50 Sunwen — — — WVVI 0 Hherausgegeben Dresden àA 1 4 f K 1914 724 31236 43—54 55—60 61-66 3 79— 84 85—90 91—102 Urſachen und Ausbruch Die erſten Kämpfe im Weſten Kriegsbeginn im Oſten Rußland, Serbien, Türkei Lage um die Wende 1914/15 Die große Offenſive gegen Rußland Italien, Dardanellen, Orient Der Feldzug gegen Serbien An der Weſtfront Lage um die Wende 1915/ 16 Der Angriff auf Verdun Die Sommeſchlacht 103 108 Auf dem ruſſiſchen Kriegsſchauplatz 109- 114 Der Feldzug gegen Rumänien 115- 120 Ztalien, Balkan und Orient 1917 121- 126 Lage um die Wende 1916/ 17 127- 144 Kämpfe an der Weſtfront 145- 156 Die Oſtfront 157 162 Italien, Orient 163- 168 Neue Ausbildung und neue Waffen 169- 174 Lage um die Wende 1917/18 175- 192 Frühjahrsſchlachten in Frankreich 193ᷣ- 198 Der deutſche Vormarſch im Oſten 199 204 Die Marne⸗Champagne⸗Offenſive 205- 210 Die letzten Kampfhandlungen 211-22 Hinter der Front 223—228 In der Heimat 229— 234 Politik und Perſönlichkeiten 235 246 Der Krieg zur See 247- 252 Die Kämpfe in den deutſchen Kolonien 253-270 Anhang: Unſere Gegner —— eDuisburg VORMARSCHIMWESTEN Maßstab 1: 2 000 000 Düsseldorf— +iiiᷓ—— De m Q Aufmarsch der deutschen Armeen August 1914 S A2RGLIN 3ermarsch der deutschen Armeen vperg Wangema 9 g BRUSSEI. FH bis 5. September 1974 5— Komer Nefdnel 7 22„lLöpen Srcrree Vormarschplan nack Schlieffen Boulsgne edenee ee, 8 C.2 2 ffont vom 9. September 1916 — E U 8 E—.— 3— Se07 8 Bonn.2.2.2.. Front vom 15. November 1914 S Ille 3 3 Betxune ονιꝓ 0 5 2 b. ola BasE,ẽ=Nαι. 8 2. Armee— euolens g 6 0 * 5 0 Sörgrere— Agondele Koblen 9 2. 2 Axrrꝰs, 5 8 & Cambrailꝰ Magοεν N anlef 45 8. Fr urt iBagaume Sο veoges 9 0 Albert AcoR E Aοα Cateau 8 S g. 75 ** Stονεn 0 15 UR Zaßzere XI aon Mannhei 7 9 T. Rethel 8 6C ˖. Craonne cmp= KAen.-I + 4 1675 0 SoissoI G 2 8 50 IC N IYIcuntur FI 2 5 1 CHkäteau- H 9 27 3 Rierry 0 U 2 7— Ne 0 V. 18. * PARIS C e ‚ La Ferte 82 6aucker K+ ö Melun 2 2 8 7 V 9 C 8 S Veufehdteau Troyes 8 1 cM f aumont Orléans 8 8 oFreiburg * A 5 Langres der Weltkrieg 1914 Urſachen. Der Weltkrieg 1914- 18 iſt entſtanden aus drei Urſachengruppen gleicher Bedeutung: 1. Aus dem Revanchebedürfnis Frankreichs, das ſeine Niederlage von 1870/71 und den Verluſt Elſaß⸗ Lothringens nicht verſchmerzen konnte, 2. aus der Sorge Englands um den Verluſt ſeiner führenden Stellung im Welthandel und ſeiner Vor⸗ herrſchaft zur See, die ihm von Deutſchland bedroht ſchienen, 3. aus dem Panſlawismus, welcher für Rußland die Schirmherrſchaft über die ſlawiſchen Völker— ins⸗ beſondere die Vorherrſchaft auf dem Balkan beanſpruchte und es dadurch in ſtändigen Gegenſatz zu Oſterreich⸗Ungarn brachte/ aus dem alten Streben Rußlands nach Konſtantinopel und einem Ausgang zum Mittelmeer, aus dem immer mehr anwachſenden Haß der ruſſiſchen Geſellſchaft gegen alles Deutſche, der ſich vor allem aus der führenden Rolle erklärt, die das Deutſchtum Jahrhunderte hin⸗ durch in Rußland geſpielt hatte. Entwicklung der Entente. Nachdem ſich ſchon 1892 Rußland und Frankreich in einem Bündnis zuſammengefunden hatten, ſchloß ſich 1904- 1907 auch England unter König Eduard VII. nach Uberwindung ſtärkſter Gegenſätze, die es bisher von Frankreich und Nußland getrennt hatten, dieſen beiden Staaten in der„Entente cordiale“ an. Deutſch⸗ land war damit„eingekreiſt“. Seine Politiker ſeit Bismarcks Abgang hatten es nicht verſtanden, die ſchwere Aufgabe der Verhinderung der großen Koalition gegen unſer blühendes Vaterland zu meiſtern. Die Aus⸗ nutzung unſerer Bevölkerungszahl zur Steigerung unſerer Wehrkraft unterblieb. Die Hilfe Italiens wurde immer unſicherer. Dazu gerieten wir in eine gewiſſe Abhängigkeit von der Politik Oſterreich-Ungarns, deſſen innere Lage immer bedenklicher wurde und deſſen Wehrkraft weit hinter den Notwendigkeiten zurückblieb. Die Marokkokriſen 1905 und 1911, die Einverleibung Bosniens und der Herzegowina durch Oſterreich⸗ Ungarn 1908 und ſchließlich der Balkankrieg 1912/13 verſchärften die Spannung zwiſchen beiden europä⸗ iſchen Lagern derart, daß der Krieg nur noch eine Frage der Zeit war. Der äußere Anlaß zum Kriege. 28. 6. Die Ermordung des öſterreichiſchen Thronfolgers, Erzherzogs Franz Ferdinand, am 28.6. 1914 durch großſerbiſche Verſchwörer gibt dann den letzten Anlaß zu dem großen europäiſchen Zuſammen⸗ ſtoß, in den allmählich die ganze Welt hineingezogen wird und der, nachdem er mehr als 20 Millionen Menſchen das Leben gekoſtet, damit endet, daß die europäiſche Vorherrſchaft in der Welt end⸗ gültig dahin iſt und Europa ſelbſt in einem latenten Kriegszuſtand bleibt.— Oſterreich ſtellt nach 23. 7. der Ermordung des Erzherzogs an Serbien Sühneforderungen, die dieſer Staat kaum annehmen 28. 7. kann und die er dann auch, nachdem er der Hilfe Rußlands ſicher iſt, ablehnt. Darauf erklärt Oſterreich⸗ Ungarn an Serbien den Krieg. Nun mobiliſiert Rußland erſt nur gegen Oſterreich, dann, am 31.7. 31.7., auf der ganzen Weſtfront, alſo auch gegen Deutſchland. Wollten wir nicht von vornherein in eine hoffnungsloſe Lage kommen, ſo mußten wir nun auch Kriegsvorbereitungen treffen. Das geſchah durch Erklärung der„drohenden Kriegsgefahr“(die erſte Schutzmaßnahmen auszulöſen hatte) und, da Rußland die deutſche Forderung, die Mobiliſierung einzuſtellen, nicht erfüllte, durch die am 1. 8. 1.8., nachmittags 5 Uhr, befohlene allgemeine Mobilmachung. Kurz vorher hatte auch Frankreich die Uberführung ſeiner Streitkräfte auf Kriegsfuß angeordnet. Der Krieg war nun unaufhaltſam, aber es war ein Fehler der deutſchen Diplomatie, das Odium der erſten Kriegserklärungen auf ſich zu 3. 8. nehmen. Dieſe erfolgten am 1. 8. nachmittags an Rußland, am 3. 8. in Paris und am gleichen Tage in Brüſſel, nachdem Frankreich die von uns geforderte Neutralität und Belgien den Durchmarſch 4.8. verweigert hatten. Schließlich tritt am 4. 8. auch England, mit deſſen Neutralität Reichskanzler von Bethmann Hollweg ſicher rechnete, in den Krieg, unter dem willkommenen Vorwand, die Integrität Belgiens ſchützen zu müſſen. Italien erklärt am 2. 8., wie zu erwarten, ſeine Neutralität. 2. bis 6. 8. Das deutſche Heer und die deutſche Flotte werden auf Kriegsfuß gebracht. Die Sicherung der Grenzen hatten bereits am 31. 7. beſchleunigt mobil gemachte Grenzſchutztruppen übernommen. Der Landſturm wird aufgeboten. Deutſcher Kriegsplan und Aufmarſch. Die Grundlage für unſeren Aufmarſch bildete der Feldzugsplan des Generalfeldmarſchalls Graf Schlieffen (Chef des Generalſtabs 1891- 1905), der freilich, insbeſondere in der Kräfteverteilung auf der Weſtfront, ——— Nachfolger als Chef des Generalſtabs, General Graf von Moltke, ſehr weſentlich verändert worden war. Nach dem Plane Schlieffens ſollte erſt Frankreich niedergekämpft werden. Dazu hatte die WMaſſe des deutſchen Heeres die franzöſiſche Feſtungsfront Verdun Belfort nördlich zu umgehen, erſt in ſüdweſtlicher Richtung zu marſchieren und dann, rechter Flügel weſtlich Paris vorbei, mit Drehpunkt Diedenhofen nach Südoſten einzuſchwenken. Durch dieſe rieſenhafte Schwenkbewegung und ſtarke Maſſierung auf dem eigenen Nordflügel ſollte der linke franzöſiſche Heeresflügel umfaßt, das franzöſiſche Heer ſchließlich gegen die Schweizer Grenze gedrängt und erdrückt werden. Zur Deckung von Rücken und Flanke dieſer Haupt⸗ operation ſollten in Elſaß⸗Lothringen nur ſchwache Kräfte aufmarſchieren.— Der Kampf mit den Ruſſen mußte zunächſt in der Hauptſache den Oſterreichern überlaſſen werden. Oſtyreußen und Schleſien wurden mit ſchwachen eigenen Truppen geſichert, die ſo lange hinhaltend fechten mußten, bis nach dem Siege über Frankreich Hilfe kam. Dementſprechend marſchierten zunächſt(außer den Kavallerieverbänden) auf: gegen Frankreich: zwiſchen Krefeld und Metz 26 Armeekorps, in Elſaß-Lothringen 8 Armee⸗ korps, im ganzen 1,6 Millionen Mann, gegen Rußland: in Oſtpreußen etwa 5 Armeekorps, in Schleſien 1 Korps(Landwehr), außerdem wurde zum Schutz von Schleswig⸗Holſtein und des Nordoſtſeekanals ein verſtärktes Korps an der Küſte aufgeſtellt. (Ereigniſſe zur See und in unſeren Kolonien ſiehe„Seekrieg“ bzw.Kolonien“.) Die Truppen im Oſten waren am 12., die Weſtarmee am 17. 8. aufmarſchiert. Insgeſamt wurden von den deutſchen Eiſenbahnen vom 6. 8. an in 11 Tagen 11000 Transporte gefahren mit 3 Millionen Mann und 860000 Pferden. Das öſterreichiſch-ungariſche Heer, Geſamtſtärke 2,5 Willionen, war zunächſt faſt zur Hälfte gegen Serbien in Marſch geſetzt worden. Der ſpätere Aufmarſch auch gegen die Ruſſen litt darunter ſtark. Dieſer erfolgte in Galizien hinter Dnjeſtr und San. Beabſichtigt war eine Offenſive zwiſchen Weichſel und Bug in nördlicher Richtung, noch ehe die Ruſſen mit ihrem Aufmarſch fertig ſein konnten. Der k. u. k. General⸗ ſtabschef, Conrad von Hötzendorf, rechnete dabei auf deutſche Mitwirkung durch Vorſtoß von Oſtpreußen nach Süden in Richtung Siedlce.— Auch gegen Serbien ſollte angriffsweiſe verfahren werden. Franzoſen, Engländer, Belgier, Ruſſen, Serben. Die Franzoſen wußten, daß wir durch Belgien vorgehen wollten, glaubten aber nicht, daß ſich der deutſche Flügel über die Maas ausdehnen würde. Sie verſammelten ſich zwiſchen Belfort und Mzzieres in zwei Gruppen. Für die Hauptgruppe, nördlich Verdun, wurde ſchließlich ein Vorgehen durch das ſüdliche Belgien in Richtung Longwy Neufchäteau angeordnet, mit der Abſicht, die deutſche Heeresmitte zu durchſtoßen. Die andere Gruppe, gegenüber Elſaß-Lothringen, hatte früher anzutreten und durch Angriff die ihr gegenüber⸗ ſtehenden Kräfte feſtzuhalten. Führer des franzöſiſchen Heeres, deſſen Frontſtärke zunächſt 1,8 Willionen Mann betrug, war General Joffre. Das engliſche Heer, Frontſtärke 130000 Mann, unter General French, wurde am linken Flügel des franzöſiſchen, bei Le Cateau, verſammelt. Die belgiſche Armee ſtellte 117000 Mann bei Löwen auf und beſetzte die Feſtungen Lüttich und Namur. Die Ruſſen, Kriegsſtärke 3,5 Millionen, Oberbefehlshaber der Großfürſt Nikolai Nikolajewitſch, beab⸗ ſichtigten, mit ihren Hauptkräften in einem Galizien weit umſpannenden Bogen aufzumarſchieren und ſich in beiderſeits umfaſſendem Angriff auf die Oſterreicher zu werfen. Gleichzeitig ſollte eine kleinere Gruppe von 2 Armeen vom Njemen bzw. Narew her in Oſtpreußen einfallen, um die Hauptoperation in Flanke und Rücken zu decken und der franzöſiſchen Forderung, deutſche Kräfte zu binden, Genüge zu leiſten. Die Serben mußten ſich auf Abwehr beſchränken. Erſte Kämpfe im Weſten. 5. bis 16. 8. Lüttich. Die Uberrumpelung der ſtarken Maasfeſtung Lüttich, welche dem deutſchen rechten Flügel den Vormarſch über die Linie Brüſſel Namur ſperrt, gelingt nicht, nur eine der voraus⸗ geſandten Brigaden vermag unter General Ludendorff zwiſchen den Forts hindurch in die Stadt einzudringen. Aber nach Eintreffen von Verſtärkungen und Einſatz ſchwerſter Artillerie(42rαm⸗ Wörſer) werden noch rechtzeitig vor dem auf den 18. 8. angeſetzten Vormarſch des Heeres die Forts zu Fall gebracht. 7. bis 10. 8. Mülhauſfen. Zur Vorbereitung des Angriffs ihres rechten Flügels und aus Preſtigegründen fallen die Franzoſen am 7. 8. von Belfort her ins Oberelſaß ein und beſetzen Mülhauſen. Sie werden am 9. und 10. von unſerer 7. Armee(Heeringen) bei dieſer Stadt geſchlagen und gehen auf Belfort zurück. 14. 8. Die Franzoſen laſſen ihre Armeen an der Grenze von Elſaß⸗Lothringen antreten. Unſere 6. Armee (Kronprinz von Bayern) geht in Lothringen nach erfolgreichen Vorſtößen bei Badonviller und Lagarde planmäßig gegen die Saar zurück. Die 7. Armee räumt das Oberelſaß und zieht ſich an die Armee des Kronprinzen von Bayern heran. Unſere Schlappe bei Schirmeck bleibt auf die eigenen Abſichten ohne Einfluß. 18. 8. 20. 8. 27. 8. 3.9. 4.9. 22. bis 25. 8. Schlachten vor der 2 23. und 28. 8. Bei 3 Grenſſchlachten. Die deutſchen Schwenkungsarmeen treten an. Weſtlich der Maas 1 die 1. Armee(Kluck) und 2. Armee(Bülow) über die Linie Brüſſel—2 Namur, öſtlich des Fluſſes die 3. Armee(Hauſen), die 4. Armee(Herzog von Württemberg) und die 5. Armee(Deutſcher Kronprinz) Hegen Dinant, Givet und Joffre ſchiebt ſeine linke Flügelarmee zum Flankenſchug in den Winkel zwiſchen Maas und Sambre vor. Der Reſt ſeines Hauptheeres tritt aus der Linie 2 Nézieres—Verdun, wie vorgeſehen, nach Nordoſten an. Es eröffnet ſich damit für die Deutſchen die Ausſicht auf einen als⸗ baldigen entſcheidenden Umfaſſungsſieg. Die Belgier gehen in die Feſtung Antwerpen zurück. Schlacht in Lothringen. Die deutſchen Armeen in den Reichslanden ſchreiten zum Gegenangriff. Die Franzoſen werden über die Grenze zurückgeworfen. Die von der deutſchen Führung erhoffte ver⸗ nichtende Niederlage kann ihnen aber nicht bereitet werden, da der deutſche Umfaſſungsflügel nicht ſchnell genug durch die Vogeſen a0 kommen vermag. Maas. Die in Richtung Südbelgien den deutſchen Truppen ent⸗ gegen marſchierenden Franzoſen werden bei Neufchäteau und Longwy— Longuyon geſchlagen, ebenſo ihre Flankenſchutzarmee bei Namur. Zu der deutſcherſeits angeſtrebten Entſcheidung, die durch Aufſtellung und Vormarſchrichtung der Franzoſen außerordentlich begünſtigt worden war, kommt es leider nicht. An der Maas leiſten dieſe erbitterten Widerſtand, der den deutſchen Vormarſch in der Folge ſehr unglücklich beeinflußt. Dann entziehen ſie ſich der Umklammerung durch weiten Rückzug. Mons und Le Cateau iſt inzwiſchen von der deutſchen 1. Armee das engliſche Heer, welches gegen die deutſche Flanke vorgehen ſollte, geſchlagen worden. Aber auch die Engländer entgehen der Vernichtung durch ununterbrochenen Rückzug über die Oiſe bei Noyon und dann über die Marne. Unſere Oberſte Heeresleitung, ſtark beeinflußt durch zu optimiſtiſche Siegesmeldungen der Armeen, überſchätzt unſere Anfangserfolge. Sie glaubt, daß die Entſcheidung gegen Frankreich bereits gefallen iſt, und trifft zwei verhängnisvolle Anordnungen: Die nun in Franzöſiſch⸗ Lothringen kämpfenden Armeen des Kronprinzen von Bayern, die ſchon Witte Auguſt nochmals auf Koſten des rechten Flügels verſtärkt worden waren, ſollen zur völligen Einkreiſung der Franzoſen die Feſtungsfront zwiſchen Toul und Epinal durchbrechen. Die beiden Korps, die das am 25. 8. gefallene Namur belagerten, werden nach dem Oſten abbefördert, wo die Lage ernſt erſcheint. Damit iſt das Gelingen des Schlieffenplanes 8 aufs ſchwerſte gefährdet: der rechte Flügel iſt jetzt viel zu ſchwach, zumal nun ſchon mehrere Korps vor Feſtungen ſtehen. Der Schwerpunkt des Geſamtangriffs iſt auf den linken Flügel gelegt, wo Schlieffen gerade wegen der Feſtungen eine Entſcheidung für ſo ausſichtslos hielt, daß er die gewaltige und politiſch ſo gefährliche Umfaſſungs⸗ bewegung durch Belgien als einzige Möglichkeit für den ſchnellen Sieg über Frankreich betrachtete. Außerlich bleibt es noch beim Schlieffenplan: der rechte Flügel der Schwenkungsfront hat auf die Seine unterhalb Paris, ihr linker auf Chälons an der Marne und öſtlich weiterzumarſchieren. 29. und 30. 8. St. Quentin. Die Franzöſiſche linke Flügelarmee ſoll den deutſchen Vormarſch aufhalten und greift überraſchend die 2. Armee an. Die Franzoſen werden nach ſchwerem Kampf 8 Zur Ausnützung des Sieges ſchwenkt die 1. Armee aus der Gegend von Amiens in ſüdliche Rich⸗ tung ein. Nun zeigt die Marſchrichtung unſeres rechten Flügels öſtlich an Paris vorbei. Die OHe iſt mit der neuen Marſchrichtung einverſtanden und will die Franzoſen in ſüdöſtlicher Richtung von Paris abdrängen.— Der Angriff gegen die obere Moſel kommt nicht voran. Im Gegenteil, 68 gelingt den Franzoſen dort, die Deutſchen durch einen großen Gegenſtoß zeitweilig in eine ernſte Lage zu bringen. Joffre kann ſogar aus ſeiner Lothringer Front erhebliche Kräfte fortziehen und ſie zuſammen mit Truppen, die bisher gegen Italien verſammelt waren, und Regimentern aus Afrika nordöſtlich von Paris bereitſtellen. Die Marneſchlacht. Die 1. Armee(Kluck) überſchreitet vor der 2. Armee die Marne und ſtößt dem Gegner in die vermeintliche Weſtflanke. Uberzeugt, daß der immer noch weichende Feind ſonſt wohl nicht mehr rechtzeitig einzuholen ſei, handelt ſie dabei abweichend vom Befehl der deutſchen OHL, der ſie anwies, hinter ihrem linken Nachbar(2. Armee, Bülow) zurückzubleiben und ſo den Schutz gegen Paris zu übernehmen. Inzwiſchen hat General von Moltke die dem rechten Flügel drohende Gefahr erkannt. Er befiehlt der 1. und 2. Armee, gegen Paris Front zu machen. Die übrigen Armeen ſollen in der bisherigen Richtung weiter angreifen.— General Gallieni, Gouverneur von Paris, hatte ſich bereits am 4. 9. von der ver⸗ änderten Warſchrichtung des deutſchen rechten Flügels, links an der Hauptſtadt vorbei, überzeugen können. Er ſchlägt dem Ober befehlshaber ſ ſofort vor, die Gunſt der? Verhältniſſe auszunutzen und dem Feind mit der Pariſer Armee unter General Maunoury in Rücken und Flanke zu fallen. Joffre ſtimmt zu, er befiehlt in Verbindung mit dem Flankenſtoß Einſtellung des Rückzuges und für den 6. 9. einen allgemeinen Angriff zwiſchen Paris und Verdun. Die deutſche 1. Armee hatte nördlich der Marne zum Schut der rechten Flanke lediglich dasV. Reſerve⸗ Sein Führer, General von Gronau, ſchöpft hinſichtlich korps rechts rückwärts zurückgelaſſen. 6. 9. der Vorgänge nordöſtlich Paris Verdacht und greift zu ihrer Aufklärung an. bringt die-Gewißheit der Verſammlung ſtark überlegener Kräfte in unſerer Flanke. vor ihnen an den Ourcq zurück. Kluck ſendet noch in der Nacht zum 6. dem IV. Reſervekorps die erſte Hil fe. Am 6. 9. wird ein weiteres Korps nach der bedrohten Flanke entſandt und ſchließlich die ganze 1. Armee nach Weſten her— umgeworfen. Kluck will die Umfaſſungsbewegung der Franzoſen nicht nur abwehren, ſondern ihnen eine vernichtende Niederlage beibringen. Durch das Abſchwenken der 1. Armee aus der Marnefront entſteht freilich zwiſchen ihr und der 2. Armee eine große Lücke. Der Angriff Gronau gehi 6. bis 8. 9. Inzwiſchen iſt auf der ganzen Rieſenfront Paris—Verdun der Entſcheidungskampfentbrannt. 9.9. 10. 9. 12. 9. Auf dem rechten(Marne-) Flügel der Deutſchen biegt Bülow, beſorgt, daß die nun weſtlich von den Franzoſen wieder angreifenden Engländer in der Lücke zur 1. Armee, die nur durch Kavallerie geſperrt iſt, durchbrechen könnten, ſeinen rechten Armeeflügel zurück. Seine Reſerven glaubt er wegen Durchbruchsgefahr für ſeine Mitte dort einſetzen zu müſſen, ſo daß für die Lücke nichts mehr bleibt. In der Witte unſerer Heeresfront kämpfen die Garde und die Sachſen bei La Fre⸗Champenoiſe mit wachſendem Erfolg. Weiter öſtlich fechten 4. und 5. Armee unentſchieden. „ 8 Die Maerneschlacht. M—4 S&YN 8 „ J& 7 ſaß, 2 S&i 128 57 4 N Uαν r — SC Mahstub- 2 4 10 2⁰ 7⁰ 5ſm. 8 HIiIn Honzosen Lig lef 22 0%5 1-5. Heulluipe Armeen Kluck hat die Armee Maunoury in zweitägigem ſchwerem Ringen geſchlagen. Ein entſcheidender Sieg winkt. Schon ſehen unſere vorderſten Truppen am Hortzont den Eiffelturm in Paris! Bei La Fére-Champenoiſe ſind wir mitten im Durchbruch durch die Linien Fochs!l Da bekommen 1. und 2. Armee den das deutſche Schickſal entſcheidenden Befehl zum Rückzug: Die OOL, auch in Luxemburg viel zu weit ab vom Entſcheidungsflügel, hatte in ſchwerer Sorge wegen der Bedrohung aus Paris den Oberſtleutnant Hentſch an die Front geſandt und ihm die nicht mehr aufzuklärende mündliche Weiſung mitgegeben, die Armeen zum Ausharren zu ver⸗ anlaſſen und im Falle bereits angetretener Rückzugsbewegungen dieſe mit den Abſichten der OHL in Einklang zu bringen. Als Hentſch am Abend des 8. 9. bei Bülow eintraf, fand er dort ernſteſte Stimmung. Die Armee hielt die Lage Klucks für ſehr ſchwer und fürchtete auch für den eigenen rechten Flügel ſo ſtark, daß ſie in Ubereinſtimmung mit Hentſch entſchloſſen iſt, ſobald die Engländer wirklich in der Lücke vorſtoßen, den Rückzug anzutreten. Als Hentſch dann am 9. mittags bei der 1. Armee erſcheint, trifft er dort alles in vollſter Siegesſtimmung. Da aber nach ſeiner Anſicht inzwiſchen in der Lücke die Ereigniſſe eingetreten ſein müſſen, welche den Rückzug Bülows vereinbarungsmäßig auslöſen, veranlaßt er trotz allen Widerſtrebens des Armeeoberkommandos, ob in Verkennung oder Überſchreitung ſeiner Voll⸗ machten, jedenfalls aber nach beſtem Wiſſen und Gewiſſen, den Rückzug. Tatſächlich hat inzwiſchen Bülow der 2. Armee gegen Mittag, auf die Nachricht hin, daß die Eng⸗ länder in der Lücke über die Marne gingen, den Rückzugsbefehl erteilt, ohne vom Siege ſeines eigenen linken Flügels und der 1. Armee Kenntnis zu haben, und ohne daß ſein rechter Flügel von den Eng⸗ ländern angegriffen wird! Die deutſchen Armeen des rechten Flügels gehen zurück, die 1. hinter die Aisne, beider⸗ ſeits Soiſſons, die 2. hinter die Vesle, beiderſeits Reims, die Z3. hinter die Marne, linker Flügel ſüdlich Chälons. 4. und 5. Armee bleiben zunächſt noch ſtehen. Mit Staunen erleben die Franzoſen das„Marnewunder“. Am 10. 9., den ſie mit großer Sorge herankommen ſahen, ſind die Deutſchen verſchwunden! Auf dem rechten deutſchen Heeresflügel hat die 1. Armee ſüdlich der Linie Noyon—Laon haltgemacht, die 2. Armee beiderſeits Reims.— Leider hat inzwiſchen die OHL auch die Heeres⸗ mitte(3., 4. und§. Armee) bis hinter die Linie Reims—Verdun zurückbefohlen. riff geht eres )er⸗ yönen der innt. von lerie egen eibt. mit nder Bei Da zum erer ihm ver⸗ HL mee ß ſie ßen, dort niſſe trotz oll⸗ ᷣng⸗ enen Eng⸗ der⸗ ügel orge daon 13.9. Noch gerade rechtzeitig trifft das durch den Fall der Feſtung Maubeuge(J. 9., 42000 Gefangene) 23.9. 9.10. 3.11. frei gewordene VII. Reſervekorps in der breiten Lücke zwiſchen 1. und 2. Armee am Chemin des Dames ein, um einen Durchbruch der Engländer zu verhindern. Weitere über Laon und Noyon vorgeworfene Kräfte bannen dann die dringendſten Gefahren, welche durch den Rückzug von der Varne entſtanden waren, völlig. Die Umfaſſungsverſuche zwiſchen Peronne und dem Meer. 12. und 13. 9. Der verfehlte Angriff in Franzöſiſch⸗Lothringen wird— zu ſpät— abgebrochen. Zwiſchen Wetz und der Schweiz bleiben ſchwächere Kräfte etwa auf der Reichsgrenze ſtehen. Der Großteil der Truppen der 6. Armee wird unter dem Kronprinzen von Bayern ſchließlich in die Gegend von St. Quentin auf den rechten Heeresflügel überführt: Kriegsminiſter General der Infanterie von Falkenhayn, der an Moltkes Stelle die Geſchäfte des Chefs des Generalſtabs übernommen hat, will den Feind, der dem bisherigen rechten Heeresflügel gegenüberſteht, durch frontalen Angriff der 1. und 2. Armee zwiſchen Noyon und Reims binden und zermürben und ihm dann nach Ankunft der 6. Armee mit dieſer in die Flanke ſtoßen. 21. bis 25. 9. Gleichzeitig greift der linke Flügel der deutſchen Heeresmitte die Maaslinie zwiſchen Toul und Verdun an. Fort Camp des Romains und St. Wihiel werden genommen. 15. bis 27. 9. Die Frontalangriffe der 1., 7.(neu) und 2. Armee am Chemin des Dames und bei Reims bringen trotz glänzender Waffentaten im ganzen wenig Erfolg. Die 6. Armee, Kronprinz von Bayern, ſtößt in der Linie Péronne—Ham mit Franzoſen zuſammen, die von Roye, ſpäter auch von Montdidier und Amiens vorgehen. Statt ihrerſeits auf Flanke und Rücken des Feindes zu ſtoßen, wird ſie von dieſem ſelbſt in der rechten Flanke bedroht: Die Fran⸗ zoſen waren durch unſere neuen Frontalangriffe nicht gefeſſelt worden und fuhren unter Ausnutzung ihrer überlegenen Bahnverbindungen alle verfügbaren Truppen in den Raum nordweſtlich Noyon. Wie für uns, ſo war ja auch für ſie nur hier noch eine Entſcheidung zu erzwingen. Beide Gegner halten zäh daran feſt, dem anderen den Flügel abzugewinnen. Den ſchweren Kämpfen unſerer 6. Armee beiderſeits der Somme weſtlich Péronne folgt als ein neuer beiderſeitiger 2. bis Umfaſſungsverſuch die erſte Schlacht bei Arras. Auch ſie bringt keiner Partei den angeſtrebten Er⸗ 10.10. folg. IZmmer weiter dehnen ſich die Nordflügel aus, zunächſt bis Lens und La Baſſce, ſchließ⸗ lich bis Armentieres. Auch unſerer nun auf dem rechten Flügel maſſierten Kavallerie gelingt es nicht, dem Feind, wie ihr ſtrikt befohlen, in den Rücken zu kommen.— Wie die Umfaſſung, ſo ſcheitert auch unſer Durchbruchsverſuch bei Roye.(30. 9.— 9. 10.) Die von der belgiſchen Feldarmee verteidigte modernſte und größte Feſtung der Welt, Antwerpen, fällt nach zwölftägiger Belagerung durch ſchwache Kräfte unter General von Beſeler. Sie hatte ſchon zweimal unſere rückwärtigen Verbindungen durch Ausfälle ſtark in Gefahr gebracht und hätte noch viel gefährlicher werden können.— Leider vermag ſich ein Teil der Belgier hinter die Bſer zu retten. Aber die flandriſche Küſte beiderſeits Oſtende fällt nun in deutſche Hand. Inzwiſchen ſind in der Heimat die„Freiwilligenkorps“ nach knapp 8 Wochen Ausbildung notdürftig einſatzbereit geworden. General von Falkenhayn entſchließt ſich, mit vier von ihnen und Teilen der vor Antwerpen frei gewordenen Kräfte noch einen nun ganz groß angelegten Umfaſſungsverſuch zu machen: Die aus den genannten Truppen gebildete(neue) 4. Armee(Herzog Albrecht von Württem⸗ berg) ſoll aus der Gegend von Gent, linker Flügel an der Lys, rechter am Meer entlang, auf St. Omer vorgehen und von da nach Süden einſchwenken. Die 6. Armee, deren rechter Flügel in⸗ zwiſchen bei Armentières angelangt iſt, und die Heereskavallerie rechts davon ſollen die 4. Armee durch Angriff auf den ihnen gegenüberſtehenden linken Feindflügel unterſtützen. Aber wiederum iſt es dem Feind im gleichen Streben nach Umfaſſung möglich, an der entſcheidenden Stelle raſcher als wir überlegene Kräfte einzuſetzen. Als die 4. Armee zwiſchen Nieuport und Ppern ſich der Bſer 20. 10. nähert, ſtößt auch ſie nicht auf die feindliche Flanke, ſondern auf eine kampfkräftige Front. Nur unterhalb Dixmuiden gelingt es, den Angriff über die Bſer zu tragen. Die jungen Regimenter aber verbluten um Langemarck ohne nennenswerten Erfolg. Stürmiſche Tapferkeit allein vermag die Mängel der Ausbildung nicht wettzumachen, einen kriegsgewohnten zähen Soldaten, wie den Engländer, nicht niederzuzwingen. 29. und 30. 10. Die Belgier öffnen bei Nieuport die Seeſchleuſen. Die Flut überſchwemmt das Ge⸗ lände hinter dem über die Bſer vorgedrungenen rechten deutſchen Heeresflügel bis Dixmuiden und zwingt uns, über den Fluß zurückzugehen. Auch der Angriffsgruppe Fabeck, die von der Lys weſtlich von Armentières aus zwiſchen Kemmel⸗ berg und Vpern in nordweſtlicher Richtung durchbrechen und ſo den ſtockenden Angriff nördlich Vpern wieder in Fluß bringen ſoll, gelingt es nicht, den ſtändig wachſenden Widerſtand zu brechen. Auch die Flandern⸗Offenſive muß als geſcheitert betrachtet werden. Beginn des Stellungskrieges. Auf der Weſtfront beſteht jetzt für beide Gegner keine Wöglichkeit mehr, den anderen zu um⸗ faſſen und ihm ſo eine entſcheidende Niederlage beizubringen: Von der Schweizer Grenze bis zum Armelkanal verläuft nun hinter Drahtverhauen ein immer ſtärkeres Syſtem von Schützengräben. +Æ+⏑i‘g eee. Dezember. Im Dezember beginnen franzöſiſche Teilangriffe bei Lille, Lens und Arras, an der Aisne, in der Champagne, in den Argonnen, bei der Combres⸗Höhe, bei St. Mihiel, im Prieſterwald und in den Vogeſen. Sie haben nirgends Erfolg. Die erſten Kämpfe in Oſtpreußen. Mitte August, früher als erwartet, nähern ſich die Ruſſen den Grenzen Oſtpreußens. Von Oſten kommt 14. 8. 17. 8. 20. 8. 23. 8. drohliche Nachrichten von der oſtpreußiſchen Südgrenze ihn O8SNYSEÆ mit ſchwerer Sorge erfüllen,— Samſonow könne ihm in— 2 Flanke und Rücken kommen. Ln Nussen A ichtigt 3 Deutsche 7 Waen elene, gacgee fürchteten Umklammerung zu= Bubnsbesß Rennentompf entgehen, den Rückzug über 2 erburg die Weich ſel. Die OHsiſt f7 AV Weeb mit dieſem Entſchluß nicht ein⸗ 5 8ötzen verſtanden und erſetzt den 6 7 llentin⸗ Armeeführer durch General e N, von Hindenburg, dem als Stabschef General Luden⸗„ L 22 Stabschef 51. ene al uden Alſenstein. I 4 olwolng- dorff zugeteilt wird.—Noch ehe 3.RSu.LandwW- 8„ll die neuen Führer eintreffen, Div Goltz*. § al f. itt⸗* N VY Wue ſeene deſeen eiee, d 9 8 7hοο*3 Vmee 1 e der Lage beſchloſſen, ſich doch verst.N 818½ noch öſtlich der Weichſel zu 2 Mulenbof, 8 II N ſchlagen und die erſten Anord⸗ Lεο INN Sauſo zu auf Sbd0 1+ V 25 XV 3 Samſonow gegeben.& 2 SSS. V ᷓ˖ MISW2 Hindenburg und Ludendorff I N Y U5 Cslroſenta kommen in Marienburgan und Maßstab: geſtalten die Umgruppierung EE TIANNENRBERG. aus der Linie Grodno—Kowno die Armee Rennenkampf, von Süden, vom Narew und Bobr, die Armee Samſonow. Nur dann war für uns eine Abwehr der gewaltigen Ubermacht möglich, wenn es gelang, die beiden Armeen nacheinander einzeln zu ſchlagen, ehe ſie, zuſammen, uns erdrücken konnten. Der Führer unſerer 8. Armee(4½ Korps, Landwehr, Feſtungstruppen und 1 Kavalleriediviſion), Generaloberſt von Prittwitz, will zunächſt Rennenkampf anfallen, der näher heran iſt. Er ver⸗ ſammelt dazu die Maſſe ſeiner Kräfte in der Linie Lötzen—Inſterburg. Schwächere Truppen ſichern, anſchließend an die Sperre der Maſuriſchen Seen, im ſüdlichen Oſtpreußen die Flanke gegen Samſonow. Im Gefecht bei Stallupönen erficht das über die Armeefront vorgegangene l. Korps(Francois) einen Teilſieg, wird aber im Rahmen der Geſamtpläne vom Armeeoberkommando auf Gumbinnen zurückbefohlen. Schlacht bei Gumbinnen. Unſere gegen Rennenkampf angeſetzten Kräfte greifen nun geſchloſſen an. Nach ſchwerſtem Ringen neigt ſich der Sieg auf deutſche Seite. Aber Generaloberſt von Prittwitz bricht die Schlacht ab, weil be⸗ der 8. Armee zu einem doppel⸗ ſeitigen Umfaſſungsangriff. 23. bis 30. 8. Schlacht bei Tannenberg. Die Armee Samſonow wird vernichtend geſchlagen. Gefangen 92000 Mann, darunter 63 Generale, Beute 350 Geſchütze. Sofort nach der Schlacht wird nun die durch zwei Korps aus dem Weſten verſtärkte Armee zum Schlage gegen Rennenkampf, der während der Tannenbergſchlacht ſich zu unſerem Vorteil kaum gerührt hatte, herumgeworfen. 9. und 10. 9. Schlacht an den Maſuriſchen Seen. Rennenkampf wird frontal aus der Linie Anger⸗ burg— Darkehmen und umfaſſend von Süden her angegriffen. In der Sorge, es könnte ihm gehen wie Samſonow, weicht der ruſſiſche Führer, ehe es zu einem vollen deutſchen Siege kommen kann, über die Grenze zurück, immerhin unter einer Einbuße von 45000 Gefangenen und 150 Geſchützen. Hindenburg folgt ihm. 13. 9. Inzwiſchen iſt aber die Lage bei den Oſterreichern in Galizien ſo ernſt geworden, daß die Maſſe der Truppen der 8. Armee zur Bildung einer 9. Armee unter Hindenburg⸗Ludendorff, die von Süd⸗ polen aus den Verbündeten Hilfe bringen ſoll, abtransportiert werden muß. Bei der 8. Armee bleiben nur noch ſchwache Kräfte, die Oſtpreußen dennoch bis Anfang November vorwärts der Grenze zu ſichern vermögen. November. Anfang dieſes Monats muß die 8. Armee aber vor der ruſſiſchen Ubermacht allmählich in die Linie Lötzen— Maſuriſche Seen— Angerapp— Tilſit— Memel zurückgehen, aus der ſie bis Februar 1915 in befeſtigten Stellungen alle ruſſiſchen Angriffe abweiſt. Die oſt⸗ und weſtpreußiſche Südgrenze decken weiter Truppen aus den Feſtungen Thorn und Graudenz. Galizien. Der k. u. k. Generalſtabschef, General Conrad von Hötzendorf, hatte trotz der bedenklichen Lücken, die noch durch den Fehler des Einſatzes zu ſtarker Kräfte gegen Serbien zwiſchen den öſterreichiſchen Heeren in Galizien klafften, in der Hoffnung auf deutſche Hilfe bei ſeinem Entſchluß zur Offenſive verharrt. Es gelingt ihm zwar nicht mehr, die Ruſſen, noch ehe ſie voll aufmarſchiert ſind, 23. bis anzugreifen, aber ſeine zwiſchen Bug und Weichſel nach Norden vorgehende Angriffsgruppe kann ſie 25. 8. dennoch bei Krasnik und Komarow ſchlagen. 25. bis 30. 8. Indeſſen ſcheitert der Vorſtoß des rechten öſterreichiſchen Flügels auf Zlokow. Er wird von Übermacht auf Lemberg zurückgeworfen. Nun faßt Conrad den kühnen Entſchluß, einen Teil ſeiner ſiegreichen linken Gruppe kehrt machen zu laſſen und mit ihm den ſeinem weichenden rechten Flügel auf Grodek folgenden Ruſſen in die rechte Flanke zu fallen. Die Operation ſcheitert. Die 11. 9. ganze öſterreichiſche Armee wird in die Abwehr gedrängt und geht mit der Maſſe auf den San bei 5 unterhalb der Feſtung Przemysl zurück. Die ſchwachen Kräfte in Oſtgalizien weichen in die Karpathen. 