsch gsind hin und wider streif, plünder, brenn, erstech, was im werden mag, verschon der unschuldigen weib und kinder nit; in summa es sei ein sollich clagen und fliehen im volk, das vil dörfer leer standen. Die Gesandten hatten Ulm bestimmt, die Gebäude vor der Stadt abzubrechen und sich auf eine Belagerung einzurichten; man hatte auch schon angefangen, die Vorstadt über der Donau abzutragen. Doch jetzt,(dieweil seinther unser volk so nahet uf den keiser geruckt, besteht keine Sorge mehr davor. Teilen das mit;«und so der keiser also an den Rhein geraten solt, das ir dannoch nachdenken haben, was nit allein des durchzugs halben, sonder wo er sein winterleger im Sunkau oder Elsass haben wolt, auch euch und andern euern miteidgnossen diser religion, unsern vertrauten lieben nachpurn, als wol als uns darus ervolgen möcht... Dat. So. 24. Oktober 15464. über tägliche Scharmützel. Das württembergische Volk wird in Stärke von 12000 Mann er— wartet. Die Gefangenen sagen, der Kaiser wollte Ulm belagern. Es sterben ihm vie] Reiter und Pferde,« also das, sobald ein regenwetter oder grosse kelte zufiel, mög er nit im feld mehr pleiben.ꝰ Er ist seinem Volk einen Monat schuldig. Markgraf Hans will nicht über Martini November 11] dienen. Die kaiserlichen Deutschen sind mit dem Brennen der Italiener und Spanier unzufrieden.— B(Abschr. a. a. O., f. 510- 511) ist die Aussage des Hannibal Guaritius vom 17. Oktober; gedr. von Hortleder Il, Buch 3, Kap. 37, 8. 348- 349(hier Guarinus genannt).— A und B sind offenbar die«neu zeitungen von Ulm und us dem leger, wie den 14. und 16. dis si etliche scharmutzel mit den keiserischen gethan(Ratsprot. 1546, f. 520 b), die am 25. Oktober im Strassburger Rat verlesen wurden. 2 Deren Aussagen liegen als C(Abschr. a. a. CO., f. 515— 516) bei: Aussagen von vier Knechten: Sehr hohe Angaben über die Stärke des Kaisers(einer sagt: über 100000). Markgraf Hans wolle nicht über Martini dienen. Die Welschen«wol halb gestorben), die Niederländer sehr krank. Der letzte Monat nicht bezahlt. Die Deutschen gegen die Spanier wegen des Prennens.«Es haben fast die Welschen und der von Beuren das regiment; und ligen die Welschen für und für in dörfern, haben allenthalben den vorzug. Des Kaisers Absicht var, Ulm zu belagern.— Aussage eines andern: Mangel an Pferdefutter.(Der keiser bevel nit zu brennen, die Welschen thun es für sich selbs. es hab auch der keiser von des brennens wegen einsmal ein Hispanier selbs erstochen. die Teuſt schen und Welschen seien seer uneinig; vermeint, wann es zu einer schlacht keme, wurden sie selbs einander erschlagen.) — Zu dem Gefecht vom 16. Oktober vgl. auch Schweizer, Donaufeldzug, S. 144- 145. 3 Vgl. hierzu v. Druffel, Viglius, 8. 155, Anm. 40. Die XIII von Basel dankten am Mi. 27. Oktober für die Zeitungen und versprachen Mitteilungen über den Tag von Zürich, sobald ihr Bote zurückgekehrt sei(Ausf. in AA 556, f. 11—–— 12). NLA?——*—— 1566. Bericht Johann Sturms aus Frankreich. 443 420. Die XIII an den Landgrafen Philipp. 1546, Oktober 25. [Strassburg.] Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 282-—285. Ausf. Auf der Anschrift: «Cito, cito. Praes.«vor Gingen) 28. Oktober. Haben Johann Sturm zum Bericht aufgefordert; dessen Brief vom 15. Oktober; Bitte, dem Kurfürsten den Abzug auszureden. Haben seinen Brief vom 17. empfangen«und wiewol Johannes Sturmius den 11. Octobris alhie mit dem verlass verritten, das, so bald er antwort des geltz halben haben werde, wölle er Craft Mullern von stund an auf der post herausschicken, so haben wir doch auf e. fl. G. angezogen schreiben gestern sontag krue auf der post ime, Sturmio, schreiben und e. fl. G. begern berichten und darauf begern lassen, das er uns sonderlich auf der post berichten wölle, ob die ko. W. dem Strozi das gelt woll lassen volgen und wie alle sachen deshalben geschaffen, damit e, fl. G. wir dasselbig zuschreiben könnten?.» Sobald Antwort kommt, werden sie berichten.«Daneben könden e. fl. G. wir nit bergen, das ernanter Sturmius den 15. dis an herrn Jacoben Sturmen, unsern alten stettmaister, aus Lynis geschriben, das er auf dem weg hineinzureiten von dem herrn von Longevil ILonguevall beruefft worden und, dweil der herr Strozi noch nit an des konigs hofe* und er one in, Strozi, nichtz usrichten kondt, sei er zu dem von Longevil geritten; der erbiet sich, bald an hof ze reiten und der unsern sach mit allem möglichen vleis ze furdern. darneben schreibt Sturmius, das der könig die bezalung zu Lyon wol ver zogen, aber doch auf heftig anhalten etlicher kaufleut hundert und funfaig tausent cronen bezallt; doch sollen dieselben kaufleut Teutschen und diesen stenden verwandt sein. er schreibt auch, sobald er am hof etwas usrichte, wölle er schreiben, wie alle sachen standen; und begert, das dise stend ine jederzeit wolten wissen lassen, wie ire sachen des kriegs halben stenden; dann sonst kommen etwo zeitungen, die der sachen zu verhinderung dienen, damit er es verantworten möchte. Verrer... so hat uns angelangt, das... der churfurst us dem, das die Boheim vorhaben sollen seiner churfl. G. in ir land ze fallen, mit seiner churfl. G. kriegs volk anheimsch zu ziehen und rettung ze thun willens; welches, wo es beschehen sollt, nit allain ain gros geschrei pringen, sonder dem haufen zu merklicher schwechung gelangen und den gegenthailen herz geben wurde. dweil wir dann je darfur haben, das es nunmehr zu spot im jar, das die Boheim allererst usziehen und zu kriegen anfahen sollten, und obschon deshalben etwas vorhanden, mehr ain schein dann ain ernst sei und nichtz usrichten werden mögen, so ist an e. fl. G. unser underthenig bitten, sie wöllen, wie sie ze thun sonderlich wissen, bei seinen churfl. G. anhalten, das si mit irer person und irem kriegsvolk bei e. fl. G. pleiben wölle, dweil 420 1 Darin forderte der Landgraf die XIII auf, sie möchten sich darüber, ob die 540000 Kronen(disen stenden... gewisslich zukomen... wurden oder nit,. an seumen bei Sturmio erkundigen und uns seiner ant wort eilendst wider verstendigen)(Ausf. in AA 548, f. 52; auf der Anschrift:(Cito, cito, cito); recept. et prod. Sa. 23. Oktober). Vgl. auch Nr. 415, Anfang. 2 Dieses wie das Schreiben Johann Sturms vom 15. Oktober sind nicht mehr vorhanden. 3 Ligny am Ornain, s5. von Bar- le Duc. 4 Er reiste vom Lager aus zuerst nach Venedig; vgl. Nuntiaturber. IX, S. 307, Anm. 1546. Strassburg gegen den Abzug des Kurfürsten X doch seiner churfl. G. son alberait anheimsch verritten sein solle, damit, s sich die gelegenheit zutrueg, man dem veind desto stattlichern abpruch thon mög, sonderlich aber dweil der zuzug mit Wurtemberg und den zusätzen in den stetten hin und wider nunmehr an der hand. so haben wir je darfur, der allmechtig werde gnad und sig geben, das dem veind solcher abbruch beschehen sollt, das man sein hernaher entladen sein mög oder doch zum wenigsten als lang als er im veld bleiben und er vor e. fl. G. ins winterleger oder sonst us dem veld ziehen muss, welches im dannocht dich zu appruch seines vorhabens und zu unserm vortheil gelangen sollt...) Dat. 25.Oktober 46. 421. Die XIII an die Gesandten in Ulm, Heinrich von Müllenheim, Wolff Böcklin und Syndikus Michael Han. 1546, Oktober 25. Strassburg. Str. St. Arch., AA 541, f. I48-I. lusf. Vermerk Hans:«AA. emp fangen zu Ulm 2h 27. Octohris circa 10. ante meridiem anno 1546.»— Ben. von Holländer. Str. J. Schm. Kr., S. I6. Sind gegen den Abzug des Kurfürsten von Sachsen. 1. Zettel: Bitten um Nachrichten. 2. und 3. Zettel: Über ein an Strozzi geliehenes Pferd. Haben aus Müllenheims und Böcklins Brief* ersehen, dass der Kur— fürst abziehen will,«haben wol darfür, das unser rathschlag an dem ort zu spat kommen, das er nunmehr verzogen sein oder sein nit mehr bedörfen werde. jedoch schreiben... dem landgraven wir hiebei Nr. 420]... da wöllen 421 Auf die Meldung, dass der Kurfürst abziehen wolle(vgl. Nr. 417), versammelte Ulm den Vertreter Württembergs(Dr. Fessler) und die Gesandten der anwesenden oberländischen Städte(Strassburg, Augsburg, Frankfurt, Konstanz, Memmingen, Biberach und Lindau). Wie Dr. Fessler noch am 21. an Herzog Ulrich schreibt. in Stuttgart, Arch., Büschel 17, Nr. 53a und b mit:« Cito, cito, eito, citissime y; praes. 22. 0ktober; ben. von Heyd, Herzog Ulrich III, S. 421), beschliessen sie an Herzog Ulrich zu schreiben und Michael Han zum Landgrafen zu schie ken,«das sollicher sächsischer abzug verhuet pleibe. so aber durch e. fl. G. und die anwesende oberlendische stett dis fals nicht[s] erlangt wurde und der churklurst] von Sachsen mit den seinen aus dem veld ziehen solt, so befind ich wohl bei inen, den gesandten, das sie wenig trosts und hoffnung zu der houbtsach haben; und lassen sich etlich dahin vernemen, das uf disen beschwerlichen faal nichts] bessers sein mecht, dann ain botschaft zum kaiser zu schicken und uf ain leidenlichen vertrag zu arbaiten, sonderlich ouch weil irs besorgens dise stend zu aim namhaftigen tail den oncosten in die harr nit mögen erschwingen. Auf einem Zettel fügt er hinzu:(Nach verfertigung dis schreibens haben die zwen strasburgische gesandten, namlich der Beckle und der von Mülhaim, sich mit fürwendung etlicher ursachen zum höchsten beschwerdt, das Michel Han solt ins leger reiten; und dweil sie daruf verharrt, so ist solliche schickung nit fürgegangen, sondern Bastian Besserern geschriben und ain copei des schreibens, so an e. fl. G. usgegangen, ingeschlossen und ime, Besserern, uferlegt worden, das er mitsampt den kriegsräthen(sonderlich e. fl. G. verordne— ten) diese hochwichtige sach bei Hessen mit bestem fleiss anpringen und dahin arbaiten solle, das diser sächsische abzug vermitten pleib. so hat mich Michel Han in vertrauen bericht, das er von Sebastian Hunger[Aitinger] vernomen, das diser abzug vor langem sei vorhanden gewesen; dann Sachsen und Hessen sollen sich nit aller ding mit ainander vergleichen künden.(Der letzte Satz erw. von Mentz, Joh. Friedr., I, 3, 8. 39, Anm. H. Über diese Vorgange werden Heinrich von Müllenheim und Wolff Böcklin in dem verlorenen Briefe berichtet haben.— Der Entwurf des im Fesslerschen Briefe erwähnten Schreibens der Bundesgesandten in Ulm an Herzog Ulrich vom 21. Oktober liegt in Ulm, Arch., Ref.kt, XXXVII, Nr. 1970 Auszug bei Egelhaaf, Archiv. Beitr. z. Gesch. 4. Sohm. KY., 8. 25, Nr. 24, X von Sachsen aus dem Oberland. die brief zum fürderlichsten verfertigen... und uns jeder zeit, was fürfelt, zuschreiben... Dat. Mo. 25. Oktober 46. 1. Zettel:«Wir haben der beiden fursten usschreiben?z emphangen und davor keins gehebt. mochten wol leiden. das ir uns, wo unser kriegsvolk und auch der keiser lig, wie es umb die unsern und den zuzug stande, ob der zu den unsern kommen sei oder nit, zugeschriben. 2. Let tel:«Des pferds halben, so dem herrn Strozi und desselben diener geluhen und ainer witwen zu Ulm zustön solle, do ist bei uns keins gelifert noch angezeigt, wie auch Strozi zu Lindau und nit, sonder seine diener allein, hie durchgeritten... so ist weder Sturmius noch Crafft [Müller] hie, das wir von denselben bericht haben mochten. 3. Zettel: «Post scripta ist uns angezeigt worden, das des Strozi diener ain schwarz räpple, so sie zu Ulm usgeritten, zu Esslingen haben ston lassen und dargegen ain schimmele, so der Sturmius daselbst gehebt, genomen; da wir achten, es sollte daz pferdle sein, so der witwen... zustendig.) 122. Bedenken von Jakob Sturm, Mathis Pfarrer und Konrad Joham'. 1546, Oktober 26. Strassburg. Str. St. Arch., AA 556, f. 50. Flüchtige Aufzeichnung des Stadtschreihers mit der Aufschrift:«Den 26. Octobiis a. etc. 46». Beratung über die Antwort der sächsischen Städte wegen der Leistung der 18 Doppelmonate.. Die sächsischen Städte begehren, nach Vermögen angeschlagen zu werden.«Do ist man jetz in der alten nottel und also bei der alten anlag. 2 Gemeint ist wohl die Verantwortung gegen die Acht; gedr. bei Hortleder II. Buch 3, Kap. 29, S. 304—314. 422 1 Vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 15. 2 Am 7. Oktober hatten die sächsischen Städte einem aus Vertretern von Strassburg, Augsburg, Ulm, Bremen, Magdeburg und Braunschweig bestehenden Ausschuss(vgl. braunschweigisches Protokoll zum 7. Oktober in Braunschweig, Arch., Schm. Bd. TVII. k. 23) ihre Instruktionen vorgelegt(in Um, Arch., Ref. Akt. XRXXVlII a, Nr. 2135- 2157), nach denen sie höchstens 6 Doppelmonate erlegen konnten; es wurde auch ausdrücklich auf den Gemeinen Pfennig hingewiesen.— Auch das(bedenken der sassischen stede, worher in ile gelt torlangen were»(in Braunschweig, a. a. CO., f. 45— 46) enthält keine Bereitschaft, mehr Doppelmonate zu erlegen. Am 18 Oktober übersandten Kurfürst und Landgraf aus dem Feldlager bei Giengen an ihre Räte zu Ulm den Bericht, den ihre Gesandten zum Braunschweiger Tag am 5. Oktober[vgl. Nr. 363, Anm. 4 und Mentz, Joh. Friedr., I, 3, 8. 33, Anm. I] ihnen schriftlich erstattet hatten. und ersuchten sie, in der Bundes versammlung mit den Gesandten der sächsischen Städte darüber verhandeln zu lassen(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 908, f. 7I3— 76; praes. 20. Oktober); ein Verzeichnis, was die sachsischen Städte damals tatsächlich erlegt haben und was sie an den 12 Doppelmonaten noch schuldig sind, befindet sich in Ulm, a. a. O. Nr. 2139. Am 20. Oktober wurde dieser Bericht der Bundes versammlung vorgelegt und erregte lebhaften Unwillen bei den Oberlündern(vl. KAitingers Protokoll zum 20. Oktober in Marburg, Arch., Nr. 909). Der Vertreter Strassburgs äusserte den Wunsch, die Schriften abschreiben zu lassen, damit sie jeder erwägen könne. «Interim so komt mlagister] Franz Burkhardt] und her Jacob. das man ain tag bestimm darus stattlich zu reden.» Diesen Bericht der Fürsten vom 18. Oktober, um dessen Abschrift Strassburgs Vertreter in der Sitzung vom 20. Oktober gebeten hatte, müssen die Strassburger Gesandten sofort ihrem Rat übersandt haben; er liegt der oben im Text abgedruckten Beratung zugrunde, ist aber in Strassburg nicht mehr erhalten. 446 1546. Leistung der sächsischen Bundesstädte zu den Kriegskosten; das sie dan meinen, das man zuvor die stend beschriben, mit derselben vor— wissen ete. zu handlen, hab sich der vall, wie vor augen, so schnell zutragen, das es nit sein mogen. derhalben die oberlendischen unangesehen desselben ire 18 doppelmonat erlegt haben]. zudem es itz disfals an dem ist, Idas] ein jeder sein vermogen darstrecken soll. das sie deshalben schuldig, dise 18 doppelmonat zu erlegen. inen anzuzeigen, wie treulich man inen gegen Brunswick geholfen, das im grund kein religionsach gewesen; hab inen dis bosen[?] halben abgeholfen, und jetz deshalben uf uns erwachs. zum driten das man disen krig woll uf sie geschoben, dieweil man geschriben?], das es nit der religion, sonder ungehorsam halben zu thun wer. derhalben ir furwenden kein entschuldigung, sonder sie schuldig zu halten, was sie ver— schriben. so man die pundnus erstrecken wird,[wird] von der ringerung zu handlen sein. ist von unnoten, zu disem mall von erstreckung zu reden, bis der krig zu end kom; dann so lang der weret, bleibt alt verstendnus. mit den sechsischen steten allen in gemein zu handlen, doch jeder argument abzulenen. ob es schon irs gemeinen seckels vermogen nit, so vermochten [es] doch ire burger, under die sie es teilen mochten. und das wir auch uber unser vermogen gethan, die stat versehen mussen. so sie iren teil wie wir erlegen, woll man mit inen!?] von ainer schatzung und wie mans von den geistlichen und andern einpringen mog, reden und ratslagen.) 123. Der Kurfürst von Sachsen, Landgraf Philipp und die Kriegsräten an die XIIIX. 1546, Oktober 26. Feldlager bei Giengen. Str. St. Arch., AA 547, f. 24-25 und 34. Ausf. der kursächs. Kanzlei; z. T. in Geheimschrift, die im Text in Kursivdruck gesetzt ist(Auflösung in f. 26—28); dazu ſ. 29. Zettel(ebenfalls 2. T. in Geheimschrift, im Text in Kursivdruck, deren Auflösung in f. 30); auf der Anschrift 5 Ccitoꝝ. Prod. Sa. 30. Oktober.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr.,&. I5. Bitten noch um 3 Doppelmonate und dazu um ein Anlehen, im Ganzen um 100000 Gulden; verweisen auf die Erklärung der sächsischen Städte. Zettel: Ohne Bezahlung verläuft das Volk. Erkennen Strassburgs bisherige Leistungen vollauf an; hätten die sächsischen Städte ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllt, so wäre kein Geld— mangel entstanden. Der Feind in vorteilhaftem Lager; der Krieg wird sich daher trotz Schnee und Kälte und obwohl dem Feind öfters der Proviant abgefangen wird, in die Länge ziehen, zumal die günstige Gelegenheit zu einer Schlacht nicht kommen will. Trotzdem darf man vor dem Feind nicht abziehen, um ihm nicht Raum und Zeit zu lassen, nach seinem Gefallen sich sein Winterlager in Württemberg oder im Oberland auszusuchens. Daher 423 1 Der Brief ist zwar nur von beiden Fürsten unterschrieben und hat nicht den gewöhn— lichen Vermerk über die Kriegsräte, dessen Fehlen die XIII in ihrer Antwort vom 1. November(Nr. 431) hervorheben, aber er trägt neben den Siegeln der Fürsten auch die von 4 Kriegsräten und ist seiner Fassung nach offenbar auch in deren Namen geschrieben. 2 Ähnlich auch an Um(Ausf. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVII, Nr. 1996; Auszug bei Egelhaaf, Archiv. Beitr. z. Gesch. d. Schm. Kr., S. 26, Nr. 25). 3 Ganz ähnlich meinte der Strassburger Vertreter in der Beratung der Bundesgesandten zu Um am 19. Oktober:(Von dem winterleger zu reden sei noch zu fruwe; man muss sehen, wohin der feind den kopf strecken wöll»(Aitingers Protokoll aum 19. Oktober in Marburg, Arch., Nr. 909. neue Anforderungen der Kriegsräte. 447 ist es nötig, noch im Felde auszuharren und sich für einen weiteren Monat mit Geld zu versehen. Sonst muss man an Abzug und«etwan» an Winterlager denken, was für das Oberland sehr nachteilig wäre. Kurfürst, und Landgraf sind daher geneigt, ihre 18 Doppelmonate voll zu erlegen und noch im Felde zu bleiben,«ob wol uns, dem churfursten, ganz heschwerlich ist im felde zu bleiben, nachdem uf die vermeinte nichtige des feinds acht on dem] rom. konig und Rerzog Morizen zu Sachsen uns unsere land wollen eingenomen werden, wie dan der rom. konig im anzuge ist, aher gleichwol gemeinem handel zu guet des kriegs nach ein zeitlang wiewol mit grossem unsiatten abzuwarten bedacht sein.» Herzog Ulrich hat sich daher bereit erklärt, neben Strassburg, Augsburg und Ulm noch 3 Doppelmonate zu erlegen‘. Erwarten von Strassburg, dass es ebenfalls 3 Doppelmonate zahlt.«Und zu solche] m nach mit einer summa nachauschiessen, das wier und gemeine dinung einhunderttausent gulden vor voll, doch furderlich und ufs erste als ummer muglichen, von euch bekomen mugen. solch anlehen wollen wir oon gemeiner ainung wegen von dem gelde, do solchs von deme bewusten orts, wie wir uns versehen, einkomen wirdet, oder sonsten widerumb entrichten. und ob wir wol wissen, das die sechsischen sehe- und Ranstel die] bishero soviel duppelmonat als ir noch nicht erlegt, so wollen wir euch doch nicht bergen, das wir aus der rethe und gesandten zu Ulm bericht sovil verstehen, das sich die sechsischen stende des erpoten, do uber ire erste und vast erlegte drei duppelmunat die ubrigen summa, was ir und die andern stende mehr dan Sie erlegt, zu einer ge— meinen Schuld uf alle stende geschlagen wurde, so wollen die dieselbigen gern erlegen und hezalen helfen, wie ir inliegent zu sehen habts. weil dann gleichwol solchs ein erpieten ist, daraus wir verstehen, das sie die erlegte summa gelds mit tragen helfen wollen, so verhoffen wir, das ir und die andern stende res anlehens und erlegter duppelmondt halben Sooil besser konnen bezalt werden. haben auch unsern rethen und gesandten gegen Ulm heoehl gethan, weiter mit den sechsiſsſchen steten zu handeln und die ding allenthalben uf die gelegenheit zu richten...) Dat. Feldlager bei Giengen 26. Oktober 1546. Zettel:(Wir begern..., ihr wollet es mit erlegung und auch dem anlehenen des gelds fordern nicht erwinden lassen; dann wier wissen euch nicht zu bergen, do die reuter und knecht nicht forderlich bezalt werden, so stehet es darauf, das uns reuter und xnecht verlaufen werden. was nu daraus vor Schimpf und Schade ervolgen wirdet, das ist leichtlich zu ermessen.) 4 Durch Schreiben vom 21. Oktober(Ausf. in Marburg, Arch., Württemberg; praes. vor Giengen 22. Oktober). Vgl. dazu auch Mentz, Joh. Friedr., I, 3. 8. 38, Anm. 2. s Gemeint ist Frankreich. 6 Erklärung der sächsischen Städte vom 23. Oktober(Abschr., z. L. in Geheimschritt, in AA 547, f. 31— 32; Auflösung in?. 33; ebenso in Marburg, Arch., Nr. 914, f. 23-= 28 und in Ulm, a. a. O., Nr. 2138): Sie haben über die 6 Doppelmonate hinaus bisher nichts bezahlt, weil sie erstens dazu keine Aufforderung erhalten haben und zweitens dazu auch nicht imstande sind. Ferner stehen sie auf dem Standpunkt,«das es der billichkait gemess, das alles, was die oberlendischè stend und stet, de gleichen auch zum theil die sachsis[ch]e stet weiter und mer uber die drei doppelmonat erlegt Retten dann etliche sachsi[s}chen, das dieselb übermass ain gemeine aller stend schuld sein soll». Sind zu Verhandlungen darüber bereit. _ Über die Vorgänge vgl. Nr. 422, Anm. 2. . r 448 1546. Verhandlungen auf dem Bundestag in Ulm 424. Die XIII an Michael Han.[1546], Oktober 26. [Strassburg.] Stuttgart, Arch., Büschel 17, Mr. 67a. Die Obligation ist besiegelt; bitten um Mitteilung über die Geldverhältnisse bei den Kammerräten. Vermelden u. a.,(das die obligation allerdings versiglet und zu Strassburg hinweg; ob aber daruf das französisch gelt disen stenden zu gutem erhebt sei, das wissten sie von Strasburg noch nit. und begeren daneben zu wissen, was dise stend erlegt haben oder noch erlegen wellen, ouch wie weit unser kriegs volk bezalt sei, mit angeheffter vermeldung, das inen beschwer— lich sein well, plindlich weiter hinein zu gonz. Dat. 26. Oktober. 25. Die Strassburger Gesandten in Um, Heinrich von Müllenheim und Wolff Böcklin, an die XIII.(1546, Oktober 27. Ulm.] Str. St. Arch., Rats protokoll 1546, f. 533 6- 5354. Aufzeichnung des Stadtschrerhers. Prod. Sa. 30. Oktober; reprod. Mo. J. November?. Die Gegenversicherung; Beratung über einen Gemeinen Pfennig; Absichten des Kaisers; Brief der Bundesgesandten in Um um Erlegung weiterer 3 Doppelmonate; empfehlen die Jahlung. Schreiben aus Ulm,«das man von der schadloshaltung, so die stend den dreien stettenſ Strasburg], Augspurg und Ulm diss geltas halben, so in Frankreich solt ufgenomen werden,[geben sollen], handle. und dieweil Michel Han hievor die copei dessselben geschickts, so piten sie bescheid. sonst handle man von der continuation des kriegs. sei fast aller bedenken uf ein gemeinen phenning uf ein mass, wie inen ein bedenken, von] her Jacob Sturmen gestelt, zuge— 424 1 Der Brief ist nur bekannt aus einem Schreiben Dr. Fesslers an Herzog Ulrich vom 29. Oktober(Ausf., a. a. CO.; praes. 30. Oktober), in welchem er mitteilt,«das her Michel Han, camerrat, disen morgen in gemeiner versammlung ain schreiben von den herrn zu Strasburg an ine ausgegangen verlesen, des datum stet den 26. tag dis monats... Es kolgt darauf der im Text wiedergegebene Inhalt des Strassburger Schreibens. 2 Dr. Fessler fährt a. a. CO. fort: Aber gleichwol so wurdt zu zeiten sollichs schreibens inen von Strassburg das jüngst schreiben, so inen die versammlung von wegen der neuen drei doppelmonat gethon[vom 27. Oktober; vgl. Nr. 425, Anm. 6], noch nit geantwurt gewesen sein. was sie aber für antwurt geben werden, mag man nit wissen... 425 1 Michael Han hat sich damals nicht mehr als Vertreter Strassburgs gefühlt und des— halb schon auf der Anschrift von Nr. 421 seine Amtsbezeichnung Syndikus) durehgestrichen und darüber geschrieben:(nit mer». Er hatte nämlich am 23. Dezember 1545, 3/, Jahre vor dem Ablauf seines Vertrags(vgl. Ratsprot. 1547, f. AI h) sein Amt auf Michaelis aufgesagt(Ratsprot. 1545, f. 510a), sich dann aber bewegen lassen, noch ein Jahr zu bleiben. Diese Frist war jetzt abgelaufen.— Da man dann in Strassburg erst am 25. Juli beschloss, mit ihm wegen einer neuen Bestallung zu verhandeln, erklärte er am 27. August, er habe schon einen Dienst bei Pfalzgraf Wolfgang von Zweibrücken angenommen(Ratsprot. 1547, f. 471 p- 472), bei dem er dann in den nächsten Jahren Kanzler war. 2 Der Brief ist nur in der Aufzeichnung im Ratsprotokoll vom 1. November erhalten. Da der Brief der Bundesgesandten vom 27. Oktober(6. Anm. 6) mitgeschickt wurde, ist das Schreiben der Strassburger Gesandten wohl auch am selben Tage abgelassen worden. 3 Dieser Brief Hans fehlt; zur Sache vgl. Nr. 395, Schluss. Zwei verschiedene Entwürfe der Gegenversicherung liegen in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVII. Ir. 1838 und 1839. Vgl. auch das Schreiben Jakob Sturms an den Ulmer Stadtschreiber(Nr. 439). über einen Gemeinen Pfennig und eine weitere Anlage 449 schickt*. es wolle aber bei Sachsen und Hessen, auch Augspurg nit stat daran4. der keiser lig noch in seinem legers; seien die unsern noch neher zun geruckt; aber seins eingrabens halben sei noch nit mit im zu slagen. es werden teglich erschossen?] und ufgeriben und etlich der veind gefangen, do der ein in beisein Michel Hanen gesagt, des keisers volk sei undwillig, hab etlichen vendlin Italianer erlauben mussen. so sei der von Beuren auch unwillig. sonst sag man, er rust zu Lauingen floss zu, das man dafur hab, er woll die Tonau hinab. das man zu erhaltung des kriegsvolks schreiben von den fursten hab, das Wirttembergk, Augspurg und Ulm noch drei doppel monat erlegen solten. wie Wurtenberg seinen teil endlehenet,... Augspurg und Um... es genomen hinder sich an ire hern zu pringen. sie haben mein hern zum hochsten endschuldigt, das es in irem vermogen nit sei, haben es auch an mein hern nit pringen wollen, wie woll sie danoch dafur haben, es wer gut, das mans zuletast an gelt nit erwinden liess; ob[2] ain schaden, den[es] darumb geben kund, so mocht mans als wider einpringen. es haben aber die stend sie gepeten, doch iren priefs herzuschicken.“ Empfehlen die Zahlung der drei Boppelmonate?. 4 Nach ihrer Erklärung vom 23. Oktober(Nr. 423, Anm, 6) hatten die sächsischen Städte noch eine zweite Erklärung der Bundesversammlung eingereicht, in der sie ausführen, sie glaubten, dass ihre Herren in die Beschlüsse zur Fortführung des Krieges willigen werden, wenn die Eroberungen und die Beute zur Bezahlung der Schulden verwandt werden, alle Religionsverwandten um Hilfe angegangen werden und das, was die fremden Potentaten liefern, allen Ständen zugute kommt. Der Rest mag durch den Gemeinen Pfennig aufgebracht werden, bei dem aber niemand verschont oder höher als«pro rata seins gemeines pfenninges... verpflichtet) werden dürfe. Auch müsse es«alhie also einmutig bewilliget und in den abschied... gebracht werden». Das sei der Billigkeit gemäss und werde ihren Herren nicht zuwider sein, auf wilcher ratification sie das gestellet wollen haben). dass das, was die Oberländer über den Betrag von 3 Doppelmonate hinaus erlegt haben, von dem Gemeinen Pfennig bezahlt werde. Um jetzt Geld für das Winterlager und den Krieg zu erhalten, solle der Gemeine Pfennig gleich eingesammelt«und damit, wie weit sich das erströckte, versucht und hernachmals die weitere nottdurft durch gemainen rath erwogen und dorinnen geschlossen werden)(Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 914, f. 25—27 und in Ulm, Arch., Ref. Akt. 33, Nr; 21838).— In der Bundesversammlung wurde darüber am 26. oder 27. Oktober verhandelt(Aitingers Protokoll in Marburg, Nr. 909, fälschlich zum 95. Oktober). Es sprechen sich bis auf Augsburg alle für den Gemeinen Pfennig aus; selbst Württemberg, das Befehl hat dagegen zu Stimmen, gibt zu, dass es« kainen gleichmessigern furschlag) wisse. Ulm«sorgt, der gemain pfennig möcht sovil nicht ertragen, man möcht in aber so okt nit erheben». Die meisten sächsischen Städte wollen aber doch erst zuhause anfragen. Strassburgs Vertreter äusserte sich in dieser Sitzung folgendermassen:(So man von dem gemainen pfennig reden wolt und es wolt ine idermann willigen, so haben si bevelh, darinnen mit andern zu der beratschlagung zu greifen. versicht sich, h[erzog] Ulrich werde auch den gemainen pfennig us den ursachen, wie gehort, bewilligen. wölher den gemainen pfennig nicht gesamlet uf den speirischen abschid, der soll ine noch einbringen.» 5 Mit den jetzt folgenden Nachrichten entsprachen sie dem Wunsch der XIII vom 23. Oktober(Nr. 421, 1, Zettel). Vom 27. Oktober; vgl. Nr. 424, Anm. 2; Ausf. mit h Siegeln in AA 549, f. 39- 4 4«cito»; prod. Sa. 30. Oktober; reprod. Mo. 1. November: Sachsen und Hessen haber geschrieben, wie nötig es sei, die Truppen noch zu behalten vgl. dazu auch Nr. 423]; dazu ist aber Geld nötig. Herzog Ulrich hat vorgeschlagen, noch 3 Voppelmonate zu erlegen und auch Strassburg dazu aufzufordern. Bitten sie daher,« also berurte drei duppelmonat zu herzog Ulrichs... handen zum allerfurderlichsten mit gutter gewarsam und vergleitung auf gemeiner stend wagnus[zu] verschaffen,... ijnmassen... herzog Ulrich..., Augspurg und Ulm auch ersucht seind worden... und do also das volk dismals erhalten. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. II. 29 . 450 1546. Beratungen auf dem Bundestag zu Ulm 426. Die kursächsischen und hessischen Gesandten in Ulm, Franz Burkhardt, Tilemann Günderrode und Sebastian Aitinger, an den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen Philipp.[1546], Oktober 28. Ulm.] Marburg, Arch., Mr. 908, f. 147—151. Entw.; auf einer Abschr. d. 4. CO., Nr. 907, f. 136—- 159 hinten der Vermerk: praes.«vor Gingen) 31. Oktober. Meinungsäusserung der Gesandten von Württemberg, Strassburg, Augsburg und Ulm zu den Vorschlägen der beiden Fürsten betr. Schlacht, Anstand, Abzug oder Winterlager. Haben das Schreiben vom 25. Oktober den Gesandten von Württem berg, Strassburg, Augsburg und Ulm mitgeteilt! und«ir bedenken darauf dahin eingenomen: namlich soviel erstlich die schlacht belangt, da konten hoffen wir zu gott die wege zu treffen, das sollich werk continuirt... werden muge, wie man dan itzo derhalben Alhie in handlung steet. hettet ir aber sollicher erlege halben beschwer. so wollet doch sovil zu einem anlehen gemeiuen stenden... dismals noch darstrecken und also den handel dardurch nicht ersitzen lassen.) Dieser Brief wurde in der Bundesversammlung am 27. verlesen(Braunschweiger Protokoll in Braunschweig, Arch. Schm. Bd. XVII, f. 34 b), worauf die Strassburger Vertreter ihre oben im Text wiedergegebene Entschuldigung vorbrachten. 7 Daraufhin trugen die XIII am 1. November ausführlich im Rat vor,(warumb sie achten, das[man] 30000 gulden darleihen, aber nit fur drei doppelmonat erlegen solt. erkant:... damit man das volk vollendz erhalten mog, so soll mans dis geltz halben nit erwinden lassen, sonder dreissigtausend gulden darleihen»(Ratsprot. a. a. CO., F 535 a). 426 1 Schon am 24. Oktober hatte Sebastian Besserer aus dem Feldlager bei Giengen an Ulm geschrieben:«So wurdt man auch e. W., Wirtenberg, Strasburg und Augsburg als den stimstenden diser tag bericht thon; doch so wiert es durch die sechlsſischen und heschi— schen[!] rat beschehen. es soll aber der hochst, wie es dann ist, gehaim sein)(Aust. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVII, Nr. 1990 mit«cito»; zum Teil(dabei auch die angeführte 20 Stelle) in Geéheimschrift. In dem am Anfang des obigen Briefes erwähnten Schreiben des Kurfürsten und Landgrafen vom 25. Oktober an ihre Gesandten in Um—(Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 908, f. 123 129; grösstenteils in Geheimschrift(im folgenden Text in Kursivdruck), , Nr. 90 w. von Brandenburg, Mor. v. Sachsen I, 8. 502 die a. a. CO., f. 130-135 aufgelöst ist; praes. 27. Oktober; nach dem Entw. a. a. f. 94— 102 auch an Herzog Ulrich gerichtet; und von Mentz, Joh. Friedr. I, 3, S. 40, Anm. 3)— werden folgende verschiedenen Möglichkeiten auseinandergesetzt, auf welche sich die im Text wiede Gesandten der Stimmstände bezieht: 1. Die Möglichkeit einer Schlacht mit günstigem Ausgang; sie wird, unter ausführlicher Würdigung aller Umstände, als sehr unwahrscheinlich bezeichnet. 2. Auf den Abschluss eines Vertrags kann man bei der Unverlässlichkeit des Gegners und dem Mangel eines geeigneten Unterhändlers nicht rechnen. Golt man dann uf einen anstand Randlen uf zwei oder drei jar, so ist zu besorgen, das uns der auch nit gehalten werd. mechten wir dann einen anstand, so musten wir den feind fur einen kaiser m. erkenen. wo nun das beschee, so wurde er in solcher zeit reichstag ansetzen und uns zu Turkenhulf bewegen wollen; wilchs an einen bestendigen friden nit wol zu thun sein w lt. derwegen wir uns hieruf nichts entschlissen mugen, wie wol darneben zu bedenken ist, dweil gegebene Meinungsäusserung der viel sachen in unser verein nit richtig stehen und es von etlichen mit dem erlegen langsam zugehet, das in solchem vertrag oder anstand, solang die gehalten, diselbig dieng mochten in besser richtigkeit und mehr leut in die einung pracht werden.) Möglicherwe Kaiser im nächsten Jahr auch nicht mehr(so liderlichy einen Krieg anfangen, zumal wenn er vom Papst nicht mehr unterstützt und von den Türken, Frankreich und andern bedrängt wird, auch dazu mit Krankheit beladen ist.«Dweil aber, wie bemelt, kein underkendler furhanden, ist von diesen diengen nit zu reden». 3. Abzug oder Winterlager. 9 Man kann 2 Regimenter Knechte und 1500 bis 2000 Reiter im Oberland verteilen, da ja se wird der ö über die weitere Kriegführung der Schmalkaldener. 451 sie wol erachten, do man dieselb mit begebung des vortheils solt furnehmen und]. do gott vor sei, verlieren, das der nachteil, von e. chur- und fl. G. anzen deutzöchen nation, auch allen bekennern gotlichs worts darauf gewisslich stehen wurde. darumb so sehen sie auch nicht vor guet an, ingezeigt, der g das einige schlacht furzunehmen, es sei dan mehr gewinsts dann verlusts darbei zu gewarten. könten aber e. chur- und fl. G. einig mittel ersehen, daruf mehr gewiſnkt dann verlust stunde, so haben sie keinen zweivel, e. chur- und fl. G. werden darauf bedacht sein... so vernehmen wir auch von denen. so der art gelegenheit wissen, soviel, das es mit des feinds eingeno— menem vortheil eben die meinung hat, wie e. chur- und fl. G. dieselben nach i befunden. und nachdem aber die anschleg, die gnug sammel X chur- uı l. G. gegen dem feind gemacht, sich one hochste gefahr und jkeit nicht schicken wollen, so sein die... gesanten mit e. churund fl. G. des ainig, do es immer muglich, das das kriegsvolk gestilt werden unbequem mög. das e. chur- und fl. G. keinswegs vor dem keiser aus irem lager verrucken und sonderlich aber, das ime mit teglichem straifen dermassen ab; a ‚ochen werde., das er sich den langen weg d: nicht mag erhalten, sondern a on dannen ziehen muss. als aber die kundschaften, so uns teglich enkomen, derlich viel des italianischen volks von des feinds soviel berichten, das son o der keiser durch sterben, scharmutzel und 1 ndern abgang teglich schwächt, so were ir underthenig bedenken, daz e. chur- und fl. G. nunmer dester weniger bschwerlich sein solte, etliche p furderlich zu schicken, reuter. Als namlich bis in dreihundert reuter, hiel mit welchen man... nicht allein... die strassen... rein halten..., sonder much dem feind... solchen stadlichen abbruch thuen mag, das er entweder schlagen oder aber aus itzigem seinem lager verrucken muss. Zum andern den vertrag oder anstand belangende haben obgemelte... gesanten eben auch solche sorgfeltikeiten, als namlich wan man uns gleich lang frieden gebe, das er eben als wenig als die andern fried und friedstende gehalten werde; zudem das sie weder die underhendler noch die mittel des rtrags oder die notturftige versicherung dieser zeit wissen. und sonderlich len anstand belangt, weil die cammergueter erschöpft, ein wichtig grosse summa zu allen theilen ausgewant und also das vermogen der Oberſanden etlichen massen ufgangen, so konten die mengel der verain unter solchem anstand viel weniger richtig gemacht werden, zudem das sich auch one erlangten sieg andere zu dieser ainung schwerlich begeben wurden. und derhalben so achten sie auch, das von diesen dingen itziger zeit zu reden... vorgeblich und nit von nöten sei, sondern... hoffen genzlich,. chur- und 1 8 1 VIiıeL J burg. Um und die anderen oberländischen Städte ihre Besatzungen haben, und mit dem übrigen Kriegs volk gegen die Bischöfe und die andern kaiserlichen Anhänger ziehen und dort Winterlager nehmen. Damit kann man auch die bisherigen Feldzugsunkosten wieder einbringen. Zum Schluss stellen sie nochmals fest, dass man unter keinen Umständen vor dem Kaiser das Feld räumen und deshalb noch für einen Monat die nötigen Geldmittel aufbringen müsse. Mögen das den Gesandten von Herzog Ulrich, Strassburg, Augsburg und Ulm,(doch den vertrautesten personen in hohstem vertrauen und uf furgeende zusage, das es bei inen pleiben solt.., anzeigen,» damit sie wissen, wie die Sachen stehen und ihr Bedenken dazu äussern können.« Biendet auch inen hirneben ein, ob die augspurgischen oder straspurgischen gesanten derwegen etzwas an ire hern und obern wolten gelangen lassen, das sie solehs in bestem vertrauen thun und, do sie derwegen schreiben wolten, das es dan genzlich durch ziphern beschee.» | 1 1 . J . 1 | | | ( an, nnn, on n» 1546.„Stand“ der Stimmräte; Niedbruck über ein Bündnis fl. G. werden uf die gelegenheit... gedenken, wie sie dem feind in dem k. 5 abziehen oder sonst abbruch und widerstand thuen mögen. im vall aber do solchs auch nicht beschehen kont... und das kriegsvolk konte hiezwischen erhalten werden, so wissen sie die furschleg des abzugs und winterlagers halben... nicht zu verpessern... Dat. 28. Oktober. } 427.«Was an die stend von uns, den stimbräthen, zu begeren sei unsers stads halb]. y(1546, Oktober 28. Ulm.] Marburg, Arch., Mr. 907, f. 119. Aufzeichnung. Gehaltsforderungen der Stimmräte; besondere Forderungen Wolff Böcklins. Da nach der Verfassung? die Kriegsräte monatlich 100 Gulden erhalten, «so soll auch von der billicheit den stimbräthen auch also viel gebieren, die— weil die beiden chur- und fürsten sie in das veld begert.» Ebenso gebühren ihnen je 12 Gulden für das Pferd. Auch steht jedem zu, Wagenpferde und Fuhrknechte zu mustern,«wie er denselben besolden muss; wie dann ich, Wolff Böcklin, meinem furman ein monat 40 fl. hab geben muessen. also ist es, als ich bericht bin, den kriegsräthen vormals mehr geben worden und gibts inen auch noch. dann solten meine herren den uberlast dragen, zu dem sie sich sonst in alle weg willig erzaigen, wer inen ganz schwerlich. item nachdem und ich... gemainen stenden zu gutem bei... Augspurg und Nurmbergè gewesen und dann die zerung aus meinem seckel bezalen muessen, das mir dann solche zerung, wie ich die in guter rechnung darthun wil, wider von gemainen stenden bezalt werden soll, dieweil ich in irem dienst geritten bin.) 428. Gedenkzettel Dr. Johann von Niedbrucks. 1546, nach Oktober 28. Strassburg. Str. St. Arch., AA 531, f. SS(Aufzeichnung Niedbrucks) und f. 89( Aufzeichnung Jakob Sturms); Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 916, f. 136—138. Mitteilungen des englischen Herolds über die Stellung des Königs von England zu einem Bündnis mit den schmalkaldischen Bundesständen; Vorschläge Niedbrucks dazu. «Als der herolt! us Engeland den 28. Octobris alher gen Strasburg widerumb zu mir komen, zaigt er mir an, das der konig zu Eng[eland] noch daruf behar, daz diese stend zu irer Mt. schicken die bundnus zu schliessen?. 427 Die Bundesgesandten in Ulm übersandten dieses Stück am 28. Oktober an den Kurfürsten von Sachsen, den Landgrafen und die Kriegsräte(Ausf. a. a. O., f. 118; praes. «für Gingen» 30. Oktober); daraus ergibt sich die Datierung des Stücks. 2 Vgl. Hortleder I, Buch 8, Kap. 10,$ 39, 8. 1335. 3 Vgl. Nr. 310 und 362. 428 1 Von anderer Hand ist«herolt» ausgestrichen und an den Rand geschrieben:«die vertrauet person», was in die Marburger Abschr. überging. Gemeint ist der englische Herold Somerset, der am 23. Oktober von Brüssel abreiste; vgl. Letters and papers XXI, 2, Nr. 297; zu seiner Reise vgl. ausserdem auch a. a. O., Nr. 257, 280, 290, 379 und 388. ? Über die Vorgänge vgl. Nr. 369, Anm. 2, Nr. 376 und 391, Anm. 4, Punkt 2 und die dort abgedruckten Anmerkungen Niedbrucks zum Entwurf des Vertrags mit England. N des englischen Königs mit den Schmalkaldenern. 45 aber ir Mt. bestehe auch noch uf dem,[daz] sie primum locum hab in der bundnus, und darzu auch, dieweil ir Mt. vil mehr und hoher angeschlagen wirdt dan sonst kain anderer stand, das ir Mt. im stimrädt auch ain stim mehr habe. und so aber auch ir Mt. willig zu jeder zeit zu erlegen, was diese stend ir Mt. (doch geburlichen) uferlegen werden, das herwiderumb irer Mt. auch in zeit der nott von aim jetlichen stand der bundnus die particulare hilf, wie innen die dieser zeit uferlegt, auch widerumb von aim jetlichen insunderheit geleistet werde. und nit uf die mainung, wie es bei diesen stenden bedacht werden wil, das der konig ain stand sein soll und diese stend alle sament-— lichen der ander, und der konig allein so vil thie als diese stend alle zusamen. zum dritten kan der konig zu Engeland nit zulassen,[daz] der konig von Frſankreich] in der bundnus usgenommen werde. und verwundert den konig, das diese stend ain solichs ufsehen uf den konig von Frſankreich] haben, dieweil der konig zu Frankreich] diese stend noch mit nichten vertröst oder zugesagt, sich in ain bundnus mit innen zu begeben. am andern so kön der konig von Engleland] auch nit versteen, wie es muglich sein mecht diesen stenden ain bundnus mit Frſankreich] zu machen, so doch der konig ganz und gar pebstist ist. und wiewol der konig von Engleland] den konig von Fr[ankreich] helt vor ain verstendigen und milten fursten, so sient doch an sinem höff so vil cardinel und bischof, die alle dem pabst geschworen, darzu von ainem solchen anhang in Erſankreich] und so gewaltig, das, so schon der konig diesen stenden etwas zusagt, nit muglich wer zu volnbringen. aber in Engeland hab es ain andere mainung mit den bischoven; dan do werden die regirt und nit das sie regieren. am andern so begert der konig von Engleland] diese bundnus mit diesen stenden nit von sines aigenen nutzes wegen wie Fr[ankreich], sonders zu erhaltung dieser send und zu furderung des hailigen evangelii, deswegen dan diese bundnus zu anfang bei diesen stenden ufgericht worden sei. wellen aber diese stend den konig von Frankreich] je mit in haben, so miest die freundschaft und verstand zuvor zwischen inen baiden konigen sein und gehandelt werden durch diese stend uf die zwen weg, wie ich e. H. anzaigts: namlich das man bei dem konig von Frankreich handelt, das er dem konig von Engelland Bolonien erblich liess umb ein gepurliche recompens, als das der konig von Engelland die pension der funfzigdausent kronen, so im Frankreich jerlich zu geben schuldig, gegen Bolonien gar oder zum teil nachliess. oder wo sollichs nit zu erheben bi Frankreich, das bi beiden konigen gehandelt wurd, das si den span mit Bolonien diser zeit berugen und bi dem vertrag der 8 jar bleiben liessen. so wolten dise stend moglichen vleiss ankören, domit Frankreich oder Engelland gegen Bolonien ein vergleichung und erstattung geschehe von den landen, die in disem krieg erobert wurden. oder so Frankreich vermocht wurde, das er des babst oberkeit in Frankreich abthäte, verhofft man bi dem konig zu Engelland zu erheben, das er im nit allein Bolonien widergebe, sonder ein ewige bundnus mit ime ingienge. Die Stände mögen ihre Gesandten auf diese Punkte abfkertigen«und nit uf die erste capitulation, wie die im leger zu Tonouwerd durch die chur- und fursten gestelt(Nr. 391, Anm. 4, Punkt 21. ob aber innen dis auch nit muglich und mir in 10 tagen ain anderst, doch ansehen— lichs bedenken zuschicken wurden, doruf ain wissens zu haben, eher sie die 3 Hier beginnt die Aufzeichnung Sturms(f. 89). Nach dem Vertrage vom 7. Juni 1546; vgl. Letters and papers XXI, 1, Nr. 1014 S DI. — 1 . Adi BYE 454 1546. Beratung auf dem Bundestag zu Ulm über die Hilfeleistung gesanten verschicken, so will ichs mit dem herolts, so der zeit bei mir sein wirdt, gern widerumb zum konig schicken und daruf auch antwort eilents und in kurzen tagen erlangen.» Nachschrift: Bittet Sturm, für die Bezahlung seiner Auslagen® zu sorgen?. 429. Der württembergische Gesandte in Ulm, Dr. Fessler, an Herzog Ulrich von Württemberg. 1546, Oktober 30. Ulm. Stuttgart, Arch., Büschel 17, Nr. 70a. Ausf. mit«cito, cito, cito v. Praes. 31.Oktober. Vorbringen der kursächsischen Räte wegen der Hilfeleistung für den Kurfürsten gegen Herzog Moritz von Sachsen; Strassburg und Württemberg für Hintersichbringen, «... Uf heut dato haben die sächsische alhieher gesandte räth ein schreiben von... dem churf[ursten] etc. an sie ausgegangen im rat verlesen lassen lut beiverwarter copei! und daneben etlich vil andere copias dise sach belangend, welche in il nit mögen abgeschriben werden. uf sollichs dann ich in der umbfrag angezeigt, das weder e. fl. G. oder villeicht jemands anderer sich dises fals versehen; deshalb ich auch... kein bevelch hette. aber wo dem churfſursten] was beschwerlichs begegnen solt, so wurde sonder zweifel e. fl. G. mit seinen chfl. G. ein freuntlichs mitleiden tragen. aber es weren solliche zeitungen verhoffenlich noch nit gar gewiss, sonder dise geschwinde practic one zweifel allein darumb angefengt dise stend zu trennen; welches ouch(wie zu besorgen) volgen, wann sein chfl. G. mit deren kriegsvolk vor den keiserischen abziehen solt. doch wie dem allem, do stelte ich gar in keinen zweifel und wiste wol, was uf den angezeigten fal, ouch in ander weg e. fl. G. in kraft der verein schuldig, das e. fl. G. irthalb gar kein mangel wurde erscheinen lassen etc.. Also uf gemeine umbfrag haben sich alle anwesende stend(usserhalb Strasburg, so neben mir sollichs ouch hinder sich zu schreiben begert?) einer 8 s Statt«herolt» hier wieder am Rande:(der obbemelten vertrauten person»; v Anm. 1. 6 Vgl. dazu Nr. 132, Anm. 1. Jakob Sturm nahm dieses Stück nach Ulm mit; die Stimmstände berieten darüber am 5. November(vgl. Nr. 441). 429 1 Abschr. a. a. CO., Nr. 70b und in AA 557, f. 5—10; Ausf. in Weimar, Arch., Reg.], pag. 203-210, J, Nr. 4, F. 90— 93; praes. 29. Oktober.— Darin erklärte der Kurfürst von Sachsen sich bereit, och ein zeitlang und bis wir weitere schriften aus unsern landen erlangen..., hieroben zu bleiben. Aber er verlangte ein bestimmtes Hilfe versprechen der Gesandten in Um und zwar ohne Hintersichbringen. 2 Der strassburgische Vertreter erklärte in der Sitzung:(Sie haben von irn herrn kainen bevelh; dann der notfalh sei nicht vorhanden gewest. achten aber, seine hern werden sich in dem, das si der!] verfassung bindt und sie schuldig sein, erzaigen. bit umb abschrift, so wol er die ding an seine hern gelangen lassen)(Aitingers Protokoll zum 30. Oktober in Marburg, Arch., Nr. 909).— Die erbetenen Abschriften befinden sich in AA 557, f. 15—565 und enthalten: 1. Das Vorhalten von Herzog Moritz an seinen Landtag zu Freiberg am 8. Oktober; gedr. von Brandenburg, Pol. Korr. v. Mor. v. Sachsen II, 8s 847 bis 848; 2. Moritz an Landgraf Philipp vom 11. Oktober; gedr. a. a. O., 8. 865— 567; 3. Die herzoglich sächsischen Stände an den Kurfürsten von Sachsen vom 11. Oktober; gedr. a. a. O., 8. 855— 59; 4. Karl V. an Moritz und seine Stände vom 1. August; für Kursachsen gegen Herzog Moritz; Anschlag gegen Strozzi. 455 antwurt einhellig und beschliesslich verglichen, wie e. fl. G. ab hiebei verwarter copi? vernemen werden; welche ouch in den abschid alhie solle gesetzt werden: dann sie und ouch ich verstehn die sachen dahin, wa dem churf[ursten] nit ein trostliche und willfärige antwurt gegeben wurde, das er nit lang im feld pleiben mechte... datum Ulm den 30. Octobris nach 9 uhrn nach mitag a. etc. 46.» 130. Die in Ulm vereinigten Bundesgesandten an den Rat. 1546, November 1. Ulm.] Str. St. Arch., AA 549, f. 63 und 70 1. Brief). Ausf. und d. a. CO., f. 60 und 62 (2. Brief). Aus. mit«cito, Cito, cito, cito, eito, citissimeꝝꝶ. Beide Briefe prod. Do. 4. November. 1. Brief: Mögen Strozzis Geld durch die Schweiz nach Konstanz senden. 2. Brief: Geplanter Anschlag des Kaisers auf Stroꝛzzi. 1. Brief: Fürchten, dass Strozzis Geld im Sundgau und Breisgau abgefangen wird, da König Ferdinand sich gegen den Kurfürsten von Sachsen «als fur feind erklerty. Es ist daher wohl besser, das Geld durch die Schwei nach Konstanz! zu bringen. Stellen das zu ihrer Entscheidung. Dat. 1. No— vember 46. 2. Brief: UGbersenden eine Warnung Zürichs an Konstanz,(das der keiser von dem schloss Mailand heraus durch ein Aidgnosschaft ein starke post als bis in zweinzig personen gelegt hab, welche vast wol gerüsty, um Strozzi niederzulegen. Strassburg möge das schleunigst Strozzi und Johann Sturm zukommen lassen. Dat. 1. Oktober] ß 46. gedr. a. a. CO., S. I60- 762; 5. Landgraf Philipp an Moritz vom 20. Oktober; gedr. a. a. O.. S. 891-893; 6. Landgraf Philipp an die herzoglich sächsischen Stände vom 20. Oktober; gedr. Hortleder II, Buch 3, Kap. 38, 8. 352- 353; 7. Fehdebrief Sebastians von der Weitmühl, Kg. Ferdinands böhmischen Feldhauptmanns, an den Kurfürsten von Sachsen vom 20. Oktober; 8. die Kriegsräte an Moritz vom 20. Oktober; gedr. a. a. CO., 8. 354- 355; 9. Landgraf Philipp und die Kriegsräte an die sächsischen Bundesstände vom 20. Oktober: Mögen Truppen und den Rest ihrer Anlage nach Weimar senden; 10. Moritzens Antwort an die Gesandten des Herzogs Hans Wilhelm von Sachsen vom 12. Oktober; gedr. von Brandenburg, a. a. CO., S. 871-872; 11. Kundschaft des Rates von Zwickau: über die Verhandlungen auf dem Freiberger Landtage; Rüstungen und Anzug der Böhmen; 12. Bericht der Gesandten des Herzogs Hans Wilhelm von Sachsen an diesen über ihre Verhandlungen mit Moritz vom 11. Oktober; 13. Zwickau an Hans Wilhelm von Sachsen vom 14. Oktober: Rüstungen Ferdinands; erbitten Hilfe dagegen; 14. Zeitungen über die Truppen Ferdinands und deren Aufbruch vom 14. Oktober. 3 Abschr. in Stuttgart, a. a. O., Nr. 70d, in AA 557, f. 11- 14 und in Weimar, a. a. O., f. 58—61 mit dem Vermerk:;(Actum Ulm den 30. Octobris...; einkomen im veldlager bei Gengen den 1. Novembris): Versprechen für den Fall eines Angriffs auf Kursachsen, «das alsdann sein churfl. G. mit würklicher hilf, rath und beistand vermög der ainung nicht verlassen werden solte.) 430 1 Gleichzeitig bitten sie Konstanz, wenn das Geld komme, es eilends zu senden (EWntw. in Marburg, Arch., Nr. 916, f. 88). 2 Vom 29. Oktober; Abschr. in AA 549, f. 61. Ahnlich schrieb auch Bern an Basel; vgl. Geiser, D. Haltg. d. Schweiz währ. d. Schm. Kr., 3 Auf dem Entw. in Marburg, a. a. CO., f. 83 steht richtig 1. November. N * N 5 YES 456 1546. Strassburg will noch 30000 Gulden leihen. 431. Die XIII an den Kurfürsten von Sachsen, den Landgrafen Philipp und die Kriegsräte]. 1546, November 1. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, /. 287 292. Ausf.; grösstenteils in Geheimschrift(im Text durch Kursivdruck wiedergegeben); Auflösung in f. 293-296, auf der Anschrift:«Cito, cito, cito.) Praes.«vor Giengen) 5. November. Wollen trotz aller bisherigen Leistungen noch 30000 Gulden leihen. Zettel: Ankunft Johann Sturms. Haben ihren Brief[Nr. 423], der«under e. churfl. und fl. G. handzeichen allain, aber gleichwol mit euer, der kriegsräth, bitschaften und secreten verfertigt), am Samstag[Oktober 30] erhalten. Sehen ein, dass gerade jetzt der Geldmangel behoben werden muss, um das Auseinanderl aufen des Kriegsvolks vor dem Abzug der Feinde zu verhindern. Verweisen auf ihre früheren Schreiben, in denen sie nachgewiesen haben, dass sie bis zur Grenze ihrer Leistungsfahigkeit gegangen sind. Es ist«nit ee. besch[w jerlic h, sonder unmoglich..., das diser krieg, wie bisher bescheen, uf dem we nigern theil der stende ligen soll, noch vil weniger behart we. mag do doch oon andern stenden als den schsisſc/ hen und den seestetten noch so oil als nichts gescheen und ob sie sich s[c]hon jetz erpoltens, dasjenig, so ein jeder stand uber die doppelmonat erlegt, gemeinen stenden ain usstonde Schuld Sein und von denselben hezalt werden gol, do Sie Sich zu vergleichung desselben und der continuation dis kriegsRkandlung und zu gepurliche/ derainigung erhieten, so will doch Sich dasselbig so lang verziehen, das gemeinem handel l dadurch, wo gott es nit Sonst gnedigiich schicken und helfen will, nit gedient, sonder die ändern gutwilligen das ir und weiter,— Sie Gol schuldig und pflichtig, bergebenlich usgeben und verlieren muessen». Berichten über den Brief der Gesandten vom 27. Oktober[Nr. 425].. wir doch nit unbillich befremden kxahen, das wir ehen oon dem mererteil derjenigen, die bisher zum wenigsten bei dem handel und nit das gethan, das sie schuldig, geschwigen des, so die noturft dis handels erfordert hat, uber unser vorgethane gutwilligkeit angelangt werden sollen. so haben wir doch gemeinem handel zu furstand auch dismal an uns zu diser nodt nicht wollen mangel sein lassen und, uber das es uns gleichwol mer dann beschwerlich, gewilligt, soverr Wurtenberg, Augspurg und Ulm es irs teils auch thun werden, noch drei issigtausent gulden fur ain anleihen und nicht fur drei doppelmonat darzulegen und zu hochgedachts herzog Ulrichs... handen, so ehest es uns immer moglich, zu livern solcher gstalt, so jemand von gemeinen stenden unserer verain bisher etwas geluhen hett oder noch leihen wurde, was man demselben dargegen thun solt, das uns dermassen auch beschehe; dann wir je keinen vorteil begern, sonder gern mit gemeinen stenden der verain die billiche gleicheit tragen wollen?... datum den ersten Novembris abends a. 46.» 431 1 Am selben Tage beantwortete der Rat das Schreiben der Bundesgesandten 2 27. Oktober(Nr. 425, Anm. 6) in ganz ähnlicher W eise(Ausf. in Weimar, Arch., Reg. J, ag. 193 196, J, Nr. 2; praes. 3. Oktober[ID: Er verlangte hier für das Darlehen der 30000 Gulden«ein bekantnus» der Stände und verwies dafür auf seine Gesandten in U Im. 2 Vgl. Nr. 423, Anm. 6. 3 Strassburgs Antwort wurde am 3.November in der Bundesversammlung verlesen, wie Joachim Langenmantel und Dr. Maier aus Ulm am 3. November nach Augsburg meldeten; die Strassburger Gesandten erklärten bei dieser Gelegenheit, die 30000 Gulden seien in Württemberg(Ausf. in Augsburg, Arch., Literalien 1546).— U 1m erklärte sich bereit, Tuch im Werte von 20000 Gulden zu liefern und den Rest in bar zu erlegen(a. a. O., und Dr. 88 1546. Die Hilfe für den Kurfürsten von Sachsen unterbleibt 457 Zettel:«Sambstag[Oktober 30] spat ist Johann Sturmius ankommen und heut morgen wider zu churfl. und fl. G. verritten, aller handlung zu berichten, wie sie vom selben vernemen werdend.) 132. Uman Böcklin an die XIII. 1546, November 1. Feldlager bei Giengen. Str. St. Arch., AA 551, j. 13— 16. Aus. Prod. Sa. 5. November. Änderung der dem Kurfürsten gesandten Hilfe; Ankunft des württembergischen zuzugs; Verlust einer Reiterfahne; unterbliebener kaiserlicher Angriff; Abzug des Kaisers; viele Todesfälle im Lager. Nachschrift: Ankunft eines Fähnleins von Heilbronn und Hall. Euer schreiben*, des dato stot den 25. Oetobris, hab ich den 28. desselben monats empfangen und was ir... dem landgraven geschriben belangen des churfursten abzug etc. Nr. 420]. nun ist deshalben meins wissens nichts mehr furgangen, dan das ich von dem landgraven gehort, das nit weiter itzt zur zeit geschicken[! worden] dan die zwei venlin knecht, so im der landgrave us seinen besatzungen bewilligt, und dan die reuter meinem vorigen schreiben Nr. 417] nach. was weiter volgt, weis ich nit; dan ich diessen tage abermals von der Beheim rustung, das sie sich vast sterken sollen, viel gehort; lass ich dabei beston. als ir aber mir[schreibt] von einem zusatz, Fessler an Herzog Ulrich aus Ulm am 4. November; Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 18, Nr. 85a).— Augsburg willigte ein,« disen stenden 50000 gl. fürzustrecken, doch in etlichen monaten widerzubezalen, wie auch ain obligation inen darumb allbereit gefertigt wurt und darzu das kriegs volk, so bei inen ligt, ouch zu vernuegen. und so e. fl. G., Strassburg und Ulm die drei dopelmonat erlegen, alsdann wellen sie sollichs ouch thun; doch mit dem anhang. das man nit vorm keiser us dem veld zieh»(Dr. Fessler an Herzog Ulrich aus Ulm November; Ausf. a. a. O., Nr. 81a; praes. d. Oktober[!]; vgl. auch Augsburg, Arch., Ratsprot. 1546, f. 59b und 60b vom 30. Oktober und 2. November). Nach Aitingers Protokoll der Bundes versammlung vom 4. November verlangte Augsburg, da es auf das französische Geld verwiesen sei und dieses«etwas ungewiss» ist, eine weitere Obligation id Versicherung«inhalt der stend erpietensy. Württemberg, Strassburg und alle anderen erwiderten darauf, Augsburg habe dieselbe Versicherung wie alle anderen, möge sich also damit zufrieden geben,«zudem dass es auch noch des francos gelt halb nicht entlich abgeschlagen». Daher solle Augsburg es bei der Obligation bleiben lassen. Herzog Ulrich kleidete seine Bewilligung im Schreiben an die Bundesgesandten zu Ulm am 4. November in folgende Worte:« Dweil wir jetzt... vernemen, das Augspurg uf ein obligation 50000 gl. erlegen, dergleichen Strasburg 30000 gl. anlehnungsweis auch uf ein obligation und nit als lri doppelmonat fürstrecken und Ulm für 20000 gl. tuch geben wollen, so sien wir auch je anderst unser vorigen bewilligung nach zu erlegen nit schuldig noch bedacht, dann die 50000 gl. auch uf ein obligation gleich gedachten stetten zu erlegen... des versehens, ir L.[d.h. der Kurfürst] werden vor vierzehen tagen nit aus dem veld ziehen. darbi wir es beruwen lassen; dann disen last uns allein zu tragen ist nit allein uns onmöglich, sonder auch miesten uns nach gelegenheit aller sachen noch in grösser gefaar und sorgnus setzen...(Ent. in Stuttgart, 2. 0.. Nr. 83; ganz ähnlich am gleichen Tage auch an den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen Philipp; Ausf. in Marburg, Arch., Württemberg; praes.«für Giengen) J. November). 4 Wie Dr. Fessler am 3. November Herzog Ulrich mitteilte(vgl. Anm. 3), legte der Strassburger Rat seinem Brief an die Bundesgesandten(s. Anm. 1) einen Zettel für seine Vertreter in Ulm bei, der ebenfalls die Ankunft Johann Sturms meldet und folgenden Zusatz hat:« Und soviel wir von ime verston künden, haben wir darfür, das dissmals des gelts halben aus Frankreich nit viel zu hoffen,» re,. r . 458 1546. Kämpfe im Oberland; Abzug des Kaisers. so von herzog Ulrich und den stetten uns zukomen sollte, weis ich von kein stetten nichts. aber vierzehen vendlin hat herzog Ulrich seins landvolks geschickt; daruber ist Jost Munch oberster. die werden alle von seiner kuchen gespeisset. Was aber seither meim nechsten schreiben furgangen, ist dies meinung: es ist einer unser rittmeister am morgen mit seinem geschwader und vendlin hienaus dem leger zu beschutzen der futterwegen geritten sambt noch eim rottmeinster. nun hat aber deren rottmeinster einer die feind antroffen! und hat die veind nit so stark gewisst, als sie dan verborgen gewest, mit denselben daruf gehauen. da nun die veind gesehen, das der nachdruck nit grosser gewesen, haben sie die unsern umbrent und haben das unser vendlin sambt siben vom adel gefangen; die andern unser volk ist inen entritten. und wiewol der feind seind wol sechshundert pferd sterker dann die unsern gewesen, so ist doch die sage, wan das ander unser vendlin hette sich gleich dem unsern gehalten, sei[sollten] solch klein wenig seiden bletzle nit in ir leger bracht haben und zerbrochen und, wie wol wir bericht, grossen triumpf damit gehebt haben. es haben die unsern, so entritten muessen, uf vier auch gefangen, wiewol die hart verwundt, das zu besorgen, die nit leben bliben; sonst weren die mit denen zu gutem, wie man sagt. das hab ich uch allein umb geschrei willen nit zu verhalten wissen. Uf verschienen freitage[Oktober 29] haben wir gegen abent, als es nacht und gar finster war, erfaren, wie das die keiserischen uf sechsdausent stark in wissen hembdern in willen uns ins leger zu fallen. seind wir die ganz nacht heimlich in der ordnung gestanden, was sie geware worden; sie seind nit komen. uf nechst sambstage[Oktober 30] umb mitnacht ist uns abermals warnungen komen, wie die feind in rustungen, wie wir die ganze nacht sie haben in irem leger umblaufen sehen; haben aber uns gerust. da es am sontage nechst verschiennen[Oktober 31] tage ist worden, haben wir das keisers leger brennen sehen und das besehen lassen. Ist er ufgebrochen und die Thonaue hienab uf Lauhingen gezogen. ist die sage, doch ungewiss, er werde wider uf das land zu Beiern ziehen; doch 432 1 Vgl. zu diesem Scharmützel v. 27. 0ktober auch die Darstellung bei Rommel, Gesch. v. Hessen, L.-B., 8. 151- 152, Lenz, Rechenschaftsbericht, S. 13- 14, Egelhaaf, Archiv. Beitr. z. Gesch. d. Schm. Kr., S. 26, Nr. 26 und v. Druffel, Viglius, S. 139 zum 27. Oktober und 8. 162— 163, Anm. 61. Ganz anders lauteten natürlich die Berichte aus dem kaiserlichen Lager. Mathis Pfarrer hat abgeschrieben,(was us des keisers leger sontags noch Martini November 14] der kei. bottschaft zü Lücern iberantwürt)(AA 553, f. 23; das Stück ist wohl durch Basel nach Strassburg gekommen): Den Feinden sind G.... sSidthar 15 tagen ein grosse anzall... gefangen und erstochen und noch vorgester hand etlich der unseren ein geswader reuter auf der füterung ergriffen..., einen theil gefangen, den anderen theil erstochen, ouch ire estandart... in unser leger bracht. desselbigen dogs nament die unsern inen mer dan tausent geladne pferd..., einen dog dorvor... 15 wagen. deren 13 mit winn geladen und zwen mit silberen planken. und ward der gefangen, der inen das falsch gelt gemünzt, damit sie ire kriegslut besolden... in sümma, es ist ir keiner, der mege die nasen für ir leger strecken, der nit gefangen oder umbbracht würt. inen verhindert man unablessig alle proviand, dero sie doch grossen mangel hand. und ursachet man sie sovil müglich us irem leger sich uf die wite ze lossen, aber sie wend nit dran. bei menschen gedechtnis findt man nit solcher zitt ein so langwirige schene des wetters und begert noch niemand us dem feld.“ Heute Nachricht, dass König Ferdinands Truppen(10000 zu Fuss und 4000 Reiter) und Herzog Moritz(mit 9000 zu Fuss und 3000 Reitern) schon in Sachsen sind,«und hand nit sorg Saxen vast bald zu eroberen... A | 1 A Y N 1546. Strassburg soll bei einer neuen Anleihe von 100000 Gulden mitwirken A wurdt die zeit die warheit bringen. es sterben uns viel knecht; mogen sich im veld nit woll erhalten. gott fuge es zum besten.» Bittet um Antwort wegen der zwei Pferde. Dat. Mo. 1. November 46«im veldleger fur Gengen.» Nachschrift:«In diesser stund ist noch ein vendlin landvolk von Heilbron und Schwebischen Hall komen.» 433. Die Gesandten der Bundesstände in Ulm an den Rat. 1546, November 2. Ulm. Str. St. Arch., AA 549, f. 42 und 14. Ausf., auf der Anschrift:«Cito, cito, cito, cito ecitissime». Prod. Fr. 5. November; lect. Sa. 6. November. Drängen nochmals zur Mithilfe bei der Aufbringung eines Anlehens von 100000 Gulden. Verweisen auf ihren vorigen Brief Nr. 425, Anm. 6].(Weil sich aber die sachen im leger dermassen zuetragen, das man zu vortbrengung des ag kriegsvolks gelt haben muess und also dismals allein der mangel und verhinderung an gelt sein und, wo darauf fürderlich nicht gedacht, aller unrath daraus zu besorgen stehen will!,.. so ist darauf nochmals unser freundlichs bitten, ir wollet in ansehung itziger furstehenden eussersten not die erlegung der dreier duppelmonaten zum allerersten bei euch furdern und weiter daran sein, das den sachen zu gutem... einhunderttausent gulden zwen monat lang uf gnugsame vorsicherung vorgesetzt und sollich gelt uf Wirtemberg zue... vorwarlich... vorfertiget werden muge, daran soll euch an geburlicher obligation und vorsicherung nicht mangel sein und euch solliche suma geldes von dem gelt, so in Frankreich verhoffentlich zu erlangen, oder sonst in andre wege durch gemeine stende widerumb bezalt werden. und wollet je die ding sovil muglich furdern und es also dismals an euch nicht erwinden lassen. so haben wir bei... Wirtemberg, Augspurg und Ulm desgleichen auch weiter ansuchung gethan... datum in eil Ulm den 2. Novembris a. etc. 462. Y 433 1 Zum Beweis dafür legten die Gesandten einen Brief des Kurfürsten von Sachsen und des Landgrafen an sie aus dem Feldlager hei Giengen vom 1. November bei(Abschr. a. a. O.. f. 43): Der Feind ist auf Lauingen zu gezogen; man weiss noch nicht, wohin; aber dazu Geld nötig. Sollen von Ulm, Augsburg, Strassburg ausser den drei Doppelmonaten so viel verlangen, dass es je 100000 Gulden werden. 2 Zugleich mit obigem Schreiben wurde in der Ratssitzung vom 6. November verlesen copi eins schreibens der beiden chur- und fursten Sachsen und Hessen an die rethe und gesandten zu Um den 31. Octobris usgangen, wie sich die sachen des veinds halben zutragen, das si achten von nötten sein, Geislinger steig gegen dem land Wirtenberg wol zu verwaren und das si kuntschaft haben], der keiser soll sein grob geschutz die Thonau hinab fertigen. und wie si us Um ein fenlin knecht an die steig schicken wollen. item das den 30. Octobris ein scharmutzel angangen spat und. da si lermen schlagen lassen, die knecht stillgestanden und imer umb gelt und zallung geschruen; das zu sorgen, wo man mit gelt sich nit fertigen, si werden ein mall. wo mans am höchsten prauchen sollt, nichts mit inen usrichten,(Ratsprotokoll 1546, f. 543; erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 17; Abschr. des Briefes auch in Stuttgart. Arch., Büschel 17, Nr. 75).— Die XIII schlagen vor, es bei der früheren Antwort Nr. 431] bleiben zu lassen. Das wird auch beschlossen;(wurdt man dann deshalben mein hern weiter schreiben, geschehe dann, was gut»(a. a. CO., f. 544 b 5452). mri n 1546. Absichten des Herzogs Moritz gegen den Kurfürsten. 434. Die strassburgischen Gesandten auf dem Bundestag zu Ulm an die XIII.(1546, November 2. Ulm. 1] Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, f. 544. Aufzeichnung des Stadtschreihers. Bericht der kursächsischen Räte über die Absichten von Herzog Moritz. Zettel: Vorkehrungen gegen plündernde kaiserliche Knechte. Teilen mit, dass die kurfürstlichen Räte über den drohenden Angriff der Böhmen und den«absagsbrief?» berichtet und(das herzog Moritz understan soll, dem churfursten sein land, was zur chur und berkwerk gehort, inzunemen, daz man acht, er hab ein zusagen vom Reiser, churfurst zu werden. und das durch die stende beschlossen... dem churfſursten] hilf... ze thuns. daruf er also beim haufen pliben. Zettel: Da«viel volk... von des gegentheils haufen abziehen soll, das die stend und gesandten gerathschlagt, das jeder gesandte seine oberkeit erinnern soll, ufzumerken und kuntschaft zu geben, wo die das kriegsvolk betretten, die Teutschen plun— dern und schweren ze lassen, ir leben lang wider disse stend nit zu dienen, die hauptleut fangen bis uf der oberhauptleut weitern bescheid, aber die Welschen und Spanischen erstechen oder sonst nach gutbedunken gegen inen handlens.) 435. Der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp an die XIII. 1546, November 2. Feldlager bei Giengen. Str. St. Arch., AA 547, f. 35— 36. Aus/. der hessischen Kanzlei. Auf der Anschrift:«Cito, cito, citissime, cito, citoꝝ. Prod. Sa. 6. November. Da das Kriegsvolk auseinanderläuft, wenn kein Geld kommt, drängen sie nochmals auf ein Darlehen ausser den 3 Doppelmonaten. Melden,«das itzo etzliche hauptleute zu unsern cammermeistern komen sind und haben angesucht von wegen irer knecht umb gelt und bezalung mit der offentlichen anzaigung, wo die bezalung nicht erfolge, so konnen 434 1 Dieser Brief ist nur in der Aufzeichnung im Ratsprotokoll vom 6. November erhalten; da hier auch der Brief der Bundesgesandten vom 2. November(Nr. 433) verlesen wurde, wird der Brief der Strassburger Gesandten wohl zur selben Zeit von Ulm abgeschickt worden sein. 2 Gemeint ist der Fehdebrief Sebastians von der Weitmühl in Nr. 429, Anm. 2, Stück 7. 3 Vgl. hierzu Nr. 429. 4 Abschr. dieses Bedenkens in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVIIa, Nr. 2134. 5 Es wird im Rat beschlossen, die XIII sollen das Vorgehen gegen die kaiserlichen Knechte bedenken.(Sovill herzog Moritzen belangt, ist erkant, man soll das in geheim halten, dweill man[es] nit gewiss weisst.»— In derselben Sitzung wurden auch die Leitung H [bei Lenz, Rechenschaftsbericht, 8. 14–- 15] und ein Zettel verlesen, dass der Kaiser am So.[Oktober 31] unter dem Schutze eines dicken Nebels nach Dillingen und Lauingen gezogen sei. Der Landgraf habe das verlassene Lager besichtigt, Gil kranker befunden, so si hinder inen verlassen; und das sollich leger grausam und jamerlich anzusehen, vill greber und verbronen volk funden ete.. man wiss nit, ob der keiser die Tonau hinab oder sonst ein umbschwank nemen werd ins Riess, Wirtenberg oder in die stift Würzpurg, Eistet zu ziehen; man werd aber acht daruf haben)(Ratsprot. 1546, f. 543 b- 544 a). 435 1 Nach dem Entw. in Marburg, Arch., Württemberg ergingen ähnliche Schreiben an 1546. Zahlungsschwierigkeiten im schmalkaldischen Kriegslager 461 oder wusten sie die knecht keinswegs lenger zu erhalten, sondern die knecht wurden hinweg laufen... dieweil nun der veind noch umb Lauingen ligt und wir nit wissen, wo er den kopf hinauswenden wil, und dann die knecht aus mangel der bezalung hinweg laufen solten, so habt ihr zu erachten, das das ganz werk dardurch ersitzen und niderligen wurde zu euerm und unserm allerhochsten nachteil, wo nun wir die knecht und auch die reuther lenger sollen bei einander behalten, so muss geld da sein, davon sie bezalt werden; dann ane das ist nit moglich sie lenger zu erhalten, das sie nit weglaufen und reiten. zudem ist mit inen auch nichts zu schaffen und lassen sich zu nichts brauchen, sie seien dan bezalt. Nun wollen wir euch nicht bergen, das Wirtemberg und Augspurg bewilligt haben, nemblich Wirtemberg noch drei duppelmonat zu erlegen und daruf noch sovil anzulehnen, das es... hunderttausent gulden thutt. ingleichnus will Augspurg auch noch drei duppelmonat erlegen und daruber funkzigtausent gulden der verstendnus anlehnenz. sind guter zuvorsicht, die von Ulm werden es gleicherweise an ainem stadlichen geld zu erlegen und anzulehnen nicht erwinden lassen. demnach so wollet auch ihr die enhunderttausent gulden, darumb euch nun zu etzlichen malen geschrieben ist, oder je zum wenigsten sovil als Augspurg, erlegen und anlehnen und ufs furderlichst gen Ulm fertigen... Dat. Feldlager bei Giengen 2. November 46. 436. Der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp an Jakob Sturm. 1546, November 3. Feldlager bei Giengen. Str. St. Arch., AA 547, f. 61=- 62. Ausf. der kursächsischen Kanzlei.— Prod. Mo. 8. November‘. Sendung nach Frankreich; Erkundigung nach der Antwort des französischen Königs an Johann Sturm. Senden einige Schriften? an den König von Frankreich durch(gegenwertigen Hansen von Wels», den er fördern möge.«Daneben wollen wir euch... nicht bergen, das wir von der ko. W. diener, her Sebastian Fontayne Bassefontaine], soviel vermerken, das ire ko. W. unserm geschickten Johan Sturmio uf seine beschehene werbung... der hulf und bundnis halben antwort sollen gegeben haben, neben der anzeige, do wir und gemeine. Herzog Ulrich, Augsburg, an die Bundesgesandten in Ulm und an Ulm selbst(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVII, Nr. 2034; Auszug bei Egelhaat, Archiv. Beitr. z. Gesch. d. Schm. Kr., S. 39. 2 Über die tatsächlichen Bewilligungen Württembergs, Augsburgs und Ulms vgl Nr. 431, Anm. 3. 436 1 Dieser Vermerk stammt vom Stadtschreiber, da Jakob Sturm am 8. November bereits in Um war. 2 Es sind: 1. ein ausführliches Schreiben des Kurfürsten von Sachsen und des Landgrafen Philipp vom 2. November an Franz J.(deutscher Entw. mit Verbesserungen in Marburg, Arch., Nr. 921, f. 10 –- 13; lat.[nicht abgegangene] Ausf. in Weimar, Arch., Reg. J. pag. 169, H, Nr. 4; erw. von Mentæz, Joh. Friedr., I, 3, S. 35, Anm. und von Zeller, La rounion de Metz J. S. 102) und 2. ein Schreiben des Kurfürsten von Sachsen an Franz J. mit Anklagen gegen Moritz, der dem Kaiser zweimal gegen Frankreich geholfen habe(deutscher und lat. Entw. in Weimar, a. a. C.). rt 462 1546. Strassburg erneut zu einem Darlehen gedrängt. stende. daran nicht zufrieden, solte er es widerumb an ire ko. W. gelangen, r antwort derhalben vernehmen lassen. weil wolten sie sich darauf mit fe uns dann solche antwort, do die itzige, darumb wir inen abgefertigt, damit gemeint, bisanher nicht zukomen, so tragen wir die fursorge, sie mochte etwan in Lothringen oder sonsten aufgehalten worden sein. e ee, wollet uf gemeiner stend costen jemands vertrauts... abfertigen, damit man wissens entpfahe, was es darumb vor ein gelegenheit habe...“ Dat. 4 14. lager bei Giengen 3. November 1546. 437. Die Gesandten der Bundesstände in Ulm an die XIII. 1546, November Ss Ulm.] Marburg, Arch., Nr. 916, f. 90 91. Entw. Prod. S. November‘. Bitten nochmals darum, auch das Darlehen zu bewilligen. Antwort auf das Schreiben des Rats vom 1. November[Nr. 431, Anm. 1]. «Und dieweil der mangl und die not gelts halb grösser, dann wir in neherm ezaigt und doch gott der allmechtig die sachen gegen unserm schreiben ang feind dermassen furnimt, wie ir aus inligender verzaichnis zu befinden, das le]... herln] mit irem kriegsvolk noch wir kainen zweifel haben, do unse ain klaine zeit im feld verharen, es soll sein almechtigkait weiter genad mit fleis, ir wolt solche eusserste gnediglich verleihen: so biten wir nochn nott und unser beschehen erbieten, namblich das francosischen gelt eintweder entricht oder mit gnugsamer obligation versichert werden, freuntlich bedenken und unser... hern, die oberhauptlleut], mit dem begerten anlehen nicht verlassen, wie wir ne chmaln zu euch hofnung berg, Augspurg und iaben.“ Geben deren euers darleihens von dem und vertrauen haben und... der herzog zu Wurter I 1 I Ulm sich auch noch irem vermogen gutw Bewilligungen ans.«Und dieweil ir euch auch dieselben euere 3 dopelmonat zu uberschicken erpietet, so nemen wir solchs an statt u[nser]... herrn und obern zu dank an und sehen darus, das ir dem gemainem werk hierinnen zu rhelfen geneigt. Was die obligation und versicherung belangt, do haben wir dieselb ververtigt und die, nachdem si uber feld zu schicken beschwerlich und villicht etwan niderligen mocht, euern gesanten im original. Alt, die euch davon copi durch ziphern zuschicken werden. hetten ir auch daran ainichen me angel, so sein wir willig, uns mit euch derhalben nach allem euerm gefalhen zu vergleichen‘. und nachdem ain stund zu lang sein will, mit dem gelt lenger zu verziehen, so biten wir freuntlich, ir wolt das gelt numer zu handen... des herzogen zu Wurtemberg freundlich und illend zum sichersten, das es be— schehen mag, verschaffen...“ Dat. 3. November 46. 437 ı Das ergibt sich auch aus der Ratsverhandlung am 8. November(Nr. 447). Wahrscheinlich ist damit der in der Ratssitzung vom 6. November verlesene Zettel in Nr. 434,. 5) gemeint oder das in Nr. 4 18 Anm. 3 erwähnte Schreiben von Spiess. 3 Vgl. Nr. 431, Anm. 3. “EB lee ein Schule dschein der Kammerräte vor über die schon erhaltenen 30000 Gulden, die sie von dem erwarteten französischen Geld in zwei Monaten oder, wenn dieses nie ht kommt, in drei Monaten zurückzuzahlen versprechen(Perg. Ausf. mit 6 Siegeln in AA 357). Da der Schuldschein erst vom 18. November datiert ist, hatte Strassburg wohl och A Änderungen verlangt. 1546. Zug d. Kaisers donauabwärts; drohender Abzug v. Kurfürst u. Le 138. Die Kriegsräte Ulman Böcklin, Matthaeus Langenmantel und Sebastian Besserer an die Gesandten von Strassburg, Augsburg und Ulm in Ulm. 1546, Nove Feldlager bei Giengen. Akt. XXXVII. Vr. 2039. Ausf.; ganz in Geheimschrift; die geschrieben. ber 3. yer Kaiser zie man muss mit dem Abzug von Kurfürst und der drei— über ein Winterlager Landgraf rechnen Sie werden gehört haben, dass der Kaiser auf Dillingen verrückt ist. eute soll Kundschaf H gekommen sein, sein Vortrab rücke weiter donauabwärts und sein grosses Geschütz sei schon auf dem Wasser; er solle auch ein Schiff herrichten, jezahlt und will daher hi nabzufahı ren. Unser Krieg svolk ist nicht kälter. Die irsten angreifen, weshalb er auch wird es im! ımen und Herzog Moritz wollen den Kum He der Landgraf veranlasst werden, * auch heimzuziehen, um zwischen dem Kurfürsten und Moritz zu vermitteln. ö «Solte nun solch ie knecht étlicher massen bezallt wurden, das man sie ful wie an da two davon redt, man solle sie in ain land, al ien haben, fueren, furgen ı werd in ainem heu(wie nicht davon mit uns geredt ist) mochte dasselbis icher weis mit aller unordnung und zu hoch— stem nachtail der oberlendischen stenden und steten furgenomen werden. wir setzen auch. ob gleich schon dise ursachen nit sovil ansehnlich, das sie urch unser ainfalt hierinnen anzaigen werden notwendig, so ist doch gewis dise zeit 4 al ö das weder der feind noch ainer fursehung, wie wierne wir, wie zum tail hievor auch angereg ı feld mogen bleiben. so versehen ir uns auch us angeregten en"nit. das mer etwas namhafts gegen m feind usgericht werde. darumb unserem geringen verstand nach die notturft ervordern und auch abstellung des grosen uncosten nit gen und notwendigen vinterleger ze trachten,. wo und wie, auch mit was kriegsvolk dasselbig furzunemen und zu versehen sei. oder aber das sich gemain stend und nit allain, ie wir alhie im feld seien, zesamen thueen, davon und was weiter die notturft ervordert, gegen den gaistlichen und andern. furzunemen, beratlich zu ratschlagen. dieweil wir aber uns; sehen, es werde zu ainem solchen fall geraten, und wir aber fur uns selbs diser hochwichtigen sachen, was in thon und lassen furzunemen sei, nit gnugsam verstendig, auch dei U anderst wiert sein mogen, dann nach ainem g erbern oberlendischen stet ge. nit gar wissenthaft sein, damit unsernhalb und sonderlich durch eilende handlung nichts verabsaumbt, so haber wir euch solchs.... hiemit sollen anzaigen und anmanen... allain biten wir euch mit ganz sonderm vleis, ir wolt die sachen bei euch selbs und denjenigen, da es gehaim beleiben mag, unserthalben in hochstem geéhaim be— halten.. datum im veldleger bei Giengen den 3. Novembris a. etc. 46 umb 8 ur zu abend!.» ingenmantel an die XIII von der Beratung 438 1 Nach einem gleichzeitigen Brief von Matthaeus Augsburg(Ausf. in Augsburg, Arch., Literalien 1546) ging die Anregung r Kriegsräte von ihm aus. BYE 4 1566. Entwurf der Gegenversicherung; Darlehen Strassburgs. 439. Jakob Sturm an den Stadtschreiber[von Ulm]}!. [1546, November 3 Ulm?. Ulm; Arch., Ref. Akxt. XXXVIT, Nr. 1841..Or. Gbersendet ihm den von Strassburg gebilligten Entwurf der Gegen versicherung. (Lieber her stattschreiber. ich schick euch hiemit die copiam obligationiss, wie si mein hern beratschlagt und inen euer herrn und doctor Hell die wollen doctor Hälen oder den augspurgischen gesanten lie fursten des gelts halb zu Lyon wurden ansuchen, iin obligation oder schadloshaltung gefallen lassen; mitteilen. im fall so das man inen anzeigt, wes unser hern fur€ d weil sollich obligation oder schadloshaltung uns von den begerten; und al o haben unser hern desto mer ursachen ir oblistenden nit gegeben wurt, s gation, die si den zweien hern gon Lyon geschickt, auch nit hinaus zu geben. hiemit vill guter nacht. Jacob Sturm.) 440. Die Gesandten der Bundesstände in Ulm an die XIII. 1546. November 4. ;[Ulm.] * Str. St. Arch., AA 549, f. 45— 46. Ausf., auf der Anschrift. Citoꝝ. Prod. * Sa. 6. November; reprod. S. November. . Bitten nochmals um Übersendung auch des Darlehens. ö Senden Abschrift des Schreibens des Kurfürsten und des Landgrafen Fa an sie vom 2. November!. Drängen daraufhin nochmals auf das Anlehen?, A bis daher das best gethon, ö«wie wir dann zu euch vertrauen haben und ir ir werden noch an euch nichtzit mangeln lassen.“ Sie mögen es eilends mit den drei Doppelmonaten an Herzog Ulrich senden. Verweisen wegen der Verschreibung auf den gestrigen Brief Nr. 437]. Dat. 4. November 46. 439 1 Aus dem Inhalt des Briefes ergibt sich, dass nur der Ulmer Stadtschre sein kann. Er heisst Dietrich Schertlin; vgl. Stuttgart, Arch., Büschel 37, Nr. 1b. 2 Wie Dr. Fessler Herzog Ulrich am 3. November(umb 10 ur nachmittagymitteilt, ist Jakob Sturm«erst disen abent alhie einkomen)(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 18, Nr. 82a).— Da der Brief Sturms mit einem Nachtgruss schliesst, ist anzunehmen, dass er angelegenheit schon am Abend seiner Ankunft an den Stadtiber gemeint wegen der Wichtigkeit der! schreiber geschrieben hat. 3 Vgl. Nr. 425, Anm. 3; gemeint ist die 2. Fassung(in Ulm, a. a. O., Nr. 1839; ist eine Augsburger Reinschrift). 440 1 Abschr. in AA 548, f. 63; es ist das in Nr. 435, Anm. 1 erwähnte Schreiben. 2 Auch der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp richteten am 4. November i Giengen einen dringenden Brief an die XIII in der gleichen Sache: Ide hastig schreien und bishere aus mangel des geldes en wir etwas mit dem ; aus dem Feldlager be 4« Weil dan unser krigsvolk nach ge zalt bliben sein, so wil die unvermeidliche notturft erfordern, soll volk gegen dem feinde ausrichten und furder bringen, auch in gutem willen behalten, das man sie furderlich zale.» Dringen daher auf die Zahlung. Denn wenn das Volk sich verläuft «sunderlich weil der veind noch vor uns bei Laugingen ligt», können sie die Gefahr ermessen. Hoffen, wenn sie nach der Musterung die schwachen Fähnlein unter die andern schlagen, 30000 Gulden zu ersparen(Reinschr. in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 214—216, K, Nr. 3). Bemerkung darüber im Ratsprot. festzustellen. unbe in Strassburg ist weder der Brief noch eine 3 Die 30000 Gulden Strassburgs kamen am 11. November in Stuttgart an, wie die dortigen Rentkammerräte Herzog Ulrich mitteilen(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 33. 1 1546. Bündnis der 8chmalkaldener mit England. 441. Erklärungen Jakob Sturms bei einer Beratung der Stimmstände zu Ulm über das Bündnis mit England. 1566, November 5. Ulm].] Marburg, Arch., Mr. 916, f. 99. Flüchtige Aufzeichnung Aitingers. Der Abschluss des Bündnisses bietet Schwierigkeiten; neue Gesandtschaft nach England nötig. 2 Were der best weg, daz wir uns nicht verliesen uf potentaten. dieweil aber die sach getailt und die uf dem teil bei dem keiser, die andern gar stil sizen; darnach der sächsischen stett entschuldigen, also das wir?] hulf uberkamen[?] mit got. nun mocht got mitl schicken durch[hier Lücke]. das zu wegen zu bringen, das ist dificultas. könig hat kain bischoff zu sich nemen wölen und gesagt, er wöl sich alspald in krieg geben. schickung wurd vergeblich sein, dann kain reciprocum vorhanden; hab aber herolden ab— gevertigt. der herold ist den 28.(Oktober] heraus komen und hat ain ander verzaichnus gepracht, vermaint, er wolt wider in Engelland postiern. do es der konig leiden könnt, so het man ain potschaft abzuvertigen. 2 difficulteten: J. vermaint, Denmark sei auch im buntnus. 2. daz er Frankreich nit in der buntnus usgenomen haben wills.) 442. Die Gesandten der Bundesstände zu Ulm an den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen Philipp. 1546, November 6. Ulm.] Weimar, Arch., Reg. J, pag. I77— 182, K, Mr. 6. Ausf. z. Teil in Geheimschrift mit beiliegender Auflösung. Übersenden den Gedenkzettel Dr. Johann von Niedbrucks. Zettel: Bitten um Geheimhaltung. Erinnern an die Verhandlungen mit Niedbruck im Lager vor Donauwörth. Er ist danach von den Fürsten nach Ulm zur weiteren Beratung geNr. 27 P). Herzog Ulrich ordnete am selben Tage an, dass das Geld durch 36 Schützen nach Göppingen geleitet werden und man die Oberhauptleute ersuchen solle, es ins Lager selber geleiten zu lassen(Bebenhausen; Ausf. a. a. CO., Nr. 320). In Göppingen nahm der hessische Sekretär Konrad Zoller von Specks winkel das Geld zur Weiterbeförderung in Empfang; bis dahin hatte der strassburgische Gesandte Hans von Odratazheim den Transport geleitet (Marburg, Arch., Nr. 893, f. 271 b und 272 a.).— Der Betrag wurde dem Landgrafen überjassen, wie Seb. Besserer am 21. November Ulm mitteilte(usf. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVIIa, Nr. 2147). 441 1 Zu den Vorgängen vgl. Nr. 428, Anm. 7.— Dass die Beratung am 5. November stattfand, ergibt die Bemerkung Aitingers in seinem Verhandlungshericht zum 6. November (a. a. O., Nr. 909):« In sachen Engelland belangend uf den gesterigen schluss. ist ain begriff in schriften verfasst, wie das concept vorhanden.“ 2 Vor Strassburg äussert sich der württembergische Vertreter, ähnlich wie Sturm, sehr bedenklich zu dem Bündnisplan unter Hinweis darauf, dass 1.( Engelland nit ulnser] religion und seltzam regiert; wurdt dobei wenigs gedeihens sein. 2. thues nicht uns ze gut, sonder sucht andern vorteil; waz zu verlasen, wans nit entlich? 3. wo man sich mit Engelland sol einlasen, so mus man Frankreich begeben». Denn beide mit einander zu vergleichen, werde sehr schwer sein. 3 Es wird beschlossen, an den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen darüber zu schreiben; dies geschieht in dem Brief der Gesandten der Bundesstände an beide Fürsten vom 6. November(Nr. 442). Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV 30 . 66 1546. Sendung Niedbrucks nach England. sandt worden.«So ist er doch zur zeit, als die stattliche kundschaften hieher gelangt, das der keiser fur die statt Ulm zu verrucken und die zu belegern Vorhabens, und man dozumal zu disen wichtigen sachen nicht komen mögen, alhie wider abgescheiden mit ubergebung seines bedenkens, wie die gestelte capitulation weiter zu besserns, und auch mit dem verlass, do wir uns hierinnen wurden entschliessen, das man ime dasselb gegen Strassburg zuvertigen solt. wie er nun gegen Esslingen kommen, hat er dem handel zu guttem und furderunge dis werks ain vertraute person uf der post zu dem könig hinein gefertigt und ime durch dieselbige den effectum solcher e. chur— und fl. G. cspitulation anzaigen lassen der meinunge, des konigs gemuet daruf zu vernemen, damit, do der konig die handlung solte abschlagen, das ers sovil destermehr die bottschaft, so sonst in Engelland abgefertigt werden mochte, ufhalten konte. also ist dieselbe person den 28. Octobris widderumb zu Strasburg ankomen und hat ein verzeichnus gepracht, wes des konigs gemuet ains freuntlichen verstands halb sein mochte, wie e. chur- und fl. G. aus inligender verzeichnus Nr. 428] vernemen werden. welche wir e. chur— und fl. G. hiemit darumb zuschicken, dieweil Johann Sturmius unser achtung nach aus Frankreich numehr... im leger ankomen und villeicht vernen handlunge des verstands halben gegen Frankreich mit sich bracht und bei derselben II] suchen mechte, das sich e. chur- und fl. G. dester mehr daruf zu halten und zu gerichten haben mechte... Dat. 6. November 46. zettel:(Und dieweil von nöten sein will, das die sachen, sonderlich aber der vorgemelten person halben, welche konigin Maria post gebraucht hat und noch weiter gebrauchen wirdet, in geheim gehalten werd, damit derselben dester weniger nachtheil diser sachen halben widderfaren muge, so haben wir dannocht sollichs... erinnern wollen. sovil aber den haubtpuncten in dieser sachen belangt, do... wollen[wir] davon, so hald es gesein mag, rattschlagena.) 442 1 Vgl. Nr. 394, Anm. I. 2 Vgl. Nr. 414. 3 Gemeint sind seine Anmerkungen zum Vertragsentwurf in Nr. 391, Anm. 4, Punkt 2. * Über das Ergebnis der Beratung berichten am folgenden Tage die hessischen Räte in Ulm ihrem Herrn(Abschr. in Marburg, Arch., Ur. 916, f. 96— 98): Die Stimmräte halten ein Bündnis mit England für bedenklich 1. wegen der Verfolgung der Evangelischen durch den König, 2. wegen seines persönlichen Lebenswandels, 3. weil die Theologen dagegen sind, 4. wegen seiner bekannten Treulosigkeit, 5. weil das Bündnis mit England zur Folge haben wird, dass ein solches mit Frankreich nicht zustande kommen kann.«Damit er aber gleichwol bei gutem willen behalten, fur den kopf nit gestossen und mit guten worten nichts dest weniger aufgehalten werd und doch glaichwol ain stattliche suma gelts zu diser defension von im erlangt werden mög, so haben die stimreth auf mitl und weg gedacht, wie wir e. fl. G. hiemit davon copia zuschicken.“— Diese copia» ist das«bedenken der Stimstend, wie mit Frankreich und Engelland in kriegs- und geltsachen gehandelt werden soll» (a. a. O., f. 124- 1327). Es wird darin«bedacht, das mit beeden konigen zu handeln»; und zwar ist jedem für sich vorzuschlagen, den Kaiser zum Feind zu erklären, ihn anzugreifen und den Protestanten Geld vorzustrecken. — —— 1546. Beratung über Abzug und Winterlager. 467 443. Der württembergische Gesandte in Ulm, Dr. Fessler, an Herzog Ulrich von Württemberg. 1546, November 6. Ulm. Stuttgart, Arch., Büschel 18, Nr. 87. Ausf., auf der Anschrift:(Cito, cito, cito, citissime y. Praes. 7. November morgen frie». Beratung mit den strassburgischen, ulmischen und augsburgischen Gesandten über die Verwendung des jetzt eingetroffenen Geldes und über das Winterlager. vVerganges abentz haben die strassburgischen und augspurgischen gesandten, ouch Jerg Besserer an mich begertz, das wir disen morgen fruw zusamen komen welten; welches ouch beschehen. und haben daruf von zweien puncten geredt, namlich das unser aller fürsorg ist, wann morgen oder ubermorgen das augspurgisch und ulmisch gelt, ouch das überig, so die camerräth noch bei handen, welches alles(doch das tuch ouch darein gerechnet) bis in die ainhundert und zehen tausent oder ainhundert und zweinzigtausent, gl. ongevarlich louffen mag, in das leger geantwurt wurdt, das Sachsen und Hessen dasseélbig zu irn handen nemen, die iren bezalen und volgends mit e. fl. G. und dem strasburgischen gelt ouch dergleichen thon und alspald abziehen werden. und darnach das kriegsvolk, so e. fl. G. und die oberlendische stett bestelt, ir ausstende bezalung und darzu den abzug von e. fl. G. und den Oberlendern haben welle. und wiewol wir all nach gelegenheit hievor verloffner handlungen wenig trost darzu haben, das sollichs zu wenden sein welt, jedoch so haben wir dahin geschlossen, das sollich gelt den oberlendischen pfeningmeistern zugeschickt und inen ernstlich bevolhen werden soll, sollich als oberlendisch gelt zum wenigsten zum halben teil uf bezalung des oberlendischen kriegsvolks zu verwenden. begegnet dann inen, den pfeningmeistern, hierüber gewalt, so muessens wir gott dem herrn bevelhen und sollen die pfeningmeister fürderlich alhieher berichten, was inen diesmals hierin begegnet. zum andern, dweil sollicher ilender abzug zu besorgen, so seien die gemelte drei stett der meinung gewesen, das man in der versamlung oder zum wenigsten in dem engen usschutz von aim winterleger geredt und also angehört wurde, ob alle stend dasselbig wolten helfen erhalten. dargegen aber mein ainfeltig bedenken gewesen, wann man jetzund alspald von aim winterleger reden wolt, das Sachsen und Hessen sollichs annemen und dahin versteen wurden, das e. fl. G. und die oberlendische stett in den abzug bewilligt hetten; welches aber mich nit für ratsam ansehe. dann kündte man je geltz halber nit lenger pleiben, so were doch der mangel bi andern und nit den Oberlendern. zudem so hat Hessen hievor fürgeschlagen, 1500 pferd und zwei regiment im winterleger zu lassenz. und wann gleich one der Oberlender schuld und verwilligen der abzug wurde bescheen und es je nit anderst sein kündte, alsdann wurde one zweifel sollichs den stenden zugeschriben und uf denselbigen notfal erst zeit sein anzuzeigen, wann man je abziehen wolt und man mangels halber gelt nit pleiben kündt, so muest man wol das winterleger für gut annemen, es helf gleich im namen gottes, soviel es möcht. und so man sollichs in rat pringt, so werden alle stend 443 1 Dies geschah auf Grund des Schreibens der Kriegsräte von Strassburg, Augsburg und Ulm an die Gesandten dieser Städte in Ulm vom 3. November(Nr. 438). 2 Gemeint ist der dritte Punkt im Schreiben des Kurfürsten und des Landgrafen an ihre Gesandten in Ulm vom 25. Oktober in Nr. 426, Anm. I. 30* D . K. 68 1546. Beratung über das Winterlager. (doch mit leren henden) on zweifel bald und on bedenken geschlossen haben, das sollichs uf gemeiner stend costen beschehen soll, und doch im werk der last uf e. fl. G. und den dreien stetten ligen. Aber dargegen tragen die drei stettischen fürsorg, wann mans so gal uf den knopf sparen welt, das man etwas versomen mes ht. aber sie haben doch dahin mit mir geschlossen, das verhoffenlich in zweien tagen hierin nichtz versompt werde und das ich sollichs meinem begern nach an e. fl. G. fürderlich solte gelangen lassen. dann das gelt ist erst in diser stund von Augspurg kommen. so wurdet es vor morgen alhie nit hinweg gefuert. also das man vor montag oder zinstag[November 8 oder 9] im leger nit zalen kan. Und gleichwol halten wir darfür, das uf ein zimlich winterleger, namlich zweitausend pferd, ain pferd monatlich 12 gl., und zwei regiment knecht, were ongevorlich 9000 knecht, uf ain in den andern 6 gl. gerechnet, 78000 gl. ongevarlich monatlich laufen wurde. deshalb ouch solliche drei stettische neben mir ain beschwerlich bedenken haben, wie mans erhalten und erschwingen well. so ist ouch wol angeregt worden, ob man sollich winterleger tailen und wahin mans legen soll ete.. daruf ich doch kein antwurt geben. dann die stett werden sollichs inen zum vortailigisten richten wellen; und mag sollichs auch wol ain disputation machen. deshalb[je] lenger je mer von nöten sein mecht, das gott der herr für uns all und daneben ain jeder fur sich selbs sorgte. darumb welle e. fl. G. hierüber gnediglich ouch bedacht sein. Und als ich das schreiben gefertigt, ist mir e. fl. G. schreiben, neben anderm das winterleger etc. belangends, zukommen; demselbigen will ich... nachkommen und... alspald sollich e. fl. G. bedenken das winterleger etc. belangend Strasburg, Augspurg und Ulm zu vorbereitung und fürderung der sachen eroffnena... datum in il Um den 6. Novembris umb 10 uhr vor mittag a. etc. 46.» Aus Stuttgart vom 4. November(Aust. Nr. 84a mit«cito, cito y). Herzog . fordert darin seinen Gesandten aut,* ir im aß uf die bann pringen wöllen zu rathschlagen, wa, wie stark und uf was besoldung oder underhaltung sollich winterläger zu bestellen sein wölle... und in allweg wurdet von hohen nötten se in, das nit allein kriegsvolk zu fuss, sonder vil mer zu ross hierzu verordnet werden in bedenkung des veinds macht und das er sich understen wirt die stet und auch unser furstenthumb zu fretten und infall zu thun, uf das ime sollichs mit den reutern... geweret... werden möge.» 4 Fessler tat dies noch am Nachmittag des 6. November, wie er in A 2, Brief von diesem Tage« nachmitag umb 5 5 uhr» Herzog Ulrich meldete Ausf. a. a. CO., Nr. 88 mit «eito, cito, cito»; praes. 7. November):« Uf mein beschehen anregen beim sächsischen canzler hat er bewilligt, morgen noch mittag alle stend zusamenkommen und vom winterleger reden zu lassen. und damit dannocht durch solliche berats- hlagung in den abzug nit bew illigt wurde, so hab ich mit dem sächsischen canzler mit allerlei erzelung davon geredt, das man gemeinem handel zu gutem vorm keiser nit abziehen künde oder mög etc.. aber wo er vor abzug, so sei zu fürderung des handels gut, das uf denselbigen faal alspald von ainem winterleger geredt werde ete. v.— Das E gebnis dieser Beratung vom 7. November ist zusammengefasst in«der— hen stett bedenken des winterlegers halb im veldleger bei Giengen gestelt»(Aufaeichng. in Marburg, Arch., Nr. 915, f. 18- 20; f. 17 steht die genannte war hrift von Seb. Aitinge rs Hand, was beweist, dass das Bedenken zur Beratung nach Giengen mitgenommen wurde; das Stück befindet sich auch in Augsburg, Arch., Literalien 1546 und in Stuttgart, a. a. O., Nr. 100. Darin heisst es:«So befinden... die oberlendischen stett, dieweil sie sich dure h dise defension merglich erschepft, das in irem vermögen mit niehten sein will, dag winterleger im Oberland, darzu auch die besatzungen 1546. Bericht Joh. Sturms über seine dritte S ndung nach Frankreich. 469 444. Bericht Johann Sturms über seine dritte Sendung nach Frankreich. [1546, November 6. Feldlager bei Giengen.) Weimar, Arch., Reg. J, pag. 165, HN, Nr. 2. Or.; dort und in Marburg, Arch., Nr. 916, f. I02- I09 deutsche Ubersetzung. Diese ben. von Baumgarten, Z. Gesch. d. Schm. Kr., S. 66—69 und von Lenz, Briefw. II, 8. 1641- 4165. Erw. von Ch. 2 Schmidt. Jean Sturm, S. 67, von Mente, Joh. Friedr., I, 3, 8. 365, Anm. und von Zeller, La reunion de Metz J, S. I00- ICI. Ankunft am Hof; Verhandlung mit dem König und dem Kanzler; hat aus Strassburg an den Kanzler geschrieben; Abmachung mit diesem; Strozzi verdächtig; Parteien am französischen Hofe. Hat sich in Um von Strozzi getrennt, der über Schaffhausen und Solothurn nach Lyon reiten wollte, während er[St.] von Strassburg aus un— in irn stetten uf irn eosten zu underhalten, auch neben demselben die gemachten schulden zu bezalen und daruber hochgedachtem churflursten... ein solche hülf zu laisten. Man soll über beides einen Anschlag und Austeilung machen; dann wollen sie erklären, ob sie es leisten Können oder nicht. Doch schlagen sie vor, da sie beides nicht leisten können, (das die sachsischen stend und stett hochgedachtem churfſursten]... die begerte hült würklich theten und sich sovil dester höher angriffen. so weren sie hinwiderumb des erpietens daz winterleger in Oberlanden uf irn costen zu underhalten uf die anschleg, wie sie zich desselben mit einander wurden vergleichen.“) Da einige oberländische Stände nur auf den Gemeinen Pfennig Befehl haben, wollen sie anfragen;(welehs in wenig tagen geschehen mecht. aber die sachsischen see- und hanstett haben sich beeder puncten halben dahin erclert., daz sie in denselben alles zu thun bedacht weren, daz in irer herrn... vermögen.» Einige Stände weisen auf die Gefahren des Abzugs hin. Man solle suchen, eso vil gelts zu erlangen, dardurch man daz volk bei gutem willen behalten und mit demselben volgends zu schlagen komen mechte. dann wurd die schlacht erobert,... so were... dem ganzen hauptwerk geholfen.“— Die späteren Beschlüsse darüber s. in Nr. 456, bes. in Anm. 3. 444 1 Johann Sturm berichtete am 6. November, wie Kurfürst, Landgraf und Kriegsräte an diesem Tage den kursächsischen und hessischen Gesandten in Um und denen der Stimmstände mitteilten(Ausf. mit 5«cito» in Marburg, Arch., Nr. 908, f. 207= 208):«Zudem ist der Sturmius auch hie ankommen. was der bericht, werdet ir auch vernemen; uf wilchs wenig trosts zu setzen. nun stehen deshalben und auch sonst die sachen dermassen, da wir allein darin uns zu resolviren noch zu schlissen nit gnugsam achten oder dieselben ding nach aller notturft uber land euch zu schreiben wissen. derwegen so wollet di beiligenden copeien verlesen, den dingen mit vleis na chdenken., euch an einigs seumen erheben und anher zu uns aufs allerkurderlichst verfugen, also das ir morgen hie ankommet, uf das wir und ir samptlich von allen solchen merklichen obligen diesses werks notturftig reden, rathschlagen und schlissen mugen. wollet Jacob Sturmen und Jorg Besserern mitpringen. und pleiht keinswegs aussen; dan ob wir woll bedacht, das diese berathschlagung bei euch zu Ulm kunt bequemer dan hie im velde bescheen, so kan doch solehs an unser gegenwart fruchtharlich nit sein; da wir dan so lang von dem kriegs volk an sonderlichen, merklichen unstatten und hochste gefahr nit abkommen konnen.»— Pie Stimmräte lehnten trotzdem wegen der Unsicherheit die Reise ab. Am Sonntag, 7. No vember, sprachen ihnen aber der Kurfürst und der Landgraf über diese Antwort, die sie« dissen abend spady erhalten, ihre Verwunderung aus. Die Unsicherheit sei nicht so gross; auch das Kriegs volk werde sie wegen der Nichtbezahlung nicht festhalten. Werden morgen Abend 100 Pferde schicken, mit denen sie am Dienstag[9.] Abends eintreffen sollen(usf. in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 193- 196, J, Nr. 2; praes. 8. November).— Nach dem Esslinger Protokoll des Ulmer Bundestages(in Stuttgart, Arch., Büschel 65) kam dieses Schreiben Mo. den 8. November in Um an. Da die Stimmräte jedoch nichts beschliessen können,«es seien dann zuvor gemeine stend gehert, also ist bedacht, das alle gesante mit einander sollen ins leger verreiten, wie dann bescheen und aftermontag[9.] gen Gingen komen.) ö 1546. Bericht Joh. Sturms über seine dritte Sendung nach Frankreich; mittelbar an den königlichen Hof eilen wollte. Viertägiger Aufenthalt in Strassburg?, um auf die Beglaubigung und Instruktions zu warten. Am 16. Oktober Ankunft am französischen Hofe. Strozzi noch nicht da; da seine Ankunft sich verzieht, erbittet Sturm am 22. Oktober Audienz beim König, «ductus ad ipsum a d. amiralo et d. Lobespinod. Bericht über den Verlauf der Audienz.(Eodem die ego ad cancellarium ivi et narravi, quid cum rege egissem et quid rex respondisset et quid mihi in conditionibus videretur vel impossibile vel difficile vel nimio longum, rogavique, ut ad regem acce—deret et ipsum dehortaretur et ut autor esset regi, quo illa mensariorum pecunia statim nostris ordinibus mutuaretur. cancellarius, tametsi duriusculum videbatur de imperatore novo creando statim, tamen putabat regem deduci a sententia posse; et quantum ad pecuniam attinet, voluit regi autor esse, ut eam uni alicui mercatori Gallo daret, qui capta cautione a Georgio Weickmanno et uno atque altero saltem mercatore Germano, interposita etiam regis fideiussione eam pecuniam nostris ordinibus crederet. et sperabat omnino cancellarius regem non recusaturum. itaque meo rogatu cum rege egit; idem fecit Longivalius, sed non potuerunt aliud impetrare, quam ego in articulis attuli. verum in ea sunt sententia, ut, si fieri non possit, quemadmodum vident non posse fieri, ut novus statim imperator elegatur et fiat, nostri principes et ordines ostendant fieri non posse et deprecentur, ut rex rationem habeat necessitatis et temporum et contentus sit duobus nostri foederis capitibus. cum rege Angliae non recusant agere; sed si ille nolit aut si cunctetur, nihilominus rex statim foedus faciat, et locus regi Angliae relinquatur. promiserunt ipsi etiam sese adfuturos, ut regem a sententia deducant interea, dum absum, et sperant brevi foedus conici posse. ego, ut cancellarius occasionem haberet, misi ad ipsum Argentorato meum famulum per dispositos equos et seripsi*, quantum mihi videatur de novo caesare creando, obtineri non posse et ingratum fore, quod rex differat mercatoriam illam pecuniam dare; quare ut regem diligenter moneat, ut tempora communia respiciat et consideret, ne nimis longa cunctatione spem omnem nostris auferat et, cum reversus ero, ut aliquid certi constituat. Ducissa Stampensis omnem operam suam pollllicetur ad regem permovendum neque minus sperat quam alii. in summa ita discessi a cancellario, Vgl. Nr. 420. Vgl. Nr. 394, Anm. 1. 4 Bis hierher ist der Bericht Johann Sturms ausreichend im Auszug Baumgartens, 2. a. O.. 8. 66— 68 wiedergegeben.— Die französischen Artikel für ein Defensivbündnis brachte Johann Sturm mit; Abschr. der französischen Fassung in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 182- 186, Hl, Nr. 7; a. a. 9. auch latein. Übersetzung von Johann Sturm; deutsche Übersetzung in Marburg, Arch., Nr. 916, f. 134— 135; danach ausreichender Auszug bei Baumgarten, a. a. CO., S. 68, 1. Abs.(der Ausdruck«pension»— vgl. a. a. CO., Anm. 1 — bedeutet«Zinsen»); das Stück ist auch ben. von Zeller, a. a. CO., 8. 96— 97. Wie recht Baumgarten, a. a. CO., S. 70 übrigens hat, wenn er die Ausstreuungen des französischen Hofes gegen Strozzi ahweist, zeigen die seitdem veröffentlichten Nuntiaturberichte, nach denen sich Strozzi in Venedig vielmehr durchaus günstig über das schmalkaldische Heer äusserte und für ein Bündnis Frankreichs mit den Protestanten eintrat, während Franz I. ihn dem Papst und dem Kaiser gegenüber zu verleugnen suchte(UOuntiaturber. 1X, 8. 297, Anm. 2 und S. 306, Anm. ID.— Ähnliches berichtet über Strozzi folgende Stelle aus einem Brief Altieris( Datum 30. Octobris Venetlis»; Abschr. in AA 552, f. 5—6):«Huc venit Petrus Strozza e castris nostrorum principum, cuius adventus non parum perturbavit fautores ‚;aesaris; suspicantur quippe, ne quid moliatur novi. miras laudes landgravio tribuit quoad industriam et bellicam peritiam, ita ut illi principi mirus concilietur favor et gratia.» s Rüstungen des Kaisers in Italien. 471 ut existiment nostros principes et status ostensuros, quid in primis articulis possint et quid velint, et ut decernant, qui in Angliam proficiscatur, inveniant etiam rationem agendi cum Bernatibus et item aliam fideiussorum in re pecuniaria. nec malum esset, ut, si nostris statibus placeret foedus defen— sivum et velint pergere cum rege agere, agant cum Bassifontano, ut simul ad regem proficiscatur ad so lllicitandum; id quod utile esse scio certis de causis. et quoniam rex incipit vereri, ne nostri status pacem cum caesare faciant. et ea de re ad Bassifontanum seripsits et alia quaedam significavit, ut de his Bassifontano seorsim respondeatur, quod regi referat. Strozzis Haltung erscheint Sturm verdächtig; doch hat er sich das nicht merken lassen. Hat deshalb die Obligation nach Lyon zu Weickmann und Meuting gesandt. Unwillen am französischen Hofe über Strozzis Handlungsweises. «Si placebit nostris pr incipibus foedus defensivum admittere et cum rege ulterius agere, quod antea de Bassifontano consului, idem repeto. aula enim regis in tres partes divisa est?, quarum capita sunt delphinus, Turnonius, ducissa Stampensis. delphinum et Stampensem habemus, in tertia parte solus Turnonius obstat, cui obducere possumus amiralium et Lobespinum, fratrem Bassifontani, qui omnia promittit. et ego vidi eas literas, quas ad regem de tota nostra expeditione misit, in quibus prudenter pro nobis omnia explicat, id quod etiam Reckerodius scire potest.) 445. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, November 6. Basel. Str. St. Arch., AA 556, f. 61-62. Ausf. Prod. Mo. S. November. Nachrichten aus Bern; Antwort an die Protestanten auf dem Tag zu Zürich. Un diser stund habend uns die geheimen der stat Bern... zugeschriben!, wie ir amptluten einer us Saffoy... si verstendiget, das der konnig zu Frankrich vil kriegs volk in Italien schicke, die plätz wider den keiser zu besetzen...: wie ouch zwen Niderlender, die von Rom kommen, demselben irem amptman gesagt, das der keiser bi 4000 zu ross und zu ö Napolis uf Meiland zu fuören lasse, die si, di Niderlender, zuletst zu Pavi gesehen. Auf dem Tag von Zürich ist den Protestanten geantwortet worden?, wie sie wohl schon wissen.(Und diewil sich die sachen gegenwurtiger loufen umb und bi uns je lenger je geferlicher erzöugen, ist.... allerlei notwendigs insehens geschehen, so wir mit der gnad gottes zu bestendiger erhaltung sines heiligen worts dienlich sin verhoffend... datum ilend sampstags den 6. Novemhris die vierte stund nach mittag a. etc. 46%.» s Vgl. darüber den bericht des von Fonteine, was im der könig zu Frankreich heutigs tags den 6. ditz monats ſhinten ist vermerkt:(november y] geschriben und bevolen meinen] gn. sten und gn. hern anzuzaigen(Aufzeichnung in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 172-177, H, Nr. 5). 3 6 Die Ausführungen Sturms über Strozzi sind nach der deutschen Übersetzung von Lenz, a. a. O. abgedruckt. 7 Vgl. dazu auch die Ausführungen im Brief Jakob Sturms an Landgraf Philipp vom 27. und 28. Mai(Nr. 76. 445 1 Schreiben vom 4. November; Aust. in Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 365. Vgl. dazu Eidgen. Absch. IV, 14, 8. 698- 703. 3 Die XIII er widerten darauf am S. November abends spaty: Da sie die von Basel erwähnte Antwort der 4 Kantone an die Schmalkaldener nicht kennen, bitten sie,«ir wollen uns die, und was ir dem evangelio zu gutem für ein kürsehung gethan, bei nechster bottschaft zuschicken)(Ausf. in Basel, a. a. CO., f. 521). BYE 472 1546. Strassburgs Geldbewilligung für das W interlager 446. Wolff Böcklin an die XIII. 1546, November 6. Ulm. Str. St. Arch., AA 549, f. 72— 73. Or.— Prod. Mi. 10. November, Seine Bezahlung als Stimmrat. Bittet sich bei den Fürsten für die Festsetzung seines«stats» als Stimmrat im Felde zu verwenden, damit der Stadt Kosten erspart We rden.«Wo ich dann, wie billich, als ein kriegsrott gehalten werden 0ſt. wie sich dann... der landgroff hat hoeren lossen, so wurden es sich... uf 40 10 fl. laufen allein die zwen monat, so ich im feld gewesen bin.» Hat Aut sein Gesuch! keine Antwort erhalten. Da Ulm Geld einbehalten hat,«wo dann euwer... gelt noch vorhanden, so wollen auch wie andere etwas uf rechnungen behalten, wie ir... us her Jocob Sturmen und minem schriben* vernomen haben...) Dat. Ulm Sa. 6. November 46. 447. Vorbringen der XIII im Rat. 1546, November 8. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, j. 5d6- 547. Aufzeichnung des. rs über die 6 vom 5. November.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 17. Empfehlen die Bewilligung einer weiteren Anleihe von 20000 Gulden. % X Die XIII legen die Briefe des Kurfürsten und Landgrafen vom 2. NoCM vember[Nr. 435] und der Bundesgesandten in Ulm vom 3. und 4. November 1 Nr. 437 und 440) vor und bemerken dazu:(Ob man gleichwoll! noch nit ö wiss, wo der keiser hinus woll und der Bohem und herzog Moritzen halben . der ehm furst und landgrave villeicht nit lang bleiben werden und man etN lich knecht zu einem winterleger behalten muss, die durch Wirtemberg, % Augspurg, Ulm und mein herrn erhalten werden mussen, dieweil die fursten \ und sechsischen mit inen selbs zu schaffen hablen] werden, das es uber3 schwerlich sein will, so sei doch die not vorhanden. solt man nieman im veld . haben, mocht der eiser sich leichtlich wenden und sein willen gegen Wirtem. berg und dem ganzen Reinstrom erlangen, das uns zu hochsten beschwerden . und nachteil gelangen werde. haben derhalben bedacht, das[man] zu . den vorigen dreissig tausend gulden noch zweinzigtausend gulden leihen 8 und unsern gesandten schreiben solt, das man ferrers und weiters nit thon 8 kund, damit man vollends den handel uswarten mocht!.) . . 448. Die XIII an die Geheimen von Basel. 1546, November 8. ö Strassburg. . Basel, Arch., Polit. L 2, I, ſ. 552- H5d. Ausf. 1 Abzug des Kaisers aus seinem Lager und dessen Zustand; Vermutungen darüber, } wohin er sich wenden wird; Absage der Böhmen, denen sich Moritz anschliessen soll; Verantwortung der F ürsten; Anfrage über die Beschlüsse des Tages von Zürich, Seit ihren Briefen vom 24. und 25. Oktober! haben sie erst vorgestern und gestern weitere Berichte erhalten, die sie wiedergeben.«Sonst schreibt 446 1 Vgl. Nr. 427. 447 1 Das wird dann auch beschlossen(a. a. CO.. 448 ı Vgl. Nr. 419 und 397, Anm. 1. 2 Es ist die Meldung über den Verlust der Fahne am 27. Oktober(Nr. 432) und die Zeitung H(Nr. 434, Anm. 5). 1546. Abzug des Kaisers; Zustand seines Lagers. 473 man. das am sonntag[Oktober 31] nach diser handlung am morgen umb zwei uhren vor mittag der keiser in seinem leger ufbrochen, sei nach Lauingen und Tillingen hinabwerts zogen. hab einen dicken, vinstern nebel, so denselben ganzen tag gewehrt hab, zu gut gehebt, das ime die unsern desto ıbeler nachvolgen mögen. wie aber die unsern das gewisslich erfaren, seien si ime dannoch nachgeeilet, was im nachzug gewesen, deren vil erstochen; und soll unser gn. herr landgrave im leger gewesen sein. und wie ein anderer von dato den 2. Novembris schreibet, das er selbs im leger gewesen, hab er alle leger mit vleis besichtigt und in suma solchen jammer und ellend befunden. das ers nit schreiben könd, auch nit geglaubt hette, wo ers nit mit augen gesehen.“ Geben eine eingehende Beschreibung des Zustandes, in welchem das kaiserliche Lager befunden wurdes.(So schreibt man uns auch, das man vil junge töchterlin und sonst frauen und jungfrauen im leger funden, mit denen die veind iren mutwillen getriben, das deren etlich todt pliben, etlich man noch krank funden und zu bewahren geben hab.» Ähnlich haben die Feinde auch in Dillingen und anderswo gehaust; es wäre nötig, dass«meniglich umb gottes und der erberkeit willen darzu thudt, das man sie also us teutschen landen brächte, das sie nit mehr darein gedenken dorften, wie leichtlich zu thun were, so ain jeder gedechte, was er gott, gemeinem vatter land und der erberkeit schuldig. aber es mainet ain jeder, sein wand sei noch kalt, sicht zu, bis das feur also uberhand nimt, das nit mehr zu leschen und er damit verbrennen muss, gott erbarms. und sollen die kranken, die 3 Die folgenden Nachrichten stammen aus einem Schreiben des Hamburgers Alexander Spiess an den hamburgischen Gesandten in Um(Johann Ritzenberg,«secretarius», nach dem Ulmer Abschied vom 23. November in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVHa, Nr. 2108) aus dem Feldlager bei Giengen vom 2. November(Abschr. z. B. in Basel, a. a. CO. f. 483 und 494- 495; ben. von Heyd, Herzog Ulrich III, 8. 424- 425, Anm. 136; die Strassburger Abschrift ist nicht mehr vorhanden). Einen ähnlichen Brief aus Strassburg sah der englische Gesandte in Frankreich, Wotton(Wotton an Paget vom 28. November; gedr. in State papers XI, 8. 3565). 4 In ähnlichen Gedankengängen bewegt sich Bucer in einem gleichzeitigen Brief an Myconius(Abschr. o. D., da der Schluss fehlt, in Str. Univ.-Bibl., Thesaurus Baum. XVII, f. 165), mit dem er einen verlorenen Brief des letzteren beantwortet:« Paces tu toties roganti, quid tandem sperandum nobis sit de auxiliis vestris. si inopiam pecuniae obiicis, ea nunc apud nos maior est, nisi privatae opes apud vos ad salutem publicam non debent impendi. olim si quis dixisset: Helvetii connivebunt imperatori vastanti evangelii causa agrum Ulmensem tam erudeliter et vastare quoque Wirtenbergensem aggresso, quis credidisset?» Auch kann er nicht glauben, dass die Urkantone die protestantischen Kantone mit Krieg bedrohen.«Deinde ut velint etiam, facile vos et illos possetis repellere et tamen auxilium nobis mittere... summa, sanguis omnis Christianus et Germanieus ira dei exhaustus est, si non excitet se virtus Helvetica et aliorum ad prosimum annum. certum autem Furcam maximo se apparatu instruere contra nos ad primum ver.— Myconius antwortete darauf (Abschr. o. B., a. a. CO., f. 156- 157): Entschuldigt die Schweizer. Sie haben wenig Geld, und der Kaiser verspricht ihnen Sicherheit. Dazu sind die Katholischen dem Kaiser sehr ergeben, da sie im Fall eines protestantischen Sieges fürchten zur Aufgabe ihres Glaubens gezwungen zu werden. Ein Angriff auf die Lande König Ferdinands hätte nichts genützt und nur die Katholischen zum Kampf gereizt. Man hat kaum erreicht, dass sie versprochen haben den Bund zu halten. Die Gefahr eines Bürgerkrieges ist in der Schweiz sehr gross. Übrigens haben die 4 Kantone nach der letzten Antwort an die Protestanten beschlossen, sich für alle Fälle bereit zu halten. Die Berner haben 10000 Mann gemustert[vgl. Geiser, D. Haltg. d. Schweiz währ. d. Schm. Kr., 8. 217- 218. Wundert sich, dass Bucer glaubt, man könne die Katholischen zum Krieg gegen den Kaiser bringen. ö . . 474 1546. Weitermarsch des Kaisers; Angriff der Böhmen und von Herzog Moritz, sie also verlassen, der mehrerteil Teutsche sein, derhalben man desto mehr begird haben soll sich an den Welschen ze rec hen.) Ams Dienstag[November 2] wur den von den Unsern bei Nierstetten und Gerstetten etwa? 50 Spanie R erstochen.(Der keiser ist denselben tag, wie man kundsc haft gehebt, uf gebrochen uf Tons wörd zu. wöllen gleichwol etlich mainen, er werde sich vollends auf Ingolstatt und Tonau verrer hinab thun. so hat man kundschaft us seinem leger, die sagen, es standen etlich wägen, die haben lere laden, aber kein ror darauf; will man darfur achten, er hab das gross geschutz uf das wasser gelegt, und standen die sc hiffprucken auch noch auf f den wägen. us dem etlich mainen, das er sich noch understehen werde eintweders im land zu Wurtemberg sein winterleger ze haben oder durch die stift Aichstett, Bamberg, Wurzburg und Pfalz sich in das Niderland ze thun oder aber jenseit der Tonau durch das Allgeu ader Hegau in das Sundgau und Ellsäs; derhalben dann die unsern bisher nit frölich ufbrechen dörfen, sonder uf— Sehens haben muessen, wo er sich hinwenden woll, im mögen zu begegnen. Hieneben schicken wir euch ain verwarnungsbrief, so die Bohemer des churfursten zu Sachsen landen und leuten uberschickts und in dem sie understönd die nichtig aucht gegen seinen churfl. G. zu volstrecken... Auch Herzog Moritz greift den Kurfürsten an,“ hab ain zusag vom keiser, das er churfurst werden soll; welches, wo dem also, von meniglichem fur ain grosse untreu geachtet, das ain blutsverwandter dem andern, der seiner religion ist, der im auch von jugent auf vil gutz bewisen, dermassen nac;h dem seinen stellen soll. und sicht man, wie der teufel durch seine glider understeht anzerichten, damit er bei seinem reich pleiben möcht. die aber, die sich beruemen, das sie gottes wort haben und us demselben ine kennen, wie wenig dieselben us forcht verlierung des zeitlichen zu rettung seiner eheren und des vatterlands thund, sicht man auch. Wir schicken euch auch baider chur- und re verantwortung? der vermainten aucht, daraus ir irer chur- und fl. G. fug und des gegentheils ungrund befinden mögen. bitten fr eundlich, ir w 3. n dasselb und dis? zeitung unsern guten freunden von Bern und Zurich und andern auch mittailen; und uns nachmals, wes auf dem tag zu Zurich entsc;hlossen, berichten...“ Dat. 8. November 46. 5 Das Folgende ist grösstenteils wörtlich der Abschrift von Seb. Besserers Brief vom 3. 3. an die 2 von Um entnommen(Abschr. in AA 548, f. 83; Ausf. in Ulm, a. a. XXXVII, Nr. 20389. 8— ist der. Seb. v. d. Weitmühls; vgl. Nr. 429, Anm. 2, Stück 7 vgl. dazu auch Hortleder II, Buch 3, Kap. 11, 35 und 60, 8. 247 und 252 253. 7 Vgl. Nr. 421, Anm. 2. 1546. Beratung zu Ulm über einen Gemeinen Pfennig 149. Beratung des Ausschusses! zu Ulm wegen des Gemeinen Pfennigs. 1546, November 8. Ulm. Str. St. Arch., AA 551, f. 61. Aufzeichnung Jakob Sturms? mit der Überschrift: « G[emein]& oder contrihutions helangen 8. NVovembrisꝝ. Stellungnahme Württembergs, Augsburgs, Bremens, Hamburgs, Magdeburgs und Ulms zum Gemeinen Pfennig.. ö (Wir temberg: 1. sin underthonen seien hoch beschwert mit schatzungen, steur, zins, renten, gulten, teurung. 2. hab der gſemein] des * 8 1 ganzen reichs nit 4 monat bringen mögen. 3. soll man denselben erhohen und 1 gl. doruf schlagen, das sei den mittelnarhaftigen zu schwer, wo man den oft inbringen solt; konten die mittelmessigen ir weib und kind nit erhalten: brecht grossen unwillen und villicht unrug. 4. man hab in voriger inbringung ein grosse unglicheit befunden mit dem einbringen. ist zu besorgen, werd jetz aber bescheéhen. domit wurt der treuherzig allein beschwert. 5. welcher hat noch ein dorf, statt versetzt, welcher hat sin selber 449 1 Dass es eine Ausschussberatung war, geht aus dem Bericht Dr. Fesslers an Herzog Ulrich vom 8. November dumb 8 uhr nach mitag» hervor(Aust. in Stuttgart, Arch., Büschel 18, Nr. 93 a; praes. 9. November):„ Und wie wol ich disen morgen vom winterleger im ausschutz widerumb anregung gethan, so hat es doch den usschut́ für rathsam angesehen sollichs bis gen Giengen zu sparen(vgl. dazu Nr. 443, Anm. und daselbst in gegenwürtigkeit der oberhouptleut und kriegsräth darvon zu reden. dweil aber der gemein pfening zu underhaltung des winterlegers solte mögen dienstlich sein, so ist derselbig punct im ausschutz für hand genommen worden.) Jakob Sturm, dem die Frage des Gemeinen Pfennigs stets sehr am Herzen lag(vgl. Nr. 89, hatte gleich am Morgen nach seiner Ankunft in der Bundesversammlung vom 4. November«die gross ongleicheit des erlegens zimlich angeregt mit vermeldung, wo die oberlendischen stend und stett im anfang dis kriegs gewolt, das sie hetten wol mögen ruewig sitzen und also der krieg in Sachsen und Hessen gewisslich gerathen wer»(Brief Dr. Fesslers an Herzog Ulrich vom 4. November dumb 1 uhr nach mitagy; Ausf. a. a. C., Nr. 85a; praes. 5. November). 3 Darüber hatten die Bundesgesandten in Um schon ungefahr am 28. Oktober verhandelt in(der christenlichen ainungsverwandten stend bedenken die continuation dises kriegs und gemaine contribution belangendy(Absehr. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVIIa, Nr. 2109 und in Marburg, Arch., Nr. 915, f. 6—15 und 56— b6). Das Stück wurde am 29. Oktober von den kursächsischen Räten an ihren Herrn gesandt(Mentæ, Joh. Friedr. I, S8. 37, Anm. I. In diesem Bedenken wird zunächst der zweite Vorschlag der sächsischen Städte[vgl. Nr. 425, Anm. 4] zusammengefasst. Es wird dann an die Verhandlungen in Frankfurt und Worms über den Gemeinen Pfennig erinnert und die Notwendigkeit einer gleichmässigen Anlage betont, welche etwaige Neuaufnahmen erleichtert. Andere Mittel zur Fortsetzung des Krieges sind nicht zu finden. Aus dem Drängen auf die Bezahlung der 18 Doppelmonate wird nur Unrat entstehen. Dagegen braucht man nach dem Beschluss der Kontribution, die(dem veind ain entsitzen und disem thail ain gross herz machen wurde», über die Erstreckung der Einung nicht mehr zu handeln. Der Einwand des verschiedenen Einsammelns wird abgewiesen. Die Ritterschaft, die ja für ihren Dienst wie andere besoldet werden soll, wird in solcher Zeit etwas Übriges tun. Und wenn einige Bürger deshalb aus den Städten fort ziehen,«so were sovil dester mer abzunemen, wess man sich zu sollichen personen zu versehen,... und muesste man darumb das ganz werk umb diser einzechtigen personen willen nit zu grund geen lassen.“ Das ist das Bedenken der meisten Gesandten. Einigen sich die Stände darauf, so kann das Nähere beraten werden. Nämlich auf 100 Gulden Vermögen. 3 8 1546. Beratung zu Ulm über einen angriffen von stetten? man sagt: ich vermags nit. ist kein schwer wort, daz sich nit reden lass. 6. das nit alle stend den glemeinen]& erlegt wie Wirtenberg. also muss jetzt sin landschaft 2 erlegen, do ein ander nit mer dan einmall erlegt. J. daz die sachsischen nit erlegen, sei der verstentnus nit genug; dan so der krig bi inen und wir nit meer, dan si jetz gethan, thäten, wurd inen nit missfallen? concludit uf die monat. wer die 18 oder 21 monat nit erlegt, das er si us dem glemeinen]& oder andern neme und noch erlegt; das were die glicheit. das Pomern, Lunenburg, Anhalt, Nassau, Deckelburg etc. niemans haben, der genugsam gewalt, und nichts geben haben; also das beschwerlich zu erlegen den gſemeinen] ö. Augspurg: waigert den glemeinen] S, sonder will bi den anschlägen bliben; wer die nit anderst] dan durch den gſemeinen]!& wiss zu geben, mag den insamlen. wo in aber alle stend bewilligen, wollen si sich vergleichen. Brem: allegirt, seien nit mer dan 12 einfache monat zu erlegen schuldig vermog der verfassung; das haben si gethans. dweil si aber daneben lib und gut zuzusetzen schuldig, so wollen si die glicheit bewilligen, das ist der gemein, nit ein mall, sonder so oft es ander stend thun oder geben. was Jan ander stend hievor mer gethan, das wollen si ein gemeine schuld sin lassen. sei es aber etlichen stenden nit moglich oft zu erheben, so legen si den einmall; so er dan verner von noten, geben si ein equivalens. Hamburg: wiewoll er noch bevelchs warten, hab er doch us gutherzikeit in der sachsischen stett bedenken? bewilligt. seither hab er schriben empfangen, das ein ratt mit den 40 von der gemein, darnach bi der ganzen gemein gehandelt und erlangt, das si in den glemeinen]&, wie er in richsanschlegen begriffen, bewilligt. und konnen nit in die obligations, die kein gemessigt somma, bewilligen; bitt si des orts nit zu verdenken. so aber der glemein]& weiter von noten, achten si, ir gemein werd sich aller gebur zu erzeigen wissen. nun acht der gesandt, sin hern haben die gross nott nit gewust und besorgt, die furstencammer wurd so ein grosse summa ufbringen, das inen zu bezalen nit moglich. dweil aber die summa noch so gering, so Nach dem Protokoll Aitingers über diese Beratung(in Marburg, a. a. CO., f. 1-2) folgt an dieser Stelle die Kusserung des Strassburger Vertreters:« Seine hern achten den gemainen pflening] au erlegen und uf hundert 1 fl. zu schlagen. wWurdt dannocht nicht gnug sein. wissen kainen andern weg. ander aber, die solten sich auch dermassen angreiffen, wie sie mit 18 monat gethan. kai[ser] und kolnig] legen es uf ire underthonen. auch von der mass ist noch nicht zu reden, bis man sich des dings vergleicht.»— Dr. Fessler äusserte sich in seinem in Anm. 1 erwähnten Schreiben nicht sehr befriedigt darüber:(Ich hab ouch in disen höchstwichtigen handlungen wol mögen leiden und gern gesehen, das her Jacob Sturm als ain dem evangelio geneigter und darazu geschickter und erfarner mann alhieher komen und ine gotseliglich, geschicktlich, gleichmessig und onparteisch hören von sachen, doch trostlos und beschwerlich reden. wie aber sollichem allem zu begegnen und menschlich rat zu finden sein well, das haben die stend noch ich von ime nit vernemen künden.— Auch Herzog Ulrich meinte auf Fesslers Brief hin:(Und obgleich Jacob Sturm sich bis anher nit eröffnen noch erclären wöllen, halten wir, das nunmehr die zeit sein werde, das nit allein er, sonder all andere steende diser sachen uf andere wege und bessere mittel ze richten ursach haben werden(Stuttgart; 10. November; Ausf. in Stuttgart, a. 2. CO., Nr. 9). 6 Nach Atinger erklärte er:(Daran si gereidt 3(dopelmonat] erlegt haben.» Vgl. Nr. 423, Anm. 6 und 425, Anm. 4. s Gemeint ist die Vollmacht für die Kammerräte; vgl. Nr. 269, Anm. 2. 2 1 Gemeinen Pfennig. hofft er, kan aber nit willigen in die cammer. desglichen auch nit, was wir im Oberland mer dan si erlegt, fur ein schuld annemen. so kan er nit mer dan einen gemeinen& bewilligen. sin hern achten ein grosse unglicheit, das si gegen chur- und fursten uf den 4. S angelegt in den anschlegen; darumb nen unmoglich dasselb zu beharren. es sei auch vergeblich vill perzuasiones zu machen der anschleg halber. sagt, wolt gott, das, so uf kunftigen summer, wie es sich ansehen last, der krieg bi inen angieng, man daz halb pi inen thett. daz si bi den oberlendischen thun woltlen]. Magdeburg: zeucht sich uf ir instruction, die er mit andern stetten hett ubergebenꝰ. Ulme bewilligt gemeinen] S beschwerlich, doch das es glich zugang, acht von grossern nöten von jetziger nott, wie das kriegsvolk bezalt und das winterleger erhalten werden kont, zu reden]. 105) 9 Vgl. Nr. 422, Anm. 2. 10 Nach Aitingers Protokoll liessen dann die kursächsischen und hessischen Gesandten noch ihre Befehle verlesen.— Das in Um gestellte Beden ken wurde im Abschied von Giengen vom 16. November(Entw. in Um, a. a. CO.. Nr. 2122; vgl. auch Vr. 458, Anm. 1) angenommen: in einem weiteren Bedenken«von mass, form und ordenung des gemainen pfennings und wie derselb einzupringen)(in Ulm, a. a. O., Nr. 2111; Marburg, a. a. O., f. 2.- 32 und 36- 45 und Frankfurt, Arch., Reichssachen II Nr. 1022) wurden die Einzelheiten festgesetzt: Alle Stände sollen von all ihrem Vermögen, Lehen oder Eigen, Kleinodien und Silber, je 195 geben. Von Gülten, zins und Einkommen sollen 20% entrichtet werden. Die Obrigkeiten sollen die Steuer nur von ihrem Einkommen zahlen und sie nicht auf die Untertanen abwälzen, die sie selbst zahlen müssen. Sie ist auch von dem Einkommen der Hospitäler zu entrichten. Da Fürstentümer nicht zu schätzen sind, sollen sien/ ihres Einkommens geben. Nur Munition und Waffen sind ausgenommen. Von Dienstgeldern ist 1 /s zu geben. Von den Juden ist eine Kopfsteuer von je 1 Gulden zu erheben; ausserdem soll jeder Jude 20/9 vom Kapital geben(und hiermit ir wucher unbecreftigt sein». Jede Obrigkeit soll einige Personen mit der Eintreibung betrauen,«die zu treulicher einnemung und das si davon niemant nichtzit offenbaren sollen, beaidigtꝰ werden. Die Untertanen sollen ermahnt werden. damit sie desto williger zahlen. Auch die Pfarrer sollen jeden Sonntag daran erinnern. Die Untertanen sollen eidlich ihr Vermögen angeben; wer zu wenig angibt, soll das Doppelte zahlen. Die Einbringung soll bis spätestens Neujahr erfolgen. Doch soll das Geld, welches die sächsischen Städte nach dem Abschied von Giengen dem Kurfürsten zahlen sollen, und das, was die Oberländer für das Winterlager ausgeben, davon abgehen. Das Übrige soll nach Ulm und Braunschweig erlegt werden. Damit das Vermögen der Stände dadurch nicht bekannt wird, sollen im sächsischen Kreis 3 Personen und im oberländischen 1 von Württemberg und 2 von den Städten ernannt werden, die das Geld einnehmen und darauf vereidigt werden, es geheim zu halten. Nur die Gesamtsumme sollen sie den Ständen mitteilen, die am 1. Februar in Frankfurt zusammenkommen sollen mit vollkommenem Befehl ohne Hintersichbringen. Weitere etwa nötige Anordnungen über diese Kontribution soll jede Obrigkeit selbst treffen.— Daran schliessen sich an dunge verliche ursachen und bedenken, dardurch die underthanen zu erlegung des gemainen pfennings bewegt werden sollen»: Der Gegner Sucht die reine Lehre und Deutschland zu unterdrücken; er wütet in seinen Erblanden ärger als der Türke gegen deren Bekenner. Man hat ihm bisher widerstanden. Da er aber den Krieg zu beharren sucht, ist Geld nötig. Dazu besteht kein gleichmässigerer Weg als diese Kontribution, wie denn fremde Potentaten ihre Kriege auch auf solche Weise führen. Nur so kann man weiter Widerstand leisten und die Religion schützen. ] r EEE DE 1546. Jakob Sturm über Kriegsverlängerung, Vertrag oder Abzug. 450. Erklärungen Jakob Sturms in der Beratung des Ausschusses im Feldlager bei Giengen.