7. bis 9. 9. Auch der tapfere Kampf unſeres Landwehrkorps Woyrſch bei Tarnowka, das nach 400 km Marſch quer durch Polen ſich auf den linken Flügel der Oſterreicher geſetzt hatte, kann am Um— ſchwung nichts ändern. In der zweiten Septemberhälfte wird das k. u. k. Heer auf die Karpathen, die Biala und den Dunajec zurückgenommen. Für einen deutſchen Unterſtützungsvorſtoß auf Siedlce, wie urſprünglich vor⸗ geſehen, iſt es jetzt zu ſpät. Hilfe kann nun unſeren Verbündeten nur noch dadurch gebracht werden, daß wir, von Südpolen aus, unmittelbar in die Flanke und in den Rücken der dem öſterreichiſchen Nordflügel ſüdlich der oberen Weichſel folgenden Ruſſen vorſtoßen. Der Feldzug in Polen. Die inzwiſchen vorwärts der oberſchleſiſchen Grenze verſammelte neue 9. Armee(etwa 6 Korps und 1 Kavalleriediviſion) unter Hindenburg, dem inzwiſchen(17. 9.) alle Oſtſtreitkräfte unterſtellt 28. 9. worden ſind, tritt von Kielce aus den Vormarſch auf die Weichſel beiderſeits Jwangorod an. Das k. u. k. Heer, welches ſich inzwiſchen wieder feſtigen konnte, hatte zum Anſchluß an uns ſeinen linken Flügel auf das Nordufer der Weichſel zu nehmen und ſollte ab 5. 10. gegen den San angreifen, um erneut die Entſcheidung zu ſuchen. Den Ruſſen bleibt unſer Anmarſch nicht verborgen. Sie werfen uns Truppen über die Weichſel 4. 10. entgegen. Dieſe werden bei Opatow geſchlagen. Gleichzeitig erreicht der linke Flügel der Oſter⸗ reicher Sandomierz. Aber Großfürſt Nikolai Nikolajewitſch zieht nun auf dem öſtlichen Weichſel— ufer immer mehr Truppen nach Norden. Teile von ihnen ſollen uns bei Jwangorod durch Angriff feſſeln, die Maſſe uns aber von Warſchau her in die Flanke fallen. Vier Armeen mit zu⸗ ſammen 15 Korps ſind es ſchließlich, die unſer Entlaſtungsvorſtoß von den Oſterreichern fort an die Weichſel unterhalb der San-Mündung zieht. Letztere können wieder bis zum San vorgehen, auch müſſen die Ruſſen die Belagerung von Przemysl, das ſich aller Anſtürme tapfer erwehrt hatte, aufheben.— Aber dafür wird nun unſere Lage ernſt. Hindenburg und Ludendorff ſuchen ſie dadurch zu meiſtern, 8. 10. daß ſie eine ſtarke Gruppe unter Mackenſen nach Norden werfen, die ſich in ſchnellem Vorſtoß des Brückenkopfs Warſchau bemächtigen, während der Reſt der Armee ſüdlich Zwangorod die Weichſel ſperren ſoll. 9. bis 12. 10. Es gelingt nun zwar, bei Jwangorod(Nowo Alexandria) die Ruſſen in ſchweren Kämpfen an der Weichſel feſtzuhalten, aber der Angriff auf Warſchau kommt über Anfangserfolge nicht hinaus. Im Gegenteil wird der Druck der ruſſiſchen Maſſen von Norden her ſo übermächtig, daß 20. 10. ſich die 9. Armee zum Rückzug aus Polen entſchließen muß. 21. bis 26. 10. Zunächſt löſt ſich Mackenſen vom Gegner. Bei Jwangorod wird in einer zweiten Schlacht von Deutſchen und Oſterreichern weitergekämpft. Dann muß am 25. auch hier der Rückmarſch angetreten werden. Dieſer führt die 9. Armee in die Linie Kielce—-Nowo Radomſk— Wielun. Erfolgreiche Gegenſtöße(Styrkow) und eine gründliche Zerſtörung aller Verkehrswege, ins⸗ beſondere der Bahnen, ſorgen dafür, daß die Ruſſen nur ganz langſam folgen können. Schon am 2. 11. kommen ſie überhaupt zum Halten. Aber die Lage im Oſten muß doch als ſehr ernſt betrachtet werden, zumal auch die Oſterreicher trotz ihrer Entlaſtung keinen Sieg erfechten konnten und die Ruſſen ihnen gegenüber ſchon wieder über 18. 10. den San vordringen. Auch Schleſien iſt wiederum ſchwer gefährdet. Aber Hindenburg und Ludendorff verzagen nicht. In der Erkenntnis, daß eine frontale Abwehr den Einbruch der Ruſſen in Schleſien und weiter nach Deutſchland hinein nicht hindern könne, faſſen ſie den überaus kühnen Entſchluß, die Maſſe der inzwiſchen verſtärkten 9. Armee(Führer nun General von Mackenſen) in der Linie Gneſen—Thorn zu verſammeln, um mit ihr in die rechte Flanke der weſtlich der Weichſel vorgehenden Ruſſen zu ſtoßen. Feſtungs⸗, Erſatz⸗, Landwehr⸗ und Landſturmformationen müſſen die Lüͤcken zwiſchen der 9. Armee und den Oſterreichern(bei Tſchen⸗ ſtochau) bzw. der 8. Armee(öſtlich Soldau) ausfüllen und die ihnen gegenüberſtehenden Ruſſen binden. 11. 11. Unſer Angriff auf den rechten Ruſſenflügel beginnt völlig überraſchend. Erſt wird ein abgezweigtes 16.11. Korps bei Wloclawek geſchlagen und dann in dreitägiger Schlacht bei Kutno der rechte Flügel 18. 11. der Ruſſen ſelbſt geworfen und auf Lodz zurückgedrängt. Die zu doppelſeitiger Umfaſſung der Ruſſen angeſetzten Operationen laſſen zunächſt einen ganz großen Erfolg erhoffen. Aber dann führt der Feind vom rechten Weichſelufer und von Süden her Verſtärkungen heran, die nun unſerem öſtlichen Umfaſſungsflügel, der bis in den Raum ſüdlich Lodz vorgedrungen iſt, in den Rücken ſtoßen und ihn von der übrigen Armee abſchneiden. Unſere Flügelgruppe, General von Scheffer⸗ Boyadel, ſcheint verloren, und ſchon ſtellen die Ruſſen Bahnzüge bereit, um ſie in die Gefangen⸗ ſchaft zu fahren. 22. bis 24. 11. Aber es gelingt unſerem abgeſprengten Flügel, den ihn einſchließenden Ring der Ruſſen nach Norden zu durchbrechen und den Anſchluß zur übrigen Armee wiederherzuſtellen. Der Durch⸗ bruch der 3. Gardediviſion unter General Litzmann bei Brzeziny bringt dabei die Entſchei⸗ dung. Alle Verwundeten werden geborgen, kein Geſchütz wird zurückgelaſſen, dazu werden noch 16000 Ruſſen in Gefangenſchaft geführt. Die Lage bei Lodz feſtigt ſich. Verſtärkungen kommen, und die Ruſſen werden zurückgeworfen. Freilich, zu einem großen Siege kommt es nicht mehr: der Feind hält ſich in einem großen Bogen öſtlich der Weichſel, und es beginnt an Bzura, Rawka, Piliza und Nida der winterliche Stellungskrieg. Aber die ruſſiſche Dampfwalze“ iſt auf ihrem Weg nach Deutſchland endgültig zum Stehen gekommen. Doch in Galizien bleibt die Lage ernſt. General v. Conrad hatte die deutſche Herbſtoffenſive mit ſtarken Kräften unterſtützt und dabei ſeine galiziſche Front ſehr geſchwächt, die nun von den Ruſſen ſcharf angegriffen wird. Zwar war es zwiſchen Weichſel und Gebirge am 11. Dezember bei Lima⸗ 11. 12. nowa gelungen, die Ruſſen zu ſchlagen und zurückzuwerfen, aber in den Karpathen ſelbſt erreicht der Gegner den Gebirgskamm und überſchreitet ihn ſchon an einzelnen Stellen. Auch die Buko⸗ wina mit Czernowitz iſt zum großen Teil verlorengegangen. Serbien. 20. 8. Die am 12. 8. begonnene Offenſive des Feldzeugmeiſters Potiorek über Drina und Save iſt ge— ſcheitert. Die Oſterreicher müſſen über die Grenze zurückgehen. Anfang September. Ein Vorſtoß der Serben über die Save nach Ungarn wird zurückgeſchlagen. Mitte September. Ein Mitte September begonnener neuer öſterreichiſcher Angriff auf die Serben hat zunächſt wiederum keinen Erfolg. Erſt im November gelingt es, dieſe zurückzuwerfen. 3. 12. Belgrad wird beſetzt, aber bald führt ein ſerbiſcher Gegenangriff zu einer neuen ſchweren Nieder⸗ lage der k. u. k. Heere. 15. 12. Belgrad muß geräumt, das öſterreichiſche Heer über die Save zurückgenommen werden. Von nun an ſtehen ſich Serben und Oſterreicher, beide ſtark erſchöpft, im Stellungskrieg gegenüber. Türkei. August. Die Türkei(Kriegsminiſter und Vizegeneraliſſimus Enver Paſcha) macht mobil. Die deutſchen Kreuzer„Göben“ und„Breslau“ laufen in die Dardanellen ein und werden ſpäter in die osma⸗ niſche Flotte eingereiht. 29. 10. Die Türkei, namentlich durch die ruſſiſchen Pläne in ihrer Exiſtenz bedroht, tritt auf der Seite Deutſch⸗ lands und Oſterreichs in den Krieg. Die Durchfahrt zum Schwarzen Meer wird geſperrt. Ruß⸗ land ſteht nun mit der Außenwelt nur noch über den Fernen Oſten und den meiſt vereiſten Hafen von Archangelſk in Verbindung. Herbst. Die Türken ſtellen zunächſt drei Armeen auf: bei Konſtantinopel, in Kleinaſien und bei Erzerum im Kaukaſus, ſpäter eine vierte bei Damaskus. Ein von vornherein ausſichtsloſer Verſuch Envers, mit der 3. Armee von Erzerum her das 1878 von den Ruſſen genommene Kars wiederzuerobern, ſcheitert im furchtbaren Hochgebirgswinter Armeniens völlig. Von etwa 90000 Mann gelangen, im Januar 1915, nur etwa 12000 zurück. An den übrigen Fronten kommt es noch nicht zum Kampf. —————PPT———— 10 e e eee—.— 8 Mörders von Sarajew eichiſche Thronfolger, Erzhe mahlin Sopht nDr en Pri „Drohende Kriegsgefahr.“ Mit Rückſicht auf die ſchon längſt im Gang befindliche Mobilmachung Ruß⸗ lands ſah ſich die deutſche Regierung am 31.7. 1914 gezwun⸗ gen, denZuſtand der drohenden Kriegsgefahr“ zu verkünden. Nach alter Sitte erfolgte die Bekanntgabe durch einen von Spielleuten begleiteten Offizier. Am 1. 8. 1914 wurde dann die Mobilmachung des Heeres und der Flotte befohlen. annunge „Schüſſe vone zum Weltkrieg Militärtransporte. Planmäßig und in vorbildlicher Ordnung vollzog ſich der deutſche Aufmarſch. Ganz außerordentlich waren die Leiſtungen der Staatsbahnen, bedrohten die innerhalb weniger Tage in 11100 Kriegstransporten der Heimat 3120000 Mann und 860000 Pferde mit Ausrüſtung an die Grenzen beförderten. Die Begeiſterung der ins Feld ziehen⸗ den Truppen war unbeſchreiblich. 4 Vor einem Aushebungsbüro in Frankreich Während ſich Deutſchland noch immer für den Frieden Frankreich ſchon am 31.7 8 Oſtkorps mobiliſiert. Am 1. 8., 4.3 nachmittags, unterzeichnete ſein Kriegsminiſter den? in Mobilmachung. Bei uns wurde dieſe am e um 5 Uhr nachmittags angeordnet. einſetzte, h 7*+ 914, alſo einen zur allge oldaten einen 7 Scheingeſchütz. Der Aufmarſch der Heere vollzog ſich unter dem Schutz ſchwacher„Grenzſchutztruppen“. Ihre Stellungen mußten ſtark erſcheinen, damit es der Gegner nicht wagte, ſie anzugreifen und ſo die Verſammlung der Hauptkräfte zu ſtören. Scheinanlagen, wie auf dem Bilde, haben auf größere Entfernung oft erſtaunlich„echt“ gewirkt. 10 Die„Dicke Bertha“. Die Anmarſchſtraßen der deutſchen Heere nach Belgtien und Frankreich waren zum Teil mit Befeſtigungen geſperrt, die als uneinnehmbar galten. Die deutſche Heeresverwaltung aber hatte in aller Stille bei Krupp den gewaltigen 42-m-Mörſer herſtellen laſſen, der auch die ſtärkſten damaligen Panzer⸗ und Beton⸗ bauten zerſchlug. Huſarenpatrouille. Den vormarſchierenden Armeen eilte ſtarke Kavallerie voraus. Sie hatte die Aufgabe, die Bewegungen des Gegners feſtzuſtellen, das ei V rücken zu ſichern und zu verſchleiern. Die Anforderungen waren beſonders bei den Fernpatrouillen ganz außerordent⸗ liche. Ortſchaften und unüberſichtliches Gelände durften nur mit großer Vorſicht durchritten werden. 11 Dinant. rdie zur Umfaſſung des franzöſiſch⸗engli⸗ ſchen linken Flügels aus der Linie Aachen-Diedenhofen weit nach Weſten ausholenden deutſchen Armeen galt es zu⸗ nächſt, den Maas⸗Abſchnitt zu überwinden. Uberall kam es zu ſchwerem Ringen um die Flußübergänge, ſo auch bei Dinant, wo ſich leider die belgiſche Bevölkerung am Kampfe beteiligte. Deutſche Infanterie überſchreitet die belgiſche Grenze. Der deutſchen Führung gelang es faſt über⸗ all, den Krieg in Feindesland zu tragen. Die Überſchreitung der Grenzen durch die feldgrauen Marſchkolonnen geſtaltete ſich auch bei ſtarken Marſchanſtrengungen ſtets zu einem er⸗ hebenden Augenblick. Oft erfolgte ſie unter den Klängen der Wuſik im Parademarſch. Der Handſtreich auf Lüttich verlief zunächſt nicht nach Nur einer Brigade, unter Ludendorff, gelang es, in die Feſtung einzudringen. Aber die Vormarſchſtraßen wur⸗ den dennoch rechtzeitig frei, dank der vernichtenden Wirkung unſerer Mörſer gegen die Forts. 13 Ein Grufß in die Heimat. Die Poſt nach der Heimat wurde möglichſt bei den Feldpoſtanſtalten vorſortiert. Schwierigkeiten in der Zuführung traten vor allem auf, wenn umfangreiche Truppenverſchiebungen vorgenommen oder größere Angriffsbewegungen eingeleitet wurden, denen häufig eine Poſtſperre und damit eine Anſammlung von Feldpoſt⸗ ſendungen vorausging.(Vgl. auch Bild 221.) 1 6 Belgiſche Kavallerie ſperrt eine Straße. Nach Verluſt der Maaslinie mit den ſtarken Feſtungen Lüt⸗ tich und Namur konnte die belgiſche Armee den über die Linie Namur Brüſſel vordringenden deutſchen Truppen nur noch geringen Widerſtand entgegenſetzen, trotz Teilnahme der Be⸗ völkerung am Kampfe und Ausnutzung jeder Möglichkeit, die Vormarſchſtraßen zu ſperren. 1 Londoner Omnibuſſe fahren engliſche Truppen an die Front. Die Engländer unter French, 130000 Mann, verſammelten ſich am linken Flügel der Franzoſen bei Guiſe-Le Cateau. Ihre Transportſchiffe hatten Londoner Omnibuſſe mitgebracht, die benutzt wurden, um die Truppen mit größter Schnelligkeit in die vorgeſehenen Kampfabſchnitte zu befördern. Y + 77 1 7 Zur Entgleiſung gebrachter Eiſenbahnzug allen Mitteln verſuchten die Belgier, ihre für u Nachſchub ſo außerordentlich wichtigen Bahnlinien unbrauch⸗ bar zu machen. Tunnels und Brücken wurden geſprengt, man ließ Züge aufeinanderfahren oder entgleiſen. Unſeren gut geſchulten Eiſenbahntruppen gelang es aber, derartige Hin⸗ derniſſe ſehr bald zu beſeitigen. 1 Einrücken ins Quartier. Ungeheuer waren die Märſche, die in den erſten Kriegswochen von der deut⸗ ſchen Infanterie Tag für Tag bewältigt werden mußten. Freudig begrüßte es der Soldat, wenn er abends wenigſtens ein Dach über dem Kopfe hatte. Für die nachfolgenden Ka⸗ meraden ſchrieb er häufig ſeine Erfahrungen mit Kreide an die Türe, wie„Gute Leute! Schonen!“ 18 Gefangene aus Montmédy. Die alte Feſtung Montmédy wurde in der Nacht vom 28./29. 8. von einem Landwehr⸗Bataillon kampflos beſetzt. Die Garniſon wat ſchon vorher, nach Zerſtörung des Bahntunnels, zum Durchbruch auf Verdun abgezogen. Dieſer gelang nicht. Die Reſte der Beſatzung kamen in Gefangenſchaft. MüfRR mn Zivilbevölkerung wird in Sicherheitg 2 K* Mit den Entente„ die im Au ö 5— 19 Belgiſche Regierungsakten auf dem Wege nach Rückzug gezwungen wurden, f uch ein l 21 Rückkehr der franzöſiſchen Regierung nach Frankreich. Als nach der Einnahme der letzten Forts 5 bevölkerung. l Paris. Anfang September 1914 waren die deutſchen von Lüttich(16. 8. 1914) mit der alsbaldigen Beſetzung Brüſ⸗ kunft der chen meiſt„part ˖ e Zurück Truppen in der Linie Chantilly ſels gerechnet werden mußte, ließ die belgiſche Negierung die gebliebener d5 rd wichtigſten Akten ſchleunigſt nach Frankreich ſchaffen. Hierbei wurden aus Mangel an Transportmitteln auch allerhand Behelfsfahrzeuge verwendet. 2 Das Antlitz des Weltkrieges tru f˖—— 22 Flucht aus Antwerpen. Die ſtarke Feſtung Ant⸗ die Zeichen furchtbarſter Zerſtörung wie in der Zeit 24 In den Vogeſen. Die ſtelle 8⸗ werpen bildete durch ihre Lage hinter dem deutſchen der Materialſchlachten, aber eine Anz b · artigen, ſtark bewaldeten Vogeſen beeinträchtigten rechten Flügel eine ſtändige Gefahr, die erſt durch ihre Ein⸗ franzöſiſcher Städte haben ſchon ꝛale iefeu 1914 unſeren Angriff aus den Reichslanden in folgenſchwerer nahme(am 9. 10.) beſeitigt wurde. Leider ließ es ſich nicht Brände und Straßenkämpfe ſehr zu leiden abt. ſer Weiſe. Ein Teil des Gebirges blieb dauernd in den Händen vermeiden, daß Teile der nach Antwerpen zurückgegangenen Bild zeigt die offene Stadt Mecheln, die in das Fe der Franzoſen, denen es aber trotzdem nicht wieder gelang, belgiſchen Feldarmee entkamen und ſich ſpäter an der Bſer Truppen gekommen war. das Elſaß ernſtlich zu bedrohen. zu neuem Widerſtand ſammelten. Kriegsbeginn im Oſten 2 6 Hindenburg bei Tannenberg. Am 3. 8. 1914 übernahmen Hindenburg und Ludendorff den Befehl in Oſtpreußen. Sie beſchloſſen, mit allen verfügbaren Kräften den vom Narew vordringenden Samſonow anzugreifen und gegen den bis über die Alle gelangten Rennenkampf nur ſchwache Sicherungen ſtehen zu laſſen. Die kühne Operation endete mit der Vernichtung Samſonows bei Tannenberg. 27 8 Unſ V brachte eine äber En r. Dann aber ippen vor en. Der Rückzug wurde jedoch ſo ß die Ruſſen nur langſam folgen und genſtoß umgruppleren Ruſſen ergeben ſich. 137000 Gefangene, 500 Ge⸗ ſchütze und unzählige Maſchinengewehre waren die Beute von Tannenberg und den Maſuriſchen Seen. Hinden⸗ burg konnte nun nach Polen den Oſterreichern zu Hilfe eilen. Den weiteren Schutz Oſtpreußens mußten ſchwache Kräfte übernehmen, die ſich noch bis zum Spätherbſt auf ruſſiſchem 2 9 Nuſſiſche Artillerie. Die ruſſiſche Artillerte war vortrefflich ausgerüſtet. Es fehlte ihr aber, nament⸗ lich ſpäter, ſehr häufig an Munition. Das erbeutete ruſſiſche Geſchützmaterial wurde von uns ſchnellmöglichſt wieder ver⸗ wertet, vor allem durch Umbau zu Flugabwehrkanonen. Ubri⸗ gens verwendeten wir auch in großer Zahl ruſſiſche Gewehre. 30 Raſtende Truppen in Polen. Nach dem Rück⸗ zug aus Südpolen ſtieß Hindenburg aus der Gegend ſüdweſtl. Thorn den gegen die ſchleſiſche Grenze vordringen⸗ den Ruſſen in die Flanke. Die Schlacht bei Lodz und Lowicz brachte Ende November die ruſſiſche Dampfwalze endgültig zum Stehen.— Unter die ſchweren Kämpfe bei Lodz zählt auch der berühmte Durchbruch Litzmanns bei Brzeziny⸗ 31 Feldbäckerei. Verpflegung wurde durch Provi und Fuhrparkkolonnen nachgefül nVorr wleder aus Kolonnen der Etappe oder ar wurden. Brot ſtellten Feldbäck fahrbar Backöfen her. 2 Jorr der men wr nnur ver urch Beitreibung aus dem oder nicht reichte. 34 König Peter von Serbien. Beim erſten An auf Serbien ab Auguſt konnten d Oſter nach ſchweren, ſehr wechſelvollen Kämpfen endl 1914 in Belgrad einzlehen. Aber bald darauf mußten die k. u. k. Truppen die Stadt und das ganze Land unter ſch ſten Verluſten vor den Serben u rräu 1. Bis zun zweiten Angriff Oktober 1915 herrſchte dann an Drina, Save und Donau Ruhe. 32 marſch. Nach erſtem Verband und einer Tetanus⸗ 6 gegen Starrkrampf) auf den vorderen Verbar erreichten marſch Leichtverwundete die rück⸗ Sanitätsanſtalter er die Bahn meiſt zu Fuß. n pflegte mein Täfelchen umzu n, welches die Art der Verwun e 22 85 3 1.7 N 35 Verluſtliſten. Zu Anfang Krieges wurden die Verluſte noch bekanntgegeben. Sehr bald mußte man ſich aber dazu entſchließen, von der Veröffentlichung Abſtand zu nehmen, weil der Feind aus den Liſten nur allzuleicht Folgerungen auf die Kriegsgliedern unſere Truppen und unſere Lage zu ziehen vermochte. 22 Kolonne in Winters recken 3 Türkiſche Infanterie. Die? ei war zunächſt unter Moblliſierung ihrer Streitkräfte neutral ge⸗ blieben. Am 29. 10. 1914 trat ſie auf die Seite der Mittel⸗ mächte. Ste mußte das, weil ein Sieg der Alllierten ihr ſicher wektere ſe e Einbuße an Souveränttät und Land gebracht hätte. Den Auftakt für ihren Anſchluß bildete die Ubernahme der nach Konſtantinopel durchgebrochenen „Göben“ und„Breslau“. εε +ρ —2——— — der Deltkrieg 1915 Lage um die Wende 1914/15. Mit dem Wißlingen der Flandernoffenſive im Spätherbſt 1914 war der deutſche Blan, wenigſtens im Weſten eine ſchnelle Entſcheidung zu erzwingen, geſcheitert. Die Front in Belgien und Frankreich hielt weiterhin ſo viele Kräfte feſt, daß die Oktober⸗ und Novemberoperationen im Oſten nur Abwehrſiege bringen konnten.— Weitere offenſive Kriegführung war für uns unbedingt geboten: die militäriſche und wirtſchaftliche Uber⸗ legenheit unſerer Gegner wuchs gefährlich ſchnell, ſchon begann die Neutralität Italiens und Rumäniens zu wanken, machte ſich die Blockade ſtark fühlbar. Ließen wir in reiner Abwehr die Macht unſerer Gegner weiterwachſen, ſo mußten wir, früher oder ſpäter, mit Sicherheit militäriſch und wirtſchaftlich unterliegen.— Es mußzte unter allen Umſtänden ſo bald wie möglich wieder angegriffen werden, aber wo man zum Angriff ſchreiten ſollte, blieb eine ſchwere und heiß umſtrittene Frage. Die Führer im Oſten, Hindenburg und Conrad, waren der Meinung, daß vor einer neuen Offenſive im Weſten erſt Rußland zu Boden geworfen werden müſſe, und hielten es für durchaus möglich, dieſem noch einen ent⸗ ſcheidenden Schlag zu verſetzen. Falkenhayn blieb indeſſen weiter bei ſeiner Uberzeugung, daß die Ent⸗ ſcheidung nur im Weſten fallen könne und werde. Demnach ſeien die Truppen für eine neue Offenſive in Frankreich zu ſchonen und zuſammenzuhalten. Falkenhayn dringt mit ſeiner Auffaſſung durch. Aber die Lage bei den Oſterreichern verſchiebt dennoch das Schwergewicht der Kriegführung des Jahres 15 immer mehr nach Rußland. Dieſe können ſich in den Karpathen der Ruſſen kaum mehr erwehren. Auch für uns wird die Lage dadurch derart gefährlich, daß eine Entlaſtungsoffenſive im Oſten dringend geboten iſt. Es werden dementſprechend verſammelt: Zur unmittelbaren Unterſtützung der Oſterreicher bei Munkacz hinter den Karpathen die Kaiſerlich Deutſche Südarmee, General von Linſingen, in Oſtpreußen zur Verfügung Hindenburgs die 10. Armee, Generaloberſt von Eichhorn. Winterkämpfe im Oſten. 22.1. Beginn der Karpathenoffenſive der Südarmee und der Oſterreicher. Unter ungeheuren Winter⸗ ſchwierigkeiten gelingt es lediglich, den Gebirgskamm wieder zu nehmen(Zwinin!) und bei eiſiger Kälte zu halten. Nur auf dem rechten Flügel gelangt die k. u. k. Armee Pflanzer-Baltin, im Februar, bis Stanislau. Beginn der Winterſchlacht in Maſuren. Die unſerer 8. Armee(Otto von Below) an der Angerapp gegenüberſtehende Armee Siewers wird von Hindenburg mit der 10. Armee von Tilſit her links, mit dem Korps Litzmann von Johannisburg aus rechts umfaßt und bei frontalem Vorgehen der 8. Armee im Auguſtower Wald bei ſchwerſtem Winterwetter zuſammengedrängt und zum größten 22.2. Teil vernichtet. Die Beute beträgt über 100000 Gefangene und etwa 300 Geſchütze. Oſtpreußen wird endgültig vom Feinde frei. 24. bis 27. 2. Der geplante Ausbau des Erfolges durch Vorſtoß der Armeeabteilung Gallwitz von der oſtpreußiſchen Südgrenze her über den Narew in den Rücken der weſtlich der Weichſel ſtehenden Ruſſen gelingt nicht. Nach einem— ſchweren— Sieg bei Przasnyſz ſtößt Gallwitz bei ungeheuren Geländeſchwierigkeiten auf eine ruſſiſche Gegenoffenſive. Dieſe wird ſchließlich abgewieſen, und in erbitterten Kämpfen, u. a. bei Mlawa, kann Gallwitz die Grenzlinie behaupten.— Auch ein Angriff friſcher Ruſſentruppen aus der Linie Kowno—Grodno wird abgeſchlagen. Die Armee Eich⸗ horn gräbt ſich Anfang April vorwärts der Linie Auguſtow—Suwalki—Kalwarja— Wilkowiſchki ein.—Ruſſiſche Landſturmtruppen, die einige Tage in Memel furchtbar hauſten, werden wieder hin⸗ ausgeworfen. Unſere ſchwachen Sicherungen nördlich des Memelſtromes werden allmählich verſtärkt. Przemysl fällt nach 5 Monaten tapferſter Gegenwehr. Die Lage an der Karpathenfront wird wieder ſo ernſt, daß neue deutſche Verſtärkungen(u. a. das Beskidenkorps) in die Oſterreicher ein⸗ geſchoben werden müſſen. Es gelingt wenigſtens, die Front einſtweilen zu ſtützen, nicht aber einen Umſchwung herbeizuführen. Die große Offenſive gegen Rußland. Um nun endlich der ſchwer laſtenden Sorge um die öſterreichiſche Front ein Ende zu machen, ſchlägt die deutſche OH den Bundesgenoſſen vor, in einem großen gemeinſamen Angriff die ruſſiſche Front zwiſchen der oberen Weichſel und den Beskiden in öſtlicher Richtung zu durchbrechen und die Karpathenarmeen des Feindes aufzurollen. General von Falkenhayn hofft dadurch die Kampfkraft der Ruſſen für lange Zeit zu lähmen. Die Oſterreicher, die hinſichtlich der Art des Angriffs ähnliche Pläne hatten, ſtimmen zu. Eine Entſcheidung im Oſten zu ſuchen, beabſichtigt der deutſche Generalſtabschef auch jetzt nicht. Zur Ablenkung der Ruſſen fallen deutſche Kräfte in Kurland ein, die Libau nehmen und vorüber⸗ gehend bis Schaulen und Mitau gelangen. Zum gleichen Zweck wird bei Skierniewice(mit Gas), bei Suwalki und in der Bukowina angegriffen. 2. bis 5. 5. Durchbruch bei Tarnow-Gorlice. Generaloberſt von Mackenſen durchbricht mit Deutſchen (11. Armee) und Oſterreichern die ruſſiſchen Stellungen zwiſchen Karpathen und Dunajecmündung. Die ganze Ruſſenfront von der Nida bis zum Lubkower Paß ſtürzt zuſammen. General Dimitrijew weicht hinter den San zurück. 6.2. 22. 3. 27. 4. 14.5. Der Kampf um die Dujeſtr—San-Linie beginnt. Auch die öſtlich des Lubkow⸗Paſſes in den Karpathen ſtehenden deutſchen und öſterreichiſchen Truppen ſind zum Angriff übergegangen.— Die 11. Armee erzwingt bei Jaroslau(16. 5.) und Radymno den Übergang über den San. Przemysl wird wiedererobert. UÜberall iſt nun die San-⸗Linie erreicht. Weiter ſüdlich durchbricht die deutſche Südarmee, von den Karpathen her kommend, die Ruſſenfront bei Stryj. Eigentlich ſoll nach dem Plane der OH“ jetzt, nach Erreichen des San und Dnjeſtr, die Offenſive abgebrochen werden. Aber eine ausreichende Sicherung der öſterreichiſchen Front, von der nun ſtarke Kräfte nach Italien abgegeben werden müſſen, ſcheint noch keineswegs gewährleiſtet. So ſendet Falkenhayn trotz der Feindoffenſiven im Weſten weitere Verſtärkungen zum Stoß auf Lemberg. Die Ruſſen ſuchen dieſen durch einen Gegenangriff in der Bukowina zu parieren. Die Armee Pflan⸗ zer-Baltin wird in die Karpathen zurückgeworfen, aber ein Angriff der deutſchen Südarmee(Lin⸗ fingen), die bereits den Dnjeſtr erreicht hatte, bei Stanislau und Halicz in die rechte Flanke der nachdrängenden Ruſſen ſtellt die Lage wieder her. Auch die folgende Gegenoperation der Ruſſen gegen die ſchwachen Kräfte, welche Linſingen bei Zydaczow und Zurawno ſtehengelaſſen hatte, wird nach ſchwerem Kampf ſchließlich abgefangen. Die beiderſeitige Frontlinie wird wieder durch 19. 6. den Dnufeſtr beſtimmt. Da gelingt Mackenſen bei Magirow und Grodek ein neuer Durchbruch. 22.6. Lemberg wird genommen, Mackenſen zum Feldmarſchall ernannt.— Die OH“ entſchließt ſich, nachdem nun die ruſſiſche Südweſtfront geſchlagen ſcheint, den Gegner auch in Polen zum Weichen zu bringen. Aber tatſächlich iſt die Kraft der ruſſiſchen Armeen in Galizien noch nicht gebrochen. Oſtlich Lemberg haben die verbündeten Truppen alsbald noch einmal ſchwere Kämpfe zu beſtehen. Die nach 2. 7. Südoſten Luft ſchaffende Armee Linſingen vermag erſt am 2. 7. die Zlota Lipa zu erreichen. Anfang Juli. Dann aber kann Mackenſen mit ſeiner 11. Armee, rechts und links begleitet von der neuen Bugarmee(Linſingen) und der 4. k. u. k. Armee, die ihm unterſtellt ſind, zwiſchen Bug und Weichſel nach Norden vorrücken. Sein Angriff zielt in Flanke und Rücken der ruſſiſchen Mitte und ſoll zu einem großen Schlage gegen das ganze Ruſſenheer werden: öſterreichiſche Truppen und die Südarmee haben ſeinen Vormarſch nach Oſten zu ſichern, Armeeabteilung Woyrſch und die 9. Armee den Feind weſtlich der Weichſel feſtzuhalten. Von Vorden her ſoll ein Angriff der Armeeabteilung Gallwitz gegen den Narew die Wackenſen⸗Offenſive zur Zange ergänzen. Der Vorſchlag von„Oberoſt“, den Nordangriff weiter öſtlich, am Oſtufer des Njemens, nach Süden zu führen, der nach Anſicht Hindenburg⸗Ludendorffs zur Bernichtung der ganzen Zarenarmee hätte führen können, wird von Falkenhayn nicht angenommen. Mitte Juli. Mackenſen durchbricht ſüdweſtlich Cholm erneut die ruſſiſchen Stellungen, kommt aber dann nur langſam vorwärts. Die Ruſſen weſtlich der Weichſel beginnen zu weichen. 13. 7. Die Armee Gallwitz(12.) bricht bei Przas nyſz durch und wirft die Ruſſen bis zum 19.7. über den 26. bis Narew, den ſie dann am 24.7. überſchreiten kann. Die Belagerung von Nowogeorgiewfk wird ein⸗ 28. 7. geleitet. Die Armee kommt aber nur noch langſam voran, da die Ruſſen ſtarke Gegenangriffe führen. 23. 7. Die auf Mitau vorgehende Niemenarmee(Otto von Below) ſchlägt die Ruſſen bei Schaulen und erreicht am 1. 8. Mitau. Erneute Vorſchläge von Oberoſt, die Nordoperationen über Kowno— Wilna zu führen, werden wiederum abgelehnt. 29. 7. Woyrſch erzwingt zwiſchen Warſchau und Jwangorod den Weichſelübergang. Mackenſen bricht am gleichen Tage zum ſiebenten Male durch. Cholm und Lublin werden genommen. Die 9. Armee(Prinz Leopold von Bayern) zieht in Warſchau ein, Gallwitz nimmt Oſtrolenka und Lomza, Woyrſch am ſelben Tage Jwangorod, Beſeler am 20. Nowogeorgiewfk, die ſtärkſte ruſſiſche Feſtung, mit deren Ubergabe uns 85000 Mann und 800 Geſchütze in die Hände fallen. Aber die geplante Umklammerung der zwiſchen Narew, Weichſel und Bug zuſammengedrängten Ruſſen mißlingt. Sie vermögen nach Oſten auszuweichen. Unſere Heere bekommen allmählich auch eine öſtliche Richtung. Ende Auguſt erreichen ſie eine Linie vorwärts Breſt-Litowſk Grodno. 18. 8. bis Ende d. M. Inzwiſchen hat Hindenburg für ſeine immer wieder vorgeſchlagene Operation über Wilna nach Südoſt, Richtung Minſk, den Weg frei gemacht durch Einnahme von Kowno(20000 Gefangene, 1300 Geſchütze) und durch Ubergang über den Njemen auch ſüdlich der Feſtung.— Die OHL ſtimmt nun dem Wilnaangriff beſchränkt zu und gibt für ihn auch einige Reſerven frei. Hindenburg läßt die Njemenarmee zum Flankenſchutz gegen die Düna antreten. Rechts von ſeinen Hauptkräften marſchieren 8. und 12. Armee auf Lida, mit jenen ſelbſt(10. Armee, Eichhorn) dringt der Feldmarſchall von Nordoſten über Wilna und öſtlich Wilna vorbei auf Smorgon— Molo⸗ deczno vor.— Aber für den angeſtrebten entſcheidenden Erfolg iſt es nun zu ſpät. Der Gegner hat inzwiſchen ſtarke Kräfte zum Schutz ſeiner bedrohten Flanke verſammelt. Zwar wird es möglich, am 18. 9. Wilna zu nehmen, aber eine Einſchließung der im Naume ſüdöſtlich der Stadt zuſammen⸗ gedrängten ruſſiſchen Maſſen gelingt nicht, trotz ungeheurer Marſch- und Gefechtsleiſtungen der Truppen, insbeſondere auch der vorauseilenden Heereskavallerie, die bei Smorgon ſich in heißem Kampf bemüht, die Ruſſen feſtzuhalten. 3. 6. 5. 8. 9. 9. 18. 9. 27.9. Immer ſtärker wird der Druck der von Nordoſt und Oſt heranmarſchierenden ruſſiſchen Reſerven auf Rücken und Flanke unſerer, Front nach Süden und Weſten kämpfenden Wilna⸗Truppen. Hindenburg muß ſich entſchließen, die Offenſive abzubrechen und eine Dauerſtellung hinter der Seen⸗ kette zu beziehen, die von Dünaburg über Widſy und Poſtawy nach Smorgon verläuft. Vördlich dieſer Stellung der 10. Armee gräbt ſich zwiſchen Dünaburg und Mitau auf dem Weſtufer der Düna die Njemenarmee ein, ſüdlich von ihr— öſtlich von Lida und Nowogrodek— die 8. und 12. Armee. Inzwiſchen hatten Mitte Auguſt die Oſterreicher mit einer eigenen Offenſive zur Befreiung Oſt⸗ galiziens gegen Rowno und den Sereth begonnen. Außer der Wegnahme von Luzk war nicht viel erreicht worden, und ſchließlich hatte es Mitte September bei Rowno einen ſchweren Rückſchlag gegeben, der nur mit deutſcher Hilfe pariert werden konnte. Die deutſch⸗öſterreichiſche Front ſüdlich des Njemen verläuft nun öſtlich Baranowitſchi, Pinſk, Kowel, Luzk und Brody vorbei über Tarnopol in den Raum öſtlich Czernowitz. Der Reſt des Jahres ver⸗ geht auf der ganzen Oſtfront im Stellungskrieg. Italien eröffnet den Krieg. 2. 8. 1914. Italien hält ſich nach Lage der Dinge nicht für verpflichtet, an Seite ſeiner Dreibundsgenoſſen in den Krieg zu treten und ihnen am Oberrhein, in den Seealpen und im Mittelmeer die planmäßige Hilfe zu leiſten. Es erklärt ſeine Neutralität.— Bei ſeiner Entſcheidung war die Schutzloſigkeit des Landes gegen die engliſche Flotte wohl von ausſchlaggebender Bedeutung. Frühjahr 1915. Die italieniſche Regierung verhandelt mit beiden Parteien. Als es— vor Gorlice!— im Frühjahr 15 ſcheint, daß die Entente endgültig das Ubergewicht habe, ſchließt ſich Italien nach Kündigung des Dreibundvertrags(4. 5.) den Allüerten an, die ihm u. a. Südtirol, Trieſt und Teile der dalmatiniſchen Küſte zugeſichert hatten. Italien erklärt Oſterreich-Ungarn, welches ſchon zu erheblichen Gebietsabtretungen bereit war, den Krieg. Dieſes und Deutſchland ſtehen nun vor der Frage, ob ſie Italien angreifen oder zunächſt die große Ruſſenoffenſive zu Ende führen ſollen. Sie entſcheiden ſich, in richtiger Würdigung der italieniſchen Kampfkraft, für das letztere. In den Alpen und am Iſonzo ſichern einſtweilen nur ſchwache öſterreichiſch-ungariſche Truppen, faſt alles Standſchützen, Landſturm und Erſatz. Erſt ganz allmählich kommen Verſtärkungen, darunter das deutſche Alpenkorps. Der italieniſche Oberbefehlshaber, General Cadorna, hält eine Offenſive durch die Tiroler Alpen für wenig ausſichtsreich und entſcheidet ſich dafür, den Hauptangriff über Iſonzo und Karſt⸗ gebirge in Richtung Laibach zu führen, die auch das beſte Zuſammenwirken mit Serben und Ruſſen verſpricht. Aber auch zu dieſer Offenſive kann er ſich nur halben Herzens entſchließen, fürchtet er doch, daß ihm Oſterreich aus Tirol in Flanke und Rücken ſtoßen könnte. Er läßt deshalb viel zuviel Kräfte gegen Tirol und Kärnten ſtehen und iſt ſo am Iſonzo nicht ſtark genug. Dazu kommt noch, daß die italieniſche Armee, obwohl ſie ſchon 1914 mobil machte, immer noch nicht voll kriegsbereit iſt. Der Hauptangriff beginnt daher erſt Ende Juni. Die mit der Kriegserklärung einſetzenden kleineren Kämpfe an der Tiroler Front— am Gardaſee, im Etſchtal, auf der Südoſtfront der Feſtung Trient und am Col di Lana, bei Cortina, am Wonte Criſtallo und den Drei Zinnen in den Dolomiten— und an der Kärntner Grenze weſtlich Tarvis dienen der Verbeſſerung der Abwehr und der Bindung des Gegners im Norden. — Angriffe im Flitſcher Becken, bei Plava und Görz ſind Vorbereitungen für die große ffenſive. 