[1546, November 10. Feldlager bei Giengen.] Marburg, Arch., Mr. 920, f. 39— 10. Flüchtige Aufzeichnung Aitingers. Kontinuation des Kriegs; Vertrag mit dem Kaiser; Schlacht und Abzug. 2 Ir bevelh stee uf der continuierung des kriegs. seine hern haben geben 200000 und 10000 fl. hetten geachtet, die ander solten sich dermassen auch angriffen haben. und dieweil sich seine hern der ding nicht versehen, so haben si inen bevolhen,(sich) in kain schantliche rachtung zu geen. nach— dem aber die sachen steen, wie sie heut erzelt, so mochten sies villeicht endern. Solt die suchung beschehen durch sonder personen oder durch inen, so wurt es vermut, das es on vorwissen nicht geschehe, und dem kaiser ursach geben, so er das horen wurde, den krieg allererst ufzuziehen uf ain tag oder 10, also das dise schickung das end nit erlangen, bewilligung zu bekommen 2j, sonder ursach geben sich zu leiden und die ding zu beharren. und ob schon klaiser] mit Frankrſeich] dermassen gehandelt, so ist doch ain handlung davor furgangen, wie zu Speir im anfang beschehen. zudem so wurt er auch gedenken, das ander potentaten daruf sehen. also das die schickung gar nicht zu raten. do man aber ain person hat, die nicht dis tailhs. Sonst hett er die weg, die am ersten anzaigt, schlacht und abzug geraten, und sonderlich schlacht wer so geverlich nit gegen winter. item der kaiser hat mit papst buntnus kein vertrag anlzunemen. so hat man die inquisition und mandaten, darus zu nemen, das er die ganz religion] ausreuten wolt[?]. so wurd auch das ansuchen disse stend verkleinern. nimant wurt mer zu uns nemen 27]. also das dannoch L? schlacht der best weg; ob es aber zu thun oder nit, kondeln sie] nit wissen. ob man auch dazu gefasst, das wissen sie nicht. sonst ist ir hofnung, do man sich gewagt, er[Gott] wurde auch gluck geben haben. do auch nit sein wolt, konden si auch nit(konden) gedenken, wie es beschehen mocht. Wie wol sich seine hern erschopft, noch dem, do ander etwas thun wolten, seine hern wolten auch etwas thun. so solten sich die stett, so im friden essen,(sich) sonderlich angreifen, do es je nit kont funden werden mit der schlacht. erzelt, was er fur angang; und es wurde im rat funden. wo nit, das man uf ain person gedenk, die disen stenden auch verwandt, die ding handel. bit seiner person zu verschönensz.) 450 1 Über die Berufung der Stimmstände vgl. Nr. 444, Anm. 1 und Nr. 452.— Das Datum ergibt sich aus dem Brief Jakob Sturms und Wolff Böcklins an die XIII vom 11. November (Nr. 452). Dass es sich um eine Ausschussberatung handelt, beweist die Russerung des Württemberger Vertreters über die vorangegangenen Vorträge des Landgrafen Philipp und des Kurfürsten von Sachsen vor den Bundesgesandten:;« Wichtig. deshalben gut ansehen, das ein enger ausschus)(a. a. CO., f. 38a).— Die Vorträge des Landgrafen und des Kurfürsten(a. a. O., f. 31— 382) sind im Auszug bzw. ganz gedr. bei Möllenberg, D. Verhandlgen. i. Schm. Lager vor Giengen, 8. 39— 45 und 58- 61 und bei Lenz, Rechenschaftsbericht, 8. 18- 21(vgl. dazu Möllenberg, a. a. CO., 8. 38-39) bzw. bei Menta, Joh. Friedr. 1, 3, 8. 551-554; hier ist das Datum nach den vorstehenden Bemerkungen in 10. November zu ändern. 2 Vor Strassburg sprechen Württemberg und Lüneburg, die beide unter dem starken Eindruck der Vorträge des Landgrafen und des Kurfürsten Verhandlungen mit dem Kaiser befürworten, und zwar Württemberg durch 2 Verordnete der beiden Fürsten neben Jakob Sturm, Lüneburg durch Sturm allein. 3 Nach den Darlegungen Sturms sprechen sich Augsburg, Bremen und Kursachsen 1546. Geplante Verhandlung Jakob Sturms mit Granvella. 479 451.«Ungeverlich vorzaichnus, was her Jacob Sturm bei dem hern von Granvelh fur sich anbringen und ime vormelden solte.» 1546, zu November 10. Feldlager bei Giengen.] Marburg, Arch., Nr. 920, j. 9— I4. Entw. mit Verbesserungen‘. Ben, von Gerber, Jakob Sturms Anteil..., S. 167. Beweggründe Sturms für seine Vermittlung; der Krieg für Deutschland verderblich: die Fürsten und Stände zu einem ehrenvollen Frieden bereit; sonst Fortsetzung des Kriegs mit allen Mitteln; sein Ausgang dann für den Kaiser zweifelhaft; Bedingungen des Anstandes; Entlassung der Heere; gegenseitige Rückgabe der eroberten Lande; Verhandlungstermin; keine Eingriffe in die Religionsübung. «Nemlich als sich gegenwertige kriegsemporung verschinens sommers zwischen kei. Mt. und den stenden der christlichen vorain angefangen und zugetragen, welche auch bisher gegeneinander und nit mit geringer beSchwerung, schaden und vorderben der deutschen nation geübet worden; und für Anknüpfung der Vertrags verhandlungen mit dem Kaiser durch Jakob Sturm aus. Hamburg ist ebenfalls dafür, wenn Jakob nur für sich, nicht im Auftrage der Stände handele (vgl. Möllenberg, a. a. 0. S. 5). Ulm will die Verhandlungen durch eine Person hohen Standes oder durch Jakob geführt wissen. Das greift der Landgraf auf, indem er entweder durch den brandenburgischen Marschall Adam Trott d. X.(6. Möllenberg, a. a. O.) oder durch Jakob Sturm diese Verhandlungen führen lassen will. Nur Braunschweig scheint nicht für Jakob Sturm eingetreten zu sein. Der Beschluss der ersten Umfrage(gedr. bei Möllenberg, a. a. O) ergibt,«das sich hler] Jacob Sturm zum Granvell verfuegen und mit ime aines anstands oder vertrags halb als fur sich selbst handeln sol inhalt der bedenken)(vgl. Nr. 451). Bei der zweiten Umfrage wehrt sich Jakob Sturm heftig gegen seinen Auftrag: « Beklag sich. zaigt an, das jederman will, das er von Strassburg uf Um verritten. het wol uf graff Erpach IS. Nr. 457, Anm. 5] gedacht... der gutlich weg wurde uns alles umbstosen; das je?] handel gutlich belang, wuste sich bei seiner selen selligkeit nicht fur geschickt. es were dan, das er ain schrift ubergebe. kaiser wurt uns spott geben. wer besser, kont man nit schlagen, das man uf winterleger gedacht, das sich jederman angriffe.) Bei der Beratung neigte die Mehrzahl der Vertreter— ausser Ulm, das jetzt für Sturms alleinige Vermittlung eintrat— zu einer Vermittlung durch Trott. Demgemäss lautet der Beschluss der zweiten Umfrage:(1. Das man heut von dem abzug oder winterleger handeln soll. 2. das Adam Prott sich zu marggraff Hansen verfuegen und sich mit reden gegen ime einlassen soll, wie er heut derselben underrichtet werden sol. und das man also der schickung mit hlern] Jacobs person zum Granvell weiter nachdenken und mitler zeit vernemen soll, was Adam PDrott weiter vom marglgraffen] bringen wöll.“ Der 3. Punkt,«die ervorderung der ritmeister und hauptleut belangend», ist gedr. von Möllenberg, a. a. O., 8. 53.— Am 12. und 13. November wurden die Beratungen in der Vollversammlung fortgesetzt. Sie betrafen die Verhandlung Adam Trotts und das Winterlager. Das Protokoll Aitingers ist kür diese Tage so flüchtig, dass sich die Meinungsäusserung des Strassburger Vertreters nicht klar daraus ergibt. Nach einer persönlichen Aufzeichnung des Landgrafen Philipp (in Marburg, Arch., Nr. 919, f. 21 292) äusserte er:(Werde keinen friden an[n]emen im feld. hab kein trost darzu noch hoffnung geben.“ Diese Fassung macht die Meldung von einem heftigen Wortwechsel zwischen dem Landgrafen und Jakob Sturm wahrscheinlich, die Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 95, Anm. 2 wiedergibt.— Über den Verlauf der Beratung am 12. November vgl. auch Möllenberg, a. a. O., 8. 53- 64. 451 1 Das Stück ist augenscheinlich im Einvernehmen mit Jakob Sturm entworfen; zu seiner Vorgeschichte vgl. Nr. 450, Anm. 3.— Daneben wurde noch eine kürzere Instruktion ent worfen. nach der Franz Burkhardt mit Büren, Sturm mit Granvella und Gültlingen mit Naves verhandeln sollten(Entw. a. a. C., Nr. 919,( R 18: gedr. von Möllenberg, PD. Verhandlgen. i. Schm. Lager vor Giengen II, 8. 61 62).— Über diese Sendung Sturms und Burkhardts hatte der Landgraf schon am 6. November mit Herzog Ulrich durch Spann UW9YOIZ zlonusnsluſo Ip zug JOUITLOS uosnjunꝗ up jn ol 10p alos ulos dolortagss0 pun uno sun] yoeu o3nzur WI U9JFEYISPUNM lolzollt 9S19ZUeg dovu org 10p‘“UWINMNT, WOP ann adololſt don‘“4OINTELT NZ 9STU0N op):qyomsunıdsım puvas«u1ozdney uopweagz) 343838 z (675— 88 8 III donn SoZI0H‘PASH lo SuzZsny: 83 pun GT 1N 88 louosng or 41 5nmnas ul su) JIEIAIO uspurasas Aue SNEYIANP mp 104 8 mono N' un dols ond dor SOZIOH pun uossul ulobunuaona YIBQUISSEIT pun uosuſhiln9 uosseſnzule- zuaogdntd uspulsa; Mur dols pun uss UIYILUT uo sn] um opannm 4p0u 10p SNE S[I9} sosoſb UBWI stp ucasJed nz us pao m uo Sn ſqoso Sd pun a0 810 ns Mos uospla a0p ob Ulꝶéa us maod In gon sdsMm 89 Upas A 403484903 Jdnay uaspur mou YILU nzasb Auongaqos uspann-* JOM[OA pun uorpmeu Gapur nzatp SEP uo Seannz low Uurpsſs dos oom sf: ulopuru nz uspunlqus MN 0 uso 13810pQ00 anz“910M Moons Silas old pun uossran NZ usolosoq; dons1q; usp sSispus JOPINJUIY ure susqur usa pun 4M I us dos sIlo] sosolſp opa JY9ESINIOA pun us dunapes 1mImapou usqod 10 un opao]ao SNE pun YoNPIOUMOAUN dla usdolos In uod losoq; nz sitz en spann 08 uon dolamzjne** pun usqosnzule: uopla] usolos Uoult uses Sunds Som ur 44qoloſſta 10qu UBWI 9PINAM*, Alox uo sia YIBU uodo mdosoq SPULWOIU usqleng uorsniod d40p aM» G SEP uoqo do san oasis 4 Gal[10.M9IP Ulos Voll uopoq ou 10pranz 9pINA Mu JOATOMZ 19buns 1"TOM uoqsg uolsiſol 10p pun s}10M songos o3unurusng ollen*U9JU0OM uo]slol urs oos uso mqos loſſt uolsnog JOYIISLIYI 10aιν bun slow somos qpjeyJossne ussuſp ussmp Inos Usionſiq ut pun usuusnao uaod uon] STE IOPOM"HAT"IOM gong uosniſis oq pun uouisuuz:* uopla] usdomisulo usul Mou AI0utosqo 91M ls SEP Uossrſosulo pun 40nion 4dolu H€oM os uUouoklzsu ulobu uo sos Mor mz qovu 3puss pun usasanz 3481mando nozususs 1p dos Sep‘UopuUNJaq 400ιν don 10 Jom lp ulos[9SUBUW oli uonlsnur aum ſofaos ur aop sio] so] lo Alo ut obana os uogdoour ussugſaos sſemüozu uopltag uses bun uo Sipuo]sod uoloſisano usum nu ols om 15110 3un om*)dooul U9IEJIOPIM Ppun uu vo doq uouiuounzur usado pun uosslaos usons a05 JIUI sqoſlos UIUI ua Aos nnn stur pun ona uspla] nz U9JpPUEMIOAJIU sa bun uossoll pun uosqoss Uo] sd] Ppun In uo 91Ip sep 49 punJod pun 41m ds SIB 56 Uop IOM uosspſos ou sd0ν‘YJoA9q WOYIAUIG ur doop osſüz ou SYNMIM Aon zos Susan] WOUIOM nz dos 1d 10 sap ue oqo sus uſoput d nz uouons Uosolb ur usnsan] pun mio oiorlz]0 dols SEP usnrouaona 140 Nom Mouaobuos ul uspod nz uosaod ulos mz snarep sun rum pun usdorz nz Uleaukr uon WI9Y Ulop Sun nz uopao oon 40uuosaeA YolS anz STE dun SEP‘qyonsa3 uu ond D II pun-mdo ö*» YMATSEIPLIUN uoddna] uopuroa] usdoputs 140 pun 10U91[8}] 10p UWUoSNEH sep 481 saspuosog Cupa 41 uoo pun a0 ο Mos ran 109801p op‘}[OM Uossſoao snzaat'p uolzgu JOYISMOP ul uonnis 100ns pun 419MIeqdo Ioolſſod JoJ[e osunganadez pun o5undogsdez SEM uUosmaznzu u9qauep pun sqolſos usul on H II pun-INYI uon pun uosnaon nz uses sda uouospaodea Uop dong uossofI NZ U9ABISPUE[ pun uosqoss NZ U9FSIN] -INYo Wop nz pun Uaqaydo NZ SINqSEIJG uon YIIS‘“U9J[OAM YIOU UIUUON uosstl 10pun 40m‘Sim UIopINJaq NZ SU9SNUMIGA sulos unspos pun 41 Oν Spu®e] oA sop sſe uoneu 10qoszmmop donk“HEMSIUME pun Suna pla uma 40puos 0p sſe„0 01 os*aoou us4ooa4sao odd olp ul 1040] 1üoloſſra Uols donv uso sozao A 10161 dols Sta 10onſſos sap usburzsazoA 106 10 lo mol uoqomſd SINGSBIFS NJ IIJUNIEP Uoop Io 8doMW OS 90 IBI 1IoIu. U9YIIIMYIS q Uioqoſos nz 3uſp olp sep usdosos 480M 05 a1 o olſzos 10 so op‘JOqONT ola pun usurouasA ono s wong douturooq zur s 4 sollos wangSs] 10[OMIIM zunſpuvas A aqueldes aul m uoſfnazsul 9g 085 . leise ſiile Jakob Sturms mit Granvella. 481 welichs sie aber gewisslich nicht gerne thun, sundern ufs eusserste und hochste darzu gezwungen wurden... uber das so stunde es in gottes handen, do es nachmals zu einer heuptschlacht solt komen..., welicher teil victoriam behalten und dem andern obsigen mochtes... Nun ist wol zu gedenken, der her Granvelh werde sich erstlich hirzu etwas frembde stellen und die dinge weit schlahen... so wirdet es doch an zweivel entlich nicht vorpleiben, und her Jacob sich dergestalt gegen ime, wie es die gelegenhait und umbstende erfordern, wol zu vornemen lassen wissen,... das seins erachtens di heuptsache gegen diesem winter und im velde nicht wol und schwerlich wurde konnen apgehandelt; darumb solt... zwischen beiden teilen ain bequemer leidelicher und unvorgreiflicher anstand, aber... ane vorletzung gottes gueter gewissen und ehren gemacht[werden], welicher unter anderm diese ausdruckliche vorsehung muste haben, das ain jeder teil sein krigsvolk zu ross und fuess vorreiten und von einander laufen lassen solte uf aine namhaftige zeit, so... bestimpt solt werden... Aber die Eroberungen müssen dem Kurfürsten von Sachsen, dem Pfalzgrafen Ottheinrich und den Grafen von Oettingen zurückgegeben werden. Auf einer noch anzuberaumenden Versammlung soll dann der Friede geschlossen und dort auch eine Türkenhilfe festgesetzt werden.(Ob aber der Granvelh, wie an zweivel bescheen wirdet, darauf anzaigen wurde, weil man dem chur— kfursten zu Sachsen, herzog Otheinrichen und den graven von Ottingen, was inen eingenomen, widergeben solte, so wurde billich sein, das dem bischoff von Augsburg und andern, den etwas in diesem krigshandel eingenomen, auch wider zugestelt wurde, so solt her Jacob darauf anzeigen, das er es dorfur hielte, do es Sachsen und Hessen und di stende berichtet, es wurde doran nicht mangel sein. aber er wolte sich vorsehen, dieweil kei. Mt. die religion mit diesem krige nicht meinte, wie sie sich vornemen liesse, das es ire Mt. alsdann an denselben orten bei der religion wurde pleiben lassen, wie es itziger zeit domit stunde und geordent were etc., und horen, was der Granvelh darauf sagen wurde. doch solt sich her Jacob dieses seins bedenkens und gemuets nit ehr lassen vornemen, der Granvelh wurde dan mit ime uf sein anzaige davon reden. wolt aber solichs nit sein und der Granvelh wurde es in wind schlahen und sich mit her Jacoben nichs wollen unterreden, so solt er es darbei auch wenden lassen, doch ime vormelden, das er es must, lassen geschehen, aber fur got bezeugen, das er es treulich, herzlich, wol und guet gemeint; und also von ime wider abeschaiden.) 3 Am Rande ist hier zugesetzt:(So wuste er auch, was for gefar und sorgfeldikeit des Turken halben vorhanden und welchermassen er auf kunftigen fruling di christenheit zu uberzihen willens, wie man dan des stadtliche und gewisse kuntschaft hettey. 4 Zu der Verhandlung Sturms mit Granvella ist es nicht gekommen, da man sich nur der Vermittlung Adam FTrotts bediente(vgl. Nr. 450, Anm. 3); zum Verlauf dieser Aktion vgl. Möllenberg, a. a. O., 8. 52— 53 und 54- 55. Pol. Korr. von Strassburg, Bd. IV. 3 . 8 ö 1566. Verhandlungen im Schmalkaldischen Lager. 452. Jakob Sturm und Wolff Böcklin an die XIII. 1546, November 11. Giengen. Str. St. Arch., AA 551, j. 57— 58. Ausf.— Prod. Sa. 13. November,— Erw. hei Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 18, Anm. I. Verhandlungen im Lager; Nachrichten über den Kaiser; Anstand; Niederlage in Sachsen. C... Wir haben euch nehermaln geschribenz, wie uns die fürsten in das läger berufft und aus was ursachen wir uns entschuldigtz. aber auf ir verner ernstlich erfordern seind aller stend pottschaften vergangens zinstags den 9. dis bei inen im läger erschienen... dorauf sie uns, den stimbstenden, morgens alle gelegenhait dis kriegs angexzaigts und zu berathschlagen geben, was in den sachen fürter fürzunemen; dann des ungewitters, der fueterung und ander ungelegenhait halber sie kain lange zeit im veld, sonderlich in disem jetzigen läger verharren können. in sollicher berathschlagung steet man noch; gott der allmechtig verleihe uns gnad, das wir das fürnemmen, das ime gefall. Der kaiser verharret noch in seinem läger zwisten Lauingen und Dillingen; hat(acht ich‘) eben die ungelegenheiten mit dem nassen wetter, diefe des lägers und der fueterung, die die unsern haben. ime sollen erst feunfmalhunderttausent cronen aus Hispanien, Neapolis und von dem babst zu— kommen, wie man schreibt. es handlen beiden thail nichts gegen einander, sonder ligen still; und nimt das volk auf beiden seiten durch abziehen, krankheiten und sterben seer ab, wiewol der sterben in des kaisers läger grösser dann in dem unsern sein soll. Wir seind euer antwurt des winterlägers, auch des anstands halber, davon wir euch hievor geschriben, alle stund gewärtig. der churfürst zu Sachsen rufft umb hilf ane. und wie etlich schriften kommen, so ligt herzog Moritz vor Zwickau, und ligen die Böheim und hussern samt dem österreichischen kriegs volk im auch im land, sollen ime 300 pferd und 10 fendlin land volk erlegt und etlich stuck) büchsen abgewonnen haben, also das uns unser herrgott an allen orten angreift... datum zu Gengen am donderstag Martini morgen zwisten 6 und 7 uhren a. etc. 46.) 453. Ratsbeschluss. 1546, November 14. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotoholl 1546, f. 5545— 555. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Sitzung vom 11. November.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr.,&. 31. Entlassung der beiden Fähnlein in Strassburg. Der Ammeister berichtet, gestern sei ein Brief von den Gesandten in Ulm! angekommen mit dem Vorschlag, die beiden Fähnlein? zu entlassen; 452 1 Vgl. zu diesem verlorenen Brief Nr. 445 und 453, Anm. 1. 2? Vgl. Nr. 444, Anm. 1. Vgl. Nr. 450, Anm. I. D. h. Jakob Sturm. Zu diesem verlorenen Brief vgl. auch Nr. 446 und 452, Anm. 1. Über diese beiden Fähnlein vgl, auch Nr. 338, Anm. 3. es 453 ö— 1546. Entlassung der Strassburger Fähnlein; Geldaufnahme in Frankreich. 483 «dan die von Ulm, die dem krieg neher, die iren auch urlaubensy. Die XIII seien dafür;«so man dan schon knecht bedorfen wurde, kond man alweg ander zuwegen pringen». Es wird beschlossen, die Knechte morgen zu entlassen, da der halbe[fünfte] Monat abläuft, und ihnen die andere Hälfte des Soldes für den Abzug zu gebend. 454. Georg Weickmann und Bernhard Meuting an die Kammerräte in Ulm]. 1546, November 14. Lyon. Marburg, Arch., Nr. 906, f. 178—181. Or. Weickmanns.— Prdes.«vor Gingen) 21. November,— Erw. von Mente, Joh. Friedr. I, 3, S. 35, Anm. Strozzi und Johann Sturm nicht anwesend; erbitten Bescheid; Ankunft von Strozzis Bruder, der die Verschreibung billigt, aber nur am französischen Hofe etwas unternehmen kann; Weickmann will bis auf weiteres bleiben. C... Uf 30. des jungst verschinen monatz bei dem Krafft Miller uf Strassburg zu an die hern Ingoldt hapt ir des jungst schreiben von Jorgen Weickman? mit bevelch solichs euch furderlichen zu ibersenden; der hoffnung, es sei euch woll zukomen. in solichem hapt ir ain copia von der missiff, so uns die hern kriegsräth von Strassburg haben zugesants. darbei ist euch aber anzaigt, wie der Piero Strotzi nit bei land wer, auch daz der Sturmius von hoff gleich wider nach Deutschland verritten und uns diser handlung kain bericht thon, welches uns nit wenig befrembdt, damit wir uns in irem abwessen hetten wissen zu halten und thon, daz der sach furstendig wer gewest. dieweil mir dan also von euch in der sach kain beschaid haben ges hapt und alle sach, wie ir meldt, uf in beruet, so seind mir und miessen noch also mit grossem verlangen uf weiter bericht gewertig sein.“ Am 7. November ist(des hern Piero Strotzi bruder, der her prior de Capua, aus Venedig alher komen; zaigt an, sein bruder Piero sei gescheft halb noch in Itallia; dieweil er dan so bald nit hab kinden daraus verreiten und desse nit gewiss, so hab er in mit gnugsam bevelch aller sach gen hoff zu ko. W. abgefertiget; sagt, nit minder thon werd, als so sein bruder Piero Strossy selb gegenwertig wer. uf solichs ist dem gemelten hern prior de Capua... anzaigt, wie daz mir schreiben von euch, unsere herren, haben, darinn ir euch versehen, vermig seines bruders abschid von unsern gn. sten und gn. hern chur- und fursten, solichs gelt wer uns vorlangst zugestellt und daz mirs euch heten kinden zusenden. daruf[wir] in die verschreibung von den 3 erbern stetten gegen seinem bruder lassen lessen und ernstlich mit fleiss angehalten, dieweil er jetzt hie und daz gelt auch alhie, ob mirs hetten mügen erheben. daruf er antwurt, er hett gar kein fell an der verschreibung und gefiel im gar woll; er kint 3 Wegen der Entlassung der Knechte hatten die Geheimen von Ulm schon am 3. November an Seb. Besserer geschrieben, und dieser hatte sich am 4. damit einverstanden erklärt(Ausff. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVII, Nr. 2037 und 2044. Verwendungsschreiben für entlassene Knechte vom 15. und 18. November bei Herzog Ulrich und von Basel in Stuttgart, Arch., Büschel 33, Nr. 42 und Basel, Arch., Missiven A 31, S. 1363- 1364. 454 1 Vgl. dazu auch den Bericht Johann Sturms in Nr. 444. 2 Vgl. Nr. 408, Anm. 1. 3 Gemeint ist das Schreiben der XIII vom 10. Oktober in Nr. 408, Anm. I. 81* VE mer,, 484 1546. Schwierigkeit einer Anleihe in Frankreich. aber und werdt nix thonn, bis er gen hoff kom, alda[er] verhoffte den Sturmius zu finden; alsdan wellt er ufs fürderlichesten aller sach mit bestem fleiss gutte ordnung geben. daruf ist wider bei im angehalten, dieweil er des konigs geltz halb nix thun kunt, bis er gen hoff kom, so sollt er seines bruder somma jetzt machen erlegen, damit mir euch furderlichen kinten zusenden; dan ir euch vermig seines bruders abschid mochten daruf verlassen haben; wer auch gutt, damit mir die somma mit dem versenden kinten einthailen, daz die gefar mit der soma zu versenden nit zu gross wer. in soma da sagt er wie vor, er kint nix thun weder von seines bruders gelt noch des konigs, bis er gen hoff kem; alsdan wellt er der sach aller vermig seines bruders abschid furderlichen austrag geben; und soliche sein ve[r]richtung sollte gleich von hoff furderlichen unsern gn. sten und gn. hern chur- und fursten hinaus anzaigt werden; desgleichen sollt alher auch geschehen. bei solichem ist beliben; und uf 12. diss reit er uf der post gen hoff...“ Haben ihren Brief vom 2. November mit der Nachricht vom Abzug des Kaisers donauabwärts erhalten und sie gleich dem Prior mitgeteilt und von ihm die Antwort er— halten, der kint und werdt nix geben, er miess zuvor zum konig, und wie sy[!] der konig alsdan halt, also werd er auch thonn; dan er wiste nit, waz mitler weil wer furgefallen; doch dieweil der kaiser also abzogen, so sei er gutter hoffnung, die sachen werden recht stenn und solicher abzug werdt die sachen furdern. daraus mir abnemen, bass es uns gett, mer der konig bewegt wirdt zu uns zu setzen. er ist gester gen hoff verritten, alda er nur allain mit dem hern Sturmius zu handlen sagt in bevelch hab; und sover er in zu hoff findt, so werde er in wenig tagen daran zum beschluss handlen; wa nit, so miess er uf sein ankunft erwarten und wolle von hoff aus furderlichest den hern chur- und fursten, auch uns hieher sein ausrichtung anzaigen... Vermig der hern missiff von Strassburg, daz ich, Jorg Weickman, das empfangen gelt uf die verschreibung solt underschreiben, auch solichs samt dem Strotzi und Sturmius helfen uf das negst interesse zu bekomen, dieweil aber daz gelt alhie und alle handlung uf die zwen vorstenden statt, so ver— zeuch ich alhie bis uf weiter schreiben an hoff zu reiten. dieweil ir dann sonder zweifel durch den Sturmio(I], dieweil er wider von hoff zu euch vor lang verritten, auch euch solichs uf 30. October uf Strassburg zu, wie vor— gemelt, anzaigt ist, so hablen] mir zaiger Veit Scheller behalten, bis mir gesehen, waz mir zu end mit des Strotzi bruder geschlossa... dattum in Lyon 14. Novembris 1546 morgens frie per posten.» 455. Bucer an Myeonius.(1546, November Mitte). Strassburg. Str. Univ. Bibl., Thesaurus Baumianus XVII, f. 184. Abschr.; der Schluss fehlt. Die Schmalkaldener können nicht mehr leisten; schon eine geringe Hilfe der Schweizer wertvoll; Geldmittel des Kaisers. Myconius irrt, wenn er meint, dass die Kriegführenden Geld sparen. Es sind nur 3 Fürsten und 3 Städte im Oberland sowie 4 sächsische, quae 4 Schreiben Weickmanns und Meutings an die Kammerräte vom 30. Oktober; vgl. Nr. 408, Anm. 1. 455 1 Der Brief ist die Antwort auf das in Nr. 448, Anm. 4 angeführte Schreiben des Myconius. 22 on 1546. Bemühung um Hilfe bei den protestantischen Eidgenossen. A mediocrem pecuniam subministrare possunt», und selbst der Kaiser und Frankreich haben mit Mühe das zum Krieg nötige Geld zusammengeschabt. Wer soll im Monat mehr als 500000 Gulden aufbringen? Dass Dänemark, Moritz und der Kurfürst von der Pfalz nichts geben, ist schlimm genug. Wenn die Schweizer verhältnismässig nur ein Viertel soviel geben als Strassburg, so wäre das schon gut. Der Kaiser sucht die Sache hinzuziehen. Er verfügt über 5 Millionen Karolinen[= 3750000 Gulden]. Dazu fliessen ihm aus Spanien und Mailand je 2 Millionen Karolinen zu. Freut sich über den Beschluss Bernsz. Es wäre gut, wenn die anderen protestantischen Kantone dasselbe täten.«Numero 9 pagorum ne ludas. quid enim Glareani, Abbacellenses, Turgii, Soloturenses vero...) 156. Die Gesandten von Strassburg, Ulm und Augsburg an Herzog Ulrich von Württemberg.[1546, November 16. Feldlager bei Giengen.!] Augsburg, Arch., Literalien 1546. Ahschr. Strassburg, Ulm und Augsburg haben noch einen weiteren Doppelmonat für das Winterlager bewilligt; bitten ihn um das Gleiche und um ein Darlehen von 12000 Gulden; möge Strassburgs Doppelmonat vorlegen. C6... Es werden one zweifel e. fl. G. von iren canzler und kriegsräthen bericht sein, woruf dieser zeit die beratschlagung und sachen der bestallung der zwaier regiment des winterlegersz, so hieroben in disen landen e. fl. G. und den erbern oberlendischen stetten zu gut bestelt und underhalten werden solle, wie vill tag auch die gedachte zwei regiment und e. fl. G. reiter in disem irem neuen angeenden monat gedient; derhalben die notturft erfordert, das inen die bezalung uf den halben monat beschehe.. 3) Sonst möchte 6 456 1 Datum und Ort ergeben sich aus dem Brief der Augsburger Gesandten auf dem Ulmer Tage, Joachim Langenmantel und Dr. Nikolaus Maier, an die XIII von Augsburg vom 16. November, in welchem sie von einer Meuterei im Lager berichten und den obigen Brief in Abschrift beilegen(Ausf. a. a. CO.). 2 Vgl. dazu Nr. 426, Anm. 1, Punkt 3 und Nr. 443. s Auch in dem Ulmer Ausschussbedenken über das Winterlager vom 20. November (die Vorgänge dazu in Nr. 443, Anm. 4) wird diese Notwendigkeit betont. Das Bedenken wurde auf Grund des Gienger Abschieds vom 16. November(Nr. 458, Anm. M gestellt: Für das Winterlager selbst werden darin 5— 5000 Kriegsknechte, hauptsächlich Hakenschütæzen, und 1500- 2000 Reiter vorgesehen und die ersteren zu je 6 Gulden veranschlagt. Die Bürger in den Städten, die ausserdem in Dienst gestellt werden, sollen eine geringere oder gar keine Besoldung erhalten, um Unwillen zu vermeiden. Als Obersten werden vorgeschlagen Heideck, Thalheim oder Schertlin, als Leutnant Marcell Dietrich von Schankwitz. Über den Standort des Winterlagers soll erst entschieden werden, wenn man die Absichten des Kaisers klar erkennen kann; u. U. muss es geteilt werden. Jedes Fähnlein soll mit 500 Mann besetzt werden; zur Bezahlung sollen Besondere Pfennigmeister bestellt und der Sold nicht den Hauptleuten, sondern den Knechten selbst ausgehändigt werden. Grösste Sparsamkeit erforderlich. Dies ist möglich durch Einschränkung der hohen Ämter von Grafen usw., durch dringerung der stäät» und Abschaffung des Landvolks(stark verbesserter Entw. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXTVlIIa, Nr. 2114; Abschr. in Marburg, Arch., Nr. 907, f. 212— 214).— Ungefähr zur selben Zeit wurde in einem(nebenahschid des winterlegers — e 486 1546. Kostenanschlag für das Winterlager; «allerlei zerrittung und onrath daraus erfolgen. derhalben e. fl. G. rethe und wir zu irer aufhaltung uf disen weg gedacht, das e. fl. G. und ein jede oberlendische statt einen doppelmonat erlegen sollen. Nun seind aber usserhalb unser und deren von Costentz und Lindau der andern stett gesanten von hinnen widerumb uf Ulm verritten, welche sich doch erbotten, sollichs an ire obern gelangen zu lassen, mit der hoffnung, das sie ir gebürnus daraus auch erlegen wurden... damit aber die knecht gestilt und weiters onrath fürkomen werden, haben wir von unser herrn und obern wegen gewilligt, das eine jede stat, als namlich Strassburg, Augsburg und Ulm, iren doppelmonat, namlich 10000 guldin, macht zusamen 30000 guldin, erlegen. so haben von e. fl. G. wegen ire räte auch iren doppelmonat, namlich 18000 fl., bewilligt, macht in einer suma 48000 fl.. nun mangelt aber an bezalung sollichs volkommen halben monats noch 12000 fl.; derhalben langt an e. fl. G. unser underthenig bitt, e. fl. G. wollen... dem ganzen werk zu gutem solche 12000 fl. darleihen und ins leger den beiden oberlendischen pfennigmeistern zuschicken... Erhoffen davon eine günstige Wirkung auf die Zahlungswilligkeit der anderen oberländischen Städte.« Die weil auch unser, der gesanten von Strassburg, gelt in diser eil sobald nit herauf pracht werden mag, so bitten wir e. fl. G., die wolle inen dasselbig darleihen. darauf erbieten wir uns bei berürten unsern hern, einem erslamen] rath der statt[Strassburg], ze furdern, das e. fl. G. fürderliche bezalung beschehen solle... 457. Dr. Johann von Niedbruck an Jakob Sturm. 1546, November 16. Strassburg. Str. St. Arch., AA 531, f. S- 85. Or. Vorschläge für eine Gesandtschaft erst nach England und dann nach Frankreich; Rückkehr des englischen Herolds. C... Euwer schreiben, des datum Ulm 7. dis monats! hab ich alhie 10. entphangen und dorus ganz gern vernommen, ir in gutter gesuntheit doselbst ankommen. so vil aber mein memorial Nr. 428] belangt, gedeuchte mich noch dem ganzen gemeinen handel vast vortreglichen sein mogen, unsere tend ain ansehenliche botschaft zu minem tail? anfenglich verorſd net hetten, und das so bald das wol gesein mecht. dan mich dunk, man solte schier an meinem ort gern sehen und wol handlung von diesen stenden horen und leiden mogen, so man auch schon Frankreich mit wolt in solche bundnus halben und wie dasselb underhalten werden soll» die Verteilung der Kosten für das Winterlager vorgenommen: Thut uf 6000 zu fuss, so man uf ainen fussknecht 6 fl. rechnet.... 36000 fl. , 77 7 77— 7t7 nn An rs 12000 f. summa summarum beeder anzal zu ross und fuss............ 48000 fl. so thund die anderhalb ainfachen monat des wormsischen anschlags vgl. Nr. 63, Anm. 51, Punkt 4]... K:11,9. Davon entfallen auf Strassburg 6000 Gulden. Sie sollten innerhalb 14 Tagen nach Ulm oder Esslingen entrichtet werden(Abschr. in Ulm, a. a. O., Nr. 2113). 457 1 Fehlt; zu den Vorgängen vgl. Nr. 441 und 442. England. mmm! T— TE ZERO= nnr 8——— 2 z Niedbrucks Vorschläge für eine Gesandschaft nach England und Frankreich. 487 nemmen, wie dan auch mein uch ubergeben gedenkzedel zu end etlicher massen meldet. hab auch etwas vermutung, man werde bei Engeland in zeitlicher hilf und darzu belangent die religion etwas erhalten, insunderheit so Denmark und seestett mit im spiel werent. ich besorg aber am maisten, es werde bei Frſankreich] nit also sein, sonders im anfang vil gutter wort, im werk heut so, morgen ain anderst und nach vilm hin und widerschicken letzlich so vil als vor; insunderheit aldieweil die unsern durch die Tourno-— nischen und sein creaturen am maisten handeln, furnemlich durch die, so mit dem brandmal des grossen thiers gezaichnet, jetzunder ept und gern alle tag bischof werends. und derwegen sind sie auch hus*; und hat mich vor— lengist wonder genommen, dieselbigen unser und unserer religion högste feind so lieb und angenem nun ain lange zeit etlichen herussen gewesen uber alle zeitliche warnungen irenthalber beschehen. item wie auch dieselbigen unser stend sachen deglichen bei irem konig befordern und, dessen sie herussen erfaren, referieren und schreiben, hat man gut wissen; got geb, das sie es nit etwan weiters bringen. item das auch ire patronen die armen christen uf heutigen tag mit brennen vil greuwlicher vervolgen, dan ir lebtag nie zuvor beschehen, ist allen menschen offenbar, uf das sie dardurch diese stend von irem konig abschrecken mögen. so ubel förchten sie, ir konig werde sich mit unsern stenden etwan in vertiefen. doch unangesehen das alles, dieweil der konig zu Frſankreich] von natur ain gutter und milter furst, so ist mir, so diese stend noch ain dapfer und ansehenliche botschaft zu denen zwaien konigen verorId neten, und anfenglichs zu Engeland und darnach zu Frſankreich], und die mit ainer autoritet zu deren baider fursten person reden durft und alle gelegenheit und notturft dieser stend replicieren, die den konigen mit ernst und dapferkeit anzaigen, und man nit gedrungen, durch unsere widerwertigen an den örten zu handeln, wie bisanhär noch alwegen der mererthail geschehen, und die, so es an ein treffen gadt, man unsern stenden etwas erlangen sol, den seig[no]r Strossi gen Venedig und den canzler gen Paris verschicken, uf das sie niemants irre etc.. item soliche botschaft miest auch zuvorderst neben dieser stend notturft an die hand nemmen die zwen konig zu verdragen, hoc est widerumb vor allen dingen in die alte satte freundschaft zu bringen, wie dan auch dieser zeit darzu mittel vorhanden. so hette ich kain zweifel, unser getreuwer got werde das gedeien darzu also verleihen,[das] man bei baiden tailen etwas fruchtbars usrichten wurde, und zum wenigsten bei Engeland. darumb wellet frei doran sein,[das] man daruf ain botschaft erstlich zu Engeland und darnach zu Frlankreich] anschicke. es wurde auch mit ainer botschaft meins erachtens am besten sein, aber erstlichs bei Engeland werben, wie dan Frankreich] bisanhär auch selbs gerathen und begert hat. und zu solcher botschaft deuchten mich nutalich grave Jerg von Erdpachs, her Jacob Sturm oder in sein platz dlominus] Franciscus Burckhardi, der licentiat Lersner, Schledanus, dlominus] Jo. Sturmius eto. mit geburlichen credenzen. und so jemants von Denmark und Bremen oder Hamburg mit und dorbei sein kunten, so wer es noch besser und gewisser etwas guts zu verhoffen, insunderheit bei Engeland. wolt man 3 Gemeint ist Bassefontaine; vgl. Nr. 76, Anm. 12. 4= heraus. 5 Graf Georg von Erbach; vgl. auch Nr. 450, Anm, 3. Er befand sich unter den kurpfälzischen Reitern im Lager der Protestanten; vgl. Hasenclever, Kurpfälz, Pol., S8. 173. 488 Zustand des kaiserlichen Lagers; aber nit mit Fr[ankreich] auch zugleich handeln, sonders allein mit England, so wer nit von nöten,[das] der Sturmius dorbei sei. Mein man® ist widerkommen alhär zu mir vergangen 13. zum abent, sagt mir von grossem verderben und elend an leuten und pferden, er gesehen an dem ort, er 5 nacht gewesen, wie ir on zweifel nunmehr von... dem landgrſafen] vernommen; und so ers hochgemeltem fursten nach der lengden nit alles anzaigen konnen, so wer er zu uch kommen. derselbig ist am 15. von mir widerumb nach sinem hern postiert... Dat. Strassburg 16. No— vember 46. 458. Die XIII an den Landgrafen. 1546, November 18. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 301 303 und 306. Ausf., auf der Anschrift:(Cito, cito, citoy.— Praes.«vor Gingen) 21. November. Sprechen sich ausführlich gegen den Abzug aus; raten zum Angriff, C6... Wir seind von den unsern berichtet, das des abzugs und winterlegers halben beratslagt seie, das der churfurst zu Sachsen... und e. fl. G. mit dem mehrertheil des kriegsvolks zu widereroberung und rettung seiner churfl. G. lands abziehen und die oberlendischen stend aintausend pferd und zwei regiment knecht auf achttausend stark zum winterleger behalten, und das der gemain pfennig? von allen stenden je vom hundert gulden ain gulden einbracht werden solle etc.. nun zweifelt uns gar nit, e. fl. G. werden aus hohem verstand alle gelegenheit und was dem ganzen handel auf disem allem stön wöll, ermessen und bedenken. könden aber dannocht e. fl. G. nit verhalten, das wir bei uns bedenken haben, wo es beschehen sollt, das es zu schwerem nachtheil des ganzen handels geraichen und gelangen wurde. dann je besorgen wir, der veind werde dardurch mut empfahen sich wider zu sterken, der sonsten, wie e. fl. G. beigeschlossen zedtelss ze sehen und Der englische Herold; sein Bericht über das kaiserliche Lager in Nr. 458, Anm. 3. 458 1 Dieser Brief der Strassburger Gesandten fehlt. Nach den Angaben der XIII in obigem Schreiben scheinen sie den Entwurf des Abschiedes von Giengen übersandt zu haben(in Um, Arch., Ref. Akt. RXXVIIa, Nr. 2122; vgl. Nr. 449, Anm. 10, der am 14. bereits fertig gestellt war, während der bei Hortleder II, Buch 3, Kap. 49, 8. 374- 376 abgedruckte Abschied selbst vom 16. datiert ist; Auszug bei Mentz, Joh. Friedr. I, 3, S8. 46 47; vgl. auch Möllenberg, D. Verhandlungen i. Schm. Lager vor Giengen, S8. 56. 2 Vgl. dazu Nr. 449, besonders Anm. 10. 3 Es liegt eine Strassburger Abschr.(a. a. O., f. 304- 305) von folgendem Stück bei: «Am donderstag den 4. Novembris ist der engelisch herolt in des keisers leger kümen, 5 dag dorin gesin, do er befünden wie volgt: der keiser hab sin leger zwischen Louingen und Dillingen und ligt er mit sim zelt bi einer capellen vor Dillingen und wenig volk bie im. darf er sich nit wol in stetle thun; dan so er nit zugegen im leger, verzucht und stilt sich sin volk teglich ab. es sie ouch der cardinal Fernese mit etlich 1000 Italianer hinweg gezogen, also das noch 54 vendlin Italianer bin keiser sin sollen; doch nit iber 3000 stark. es sol ouch der von Büren zü füss und zü ross nicht iber 7000 stark sin. der Spanier sollen noch uf die 5000 stark sin und am vermiglichsten. so sollen der anderen Teu[t]schen ouch wenig sin, so der keiser am ersten bie im gehapt, deren ouch nit iber 7000. also das das volk, so noch vorhanden, der kelte und hüngers halben gar mat sie. ouch[sie] der sterben hart ins keisers leger, nemlich pestilenz. der keiser verhart und underhalt das leger mit grossem unwillen sins volklsſ.—(der keiser lot die dri stetle Dillingen, Louwingen und Hochstet X—— Strassburg gegen den Abzug und für einen Angriff. 489 nach inhalt desselben hievor wissens haben, ganz matt und ime leichtlich abbruch beschehen kont oder er doch zum wenigsten zuvor us dem veld ziehen musst. es will je unsers bedenkens mit dem winterleger, so hieoben in den Oberlanden pleiben soll, gegen dem veind, wo das kriegs volk getrennt werden sollt, nichtz uszerichten sein; dann der veind sich leichtlich durch die bischöf und andere, die sich bisher forcht halben enthalten, sterken mag und gegen Wurtemberg und den oberlendischen stetten furnemen, des inen villeicht zu schwer sein wurde, do, so das volk bei ainander blibe, dem veind besser möchte gewehrt und die oberlendischen stett getröst werden. dweil dannocht in stetten allerhand werbende leut, die ir narung hin und wider suchen, wo sie sehen sollten, das sie dem veind zu schwach, villeicht, sich dahin bringen liessen ze thun, des gemainem handel schädlich und auch schimpflich sein wurde. das also unsers erachtens alle handlung und wolfart auf dem steen will, wie dem veind, der nunmehr matt und schwach, abbruch beschehen und dahin ze tringen, das er us dem veld weichen müsst. alsdann mag, was... dem churfursten engenomen were, leichtlich wider erobert. werden, darzu wir unsers theils mit andern stenden unserer verain gern wider helfen und thun wöllen, was uns als getreuen ainigungsverwandten gebueren wurdt. so mag man je mehr, so man das kriegsvolk bei ainander hat, gegen dem veind usrichten, dann so mans zertrennt und mehr dann an ainem ort versuchen solt. gibt dann der allmechtig gnad...., das man dem haubtveind obsigen möcht, so ist es mit den andern auch wol naher ze kombevestigen und wil sie mit Spanier besetzen, wiewol die sinen, so kriegs verstendig, im das widerſrſoten, dwil sie nicht proviandiert sint noch megen werden; noch so fart er fürt. der keiser sol ouch unwillig sin iber den babst, dwil er im kein gelt schicke zü bezalüng der Italianer; dan er sie us dem sinem bezalen und besolden müss.)— er zeigt ouch an, das grosser mangel an profiand sie; wan dieselbige küm, so schlahen sich die knecht dorum. und gelt ein moss weins 5 stiber, wenig brott umb halben batzen. es mog ouch kein wogen uf die füterung gon; sünder so sie uf die futerung riten, vallen die pferd dorniden. es sollen dem keiser 40000 chronen zukumen sin; das hab er under sin kriegsvolk geteilt, mog aber nicht erschiessen; dan sie ouch für und für umb gelt schrien. do[hab] er die houptlüt besprochen, sie sollen das gelt den knechten werden lossen und stilsteen; er wel sie redlich und erlich zalen. die sag[sie], so der landgroff heut ufbrech und sin leger verloufen liess, wurt der keiser morgen desglichen ouch thun; es sige im allein umb die schand ze thun, so er vorhin ufbrechen solt. es sol der anschlag sin, das der von Beuren in die Phalz sich thun soll und sich krankheit annemen und dem phalagroffen sin land innemen, wie dan der stathalter im land Gelderen, der von Hochstret, sol ouch in einer rüstüng sin. witer so sol bischof von Menz, Trier, Wurzburg, Bamberg ein verstendnus underston zu machen, darunder den phalzgroffen angesucht und ursach fürgschlagen: so der keiser victoria hett, wurt er in zu mechtig; legen dan die protestirenden stend oben, so wers ouch nit gutt. der phalzgroff hat sich aber genommen zu bedenken und gsagt, sie haben vorhin ein buntnus, darin der landgroff ouch begriffen. hat in ober der Jandgroff nit gfallen wellen als ein parteiischer etc,. der obgeschriben herolt ist am zilnstag den 9. Novembris aus des keisers leger ins landgroffen leger chommen und der obgeschriben dingen den landgroffen noch der lenge bericht. und win alle stend am mitwoch darnoch 10. ins leger kummen, gedenken wir, der landgroff hab uch obgeschribſ ner dinge ouch bericht thon)( Vielfach umgestellt Aufzeichnung, z. T. von M. Pfarrer, wohl pa einer schwer zu entziffernden V orlage, in AA 552, f. 67; das in—()— Gesetzte auf einem Zettel in AA 543, f. 169, der die entsprechenden Verweisungszeichen trägt). Wirklich bestand schon am 19. November das Gerücht, dass— neben Um damit umgehe, sich dem Kaiser zu ergeben; vgl. Nuntiaturber. IX, 8. 356, Anm. 1, Z. 39- 41. 3" 2— Pa— P J mmm,= n——— 490 1546. Strassburg gegen den Abzug und für den Angriff. men, da jenen weg, so man das kriegsvolk trennen sollt, die oberlendischen stett in gefahr gelassen und, so der veind denselben abbrechen, wurden wir desto schwecher und er desto stärker und gegen den andern desdo besser furnemen mögen. solte dann der veind nach inhalt obgenantz zedtels gegen der Pfalz furfaren und die bischof ir ainigung auch ufrichten, so ist dannocht wol zu bedenken, wohin es letzlich langen, so er also als vil als den mehrertheil des Reinstroms inhaben wurde. dweil auch der gemain pfennig furgenomen worden und man ungethan vor dem veind us dem veld ziehen und denselben den oberlendischen auf den[!] hals lassen sollt, möcht es bei dem gemainen mann ain solchen unwillen pringen, das sie denselben, wo nit weigerten, jedoch ze geben unwillig sein wurden. Aus disen und andern mehr ursachen... haben e. fl. G. wir... dannocht anmanen wöllen, das sie den abzug wolten gnediglich und nach nodturft bedenken und... den churfursten... auch erinnern, das sein churfl. G. bedenken wölle, ob sie schon ier land und leut gern retten wollt, das vil ergers daraus volgen möcht, wo dem veind der raum also gelassen wurde, und das, wie gemeldt, so man dem dermassen apbrechen thut, seinen churfl. G. jeichtlich und vil besser zu widereroberung und rettung ze helfen sein werd. so ist der veind, wie wir us eingeschlossenem zedtel berichtet, dermassen geschwecht, das ime leichtlich abbruch beschehen mag. und hoffen wir, Wurtemberg, Augspurg und Ulm, denen dannocht der veind neher dann andern auf dem hals ligt, die werden sich desto basser angreifen, damit man das kriegsvolk furtpringen und an den veind pringen möge. und es gerathe gleich, wie der lieb gott wöll,... so were es dannocht weger, dann das da volk kelte, ungewitters und anderer ursachen halben da ligen und doch verderben und zuletst sterben soll. es wurde auch unsers theils so ubel nit abgön, der veind wurde dannocht der seinen sovil auch zusetzen muessen, dardurch er geschwecht und hernaher seinen willen nit also leichtlich zu erlangen hette und andere nationen nit mehr lustig sein, sich an die Teutschen ze setzen...) Dat. 18. November 46. 6, November 18. Strassburg.] 459. Die XIII an Jakob Sturm. 1546, Marburg, Arch., Mr. 906, f. 177. Ahschr. I. Der französische Gesandte de la Croix auf der Durchreise zum Lager in Strassburg eingetroffen. (Verner wöllen wir euch nit pergen, das nächsten spat umb die fünfen nachmittag ain französischer edelman komen, sich ainen von Cröx genennt 459 1 Von dem Brief ist nur diese Nachschrift erhalten, deren Abschr. die Kammerräte in Um am 21. November dem Kurfürsten von Sachsen und dem Landgrafen zusandten mit dem Bemerken, dass der Brief nächten abends spat) angekommen sei(Ausf. mit 4 «cito» a. a. O., f. 1765—– 176; praes. vor Giengen 21. November). Die Abschrift trägt den Vermerk:«Auszug ains schreibens der herrn dreigehen zu Strassburg an ire gsanten, so jetzo zu Um seind, am datum den 18. Novembris a. etc. 46.»— Der Haupthriet wird ähnlichen Inhalts gewesen sein wie der gleichzeitige der XIII an den Landgrafen(Nr. 459. 2 Franz I. hatte am 11. November dem Kurfürsten und ebenso dem Landgrafen geschrieben:«J’envoye presentement le sr. de la Croix pardela pour avecques l’abbe de Bassefontaine vous faire entendre aucunes choses de ma part.) Beglaubigt beide(Mouzon; beide Ausff. in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 172—177, H, Nr. 5).— Basse fontaino war aber 1546. Französische Gesandtschaft zu den Schmalkaldenern. 491 und angezaigt, das er von dem konig aus Frankreich kome und bevelch hab, eilends in das leger zu reiten und, so er den Sturmium uf dem weg antreffe, denselben wider mit ime hinder sich zu den fu sten ze nemen?, mit beger ime drei klöper zu leihen und ainen zuzegeben, wie wir dann gethon; dann er eilends zu den fursten muess; pring denselben gute potschaft, dern sie wol zefriden sein werden‘, waz es nun ist, werden ir villeucht ehe dann wir wissen mögen... datum den 18. Novembris a. 46 ut supra. 460. Erklärung Jakob Sturms über den Gemeinen Pfennig! in der Beratung der Gesandten der Bundesstände zu Ulm.[1546, November 19. Ulm.) Marburg, Arch., Nr. 909, f. 275— 28. Aufzeichnung Aitingers zum 19, November, Strassburg ist für den Gemeinen Pfennig. «Diser handel belangt das zeitlich und ewig, mit einfuerung, was seine hern und ander im Oberland gethan. und steet derhalb der handel uf dem, das man von dem werk lassen oder aber sehe, wie man ime helfen wöll. der beim Eintreffen von de la Croix im Feldlager wohl schon auf der Rückreise nach Frankreich begriffen, wo er Ende November am Hof eintraf; Franz J. schrieb am 30. November an den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen, dass er sich über die guten Nachrichten freue, welche Bassefontaine gebracht habe; er beglaubigt ihn aufs Neue und sendet ihn wieder zurück(Polembray; Ausf. a. a. O.). Am 6. Dezember ist Bassefontaine wieder in Strassburg und erbittet in einem(undatierten) Briefchen(Or. in Str. St. Arch., Thom. Arch. 21, 1) durch Jakob Sturms Vermittlung ein Pferd vom Rat, das ihm nebst einem Diener mitgegeben wird(Ratsprot. 1546, f. 595 a. 3 Die Stimmräte in Um, die am 21. November das Strassburger Briefstück gleichfalls an die beiden Fürsten senden(Ausf. in Marburg, Nr. 907, f. 216 und 220, mit 7«cito» und «citissime»; praes.(vor Gingen) 21. November; Abschr. des Briefstücks a. a. CO., f. 217), fügen deshalb auf einem Zettel hinzu:(Es ist auch Johann Sturmius noch alhie; die weil wir aber der von Strassburg schreiben vermerkt, haben wir den bemelten Sturmium widerumb in das leger geschickt.“— Ein Brief, den Jakob Sturm noch am 21. November durch Seb. Besserers Vermittlung an Johann Sturm schickte(Ulm, Arch., Ref.- Akt. XXXVIIa, Nr. 2148, Zettel), ist verloren. * Daraufhin verfügten der Kurfürst und der Landgraf am 21. November in ihrer Ant. wort auf das Schreiben der Kammerräte(6. Anm. 1), dass Weickmann und Meuting bis auf weiteres in Lyon bleiben sollten(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 84), was die Kammerräte am 23. November diesen in Beantwortung ihres Schreibens vom 14. November(Vr. 454) mitteilten(Entw. von Michel Han a. a. O3.— Wohl gleichzeitig ging aber folgender Brief der Gesandten von Strassburg, Um und Augsburg in Um an Meuting und Weickmann ab: Hören, dass die Kammerräte auf Befehl der Fürsten ihnen schreiben, noch länger in Frankreich zu bleiben. Sind damit einverstanden. Schreiben ihnen jedoch im Namen der 3 Städte, (das ir mit ufbringung oder annemung der summa gelts, so der herr Strozi hie vor in namen der kö. W. in Frankreich etc. und fur sich selbst zu erlegen bewilligt, in ruw steen und bis weitern unser oder unserer hern und öbern beschaid derwegen nichtzit handeln, besonder die zugesandt obbemelter dreier stött obligation bei handen behalten und die umb kainerlai ursach willen hinausgeben. jedoch was euch hiezwischen... begegnet, das wöllend uns „berichten und verrers unsers beschaids erwarten»(Entw. 0. D. in Ulm, a. 2. C., XXXVII, Nr. 1840).— Vgl. auch Nr. 470. 460 1 Vgl. dazu die Aufzeichnung Sturms von der Beratung über den gemeinen Pfennig im Feldlager bei Giengen am 8. November in Nr. 449; die weiteren Beschlüsse darüber a, a. CO., Anm. 10. VRR Jakob Sturm über den Gemeinen Pfennig. feind wurdet uns mitel furschlagen, die ime gelegen sein. derhalben so muss ain ider nit uf sein ungelegenhait sehen, sonder uf den gemainen handel. seine hern haben den gemainen pfennig fur gut angesehen; kan man dem handel damit helfen, wol und gut; wo nit, so wiss er kainen weg?.) 461. Jakob Sturm und Wolff Böcklin an[die XIII],(November 19). Deren Antwort(November 22).[1546, November 19. Ulm. November 22. Strassburg Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, f. 571-572. Aufzeichnung des Stadtschreiber: über die Sitzung vom 22. November.— Ben. von Holländer, Str. J. Schm. Kr., S. 18, Anm. 1 und S. 20. Die Fürsten wollen abziehen; haben für das Winterlager noch 10000 Gulden bewilligt; der Gemeine Pfennig angenommen; wollen zurückkehren.— Ant wort vom 22. November: Sollen bleiben, um das Winterlager einzurichten; können dafür den Gemeinen Pfennig oder bis zu 4 Monaten zu je 7500 Gulden bewilligen. (Her Jacob Sturm und Wolff Bocklin schreiben us Ulm den 19. dis', das zallung und winters halben die knecht ablaufen und das die reuter der fueterung halben nit bleiben mogens; derhalben den beiden fursten der 2 Württemberg und Augsburg erklären sich gegen den Geme inen Pfennig; Frankfurt, Esslingen, Lindau, Ravensburg und Konstanz stimmen für ihn; letzteres besonders entschieden. Kursachsen und Hessen lassen erklären:(Uf den articul des gemainen pfennigs hab man vor dem verreiten alhie bewilligt, dergleichen im leger ist ain bedenken gestellt [vgl. Nr. 449, Anm. 10]. es solt Wurtenberg und Augspurg£ geschriben werden durch ire raiht und gesanten.»— Bei der zweiten U mfrage führt Jakob Sturm aus:«Stellt es uf das, das die stett die anschleg nit ertragen konden und das kain ander mitel vorhanden. schleusst: ainetweder dis oder nichts,» W ürttemberg und Augsburg äussern sich wieder wie vor; alle andern— dazu jetzt auch Schwäbisch-Hall, Biberach und Ulm— sprechen wieder für den Gemeinen Pfennig.— Am 24. November schreibt der Landgraf aus Göppingen an die Bundesgesandten in Ulm:« Es haben der churfurst und wir fur gut angesehen, das wir zu herzog Ulrichen... reiten und nochmals... umb geld anhalten... lassen uns aber dunken, das s. L. gar keinen willen zum gemeinen pfer nig trage»(Abschr, in Ulm, Arch., Ref.-Akt. XXXVIIa, Nr. 2176).— Demnach hat— U irich nicht in den Gemeinen Pfennig gewilligt; wie Heyd, Herzog Ulrich III, 8. 438 angibt. 461 1 Der Brief und seine Beantwortung fehlen; von 2 ist nur die Inhaltsangabe im Ratsprotokoll vom 22. November erhalten. 2 Am 18. November waren sie mit den württembergischen, augsburgischen und ulmischen Stimmräten vom Feldlager bei Giengen wieder nach U Im a wie Dr. Fessler am 19. November an Herzog U lrich schreibt Aust. in Stuttgart, Arch., Büschel 18, Nr. 108 a; praes. 21. November).— Der Strassburger Kriegsrat Ulman Böcklin liess sich an diesem Tage krankheitshalber(vgl. dazu auch Nr. 417, Schluss) nach Geisslingen beurlauben, sodass Strassburg im Feldlager keine Vertretung mehr hatte(Math. La ngenmantel an Augsburg, Feldlager bei Giengen, 20. November; Ausf. in Augsburg, Arch: Literalien 1546). 3 Am 17. und 18. November verhandelten deshalb zwei Edelleute des Landgrafen, Massenbach, Ulman Böcklin und Math. Langenmantel mit den Rittmeistern, wie letzterer am 18. November den XIII von Augsburg mitteilt(Ausf. a. a. O.).— Unter den F ähnlein der oberländischen Städte, die nach Bezahlung des laufenden halben Monats zur Entlassung kommen sollten, soweit sie nicht in das W interlager übernommen wurden, befanden sich 1546. Verhandlungen auf dem Bundestag in Ulm. 493 abzug heimgestelt. und seien die wirtenbergischen reuter und der oberlendischen regiment knecht nit zalt. us denselben soll man das winterlager halten. und sei dasselbig dan uf die oberlendischen stet gelegt. haben sie uf tringenlich anhalten, dieweil mein hern jungst bewilligt[Nr. 447] 20000 gulden darzuleihen,, das man zu zallung des oberlendischen volks noch 10000 gulden von den 20000 darlegen soll. haben derhalben Wirtenberg geschriben, mein hern die 10000 gl. darzuleihen[Nr. 456]; woll man verschaffen, das sie wider zalt werden. biten, inen das nit fur ubel[zu] haben; dan die not sie darzu geursacht. Zum andern, so schon Wirtenberg und Augspurg gern[hetten], das das winterleger us den anlagen erhalten wurde, dagegen sagen die andern oberlendischen stet, sie vermogens nit; haben aber den gemeinen phennig doppelt zu geben bewilligt, vom hundert ein gulden, das Wirtenberg und Augspurg zu bedacht genommen. Und dieweil sie nichtz doben zu thun, dan das man fur und fur umb gelt anhalt, sehe sie fur gut an, das sie heimzugen und man hie den gemeinen phenning einsamlet. so in dan andere stend zum winterleger bewiligten, so geb man den; wo nit, behalt man[in] zu bewarung der stat, bis got besser schickte ete.. Erkant®: inen schreiben, das sie recht gethan, das sie die 10000 gl.... gewilligt; das sie schreiben wollen, obs Wirtenberg dargelühen; so woll mans im gleich wider schicken; wo nit, so schick mans geen Ulm. des winterlegers halben sollen sie doben bleiben, von dem winterleger helfen ratslagen und damit die oberlendischen nit hilflos standen und getrost werden und sich nit in vertrag geben. so man dan den gemeinen phennig bei inen allen gehaben mag, sollen sie denselben dazu auch willigen; wo nit, so dan die andern dasselbig us den anlagen halten wollen, so sollen sie es auch auch die 4 von Strassburg aufgestellten von(Philips Knobloch, Wolf Hochmut von Marpach, Marte Braun von Strossburg und Erhart Frosch von St. Annaberg»(Ulm, Arch., Ref. Ak. XXXVIIa, Nr. 2152, Zettel B). Von diesen wurden Martin Braun und Erhard Frosch von Herzog Ulrich zum Winterlager verordnet(Stuttgart, Büschel 34, Nr. 115 2).— Knobloch und Braun wurden mit ihren Fähnlein am 27. November nach Schwäbisch Gmünd verlegt(Wagner, Schwäb. Gmünd 1546- 1548, 8. 12).— Hauptmann Frosch bietet im Januar 1547 Strassburg ein Fähnlein an. Da aber die XIII nicht mehr als 1000 Knechte annehmen wollten und«er erstlich bei den 800 dargeben und zulezst kein 250 worden, so soll man im sagen, mein hern hetten ir anzall. Doch soll man 100-200 der besten im Wartgeld behalten, weil von den vorhandenen manche durch ihre Obrigkeiten angefordert werden könnten;(und mit dem hauptman deshalben nit weiter handleny(Ratsprot. 1547, f. 17). Frosch muss dann aber doch in Strassburgs Dienste getreten sein; denn Ende März 1547 schreibt Bucer:(Strassburg hat sein landsknecht verlassen. Martin Leipzig und hauptman Frosch vertrösten sie zu andern hern»(Lenz, Briefw. II, Nr. 251, 8. 492).— Wolf Homut gerät in den ersten Monaten von 1548 in die Gefangenschaft des g, ische Kriegsdienste getreten war, und wird auf Wunsch des Kaisers und des Königs Ferdinand im März 1548 diesen zur Bestrafung ausgeliefert(Briefe Dr. Welsingers aus Augsburg an den Bischof vom 6. und 8. März 1548; Ausff. in Str. Bez. Arch., Aust. m. B. I, 1512, f., 171- 176 und 193). Veranlassung dazu gab das kaiserliche Mandat vom 14. Januar 1548 gegen den Kriegsdienst bei fremden Potentaten; vgl. Nr. 723, Anm. 5. 4 Vgl. Nr. 458 und 460. Das Folgende ist die Antwort der XIII, die in der Ratssitzung vom 22. November beschlossen wurde. Bischofs von Strassburg, wohl weil er in franz 494 1546. Jakob Sturm rät zu einem Angriff vor dem Abzug; willigen, doch soferr das sollich winterleger nit uber vier monat wer und ein monat nit uber achthalbtausend gulden uns anlauf®, inmassen mein herrn XIII7 das bedacht und herpracht habens.) 462. Jakob Sturm an Landgraf Philipp. 1546, November 21. Ulm. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 298 300. Or., auf der Anschrift vermerkt: u ir fl. G. eigen handen».— Praes.«vor(ingen) 21. November, Rät zu einem Angriff vor dem Abzug. é.. Dise nacht sind uns, den gesandten von Strassburg, beigelegte brieve Nr. 458] zukommen an e. fl. G. stonde. dweil nun unser hern und freunde die drizehen uns daneben villerlei ursachen anzeigenz, worumb der abzug und die trennung des kriegsvolks schadlich und verderplich, sonder vill besser wer, man hette uf gott die sach, die gewisslich sein ist, gewagt und den veind understanden anzugreifen, so hab ich nit mogen underlossen . fl. G. daneben auch zu schreiben und si zu erinnern, si wollen die sachen irem selbs hohen verstand noch bedenken, wohin diser abzug und trennung des kriegs volk geraten werde und das zu besorgen, man werd an beiden orten nichts usrichten mit dem winterläger und mit widereroberung des lands zu Sachsen, sonder dem veind ursach geben, der jetz unserm kriegs volk zu schwach ist und es also nit angreifen darf, Idas er] darnoch angreifen werd und Wirtemberg sampt den oberlendischen stetten dohin tringen, das e. fl. G. und uns allen zu ewigem und umwiderbringlichem nochteil dienen wurt. so kan ich bei mir nit finden, wurt das kriegsvolk einmall getrent und komt von einander, wie es moglich will sein, das wider ein solcher haufen zusammenbrocht werde.» Gott hat bisher in allen Scharmützeln Sieg verliehen. Der Feind ist auch nicht so stark und«freidig», als er sich stellt; denn er hat von seinem jetzigen Lager aus niemals einen Angriff gewagt und wäre sicher längst vor uns abgezogen, wenn er nicht Kundschaft von unserer Absicht wegzuziehen erhalten hätte.«Es konnen auch e. fl. G. gedenken, wo si also abziehen, das schon alle handlung mit Frankreich und Engelland aus werden sein, derglichen allen andern religionsstenden das herz gar empfallen, wir auch zu keiner eerlichen rachtung kommen mögen, sonder müssen annämen, was uns zugemutet darf werden. Der Landgraf möge daher vor dem Abzug mit dem FVussvolk, das dem kaiserlichen weit überlegen ist, einen Angriff Nach dem«nebenabschid»(Nr. 456, Anm. 3, Ende) hatte Strassburg nur 6000 Gulden zu zahlen. Im Ratsprotokoll steht versehentlich(X XIIIV. s Gleichzeitig wurde bestimmt, dass die XIII das Bedenken,«wie mans mit denen halten woll, so wider uns gedient»[vgl. Nr. 434, Anm. 4 und 5], fürdern sollen.— 27 Italiener, die(dem keiser gedient uf sechs monat und nur fur 4 monat soldung empfangen und .. hungers und ubelhaltens halben abzogen und wider durch Schweizerland heim gen Florenz ziehen wollen», werden an der Rheinbrücke abgefangen. Nachdem sie lang im thurm gelegen», weist man sie am 14. Januar 1547 an den Rat(Ratsprotokoll 16547, f. 3b- 4. 462 1 Von vorläufig ergebnislosen Verhandlungen über den Abzug mit den Gesandten von Strassburg und Augsburg berichtet Ulm am 22. November an Seh. Besserer(Entw. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVIIa, Nr. 2151). 2 Vgl. Nr. 459, Anm. 1. Landgraf Philipp ist dagegen. 495 wagen,«do man sonst, so man abzeucht, dem veind platz und raum gibt, einen noch dem andern zu undertrucken, auch gott kein mittel zeigt, dodurch er sinem volk und kirchen helfen will, und dozu wir Teutschen all unser reputation bi allen nationen verlieren und die gerecht sach des heiligen evangelii geschmecht wurdt, als ob wir durch unsern missglauben dise stroff von gott verdient hetten... fl. G. wollen mir genediglich verzeihen, das ich also frei schreibe; dan dweil ich kein andern wege kan gedenken, dodurch uns gott helfen werd dan disen, so wir es uf in wagen, und dan weiss, das e. fl. G. mich also erkennen, das ich es treulich mein, und mir also mein torheit woll zu gut haben, so hab ich es nit underlossen mögen; hab es von min hern nit in bevelch, bin auch sonst von niemant angericht, soll auch bei mir bleiben. allein e. fl. G wollen der sach selbs nochgedenken und sich nit uberreden, das si einich gute rachtung bi dem gegenteil erlangen mogen noch werden, si wollen sich dan gottes und sines worts begeben. si handlen nit allein mit kai. Mt., sonder mit dem antichrist zu Rome, der dise ding wider uns alle angericht und regiert... datum Ulme sontags frug den 21. Novembris a. 46.» 463. Landgraf Philipp an Jakob Sturm. 1546, November 22. Feldlager bei Giengen. Str. St. Arch., AA 547, f. 95—99. Ausf. Erw. von Baumgarten, Jakob Sturm, 33, Anm. 25, eine Stelle gedr. von Hollander, Str. i. Schm. Kr., S. 19, Anm. 2. Unmöglichkeit eines Angriffs; der Kaiser stärker; die Reiter wollen nicht länger bleiben; war mehrfach zum Angriff bereit; Frankreich, England und die andern Protestanten tun nichts; Gott will wohl einen andern Weg; bliebe gern, wenn Geld da wäre. Nachschrift: Der Kaiser nicht schwach; er verstärkt sich im Gegenteil ständig. C... Euer schreiben Nr. 462] haben wir verlesen, von euch gnediglich vermerkt und zweifeln ganz nit, das ir es treulich und gut meinet. wollen euch aber nit pergen, das der veind etzo an dem ort, da er ligt, nit zu schlagen, sondern daselbst das schlagen gegen ime(menschlicher achtung nach), wie die kundigen anzeigen, unmuglich ist; dann uf einer seiten ist der deich‘, uf der ander seiten das holz, und so er angriffen solt werden, must man zu im under augen durch ein engen platz ziehen. zudem wann ir sehet unsere reuter und knecht, so wurdet ir selbst ermessen konnen, wie menschlicher achtung nach unserm theil einicher vorteil oder nutzen aus solchem schlagen zu gedenken were. wir wissen vorwar, das wir 2000 reisiger pferd und 10000 knecht weniger haben dann hiebevor; und ist under denen, SO wir haben, sehr grosse unwilligkeit, krankheit und laufen teglich hinweg; dargegen aber der veind noch ein treflich krigsvolk und gew isslich dreimal sovil reuter als wir hat. daraus zu ermessen ist, ob der veind unserm volk zu schwach sei. dann wilcher euch des berichi, der hats nit verstand oder des kein warhaftig wissenz. die reuter zum theil sint mit einem haufen zu uns getretten 463 1 Der Dattenhauser See, auch«der grosse deich bei Walperhoven) genannt(Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 92, Anm. 2 Dieser Satz ist V Zusatz des Landgrafen im Entwurf(Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 807—— 310).— In den folgenden Anmerkungen sind nur die wichtigsten Änderungen Philipps vermerkt. —— e U—-— ö 496 1546. Landgraf Philipp gegen einen Angriff vor dem Abzug. und angezeigt, das sie kurz ab nit lenger konten oder wolten hie pleiben; da wir mit bitten und guten worten bei inen erhalten, das sie uns bis uf gestern zu gefallen hie verharren wolten, daruber wier sie dannocht denselben tag und heut alhie behalten haben?. und sint etlich vil reuter, und nit allein die pfalzgrevischen, sieder ir hie waret, von uns gezogen; es stehen auch dero noch viel mehr hinwegzuziehen im werk. so verlassen wir uns uf die churfurstischen reuter eins theils nit viel. wir konnen sie weder zur wacht oder anderm pringen. wir haben ein wenig reuter gehapt, die haben sich warlich wol gehalten; sie gehen uns aber warlich teglich viel ab, todt, gefangen und krank. derwegen ir aus dem allen selbst die gelegenheit des schlagens zu ermessen hapt. Das ir uns des winterlagers halben schreibt, das haben wir verstanden. und ist nit an, es kont Wurtenberg, andern und auch vornemlich uns selbst der abzug zu unwiderpringlichem nachteil gelangen. wie kann aber dis kriegsvolk lenger hie pleiben? sie sint dannost dis donnerstags[November 18] sechs wochen hie gewest und in dem dreck gelegen, das der keiser zweimal ufgezogen und ist warlich reutern und knechten schwer, wie ir gesehen ha[b]t, hie zu liegen theurung, frust und verderbung der pferd halben. sovil aber betrift, das das krigsvolk, do es einmal getrennet, mocht schwerlich wider zusamen pracht werden, ist alwege, wann man in zeiten darzu thut und geld het, krigsvolk wider zu bekomen. und so es mit ordnung zugangen, wer das geld, das uf diesen krig gangen ist, der dritt theil nit verbraucht wordens. Das gott uns nit sig verleihen werde etc., so man es uf sein gnad nit wagen wolt, darauf wissen wir euch nit zu pergen, das wir es vor Ingolstadt und auch sidher zu etzlichen malen, do wir so hart vor den veind gezogen sein, gewagt; und gleuben, wo es gott also hett ausgericht haben wollen, so wer es furlangst beschehen. und wer euch des bericht, das an dem der mangel, dass uf gott nit gewagt wer, der thut uns unrechts. mochten derwegen wol leiden, dieweil ir an zweifel diese ding uf anderer leut anregen uns geschrieben, das dieselben leute, die solch imaginationes und so gros vertrauen uf gott mit zurucksetzung menschlicher mittel haben, selbst mit beim schlagen weren und fur unserm volk hergiengen, wie die propheten und singer im alten testament gethan. und so wir einen solchen ernst an denen sehen und nit mehr, das sie begeren vom haufen zu sein und solchs mit eil, so glauben wir, es wer ein drib gottess. Das durch diesen abzug alle handlung mit Frankreich und Engelland erleschen, desgleichen den andern unsern religionsstenden das herz ent— pfallen solt ete., haben wir noch nit viel, ja nit einen pfennig gesehen, den uns diese beide konnig zu steur dis noch anderer in religionsachen kriege ge— geben, und sehen allein uf iren vortheil. es thuen auch die andern stende unserer religion, so nit in der verstendnis sein, gar nichts darzu. Das ir auch meinet, das dis das einig mittel sein soll die religionsach zu erhalten, so wir itzt schlagen etc., das weiss gott. wir denken aber, gott hab viel wege und sein hand sei nit verkurzt; hett ers durch diesen weg aus— 3 Da am 22. November morgens der Abzug erfolgte(vgl. Nr. 469 und 479, ist mit «heut» wohl der 21. November gemeint. Der Brief ist demnach schon am 21., wo auch Sturms Schreiben eintraf, entworfen worden. * Von«wie kann aber» ab Zusatz des Landgrafen(6. Anm. 9. 5 Dieser Satz ist ein Zusatz des Landgrafen(8. Anm. Y. u 2—————— 8 2 ü. 8 ö z 1566. Württemberg legt 10000 Gulden für Strassburg vor. 497 richten wollen, es wer lang geschehen. das es aber numals, da unser volk und geld in declinatione ist, geschehen soll, das steht bei im; er kanns wol thun, so er will, als es auch noch geschehen mocht im abzug oder in ander wege. gottes sachen gehen als viel anderst, dann wir in unser vernunft denken; dem mussen wir unser leip und gut vertrauens. Wir wolten sehr gern alhie noch ein zeit lang gelegen sein, wo wir etwo noch drei, zwen oder zum wenigsten einen monat solds gehapt hetten, wiewol wir nit gleuben, das es wer beim krigsvolk zu erhalten gewesen. und wir sint wider des churfursten willen noch etlich tage lenger, dan s. L. gewoltet, hie gelegen... datum in unserm veldlager bei Giengen den 22. tag Novembris a. etc. 46. Nachschrift:«Wer euch sagt, das der keiser schwach sei, der sagt euch gewiss unrecht; dan wir haben von unseren edelleuten, di der keiser gefangen gehapt, und sonst di kuntschaft, das er sehr stark ist. und komt uns auch daruber bericht, das er sich noch weiter sterk und in sonder— heit, das im noch ezlich hundert neapolitanischer kuriser und etlich hundert knecht zukomen sollen”.» 464. Jakob Sturm und Wolff Böcklin an den württembergischen Landschreiber. 1546, November 25. Plochingen. Ulm, Arch., Ref. Et. XXXVIIa, Mr. 2182. Ahschr. je zur Hälfte von Jakob Sturm und Michael Han. Die von Württemberg vorzulegende Zahlung Strassburgs von 10000 Gulden, C... Es hat Michel Han, unser hern secretari, jetz alhie zu Blochingen, bericht, wie er von euch zu Eberspach vernommen, das ir» auch die 10000 Gulden für Strassburg«mit euch furen sollen». Hatten Herzog Ulrich darum gebeten[Nr. 456]; da aber keine Antwort kam! und die Pfennigmeister, besonders Sebastian Besserer, drängten, so haben sie Ulm gebeten, die 10000 Gulden zu leihen«und inen gesterigs morgens 2675 fl. 12 kr. zum teil an barem gelt und zum teil uf den camerraten uberantwort und gut gemacht, also das si das uberig doruf thun und unsern hern darleihen sollen.» Glauben, dass Ulm es heute ins Lager geschickt hat. Bitten ihn daher, bevor er die 10000 Gulden aus der Hand gibt, Besserer den beiliegenden Brief? zu überDieser ganze Absatz ist vom Landgrafen verbessert aus der folgenden ursprünglichen Fassung des Entwurfs:(Als ir schreibt, wir solten uns noch etzwas gegen dem feind vor dem abzug undernemen etc., wer es gut, das man ding furnem, zuvor und ehr es zum abnemen kem, wiewohl sichs noch wohl also schicken kan, das sich der veind dermassen an uns henken wirdet, das wir es mit im versuchen mussen... — Vgl; Nr... 389, 464 1 Erst am 25. November teilte Herzog Ulrich seinen Kriegsräten Gültlingen und Massenbach mit:«Nun haben wir alsobald verordnung gethan, das unser doppelmonat sampt den 10000 gl., die wir denen von Strassburg furzusetzen bewilligt, heut gegen abent gen Göppingen soll gelifert werden... hiergegen w öllend uns ein quittung von den cammerrätten zu Um und dann von den strass burg se hen gesanten ein obligation und verschribung umb gedachte 10000 gl. in 14 tagen oder einem monat uns wider zu erlegen erlangen und uns furderlich zusenden»(Stuttgart; Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 34, Nr. 84; «geantwurt zu Duntz dorf) 25. November).— Am 26, Nov ember setzte er in Beantwortung von Nr. 456 Jakob Sturm und Wolff Böcklin davon in Kenntnis(Stuttgart; Ausf. in AA 63 f. 46). 2 In welchem sie ihm die gleichen Mitteilungen machen(Ausf. in Ulm, a. a. O.; (geantwurt uf den 26. No vembris. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 83 498 1546. Verhandlungen zwischen Landgraf Philipp und reichen und ihn zu fragen, ob er die 10000 Gulden für Strassburg bereits empfangen hat. Ist das der Fall, so möge er Besserer das von Ulm Geliehene, nämlich 7324 Gulden 48 Kreuzer zurückzahlen und den Rest[2675 Gl. 12 Kr.] wieder nach Stuttgart zurückbringen. Strassburg wird dem Herzog dann die 7324 Gulden 48 Kreuzer zurückerstatten. Will Besserer aber das Geld nicht im Lager empfangen oder meint er es nicht nach Ulm schaffen zu können, so möge der Landschreiber die ganzen 10000 Gulden wieder nach Stuttgart zurückbringen«und also in alle weg verhelfen, das solche summa nit zwaimal von unserer herren wegen ausgegeben werde; dann wir je nit mer dann ainmal 10000 gl. bewilligt, auch nit weiter zu bezalen ze willigen habens. Die Kosten des Hin- und Herführens wird Strassburg zahlen. «Datum in eil Blochingen den 244. Novembris abends in der nacht a. etc. 46.» 465. Bürgermeister und geheime Räte von Esslingen an Jakob Sturm). 1546, November 26. Esslingen.] Stuttgart, Arch., Bilschel 91. Entio. Bitten um Mitteilung über die Verhandlungen zwischen Landgraf Philipp und Herzog Ulrich in Stuttgart. C... Wir seind bericht, wie daz unserer(IJ gn. flurst] und herr Philips, landgraf zu Hessen etc., bei unserm gn. flursten] und herren zu Wirtenberg s Seb. Besserer, dem noch am 25. November Massenbach Herzog Ulrichs Schreiben (86. Anm. I) gezeigt hatte, wie er Ulm am selben Tage aus Donzdorf mitteilte(Ausf. a.. 0. Nr. 2172«in der nacht umb 2 uhr»), war über die durch den Strassburger Brief(Anm, 2) her vorgerufene Irrung sehr ungehalten, da er alles Geld zur Zahlung der Truppen brauchte (Donzdorf; 26. November umb 12 ur zu mitag) und(umb 5 ur nachmitagy; Ausff. a. a. CO., Nr. 2181 und 2183). Die Geheimen von Ulm beruhigten ihn aber; er solle das Geld nur verwenden, sie wollten es Strassburg(bei Wurtemberg oder sonst wider gut machen» (27. November; Entw. a. a. O., Nr. 2188).— Nachdem Herzog Ulrich am 27. November erklärt hatte, da Strassburg die 10000 Gulden nicht brauche, wolle er sie gegen Versicherung den Oberländern leihen(an Massenbach; Stuttgart; Ausf. in Stuttgart, a. a. O., Nr. 102; «geantwurt Dunzdorf), 28, November), schrieben die Geheimen von Ulm am 2. Dezember an die XIII, sie hätten die von Ulrich für Strassburg gesandten 10000 Gulden(von der andern oberlendischen stätt wegen angenomen und dargegen versprochen, die in ainem monat widerumb zu erstatten. damit dann nun e. F. irn rest, den sie uns an den 10000 fl. schuldig, dester minder weit schicken dörfen), bitten sie ihn nur zu den württembergischen Kammerräten nach Stuttgart zu(verordnen. so wöllen wir inen darauf den abgang auch erstatten und also damit obgemelte 10000 fl. anlehens widerumb gut machen)(Ausf. in AA 548, f. 25; empf. Fr. 10. Dezember). Die XIII dankten am 10. Dezember: Sie werden die 7324 Gulden 48 Kreuzer lieber nach Stuttgart zahlen(Ausf. in Um, a. a. O., XXXVIIT, Nr. 2246). 4 Der beiliegende Brief an Besserer ist datiert(donderstag den 24. Novembris abends in der nacht»; da der Donnerstag aber der 25. ist, handelt es sich bei beiden Briefen um einen Schreibfehler, zumal der Brief Ulrichs, auf welchen in beiden Briefen indirekt Bezug genommen wird, vom 25. November datiert ist(6. Anm. H. 465 1 Gleichzeitig schrieb auch der Esslinger Stadtschreiber Lic. Johann Machtolff an Michael Han um Auskunft. Dieser verwies in seiner Antwort vom 27. November(Or. a. a. O) auf den gleichzeitigen Brief Sturms an den Esslinger Rat(36. Anm. Y. Die Verhandlungen seien geheim gewesen, und er habe auch von Jakob Sturm nicht viel erfahren(das Weitere gedr. von Heyd, Herzog Ulrich III, S. 433-434, Anm. 167, der den Brief irrig einem Stuttgarter zuweist). Herzog Ulrich; Gesandschaft nach England und Frankreich. 499 zu Stutgarten sein soll. wo nun ir etwas trostlichs mochten vernemen und euch gepuren wollte, sovil uns von nöthen, des ein klaine anzaigung zu thun, so wollen wir euch darumben ganz vleissig und freundlich gebeten haben uns derselbigen bei diesem unserm botten schriftlich zu berichten unbeschwerdt[zu] sein...2» Dat. Fr. 26. November 46. 466. Der Kurfürst von Sachsen an die XIII. 1546, November 28. Feldlager bei Schwaikheim. Str. St. Arch., AA 547, f. S2. Ausf. Prod. Sa. 4. Dezember, reprod.«coram 21 eodem die». Bittet den Gesandten für England und Frankreich 1000 Gulden zu leihen. C.. Nachdem ir ane zweivel von eurn geschickten, die ir uf itzigem tage zu Ulm gehabt, bericht worden sein werdet, das under anderm doseibst, bedacht und beschlossen ein schickung zu den beiden konigen Frankreich und Engelland zu thun, darzu dan auch sonderliche personen vorordent, desgleichen allenthalben bis auf die zerung abgefertigt!;; dieweil dann daran, Jakob Sturms Antwort aus Stuttgart vom 27. November(Or. a. a. CO.) ist fast ganz gedr. von Heyd, a. a. 0.— Am 27. November berichtete Landgraf Philipp dem Kurfürsten von Sachsen über seine Verhandlungen in Stuttgart und seinen vergeblichen Versuch, Ulrich zu einem Darlehen von 50000 Gulden zu bewegen. Er fährt dann fort:(Als sichs nun zugetragen, daz er Jacob Sturm auch anher zu uns komen, da haben wir mit im davon geredt, ob nit so vil gelds[die vorerwähnten 50000 Gulden] sei bei inen, der stad Strasspurg, zu wegen zu richten ete. daruf er uns geantwortet, es sei gewisslich unmoglich; und wan gleich soleher summa halben di stat Strasspurg solt ufgegeben werden, so wusten si di doch nit in irer stad ufzupringen; dann dax geld, so si zu disem rig erlegt, daz hetten si bei iren burgern ufgenomen)(Entw. in Marburg, Arch., Sachsen, E. L., 1546). 466 4 Über die Vorgänge vgl. 441 und 442. Die Instruktionen für Frankreich und England wurden aus dem in Nr, 442, Anm. 4, Schluss erwähnten Bedenken der Stimmstände übernommen. Sie befinden sich in Marburg, Arch., Ur. 916, f. 141-164(Entw. und Reinschr.); erw. von Zeller, La rounion de Metz I, S. 102. Sie sind beide vom 23. November datiert und lauten für Frankreich auf Franz Burkhardt, Lic. Jakob Lersner und Johann Sturm, an dessen Stelle in der Instruktion für England Dr. Johann von Niedbruck tritt. Die Instruktion für Frankreich enthält folgende Punkte: Kaiserwahl jetz unmöglich; sind später zur Vermittlung mit England bereit; haben die Anschläge des Kaisers bisher verhindert und angebotene Verhandlungen abgelehnt; da sie aber ihm weiter nicht allein widerstehen können, möge auch der König angreifen und ihnen 200000 Kronen geben; die Gesandten haben Vollmacht zu Verhandlungen über einen Bund; der König möge die Schweizer zum Anschluss bewegen.— Die Instruktion für England entspricht dem inhaltlich vollkommen, abgesehen von den beiden ersten Punkten über die Kaiserwahl und die Vermittlung mit England und dem letzten betr. den Anschluss der Schweizer, die nur für Frankreich in Betracht kamen. An Stelle der beiden ersten Punkte werden die Gesandten in der Instruktion für England angewiesen, beim König zu entschuldigen, dass man jetzt auf seine Anderungsvorschläge an der Kapitulation nicht eingehe, da der Verzug so schädlich sei,— Vollmacht und Beglaubigung der Gesandten vom 20. November für Frankreich in Marburg, Nr. 921, f. 15— 17; erw. von Schmidt, Jean Sturm, S. 68, für England a. a. CO., f. 1—3(für beides deutscher und latein. Entw.).— Am 24. November sandten die Stimmstände die Instruktionen für Frankreich und England an den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen mit der Bitte, sie zu unterschreiben und zu versekretieren und nach Esslingen an den dortigen Stadtschreiber zu schicken.(Der hat bevelch, da die gsandten, als magister Franz Burkhardt] und Lersner, daselbs zu Esslingen verrueckt, daz er die instruetiones furderlich auf Strassburg schicken soll; dann daselbs werden sie darauf verziehen.» Die vollogenen Vollmachten und Beglaubigungen hat Magister Franz(Ausf. o. CO. in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 177–- 182, H, Ur. 6). 32* . . 8 500 1546. Die Fürsten gegen einen Vertrag mit dem Kaiser. wie ihr zu ermessen, nit wenig gelegen, und aber der... landgraf... und wier bemelte gesanten in der eilh von wegen allerlei ungelegenheit mit zerung zu solcher reise nit haben versehen mugen, so ist von s. L. und unserntwegen unser gnedigs gesinnen, ir wollet ihnen, den gesanten, eintausent gulden zu zerung uf ihr ansuchen zustellen.... die sollen euch an eur anlage, die ihr kunftig zu gemeiner christlichen einung werdet erlegen,... abgezogen werden, und euch in dem zu furderung berurts werks, dieweil es der einung zu gutem,... wilferig erzeigen, domit die geschickten in mangel des nicht dorfen... ufgehalten werden... datum in unserm lager zu Schweig? sontags noch Katherine a. etc. 46». 467. Der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp an die XIII. 1546, November 29. Str. St. Arch., AA 547, f. 63- H. Ausf. mit der Unterschrift beider Fürsten, jedoch nur vom Kurfürsten besiegelt. Empf. II. Dezember,(gelesen bei den 13» Sa. II. Dezember. Bitten auf Vertrags verhandlungen mit dem Gegner nicht einzugehen. Teilen mit,«das ein vertraute person bei uns, dem landgraven, gewesen und uns berichtet hat!, wie das unsere widerwertige damit umbgehen, einen vertrag mit euch und andern stenden des Oberlands zu machenz, uns, diese stende, zu sondern und den krieg allein uf uns andern zu schieben etc.. dieweil nun ihr verstehen konnet, wohin solche trennung gemeint, wirdeèt, so wollet solchen practicken keine stadt geben, sondern bei uns bestendiglich pleiben. dergleichen wollen wir auch bei euch thun. das wirdet an zweivel uns allen zu ehren und gutem gereichen...“ Dat. 29. November 463, 468. Bedacht[der XIII] über die Antwort an den Baseler Bannerherrn Bernhard Meyer. [1546, November Enden. Strassburg. Str. St. Arch., AA 552. 5. I50- I5I. Flüchtige Aufzeichnung des Stadtschreihers. Kein Misstrauen gegen Basel und die anderen drei protestantischen Kantone; Bündnis mit Frankreich. «Ist der herrn bedacht hern Bernharten Meyern anzuzeigen, das man an den vier steètten, sonderlich aber inen, denen von Basel, nie keinen un willen 2 Wohl Schwaikheim n. von Waiblingen(vgl. Mentz, Joh. Friedr. I, 8, S. 51, Anm. 3). 467 1 Gemeint ist wohl der pfälnxis che Gesandte bei des Landgrafen Aufenthalt in Maulbronn. Vgl. Marburg, Arch., Nr. 948, f. 2. 2 Vgl. Nr. 458, Anm. 4. 3 Dasselbe Schreiben erging an Ulm(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVII a, Nr. 2197; ben. von Keim, Ref. Gesch. von Ulm, 8. 375, Anm.), an Herzog Ulrich(ben. von Heyd, Herzog Ulrich III, S8. 455) und wohl an alle oberländischen Stände.— Augsburgs Antwort vom 11. Dezember(Ausf. in Marburg, Arch., Stadt Augsburg; praes. Kassel 21. Dezember) ist erw. von Vogel, Augsburg i. chm Kr. 8 77. 468 Die Unzufriedenheit mit der Haltung der Schweiger, die aus dem Brief der XIII an Basel vom 8. November(Nr. 418) und denjenigen Bucers an Myconius vom 8, und von Mitte November sprach(vgl. Nr. 448, Anm. 4 und 455), veranlasste Basel, den Bannerherrn 1546. Strassburgs Stellung z. d. protestant. Eidgenossen; Bündnis m. Frankreich. 501 oder mistrauen gehapt, das sie nit thon werden, was zu furderung christlicher religion, zuvor gegen meinen hern, was sie solten. das aber inen also geschriben, sei us dem gevolgt, das man bisher gesehen, das nit allein die, so unser religion sind, nichtzig furgenomen, das do zu hinlegung der sachen het dienen mogen, sonder etlich derselben und auch deren, die in der verein sind, sich wider uns geprauchen lassen, und also bisher der handel uf wenig stenden gelegen und noch und doch eben die, die jetzo still sessen und die sich wider uns bewegen lassen, bei uns nit befunden werden, dan eben wir, die jetzo im krieg stecken. Der puntnus halben mit Frankreich, dieweil hievor als vill als bewilligt, wo man die fuglich gehaben mag, das mans nit allein mit Frankreich, sonder auch Engelland und andern eingeen wolt, so achten die hern, so die durch die 4 stet mecht gefurdert und ins werk pracht werden?, das mans gern haben solt. und das derhalben hern Bernhart anzuzeigen, es were gleichwoll vor der weil auch handlung furgefallen der pundnus halben, so zwischen Frankreich und disen stenden ufgericht werden solt. und so vill mein hern heten vernemen mogen, wer es von churfursten, fursten und stenden fur thunlich und nutzlich geacht, wo die mit gemessen conditionen het erlangt werden mogen, und das mans im selben vall eingangen were. dieweil aber eben der krieg im gang, sei es villeicht ersitzen bliben. jedoch hab man sein eigentlich nit wissen. derhalben man noch dafur het, das es dem gemeinen religionshandel und auch teutscher nation nutzlich und gut, so man mit Frankreich und anderen zu sollichem verstand komen kund, dardurch des keisers furnemen der monarchi gewert werden mocht. wo nun sie, die vier stet, sollichs bei Frankreich und andern furdern kunden, hielt man auch dafur, das es nutzlich und bei den stenden dis teils erhebblich sein werde. durch was mitel aber oder uf was mass sie es thon kunden, das wusten sie, die vier stet, am besten; und kund man inen irer gelegenheit nit mass geben, dann das man dafur het, so gemeine Eidgenossen oder auch sie, die vier stet, darin begriffen und mit daran sein wurden, das es dem handel desdo mer erschiesslich und auch fur sie were.) Bernhard Meyer persönlich nach Strassburg zu entsenden. Dieser muss Ende November dort eingetroffen sein; denn am 22. November schreibt Petermann(Geiger) noch an ihn nach Basel(Ausf. in Basel, Arch., Polit. M. 8, 2, f. 113), am 3. Dezember erwähnen die XIII in einem Zettel zu ihrem Brief an die XIII von Basel(Nr. 471), dass Meyer jüngst dagewesen sei. Er wird wohl über den Tag von Zürich am 20. Oktober berichtet und dabei folgende Aktenstück!e mitgebracht haben: das Schreiben des Kaisers an die vier protestantischen Orte Zürich, Bern, Basel und Schaffhausen vom 27. August(Auszug in Eidgen. Absch. IV, 14, S. 6688 2 bzw. 667— 66898 1), die Antwort der 4 Orte an den Kaiser und die Protestanten vom 26. Oktober(Auszug a. a. CO., 8. 700—701, 2 und 3) und eine Erklärung Zürichs an seine Schöffen über den auf dem Züricher Tage gefassten Beschluss sich zu rüsten(vgl. a. a. CO., S. 6991). Die Abschriften dieser Stücke liegen in AA 555, f. 1-7 und 32 26.— Was Meyer im übrigen vorbrachte, ergibt sich aus dem Bedacht über die Antwort an ihn. 2 Vgl. hierzu Geiser, D. Haltg. d. Schweiz währ. d. Schm. Kr., 8. 227; die Anregung geht aber doch wohl eher auf Morelet als auf Strozzi, wie Geiser meint, zurück. Zu der dort erwähnten Zusammenkunft von Basel, Zürich und Bern am 15. November in Königsfelden, wo über diesen Punkt verhandelt wurde, vgl. auch Eidgen. Absch., a. a. O., S. 710—711. VE 502 1546. Abzug der Schmalkaldischen Truppen; Geldaufnahme 469. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Dezember 1. [Basel.] Str. St. Arch., AA 556, f. 63— 54. Ausf.— Prod. Fr. 3. Dezember. Abzug der Protestanten von Giengen; Winterlager; Gesandtschaft nach Frankreich und England; Beschirmung des Landes Hessen; Tod des Kurfürsten von der Pfalz. Hören«in diser stund!», dass am 22. November Sachsen und Hessen (gon Heidenheim gezogen siend..., welchen abzugs die stet nit zufriden. und understande der lantgraff sin land, daruf etwas anzugs wie uf Sachsen geschehen sin solle, zu erretten. doch solle man etliche kriegslut alhie obnen zu Ulm, Augspurg und... Wurtemberg zu legen willens sin, dem viand hiemit zu weren.“ Die Stände sollen eine Botschaft nach Frankreich und england geschickt haben. Teilen dies mit,«ob ir vilicht, wie dann in sollichen trubsalen oft geschicht, deren nach nit verstendiget, uch gegen dem land zu Hessen mit ilender furwarung zu halten wusten, damit inen nit, wie wir leider bericht in Sachsen, gescheche, bevorab dieweil der pfalzgraff churfurst mit tod abgangenz... datum ilend mitwoch 1. Decembris a. etc. 46.» 470. Die XIII an die Geheimen von Ulm. 1546, Dezember 2. Strassburg. Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVIILI, Mr. 2207. Ausf. Das von Strozzi versprochene Geld soll in Lyon bereit sein; regen Rücksendung der Obligation an; bewilligen ihren Beitrag zum Winterlager; über die geliehenen 10060 Gulden; Bitte um Nachrichten über den Kurfürsten und den Kaiser. C... Wir wöllen euch nit verhalten, das, als unsere gesandten, so wir auf dem tag bei euch gehabt, bei uns ankommen!, etliche Franzosen, so vom hof alher kommen, angezeigt, als ob das gelt, so herr Peter Strozi disen stenden zugesagt, zu Lyon vorhanden und den stenden werden solle; das auch desselben Strozi bruder, Leo Strozi, zu Lyon in willens, dasjenig, so sein bruder, herr Peter, zugesagt, zu volstreckenz. wiewol wir nun nit aigenlich wissen 469 1 Durch einen Brief Zürichs vom 28. November(Ausf. in Basel, Arch., Polit. MS, 3, f. 388; praes. et audit. 4. Dezember). 2 Über dieses damals weit verbreitete Gerücht vgl. Hasenclever, Kurpfälz. Pol., 8. 124, Anm. 305. 470 1 Seb. Besserer schreibt am 24. November 1 Uhr Nachmittags:(Herr Jocob Sturm ist heinat zu Geislingen uber nacht gelegen und soll noch disen abend gen Stutgart wöllen; der würt on zweifel, waz not ist, auch verrichten)(Donzdorf; Ausf. in Ulm, a. a. O., XXXVIIa, Nr. 2166)— Über den Aufenthalt der Strassburger Gesandten in Plochingen vgl. Nr. 464, in Stuttgart Nr. 465. 2 Diese Franzosen werden auch Briefe von Peter und Leo Strozzi an Johann Sturm überbracht haben, von denen deutsche Übersetzungen von der Hand des Strassburger StadtschreiHers vorliegen(AA 549, f. 64 und 66; o. T. und CO.): Peter verweist auf seinen Bruder, der Johann Sturm den Grund seiner Peters] Verhinderung mitteilen wird und den er in alles eingeweiht hat.«Ich wurde vor dem kunftigen November nit us Italia kommen. darumb so wellen du und mein bruder mitler weil den grund weisen der ding, welcher wir], so ich kum, woll alle mit einander das begert end zu machen understan wellen.— Leo bemerkt,«das ich nit on verwundern und mit schmerzen gehort hab, das du etlich vill tag ehe vom hove verriten seiest, dan du meinem bruder hettest verheisen; daher[in der HS.(das hery] dan deine fursten gegen meinen bruder bosen willen endphangen mogen in Frankreich; Strassburgs Beitrag zum Winterlager. 503 mogen, ob dem also oder nit, so haben uns doch unsere gesandten berichtet, das Augspurg und ir bedenkens gehebt, das es uns, den dreien stetten, nunmehr nit thunlich, die hievor bewilligt und gön Lyon uberschickte obligation hinauszugeben, dweil die sechsischen und sehestett sich darfur zu verschreiben nit willigen wöllen und abgeschlagen, auch die sachen seither unserer ersten bewilligung sich geendert, also das Sachsen und Hessen mit dem kriegsvolk abziehen, und dann die summa an ir selbs gross und durch das ubermessig interesse sich leichtlich also mehren und aufsteigen mochte, das, so es auf uns, die drei stett, wie zu besorgen, erwachsen sollt, zu bezalen nit möglich und also wir und unsere burger zu unglauben und endlichem verderben gefuert wurden. derhalben die augspurgischen, euere und unsere gesandten dem Meuting und Weickman gön Lyon geschriben, die obligation, inen von uns uberschickt, nit zu ubergeben noch in ainichen wechsel oder ufnemung geltz zu bewilligen on unser, der dreier stett, verner zuschreiben, bewilligen und geheisss. so wir nun ermessen mögen, das die ursachen von euch bedacht und, wie jetzgemelt, so wichtig, das sie uns, den dreien stetten, und unsern burgern nit erschwinglich und, wie gehort, zu endlichem verderben geraichen wurden, lassen wir uns dern von Augspurg, euerer und unserer gesandten bedenken und schreiben, wie obgemelt gethon, gefallen und mögen leiden, das ir und Augspurg auf die weg gedenken und handeln, das uns, den dreien stetten, unser uberschickte obligation furderlich wider zu handen komme, damit mit derselben uns nichts zu nachteil gehandlet werde*. wurde dann das gelt nachmals vorhanden sein, möcht man alsdann von leidlichern wegen und mitteln, in denen nit allein wir, die drei stett, beschwert, sonder auf gemeine stend gelegt wurde, gedenken und handeln. Zum andern so haben uns unsere gesandten auch bericht, wes des winterlegers halben bedacht und das dasselbig uns nach dem neuen wormb— sischen anschlag anderhalben monat fur ainen monat zu rechen zu disem winterleger 6000 gulden thun wurdes. so wollen wir dasselbig hiemit also zu unsern theil zugeschriben und bewilligt habens, doch also das dasselbig von allen stenden nach inhalt des bedachts auch gelaistet, die 800 pferd und 6000 knecht damit bezalt werden und den stenden davon erbare rechnung beschehe. sonst haben uns unsere gesandten auch anzeig thon der zehentusend gulden halb, so sie zu abzalung des oberlendischen kriegsvolk bewilligt... derhalben unser frundlich pitt, ir wöllen uns verstendigen, wie es umb dieselben 10000 gulden stande, damit wir uns mit widerbezalung Lendphangen) haben und meinen, er het inen nit geleistet, das er verheisen. idoch was dein eilen oder mein verzihen geirrt, das will ich mit hochstem vleiss... gegen deinen fursten ergetzen und volziehen alles, das von meinem bruder verheisen gewesen. welchs, do ich zu Leon gewesen, durch Georgen Weikman..., das es euern fursten zugeschriben wurde, gebeten habe]; und so ich mit dir selbs wurde reden kunden, wirstu es bass, auch meins bruders und mein willen gegen deinen fursten erkennen.“— Vgl. auch Nr. 454 und 459, Anm. 4 sowie Zeller, La réunion de Metz I, 8. 93- 95. 3 Vgl. Nr. 459, Anm. 4, Schluss. 4 Daraufhin wurden Weickmann und Meuting angewiesen, die Obligation ungültig zu machen und heimzukehren; vgl. Roth, Augsburgs Ref. Gesch. III, S. 493, Anm. 29; die dort erwähnten Briefe liegen in Ulm, a. a. CO., XXXVIII, Nr. 2235 und 2245. 5 Vgl. Nr. 456, Anm. 3, Schluss. Das hatten sie bereits in ihrem Schreiben an Sturm und Böcklin vom 22. November (Or. 461, 2. Teil) getan. 27 4 w. 504 1546. Abzug des protestantischen Heeres. desselben gegen Wurtemberg oder euch mogen wissen ze richten haben?. wes ir auch neuer zeitung haben und sonderlich, wo der churfurst mit dem kriegsvolk hinaus wolle und wie es umb des keisers kriegsvolk stande, auch wo es seie, das pitten wir uns bei veigern dis zu verstendigen... datum den andern Decembris abends spat a. etc. 46.» 471. Die XIII an die XIII von Basel. 1546, Dezember 3. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M S, 3, f. 409- 41I. Ausf.— Praes. et lect. S. Dezember. Berichten über den Abzug des protestantischen Heeres. Zettel: Weitere Geldaufnahme bei Basel. ... Wir haben euer schreiben de dato den ersten dis Nr. 469] nächten spat von zaigern dis emphangen... und ist nit on, es seind die chur- und farsten Sachsen und Hessen etc. verschinen montags den 22. Novembris zu Giengen in irem leger, dweil sie mangel halben der fueterung daselbsten lenger nit pleiben mögen, aufgebrochen, bis gön Haidenheim geruckt, daselbst ainen tag stillgelegen und demnach ainsteils des fussvolks, als des von Haidecks und Schertſins regiment, ins Filztal in ain dorf oberhalb Göppingen, haisst Duntzdorff Donzdorf], und das wurtembergisch landvolk gon Siessen, aber der churfurst zu Sachsen mit dem raisigen zeug und den andern funk regimenter knechten auf das Rembsthal geruckt und Gemund zu, das er auch eingenommen, in willens vollends auf sein land wider zu ziehen. und ist... der landgraf den 24. Novembris gen Studtgarten zu... herzog Ulrichen und den sambstag hernach[27.] wider da dannen auf Haidelberg zum pfalzgraven churfursten, der dann noch in leben, und furter ins land zu Sachsen zu herzog Moritzen geritten zu versuchen, ob er möcht dieselben sachen hinlegen und der krieg daselbsten abgestellt wurde. so pleiben noch die obgemelten zwei regiment, als herr Hansen von Haidecks und des Schertlins sampt der wurtembergischen landschaft und den besatzungen in den oberlendischen stetten hieoben. und wiewol die kaiserischen inen im auf— pruch zu Giengen mit 24 vendlin raissigen nachgesatzt, den nachzug an— troffen, der, wiewol er schwach und nit stark, in welchem auch der churfurst und landgraf sampt andern fursten gewesen, so haben sie sich doch zur gegenwehr geschickt und gestellt, das geschutæ in sie abgön lassen, das der veind alsbald wider gewendet und zuruckzogen istz. und wie uns seither kuntschaft anlangt, so soll er sich wider an die Tonau in die winterleger gethan haben. weiter haben wir diser zeit nit kundschaft. das aber im land zu Hessen angegriffen sei oder dieser zeit angegriffen werden soll, davon haben wir kein wissens, wie auch der landgraf zu seinem abreiten davon nichtz gewusst; derhalben wir darfur haben, das nicht? daran sei. der schickung halben in Frankreich und Engelland seind wir teglichs bescheids gewartends; so derselbig kompt, wöllen wir es euch auch zu wissen thun...» Dat. 3. Dezember à6. Vgl. dazu Nr. 464, bes. Anm. 3. 471 1 Vgl. dazu Nr. 461, Anm. 3, Nr. 476, Anm. 1 und die Nachschrift zum Schreiben Ulms an die XIII vom 30. Dezember(Vr. 507). 2 Vgl. hierüber jetzt auch A. Schüz, D. Donaufeldzug Karls V. i. J. 1646, 8. 86. 3 Das Schreiben des Kurfürsten von Sachsen darüber vom 28. November(Ir. 466) traf erst am 4. Dezember ein; vgl. Nr. 472. ee 1546. Zehrung für die Gesandtschaft nach Frankreich und England. 505 Zettel:«Sich hat euer banerherr, der fromm Bernhart Meyer, als der jetz jungst alhie gewesen*, gegen etlichen hören lassen, als ob noch geld bei euch zu bekommen, so wir aufnemmen wolten. do ist unser frundlich pitt, ir wöllen uns berichten, wie vil desselben geltz ungevörlich vorhanden und in was munz. datum ut in literis.) A 472. Anzeige Michael Hans im Rat, 1546, Dezember 4. [Strassburg.] Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, f. 592b—8593. Aufzeichnung des Stadtschreibers über die Sitzung vom 4. Dezember.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 39—40. Herzog Ulrich hat den für Frankreich bestimmten Gesandten die Jehrung abgeschlagen; daraufhin sind Strassburg und Frankfurt um je 1000 Gulden für die Zehrung gebeten worden. «Necht spat seien mlagister] Franz Burckart, des churfursten zu Sachsen vicecanzler, und licentiat Lersener, des landgraven rath, herkomen, inen bericht, er wust, wie sie im leger von dem churfursten und landgraven zu beiden konig Frankreich und Engelland geordnet und aber an der zerung gemangelt; derhalben man herzog Ulrichen von Wirtenberg geschriben die zerung darzuleihen. der hab es abgeslagen, wie sie ein zedel des Gultlingers handschrift gesehen; und si wider zu dem churfursten geriten, im das anzeigt. der sag, er erken, das mein herrn mer gethan, weder inen zu— zumuten. dieweil es aber umb inen stand, das, wo er zwen phening het, er drei den kriegsleuten geb, do er jetz nichtz dargeben kind und doch hof, solt bei disen beiden konigen den stenden zu gutem reichen, het er sie hicher gefertigt, inen zwen brief geben, einen hieher an die geheimen[Nr. 466] und den andern zu den geheimen gen Frankfurt. den gen Frankfurt haben sie mit einem boten uberschickt; hofen, inen solten die tausend gulden zu Frankfurt werden!... erkant: und ist... den dreizehen gewalt geben mit Vgl. Nr. 468. 472 ı Frankfurt schrieb darauf am 4. Dezember an die XIII, es wisse ausser von dem in Ulm bewilligten Doppelmonat zur Bezahlung des Kriegsvolks von«keiner anlag..., die wir zu erlegen schuldig weren) und an der die 1000 Gulden abgezogen werden könnten; auch sei es nicht«in unserm vermogen... weiter... weder zu e rlegen noch darzuleihen». Wenn aber Strassburg 1000 Gulden leihe, möge es auch für F rankfurt dies thun«und alhie von uns uf kunftig mess wechselweis widerumb entphahen... lassen»(Ausf. in AA 544, f. 56;(gelesen bei... den XIII Y 9. Dezember;«und ist erkänt und inen. prout in missivarum XIIIorumy; erw. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. kr. 69. Sie legten einen Brief an den Kurfürsten von Sachsen bei, in dem sie ihr Unv ermõgen und ihre Bitte an Strassburg mitteilten; wenn dieses die Summe nicht darleihen könne oder wolle, so sind(wir mit gelt diser zeit sow eit nit gefasst, das wir es aus unser rechnung so bald erlegen mochten; und wurde die notdurft erfordern.. andere... zu ersuchen (Ausf. a. a. O., f. 57—- 568).— Die fehlende Antwort Strassburgs ergibt sich aus dem Anfang = Briefes an die XIII vom 17. Dezember(Nr. 489). Zu dieser Zeit fasste man aue h in Frankfurt ins Auge, den Frankfurter Stadtadvokatèn Dr. Hieronymus zum Lamb nach Strassburg zu senden, um bei Jakob Sturm Rat einzuholen: Als die hern des ausschuss fur gut be dacht, das doctor Iheronimus zum Lamp hinut gon Strassburg zu herr Jacoben Sturmen abgefertigt werden solt, mit demselben allerlei sachen zu beratsc hlagen etc., sol man dem also nachkomen»( rankfurt, Arch., Bürgermeisterbuch von 1546, f. 154b zum 4. Dezember; ben. von Collischonn, a. a. 0.) Vgl. dazu Nr. 489, Schluss. ö 506 1546. Rückmarsch des Kurfürsten aus dem Oberland. den gesandten ze handlen, ob dise schikung ze thun seinz. so soll es an der zerung nit mangl haben, sovil die 1000 fl. belangt; doch das sie hinfur abgezogen werden.) 473. Die Geheimen von Ulm an die XIII. 1546, Dezember 7. Ulm.] Str. St. Arch., AA 548, f. 20- 2I und 24. Ausf.— Empf. II. Dezember;(gelesen eodem die apud XIII). Die Obligation soll zurückgebracht werden; Winterlager; die 10000 Gulden; Nachrichten über den Kurfürsten und den Kaiser.— Zettel: Senden neue Kund— schaft. Antwort auf Nr. 470. Betreffend Strozzis Geld«haben wir gern gehört, das e. F.... unsers alhie beschlossnen bedenkens gefallens tragen, sein auch . dohin bedacht, uns mit denen von Augspurg freuntlichen zu vergleichen, damit ir und unser geschickter in Frankreich nunmer widerumb abgevordert und alsdann unser, der dreier stött, obligation wider zu handen gebracht werde. so wöllen wir.... F. des winterlägers halben... nit bergen, das noch wienig stend oder stött das bedenken, so deshalben alhie gestöllt, zugeschriben haben; derhalben wir uns e. G. underschidlicher bewilligung wol wöllen zu halten wissen.» Verweisen wegen der 10000 Gulden auf ihren Brief vom 2. Dezember?;(und zweiveln nit, e. F. werde doran... mangel nit erscheinen lassen. Von neuen zeitungen wissen wir e. F. nichts sonders zu schreiben, dann das der churfurst mit seinem kriegsvolk uf Neckersulm oder Hailpronn zu— gezogen und etlich gross gschütz zu Schorndorff steen lassen. wie wir ver— nemen, soll er uf das stift Wurzburg zu ziehen bedacht sein. dargegen soll aber der kaiser in vorhaben steen, ime furzubiegen und den stift zu rötten. und haben wir gestern vernommen, das der kaiser noch zu Dinkelspuhel ligens und den von Beurn mit dem niderlendischen kriegsvolk uf Hall zu— geschickt haben soll...* sonst sein wir für gewiss bericht, das der kaiser ? In diesen Verhandlungen wurde beschlossen, den Gesandten den Herrn von SaintAyl beizugeben. Strassburg richtete deshalb am 6. Dezember folgenden Brief an Franz I.: «Fuit apud nos aliquot iam mensibus dominus Sainetayl, qui quoniam in M. tis vestrae negociis his prudenter et vere se gessit suamque diligentiam et fidem nobis approbavit, legatis, qui a nostris principihus etque ordinibus ad M. tem vestram missi sunt, idoneus visus est, ut ipsis in negociis, propter quae missi sunt, explicandis adsit. itaque et ipsi eum rogarunt et a nobis postularunt, ut ei autores esse velimus, quo cum ipsis ad M. tem vestram proficisceretur. ac quia eandem nos quoque utilitatem in eo agnoscimus, noluimus aut horum voluntati aut communibus rationibus deesse. itaque M. tem vestram rogamus, ut in eam partem nostrum factum interpretetur, in quam nos respeximus, et ut nostrae petitionis et adventus domini Sainctayl rationem spud se constare patiatur... (Entw. von Johann Sturm in Str. St. Arch., Thom. Arch., Universität 5; ben. von Baumgarten, Sleidans Briefwechsel, 8. 122, Anm. und erw. von Schmidt, Jean Sturm, S8. 71, Anm. 2.. 473 1 Vgl. Nr. 470, Anm. 4. 3 Vgl. Nr. 464, Anm. 3. 3 Er verliess aber Dinkelsbühl bereits am 1. Dezember und zog schon am Abend des 3. in Rothenburg ein(v. Druffel, Viglius, 8. 210-211 und 218, Anm. 9 und Nuntiaturber. 1X, 8. 376. * Büren brach erst am 12. Dezember von Rothenburg auf(v. Druffel, a. a. O., S. 212). 1546. Die Verhandlungen zu Giengen und Ulm. 507 in neuer bewerbung. uf dreie regiment umb knecht stee und das der musterblatz uf weihenechten drei meil underhalb Köln gehalten werden solles... Dat. Di. 7. Dezember 46. Zettel: Verweisen noch auf Abschriften eben gekommener Zeitungens. 474. Jakob Sturms Bericht über die Verhandlungen im Feldlager vor Giengen und auf dem Tag von Ulm. 1546, Dezember 8. [Strassburg.] Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, f. 598—599.. Aufzeichnung des Stadtschreibers über die Ratssitzung vom S. Dezember.— Erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 18, Anm. 1. Antwort der sächsischen Stände; Verhandlungen im Feldlager von Giengen; Abschied. Beschluss: Zu bedenken, was man im Frühling tun will. «Nachdem er da ankommen, sei er von Bocklin und Mullenheim bericht, das noch nichts gehandelt. sich dispſutſatz zutragen zwuschen sachsischen stenden und stetten der anlag halben, das si mit gemeinem seckel nit befasst; hetten 6 doppelmonat bewilligt, doch das es uf die underthanen gelegt wurde. zuletzst nach allerhand undersagung, was man inen contra Braun— schwig geholfen und was inen an disem krieg auch gelegen sein wollte ete., haben si doch nit weiter pracht werden mogen. haben die kriegsfursten aber fur und fur umb gelt geschriben. und haben si der stend stimmreth gen Giengen beruffen... sind die stimstend und der andern stend pottschaften zu inen geritten. haben si den stimstenden erzellt, was mit krieg, schar— mutzeln sich begeben bis daher, und sich beclagt, das die knecht verlaufen; und wa man daz leger nit verruckt,[man] der fueterung halben nit pleiben moecht. haben si wol fur gut angesehen, man sollt daz heil versuchen, under— stan zu schlagen. sei also demnach besehen worden, aber nit gelegenheit be— linden mogen an grossen nachteil zu schlagen. auch uf ein anstand gedacht, das auch nit befunden werden mogenz. da von einem winterleger geredt. sind also wider gen Ulm komen, des winterlegers halben geredt. haben irer fl. G. rethe uf den abzug oder heimreiten gedacht. also sei ein abschid begriffen... da nun Augspurg auch anheimbsch zu reiten begert, sind si nacher auch herm geritten. Ist daruf der gefasst abschids verlesen und erkant: dweil der puncten 5 Am 8. Dezember wurde Jobst von Croningen an den Rhein gesandt(a. a. CO., 8. 212. & Es sind: 1. ein Brief aus Nördlingen vom 6. Dezember(Abschr. a. a. CO., f. 22; Ausf. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVIII, Nr. 2228), dass der Kaiser am Freitag 3.«zu Rotenburg verruckt... des vorhabens unsere fürsten fürzuziehen und zu schlagen. und soll aber ir Mt. mit ainem regiment und etlichen pferden wider zuruckziehen wöllen uf Nordlingen.) 2. ein Brief vom 6. Dezember 6i Uhr Nachmittags(o. O.; Abschr. a. a. CO., f. 23; Ausf. a. 4. CO., Nr. 2223): Der Kaiser steht noch bei Rotenburg;(ist auch die gemain red, ir Mt. wolle uf Hall zu ziehen.“ Pfalzgraf Heinrich ist gestern nach Ellwangen gekommen«und rist sich feintlich uf fremde gest als namlich uf seine zwen brueder vgl. v. Druffel, a. a. CO., 8. 2121... der kaiser noch mechtig stark..., hat... widerumb knecht annemen [lassen] und beschaid die uf Menz.) 474 1 Vgl. dazu Nr. 422, 423, Anm. 6 und 425, Anm. 4. 2 Vgl. Nr. 450. 3 Vom 23. November(Ausf. mit den 6 Siegeln von Burkhardt, Günderrode, Fessler, Jak. Sturm, Joach. Langenmantel und Georg Besserer in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVIIa, . —— + BYE 508 1546. Strassburg und die protestantischen Eidgenossen. viel, deren noch etlich von notten zu bedenken und sonderlich, wie man sich im kunftigen frueling in die sach schicken soll mit disem krieg, ob man den continuieren wolle oder wa man zu einer rachtung komen moecht und mit was mass, auch ob man des gemeinen pfennings bedacht ingeen... woll, so soll man hern ordnen, die es bedenken.) 475. Bucer an Bullinger und Bibliander in Zürich. 1546, Dezember 8. Strassburg. Str. Universitätsbibl., Thesaurus Baumianus XVII, f. 163—164. Abschr. Befremden über die Antwort der 4 Kantone an den Kaiser; Nachrichten vom kurfürstlichen Heere, 16... Deinde rogo et oro, scribere velitis, quomodo debeamus excusare responsum quatuor rerumpublicarum vestrarum datum imperatorizs... hoc responsum videntur[!] inferre ex eo, quod imperator se declaraverit nolle vestram religionem et verbum dei opprimere etc.. verum ille id diserte non seripsit, quod vestram religionem nolit opprimere. proinde boni viri spem habebant, vestros ut membra Christi et nationis Germanicae nostrorum statuum et ordinum ut vere amicorum vestrorum eam habituros fuisse rationem, ut nihil contra hos responsuri fuissent, nisi ante certo comperissent et imperatorem nec religionem nec libertatem Germaniae petere et nostros imperatori rebelles esse. et existimabant vos imperatori responsuros fuisse Christi societate coniunctos cum omnibus, qui verbum Christi sequantur et antichristorum blasphemias reiecerunt[!]. iam pontificem per nuntium suum vobis capita foederis inter ipsum et imperatorem istum exhibuisse de praesenti bello, in quibus habeatur clare propositum finem huius belli esse ad obedientiam papae Germaniam revocare; etiam imperatorem nemini pacem dare debere nisi volente pontifice. vos vero inter eos nümerari, qui et Germani sint et ab obedientia pontificis adacto verbo dei defecerint. merito itaque et vos vobis a bello metuere atque adeo rogare, ut velit diserte respondere imperator, an nullum tale foedus cum pontifice fecerit et sit nuntius eius mentitus cum verbis tum scriptis suis. aut si imperator hoc foedus interea resciderit et nolit eo teneri. nam si de eo vos certos fecisset, vos daturos operam, ut non solum nulli ex vestris arma contra eum sumerent, verum etiam ut nostri ordines satisfacerent ei de omni inobedientia, de qua legitimo iudicio fuissent convicti. id enim quod polliceretur de non violanda libertate Germaniae poscere, ut inauditum et indemnatum Nr. 2108; Abschr. z. B. in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1022 und Marburg, Arch., Nr, 918, f. 1- 18 und 56- 7). In der Liste der Gesandten sind für Strassburg aufgeführt Jakob Sturm, Wolff Böcklin und Heinrich von Müllenheim.— Im Abschied ist zur Beschlussfassung über das Bedenken von der gleichmässigen Kontribution(vgl. Nr. 449, Anm. 10 ein neuer Tag zu Frankfurt auf den 12. Januar angesetzt, auf welchem auch die Kammerräte ihre Rechnungen vorbringen sollen. 4 Dazu werden verordnet: Jakob Sturm, Mathis Pfarrer, Hans von Lindenfels und Konrad Joham. 475 1 Der Anfang des Briefes mit unpolitischem Inhalt ist gedr. Corpus Reform. XL (Calvini opera XII, Nr. 862, Sp. 443— 444. 2 Vom 26. Oktober; Auszug in Eidgen. Absch. LIV, 1d, S. 700, 2; vgl. auch Nr. 468 Anm. 1. 1546. Marsch des Kurfürsten von Sachsen; Werbungen des Kaisers. 509 neminen armis peteret. si iam respondisset imperator se foedus illud pontificium rescidisse(nam inivisse negare nullo modo potest), sperabant nostri vos ut amatores iustitiae et libertatis adhuc tamen non ita securum illum facturos fuisse de vestris nobis non ferendis auxiliis, nisi antea tentassent bellum hoc componere et nostrorum purgationem imperatori per legatos exposuissent et rogassent eum, ut communi saluti Germaniae vellet con— donare hoc bellum ete. nostri autem non dubitant imperatorem nec de rescisso foedere fuisse vobis certum responsurum; ita nec a vobis potuisset, aliquid de servando foedere petere, quod ipse agnovisset se iam per foedus pontificium violasse. Mirantur quoque nostri, quod non commoverit vestros, quod imperator in criminibus, quibus nostros voluit rebellionis apud vos convincere, commemoravit nostros monachos adegisse ad reiiciendum cucullos et promittendum, quod eos nolint resumere. vehementer gloriantur nun hostes, ut Mauritium et Brandenburgios, ita etiam vos adductos eo esse, ut nos agnoscant pro rebellibus; et si non sitis contra nos militaturi, tamen cauturi, ne vestri nobis militent. at intelligit vestra prudentia, quo spectet antichristus Romanus], quid quaerat, quid etiam alii. quare existimo dolere vobis sie esse responsum a vestris. tamen si quid est, quod excusare hoc responsum possit aut meliorem nobis spem adferre, quam hoc responsum pollicere videtur, id rogo ad me perscribas, et ii, qui me hoc a te petere jusserunt, omnino candido animo et vobis vere amico id petunt... Der Feind stellt harte Friedensbedingungen. Die Unsern sind geschwächt, während die Feinde durch Moritz und die Böhmen verstärkt sind.(Heri venit quidam ab exercitu electoris, qui memorat eum, ut instituerat, non posse per Franciam in suam ditionem reverti. exercitum imperatoris tenere Dinkelspühel et Rotenburgum oppida, quae nostrae confessionis; militem clamare pro pecunia; ita iacent res nostrae secundum carnem ubique; sed deus non prodet tamen ecclesias suas antichristis... datum Argentorati 8. Decembris 1546.) 476. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Dezember 9. Basel. Gtr. St. Arch., AA 556, f. 65—66 und 68. Ausf.—«Empfangen und gelesen hei mein herren XIII» II. Dezember. Werbungen des Kaisers. Nachschrift: Zeitungen, Berichten, der Kaiser wolle im Breisgau, Sundgau und sonst bis in 40 Fähnlein annehmen lassen. Heute sei«ein furnemmer bevelchsman in disem spil in der obern marggraffschaft[Baden] zu einem eerlichen man kommen» und habe ihn anwerben wollen. Der habe«mit geschickten fruntlichen worten us dem bevelchsman gepracht, das er dem keiser dienen und uf Hilarii[Januar 13] schierist kunftig zu Collen oder darumb uf dem musterplatz sin muste. da wurde die kei. Mt. bitz in die vierzig vendli tutscher knechten mustern und die samt anderm kriegsvolk zu ross und fuss, wie er entlich achtete,... den lantgraven überziehen lassen etc., daruf sich diser gerenman... zu bedenken genommen... und deshalb nut zugesagt. die wil nun dises ein erlich man und dann der, so mit ime gehandlet..., uns ouch bekant und ja ein sollich man ist, der mit denen dingen umbgot, so haben wir 510 1546. Marsch des Kurfürsten von Sachsen und des Kaisers. uch solches nit unangezeigt lassen mogen.“ Danken für die Zeitungen [Nr. 471] und bitten um weitere.«Sobald unser panerherr ab jetzigem tag Baden anhemisch komt,'wollend wir] uch des geltz halb... allen bericht zukommen lassen... datum donstag frug 9.Decembris a. etc. 46.» Nachs-chrift: Der Bannerherr hat beiliegende Zeitung! geschickt. 476 1 Brief von Konstanz an Zürich vom 4. Dezember(Abschr. a. a. CO., f. 67): C6... Wir haben jetzt ein gute zit nut gewusses gehept, wie es des kriegs halb stand...; aber hut ist uns kuntschaft zukommen», dass die früheren Meldungen, dass der Kaiser die Donau hinabziehe oder dass er Heidenheim eingenommen habe, falsch waren. Vielmehr ist er zwei Tage im Lager geblieben, am Freitag nach Bopfingen und am Samstag, den 27. November, nach Nördlingen gezogen, das ihn gutwillig eingelassen hat. Auch Giengen hat sich ergeben. Der Landgraf ist am 25. November mit 200 Pferden nach Stuttgart gekommen und von dort nach Heidelberg gezogen. Sein Heer blieb beim Kurfürsten.(Mit denselbigen sampt sinem eignen kriegs volk ist der churfurst von Heidenheim uf Gemund die statt geruckt. und als er der statt genachert, hat er an si begert, das sie im die statt zum bistand lassen, item ouch 10000 fl. geben, item sinem leger gnug profiand zufuren wollen; des si sich gewidert... daruf er mit allem geschutz fur die stat geruckt und hinin geschossen. so haben die von Gemund herusgeschossen und im dri Sachsen umbbracht. dorab der churfurst ergrimpt und hat mit dem grossen geschutz bi 2 stund lang hineingeschossen. und under dem die fussknecht uber die statgraben, welche gefroren worend, die stat bestigen und dermossen benottigt, das si sich uf gnad und ungnad ergeben mussen. uf das sind allein die reisigen in die statt gelossen, das fuss volch nit.“ Darauf Brandschatzung.(Ditz alles ist uf fritag den 26. Novembris nach mitag und in der nacht dornach geschechen. uf sampstag dornach ist der churfurst uf Lorch gezogen; geachtet, er werd uf Guldorff [Gaildorf] und volgends in das stift Wirzburg ziechen. so wirt vermutet, der keiser werd von Norlingen us ouch uf Wiraburg ziechen den bischof ze erreten oder under wegen sin heil zu versuchen gegen churfursten. 1000 neapolitanische Pferde sind in München angekommen. Die Böhmen sollen aus Sachsen abgezogen sein und Dänemark soll Herzog Moritz erklärt haben, es werde den Kurfürsten schützen. Graf Hugo von Montfort hat den Adel dieser Landschaft nach Tettnang beschrieben. Der Kaiser soll Truppen an den Bodensee und nach Schwaben ins Winterlager schicken. Auch werden im Hegau, Schwaben und sonst Knechte für den Kaiser geworben und nach Köln beschieden.— Die XIII sandten noch am 11. Dezember Abschrift des Briefes von Basel an den Kurfürsten und den Landgrafen und verwiesen wegen der Werbung um Köln noch auf den Schluss des eben erwähnten Briefes von Konstanz und auf das Schreiben von Um Nr. 473](Ausf. in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 317; praes. Kassel 21. Dezember; Abschr. des Baseler Briefs a. a. O., f. 315 bis 316).— Landgraf Philipp übersandte diesen Brief der XIII noch am 21. Dezember an den Kurfürsten von Sachsen(Kassel; Entw. a. a. CO., Sachsen(E. L); daher Abschr. des Strassburger Schreibens in Weimar, Arch., Reg. J. pag. 214— 216, K, Nr. 3).— Am 11. Dezember abends dankten die XIII gleichzeitig den XIII von Basel für ihren Brief(Ausf. in Basel, Arch., Polit. L 2, 1, f. 532; praes. et audit. 15. Dezember): Haben heute auch von anderen Orten über das Gewerb um Köln gehört, doch weiss man noch nicht, gegen wen es geht.— Am 15. Dezember wird im Rat angezeigt, dass hier Leute seien, die Knechte annehmen und nach Köln bescheiden. Man will versuchen sie abzufangen.— Am 21. Dezember wird den XIII aufgegeben,(damit... Sachsen und Hessen nit gedechten, mein hern geduldten es gern,... zu bedenken, wie man auf der Reinbrucken zu Grafenstaden und an der statt thoren und sonst, wo not, versehung thun mog, das inen[den Kriegsknechten] das passieren gewert wurde, auch ob man si verglüptet wider diese stend nit zu dienen» (Ratsprot. 1546, f. 610 und 621 a; erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 41). 1546. Marsch des Kurfürsten von Sachsen. 511 477. Der Rat von Heilbronn an die XIII. 1546, Dezember 9. Heilbronn.] Str. St. Arch., AA 542, j. 27. usf. und 37.(Zettel).— Prod. Mo. 13. Dezember.— Ben. von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 128 und 131. Nachrichten über den Marsch des Kurfürsten von Sachsen.— Zettel: Durchmarsch des Pfalzgrafen bei Rhein durch Heilbronn. Strassburg hatte gebeten, seinem reisigen Boten anzugeben, wo der Kurfürst von Sachsen seisl. Antworten,(das vergangnen mitwochs acht tag Dezember 1] zu nacht der churfurst samt noch acht fursten mit etwan vill geraisigen in unser statt ubernachtet und das ander kriegsvolk zu ross und fues in unsern und andern dorfern umb uns gelegen, die unsern nit ring be— schwert. morgens dornstags 2.] der churfurst mit den fursten nach Neckersulm gezogen, alda sein churfl. G. bis uf den sontag[5.] verharret. ist der hessischs(l hauf ubern wald bei Schwebischen Hall herab nachOringen gezogen, der churfurst am sontag mit dem grossen geschutz ubern Necker nach Sinshaim und volgends Ladenberg an die Bergstrassen, desgleichen das fuessvolk, sachsischs und hessischs, mit ainem zimlichen veldgeschutz ubern Otenwald nach Mudach Mudau], Buchen und volgends uf die link hand ins Erpacher thall verruckt. ist der churfurst vergangnen dinstag[7.] zu nacht zu Bens— haim an der Bergstrassen gelegen. was sie ferrer furnemen... werden, seind wir nit gewiss, haben aber.... W. diener solchen bericht... auch gegeben. dabeneben haben wir gewisse kundschaft, das die kei. Mt. Nordlingen, Dinkelspuell und Rotempurg ingenommen und nechstverschinen montags 6. zu abend die statt Hall durch ain trometer ufgevordert, auch daruf ain erbar rate zu Schwebischen Hall etlich irer ratspotschaft zu kei. Mt. ver— ordnet haben sollen. was ausgericht wurt, seind wir ungwiss. Werden weiter berichten. Dat. Do. 9. Dezember 46. Zettel:(Heut achttag Dezember 2] ist der churfurst pfalzgrave... auch uber nacht mit etlich hundert pferden bei uns gwestz in vorhaben, zu der kei. Mt. umb ein friden zu handlen...) 478. Die XIII an die XIII von Basel. 1546, Dezember 10. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8,, f. 412—413. Ausf.— Praes. et audit. 15. Dezember. Nachrichten über den Kurfürsten und den Kaiser; Abreise der Gesandten nach Frankreich und England; Bitte um Nachrichten. Seit ihrem letzten Schreiben Nr. 471] haben sie erfahren, dass der Kurfürst mit seinem Volk um Heilbronn in einigen Flecken des Deutschmeisters gelegen und am Samstag den 4. aufgebrochen ist«in willen durch den stift Wurtzburg nach seinem land zu ziehen. als er aber in erfarung komen, das 477 1 Der Strassburger Diener wird Heilbronn einen gleichen Brief gebracht haben, wie er ihn an Rothenburg o. T. abgeben sollte; da dieses sich bereits ergeben hatte, brachte er letzteren wieder zurück(Ausf. a. a. O., f. 42). Hierin bitten die XIII, dem Söldner, den sie auf Kundschaft senden, den Weg zum Kurfürsten anzugeben und selbst über dessen Lug und auch, was weiter vorfällt, zu berichten. 2 Am 30. November war er von Heidelberg aufgebrochen; vgl. Hasenclever, Kurpfälz. Pol., S. 140. BYE 542 1546. Marsch des Kurfürsten von Sachsen die Franken zu ross und fuss zimblich stark ufgewesen!, villeicht der meinung ine sovil ze hindern, das der keiser, welcher mit allem seinem haufen auch nach derselben art gezogen, ine ereilen möc hte, hat er den weg uber daz Kreichgouw auf Ladenburg und an die Berkstrassen genomen, ist mit dem groben geschutz und 2000 pferden vergangens zinstags[7.] daselbst zu Ladenburg uber den Neckar gezogen, alda uber nac ht gelegen. die uberigen geraisigen sambt dem geringen gesc hutz und dem fussvolk hat er uber den Odenwald durch das Sc hefflentzerthal hinab ziehen lassen. und sollen seine churfl. G. und dieselben alle unden an der Berkstrassen umb Darmstetten widerumb zesammen komen und, wie wir es achten, ungevorlich heut oder morgen zu Frankfurt durch und V olgends nach dem land zu Thuringen wider hlerzog] Moritzen ziehen. so soll des keisers kriegsvolk die Tonau verlassen, sich auch nach Franken begeben haben und verganges sambstags[4.] zu Rotenburg an der Tauber gelegen sein. und wie man sagt, sollen: sich die stett Nördlingen und Dinkelspühel an inen, den keiser, ergeben haben. wo er sich nun weiter hinaus begeben oder was in derselben art verrer gehandlet, wurdt die zeit zu erkennen geben. So seind die geordneten der churfursten, fursten und stend pottschaften, so zu Frankreich und Engelland reiten sollen, verschinen montags[6.] alhie verritten. was dieselben guts usrichten, wurdt die zeit mitpringen. Und dweil wir vernommen, das in kurzem ein tag in der Aidgeno schaft solle gehalten werden, so pitten wir freundlich, so daselbst etwas gehandlet, so uns ze wissen nat nich und ir uns mit fugen mittailen mogen, ir wollen uns desselben, sovil sich geburt, auch freundlich berichten... und haben euch dis obstönd auch sonderlich darumben, ob es anderst an euch gelangen wurde, desselben disen bericht ze haben und... Bern und andere? dessen zu berichten,... nit verhalten wollen.“ Dat. 10. Dezember 46 479. Die XIII an Herzog Ulrich von Württemberg. 1546, Dezember 11. Strassburg. Stuttgart, Arch., Büschel 6, Nr. 67 c. Ausf.(I. Brief) und Nr. 67 d. Ausf.(2. Brief). — Beide Briefe praes. 16. Dezember. 1. Brief: Wegen Rückzahlung der geliehenen 10000 dulden.— 2. Brief: Bitten um Nachrichten über den Zug des Kaisers. 1. Brief: Teilen ihm Ulms Brief vom 2. Dezember[Nr. 464, Anm. 3] mit!; Um werde die 2675 Gulden 12 Kreuzer«one zweifel furderlich gein Stutgarten antwurten lassen. so seind wir urputtig das uberig rest... auch on verzug dahin... ze schaffenz. Dat. 11. Dezember 46. 478 1 Vgl. v. Druffel, Vighius, 8. 212, zum 12. Dezember, und S. 228, Anm. 36. Am 13. Dezember übersandte Basel Abschr. dieses Briefes an Bürgermeister und Rat von Mühlhausen(Ausf. in Mühlhausen, Arch., Abt. I, Nr. 4412). 479 1 Abschr. dieses Briefes a. a. O., Büschel 35, Nr. 17. 2 Ulrich antwortete auf beide Briefe am 17. Dezember ö Ausf. in AA 554, f.; empf. und gel. 20. Dezember). Zum ersten Brief bemerkte er: weil wir des überzugs gewertig und ain böses besorgen muessen, so... wellen das rest... bis uf unser ferner erfordern bi euern handen behalten.»— Ulm aber forderte er am 19. auf, da«wir jetzt. mit unser landschreiberei etwas enderung gethan haben», die 2675 Gulden 12 Kreuzer den 1546. Kundschaft Frankfurts; Speier bietet Vermittlung mit dem Kaiser an. 513 2. Brief: Senden Basels Brief über die Rüstungen. Auch Konstanz hat an Zürich und dieses an Basel darüber geschrieben. Berichten es ihm. Bitten um Bescheid, wenn er darüber«etwas satts hat» oder über den Zug des Kaisers. Datum den 11. Decembris abends spat a. etc. 463%.» 480. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Frankfurt am Main. 1546, Dezember 11. Strassburg. Frankfurt, Arch., Reichssachen LI; Nr. 1022, Ausf. Redd. 18. Dezember, Beglaubigen Alexander Pünder. C... Wir haben gegenwertigen unsern burger Alexander Pindern abgefertigt der jetzigen beschwerlichen lauf halben bei euch und sonst erfarung ze thun, wie ir von ime vernemen werden.» Bitten ihm Gehör und Glauben zu geben.«Was ir auch jederzeit erfaren, so uns ze wissen von nödten oder gemainer sachen dienstlich sein mag, ime so schriftlich so mundlich ver— traulich mittailen an uns zu gelangen; wo er auch mit darleihung euerer potten oder in anderm euerer befurderung bedarf, so wöllen ime in dem (unserm vertreuen nach) guetlich beholfen sein... Dat. 11. Dezember à6. 481. Antwort von Jakob Sturm und Mathis Pfarrer an die Gesandten Speiers. 1546, Dezember 12. Strassburg. Str. St. Arch., AA 565, f. 171 und 172. Aufzeichnung Michael Hans auf 2 stark verstümmelten Blättern. Speier bietet Vermittlung mit dem Kaiser ans. .. Sontag 12. Decembris post contionem meridſianam] haben her Jacob Sturm[und] her Maſthis] Pfarrer als von mein hern XIII geordnet den gesandten von Speir die gestern erkante antwort geben»: Sie danken Speier Verordneten nach Kirchheim zu liefern(Bebenhausen; Ausf. in Ulm, Arch., Ref.-Akt. XXXVIII, Nr. 2297; praes. 20. Dezember).— Am 3. Februar schrieb er dann unter Hinweis auf den vorigen Brief an die XIII:(Als wir nun nit allain diser, sonder vil grösserer uma gelts notturktig, so... wellen furderlich und one verzug... angezeigt rest gen Stuttgarten in unser landschreiberei uberantworten lassen»(Urach; Ausf. in AA 547, f. 100; lect. 7. Februar; schlecht ben. von Heyd, Herzog Ulrich III, S. 440, Anm. 179. Da Strassburg damals noch nicht vertragen war, beschliesst man im Rat, zu«bedenken, wie man im schreiben woll; und mocht man sein vertrag besehen und die unsicherheit an die hand nemen)(Ratsprot. 1547, f. 43a). Die XIII teilen ihm daraufhin am 8. Februar mit, dass man wegen der Unsicherheit jetzt das Geld nicht schicken könne(Ausf. in Stuttgart, a. a. O., Nr. 119e; praes. 13. Februar).— Als aber am 23. April Ulrich bitten lässt, das Geld seinem Sekretär Philipp Heiminger folgen zu lassen, beschliesst man es gegen Quittung zu geben(Ratsprot. 1547, f. 1979. 3 Auf den zweiten Brief antwortete er am 17. Dezember(6. Anm. 2), C... das der keiser gesterigs tags zu Hall inkommen und entlich des vorhabens sein soll uf uns, ouch unser land und leut zu ziehen und dasselbig... verhergen und verderben wurdet. so künden wir ouch noch zur zeit anderst nit wissen, dann das in den eroberten stetten als Nördlingen, Dünkelspühel, Rotenburg und Hall kein enderung in der religion fürgenommen zeie worden. wie es aber ferner damit gehalten werden solle, wurdet die zeit an tag pringen.) 481 ı Schon am 26. November hatte Speier durch Dr. Marx zum Lamb bei Frankfurt Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 33 — . 8 1 A . 8— — — 514 1546. Speier bietet Vermittlung mit dem Kaiser an. und den Gesandten. Sie haben stets den Krieg im Reich vermeiden wollen, «hetten sich auch vorigen handlungen und sonderlichen dem jungsten speyrischen abschid nach billich keines andern dann frid und rue versehen sollen etc.. da es aber nit sein wöllen, haben sie sollen und muessen thun als die, so brief und sigel gern halten wöllten; haben ire ainungsverwandten? Sontag: no[stri]: offenbar, das man handlung leiden möchte.[illi]: beim kaiser durch demut und pitt handlen als die glid bei dem haupt.[nostri]: ob es durch etliche stett, so der sachen nit verwandt weren, versucht wurde. I1sſie möchten understeen etliche cur- und fursten[z]u inen ziehen; je mer je besser...%, wölten sie die von stetten under[steen] zu vermögen.[illi]: mein hern ze wissen, wen sie[leiden möchten], oder ob inen gleich geleg[en, wer] es thet. nostri: von[welltlichen fursten etlichen sovil vermer[kt], das sie guetlich hinlegung der sach leiden möchten ete.. illi: gn[ad] suchen, so wurt man one zweifel gnad finden. nostri: in allweg also s[uche]n, das-es disser stend ha[lb] unvermerkt blibe, als ob sie handlung begerten etc., nostri: wöllen es morgen frue meinen hern XIII anzaigen, ob sie die sach also auf sich nemen wöllen also on vorwissen anderer stend zu gedulden, das unvermeldet handlung gesuch[t] werde, oder ob sies an ain [rath] und derselbig weiter gel[angen lassen] wöllen etc.. Spirenses: wöllen gern vers[uchen]... zeit erfordern... wo es gott... was guts... anfahen kann]... vatterlandy. 482. Die XIII an den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen Philipp. 1546, Dezember 14. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 318—319. Ausf.— Praes. Kassel 25. Dezember. Wissen nichts von Sonderverhandlungen der Oberländer. C6... Uns ist diser tagen von e. chur- und fl. G. ein schreiben von Ulm alher zukommen... Nr. 467]. daruf wöllen e. churfl. und fl. G. wir undertheniger meinung nit bergen, das wir noch bisher von keiner handlung ver— eine Vermittlung anbieten lassen, war aber dort auf Strassburg verwiesen worden(Frankfurt, Arch., Ratsprotokoll 1546, f. 175 b— 1765a; ben. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 67).— Nach dem Anfang der Aufzeichnung Hans erschienen am Donnerstag Dezember 9] der Speierer Bürgermeister Friedrich Murer] und Dr. Marx zlum Lamb] in Strassburg und frugen an, ob man auf eine Vermittlung der nicht beteiligten Städte eingehen wolle, aber so,«das es diser stend hallben] unvermerkt blibe, als ob sie handlung begerten.) 2 Hier bricht dieses Stück ab; nach dem nachfolgenden Bruchstück scheint es am gleichen Tage noch zu einer weiteren Besprechung zwischen den Strassburgern(nostri) und den Speierern(cilli) gekommen zu sein. 3 An dieser Stelle ist das Blatt zerrissen. Am 29. Dezember schrieb dann Speier an die XIII:(E. elrbar] F. haben ungezweifelt noch in frischer gedechtnus, wes wir vor wenig verschienen tagen bei e. elrbar] F., wie da möchten mittel und weg des friedens... an die hand genommen werden, werben lassen.) Haben mit Worms gehandelt,«das sie sich bewilligt, mit und neben uns. Nürnberg derhalben zu ersuchen, wie dann... Wurmbs und wir unsere botschaften = Jetzt uf dem weg haben. und seien... unser vertröstung nach, was zu befürderung des friedens gedienen mag,... kein vleiss bei uns erwinden zu lassen willig»(Ausf. in AA 542, f. 25; prod. So. 2. Januar). 2—*1*——— \ 1546. Werbungen des Kaisers; der Kaiser und der Kurfürst von Sachsen. 515 nommen, dardurch die oberlendischen stend und wir von e. churfl. und fl. G. getrent werden solten. verhoffen auch nit, das sich jemant von den oberlendischen stenden dahin bewegen lassen werde, durch particular handlung von e. churfl. und fl. G. der einigung zuentgegen zu sondren, wie wir dann desselben zu unserem theil auch nit gesinnet, sonder begeren mit gottes hilf neben andren stenden der verein bei e. churfl. und fl. G. als getreue einigungsverwandten zu beharren. wir wöllen auch nit underlassen erfarung zu haben, ob und was angezogner particular handlung bei den oberlendischen seil... Dat. Di. 14. Dezember 46. 1483. Der Rat von Konstanz an den Rat. 1546, Dezember 14. Konstanz.] Str. St. Arch., AA 542, f. 40- I. Ausf. Prod. Sa. I9.1 Dezember. Ben. von Müller, Nördlingen 3. Schm. Kr., S. 131. Neue Werbungen des Kaisers; widersprechende Gerüchte über den Kaiser und den Kurfürsten von Sachsen. Melden, dass gegen den Abschied von Ulm«das volk allenklich geurlobet bis an etliche wenige, die etliche diser stenden für sich selbs behalten habent. und ist doch daneben kuntlich, das etliche kai. houptlut kurzverruckter tagen im Hegow, umb den Bodensee, in Swaben und andern orten umb— schlahen lassen und knecht.... dem kaiser angenommen und gen Cöln beschaiden, glich bald aber den louf angestellt und bevelh geben habent, das si... bis wihenechten anhaimsch pliben söllindz.) Auch verlautet von Zu— rüstungen für ein kaiserliches Winterlager in dieser Gegend;«aber es ist noch bis daher niemands ankummen. darzu wurt gsagt, das dem churfursten vom kaiser an ainem ort und von dem von Buren zur andern siten mit macht nachgesetz. werde; item das der kaiser Nördlingen, Dinkelspuhel, Hailprunn, Rotenburg und andere mer stett innhab, ouch sich mächtig sterke, zu Ellwangen ouch vil knecht, die under des von Haidegks, ouch des Schertelts regimenten gelegen und... geurlobt sind, zum kaiser loufind und von ime angenommen werdint. dogegen wurt gsagt, das der kaiser tod sin soll und der von Buren zu Husen am Rin ankummen sige, ouch ain todte lich in ainer bar mit sich dem Niderland zu fure; item das des kaisers volk vast abgestorben sige und zerloufe; item... das es im[dem Kurfürsten] glucklichen... ergange. item... das man in uwer statt dem kunig von Frankrich knecht bestell.... die wider des kaisers Niderlender, als vermutet werde, zu gebruchen... dwil aber wir in dermassen ungewissen mären kainen gruntlichen bericht bis daher habent bekummen mögen», so bitten sie um Kundschaft. Dat. 14. Dezember 1546. 482 1 Gleichzeitig schrieben sie an die Geheimen von Um: Strassburgs Söldner habe mit Ulms Brief Vr. 473] das Schreiben der Fürsten gebracht. Da sie von keiner Partikularhandlung wissen, haben sie wie oben] geantwortet. Bitten aber, wenn man dort etwas von solchen Handlungen weiss oder denselben Brief erhalten und darauf geantwortet hat, es mitauteilen. Geben einen Auszug aus dem gestern erhaltenen Briefe Heilbronns Nr. 477 bemerken dabei ſfälschlichlſ, dass der Kurfürst am Mittwoch, den 8., nach Heilbronn gekommen sei. Bitten um Zeitungen(Ausf. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVIII, Nr. 2275; erw. von Rommel, Reichsstadt Ulm, S. 84). 483 Samstag war aber der 18. Dezember, 2 Vgl. Nr. 476. 1546. König Franz I. will den Schmalkaldenern 200 000 Kronen 6, Dezember 14. Grünberg. l Str. St. Arch., AA 547, f. 71—- 75. Ausf.— Empf. und prod. 253. Dezember.— Ben. von Holländer,. Str. i. Schm. Kr., S. 40 und von Mente, Joh. Friedr. I,, S. 53, A nm. 3 und S. 70, Anm. 3. Schreiben des Kaisers über den Abzug; Ankunft Bassefontaines; Franz J. will 200000 Kronen leihen gegen Versicherung von Strassburg, Ulm und Augsburg; will versuchen mit dem Landgrafen die Versicherung zu übernehmen; geht Franz darauf nicht ein, so mögen sie einwilligen. Let tel: Briefe für Augsburg und Ulm. 484. Der Kurfürst von Sachsen an die XIII. 154 C.. Wier geben euch gnediger meinung zu erkennen, das uns copeien einer schrift, welche der vermeint keiser aus Wopfingen an den bischof von Wurzburg und andere getan!..., zu handen kommen; darinnen thut er ihnen unsers und... des landgraven... abezug, doch mit ungrunde und gesparter warheit, eroffenen... mit angehengter vorwarnung, auch erbieten, das er s. L. und uns nachziehen und unser furhaben brechen... wolle... nu wissen wier euch hineben vortreulich und gnediglich auch nit zu bergen, das ko. W. zu Frankreich legat Bassefontein? bei uns wider ankommen ist. ..der hat uns uf bevelh ko. W. auch angezeigt, das der genante keiser der ko. W. durch seinen legaten eben ein solche unerfintliche meinung unsers abezugs halben hette anzeigen lassen mit vielen schimpflichen und vor— kleinlichen worten, die der Bassefontein allenthalben nit hat melden woln; sol auch solchs an ander potentaten und nationen... auch geschrieben haben. dieweil aber ko. W. gleich zur selben zeit eins andern bericht, so hat ihre ko. W. zu dieser stende glimpf denselben potentaten das widerspiel anzeigen lassen. und dieweil der Bassefontein die vorige gepflogenen handlungen, wie ihr wisset, an ko. W. gebracht..., darauf het ko. W. ihnen zu gedachtem landgraven und uns widerumb mit volgender werbung abgefertigt... nemlich: dieweil sein ko. W. den sachen weiter nachgedacht, wie... s. L., uns und der einung mochte geholfen werden, so het sich sein ko. W. entschlossen, s. L., uns und der einung zweimalhunderttausent chronen bis uf pfingsten kunftig 1547, Mai 29] ane einiche pensions, sofern die bemelte suma auf benanten termin wider abgelegt wurde, furzustrecken, doch unvormarkt und sovern dieses teils der krig wurde continuirt werden. wo man auch solchs geldes weiter... bedurftig, so wurde daran auch nit mangel sein, aber das vom hundert alsdan zwolf gulden zu pension solten gegeben werden. 484 1 Erlass Karls V. aus Bopfingen vom 28. November; gedr. von Hortleder II, Buch 3, Kap. 51, S8. 379- 381; Abschr. a. 4. CO., f. 76—79 und in AA 541, f. 61 b- 63; davor steht a. a. O., f. 60— 612 ein Verzeichnis der deutschen und welschen Fürsten, Räte und Ge— . sandten, die beim Kaiser sind, und eine— stark übertriebene— Aufzählung der kaiserlichen Truppen. Danach soll der Kaiser haben«an pferden 12000 deutsch pferd on des von Beuren, 2006 pferd gering Italiener, 1000 schutz[en]pferd Italiener, 1000 pferd ir kai. Mt. graven samt hoffdienern, 49 fenlin teutscher knecht, 24 fenlin spanisch, 73 stuck geschütz, 6000 pferd vor der arkleri.) 2 Über seine Beglaubigung vgl. Nr. 459, Anm. 2.— Dem Landgrafen schrieb der Kurfürst schon am 12. Dezember, Bassefontaine sei(des fordern tags zu Darmstad bei uns ankommen»(Ilmersheim[= Ilbenstadt]; Ausf. in Marburg, Arch., Sachsen,(B. L); praes. Kassel 15. Dezember; ben. von Mentz, a. a. CO., S. 70). Obiger Brief an Strassburg, Augsburg und Um(vgl. den Zettel und Anm. 7), der also damals schon fertig war, wurde beigelegt(Abschr. o. D., a. a. CO.. 3== Zins. gegen Bürgschaft von Strassburg, Ulm und Augsburg leihen. 517 aber die vorsicherung solt dargegen durch euch und... Augsburg und Ulm geschehen..., also das ihr und dieselben stedte euch gegen eurn kaufleuten dorumb tettet vorschreiben, welche sich forder gegen ko. W. kaufleuten solten vorpflichten, domit es seiner ko. W. halben desto unvormerkter mochte zugehen, mit denen sich sein ko. W. ferner wol wolten wissen zu vorgleichen, das derselben kaufleut obligation irer ko. W. cedirt und aufgetragen wurde. und obwol der landgraf, wier und die einung durch solche fursetzung ko. W. halben von wegen eins vortrags oder friedens, do uns derselbe nach unser gelegenheit mocht furstehen, solchen anzunemen unvorstrickt und unvorbunden solten sein, so hat doch sein ko. W. suchen lassen, das sein ko. W. in solchem vortrag ader frieden auch mocht begriffen... werden, wie dan sein ko. W. hievor in gleichnus unsernthalben auch getan etc. uf welchs wier gedachtem legaten mit vorwissen und mitbedenken des landgrafen rethe hinwider dermassen beantwort, das wier wusten..., das ihr in diesem kriege euch vast hoch angegriffen und mit gelde erschopft hettet; derhalben wier euch mit solcher vorsicherung gerne vorschonet sehen wolten. und haben der— halben furgeschlagen, das die vorsicherung gegen berurter summa geldes von s. L. und uns vor uns selbst und der einung wegen solt beschehen und ihr und die andern stedte damit vorschont bleiben, der zuvorsicht, ko. W. solt und wurde daran zufrieden... sein. darauf der legat geantwurt, er hette von ko. W. der vorsicherung halben keinen andern bevelh, dan wie gehort worden; dorumb er sich auch uf unsern bescheéhenen furschlag nit konte vornehmen lassen. hat aber vor sein person darzu nicht ubel getrostet, sich auch erbotten, ko. W. uf der post davon zu schreiben..., wie dan beschehen, also das er seiner ko. W. bescheids... darauf in zwolf tagen wider zu erlangen verhoffte Dieweil ihr dan aus der copei des vormeinten keisers schrift eigentlich zu vormerken, wie sein gemut gegen uns, euch und den stenden der einung und das er vieleicht seinem vorhoften vortel nach dieser zeit sich nit wirdet bewegen... lassen einiche handlung eins vortrags ader friedens halben zu bewilligen..., sundern uns, wie er sich in gemelter schrift vornehmen lest, nachzuhengen, und euch aber unvorborgen, wie beschwerlich die sachen unser abgedrungenen lande halben, die wier... vormuge des gengischen... abschidsd widerumb zu recuperire n... genzlich entschlossen.... dieser zeit stehen, darzu ihr und andere stende und stedte der einung... uns widerumb zu helfen bewilligt... und aber itziger gelegenheit nach, wie v ir bisher vormerkt, wenig und schier gar nichts mit gelde thun wollet, so habt ihr als die v orstendigen leichtlich... zu ermessen, wo der veind Seinem furgeben nach uns volgen und sich an uns hengen solte, zu was vorhinderung, auch weiterm unwiderbringlichem schaden und vorderbe uns solchs an widereroberung unser abgedrungenen lande gereichen w urde. dorumb uns solch gelt an die hand zu bringen hochlichen von notten, diew eil euch unverborgen, wie es bezalung halben des krigsvolks, beide zu ros und fus, eine gelegenheit hat, das man ihnen zu der zeit, als sie uns zu obgedachter unser hulf zugewiesen, vortagter besoldung zum teil in einem, den andern und drithalben monat schuldig blieben, welche auch itzo bei uns umb entliche bezalung vast ungestum anhalten. so wil von notten sein, das wir, und zuvorderst da uns der last und die beschwerung aller uf den hals kommen solt, wie dan ge4 Vom 16. November; vgl. Nr. 458, Anm. 1 . me, 518 1546. Bürgschaft für das französische Darlehen. schehen[wurde], do sich der veind an uns hengen wurde, das angebottene gelt von ko. W. zu Frankreich zu behulf des kriegsvolks in unsere hande bringen, dazu ihr ane zweivel noch eurm vormugen nit werdet mangel sein lassen. Und wiewol wier nach gelegenheit des legaten vertrostung keinen zweivel haben..., ko. W. werde an unserm furschlag... zufrieden sein; wurde aber vieleicht sein ko. W. solchs wegern... und uf seinem furschlag... beruhen, wie dan aus ko. W. antwort... zu vorstehen sein wirdet, so ist unser gnedigs . ansuchen, ihr wollet euch uf solchen valh, welchs euch alsdan durch uns vormeldet werden solle, nicht beschweren, die vorsicherung neben und mit den stedten Augsburg und Ulm gegen eurn kaufleuten zu thun, damit daran nit mangel furfallen und wier solch gelt zu bezalung der vortagten besoldungen des krigsvolks genzlichen bekommen mugen. dagegen sollet ihr und die andern zwo stedte von dem landgraven und uns(samt den sechsischen einungsvorwanten stedten, welchs wier uns bei ihnen zu erlangen... be— vleissigen wollens) mit gnugsamer schadlosvorschreibung vorsehen werden im valh aber, do ihr euch je gegen eurn kaufleuten allein zu vorpflichten bedenken hettet, so gesinnen wier gnediglich, ihr wollet mit denselben eurn kaufleuten, bei welchen ihr am meisten vortrauen habt, die furwendung thun, das sie unbeschwert sein wolten in ihrem namen des konigs suchung nach gegen ihrer ko. W. kaufleuten sich vor solch gelt zu vorpflichten. so seint wier erbottig neben dem landgrafen und euch uns widerumb mit statlicher vorsatzung ader sonst, wie sie vorsichert sein woln, vorsicherung uf— zurichten, damit sie in alweg schadlos gehalten soln werden... Dan nachdeme es darauf ruhen wil, wie sich die sachen unsers veinds halben ansehen lassen, das der angefangene krig... wirdet mussen beharret und continuirt werden, wie dan aus einer schrift, so herzog Moritz an die von Magdeburg gethan, davon ihr hineben copei werdet befinden, das er nit allein gedachten von Magdeburg, sundern auch den andern sechsischen einungs verwanten stedten zuzusetzen willens, auch zu vormerken, so seint wier gnediglich erbotig..., das unser... getreulich auch dabei zu thun, das... an uns kein mangel gespurt... sol werden, wie wier uns auch zu euch gnediglich vorsehen woln; welchs aber von uns, wie ihr als die vorstendigen leichtlich zu erachten, nit wurde beschehen konnen, do wier unsere abgedrungene lande nit widerumb, als wier doch hoffen, bekommen und uns durch euch und die einung darzu nit geholfen werden solte. Schreibt ebenso an Augsburg und Ulm7. Bittet jederzeit um Nachricht über das Oberland «durch eilende post auf Darmstedt... Dat.(Grunberg) 14. Dezember 46. Zettel: Bittet die beiden Briefe an Augsburg und Ulm zu besorgen. 5 Am Rand hier eine Hand als Merkzeichen; wahrscheinlich von Jakob Sturm, der nachher eine kurze Inhaltsangabe an den Rand gesetzt hat. 6 Schreiben aus Torgau vom 15. November; Abschr. in AA 547, f. 80- 81; Auszug bei Brandenburg, Pol. Korr. II, S. 957, Anm. 1. Ausf. in Augsburg, Arch., Literalien 1546 bzw. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVIII 1546. Basel leiht Strassburg 10 000 Gulden. 519 485. Der Kurfürst von Sachsen und Landgraf Philipp an den Ratz. 1546, Dezember 16. Kassel. Str. St. Arch., AA 456, f. 165—166, Ausf. der hess. Kanzlei mit den Siegeln der heiden Fürsten, doch ohne ihre Unterschrift, Lect. J. Januar 1547. Erinnern an den Tag zu Frankfurt am 12. Januar. Erinnern nochmals an den von den Gesandten in Ulm beschlossenen Tag in Frankfurt vom 12. Januar? und bitten ihn durch Gesandte«mit volkommenem bevelch zu beschicken. Dat. Kassel 16. Dezember 463. 186. Die XIII von Basel an die XIII. 1546, Dezember 16. Basel. Str. St. Arch., AA 556, f. 69— 70. Ausf.— Prod. So. 19. Dezember. Ben. in Hidgen. Absch. IV, Id, S. 729 zu ff und von Geiser, Haltung der Schibeia währ. d. Schm. Kr.,&. 228. Wollen noch 10000 Gulden leihen; Tag zu Baden; Gerüchte über das protestantische Heer; bitten um Nachricht. Auf die Anfrage der XIII Nr. 471] teilen sie mit,(das wir uber die 16000 fl., so wir hie vor ufbracht und uch darvon 12000 fl. und... Costanz 4000 fl. mitgetheilt, nach 10000 fl. in Basler munz ufprochen III..., dessen 8000 fl. in golderonen, und nemblich jede cronen fur 21b. stebler, und das ubrig in talern und batzen, da allwegen uf 15 batzen vier rappen, und alles zu Basel munz, also das es alles 10000 fl. an munz, je 1 1b. 5 ß unser stett werung, so man stebler nemt(l], zezeltz, thun wurdet; so uch nun die, wie wir si ufgenommen, und das hundert jars mit funf gulden obgenanter werung zu verzinsen anzenemmen... gefellig, sind wir uch die... uk das nechst ingand nuw jar zu Strasspurg, damit ir der fur halb nit vil gefar beston dorfend, durch wechsel, so sich jetz ongefar zutragen, uberantworten ze lassen urputig, doch das die zinsverschribung, wie die anderes, mit lifferung des jarzinses und widererlegung des houptguts, also das sollichs allhie gescheche, gestellt und uns zu handen gefertiget werde.» 485 1 Dasselbe Stück in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVIII, Nr. 2284; Ausf. mit einem Zettel: Ulm möge beiliegende Briefe an die andern oberländischen Städte senden.— Dis Ausf. in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 23, Nr. 34, S. 151 trägt den Vermerk: Praes. 12. Januar.— Nach einem Zettel bei dem Entw. in Marburg, Arch., Nr. 928 wurde das Schreiben auch an die sächsischen Bundesstädte gesandt. 2 Vgl. Nr. 474, Anm. 3. 3 Im Strassburger Rat wird bei der Vorlage am 4. Januar erklärt: Da Frankfurt sich ergeben habe,«kan man den tag nit besuchen; last mans dabei bleiben. und so man dem landgraven in andren sachen on daz schreibt, mag man das auch» erwähnen(Ratsprot. 1546, f. 643). 486 1 Vgl. dazu Nr. 347 und bes. Anm. 2. ? Vgl. Jul. Cahn, Der Rappenmünzbund(Heidelberg 1901). 8. 136. 3 Der Baseler Stadtschreiber Heinrich Ryhiner bat gleichzeitig Klaus Kniebis,«da mir amts halben die zinls verschribung zu fertigen und min gewon dliche belonung dar von ze nemmen gehurte, in ansehung das ich alle zins verschrihungen, da wir sollich gelt ufgenommen, vergebenlich gefertigt», dafür sorgen zu wollen, dass er, obwohl die Briefe in der Strassburger Kanzlei gefertigt würden, wie das vorige Mal entschädigt werde(Or. in AA hö6, f. 13). 8 ö 1546. Gerüchte über das schmalkaldische Heer; ; on . Machen Mitteilungen über die Ergebnisse des Tages zu Baden, besonders über die Verhandlungen mit dem französischen Gesandten,«dem herrn von Larrevieren vn. Melden seltsame Gerüchte über den Krieg. Man sagt, es siend der churfurst und lantgraff in etwas unwillen abzogen, das si gar kein anschlag, wie und was man sich furer halten wolle, gemacht“-5 deshalb die erbaren stett nit wol zufriden. und solle der keiser doctor Giengerns, des romischen konigs canzler, so ein geporner Ulmer, zu etlichen stetten uf derselben begeren geschickt, mit denen was handlung furnemmen lassen ete.; das ouch des von Heidecks und Schertlins regiment gar zerloffen, kein zug me dann allein das wurtenbergisch kriegsvolk vorhanden etc.; deshalb die kei. Mt. hin und har zieche, nemme in, was si wolle, lasse im schweren und bischof von Augspurg glich die abgottereien wider ufrichten. zudem sie das kriegsvolk so ubel bezalt, das disen stenden ze dienen wenig lustig siend. da so ist unser fruntlichs begeren, ir wollend uns ditz angeregter loufen halb, so vil euch gepurt, euwers wussens verstendigen und sonderlich, ob die kei. Mt. die stett dem rich ime schweren lasse, wie ers mit der religion halte und wie es... dem churfursten... und lantgraven... ergange, ob si nach in was rustung und den krieg mit ernst zu beharren vorhabens siend, be— richten...) Dat. Do. 16. Dezember 46. 487. Landgraf Philipp an den Rat. 1546, Dezember 16. Kassel. Str. St. Arch., AA 547, f. S- S7. Ausf.— Lect. 27. Dezember. Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 41; eine Stelle gedr. von Ranke, Deutsche Gesch. i. Zeitalter d. Reform. IV, S. 360, Anm. 2. züren bedroht sein Land; will sich wehren, hat aber kein Geld; bittet ihm eine Summe nach Frankfurt zu schicken und die kleinen Städte auch dazu zu be— stimmen.— Zettel: Neue Nachrichten über Büren. C... Wie sich die kriegssachen... zwischen uns, diesen stenden, und unser aller veind, dem keiser,... zugetragen haben, das werdet ir on zweifel gnugsam berichtet sein... Erinnert an seinen durch die Witterung und den Futtermangel erzwungenen Abzug vor Giengenz?.«So kommen uns... von... mehr orten kundschaften ein, das dieselbigen unsere veind und sonderlich aber der von Beurn uf den beinen und weg sein soll, in unser land zu ziehen, darin zu wintern und sich seins vermugens umb solch unser land und die vestnungen mit ernst anzunemen. dargegen wir uns sovil muglich und von gott versehen ist, sonderlich aber in unsern vestnungen verfast ze machen und ufzuhalten gedenken. hoffen aber dannost darneben, do wir mit etzlichen à Von diesem Teil des Briefs steht ein ausreichender Auszug in Fidgen. Absch., 2.. CO.; Der Name des französischen Gesandten ist, wie oben im Text angegeben, zu lesen. — Francois de La Rivière trat an die Stelle von Mor6let(E. Rott, Hist. de la representation diplom. de la France auprès des cantons suisses I[Bern et Paris 1900], 8. 334).— Über die eidgenössischen Verhandlungen mit Frankreich vgl. auch Nr. 468. 5 Zu seinen Verhandlungen mit Ulm vgl. Rommel, Reichsstadt Ulm, S. 6öff. 487 Nach dem Entw. in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 311—314 war der Brief auch an Augsburg und Ulm gerichtet. Das Schreiben an Augsburg ist ben. von Vogel, Augsburg i. Schm. Kr., S. 77; Ausf. des Schreibens an Ulm in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVIII, Nr. 2283; ben. von Keim, Ref. Gesch. Ums, S. 372. 2 Der Wortlaut dieser Stelle ist gedr. von Ranke, a. a. O. Landgraf Philipp bittet Strassburg um Unterstützung durch Geld. 521 reisigen und fussknechten versehen und der veind so ganz stark nit uf uns zohe, das wir mit denselben und unserm landvolk ime nit geringen abbruch zufugen wolten, zuvor... er seinen willen an unsern landen und leuten schaffen mocht. dieweil aber solchs on geld nit bescheen kan... und ir liderlich zu erachten hapt, was gestalt und wie hoch wir uns diesen ver— schienen sommer und herbst gelts halben erschöpft, derwegen wir mit einer solchen summa, wie hirzu von nöthen, nit konnen verfast sein; und nun durch göttliche schickung der krig von euch, den Oberlendern, abgewendet, auch, wie wir berichtet, Schertlins regiment knecht von euch beurlaubet sein sollen, aber die last und beschwerung numer fast allein uns und unsern. armen landen und leuten, desgleichen dem churfursten zu Saxen obligen wirdet, so thun wir hiemit in craft unser mit einander habenden ainung..., auch sonst gonstiglich... an euch gesinnen..., das ir uns mit einer stattlichen ansehentlichen summa gelts nach euer stadt gelegenheit und vermugen zu hulf und steur kommet, uns solch geld ufs furderlichst gein Frankfurt an Mein zufertiget und bei diesem botten uns verstendigt, wiewilll! solchs gelts sein und uf was tag es zu Frankfurt geliffert werden solls. in gleichnus wollet auch bei den andern kleinen oberlendischen stetten unser christlichen verein befordern..., das sie gleichermassen ein jede nach irem vermugen... uns mit einer summa gelts zu steuer komen...) Dat. Kassel 16. Dezember 46. Zettel:«Post scriptà kommen uns die kuntschaft ein, das der von Beurn mit seinem kriegs volk gelegen sei zu Bischessem LTauberbischofsheim]; und darfur wirs achten, so wirdet er numer albereid uf den grenitzmen unsers lands sein, derwegen dis geld... nicht also sicher mocht gein Frankfurt pracht werden. uf denselben fal wollet uns ein andere malstat benennen, dahin ir das geld zu liffern gedenkt. datum ut supra.) 488. Der Rat von Heilbronn an die XIII. 1546, Dezember 17. Heilbronn.] Str. St. Arch., AA 542, f. 28. Ausf. Lect. 22. Dezember.— Der Schluss gedr. von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 132, Anm. I. Nachrichten über den Fall von Nördlingen, Dinkelsbühl, Rothenburg und Hall; auch Heilbronn selbst hat sich ergeben. Hat den Brief der XIII* mit dem Dank für den letzten Brief Vr. 477 und der Bitte um weitere Nachrichten erhalten. Teilt daraufhin mit,«das Nordlingen und Dinkelspuhel von kei. Mt. ires langsamen ergebens halb zu gnaden und ungnaden und die Schlussel zu den stattporten von inen genommen, sie mit landsknechten besetzt und noch gnad gewertig, aber Rotem-— purg on einichen anhang, auch Schwebischen Hall, da jetzund kei. Mt. mit irem kriegsvolk in groser anzall ligt, desgleichen auch wir, nachdem der kriegszug zum sterksten und ernstlichsten uf uns furgenommen und uns zum hochsten uf ungnad und straff betreuet, wir auch aller hilf und rettung halb verlassen von denen, so wir uns vertrostet haben solten, an unsern armen leuten hart verderpt und herwiderumb gwiss vertrostet worden, das die kei. Mt. niemand der religion halb beschwert, auch desselben unbezich3 Am 27. Dezember wurde der Brief im Rat vorgelegt, der das Anleihegesuch abschlägig beschied(Ratsprot. 1546, f. f. 630; zum grössten Teil gedr. von Holländer, a. a. O. 8. 1); vgl. auch die Antwort der XIII vom 28. Dezember in Nr. 504. YET en [557 » 1546. Fall von Nördlingen, Dinkelsbühl, Rothenburg, Hall und Heilbronn; tigt sein will, auch wir erfarung bekomen, das etlich grosse heupter und stett vorlangest bei der kei. Mt. umb gnad angesucht und in handlung gestanden, wir uf unser ergeben! auch zu gnaden ufgenommen worden und der kei. Mt., unsers allergnedigsten hern, bei uns taglichs in underthenigkait gwertig seien.» Über den sächsischen Zug wissen sie nichts Neues. Dat. Fr. 162. Dezember 46. ] 1489. Der Rat von Frankfurt an die XIII. 1546, Dezember 17. (Frankfurt am Main.] Str. St. Arch., AA 544, f. 52— 55. Ausf.— Prod. Do. 23. Dezember. Ben. von Collischonn, Frankfurt J. Scãm. Kr., S. 79. Dank für das Anlehen; Durchzug des Kurfürsten; Büren in der Nähe; Be— gnadigung von Hall und Heilbronn; Absichten des Kaisers; senden Briefe des Kurfürsten. Danken für die geliehenen 1000 Gulden, die euerm begeren nach wills got hiezwischen unser fastenmesszeit zu Strassburg widerumb entricht... sollen werden...? Ir werdet von euerm raisigen knechts, der eben der zeit, als... der churfurst zu Sachsen alhie durch- und furgezogen, alhie gewesen, genugsamlich berichtet sein, wie es damals ain gestalt gehabt, nemlich das der churfurst das geschutz mehrerntails hie durch geen lassen und mit den reitern, so in seiner churf. G. und... des landgraven cost reiten, auch alhie durchgezogen und den weg uf Hirsfeld zu genomen, aber die soldreiter samt dem fussvolk und dem ubrigen geschutz zu Aschaffenburg und daselbst, umbher uberkomen und zu Aschaffenburg den gaistlichen 40000 gulden prandschatzung abgetrungen haben, deren 15 000 bezalt; ob aber das ubrig auch bezalt seie oder bezalt werde, konnen wir nit wissen. es hat sich auch das kriegsvolk in den menzischen und andern flecken mit raub, plunderung | und anderm beschwerlich gnug gehalten. sint also bisher umb Gelnhausen . still gelegen und, wie man sagt, gestern ufgeprochen und nach Fulda gezogen, wie man sagt, den churfursten zu Sachsen zu Hirsfeld anzutreffen. es ist aber solch kriegs volk so gar arm und lang unbezalt, das es sich teglich rotenund haufenweise verlauft und zu besorgen, sein churfl. G. werde des wenig mit ir hinein ins land zu Sachsen bringen. so lasst es sich ansehen, als wolte . 488 1 Ihre Gesandtschaft kam am 14. Dezember zum Kaiser nach Rothenburg; vgl. .. v. Druffel, Viglius, 8. 213 zum 14. Dezember. . 2 Freitag ist aber der 17. Dezember! . 489 1 Vgl. Nr. 472, Anm. I. . 2 Am 15. Juni 1547 sendet Frankfurt seinen Ratsfreund Hans Niclaus mit den 1000 Gulden und bittet, e. L. wöllen... ime dagegen quittung uberliffren lassen, auch am langen verzug der bezalung kain verdruss haben)(Ausf. in AA 558, f. 55; prod. Mo. 27. Juni). Gleichzeitig schreibt Frankfurt auch an Konrad Joham, dass Niclaus ihm die geliehenen 3000 Gulden zurückbringe(Entw. in Frankfurt, Areh., Reichssachen II, Nr. 1026). — Im Strassburger Rat wird am 27. Juni beschlossen, das Geld dan der munz zu endphahen und von der stat wegen zu quitiren)(Ratsprot. 1547, f. 343 a). Am 1. Juli erwartet Niclaus das Geld; am 9. Juli abends trifft er nach der Zahlung wieder in Speier ein(Orr. vom 1. und 10. Juli in Frankfurt, a. a, CO.). Die Quittung des Strassburger Rates ist am 4. Juli ausgestellt(Ausf. in Frankfurt, a. a. CO.). 3 Es wird der in Nr. 477, Anm. 1 erwähnte gewesen sein. Durchzug des Kurfürsten von Sachsen durch Frankfurt. 523 der hessisch adel auch nit volgen, sonder werde sich dahaim enthalten. dann wir konnen euch mit ganz beschwertem gemut nit verhalten, das der von Beurn vor Rotenburg ufgebrochen und den zug herab uf Miltenberg genomen; mag uf dise stund mit seinem volk zum tail zu Aschaffenburg sein. und lauten die kundschaften dahin, das er auf uns und die graveschaft Catzenelnpogen ziehen werde. und haben demnach e. L. wol zu ermessen (nachdem diser stend kriegsvolk getrennt und nach der trennung kain abschid gemacht, wes man sich im fall, da ainicher stand, wie wol zu vermuten gewest, auch algerait beschehen, uberzogen wurde, mit hilf, rettung und entsetzung[zu] halten oder zu versehen hette), in was hoher und eusserster sorg und gefahr wir, als die allen ainigungsverwandten entlegen, an gelt erschopft*, mit kriegsvolk nit versehens und also hilf- und trostlos gelossen sint, des von Beurn halben sitzen werden... dann wiewol uns vertrostung beschehen ist, uns etliche fenlin knecht aus bed n dem sächsischen und hessischen regimenten zukomen zu lassens, so ist doch wol zu erachten, was wir mit ainem solchen unbezalten kriegsvolk, ob wir das herein zu uns nemen wurden, mogen ausrichten und von inen zu gewarten haben. daneben langt uns vertreulich und glaublich an, das sich die stat Hall mit der kai. Mt. in handlung eingelassen und begnadet sein soll an vorbehaltung ainicher straf, auch on beschwerung der religion halben etc.. und soll Hailprun? in gleicher handlung steen. und mainen etliche, die kai. Mt. werde von Hailprun auch die Bergstrass herabziehen; etliche aber halten es dafur, er werde den zug in das land zu Wirtemberg nemen, daselbst das winterlager zu haben. Hiebei verwarte brief Nr. 484] sint uns von herrn Jobsten vom Han, sachsischem canzler, zugeschickt mit beger, dieselben zu euern handen zu verfertigen. Das alles haben wir euch, unsern besonder lieben und guten freunden, vertreulich nit wollen... verhalten. und wolten nichts liebers, dann das wir die unsern bei euch haben mochtens, sich von diesen schweren obligen... mit euch zu underreden und beradtslagen, wie wir uns in die sachen schicken solten. es will es aber zeit und gelegenhait dismals nit erleiden... Dat. Fr. 17. Dezember à6. 490. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Esslingen. 1546, Dezember 18. Strassburg. Stuttgart, Arch., Büschel 92. Ausf.— Praes. Mo. 20. Dezember. Bitten um Bestätigung der Nachrichten über Verhandlungen Württembergs, Ulms und Augsburg mit dem Kaiser. C.. Uns langt an, wie die kai. Mt. vergangens donnerstags Hailpronn ingenomen und aigner person daselbst ankomen in willends von dannen ins land Wurtenberg zu ziehen und im selben ir winterleger zu haben. dagegen langt uns aber auch an, als ob Würtenberg mit irer Mt. sich vertragen und die ( 4 Vgl. dazu Collischonn, a. a. CO., 8. 79- 8. 5 Sie hatten am 1. Dezember ihr Fähnlein entlassen(Collischonn, a. a. CO., S. 689. 6 Vgl. dazu a. a. CO., S. 71 und 79. Vgl. r. 488. 8 Vgl. darüber auch Nr. 472, Anm. I. 1546. Ulm verhandelt über seine von Ulm und Augspurg auch in handlung ston sollen. wiewol wir nun demselben nit wol glauben geben konden, das sollich handlung uns und andern stenden der verein hinderruck furgenommen noch beschehen soll», bitten sie um Auskunft, wie es damit steht, auch«wo hienaus die kei. Mt. zuge und wie stark ir Mt. zu ross und fus sei. dann wie uns anlangt, so soll ir Mt. den von Beuren mit etlich tausent pferden von sich auf Frankfurt geschicht haben. von dannen ist der churfurst zu Sachsen vergangen montag nach dem land zu Turingen zogen.» Mögen, wenn nötig, ihrem Diener ein anderes Pferd leihen, bis sie es wieder zurückschicken. Dat. 18. Dezember 46. 491. Die Geheimen von Ulm an die XIII. 1546, Dezember 19. Ulm.] Str. St. Arch., AA 548, f. 67— 70. Ausf.— Prod. Do. 23. Dezember. Erw. bei Keim, D. Reform. d. Reichsstadt Ulm, S. 385 und ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 36- 37. Hatten schon lang Anerbietungen zur Vermittlung erhalten. Da jetzt keine Aussicht mehr vorhanden ist und sich eine Stadt nach der andern ergibt, haben sie sich in Verhandlungen eingelassen, die noch nicht beendet sind. Haben ihren Brief! erhalten«und wissen darauf e. F. in sonderm gehaim und vertreulicher wolmainung nit zu verhalten, das hievor zeitlich etliche vertraute personen, wölche e. F., uns und den Oberlendischen guts gönnen, mit einfuerung viler treffenlicher und ansehenlicher ursachen bei uns angehalten . uf mitel ains fridens bedacht zu sein, des verhoffens, wo wir jemands vertrauter furderlich zu ine absenden, das wir neben andern us disem be— schwerlichen und onseligen krieg mit gott und ern komen möchten; im fall aber sollichs verzogen, wurd solliche gelegenhait hienach nit mer also zu erlangen sein etez. wölches wir nun damals und lang uf ime selbst beruwen und uns weder in wagerung noch bewilligung unsers gemuets mit nichten vernemmen lassen wöllen, sonder geacht, die sachen solten sich sonst noch uf unserm thail zu der erledigung also geschickt haben], wie wir all verhofft und vertröstung empfangen haben. nun wissen sich aber e. F. schier des widerspils und namblich dessen... zu erinnern, was wir laider bis doher für ain beschwerlichen krieg gefüert, dardurch wir unsersthails nit allain etlicher-m massen unserer burgerschaft, auch der underthonen uf dem land entraubt, sonder auch fürnemblich an unserm vermögen und cammergut also er— schöpft, das wir gar ain geringe anzal als ungevärlich dreu vendlin knecht, so wir allain zu besatzung in unser statt us unvermeidenlicher notdurft angenommen, schwerlich und mit hohen unstatten erhalten können. wie dann unser arme landschaft und namblich in die fünfunddreissig flecken durch unsere widerwertigen so jämmerlich und hart verdörbt, geblundert, und zum thail verbrennt, davon werden e. F. gesandten, so sie jüngst alhie gehapt,... anzaig zu thun wissen.» Erinnern daran, dass die Schmalkaldener mit ihrer grossen Heeresmacht bisher nichts haben ausrichten können, dass das Oberland bisher die alleinige Kriegslast getragen hat und davon so ausgesogen ist, dass man sich nicht einmal über die Unterhaltung des Winter491 1 Vom 14. Dezember; vgl. Nr. 482, Anm. 1. ? Über das Vermittlungsangebot von Hans und David Baumgartner, auf welches hier angespielt ist, vgl. Rommel, Reichsstadt Ulm, S. 60ff. . 2*——————* M— X* k 8 ro 2 Unterwerfung mit dem Kaiser. lagers hat vergleichen können.«Us dem allem e. F. und ain jeder verstendiger gar gering und leichtlich zu schliessen hat, das wir mit dem ubrigen thail weitere kriegshandlung nit wol anfahen, zu geschweigen ain klaine und not— durftige zeit continuiern und erhalten möchten; wölches wir dann unsersthails (wie sollichs e. F. und anderer stend gesandten alhie vor auch von uns vernommen) in vertrauen unverscheucht bekennen muessen...) Für einen erfolgreichen Widerstand fehlt es zudem an Kriegsvolk, vor allem an Reitern, welche die beiden Fürsten alle mitgenommen haben«und uns heroben den veind nichtzit desterweniger beschwerlich ob dem hals gelassen, wölcher auch, wie wir zum höchsten verwarnet, gegen uns also furzufarn gesinnt, das ime unsers besorgens wenig stött bevorsteen und dannocht land und leut darzu gar und zum höchsten verdörpt werden. Deshalb haben sich bereits Giengen, Nördlingen, Aalen, Bopfingen, Dinkelsbühl, Rothenburg o. T., Schwäbisch Hall und Heilbronn dem Kaiser ergeben. Auf den Beistand der sächsischen einungs- und der anderen religionsverwandten Stände ist nicht zu rechnen. Daher ist dains eſrbarn] raths und unsers erwegens alle menschliche hilf und mitel entzogen, dardurch wir uns vor disem be— harrlichen, vermöglichen gewalt ufhalten solten oder möchten.) Selbst wenn der Kaiser Ulm nicht belagern sollte, kann er mit der Stadt doch durch Besetzung und Plünderung ihrer Landschaft,«auch ufhaltung aller pro— phiand und victualien im fürstenthumb Wurtemberg und unserer landschaft unverhindert also handlen mögen, das es uns nit anderst ader weniger als ain belegerung zu achten sein wirt. Und hat demnach ain elrbarer] rathe uf weitere erinnerung und an— manung angeregter vertrauter personen nit underlassen wöllen, die seinen zu schicken und anzuhören, wes vergleichung oder versüenung doch wölle oder möge gefunden werden, und sonderlich dohin zu tringen bevelch geben, die sachen zu gemainem vertrag zu bringen. darzu uns merernthails bewögt, das wir befunden, das Sachsen, Hössen, Würtemberg und andere mer auch nach sonderer ussönung und befridung getracht haben und noch in emb— siger übung steen. was nun mit verleihung göttlicher gnaden ervolgt, wirt die zeit zu erkennen geben; dann in sollicher handlung steen wir noch unverglichens. und werden, wo immer möglich und erhöblich, an unserm vleis nichtzit underlassen, ob gemainen stenden us der sach mit ainander mochte geholfen werden. so gedenken wir auch nichtzit anders zu handeln, dann... was wir mit gott und eern, auch gutem gewissen verantwurten können.» Dat. So. 19. Dezember 4à6 Zettel: Haben vom Kurfürsten und Landgrafen ein gleiches Schreibens wie Strassburg erhalten. Da die Fürsten darin keine Antwort verlangen, auch der Bote nicht, der nach Augsburg weiter geritten ist und nicht wieder herkam, da sie ferner nicht wussten, wo sich die Fürsten befinden, so haben sie bis jetzt nicht geantwortet. Senden auf Strassburgs Wunsch beiliegende Zeitungen®,«die bei wenig tagen angelangt». 3 Über den Stand der Verhandlungen Ulms mit dem Kaiser zur Zeit der Abfassung obigen Briefes vgl. a. a. CO., S. 74ff. 4 Der Zettel ist nur im Entw. des Briefes in Um, Arch., Ref. Akt. XRXXXVIII, Nr. 2294 erhalten. 5 Gemeint ist Nr. 467. 6 Abschr. in AA 548, f. 55— 57 und in Um, a. a. O., TXXIVb, Nr. 1483 u. XXXVIIb, Nr. 2. Es sind Auszüge aus folgenden 5 Briefen: 1546. Nachrichten vom Kurfürsten von Sachsen, Herzog Moritz und dem 492. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1546, Dezember 20. [Strassburg.] Basel, Arch., Stadt Strassburg C. Ausf. Prdes. et leèct. 27. Dezember. Nehmen das Darlehen von 10000 Gulden an; Nachrichten vom Kurfürsten von Sachsen, Landgrafen Philipp und Herzog Moritz; Grund, warum das Winterlager nicht zustande kommt; Fortschritte des Kaisers; Schertlins Regiment; Bündnisverhandlungen der Schweizer mit Frankreich. Haben ihren Brief vom 16. Nr. 486] erhalten und danken für die angebotenen 10000 Gulden; bitten sie hierher zu schicken; werden dann die Verschreibung senden. Betreffend die seltsamen Reden,«do wissen wir von keinem sondern unmwillen; dann der churfurst keiner andern meinung abzogen, dann sein land wider zu erobern. und als wir euch jungsten geschriben Nr. 478], wie sein churfl. G. das volk gethailt und zu Darmstetten wider zesammenkomen sollten, da haben wir seither die zeitung gehabt!, das etlich reuter sampt dem fussvolk auf Miltenberg, Aschaffenburg und andere menzische flecken gezogen, dieselben geschätzt und der churfurst sonntag den 12. dis zu Frankfurt wider ufgebrochen aufs land Thuringen ziehend und sollen die obangez0ognen reuter und fussvolk auf dem weg wider zu sein churfl. G. kommen.» Der Landgraf ist noch nicht wieder beim Kurfürsten, sondern soll noch in Sachsen sein, um Moritz mit dem Kurfürsten zu versöhnen. Moritz hat Wittenberg berannt, aber nicht belagert und ist dann auf Halle gezogen, «im schein, als obs demselben bischof[von Magdeburg] zum besten beschehe», und hat es, wie den grössten Teil des kurfürstlichen Landes, eingenommen. 1.(8chreipt ainer von Heilpronn aus[nach Ulm, a. a. CO., XXXVIII, Nr. 22872 ist es ein Brief von Dr. Jakob Ehinger an seinen Bruder Hans, den Pfleger von Geisslingen]... den 15. Decembris.., sie seien des kaisers alle tag gewertig; sie von Hailpronn haben auch ir potschaft bei irer Mt., die seie noch... nit widerkomen. Herzog Ulrich... begere auch der stang). 2. Vom 16. Dezember: Der Kaiser zieht von Rothenburg auf Hall, wo gestern um 12 Uhr schon viel Volk ankam, dann nach Heilbronn und durch das Weinsberger Tal nach Württemberg; denn er hat schon am 13. Alba«in anzug gesannt) und ist am 14. selbst in dessen Lager gewesen. 3. Vom 17. Dezember[Brief Aalens an Ulm; vgl. Ulm, a. a. CO., Nr. 2303]: Die kaiserlichen Pläne werden geheim gehalten; doch hören sie heute, dass das Heer am 14. nach Hall aufgebrochen ist, wo der Kaiser am Do. 16. abends eintraf. Mehrere Dörfer verbrannt. Pfalzgraf Friedrich ist gestern von Ellwangen dem Kaiser nachgezogen. Vom 18. Dezember Bericht des Ulmer Kundschafters Hans Barter; vgl. Ulm, a. a, C., Nr. 2290): Am 16. Nachmittags 3 Uhr ist der Kaiser mit 24000 Mann in Hall eingezogen;«alle hausthüren durch die Spanier und ander zerbrochen..., auch die umbligenden dörfer uf ain meil wegs... geblinderty. Der Kaiser soll Herzog Christoph in Württemberg einsetzen wollen. Heut soll der Pfalzgraf nach Hall kommen[er kam schon am 17.; vgl. v. Druffel, Viglius, S. 214. 5. Am 18. Dezember Abends Wilhelm Vetzer, Vogt zu Geisslingen; vgl. Ulm, a. a. C., Nr. 2288]: In Heilbronn ist schon für den Kaiser furiert worden; man erwartete ihn dort am Do. II6.. In Esslingen hat er gehört, Herzog Ulrich habe die 400 Haken-m schützen in Stuttgart entlassen. Es heisst in Wiesensteig, der Kaiser habe Graf Georg die Herrschaft Helfenstein zugesagt. 492 1 Wahrscheinlich stammen die folgenden Nachrichten von dem reisigen Knecht, welchen Strassburg nach Frankfurt und Heilbronn geschickt hatte; vgl. Nr. 477, Anm. 1 und Nr. 489, Anm. 3.. > Kaiser; Verhandlungen der oberländischen Städte über ihre Unterwerfung. 527 «Nun ist aber dis der anschlag gewesen und also von den stenden verabschidet worden, das man ain namhafte anzal zu ross und fuss im winterleger zu beschirmung der oberlendischen stend erhalten sollt, welchs wir unsers theils, unangesehen das wir etwas weiters dann andere gesessen, zugeschriben. das es aber von andern oberlendischen stenden nit vollstreckt, möchten allerlei handlungen, so die zeit eröffnen wurdt, darunder des Giengers handlung, davon ir schreiben, wiewol wir von derselben nichtz wissen, ursach sein. und zum selben mochte sie villeicht nit allein der abzug, sonder das sie von andern stenden unserer religion so wenig hilf befunden noch auch zu hoffen gehabt, bewegen.» Sie wissen von den Handlungen aber nur durch Gerüchte. Neulich haben sie geschrieben, dass der Kaiser Nördlingen, Dinkelsbühl und Rothenburg eingenommen hat; seitdem auch noch Hall und am Donnerstag[16.] Heilbronn, wohin er selbst gekommen ist. «Ob er dieselben aber ime, dem reich, oder wie er die schweren lass, oder ob der cardinal von Augspurg, der noch zu Nördlingen ligen soll, die abgötterei wider aufrichte, davon haben wir noch kein wissens. So ist des Schertlins kriegsvolk nit alles geurlaubt, sonder ains theils gen Ulm, Gemund und andere besatzung geordnet und was geurlaubt, nit ubel, wie ir bericht, bezalt worden. Und dweil nun] die sachen geschaffen, wie ir gehört, so möcht villeicht nit ungut gewesen sein, die schrift an Frankreich, davon euer banerherr uns meldung gethan?, were gegangen. dweil ir aber mit der bottschaft gehandlet, so hoffen wir, ir werden doch die sachen dahin richten, das wir als euere nachpurn im fall der nodt nit verlassen werden, wie wir euch, unsern lieben nachpurn, genzlich vertreuen...“ Dat. Mo. 20. Dezember 46. 493. Bürgermeister und geheime Räte von Esslingen an die XIII. 1546, Dezember 21. Esslingen.] Str. St. Arch., AA 542, j. 32- 36 und 38- 39. Ausf.— Prod. Do. 23. Dezember. Erw. von He yd, He re 09g Ulrich III, S. 447, Anm. 16 und hen. von Müller, Nördlingen s. Schm. Kr., S. 132, Ergebung Heilbronns; Nachrichten aus Hall über den Kaiser; Verhandlungen Württembergs und Flucht Herzog Ulrichs; Ulm scheint auch zu verhandeln; Verwunderung über den Kleinmut; der Kaiser lässt keine Erwähnung der Religion zu.— 1. Zettel: Rothenburgs Schwur. 2. Zettel: Württembers Verhandlungen. 3. Zettel: Haben dem Boten ein Pferd geliehen. Haben ihren Brief vom 18. Dezember[Nr. 490] erhalten. Bestätigen die Übergabe Heilbronns. Darauf auch alsbald herr Lorenz von Altenstaig, kai. Mt. truchsess, mit etlichen bis in die funfzehen pferden vor wenig tagen zu Heilbron eingeritten und enthelt sich noch heutigs tags daselbsten in ainer herberig gegen dem rathaus uber gelegen. es soll aber gleichwol den burgern zu Hailbron angesagt worden sein, sich mit fudter, auch heu und stroe für etliche pferd zu versehen. und ist kei. Mt. daselbsten noch nit ankomen, sonder, wie uns vergangen sonntags den 19. Decembris in der nacht schreiben von ainem guten freund aus Hall zukomen, enthelt sich ir Mt. noch zu Hall und wie wir aus des... freunds schreiben vermerken, so hette ir Mt. ain RS * 41 7 a 83 2 ö 4 ö * — 2 nm,=. 528 1546. Verhandlungen Württembergs mit dem Kaiser. sollichen gewalt zu dem ernst gehorig, dem kain stand im reich kainen ausgenomen wol widersteen kan. derwegen dunkte ine gut sein, das man sich gegen der kei. Mt. naige und umb gnad ansuche und sie mit sollichem gewalt nit lasse neher komen; wie dann die statt Hall auch umb gnad angesucht und ain gute stund getroffen hab. verner wirt in jetagedachtem schreiben gemeldt, das man nit gewisslich wisse, wann die kai. Mt. zu Hall aufbrechen werde; ainer sage heut, der ander morgen; jedoch so soll ir Mt. den aufbruch nach Gringen, dem graven von Hohenloch zugehorig, und von dannen uf Hailbron und in das land Wirtemberg zu nemen in vorhaben steen. Es ist nit weniger, Wirtemberg hat mitwochs jungst verschinen[Dezember 15] durch marggraf Bernharten zu Baden, graf Jorgen von Wirtemberg, den herrn von Haideck, Balthus von Gültlingen und wirtembergischen canzler Dr. Fessler] bei der kei. Mt. ansuchen lassen; aber was sie für beschaid erlangt, das kinden wir nit wissen. wirt aber gleichwol in dem hievor gemelten schreiben angezaigt, das hochgemelter unser gn. herr von Wirtem-— berg ain ernstlich antwort empfangen haber; und solle gleichwol sambstags auch jungst vergangen[18.] ain kaiserische bottschaft hochgemeltem graf Jorgen von Wirtemberg zugegeben worden sein, zu dem kursten zu reiten und personlich mit iren fl. G6. zu handlen; was sie sich aber mit einander vergleichen, ist noch unbewisst. unser gn. herr von Wirtemberg lest nichts dest weniger ir fl. G. befestungen als Schorndorf, Kirchen, den Alsperg, Hohan-Neiffen und andere mehr treffenlich besetzen, als ob sich ir fl. G. understeen wollten daraus zu weheren. und wie ir fl. G. von Stutgarten gen Bebenhausen in das closter verruckt, von dannen(wie man sagt) uf Hohenwiel zu entweichen, dem wir doch nit glauben zustellen, hat ir fl. G. das schloss zu Stutgarten gar nahend gar ausraumen lassen; ligen noch etlich ballen, wie wir bericht, im schloss eingepunden und auf die kuhr berait. Ob Ulm und Augspurg auch umb vertrag angesucht haben oder nit, dar von wissen wir e. f ursichtigen] e(rbaren] W. nichts grundlichs zu schreiben. langt uns gleichwol an, als ob Um auch in handlung sein sollte; und sicht warlich der sachen nit ungleich. dann als wir bei diesen geschwinden leufen bei Um und Augspurg umb hilf und rath angesuchtz2, haben wir von Augspurg gleichwol nit untrostliche, aber von Um ungeverlichen ain solliche antworts empfangen, wir mochten uf andere stett sehen und, was sich dieselbigen hielten, das mochten wir auch thun. Wie stark die kei. Mt. sei und ob der herr von Beuren nach Frankfurt verruckt, darvon tragen wir gar kain wissen; vermerken aber dannocht von den zu- und ablaufenden botten, auf deren wort und anzaig aber nit zu grunden, das ir Mt. ain gar liederlich kriegsvolk hab, dem, wo man anderst ernst ankeren wollte, ganz wol widerstand bescheen möchte; es hause auch sollich kriegsvolk in den flecken bei Hall gelegen mit brennen und sonsten so ubel, das es zu erbarmen sei. und ist in warhait zu verwundern, das wir ankenglich den handel mit sollichem ernst angefangen und dem feind so 493 1 Gemeint ist wohl das kaiserliche Ausschreiben an die württembergischen Stände vom 14. Dezember(gedr. von Lanz, Korr. Karls V., S. 518 2; Abschr. in AA 561, f. 185= 189). Ulrichs Antwort vom 20. Dezember ist gedr. a. a. CO., 8. 525 524; Abschr. a. a. O. H. 190— 191.— 2 Am 9g. Dezember. Das Schreiben an Um liegt in Um, Arch., Ref. Akt. XRXXVIII, Nr. 2243(Ausf.; ben. bei Keim, Reform. der Reichsstadt Ulm, S. 374. 3 Entw. o. D. a. a. O., Nr. 2244. 1546. Der Kaiser geht auf die Frage der Religion nicht ein. 529 treffenlichen widerstand gethan, jetzo so gar an ainander verzagen und ain jeder für sich selbs ain winkel und Schlupfloch suchet, darinnen er bei seiner narung bleiben moge, es gange gleich des gottlichen worts halben... wie es woll; lassen uns daran settigen, das man spricht, der kaiser kriege nit wider das gotteswort, lasse demselbigen in stetten und flecken, so sich an ir Mt. er— geben, noch für sein straxen lauf und furgang etc. das wissen wir eur fſursichtigen] e[rbaren] W. auch nit zu verhalten, als die gesandten der statt Hall mit des herrn von Naves rath bei der kai. Mt. umb gnad ansuchen wollen und derhalben ain kurze supplication begriffen und in der peticion gebetten, sie als ain statt des heiligen reichs bei dem heiligen reich und irer religion bleiben zu lassen etc., hat der gemelt herr von Naves, wie ime die supplication zu uberseéhen behendigt worden ist, inen, den gesandten, gerathen, der religion mit nichten zu gedenken; dann die kei. Mt. wolle schlecht den namen nit haben, das sie die religion widerfechte... Dat. Di. 21. Dezember 466. 1. Zettel: Teilen mit,(dieweil die von Rotenburg hievor nit geschworn, das sie der kei. Mt. in gewonlicher form schweren muessen und dem aid angehengt worden, hinfuro kain pündnis wider die kai. Mt. anzunemen.) 2. Zettel:«Post scripta ist uns von ainem unserm burger angezaigt worden, das etliche wirtembergische amtleut bei den wirtembergischen rethen an— gesucht haben sie zu verstendigen, wes sich ire amts verwandten halten sollen; sie haben aber ganz kein beschaid noch trost von den réthen empfahen mogen. item ange zaigt, man fure auf den Asperg mist, holz, fruchten und anders zu erhaltung des schloss dienstlich. soll gar kain gnad von kei. Mt. vorhanden sein. es hab auch graff Jörg kain glait erlangen mögen; soll den nechsten darvon geritten sein, ist unwissend wohin. dergleichen soll sich der her von Haideck auch hindan gethon haben. datum ut in literis. 3. Zettel: Versprechen weiter zu berichten; haben dem Boten ein frisches Pferd mitgegebens. 494. Vorbringen im Rat. 1546, Dezember 22. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1546, f. 623— ß24. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Ratssitzung vom 22. Dezember.— Erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr.,. 41. Vorkehrungen für den Fall der Annäherung des Kaisers, Die XIII haben(gestern... bedacht, das die leuf sorglicher und geschwinder dan man villeicht bedenk, dieweil der keiser in der nehe. dieweil 4 Damals hatte aber Esslingen selbst schon Verbindung mit dem Kaiser angeknüpft (vgl. v. Druffel, Viglius, 8. 214 zum 17. Dezember und 8. 235 236, Anm. 61). s Ein Schreiben Esslingens an Strassburg vom 22. Dezember, welches Heyd, a. a. C., S. 459, Anm. 27 benutzt, ist nicht mehr auffindbar. Am 25. Dezember(Ausf. in Esslingen, Arch., Lade 325/456; praes. Di. 28. Dezember) senden die XIII das Pferd zurück und teilen ihnen den Durchzug des Kurfürsten und das Heranrücken Bürens nach dem Briefe Frankfurts vom 17. Dezember(Nr. 489) mit. Sie fügen daran die gleichen«postscripta»(Ausf. in Stuttgart, Arch., Büschel 92), wie in dem Brief an Um vom 25. Dezember(Nr. 497).— Die Antwort Esslingens vom 27. Dezember 8. in Nr. 507, Anm. 1 unter 2. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 34 530 1546. Vorkehrungen Strassburgs gegen den Anmarsch des Kaisers; . dan bevolhen, mit den notwendigen gebeuen furfarent; und wer villeicht gut, das man etlich knecht zu besatzung der stat besprechz. Es wird den XIII dazu Gewalt gegebens. 495. Die XIII von Augsburg an die XIII. 1546, Dezember 24. Augsburg.] Str. St. Arch., AA 542, i. 5— 8. Ausf.— Prod. 27. Dezember.— Ben. von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 135, von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 38— 39 und von Roth, Augsburgs Ref.(esch. III, S. 496- 497, Anm. 72. Bitten um Rat und Hilfe. 1. Zettel: Bitten um Auskunft über Frankreichs Haltung und über die Massnahmen der beiden Fürsten. 2. Zettel: Strassburg soll Um ermahnen. C6... Wie sich... Nördlingen, Dinkelspuhel, Rottenburg, Hall und Hailpronn an die feind ergeben haben, denen doch, als wir berichtet werden, schlechter trauen und glauben gehalten... wie es dann... zu Wurtenberg gestalt, wert ir.. wissen.“ Auch Ulm hat ihnen mitgeteilt, dass es sich in Verhandlungen mit dem Kaiser begeben habe.(Und obwol von ainem winterleger... verabschidet worden, haben doch diejenigen, so der sach nach dem abzug am maisten hetten rath finden mögenz, gar wenig darnach getracht, ja sich etlich gesandten hören lassen, ire herren werden kainen phening zu erhaltung des winterlegers geben. uber das haben wir bei Ulme seid des genumen abzugs kain beschreibung noch zusamenkunft unser und der andern oberlendischen stette erlangen mögen, also das die feinde, welche 494 1 Am 30. berichtet Sturm, dass man das Wachthaus an der gedeckten Brücke abbrechen und den Steinstrasserturm niedriger machen müsse(Ratsprot. 1546, f. 636; ben. von Holländer, a. a. C., S. 41-42).— Vgl. dazu auch Nr. 302. Am 27. Dezember beschliesst man, bis zu 600 Knechte und 100 Pferde auf Wartgeld zu bestellen für 2—3 Monate, aber ihnen nicht die alte Besoldung zuausagen(a. a. C., f. 6292). Man will Graf Wilhelm von Fürstenberg] bitten,«mein hern uf seiner landschaft ein hundert knecht oder drei zu halten».— Über die damaligen Verhandlungen mit Hauptmann Erhard Frosch vgl. Nr. 461, Anm. 3.— Am selben Tage beschliesst man auch für Proviant zu sorgen(a. a. O., f. 629 a). Weitere Beschlüsse über die Lebensmittelversorgung werden dann noch am 29. Dezember, am 13. und 24. Januar gefasst(a. a. O., f. 631— 632 und von 1547, f. 2, 19, 21, 24, 265). 3 Die Stimmung in der Stadt wird durch folgende, am 15. Dezember im Rat verlesene Aufzeichnung beleuchtet:(Verlesen, was unnutzer reden Gilg Sollern von Solothurn, murer und burger alhie, so auch uber das verbot hienweg doch den unsern zuzogen, ausgeschlagen, namblich: der landgraff sei ein lur, dieb und bosswicht; hab den stenden 100000 thaler entfuert; hab in 14 tagen wider ein herny. Die Sache wird an den Rat — zur Bestrafung— gewiesen(a. a. O., f. 610a).— Am 27. Dezember hört man,«der Reiser soll ein ereuz fur sich gemacht und geschworen haben, in monat- frist Strassburg zu gewinnen und zu haben und alhie hove zu halten»(a. a. C., f. 6282).— Dazu passen auch die Gerüchte von der baldigen Ankunft Strassburger Gesandter am kaiserlichen Hofe, welche der venetianische und der päpstliche Gesandte am 22. bzw. am 23. Dezember melden; vgl. Venet. Dep. II, 8. 128, Nuntiaturber. IX, S. 638 und Kirch, D. Fugger u. d. Schm. Kr., 8. 119, Anm. 1.— Zu früheren derartigen Gerüchten vgl. auch Nr. 458, Anm. 4. 495 1 Am 16. Dezember in einem Schreiben ähnlichen Inhalts wie Nr. 491(Entw. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVIII, Nr. 2282; ben. von Keim, D. Reform. der Reichsstadt Ulm, 8. 386). Gemeint ist wohl Um. Augsburg sucht Rat; die schmalkaldische Gesandtschaft in Frankreich. 531 doch nit mer fast stark bei einander sind, allererst bei diser harten winterzeit, do kain befestigung weder zu belegern noch woll zu gewinnen ist, ires willens und gefallens vil handlen. in was gefärden wir und ander oberlendisch stett, die gern trauen und glauben, brief und sigil hielten, steen, ist zu ermessen. die Tuenau ist uns geschlossen, die clausen am pirg gespert; wie lang uns Baiern offen beleibt, ist ganz ungewiss. wie nun uns und unser lieben burgerschaft zu muthe sei, das konnt ir frundlich und bruderlich gedenken.» Bitten um Strassburgs Rat und Hilfes. Dat. 24. Dezember 1546. 1. Zettel: Bitten um Bericht,«was Frankreich kriegs oder anders gesinnet, was uns doch von unsern ainigungsverwanten zu getrösten. wir haben unsicherhait der strass halb bisheer nit erkundigen mögen, was. Sachsen und Hessen seidheere ires abzugs gehandlt oder was ir vorhabens sei, anderst dann das uns von frembden here anlangt, das der churfurst us dem stift Menz etlich gelt geschetzt und sich jetzt umb Wurzburg anneme; der landgraff handle bei herzog Moritzen gegen dem churfursten umb vertrage und sei darzue mit leuten gegen ime zimblich gefasst.» 2. Zettel: «Wir dorfen Ulme nit wol ferrer anhalten noch sie irer verwantnus gegen uns ermanen*, damit sie uns nit mer zu widerwertigkeit bewegt werden. da aber euch nit beschwerlich were, durch ain botschaft oder schreiben an ain e[rbarn] rath daselbst als fur euch selbs umb bestendigkait etc. anzuhalten, das hielten wir fur notwendig und nutzlich. datum ut in literis.) 496. Franz Burkhardti, sächsischer Vicekanzler], an Jakob Sturm. 1546, Dezember 24. bzw. 27. Compiegne. Str. St. Arch., Thom. Arch., Universität 5. Abschr. des 18. Jahrhunderts(nach dem damals noch in GUP 3, Mr. 2 erhaltenen Or.), z. Teil in Geheimschriſt(im Text durch Kuſsird uck wiedergegeben), die aufgelöst ist mit Hilfe der im Brief Burkhardts an Sturm vom 29. Dezember Nr. 505] über den Text geschriebenen Auflösung. Ankunft am französischen Hofe; der König schickt Geld, ist auch zum Bund bereit; nur dürfen sich die Stände nicht trennen. Zettel: Der Brief ist bis zum 27. liegen geblieben; gutes Fortschreiten der Sache. C... Pridie huius diei sub vesperam huc in aulam regis pervenimus; hodie a prandio auditi sumus. rex exhibuit se clementissimum, sed ut adparet, cupit omnia secreto agi propter cesarem. cumittit // his centena mil id coronatorum in eam sententiam, ut a Passafontano audivistiz. spero tamen nos impetraturos, ut quantum ad obligacionem pertinet, alia ratio inveniatur. nam ipse dicit se velle habere pretextum illius caussa quem praenominavi; ac pollicetur curaturum, ut statim pecunia Argentinam miltdtur. nos non deerimus officio nostro. quantum quidem ego animad vertere possum, Jes ad iuvandos nostros est parfaa/tissimus. et si tantum efficiatur, ut aliquod fiat 3 Diese Stelle ist gedr. von Müller, a. a. O. 4 Da sie Um am 22. Dezember sehr scharf wieder geschrieben hatten; vgl. Keim, a. a. CO., 8. 385— 386. 496 1 Nach einer Notiz auf dem Zettel war der Brief mit B unterzeichnet. Da Niedbruck (Bruno) am 23. Dezember noch nicht angelangt war(State papers XI, S. 381), kommt von den Gesandten also nur Burkhardt in Betracht. Vgl. Nr. 484. 34* . 1566. D. König v. Frankreich einem Bündnis mit d. Schmalk. nicht abgeneigt. inicium auæilii, reliqua facile soquentur. ac de Turca certum est, quod terra | et mari proxima estate bellum sit gesturus; Roc rex ipse nobis dixit. ulinſa/m | nostri sint constantes et concordes nec patiantur se vanis promissis seiungi; dominus caussae suae non deerit. quantum ad jedus attinet, video omnia fi posita esse in Anglo, qui si poterit ad hanc societatem adduci, Ric erit prom( tissimus. hanc alteram? metuit ac videt practicas cesaris ac veretur, ne posted a nostris deserdtur, praesertim cum fama huc allata sit det com posicionè Wirtembergensis et UVlmensium cum cesdre et defeccione quarundam cioitatum, | quae res nobis aliquid incomodi adfert, praesertim in tam diversis animorum inclinationibus huzus aule, quas Do. t. satis habes cognitas. sed q u/ id/ u/ id erit, primo quoque tempore scièetis, uts quantum fieri poterit, negocia maturahimus. literas ex Do. t. in itinere accepis habere mox rogoque, ut non gravatim? deinceps, cum Do. t., sio Ric in aula aliquot dies adhuc expectare cogamur Side in Angliam traiciamus, nos de rebus omnibus cerciores facit. mea officia Do. t. semper constabunt; ac rogo Do. t. dominum Bucerum ac D. Michaelem [Han] meis verbis salvere. bene vale. manum et characteres agnoscis, dactum/ I/ ad Compiene in profesto nativitatis Christi. Zettel: Litera manserunt hic usque ad hodiernum diem videlicet 27. Decembris. res videntur se bene habere. reæ tantums nostrorum; ideo quibus possibile modis confirmandis sunt; et de Anglo quoque bonam spem faciunt. brevi plural.) 497. Die XIII an die Geheimen von Ulm. 1546, Dezember 25. Strassburg. Ulm, Arch., Ref. Act. XXXDLVIII, Mr. 2324 und 23240(Nachschrift). Ausf. Ben. von Keim, D. Reform. d. Reichsstadt Ulm, S. 386. Bedauern auch den Misserfolg des Krieges und wünschen ehrenhaften Frieden; dieser durch Jusammenhalten leichter zu erreichen; bitten um Bericht über ihre Handlung; wissen nichts von Sonderverhandlungen Sachsens und Hessens. Nachschrift: Zug des Kurfürsten von Sachsen; Büren hat Darmstadt erobert. { Antwort auf Nr. 491.«Und zweiflen nit, ir werden auch wol bedenken / können, was beschwerden uns dis zugstandnen kriegs halben ervolgt und in was sorgen und gfarlicheit wir, als die allen einigungsstenden am weitesten 3 Vielleicht verschrieben für:«hoc alterum)? Hs. hat:«te». 5 Es ist wohl«et» zu lesen. 6 Hier Lücke. Es muß wohl heissen:(graveturæ. s Lücke; es ist wohl zu ergänzen:(exspectat responsionem)x. 9 Hs. hat:(confirmantiꝶ. 1 Am 27. Dezember machte Burkhardt dem Kurfürsten von Sachsen ungefähr die gleichen Mitteilungen wie in obigem Brief und fügte hinzu:«Morgen... wollen wir e. chfl. G. ferner... schreiben und in ainem tag oder zweien uns erheben nach Engeland wils gott zu reisen. Der Konig alhie begert noch zur zeit die sachen etwas in gehaim zu halten, kan aber nicht lange sein. hat am chrisſttage negst des babsts bottschaft hart angefaren», In einer Nachschrift bemerkt er: ¶(derman wunscht alhie e. chfl. G. sig und gluck und seint herzog Moritzen ubel zufrideny(Or., vielfach in Geheimschrift, nebst Auflösung in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 177- 182, H, Nr. 6).— Vgl. zum Ganzen auch die Relation Lersners in Nr, 609. 1546. Strassburg nur für einen ehrenhaften Frieden. 533 entlegen, standen.» Bedauern gleich ihnen, dass mit den grossen Rüstungen so wenig im Kriege ausgerichtet worden ist. Haben das Ihrige, sogar über ihr Vermögen hinaus, getan. Hätten allweg den Krieg gern vermieden und ihn jetzt zu einem ehrenvollen und allgemeinen Frieden gebracht gesehen; wollen daran«an uns nichts billichs lassen erwinden. daneben bedenken wir aber, wo sich ein stand nach dem andren insonderheit zu seiner gelegenheit, ungeacht der verein und wie der ander zu ruwen und sicherung komme, vertragen solt, zu was beschwerlichem nachtheil es dem ganzen handel und gemeinen stenden reichen muss und würdet. und so man noch(unangsehen das sich etliche, so sich nit haben enthalten mögen, ergeben) zusammensetzen wolt, bei einander bleiben und sich durch sondre handlungen nit trennen liess, das man verhoffenlich einen vil besseren und nutzlicheren fridden und end des kriegs bekommen und erlangen möcht dann durch den weg der sondrung.» Da Ulms Gesandte inzwischen wieder zurückgekehrt sein werden, «also das ir wissens haben, waruf die handlung des fridden ston soll und uf was mittel er gmeinen stenden zu erlangen sein mög, auch die personen, die den handlen sollen, den oberlendischen und auch uns, wie ir schreiben, guts gönnen, so bitten wir ganz freuntlich, ir wöllen uns dieselbig handlung nach der leng und mit allen iren umbstenden, waruf die stand, wie und welcher massen der fridden zu erlangen und zu bekommen sein soll, das disse stend denselben mit gott, eren und guttem gewissen annemmen kinden, berichten und bei zeigern diss zuschreiben... so wir dann wissen mögen, was die gsandten usgericht, seind wir ungezweifelt, unsere herren und freund, meister und rath alhie, werden sich neben und mit andren stenden aller erbarn billicheit auch beweisen und erzeigen als die, so da(wie ir und andre mehr stend wissen und in handlung bisher erfaren) allweg lieber den fridden weder den krieg, wo es immer göttlicher und erlicher weis halben hett geschehen mögen, begert haben. Das aber Sachsen, Hessen und andre auch nach sondrer versuenung und befriddung getracht haben und noch in embsiger übung standen, davon haben wir nit wissen und were irer chur- und fl. G. schreiben an euch und uns[Nr. 467] ganz ungemes und beschwerlich zu hören.» Bitten daher um Bericht darüber, den sie geheim halten werden. Dat. 25. Dezember 1546. Nachschrift: Geben Auszug aus Frankfurts Brief vom 17. Dezember [Nr. 489].«Postscripta! zeigt unser diener einer, der mit etlichen briefen bis gon Bensheim an der Bergstrass kommen, an, das der von Beuren allberait für Darmstett geruckt gewessen, dasselbig beschossen, gestirmbt und erobert. datum ut in literis.) 498. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Ulm. 1546, Dezember 25. [Strassburg.] Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVIII, Nr. 2325. Ausf. Übersenden den Brief des Kurfürsten von Sachsen vom 14. Dezember und bitten wegen der darin gewünschten Versicherung um ihren Bedacht. Frankfurt hat beiliegenden Brief des Kurfürsten Nr. 484] geschickt, der gestern ankam.«Und will gleichwol beschwerlich sein, so... sein churfl. G. begern wurden, die versicherung darin anzeigt ze thun, dieselben zu ver497 1 Dasselbe auch im gleichzeitigen Brief an Esslingen(vgl. Nr. 493, Anm. 6. 498 1 Mit dem Brief Frankfurts vom 17. Dezember(Nr. 489). 2 BYE 534 1546. Bürens Anmarsch auf Frankfurt zu; er erstürmt Darmstadt; lassen. dann so sein churfl. G. das kriegsvolk mit ir in das land zu Sachsen pringen und ire abgetrungene land wider erobern möchte, were desto mehr zuversichtlich und ze hoffen, das dise kriegshandlung zu zu) mehrem fruchtbaren und wenigern schadlichen end mochte gebraucht werden. dargegen will aber auch zu ermessen und mehr beschwerlicher sein, sich in solchen last ze stecken, sonderlich aber dweil man noch nit sicht, das der keiser sich an ir churfl. G. sie zu verhindern henkt, sonder in diesen Oberlanden pleibt, und man zu voran an gelt erschöpft, alles kriegsvolk zu ross und fuss entplösst, da Pomern, Leunenburg, Anhalt, Mansfeld und Nassau nichtz und die sehe- und hanstett wenig gethan.» Bitten um ihren Bedacht. Dat. Sa. 25. Dezember 462. 499. Alexander Pünder an die XIII. 1546, Dezember 25. Frankfurt am Main. Str. St. Arch.R, AA 544, f. 59— 5. Or. Empf. Do. 30. Dezember, prod. 31. Dezember(gleich hernach». Ben. von Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 81 und 89, Anm. 1 und von Vogt, D. Eroberung Darmstadts, S. 5IIff. Reise nach Frankfurt; Bürens Anmarsch; Erstürmung Darmstadts; Reifenberg und Jörg von Ravensburg in Frankfurt; geheime Sendung des Frankfurter Rats. C... Demnach ich verschinens 12. tags Decempris habenden bevelehs von heimat us verritten! und zinstags hernach 14. zu mittag gen Heidelberg komen, alda ursach halb, das man teglichs bottschaft wertig, verharrt. diewil ich aber durch gutt hern und fürnemlich der churfurstin obersten chämmerling, so mir bekant, nichtz erfaren mögen, hab ich mich uf freitag hernach den 17. ufgemacht und Darmstatt zugezogen, dasjenig und wes mir bevolhen, bi dem oberamtman usgericht und den nechsten Frankfort zu geritten. so ich dan bi demselben erfarn, ouch für mich selbs gesehen, das sich die armen leut in alle weg anders nit versehen, dann all stund der veind zu gewarten, wie ouch obgemeltz kritags zu nacht der von Beuren mit 3000 pferden ongevarlich zu Michelstatt und daselbs umb in der herschaft Erpach gelegen und wie ir bruch, bis das fussvolk hernacher komen, husgehalten, ouch gebrantschatzt ete.. und als ich samstags[18.] hernach zu mittag gen Frankfort komen, alsbald den hern mich angezöugt. die sich ganz gutt— willig erpotten; morgens sontags den 19. zu nacht ist das fuss volk, nemlich 26 vendlin, doch ganz übel besetzt, vil kranker knecht, nit 6000, ouch an— komen und dieselb nacht zu Benstatt uf dem Gttenwald und daselbs umb sich mit einander gelegert, die sag, ir mainung uf Speir und Worms zu. es sind ouch ermeltz sontags umb zwo uhren nach mittag ob 200 lantgrevischer hackenschützen alhie uf Russelsheim dasselbig zu verwarn fürgezogen, und die hern ir vendlin knecht wider besetzt. so ist ouch das gmein und offent— lich geschrei, wie Ulm, Augspurg, Würtemberg und Pfalz, wölches ich etlichen widerfochten(gott störk die cleinmüttigen) sich schon dem keiser 2 Da«us unmus) in der Kanzlei vergessen worden war, den Brief des Kurfürsten beizufügen, so sandten ihn die XIII am 28. Dezember nach(Ausf. a. a. CO., Nr. 2339. 499 1 Seine Beglaubigung bei Frankfurt in Nr. 480. Wohl Brensbach sö. von Darmstadt. Gemeint ist der Frankfurter Rat; zur Entlassung des Fähnleins vgl. Nr. 489, Anm. 5. te — 2 einm mn——— 1 28 S geheime Verhandlungen Frankfurts. ergeben. daneben hat min gn. h. lantgräfe allererst verschinens Thomae apostoli[21.] den herrn alhie geschriben, des datum Cassel sontags darvor I1I9. 4, begert, das sie ine eigentlich verstendigen wölten, wa der von Beuren und wie stark er; also gutt ist das kontschaft gehalten. denselben zinstag [21] hat der von Beuren Darmstatt berent und ufgefordert. als sie sich aber nit ergeben wöllen, hat er alsbald unbeschossen die knecht anlaufen[lassen] und vermeint sie damit zu erschröcken; die sich aber erlich und wol gehalten, ouch die veind damals und volgends noch ein mal dermassen abgetriben, das ob 300 perschonen vor dem flecken und darin nit über acht erlegt, doch zuletzt, diewil der fleck allein mit wenig lantvolks und keinen reisigen besetzt, sich uf gnäd morgens mittwochs 22.) nach mittag ergebens; und alsbald der von Beuren dem oberamtman Alexandern von der Thann samt andern gen Rüsselsheim geschriben und begert, sich der brantschatzung halb des ganzen lands mit ime zu vertragen; deren antwort mir noch nit eigentlich wissend, sonder von einem hern des raths gehört, das sie sich des lantz brantschatzungen geweigert, mög sich glichwol mit Darmstatt der gepür halten; geschehen den 23. Decempris. Uf dise nacht ist der von Reiffenperg samt Jörgen von Rafenspurg mit iren regimenten, sovil, mir] unwissend, deren noch bi einander, in einem hanouischen flecken anderthalb meil wegs von hinnen, genant Hohstatt [Hochstadt], gelegen, alda irer usstenden bezalung vertröst etc.. und uf ge— sterigen tag beide obgemelt mit etlichen knechten in der statt gsin, die ich selbs angesprochen; was ir vorhaben, wurt die zeit ouch pringen. die hern alhie halten gutte wacht, haben sich verschinens dornstags 23.] zum handel geschickt, der veind zu gewartens. gott verleihe gnäd. so hab e. G. ich vor diser zeit nichtz eigentlichs zuschriben kinden, sonder für und für bi den hern angehalten, aber nichtz weiters erfaren mögen... so ist die sag, wie der von Beuren zu Gernsheim überfarn wöll. aber nach disem schriben... hab ich eigentlich erfaren, wie etlich hern alhie uf einem hangenden wagen, bi denen ouch der teütsch comthür? sin soll, samt irem reuterhouptman Bu— seck, amtman zu Bumösss, mit acht pferden uf gösterigen tag morgens frü umb fünf uhren one wissen gemeiner burgerschaft?“ sich us der statt gelössen; wahin oder was sie usrichten, waisst gott. aber die gmein sag, das zu besorgen, kein bestand da sin werd; der wöll sich unser erbarmen. dann uf disen tag ist herr Johann Lullus, der predicant o, euch... zum theil bekant, beschickt worden und allerhand sins predigens halb mit ime gehandlet; also das mir in somma die sach nit gefölt; acht, kein teufel mer in der höll, sonder all usgelassen sin. dann doctor Jeronimus zum Lamb schier acht tag zum 4 Vgl. Collischonn, a. a. CO., 8. 77. 5 Für die Einzelheiten der Eroberung Darmstadts vgl. Vogt, a. a. O. und den Aufsatz von Herrmann in den Quartalsblättern d. hist. Vereins f. d. Grossherzogt. Hessen,. 8. 120- 124. 6 Der Rat war vielmehr schon zu Verhandlungen entschlossen; vgl. Collischonn, a. a. O., 8. 77- 79. Georg von Rodenstein(8. Quellen zur Frankfurter Gesch. II, S. 331). s Bonames. Ausser den beiden Genannten gehörte noch Dr. Hieronymus zum Lamb zu der Gesandtschaft(vgl. Collischonn, a. a. CO., S. 8). 9 Vgl. a. a. CO., S. 77- 78. vo vgl. über ihn Bauer. D. Bekenntnisstand d. Reichsstadt Frankfurt a. M. im Zeitalter d. Reform. II, S. 138 ff.(Arch. f. Ref. Gesch. 20. 1 536 1546. Landgraf Philipps Verhandlungen mit Herzog Moritz; grafen von Kinigsteinu umb fürpitt nachgeritten und erst gestern wider — wes ich mich... weiter halten soll, mögen e. G. mich verstendigen. datum in il Frankfort zum ochsen uf den heilgen cristtag a. etc. 4612. 500. Landgraf Philipp an Jakob Sturm). 1546, Dezember 25 Kassel. ) Str. St. Arch., AA 561, f. 1—10. Ausf.(des Briefes und der heiden Zettel) und Thom. Arch. 53.(der Nachschrift).— Empf. Mo. 3. Januar«am ohen spott circa octavam 5).— Auszug bei Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 45—– 47, ben. von Vogt, D. Eroberung Darmstadts, S. 513, Anm. 19 und von Adam, Evang. Kirchengesch. d. Stadt Strassburg, S. 261. Wegen Bürens Einfall und des bedenklichen Geleits von Moritz ist er nicht selbst zu diesem gereist; Bericht seiner Gesandten; der Kaiser will nur Sonder— verhandlungen; der Streit zwischen dem Kurfürsten von Sachsen und Moritz; Freude der Papisten; drohende Angriffe; von Frankreich, dem Bund und den Neutralisten nichts zu hoffen; der Bundestag unmöglich; vielleicht besser, dass er sich verträgt und für die anderen eintritt; Nachschrift: Sendet Bericht seiner Gesandten über die Verhandlungen bei Moritz; rechtfertigt sich gegen dabei erhobene Vorwürfe. 1. Zettel: Büren schwach; wenn er 100000 Gulden erhält, will er ihn angreifen. 2. Zettel: Bittet um Nachrichten über das Oberland. Die Vorgänge zu Giengen sind Jakob Sturm bekannt.«Nun aher under anderm vor gut angesehen, das wir von dem haufen nach herzog Moritzen zu Sachsen eilends reisen solten zu versuchen und vleis anzuwenden, ob wir die sachen zwischen ime und dem churfursten zu vertrag pringen und auch sonst in gemein dem heuptkrig abhelfen mochten etc., haben wir zu volg desselben uns eilends herab nach unsern landen verfugt, an herzog Moritzen zu Sachsen geschrieben und ein gleid zu seiner 8 zu reisen begert; hat s. L. uns zu sich bescheiden uf den verschienen 21. tag dis monats und uns ein schriftlich gleid zugeschicktz. Der Einfall Bürens in sein Land hat ihn dann gehindert selbst zu Moritz zu reisen.(Zudem stund auch ein clausel | in herzog Moritzen gleid, des inhalts, solch gleid solt uns gegeben sein, doch sovern das wir und die unsern(da s. L. an unser person nit zweifelt) uns gleidlich hilten? und s. L. oder den iren nichts beschwerlichs zufugten etc., u Ludwig von Stolberg, Graf von. Lamb wurde am 14. und am 17. Dezember zu ihm geschickt(0 ollischonn,. Anm: 1:und 77). 14 Am edunerstäg nach dem. 9— r 30) schreibt Jost Rauch an Konrad Joham:(Ich hab erfaren zu Haidelberg, wie sich Frankfurt ergeben hat in gnad und ungnad jetz verschinen uf sant Johans tag[27.]... ich bin des willen weiter nab zu reiten und zu erfaren, wie die sach statt, auch wa die schwarzen reiter hinus wollen oder ob si zu Frankfurt wöllen beleiben oder uber Rein wöllen faren. Auch hat mier mein schwager gesagt, v ie die von Augsburg und die von Ulm zu Schwebischen Hal bei dem kaiser gewessen seien; aber er waist nit weiter, was si zu Hal gedan haben)(Or. in AA 552,. prod. So. 2. Januar). Auf einem Zettel(6. 28) meldet er: Auch leit der von Biren mit alem seinem kriegs volk in der statt Frankfurt; ich wil die sach bass erfaren. Darmstatt ist geblindert und nit geschlaift; aber das schloss ist verbrannt». 500 1 Meist wörtlich dasselbe schrieb der Landgraf am 27. Dezember an Herzog Ulrich Entw. in Marburg, Arch., Württemberg. 2 Die betr. Schreiben bei Brandenburg, Pol. Korr. Il, 8. 944- 946 und 969, Anm. 1; vgl. auch Vogel, Augsburg i. Schm. Kr., S. 70. 3 Vgl. Brandenburg, a. A. CO., 8 8. 969, Anm. 1. Zustand der kurfürstlichen und der hessischen Truppen. 537 wilcher punct uns allerlei bedenkens gemacht; dann er nit allein uf uns und die personen, so wir mit zu herzog Moritzen genomen, sondern auch uf unser volk, so noch beim churfursten ist, hett mugen interpretirt werden etc.; darumb haben wir in eil zwen unser vertraute rethe zu herzog Moritzen geschickt*, was nun dieselbigen uns wider einbracht haben, davon schicken wir euch hiemit in gutem vertrauen abschrifts. und gefellet uns gar nit, das herzog Moritz uf die particularhandlung gehets. und hat uns doctor Gereon Seiler von Augspurg ein brief zugeschickt, daraus wir verstehen, das doctor Eck auch solch particularhandlung erregt, wie ir des beiligend auch ein copei findet’. aus wilchem allem wol zu gleuben, das des keisers meinung ist, nit ingemein zu handlen, sondern mit jedem insonderheit.“ Über die Geldverhältnisse des Bundes weiss Sturm Bescheid. Nach dem Bericht der hessischen Gesandten ist der Zustand des kurfürstlichen Kriegsvolks traurig.«Das verderben beider, des churfursten und herzog Moritzen, land sehen wir vor augen. es habens die papisten nit besser konnen anrichten, dann das die beid chur- und fursten zu Sachsen wider einander krigen. also haben sie beid mit einander sovil zu schaffen, das sie uns nit helfen und die papisten dest bass mit uns und andern unsern stenden fertig werden konnen; sagen, wir haben die lutterischen nun recht an einander gehetzt. der winter ist vorhanden. solt dan der churfurst also gegen seinen feinden ziehen, wie er itzo aus dem Oberland herabzogen ist, und sich etwo an drei, vier oder funf ort(damit ross und man keld halben underkomen konten) lagern, was s. L. daraus bei solchen mueden, kranken, erfroren und zum theil unwilligem volk erfolgen mocht, das konnet ir, als ein verstendiger, ermessen.» Strass burg hat ihm selbst geschriebens, dass zum 13. Januar 40 Fähnlein zu Köln versammelt sein sollen.«Und solchs wirdt gewisslich wider uns gelten. wir gleuben, man werde uns mehr dann an einem ort angreifen. an gelt sein wir des vermugens nit; und do wir gleich das gelt hetten, wie doch nit ist, so wisten wir es itzo an leuten und pferden nit ufzupringen, das wir ein krigsvolk zu ross und fuss versamlen, underhalten und dem veind die schlacht bieten mochten. dann der churfurst zu Sachsen hat di meisten reuter mit sich hinweg; und sint under den reutern, so uns dis jars gedienet, viel kranker leut und pferde und auch dero viel gestorben. legen wir uns nun in unser vestung, so ist das uberig unser land in grund ganz und gar verheret und verderbt und weder dem churfursten zu Sachsen noch dem gemeinen handel darmit etzwas geholfen; wissen auch nit, wo uns die entsetzung herkomen solt.“ Auf Frankreich und seine Anleiheversprechungen ist kein Verlass, wie der Gang der Verhandlungen über das Darlehen der 540000 Kronen gezeigt hats.(Unser religionsainungsverwandten halben ist zu besorgen, 4 Ihre Instruktion a. a. O., S. 971- 975. 5 Vgl. die Nachschrift und die dazu gehörigen Beilagen in Anm. 12. 6 Das sprach er in einem gleichzeitigen Schreiben Herzog Moritz gegenüber selbst aus; gedr. a. a. CO., S. 999= 1001. 7 Die Abschriften fehlen in Strassburg; gemeint sind der Brief Ecks vom 253. November und derjenige Sailers vom 8. Dezember(gedr. von Lenz, Briefw. III, 8. 473- 476 bzw. 475- 4789). s Vgl. Nr. 476, Anm. 1. Im Entw.(in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1546, f. 320— 327) erging er sich ursprünglich auch über das jüngste Angebot(vgl. Nr. 484) mit folgenden Worten:« Wurd er[Franz J.] uns, diesen stenden, gleich zweimalhunderttausent cronen leihen und man 28 ——— 2 — . * — w 1546. Landgraf Philipp will einen Vertrag mit dem Kaiser; das Wurtenberg, Ulm und Augspurg, wie wir aus herzog Moritzen und etzlichen, sonderlich aber auch aus einem der von Augspurg selbst schreiben“ verstanden, sie mochten sich von uns sondern und in particularvertrag einlassen. was sich uf Denmark sei zu getrosten, das hapt ir diesen sommer gesehen. was sich dann uf Coln, Pfalz, Brandenburg, Munster, Lweipruck, Nurmberg, Schweitzer und andere neutralisten zu verlassen sein mag, das wist ir vorhin gnugsam. in gleichnus ist euch bewust, was die sechsischen stedt in vorigen und itzigem krieg gethan und uf sie zu bauen und wie sich Pommern und Leuneburg ausziehen und nichts thuen. r Da Büren sie trennt, kann er den Tag zu Frankfurt[am 12. Januar] nicht beschicken lassen.(Und man kan solchen tag zu Nurmberg, in Franken und daherumber viel weniger leisten; dann es wurden die rethe und pottschaften von wegen der bischove Wurzberg, Bamberg, Aistett und anderer nit sicher ab und zu komen mugen. zudem so wirdet auch unsere christliche verein itzo uf invocavit[Februar 27] ausgehen und on zweifel der mehrer theil dieser stende nit wider darein zu pringen sein.» Bittet! ihn daher, mit den Vertrautesten und Verständigsten unter den XIII und mit Bucer diesen Brief zu beraten und ihm ihren Rat zu schreiben, ob es nicht für den Kurfürsten von Sachsen und die Allgemeinheit das Beste sei,(das wir mit dem keiser in vertrag und furter der churfurst und die andern stende durch unser hulf und befurdern auch aus iren nöthen und last kemen». Hat er selbst erst alles verloren, so ist damit niemandem geholfen; kann er aber zu einer Aussöhnung mit dem Kaiser gelangen, so kann er eher allen andern helfen.«Datum Cassel am heiligen christ tag anno eiusdem 1547.) Nachschrift:(Postscripta seind unser beide rethe, so bei herzog Mo— ritzen gewesen, wider kommen. was nun denselben vertraulichs ist angezeigt, das schicken wir euch auch hiebeirz; und ist unser gnedigs begeren, ir wollet solt daruf je zwolf eronen ufs hundert pro interesse geben, wie er jungstlich bei dem churkursten, als wir abgereist waren, handlung gesucht, so ertruge das interesse allein 24000 cronen. wurden dan wir uns gegen Frankreich vil obligiren und darnach mit der widererlegung mit der heuptsumma und interesse nit halten mögen, so kemen wir bei Frankreich in unglauben). Diese Stelle wurde in die Ausf. nicht übernommen. 10 Gemeint ist der Brief Augsburgs vom 11. Dezember(vgl. Vogel, a. a. CO., S. 77 und zoth, Augsburgs Ref. Gesch., III, S8. 454—= 455), auf den Philipp am 26. Dezember antwortete(Entw. in Marburg, Arch., Stadt Augsburg. Uu Von hier ab bis zum Schluss des Haupthriefs wörtlich abgedr. von Holländer, a. a. O. 14 Vgl. Anm. 5; die Beilage liegt ebenfalls in Str. St. Arch., Thom. Arch. 53 und(ohne den Abschnitt betr. Komerstadt) in Marburg, Arch., Nr. 953, f. 7.— Jakob Sturm hat darunter vermerkt: Gecreétay.— Die Beilage ergänzt zum Teil den von Brandenburg, a. a. CO., 8. 977- 987 abgedr. Bericht der hessischen Gesandten. Sie lautet:(Nebenbericht. was die rethe an herzog Moritzen hoffe erfaren. 4: der grave von Latron, kei. Mt. gesandter beim konig zu Prag, hat gesagt, kei. Mt. sei entlich entschlossen, die handlung des kriegs gegen... Sachsen und Hessen zu volnfuren und sie zu straffen und al andere ir mit verwanten disser zeit unangefochten pleiben ze lassen. dem einen(den landgraven meinende) wer woll rath; dan kei. Mt. het gesagt: komt er, er weis wol, wer wir seind, wie wir uns gegen andern gehalten haben, meinende mit gnaden erzeigt, und das wir gnedig seind. dem andern aber sei kein rath zu finden; der keiser werde den, dieweil er lebe, zu gnaden nit lassen kommen. auch sei nichts, das kei. Mt. in allem handel mer verdrisse als die schmebucher, schmeschriften und die schmereden,(und die uber sein Mt. ausgegossen worden seien. das hab der churfurst mer gethan dan der landgraff; sein Mt. hab etzlich schriften mit des churfursten hand underschrieben, darin ir Mt. ufs heftigst injuriirt Verhandlungsbedingungen von Herzog Moritz; Rüstungspläne gegen Büren. 539 es bei euch in geheim pleiben lassen; dan sie haben mussen zusagen, es niemands weiter dan allein uns zu eroffnen. ir findet daraus wunderbarlich ding. die ursachen, die man dis kriegs halben gegen uns gesucht, sind nichts sollend, dan das wir uf den reichstag eigner person nit kommen; des haben wir der kei. Mt. gutte erhebliche ursachen angezeigt der bewerb und anders halben, so damaln fur waren. des tags zu Wormbs halben haben wir getrieben und befordert, das die potschaften daselbst dannen gein Regenspurg eilends gezogen. der colloquenten halben erboten wir uns zu Speier gegen dem keiser, die wider zu schicken, wans ers erfordert; und er sagt, er wolt die wol zu fordern wissen; wie ir aus dem verzeichnus der red, so wir zu Speier mit dem keiser gehapt und wir euch zugeschickt!®, gnugsam verstanden... datum ut supra.) 1. Zettel:(Wir werden berichtet, das der von Beurn nit uber 1500 pferd und 6000 knecht bei sich haben soll. wo nun dem also und wir hetten von Frankreich oder euch, den oberlendischen stetten, einhunderttausent gulden, di uns ufs furderlichst zugefertigt wurden, so wolten wir achthundert werden. darzu hab der churfurst bose schmeliche wort uf den keiser geredt, die seind vor den keiser kommen; aber was der landgrave geredt, das hab er leichtsam, lecherlich und mit bossen gethan; darumb bewegs kei. Mt. auch nit so hart. item die stett haben vor zwei oder dreien monatten umb aussunung angesucht; sagt herzog Moritz: was hapt ir vor bundsverwanten, sie haben vor dreien monatten beim keiser handlung und aussunung ge— sucht. item Ulm hab zweimal umb aussunung angesucht; ist erstmals abgeschlagen. darnach haben sie durch doctor Giengern lassen handlen, sei inen kein antwort worden; sei also in suspenso hangen gelassen. item herzog U[l]richs sohn habe beim keiser angesucht umb handlung, aber handlung sei ime kurz abgeschlagen. darnach hab er ein verstand gesucht, ob er, so er unversehens selbst keme und sich stellte, mochte zu gnaden ufgenomen werden. daruf sei ime kein antwort worden. das kei. Mt. ir gemut gegen dem landgraffen nach der underred zu Speier verendert, seien drei ursachen: 1. das er uf den reichstag eigner person nit kommen und kei. Mt. so vil underthenigs willens het nicht thun wollen. das er den tag zu Wurmbs nicht vorkommen. das er die colloquenten, so an kei. Mt. vorwissen abgescheiden, nit wider zusamen— schicken wollen. Ursach der ungnad in genere[dazu Bemerkung Sturms:(Causae excogitataey]: das ir kei. Mt. aller der handlung und abschied der einungsverwanten haben in einem buntlein bei einander, wie die N[in Marburg:(Carlowitzy] selbst gesehen. besonderlich die jungste krankfordische handlung habe der keiser alles, was da gehandlet, bei einander, darin ir kei. Mt. befunden, das sich die stende verpunden, das keiner irer Mt. sein kriegs volk solt lassen zuziehen; daraus gevolgt, das ir Mt. verhindert worden were, zu irer und des reichs notturft kriegsvolk zu erlangen; hets dahin verstanden, das irer Mt. zugegen bescheen, das volk wider ire Mt. zu prauchen. item das sie ein eigen recht und austrag under sich aufgericht; daraus wurde volgen, das kein stand im reich bei dissen stenden sitzen konnen, der het sich in ir pundnus begeben mussen; also weren irer Mt. alle stend abpracticirt worden. item het ir Mt. nit wider kommen[konnen] zu ufrichtung des landfridens und des camergerichts hier endet die Beilage in Marburg. Commerstedt hat vor sich gered, doch ane bevelch: wo der churfurst ein schrift an herzog Moritzen thet und inen bette, das er das beste bei kei. Mt. thue, er wolt sich auch als ein gehorsamer furst halten, hielt ſer] darfur, es solt nit schaden, und het herzog Moritz ursach solchs dem keiser anzuzeigen. der keiser wolt herzog Ullrichs land dem jungen Maximiliano geben. der churfurst hab inen mit schmeeworten hart angetast und wolle er des keisers kron auf sein haupt setzen.» 16 Vgl. Nr. 54, Anm. 3. ö 540 1546. Rüstungspläne gegen Büren; Nachrichten über das Oberland; frembder pferd annemen. darzu hetten wir noch zwen regiment knecht, so etwo virtausent stark sein, auch unser landvolk und landreuter. mit solchen wolten wir an den von Beurn zihen und verhoffentlich was guts ausrichten. wann aber uns mit den einhunderttausent gulden nit geholfen möcht werden, hapt ir zu erachten, das wir zu disem werk uns des gelts, so wir zu erhaltung unser vestnung haben mussen, nit konnen entplössen, sondern mussen dasselbig behalten, do uns das aufschlagen gegen dem von Beurn entstuend, dass wir doch dannost noch unser vestnung ein zeitlang erhalten möchten. wilchs wir euch also, ob ir zu solchem geld wustet rath ze finden, vertreulich nit wolten pergen. und sind euch mit sondern gnaden geneigt. datum ut supra.) 2. Zettel:(Nachdem auch durch den von Beurn der weg zwischen Wurtenberg, den Oberlendern und uns numehr gesperret, das wir nit sicher zusamen schreiben konnen, so wollet uns verstendigen, was sich daselbst oben zutregt, wie die sachen mit Wurtenberg stehen, dieweil man sagt, der keiser soll ins land zu Wurtenberg gezogen sein, und wie sich Ulm und Augspurg halten, ob sie sich in vertrag mit dem veind einlassen oder nit. datum ut supra.) 501. Die XIII an Bürgermeister und die Älteren des Rats von Frankfurt. 1546, Dezember 25. Strassburg. Frankfurt, Arch., Reichssdchen II, Mr. 1027. Ausf. Praes. 3. Januar; lect. 1. Januar. Bitten um weitere Berichte; sind in keiner besseren Lage als Frankfurt; Nachrichten über die Vorgänge im Oberland. Antwort auf ihr Schreiben vom 17. Dezember Nr. 489], das sie gestern erhielten. Danken für die Zeitungen und bitten um weitere Berichte über Büren, den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen,«und wie sein fl. G. sich uf künftigen frueling den krieg zu beharren anschick... das ir dann anzeigen, das ir in sorgen standen und das zu Ulm kein abschid gemacht etc., da ist uns euer sorglichkeit in treuen leid und wolten von dem allmechtigen nichts liebers bitten, dann das er gnediglich gschickt, das es mit allen sbenden basser usgeschlagen, dann es leider disser zeit stadt; wiewol es unser schuld, weist gott, nit ist, das zu Ulm dermassen abgescheiden. die unsern, wie sie uns bericht, haben sollich abschiden gar nit gern gsehen und hetten lieber lenger verzogen, wo es andren stenden auch gelegen gwesen, damit [man] ein satten abschid hette haben und ein jeder stand wissen mögen, was er von dem andren zu gewarten oder für beistand haben möcht und soltz. so seind wir ja vil mehr dann ir, die dannoch von Hessen im notfal pferd, fus volk und anders bequemlicher haben mögen, aller der stend hilf entlegen.“ Berichten aus Leitungen über die Verhandlungen Württembergss.(Und wolten, so es euer gelegenheit gwesen, die euern bei uns zu haben, mit den5011 Da Nr. 489 am 23. Dezember eintraf, ist obiger Brief demnach bereits am 24. Dezember abgefasst. Vgl. dazu auch die von Philipp berichtete Ausserung Sturms bei den Verhandlungen von Giengen(in seinem Schreiben an Bucer vom 2. April 1547; gedr. von Lenz, Briefw. II, 8. 493—497). 3 Nach Esslingens Brief vom 21. Dezember(Vr. 493). Landgraf Philipp bittet um Geldhilfe; Ulms Aussöhnung mit dem Kaiser. 541 selben wolten wir uns von dissen sachen gern in vertrauen underredt haben. es will nıt allein beschwerlich und der einung zuwider, ja uns allen und gemeiner religion schimpflich und nachtheilig sein, so sich ein jeder dem andern, zuvorab denen, die bei dissem handel das ir treulich und mehr dann andre, ja auch mehr dann man gstalt der sachen schuldig gwesen, zugsetzt, zuruc R handlung pflegen soll...“ Dat. 25. Dezember 46. 502. Landgraf Philipp an die XIII. 1546, Dezember 26. Kassel. Str. St. Arch., AA 547, f. S— 90. Ausf. Büren rückt heran; bittet um Geld, um die Festungen zu besetzen. Antwort auf Nr. 482. Dankt für ihre Erklärung, sich nicht absondern zu wollen. C Und thuen nit zweiveln, ir werdet euch in dem und allem als ehrenleut erzeigen und halten.) Teilt mit, dass Büren«in unser land, die obern graveschaft Catzenelnpogen, gezogen ist, darinnen er ane zweivel zum ubelsten hausen wirdet. unsere vestnungen seind zimlich bestelt; hoffen dieselbige ein zeitlang ver— mittelst gottlicher verleihung zu erhalten. nachdem aber uns daruf monatlich ein statlichs leuft und wir uns dan den verschienen sommer eigner person in die Oberland zu unser aller defension begeben und uns... trefflich an geld erschopft, also das uns den krieg in die lenge gegen dem veind aus unsern vestnungen zu beharren nit muglich, es sei dan das uns von andern her zu die hand gepotten werd, so wollen wir hiemit bei euch gunstiglich gesucht haben, das ir vor euch willig seiet und auch bei andern stenden unser christ lichen] verein im Oberland befurdert, das uns mug von euch geldhilf be— scheen...“ Dat. Kassel 26. Dezember 461. 503. Bürgermeister und Rat von Ulm an den Rat. 1546, Dezember 28. Ulm.] Str. St. Arch., AA 2. 78. Aus. Empf. 3 I. Dezember; prod. 2. Januar]. Ben. von Keim, 1 Re. Ulm, S. 387,. bei Holländer; Str. i. Schm. Kr., S. 37, erw. von k Reichsstadt Ulm, S. S5, Anm. 104. Rückkehr ihrer Gesandten; sie sind mit dem Kaiser ausgesöhnt und haben die noch nicht vertragenen Städte im Oberland auf den 2. Januar beschrieben; raten auch Strassburg, zum Kaiser zu senden. 1. Zettel: Granvella Strassburg geneigt. 2. Zettel: Sollen in schwarzen Kleidern erscheinen. Verweisen auf Nr. 491 und teilen mit,(das unsere gesandten gestern bei uns widerumb ankomen und uns referiert haben, obwol sie irs höchsten vermögens kain vleiss, müehe noch arbait underlassen, die sachen dohin zu befürdern, das gemainlich alle stend der cristenlichen verainigung oder doch zum wenigsten die oberlendischen noch onausgesönten eſrbarn] stöt bei der kai. Mt. etc. zu gnaden und hulden kommen möchten, so hat es doch ge— 4 Vgl. Nr. 472, Anm. 1 und 489, Anm. 8. 502 1 Die Antwort Augsburgs vom 10. Januar auf ein ähnliches Schreiben des Landgrafen vom gleichen Tage ist gedr. von Hecker, Korr. Augsburgs mit Karl V., S. 259 –— 260. 503 1 Vgl. hierzu Anm. 9. w. 1546. Ulm hat sich mit dem Kaiser ausgesöhnt; schreibt zu Aussöhnungsmainer stend halben us allerlei ursachen nit verfahen wöllen?, jedoch sie uf ir trungenlich und embsig anhalten sovil erlangt, das uns und inen bevolhen worden, mit e. F., auch den andern noch onausgesönten elrbarn] stötten im Oberland als Costanz, Memingen, Lindau, Kempten, Bibrach, Ravenspurg und Isni derwegen auch vertrauliche handlung zu pflegen. dann sovil die andern stött belangt, hat es die gelegenhait, das Augspurg durch... pfalzgraf Friedrichen, churfursten etc., in sonderer handlung steets; so haben Giengen, Dinkelspuhel, Hall und Hailtpronn vor der zeit der kai. Mt. gehuldet, auch Esslingen und Reutlingen ir botschaft, wie wir vernomen, umb der versönung willen zu der kai. Mt. gegen Hailtpronn abgevörtigt. so ist denen von Frankfurt von ainem elrbarn] rath zu Hall derwegen auch geschrieben. wie nun die unsern die bewillisung der underhandlung gegen den überigen unausgesönten stöten im Oberland erlangt, haben sie sich gleich alsbald uf gehapte besigelte volmacht in unserm namen, auch us sonderm bevelch gegen der kai. Mt. etc. underthenigster, gepurlicher und schuldiger weise gedemütigt, darauf wir auch durch ir Mt. etc. gott lob unvernachtailt unser cristenlichen religion halben zu gnaden und hulden allergnedigst angenomen und miltiglich usgsönt seins, dann das ir die kai. Mt. neben andern gnedigen uflagen ain geltstraff gegen uns vorbehalten. Nachdem wir nun durch unsere gesanten bericht worden, wo die überigen onausgesönten stött der kai. Mt. huld und gnad erlangen wöllen, das sollichs ainichen verzug nit erleiden mög, in bedacht das unsere geschickten von ansehenlichen personen am kai. hove in gewisser erfarung haben, das ain straifende rott, als in die 1500 raisigen, darunder etwo vil neapolitanische pferd, wölches ain verwegen gesind, schon verordnet, die stött im Oberland zu frötten und zu plagens, so haben wir den angezaigten siben elrbarn] stöten 2 Wie der venetianische Gesandte Mocenigo am 3. Januar mitteilte, hatte der Kaiser das Anerbieten der Ulmer Gesandten, für Strassburg zu verhandeln, abgewiesen, dagegen für dessen Gesandten sicheres Geleit zugesagt(Venet. Dep. II, S. 137. 3 Am 29. Dezember bestritt dies Augsburg Ulm gegenüber(Ausf. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVIII, Nr. 2333 a; ben. von Keim, a. a. CO., S. 387). 4 Vgl. dazu die Randbemerkung Gryns bei v. Druffel, Viglius, 8. 240. 5 Vgl. dazu Egelhaaf, Archiv. Beitr. z. Gesch. d. Schm. Kr., Nr. 40 und 41, 8. 42—46; (vgl. auch v. Druffel, a. a. CO., 8. 227); Ausff. in Um, a. a. CO., Nr. 22619 und 2313; von letzterer Urkunde liegt auch Abschr. in AA 564, 4. 150-151 mit dem Rückvermerk Jakob Sturms:« Ulmisch absolution)(vom 22. Dezember). Auch in Strassburg fürchtete man Derartiges. Auf eine Anfrage von Mathis Pfarrer antwortete Wolf Tucher, Altschultheiss zu Brühl, am Fr., den 31. Dezember, in Bühl sei noch für niemanden furiert; aber es heisse, dass der Kaiser 1000 Pferde nach Freiburg i. Br., 500 nach Offenburg, 500 in die Markgrafschaft Baden und 500 nach Hagenau legen wolle; doch weiss er nicht, ob es wahr sei(Or. in AA 552, f. 82; prod. So. 2. Januar)— Am 3. Januar erfährt man von Flüchtigen aus Bühl, es lägen dort in der Gegend gegen 1200 Feinde; man beschliesst, Kundschaft zu machen und streifen zu lassen. Und da einer anbietet, mit 400 Knechten und 20 Pferden einige Spanier zu überfallen, gibt man den XIII Gewalt dazu (Ratsprot. 1546, f. 641— 643).— Aus einem Brief Wolf Tuchers an Pfarrer vom 7. Januar (Freitag nach Dreikönigstag) ergibt sich aber nur, dass in der Nacht nach dem 1. Januar 40 oder 44 Italiener nach Rastatt gekommen seien. Als der dortige Schultheiss deshalb in Baden anfrug, habe man in Bühl gesagt, 10000 Spanier rückten heran; viele seien deshalb geflohen, besonders da auf Warnungen der Regierung die Badener, welche gegen den Kaiser gedient hatten, nach Bühl geflohen und von dort infolge eines törichten Geredes in der Nacht weiter gezogen seien(Ausf. in AA 558, f. 3— 4; empf. So. 9. Januar«zu obent). verhandlungen der oberl. Städte einen Tag nach Ulm auf den 2. Januar aus. 543 geschriben?, dieweil wir irnhalb den angezaigten weg der versönung gegen kai. Mt.(dohin sich auch... herzog Ulrich... begeben) für den nutzlichsten und fürstendigsten ermessen, soverr sie nun zu sollicher ussönung auch lust und willen trüegen, so solten sie ir eſrbare] rathsbotschaft mit volkomnem besigeltem gewalt und bevelch abvörtigen, das dieselbig bis sontags den andern Januarii... abends alhie... einkomen, morgen montags darnach allen notwendigen bericht... von unsern verordneten ein nemmen, volgends, so es ine geliebte, von stund an(nachdem der verzug gefahrlich) zu der kai. Mt. etc. uf Hailpronn oder wo sie noch in derselben art zu betreten, gleich von hinnen us mit andern abritten und bei derselben umb allergnedigste ussönung, inmassen unsere und anderer mer gesanten gethon, underthenigst und wie sich gepurt, ansuchten et. und nachdem wir aber wol vermuten mögen, das e. F. solliche tagsatzung... kürze der zeit und verre des wegs halben nit besuchen können, so haben wir doch... nit underlassen, e. F. dessen alles, wie wir hiemit thun, eilends zu berichten und bei ir freuntliche erinnerung zu thun, ob sie sich auch an der kai. Mt. gnad und huld ergeben und deshalb furderlich ir elrbare] rathsbotschaft zu irer Mt., wölche irn weg, wo sie zuvor ire sachen im Oberland richtig macht, von Hailtpronn uf Speyr nemmen solls, obgehörter weise abvörtigen wöllten. das stöllen wir aber zu e. F. gelegenhait; wir mainen es aber irnhalben in warhait getreulich und zum bösten, wissen auch uf ditzmal und nach gelegenhait aller sachen kain bequemer, fugsamer und nutzlicher mitel anzuzaigen... Dat. Di. 28. Dezember 46°. 1. Zettel:(Wir wöllen e. F. hieneben auch nit pergen, das sich der herr Granvella etc. gegen unsern gesanten sonderlich und mehrmaln ver— nemen lassen, wie er den baiden stötten Strassburg und Ulm vor allen andern genaigt und zu irer ussönung mit gewegner fürderung gern verholfen sein wöllt, also das sich e. F. bei seinen G. alles gnedigen willen zu versehen haben sollen. datum ut in literis.) 2. Zettel:«Uns sehe auch fur rathsam an, das ire gsanten, so sie die zu der kai. Mt. abvertigen wöllten, in schwarzen klaidern zu anzaig ainer underthenigen demut erschinen. datum ut in literis.“) Entw. vom gleichen Tage in Ulm, a. a. C., Ur. 2340. s Die XIII baten darauf Speier um Mitteilung, wenn dort für den Kaiser(furiert were oder hernacher würde y. Speier antwortete am 8. Januar(Sa. nach«trium regum), sie wüssten nur, dass der Kaiser noch in Heilbronn sei. Der eine Teil seines Heeres unter Alba habe Württemberg«bis uf die fürnemen bevestungen ingenommen), der andere unter Büren solle noch in Frankfurt sein. Wissen nicht, wohin der Kaiser ziehen will; (dann... noch gar kein ansuchens oder furierens bei uns beschehen(Ausf. in AA 5ö8, f. 7; prod. Di. 11. Januar). 9 Der Brief, der übrigens den Kaiserlichen in die Hände gefallen zu sein scheint (Vgl. v. Druffel, a. a. CO., S. 240 und diese Nr., Anm. 4), traf nach der Antwort des Strassburger Rates am Abend des Freitags(31.) ein und wurde am So., den 2. Januar, dem Rat vorgelegt(Ratsprot. 1546, f. 638- b39). Dieser antwortete noch denselben Tag,(d weil... dise handlung... ferners bedenkens von noten, haben wir euch... bei zeigern dis weiter schreiben nit konden zukomen lassen»(Ausf. in Um, a. a. CO., Nr. 2348). In Ulm wurde auf dem Brief vermerkt:«Ist ein underlässig schreiben). w. 1546. Strassburg schlägt dem Landgrafen eine Geldhilfe ab; S8 B 8 5 HM 504. Die XIII an Landgraf Philipp. 1546, Dezember 28. {8[Strassburg.] . Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1547, f. 1—4. Ausf. 2. grössten Teil in Geheim. schrift(im Text durch Kursivdruck wiedergegeben); Praes. Kassel 7. Januar; dabei vermerkt:« Konen uns kein hulf thun». Können ihm nichts leihen; verweisen ihn an die sächsischen Bundesstände. | Antwort auf Nr. 487; bedauern den feindlichen Überfall auf sein Land. ö Da sie aber 18 Doppelmonate erlegt«und darzu verrers dargeluhen, also das wir zwenundzwentzig doppelmondt in barem gelt erlegt on die zwei vendlin knecht, so wir funf monat in unser stalt erhalten, und andere mehr uncosten, das wir in wahrheit an gelt zum Rochsten erschopft seind; so hat der deind Sich noch nit oon dem Oberland gethon, sonder zeucht Rin und her, und ergehen Sich die ringern stett, als die kein endsetzung wissen, an ine; und wurdt gesagt, das auch andere stend mit im in ertrag und rachtung standen. das wir also,| wo daz geschicht, wie genzlich zu besorgen, nit allein des veinds, der uf disen tag nit uber funfzehen meil von uns ligt, nit entladen, sonder von ime teglich der belegerung oder ander besch[w Jerlicher streif und angreifung gewertig seind und von niemanden kein entschuttung wissen. derhalben e. fl. G. ansinnen wir dieser zeit nit haben statt ze thun... dweil aber die sachsischen stend und Slett in disem krieg, als die znm theil wenig und zum theil gar keinen doppelmonat erlegt, noch unerschopft seind, so tragen wir keinen zweifel, wo e. fl. G. bei denselben ansuchen wurdet, sie werden e. fl. G. harın nit verlassen». Er möge das«nit anders, dann es dismals unserer hochsten nodturft halben beschehen sein, gnediglich ufnemen. dann wir je an allem dem, das uns die ainung uflegt und uns moglich und traglich, wie e. fl. G. bisher nit anders befunden haben, ungern mangel erschinen lassen wolten...» Dat. 28. Dezember 461. 505. Franz Burkhardt, kursächsischer Vicekanzler, an Jakob Sturm. 1546, Dezember 29.| [Compiegne.]| Str. St. Arch., Thom. Arch., Universität 5. Abschr. des 18. Jahrhunderts; stellen-| weise in Geheimschrift(im Tert durch Kursivdruck wiedergegeben), die z. T. falsch| aufgelöst ist. Vgl. die Stückbeschreibung von Nr. 496./ Baldige Abreise Johann Sturms nötig; günstige Stimmung des Königs./ C... Experior singularem propensionem regis, delphini et multorum aliorum bonorum erga nostros, plus quam existimassem. ac quia res habent| opus festinatione, visum est d. Sturmium hinc quam citissime ablegare eas ob caussas, quas ex ipso intelliges Do. t. e[xcellentissima], ut omnia negocid se habeant, as Do. t. consulet in medium, qua ratione ea, quae ab ipso intelliges, optime expediri possint. hoc principio plura haud dubie sequentun; et non obscure animadverto regem plurd habere in animo, quam dicat, maxime si res in Saæonia bene succedent, quod faxit deus et omnes boni optant. hoc quoque est certum regem contra pontificem valde commotum esse; et ex multis coniecturis boni bene sperant. articulos nostre responsionis curahitis 504 1 Vgl. dazu auch Bucers gleichzeitigen Brief an Landgraf Philipp; gedr. von Lenz, Briefw. II, 8. 469- 472. — 21 Gesandtschaftsbericht aus Frankreich; Fortschritte des Kaisers und Bürens. 5 on istic per zifras descrihi et tuto ad principes perferri, idem de itinere Sturmii Prooitehitis I, qui omnid vobis exdcte explicare poterit. omnis Salus nostrorom I/ post deum consistet in mutud et firma coniunctionè et fide, quibus existentibus auæilia non puto defutura. mea officia Do. t. perpetuo constabunt, cui me plurimum commendatum cupio. datum 29. die Decembris a. d. etc. 471. precor Do. t. ut nobis universis faustum et felicem annum. intra biduum deo dolente iter hinc in Angliſa/ m ingrediemur, dominus fortunet.) 506. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Konstanz. 1546, Dezember 29. Strassburg. Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 28 A, Mr. 8, S. 19—21. Ausf.— Prdes. 3. Junuar, Ben. von Vogt, D. Eroberung Darmstadts, S. 513, Anm. 19 und S. 514, Anm. 28. Fortschritte des Kaisers und Bürens; Zug des Kurfürsten; Graf Georg von Württemberg in Strassburg. C... Wir haben euch jungsten under andern zeitungen geschrieben*I, das kai. Mt. neben andern stetten Hailpronn und Hall zu gnaden aufgenomen und den von Beuren mit 3000 pferden ungevorlich auf Frankfurt zu geschickt etc.. wöllen euch darauf nit bergen, das wir noch nit anderst wissen, dann das die kai. Mt. noch umb Hailpronn lige und daz Esslingen, auch Reutlingen, zu ime geschickt, wie man achte, auch umb vertrag zu handlen. was sie aber usgericht, haben wir noch nit gehört. So ligt der von Beuren mit etlichen zu ross und fuss in der obern grafschaft Catzenelnbogen. heut acht tag hat er Darmstetten zu 6 uhren vormittag anfahen zu beschiessen und umb die zehend uhr das mit dem sturm erobert, was er in der wehr funden und das nit ins schloss und die kirch entflohen, erstochen. Darneben haben wir von... dem landgraven schreiben gehabt Nr. 487], das sein fl. G. den 16. dis zu Cassel gewesen des furnemens, sich mit reutern 505 1 Am 29. Dezember machte Burkhardt dem Kurfürsten von Sachsen die gleichen Mitteilungen und fügte hinzu: Der König war gestern sehr erfreut über gute Nachrichten Reckenroths vom glücklichen Stand des Kurfürsten und der Rüstung der See- und Hansestädte und darüber, dass man gegen Moritz, über welchen er sehr erbittert ist, etwas auszurichten hofft. Fällt der Krieg des Kurfürsten glücklich aus, so liesse sich wohl eine Heirat von des Kurfürsten ältestem Sohne mit des Königs einziger Tochter[vgl. über sie Nr. 56, Anm. 9 und 67, Anm. 12] erreichen(Or. in Geheimschrift mit Auflösung in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 177- 182, H, Nr. 6; erw. von Schmidt, Jean Sturm, 8. 69— der den Brief Johann Sturm zuweist—, von Glagau, Lg. Philipp i. Ausgg. d. Schm. Kr., 8. 38, Anm. 3 und von Mentz, Joh. Friedr., I, 3, S. 70, Anm. 4 und S. 71, Anm. 6).— In einem zweiten Brief vom selben Tage berichtete Burkhardt über ernstliche Rüstungen des Königs;«und wurdet allein daran ligen, sovil ich vermerken... mag, ob e. chur- und fl. G. und die andern stende die sachen beharren konnen oder wollen». Hinderlich seien dabei natürlich die Meldungen von den Kapitulationen im Oberland(Or.; grösstenteils in Geheimschrift mit Auflösung a. a..).— Am 29. Dezember sandten alle drei Gesandten(Burkhardt, Lersner und Johann Sturm) dem Kurfürsten und dem Landgrafen einen Bericht über die Audienzen bei Franz J. am 24. und 27. Dezember und über die günstige Stimmung am französischen Hofe; die Antwort des Königs vgl. Nr. 513, Anm. 2] haben sie niedergeschrieben und dem Kanzler vorgelegt, der einige Worte daran änderte. Auf den Rat des Königs werden sie in einigen Tagen nach England aufbrechen(Ausf. a. a. O.; erw. von Mentz, a. a. CO). 506 1 Als Antwort auf Nr. 483. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 35 546 1546. Landgraf Philipps Rüstungen; Ulm rechtfertigt seine Unterwerfung; und fussvolk gefasst ze machen, das er sambt seiner fl. G. landvolk gedachtem von Beuren verhoff zu begegnen, das der nit allen seinen willen gegen im erlangen soll. des churfursten und landgraven soldreuter und fussvolk, so, wie wir euch jungst geschriben, den stift Menz gebrantschatzet und ain zeit umb Geilnhusen gelegen, haben sich in den menzischen und andern flecken mit raub, plünderung und anderm beschwerlich gnug gehalten. seind, wie man sagt, donderstag den 16. dis ufgebrochen und nach Fuld gezogen den churfursten zu Sachsen zu Hirsfelden anzetreffen. und sei aber solch kriegsvolk so gar arm und lang unbezalt, das es täglich rottenweis verlauf und zu besorgen, sein churfl. G. werde des wenig mit ir hinein ins land Sachsen bringen. so lasst es sich auch ansehen, als wollte der hessisch adel auch nit volgen, sonder werde sich daheim enthalten. graf Görg von Wurtemberg ist nächst spot alhie ankomen?; und wie wir vernemen, stöt Wurtemberg noch in guetlicher handlung... Dat. 29. Dezember 46. 507. Die Geheimen von Ulm an die XIII. 1546, Dezember 30. Ulm.] Str. St. Arch., A 548, f. 79— S2. Ausf.— Prod. So. 2. Januar. Erw. von Holländer, Str. j. Schm. Kr., S. 37. Rechtfertigung ihrer Unterwerfung; können sich an der Anleihe in Frankreich nicht mehr beteiligen; senden Nachrichten über den Kurfürsten und Landgrafen Nachschrift: Einzelheiten über die Beschiessung Gemünds durch den Kur— fürsten von Sachsen. Antworten auf Nr. 498 und verweisen dabei auf ihre Briefe vom 7., 19. und 28. Dezember Nr. 473, 491 und 503].«Es ist auch die... warhait, das die kai. Mt. bei ir endlich entschlossen géewest, unser stat noch disen gegenwurtigen winter und vor oder gleich nach eroberung des furstenthumbs Wurtemberg zu belegern... nun ist laider die geringst... röttung weder an volk noch gelt gegen ainem sollichen mechtigen und beharrlichen gewalt bei uns nit mer vorhanden gewest, darauf wir ainiche menschliche hoffnung oder zuversicht stöllen mögen etc.. wer dann zu zertrennung unserer bundnus hievor und jetzo ursach gegeben, das wissen sich e. F. vor uns vernunftig und daneben dessen zu berichten, das auch etliche... stend und stött der verain im sächsischen krais zu disem krieg gar kain hilf gethon... und können wir nit gedenken, wölches zusamensetzen... sovil wirken, dardurch wir ainen bösern und nutzlichern friden... bekommen... möchten. dann ainmal sein wir im Oberland an gelt uf das eusserst erschöpft. die hilf an kriegsvolk(sonderlich zu ross) ist uns über beschehen vertrösten von wegen des winterlägers entzogen und sein wir von den unsern ellendiglich verlassen und die veind uf uns und unsere arme underthonen geschoben worden. so hat man sich... des gemainen pfennings halben allerdings nit vergleichen mögen. über das haben etliche stöt im Oberland ir angebür zu abvörtigung ? Hans von Heideck und Georg von Württemberg liessen am 27. Dezember anfragen, ob man sie mit Weib und Kind aufnehmen wolle. Das Gesuch wurde vom Strassburger Rat bewilligt, in bezug auf Heideck aber besonders bemerkt:«So ein statt Strassburg mit belegerung oder sonsten benottigt werden solt, das er auch bei einer stat Strassburg bleiben und in noten nit weichen werde»(Ratsprot. 1546, f. 627-629; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 42; vgl. auch Heyd, Herzog Ulrich III, S. 460, Anm.). Zug des Kurfürsten von Sachsen. I des kriegsvolks(die wir doch mit unstaten dargelihen) zu entrichten uberruck gewägert. durch wölches alles die kai. Mt. etc. umb sovil mer herzens und mut empfangen, sich auch darauf täglich gestörkt, wie dann ir Mt. gleich jetzo von neuem ainen lauf der knecht uf Kitzingen im land zu Franken angericht. ditz alles und furnemblich, das wir in gewisser erfarung gestanden, das ander mer hohe und nidere stend nach sonderbarer ussönung... getracht, dieselbig auch zum thail erlangt, hat... ainen eſrbarn] rathe bewögt, nach ainer gemainen huldigung zu trachten, die sie aber uber allen durch ire gesandten angewendten vleiss nit erwerben mögen... ob wir uns dann schon on ain allgemaine ussönung nit einlassen wöllen, so heten wir dardurch uns... one mitel in das... eusserst verderben... gefuert, und were dan nocht damit andern ainungsverwandten stenden nichtzit geholfen gewest. wir sein aber von den gnaden gottes... gegen der kai. Mt. uf beschehne... demuetigung durch ain fussfall und bekanntnus, das wir unrecht gethon, mit angehengter bit umb verzeihung unvernachthailt unserer cristenlichen religion gnediglich usgsönt, auch zu gnaden und huldigung wider angenomen und uns daneben unser landschaft und gueter widerumb einzuantworten vertrostung beschehen; jedoch hat ir die kai. Mt. ain gnedige uflag ainer geltstraff gegen uns vorbehalten. und ist bei uns kain zweivel, wo sich e. F. gehörtermassen in die sachen schicken, sie wurden gleichsfalls begnadet werden und us disem handel mit got, ern und gutem gewissen kommen mögen.) Obwohl in dem andern Schreiben Nr. 498) der Brief des Kurfürsten fehlte,«so vermerken wir us irem anzaigen, das höchstermelter churfurst des gelts halben, so in Frankreich gefallen sollen,... ansuchen thun. das will nun us hievor und jetzo erzölten ursachen, es treffe ditz oder ander geld an, unser gelegenhait gar nit sein, zudem es uns jetzo, weil wir gegen kai. Mt. usgesönt, nit mer gepuren will. und werden e. F. us hieneben verw warten... zeitungen... vernemmen, wie beeder chur- und fürsten sachen 507 1 Sie bestehen aus: 1. einem Brief aus Frankfurt an Esslingen vom 22. Dezember(Abschr. in AA 548, f. 64— 55a und in Ulm, Arch., Ref. Akt. TXXVIII, Nr. 2332 Esslinger Abschr.: Der Landgraf ist heute vor 3 Wochen durchgekommen.(Der churfurst... ist den 12. huius im Deutschenhaus uber nacht gelegen mit seinem gesinde, so er in der kost helt, desgleichen des landgraven gesind, alles reuter, so die baide fursten in kost haben, geacht uber 1000 pferd; haben im Deutschenhaus alle umbsunst gessen und drunken. und haben wir grosere gefahr unserer burger und dieser statt verkomen wöllen, so haben wir diese baide zeug mit anderhalb doppelmonat, seind 9000 fl., aus der statt kaufen müessen, das wir uber unser vermögen haben lifern müessen. alles ander kriegs volk... ist der zeit zu Miltenburg und Oschenburg Aschaffenburg] und daselbst umbhar gelegen, anderst nit vil weniger dann die Spanier haus gehalten. ist sonderlich uber die pfaffen ausgangen.' Verhandlungen mit dem Erzbischof von Mainz über die Entgegennahme der Aschaffenburger Brandschatzung, die der Frankfurter Rat zweimal verweigerte vgl. dazu Nr. 489 und den Briefwechsel Frankfurts mit dem Erabischof und dem Kurfürsten in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1022].(Haben es meine herrn zum dritten mal abgeschlagen, auch kains wegs damit zu schicken wollen haben und noch; dann meine herrn ab irem schrecklichen haushalten gar kain gefallen gehabt als mit unserſn] guten nachpaurn, mit denen wir je und allweg wol zufrieden gewesen.» Meldet ferner, dass Moritz(das land gar innen hab bis uf Wit emberg, von dannen er hat müessen... abziehen, auch Gotten und Eisenach, so ist der churfurst mit seinem raisigen zeug den 19. Decembris zu Fuldau gewesen, daselbst hauszuhalten wie im stift Menz. ob sein fl. G. noch da sei, wais ich nit; 35* . 548 1546. Fortschritte des Kaisers im Oberland; Beschiessung Gemünds laider geschaffen und das sich irnhalb ainicher... hilf... mit nichten zu versehen. daher, und ob uns schon des herrn churfursten schreiben zukeme, wir verursacht wurden, seiner churfl. G. begern... zu wägern. dann unsers vermutens wir, die drei stött, gott dem herrn pillich dankbar sein sollen, das wir in disen unträglichen last mit ufbringung der grossen summa gelts in Frankreich nit gerathen sein. es were doch auch verspilt gewest und unser, der stend, halben im Oberland one frucht angangen...“ Dat. Do. 30. Dezember 46. Nachschrift: Schildern,«was im abzug gegen der stat Gmunde, irnhalb unverschuldt und das sie gemainer verstendnus zu unserm gefüerten laidigen und onsiglichen krieg 8000 gl. an barem gelt gutwillig und one alles interesse uf zwai jar lang kurgeströckt, kurgenomen worden. das nambliche bemelte statt Gmund durch... den churfursten... hart beschossen und also genötigt worden, das sie sich an gnad und ungnad ergeben muessen. aber der uberig hauf... ligt noch umb Stainach Steinau] an der strassen und darumber... der landgrevisch raisig zeuch ist haim; hat... nit mit dem curfursten in das land ziehen wollen. so ist das landgrevisch regiment auch nit vil oder gar kains mit ime; ligen alle noch im land zu Hessen zu Cassel und darumber... der von Beuren ligt uf diese stund in Gerauer land und[ist], wie die kuntschaft laut, heut fur Darmstat geruckt, darinn nichtls] dann landvolk. wir besorgen uns alle stund seiner vor den porten und seiner zu erwehren.) 2. einem Brief Esslingens vom 27. Dezember an die Geheimen von Ulm(Abschr. a. a. O., f. 71—72 und 65b- 66[2 Zettel]; Ausf. in Um, a. a. O., Nr. 2334): Nach Abfertigung des Botens, der Ulms Schreiben über die Aussöhnung gebracht hat, haben sie folgendes erfahren:(Auch... werden wir durch unsern spitalzinser, so erst heut dato gegen abend von Stutgarten bei uns ankomen, bericht, das ain kai. drumeter, so wol 3 tag zu Stutgarten gelegen und in der statt mit seiner drometen und fanen hin und her spatzieren gangen, uf gestern vor tag mit etlichen wirtenbergischen rethen widerumb zu kai. Mt. verritten sei. Am Freitag[24.] soll die streifende Rotte, die um Heilbronn liegt, Marbach zur Übergabe aufgefordert, doch die Antwort erhalten haben, der Kaiser und Württemberg seien vertragen; gestern 26. aber hat ein kaiserlicher Trompeter Marbach nochmals aufgefordert. Die streifende Rotte soll auch Lauffen, Beilstein und GrossBottwar aufgefordert, von letzterem Ort aber nur Proviant verlangt haben.(Graf Jorg von Wirtemberg soll von Stutgarten uf den heil. weihenachten tag 25. verritten sein nach Strassburg; vgl. Nr. 506, Anm. 2], desgleichen auch der statthalter Georg von Au samt etlichen rethen uf heut dato auch von Stutgarten hinweg geschaiden sein. ittem hat man heut dato drei wegen in der canzlei zu Stutgarten geladen und... hinweggefürt.) 200 Reisige in Marbach sind durch Herzog Ulrich entlassen worden. Als sie«zu ainem thor hinaus, ist ain kai. drometer zu der andern porten eingezogen. 1. Zettel: Hören heute um 11 Uhr, dass Marbach gestern von 5 Fähnlein belagert und nach der Ergebung geplündert worden sei. 2. Zettel:(Auf heut dinstags den 28. Decembris ist unser alter stattbott von Marpach heruf komen; hat angezaigt, das kais. kriegsvolk sei schon zu Marpach herumb; sei zu besorgen, es werde Marpach schon eingenomen sein. er hab sich gestern abents davon gemacht... wir werden auch bericht, das Murr, underhalb Marpach gelegen, schon geplundert worden und das das kriegsvolk jetzo bis gen Schwaicken herauf, ain meil wegs von Esslingen gelegen, straiffe.»— Dieser Brief vom 27. Dezember ist von Esslingen auch an die XIII gerichtet worden als Antwort auf deren Schreiben vom 25. Dezember(Nr. 493, Anm. 6). Die Ausf. fehlt, von dem Entw.(in Stuttgart, Arch., Büschel 92) ist nur das vorstehend abgedruckte Stück ohne die 2 Zettel erhalten und fälschlich an den Brief Esslingens vom 21. Dezember(Nr. 493) angenäht. Der Anfang des Briefes enthielt wohl einen ausführlichen Bericht über die Aussöhnung Ums. 2à Über die Eroberung Gemünds vgl. auch Nr. 461, Anm. 3, Nr. 471, bes. Anm. 1 und 476, Anm. 1. durch den Kurfürsten; Ulms Aussöhnung. 549 nachmals hat man ine in ir schatzkamer gebrochen, alles gelt und barschaft, so sie zu vorrath gehapt, samt ainem vass mit gelt, wölches sie uf ir waghaus gelegt, und der obligation, so sie von den camerräthen alhie umb die fürgeströckten 8000 fl. empfangen, genommen und weggefüert, darüber auch ire statliche und vermögliche burger geblundert und geschätzt, alle kurchengueter und silbergeschierr darinnen preiss gemacht, irn geschwornen statarzat, doctor Lienharten?, geplundert und mit sich hinweg gefuert, zuletst ainem e[rbarn] rath ain schatzung uferlegt, die sie von irn burgern batzenweise einsamlen muessen. haben daneben dem churfursten und gemainer verstendnus geschworn, so lang getreu und gewertig zu sein, bis ain anderer kaiser erwölt werd, auch unser religion anzunemen, wie uns dann die von Gmund als unsere nachbern desselben zum thail auch bericht haben.» 508. Der Rat von Konstanz an den Rat. 1546, Dezember 30. [Konstanz.] Str. St. Arch., AA 558, f. 1 und 6. Ausf. Prod. Sa. J. Januar; lect. Z. Januar «bei räth und 21». Haben nach Ulm gesandt, um sich wegen der Aussöhnung zu erkundigen; bitten um Strassburgs Rat und um neue Nachrichten. Berichtet über den Brief Ulms!. Da es«die puncten des fridenstands... allain summarièe... ermeldet... und aber wir in sölhen wichtigen... sachen one unsers grossen rats, ouch unser gmaind vorwissen unser bottschaft mit vollbommnem gwalt nit abzevertigen wüssen, so habent wir doch ainen gen Ulm abgevertigt... bericht anzuhören), um sich danach zu entschliessen. Teilen es mit,«mit dem ernstlichen und trungenlichen bitt, ir wollind uns dem hohen vertruwen nach, das wir bisher zu üch für andere stett gehept und noch habent, üwern getrüwen und christlichen rat, wie wir uns hierin halten söllind, mitthailen, ouch uns, was sich... Sachsen und Hessen halb sidert nächstem üwerm schriben zügetragen hette, bi diesem unserm botten verstendigen... datum 30. Decembris a. etc. 46 in der ersten stund nach mittag.) 509. Der Strassburger Stadtschreiber an Bernhard Veser in Fuldali.] (1547), Januar 1. Strassburg.] Weimar, Arch., Reg. J, pag. I38- 141, F, Mr. 6. Abschr. mit dem Rückvermerk: « Copei einer lateinischen antwort uf ein schreiben ze Fulda den 30. Decembris gegeben, allermeist der oherlendischen stedte ahfall belangen...) Ulm hat sich mit dem Kaiser vertragen; Strassburg rüstet sich zur Gegenwehr gegen den Kaiser; Nachrichten vom kaiserlichen Heere. «Am dreisigisten tage Decembris habe ich dein schreiben ze Fulda ge— geben von Scheffelino empfangen. die krigsrustung gefelt mir, aber die geld schriende knechte gefallen mir nicht. eben derselbige Scheffelinus hat mir 3 Haug; vgl. Württemberg. Vierteljahrshefte IX, S. 9—10. 508 1 Vom 28. Dezember; vgl. Nr. 503, Anm. 7. 509 1 Absender und Empfänger ergeben sich aus dem Eintrag im Ratsprotokoll vom 30. Dezember(1546, f. 6372), wonach an diesem Tage ein Brief von Bernhard Veser aus Fulda an den Stadtschreiber vorgebracht wird,(daz die see- und handstet dem landgraven ein merklich sum volk schicken y. Dies stimmt zu den Angaben im ersten Absatz des Briefes. . . 550 1547. Strassburg rüstet zur Gegenwehr; Bürens Zug. beiliegend briefe“ geschickt, das ich dir dieselben solte zuesenden. ich habe dirs nicht ehe zuefertigen konnen, dann der diener Fraxinei, der von hoff zue dir geschickt worden und durch diese stadt gereiset?, hat mich nicht angeredt, so er sich doch underwegen gegen einen vernemen lassen, er wolte mich uf ein eil ansprechen. Sovill aber die sachen, so itzundt fur der hand seind, betrift, stéhet es umb dieselben nicht woll; denn es lest sich ansehen, als wolten alle stete der von Ulm exempel nachvolgen, die sich albereit mit dem keiser vertragen, wie man gewislich weiss. wir seind allein noch ubrig und ich hoffe, wir werden uns menlich halten, wie wir nur jemands in der besazung hetten. aber es ist woll zum erbarmen, das die unsern von iren nachbaurn so verlassen sein sollen. wir samblen itzund wider ein krigsvolkz und wollen(wie ich hoff) alleine auswarten, was das gluck im kriege bringen werde. denn was ist, schendlicher weder leibeigen zue sein? was ist ehrlicher dann frei zue sein? leibeigen zue sein, dafur haben sich unsere vorfaren allwege berumet, wie sie hinwieder die freiheit mit darstreckung ires lebens und bluts verteidiget. wenn der keiser etwas billigs furschlage, wolten wirs alle annemen und in erkennen. weil aber niemands hofnung hat, das er solchs thun werde, so seind wir bedacht uns zu weheren und umb unsers heils und freiheit willen vil lieber sterben dann einen unbillichen vertrag anzunemen. Die unsern seind beim konige; wes sie ausrichten, davon haben wir noch kein wissen. von dems habe ich euch geschrieben, welche zeit er alhie gewest und in welcher art er von hinnen gereiset. Der von Beuern ist zue Oppenheim wider uber Rhein gefarens. ich halte, er ziehe nach Collen. ist das geruchte war, so kumbt der keiser heute gegen Speyr7. der herzog von Alba verhert mit einem teil krigsvolk das Wirtemberger herzogthumb. o du alte tugent der Teutschen, o der unerhörten schande! ich schelte den keiser nicht; dann er thut, wie ein jeder gueter krigsfurst thun mechte, der solche bequemikeit darzue hette. uns straffe ich aber, das ist ganz Deuzlandt, das sie nichts weislich, nichts manlich handlen! aber vor grossem betrubnus kann ich dismals nicht me schreiben. will man mir volgen, so wollen wir noch etwas thuen, das wirdiger sein soll unser dabei zu gedenken. gegeben den ersten Januarii ganz frue.“) re Bei dieser Gelegenheit überbrachte er vielleicht Nr. 496. Das wusste man in Strassburg seit dem Abend des 31. Dezember; vgl. Nr. 503, Anm. 9. 4 Vgl. Nr. 494, Anm. 2. 5 Der im Text folgende Name ist nicht sicher zu lesen, vielleicht ist Saint-Ay! gemeint; vgl. Nr. 472, Anm. 2. 6 Das berichtet Alexander Pünder am 25. Dezember(Nr. 499). Vgl. auch Nr. 517, Anm. 3. 7 Von der beabsichtigten Reise des Kaisers nach Speier schreibt Ulm am 28. Dezember (Nr. 503; vgl. auch a. a. CO., Anm. 9. s —— 21 1547. Augsburg steht noch nicht in Verhandlungen mit dem Kaiser. 551 510. Die XIII von Augsburg an die XIII. 1547, Januar 2. Augsburg.] Str. St. Arch., AA 542, f. 9— I2. Ausf.— Prod. Fr. 7. Januar.— Ben. von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 135, von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 390 und von Roth, 1u9shurgs Ref. Cesch., III, S. 497, Anm. 72. Dank für ihre Briefe; Ulms Aussöhnung ohne sichere Zusagen; verhandeln noch gar nicht; bitten um Entschuldigung, wenn sie dazu genötigt werden; Pfalz bietet Vermittlung an; müssen jetzt die Forderung des Kurfürsten von Sachsen ablehnen. Haben von ihnen 2 Briefe vom 25. und 28. Dezember erhalten!; im ersten sollte das Schreiben des Kurfürsten von Sachsen vom 14. Dezember mitgeschickt werden[Nr. 484), das aber erst dem zweiten Brief beilag, der zugleich Antwort auf Nr. 495 brachte und gestern ankam. Danken für ihre darin erteilten Ratschläge, denen sie nachkommen wollen,«unangesehen das unser und gmainer statt verderben in viel wege nähner, grösser und gewaltiger vor der thüer ist weder ainigs andern ainungsstands. Teilen Ulms Unterwerfung und Fussfall am 23. Dezember zu Schwäbisch Hall mit«uf conditionen, die, als wir in vertrauen bericht werden, wenig grunds noch bestand haben mögen; dann es allain ain ploss der kai. räte zusagen vieler gnad und pleibenlassens der religion und freihait, wie herzog Moritz von Sachsen und Nurnberg dieselbig haben, sein solle, darumb sie weder brief noch siegel noch vil weniger ainige versicherung haben.» Verwahren sich gegen die Behauptung Ulmse, sie stünden durch Ver— mittlung des Kurfürsten von der Pfalz in Aussöhnungsverhandlungen mit dem Kaiser; beschweren sich auch darüber, dass Ulm sie allein nicht zu dem Tag vom 2. Januar nach Ulm geladen habes.«Ir und menniglich sollent aber unzweivel und gewiss sein, das wir von kainer particularhandlung je gedacht noch vil weniger dieselb angefangen haben, und noch nit. so haben wir auch umb underhandlung in der gmainen sach zu Baiern oder andern nit gesandt; dann wir uns ausser gmainer stende solchs und dergleichen nit gern understeen wollten. gleichwol hat... der landgraff etc. herrn doctor Heeln und Sebastian Aitinger zu herzog Wilhelmen von Baiern gesandts und under anderm von gmainer vertragshandlung, als wir bericht seind, werben lassen; darauf ime aber noch kain antwort gevallen.) Sollten sie aber zu Verhandlungen gezwungen werden,«so sollt ir nit 510 1 Beide Briefe fehlen; der vom 25. Dezember hatte wohl einen ähnlichen Inhalt wie der entsprechende an Ulm(Nr. 498). Aus dem Brief vom 28. gibt der Augsburger Stadtschreiber Georg Frölich in seinem Schreiben vom 3. Januar an die Gesandten von Konstanz und Memmingen zu Ulm(Or. in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 28 A, Nr. 21, 8. 89- 90) folgenden Auszug:» Die dreizehen des kriegs zu Strassburg haben meinen herrn(im vertrauen zu melden) geschriben und geraten, bei erkannter warhait und den christlichen ainigungs verwandten bestendig ze pleiben, so lang es menschlich und möglich; so konne und werde gott der almechtig, dan sein hand nie beschlossen gewest, us not helfen etc, mit vil eingefurten tröstlichen ermanungen; also das sie auch bestendig ze pleiben genzlich entschlossen.) 2 Vgl. Nr. 503, Anm. 3. 3 Vgl. dazu Roth, a. a. O., S. 457. Erst am 13. Januar beschloss der Augsburger Rat Verhandlungen anzuknüpfen; vgl. Roth, a. a. CO., S. 465. 5 Vgl. dazu Lenz, Briefw. III, S. 473 – 5. 552 1547. Augsburg lehnt die Bürgschaft für das französische Darlehen ab; anders denken dann das es menschlicher weise nit anders habe sein könden, und mögt uns im selben fall freuntlich entschuldigt halten. wir wollen euch auch... nit bergen, das... pfalzgraf Friderich churfurst durch Gabrieln Arnolt, iren rentmaister, bei uns ernstlich anlangen und ermanen lassen, uns gegen kai. Mt. wie andere stett einzulassen etc.; welchs wir aber undertheniglich abgelaint und doch darneben undertheniglich gebetten, ob sein churfſ. G. die gmain sach zum besten richten kunte, das sie im selben das best thun wollten. Belangende... des churfursten von Sachsen begeren Nr. 484]... werdt ir nunmeer zu erachten haben, weil sich Ulme ausgezogen und bei inen dise ding nit meer ansehens haben noch zu erheben sein werden, das unser und euer zuthun hierinnen nit meer verfahen möge, uns auch nit ratsam sein wirdet uns ausser Ulme einzulassen; welchs wir hochgedachtem... chur— fursten auf weiter ansuchen gedenken undertheniglich anzuzaigen und uns zu entschuldigen.) Neue Nachrichten haben sie nicht, ausser das Herzog Ulrich sich jetzt auf dem Hohentwiel befindet. Dat. 2. Januar 47. 511. Der Rat an Bürgermeister und Rat von Konstanz. 1547, Januar 2. Strassburg. Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 28 A, Nr. 13, S. 39— 50. Ausf.— Praes. 