23. 6. bis 8. 7. Erſte Iſonzoſchlacht. Die noch ſehr ſchwache öſterreichiſche Iſonzoarmee Boreovic weiſt den Angriff des Feindes gegen ihren Südflügel auf den Höhen von Doderdo und gegen die Stellungen von Plava und St. Martin nordweſtlich ſowie von Podgara weſtlich Görz blutig ab. Zweite Julihälfte. Auch der zweite Angriff der Italiener gegen Doderdo, Podgara und Plava ſcheitert nach erbittertem Ringen. Nun legt der vorſichtige Cadorna eine Pauſe ein. Vor allem laſtet jetzt auf ihm wieder die Sorge, frei gewordene öſterreichiſche Truppen könnten nach den vielen Niederlagen der Ruſſen von Tirol Mitte her ihm in den Rücken fallen. Erſt als die Champagneoffenſive der Franzoſen beginnt, entſchließt er Sept. ſich auf Drängen der Allüerten, zur dritten Schlacht zu ſchreiten. Sie ſcheitert wiederum. Ins⸗ beſondere bleiben die Brückenköpfe von Tolmein und Görz in der Hand der Verteidiger. Zweite Oktoberhälfte bis Anfang November. Ein vierter Angriff, den Cadorna mit 100 Bataillonen nun gegen Görz und die Höhen nordweſtlich unternimmt, bringt nur geringen örtlichen Gewinn. Dann ſchläft der Kampf im beginnenden Gebirgswinter ein. Auch die Tiroler Front Oſterreichs hält. Alle Verſuche der Italiener, bei Lafraun und Vielgereut, im Suganer Tal und in den Dolomiten voranzukommen, ſcheitern. Die Türkei. Der Kampf um die Dardanellen. Januar. Mit 16000 Mann unter Oberſtleutnant Freiherr von Kreß unternimmt die Türkei aus Paläſtina einen Vorſtoß gegen den für England lebenswichtigen Suezkanal. In ſieben Tagen wird die ——HHHBHPpPpPpppppprrprrrrrrrrrrrrrrrrrr···ůůů Wüſte Sinai durchquert, und am 2. 2. erſcheint Kreß völlig überraſchend am Kanal. Aber der Ubergang über dieſen mißglückt. Der Rückzug muß angetreten werden. Immerhin hält die Be⸗ drohung Agyptens von nun an etwa 85000 Engländer dort feſt. Anfang Januar. Um die Verbindung mit Rußland über Konſtantinopel wieder herzuſtellen, durch Nieder⸗ werfung der Türkei die Gefährdung Englands im Orient zu beſeitigen und Deutſchland weiter ab⸗ zuſchließen, faſſen die Alllierten den Entſchluß zum Angriff auf die Dardanellen. Im Agäiſchen Meer wird eine ſtarke engliſch⸗franzöſiſche Flotte verſammelt, auf Lemnos ein Landungskorps bereit⸗ geſtellt.— Die Dardanellenbefeſtigungen ſind veraltet und nur mangelhaft beſtückt und ausgerüſtet. Unter der Leitung deutſcher Offiziere(Admiral von Uſedom) iſt aber bei beſchränkteſten Mitteln alles getan, ſie ſo leiſtungsfähig wie nur eben möglich zu machen. In den Batterien ſtehen neben den türkiſchen Kanonieren deutſche Matroſenartilleriſten. 19. und 25. 2. Der Angriff beginnt mit einer Beſchießung der Befeſtigungen durch Schiffsartillerie. Nach⸗ dem dieſe die vorderſten der veralteten Forts zum Schweigen gebracht, beginnt der Gegner vor⸗ zugehen. Aber das zunächſt eingeſchlagene vorſichtige Verfahren erſcheint ihm bald zu langwierig. Rußland braucht dringend Waffen und Munition! So entſchließen ſich die Allierten zu einem ab⸗ gekürzten Verfahren, das man nach der unausgeſetzten Beſchießung nun wagen zu können glaubt. 18 engliſche und franzöſiſche Schlachtſchiffe, begleitet von einer großen Zahl kleinerer Fahr⸗ zeuge, laufen zur Erzwingung des Durchbruchs in die Dardanellen ein. Trotz gewal⸗ tiger Uberlegenheit an Artillerie ſcheitert der Angriff aber vollkommen. Winen und Arttillerietreffer koſten Admiral Robeck 6 große Schiffe. Einen neuen Angriff wagt er nicht. Das iſt für die tapferen türkiſchen und deutſchen Verteidiger ein Glück, an Munition ſind bei ihnen nur noch 8 Schuß je Geſchütz, Minen gar nicht mehr vorhanden, Erſatz iſt zur Zeit unmöglich! Nun entſchließen ſich die Alliierten zu einem Angriff größten Ausmaßes zu Lande und zu Wa ſſer zugleich. 100000 Mann werden hierfür auf den nahen Inſeln bereitgeſtellt. Unter dem Schutz überwältigenden Feuers der Schiffe wird zur Landung geſchritten. Aber die 5. türkiſche Armee, 60000 Mann unter General Liman von Sanders, iſt auf der Hut. Die auf der aſiatiſchen Seite bei Kum Kale, wo General Weber kommandiert, ausbootenden Fran⸗ zoſen d Amades müſſen ſchon nach vier Tagen das Ufer wieder räumen. Den Engländern Hamiltons gelingt es zwar, ſich bei Seddil Bahr und Ariburnu auf Gallipoli ſelbſt feſtzuſetzen. Aber ſie kommen in den nun folgenden monatelangen, mörderiſchen Kämpfen keinen Schritt weiter. Durch Torpedoangriffe(U121, Herſing) ſinken drei weitere engliſche Schlachtſchiffe. Auch eine neue Landung, diesmal in der Suvlabucht bei Anaforta, bringt den Engländern weiter nichts als einen weiteren ſchmalen Küſtenſtreifen. Die Zahl der durch Geſchoß und Krank⸗ heit Ausfallenden ſteigt ins Ungemeſſene. November. Die Allüerten müſſen ſich eingeſtehen, daß eine Fortſetzung des Angriffs, den ſie lange ſchon nur ihres wankenden Preſtiges im Orient wegen betreiben, ausſichtslos iſt. Zudem droht auch, nachdem die Verbindung Deutſchland—Türkei hergeſtellt iſt, eine gefährliche Gegenoffenſive. Sie beſchließen, den Kampf um die Dardanellen abzubrechen. 19. auf 20. 12. Zuerſt werden die Fronten bei Anaforta und Ariburnu geräumt. Dann gelingt es, 8S. auf 9.1.1916. wiederum unter ungeheurer Einbuße an Material, die Truppen bei Seddil Bahr einzu⸗ ſchiffen.—In einem Kampf von 8 /½ Monaten haben die Türken, freilich unter ſchweren Verluſten, einen Sieg von größter Tragweite errungen, der auch zum Niederbruch des Zarenreiches 1917 ent⸗ ſcheidend beiträgt. Den Ruhm der osmaniſchen Truppen ſchmälert es nicht, daß deutſche Führer und Soldaten an dem gewaltigen Erfolg ausſchlaggebenden Anteil haben. An der Kaukaſusfront fechten die Türken 1915 weiter unglücklich. Sommer. Die Engländer, die unter Townshend von Basra in Meſopotamien gegen Bagdad vor⸗ 22. 11. dringen, werden bei Kteſiphon ſüdöſtlich dieſer Stadt geſchlagen und bei Kut el Amara ein⸗ geſchloſſen. Das Kommando führt hier ſeit Anfang Dezember Feldmarſchall von der Goltz. Der Feldzug gegen Serbien. Mai. 6. 8. Die Türkei konnte ſich indeſſen auf die Dauer nicht halten, wenn ſie weiter ohne leiſtungsfähige Ver⸗ bindung mit den Mittelmächten blieb. Die Orientbahn ſperrte aber Serbien, das außerdem für die Oſt⸗ llerbst front eine ſtändige Flankendrohung bedeutete. Nach den Siegen über Rußland war nun endlich der er⸗ 1915 fehnte Augenblick gekommen, es endgültig niederzuwerfen. Leicht war allerdings auch jetzt der Ent⸗ ſchluß zum Angriff nicht, denn in Weſt und Oſt blieb die Lage ſtark geſpannt. Aber die unerläßliche Waffenhilfe Bulgariens war jetzt geſichert, und gewartet konnte nicht mehr werden. 2. Septemberhälfte. So marſchieren trotz aller Schwierigkeiten pünktlich in der zweiten September⸗ hälfte nach dem Kriegsplan Falkenhayns auf: die 3. k. u. k. Armee— Oſterreicher und Deutſche— unter General von Köveß nordweſtlich Belgrad hinter der Save, die 11. deutſche Armee unter General von Gallwitz, Semendria gegenüber, hinter der Donau, die 1. bulgariſche Armee an der ſerbiſchen Oſtgrenze in Höhe von Niſch, die 2. bulgariſche Armee ſüdlich der 1. bei Küſtendil. Falkenhayn will die Serben in der Mitte ihres Landes zufammendrängen und dort vernichtend ſchlagen. Dabei hat die 2. bulgariſche Armee die Aufgabe, durch Vormarſch ins obere Wardartal ber der ie Be⸗ Nieder⸗ iter ab⸗ jäiſchen r Fahr⸗ gewal⸗ etreſſer apferen ſchuß je ind zu er Hut. Fran⸗ allipoli ämpfen ändern Krank⸗ fenſive. ingt es einzu⸗ rluſten 17 ent⸗ ührer ze Ver⸗ die Oſt⸗ der er⸗ er Ent⸗ läßliche tember⸗ tſche— e unter mee an iſtendil. uichtend irdartal zu verhindern, daß die Serben nach Süden in Richtung auf Saloniki ausbrechen, wo ſich zu ihrer Unterſtützung unter Nichtachtung der Neutralität Griechenlands die franzöſiſch-engliſche Orient⸗ armee unter Sarrail zu verſammeln beginnt.— Den Befehl über die drei nördlichen Armeen über⸗ nimmt Feldmarſchall von Mackenſen, die 2. Bulgarenarmee bleibt ſelbſtändig. 7.10. Nach ſtarker Artillerievorbereitung beginnt der Ubergang über die mächtige Strombarriere der Donau und Save eine der glänzendſten Waffentaten aller Zeiten. Am 9. 10. iſt Belgrad, am 11. 10. Semendria nach erbittertem Kampf in der Hand der Verbündeten. Am 21. 10. ſind Brücken über die ſturmgepeitſchten Ströme geſchlagen. Die Serben wehren ſich gegen den Vormarſch der Donaugruppe— an und weſtlich der Morawa mit Richtung nach Süden— und gegen die nun(14. 10.) von Oſten antretenden Bulgaren helden⸗ mütig und mit großem Geſchick. Sie werden durch die Natur des Landes und ſchlechtes Wetter unterſtützt. So geht es nur ganz langſam vorwärts. 1. bis 7. 11. Die neuen Fronten der Serben bei Kragufevac und Niſch brechen zuſammen, und beide Städte werden genommen. Schon in den letzten Oktobertagen hatte die 2. bulgariſche Armee(Todorow) im oberen Morawatal dem Feind den Durchbruch nach Süden verlegt. Aber die geplante Einkeſſelung der Serben gelingt nicht. Sie vermögen in ſüdweſtlicher Richtung, nach Priſtina zu, ins unwegſame Hochgebirge auszuweichen. Wackenſen gibt ſeinen drei Armeen den Befehl zur Verfolgung auf Novibazar, Mitrovica und Priſtina, während Todorow weiterhin eine Vereinigung der Serben mit der ſich nun ſchwach rührenden Orientarmee zu verhindern hat.— Der Eintritt des Gebirgswinters bringt für die Truppen noch größere Strapazen und Schwierigkeiten als bisher. Die Verfolgung im ganzen erlahmt, und ſchließlich vermögen nur noch Teile, Gebirgstruppen und Bulgaren, dem Feind nachzudringen. Ende November. Das Geſchick der Serben erfüllt ſich dennoch. Eingekeilt zwiſchen den Verfolgern und dem ſchneebedeckten Hochgebirge kommen ſie immer mehr in verzweifelte Lage. Noch einmal ſtürzen ſie ſich, bei Vranje, in ungeheurer Erbitterung den Bulgaren entgegen. Dann aber geht es zu Ende. Die Armee löſt ſich auf. Unter ſchwerſten Leiden erreichen von 250000 Mann kaum 50000, zuſammen mit dem König und Scharen von Flüchtlingen, die albaniſche Küſte. Von hier werden die Heerestrümmer auf Schiffen der Entente nach Korfu überführt und dort zu einer neuen Armee organiſiert, die 1918 von verhängnisvoller Bedeutung werden ſollte. Der Weg zur Türkei iſt frei, Rumänien noch einmal vom Eintritt in die Reihen der Feinde ab⸗ geſchreckt. Eine Sorge für die Mittelmächte bleibt die Orientarmee. Über das, was nun gegen dieſe zu unternehmen ſei, herrſchen ſtärkſte gegenſätzliche Auffaſſungen. 24. 11. Schließlich will Falkenhayn den zwiſchen der Cerna und dem Doiranſee ſtehenden Sarrail beider⸗ ſeits umfaſſend angreifen. Der aber geht ſchleunigſt zurück. Unter dem Druck der nachdrängenden Bulgaren wird der Rückzug dennoch zu einer ſchweren Niederlage. Aber die Verfolger werden an der griechiſchen Grenze, welche die deutſche Regierung unter allen Umſtänden reſpektieren will, angehalten. Sarrail kann ſich dicht vor Saloniki wieder feſtſetzen und erhält weitere Verſtärkungen. Um ihn nun noch mit Erfolg anzugreifen, ſind erhebliche Verſtärkungen, namentlich an Artillerie, nötig. Ihr Antransport iſt aber bei der völligen Zerſtörung der Bahn im Wardartal nur in Monaten möglich, dauert doch ſchon die Heranführung der bisher eingeſetzten deutſchen und bulgariſchen Truppen auf der überlaſteten, ſchlechten Straße vom Morawa⸗- ins Wardartal den ganzen Winter 1915/16 über. Der Angriff kann erſt für das Frühjahr in Ausſicht genommen werden. Schließ⸗ lich unterbleibt er aber ganz, da die Verdunoffenſive alle irgend verfügbaren Kräfte des deutſchen Heeres in Anſpruch nimmt.— Vom Ochridaſee bis zum Agäiſchen Meer bei Dedeagatſch entſteht längs der griechiſchen Grenze die deutſch-bulgariſche Mazedonienfront. Montenegro. Albanien. Inzwiſchen hatte ſich der öſterreichiſche Generalſtabschef, Conrad von Hötzendorf, nachdem auch ſein dringendſter Wunſch, die Orientarmee ſofort anzugreifen, deutſcherſeits abgelehnt worden war, Mitte in tiefem und verhängnisvollem Zerwürfnis mit Falkenhayn ſelbſtändig gegen Montenegro und Dez. Albanien gewandt. 10. 1. 1916. Der entſcheidende Angriff auf Montenegro wird von Cattaro an der Adria ausgeführt. Der beherrſchende Felſenberg Loveen wird erſtürmt, und am 13. 1. ziehen die Oſterreicher in Cetinje ein. Montenegro bittet um Frieden, König Nikita entflieht dann aber, ohne daß es zum Abſchluß gekommen wäre. Februar 1916 richten die Oſterreicher ihren weiteren Vormarſch nach Albanien. Skutart und Durazzo werden beſetzt. Die Hoffnung, ſerbiſche Truppen abzuſchneiden, erfüllt ſich nicht. Die Weſtfront 1915. 12. bis 14. 1. Schlacht bei Soiſſons. Die Franzoſen werden aus ihrem Brückenkopf nördlich der Aisne geworfen. 25. und 26. 1. Craonne. Wir werfen die Franzoſen vom Chemin des Dames. 16.2. bis 20. 3. Winterſchlacht in der Champagne. Die Franzoſen führen unter gewaltigem Einſatz an Menſchen und Munition die erſte große Durchbruchsſchlacht des Krieges. Sie ſoll die in Maſuren — Ä28⸗ ſchwer bedrängten Ruſſen entlaſten, darüber hinaus aber durch Durchbrechen und Aufrollen der deut⸗ ſchen Fronten Frankreich befreien. Der Durchbruch ſcheitert. Geringem Geländegewinn ſteht ein Ver⸗ luſt von faſt 250000 Mann gegenüber. 10. 3. Erſte Schlacht bei La BaſſéeNeuve Chapelle. Die mit dem Ziel: Durchbruch auf Lille geführte Entlaſtungsoffenſive der Engländer ſcheitert ſchnell. 22. 4. bis Ende Juni. Erſter deutſcher Gasangriff im Weſten. Die 4. Armee drängt unter Ver⸗ wendung von Gas im Blasverfahren Engländer und Franzoſen aus dem größten Teil des N pern⸗ bogens. Der Erfolg iſt überraſchend groß und hätte zu einem Durchbruch führen können, aber es fehlt dazu vor allem an Reſerven. 9.5. Beginn der Frühjahrsſchlachten bei La Baſſée und Arras. Der Doppelangriff der Eng⸗ länder und Franzoſen dient wiederum der Entlaſtung der Ruſſen(Gorlicel). Wieder ſind die Hoff⸗ nungen der Alliierten groß. Aber die Angriffe der Engländer zwiſchen dem La-Baſſöe⸗Kanal und Neuve Chapelle und bei Fromelles erlahmen bald. Dagegen kämpfen die Franzoſen erbittert bis Ende Juni. Die furchtbaren Kämpfe an der Lorettohöhe, bei Carancy, Souchez und Ablain bringen ihnen zwar einiges Gelände, aber ſie hindern die Deutſchen weder an der Fortſetzung der Ruſſen⸗ offenſive, noch bringen ſie— trotz ſchwerſter Verluſte— den Durchbruch durch die deutſche Weſtfront. Neben den großen Offenſiven der Franzoſen gehen im ganzen erſten Halbjahr 1915 ihre Angriffe bei St. Mihiel, bei Eparges, Combres, Flirey und im Prieſterwald fort. Auch in den Argonnen und in den Südvogeſen im Münſtertal, am Reichsackerkopf und Hart— mannsweilerkopf wird dauernd erbittert gekämpft. Nach dem Wißerfolg bei den mit ſo viel Hoffnungen begonnenen Frühjahrsoffenſiven glauben Franzoſen und Engländer, trotz der Not Rußlands, im Weſten zum Großangriff erſt wieder im Herbſt ſchreiten zu können. Dann wäre die engliſche Armee weſentlich ſtärker und mit aus⸗ reichender Munition verſehen, dann, ſo meinte man, werde Deutſchland bei dem immer größer werdenden Ausmaß der anderen Kriegsſchauplätze keinerlei Reſerven mehr haben, ſeine dünnen Fronten in Frankreich zu ſtützen. Freilich, zu einer Rettung Rußlands war es im Herbſt wohl ſchon zu ſpät, aber das Hauptziel der neuen Offenſive, die Zertrümmerung der deutſchen Weſt— front, konnte man dann wohl ſicher erreichen: es mußte mit den bis dahin zur Verfügung ſtehenden Maſſen an Menſchen und Material gelingen, den auf Péronne, Noyon und Soiſſons vorſpringenden Frontbogen nach doppelſeitigem Durchbruch abzuſchnüren und ſeine Verteidiger einzukeſſeln. Es ſollen Ende September gleichzeitig angreifen: in der Champagne 35 franzöſiſche Diviſionen unter Caſtelnau, im Artois 18 franzöſiſche Diviſionen unter Foch und 13 engliſche unter Haig. 2000 ſchwere und 3000 Feldgeſchütze haben die große Entſcheidungsſchlacht vorzubereiten. Außer ſtarken Reſerven an Infanterie werden 15 Kavalleriediviſtionen zum Ausbau des Sieges bereit⸗ geſtellt.— Den bedrohten deutſchen Armeen waren die Abſichten der Alliierten rechtzeitig und aus⸗ reichend bekannt, aber ihre große Gefährlichkeit wurde wohl, auch von der OHL, unterſchätzt. Sonſt hätte trotz der Anſpannung im Oſten und des nun beginnenden Aufmarſches gegen Serbien doch vielleicht für die Abwehr von vornherein mehr geſchehen können. 22. 9. An beiden Angriffsfronten beginnt unter ungeheurem Munitionsaufwand Trommelfeuer von 73 Stunden. Während es die Gräben einebnet und die Hinderniſſe zerreißt, gräbt ſich die feindliche Infanterie in einer neuen Weiſe bis dicht an den Verteidiger heran. Man glaubt, den das Artillerie⸗ feuer wirklich Uberlebenden mit einem ſolchen Verfahren eher an der Kehle ſein zu können, als ſie zur Beſinnung kommen. Das weitere kann, davon iſt der Feind überzeugt, nur ein„Spaziergang mit umgehängtem Gewehr“ ſein! 25.9. Der Infanterieangriff bricht los. In der Champagne ſtürzen ſich 30 franzöſiſche Diviſionen im Raume von Souain, Perthes und Waſſiges auf 5 deutſche, welche Generaloberſt von Einem hier, auf 32 km Breite verteilt, ſtehen hat. Der Sturm zerbricht die erſten deutſchen Stellungen völlig. Unſere Verluſte ſind ſehr ſchwer. Ob es gelingt, mit den winzigen Reſerven, ein paar Schwadronen abgeſeſſener Reiter und Rekruten aus den Felddepots, wenigſtens die zweite Linie zu halten, iſt mehr als fraglich. Schon muß ſich angeſichts immer neuer Angriffe der örtliche Führer, General Fleck, die Frage vorlegen, ob er nicht die Front zurücknehmen ſoll, da entreißen im letzten Augenblick nun aus Oſt und Weſt heraneilende 27. 9. Reſerven dem Feinde den faſt ſicheren Sieg. Am 27. iſt die Durchbruchsgefahr gebannt. Ein neuer, am 6. 10. 6. 10. nach zwei Tagen Trommelfeuer heranbrandender Angriff wird glatt abgewieſen. Alles, was die Franzoſen mit dieſer gewaltigen Kraftanſtrengung erreicht haben, iſt eine Beule in er deutſchen Front von 13 km Breite und bis 3 km Tiefe. Sie bezahlen dieſe mit einem Verluſt von wohl 200000 Mann. Im Artois brechen die Franzoſen unter Foch ſüdlich, die Engländer nördlich Lens vor. Neben⸗ unternehmungen begleiten den Hauptangriff ſüdweſtlich Lille und bei Arras auf den Flügeln. Die Franzoſen vermögen zwar bei Souch ez und die Engländer bei Loos für uns recht unangenehme Erfolge zu erzielen, aber der Durchbruch bleibt den Alliierten bei einem Verluſt von 120000 Mann hier ebenfalls verſagt. Auch im Artois muß die zur Verfolgung bereitſtehende Kavallerie nach Hauſe reiten. Die große gemeinſame Herbſtoffenſive bringt weder einen Umſchwung im Weſten, noch hat ſie auf den Angriff der Mittelmächte auf Serbien irgendwelchen Einfluß. Freilich hatte ihre Abwehr auch ſehr viel beſtes deutſches Blut gekoſtet! — V»Itĩĩs 199H15 FPFaas um Fin ands ◻⏑iY YY Lage um die Wende 1914 /15 3 2 Waldſtellung. In den Vogeſen, im Prieſterwald und in den Argonnen lange Strecken von Waldgebiete, und liefen 3 9 Deutſches Geſchütz in den Karpathen. Um die Jahreswende 1914/15 ha Ruſſen den Weſt⸗ ten Ungarn. In dieſer eichern die neue„Deutſche igen zu Hilfe. Nun konnten acht und bis auf den Kamm des rges zurückgeworfen werden. 37 Im Unterſtand. Nach Scheitern des Angriffes in Flandern(Nov. 1914) mußte der deutſche Kriegsplan, im Weſten eine Entſchei ndieſen Abſchnitten im Winter 1914/15 und das Jahr 1915 über gekämpft. ig zu erzwingen, fallen gel werden. Die Gräben wurden ausgebaut und durch Hinder⸗ niſſe geſichert. An Stelle des Unterſchlupfs trat der wohn⸗ lichere Unterſtand. de Südarmee“ unter General v die Ruſſen zum Stehen gebr Geb 41 Geſprengter Waſſerturm in Memel. Im Fe⸗ bruar 1915 unternahmen die Ruſſen einen Handſtreich gegen das nur von ſchwachen deutſchen Kräften geſicherte Memelgebiet. Die Eindringlinge konnten ſich zwar nicht lange behaupten, doch hinterließen ſie furchtbare Verwü⸗ ſtungen. Beſonders hatte die Stadt Memel durch Mord, Raub und Brandſtiftung ſchwer gelitten. 4 Schlittenkufen. Die zur Entlaſtung der Oſterreicher bei grimmigſtem Winterwetter im Februar 1915 gegen den rechten Flügel der Ruſſen angeſetzte Offenſive brachte uns in der„Winterſchlacht“ eine Beute von 110000 Gefangenen nebſt 300 Geſchützen und befreite Oſtpreußen endgültig. Artillerie und Fahrzeuge wurden zeitweilig auf Schlittenkufen vorwärts gebracht. 42 Arbeitselefant. Zur Bereitſtellung von Bauſtoff für Stellungen, Unterkünfte und Verbindungen ent⸗ ſtanden bald zahlloſe Werkſtätten und Niederlagen. Um die nötigen Arbeitskräfte aufzubringen, verfiel man hierbei auf die merkwürdigſten Hilfsmittel. So erlangte damals ein Hagenbeckſcher Elefant, der unermüdlich tätig war, eine große Popularität. 18 R Tauwetter im Oſten. um Frühjahr nur in d r hält ſi ann in einen 4 Deutſche Funkſtation. Am 2. 5. 1915, 6 Uhr vor⸗ mittags, begann die Durchbruchsſchlacht bei Gorlice Tarnow, Nach ſchweren Kämpfen war bereits am Abend des erſten Schlachttages die ruſſiſche Front in einer Breite von 60 und in einer Tiefe bis 5 km aufgeriſſen. Für den glücklichen Verlauf der anſchließenden Verfolgungskämpfe wurden unſere Funkſtationen von großer Bedeutung. 44 Feldmarſchall von Mackenſen. 2 1915 die Gefahr eines ruſſiſchen Durchbruchs ne Ungarn wieder aufs höchſte geſtiegen war, entſchloß ſich unſ zum großen Entlaſtungsſtoß von Gorl 8 neue 11. Armee führte dort und bei dem folgen iegeszug durch Galizien der damalige eneraloberſt von Mackenſen 4 Vormarſch in Galizien. Der Durchbruch von Gorlice-Tarnow zwang die Ruſſen, die weſtlichen Karpathen zu räumen, und am 8. 6. konnten wir auch Przemysl wieder nehmen. Trotz ruſſiſcher Gegenoffenſiven wurde am 22. 6. Lemberg beſetzt und Anfang Juli der Vormarſch nach Norden angetreten, welcher die ruſſiſche Front in Polen zu Fall bringen ſollte. Deutſche Reiter in Schaulen. Um die Ruſſen nſeren Hauptoperationen(bei C 4 Gefangene Ruſſen mit ihren Maſchinenge⸗ wehren. Allein durch Gorlice-Tarnow verlor der Feind neben 100000 Gefangenen etwa 80 Geſchütze und 300 Maſchinengewehre. Nach der Gefangennahme ergaben ſich die ruſſiſchen Soldaten meiſt wi in ihr Schickſal daß es keine Gefahr bedeutete, ſie auch inger Be mann ſchaft ihre Maſchinenger RPEHUENHa E 0 49 Koſak. Uber unermeßliche Reiterſcharen verfügte das Ruſſiſche Reich. Ihre Leiſtungen blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Das deutſche Heer hat von der ruſſiſchen Kavallerie, beſonders von den Koſaken, elgent⸗ lich nur ihre Kunſt im Zerſtören auf dem Rückzug kennen⸗ gelernt, wo die feindlichen Maßnahmen oft weit über das militäriſch Erforderliche hinausgingen. 50 Zar Nikolaus ſegnet ein ausmarſchierendes Negiment. Im Juli 1915 begann auch in Polen die ruſſiſche Front zu wanken. Für die zu ihrer Stützung ausziehenden Regimenter bedeutete es eine beſondere Weihe, den Segen des Zaren zu erhalten, denn„Väterchen Zar“ war nicht nur ein weltlicher Herrſcher, ſondern zugleich das Oberhaupt der ruſſiſchen Kirche. 5 Entlauſen. Vor allem im Oſten hatten die Truppen unter Ungeziefer aller Art ſtark zu leiden. Läuſe konnten zudem ſchwere Krankheiten übertragen. Im Anfang mußte ſich die Truppe mit unzulänglichen Mitteln helfen. Erſt die Einrichtung von Entlauſungsanſtalten vermochte die Plage zu mildern und die Gefahren zu beſeitigen. 53 Schutzimpfung im Felde. Noch 1870/7/1 waren die Verluſte durch Seuchen und Krankheit größer als die durch Waffengewalt. Im Weltkrieg konnten dem⸗ gegenüber jene Ausfälle ſtark eingeſchränkt werden. Dies wurde vor allem durch eine umfaſſende Schutzimpfung er⸗ reicht, die teils in der Heimat, zumeiſt aber hinter der Front in vorbildlicher Weiſe durchgeführt wurde. 51 Bagage wird verladen. Unſere großen Erfolge im Oſten in den Jahren 1914/15 verdanken wir mit in erſter Linie der muſtergültigen Ausnutzung der Elſen⸗ bahnen, welche es uns ermögllchte, ſchnell und überraſchend Truppen an entſcheidenden Stellen zum Angriff zu ver⸗ ſammeln und nach dem Schlage an entblößte oder gefährdete Fronten zurückzufahren. 5 4 Im Schützengraben. Unſere Oſt⸗Operationen kamen Ende September zum Stehen. Die außer⸗ ordentlichen Schwierigkeiten des Nachſchubs zur nun bis etwa in die Linie Riga-Czernowitz vorgetragenen Front brachten der Truppe große Entbehrungen. Aber den deutſchen Soldatenhumor, der ſich auch in allerhand Neckereien mit „Iwan“ äußerte, vermochten ſie nicht zu brechen. — 55 Jlalt Italieniſche Be⸗ Berſaglieri. Bet Ausbruch des Weltkrieges war Italien trotz ſeines Bündniſſes mit Deutſchland und Oſterreich neutral gebl'eben. Im April 1915 verpflichtete es ſich durch den„Londoner Vertrag“, an der Seite der Entente zu kämpfen, wofür ihm Gebietszuwachs auf Koſten der Donau⸗Monarchte und der Türkel zugeſichert wurde. Am 23. 5. 1915 erklärte es an Oſterreich den Krieg. 5 8 Eugliſcher Angriff auf die Dardanellen. Um die Türkei niederzuwerfen und eine Verbindung mit Rußland herzuſtellen, richteten die Engländer und Fran⸗ zoſen vom Februar 1915 bis Januar 1916 ſtarke See⸗ und Landangriffe auf die Dardanellen. Die Türken hielten aber trotz unzulänglicher Ausrüſtung unter deutſcher Führung tapfer ſtand. 5 6 Abgeſtürztes ttaheniſches Auto. Die italieniſche Hauptoffenſive richtete ſich gegen die Iſonzofront. ie Angriffe bei Görz brachten 5 dem Feinde keinen nennenswerten Erfolg. Ebenſo gelang es den Oſterreichern, die Tiroler und Kärntner Alpenfront zu behaupten. Die Angrtffe löſten ſich hler in einzelne Kämpfe auf, bei denen auch die Gefahren des Hochgebirges viele Opfer forderten. D 5 2 Engliſcher Poſten auf Gallipoli. Unter rieſigen Verluſten ſcheiterten die von der Entente zu Waſſer und zu Lande unternommenen Angriffe auf die Dardanellen. Dieſer Erfolg der deutſchen und türkiſchen Verteldiger war um ſo höher zu werten, als dieſe unter ſtarkem Munitions⸗ mangel litten. Anfang Januar 1916 zog der Gegner ſeine Truppen von der Halbinſel Gallipoli vollſtändig zurück. 5 Indiſche Soldaten. Im Herbſt 1914 hatten die Engländer bei Lille und Bpern verſucht, indiſche Truppen zu verwenden. Dieſe waren aber dem Klima nicht gewachſen. So wurden ſite ab 19185 faſt nur noch im Ortent und in Afrika eingeſetzt, wo ſie ihre alte Tapferkeit be⸗ währten. Die Hoffnungen, die wir auf einen Abfall Indiens von England ſetzten, erwieſen ſich als trügertſch. EX 60 Türkiſche Sanitäts karawane. In den unendlich welten und waſſerarmen Gebteten Meſopotamiens, Syriens und Paläſtinas war das Kamel Hauptträger des Nachſchubs. Auch der Bedarf für die Verwundetenpflege mußte oft auf dem Rücken dieſer zähen und genügſamen Tiere transportiert werden. Der„Note Halbmond“ auf den Laſten unſerer Karawane entſprach dem chriſtlichen„Roten Kreuz“. 2¹ Der Feldzug gegen Serbien 61 Serbiſche Infanterie. Der Angriff auf Serbien im Herbſt 1915 wurde bedingt durch die Notwendig⸗ keit, einen Weg zur Türket zu bahnen. Sein Zweck konnte jedoch erſt durch Anſchluß Bulgarlens erreicht werden. Unter den zu erwartenden großen Schwierigkeiten war die größte der Über güber die gewaltigen Strombarrieren der Donau und Save, hinter denen das ſerbiſche Heer Wache hielt 64 Bulgariſche Feldküche. Die bulgariſchen Streit⸗ kräfte hatten im ſerbiſchen Feldzug des Jahres 1915 die Aufgabe, den Gegner von Oſten her zu umfaſſen und ihm gleichzeitig den Durchbruch nach Süden zu verlegen. Sie waren für die Kriegführung in dem ſchwer paſſierbaren Ge⸗ birge eigens ausgerüſtet. Beſonders bewährten ſich ihre zahl⸗ reichen Tragtierkolonnen. 22 62 Serbiſcher Offizier bei der Erkundung. Trotz zähen Widerſtandes beiderſeits der Morawa wurden die Serben allmählich in das Balkangebirge gedrängt. Zu einer völligen Vernichtung ihres Heeres kam es aber nicht, da die ungeheuren Geländeſchwierigkeiten, ſchlechtes Wetter und ſchließlich der Gebirgswinter Truppenbewegungen und Nachſchub immer mehr hemmten. 6 3 Serben auf der Flucht. Im November 1915 gann das ſerbiſche Heer, ins unw zurückgedrängt, ſich aufzulöſen. Nur 50000 Mann, denen ſie Scharen von Einwohnern anſchloſſen, erreichten die albani Küſte. Von hier wurden die Trümmer des Hee überführt, neu geordnet und ſchließlich bei S eingeſetzt 65 Huſareneskadron ſetzt über einen Balkan⸗ fluß. Die Offenſive der Mittelmächte gegen die Serben fand an der griechiſchen Grenze ihr Ende. Auch der ſpätere Angriff auf die von Saloniki vorgegangene alliierte Armee wurde an ihr angehalten, weil wir uns keiner Grenzverletzung ſchuldig machen wollten. Aber der Weg nach Konſtantinopel war nun frei und die Türkei damit gerettet. 6 Deutſche Offiziere im Geſpräch mit einem ſerbiſchen Bauern. Die Bevölkerung der Bal⸗ kanhalbinſel zeigt ein buntes Bild: flawiſche, romaniſche und türkiſche Volksſtämme leben nebenelnander oder haben ſich vermiſcht. So ſtießen die deutſchen Soldaten auf eine große Vielgeſtaltigkeit in Körperbildung, Trachten, Sitten und Religion, die ihnen immer neues Intereſſe abgewann Deutſche Infanterie in der Champagne Unſere Weſtfront ſtand im Jahre 1915 im Zeichen ſiegreichen Abwehr jener ß großen Entlaſtungsoffer d Engländer zur Rettung Am gefährlichſten waren anzoſen im Februar und im September in der Champagne. le Franzoſen und der bedrängten Ruſſen führten 7 O Artilleriebeobachtungsſtelle in den Vogeſen. Die Erdbeobachtung blieb für die Artillerie auch dann noch von hoher Bedeutung, als das Eingabeln mit Hilfe von Ballons und Rolle Flugzeugen eine immer größere zu ſpielen begann, und man ſogar Wittel fand, auch ohne Einſchießen zur Wirkung zu gelangen. 68 Brieftauben⸗Transport. Ein ſehr brauchbares Wittel zur Uberbringung von Meldungen war die Brieftaube. In iſtern oder Körben wurden d den Stellungen gebracht. Von dort ließ mar arfsfalle zurückfliegen. Beſonders auch im E g war die ſonſtigen Nachrichtenmittel 7 Minenſprengung. Schon bald nach Beginn des Stellungskrieges griff man mit Pionieren und be⸗ ſonderen Mineurtruppen den Gegner durch Vortreiben von Winenſtollen auch unter der Erde an. Die größte Sprengung des Krieges war die von Wytſchaete, wo die Engländer am 7 6. 1917 auf 8 km Breite 500000 kg Sprengſtoff mit einem Schlage unter unſeren Stellungen entzündeten. Brieftaube eine wertvolle Ergänzung der Immelmann. In der erſten Kriegszeit wurde das Flugzeug faſt nur zur Aufklärung benutzt. Maſchinen⸗ gewehre baute man erſt ſpäter ein. Allmählich entwickelte ſich damit der Typ der Kampfflieger. einer ihrer erſten 2 am 18. 72 Baum⸗Beobachter. Vielfach lagen die beider⸗ ſeitigen Stellungen nur wenige Meter auseinander. Bisweilen blieb aber der Abſtand erheblich. In dieſem Fall kam es ſelbſt im Stellungskampf hier und dort zu einer Patrouillentätigkeit, ähnlich wie im Bewegungskrieg. Alle natürlichen Hilfsmittel des Geländes wurden hierbei natürlich ſorgfältig ausgenutzt. Immelmann war Vertreter. Er ſtürzte nach 18 Luftſiegen 1916 infolge Flügelbruches ſeiner Maſchine ab — e K —.. —— 90 2 4 18 St. Mihiel. Im St. Mihiel⸗Bogen und in der 1 0 1 4 74 teilweiſe ſtark zerſtörten Stadt ſelbſt blieb es nach ärrSrrr 2 den Kämpfen vom Herbſt 1914 jahrelang faſt friedensmäßig 1— K 1 7 3 Franzöſiſche Flügelmine. Der Wunſch, die In⸗ ruhig. Die Gegend galt zeitweilig beinahe als Etappe. Aber 38 7 Deutſche Soldaten auf einer Feldbahn. Vor +A4 fanterie mit eigenem Geſchütz auszurüſten, führte im Herbſt 1918 nahte das Verhängnis. Der Bogen wurde 4 5 allem zum Transport von Munition und Bauſtoffen zur Einführung der Minenwerfer. Werfer und Geſchoß von den Amerikanern abgequetſcht. Unſere Verluſte waren entſtand zwiſchen der Front, den Depots und der Vollbahn waren anfangs meiſt Behelfe mit manchen Mängeln. So ſehr ſchwer. ein weitverzweigtes Netz von Feldbahnen, das nach vor⸗ brachten die Franzoſen an Minen, die ohne Drall von wärts bis zu den Batterten, teilweiſe ſogar bis in die In⸗ einem einfachen Schießgeſtell verfeuert wurden, Flügel an, fanterie⸗Stellungen reichte. Der Betrieb der Bahnen erfolgte um ein Überſchlagen des Geſchoſſes zu verhüten. mit Lokomotiven, Pferden oder auch durch Mannſchaften. 2 E flm 1 Se f ö + 0² T0 ö Ä 6⁰ 76 Franktireurs vor dem Feldgericht. 1914 hatten 7 Deutſcher Behelfs ⸗„Flak“. Zu Anfang des 78 Landſturmwache. Zum Schutz von Bahnen, ſich in Belgien und Frankreich vielfach Zivilperſonen Krieges hatten wir nur einige wenige„Ballon⸗ Brücken und ſonſtigen Verkehrsanlagen hinter der am Kampfe beteiligt. Oft waren einzelne deutſche Soldaten abwehrkanonen So mußten den Kampf gegen Flieger Front wurde Landſturm eingeſetzt. Im Etappengebiet war und ſogar ganze Abteilungen aus dem Hinterhalt über⸗ meiſt Kanonen der Feldartillerte führen, die man auf be⸗ er mit der häufig von ihm getragenen Wachstuchmütze eine fallen worden. Auch die Nachſchublintien waren von An⸗ helfsmäßige Sockel ſetzte, welche ſtarke Erhöhung des Rohres charakteriſtiſche Erſcheinung. Die lange Kriegsdauer brachte ſchlägen bedroht. Durch ſtrengſte Strafen wurden wir aber und ſchnelles Schwenken des Geſchützes ermöglichten. Ge⸗ es mit ſich, daß ſich zwiſchen Landſturmleuten und Bevöl⸗ der„Franktireurs“ bald Herr. troffen wurde mit ſolchen Kanonen wenig, aber man mußte kerung vielfach ein freundſchaftliches Verhaltnis herausbildete. ihr Feuer reſpektieren. 8 1 8 EE R7 A ND E 2 718 8 8 FFPR⸗⸗ u 4 —— oVorsrrROr 0SFRON Sον f Sed Mieuhorgh Antwerpen... Weitestes deutsches Vor- Front Ende 1914 4. Dunkircheg, dring en September 1914 1915 2229283 7 Sσ 22 Front Ende 1914 1916 1. õ ðö„„ Tuunern 4% 5..-. Tont Ende 1017 3 +— 8 4 7——2—- 71 77 Stomer, Ballerv Pache Meitestes deutsches Vor- Hazebroucdꝰ 3 1 6 6 Lüttich 2 dringen Mara VYuli 1918„ 1916/ 19 * 1 IIlle. +—-Front Ende Qxtober 2815 Maßstab 18 500 00⁰0 HNa Bassce— 2* Wee I... Micht vnllendete A⏑.——οl R*. C + rucicwãrtige Stellung I2 505 7³ν 2 Winane 30 Mabstab, 1:3 00 00 D οdI- ivland XIS3S 1 aeuge V ¹ 0* eC Ebral, ꝙ 0⁰ + Gotland 0 Le catem 8 6 9. 0 K 1 WMiga 2 0NN es fNÆοοn 4 2 S. Ur. tadt 0* 4 2& odS I oP———— 4 2* 85 Libaup Mitau 2E2 7 2 N Amièns Sνοο SSe + 8 7 Ko, νο charleville 4—.— 8 2 S SSchaulen Dunaburg 7 e F TZarerebs N MeaieneS 8.28—* Trier O MemelNð 2* f Montdiditd. 8 48 7 0 N7 1 Mids 5 1 Nrn Tesbur Witebsk Beduvclis 9 dN 5,„ WI 7 4 9 X 0 7 .— ers N EKörgg 889 2—3 9 W Node. See 1 · Bumbinn. U * Danzig* S8— 8 3 ohilew Vzgwalki, 1 N 8 Ur 52. tomv L de 8 oMinsk * 0. Craudenz ARensteii.. υν ν νοẽꝭα 70 R 5 4 Noοννοανά Montmirail, f 8 gen D 4 19 166 5 5 00 8 3 N. PARIS 7 TaerR.C. e- o⁰ 1 gνde— οο ονν B YanoriitSch cnᷣamyenoise*— 8 8 0.—1 4* 2 Ostrolenxd 8.0— Zuse le A0 SCNOονο n 2 2 2= WrN. 3.2.7 Dosg auno o Warschaud 8 Pinsk 0 Naon? BEurg. Brest- E O Troyes Negifehẽteat νꝙiuον, 20— S.r r N0 SiSAlce 0 5 V S.DννννNν 5 569 63 5 8 rn LTodz Lwungorod / Cxkaumoꝶt 8 Epinald 9 0. 2 Lublin A 5* Breslqu Munster Sο cholm 21 Tschenstoc Irasnix 5 7 aomhmiere. omaßguv- „ 8 —* Nes Kechfg Qa⸗ NMNauuRuske Cresthes EnarensN 6152 K DARDANELLEN buuckn⸗ . Englander u Franzosen + drt 0„ 1:2500000 οον] 0 8 7„DsTKalusze 8 P Oo d 6 2 TLur 2s0N 7 2 1 8500000 5 F Brepmer 0 100 75 Muneανν 6 SC Fboß n. E n Lienz 0 It leran 3 3 Ni— 4 Bozè 8 N K 8 Bräilh= Münmdungen 5 11 0fN 3 νον 27 N4A8N 8*8 1 S cVWARIZES Aonstanaa ME ER TALIEN eber „„Front 1815-16 oeeeeeeFTTont Oxt. 1017 SERBIEN, SALONTKI—— 49. 1916 ..Font bis Ende Okt. 78 6. Monte Grappa, M.-II Feindl Eronten Nue Vor, 7915 lecen:—ear 1.—— Frühpghr 265ß 7 Deutsche Frunt 8 Fronten EndeloeEnglander:..... NoYIOII.. · Ende A Herbst 1918 gFRRree 8 2275 1.30 000 000 2 90.690 Em 1— EEEEEP————— Der Große Krieg in Zahlen Den Krieg erklärten uns: Kußland, Frankreich, England, Jtalien, Bereinigte Staaten von Amerika, Belgien, Serbien, Japan, Rumänien, Portugal, Montenegro, Kuba, Panama, Siam, China, Braſilien, Bolivien, Guatemala, Honduras, Nikaragua, Haiti, Peru, Uruguay, Ekuador, Griechenland, Bedſchas, Liberia Als kriegführende Macht wurde von der Entente anerkannt: die Tſchechoſlowakei Die feindlichen Länder hatten zuſammen eine Größe von 100 Willionen Quadratkilometern mit insgeſamt 1400 Millionen Einwohnern. Die Größe der Wittelmächte betrug 5,7 Millionen Quadratkilometer mit 163 Willionen Einwohnern. Der Flächeninhalt des feindlichen Gebiets war 17mal, ſeine Bevölkerung OYmal größer als die der Mittelmächte. Stärkeverhältniſſe. Das deutſche Friedensheer hatte nach dem Etat von 1913/14 eine Stärke von 808 280 Mann, darunter 30459 Offiziere, 2480 Arzte, 865 Veterinäre, 107794 Unteroffiziere und 647793 Gefreite und Gemeine. Sein Kern war gegliedert in 50 Infanteriediviſionen und 1 Kavalleriediviſion. Es gab 217 Infanterieregimenter, 18 Bataillone Jäger und Schützen, 9 Maſchinengewehr— abteilungen, 15 Feſtungs-Maſchinengewehrabteilungen, 107 Kavallerieregi- menter, 101 Regimenter Feldartillerie und 24 Regimenter Fußartillerie, 34Pionier⸗ bataillone, 8 Bataillone Eiſenbahntruppen, 9 Telegraphenbataillone, 8 Feſtungs⸗ Fernſprechkompanien, 1½ Kraftfahrbataillone, Bataillone Luftſchiffer, 5 Bataillone Flieger und 25 Trainabteilungen. Die Kaiſerliche Marine hatte einen Perſonalbeſtand von 79000 Köpfen. Kampfbereit waren(Ende 14) 37Linien⸗ ſchiffe, 10 Große Kreuzer, 28 Kleine Kreuzer, 154 Torpedoboote, 33 U-Boote. (Schiffe, die vor 04 vom Stapel liefen, Kanonenboote, Schul- und Sonder— ſchiffe nicht eingerechnet.)——— Bei Kriegsausbruch ſtanden Deutſchland 4900000 ausgebildete und 4850000 unausgebildete Wehrpflichtige zur Verfügung. Die Stärke des Heeres betrug nach der Mobilmachung 2147000 Mann und 730000 Pferde. Es wurden im ganzen 87½ Infanterie- und 11 Kavalleriedivi⸗ ſionen aufgeſtellt. Einſchließlich der Reſerve- und Landwehrformationen verfügte Deutſchland nun über 1401 Bataillone Infanterie und Jäger, 607 Eskadrons, 921 Feldbatterien, 418 Batterien Fußartillerie, 261 Kompanien Pioniere, 115 Kom—⸗ panten Eiſenbahntruppen, Nachrichtenformationen bei allen höheren Stäben, ferner über Kraftwagenkolonnen, 27 Feldluftſchiffer- Abteilungen mit Feſſelballons, 8 Luftſchiffe und 41 Fliegerabteilungen mit 252 Flugzeugen. Außerdem wurden vom Landſturm aufgeboten 334 Bataillone, 74 Eskadrons und 23 Batterien. 81/ 987l Es marſchteren auf: im Weſten 77½ Infanterie- und 10 Kavalleriediviſionen Deutſche, 92 Infanterie- und 12 Kavalleriediviſionen Franzoſen, Engländer und Belgier, im Oſten 41 Infanterte- und 10 Kavalleriediviſionen Oſterreicher und Deutſche, 119 Infanterie- und 34½ Kavalleriediviſionen Ruſſen, an der ſerbiſchen Grenze 12Infanteriediviſionen Oſterreicher, 11 Infanteriediviſionen und 1 Kaval—⸗ leriediviſion Serben. Der Feind verfügt insgeſamt über 222 Infanterie-und 47½ Kavalleriediviſionen mit zuſammen 5379000 Mann. Deutſchland und Oſterreich-Ungarn haben 137 Infanterie- und 22 Kavalleriediviſionen mit 3 547000 Mann. Within betrug die Uberlegenheit des Gegners 65 Infanterie- und 25 Kavalleriediviſionen bzw. 1832000 Mann.————— Im September 1916 betrug unſere Heeresſtärke 8 200000 Mann, davon 5 500000 an der Front und in der Etappe und 2700000 in der Heimat. Am 21. 3. 1918 ſtanden am Feinde im Weſten 139 826 Offiziere und 3 514889 Mann, im Oſten 38000 Offtziere und 1000000 Unteroffiziere und Mannſchaften. Im ganzen waren um dieſen Zeitpunkt vorhanden: 246 Diviſionen, von welchen 192 im Weſten ſtanden. Während des ganzen Krieges wurden 18 387000 Mann zu den Waffen einberufen. Die Zahl der Freiwilligen betrug mehr als 1 Willion. Oſterreich⸗Ungarn hat im ganzen 9000000, die Türkei 1600000 und Bulgarien 400000 Soldaten aufgeſtellt. Das engliſche Geſamtreich brachte 8 586000, Frankreich 8 410000, Italien 5600000, Rumänien 1000000, Rußland 15070000, Serbien 1000000, Amerika 4300000 Soldaten auf. Auf feindlicher Seite kämpften 48 947000, auf Seite der Mittelmächte 24250000 Mann. Das bedeutet eine Überlegenheit der Gegner von 2 zu 1. Die deutſchen Verluſte betrugen 1808 555 Tote, gleich 13,5% der zum Kriegsdienſt Eingeſtellten, 4248000 Verwundete und 994000 Gefangene. Bei Oſterreich-Ungarn ſtellen ſich die Zahlen an Toten, Verwundeten und Gefangenen auf 1342000, 2000000 und 2117000, bei England auf 991000, 2122000 und 384000, bei Frankreich auf 1245000, 3110000 und 446000, bei Rußland die Zahl der Toten auf 1700000, die der Gefangenen auf 2000000. Italten hatte 400000 Tote, 950000 Verwundete und 150000 Gefangene. Im ganzen ſtellen ſich die Verluſte aller kriegführenden Mächte zuſammen auf 8615000 Tote und(ohne Rußland) auf mindeſtens 13 504000 Verwundete. Die höchſte Zahl an Toten hatte Serbien mit 36,2%, Montenegro mit 26,7% und die Türkei mit 20,3%. Deutſche Verluſte 70/71: etwa 44000. Verſchiedenes. Artillerie. Die Feldartillerie beſaß zu Kriegsbeginn 4516 Kanonen und 1062 Haubitzen, im Jahre 1918 7491 Kanonen und 3908 Haubitzen.— Die ſchwere Artillerie verfügte bei der Mobilmachung über 1765, gegen Ende des Krieges über 5997 Flachbahn- und Steilfeuergeſchütze. Die monatliche Fertigung von Feldgeſchützen wurde von 15 bei Kriegsbeginn auf 3000 Stück im Frühjahr 1917 geſteigert. Schwere Geſchütze konnten 400 je Wonat bereitgeſtellt werden. Ein Schuß des 42-m-Mörſers(Dicke Bertha) koſtete 1500 Mark. Seine Granate wog 1160 Kkg. Das Geſchütz koſtete faſt 1 Willion. Das Rohr des Parisgeſchützes war 35 mlang. Die Ladung betrug 5—6 Zentner Pulver, die Schußweite 128 km. Der Scheitelpunkt der Flugbahn lag 40 km hoch. Paris erhielt 300 Treffer. Gefeſtigungen. Die deutſch-öſterreichiſchen Fronten waren im Oktober 1917 im ganzen 2600 km lang. Die Gräben aller Parteien zuſammen mögen bei Anrechnung von 3 Linien hintereinander etwa 15600 km Länge gehabt haben, mit Verbindungen, Sappen uſw. wohl 31000 km.— An Stacheldraht wurden in Deutſchland 600000 Tonnen gefertigt. ernährung. In der Heimat 1918: Mehl(je Tag) 160 g ſtatt 320 g im Frieden, Fleiſch(wöchentlich) 135 9 ſtatt 1050 g, Fett(täglich) 79 gegen 56 g. Der Mindeſtbedarf für ausreichende Ernährung eines Menſchen ſind 2280 Wärme— einheiten, 1917 konnten aber nur 1000 Einheiten verteilt werden. Die Verluſte durch Unterernährung 1914- 18 werden auf 762 796 Menſchen geſchätzt. Erlatzbedarf Deutſchlands monatlich im Durchſchnitt 170000 Mann. Als letzter Jahrgang wurde 1918 die Jahresklaſſe 1900 eingezogen. feſlelballons. Es wurden von den deutſchen Feſſelballons 471 durch Flieger, 75 durch Artillerie abgeſchoſſen. flak. An Flaks hatten wir gegen Ende des Krieges 1259 Stück gegen einige wenige bei Kriegsbeginn. Der Abſchuß der Flaks betrug 1590 Flugzeuge. flieger und flugzeuge. Zu Beginn des Krieges beſaßen wir 252, Mitte 1918 5000 Flugzeuge. Insgeſamt wurden von uns 47600 Flugzeuge gebaut. Durch feindliche Einwirkung verloren wir 3200 Flugzeuge. Wir ſelbſt ſchoſſen 6811 Maſchinen ab. Die Geſchwindigkeit der Flugzeuge ſtieg von 80 auf 220 km, die Steighöhe von 4000 auf 9600 m, die Motorenſtärke von 100 auf 240 PS, das Bombengewicht von 3,5 auf 1000 kg. Die größte Steiggeſchwindigkeit betrug 1918 6000 m in 13 Winuten, der Benzinverbrauch monatlich 7000 Tonnen. Als Flieger wurden im ganzen 17000 Offiziere und Mannſchaften ausgebildet. 4053 Flieger ſind gefallen, 4644 ſchwer verwundet worden. Bei der Ausbildung gab es 2715 Tote. Von 72 Pour-le-mérite-Fliegern fielen 27. Gaskampf. Der Gaskampf größeren Umfangs wurde im Frühjahr 1915 von Deutſchland eröffnet. Das Gas wurde zunächſt abgeblaſen. Gasgeſchoſſe wurden erſt vom Frühjahr 1916 an verfeuert, zuerſt von den Franzoſen. Gefangene in Deutſchland 2520983, davon 1434529 Ruſſen. Gewehre wurden ab Auguſt 1916 monatlich 250000 Stück angefertigt. ßandgranaten wurden im ganzen 300 Willionen hergeſtellt. kraftfahrzeuge. Unſer Beſtand an Kraftfahrzeugen ſtieg von 4000 bei Kriegs⸗ beginn auf etwa 40000.— Die Entente hatte allein im Weſten 1918 200000 Stück, zu denen noch 40000 der Amerikaner kamen. kriegskoſten. Die Kriegskoſten aller Mächte zuſammen werden auf 1 Billion 37 Williarden und 942 Millionen Mark berechnet. Dabei werden die Koſten der Mittelmächte auf 349 Williarden, die der Entente auf 689 Milliarden veranſchlagt. (1870 beide Parteien 7 Williarden zuſammen.) Allein die Koſten der Munition wurden 1914- 18 auf 30 Williarden Dollar geſchätzt. Cuftſchiffe ſtellten Heer und Marine zuſammen 100 in Dienſt. 40 Luftſchiffe fielen feindlicher Einwirkung zum Opfer. Die Zahl der ſchweren Maſchinengewehre ſtieg von 2700 auf über 36000, die der leichten von 3500 auf faſt 36000. 1915 wurden„nur“ 6100 MG. im ganzen Jahr geliefert, im Herbſt 1917 dagegen 14400 Gewehre im Monat. minenwerker. An Minenwerfern beſaßen wir im Auguſt 1914 55(mittlere)/ Witte 1918 waren 7007 leichte, 2476 mittlere und 1831 ſchwere Werfer vorhanden⸗ 1917 wurden monatlich 4000 Minenwerfer fertiggeſtellt. munitionsverbrauch. Infanterie: Im Jahre 1916 betrug die monatliche Fertig⸗ ſtellung an Infanteriepatronen 220 Willionen Stück. 1870/71 verbrauchte unſere Infanterie während des ganzen Feldzuges nur 20 Willionen. Die deutſche Feldartillerie verſchoß im ganzen 222 Millionen, die Artillerie der Alliterten allein 1918 160 Millionen Schuß. Ein einziges deutſches Feldartillerie— regiment verbrauchte in rund 3 Jahren doppelt ſoviel Munition wie die geſamte deutſche Feldartillerie 1870/71 im ganzen. Gegen Kriegsende wurden monatlich 11 Millionen Artilleriegeſchoſſe angefertigt. nachrichtendienſt. Unſere Nachrichtentruppen waren bei Kriegsbeginn 800 Offi⸗ ziere und 25 000 Mann, bei Kriegsende 4381 Offiziere und 185000 Mann ſtark. An Telephondraht verbrauchten wir bMillionen km. Dieſe Menge hätte gereicht, um den Aquator 130mal zu umſpannen. 1917 war unſer Fernſprechnetz 1 Million kmin lang. Von 281000 Offizieren fielen 55000 gleich 19, von aktiven Offizieren 24/%, Verluſte Unteroffiziere und Mannſchaften 14%. Im ganzen wurden im Heeresdienſt verwandt 1½ Millionen Pferde. 400000 Pferde ſind gefallen, 500000 an Krankheiten geſtorben. Seekrieg. Verluſte: Unſere Marine verlor an Toten 75 879 Offiziere und Mann⸗ ſchaften. Die Schiffsverluſte betrugen 1 Lintenſchiff,7 Große Kreuzer, 17 Kleine Kreuzer, 10 Kanonenboote, 6 Spezlalſchiffe, 110 Torpedoboote, 198 U-Boote, 29 Winenſuchboote, 30 Luftſchiffe, 170 Flugzeuge, 17 Hilfskreuzer, 170 Hilfsſchiffe. Die Engländer verloren 73000 Tote, 13 Linienſchiffe, 3 Schlachtkreuzer, 25 Kreuzer, 78 Torpedoboote, 59 U-Boote und 264 ſonſtige Fahrzeuge. Die Verluſte der engliſchen Handelsmarine betrugen 2500 Schiffe mit 14000 Menſchen. An Winen lagen in der Deutſchen Bucht 50000, zwiſchen den Orkney-Inſeln und Norwegen 100 000. Stahlhelme wurden 7/ Millionen angefertigt. Tanks. Die erſten Tanks(10 engliſche) traten in der Sommeſchlacht auf. Bel Cambrat 1917 wurden gegen uns 350, bei Soiſſons und Amiens 1918 je 500 Tanks eingeſetzt. Engländer und Franzoſen beſaßen gegen Kriegsende wohl ſchon über 3500 Tanks, 1919 hätten ſie über mindeſtens 25000 verfügen können. Deutſchland brachte im ganzen 50 Tanks an die Front, davon im Frühjahr 1918 nur 20. Im Jahre 1919 ſollten 1000 Tanks fertig ſein. crommelfeuer. Somme 1916: Während des 7tägigen Trommelfeuers verſchoſſen die Engländer mit!Millionen Schuß auf jeden qm unſerer Front Tonne Stahl, die Franzoſen verbrauchten den Inhalt von 800 Waggons. Bei Verdun belegten die Franzoſen jeden Hektar mit 50 Tonnen Stahl. Bei St. Wihiel verfeuerten die Amerikaner 1100000 Schuß in 4 Stunden. Wir verbrauchten vor Verdun in den beiden erſten Angriffsmonaten 8,2 Willionen Schuß. Für die 2 Willionen Schuß, welche die deutſche Artillerie am 27. 5. 1918 in etwa 4½ Stunden am Chemin des Dames faſt reſtlos verſchoß, wäre eine Kolonne von Feldwagen nötig geweſen, die von Berlin bis Düſſeldorf gereicht hätte. U⸗Goote. Wir beſaßen zu Kriegsausbruch 33 Boote. Im ganzen wurden 391 Boote in Dienſt geſtellt, 400 befanden ſich bei Kriegsende noch im Bau oder waren geplant. Die Boote, mit denen wir in den Krieg traten, waren 400—700 t groß. Unſere größten U-Boote erreichten eine Größe von über 2000t. Verſenkt wurden von uns 5554 Schiffe mit 12 192 996t. Die U⸗Boots⸗Waffe verlor an Toten 5132 Offtziere, Unteroffiziere und Mann⸗ ſchaften. Demnach fand faſt die Hälfte der U-Boots-Beſatzungen den Tod. Wir benutzten für unſere ſtatiſtiſchen Angaben in erſter Linie das ausgezeichnete Buch von Otto Riebicke„Was brauchte der Weiltkrieg“, erſchienen beim Kyfthäufer-Verlag, Berlin iosò. la, Munition ſchiffe fielen 36000, die im ganzen (mittlere)⸗/ vorhanden— iche Fertig⸗ ichte unſere rtillerie der dartillerie⸗ die geſamte angefertigt. S800 Offi⸗ —— 2— „„„„„„„„„„„„„„„ in ſtark. An icht, um den on kin lang. ieren 24%. e. 400000 ind Mann⸗ „17 Kleine Boote, 29 Hilfs ſchiffe. kreuzer, 25 hie Verluſte ſchen. Inſeln und ht auf. Bei 918 je 500 wohl ſchon ſen können. ihjahr 1918 verſchoſſen nne Stahl, un belegten feuerten die Willionen 27. 5. 1918 „wäre eine reicht hätte.“ vurden 391 oder waren 700 t groß. nkt wurden ind Mann⸗ Tod der Weltkrieg 1916 Lage um die Wende 1915/16. England hatte ſich immer mehr als das Haupt unſerer Feinde erwieſen, als die Macht, welche ſie zuſammen⸗ hielt, die immer wieder ihre Entſchloſſenheit ſtärkte, bis zur Entſcheidung weiterzufechten. Sein zäher Ver⸗ nichtungswille war nur zu brechen durch ſchärfſten Kampf gegen ſeine Lebensmittelverſorgung und ſeinen Seehandel im unbeſchränkten Unterſeebootskrieg, auf dem Lande durch Niederringen ſeiner Verbündeten. Von dieſen will Falkenhayn nun 1916 zunächſt die Franzoſen angreifen. Sie ſind die Beſten unter den feſtländiſchen Waffenträgern Englands und ſcheinen dem deutſchen Generalſtabschef auch diejenigen zu ſein, über die ein wirklich nachhaltiger Erfolg einzig möglich iſt. Dem von Conrad zur Sicherung ſpäterer Entſcheidung im Weſten vorgeſchlagenen gemeinſamen Angriff auf Italien, gleichzeitig aus Tirol und vom Iſonzo her, verſagt Falkenhayn die Unterſtützung, er glaubt nicht an das ſichere Gelingen, auch nicht, daß ſelbſt ein voller Sieg Italien aus ſchalten würde oder gar einen neuen Weg nach Frankreich hinein bahnen könnte.— Vorſchläge, in Rußland nochmals zu großer, entſcheidung⸗ ſuchender Offenſive zu ſchreiten, etwa durch Rumänien— das vorher endlich zum Farbebekennen gezwungen werden ſollte— gegen den ruſſiſchen Südflügel oder in die Ukraine, hält der deutſche Generalſtabschef auch nicht für brauchbar, Rußland iſt nach ſeiner Anſicht genügend gelähmt, und der Erfolg neuer Oſtoffenſive ſcheint ihm durchaus zweifelhaft. Unſere Feinde wollen, ſobald alle ihre Heere die nötige Leiſtungsfähigkeit haben, auf allen Fronten gleich⸗ zeitig und mit allen verfügbaren Kräften 1916 zu entſcheidender Offenſive ſchreiten. Erſt hoffen ſie, ſchon im März dazu bereit zu ſein, müſſen aber den allgemeinen Angriff auf den Sommer verſchieben. Für den Fall, daß die Deutſchen ihrer großen Offenſive zuvorkommen, iſt vereinbart, daß die angegriffene Armee ſtandhält und die anderen Heere dann ſofort zum Angriff übergehen. Verdun. Die Franzoſen im Durchbruch entſcheidend zu ſchlagen, hält General von Falkenhayn für unmög⸗ lich, aber er glaubt, daß man auch auf andere Weiſe Frankreich kampfunfähig machen könne: er will das franzöſiſche Heer„zermahlen“. Dazu will er eine Front angreifen, die Frankreich aus Preſtige- und militäriſchen Gründen unzweifelhaft bis zum letzten Mann verteidigen wird: den Abſchnitt von Verdun. So gewaltig ſoll dort Druck und Drohung wirken, daß die Franzoſen auch ihre letzte Diviſion bis zum Verbluten einſetzen müſſen, um ſich zu behaupten. Die eigenen Verluſte, meint Falkenhayn, würden erträglich ſein, wenn man den Angriff mit noch nie in dieſer Stärke eingeſetzter Artillerie unterſtütze, unſer ſchweres Geſchütz, das ſchon ſo manche Feſtung zerſchlagen habe, werde auch die Werke von Verdun alsbald zu Trümmern machen. Ende Dezember 1915 erhält die beiderſeits der Maas ſtehende 5. Armee(Deutſcher Kronprinz) den Befehl zur Vorbereitung des großen Angriffs, der, um etwaigen Offenſiven der Entente unter allen Umſtänden zuvorzukommen, ſchon am 12. Februar beginnen ſoll. 4ausgeruhte und beſonders ausgebildete Korps werden dem Kronprinzen neu zur Verfügung geſtellt. Der erſte Stoß ſoll auf dem Oſtufer der Maas von Norden her über das Hügelland der Cötes Lorraines gegen die Nordoſtfront der Feſtung geführt werden, nach Maßgabe ſeines Fortſchreitens dann auch aus der Woövre⸗Ebene von Oſten her vorgegangen werden. Ein Angriff weſtlich des Fluſſes iſt zunächſt nicht geplant. Schlechtes Wetter verzögert den Beginn des Angriffs von Tag zu Tag. Es wird 21. Februar, bis unſere Artillerie—1500 Geſchütze— morgens das Feuer eröffnen und die Infanterie nachmittags zum Sturm antreten kann. 21. bis 27. 2. Erſter Angriff, im Abſchnitt Conſenvoye—Azannes. Bis zum 24. abends werden von uns die 1. und 2. Stellung genommen. Die Franzoſen ſind am Zuſammenbrechen. Sie erwägen die Räumung des rechten Maasufers. Bei Vorhandenſein von Reſerven wäre Verdun unſer geweſen. 25.2. Fort Douaumont wird genommen(Dorf Douaumont erſt am 2. 3.), auch Louvemont und der Pfefferrücken fallen in deutſche Hand. Die Franzoſen ziehen ſich aus der Wo'vre⸗Ebene an den Fuß der Cötes Lorraines zurück. 26.2. Hardaumont wird erſtürmt und in der Wokvre⸗Ebene der Angriff bis zu den Maashöhen vor⸗ getragen.— Aber Marſchall Joffre iſt nun entſchloſſen, Verdun unter keinen Umſtänden aufzugeben, und ernennt den energiſchen Pétain zum Verteidiger der Feſtung. Erſte Verſtärkungen ſind an⸗ gekommen, der Widerſtand verſteift ſich. Am 27. kommt unſer Angriff vollkommen zum Stehen. Die Einnahme Verduns im abgekürzten Verfahren iſt geſcheitert. Die deutſchen Truppen öſtlich der Maas ſind nun ſo weit vorgedrungen, daß ſie etwa in gleicher Höhe mit den franzöſiſchen Befeſtigungen auf dem Weſtufer liegen. Sie werden jetzt von dieſen in 6. bzw. unerträglicher Weiſe flankiert. Nun wird von uns endlich auch links des Fluſſes zum Angriff 9.3. geſchritten. Am 7. wird auch auf den Cötes die Offenſive wieder aufgenommen. Ende März. Der zweite große Angriff wird bis Ende März auf dem Weſtufer der Maas bis an den Toten Mann und Walancourt vorgetragen. Auf dem Oſtufer ſcheitert er, auch Fort Vauxr bleibt hier in Feindeshand. General von Falkenhayn ſieht wohl ein, daß es mit dem„Ausblutenlaſſen“ der Franzoſen nichts iſt, aber er will vor einem Entſchluß, ob der Angriff abzubrechen oder fortzuführen ſei, erſt das Ergebnis neu auf dem Oſtufer eingeleiteter Operationen abwarten. April. Zu dieſen kommt es aber gar nicht. Kleinere deutſche Angriffe und die immer ſtärkeren Gegenſtöße der Franzoſen bringen einen ungeheuerlichen Verbrauch an Truppen. Auf dem Weſtufer der Maas werden der Tote Mann und die Höhe 304 geſtürmt, aber Ende des Monats kommen auch hier die Operationen unter unſäglichen Leiden der Truppe zum Stillſtand. Der Kronprinz will nun einſtweilen von einer Fortſetzung der Offenſive, die er ſchon ſeit langem für ausſichtslos hält, Abſtand nehmen. Aber als die OHL noch einmal friſche Truppen in Ausſicht ſtellt, wird der Angriff doch wieder aufgenommen. Die Sommerangriffe werden eingeleitet durch die Erſtürmung von Fort Vaux. Wieder ſchwanken die Franzoſen, ob ſie Verdun nicht doch aufgeben ſollen. Aber Joffre bleibt feſt und kann die Verteidiger auf die demnächſt beginnende Sommeoffenſive hinweiſen. Auch die deutſche OHL bleibt bei ihrem Entſchluß, Verdun nicht loszulaſſen, trotzdem ſeit dem 4. Juni Bruſſilow die Oſterreicher in Galizien vor ſich her treibt und ſeit dem 24. Juni die ge⸗ waltige Sommeſchlaͤcht tobt. 21. 6. Zwiſchenwerk Thiaumont und Dorf Fleury werden genommen. Aber die Eroberung von Fort 11.7. Souville gelingt auch bei einem zweiten Angriff am 11.7. nicht. Anfang August. Die OHL befiehlt nun ſtrikte Defenſive, aber erlaubt trotzdem bald darauf neue Angriffe.— Sie führen im allgemeinen zu nichts weiter als zu ganz ungeheuren Verluſten. Unter ſchweren Kriſen gelingt es lediglich, die bisher erreichten Linien ungefähr zu behaupten. Die Angriffe werden nun nur noch zum Schein fortgeſetzt. Falkenhayn findet andere Verwendung. Endlich wird durch Hindenburg-Ludendorff der Befehl zur völligen Einſtellung der Offenſive gegeben. Die erreichten Linien ſind zu Dauerſtellungen aus⸗ zubauen.— Der deutſche Angriff hatte bisher den Franzoſen einſchließlich der Gefangenen wohl über 460000 Mann gekoſtet, aber auch wir hatten mindeſtens 300000 Mann verloren. Immer mehr Truppen und Material müſſen an die Somme, an die ruſſiſche Front und nach Rumänien abge⸗ geben werden. Was von der 5. Armee vor Verdun bleibt, iſt aufs äußerſte überanſtrengt. Dazu hält angeſichts der immer ſtärker werdenden Überlegenheit der Franzoſen der Kräfteverbrauch an. Ein genügender Ausbau der oft ſehr wenig zur Verteidigung geeigneten, im Angriff entſtandenen Stellungen gelingt nicht. 24.10. Die großen franzöſiſchen Gegenangriffe beginnen. Am 24. 10. werden uns Fleury und Thiaumont, ſpäter auch Douaumont wieder entriſſen. 3 km tief bricht der Feind in unſere Stellungen ein. Von einer Wiedereroberung des Verlorenen durch die ſchwache, abgekämpfte deutſche Truppe kann keine Rede ſein. 1. auf 2. 11. Auch Fort Vaurx muß geräumt werden. 15. 12. In einem zweiten großen Angriff von der Woökvre-Ebene bis zur Maas brechen die Franzoſen Richtung Louvemont und Bezonvaur durch. Die deutſchen Verluſte, auch an Gefangenen und Geſchützen, ſind äußerſt ſchwer. So endet der mit ſo viel Hoffnungen eröffnete Angriff auf Verdun nach über 9½ Monaten eines Ringens ohnegleichen mit einem ſchweren deutſchen Wißerfolg. Mai. 7. 6. 2. 9. Somme. Die Offenſive bei Verdun hatte den geplanten Großangriff der Franzoſen und Engländer nicht zu verhindern vermocht. Dieſer trifft uns, als wir an der Maas in die ſchwerſten Kämpfe verſtrickt ſind und die Bruſſilowoffenſive zum Abtransport der letzten OHL-Reſerven nach dem Oſten zwingt. Der Feind will zwiſchen Chaulnes und der Ancre, alſo beiderſeits der Somme, über Pironne und Bapaume Richtung Cambrai- Le Cateau—Maubeuge durchbrechen. Die Bereitſtellung von 52 engliſchen und franzöſiſchen Diviſionen, vor allem aber weit überlegener Artillerie und gewaltiger Luftſtreitkräfte ſoll diesmal einen vernichtenden Sieg ſicher gewährleiſten. Im 40 km breiten Angriffsfeld ſtehen von der 2. Armee unter General Fritz von Below nur 8 Divi⸗ ſionen in vorderer Linie und 4 in Reſerve. Sie ſind mit Geſchütz und Fliegern— 10 Feindflieger auf einen deutſchen!— nur ganz unzulänglich ausgeſtattet. Eine ausreichende Verſtärkung iſt, ob⸗ wohl die Angriffsvorbereitungen zu erkennen waren, von der OH“L unterlaſſen worden, die ſich von der Bindung der Franzoſen durch Verdun immer noch falſche Vorſtellungen macht. ————— ———— 3 ———————— 4 + — 24.6. Das Trommelfeuer beginnt und dauert 7 Tage und 7 Nächte. Die erdrückende Ubermacht des Gegners in der Luft erſchwert die Antwoͤrt unſerer Batterten aufs äußerſte. Zum Fernfeuer auf Anmarſchſtraßen und Quartiere tritt der Bombenabwurf. Unſere Ballone werden in Maſſen abgeſchoſſen. 1. 7. 37 franzöſiſche und engliſche Diviſionen treten zum Angriff auf 10 deutſche an, von denen nach der fürchterlichen Beſchießung kaum noch Widerſtand erwartet wird. Aber die Engländer erzielen bei wohl 60000 Mann Verluſt nur öſtlich Albert einen kleinen Erfolg, ſonſt werden ſie abgewieſen. Auch bei den Franzoſen ſüdlich der Somme iſt von einem Durchbruch nicht die Rede. Wohl aber gelingt es ihnen, unſere vorderſten Linien in 15 km Breite zu überrennen und uns zur Zurücknahme der Stellungen ſüdlich Péronne über den Fluß zu veranlaſſen, was dem Feind nun gute Möglich⸗ keit gibt, unſere Stellungen weiter nördlich zu flankieren. Mitte Juli. Der Angriff der Engländer und Franzoſen gleichzeitig auf der ganzen Front kommt zum Stehen. Die Schlacht findet bei ununterbrochenem Artilleriefeuer ihre Fortſetzung in erbitterten Teilkämpfen, wie bei Guillemont, Pozieres, Ovillers, Longueval und Thiepval. Trotz weiterer ungeheurer Uberlegenheit an Material und Menſchen kommen die Alliierten aber nur ſchrittweiſe vorwärts. Ende August. In Richtung Pèronne werden von thnen gar keine Fortſchritte mehr erzielt, in Richtung auf Bapaume gelangt der Angriff nur bis Combles. September. Auch im September geht der Kampf ununterbrochen fort. Wehrfach droht der Durchbruch. Aber allmählich wird auch die neue ſchwere Kriſe überwunden. Eine den Verhältniſſen angepaßte Taktik in der Abwehr, Vermehrung der Munition und der Luftſtreitkräfte und raſchere Ablöſung tragen ihre Früchte. Der Feind hingegen wird müde. Oktober. Noch aber geht die Schlacht weiter, und noch mehr als einmal wird die Lage ernſt für uns. Aber die Fortſchritte der engliſch⸗franzöſiſchen Maſſen an der Ancre, bei Sailly und beiderſeits Chaulnes ſind trotz gewaltiger Opfer gering. Ein Gegenſtoß bei der Maiſonnette-Ferme ſüd⸗ weſtlich Peronne bringt uns zum erſtenmal wieder einen größeren Erfolg. November. In den erſten Novembertagen ſetzt der Feind noch einmal, zwiſchen Bouchavesnes und Le Sars, zum Großangriff an. Wieder ſpannt ſich die Lage zum Zerreißen. Bei Le Transloy und an der Ancre verlieren wir noch einmal Gelände. 18.11. Aber am 18. 11. iſt die große„Materialſchlacht“ nach dem Scheitern eines letzten, mit gewaltigen Kräften unternommenen Durchbruchverſuches, zu Ende. Das Artilleriefeuer und die Teilangriffe halten freilich noch bis in den Dezember hinein an. Die Angriffskraft der Franzoſen und Engländer iſt nun erſchöpft, das Wetter für die Operationen immer ungünſtiger geworden.— Der Feind hatte bei einem Verluſt von 750000 Mann den Durchbruch nicht erzwungen. Die Fort⸗ ſetzung des Angriffs bei Verdun war uns freilich durch die Sommeſchlacht unmöglich geworden, aber man hatte uns nicht hindern können, die Lage im Oſten wiederherzuſtellen und umänien niederzuwerfen. Die Schlacht koſtete uns eine halbe Million Menſchen, eine Einbuße, die uns mit den Verluſten bei Berdun zuſammen aufs ſchwerſte traf und die Kraft unſeres Heeres auf die Dauer ſchwer erſchütterte. Naroczſee, Poſtawy. Wie wir geſehen haben, ſollten die Ruſſen ihre großen Operationen 1916 erſt ungefähr gleichzeitig mit dem Generalangriff der Weſtmächte im Sommer beginnen. Aber der deutſche Angriff auf Verdun macht ſchon im März eine Entlaſtungsoffenſive nötig, um unſere Reſerven im Oſten zu feſſeln. Mit ihr verbinden die Ruſſen die Hoffnung auf einen Durch⸗ bruch nach Wilna. Sie verſammeln an ihrer Nordweſtfront 368 Bataillone. Dieſe ſollen die 66 Bataillone des Gene⸗ rals von Hutier, welche zwiſchen dem Naroczſee und Poſtawy auf 100 km vielfach ſehr ſchlechter Stellungen verteilt ſtehen, durch Druck auf beide Flügel in die Zange nehmen, ſie zermalmen und ſo den Weg zum Durchbruch bahnen. Teilvorſtöße an der Düna haben den Angriff zu verſchleiern. Nach ſtärkſter Artillerievorbereitung ſchreiten die Ruſſen am 18. 3. zum Sturm. 112 Bataillone brechen gegen das Frontſtäck nordweſtlich Poſtawy los, wo anfangs nur 4 deutſche Bataillone ſtehen, 128 Bataillone ſtürzen ſich auf die 19 deutſchen Bataillone zwiſchen Narocz⸗ und Wisczniew⸗See. Wohl bekommt die deutſche Front Beulen, aber im ganzen wird der gewaltige Angriff mit Hilfe heraneilender Reſerven abgewieſen. Das furchtbare Tauwetter, das mit Beginn des Sturmes einſetzt, bringt zwar auch für die Ver⸗ teidiger und die anmarſchierenden Reſerven unſägliche Leiden, aber den Ruſſen gibt es den Reſt. Ende Ihr Angriff erſtickt„in Blut und Schlamm“. 100000 Mann liegen vor unſeren Fronten. Kleine Marz. Geländegewinne, die der Feind, namentlich am Naroczſee, erzielen konnte, werden ihm bis zum April wieder entriſſen. Brufſſilowoffenſive. 46 Die urſprünglich nur als Nebenhandlun im ruſſiſchen Anteil an dem allgemeinen Sommerangriff der Entente gedachte Offenſive des rufſiſchen Südweſtheeres wird eingeleitet durch Trommelfeuer von den Pripet⸗Sümpfen bis zur rumäniſchen Grenze. Der Infanterieangriff des Generals Bruſſilow beginnt. Sein Hauptdruck richtet ſich gegen Luck, Tarnopol und Czernowitz. Die öſterreichiſche Armee des Erzherzogs Joſeph bei Luck flutet in Auflöſung zurück. Die Oſt⸗ front iſt durchbrochen. Auf dem Flügel in der Bukowina(öſterreichiſche Armee Pflanzer-Baltin) fallen Czernowi Kolomea in Feindeshand. Bald geht das ganze Buchenland verloren, und wieder ſteht der an den Karpathenpäſſen nach Ungarn. 