5. Januar. Der Zettel hen. von Maurer, D. Übergg. d. St. Konstanz an Österreich, S. 25(mit dem falschen Datum 5. Januar). Meinungsäusserung über die Unterwerfungsbedingungen Ums; können vorläufig keinen Rat geben. Zettel: Regen Anfrage bei den Eidgenossen über ihre Stellungnahme an. Haben ihr Schreiben vom 30. Dezember[Nr. 508](gestern vor mittags zeit» erhalten. Berichten eingehend über das Schreiben der beiden Fürsten vom 29. November Nr. 467], ihre daraufhin an Ulm erfolgte Anfrage vom 14. Dezember Nr. 482, Anm. Il, Ums Antwort vom 19. Dezember[Nr. 491], die Rückantwort der XIII vom 26. Dezember[Nr. 497] und den letzten Bericht Ums vom 28. Dezember Nr. 503], wovon sie Abschrift beilegen. Vermissen in diesem Bericht,«was die gnedige uflag oder geltstraff seien, die... villeicht von inen mit vleiss nit angezeigt worden», und bitten um Bericht über den Tag von Ulm. Auf ihr Ersuchen um Rat erklären sie:(Haben uns dise particularhandlungen nie gefallen, sonder allweg und noch misfallen... so wir aber die conditionen des fridens nit wissen, könden wir uns gleich wie ir on vorwissen unsers grossen rats und gemain selbs noch nichts darin entschlissen noch euch, was euch ze thun sein wölle, rathen, sonder ir euch nach erkundigung derselben euerer gelegenheit selbs am basten zu be— richten haben. wir wolten aber von herzen, das ain jeder thädte und gethon hette, was er vermog unserer christlichen verain schuldig und dieselbig im uflegt und usweiset. solte unsers theils mit gottes hilf wie bisher nit mangel erschinen sein.) Haben seit dem letzten Brief Nr. 506] keine Nachricht über den Kurfürsten und Landgrafen.(Datum sontags zu nacht den andern Januarli a. etc. 47.» 511 1 Abschr. a, a. CO., Nr. 14, S. 51—56, Basels Arleihe an Strassburg; Johann Sturm wieder in Strassburg. 553 Zettel:«Wir wolten gar gern, wo es sein möcht, das bei den Aidgenossen erkundigt wurde, wes sich doch bei denselben in gemain oder joch denen, so unserer christlichen religion seind, in disem fall zu verhoffen oder zu trösten sei oder were.) 512. Die XIII von Basel an die XIII. 1547, Januar 3. Basel. Str. St. Arch., AA 558, f. 2 und 5. Ausf.— Prod. Fr. 7. Januar. Können gegen LZinsverschreibung die 10000 Gulden haben; bitten um neue Nachrichten. Antwort auf Nr. 492. Da sie«die 10000 fl. rappenmunz und darunder die cronen, wie wir die ufnemmen mussen, zu zweien pfunden steblern und die taler und batzen je funfzehen batzen fur 25 Basel blaphart und 8 helbling anzenemmen und uns die jors mit funfhundert gulden geltz unser stett werung zu verzinsen willens), mögen sie die Jins verschreibung! fertigen und durch einen Vertrauten senden. Werden ihm dann berichten,«was und wie vil geltz wir uch zu Straspurg lifern, wo und bi wem ir das finden werden, darzu den ubrigen rest daruf zu handen stellen.» Bitten um Nachrichten, «ob ouch war, das herzog Moritz..., wie ein red gat, vom konig zu Denn— mark geschlagen. Dat. Mo. 3 Januar 47. 513. Johann Sturm an den kursächsischen Kanzler Jobst von Hain und den hessischen Kanzler Thilemann Günderrode.[1547], Januar 4. Strassburg. Weimar, Arch., Reg. J, pag. I77 152, H, Mr. 6. Ausf.(für Johst von Hain) und Marburg, Arch., Mr. 922. Ausf.(für Günderrode!); heide Ausff. ganz in Geheimschrift.— Auflösungen der kursächsischen und hessischen Kanzlei in Weimar, a. 4. O., Pag. I72— I77, H, Nr. 5.— HLigenhändiger Entw. Johann Sturms in Str. St. Arch., Thom. Arch., Universität 5.— Ben. von Schmidt, Jean Sturm, S. 69, von Glagau, Lg. Philipp s. Ausgg. d. Schm. Kr., S. 8 und von Mente, Johann Friedr. I, 3, S. 70. Seine Sendung; kann wegen des Abfalls von Frankfurt nicht kommen; Antworten des Königs; Russerungen des Kanzlers; die Verschreibung; der König jetzt den Protestanten günstiger; Leo Stronzi; Angriff der Türken. C.. Vigesima nona, quae fuit dies Mercuri, a rege consensu et approbatione collegarum meorum, d. Burcardi et d. Lersneri, ad nostros principes missus sum, ut, quae eius esset sententia, ipse coram exponerem. et veni intra quatriduum per equos dispositos huc Argentoratum, sed Francofordiensium defectio et occupatio itinerum, quae ab hostibus in omnibus locis cis et trans Rhenum fit, in causa est, ut quod maximopere cupiebam, facere non possim et istuc ad nostros principes venire. nec visum est nostro magistratui, ut me in manifestum vitae discrimen coniiciam, ac quoniam tutius et celerius per unum aliquem omnia perferri possunt, eadem seribenda potius quam per me nuncianda iudicaverunt. 512 1 Abschr. der Schuldverschreibung vom 1. Januar 1547 in AA 556, f. 45— 46; Auszug im Baseler Urk. Buch X, S. 330, Nr. 303 II. 513 1 Die leichte textliche Abweichungen zeigt. M on T 1547. Stimmung am französischen Hofe; Bedingungen der 9g 5 Res autem in Gallia ita se habent: vigesima secunda Decembris in aulam ad regem venimus; vigesima quarta a rege ad exponendum nostra mandata admissi sumus. benigne et clementer audivit, respondit etiam benigne: causam belli honestissimam esse iudicasse se semper; velle etiam se causam nostram et nobis optare, quod volumus. societatem belli nobiscum facere non posse absque rege Angliae; pecuniam vero ducenta milia coronatorum mutuo dare velle, ita ut tres civitates Augusta, Ulma, Argentina fideiubeant. haec obligatio immutari non poterat per biduum. vigesima septima tandem nobis responsio data est mitior, cuius capita ad vos mittimus?, in quo illud lenius est, quod rex non postulat sibi civitatum obligationem mitti, ante— quam pecuniam det, sed ut ipsi principes se obligent, promittant tamen effecturos se, ut civitates quoque se intra duos menses astringant., hoc genus obligationis non potuit mutari, tametsi maximopere contenderemus; quam-— quam cancellarius mihi dixit, si civitates aliquae defecerint, nostros prin— cipes non obligarii ad impossibile; et summopere nobis esse considerandum, ut semel eam pecuniam obtineamus; non defuturum regem deinceps in aliis. putabat etiam obtineri posse, ut si Wirtembergensis dux cum cesare componat, rex contentus sit sola fideiussione duorum principum, ducis Saxoniae et principis lantgravii, absque promissione de civitatibus. sed tamen si Bassifontanus istic contendat, ut principes isti duo de civitatibus etiam fideiubeant, ut non recusent, quo semel regii loculi aperiantur. sed haec non debent esse fraudi cancellario, ideoque nec Bassifontano indicari, qui vobis conciliandus est propter fratris Lobespini autoritatem apud regem. et sane Bassifontanus diligenter pro nostris ordinibus et scripsit et egit; sed de cancellarii sententia nihil eum ex nobis oportet resciscere. quantum igitur attinet ad obligationem, ut ne opus sit multoties recurrere, variae sunt per certum virum obligaciones mittendae: una in qua tres principes se obligent, altera in qua duo tantum, et haec rursus duplici forma, una in qua promissio fiat de civitatibus, altera in qua nulla; quam si Bassifontanus approbaret, bene se res haberet; nam rex ei, ut nobis dixit, peculiaria quedam mandata misit. voluit etiam rex me ad Wirtembergensem mitti; sed post ea mutatum est, ut ego ad duos principes, Saxoniae ducem et lantgravium, noster vero magistratus ad ducem Wirtembergensem aliquem ex suo senatu mitterets. est etiam in conditionibus, ut ad festum pentecostes [Mai 29] reddantur illa ducenta milia. hoc magis positum est propter consuetudinem mercatorum quam quod rex id velit; nam rex ipse nobis dixit, si opus sit pecunia in tempus longius, in eo se non fore difficilem. certo nobis promissum est pecuniam intra dies paucos Basileam missum iri una cum illa =(Capita responsi regii dati legatis imperii principum et statuum protestantium 27. Decembris)(Aufzeichnung in Str. St. Arch., Thom. Arch., 22, 1 mit Randbemerkungen Johann Sturms; auch in Marburg, a. a. CO. und in Weimar, a. a. O., pag. 172—177, H, Nr. 5; erw. von Glagau, a. a. O., S. 38 und Anm. 2, von Mentz, a. a. CO., S. 70, Anm. 4 und S8. 71, Anm. 6 und von Zeller, La réunion de Metz J, 8. 102- 103, Anm. I). Vgl. auch Nr. 505, Anm. 1.— Die Aufzeichnung deckt sich im wesentlichen mit den von Sturm oben im Text gemachten Angaben. 3 Am 7. Januar schreiben die XIII an die Geheimen von Basel, dass sie) gegen wärtigen unsern secretarien Simon Empfinger) zu Herzog Ulrich senden, und bitten ihm auf Wunsch einen(gerugten klepper und diener) zu geben. Er wird berichten,«wie es umb Frankfurt und andre stett geschaffen)(Ausf. in Basel, Arch., Polit. L 2, 1, f. 597). Empfinger sollte wohl Herzog Ulrich die französischen Anerbietungen überbringen. N On französischen Anleihe; Strozzis Darlehensverschreibung. 55 pecunia quae mittitur ad collectionem Helvetioruma. hec etiam cancellarius suae fidei periculo nos nostris principibus affirmare voluit. In rege ista apparent: magnum studium erga nostros principes et ordines, etiam spes maiorum auxiliorum, si constantes permaneamus; sed maximopere metuit dissociationem propter cesaris artes. et quanquam dissimulat, tamen habet aliquid[in] animo in proximam aestatem agers, si detur oportunitas. Stampensi dixit se hand summam pecuniae non respicere, etiam si dono det, et primo quoque tempore bellum moturum, si sciret et, ut ipsi loquuntur, assecuratus esset, quantum nostris ordinibus fidere de— beat. magis cupit nobis adesse afflictis nostris rebus, quam cum essent, florentiores, id quod animad vertimus, cum allatum esset de Halla dedita et occupato Helbruno; quare etiam si hic omnia deplorata videantur, tamen curate, ut obligationes mittantur. Quid Stroza promittat, videbitis ex chirographos Leonis Strozae, fratris Petri Strozzas. promittit etiam praeterea ducentena milia coronatorum, sed petit fideéiussionem mercatorum, et opus est,[ut] rex duobus mercatoribus, qui haec mutuo daturi sunt, aliquid vectigalium concedat, id quod fortassis impetrari possit. De Turca certo nobis a regiis et a rege affirmatum est decima quinta Maii classem eius ingentem in Siciliam transituram et partem exercitus ductum iri in Ungariam. Haec sunt, quae ego maximopere nostris principibus deberem explicare; et quanquam opus haberent latiore declaratione, tamen quoniam summam intelligitis, et id quod praecipuum est, et ego istuc nisi summo cum vitae discrimine proficisci possum, rogo magnificentiam tuam, ut me princi— pibus excuset, praesertim cum id quod facio magistratus nostri faciam consilio. paratus sum alioqui nec labores nec pericula pro nostra causa et nostris ordinibus subterfugere, quoties id sustinere iubear. Valde utile videtur, ut qui obligationes adferet, autoritatem habeat, qui, si fortassis aliquid commutandum esset propter mutationem temporum, sciret, quantum concedi posset. sed de his vos prudentius et melius quam ego. vale vir ornatissime. quarta Januariis. y 4 Über die fälligen französischen Pensionen an die Eidgenossen vgl. FEidgen. Absch. IV, 14, 8. 7Z58t 3. 5 In dieser Verschreibung(Compendii quarto cal. Januarii Dezember 29] 1546») verspricht(Leo Strozza, prior Capuae, tam nomine meo quam Petri fratris me mutuo daturum principibus, civitatibus caeterisque sociis foederis protestantium summam triginta millium coronatorum, in qua computabuntur 4000 librarum Turonensium, quae nobis a rege christianissimo debentur, prout constat ex scripturis, quas novit dominus cancellarius.) Das Geld soll im April in Lyon gezahlt und nach einem Jahr ohne Zins zurückgezahlt werden (Ausf. in Weimar, Reg. J, pag. 177–- 182, H, Nr. 6; erw. von Schmidt, Jean Sturm, S. 69. 6 Über die Stellungnahme des Landgrafen zu diesem Bericht Johann Sturms vgl. Schmidt, a. a. O., 8. 70, Glagau, a. a. CO., 8. 39 und Mentæ, a. a. CO., 8. 7I. PA ya 18 556 1547. Beratungen in Strassburg über Annahme | 514. Aufzeichnung Konrad Johams über eine Beratung der Verordneten!,| . 1547, wahrscheinlich Januar 4. Strass burg?ꝰ. ; Str. St. Arch., AA 565, f. I75— I76. Or. Aufzählung von Gründen für und wider einen Vertrag mit dem Kaiser. «Im fall, so man mit dem keiser sich vertragen wolt, was zu besorgen: Erstlich das uns hochlich zu verweissen, das wir wider die nottel der verstentnus, so wir particular handelten umb friden. Lum andern das noch gewonheit der welschen nacion uns nichts oder gar wenig geholten wurdt. Zum dritten ob uns die religion jetz zur ziten fri gelossen, so wurdt sie uns zu gelegner ziten des keisers vermog bebstlichs concilium genomen werden. Zum fierden das wir alsdan die mes und alle bebstliche ordnung wider ufrichten, ouch wider alle geistlichen zu restituieren. wiewol wir dasselbig lichtlicher dan etlich fursten ze thun, wurd es uns beschwerlich, dwil die geistlichen gefel hie in die almusen, als spital, armen luten, weisenhus, guten luten, blotrhus verteilt sind. Lum funften das unser friheiten, ouch das wir erlossen dem keiser zu huldigen, wider ufgericht, ouch dem kammergericht underworfen, welches ganz bebstist, und eim jeglichen pfaffen am kammergericht parieren miesten. Item zum sechsten das wir nit mer bi gemeiner richsstend schatzung bliben wurden, sunder noch des keisers wolgefallen wie sine erbland geschetzt wurden. Item der kriegscosten herzog Heinrichs von Brunschwig, ouch jetz des keisers ufgeloffen kriegscosten under uns protestirenden stend zu bezalen usgeteilt wurdt. Lum achten so wir also mit haut und har keiserisch, wurdt erfolgen den keiser und wen er uns verordnen[wurde] und ein summa siner gelegenheit noch kriegsvolk in unser stat inzelossen, darin zu herschen, wib und kind schaden, zu zalen noch irer gelegenheit und allen mutwil zu gestatten, das wir bitzhar ganz ungewanet sind. es wirdt unser bischof nit feuren alle sine| alten gerechtikiten, so on grund und unser eltern mit der fust und ernst erhalten, understan wider ufzurichten. Im fall, so wir gedechten bi unser religion und friheiten zu bliben, was zu besorgen: Erstlich belegernus unser statt. was wir zu besorgen des fremden ingenommen kriegsvolk, das sie nit unser meister[wurden]; auch ob unser| birger des nit gewonet, zu besorgen haben. .| Zum andern wie wir in unserm geminen seckel mit barschaft gefasst, MM solche belegernus zu erharren, proviant und anders halben darzu gehorig; wolt ich gern, das es besser weres. 514 1 Sie sind in Nr. 474, Anm. 4 aufgeführt. ? Die Beratung der Verordneten wird auf Grund des landgräflichen Schreibens an Jakob Sturm vom 25. Dezember(Nr. 500) erfolgt sein, welches am 3. Januar«am oben spott circa octavam» eintraf. Als Tag der Beratung ist daher wohl der 4. Januar anzunehmen; am 5, Januar erfolgte daraufhin der Vortrag der Verordneten im Rat(Nr. 515). 3 Statt:«wolt... were» stand ursprünglich:« Wissen mine herren die XV etc. und ich selbs mer dan mir lieb ist.» EEE* M 27 oder Ablehnung eines Vertrags mit dem Kaiser. Zum dritten so wir belegernus heten, wurde die landschaft herumb uf ein tagreis verderbt und verherget; ist zu gedenken, dwil ein statt den mererteil an zins und gulten fur ire herschaft doruf haben, wem solches ver— derben zu schaden reichen wirdt. Zum firden ob schon kein belegernus beschee und der keiser ein streifende rott an mor orten legen, was schaden der stat am zufieren proviands und teglichs gebruch abgan wurdt, der riche burger, kaufman und ouch gemein burger und handswerksman sin handel nit fieren kͤinde, grossen unwillen under uns, ouch teglichen schaden bringen wurde. Lum funften so der keiser uns in die acht oder sunst in craft sins kei. ausschreiben und mandaten alleſn] fursten, heren und stenden verkunden, [das sie] uns weder zins noch gult zu geben ferner[?] solten, sunder zu irer Mt. handen oder sunst siner gelegenheit noch verordnen wurdt. darbi ouch allen denen, so der stat Strassburg burger schuldig weren umb waren und anders, furter nichts geben solten, sunder fur eigenheblich gut inen selbs zu behalten volmacht geben wurden. hie ist ganz ernstlich zu bedenken, wie fursten und herren, so harin in die stadt zinsen und gult geben, ganz lustig, auch alle andern gemeinen schulden schuldig sind, dasselbig selbs zu behalten, dwil es von der hohen oberkit als dem kiser zugelossen wurdt. Lum sechsten wurdt darus folgen, so der adel, rich burger kein zins, kein gult und auch alle andere nebenschulden nit werden folgen, ieren stand nit wol wussten zu erhalten, der gemine handswerksman, der sich des adel und richen burger erneret und wol genisset, nit mor wie zuvor zu geébruchen und inen an irer narung abgan. was fur guten willen das gebären, ist lichtlich zu gedenken. es wurden ouch tuchleut, handwerksleut, so der adel, rich burger schuldig, so villicht vorlangen gemacht, ganz langsam und ubel bezalt werden. Zum sibenden zu berichten die unbestendikit des gemeinen manss, das etwan die am ersten zu ingang der sachen lustig, und so es etwan unglücklich neher gatt, sich urblitzlich umbwendet und in ein vertrack gibt, dwil sie nit vill zu verlieren,[der] den wolhabenden ganz beschwerlich ist. Zu bedenken schultissenburgers, walhens, bebstiſsſchen und derglich gesind, so wir haben. daz wir oben herab oder unden heruf zu verhoffen.“ Vgl. dazu die von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 44 angeführten Beispiele nach Ratsprot. 1546, f. 641, 644, 648, 653 und von 1547, f. 16 und 22 und AA 552, f. 83. 5 Über das Schultheissenbürgeramt vgl. Winckelmann, Strassburgs Verfassg. und Verwaltg. im 16. Jahrh., 8. 505— 506. Der Rat hatte am 3. Januar dem Schultheissen verboten, bis auf Weiteres Schultheissenbürger anzunehmen, worüber sich dieser am 5. Januar beschwerte, weil die dabei erhobene Gebühr der einzige Ertrag des Amtes sei. (Ratsprot. 1546, f. 648). Da der Rat jedoch das Verbot aufrecht erhielt, so wandte sich der Schultheiss am 10. Januar beschwerdeführend an den Bischof von Strassburg(Or. in Str. Bez. Arch., G 338, f. 162), worauf dieser am 15. Januar(Samstag«nach dem zwenzigsten tag) an den Rat schrieb(Zabern; Ausf. in AA 1574; empf. 16. Januar; lect. 17. Januar. Der antwortete, es sei nur wegen der bedenklichen Zeiten geschehen(Brief an den Bischof vom 26. Januar; Ausf. in Str. Bez. Arch., a. a. O., f. 164 und Ratsprot. 1547, f. 9— 10 und 25). Aber am 21. März wollte er doch«bedenken, was furzunemen, damit gemeine stat solcher beschwerd uber wer»(a. a. C., f. 126). Der Bischof bestand in seinem Brief vom 1. April (Freitag nach Judica) noch einmal auf seinem Recht(Jabern; Ausf. in AA 1574; lect. 9. Aprih. Daraufhin wurde am 20. April beschlossen, das Verbot aufzuheben(Rats prot. 1547, f. 195— 196 und Brief an den Bischof vom 22. April; Ausf. in Str. Bex. Arch., a. a. C., f. 174.) 6 Das Anbringen der welschen Gemeinde am 14. Januar s. bei Holländer, a. a. CO., D d a an — NOT 8 3 rn mn n=. Die Lage im Oberland, in Kursachsen und Hessen. 515. Vortrag der Verordneten! im Rat. 1547, Januar5. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotokoll von 1546, f. 649- 650. Aufzeichnung des Stadtschreibers über die Sitzung vom 5. Januar.— Erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 47. Berichten über die Lage im Oberlande, beim Kurfürsten von Sachsen und beim Landgrafen; man muss den Schöffen Bericht erstatten. Geben folgenden Bericht über die Lage: Nach dem Abzug habe der Kaiser mehrere Städte eingenommen, andere hätten sich ergeben. Württem— berg solle noch in Handlung stehen. Der Kurfürst habe nur noch Gotha und Wittenberg und«ein krank, schwach, unbezalt kriegsvolk. der landgrave setz villeicht sein sach uf die festenen. und[sei] sich nit zu versehen, das man uf diser stend seiten ein kriegsvolk mehr zusamenpringen werde; dan wiewoll der landgrave noch zwei regiment knecht gehapt, die, wie man sag, auch zu zerlaufen; das es nun gemeiner stat halben von noten sein woll sich zu entsliessen, was man thon oder wobei man bleiben wolle. sollt man es nun fur die schoffen pringen, wie[man] thon muss, so sei es weitleufig und ein sorgsam ding und zu besorgen, das under den seien, die leiden mochten, das der keiser uberhand nem, es gee gemeiner stat der religion oder freiheit halb, wie es wolle. und mochten also die ursachen die schoffel bewegen, das sie sagen, wan die sachen also seind, so soll man sich vertragen. das mocht durch die widrigen dem kaiser zu(zu) wissen komen. so er dan sehe, das man den hasen im büsen, und? er erst ursach nemen, die stat zu belegeren oder freten. so dan schon etlich weren, die do halten wolten, wurden sie sagen, man het inen den teufel furgemalt, er were nit so schwarz. wurde es durch die widrigen aber an die kei. Mt. langen, das man getrent, und? er desdo eher furfaren. Daher schlagen sie das Verhör der einzelnen auf den Zünften vor.«So haben sie etlich ursach bedacht im thon oder lassen Nr. 514..., welche sie meinen fur die schoffel zu pringen sein,) über die am Freitag[7.] beschlossen werden solls. 8. 57 nach Ratsprot. 1547, f. 4.— Man erliess ihretwegen eine Ermahnung an die Bürger, doch wollte man«der halben, so under inen nit burger seind, einsehens haben)(a. a. O., f. 5 vom 15. Januar). 515 1 Vgl. Nr. 514. 2 Statt:«wurd». 3 Aber erst am Samstag, den 8. Januar, wird unter Zuziehung des neuen Rates der Bedacht gebilligt und beschlossen, ihn am Donnerstag(13.) den Schöffen vorzutragen (a. a. CO., f. 652 und 653). Da wird nochmals die Geheimhaltung betont und dann das Stück den Schöffen vorgetragen(5 Reinschriften davon in AA 564, f. 1—10, AA 565, f. 2—32 und Thom. Arch., Varia ecclesiastica V, Nr. 29; ausreichender Auszug bei Holländer, a. a. CO., S. 48—51). Von den Konstoflern werden dabei nur die beschickt,«die den rath klein und gross und ander meiner herren emter besessen haben)(Ratsprot. 1547, f. 1— 2). Am 19. Januar wurden dann 5 Abordnungen zu den einzelnen Zünften gesandt, die ihnen eine Reinschrift des Schriftstückes noch einmal vorlesen liessen und dann die Meinung der einzelnen abhörten. Die sofortige Niederschrift eines Teiles dieser Meinungsäusserungen in AA 565, f. 38- 45, 108-111 und 138; spätere Ausarbeitungen in AA 564, f. 15- 34, 38-42, 45-= 46, 49- 52, 55- 61, 86- 89 und 1- 92; alles ausreichend ben. von Holländer, a. a. O., 8. 51-53 und 94, Anm. 2.— Nur wenige sind entschieden für einen Vertrag; viele wollen ihn nur, wenn die Religion und die Freiheit gesichert und keine Besatzung in die Stadt gelegt wird; manche wollen nicht ohne den Kurfürsten und den Landgrafen abschliessen; andere stellen dem Rate die Entscheidung anheim; aber die Mehrheit(un N ER Sa ae NEE 1547. Rüstungen des Landgrafen; Fortschritte des Kurfürsten. 559 516. Die XIII an Landgraf Philipp. 1547, Januar 5. Strassburg.] Marburg, Stadt Strassburg 1547, f. 15—16, Ausf. Praes. Kassel 12. Januar. Berichten über die Lage im Oberland. Haben Nr. 502 erhalten, verweisen zur Antwort auf Nr. 504.«Im oberland stet es also, das Ulm sich ergeben hat und mit andern stetten, das selbig auch ze thun, handlen solle. desgleichen sollen Esslingen und Reutlingen auch gethan haben. Augspurg halben, davon wissen wir noch nichtz. mit Wurtemberg ist man bisher in handlung gestanden und, wie man sagt, villeicht noch. was aber die conditionen seien oder das es vertragen, wissen wir nit. der keiser hat aber das land vast alles, usgeslossen des Aspergs, Schorndorff, Kirchen und Urach, so besetzt seindt. Thübingen das stettlin soll sich ergeben haben, das schloss aber noch nit. wie es dann mit Frankfurt stand, wissen e. fl. G. bass dann wir. und solle der keiser noch zur zeit zu Grüningen Markgröningen] under dem Asperg ligen... Dat. Mi. 5. Januar 46(h. 517. Jost Rauch! an Konrad Joham. 1547, Januar 6. Str. St. Arch., AA 558, 8.. Lect. S. Januar, Rüstungen des Landgrafen; Fortschritte des Kurfürsten gegen Moritz. Hört,«dass sich der von Beiren übel furcht in Frankfurt vor dem landgraffen; dann es ist das gemein geschrei in der Pfalz, dass der landgraff ufman, was spiess und stangen dragen kan. auch hat der von Biren das gelt, das man von Maliſnz und von den umbligent stetten geschest[!] hatz, alles uber— kumen und als genumen, was des landgraffen ist gewessen. Der Kurfürst soll Moritz 3 Städte genommen haben.«Ich kan uf das mal nit geſn] Frankfurt kumen; ich will mich bei Darmstatt und bei Pfundstatt Pfungstadt] halten und die sach erkunden, bis ich erfar, wa der von Biren hinus wol und wie die sach mit dem landgraffen statt. datum uf den oberisten 47.3) gefähr 180) ist überhaupt gegen jeden Vertrag, da dem Kaiser doch nicht zu trauen sei. Wenn daher der Rat am 3. Februar den Schöffen erklären liess, dass«euer vill... und vast der mererteil dahin geraten..., so man zu einem sollichen vertrag komen mocht, das man bei gottes wort, der stat freiheit und herkomen bleiben kont und der stat und burgerschaft nit unerlich were, das man denselben alnnemen solte(AA 564, f. 72; ben. bei Holländer, a. 4. 0., 8. 53; vgl. Nr. 545, Anm. 9), so ist das eben nur ein etwas gewundenes Eingeständnis, dass nur die Minderheit für den Vertrag war. 517 Er wurde am 30. Dezember 1545 als Einspenniger angenommen(Ratsprot. 1545, f. 521). Vgl. auch seinen Brief an Joham vom 30. Dezember in Nr. 499, Anm. 12. 2 Vgl. dazu Nr. 507, Anm. 1 unter 1. 3 Ungefähr 14 Tage später abgefasst ist folgender Bericht Rauchs— nach der Handschrift zu urteilen— den er demnach wohl nach seiner Rückkehr erstattete(Aufzeichnung in AA 552, f. 59— 650): Büren habe die 3 Grafen von Erbach um 12000 Taler geschätzt, Darmstadt dreimal bestürmt und bei 300 Mann verloren, aber(vil gutz darin gefunden und das schloss verbrant. darnach ist der von Biren uf Gerau gezogen, hat in ales genumen, was si haben.... der von Biren hat wöllen uberfaren zu Openheim und bestelt bei etlich und dreisig schuff. da send die von Frankfurt im nach gezogen, haben im den schlisel geben, auch ein grossen schenke, das er si wol annemen in gnad und ungnad. wie er ist in die statt kumen, hat er das gelt genomen], das die von Milteburg und Aschenburg Miltenberg und Aschaffenburg], auch Menz dem churfursten und landgraffen solen geben; ist ales zu 5 = — K e— . Französische Gesandtschaft an Strassburg; Eroberung 1547, Januar T. Villers-Cotterets. Str. St. Arch., T. D. G., Band S4. Ausf. mit Gegenzeichnung von Aubespine. Prod. Pr. 21. Januar.— Erw. von Teller, La reunion de Mete I, S. 107, Anm. I. Beglaubigung für Saint-Ay)l. 518. Franz I. von Frankreich an den Rat. (Messieurs. je renvoye pardela le sieur de Sainctaylt present porteur pour resider aupres de vous affin de me faire ordinairement entendre l'estat, en quoy seront les affaires de dela, et vous dire de mes nouvelles, dont je suis seur, que vous scaura rendre bon compte, qui me gardera vous faire pluslongue lettre. priant diu, messieurs, qu'il vous ayt en sa garde. escript A Villerscosteratz le 7. jour de janvier 15462. 1547, Januar 7. Kassel. Str. St. Arch., AA 561, f. 146- I63. Ausf., his auf einen Absatz(vgl. Anm. 2) ganz in Geheimschrift.— Empf. Mo. 24. Januar, prod. Mo. 24. Januar. Ben. von Holländer, Str. 5. Schm. Kr., S. 26, Anm. 1 und S. 58, Anm. 4. 519. Landgraf Philipp an die XIIII. Lage im Oberland; Eroberung Darmstadts; Fall Frankfurts; seine Truppen und Gegenrüstungen der Feinde; der Kurfürst und Herzog Moritz; ohne Zahlungen der Oberländer und Hilfe der sächsischen Städte weiss er nicht was tun. Hat ihr Schreiben vom 28. Dezember Nr. 504] erhalten; dankt für ihre gute Gesinnung; weiss, was sie getan haben. Über die Lage im Oberland ist er unterrichtet. «Uber? das so ist der Beuern nach unserm land der obern gravesohaft gezogen, hat Darmstadt, das mit vierhundert personen land volks besetzt (wilchen doch nit bevolhen, das sies solten halten, sondern allein, das sie mochten ein annembliche richtung erlangen), beschossen. dieweil aber die armen leute gesehen, das der von Beuern mit grossem geschutz nit gefast, Frankfurt beliben dem von Biren. jetzt bei acht tagen hat der von Biren seinen[!] reiter alle heim geschuckt; si seien all ser krank und sterben hinweck wie das vieh. er bleibt zu Frankfurt und hat zwolf fönlin knecht bei im, wart des kaisers zukunft. auch bei acht tagen seien zu Bocksperg bei 800 pfert zusamenkumen, ziechen dem margraffen Albrecht nach; der wil dem herzog Moritzè zu hulf kumen; der leit zu Leibsen Leipzig] und der churfurst leit darfor. weiter hat der kaiser dem von Rossenberg Bocksperg... widergeben.... Vgl. v. Druffel, Viglius, 8. 235, Anm. 58]. auch ist es vast unsicher umb Mosbach und uf dem Ottenwaldbuch im Gerer[Gerauer] lendlin; dann die bauren solten dem von Biren ain grossen schatzung geben, nemlich ain haus vunf... und ain halben daller, wie wol er si vor verderbt hat. weiter weiss ich uf dismal nicht mer. item was der kaiser erfaren kan, was vom adel ist oder sunst ain befelch hat gehabt, der dem churfursten und dem landgraffen gedint hat, nimt er inen ales, was si haben.» 518 1 Vgl. über seine Reise nach Frankreich Nr. 472, Anm. 2. 3 Gleichzeitig schrieb Franz an Jakob Sturm, Saint-Ayl habe ihm von seinem Eifer kür den König erzählt; er bittet ihn, darin zu verharren, und verspricht sich erkenntlich zu zeigen; verweist ihn dafür auf Saint-Ayl(Aàbschr. des 18. Jahrhunderts in Str. St, Arch., Thom. Arch. 54, Nr. 1a; gedr. in der Revue alsacienne XI 1887- 88] 8. 542). 519 1 Gleichzeitig schrieb Philipp an Bucer zum Teil dieselben Nachrichten(gedr. von Lenz, Briefw. Il, S. 756— 478). Am 9. Januar berichtete er Aitinger ausführlich dasselbe gedr. von Rommel, Gesch. v. Hessen, Urk.- B., S. 174- 1865). 2? Der folgende Absatz ist nicht in Geheimschrift geschrieben. Darmstadts; Fall Frankfurts; Rüstungen des Landgrafen. 561 so haben sie sich understanden zu halten, sich zweier sturm erhalten, den dritten, dieweil der fleck nit gnugsam besetzt, sprach begert. indes der veind an ainem andern ort das Arheiliger thor ufgebrennt und hienein gedrungen. es hat sich aber dannost der von Beuern so ehrlich gehalten und sie nit wollen erstechen lassen, sondern gesagt, was sicher wolt sein, solt uffen kirchoff fliehen etc.. und seint der veinde, wie sie sagen, ob zweihundert todt plieben und der unsern ein person oder zehn. hat aber Darmstadt und Bissingen [Bessungen] das dorf uf siebentausent gulden gebrandschatzt, das Gerauer land uf ein hunderttausent gulden, wilchs sie doch, wie wir denken, nit geben konnen, und hat Darmstadt das schloss ausgebrant. hett nun der churfurst zu Sachsen und unsere bevelhaber unser volk im stift Meinz pleiben lassen und da geld gemacht und sich mit vierzig tausent gulden nit abweisen lassens, so wer der schad wol zu verkommen gewesen, das er da schwerlich het heruber ziehen mogen. Die von Frankfurt haben ursach genomen, wie sie gesehen, das Darmstadt dergestalt gewonnen, doch woll gewist, das Russelsheim wol besetzt und der von Beuern sich irer nit angenomen, auch sovil geschutz nit gehabt die zu notigen, zu ime zu schicken einen friden mit ime zu machen. uber das, das sie haben durch Johan von Geroltzstein* bei unsern kriegsrethen lassen ansuchen umb volk, die inen auch zu stund geschickt sein, als nemlich Ravensburgs und Reiffenbergs regiments; und stund bei inen der regiment, eins oder sovil fenlin, sie gewolt, zu sich zu nemen. aber uber das haben sie die richtung, wie gemelt, mit dem von Beuern gemacht und uns geschriebens, wie sie die not dahin drunge, dieweil sie der oberlendischen und niderlendischen hulf entblost und vill hohes und nider stands der religion und merertheils der ainungsverwanten inen solten gerathen haben, dieweil ein ider seinen weg suchte und sie von niemands keiner hulf dan uns zu gewarten, das sie sich solten auch vertragen. haben es auch darbei allein nit gelassen, sondern die unsern in irer stad nit leiden wollen, auch unser aigen gelt, das von den Meinzischen dahin geliefert, uns nit wollen volgen lassen’, auch den von Beuren in ire stat gelassen und das krigsvolk durchziehen lassen, wilchs nun hie disseits Frankfurt in den negsten dorfern ligt; also dem von Beurn den pasz gegont, da er sonst schwerlich itziger zeit uber den Mein het komen konnen, wo sie im den pasz nit zugelassen. Nun haben wir verordnet, das etzliche hundert pferde, auch ein man oder sechstausent unsers landvolk, desgleichen die zwei regiment landsknecht Ravensburgs und Reiffenburgs, die schwerlich noch uber drei oder vierthalb tausent stark seint, an orte und ende zu hauf kommen sollen und, so es muglich, dem veind ein abpruch thun oder verhindern sollen, das er nit weiter unser land verderbe. ob nun die knechte ufzubringen werden sein gegen den veind zu ziehen, das ist zweifelhaftig; dan man den zweien regimenten bis in achtzigtausent gulden, wie die pfennigmeister und musterhern sagen, schuldig sein solle, do wir ganz und gar keinen rath mit geld zu wissen, 3 Vgl. Nr. 489. 4 Johann von Geroldstein, in Frankfurter Diensten; vgl. Quellen zur Frankfurter Gesch. II, S. 301, Anm. 2. 6 Vgl. Nr. 499. Vgl. ihren Brief vom 27. Dezember bei Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., 8. 80-81, Anm. 4. Vgl. dazu den Brief aus Frankfurt vom 22. Dezember in Nr. 507, Anm. 1 unter 1. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 36 N ya 562 1547. Der Kurfürst und Herzog Moritz; Versagen der ob auch vermutlich zu hoffen sei, das mit solchen unwilligen knechten und mit so wenigen reitern(ursach der wenigkeit der reiter ist das, dieweil man den soldreitern vil schuldig und wir die nit zu bezalen wissen und darum! mehrerteils haben heimziehen lassen und allein unser landreiter genommen, der da vil gestorben und noch viel krank liegen) etwas statlichs auszurichten sein werde, das kont ir als die verstendigen ermessen. sonderlich dieweil der von Beuern bis in zwelf fenlein reiter hat, da zweihundert, dreihundert und sterker die fanen mit besetzt sein, auch ein zimlichen statlichen haufen knecht. und uber das uns ein kundschaft uber die ander einkomt vom bischof zu Coln, Munster, graven zu Deckelnburg und andern, das im Niderland umb Coln und stift Munster bis in dreitausent pferd zu hauf komen und albereit bei einander sein, auch bis in zehen oder zwelf tausent zu fusz sich da versamlen werden etc., den bischof zu Coln understehen auszusetzen, wie sie dan uf den christabent[Dezember 24] den coadiutorn vor ein bischof erwelet, desselben insetzung liderlich beschehen kan; und werden darnach mit denselben haufen auch uf uns rucken. dergleichen warnung komt uns auch fur, das aus Franken auch uf uns ein volk ziehen werde. der von Beuern liegt noch umb Frankfurt; was er anfahen und wo er den kopf hinaus wenden wirdt, werden wir innen werden. Des churfursten und herzog Moritzen zu Saxen halben stehen die sachen ufs ubelst.“ Verweist wegen seiner Verhandlung mit Herzog Moritz auf das Schreiben an Jakob Sturm vom 25. Dezember[Nr. 500].«Daraus ihr zu sehen, wie weit sie von einander sein, als nemblich herzog Moritz hat des churfursten halb kein handlung on den keiser leiden wollen, auch des churfursten halb mit dem keiser nichts handlen wollen. der churfurst hat nit stilstehen wollen, auch nit allein in sein eigen land zu ziehen, sonder auch herzog Moritzen in seinem land anzugreifen. mitler zeit haben wir nit underlassen herzog Moritzen zu schreibens, auch unser rethe einen? zu ime zu schicken, nochmaln zu handlen, ob er leiden mocht, das die sach vertragen mocht werden. was uns darauf begegnet, werden wir vernemen. sonst hat der churfurst das land zu Doringen herzog Moritzen theils mehrertheils eingenommen, gebrandschatzt und plundern lassen, auch vom hundert zehen gulden zu steur gehaben und angelegt, wilchs herzog Moritzemn heftig be— schwert aus ursachen, das er in des churfursten land dermassen nit gehandelt, weder gebrandschatzt noch schatzung ufgehaben, auch ins churfursten heusern sein aigen pfennig gezeret. nun ist herzog Moritz mit seinem volk in Leipzig gezogen, die vorstet abgebrant; und, wie man sagt, wil der churfurst darvor ziehen. sie haben aber uf diese stunde weder mit scharw mut zeln oder mit der faust gegen einander nichts gehandelt.“ Er selbst will seine Festungen möglichst gut versehen und halten. Erkennt an, dass sie ihre Mittel erschöpft haben, will aber das Gleiche für sich gelten lassen,«und das wir den Oberlendern zum besten droben ge— wesen und wie beschwerlich es uns sei, von inen keiner hulf zu gewarten.“) Von den sächsischen Städten erwartet er nach den bisherigen Erfahrungen keine Hilfe.«Zudem das ir wisset, das zu Gingen beschlossen, das sie dem churfursten alch]ſtzigtausent gulden uf den gemeinen zukunftigen pfennig erlegen sollen;.... es ist auch ein grosse schuld der reuter, die man inen noch ze thun, uf sie, die sachsische stette, gewisen!®, 38 Am 25. Dezember; gedr. von Brandenburg, Pol. Korr. II, 8. 999- 1001. Heinrich Lersner; dessen Instruktion vom 28. Dez, ist gedr. a. a. O., 8. 1006- 1009. 10 Vgl. Mentz, Joh. Friedr. I, 3, 8. 68. Religionsverwandten; der Landgraf weiss keinen Rat. 568 Dieweil ihr nun selbst wisset, das Denmark, Pfalz, herzog Moritz, Coln, Munster, Preussen, Nürnberg, herzog zu Zweibruck und andere religions verwandte zum mehrern theil gar nichts, die andern w enig und ganz heimlich gethan haben, Pommern, Ee uneburg, die beide graven zu— Dekkelnburg zu diesem zuge nic hts er legt haben, Frankreich durch den Strotzi viel vertrost, nichts erlegt, auch selbst des gelts fur dem fruling nit mechtig gewesen der churfurst zu Brandenburg nichs gethan, die andern, marggraf Hans und marggraff Albrecht, wider uns gewesen, die christlic hen orter der Eidgenoschaft uber vilfeltigs Schreiben und beschicken nichts darzu gethan, sonder allein knecht umb unser gelt haben laufen lassen, aber selbst nit mit haben angreifen wollen, die sachsischen stedt ubel erlegt, und wir numehr befinden, das die oberlendise ihen stedt und stende sich von uns trennen, wie ir on zweifel besser und mehr, dan wir anzeigen mogen, wisset, und sich dan Frankfurt dermassen gehalten, wie vor geschrieben, dardurch wir unserer eigen land getrennet sein, auch uns nit ein geringen nachteil pringen wirdet, das die Oberlender und wir schwerlich zu hauf komen mogen oder auch schicken, wir auch befinden, das von continuir ung dieses kriegs wenig trosts vorhanden, dieweil sich die stedt also trennen, auch schwerlich zu hauf se hicken mogen, von solchen sachen zu reden, wir auch nit wusten, an wilchem platz wir die stende mochten erfordern, dieweil es durch Franken, am. an der Bergstrasz, am Hundsruck und allen orten itzo zu reiten unsicher ist, konnen auch nit wissen, wilche stadt itzo leiden mocht, das man den tag bei ir ansetzte, auch wilcher stand oder s(tJadt den tag besuchen wurde; zudem das die ainung itzo uf invocavit[Februar 27] ausgehet und wir nit konnen wissen, wilche stende oder stette in die ainung wider zu kommen geneigt sein und also im zweivel allenthalben hangen und weder geldhulf oder einicher endsetzung trostung wider von ober, nider oder sachsischen stende noch stetten wissen; dieweil dann unsere sachen mit endblosung gelts, auch weiter zukunftigs Schadens, der uns und unsern underthanen weiter geschehen wurde, teglich gew arten, so habt ir zu erachten, wie unsere sachen stehen. und seint warlich betretten, wissen nit, was wir aus noth thun und wie wir uns in die sachen schicken sollen. begeren gnediglich, ir wollet uns ufs furderlichste schreiben und sonderlich eroffnen, wie es nh Wurttenberg, Ulm und Ougspurg stehet, davon allerlei redde gehen.. Dat. Kassel 7. Januar 967 520. Simeon Empfingeri an die XIII. 1547, Januar 10. Basel. Str. St. Arch., AA 558, f. 9— I0. Or.— Prod. Mi. 12. Januar.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 56; der Schluss wiedergegeben in HandschriftenWerbung in der Gegend von Schlettstadt; Tag zu Baden; Auftrag für Bernhard Meyer; französische Rüstungen, . Als ich heut zu mittag gon Basel komen und bei den gehaimen raten w gethan, ob sie etwas neuwer zeitungen..., haben sie mir angezeigt, das... gwisslich uf den... dreizehend dis ein lauf knecht in ein flecken alle rnechst bei Schletstat gemacht und zweinzig fenlin daselbst in 520 1 Über seine Sendung vgl. Nr. 513, Anm. 3, über seine Person Handschriftenproben I, Tafel 29 36* w Kaiserliche und französische Werbungen; Unterwerfung Württembergs. namen kei. Mt. angenomen... werden sollen; wohien oder wider wen..., sei noch nit offenbar. wer warlich e. G. nach gnug. got schick es zum besten. am andern so habind jetzund gemeine Aidgnossen aber ein tag zu Baden?... sobald... ir gesandter, her Bernhart Meier, wider anheimsch kome, wolten sie 6. G., wes gehandelt worden, sovil denen zu wissen von noten, zuschriben. und dieweil... her Bernhart Meyer nit alhie..., hab ich dasjenig, so mir ad partem mit demselben zu reden bevolhen, mit niemand anderm reden wollen. wo aber e. G. wolten, das ich mit jemand andern darvon reden sollt und sie mir sollichs, ob ich wider oben herab koms, zuschreiben..., will ich demselben... nachkomen. Darneben hat mir der herr einer ad partem in geheim gesagt, das der konig in Frankreich den vier stetten Lurch, Basel, Bern und Schaffhausen geschriben, wie er etlich Eidgnossen annemen wolle, mit beger, inen daran, ob sie die iren gleichwol nit ziehen lassen wolten, nit zu verhindern; dann es etlich zu gut beschehe, denselben luft zu machen; das auch er, der konig, etlich wanteriers annem und seine reisigen ufman... Dat. 10. Januar 47. 521. Hedio an Erb. 1547, Januar 10. Strassburg. Str. Universitätsbibl., Thesaurus Baumidnus XT III, f. 2. Ahschm. KAusserungen Jakob Sturms über die Unterwerfung Württembergs; Hoffnung auf eine Sinnesänderung des Kaisers. C... Heri coenabam apud d. Jacobum Sturmium. is certo referebat ducem Wirtembergensem habere pacem cum Carolo V. missosque 12 buccinatores per ditionem, qui hoc evangelion annunciarenti. rogavi ego, an frater comes Georgius esset quoque inclusus in ista pace. aiebat se nescire. utinam sit propter te? et alios, ne fiat fuga vestra hieme... Steilinus noster hodie retulit venisse 2 burgemeisteros 2 oppidorum Wirtenbergensium, qui quaerant parrochos fugiti vos, ut reducant. legi literas de Stutgardia scriptas, quibus significatur civilem obedientiam factam caesari nec impediri con— ciones evangelicas. utinam hoc sit perpetuum. mirum iudicium dei de foedere protestantium tam brevi tempore dissoluto. soli Argentinenses supersunt et forte Augusta et elector Saxoniae; nam et de lantgravio putant transigi. quid igitur reliquiae facient? sed iuramentum foederis fuit, ut nullus sine altero concordaret cum hoste. forte M. tas caes. hic potest dispensare. ego nihil magis cupiam, quam dari caesari, quae caesaris sunt, et deo, quae dei. oremus obnixe Christum, ut felicem catastrophen imponat huic cala— mitati Germaniae et ut is, qui habet Cor Caroli in manu sua, ad gloriam dei, utilitatem publicam hoc ipsum dirigat. ita multum boni efficere possit ter maximus princeps liberatus a monachali superstitione...) Dat. 10. Januar 1547. 50 2 Am 10. Januar; vgl. Eidgen. Absch. IV, 14, S. 753- 763. 3 d. h. von Herzog Ulrich zurück; vgl. Nr. 513, Anm. 3. 4 Vgl. Nr. 513 und Eidgen. Absch., a. a. O., 8. 768t. 5= aventuriers. 5211 Am 17. Januar kam dann die Meldung von der vollzogenen Unterwerfung nach Strassburg, wie Dr. Chelius(Geiger) am 18. Januar nach Frankreich schrieb. Er fügte auch die in Nr. 522 und 523, Anm, 1 mitgeteilten Nachrichten hinzu(gedr. von Ribier, Lettres et memoires d’estat I, 8. 589—591). 2 Reichenweier, Erbs Pfarrsitz, unterstand dem Grafen Georg von Württemberg; vgl. über Erb auch Röhrich, Mitteilungen a. d. Gesch. d. evang. Kirche d. Elsasses, III. 8. 275= 297. k 1547. Der Tag zu Ulm am 2. Januar. 565 522. Der Rat von Konstanz an den Rat. 1547, Januar 11. Konstanz.] Str. St. Arch., AA 555, f. 11—12. Ausf. Empf.«und vor den XIII gelesen» a. 14. Januar; lect.«bei räth und XXI» 17. Januar. Über die Schweizer; Bericht über die Verhandlungen auf dem Tage zu Ulm; hoffen trotz des Abfalls auf die Hilfe Gottes; bitten um Bericht über Sachsen und Hessen, Danken für das Schreiben vom 2. Januar[Nr. 511]. Auf die Anfrage über die Schweizer«wellend wir üch nit bergen, das wir etliche derselbigen, wie die sachen unserer ainungsverwandten halb vorab im Oberland standen, berichtet habent und gedenkent, es werde uf jetzigem tag, den die gmainen Aidgnossen zu Baden halten und gestrigen tags angangen ist, solhes halb anbringen beschehen und gehandelt werden!. was uns dann irer beratschlagung halb wissig gemachet wurt, werden wir üch nit verhalten. zum andern hat uns unser gsandter?, der zu Ulm uf dem tag. gwesen ist, in siner ankunft furgebracht, was zu Ulm gehandelt ist; namlich habint die verordneten des rats zu Ulm den andern stettgesandten nach lengs die ursachen, 9 si zu dem friden oder versunung bew egt habent, erzelt, nachmals angezaigt, das inen durch die röt die conditionen und gedingt, mit was beschaid si versunt werden möchtind, fürgehalten worden siens. die einzeln aufgezählt werdens. 6.. Ir Mt. vil anderst dann vor gesinnet sige. er habe das wort gottes im leger predigen und den begerenden das sacrament raichen lassen, welches der cardinal Fernesius nit gern gesehen hab und derhalb us dem feld mit den sinen ouch mit unwillen gezogen sig. item als die ulmischen gsandten diser handlung versicherung begert, sig inen das abgeschlagen, aber ain kuntschaft, ouch ain absolution und mandata ze geben, das sig inen bewilliget worden, doch nun von den räten. wiewol nun die von Um hievor bedacht gewesen, die huldigung uf etliche capitulationes und articul der religion und anderer sachen halb ze stellen, so habint doch si uf etlicher getruwer rat sich frig, absolute, on ainiche capitulation an des kaisers gnad ergeben, den fussfal gethon und bekennt, das si mit der kriegsrustung unrecht gethon und zum thail verfurt worden und geirrt habind, mit under thenigister bitt, ir Mt. welte si gnedigist versunt haben, bi iren regalien si pliben lassen, ir gnedigister herr sin, ouch si in gnedigistem schutz und schirm halten. sunst habind si ouch von wegen etlicher anderer oberlendischen stenden gehandelt, ob si denen versunung erlangen möchten. wie nun dis furhalten den gesandten beschehen ist, hat unser gsandter vermög sins bevelhs ermeldet, wir sien ouch zum friden genaigt, ja so der dem wort gottes und unser gewissenhait, ouch allen ainigungsverwandten unnachtailig gemacht werden mög. diewil aber wir der condictionen des fridens kain wissen gehebt, so habint, wir mit unserm grossen rat noch mit der gemaind nichts handlen noch ine mit begertem gewalt abvertigen können; so wir aber der fridsgedingten berichtet, so werdint wir uns mit unserm grossen rat und der gmaind daruf entschliesen und unverwisenlich halten. diser mainung wie wir sind och Lindau, Ravenspurg und Isny gewesen; aber Memmingen, Bibrach und 522 1 Über dieses Anbringen vgl. Eidgen. Absch. IV, 14, S. 755g und 7638 Ludwig Kurnstaller; über seinen Bericht vgl. Maurer, D. Übergg, d. Stadt Konstanz an d. Haus Österreich, S. 9. * Fast wörtlich wie in der bei v. Druffel, Viglius, 8. 227 abgedr. Aufzeichnung, . ö 566 1547. Konstanz bleibt fest; Stand der Dinge im Oberland; Kempten habent iren gsandten bevelh geben sich dem kaiser zuglich wie Ulm ze ergeben; welches, als wir achtend, nunmer beschehen ist. nun bekennend wir, das diser abfal erschreckenlich und swer ist.» Doch wenn die andern zusammenhalten und in sich gehen, wird Gott helfen. Bitten um weitere Nachrichten über Sachsen, Hessen und Frankfurt. «Dann die reden bi uns mancherlai sind; etliche sagen, das si baid ouch in sunderbarer handlung ains frides halben fur sich selber standind, dem wir doch kain glouben gebent; etlich sagent, der churfſurst] habe sin land allenklich erobert; etliche gebent dem kain glouben; etliche sagent, Menz sige durch sie ingenommen; und sind also vil, aber unglich reden. zudem sahe uns für beratsam an, das ir iren chur- und fl. G., wie die sachen hie oben stundint, berichtet und darbi umb beschaid gebetten hettind, wes doch ir, ouch Ougspurg, Lindou, wir und andere stend der christenlichen ver— ainigung, die sich mit der kai. Mt. umb versunung nit ingelassen, im fal der notturft zu iren chur- und fl. G. sich ze getrosten hettind oder wie man sich gegen dem feind schicken sölte und ob ir chur- und fl. G. kKain beswerung haben, so die uberigen stend ouch in versinung sich begeben wurden...) Dat. 11. Januar 1547. 523. Jakob Sturm an Landgraf Philipp. 1547, Januar 14. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1547, f. I7— I8. Or., unterschrieben:(H. fl. G. underthaniqer und billiger wollbekanter». Praes. Spangenberg 22. Januar. Einzelne Dreizehner wollen nicht raten; Stand im Oberland; wenn die Sachsen nicht helfen, will uns Gott demütigen; hier bisher Stimmung gegen Sonderverhandlungen; jetzt ganz zweifelhaft; Bitte um Nachrichten. Zettel: Versprechungen Ulrichs an den Kaiser. Antwort auf Nr. 500; hat,(wie woll etwas spott und langsam emp-— fangen, dasselb etlichen vertrauten von den drizehen angezeigt und vorgelesen. die haben aber in ansehung, das die sach, derhalben e. fl. G. schreiben, wichtig und gross und also gestaltet, das si on vorwissen eins rats nit will beratschlagt sein, sich beschwert on vorwissen eins rats alhie etwas in der sachen zu raten und von sich schreiben zu lassen. so hat es si auch nit fur gut angesehen sollichs noch zur zeit fur ein ratt zu bringen. derhalben ich iren ratschlag und gutbedunken e. fl. G. begeren noch derselben nit schicken mögen. Nun ist nit one, es stond die sachen, wie e. fl. G. schreiben, und hieroben im Oberland sovill sorglicher, das sich seithar e. fl. G. schreiben Ulme, Frankfurt, Esslingen und Reutlingen ergeben, dozu Wirtenberg auch vertragen. so konnen wir nit achten, das sich einich statt usserthalb Augspurg und Costenz ufhalten werde. derhalben den uberigen stenden woll zu be— denken, was inen zu thun sein wolle. nun berugt aber die sach mins geringen verstands nunmer vast uf dem, wie es dem churfursten zu Sachsen gang und ob sich die sachsischen stend und stett als Denmark, Pomern, Linenburg und andere des churfursten und der sach treulich annemen wollen und was des orts zu hoffen. dan so es doselbst auch nichts were, konte ich nit anders gedenken, dan das uns gott der her demütigen, under das creuz werfen und durch ein andern wege dan durch die gegenwere bei sinem wort erhalten wolt. die Stimmung in Strassburg ist nicht mehr einheitlich. 567 Mit der particular handlung ligt mir allein das im weg, ob man es mit gott und eren und on verletzung unser gegebnen brieve und sigel thun möge. dan dise ursach hat noch bishar bei meinen hern das ansehen gehabt, das si sich in kein particular handlung oder vertrag on vorwissen und willen ander stend begeben wöllen, sonder uf ein gemeine fridshandlung gewartet. dweil aber dieselb, wie ich us h[erzog] Moritzen antwort vermerk, kein statt haben will und ich dan bi andern minen hern befind, das si ganz zweivenlich sind, was in dem fall, davon e. fl. G. schreiben, mit gott und ehren zu thun oder zu lassen sei, so hab ich sollichs e. fl. G. nit verhalten wollen, domit si der sachen selbs nochgedenken. und ist daneben mein ganz underthanig bitt, e. fl. G. wolten mich doch berichten, wie es mit dem churf[ursten] zu Sachsen, sinen landen und leuten, auch andern sachsischen stenden ein gestalt hett und was doselbst zu hoffen, dobei auch berichten, wes sich e. fl. G. uf h[erzog] Moritzen antwort entschlossen oder bedacht, ob durch sin fl. G. etwas gehandelt oder nit und wie die sachen des orts stunden, domit ich es andere mine mitratsfreund berichten möcht, sich alsdan desto bass uf e. fl. G. furschlag und begeren haben zu resolvieren und e. fl. G. sovill muglich ir bedenken zuzuschreiben...» Dat. Fr. 14. Januar 471. Zettel: Meldet nach Briefen von Privatpersonen aus Stuttgart, Herzog Ulrich müsse noch versprechen, für alle Ansprüche anderer vor dem Kaiser zu Recht zu stehen. Diesen, der nach Ulm zieht, erwartet man in Stuttgart. 523! In einer Beilage(a. a. C., f. 19—21) sendet er folgende, eigenhändig geschriebene «zeitungen»: Der Kaiser war noch Montag, 10. Januar, in Heilbronn, wo der Kardinal von Augsburg am Freitag davor[7.] ankam. Auch der Kurfürst von der Pfalz, der zwischen dem Kaiser und Württemberg handelte, Erzherzog Max, Sohn des römischen Königs, der junge Herzog von Savoyen, Markgraf Hans von Brandenburg, Herzog Philipp von Braunschweig, Herzog Heinrichs Sohn, ein junger Herzog von Mecklenburg und der Deutschmeister waren dort. Markgraf Albrecht soll mit 1000 Pferden und dem Haufen in Kitzingen hinauf nach Franken, um Herzog Hans Ernst zu Sachsen, den Bruder des Kurfürsten, anzugreifen. Das übrige Volk des Kaisers ist in Württemberg verteilt, sodass man seine Stärke nicht kennt. Scharfes Mandat des Kaisers an Herzog Ulrich[vom 14. Dezember; vgl. Nr. 493, Anm, 1]. Stuttgart und die meisten offenen Orte haben dem Kaiser geschworen. Doch sollen der Kanzler und Bastian von Gültlingen Frieden erlangt haben, Ulrich hat seinem Obervogt zu Sulz geschrieben, er habe den Frieden unterzeichnet. Trotzdem tun die Truppen im Lande viel Schaden. Der Asperg, Schorndorf und Kirchheim sollen dem Kaiser auf mehrere Jahre überliefert und 300000 Gulden gezahlt werden, Eine Zeit lang hiess es, der Kaiser wolle nach Speier, jetzt, er ziehe nach Ulm, um dort die Huldigung der oberländischen Städte anzunehmen.«Augspurg besorgt sich(so das geschicht) der belegerung». Ulrich ist noch auf dem Twiel, sein Sohn Herzog Christoph in Basel und sein Bruder Graf Georg in Strassburg.«Wie es mit Frankreich sſtjund, werden e. fl. G. aus Sturmen brieve[Nr. 513], hof ich, vers[tJanden haben»,[Dieser letzte Satz in Geheimschrift]. K 568 1547. Erfolge des Kurfürsten gegen Herzog Moritz.. | 524. Der Kurfürst von Sachsen an die XIII. 1547, Januar 15. . Krauthain. . Str. St. Arch., AA 561, f. I99- 202. Ausf.— Lect. 31. Januar. Ben. von 1 Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 58- 59. N Eroberung Thüringens; Einnahme von Halle, den Stiften Magdeburg und Halberstadt und von Meissen bis an die Mulde; Verfolgung von Moritz; Be| lagerung von Leipzig; hofft diesen Feind zum Vertrag zu bringen; mögen sich | daher nicht trennen lassen. Zettel: Brief für Heideck.| | Meldet seine glückliche Ankunft in Thüringen und die am 24. Dezember erfolgte Einnahme der Stadt Langensalza.«Wiewoll nun dieselbige mit volk zu ross und fuess besetzt gewesen, hat sie sich doch an uns ane gwalt| nach bescheenem uffordern, da? sie den ernst und unser kriegsvolk und gschutz gesehen, ergeben; der ende wir auch herzog Moritzen bis in dritthalbhundert pferde und zwaitausent man zu fues abgestrickt haben und zu| P unsern handen bracht. Darauf Einnahme der den Grafen von Mansfeld zugehörigen Feste Heldrungen, der Stadt Halle nebst den Stiften Magde— burg und Halberstadt. Ebenso hat er das Meissener Land bis zur Mulde| mit Ausnahme der Städte Zwickau, Schneeberg, Buchholz und des Vogtlandes erobert,«welchs wir... auch bald wider zu unsern handen bringen wollen, ungeachtet das er[Moritz] seiner verwarung zuwider dem konig von Behmen dasselbig genzlichen abgedreten..., doraus dan woll abzunehmen, wie er diese einnemung unser lande, die er im anfang zu beschönung der . sachen uns zum besten wolt vorgenomen haben und sich erbieten thete, zwischen dem kaiser, uns und andern unsern mitvorwanten gutliche handlung furzunehmen, gemaint, dieweil er neben dem auf unser hinstellung... dem landgrafen zu Hessen etc. vor unser ankunft unserthalben alle gutliche handlung genzlich abgeschlagen. Wir haben auch noch ain statliche vestung, am land zu Lausnitz gelegen, Sonnewalt genant, so graff Reinharten von Solms und seinem vettern zu— stendig und auf behmischen grunde gelegen und herzog Moritzen lehen ist, erobert... Sodann ist er gegen Moritz selbst auf Leipzig zu gerückt, der sich jedoch noch vor seiner Ankunft nach Grimma, sodann nach Kolditz und Dresden zurückzog.(Und dieweil im rath befunden, das uns gar nicht . thunlich sein wolte, die stadt Leipzig im rucken unerobert ligen zu lassen, 1 haben wir ungeachtet diser furstehenden winterzeit uns dafur gelegt, dieselbt . beschanzt und nun bis in den dritten tag heftig beschossen, das wir also zu . gott... hoffen wollen, dieweil wir(sie] mit dem gschutz etwas seer geeng— 1 stiget, auch die maurn alberait seer gebrochen, sie sollen sich nicht lang halten . mugen; welchs wir euch... darumb anzaigen, damit ir unsers kriegs gelegen-| | hait... auch ein wissens habt.» Hofft Moritz noch zu einem Vertrag zu| | bringen. Ermahnt sie sich von ihm nicht zu trennen und sich nicht in die gleichen Praktiken wie Ulm, Frankfurt und Schwäbisch Hall einzulassen. Falls«euch solte etwan von dem hauptveinde beschwerung begegnen», so verspricht er sie mit Hilfe der sächsischen Einungsverwandten nicht zu ver524 1 Wörtlich dasselbe schrieb er gleichzeitig an Augsburg(Ausf. in Augsburg, Arch., Literalien 1547; im Auszug gedr. von Hecker, D. Korr. Augsburgs mit Karl V., 8. 261- 262). n(dier. 3 Vgl. Mentz, Joh. Friedr., J, 3, 8. 64. Vgl. Nr. 500, Anm. 12 und Nr. 519. 1547. Neues über die Unterwerfung Württembergs; Pläne des Kaisers. 569 lassen. Bittet sie,«ir wollet hievon den andern unsern ainungsverwanten oberlendischen stenden und steten anzaig... thun, das sie unverzagt sein und sich nicht schrecken noch trennen lassen. und wiewoll wir nicht zweiveln, die sachen werden bei euch und den andern ainungsverwanten steten noch in guter richtigkait stehen, so wollet uns doch derselben gelegenhait in schriften herwider zu erkennen geben... datum in unserm leger zum Krauthain vor Leipzig sonnabents den 15. Januarii a. d. 15475.» Zettel: Bittet beiliegendes Schreiben* Heideck zuzufertigen und dessen Antwort durch einen eigenen z30oten zu schicken. 525. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1547, Januar 16. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 443- 444. Ausf.— Praes. et audit. 19. Januar. Neues über die Unterwerfung Württembergs; Pläne des Kaisers; Fortschritte des Kurfürsten. Verweisen auf die von Empfinger! überbrachten Zeitungen. Seither kam von vielen glaubwürdigen Personen Bericht, dass der Vertrag mit Württemberg geschlossen sei; Herzog Ulrich soll die Artikel am 3. auf der Wiel unterschrieben haben, und diese sollen am 5. dem Kaiser in Heilbronn überliefert worden sein. Ulrich soll dann auf ein Schreiben seiner Räte vom Hohentwiel aufgebrochen und am 10. in Tuttlingen gewesen sein, sodass er sich jetzt wieder in Württemberg befinden wird. Teilen die Bedingungen mite,«welches warlich, wo es war, schwere conditionen wern. dweil aber under den heusern und vestinen, so ubergeben, ains sein soll, das keinen namen hab, konden wir anderst nit gedenken, dann das es das schloss Hohemwiel sein solle. ob daz gemainen Aidgenossen gelegen sein wölle, werden ir selbs zu ermessen haben. Der Kaiser soll am Mittwoch[12.] noch in Heilbronn gewesen sein. Trotz des Friedens wird Württemberg jämmerlich geplündert. Ein Teil sagt, der Kaiser gehe nach Speier, um dort einen Reichstag zu halten; die andern sagen, der Kaiser habe nach Ankunft des Kardinals von Augsburg diese Absicht geändert und werde jetzt nach Ulm ziehen; dies tue er wohl, um Augsburg zu unterwerfen. Aus Nürnberg wird am 4. geschrieben, dass der Kurfürst gegen 14 Orte Moritz weggenommen habe und vor Heldrungen liege. Moritz und sein Bruder August sollen nach Böhmen geritten sein, um Hilfe zu erbitten, aber wenig ausgerichtet haben. Man meint, der Kurfürst werde das ganze Land einnehmen;«dann daz volk sei lustig sich an inen zu ergeben.» Da der Tag von Baden beendet ist, bitten sie um Nachricht darüber. Dat. So. 16. Januar 47. 5 Der Stadtschreiber vermerkt am Schluss des Briefes:(Ist montags den 31. Januarii zu 7 uren vor mittag, ehe reth und XXI nidergesesen, in beisein hern Bocklins stet meisters], her Geigers almmeister]s, her Reders, her Mulnheims, her Sturmen, her Kniebsen, her Herlins, her Pfarrers, her Lindenfels, her Franken, Meyers, Johams et Dunzenheim verlesen worden]. erkant, den brief den rethen auch verlesen, dem churfursten schreiben, wie es hieoben stund, und[den brief] denen von Basel und Costentz, desgleichen denen von Bern zuschicken.“— Im Rat, wo der Brief dann verlesen wurde,«ist nichtz davon geredt)(Ratsprot. 1547, f. 27. 525 1 Vgl. Nr. 520. 2 Es sind dieselben Nachrichten wie in Nr. 523, Anm. 1. 22. Januar im Rat verlesen(Ratsprot. 1547, f. 16a). 570 1547. Nachrichten aus dem Oberland, 526. Jorg Schwarzert!«zu Br[etten]» an Dr. Ludwig Gremp®. 1547, Januar 16. Bretten?] Str. St. Arch., AA 552, f. 29— 31. Or. Der Kaiser in Heilbronn; Augsburg vielleicht, Württemberg sicher unterworfen; dessen Festungen besetzt; Reisepläne des Kaisers; Unfall des Erzherzogs Maximilian; in der Religion keine Anderung. Nachschrift: Ankunft der Gesandten des Bischofs von Strassburg in Heilbronn. Zettel: Gute Vertragsaussichten für Strassburg. Teilt ihm auf seinen heute erhaltenen Brief mit,«das ro. kai. Mt. uf heut noch zu Halpron ligt; und kan man nit wissen, wan ir Mt. uf sein woll, wiwül etlich meinen, er nit lang mer alda pleiben wert. verschiner sampstag [15.] zu nacht ist denen im mulpronischen land befolhen, etlich wagen gen Grieningen Markgröningen] zu schicken uf den obersten duca de Alba zu warten, darüs etlich vermeinen, er werdt anziehen. dan mir ist glaublich zukomen, das Augspürg auch mit kai. Mt. vertragen sein soll, wiwul ichs nit gewisslich weiss. aber Wirtenberg ist vertragen samt denen, so zuvor in seinen diensten gewesen. di! Jaber, so sich in diesen krieg allererst bestellen haben lassen, will kai. Mt. noch kein gnad haben. sunst weiss ich den vertrag nit eigentlich anders, dan das di sag, das er 400000 fl. geben und die 3 Festungen; ausserdem bestehe der Kaiser trotz des Fussfalls der Räte auf dem des Herzogs selbst. Verschinen dornstags 13.] ist der Asperg durch ongever uf 20 Welscher ingenomen worden. seind uf 200 knecht darin gelegen, so neulich angenomen; den hat man von stundan urlob geben, haben herus gemüdsst. wi es aber mit den andern gehalten wert, ist mir noch unbewisst. so seind auch die knecht, so zu Kirchen(Kirchheim] und Schorndorf alle geürlaubt, welche etlich bi mir daheim; di sagen mir, das zu Schorndorf noch vil geschutz stee, das dem churfſursten] von Sachsen und landgraffen züge— horig seis. Trotz des Vertrags ligt das welsch gesind noch im land, nemen, was in geliebt, und haüsen ubel... es kan noch niemant anders versten, dan das kai. Mt. uf Speier zü ziehen wert. so ligen noch uf 3000 Spanier zu Bonfelt[nw von Heilbronn] uf dem Kreichgau; und soll dis woch ein regiment reuter gen Gartach, Niderhoffen und Stetten komen... so wer526 1 Nach dem Schreiben der Strassburger Gesandten an die XIII vom 9. März(Ar. 577) ist er ein Bruder Melanchthons. Vgl. auch Nik. Müller, Georg Schwartæzerdt, der Bruder Melanchthons und Schultheiss zu Bretten(= Schriften d. Vereins f. Reform.“ Gesch., Heft 96-97). Vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 28. 3 Über dieses Geschütz vgl. Heyd, Herzog Ulrich III, S. 4531= 432. Am 19. Januar(Mi.«nach Anthonii) um 1 Uhr Nachmittags teilt er aber Gremp mit,«das in diser stünd durch zween treffenlich vom adel, so... gestert usgeritten kai. Mt. zü besüchen, warhaftig angesagt, di auch in jetziger stünd wider Esslingen kai. Mt. nachreiten, das ir Mt. gestert anzögen, entlichs willens, heinacht zu Esslingen zu ligen und one verzüg bis gen Um zu verrücken. di Burgunder, so zu Sulzfeld[nö von Bretten] bi dem schloss Ravenpürg gelegen, seind gestert dinstags 18. abzogen, bi denen ich selbst mit meinen zugegebnen gewesen; ziehen uf Speier zü. so seind die Hispanier, so zu Bonfelt gelegen, bescheiden aüch uf Speier zü zü ziehen)(Or. in AA 552, f. 32—-— 33).— Diese „zeitungen us Preten des keisers ufpruch und anders seins kriegsvolk halben) werden am 1547. Strassburger Massnahmen gegen durchziehendes Kriegsvolk. 571 den heüt oder morgen uf 400, etlich wollen mer, niderlendischer reuter, so dem von Bürn zugehorig, bi Eppingen uber das Kreichgau hinab zu irem herren uf Frankfort zu ziehen.» Meldet ferner,«das der jung kong [Maximilian] di verschin wochens uf dem eis hab wollen schleifen; hab ein schweinspiess in der hand gehapt; si gefallen und der spiess sich gewent und ine in di ein seiten verletzt, doch nit besonder nachtheilig. ich kan auch nit horen, das in der religionsachen noch einig endrung beschehen sei, sonder wurt zu Halpron und derglichen wi bisher gehalten...» Dat. 16. Januar 47. Nachschrift:«Sampstags[15.] zu nacht seind des bischof von Strassbürgs gesanten alhie gelegen, under denen Baste von Landsperg und ein doctor bi im; seind heut sontags gen Halpron geritten. so ligen di von Giengen im Preisgau[Gengenbach] heinacht alhie; seind heut von Halpron komen.» Zettel:«Ich hab dis woch Strassburg mer dan einmal horen gedenken; vermeinen, das si jetz zu guttem vertrag kemen; dan kai Mt. sei nit mer so unmilt als hievor®.» 527. Bericht im Rat. 1547, Januar 17. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1547, f. 10, 12, 13, 14; Aufzeichnung des Stadt schreibers über die Ratssitzung vom 17. Januar.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 56. Vorgehen gegen vorüberziehendes welsches Kriegs volk. Es wird berichtet,«das vorgestern und gestern sich etliche Hispanier oder Wällischen daussen... sehen lassen, gestern nämblich etliche mit kärren und trageseln umb Marlen[Marlenheim], Kirchen[Kirchheim], Od— ratzheim und Scharlenberken 1Scharrachbergheim] sich sehen lassen, item etliche zu Dankelzheim Dangolsheim] gewesen, seien die gemainden zu— sammengeloffen, haben zu Odratzheim etliche gewundet, ain oder zwen ze tod geschlagen, haben inen vil gut genommen... sei ain amtknecht von Hagenau mit inen geritten, hab sie von des pfalzgrafen wegen beglaitet; es sollen noch wol 300 hernach komen...) Man ordnet an, die Gefangenen und das Gut in die Stadt zu führenz, und bestimmt(der Hispanier halben, 5 Am 11. Januar; vgl. Venet. Dep. II, S. 144, Anm. 6. Diese Sinnesänderung wurde wohl durch des Kaisers Besorgnis hervorgerufen, dass Strassburg sich auf Frankreich stützen werde; vgl. das Schreiben Karls an Ferdinand vom 17. Januar 1547(Auszug bei v. Druffel, Beitr. z. Reichsgesch. J, S. 37, Nr. 79. 527 Jeugenaussagen darüber in AA 553, f. 3—- B; am 13. Januar(Do.«nach Erhardi) meldet ein Wolf H. darüber an Johann Arnoldi, Verwalter der Dompropstei zu Köln: (Die von Strassburg sollen in wenig tagen 16 oder 18 Spanier, so den Rhein und bruck der orts besehen haben sollen, gefenglich angenommen und 5 davon erdrenkt haben» (Or. in Marburg, Arch., Nr. 929, f. 61 62; praes. Kassel 31. Januar). ? In der Ratssitzung vom 19. Januar(Ratsprot., a. a. C., f. 15b) wird bestimmt: Falls sich aus den Aussagen der Gefangenen ergibt,(das sie des kriegs unschuldig), soll man ihnen sagen, dass die Angreifer(gemeiner herschaft und nit allein meiner hern seien und haben des kein bevelchy. Das Gut wolle man ihren Herren gern zurückgeben. Letzteren wird am 26. Januar(a. a. O., f. 22—–— 23) auf Bitten Freiburgs i. Br. Geleit gewährt; wie aus einer Bittschrift vom 2. Februar hervorgeht, sind es Regnier und Charles, comtes de la Chambre, und Charles Gallier, baron de Nerien, die dem Prinzen von Piemont im kaiserlichen Lager gedient hatten und jetzt nach Hause ziehen(franz. Ausf. in Str. St. Arch. IV, 90; deutsche Ubersetzg. von Marx Hag in AA 565, f. 169- 170): Sie bitten darum, ihre *. J k 572 1547. Welsches Kriegsvolk im Elsass; der Kaiser auf dem wie sie es nennen,... stelten sie sich zu wer, soll man daruf slagen und sie erstechen. Der Vogt von Marlenheim besorgt aber, des werd nichtz gutz darus entsteen; dan dieweil die burger one das lustig, mochten sie etwas anfahen und gleich alsbald in fremde oberkeit laufen, das inen zu nachteil reichen mochtz.) 528. Hans Limprecht Barter! an Hans Lindenfels und Andreas Mieg. 1547, Januar 17. Dornstetten. Str. St. Arch., AA 558, f. 22- 23. Or.— Prod. Do. 20. Januar. Der Kaiser will nach Ulm aufbrechen, um Augsburg zu unterwerfen; Vertrag Württembergs. Nachschrift: Schirmbrief Albas für Dornstetten; Ankunft von 1500 Neapolitanern; Besetzung der 3 württembergischen Festungen durch die Kaiserlichen und deren Verhalten; die Religion lässt der Kaiser bis zu einem Konzil unverändert. 6... Als ich jungst verschinens sontags den 16.... bi euch mit bevelch etc. verritten, seind mir alsbald am morgen die würtenbergischen besatzungknecht, zu Kirchen und Schorndorf glegen, begegnetz. und als ich dieselbi igen 26 handlung befragt, befind ich warhaftig, das kai. Mt. fritags und samstags verschinen[14. und 15.] zu Hailtpronn angefangen ufzuprechen und verordnet, das in dri hufen gezogen werden soll, da jeder hufen uber ein halb mil wegs nit von einander ligen sollen. erstlich ist gefuriert gen Marpach, demnach geen Esslingen, volgends gen Geppingen und Ulm die Pferde und Maulesel samt ihren Gütern, die festgehalten worden sind, wieder frei zu lassen, und versprechen dagegen, für den freien Durchzug der Strassburger Waren nach Lyon und sonst eintreten zu wollen(Ratsprot., a. a. CO., H. 30- 31, 37). Man—— sich daraufhin und gibt das Gut gegen Quittung heraus(franz. Ausf. vom 3. Februar a. a. O3. Die Kosten trägt man selbst.— In Kirchheim fürchtete man wegen des: Vorfalls ein feind: liches Vorgehen(vgl. 2 Meldungen vom 24. Januar in AA 552, f. 61 und AA 558, f. 7—8). Und der Strassburger Diener Kilian Wild von Geilndorf hörte am 22. Januar zu Speier von vier Burgundern, die für 300 Pferde furierten, sie wollten wegen des Überfalls über lagenau gegen die beiden Dörfer ziehen und sie völlig schleifen(AA 552, f. 53; ben. von Holländer, a. a. O., S. 56—- 57).— Auch der Bischof von Strassburg liess am Sonntag(23.) in Nordhausen(8. von Strassburg) ansagen, er habe keinen Feind; doch könnten die Intertanen, was ihnen lieb sei, nach Rosheim, Molsheim, Oberehnheim und Benfeld llüchten; ferner am Mittwoch[26], sie sollten nicht erschrecken,«so kei. Mt. ein leger kur Oberehenheim schlagen werdt.“ Das wurde am 28. Januar in Strassburg gemeldet (AA 552, f. 49). 3 Am Mittwoch(19. schreibt er an Pfarrer, der Vogt Diebold von Zabern sage, der Bischof wundere sich,«das man ein solch folk nide rleit, das unsch nit be gert zu beleidigen; er hab dennen ein gleit geben,* am sambstag 15.) durch das Krontal bei Wasselnheim] sint geritten»(Or. in AA 571, f. 6; prod. Do. 20. Januar).— Am 19. Januar wird auch dem Amtmann in W 2 im 3 ben,«der Italianer w. welche an schaden kurziehen, gegen denen soll er auch nichtz furnemen)(R atsprot., 0 15h) 5281 Er stand bis 1542 in württembergischen Diensten, kö in Strassburg dann bis 1545 das Holz- und Frevelvogtamt und zog danach wieder von Strassburg fort(vgl. . 16542, f. 181, von 1544, f. 218 und 1545, f. 39 38). Am 18. Januar schreibt Konstanz an L indau:« Aber die knecht, die in Wurtemberg gelegen und jetzo geurlobt sien, louffent vast denen von Strasburg zu, welhe zuglich wie ouch Ougspurg sich mit gueter hilf ze erhalten willens sigen(Entw. in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 28 A, Nr. 45, 8. 189- 199. Marsch nach Ulm; Besetzung Württembergs durch Alba. statt®; sollen ouch uf disen tag vor diser bemelten zugordnung etlich hundert Spanier als im vorgeschwader zu Ulm ankomen sein, alda si zu alen teiln sich samlen werden. wa aber ferrer hinus, mag man nit eigentlich wüssen; dann die gmein sag, er werde selbst für Augspurg rucken und si zur gehorsame pringen. dem zugegen sollen die von Augspurg sich in die gegenwer schicken und risten, nemlich durch her Bastion Schertlin 21 venle knecht arlgnomen haben und noch teglich annemen sollen; für eins. Zum andern so haben herzog Ulrichs ingnomen landschaft zu Stutgart, Tibingen und andere ime, dem herzogen, uf disen tag widerumb geschworn. und sol sein vertrag also lauten, nemlic h dem keiser 3 tonnen gold. geben, desglichen ime den Aschberg, Schorndorf und Kirchen an der Teck(das seind seine dri besten vestin im land) öffnen und inrumen 12 jar lang; und so glich solich 12 jar furloufen, mag der keiser(uf sein, 3 Ulrichs, wolhalten) ime solich dri vesten us gnaden wider zustellen... will mich... witer der sach anhengig machen...) Dat. Dornstetten Mo. 17 7. Januar 47. Nachschrift:«Neu zitigung. vogt, amtverweser und burgermeister alhie zu Dornstetten seind gestrigs sontags[16.] von Gruningen[Markgröningen] bim Aschberg komen und haben in dri tagen hievor ir stat und amt ouch in kei. schütz und schirm ergeben. ist inen wie andern ergebnen stetten volgender schiermbrief worden..., darinen als zu ingang titels des keisers oberister kürst und gwesner gubirnator im land zu Wirtenberg ersehen wirt. item in 8 tagen dem keiser 1500 Neapolitaner zu Heiltprun ankomen sein, hern und knecht in samat cleidt, ouch pferdzeug samat. item daz land und stet Wirtenberg seind vast durch die gwesnen camerrichter von Speir ingnomen als doctor Hans Leiner und andere, so bi des keisers oberisten tollmetschen seind. item die vorgmelten vestin als Asperg, Kirchen und Schorndorf seind uf disen tag vom keisern mit Spanier besetzt. Schlimme Ausschreitungen der Spanier, wovon er einige Beispiele anführt.«Item der religion halp nimt sich der keiser gar nichts an, last alle pfarer bitz zu einem general— concilium pliben, als er sagt, in jarskrist zu halten. actum ut in literis.) 529. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Konstanz. 1547, Januar 18. Strassburg. Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 28, Mr. 56, S. 223- 228. Ausf.— Praes. 23. Januar. Tag zu Baden; nichts Neues vom Kurfürsten und Landgrafen; mögen Kundschaft machen, wohin der Kaiser eigentlich zieht. Zettel: Über den Botenlohn. Haben ihren Brief vom 11. Januar Nr. 522] am 15. erhalten; erkundigen sich nach den Beschlüssen des Tages zu Baden und nach der Geldstrafe Ums. Vom Kurfürsten und Landgrafen haben sie keine Briefe; teilen aber mit, was den Kaufleuten am 4. Januar aus Nürnberg darüber geschrieben worden Am 21. Januar meldet ein Cersellius(wohl Kessler?) aus Baden an Dr. Ulrich Geiger, «das kei. Mt. welsch und groserer teil kriegsvolk uf Ulm zu zeucht und ilet; jedoch hat kei. Mt. noch etlich teutsch bis in die 10000 bi ir»(Or. in AA 552, f. 65— 66). * Er war von Alba ausgestellt; Markgröningen, 31. Dezember; Abschr. in AA 558, f. 1 und 24; vgl. auch Heyd, Herzog Ulrich III, S. 449, Anm. 22. . . en 2 . 1547. Bericht Johann Sturms an Franz J. über die ist. Haben dem Landgrafen«vor der weil» über den hiesigen Stand berichtet und um Nachrichten über den Kurfürsten und andere sächsische Stände gebeten, aber noch keine Antwort erhalten;(dann die strassen nicht sicher, und müessen die knecht und potten seer weit umbreiten und geen, und be— darf dannocht gluck, das si fürkomen mogen.) Wollen trotzdem auf Konstanz Bitten sich nochmals an ihn wenden und über seine Antwort berichten. Werden wissen, dass Württemberg vertragen ist und die Festungen übergeben haben soll. Da nach widersprechenden Berichten der Kaiser nach Speier oder nach Ulm ziehen soll, vielleicht um Augsburg zu belagern und sich dann gegen andere oberländische Städte zu wenden, so bitten sie, gute Kundschaft zu machen und darüber zu berichten. Dat. Di. 18. Januar 47. Zettel: Haben dem Boten 2 Gulden geben lassen. 530. Johann Sturm an König Franz J. von Frankreich [1547], Januar 19. Strassburg. Paris, Bibl. nat., fonds frangais Mr. 2996, /. 61. Or. Französ, Auszug bei Ribier, Lettres et memoires de l'estat I, S. 589; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 55 und Anm. I, erw. von Baumgarten, Sleidans Briefw., S. 140, Anm. 1 und von Zeller, La reunion de Metz I, S. 104, Anm. 5. Gründe für das Unterbleiben seiner Reise; Unterwerfung Württembergs; Er— folge des Kurfürsten gegen Moritz; Geldhilfe des Königs sehr nötig; Verhand— lungen Ulms mit den oberländischen Städten; Augsburg; Marschpläne des Kaisers; Haltung Strassburgs; Bündnis mit Frankreich und den Eidgenossen; Absichten des Kaisers mit Württemberg; Sendung Saint-Ayls; zwei Möglichkeiten für den Kaiser, Strassburgs Ergebung zu erzwingen, Verweist auf ein früheres ausführliches Schreiben!, in welchem er die Gründe angegeben hat, warum der Rat ihm nicht gestattet habe, persönlich zum Landgrafen und Kurfürsten zu reiten. Teilt die Bedingungen mit, unter denen sich Württemberg dem Kaiser unterworfen hat.«Is, quem nostra respublica misitz, nondum... reversus; spero fore, ut cum audierit ducem gomposuisse, non sit cum eo acturus. spes una et sola huius belli sustinendi in duce Saxoniae et lantgravio est; et quanquam ex illis locis nos raros tabellarios habemus propter interclusa itinera, tamen fama est ducem Saxoniae recuperasse sua et Mauricii ditionem occupare et persequi Mauricium, qui ad montanos usque argenti fodinas et ad Bohemiae fines confugit; electorem etiam cogitare de Bohemia invadenda... verum vehementer extimescenda pecuniae destitutio, quae iam diu coepit deficere. quamohrem nihil prius neque melius Ma. tas vestra facere possit quam curare quamprimum eam pecuniam, de qua ego mandata habui, quam doleo nondum delatam; plurimum enim momenti adferret et ad confirmanda consilia electoris et lantgravii et ad coniungendas arctim maritimas civitates et excitandos Danos.) Die Ulmer haben auf kaiserliches Geheiss mit den oberländischen Städten wegen ihrer Unterwerfung verhandelt; doch wollen Konstanz, Ravensburg, 529 1 Vgl. die Angaben darüber im Brief der XIII an Basel vom 16. Januar(Ir. 525). * Gemeint sind wohl ihre Briefe vom 28. Dezember(Vr. 504) und vom 5. Januar (Nr. 516). 580 1 Dieses Schreiben fehlt; zu Sturms Begründung vgl. Nr. 513, Gemeint ist die Sendung Empfingers; vgl. Nr. 513, Anm. 3 und 520. Lage im Oberland und besonders in Strassburg. Lindau, Isny und andere nichts davon wissens.«Item statuerunt Augustani pati, quanquam Palatinus elector insciis his impulsus clam a mercatoribus Welsingeris et Herbergeris agat pro is apud caesarem. caesar autem recusat et iam eo cum exerecitu proficisci scribitur, vel ut Ulmenses retineat in officio, qui inter se dissentiunt, et metu adhibito cogat Augustanos ad deditionem, vel ut Italia appropinquet propter Genuensem tumultum et ad eam civitatem territandum. alioquin enim statuerat in Hessiam et Brunswicensem ducatum omnibus copiis proficisci. Nostra respublica adhuc constanter in foedere et societate manet; sed opus habet ad necessaria sua tempora ope extranea. itaque ego privatim superioribus diebus ad dominum cancellarium scripsi* de foedere Helvetico, ut si quinque cantones consentiant, ut ipsi et aliae civitates, quae evange— licae nominantur, cum nostra republica foedus feriant et eius foederis vestra Ma. tas caput atque patronus existat. non solum haec civitas confirmaretur, quae sola propter munitiones caesarem fatigare possit, huiusmodi ratione, sed etiam impedimento esset, ut caesar ad illum famosum ducatum non. perveniret. dicitur enim et creditur a prudentibus, quod Ferdinandi filium Sue viae ducem facere velit, atque hac de causa tam avide inhiare Augustanae reipublicae, quam metropolim constitueret, eaque de causa etiam retrocedere cum exercitu. ex Antonios intellexi Ma. tem vestram ad Helvetios misisse, sed dominum Sanctayl habere de hac re mandata ampliora, qui nondum advenits. qui ubi advenerit et ubi cognovero, cuiusmodi mandata sint, adero ei, ut nostra respublica sentiat Ma. tis vestrae favorem et benevolentiam. sed celeritate opus est, ut nihil aliud nos perdidit et defectionem istam pe— perit quam tarditas et cunctatio.) Der Kaiser? hat zwei Möglichkeiten, um Strassburg zur Unterwerfung zu bringen: Entweder durch eine Belagerung, was ihm nur durch grossen Truppen- und Kostenaufwand und nach Beendigung des Krieges gegen den Kurfürsten und den Landgrafen möglich ist, oder aber, wenn es ihm gelingt, ihnen die Zufuhr abzuschneiden, indem er die Umgebung durch Reiterei besetzen lässt. Dagegen wäre das beste Mittel ein Bündnis mit Frankreich und den Eidgenossen.(Sed opus est celeritate, ut scripsi. nam nostri cives iam de tota hac belli ratione deliberant et brevi de omnibus constituent.) Sobald er Neues über den Kurfürsten und den Landgrafen weiss, wird er wieder schreiben.-Argentorati decima nona Januarii.) 3 Diese Nachrichten stammen aus Nr. 522. 4 Zu diesen Plänen vgl. Nr. 468 und bes. Anm. 2, Nr. 511, Zettel und 522, ferner den Brief von Dr. Chelius(Geiger) vom 18. Januar(gedr. von Ribier, a. a. CO., S. 589 bis 591; vgl. auch Nr. 521, Anm. I) und die Mitteilungen des venetianischen Gesandten, vom 27. Januar und 6. Februar, in Venet. Dep. II, S. 148 und 168. Vgl. über ihn Nr. 52, Anm. 6. Seine Beglaubigung in Nr. 518. Die folgenden Sätze sind im Wortlaut gedr. von Holländer, a. a. 0 zu den Ausführungen vgl. auch Nr. 514. * ® 3 8. 55, Anm. 1; 23. , Anbringen des Kaisers und Frankreichs bei den Eidgenossen. 531. Die XIII von Basel an die XIII. 1547, Januar 20. Basel. Str. St. Arch., AA 556, f. 71-73. Ausf.— Prod. So. 253. Januar. Brief des Kaisers an die Schweizer; Anbringen Frankreichs in Baden; KonStanz; Strassburgs Anbringen an Bernhard Meyer. Zettel: ZinsverschreiQung. Danken für ihren Brief Nr. 525]. Teilen mit, das den 27.... Decembris us Heilpron zwo glichlutend schriften von kei. Mt. an gemein Eidgnossen usgangen und denen uf jetagehaltner tagleistung geantwurt worden sindi, in wellichen sin Mt. sich vil gnedigen erpietens... samt dem eroffnet, wie sin Mt. vernommen, das gemein Eidgenossen sich bereden lassen, wie das sin Mt. vorhabens sin solle, etlich kriegs volk in Wurtemberg, Songgou und Ellsass ze legen und si dardurch beschedigen ze lassen, dem aber kein glouben gegeben werden solle; dann ob schon sin Mt. gegen herzog Ülrichen als dem, der sich... mit andern siner Mt.... erklärten aachtern anhengig erzougt, etwas kurzunemmen bedacht wäre..., so versehe doch sin Mt. sich, das sollichs einer Eidgnoschaft(so doch derohalben unangetastet... verpliben solte) nit züwider sin noch dero, sich in einiche kriegsrustung ze lassen, ursach geben wurde etc.. so hat kon. Mt. in Frankreich sandtbot uf gemeiner Zidgnossen hievor gethan anziechen? us kon. Mt. bevelch furgetragen, das dieselb kon. Mt. sich befriedigens zwuschen kei. Mt. und den protestierenden us ursachen, das si siner Mt. beider sidt mit frundschaft verwandt und das siner Mt. handlen bi einem oder dem andern mer unwillens dann schidigens gebären... möchte, nit wol inlassen konne. dwil aber die louf geschwind..., ouch niemands, wohin sich die strecken wollen, wussen moge, und dann sin Mt. bereit furfallende nott, die irr begegnen mocht, ze versechen, so begere dieselb sin Mt. von 6 bis an 12 oder 15000 eidgnossischer knechtenzs. Hieneben ouch von... Costanz wegen durch etlich, die inen, uch und uns ganz wolgeneigta, etwas anzuges, so inen zü schutz und schirm gereichen wann es usgepracht werden mochte, uf disem tag beschehen, daruber aber wenig beratschlaget worden, sonder samt andern vorgedachten kei. und kran krichischen schriften und furtregen in die abscheid... und uf nechstem tag... vernern handlung darob ze pflegen kommen ist. Sonst..., sovil das bewerben, so ir an unsern... panerherren gemeiner ?. halb insonderheit haben thun. 3 belanget, wollen 531 1 Vgl. Eidgen. Absch. IV, 14d, S. 754a und 763 zu a; erw. von Geiser, D. Haltg. d. Schweiz während d. Schm. Kr., S. 188. Vgl. dazu Nr. 468 und 486, Anm. 4. 3 Vgl. Nr. 520, Anm. 4 und Geiser, a. a. O., S. 228. 4 Vgl. Nr. 522, Anm. 1 5 Durch Empfinger; vgl. Nr. 520 und 565, Anm. 4. Er hatte die Sache wohl auf seiner Rückreise in Basel vorgebracht. Denn Fr., 21. Januar, dankten die XIII für die (gutwilligkeit, so ir unserm vergichtschreibern Empfinger mit zugebung dises dieners und sonsten erzaigt), und legten Leitungen bei, die ihre Bürger gestern erhalten haben. (Ausf. in Basel, Arch., Polit. M S, 3, F. 390; präs. et audit. 24. Januar). Es liegen folgende Leitungen bei(Abschrr. a. a. O., f. 391- 399): 1. Ein Brief vom 1. Januar(über Moritz’ Rüstungen in Leipzig; Bericht eines Freiberger Bürgers über türkische Rüstungen; böhmische. Rüstungen); 2. Ein Brief vom 29. Dezember(Mi. nach«innocentium») über Moritz’ Rüstungen; der Kaiser ist am Christabend[24.] nach Heilbronn gezogen; Büren in Frankfurt; 3. Eine Zeitung aus Leipzig, deren Verfasser Gegner von Moritz ist; 1547. Unterwerfung des Oberlands; Aufstand in Genua. 577 wir uch, das wir die sachen noch zur zit anderst nit, dann wie ir vormoln vernommen, ouch jungst durch gemelten unsern panerherren bericht worden sind, gstaltet sin gespuren mogen, nit unangezougt lassen...“ Dat. 20. Januar 47. Zettel: Entschuldigen das Aufhalten des Boten. Senden nach ihrem Wunsch eine«copi von der vorigen zinsverschribung»[vom 1. September], damit sie danach die über die 10000 Gulden fertigen lassens. 532. Die XIII an Landgraf Philipp. 1547, Januar 23. Strassburg.] Marburg, Arch... Stadt Strassburg 1547; ö. 29 32. Aus. Praes. Kassel 3. Fe bruar. Unterwerfung der Oberländer; Aufruhr in Genua; fragen, wessen sie sich von ihm oder den Sachsen zu versehen haben oder ob Aussicht auf einen gemeinsamen Vertrag vorhanden ist. Verweisen auf Nr. 516. Verhandlung in Ulm mit den Städten!.«Seinther sollen Isny und Ravenspurg mit der kei. Mt. sich zu vertrag begeben und montags den sibenzehenden dis zu Heilprunn den fusfall gthan haben, das also allein Augspurg, Costenz, Lindau und wir noch im Oberland unversönt ... überig seind.» Unterwerfung Württembergs?; doch soll der Kaiser noch den Fussfall des Herzogs selbst verlangen. Dieser ist am 10. vom Hohentwiel nach Württemberg geritten und soll jetzt in Hohenurach sein. Plünde-— 3 8 9 Heilbronn nach Ulm. Nach Zeitungen aus Frankreich und Italien fand am 4. ein Auflauf i rung des Landes durch die Kaiserlichen. Aufbruch des Kaisers am 18. von 1 uf in Genua statt, in welchem Johann Doria stochen, Andrea und 20 Galeeren,«so beide Dorio von wegen der kei. Mt. gehapty, versenkt worden seien. Dieweil nun... die sachen im Ober— 1 | and dermassen geschaffen,... das die kei. Mt. aller anzeig nach sich mit irem kriegsvolk umb Augspurg an[n]emmen oder villiecht belegern würdet, und wir nit wi) ich Augs] wir kein entschittung oder rettung wissen, die wie lang s urg halten werde oder 1 1 auch halten sie haben mö Pu derhalben an e. wir anders nichts zu gwarten, dann so Augs— 4 g vertragen obert wurt, der negst zug werde uf uns geen; und ist unser... bitten, sie wöllen uns so fürderlichst, und immer möglich ist, iren getreuen rath mittheilen, wes uns in solcher 1. Eine Zeitung aus Nürnberg vom 12. Januar mit Nachrichten über Moritz und den Kurfürsten. Es sind wohl die gleichen Zeitungen aus Nürnberg, die am 22. Januar im Rate vorgelegt wurden(Ratsprot. 1547, f. 16). Vgl. dazu Nr. 512, Anm. 1. 532 1 Abschrift des Kon: a. 2. 0. J 37 407 Briefs vom 11. Januar(Nr. 522) ist beigelegt(Abschr. ? Sie legen folgende Stücke bei(Abschrr. a. a. CO., f. 41—58): 1. den Erlass Karls V. an die württembergischen Stände vom 14. Dezember(Abschr. in AA 561, f. 185- 189; vgl. Nr. 493, Anm. I).— Januar(Abschr. in AA 561, f. 139- 142 und 192- 194; gedr. von Hortleder II, Buch 3, Kap. 56, S. 391- 393); 3. den Bericht über den Fussfall der württembergischen Räte und der Frankfurter Gesandten am 8. Januar(Sa. nach(trium regum»; Abschr. in AA 561, f. 143- 145 und AA 562, f. 5— 9; gedr. von Hortleder, a. a. CO., Kap. 61, 8. 407- 409 und von Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S. 186-188; vgl. auch Heyd, Herzog Ulrich III, S. 473 bis 475, Anm. 36). 2. den Erlass Herzog Ulrichs vom Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. . . 578 1547. Strassburg und der Landgraf; die niedersachsischen Stände höchsten gfar zu thun und wir uns halten, was auch im selben fall zu... dem churfürsten zu Sachsen, e. fl. G. und andren sächsischen stenden und stetten wir uns versehen sollen und ob wir einichs zuzugs, rettung oder entsetzung zu gwarten haben. wie es auch mit e. fl. G. gestaltet, dergleichen, wie es umb den churfürsten zu Sachsen stand. Denn von ihnen beiden haben sie seit dem 16. Dezember kein gewisse zeitung) oder Schreibens.(Ob auch im fall, so man einander weder hilf noch rettung thun könt noch möcht, e. fl. G. von einicher handlung wissens oder deren hoffnung hat, dardurch die überigen stend zu gemeinem vertrag mit der kei. Mt. kommen mochten. oder da sollichs nit vorhanden noch verhoffenlich, was dann e. fl. G. bedacht, das zu thun sein wolt. dann wir wolten je gern, so vil an uns, alles das thun, so wir schuldig, wo einicher weg zu finden sein möcht, das man sich gwalts ent schütten könt. solte es aber nicht sein mögen, ist zu bedenken, warzu es dienstlich sich one frucht und vergebenlich verderben zu lassen...“ Dat. So. 23. Januar 47. 533. Landgraf Philipp an Jakob Sturm. 1547, Januar 23. Spangenberg. Str. St. Arch., AA 561, j. 13—18. Ausf., fast ganz in Geheimschrift; Auflösung im Thom. Arch. 54, 1a. Der Kurfürst und Moritz; wenig Aussicht für den Kurfürsten; gemeinsame Verhandlung wegen der Trennung nicht möglich; ist noch unschlüssig; wenn der Bund verlängert wird und er Geld erhält, ist er noch zu allem bereit. Nachschrift: Johann Sturms Brief; Gerüchte vom Tode des Kaisers; hat auf Moritz' Drängen zu ihm geschickt. Antwort auf Nr. 523.«Und konnen wol gedenken, das ihr und die vertraute personen aus ursachen underlassen habt unser beschehenes schreiben Nr. 500] an den rath bei euch zu bringen. und stehen die sachen in Ober— land, wie ihr schreibt, nit wenig besorglich.“ Die Erfolge des Kurfürsten gegen Moritz werden ihm bekannt sein. Warum es zwischen beiden Fürsten noch zu keiner gütlichen Handlung gekommen ist, hat er in seinem Brief vom 7. Januar[Nr. 519] begründet; daran hat sich noch nichts geändert.(Wir schicken itzo abermaln hieneint zu versuchen, ob wir die sachen konten zu gutlicher handlung bringen.) Auf die Hilfe von Pommern und Lüneburg ist nicht zu bauen. Er schliesst das aus einer Antwort, die der Kurfürst und er vor kurzem von den Herzögen von Pommern erhalten haben.(Der seéchsischen sſtſett gemuter finden wir noch zur zeit zimlich; wir besorgen aber, wan das kriegsvolk, so umb Coln, Essen und Munster itzo von neuem versamlet wirdet, inen neher keme, das sie eines andern sinnes werden mochten; wiewol war ist, das sie die achtzigtausent gulden, so dem churfursten vor Giengen bewilligt, erlegt haben?. 3 Vom 16. Dezember(Vr. 485) stammt ihr letztes gemeinsames Schreiben; der Brief des Landgrafen vom 26. Dezember(Nr. 502) enthielt wenig Nachrichten, und den grossen Brief vom 25. Dezember an Jakob Sturm(Nr. 50) hatte dieser nicht allgemein bekannt gegeben(vgl. seine Antwort Nr. 523] vom 14. Januar). 533 1 Am 23. Januar sandte er Heinrich Lersner wiederum ab; vgl. Lenz, Schlacht bei Mühlberg, 8. 16.. Vgl. Mentz, Joh. Friedr., I, 3, 8. 68- 69. . schlechte Aussichten für den Kurfürsten. 579 unzuverlässig‘; Es ist gewis, der churfurst hat ein zimlich gelt gemacht. wie sich aber der krieg noch zutragen mocht, davon ist nichts zu sagen. wir aber konnen nichts gutts daraus hoffen; dan ob er gleich lang herzog Moritzen verderbt, so wirdet es doch darmit nicht ausgericht sein. und besorgen, dieweil marggrave Albrecht mit einem kriegsvolk uf die coburgische art zeuhet, wo daruber der kaiser mit ganzer macht auch hinach trucken und villeicht das kriegsvolk, so umb Coln, Essen und Munster versamlet, auch uf s. L. ziehen und fur unsern vestnungen nit seumten, so wurde es mit dem churfursten nit haften, es wolt gott sonderlich ein miracul thun. Was ir uns der particularhandlung halben schreibt, das haben wir verstanden. nun were es fast gut, wo man kont ein gemein handlung erlangen. dieweil aber der kaiser sihet, das man sich also trennet, sol er in gemein zu handlen nit bedacht sein, wie uns solchs der pfalzgrave churfurst®, herzog Moritz und andere in schriften und sonst erofnet.[und da] die andern stend sich particulariter vertragen, ja nit allein vertragen, sondern ein mehrers thun, und kein hendler ist, der anderst dan particulariter handlen wil, so stehet zu besorgen, man werde kein gemein handlung erlangen mugen, dieweil es mit diesen stenden so ein getrent ding ist.» Er selbst ist noch unschlüssig, was er tun soll. Erörtert die politische Lage*.«Und dem allem nach konnen wir euch noch zur zeit nit schreiben, was wir zu thun bedacht sein. wir werden gott bitten und uf den handel sehen, wie der sich allenthalben anlassen wil. wan wir aber trost, auch ob ir und mer in der ainung pleiben wolt, wisten und das wir mochten mit gelt gefast werden, wolten wir noch alles thun, das uns muglich ze thun were... Dat. Spangenberg 23. Januar 47. Nachschrift:«Des Sturmen brief[Nr. 513] haben wir entpfangen und daraus verstanden, wie die sachen in Frankreich stehen. von des keisers chwacheit und todt wirdet uns viel... angezeigt®, begeren derwegen, ir wollet deshalben euer gewisse erfarung ausmachen und... uns desselben hinwider berichten und desfals kein bottenlohn sparen... es hat uns herzog Moritz entpoten, wir solten jemands vertrautes zu ime schicken; er wolt, uns sachen erofnen belangende unser eigen person und unser land und leut, doran treflich gelegen were und er der federn nit vertrauen kont., demnach haben wir ein person abgefertigts solchs zu vernemen. was uns die einbringt, daran euch des wissenſs] zu haben gelegen, das wollen wir euch nit pergen etc. datum ut supra.» 534. Hans Kolb, Kürschner zu Speier, an Jörg Fischer, Stadtschreiber zu Strassburg. 1547, Januar 23. Speier. Str. St. Arch., AA 558, 2 27. Or. Praes. Di. 25. Januar. In Speier für den Kaiser nicht furiert; Nachrichten aus Leipzig. Hat seinen Brief am 18. Januar erhalten. Trotz allem Geschrei ist hier für den Kaiser nicht furiert worden. Dieser ist letzten Dienstag[18.] von 3 Vgl. Hasenclever, Kurpf. Pol., 8. 152. 4 Mit ähnlichen Ausführungen wie in dem Schreiben vom 7. Januar(Vr. 519. 5 Vgl. dazu Nuntiaturber. IX, S. 427, Anm. 2. 6 S. Anm. 1. 534 1 Vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 29. . 580 1547. Feldzug in Sachsen; Nürnberg verweigert Vermittlung bei dem Heilbronn nach Ulm gezogen. Legt einen Brief seines Faktors in Leipzig? und ein Schreiben aus Erfurts bei, welches sein Bote, der nicht über Erfurt, hinaus kommen konnte, mitbrachte. Der Bote meldete, der Kurfürst von Sachsen habe am 14. die Beschiessung Leipzigs begonnen. Dat. Speier 23. Januar 47. 535. Der Rat von Speier an die XIII. 1547, Januar 23. [Speier.] Str. St. Arch., AA 558, f. 28, Ausf. Prod. Do. 27. Januar. Nürnberg lehnt eine Vermittlung ab; Worms und Speier wollen sich weiter bemühen; Aufbruch des Kaisers von Heilbronn, Die Speierer und Wormser Gesandten sind von Nürnberg zurückgekehrt! und melden, dass Nürnberg«sich diser zeit in diese handlung einzulassen nit für ratsam angesehen. nicht destoweniger so stehen... Wormbs und wir in ferrerm bedenken, wie die sach weiter... zu befürderung friedens zu versuchen sein mög.» Sie werden wissen, dass der Kaiser am von Heilbronn nach Ulm aufgebrochen ist. Dat. So. 23. Januar 47. 536. Der Rat von Konstanz an die XIII. 1547, Januar 25. Konstanz.] «bei räth und 21» 3. Februar. ttz an Lindau; fast das ganze Oberland vert Tag von Baden; Brief von K wenn Strassburg nichts dagegen hat, wollen sie u. U. auch verhandeln. Danken für ihren Brief Nr. 529]. Haben über den Tag zu Baden durch Zürich nur vom Anbringen des französischen Gesandten! erfahren; Ulms Geldstrafe kennen sie nicht.«Aber es hat inderthalb wenig tagen Bastion Kurtz? ab dem kai. hof aim erbern rat zu Lindou geschriben und darin under Jakob Bruckner; er schrieb am 31. Dezember, am 29. und 30. seien bis 30000 Mann eingerückt und man erwarte noch mehr vom Kaiser. Auch der König von Böhmen habe seien 2 Vorstädte verschon 10000 geschickt und wolle noch mehr senden. Vor Leip brannt.«Man nimet schon uns, den leiten, das ir, und seind die feinde nicht vor der statt. Jo, wie manger plutthrein wirt geweinet. Jo, Meissen und Sachsen und Durilngenland genade einen früheren Brief von gotte. amen)(Or. in AA 558, f. 26 und 29). Kolb legte ai Bruckners vom 5. Dezember bei(Or. in AA 552, f. 58), in welchem dieser die anfänglichen Erfolge von Moritz im Kurfürstentum Sachsen schilderte. 3 Von Hartmann Macke von Habchenheim, der am 12. Januar(Mittwoch nach ctrium regum)) an Kolb schreibt, wie der Kurfürst das Land von Moritz eingenommen habe— wobei er die einzelnen Orte aufzählt— und am Dreikönigstage[Januar 6] vor Leipzig gerückt sei. (Hat herzog Moritz die vorstete den Hussern preisgegeben und darnoch die... abgebrant und uf die dreimalhundert tausend gulden seinem eigen volk zu Leipzig schaden gethan und doch des churfursten do nicht beharret, sonder aus Leipzig gezogen und sie vertrostet.. sie zu retten..., welches anher noch nicht beschehen»(Or. in AA 558, f. 29. 535 1 Zu den Vorgängen vgl. Nr. 481, bes. Anm. 4. 536 1 Vgl. Nr. 531; über den Brief Zürichs vgl. Maurer, D. Übergang d. Stadt Konstanz an d. Haus Österreich, 8. 13- 14. 2 Faktor der Fugger am kais 8. 300(Register). erlichen Hofe; vgl. Kirch, D. Fugger u. d. Schm. Kr., Kaiser: Konstanz u. Ulm zur Aussöhnung bereit; Besetzung Württembergs. 581 anderm ermeldet, was es doch sin sölte, wann si der kai. Mt. umb versunung iren sovil zur geltstraf gebind, wie vil si uf disen krieg gewendet hetten etc.. ob nun Ulm oder andern stetten, die sich versunend, solher gstalt die geltstraf werde ufgelegt, mögen wir nit wissen.» Nunmehr sind alle oberländischen Städte der Vereinigung ausser Strassburg, Augsburg, Lindau und Konstanz burg soll schon in Verhandlungen mit dem Kaiser vertragen. Auch Augs stehen: bleibt auch Lindau nicht fest, so stehen sie«an diser landsart» allein und ohne Hilfe da. Fragen daher an,«ob wir durch die aucht oder andere beswernussen dahin verürsacht wurdint, das wir uns in handlung mit der kai. Mt. inlassen müsstind, ob alsdann ir... üch das nit zuwider sin lassen wellind. oder ob si uns andere mittel, dardurch wir uns erhalten möchtind. berichten welten. dann die baide uns swer sin wurden, namlich ain lidenlichen betrag, so uns der begegnete, usschlahen, desglichen den one uwer als unser ainungsverwandten willen annemmen... Dat. 25. Januar 15473. 537. Die XIII an Landgraf Philipp. 1547, Januar 25. Strassburg. Marburg, Arch.. Stadt Strassburg 1547, fe 65— 658. 1us f. Praes. Kassel 5. Fehr. Besetzung der Festungen in Württemberg; Aufstand des Fiesco in Genua. laben seinen Brief vom 7. Januar Nr. 519] am Montag(den sechszehenden!» um 8 Uhr Vormittag erhalten und daraus den Stand in den Niederlanden ersehen. Wegen seiner Fragen über das Oberland verweisen sie ihn auf ihren Brief Nr. 532], der am Montag vor Ankunft seines Schreibens abgegangen ist. Legen aus Vorsicht Abschrift davon bei. Am 13. hat der Kaiser den Asperg besetzen lassen; auch Schorndorf und Kirchheim unter Teck hat er inne, deren Besatzungen vor 8 Tagen hie ankomen). Haben im letzten Brief Nr. 532] schon über Genua gegleich nach Ankunft seines Briefes«ist den unsern daselbst SChrleben. Aber her us Janua geschriben, das der anschlag zwuschen dem babst und Frankreich gewessen, das der Franzos vollends, Was Sophey im Pemont gehapt, ngenomen haben, dasselbig behalten und Petrus Aloisius, des babst son, i Meiland eingenommen und zusamt Parma und Placenz, da er ein neuwer zr darzu bekomen het, konig in Italia worden sein herzog ist, und was er me solt.“ Dazu soll der Papst den Grafen von Fiesco angenommen haben, der Nachts in Genua einen Aufruhr angestiftet hat und dabei ertrunken ist. Andrea Doria ist auf einer Bregantine entkommen und hat sich aus Mailand (Nachdem aber die, so im tumult gewesen, Franza geschrauwen, theil gesein, imperio geschrauneren ven und sich also partiert haben, doch weiters nit gegen einander furge— nommen und zuletst sich mit wissen und gehell des Andrea Dorio vidder 1 das keinem theil nichtz umb disser that willen begegnen soll; und Andrea Dorio widder eingelassen, das die stat widder keiserisch sie...) T 9—̃— Dat. 25. Januar 1547. 3 Nach dem Entw. in Konstanz, Ar- Reform., Fasc. 28 A, 8. 237- 24 ieben sie Briefe gleichen Inhalts an den Kurfürsten und den Landgrafen, die sie ursprünglich durch Strassburg hatten besorgen lassen wollen. 537 1 In Wirklichkeit kam der Brief erst am 24. Januar an; vgl. auch Nr. 538, Nachschrift. 2 Abschr. a. a. CO., f. 33—36. mm,. 582 1547. Nachrichten vom Landgrafen, vom Kurfürsten und von Büren. 538. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Konstanz. 1547, Januar. 25. [Strassburg.] Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 28 A, Mr. 86 und 87, S. 335—339. Ausf. Prdes. 31. Januar, Nachrichten vom Landgrafen und Kurfürsten; senden Zeitungen; Aufbruch des Kaisers, Nachschrift: Brief des Landgrafen vom 7. Januar, Haben seit Nr. 529 noch immer kein Schreiben vom Landgrafen erhalten. Aber gestern ist«ein landgrefischer edelman ankomen», der meldet, der Landgraf habe noch 2 Regimenter Knechte und habe etliche Reiter beschrieben, da er einen Angriff Bürens besorge. Da dieser aber den grösseren Teil seines Volks entlassen hat;«sei sein fl. G. mit dem heraufziehen auch stillgestanden.» Der Kurfürst habe ein«wolbezalt, lustig kriegsvolk»(18000 zu Fuss und 3000 zu Pferde); er habe Langensalza und Heldrungen genommen und dabei grosse Beute gemacht!. Jetzt belagert er Leipzig und lag noch am letzten Dienstag[18.] davor. Es seien 8000 Mann und 2000 Pferde darin. Wenn es falle, wollen Dresden und alle andern Städte, die sich noch halten, sich ergeben. Moritz sei aus Leipzig, wie man sage, zum Kaiser gegangen. Legen bei, was ihren Bürgern aus Nürnberg geschrieben wurde?,«da wir zum thail wissen, von wem sie komen und desto warhafter achten.» Ferner 3 Stücke betr. die Unterwerfung Württembergss. Am 16. ist der Kaiser von Heilbronn aufgebrochen und auf Esslingen und Ulm zugezogen. Dat. 25. Januar 47. Nachschrift: Als sie den Brief schliessen wollten, kam ein Schreiben des Landgrafen, dessen Abschrift sie beilegen,«welches am dato eben alt, wie ir sehen. uns bericht aber der diener, als er zu Reinfels uber Rein fähren wollen, sei der von Beuren mit seinen reitern daselbst im furzug gewesen, also das er selbs eigner person hienabziehe und sechs fenlin in Frankfurt zur besatzung gelassen; 9 deshalb habe der Diener 5 Tage liegen bleiben müssen, «darmit er sein lang aussein entschuldigt hat. sagt sonst, er sei in Turingen gewesen; es gang dem churfursten woll, sein kriegsvolk sei zalt, gesund und willig; 9 glaubt nicht, dass Leipzig sich halten werde, obgleich es stark besetzt und Herzog August darin sein soll. Hier ist ein Gerede,«doch nichts gewis,» es habe sich schon ergeben.(Datum ut in literis.) 538 1 Anschliessend machen sie ausführliche Angaben aus dem beigelegten Briefe des Rheingrafen an Herzog Christoph von Württemberg vom 27. Dezember(Abschr. in AA 558, f. 41= 42 und in Konstanz, a. a. C., 8. 385—- 387). Der wesentlichste Inhalt des Briefes ist: Hat in der Nähe von Heidelberg den Kurfürsten von Sachsen getroffen; ist mit ihm am 22. Dezember in Eisenach angekommen, wo die Truppen geordnet wurden. Der Landgraf, der von Moritz zurückkam, hat seine Truppen dort abgefordert, trotz seiner früheren Zusage, was starkes Befremden hervorrief. Der Kurfürst behält danach noch 14000 Knechte und 2500 Reiter ausser den Besatzungen von Gotha und Wittenberg. Langensalza erobert. Heute« Johannis» Dezember 27] hat sich das feste Schloss Heldrungen ergeben. Grosse Beute, dabei allein 72 grosse Geschütze von den Festungswällen. Gute Hoffnungen; wollen auf Leipzig zu rücken. Erwarten von den Seestädten noch 20 Fähnlein und 1600 Pferde. Zu Wittenberg sind allein 5000 Mann und 600 Pferde. Die Truppen sind willig, auch Reckenroths Regiment, das«sich lang ungeburlich gehalten). * Es sind die gleichen Briefe, welche am 21. Januar nach Basel geschickt wurden; vgl. Nr. 531, Anm. 5(Abschr. in Konstanz, a. a. O., 8. 391 103). 3 Dieselben 3 Stücke sandten die XIII am 23. Januar dem Landgrafen; vgl. Nr. 532, Anm. 2(Abschr. in Konstanz, a. a. O., S. 341- 350 und 355- 37 D. * Vom 7. Januar(Nr. 519); Abschr. in Konstanz, a. a. O., S. 373- 384. 1547. Zustände in Strassburg; Rüstungen daselbst. 583 539. Bucer an Myconius. 1547, Januar, wahrscheinlich 25*. €** Strassburg.] Str. Univ.-Bibl., Thesaurus Baumidnus XVIII, f. 13- 14. Abschr, der Schluss fe Alt. Klagt über die Untreue der Bundesgenossen und die Zurückhaltung der Schweizer, Rüstungen in Strassburg: Stimmung daselbst; Nachrichten über die Belagerung von Leipzig. ... Iam scio, quod vulnus Germaniae acerbius agnoscis, primum quod tot socii religionis et praecipue vestrates nos statim initio et nunc maxime non agnoscunt fratres nec bellum hoc religionis causa geri. deinde quod tam multi ex sociis taliter à nobis deficiunt, ut se hostes nostros, hoc est, executores profiteantur banni contra principes decreti. quidam etiam recipiunt se ratum habitDuros, quicquid imperator pro pace et tranquillitate Germaniae statuerit et ordinaverit.... De magna potentia et munitione urbis non libenter legi in tuis literis, ut nec a meis audio. quid enim valeant munita loca, si non custodiat civitatem dominus et civibus animos addat extrema perpetientibus potius quam in— digna se facere, si ante ignoravimus, nunc Ulma, Wil rſttembergenlsis] et Francokordia nos docuit. praesidium hic colligitur, sed o quam vacuum deoz. vestros maluissem. at ii vide, quam agnoscant hac urbe perdita, ut scribis, Germaniam periclitari totam; non minoris quam 10 florenlis] gregarius miles militare vult; et tamen inter 500 non exhibere volunt nisi 30 bombardarios et 30 armatoss, cum ad 300000 insumpsimus. unde nobis fons perennis pecuniarum? fratres et membra Christi solo victu et armis debebant esse contenti... de Sturmiis et aliis nihil est. viri prudentes provident, quid meriti sumus a deo et quid deus re ipsa minatur. deplorant obstinationem populi in offensis dei, intempestivam ferociam extra periculum, in periculis tantam animorum abiectionem, quae quotidie aceidit... 539 1 Der 25. Januar als Abfassungstag des Briefes ist deshalb wahrscheinlich, weil Bucer sich auf die gleichen Nachrichten vom 18. Januar aus dem Lager vor Leipzig beruft, auf die sich die XIII in ihrem Brief an Konstanz vom 25. Januar(Nr. 538) beziehen. 2 Das üble Benehmen der Knechte wurde am 19. Februar im Rate zur Sprache gebracht: es wurde angefragt, ob man ihnen, wenn sie einander schlagen, auch den Frevel [die Busse] abnehmen wolle. Das Zücken will man ihnen hingehen lassen und sie nur be— strafen. wenn sie einander verwunden, auch(den thurnhuetern sagen, wan sie der knecht mechtig, solln sie frid machen; wo nit. sichs nichts anzenemen»(Ratsprot. 1547, F. 63 a).— Am 21. Februar wird geklagt,(das sich die lantzknecht so gar ubel halten mit schweren, saufen und fressen», auch dass sie(banzerermel und balgharnasch tragen und die burger ſeichtlich uberrasteny. Diese Rüstung sollen sie ablegen; sonst darf ihnen kein Wirt etwas verabreichen a. a. CO. f. 63 b- 64).— Vgl. auch die Klagen, die der Bischof von Strassburg in seinem Brief vom 28. Januar(Nr. 541) vorbringt. Von Vorbereitungen, um sich der Belagerung zu erwehren, schreibt auch Lavater an Bullinger am 26. Januar:« Munitiones tormentis bellicis occuparunt) Argentorati; VII. Kal. Febr.; Abschr. im Thes. Baum., a. a. O. f. 11; erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 53); ähnlich Hedio an Erb am 29. Januar(Abschr. a. a. CO., f. 10. 3 Nach einem Brief Bucers an Myconius vom 10. März(bschr. im Thes. Baum., a. a. CO., f. 24) scheinen gerade Schweizer Landsknechte diese Forderungen gestellt zu haben. 4 Hs.«tum». 5 Vgl. auch, was er über die Stimmung in Strassburg am 4. Februar an Ambr. Blaurer schreibt(gedr. bei Schiess, Briefw. d. Br. A. u. Th. Blaurer II, Nr. 1408, S. 586- 587; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 32, Anm. 2 und S. 59, Anm.). ö ö 584 1537. Belagerung Leipzigs; Unterwerfung Augsburgs; Besetzung Ulms; | Hodie per certum hominem, qui castra electoris ante Lipsiam egressus est 18. hulus, cognovi Mauritium edixisse suis civibus Lipsiae, ut quicquid haberent argenti et auri facti, infestive omne id in arcem inferrent, quo a UA J J milite praesidiario melius servaretur. ea omnia vel maxximam saltem partem ipse postea avexit et erupit. praesidium relictum est 9 signorum cum fratre et nobilitate. 14. colepta obsidio est et lumen aversum. 18. primum adductis bombardis ad 20 praeter duodecim priores clolepit oppidum gravius urgeri. . quid autem factum interea, nescitur. Mauritius cum paucis copiis auxilia | expectat caesaris. elector mirifice erectus et confidens est: miles quoque. | solutus est enim.) 540. Hans Jimprecht Barter an Hans Lindenfels und Andreas Mieg. 1547, Januar 27. Blaubeuren. Str. St. Arch., AA 5585, f. 31 und 35. Or. Prod. Di. J. Februar. Einzug des Kaisers in Um; Unterwerfung Augsburgs; weitere Absichten des Vertrag Württembergs; Ulm. Kaisers auch gegen Strassburg; Meldet,(das kei. Mt. uf Paule bekerung, das ist der 25. Januari, zu Ulm der statt mit grosser anzal Welschen ingèeriten, darunder 9 venle tütsch landzknecht, so in der stat ligen, und usserthalp von Tütschen und Welschen schibenwis ungefarlich vier mil wegs breit alle stetle und dörfer mit kriegs| Volk belegert. und die sag, das ime ein grosse anzal neu kriegsvolk von 8 Welschen in der graffschaft Tirol ankomen. und versicht man sich nit N anderst, er werde in kurzen tagen usser Ulm nit verrucken, sonder allein duce de Alba mit seinem welschen volk und regime nt geen Augspurg schicken; gs den 26. tag Januarii in ir Mt. gnad und ungnad ergeben haben!; und die sage, Bastion Schertle in Frankrich gewichen sie. wa aber ir kei. Mt. mit sovil volks fürter hin sich wenden möht, mag niemands eigentlich wüssen; dan die sag, der Eurfurst zu Sachsen sie herzog Moritzen etwas Scharpf zusetzen, zudem hab er m von Brandenburg ein land ingnomen, darüber der keiser nit lest derhalben im Niderland verrer Knecht annemen. ist alles sein kriegsvolk niemands hessiger dan dem landgraffen zu Hessen und Bastion Schen tle. ist ouch verrer die sag, das er Strassburg nit zu belegern willens sie, besonder uf zwei ader dreitausend pferd streifen lassen, si damit zu plagen; dan er bi 14 tausend pferd uf disen tag haben sol, weliche ich nit alle, sonder ein anzal gesehen. item etlich kleine stett begeren gnad, werden aber nit einsmals gehört, sonder lest inen die sporen wol ertriefen, erzoigt sein hoche auctoritet gegen inen. es ist ouch die statt Ulm von sovil leüten beladen, | das unmöglich, die alle sich in die harr alda zu erhalten: derhalben ich noch | ein tag oder etlich uf den ufbruch verharren wil. sodan herzog Ulrichs verN trag belangen, sol dise gstalt haben, nemlich wan herzog Ulrich sein vera! sprochen 3 tonnen gold erlegt..., solen ime die verunderpfandten stett und schloss Aschberg widerumb gefolgen... der statt Ulm ver trag kan niemands declerieren; dan si sich uf gnad und ungnad ergeben. so haben si den preceptor also bar bi inen; werden samt irm land volk teglich verhergt und verderbt und zu stat und land sovil jamers angericht, das die leüt g und konden nicht; dann sich dieselbigen von Augspurg gestri argraf Hansen wenig zornig; ern sterben wölten got erbarme sich.» Dat.«Blabiren» 27. Januar 472. 540 1 Vgl. dazu Roth, Augsburgs Ref. Gesch. III, S. 469—470. Nach seiner Rückkehr legte er einen Schlussbericht ab(Or. a. a. O0 „f. 32), in welchem Vermittlung W. Rehlingers für Strassburg beim Kaiser. 585 541. Bischof Erasmus von Strassburg! an den Rat. 1547, Januar 28. Zabern. Str. St. Arch., AA 1574. Aus Lect. 29. Januar. Klage über die Strassburger Knechte. Zeigt an, er müsse gegen Knechte, die chin und wider in unserer oberkeit den priestern in die heuser gfallen und sich vernemen lassen, sie seient innen preis gegeben), vorgehen. eilt das mit,«bei den eurn deshalben inzehens zu thun, damit solcher mutwill dester mehr vermitten pleib, wie ir sonder zweifel fur euch selbs geneigt sind...) Dat. Labern Fr.«nach conver59 SIOhnls Pauli» 154.72, 7, vor Januar Ulm.] hreibers über dis Sitzung 542. Wolfgang Rehlinger! an Jakob Sturm. 15 AA 564. f. 84. Aufzeichnung des Stadtsam 29. Januar. Ben.“m Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 60- 61. der Verordnete Die Vertragsbedingungen des Kaisers. Granvella hat folgende Bedingungen genannt, unter denen Strassburg n kann:(Ein zimblichen fusfall thon. zum Vertrag mit dem Kaiser gelange ührte und zu dem Schluss eiten noch gena ch in rath funden, wa Strasburg ein wenig ruckens, da— 1 inlassen solen; daneben aber nit rädtlich sich allein hanen zu tanzen inlassen sollen. got geb daz reht mitel.“ Daran schloss er n- lie Mitteilung:(Graf Jorg von her von Heidek seind dem wirtenbergischen vertrag nit inglipt, sonder enberg und mir 541 1 Vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 41. Ratssitzung vom 29. Januar wird beschlossen zu antworten, man habe den 2 X 2 K] ten befohlen. niemanden zu beleidigen; man wolle den Bischof«an gepurlicher traff nit hinderen; doch versehen man sich, sein fl. G. werde dasselbig thon, das nit ergers vol f tSsprot re r Sturms(vgl. Nr. 547) und bis Anfang 1544 BürgerRef. Gesch. III, S. 216- 20 und S. 17.18. Er gehörte übrigens zu den Kaufleuten, ‚en worden waren; vgl. Nr. 378, Anm. 2. en der Schöffen auf die Umfrage vom 13. und 3) in der Ratssitzung verlesen werden, wird«auch ein gl. Roth, Augsburg J. Schöningh, D. Rehlinger\ genüber als B Janu: Stroꝛzzi g Januar( 81. schreiben“ gelesen, so her Jacob Sturmen von Ulm kommen des inhaltz, wes der keiser gegen geheim gehalten und die Antwort von Verordneten bedacht selben Tag und zeigten unmittelbar uns gesinnt sein soll.“ Ess Diese berieten noch der werden(Ratsprot. 15 Rate an.«das sie fur gut ansehe, das her Jacob Stſurm] demselben guten freund das man die sache n in 6 tagen nit fertigen kund, sonder muss[sie] fur die grossen rath und die gemeind pringen etc..; man wolt im furderlich weiter zuschriben; das er understund die sach ufzuhalten, damit die pherd nit herabkomen; ob man den schaden bis man die sach bei den schoffeln sliessen mocht. list her Jacob, was er abhalten kund, dem Reichling die XIII sollich schreiben? hrlicher Johann Sturm an Franz J. am 10. Februar r deshalben schriben wolt und erkant zu schriben, wie anzeigt; doch sollen vor horeny(a. a. C., f. 27 b— 28). Über lingers berichtet ausfü auch Nuntiaturber. IX, S. 427 3 Nach Ratsprot. 1547 f. 27 sind es Js von Müllenheim und Konrad Joham. und 440. s von Lindenfels, Heinrich ) Sturm, I BYE mn, e. 586 1567. Kaiserliche Vertragsbedingungen für Strassburg; uf kei. mandat die verstendnus ufschriben; keine mehr wider kai. und ko. Mt. eingeen. camergericht mit andern underhalten, demselben gehorsamen. iuramentum fidelitatis durch botschaft an lnemen. ein leidliche ge[lt]straff sich] beladen, die man(sich) selbs anpieten solt. dagegen die stat und alle die iren wider zu gnaden ufa und annemen, was vergangen[und] geschehen, verzeihen, sie bei iren privilegien, freiheiten und herkomen bleiben lasen. die stat noch sonst jeman mit sonder execution und beschwerden nit beladen. von der religion mit gewalt oder dergleichen weg nit abtringen, sonder durch ordenlich und gutlich weg zu vergleichen. inen ursach geben, das sie zu irer Mt. ein gehorsamen willen tragen musten.) Ferner teilt er mit,(das der von Granvella zugesagt die pherd, so ins Elsas geordnet, ufſzuhalbens., 543. Der Rat von Frankfurt an den Rat. 1547, Januar 29. [Frankfurt am Main.] Ausf.— Empf. Sa. 5. Februar; lect. 7. Februar. N. Kr., S. 58 und von Collischonn, Frankfurt / — Ben. von Holländer. Str. i. Schm. Kr., S. 97, Anm. 2. ihre Unterwerfung; Strassburgs und Augsburgs Güter werden hier inventiert; Mahnung sich dem Kaiser zu unterwerfen, der sich milde erweist. C... E. L. werden numehr vernomen haben, welcher gestalt... wir uns kurzverruckter zeit an den graven zu Buren... an stat der kai. Mt... geben, daruf auch von irer kai. Mt. widerumb allergnedigst zu gnaden angenommen worden und volgends uf schriftlichen bevelh irer kai. Mt. wolgedachtem graven an stat irer Mt.(dieweil dieselbig zuvor personlich nie in unser stat gewest noch huldigung empfangen) als ain stat des hail. rom. reichs gehuldiget habent. wir wollen auch nit zweifeln,. L. werden irem guten... verstand nach, aus was christlichem bedenken, auch grossen ehaften und wichtigen ursachen(die wir dan zeitlich zuvor an... den landgraven.. gelangen lassen?) wir uns also ergeben haben, wol zu erwegen wissen und uns derhalben in ungutem nit verdenken. Demnach wollen wir e. L.... nit verhalten, das gleich des andern tags noch beschehener huldigung der kai. Mt. secretarien ainers, mit credenz an uns abgefertigt, alhie ankomen, welcher in namen irer kai. Mt. begert, ‚ erHs.:«umb.». s Von einem Einbruch von 1000 Reitern und 2000 Fussknechten in das Strassburger Gebiet ist in einem Brief von Myconius an Vadian vom 10. Februar die Rede Vadian. Briefsammlg., Nr. 1517, 8. 597). 5431 Am 21. Januar; vgl. Collischonn, a. a. C., S. 966, Anm. 1. 2à Vgl. Nr. 519, Anm. 6. 3z Er hiess Erasmus Vessel; am 25. Januar wird im Frankfurter Rat zunächst beschlossen, die Arrestierung abzulehnen. Auf sein Drängen hin werden Vessel dann die Namen der Bürger, bei denen Strassburger und Augsburger Güter lagen, mitgeteilt, womit er sich zufrieden erklärte(Frankfurt, Arch., Bürgermeisterbuch 1546, f. 214-215.— Die Antwort Strassburgs, die ungefähr am S8. Februar abgegangen sein muss, ist nicht erhalten. Sie wurde im Frankfurter Rat am 15. Februar verlesen; darauf wurde beschlossen, die Sache auf sich beruhen zu lassen(a. a. O., f. 29a).— Am 22. März wurde dann verfügt, das aus dem Verkauf der arrestierten Güter erlöste Geld beim Rat zu hinterlegen(a. a. CO., f. 250). (Basel; gedr. Unterwerfung Frankfurts; Zustände dortselbst und in Strassburg. 587 nachdem e. L. und die stat Augspurg irer Mt. noch rebelles und ungehorsam weret, das wir ime anzaig thun solten, was von kaufmansgutern e. L. und denen von Augspurg zustendig alhie weren, dieselben haben zu inventiren und zu beschreiben und die verzaichnus der kai. Mt. zu behandigen. wiewol wir nun solchs... abzubitten understanden, so ist doch endlich und als der bemelt secretarius uf der kai. Mt. bevelch verharret, in unserm thun nit gestanden noch uns gepuren wollen, solchem der kai. Mt. gescheft mit der that Verhinderung zu thun. derwegen wir den vielgemelten secretari letzlich an die factorn gewiesen, sich seines bevelhs bei denselben haben zu erkundigen und zu halten. und, wie uns anlangt, so soll er... solche inventirung. allererst angefangen und furgenomen haben. dieweil wir aber wol erachten konnen., das e. L. und iren handtirenden burgern hieran nit wenig gelegen sein mochte, so haben wir es es. L. unangezaigt nit lassen... wollen.) Ermahnen sie ferner,«die wege zu suchen, dardurch sie und die iren vom gegenwertigen schweren obligenden last widerumb zu der kai. Mt. gnaden und also zu friden und ruhe, auch gemaine handtierung widerumb in gang und wesen komen mochte; welchs alles dann e. L. sovil mehr zu verhoffen ist zu erlangen, sovil grosser der kai. Mt. angeborne gute und miltigkait ist), die sie selbst jetzt verspürt haben. Dat. Sa. 25. Januar. 544. Hans Wis an Schultheiss und Rat zu Bern. 1547, Januar 29. Strassburg. Bern, Arch., Unnütze Papiere, Bd. 67, f. 240. Or. PHribh. von Geiser, D. Haltg. d. Schweiz währ. d. Schm. Kr., S. 234. Nachrichten über den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen; Zustände in Frankfurt; Strassburg auf die Belagerung gerüstet; unkreundliche Stimmung gegen die Eidgenossen. Über den Kurfürsten von Sachsen kann er nach seinen letzten Meldungen? nichts Weiteres schreiben; vor Leipzig nichts Neues.«Des landtgraffen halb, als er 25 kenlin mit im in Hessen gefuiert, ist er darvon zogen, weis nyeman, wo er ist. hat die knächt in seinem land uff den gemeinen man liygen lassen, des sy beschwerdt worden sind, und inen allen samen urluib gäben und us dem jandt gewist uff zinstag den 18. tag Jenner und inen 3 manet besoldung verschlagen, des sich die knächt ubel klagen und im ubel reden. Frankfurt halb stat noch in des fon Burens hand; handlet darinnen nach seinem gefallen. die stat porten hand sy versechen, das keiner in noch us mag, ierre husser besechen lassen, die schlussel zu ierren handen genomen. man spricht, man sterb mechtig in der stat; dan sy vil totter körppel stetz us der stat fuieren. dargegen sprechen etlich krielghklut, so us Hessen komen, man richte i zit so vil lgräſber[?]! kein gewusse mer, das noch keiner gricht sige. Es ist alles volch in tuftlscher natzion erschrocken. got erbarms. got welle, so die stat Strasburg belegert wurde, dax semlichs? ouch nit geschecht. sy stellen sich, als wolten sy sich wol halten. es ist aber villerley volchs in der stat: darff ouch nienan dem keisser ubel reden. sy hand uff 3 venlin 4 Es muß(29.) heissen; denn in der Sitzung des Frankfurter Rates an diesem Tage wird beschlossen, das obige Schreiben abaulassen(a.. O., f. 2176). 544 ı Durch 2 Löcher im Papier ist hier der Text verstümmelt. 2 Mundartlich für(sellich, sollichy; vgl. Grimm WB. X, 1, Sp. 559, 588 1547. Unwillen in Strassburg gegen die Eidgenossen; Beratungen kriegslut angenomen, gend innen wardtgelt, eim fier, dem andern druy gl.. was fur krie[g]slut allenthalben gelegen sind, die luiffen hiezu. sy nemen aber keinen mer an und was fur die stadt hinus kumpt, nimpt man dem keisser an. es ist gar kein kwond ding allenthalben. man ist uns Eidgnossen nyenan hold, sunder schreidt alle menschen uff uns und ist die sach, man werde understan uns ein hern ze gäben. das got truwlich werden welle. dan unsers val menglichen fruewen wurde... dattum in Strasburg den 29. tag Jenner 1547 jar.)| 545. Bedacht der Verordneten: Jakob Sturm, Hans von Lindenfels, Heinrich von Müllenheim und Konrad Joham über die von Granvella mitgeteilten Bedingungen!. 1547, Januar 29. [Strassburg.] AA 564.. 77— 853. Entw. des Stadtschreihers mit dem Vermerk: « Sambstags den 29. Januarii®. Aufschub zu erbitten; Fussfall; bei Bündnissen Kaiser und! Lönig auszunehmen; Kammergericht; Schwur; Geldstrafe. ! Ist der herrn erstlich bedenken, dieweil sie sich selbs noch nit end-| lich entsliessen kinden, ob mit got und eren ein vertrag one des churfursten zu Sachsen und landgraven zu Hessen etc. und deren von Costnitz wissen und bewilligung mag eingegangen werden: und aber dise ange potne handlung so ganz kurz angesetzt, auch nit woll von handen zu lassen, dieweil doch so vill stend, die vorhin sich vertragen, ein stat Strassburg von beiden, dem churfursten und landgraven, kein endsetzung noch rettung wissen, die sie sonderlich diser zeit gehaben mag, das es ine alleinig mit disem mechtigen keiser u[s]zuharren nit moglich, und so das land zurings verhergt, weib und kind geschmecht, den burgern das ir 8 zuletzst vielleicht einen erg pert und genomen,[man] doch J rn und schedlichern vertrag a[n]nemen muste, weder man jetz bekomen mag. das man dan bei dem von Granvell oder| wo man bedenken kund, es am besten beschehen mocht, anzeigt het, das man sich in underhandlung einlassen wolt. dieweil aber die verstendnus noch vorhanden, so kunde man eeren halben in disen puncten nit sliessen,| man hete es dan zuvor an Sachsen, Hessen und die andern pundsverwandten gelangen lassen?», was der Kaiser nicht ungnä lig aufnehmen möge. «Sovill dan den ersten puncten den fussfall̃a belangt, wo man sich der nachgonden puncten vergleichen mochte, das man sich dan eines zimblichen 545 1 Vgl. dazu Nr.) * Nachdem die Verordneten über den Brief Rehlingers berichtet hatten(vgl. Nr. 542, Anm. 2), äusserten sie ihre Meinung zu den darin angegebenen Bedingungen Granvellas; Sitzungsbericht des Stadtschreibers darüber O., f. 84—85. Der im Text wiedergegebene Bedacht ist danach ausgeführt und am 31. Januar im Rat vorgelegt worden (Ratsprot. 1547, f. 28- 29. 3 In der Ratssitzung vom 31. Januar wurde beschlossen,«das man dem churfurster und landgrafen.. darunder laut des bedenkens schreiben soll, wie es auch umb alle stend und stett im Oberland stande und das es nunmehr den nehsten an meinen hern sei. darumben wöll man es inen zu bedenken geben haben, auch ir hilf und rath be wie es die feder bringen wirdet. Costanz soll man es auch schreiben.) * Der Fussfall wird im Sitz⸗ungsbericht des 29. Januar g scheinlich, weil er den Verordneten selbst ve geren etc., nicht erwähnt, wahrändlich erschien. des Strassburger Ratsausschusses über einen Vertrag mit dem Kaiser. 589 fusfals nit weigerte, also das man die handlung umb desselben willen zerslagen lassen solt. doch das man die wort: das ir Mt. uns umb gottes und desselben barmherzig keit] willen verzeihen solt ete., nit darein setzte, sonder sonst uf ein pilliche form gedecht. Des andern puncten halben die verstendnus uf ein kei. mandat ufzuschreiben und[das man] keine mer wider ir Mt. und die ko. Mt. eingeen wurde] etc., daruf were ir Mt. zu berichten, das man dise verstendnus ir Mt. zuwider nit eingangen were, wie auch dieselbig verstendnus das lauter uswisss, das es weder irer Mt. noch einichem stand im reich zuwider beschehen, sonder allein deffensionsweis; es hete ein stat Strassburg sich derselben auch nit anders dan deffensionsweis gepraucht nach zu prauchen begert. dieweil man aber bei keiser Maximilian loblichster gedechtnus zeiten und auch andern vorigen romischen keisern und konigen allerhand pundnus gemacht, die etwo dem reich und der stat Strassburg nutzlich gewesen, als mit dem haus Osterreich, der Pfalz und andern fursten und stenden des reichs, in denen man alweg einen rom. Keiser oder konig usgenomen hat. so bet man, ir Mt. wolte solche und dergleichen pundnus einzugeen einer stat Strassburg nit abstricken. so were man urpittig in allen pundnus, die man eingeen wolt, ir Mt. und die rom. ko. Mt. darin uszunemen. Das man dan zum driten das camergericht mit andern reichsstenden zu einer stat Strassburg geépuerendem teil underhalten solt, gedenken die hern, das die underhaltung des camergerichtl's] nit zu weigern. dieweil aber us demselben volgen wurde, das man dem camergericht gehorsam sein solt, so muste Heinrich von Braunschweig seiner vertreibung ſpruch die stend der verein samtlich oder etlich, man gewertig sein, das herz halben als umb einen landtriin jeden insonders, fur den ganzen schaden vor dem kei. camergericht furnemen und dasselbig gegen gemeiner stat erlangen mocht. desgleichen mochten alle geistlichen, der bischof, die bettelorden und alle andere sondere personen der ordenung halben, so alhie umb der religion willen beschehen, gemeine stat anlangen. so dan der keiser das camergericht sonder zweifel mit sollichen personen, so jenem teil gefellig, besetzen wirdet, dieweil man doch hievor nit hat erhalten mogen, das es nach inhalt des speirischen abschids besetzt wurde, so wurden solliche personen allen iren gfallen gegen gemeiner stat erlangen und gemeiner stat nit allein schimpf und spot, sonder ein sollicher schaden darus mogen ervolgen, der ir nit treglich und ganz verderblich sein wurde. derhalben die herren bedenken, das mit allem ernst dahin zu handeln, das die kei. Mt. alle vergangne handlungen mit disem Heinrichen von Brunschwiks handlung, vertrag ufheb und sonderlich herz in anséhung das herzog Heinrich die kei. sequestration und derhalben usgangne mandaten nit gehalten und dise stend zu grossen costen verursacht hat. das dan ir Mt. mit erledigung desselben herzog Heinrichen alle handlung ufheben und die kosten gegen einander vergleichen wolt. was dan sonsten fur andere handlungen weren, dieweil zu bsorgen, ir Mt. wurde dieselben nit Alle wollen ufhében und sagen, sie konde einem driten sein recht nit nemen. das dan ir Mt. verschaff, das an dem konftigen camergericht der regenspurgisch reichsabschid a. etc. 41 ufgericht gehalten wurde; dan ir Mt. wurde sonsten der stat ein sollichen last uflegen, der je nit treglich; und 5 Vgl. die(Erneuerung und Erstreckung) des schmalk. Bundes von 1536, 8 5 bei Hortleder I, Buch 8, Kap. 9, 8. 18327. 2 590 1547. Beratungen des Strassburger Ratsausschusses über einen Vertrag mit das man daruf ir Mt. bericht gethan, wie mit den geistlichen guter[n] alhie gehandelt worden, damit sie wissen endphing, das deren keine dem gemeinen seckel zukomen, sonder zu andern milten sachen, dahin die fur sich selbs gehorig, verwendet weren. mochte man dan erhalten, das die sachen, so sich vor dem regenspurgischen abschid zutragen, mit der braunschweikischen hingelegt und ufgehoben wurden, so hete sich ein stat Strassburg darnach nichtz zu befaren, dieweil man nach sollichem abschid sonderlich nichtz mer gehandelt hats. Und zum vierten, das man irer Mt. schweren solt, mocht man sie berichten, das es von alten her nie beschehen und das solcher pruch und herkomen von irer Mt. vorfaren loblichster gedechtnus rom. keiser und konig jeweilens hie vor und irer Mt. selbs bestettigt... were worden. nit desweniger hete sich ein stat Strassburg als ein freie stat, die dermassen frei von den krenkischen konigen an das reich komen, sich gegen rom. keisern und konigen und dem heiligen reich je und alwegen so getreu und gehorsam gehalten... und sonderlich dem haus Osterreich, das man ir nit clag noch mangel gehapt, wie man sich dan gegen ir Mt. auch erzeigt... und mocht[man] ir Mt. berichten, wes man mit den turkenzugen mit bewilligung der fruchten, pulvers und anders gethan?, item dem letsten franzosischen zug, do man nit allein wie die andern hilf gethan, sonder auch gelt darzu geliehen etec.. und daruf piten, ir Mt. wolte einer stat Strassburg mit solchem schweren ver— schonen, sie bei irer alten freiheit und herkomen gnediglichen lassen bliben, in ansehung das es bei gemeiner burgerschaft ein schweres ansehen haben wurde, als ob man ein stat Strassburg von irer alten freiheit und herkomen wolte tringen, do man doch nit weniger, sonder mer bisher gethan dan etwo die, so globt und gschworn gewesen. und wurdt auch sollicher vall bei der burgerschaft und deren nachkomen schwerlich uswachsen, do sie sonst zu irer Mt., wo sie bei solchem herkomen(gelassen wurden, desdo mer herz und treu haben wurden. so darf ir Mt. kein zweifel haben, ein rath und ge— meine stat wurde nit weniger dan ire vorfaren bei irer Mt. und dem heiligen reich ires vermogens treulich thon. so man dan sollich schweren damit ableinte, so were es desdo annemblicher. wo es aber nit abgeleint werden mocht, das man dahin handlete, das ir Mt. solchen eid von eines ratz gesandten endphing oder ir Mt., wo sie dasselbig auch nit thon wolt, durch ire bot schaften von stet- und almmeister oder, wo dasselbig auch nit, von einem rath in namen der stat und gemein endphanhen lass, damit es bei der gemein des do] wenigern unwillen precht. konte man dan dasselbig auch nit erhalten, das man dan irer Mt. potschaft schweren lass, dieweil man on das gedechte dasjenig zu thun, des man zu thun schuldig, wan man schon schwert, und derhalben kein beschwerd hete. Wo man dan dise puncten obgeschribner massen und dabei erhalten.... konte und versichert wurde, das dem schriben nach Nr. 542] ein stat Strass— burg und alle die iren wider zu gnaden uf- und angenomen, was vergangen und geschehen were, verzigen wurde, bei iren privilegien, freiheiten und her& Der Rat beschliesst zu diesem Punkt am 31. Januar: Diꝑeweil zu besorgen, der keiser werde die brunschweikisch handlung nit einziehen, das man derselben halben zu recht kommen muss, wo man dan den andern puncten erhalten mocht, das das kunftig camergericht in sachen,[die] vor dem regenspurgischen abschid sich zutragen, nit sprechen dorfte oder solt etc., man es anſn Jem.) Im Sitzungsbericht des 29. Januar ist hier am Rande vermerkt:(Venlo erobert, gegen Frankreich.) dem Kaiser: Augsburg ausgesöhnt; Lindau verhandelt. 591 komen blib, das gemeine stat noch sonsten jemanden mit sonderer execution noch beschwerden belangt, von der religion mit gewalt und dergleichen nit abgetriben und kein fremd kriegsvolk ader besatzung weder in die stat noch ins land geschickt ader gelegt wurde, so bedenken die hern, das nach gstalt der sachen und dieweil man kein menschliche hilf ader endsetzung weist, es einer stat Strassburg nutzlicher dan die beharrung des kriegs were. und das mans an einer geltstraff® bis in dreissig ader vierzig tausend gulden auch nit liess erwinden. mitler zeit diser handlung solte man es Sachsen, Hessen und Costnitz zuschreiben und derselben gemut und was sich bei inen zu getrosten und zu hoffen, erkundigen. und mochte durch sollich handlung der verderblich schad, der disem land und gemeiner burgerschaft zustan kont, vermiten blibenꝰ.) 546. Der Rat von Konstanz an die XIII. 1547, Februar 1. Konstanz.] Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 28 A, Mr. 97, S. 107 106. Entio. Augsburgs Aussöhnung; Lindau verhandelt; Züricher Schmähschrift wider den Papst; Eidgenossen neutral; Rüstungen Zürichs und Berns. Haben ihren Brief Nr. 538) mit Beilagen gestern erhalten; danken. Teilen mit, dass Augsburg sich auf die beiliegenden Bedingungen! versöhnt hat und dass Lindau Gesandte an den Kaiser nach Ulm geschickt hat; dessen Bedingungen kennen sie noch nicht.«Item so ist ain sag, das etliche Aidgnossen mit Zurich nit wol zufriden standen von wegen ains buchlins, das ain zurichischer predicant vom endchrist im truck hat usgon lassenz. sunsten haben die gesanten der Aidgnossen uf dem tag die sachen jetziger leufen halb in bedacht genommen, die an ire oberkaiten ze bringen. es ist aber kain andrer tag angesetzt. es ist aber ouch ain red, das si dises kriegs sich nicht- annemmen noch beladen wellens. item Zurich und Bern habent us irem volk ain stattlichen uszug gethan und mit gschutz sich gerustet.» Bitten um Bericht,«was ze ziben uch furkumpt.) Dat. 1. Februar 474. 8 Im Sitzungsbericht des 29. heisst es zu diesem Punkte:« Bei den schoflen kein som benennen, sonder dem rath gewalt geben; und das man ein gulden zweinzig oder dreissig tausend gulden furslag.) In dem 2. Anbringen an die Schöffen am 3. Februar(vgl. Anm. 9) ist daher davon auch nicht die 9 Nach dem Vortrag dieses Bedachts wurde in der Ratssitzung vom 31. Januar beschlossen:(Dieweil etlich volk ufs land Elsass geordnet sein, soll man... der burger und der stat dorfer manen zu flehenen und herein zu thun, was man kan. und sollen die geordneten den vorangestelten bedacht, wie der gevolgt, in ein form stellen, welcher massen er fur die schoffel zu pringen sein sollt.“ Der Entw. dazu wird am 2. Februar gebilligt; man will ihn am nächsten Morgen den Schöffen vorhalten(Ratsprot. a. a. CO., f. 312). Entw. dieses 2. Anbringens an die Schöffen vom 3. Februar in AA 564, f. 71—–- 75; ausführlicher Auszug bei Holländer, a. a. CO.,. S. 61-62; a. a. CO., S8. 62 auch das Ergebnis der Abede. stimmung unter den Schöffen. Sofort nach dem 2. Anbringen beschliesst der Rat, dass die Verordneten, denen Mathis Pfarrer beigegeben wird,(bedenken, wem und was man geen Ulm zu schriben, wer zu schicken... und wie man handlen soll. und die schrift umbs gleit... sollen mein hern XIII... macht haben... lassen hinwegzugeen)(Ratsprot. a. a. O.,. 32—-— 33). 546 1 Abschr. a. a. CO., 8 S 2 Vgl. Eidgen. Abschr. IV, 1d, S. 758—759. Vgl. hierzu a. a. CO., S. 758t, 764, 765, 767—769 und Nr. 553, Anm. 2. 4 Der Brief wird am 7. Februar im Rat vorgelegt:«Erkant: und dieser zeit dabei bleiben zu lassen»(Ratsprot, 1547, f. 43a). . 592 1547. Strassburg knüpft durch W. Rehlinger mit Granvella und Naves 547. Jakob Sturm an Wolfgang Rehlingerꝗ]. 1547, Februar 4. 1 Strassburg.] . Str. St. Arch., AA 564, f. 2I5— 216. Entw. Sturms mit 2 Verbe sserungen des Stadtschreibers.— Erw. von Holländer, Str. J. Schm. Kr., S. 62. Verweist auf die vorige Antwort; der Rat darf sich jetzt in Verhandlungen einm lassen, doch ohne abzuschliessen; Geleit für die Gesandten erforderlich. Zettel: . Brief an Naves. . mir durch euern schreiber zugeschickt, nit hab mogen entlich antwort geben, sonder gebetten, den verzug bi mſinem] gnledigen] hern von Granvella zu entschuldigen, das haben ir us minem schreiben! genugsamlich verstanden. «Lieber vetter. us was ursachen ich uch uf euer neher schreiben Nr. 542] nun hab ich seithar allen moglichen vleiss kurgewandt, domit die sach verner beratschlagt und an ort und end, do es diser statt altharbrochten statuten und gewonheiten noch gelangen hat müssen, gebracht worden. und ist noch erwegung der sachen... bewilligt worden, das sich ein ratt in handlung uf die furgeschlagene artickel mog inlassen, die iren schicken, doch nichts dorin on vorwissen eins rats, schoffen und amman zu schliessen, sonder was also erlangt und gemittelt, wider hinder sich an ein ratt zu bringen. Dan wiewoll ein ratt der statt Strassburg ungern sich in dise defension | wider kai. Mt. ingelossen, so hat er doch geacht, das er sollichs onverletzt ir brieve und sigel nit umbgone oder waigern hett mögen. nun were abeı einem ratt nichts liebers, dan wie er mit ehren und on verderplich nochteil J 1 2 at< rer frail 3 wıdar 7 125 M n ador) 1. 2 gemeiner statt und irer freiheit wider zu kai. Mt. gnaden kommen mocht. es sind aber die furgeschlagenen artickel zum teil also gestaltet, wie ir us minem hievorigem schreiben vernommen haben, das die gesandten uf die weg dieselben also zu bewilligen nicht abgefertigt mogen werden. zudem das ir als ein stettman wissen, wie schwer und sorglich es den gesandten fallen wolt, in einer solchen wichtigen und grossen sachen, dorin man so unglichs verstands ist, gewalt uf sich zu nemen on hindersichbringen zu schliessen. derhalben so ist min freuntlich bitt, ir wollen erstlich m[inem] gnledigen] hern von Granvella? von wegen eins erſbarn] rats ires gnſedigen) erbietens und guten willens, so si zu einer statt Strassburg tr: gen, dinstlichen dank sagen, demnach anzeigen, das ein ratt willig sei die iren zu schicken, von den furgeschlagenen artickeln zu reden und handlen und, woruf die| sach beruget, wider hinder sich an ein ratt zu bringen, dorin nochmoln sich haben zu entschliessen. derhalben so wer ir dinstlich bitt, ir G. wolten der 8 — . selben gesandten und iren dienern ein genugsam schriftlich geleit zu wegen bringen und mit zeigern zuschicken, domit si sicher dohin und wider dannen kommen möchten; wie ir dan konnen erachten, das es der gesandten hochste notturft erfordern wölle. alsdan sind min hern urbuttig, die iren zu schicken und in allem dem, so in immer mit got und ehren verantwortlich und gemeiner statt nit verderplich und irer freiheit unschedlich, sich also zu] erzeigen, als die geen der kai. Mt. alle Schuldige und underthanigste gehorsamme leisten wWolten. wollen uch hierin, wie ir angefangen, mit treuem vleiss bearbeiten und sovill immer moglich, anhalten, domit der zug in das Elsass verhindert. hoff ich, es solt gott gnad geben, domit vill frommer und armer leut ver— derben verhüt und sonst vill ubels, so darus noch erfolgen mog, furkommen 547 1 Dieses Schreiben fehlt; vgl. Nr. 542, Anm. 2. Ursprünglich stand:(beiden, m. gn. hern von Grſanvella] und Arras. wegen der Aussöhnung mit dem Kaiser an; Stimmung in Strassburg. 593 werde. dorin bewisen ir gott dem hern ein gefellig und disem ganzen land ein gut, nutzlich[werk]... datum?». Zettel:«Dweil auch der her von Naves hievor hern Wolfg[angen] Haller von Hallerstein, kai. Mt. pfennigmeister, zu Conrad Joham und mir geschickt mit gleicher werbung, das wir bei der kai. Mt. umb gnad ansuchen solten; wolten der her von Granvella und er allen moglichen vleiss ankeren, domit wir dieselb erlangen mochten, so schreiben wir ime hieneben laut beiverwarter copei4. do ist min fr[untlich] bitt im sollichen brieve zu uberantworten und der sachen auch zu berichten, domit das geleits erlangt werde. 548. Hans Wis an Schultheiss und Rat zu Bern. 1547, Februar 4. Strassburg. Be 7M, Arch., Unnütze Papiere, Band 67, ö. 244. Or. Ben. in Eidgen. Absch. IV, Id, S. 78I zuh; erw. von Geiser, D. Haltg. d. Schweiz währ. d. Schm. Kr., S. 234. Neue Zeitungen in Strassburg; kaiserliche Gesandte dort; Mangel an Reitern in der Stadt; Hilfeangebot Frankreichs; Strassburg nicht dafür; die Eidgenossen müssen sich ge gen den Kaiser vorsehen; der Markgraf von Brandenburg zieht { sten von Sachsen; Angriff auf den Erzbischof von Köln; Büren Soll zwischen dem Kaiser und dem Landgrafen vermitteln. gegen den Kur Uf 4. tag Hornung 1547. gnädig min hern. als huit zu Strasburg ein gantz versamlung iers ratz zemen komen ist! sich gegen ein andern endtschliessen, wie dan sy sich in ierren gefar halten wellen, ist mier durch ein geheimder hern einer allerley nuwer zeitung, so innen uf huit zukomen ist, anzeigt worden und daz in geheimd; semlich? uwer gnad pittendt by uch zu behalten. 3 Das Datum fehlt; da der Brief aber ebenso wie der gleichzeitig abgehende und auf den 4. Februar datierte Brief an Naves(6. Anm. 4) in der Ratssitzung vom 4. gebilligt wurde (Ratsprot. 1547, f. 33), so ist als Tag der 4. Februar zu ergänzen. 4 In diesem Brief(Entw. des Stadtschreibers mit Verbesserungen Sturms a. a. CO., f. 94— 95; erw. von Holländer, a. a. CO.) danken Sturm und Joham Naves für seinen guten Willen:«haben denselben Haller neben weiter antwort also von uns scheiden lassen, das wir die sachen furpringen wolten und euch hernach mit antwort begegnen. so dan durch... Rehlinger us bevelh unsers gn. herrn von Granvellen etc. seither an mich, Jacoben Sturmen, auch... gelangt, ist... ein ersamer rath alhie woll willens... zu schicken.» Er möge mit Rehlinger für das Geleit sorgen.— Am Abend des 10. Februar kam der Wildschütz Veltin mit Briefen von Rehlinger und Naves* zurück, die Sturm am 11. im Rat vorlas. Rehlinger meldete,(wie er nach langer disputation uber beschehen waigerung ein schriftlich glait ausbracht. Auch Naves bemerkte in seiner Antwort an Jakob Sturm und Konrad Joham,«das das glait(wie woll es andern abgeschlagen) gegeben worden)(Raßtsprot. a. a. 0. f. 44D—= 45; erw. von Holländer, a. a. CO., S. 63).— Auch in Konstanz meldete am 2. März Konrad Zwick nach einer Mitteilung von Martin Weickmann,(der kaiser hab den gsanten von Strassburg ain glait geben, das nie kainer statt vorhin beschehen sig»(Kon— stanz, Arch., Reform., Fasc. 28 A, S. 697). s Es lag dem Briefe von Naves bei(Ulm; 8. Februar; Ausf. in AA 564, f. 271; prod. et lect.« vor ret und 21» 11. Februar; erw. von Holländer, a. a. O.): Da Strassburg Gesandte«auf unser gn. vergönstigung zu uns abzufertigen in willens sein), erteilt der Kaiser ihnen Geleit tür die Hin- und Rückreise.— Bei der Verlesung im Rat wird besonders hervorgehoben, dass es«der kaiser selbst underschriben hat»(Ratsprot. a. a. CO.). 548 1 Gemeint ist wohl das 2. Anbringen an die Schöffen; vgl. Nr. 545, Anm. 9. 2 Mundartlich für esellich, sollichy; vgl. Nr. 544, Anm. 2. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 38 594 1547. Nachrichten aus Strassburg. Des ersten so hat keisserliche mayestat etlich gesandther da gehept von wägen der muldiers, so vormals nider geworffen sind, und sy hiemit angesucht des friden, den sy gegen keisserliche mayestat lichtlich machen wolten. ist innen abgeschlagen, doch die muldier wider gäben und sy frundtlich ab— gescheiden. Dennach als sy by ierren verwantten und bundtgnossen, es sig fursten oder stet, hilf gesucht hand und von den fursten begert an 500 pferd in ier stat zü legen, ist innen abgeschlagen; dan es in ierrem vermögen nit ist, mögen ouch jetzmal an andren nit hilflich sein. und könden aber an reissigl em] volch nit vil schaffen, hand in ier stadt nit uber 1004 pferd. deshalb sy ver— ursacht werden witter hilf zü suchen und namlich bym Frantzossen, der dan ein anforderung an Strasburg than hats. wurden im bald lossen, dan allein das sy im nit truwen dörffen. die prattick ist aber vorhanden und so bald sy der keisser(sy) angrifft, so stat innen ein semliche gros güit usserthalb der stat uf die fursten und hern, ouch stedt, das sy schon innen des güitz halb endtsitzen; und diewil sy sechen, das sy vom menglichen verlassen sind und die gros verderbung des landz, werden sy sich bedencken, ee und sy in ein semlichez gefar stan werden. sechen ouch wol, das alle stedt sich ergeben und Kostentz uf huit ouch in einem vertrag ists und von allen Eid— gnossen verlassen. deshalb wier wol dörffen fur uns sergen?; dan so es darzü kumpt, werden uns ander ludt ouch zü sechen und sich fruwen; das nuit gewusses ist. dan es an uns zü lest ouch sein wirt und das war sich. so hat keisserliche mayestet geschworen, alles so dem hus Osterrich zü hördt, wider ze erobern. semlichz sol us des hern von Granwilla mund gangen sein und sy des mercken lassen und namlich etlich graffschaft genempt als Hapspurg, Kyburg und andres. Der margraff von Brandenburg mit den Bechmen zucht wider den korkursten von Sachssen; stat druf, das sy mit eyn andren ein schlacht duin werden. keisserliche mayestat hat etlich frischs huffen im Niderland zuchen wider den bischoff von Köln; vermeinen, sy werden den landtgraffen bekriegen, wie wol die sag ist, der von Buren solle den friden machen zwuschen keisser und dem landtgraffen, die wil er jetzmal zum keisser geritten ist. also stadt es uf disse stund zu Strasburg.) 549. Anbringen des Grafen Georg von Württemberg! und der Grafen von Oettingen, Helfenstein und Castell an die XIII. 1547, Februar 4. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotolcoll 1547, f. 335 H— 34. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Ratssitzung vom 4. Februar.— Erw. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 78. Bitten um Berücksichtigung bei einem Vertrag mit dem Kaiser. Bitten die XIII, wenn man sich vertrage, sie auch zu bedenken; komme es zu einer Belagerung,(wöllen sie sich bei diser statt... eerlich... halten.) Es handelte sich um den in Nr. 527, Anm. 2 erwähnten Vorfall, Im Or. steht«VC» bzw. Cx. 5 Vgl. dazu Nr. 518 und 553. àEs liegt wohl eine Verwechselung mit Lindau vor; vgl. Nr. 546. Mundartlich für sorgen). Vgl. Eidgen. Absch., a. a. CO., S8. 773h und 781 zu h. 549 1 Vgl. über ihn auch Nr. 506, Anm. 2. 2* er 1547. Der Strassburger Rat behält sich Freiheit des Handelns vor. 595 Dies bringen die XIII im Rat vor. Es wird beschlossen, ihnen zu versprechen, dass man sie bei Zeiten wissen lassen wolle, wenn der Rat zu einem Vertrag komme. FVür das Angebot dankt der Rat;(so es auch dieselben weg gewinnen wurde, wölten sich meine herren, wie eerenleuten gepuert, gegen iren G. auch beweisen.) 550. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Konstanz. 1547, Februar 4. Strassbur* Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 28 A., Nr. 118, S. 185— 488. Praes. S. Februar. Einfall des Markerafen Albrecht ins sächsische Gebiet; der Rat hat nichts gegen Verhandlungen von Konstanz mit dem Kaiser einzuwenden; behält sich dasselbe vor. Antwort auf Nr. 536: entschuldigen sich, dass sie«us obligenden disser leuf gescheften» nicht eher antworten konnten. Legen Abschriften von Briefen des Kurfürsten und des Landgrafen bei!, die inzwischen eingetroffen sind. Daneben sind Zeitungen gekommen, dass Markgraf Albrecht mit 2000 Pferden und einigen Fähnlein Knechten gegen den Bruder des Kurfürsten von Sachsen, Herzog Hans Ernst, in das Koburgische geschickt sei, das Amt Königsberg eingenommen habe und Moritz zu Hilfe ziehen soll. Ihre Bitte, es ihnen nicht zu verübeln, wenn sie in der Not einen Vertrag eingehen, haben sie an den Rat gebracht«und bei denselben funden, dieweil sie selbs wissen, das die sachen dermassen gschaffen, wie ir sc hreiben, das alle oberlendische stend und stett sich vertragen, das die vorstentnus hieoben r zerrissen, so ir dann ein vertrag zu euerm nut bekommen mögen, das ir den eines erbarn raths alhie und unsert halben unbeschwert wol annemmen mögen. in gleichnus haben sie auch darfür, wo sie die not in gleichem fall etwas fürzunemmen oder zu thun verursac hen oder tringen wurde, das ir es innen nit zu ungut haben werden...) Dat. Fr. 4. Februar 47. 551. Landgraf Philipp an die XIII. 1547, Februar 5. Kassel. Str. St. Arch., AA 561, j. 164—175. Ausf. fast ganz in Geheimschrift ausser dem 3. und 4. Zetteli.— Prod. Mo. 14. Februar.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 65—66. Schlechter Stand im Oberland; der Kurfürst von Leipzig abgezogen; kann ihnen wegen der Hilfe nichts sagen; ist selbst unschlüssig; doch wird er keine schimpflichen Bedingungen annehmen; Strassburg hat nicht viel zu besorgen.— 1. Zettel: Rüstungen Frankreichs und des Türken. 2. Zettel: Mit dem französischen Geld noch Widerstand möglich. JLettel: Brief des Kurfürsten von Brandenburg.— 4. Zettel: Keine neuen Nachrichten vom Kurfürsten von Sachsen. Antwort auf Nr. 532. Hat«vorhin zweimal ern Jacob Sturmen und euch geschrieben?, wie es hieniden stehet. was sich aber sider dem zugetragen 550 ı Nämlich vom Brief des Kurfürsten vom 15. Januar(Nr. 524) und des Landgrafen vom 23. Januar(Nr. 533). Abschrr. in Konstanz, a. a. O., S. 489—497 und 501—506. 551 1 Die beide im Entw. in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1547, f. 59—64 fehlen. 2 An Sturm am 25. Dezember(Nr. 500) und am 23. Januar(Nr. 533) und an die XIII am 7. Januar(Nr. 519). . — 596 1547. Enttäuschung des Landgrafen über den allgemeinen Abfall; mit dem von Teckelnburg und vorm Ritberg, davon schicken wir euch hiemit copien zu**. das wir euch nun in der sachen rathen solten, wolten wir war— lich gern und treulich thun. wir wissen aber nicht, was zu rathen sei; dan wir sehen solche trennung, der wir gar nicht, geglaubt; dan wir hetten nicht gemeint, das die Oberlender und Wirtenberg die zwei regiment knecht solten beurlaubt haben. vielweniger hetten wir gemeint, das die von Ulm, die die ersten knecht angenomen und den keiser verhindert, sich dermassen solten vertragen haben samt andern stetten. hetten auch gar nicht geglaubt, das Frankfurt an alle not, da der veind schon uber Rhein wolt, ime nachgezogen und umb vertrag angesucht het. vielweniger hetten wir geglaubt, das herzog Ulrich sich hett in solchen vertrag eingelassen, wan anders solchs also ist, wie die copei des vertrags laut, die ir uns zugeschickt. und ist ein gross wunder, das so gewaltigen stett und furst sich dahin geben an alle not und sich keine beschissen lasset. wissen darumb nicht, wozu es gut ist, das man vestnung bauet. Wie die sachen mit dem churfursten stehen, wissen wir nicht grundlich, dan das er vor Leipzig abgezogen und zeuget herzog Moritzen entgegen uf Aldenburga. was sich nun da zutragen wirdt, weis gott. es wer besser, das sie fridt hilten uf beiden seiten. Ob euch auch ein zuzug und endsetzung beschehen konne vom chur— fursten und uns, das konnen wir itziger gelegenheit nach euch nicht schreiben noch vertrosten oder mistrosten. wie es aber umb uns stehet, haben wir euch vorhin geschrieben und das wir uns vermuten mussen, unden heruf und oben herab uberzugs, und weder von euch, den Oberlendern, oder den nider— lendischen oder sachsischen stenden und stetten einicher hulf vertrost sind. wie es dann mit Denmark und den andern religionsverwandten ein gestalt hat, haben wir euch hievor zu zweien maln geschrieben. von gemeinem ver— trag konnen wir nicht denken, wie wir aus den schriften vernemen, so Baiern und Pfalz an uns gethan, davon wir euch hiemit copien zuschickens, desgleliſchen von herzog Moritzen, wie wir euch vor geschrieben, das der keiser gemein handlung leiden werde, sonderlich dieweil er sicht, das iderman zum creucz kreucht. Was wir unser person halben thun sollen, sind wir warlich betretten, dieweil wir die trennung sehen und nicht rech[n]en konnen, wie dise ainung konne wider erstreckt werden, und(wie obgemelt) niemands von Oberlendern oder Niderlendern wissen, der uns hulf thun wolle. sehen aber darneben die beschwerliche condition der vertrege, wie sie Wirtenberg und ander! begeglnJen. solten wir nun solche vertrege annemen, die wir erstet gewissens halben nicht thun mochten, und das wir uns itzo solten verbinden, was man zukunftig statuiren wurde, das wir solchs leisten solten, so besorgen wir, das daraus volgen wil, was man uns darnach der religion halben vorschreiben, statuiren oder verordenen wirdet, das wir dan solchs thun mussen. und sind darumb gar nicht gesint solche beschwerliche conditionen ale, mit einreumung der vestnung und das wir nicht mit gott, gutem gewissen und eren thun 3 Vgl. Nr. 560, Anm. 5. Vgl. darüber Mentz, Joh. Friedr. I, 3, 8. 64- 66. Die Abschriften fehlen; gemeint sind vermutlich der Brief Herzog Wilhelms von Bayern vom 16. Januar(Ausf. in Marburg, Nr. 1456; praes. 19. Januar; ben. von Lenz, Briefw. III, S. 474=- 475) und der Brief des Kurfürsten von der Pfalz vom 12. Januar, in welchem er seine vergeblichen Bemühungen beim Kaiser meldet(Ausf. a. a. O., Pfalz; praes. Kassel 18. Januar) . r nirgends Hilfe zu erwarten; seine Unschlüssigkeit. 597 mochten, einzureumen, es gehe uns gleich daruber, wie gott wil. darumb hangen wir also zwischen beiden und konnen uns unsers gemuts, was ze thun sein wil. noch zur zeit nicht endschlissen. das solt ir euch aber gewis zu uns versehen, das wir uns nichts endschlissen werden, das wir nicht mit got, gutem gewissen und eren thun mogen. Uns bedunkt aber, das ir von Strassburg euch so hart nicht forchten mocht. dan ir nicht vil uf dem land zu verliren[habt], habt ein gute veste stadt; und[ist] sich nicht zu vermuten, das der keiser sich darvor legern werde. und ob er das schon thun wurde, das doch nicht vermudlich, das er sie gewinnen werde. darumb ir alwege eher zu besser richtigung kommet dan anderes... Dat. Kassel 5. Februar 47. 1. Zettel:(Post scripta ist der her von Croi von wegen des kunigs zu Frankreich bei uns ankommen, der bericht uns, es solt der kunig annemen achtzehentausent Schweizer und zehentausent Italianers und wolt mit dem keiser krigen. weiter so solt auch der Turk uf Sicilien und Hungern ziehen und uf den halben Aprilis an solchen konigreichen sein. ob nun solchs also ervolgen, werdet ir wol erfaren. wann sichs aber dermassen wolt zutragen, so wer wol uf solchs zu sehen und sich darnach im handel ze richten. und begern gnediglich, ir wollet uns verstendigen, was ir uf solch ding haltet oder glaubet. datum ut supra.) 2. Zettel:(Wann wir das gelt bekommen mochten, darauf Frankreich vertrostung gethan hat,? so wer noch wol zu leuten zu kommen, das wir dafur achten, das noch wol zimlich widerstant ze thun sein solt. wie aber ir vermeint, das solch gelt heraber zu pringen sein mocht und wie sich allent— halben in die sach zu schicken, des wollet uns verstendigen. datum ut supra.) 3. Zettel:(Post scripta ist uns ein schreiben vom marggraven churfursten lauts inligender copeilo zukommen. daraus habt ir zu sehen, do dise Wie der Landgraf am 7. Februar an Bucer schrieb(gedr. Lenz, a. a. O. II, S. 483- 484), wünschte er,«das ir ern Jacob Sturmen anzeiget, wir wolten gern, das euch solcher briff auch verlesen wurd m 13. Januar beglaubi Franz J.«le sieur de la Croix, mon vallet de chambre grafen(Villers Cotterets; Ausf. mit Gegenzeichnung von Aubespine in Marburg, Nr. 1837; praes. Kassel 4. Februar). Die Antwort von Franz J. auf dessen ersten Bericht ist gedr. von Ribier, Lettres et mémoires d' estat I, S. 607-609; am ordinaire) beim Land 10. Februar berichtet er darüber, wie der Landgraf die Vorschläge des Königs aufgenommen x 1 habe a. O. S. 611—613); in beiden Briefen wird betont, wie wichtig es sei, Strassburg mit dem Kaiser abzuhalten. (Nr. 531). 9 Vgl. das Schreiben Johann Sturms vom 4, Januar(Nr. 513). 10 Aus Dessau: 27. Januar(Ausf. in Marburg, Nr. 1468; Abschr. in AA 561, f. 51—853; ben. von Sleidan, De statu relig... comment. II, 8. 578- 579): Berichtet über seine Vermittlungstätigkeit bei Moritz; es liegen ferner bei: 1. ein Schreiben von Moritz an Joachim von Brandenburg aus Chemnitz vom 23. Januar, in welchem er sich über die Verwüstung seines Landes durch den Kurfürsten beschwert Abschr. a. a. CO., f. 63 und 68); lie Instruktion der kurbrandenburgischen Räte Hans von Arnim und Eustachius von Schlieben für die Verhandlung mit dem Kurfürsten von Sachsen(Abschr. 2. a. O., ( f. 55— 57); ein Bericht Arnims und Schliebens an den Landgrafen vom 31. Januar aus Altenburg über diese Verhandlung(Ausf. in Marburg, a. a. CO.; Abschr. in AA 561, f. 65-67); die vom Kurfürsten Joachim zur Aussöhnung mit dem Kaiser in Vorschlag gebrachten > VE 598 1547. Bericht Burkhardts aus England; Tod Heinrichs VIII.; trennung nit vorgefallen, das dise stende zur zimlichen rachtung komen weren. datum ut supra.) 4. Zettel: Hat den Boten warten lassen, um ihm Nachrichten über den Kurfürsten von Sachsen und Moritz mitzugeben;(so ist uns doch ein zeit her und noch derhalben nichts zukommen.) 552. Franz Burkhardt, sächsischer Vicekanzler, an Jakob Sturm. 1547, Februar 6. London. Str. St. Arch., Thom. Arch., Universität 5 des 18. Jahrhunderts nde! G UP 3, Nr. 2(jetzt nicht mehr vorhanden). Unte Schrift-« Veste T€I animo. Der deutsche Teil des Briefes und der Zettel ganz Bittet um Nachricht; Tod Heinrichs VIII.; hat Hoffnung, Geld zu erlanger Zettel: Hat seinen letzten Brief nicht lesen können. in Geheimschrift. C6... Mirari satis non possumus,..., qui factum sit, quod iam pene intra sesquimensem! nullas a vobis literas acceperimuse, cum hic de rebus Germanicis tam varia narrentur nec nos quicquam certi ea de re habeamus. porro quis status rerum sit in Anglia, fortassis enim vel ex publica] fama vel aliorum literis intellexisti. decessit ex hac vita... rex Henricus VIII. die 283 Januarii ac renuntiatus est filius eius rex Angliae calſendis] Febrſu— ariis]! Februar 1] cum omni applausu et consensu. rex in testamento cavit de regni gubernatoribſus], eta ipsius et regis iunioris, quorum nomina ex carta hisce inclusas intelliges. pii et boni hic magnam spem conceperunt propa— gationis evangelii illis regni gubernatoribſus], quorum maior pars evangelicae doctrinad admodum f; sus est. z. Wintoniensiss prorsus ab omni consilio exclu— Unser sachen stehen also, das wir hofen,[e]in statliche summa geldes uf vorsicherung zu erlangen, doch in hochster geheim; und wirdet sich Frankreich vor Englant nichts zu befaren haben, welchs ime bisher nicht wenig im weg gelegen. ich hof zu got, er werde noch alle sachen zum besten schicken. und wil not sein, das man festhalt und unverzagt sei. es haben ezlich stend, wie man sagt, nicht wol gehandelt, mocht sie noch wol selblsſt gereuen. ich| hof, wir wollen in virzehen tagen ungeferlich alhie einen guten abschiet erArtikel(Abschr. a. a. O., f. 60—62 und 69—71; Auszug bei Chr. Meyer, Kurf. Joachim II. v. Brandenburg i. Schm. Kr., S. 9—10).— Über diese Verhandlungen vgl A| Meyer, a. a. O. und Mentz, a. a, O., 8.7476; HM 552 1 Sesquimensis= anderthalb Monate. ? Vgl. dazu den Zettel. 3 Die Abschrift hat fälschlich 27., eine deutsche Übersetzung des lateinischen BriefA teils— die deutschen Stellen in Geheimschrift fehlen darin—, die nach Basel gesandt ; wurde(Basel, Arch., Polit. M 8, 3, f. 380— 381), hat das richtige Datum 28. Januar. * Hs. hat«ut». 5 Sie fehlt in Strassburg; in der Baseler Abschr.(s. Anm. 3) folgt auf die Übersetzung des latein. Briefteils eine Aufzählung der obersten Hofbeamten. Dahinter steht:«Den vierten und funften Hornungs hat man dem jungen konig geschworen. und ist im selben eid sonders versehen und begriffen, das die underthanen des reichs dem römischen bischof oder dem papst noch desselbigen werken nit sollen anhengig sein. und also werden schweren alle des reichs underthonen, weltlich und geistlich, wie si genant werden. datum 6. Februarii a. ete. 47.); 5 Gardiner, der Bischof von Winchester. seine Folgen für die Bündnisverhandlungen mit England. 599 langen. ON uns, bit ich, an hof gegen Frankreich; do mochf[t]en wir vilcicht ezlich tage vorz[ieJhen. es wundert uns, wie es Johan Sturmio gangen; 2 sider seinem abreisen aus Frankreich! haben wir nichts von ime vornomen. wollet inligenden brif? bei gewisser zufelliger nechster botso haft meinem gnedigsten hern zus hicken. ich weis nicht, wie es seinen churf. G. gehet;. Trägt A üsse an Bucer und Michael Han auf.«Datum in eil den erna. a. d. 1547 Zettel:«Wir haben in schrift von euch entpfangen*, der[en] datum den neun und zwanzigsten Decembris, mit frombden zifern, die ich noch doctor Hans[von Niedbruck] oder licenciat Lersner nicht konten lesen. darumb bit ich., ir wollet allein die meinen, so ich euch gege ben, gebrauchen; dan es were sonst vorgeblich. ich habe a[ulch nicht unterlassen,... dem churfursten zu schreiben und die brif uf Hamburg zu schickens. weis aber nicht, ob sie seinen churfl. G. werden zukomen mogen oder nicht. ich bit, wollet uns forderlich schreiben; dan ir gla[u]bt nicht, was selzamer zeitung aus Brabant anher geschriben werden, sunderlich der oberlendischen stet halben, wie sie sich dem keiser ergeben und ins trentisch concilium gewilligt haben sollen: welchs vil fromer leut hochlich erschreckt und bekommert... 553. König Franz J. von Frankreich an den Rat. 1547, Februar 14. St. Germain en Laye. St. Arch., AA 1853. Deutsche Übersetzung der Strassburger Kanzlei. 7 Saint-Ayl hat berichtet; wird durch Mendoza antworten,; ... Wir haben empfangen euere brief, deren datum den ersten tag dis monats!, und vernommen dasjenig, so uns der herr von Sanct Ayl von 7 Briefe vom 5. und 6. Februar an— Kurfürsten von Sachsen(Orr. in Geheimschrift mit Auflösung in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 177—–- 182, H, Nr. 6; erw. von Mentz, Joh. Friedr. I. 3. S. 72. Anm. I): Burkhardt macht hierin ähnliche Mitteilungen wie in dem Brief an Jakob Sturm und bedauert, dass die Verhandlungen durch den Tod des alten Königs ins Stocken geraten sind. s Am 28. Februar legten die XIII dem Rat vor,«was meister Franz Burckhardt, des churfursten zu Sachsen canzler, an her Jacob Sturmen gesc hriben»(Ratsprot. 1547, 119%). Schreiben vom 10. Januar, worin Burkhardt dem Kurfürsten seine Ankunft in London am Sonnabend(8.) meldet; Hans von Metz sei eben erst angekommen. Die Verhaftungy des Herzogs von Norfolk und seines Sohnes sei für seine Verhandlungen günstig (Ausf. in Weimar, a. a, O.). 553 1 Die Ausfertigung eines solchen Schre bens des Strassburger Rats vom 1 Februar ist in Paris nicht mehr vorhanden; wahrscheinlich handelt es sich auch gar nie ht um ein amtliches Ratsschreiben, da jeder Hinweis in den Ratsprotokollen fehlt, sondern um den «veregriff, wie die kön. Mt. in Franckreich wegen e iner statt Strassburg umb hilf in eventum zu ersuc hen, wann die von kai. Mt. uberzogen und belägert werden soltey, dessen französische Übersetzung— nach einer gleichzeitigen Abs hrift in Str. St. Arch., Thom. Arch., Varia eccles. V, Nr. 23— in Corp. Ref. 40(Opera Calv. 12), Sp. 435= 437 abgedruckt ist (Auszug bei Hollander, Str. i. Schm. Kr., S8. 54= 5h; erw. von Teller, La réunion de Metz I, 8. 107, Anm. 1). Ein deutscher Ent w. zu dem gedruckten frz anzösischen« vergriff» befindet sich in A 558. f. 56 und 59. Er stammt von der Hand Jakob Sturms und ist kürzer als der französische Text, ohne sachlich von ihm abzuweichen. Die Bedeutung seines Inhalts rechtfertigt trotzdem den Abdruck; von den zahlreichen(meist rein stilistischen) Textänderungen Sturms sind nur die drei wichtigsten vermerkt. Sturms Entwurf lautet: «Nochdem der keiser den merteil der oberlendischen stett zu siner gehorsamè brocht und mit dem hlerzog! von Wirtenberg auch vertragen, sinen zug uf Ulme genommen vgl. Nr. 5388] . Ri 513 x | {"N nnen n mer,. 2 600 1547. Gesuch Strassburgs bei Frankreich um Ge Idhilfe; euertwegen hat fürbrachtz. schreiben daruf itzunder dem herren von Mandosse..., das er euch antwurt geben soll.) Beglaubigt ihns.(Datum Saint Germain en Laye 11. Hornungs 1546.» in willens die statt Augspurg, so noch unvertragen, zu uberziehen; wo nun... Augspurg mit gewalt oder durch vertrag zu des keisers gehorsamme hbrocht, versehen, dan das er den nechsten in das Elsass ziehe und ein st stand under sinen gewalt zu bringen; dan er derselben statt dem schmalkaldischen bund mit Sachsen. so ist nichts anders zu att Strassburg auch undernit allein dorumb, das si in lessen und andern stenden gewesen, sonder auch dorumb ungenedig und ufsetzig, das er si im argwon hat, als ob si in vergangnen kriegen, die er mit dem konig von Frankrich gehebt, und sonst sich gegen denselben konig vor andern stenden teutscher nation les folgt gestrichen:(gunstig und»: in der französischen Übersetzung als«monstree faveur wieder eingesetzt] nochpurlich erzeigt und gehalten hetten. so wurd im auch dise statt, als die an der grenitz gegen Frankrich und Lothringen gelegen und ein vester guter platz ist, seer dinstlich und gebreuchlich sein, so er mit der kron Frankreich verner zu krig oder unwille statt zimlich n kommen solt. wiewoll nun die vest und gebauen, so hat si doch ein weite und grosse zorg, volks zu der besetzung, doruf dan ein grosse besoldung gen will. d erhalten ganz beschwerlich sein; dan si mit den zugen in I zedarf vill as will ir in die leng zu zraunschweig, hulf wider den in vergangnem sommer mit der hilf. die si iren einigungs verwanten gethon, seer an gelt entblost. dweil ken, grossen gebeuen und sonderlich nun der kron Frankrich nit wenig doran gelegen mocht— verbessert aus:« willy]— sein, das dise statt bei iren alten friheiten bleiben und nit gar under des keisers dinstparkeit brocht wurde, domit si furthin. wie bishar, in dem guten nochpurlichen willen, den si gegen der kron Frankrich getragen, erhalten wurde, so beten si, die ko. wurde wolt inen so gnedig sein und[«so gnedig sein und» verbessert aus:(fur sich selbs oder durch mittel etli ändert war in:(durch mittelpersoneny]— zu einer eilenden uf genugsamme caution oder sicherheit on uf nachfolgende mass: namlich dweil ein st: cher kaufleuty, was wieder gemilk bis in 70 oder 80 000 kronen interesse ein zeitlang furstrecken und leihen itt Strlassburg] in teglicher sorg statt, das der keiser mit gewalt fur si ziehen und dieselb belegern moe in das Elsass legen, dodurch verhindern und Sperren, d it oder aber ein anzall reuter as inen kein kriegs volk oder profiand zukommen mocht, so will ir von nöten sein ein anzall kriegs volk bi ze uf das si nit ungewarnter sach uberzogen und. mochten werden. domit si nun mit der bezalung und underhaltung sollichs kriegs volks nit gar erschopft[werden], so solt ein statt Strassburg macht habe obgenanten 80 000 kronen uf pezalun iten in ir statt zu nemen. So si zum krigs volk nit kommen, ubereilt n, allen monat ein summa von 8 sollichs kriegs volks zu verwenden, doch das dieselbig summa des monats nit uber 10000 kronen liffe: wurde, das solt si us irem eignen gelt thun. und was si also under oder bis in die 10000 kronen ein monat usgeben, dorumb si auch der kon. Mt legung der musterregister gu sonder was si weiter ein monat usgeben oder iren commissarien durch dart, ufrichtig und erbar rechnung thun solten, das solten si der kon. W. wider zu bezalen oder zu erstatten nit schuldig sein. was si aber zu sollicher bezalung des krie 3 volks, wie obstatt, nit brauchen oder usgeben wurden, de der kon. Mt. oder iren nachkummen in jorsfrist noch us wider zu bezalen schuldi sselbig solten si ang des kriegs on einich inred sein».— Am Schluss stand ursprünglich folgende, wieder gestrichene Bemerkung Sturms:«So man dan doctor Ulrich möcht man weiter bevelch geben, als so es der konig allein leihen wolt, das man dan im es das halb zu usg gang des ersten und das ander halb zu usgang des andern teils— verschrieben für:(jarsz]— geben solty. Dass man ursprünglich an eine eigene Gesandtschaft zur Befürwortung dieses Darlehensgesuchs gedacht hat beweis auch die Notiz, welche Jakob Sturm ganz unten auf der gleichen Seite niedergeschrieben hat:« Arlticke]l tidigen, quod interim rex ete. credenz ad regem. comendationes ad admiraldum d' Annebaut], diominam] Stampensem, cancellarium Olivier], Longivallium. Johann Sturm] et cſeter Ja ad regem.) Wie der oben im Text mitgeteilte Brief von Franz I. beweist, hat man dann aber doch von einer eigenen Gesandtschaft abgesehen, welche dem Kaiser nicht unverborgen hätte bleiben können, und hat das Schriftstück Saint · yl mitgegeben.(Vgl. dessen Beglaubigung riger wolt lassen mitreiten, dem Anbringen des französischen Gesandten Mendoza in Strassburg. 601 554. Der Rat an Landgraf Phili pP. 1547, Februar 111. Strassburg. Marbur« burg 1547, f. 69—75. Ausf., teilweise in GeheimArch., Stadt Stras Einzug des Kaisers in Ulm; Unterwerfung von Augsburg; jetzt ist der Feind hier zu erwarten; sind durch die bisherigen Leistungen erschöpft; keine Hilfe abzusehen: müssen versuchen, das Verderben abzuwenden; bitten, es ihnen nicht zu verdenken. Verweisen auf Nr. 532. Schildern den Einzug des Kaisers in Ulm am 25. Januar.«Und achtet man ir Mt. noch uf 24000 stark. und als ir Mt. beim Rat in Nr. 518). Am 19. Januar war Saint-Ayl noch nicht in Strassburg eingetroffen, wie Johann Sturm an Franz J. schreibt(Nr. 530); am 27. Januar befand er sich noch ir Strassburg, wie der Brief Sleidans an den Kardinal Du Bellay von diesem Tage beweist gedr. von Baumgarten, Sleidans Briefw., S. 140— 142). In diesen gen wird der« vergriff) auf Grund von Verhandlungen der XIII mit Saint-Ayl entstanden sein. 2 Was Saint-Ayl dem König berichtet hat, gibt sich auch aus seinem Brief vom 12. Februar aus St. Germain en Laye an den Kardinal Du Bellay(gedr. von H. Clouzot, Le véritable nom du seigneur de Saint-Ayl, S. 358— 359; erw. von Zeller, a. a. CO.): Str burg und besonders Konstanz haben vergeblich mit den Eidgenossen Verhandlungen für Anm. 3 und Anm. 8];(toutednis oder Schutz angeknüpft vgl. dazu Nr. 5 oy m'a dit[nän Saint lie Eidgenossen] ne l'auroient vollen faire du 11Z| sans son consentement. et que les ambassadeurs desdietz se meurs des 1 s s'en sont retournez resoluz de[s] les pandre, et que, cependant, il leur aydera de LX dix mil escuz par moys, pourveu qu'ilz ſui promectent de ne faire appoinctement avesques 1 empereur. our cest effect, je m'en retourne vers eulx.) Übersendet u. a. auch Abschrift des len der Kurfi gl. Nr Anm. 6. iefes, rst von Sachsen durch Vermittlung Strassburgs an Heideck gerichtet hatte 524, Zettel). Zu Saint-Ayls erneuter Anwesenheit in Strassburg vgl. Nr. 576, Schon am 6. Februar hatte er den Herrn«de Mandosse, nostre conseiller et premier aistre en XIII beglaubigt(Saint Germain en Laye; 6. Februar«1546»; Lusf f Pe Gegenzeichnung von Bochelet in Str. St. Arch., VDG, rw. von Holländer, a. a. CO., S. 661 ı Zeller, a. a. O.). Wann Mendoza in »bruar nicht vermerkt; in den Ratsprotokollen wird es nicht erwähnt, wohl deshalb, weil bloss die XIII mit ihm burg angekommen ist, ist auf seiner Beglaubigung vom 6. 1 verhandelten. wie Holländer, a. a. CO., S. 66—67, Anm. 3 mit Recht annimmt. Ob das on Sleidan. De statu rel.... comment II, S. 580 angegebene Datum dad idus Februztellt bleiben. ebruar 13) richtig ist, muss dahin Die dort erwi inte Erfolglosigst sich damit erklären, dass bei seiner Ankunft der Rat berei ırch Jakob Sturm in festen Verhandlungen ı I X keit seines Auftrages läs it dem kaiserlichen Hof stand(vgl. Höchstwahrscheinlich lag bei Mendozas Eintreffen schon der kaiserliche Geleitsbrief vor am 111. Februar im Rat verlesen wurde vgl. Nr. 547, Anm. 5— und diesen in seiner Haltung gegenüber den Anerbietungen Mendozas binden musste. Wenn Johann Sturm hinterher schreibt:(Les ambassadeurs... n'eussent est envoyer de la ville, si en temps elle eust este asseurée de ce qui luy a est6 dit par le sieur de Mandosse»(Ribier, Lettres et mémoires d'estat II, S. 4- 5), so will er damit wohl nur ausdrücken, dass Mendoxzas Angebot nicht in verbindlicher Form und ausreichender Höhe erfolg i Worten betont er das übrigens£ M 6. M it bestimmteren bruar(7 kann man aus der angezogenen Briefstelle folgern, dass Mendoza erst der Abreise der Gesandten an den kaiserlichen Hof— vgl. darüber Nr. 568... gen Schluss seines Briefs vom 19. keinen l g in Strassburg eingetroffen ist. Es ist im Gegenteil nach dem Anfang von Nr.“ heinlich. dass er Strassburg vor deren Abreise schon wieder verlassen hatte. Anerbietungen Mendozas s. Fragments des anciennes chroniques d' Alsace II(Daniel Specklin), Ar. 2381, 8. 54 Ger es erfahren wir nur aus dem Schreiben von de la Croix Wr m, 602 1547. Strassburg rechtfertigt vor dem Landgrafen seine Verhandlungen willens gewesen, die von Augspurg zu irem willen ze nödtigen, hat sich herr Anthoni Fugker sovil bearbeitet, das sie sich ergeben; mit was conditionen mögen wir nit wissen, dann daz man uns schreibt, herr Bastion Schertlin sei im vertrag usgeschlossen. so ist man herzog Ulrichs täglich warten dahin ze kommen und seinen fussfal ze thun; also daz nunmehr alle stend und stett im Oberland sich ergeben usserhalb unser und Costenz, welche sich aber, dweil sie kein rettung weder bei den Aidgenossen noch sonst wissen, auch nit wol erhalten mögen.“ Der Kaiser wird jetzt die ganze Kriegslast auf sie wälzen und sie durch Behinderung von Zufuhr und Handel und durch Beschlagnahme ihres Vermögens ausserhalb der Stadt zu verderben wissen. Erinnern daran, wieviel sie für die Einung geleistet; jetzt sind sie an Geldmitteln erschöpft. Philipp hat selbst geschriebenz, daz e. fl. G. be— sorgen, man werde kein gemeine fridshandlung erlangen. so konnen wir nit gedenken, ob wir uns schon lenger ufhalten wurden, wohin es dienen mocht dann zu unserm endlichem verderben und undergang, dweil wir keine rettung noch entsſchuttung wissen. dann ob wir wol nit ain unveste statt haben, so ist doch der platz weit und gros, erfordert ain grosse besatzung, die wir jet? nach dem abfal aller oberlendischen stend nit bekommen mogen, und ob wir sie schon bekämen, in die lenge, dweil wir uns also an gelt endplost, nit erhalten mochten. derhalben so will uns die hochst und eusserst nodt tringen dahin zu gedenken, ob und wie wir unbegeben der religion und gott— lichs worts sollichem endlichem verderben, sovil gott gnad gebe, vor sein mochten. nun weis gott, wie ungern wir dahin kommen und das wir vil lieber bei gemeinen stenden, so sich dieselben nit also zum theil im anfang diser defension von uns getrent, die andern seithar abgefallen, pliben weren. dweil wir aber, uber das wir unser vermogen so geétreulich dargestreckt, jet? so gar verlassen, kainer hilf noch rettung versehen, fur uns selbs des vermögens nit seind, vor ainem sollichem grossen gewalt in die harr ufzuhalten, so bitten wir ganz dienstlich, e. fl. G. wollen dasjenig, so wir bis anher bei gemainer verstendtnus gethan und furthin unsers vermogens, wo der mangel an Franz I. vom 1. März aus Kassel(gedr. bei Ribier, a. a. CO., J., S. 619— 620): C.. Qu'en la presence du peuple, il avoit declaré au senat l'ayde et le secours que vous Franz] leur vouliez faire, tant en argent que de vostre puissance, et que le docteur Celius m'serit que cette offre estoit suffisante, pour faire revolter le peuple, si le magistrat accordoit avec l'empereur, sans leur faire scavoir; et aussi que l'argent étoit arrive à Basle.) Vgl. dazu auch die kritische Bemerkung Holländers, a. a. CO., 8. 66— 67, Anm. 3, besonders über die Behauptungen von Thuanus, Historiarum sui temporis pars 1, 8. 249. 554 1 Schon am 7. Februar legten die Verordneten die Entwürfe für die Briefe an den Kurfürsten und Landgrafen vor; man beschliesst aber, zu«warten, bis weiter botschaft von Ulm komen werde»(Ratsprot. 1547, f. 422). Als dann das kaiserliche Geleit eingetroffen war(5. Nr. 547, Anm. 5), beschloss man die Briefe deilends hinwegzufertigen (a. a. O., f. 45 2). Ganz ähnlichen Inhalts wie der obige an den Landgrafen war der gleichzeitige an den Kurfürsten von Sachsen; der Entw.(mit Verbesserungen Jakob Sturms und des Stadtschreibers) in AA 561, f. 91—– 95 trägt den Vermerk:(Lectum montags Str. i. Schm. Kr., S. 36, Anm. 1 und von Mentz., Joh. Friedr. 3, 8. 49, Anm. 3. Nur wird hier am Anfang auf Nr. 524 verwiesen und ausserdem über die Entlassung der Regimenter Heideck und Schertlins und die Unterwerfung Württembergs, Ulms und der andern Städte bis auf Konstanz berichtet. 2 In Nr. 533; von hier ab ist der Brief bis zum Schluss mit Ausnahme weniger Worte in Geheimschrift. mit dem Kaiser; Instruktion für seine Gesandten beim Kaiser. 603 bei andern stenden nit gewesen und es erschiessen mogen, gern gethan hetten, gnediglich bedenken; und so wir uns in handlung einlassen wurden, dasselbig zu kainen ungnaden ufnemen noch dahin, als ob wir uns sonst gern und mit willen absondern wolten, vermerken, sonder uns als die verlassnen und die nunmer im Oberland vast allain noch uberig seind und us getrungner nodt dahin komen, gnediglich entschuldigt halten, in ansehung daz e. fl. G. und gemeiner sachen mit dem, das wir gar zu grund verderbt wurden, wenig 4 geholfen....“ Dat. 11. Februar 473. 555. Instruktion für Jakob Sturm, Mathis Pfarrer und Marx Hag! zur Sendung nach Ulm. 1547, Februar 12. Strassburg. Str. St. Arch., AA 564, ö. 244-248. Besiegelte Ausf.; Entw.? mit den im R beschlossenen Verbesserungen d. d.. 111— 113, gen den Kaiser; Unterhaltung Aufschreibung des Bundes unnötig; kein Bund ge vom Rat zu leisten; 30000 Gulden als Kriegsdes Kammergerichts; der entschädigung anzubieten; dann der Fussfall zu bewilligen; Gegenleistungen des Kaisers.— Was die gesandten aines ersamen rats zu Strassburg jet zo zu Ulm handlen sollen, doch unschliesslich und alles uf hindersichpringen. Der pundnus halben. sollen die gesandten anzaigen, das dieser statt meinung nie gewesen, ainich pundnus wider kai. Mt. ze machen, sonder das diese verain allain zu nateurlicher und von gott zugelassner defension ufgericht worden, sich und ire underthanen vor gewalt in sachen die religion belangen zu beschirmen. dweil sie nun der pundnus berichtet worden, die der babst mit kei. Mt. gemacht hett und sie von andern stenden irer hilf ermanet worden, haben sie die hilf nit ze waigern gewusst. dweil aber diese verstendnus jetz auf invocavit[Februar 27] on das ir end nimt und sie nunmehr selbs zertrennt und gefallen, so achtete ain statt Strassburg von unnödten dieselb aufzeschreiben. wo aber je begert und darauf beharrt wolt werden. sollen die gesandten dahin arbaiten, das sie den stenden, so noch unvertragen stuenden, schreiben wolten, das sie mit kai. Mt. sich usgesuenet..., und inen ursach, warumb sie solchs gethan, anzaigen. Kein pündnus mehr wider kai. und kö. Mt. einzegön. sollen die gesandten anzaigen, das ain statt Strassburg je und allwegen von alters3 Der Landgraf übersandte am 19. Februar diesen Brief an den Kurfürsten und riet ihm.(die weil dann nun Strassburg auch dahin fellet und die sachen aller so baufellig stehen.» nochmals zu einem Vertrag mit Moritz(Kassel; Abschr. in Marburg, Arch., Sachsen(E. L.), F. 198- 199). 555 1 Am 11. Februar, nach Empfang des Geleits, beschloss der Rat,«drei herren zur pottschaft... ze ordnen, ob ainer krank wurde oder ob es von nöten ainen mit bericht oder umb bericht alher ze schiken, das der andern noch zwen weren. Es wurden daraufhin die drei obengenannten Gesandten gewählt(Ratsprot. 1547 f. 45- 18 und 51 52). Über den Hergang der Wahl ausführlicher Auszug bei Holländer, Str. i. Schm. Kr., 8. 63- 64. Über Hag vgl. Handschriftenproben I, Tafel 12 und Nr. 561, Anfang. 2 Diesen Entwurf legten die Verordneten schon am 9. Februar in der Ratssitzung vor(a. a. O. f. 43—44); er wurde dort mehrfach verbessert(. Anm, 3, 4 und 7); am 12. Februar wurde in der Ratssitzung noch ein Zusatz angefügt(s. Anm. 8) und das Ganze gebilligt(a. a. CO., H. 52a). * 8 ö fi DT==. 604 1547. Instruktion des Strassburger Rates für seine her. im reich mit hohen und nidern stenden gehebt..., daz irer Mt. vorfaren am reich inen auch sollichs nit verbotten, sonder gstattet. derhalben beten sie, die gesanten, kei. Mt., dweil sie die statt bei iren frei-w heiten und herkommen pleiben wolt lassen, sie darbei, auch pundnussen aufzerichten, gnediglich pleiben ze lassen. so were ain statt Strassburg urbittig, ins keine pundnussen wider ir kei. Mt. ze komen. Das cammergericht underhalten. sollen die gesandten sich erkundigen, wie es mit den religionsachen soll gehalten werden; dann wo daz cammergericht in denselben sachen sprechen sollt, so wurden die stende bei der religion schwerlich pleiben mögen. derhalben sie mit allem vleis darauf handeln sollen, damit das cammergericht besetzt und auch sie in— sachen sprechen solten vermög hievor aufgerichten und durch kei. Mt. machten abschid; oder das man das cammergericht underhalten und dem: selben gehorsamen wolt vermög der hievor durch kei. Mt. aufgerichte abschid. und* so sollichs erhalten, alsdann sollen die gesannten anzaigen, das sich ain rath der underhaltung des camergerichtz nie gewaige rt; wurden es auch jetz nit waigern werden. Den aid belangen. sollen die gesandten mit allem vleis dahin ar baiten, daz man bei altem herkommen pleiben möcht, mit anzaig, wie kaiser Friderich und keiser Maximilian, als sie oft personlich zu Strassburg gewesen und der statt herkomen und, das sie nie keinem römischen keiser geschworn, sonder ain freie statt des reichs je und allwegen gewesen, bericht worden, sie des aids auch erlassen und bei irer freiheit und herkomen pleiben lassen. wo es aber uber angewendten vleis nit erhalten möcht werden, sondern man den aid je haben wolt, sollen die gesanten darauf arbeiten, damit solcher aid allain von maister und rath und denen, so vom ewigen regiment weren, der ainundzwenzigens, geschehe in namen und von wegen gemainer statt. wo sollichs auch nit zu erhalten, sollen sie nichtz vertrösten, sonder sollichs hinder sich schreiben oder pringen. und were vor allen dingen auf ain form des aids zu gedenken als: kei. r Mt. treu und hold ze sein, schaden zu warnen, nutz ze furdern und alles ze thun, das sie als ain freie statt des reichs irer Mt. als romischem keiser ze thun schuldig weren. und das dargegen sie vertröstet werden, sie bei iren freiheiten und herkomen gnediglich bleiben ze lassen; oder daz der aid geschehe mit vorbehalt der statt freihe ae, und herkommen. Geltstraff belangen. sollen die gesanten dieselb, als träglich und leidlich sie si bringen mögen, thädingen und, warauf es beruhet, hinder sich bringen. so man aber wolt, man solt sich selber ainer summa geltz anbieten, steht im wurtenbergischen vertrag, das der herzog kei. r Mt. an erstattung ires kriegscostens geben soll dreimalhunderttausend gulden; möcht man es auch under dem tittel anbieten auf dreissigtausend gulden und nit, daz es >(In... ei. Mt. ze komen) ist im Entwurf vom Stadtschreiber verbessert aus:« Keine bündnussen al urichten, sie wolt allweg darin kei. und ko. Mt. usnemen. wo aber sollichs nit zu erhalten, das sie alsdann daruf handlen mögen, kein bündnus inzugon dan mit irer kei. und der ko. Mt. wissen und willen.“ Der Rat hatte nämlich gemeint,(dieweil derselbig [punet] auch gegen andern dan gegen der kei. Mt. vergrifflich sein mocht, soll man denselben bessern und bedenken, damit man nit gar gefa ngen, als das man on sein wissen keine eingen wolt, aber den willen hinuslassen oder de rgleichen.) = Der Schluss des Absatzes von hier an ist im Entwurf von Sturm hinzugefügt worden. 5 Über die XXI vgl. W /inckelmann, Strassburgs Verfassung im 16. Jahrh., S. 523 Gesandten beim Kaiser wegen der Unterwerfung. ain geltstraf genannt wurde; und doch nit uber funfzigtausend gulden hoffnung geben; und warauf die kai. Mt. beharrt, hinder sich pringen. Fussfall belangend. sollen die gesanten anzaigen, so man der andern puncten verglichen, werde ain radt durch ire gesanten den fussfal kei. Mt. zu underthenigster gehorsame ze thun und ze bitten, das ir Mt. dazjenig, so sie wider ir Mt. gethan und gehandlet, verzeihen und sie wider zu gnaden ufnemmen wöll, sich nit waigern. doch sollen die gesanten sovil möglich daruf handlen und bitten, das sie nit getrungen werden zu bekennen, das sie unrecht gethan, geirrt oder verfuert worden, sonder allain zu bekennen, das sie wider ir Mt. gehandlet und derhalben umb gnad und verzeihung beten. Dargegen, so man des schwerens und aids verglichen, das ir Mt. denselben durch commissarien empfahen solte. zum andern das ir Mt. kein kriegsvolk in dis land E Ilsas noch auch in die statt Strasburg schicken, auch kein zusatz darein legen, sonder iren damit gnediglich verschonens wolt. zum dritten die statt Strassburg, ire burger, inwoner, ange hörigen und verwanten in statt und land, niemands usgeschlossen, wider zu gnaden auf- und annemen, was vergangen, wider ir Mt. gehandlet und geschehen, gnediglich verzeihen. zum vierten sie bei allen iren privilegien, freiheiten und herkomen schützen, schirmen, handhaben und pleiben lassen. zum funften gemaine statt und die iren mit sonderer exaction oder beschwerden nit zu beladen. zum sechsten sie von irer religion mit gwalt oder dergleichen weg keinswegs ze tringen, sonder dieselb durch ordenlich christlich? und guetlich weg vermög der reichsabschid? zu vergleichen. zum sibenden die usgangne arrest uber ire gueter, zins, gulten, schulden und anders! gnediglich wider zu cassiern und inen und iren angehörigen die wider volgen ze lassen durch offne mandata zu gebieten. obs auch jemand etwas usgebetten, so den burgern zu Strassburg zugehörig, das sollich vergabung wider abgeschaft... und, ob jemanden auch daz sein daruber einzogen were, wider zugestellt werden soll, in allermassen als ol sollich usbitten und vergaben nit beschehen were. Zu urkund ist der statt Strassburg secretinsigel zu end diser schrift getruckt, so geben ist sambstag den zwolften Hornungs der jar... funfzehenhundert vierzig und siben...) 556. Der Kurfürst von Sachsen an die XIII. 1547, Februar 13. Altenburg. Str. St. Arch., AA 561, f. SS- 9.— Empf. Mi. 9. März; prod. Do. 10. März. Ben. von Sleidan, De statu relig. comment. II. S. 579- 580. Moritz hat die Verhandlungen abgeschlagen; Klage über den Abfall der Oberländer; hofft. dass Strassburg sich halten wird; kannsie jetzt nicht unterstützen, verspricht aber nach dem Siege Hilfe; Tag in Magdeburg; Hoffnung aut die sächsichen Städte. Berichtet über seine Erfolge gegen Moritz. Und wiewol wir gegen demselben unserm veinde nochmals in kriegsubung stehen, so wil doch in dieser 6 So im Entwurf; die Ausf. hat Cverschonet-. 7«Christlich» und(vermög der reichsabschid im Entwurf von Sturm nach Ratsbeschluss vom 9. Februar hinzugefügt. s Von hier an bis zum Schluss Jusatz des Stadtschreibers im Entwurf nach Ratsbeschluss vom 12. Februar. 9 Die Abreise der Gesandten wird bald darauf erfolgt sein; wenigstens waren sie am 16. Februar bereits seit einigen Tagen fort(vgl. Nr. 557; danach ist Holländer, a. a. CO., 8. 69, Anm. 1 zu berichtigen). 556 1 Wie in Nr. 524. VE 606 1547. Der Kurfürst von Sachsen ermahnt Strassburg auszuhalten. winterlichen zeit nichts... statlichs auszurichten sein... dann ob es wol nicht an, daz wir... dem landgraffen zu Hessen, auch s. L. schwester, der herzogin zu Rochlitz, desgleichen... dem churfursten zu Brandenburg uf irer aller L. freuntlichs anlangen zwuschen uns und herzog Moritzen freuntliche und unvergreifliche handelung gewilligt?, so hat er doch dieselbe unfreuntlich... abgeschlagen. mussen also gewertig sein, nachdem unser veind von dem keiser und konige gesterkt worden und villeicht weiter gesterkt werden mag, wie es der almechtige got schicken... wirdet....“ Klagt über den Abfall Herzog Ulrichs und fast aller oberländischen Städte.«Und nach— dem ir euch in solche aussohnung nicht eingelassen, sundern, wie wir berichtet, veste zu halten willens sein sollet, so haben wir dasselbe... gerne gehort, tragen auch daran keinen zweifel. und werdet euch, wo es je von noten sein wolt, mit der hulf der Aidgenossen und Frankreichs wol ufzuhalten und hierinnen der ainung gemees, als getreuen bunts verwandten geburet, und sonst christlich und unverweislich zu erzeigen wissen. dann wiewol wir gnediglich geneigt weren euch hulf und rettung im val der noth zu ver— trosten, so hat es doch unsers veinds halben die gelegenheit, wie berurt; darumb ir uns ditz vals werdet entschuldiget zu halten wissen. wurde uns aber der almechtige got mit demselben unserm veinde gnediglich hindurch helfen, auch sieg und uberwindung verleihen, und ir wurdet darnach rettung und hulf bedurfen, so wollen wir euch vermittelst gotlicher verleihung als— dann daran nicht lassen mangel sein.... wir versehen uns, die sechsischen ainungs verwandten stende und stedte, deren gesandten itzo zu Magdeburg bei einander seinds, mit welchen wir die sachen, inmassen zu Frankfurt hette bescheen sollen, handelen lassen, zum wenigsten aber die stedte sollen veste halten und sich nicht absondern noch trennen....“ Dat. Altenburg, 13. Februar 475. Vgl. darüber Mentz, Joh. Friedr. J, 3, S. 7ö5ff. Über den Tag zu Magdeburg vgl. Mentz, a. a. C., S. 68- 69. 4 Vgl. Nr. 474, Anm. 3. Am selben Tage beglaubigte er seinen Rat Heinrich von Thun bei Johann und Jakob Sturm, um unter ihrer Mitwirkung die von Johann Sturm beim König von Frankreich ausgewirkten 200000 Kronen[vgl. Nr. 513] zu erheben(2 Entwürfe in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 182— 186, H, Nr. 7; erw. von Schmidt, Jean Sturm, S. 70); vgl. darüber auch Mentz, a. a. CO., S. 71.— Nach einer Instruktion des Landgrafen Philipp es n vom g. März sollten seine Gesandten Hans Keudel und Cyriax Hoffmann mit Heinrich von Thun zusammen am 20. oder 21. März wegen der Empfangnahme dieses Geldes auf Bassefontaine entweder in Strassburg oder, wenn es da nicht sicher genug sei, in einem in der Nähe gelegenen Schlosse des Rheingrafen warten; das Geld werden sie durch Kauf— leute in Basel erhalten(Entw. in Marburg, Arch., Nr. 922; erw. von Glagau, Lg. Philipp im Ausgang d. Schm. Kr., S. 39, Anm. 2 und von Zeller, La réunion de Metz I, S. 106 und 107, Anm. 2 und 3). 1547. Geplante Landesrettung im Elsass gegen fremdes Volk. 607 557. Anbringen des Ammeisters im Rat. 1547, Februar 16. [Strassburg.] Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1547, f. 55b—56b; Aufzeichnung des Stadischre übers über die Ratssitzung vom 16. Februar. Beabsichtigte Landesrettung des Bischofs von Strassburg und des Kurfürsten von der Pfalz gegen fremdes Volk; Anfrage Dr. Tuschelins! über die Stellung Strassburgs dazu. t Der Ammeister zeigt an,(doctor Hans Duschelin sei verschiner tagen bei ime gewesen, ime angezaigt, er habe von meim gn. herren von Strassburg bevelh empfangen herren Jacob Sturmen und herr Conrad Johamen anzezaigen, das der curfurst pfalzgrave? und er, der bischof, den adel, stett und nachpauren beschreiben und darvon reden und handlen wöllten, wann ain fremd volk in das land keme, wie man rettung thun und was sich ain jeder halten solt: da wöllt er, der bischof, gern wissen, wie es meinen herren ge— fällig. ob es inen nit zewider were etc. da nun her Jacob nit alhie, sei er bei herr Conrad Johamen gewesen, der es fur meine hern XIII gewisen. also sei er gestern frue bei... den XIII gehört worden..., da ime antwort worden, es seien der XIII wenig bei ainander; so gehör dise sach weither, man wöll darauf bedacht sein... erkennt: man soll doctor] Hansen widerumb an— zaigen... dieweil meine herren nit wissen, was die handlung sein werde, können sie nit antwort geben, ob es inen gefall oder nit. aber dieweil er selbs wiss. wie der bischof, dis landschaft und dise statt mit einander härkomen und verhaft seien. wöllen meine hern in hoffnung und zuversicht sein, es werd der bischof, auch der pfalzgraf oder andere in dem sich nichts vergleichen, so meineſn] hern, gemainer statt und dem land zewider sei. das soll man allain doſctor] Hansen sagen und sich sonst, alleweil er nit bevelh hab mit meinen hern ze handlen von bischofs wegen, sich gegen dem bischof mit schriften oder sonst nichts ein ze lassen. ist bevolhen hern Peter Sturmen?ꝰ und hern Jacob Meygern.) 558. Schultheiss und Rat zu Bern an die Geheimen von Basel. 1547, Februar 18. Bern.] Basel, Arch., Polit. L 2,1, f. 559. Ausf.— Erw. von Geiser, D. Haltung d. Schweiz 2 während d. Schm. Kr., S.“ Mögen alles tun, um Strassburg von der Ergebung abzuhalten. 31, Anm. 3. Hören, dass Augsburg Gesandte nach Strassburg geschickt habet, wahrscheinlich, um dieses, das sich dem Kaiser noch nicht ergeben und den Fussfall noch nicht gethan hat, zu bereden,«den glich, wie si, die von Augsburg, und andere richstatt unsers bedunkens ane sondere grosse nott gethan haben, ze thun, damit inen hienach söllichs nit moge verwisen und zu beschältung 557 1 Vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 41. 2 Vielleicht gehört in diesen Zusammenhang auch die Sendung Michael Hans im Auftrage der XIII an den Unterlandvogt im Elsass, Heinrich von Fleckenstein, den sie am 24 Januar bei letzterem beglaubigen, ohne den Zweck seiner Werbung näher anzugeben(Ausf. in Str. Bez. Arch., C. 117, Nr. 189). 3 Vgl. über ihn a. a. CO., I, Tafel 8. 558 1 Davon lässt sich nichts nachweisen; vielleicht liegt eine Verwechselung mit der Vermittlungstätigkeit Wolfgang Rehlingers vor, der ja gebürtiger Augsburger war. ö . mmm nen,=. 608 1547. Bern hofft, dass Strassburg fest bleibt. furgehept werden, und also die statt Strassburg zu glichem ungenödten vall ze bewegen. dwill nun, als wir bishar vernemensz, gsagt von Strassburg etwas hand vester sind dan die andern und, wan si etwar har etwas trosts und zu— sprechens empfinden und merken, si villicht beherzgetter, beständiger und dapferer sin wurden und ze verhoffen, gott werde sin gnad und hilf von inen und andern nit gar züchen, sonders siner zitt mitteilen; darneben wir genzlich vertrüwen, uf dem gemeinen eidgnossischen tag, den wir... beschriben habens, wie wir uch hievor bericht, etwas gutts beratschlaget werde]..., so langt an uch unser trungenlich und hochgeflissen ansinen, ir so woll thun und den gheimen rätten der statt Strassburg oder andern vertruwten personen fürderlich in höchster geheimbd zuschriben und si zum trungenlichesten ver— manen wellind, was inen, wan si sich an kei. Mt. wie andere richstett ergeben söltend, darus volgen und in welliche underthännigkeit, trang und zwang si sich begeben wurden und was in den richstetten, so sich ergeben haben, ghandlet und an inen gehalten wirt, woll ze ermässen und, als lang si mogend, die ergebung ufzüchen und erwarten, was gott fügen und sich witter zutragen werde. Bitten um Nachrichten über den Stand in Strassburg oder um andere Zeitungen. Dat. 18. Februar 1547. 559. Johann Sturmi] und Dr. Chelius(Ulrich Geiger) an König Franz I. von Frankreich. Paris, Bibl. Mat., fonds frangais Mr. 2996, 58— 59. Or. Ausführl j res d’estat JI. S.618—619; erw. von Baumgarten, Jakob Sturm, S. 33, Anm. 26, von Holländer, Str. i. Schm. K) S. 60, Anm. 1 und 2 und von Zeller, La reunion de Metz I, S. I07, Anm. JI. fran scher Auszug bei Ribier, Lettres et memo Begründet die Gesandtschaft Strassburgs an den Kaiser; neues festes Angebot des Königs durch Mendoza nötig. C... Postquam d. Mendosa hin abiitz, neque a caesare neque ab electoris exercitu quicquam allatum est, quod alicuius ponderis esse videatur. in nostra republica illud solum accidit: Jacobus Sturmius cum aliis duobus senatoribus ad caesarem missus est hac occasione: est Ulmae quidam, qui ad biennium in hac civitate habitavit, vir copiosus et locuples, unus ex sociis Fuggerianis et caesaris creditoribus, caesaris etiam consiliarius; Rellingerus ei cognomen est. is ante aliquot hebdomadas sua sponte propter privata sua negocia ad caesarem et ad Granvellam est profectus. interea etiam, vel ut caesari gratum faceret, vel quod cuperet suum studium erga hanc rempu— blicam ostendere, cum Granvellano egit, si qua ratione haec civitas commo— dioribus conditionibus ad caesaris gratiam receptum habere possit, quam 2 Wohl aus den Berichten von Hans Wis vom 29. Januar und 4. Februar(Nr. 544 und 548). 3 Auf den 28. Februar nach Baden; vgl. hierzu Geiser, a. a. C., S. 232 und Eidgen. Absch. IV, 1d, S. 773. 559 1 Nach Baumgarten, a. a. O., ist der Brief von Johann Sturm geschrieben; Ribier, a. a. CO., weist ihn Chelius zu; nach dem Schlusssatz in Sturms Brief bei Ribier, a. a. CO., II, 8. 3—5 ist er von beiden gemeinsam an den König gerichtet.— Dass der letztgenannte Brief nicht erst vom 15. April stammen kann, weist Holländer, a. a. O., S. 67, Anm. 1 nach; höchstwahrscheinlich ist auch er am 19. Februar oder bald danach abgefasst worden. 2 Über seine Anwesenheit in Strassburg vgl. Nr. 553, Anm. 3. — bt 1547, Strassburgs Verhandlungen mit dem Kaiser; Eingreifen Frankreichs. 609 reliqui habuerint. Bis? scripserat a caesare obtineri posse, ut neque libertatem neque religionem immutatam velit, neque etiam de se confiteantur quod aliae civitates, non etiam supplices orent neque admittant in urbem caesaris praesidia, solum caesaris commissariis iurent, mansuros se posthac in fide, ut antehac solitae sunt iurare civitates liberae et imperiales, neque deinceps facturos ullum foedus absque caesar et Ferdinando fratre et pecuniam multam pendant. bis, ut scripsimus, de hac remisit et sua sponte neque subornatus neque iussus; tandem etiam salvum conductum misit a caesare conscriptum, quo legatos mitterent. senatus existimans in explo— rando non esse periculum et nimis magnum posse videri contemptum tertium appellari et nihil responderi, tum etiam putans nullam honestam pacem repudiandam esse praesertim in hac totius Europae destitutione, et cum iam equites in hun agrum mitti nunciaretur, delegerunt hos tres, qui pro— ficiscerentur et cognoscerent, an vera sint, quae iste scriberet et quantum obtineri possit. nullum etiam mandatum habent tractandi et iussi sunt, nihil transigere absque senatus praescitu et consensu. senatus etiam absque universo populo nihil potest pacisci; nam superioribus diebus trecenti scfabini simul hic fuerunt, senatui iusserunt atque etiam tredecemwviris, qui rebus bellicis praefecti sunt, nihil absque suo consensu concluderèe atque transigere; se etiam absque populi et singulorum civium suffragiis nihil velle statuere. universi est autem populi sententia nihil contra pacta et iuramenta et foedera esse faciendum, ideoque non posse nostram rempublicam absque consensu electoris et sociorum, qui adhuc in foedere et fide manserunt, quicquam componere, non admittere caesaris praesidia in urbem, non dare pecuniam magnam, nihil concedere, quo libertati et religioni periculum creari possit. miserunt etiam ad electorems, ut sciret, quid agerent, et responderet, quod videretur. vera haec sunt, quae scribimus, et hic est huius reipublicae status in hoc tempore. si poterimus ii esse, qui fuimus ante istud bellum, pacem habebimus; sin minus, potius quam turpiter componant, hostes permanere volunt. putavimus haec scribenda esse vestrae Ma. ti, quo videret, in quo summa versatur missionis huius ad caesarem, et Ma. tas vestra pro sua sapientia in tempore sibi consilium capiat. nisi hi tres viri honestas conditiones et minime periculosas et suspectas adferant, pax non fiet. si haec non fiet, tria sunt nostrae reipublicae expectanda tempora: unum, antequam hostis veniat in hund agrum, per quod tempus sumptu opus est ad praesidia, cui difficultati remedium vestra Ma. tas obtulit per d. Mendossam. alterum tempus est, si caesar equitatum aliquem per vicina oppida disponat; tertium si ipse cum exercitu magno veniat et obsideat, id quod non facile fiet. in his tamen difficilioribus temporibus aliquam maiorem opem sibi nostri promitti postulant et de eo responsum expectant, quemadmodum Ma. tas vestra ex d. Mendossa audivit. ad confirmandos civium animos expeditissimum esset, ut postquam legati a caesare revertentur, sciant vestrae Matis opem praesentem. nos interea nostrum officium non deseremus, quo vestrae Matis utilitatibus consulatur... datum 19. Februarii 154765.) 3 Vgl. Nr. 542 und 547, Anm. 4. Gemeint ist vermutlich das 2. Anbringen an die Schöffen vom 3. Februar; vgl. Nr. 545, Anm. 9. 5 Am 11. Februar; vgl. Nr. 554, Anm. 1. 6 Die Antwort von Franz J. scheint das von Holländer, a. a, O., S. 76—77 wiederPol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 39 ——— 610 1547. Vertragsbedingungen des Landgrafen; der Kurfürst von Sachsen und 560. Landgraf Philipp an den Rat. 1547, Februar 19. Kassel. Str. St. Arch., AA 561, f. I76—- IS4. Ausf. und I97- I98(2. und 3. Zettel). Fast ganz in Geheimschrift.— Prod. So. 27. Februar;(bei räth und 21» 28. Februar. Ben. von Holländer, Str. J. Schm. Kr., S. 73—- 4. Bedauert die Trennung; ihm angebotene Bedingungen; der Kurfürst und Moritz; die sächsischen Städte fest; Frankreich und der Türke rüsten; Tag in Flensburg von England, Frankreich und Dänemark; fragt, ob Strassburg das französische Geld durchlassen und seinen Sohn behalten will. Nachschrift Französische Rüstungen. 1. Zettel: Tapfere Haltung Lemgos. 2. Zettel: Bittet um Nachrichten. 3. Zettel: Artikel des Kurfürsten von Brandenburg. Antwort auf Nr. 554. Hat«mit besonderen beschwerten vernomen die grosse trennung, die sich zwuschen disen stenden zutregt. und ist nit an, es sind uns auc 9 conditiones zu einem vertrag vorgeschlagen lauts inligender copei, wie wir euch dieselben hiebevor auch zugefertigti. aber es seind solche conditiones zum theil dermassen geschaffen, das wir sie weder mit got oder mit ehren oder an unser eusserst verderben eingehen oder erstatten konnen oder mogen. Wie die sachen mit dem churfursten zu Sachsen und herzog Moritzen zu Sachsen zufaren woln, das stehet bei gott. der churfurst hat Leipzig hart beschossen gehabt, aber nit gesturmt und ist darvor widerumb abgezogen, dieweil gute leute darin zur besatzung gewesen. es ist bis daher von sc harmutzeln oder dergleichen nichts besonders zwaschen den beiden hern von Sachsen ergangen. der churfurst nimt wider frisch krigsvolk an; so sterkt sich herzog Moritz auch. und gehet die endliche sag, der rom. konig komme eigner person ime mit einer grossen macht zu hulf. was gott der schlacht halben oder sonst schicken wirdet,[wirdet] man sehen. die saxischen stett mererteils nemen knecht an, schicken sich zum krieg und vermeinen zu halten bis uf den letzten manz. Es komt uns auch kundschaft und bericht ein, das Frankreich in grosser werbung sei, uf den sommer mit dem keiser zu kriegen, und das der Turk auch mit einer grossen macht kommen und an mer dan einem ort als uf Ungern, Sicilien oder Neapolis angreifen werde. es sollen auch die drei konige Frankreich, Engelland und Denmark die iren gen Flensburg ver— gegebene Pamphlet» zu sein(deutsche Übersetzung der Strassburger Kanzlei in AA 565, f. 177—178; die Überschrift« Aidgnossen» stammt erst aus dem 17. Jahrhundert): Dar König stellt darin die durch Mendoza angebotene Hilfe in sichere Aussicht und kündigt an, dass er zum 1. Mai zu Felde ziehen werde. Sie sollen dafür sorgen, dass Strassburg fest bleibt und den Angeboten des Kaisers, dessen Lage ungünstig sei, kein Gehör schenkt. 560 1 Abschr. a. a. O., f. 21— 2 und 74–- 76; ben. von Issleib, 5. Gefangennahme des Lg. Philipp, S. 189- 192, nach dem Or. Lersners vom 2. Februar in Marburg, Arch., Nr. 952, f. 923— 99.— Am 13. Februar hatte der Landgraf diese Artikel schon einmal an die XIII gesandt und sich gerade so darüber geäussert wie am 19. Februar(Rassel; Ausf. in AA 561, f. 20 und 23; prod. Mi. 23. Februar,«ehe die reth und 21 nidergesessen). Weitere Nachrichten aus dem Brief vom 13. Februar 8. in den Anm. 2 und 5. 2 Schon am 13. Februar hatte der Landgraf berichtet:(Die stett Bruns hwig, Hildensheim, Magdeburg, Hanuber und ander werden sich, wie uns ange zeigt, dapfer halten, so balt nit nigeben: dann die von Hildensheim haben uns zuentpotten, sie hetten sich mit einander verglie hen, wilcher bei inen sage oder furwende, dieser oder jener hab die stadt in unser verein und solch spiel(wie es einer nennen mocht) pracht, den wolten sie virteilen.» Moritz; Rüstungen Frankreichs und der Türken; der junge Landgraf; Lemgo. 611 ordenet haben, daselbst zu berathschlagen, wie da dem veind mocht sein vornemen gebrochen werden, auf das er nicht(wie sie furgeben) die monarchi in teu[t]scher nacion seins begern ens erlangte. ob und was nun dieser ding im werk erfolgen[wirdet], wirdet die zeit offenbaren. Wir aber thun uns zu euch versehen, ir werdet nichts eingehen, dan was ir mit got und ehren verantworten konnet, und euch in nichts wider uns und die ubrigen verwanten unserer christlic hen verein begeben, noch uns oder sie in dem, das uns zu nutz kommen mag, verhindern. dergleichen sollet ir euch zu uns gewislich auch versehen. und begeren gnediglich, do ir einen friden wurdet eingehen, ir wollet uns in vertrauen der conditiones desselben berichten, auch uns zum furderlichsten hinwider verstendigen, do es sich etwo also zutruge, das Frankreich dem churfursten oder uns ein hulf oder vorsetzung thun wurde, ob dan auch ir dieselbe(wie wir uns zu euch genzlich versehen) in und durch euer statt, desgleichen die unsern v ehlichen? passiren lassen woltet. Und nachdem wir gleichwol unsern sohn landgraff Wilhelmen, do ir gleich mit dem keiser vertragen weret, gern in euer statt wissen wolten, 80 thun wir uns gonstiglich versehen, ir werdet denselben unsern sohn zu unserm oder seinem nachteil von euch nit noch in der veind hend kommen lassen; wilchs wir hinwider gegen euch in gutem zu erkennen geneigt sein. und begeren des auch euere antwort. das haben wir euch... nit wollen verhalten und 2. euch mit besondern gunsten geneigt... Dat. Kassel 19. F ebruar 4 Nachschrift:(Post scripta komt uns; der bericht durch des on, von Frankreich eigene potschafta, das der konig gewiss krigen wolle. er hab zehentausend Italianer, uber sechszmehentausent Schweizer in bestallung an sein franzosisch krigsvolk; werd derselben zu ros zweitausend kurisser haben, wilch bis in achttausent pferd seien. daruber het er gern nach zwelftausent oder virzehentausent teu[t]scher knecht und funfzehenhundert oder zweitausent teu[t]scher schwarzer reiter. und hat die obbemelte botsc haft bevelch, zu erlangung solchs teu[t]schen krigsvolks mit dem graven von Aldenburg, dem reingraven, Sebastian Schertlin und Jorgen von Reckro d ze handlen. datum ut supra.» 1. Zettel:«Wir wissen euch auch nit zu verhalten, das das krigsvolk, darbei Wrissberg und Langen ist, haben an die stadt Lemigo, wilch unserer religion, in der graveschaft Lip gelegen und doch nit in unser verain ist, begert inen geld zu geben und geschutz zu leihen ete.. aber die von Lemigo haben die thor zugethaan und gesagt, sie wolten inen das geschutz uber die maur mitteilen etc.. do haben die knecht die stadt weiter nit angefochten. und nachdem sich der grave zur L ip hat dringen lassen denselben knechten gelt zu gebens, hat er an die von Lemigo, als wilch ime zum teil mit zustehen, begert, ime steur darzu ze geben. sie aber habens geweigert und gesagt, 3— sicher; vgl. Lexer, Mhd. WB. III, Sp. 54. 4 Gemeint ist wohl das Schreiben von Franz J. an de la Croix bei Ribier, Lettres et mémoires d'estat J, 8. 607- 609. 5 Im Brief vom 13. Februar schreibt der Landgraf:« Haben die knecht, so umb Elten, stikt Munster und darumb versamlet worden, den graven von Deckelnberg, das haus Rittperg und herschaft Lipp zu irem gefallen und Lipp und Rittperg der lehenschaft halben von uns getrungen.“— Vgl. dazu auch das Schreiben Philipps an die verwittwete Gräfin von Riedberg vom 4. Februar; gedr. von Duller, Neue Beiträge z. Gesch. Ph. s. d. Gr., Nr. XLVI, S. 65- 66. 39* 1 * r 82 6 862 612 1547. Aufbruch der Strassburger Gesandten zum Kaiser; wann er sich wie sie gegen den knechten hett gestelt, so durft er des nit. datum ut supra.) 2. Zettel: Schickt nochmals die Vorschläge des Kurfürsten Joachim von Brandenburgès,«ob villicht di... an euch nicht gelangt weren.“ 3. Zettel:(Wollet uns auch iderzeit verstendigen, was sich droben bei euch neues zutregt.) 561. Heinrich Walther an Johann Jüger in Basel. 1547, Februar 21. Strassburg. Basel, Arch., Polit. L 2, I, f. 599. Or. Aufbruch der Strassburger Gesandten nach Ulm; Strassburg rüstet weiter; die Eidgenossenschaft müsste sich nachbarlicher halten und nicht auf die Welschen hören. C6... Neuwer zeitung weiss ich nut sonders, dann das drei unserer hern (namlich her Jacob Sturm, her M. Pfarrer und Marx Hag, so ein edelman, vast gelert in iure, lang in Italia und Gallia studiert, derhalben dieselben sprachen wol erlernt, jetzo im regiment sitzend und anzogen wurdt) jungst vergangen wochen still hinweg geritten und uf Pfortzen zu, das man achtet zu kei. r Mt.; dann dieselb jetzo sambstags acht tag[Februar 13], wie man sagt, inen ein gleit zugeschickt haben soll, da der gmein man achtet umb ein Concordien zu handlen; dess ich doch nit anderst mich versihe, wohe nit ein lidliche[!] furgehn mocht, das sies nit werden annemen dorfen, dwil die schoffen bi einander gewesen und die gemein sag geht, das min hern, die oberkeit, on iren vorwussen dhein rachtung annemen sollen. dann man hat noch vil knecht und mehrerteils ittel hagkenschutzern im sold; und hab in zweien tagen erst sehen noch ein halben schutzen!] feiner hagkenschutzen annemen; so deren etwas recht sinnigs komt, nimt man sie an, das ich acht, so man eins andern sinns, wurde jetz stillgestanden mit annemen, bis die hern widderkemen, ob frid oder unfrid, antwurt brechten. hett das gedenken, so gleich unfrid sein wolte, und ein Eidgnosschaft uns als nachburen etwas trosts zuschriben thett, der sachen were noch wol ze thun, so das nit zu besorgen, der keilser] werde mit seinen glatten worten euch mit der zeit ein possen rissen. darumb sehe sich jederman fur; dann die welsch nation mit irem practicieren zuvil geschwind, da aber wir Teutschen gleich und liederlich glauben geben und uns effen lassen. so hore ich, wie die funf ort mit Zurich eins buchlins halben nit wol zufridemi, das mir seer leid. besorg die bapstisch legation? und andere, so disen summer bi den funf orten und iren zugewendten gelegen, haben mit irem vil erbieten, verheissen und schmeichlen ein gift geseigt, das nit gutt. vertrauw inen, wer da woll, einmal, understehn sie nüt, anders dann dissension anzurichten, damit dis unser vatterland zertrennt und sie auch daruber herren werden mochten. darumb solt uns der Welschen gelt und gunst nit so lieb sein. ich sihe, das solichs ganz teutsch nation verblendet... Dat. 21. Februar 1547. 6 Vgl. Nr. 551, Anm. 10 unter 4. 561 1 Vgl. Nr. 546, Anm. 2. Vgl. Ridgen. Absch. IV, 1d, Personen-Register unter Hieron. Frank und Albr. Rosin. mn, N? w—— EEE Im mmm— Bericht über ihre Verhandlungen in Um mit Arras. 613 562. Jakob Sturm, Mathis Pfarrer und Marx Hag, Gesandte Strassburgs beim Kaiser], an den Rat. 1547, Februar 21 und 22. Ulm. Str. St. Arch., AA 564, f. 217—219 und 221. Ausf. von Hag mit einigen Terhesserungen Sturms. Die Wachschrift ganz von Sturm geschrieben.— Prod. Sa. 26. Februar. Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr.,&. 67 und 70. Ankunft in Um; Verhandlung mit Arras; Besatzung von Esslingen; Verteilung der kaiserlichen Truppen und deren Haltung; Gerüchte über den Aufbruch des Kaisers; Um und Augsburg liefern Pulver und Geschütz; Herzog Ulrich erwartet; der Kaiser soll Vormund des Königs von England sein; Tür— kischer Anschlag auf Wien. Nachschrift: Es wird wenig nachgelassen; der Kaiser soll nächste Woche aufbrechen. ... Uf samstag nechst vergangen den 19. Hornungs seind wir hie zu Ulme ankommen, haben uns durch herr Wolfgang Rechlinger bei dem bischof von Arras, den[n] sein vatter, der herr von Granvella, nit hie, sonder in Burgund verschickt sein solle, noch denselben tag ansagen lassen. der hat uns ein stund ernant, namlich morgen Sonnetags zwischen 8 und 9 zu erscheinen; will er uns hören. also seind wir morgens erschinen; hat uns sein G. allain gehört; dan der von Naves was dieselb nacht gestorbens, also das die kai. Mt. kain fürnemen teutschen radt meer hat. wir haben ihm von allen artickeln unser herren beschwernüs angezaigt und das wir nichts zu beschliessen, sonder alle ding uf hindersichbringen anzuhören Ihetten]. also hat sein G., nachdem sie mit uns von artickel zu artickel, doch für sich selbs und one bevelch, wie sie sagt, disputiert, die sach an kai. Mt. zu bringen an— genommen. seind also antwort warten. Wir haben mit denen von«Esslingen geredt, daz sie willig seind die brieve, so ihnen zukommen, hieher oder gehen Ettlingewiler⸗ zu schicken. man hat ihn vill Hispanier, uf 2000 als man sagt, in ier statt logiert; vertröst sie, sie solln bezalen und nit lang do pleiben. die seind uns uf dem weg bei Geisslingen bekommen; haben durch sie reiten und faren muessen. haben ein grossen tross, gehend wenig zu fuess, reiten vast all uf pferden, die sie den armen leuten genommen. ist das regiment, so vergangens jars zu Strassburg furgezogens; haben den armen leuten im Ulmischen vill schadens gethon mit nemen und nichts bezalen. so haben wir das ander regiment zu Geppingen funden im städtlein und den dörferen. dorumb ist die sag hie, daz sie hinab uf Frankfurt zu ziehen sollen. so hat die kai. Mt. ein regiment 562 ı ı Nach einem kurzen Schreiben Johann Sturms an Dr. Ludwig Gremp vom 20. Februar scheint letzterer der Gesandtschaft beigeordnet worden zu sein(Strassburg; Or. in Str. St. Arch., IV, 122). . dazu Venet. Dep. II, S. 167, Anm. 2 und Nuntiaturber. IX, S. 470. 3 Vgl. Müller, Nördlingen i. gen Kr., 8. 124, Anm. 1 und Hasenclever, Johann von Naves, 8. 323= Mitt. d. Inst. f. österr. Gesch.-Forsch. 26(1905. PF ttlingenw eiher. Schon am 12. wurde im Rat beschlossen, dem Markgrafen[von Baden] zu schreiben,«das man ein post gen Etlingenweiher legen woll, und dan eine gen Esslingen zu legen und die von Esslingen biten, das sie einen dazu leihen wolt[en], damit er doch ziehen kund»(Ratsprot. 1547, s. 29. Esslingen übersandte infolgedessen am 24. Februar«in der achten stund vor mittag obigen Brief, da sie von Jakob Sturm,«als er kurzverschiner tag bei uns uber nacht gelegen, beschaid empfangen,... brief... bei ainem reitenden botten gen Ettlingen weiler zu schicken)(Ausf. in AA 564, f. 220; prod. 26. Februar). Vgl. Pol. Korr. III, S8. 550. 614 1547. Die kaiserlichen Truppen in Schwaben; kaiserliche Marschpläne; landsknecht, doruber der von Miss oberster ist, uf Nurnberg zu geschickt; sollen durch das land zu Franken herzog Moritzen zuziehen; und füert sie haubtman Snabel von Bregenz, so des von Miss lieutenant ist. Bernhard von Schauenburg ist mit 9 fändlein knechten gon Augspurg zogen; seind vast in der reichen bürgerheuser logiert; haben sie nit dürfen uf die armen und gemainen burger legen. so ligt des von Madrutsch regiment, 9 fendlin knecht, in den ulmischen dörfern herumb. und ist der von Madrutsch ver gangens freitags[Februar 18] zu nacht hie gestorben®. und ligt Jörglin von Regenspurgs regiment, doruber jetz grave Hans von Nassau oberster ist, seind auch 9 fendlin, hie in der stadt. markgrave Hansen von Brandenburgs reuter ligen uf der Alb in ulmischen und wirtenbergischen dörfern?, nemen die futrung, hiener, schaff, kelber, alles, bezallen nichts. haben vergangens tags ein wirtenbergisch dorf geplindert und angestossens, etlich bauren uf den tod verwundet, die andern gefangen hingefurt, umb des willen daz ihnen ein edelman durch etlich hockenschutzemn, so hſerzog] Ulrich noch zu Bla— beuren ligen hat, uf der futrung erschossen worden. des jungen erzherzogen von Österreichs? und grave Friderichs von Fürstenberg reuter ligen in ulmischen dörfern nit weit von hinnen. in somma, die armen leut verderben in boden; dorumb wo man furkommen kan, das man die gest nit uberkomt, ist das böst. die von Ulme seind ubel content, das sich Augspurg nit ehe vertragen; sagen, aller schad, so ihnen geschehe, seie ir schuld; vermainen, kai. Mt. were nit heraufgezogen, wiewoll wir achten, ir Mt. wurde der winters— zeit halben dennocht aus dem land Wirtenberg verruckt sein. man rust sich hie vast zum ufbruch; sagen, die kai. Mt. werd uf samstag künftig[Februar 26] verrucken und uf Sachsen ziehen; was weg, wais man nit. etlich meinen, uf Frankfurt zu durch das landt zu Hessen uf Türingen, etlich meinen, durch Franken uf Koburg zu. alle schmidt seind hie beschickt und einem jeden uferlegt, was er hiezwischen freitag 25. machen soll von huff— eisen, item zun wägen und anderem eisenwerk. die von Ulme und Augspurg geben kai. Mt. jede 800 tünnen pulver und etlich geschütz an bezallung des gelts, so sie kai. Mt. geben sollen. man ist herzog Ulrichs von Wirtenberg hie dise wochen wartend. ist hart neben uns ins burgermaister Besserers haus logiert. Die gemain sage ist hie, nachdem der könig aus Engelland in kurze mit tod abgangen..., das die landschaft schon allgeraid seinem jungen sone gehuldet... und die kai. Mt. demselbigen jungen zu ainem tutorem und furmünderen zugeben sein soll. so soll auch ein hungerische bottschaft zu Wien in Osterreich sein gewesen, mit deren etlich Turken auch do ankommen und ein verretterei angericht haben, daz die stadt schier ingenommen were worden, welches aber durch die gnad gottes verhüttet...) Dat. Mo. 21. Februar 47. Nachschrift:(Dise hiebei gelegte brieve woren wir willens vergangens mentags uch zu uberschicken; also schickt der von Arras zu uns. dweil wir nun antwort wartend waren, verhielten wir die brieve. wir haben aber 6 Vgl. Nuntiaturber. IX, S. 482, Anm. 3. Nach a. a. C., S. 473 und 474, Anm. 1 war er aber schon am 9. Februar aufgebrochen. = angesteckt, Maximilian, Er kam am 4. März; vgl. a. a. CO., S. 501 und Venet. Dep. II, 8. 18 O 0 6—187. der Kurfürst von Sachsen hofft auf die Hilfe Frankreichs und des Türken. 615 noch nit endlich antwort empfangen, versehen uns aber dieselbig noch in einem tag oder zweien zu erlangen. man halt noch vast uf den ersten artickeln, wie die uberschickt worden. die zeitung, das kai. Mt. des jungen konigs von Engelland tutor sein soll, will volgen; die englisch bottschaft, so hie ligt, gestott es selber!!. macht villicht auch, das wir destweniger nochlossung erlangen. man versieht sich der kai. Mt. ufbruch hie erst uf die kunftig wochen!?: weiss man nit, ob er uf Spyer oder uf Nurnberg ziehen werd. etlich und der merteil vermeinen, dweil der churfurst von Sachsen markgrave Albrechten in das land gezogen und jetz vor Colmbach ligen soll, kai. Mt. werd uf Nurnberg zu ziehen. datum Ulme zinstag zu nacht zu 9 horen a. 4715. 563. Der Kurfürst von Sachsen an den Rat. 1547, Februar 27. Altenburg Str. St. Arch., AA 561, f. 98—100. Ausf.; z. Teil in Geheimschrift(im Text durch Kursivdruck wiedergegeben); Auflösung a. 4. O., f. 101—102; Lect. C vor at und 21» Mo. 21. März; Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 74 –— 75. Von den Türken, Frankreich und Schertlin Hilfe zu erwarten; Geldbewilligung der sächsischen Städte; erwartet, dass sie sich halten. Antwort auf ihr Schreiben vom 13. Februar(Nr. 554, Anm. 1J.«Und das wir jungstes unser schreiben an euch Nr. 556] getan, solechs ist von uns aus angezaigten ursachen und anders nit dan gnediger meinung beschehen. das es auch im Oberlande ein solche gelegenheit hat und nu mit euch... vieleicht auch gewinnen wirdet, das sich einer am den andern... vortragen lest, hetten wier uns nit vorsehen; dan je die ergebung... mehrers teils ane zonderliche nott und dranksalh beschehen.... es solt sich auch, und do man nit hette halten konnen noch wollen, unsers ermessens nit unbillich geburt haben, das gemelte ergebung... mit vorwissen, auch dermassen weren furgenommen worden, domit solchs uns und andern, so noch in der einung sein, derselben ergebenen... halben ane nachteil... hette sein mugen.... wier wollen uns aber genzlich zu euch vertrosten..., ir werdet euch nachmals stan /ſd/ haſtig halten und ane not nit ergehen, in betrachtung das die statlichen Kundschaften vorhanden, das der Furk gewis auf den heinen istꝰ. do nun deme also, wurden unser widerteil, welche am negsten an im gelegen, auch angegrifen, das zu vorhoffen, sie werden darunter eur und unser vergessen. so gelangt uns auch gleublichen an, das Frankreich nicht bedacht sei euch hinzuzihen lassen; sol auch in vorhaben sein, dergleichen werk auch zu gehen. so werden euch sonder zweivel die Schweizer duch nit dorlassen. so wissen wier auch, das Bastian Schertlein, dieweil derselb nit in den augsburgischen u Vgl. dagegen a. a. O., 8. 178, Anm. 1. 12 Der Kaiser brach am 4. März nach Nördlingen auf; vgl. a. a. O., 5. 186 und Nuntiaturber. IX, S8. 501. 1s Der Brief wurde am 28. Februar dem Rate mitgeteilt(Ratsprot. 1647, f. 796). 563 1= ohne. 2 In dem von Duller, Neue Beitr. 2. Gesch. Ph. S. d. Gr., Nr. XLVII, S. 66- 67 ged. Brief des Landgrafen Philipp an Kurfürst Johann Friedrich vom 24. Februar 1547 äussert sich ersterer durchaus nicht hoffnungsfreudig über die ihm von Balthasar Altieri aus Venedig mitgeteilten Nachrichten wegen der Türken.— Über Balth. Altieri vgl. Nr. 176, Anm. 5. — * N . —— 616 1547. Der Kurfürst von Sachsen mahnt Strassburg zur Standhaftigkeit; Vortrag hat gezogen werden wollen, dermassen mit knechten vorsehen, das er euch zum besten ezliche fenlein zubringen mag. und dieweil ir dan darzu ein veste stadt und ane zweivel nachmals den vorrat habt, das ir ein notturftig krigsvolk etlich wenig monat, darzwuschen got der allemechtige ane zweivel die sachen in andere wege schicken wirdet, underhalten muget, soe zweivelen wier nicht, ir werdet euch, wie gleichwol bishero von euch der einung stanthaftig halten und nit abs tri auch weiter nit zu bergen, das wir uns mit welche ein sStatliche anzal geldes zu erlegen he vorgarderung von reitern und knechten willens, wie dann solchs albereit bevolhen und ins werk bracht, ist, dardurch der feind widerumb angegriffen und von euch, uns und andern unsern einungsverwanten mit gottes hulf nit allein abgehalten, Sondern auch widerstand geScheen muge. und do Sich die Sachen, wie wir zu got hoffen, hie zu land zum besten schicken, woln Gier euch mit hulf auch nit vorlassen. derwegen gnediglich gesinnen, ir wolet euch, wie bisher beschehen, als getre vorwanten halten... datum Aldenburg sontags inv beschehen, hei cken lassen. so wissen wir euch den Sechsissen stedten dorglichens, willigt, mit den man ein ansenliche in den Sechsischen landen zu machen wier ue einungsocavit a. d. 154 74. 564. Die XIII an[die XIII von Basen}- 1547, Februar 28. [Strassburg.] Basel, Arch., Polit. M 8, 3, j. 457—459. A us /. Bericht, wie sie zu der Sendung nach Ulm dingungen werden sie annehmen, sonst sich wehren; hoffen von Basel nicht verlassen zu werden. Zettel: Bitten um Nachrichten über den Tag zu Baden, über Frankreich und Konstanz. gekommen sind; ehrenhafte BeC... Das wir euch ein zeither wenig zugeschribenz, ist der halben beschehen, das wir nichts, das schreibens wert gewesen, ge nachdem ir aber nunmer one zweifel gesandten zu der kei. Mt. geschi ursachen hapt haben. gehort haben werden, das wir unser ckt, haben wir euch, warumb sollichs beschehen, zu berichten nit underlassen wollen.) Begründen die Sendung mit mündlichen und schriftlichen Anerbietungen der Kaiserlichen Räte und mit der Absicht des Kaisers creiter und kriegs volk in dise landsart zu schicken...) wissen aber noch dise stund nit, was willens die kei. Mt. sei und w die handlung sein werde. demselben zu reden, aber Schliessen. werd as ferner die unsern haben gleichwol den bevelch, von nit anderst dann auf hindersichbringen an uns zu en nun die mittel dermassen sein, das wir die mit gott und eeren auch one unsern sonderbaren verderblichen schaden und nachtail annemen und den krieg und verderben von uns und dann auch dieser landsart abwenden mogen, so haben wir darfur, das es uns bei niemand erliebendem verwisslich, sonder mer ruemblich sein werde, so wir dieselben annemen, dann daz wir uns und gemaine landschaft onnotturftiglich in schand, schaden Auf dem Tag von Magdeburg; vgl. dazu Nr. 556, Anm. 3. * Der Brief wird am 21. März im Rat vorgebracht;(soll usgesetzt[= entziffert] werden». Später in der Sitzung wird er dann verlesen und«erkant zu warten, bis die gesandten kommen oder schreiben»(Ratsprot. 1547, f. 126b und 128 b). 564 1 Das Blatt mit der Anschrift fehlt; aber da die XIII von Basel auf den Brief am J. März(Nr. 579) antworten, war obiger Brief an sie gerichtet. ? Zuletzt am 21. Januar; vgl. Nr. 531, Anm. 5. Bericht über die Stimmung in Strassburg. 617 und verderben fueren thaten. solte aber ir Mt. uns furschlagen artickel, die wir onverletzt gottes eher und desselbigen worts nit eingon konten oder die uns unerlich ader unser statt und den unsern zu verderben ader nachthail gelangen thaten, wo dann ir Mt. dieselben beharren wurde, muesten wir es dem lieben gott bevelhen, thun als biderleut und dem almechtigen stilhalten. und seind dannocht zu euch dieser zuversicht, es gerathe, in welchen weg es wolle, das ir als unsere vertraute liebe nachburen umb bisher prachter nachbur- und freundschaft willen ein getreuwes aufsehens auf uns haben und uns, sovil euch moglich, nit verlassen werden.» Legen Zeitungen beis, die gestern und heute gekommen sind. Dat. 28. Februar 47. Zettel: Schreiben anbei den Geheimen von Bern“(vast des inhalts wie an euch.» Bitten, dem Boten, wenn er nach Basel zurückkehrt, Berichte mitzugeben über die französische Rüstung, von der hier ein Geschrei ist, und über den jetzigen Tag der Eidgenossens,«sovil euch thunlichy; auch über Konstanz;(dann wir von inen eben lang weder schreiben noch anderst unsicherheit halben gehapt habens. 565. Bericht eines Baselers! aus Strassburg. 1547, ungefähr März 1. Strassburg. Basel, Arch., Polit. M S, 3, f. 453- 456. Aufzeichnung. Unwillen über die Eidgenossen; die Strassburger Gesandten beim Kaiser; Rüstungen Strassburgs; Mittel zur Hilfe für Strassburg durch die Eidgenossen und Frankreich; Bitte um Geheimhaltung; Nachrichten über das Treiben der Kaiserlichen in Um und Esslingen. «Was ich zu Strasspurg erfaren. bi dem herrn N= funden, das es sine herren etwas bekombere, das mine herren sambt Zurich und Bern als vertruwt nachpuren, wie man dan bitzhar einandern geschriben, si in jetzigem irem anligen, zuvor dwil alle oberlendische statt... jetzt mit dem keiser ire wider wertigen sin mussend, so gar nit weder schriftlich nach durch bottschaft ansprechen nach si sterken, wie dann si uns in unsern unfelen mit den 5 orten gethonn, uns lut, gelt, geschutz, bulver und stein zu geben angebottens: wir aber haben nut begert[!] und denz zum nechsten mit schlechtem trost abgevertiget, das man muste lassen beschechen. das mochte vilicht ein ursach sein, das bitzhar ouch nut geschriben worden. und wo noch zum tag die vier stett unsers gloubens in der FEidgnoschaft durch bottschaften oder schriften si trostind und etwas starktind, brechte vil gut́ willens.) N? habe einen Brief des Kurfürsten an den Landgrafens gesehen,«darinnen 3 Es liegen bei Auszüge von Nr. 552, 560 und 562; Abschr. a. a. CO., f. 380- 381 (vgl. auch Nr. 552, Anm. 3), f. 452 und 460- 461. 4 Tag zu Baden am 28. Februar; vgl. Eidgen. Absch. IV, 14, 8. 771 ff. 5 Zuletzt am 1. Februar(Vr. 546). 565 1 Vielleicht handelt es sich um Johann Züger, an welchen Heinrich Walther am 21. Februar(Nr. 561) geschrieben hatte. Zu der Veranlassung für die Entsendung des Baselers nach Strassburg vgl. auch Nr. 558. 2 Vielleicht ist Walther damit gemeint, vgl. Anm. 1. 3 Anspielung auf die Ereignisse von 1531; vgl. Pol. Korr. II, Nr. 108, 8. 82. 4 Hier Lücke; wahrscheinlich ist hiermit das Anbringen Empfingers gemeint; vgl. Ir. 520 u. 581. 5 Ein solcher Brief ist weder in Strassburg noch in Marburg, Arch., Sachsen(E. L) erhalten. 618 1547. Rüstungen in Strassburg; wie die Eidgenossen Strassburg 5 8* S8 S8 der churfurst... dem lantgraven geschriben, er solle mit dem keiser keinen friden annemmen; er wolle ditz jars mit dem keiser schlachen und solt er wWussen, das er daruber gfangen und in riemen gschniten wurde. gloupt genzlich, die guten wort, so der keiser uns Eidgnossen gebe, gangen ime nit von herzen; dann so er mit allen uf ein ort kome, werde er unser nit vergessen; dann mit guten worten und one schlachten und mit langem ufziechen bringt, er alle ding zu wegen, understat ein monarchii zu machen, tempft die lut us, bit? man sich an inne ergibt. vermeint je, wo wir nit gut nachpuren haben, wir werden dem keiser widerstand zu thund zu schwach sin; dan wir mussend ouch an hag. ditz bim hern Nin geheimbd funden. Bi herr Ns hab ich in kurzem also funden, das ein zit lang von Straspurg nit heruf geschriben worden, sie ursach, das si nut sonderlichs gehept. dar— neben stand die sach letz und ungeschicklich gnug.“ Bericht, wie man zu der Gesandtschaft gekommen sei.(Was die widerbringen, daruber werden meister und gesellen(also nampt ers) erst sitzen; und wurd one der schofflen raten und beschliessen hierin nut gehandelt. die gemeind zu Straspurg ist ganz willig, ee si ein sollichen friden, darin andere stett gangen, annemmen wollen, den krieg ee zu beharren?, verstund an disem herrn woll, das ime vilicht an der belegerung nit vil gelegen, er wolte ein biderman sin; ist gwuss ein gut Eidgnoss. Das geschutz und die schanzkorb stond schon uf den schuttenen; so macht man nach jemerdar korb uf der Metzgerouw. was strichweren bitzhar von gehouwenen steinen im ussern stattgraben und allenthalben in der statt in den grebnen nit haben mogen gemacht werden, die macht man jetzt ganz wunderbarlich, versetzt und verkert mit eichenem holz. zwo wunderbarlich grosse schuttenen haben si disen sommer von gutem laten in die statt gfurt, machen ein machens. in summa si rusten sich zur weer. ire bestelte houpt— lut haben si beschickt und uf ein belegerung ein rathschlag von inen gfast; welliche houptlut, nachdem si geschutz, bulver und stein gesehen, disen tathschlla geben, das man nach zun burgern und dienstgesellen, so jetzt in der stat sind, 6000 man in ir besatzung haben musse. so habend si bulver und stein gesehen, das man 5 jor gnug zu schiessen hab, das da nut manglen werde. dargegen sich die herren in geheimbd gegen inen erlutert, das si mit gelt one die frucht den krieg dru jar lang understundend zu beharren; hiezwuschen mochte besser werden. Mittel, wie der stat Straspurg zu dienen und zu hilf zu kommen were, durchs angezeigt. 86 Hier könnte Klaus Kniebis gemeint sein, der am 28. Februar(in ill» an Bernhard Meyer unter Verweis auf Nr. 564 schreibt(Or. a. a. CO., M. 8, 2, f. 116). Auch er beklagt die Haltung der Eidgenossen:( Wolt gern, das die, die inen das gottes wort verkunden lossen, bitzher in dise bewegung neher lossen zu herzen gon und sich der sachen ouch mit rodt und thot hetten angenomen, so wurden sich die hendel villicht anders erzeigt haben.» 7 In die damals in Strassburg herrschende Stimmung gewähren Einblick die Schreiben Ludwig Lavaters an Bullinger vom 28. Februar(Abschr. in Str. Univ. Bibl., Thes. Baum. XVIII, f. 20-21; Auszug bei Holländer, Str. i. Schm. Kr., S8. 79), von Bucer an Ambr. Blaurer vom 21. und Ende Februar und 6. März(gedr. von Schiess, Briefw. d. Br. A. u. Th. Blaurer II, Nr. 1414, 1416 und 1417, S. 595- 596 und 598- 599) und an den Landgrafen vom 1. März(gedr. von Lenz, Briefw. II, 8. 484 – 486). s Lücke; es ist nicht sicher festzustellen, wer gemeint ist; doch vgl. zum Folgenden das nachstehende Bruchstück des Briefes von Johann Sturm an einen Ungenannten(viel helfen können; Zustände in Ulm und Esslingen. 619 Das gemein Eidgnossen dem kong knecht gebend, das er ein krieg in Meiland anfieng; so kemend die Hispanier us dem land. das gmein Eidgnossen wo moglich, wo aber nit, die 4 stett dem keiser schriben oder ein bottschaft schickten mit werbung und begeren, das sich ir Mt. gegen denen von Straspurg als iren nachpurn allergnedigest finden liesse; dan wir die belegerung und kriegsrustung nit wol erliden mochten in disen unsern umbligenden landen. und hiemit mochte der unwill, so einer were, hingelegt werden, das ein bottschaft ader schrift von gemeinen Eidgnossen oder den vier stetten von wegen lang harprachter nachpurschaft, liebe und fruntschaft gen Straspurg, die jetzt schier von jedermann verlassen, gschickt, die inen fruntlich zugesprochen und si trost hetten; das mochte zu vil gutem dienen. Ditz? alles ist mir in hochem geheim anzeigt. bitt, das also zu behalten, damit guten eerenluten nut arx hievon erwachse et.. Nuw zeitung. der schmalkaldisch punt hat sich uf nechst sontag invocavit[Februar 27] geendet. In Ulm soll der Provinzial von Kolmar Hofmeister] 2 Kirchen geöffnet haben und darin predigen und Messe lesen. Im Münster aber wird täglich Gottes Wort gepredigt. Trotz der Zusage des Kaisers, Augsburg nicht mit fremdem Volk zu belegen, schickt er jetzt ein ganzes Regiment Landsknechte dorthin. Auch in Esslingen, wo er sich zunächst gnädig gehalten hatte, hat er jetzt 2000 Spanier liegen, die die Stadtschlüssel inne haben;«und hat die stat kein gwalt mer. wie es da mit wib und kinden gange, mag ein jeder bedenken. ditz hat ein eerenperson zu Esslingen einem eerenman gon Strasspurg claglich geschriben*, welchen brief ich selbs gesehen und gehort hab lesen. uf sontag verschinen sind gon Straspurg nuwe zitungen komen und seltzam geschriften, glichen sich fast turkischen buchstaben. so die transferiert, werden si minen herren allhie nit verhalten pliben o.) leicht den französischen Gesandten in Strassburg) vom 27. Februar(datum Argentorati tertio Calendas Martias), von dem sich früher eine Abschrift in Str. St. Arch., Thom. Arch. Hist. 2. 91 befand:(Quae ad regem de cisrhenano foedere scribo, ea velim abs te ziantur, in quam ego seribo: studio scilicet et cupiditate Bucerus et e senatu quidam mihi autores fuerunt. cura igitur, ut mihi quam primum respondeatur et nostri videant regem serio cupere societatem. sed utinam, quod de Helvetiis scribo, id obtineri possit, expeditior nobis ratio esset et esset incitamentum multorum aliorum.) — Vgl. zu diesem Plan auch Nr. 553, Anm. 2. 9 Das Folgende von anderer Hand. 10 Gemeint ist der Brief Burkhardts vom 6. Februar(Nr. 552); jedoch wurden die Stellen in Geheimschrift nicht nach Basel gesandt; vgl. Nr. 552, Anm. 3 und Nr. 564, commendari, ut in eam partem acei vestrarum partium atque rationum. itaque requiri a me id officium putabam. Anm. 3. ——* K 620 1547. Bericht der Strassburger Gesandten über die 566. Bericht von Jakob Sturm, Mathis Pfarrer und Marx Hag über ihre Verhandlungen mit dem Bischof von Arras in Um. 1547, März 21. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1547, f. 82b—89. Aufzeichnung des Stadtschreiber (letzter Absatz von Michael Han) über di- Sitzung vom 2. März.— Teilweise ausführlicher Auszug bei Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 67—70; erw. von Gerber Jakob Sturms Anteil..., G. 186, Anm. 4. Verhandlung am 20. Februar; Antwort des Kaisers am 22.; endlicher Beschluss des Kaisers am 23.; Arreste Ferdinands; Eid; Geschütz; Zeit der Antwort; Niedbruck; Verzeichnis der Bedingungen. Beschluss: Die Sache ist an die Schöffen zu bringen. Sind am(sambstags den 19. Hornungs jungst daselbsthin geen Ulm] komen und befunden, das der von Navis tod gewesen. und sie bei dem von Arras, dieweil niemans von teu[t]schen rethen vorhanden, angesucht; der hab sie sontags 20.] zu im bescheiden. dem sie anzeigt, was Reichlinger geschriben, und im seins guten willens gedankt und gepeten, das er darin beharren wolt; und das sie allein heten bevelch, was die stat fur beschwerden in den zugeschribnen artikelln] heten,[anzuzeigen] und nichtz zu sliessen, zunder uf widerhindersichpringen. und danach von artikeln zu artikeln lut irer instruction Nr. 555] im anzeig gethan. der hete inen anzeigt, das die kei. Mt. die artikel nit furgeslagen; sonder sein herr vatter und er, als die disen krieg nit gern gesehn, sonder widerrathen und die der stat Strassburg sonders geneigt, heten es fur sich us gutem gemut, gethan. der keiser schlieg niemant nichtz fur; wer aber keme, dem bewiss er die gnad]. und het nichtz zuzusagen noch zu vertrosten, sonder must es an die kei. Mt. pringen; wolt, aber fur sich selbs mit inen davon(zu) reden. und uf den ersten puncten des fusfals halben hat er anzeigt, das er meinte, es wer eim rath mehr ver— antwortlich, das sie die schuld uf ander dan uf sich selbs legte n] und bekenten, das sie geirt und verfurt worden. doch achte er, das dem keiser am selben nit gelegen, uf wen man die schuld legte; doch das man bekente, das man die kei Mt.] zu pillichem zorn und ungnad bewegt. die pundnus uf— zuschreiben, dieweil die usgang, hat er dafur, das nit vill daran gelegen; dieweil aber ander stet die heten ufschreiben mussen, besorgte er, es wurde bei kei. Mt. ein ander bedenken haben und das der es haben wurde wollen und das man keine wider ir Mt. und den romischen konig eingeen solte, wie es ane das von rechtz wegen pillich. des camergerichts halben wurde[man] ein gericht vom reich haben musen. do riet er nit, das man vill von den abschiden disputirte; sie weren der kei. Mt. abgetrungen; man mocht die kei. Mt. mehr mit zu ungnaden bewegen. so kund auch die kei. Mt. dem driten sein recht nit nemen. es were auch mehr fur dan wider die stet, das ein camergericht were. des schwerens halben do wer es fur mein hern; so man dem keiser schwur, wurde er desdo mehr schuldig sein mein herrn zu schirmen; und das er besorgte, die kei. Mt. wurde das nit nachgeben. von wegen der geltstraff were die angepoten sum der 30000 zu wenig; er versehe sich, man wurde sich weiter horen lassen. das man dan kein kriegsvolk hieher = 8 — 3 566 1 Die Überschrift im Ratsprotokoll lautet:(Mitwochs den 1. Merzens 8 ur] rath und XXI.) Mittwoch war aber der 2. März. Da die XXI sich immer am Montag, Mittwoch und Samstag versammelten und über eine etwaige andere Beratung am Mittwoch keine Eintragung vorliegt, wird Mittwoch, der 2. März, wohl der richtige Tag sein. Vertragsverhandlungen mit dem Bischof von Arras in Ulm. 621 legen solt, het er dafur, die kei. Mt. wurde es thon und unser verschonen. die stat und burger zu gnaden annemen, wurde uf die verstanden werden, die nit wider die kei. Mt. diser zeit weren; dan dieselben und die, so nit burger hie, wurden usgeslossen werden; und das dieselben auch nit hie wonen sollen. der religion halben het der kei[ser] in der aucht und im schreiben an mein[herrn; Nr. 98] erclert, wes er der religion gesint; man het im aber nit trauen wollen. er wurde die nit mit gewalt understehn uszuthun[?]. die arest und confiscation belangen wurde der kei[ser], sovill inen betreff, abschaffen; was aber vergabt, kund er nit ufheben. es war aber nit vill, wer umb ein dorf zu thon. so wolt er der stat friheit nit minderſn], sonder mehren; so wurde auch ir Mt. die stat mit sondern beschwerden nit beladen noch inen die uflegen. doch so wolt und must er es an die kei. Mt. pringen?. Montag[21.] hat er den Reilinger beschickt und gesagt, das man gar weit von ainander, wo man nit weiter bevelh het. am zinstag[22.] hab er sie beschickt, inen anzeigt: des fussfalls halben halte die kei. Mt. dafur, das es der stat fuglicher were, sie legten die schuld uf ander leut, dan uf sich selbs: doch stelt ers zu einem rath, wem sie die schuld uflegen wolt. die ufschreibung der pundnus hat kei. Mt. ein arkwon gepracht, das man sich beschwerte, die ufzuschreiben; derhalben wol er haben, das man die ufschreib und keine mehr wider ir Mt. und die ko. Mt. und das haus Osterreich eingee. des eids halben kund kei. Mt. nit gedenken, warumb ein rath sich beschweren solt im zu schweren, so man doch bekente, schuldig zu sein ze thon wie andere bei reich, und dan ander stet auch geschworn. der geltstraff halben wolt er mein hern erlassen; doch dieweil dem keiser uber zweinzig mall hunderttausend kronen uf disen krig gangen, das man im zu steuer kom wo nit mehr doch mit den 30000 gulden. doch hoft er, man wurde sich weiter vernemen lassen, zu einer recompens begegnen und im nit straff, sonder frei schenks weis 12 stuck grob geschutz mit kuglen und pulver als 2 Der Bischof von Arras berichtete über diese Verhandlung, die er aber auf den 21. Februar verlegt, an Granvella folgendermassen:« Ceulx de Strasbourg sont arrivez hier soir, et ay seullement ce matin n6goci6 avec ceulx. les difficultez sont sur le poinct de la religion et serement: sur quoy ilz allèguent ne Pavoir jamais faict, et avoir de privilège de Pempereur Frédéric; sur la renonciation de la lighe qu'il ne veuillent faire, disans que dans VIII jours elle sera finie. mais sa magestè veult qu'il y renoncent et à toutes aultres, que pourroient estre contre elle. du jugement dont il ne vouldroient faire mencion, on l'a limyté au recès de Speir, et sa magesté veut qu'ilz passent en ce par l'article des aultres, avec la réservation du droit des partyes. l'emende, en quoy ilz dient qu'il remectront et que sont XXXm florins, et sa magesté vouldroit quelque pisce d'artillerie, pour les garder pour mémoire. j'ay faict rapport de tout à sa magestèé et au duc et de ce que j'ay allẽgus pour les amener à ce que sa magestè avoit consentu, et m'a enchargè que je y parsiste précissment. ilz sont venuz dépeschés pour ouyr et rapporter, comme ilz dient, sans pouvoir conclure sans consulter; Pon verra ce à quoy Fon les pourra amener. encoires n'ay-je peu parler à part à Sturmius pour non le mectre en soubson envers celluy du peuple qu'est venu avec luy. je feray le mieulx que le pourray, sans riens passer si le maistre ne le veult, mais ce sera justissiement de mon coustel»(d' Ulm ce XXI. de febvrier 1546»; gedr. in Papiers d'stat du cardinal de Granvelle III, S. 251-252).— Von den angeblichen Anerbietungen Strassburgs, zwischen dem Kaiser und Konstanz zu vermitteln, wie Mocenigo am 26. Februar dem Dogen meldet(Venet. Dep. Il, S. 181), ist jedoch weder hier noch im obigen Bericht der Strassburger Gesandten die Rede.— Vgl. über die Verhandlungen auch den Konstanzer Bericht in Nr. 578, , 622 15*7. Bericht der Strassburger Gesandten über die einem krigsman vereren. so wollt ir Mt. die stat zu gnaden ufnemen, wie gehort, die aresten und confiscation abschaffen usgeslossen Hochfelden und noch ot was kleins, das verschenkt. wolt kein- beschwerd uns uflegen, die stat bei iren friheiten[und herkommen] handhaben, die religion[nit] mit der that usrichten. aber das camergericht wolt er gtrac ks haben und das man einem jeden rechtz gewertig sein soll. daruf sie im die beschwerden nach der leng wider anzeigt, sonderlich des camergerichtz und der pundnus halben wider Osterreich, des eids halben und das man das geschutz nit hie anzeigt und abgelent. das er alles an den keiser wider zu pringen genomen. Mitwoch[23.] hab er inens wider nach inen geschie kt; anzeigt, das mit der kei. Mt. alle ding disputirt; und wer man des ersten artikel des fusfalls eins. des andern wolt er, das man die pundnus ufschrib, keine wider kei. und ko. Mt. eingee; das haus Osterric h wolt er fallen lassen, das camergericht wWolt er haben und[das] meniglich sein recht, uns so woll als andern, behalten sein solt. den eid wolt er haben, sonderlich dieweil man jet? wider inen gethan. so wolt sie das gelt, die 30000 gulden, und das geschutz haben; woltz woll mit dem ges putz 3 monat stilston, 7 oder 9 groser stuck, die ubrigen an veldgeschutz geben. das wer des Keisers endlich gemut. wolt, ein rath ein anledigen] keiser haben, so soll man dis anl n Jemen;; wo nit, solt man ston wie jetz und warten, was der keiser furneme. es sei w eger, er zeig an, was des keisers gemutz sei; dan solt man wollen disputieren, solt der keiser woll mehr haben wollen. solt mans dan wollen verzihen, mochtz 6 ht der keiser darnach auch nit wollen anſn Jemen. man soltz sich berate m, as uns zu thon. er ritz treulich, man nem dis an. der keiser wiss woll, was man mit uns praticiert; der keiser frag im nichtz nach; wir wurden woll sehen, was uns gehalten wurdæ. der keiser wurd desselben halben nichtz der mehr thun. Also hat der Rellinger und er, her Jacob, weiter mit im gehandelt, und sonderlich anzeigt, wie der konig jet Augspurg und Ulm ire guter arrestirt solt man nun sollic hs gegen uns auch thon, so wer es beschwerlich; der konig und h[erzog] us Beiern mochten auch komen; so wer weger, man wer nit vertragen. daruf er geantwort, es wer war, dise stett heten mehr wider den konig gethan; der keiser schrib im aber. so solt er gegen uns nichtz dan mit recht furnemen. daruf sie geantwurt, es wurde der ganz handel glich so woll uf uns als ander ufligen. daruf er gesagt, man hett woll ge hort, der keiser kund dem driten sein recht nit nemen; doch wurd er einsehens thon, das die stet nit verderbt wurden. Des eids halben haben sie wider mit im geredt. daruf er er) gesagt, wan man lang darvon red, so sei man rebellis gewesen; sei anders mit disem dan andern keisern; er wurde es haben wollen. daruf sie gesagt, wiewoll 3 Wohl Rehlinger. * Vermutlich Anspielung auf die französischen Hilfe angebote; s. Holländer, a. a. CO., 8. 69, Anm. 1 und 2.— Die zedeutung, welche Karl V. der französise hen Politik gegenüber Strassburg beimass. geht aus seinem Schreiben aus Ulm an Ferdinand vom 28. Februar 1414. her vor(die Stelle ist gedr. bei v. Bucholtz, Gesch. d. Reg. Ferdinands, I., Bd. IX, S. 413-4 doch ist dazu v. Druffel, Beitr. z. Reichsgesch. I, S. 47, Nr. 85, Anm. 1 heranzuziehen, der dort eine Reihe von sinnstörénden Lesefeéhlern verbesse rt).— In diesem Brief wird aber nichts von der Absicht des Kaisers, Strassburg durch eine Besatzung und Kastelle zu sichern, erwähnt, was Mocenigo am 28. Februar nach Venedig berichtet(Venet. Dep. Il. 8. 185). — Vertragsverhandlungen mit dem Bischof von Arras in Ulm. 623 zie nit bevelch den eid zu willigen, so sie es doch hinder sich pringen soltſen], wer in von noten, das man die form des eids het und wer schweren solt. daruf er gesagt, man solt schweren wie ander stet; die form wolt er inen geben. dagegen sie gesagt, sie vernemen, das Hessen und Sachsen im selben begrifen; das wurd hie nit Czu) erheblich sein; were auch nit bilich. darauf er gesagt, in nem wunder, das man also an disen hilt und sehe doch, wohin sie die stet mit Brunschwik und sonsten gefurt. wolt man nun bei inen sein, so durft man nit zum keiser umb vertrag schicken. der landgrave het wollen anln Jemen, das wir nit wusten, und sich wollen vertragen. hab nit wollen, das mans dem keiser anzeig; er solt es sonst woll beharren wollen. er woltz us dem eid thon. danach heten sie gefragt, wer schweren soll, und inen bericht, was der rath und XXI wer. daruf er geantwort, dieselben solten dem comissari, so der keiser schicken wurde, schweren. Des geschutz halben haben sie witer mit im gehandelt, ob es doch bei 4A stucken blib. aber er hat nit wollen daran sein; allein er hat gewilligt 6 grobe stuck, das ander veldgeschutz. es Wer nit so vill, man hetz woll; so Rund mans woll wider giessen lassen. so solt es nit in diesen artikeln ston, zonder uber ein firtel jars, als ob man erst dan begerte, zu einer verer und nit zu straff geben solt. Der zeit halben hat er begert, wan man wider antwurten wolt. daruf sie anzeigt, wie vill sie tag uf und ab haben mussen; so weren die artikel, das mans nit in 4 oder 5 tagen hie usrichten mocht. daruf er gesagt, man zoll es furdern; man wurd inen usrechnen und wurd mans eines tags lenger ufziehen, wurd es argwohn pringen, als ob man sich in die franzosischen pratik geben. hab inen genant, wer der gewesen, der des Franzosen halben hie gesin, was er gehandelt, was Sturm in Frankreich gethan, was doctor] Hans von Metz jetz und noch in Engelland thue; derhalben der keiser denselben auch usgeslossen haben wolt. daruf sie inen bericht, das doctor] Hans des kunigs diner und vom selben beschriben; hab man im bevolhen von diser stend wegen zu handlen. hab er gesagt, wollten inen under dem gemeinen artikel bleiben lassen: wer nit wider die kei. Mt. handles. hab inen ein form des eids zugestelt und erstreckung des geleitzW. hab vertrost, mitler weil soll die kei. Mt. gegen uns und den unsern nichtz veindlichs handlen; doch so man die antwort verziehen wurd, kund er nichtz vertrosten. sie heten gern alle artikel und handlung in schriften gehapt, darmit kein missverstand einfiel., daruf hat er geantwort, der keiser het mit nieman in schriften gehandelt, wurde es mit uns auch nit thun; wan wir aber vertragen wurdſen], so wurd man artikel stellen; sie mochten ein memorial stellen. also haben sie ein memorials gemacht, ime durch den Relinger zugestelt; hab er kein ander antwort geben, dan es sei fast dieselb meinung. die vergebung Hochfelden und sonst haben sie fallen lassen, das es ab sein soll. und dloctor] Hans von Metz solt im vertrag bleiben, doch das der sich alsbald hieher thue und schwer, sich wider die kei. Mt. nit mehr geprauchen zu lassen. 5 Gemeint ist wohl die Gesandtschaft Mendozas; vgl. Nr. 553, Anm. 3. Vgl. hierüber auch Nr. 572 G. 639), Nr. 6342 und 653, vorletzter Abs. sowie Anm, 7 und 8. Datiert vom 24. Februar(Ausf. in AA 495, Nr. 15); stimmt wörtlich mit dem Geleit vom 8. Februar(vgl. Nr. 547, Anm. 5) überein und trägt unten den Vermerk: « Extensio salviconductus pro deputatis Argentinenlsis] civitatis». z s Enthalten in dem 3. Anbringen an die Schöffen vom 5. März(Nr. 569). 2 624 1547. Konstanz erwägt Verhandlungen mit dem Kaiser. Ist der angestelt aid, so inen der von Arras geben, auch gelesen. umbgefragt und erkänt: dieweil man furderlich mit ja oder nain antwurten soll und man uf ain oder den andern weg one die schöffel nit ze schliessen hat und dann in dem zu- ader abschlagen wenig guts, jedoch der frid villeicht diser zeit besser sein mög, dann das man auf dem nain beharren wöllte ete., so soll man herren ordnens, die es nach notturft bedenken und furderlichen wider hiehär bringen, wie man es am glimpfigsten und fuglichsten fur die schöffel bringen wöll, damit man zum beschluss komen mög.» 567. Bürgermeister und die geheimen Räte von Konstanz an die XIII. 1547, März 2. Konstanz.] Str. St. Arch., AA 558, f. 366 und 40. Ausf.— Lect. 5. März«bei räth und 21». Bitten um Mitteilung der von Strassburg erlangten Bedingungen. C6... Wir werdent bericht, als ob unsere frund, ain ersamer rat zu Strasburg, mit der kai. Mt.[sich] ouch versunet habind. diewil nun unsere herren und obern vilfaltiglich ouch von vilen fürnemmen, die, als wir gedenkent, die sachen der statt Costanz halb nit übel mainend, ersucht werden!, das si sich der versunung, umb welhe si us christenlichen und redlichen ursachen bis daher nit geworben habent, nit also usseren, sunder zu verhutung witerer ungnaden ouch darumb anhalten söllind, und aber si in der versunung der anderen stetten vil beschwarlichs befindent, so langt an uch unser gar fruntlichs bittenz, ir wellind uns der condictionen und gedingten, wie ir oder uwere obern die versunung angenommen habind oder villichter noch an— nemmen werdint, bi disem unserm botten in vertruwen schriftlichen verstendigen, damit? wir und unsere obern uns ouch darnach gerichten und was iren und der statt Costanz notturft der versunung halben sin werde, ouch dester bas berathschlagen mögind... Dat. 2. März 1547. . | . . 4 1 . } } . 568. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Konstanz. 1547, März 5. Strassburg. Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 28 A, Nr. 179, S. 745— 746. Ausf.— Prdes. 8. März. Sind bereit ihnen ihre Vertragsbedingungen mitzuteilen. Antwort auf Nr. 567; teilen ihnen mit,(daz wir auf ansuchung etlicher vertreuter personen zu kai. Mt. geschickt ze hören, auf was mass mit irer Mt. wir vertragen und usgesönet werden möchten; und auf demselbigen furschlag stond wir noch in bedacht. wo wir nun zu versönung komen und vertragen wurden, alsdann wöllen wir euch die conditionen zuschicken und nit verhalten. ob euch aber daran gelegen und es mitler zeit und weil ze wissen bedorften und aber bei euch selbs erkennen mögen, das dise ding Ausser den 3 Gesandten werden dazu Hans von Lindenfels und Konrad Joham verordnet. 5.1 Vgl. Maurer, D. Übergang d. St. Konstanz an d. Haus Österreich, S. 19. ? Dieses Wort steht nur im Entw. in Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 28 A, Nr. 166, S. 699 701. — 1547. Anbringen an die Schöffen wegen der Vertragsbedingungen. 625 nit uber veld ze schreiben, dweil die brief niderligen und allerhand daraus entspringen möchte, so mögen ir jemands vertrauts in der geheim alher zu uns schicken, den wöllen wir in gutem vertrauen berichten, wie und warauf solche handlung stande...“ Dat. 5. März 471. 547, März 5. Strassburg. Str. St. Arch., Thom. Arch., Varia ecclesiastica V, Mr. 30. Reinschr., Entw. des Stadtschreihers mit Verbesserungen von Jakob Sturm in AA 564, f. II7- I535. Ben. von Winckelmann, Strasshurgs Verfassung usw. im 16. Jahrh., S. 499; erw. von Holländer, Str. I. Schm. Kr., S. 71. 569. Das dritte Anbringen an die Schöffen. 1 Die von den Gesandten erreichten Bedingungen; Besprechung derselben; Fussfall; Aufschreibung des Bundes; Gehorsam gegen das Kammergericht; Schwur an den Kaiser; Geld und Geschütz; die Gefahren der Fortsetzung des Krieges; raten zur Annahme der Bedingungen; die Schöffen mögen sich alsbald entscheiden. Verweisen auf den Vortrag vom 3. Februar und die Antwort der Schöffenz. (Also haben wir unsere gesandten geschickt und befunden, das dieselben iren guten und moglichen vleis gemainer stat, euch und uns allen zum besten furgewendt und nach vil gepflegnen handlungen es dahien gepracht haben, das gemeine stat Strassburg und die iren auf volgende gestalt und mas mit der kei. Mt. vertragen und ausgesonnt werden mochte: Erstlich das ein ersamer rat zu der kei. Mt. schicken, zu fus fallen lassen und bekennen solten, das sie wider ir Mt. gethan, gehandelt und dieselbigen beleidigt hette, und gebetten, das ir Mt. aus angeborner guete oder milte sollichs verziehen und sie und die iren widerumb zu gnaden wolte aufnemen. Zum andern solte sich ein rat aller pintnussen und sonderlich der schmalkaldischen verziehen, dieselbig widerumb auf- und abschreiben und hienfuro in keine mer wider ir Mt. und die rom. ko. Mt. zu komen. 568 1 Am 9. März wurde der Brief dem Konstanzer Rat vorgelegt(a. a. CO., 8. 741); und da gleichzeitig Hurus seinen Bericht über das in Um Gehörte erstattete(Ar. 578), beschloss man am 11. ihn nach Strassburg zu senden, beglaubigte ihn am 12. bei den XIII und bat ihm im Vertrauen anzuzeigen,(wie sich die sachen der versunung halb bi üch haltind»(Ausf. in AA 558, f. 43; prod. Mi. 16. März; zum weiteren vgl. Nr. 581). 569 1 Der Entwurf wurde Freitag, den 4. März, im Rat vorgelegt«und gevolgt bis uf den puncten das geschutz belangen.) Über die hier vorgenommenen Anderungen vgl. Anm. 18 und 19. Man beschloss,«das mans morn zu achten fur die schoffel soll pringen; und so im sprechen gemerkt wurde, das es ein schoffel nit verstand, so mogen die alten herren, die des handels woll wissen haben, dazu reden und bericht geben. Am 5. März um 7 Uhr wird zunächst der Inhalt des bei Holländer, a. a. O., 8. 79 abgedr. Zettels mitgeteilt; dann wird beschlossen, dass vor den Schöffen«nieman weiter ursachen anzeigen oder persuadier, sonder mit gemeinen worten sagen soll, das man fur besser acht, das man sich vertrag und dem rath gwalt geb. ob aber jeman in der that iren[?] wurde, sollen die hern,[so] uf dem tag gewesen, bericht geben. und soll der ammeister sagen, das sie eigentlich ufhorten, und so jeman etwas nit verstan wurd, so hab ein rath den hern, die zu Ulm gewesen, bevelch geben, dessen bericht zu thon; damit die hern, so also bericht geben, gegen den schoflen entschuldigt seien)(Ratsprot. 1547, f. 0b— gl; ben. von Holländer, a. a. 0. SD: 2? Vgl. Nr. 545, Anm. 9(2. Anbringen). 3 Die folgenden Artikel liegen auch allein vor(in AA 564, f. 277—279; geschrieben vom Stadtschreiber). Dasselbe Stück wurde dem Brief an den Landgrafen vom 9, März beigelegt(Nr. 575). Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 40 626 1547. Anbringen an die Strassburger Schöffen Zum dritten das sie wolten dem camergericht, so ir Mt. in dem hail. reich ufsetzen und verordnen wurdet, gehorsamen und dasselbig zu irem angebuerenden thail underhalten helfen; und wer dann an ein statt Strassburg ansprach oder forderung zu haben vermeint, der sollt es gegen derselben mit recht und nit mit der that oder gwalt thun und ausfueren. Zum vierten das ein rat und einundzweinzig der kei. Mt. comissarien, so ir Mt. schicken wurde, solten schweren getreuw zu sein, wider ir und auc h die ko. Mt. kein pundnus einzugon, inmassen das andere tet, so mit irer Mt. versont worden, geschworen haben. Dargegen sollt und wolt die kei. Mt. ain stat Strassburg und alle der— selben burger, underthanen, diener, zu— und angehorigen, auch verw'e andten in statt und land, niemand ausgenomen dann allain die jenen, so uf dem tag der versonung irer Mt. veinden wider ir Mt. dienen, older zu gnaden aufund annemen und inen verzeihen und nachlassen alles das, so sie in und mit vergangnem krieg wider ir Mt. mit worten oder mit werken gehandelt hetten. Und das ir Mt. ain stat Strassburg und die iren bei irer religion pleiben lassen, sie davon weder mit gwalt oder dem schwert nit treiben, sonder dieselb vermog vil ergangner reichshandlungen und gemeiner stend selbs gethaner bewilligung durch ein gemain christlich cone ilium oder andere geburliche weg und mittel mit dem allerehesten erortern und den schadlichen wis alt derselben hienlegen und vergleichen lassen wolte, inmassen sie dasselbig in etlichen irer Mt. ausschr eiben selbs anzogen und sich erklert hat. Das auch ir Mt. comissarius, welchem ein rat und die einundzweinzig wie obgemelt, schweren wurden, den raten und den einundzweinzigen Solte zusagen von ir Mt. wegen, ein stat Strassburg und die iren bei allen iren eren, wurden und emtern und stenden, auch allen iren habenden e en, imunitaten, begnadigungen, freiheiten, oberkeiten, gebreuchen, gewonhaiten und herkomen, so sie hievor und bis daher im nail. reich gehapt haben, pleiben zu lassen, sie bei denselben zu handhaben, zu schutzen, zu schirmen und inen dieselben nit zu minderen, sonder zu meren. Item das ir Mt. kein kriegsvolk zu ainem zusatz w eder in die stat Strassburg noch auf ire burger, zu- und angehorigen legen woll. Darzu woll ir Mt. alle und jede arrest, confiscationes und vergabungen, so ir Mt. auf gemeiner stat, irer burger und derselben underthanen, zu- und angehorigen gueter gelegt und noch nit verbeut weren in disem krieg oder umb desselben willen, wider abthun, widerruffen und abschaffen, und das dieselbigen nichtig und unkreftig sein sollen. Ir Mt. soll und will auch die stat Strassburg noch derselben burger, underthanen, zu- und angehorigen mit keinen sondern schatzungen oder beschwerden nit beladen. Und nachdem alle andere stend, fursten und stet, die sich also vertragen und mit irer Mt. ausgesont seind, ain nambhafte und dapfer re geltstraff geben muessen, so will ir Mt. ein stat Strassburg und die iren erlassen, also das sie nicht, wie die andern thun muessen, zu straff geben soll. sonder wöll ir Mt. sich zu einer verer umb die. gnad mit dreissigtausent gulden von einer statt Strassburg benuegen lassen. Und dieweil sie ein kriegsfürst und also gschütz und munition bedörftig hat sie begert, ir zwelk stuck grobs gschütæz mit irer zughörd zuzustellen; da es doch die gsandten uf ernstlich und vleissig underhandlung ferrers nit wegen der kaiserlichen Vertragsbedingungen. 