4. bis 16. 6. Nur die„Südarmee“ bei Tarnopol unter Graf Bothmer bleibt im Strudel der rechts und links weichenden Oſterreicher wie ein Fels ſtehen, obwohl ſie auf 70 km Breite dem Feind nur 5 ½ Diviſionen, darunter eine einzige deutſche, gegenüberzuſtellen hat.— Trotz Somme und Verdun muß das wenige, was noch an deutſchen Reſerven zur Berfügung ſteht, an die bedrohten Fronten geworfen werden. Zum geſchloſſenen Einſatz reicht die Zeit nicht mehr. Zunächſt iſt es nur noch mög⸗ lich, Lücken zu ſtopfen und wankende Frontteile zu ſtützen. Juli-August. Aber ſchließlich gelingt es im Norden, in einer aus deutſchen Verſtärkungen gebildeten 32 am Stochod, die Xuſſen zum Stehen zu bringen. Weiter ſüdlich gehen Bro dy und die ereth⸗Linie verloren, ſchließlich auch Stanislau, nachdem deutſche Verſtärkungen am 1. J. bei Tlumacz den Oſterreichern noch einmal Halt gegeben hatten. Auch Bothmer muß, weil nun ſeine Flanken völlig entblößt ſind, nach der heldenmütigen Abwehr der Ruſſen bei Burkanow, Podhajce und Koflow hinter die Zlota Lipa zurück. Auf dem äußerſten Südflügel rettet das deutſche Larpathenkorps Ungarn vor ruſſiſchem Einfall in erbittertem wochenlangem Ringen. 13. 6. bis 29. 7. Inzwiſchen war auch der zunächſt als Kern der großen Offenſive gedachte Angriff der ruſſiſchen Gruppe„Weſt(General Ewert) auf Baranowitſchi in Fluß gekommen. Aber hier hlelten 5 deutſche und 2 öſterreichiſche Diviſionen, auf 163 km Frontbreite verteilt, unter General Woyrſch dem Anſturm von 226 Bataillonen ruſſiſcher Kerntruppen ſtand. Nach drei Schlachten, die mehrfach für den Verteidiger die ſchwerſten Kriſen bringen, bricht der Angriff der Ruſſen zuſammen. Sie haben weder den wichtigen Eiſenbahnknoten Baranowitſchi nehmen, ge⸗ ſchweige den Durchbruch auf Breſt⸗-Litowſk erzwingen können. Offenſiven, welche die Ruſſen, neben ihren Hauptoperationen bei Baranowitſchi und gegen Galizien, bei Smorgon, am Naroczſee, an der unteren Düna und bei Riga an der deutſchen Front unter⸗ nehmen, ſcheitern ſchnell. In Galizien gehen die ruſſiſchen Angriffe in Verbindung mit Offenſive und Niederlage Rumäniens bis in den Oktober weiter. Aber die Ruſſen vermögen die neuen Fronten, in welche nun auch Türken eingerückt ſind, nicht mehr zu durchbrechen. Die verzweifelte Lage der neuen Bundesgenoſſen macht ſtarke Abgaben auf den rumäniſchen Kriegsſchauplatz nötig. Dieſen gelingt es lediglich, das rumäniſche Heer vor völligem Untergang zu bewahren. 5. 6. und uſſe Rumänien. 27. 8. Rumänien erklärt, zu dieſem Zeitpunkt die Mittelmächte damit völlig überraſchend, Oſterreich⸗Ungarn den Krieg. Bei unſerer ernſten Lage(Somme—Verdun— Bruſſilowoffenſive!) glaubt es nun mit Sicherheit, auf ſeiten der Entente aus dem Krieg Gewinn zu ziehen, ſich Siebenbürgen ein⸗ verleiben zu können. Tatſächlich konnte auch ſein Ubertritt in die Reihen der Feinde für die Mittelmächte zur Kataſtrophe werden, zumal dieſe Vorbereitungen für eine Abwehr kaum zu treffen vermochten. Unterſtützt durch die Langſamkeit der unnötig vorſichtig handelnden Rumänen, können aber unſere Gegenmaßnahmen trotz ungeheurer Schwierigkeiten noch gerade ſo rechtzeitig beendet werden, daß die Rumänen über einige billige Anfangserfolge nicht hinauskommen. Mitte September. Bis Mitte September werden in dem bisher faſt ſchutzloſen Siebenbürgen, an 17. 9. deſſen Rand die Rumänen ſchon bei Orſova, Petrozſeny, Hermannſtadt und Kronſtadt ſtehen, 11 In⸗ fanterie⸗ und 2½Kavalleriediviſtonen verſammelt. Den Befehl über die davon zum Angriff auf die Rumänen beſtimmten Truppen(9. Armee) bekommt General der Infanterie von Falkenhayn der inzwiſchen als Chef des Generalſtabes durch Hindenburg erſetzt worden iſt. Ihre Offenſive nach Süden hat der öſterreichiſch-ungariſche General Arz von Straußenburg nach Oſten gegen die Moldau zu ſichern. Inzwiſchen war Feldmarſchall von Mackenſen mit Bulgaren, Türken und Deutſchen zur Siche⸗ rung der rechten Flanke einer ſpäter von Süden über die Donau zu führenden zweiten Operation, die in den Rücken der Rumänen zielte, aus Bulgarien in die Dobrudſcha eingefallen und hatte am 6. und 9. September die rumäniſchen Brückenköpfe Tutrakan und Siliſtria genommen. 2 9. 6. u. 9. 9. 26. bis 29. 9. Falkenhayn greift die Rumänen bei Hermannſtadt frontal an und geht ihnen mit dem Alpenkorps von Weſten her Richtung Roter Turmpaß in den Rücken. Schwache Kräfte müſſen inzwiſchen die feindlichen Nachbargruppen bei Petrozſeny und Kronſtadt, die für die Operation äußerſt gefährlich ſind, aufhalten. Am 29. iſt nach ſchwerſtem Kampf der Sieg erfochten. Die Rumänen weichen fluchtartig ins Gebirge. Sofort wendet ſich nun Falkenhayn in kühnem Zuge gegen den Feind bei Kronſtadt nach Oſten, während in den Gebirgspäſſen nur Teile ſeines Heeres gegen Süden ſichern. Trotzdem er auch in 2. bis ſeiner linken Flanke durch das Zurückweichen der Armee Arz auf das ſchwerſte gefährdet iſt, führt er 4. 10. ſeinen Plan durch. Nach einigen Gegenſtößen weicht der Gegner auf den Geiſterwald. 8. und 9. 10. Dann wird er bei Kronſtadt geſchlagen. ÜUberall, nun auch weiter nördlich vor der Armee Arz, ziehen ſich die Rumänen ins Gebirge zurück. Siebenbürgen iſt wieder frei. Nun gälte es, zugleich mit dem zurückgehenden Feind über die ſchwierigen Transſylvaniſchen Alpen zu kommen, um in der Ebene der Walachei ſein Schickſal zu vollenden. Aber der Rumäne vermag ſich in den Päſſen feſtzuſetzen, und ſchlechtes Wetter erſchwert Bewegungen und Nachſchub ungemein. 11. 11. Endlich gelingt es der Angriffsgruppe des Generals Kühne, über den Szurdukpaß durchzuſtoßen. 16. u. Erneuter Widerſtand des Feindes wird von ihm in der Schlacht bei Targu-Jiu gebrochen. Kühne 17.11. ſchwenkt nun nach Oſten gegen den Altfluß ein und macht mit ſeinem Vormarſch in den Rücken Ende der noch im Gebirge ſtehenden Rumänen unſeren übrigen Angriffstruppen den Durchbruch nach Nov. Pitesti und Campulung möglich. 19.10. Inzwiſchen hat Mackenſen in der Dobrudſcha den Feind bis über die wichtige Bahn Cer⸗ navoda— Konſtanza geworfen und dann ſeine Hauptkräfte(die Donauarmee unter General 23. 11. Koſch) zum Ubergang über den Strom bereitgeſtellt. Dieſer erfolgt am 23. 11. völlig überraſchend bei Swiſchtow. Sofort wird auf Bukareſt angetreten.— Feldmarſchall von Mackenſen übernimmt den Oberbefehl über die ſämtlichen nun von allen Seiten auf die rumäniſche Hauptſtadt zuſtrebenden deutſchen, öſterreichiſchen, bulgariſchen und türkiſchen Truppen. 1. bis 3. 12. Noch einmal verſuchen die Rumänen das Schickſal zu wenden. Sie ſtürzen ſich zuſammen mit ruſſiſchen Verſtärkungen am Arges umfaſſend auf die Donauarmee. Aber aus ernſteſter Lage 6. 12. wird durch die Hilfe der 9. Armee ein neuer deutſcher Sieg. Das unverteidigte Bukareſt wird eingenommen. In raſtloſer Verfolgung, voran das Kavalleriekorps Schmettow, geht es in furcht⸗ barem Regenwetter und auf grundloſem Wege weiter. 22. bis 27. 12. Erſt bei Ramnicul Sarat kann ſich der Feind mit Hilfe ruſſiſcher Verſtärkungen in feſter Stellung wieder behaupten. In mehrtägiger Schlacht wird er erneut geſchlagen. Beim weiteren Vormarſch gegen den Sereth macht ſich aber das Eingreifen der Ruſſen ſo fühlbar, daß beſchloſſen werden muß, einſtweilen nur bis zu dieſem Fluß vorzudringen und hinter ihm eine Dauerſtellung zu beziehen. Nach ſchwerem Kampf wird noch Focsani genommen. Dann gräbt ſich die 9. Armee hinter Sereth und Trotus ein, links angelehnt an die Oſterreicher in den Karpathen, rechts an die Bulgaren, welche inzwiſchen die Dobrudſcha bis zur Donaumün dung beſetzt haben. Das rumäniſche Heer iſt bis auf Reſte vernichtet. Der Beſitz der getreide⸗ und ölreichen Walachei eröffnet für die Mittelmächte große Hoffnungen auf beſſere Verſorgung. 8. 1. Italien. Falkenhayn hatte, wie wir wiſſen, einen gemeinſamen öſterreichiſch-deutſchen Angriff gegen Italien abgelehnt. General von Conrad führt nun ſeine Offenſive allein und teilt über ſie den Bundes⸗ genoſſen zunächſt ſogar nichts mehr mit. Anfang Februar. Ab Anfang Februar werden unter Erzherzog Eugen in Südtirol 14 Diviſionen, darunter die beſten Truppen, welche Oſterreich beſitzt, im Naume zwiſchen dem Gardaſee und der Brenta zuſammengezogen. Sie ſollen über die Hochfläche von Vielgereut und Lafraun auf Vicenza und Baſſano den Vernichtungsſtoß in den Rücken der italieniſchen Jſonzoarmee führen. Anfang April hofft man mit dem Angriff beginnen zu können. März, April. Aber in dieſem Jahr weicht der Schnee im Gebirge, ganz ungewöhnlich, erſt Ende April. Das planmäßige Antreten wird dadurch unmöglich. Wit der nötigen Uberraſchung iſt es aus, der Erfolg damit von vornherein zweifelhaft. 15. 5. Zunächſt kommt der nun endlich am 15. Mai losbrechende Angriff trotz den gewaltigen Berghinder⸗ niſſen und den Panzerſperren des Feindes gut vorwärts. Ende des Monats ſind die feſten Plätze Aſfiago und Arſiero genommen. Das Heraustreten in die oberitalieniſche Ebene ſcheint geſichert. Aber da reicht es mit den Kräften nicht mehr. Cadorna, der ſchon über die Piave zurückgehen wollte, hat gegen den Angreifer faſt 100 Bataillone Reſerven zuſammengerafft, und am 4. 6. beginnt Bruſſilow die öſterreichiſche Front in Wolhynien zu zertrümmern. Um zu retten, was dort noch zu retten iſt, müſſen aus Tirol ſofort ſtarke Abgaben gemacht werden. 4.6. RRhhccccccccccccccccrr 17.6. Der Angriff muß eingeſtellt werden. Ende Juni werden die Truppen in eine zur Verteidigung beſſer geeignete Stellung zurückgenommen. Die Beute von 40000 Gefangenen und 300 Ge⸗ ſchützen kann nicht darüber hinwegtäuſchen, daß das mit ſo großen Hoffnungen begleitete Unter⸗ nehmen, dazu dicht vorm Ziel, geſcheitert iſt. Der Mißerfolg wiegt um ſo ſchwerer, als das Heraus⸗ ziehen ſo vieler guter Truppen aus der Oſtfront weſentlich zur Kataſtrophe von Luck beigetragen hatte. Nach kurzem Nachdrängen werfen die Italiener ihre Reſerven nun wieder an den Iſonzo. Dort hatten ſie(in der 5. Iſonzoſchlacht) ſchon ſeit Beginn der Offenſive aus Tirol wieder angegriffen, um öſterreichiſche Kräfte zu binden. Die 6. Iſonzoſchlacht entbrennt. Der Brückenkopf von Görz und die Hochfläche von Doderdo gehen den Oſterreichern nach über einem Jahr ſchwerſten Kampfes verloren. September, Oktober, November. 7., 8. und 9. Iſonzoſchlacht. Es gelingt den k. u. k. Armeen (bei geringen Geländeeinbußen), ſich auf dem Karſt vorwärts Trieſt zu behaupten. Auch die Alpenfronten werden in heldenmütigen Gebirgskämpfen gehalten. 6. 8. Mazedonien. Wir haben geſehen, wie die Ruſſen den Rumänen durch Angriff auf die öſterreichiſche Front zwiſchen Pripet und Bukowina und in Rumänien ſelbſt zu Hilfe zu kommen ſuchten. Aber weit gefähr⸗ licher noch hätte für die Mittelmächte der Entlaſtungsvorſtoß der inzwiſchen— einſchließlich des wieder aufgeſtellten ſerbiſchen Heeres— auf etwa 400000 Mann angewachſenen Saloniki⸗ armee Sarrails gegen die nun faſt ganz von Bulgaren beſetzte Front an der griechiſchen Grenze werden können. Mitte August. Ein Vorſtoß der Bulgaren Mitte Auguſt hatte einige Erfolge, ſchließlich aber ſchwere Verluſte gebracht. Ende August. Dann war gleichzeitig mit der rumäniſchen Kriegserklärung Sarrail zur Offenſive übergegangen. An Struma und Wardar hält unſere Front, aber weiter weſtlich, wo Sarrail mit den Haupt⸗ kräften auf Monaſtir zielt, müſſen die Bulgaren weichen. Einſtweilen vermag dann hier noch deutſcher Oberbefehl(General von Winckler, General Otto von Below) die Lage zu beſſern, aber im Oktober bleibt dann doch nichts übrig, als die Front zurückzunehmen. Verſtärkungen zu ſenden iſt uns vorerſt faſt unmöglich. November. Schließlich muß, trotzdem nun allmählich deutſche Truppen eingeſetzt werden können, auch 19.11. Monaſtir, die ſerbiſche Hauptſtadt Mazedoniens, aufgegeben werden. Für die Entente, insbeſon⸗ dere für die Serben, iſt dies ein großer politiſcher und moraliſcher Erfolg. 27. 11. Ein letzter großer Durchbruchserfolg der Armee Sarrail wird aber zum Scheitern gebracht. Damit iſt die Gefahr, daß ſie unſeren Truppen in Rumänien in den Rücken kommen und uns erneut von der Türkei hätte abſchneiden können, gebannt. Orient. Auch im Jahre 1916 verläuft der Krieg in Armenien für die Türken ſehr unglücklich Sie werden vom Großfürſten Nikolai Nikolajewitſch, der nun ſeit ſeiner Enthebung von der Stellung als ruſſiſcher Oberbefehlshaber dort kommandiert, ſchon im April aus Erzerum und Trapezunt geworfen und im Laufe des Jahres unter ſchweren Verluſten noch weiter zurückgedrängt. Aber in Meſopotamien erringen die Türken einen großen Erfolg. Der ſeit dem 7. 12. 1915 in Kut el Amara eingeſchloſſene engliſche General Townshend muß nach Scheitern aller Entſatzverſuche 29. 4. mit 13000 Mann kapitulieren. An dieſem ſchweren Schlage für das engliſche Anſehen im Orient hatte Feldmarſchall von der Goltz, der am 19. 4. dem Fleckfieber zum Opfer fällt, entſchei⸗ denden Anteil.— Die engliſchen Entſatzarmeen verſchanzen ſich weiter unterhalb am Tigris. Die Türken ſind zu ſchwach, ſie anzugreifen. Sommer 1916. Leider wird von dieſen nun, trotz aller deutſcher Warnungen, zur Abwehr ruſſiſcher Truppen, die durch Perſien nach Meſopotamien vordringen, ein Vorſtoß tief in jenes Land hinein unternommen, der zwar bis Kermanſchah und Hamadan führt, aber auch ſo viel Kräfte bindet, daß die Engländer im Irak ihren Gegenſchlag in Ruhe vorbereiten können. Neue Unternehmungen gegen den Suezkanal haben wieder wenig unmittelbaren Erfolg: April. Die erſte der beiden Expeditionen, die auch jetzt von Oberſt von Kreß geführt werden und durch deutſche Formationen verſtärkt ſind, führt noch zu einer kleinen engliſchen Schlappe. Das zweite, Juli. ſtärkere Unternehmen ſcheitert durch teilweiſes Verſagen der Türken an der engliſchen Schutzſtellung bei Romani am 4. 8. vollſtändig. Nun ergreifen die Engländer zur Verteidigung des Suezkanals die Offenſive. Noch im Laufe des Jahres werden die Türken von der Sinathalbinſel völlig verdrängt, und gleichzeitig bauen die Briten für ihren Angriff auf Paläſtina Eiſenbahn und Waſſerleitung. 7 9 Vermeſſungstrupp. Im Stellungskrieg wurden für jeden Frontabſchnitt genaue Karten geſchaffen. Als Unterlagen dienten Fliegeraufnahmen, vorhandenes Kartenmaterial und Neuvermeſſungen. Die Stellungskarten waren auch für das Schießen der Artillerie von großer Be⸗ deutung. Man konnte auf ihnen Entfernungen und Winkel genau feſtſtellen. 8 Preßluftbohrer. Immer ſchwerer wurden die Ka⸗ liber der gegen unſere Stellungen eingeſetzten Ge⸗ ſchütze und Minenwerfer. Vor der gewaltigen Wirkung ihrer Geſchoſſe konnte man ſich nur dadurch einigermaßen ſchützen, daß man immer tiefer in die Erde ging. War das Gelände ſteinig, ſo war es oft nur mit Preßluftbohrern möglich, die Stollengänge vorzutreiben. 82 Schneeſchuhpatrouille. Der Kampf in den Vo⸗ geſen wurde von vornherein im weſentlichen mit Landwehr geführt. Im Winter 1914/15 wurde ſie durch unſere erſten Schneeſchuhtruppen ergänzt. Später ver⸗ wendete man, namentlich im erbitterten Ringen um den Hartmannsweilerkopf, noch weitere aktive Truppen. In den letzten Kriegsjahren galten die Vogeſen dann als„Er⸗ holungsfront“. 83 Gefangenenverhör. Die Vernehmung der Ge⸗ fangenen war für die Beurteilung der Lage, der Stärke und Abſichten des Gegners von größter Bedeutung. Das Befragen erforderte großes Geſchick, denn die Sol⸗ daten aller Heere waren nachdrücklich darauf hingewieſen, nichts oder nur Falſches auszuſagen. Viele kleine Unter⸗ nehmungen im Stellungskrieg dienten nur der Einbringung von Gefangenen. 81 Feldkanone in Deckung. Geſchütze kann man meiſt nur ſplitterſicher eindecken. So mußte gerade bei der Artillerie gegen Luft⸗ und Erdbeobachtung auf Tarnung be⸗ ſonderer Wert gelegt werden. Man ſuchte ſie zu erreichen durch unregelmäßige Aufſtellung der Geſchütze, Verwiſchung friſcher Erdarbeiten, Beſeitigung aller Gleiſe und Trampel⸗ pfade ſowie durch Anlage von Masken und Blenden 84 Der Barbier im Schützengraben. In den erſten Kriegsmonaten war der Soldat ſehr ſtolz auf einen großen Vollbart, den er ſich ſchon deshalb wachſen laſſen mußte, weil während des Vormarſches kaum Zeit zum Ra⸗ ſieren vorhanden war. Später verſchwanden jedoch die Bärte vollſtändig, zumal ſie ein ſicheres Schließen der Gasmaske verhinderten. 85 Wamoraben vor Verdun. Während des Be ur ngriffs konnte ſich unſere Infant meiſt nur notdürftigſte Deckung ſchaffen. Das unausgeſet tillerie⸗ und MG.⸗Feuer auf Stellungen und Wege machte gründliche Arbeit und das Heranſchaffen von Material faſt lich. Wetter und Gelände erhöhten die Schwierig⸗ Was trotzdem geſchaffen wurde, war bald wieder agen tzte Ar⸗ 3 * 8 8 Franzöſiſche Trägerkolonne bei Verdun. Der Kampf um Verdun verſchlang ungeheure Mengen von Kriegsmaterial. Sein Antransport war äußerſt ſchwierig, da auch das Hintergelände ſtändig unter ſchwerſtem Feuer lag. Fö ahnen konnten im allgemeinen nur bis in die Artil⸗ ungen vorgeführt werden. Von da aus mußte man auf beiden Seiten alles vortragen. 8 6 Franzoſen bringen vor Verdun ein ſchweres Geſchütz in Stellung. General Herr glaubte nach unſeren erſten Angriffen, das Oſtufer der Maas aufgeben zu müſſen. Dagegen befahl General Péetain, Verduns neuer Verteidiger, keinen Schritt zu weichen. Es gelang ihm nach Ankunft von Verſtärkungen und einer gewaltigen Artillerie, die Feſtung zu retten Treffer in eine Sanitätsformation. Vor Ver⸗ dun lagen bis weit ins Hinterland hinein auch die Sanitätseinrichtungen immer wieder unter Feuer. Beſonders s neben den Truppen⸗ Arzten und⸗Sanitäts⸗ mannſchaften die Sanitätskompani der Verbandpläãätze dicht hinter der 8 erwundeten oblag. „denen die Betreuung ont und die Rückbeför⸗ vor Bodenſicht. Aber da der Feind weiß, daß ſie a werden, und genug techniſche Wittel hat, in ſie hine langen, iſt auch in ihnen die Sicherheit ſehr gering. Vor 87 In der Ornesſchlucht. Mulden und Schluchten ſchützen Artillerie, Reſerven und Verkehr wenigſtens Verdun lagen alle Senkungen ſtändig unter ſchwerſten Feuerüberfällen, und es ſah in ihnen furchtbar aus 90 Unterſtützungen in Deckung. Unterſtützungen und Reſerven konnten ſich beim Angriff auf Verdun meiſt nur kümmerlichſte Deckung ſchaffen. Manchmal ver⸗ mochte man franzöſiſche Anlagen zu verwerten, oft aber mußte man ſich lange mit der Ausnutzung von Hängen und Trichtern begnügen. Dabei bekamen die Unterſtützungen häufig noch mehr Feuer als die vorderſte Linie. 81 Deutſche an der Somme. Als faſt alle deutſchen Reſerven durch Verdun und die Bruſſilow⸗Offenſive gegen die Oſterreicher gebunden waren gingen Franzoſen und Engländer am 24. 6. 1916 an der Somme zu groß angelegtem Gegenangriff über. Sie konnten in monatelangem Kampfe unſere Front wohl zurückdrängen, aber nicht durchbrechen. 94 einer Wueee Als die engliſche und franzöſiſche Infanterie am 1.7 1916 ͤan der Somme vorbrachen, konnten ſie über die völlig zerſchoſſenen deutſchen Gräben ſtellenweiſe bis in die Bat⸗ terieſtellungen vorſtoßen. Dann aber verſteifte ſich der Wider⸗ ſtand. Maſchinengewehrneſter und Dorftrümmer wurden zu Stützpunkten der deutſchen Abwehr. 92 Engländer mit Grabenſpiegel zöſiſche Armee vor Verdun ſtark zern übernahmen die En der Juni 1916 front an mme. Unſer Bild ie dentſchen 95 Dorftrümmer. Die Häuſer der! Großka haufen und ſchinengewehre. Oft warer mit den Ortsnamen zu erkennen Start eines Feſſelballons. Feſſelballons wur⸗ den mit Kabeln am Boden verankert und nach dem eingeholt. e dienten der taktiſchen ob achtu ing. VN beeinträchtigte die nöglichkeit lacht zerſtörten f Ballons ſechs 9 6 1 Umaden ſchwerer Munition. Die u Mengen Schieß f, die der Krieg tä ang, wurden nitionszügen erſetzt, wel cht hinter die Front vorgeführt wurden. Die Anfuhr zu Batterien erfolgte auf Förderbahnen, mit Kraftwagen oder Pferden 9 7 Am Fliegermaſchinengewehr. An de beherrſchten Engländer und Franzoſen di nächſt faſt ommen. Keine Batterie, keine Ste unentde bis tief ins Hinterland fielen die Unſere Flugzeuge konnten weder aufklären noch einſchießen. Erſt nach langen Wochen wurde von den Kampffliegern das Gleichgewicht der Kräft 7 100 Verbandplatz dicht hinter der Front. Die Geſamtzahl der Verwundeten betrug bei allen am Weltkrleg beteiligten Völkern zuſammen 17 Millionen. Deutſchland hatte einen Antelil von 4,2 Millionen. Durch hohen Stand unſeres Sanitätsweſens und die deutſcher Runſt zte war es in einem ſehr großen Prozentſatz möglich, die Verletzungen völlig auszuheilen. Artillerie deutſchen EA yfff Neger in einem deutſchen Laza r und Franzoſen andte kreich ſei arbigen vor ur In vorderſter Linie kämpften hier algeriſche und Senegalſchuͤtzen 101 Deutſcher Meldegänger in der Somn ſchlacht. Eines der ſchwierigſten Probl Gefechtsführung war die Nachrichtenübermittli 0 Schlachtfeld. Es wurde trotz aller techniſchen Erft 9 nie zur Zufriedenheit gelöſt. Der Meldegänger blieb im Großkampf der Hauptträger des Nachrichtendienſtes fl 3 erblichen idungen Er hat Ruhm erworben 99 Fallſchirmlandung. Feſſelballons, Zeppeline und Flugzeuge waren ſchließlich ſämtlich mit Fallſchirmen ausgerüſtet. Sie haben ſich vor allem bei den Feſſelballons bewährt. Bei Artilleriebeſchießung konnte man dieſe meiſt rechtzeitig einholen, aber bei einem Angriff mit Leucht⸗ ſpurmuntition aus dem Flieger⸗M§. gab es kaum andere Rettung als den Abſprung. 4 10 Gefangene Engländer. Bis Ende September waren Engländer und Franzoſen an der Somme bis höchſtens 15 km vorangekommen. Der Durchbruch war nicht gelungen und ſetzt ausſichtslos geworden. Die Angriffe de 31 103 Artilleriebeobachtung im Oſten. Die Aus⸗ dehnung unſerer Oſtfront erlaubte meiſt nur eine ganz ſchwache Beſetzung der Stellungen mit Infanterie. Um ſo wichtiger wurde die Vorbereltung der artilleriſtiſchen Abwehr. Jede Batterie mußte ſofort überall hinſchießen können, wohin ihre Geſchütze nur trugen. Es durfte keinen Punkt geben, der nicht von den Beobachtern einzuſehen war. 106 Sanitätskompanie auf dem Marſch. Jede Truppe beſaß eigene Arzte und Sanitätsmann⸗ ſchaften. Außerdem hatten die größeren Verbände Sanitäts⸗ kompanten und Feldlazarette. Im Bewegungskrieg mar⸗ ſchierten dieſe in engſter Verbindung mit der fechtenden Truppe. Im Stellungskrieg wurden die Sanitãts anſtalten meiſt„bodenſtändig“ 1 0 Sſterreichiſcher Trainfahrer. Im Oſten waren namentlich bei ſchlechtem Wetter die Wegverhält⸗ niſſe derart, daß wir uns bald entſchließen mußten, einen großen Teil der ſchweren Fahrzeuge unſerer Kolonnen durch leichtes Bauernfuhrwerk, ſogenannten„Panje“⸗Wagen, zu erſetzen. Unſere Verbündeten hatten ihren Train von vorn⸗ herein mit ganz leichtem Gerät ausgerüſtet 107 Feldgraue als Handwerker. Das deutſche Heer hatte bei einer Stärke von 13 Willionen Mann einen ungeheuren Bedarf an Bekleidung. Trotz des großen Rohſtoffmangels konnte es aber bis zuletzt ausrei⸗ chend verſorgt werden. Einfache Wiederherſtellungsarbeiten an Uniform und Schuhwerk beſorgte die Truppe durch ihre Handwerker ſelbſt 105 Truppenverſchiebung im Oſten. Als durch die Bruſſilow⸗Offenſive(4.6. 1916) die ganze öſter⸗ reichiſche Front in Wolhynien ins Wanken gertet, ellten aus anſchließenden Stellungen und aus dem Weſten deutſche Truppen herbei, um die zurückgehenden Oſterreicher zu ſtützen. Dadurch gelang es Ende Juni 1916, dem Vor⸗ dringen der Ruſſen Einhalt zu gebieten. 8 Ruſſiſcher Parlamentär. Der Parlamentär iſt unverletzlich, doch muß er durch eine weiße gge und Signale erkennbar ſein. Gewöhnlich hat er Botſchaſt dem erſten Offizier, auf den er trifft, zu eben. Läßt man ihn ausnahmsweiſe zu einer höheren mandoſtelle durch, ſo müſſen ihm zur Verhütung von Spionage die Augen verbunden werden. SRR SSSrrr 11 5 Sſterreichiſcher Graben am Iſonzo. Am 13. 3. 1916 begann die 5. Iſonzoſchlacht. Fünf Tage lang griffen die Italiener an, konnten aber bei 40000 Mann Verluſt nur einige kleine Grabenſtücke gewinnen. Ebenſo⸗ wenig gelang es ihnen, durch dieſen Angriff die an der Alpenfront in Vorberettung befindliche öſterreichiſche Offen⸗ ſive zu ſtören. 11 6 Sſterreichiſches MG. im Hochgebirge. Wäh⸗ rend am Iſonzo Schlacht auf Schlacht tobte, blieb die nach Weſten anſchließende Alpenfront verhältnismäßig ruhig. Hier ſchritten die Oſterreicher nun zwiſchen Etſch und Brenta am 15. 5. 1916 zu einer großen Offenſive, in der durch Vorſtoß gegen die Adria womöglich das ganze ita lieniſche Heer in Venetien abgeſchnitten werden ſollte. 118 Engländer an der mazedoniſchen Front. Unter Nichtachtung der griechiſchen Neutralität hatte die Entente in Saloniki ab 5. 10. 1915 Truppen gelandet. Zur„Orientarmee“ auf 400000 Mann verſtärkt, waren ihre Angriffe bei Monaſtir 1916 ſchon eine ernſte Bedro⸗ hung unſerer Südoſtfront, und ihre Offenſive Herbſt 1918 wurde uns ſchließlich zum Verhängnis. 11 9 Deutſche Soldaten in Mazedonien. Die Maſſe der Verpflegung lieferten Vorräte, die aus der Heimat oder den beſetzten Gebieten ergänzt wurden. Im Notfalle durfte ſich die Truppe durch Beitreibung helfen. Außerdem gab es für den Soldaten bis zuletzt bei der Bevölkerung manches zu kaufen, was für die Bereicherung ſeiner Verköſtigung wertvoll war. 11 Geſchütztransport an der Alpenfront. Bei den öſterreichiſchen Angriffen gegen die ſtarken Stellungen der Italiener zwiſchen Etſch und Brenta am 15. 5. 1916 herrſchte noch Winterwetter. Dennoch wurden ſtärkſte feindliche Stellungen genommen. Aber der Durchbruch gelang nicht. Unſer Bild zeigt die ungeheuren Schwierig⸗ keiten alpinen Kampfgeländes 1 20 Türkiſches Truppenlager in Meſopota⸗ mien. Im Sommer 1915 gingen die engliſchen Truppen in Meſopotamien unter General Townshend gegen Bagdad vor. Sie wurden ſedoch von den Türken am 22. 11. bei Kteſiphon geſchlagen und in Kut⸗el⸗Amara eingeſchloſſen. Am 29. 4. 1916 mußten die Engländer die Waffen ſtrecken, nachdem alle Entſatzverſuche geſcheitert waren. — der Weltkrieg 1912 Lage um die Wende 1916/17. Die Alliierten haben allen Grund, mit den Ergebniſſen des Jahres 1916 unzufrieden zu ſein. 14 Willionen Soldaten hatten ſie bereits im Felde. Trotzdem war es wieder nicht gelungen, die Fronten der Mittelmächte zum Einſturz zu bringen. Ja, es war dieſen ſogar möglich geweſen, den neuen Ententegenoſſen Rumänien völlig niederzuwerfen.— Im Jahre 1917 hofft man aber, nun endlich die Entſcheidung erzwingen zu können. Wieder ſollen alle Heere gleichzeitig und baldmöglichſt an⸗ greifen: wenn der Gegner zu gleicher Zeit von allen Seiten mit weitüberlegenen Kräften angefallen wird und dadurch keinerlei Reſerven mehr verſchieben kann, ſo muß ja der Sieg winken! Zudem hat jetzt Frankreich einen Führer als Nachfolger Joffres, den es für fähig hält, das Land endgültig zu befreien, den General Nivelle, der doch den Deutſchen im Herbſt 16 bei Verdun ſo ſchwere Schläge verſetzen konnte.— Auf ſeiten der Mittelmächte iſt man ſich der heraufziehenden Gefahren voll bewußt. Am liebſten möchte man mit eigenem Angriff zuvorkommen, aber dazu reichen die Kräfte nicht mehr. Es bleibt nichts übrig, als möglichſt viel Truppen auszuſparen und die Befeſtigung der Fronten weiter auszubauen. Reſerven können aber in größerem Umfange nur noch durch Kürzung der Front frei gemacht werden. So entſchließt ſich unſere OHL, die ſtark gefährdete Frontſpitze Arras— Péronne—Noyon— Conds(öſtlich Soiſſons) zu räumen und in die„Siegfriedſtellung“ zwiſchen Arras, St. Quentin und La Fere zurückzugehen, die im Winter 16/17 mit anderen rückwärtigen Stellungen gebaut worden war. Nun durfte man hoffen, der franzöſiſch-engliſchen Ubermacht trotzen zu können. Alle Hoffnung auf Entſcheidung beruht jetzt auf der Wirkung des unbeſchränkten U-Boot⸗Krieges, der am 1. 2. beginnt und nach den Berechnungen der Marine England zum Frieden zwingen muß. Das iſt nicht gelungen. Dagegen gibt die Verſchärfung des Seekrieges nun den Vereinigten Staaten von Nordamerika endlich den willkommenen Anlaß, uns am 6. April ebenfalls den Krieg zu erklären. Der Rückzug in die Siegfriedſtellung. 16. 3. Am 16. 3. beginnt der„Alberich“⸗Rückzug in die„Siegfriedſtellung“, die bis zum 19. März eingenommen wird. Die Rückverlegung der Front verläuft im allgemeinen glatt. Der nachdrängende Feind erleidet einige empfindliche Schlappen. Die Zerſtörungen, die im neuen Vorfeld aus mili⸗ täriſchen Gründen vorgenommen werden müſſen, und die Rückführung der Bevölkerung aus dieſem geben der Entente Gelegenheit zu neuer Greuelpropaganda. Der Rückzug wirft den urſprünglichen Plan des Feindes, unſeren ganzen Frontbogen zwiſchen Arras und Reims anzugreifen, gründlich um. Nunmehr ſollen die Engländer von Arras auf Douai, die Franzoſen aus dem Raume Reims Soiſſons auf Vouziers, Attigny und Hirſon durchſtoßen. Endziel beider Heere iſt ihre Vereinigung bei Mons. Feindliche Frühjahrs-Offenſiven. 9. 4. bis Juni. Engliſche Arras-Offenſive. Es gelingt den Engländern, beim erſten Anlauf uner⸗ wartet große Erfolge zu erzielen: ſie können uns von den heißumſtrittenen Vimy-Höhen werfen und auch ſüdlich Arras viel Gelände gewinnen. Die ſpäteren, viermal wiederholten Maſſenangriffe werden aber, trotz unerhörter Artillerievorbereitung, von uns in rückwärtigen Stellungen abge⸗ fangen. Wit einem Durchbruch iſt es wieder nichts geworden. 16. 4. bis Ende Mai. Franzöſiſche Nivelle-Offenſive. Von Soiſſons bis öſtlich Reims werden zum Durchbruch durch unſere Linien faſt 1½ Millionen Mann mit 3500 Geſchützen, 33 Millionen Granaten und 200 Kampfwagen bereitgeſtellt. Aber die zuverſichtliche Hoffnung Frankreichs, mit dieſem gewaltigen Aufgebot von Kräften den endgültigen Sieg und den Frieden zu erfechten, wird zur fürchterlichſten Enttäuſchung: Trotz zehntägiger Artillerievorbereitung ſcheitert der erſte Stoß der Infanteriemaſſen unter mörde⸗ riſchen Verluſten vollſtändig. Damit iſt auch das Schickſal der Geſamtoffenſive entſchieden, wenn auch da und dort durch den bis Ende Mai fortgehenden Angriff noch kleine Einbeulungen in die deutſche Front geſchlagen werden. Die franzöſiſchen Kavalleriekorps, die uns nach gelungenem Durchbruch in ſchneller Verfolgung den Reſt geben ſollten, müſſen wieder einmal nach Hauſe reiten. 61000 Tote verliert die franzöſiſche Armee im April und Mai. In den Hauptkampftagen vom 16. bis 25. April allein hatte man 34000 Tote und 100000 Verwundete gehabt! Angeſichts dieſer umſonſt gebrachten furchtbaren Opfer herrſcht nun in Frankreich völlige Nieder⸗ geſchlagenheit. Die Armee iſt entmutigt, das Vertrauen zu den Führern erſchüttert, antimili⸗ tariſtiſche Agitation tut ein übriges: Ende Mai beginnt ein großer Teil des Heeres zu meutern. Es gibt eine Zeit,„wo zwiſchen Soiſſons und Paris nicht mehr als zwei Diviſionen ſtehen, auf die man ſich verlaſſen kann“! 1. 2 6. 4. Aber es gelingt dem an Nivelles Stelle getretenen neuen Oberbefehlshaber Ptain und der Regierung (Clemenceaul), die Ordnung ziemlich ſchnell wiederherzuſtellen. Leider bleiben uns die Zuſtände in Frankreich zu lange verborgen. Ob man ſie überhaupt hätte ausnutzen können, ſteht dahin. Wytſchaete. Flandern. Lens. Für den Feind galt es, nach dem Zuſammenbruch des franzöſiſchen Heeres als Folge der Nivelle⸗ Offenſive, uns durch einen neuen Angriff der zunächſt allein noch kampffähigen Engländer zu binden, unter keinen Umſtänden durften wir gegen die Franzoſen freie Hand haben, bei deren Zuſtand ein deutſcher Angriff zur Kataſtrophe führen konnte.— Varſchall Haig entſchließt ſich zur Vorbereitung eines Durchbruchs größten Ausmaßes in Flandern. Er will mit ihm uns auch die Häfen von Zeebrügge und Oſtende entreißen, geht doch der unbeſchränkte U-Boot⸗-Krieg England ans Leben. Ehe aber ihre Hauptoffenſive beiderſeits Bpern beginnen ſoll, wollen ſich die Engländer erſt unſerer Höheſtellungen bei Wytſchaete ſüdlich Vpern bemächtigen, die den großen Stoß nach Flandern hinein flankieren würden. Dort iſt der Angriff ſchon ſeit Januar 1916 durch ein Winenſyſtem unter unſeren Stellungen von 8- 10 km Breite vorbereitet worden, das jetzt mit 500000 kg Sprengſtoff geladen wird. 3. 6. Am 3. 6. ſetzt ein überwältigendes Trommelfeuer auf unſere Linien und Batterien ein, und am 7. 6., 7. 