627 haben bringen können, dann das sie gschütz haben wölle, namblich sechs stück grobs gschütz und sechs stuck veldgschütz mit irer zughörd, die man irer Mt. nach verscheinung dreier monat auch vereren soll. Das seind nun, lieben freund, die puncten und artickel, so zu disem mal erhalten werden mögen und uf die man vertragen und usgesienet werden kinde. Nun hetten wir von anfang nichts liebers gsehen, wie wir uns dann desselben je und je bevlissen, dann das diser beschwerlicher krieg in deutschem land vèrmitten blibben oder da er je angfangen was, das es der allmechtig also gschickt, das es zu disem fall nit kommen. so kinden wir doch bei uns nit messen, das der fridden, ob es schon ferrer oder weiter nit möchte gebracht werden, uszuschlagen und ein statt, Strassburg, ire burger und die iren, darzu die ganz nachpurschaft im land in den krieg und grundlich verderben one die Schmach, schand und laster, wie man siehet, so in, weib und kinden, täglichs us dem krieg volget, zu fueren und zu setzen seien. Dann sovill erstlich den fusfall betrifft, so haben den die fürsten als Würtemberg und dan alle andre oberlendische stett, so sich versönt, gthan und denselben in einer scherpferen und weitleufigeren form, darin sie sich allerhand bekennen muessen, das von einem rath alhie nit begert noch angemutet würdet; und deshalben auch einem rath nit verweislich sein kan, Ib der schon der kei. Mt. als der höchsten zeitlichen oberkeit ein solliche demut beweist, die innen weder an eren oder joch sonst nit nachtheilig oder schädlich sein mag. Was dann zum andren ufschreibung die bündnus belangt, so ist ein rath in Keiner andren dann der schmalkaldischen bündnus. die hat nun erstlich iren usgang verschinnen sontag invocavit(Februar 27] selbs ge— nommen, das sie albereit und one das us und erloschen ist und wol einichs ufschreibens von unnöten. jedoch und dieweil die kei. Mt. je daruf behart, das die durch ein rath uf- und abgeschribben werden solle, und villiecht darumben, dieweil die andren stend, so sich vertragen, es auch gthan haben, so achten wir, das es uns, dieweil sie one das ir end hat, desto leichter zu thun und nit zu streiten sei. dann so seind neben dem churfürsten zu Sachsen und landgraven zu Hessen auch die herzogen zu Lunenburg, marggrave Hans von Brandenburg, die herzogen zu Pommern, die fürsten zu Anhalt, die oberlendischen und dann die sächsischen stett in sollicher bündnus begriffen und gegen einer statt Strassburg und andren sovil verbunden und pflichtig, als dieselbig gegen innen und andren gwesen. und hat aber marggrave Hans sich offentlich wider dise stend in des keisers dienst gthan und begeben; ist im selben noch uf disen heutigen tag. die herzogen von Lunenburg und Pommern haben gleich anfangs gar kein hilf gthan. was die fürsten von Anhalt und andre graven gegeben, das weisst man nit. die sächsischen stett haben auch nit eriegt, was sie erlegen sollen, und weiters auch nit erlegen wöllen. so haben sich Würtemberg, Augspurg, Ulm und usserhalben Costnitz die oberlendischen stett alle one unser bewilligung vertragen und versönet. das wir also, über das wir treulich geleist und gthan, was wir vermög der verein zu thun schuldig gwesen, und villiecht mehr und uns auch s5llichs fürter zu thun erbotten, verlassen worden und uf disen tag verDas folgende Stück ist in die Instruktion vom 7. März(Vr. 572) fast wörtlich übernommen; vgl. auch Anm. 6. 40* 628 1547. Anbringen an die Strassburger Schöffen lassen seind. und wiewol in der verstendnus ein clausel begriffen, das sich kein theil one das ander vertragen soll, aber die andren stend eins theils, wie ghört, ir hilf entzogen, eins theils die bündnus an uns gebrochen und wir uns dannoch bisher ufghalten, derhalben so haben wir, vor und ehe wir uns in die handlung inglassen, beiden, dem churfürsten zu Sachsen und landgraven zu Hessen, sollichs zugschribbens.... so achten wir und haben es darfür, das es einer statt Strassburg irer eren nit verletzlich sei noch darfür geachtet werden mög, ob sie sich schon auch in vertrag einlast, dieweil doch, wie erzelt, die bündnus ir endschaft hat und dieselbig, da sie noch gwert, von dem merertheil der stend an innen gebrochen und nie ghalten worden ists. So ist zum dritten der punct des cammergerichts in dem, das man dem— selbigen gehorsamen soll?, ders braunschweigischen handlung, der schäden in itzigem krieg beschehen und auch der geistlichen guetter halb beschwerlich gnug. dieweil aber kein weg vorhanden, das man demselben empfliehen oder sich dessen erweren mög, können wir je nit gedenken oder erachten, das es einer statt Strassburg thunlich umb desselben willen in dem krieg zu beharren und den fridden uszuschlagen. dann erstlich so man schon im krieg und unvertragen pleiben sollt und der almechtig geb schon die gelegenhait, das der keiser die statt nit erobert, nicht desto weniger, so ir Mt. mit andern stenden des reichs das camergericht besatzte, wie sie das wol thun kan und andere stend von chur- und fursten? es gern willigen werden!®, so dann jemand komt, der an ein statt Strassburg oder ire burger zu sprechen hat, es sei umb obgemelten oder andere sachen, so lassen sie ladung und andere proces ausgon; und ob man gleichwol nit erscheint, so faren sie uf die un— gehorsam fur, thund uns in die acht. item diejenen, so in disem krieg oder sonst von diser pundnus schaden empfangen, deren mochten vieleicht etlich sein, die es vil lieber mit der that und dem stegreif, dann mit recht aus— richten; die werden underston uf die stat und ire burger anzugreiffen. wolte man werben, hantieren und die land brauchen, ja etwan nur ein meil wegs sicher sein, so mueste man mit grossem schwerem costen das erstatten, das durch das camergericht erkant, und mit noch mererm costen aus den achten losen oder sich mit einem jeden, der mit der that zugriff und desto mer beifals haben möchte, dieweil man sagt, wir wolten keinem rechten gehorsamen, nach jedes willen und etwan ganz unbillicher ding vertragen. das vil nutzer und weger, das ein gericht im reich sei, dieweil man doch on gericht und recht, wie ein jeder verstendiger bei ime selbst erkennen kan, nit sein mag; dann dardurch werden dannocht die mutwilligen veden und zugriff, die sonst, wie gehort, mit aller welt glimpf beschehen mogen, abgestrickt. und ob schon einer den andern mit recht anlangt, so mus er es doch mit kund— Es folgt ein Auszug aus dem Schreiben an den Landgrafen vom 11. Februar(Nr. 554). ẽ0MHier endet das in die Instruktion vom 7. März übernommene Stück; vgl. Anm. 4. Im Entw. folgte:(Dan der underhaltung halben weder hievor noch jetzo kein span gewesen, wo es vermog des speirischen reichsabschids besatzt worden were.) Dieser Satz ist unterstrichen und in der Reinschrift fortgelassen. s(Der... geistlichen guter halb» im Entw. Zusatz am Rande von Sturm. Im Entw. folgte ursprünglich:(die do one das vermeinen, die stet haben in solchen des richs sachen kein stim). 1 So im Entw.; die Reinschrift hat Cwuirden). 1«Obgemelte oder ander sachen) im Entw. von Sturm verbessert aus:(begegneten schaden oder sonst». —— wegen der kaiserlichen Vertragsbedingungen. 629 schaften und ander weg ausfundig machen, das er ime das ader jenes schuldig und pflichtig. und mag man etwo, ehe einer es auf ein solliche langwirige rechtfertigung, da er noch nit weist, was er mit recht erhalten werd, warten thut, zu vil leidlicherm und bessern vertrag und mitlen komen, dann so man mit der acht oder mit dem angriff und der that darzu getrungen werden sollt. wo es dann einer schon mit der schorpfe des rechten ausfurt, und sich nit vertragen lassen will, so mus er es doch zu des richters erkantnus und mutmassung komen lassen, das man im nit allweg geben darf, was er will. und dieweil dannoch ein stat Strassburg mit einem vil geringern gelt zu disem vertrag weder Augspurg noch Ulm komt, wo sie dann schon jemands etwas zu thun schuldig wurdt mit recht, so hat sie dasselbig auch desto leichter zu thun und nimt das uberig gelt daran zu steur. darumben hat sie auch das zu gutem, so also ein gericht im reich, das ein stat Strassburg, ire burger und die iren gegen andern auch zu recht komen mogen, da sie sonst gegen meniglich rechtlos ston must und sie ime auch zu schwach were, es alles, sonderlich in die ferr, mit der that zu weren und auszufueren. derhalben!? wir nit gedenken konnen, wie sich ein stat Strassburg dis artickels des rechten, so es mit bewilligung anderer stend ufgericht, in die harr ufhalten oder erweren mochten. Wiewol wir dann zum vierten ermessen mogen, das es euch gleich wie uns beschwerlich, das wir der kei. Mt. schweren sollen, dieweil wir nit finden, das es unsere vorfaren jee gethan, so vil man wissen mag; dweil aber die kei. Mt. dasselbig auf ganz vleissig underhandlung der gesandten nit nachgeben wollen und je vermainen will, es auch endlich behart, nachdem mit rer Mt. wir zu krieg komen, so sei es ein anders dann mit irer Mt. vorfaren, denen man alzeit getreu und gehorsam geleist und wider dieselben sich nie gesetzt haben; das es uns auch nit so beschwerlich, sonder mer furstendig sein sollt, dweil wir one das schuldig irer Mt. als rom. Keiser getreuw und gehorsam zu sein, und dann ir Mt. desto mer ursachen hab uns bei unsern freiheiten und herkomen zu handhaben, zu schut zen und zu schirmen, zudem es alle andere frei- und reichstett in und ausserhalb des kriegs thun muessen und gethan haben, so wollen wir euch nit bergen, wir finden gleichwol nit, das es von unsern vorfaren je beschehen sei, aus was ursachen, wissen wir nit anderst, dann das es vielleicht die gewesnen rom. keiser und konig!is, mit denen man zu kainer ved und veindschaft nie komen, umb der getreuwen dienst willen, so sie bei einer stat Strassburg allweg gehapt und befunden, derselben nachgeben und erlassen, da doch sonst alle andere frei- und reichstett jeweilens geschworen. das wir aber dessen einich freiheit haben, das wir einem rom. keiser oder konig zu sehweren nit schuldig oder darzu nit sollen getrungen werden, das haben wir nit, konden es auch nit finden. wir finden aber, das weiland keiser Friderich der dritt, keiser Maximilians herr vatter loblicher gedechtnus, als er zum keiser worden, an damals maister und rat, unsere vorfaren, alhie begert hat, ime wie andere frei- und reichstet zu hulden und zu schweren. und nachdem sich dieselben, das sie und ire 122 Der Schluss des Absatzes von hier an ist im Entw. von Sturm am Rand hinzugefügt. 1«Und... nachgeben und erlassen) im Entw. verbessert aus:«einer stat Strassburg, umb[?] das man mit derselben keinem je zu ved und veindschaft komen, irer treu und dienst halben, so sie jeder zeit bei der stat Strassburg gefunden und gehapt haben, ine desselben schwerens erlassen). N . ö nnn,= 630 1547. Anbringen an die Strassburger Schöffen vorfaren es kainem rom. keiser nie gethan, zum hochsten auszogen und ge— betten, sie desselben zu erlassen, auch understanden, wo moglich mit gelt abzukaufen, nachdem sie aber dessen kein schein oder freiheit, warumb sie es wie andere frei- und reichstet zu thun nit schuldig sein solten, gehapt, hat keiser Friderich auf seinem begeren behart. und die sachen so weit komen, das seiner kei. Mt. her Philips von Mulheim ritter und her Peter Schott selige, der zeit alte stet- und amaister, irer kei. Mt. bitz gon Metz nach— geschicktid, ob sie es abwenden mochten, das man nit schweren dorft. wo nit, haben sie gwalt gehapt, wie der noch vorhanden, irer kei. Mt., ehe gemaine stat die erzurnen wolte, in namen eins rats zu schweren; und so ir Mt. dessen nit genuegig sein wolt, das dann rat und XXI irer Mt. wie andere frei- und reichstett huldigung thun und schweren solten. also hat ir Mt. den aid von den beiden nit wollen annemen, sonder dahien geschlossen, das ir Mt. ire comissarien alher verordnen woll, denen man sollichen aid und huldigung thun soll. und ist unsers erachtens auf so ernstlich handlung darumb nit beschehen, dieweil eben der burgundisch krieg damaln eingefallen. haben nun unsere vorfaren der zeit und dannocht, da der kei. Mt. macht nit so gewaltig gewesen, es nit gewist abzutreiben und ehe von irem herkomen schreiten, dann irer Mt. ungnad auf gemaine stat laden wollen, so ist zu be— denken, was diser zeit bei disem gwaltigen keiser und wie die sachen gestalt und geschaffen, zu thun sein wolle. derhalben unsers bedenkens dises schweren der stat Strassburg auch nit so gar beschwerlich, dieweil sich kei. Mt. erbeut, das es derselben an andern iren freiheiten, herkomen und ge— preuchen nit nachtailig sein soll. man mochte gleichwol nachmals suchen, ob einicher weg und mas ze finden, das es abgestelt wurde. jedoch wo es je nit sein konteis und man schweren muest, das man den friden deshalb nit zerschlagen lies, sondern einem rat gwalt geb, es so weit zu bringen, als er imer mochte; und so es nit zu erhalten, sonders sein muesst, das dann rat und einundzwanzig sollichen aid theten vor der kei. Mt. comissarien auf die fueglichste gestalt, und es sein konte. Was dann die uberigen puncten seind, als das die kei. Mt. kein zusatz mit kriegs volk... in die stat... legen wolle, das niemand... in der begnadigung ausgeschlossen und alles... verzigen sein, den burgern ire arrestierte... gueter, sols noch nit verbeitet, wider zugestellt... werden, die gmain stat und ire burger mit keinen sondern schatzungen und beschwerden zu beladen, die seind nun dermassen, das sie gemeiner stat, der burgerschaft und auch dem land ganz nutzlich: dann was das fur ein unseglicher last und schad, ja verderbung sein wurde, so dis kriegsvolk in dise landsart komen sollt, geschwigen das mans wie andern in die stat legte, ist nit gnugsam zu erzelen. es seind es aber die armen leut im land zu Wurtenberg und Schwaben leider zu vil innen worden. und haben es dannocht weder Wurtenberg, Augspurg, Ulm oder die andern stett nit dermassen, wie man es vileicht uns bewilligen wurde, erhalten mogen. 14 Vgl. zum folgenden F. Ebrard, Der Besuch Kaiser Friedrichs III. in Strassburg im Jahre 1473, S. 20- 22. Es steht aber nichts davon in der Instruktion, dass sie, wenn der Kaiser sich mit ihrem Schwur nicht zufrieden gebe, anbieten sollen, dass Rat und XXI schwören wollten. 15«Und man schweren must» sowie«sonder sein muest» sind Zusätze im Entw. 16 So noch nit verbeitet» im Entw. Zusatz Sturms. . wegen der kaiserlichen Vertragsbedingungen. 631 So hat die kei. Mt. Wurtenberg und dieselben stett mit einer gar schweren geltstraff belegt, da sie dannocht ein stat Strasburg derselben gnediglich will erlassen und ir mit dem namen der straff verschonen, dai? eins thails dreimalhunderttausend, eins thails anderhalbhunderttausent und eins thails hunderttausent guldin geben und darzu in anderm vil schwere conditionen haben annemen muessen. das ir Mt. aber gegen bewisner gnad mit dreissigtausent guldin und dem geschutz hienwider ein verer beschehen soll, das ist dannocht, wie ir gehort, gegen dem, und andere geben muessen, nochis ein leidlichs, dweil dann ir Mt. dasselbig geschutz erst nach dreien monaten oder uber zin fiertel jars solt gevolgt werden, darmit dann die fridshandlung dardurch nit hindertriben wurd, so mocht man bei irer Mt. ansuchen und bitten lassen, ainer stat Strassburg, als die uf der grenz ligt, darmit zu verschonen. und so man dasselbig abbitten konte, were es desto leidlicher. mochte es aber nit sein, auf ein lengeren stilstand und zeit zu handeln und bitten undi? es, als treglich man es imer erhalten mochte, tadingen. Nachdem ir nun, lieben freund, jetzo vernomen, warauf die handlung beruwen will, so haben wir euch hievor nach der leng auch furpracht?..., wes man in annemung des fridens, so dann beharrung des kriegs zu befaren... habe. wir?! gedenken aber, soll man sich nit vertragen..., das zu besorgen, das nit erhart werden mag und der schad nun grosser werd, so man sich zuletzt je ergeben mus. dann erstlich seien die beiden chur- und fursten Sachsen und Hessen mit widereroberung und bewarung irer land also behafft, das sie uns nit allain nit entsetzen oder retten, sonder auch kein hilf thun kunden. so haben die andern sachsischen stend und stett hievor, wie gehort, nit hilf gethan, das man deren jetz noch weniger zu gewarten hat. so wurdt in der stat vermogen nit sein sich selb in die leng ufzuhalten; dann die zarg weit, erfordert ein grosse besatzung, vil geltz und proviand; und kan der keiser uns wol ufhalten, bis wir verthund und aufwenden, was wir hand, und alsdann erst fur uns ziehen. zudem der gmein seckel one das an gelt, entplost und darzu vil von im gibt. und dient das kriegs volk jetzo allein ı7(Wie... bewilligen wurde» sowie(da... haben annemen muessen) sind Zusätze im Entw. 18(Noch ein leidlichsꝰ im Entw. verbessert aus:(gar ein geringls]. dan so man schon das geschutz zum reilichsten zu dem gelt rechnet, so wurdt es mehr umb das geschrei des geschutz halben dan umb die peschwerd zu thon sein.» Diese Anderung, wie die in Anm. 19, wurde im Rat beschlossen; vgl. Anm. 1. 19«Und... erhalten mocht, tädingen» im Entw. von Sturm verbessert aus:(In welcher zeit man ir Mt. ander geschuta giessen lassen, damit ein stat es von irem jetzigen geschutz nit dorft geben, oder uf andere fuglichere weg bedenken). 20 Vgl. das 1. Anbringen in Nr. 515, Anm. 3. 2«Wir gedenken aber, soll» im Entw. von Sturm verbessert aus:(Namlich das der churfurst zu Sachsen ſhinzugesetat:«und landgrave zu Hessen uns)] uflegen mochten verbess. aus:« mochte y], als ob wir die pundnus nit gehalten. und so man sich on bewilligung irer beider vertrug, das noch der brunschweikisch handel unvertragen vorhanden, das sie herzog Heinrichen losgeben, sich mit im vertragen und denselben uf die stet weisen mogen. das die sachsischen fursten und stet alle schulden, dafur die camerreth sich versSchriben, uf die oberlendischen mochten schieben und sagen, man het inen nit gehalten. das wir der geistlichen guter halben hochlich mogen angelangt und beschwert werden. und das zu besorgen, ob wir uns schon vertragen, das man uns ubel oder villicht nicht halten werde. so haben wir euch doch daneben auch anzeigt, so...) ——o * FE 8 w — 632 1547. Anbringen an die Strassburger Schöffen umb gelt, treibt? alle unzucht mit schweren, trunkenhait, hurſer ei und andern lastern; wa inen an? der besoldigung oder sonst abgon und sie storker dann wir sein, solten sie wol etwas anfahen, das man sich iren mer dann der veind zu befaren hett. und so man uns schon nit belegert und aber die statt sonst, behaurtzt, wie der veind leichtlich thun mag, mit?® streifenden rotten, ja auch one dieselben allein mit mandaten und briefen gemaine statt und alle vermogliche burger verarmen mag, wie dann alberaid mit ufschreibung und inventierung viler burger gueter schon angefangen, so strickt man uns alle proviand ab, die hantierung werden gewert, der arm und hand werksman kan nichtz gewinnen, dem reichen und gemeinen man werden seine zins, gulten und gueter genomenzs, das nit allein der handwerks- und arm man ime nichtz abverdienen oder sein geniessen konnen, sondern mus, so es behart wurdt, auch der reich mangel leiden. dieweil dann kein rettung vorhanden, komt, es letzlich dahien, das man sich, soz? man also verarmbt und verdorben ist, mit schweren conditionen nach des veinds willen und, wie man sagt, auf gnad und ungnad ergeben mus. was dann fur jamer, not, schand, schad und spot volgt, das hat ein jeder frommer biderman leichtlich zu bedenken, und mus man den veind nit anders dann wie uber das vieh uber uns herschen lassen. und wurdt zu demselbigen die religion, davor got sei, mit aller libertet und freiheit hiengenomen und man zu schwerer dienstparkeit getrungen. Daraus ir, lieben freund, leichtlich verston mogen, warumb wir mer zu dem friden dann zu dem krieg geneigt. und dieweil wir je kein menschlich hilf wissen und bei uns und den unsern sehen, wie wenig die predig des evangeli unsers lebens halb erschossenzs, das nit leichtlich zu hoffen, das der almechtig, der sein ehr und namen in andere weg wol zu erhalten weist, umb unserer fromkeit willen sondere mirackel thun werde, so haben wir bei uns dahien gedacht, das dise der kei. Mt. mittel, ob die schon weiter nit, dann sie jetzo furgeschlagen, gebracht werden mochten, der stat Strassburg ir und irer burger halben vil weger und minder schadlich seien inzugon, dann den krieg gegenzs einem so mechtigen keiser, dem nunmer fast der merer— *«Treibt... andern lasterny im Entw. Zusatz von Sturm; vgl. auch Nr. 589, Anm. 2 und 541. 2s(An der besoldung oder sonst» im Entw. Zusatz von Sturm. 2.— belästigen, überwältigen; vgl. Lexer, Mhd. WB. unter«behuren». 2(Mit... gueter schon angefangen) im Entw. Zusatz von Sturm; vgl. auch Nr. 543. 2s Schon am 28. Februar wird bemerkt,«das sich etlich nambhafte burger diser leuf und zeit halben enteussert und hienweg gethan)(Ratsprot. 1547, f. 78b). 27«So... verdorben ist» Zusatz im Entw. von Sturm. 2 Schon am 7. Februar wird angeregt,(das man doch nach besserung zu disen geferlichen zeiten... und besser buss trachtey. Am 14. wird wieder betont,«das man doch ainmal darvon reden und schliessen solt, wie man besserung des lebens anrichtete, mit unserm herrgott ain versuenung machte; sonst werd kain gnad und frid des kaisers oder ganzer welt helfen.“ Demgemäss wird eine Kommission eingesetzt, die bereits am 22. Februar ihre Vorschläge vorbringt(a. a. CO., F. 41a, 62 b, 53a und 67— 68). Am 14. März wird wieder angeregt,«man solt ain friden mit unserm hergot machen, bass ob der constitution halten.» Die Verordneten sollen es fördern(a. a. C., f. 1132 und 1149). Gleichzeitig wurde gegen das Spielen, über das schon am 28. Februar geklagt worden war, eingeschritten(a. a. O., f. 82a, 113 und 1146). Ein Betrunkener, der Gotteslästerungen ausgestossen hatte, wurde zunächst mit einer empfindlichen Leibesstrafe, auf Fürbitte des Landgrafen Wilhelm schliesslich bloss mit Verbannung bestraft(a. a. O., f. 115 und 1182; am 16. März). 2(Gegen... nation gehorsamet) Zusatz im Entw. wegen der kaiserlichen Vertragsbedingungen. 633 thail der deutschen nation gehorsamet, zu beharren und alles ubel, schand und schmach dardurch einzufueren. und®° vil leut sagen wurden, dieweil der keiser disen krieg nit umb der religion willen fuerte, sonder sich offenlich vernemen lies uns bei derselben lassen ze pleiben, das wir es aus einem sondern trutz und nit der religion halben gethan und andere zu uns verderbt hetten. Dweil und ir aber jungst also bevelch geben, das wir one euwer wissen darin nit schliessen sollen, so haben wir euch dis alles, wie es geschaffen, wes aus dem thun oder lassen zu befaren und zu ervolgen, was auch euwern weib und kinden, desgleichen uns allen samt gemeiner statt und land, in dem der mererthail unser narung ist, darauf ston werde, furpringen und nit verhalten wollen. begeren?! darauf, ir wellend die erzelten ursachen bei euch auch erwegen und es nit darfur halten, das wir darumb von der erkanten warheit und dem wort gottes wolten abston, sonder das wir in disem vergangnen und jetzigen krieg sovil befinden und nach erwegung aller verloffnen handlung darfur achten, das uns gott der almechtig durch den weg desselben kriegs nit erretten wollen, sonder umb unser sind willen demuetigen. und so wir dasselbig also annemen, unser leben zur besserung richten und sein straff gedultiglich leiden, hoffen wir, er werd uns nit desto weniger bei seinem wort und warheit erhalten, darmit ime allein und nit unserer sterk die eher gegeben werd. und dweil die sach keinen langen verzug leiden mag, so wöllen euch jetzo3 alsbald euwers gemuets hierin auch vernemen lassen, darmit wir uns allerlei unrats und schadens, so aus dem verzug ervolgen mocht, zu verhueten, ferner in die sach zu schicken und zu beschliessen wissen®.» 570. Hauptmann Kaspar Zoller* an den Rat. 1547, März 5. Altenburg. Str. St. Arch, AA 558, f. 3— 39. Or. I?]— Lect. 21. März. Berichtet über den Sieg bei Rochlitz und mahnt zum Aushalten. Meldet,(das gott der almechtig wunderbarlich mit uns und unsern feinden gehandlet hat. als namlich sein wir... itzt den nachsten zinstag den 1. Marti uszogen zwischen fieren und funfen von Altenburg us; sein die 30 Der Schluss des Absatzes von hier an ist Zusatz im Entw. ai Von hier an im Entw. von Sturm geschrieben. 32 C Jetzo alsbald» ist Zusatz im Entw. s Der Stadtschreiber vermerkt am Schluss der Reinschrift:(Diser vergriff ist den schofflen samstags den funften Merzens furgelesen und durch zweihundertvierzigdrei stimmen das mer worden und rethen und einundzweinzig gwalt geben nach inhalt derselben zu sliessen und uf das allergnehest zu pringen; und dreſunddreissig haben es wollen fur die gemein pringen. actum ut supra)(Ganz ähnlich im Ratsprot. 1647, f. 91 b- 92; ben. von Holländer, a. a. CO., S. 71).— Noch am 5. März, gleich nach dem Beschluss der Schöffen, wird über die neue Gesandtschaft und deren Instruktion im Rat verhandelt«und dannach zu botschaft geordnet her Jacob Sturm»; ausser ihm wurden noch nach langem Hin und Her Marx Hag und Friedrich von Gottesheim bestimmt.« Die sollen Dr. Grempen mogen, ob sie wollen, zu inen nemen. und sollen her Herlin, her Pfarrer und Joham mit samt den geordneten und dem doctor bei dem bedacht sein»(Ratsprot. a. a. CO., f. 93— 95; ausführſicher Auszug bei Holländer, a. a. O. 8. 71—72).— Über Friedrich von Gottesheim vgl. auch Handschriftenproben I, Tafel 13.— Wie schwer Jakob Sturm die Übernahme der Gesandtschaft wurde, schildert Bucer am 16. März in einem früher im Weimarer Archiv vorhandenen, jetzt dort nicht mehr auffindbaren Brief, den Rancke in seiner Deutschen Gesch. i. Zeitalter d. Ref. IV, S. 378 noch benutzt hat. 570 ı Über Kaspar Zoller vgl. zuletzt Nr. 245, Anm. 3. 634 1547. Sieg des Kurfürsten von Sachsen bei Rochlitz. 5 ganz nacht gezogen, also das wir sein gegen tag, do sich tag und nacht hat wollen scheiden, fur ein stattlin, Rochlitz genant, in Meissen gelegen, kommen. do wir antroffen haben zechen fendlin knecht und feind, all wol besatzt, und funf geschwader reuter uf dreitusend pferd. als wir nun... den feinden die erst, die ander und die dritt wacht ufgehaben und erstochen haben zu ross und zu fuss, inen ein lermen gemacht, die vorstatt erobert und die feind in die statt gejagt und erstochen, do haben wir die statt. an zweien orten bi den thorn geoffnet, sein uf den mark kommen. doch haben wir widerumb herus gemüst und in dem lermen bi kunfzig mann verloren. als wir nun zum andern mal hinein haben setzen wollen, ist der feind oberster, marggraf Albrecht von Brandenburg, gefangen worden und mit ime der landgrave von Liechtenberg Leuchtenberg], auch andere graven und herrn, deren namen ich nicht wissens hab. in dem hat sich auch die statt und das schloss ergeben on all witter schwerdtstreich. also das gott dem almechtigen der sig billich soll zugemessen werden; dan wir haben... alle fendlin zu ross und fus, die si, die feind, gehapt haben, zudem all ir gutt und fierzehen stuck samt der arteli und aller zugehor gewonnen und gute beit darzu. es sein die knecht seer reich worden. und sein der unsern uber hundert nicht umkommen, der feind aber uber zweitusend, das wir glauben, herzog Moritz werd uns fürthin wol zufriden lassen. derhalb gedenk e. Strlengheit], das gott die sinen nicht verlast; halten steif an sinem wort und an den friheiten, die unsere voreltern durch iren thatten, glauben und wisheit erlangt haben, domit e. Strſengheit euer alt herkomen und gutt lob so gar nicht vergessen. auch erinnere sich e. Str[engheit] der pflicht, so si unserm fromen churfſursten] herzog Johanni Friderico zu Sachsen etc. gethon hat umb des wort gottes willen... ich hab für min person zwen schütz, doch von gotts glnaden] nicht schedlich, empfangen...“ Dat. Altenburg 5. März 15472. 571. Landgraf Philipp an die XIII. 1547, März 7. Kassel. Str. St. Arch., AA 561, f. 24 und 31. Ausf.— ect. 21. März. Bittet um Mitteilung ihres Vertrages mit dem Kaiser. Nachschrift: Zeitungen. Da er hört, das ir etazliche personen, als ern Jacob Sturmen? und andere, hapt zur kei. Mt. von wegen kridshandlung abgefertigt, so... wollet uns berichten, durch was mittel und wege solcher vertrag beschee und was ir euch gegen der kei. Mt. verpflichten sollet.. Kassel 7. März 47. Nachschrift: Sendet beiliegende Leitungenz;(di wollet den Bucerum auch lassen lesen.) Im Rat wurde schon am 16. März ein Bericht,(wie der from churfurst Rochlitz erobert, margraf Albrechten und den landgrafen zum Leuchtenberg gefangen und vil volks erlegt, verlesen(Ratsprot. 1547, f. 1166). Man beschloss, ihn den zum Kaiser geschickten Gesandten mitzuteilen,«das sie sich desdo besser in irem bevelch wissen zu halten)(a. a. O., f. 1176; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 82). Die Gesandten erhielten diesen Brief am 19., nachdem eben ihr Schreiben vom 19.(Nr. 586) abgegangen war; vgl. auch ihren Brief vom 21.(Nr. 587).— Weitere Berichte über den Sieg bei Rochlitz sandte der Landgraf mit seinem Brief vom 7. März(Nr. 571). 571 1 Dass der Landgraf mit der Sendung Jakob Sturms nicht zufrieden sei, schrieb de la Croix schon am 1. März aus Kassel an Franz I.(Ribier, Lettres et mémoires d’estat*) 8. 619-620. ? Vgl. auch Nr. 570, Anm. 2.— Es ist ein Schreiben Reckenroths an Simon. Bing — ö A 8 1547. Instruktion für die Strassburger Gesandtschaft zum Kaiser. 635 572. Instruktion für Jakob Sturm, Marx Hag und Friedrich von Gottesheim zur Sendung an den kaiserlichen Hof.(1547, März 71. Strassburg. Str. St. Arch., AA 564, f. 97— I09. Entw. des Stadtschreihers. Fussfall; Aufschreibung des Bundes; Gehorsam gegen das Kammergericht; Eid: Verehrung der 30000 Gulden; Geschützlieferung; Begnadigung aller Bürger, bes. Niedbrucks; keine gewaltsame Religionsänderung; kein Kriegsvolk in die Stadt; Aufhebung der Arreste; der Sohn des Landgrafen; Verehrung für Arras. (Uf was mas eins ersamen ratz der stat Strassburg ges andten volgende puncten zu vertrag und ussonung mit der rom. kai. Mt. abhandlen sollen: Pen fussfall belangen. denselben sollen sie zu thon bewilligen, also das sie uf niemanden andern die schuld des kriegs legen oder das man be kennen] soll, das man unrecht gethon oder geirt hab, sonder uf solliche oder dergleichen ungeverliche und den eeren unverletzliche wort: das ein rath der stat Strassburg wider ir kei. Mt. gethon und gehandelt, dieselbigen erzurnt und zu ungnaden bewegt mit underthenigster pit, ir Mt. wolte us angeborner gut und milte einem ersamen rath gnedigst verzeihen, denselben und ein gemeine stat Strassburg samt deren burger, diener, underthanen, verwandten, zu- und angehorigel n] widerumben zu gnaden uf- und anlnlemen. das wolten umb ir Mt. dieselben als rom. keisern und iren rechten herrn in aller underthenigkeit verdienenz. Ufkschreibung halben der pundnus. dieweil ein rath der stat Strassburg in keiner andern dan der Schmalkaldischen pundnus ist, wie woll dan dieselbig verschinen sontags invocavit[Februar 27] selbs usgangen... das die woll einichs ufschreibens nit bedorft, und aber die kai. Mt. daruf tringt und behart... und villeicht darumben, dieweil die andern sbend, so mit irer Mt. sich versont haben, es auch gethans, so will ein rath kai. Mt. zu underthenigstem gefallen sollich pundnus, ob sie gleich... nit mer ist, ufschreiben und bewilligen, keine wider ir kai. Mt. und dan auch rom. ko. Mt. ufzurichten oder einzugeens. Gehorsame des camergerichts berueren. da sollen die gsandten mit vleiss anzeigen, zu was beschwerden es der stat Strassburg nit allein der vergangnen brunschweikischen handlungen der schulden halben dises kriegs vom 3. März beigelegt, in welchem verwiesen wird auf sein ebenfalls beiliegendes memorial, was sich der kriegshandlung halben zwischen dem churfursten zu Sachsen etc. und herzog Moritzen zugetragen und begeben hat, wie nach volgty(Or. des Briefes in Marburg, Arch., Nr. 949, f. 1; praes. Kassel 7. März; das« memorial) a. a. CO., f. 4— 6; Abschrr. von beiden Stücken in AA 561, f. 25— 30).— Das« memorial) enthält eine ausführlichere Schilderung des Kampfes als Lollers Brief(Nr. 570).— Über das Rochlitzer Gefecht vgl. auch Mentz, Joh. Friedr., I, 3, S. 84 und die a. a. G., Anm. 2 angegebene Literatur. 572 1 Pie in der Ratssitzung vom 5. März gewählte Kommission(vgl. Nr. 569, Anm. 33) legte am 7. März den obigen Bedacht im Rat vor(Ratsprot. 1547, f. 97— 98. Dessen BeSchlüsse sind bei den einzelnen Punkten vermerkt; vgl. Anm. 2, 4, 5, 11, 12 und 16. 2 Im Rat wird«des fusfals halben erkant und den hern bevolhen, ut solche oder dermassen gestalt zu thon, doch die wort zu vermeiden, die dem rath der eren(nit) verletzlich oder an iren friheiten und herkommen nachteilig). 3 Hier ist das in Nr. 569, Anm. 4 und 6 gekennzeichnete Stück eingeschoben; es ist aber am Rand angestrichen, wohl zum Zeichen, dass es ausgelassen werden sollte. 4 Dieser Punkt wurde,(wie herpracht, auch gevolgt. 3 K 636 1547. Instruktion für die Strassburger Gesandtschaft und auch von wegen der geistlichen guter reichen woll, und mit allem vleiss sich bearbeiten, damit im selben doch so vill milterung und fursehung beschehe, das es der stat Strassburg nit zu sollichem unuberwindlichem schaden und nochteil gelangen thue, dieweil doch der kai. Mt. und dem heiligen] reich nutzlicher und auch erlicher, das ein stat Strassburg, die uf der grenzen ligt, bei irem wesen bleiben mag, dan das sie also zu verderben und abgang gerichtet werden sollte. und sollen die gesandten, wo man sich vor und nach— gender puncten vollendz vergleichen und deren zu gutem end komen wurdet gwalt haben dasselb zu bewilligen, doch allen moglichen vleiss furwenden, ob sie es dahin pringen mochten, so das camergericht noch vermog und herkomen des heil igen] reichs satzungen und ordnung ufgericht werde, das sie dan demselben, so vill und recht sein wurdet, gehorsamen wollen. doch so sollen die gsandten in alweg dahin handlen, das ein stat Strassburg versichert und furkomen werde, dieweil ein rath sich begeben soll, wider die rom. ku. Mt. kein pundnus einzugeen, wo dan dieselbig oder jemanden anders hochs oder nider stands, es sei wer der woll, an ein gemaine stat Strassburg oder die iren, es seie dises krigs oder der scheden halben, die jeman vermainen wolt, im zugefugt worden, oder sonsten was es fur sachen weren, vordrung und zuspruch haben wolt, das er dasselbig mit recht und nit mit der that thon und deshalben gemeiner stat, deren burger oder der iren hab und guter in keinen weg arrestieren, haften, hemen noch verpieten oder niderwerfen, sonder sich im selben ordentlichs rechtens geprauchen und genuegen lassen soll. wos dasselbig nit, sollen die gsandten in nicht willigen; sonder so man je im krieg sein must, last man eins mit dem andern geen. Des eidschwerens halben. sollen die gesandten nochmals sich mit allem ernst und vleiss bearbeiten, das ein stat Strassburg bei irem alten herkomen bleiben mog, die weil sie allen rom. keisern und konigen, auch jetz rom. kei. Mt. und dem heiligen] reich je und alwegen getreulichen angehangen und neben andern stenden mer, dan ir gut vermogen gewesen, gethon und dargestreckt; des sie, ob got will, hinfure und nit weniger zu thon willig sein werde. und das sie in dise pundnus komen, sei weder der kei. noch ko. Mt. noch einem stand des reichs zuwider beschehen, sonder sich und die iren bei der religion, die sie fur christlich und die ware rechte religion erkennen, haben und halten, zu bewaren. derhalben und was sie des vergangnen kriegs gethan, allein darumben bescheéhen, das sie sich dessen vermog sollicher pundnus schuldig geacht, dieweil der palplst mit seinem breve an die Eidgnossen und der pundnusès, die er mit der kei. Mt. zu abtreibung und verdruckung der religion eingegangen sein soll, darzu die nest ursach gegeben. dan wo dieselb nit gewesen und ein rath hete sicher sein mogen, das die religion nit gemeint were, wurde er sich wider ir Mt. gar und keinswegs in etwas bewegen haben lassen, wie er dan hievor nie gethan noch thon habe wollen. Und so sollich eid schweren mit etwas geltz oder sonsten abgewendet werden mocht, dahin sollen die gsandten bestz vleiss handlen und darin kein arbeit sparen. wo es aber die gsandten in einen oder den andern weg nit dahin pringen konten, das ein rath des schwerens erlassen und ein stat * 5 Der Schluss des Absatzes von hier an wurde im Rat« der instruction alsbald angehenkty. ° Zu Breve uud Bund vgl. Nr. 249, Anm. 2 und 3. zu den Unterwerfungsverhandlungen mit dem Kaiser. 637 Strassburg bei irem herkomen des nit schwerens bleiben konte, so sollen die gesandten erstlichs dahin handlen, dieweil die stet am Rhein france und libere, also das die alle mit sollichen eiden wie villeicht die schwebischen oder andere stet nie beladen worden, und ein stat Strassburg nit allein derselben freien Rheinstet eine, sonder irer treu und dienst halben sollichen schwerens je und je erlassen worden, und die kei. Mt. sich anders nit vernemen liess, dan das sie ein stat Strassburg ein solliche freistat, wie sie die bisher gewesen, bleiben lassen woll, und dis eidschweren ir an anderen iren kreiheiten..., wie sie dieselben bisher im heiligen] reich gehapt, nit nachteilig... sein solle, das dan ir Mt. ein stat Strassburg bei einem sollichen eid, wie Collen, Worms oder Speir als freie Rheinstet bisher geschworen haben?, bleibben liess und ein stat Strassburg weiter nit beschwerte, damit es nit das ansehen het, als ob man ein stat] Strassburg durch sollichen eid und schweren von irer freiheit und herkomen fueren und understen wolt, ein furstenstat daraus zu machen. und mogen die gsandten dahin handlen, ob sie es uf die form pringen mochten, wie a. etc. 73 Keiser Fridrichen dem driten zu schweren gewilliget wordens. Will dasselbig auch nit sein, das sie dan dahin handleten, dieweil der ubergeben eid, und die andern stet gesch worn, fidelitatem und subiectionem durch einander vermischte, das man allein fidelitatem thet und darin begriffen wurde, das man schwur als ein freistat des reichs und was man von rechtz wegen zu thon schuldig were, und subiectionem harus liess. ob man dan je daruf beharen wolt den puncten der pundnus darin zu haben, das man dan zwen articulos darus machte, zum ersten fidelitatem und im andern articulo der pundnus halben schwur, das, wo mans je nit kunde erheben und jetzo schweren must, das ein stat Strassburg hernacher bei irem herkomen und freiheit blib, das sie keinem rom. keiser zu schweren nit schuldig oder das man doch in kunftigem allein fidelitatem oder einen eid wie die andern reinischen freisteèt schweren dorfte, und nit wie jetzo des kriegs und pundnus halben beèschehen were. und das hiegegen der comissarius, dem rath und XXI schweren solten, in seiner comission usgetruckt haben solt von wegen der kei. Mt. zuzusagen, ein stat Strassburg und die iren bei allen iren eeren, wurden, emtern und stenden, auch allen iren habenden liberteten, imuniteten, begnadigungen, freiheiten, oberkeiten, herlicheiten, gepreuchen, gewonheiten und herkomen, so sie zum heiligen] reich gepracht und bisher beim selben gehapt, bleiben zu lassen, sie bei denen zu handhaben, schutzen und schirmen und inen dieselben nit zu mindern, sonder zu meren. wurden dan die gesandten erhalten, das man sie wie ander freistet am Rhein schweren lassen wolt, oder sich sonsten eins anders nach inhalt diser instruction vergleichen, sollen sie dahin handlen, ob man sollichen eid von inen nach inhalt ires gewaltz, und sie deshalben habens, von inen nem und sie in eines ratz und 7 Nämlich: treu und hold zu sein wie eine freie Stadt; vgl. dazu A. M. Ehrentraut, Untersuchungen über die Frage der Frei- und Reichsstädte, S. 171. 8 Nämlich«zu schweren, seiner kei. Mt. getreu zu sein und zu thon, was wir als ein frei stat des heil[igen] riechs noch unser freiheit und altem herkomen seiner ko.[!] schuldig und pflichtig seind»(AA 564,. 145b; danach bei Ehrentraut, a. a. O., 8. 179. 9 Neben ihrer Vollmacht vom Montag nach Reminiscere, den 7. März(Entw. in AA 564, f. 136-= 137; Ausf. auf Pergament in AA u 564; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., 8. 73), in welcher der Rat den Gesandten«vollkommen... gwalt) gibt, mit dem Kaiser abzuschliessen—(inmassen sie dessen von puncten zu puncten unsern sondern bevelch endphangen haben»; dieser im Entw. unterstrichene Satz ist in der Ausf. fort 1 63 1547. Instruktion für die Strassburger Gesandtschaft der XXI namen schweren, uf daz niemanz hieher komen dorfte. und die weil es in deren von Ulm versigelteln] versonung begriffen o, das dan die gesandten sehen, das sollichs in der versonung, so inen von einer stat Strassburg wegen gegeben werden soll, auch begriffen und eingeleibt werde. wol aber der obgemelten eid einer nit erhalten oder das man uns nit bei dem wie ander freie Rheinstet mit dem schweren bleiben lassen will, sollen sie dazselbig nit, eingeen, sonder hinder sich alher schreiben unsers bescheids zu gewarten. Vererung geltz und geschutz samt desselben zugehord betreffen. do mogen die gesandten willigen, das der kei. Mt. wir zu gegen— verer bewisner gnad und ufnemens die dreissigtausend gulden, wiewoll in den vergangnen reichsanlagen, durch die schweren geben und auch disen krieg wir also erschopft, das es nit woll in unserm vermogen sei, underthaniglich geben wollen. aber des geschutzes und dessen zugehord halben sollen die gesandten anzeigen, nachdem ein stat, Strassburg ein weite zarg hab, so sei sie mit geschutz und desselben zugehor allein zu irer stat noturft und dan noch kaum gefast, das sie one sondern iren gefarlichen nachteil von irem geschutz und desselben zugehor nit hinweggeben kunde. und dieweil ein stat, Strassburg uf der frontier gelegen, wie ir Mt. weiss, so sollen die gesandten underthenigst pitten und anhalten, das die kei. Mt. mit dem geschutz der stat Strassburg gnedigst verschonen... wolle. und ob man schon etwas gelta fur dasselbig geben solt oder must, uf dasselbig sollen ehe die gesandten zum leidlichsten, und sie es gehaben mogen, zu handlen und ein gulden zehen bis in die funfzehentausend zu geben und zu bewilligen macht haben. were aber dasselbig auch nit zu erheben und ir Mt. je geschutz und desselbigen zugehord haben wolt, so sollen die gesandten uf ein geringe sum als sechs oder acht stuck und under demselben der merenteil oder zum wenigsten den halben teil veldgeschutz handlen]. doch das die gesandten sich zuvor erm kundigen, was man durch die zugehord des geschutz verstan wolt und wie vill desselben sein solte; und je nachdem dasselbig vill oder wenig anlaufen wurde, desdo besser umb nachlassung zu handlen. und dieweil ein rath dafur hat, so die kei. Mt. sollich geschutz wider Sachsen, Hessen oder jemanden, der mit einem rath in diser pundnus gewesen, brauchen solt, das es einem rath der seren verwislich sein wurde, und ir Mt. allergnedigst erkennen kunt, das ein rath pillich nichtz mer dan der eren gefaren[?] und derselben verschonen[?] solt, das dan ir Mt. eines raths verschonen und das geschutz wider den churfursten zu Sachsen, den landgraven zu Hessen oder andere der gewesenen schmalkaldischen pundnus disen jetzigen krieg nit (zu) geprauchen[wolle]. oder das es ir Mt. zu disem mail nachliess und es zu einem rath stelte; so wurde irer Mt. ein rath zu einem andern mall wider den Turken ein verer mit geschutz und dessen. zugehord thon, dessen ir Mt. verhofflichen gnedigs genüegen und gefallen haben wurde. wo dasselbig auch nicht zuerheben, sollen die gesandten dahin handlen, das ir Mt. doch gelassen)— und bei Eidesstatt verspricht ihre Lusagen zu halten, wurde ihnen gleichaeitig noch eine weitere mitgegeben, nach der sie über den verlangten Eid abschliessen und ihn im Namen des Rats leisten dürfen(Entw. in AA 564, f. 1553 154; Ausf. auf Pergament in AA u 560; ben. von Holländer, a. a. O.). Beide Stücke wurden nach der Instruktion am 7. März im Rate vorgelegt(Ratsprot., a. a. O., f. 98 b. 10 Vgl. Nr. 503, Anm. 5; sie wurde bei den Verhandlungen zu Grunde gelegt, wie der zericht der Gesandten zeigt(vgl. Nr. 592, 603 und 630, Anm. 8. 1 Der Schluss des Absatzes ist ein Zusatz, der erst im Rat beschlossen wurde. zu den Unterwerfungsverhandlungen mit dem Kaiser, 639 mit dem geschutz und dessen zugehort bis nach endung dis krigs stilstand; wo nit, doch bis in den winter und so weit es die gesandten pringen mogen. und!? sollen die gesandten gwalt und bevelch haben nach inhalt obgerurter puncten, so nahe sie es imer thedingen und pringen kunden, zu sliessen. wo sie es aber uf derselben weg keinen pringen oder erheben mochten, so sollen sie darin nit sliessen, sonder es uns widerumben und waruf es stand, zuschreiben und unsers weiters bescheids darin zuwarten. Und das gegen disem allem die kei. Mt. ein stat Strassburg und einen erbaren rath daselbst, auch alle derselben burger... begnadigen und dieselben samt und sonders wider zu gnaden uf- und annemen, inen alles das, so sie bisher wider ir Mt. gehandelt und verhandelt haben solten oder haben mochten, allergnedigst verzeihen und nachgeben wolt. und dieweil etlich der stat burger... hievor, da man noch in der ved gewesen, mit eines ratz wissen und eins teils us desselben geheiss zu beiden, dem churfursten und landgraven, zogen, deren doch nit vill uber ein halben schillingis ist unsers wissens, will eins ratz noturft erfordern, dieselben zu ermanen. sollen die gesandten dahin handlen, das ein zeit gegeben werde, in deren man sie vermanen mag abzuziehen, und das die auch einen monat nach beschehener verwarnung abziehen mogen, dieweil dannoch ein jetlicher eeren halben seinen monat usdienen muss; und welche dann nach demselben monat, abziehen. das dieselben in disem vertrag und ussonen auch begriffen, vertragen und gesichert sein sollen. Und doctor Hansen von Metz halben, dieweil derselbig der stat burger und her Jacob Sturm dem schon geschriben 3a und inen verwarnet hat, das man sich versieht, das er nunmehr am usserziehen sei, das der dan auch in disem vertrag mit begriffen sei und im weder an leib noch gut schaden beschehen soll., sie sollen auch mit vleiss handlen, das er in gemeiner versonung wie ander burger blieb und nit schweren darf, wider kei. Mt. nit mer zu präticieren. item das ir Mt. ein stat Strassburg und die iren bei irer religion bleiben lassen, sie von derselben weder mit gwalt oder dem schwert nit treiben, sonder dieselbig vermog vill ergang[n]er reichshandlungen und gemeiner stend selbs gethaner bewilligung durch ein gemein christlich concilium oder ander gepurlich weg und mitel zu vergleichen etc. 14 Item das ir Mt. ein stat Strassburg noch derselbigen burger... mit keinen sondern schatzungen, belegungen und beschwerden wolle beladen. das ir Mt. auch kein kriegsvolk zu einem zusatz in die stat Strassburg, uf derselben oder irer burger dorfer, underthanen und angehorigen wolle legen. und das ir Mt. alle und jede aresten, confiscationes, einziehungen, vergabungen und verschenkungen, so gemeiner stat Strassburg, iren burgern und den iren uf ir oder derselben guter in disem krig oder umb desselben willen gelegt oder beschehen und do dieselben noch nit verpeutet weren, 10 Wie bei Anm. 11. Man bemerkte im Rat noch:(Und soll man sehen[oder suchen)], wie man mit geschutz und desselben zugehord gefast, damit man auch wiss, ob man es lieveren kund oder nit». 16 Ein Dutzend(oder 30; vgl. Grimm WB. IX, Sp. 152. 134 Vgl. Nr. 634. 14 Hierzu bemerkte Jakob Sturm im Rat:(Das der von Arras anzeigt, der keiser werde der religion halben kein versicherung anders geben dan wie margrave Hansen[von Brandenburg], denen von Nurnberg und andern, also das man eben wie vor deshalben in disputation sten wurde»; ben. von Holländer, a. a. O., S. 72; erw. von Gerber, Jakob Sturms Anteil..., 8. 186, Anm. 4. 640 1547. Graf Ludwig d. J. zu Oettingen und Strassburg. widerumben wolle abthon!®, widerruffen und verschaffen, das dieselbigen nichtig und unkreftig sein sollen. Und nachdem hievor anfang dis krigs der landgrave seiner fl. G. eltern son landgrave Wilhelmen on eines ratz vorwissen alher geschickt, der je seither hie gewesen, sollen die gesandten die kei. Mt. berichten lassen, wie derse lbig hieher komen, und dieweil ir Mt. von demselb en, der etwa 14 oder 15 jar alt,(nit) nit über sechs diener alhie hab und ganz eingezogen und still sei, keiner bosen pratick zu bevaren, wo dan ir Mt. nit zuwider, das derselbig i in studio sicher alhie bleiben mocht. wolte es ir Mt. aber zuwider sein, das ir Mt. denselben versichern wolte, damit ein rath denselben sicher und on geverd seinem herrn vater oder an die ort und end, dahin inen derselbig haben wolt, verschaffen und schicken kund. Damit auch dise ding alle desdo zu sleunigerm und besserm ustrag gepracht und erlangt werden mogen, sollen die gesandten gwalt haben... den bischof zu Arras seiner mueg und arbeit, die sein fl. G. bis daher furgewandt und ein rath zu sein G. sich versieht, sie furter zum besten thon werd, mit tausent, funfzehenhundert oder bis in 2000 thaller zu vereren!1®.» 573. Jakob Sturm an Graf Ludwig d. J. zu Oettingen!'. 1547, März 7. Strassburg. Bretten, Melanchthon-Arch., Nr. 330. Or.— Praes. 9. März. Bedauert, dass der Graf noch nicht vertragen; Strassburg hofft Vertrag zu erlangen; Aufbruch des Kaisers von Ulm. C... E. G. schryben* hab ich disen oben em pfangen, verlesen und, das e. G. dermassen verunglimpfft, nitt geren a. wolt nichts liebers dan das e. G. mit der selben wenigsten nochteyl woll vertragen weren. dweyl es aber noch zur zeyt nit sein will, mussen e. G. darumb nit gar abston, sonder durch derselben verwandten und freundt w eyter anhalten, da hoffnung, got werd noch gnad geben. wegen der von Strassburg halb stät es also, das wir in hoffnung stend vertrag zu erlangen. wo das beschicht, können e. G. gedenken, wie es auch allger eyd in furt hlegen ist, das key. Mt. die ihenen, so noch mit ir Mt. unvert agen, bey unss alhie nit ley den wurdt. das sy auch bey unss nit on gescher sein möchten. derhalben sich e. G. in dem selben fall, wo es sin furgang erreicht, selbs woll zu halten wüsten. sonst usserhalb dessell zen acht ich, e. G. haben befunden, das man denselben und den iren gern allen dinstlichen willen erzeigt hette. das hab e. G. ich uff Am 12. März baten zwei Metzer, die«der religion halben vor jaren hie burger W ö, um Entlassung, weil sie hören, dass«etlich burger von Metz sich albereit an den kei. hove gethan, inen ire guter confiscieren zu lassen», Man erklärte ihnen,«man kund sie des burgrechten nit erlassen; und sie berichten, das man in handlung stund; so man .. wurd, so wurden ire guter nit confisciert werden»(Ratsprot. a. a. O., f. 119. Abgesehen von den schon angegebenen Änderungen wurde im Rat«der bedacht ö und das man dannoch Heideck und ander dessen verwarne, man stand in handlung des vertrags; so nun derselbig— haben und sein G. unversont sein solt, das sein G. nit woll mer hie sicher sein wurde»(Ratsprot., a. a. O., f. 98; vgl. auch Nr. 578). — Auf alle Fälle beschloss man aber am 43 März, die Torhut noch 14 Tage dauern zu lassen und am 21, März, die E ntscheidung darüber bis zur Rückkehr der Gesandten ausr(Ratsprot., a. a. O., f. 1046 und 126%). 573 1 Vgl. auch Nr. 549. — ia—— 1537. Haltung der FEidgenossen; kaiserliche Rüstungen in Italien. 641 derselben schryben dinstlich[er] und getrewer meynung nit wollen verhalten. newer zeytung haben wir nichts sonders, dan das key. Mt. vergangens freytags[März 4] zu Ulme verruckt sein soll, wie man sagt, uff Nördlingen zu, wiewoll heut ein geschrey hie ussgangen, als ob er uf Spyre zu ziehen solt. hett zu Ulme den von Nassaw mit 9 fendlin und den von Schawenburg mit 9 fendlin zu Augspurg in der besatzung gelossen. datum Strassburg in eyl montag zu nacht den 7. Mertzii[!] anno etc. 47.) 574. Schultheiss und Rat zu Bern an die XIII. 1547, März 8. Bern.] Str. St. Arch., AA 556, f. 91-953. Ausf.— Prod. Di. 15. März; prod. Mi. 16. März «vor rett und 21».— Erw. in Hidgen. Absch. IV, Id, S. 784 zu da R Freuen sich über ihre Standhaftigkeit; die französischen Rüstungen; Konstanz; Nachrichten aus Mailand über kaiserliche Rüstungen und Absichten; sollen ausharren. Danken für den Brief vom 28. Februar[Nr. 564, Zettel, den sie am Freitag März 4] erhalten haben,«gott den almechtigen lobende, das er uch durch sin gnad sölliche stanthaftigkeit geben, in von herzen pittende, uch darinne ze beharren fürer gnad verlichen welle. Über französische Rüstungen, nach denen die XIII gefragt haben, haben(wir... nützit anders durch unsere kundschafter erfaren..., dann das kü. Mt. von Frankenrich etlich stett in savoyschen landen durch sine houptlüt besichtigen lassen und angesechen habe die ze sterken. Ferner hat sein Gesandter, wie auf dem vorigen, so auf dem letzten Tag von Baden 15000 Knechte gefordertz. «Wohien aber man die füren welle, ist nit kundlich.) Über Konstanz werden zwar die Geheimen von Basel berichten; melden aber trotzdem,«als diser tag von uns von wegen der warnungen, die uns zukommen, wie der keiser gemeine FEidgnoschaft des ersten ze zertrönen und demnach ze bekriegen understan welle etc., angesetzt worden, ouch uf vordrigem tag zu Baden... Costanz halb anzug beschächens..., hienäben... kü. Mt. von Frankenrich pottschaft uwer und... Costanz halb ein treffenliche vermanung gethan mit anzöug, was gemeiner Eidgnoschaft an... beiden stetten gelägen..., habend doch die potten sich nit witter entschliessen wellen; doch us iren rattschlegen woll vermerkt, wann der keiser die statt Costanz hie disent Rins und also uf der Eidgnossen erdrich belägren[wurde], wurdend sis nit liden etc. das haben gemeldt potten ouch in ir abscheid genomens. deshalb wir gutter hoff⸗nung sind, si werdind, was uns allen und gemeiner tütschen nacion hieran gelegen..., bedenken und sich hienach zu tagen einer gutten antwurt entschliessen.» In Mailand heisst es,(das der papst, küng von Frankenrich und Venediger... ein püntnus wider den keiser gemacht... item wie der keiser willens sige, in allen richstetten, die im gehuldet, schlösser ze buwen und dieselbigen in der stetten costen mit hispanischen zusätzen ze versechens. 574 1 Vgl. a. a. O., S8. 758 t 4 und 779 aa 3. 2 Vgl. Nr. 548, Anm. 8. 3 Vgl. a. a. CO., 8. 65g. 4 Über dieses Anbringen des französischen Gesandten vgl. a. a. O., 8. 779 aa 4 und S. 784 zu aa 3; ferner Geiser, D. Haltung der Schweiz währ. d. Schm. Kr., 8. 228- 230. 5 Vgl. Fidgen. Absch., a. a. O., S. 774 1. 6 Vgl. Venet. Dep. II, 8. 157- 158 und 184— 186; vgl. dazu auch Nr. 566, Anm. 4. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 41 2 7 8*. 642 1547. Strassburg berichtet dem Landgrafen darus und dem, so er mit beschwärung der kriegslütten, die er gan Esslingen, Augspurg und anderswohin gelegt, und zu Ulm ghandlet wirt, lichtlich ze verstan, wie er siner zusagung gnug thüe und hienach gegen uch und andern, ob glich woll sin versichrung mit gütten worten beschicht, sich halten werde. deshalb wir uch... vermant... wollen haben, ir... in uwerm fürnemen beharren, die er gottes und uwer seelen heil betrachten und die zergängliche gütter und eer diser welt für die eewigen nit setzen. so wirt der güttig eewig gott sin gnad mitteilen und uch an zwiffel erhalten. so erpieten wir uns hienäben als die, so der gutthäten, die uwere vordern den unsern, ouch ir uns bewisen habend, noch woll ingedenk und nimermer vergässen würden, uch alle fründlicheit, liebe und dienst unsers vermogens ze thun und der dingen, so uns hienach fürkomen und uch von nödten ze wüssen bedunken, uch jeder zit ze berichten.» Bitten um Zeitungen. Dat. 8. März 1547. 575. Der Rat an Landgraf Philipp. 1547, März 91. Strassburg.] Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1547, f. 80— S7. Ausf.— Praes. Kassel 16. März. Urteil über die vom Landgrafen gesandten Bedingungen; Bericht über ihre Verhandlungen mit dem Kaiser; hätten eine gemeinsame Verhandlung vorgezogen; nach der etwaigen Aussöhnung können sie nicht gegen den Vertrag handeln; werden für die Sicherheit seines Sohnes sorgen. Zettel: Senden ihre Vertragsbedingungen. Antwort auf seine Briefe vom 13. und 19. Februar[Nr. 560 und 560, Anm. 1].(Nun können wir und sie d. h. die XIII] bei uns auch nit anderst bedenken, dann das solche artickelz, wie e. fl. G. selbs schreiben, anzenemen mehr dann beschwerlich sein wöllte; verhoffen aber, es sol und werde der lieb gott die sachen also schicken, das e. fl. G. auf vil andere und leidenlichere mass vertragen oder der sachen zu ruhen kommen werden. wo aber auf die andern artickelz, darauf... der churfurst zu Brandenburg ze handlen vorhabens sein soll, e. fl. G., uns und gemainer sachen möchte zu friden und ruen geholfen werden, liessen wir uns unsers theils dasselbig nach gelegenheit der sachen nit misfallen.. Berichten sodann aus ) führlich, wie sie zu den Verhandlungen mit dem Kaiser gekommen sind; wegen ihrer Beweggründe verweisen sie auch auf ihr Schreiben vom 11. Februar Nr. 554]. Sie finden die Bedingungen, welche ihre Gesandten zurückgebracht haben, zwar«etwas leidenlicher und träglicher», als sie die anderen Oberländer erhalten haben, aber doch noch so beschwerlich, dass sie jetzt eine zweite Gesandtschaft darum an den kaiserlichen Hof geschickt haben. Hielten seinen Boten solange zurück, um durch ihn Näheres berichten zu können. «Wir hetten aber unsers theils vil lieber gesehen und noch, dweil die sachen leider je dahin gerathen, das man auf versönung und vertrag handeln soll und muss, das anfangs von gemainer stend oder noch zur zeit von deren 575 1 Schon am 5. März war im Rate daran erinnert worden, dass man dem Landgrafen antworten müsse(Ratsprot. 1547, f. 93 a). Am Mittwoch den«8.» Mi. war aber der 9.1] legten die Verordneten die Antwort vor; sie wurde« gevolgt, wie herpracht. und soll man den boten us der herberg losen und... ein sumarischen begriff der conditionen mitschicken) (a. 4. CO., f. 103). ? Vgl. Nr. 560, Anm. 1 und 551, Anm. 10 unter 4. 9 . 4 über seine Verhandlungen mit dem Kaiser. 643 wegen, so noch unversuenet seien, in gemain hett mögen gehandelt w erden, on ZW 27 1. es wer uns allen dester leidlicher abgangen. so es aber nit anderst sein mag oder will, so gedenken wir doch in dem unsers th eils aufs glimpfigst und unverwisslic.(so vil uns immer möglich) ze handlen. Als dann e. fl. G.... begern, sie zu verstendigen, ob Er ankreich... dem churfursten zu Sac ö. mn. E. fl. G. etwas hilf und fursatzung thun wurde, ob dieselbig, auch die iren bei uns sicher sein und vehlich? passiern möchten etc., geben denselben wir ganz dienstlicher meinung zu verston: alle dweil wir mit. Mt.* endlich usgesönet und vertragen sein, das hoc hgedachter churfurst, e. fl. G., die iren und was denen zusteen oder zu gutem kommen mag, bei uns in unserer statt und an unsern pässen pillich sicher sein, auch wie bisher beschehen, von uns in allen möglichen dingen gefurdert werden sollen. wann es aber dahin endlich gerathen, daz wir usgesuenet, begnadet und gar vertragen, das alsdann kei. Mt. nit gedulden wurden, auc h solchem vertrag zewider sein möchte, so wir wissentlich und of ffenlich furschub, hilf und furderung thun sollten denen personen oder in denen sachen, die wider Mt. dienen möchten. alsdann wurden baide, e. chur- und fl. G. und die jren. wo sie anderst unvertragen pliben, als wir doch nit gedenken, sonder verhoffen wöllen, das sie auch furderlich und zu leidenlichem gutem vertrag komen sollen und werden, sich in sollichen fällen selbs wol ze weisen, unser darunder gnediglich zu verschonen und ire sachen sonsten durch andere weg zu verrichten wissen. Aber e. fl. G. sons, unsers gn. jungen herrn landgrave Wilhelms, halben sollen und mogen e. fl. G. des k h von uns getröst und sicher sein, so es dahin geraichen, das wir vertragen werden sollten, dweil dann e. fl. G. uns denselben gnediglich vertreuen, auch in irem se hreiben melden, das sie ins nic ‚htsdestominder, ob wir gleich vertragen weren, gern alhie haben, das wir mit der hilf gottes die sachen dahin handhaben wöllen, w ie wir auc p. unsern gesandten deshalben sondern bevelch gegebens, das sein fl. G. auf zulassung der kei. Mt. one sorg und gefahr alhie bei uns pleiben oder, so dasselbig je nit zu erhalten sein wölte, das e. fl. G. sicher sein gevolgen mögen und. ob gott will, des ortz nicht zit zu befahren haben sollen. Dat. 9. März 47 abends? Zettel: Da sie den Boten so lange aufgehalten haben, haben sie ihn aus der Herberge gelöst.«Und schicken e. f. G. hiebei die conditionenè, so uns zugemutet worden, derhalben wir doch auf änderung und milterung ufs vleissigst handlen lassen wöllen, vertreulich zu. datum ut in literis. 3 Zu diesem Ausdruck vgl. Nr. 560, Anm. 3. 4 Vom 19. Februar(Nr. 560). 5 In der Instruktion vom 7. März(Nr. 572). 6 Abschr. in Marburg, a. a. O., f. S8— 91; 8. auch Nr. 569, Anm. 3.— Der Landgraf übersandte sie am 16. gleich nach Erhalt dem Kurfürsten(vgl. Rommel, Gesch. v. Hessen, U. Bd. S. 205), der am 23. März(Mi. nach Laetare) darüber be merkte, dass er die. Strassburgs bis auf den Artikel des Kammergerichts(ziemlich le idelich finde(Ausf. a. 0. Sachsen(B. L.), 1547, f. 295 bis 297; praes. Kassel 28, März). Abschr. der vom Landgrafen übersandten Strassburger Artikel in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 138 141, F, Nr. 6 68 41* . mi 644 1547. Zustände in Strassburg; Haltung Frankreichs; 576. Brief aus[Strassburg].[1547, wahrscheinlich März 9. Strassburg.] Marburg, Arch., Nr. 929, f. 102. Or. ohne Datum und Unterschrift; z. Teil in Geheimschrift(im Text durch Kursiı druck wiedergegeben) mit darüber geschriebener Auflösung Bings; Anschrift:(Domino M. Nicol. Rho. Rhodo»; darüber steht « Buchius vy.— Praes, 15. März, Kassel. Rüstungen Frankreichs; Lage Strassburgs; Unstimmigkeit daselbst; die Lage des Kaisers wird bedenklich; Hoffnung auf England, «Frankrich ist in grosser rustung» und wil gewisslich bei 7 wochen zu feld sein. hat viel geld gen Basel geschickt?; macht auch mit England, Venedig, italienischen potentaten ein Stark huntnus offensive und defensive. den England treibt forcht dahin vor keiser, die Venediger und italisch potentaten vorm Turken und keiser. Lotringen wirt vom Franzosen das erst sein mit insetzung des on Lotringen bruder und absetzung der witwe in Lotringen. alsdann werden die Straspurger sehr ubel stohn; und weil sie sich so komerlich zu Keiser thun, mogen sie gar leichlich wider zu Frankrich getriben werden und zu beiden seiten das ihr entphahen. viel landsknecht faren schon dahin zu Franrich. so wirt der geld die Schwizer auch willig machen, nemlich weil Berna ohn das gern daran wer aus ſorcht Reisers und aus anstossen der Burgunder. den Straspurgern geht Keiser so gutig entgegen in bedenken der gelegenheit mit Frankrichs. viel fromme leut bsorgen, die straff woll sich nehen, dass sie zwischen thur und angel ston. der besser theil sehe es gern anders; aber uf dis mal hat vieler forcht vortgetrungen; und das reuet nit wenige. in Meapolis muss keiser schon gros rustung haben; ist angangen und fordert gros geld. man weiss aber, dass Keiser nit mehr hat, dan ihm itzund wirdt. derselbig geld aber ist zu solcher rustung zu gering. den papst reuet, was er bei heiser gethon; dann der papst mehr der herschung dann der religion nachfraget. auch muss er sich selbs vor Turken versehen. hett Teutschland sein alt manheit und nit so gar gros zagheit, so hette man gute weg gehabt sich bei religion und Rerschung zu erhalten und auch durch Frankrich luft vor Turken zu bekomens, bis man sich dargegen auch gefasset hett. 576 1 Das Schreiben zeigt dieselbe Schrift und die gleichen Geheimzeichen wie der von Lenz, zriefw. II, S. 492- 493, Nr. 251 gedr. Zettel(jetzt in Marburg, a. a. CO., f. 103), der nach Schrift und Geheimschrift nach der Angabe von Lenz von Bucer stammt.— Das Siegel obigen Briefs zeigt ein grosses W, was auf die Umgebung des Landgrafen Wilhelm hin— weisen könnte.— Der Umstand, dass eine Stelle aus dem Brief in dem Schreiben des Landgrafen Philipp vom 19. März an Bucer(gedr. a. a. C., 8. 486 – 488) angeführt ist(vgl. Anm.), lässt vermuten, dass es sich um das Schreiben handelt, welches Philipp(von sonst einem guten freundt entpfangen und gelesen(Brief vom 19. März, 1. Abs., Lenz, a. a. CO., S8. 486). Dass der Briefschreiber Bucer nahesteht, kann man aus dem Schluss des Briefes ersehen.— Auf alle Fälle ist wohl die Annahme richtig, dass der Brief aus Strassburg stammt und mit demselben Boten dem Landgrafen übersandt wurde, der den Brief des Rates vom 9. März (Vr. 575) beförderte. 2? Vgl. Nr. 556, Anm. 5. 3 Vgl. Nr. 566, Anm. 4. Diese Stelle: hett Teutschland... zu erhalten) ist im Brief des Landgrafen vom 19. März bei Lenz, a. a. CO., 8. 487, 2. Abs. Anfg. angeführt; vgl. Anm. 1. 5 Vgl. dazu die von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 93, Anm. 1 abgedr. Stelle aus dem Brief Bucers an Myconius vom 10. März(Aàbschr. in Str. Univ.-Bibl., Thes. Baum. XVIII, f. 24). Hoffnung auf England. 645 Was hierin geschrieben, ist von Frankrich dermassen komens, dass viel verstendiger daran nit zweiveln. die aber sich zu keiser neigen, wollens gern dahin deuten, dass Frankrich die Straspurger damit gern wolt ufhalten. aber weil gewiss, dass den Franzosen bisher nichts hat ufgehalten keiser zu hindern, dan gros forcht des Englanders, und dieselbige furcht nun des orts gar dahin? und die, so in der herschung des orts sind, alwege sin oder wilen zu Frankrich und unwillen zu keiser gehabt, dann auch solche gelegenheit des Turken und beifell von italischen potentaten und papst vorhanden, auch meinen etliche, Frankrich muss aus forcht des Turken etwas diser zeit underston, so besorgen die, so sich umb Franhkrich verstohn, es sei dise schrifts von Frankrich zuvil wahr. doch was erfolgen wirdt(wie es dan alle tag nuhe geschehen muss), das wil ich jederzeit euch zuschreiben. Von England ist gros hoffnung; so wol ist sein Rerschung bestellet und wirt er so fein zur religion und was gut ist, angefurt. wa lantgraf/ seinen sohn aus Teutschland wolt thun, kunt derselbig nirgent, nutzlicher sein zu allem dem, das ihm mag gut thun zu religion und Rkerschung, dann bei dem jungen Englander. Dise zeitung hat mir gesagt und bevolen zu schreiben, der e. G. auch sunst einen Kleinen brief geschickt, hab?. 577. Die Strassburger Gesandten Jakob Sturm, Marx Hag und Friedrich von Gottesheim an die XIII. 1547, März 91. Ettlingen. Str. St. Arch., AA 564, f. 222. Or. Jakob Sturms.— Prod. Do. 10. März. Bericht Schwarzerts; die Spanier bei Gmünd; Nachrichten vom Kurfürsten. Schicken,(was uns Jerg Schwartzerd, des Melanchtons bruder, us Brettheim Bretten] geschriben... so haben wir daneben uf der strass von Es ist hier wohl auf die erneute Anwesenheit von Saint-Ayl in Strassburg angespielt. Dieser muss damals bereits wieder vom französischen Hofe(über seinen dortigen Aufenthalt vgl. Nr. 553, Anm. 2) nach Strassburg zurückgekommen sein. Das beweist die Antwort des Königs vom 17. März auf ein(nicht erhaltenes) Schreiben von Saint-Ayl aus Strassburg(gedr. von Ribier, Lettres et mèmoires d'estat I, 8. 627- 528; vgl. auch Holländer, a. a. G., 8. 75 und H. Clouzot, Le veritable nom du seigneur de Saint-Ayl, S. 361- 369. Auch schreibt der Kurfürst von Sachsen am 11. März an den Landgrafen(Ausf. in Marburg, Arch., Sachsen(E. L), 1547, f. 240= 248; praes. Kassel 16. März), nach einem Briefe des Rheingrafen vom französischen Hofe: 6... Soll auch gewiss sein, das sein ko. W. einen legaten gein Strasburg geschickt und dem rath und gemain gegenwertiger gefar und verdruckung halben irer freihait allerlei gnedige anzaig und erbietungen thun lassen.)— Ebenso würde der in Nr. 565, Anm. 8 angeführte Brief Johann Sturms dies bestätigen, falls wir als Empfänger den französischen Gesandten in Strassburg annehmen dürfen.— Zu Saint · Ayls Aufenthalt in Strassburg vgl. auch Nr. 595 und 597. 7 Infolge des Todes von Heinrich VIII.; vgl. den Brief Burkhardts vom 6. Februar (Nr. 552). 8 Wahrscheinlich ist damit der(nicht erhaltene) Brief des französischen Königs an Saint-Ayl gemeint, dem die Strassburger keinen Glauben beimessen wollten, weil er nicht unterzeichnet war, und auf welchen der König am Anfang des von Ribier, a. a. O., 8. 630-631 abgedr. Briefes anspielt; vgl. auch Clouzot, a. a. CO. 9 Darunter ist wohl Bucer zu verstehen; vgl. Anm. 1. 577 Nach einem Brief Hedios an Erb vom 10. März(Abschr. in Str. Univ.(Bibl., Thes. Baum. XVIII, f. 26) waren die Gesandten erst am 9. März von Strassburg aufgebrochen («pridie rursus abierunt). — TEN—— ö EEE A 646 1547. Vertragsbedingungen Strassburgs für die Unterwerfung g 9 9 9 etlich hantwerksgesellen vernommen, das inen die Spanier, so zu Esslingen gelegen, vergangens mentags März 7 im Ramstall nidewendig Gemund be— kommen; achten, si sien die selb nacht umb Gemund gelegen. so ist uns sonst einer bekommen, der us dem land zu Sachsen zeucht. sagt, der churm furst si noch umb Aldenburg gelegen; weiss von keiner schlacht..., sonder man sag, es hab der churfurst etlich Hussern erlegt. datum Etlingen umb 12 horen mitwoch den 9. Marcii a. 47.) 578. Bericht des Hieronymus Hurus! vor dem Konstanzer Rat. [1547], März 9. Konstanz.] Konstanz, Arch., Reform., Fasc. 28 A, S. 750- 754. Aufzeichnung des StadtSchreibers.— Erw. von Maurer, Der Übergang der Stadt Konstanz an das Haus Osterreich, S. 29. Berichtet nach den Mitteilungen Ulms über die Bedingungen, unter denen Strassburg sich mit dem Kaiser aussöhnen kann. (Uf... 9. tag Marcii sind die haimlichen und ire zugeordneten bi ainandern gewesen; und hat Hieronimus Hurus, der vorhin am 2. tag Marcii gen Ulm geschickt ist worden ze erkundigen, wie deren von Strassburg ussünung sin werd ze erlernen), relation gethon, was er erlernet hab: namlich als er mit Martin Wickman und uf des Wickmans begeren mit Wolken Rechlinger gehandelt, der gehaimen fruntliche dienst angesagt und darnach(bericht), was deren von Strassburgs ussünung sin werd, berichts begert; also habent si, vorab der Rechlinger, gesagt: Erstlich als die andern stett in irem fusskall bekent habent, das si in fürnemung dises kriegs verfurt sien, ouch unrecht gethon habent, werdent die von Strassburg solches nit bekennen, sunder nur sagen sollen, das si unrecht gethon, oder aber das si die ro. kai. und ko. Mt. hoch belaidiget habint. Zum 2. als die andern stett in irem aid haben sweren mussen, das si Sachsen und Hessen und iren anhengern etc. kein furderu ung, stur noch hilf etc. thun wellent etc., werdent die wort Sachsen und Hessen herussen gelassen, aber die wort achter in gmain gesetzt werden. Zum 3. das die andern stett sich aller hilf verzihen oder begeben sollent hab der Rehlinger gsagt, es sige ain unverstentlichs zwifligs wort, das er ra verston konne; aber es werde in deren von St ass burg versunung herussen pliben und dessen nit gedacht werden. Zum 4. das man versprechen solte ze schadigen ete., ist namlich die mainung, das die versunten stett wider Sachsen und Hessen etc. hilf thun solten, si ze beschadigen etc.; dises artickels halb werde ouch kain meldung beschehen. Lum 5. die religion belangende etc. soll die religion ze erertern weder zu der kai. Mt. erkantnus ston noch die mit gwalt oder mit dem swert ze verrichten, sunder durch ander gutliche verglichungen gerichtet werden. Zum 6. das man in denen stetten den bapstischen gotsdienst sollte gestatten ze thun etc., hab der Rechlinger gsagt, die kai. Mt. habe das nie begert, dann nur fur i ir Mt., ouch fur ir hoffgesind und kriegs volk etc.. 578° 1 Vgl. Nr. 568, Anm. I. unter den Kaiser; Basel billigt Strassburgs Unterwerfung. 647 Zum 7. das die stett ain kriegsvolk oder zusatz zu sich lassen sollent etc., sig denen von Strassburg nachglassen, das si niemands zu inen nemmen sollint etc.. Zum 8. das den stetten kain versicherung umb die gedingt, die beschehint, geben werd etc., habe der Relinger gsagt, man gebe ain gnügsame schriftliche absolution dises kriegs und aucht halb und mandata uber alle privilegia, allain die religion usgenommen. Zum 9. so musse der fussfal in all weg beschehen; also hab im der Relinger angezaigt. Zum 10. so musse die puntnus, die man mit den Schmalkaldischen hab, ufgesagt werden. Zum 11. solle man von nuwem sweren, wider kai. und ko. Mt.en fürohin nit mer ze thün noch sich mit jemands wider si zu verbinden. Zum 12. als die andern stett in irem aid der kai. Mt. als irem naturlichen heren gesworen, ouch wider das hus Osterrich nit ze thun etc. gesworen habint, werde in deren von Strassburg aid dise baide wort: naturlich und Osterrich herussen gelassen. Zum 13. so musse man kai. Mt. cammer oder camergericht annemmen. Item zum 14. als gmainer stett und sunderbarer burger guter in arrest gelegt sien etc., werde dasselbig arrest relaxiert und ufgehoben. Zum 15. sollent kaine sunderbare schatzungen uf die stett gelegt werden. Item zum 16. als ändern stetten ain geltstraf ufgelegt, sige denen von Strassburg nachgelassen, das si kain straf, sunder nur ain vererung geben sollint. Item zum 17. sollent die von Strassburg 12 stuck buchsen der kai. Mt. geben, doch nit grosses gschutz, sunder nur das sich bis uf 5000 gl. wert erloufe. Dis obermelte 17 puncten sien die gedingt, mit denen die von Strassburg versunung erlangen mogint; welhe dann ire gsanten an ire obern ze bringen angenommen habint. und sollint in 10 tagen antwort geben, ob sis annemmen wellint oder nit.» 579. Die XIII von Basel an die XII. 1547, März 9. [Basel]. Str. St. Arch., AA 556, f. 79—82. Ausf.— Prod. Di. 15. März; prod.«vor den 21» 16. März.— Erw. Eidgen. Absch. IV, Id, S. 784 zu aa 2, Billigen ihren Entschluss; haben schon berichtet, wie weit sie helfen können; Klage über den Fall Deutschlands; französische Werbung; noch kein Entschluss über Konstanz: dessen mannhafte Antwort an Landau, Zettel: Zeitungen aus Burgund, Antwort auf Nr. 564. G.. Mogend wir wol verstonn, das ir die sachen uf bed weg wislich und christenlich bedocht. dann wer wolt euch verargen, so ir, uk die wise ir schriben, bi der kei. Mt. usgesunt, so gotlichen friden erlangen, euch, die euwern und dise land vor krieg, verderben, schanden und schmechen verhuten mochten? hiegegen wie konte es euch nit fur die hochste dapferkeit von allen eerliebenden gloubigen angenommen werden, wann ir uch eines fridens, der zu schmelerung gotlicher eeren und sines heiligen worts, darzu euch und euwern zu schaden, nachteil und schanden dienen sollte, widerten... Haben sich bisher freundschaftlich gegen sie bewiesen und werden sich auch fernerhin so halten.«Wie aber die sachen bi uns geschaffen, 648 1547. Haltung der Eidgenossen; Tag zu Baden. wohin sich ouch unser macht strecke etc., dessen und aller gelegenheit sind ir hievor durch unsern panerherren! gnugsam verstendiget. und wolte gott, es werend zu anfang diejenigen, so sich(als uch wussend) gegen dem rich ires getruwen diensts erbotten, mit einer dapferen anzal knechten angenommen. heten wir gut hoffnung gehan, es were vilicht etwas geschafft worden und die sachen nit dahin geraten, das sich die sterkisten stett one alle not und also, das si kein gwalt nach belegerung erliten, in so beschwerlichen friden ergeben. es hat aber gott gefallen uns Dutschen, die alle land durchstrichen und beschwert haben, also zu stroffen und ze demutigen... sonst als ir begeren, was uf jet zgehaltenem tag Baden gehandlet, so vil thunlich uch zu verstendigen, wollen wir uch nit bergen, das der kron Frankrich bottschaft vor gemeinen Eidgnossen erschinen und sinem konig 15000 Eidgnossen in siner Mt. dienst zu bewilligen... begert; wellich sin begeren die botten... in ire abscheid genommenz. da wir uns versehen, wann der konig wolle, werde er knecht gnug uberkomen. Der statt Costanz halben ist ouch bi unsern Eidgnossen anzug beschechen; es haben aber merentheils orten sich der sachen nut beladen wollen, wie wol sich dennocht die botten gemeinlich fur ire personen horen lassen, das frilich kein ort der REidgnoschaft keinem fromden kriegs volk gestatten nach zulassen werde, die von Costanz nach andere nachpuren ab der Eidgnossen erdrich ze bekriegen nach zu beschedigen. doch habend gemein Eidgnossen disen handel widerumb in ire abscheid gnommen; und wirt man sich uf nechstem tag einer entlichen antwort doruf entschliessens. Und als herr Hans Jacob von Landouw mit... Costanz... der ussunung halb gehandlet, habend si im ire beschwerden lut hierin verschlossener copit, so uns in hochem geheim zugestellt und wir uch doch mit pitt, solches in geheimster stille bi uch zu behalten, ouch nit bergen wollen, zu erkennen geben, welliche dermassen geschaffen, das si von allen eerliebenden fur pillich erkant werden...“ Dat. Mi. 9. März 47. Zettel:«Us Burgund werden wir berichtet, das der bapst zu Rom gewusslich gstorben sin soll. uns langt ouch gloubwurdiglich an, das ein stat Augspurg mit fromden kriegsluten dermassen uberlestiget..„ das etliche burger nit mer pliben noch platz da haben mogen.) Bitten um Leitungen. 5791 Bernhard Meyer; zu seiner Sendung nach Strassburg vgl. Nr. 468. 2 Vgl. Eidgen. Absch., a. a. CO., S. 779 aa 3 und Nr. 574, Anm. 1. 3 Vgl. a. a. O., S. 774 1 und Nr. 574, Anm. 5. * Es ist der Brief von Konstanz an den kaiserlichen Rat und Landvogt zu Nellenburg, den Ritter Hans Jakob von Landau, vom 19. Februar(Abschr. in AA 556, f. I4- 78; gedr. bei Vögeli, Der Konstanzer Sturm im Jahre 1548, 8. 16— 21); vgl. auch Nr. 581. 5 Dieser Brief und der Berns(Nr. 574) wurden am 16. März im Rat verlesen. Man beschloss, ihnen den eben mitgeteilten Sieg des Kurfürsten Ivgl. Nr. 570] zu melden und zu(begeren, was sie neuws haben)(Ratsprot. 1547, f. 1166). Die Antwort erfolgte aber erst am 22. März(Nr. 589). 1547. Der Kaiser im Oberland; Abbitte Herzog Ulrichs von Württemberg. 649 580. Die Strassburger Gesandten Jakob Sturm, Marx Hag und Friedrich von Gottesheim an die XIII. 1547, März 10. Pforzheim. Str. St. Arch., AA 564, f. 223 und 227. Or. Sturms. Prod. Sa. 12. März«ehe reth und 21 nidergesessen). Aufbruch des Kaisers nach der Abbitte Herzog Ulrichs; Abmarsch der Spanier aus Esslingen; Forderungen des Kaisers an Esslingen und Reutlingen. ... Wie wir nechten alher gon Pforzheim kummen, haben wir ein gesandten von Esslingen hie funden; der hat mir, Jacob Sturmen, angezeigt, wie kei. Mt. uf fritag März 4] zu Ulme ufgewesen, noch bis gon Gengen verruckt; und das herzog Ulrich von Wirtenberg sich denselben fritag vor kei. Mt. in einem sessel tragen losen, also sitzend sich entschuldigt, das er den fussfall libs halb nit thön möge, und umb verzeihung gebetten; hat im kei. Mt. durch doctor Marquarten, so jetz des Navis amt versicht, antworten lossen, so er sich gehorsamlich und vermog siner verpflichtung halt, woll im kai. Mt. ein genedigster keiser sein. und ist kei. Mt. alsbald verritten. so ist das regiment Spanier denselben fritag auch von Esslingen gezogen; haben wenig bezalt. die Spanier in Goppingen sind noch vergangens zinstags I8.] do gelegen; derglichen die besatzungen uf dem Asperg, Schorndorff und Kirchen. Kei. Mt. hat ein comissarien, Hans Jerg Schaden von Mittelbiberach, gon Esslingen und Reutlingen geschickt. hat an die von Reitlingen 20000 guldin und etlich buchsen, 2 oder 3 stuck etc., gefordert; haben si bewilligt in einem monat zu bezalen. an Esslingen hat er gefordert 40000 gulden. haben sich desselben beschwert, sei inen nit moglich, haben im 5000 gl. bar geben, umb das uberig, dweil er nichts nochlossen wöllen, zu kei. Mt. geschickt, ob si gnad erlangen möchten. er hat auch begert, in in das zeughaus zu lossen. do hat er ein carthun, zwo nottschlangen und sonst noch zwei stuck usge— zeichlneſt; dozu begert, zu jedem stuck 100 kuglen und dan 50 zentner pulver. das haben si im als bewilligt. verner hat er sich horen lossen, das er pevelch hab gon Hailpron und Hall auch zu reiten, in glichnus inen, was si an gelt und geschutz etc. geben sollen,[anzuzeigen]. acht woll, es seien zu andern stet in glichnus comissarien gesandt. nun hat er! willen, unser hern umb gelt anzusuchenz. hab ich im die gelegenheit, wie es umb euch stande, 580 Sturm schreibt zur Erklärung an den Rand:;(Der gesant von Esslingen,. 2 Am 12. März wird im Rat eine Beglaubigung Esslingens für Hieronymus Brelin verlesen. und Han berichtet über das, was ihm Brelin gestern mitgeteilt hat; es ist im wesentlichen das oben von Sturm Geschriebene(Ratsprot. 1547, f. 106— 107): Brelin erklärt, er sei nach Weil, Pforaheim und hierher geschickt. Weil wolle 2500 Gulden, Pforzheim 1500 leihen. Strassburg möge 8- 10000 Gulden vorstrecken. Der Rat lehnt zunächst am 12. März die Anleihe ab, will dem Gesandten aber bei den Bürgern behilflich sein (a. a. O., f. 1089). Als Brelin dann auf der Rückreise vom Kaiserhofe am 23. März anzeigt, der Kaiser habe cinen nit ein phenning... nachlosen», und nochmals bittet ihnen 5-= 6000 Gulden zu leihen, beschliesst man,(dieweil die ellend herberg 6000 gl. haben, die sie gern anlegen wolten, so soll man dieselben zu 4 an[n]emen und inen zu funfen darlehen (a. a. O., f. 135 b- 1586). Am 26. März wird eine Verschreibung über 5000 Gulden aufgesetzt(a. a. O., f. 1406 und 145 a, die dann Esslingen am 9. April ausstellt(bschr. in Str. St. Arch., Briefbuch E, f. 77—78).— Am 17. August wird die Bitte Esslingens im Rat verlesen, man möge ihrem Boten Dionysius Plattenhart, der hier 5200 Gulden in grober Münze aufgenommen hat, behilflich sein, sie in Gold zu wechseln. Es wird beschlossen, ihm möglichst zu helfen(a. a. O., f. 446 b, vgl. auch f. 451 b). VE 650 1547. Konstanzer Gesandtschaft in Strassburg. angezeigt und das ich sorg, er werd wenig usrichten; doch mocht er bi andern steten im Elsass ansuchen, ob er villicht doselbst gelt möcht ufbringen. datum in eil zu Pforzheim donderstag den 10. Marcii morgen frug a. 47.» 581. Instruktion des Konstanzer Rates für Hieronymus Hurus an die XIIII. 1547, März 12. Konstanz.] Konstanz, Arch., Rejorm., Fasc. 28 A, Mr. 184, S. 765—– 769. Entw. des StadtSchreihers.— Erw. von Maurer, D. Übergang der Stadt Konstanz an das Haus Österreich, 8. 29. Soll um Strassburgs Vertragsbedingungen bitten und über dier eigenen Verhandlungen berichten. Bitten, Hurus die Bedingungen ihrer Aussöhnung vertraulich mitzuteilen; und wenn der Vertrag noch nicht abgeschlossen sein sollte,«die, uf welche si zur versonung ze kummen getruwtent.» Hurus soll sie so auf zeichnen, dass, selbst wenn die Schrift verloren geht,«dannocht niemands darus version mag, was die mainung deren sige.» Fragen sie ihn in Strassburg, wie es mit Konstanz steht, so soll er sagen, sie fänden in den Bedingungen anderer Städte Beschwerungen des Gewissens und der Ehre und hatten daher die Verhandlungen«bis daher verzogen.» Um aber nicht widerspenstig zu erscheinen, haben sie sich bei den Vermittlern zu schuldigem Gehorsam gegen den Kaiser und Friedfertigkeit gegen alle erboten und gebeten, die Sache dahin zu fördern,(das die statt Costanz also in friden und unangefochten pliben mochte.» Da sie aber befürchtet ten, durch den Verzug in grössere Ungnade zu geraten, so haben sie ihre Beisphwer den an den Verträgen der anderen Städte an Hans Jakob von Landau übersandt, wovon Hurus Abschrift hatz. Da Landau es nicht für gut hielt, diese Beschwerden vorzubringen, haben sie ihm anheimgestellt, sie zurückzuhalten und andere Gründe anzuführen. Auch hiervon bringt— Abschrift mit. Da Landau das ablehnt und meint, Konstanz solle die Gründe für einen Stillstand selbst aufsetzen, so haben sie,«in bedacht, das diser ziten allain umb ain stillstand, das man die statt Gostanz also unangefochten pliben lasse, geworben wurt,» Landau eine andere Schrift zugesandt,«uf welche er sin handlung bi der kai. Mt. stellen moge.» Auch von diser dritten Schrift hat Hurus Abschrift mitbekommen. Er soll sich er bieten, sie auf Wunsch vorzulegen. Auch soll er die XIII um Bericht über den grand in Sachsen, Hessen und im Niederland bitten.(Dann mancherlei reden bi uns derhalben beschehent. actum 12. Martii a. 15475.» 581 1 Nele Beglaubigung vom gleichen Tage an die XIII in Nr. 568, Anm. 1; da sie am 16. März vorgelegt wurde, wurde er wohl an diesem Tage auch beschieden, doch ist in den Ratsprotokoilen darüber nichts zu finden; vgl. auch Nr. 578.— Bucer setzt am 17. März Ambr. Blaurer n. 2. CE tür Strassburgs Unterwerfung auseinander gedr. von Schiess, Briefw. Br. A. u. Th. Blaurer Il, Nr. 1424, 8. 608—610). Hurus wird diesen Brief mit nach 6 bin genommen haben. Brief vom 19. Februar( Abschr. in AA 558, f. 13— 15); vgl. auch Nr. 579, Anm. 4. 3 Brief vom 2. März(Abschr. a. a. CO., f. 17). * Brief vom 12. März(Abschr. a. a. 6. f. 18; Entw. in Konstanz, a. a. CO., Nr. 182, 7ö9g— 762; ben. von Maurer, a. a. 0.,5 8.359. . Der Stadtschreiber(Vögeli) hemrkt oben am Rande des Stückes(a. a. O., S. 765): M —> 1547. Metz schlägt Vermittlung beim Kaiser zu Gunsten des Friedens ab. 651 582. Bürgermeister und Rat von Speier an die XIII. 1547, März 14. Speier. Str. St. Arch., AA 558, f. 4-45. Ausf.— Prod. Do. 17. März. Vergeblicher Versuch, Metz zur Friedensvermittlung zu bestimmen, Verweisen auf ihre Botschaft und ihr Schreiben, dass Nürnberg die Vermittlung nicht für ratsam halter. Trotzdem haben Worms und sie«uns verainigt..., den dreizehen... der statt Metz... ze schreiben..., wo ir e. F. neben denen von Worms und uns uf mittel und weg, wie angeregter unfried abgeschafft etc., zu bedenken... gedechten und helfen wollten, weren wir unbeschwert, die unsern zu ir e. F. derwegen zu verfertigen etc. daruf gedachte von Metz denen von Worms und uns geschrieben, das sie den frieden befürdern zu helfen kein mühe sparen wollten, wo sie den zu erlangen einiche gute anzaig haben möchten. dieweil sie aber verstanden, viel trefflicher fürsten, herren und stedt sich deswegen sonder frucht eingelassen..., SO besorgten sie, das all ir arbait auch vergeblich würde abgöhn. wo die von Worms und wir aber andre mittel... Wissten, wollten sie dieselben gern vernemmen. wiewol nun die von Worms uf... der von Metz... antwort... die handlung furzutreiben für unfruchtbar angesehen und darumb die sachen also ersitzen zu lassen für ratsam erwegen, so haben wir doch... für uns selbs nit umbgöhn mögen, oftgedachten von Metz... die mittel, so die von Worms und wir mit einander berathschlagt, zu eröffnen, nemlich das bei... den herzogen von Gülch ete.“ und der... herzogin von Lutringen als der kai. Mt. etc. schwager und basen zu erlernen sein sollt, ob sie durch sich oder mit andern die kai. Mt. umb gnad deren in gedachtem krieg begriffenen] anzusuchen gewillt; und das sollichs bei dem... herzogen von Gülch durch... Cöln und am lutringischen hove durch sie, die von Metz, zu erkundigen were etc. deswegen uns von denen von Metz wider geschriben, das sie liebers nicht gesehen wollten, dann den frieden... im haill igen] reich... aber die herzogin von Lutringen derhalben zu ersuchen, konten sie bei inen nit für ratsam oder erschiesslich sein ermessen; dann sie des gewiss, das sie, die herzogin, die kai. Mt., iren herr vettern, in sachen, die ir Mt. zuwider und deren ir Mt. misfallens trügen, zu ersuchen sich nit würde vermögen lassen. aus welchem allem e. e. F...., das... an unserm vleiss nicht erwunden, freundlichst abzunemmen. geben montags nach oculi a. etc. 47.) «Was uf dise instruction gehandelt ist, findt man im andern buch dises 1547 jars, das sunst das sibent buch diser kriegshandlung ist, glich im anfang, namlich am 22. tag Martii.) Der Band fehlt jetzt aber. Über die Erhaltung dieser Konstanzer Reformationsakten vgl. auch Vögeli, Konstanzer Sturm, 8. 2122, Anm.— Am 25. März dankten die Geheimen von Konstanz den XIII für den Hurus gegebenen Bescheid und baten um Angabe des seither Geschehenen(Ausf. in AA 558, f. 46; lect. 28. März). Der Brief wurde am 30. März im Rate vorgelegt:(Erkant, inen die artickel schicken und mit dem geschutæz, gelt und die form des eids nit[oder«mit»?] schreiben)(Ratsprot, 1647, f. 152). Das geschah am 31. März; man bat die Geheimen, die Bedingungen(in der geheim bei euch zu haben» (Entw. in AA 565, f. 174). 582 1 Vgl. Nr. 481 und 535. 2 Dieser bemühte sich damals schon um eine Vermittlung zwischen dem Kaiser und dem Kurfürsten von Sachsen. Vgl. Mentz, Joh. Friedr., I, 3, 8. 60, Anm. 5, 8. 75, Anm. 3, S8. 79, 81, 82, Anm. 1. . 652 1537. Landgraf Philipp lehnt die bisherigen Verhandlungsbedingungen ab. 583. Landgraf Philipp an die XIII. 1547, März 18. Kassel. Str. St. Arch., AA 561, f. 36—- 38. Ausf.— Lect. 30. März. Berichtet über Vorschläge, die er nicht annehmen will. Zettel: Brandenburgs Vorschläge sind abgeschlagen; bittet um Bericht wegen seines Sohnes. Dankt für Nr. 575«mit gnedigem begeren, do ir entlich vertragen und was die conditionen desselben sein wurden, ir wöllet uns davon auch ufs furderlichst berichten. daneben aber können wir euch nit bergen, das uns Solche beschwerliche articul zugemutet, wilche auch beharret, wöllen werden. wo man nun davon nit wirdet wöllen ablassen, so werden wir sie nit können noch mugen annehmen. erstlich will man haben, wir solten wider den churfursten und die andern unsere mitver wandte stende, so noch unvertragen sein, thun. zum andern, was im reichsracht,[!] beschlossen, das solten wir annemen one einige exception. zum dritten, wir solten einen unserer söhne zu gissel geben, da doch nit bestimt wirdet, wie lang dieselb zeit sein solt. zum vierten das wir herzog Heinrichen von Braunschweig und seinen sohn solten ledig geben und darnach in solicher sach des Kaisers mechtig weissung leiden. zum funften sollten wir dem kaiser funfhundert pferde und acht fendlin knecht sechs monat lang widder den churfursten und andere unsere mitverwandten besolden. zum sechsten solten wir einen fussfall thun mit unleidlichen worten. wo nun die ding solten beharret werden, so könten wir sie nit eingehen und musten eher daruber leiden, was uns gott zuschickte. dann wir je die ding nicht thun konnen, wilch wider gott, ehr und unser eusserst verderben sein etc. ob auch euch ein schreibenz, darbei wir euch inligende zeitung zugeschickt, noch nicht were zukommen, so ubersenden wir sie euch noch einmal hiemit zu.. Dat. Kassel 183. März 47. Zettel‘:(Wir wissen euch auch nit zu bergen, das es mit des marggraven churfursten furgehapter handlungs nichts mehr ist. dann s. L. haben die ding an rom. kunig pracht, aber nichts erlangen mugen. was ir uns unsers sohns halben schreibt, das vermerken wir von euch gnediglich...; und ist unser gnedigs begeren, was ir deshalben beim keiser weiter erlangt, ir wollet uns desselben auch berichten.» 583 1 Diese Bedingungen sind auch in dem Brief des Landgrafen an Bucer vom 19. März aufgeführt(gedr. von Lenz, Briefw. II, 8. 486— 488); jedoch ist dort S. 488, 3. Abs., 5. 7. zu lesen:«kein zeitjar), was auch besser zu der Angabe im obigen Brief stimmt.— In 2 Briefen vom 16. und 18. Mär beauftragte Philipp den beim Herzog Moritz befindlichen Heinrich Lersner(vgl. Nr. 533, Anm. I), auf der Grundlage der mitgeschickten Strassburger Artikel Milderungen zu erlangen(Entw. in Marburg, Arch., Nr. 952, f. 216- 219 und 229- 242). Gemeint ist der Brief vom 7. März(r. 571) mit dem anemorialy Reckenroths über den Rochlitzer Sieg; vgl. auch Nr. 585. Im Entw.(in Marburg, Stadt Strassburg 1647, f. 92 – 98) steht«17». * Fehlt im Entwurf. 5 Vgl. Nr. 551, 3. Zettel. 1547. Nachrichten Burkhardts aus England und Frankreich, 653 584. Franz Burkhardt, sächsischer Vicekanzler, an Jakob Sturm. 1547, März 18. Amiens. Str. St. Arch., Thom. Arch., Universität 5. Abschr. des 18. Jahrhunderts(nach dem damals noch in GUP 3, Mr. 2 vorhandenen Or.); 2. Teil in Geheimschrift(im Text durch Kursivdruck wiedergegeben). Unterschrift:(Nester ex animo Ph. II B.) Wollen an den französischen Hof; England zur Hilfe geneigt; bittet um Nachrichten. Nachschrift: Hier rüstet man zum Krieg, Sind got loh widerumb in Frankreich omen; und ist der licenciat Lersner und ich hetacht, auf der post am hof zu reiten; wenn! wir dan auf heut den 16.2 Marcii alhie zu Amiens ankomen, und wirdet doctor Hans ¶ Viedhruch /, den wir zu Abavil Ahbedille/ gelassen, mit guter mus hernachvolgen. in Englant stehen got lo die sachen ganz wol; ist mit Fran kxreich genzlich doreinigt und eine solche freuntschaft gemacht und beschlossen, das es ils got dem gemeinen handel und defension mit gottes hulf zum Ruchsten wirdet dinstlich Sein. stehet itzunder allein bei Frankreich, do wir dan auch aus allerlei ursachen kein zweifel an tragen. und soll an unserm fleis nichts mangeln. Gil allein daran ligen, das unsere hern, ir und andere, so noch treulich hei einander halten und goltes sachen und ir libertet und ere betrachten, das best auch tuen und Sich nicht ferner trennen lassen. dan one zweifel wirdet got der almechtige die seinen entlich nicht verlassen und die verfolger seines götlichen worts, es geschehe under was schein es wolle, stuerzen. solchs habe ich euch in eil in besten wollen anzeigen, den ich alzeit meines alten vermogens zudem ganz willig bin. wollet das* beilegend briffleins bei gewisser botschaft mein gn. sten herrn zufertigen, auch nit unterlassen mirs an hof zu schreiben, wie es allenthalben/ stehe; dan ind zweien mondteſ n/ habe ich keinen huchstdh von euch hekomen, wissen auch nichts, wie[es] hei euch und andern unsern ern zustehet. datum Amiens den 18. Marcii a. d. 1547.» Nachschrift:(Wil euch wils got von[dem]? ort balt ferner schriben. alhie befinde ich, das man allenthalben mustert und sich zum krig rüst.» 585. Simon Bing an den Landgrafen Wilhelm in Strassburg. 1547, März 19. Kassel. Str. St. Arch., AA 561, f. 390=- 10. Or. Kämpfe im Niederland; Erfolge des Kurfürsten von Sachsen. Berichtet über den Sieg von Rochlitz. G... Das hat mein gn. f[urst] und herr den dreizehen... und ich e. fl. G. verruckter tagen zugeschrieben,, zuversichtig, die brief werden zu recht geliffert sein. itzo aber stehen die sachen 584 ı Wohl verlesen aus(wann). 2 Sicher verlesen aus(18.9, wie das Datum lautet. Auch der Brief an den Kurfürsten, den Burkhardt Sturm zu besorgen bittet, ist datiert:(Geben in eil zu Amiens in Frankreich den 18. Martii a. 47»(Abschr. in Marburg, Arch., Nr. a 3 Hs.: nur). 4 Hs.:«des». 5 Vgl. Anm. 2. 6 Hs.:«meiner». Die Hs. hat hier eine Lücke. 585 1 Beide Briefe fehlen; doch vgl. Nr. 570, Anm. 2 und 571, Anm. 2. nnn= 654 1547. Kriegslage in Norddeutschland; Erfolge des Kurfürsten von Sachsen; also: es ligt ein hauf knecht vor Bremen, stehen dem keiser zu. die von zremen halten sich ehrlich, haben teglich handlung mit inen, bringen irer viel umb. am stift Munster ist auch ein hauf knecht versamlet, die ver— mutung, sie wolten stossen zu den knechten vor Bremen; darnach werden sie weiter uf den churfursten oder uf dis land ziehen. der grave von Aldenburg ligt in der stadt Brunschwig, richtet daselbst ein garde von reutern und knechten an mit vorwissen des churfursten und villeicht auch des F ranzosen; und hat zu demselbigen ein gross gelt. schreibt von sich in kurzen so stark zu werden, das er vermeint mit den knechten vor Bremen zu sc hlagen. gestern ist schreiben hieher— der churfurst hab die stadt Zwigk Zwickau] mit gewalt gewonnen und drinnen alles erstochen ausgenommen weib und kinder.... Möge den Brief die XIII(auch lassen lesen; dann habe inen gleicher gestalt sollen schreiben, aber eil halben nit thun mugen...“ Dat. Kassel 19. März 47. 586. Die Strassburger Gesandten Jakob Sturm, Marx Hag, Friedrich von Gottesheim und Dr. Ludwig Gremp an die XIII. 1547, März 19. Nördlingen. Str. St. Arch., AA 564, f. 224- 228. Ausf., die 4 Unterschriften sowie die 3 Zettel Sind von Sturm geschrieben.— Prod. Mi. 23. März; lect.«bei räth und 21» 24. März. — Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. S— IR. Ankunft; Eid und Geschütz; der Vertrag bis auf einige Worte fertig; Krankheit des Kaisers; der Sohn des Landgrafen muss fort; die dem Kurfürsten dienen, nicht im Vertrag; ihre Frauen, auch Heideck, zu warnen: Vermahnung der Prediger und Buchdrucker; böse Reden sind zu bestrafen. 1. Zettel: Eben die Artikel verglichen; Fussfall noch vor der Abreise des Kaisers. 2. Zettel: Botenlohn. 3. Zettel: Verteilung der kaiserlichen Truppen; neue Rüstungen des Kaisers; seine Pläne; Vorgänge im Niederland; Herzog Alba in Nürnberg. C... Fugen euch zu wissen, das wir uf suntag den 13. Merze ns gon Nördlingen vor essens zeit] komen!, sind noch denselben te g zu dem von Arras gangen und gehört worden. haben also disse tag vilerlei han- Ulung mit sein G. gehepte, wie wir unsern herren zu unser ankunft„(wils gott) anzeigen wöllen. die nochlossung des eids und geschutz nit erlangen mögen, aber sovill erlangt das der eid vast uf die form, wie ander freistètt am Rhein sc hweren, g est elt. und die andern puncten dovon abgesondert und als ein vertrag nit geschworen, sonder versprec hen Is len werden zu halten. so hat man die zeit, do— b geschutz geben soll, noch 3 monat erstreckt, also das es erst nach verscheinung 6 monat soll geben werden; hoffen wir, der krieg soll alsdan durch— genaden sein end erraichen. sunst stot es mit den andern bunten, das man ir vast verglic hen, allein das wir noch in etlichen worten disputieren; achten aber, es sei so weit komen, das die ussienüng nit mer zerschl agen, sonder 586 1 Die Angabe Mocenigos, sie seien schon am 10. März angekommen, ist demnach falsch(Venet. Dep. IIC, S. 190). Nach einem Schreiben Jakob Muffels an den Nürnberger Rat(0. D.; Auszug in Nürnberg, Staatsarch., Reichstagsakten XIV, Fasc. 1, kamen sie 3 12 Pferden an. 2A. a. O., Nr. 28(ebenfalls o. D.) schreibt Muffel:(Item her Jacob Sturm hab im in vertrauen n angezeigt, wie mit in uber vertrauen gehandelt.) zericht der Strassburger über ihre Verhandlungen am kaiserlichen Hofe. 655 fur sich gon wurdts. die kai. Mt. ist etlich tag am podagra gelegen und noch; verhindert den füssfall; sonst achten wir, wolten bald fertig werden. Des jungen landgra ven halben haben wir nit erlangen mögen, das er zu Strassburg pleibe; sunder ist uns furgeworfen, so er do sein solt, ob er schon jung, hab er doch dienere; so wurd der vatter zu ime schreiben und allerlei practicken widder kai. Mt. mögen anriechten. so hat man uns auch kein sicherheit zusagen wöllen, domit man in zu seinem vatter schicken möcht; zonder hat uns der von Arras geratten, wir sollen euch schreiben, das ir innen furderlich und heimlich verschickten; darneben zugesagt, er wöll es bei ime behalten und niemants darvon sagen; und je ehe, je besser, domit kein kundschaften uf in gemacht., derhalben haben wir gedacht uf unser herrn verbesserung, das er wer heimlich zu seinem schwager, herzog Wolfgangen. gon Zweibrucken zu schicken; leg die erst nacht uf Herrenstein ete.; und das Herzog Wolfgangen geschriben wurd, das er seinem schweher schreiben möcht. wie er in bi ime hett und sich seins willens erkundigt etc.; und sollich schreiben an hſerzog] Wolfgangen nit zuvor geschehe, sonder mit dem jungen herren. domit er nit die sach von sich uf unser herren schibbe, wölche in den Rhein hinab uf das land zu Hessen nit woll bringen möchten. Derjenen halb, so noch in des churfursten und landgraven dienst, haben wir nit erlangen mögen, das man sie abmanet zuvor, sonder will si kai. Mt. nit in der versönung haben. es hat woll der von Arras geroten, man möcht zie warnen. domit si bi zeiten abzügen, vor und ehe ire guter vergobt. wir können abber nit gedenken, das solchs so bald geschehen möcht, das sie in dem vertrag begriffen wurden. derhalben gedenken wir, ob man ire weiber verwarnet, das sie sich und was sie guts hetten, an ir gewarsame thetten, bis die sach auch zu vertrag irenthalben brocht möcht werden. wir haben in dissen puncten vleissig angehalten, abber nichts erlangen mögen, sonder ward begert, wir wolten derselben namen anzeigen; so es dan nit bevelchsleut odder vom adel weren, möcht die abmanung statt gewinnen. wir haben abber die anzeig der namen nit zu thun wissen und es also erwinden mussen lassens. es will auch nunmer von noten sein den von Haidechk und andre, so noch unvertragen, zu verwarnen sich hienweg und an ir gewarsam zu thun®. es will auch unsers bedenkens von nöten sein mit den predigern zu 3 Arras äusserte schon am Morgen des 17. März:(Che sono conelusi li capitoli dell accordo con Argentina, ma non stipulati per anchora; et... disse: questo accordo del tutto non& come volevemo, ma bisogna pigliare quello che si por(Venet. Dep. II, S. 198).— Doch vgl. dazu seine Bemerkung im Brief an die Königin Maria vom 10. April: Strassburgs Unterwerfung ist wichti es ist ehrenvoll für den Kaiser(pour estre venus lesdits de Strasburg si loing, ayans les ambassadeurs francais à leur ville, qui vouloyent offrir mer veille, mais Fon ne leur voulut consentir de proposer aulcune chose(gedr. bei v. Druffel, Beitr. z. Reichsgesch. I, Nr. 96, S. 57). 4 Der Rat beschloss am 24. März in einer wegen des obigen Schreibens berufenen Sitzung, man solle den jungen Landgrafen(noch niergenthin schicken, sonder dem landgraven schreiben, wie die sachen standen, und im heimsetzen, wohin er den haben woll; darzu woll man im beraten und beholfen sein»(Ratsprot. 1547, f. 137). Ein derartiger Entw.(in AA 561, f. 32—- 34; lect. Sa worten) geändert,(wie das hern Martin Herlin, der das mer worden, zu thon bevolhen und von im beschehen ist»(Ratsprot. 1547, f. 140 4a. Vgl. Nr. 591. 26. März) wurde am 26. vorgelegt und«in etlichen 5 Am 24. März beschloss man,«der herren ankunft zu erwarten und derselben bericht 136 b- 1372). sie auch zu [zu horen]» und danach zu«bedenken, wie mans halten wolly(2. a 6 Vgl. Nr. 549, 572, Anm. 16 und 573; man beschloss am * . * 2— SF — 656 1547. Bericht der Strassburger über ihre Verhandlungen am kaiserlichen Hofe. reden, domit sie vor dem volk nit widder disse ussönung reden und also ursach geben zu unwillen zwischen dem gemeinen man und der obberkeit, sonder disse und dergleichen sachen, die der obberkeit zuston, uf den canzlen und sunst ungetadelt lossen7 und das volk zu besserung irs lebens und ernstlichem gebett zu gott ermanen, damit er sein straff gegen uns miltern und hiennemen wöll. dergleichen will auch mit den buchfurern und truckern zu verschaffen sein, schmachbuchlin, so zu nichts gutt sind dan bös erger zu machen, hinfurter nit zu trucken noch feil zu haben allerlei unraths zu vermeiden. es will auch die notturft erheischen, die frechen reden des gemeinen mans, so sie vor disser zeit des vertrags halben und sunst usgeschlagen, zu stillen und mit ernstlichem insehen oder stroff zu furkommens, dan wo sollichs nit beschehe, ist zu besorgen, es solten die let zern ding böser werden dan die ersten. datum Nördlingen den 19. Marcii zu 5 uren gegen obent.) 1. Zettel:(Wie wir disen brieve geschriben, hat der her von Arras umb vier uhren noch uns geschickt; und sind der artickel gar verglichen, wie ir, unser hern, ob gott will, von uns in kurzem bericht sollen werden. dan die gemein sag alhie, das kai. Mt. bis montag oder zinstag[März 21 oder 22] werde ufsein. so sind wir von dem hern von Arras vertröstet, das der fussfall «berichten, wie die sachen stand, sich irer gelegenheit auch hinweg mogen zu thon(a. a. CO.. f. 1372). Darauf erschienen am 26. Graf Ludwig von Oettingen, Herr Hans von Heideck, Graf Sebastian von Helfenstein und ein junger von Qettingen im Rat und betonten, dass sie den protestantischen Ständen gedient hätten und nur wegen der Religion verjagt wären. Nun sei ihnen gestern erklärt worden, die Stadt werde vertragen werden,«irer gelegenheit sich danach wissen zu richten eté. dweil aber dasselbig wortlin: irer gelegenheit etc. etwas dunkel, und itzt... ire gelegenheit wer, noch mer hie zu verharren...., es wer dan, dax ein gemeine statt ab inen beschwerung truegen. im fall aber es dissen weg haben solt, bitten sie, inen solches Klerlichen zu erkennen zu geben.) Man verschiebt die Antwort bis zur Rückkehr der Gesandten(a. a. CO., f. 141— 142). Schon am 7. Februar wird angezeigt, dass«maister Mathis[Zell] uf der canzel seer unruig sei)(a. a. O., f. 41a). Am 21. Februar wird geklagt, das die prediger sich dieser zeit unbescheiden uf den canzlen in bredigen halten, sonderlich Paulus Vagius zum jungen Sant Peter verschinen zinstag[15.], doher dan kom, das die burger auch unnutz reden treiben.“ Man bemerkt auch,(das die prediger zu St. Thoman Bucer] und zum Jungen St. Peter Fagius] die leut insonderheit beschicken und understanden den bann fur sich selbs ufaurichteny(a. a. O., f. 63 64). Es wird eine Kommission eingesetzt(a. a. O., F. 65a). ® Gedacht ist vor allem an die aufrührerischen Reden zweier Schöffen bei dem 2. und 3. Anbringen an die Schöffen am 3. Februar und 5. März(vgl. Nr. 545, Anm. 9 und 569). Der eine, der Maurer Konrad Kruss, hatte am 3. Februar den Rat der unrechtmässigen Verwendung der eingezogenen geistlichen Güter verdächtigt[vgl. Holländer, a. a. O., 8. 79]; der andere, der Schneider Hans Manlich, hatte am selben Tage behauptet, Jakob Sturm habe im vorigen Sommer vor den Schöffen[vgl. Nr. 221, Anm, 4] erklärt,«das der keiser nie keinen glauben gehalten», und hatte trotz der Richtigstellung Sturms darauf beharrt. Am 5. März hatte er Jakob Sturm gegenüber verächtliche Reden über die vom Kaiser geforderte Geschützablieferung geführt. Am 19. März wird den beiden Beschuldigten eine Anklageschrift vorgelesen, gegen die sie sich zu rechtfertigen versuchten. Manlich kam mit einer scharfen Verwarnung und dem Befehl davon,«das er... sein mull mit den bosen reden zuhalt.“ Kruss dagegen wird nach zweimonatiger Haft Ende April auf 5 Jahre verbannt, welche Strafe ihm am 2. Mai auf Fürbitte der beiden Gräfinnen von Oettingen auf 1 Jahr ermässigt wird; nach dessen Ablauf wird er wieder in die Stadt eingelassen. Die Akten des Untersuchungs verfahrens liegen in AA 564, f. 66—69 und 280-284; vgl. über die Verhandlungen auch Ratsprot. 1547, f. 92, 118, 120-122, 130- 132, 135 a, 220-= 222 und 1548, f. 233. 1547. Verteilung der kais. Truppen im Oberland; Vorgänge in Norddeutschland. 657 hie geschehen soll. derhalben so wollen die sach mit dem jungen landgraven und den andern, so noch unvertragen, furdern, wie wir euch geschribben. datum ut in literis zwisten 5 und 6 horen noch mittag.» 2. Zettel: Der Bote hat 2 Gulden erhalten; und wenn er«in drei tagen, das ist am zinstag[22.] zu nacht... zu Strassburg ist, sollen ir im den dritten gulden zu 15 batzen auch geben; sonst ist man im denselben nit schuldig.» 3. Zettel:«Die kai. Mt. hat die besatzungen im land Wirtenberg, auch zu Ulme und Augspurg ligen lossen; sind uf 24 fendlin knecht, wiewoll nit stark besetzt; das uberig kriegsvolk von Spaniern und Teutschen uf Nurnberg bescheiden. und lost von neuem knecht annämen; namlich der von Madrutsch, so drei fendlin hie zu Nordlingen hat, nimt noch vier neuer fendlin an. so nimt her Hans Walther von Hirnheim ein neu regiment an von 10 oder 12 fendlin; werden all uf Nurnberg bescheiden. wirdet iren armen leuten uf dem land zu grossem schaden reichen. kai. Mt. hat willens gehebt vor etlich tagen hie auch uf Nurnberg zu ziehen; so ist ir Mt. am podagra etwas krank worden, also das es sich bisher verzogen; bessert sich aber, derhalben man sich versicht, er werd nit lang meer hie bleiben... den kleineren steètten im Schwobenland werden grosse summen gelts in 6 wochen zu bezalen uferlegt?, welche iren ein teil zu geben nit moglich; suchen hie umb milterung ane, haben aber noch bisher wenig erlangt. was sich mit markgrave Albrechts gefangnus zu Rochlitz zugetragen, achten wir, haben ir nunmeer gut wissens. es ist der landgrave von Leuchtenberg uf siner und her Wolff Dietrich von Pfirt uf des churfursten seiten geschossen worden und beid nochmoln gestorben. der niderlendisch hauf, so umb Goln und Essen versamlet worden, ist noch innemung der graveschaften Teckelburg, Ritperg, Hoy und Lippio uf Bremen zu gezogen; hat inen uf 80 schiff genummen, sind aber der merteil zuvor exarmiert gewesen; und ligt jetz vor der statt. so ist herzog Erich der jung von Brunschweig widerumb in rustung!!, soll auch uf etlich sachsisch stett ziehen. von dem landgraven ist wenig sag hie, und horen wir von keiner vertragshandlung, dorin man mit ime stand. so horen wir auch nit, das der churfurst von Brandenburg oder jemants anders sich in handel schlage. der herzog von Alba ist, vor und ehe wir herkommen, gon Nurnberg verruckt gewesen, aber vergangens mittwochs[16.] uf der post wider hieher kommen und heut samstags uf der post wider gon Nurnberg verruckti; die knecht, so hie gelegen, ziehen heut auch hinweg zu dem andern kriegs volk. 8 Vgl. 2. B. Müller, Nördlingen i. Schm. Kr., S8. 144, Anm. und Nr. 580. 10 Vgl. Nr. 560, 1. Zettel und Anm. 5. 1 Vgl. dazu v. Druffel, a. a. CO., Nr. 88, 8. 48. 2 Im Strassburger Rat wurde am 23. März eine Zeitung aus Nürnberg verlesen,« wie duca de Alben bei inen etc.; last man dabei bleiben»(a. a. CO., f. 135 a). Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 42 658 1547. Fussfall der Strassburger Gesandten vor dem Kaiser; 587. Die Strassburger Gesandten Jakob Sturm, Marx Hag und Friedrich von Gottesheim an die XIII. 1547, März 21. Nördlingen. Str. St. Arch., AA 564, f. 229. Or. Sturms.— Lect. 26. März. Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. S2— 83. Fussfall; Aufbruch des Kaisers; Gremp nach Nürnberg; für Strassburg notwendige Massnahmen. Haben ihren Briefs Nr. 570, Anm. 2] am 19. März eben nach Abgang ihres eigenen Briefes erhalten. Teilen mit,(das wir uf heut dato zwisten einer und zwo uhren den fussfall gethon. und ist die kei. Mt. gleich alsbald uf gewesen, in einer senften hinweg gezogen; ligt hinnacht zu Otingen 3 meil von hinnen, zinstag 22. zu Gunzenhausen, mittwoch[23.] zu Swöbach und kumt am donderstag(24. gon Nurnberg, darumbher dan das kriegs volk ligt und ir Mt. wartet. es soll auch des konigs von Denmark und etlicher seestett, bottschaft doselbst siner Mt. warten. wir schicken doctor Ludwig Grempen gon Nurnberg, doselbst die absolution und brieve zu verfertigen zu sollicitierenz, und wollen, wils gott, bald auch anheimisch kommen. dweil ir nun vertragen, achten wir, ir werden den unkosten mit den landzknechten, huten uf den brucken und an den toren nunmer abstöllen, auch diejenen, so noch un vertragen, verwarnen, domit si furderlich und vor unser ankunft sich an ir gewarsame thügen und sich selbs nit in gefor setzen, wie durch ir lenger bleiben beschehen möcht und gemeiner statt zu nachteil auch gereichens..) Dat. Nördlingen Mo. 21. März 47. 588. Vertrag zwischen dem Kaiser und St assburg.(1547, März 21. Nördlingen. R Str. St. Arch., AA 565, f. 35— 36. Reinschr. mit Verbesserungen Jakob Sturms. — Erw. von Gerber, Jakob Sturms Anteil..„S. 186, Anm. 4 1. Fussfall; 2. kein Bund gegen Kaiser und König; 3. Gehorsam gegen das Kammergericht; 4. Austrag der Streitigkeiten; 5. keine Hilfe an die Feinde des Kaisers; 6. dies ist auch den Bürgern nicht zu gestatten; 7. Schwören; 8. Zusage, die Artikel zu halten; g. Begnadigung; 10. Aufhebung der Arreste; 11. Geldazahlung und Gesehütalieferung. «Was mit den verordneten der statt Strassburg in namen und von wegen derselben statt gehandlet worden. 5871 Vgl. Venet. Dep. Il, S. 205 und Vandenesse, Journal des voyages de Charles(Quint, 8. 341 zum 24. März, ? Es scheint, dass man damals daran gedacht hat, Dr. Gremp noch den Ulmer Syndikus Dr. Johann Ulrich Zasius zur Unterstützung beizugeben; wenigstens fragte letzterer am 27. März aus Nürnberg bei dem Ulmer Bürgermeister Georg Besserer an, ob Ulm seiner Dienste noch bedürfe und sie wünsche, da Strassburg durch Dr. Johann Marquardt ihm Dienste bei sich habe anbieten lassen(Or. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVIII, Nr. 2531).— Es ist aber nichts daraus geworden, und Zasius blieb im Dienste Ums. Vgl. Rommel, D. Reichsstadt Ulm, S8. 112, Anm. 34. à Der Rat beschloss darauf am 26. März:« Beruen lassen, bis die gesandten komen) (Ratsprot. 1547, f. 143 a)ͥ 588 1 Der Vertrag war schon am Nachmittag des 19. März endgültig vereinbart worden (vgl. Ar. 6586, 1. Zettel). Da aber der Fussfall der Gesandten erst am 21. erfolgte, so wurde die kaiserliche Absolution(vgl. Nr. 630, Anm. 8 wie auch der von Strassburg verlangte Revers(vgl. Nr. 603, Anm. 3) von diesem Tage datiert. Der 21. März hat also auch als Datum des Vertrages zu gelten. Von denen die wichtigsten in den Anm. 3, 5, 6, 7 und 8 hervorgehoben sind. Wortlaut des Vertrags zwischen Strassburg und dem Kaiser. 659 [1] Erstlich sollen si den fuessfall thon und kniend bekennen, das si die rom. kai. Mt., unsern allergnedigisten herrn, schwerlich beleidigt, seiner Mt. ursach zu ungnad wider sis geben, derhalben sein Mt. umb gnad anrüeffen und bitten, si in gnaden ufzunemmen. [2] Verrer sollen si sich aller bündnussen, so si wider sein kai. Mt., auch derselben bruder, die rom. kön. Mt., gehabt, und sonderlich der schmalkaldischen bündnus, genzlich verzeihen und entschlagen, auch verhaissen und zusagen, derselben keine, es sei us was ursachen oder under welchem schein es wöll, nimmermehr ufzurichten oder einzugon, es werden dann ire kai. und kön. Mt.en mit namen darin usgenommen und vorbehalten, darzu* seiner kai. Mt. gehorsam und gewertig zu sein, als underthonen einer freien reichstatt gegen irem keiser wol gebürt. [3] Si sollen auch dem chamergericht und der justicien, so sein Mt. im hailigen reich ufrichten würdt, gehorsam leisten und ir gebürnus samt andern stenden zu underhaltung desselben erlegen. [4] Der rom. kön. Mt. samt andern sollen alle sprüch und anforderungen, so si des vergangnen kriegs halben oder in ander weeg gegen denen von Strassburg zu haben vermeinten, desgleichen gedachten von Strassburg ire exceptiones im fall der notturft furzuwenden vorbehalten sein, also das alle und jede dergleichen irrungen aintweders in der güete verglichen oder aber, da solche erwunde, nach gelegenheit der parteien durch sein kai. Mt. entscheiden oder durch den weeg gepürlichs rechtens erörtert und, wass also entscheiden oder erkant, gehalten werden solle. und will sin Mt. nit, das darüber jemants, er sei wes stands er wölle, under dem schein solcher an— forderung mit der that in einicherlei weeg gegen inen oder den iren, auch derselben hab und guetern handle, sonder will sich hiemit genedigist erbotten haben, dieselben in der guete, sovil immer möglich, hinzulegen, auch sonst die verhöre und erkanntnus deren sachen, so aus disem krieg möchten erwachsen sein und gegen inen furgewendt wöllen werden, dem chamergericht, so sein Mt. im heiligen reich ufzurichten vorhabens, zu bevelchen mit ufhebung(sovil disen fall allein beruert) aller privilegien und ordnungen, so derselben commission und bevelch zuwider verstanden werden, doch in allen andern sachen die ordenlich erkanntnus einer jeden, an dem ort es sich gebürt, vorbehalten. 5j Si sollen auch irer kai. und der kön. Mt. veind samt derselben anhengern in irer statt weder jetz noch zu künftigen zeiten keinerlei weis underschlaifen oder ufenthalten. [6] Desgleichen iren burgern und underthonen sich zu irer kai. und kön. Mt.en veinden in dienst, es sei in teutscher nation oder anderswa, zu begeben mit nichten gestatten, auch anderen, so sich desselben underston wurden, nit pass geben; darxzu, ob je etlich us iren burgern oder underthonen sollichs übertretten, alsdann mit guten treuen dieselben der gebür nach straffen. [7] Weiter sollen si schweren seiner kai. Mt. als ein freie statt des heiligen reichs treu und hold zu sein, auch alles zu thun, was si als eine freie statt des reichs nach iren freiheiten und altem herkommen zu thun schuldig. 3(wider si» ist Zusatz von Sturm. 4 Der Schluss des Artikels von hier an wurde erst während der Verhandlungen zugefügt. Vgl. den Bericht der Gesandten in Nr. 592, Anm. 5. ö 5«was... oder erkant) von Sturm verbessert aus:(volgends«. 42* .. 660 1547. Wortlaut des Vertrags zwischen Strassburg und dem Kaiser. [8] Darüber verheissen und zusagen, alles, so in disen artickeln begriffen, durchaus vestiglich zu halten, dawider einigs wegs noch weis nit zu handlen. [9] Auf sollichs alles ist sein Mt. gnedigsts erbietens, mit vergessung alles, was übels furgangen, si samt allen ren burgern, underthanen, zu- und angehörigen, sovil derselben in dise ergebung bewilligen oder dawider nit handlen, in gnaden ufzunemmen, under irer Mt. schutz und schirm zu halten, alle ungnad fallen und si bei rüebiger possession irer privilegien, libertäten, ober- und gerechtigkeiten, auch alten gepreuchen und herkommen, wie si die im brauch habens, bleiben zu lassen und in sonderm gnedigstem bevelch zu haben, si nit zu beschweren noch mit sonderer schatzung zu belegen. [10] Daneben will sein Mt. alsbald verordnung thun, das alle und jede arrest und güeter bemelter? von Strassburg, soviel sein Mt. under handen und nochmals würklich und mit der that nit ubergeben seind, allenthalben on verzug und on widerred relaxierts werden. [11] Und in bedenkung des merklichen unkostens, so sein Mt. in disem krieg furnemlich von wegen irer, der von Strassburg, gethonen anhangs erlitten, setzt sein Mt. inen ein erzeigung mit einer summa gelts zu irer beScheidenheit hiemit haim. dabei sollen si irer Mt. nach usgang sechs monaten der nechsten zustellen zwelf stuck büchsen, namlich sechs schlangen und maurbrecherin und sechs stuck keldgeschütz und zu jedem stuck hundert, kuglen und halb so schwer bulfer.) 589. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Baseli. 1547, März 22. Strassburg. Basel, Arch., Polit. L 2, I, j. 556.- 585. Ausf.— Praes. 25. März. Senden Zeitungen; Kämpfe bei Bremen. Haben Nr. 579 mit Dank erhalten. Senden auf ihren Wunsch den Brief des Landgrafen mit Reckenroths Bericht über den Sieg bei Rochlitz. Nr. 571]. Seit einigen Tagen beständiges Geschrei hier, di unterhalb Kölns ge— Sammelten und von Martin von Rossem geführten Knechte seien vor Bremen gerückt und hätten Durchlass verlangt, die Bremer aber hätten sie in einer Nacht überfallen, 900 getötet, die übrigen zersprengt. Oldenburg soll die verlaufenen oberländischen Knechte sammeln und dem Kurfürsten zu— führen. Teilen dies mit, obwohl sie darüber keinen Brief haben, da(das geschrei und sag bestendiglichen geet y. Bitten um Nachricht über das, was auf dem nächsten Tag über Konstanz gehandelt wird. Dat. Di. 22. März 47. Von Sturm verbessert aus:«gehabt». bemelter von Strassburg» von Sturm zugesetzt. ® Es folgt gestrichen:(und cassiert).— 589 1 Ebenso an Bern; vgl. Nr. 579, Anm. 5. 1547. Nachrichten über die politische Lage in Strassburg. 661 590. Bericht des landgräflichen Edelmanns! Heinrich Schetzel aus Strassburg für Landgraf Philipp. 1547, wahrscheinlich März 232. Strassburg.] Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1547, f. 97—98. Aufzeichnung mit der Überschrift: C Bericht Heinrich Schetzels». Zusicherungen Strassburgs wegen des Landgrafen Wilhelm; Strassburg nimmt den Vertrag mit dem Kaiser wohl nicht an; Geschützlieferung an den Kaiser; Nachrichten über Frankreich, England und die Schweizer; schwere Erkrankung des Kaisers. «Es sei zu ime ein treflicher man in Strassburg, den wir woll kennen, kommen und gesagt, der alten ammeister einer hette ime vormeldet, das jemands von wegen unsers sohns anhero zu uns reite und uns anzeigen solt, es wurden die von Strasburg ein schreiben an uns fertigen. es seie aber die sache nit so heftig, die von Strasburg wurden uns den sohn woll sicher zuschaffen etc.; das wir inen widder ein gn[edig] antwort wolten geben und sie in gutem willen halten etc.. weiter hab dieselb person ime vermeldet, sie gleubet nit, das die von Strasb[urg] werden den vortrag mit dem keisser annemen. item der stadtschreiber solt gesagt haben, die von Strasb[urg] werden den vortrag nicht annemen. item es gehe ein rede, das die von Strasb[urg] solten dem keiser 6 falkaunen und noch 6 stucke buchsen, die etzwas ringer weren, im feld halten mit kugeln und anderm, so lange als der keisser dasselbig bedurfen wurde. item der Franzos hab seine haubtleut erfordert, aber die knecht die laufen noch nit in Frankreich. das geschrei gehe, wie das der junge konnig in Engeland sei vom reich zu Engelland vor einen konig angenomen und es solt auch der jung konnig das evangelium haben angenomen. Bucerus hab offentlich in der predig vor inen gebetten, das der almechtig ine darbei gnediglich wolte bestettigen und erhalten. item es werd gesagt, nachdem der keisser und pabst ein zeitlang ire botschaften bei den Schweizern gehapt, so seien die Schweizer etzlicher practiken innen worden und haben demnach inen mit ernst gebotten zu stund an das Schweizerland zu reumen etc.. item zu Strasb[urg] sei das geschrei, als der keisser zu Nurlingen gelegen, sei er in ein solch schwacheit gefallen, das er in zween stunden ganz nichts geredt habe; darnach seie ime ein ader gesprengt, da hab er widerumb anfangen zu reden.» 590 1 So wird er im Ratsprot. 1546, f. 636a bezeichnet; er gehörte wohl zum Gefolge des Landgrafen Wilhelm, 2 An diesem Tage traf der Brief der Strassburger Gesandten vom 19. März(Nr. 586) in Strassburg ein. Es ist anzunehmen, dass Schetzel auf die ihm gemachten Mitteilungen hin sofort zu Philipp geritten ist. Wann er ihm seinen Bericht vorgetragen hat, ist nicht mehr festzustellen. Deshalb ist der 23. März als Datum des Stückes gewählt worden, weil es ein Stimmungsbild von der politischen Lage in Strassburg an diesem Tage festhält.— Das am Anfang des Berichts erwähnte Ratsschreiben an Landgraf Philipp wegen seines Sohnes Wilhelm ist in den Ratssitzungen vom 24, und 26. März beschlossen und an letztgenanntem Tage abgelassen worden; vgl. Nr. 586, Anm. 4 und 591. 662 1547. Rückreise des Landgrafen Wilhelm von Strassburg. 591. Der Rat an den Landgrafen Philipp. 1547, März 26. [Strassburg.] Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1547, f. 94—96. Ausf.!— Prges. Kassel 2. April. Bitten um Mitteilung, wie die Rückreise seines Sohnes erfolgen soll. Haben sein Schreiben vom 7. März[Nr. 571] erhalten, wie er inzwischen wohl das ihrige vom 9. März[Nr. 575]. Die Gesandten haben am 19. März geschrieben[Nr. 586], dass sie die Aussöhnung für sicher halten, haben aber noch nicht mitgeteilt, umb wievil sie die conditionen, e. fl. G. zugeschickt, zu verrer milterung gebracht haben.» Teilen ferner aus dem Brief der Gesandten vom 19. März mit, was diese entsprechend ihrer Instruktion[Nr. 572] mit Arras über den Landgrafen Wilhelm gehandelt haben: dass man auf dessen Rücksendung bestehe und ihnen rate, diese baldmöglichst und geheim erfolgen zu lassen.(So hat uns aber dasselbig ze thun nit gebuern wöllen, nit allein daz wir ine solten in etwas gfar stellen, sonder auch deshalben, das von e. fl. G. wir nit wissens gehabt, wohin sie denselben zu haben begert. sonder haben e. fl. G. wir diss und, wie es geschaffen, anz mögen uns nun furderlich berichten, was ir fi. G. sei?. dann wo sein fl. G. in etwas geferden oder daz were uns in der warheit, die gott ist, so herzlich leid, das es uns leider nit sein könnt. wo sein fl. G. auch bei uns pleiben mag, wöllen dieselben wir ganz und von herzen gern gehebt haben.“ Bitten um baldige Antwort. Dat. 26. März 47. ꝛigen wöllen; die will und meinung im selben beschwerden gerathen sollt, 592. Bericht von Jakob Sturm, Marx Hag und Friedrich von Gottesheim über ihre Verhandlungen in Nördlingen und den Fussfall. 1547, März 28. Strassburg.] Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1547, f. I45- I50. Aufze ichwung des Stadtschreibers über die Sitzung vom 28. März.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. 80—83; erw. von Gerber, Jakob Sturms Anteil... 6. 186, Anm. 4. Arras lehnt Geld ab; über die Artikel nicht zu disputieren; der Eid zu leisten; Form der Abbitte; Bündnisse; Begünstigung der Feinde; kaiserliche Anordnungen zu halten; Kammergericht; konfisziert Güter: Besatzung; Geld und Geschütz; Religion; die im Dienst des Kurfürsten Befindlichen; der junge Landgraf; kleine Änderungen; Fussfall. Ratsbeschluss zu dem Bericht. «Her Jacob Sturm, Marx Hag und Friderich von Gottesheim, als die der ussonung halben bei der kai. Mt. zu Nordlingen gewesen, zeugen an, sien Sontag den 13. Martii gen Nordlingen komen. haben denselben tag mit dem Reichlinger geredt, dem von Arras anzuzeigen, was ein rath des eids und geschutz[halb] sich beschwer; und so er dasselbig abhalten kond, wurde mans mit einer vererung gegen im bedenken; und bevolhen im 1000 kronen anl zuſpieten. der hab sich sein beschwert und doch uf ir anhalten gethan. aber der von Arras hat gesagt, wolt nit hunderttausend kronen nemen, das 591 1 Über die Beratung des Entwurfes vgl. Nr. 586, Anm. 4. * Im Entw. folgte hier ursprünglich:(Und wohin sie hochgedachten iren son, unsern gn. jungen hern, zu haben beger, do sie gedenk, das derselbig sicher sein mag. was wir dann zum selben furderlich und bestens thun kunden, dessen wollen wir keinen vleiss sparen und e. fl. G. sollen im selben keinen mangel bei uns finde n noch spuren.— Man beschloss in der Sitzung vom 26. März diesen Satz wegaulassen; vgl. Anm. 1. 1547. Bericht der Strassb. Gesandten über die Verhandlungen in Nördlingen. 663 der kaiser innen wurd, das er einichen artickel umb geltz willen, das er annemen solt, abthedingte; und wuste, der keiser wurde den eid und geschutz nit nachlassen. Hab nach inen selbs geschickt. dem hetten sie von puncten zu puncten (im) iren bevelch anzeigt; daruf er, von Arras, auch lang von puncten zu puncten geéantwort. nun het er zu Ulm anzeigt, das der kei. Mt. gemut, anzeigt und den abschied und das geleit dahin geben, mit ja oder nein zu antworten, da wer von unnoten weiter zu disputieren. und namblich must die kei. Mt. denjenen, so forderung heten, bei recht bleiben lassen. wolte woll dem konig schreiben; hof, er wurde nicht̃ thetlichs thon. der keiser konte fur ander nit versprechen. dem sie wider geantwort, das man disen artikel anders nit eingeen kunde, dan das man von dem konig der thetlichen sachen uberhoben. Des eids halben hat er anzeigt, der keiser wurde den nit nachgeben; dan es wer nit wider der stat freiheit; dan es folgt nit®. man hab mit dem keiser krieg gehapt und mit im pacisciert; darumb solt mans mit andern auch thon. er woltz auch fur den Keiser nit pringen. daruf sie des eids halben mit im disputiert, das die Rhein- und freistet nit schweren wie ander stet, und im den underschied anzeigt. daruf er gesagt, in dem, wie die form sein solt, were zu handlen; aber den eid werde sie Id. h.«die kai. Mt. y] nit nachgeben. hat inen bevolhen die form des eids zu stellen, wolle er die artikel des vertrags stellen. Daruf sie die form des eids und die artikel gestelt in latein. sien montag [14 zu im gangen. hat er die artikel gestelt in franzosisch und den fusfall, also das man bekent, man het unrecht gethan und die kei. Mt. ad iustam indignationem bewegt. daruf sie mit im gehandelt; und zuletzt dise wort: unrecht gethan und iustam indignationem etc. herusgelassen. der pundnus halben hat er gestelt keine einzugeen, darin kei. und ko. Mt. Init] begriffen und usgenomen. heten sie dahin pracht,[das] das wort: darin kei. Mt. nit begriffen, herus gelassen. 3. het er gesetzt, der kei. Mt. veind in der statt. Strassburg[nit zu] entſ halten]. heten[sie] das wort receptatores disputiert, das es solt verstanden werden: mit wissen. item das der stat Strassburg [burger] wider kei. Mt. und jeman des reichs[nit] thon. daruf sie anzeigt, es wer von unnoten; es were one das verpoten. aber er hat daruf behart. zum 4. hat er ein artikel pracht zu bewilligen zu halten alles, so die kei. Mt. dem recht zu gut und zu befurdern ordnen wurde. daruf sie im anzeigt, man het des nit bevelch. hab hart gehalten; aber sie heten den nit willigen wollen. Des cammergerichts halben hat er aber anzeigt, kei. Mt. wolt das mit wissen des reichs stend ufsetzen; wo sie das nit thon wolten, so wolt ers ukrichten. darumb wolt er, das man es on allen anhang bewilligte. hat aber theuer und hoch geschworen, der keilser] begert des reichs ordnungen nit uf au etzen noch[zu] endern. des konigs und ander ansprachen halben solt mans gutlich vertragen; wo nit, zu des keisers spruch stellen; wo das auch nit, zum rechten komen lassen. daruf sie anzeigt, das der konig durch arresten 592 1 Vgl. Nr. 566, Schluss. 2 Gemäss ihrer Instruktion vom 7. März(Vr. 572); s. dort den Schluss des AbSchnittes(Gehorsame des camergerichts berueren»(8. 636). 3 Auf diese Ausserung berief sich der Rat später in seiner Protestation; vgl. Nr. 614, Anm. 8. PO 664 1547. Bericht der Strassburger Gesandten über ihre Verhandlungen die sach dohin pringen[wurd], das es fur die osterreichischen gericht komen muest und also vom reich zogen; und begert, das mans nit anders fur recht dan fur das cammergericht wise. haben auch disputiert, und ers fur den keiser genomen zu pringen. Das ein stat bei iren freiheiten bleiben solt, hat er gnugsam gestelt. der confiscierten guter halben hat er gestelt, was noch vorhanden; was vergabt und hinweg weren, kund und wurd der keiser nit widergeében. er wust Von keinen guter[n], die usgebeten. es weren woll etlich komen, die die guter zu Frankfurt‘ uspiten wollen; er hetz aber abgewendt. das man die stat, und die iren[nit] mit Schatzungen belegen volt, hat er recht gestelt. Kein zusatz in die stat lassen, den hat er nit gestelt. da sie in anzogen, hat er anzeigt, wenln] der Keiser eigner person kom, werd sie ir kein mass geben lassen, wie stark er hinein kommen oder wen er haussen oder drinnen haben solt. daruf sie so hoch disputiert, das er die artikel hingelegt und gesagt, sie mochten uf ir geleit wider heim ziehen; traute man ir Mt. kein zusatz hereinzulegen, traute man auch pillich, das sie uns unbeschwerlich herkomen [werde]. daruf sie behart; heten kein bevelch weder abzuslahen oder zuzusagen; man wurde gegen ir Mt.[sich] woll wissen zu halten. do habe ers genomen hinder sich zu pringen. Des geltz halben het ers der stat Strassburg zugestelt. des geschutz halben seien sie so weit komen, man mog das gelt nemen und buchsen zu Augspurg giessen lassen, das es wolfeiler und besser giess; doch das das wappen daruf stand zu anzeig der handlung. daruf haben sie gehandlet das geschutz nit zu geben dan nach dem krieg; habens auch dahin gepracht. Der religion halben hat er anzeigt, man werd weiter vertrostung nit, geben, dan wie in der acht begriffen. Deren halben, so noch im krieg wider die kei. Mt., mocht man anzeigen, wer sie weren. sie mochten also sein, man wurde ehe den ganzen handel zerslahen lassen. so sie nit, edelleut, lehenleut und bevelchleut, wurde es mit dem slechten haufen nit mangel haben. daruf sie uf der abmanung beharret; aber er hatz genomen hinder sich zu pringen. welcher wider disen vertrag nit handlete, die wurden darin begriffen sein. des jungen landgraven halben kund der keiser den] verdachtz halben hie nit leiden. so wer nit zu erhalten im gleit und sicherheit zu erlangen. man solt in heimlich hinweg schicken, es geheim halten; so wolt ers auch heimlich halten. Nach disem heten sie im die form des eids zugestelt, und er mit dem allem zum keiser gangen. uf den abent anzeigt, sie wolt) den artikel, alles das, so dis kei. Mt. ordnen werde etc., wolt er fallen lassen, doch das man an die anders henk, das man ir Mt. gehorsamen soll. daruf sie anzeigt, kunden sie nit anders willigen, dan als ein frei statt. hab er genomen an die kei. Mt. zu pringen. kein zusatz in die stat zu legen, hat er anzeigt, dieweil wir nit willigen wolten, das man hineinsetzte, das man den keiser in die stat lassen wolt, so solte man den[punct] mit dem zusatz auch hinaus lassen und je ein teil dem andern trauen. seien also in franzosisch gestelt worden, die sie besichtigt und im wider anzeigt, was sie fur beschwerden heten, nemblich den eid, uf die form sie angestelt, zu thun; die andern puncten zuzuset zen; bei demselben si es auch bliben. und sie begert, die artikel ins teutsch zu * Vgl. Ir. 543. * Es ist hier wohl«bedingung» zu ergänzen; der genannte Anhang wurde dem§5 2 des Vertrages wirklich zugesetzt; vgl. Nr. 588, Anm. 4. ——— e, e en. in Nördlingen und über ihren Fussfall vor dem Kaiser. 665 stellen: kund mans desdo besser versten. das hab er gethans und im fusfall das wort beleidigt haben wollen; doch Idas] es nit uf das lateinisch wort ledere, sonder offendere verstanden werden soll. Haben also die artikel geendert und gebessert und wider eins und das ander disputiert und allerhand geendert. und montag den 21. zwischen 1 und 2 haben sie den fusfall gethans in beisein des teutschen meisters?ꝰ in einem kreis und etlich hern, auf der andern seiten des rom. konigs son Maximilian], der von Arras, doctor Seld, das nit uber 30 personen darbei gewesen. und doctor Seld inen die antwort geben: die kei. Mt. het das gnadbegern gehort; und dieweil sie gesinnt ein stat zu gnaden zu nemen, wolt er sie ufgenomen. haben; doch das man hielt, was mit uns gehandelt, und sich hielt, das er ursach het ir gnedigster her zu sein. hab der keiser inen gewinkt ufzusten und inen die hand gepotten. sei der keiser gleich hinweg geruckt, wie sie geschriben!®. und si doctor] Ludwigen[Gremp] mit zweien knechten gen Nurnberg geschickt die absolution zu pringen- Es wird dann noch mitgeteilt, unter(der zugehord des geschut sei 100 kuglen und halb so schwer kuglen lies: pulver y] verstanden. Dann werden die Artikel«und sonder— lick her Jacob Sturmen begriff, sein handschrift, wie ers geredt!, gelesen.) Nach dem Bericht der Gesandten wird der Vertrag(Nr. 588] verlesen und darauf beschlossen, den Gesandten noch Hans Lindenfels!“ und Pfarrer zuzuordnen, um über die Antwort an den Landgrafenis und die hier noch nicht Vertragenen, über den jungen Landgrafen, über die, welche dem Kurfürsten noch dienen, über die Knechte und die Hut an der Rheinbrücke und den Toren zu beraten. In einer zweiten Umfrage wird beschlossen,“ die Knecht, so von mein hern wartgelt haben, gleichs... zu urlauben und die uf der brucken und thoren ligen lassenis, bis die knecht hinweg komen.) 6 Dieses deutsche Stück ist die in Nr. 588 abgedruckte Fassung des Vertrags ohne die geringfügigen Anderungen Jakob Sturms. Verbessert aus«12 und 15. s Die dabei von den Gesandten geleistete Abbitte ist von Holländer, a. a. CO., S. 82 abgedruckt nach der Aufzeichnung Jakob Sturms in AA 564, f. 142(«lectum 28. Marti). 9 Von ihm wollte Graf Friedrich von Fürstenberg gehört haben, die Strassburger hätten bekannt,(das sie gegen kei. Mt. wie treulos, meinaidig, erlos leut gehandelt. Man will das dem Grafen bei Gelegenheit vorhalten(Ratsprot. 1547, f. 235 b; 18. Maih.— Vgl. z. B. auch den Wortlaut hei Vandenesse, Journal des voyages de Charles-Quint, S 341 zum 21. März: ᷓ crecongnoissant de malice avoir offense sadicte Majesté), 10 In ihrem Brief vom 21. März(Nr. 587). ı1 Nämlich die Abbitte; vgl. Anm. 8. 1 Im Ratsprot. ist hier Martin Herlin genannt. Das muss aber ein Irrtum sein. Bei dem Bedacht der Verordneten(Nr. 593) wird vielmehr Lindenfels unter den andern aufgeführt(AA 564, f. 230); vgl. auch Ratsprot., f. 152b(Sitzung vom 30. März), als jener Bedacht vorgelegt wird. 1 Wohl auf den Brief vom 7. März(Nr. 571); denn derjenige vom 18. März(Nr. 583) wurde erst am 30. März vorgelegt(Ratsprot., f. 1654 a). 14 Das waren nach einer Mitteilung in der Ratssitzung vom 19. März ungefähr 1000 Mann(a. a. C., f. 1252). 15 Zu den vorhergegangenen Beschlüssen über die Torhut vgl. Nr. 572, Anm, 16, Schluss.— Am 30. März beschloss man die Tor- und Brückenhut bis zum 2. April zu entlassen, was geschah(a. a. O., f. 154b und 1579). —— CA . 666 1547. Massnahmen des Strassburger Rats 593. Bedacht der Verordneten(uf der gesanten heutigen relation». 1547, März 28. Strassburg.] Str. St. Arch., AA 564, f. 230- 234. Aufzeichnung des Stadtschreibers mit der Überschrift:« Samhstag! den 28. Martii». Prod. Mi. 30. März?, Ben. von Holländer, Str. J. Schm. Kr., S. S3-“. Massnahmen wegen der Unvertragenen; Verbot fremden Kriegsdienstes; Fremdenüberwachung; Verwarnung der französisch Gesinnten; Vortrag vor den Schöffen; Ermahnung an die Prediger; die in Frankfurt arrestierten Güter. Den beiden von Oettingen, Heideck und Helfenstein ist auf ihr An— bringen von verschienenem Samstags zu eröffnen, wie die Stadt, die,«ob gleichwoll nit mit irem leben, jedoch mit irem gelt und gut treulich zugesetzt», durch den Abfall der anderen zum Vertrag gezwungen worden ist.«Und hette ab inen und den iren gar kein beschwerd... dieweil aber die kei. Mt. sie und andere ire unversonten veind alhie nit gedulden... wolte, so heten sie sich selbs zu weisen[?], nachdem ein rath mit ir Mt. usgesont, das im nit, geburt irer Mt. sie zuwider zu ufendhalten. darzu wo die kei. Mt. erfaren solt, das sie noch alhie weren, und schicken... wurde, in was last sie sich selbs und auch einen rath, der dessen vill lieber ab wer und inen gonden wolt, das sie zum allersichersten weren, damit... prechten, und derhalben sich mit den iren an ferrer ir gewarsam thon wolten. Da man nicht weiss, wie der Kaiser gegen ihre Frauen gesinnt ist, ist es besser, dass sie auch diese mitnehmen‘, Damit denen,«so noch bei dem churfursten und landeraven seind.. 5 nichtz zu nachteil furgieng und das ir... verschenkt, wurde, mocht man deren weiber und die iren, so sie hie haben... in der geheim verwarnen... lassen, das so sie etwas liebs ader gutz heten, das sie sich mit demselben an sichere ort... thetens....) Auf§S 6 des Vertrages«ist der hern bedacht, dieweil man mit ir Mt. versonet und an im selbs unchristlich und unpillich, das man nit dermassen umb geltz willen wider die oberkeit dienen und arme witwen und weisen machen, die land verderben... soll, das man dan die alten mandaten, das die burger ane eins ratz erlaubnus keinem hern zuziehen solllen] etc., wider 593* Verschrieben für«montag»; vgl. Nr. 592, letzter Abs. und Anm. 12. * Der Bedacht wurde dem Rat am 30. März vorgelegt(Ratsprot. 1547, f. 152- 153). Über die Beschlüsse des Rates zu den einzelnen Punkten vgl. die Anm. 4, 5, 6, 9, 10 und 11. 3 26. März; vgl. Nr. 586, Anm. 6. * Es folgt gestrichen: Wenn sie sie hier lassen, müssen sie versprechen, durch sie und ihre Diener in der Stadt nichts gegen den Kaiser zu praktizieren.— Der Punkt wird im Rat,«wie der herpracht, gevolgt. sz«Ist auch gevolgty. Als dann am 6. Juni Joachim von Westhausen Vgl. über ihn zuletzt Nr. 201, Anm. 3] um Geleit ansuchen lässt, teilt man ihm den Punkt des Vertrages mit.«So were meiner herren begern, das er sich nit viel hieher thatt; und wann er schon herein keme, sich bald wider von dannen... thet; sonst mocht villicht durch kei. Mt. geschriben werden und ime und mein hern nachteil darus entston»(Ratsprot. 1547, f. 296). — Am selben Tage wird beschlossen,«denjenen, so bisher bei dem churkursten zu Sachsen gewesen und bevelch gehapt, so ir einer alher keme,) dasselbe vorzuhalten.(Was dann meine herren zu irer wideraussonung helfen konten, wolten si willig sein.“ Wer trotzdem bleiben will, muss geloben,(wider die kei. Mt. nichts zu handeln noch zu practicieren) (Reinschr. in AA 564, f. 147) — zur Durchführung des Vertrags mit dem Kaiser. 667 zolt erneuerns, und so jeman dawider hinweg ziehen wurde, denselben auch darnach zu straffen und nit, wie bisheer beschehen, nachzulassen. dan sonsten die burger dohin komen, das sie weder uf gepot noch verpot, eer oder eid achten. so mochte kei. Mt. auch bis zu seiner zeit warten und dan ursach nemen und sagen, man het ir den vertrag nit gehalten; derwegen sie zu halten auch nit schuldig und gemeine stat zu weiter ungnaden und grosem schaden... komen. Item deren halben, so hin und wider in den herbergen ligen und wider kei. Mt. in Frankrich oder sonst practicieren..-, das man dan es bei den wurten verschaff... jedesmal anzuzeigen; und das sonsten... ufsehens gemacht, so jeman hieher keme und es[die]. wurt schon nit anzeigten, das man sie hinweg wis und die wurt daruf st Kö Item doctor] Ulrichen[Geiger], dem Sturmio, dem Sevenos und andern zu undersagen, der franzosischen und ander practiken wider die kei. Mt. ruig zu sten; und das solchs durch... die XIII umb minders geschreis willen beschehe. Die weil auch allerhand missverständige reden under den burgern gend, dieselben abzustellen, wer der hern bedenken, das man die schoflen uf den 6 Auch dieser Punkt wird angenommen,«doch das mandat, so in den zunftbuchern hat bei 20 1b. S und 2 jar fur die stat.“ Daneben wurde nämlich vorgeschlagen, wie dann am 2. April bemerkt wird(Ratsprot. 1547, f. 157), Cob man es bei verlierung alles guts verpieten wöllte; und... damit der kaiser oder sein fiscal nit einfiel, solt besser sein bei verlust alles guts ze verpieten. möchten meine hern als die oberkait die gueter inventieren lassen und doch weib und kinden gebuerlich handraichung thun.) Trotz der Ablehnung wird es am 2. April noch einmal vorgebracht. Man beschliesst, bis Montag 4] die früheren Mandate zu (besehen... ob man es dahin richten könt, das meine herren allein struefen und der kaiser oder jemand anderer nit ursach hett zuzegreifen.“ Am 4. April beschliesst man die Mandate von 1543 und 1545«zusamen...[zu] ziehen, doch die narration auf jetzige lauf ze andern... und soll man es in ainen truck bringen, publiciern, anschlagen)(a. a. Q., f. 163. Ein Druck davon hat sich in der Univ. Bibl. Halle erhalten; vgl. berlbach, Über eine Sammlung Strassburger Ordnungen..., S. 50, Nr. 41). Nachdem die Mandate fertig sind, beschliesst man am 27. April,(dieselben uf den zunkten ufzuslahen und in die dorfer auch zu verkondenꝰ(a. a. O., f. 207 a). Am 30. Mai wird beschlossen, denen, die in den Krieg ziehen, ihre Güter zu inventieren und gegen die, welche sie aufwiegeln, einzuschreiten(a. a. C., f. 27 5a). Schon am 31. März erging ein Erlass der XIII an die Vögte von Marlenheim, Wasselnheim und Herrenstein, da(wir dan unsere knecht verschinnes zinstag[29.] geurlaubet', gemäss dem Vertrag mit dem Kaiser nicht zu dulden, dass jemand in den Ämtern Knechte annehme(Entw. in AA 571, f. 3). Am 6. und 13. Juni wird den XIII befohlen, gegen die französischen Werbungen vorzugehen(a. a. O., f. 292, 2932, 304-305). Am 7. Juni reichen die Ratsherren Verzeichnisse über alle ein, die aus ihrer Zunft nach Frankreich gezogen sind(in Str. St. Arch. IV, 86).— Am 14. Juni wird im Rat ein scharfes Edikt gegen das Bienstnehmen im Ausland angenommen; vermögliche Leute sollen durch Wegnahme ihrer Güter, unvermögliche durch Verlust ihres Bürger- und Zunftrechts bestraft werden (Ratsprot. 1547, f. 303-510.— Ferner wird am 22. Juni der Durchaug von Kriegsleuten verboten(Entw. in AA 552, f. 151). Pie Verwarnung der Wirte wurde am 4. April beschlossen und am 25, Mai wiederholt (Ratsprot. 1547, f. 163 und 268 a).— Wie stark z. B. Landgraf Philipp noch auf solche Stimmung in Strassburg rechnete, beweist folgender Satz aus der Instruktion für eine(nicht abgegangene) hessische Gesandtschaft an König Heinrich II. von Frankreich, die nach der Schlacht bei Mühlberg geplant war( Entw. in Marburg, Arch., Nr. 1837, f. 95— 100): Wann ir Mt. neben Strassburg herzohen, so wurd drinnen der gemein mann aller wider zu diser parthei fallen und bei dem rath sovil anhalten, das es der auch thun wurde.» 8 Vgl. über ihn Handschriftenproben II, Tafel 81. ME . r/,/ ** 8 4| | | 1 ö r oe—. 668 1567. Massnahmen des Strassburger Rats zunften berichtet, was der vertrag were, inen den erclerte, warumb der der stat gestalt der sachen annemblich..., und das sie es nunmehr die burger und gemein berichtens. und nachdem eins teils prediger uf den canzlen des fridens, des keisers und des churfursten halben etwas freével predigen, das zu besorgen, das sie das volk gegen der oberkeit verhetzen und das fremd volk, so es hort, es anderswohin pringen, das es der stat zu nachteil gelangen mag, da were mit inen zu handlen, das sie umb ein allgemeinen christlichen friden bitten und im selben nieman benennten und das sie das volk ermaneten, dieweil uns got umb unser sunden willen gedemutigt, das man sich zu besserung des lebens schicken und den zorn gottes stillen und wider zu gotlichem friden richten mag. nota... denen zu Frankfurt zu schreiben, das man Dem Bedacht wird im Rat«also gefolgt, das ein jeder[der] regimentzherren die seinen uf seiner zunft bericht; und doch die zunften zu manen in irer rustung zu bleiben.) Dementsprechend wurde der Vertrag(Nr. 588)(27 mal abgeschriben), wie Jakob Sturm oben darauf vermerkte; von diesen Abschriften sind noch 5 in AA 564, f. 249- 250, 252— 264, 266- 268 und 273- 274, 18 in AA 565, f. 47- 107 und 1 im Thom. Arch., Varia eccles. V, Nr. 24 erhalten.— Als dann am 2. April mitgeteilt wurde, dass die Abschriften fertig seien, wurde bestimmt, jeder Ratsherr solle am Montag[4.] Nachmittag seinen Schöffen die Bedingungen verlesen und noch einen Anhang hinzufügen(Ratsprot. 1547, f. 1562).— Dieser Anhang lautet:(Daneben ist zugesagt, das die kai. Mt. kein kriegsvolk alher legen solle. und seind aber dise artikel des fridens also und besser, dan einicher anderer furst oder stat dieselben bisher hat bekomen oder erhalten mogen. die man euch nit allein darumben, das ir deren wissen heten, furlesen lassen, sonder dieweil euch hievor verpoten gewesen, niemanden nichtz davon zu sagen oder zu vermelden, uf das nit lutprecht werde, was man anzunemen willens, und man darnach desdo weniger zu leidlichem vertrag komen mocht, das ir dan nunmehr sollich auch den gemeinen burgern anzeigen mogen und diejenigen, die es etwo anders verstanden oder inen anders anzeigt worden, bessers zu berichten, uf das die unnutzen reden, die hin und wider geen], wie einen rath anlangt, mogen abgestellt und alle ding in gutem friden erhalten werden)(Entw. des Stadtschreibers in AA 565, f. 65; ausserdem noch 15 Abschriften a. a. CO., f. 37, 46, 51, 54, 58, 61, 65, 69, 73, 77, 81, 85, 88, 96, 106, 113— 115; desgleichen 2 in AA 564, f. 184 und 251 und 1 im Thom. Arch., a. a. CO.; ben. von Holländer, a. a. C., S. 88 mit dem falschen Datum 5. Aprih.— Von der Bäcker- und der Schmiedezunft wurde das Schriftstück schon am 5. April zurückgeliefert(AA 565, f. 107 und 112). Am 9. April wurden die Ratsherren zur Rückgabe der Stücke ermahnt(Ratsprot. 1547, f. 1775). 10 Auch dieser Punkt wird angenommen. Jakob Sturm erteilte den Predigern diese Ermahnung, wie Hedio am 18. April(Montag nach(Quasimodogeniti)) Pfalagraf Ottheinrich meldete(Abschr. in München, Geh. Staatsarch., Pfalz-Neuburg 3 II, f. 140). Hedio setzte hinzu:(Welches vermanens ich fur mein person kein beswerd gehabt, mich auch zuvor gehalten hab; und mag sein(aber in e. fl. G. herz allain geredt), man habe des vermanens gross ursach gehabt.» Aber schon am 9g. April wurde geklagt, dass(die predicanten uber beschehenen bevelch, sonderlich mlagister] Paulus Vagius, uf den canzlen im predigen[sich] ungeschickt sollen vernemen lassen(vgl. Nr. 586, Anm. 7]. Man beschloss,(die weil jetz ein zeit, das one das das volk mer dan sonst zu predig geet und nit desdo mer unruiger werd, Soll man die prediger noch mantag[11.] beschicken und inen mit ernst, und sonderlich dem Vagio, undersagen, das sie sich massen und kein ursach der ufrur geben)(Ratsprot. 16547, f. 177).— In der Ratssitzung vom 11. April brachten daraufhin Bucer, Zell, Fagius und Marbach eine sehr ausführliche Rechtfertigung vor(a. a. CO., f. 178- 183; Auszug bei Holländer, a. a. O., 8. 88- S9). Gleichzeitig reichten sie eine umfangreiche Schrift ein (im Thom, Arch. 48), in welcher sie Besserungsmassnahmen in folgenden 8 Punkten forderten: 1. Verfälschung der reinen Lehre; 2. entschiedenere Hinleitung des Volkes«zu der erkantnus des herren»; 3. Gotteslästerung; 4. Entheiligung des Sonntags; 5. Müssiggang der Jugend; 6. zuchtloses Leben; 7. Aussaugung der Armen durch Wucher, Vor— 1— zur Durchführung des Vertrags mit dem Kaiser. 669 usgesont were; ob man der burger guter, so inventiert worden, wolt[angreifen], dasselbig nit zu gestaten!!.» kauf, übermässige Zinsen usw.; 8.«giftige afterreden und lestren» wider die Obrigkeit und getreue Diener der Kirche und andere Leute, Auf diese Schrift der Prediger verfassten am 22. April Peter Sturm, Klaus Kniebis, Jakob Meyer und Bastian Erb einen Bedacht(Aufzeichnung a. a. O.), in welchem auf ihr mündliches Vorbringen erklärt wurde, man habe nicht gemeint, dass sie nach dem Schwert weltlicher Obrigkeit greifen oder Unruhe anrichten wollten. Aber«iren etliche hetten soliche predigen gethan, die under dem gemeinen man und burgerschaft villerlei reden gepracht, wie man inen dan zuvor auch anzeigen lassen und begert hette sich desselben in den predigen zu massen. derselben meinung und begerens were ein rath noch. und dieweil die leuf... diser zeit also. das das volk mer dan zuvill bewegig, so were eines rata meinung, das sie ire predigen dohin zu richten understuenden, damit das wort gotes furgetragen und ufstand oder unrue nit dardurch verursacht, sonder villmehr das volk zu pillicher gehorsam... gewisen werde; dan sie als die verstendigen selbs und am besten zu ermessen... hetten..., ZU was nachteil dem wort gotes reichen thet..., Wo... endporung entsten solte. Da man über den Bann höre, dass nur einer den andern freundlich ansprechen solle und sie nieman daruber eussern, meiden noch usschliessen wolten, so wolt man es also gedulden. wo es aber zu Spaltungen... gelangen solt... und man besorgen must, das unrat darus endston mocht. alsdan wurde ein rath gepurlichs einsehens haben mussen.» Die Kirchspielpfleger sollen aufgefordert werden, die dconvocationen) der prediger regelmässiger in einer bestimmten Reihenfolge zu besuchen. Sodann setzen sie sich mit den 8 Punkten ihrer Schrift auseinander. Der Bedacht wurde in den Ratssitzungen in der Zeit vom 23. Mai bis zum 30. Juli stückweise vorgebracht. Am 26. und 28. Dezember wurde das Ganze nochmals durchberaten(Ratsprot. 1547, f. 681 682 und 6842). Vgl. zu dieser Frage auch W. Sohm, P. Schule Joh. Sturms u. d. Kirche Strassburgs, S. 168- 169 und G. Anrich, Ein Bedacht Bucers über Christl. Gemeinschaften, 8. 59— S0.— Welchen Umfang die Vergiftung der öffentlichen Meinung inkolge der Haltung der Geistlichkeit erreichte, zeigt der von Holländer, a. a. O., S. 85- V im Auszug wiedergegebene Brief Ludwig Lavaters an Bullinger vom 31. März(Aàbschr. in Str. Univ.-Bibl., Thes. Baum. XVIII, f. 38- 39).— Über die Haltung der Prediger dem Vertrag gegenüber geben Aufschluss die Schreiben von Myconius an Vadian vom 9. April(gedr. Vadian. Briefsammlung VI, Nr. 1531, S. 616-617), die Briefe von Brenz an Bucer vom 13. April(Or. im Thom. Arch., Lettr. div. T—Z, Nr. 8) und von Bucer selbst an Ambrosius Blaurer vom 19. April(gedr. von Schiess, Briefw. d. Br. A. und Th. Blaurer, II, Nr. 1432, 8. 617- 618, an Myconius ungefahr um dieselbe Zeit (Abschr. in Thes. Baum. XVIII, f. 43 44: ben. von Holländer, a. a. CO., 8. 79 und 89) und an den Landgrafen Philipp vom 29. März(gedr. von Lenz, Briefw. II, S. 490-4 u Am 30. März wurde zunächst beschlossen, zu(schreiben, das man mit dem keiser versont, das auch die kai. Mt. vertrostung geben das arrest abzuschaffen. das sie ufsehens haben und der burger guter nit von handen lassen wollen.» Doch wird das«wider aberkant) (Ratsprot. 1547, f. 153 b). Am 11. April baten jedoch Friedrich von Gottesheim, Friedrich Prechter und N. Schottel, wegen ihrer Waren, die Erasmus von der Hauben in Windsheim genommen und nach Ellwangen geführt hahe und von denen noch einiges vorhanden sein solle, an ihn und den Propst von Ellwangen zu schreiben, unter Beifügung einer glaubwürdigen Abschrift der Kaiserlichen Relaxation Ivgl. Nr. 602, Anm. 8], damit sie ihre in Frankfurt arrestierten Güter wieder erhalten. Man beschloss nur an den Propst, nicht an v. d. Hauben zu schreiben, ihnen die gewünschte Abschrift oder ein Vidimus zu geben und Frankfurt mitzuteilen, man sei mit dem Kaiser ausgesöhnt, das sie den unsern wollen beholfen sein, daz daz ir entschlagen werd(a. a. O., f. 183-184; Ausf. für Frankfurt vom 13. April in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1027). Pfalzgraf Heinrich, Administrator von Worms und Propst von Ellwangen, antwortete schon am 16. April, dass die Tat«ohne unser... Wissen... bescheen, auch wir uns... diser handlungen... nit angenommen... haben wollen, besonder in solchen beschwerlichen zeiten... wie andere reichsstende mehr... gedulden mussen»(Ladenburg; Ausf. in AA 640, f. 18; VE A ec 670 1547. Strassburg teilt dem Landgrafen Philipp und Frankreich seine 594. Der Rat an Landgraf Philipp. 1547, März 31. Strassburg. Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1547,. 103. Ausf.— Praes. Kassel 8. April. Übersenden ihren Vertrag mit dem Kaiser, Er wird aus ihren früheren Briefen, besonders dem vom 12.1 Februar ersehen haben, warum sie sich zur Verhandlung mit dem Kaiser entschlossen haben.«Darauf wollen e. fl. G. wir nit pergen, daz mit der kei. Mt. wir nunmehr vertragen und usgesönet seind. und dweil e. fl. G. hievor und jetz in irem letzten schreiben die conditionen ze wissen begern, so schicken denselben wir die hiemit? in der geheim und bitten darbei ganz dienstlich, e. fl. G. wöllen uns solcher ussönung halben gnediglich entschuldigt haben, in ansehung daz wir sollichs us höchster nodt und endlich verderben unser und der unsern zu furkommen, dardurch doch niemands geholfen gewesen, lenger nit haben enthalten mögen.» Haben am Samstag[März 26; Nr. 591] über seinen Sohn geschrieben und erwarten darüber seine baldige Antwort. Dat. 31. März 47, 595. Der Rat an König Franz I. von Frankreich. 1547, April 1. [Strassburg.] Str. St. Arch., AA 564, f. 275. Entw. Haben sich mit dem Kaiser vertragen; danken für sein Anerbieten, «... Von e. ko. W. gsandten, dem herrn von Mandosse!, so dan dem herrn von Sentail?, haben wir hievor vernomen, was e. ko. W. sich gegen gemeiner stat Strassburg gnedigst erpotten haben. so wir aber eben mit der rom. kei. Mt., unserm allergnedigsten herrn, in underhandlung gstanden, haben mit derselben, der stat Strassburg noturfts nach und derselben, auch gemeiner burgerschaft weitern und merern nachteil und schaden zuverkomen, wir uns in vertragen begeben. und danken e. ko. W. irs gnedigsten erpietens underthenigst Cund) pitend, sie wollen furtler] gegen der stat Strassburg in gnedigstem willen und guter nachpurschaft beharren... datum 1. Aprilis a. 47.) lect. 25. April). Als Gottesheim dann am 25. um Verwendung bei Worms bat, wohin die Güter gebracht sein sollten, wurde erklärt,«man besorg, Worms werd sich eben wie der bischof entschuldigen. derhalben sehen meine herren nit fur böss an, das sie jemanden hinab schickten... mit dem von der Hauben auf ain zimblich gelt ze handlen.“ Doch wollte man an Worms schreiben(Ratsprot. 1547, f. 206). Frankfurt antwortete auf das am 28. April eingelaufene Schreiben(8. in Frankfurt, Arch., Bürgermeisterbuch 1546, f. 2805) am 29.,«das meiner herren burger zu iren guter n] wider ein freien zugang haben) und dass der Strassburger Baumeister Kaspar Weitz, der in den Weinbrennerschen Handel verwickelt Var, wieder frei gelassen sei(Ratsprot. 1547, f. 230-231; 7. Mai).— Über Weitz vgl. Nr. 128, Anm, 6; Strassburg hatte sich auf Fürbitte seines Schwagers für ihn verwandt (a. 4. C., f. 193—194; 20. April). Die Ausf. ist in Frankfurt nicht erhalten.— Über den Sog. Weinbrennerschen Handel vgl. L. Schädel, Philipp der Grossmütige im Weinbrennerschen Handel(1547), und Ad. Müller, Zur Geschichte des Weinbrennerschen Handels(1547). 394! Gemeint ist der Brief vom 11. Februar(Nr. 554). * Es liegen bei der Vertrag(Nr. 588) und die Abbitte beim Fussfall(ygl. Nr. 592, Anm. 8); Abschr. a. a. O., f. 105- 108. 595 1 Vgl. Nr. 553, Anm. 3. Vgl. Nr. 553, Anm. 2, 576, Anm. 6 und 8 und Ir. 597. 3 Verbessert aus:(gelegenheit). — Aussöhnung mit dem Kaiser mit; Kg. Ferdinand zieht gegen die Böhmen. 671 596. Landgraf Philipp an den Rat. 1547, April 3. Kassel. Str. St. Arch., AA 561, f. 41. Ausf.— Prod. Di. 12. April, prod.«vor ret und 21» 15. April. Erbittet Strassburgs Vertrag; sein Sohn. Zettel: Ferdinand zieht gegen die Böhmen; der junge König von England angeblich vergiftet. Hat ihren Brief vom 26. Nr. 591] erhalten«und mochten wol liden, so euchs nit beschwerlich were, das ir uns ein copei von dem vertrag... zuschickteti. so auch wir mit kei. Mt. vertragen wurden, so wolten wir euch davon abschrift zusenden; wiewol es unsernthalben, sovil den vertrag betrifft, noch zweifelhaftig und weit stehet und uns zum theil solch conditiones furgeschlagen werden, die wir mit gott und ehren nit eingehen mugen.... von wegen unsers sohns... wollen[wir] euch... hernach bei eignem unserm potten... schreibenz...“ Dat. Kassel 3. April 47%. Zettel: Ferdinand hat sein Volk bis auf 2 Geschwader und 7 Fähnlein in Dresden vom Herzog Moritz genommen und ziehe(wie die vermutung gehet) darmit wider die Behmen, seien dem konig widersebzig. weiter... komt von denen, so gut keiserisch sein, her, wie das der jung zu Engelland solt... mit gieft umbpracht worden sein. daruber sich der kaiser und Franzos gegen einander mit ernst erheben werden etc.. ob nun solchs sei oder nicht, davon werdet ir am besten bericht wissen.» Bittet um Nachricht darüber. . 597. Johann Sturm] s undi an Bassefontaine.[1547], April 4. Strassburg. Weimar, Arch., Reg. J, pag. I72— I77, HN, Mr. 5. Or., mit der Anschrift:« Nohili viro Hans von Voegelstein?.» Beklagen sich über Dr. Geigers heimliche Abreise mit Saint-Ayl; der Kaiser in Nürnberg; ungeheure Forderungen an Württemberg und Frankfurt; Fortschritte der Türken; befürchten Aufstand in Strassburg. «Salve, mi Bassefontane. vide methodum Chelii. postridie quam abs te a Phalswiler Pfalzweier bei Labern?] discessi, cum Argentinam veni, 1legati advenerunt et pacem attulerunt, de qua ad illustriss imum] electorem 596 1 Das war bereits am 31. März geschehen; vgl. Nr. 594. 2 Vgl. darüber sein Schreiben vom 5. April, Nr. 599. 3 Mitgesandt wurde der Brief an die XIII vom 1. April(Ausf. in AA 547,. 69—70; prod. Di. 12. April; gedr. von Baumgarten, Sleidans Briefwechsel, 8. 142- 143), in welchem er die Auszahlung des fälligen Gehalts an Sleidan befürwortete, und derjenige an Bucer vom 2. April(gedr. von Lenz, Briefw. II, S. 493- 497). 597 1 Der zweite Briefschreiber, von welchem auch der grösste Teil des Briefes geschrieben ist, ist vermutlich Sevenus. 2 Diesen Namen legte sich Bassefontaine schon im Juli 1546 bei; vgl. Lenz, Kriegführung d. Schmalkald., 8. 459, Anm. 1.— Über Bassefontaines jetzigen Auftrag s. Glagau, Lg. Philipp i. Ausgg. d. Schm. Kr., S. 39-= 40 und Mentz, Joh. Friedr. I, 3, 8. 71; vgl. auch Nr. 556, Anm. 5 und Nr. 576, Anm. 2.— Daneben suchte er im Auftrag des Königs in Strassburg das Zustandekommen des Vertrags mit dem Kaiser zu hintertreiben, worüber er am 26. März in einem Brief an Franz J. aus Ligny(gedr. von Ribier, Lettres et mémoires d’estat J. S. 634-635; ben. von Schmidt, Jean Sturm, 8. 71) folgendes berichtet:« Je parlay à certains personnages du senat, et leur fis entendre tellement vostre vouloir et m. 672 1537. Tatigkeit der französischen Partei in Strassburg; Strassburg und der ante dies quinque seripsi*. nondum tum ad venerat d. Sanctayls; et cum ego re omni cognita ad regem properare constituissem idque dοommunicassém Chelio, rogavit me, ne d. Sanetayl impedirem; eum virum bonum esse nee valde divitem. ecce biduo postquam haec concessissem, ipse clam cum Sanctayl abiit. itaque non feci, quod regi promisimus, illusus a socio. hoc tamen in ea re bonum est, quod ego fraudem metuebam et, exemplum earum literarum, quas misi ad electorem, dedi Seveno, ut is illud admiraldio mitteret; id quod est factum. misi praeterea alium cum literis credentialibus ad regem, admiraldium et cancellarium, per quem etiam Sevenus scripsit; is hos, ut speramus, antevertet. novarum rerum, quae istic audiuntur, haec est summa: caesarem Norimbergae esse; habere in urbe praeter equites multos octo vexilla peditum; reliquum exercitum circumeirca esse, sed egre colligere posse equitatem iustam. a duce Wirtembergensi caesar postulat dimidium vini et frumenti, quicquid usquam in horriis est; et id facere cogitur. et supra omnem vexationem a Francofordiensibus postulat centena millia florenorum*; et facere coguntur. creditur velle ad finem Bohemiae exercitum ducere et inde vos invadere; et prope Neustetell, quod est bharonis ab Heydek, habere den monsterplace. Tura insulam quandam supra Besam et Budam, quam nunquam occupare potuit, dicitur occupasse et 3 navibus avexisse Christianos; sed eos una cum Turcis submersos. de vobis aiunt, duod foeliciter rem geratis; utinam sit verum. rogamus te, ut nobis scribas, quid agatis et ubi agatis. nos hic motum plebis et seditionem metuimus5: causam coniicis. vale. datum quarta Aprilis. Tuis studiosissimi quos nosti. qui a te discessit Badomvilla[Badenweiler]. et qui has literas scripsit, cuius manum nosti?. 598. Der Rat an den Kurfürsten von Sachsen. 1547, April 4. Strassburg. Str. St. Arch., AA 561, f. 103—106. Entw.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. S5— 56. Notwendigkeit ihrer Verhandlungen mit dem Kaiser; entschuldigen sich dafür. Verweisen auf ihren Brief vom 11. Februar Nr. 554, Anm. 1] und auf seine Antwort Nr. 563]. Er wird sich zu erinnern wissen, in welch hohem Masse sie stets ihre Verpflichtungen erfüllt haben. Jetzt, in ihrer Verlassen— heit, blieb ihnen nichts anderes übrig als zu verhandeln.«So seind die nachpurlichen hilfen, davon e. chfl. G. schreiben meldung thut, dermassen nit gestaltet gewesen, das wir uns daruf verlassen mogen; dan sie an dem einen affection envers leurs princes et estats, qu'ils prirent resolution d'envoyer quelqu'un pardevers leurs ambassadeurs pour retarder les choses: toutesfois je ne sgay ce qui en sera advenu; j'ay laiss6 mr. Celius la, et depuis renvoys Sturmius, afin d'y faire la plus grande poursuite qu'il sera possible: bien entendant que ce coup rompu, jamais la ville n'entrera en negotiation avec l'empereur.) 3 Über seinen Aufenthalt in Strassburg vgl. auch Nr. 553, Anm. 2, 576, Anm. 6 und 8, sowie Nr. 595. Vgl. Collischonn, Frankfurt i. Schm. Kr., S. 97. s Vgl. dazu auch den Zettel Bucers an Landgraf Philipp bei Lenz, Brief. Il, S. 492-= 493. Diese beiden folgenden Sätze sind von Johann Sturm geschrieben. Dieser Sata ist wieder vom Schreiber des Briefes geschrieben; vgl. Anm. 1. — Kurfürst von Sachsen; Abreise des Landgrafen Wilhelm aus Strassburg. 673 ort gar abgeslagen, an den andern fur und fur und so lang ufgezogen worden, bis wir uns schon in handlung eingelassen, also das wir uns derselben auch nit zu getrosten gewist. ob wir dan schon ein zeitlang unser stat ufhalten mogen, so waren doch algereit unsern burgern ire guter im reich entwert, nidergeworfen, inventiert und arrestiert, alle hendel und comertia gespert, also das wir als die hilflosen nichtz anders dan endlichs verderbens zu gewarten gehapt. Derhalben wir us not verursacht worden, sollichem verderben, so one nutz e. chfl. G. und anderer stend beschehen, vor zu sein und uns in handlung einzulassen und. vertr ag anzunemen, darin wir uns der religion halb nichtz begeben, aber der vereinigung, so one das uf jungstversc hinen sontag invocavit[Februar 27] usgangen und von dem mererteil der stend davor verlassen und zertrent, verziehen und. muessen?.» Bitten sie demnach zu entschuldigen. Dat. 4. April 4 599. Landgraf Philipp an die XIII. 1547, April 5. Kassel. Str. St. Archo, AA 561, f. 13. Ausf.— Prod. Mi. 13. April«ehe reth und 21 ufgestanden»; prod vor den 21» 13. April. Gedr. von v. Stamford, LJ. Wilhelm IL. von Hessen in Strassburg, S. 76. Weiterer Aufenthalt bzw. Abreise seines Sohnes. Zettel: Begleichung seiner Schulden, Antwort auf Nr. 591.«Wo unser sohn bei euch dermassen kont sicherheit haben, das er in kein andere hand oder gewalt solt komen, solang bis das wir inen wider erforderten, so weren wir podacht inen noch ein zeitlang bei euch pleiben zu lassen, ob ir gleich mit dem keiser einen vertrag* hettet. im fall aber so euch solchs nit thunlich oder gelegen were, so haben wir gegenwertigel di unsern abgevertigt, inen an andere ort ze, e. und uf denselben fall ist unser gnedigs begeren, das ir ime leut statlich zuordnet, di da inen an di ort, wi di unsern bev elch haben, sicher pringen helfen mugen... Dat. Kassel 5. April 47? 598 1 Im ersten Falle sind die Eidgenossen gemeint(vgl. darüber Nr. 579), im zweiten Frankreich. 2 Es folgt gestrichen:(wie wir uns derselben hiemit gegen e. chfl. G. und andern begeben und entslagen.» Strassburg war in dem Vertrag(Nr. 588,$ 2) nicht ausdrücklich auferlegt worden, den Bund aufzuschreiben. 599 ı Zusatz im Entw. in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1547, f. 101. 2 Dieser sowie der Brief vom 3. April(Nr. 596) wurden am 13. April im Rat vorgelegt. Man beschloss es(in hochster geheim zu halten; und... den XIII bevolhen mit den gsandten zu... ratslagen, wie er sicher hinweg mag ge pra ht werden. Wegen des Geldes solle man dem Landgrafen chernacher) schreiben, er möge es an seinen Tochtermann, den . von Pfalz- Zweibrücken, schicken(Ratsprot. 1547, f. 185—186; ben. von v. Stamford. a. a. O., S. 76—– 77). Die Antwort der XIII in Nr. 607 bzw. in Nr. 613. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 13 . 676 1567. Konstanz und die Eidgenossen. Zettel:«Ob unser sohn etzlich geld hett ufgenomen, so verstendiget uns, wivil des sei und wohin wir es wider sollen erlegen. so wollen wirs also verschaffen; doch konnen wirs gein Frankfurd nit sicher liffern lassen. datum ut in literis. 600. Sehultheiss und Rat zu Bern an die XIII. 1547, April 6. Bern.] Str. St. Arch., AA 556, f. 94 und 96. Ausf.— Prod. Di. I2. April. Konstanz; Zeitungen; Nachricht von Strassburgs Unterwerfung. Danken für den Brief vom 22. März!, den sie am 28. empfangen; haben über die Meldung,«wie es ein gstalt der versünung halb mit kei. Mt. habe..., nit kleine fröüd empfangen.... Wegen ihrer Frage, was in Baden über Konstanz gehandelt sei, haben sie Strassburgs Läufer warten lassen. Es ist darüber(nit witter gehandlet worden, dann wie wir uch hievor zugesehriben[Nr. 574], dann allein das etwas meinung beredt worden inen zuzeschriben; das aber nit beschlossen, sonders uf nechsten tag, so zu Solothurn acht tag nach ostern April 17] gehalten wirt, ze beratschlagen ufgeschoben ist. desglichen das uf gedachtem tag gmein Eidgnossen sich entschlossen habend, mit der statt Costanz und andern benachpürten fründlich und nachpürlich ze halten. Werden weiter berichten und senden Jeitungen?. Hören«landmärs wis...,(wie woll wir dem keinen glouben geben), das ir mit kei. Mt. vertragen und den füss vall gethan söllend haben.» KErbitten darüber Bericht und versichern,(das wir alter hargebrachter fründschaft und ge— trüwer nachpurschaft niemer vergässen..“ Dat. Mi. 6. April 1547. 600 1 Vgl. Nr. 579, Anm. 5 und 589. Beigelegt sind folgende«zitungen us Italien(A. a. C., f. 95): C Allatum est caesarem cum pontifice valde dissidere; quaenam causa sit, nescitur. pontificem cum Gallo conspiravisse nihil est certius et adversus caesarem. Argentina et Constantia, ut caesaris voluntatem intelligerent, oratores suos Ulmam miserunt; intellecta illius insolentia re infecta redierunt domum nolentes in quicquam assentire eté. Saxonem electorem adhuc potiri victoria usque habetur. Zwicovium, quod proditor Mauritius abstulerat, recuperavit; Lipsicum adhuc obsidione cingitur. rex Ferdinandus tentavit Boemos adversus Saxonem traducere, illi noluerunt annuere. caesarem equestrem pedestremque militem suum in opitulationem Mauritii in Saxoniam misisse aiunt. archiepiscopum Coloniensem et episcopum Monasteriensem ob religionem evangelicam caesar Flandrio milite e dominiis eiecisse no vosque ecclesiis coadiutores praeposuisse hie fertur.) 1547. Konstanz und die Eidgenossen; deren Einigkeit untereinander. 675 601. Die XIII von Basel an die XIII. 1547, April 6 und 9. Basel.] Str. St. Arch., AA 556, f. 85- Sęy. Ausf.— Prod. Di. 12. April. Beschluss in Baden über Konstanz; die Schweizer unter sich einig; Anfrage wegen der 10000 Gulden. Zettel(vom 9. April): Schicken den Brief durch Strassburgs Boten. Auf ihre Bitte im letzten Brief Nr. 589] um Nachricht darüber, was in Baden über Konstanz gehandelt sei, cugend wir uch zu wussen, das ditzmals niemands von Costanz erschinen nach utzit geschriben hat‘. deshalben und diewil man nit wussen mogen, wi ire sachen der ussunung halben geschaffen, von irentwegen sonderlich nutzt gehandlet, dan das man sich versicht, ob si glich nit versunt, so werde si doch ab der Eidgnossen erdrich niemands schedigen; dann ein fromd volk uf der Eidgnossen erdrich sich legern und jemanden unserer nachpuren dorab schedigen ze lassen, wurde gemeiner Tidgnoschaft, so vil wir verston konnen, nit traglich noch lidenlich sin ete.. so haben sich gmein Fidgnossen und ein statt Costanz bitzhar fruntlich und nachpurlich gehalten. da achten wir, es gang, wie es gott fuhe, si werden hinkur nut dèstweniger in gutem nachpurlichem willen verharrenz. und ist das furnemmist, so uns am basten frouwt, uf jet gehaltenem tag gehandlet, das sich gemein unser getruw lieb Fidgnossen, got hab lob, einhelling entschlossen und vereinbart, unsere geschworne pund und landsfriden truwlich an einandern zu halten und, wellichem ort utzit beschwerlich begegne, uf das sollen und wollend die andern getruws ufsehen haben und in zit der not ir lib, eer, gut und blut, wie unsere fromme altvordern ouch gethan, mit der gnod gotes truwlich zusamensetzen. es habend sich ouch alle ort, das si in guter rustung siend, entschlossen und sonst in allen dingen so fruntlich gegen einandern erzeigts, das wir dessen sondere frouwd empfangen.) Haben ihnen am 3. Januar Nr. 512] wegen der 10000 Gulden geschrieben und(nachmaln... von der vorigen zins verschribung coppien zugem schickt[ Nr. 531, Zettel] etc.. was aber die ursach, das ir die zins verschribung bitzhar nit gefertiget nach das gelt empfangen oder waruf ir das still ligen lassen. was ir ouch fur zitung, so uns mit zutheilen werend, hetend, mochten wir bi zeigern gern verstendiget werden...) Dat. Mi. 6. April 47. Zettel: Wollten den Brief«bi eigenem botten) schicken, geben ihn aber Strassburgs Boten, der(onegefer hie gewesen», mit. Datum sampstags 9. Aprilis 46 III. 601 1 Konstanz hatte trotz einer Anregung Zürichs eine Sendung abgelehnt Maurer D. Übergang der Stadt Konstanz an das Haus Osterreich, 8. 23). 2 Vgl. Eidgen. Absch., IV, 1d, S. 7980. 3 Vgl. a. a. 0. 8. 7198p. 4 Am 11. April fertigten die XIII Heinrich Walther in dieser Sache nach Basel ab. Vgl. Nr. 605. 43* . CF —* J 676 1547. Bericht Gremps über seine Verhandlungen am Kaiserhof wegen der 602. Bericht Dr. Ludwig Gremps über seine Verhandlungen am Kaiserhof zu Nürnberg. 1547, April 9. Strassburg. Str. St. Arch., Rats proto oll 1547, f. I75 5- I77 d. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Sitzung vom 9. April. Verhandlungen mit Arras und Obernburger über die Absolution, das Mandat, den Reversbrief und die Eidesformel. Berichtet zunächst über ein Gespräch mit Arrast.(Uf dasselbig hab er im ein brief mit den eingeslosnen artickeln die absolution und die mandaten zu ververtigen[gegeben], die er dem Oberburger pracht, die zu concipieren und inen sehen zu lassen, damit nichtz darin wer mein herrn beschwerlich. da sie nun concepiert, het er vier mengel funden: erstlich das kei. Mt. die schoss ir milte nieman beschloss, die ir schuld bekennen; zum andern[und dritten] das man Sachsen und Hessen in diser ufrur und rebellion angehangen; zum vierten das die artickel nit inseriert weren. da ſhette] uf sein anzeig der Oberberger gleich das wort schuld harüs gelassen; die andern drei hat er nit endern wollen und inen zu dem von Arras geschickt. der hette die namen Sachsen und Hessen usgethan und fur die wort: ufrür und rebellion gesetzt das wort: dis kriegs; und das man die artickel inserieren solt. als er nun zu dem Oberberger komen, hat er die andern zwen artickel geendert, aber die artickel nit inserieren wollen; anzeigt, das im anfang der keiser und im end ein rath reden wurde; so hete auch der keiser kein bekentnus. hete dem von Arras geschriben; der hab danach auch nit wollen die artickel in der absolution mehr haben, das er nit weiter het erlangen mogen. nun hat er gleich bedenken gehapt, ob er die absolution on? einleibung der artickel nemen soll oder nit; und doch bedacht, solt er die nit nemen, mochtlen] mitler zeit mer burger guter anlge fallen und hingenomen werden. zudem solt es kei. Mt. gegen Sachsen glucken, mocht sie die ussonung danach auch desdo leichtlicher erslagen. und hab im ders anzeigt, sofer mein hern dem Keiser ein gegenbekantnus dessen geben, so sie thon sollen, so werd mans in die absolu602 1 Darüber schreibt er in einem Brief an Jakob Sturm*, den die XIII am 4. April in der Ratssitzung vorbringen:« Als er umb die àabsolution bei dem von Arras angehalten, hab derselb anzeigt, das inen wunder nem, das die gsandten also hinweg geriten und die artickel nit zuvor underschriben. hab gefragt, wan und wohin man das gelt erlegen woll; er wiss nit anders, dan es sollen 40000 gl. sein. den er bericht, es sollen nun 30000 gl. sein; und das er nit wiss, wohin mans legen soll. er acht aber, mein hern werden es Conraden Johamen lieveren; der werd die dem keiser woll wissen zu lieveren. dabei hab ers bleiben lassen und bevolhen ein eilenden boten herus zu schicken, das es furderlich erlegt werde; dan gelt sei jetz ein angeneme war etc.. erkant: jeman gen Nurnberg zu schicken, im vall so der dloctor] Ludwigen nit treff, mit dem von Arras zu handlen, das man daz gelt hie oder zu Speir endphieng; dan mein hern nit moglich das gelt gen Nurnberg zu lieveren. doch das mans nit geb, man hab dan die brief der absolution zuvor»(Ratsprot. 1547, f. 162 b- 163). Ein derartiger Brief an Gremp', den Sturm vorlegt, wird am 5. April gebilligt. Auf einem Zettel soll man bemerken, da man willens 15000 cronen in golt zu schicken,... ob ers dahin handlen mocht, das man ein crone fur 23 patzen und einen creutzer neme, damit der uberig wechsel gemeiner statt wider zu gutem keme»(a. a, 0., f. 165 b— 166). In einem gleichzeitigen Schreiben des Rats an Nürnberg wird Gremp zur Aufnahme einer geheimen Anleihe dort beglaubigt(Ausf. auf Pergament vom 5. April in AA 559, f. 243, ein Leichen, dass der Bote Gremp schon auf dessen Rückreise unterwegs antraf). 2 Die Hs. hat:«am». 3 Hier folgt ein unleserlicher Name, Ausfertigung der Aussöhnungsurkunden; weitere Instruktion für ihn. 677 tion auch komen lassen. hab also die absolution genomen. und so mein hern die gegenbekantnus geben werden und die artickel in der absolution haben wollten, werd mans thon. hab mussen fur die absolution 400[gl.] geben und nichtz erhalten mogen; dan Um und ander stet 500 gl. und die von Augspurg 2000 gl. geben. der 30000 gl. halben hab er von dem von Arras verstanden, so man die Conraden Johamen geb, das der dieselben der kei. Mt. uf ir wagnus und costen lieveren werd, das[es] der kei. Mt. nit zuwider sein werd. so sagt Conrad Joham, er hab jetz brief endphangens, das er dafur hab. man werds zu Speir endphahen. Grempl sagt sonst, der eid, so man thon soll, sei in der canzlei gescherpft gewesen, aber uf sein anzeig habs der von Arras bei der form, wis[man] die zu Nordlingen gestelt habs, bleiben lassen und hab anzeugt, das Christof von Schauenburg der commissari sein soll?. so sei das mandat der guter halben? nit allein uf das reich, sonder auch uf die erbland gestelt.) 603. Instruktion! für den Strassburger Advokaten Dr. Ludwig Gremp zur weiteren Verhandlung mit dem Bischof von Arras. 1547, April 14. Strassburg. Str. St. Arch., AA 565, f. I42- Id8. Stark verbesserter Entw. Schicken den verlangten Revers; in der Absolution ist ein Artikel auszulassen und dafür§d und 9 des Vertrags hineinzusetzen; Zahlung der 30000 Gulden; ist die Änderung nicht zu erreichen, so soll er anfragen oder protestieren. Er soll Arras canzeugen, das er die absolution einem ersamen rath alhie anheimsch geprachtz, do ein rath woll gehofft, die artikel wurden darein gesetzt worden sein, wie sein fl. G. die gesandten zu Nordlingen vertrostet. Jie weil er aber berichtet, das es darumb beschehen, das die kei. Mt. ein obligation von einem rath haben Lwolte] und derhalben begert, das irſer] Mt. ein rath ein revers geben wolte; wie wol nun solcher revers von den gesandten nit erfordert, so het doch der kei. Mt. zu underthenigstem gefallen ein rath zollichen revers anstellen und under der stat insigel verfertigen lassens. 4 Vgl. darüber auch Gremps Instruktion vom 11. April(Nr. 608). Die endgültige Fassung der Absolution ist in Nr. 630, Anm. 8 abgedruckt. 5 Nämlich von Wolf Haller(von Hallerstein, dem kaiserlichen Pfennigmeister), worin er ihm mitteilte,«das im bevolhen, das gelt, so man kei. Mt. geben soll, einzupringen; pit im zu erfaren, wan und wohin mans im lieveren wolle. erkant: im ein ufaugig antwort zu geben, das die sachen noch zu warten seien; alsdan werds gelt gelievert werden»(Retsprot. 1547, f. 177 a). Der Brief wurde auch in der Sitzung vom 9. April verlesen(a. 4. O.). 6 Vgl. Nr. 586, Anfang. Vgl. den Bericht vom 25. April über seine Sendung nach Strassburg in Nr. 614. s Erlassen unter dem Datum: Nördlingen, 21. März(Ausf. in AA 564, f. 43; desgl. f. 44 und 183; lat. Ausf. a. a. C., f. 182): Zeigt allen Untertanen des Reiches und seiner Erblande an, dass er Strassburg begnadigt habe, und befiehlt ihnen, dass sie die Strassburger «frei, sicher handlen, wandlen lasset] und... wider si... mit der that in unguetem ausserhalb rechtens nicht handlet...) 603 1 Diese Instruktion wurde von Verordneten auf Grund des Grempschen Berichts (Nr. 602) ausgearbeitet und nebst dem Entwurf des vom Kaiser geforderten Reverses am 11. April im Rat vorgelegt(Ratsprot. 1547, f. 177 a—178). 2 Vgl. dazu Nr. 602, Anm. 4. 3 Ausgestellt unter dem Datum des 21. März: Meister und Rat bekennen darin,«nach | 5 | 678 1547. Instruktion des Strassburger Rats für Gremp zur endgültigen daneben het aber ein rath die absolution besichtigt und befinde, das in derselben ein artikel us der ulmischen absolution gestelt worden, namblichen: was die kei. Mt. im heil. reich teutscher nation derselben zu nutz und gutem und zu furderung und pflanzung und erhaltung rides, rechtens, rue und einikeit hernachmals ordnen werden, das man dem selben gehorsamlich nachkomen solt ete., welcher artikel erstlich in der handlung zu Ulm eins ratz gsandten nit furgeslagen. und als der von sein G. zu Nordlingen in die franzoisch veraeichnus der artikel gesatzt worden, haben die gesandten denselbigen, als die von demselben keinen bevelch gehapt, zu willigen nit gewust und sein G. gebeten, das derselb als ein neuer artikel herusgelassen wurde; welchs sein fl. G. an die kei. Mt. zu pringen genomen und nachmals angezeigt, das die kei. Mt. bewilligt het, das der herusgelassen und an desselben stat ein anhang an den andern artikel gesatzt wurde®..„wie dan die gsandten sollichs alles in irer relation einem rath anzeigt. derhalben eins ersamen ratz ganz dienstlich pit, sein G. wolle verfuegen, damit ein neue absolution geschriben und in derselben diser artikel herusgelassen wurde; und das die zwen artikels..., wie sollichs alles der viert und nennt,(der] abgeredten artikel us weisen, lan stat desselben gesetzt wurden]. da es sein G. aber nit in der absolution zu haben vermeinte, das dan die kei. Mt. den artikel, das man, was die kei. Mt. im heiligen] reich... ordnen werde ete., herauslass und die ubrigen zwen artikel ebengemelt under irer Mt. insigel aueh reversweis gegen der stat verschrieb, dieweil es eines ratz hochste noturft erfordert. dan solte ein rath von wegen gemeiner stat oder sonderen burger mit jemandem andern deshalben zu strit und rechtfertigung komen, und sonderlichen sovil die rechtlichen ustrag belangt, oder gemeiner stat oder den burgern Sachen halben, so sich in disem krig oder sonsten zul getragen, ire guter arestiert, behemt oder sonsten nidergeworfen werden, und ein ersamer rath dessen kein schein haben, das die kei. Mt. solche sachen zur gut oder dem ordentlichen rechten obenerzelter massen gewisen,[und] darlegen kunt, so wurde es der stat und gemeiner burgerschaft zu verderblichem schaden und nachteil reichen und wider das sein, das von der kei. Mt. einem rath zugesagt worden were. und wolle es also eins ratz hochste noturft erfordern, dises entweders in der absolution oder einem gegenrevers von der kei. Mt. zu haben. Und so er also ein neu und uf oberzelte mass gestelte] absolution oder ein revers haben wurde und nit ehe, so soll er eins ratz revers dagegen geben und anzeigen, das ein rath die dreissigtausend gulden herrn Wolfen Hallern, als der inhalt seins bevelechs, wie er schreibt, albereit bei Conraden Johamen, wie und wa mans erlegen wolle, angesucht und derselb im us bevelch eins dem wir von wegen diser werenden kriegshandlung in des... keisers... ungnad gefallen, das wir uf unser underthanigst, demuetigst bitt und erzeigung, so unsere gesandten gethan, von... kei. Mt. widerumb zu gnaden auf- und angenomen und auf nach volgende artickel ausgesonnt worden seind:; namblich und zum ersten sollen unsere gesandten den fusfal thun und kniend bekennen, das wir...»; daran schliessen sich die Vertragsartikel Nr. 588]. Zum Schluss verspricht der Rat sie halten zu wollen(Entw. in AA 565, f. 155- 157; Abschr. a. a. CO., f. 169— 161, AA 564, f. 138- 140 und 241-243 und Thom. Arch., Varia eceles. U, Nr. 26). Uher spätere kleinere Anderungen am Wortlaut vgl. Nr. 630. Vgl. Nr. 572, Anm. 10. Vgl. Nr. 588 Anm. 4 und 592, Anm. 5. lier folgt im Text der Wortlaut von§ 4 und 9 des Vertrages(Nr. 588). Vgl. Nr. 602, Anm. 5. n 3 Fertigstellung der Aussöhnungsurkunden durch den Kaiser. 679 ratz wider geantwort, alhie zu Strassburg oder, so es demselben nit gelegen und sie unsicherheit halben des wegs nit woll gen Nurnberg zu pringen, zu Speir lieveren lassen wolles. Und soll er, doctor Ludwig, mit allem vleiss und so vill moglich anhalten..., damit die absolution uf die oberzelt mass von neuem gestelt oder zum wenigsten diser beider puncten halben von der kei. Mt. ein besigelter gegenrevers gegeben werde, uf das man sich desselben, im vall und es sich zutragen wurde, gepruchen mog; und mit ubergebung eines ratz revers hinderhalten, bis er die absolution oder den gegenrevers habe. ob es sich aber bei der canzlei stossen wolt und er, dloctor] Ludwig, es anders nit erlangen kond, dan das er dem Oberburger etwas verer thon must, so soll er macht haben denselben mit hundert oder anderthalbhundert oder bis in zweihundert gulden zu vereren. Im vall aber das es weder bei dem von Arras oder auch dem Oberburger nit mochte erhalten werden,... also das er, doctor Ludwig, verston kunte, das man die handlung eher wolte zerslagen und die ussonung und vertrag nichtz sein lassen, wo es dan gelegenheit der sachen und die zeit erleiden mag, so soll er ein sollichs... einem rath... eilends zuschreiben, inen ferers daruber mogen zu berichten. wurde es aber die sach und die zeit nit erleiden mogen..., so soll er den vertrag und ussonung darumben nit endslagen lassen, sonder eins ratz revers ubergeben; aber dabei vor notarien und zeugen sich von eins ratz wegen bezeugen und protestieren, das ein rath den obenangezogenen artikel nit angenomen, das auch derselbig one ein ratz wissen und willen, ja uber beschehen zusagen, das die kei. Mt. denselben gegen einem rath hab fallen lassen, in dise absolution gepracht worden sei, derhalben auch ein rath denselben, dieweil er uf sein vleissig anhalten in namen eins rathls] nit geendert wolle werden, domit nit wolle angenomen noch denselben bewilligt haben. actum mentag den elften Aprilis a. etc. 479%». 604. Beratung von Klaus Kniebis, Jakob Meyer, Bastian Erb und Gregor Pfitzer. 1547, April 11. Strassburg. Str. St. Arch., AA 564, f. I90- I93. Entw.— Lect. Mi. 13. April. Entweder Vorhalt an die Schöffen über den Frieden, die Religion und unnütae Reden oder entsprechender Vorhalt an die Zünfte. Wegen der bedenklichen Reden! ist zu erwägen,«ob gut sein soll die gemeind der zunften deshalben zusamen 2zu beruffen, dieweil dieselben nit, allein... sich etwas endsliessen[mochten], so dem... kriden und auch 8 Es folgt«actum». Hier endete wohl ursprünglich die Instruktion, und das Folgende ist vermutlich erst nach dem Beschluss des Rates zugesetzt worden(vgl. Ratsprot. 1547, ). ? Gremp wurde ein Brief an Arras mitgegeben, in welchem der Rat ihm für seinen gnedigen willen und vleiss» bei der Aussöhnung dankt. Da aber, wohl wegen des eiligen Aufbruchs, die Absolution anders gestellt sei, als verabredet war, senden sie Gremp und bitten sie dem Vertrag gemäss ändern zu lassen(Entw. in AA 565, f. 149; Reinschr. in AA 564, f. 155; lat. Übersetzung von Gremp a. a. 6. f. 1656= 157 mit dem Datum: VIII Cal. Maiiy April 14). 604* Schon am 9. April wurde im Rat bemerkt,«wie so ungeschickten reden under dem gemeinen man gangen, das sich einer ufrur au bsorgen y. Die oben genannten Verordneten — 2 2 —— > * K ö . ie——, Ce 680 1547. Beabsichtigter Vorhalt des Strassburger Rats an die Jünfte; Anleihe einem rath zuwider sein mocht, sonder auch das es wider den prauch were und ein solchen eingang mocht geperen, das was in kunftigem reth und einundzwanzig samt schoflen und aman endsliessen, so man wolt, das es bestand haben solt, das man dasselbig erst muste an die gemein pringen,... das man diser zeit die gemeinden nit beschickty, sondern un— geschickte Reden oder Taten strafe.(So meinen der herrn eins teils, das man die gemeind von zunft zu zunft beschicken solt.) Man soll ihnen vorhalten. dass nach dem Abzug von Sachsen und Hessen die oberländischen Stände bis auf Konstanz abgefallen seien, von den andern keine Hilfe zu erwarten sei und daher der Rat mit Zustimmung der Schöffen sich in Verhandlung eingelassen habe;(und were die sach durch gotliche schickung... zu einem sollichen vertrag komen, der nach... gelegenheit jetziger leuf... gemeiner Stat erlich und nutzlich und vill weger, dan so man den krieg ferer dermassen solte beharrt haben, und den dannoch andere vorhin nit dermassen hetten erlangen mogen. Hören aber, dass efreventliche reden usgangen, als ob durch ein rath in disem anders, dan recht were. solt gehandelt worden sein und das man darin der religion nit solte fursehung gethan haben.» Da der Kaiser auf die Achterklärung verweist und(zu disem mall der religion[halb] nicht? hat handlen wollen, so were es einem rath auch desdo weniger zuwider gewesen der religion halben etwas zu handlen, dieweil nit verhofflich gewesen, das der keiser jetzo, so er den sig in handen, bessere versicherung[geben] wurde, dan er hievor thon wollen. derhalben es dis fals bei den vorigen reichsabschiden blibe.» Man solle also ruhig sein; sonst werde der Rat strafen. Die anderen Ratsherren] wollen ihnen auch die Artikel des Friedens vorhalten. Je nachdem man die Mehrheit findet, kann man sich mit der Strafe danach richten. Dat. Mo. 11. April 47. 605. Instruktion der XIII für den kleinen Ratsschreiber Heinrich Walther an die XIII von Basel. 1547, April 41. Strassburg. Basel, Arch., Stadt Strassburg C. Aus. Kündigung der Anleihe von 10000 Gulden; erbitten Linsermässigung hei der Anleihe von 12000 Gulden. Danken für die Anleihen der 12000 und 10000 Gulden. Da sie jetzt mit dem Kaiser vertragen sind, wollen sie einen Teil der aufgenommenen Schulden ablösen. Daher haben sie Walther beauftragt, für die 10000 Gulden cinen jetzt alsbald die losung mundlich zu verkunden... und... das markzal des zinses von dem ersten tag Jenners... bis zu dem tag der widerlosung zu bezalen. wiewol nun es also abgeredt, das wir die losung ain halb jar zuvor verkunden solten. etc., so hielten wir doch darfur, es wurden, diejenen, denen das hauptgut zustuende, uns des zinses... fur das sollen daher beraten, was zu tun sei(atsprot. 1547, f. 177). Vgl. dazu auch Nr. 597, bes. Anm. 5. Auch Jakob Lersner schrieb am 18. April nach seiner Ankunft in Kassel an den Kurfürsten von Sachsen:(Zu Straspurg... ist grosser un will wuschen gemeinen burgern und denen, so den vertrag verursachet und angenomen. stehet darauf, wie es mich ansicht, es werde zu einem ufstand oder ufruhr kummen; dan der gemeine burger und vil ehrlicher leute reden inen ubbel nach»(Ausf, in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 177- 182, H., Nr. G. 605 1 Zur ersten Anleihe vgl. Nr. 347, zur zweiten Nr. 486 und 492. — verhandlung mit Basel; Anfrage Landgraf Philipps nach Strassburgs Vertrag. 681 kunftig halb jar guetlichen uberhaben; beten auch unsere... freund von Basel..., das sie dieselben... dahin... vermögen wölten. im fall aber das sollichs nit mit gutem willen erhebt werden möchte, so weren wir urputtig, das markzal des zinses auf ain halb jar hinfur... auch zu bezalen. zum andern... wir haben das hauptgut, so wir in gehabtem bes werlichem krieg... aufbringen muessen,... bewilligt das hundert... mit feun fen zu verzinsen, da wir es doch darvor und auch jetzt widerumb wol umb vier bekomen mögen... derhalben seien... wir... bedacht., bei denen, welchen wir feunf von hundert geben sollen, anzesuchen, das sies auf vier bewenden lassen; wo nit, so werd man denselben destee ablösen otcz.. da sei abermals unser freuntlich pitt,... die gehaimen zu Basel wöllen ! mit denjenen, von denen sie die ersten zwölktausent gulden... aufbracht haben.... handlen, das sie nach ausgang des ersten jarzinses sich mit vieren benuegen lassen, dieweil sie doch ires hauptguts und zinses, auch richtiger bezalung desselben bei uns(ob got wil) woll gesichert sein sollen. und was sie in demselben erlangen..., das sie uns dasselbig auf unsern kosten furderlichen zuschreiben wöllen.... Dat. 11. April 47. 606. Landgraf Philipp an den Rat. 1547, April 121. Kassel. Str. St. Arch., AA 561, f. 45— 47. Ausf.— Prod.«vor ret und 21» 23. April. Ben. von v. Stamford, L. Wilhelm IV. von Hessen in Strassburg, S. 77. Fragt nach dem Artikel betr. die Religion in dem Strassburger Vertrag; Nachrichten von den Kriegsschauplätzen im Niederland, in Böhmen und Sachsen. Hat ihr Schreiben vom 31. März. Nr. 594] mit der Abschrift des Vertrages erhalten.(Nachdem wir nun nichts der religion halber befinden„das ir darbei gelassen werden soltet, so.. wellet uns verstendigen, was ir vor versicherung und verheissung der religion halben vom keiser hapt, uff das wir uns auch darnach zu richten haben.» Berichtet von neuen Leitun2 Schon am 14. März wurde im Rat angeregt,«ob man ain weil mit dem aufnemen des gelts stillstuende oder es nit anderst dann mit 4 vom hundert verzinset, dieweil das ausgeben fur und fur so gar weit uber das einkomen steiget»(Ratsprot. 1547, f. 12; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., S. Sch. Damals beschloss man noch, es«treiben lassen, bis das man hort, wie die sachen sich schicken wollen)(a. a. CO., f. 1136). Am 2. April aber auf die Meldung,«das jetzt etliche personen... grosse summen bei meinen herren das hundert mit feunfen zu verzinsen anlegen wöllen,... bedenken... die... dreizehen, das es deren kunden seien, die bisher der statt nit so woll getruwt haben als jetzt, so man vertragen sei; und zudem so wöll zu bedenken sein, ob man fur und also hausen, gelt aufnemen wöll et.. dann mit solcher weis werd es in die harr nit woll möglich sein. item ob man das gelt] zu Basel, so man et was bes werlicher dann anders aufgenomen, widerumb abkundet het. erkent: mit aufnemung des gelts soll man noch zur zeit stillsteen. und ist. den kunfzehen bevolhen zu bedenken..., das es nit höher dann zu vieren aufgenommlen] wurde; item ob und wie man dasjenig, so zu feunken aufgenomen, auf vier bringen könn; item den statum des haushaltens zu besehen und bedenken, wie man zu besserer haushaltung komen könt.» Danach soll eine Kommission aus den XIII, XV, XXI und dem Rat verordnet werden(a. a. O., f. 156- 17). Am 4. April schlugen dann die XV die Kündigung der 10000 Gulden in Basel vor; man will Basels Briefe darüber besichtigen(a. a. C., f. 164). 606 1 Der Entw. in Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1547, f. 109- 112 hat das Datum 11. April. ————— 0 m U mm 682 1547. Nachrichten vom norddeutschen Kriegsschauplatz; gen?: dem Abzug der Knechte vor Bremen und ihrer Verstärkung durch Reiter; ihre Marschrichtung ist noch nicht klar erkennbar. Büren befindet sich wieder in Frankfurt; der Kaiser und König Ferdinand ziehen gegen Böhmen; weitere Fortschritte des Kurfürsten von Sachsen gegen Herzog Moritz; in Braunschweig lassen er und die sächsischen Bundesstädte Truppen sammeln. Dat. Kassel 12. April 473. 607. Die XIII an Landgraf Philipp. 1547, April 13. Strassburg.] Marburg, Arch., Stadt Strassburg 1547,. II3- II4. Ausf.— Praes. Kassel 27. April. Haben seinen Sohn ziehen lassen müssen; der Tod des englischen Königs ist Falschmeldung; dagegen ist der französische König gestorben. Haben sein Schreiben vom 5. April[Nr. 599) über seinen Sohn« von zeigern diss empfangen. Haben schon geschrieben Nr. 591], dass sie den jungen Herrn gerne länger behalten hätten. Dieweil wir aber bei der kei. Mt. nit haben erhalten mögen, das sein fl. G. mit irer Mt. willen alhie pleiben möcht, und wir besorgen muessen, es möcht sich leichtlich zutragen, darus iren fl. G. und uns unrug ervolgte, so haben uf e. fl. G. begeren wir hochermeltem II] unserem II jungen gn. herren zeigeren volgen lassen, wie e. fl. G. sie berichten werden. hoffen zu gott, sein fl. G. soll zu handen e., fl. G. oder wohin dieselb den zu haben begert, sicher gebracht werden]. Und als neben einem andren schreiben e. fl. G. uns anzeigen(Nr. 596, Zettel], wie der jung könig von Engelland solle tods vergangen und mit gift umbracht worden sein, darüber sich der keiser und Franzos gegen einander mit ernst erheben werden etc., da haben wir darfür, das es nichts mit des königs von Engelland tödlichen[!] abgang sein werd, diweil wir brief gsehen, die an dato den 28. Merzens, in denen kein meldung darvon beschicht, und doch die, so gschribben, dessen wol wissen wurden ghapt und nit umbgangen haben. aber der könig von Frankreich, der ist verschinnen den 30. Merzens tods abgangen, wie e. fl. G. nunmehr auch werden erfaren haben. So hören wir noch von gar keiner kriegsristung in Frankreich... Dat. Mi. 13. April 47. Es ist zum grössten Teil wörtlich dasselbe, was er am 13. April Bucer darüber mitteilt(gedr. von Lenz, Briefw. II, S. 497- 500; die betr. Stelle steht auf 8. 499 vom drittletaten Absatz an). In diesem Brief lässt er seiner bitteren Stimmung gegen Strassburg freien Lauf, * Im Rat beschloss man am 23. April,«dem landgraven wider ze schreiben, wie und wes man mit der kei, Mt. der religion halben gehandlet, ungevorlich uf die weis, wie mans den schoffen furgehalten»(Ratsprot. 1547, f. 200. Demgemäss wurde noch denselben Tag dem Landgrafen, in et was kürzerer Form, aber mit wörtlicher Anlehnung, der Inhalt des Abschnittes über die Religion aus dem 5. Anbringen an die Schöffen(Ar. 610) mitgeteilt (Ausf. in AA 561, f. 49- 50; ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., 8. 72, Anm. 1 und von V. Stamford, a. a. O., 8. 77). Warum der Brief nicht abgegangen ist, ist nicht mit Sicherheit festzustellen; vgl. auch Nr. 613, Anm. 1. 607 Uper die Rückreise des Landgrafen Wilhelm vgl. von Stamford, Lg. Wilhelm IV. v. Hessen in Strassburg, 8. 18- S1. Der junge Landgraf hat dem Rat diese durch dic Aussöhnung mit dem Kaiser erzwungene Abreise nicht verübelt; noch im Februar 1548 liess er in einem Brief der Statthalter und Räte in Kassel diesen für die ihm in Strassburg gewordene gute Behandlung seines Dankes versichern(Ratsprot. 1548, f. 107). * Vielleicht ist damit der(verlorene) Brief von Dr. Hans von Niedbruck an Jakob Sturm gemeint; vgl. r. 796, 2. Absatz. — — Abreise des Landgrafen Wilhelm aus Strassburg; Vorwürfe gegen Strassburg. 683 608. Der Kurfürst von Sachsen an den Rat. 1547, April 17. Meissen. Str. St. Arch., AA 561, f. 107 und 112. dusf.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., 8. 86. Erkennt die Gründe für ihren Vertragsabschluss nicht an. Hat ihren Brief über ihren Vertrag Nr. 598] erhalten.«Nun lassen wir dieselben furgewanten ursachen uf irem unwerth beruhen. dan do derhalben unsere ainung und vorfassung dermassen hette mugen hindan gesetzt werden, so hette nach gelegenheit der sachen dozue niemands billichere ursachen dan wir gehabt. do wir auch hinder euch und andern unsern mitvorwanten derselben zuwider in ainige particular rachtung hetten gehen wollen, verhofften wir, das wir zu unser gelegenhait auch allerlai bequemlichkait wolten erlangt haben. wir haben uns aber der gemelten ainung erinnert und nicht absondern wollen; und seind in genalicher hoffnung gestanden, es wurde zich ein itzlicher in deme also auch erzeigt[haben] und der billichkeit mehr erinnern, dan[durch] anderer vergessliche exempel davon[haben] abwenden lassen. wir mussen aber solchs gott... bevelhen; der wirdet ane zwei vel uns aus diser beschwerlichen lasst, ob wir gleich von meniglich verlassen, zu seinem lob und ehren gnediglichen bringen(werden). haben wir euch gnediger mainung nicht bergen wollen. datum Meissen am sontag quasimodogeniti a. etc. 47». 609. Des Lic. Jakob Lersners!«relation, was er in Frankreich und England usgerieht.) 1547, April 18. Kasselꝰ. Marburg, Arch., Mr. 921, f. 32— 34. Reinschrift.— Praes. 18. April. Audienz beim König von Frankreich am 24. Dezember; Handlung in England; dortige Antwort am 2. März; Abschied in Frankreich am 25. März; Vorschläge für weitere Verhandlungen mit England und Frankreich. «Der kunig von Frankreich hat die gesandten am 24. Decembris a. 1546 selbst gehorts, sich darauf alspalt wol und gnedigst vernemen lassen, wie dan 608 Dem Landgrafen gegenüber äusserte er sich am 13. April über Strassburgs Vertragsartikel folgendermassen:(Nun hetten wir uns des, das sie sich in solehe rachtung begeben und die artikel enger, dan sie jungst von inen uberschickt worden, einziehen lassen sollen, zu inen, als die allwegen vor andern stellen ir standhaftigkait gerumet und one drangsalh sich so leichtlich darzue gemuessiget, gar nicht versehen, sonderlich das sie der religion dorinnen gar ubergangen, do sie doch mit hulf des konigs von Frankreichs die ding woll in bessere veéranderung, als die dem Franzosen am negsten benachbart, hetten richten konnen. mussen es aber geschehen lassen. und konnen doraus anders nicht abnehmen, dan das des kaisers gemut dohin gericht ist, weil er der religion in der versohnung gar nicht gedacht haben will, wan er uns alle unter sein joch und ser vitut gebracht hat, das wir als dan in der religion, was der habst und sein coneilium oder er zuwider aller friden und fridstende beschleust und wirdet haben wollen, pariren und gehorsamen sollen... aber weil in Strassburg noch vill gutherziger leut, den diser vertragshandel nicht lieb ist, wis dan in dem einen artickel mit angehengt sein die wort(ob je etaliche aus iren burgern oder underthanen solehs uberdreten, dieselben zu straffen), so ist sich woll zu vormuthen, das noch allerlai unrichtigkait und empörung gegen denjenigen, so solche ding umb aigenes nutzes willen gefurdert, doraus kommen möchte»(Meissen; Mi.«nach dem heil. ostertagen; Ausf. in Marburg, Arch., Sachsen E. L.] 16547, f. 402- 405; praes. Ziegenhain 19. April). 609 1 Vgl. seiner und seiner Mitgesandten Instruktion in Nr. 466, Anm, 1. 2 Dass er seinen Bericht in Kassel ablegte, geht aus seinem gleichzeitigen Schreiben an den Kurfürsten von Sachsen hervor; vgl. Nr. 604, Anm, 1. 2 Vgl. zum Folgenden Nr. 496 und 505. A | 2 — 2— N EN: 684 1547. Bericht über die Gesandtschaftsreise nach Frankreich 3 . 8 J A davon mein gnedigst und gn. hern sonder zweifel aus meister Franzen(Burkhardt] und Lerseners schreiben, auch von Johan Stormio vernumen haben, wilcher derowegen aus Frankreich abgefertigt. Sagt, das disse stende hetten ein gutte sach und, wan es bei ime stunde, so wüst er, wilchem theil er die victori gonnen wolte. sahe darauf fur gutt an, das man mit Engelland handeln solte uf ein defensionbuntnuss und gelt. und do sich Engelland derhalben declarirte, solte es an ime nit mangeln. bedacht selbst, die sach wolte keinen verzog leiden; allegierte den spruch: dum Romani deliberant, Saguntum perditur, dweil die Romer ratschlagten, hetten sie Saguntum verloren; item die gleichnuss von der handlung und dem vortrag zwuschen den wolfen und schaffen, do die schoff solten die hunde von sich thun etc.. darneben auch angezaigt, er wolte bei Dennemark den Sweizern und Venedigern anhalten lassen, das sie disse stende nit lassen wolten. Engelland. Als die gesanten in Engeland kummen, hat man sie gehort und volgents wollen mit Frankreich handeln auf ein buntnuss. haben die kranzosischen geschigten derhalben ein andern und volkomlichern bevelch holen mussen. mitler zeit, als auf den 28. Januarii, ist der kunig gestorben. derhalben die gesandten aufgehalten worden bis auf den 2. Martiis. do haben die verordneten, namlich der protector und die andern regenten, angezeigt, wie der kunig seliger genzlich bei sich beschlossen, disse stende nit zu verlassen, be— sonder sich mit inen in buntnuss zu begeben ete.. dweil er aber verscheiden, kunten sie derogestalt, als der kunig thun mogen und wollen. nit kurtschreiten, aus ursachen das der itzige kunig unmundig, das kunigreich noch nicht stabilirt, der gesanten mandata nicht gnugsam, sonder exspirirt durch des kunigs sterben. item das man darzu on vorgehende parlement nit kummen kunten[!]. item das die sachen in einem andern stand stunden, nemlich: es hetten sich etliche von dissen stenden als Wirtemberg und andere furnemliche stett ab— gesondert und mit dem kaiser vertragen. so sagt man von andern meher, das sie umh friden bei dem keiser ansuchten. doch wolten sie mit dem kunig aus Frankreich sich verbinden dissen stenden zum besten, das derselbig moge helfen; und daran wolten sie kein hinderung thun, besonder es mehr befordern. mit dem erpitten, do die ubberigen stende noch wurden zusgmenhalten und neue mandata und bevelch ubberschicken, wolten sie mit den ge— sandten handeln auf erlich buntnuss. oder gelt uf geburliche cautions. Abscheid in Frankreich am 25. Martii: als der kunig von Frankreich von den gesandten bericht worden, das Engelland dissen stenden gneigt und sich doch nicht gnugsam declarirt, hat der kunig durch seine furnemste rethe als den Cardinal von Tornau, den admiral und Pagar[Bayard] den gesandten vermelden lassen, wie der kunig beschlossen disse stende, als dem]!] churfursten und landgraven und iren(IJ verwanten, mit rath und hulf nit zu verlassen. dweil aber der kunig fur gutt ansehe, das Engelland mit in die hulf bracht[wurde], hat er verordnet, das monsire baro von Bolin mit meister Franzen[Burkhardt] und doctor Hansen von Metz widerumb in Engeland * Vgl. hierzu auch Nr. 552, Vgl. zum Folgenden auch Nr. 584. Auf diese Eröffnungen an die Gesandten verwies dann Eduard VI. in einem kurzen Schreiben an den Kurfürsten und den Landgrafen vom 4. März(Westminster; Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 921, f. 30; praes. Kassel 15. Aprih. . . ® a und England vom Dezember 1546 bis März 1547. 685 zihe. ferner darauf zu handlen. nemlich das sich Engelland mit ime der hulf halben vergleichen wolte. wolte aber Engeland sich mit ime nit vergleichen, sonder vor sich ein sonderlich hulf thun, des were er auch zufreden, sie were gleich, wie sie wolte. und ob Engelland nichts thun wurde, so wolt er gleichwol helfen. und sehe der kunig fur gut an, das erstlich ein stattlich summa an gelt von? volgents monatlich von beiden theilen etwas zemlichs erlegt wurdes. dweil dan heute hoffnung, Engelland werde es an ime nicht lassen mangeln, sein die obgemelten zwen vom franzosischen hoff widerumb in Engelland gereisetz. und ist durch die gesandten fur... nottwendig bedacht, das ein obligation gestelt und inen zugeschigt werde... darin spatium gelassen vor die personen, von wilcher man das gelt empfangen wurde und auch fur die summa, die Engeland erlegen wurde. item neue mandata und credenz uf den itzigen kunig Eduardum sextum. item das die sehestett, sonderlich Hamburg und Bremen, mit in der obligation begriffen werden mochten. item das(die] ubberigen stende bei einander pleiben und halten. item so wolten obgemelte meister Franz und doctor Hans mitler zeit allen muglichen vleiss in Engelland und Frankreich furwenden. und pitten, das sie der zeherung halben auch bedacht w erden. Dweil aber noch dissem allem der kunig von Frankreich auch gestorben sein soll. so ist zu bedenken, ob nit die nottorft erfordere, das man auch an den neuen kunig in Frankreich neue mandata und credenz verfertigen und schicken muste. nd kunnen die mandata uf meister Franzen, doctor Hansen und Johannem Stormium samt und sonderlich gericht werden mit geburlicher danksagung zu thun beiden kunigen. und do schon doctor Hans abstehen mochte, dweil er von denen von Straspurg revocirt!®, so hat sich doch Johan Stormius erpotten zu verharren.» 610. Das fünfte Anbringen an die Schöffen‘. 1547, April 20. Strassburg. Str. St. Arch., A 564, f. 194—198. Reinschr., desgl. in AA 565, f. 122—126, 127— 131 und in Thom. Arch., Varia eccles. V, Mr. 31.— Ben. von Holländer, Str. J. Schm. Kr., S. 90. Über die Religion nichts ausgemacht; es bleibt bei den früheren Reichsabschieden; kein Kriegsvolk in die Stadt; Beschwerde des Rates über die Vorwürfe; wird gegen weitere einschreiten. Verweisen auf die Mitteilung des Vertragesz.« Nun langt aber einen rath ganz glaublich an, das reden usgschlagen werden, als ob ein rath im selben 7 Lies:(unde. Am 25. März liess Franz I. durch Burkhardt dem Kurfürsten von Sachsen mitteilen, dass er ihm am liebsten die 200000 Kronen allein zukommen lassen wolle, da er auf den Landgrafen nicht viel Vertrauen setzen könne((Rambouillet; Or. Burkhardts in Geheimschrift mit Auflösung in Weimar, Arch., Reg. J, pag. 177- 182, H, NT 6 9 Das meldete auch Burkhardt dem Kurfürsten aus Paris am 27. März(Abschr. in Marburg, a. a. O., f. 26 und 29).— Nach G. Lefevre-Pontalis,— polit. d'Odet de Selve, Ambassad. en Angleterre(Paris 1888), 8. 133- 134 befand sich Burkhardt noch Ende April in London. 1 Vgl. hierzu Nr. 566, bes. Anm. 6, Nr.(8. 639), 6342 und 796. 610 1 Als in der Ratssitzung vom 13. April*— der Verordneten vom 11.(Nr. 604) vorgelegt wurde, beschloss man nur den Schöffen eine Erklärung zu geben, welche durch die gleichen Verordneten aufgesetzt werden sollte(hatsprot. 1547, f. 186—- 187). Am 16. 686 1547. Das 5. Anbringen des Strassburger Rats an die Schöffen anderst ghandelt hette, dann im von euch, den schöffeln, gwalt gegeben worden were, dieweil der religion halben in den fürghaltenen conditionen und mittlen nichts gemeldet, und das etlich volk zu ross und fuss als ein zusatz in* die statt kommen solt. diser beiden puncten halben haben unsere herren räth und einundzwenzig bevolen euch ferrers zu berichten. Und namblich so haben der religion halben eins raths gsandten beide mal zu Ulm und Nördlingen angsucht, das man derselben halben sicherung geben wolte. nachdem aber den gsandten jedesmal angezeigt worden, die kei. Mt. hette disen krieg der religion halben nit fürgnommen, er gieng dieselbig auch nit an; darumb wurde die kei. Mt. von weiterer versicherungs halben der religion jetzts auch nit handlen, uf das nieman gedenken möcht, als ob ir Mt. diesen krieg der religion halben furte. ir Mt. kette aber in dem usschreiben wider Sachsen und Hessen ein artikel gsetzt? dis inhalts: zudem wir uns auch nun vil jare in der hochsehedlichen... irrung des zweispalts der streitigen religion... vatterlich bemuehet, solehen zwispalt zu christenlicher vergleichung zu pringen..., inmassen dan unser gemuet... anderst nie gewesen und noch nit ist, dan das solch beschwerliche irrung vermog vil ergangenen reichshandlungen und gmeiner stend selbs gethanen bewilligung durch ein gemain christenlich concilium oder ander geburlich weg und mittel mit dem allerehisten christlich erortert, hingelegt und verglichen werden solle. bei solchem... erbieten wurde es ir Mt. nachmals pleiben lassen. und derhalben ist eins rath gsandten solcher usschreiben eins under der kei. Mt. insigels 2zugestelt, zu anzeig das es der religion halben bei demselben pleiben solte. Dieweil nun ein rath nit gedenken mögen, das die kei. Mt. diser zeit und da sie den sig in iren handen hat und wir dises theils zertrent und verlassen gwesen, weiters, merers oder bessers der religion halben zulassen oder versicherung geben werde, dann sie uf vorgehaltenen reichstagen, da diser theil noch ganz und bei seiner macht und sterke gwesen ist, geben hat wöllen, so hat ein rath darfür geacht, das vil weger und besser sei, sie lassen es bei der brachten dieseihren Cvergriffy im Rate vor(Entw. in AA 565, f. 116; prod. Sa. 16. Aprih, der «alsbald an etlichen orten geendert und gekurzt) wurde(Rlatsprot., f. 189 a). Dieser endgültige Entw. liegt in AA 565, f. 116- 121 vor, mit einer Reihe bemerkenswerter Anderungen von der Hand Jakob Sturms(vgl. Anm. 4, 5, 6, 9 und 10). Von diesem Entw. wurden 5 Reinschriften hergestellt, von denen die 4 noch erhaltenen in der Stückbeschreibung aufgeführt sind. Diese Reinschriften zeigen gegenüber dem letzten Entw. noch verschiedene Veränderungen(die wichtigsten in den Anm. 3, 11, 13, 14 und 15).— Nachdem am 18. April bestimmt war:« Bis mitwoch 20. soll man zu den zunften geen, ferer des fridens halben zu berichten)(Ratsprot., f. 193 a), zogen am 20. 5 Abordnungen des Rats zu je 4 Zünften und trugen ihnen die Erklärungen vor. Beim 4. Anbringen an die Schöffen am 4. April(vgl. Nr. 593, Anm. 9. Im Ent. folgt hier noch:«mit der kai. Mt. commissarien, dem ein ersamer rath in namen der kai. Mt. schweren soll, alher komen und».— Am 13. April wurde im Rat bemerkt, es werde davon geredet,«das funfhundert pherd und etlich reuter wohl«knecht» gemeint] alher kommen solten)(Ratsprot., f. 1866). (in... solty im Entwurf von Sturm verbessert aus:(hie bleiben werde», sz«von weiterer versicherung» im Entwurf von Sturm verbessert aus:(sicherung). &«jetz» Zusatz Sturms im Entwurf. Vgl. Hortleder II, Buch 3, Kap. 16, S. 273- 274. s Vgl. Nr. 319, Anm. 3. *«verlassen» im Entwurf von Sturm verbessert aus(uber wunden J. — wegen der Aussöhnung mit dem Kaiser. 687 kei. Mt. itzgmeltem erpieten und den vorigen des reichs gegebnen abschiden und handlungen pleiben, dann das man etwo vil der religion halben handlen wolt und conditionen annemmen muest, die derselben vil schädlicher weren. dann dieweil diser krieg nit der religion halben sein sollio, ob dann schon die kei. Mt., wie oben ghört, sich nit erbotten hette, so pleibt man doch für sich selbst der religion halben bei dem, so durch die stend des reichs hievor ghandelt und verabschidet worden. und ist es ir Mt. aber jetz sovil mehr zu halten schuldig, diweil sie dessen itzo sich widerumb erbotten hat. were dan ir Mt. je der meinung die religion uszudempfen, so sie es dann understeen würdet, so steet man noch wie im anfang, das man sich desselben halben so lang und vil ufhalten mag, sovil und gott gnad geben würdet. Das dann zum andren usgeben würdet, als ob ein volk zu ross und fus in dise statt kommen solte, darvon hat ein rath nit allein kein wissen, sonder uf sollich geschrei bisher gutte kuntschaft gmacht, wie er dann fürter mehr thun wurdet, und nit befinden können, das einich volk zu ross oder zu fus vorhanden, das sich uf dise landsart oder statt zu kere. so hat die kei. Mt. ustruckenlich bewilligt und zusagen lassen, das sie keinen zusatz oder kriegsvolk in dise statt legen wöll oder soll. zudem so halten die artickeliz, so euch vorglesen, ustrucklich in, das die kei. Mt. ein statt Strassburg samt allen iren burgern..., sovil derselben in dise versonung!is bewilligen oder darwider nit handlen, nit beschweren noch mit sondrer schatzung belegen wöll. solte nun ir Mt. kriegsvolk zu einem zusatz hieher wöllen legen, das were ja ein grosse beschwerd und disen artickeln zuwider. derhalben!* ein rath kein kriegs volk in die statt lassen würdet, sonder jedesmal mit euerem vorwissen handlen, was gmeiner statt notturft sein wolt. Und dieweil ir dann nunmehr neben vorigen... friddensartickeln gnugsam bericht, das man der religion halben nichts begeben!® und, ob man dieselb mit der that und gwalt angreifen wolt oder wurde, einem jeden frei ist, sich dessen, so Will und gott gnad gibt, zu entschitten und ufzuhalten; das man auch kein kriegsvolk alher legen soll und, ob man dasselbig zu thun understünde, das man dasselbig herin lassen mag oder nit, wie man jederzeit befindet, was thunlich sein will, derhalben ir selbs zu ermessen, das einem rath unbillich zugelegt würdet, als ob der anderst ghandelt hett oder weiters ingangen were, dann ir demselben gwalt zugstelt..., und es ein rath billich zu höchsten beschwerden hat, das innen das, so sie diser zeit... als das weni10(diser krieg... sein solt» im Entw. von Sturm verbessert aus«in disem vertrag die religion nit begriffen). u Im Entwurf folgt hier noch:(Will aber der almechtig got unserer undankparkeit und sunden halben, wie dan dieselbigen leider am tag und offenbar seind, und das bisher wenig besserung bei uns allen gevolgt, sein gotlich wort von uns nemen, so wurdet es unser weren oder widerstreben gar nit wenden mogen; und aber doch nit des weniger ein jeder fur sich selbs die religion in seinem herzen haben, die dieselben mogen bekennen und be— zeugen und also allen gwalt uberwinden. und ist aber auch eins ratz gemuet, will und meinung nie gewesen sich der relegion II] und gottes wort zu begeben, sonder im selben fall nochmals darbei zu setzen und leiden, was der barmherzig lieb got schicken will.» 12 Vgl. zum Folgenden$ 9 des Vertrags(Nr. 5889. 1 Im Entw. steht«ergebung». 14 Statt des nachfolgenden Satzes stand ursprünglich eine umständliche Ausführung desselben Gedankens. 1 Im Entwurf folgt hier noch:(sonder von wegen derselben eben in dem stand und sicherung stet und ist, wie man vor disem krieg alwegen gewesen.) A cvìuouuiurouuouaſiwGwuu6Gώueea6 s——— re. 688 1547. Verhandlungen Strassburgs mit Basel wegen der ger.. schädlich mit so ganzem ernst... treulich... erlangt, one alles eins raths verschulden übel... usgelegt werden solle. und dieweil man jars vor dem münster schwörtis... meister und rath ghorsam, auch berathen und beholfen zu sein gegen allen denen, die sich wider sie oder ir gericht setzen..., und dann dises nit ein kleiner und darzu ein unbillicher widersat? ist, so last ein ersamer rath euch alle... ermanen, seinteinmal us sollichen krevelen reden einem rath und gemeiner statt schwerlicher nachtheil. entston möcht, das dann ir, die schöffel, under euch selbs sollicher unbillichen nachreden messigen und meiden und, ob ir die von andren burgern hören wurden, dieselben darüber straffen, sie... underrichten, und ob. aber jeman... uf seinem... nachreden beharren wolt, sollichs jedes mal anzeigen... so würdet ein ersamer rath ane allen zweifel füro wie bisher alles das, so zu nutz und wolfart gmeiner statt und burgerschaft dienstlich ist, fürnemmen und mit allen treuen handlen und jedesmal für euch bringen, was dem gebrauch... nach für euch gehörig ist... solte aber herüber. nachmals jeman... einen ersamen rath freventlich schelten. so würde ein rath wider seinen willen getrungen, den dermassen zu straffen, wie es die notturft erfordren will..„YI17. 611. Bericht des kleinen Ratsschreibers Heinrich Walther über seine Sendung nach Basel.[1547, wohl April 20. Strassburg.] Str. St. Arch., AA 556, f. 41 und 47.Or. Bringt seinen Auftrag wegen der geliehenen 10000 und 12000 Gulden vor; die 10000 zurückgezahlt; wegen der 12000 Gulden will Basel verhandeln und berichten. «Als ich zinstags den 12. Aprilis zu nacht gen Basel kommen, hab ich morgens mittwochen den 13. desselben mim hern burgermeister zugestelten credenz? uberlifert, uf dem richthaus bis umb elf uhr gewartet und... nit furkomen mögen. aber nach mittag bei ermeltem hern burgermeister erschinnen, min bevelh... ime enteckt..„uf donnerstags naher den 14. Aprilis® zu 7 uhren beschaiden. da ich dann vor den drizehen erschinnen, 16 Vgl. den Schwörbrief von 1482 in: Chroniken der Deutschen Städte IX, S. 946 bis 950; die hier erwähnte Stelle steht auf 8. 948. . Verhöre und Bestrafungen wegen solcher Reden werden von Ende April bis Anfang Juni öfters im Rate verhandelt(vgl. Ratsprot., f. 199, 205, 215, 222, 2282, 231-232, 2402, 242- 243).— Am 7. Mai wurde mitgeteilt, Rehlinger solle gesagt haben,«der Keiser wurd den vertrag nit halten, man richte dann zwo oder drei kirchen uf, darin man mess les; und wan man dasselbig underston wurd, muest man ein kriegs volk herein legen) (a. a. O., f. 2332). Am 18. Mai wurde beschlossen, die Sache auf sich beruhen zu lassen; doch sollte Sturm Rehlinger sagen,(wan solliche reden uskomen, brecht es ime ein grossen unglimpf gegen der burgerschafty(a. a. O., f. 255). Tatsächlich wurde schon am selben. Tag vorgebracht, Peter Scher habe Rehlinger warnen lassen, nicht herzukommen,«burger wurden ine sonst todschlagen... dweil aber nichts daran ist», erhält Scher einen Verweis (a. a. C., f. 256). Wohl aber sollte einer die Rede getan haben,«er hielte Rehlingern und Peter Schern fur verrether diser statt»(a. a. CO., f. 2 Ha und 297; 18. Mai und 6. Juni). 611 1 Der Bericht ist undatiert; da Walther sich aber erst am Abend des 16. von den Herren in Basel verabschiedet, kann er wohl auch erst zu dem oben angenommenen Termin im Rat berichtet haben. Nicht erhalten; seine Instruktion in Nr. 605. > Walther schreibt von hier ab irrtümlich immer(Martiis. — — — dort aufgenommenen Anleihen. 689 inen... anzöugt..., wie in der instruction anzogen,... aus was ursachen ich aus bevelh die losung der 10000 gulden verkunden solte; darbei gebetten den halben jarzins von dato der abkundung, bi denen solche 10000 gulden ufgenomen, nachzulassen anzusuchen; wolt ich die marzal des zins von dem ersten Jannarii 47 bis den 14. Aprilis erlegen, so es aber... nit erhalten werden möchte, den uberigen halben jarzins auch... bezalen. volgends der zwolftausent gulden halben begert, bei denjenen, die ufbracht, zu handlen, das sie nach ausgang des ersten jarzins... sich mit vier gulden vom hundert... begnügen... daruf nach gehaptem bedacht von den höuptern zu antwurt empfangen, ein tag oder drei zu warten; wöllten sie bi den iren ansuchen... und gleicher gestalt mit den ausländigen auch händlen lassen Also hab ich von dem donnerstag morgens bis sambstags den 16. Aprilis gewartet. da am morgen die rät ufgestanden, min her burgermeister mich umb dreu uhren nachmittag fur die höupter beschaiden und zur selben stund vor sie... bei den iren, sovil sie deren anheimsch befunden,... der stat Strassburg zu nachpurlichem gefallen sovil abgehandelt..., das die abgekundte losung der 10000 gulden furgang gewinnen, der halb jarzins nachgelassen werden solte; und das sie bei den uberigen, so nit anheimsch, und an— dern ausländigen... auch dermassen ansuchen wolten, gutter hoffnung das dieselben es auch annemen und den halben jarzins fallen lassen wurden. und im fal gleich etliche, dessen sie[sich] zu inen nit versehen, solichs nit thun wolten, wolten] doch sie von einer statt Basel wegen das uber sich nemen. und dwil es noch in einer wochen zweier oder dreier nit als bi den ausländigen mochte volendet werden, solt ich eine, zwo bis in dritthalb wochen vom tag miner abkundung mit dem wechsler das marzal vom ersten Januarii dis jars abrechnen und lifern, damit ich gefurdert. was dann witters und sie nit erheben möchten, wolten sie... uber sich nemen...; dessen ich mich zum hochsten bedankt und erbotten ze ruemen. Aber der uberigen 12000 gulden halben haben sie dessen sich erbotten, die iren zu denen, da die ufbracht, abzufertigen mit inen ze handlen, das sie nach verschinung des ersten jarszins darnach alle jar nur vier vom hundert, zu nemmen, wohe nit, das sie gedächten die abzulösen...; woes sie also zu ant wurt empfahen..., dasselb... den drizehen diser stat ufs furderlichst zuzeschriben-. Daruf ich desselben sambstags April 16] mit dem wechsler abgerechnet, da sich vom ersten Januarii unz die bewilligt zeit ein vierteil jars und ein dritteil eins vierteil jars befunden, das ich bar inhalt miner rechnung erlegt. also wohe dise nachlassung nit beschehen, ein stat Strassburg zu dem... noch fur ein halben jarzins... hette 250 gulden erlegen müssen. bin also desselben sambstags zu aben von den höuptern zu Basel... abgeschaiö Das taten sie am 7. Mai(Nr. 619. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 44 —— r n m m ma 2 690 1547. Neuigkeiten vom kaiserlichen Hof und aus Sachsen und Böhmen 612. Dr. Ludwig Gremp an Jakob Sturm. 1547, April 21 Nürnberg Str. St. Arch, AA 559, f. 26-26. Or.— Prod. Do. 28. April. Ankunft in Nürnberg; Aufbruch zum Kaiser; Neuigkeiten: Der Landgraf noch nicht ganz vertragen; der Kaiser nach Sachsen; Landtag in Böhmen; Meuterei in Frankfurt; Pläne des Türken. Nachschrift: Sendet Abschriften. «... Als ich den 14. Aprilis gegen abent zu Strassburg abgeritten!. bin ich den 19. eiusdem zu nacht zu Nurnberg glucklich ankomen. hab gester hin und wider radts geſ pflegt, wie ich an den hoff zum sichersten mich verfugen mögt; in dem mir etlich zur post geratten, die ander, das ich uf geselschaft Warten solt, damit mir wegstark sein möchten. also bin ich in erfarung komen, das die menzisch bottschaff, darunder dloctor] Conrad Fisch, uf heut dato alhie abraisen und dem kai. hoff zu ziehen wöll, mit dern ich zu ver reiten auch vorhabens bin. verhoff die sachen mit der hilf gottſes] dahin zu befürderen, das ich unverzugenlich wider zu haus ankomen mug... daneben weil ich von euch und her Mathis Pfarhern bevelch entpfangen, wo ich etwas neuer zeitung underwegen erfaren mögt, euch solchs mit aigner bottschaft zu wissen zu thun, so hab ich nit underlassen wöllen, euch diese eingeschlossne novitates, so mir ein geheimer des rads mitgetheilt, bei zeige! zuzufertigen; wölcher mir auch daneben mundlich zu versteen geben, das der landgrave mit der kei. Mt. aller puncten verglichen sein solle, nemlich in der katzenelbogischen sach die kei. erkantnus zu leiden, wider Sa en hulf zu thun und ein sun zu geisel zu geben. allein soll er sich noch der vesten halben stossen; da beschwert sich Hessen dieselbigen der kei. Mt. einzuantWurten. versicht man sich, demselbigen puncten sollen auch in kurze weg gefunden werden, wiewol dannoch die sagen alhie auch geen, das ime neulich gelt aus Frankreich soll zukomens und er wider in rustung sein. so hat mir des bischofs von Arras secretari, so vom hoff den 13. dato geritten, anzaigt, das die kei. Mt. denselbigen tag zu Eger ufgebrochen und uf Zwickau zu verzogen sei. von dannen, wöllen etlich[mainen], werd sein Mt. uf Thuringen und Erfurd zu den weg furnemen; die andern achten, das der zug uf Dresa Dresden] zu geen werd. dann der churfurst die alt statt, so jenzig der Elb ligt, soll erobert haben. vermainen etlich, sie werd sich schwerlich erhalten; die ander achten es nit, das sie sich ergeben werd; dann die statt stark und wol besetzt sein soll. die Behem sollen wider ein tag halten, den die ko. Mt. uf montag nach duasimodogeniti April 18) ausgeschriben haben und selbs personlich zu besuchen vorhabens sein soll; dann der zuvor gehalten tag ungeschafft ab— gangen. so ist der herzog von Gulch den 18. dato alhie wider ankomena und von dannen uf Frankfurt zu nach dem Niderland verraiset. wie es dann zu Frankfurt mit der meutereis ergangen und das zwen gefierteilt worden, acht ich, das ir vor langest gnugsamen bericht empfangen. es sollen auch schreiben aus Venedig vorhanden sein, das der Turk mit einer treffenlichen armada in rustung sein soll, dergleichen zuvor nie beschehen. acht man, es werd Sicilia oder Neapolis oder Hispania gelten; gott schicks alles zum besten.» Dat. Nürnberg 21. April 47. Nachschrift: Sendet Abschriftenz von Schreiben des Kaisers an die Böhmen, Württemberg und Herzog Moritæ. 612 1 Vgl. seine Instruktion in Nr. 603. S. hierzu Nr. 583, Anm. 1 und Glagau, Lg. Philipp i. Ausgg. d. Schm. Kr., 8. 41. Vgl Nr. 597, Anm. 2. Vgl. Mentz, Joh. Friedr., I, 3, 8. 82, Anm. 1. Gemeint ist der sog. Weinbrennersche Handel; vgl. Nr. 593, Anm. 11, Schluss. —— 1— 6 1547. Verhandlungen des Strassburger Rates über die Eidesleistung. 691 613. Die XIII an Landgraf Philipp. 1547, April 23. Strassburg. Str. St. Arch., AA 553, f./ und 59. Ausf..— Gedr. von v. Stamford. Lg. Nilhelm IV. v. Hessen in Strassburg, S. S—-— 8d. Dr. Andernach hat seinem Sohn Geld geliehen. Beziehen sich auf seine Anfrage vom 5. April Nr. 599, Zettel] und teilen mit, dass zwar sie dem jungen Herrn kein Geld vorgestreckt haben?. Jedoch habe Dr. Andernachs Hausfrau, da dieser selbst bei der Abreise Wilhelms abwesend war, mit dessen Hofmeister abgerechnet und dabei einige Posten vergessen, wie Dr. Andernach ihnen nach seiner Rückkehr angezeigt habe «und wie e. fl. G. inligends zedels* zu sehen haben... Dat. Sa. 23. April 473. 614. Bericht über die Verhandlungen mit dem kaiserlichen Kommissar Christoph von Schauenburg. 1547, April 25. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotokroll 1547,. 201-202 und 204 206. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Ratssitzung vom 25. April. Ben. von Holländer, Str. 1. Schm. Kr., S. 90- 9I. Ankunft Schauenburgs; Ableistung des Schwurs; Zahlung der 30000 Gulden und eines weiteren Anlehens gefordert; Protestation des Rates; Unruhe der Bürgerschaft; das Anlehen abgelehnt; Geld für das Geschütz angeboten; die 30000 Gulden können nicht nach Nürnberg geliefert werden. «Zeigt der herr ammeister an, samstag 23.] zu nacht sei Christoff von Schauenburg, kai. Mt. comissarius, hie ankomen und[hab] gestern 24. morgen nach herrn Jacob Sturmen geschickt, mit demselben etlichs geredt; der es bei... den XIII anpracht, und dieselben es hieher gewisen. daruf herr] Jacob Sturm anzeigt, das er ein credenz von kai. Mt. und bevelch hat etwas anzupringen. und wiewoll er hievor mehr hie gewesen, so wiss er doch den prauch nit; und gepeten im anzuzeigen, wo er oder wie er ansuchen muste. hab er. herr Jacob, im anzeigt, er woll es an etlich pringen; also hab er es an... die XIII gepracht, die im die antwort geben, das er bis heut in der herberg verziehen[solle]; woll man zu im schicken. also wart er. hab sich gleichwoll vermerken lassen, es sei des schwerens halben, und hab darzu einen mundlichen bevelch; und das als heut ein feiertag“, da die juristen disputieren, als ob man kein eid dorf thon< dorf>, und das inen angelangt, 613 ı Der Brief ging ebensowenig wie der in Nr. 606, Anm. 3 erwähnte vom gleichen Datum ab. 2 Worum sie Philipp am 13. Januar gebeten hatte(Kassel; Ausf. in AA 561, f. 11 und 19; prod. So. 23. Januar; gedr. von v. Stamford, a. a. O., 8. 84). 3 Dr. Andernach hatte seine Auslagen((ob die 48 guldeny, wie er angibt) Ende August noch nicht erhalten. Als damals vom Pfennigturm 100 Gulden, die er von der Stadt zu der Unterhaltung des Prinzen aufgenommen hatte, zurückgefordert wurden, bat er Jakob Sturm und Mathis Pfarrer, dafür einzutreten,«domit ich nit mit erlegung solcher hundert gulden ehe... beschwert werde, dann ich auch meins gedachten ausstands... vernuget sie»(Bittschrikt in AA 553, f. 56 wahrscheinlich Übersetzung des latein. Or.]; prod. 26. August; gedr. von v. Stamford, a. a. O., 8. 82—- 83; jedoch infolge Nichtberücksichtigung des Produktions vermerks von ihm falsch eingereiht). 614 1 Der Markustag. 44* An zn—— ö e,. ö . / A— mmer,==. 692 1547. Eidesleistung des Strassburger Rates vor dem kaiserlichen Kommissar als ob die gemeind nit ruig seiz, wo nun ein rath sich b dessen zu berichten; kund man dise ding woll zu einer rueiger wer. dem er geant wort sein kein irrung.) Schauenburg wird darauf durch Sturm und Mathis Pfarrer geholt und «tregt fur: in hab die kai. Mt. mit disem credenzs abgefertiget, welche er ubergeben und zu verlesen begert. esorgte, bet er inen zeit thon, so man us bevelch der dreizehen, mein hern heten noch verlesung desselbigen zeigt er ferrer an: es wissen mein herren, wie ein statt Strassburg... mit kei. Mt. vertragen. nun sei under andern auch ein artickel, das min herren der kai. Mt. schweren und huldigen sollen. do ist von hochstgedachter kai. Mt. sein begeren und fur sein person sein freundlich bitten, ten schweren. ist doruf abgetretten. und der eid*, der gewalts und neben dem auch ein missive an meister und raths, das min herren dem von Schauwenburg an stat ir kai. Mt. huldigen sollen, verlesen und erkant worden: man hab die credenzschriften und form des eids gehort. und wiewol man ursach hett. dwil in der absolution ein punctlin, das in der capitulation nit begriffen, ingeflickt?, sich vor ime do zu protestirn, dwil sie aber ir dloctor] widder abwollen sie recht schweren, doch hiemit acht haben nochkomenden keisern zu Schweren. und Idas man] den notarien harin immer lass, das er den nochmals vor ime protestier in abwesen des commissarii, daz man durch disen actum sich irer alten freiheiten und herkomen andren keisern zu schwe— ren nit begeben haben wolle; Demnach uf der kai. Mt. commissari furhalte ren worden. hat der commissarius ferrer furgetra ein grossen merklichen costen disses kriegs h hochstgedachter ke man wolle inhaltz der puncgefertiget?, hoffen, es werd geendret kein ingang gem actum sehe und hore, und n vorgelesener eid geschwogen: nochdem die kai. Mt. alben ufgewandt, so wer von zi. Mt. sein begeren, man wolte. wie die abred bescheen, * Zu diesem Gerücht vgl. die folgende aus die berg:(Es soll auch zu Strassburg ein grosse zissma entstanden sein; ettliche haben gewöllt, wie ich bericht wirt, man soll den aufgerichten contragt mit kay. Mt. verglichen halten, die andern haben darwider gestanden, deren vil vom adel seindt, also das, wie man sagen will, ser Zeit stammende Zeitung aus Nürndes raths, purgern und der gemayn die kaiserisch parthay der maist thail auss der statt soll gewichen sein... nach solchem hat mir ein guet freundt anzaigt, wie das die aydtgnossen ire furnembste haupt- und kriegs verstendige gen Strassburg sollen geschickt haben»(Abschr. in München, Geh. Staatsarch., Kast. schw. 50d /8, f. 203 p 204 a). Vgl. hierzu auch die Meldung auf einem Zettel zum Schreiben des Landgrafen Philipp an den Kurfürsten von Sachsen vom 28. April(Entw. in Marburg, Arch., Sachsen E. L.] 1547, f. 430):«Heut dato ist einer unser diener komen von Straspurg, der berichtet uns, es seien die kei. commissarien komen gein Straspurg, da di huldigung ze nemen. als nun der vertrag gelesen worden, sei der der abred ungleich gewesen; derwegen di comissarien wider zuruck und mit inen etlich personen von Straspurg gezogen. die gemein in Straspurg sei sehr ubel zufriden mit dem Vertrag und sei derwegen gross zwitracht in Stras purg.) * Aus Nürnberg; 27. März; Ausf. in AA 564, f. 179; prod.«vor ret und 21» 25. April, * Notariell begl. Abschr. a. 2. O. f. 146: gedr. in: Summarischer Bericht... 1662, S. 32 und von Hollander, a. a. C.. S. 91: vgl. auch Winckelmann, Strasshurgs Verfassung usw. im 16. Jh., S8. 500, Anm. 1. s Vollmacht zur Empfangnahme des Eids vom 26. März; Nürnberg; not. begl. Abschr. a. a. O., f. 265; gedr. in Summ. Ber., S. 30-31 und bei Lünig, Reichsarchiv, Pars Spec., Contin. IV, 2, S. 776. Vom 26. März; Nürnberg Ausf. a. 4. C.. f. 180; prod.(vor ret und 21» 26. April. Vgl. Nr. 603. Chr. von Schauenburg; Verhandlungen mit ihm über die Geldzahlung. 693 kai. Mt. mit der summa geltz zu steur kommen und her Conrad Joh[alm oder andern uberluffren,[die sie] gon Nurnberg verschaffen mogen. dwil aber solche abgeredte summa gegen dem grossen costen, Iden ir kai. Mt. ufgewandt, ein kleins und gerings, so wer sein von kai. Mt. begeren, man wolte ir kai. Mt., in bedacht daz man si so gnediglichen widder zu gnaden ufgenommen, noch ein weitere steur thun; daz werdt ir kai. Mt. in gnaden erkennen. nach disem ist der commissarius abgetretten. und hat der stattschreiber ein pro— testation gelesen, das man durch disen actum nit wolle sich begeben haben kunftigen keisern zu schweren, in presentia Rotfelders notari, rentmeisters und lonherrens, der gezeugensy. Gleich darauf«zeigt herr Jacob Sturm und her Mathis Pfarrer an: sie haben der kei. Mt. commissarien... die antwurt geben, das ime meine hern in die herberg erlaupt, wolten ime nachmals antwurt geben; und dabei begert, das er inen den gwalt und das jurament abzuschreiben geben wolt. das hab er gethan, doch begert, das mans furderen wolt; dann er wolt gern nach essens verreiten. hett sich daneben bedankt, das man ine gefurdert; und wo er ein stat Strassburg dienen konnt, wolt er das gern thun. darneben hab er anzeigt, das ime warnung komen, sollt nit herein reiten, er wurde nit sicher sein; dann es were ein burgerschaft etwas unruewig. wo dann sich etwas sollt zutragen, wer ime von wegen ein solchen zierlichen stat laid; wan man auch kei. Mt. sollichs anzeigt, sie wurde versehung thun, das es vermitten. das haben sie ime abgeleint, das es nit so boss. Ist darauf des gelds halben,[so] man der kei. Mt. liffern sollen, red gehapt. erkent: im anzeigen, welchermassen mein herrn von gelt komen, das Iman] das, so man der kei. Mt. geben, verzinsen muss, und abslagen weiter gelt zu geben; im auch ableinen, das man sich keiner ufrur versehe. und mit im reden, wiewoll man mit gelt nit gefast, so aber kei. Mt. fur das geschutz gelt nemen wolt, so wolt man sehen, wie mans ufprecht, und im etwo 10000 oder bis in 1200[0]® gulden dafur geben; und im 500 gl. anpieten zu schenken. und im anzeigen, das die weg gen Nurnberg unsicher, das man das gelt nit gen Nurnberg lieveren kund. woll es aber die kei. Mt. uf ir wagnus dahin gen lassen, woll man sehen oder gen Speir lieveren. ist des geschutzs halben wider umbgefragt und erkent: im sagen, so die kei. Mt. mit dem geschutz mit gelt vergleichen wolt!®, mocht man im 800 gl.[geben]; und im etwo 200 gl. zuvor schenken und nit mehr. und soll man inen us der herberg lesen.» 8 Diese Protestation hatte Gremp noch vor seiner Abreise entworfen(sein Entw. a. a. O.. f. 263 und 270 mit der Unterschrift:(Forma protestationis de non iurando in posterum»; danach Reinschr. in Str. St. Arch., Thom. Arch., Varia eceles. V, Nr. 32 mit der Aufschrift:(Dise protestation ist montags nach misericordias domini den 25. Aprilis a. 47 vor hſerrn] Jacoben Rotfeldern dem notari und Heinrichen von Dachstein genant Otell und Wolffen Reissens des lonhern als zeugen[eingelegt worden] y; gedr. Summ. Ber., 8. 32— 33; vgl. Winckelmann, a. a. O., S. 500, Anm. 2. 9 Am Rand ist allerdings«oder bis in 1200» zugesetzt; es ist aber anzunehmen, dass man dem Kaiser nicht eine so geringe Summe anbot. Es muss daher wohl, entsprechend der vorgenannten Summe von 10 000, hier 12 000 Gulden heissen. 10 Für alle Fälle beschloss man jedoch am 13. Juni, eine Aufstellung über das abzuliefernde Geschütz zu machen(Ratsprot. 1547, f. 305 a. r ·/¶·‚äUp—äůK—i—— ö , TEE n — — . 694 1547. Bericht Chr. von Schauenburgs über seine Handlung 615. Christoph von Schauenburg an Karl V. Wien, Haus-, Hof- und Staatsarch., Kriegsakten 11. Ausf. Berichtet über seine Handlung in Strassburg. Den Befehl des Kaisers über die Huldigung Str 17. nachmittags 4 Uhr(durch einen laufenden botten von Binsfelden zu Lutzelburg Luxemburg)) erhalten. Ist darauf nach Strassburg geritten und am Freitag[22.] morgens in Zabern angekommen. Bischof Erasmus liess ihn kommen und frug, ob er nach Strassburg wolle, was er be Auftrag anzugeben. Der Bischof sagte zu ihm, doselbst hett assburgs hat er am jahte, ohne seinen «SO ich gescheft von e. Mt. 18zuriechten, so wolt er mich truwlich warnen, ufrur und miteérei bei der gemeinen burgerschaft begnadung, auch gevölgten articulen und abrede und das daselbst feur ingelegt were worden, d wie ein grosse weren, die wölche 8. Mt. n nit gemeint anzunemmen, amit der gemein man zusamen so ich dahin köme und etwas von Mt. understund zu handlen, das es mir ubel d gon wurd und das ich meins leibs und riedt mir daselbst hin nit zu komen.) 23. in Strassburg ange möcht komen; dero wegen zu besorgen, wegen und in namen e. aruber lebens in gevorlichkeit stund; und Trotz dieser Warnung ist er am Samstag kommen und hat sich beim Rat, anzeigen la ihn auf Montag 125. um 7 Uhr Vormittags auf die Pfalz bestellte. tete er seinen Auftrag aus. Der Rat liess ihm durch Jakob Sturm antworten, obwohl sie den Eid noch nicht, zu leisten brauchten, da ihnen die Absolution in rechter Form der Abrede nach noch nicht behändigt worden sei, so seien sie doch dem Kaiser zu Gefallen bereit.(den eid an stund durch den ganzen radt der funfzig personen zugegen in gleich zu thun und schweren.) Weil aber der Markustag ein Feiertag ist, wollte er den Eid nicht empfangen. Sie baten ihn jedoch, da der Tag am Kammergericht nicht als Feiertag gelte, ihn auch hier nicht anders zu halten. Und wenn er als Fest gelten sollte, so verpflichteten sie sich doch es so zu halten, als ob er keines wäre; er möge den Eid empfangen. Angesehen die varlichkeit, da die herren noch in stond, auch meiner person halben und damit,[die] vorgemelten hern mitler zeit das boss kraut ausreiten mögen und die widerwilligen, wie straffen, die denſn] hetten mögen gleich uf mit dem eid lenger still gestanden, so hs form und mass derselbig von e. Mt. mi ssen, der Dort richsi schon angefangen zu thon, einmal ufrurisch sein, so ich hett ib ich in namen e. Mt. den eid, in aller r zugeschickt, mit ufgeregten fingern und allen andern gebuerenden solemniteten radt empfangen, auch, wie sich geburt, globen und schweren lassen.“ Dann hat er nicht nur um die bewilligte Steuer, sondern um 50- 60000 Gulden angehalten und darüber«mit etlichen sondern personen»* verhandelt, damit, sie es nicht abschlagen und«solich gelt durch her Conrad Johumb[!] oder durch ander weg e. Mt. verordneten zu Nurnberg lifern wolten lassen. Nach langer Beratung antworteten sie, die bewilligten 30000 Gulden wollten ie gerne geben; mehr geben könnten sie jetzt nicht, weil sie dieses Geld schon aufbringen und verzinsen müssten. Auch könnten sie das Geld nicht durch Joham oder sonst nach Nürnberg schaffen lassen,«angesehen jetzung kein wechsel vorhanden; zu dem seien die strassen nit sicher, die tagen dem Ingolt, von eim ganzen und grossen weil in kurzen irem mithurger einem, bei Nurnberg etlich ballen seien 615 1 Vgl. Nr. 614, Anm. 2. Nach Nr. 614 sind es Jakob Sturm und Mathis Pfarrer. — em,= in Strassburg. 1547, April 26. Geissbach bei Schauenburg. —— 1547. Der Strassbuger Rat bestreitet, dass in der Stadt Unruhen seien. 695 ufgehauen worden». Sie baten daher, der Kaiser möge Wolf Haller befehlen, die 30000 Gulden in Speier zu empfangen; dorthin wollten sie es stündlich liefern.«Und so inen der almechtig wider zu gelt helf» und der Kaiser solches brauche, wollten sie sich gehorsam und dienstwillig erweisen. Sie baten auch, da sie dem Kaiser Geschütz und Munition liefern sollten, «weiter unwillen bi der burgerschaft und gemeind zu vermeiden», möge es der Kaiser schätzen lassen;«wöllen si sollich gelt understan ufzubringen und e. Mt. zum furderlichsten verniegen und bezalen lassen... Dat. Geiss bach bei Schauenburg 26. April 1547. 616. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1547, April 30. Strassburg. Basel, Arch., Stadt Strassburg C. Ausf. Praes. 4. Mai. Ihre Anleihe: keine Unruhen in Strassburg; Zeitungen vom Kriegsschauplatz in Sachsen. Beziehen sich auf Walters Bericht[Nr. 611]; danken für ihre Bemühungen und bitten um Angabe, ob Basel jemandem für den Zins etwas entrichten müsse. damit Strassburg es wieder bezahlen könne. GFerrers... so hat... Claus Kniebis, unser alter ammaister, uns ain schreiben*, von... Bernhardten Meyern, euerm bannerherren, an inen ausgangen, furbracht, inhaltend, als ob an euch gelangt, das es wuschen ainem rath und der gemaind alhie gevorlich stön und das etlich von uns, den dreizehen, deshalben abgewichen sein sollten), mit angehengtem erbieten, so etwas am selben, wes ir dann so tag so nacht und ungespart aller arbeit und muehe darunder zu gutem handlen könnten, das irs ze thun geneigt sein wolten etc.. des wir dann von euch ganz frundlich vermerken. und ist... nichts daran; obgleich von etlichen unnutzen leuten ungeréumte reden usgeschlagen worden, deren wir kein grundlichs erfaren haben mögen, so hoffen wir doch nit, tragen sein auch nit sorg, das es zu etwas ubelm gelangen solle.» Danken aber für ihr Anerbieten. Von neuer Zeitung haben sie nichts Gewisses. Der Kaiser soll am Ostermittwoch[April 13] mit dem Heer von Eger gegen das Land Meissen aufgebrochen sein. Der Kurfürst soll in der Stadt Meissen liegen und die Stadt Erfurt,«die unter inen selbs zwitrechtig sein soll), belagert habenz.(Datum den letsten Aprilis a. etc. 475. 617. Klaus Kniebis an Bernhard Meyer.(1547, April 30.1 Strassburg. Basel, Arch., Polit. M S, 1. Or. ohne Datum und Unterschrift. Nachrichten über den Kurfürsten von Sachsen; Geldforderungen des Kaisers; Zwistigkeiten in Ulm. Hat chüt samstag den letsten Apprilis zwischen 9 und 10 hüren» sein Schreiben* in der Ratsstube erhalten; hat es dem Ammeister gezeigt und ihn gebeten, die XIII dazubehalten, die dann beiliegendes Schreiben Nr. 6161 616 1 Vgl. Nr. 614, Anm. 2. 2 Die Belagerung begann aber erst am 21. April; vgl. Mentz, Joh. Friedr., I, 3, 8. 96. 617 Das Datum ergibt sich aus dem Anfang des Briefs. — 696 1567. Nachrichten vom sächsischen Kriegsschauplatz; Ladung zum Ulmer beschlossen haben. Hat Meyers Brief an Dr. Geiger geschickt.(Zittung ist so vil lugenhaftig, das nit dovon zu schriben; dann der mehr theil erdicht. min herren haben der bundnüss halben, darin si gewesen und der versunung halben, darin si sich mit kei. r. Mt. bewilligt, wis genug beschwerlich, mehr dann uns lieb ist, ein bottschaft schriftlich mit einem irem diener zu(dem churfursten] geschickt; der ist wider komen und zeigt an, das der churfurst Missen die stat und schloss hab ingenomen, darin er ligen soll mit einem regiment und ein regiment in dem Joachimstal und mit einem regiment vor Erfordt ligen soll uf 10000 stark ete.; ob daz also sei, weiss ich nit; dann er allein bi dem churfursten gesin. und das dem churfursten kundgethan, die kei. Mt. woll Erford innemen; das hat in geursacht, als ob er wolle vorkomen. so aber der churfurst sin her getheilt an tri end, ist zu besorgen, kei. Mt., der konig, sin bruder, und herzog Moritz werden iren willen erlangen es ist ein schrift oder truck usgangen, wie der konig von Boheim mit der statt Brog und zehen zierken des richs Boheim eins mandats halben gegen einander in unwillen standen.) Hat sie gestern gelesen, aber sofort zurückgeben müssen; wird Abschrift, schicken, wenn er kann. Hier heisst es, der Kurfürst und Moritz hätten auf einige Tage Anstand gemacht; trotzdem habe Moritz den Kurfürsten überfallen wollen; der sei aber gewarnt worden und habe Moritz einige neapolitanische Reiter und 3 Fähnlein Knechte erlegt. Doch der Bote, der vom Kurfürsten kommt, hat«min hern dovon nichts gesagt, als das nichts daran isty. Moritz und Ferdinand sollen einige Städte und das Vogtland eingenommen haben.«Ist aber alles neu zittung, do man kein worheit von weiss. so ist die sag, das kei. Mt. von den stetten des richs ein grosse summa geltz haben will, die diser krieg nit angangen, auch unser religion nit sien gewesen. item so sagt man, das etwas uneinigkeit sei zwischen den personen, die in Um von dem rodt und sunst sei(II umb deswillen, das man noch zu den predigern doselbs mess habe, darin vil personen des rodts mit den iren gond, doselbs mess und predig horen... 618. Otto, Kardinal und Bischof von Augsburg, Johann, Markgraf von Brandenburg, Johann von ier, kaiserlicher oberster Kriegskommissar in deutschen Landen, und Heinrich Hass von Laufen, als kaiserliche Kommissare an den Rat. 1547, Mai 1. Ulm. Str. St. Arch., AA 559, /. 3. Von den Ausstellern besiegelter Druck mit Rhandschriftl. Hinfügung von Ort und Tag der Tagung‘.— Prod. Mo. 30. Mai. Laden auf den 12. Juni nach Ulm zur Beratung des Bundes. Der Kaiser hatte nach Ulm einen Tag für die Errichtung eines Bundes einberufenz, wölcher aber kurtzhalben der zeyt nit allein nit besucht, sonder 618 1 Das gleiche Stück z. B. in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1030, f. 5; praes. 29. Mai. Der in Anm. 2 erwähnte Brief des Kaisers vom 6. Mai a. a. O., f. 6—7; praes.«am heil. pfingstagy Mai 29]. ? In einem Schreiben vom 6. Mai(Lager vor Wittenberg; Ausf. in AA 559, f. 1—2; prod. Mo. 30. Mai) teilte der Kaiser dem Rat mit, dass er die Kurfürsten und Fürsten aut den 25. März nach Ulm bestellt habe. Da er aber an ein pünktliches Eintreffen nicht glaubte, hat er die Berufung der Städte solange verschoben. Jetzt hört er jedoch, dass die Stände ihr Erscheinen zugesagt haben, und fordert sie deshalb gleichfalls auf, bevollmächtigte Ge ————* Tag am 12. Juni; Strassburgs Anleihen in Basel. 697 auch vilen nit verkündt werden mügen, wie dann euch, als wir bericht, auch beschehen. In Anbetracht der Wichtigkeit des Tages fordern sie daher Strassburg hiermit auf, zum 12. Juni nach Ulm bevollmächtigte Gesandte zu schicken. Dat. Um 1. Mai 473. 619. Die XIII von Basel an die XIII. 1547, Mai 7. k Basel. Str. St. Arch., AA 556, f. 18-49. Ausf.— Prod.«vor rett und 21» Mi. JI. Mai. Schwierigkeiten wegen der Kündigung und Zinsherabsetzung bei der Anleihe von 12000 Gulden. Teilen mit,(das wir die nachlassung des halben jorzinses der zuletst uigenommenen zechentusent gulden bi allen koufern erlangt!... so vil und aber die 12000 fl. houptgutz und 600 fl. geltz belangt, habend wir durch drig unsere miträth, so dieselben bi unsern abgetretenen thumbstiftherren, die sich jetzt zu Friburg im Prisgouw enthalten, uf Laurentii August 101.. 46... ufgenommen, irer eigenen gultbriefen bitz in 18000 fl. houptgut? darfur verunderpfendet und wir uch zu gut, demnach inen abgenommen, uns gegen inen umb solliche summa, die uf Laurentii zu verzinsen, verschriben, dann sonst weren uch noch uns dise 12000 fl. nit worden,... ansuchen lossen.... die... mit antwort begegnet, das si solches gar nit thun, sonder wo... si inen dann die losung ein viertel jors vor Laurentii verkunden und dann uf sollichen tag die 12000 fl. in guter Basler munz, dann si kein andere zalung annemmen, gon Friburg... antworten, wussend si ir gelt wol anzulegen.» Teilen das mit,«und so ir die losung, wie wir gedenkend, zu thun willens sin wurdend, mochten wir liden, das ir dieselbige uf Laurentii, wie ir zins an- und abgat, allein in Basel munz... dethen.... so wolten wir umb die drig wochen, so ir von Laurentii bitz Egidii[September 1] am jorzins der 600 fl. minder legen dorften, unsere... ratazfrund, wie wir dan inen zugesagt, von unserm gemeinen gut schadlos halten.» Bitten um Antwort mit diesem Botenz. Dat. Sa. 7. Mai 47. sandte zu senden.— Für diesen ersten Tag zu Um war das Bedenken der Ulmer Verordneten Sebastian Besserer, Ulrich Ehinger, Martin Weickmann und Wolff Glockengiesser vom 23. April«künftiger bündnis halb beschehen» bestimmt gewesen(àbschr. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVIIb, Nr. 109. 3 In der Sitzung vom 30. Mai wurde auf beide zriefe hin beschlossen, man wolle sich bedenken und nachher antworten. Zugleich soll bedacht werden, ob man den Tag besuchen wolle(Ratsprot. 1547, f. 273).— Am selben Tage schrieb der Rat an die kaiserlichen Kommissare, man müsse sich erst bedenken, werde dann aber mündlich oder schriftlich ant worten(Entw. in AA 559, f. 18—- 19. 619 1 Vgl. Nr. 611, Anm. 4. 2 In der Sitzung vom 11. Mai wurde der Brief an die Kommission verwiesen, zu sehen, ob die Ablösung möglich sei(Retsprot. 1547, f. 238— 239). Jakob Sturm und Hans von Lindenfels bringen dann den Entwurf der Antwort vor, der angenommen wird(a. a. O., f. 241). Die Antwort in Nr. 621, ——— a a RE . ö . & K 1 MA Ks 6 Bar PE EEE m d—— e, GE. — 0— 698 1547. Nachrichten über die Schlacht bei Mühlberg; Strassburgs Anleihe 620. Petermann(Urich Geiger) an Bernhard Meyer. 1547, Mai 10. Strassburg. Basel, Arch., Polit. MS, 2, f. I20. Or. Nachrichten über die Niederlage und Gefangennahme des Kurfürsten von Sachsen. Kann wegen der Krankheit einer Base die beabsichtigte Basel nicht machen. Jetzt sichere Nachricht von der fürsten.(Es ist das geschrei woll vor acht tagen hie gewesst und anfenglich von Spir! kummen, darnach von Enssen Ensisheim]; auch hat der Hassꝰ, So jetzt bim kaiser ist, geschriben und andere mere, doch alle leger und durch dieselbig post. dargegen! gehabt, also das man in zwiffe eise nach Niederlage des Kurs us des kaissers at man sonst allerlei zittung auch l ist gestanden; sonderlich ich und min hauf haben fur und fur bessere zittung gehoffet nach dem nachtessen ist mir ein brief vom hern Bassefontano! merlich darvon!] das kͤummen solt. aber gestern kummen des datum Cassel 2. Maii* z ainem aigen botten, der schribt, wie er selb komxommen sei in der flucht; und mit ihm herzog Ernst von Brunschwig; Son darvon gebracht. also das der kaisser in kurzer zit usgericht hat, da er meint lang mit zu thun haben.» Der Kurfürst war 40000 Mann stark, aber er hatte nur 12 Fähnlein und 4000 Reisige bei sich, während Thomashirn [ Thumshirn] mit 22 Fähnlein nicht weit davon auf 12000 der junge Mansfeld mit 10000 zu Fuss vor] Mansfeld und Oldenburg nicht weit von 1 1500 Reiter hatten,«all in d kundschaft so gu der churfurst aber sei gefangen Reckenrot hab des churfursten zähmen wartete, ärfurt lag und Graf Albrecht von zraunschweig 12000 zu Fuss und es churfursten namen. aber der kKaisser t gehabt und tag und nacht zogen und also uber die Elb gebruckt und den churfursten uberfallen. y Der Landgraf rüstet, würde aber einen Frieden,«der ein wenig leidig ist,» nicht ausschlagen.(So vill ich verhat sein nemmen kan, ist bi dem kaisser kein uf hörelns, bis er monarcha in Deutschland ist... Dat. 10. Mai 1547. 621. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1547, Mai 11. Strassburg. Basel, Arch., Stadt Strassburg C. Ausf. Betr. Kündigung ihrer Anleihe von 12000 zulden; Brief Gremps über die Niederlage des Kurfürsten von Sachsen. Danken für ihr Schreiben vom 7. Mai Nr. 619]. Da aber die Herren vom Domstift in Freiburg(die drei euere miträth» verständigt, dass sie Herabsetzung des Zinses auf 40 nicht eingehen, sondern Kündigung ein Vierteljahr vor Laurentii August 10 und Zahlung nur in guter Baseler Münze verlangen,(da haben wir die zins verschreibung, so wir euch deshalben auf eine 620 1 Vgl. Nr. 621, Anm. 2. Am 7. Mai wird im Rat«zeitung us Nurnberg gelesen, wie der churfurst zu Sachsen bei Torgau nidergelegen und von den keiserischen gefangen, in einen backen gewundet und sein son erse hossen etc.. und ist ein zedel eingeslossen, darin gemeldet, das die viert post komen, die pring das der churfurst nit gefangen, aber einer] n groser scharmutæzel beschehen, in dem zu beider ı seiten vill gutz volk verloren»(Ratsprot. 1547, f. 229p). ? Der kaiserliche Rat Heinrich Hass von Laufen; vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 40. — bei Basel: Entrichtung des Geldes an den Kaiser. 699 ubergeben, besichtigt und finden in derselben, das wir welches jars oder welche zeit im jar wir wollen, dieselbig losung mit 12000 gl. je 25 Basler plappert oder derselben werung fur den gulden ze rechnen beuch[!] zu Basel genug und geb thun mögen; doch daz wir sollich losung ain halb jar zuvor verkunden sollen etc.» Da sie aber bis Laurentii sich nicht wohl mit Baseler Münze gefasst machen können und heute auch gerade ein Vierteljahr bis dahin ist, so dass die Losung ihnen nicht mehr verkündet werden kann, so müssen sie dieselbe anstehen lassen.«Wo wir aber bei euch doben zu Basel die golderonen, goldgulden und thaler in dem werth, wie wir die von euch emphangen, verwechzeln und Basler munz dargegen bekommen, möchten wir villeicht gedenkens haben die losung vermög angezogner unser ubergebnen voerschreéibung ze thun, Bitten daher um Nachricht, ob sie in Basel Rappenmünæze erhalten können. Sind zu Gegendiensten bereit‘. Sie werden schon«us gemainem geschrei) die Gefangennahme des Kurfürsten von Sachsen vernommen haben. Senden den erst(nechten eingetroffenen Brief Gremps darüberz. Hatten die Nachricht schon vor einigen Tagens,«aber nichtz satts oder grundlichs davon», weshalb sie sie nicht gesandt haben. Dat. 11. Mai 47. 622. Der Rat an Dr. Ludwig Grempi. 1547, Mai 11. Strassburg. Str. St. Arch., AA 564, f. 162—163. Aus. Wollen das Geld für den Kaiser in Strassburg oder Speier zahlen. Nachdem... wir euch bevolen, auch der dreissigtausent gulden halben mit dem von Arras zu handlen, hat seinther herr Wolf Haller pfenningmeister, Conrad Johamen gschribben*, das... Arras angezeigt, das er mit unsern gsandten... verabschidet hett, das wir sollich gelt 621 ı Die XIII von Basel antworteten am 18. Mai, sie könnten hier keine Baseler Münze auftreiben und auch bei den Domherren nicht erlangen, dass sie andere als solche annehmen. Sie haben daher noch nicht gekündigt, sondern sie erst verständigen wollen(Ausf. in AA 558, f. 47 und 49; lect. 23. Mai). Die XIII erwiderten am 23. Mai: C... Befremdet uns nit unpillich, das geweigert werden solle, die münz in dem werth, sie uns gelifert, wider zu emphahen.) Müssen sich daher bedenken, was zu tun sei(Ausf. in Basel, Arch., a. a. CO.; praes.«den pfingstobendy[Mai 28). Am 24. Mai sprachen sich die Verordneten dafür aus, Johannis[Juni 24) zu kündigen und Weihnachten zu zahlen, und machten Vorschläge, wie man sich bis dahin mit Baseler Münze versehen könne(Aufzeichnung von Jakob Sturm in AA 558, f. 48). Dieser Vorschlag wurde am 31. Mai im Rat angenommen(Ratsprot. 1547, f. 279). Die Kündigung erfolgte dann am 23. Juli; vgl. Nr. 655. 2 Gemeint ist der Brief Gremps an Jakob Sturm vom 28. April aus Borna(Or. in AA 561, f. 110-111; gedr. von Lenz, Schlacht bei Mühlberg, 8. 40= 42. Die mitgesandte Abschr. in Basel, Polit. M 8, 3, f. 462— 463).— Gremp hatte diesen Brief zunächst an den Speierer Bürgermeister Friedrich Murer geschickt, mit der Bitte, ihn nach Strassburg weiter zu befördern(Or. in AA 561, f. 108). Murer sandte ihn am 9. Mai,(nachdem mir die briefe heut dato zwuschen dreien und vier horen gegen abend geantwort, zu funf horen nehst darnach) an Sturm(Or. a. a. CO., f. 109. 3 Vgl. Nr. 620, Anm. 1. 622 ı Da Gremp zuletzt am 28. April geschrieben hatte(vgl. Nr. 621, Anm. Y). wurde in der Ratssitzung vom 9. Mai erwogen, ob man nicht zu ihm schicken wolle,«damit nit der Keiser ansprach nem, die weil die lieverung des geltz sich verzug, als ob man im nit hielt.» Dies wird den XIII aufgetragen Ratsprot. 1547, f. 233). 700 1547. Entrichtung des Geldes an den Kaiser; dessen Befehl, Unruhen in zu Nürmberg erlegen solten: derhalben er, Haller, es nit empfahen wurde. daruf haben wir mit Conrad Johamen und andren unsern kaufleuten handlen lassen.. die haben uns.. anzeigen lassen, das sie diser zeit nichts nammhafts zu Nurmberg haben...; so wüssten sie auch... nit es dieser zeit sicher hinein zu pringen...; dann hie vor etlichen der unsern ire guetter ufgehauen.. worden weren. so... will uns das gelt auch nit zu wagen sein.) Schreiben Arras laut beiliegender Abschrift?.« Und . damit die kei. Mt. nit gedenken mög, als ob wir andrer ursachen halben das gelt zu erlegen verzügen,... wöllen dem von Arras. sein schreiben behendigen und... anhalten, das... ir Mt... es alhie oder zu Speir empfahen lasse; wöllen wir es der ends einem, unangsehen ob schon die ander absolution noch nit erfertigt were, one fäl... bezalen lassen. oder das doch ir Mt. es durch jeman, der mit reit, alhie reichen und uf irer Mt. gfar und angst hienin geen liess; so wolten wir ehe etwas an demselben kosten zu steur geben... hetten aber ir einen andren abschid empfangen..., das von unnötten dem von Arras seinen brief zu liferen, möchten ir denselben hinderhalten und euern... abschid uns bei disem diener fürderlich zuschrèiben... Dat. Mi. 11. Mai 47. 623. Karl V. an den Rat. 1547, Mai 12. Feldlager vor Wittenberg. Str. St. Arch., AA 564, f. 181. Ausf.— Prod. Sa. II. Juni.— Ben. von Holländer, Str. i. Schm. Kr., s. 90(mit falschem Datum). Sollen die Unruhen in ihrer Stadt unterdrücken. Wir werden glaublich berichtz, wie das sich allerlai rottierung, embörung und aufruer daselbst bei euch erzaigen, so uns zu merklicher vo?“ achtung und clainerung gelangen und, wo dem nit zeitlich fürkomen wurde, euch und gemainer stat hochste gefarlichait und verderblicher nachtail daraus erwachsen möcht. dieweil euch dann von obrigkait wegen zustet. hierin einsehens zu haben und ordnung zu geben, damit solche zwaiung, empörung und aüfruer der gepüer nach abgestelt, gestrafft und gedempft Verbesserungen Jakob Sturms a. a, O., E. 160- 161 und 166- 169. In diesem Brief an Arras setzt der Rat die gleichen Gründe auseinander, die gegen eine Lieferung des Geldes nach Nürnberg sprechen, und bittet ihn, dafür einzutreten, dass das Geld hier oder in Speier gezahlt werden dürfe; cseind wir urbittich, welche stund man will, dasselbig zu erstatten. oh uns auch zu ungutem ausgelegt werden wolt, das wir das gelt bitaher gon Nurnberg nit geschickt hetten, uns dessen gnediglich[zu] entschuldigen.— Arras antwortete darauf am 30. Mai(«ex castris ad Wittenbergam); Ausf. a. a. O.. f. 170-171; prod. Mo. 13. Juni), dass Gremp vor Ankunft ihres Schreibens bereits abgereist war, um ihnen über den günstigen Bescheid in Strassburgs Angelegenheit zu berichten vgl. Gremps Bericht vom 4. Juni in Nr. 630]. Haller hat Anweisung bekommen, das Geld in Speier in Empfang zu nehmen. Die gleiche Mitteilung hatte der Kaiser bereits am 17. Mai dem Rat zugehen lassen (Lager vor Wittenberg; Ausf. in Str. St. Arch., Pfennigturmgewölbe Bd. 8; prod. Sa. 11. Juni).— Das Schreiben von Arras«interpretiert» Jakob Sturm am 13. Juni im Rat; beschlossen:«Lasst mans also bleiben) Ratsprot. 1547, f. 307).— Inzwischen hatte man nämlich auf eigene Verantwortung das Geld am 27. Mai nach Speier zu Haller gesandt; vgl. Nr. 625. 623 1 Durch dehauenburg(Nr, 616); vgl. auch Nr. 614, Anm. 2. A. a.,0.,1. 164—165; Entw.; Reinschr. und latein. Vbersetag.(von Sleidan) mit Strassburg zu unterdrücken; Frankfurt bittet um Unterstützung sein. Messen. 701 und der nachtailig unrath, so euch und gemainer statt, auch uns und dem heiligen reiche daraus erwachsen möcht, furkomen und verhuetet pleibe, demnach bevelhen wir euch hiemit ernstlich und wöllen, das ir hierin euer fleissig ernstlich aufsehens habet, die angezognen rottierung, meütereien und aufruer mit allen fleiss und ernst abschaffet und gegen den anstiftern und redelfüerern derselben und iren anhengern mit ernstlicher straff procedieret, handlet und volnfaret, auch in allwege darob und daran seiet, damit euer burgerschaft und gemainde in ruhe, frid und schuldigem gehorsam erhalten werde, und in dem allem nit seumig oder nachlessig erscheinet. das wöllen wir bei euch also zu geschehen uns entlich versehen; und ir thuet daran zusamt der gepuer unsern ernstlichen willen und mainung. geben in unserm veldlager vor Wittenberg» 12. Mai 472. 624. Bürgermeister und Rat von Frankfurt an den Rat. 1547, Mai 22. Frankfurt am Main.] Str. St. Arch., AA 558, f. 50 – 54. Ausf.— Lect. 4. Juni. Regen Gesandtschaft der Städte an den Kaiser wegen Unterstützung der Frankfurter Messen an. Zettel: Rückzahlung der geliehenen 1000 Gulden. Durch den Krieg und die Unsicherheit sind zwei ihrer Messen ausgefallen. Weitere Ausfälle wären für alle Städte, besonders aber für sie, der Messegefälle wegen bedenklich. Auch ist das Oberland wieder ruhig, sodass der grösste Teil des Handels nicht gestört wird. Die Messen könnten daher be— sucht werden, wenn nur die Stände ihre gewohnten Geleite erteilen. Meinen daher, man solle mit Augsburg, Ulm, Nürnberg und Köln, an die sie auch schreiben, sich darüber verständigen, eine Gesandtschaft auf gemeine Kosten an den Kaiser zu schicken, damit er die Stände anhalte, die Geleite wieder zu erteilen, und die Plackereien verbiete. Dieses kaiserliche Gebot soll dann veröffentlicht werden. Bitten um Strassburgs Rat; können wegen der Unsicherheit keine Gesandtschaft schickenz. Dat. So. 22. Mai 47. Zettel: Werden die geliehenen 1000 Gulden, die sie auf der Fastenmesse zahlen sollten. demnächst in Strassburg entrichtenz. Am 11. Juni wurde im Rat beschlossen«ir Mt. widerschreiben, das woll etlich gewesen, die freveln wort triben, die daruber gestrafft, aber kein ufrur oder sonder ungehorsam gewesen»(Ratsprot. 