6. früh um 3 Uhr, erbebt die Erde weithin von einer ungeheueren Sprengung, in der mit einem Schlage unſere Stellungen in Feuerkratern und hoch in die Luft geſchleuderten Erdfontänen untergehen. Dann greift der Feind, Tanks und Kampfflieger voraus, an. Wir können den Stoß erſt in einer rückwärtigen Stellung abfangen. Unſere Verluſte ſind ſchwer. Nach dem Erfolg bei Wytſchaete laſſen die Engländer zur Vollendung ihrer klar erkennbaren Vorbereitungen für den Hauptangriff eine lange Kampfpauſe eintreten. Ihre Bedächtigkeit erlaubt uns, alle nur möglichen Abwehrmaßnahmen zu treffen. Wir müſſen nicht nur auf der Bpernfront mit einem Angriff rechnen, ſondern auch mit einer gleichzeitigen Landung der Engländer an der flandriſchen Küſte(und vielleicht ſogar in Holland). Auch bei Arras ſieht es ſo aus, als ob der Feind dort ebenfalls angreifen wollte. Mitte Juli. Mitte Juli beginnt die engliſche Artillerie mit dem Einſchießen, und am 22. Juli eröffnet ſie 22. 7. ein Trommelfeuer, das, von den Munitionsfabriken der ganzen Welt genährt, alles bisher Erlebte übertrifft. Bis tief ins Hinterland hinein ſchleudern Ferngeſchütze und Flieger ihre Geſchoſſe. Manchmal ſieht man tauſend feindliche Flugzeuge in der Luft, denen ſich Richthofen und die deutſchen Jagdgeſchwader heldenmütig entgegenwerfen. 31. 7. Am frühen Morgen des 31. 7. ſteigert ſich das Feuer der 2½ Tauſend feindlichen Geſchütze zu einem Orkan, wie wir ihn ſelbſt bei Verdun und an der Somme noch nicht erlebt hatten. Längſt ſind die Stellungen, die wegen des hohen Grundwaſſers in Flandern ſowieſo nicht ſo ſtark ſein konnten wie in anderen Gegenden, nur noch ein einziges Trichterfeld! Um 6/ Uhr morgens tritt dann die feindliche Infanterie zum Sturm an. Im Norden, auf Bixſchoote zu, dringt eine franzöſiſche Unterſtützungsarmee vor, weiter ſüdlich, zwiſchen Boeſinghe und Wytſchaete, rund um Bpern, ſteigen die Engländer aus ihren Gräben. Es cgelingt dem Feind, auf der angegriffenen Front der 4. Armee(Sixt v. Armin), uns einen Streifen von etwa 1 bis 3 km Tiefe zu entreißen. Dann aber können ihm eingreifende Reſerven Einhalt gebieten, und auch in den Tagen bis zum 3. Auguſt kommt der Gegner nicht mehr vorwärts, zumal ſich das Schlachtfeld in ſtrömendem Regen in einen einzigen Moraſt verwandelt. 16. 8. bis 25. 8. Am 16. Auguſt beginnt dann die zweite Gruppe der großen, einheitlich geführten Angriffe der Engländer und Franzoſen zwiſchen Birſchoote und Warneton. Die ſchwerſten Großkampftage ſind der 16. und 25. Auguſt. Langemarck geht uns endgültig verloren. Aber bei wird der Engländer nach erbittertem Kampf wieder geworfen. Auch ſonſt wird die Front, freilich unter ſchwerſten Verluſten, behauptet. 15. 8. Ein Nebenangriff größten Ausmaßes bei Lens, der von Kanadiern geführt wird, bringt uns Geländeverluſte und erſchwert vor allem die Auswechſlung der im flandriſchen Rieſenkampf raſch verbrauchten deutſchen Diviſionen noch mehr. 20. 9. Am 20. September eröffnet der Gegner zwiſchen Langemarck und Hollebeke eine dritte Gruppe ſeiner Großangriffe, deren Hauptdruck ſich auf Poelcapelle richtet. Am fürchterlichſten ſind die Kämpfe an den Großkampftagen am 20. 9. und den folgenden Tagen, 26. 9., 4. und 9. 10. Am Ende der neuen Kämpfe iſt die deutſche Front im ganzen auf 22 km Breite 5 bis 7 km zurück⸗ gedrängt. Aber auf einen Durchbruch dürfen die Engländer jetzt nicht mehr hoffen. 22. 10. bis Mitte Nov. Dennoch ſetzt Ende Oktober noch eine letzte Gruppe von Angriffen ein. Am 22., 26. und 30. 10. iſt noch einmal Großkampf. Der Feind kann zwar noch Poelcapelle und Pasſchendaele erreichen, aber allgemach macht die ſchlechte Jahreszeit nun dem Ringen ein Ende. Anfang November flauen die Kämpfe ab, und Mitte dieſes Monats ſchlafen ſie ganz ein. 35 Hundert Tage hatte die bisher gewaltigſte Schlacht des Weltkriegs die Verluſte der Alliierten an Toten, Verwundeten und Gefank gedauert. 400000 Mann betragen gefüllten Granattrichtern, ohne Schutz gegen den Regen, ohne aus reichende Verpflegung und bei ſeltener Ablöſung, ſtändig den Tod vor Augen, unter ſchwerſten Verluſten ausharrten und den Feind ſeinem Ziel kaum näher kommen ließen, war eine faſt übermenſchliche Leiſtung.— Verdun., Laffaux. Schon im Hochſommer war das franzöſiſche Heer wieder ſo kampfkräftig, daß der neue Generaliſ⸗ ſimus Petain ſich nicht allein an der engliſchen Flandernoffenſive beteiligen, ſondern auch bald zwei eigene Teilangriffe führen konnte, die uns ſchwer treffen. Am 12. 8. leitet achttägiges Artilleriefeuer einen neuen Gegenſtoß bei Ver dun ein, der uns nun auch den Reſt des Gewinns vom Frühjahr 1916 entreißen ſoll. Am 20. 8. tritt auf beiden Maasufern— zwiſchen Avocourt und Bezonvaur— die franzöſiſche Infanterie zum Sturm an. Ihr Einbruch gelingt. Wir müſſen nach ſchwerſten Verluſten den „Toten Mann“, Höhe 304 und den Talourücken räumen und ſtehen beim Abſchluß der Kämpfe wieder hinter dem Forges⸗Bach und in der Linie Samogneurx— Beaumont in den Stellungen, aus denen wir im Februar 1916 zur Verdunſchlacht angetreten waren.— Im Oktober greifen dann die Franzoſen zum zweitenmal an, nun bei Soiſſons. Nach ſtärkſter 23. 10. Artillerievorbereitung bricht am 23. 10. ihre Infanterie, unterſtützt von Tanks, gegen die Laffaux⸗ Ecke vor. Unſere Linien müſſen hinter die Ailette und den Aisne-Oiſe⸗Kanal zurückgenommen werden. Damit ſind auch unſere Stellungen auf dem Chemin des Dames von Brape bis Craonne 1. auf unhaltbar geworden. In der Nacht vom 1. zum 2. 11. müſſen wir auch hier den Rückzug auf die 2. 11. Höhen des nördlichen Ailette⸗Ufers antreten. Mit dieſen beiden Siegen iſt das Selbſtvertrauen des franzöſiſchen Soldaten wieder aufgerichtet. Uns trifft der Verluſt von Stellungen, welche mit unſäglichen Blutopfern erobert und gehalten worden waren, ſchwer, zumal wir erneut große Verluſte erlitten hatten. Tankſchlacht bei Cambrai. Die Engländer wollen das Jahr 17 nicht mit dem blutigen Mißerfolg in Flandern abſchließen. Es ſoll noch ein Verſuch gemacht werden, die deutſchen Fronten zu durchbrechen, ehe die im Oſten und in Italien frei werdenden Diviſionen in Frankreich erſcheinen. Der neue Angriff wird völlig auf Uberraſchung eingeſtellt und auf die Maſſenverwendung von Tanks, für deren Einſatz die Gegend von Tambrat der engliſchen Führung am geeignetſten erſcheint. Südweſtlich dieſer Stadt werden auf 10 km Breite 12 Diviſionen mit 1000 Geſchützen, 1000 Flugzeugen und 400 Kampf⸗ wagen bereitgeſtellt. Die Geheimhaltung des Aufmarſches gelingt wirklich bis kurz vor dem Angriff. Ein Einſchießen der Artillerie unterbleibt ganz. So wird der gewaltige britiſche Handſtreich tat⸗ ſächlich für die deutſche Truppe und Führung zu einer ſehr ernſten Uberraſchung. 20.11. Am 20. 11. früh um 7 Uhr tauchen mit einem Schlage aus dem herbſtlichen Nebel in unüberſeh⸗ baren Linien und Zwiſchenräumen von nur 30 Metern die feuerſpeienden Kampfwagen auf, wälzen ſich, alles zermalmend, über Hinderniſſe und Gräben und zerbrechen ſchließlich auch den erbittertſten Widerſtand. Reſerven ſind noch kaum vorhanden. Bis zu 10 km Tiefe werden unſere Stellungen durchbrochen, und wenn auch die Reitermaſſen, welche die Engländer jetzt zur Vollendung des Sieges glauben vorwerfen zu können, am deutſchen Feuer zerſchellen: die Lage iſt furchtbar ernſt geworden. Aber die engliſche Truppe iſt zur Ausnutzung des Erfolges zu ungeſchickt. Sie läßt unſerer Füh⸗ rung Zeit, in letzter Stunde wenigſtens ſo viel Reſerven heranzuführen, daß es gelingt, in den nächſten Tagen alle weiteren Angriffe bei Flesquières, Fontaine-Notre Dame und Bourlon abzuweiſen. Alles, was die OHL an der Weſtfront zuſammenraffen kann, wird zu einem großen Gegenſtoß gegen den Angreifer bereitgeſtellt, welcher inzwiſchen in einer beiderſeits leicht zu umfaſſenden Aufſtellung ſteckengeblieben iſt. 30. 11. bis 5. 12. In vier Angriffstagen werden dem Gegner mehr als drei Viertel des eroberten Bodens und ſogar Teile ſeiner alten Stellungen entriſſen, und am Ende der Kämpfe liegen von den ſtolzen Kampfwagengeſchwadern des Feindes 100 Tanks zerſchoſſen und ausgebrannt oder auch unverſehrt hinter den deutſchen Linien. Schwer iſt die Enttäuſchung in England, wo ſchon die Kirchenglocken unter ungeheurem Jubel von einem großen Siege Kunde gegeben hatten: Deutſche Tapferkeit und deutſche Führung hatten den„Tankſchrecken von Cambrai“ überwunden! Ruſſiſche Revolution. Mitte März beginnt die ruſſiſche Revolution. Der Zar muß am 15. 3. abdanken. In der neuen Regierung hat Kerenſki bald alle Macht. An der ruſſiſchen Front iſt die Manneszucht erſchüttert. Deutſcherſeits hofft man, durch Duldung von Verbrüderungen und Propaganda den Kampfwillen des ruſſiſchen Soldaten völlig zu lähmen. Den neuen Wachthabern will man durch Unterlaſſung aller Angriffe einen Separatfriedensſchluß Daß unſere Truppen die dreieinhalb Monate, ohne Deckungen außer den mit Schlamm und Waſſer leichter machen. Eine ſofortige Offenſive, die dem Gegner wohl den Todesſtoß gegeben hätte, unter⸗ bleibt, und bald denkt die ruſſiſche Regierung, namentlich von den Engländern ſtark getrieben, gar nicht mehr daran, den Kampf aufzugeben. Bruſſilow wird Oberbefehlshaber. Alles geſchieht, um Manneszucht und Kampfwillen wieder aufzurichten. Kriegsmaterial und Menſchen ſind ja noch in Fülle vorhanden. Kerenſki-Offenſive. So bald als möglich will man wieder zur Offenſive übergehen. In Galizien ſoll der Hauptangriff, Nebenangriffe ſollen auch auf den weiter nördlich gelegenen Fronten geführt werden. Die galiziſche Offenſive wird zwiſchen den Karpathen und Brody zu beiden Seiten des Dnjeſtr Richtung nach Nordweſten angeſetzt. Am 1. 7. bricht zunächſt der Angriff nördlich des Fluſſes los. Wieder hält die Südarmee unter Bothmer, an der Zlota Lipa um Brzezany, der Sturmflut ſtand. Bei den Oſterreichern weiter nördlich kommt es aber zu ſchlimmerer Kriſe, bis ſchließlich auch dort deutſ che Reſerven die Lage retten. 6. 7. Die Ruſſen, hier unter Kornilow, ſchreiten nun auch ſüdlich des Dnjeſtr zum Sturm. Die Oſter⸗ 13. bis reicher, deren flawiſche Truppenteile immer unzuverläſſiger werden, weichen. Aber ſchließlich machen 15. 7. auch hier an Zahl geringe deutſche Reſerven dem weiteren Vordringen der Ruſſen ein Ende. Mitte Juli. Die Kerenſki⸗Offenſive iſt zum Stehen gekommen, und nun kann der von langer Hand vor⸗ 19. 7. dereitete große deutſche Gegenangriff beginnen. Zuerſt ſoll durch Vorſtoß von Zloczow auf Tarno⸗ pol der rechte Flügel der ruſſiſchen Angriffsfront durchſtoßen und dieſe dann durch Flankenſtoß nach Süden zum Einſturz gebracht werden. Wieder einmal erweiſen deutſche Soldaten ihre ungebrochene 25. 7. Angriffskraft. in wenigen Tagen kommt die ganze Ruſſenmacht ins Weichen. Auch die Südarmee bis und die Oſterreicher rechts und links können wieder antreten. Tarnopol, Kolomea und Czernowitz 3. 8. werden wieder genommen, die Bukowina und faſt ganz Galizien wieder vom Feinde befreit. Leider machen es Nachſchubſchwierigkeiten unmöglich, die Offenſive nach Rumänien hinein fort⸗ zuſetzen, wo ſie in Verbindung mit Mackenſens Angriff von Süden her wohl auch die ganze ruſſiſch⸗ rumäniſche Front in der Moldau zum Einſturz gebracht hätte. Zweite Julihälfte. An dieſem Frontteil waren inzwiſchen die Deutſchen und Oſterreicher nördlich der unteren Donau und an den Oſtausgängen der Karpathen ebenfalls angegriffen worden, und der Feind hatte am Trotus, an der Putna und Sufita Anfangserfolge erzielt. Dann aber war 6. 8. Mackenſen von Focsany her im Gegenſtoß tief in die linke Flanke der Angreifer eingedrungen und Anf. hatte ihren Angriff zum Stehen gebracht. Die Ruſſen fluten auf Kiſchinew zurück, aber die Rumänen Sept. werfen ſich bei Comeſti-⸗Maraſeſti und Sanciu Wackenſen in verzweifelten Angriffen ent⸗ gegen. Dieſer kann nicht weiter durchdringen. Die Schlacht erſtarrt zum Stellungskampf.— Auch die von den Ruſſen gegen die Fronten im Norden geführten Angriffe ſcheitern. Ihr Sturm 21. 7. bei Smorgon⸗Krewo zerſchellt nach Anfangserfolgen an dem Heldenmut deutſcher Landwehr. 23. 7. Bei Dünaburg bleibt ihnen ebenfalls keinerlei Gewinn. Deutſche Herbſtoffenſiven in Rußland. Wir mußten nun ſchleunigſt mit Rußland zu einem Ende kommen. Die Oſttruppen wurden für die entſcheidende Offenſive in Frankreich gebraucht. Mit dieſer konnte aber im Hinblick auf das Ein⸗ treffen der Amerikaner nicht mehr lange gewartet werden! Die OH“ entſchloß ſich, zu weiterer Zerſtörung der ruſſiſchen Kampfkraft den Hebel auf dem äußer⸗ ſten Nordflügel anzuſetzen. Hier ſoll die ſtarke Beſatzung des Düna⸗Brückenkopfes vor Ri ga ab⸗ geſchnitten, die Hochburg des baltiſchen Deutſchtums in unſere Hand gebracht werden. Ende August können der an der Düna ſtehenden Armee v. Hutier die nötigen Verſtärkungen zugeführt werden. Oberhalb Rigas, bei Uxküll, ſoll der Ubergang über den Fluß erzwungen werden, dann haben die Truppen nach Norden gegen die See zu ſchwenken, um ſo den Ruſſen weſtlich der Stadt 1. 9. das Entweichen unmöglich zu machen.— Der aufs ſorgſamſte vorbereitete Uferwechſel gelingt. 2. und 3. 9. Aber zäh wehren ſich am 2. und 3. 9. hinter dem Kleinen und Großen Jägelfluß die ruſſiſchen Streitkräfte, welche dort zur Deckung des Abzugs der Brückenkopfbeſatzung zuſammen⸗ gerafft worden ſind. So gelingt es dieſer, freilich fluchtartig und unter ſchwerſten Verluſten, nach Nordoſten zu entkommen. Am 3. 9. kann die alte Hanſeſtadt ſelbſt, unter dem Jubel der Bevölkerung/ beſetzt werden. Ein weiteres Nachſtoßen iſt aber unmöglich, da ein großer Teil der deutſchen Truppen nun ſofort an die Weſtfront und nach Italien abgegeben werden muß. Aber mit den verbliebenen 21. u. wird ſofort zu neuen Unternehmungen angeſetzt. Zunächſt wird den Ruſſen noch ihr Brückenkopf 22. 9. Jakobſtadt entriſſen. Dann wird zur Landung auf den Inſeln des Rigaiſchen Meerbuſens geſchritten, die zur Sicherung von Riga und unſeres linken Flügels nötig erſcheint und die deutſchen Heere in bedrohliche Nähe von Petersburg bringt. Starke Kräfte unſerer Flotte und die Transportdampfer ſammeln 11.10. ſich in Libau. Die Landungstruppen werden dort verladen, und nach Räumen der Minenfelder wird der Vormarſch angetreten. 12. 10. bis 21. 10. Schon am 12. 10. erfolgt unter dem Schutz der Schiffsgeſchütze die Landung auf Oſel, das am 16. ganz in unſerer Hand iſt. Am 18. werden die Ruſſen von Moon vertrieben, am 21. 10. auch von Dagö. Nach all den Mißerfolgen im Sommer und Herbſt iſt nun die Kraft des ruſſiſchen Heeres Armenien. Perſien. Meſopotamien. gebrochen. Im Inneren Rußlands erringen die Bolſchewiken unter Lenin immer mehr die Macht. 4 8 33 8 J. 12. Die ruſſiſchen Fronten zerfallen, und am 7. 12. macht Waffenruhe dem Kampf im Oſten ein Ende. Armenien. Die Angriffskraft der Ruſſen erlahmt infolge der Revolution. Die türkiſchen Armeen in Armenien ſind aber in ſo mangelhaftem Zuſtand daß auch ſie kaum mehr operieren können. Italien 43 opota—— Die türkiſche Expedition nach Perſien geht weiter, die im Zweiſtromland ver⸗ 3 liebenen türkiſchen Truppen ſind ſehr ſchwach. So können die Engländer in aller Ruhe ſorgfältigſte Jun Iſonzo hatte Cadorna ſeit dem Herbſt 16 nicht mehr angegriffen. Erſt als Engländer und Vorbereitungen treffen, die Scharte von Kut el Amara auszuwetzen. ranzoſen zu ihrer gewaltigen Frühjahrsoffenſive ſchritten, glaubt er endlich wieder antreten zu können. Anfang 1917. Anfang des Jahres beginnen ſie, Tigris aufwärts, mit ihrer Offenſive. Am 11.3. fällt 14. S. bis Juni. 40 Iſ ie Plava und dem Weer. müſſen ſich 11. 3. Bagdad in ihre Hand. Im Laufe des Jahres werden die Türken weiter, bis halbwegs Moſſul, 85 bezahlten Teilerfolg begnügen, der Wegnahme des Monte Kuk auf Enver Paſcha will Bagdad wieder nehmen. Deutſchland ſtellt trotz erheblicher er Nochflae 0 dda. 5 88 8 Bedenken für das geplante Unternehmen General von Falkenhayn als Führer und in Geſtalt des 19. 8. bis Ende August. 11. 3 ſonzoſch lacht. 100000⁰0 WMann mit 4000 Geſ chüczen ſeten zum kleinen„Aſienkorps“ eine Kerntruppe. Aber es ſollte zur Bagdad⸗Gegenoffenſive gar nicht mehr een 11 een 3* der Adria der 838 3* 75 L 1 Wů kommen. Allzulange dauern die Vorbereitungen, und inzwiſchen wird die Lage in Paläſtina ſo gelingt zwar wieder nicht, aber die ganze Hochfläche von Bainſizza und der Monte Santo(beide bedrohlich, daß alle verfügbaren Kräfte, auch die deutſchen, dorthin geworfen werden müſſen nördlich Görz auf dem linken Iſonzo-Ufer) kommen nun in die Hand der Angreifer. lich, daß füg*1 hin geworf 6775 3 Die Stellung der Verteidiger iſt damit höchſt ungünſtig geworden und die Erſchöpfung ſehr groß. Bei einem neuen Angriff muß mit dem Durchbruch auf Trieſt und damit mit dem Fall der ganzen Pa läſtina. 5 5 i Anatt* 33 3 5 5 fec 7.— 8 Aaref, öe neuer Frühjahr 1917. Hier hatten die Engländer, nach Herſtellung einer Bahn und einer Waſſerleitung vom 8 ffenſive ſchreitet. Schweren Herzens muß ne Suezkanal durch die Wüſte, bereits im Frühjahr begonnen, die türkiſchen Stellungen an der eutſche Hilfe zu bitten. Trotz der Belaſtung durch die Flandernſchlacht und Hinfälligwerden von Südgrenze des Landes anzugreifen. Zwar waren ſie in zwei Schlachten bei Gaza⸗Berſeb glänen im Oſten ſtellt Deutſchland 7 Diviſionen mit ſtarker Artillerie zur Verfü renz es anzucreifen. Zwa oimmeſe aczen eet e Plänen im Oſten ſte 23— iviſionen mit ſtarker Artillerie zur Verfügung. 3. 11. geſchlagen worden, aber in einer dritten Schlacht blieben ſie dort ſiegreich. Die Türken müſſen . 8 llſte A 22 us Ti l ſchei ch ſet öalick S ſoll de 8 Stoß 9 Mag 2 ven, 8 N Ychie 0 A e 00 iegreich. Die E ſſe Der wirkungsvollſte Angriff, aus Tirol, erſcheint auch ſetzt unmöglich. So ſoll denn der Stoß von 9. 12. zurückweichen, und am 9. 12. können die Engländer in Jeruſalem einziehen Flitſchund Tolmein am oberen Jſonzo gegen Cividale Udine geführt werden. Deutſcherſeits hofft 3— man von vornherein, die ganze Iſonzofront der Italiener aufzurollen und ihnen den Rückzug zu ver⸗ legen. Das Wagnis eines Angriffs auf die ſtarken Hochgebirgsſtellungen des Feindes iſt freilich groß.— 1917 ü 1 8 Die deutſchen und ausgeſuchte öſterreichiſche Diviſionen bilden die 14. deutſche Armee unter Kitſe Otto v. Below. Sie wird zum Durchbruch in zwei Gruppen verſammelt, die eine bei Flitſch, 0 4 die andere bei Tolmein. Erſt ſoll, jenſeits der Berge, die Linie Hemona Cividale erreicht werden. Breſt-Litowſk. Der Vormarſch im Oſten. Dann will Belom am Tagliamento nach Süden ſchwenken aund den Italienern, die ſich weiter[3. 12. 1917. Die am 3. 12. begonnenen Verhandlungen mit den Bolſchewiſten hatten zwar am 17. zum 2 ſüdlich noch halten ſollten, in Flanke und Rücken fallen. Der Aufmarſch vollzieht ſich bei fürchter⸗ Waffenſtillſtand geführt, kamen aber dann bei ſtarken Meinungs verſchiedenheiten über die Geſtaltung 10. lichem Regenwetter unter großen Schwierigkeiten. 33 der Territorialverhältniſſe im Oſten unter den Mittelmächten und auch unter den deutſchen zuſtändigen ö 24. 10. Aber am 24. 10. in der Frühe können Batterien und Minenwerfer ihr mörderiſches Feuer mit Gas 1918. Stellen nicht weiter. Als Trotzki die Führung der ruſſiſchen Kommiſſion übernahm und die und Briſanz eröffnen. Um 8 Uhr tritt dis Infanterie in Regen und Schneeſturm, die das Vorgehen 4. 1. VBerhandlungen zu weltrevolutionärer Propaganda benutzte, war bald zu ſehen, daß man in der zugleich erſ chweren und erleichtern, zum Angriff an. Noch am erſten Angriffstag werden bei Tolmein bisherigen Weiſe nicht zum Abſchluß mit den Ruſſen kommen konnte. und bei Flitſch die vorderen italientſchen Linien durchbrochen. 9. 2. Am 9. 2. ſchließen die Mittelmächte mit der Ukraine einen Sonderfrieden 25. und 26. 10. Die gewaltigen Höhen des Stol, Matajur und Kolovrat mit ihren mächtigen 3 3 50 Befeſtigungen werden von Deutſchen und Oſterreichern erſtürmt. Südlich Tolmein iſt nun auch 10. 2. Trotzki ſucht ſich ihren Forderungen dadurch zu entziehen, daß er erklärt,„keinen Vertrag zu unter⸗ Boreovic zum Angriff angetreten, und auch hier beginnen die Italiener ſchon zu weichen. zeichnen, aber der Krieg Rußlands mit dem Vierverband ſei zu Ende“. Die OHL ſetzt durch, daß 27.10. Die 14. Armee tritt in die Ebene. Unter ihrem gefährlichen Flankendruck weicht der Feind nun ſeine Erklärung nicht anerkannt wird und daß nach Ablauf des Waffenſtillſtands die Feindſeligkeiten überall über den Iſonzo. Was er in zweieinhalb Jahren in blutigſtem Ringen erſtritten, war in wieder aufgenommen werden. Rußland ſollte zum Frieden gezwungen, die Vorräte der Ukraine wenigen Tagen reſtlos verlorengegangen, und es muß zur Kataſtrophe kommen, wenn Belows für uns geſichert und dieſe wie die baltiſchen Staaten vor dem Bolſchewismus gerettet werden. Plan gelingt. Schon hat ſich die bei Flitſch und Tolmein geſchlagene italieniſche Nordgruppe in 18. 2. Heeresgruppe Eichhorn geht ins Baltikum, Heeresgruppe Linſingen nach der Ukraine vor. zügelloſer Flucht aufgelöſt, ſchon iſt der Verluſt an Gefangenen, Geſchütz und Gerät ungeheuer und 2 8 2 3 N 0 3 8 Udine gefallen. Erreicht Below den ſüdl Tagliamento früher als die zwiſchen Görz und der 0. 2. Schon zwei Tage ſpäter erklären ſich nun die Ruſſen zum Abſchluß des Friedensvertrags bereit. Adria vor Boreovic zurückgehende italieniſche Südgruppe, ſo iſt auch deren Schickſal beſiegelt. 3. 3. Am 3. 3. wird der vielumſtrittene Friedensvertrag von Breſt⸗Litowſk unterzeichnet. Der linke 28. 10. Aber ſtarkes Regenwetter, das die Waſſerläufe zu reißenden Strömen anſchwellen läßt, der Mangel deutſche Heeresflügel macht zwiſchen Narwa und Gomel halt. In der Ukraine erreichen unſere ſchnell beweglicher Truppen und Reibungen unter den Siegern bewahren die Italiener vorm Außerſten. Truppen am 1.3. Kiew. Auch die Oſterreicher haben ſich inzwiſchen zum Einmarſch in ſie entſchloſſen. t 4 Der Stoß Belous gegen die einzige der italieniſchen Südgruppe(3. Armee) verbliebene Brücke Mitte März wird Odeſſa beſetzt.— 1 8 14* 7 te⸗. 2 + 8 + 5 t 9.11 bei Latiſana 3 den Tagllamento mißlingt. Der Feind kann ſic 18 3¹ Oktober über den Fluß Mai. Bis(einſchl.) Mai werden Taurien und die Krim in Beſitz genommen und der untere Don erreicht. .11. retten und am 9. November hinter der Piave eine neue Front bilden, die ſich im Süden an das Auf Hilferufd ißen Regi Finnlands, das ſich im D ber 17 von Nußland losgeriſſen hatt im Norden, in Gegend Aſt die alte italieniſche Dolomitenfront anlehnt uf Hilferuf der weißen) egierung Finn ands, das ſi him Dezember 1! von Ru and losgeriſſen hatte, Weer, im Norden, in Gegend Aſiago, an die alte italieniſche Do nfr hnt. 3. 4 landet am 3. 4. die„Oſtſee⸗Diviſion“(G d. Goltz) bei A Mal iſt ganz! land 2. bis S. 11. Endli 2 5. 11.ꝗ— des Waſſers und Niederri Nach„4. landet am 3. 4. die„Oſtſee⸗Diviſion raf v. d. Goltz) bei Hangö. nfang Mal iſt ganz Finnlan e is S. 11. Endlich, zwiſchen 2. und 5. 11., nach Sinken des Waſſers und Niederringen von Nachhuten, durch ſie und die finniſchen Truppen Mannerheims von den Bolſchewiſten befreit.— ⸗ iſt es uns inzwiſchen gelungen, den Tagliamento zu überſchreiten. Nun ſoll die Verfolgung ſogar 5 2 9 8 5 3 3 4 3 Die Türken haben inzwiſchen Kars und Eriwan genommen und ſind auf Batum vorgegangen. 0 bis zur Brenta fortgeſetzt werden, womit auch Venedig in die Hand der Deutſchen und Oſterreicher 4 2 5 „ gekommen wäre. Die Piave wird ohne Widerſtand erreicht, aber hinter ihm halten die Italiener ſtand. Mai. Zur Sicherung der Olvorräte Transkaukaſiens müſſen in ſteigendem Umfange deutſche Truppen n Nur der nun endlich auch aus Tirol(über Aſiago) aufgenommene Angriff und die Bezwingung auch dorthin entſandt werden. f—9 38 65 3 3 u W e 5 7. 5. Am 7. 5. wird mit Rumänien Frieden geſchloſſen. Bulgarten und Türkei ſind mit ihm unzufrieden. ber bei dem inzwiſchen eingetretenen Winterwetter kommt der Angriff Conrad v. Bötzendorfs, 8 8 5 8. der jetzt in Tirol befehligt, über Anfangserfolge nicht hinaus, und zwiſchen Piave und Brenta kann Juli.— 6. 0 5 10 8 30. 7. Feldmarſchall v. Eichhorn in Kiew als r zwar der Monte Tomba nach erbittertem Ringen vom rechten Flügel Belows bezwungen werden, pfer des fortſchwelenden Haſſes gegen Deutſchland. e die Uberwindung des Grappa⸗Maſſivs gelingt indeſſen nicht. Starke franzöſiſche und engliſche Herbst 1918. Die ſchwierige Ausbeutung der Ukraine hat gerade begonnen, als Revolution und Waffen⸗ n Kräfte ſind zur Verſtärkung der Italiener im Eintreffen. Der Nachſchub ſtockt, da die Bahnen von ſtillſtand die Zurückführung unſerer Oſttruppen erzwingen. Nicht überall kann die Manneszucht r dieſen gründlich zerſtört worden ſind. erhalten werden. Aber es gelingt ſchließlich doch, das Gros der Beſatzungsheere, wenn auch unter 3. 12. So erſcheint die Fortſetzung des Angriffs unmöglich, und am 3.12. ergeht der Befehl, ihn einzuſtellen. ſchweren Einbußen an Ausrüſtung, in einiger Ordnung zurückzuführen. Bis der letzte Soldat aus f Das italieniſche Heer iſt der Vernichtung entgangen. Aber 800000 Mann italieniſcher Verluſte Rußland heimgekehrt iſt, wird es Sommer 19. Jenen Truppen, die ſich in voller Diſziplin durch n und eine Beute von 3000 Geſchützen geben Zeugnis von einer gewaltigen Niederlage, einem der den überall aufflammenden Aufſtand, bei ungeheuren Schwierigkeiten und allen Zerſetzungs⸗ gewaltigſten Siege, die Deutſchland und Oſterreich im großen Kriege erſtritten. verſuchen zum Trotz, nach Deutſchland durchſchlugen, gebührt höchſte Anerkennung. 122 Klavierkonzert auf der Straße. Wenn im Verlauf der Kriegshandlungen eine Ortſchaft ge⸗ räumt werden mußte, wurde von der deutſchen Führung auf(——— 121 Deutſche Infanterie mit Grabenpanzer. Zur möglichſt weitgehende Sicherung des Privateigentums ge⸗ 2 8 12 3 Blockhaus im Walde. Uberall ſuchte der deut Verbeſſerung des Schutzes der Poſten in beſonders 8 achtet. Wo das Wobiliar herrenlos war oder doch im 3 7 Soldat ſein Quartier möglichſt wohnlich zu geſt gefährdeten Stellungstellen machte man ſeit dem Jahre 1916 1 Kampfe zugrunde gegangen wäre, wurde alles irgendwie f namentlich an ruhigen 5 n entſtanden häufig Verſuche mit Stahlpanzern. Zu einer Einführung in grö⸗ 2 Brauchbare zur Ausſtattung rückwärtiger Quartiere ver⸗ 133 Kunſtbaut nte an auch beobachten, ßerem Umfange kam es aber n da der Mann ſehr unbe⸗ 5 Soldat ſelbſt W nicht ſcheut B.f weglich wurde. Beſſer waren die immer mehr verwendeten 5—— 3 Biumenbeete hlblenden“. EECECCCCC·· ··· 12 Eſſenempfang an der Feldküche. Zur Ve pflegung der Truppen dienten die aus jeweils zwei Teilen beſtehenden Feldküchen. Der Vorderwagen Protze) wurde für den Transport des Geſchirrs und der Nahrungsmittel benutzt. Im Hinterwagen befand ſich der Herd mit einem großen Speiſekeſſel, der 200 Liter faßte, ferner ein kleinerer Keſſel von 70 Litern für die Zubereitung 1 2 6 Werbebüro in New Pork. Im 1 Gasalarm. Durch Zuſammenfaſſung einer großen* f hatte die Entente das ihr durch den amerika Zahl von Geſchützen oder Gaswerfern zu Uberfällen— Präſidenten Wilſon übe nsangebot de telmächte zurückgewieſen. den unbeſchränkten U⸗Boot⸗Krieg z f auf kleinem Raum konnte das Kampfg lich werden. Nur höchſte Wachſamkeit der Gaspoſten, Alarmeinrichtungen und Masken gaben genügend Sicherheit.* Gegen„Gelbkreuz“⸗Wirkung mußten auch Kalk und Reſerve⸗ durch Unterbindung des Seeverkehrs niederzuzwingen 3 8 F l en die Ver en Staaten u am 6. 4. 17 der N 8 bekleidung bereitſtehen. auf erklärten die Vereinigten Staaten uns am 6.4 den h er Getränke. 4 8 4 Krieg. 1 6 1 2 Kathedrale in St. Quentin. Nachdem im Frühjahr 1917 die Siegfriedfront bezogen war, 3 nterieſtellungen unmittel⸗ 127 Armierungsſoldaten auf dem Marſch in die 5 bar vor den Stadträndern ie Artillerie ſtand in und 8 Siegfriedſtellung 1917 wollten 8 hinter der Stadt. Dieſe wurde durch die engliſche Beſchie⸗ die Weſtmächte den Stel ogen Arr n ßung ſtark zerſtört. Beſonders ſchwer litt die berühmte 1 ör zugle z 176 Kathedrale lagen bei St. Quentin unſere Ir zpern be⸗ ampf großen f 13 — 8 ſtand 1906-09 gierung und wurde 1917 Er war einer der größten drückte er während des es deutſck s mit großem Erfolg Stahlflaſchen al d 4 ungen ei 8 Anfang gingen zuerſt die Franzoſer Einführung von Gasgeſchoſſen über. Als Schutzmittel wurde 0 N Vertrag ſpiegelt ſich ſe geltkrieges Verſtändigung gerichteten Beſtrebung nzöfiſchen Re⸗ niſterpräſident ids. Hart unter⸗ F 1 2 Koſtbarer Kompaniebeſitz beſaß einen kleinen Beſt nen und oft a 1 r den auf das und man trennte ungern von gab es auch Hunde, dier der Batt en Herren, mit ntreueſter Kameradſchaft verbunden waren 1 32 Vorgehender Stoßtrupp. Oft konnte nur ein Stoßtruppunternehmen Klarheit über den gegen⸗ überliegenden Feind ſchaffen. Es galt d us dem durch breiten Stacheldraht geſchützten feind einige Gefangene herauszuholen. Der gelingen, wenn Artillerie und Infanterie mit peinlicher Genauigkeit zuſammenarbeiteten Vorſtoß konnte nur L. hlags gen und der 12 Trichterfeld in Flandern. Di 18 4 0 Deutſcher Grab bei Souplet Fla und mes gab vie 13 Kühlung eines Geſchützrohres. Die G kämpfe des Jahres 1917 Aisne Cham Lens, Flandern, geheure Anforder z und mußſten 9 ih leiſtungen n igzeug übernimmt Handgran tt es 1 al 1 1 3 6 0 1 * lugabn a anaten verzichte 914 wieder, zunächſt behelfsm ig ge Krieges beſaß n blieb nur d liber gegene den Kraftwage beſpannunt rBomben mit AIpfe an Der efttront N war Ort 8 140 PBewenkeher“ in St wundete zurück 6 9 v fder Bahn dienten die Leichtkranken⸗ er rras nach 2 amelfeu 1 0 Ge üb ie Einwohner d die ung vo zefehlen 1 die Lazarettz Betten hatten nur die letzteren, die 1 mit allen ü en Einrichtungen zur Pflege ausgerüſtet ls von der Heeresverwaltung, teils oder auch von privater Seite geſtellt. 9 Engliſche Gefangene altung der 2 interkünfte und Wol 141 Lazarettzug. Der Abbeförderung Verwundeter K 4 e 4 und K äßige Beurlaubungen von Offizleren und N f Ernährung der Mannſchaft geſtaltete ſich h chaften in die Heimat ein. Die Beförderung der Urlauber die Fütterung der Pferde. Die Lage auf dieſem Gebtete ge n oße Schwierigkeiten, ſo daß man ſi war gerade in entſcheidenden Kriegsabſchnitten bisweilen g der iſch. F ſchli 5, beſondere Urlauberzüge einzuführen. ſehr ernſt. Wie für die Menſchen erfand man auch für die s Verfahren nur in zelfällen be⸗ Gleie 3 wur ch für geregelte Verpflegung der Ur⸗ Tiere im Verlauf des Krieges allen möglichen Nahrungs⸗ währen 3 lauber unterwegs geſorg ogar Sägemehl wurde dem Futter beigemengt 143 Urlauber kehren zurück. 1916 ſetzten regel⸗ 144 Futterempfang. Faſt noch ſchwieriger als ruſſiſchen Angriffs. r abdanken rkämpfe im Weſten und am Zſonzo 1 br 5 l ö na e gebildet de Aſk 8 43 1 47 Sſterr.⸗ung e ont 1917 nur noch ganz ſchwach beſetzt— A 1 3 8 1 9 ve im ner 145 8 ko 0 nächft ark ch weiteren Ausbau des Bah ichſt ſtark verbindu 0 Reſerven ſtets ell zur Verſtärkung r Abſchnitte verſchoben werden konnten. orgehen einer Patrouille. Nachdem die 9 149 General Litzmann überſchreitet d ruſſiſchen Angriffe in Galizien zum Stehen ge⸗ Der„alte Litzmann“ gehö zu den Generalen des Weltkrieges. Sein Ruhm wurd en waren, wurde am 19. 7. zur Gegen⸗ getreten. Deutſche 2 onen waren der Kern im Durchbruch von Br y Novembe die raſchem Siegeslauf Oſtgalizien Binterſchlacht in Maſuren, die Erobe die Bukowina llig bef und die Stoßkraft des 3Kownos, die iege ſind eng SOg ffenſive in Galizien 1917 und ander ruſſiſchen Heeres endgültig zerbrachen mit ſeinem Namen verbunden. 152 Weiblicher ruſſiſcher Soldat. Alle Verft Rerenſkis, die Kriegsmi der 1 Geſprengte Brücke bei Zm§ 3 0V. 8 8— 70 153 Deutſche 2 8 Kampf im Oſten führte den de b en Truppen 5 auch an und über die Oſtſee. Heere 1 iſpie neue Kraft zu 5 ländiſche Küſte in unſeren Beſitz gelangt. 1917 w geben. Unaufhaltſam t ſeine Zerſetzung fort 3 nganſchließend die Inſeln Oſel, Moon und Dagb be drangen wir dann längs der Oſtſee durch Li 154 Vorbringen eine rahtwalze. Nach Abwehr Offenſiven im Oſten ſtießen wir immer u 4* ö 156 Unterhaltung zwiſchen deutſchem und ruf der i⸗Offenſive d e ſie 1 auf große Viehbeſtände, die eine ommene Bereicherung ſiſchem Poſten. Schon nach dem Sturz der unſerer Verpflegung wurden. Wenn möglich, nahm man Zarenregierung hatte an der ruſſiſchen Front eine Zeitlang e bald ordnungsmäßig in Verwaltung, um ſie zur Ver⸗ eine Art Waffenſtillſtand geherrſcht, aber erſt nachd ſorgung der Truppe mit Fleiſch, Fett, Leder uſw. wirt⸗ r; ergreifung der Bolſchewiken fand der Krieg völlig auf. Am 17 191 1 Waffenſtillſtand. 