1547, f. 301-30). Dass ein derartiges Schreiben auch wirklich abging, ist jedoch nicht festzustellen. 6241 Nach dem Entw. in Frankfurt, Arch., Ugb. A 66, Nr. 17 erging das Schreiben gleichzeitig auch an Köln, Augsburg, Ulm und Nürnberg. 2 Am 8. Juni antwortete der Rat(Ausf. in Frankfurt, a. a. O.; let. 16. Juni), dass er ein Ansuchen an den Kaiser für vergeblich halte, solange der Krieg andauere. Sobald jedoch der Kaiser einen Reichstag oder eine andere Versammlung einberuft, werden nicht nur die Städte, sondern auch die Fürsten und andere Stände«irer zöll und gfell halben) für eine Förderung der Frankfurter Messen eintreten;«So möcht es alssdan uf sollichem reichs oder versamlungstag besser, stattlicher und mit mehr fugen dan disser zeit für hand genommen, angsucht und verhandlet werden.»— Vgl. auch Str. St. Arch., Ratsprot. 1547, f. 287- 288. 3 Über die endgültige Rückzahlung vgl. Ir. 489, Anm. 2. .—— 02 1547, Strassburgs Geldzahlung an len Kaiser; Vorschläge zur Verbesserung 625. Instruktion der XIII für H ans von 0Odratzheim. 1547, Mai 27 Strassburg Str. St. Arch., AA 565, /. I74- I75. Ausf. Zahlung der 30000 Gulden in Speier an Wolf Haller von Hallerstein. Odratzheim soll in Speier die 30000 Gulde tung zahlen, von der ihm ein Entwurfi m anderer Form,«so soll er. Odratzheè nit gemeldet werde, als ob die kei n an Haller gegen eine Quit itgegeben wird. Will Haller sie in im, darauf sehen, das in solcher quitung Mt. uns daz gelt aufgelegt, sonder daz sie es ainer statt heimgestellt und dieselbig irer Mt. angebotten und bewilligt hette. Ist Haller nicht da und kommt er naOdratzheim das Geld an Lienhard Meyer wenn dieser keinen Befehl von Haller hat, und es Haller wissen lassen. sobald e man alsbald hinabschicken und ine auf gnugsame quittung lifern 1 Nach der Zahlung soller Haller bit ten,«das er es von stund und sonderlich dem von Arras sollichs ze zu furkomen?. ch einigen Tagen nicht, so soll Ulrich gegen Quittung zahlen oder, es beim Rat von Speier hinterlegen r komme und cheraufschreib, so wolt assen.) an an hof schreiben wissen thun wolt, verner ansuchen und dweil daz gelt jetzo in aller eil gefertigt werden muss», soll er das etwa Fehlendes auf die Beglaubigung hin vom Rat von Speier sich leihen lassen, dessen Hilfe er auch sonst erbitten mag. Actum freitags 27. Maii a. etc. 475.» 208 626. Anbringen Jakob Sturms vor den XIII, XV und XXI. 1547, Mai 31. Strassburg. Aufzeichnung des Stadtschreibers w. von Winckelmann, Strassburgs Verfassung Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1547, ſ. 275-279. über die Ratssitz ung vom 31. Mai.— Er usw. im 16. Jahrh., S. 615, Vorschläge zur Verbesserung des Stadthaushalts. 48 Trägt im Namen des Ausschusses! vor,«das der stat durch drei weg geN holfen werden mocht: erstlich das[man] die zins, so ein stat von ir gibt, 1 gar oder zum teil abloste; das man die gefell besserte und das man die usgab 1 ringerte. sovill nun die zins belangte, befinden[sie], das in disem krieg uf625! A. a. O., f. 177-178. ? Zusatz von Jakob Sturm im Entw. in AA 565, f. 1 ® Tatsächlich waren im ersten Fass nur 900 T 6. Juni Konrad Joham mitteilte( Nr. 3). ᷣEntw. der Beglaubigung für Speier in AA 565, f. 153- 154. > Am 11. Juni berichtete Odratzheim im Rat, Mv. XIII abgefertigt und er mit dem gelt geen Speir komen, den Haller nit künden; aber der kai. fiscall habs dem Haller geen Frankfurt und er, Odratzheim, mit geschriben. der sei verschinen sontag 5. komen; und er inen gelievert und er quittiert. Man beschliesst, «die quittung... uf den phenningthurn zu geben»(atsprot. 1547, f. 302a).— Ausf. dieser Quittung(d. d. Speier, 6. Juni) im Pfennigturmgewölbe Bd. 8. 626! Dieser Ausschuss, bestehend aus je 2 Mitgliedern der 3 Kollegien, wurde am 3. Mai gebildet(a. a. O., f. 2232). Am 14. Mai schlagen Jakob Sturm«und die andern herren, So zue dem bedacht besserer... haushaltung halb verordnet», vor, den Reiterhauptmann, der im Jahr über 400 Gulden erhalte, mit dem Ablauf seiner zwei Jahre Mai 21] zu entlassen, was geschieht(a. a. O., f. 247. 50-= 152. aler(statt 1000, wie Wolf Haller am Speier; Ausf. in Str. St. Arch. Pfennigturmgewölbe G 10. ie er mit dem gelt von mein hern des Strassburger Stadthaushalts; Nachrichten über den Kurfürsten. genomen worden sei in hauptgut in ablosigen zinsen 91 402 1b., facit 174.099 fl.; darunder wer in hauptgut, so man zu vieren verzinst, 787 1b. 10 6, facit 1500 fl. von demselben thet der zins jerlich 60 fl.; also blib noch in hauptgut, do man 5 vom 100 geb, 90614 1b. 106, facit 172599 fl. 6 3. und thet der zins von sollichem hauptgut jerlich 8630 fl. minus 6 3. so man nun sollich zu vieren mocht pringen, wurde die stat an jerlichen zinsen erleichtert 1726 fl. und blib der ganz zins noch, so dis vergangnen krieg ist ufgenomen worden, 6964 fl.. so verzinse die stat noch, so man die vergangen jar ufgenomen und do man von dem 100 vier gulden gibt, 1888 fl.. also blib der ganz zins, den die stat verzinst, in ablosigen zinsen 8852 fl., welche in hauptgut thund 221 300 fl.. do sei nun ir bedenken den weg erstlich fur die hand zu nemen, wie man das hauptgut, so man zu funfen verzinst, uf die vier pringen mocht.» Man soll den Betreffenden vor ihrem Ziel—«das erst zill uf nechst Jacobi[Juli 25]» einzeln vorstellen, dass die Stadt nur noch 49/, geben könne und sonst die Summe ablösen werde. Den damit Einverstandenen soll man«den zins abrichten und, das es zu vieren furthin verzinst soll werden, uf den brief schreiben. wolt er aber nit bewilligen..., solt man im den zins uf den tag, so er gefelt, an der munz lieveren und im sein hauptgut samt dem verfallenen zins volgen lassen. hiedurch verhoffen sie, so man also anfieng und etlich uslosen ther. es wurde bei den nachgeenden verursachen, das sie desdo ehe sich bewegen lassen 4 von dem hundert zu nemen. dieweil aber zuversichtlich, daz etlich ir hauptgut nemen werden, so must man mit einer soma hauptgut? gefast C zu) sein.» Dazu soll man Geld zu 40. aufnehmen.«Zum andern.. dieweil ein namhaft soma alter und guter munz vorhanden, do... bevolhen zu bedenken, wie die zu nutz bracht.. werden mocht, do dan... grob munz darus gemacht und ein driten teil von solichem vorrath zu obgenanten losungen... gebrucht werden[mocht]. zum dritten... die weil bei den stiften, clostern und phlegereien ein nambhaft bargelt vorhanden, das dan bei inen ein ansuchen... beschehe, das sie gemeiner stat zu hilf mit einem anlehen komen wolten... on interesse ein jarachte.r 627. Heinrich Walther an den Bürgermeister von Basel Theodor Brant. 1547, Juni 1. Strassburg. Basel, Arch., Polit. L. 2, 1, f. 604. Or.— Prdes. et lect. 4. Juni. Ungewisse Gerüchte über den Kurfürsten von Sachsen; heimliche Werbungen für den Kaiser; Warnung vor Absichten des Kaisers gegen die Eidgenossen. Vergangenen Samstag[Mai 29] hat er von seinem Gevatter Michael Han beigelegte Zeitung* erhalten, die Heideck an Han geschrieben hatte. Brant kann daraus ersehen, wie die sachen uf dato gstanden. v Hier wird allgemein gesagt, der Kurfürst sei vertragen,«aber die condiction so ungleich, das ich nit grundlich noch glauben kan, das es volendet; 9 nach dem Beiliegenden scheint man jedoch zu unterhandeln. Es gibt einige Adelige,«die umb uns herumb heimlich gelt den knechten ufgeben.“ Einer, der in Kestenholm liegt, kommt stets nach Schlettstadt; er kann daher nicht für die Franzosen werben. Walther ist auch gewarnt worden,(wann der keiser zu friden komme, werde er understahn, den Sophoyer inzusetzen oder, damit er nit 2 Der Vorschlag wurde angenommen(a. a. CO., f. 279).— Zu weiteren Beschlüssen des Ausschusses am 21. September vgl. Nr. 668. ——— O— re,. 704 1547. Beratung über Strassburgs Teilnahme am kaiserlichen Bunde geacht werde, seim tröstlichen zusagen den Fidgnossen zuwider gehandelt zu] haben, ime heimlich furschub und leut zu geben, das er selbst die hand lung anfahen möge, damit, so die Berner von andern Eidgnossen zertrent wurden, desto lichter die uberig auch ins Spiel gebracht und andere ursachen kurgenommen[wurden], ob man inen abbruch thun möcht.» Warnt daher . sich nicht trennen zu lassen.«Datum in il mitwochs den ersten Junii 1547.) € —— A . 628. Beratung der Verordneten Jakob Sturm, Mathis Pfarrer, Jakob Meyer und Kaspar Romler über die Teilnahme an dem kaiserlichen Bundes. 1547, Juni 1. Strassburg. Str. St. Arch., A 559, f. 5— 12. Entw. des Stadtschreibers mit Verbesserungen Jakob Sturms. Lect. Sa. 4. Juni. Erw. von Winckelmann, Strassburgs Verfassung usw. im IB. Jahrh., S. 522, Anm. J. Der Eintritt in den Bund ist nicht zu empfehlen; dies ist durch einen Gesandten mündlich vorzubringen; Vorschläge für dessen Instruktion. «Es haben die verordneten erstlich der key. Mt.[Nr. 618, Anm. 2], so dan irer Mt. verordneten zu Ulm schreiben Nr. 618], beide die pundtnus belangen, so die key. Mt.... mit den stenden des reichs ufzurichten vorhabens, uf das frid und recht im heiligen reich teutscher nation gepflanzt und bestendiglich erhalten werden mag, und derhalben tag gen Ulm den 12. dies angesetzt, besichtigt. Und bedenken doruff erstlich, so man sich der selben pundtnus uss ziehen und nit darein kumen wolle, das es gemeiner stat Strassburgk bey den andern stenden, so die bewilligen und eingeen werden, einen schweren widerwillen und verdruss pringen mag und gemeiner stat aller hand uf zu tretten understanden, dardurch man sie tringen künde. und sonderlich so in sollicher pundtnus ein artickel gesetzt, würde, das, wem in nechstvergangenen krieg Schaden beschehen oder begegnet, das der selbig vor inen, den pundtsstenden, desshalben furkomen und dessen zu recht leiden müsse. das, wo ein stat Strassburgk vor inen etwa im recht, gen müst, das sie nit so gewögen richter haben wurde, als wan sie mit in der bundtnus weren. und so hernach in ein oder andern weg sich zutragen solt, das ein stat Strassburgk in solche pundtnus wolt oder möge, das sie nit mer mit so gleichmessigen condſiſtionen, als villeicht jetz beschehen mocht, darein komen kunde. nit des weniger, so die geordneten erwegen, wess gemeiner stat Strassburgk us jungster und dan auch vorigen als der schwebischen und andern pündtnüssen zugestanden und begegnet, so befinden sie, das die selbigen al wegen(nicht) schaden und[mehr] nachteil dan nutz oder verstand doruss endstanden ist. dan so man hilf leisten. soll, muss die selbig alwegen gewiss sein; wan man aber der stat helfen soll, so kan man die selben gar schwerlich und etwa gar nit bekomen oder erlangen... zudem, so man etwo jenen hilft und denen vom adel odeı sonsten schaden zugefugt wurdet, so understat man alwegen mer gegen den steten dan andern stenden für zu nemen und ziehen sich posten hinein. und ander uss..., das den stetten der last ufgetroschen und dieselben am meisten 628 Diese Beratung geschah auf Grund des Ratsbeschlusses vom 30. Mai; vgl. Nr. 618, Anm, 3, Der Text ist hier wohl verderbt; für den richtigen Sinn ist es erforderlich,«nicht» zu tilgen und vor«nachteil» das Wort«mehr» einzuschieben. 2423 1527. Eintritt in den kaiserlichen Bund für Strassburg nicht zu empfehlen. 705 beschedigt werden. sodan ein stat Strassburgk mit iren genachpurten dermassen gesessen, das sie sich mit denselben leichtlich irer speen zuvertragen und nit so vill vor inen zu laveren haben, als so sie etwas der pundtshandlung halben mit fer[n]gesessenen zu schaffen gangen und inen und den iren vill mer zugeschriben werden mocht, dan so sie nit in der pundtnus seind. Und dan ein stat Strassburgk ires gemeinen seckels halben dahin komen, das sie die grossen anlagen, so diss ort beschehen mogen und geleistet werden müssen, nit zu erschwingen[vermag]; darzu mer zu bedenken hat, wie sie sich der beschwerden, darin sie uf dissen tag steck, ledige, dan das sie sich in weiter oder ferrer stecken solt. ist der herrn einhellig bedencken, das es gemeiner stat vill nützer und weger sey, sich keiner pundtnus disser zeit zu beladen und auch in disse keins weg sich begeben noch komen solle. Pie will aber den comissarien hievor zugeschriben, das die sachen wichtig und bedenckens woll notturftig und das man inen hernacher mit schriftlicher oder müntlicher antwort begegnen wolles, will zu bedencken sein, wie dasselbig am aller fuglichsten und mit gemeiner stat wenigerm unglimpf beschehe. so dan bis hero prauchlich gewesen, Was etwo ein stand sich in schriften endschuldigt, das dan solliche schriften in den versamlungen gelesen werden, das woll zu bedencken, so man den comissarien schriben solt, das sollich schriben von den stenden in der versamblung verlesen werde und dan andere stet, so sie horen, das ein stat Strassburgk sich der puntnus us ziehen wolt, bald ursach nemen mochten, es gleicher gstalt auch zu thun, wie dan ein stat Strassburgk under den stetten den vorsitz und die erst stym haben wur— det, dieweil nit zuversichtlich, das weder Coln noch Auch beschriben oder der nds erscheinen werde. oder ob schon etwo ein stat fur sich selbs bedenckens hat und nit in die püntnis komen wolt, jedoch diewil ein stat Strassburgk die vor stym hat, leichtlich geargwont werden mocht, das, durch das sie die pundtnis geweigert, die andern dieselben auch zu weigern ursach genomen ſhetten. mocht es gemeiner stat bey den andern stenden zu grossem unund widerwillen gelangen, das dieselben gedencken mochten, wo die stat Strassburgk die pundtnis nit gemacht oder abgeschlagen[hett], das es die ander auch nit prauchen halten; und desto ehe underston werden gemeiner stat etwa uf zu treten. So were der verordneten meynung, das sollich endschuldigen nit schriftlich, sunder muntlich durch ein Botschaft beschehe. und im selben haben sie auch zweyerley bedencken: erstlich das man getulten mocht und, so im umbfragen die red an der stat gesandten kome, das der anzeigte, wie es bey einem rath nit stunde auch pundtnis einzugon, sunder müsste das an den grossen rath als schoffel und aman gepracht und durch den selben, was sie thun oder nit wolten, geschlossen werden. dieweil man aber weiss, das der selbig diser zeit zu den pundtnussen nit mer vill luzst hette und darzu der capiteln, woruff dise pundtnus stehn solt, nit wyssen gehapt, hat man es fur den grossern rath nit kunden pringen; und deshalben habe[man] auch inen, den gesandten, mit gnugsamer und vollkomenen gwalt ohne hinder sich pringen zu sliessen nit abfertigen kunden. und were deshalben sein bevelch allein zu horen und hinder[sich] zu pringen. Soll man dan dasselbig thun, so ist aber zu bedencken, das leichtlich die andern stet auch uf ein sollich meynung fallen mochten und sehen wollen, 3 Vgl. Nr. 618, Anm. 3. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 45 ee r ASTERE a ——. 9 X * | | — d Aa 2 EN —————— 706 1567. Instruktion für die Strassburger Gesandten wegen des kaiserlichen was ander stet meynung sey, die sonst bevelch hatten zu sliessen. und mag man leichtlich dem gesandten damit proposition oder capitulation ubergeben und zustellen, die hinder sich zu pringen oder zu stellen und antwurt und gwalt zu erholen. beschehe das selbig und man sleht es dennoch ab, so ist aber zu besorgen, das man andern stetten ursach geb, es auch abzuschlagen; oder wo sie es schon zuvor abzuslagen in willen, das sie sich doch uf ein tat Strassburgk, als die es zuvor abgeslagen, endschuldigen oder zum wenigsten andere stend gedencken mochten, wo es ein stat Strassbu gk nit abgeslagen het, das es die andern auch nit gethan haben wurden. und man sagen wurde, wir weren nie willens gewesen in die pundtnus zu komen, hetten allein ge schickt zu horen und uns aller ding zu erkundigen und zu erfaren und hetten dadurch ander auch hinderstellig gemacht. dadurch dan gemeiner stat aber grosser unglimpf und widerwillen bey den andern stenden endsten mocht. Derhalben so haben die geordneten, doch uf unserer herrn, eins rats und der ein und zwanzig, ferner bedencken, bedacht, das man jeman zu den gomissarien geordnet, der uf ubergebne credenz inen anzeigt: es hat ein rath der key. Mt.... nach irer fugen und ir schriben vernomen—das were nun ein ersamer rath der kay. Mt. zu underthenigstem... gefallen, wie in allem, so zu friden, rue und einheit im heiligen reich und allem guten gedienen mocht, geneigt. nachdem es aber bey einem cleinen rath nit stund disse oder mer ander pundtnus oder verstendtnus einzugeen, sonder müssen es an einen grossen rath von wegen der gemein gelegenheit und mit wissen und willen desselben sliessen; nachdem aber ein rath woll weiss, das solch grosser rath,[dweil es us den pundtnyssen vill beschwerden begegnet und zu schwerem nachteil und verderben gelangt hat, zu ferrer pundtnyssen nit lust noch willen hette, auch diser zeit nit bald mer zu nichts zu bewilligen zu bewegen were, achten sie, dise sach an ein schofln rath diser zeit nit zu pringen were]. so were auch ein stat durch vorige reichshilfen und disen vergangenen krieg dahin komen, das sie sich in grosse anlagen, als solche und der gleichen pundtnissen erfordern, nit begeben oder auch dieselben leisten kunden; und lige auch ein stat Strassburgk dermassen und hat sich mit iren nachpuren bis her gehalten und were es zu thun noch willig, das sie hofften, sie keins ferrer pundtnus dan des algemeinen reichslandfridens, den sie auch irs teils zu halten erpitig, bedurftig sein solt. derhalben und us jetz erzelten ursachen ein rath nit allein hoffnung hat, das es bey inen gehen rath der gemein diser zeit nit zu halten, das der sich in einſiſch weiter pundtnus geben wolt, sonder das es auch der stat Strassburgk obligen solte und nit thunlich were in dis oder ander pundtnus sich einzulegen. dieweil aber ein rath jetz und alwegen nichts liebers gesehen, dan das frid und einigkeit im heiligen reich erhalten hetten werden mogen, so were er derselben meynung noch und erpiete sich gegen der kai. Mt.... sich, wie ire vorfaren auch gethan, und also zu halten, wess ir als einen gehorsamen stand und glid des heiligen reichs... wegen zu thun gepuren mocht. diss hette auch ein ersamer rath in fug und in undertheniger stattlicher und guter werbung und nit in gemeiner versamblung anbringen und sagen lassen wollen, damit nit jemand von andern stenden ursachen nemen[mag] sich glichermassen zu endschuldigen oder, ob sich jemand auch entschuldigen werden, gedacht werden mag, das ein rath durch sollich sein endschuldigen und ussziehen jemanden es auch zu thun ursach gegeben hete. Es folgt ein Auszug aus dem kaiserlichen Schreiben vom 6. Mai(Nr. 618, Anm.)). ei Bundes; Privilegien der deutschen Kaufleute in Frankreich. 707 mit undertheniger statlicher bit, so die comissarii wolten ein ersamen rath us gehorten ursachen gegen der kay. Mt. endschuldigen und bedencken, das eins raths notturft solchs von wegen der stat Strassburgk erforderte. so were auch ein rath des willens der romischen key. Mt. solche ire endschuldigung und die ursach derselben in underthenigkeit auch zuzuschreiben und der hoffnung, ir Mt. werde soleh zu gnaden annehmen. datum mitwoch den 1. Junii 15475.» 629. Der Rat von Augsburg an den Rat. 1547, Juni 2. Augsburg. Str. St. Arch., V, Mr. 2I. Ausf.— Lect. Mo. 26. umi. Bestätigung der Privilegien der deutschen Kaufleute in Frankreich. Nach dem Tode König Franz J. von Frankreich müssen die Privilegien der deutschen Kaufleute in Frankreich bestätigt werden. Da Eile not tut, möge Strassburg bedenken, wer für Strassburg, Nürnberg!, Um und Augsnurg auf Kosten der dorthin handelnden Städte nach Frankreich geschickt werden soll. Dat. 2. Juni 472. 5 Am 4. Juni wurde dieser Bedacht angenommen; zum Gesandten wird Gremp bestimmt, sonst Kopp(Ratsprot. 1547, f. 291 4).— Am 8. Juni wird die Instruktion für Gremp ausgearbeitet(Entw. in AA 559, f. 14—= 16), die sich in allen wesentlichen Punkten mit den Vorschlägen der Verordneten deckt. Vom selben Tag ist auch die Beglaubigung Gremps bei den kaiserlichen Kommissaren datiert(Entw. a. a. O., f. 20.— Vgl. dazu auch die Instruktionen z. B. des Frankfurter Rates vom 9, Juni(in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1030, f. 8-= 12) und des Nürnberger vom 20. Juni(in Nürnberg, Staatsarch., Reichstagsakten XIV, Fasc. 1), die beide sich i. a. Für einen Bund aussprechen, aber ihren Gesandten vorsichtige Zurückhaltung anempfehlen.— Hinsichtlich dieser drei Instruktionen mindestens ist also das Urteil von Hecker, Karls V. Plan zur Gründung eines Reichsbundes, 8. 75 über die(ungenügenden Vollmachten der Städte» einzuschränken. 629 1 Nürnberg teilte auf ein gleichaeitiges Schreiben Augsburgs am 9. Juni Ulm mit: «Bedenken bei uns auch fur besser und fruchtbarer, die sachen in der kaufleut namen zu handeln und nit von der comun wegen, wie dann solehs vil aufm truege und villeicht dagegen ein untregliche beschwerliche anmuttung verursachen möchte, das pesser verbliben. so achten wir auch gut sein, allein umb wider bestettigung der alten freiheiten zu handeln und nicht neus einzuflechten, damit nit eins mit dem andern verhindert und verderbt werde» (Ausf. in Um, Arch., Ref. Akt. XXXVIII, Nr. 2594). 2 Am 9. Juni schrieb Augsburg an den Rat in der gleichen Angelegenheit: Sie und Ulm haben keinen Gelehrten, der französisch versteht; Nürnberg will Dr. Georg Rockenbach schicken. Sie wissen Strassburgs«gelegenhait» nicht und wollen daher an Nürnberg und Rockenbach schreiben und ihre Beglaubigung auf letzteren stellen, dem zwei Kaufleute in Lyon beigegeben werden können. Bitten um Strassburgs Meinungsäusserung, ob jede Stadt eine Beglaubigung stellen oder ob dies gemeinsam geschehen soll(Ausf. in Strass€ X * 22 ; | . — 2— burg, a. a. O.; lect. Mo. 20. Juni).— zeide Briefe wurden in der Ratssitzung am 20. Juni vorgebracht;(erkant: dieweil es die gewerbsleut für besser ansehen, das Dr. Ulrich 23 Geiger reit, als der bekant, so soll man inen lassen donnerstag Juni 23] reiten und denen von Augsburgk schreiben, das man vernommen, was sie willens, denen von Nürnbergk zu schriben»; man habe beabsichtigt, mit ihnen zusammen zu handeln, müsse jetzt aber Geiger schicken und könne auf die andern nicht warten, da die Kaufleute es so wünschen. — Über die Verhandlungen des Strassburger Rates mit den Kaufleuten am 14. Juni vgl. Nr. 634. 708 1547. Bericht Gremps über seine Verhandlungen mit dem 630. Bericht des Strassburger Advokaten Dr. Ludwig Gremp über seine Reise zum Kaiser. 1547, Juni 4 Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1547, 5. 2588- 290. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Sitzung vom 4, Juni. Verhandlung mit dem Bischof von Arras über die Absolution und den Revers Strassburgs, Als er den 14. Aprilis verriten, sei er mit den Menzischen, die er zu Nurnberg antroffen!, fur an den kei. hove aber umb geritten, das sie den 4. Mai ins leger vor Wittenberg komen. und sobald er in der teutschen reth regiment abgestanden, hab inen der von Arras ersehen und gefragt, was er neus precht. dem er geantwort: nichtz; hette brief an sein{l. G.?; hab er inen ins veld bescheiden, den brief gelesen. und er woll gesehen, das er den brief nit recht verstanden und gemeint, man wolt die revers und das gelt nit geben, man hette dan ein ander absolution. do er inen aber seins bevelchs, was die mengel der absolution gewesen und das er die revers bei sich het, des geltz halben auch nit mangel hie oder zu Speir zu erlegens, sei er sein auch zufriden gewesen und begert im die revers* zuzustellen: so dieselben gericht und das gelt auch fertig, so wolt er sehen, das die mengel der absolution gebessert wurden. daruf hab er im die revers geben und er inen uber 2 tag wider zu im bescheiden. do er... im anzeigt, das ers dloctor] Selden übergeben. der im gesagt, er het sie schon besichtigt; befind nichtz dan etlichen incon gruitet und... were hinzugesatzt: ir recht etc. s; aber er het dafur, es wer pillich, das der stat ir recht vorbehalten, im selben wer die handlung des churfursten vertrag eingefallens, das en desselben tags nit hab Kunden finden. [der in] fur den von Arras gebracht. den verordneten tag sei dſo tor] Seld mit im zu dem von Arras gangen, im anzeigt, wie er die revers funden. der hat auch sagt, er het fur pillich, das mein hern ir recht auch vorbehalten. dieweil aber die kei. Mt. den prauch het, die franzosischen originalia hinder im zu behalten, solt man dan finden. das er die wort: ir recht in der absolution gelassen, mocht gedacht werden, er het der Stat Strassburg sonst hoffieren wollen]. darumb kund er die wort nit in die absolution stellen: und wie woll er angehalten... sie drin zu lassen, aber er habs nit erhalten mogen. danach haben sie die absolution gegen der copei, hie gestelt, besehen, dieselben ein wenig geendert und die wort gestelt, wie sie in den artikeln gestanden und im anfang allein ein wort, namblich fur das wort: sach gesatzt: hilf, damit kein contrarieteet darin funden wurde. daneben hat er im anzeigt, das inen anlangte, daz etlich von der gemein bose wort wider die kei. Mt. usstiess en] und ufrurisch weren; derhalben der keiser mein hern wurde schreiben einsehens zu thon? und im die brief zustellen. do er endschuldigung gethan und fur die brief gepeten. den 16. Mai seien die absolutions und 2 teutscher 630 1 Vgl.] 2 Vgl. Nr. Anm. 9. * Vgl. zu diesen Punkten Gremps Instruktion(Nr. 603). * Vgl. Nr. 603, Anm. 3. * Gremp hat diese kleinen Anderungen in AA 564, f. 159 im einzelnen verzeichnet Nach einer Zeitung in AA 561, f. 131 kam am 6. Mai der Kurfürst von Brandenburg ins Lager; über diese Zeitung vgl. auch Anm. II. 7 Vgl. das Schreiben Karls an den Rat vom 12. Mai(Vr. 623). Die Absolution(Nördlingen; 21. März) hat in der endgültigen Fassung folgenden 8 . 4 % — — zischof von Arras wegen Strassburgs Absolution. 709 und 1 lateinisch mandatꝰ underzeichnet. den 16. Mai habs der Oberberger und der von Arras underschriben. habio fur jedes insigel 1 goldgulden geben mussen des von Arras secretari. hab er dem von Arras gedankt, im die stat Wortlaut:(Wir Karl der kunft... bekennen offentlich mit disem brief und thüen kund allermeniglich, das wir die ersamen, unser und des reichs lieben getreuen... maister, rath, burger und gemainde der statt Strasburg, auch alle ire jetzigen underthanen, zu- und angehörigen auf ir underthenig, diemuetig pitt und erzaigung, so si durch ire gesandten bei uns gethan, und beschehne aussönung und aus andern beweglichen ursachen und fürnemblich zu erzaigung unsers gnedigsten gemüets und naigung, so wir zu dem heiligen reiche teutscher nation und dem vatterland tragen, und dieweil one das unser kai. guete die schoss irer miltigkait zu erzaigen genaigt seind, mit wolbedachtem muet und rechter wissen aller ungnedigen straff, die si von wegen der adherenz, fürderung, hilt und beistand, so si unsern offnen erclerten ächtern und derselben mitverwandten und anhengern in diser werenden kriegshandlung gethan und bewisen, nach aufsatzung unserer und des reichs recht, ordnung und Satzung und sonderlich nach aus weisung unserer achterelerung, gegen gemelten ächtern ausgangen, möchten vorwirkt und begangen haben, genzlich und gar entledigt, entpunden, davon àbsolviert, derselben allerding begeben und si widerumb in unser und des reichs gnad und huld aufgenomen und empfangen; absolviern, entledigen und entbinden si darvon, begeben si solcher straf des rechtens und obberuerter unser und des reichs satzung und achterclerung und nemen si widerumpb in unser und des heiligen reichs gnad und huld, alles von römischer ais. machtvolkomenhait wissentlich in craft ditz briefs, also das nun hinfüro gemelte maister, rath, bürger und gemainde der statt Strasburg samt derselben underthanen, zu- und angehörigen, als obstet, noch ire hab und gueter, aigen noch lehen, ligends noch varents beruerter hilf halben mit noch one recht nit angelangt, bekömbert noch beschedigt, sonder ganz frei und ledig steen und pleiben und von jemands darumb nit angezogen werden, noch inen auch die an iren ehren, wirden, emtern oder stenden, auch an iren habenden freihaiten, privilegien, ober- und gerechtigkaiten, auch alten löblichen gepreuchen und herkomen ganz kain verletzung noch verhinderung pringen soll noch mag in kain waise: dann wir si bei rüebiger possession irer privilegien, liberteten, ober- und gerechtigkaiten, auch alten gepreuchen und herkomen, wie si die im prauch haben, pleihen lassen, si in sonderm gnedigstem bevelch, schutz und schirmb halten, nit beschweren noch mit sonderer schatzung belegen wöllen. doch das sonst ainem jeden, so diser oder anderer sachen halb oder in andere weg gegen inen von Strassburg spruch und anforderung zu haben vermainten, des gleichen gedachten von Strasburg ire ezceptiones im fall der notturft jurzuwenden vorbehalten sein,. ſes folgt jetzt wörtlich$ 4 des Vertrags(Nr. 588) an dem ort, es sich gepüert, vorbehalten. es sollen auch die von Strasburg alles thuen und volnziehen, das si nach inhalt und ausweisung der artickel, darauf wir si begnadet haben, zu thuen schuldig und pflichtig seind, und uns des iren revers unter gemainer statt insigel verfertigt zustellen. und sollen auch alle diejenigen, so in obberuert ir ergebung nit bewilligen oder dawider handeln, desgleichen die in unserer widersacher dienst noch verhafft oder denselbigen anhengig seind, in diser unser begnadigung kainswegs begriffen, sonder uns vorbehalten sein, gegen denselben und iren hab und guetern irem verdienst und unserer gelegenhait nach zu handlen.. und gepieten darauf allen... des reichs underthanen.. mit disem brief..., das si die genanten maister, rath, burger und gemainde der stat Strasburg und derselben underthanen, zu- und angehörigen, so vil deren in gemelte ergebung bewilligen oder darwider nit thuen, auch ir hab und gueter obberuerter handlung halb unangelangt, unbekömbert und bei diser unser kai. absolution, huld und gnad frei, sicher, one alle belaidigung, irrung und verhinderung beruebiglich pleiben lassen und hiewider nit thuen noch jemands anderm zu thuen gestatten in kain weise, als lieb ainem jeden sei, unser und des reichs schwere ungnad und straff und darzu ain peen, nemblich hundert mark lottigs goldes zu vermeiden..(Ausf. mit Unterschrift des Kaisers und Gegenzeichnung von Arras und Obernburger in AA u 564; vom Siegel ist nur noch die Schnur vorhanden). Frühere Fassungen der Absolution in AA 564, t. 238-240, AA 565, f. 164- 168 und in Thom. Arch. Varia eceles. V, Nr. 25; eine Abschr. der Ulmer Absolution vom 22. Dezember //. m, ö 710 1547. Politische Nachrichten über den Kurfürsten von Sachsen. bevolhen; hab er geantwort, habs gern gethan und woll ir noch dienen. hab im ain jungen zugeben, der inen zu einem hispanischen hern gefurt des geltz halben; der sei zufriden gewesen, das gelt dem Haller zu Speir zu lieveren, doch das[es] in guter geber munz wer. dem Oberberger hab er auch abgedankt, der sich auch gut willig erpoten. die schreiber heten im 30 goldgulden geheischt fur die abschrift, do er sich beschwert: dan er zu Nurnberg 10 geben, so man dieselbig abgen liess. do hab er inen 16 gulden geben; stond inen noch 10 us. haben sie gesagt, mag woll verzug haben bis uf ein reichstag; sollen inen die ubrigen 10 gl. auch werden. so hab der von Arr die revers behalten; doch soll man ime einen andern, und ir recht nit instand, furderlich zuschicken., as darin die wortlin: 631. Die XIII an Bürgermeister und geheime Räte von Basel. 1547, Juni 4. [Strassburg.] Praes, et lect, S. Juni. Senden Berichte über den Kurfürsten von Sachsen: Werbungen für Frankreich, Basel, Arch., Polit. L 2, I, f. 582. Aus/. Haben ihnen neulich die Niederlage des Kurfürsten und den Bericht, ihres Advokaten[Gremp] darüber mitgeteilt Nr. 621]. Senden jetzt eine genaue Darstellung,«auch auf was mass er mit der kei. Mt. vertragen sein solll, wie uns sollichs us dem kei. leger zukommen. und wiewol wir den ver trag, wie derselbig gemacht, noch in forma nit habenz. soll doch ainer die bei1546 in AA 564, f. 150= 161; an ihr sind von Gremp die für Strassburg erforderlichen Verhbesserungen angebracht, und sie diente bei den Verhandlungen in Nördlingen als Grundlage, wis folgende Bemerkung von Arras am Schluss dieser Abschr. beweist:( Magnifice domine secretarie[Obernburger]. ego revidi cum civibus et ad illorum petitionem minutam hanc. curet D. v. ad mundum describi cum correctione. episcopus de Arras.)— Vgl. auch Nr. 572, Anm. 10. Vgl. Nr. 602, Anm. 8. 10 Hs.:(haben). u Nach Gremps Bericht wurde im Rat die Absolution verlesen; einen andern revers stellen und... die XI II bedenken, wie die fuglich zu uberschicken. das man darzu thue, das unnutz reden und bos wort wider den keiser abgestellt werde, damit die kei. Mt. nit ursach nem anders gegen der stat furzunehmeny(Ratsprot., f. 290 a). Gremp brachte von seiner Reise auch folgende Stücke mit: 1. das Todesurteil Karls V. gegen den Kurfürsten von Sachsen(Abschr. in AA 561, f. 195—196; gedr. bei Hortleder IJ, Buch 3, Kap. 70, S8. 439— 440; 2. den von Lenz, Schlacht bei Mühlberg, 8. 43— 49 abgedr. Bericht über die Schlacht bei Mühlberg(Abschr. a. a. CO., f. 116- 121); 3. ein Verzeichnis der dort Gefangenen(Abschr. a. a. O., f. 123- 127 und(mit geringen Abweichungen) in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXVIII, Nr. 2685); 4 einen Auszug aus dem Vertrag des Kurkürsten von Sachsen mit dem Kaiser vom 18. Mai(Abschr. in AA 561, f. 137- 138; gedr. von Hortleder, a. a. O., Kap. 72, S. 443 447); 5. Zeitungen aus dem Lager vor Witten-= berg vom 23. und 24. Mai(àbschr. a. a. O., f. 131— 136).— Alle diese Stücke sandte Strassburg am 4. Juni an Basel; vgl. Nr. 631, Anm. 1.— Auch Chelius(Geiger) gab noch am 4. Juni dem Connetable über die durch Gremp mitgeteilten Neuigkeiten Bericht (gedr. von Ribier, Lettres et mémoires d'estat II, 8. 22-= 28. 631 1 Diese und andere mitgeschickte Stücke(Vgl. darüber Nr. 630, Anm. 11) in Abschr. 2. 4. O., f. 4906- 503 und 601-602. * Das war erst am 11. Juni der Fall, wo im Rat« die verzeichnus der artikel mit dem gefangnen churfursten zu Sachsen und ander zeitungen,[was] mit den knechten vor Bremen gehandelt te., gelesen) werden(Ratsprot. 1547, f. 303 a). darauf«erkant: Frankreich, England und den Kaiser, Klebergers Testament. 714 geschlossene puncten, als ime der vertrag etlich mal hören ze lesen worden, usgezeichnet haben. Zum andern ist ain starker lauf umb uns von knechten in Frankreich, do wir bisher noch nit haben mögen vernemmen, warzu der könig das volk haben und wem es gelten solles.“ Bitten um Bericht darüber, wenn Basel etwas davon weiss. Dat. Sa. 4. Juni 47. 632. Klaus Kniebis an Bernhard Meyer. 1547, Juni 4. [Strassburg.] Basel, Arch., Polit. M S, 2, j. 114—115. Or. Anschlag gegen England; Tag in Ulm. Will ihm einen neuen Plan des Antichrists, die Religion zu unterdrücken, mitteilen: Da jetzt in England der junge König die Reformation einführen will, so hat der Papst 3 Kardinäle zum Kaiser, zum König von Frankreich und zum König von Schottland geschickt, um dies zu verhindern. Er hat auch erreicht, dass Frankreich in der Gegend um Strassburg sehr viele Knechte annimmt. Man gibt den wahren Grund nicht an,«aber der anschlag soll sin wider Engelland umb der religion willen, dieselbig zu trucken, das si nit mog ufgon.) Meyer wird meinen, es handele sich um Boulogne. Kniebis hat die Sache aber von einer eingeweihten Person.(Und so ir die person wüsten, wurden ir nit daran zwifel haben. Da Basel, Zürich, Bern und andere Orte sicher gegen den Anschlag des Papstes sind, so mögen sie betreiben, «das der jüng gottselig furst nit dürch die Eidgenossen, oder wer die sien, verhindert wurde.» Verhandlungen zwischen dem Kaiser und dem Kurfür sten von Sachsen; Einberufung eines Tages nach Ulm zum 12. Juni durch 4 kaiserliche Kommissar e wegen der Errichtung eines Bundes.«Der obgemeldten bundnus halben ist zu sorgen, das[sie] von den widerchristen angericht werd. und so in gelungen ist, Jas unser bundnüss und frindschaft zertrennet[wurde] mit lusten und gewalt, so sücht der tusentlustig mehr anzurichten.) Darf der Feder nicht mehr anvertrauen.(Ich hab etwan vor langem üch geschriben allerlei, das ich besorgt hab. besorg noch, es werde zu spett komen, das die itt gut wer gesin... geben in il uf samstag den vierden tag Junii a. etc. 47.) 633. Ratssitzung. 1547, Juni 6. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1547, f. 293 d. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Sitzung vom 6. Juni. Das Testament Hans Klebergers. Wolf Kleberger macht Mitteilungen über das Testament seines Bruders Hans Kleberger!, das auch Strassburg, Bern, Zürich, Augsburg und Ulm betrifft, da er diese Städte darin bedacht hat. 3 Val. darüber den gleichzeitigen Brief von Kniebis an Meyer(Nr. 632) und auch Nr. 627.— Am 16. Juni frug auch Herzog Ulrich von W ürttemberg deshalb bei den XIII an(Herrenberg; Ausf. in AA 571, f. 1; prod. Sa. 18. Juni).— Ver gleichzeitige französische Werbungen im Hegau vgl. den gleichnamigen Aufsatz von H. Baier in ZGORh., NR. XXXV, S. 90-= 91. 633 Das am 25. Anus 1546 errichtete Testament des am 6. September 1546 zu Lyon . * r.. / e,. | A 4 8 KK 1547. Klebergers Testament; die deutschen Handelsprivilegien 634. Verhandlung des Rats mit den Strassburger Kaufleuten. 1547, Juni 14 Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1547, I. 311 313. Aufzeichnung des Stadtschreihers über die Sitzung vom 14. Juni. Die Teilnahme Dr. Geigers an der allgemeinen Städtege >sandtschaft genehmigt, doch Übernahme der Kosten auf die Stadt abgelehnt. Der Ammeister berichtet, dass eine Abordnung von Strassburger Kaufleuten bei ihm gewesen sei und folgendes vorgebracht habe: König gestorben, müsse man die alten Privilegien de in Frankreich wieder gewinnen. Nachdem der *r deutschen Kaufleute Deshalb würden Nürnberg, Augsburg und Ulm die Ihren dorthin schicken. Sie bitten daher, Gesandten mit den anderen Stãädtegsandt Städte haben einen viel grösseren Handel nach Frankreich als Strassburg; den Rat will ihnen daher wohl écredentz und bevelhy an den neuen König von Frankreich mitgeben, dass sie im Namen des Rates handeln; sie sollen aber einen der Ihren dorthin schicken, da von den Ratsherren wenige des Handels und der Sprache kundig sind. Dies wird den Kaufleuten von Jakob Sturm und Klaus Kniebis mitgeteilt. Darauf geben die Kaufleute zur Antwort. «das Augspurg, Nurnberg und Um entslossen, in ir, der stet, kosten zu schicken; darumben wurden sie den costen nit lassen uf die hendler theilen.“ Sodann hätten die Städte auch für gut angesehen, dass man«herren als nach buren, sonderlich jemant hineingeschickt als Johan] Sturmium oder 1 lrichen Geiger]; und ob man herrn nyemanden schicken wurde], wurden die schwebischen stet sehen, das sie die freiheit zu ire m vorteil erlangten. Erkannt: Jo hann Sturm könnten sie keinen Urlaub geben. Dr Ulrich sei im Lande; doch können sie ihn haben, wenn er zurückkommt. oder auch Dr. Kopps; den wollen Strassburg möge einen en abordnen. Erkannt: Andere verstorbenen Hans Kleberger(vgl. über ihn Nr. 283, Klebergers, David, zum Haupterben; die Stelle, welche die fünf Städte betrifft, lautet in der deutschen Übersetzung(Abschr. in Bern, Arch., Unnütze Papiere, Bd. 56, Stück 28): «... Und wan sich begäben und der val sich zutragen(wurde tod abgienge ane kind oder sine kind an kind von irem harkommen in rechten liginien nach im und sin nachkommenheit, hat obgemelter testirer substituiert und substituirt in Sine gemelte güter, erbschaft und Succession, namlich die ste und Strassburg, eine jede derselbigen fünf stetten zum gliche und vorbehalten die herschaften von Chastellard Chate en Dombes], welliche er will, das gedachter sin erb und kommen, mogind damit thun und darüber ordenen nach irem willen und gevallen.»(Für die übrige Erbmasse des David Kleberger war nämlich Verkauf usw. testamentarisch verboten.)— Das Testament ist nach dem französischen Original in den Archives des notaires de la ville de Lyon abgedr. von Pariset, Jean Cleberger, 8. 68—71; vgl. auch Ehrenberg, Hans Kleberg, 8. 32—- 55 u. Eidgen, Absch. IV, 14, S. 895 zu dq.— Am 9g. Juni schrieben Schultheiss und Rat von Bern an Wolf Kleberger, den sie irrtümlich für den Testamentsvollstrecker hielten, er möge ungesäumt nach Bern kommen, um mit ihnen über das Testament zu verhandeln(Entw. in Bern, Arch., Deutsche Miss. L., f. 613; ben. von Ehrenberg, 2. 4. C., S. 33, Anm. I). Wolf antwortete am 19. Juni(Or. a. a. CO., Unnütze Pap., Bd. 56, Stück 35), dass die Witwe seines Bruders Pelonne de Bonzin] ihn an der Ausübung seinse Testamentvollstreckeramtes verhindere. 634 1 Vgl. Nr. 629. Er befand sich beim eidgenössischen Tag zu Vgl. über ihn Handschriftenproben I, Tafel 27 Anm. 2) bestimmte den einzigen Sohn J. das vylgedachter David mit tt Bern, Zürich, Augspurg, Ulm n und fünften teyl, us genommen lard] und Villeneufe Villeneuve Seine kind und die, so von inen herBaden vom 20. Juni; vgl. Nr. 637 Strassburg. — jn Frankreich; Strassburgs Revers für den Kaiser. 718 sie ihnen geben und beritten machen, doch auf ihre[der Kaufleute] Kosten; denn die Stadt sei zu sehr mit Kosten beladen. Als die beiden Herren[Jakob Sturm und Kniebis] den Kaufleuten das mitteilen mit der Begründung, «dieweil die freiheit uf alle teutsche stet stend,» geben die Kaufleute zur Antwort,«das Ulm nit so vil handels in Frankreich hab und es doch uf iren kosten thun werden, das man es nit uf die handler lege; und hoffen und bitten noch, dieweil es gemeinen stetten mocht zu gutem komen, mein herren werden es uf iren costen thun. Bringen darum trotz der ersten Ablehnung diese Bitte nochmals vor. Erkannt: Es bei der vorigen Erkenntnis bleiben zu lassen. 6342. Der Rat an den Bischof von Arras. 1547, Juni 18. Strassburg. Madrid, Bibl. real. Corres pondencid Granbela. Lat. Seri. Abschr. 3. Sendet den Revers verbessert zurück; begründet ausführlich, warum Dr. Hans von Niedbruck nach der vollzogenen Aussöhnung zwischen Strassburg und dem Kaiser noch in England ohne sein Verschulden verblieben ist, und bittet Arras, ihn von der Aussöhnung nicht auszuschliessen. Reverendis(sime] ac illustrissſime] domine. reipubſlicae] nostrae advogatus doctor Ludovicus Gremp commemoravit nobis, quam gratiose r. D. vestra ipsum nuper in castris caes. M. tis dimiserit? et simul, quanta quoque bene volentia nos nostramque civitatem complectatur.) Danken dafür. «Per hunc tabellarium mittimus r. D. v. literas reversales emendatass, quemadmodum inter eundem et advocatum nostrum convenerat. quas autem nuper misimus, eas r. D. v. per hunc ipsum nuncium nobis remittet. Intelleximus praeterea doctorem Joannem Brunonem in ea esse apud vos existimatione, quasi contra caes. M. tem, dominum nostrum clementissimum, post nostram reconciliationem aliquid egerit, ideoque r. D. v. eidem nostro advocato dixisse ipsum in hac nostra pacificatione non comprehendiès, quod ipsum profecto non sine magno animi dolore accepimus 634a 1 Das Datum der Ausf. ergibt sich aus dem Brief Jakob Sturms an den Bischof von Arras vom 18. Juni; vgl. Anm. 13. 2 Dieser Brief, sowie die weiteren in den Anmerkungen benutzten Stücke wurden in Madrid von Herrn Dr. Fritz Walser aufgefunden und freundlichst zur Verfügung gestellt, wofür ihm auch an dieser Stelle heralichst gedankt sei. Die Ausf. fehlt. Die obige Abschr. wurde vom Rat seinem Schreiben an Granvella vom 8. Juni zur Kenntnisnahme beigelegt(Ausf. a. a. O., das i. a. gleichen Inhalts ist Ergänzungen s. in Anm, 7 und 10— und in welchem er Granvella bittet: Quas autem dabitis ad celsſitudinis] vlestrae] filium literas, eas petimus ad nos per hunc tabellarium mitti, ut nostris deinde Id. h. am 18. Juni; vgl. Anm. 1 und 13] coniunctae perveniant ad illwm»— Auch Jakob Sturm richtete am 8. Juni einen Bittbrief an Gran vella, in welchem er warm für Niedbruck eintrat, dessen Geschick ihn(profecto non minus angit et urget, quam zi proprie ad me ipsum pertineret. y Er bat daher Granvella, bei Arras ein gutes Wort für Niedbrucks Begnadigung einzulegen(Ausf. a. a. O. mit eigenhändiger Unterschrift Sturms). Vgl. Gremps Bericht vor dem Rat am 4. Juni in Nr. 630. 5 Über den Revers des Strassburger Rates vgl. Nr. 6063, Anm. 3; über seine Rücksendung s. Nr. 630, Anm. 4. s Vgl. darüber Nr. 566(S. 623) und 572(S. 639). Im Bericht Gremps(Nr. 630) ist nichts davon erwähnt. | \ 2 rm. * z En 1 ö 714 1547. Der Rat entschuldigt das Verhalten des Exponemus enim r. D. v. totius rei seriem breviter et vere, quemadmo dum et ipse doctor Bruno nobis retulit et nos duoque certo scimus?. posteaquam legati nostri ad caes. M. tem missi Ulmam diligenter solicitassent eisque deprecantibus, p aecipue autem d. Wolffgango Röhlinger intercedentes, r. D. v. Consensisset doctorem Brunonem in pacificatione nostra debere etiam comprehendis, modo nostri ordinis vir, d. Jacobus Sturmius, ei scriberet ac denunciaret, ut ab omni actione contra caes. M. tem abstineret atque illi obtemperaret, is, de quo iam diximus, Jacobus Sturmius, diligenter ad ipsum in eam sententiam seripsit*. et quoniam id temporis incertum erat, ubinam esset ille, conducto tabellario illas suas literas per Galliam versus Angliam misit, mandans ipsi nuncio, ut toto itinere studiose de illo perquireret. cumque hic suum iter prosequeretur Caletum Calais] versus, ibi primum in via cognovit illum non in Anglia, sed in Galliis esse. conversus igitur tandem ad vicesimum novumio diem Marti reperit illum Claremont Clairmont] (quod est oppidum inter Lutetiam Paris] et Ambianum Amiens) ex Galliis redeuntem in Angliam. acceptis i autem iis d. Jacobi Sturmii literis* I doctor Bruno statim ab omni actione discessit et mox in Angliam inde profectus aliquot praecipuis eius regni viris exposuit, quemadmodum a suis dominis, duorum esset civis, revocatus sit, ab eoque tempore nihil quicquam adversus caes. M. tem attentavit, imo potius quod ad eius M. tis honorem et existimationem pertinere possit, egit, sicut hoc ipsum non solum iure iurando con lirmare, verum etiam amplissimorum et honestorum virorum testimoniis docere paratus est. cumque ab Angliae rege, cuius et minister nunc est!? atque etiam fuit ante bellum istud, discedendi veniam impetrasset, ilico sese dedit itineri et sub initium Maii huc rediit et ita se gerit in omnibus, ut decet civem In dem Schreiben an Granvella(8. Anm. 3) beginnt der Rat seine Darstellung mit den Beratungen im Feldlager zu Giengen über die Entsendung Niedbrucks nach Eng land;(quod ille quidem invitus admodum fecit, sed tamen, quod ei vis noster erat, non potuit commode recusare.) Vgl. zu diesen Verhandlungen auch Nr. 441, 442, 457 und 466, Anm. 1. ezZur Vermittlertätigkeit Wolfgang Rehlingers vgl. Nr. 542. 547. 559, 562 und 566. yVgl. Nr. 566(8. 623). 0 Nach dem Brief des Rats an Gran vella(6. Anm. 3) und der Denkschrift Jakob Sturms in Nr, 796 war es bereits der 28. März. u Die Hs. hat:«acceptus... literas.» '? Zu Niedbrucks Dienstverhältnis am englischen Hofe vgl. Nr. 186, Anm. 3 und Hasenclever, Joh. Sleidan u. Frankreich. 8. 14, Anm. 46.— Wolfgang Rehlinger, der am 9. Juni auf Bitten des Strassburger Rates ebenfalls ein Empfehlungsschreiben zugunsten Niedbrucks an Granvella richtete(Ausf. mit eigenhändiger Unterschrift a. a. O.), behauptete, dass Niedbruck das englische Dienstverhältnis voluntate, praescientia et consilio domini de Lyra Lier] ante duos annos» eingegangen sei. Über Niedbrucks Bemühungen in England zugunsten des Kaisers, die oben im Text erwähnt werden, schreibt Rehlinger: Praeterea saepedictus Bruno sancte iuravit mihi se(xcluso hoc bello) nihil unquam contra caes. Al. tem egisse neque in futurum unquam aliquid contra suam M. tem facturum, imo quod Celslitudin]i vestras scribere possim, si apud tutores guhernatoresque Angliae(apud duos pro sua tenuitate in non exigua existimatione est) aliquo modo caes. M. ti inser vire possit, quod eo animi candore ac diligentia sit facturus, duod Celslitudo] vlestrJa grato benignoque animo sit susceptura; quod etiam illis gubernatoribus multis ex causis persuaserit, ut caes, M. tis authoritatem reverenter zuspiciant, id ait, procul dubio sint facturi. sin autem ipse zuspicari posset, quod contra caes. M. tem esset, ut illis inserviret, offert se potius relinquendam hanc conditionem. duam apud eos habet, quam in aliqua re offendere caes. M. tem.) Dr. Hans von Niedbruck nach Strassburgs Unterwerfung. 715 volentem esse participem factae reconciliationis. Quoniam ergo, r. praesul, nihil unquam ille sua sponte contra caes. M. tem egit et ante bellum istud nulli unquam suam operam in eo praestitit, verum in hoc praeterito bello zollicitatus fuit et rogatus ab ordinibus tune confoederatis, ut tanquam civis nostrae reipubllicae] cum aliis legatis in Angliam proficisceretur promovendi negotii causa apud regem dominum suum, et quoniam in eo non magis quam nos omnes deliquit aut contra caes. M. tem egit, imo quia statim acceptis d. Jacobi Sturm literis* actionem omnem a se removit nec insuper quicquam contra caes. M.tem molitus est, quemadmodum res ipsa nunc declaret, deinde quoniam in eo solum est fortasse peccatum, quod literas illas, quibus revocatus fuit, aliquanto serius accepit atque idcirco tardius nonnihil ab actione sibi temperavit, his de causis et quandoquidem r. D. v. promisit, si revocatus a d. Jacobo pareret et actionem omnem adversus caes. M. tem reiceret, fore ut in pacis communionem reciperetur, facile potest r. D. V. aestimare aequum esse, ut sicut reliqui nostri cives fructum percipiat factae pacis neque fraudi sit illi, quod iussus et rogatus ab ordinibus non etiam zua sponte legationem illam suscepit...» Bitten daher nochmals dringend, ihrem Bericht Glauben zu schenken und Niedbruck nicht länger von der Aussöhnung auszuschliessen. Adhaec doctor Bruno, civis noster, ubicunque eius rei facultas dabitur, ita se comparabit, ut nequèe caes. M. tem suse clementiae neque r. D. v. suae intercessionis unquam poenitere possit. quod reliquum est, petimus, ut r. D. v., cui nos humiliter commendamus, per hunc tabellarium, quem ideirco misimus, de zug mente ac voluntate certiores nos facere dignetur. datum]. 1 Das Datum ist in der Abschr. nicht ausgefüllt. Der Bote brachte den Brief vor dem 18. Juni wieder zurück; denn am 18. Juni richtete Jakoh Sturm folgendes kurze Schreiben an Arras— s. Anm. 1; Ausf. in Madrid, Bibl. nac.; Corres pondencia Granvela, mit der eigenhändigen Unterschrift Jakob Sturms:« El xcellentissimae] rſeverendissi nac hſominationis] v[estrae] addictisslimus] cliens Jacohus Sturm sſubßsſeripsit?—«Seribit senatus noster ad reverendissſimam] D. v. pro doctore Brunone, cive nostro. Da Niedbruck sogleich nach Erhalt von Sturms Brief“ seine diplomatische Tätigkeit gegen den Kaiser eingestellt hat. wobei er ohne sein Verschulden den Brief erst verspätet erhalten hat, «et quia nihil omnino fraudis vel calliditatis intercessit), so möge Arras veranlassen, dass Niedbruck in die Aussöhnung«una nobiscum sit comprehensus nec ab es submo veatur.) Sturm hofft bestimmt, dass Arras(huic meo desiderio atque voto, quod et acquitate nititur et pro homine mihi summe amico susceptum est, gratiose acquiescat.“— Das von Sturm hier erwähnte gleichzeitige Ratsschreiben an Arras ist natürlich die Ausf. des oben im Text wiedergegebenen Briefes, die deshalb wohl auch auf den 18. Juni zu datieren ist. Ob Granvella sich zum Ratsschreiben vom 8. Juni schriftlich geäussert hat, ist im Strass-= burger Stadtarchiv nicht mehr festzustellen; ebensowenig, ob die Ausf. des Ratsschreibens an Arras vom 18. Juni der Abschr. des Textes völlig entsprochen hat. Obwohl Gran vella nach Jakob Sturms Denkschrift(Or. 796)«sich gut willig zeigte), ist es doch möglich, dass er sieh einer amtlichen Befürwortung des Gesuchs an Arras enthielt, da Sturms Brief vom 18. Juni keinen Hinweis darauf bringt. Aut keinen Fall erfolgte damals eine Entscheidung zugunsten Niedbrucks. Das beweisen die Instruktionen für Hag und Gremp vom 22, Juli 1547(Nr. 653, vorletzter Absatz) und die von Arras auf dem Augsburger Reichstag erneut gegen Niedbruck erhobenen Vorwürfe(8. Nr. 732, Anm. 2 und 796). ö X Al ‚PER Mi} ;— mm. 716 1547. Die Ulmer Verhandlungen über den kaiserlichen Bund 635. Dr. Ludwig Gremp an Jakob Sturm und Mathis Pfarrer. 1547, Juni 18 Ulm. Str. St. Arch., AA 559, j. 27— 39. Or. Empf.«montag nacht) 20. Juni, lect MHi. 22, Juni, Braucht an den Verhandlungen nicht teilzunehmen: Proposition der Kommissare; Zeitungen. Nachsehrift: Morgen Antwort der Stände: der Kaiser zieht gegen Hessen. Hat am 17. Juni seine Beglaubigung[Nr. 628, Anm. 5] Heinrich Hass vorgelegt; ist auf heute vor die Kommissare bestellt worden, welche die Ent schuldigungen Strassburgs nicht gelten lassen; er solle wenigstens hören und nach Hause berichten. Wollen ihn auch nicht abreisen lassen; doch braucht er zunächst nicht an den Verhandlungen teilzunehmen. Trotzdem haben ihn die Städte in den Ausschuss gewählt; er nimmt aber nicht teill. Bittet um weiteren Befehl. Nürnberg soll für den Bund sein?. Sendet die Proposition der Kommissare vom 13. Junis. Die Antwort der meisten Stände lautet dahin, dass sie nur Befehl haben zu hören und über die Exekution des Landfriedens zu beraten. Ulm soll zum Bund raten, auch Augsburg. Die anderen Stände sind über die Antwort schon einig, nur die Städte noch nicht. Zwischen dem Kaiser und dem Landgrafen ist noch kein Vertrag abgeschlossen. Widersprechende Nachrichten über die Schlacht bei Drakenburg. Der Tag wird wohl noch lange dauern; hittet daher einen anderen zu sendens. Nachschrift: Hört, dass die Stände morgen antworten wollen, sie wünschten Näheres zu hören, da die Proposition zu«general» sei. Auf bestimmte Artikel wollen sie nach gehabtem Bedacht antworten.«Datum Ulm den oSJunii in grosser eil a. 47.» Der Kaiser soll gegen Hessen ziehen. 635 1 Deshalb schickte er auch nicht das am 18. Juni vom Städteausschuss abgefasste «bedenken uf der herrn commissarien proposition)(vgl. Anm. 3) mit, das nicht zu seiner Kenntnis gelangt zu sein scheint; Abschr. in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1030, f. 49—– Hl, mit dem Zusatz:(Beslossen 18. Junii 1547, aber nit ubergeben; sonder man hat sich mit den andern stenden verglichen laut nach volgender schrift vgl. Nr. 638, Anm. 3]»; ferner in Nürnberg, Staatsarch. Reichstagsakten XIV, Fasc. 1 und in Ulm, Arch., Ref. Akt. XXXIX, Nr. 28104.— Von den Verhandlungen vom 15. Juni bis zum 29. Juli gibt der Bericht des Frankfurter Stadtschreibers Martin Sigel ein gutes Bild(in Frankfurt, A. a. O., f. 27-37 und 76— 78. Anwesenheitslisten vom Bundestag in Frankfurt, a. a. O. f. 16— 25; in Um, a. a. O., XXXVIIb, Nr. 110 und 111 und XXXVIII, Nr. 2596 und 2597 und in Str. Bez. Arch., Aust. m. Baden, 1511, f. 43.— Die Verhandlungen des Ulmer Tages Sind am ausführlichsten dargestellt von Hecker, Karls V. Plan zur Gründung eines Reichshundes, 8. 75- 92; ausser der a. a. O., S. VI, Anm. 1 angegebenen Literatur ist noch zu vergleichen Roth, Augsburgs Ref. Gesch. IV, S. 29— 32 und Hartung, Karl V. und die deutschen Reichsstände 1546— 1555, 8. 31—ů5. Vgl. Nr. 628, Anm. 5. * Vom 13. Juni; Abschr. in AA 559, f. 110-112; in Frankfurt, a. a. O., f. 38 45 und in Ulm, a. a. O., XXXVII b, Nr. 117 und XXXIX, Nr. 2809; ben. von Hecker, a. a. O., 8. 77-78. Vom 23. Mai; vgl. den zeitgenössischen Bericht bei Ranke, Deutsche Gesch. i Zeitalter der Reform. kademieausgabe) VI, S. 236— 257; ferner den Bericht Bürens an die Königin Maria vom 30. Mai 1547(Nuntiaturber, X, S. 405 407) und von Bippen, Gesch. d. St. Bremen II, S. 130- 132 sowie die a. a. O., 8. 121, Anm. und 8. 132, Anm. angegebene Literatur über die Schlacht bei Drakenberg. * Darauf wird im Rat am 22. Juni beschlossen, er solle sich auf Hintersichbringen einlassen, aber nur hören und in keinen Ausschuss gehen. In 8 Tagen werde man noch jemanden schicken. Dazu wird Heinrich von Müllenheim bestimmt(Ratsprot. 1547, f. 328- 329). Am 25. Juni lehnt Müllenheim ab, ebenso Wolff Böcklin; es wird daher Marx Hag verordnet (a. a. CO., f. 338).© Der Tag ist ausgelassen, am Rande ist hinzugesetzt:(18.5. — — 1— 1547. Johann Sturm bittet Arras um Fürsprache beim Kaiser. 717 [1547], Juni 22. Strassburg. Madrid?, Bibl. nac. Correspondencia Granvela. Lat. Serie. Ausf. mit der eigenhändigen Unterschrift Johann Sturms. 635 a. Johann Sturm an den Bischof von Arras. Bittet ihn sich, gemäss der Fürsprache des Bischofs Julius Pflug von Naumburg, für ihn beim Kaiser zu verwenden, und verspricht dafür, in Zukunft ganz der Wissenschaft zu leben. ... Petii superiore mense per literas* et per doctorem nostrum, Ludo. vicum Grempium, a reverendo domino Julio, Numburgensi episcopo, ut mihi deprecator esset et aditum mihi aliquem patefaceret ad tuam amplitudinem accedendi, quae in excelso et dignitatis et authoritatis loco constituta salutem mihi facile dare possit supplicanti. rogavi etiam Grempium ipsum, ut idem faceret et meam causam susciperet., et quanquam antea cum ex omnium sermonibus tum ex literis nonnullis“ Jacobi Sturmii intellexi de doctrina et humanitate amplitudinis tuae, tamen posteaquam idem agnovi ex literis* episcopi Numburgensis, et? coram a doctore Grempio confirmaretur et affulgeret mihi spes magna ocii et reconciliationis et gratiae. maximopere post superioris temporis curam et solicitudinem sum refectus. Quocirea quod per episcopum Numburgensem et per Grempium a tua unplitudine petii, idem nunc ego per literas supplex contendo et orans atque obsecrans veniam peto et ut tua amplitudo pro me intercederet ad caesariam I] maiestatem, ut si eam ullo tempore aut ullis in mandatis aut negociis offendi, mihi pro sua erga universos benevolentia et erga omnes clementia ignoscat et mihi vitam tranquilliorem concedat, non ut in utram que(quemadmodum aiunt) aurem dormiam, sed ut hoc aditu ad caesariae]! maiestatis gratiam reditus mihi concedatur ad pristina mea studia, ad meas ſiteras et labores meos, qui ad reipublicae christianae pacem et ocium erunt aggregati et accomodati ad meorum patronorum honores et ad amicorum meorum utilitates, qui etiam deinceps agnoscent una cum mea salute suam quoque sibi salutem esse confirmatam. Et ut hoc mihi honestum ocium detur, vicissim ego promitto, quod noster magistratus pro se et civibhus suis promisit, neque me patiar ullis negociis a caesariae[!] maiestatis obedientia avocari, quibus eius voluntas offendi posse existimen. hoc si per has literas consequar, gaudebo me in honorum tuorum amplitudine ocium et quietem consecutum esse et tantam gratiam debere, quantam humilem et tenuem clientem maximo patrono debere decet. vale. Argentorati 22. Junii. Illustris amplitudinis tuae studiosissimus famulus Joanlnes] Sturmius 14. 6354 1 Das Schriftstück trägt zwar auf dem Rücken den späteren Vermerk:(1548), gehört aber zweifellos in das Jahr 1547. 2 Auch dieser Brief— wie der in Anm. 4 benutzte— wurde von Herrn Dr. Walser in Madrid aufgefunden und freundlichst zur Verfügung gestellt; vgl. Nr. 6342, Anm. 2 3 Wohl verschriebn für«ut»? Am 2. September(«quarto Nonas Septembris») richtete Johann Sturm ein noch qringlicheres, mit starken Schmeicheleien verbrämtes Bittschreiben an Arras(Or. ir Madrid. a. a. CO.) und bediente sich dabei wieder der Vermittlung von Gremp,(qui in legatis nostris est et qui intercedere pro me potest». Gremp war am 27. August in die Gesandtschaft für den Augsburger Reichstag gewählt worden; vgl. Nr. 663, Anm. 2. Diesen Brief werden die Strassburger Reichstagsgesandten persönlich mitgenommen haben, die am 6. September abends in Augsburg ankamen(vgl. Nr. 665, Anm, 1 und 666).— 7 € x * | . | | — 718 1547. Die deutschen Handelsprivilegien in Frankreich. Die XIII von Augsburg an den Rat. 1547, Juni 26. Augsburg. Str. St. Arch., V, Mr. 121. Ausf. Lect. 9. Juli. Gesandtschaft zur Bestätigung der Privilegien der deutschen Kaufleute in Frank— reich. Zettel: Senden Abschriften. Haben ihr Schreiben vom 20. Juni! erhalten. Danach ist Strassburg zu gemeinsamem Handeln geneigt, hat aber schon vor Empfang des Briefes Dr. Geiger nach Lyon geschickt. Bitten Geiger einen Boten nachzusenden, damit er auf die Gesandten der drei anderen Städte wartet. Wollen dann eine Beglaubigung und Instruktion, über die sie sich schon mit Nürnberg verständigt haben?, fertigen und sie über Nürnberg und Ulm nach Strassburg senden. damit alle siegeln. Ihr Gesandter, Chrysostomus Peutinger, soll in drei Tagen abgehen?. Drängen auch Nürnberg, Rockenbach schnell zu sendenz. Zettel: Die Vermittlung von Julius Pflug bei dem Bischof von Arras scheint den Erfolg für Johann Sturm gebracht zu haben, wenn wir den bei Müller, Mosellani..., 8. 104- 105 abgedruckten Brief von Gremp aus Strassburg an Julius Pflug vom 24. September(( VIII Kal. Octobr.); ohne Jahreszahl) heranziehen, in welchem Gremp Johann Sturm bei dem Bischof von Naumburg anmeldet und dabei ausdrücklich erklärt. «Quantum enim ponderis tua commendatio apud reverendissimum dominum, dominum Antonium Perenotum, opiscopum Atrebatensem, habuerit, ox literis suis et Sturmio ipso cognosces», Her hier erwähnte Brief des Bischofs von Arras hat sich nicht erhalten., Sicherlich gehört dieser Brief Gremps ebenfalls in das Jahr 1547. Danach ist die Bemerkung Müllers, der den Brief a.. CO., S8. 104, Anm. 1 in das Jahr 1548 setzen möchte, und sind nach ihm die Ausführungen von Charles Schmidt, La vie et les travaux de Jean Sturm, 8. 80, so wie von v. Druffel, Beitr. z. Reichsgesch. III, S. 126- 127 zu berichtigen. Welchen Zweck die Reise Johann Sturms im Herbst 1547 hatte, lässt sich nicht mehr ermitteln Auf keinen Fall ist sie mit seiner Ende 1548 nach Sachsen und Norddeutschland unternommenen Reise vgl. über sie auch Nr. 847, Anm. 3 gleichzusetzen, die uns durch die Angaben in Corp. Reform. VII, Nr. 4461 und 4494 bezeugt ist. Bemerkenswert ist übrigens, dass sich der Strassburger Rat nicht amtlich für Johann Sturm verwandt zu haben scheint, wie er es bei Dr. Hans von Niedbruck durch die in Nr. 6342 und den dortigen Anmerkungen wiedergegebenen Schreiben getan hat. 636 1 Fehlt; der Inhalt ergibt sich aus dem Bericht über die Ratssitzung vom 20. (Nr. 629, Anm. 2) gewünschten Epistolae Petri , m e. Juni f ? Darüber schrieb Nürnberg am 22. Juni an den Rat(Ausf. a. a. C.; leet. 9. Juli): Augsburg hat sich mit ihnen verständigt, dass sie Rockenbach im Namen der Kaufleute der vier Städte senden. Sind mit Augsburgs Instruktion einverstanden. Strassburg möge Rockenbachs Ankunft abwarten, der von dort nach Paris ziehen soll. Legen einen Bedacht ihrer Kaufleute bei(a. a. 0. und in Ulm, Arch.. Ref. Akt. XX XVIII, Nr. 2594; vgl. Nr. 629. Anm. 1). e . . 1 A . AU AA . . ,. Am 2. Juli wies Augsburg seine Gesandten in Um an: C... Wollend den gesandten von Strassburg und auch unsern freunden von Ulme antzaigen, das doctor Rockenbach, der nurnbergisch gesandt, laut ains rats daselbs schreiben, mit der vier stett credentz auf Ulme und Strassburg nach Lyon in sachen der tentschen freyheit bestettigung antreffende verreiten werde. so wurt unser gesandter Crisostomus Peuttinger den nechsten von hinnen auf Lyon und nit auf Ume und Strassburg seinen wege nemen. darumb wellend gedachten doctor Rockenbach, da er geen Ulme gelangt, sollichs antzaigen, damit er nit auf Peuttingern wartet, sonder seinen wege furderlich nach Strassburg neme)(Entw. i Arch., Literal. 1547. Am 9. Juli bringen die Kaufleute im Rat ein Schreiben von Nürnberg, Augsburg und Ulm vor mit Abschrift der Beglaubigung und Instruktion, welche auf Dr. Ulrich Geiger, Dr. Rockenbach und Chrysostomus Peutinger ausgestellt sei. Erkannt: n Augsburg, Die ES 2—— nimm— 1547. Plane Frankreichs; Verhandlungen über den kaiserlichen Bund. 719 Legen Abschriften von der Beglaubigung und Instruktion beis. Dat. 26. Juni 1547. 637. Petermann(Ulrich Geiger) an Bernhard Meyer in Basel. 1547, Juni 27. Baden. Basel, Arch., Polit. M 8, 2, j. 119. Or. Pläne des französischen Königs; Tag zu Baden. Der König zieht auf Reims, soll am 8. oder 10. Juli gekrönt werden-. Frankreich ist mit England und Venedig vertragen. Heirat des Enkels des Papstes mit der Bastardtochter des Königs beschlossen. Die landsknecht werden gesamlet uf ein fursorg; man wurdt sie erhalten hin und wider im land, wie in Denmark geschicht. man samlet gelt.“ Die Eidgenossen handeln noch über die Jahrrechnung; daher haben die Gesandten noch nicht vorge— tragen. Der herr] Bassefontan hat ein scharpfe propositz wider Carle, doch mit verdeckten worten....“ Dat. Baden 27. Juni 1547. 638. Dr. Ludwig Gremp an den Rat. 1547, Juni 29. Ulm. Str. St. Arch., AA 559, f. 53—55. Or.— Prod.«coram 13» Do. 7. Juli. Bericht über den Verlauf der Verhandlungen; Verteilung einer Schuldsumme unter die einungsverwandten Stände; Städteberatung wegen der Frankfurter Messe. Hat ihr Schreiben erhalten. Bittet um die Erlaubnis verreiten zu dürfen, da sie ja einen anderen schicken. Hat mitgeteilt, dass er nur zuhören soll?. Für die bisherige Handlung verweist er auf beiliegende Abschriftens. Vor dem Ingoltischen und Brechterischen hören lassen und das sie es eilends möchten doctor Ulrichen zuschreiben, die andern gesandten also(laut des augspurgischen Schreibens) zu erwarten. ist herrn Jacob von Dontzenheim befohlen(Ratsprot. 1547, f. 357). Abschr. a. a. CO.; vgl. dazu auch die Verhandlung vor dem Rat am 11. Juli in Nr. 649. 637 1 Es handelt sich um Horatio Farnese und Diana von Frankreich; vgl. darüber Nuntiaturber. IX, S. 107, Anm. 1 und S. 271 und X, S. 62, Anm. 1. 2 Vgl. darüber Eidgen. Absch. IV, 14d, S. 833 zu d, 2). 538 1 Fehlt; doch vgl. die Ratssitzung vom 22. Juni in Vr. 635, Anm. 5. ? Er befand sich daher auch nicht in dem Städteausschuss(bestehend aus Worms, Speier, Frankfurt, Augsburg, Nürnberg und Um), welcher am 27. Juni morgens den Vortrag der Kommissare mit den andern Ständen entgegennahm, wie die Nürnberger Gesandten in Ulm, Sebald Haller und Jakob Muffel, an diesem Tage ihrem Rat mitteilten(Entw. in Nürnberg, Staatsarch., Reichstagsakten XIV, Fasc. 1). 3 Er schickte mit: 1. die Antwort der Stände vom 19. Juni auf die Proposition(Abschr. in AA 559, f. 113- 114 und z. B. in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1030, f. 55 bis 56 und in Um, Arch., Ref. Akt. XXXIX, Nr. 2810; ben. von Hecker, D. Plan Karls V.... S. I8— 79); 2. Replik der Kommissare vom 20. Juni auf die Antwort der Stände(Abschr. a. 2. O., f. 115—117 und z. B. in Frankfurt, a. a. O., f. 57- 59 und in Ulm, a. a. CO., Nr. 2811; ben. von Hecker, a. a. CO., S. 79- 8M); 3. Ant wort der Stände vom 23. Juni auf die Replik der Kommissare(Abschr. a. a. O., f. 119- 121 und z. B. in Frankfurt, a. a. CO., f. 60— 63 und in Um, a. a. C., Nr. 2812; ben. von Hecker, a. a. O., 8. 80-81; 4. Triplik der KommisSare vom 27. Juni auf die Replik der Stände(Abschr. a. a. CO., f. 123- 125 und z. B. in Frankfurt, a. a. O., f. 66— 68 und in Ulm, a. a. O., Nr. 2813; ben. von Hecker, a. a. CO., S. 82); 5. Triplik der Stände vom 28. Juni auf die Triplik der Kommissare(Abschr. a. a. CO., f. 127 1j \ J | 2 20 1547. Die Frankfurter Messe; die Ulmer Verhandlungen der schmalkaldischen letzten schriftlichen Vortrag haben die Kommissare erklärt, sie dürften die Gesandten nicht verreiten lassen, diese möchten vielmehr mit der Beratung anfangen. Man wollte schriftlich ablehnen; da haben die Kommissare am 26. die Sitzungen unterbrochen und am 27. ihre Erklärung schriftlich einge reicht. Sie haben dann mit den Gesandten der Stände gesondert verhandelt; doch blieben diese bei der vorher entworfenen Antwort, die sie am 28. einge reicht habens. Die Kommissare haben nochmals jeden einzelnen gebeten an zufangen und wegen Befehls anzufragen. Kennt noch nicht alle Antworten; mehrere sind bei der früheren geblieben. Ulm hat gestern den Einungsverwandten vorgestellt, am 1. August müssten 45320 Gulden bezahlt werden. Es sollten schnell alle zur Zahlung ermahnt werden. Es wurde beschlossen, durch Ulm alle benachrichtigen zu lassens. Ulm hat gestern auch Frankfurts Bitte wegen der Messe vorgebracht. Dat. Ulm 29. Juni 47. 639. Dr. Ludwig Gremp an Jakob Sturm. 1547, Juni 30. Ulm. Str. St. Arch., AA 559, f. 3I und 40(1. Brief). Or. und d. d. O., I. IJ 4262. zrieſ) Or. Prod.«coram 13» Do. 7. Juli(nur beim 2. Brief). 1. Brief: Ergänzt die Mitteilungen über den Gang der Verhandlungen; Ankunft eines französischen Gesandten; Böhmen. 2. Brief: Wird wieder zur Teilnahme an den Verhandlungen gedrängt; Zeitung über den Kaiser. 1. Brief: Hat ihm gestern geschrieben,«warauf die handlung beruwen und den Herrn zugleich alle«acta» eingeschickt Nr. 638]. Hat nur vergessen zu bemerken, dass Mainz am 25. erklärt hat, der Kaiser wünsche, dass man bis 135 und z. B. in Frankfurt, a. a. CO., f. 69— 715 und in Ulm, a. a. CO., Nr. 2814; ben von Hecker, a. a. CO., S. 83- S); 6. einen von den Kommissaren am 23. Juni vorgelegten Artikel aus ihrer Instruktion(Abschr. in AA 565, f. 139 und z. B. in Frankfurt. a. a. CO.. f. 64 und in Um, a. a. CO., Nr. XXXVIIb, Nr. 121; erw. von Hecker, a. a. CO., S. 81). Sämtliche Stücke tragen den Vermerk: Praes.«vor den 13.» Do. 7. Juli. Es ist das 4. Stück von Anm. 3. 5 Das 5. Stück von Anm. 3. 6 Über diesen Punkt macht der Frankfurter Stadtschreiber Martin Sigel in einem Protokoll in Frankfurt, a. a. CO., f. 177- 181) folgende Angaben: Ungefähr am 30. Juni hat Ulm den Städten des gewesenen Bundes erklärt, im Krieg habe man 45320 Gulden gegen Zins aufgenommen, für die nur Württemberg, Augsburg und Ulm gesiegelt hätten, aber die anderen Städte, also auch Frankfurt,«und, als ich mein, auch der landgrave mit verschreiben[!] sei»; man müsse bis zum 1. August zahlen, sonst laufe der Zins weiter. Die Gesandten möchten davon reden, wie man zahlen könne. Denn wenn auch Hessen mit verschrieben sein möchte, so sei jetzt doch nichts von dort zu erhalten. Man müsse denen, die das Geld treulich«(doch gleichwol, wie ich erfaren, das hundert umb 8 und zum theil umb 10)» geliehen und nicht gern genannt sein wollen, Treu und Glauben halten. Es wollte sich aber kein Gesandter einlassen, sondern es wurde verabschiedet, Ulm und Augsburg sollten erkundigen, was Herzog Ulrich tun wolle; wenn dann die andern Städte Bericht erhielten, wollten sie sich gebührlich halten. Da ausser Augsburg, Nürnberg und Ulm keine Stadt ihren Vertretern Befehl in der Frankfurter Messeangelegenheit erteilt hatte, wurde ein Ausschuss aus Strassburg, Augsburg, Worms, Nürnberg, Ulm und Frankfurt gebildet, der beraten sollte, ob man gleich etwas unternehmen oder bis zum Reichstag damit warten solle(Bericht Sigels über diese Verhandlungen in Frankfurt, a. a. C., F. 92— 9h und Brief der Nürnberger Gesandten ar ihren Rat vom 28. Juni in Nürnberg, a. a. O). zur Sache vgl. auch Nr. 624 23 N Bundesschulden und des kaiserlichen Bunds halber; Instruktion des Rats dazu. auch über Friede und Recht verhandele; etwaige Zweifel wolle er erledigen. Hört, dass gestern Abend ein französischer Gesandter! gekommen ist, der von Granvella erfahren hat, der Kaiser ziehe nach Nürnberg. Es heisst, dass er dann hierher komme; Ulm will ihm daher einen Gesandten entgegenschicken. Da werden die Gesandten nicht bald fortgelassen werden. Böhmen soll sich fast ganz mit Karl und Ferdinand vertragen haben. Dat. Ulm 30. Juni 47. 2. Brief: Da der Bote mit dem heutigen Brief noch nicht fort ist, meldet er noch, dass Dr. Hass ihn heute nochmals veranlassen wollte, an der Beratung teilzunehmen und zu bewirken, dass die Verhandlungen begännen. Hat aber abgelehnt. Hört, dass die kurfürstlichen Gesandten auf der schriftlichen Abschlagung beharren und eine weitere Erklärung der Kommissare verlangen. Die neue Zeitung über die Ankunft des Kaisers stammt von der Frau des kaiserlichen Türhüters. Der Kaiser soll auch Herzog Heinrich von Braun— schweig und dessen Sohn mitbringen.(Datum ganz eilends 30. Junii umb 10 ur a. 475. 640. Instruktion des Rates für Marx Hag! zum Tag von Ulm. 1547], Juni 30. Strassburg. Str. St. Arch., AA 559, f. 21 und 23. Entw. mit Verbesserungen Jakob Sturms. Soll sich bei den Verhandlungen und dem Bunde gegenüber ganz zurückhalten. Er soll einen Brief an Gremp nach Ulm bringen. Beide sollen, da der Tag wohl nicht mehr lang dauert, dort bleiben. Sie sollen nicht mit beschliessen oder in die Ausschüsse eintreten, sondern nur berichten, was man mit dem Bund beabsichtigt und ob die Religion frei bleibt. Wenn bedeutende Stände gegen den Bund sind und eine hinhaltende Antwort geben, sollen sie sich dieser anschliessen.(Datum den letsten Junii). 641. Dr. Ludwig Gremp an Jakob Sturm. 1547, Juni 30 und Juli 2. Ulm. Str. St. Arch., Ad 559, j. 43—- 46. Or.— Empf. 6. Juli, prod.«coram 13» Do. 7. Juli.— Erw. von Gerber, D. Bedeutung d. Augsburger Reichstags..., S. 179, Anm. 41. Vertrag zwischen Hessen und Braunschweig; Nachschrift(vom 2. Juli): Verhandlungen über die Bildung eines ständischen Ausschusses für die Beratungen über den Bund; Neuigkeiten. Nach Abgang des Boten ist er um 4 Uhr zu den Einungs verwandten erfordert worden. Dort wurde ein Brief von Statthalter und Räten zu Kassel 639 1 Vielleicht Francois de Chatillon, seigneur d' Andelot; vgl. Ch. Marchand, Charles Jer de Cossè, comte de Brissac, S. 86, Anm. 1, dazu auch den Brief Sfondratos vom 5. August 1547(Nuntiaturber. X, S. 72). Die eigentlichen französischen Gesandten zum Augsburger Reichstag, Brissac und Marillac, reisten erst Ende Juli vom französischen Hofe ab und langten am 15. August in Augsburg an; vgl. Marchand, a. a. CO., S. 8ö5 ff. und 5665— p66 sowie den Bericht Marillacs bei Ranke, Dtsche. Gesch. i. Zeitalter d. Reform.(Akademieausgabe) V, S. 400, P. de Vaissière, Charles de Marillac, S. 72 und 75 und die Briefe des savoyischen Gesandten in Augsburg, Langosco, Graf v. Stroppiana und Malopera vom 2. und 20. August 1547 bei G. Greppi, Estrait de la Correspond. dipl. etc., Nr. 8 u. 9, S. 142—- 143. 640 1 Er war am 25. Juni zum zweiten Gesandten in Ulm bestimmt worden; vgl. Nr. 6365, nm. 5. Pol. Korr. von Strassburg. Bd. IV. 46 1547. Vertrag zu Melsungen zwischen Hessen und Braunschweig; 2 N » an Ulm! mitgeteilt nebst einem Vertrag zwischen Hessen und Braunschweig? nach welchem Herzog Heinrich sich verpflichtet, niemanden zu verklagen. Die Städte wollen darüber und ob man die kaiserliche Bestätigung nachsuchen soll, beratschlagens. Bittet um Anweisung.«Datum den letsten Junii anno 47». Nachschrift: Ist heute um 7 Uhr vor die Kommissare ge laden worden. Diese drängen, man solle beginnen und einen Ausschuss ernennen; doch nur auf Hintersichbringen. Die anderen Stände sind mit dem Ausschuss einverstanden, auch die Städte. Die letzteren ernennen 6 Vertre ter; Gremp lehnt ab. Die Fürsten wollen aber nur 2 zulassen. Beratung der Städte, die auf mindestens 4 bestehen‘. Auch Grafen und Ritterschaft waren 641* Am 16. Juni sandte Landgraf Philipp das Original des Vertrags(vgl. Anm, 2) an die Statthalter und Räte zu Kassel, um ihn abzuschreiben und die Abschriften an die Ritt erund Landschaft von Braunschweig, an Ulm für die oberländischen Städte, an Bremen und Hamburg sowie an Braunschweig und Goslar für die sächsischen Städte senden zu lassen,«damit sie und dieselben stett den vertrag in der darin benenten zeit zu- oder abzuschreiben haben)(Wenfrieden; Ausf. in Marburg, Arch., Nr. 956, f. 16). Am 18. Juni übersandten dementsprechend Statthalter und Räte in Kassel den Vertrag an Ulm(Abschr. in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1030, f. 53). 2 Abgeschlossen zu Melsungen am 14. Juni 1547(Ausf. mit eigenhändiger Unterschrift der Herzöge Heinrich und Karl Victor von Braunschweig und des Landgrafen Philipp in Marburg, Arch., Urkunden, Verträge mit Braunschweig und Hannover; Auszug bei von Heinemann, Gesch. v. Braunschweig und Hannover II, S. 376- 377; ben. von 1ssleib, Philipp von Hessen, Heinrich von Braunschweig usw., S. 72). Der die Einungsverwandten betreffende Teil des Vertrags lautet:(Dieweil auch wir, der landtgrave, alle unser mitverwandten, fursten, graven, stende und stette, in disem vertrag mit eingezogen haben, so sollen dieselben alle und ir ieder besonder, der oder die als mit eingezogen solchs vertrags geniessen wöllen, herwider gegen hertzog Heinrichen, seinen erben, dienern und verwandten in allermassen wie wir, der landtgrave, auch obligirt und verbunden sein, und des uns in zweyen monaten den nechsten nach dato dis vortrags ire schriftliche ratification zuschicken, hertzog Heinrichen, seine erben, diener und verwandten damit furter haben zu verwaren. im falh aber, daz einicher furst, grave, stand oder statt disen vertrag nicht annehmen oder dem zugegen wider hertzog Heinrichen, seine sohne, erben, diener und verwandten etzwas mit der thatt handeln oder vornehmen würde, in was weiss oder wegs das beschehe oder beschehen möcht, das dann hertzog Heinrich, seine erben, diener und ver— wandten gegen dieselben, dero wehren einer oder mehr läut, dises vertrags auch unverbunden sein, sondern gentzlich frey stehn sollen und mögen, damit allenthalben gleicheit gehalten werde.»— Eine Perg. Ausf. des Notariatsinstruments über die Annahme des Vertrags durch Heinrich und Karl Victor in Eschwege am 15. Juni(mit dem Vermerk: Prod. Speier 7. März 1550), befindet sich in AA 528, f. 74. 3 Nach dem Brief Sigels an Bürgermeister und Rat von Frankfurt vom 30. Juni und 1. Juli(Or. in Frankfurt, a. a. C., F. 97— 99 und 104) wurde von den Städten zur Beratung ein kleiner Ausschuss eingesetzt. Die Nürnberger Gesandten berichten am 2. Juli ihrem Rat darüber Folgendes (Entw. in Nürnberg, Staatsarch., Reichstagakten XIV, Fasc. I): Da die Städte hören, dass die Fürsten 6 Vertreter(3 weltliche und 3 geistliche) abordnen und die Prälaten usw. 3, so wählen sie 6: Aachen, das inzwischen erschienen ist, Augsburg, Strassburg, Nürnberg, Worms und Ulm. Diesen erklären die Fürsten, sie hätten mur 4 abgeordnet, die Prälaten usw. 3; die Städte sollten wie gewöhnlich 2 schicken. Der Stüdteausschuss will es an die Städte bringen. Diese werden, da die Fürsten nur 4 schicken, wohl auch auf 4 heruntergehen und dann Aachen, Augsburg, Worms und Nürnberg abordnen; wenn Strassburg noch jemanden schickt oder Gremp Vollmacht erhält, so soll Strassburg statt Worms eintreten. IM 3?— ö —* X 8X x. 4 ö.— 8* Verhandlungen in Ulm über den kaiserlichen Bund; Reichstag in Augsburg. 723 nicht zufrieden; sie haben 3 Vertreter. Die Fürsten selbst sind von 6 auf 4 heruntergegangen. Neuigkeiten hat er im vorigen Schreiben(Nr. 639] geschickt, auch im beiliegenden Zettel aus dem Brief des«fenderiners» zu Nürnberg an den Stadtschreiber von Worms5. Hass berichtete über das Abkommen mit dem Landgrafens. Hamburg ist vertragen, die anderen suchen darum an. Widersprechende Nachrichten darüber, ob Frankreich rüstet oder nicht. Bittet abreiten zu dürfen; will ins Bad. Die Fürsten wollen nur 2 von den Städten in den Ausschuss lassen’. Morgen früh um 6 Uhr findet eine neue Verhandlung der Städte darüber statt. Dat. Ulm 2. Juli 47. 642. Karl V. an den Rat. 1547, Juli 3. Bamberg. Str. St. Arch., AA 563, /. I. Aus., besiegelter Druck mit handschriftlicher Einfügung von Ort und Tag.— Empf. 20. Juli, lect. 22. Juli.— Ben. von Häherlin, Neueste teutsche Reichsgesch. I, S. 244- 245. Beruft einen Reichstag auf den 1. September nach Augsburg. Hatte den Reichstag von Regensburg auf den 2. Februar vertagt, ist aber an dessen Abhaltung durch den Krieg verhindert worden. Schreibt daher jetzt einen neuen Reichstag nach Augsburg auf den 1. September aus]. Dat. Bamberg 3. Juli 47. 643. Dr. Ludwig Gremp an Jakob Sturm. 1547, Juli 3. Ulm. Str. St. Arch., AA 569, f. 47— 48. Or.— Empf. 6. Juli«circa ante meridiem), prod. Ccoram 13» Do. 7. Juli.— Erw. von Gerber, Die Bedeutung des Augsburger Reichstags..., S. 179, Anm. 41. Drei Verordnete der Städte in den ständischen Ausschuss gewählt; Vertrag von Melsungen. © X * Heute morgen haben die Städte beschlossen, sich auch mit drei Verordneten zu begnügen, um sich nicht von den Fürsten zu sondern. Gehen die | | 5 Vom 29. Juni: Abschr. eines Bruchstücks davon in AA 563, f. 135«datum ipsa Petri et Pauli». Es enthält Mitteilungen über die Reisepläne des Kaisers, über die Gefangennahme des Landgrafen in Halle am 19. Juni und seine Kapitulation sowie über Massnahmen gegen verschiedene Prädikanten in Nürnberg, darunter den Magister Veit Dietrich] an St. Sebald. $ Gremp sandte folgende, darauf bezügliche Aktenstücke mit: 1. einen Auszug von 23 Artikeln der Kapitulation Landgraf Philipps zu Halle am 19. Juni(Abschr. in AA 562, f. 1—4; gedr. von Hortleder II, Buch 3, Kap. 75, 8. 4530= 462; Druck der ganzen Kapitulation bei Rommel, Gesch. v. Hessen, L.-B., S. 248- 253) und 2. eine Abschr.(in AA 561, I. 18—- 80) der Schilderung von Fussfall und Abbitte des Landgrafen Philipp zu Halle vom 19. Juni; gedr. bei Hortleder a. a. O., Kap. 76, S8. 462—463.— Beide Abschr. tragen den Vermerk: Prod.«coram 13» Do. 7. Juli; im Rat verlesen wurden sie am 9. Juli(Ratsprot. 1647, f. 3658 b).— Vgl. im übrigen auch die bei Sastrow, Herkommen usw. II, S. 691- 598 abgedruckten Aktenstücke. Vgl. den Nürnberger Bericht in Anm. 4. 642 1 Am 22. Juli wird dafür in der Ratssitzung eine Kommission eingesetzt(Ratsprot. 1547, f. 391- 392). 648 1 Ahnlich äussern sich aueh die Nürnberger Gesandten im Brief an ihren Rat vom 3. Juli(Entw. in Nürnberg, Staatsareh., Reichstagsakten XIV, Fase. 1.) — 2— . 724 1547. Verhandlungen über den kaiserlichen Bund in Ulm; Werbungen Fürsten darauf ein, so will man sich an die Kommissare wenden. Bisheı haben die Fürsten keine Antwort gegeben. Sendet den hessisch-braunschwei gischen Vertrag? und bittet um schleunigen Bescheid, damit Herzog Heinrich sich ihm nicht entziehe. Dat. Ulm 3. Juli 47. 644. Dr. Ludwig Gremp an Jakob Sturm. 1547, Juli 4. [Ulm] Str. St. Arch., AA 559, f. 49. Or.— Empf. 6. Juli«circa meridiem»; prod.«coram 13» Do. 7. Juli. Verhandlungen der Kommissare mit den Städten. Sendet den Vertrag des Landgrafen Philipp mit dem Kaiser], den er hat abschreiben lassen. Gestern wurde nicht verhandelt. Die Kommissare haben versucht, den Städten die 3 Verordneten zu erwirken. Man hofft es durch— zusetzenz. Die Städte sind auf heute morgen 7 Uhr bestellt. Nürnberg schrieb am 30. Juni, dass der Kaiser am 1. Juli nach Bamberg kommen werdet. Dat. 4. Juli 47. 645. Herzog Ulrich von Württemberg an die XIII. 1547, Juli 4. Nürtingen. Str. St. Arch., AA 647, f. 83. Ausf.— Prod. Do. 7. Juli. Musterung von Knechten für Frankreich. Hört, dass die Knechte aus Frankreich! zurückkommen und in«Geissspitzen»? gemustert werden. Bittet sich zu erkundigen, für und gegen wen das geschieht. Dat. Nürtingen 4. Juli 473. 0 Vgl. Nr. 641, Anm. 2. 6441 Abschr. in AA 528, f. 23-27; vgl. Nr. 641, Anm. 6. Die Nürnberger Gesandten berichteten darüber am 4. Juli ihrem Rat: Gestern Verhandlung mit den Kommissaren wegen der Zahl der Städteverordneten. Heute teilen sie mit, dass sie 3 erlangt haben. Die Prälaten und Grafen wollen daraufhin erst auch 3 haben, da die Ritterschaft einen davon als Vertreter hat. Doch lassen sie es fallen. Heute Wahl der Städteverordneten: Strassburg, Augsburg und Nürnberg bestimmt. Wenn Gremp sich weigert, soll Worms genommen werden, wie es auch geschah. Morgen früh Sitzung des ganzen Ausschusses(Entw. in Nürnberg, Staatsarch., Reichstagsakten XIV, Fasc. I. 3 Vgl. dazu die Ortsangabe in Nr. 642. 645 1 Vgl. seine Anfrage vom 16. Juni in Nr. 631, Anm. 3. ? Damit ist entweder Geispitzen im Oberelsass bei Mülhausen oder was wahrscheinlicher ist Geispolsheim im Unterelsass, bei Strassburg im Kreise Erstein gelegen, gemeint. 3 Am 15. Juli dankt das Domkapitel den XIII für die Nachricht von Truppenansammlungen bei Breisach und fragt an, was die Stadt gegebenenfalls zu tun gedenke, wenn fremdes Volk komme. Man antwortet darauf, dass man erst weiteren Bericht darüber abwarten werde. Doch wäre es gut, wenn in solchem Falle Bischof, Kapitel, Grafen, Adel und Städte sich vereinigten. Vielleicht könnte man sie auch dazu bringen, beim Kaiser die Sendung fremder Truppen in diese Gegend abzubitten(Ratsprot. 1547, zwischen f. 161 und 162).— Am 12. September sieht sich der Rat aber doch veranlasst, ein Verbot des Inhalts zu erlassen, Waffen zu verkaufen und ohne sein Wissen auf Musterplätze zu führen (Druck in der Univ.-Bibl. zu Halle; vgl. Perlbach, Über eine Sammlung Strasshurger Ordnungen... aus der Univ.- Bibl. zu Halle, 8. 51, Nr. 43).— Vgl. auch Nr. 656 re 2 im Elsass für Frankreich; Bildung eines Ausschusses in Ulm. 725 646. Dr. Ludwig Gremp an Jakob Sturm. 1547, Juli 5. Ulm. Str. St. Arch., AA 559, f. 50— 51. Or. Lect. II. Juli. Erw. von Gerber, Die Bedeutung des Augsburger Reichstags..., S. 179, Anm. 4I. Gremp lehnt die Wahl als Vertreter in den ständischen Ausschuss ab; Bericht über die heutige Ausschusssitzung; Gremps Bedenken dazu. Verweist auf seine bisherigen Briefe Nr. 635, 638, 639, 641, 643 und 644]. Also das ich disse zeit nichts weiters zu schreiben weyss, denn das uf gestern her Hass dem stettischen ausschutz angezeigt hat, wie der churfürsten, fürsten, prelaten, graven und ritterschaft gesandten den stetten drey personen im ausschutz zulassen wöllen, doch in ander weg dem alten herkomen un— vorgryffenlich. darauf die gesandten der stett geéantwurt, sy wolten den herrn commissarien zu underthenigem und dienstlichen gefallen sich dissmals mit 3 personen(wiewol ir hohe nottdurft mer erfordert) benügen lassen, doch auch der gewonheyt, so uf den bunds- und greysstagen ublich, unverletzlich. dem nach seind die gesandten der stett nach mittag zusamen kumen, und dieweil man} von beiden bäncken, den reinischen und schwebischen, nit haben in gleicher anzal personen verordnet werden mögen, und aber die schwäbischen stett vor dem die reinischen im bund gewesen, auch der bundssachen berichter denn andere, so hat fur radsam angesehen, das vom schwebischen banck 2 und vom reinischen allein 1 person deputirt würde, und jedes prerogatur in kunftigen fellen unabbrüchig. damit auch solchs dester weniger preiudicirt oder verbundtlich sein müg, so sollen beide banck samptlich die 3 personen wellen, auch dysser actus vleissig registrirt werden, damit in kunf— tiger zeit die neuen die jetzigen gesandten nit mer verhindern, kein irrung geperen mag. also seind nun durch das mer von beiden bancken die drey stett Strassburg, Augspurg und Nurnberg in den ausschutz verordnet worden. nach dem mir aber von meinen hern in irem schreiben* ausstruckenlich verpotten mich zu keinem ausschutz zuziehen zu lassen, so hab ich abermals (wie zuvor oft) mein entschuldigung gethan, das ich zur sach oder werck nit der solich, darzu keinen bevelch hett mich dar zu< nit) gebrauchen zu lassen; des müsst ich mich billich halten, mit bitt mich des ausschutz dysmals gunstlich zu erlassen und entschuldigt zu haben. bin also abgetretten; ist mir volgens zu vorsteen geben worden, das Wormbs an mein statt substituiert [sey] und die stett nit geringer beschwerd tragen, das ich mich zu dysem handel nit brauchen lassen wölle, wie dem nach nit allein die stett, sonder auch anderer stend gesandten nit gerings befrembden trügen, das Strassburg nit solle im ausschutz sein. gib ich zur antwurt, ich sey in eyl zu den herrn commis— sarien allein abgefertigt, aber alle tag eines anderen gesandten gewertig; der wurde villeicht anderen bevelch oder gewalt mit bringen. dabey ist es noch verplyben. und hat sich der ausschutz heute umb 6 ur zusamen verfugt und erstlich bedacht, das die bundtnus uf den landfriden solle gestelt und gericht werden], 646 Ahnliches meldet auch Sigel in seinem in Nr. 635, Anm. 1 erwähnten Bericht über die Verhandlungen zu Um(in Frankfurt, Arch., Reichssachen II, Nr. 1030, f. 34— 36). Für Augsburg sei Dr. Claudius Pius Peutinger, für Nürnberg Sebald Haller gewählt; wenn Gremp mehr Befehl erhalte oder Jakob Sturm(oder ain ander der sachen verstendig ankemey, soll Strassburg doch(statt Worms) in den Ausschuss kommen.— Sigel gibt auch eine Liste der Teilnehmer des Ausschusses, welche Hecker, Karls V. Plan..., S. S6, Anm. 2 vermisst. Über Claudius Pius Peutinger vgl. auch die Abhandlung von F. Roth, JZ. Lebensge— schichte d. Augsburger Stadtadvocaten Dr. Cl. P. Peutinger(1509- 1552). 726 1547, Beratung eines Strassburger Ratsausschusses über die Beteiligung der zum andern das die vorred mit gemeinen worten begryffen und uf frid, recht und ruw und nit uf die specificirte bewegende ursachen, so im ausschutz der proposition verleibet, formirt werden soll; für das dritt, so ist dyser punct fürgefallen, ob die austräg in erster instanz bey gemeinen rechten und reichsordnungen bleyben oder ein anderer schleiniger process zu vordern sey; in dem das mertheil dahin geschlossen, das ein fürderlicher austrag furzunemen; letzlich das man die eilfjärig schwebischst[!] bundtnus, so zu Ulm anno 23 ufgericht?, für die hand genumen und nach gelegenheit der leuf und der stend gebessert werden solt, welches inen die gesandten der stett also gefallen lassen, ich aber anzeigt, das ich nit wyssen möge, ob meine hern sich in bundt nus begeben wurden oder nit. da aber solchs beschehe, möchte ich doch ir gelegenheyt der gefreyten richter halben? nit wyssen, ob sy sich in werender bundtnus derer begeben wurden oder nit. so were auch des landfridens halben allerhand obscuritet vorhanden, die gut wer, das dieselbigen erleutert würden. dargegen wurd anzeigt, wie solchs im ausschutz auch erwegt[were]; er wolle es(zu) nur ein zeit verschüben. sovilist zum anfang gehandelt, das sy täglich 5 stund vor und 2 nach mittag zu hauf komen wöllen. dann die key. Mt. hat den hern commissarien jetz zum dritten mal gantz ernstlich geschriben die sach zu befurdern, wiewol dannoch margraf Hans gestern alhie verrytten. r Dat. Ulm 5. Juli 475. 647. Ratschlag von Jakob Sturm, Hans Lindenfels, Jakob Meyer und Andreas Mieg über die Antwort an die Gesandten in Ulm. 1547, Juli 7. Strassburg. Str. St. Arch., AA 559, f. 32— 359. Entw. des Stadtschreibers. Prod. et lect. Sa. 9. Juli. Teilnahme der Gesandten an den Verhandlungen; Bezahlung der schmalkaldischen Bundesschulden; Frankfurter Messe; Vertrag zwischen Hessen und Braunschweig. Als Ausschuss der XIII haben sie die Briefe Gremps vom 29. und 30. Juni und vom 2., 3. und 4. Juli(Nr. 638, 639, 641, 643 und 644] mit den Beilagen betr. die Bundeshandlung besichtigt und schlagen folgende Antwort vor: «So vill nun den ersten puncten, den bevelch, so die gesandten vorhabender pundtnus halben haben, belangen, ob der selbig zu endern sey oder nit. wie wol nun us den schriſten, so die key. und ko. comissarien gegen den rethen, gesandten und botschaften, und die selben hinderpringen, inen gepracht, woll abzunemen, das die reth, gesandten und botschaften zu solcher handlung nit lust oder willen haben und die selbigen uf einen gemeinen reichstag ge— schoben, so sind sie doch von demselben und[haben] sich zur beratschlagung begeben, das dasselbig nun nicht zu hindertriben, sonder zu weren sein will, was beratschlagt und nach beschehenem hinder sich pringen uf sollich rat— schlagung volgen wolte. werde nun die sachen durch die gemeine stend abgeschlagen und uf gemeine reichshandlung und landfriden geschoben, so ? Gemeint ist die Verfassung des 1522 in Um verlängerten, bei Datt, De pace imperii publica, Kap. 23, S. 405=- 427 abgedr. schwäbischen Bundes. 3 Vgl. hierzu Nr. 759, Anm. 3. Am 6. Juli teilte Gremp Jakob Sturm in Ergänzung seines obigen Schreibens mit, es heisse, dass der Kaiser mit allem Volk gegen Konstanz heranziehe(Ulm; Or. in AA 55 647 Lücke in der Hs.; es ist wohl zu ergänzen:(abgekommeny. ES Strassburger Gesandten an den Verhandlungen wegen des kaiserlichen Bundes. 727 mochte ein stat Strassburgk bey denselben auch desdo besser bleiben und sich der pundtnus, die einer stat Strassburgk irer gelegenheit nach ganz schwerlich sein will, an[n]emen. wo aber die pundtnus in ein oder dem andern weg durch die stend gemein[i]glich oder? den merern teil derselbigen beratschlagt[wurde], so kunden die geordneten nit gedencken, wie ein stat Strassburgk sich der selben endschllagen] mag, dieweil es ein gemein werck würde sein. und ob sie schon darein nit willigte, so mochte[n] doch die andern, es were[n] gleich die gemeinen stend oder der merteil derselben, einer stat Strassburgk, so sie gegen derselben stend einen oder mer sich setzen oderen weren wolt, wol? widerstand thun; und müst, als ein stat ist, inen, wenn der einen etwas widerfure, in alweg hilflichs sein. und darumben danach der stat und den iren zugeschriben werden mögen, das, was sie anfangs mit guten fugen und glimpf bekomen mochten, zu lezst mit unsern costen villicht nit erlangen mogen. so vill der gesandten bevelch belangt, do bedencken die geordneten, so man denselben schon nit endern, sonder bliben lassen wolt, das die reth, gesandten und botschaften des weniger nit furfaren werden und dasselb besser bschliessen mogen; das einer stat Strassburgk, wo es furgang gewinn, beschwerlich sein würde. soll man inen dan schon bevelch geben in den reichstagen, sonderlich den usschussen, sich gepruchen zu lassen, so kunden sie doch nichz richtiges schaffen, die weil die stymen durch die churfürsten, fürsten, praelaten, graven und ritterschaft ubersetzt und die stet am letzsten befragt werden. ob dan schon etwas guz und nüzlichs von denselben angezeigt wurde] und es den andern nit gefellig, so sloss man doch uf das ihre; und mag der stet bedencken also nichz erschiessen oder fruchtpar sein. und were also der geordneten bedencken den gesandten zu schreiben, wie woll sie zum usschuss verordnet und sie sich aber des irem bevelch nach geweigert, so gedecht man woll, das man seither nit stilgestanden, sonder ander an ir stat komen weren und man sie deshalben wider nit anlangen würde. wo man sie aber wider zum usschuss verordnen wolt, das mochten sie alher schriben; würde man inen deshalben ferrern bevelch thun. aber sonsten mochten sie im beratschlagen der gemeinen stet sich gegen denselben vernemen lassen und anzeigen, das dise pundtnus nit allein einer stat Strassburgk, sonder den gemeinen stetten beschwerlich und uberlegen sein wurde aus den ursachen, so man inen hie— neben underschiedlich anzuhoren zuschickte** und sie den stetten nach inhalt der selben, und je nach dem sie gelegenheit finden würden, anzeigen mögen, und inen daneben den bevelch geben mit gemeinen stetten dahin zu schliessen die key. Mt. solcher beschwerden und ursachen zu berichten und underthenigst zu pitten, die weill die stat irer Mt. allein zustendig und dessen— wegen der pundtnus[halben] durch die fursten zu verderben pracht werden mochte, das ir Mt. gnedigst einsehens haben und der stet als irer Mt. zugehorigen allergnedigst insehens haben und vor solchem verderben behüten wolt. und damit ir Mt. nit gedencken mocht, das die stet die pundtnus darumb zu fliehen understenden, das sie etwas ungehorsam weren, so weren sie erpietig alles das, so auch gemeine stend des reichs und wie im reich herkomen zu nut und wolfart des reichs teutscher nation, auch zu frid, rue und einigkeit desselben schliessen werden, das sie dasselbig, so vill es inen immer moglich und treglich sein würde, wolten helfen halten und volnziehen; doch das die stet irer — J X 2 | ö. — 2— 2 Hs.:«under». 3 Hs.:(willy. 1è Dieses Stück fehlt; über den vermutlichen Inhalt vgl. Nr. 628. — GES Ta EN EEE DD. 728 1567. Beratung eines Strassburger Ratsausschusses über die schmalkaldischen religion halben, wie sie die herpracht und zum teil jetz der zeit angenomen, ungetrengt bliben und derselben halben nit beschwert wurden, bis dieselbig der key. Mt. vertrostung nach zu freuntlicher vergleichung gepracht werde. oh villicht durch einen solchen oder dergleichen weg bey der key. Mt. erhalten werden mocht, das die stet diser pundtnus erlassen und nit also in daz ver derben gesteckt werden. Den andern puncten das ufgenomen gelt belangen, die will die von Ulm lut doctor] Ludwigen schriben[Nr. 638] noch nit geschriben und hievor bey unsern herrn den XIII bevolhen Michel(Hanen] furlzulnemen des gewesnen kriegs rechnung zu haben, sehe die verordneten fur gut und not[an], das solchs nochmals und sunderlich beschehe; im selben mochte und werde man so vil bescheids und berichtz finden, ob er von solchem gelt etwas wissens het, da mit, so die von Ulm deshalben schreiben werden, man inen desdo besser mit antwurt begegnen mocht. Lum dritten berueren der von Franckfurt schriben der gewerbshandlung und irer messen halben, da mocht man den gesandten schriben, das die selben hiervor an einen rath auch geschriben Nr. 624], der inen wider geantwurts... nachdem wir aber verhoffen,[das] die kriegssachen sich zu vertrag und wider zu friden schicken solten und das die key. Mt. nach dem selben etwa ein reichstag oder andere versamblung der stend beschicken würde, dieweil es dan nit allein die oberen stett und die iren, sonder auch ahurfürsten, fürsten und ander stend irer zoll und gfell halben auch ane belangt und be rueren thet, das alsdan uf solchem reichstag oder versamblung besser dan der zeit mocht angesucht werden; wie[wir] dan neben und mit andern stetten dem gemeinen gewerbshandel und auch inen von Franckfurt und irer stat verhelfen kunden, das wir das zu thun freuntlich geneigt. und[dieweil] dan der landt grave itzo sampt andern see stetten, wie man sagt, vertragen, das wir hoffen die strassen wider ufgeen und sicher sein wurden, die key. Mt. auch itzo gen Ulm komen oder villicht zu Nurnbergk eine zeit lang wohnen werde, so mocht man leiden, wo sie gen Um komen[werde], das gemeine stet bey irer Mt. an halten, das sie gemeinem gewerbshandel zu gutem allergnedigst verfuegen und verschaffen wolt, das die mess zu Franckfurt wider in sichern gang gepracht werde. wo aber die key. Mt. zu Nurnberg werde wohnen, das dan einem erbarn rath daselbst im namen gemeiner stet geschriben und deshalben credenz und instruction zugestelt wurdet sollich ansuchen und bitten in ge— meiner stet namen bey irer Mt. ze thun; were es,[das es] nit fürfelt, das] sie für sich selbs willig sein werden, damit man nit sondere botschaften schicken dorfte und der costen erspart würde. und ob bedacht würde die chur- und fürsten botschaften anzusuchen, das sie nit allein gemeinen gwerbshandel und den obern stetten, sonder irer fürsten und gnedigen hern zoll und gfell halben mit‘ ansuchen und pitten helfen wolten, das were uns auch nit zuwider. So vill dan zum vierdten den vertrag zwischen Hessen und Braunschweigk belangt, da haben die geordneten denselben besichtigt., und so vill sie be— dunkt, ist dis ortz durch Hessen den gemeinen einigungsstenden zugegen ge— handelt und das derselbig vertrag von den stetten ja pillich angenomèen werden soll, vill unratz und nachteils, der sonst volgen mag, zu vorkomen, wo anders Braunschweigk den selben halten will. und ob aber schon die gemeinen Stend und stet im selben nit so woll bedacht oder versehen weren, als die ge Es folgt ein Auszug aus Strassburgs Antwort vom 8. Juni(in Nr. 624, Anm. 2) Hs.:«nit» * Bundesschulden, die Frankfurter Messe und den braunschweigischen Vertrag. 729 ordneten dafür halten, daz sie seyen, so kunden doch die geordneten nit ge dencken, wie man nun eher zu besserer vorsehung komen mag, dieweil Braunschweigk albereit ledig und nit verrers eingeen, ja villicht dises kum gern halten wurdet. derhalben die geordneten bedencken, dieweil die zeit kurz, in der solcher vertrag zugeschriben werden soll, damit dan Braunschweig der stet halben nit ursach hab den selben zu weigern oder sich uss zu ziehen, das dan den gsandten solchs zuzuschriben were]. und das sie daneben uf die form der ratification, und wie die selbig am aller besten und bstendigsten beschehen mocht, gedechten, dieselben auch, zum allerfurderlichsten es immer sein kund, verfertigen und uberschicken, uf das der stet halben hierin nichz verabsaumpt wurde. aber des key. fiscals halben, desglichen ob bey der key. Mt. anzu— suchen solchen vertrag zu bestettigen, do were der hern bedencken, das den gesandten zu schriben were, das] nit solches? diser zeit der] fall ist, damit man dem fiscal fürzusein nit ursach geb oder Braunschweig dadurch erkenn, als ob man zweifel trüg, ob der vertrag kräftig oder nit, und es sich desselben desdo eher zu weigern understund. sonder mocht uf die weg gedacht und geratslagt werden, im vall und der fiscal für zu sein oder Braunschweigk sich zu weigern understeen wurde, wie und welcher gstalt alsdan der fiscal abzustellen und die bestetigung dis vertrags, das Braunschweigk den selben zu halten schuldig, erscht werden mocht.“ J. Juli 47°. 648. Dr. Ludwig Gremp an Jakob Sturm. 1547, Juli 40. Ulm. Str. St. Arch., AA 5659, f. 55 dœ 57. Or. Empf. Mo. 18. Juli, prod. Di. 19. Juli. Schluss der Ausschuss-Beératungen; Reichstag in Augsburg; Ankunft des Kaisers in Nürnberg; Bezahlung der schmalkaldischen Bundesschulden. Hat am 2., 3.,., 5. und 6. Nr. 641, 643, 644, 646 und 646, Anm. A] geschrieben. Der Ausschuss hat die Beratung am 9. um 10 Uhr beendigt. Jetzt ist die Mainzer Kanzlei mit der Abfassung des Entwurfs beschäftigt. Nach Verlesung vor den Ständen wird das Stück den Kommissaren übergeben werden. Dann werden sie beide oder wenigstens einer abreiten und den Entwurf wie den Druck des 11 jährigen schwäbischen Bundes überbringen, damit der Rat sich über alles schlüssig werden kann. Vorher wird niemand ab-— reisen dürfen. Die Kommissare haben gestern um 5 Uhr auf Befehl des 7 Hs.:«solchen». s Am 9. Juli wird in der Ratssitzung ein Auszug aus den Briefen Gremps vom 29. Juni bis 4. Juli(in AA 559, f. 100—110) gelesen und zugleich ein Entwurf zu einem Briefe an die Gesandten. Dieser wird mit einigen Änderungen angenommen. Gremp soll noch bleiben, da der Tag wohl bald zu Ende geht(Ratsprot. 1547, f. 356—8357).— Am 11. Juli bringt Jakob Sturm Gremps Brief vom 5. Juli(Nr. 646) im Rat vor und fragt an, ob man den Befehl an die Gesandten ändern wolle oder es dabei lassen. Erkannt: Man wolle es dabei lassen, dass Worms an Strassburgs Stelle geordnet sei;«gedencken mein herren, man werde nunmer zufriden sein, sie, meiner herren gesandten, derhalben nit weiter anlangen; ob es aber ie beschehen wölle,[sollen sie] meine herren aus ursachen, so prout missivarum, entschuldigen. und so man es ie haben wöllt, sollen sie es eilends wider alher schreiben. und als die reden geen, die key. Mt. ziehe von Bamberg auf Windsheim, nit auf Nürnberg, den nächsten nach Ulm, das sie, so vil inen möglich sey, erfaren, was sein vorhabens sei», wohin er ziehen wolle; und was sie erfahren, sollen sie eilends hierher schreiben (Ratsprot. 1547, f. 360-361). Entw. und Ausf. zu diesem am 9. bezw. 11. Juli beschlossenen Ratsschreiben an die Gesandten in Ulm sind nicht mehr erhalten. 730 1547. Verhandlungen in Ulm; Handelsprivilegien der deutschen Kaufleute K—— Kaisers die Gesandten zum Abschluss gedrängt und mitgeteilt, Kaiser einen Reichstag nach Augsburg berufen haber; die Gesandten mögen sich beim anwesenden kaiserlichen Marschall melden, damit er für sie furieren könne. Die Gesandten antworteten ziemlich scharf. Der Kaiser ist am 6. in Nürnberg eingeritten; er wird von dort nach Augsburg gehen. Er soll rüsten; wider wen, will sich nit schreiben lassen.“ Ulm hat heute wieder wegen der Bezahlung der 45 300 Gulden gedrängt; sendet einen Briefe, den sie Hag übergeben haben. Ulm, Augsburg und Württemberg sind für die Zahlung. Er hat Bedenken dagegen, dass Sachsen und Hessen frei ausgehen sollen. Dat. Um 10. Juli 47. Sendet den Brief durch Johann Knebel, Amtmann von Buchsweiler. dass der d/ . 649. Ratssitzung. 1547, Juli 14. Strassburg. Str. St. Arch., Ratsprotokoll 1547, /. 359 360. Aufzeichnung des Stadtschreibers über die Sitzung vom 11. Juli. err, nn | Verhandlungen mit den Strassburger Kaufleuten wegen der Gesandtschaft nach Frankreich zur Bestätigung der dortigen Handelsprivilegien. Samstag[9.] ist Dr. Georg Rockenbach aus Nürnberg gekommen, um die Beglaubigung, der deutschen Kaufleute wegen, zu bringen; der Strassburger Rat möge dieselbe siegeln, dem Dr. Ulrich[Geiger] zuschicken und ihm dazu schreiben, dass er mit ihnen[den Kaufleuten] verhandeln solle, ihm auch eine Beglaubigung daneben ausstellen. Da aber die hiesigen Kaufleute von denen von Augsburg vernommen haben, dass die Beglaubigung allein im Namen der Kaufleute und nicht in der Städte Namen geschehen soll, fürchten sie, dass die bisherige Beglaubigung Geigers bei den Franzosen Be denken erregen könne. Diese lautete,«das er von meinen hern und andern stet wegen pitten sol, die freiheit zu bestetigen; werden also beide 1 zu endern sein.» Der Doktor von Nürnberg(Rockenbach] erklärt, er habe keinen andern Befehl, sei auch nicht bei dem Ratschlag gewesen. 3 allein mit dieser Beglaubigung abgefertigt worden, um mit den Unsern dar— über zu verhandeln. Er glaube aber, dass es darum beschehen sein möchte, weil der König es für die Städte nicht tun werde. Erkannt: Diese Beglaubigung zu verfertigen und Dr. Ulrich zu schreiben,«das er die vorige eredentz, so er alhie empfangen, hinderhalten[solle]; und daneben soll man ime ein 648 1 Vgl. Nr. 642. Vom 5. Juli; Entw. in Ulm, Arch., Ref. Akt. XLI. Nr. 3268; entsprechend an Kempten und Lindau(Z. T. w. übereinstimmend mit einem gleichzeitigen Brief an Herzog Ulrich, dessen Entw. a. ‚ Nr. 3257 liegt): Setzt ausführlich auseinander, wie diese Summe entstanden sei— warum sie jetat bezahlt werden müsse vgl. dazu Nr. 638, Anm. 6], und bittet um eilige Abfertigung einer bevollmächtigten Botse haft zur Beratung nach Ulm, Auf einem Zettel bemerkt U Im noch:«Es ist auch sonst noch ain summa gelts, als namblich 30900 gl., allain freis anlehens weis und one interesse ufgepracht, wölche summa gemaine stend uf zwai jar, so zich im September des 48. jars enden werden, zu bezaln verschriben[haben]. daneben hat man auch der ritterschaft und adels true hen, darein sie irn gemainen pfenning gesambelt, zu Weissenhorn in gemainer stend namen erhöpt vgl. Nr. 224]; wölche summa 8311 gl. anlauft; und aber denen von Weissenhorn daruber ain schadlossbrief zugstöllt worden. möcht die notturft ervordern von demselben jetzo auc zu rathschlagen..) 649 1 Vgl. den Vorgang in Nr. 636, Anm. 4 ——./— NN————— in Frankreich; Massnahmen Strassburgs im Falle einer kaiserlichen Besetzung. 731 schrift an könig geben oder schicken, das er nach geschehener gemeiner Werbung auch von meinen herren wegen fur ire burger pitt; und soll man es dem doctor von Nurnberg anzeigen, das meine herren bedacht seien, neben der gemeinen werbung,(so allein in der kaufleuth namen beschehen soll), auch in sonderheit fur die iren werben und pitten ze lassen. ist den herren, so es referiert, wider befolheny?. 650. Bedenken Jakob Sturms, wie die Besetzung Strassburgs durch den Kaiser abzuwenden sei. 1547,[nach Juli 11. Strassburg. Str. St. Arch., AA 524, f. 205— 214. Entw. Jakob Sturms mit der Aufschrift: «Mein bedenken, so ich gestelt, als kei. Mt. wider us Sachsen noch des churfursten gefengnus in Schwoben zohe a. 47», EEE Gründe, warum der Kaiser Wert auf die Besetzung Strassburgs legen wird; Gegenwehr unmöglich; daher Verhandlung mit zranvella und Arras rätlich; Prediger, Gemeinde, Drucker und Flüchtlinge sind zu vermahnen. A «Wie zu furkommen, das kai. Mt. kein kriegsvolk in die statt Str[assburg] oder das land lege. Dweil kai. Mt. zugesagt kein zusatz in dise statt zu legen, aber dogegen vorbehalten, das, so ir. Mt. personlich komme, das man ir Mt. auch kein mass solle geben, wie stark ir Mt. hierin kommen soll?, so ist zu besorgen, so ir Mt. jetz in die nehe gon Ulme oder gon Spir kompt, sie werd nit underlassen dise statt auch wollen zu besuchen, wie si dan vor guter zeit soll gesagt haben, sie wolle dise statt auch besehen. dozu wurt si auch on zweivel bewegen, ir reputation bi andern nationen und sonderlich Frankreich zu erhöhen, das man sehe, das si diser statt mechtig, di bi andern nationen ein grossern nammen hat, dan si an ir selbst ist. item dweil er Sachsen und Hessen personlich bi sinen handen, ir bevestigungen zum teil in Ihat], zum teil lost schleifen, item die bevestigungen in Wurtembergs in und besetzt, Augspurg, Ulme und Frankfurt besetzt und also kein vester platz schier mer uberig, den ir Mt. nit n hat, usgescheiden Strſassburg], ist zu besorgen, er woll disen platz auch innen haben wollen. Und dweil er den zusatz von kriegs volk uber die zusag nit woll fuglicher hierin bringen mag, dan so er selbs kumpt, wurt er kaum auspleiben; doꝛzu ö ö. 2? Am 19. September wurde im Rat Geigers Bericht verlesen, der den Kaufleuten mitgeteilt werden soll(katsprot. 1547, f. S214). Über den Inhalt des Berichts ist nichts bemerkt. Am 26. September wurde gemeldet, jetzt sei ein französischer Bischof hier; man könnte der Kaufleute wegen durch Dr. Hans von Metz mit ihm handeln lassen. Beschlossen: die Kaufleute können durch Geiger mit ihm handeln lassen(a. a. CO.. f. B29a und 530 a). Die Fortsetzung der Verhandlungen ist aus Nr. 675 zu ersehen. 650 1 Diese Befürchtung wurde durch Gremps Meldung vom 6. Juli nahegelegt, der Kaiser ziehe mit Heeresmacht gegen Konstanz; vgl. Nr. 646, Anm. 4 und 647, Anm. 8. Daraufhin wurde am 11. Juli im Rat vorgebracht:(Und dieweil man sorg trägt, die Rai. t. werde etwas stark alher komen, ist ain frag gehalten, ob und wie man es bedenken wöll, ob es furkomen könte werden oder wie man sich in die sachen schicken möhte. erkant und ist fur meine herren die dreizehen gewisen nah notturft zu bedenken»(Ratsprot. 1547, F. 360). 2 Vgl. 5 2 — b 2 Nr. 592(8. 664). 3 Die Hs. hat:(Wurtzburgæ. 782 1547. Gutachten Jakob Sturms über Massnahmen des Rats mocht in auch verursachen, das er Str[assburg] dofur helt, das si die furnembst statt in der buntnus sei gewesen und also vor andern ungehorsam mit pro testieren wider die abschid des richs und in andern richshandlungen alweg in ausschutzen gewesen und das wort gethon, in den franzosischen kriegen alweg in geschrei gewesen, als ob si der kron Frankreich guts gunt und furschub thäte, in der religion vor andern mit gelerten versehen, die vill bucher ge schribben, hin und wider, wo das evangelium hat wollen ufgen, geschickt worden, als gon Ulm, Augspurg, Ravenspurg, bischoff von Coln ete., in allen colloquien die furnembsten gewesen etc., item ein schul ufgericht, gelert leut bestölt etc.. item das vill unnutzer schmebucher hier getruckt und veil gehalten werden. item das vill vertribner us ir Mt. erblanden und anderswoher hiehar kommen, burger worden, die Welschen ein eigne kirchen hetten. item das die predicanten etwan frech und unnottwendig unbescheiden reden wideı kai. Mt. uf den canzlen brauchen. item das der gemein man böss kaiserisch hie sei, vill wort wider den fridden usgestossen, uber das si vor allen fursten und stetten genediger gehalten worden und zum wenigsten gelitten. item das vill leut an kai. Mt. hoff und sonst hin und wider in der teutsch nation, ja auch in richsstetten[sind], die einer stat Str[assburg][nit] vergunnen, das si alsolichtlich dorvon kummen solt, sonder sagen, was etwan unser prediger und burger nit allein in der statt, sonder auch usserhalb reden; derhalben wo man Si nit bass demutiget, werd es kein gut thun. si seien umb ir ungehorsamme nichts gestrafft etc.. item das vill haupt- und kriegsleut, so vom churfſursten und landgrſaven] abzogen, hie platz hetten, die noch nit mit ir Mt. vertragen. als Zoller, Westhuser, Kippenheim etc.. Dise und dergleichen ursachen möchten kai Mt. desto ehe bewegen. das er gedecht, dise statt auch wie ander churflursten], fursten und furneme stett per fortza in ir hand zu bringen. wie nun diss zu furkommen, das kein kriegsvolk oder zusatz in dise statt gelegt wurd, will woll zu bedenken sein. soll man kai. Mt nit wollen hierin lassen dan mit ainer mass oder anzall volks, des man mechtig sei, wurt es ir Mt. nit gelegen sein und sagen, so wir ir Mt. nit vertrauen wollen, warumb si uns vertrauen soll. so ist nit zu gedenken, das der kailser] sin lib und leben uns vert rau, sonder blib ehe daussen und understand uns mit gewalt dohin zu bringen etc.. sollen wir uns dan in die gefar des kriegs gegen im begeben, so ist die statt gar verdorben, mag es in die har gegen im nit ortulden, dweil si kein rettung oder hilf mer weiss: muss doch zuletst, wie man Sagt, zur stangen kummen und sich ergeben. dorumb diser weg, das man sich mit gewalt, widersetz, keinswegs zu raten. soll man in denn] inlassen mit dem kriegsvolk, ist grosser unratt zu besorgen. derhalben zu gedenken, wie man es mit geschicklicheit furkommen möcht und bei der kai. Mt. durch etlich ire furname ratt als den hern von Granvella und sin sone, den vſon] Arras, abschaffen oder abbitten, das es nit geschehe. Do hort nun ein person zu, die es bei dem v[on] Granvella wurbe und ursachen anzeigt, worumb es meer zu erhaltung kai. Mt. reputation und derselben zu nutz diente, so si ein statt Strſassburg] diser beschwerden des praesidii erliess, dan so es ir Mt. thäte. und ob schon etwas zu vergelten oder zu vereren wer, must man sich ein summa nit dauren lassen. dem hern von Granvella wer anzuzeigen, wie man alwegen und sonderlich von hf[ern] * Über Kaspar Zoller vgl. zuletzt Nr. 201, Anm. 4, über Joachim von Westhusen Nr. 593, Anm. 5, über Gregorius von Kippenheim Nr. 201, Anm. 4. für den Fall einer Besetzung der Stadt durch den Kaiser. 2 Wiolffen] Rehlinger in der leètst fridshandlung verstanden und gemerkt, das sin G. es treulich(und) einer statt Strassburg] halber gemeint. also das ein ratt alhie sin G. und siner G. sone fur sonder patronen und benefactores, jo consenatores reipſlublicae] Argentſinensis] hielten, zu denen si billich in allen iren an- und obligen ir zuflucht hetten. derhalben si in einer sach, do einer statt Strſassburg] hoch und vill an gelegen, jo do ir ir> verderben und genesen uf stund, widerumb zu sin G. kämen, umb ratt und hilf ansuchten. beten ganz dinstlich, dweil sin G. und deren son ein mall die statt Strſassburg] vor irem entlichen verderben, durch das si dieselb wider zu gnaden bi der kai. Mt. gebracht, errettet, das si dan auch dieselb auch dobi erhalten wollen und vor kunftigem verderben verhüten. und wer diss die sach: es hett ir G. hlern] Wlolffen] Rehlinger in den vorgeschlagenen mitteln der ussonung vertrostet, das kai. Mt. kein praesidium oder zusatz in die statt Strſassburg! legen solten. solliches het auch siner G. sone, der her von Arras, den gesandten zu Ulme also von kai. Mt. wegen gnediglich zugesagt und vertrostet. wie man aber gen Nordlingen kommen und disen artickel in die capitulation auch zu setzen begert, hett ir G. sone demselben wollen anhenken: doch das kai. Mt., so si selbs personlich gon Strassburg] kommen wurd, kein mass gegeben wurd, armato vel inermi inzuziehen. dweil aber diser anhang den gesanten vor nit vorgehalten und si doruber kein bevelch hetten, betten si, ir mit dem anhang zu verschonen. also wurd dis mittel gefunden, das der ganz artickel herausgelassen und Strſassburg] solt kai. Mt. zusag, das si kein praesidium in die statt legen wolt, vertrauen. herwider solt sich kai. Mt. auch versehen und der statt vertrauen, si wurd ir Mt., so si selbs käme, auch kein mass geben etc... dobei es dan plibben und also von kai. Mt. gnedigst bewilligt wordens. uf sollichs nun hat ein statt Strassburg] sich begeben, der rom. kai. Mt. zu schweren, welches si hievor nie keinem rom. kaiser gethon, und sich widerumb zu alter gehorsame an ir Mt. begeben. welchs si auch ir Mt. zu leisten und volziehen ganz willig und geneigt ist, doran ir Mt. kein zweivel haben soll. s langt aber ein erſbarn] ratt ane, wie das durch ire widerwertige und misgunstige bei der kai. Mt. ingebildet und angetragen werd, als ob ein statt Strſassburg] umh ir ungehorsamme nit genug gestrofft oder als ob si der kai. Mt. noch zuwider were, und deshalben von nöten, das ir Mt. sich eigner person dohin mit dem kriegsvolk verfugen und ein praesidium und zusatz in die statt, wie in andern stetten auch beschehen, legen solt, si zu volkommener gehorsam zu bringen. wiewoll nun ein erſbarer] ratt disen und dergleichen reden nit bald glauben gibt, derhalben si der underthanigsten zuversicht sind, die kai. Mt. werde sich dohin dureh der statt Strassburg] misgunstige nit bewegen lassen, in betrachtung das ein ratt alles dasjenig, was si geschworen und sonst in der abgeredten capitulation vergriffen, treulich und wie gehorsammen under— thanen geburt, halten und volstrecken und an inen des orts kein mangel sein lassen werden; zweiveln auch nit, die kai. Mt. als ein milter gerechter keiser werd die bhegnadigung, dorin si die statt Strſassburg] und ire verwandten ge— nommen mit der genedigsten vertrostung, si bi iren friheiten etc. und sonst nit zu beschweren(videantur verba), bliben lassen, dobei genedigst schutzen, schirmen und handhaben und dowider nit beschweren. so haben si doch nit underlassen mögen bei ime, dem hern von Granvella, als der statt Strſassburg] 5 Vgl. darüber Nr. 592(8. 664). | ; — a— > vB ENT ET Of EEE AS TO— e,. 734 1547. Gutachten Jakob Sturms über Massnahmen des Rats sondern patronen und consenatoren, anzusuchen und zu bitten, wo solche ding der kai. Mt. ingebildet und ir Mt. dohin bewegt wolt werden, kriegsvolk mit ir in die statt Str[assburg] zu furen, sollichs mit besten fugen zu entschuldigen und abzuwenden, auch ein ratt vertraulich zu berichten, durch was mittel und weg sollichs bi ir Mt. abzuwenden were. Dan obwoll ein ratt nichts liebers haben wolt, dan das rom. kai. Mt. die statt Str[assburg] als ir gehorsame statt besuchet, weren auch urbuttig, ir Mt. alle underthenigste erzeigung und gehorsamme nit weniger dan ir Mt. vorfaren irs geringen vermogens zu thun, so kunte doch er, der her von Granvella, woll verston und wissen, was es fur ein hohe beschwerd wer, das kriegs volk et victorem exercitum in ein statt zu lossen, was mutwillens und gewalts dieselben nit allein der hab und guter halb, sonder, das vil unleidenlicher, mit weib, tochtern und megdten etwan ungescheucht triben, us welchem leichtlich ein oneinigkeit zwisten den burgern und dem kriegsvolk entstan möcht, der statt zu entlich verderben, plunderung, jammer und mort; und ob es gleich nit so gar ubel abgang, doch von der statt widerwertigen dohin harnach gedeutet werden[mochte], als ob es der kai. Mt. zu ungehorsamme geschehen were; welches den[n] einem ratt und aller erbarkeit zum hochsten leid und aber denselben zu hohem nachteil und schaden reichen möcht. Zum andern so ist ein statt Str[assburg] dise jar mer in grossen unkosten und beschwerung gesessen und jetz zuletst in dem vergangnen krieg ganz) erschopft worden, also das si on sonder schatzung und neue beschwerung irer burger und inwoner ir wesen nit erhalten moge; sonder were genottrengt, ire burger umb hilf und steur anzuruffen. solten nun die burger durch das kriegsvolk also belegt und beschwert werden, wurd ein ratt beschwerlich erheben, das si sich zu solcher steur und hilf bringen liessen, und also ir wesen nit woll erhalten mogen und kunftige des reichs anlagen, es wer gegen den Turken oder sonst, nit woll erschwingen mögen. so ist auch von unverdechtlichen jaren ein freier zug in und us der statt Strſassburg] gewesen, den auch ein| ratt alle jar zu hanthaben schweret; sind auch derhalben sonderlich von rom. keisern und kunigen und jetziger kai. Mt. gefreit. solten nun dise und dergleichen beschwerden hie fur sich gone, wer zu besorgen, es wurden vill vermoglicher burger und sonderlich die vom adel sich von der statt thun und hinweg ziehen, dadurch ir kai. Mt. und dem hleiligen] reich die statt unnutz gemacht, verodet und verarmbt wurde. es hett auch ir Mt. zu gedenken, wes grossen unwillen es macht, so dermassen fromme, erbare, gesessne leut, die der kai. Mt. gern alle gehorsamme leisten, ir Mt. milte gegen an— dern gerumpt[haben], durch das kriegsvolk gebocht, geschmecht und an gutern, wib und kinden verjagt I?] und geschmecht werden, in welchem niemants verschont, sonder die wollhabenden und frommen hoher dan an— der beschedigt werden. nun ist je der rom. kai. Mt. vill rumlicher und zu ewigen zeiten in allen historien loblicher, das man von ir Mt. schreib, si hab nach beschehner milte und begnadigung sich also gegen der statt Strlassburg! erzeigt, das si zu ufgang wider kommen, dan das si gar verarmbt und ver— dorben sei. so soll die kai. Mt. befinden, das ein ratt der statt Strſassburg! fur sich selbs der bewisnen gnaden also ingedenk will sein, dieselbig auch iren burgern und underthonen also furbilden, rümen und inscherpfen, das in kai. Mt. alle underthanigste gehorsamme von gutem herzen geleistet und erzaigt soll werden. es woll auch ir Mt. gedenken, das ir Mt. vorfahren lob— 1 licher gedechtnus je und alwegen einer statt Strſassburg] mit dem kriegsvolk 4 für den Fall einer Besetzung der Stadt durch den Kaiser. 785 und zusetzen auch in kriegsläuften genedigst verschont, dieselbig nit in die statt anders, dan das man ir in sorg gewesen, zu lassen begert und zufridden gewesen, das man die mit notturftiger profiand und anderm us der statt uf zimlich bezalung versehen hat. so haben vill stett in Frankrich uf heutigen dag dis privilegium und friheiten von iren koningen, das si ir mit dem kriegsvolk also verschonen. derhalben woll ein ratt je der underthenigen hoffnung sin, die kai. Mt. werd in dem ir gnedigst verschonen. wer aber ein statt Strassburg] ir Mt. ursach, darumb si das kriegsvolk in die statt zu legen gedechten, so bitten ein ratt ganz underthaniglich, ir Mt. woll inen so genedig sein und, so si verklagt, ir antwort und entschuldigung horen. so hoffen si dieselbig also darzuthun, domit ir Mt. allen underthanigen gehorsam befinden und derselben woll zufriden sein soll. so wollen si sich sonst also gegen ir Mt. erzaigen, domit ir Mt. und alle welt sehen soll, das ein statt Strl assburg] umb beschehne begnadigung dankpar sei und kein andern hern nach gott zu haben, achten und halten begert. Ferner so were auch zu bedenken, wie man alles das abstöllet, das kai. Mt. bewegen möcht, hieher zu kommen und kriegsvolk in die statt zu legen: als namblich den predigern wider ernstlich zu undersagens, zu was nachteil es) diser statt, inen selbs und dem gotswort reichen die unbescheidnen reden, so etwan uf den canzlen gebraucht werden; und das si nichts furderten im handel. derhalben ernstlich zu bevelhen uf buss und besserung zu tringen und predigen, und das man zu gott umb ware reformation der kirch beid im geistlichen und weltlichen stand ernstlich und von herzen flehe und bitt, und das volk von allen kreveln und frechen reden abziehen. dan gott hat uns einmall dohin bracht, das wir allein mit gedult, sanftmut, gehorsamme liden und creutz mussen uberwinden; mit trutz, bochen, bösen worten etc. werden wir nichts usrichten, sonder boss erger machen. in gleichnus wer gut, wie man es bi der gemeinen burgerschaft auch dohin richten mocht, es wer, das man es von zunften zu zunften verkundt oder in ander weg, das si der freveln reden in und us wendig der statt müssig stünden, ir selbs und gemeiner statt schaden und nachteil zu verhüten. und im fall, do es nit helfen wolt, sonder jemants doruber sollich frevel reden tribbe und usschluge, das man sollichs nit wie bishar hingon liesse, sonder ernstlich und furderlich strafft. das wurt vill der reden furkommen. item das man alle trucker und buchfurer oder verkaufer beschickt, inen ernstlich undersaget nichts zu trucken, es wer dan zuvor zugelassen und besichtigt, auch nichts veil zu haben in schriften und gemelden, das kai. Mt. und ander leut schadet, schmehet oder zu unlust dienet, wie dan sollichs hievor auch verbotten worden, und das man bevelhe etlichen gelerten die besichtigung der bucher und visierung der bibliopolien oder bucherleger; und das si es, wie si es befinden, alweg den schulhern anzeigten, die es dan zuzulassen oder zu verbieten hetten. item das man durch mittelpersonen die haupt- und kriegsleut, so also hie ligen, verwarnen thett, dweil si mit kai. Mt. un vertragen und die kai Mt. under andern articlen der ussonung mit der statt ir vorbehalten hat, gegen deren, so noch der ussonung noch bi irer Mt. veinden in dienst weren, lib und gutern ir Mt. gelegenheit nach zu handlen, und das dieselben in dem fridden und ussonung nit begriffen sein solten, das dan zu besorgen, dweil kai. Mt. so nohe herzukeme, si mocht gegen inen etwas furnemen, das inen beschwerlich sin wurd, doran Vgl. Nr. 593, Anm. 10. ü 82 736 1547. Verhandlungen auf dem Tage zu Ulm. ein ratt ir Mt. nit zu verhindern wust. derhalben mochten si gedenken, w ie si zich auch ussonten und vertrugen und mitler weil an ir gewarsamme an andere ort theten?. Caspar Zoller, Westhuser, G. v. Kippenheim, J. Bockel und N. v. Weinheim; noſta] Langhanss, Bocklinss, Zorn fratres.“ 651. Dr. Ludwig Gremp an Jakob Sturm.[1547] Juli 12.| | Ulm.]| Str. St. Arch., AA 559, f. 58—59. Or. Empi. Mo. 18. Juli«durch ein hanauu 1 ̃ ischen botten»; prod. Di. 19. Juli. Keine Verhandlungen; die Ratifikation des Braunschweiger Vertrags eilt. Nachschrift: Sitzung der Einungsverwandten wegen des Braunschweiger Vertrags; der Bundesentwurf vom Ausschuss angenommen; Schleifung von Rüsselseim. Johann Knebel! ist bis heute geblieben. Sonntag und Montag[10. und 11.) wurde nichts gehandelt, weil die Mainzer Kanzlei mit dem Entwurf noch nicht fertig war? Erst dann können sie abreiten. Die Kommissare sollen sich einen Auszug aus allen Bündnissen gemacht haben, um damit den Entwurf zu bessern. Heinrich Hass sagt, der Reichstag solle am 1. Spetember beginnen. Ausschreitungen der Spanier in Nürnbergs; es herrschen daher dort Unruhen.| Mögen sich mit dem braunschweigischen Vertrag beeilen; der eine Monat ist schon abgelaufen. Soweit der Vertrag Herzog Heinrich betrifft, ist nichts mehr daran zu ändern. Aber nach dem Abschluss kann man beim Kaiseı «confirmatio, abolitio et absolutio» nachsuchen. Nachschrift: Um 2 Uhr sind die Einungsverwandten wegen des braunschweigischen Vertrags berufen worden. Von Strassburg ist noch keine Antwort eingetroffen‘. Es wurde jedoch beschlossen, dass die Städte, welche Befehl dazu gegeben haben, den Vertrag jetzt zuschreiben; die andern können sich danach richten. Auf dem Reichstag ist Konfirmation für den Vertrag A nachzusuchen. Der Ausschuss hat den Entwurf der Mainzer Kanzlei heute angenommen; er wird wohl morgen an die Stände kommen; dann können sie abreiten*. Der Frankfurter Gesandte sagt, am 2. habe man begonnen, Rüsselsheim zu schleifen. Es heisst, der Landgraf habe nach dem Fussfall eine Praktik gehabt, der Brief sei aber aufgefangen worden. Dat. 12. Juli. 7 Vgl. Nr. 593, Anm. 5. 8 Vgl. über sie zuletzt Nr. 201 und a. a. CO., Anm. 4. 651 1 Vgl. den Schluss von Nr. 648 und die Stückbeschreibung dieser Nr. 2 Vgl. dazu Nr. 648. 3 Vgl. dazu G. Heide, Beitr.. Gesch. Nürnbergs in der Reform. Zeit, 5. 186- 188. ı Diese Antwort wurde erst am 9. Juli im Rat beschlossen; vgl. Nr. 647, Anm. 8. 5 Vgl. dazu Gremps Bericht vom 20. Juli in Nr. 662. * D 2 2 —— r——— 2— Schriften Il | | von Dr. Gerhard Meyer. M. Lothringen nach den Cahiers de doltances von 1789 unter besondere rücksichtigung der wirtschaftlichen und sozialen Fragen. Von Dr. II: Guellen). M. 50.—, geb. M. 56. Pie örtliche und soziale Herkunft der Straßburger Studenten 1621 von Dr. Arthur Schulze. M. 4 . 0 t 17 193 CARL WIN RS UNIVERSITATSBUCHHANDLUNG, HEIDELBERG des Wissenschaftlichen Instituts der Elsaß-Lothringer im Reich, Frankfurt a. M. , und Murner im Kampf um die ältere Geschichte des Elsasses. Ein | rag zur Charakteristik des deutschen Frühhumanismug von Emil Il J EIGEN M. 16 Die Vertassungsbestrebungen des Landesaussehusses für Elsaß-Lothringen 1875— 1911) von Fritz Bronner. M. 15. Konrad III. von Lichtenberg, Bischof von Straßburg(1273- 1299) von Dr. | Manfred Krebs. M. 38 Die Entwicklung der Straßburger Universität aus dem Gymnasium und | Akademie des Johann Sturm. Eir 3 zur Kulturgeschichte des Elsasse ) 0 ihren 1493- 1517, von Albert Rosenkranz. 2 Bände(I: Darstellung, Deutsche Eisenbahnbaupolitik in Elsaß- Lothringen von Dipl.-Ing. Dr. Le opold Strauß. M. 4.—. Schriften der Elsaß-Lothringischen Missenschaftlichen Gesellschaft, Straßburg. Reihe A: Alsatica und Lotharingica. 1 m ern des Elsaß im Rahmer Joseph mel 1 | sammelt und bearbeitet von H ang jenhart. M. | 3/4. Das Archidiakonat Longuyon am Anfange des 17. zn hunderts. I M. 10; gung von Ernst Barthel. M. 10. und Verwandtschaft. Von Joseph Karst. M. 40.—. Druckerei Winter, Heidelberg. Elsässische Ortsneckereien trag zum Studium von Land tationsbericht von 1628/29. Herausgegeben von J. B. Kaiser. I. M. | Möckelt M 0. Der ö die Erhebungen des südwestdeutschen Bauernstandes in den nr Und 1 ite it g von Freunden und Sen des Elsasses geVisi5. Elsässische Geistesschicksale. Ein Beitrag zur europäischen Verständi6, Die gelehrten und literarischen Gesellschaften im Elsaß vor 1870. | Von Joseph Lefiftz. M. 10. Reine B: Theologie und Philosophi; Il 1. Die Persönlichkeit Gottes. Al as inandersetzung zwischen Eduard von I] Hartm: Philosophie des Unbewußten und dem kritischeu Theismu I] 3. Schopenhauer und die Scholastik. Von Heinrich Aby. M. 6.— Reihe C: Geschichte und Literatur. |! 1. Märchen der Brüder Grimm. Urfassung nach der Originalhandschrift | ler Abtei Oelenberg im Elsaß herausgeg. von Joseph Lefftz. M.6.| 2. Geschichte der armenischen Philologie. Von Joseph Karst. M. 10.—. 3. Die Vorgeschichte der Mittelmeervölker nach Ursprung, Schichtung Verklingende Weisen. Lothringer. gesammelt und herausgegeben mn Louis Pink. I. M. 7.—, II. M. 8.50. Jahrbuch der Elsaß Lothringischen Wissenschaftlichen Gesellschaft zu | traß|] 1 | Straßburg I || LE | Elsässsische Rechte. röffentlicht von der Kommission zur Herausgabe elsässi| er Geschichtsquellen. 1. Schlettstadter Stadtrechte. Von JosefG6ny. N 37 02580 2 031