5 8 tlich 8* Ende. Der Verkehr von Front zu Front war jed W Die Maſſe unſerer Truppen kam nach dem Weſten.—.— 8 bedingt erfreulich, denn die Ruſſen trieben hierbei gefaͤhr⸗ —— liche Propaganda 1 155 Scherz in der Marſchpauſe. Bei unſ⸗ 158 Beute aus unſerer italieniſchen Offenſive Nach Zertrümmerung der ch d Durchbruch bei Flitſch und Tolmein(24. 10 Verwundetentransport im Gebirge deutſch⸗öſterr 1917) fluteten die Italie Italiener über 2 Jahre gegen dle Karſt wären vernichtet ꝛ gelaufen waren, wurde die Lage 00 4* Mißgeſchick unſe Als aber konnte dem Feind in wenigen Tagen a der abgenommen werden, was er in Jahren unter dem die 157 Abwehr eines Angriffs am Iſonzo. Nach 9 7* Sie f vergeblich n dann im 162 Engliſche Infanterie in der Wüſte Frühjahr 1917 ſchritten die Engländer von 16 Erbeutetes italieniſches ſchweres Geſchütz. Die„ſchwerſte Artillerie“ der Italiener beſtand wie 6 Standſchützen“⸗Aufgebote mußten die wenigen verfüg⸗ bet adotzen Berreg meiſt aus Altähen Pee Giltanee 5 Oper 1 Bahn und Wafferlettung geſic baren Truppen ergänzen. Deutſchland ſandte das Alpen 5 5 Pieni 3 zu u Angriffe abgeſchlagen Als ſie korps zu Hilfe. Dann feſtigte ſich die auch für einen Angriff für den Feldkrteg beſtimme Die der e im Oktober mußten E e 89 8 Lafettierung gab den gewaltigen Waffen oſt ein ſehr un⸗ im Ottode 3 auf Italien ſo 10 Sut nach dem gewöhnliches Ausſehen. die Türken bis über anderen wurde zur Feſtung. 5 nhe, 160 Patrouille in den Alpen. Die Verteidigung Tirols und Kärntens hatte in der erſten Zeit nach gemacht Zunächſt wur ihre blich verſtärkt, erneut antraten Jeruſalem weichen der italieniſchen Kriegserklärung ernſte Sorge ieeee ee ee eee eeeee PEE Fyyny Müin maeh ee eee eeeeee ie eeee ieeeee e iiieeeee LRᷓα UII 8.*¹ en Nahkampfmitteln trat von ihm 168 Rauchfackel. F 167 Künſtlicher Nebel neues Kampfmittel war auch der künſtliche Nebel. Man verwendete ihn auf beiden Sei benutzte ihn zur Verm teidigung. Ent ·˖ oder man verfeuert 166 Leichte Funkſtation nächſt e 1 rung von Angriffen und er Verluſte auch in der Ver⸗ den Nebel in Nebeltöpfer choſſe gegen den Feind. Bald aber wurde der et r ſten Lin war ſehr ſchwierig. Neben vlelen anderen 2 e man dazu auch eine Rauch entwickelt mittel innerhalb Fliegern und Artillerie g mit den vorderen Linien ge Strom durch Me werden Verkehr 46 der Weltkrieg 1918 Entſchluß der OHL zum Angriff im Weſten. Die Lage der Wittelmächte war im Laufe des Jahres 1917 bitter ernſt geworden. Wohl hatte das deutſche Heer neue glänzende Siege erfochten, aber es hatte auch weiter unerſetzlich ſchwere Verluſte erlitten. In der Front ſtanden nun nur noch wenige durchgebildete und erfahrene Führer und Mann⸗ ſchaften. Mancherlei Mißſtände, die Lage in der Heimat, feindliche und kriegsgegneriſche Propaganda begannen auf die Stimmung zu wirken. Der Erſatz fing an zu verſiegen und wurde ſchlecht: ſchon kamen die 19jährigen des Jahrgangs 98 an die Front, die 18jährigen von 99 in die Rekrutendepots, und die Mehr⸗ zahl dieſer jungen Leute war unterernährt, in der Heimat nur mäßig ausgebildet und dort ſchlechteſten Ein⸗ flüſſen ausgeſetzt. Aus der Million der kv“⸗Leute in der Kriegsinduſtrie war nicht mehr viel für die Front „auszukämmen“, ebenſowenig aus der Etappe. In der Heimat war die Stimmung bedenklich geworden. Der U-Boot⸗Krieg hatte nicht den erhofften Erfolg gebracht, Kriegsgewinnler und„Hamſter“ erregten Argernis, die Ernährung blieb ſchlecht, und nun mußte ſich das Volk nach all der Not und den fürchterlichen Verluſten noch auf ein weiteres Kriegsjahr gefaßt machen! Dazu trug nun die Wühlarbeit der, Unabhängigen“ und„Spartakiſten ihre erſten auch ſichtbaren Früchte: Im Juli 17 waren Meutereien auf der Flotte vorgekommen, und im Januar 18 brach der erſte große Munitionsarbeiterſtreik aus. Beide Male griff die Regierung nicht durch. Dazu verſtanden es unglückſelige Politiker, durch von vornherein hoffnungsloſe Friedensreſolutionen und Unbedachtſamkeiten ſchlimmſter Art, dem Feind immer wieder unſere Schwächen klar vor Augen zu führen. Noch ſchlimmer ſtand es in Oſterreich. Sein ganzes ſtaatliches Gebäude war im Wanken, die Ernährungs⸗ verhältniſſe wurden troſtlos, große Teile des Heeres waren völlig unzuverläſſig geworden. Kaiſer Karl hatte unter dem Einfluß der Kaiſerin Zita Verhandlungen mit Frankreich angeknüpft, die an Verrat an Deutſchland grenzten, dem Feind einen weiteren Beleg für die Lage der Wittelmächte lieferten und damit ſeine Zuverſicht ſtärkten. Auch in der Türkei und in Bulgarien war die Lage nicht weniger als hoffnungsvoll. Aus der Ablehnung des ruſſiſch⸗deutſchen Aufrufs aus Breſt⸗Litowfk zu allgemeinen Friedensverhandlungen war wiederum zu erkennen, daß der Feind den Krieg bis zu vernichtender Niederlage der Wittelmächte weiterzuführen feſt entſchloſſen war.— In dieſer ernſten Lage ſchuf nun der Waffenſtillſtand mit Rußland die Möglichkeit, in letzter Stunde das Schickſal zu wenden. Wenn auch im Oſten immer noch Truppen belaſſen werden mußten, die Maſſe der dort ſtehenden Heere wurde für andere Verwendung frei! Es war zu prüfen, wie man die zeitweilige Uberlegenheit nun ausnutzen wollte. Pläne, wie die Fortſetzung der Offenſive im Oſten, Vernichtung der Saloniki⸗Armee oder endgültige Niederwerfung Italiens, mußten trotz mancher großen Vorteile, die ſie bringen konnten, nach ſorgfältiger Prüfung verworfen werden. Wie es dort auch ausgehen mochte, die Entſcheidung fiel im Weſten, und es war nur noch die Frage, ob man ſie hinauszögern oder ſie ſuchen ſollte. Sicher hätte man ſich in Frankreich mit Hilfe der jetzt vorhandenen ſtarken Reſerven leichter verteidigen und, wenn der Feind wider Erwarten die Torheit beging, mit neuem Angriff nicht bis zum Eintreffen der amerikaniſchen Hilfe zu warten, ihm durch ſtarke Gegenſtöße ſchweren Schaden tun können. Aber was hätte das genützt: Im Herbſt 18 waren ſchon ſo viel Amerikaner da, daß die Uberlegenheit nun unter allen Umſtänden erdrückend wurde. Aber ſelbſt wenn es gelang, auch dann noch den Durchbruch des Feindes im Weſten zu verhindern, wäre der Krieg dennoch verloren worden, weil die Bundesgenoſſen nicht mehr lange durchhalten konnten, und auch die Heimat bald verſagt hätte. Es gab gar keine andere Möglichkeit, den Krieg zu einem guten oder doch erträglichen Ende zu führen, als Angriff im Weſten, ſo bald wie möglich und mit allen nur verfügbaren Kräften, wozu ſich denn auch unſere Heeresleitung, unter Zuſtimmung von Kaiſer und Kanzler, entſchloß. Sie war ſich dabei wohl bewußt, daß der Angriff mit dem Durchbruch beginnen mußte, einem Unternehmen, an dem der Feind trotz gewaltigſter Uberlegenheit an Zahl und Material 3 Jahre geſcheitert war. Sie wußte auch, daß der Kampf im freien Felde, der nach dem Durchbruch kam, in ſeinem Ausgang keineswegs ſicher war, kannte die Schwächen des Heeres und ſeiner Ausrüſtung, war ſich bewußt— daß das Scheitern der Offenſive die endgültige Niederlage bedeutete. Trotzdem ſetzte ſie alles„auf eine Karte“, tat es, weil ſie nicht anders zu handeln vermochte, wagte das unmöglich Scheinende im Vertrauen auf den Geiſt des Heeres und ſeine ausgezeichnete Ausbildung. Deutſcher Angriffsplan.— Die Entente. Zu entſcheiden war nun noch, wo angefaßt werden ſollte. Nach ſorgfältigſtem Abwägen des Für und Wider aller Möglichkeiten, entſchloß ſich die OH Ende Januar zum Angriff auf die Engländer aus dem Raum zwiſchen La Fere und der Scarpe. Nach Durchbruch ſollte der„Michaelangriff“, unter Schutz der Südflanke gegen die Franzoſen, mit dem linken Flügel Somme abwärts in nordweſtlicher Richtung gegen Doullens vorgetragen werden, um die beiden feindlichen Armeen voneinander zu trennen, die britiſche Front weiter nördlich aufzurollen und die Engländer ſchließlich gegen das Meer zu drängen. Der Hauptangriff fiel dem linken Flügel der Heeresgruppe Kronprinz von Bayern— der 17. und 2. Armee— zu, der Flankenſchutz der 18. Armee auf dem rechten Flügel der Heeresgruppe Deutſcher Kronprinz. Im ganzen werden in dem 75 km breiten Angriffsfeld für die auf den 21. März angeſetzte Offenſive ver⸗ ſammelt 62 Diviſionen und 1700 leichte und ſchwere Batterien. Die Bereitſtellung einer ſo gewaltigen Truppenmaſſe mit Munition und allem anderen Bedarf ſtellte an die Führung ungeheure Aufgaben, die aber glänzend gelöſt wurden. Nicht weniger ſchwierig war die Geheimhaltung der Abſichten. Der Feind erwartet baldigen deutſchen Angriff als ſelbſtverſtändlich. Er iſt ſich bewußt, daß vom Früh⸗ jahr dis in den Herbſt 18 die Entſcheidung auf des Meſſers Schneide liegt. Gelingt es aber, bis zum Eintreffen der Amerikaner durchzuhalten, dann winkt der Sieg! Bis dahin, vor endgültiger Uberlegenheit, kommt nur Abwehr in Frage, und ſo hat auch der im November geſchaffene„Oberſte Krie gsrat“ der Alliierten für die franzöſiſche Front ſtrikte Defenſive beſchloſſen. Die Stimmung im Feindeslager iſt recht düſter: die Enttäuſchungen und Verluſte von 1917 waren furcht⸗ bare, und ob angeſichts der U-Boots⸗Gefahr die Amerikaner wirklich noch rechtzeitig eintreffen werden, erſcheint recht fraglich. Aber wenn je die Siegeszuverſicht zu wanken begann, dann wurde ſie wieder auf⸗ gerichtet durch die 1917 ſo offenbar gewordene Schwäche der politiſchen Führung und der wirtſchaftlichen Lage bei den Mittelmächten. Und nicht zuletzt: neben dem zähen Engländer Lloyd George regierte nun ſeit November 17 ein Franzoſe fanatiſch⸗eiſernen Siegeswillens, der„Tiger“ Clemenceau! 5,4 Willionen Menſchen ſtehen gegen Deutſchland und ſeine Verbündeten unter Waffen. 180 Diviſionen halten die Front in Frankreich: vom Meer bis nach BVpern ſchützen ſie die Belgier, dann bis über La Feère hinaus die Engländer, anſchließend bis zur Schweizer Grenze die Franzoſen.— Wo der deutſche Angriff kommen wird, iſt rechtzeitig erkannt. Aber die Engländer, beherrſcht von der Sorge um die Kanalhäfen, laſſen ihre Reſerven nördlich des Angriffsfeldes, und auch die Franzoſen, die eine zweite gleichzeitige Offenſive an der Aisne und in der Champagne erwarten, verſäumen es, genügend Kräfte an ihrem linken Flügel, an der Nahtſtelle mit den Engländern, bereitzuſtellen. Große Schlacht in Frankreich. Vom 9. 3. an werden in 6 Nächten für jede der am Angriff beteiligten 3 Armeen 3 Millionen Schuß Artilleriemunition vorgefahren, in vier weiteren gehen dann die Batterien in Stellung, und in der Nacht zum 21. 3. wird ſchließlich auch die Infanterie vorgezogen. Durch alle möglichen Täuſchungsmaßnahmen hatte man verſucht, den Gegner über die wahre Richtung des Angriffs irrezuführen und damit drüben wenigſtens eine gewiſſe Unſicherheit erreicht. Einen Täuſchungs angriff zur Feſſelung von Reſerven zu führen, waren wir leider nicht in der Lage.— 60 Eiſenbahnbaukompanien und Hilfskräfte von zuſammen 36000 Mann ſtehen bereit, um zer⸗ ſtörte Bahnen im eroberten Gebiet ſchnell wiederherzuſtellen. Auch ſonſt iſt für den Nachſchub alles getan, was bei der Knappheit der Betriebsſtoffe für Kraftfahrzeuge, dem Mangel an Pferden, unter denen immer noch die Räude ſchwer hauſt, und der Not mit dem Pferdefutter getan werden kann. Zwei verhängnisvolle Mängel ſind geblieben: wir haben im Weſten kaum noch Kavallerie, und Tanks fehlen immer noch ſo gut wie ganz.— 21.3. Wieder einmal iſt uns im entſcheidenden Augenblick das Wetter unhold: der Wind bleibt für die Vergaſung der feindlichen Artillerie ungünſtig, und ſo iſt es für die OHL ein ſchwerer Entſchluß, trotzdem am Angriffstermin feſtzuhalten und planmäßig am 21. am früheſten Morgen das Feuer eröffnen zu laſſen. Die 6000 Geſchütze, die nun in den Nebel hineinbrüllen, haben vorher, um den Angriff nicht zu verraten, keinen Schuß getan, alle Schießunterlagen ſind nach den Pulkowſkiſchen Tabellen und den Karten errechnet! Bis 950 liegt das Feuer erſt auf den Batterien des Feindes, anſchließend zuſammen mit dem der Minenwerfer auf ſeinen Infanterieſtellungen. Dann erhebt ſich unſere Infanterie auf der ganzen Front aus den Gräben, während nun die Waſſe des Artilleriefeuers als„Feuerwalze“ ſchützend und das Eingreifen von Reſerven hindernd vor ihr her wandert. Schnell werden überall die erſten Linien genommen, und am Abend ſind auch die zweiten Stel— lungen des Gegners erreicht, teilweiſe ſogar ſchon überſchritten. Am beſten iſt es auf dem linken Flügel, bei der 18. Armee zwiſchen St. Quentin und La Fͤre, gegangen. Auf dem rechten Flügel, bei der 17. Armee ſüdlich Arras, ſind die Kämpfe von vornherein ſehr ſchwer. 23. 3. Am Abend des dritten Angriffstages zeigt ſich folgendes Bild der Lage: Die 18. Armee hat den Crozat⸗Kanal und teilweiſe auch ſchon die obere Somme überſchritten. Sie hat den Abſchnitt, in dem ſie den Hauptangriff gegen ein Eingreifen der Franzoſen ſichern ſollte, damit erreicht und iſt teilweiſe ſchon über ihn hinaus gelangt. 9. 3. Dieſer, gegen die Engländer Richtung Doullens, iſt dagegen nicht nach Wunſch vorwärts ge⸗ kommen. Der rechte Flügel, 17. Armee, gegenüber Bapaume— Arras iſt auf erbitterten Wider⸗ ſtand geſtoßen und ſtark zurückgeblieben. In der Mitte iſt es vor der 2. Armee dem Feind gelungen, ſich der Abſchnürung ſeines Cambraibogens noch rechtzeitig zu entziehen. Auch hier geht es gut nur noch oberhalb Péronne vorwärts.— Es war nun die ſchwere Entſcheidung zu treffen, ob man den Siegeszug der 18. Armee anhalten und einen Teil ihrer Kräfte zur Verſtärkung des Hauptangriffs verwenden ſollte, oder ob man die Erfolge des linken Flügels ausnutzen ſollte, auf die Gefahr hin, daß die Operation dann in andere Bahnen kommen konnte. Die OH entſchließt ſich zum letzteren und geſtattet der 18. Armee, die erheblich verſtärkt wird, weiter in ſüdweſtlicher Richtung, auf Noyon, vorzugehen. Die 2. Armee ſoll im Vorgehen Somme abwärts auf Amiens bleiben, auch die 17. Armee behält ihr Ziel Doullens. Auch dieſe beiden Gruppen werden verſtärkt, und der Angriff der 17. Armee ſoll nun noch durch den„Mars“ angriff, beiderſeits der Scarpe auf Arras, nach Norden ausgedehnt werden. Die Tage bis zum 27. 3. bringen gute Fortſchritte. Die 18. Armee erreicht Roye und Noyon. Nördlich der Somme wird bei Miraumont und Albert die Ancre überſchritten. Auf dem rechten Flügel bei Arras geht es freilich weiter nur ganz langſam vorwärts. Nun ſollen auch die rechts und links vom Angriffsfeld noch ſtehengebliebenen Armeen(6. bzw. 7.) ſich dem Vorgehen anſchließen. Aus den Befehlen der OHL mit ihren weitgeſteckten Zielen atmet die optimiſtiſche Auffaſſung, nun Engländer und Franzoſen zugleich ſchlagen zu können!— Die Kühnheit und Zähigkeit, mit der unſere Heeresleitung an ihren Plänen feſthielt, war be⸗ rechtigt. Tatſächlich winkte uns um den 27. März der entſcheidende Sieg. Aber die Kräfte reichten nicht mehr: Die 17. Armee kam kaum mehr voran, und der„Mars“ angriff beiderſeits der Scarpe gegen Arras am 28. 3., der der Auftakt zum Angriff der rechts an die 17. anſchließenden 6. Armee ſein ſollte, brachte faſt völligen Mißerfolg. Damit fiel der Plan, die Engländer gegen die Küſte zu drängen, überhaupt zuſammen. Die 2. Armee macht zwar Richtung Amiens zunächſt noch gute Fortſchritte, und die 18. Armee erreicht ſogar noch Montdidier, aber am 30. kommt auch bei Mitte und linkem Flügel der Angriff zum Erliegen, die Maſſe der franzöſiſchen Reſerven iſt den Engländern zu Hilfe geeilt, und damit iſt auch hier die Hoffnung auf Entſcheidung zunichte. Aber die OHL will wenigſtens noch den Bahnknotenpunkt Amiens nehmen. Es wird 4. 4., bis wieder angetreten werden kann. Bis dahin iſt aber der feindliche Widerſtand wieder ſo ſtark geworden, daß unſer Angriff nicht mehr vorwärts kommt. Die deutſche Führung muß ſich entſchließen, ihn abzubrechen und das Heer zu einer Offenſive an anderer Stelle umzugruppieren. 100000 Gefangene, 1500 Geſchütze, 250 Tanks waren die Beute der deutſchen Heere. Eine engliſche Armee war ganz, eine andere zur Hälfte zertrümmert, und mit Recht bezeichnen Engländer die Niederlage vom März 1918 als die größte ihrer Geſchichte. Auch die franzöſiſchen Verluſte waren ſchwer, Amiens war den deutſchen Geſchützen erreichbar, bis zu 60 km die feindliche Front zurückgeworfen, und wieder ſtanden wie 1914 die Spitzen deutſcher Heere nur noch 3 Tagemärſche von Paris! Aber der„ſtrategiſche Durchbruch war uns nicht gelungen, und die mächtige Ausbuchtung zwiſchen Arras, Montdidier und La Fere, auf der nun unſere Truppen ſtanden, bedeutete eine bedenkliche Frontverlängerung und bot dem Gegner Gelegenheit zu gefährlichen Flankenangriffen. Dabei hatte uns tatſächlich nur die „Entfernung von Schritten“ vom vollkommenen Siege getrennt. Ein mächtiges Tor ins freie Feld hatte uns am 27. März offen geſtanden, als zwiſchen Engländern und Franzoſen eine Lücke von 15 Kilometern klaffte, in der ſich kein einziger Soldat befand. Schon hatte der engliſche Führer, Marſchall Haig, auf die Kanalhäfen, der franzöſiſche Generaliſſimus Pétain auf Paris zurückgehen wollen— da gelang es in letzter Minute den Reſerven Pétains, unſeren Siegeslauf anzuhalten, erzwang die Not den Entſchluß, einen ge⸗ meinſamen Oberbefehl mit weiteſten Vollmachten zu ſchaffen. Es war Foch, der ihn übernahm!— Am 23. März hatte inzwiſchen die Beſchießung von Paris mit einem deutſchen 21⸗ m⸗Geſchütz von 120 km Tragweite eingeſetzt, das bei Crépy nahe Laon Aufſtellung gefunden hatte. Anfangs wollte die entſetzte Pariſer Bevölkerung gar nicht glauben, daß die Granaten, welche immer wieder in die Hauptſtadt ein⸗ ſchlugen, von einer Kanone ſtammen könnten, vielmehr vermutete man, daß ſie von Fliegern geworfen würden.— Bei den Franzoſen ſetzte bald ein fieberhaftes Suchen nach dem gefährlichen Geſchütz ein, aber es hat lange gedauert, bis es ihnen gelang, die von Marinemannſchaften bediente Kanone zum„Abmarſch“ in eine andere Stellung zu zwingen— wo ſie das Feuer alsbald wieder aufnahm.— Armentières. Kemmel. Mit dem Michaelangriff war unſer Haupttrumpf ohne den erhofften Erfolg ausgeſpielt worden. Die Schläge, die wir nun noch zu führen vermochten, konnten die Wucht des großen Märzangriffes nicht mehr erreichen. Es lag aber kein Grund vor, zu verzagen. Vielleicht genügte das weitere Anwachſen der ſchon bisher ungeheuren Verluſte des Feindes, ſeinen Siegeswillen zu brechen. So entſchloß ſich denn unſere OHe zu ſofortiger neuer Offenſive. Es ſoll nun der St.⸗Georgs“⸗Angriff aus der Gegend nordweſtlich Lille gegen die Küſte ausgeführt werden, der ſchon mit„Michael“ in enger Wahl geſtanden hatte und dementſprechend vorbereitet war. Der Engländer darf vor dem neuen ihm zugedachten Schlage nicht erſt wieder zu Atem kommen, und ſo iſt höchſte Eile geboten. Aber es wird doch 9. 4., bis die Umgruppierung der Kräfte vollendet iſt. An dieſem Tage ſoll die 6. Armee(v. Quaſt) aus dem Raume Armentieres— La⸗Baſſée⸗Kanal mit dem Schwerpunkt Hazebrouck in nordweſtlicher Richtung vorbrechen. Einen Tag ſpäter, am 10., hat der nördlich anſchließende linke Flügel der 4. Armee(Sixt v. Armin) zur Unterſtützung des Angriffs über die Lys auf Meſſines—Wulverghem anzutreten. Im ganzen ſtehen zunächſt 28 Diviſionen und über 616 Batterien zur Verfügung. Erſt hatte der Doppel⸗ angriff das Höhengelände zwiſchen dem Kemmelberg und Caſſel zu erreichen. Bekam man es in Beſitz, ſo waren die engliſch⸗belgiſchen Bferſtellungen unhaltbar, und man durfte hoffen, im weiteren Verlauf der Kämpfe an die Kanalhäfen zu gelangen. Günſtig für die Ausſichten der Schlacht war es, daß die Engländer uns faſt nur Diviſionen entgegenſtellen konnten, die in der Märzſchlacht ſchwer gelitten hatten, und daß bei Armentieres die Front von zwei recht unzuverläſſigen portugieſiſchen Diviſionen beſetzt war. Bedenken mußte dagegen das Angriffsgelände erregen: die Lys war ein ſtarkes Hindernis, und jenſeits des Fluſſes war das Land völlig unüberſichtlich, naß und von zahlreichen Waſſerläufen durchſchnitten. 9. 4. Der Angriff beginnt planmäßig. Die portugieſiſchen Diviſionen zerſtieben, und auch die engliſche Stellung wird überrannt. Am Abend des erſten Angriffstages iſt bei Eſtaires bereits die etwa 10 km vor der alten Front fließende Lys erreicht. 10. 4. Am nächſten Tage tritt nun auch die 4. Armee an und gelangt in Richtung Wytſchaete und über Weſſines hinaus vorwärts. Die Mitte der 6. Armee überſchreitet den Lys⸗Fluß. Der engliſche Widerſtand verſteift ſich. Vor dem linken Flügel gehen die feindlichen Reſerven mit Tanks zu ſtarken Gegenſtößen vor. Das Nachziehen unſerer Artillerie und der Nachſchub über den Moraſt des zer⸗ wühlten Kampffeldes erweiſt ſich als äußerſt ſchwierig. Zum erſtenmal eingeſetzte eigene Tanks bleiben ſtecken. 11. 4. Das von uns umklammerte Armentières wird vom Feind unter ſchweren Verluſten aufgegeben. 12. und 13. 4. Bis zum 13. 4. erreicht die Mitte der 6.Armee etwa die Linie vorwärts Bailleul—Merris— Vieux⸗Bercquin(nördlich Merville), ſteht alſo nur noch wenige Kilometer vor dem wichtigen Bahn⸗ knotenpunkt Hazebrouck. Rechts iſt die 4. Armee bis an den Fuß des Kemmel vorgedrungen. Auf dem linken Flügel des Angriffs, zwiſchen Merville und dem La⸗Baſſee⸗Kanal, iſt es aber keinen Schritt vorwärts gegangen. 14. bis 19. 4. Die in den nächſten Tagen unternommenen Angriffe ſcheitern trotz Einſatzes ſtarker Reſerven überall. Die Abwehr wird überlegen. Die Lage unſerer Truppen in dem deckungsloſen und meiſt vom Feinde völlig einzuſehenden Gelände wird ſehr ſchwer. 20. 4. Am 20. 4. wird der Angriff eingeſtellt. Es ſollen nun nur noch die zurückhängenden Flügel vor⸗ wärts gebracht werden. Dazu ſind einige Tage der Vorbereitung nötig. Am 25. 4. kann wieder angetreten werden. 25. 4. Der Sturm auf Givenchy und Feſtubert auf dem linken Flügel ſcheitert, aber die 4. Armee rechts kann den ſtark befeſtigten Kemmel nehmen und behaupten, trotz Eingreifens ſtarker engliſcher und franzöſiſcher Reſerven und des nun auf die Höhen konzentrierten Feuers. Mit der Einnahme des 156 m hohen Berges, der die flandriſche Ebene hoch überragt, ſtehen wir an einer beherrſchenden Stelle. 29. 4. Die Auswertung des großen Erfolges durch einen neuen Angriff am 29. April gelingt aber nicht. Die Schlacht bei Armentieres iſt nach Einſatz von 36 Diviſionen zu Ende. Wohl hatten die Engländer unter unſerem Druck das geſamte unter ſchwerſten Opfern in der Flandern⸗ ſchlacht 1917 eroberte Gelände öſtlich Vpern aufgeben müſſen, hatten wir 30000 Gefangene und 450 Ge⸗ ſchütze einbringen können, aber unſer ſtrategiſches Ziel war wieder nicht erreicht: wir hatten bis zu den beherrſchenden Höhen von Caſſel nicht vorzudringen vermocht, der Feind hielt weiter Vpern und die Bſer⸗ ſtellungen weiter nördlich, zum Bewegungskrieg war es nicht gekommen, und die Kanalhäfen blieben fern. Dazu war nun in der Front eine weitere Ausbuchtung entſtanden. Dabei hatten wir tatſächlich ein zweites Mal vor einem entſcheidenden Sieg geſtanden, aber abermals hatte das Eingreifen franzöſiſcher Reſerven die Engländer gerettet. Entſchluß zur Fortſetzung der Offenſive. Was ſollte jetzt geſchehen? In den neuen Stellungen ſtehen bleiben konnte man auf die Dauer nicht: Die ſtark verlängerte Front erforderte bei ausreichender Beſetzung viel zuviel Truppen. Der Verlauf der beim Steckenbleiben des Angriffs entſtandenen Linien war oft recht ungünſtig. Namentlich die Ausbuchtung Arras— Montdidier= Noyon forderte den Feind zu Flankenangriffen geradezu heraus. — eeeeee Ein Zurückgehen in die alten Stellungen war ſchon aus moraliſchen Gründen ebenſo unmöglich. Uberhaupt kam eine reine Verteidigung nicht in Frage. Man konnte damit zwar die Entſcheidung eine Zeitlang auf⸗ halten, aber ſie fiel dann nach Eintreffen der Amerikaner um ſo ſicherer zu unſeren Ungunſten aus. Nur ein neuer großer Angriff konnte helfen und mußte darum gewagt werden, trotz aller ſtrategiſchen Be⸗ denken, trotz des jetzt ſchon ſehr hohen Kräfteverbrauchs, der angeſichts der troſtloſen Erſatzlage bei weiterem Wachſen uns zum Verhängnis werden konnte.— Leitender Gedanke für die neuen Operationen iſt die Fortſetzung des Angriffs auf die Engländer. Nun ſteht aber hinter der britiſchen Front bei Amiens, Doullens und in Flandern noch die Maſſe der franzöſtſchen Reſerven, erwartete man doch beim Gegner, daß wir von den zweimal ſchwer geſchlagenen Engländern nicht ablaſſen! Unſere OHL glaubt nun, daß die Aufnahme der Offenſive in Flandern oder nördlich der Somme erſt dann möglich ſei, wenn es gelungen iſt, dieſe Reſerven durch einen Nebenangriff möglichſt weit weg zu zwingen. Sie hofft am Chemin des Dames eine für die Ablenkungsoperation geeignete ſchwache Stelle der fran⸗ zöſiſchen Front gefunden zu haben. Hier ſoll alſo nun zuerſt angefaßt werden. Der Hauptangriff, der als „Hagen“⸗Angriff aus der Gegend ſüdlich Bpern geführt werden ſoll, iſt einſtweilen vorzubereiten. 32 Di⸗ viſionen werden für ihn ſchon jetzt hinter der Heeresgruppe Kronprinz von Bayern bereitgeſtellt. Ehe die Vorbereitungen für den Angriff am Damenweg durchgeführt waren, mußte es Ende Mai werden. Bis zu Beginn des Hauptangriffs wurde es alſo Juni! Das war äußerſt bedenklich, denn dem engliſchen Heer, welches man bei ſofortigem Angriff in ſchwerſter Kriſe getroffen hätte, wurde damit eine allzulange Erholungszeit gegönnt.— Die„Blücher“⸗Angriff genannte Ablenkungsoffenſive zwiſchen Noyon und Reims kann auf den 20. Mai angeſetzt werden. Unſere Feinde erwarten die ihnen ſicher erſcheinende Fortſetzung der deutſchen Angriffe mit großer Sorge und Nervoſität. Schon hat das 5. Kriegsjahr ihnen 500000 Mann, 2000 Geſchütze und 400 Tanks gekoſtet, und es iſt nicht abzuſehen, was es noch an Überraſchungen bringen mag. Foch wollte ſchon zweimal die Gefahr durch eigenen Angriff bannen, aber Pötain und Haig waren dagegen und wollen mit der Aufnahme der eigenen Offenſive warten, bis die Amerikaner an der Front erſcheinen, von denen nun ſchon 200000 Mann in Frankreich ſind und täglich weitere 6000 7000 landen. Die Reſerven bleiben im Norden ſtehen. An einen Angriff am Chemin des Dames denkt niemand. Die Stellungen dort gelten als uneinnehmbar. Von Natur ausgezeichnet, dazu ſtark ausgebaut, gelten ſie als Erholungsfront! Blücher-Angriff. Der Angriff war zunächſt von der Heeresgruppe Deutſcher Kronprinz aus der Linte Chauny— Reims in einer Breite von 55 km zu führen, und zwar mit der 7. Armee(v. Böhn) zwiſchen Chauny und Berry⸗ au⸗Bac, mit dem rechten Flügel der 1. Armee(Fritz v. Below) bei und weſtlich Reims. Zur Verfügung ſtehen im ganzen 33 Diviſionen und 4500 Geſchütze. Die Angriffsziele ſind, dem Sinn der Operation entſprechend, begrenzt: Man will nur auf die Höhen ſüdlich der Aisne beiderſeits Soiſſons und die ſüdlich der Vesle beiderſeits Fismes vorgehen. Später ſoll ſich von der Heeresgruppe Kronprinz von Bayern der linke Flügel der 18. Armee(v. Hutier) dem Angriff durch Vorſtoß auf dem weſtlichen Oiſe-Ufer in Richtung auf Compieégne anſchließen. Ihn gleichzeitig antreten zu laſſen, iſt leider aus Mangel an Kräften unmöglich.— Bis zum 25. Mai hatte dank unſeren ausgezeichneten Tarnungsmaßnahmen die zwiſchen Oiſe und Reims ſtehende franzöſiſche Armee von dem bevorſtehenden Angriff nicht das geringſte gemerkt. Als man dann endlich von ihm erfuhr, war es zum rechtzeitigen Heranführen von Reſerven zu ſpät. 27. 5. Nachdem von Mitternacht an Artillerie- und Minenfeuer die feindlichen Batterien vergaſt und die Stellung erſchüttert haben, ſtieg um 40 früh die deutſche Infanterie hinter der Feuerwalze aus den Gräben. Rechts werden die Ailette und der Oiſe-Aisne⸗Kanal überſchritten, auf dem linken Flügel wird der Marne⸗Aisne⸗Kanal erreicht. Gewaltig iſt der Erfolg in der Mitte des Schlachtfeldes: In ununterbrochenem Anlauf wird hier der ſteile, Damenweg“ erſtiegen. Schon nach zwei Stunden ſteht nach unendlichen Anſtrengungen auch die Artillerie in unſeren alten, 1917 verlorenen Stellungen und ſendet den weichenden Franzoſen und Engländern, die unſere Infanterie raſtlos vor ſich hertreibt, ihr Feuer nach. Ins Aisnetal hinunter ſteigen nun die Sturmwellen und die Höhen jenſeits wieder hinauf. Am Abend ſtehen die Diviſionen unſerer Mitte, nach einem ununterbrochenen Siegeszug von bis zu 20 Kilometern, beiderſeits Fismes auf dem Nordufer der Vesle! Es iſt ein gewaltiger, überraſchender Erfolg erſtritten. Es gilt ihn auszubauen. So wird denn weiter vorgegangen. Auf dem Weſtflügel wird Soiſſons erreicht, im Oſten nähert ſich unſer Angriff der Nordfront von Reims. Die Mitte überſchreitet in breiter Front die Vesle. Es ſollen nun die Höhen ſüdweſtlich Soiſſons, die Gegend von Fͤre-en⸗Tardenois und die Süd⸗ front von Reims erreicht werden. Die Mitte erreicht bei Fere⸗en⸗Tardenots den aus der Marneſchlacht 1914 berühmten Ourcg. Aber die Flügel„hängen“ weiter. Nechts iſt nun zwar Soiſſons endgültig genommen, aber über die Höhen ſüdlich der Stadt geht es nicht weiter. Der linke Flügel liegt immer noch vor Reims. Der Angriff nimmt immer mehr Keilform an. Aber der Erfolg iſt dennoch ein gewaltiger, und unter dieſem Eindruck entſchließt ſich die OHL, die Ziele nochmals weiter zu ſtecken, den Angriff bis nach Dormans und Epernay an der Marne n* vorzutragen. Rechts ſoll nun auch der linke Flügel der 18. Armee antreten und durch Vorgehen über den Oiſe⸗Abſchnitt zwiſchen Noyon und Chauny den alten rechten Flügel bei Soiſſons vorreißen. Auf dem linken Flügel der Angriffsfront iſt nach Oſten gegen die Höhen ſüdlich Reims einzuſchwenken. Nach einem Vormarſch in vier Kampftagen von bis zu 60 km Länge erreicht die Mitte der 7. Armee bei Dormans und Chäteau-Thierry die Marne. 50000 Mann und 600 Geſchütze zählt bisher die Beute, und die Spitzen unſeres Heeres ſtehen nun auch hier nur noch 75 km, 3 Tagemärſche, vor Paris! Aber wieder ſind die Flügel kaum vorwärts gekommen. Weder hatten trotz des Angriffs der 18. Armee unſere Truppen beiderſeits Soiſſons nennenswerte Fortſchritte machen können, noch war es bei Reims vorangegangen. Überall macht ſich nun ſchon das Eintreffen der Fochſchen Reſerven bemerkbar! Zwar gelingt es in den nächſten Tagen noch, bis in die Linie Noyon—Soiſſons und von Soiſſons aus gegen Villers-Cotterͤts Raum zu gewinnen, aber im ganzen ändert ſich die Lage nur wenig. Zuſehends kommt es zum Gleichgewicht der Kräfte. Der deutſche Angriff erſtarrt in einer ſchmalen, 50 km tiefen Ausbuchtung gegen die Marne zu, in den Flanken im Weſten den Großen Forſt von Villers-Cotteréts, im Oſten den Reimſer Bergwald. Die OHe muß ſich am 3. Juni entſchließen, den Angriff einzuſtellen. Es ſoll nun nur noch der bereits vorbereitete Vorſtoß der 18. Armee aus der Linie Montdidier—Noyon ſtattfinden. Man hofft, daß dieſer der allgemeinen Offenſive neuen Anſtoß geben wird. Am 9. Juni wird zur„Schlacht bei Noyon“ angetreten. 13 Diviſionen und 616 Batterien ſind eingeſetzt. Trotz von vornherein ſtarker Gegenwirkung geht es anfangs gut vorwärts, an einzelnen Stellen bis zu 12 km. 13000 Gefangene und 300 Geſchütze werden eingebracht. Aber dann verſtärkt ſich der Feind und ſchreitet zu teilweiſe erfolgreichen Gegenangriffen. Auch der neue Angriff muß eingeſtellt werden. Zwar weicht der Feind nun noch unter dem Druck der deutſchen Offenſive weſtlich der Oiſe aus ſeinen Stellungen öſtlich des Fluſſes ſüdlich Noyon zurück, womit eine gewiſſe Verbeſſerung unſerer Stellungen beiderſeits der unteren Aisne erreicht wurde, aber die Hoffnung, daß nun die Geſamtoffenſive wieder in Fluß käme, iſt zunichte. Der„Marneſack'“ bleibt, unſere ſtrategiſche Lage hat ſich verſchlechtert. Wie im März in der Wichaelſchlacht der weit über Aufgabe und Erwartungen hinausgehende Sieg der 18. Armee zur Anderung des urſprünglichen Operationsplanes geführt hatte und uns ſchließlich in eine höchſt ungünſtige Lage hineinführte, welche alle weiteren Erfolge aufwog, ſo war es nun ein zweites Mal im Mai gegangen. Wieder durfte ein überraſchender Erfolg nicht unausgenutzt bleiben, ſelbſt nicht auf die Gefahr hin, daß die Durchführung des Geſamtoperationsplanes Schaden litt. Und wieder mußten wir es erleben, daß das Kriegsglück uns ſeine Gunſt im entſcheidenden Augenblick verſagte. Zum dritten Male war das Ende eines glänzenden Siegeszuges eine Lage, die wohl auch für uns neue Möglichkeiten erſchloß, aber dem Feinde weit mehr Vorteile zu vernichtenden Schlägen gegen uns bot. Daß der Eindruck unſeres dritten Hammerſchlages von 1918, der dazu noch mit einem einzigen Schwung eine als uneinnehmbar geltende Front zertrümmert hatte, ein gewaltiger war, verſteht ſich. Aber er reichte wieder nicht, um unſere Feinde auch nur für einen Augenblick friedenswilliger zu machen. Auf vollgepfropften Schiffen nahen die Amerikaner und können nun in jedem Monat 300000 Mann Ver⸗ ſtärkungen landen! Eiſernen Willens und in ſicherer Siegeszuverſicht erklärt am 4. Juni, als wir wieder wie 1914 an der Marne ſtehen, Clemenceau in der franzöſiſchen Kammer:„Ich ſchlage mich vor Paris, ich ſchlage mich in Paris und werde mich hinter Paris ſchlagen!“ Die öſterreichiſche Italien-Offenſive. Faſt unmittelbar nach dem unbefriedigenden Abſchluß unſerer Offenſiven vom Chemin des Dames und bei Royon fällt eine zweite folgenſchwere Entſcheidung, die für die künftigen Entſchließungen unſerer Oberſten Heeresleitung von größter Bedeutung werden mußte: der öſterreichiſche Angriff gegen Italien ſcheitert. Kurz vor Beginn unſerer Märzoffenſive, nachdem Oſterreich Hilfe in Frankreich ſelbſt abgelehnt hatte, richtete unſere OHL an den k. u. k. Generalſtabschef, Generaloberſt Arz von Straußenburg, die Aufforderung, den deutſchen Entſcheidungsangriff durch eine baldige Offenſive gegen die Italiener zu unterſtützen. Das öſterreichiſche Oberkommando antwortete ſchließlich zuſtimmend. Freilich machte es die den Wert der Hilfe ſtark vermindernde Einſchränkung, daß der Angriff erſt Ende Mai beginnen könne.— Das große Unternehmen der k. u. k. Truppen, von dem man einen entſcheidenden Sieg erhoffte, ſollte aus zwei ſich ergänzenden, gleichzeitigen Angriffen beſtehen: Feldmarſchall Boreovic hatte über die Piave nach Weſten Richtung Treviſo vorzuſtoßen, Feldmarſchall Conrad von Hötzendorf auf der Alpenfront anzugreifen. Die Angriffsbreite war für die 40 zur Verfügung ſtehenden Diviſionen ſehr groß. 13. 6. Es wurde Mitte Juni, bis die Bereitſtellung beendet war, und die Operationen begannen gleich mit einem Mißerfolg: Ein Ablenkungsangriff, den zwei Diviſionen über den Tonale-Paß(zwiſchen Ortler- und Adamello⸗Gruppe) führen ſollten, ſcheitert in Schnee und Eis. 15. 6. Im Hauptangriff am 15. 6. nehmen die Truppen Conrads die vorderſten Stellungen der Italiener. Aber dieſe hatten dort nur geringe Kräfte gelaſſen, und als nun die Oſterreicher vor der wirklichen Stellung feſtliegen, trifft ſie ein ſtarker Gegenſtoß, der ſie in ihre Ausgangsſtellungen zurückwirft. Der Angriff iſt damit völlig geſcheitert. 3. 6. 9. 6. n. n. in ee u8 0 u8 g. n, on ar ——— 292ͤĩ— 2 ‚οαεοιε ιεaeh. e, Boreovics Truppen haben mehr Glück. Es gelingt ihnen, die hochgehende Piave an mehreren Punkten zu überſchreiten und wenigſtens auf beiden Flügeln in den nächſten Tagen noch weiter zu kommen. Aber dann tritt auch hier eine ungünſtige Wendung ein. Die Italiener verſtärken ſich ſchnell und drohen, den erſchöpften Angreifer, dem über den reißenden Fluß nur ſchwer Verſtärkungen und Munition nachgeführt werden können, in die Piave zu werfen. Schon vom 20. 6. an müſſen die Truppen auf ihr Oſtufer zurück⸗ genommen werden. Oſterreich⸗Ungarns Angriffskraft iſt nun erſchöpft. Zu ſelbſtändigen Operationen iſt es nicht mehr in der Lage. Das einzige, was wir vom Bundesgenoſſen noch erwarten dürfen, iſt unmittelbare Hilfe in Frank⸗ reich. Sie wird nun abermals erbeten und auch nach einigem Widerſtand gewährt. Aber im ganzen gelangen nur zwei Diviſionen und beſondere Artillerie noch auf den weſtlichen Kriegsſchauplatz. Marne-Champagne-Offenſive. Auch unſer dritter großer Sieg hatte die operative Lage unſeres nach dem Mißerfolg der Oſterreicher im weſentlichen auf ſich ſelbſt geſtellten Heeres nicht gebeſſert. Ein zweites Mal ſteht die Oberſte Heeresleitung nun vor dem jetzt noch ſchwieriger gewordenen Entſchluß, ob ſie zur Verteidigung übergehen oder den Angriff fortſetzen ſoll. Rückfall in die Defenſive erſcheint ihr jetzt noch unmöglicher als vor dem Blücher-Angriff. Die Preisgabe auch des neuen großen Erfolges, der zur Schaffung einer verteidigungsfähigen Front nicht zu vermeiden war, mußte in der Heimat, bei den ſchon wankenden Bundesgenoſſen und auch im Heer die verhängnisvollſten moraliſchen Fo lgen haben. Vor allem aber, wir mußten vor Erſcheinen der Amerikaner zu einer Entſcheidung kommen, nach ihrem Einrücken in die Front der Gegner war der Krieg auch bei defenſiver Kriegführung verloren! Angeſichts dieſer Sachlage hält die OHL in voller Erkenntnis ihrer? Verantwortung daran feſt,„um den Sieg zu kämpfen“, und entſchließt ſich, die Offenſive fortzuſetzen. Nur durch Angriff konnte der Feind noch in eine ſo bedrängte L age gebracht werden, daß er Verhandiungen weiterem, unabſeh⸗ barem Ringen vorzog.— Die Leitung der deutſchen Politik war von der OHL ſtets vom Stand der Operationen unter⸗ richtet worden. Sie kennt auch jetzt die Lage, das Für und Wider der zu faſſenden Entſchlüſſe und ſtimmt der Fortführung gdes Angriffs zu. Ihre Unterſtützung durch eine begleitend e„politiſche Offenſive“ (SPropaganda) zur Förderung des Friedenswunſches der Völker unterbleibt nach unglücklicher Einleitung aber ganz. Die Wißverſtändniſſe zwiſchen militäriſcher und politiſcher Leitung wachſen bedenklich. Die OH“ verharrt weiter bei ihrem Entſchluß, den Hauptſchlag gegen die Engländer zu ſühren. Dieſe ſind aber nun wieder kampffähig und haben neue eigne Reſerven. Kämen ihnen auch noch Franzoſen zu Hilfe, ſo wäre ein Erfolg mehr als fraglich. Ehe man zum großen„Hagen“⸗Schlag in Flandern ſchritt, mußten alſo nach Anſicht der OHL die franzöſiſchen Reſerven durch einen neuen Angriff weiter gebunden werden. Dieſer ſoll beiderſeits Reims ſtattfinden. Hier ſcheint in der franzöſiſchen Front eine ſchwache Stelle zu ſein, vor allem aber iſt für die Auswahl dieſes Abſchnitts die Notwendigkeit beſtimmend, die unhaltbaren Stellungen der 7. Armee im Marneſack zu verbeſſern. Ehe für die Truppen dort keine beſſere Sicherheit beſtand, konnte man an einen Angriff in Flandern nicht denken. Zwei Mittel gab es, die Lage, welche aus dem Maiangriff entſtanden war, zu ändern: entweder man ging hinter die Vesle zurück, oder man griff an. Die OHL hatte mit ihrem Entſchluß das zweite MWittel gewählt. Freilich konnte eine Offenſive beiderſeits Reims nur die Gefahr in der Oſt⸗ flanke des Marnebogens beſeitigen. Seine Bedrohung von Weſten olieb, vielleicht ſollte hier ein ſpäterer Angriff in Richtung Paris oder Amiens helfen. 14. 6. Am 14. Juni ergehen für den Doppelangriff„Marneſchutz' und„Reims“ die grundlegenden Befehle. Am 10. Juli ſoll angetreten werden und ſchon am 20. Juli dann der„Hagen“⸗Angriff gegen die Engländer in Flandern folgen. Im Narneſchutz⸗Angriff hat die 7. Armee oberhalb Chäteau⸗ die Marne zu überſchreiten und dann auf beiden Flußufern aufwärts Richtung Epernay vorzugehen. Im Reims⸗ ⸗Angriff öſtlich dieſer Stadt haben 1. und die links anſchließende 3. Armee mit dem rechten Flügel auf Epernay, mit der Mitte auf Chaälons⸗ſur⸗Marne vorzuſtoßen. Reims ſelbſt und der Reimſer Bergwald werden „ausgeſpart“. Die inneren Flügel beider Angriffe ſollen dann ſchließlich ſüdlich des Reimſer Berg⸗ walds bei Epernay zuſammenſtoßen. Der Geſamtangriff hat eine Breite von etwa 120 km. Bereit⸗ geſtellt können werden 47 Diviſionen und 2010 Batterien. Für den Marneübergang werden außerdem ſtarke Pionierformationen mit Brückengerät herangezogen. Die Vorbereitungen verzögern ſich aber, ſo daß erſt am 15. Juli angegriffen wird. Aber diesmal iſt dem Feinde unſer Angriff ſo frühzeitig bekannt geworden, daß noch Reſerven heran⸗ gezogen werden konnten. Dazu haben ſich die Franzoſen inzwiſchen auf eine andere Taktik der Ver⸗ teidigung umgeſtellt. Sie laſſen am 15. Juli in den vorderen Linien nur noch ganz ſchwache Kräfte, die Hauptwiderſtandslinien ſind zurückverlegt. 15. 7. In der Champagne überrennt zwar unſere Infanterie der 1. und 3. Armee die vorderen Feind⸗ ſtellungen zwiſchen Prunay und Maſſiges leicht, trotdem das Wetter dem Gasſchießen der Artillerie 22 ¶ P 2 Y CCWCCCCCCCC 16. un 18. 7. ——...—XCTTfr4.˙—··········· wenig günſtig geweſen war. Aber dann bleibt ſie unter ſchweren Verluſten vor einer ſtark beſetzten Stellung liegen, die ſo weit rückwärts gelegen iſt, daß ſie von unſerem Artillerie-Vorbereitungs⸗ feuer nicht mit gefaßt worden war. Der Angriff muß als geſcheitert betrachtet werden. Südweſtlich Reims ſtürmt ſie trotz des ſehr ſchwierigen Berg- und Waldgeländes ebenfalls die vorderen Stellungen und dringt ungeachtet ſteigenden Widerſtandes teilweiſe noch über die zweiten hinaus, aber zu einem Durchbruch kommt es hier auch nicht. Dagegen wird an der Marne ein großer Erfolg erſtritten. Trotz ſchwerſten Artilleriefeuers— auch hier weiß der Feind durch Gefangene und Uberläufer über jede Einzelheit des Angriffs offenbar genau Beſcheid— gelingt es unſeren tapferen Pionieren, ihre und Fähren zu Waſſer zu bringen, ſchließlich ſogar einige Brücken zu bauen. Der Ubergang gelingt, und am Abend des 15. ſind wir beiderſeits des Fluſſes bereits 6km in Richtung Epernay vorgedrungen. 50000 deutſche Soldaten ſtehen wieder ſüdlich der Marne! Aber ſie liegen nun auch hier vor unverſehrten rückwärtigen Stellungen, und auch das Flußtal hinter ihnen iſt zu einer wahren Hölle geworden. Unausgeſetzt ſchießt dahin der Franzoſe mit Briſanzmunition und Gas, unaufhörlich laſſen Flieger Bomben auf die Ubergänge hageln, ſo daß ein Nachſchub kaum möglich iſt! d 17. 7. Trotz des Mißerfolges öſtlich Reims läßt die OHL den Angriff fortſetzen. Er bringt wenig neuen Erfolg. Jenſeits der Marne beginnt die Lage unhaltbar zu werden. Die OHL muß den Befehl geben, das füdliche Ufer in der Nacht zum 21. 7. zu räumen. Die angeſtrebte Verbeſſerung der Lage auf der Oſthälfte des Marnebogens war nicht erreicht. Aber noch gefährdeter mußte nun der Weſtteil der großen Ausbuchtung erſcheinen, welcher den Wäldern von Compiegne und Villers⸗Cotteréts gegenüber lag. Wenn auch die OHL mit einem Vorſtoß gegen dieſen Frontteil rechnet, ſo glaubt ſie doch, daß die dort eingeſetzten ſchwachen T Truppen ſich vorläufig zu halten vermögen, zumal ja der Vorſtoß öſtlich Reims und über die Marne die Aachen Reſerven binden muß. So trifftt ſie trotz des teilweiſen Wißerfolges beim Angriff vom 15. 7. die letzten Vorbereitungen zum großen„Hagen“-Angriff in Flandern, der nun mit 47 Diviſionen und 1200 Batterien unverzüglich einſetzen ſoll. Der Umſchwung. Schon glaubt man kaum mehr an eine Bedrohung der Weſtflanke des Marneſackes, da naht das Verhängnis. Am 18.7. frühmorgens brechen die Franzoſen, verſtärkt durch amerikaniſche Diviſionen und begleitet von faſt 400 Tanks und zahlloſen Schlachtfliegern, hinter einer alles zermalmenden Feuerwalze zwiſchen Aisne und Marne gegen ſie vor. Die dünnen Linien unſerer übermüdeten und grippekranken Stellungsdiviſionen werden überrannt. Die Lage wird äußerſt bedrohlich. Kommt der Feind weiter, ſo können unſere Truppen im Marnebogen abgeſchnürt werden. Schon liegt die einzige zur Marne führende Bahn unter Feuer. Der„Hagen“⸗Angriff und die Fortſetzung der Offenſive öſtlich Reims müſſen aufgegeben, die über die Marne gegangenen Truppen unverzüglich zurückgenommen, alle verfügbaren Reſerven an die bedrohten Stellen geworfen werden. Der Umſchwung der Kriegslage zu unſeren Un⸗ gunſten iſt da!l Wir werden endgültig in die Verteidigung gedrängt. Der Krieg iſt nicht mehr zu gewinnen.— Wenn auch der feindliche Anſturm, auch dank unſerer Artillerie, die über die Hälfte der Tanks abſchießt, in den folgenden Tagen zum Stehen kommt: die Lage im Marnebogen iſt unhaltbar geworden. 24. 7. bis 3. 8. In der Nacht zum 28. 7. wird ſeine ſchrittweiſe Räumung begonnen. Am 3. 8. ſtehen 8. 8. unſere Truppen wieder in der Linie(nördl.) Soiſſons—Reims hinter Aisne und Vesle.— Die OᷣHL hofft aber, nun die Stellungen auf unſerer geſamten Weſtfront halten zu können, ſogar zu kleineren Angriffen fähig zu ſein. Die e der jetzt noch vorſpringenden Frontbögen (Armentiéres, Montdidier, St. Mihiel) unterbleibt. Da trifft uns ein zweiter ſchwerer Schlag: Marſchall Foch hatte ſich am 24. 7. mit ſeinen Heerführern zur Ausnutzung der Willion Amerikaner, die nun ſchon zur Verfügung Fander, auf eine unausgef ſetzte allgemeine Offenſive geeinigt. Unter die erſten Operationen gehört die Zertrümmerung unſeres Frontbogens von Wontdidier. Am 8.8., dem„ſchwarzen Tag des deutſchen Heeres“, gelingt es den Engländern/ öſtlich Amiens tief in unſere Fr ont einzubr echen. Südlich an die Briten anſchließend, greifen die Franzoſen an. Am 10.8. 12. 8. iſt auf der ganzen Front von Albert bis zur Oiſe die Schlacht im Gange.— Am 12. Auguſt kann unſere Lage als einſtweilen wieder gefeſtigt gelten. Aber es hat ſich eine ſo ſtarke Erſchöpfung unſerer Kampfkraft gezeigt, daß Kaiſer und Heeresleitung zur kommen,, daß der Krieg b beendet werden müſſe“. Es galt nur noch, durch zähen Widerſtand des Heeres einen erträglichen Frieden zu ertrotzen. 14. und 15. 8. Leider laſſen die Beſprechungen von Spa die Reichsleitung den Ernſt der Lage noch nicht voll erkennen. Ein Friedensvorſchlag an den Feind, der ſofort hätte geſtellt werden müſſen, ſobald die Front ſtand, unterbleibt. Eine Einigung mit Oſterreich⸗ Ungarn über gemeinſame Friedensſchritte kommt nicht zuſtande. Am 14. 9. macht dieſes ein geſondertes Friedensangebot ohne Erfolg. Die Zurückführung des Heeres in eine vom Feinde abgeſetzte und verkürzte Front unterbleibt. Der Kampf dehnt ſich nach Norden in die Gegend von Arras und nach Süden bis zur Aisne aus. ——————KE—E:„NN 50 — Zuſammenbruch der Balkanfront. Seit dem Angriff der Orientarmee im Frühjahr 1917 hatte an der Front der Wittelmächte in Albanten und Mazedonien im allgemeinen Ruhe geherrſcht. September 1918. In Albanien ſtehen Oſterreicher, an der übrigen Front im September, nachdem im Laufe des Sommers 1918 die deutſchen Truppen bis auf ein paar tauſend Mann und etwa 100 Ge⸗ ſchütze vermindert worden waren, faſt nur noch Bulgaren. Der Abſchnitt vom Ochridaſee bis zur Struma unterſteht deutſchem Oberbefehl(General von Scholtz). An Zahl ſind die Truppen unſerer Salonikifront denen der Entente nur unweſentlich unterlegen, auch ſtehen ſie in guten Stellungen. Aber Bulgarien, ſeit 1912 faſt ununterbrochen im Kriege, iſt ſchon längſt kriegsmüde, dazu hatten die Löſung der Dobrudſcha⸗Frage und die Entente⸗Propa⸗ ganda höchſt ungünſtig gewirkt. Nach Scheitern unſerer Weſtoffenſiven iſt die Stimmung bei ſeinen Truppen, die an allem Mangel leiden, völlig hoffnungslos. Eine Vermehrung der deutſchen Ver⸗ bände ſcheint der OHL unmöglich. 15. 9. Am 15. 9. ſchreitet die Orientarmee zur entſcheidenden Offenſive. Den Hauptſtoß führt ſie, in vorderer Linie die Serben, in das Dreieck zwiſchen Wardar und Cerna. Die Bulgaren verſagen vollkommen. Die wenigen deutſchen Truppen vermögen das Verhängnis nicht aufzuhalten, in der Front klafft bald eine Lücke von 40- 50 km, in die der Gegner immer tiefer eindringt. Die Truppen müſſen Wardar aufwärts zurückgenommen werden. Bei Ulsküb ſoll eine neue Front gebildet werden. 30. 9. Da ſchließt am 30. 9. Bulgarien unter den härteſten Bedingungen einen Waffenſtillſtand. Seine Armee läuft auseinander. Zar Ferdinand dankt ab. Um dem Feind wenigſtens den Weg zur Donau zu ſperren, beſchließt General von Scholtz, alle deutſchen Truppen in Richtung auf Niſch herauszulöſen und dort zuſammen mit den nun an⸗ rollenden Verſtärkungen erneut Widerſtand zu leiſten. Der Aufmarſch bei Niſch kann aber nicht mehr rechtzeitig durchgeführt, und die Verſammlung muß auf Krusevac zurückverlegt werden. Eine deutſche Abteilung, die den Anſchluß verloren hatte, ſchlägt ſich in kühnem Zuge über Cetinje zur Adria durch. Da es ſich nun nur noch um den Schutz Ungarns handeln kann, treten die Truppen unter öſter⸗ reichiſches Lommando. Der neue Befehlshaber, Feldmarſchall von Köveſs, entſchließt ſich, nach⸗ haltigen Widerſtand erſt hinter Donau und Save zu leiſten. Die Truppen bei Krusevac erhalten den Befehl zum Rückzug auf Belgrad. Inzwiſchen durch das Alpenkorps und andere deutſche und öſterreichiſche Diviſionen verſtärkt, gehen ſie abſchnittsweiſe 1. 11. auf die Donau zurück, die bis zum 1. 11. überſchritten iſt. Aber die Auflöſung des öſterreichiſchen Heeres hatte ſchon reißende Fortſchritte gemacht, und in Ungarn bricht die Revolution aus. 4. 11. Als am 4. 11. Oſterreich⸗Ungarn mit der Entente einen Waffenſtillſtand abſchließt, nach welchem die deutſchen Truppen, die am 24. 11. noch auf ungariſchem Boden wären, kriegsgefangen ſein ſollten, wird auch der nicht ausſichtsloſe Widerſtand an der Donau unmöglich. Es bleibt nichts anderes übrig, als die 11. Armee ſchleunigſt nach Deutſchland abzubefördern. Sie 8. 12. wird bis zum 8. 12. ſüdöſtlich Budapeſt noch gerade rechtzeitig verladen. Feldmarſchall von Mackenſen aber, der unſere Truppen in Rumänien über Siebenbürgen zurück⸗ 16. 12. führt und bis zur Abbeförderung ſeiner letzten Leute ausharrt, wird am 16. 12. 18 auf Verlangen der Entente in Budapeſt interniert und bis November 19 in Salontki in Gefangenſchaft gehalten. Der Zuſammenbruch der Türkei. Ende Februar 1918 verlaufen die türkiſch⸗deutſchen Stellungen in Paläſtina, nördlich von Jaffa, Jeruſalem und Jericho vorbei, vom Meer bis ins Oſtjordanland bei Es Salt. 9.3.18. Am 9. 3. 1918 ſchreiten die Engländer wieder zur Offenſive. Ihr frontaler Durchbruchsverſuch Richtung Nablus wird abgefangen. Nun will Allenby die linke Flanke der Türken umgehen und gleich⸗ zeitig ihre von aufſtändigen Arabern dauernd bedrohten Verbindungen nach Damaskus zerſchneiden. Er ſtößt zu dieſem Zwecke am 26. 3. von Jericho über den Jordan Richtung Amon vor, wird aber ſchließlich zurückgeſchlagen. Nach Scheitern eines zweiten Frontalangriffs im April erfolgt Anfang Mai ein neuer Angriff über den Jordan, der ebenfalls mißglückt. Nun macht die Sommerhitze größere Operationen einſtweilen unmöglich. In Erwartung engliſcher Herbſtangriffe wird der deutſche Führer dringend um Verſtärkungen vorſtellig. Aber Enver hat jetzt große Pläne in Transkaukaſien. Die für die Türkei lebenswichtige Paläſtinafront wird vernachläſſigt, es werden ihr ſogar noch Kräfte entzogen. Die Kampfkraft der überanſtrengten, jammervoll ernährten und bekleideten türkiſchen Truppen ſinkt weiter. Die Fahnenflucht wird immer ſchlimmer. Die Diviſionen haben durchſchnittlich 1300 Gewehre. Auch das deutſche„Aſienkorps“ ſchmilzt, beſonders durch Krankheiten und Ausbleiben von Erſatz, immer mehr zuſammen. Liman verfügt im ganzen über kaum mehr als 13000 Mann. Allenby hat hingegen nun 124000 Mann und 500 Geſchütze. 19. 9. Am 19. 9. bricht der neue engliſche Großangriff los. Die rein türkiſchen Truppen auf dem rechten Flügel nördlich Jaffas löſen ſich auf. Ihr Zuſammenbruch zwingt, die ganze Front zurückzunehmen. Das Oberkommando entgeht(am 20. 9.) nur knapp der Gefangennahme. Die Armee wird über 26. 3. ieeeeee den Jordan gedrängt, die Araber treten jetzt offen zum Feinde über. Nun ſoll auf Damaskus zurück⸗ gegangen, in Aufnahmeſtellungen Ordnung geſchaffen werden. Aber die Türken ſind nicht mehr zum Stehen zu bringen. Umſonſt iſt die über alles Lob erhabene Haltung der Reſte der deutſchen Truppen. Auch Damaskus geht verloren. Der Rückzug muß auf Aleppo fortgeſetzt werden. 31. 10. Hier trifft am 31. 10. die Nachricht vom Waffenſtillſtand zwiſchen Türkei und Entente ein. Den deutſchen Truppen iſt freier Abzug nach Deutſchland zugeſichert. Sie werden zunächſt nach Kon⸗ ſtantinopel abbefördert. Letzte Kämpfe im Weſten. August bis Anfang September 1918. Wir werden zwiſchen Soiſſons und Noyon und zwiſchen Arras und der Somme weiter zurückgedrängt. 2. bis 4. 9. Im Raum Arras La Fore muß in die Siegfried⸗Front zurückgegangen werden. Der Armentieres⸗ Bogen wird rechtzeitig geräumt. Es wird nun auch ein Ausbau der rückwärtigen Stellungen ein⸗ geleitet. Bis ſie fertig ſind, muß aber längere Zeit vergehen, ſo kann das Abſetzen vom Feinde nur langſam vor ſich gehen. Auch ſoll das hinter den Fronten angehäufte Material noch geborgen werden. 12. 9. Der St.⸗Mihiel⸗Bogen wird von den Amerikanern abgequetſcht. Nur mit Mühe kann hier die Wichel⸗Stellung beſetzt werden. 26. 9. Marſchall Foch tritt am 26. 9. auf der ganzen Front zwiſchen Flandern und der Maas zum General⸗ angriff an. Unſere OH“L ſieht dieſem mit größter Sorge entgegen. Die verhängnisvollen Ver⸗ handlungen zwiſchen ihr und der Reichsregierung über einen ſofortigen Waffenſtillſtandsantrag 4. 10. ſetzen ein. Ludendorff tritt zurück. In der Nacht zum 4. 10. geht die erſte Note an Wilſon ab. In ſchweren Kämpfen gelingt es Franzoſen und Amerikanern, uns an der Maas und in der Cham⸗ pagne allmählich zurückzudrängen. Etwa am 15. 10. ſteht unſere Heeresmitte in der Brunhild⸗ Stellung hinter der Aisne. Vom 27. 9. hatte auch der Angriff auf die Siegfried⸗Front begonnen. Sie wird durchbrochen. 16. 10. Wir müſſen ſchließlich in die Hermann⸗Stellung hinter der Schelde zurückgehen. Gleichzeitig war der linke Flügel des Feindes angetreten. Ein Durchbruch durch unſere Flandern⸗ front gelingt nicht, aber wir müſſen nun auch bei Bpern allmählich zurückweichen. Damit wãchſt die Bedrohung der linken Flanke unſerer Seefront ſtark, es erſcheint durchaus möglich, daß die Engländer nun durch Holland hindurch auch ihre rechte Flanke angreifen. Die Räumung unſerer U⸗Boots⸗Häfen und Küſtenbatterien muß deswegen vorbereitet werden. Zweite Oktoberhälfte. In der zweiten Oktoberhälfte muß dann unſer flandriſcher Flügel ſchrittweiſe in den Abſchnitt Gent— Tournai der„Hermann!⸗Stellung zurückgehen. Die Küſte wird vom Marinekorps geräumt, die Befeſtigungsanlagen uſw. werden zerſtört. 27. 10. Inzwiſchen hatte die Reichsregierung vor den wachſenden Forderungen Wilſons am 27. 10. ſo gut wie kapituliert. Während das öſterreichiſche Heer in Italien zuſammenbricht, tobt in der Hermann⸗ und Brunhild⸗ Stellung die Abwehrſchlacht weiter. Mit größter Sorge ſehen die Armeeführer das jähe Schwinden der Kampfkraft ihrer Truppen, einzelne raten dringend, durch ſofortiges gründliches Abſetzen vom Feinde der Möglichkeit einer Kataſtrophe vorzubeugen. Die OH kann ſich aber immer noch nicht zum Abmarſch in die im Ausbau befindliche Antwerpen— Maas-⸗Stellung entſchließen. Sie fürchtet, daß der Rückzug dem Feind unſere Schwäche voll enthüllt und damit die Waffen⸗ ſtillſtandsverhandlungen noch mehr erſchweren werde. 4. 11. Endlich, am 4. 11., wird dann der Rückzug in die„A.— M.“⸗Stellung befohlen. 5. 11. Am 5. 11. hatte uns Wilſon wiſſen laſſen, daß Marſchall Foch ermächtigt ſei, Vertreter der deutſchen Regierung zu empfangen,„um ſie von den Waffenſtillſtandsbedingungen in Kenntnis zu ſetzen“. Am 7. 11. trifft unſere Erzberger-Kommiſſion in Compiégne ein.— Während das todmüde und furchtbar gelichtete Heer in feſter Oaltung von Abſchnitt zu Abſchnitt auf die Antwerpen—Maas⸗Stellung zurückgeht, ſchreitet in der Heimat die Zerſetzung fort. Am 28. 10. hatte die Flotte zu meutern begonnen, die revolutionäre Bewegung verbreitet ſich ſchnell über ganz Deutſchland. Anfang November ſind die rückwärtigen Verbindungen und die Heimatbeſtände des Heeres in der Hand der A- und S⸗Räte, und auch die Etappe beginnt zu ver⸗ 9. 11. ſagen. Um den Bürgerkrieg zu vermeiden, entſchließt ſich am 9. 11. der Kaiſer, die Krone nieder⸗ zulegen, am 10. 11. geht er nach Holland. In Berlin ruft Scheidemann die Republik aus. 11.11. Am 11. 11. wird der Waffenſtillſtand abgeſchloſſen. In 14 Tagen muß das beſetzte Gebiet, inner⸗ halb weiterer 17 Tage das ganze Land weſtlich des Rheins und die neutrale Zone geräumt ſein. Große Mengen von Waffen und Heeresgerät ſind ſofort auszuliefern. Die Nachricht von dieſem ſchmählichen Ende des viereinviertelfährigen Ringens erreicht unſer Heer, als es mit dem rechten Flügel oſtwärts Gent und Mons noch im Rückzug auf die A.—M.⸗Stellung begriffen iſt, während die Heeresmitte ſie bereits erreicht hat. Weiter öſtlich ſtehen unſere Truppen noch wie bisher in der Wichel⸗Stellung und an der deutſchen Grenze.— Noch einmal zeigen ſich deutſche Heerführung und Soldatenmanneszucht in gewaltiger Größe: vor ſich den Feind und hinter ſich die Revolution, gehen unſere Armeen in wachſender Ordnung plan⸗ mäßig in die Heimat zurück. 10 die kommenden Aufgaben chbruch und den Beweg Verſa von Führer und ein Gegenführer allgemeinen nicht lä den beſonders in de und auch beim mittel zum Uberbringen m Hunde gehörte ein Die Meldeſtrecke durfte im ger als 2 km ſein. — Hind 1 70 Vorbereitung eines Schießens wir etwa 1800 F euge an Stelle von ſc bei der Mobilmachung. Trotz valtiger d hatte die Bedeutung der Feſſelballons erer Ballonzüge, namentlich als Beobachtungsmittel für die Artillerte, kaum abgenommen 1 7 3 Marſchpauſe. Von der Cambraiſchlacht anfangs Winter 1917/18 bis zum März 1918 herrſchte auf der Weſtfront normaler Stellungskrieg unter regelmäßig Ablöſung. Dann begann unter ſorgfältiger Geheimhaltung die Bereltſtellung jener 62 Diviſionen und 1700 Batterſen, die für den großen Angriff beſtimmt waren, der am 21.3. beginnen ſollte. 171 Mörſer im Feuer. Ungeheuer war die Entwick⸗ lung der deutſchen Artillerie. Beim Ausrücken ſtanden 5578 leichte und 1755 ſchwere Geſchütze zur Ver⸗ fügung. MWitte 1918 beſaßen wir 11399 leichte Kanonen und Haubitzen und 5997 Geſchütze der ſchweren un werſten Artillerie. Die Munitionserzeugung war ſo geſteigert worden, ſie 1918 jedem Anſpruch gewachſen war. 174 Scheinwerfer, bereit zum Leuchten. Die fahr⸗ baren Scheinwerfer, mit denen unſere Scheinwerfer⸗ züge ausrückten, dienten im allgemeinen Sonderzwecken. Im Graben fanden meiſt mit Strom oder Azetylen betriebene Handſcheinwerfer Verwendung. Die größte Bedeutung ge⸗ wann der Scheinwerfer in der Flugabwehr. Bet ihr ver⸗ wendete man immer gewaltigere Geräte. 1 333 1 ————————— 2———— 4 — rrr PTMPXUFEAFMAE!—-ꝝ-̃—.————ĩͤ——ĩ—K —— CCECEEEEECCCCCC.C.CC.C..˖.C..c... —— ˖—.......——— Arr ee R RRR EN 1 e eee e e 3 2— —— W eeeee ee ee 05 m. e —————— —— αππhεfε ⏑⏑⏑ eee eeeeeeeee eeeee ee eme . iie e eeeeeee————* e ——— ↄ——————— EECCEC· ——— REREEERERRERRYRYRSRRRrRRRSc mereer — eeeee eee eeeeee e e, 65 E 1* 8* iee eeeeee — e —.— iieee eee ν iee eee 187 Getarnte Straße, Maiangriff. Vor Wi aufnahme des Hauptangriffs— auf die Eng⸗ länder— glaubte OHeL, die fra binden zu mü ſich daher zue in der Gege maßregeln, insb es uns hier, der zöſiſchen Reſerven nAngriff Laon. Durch ſorgf dere für den Artiller Feind völlig zu 190 Batterietrupp geht vor. In ſtürmiſchem Vor⸗ gehen erreichte die 7. Armee am 30. 5. 18 Chã⸗ teau⸗Thierry und Dormans. Damit ſtanden wir zum zweiten Male an der Marne. Aber die Flügel waren nicht mitge kommen, und es war eine keilförmige Ausbuchtung der Front entſtanden, die den Feind zum verhängnisvollen Flankenſtoß von Villers⸗Cotteréts(18. 7.) herausforderte ....................... — 15 1 Aus lichen Ziele aus 63000 Gefang überſchreiten des 191 Rücktrans port von Verwundeten. Zur Rück führung von Verwundeten, die nicht zu gehen ver⸗ mochten, mußte man das planmäßige Gerät oſt durch Behelfe ergänzen. Beſonders gern verwendete man hierbei auch die kleinen Wägelchen, die bei allen Heeren zum Fortſchaffen von Maſchinengewehren benutzt wurden. Zum Tragen und Ziehen ſtellte man häufig Gefangene an. Ail ettekanals. o und Re n — —— ie eeeeee FFE eeeeee iee eeee e eeee—— 8 Rο lan eeeeeee iee eeeer 1 FRFYFUUFUU———⏑—Ü⏑ f⏑‚σ— ͥͥ.æ·mm).F’’ FFÜFRR—]m rr——————. Aααιν —— des K 192 Erbeutetes Eiſenbahngeſchütz G oder wenig ſeitlich d zeigt eine franz. Kan ka 1 D 5 Reiter in der Ukraine. Ein großer Tell unſerer wenigen noch berittenen Kavallerie war im Jahre urch den Einmarſch in die Ukraine gebunden. An⸗ oßen Entfernungen war ſie dort unentbehrlich. rverbände gelangten bis an das Aſowſche und ſogar bis faſt an den Don. die Bolſchewiſten a 1 D 7 Pferdekauf in der Ukraine. Der Vorm 5 1 9 8 Ruſſiſche Kavallerie. Mit Einzug der Bolſche⸗ U i bor a eswegen wiſtenherrſchaft zerſiel das ruſſiſche Heer völlig. Der Großteil der Truppen löſte ſich auf, andere bildeten die Stämme der„roten“ und„weißen“ Armeen, und wieder in die hor allem d 5 * A„ nommen, wei * 1 8 gewalt ucht andes die dene lmä 3 andere traten, namentlich in der Ukraine, auf deutſche Seite, Ernährungslage Behebung unſeres Pferdemangels konnte erwartet werden. um mit uns gemeinſam die Ordnung wiederherzuſtellen. wirklichen ellen kam es aber nicht mehr. N K EE iieeee r οο — 1 1 1 12 I K 1 14 4 eee eeeeee FFFR e eeeeee, eeeeeee ee eeeeeee e eeeme 2* 4 E e eiee eee f 2 ——— ee ̃ ö ö ö 4 4 45 EEEPEEPTPP0CCcPPP0000ccccc——— ι X. 4 . 22 ie eee ννον —————— 2——— ̃—————— SREErrrrrrrrrrrrr——————— — 2——————— EFcRRcccc 2 — f 22222. ee — ee ...... E—* 8 U EEE EEEEEE EFE EDN e iee. + . EEE— 5 N D K I e FRrr Den 8 eeeeee ee RRE 58 FEFEEEFEPEFRFERCR˖CÄCÄERÄÄRC˖C˖ÄC˖···˖·˖·C˖·˖·· EEEEEEEE SSSrre eee———————————————————— 1 52 18 13 98 82* 2 1 EENN eee ELNNN e 65 11 eee ee ee eee F e eeeeeee ee—* 38 95 9 + 4 4 16 35 5 E 7 4 8 2 3 259— 48 14 1 25 N 8 8 48 13 5 5 4. 8 12 10 15 FPRK 4 56 18 5 15 6 A 5 29 83 45 A* 15 8 8 4 1 1 45 K 5 2 5 5 8 18 +4 85 37 8 65 82 15 97 E x 1 8 8 917 E. 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Z. in Oſtaſien), im Mittelmeer„Goeben“ und„Breslau“, ferner, auf die Auslandsſtationen verteilt, eine Anzahl Kleiner Kreuzer, Kanonenboote und Vermeſſungsſchiffe Die öſterreichiſch⸗ungariſche Kriegsmarine ſtützt ſich auf die Häfen in Iſtrien und Dalmatien. Das Gros der engliſchen Flotte liegt in Scapa Flow und in ſchottiſchen Nordſeehäfen. Weitere ſtarke Kräfte ſind in den Kanalhäfen verſammelt. Im Mittelmeer ſoll in erſter Linie Frankreich die Aufrechterhaltung der Entente⸗Seeherrſchaft gewährleiſten, demnach befindet ſich dort auch die Maſſe ſeiner Seeſtreitkräfte. Die ruſſiſche Flotte iſt auf die Oſtſee und das Schwarze Meer verteilt. Nach dem Operationsbefehl für unſere Nordſee⸗Streitkräfte ſollen die Engländer zunächſt durch Vorſtöße gegen ihre Verbände, welche die Deutſche Bucht abſperren, und durch den bis zur engliſchen Küſte vor⸗ zutragenden Minen⸗ und U⸗Boot⸗Krieg geſchädigt werden. Erſt wenn dadurch ein Kräfteausgleich ge⸗ ſchaffen iſt, ſoll unter günſtigen Umſtänden verſucht werden, die ganze Flotte zum Schlagen einzuſetzen. Dementſprechend bleibt das Gros unſerer Streitkräfte in der Defenſive. Auch die Engländer greifen nicht an und beſchränken ſich an Stelle der erwarteten Nahblockade auf die Abſperrung des Raumes zwiſchen Schottland und Norwegen ſowie des Kanals. Das genügt zur Abſchnürung Deutſchlands vollauf. In die Deutſche Bucht werden nur Vorſtöße leichter Streitkräfte unternommen. 1914 Weil der Feind nicht mit ſtärkeren Kräften an die deutſche Küſte herangeht, erzielt unſer Kleinkrieg den erſtrebten Kräfteausgleich nicht. Trotzdem nun mit der ganzen Flotte zur Offenſive überzugehen, bedeutet aber ein zu großes Riſiko. Auch ſpielt bei der Verwendung der deutſchen Streitkräfte eine verhängnisvolle Rolle die Auffaſſung, daß die Flotte bis zum Friedensſchluß möglichſt zu erhalten ſei, um dann noch ein eindrucksvolles Machtmittel in der Hand zu haben, und daß dem⸗ entſprechend alle Unternehmungen vermieden werden mußten, die zu ſtärkeren Verluſten führen könnten. So verläuft denn das ganze Jahr 1914 in beiderſeitiger ſtrategiſcher Defenſive. Unſer Hilfskreuzer„Königin Luiſe“ legt in der Themſe Minen und wird zuſammengeſchoſſen, aber der engliſche Kreuzer„Amphion“ fällt ſeiner Arbeit zum Opfer. 28. 8. Die Engländer machen einen Kreuzervorſtoß in die Deutſche Bucht, der uns im Gefecht bei Helgoland drei Kleine Kreuzer(„Köln“,„Mainz“,„Ariadne“) und ein Torpedoboot koſtet. 22. 9. U9, Kptlt. Weddigen, verſenkt drei engliſche Panzerkreuzer(„Creſſy“,„Hogue“,„Aboukir“), ſpäter noch einen weiteren(„Hawke“). Auch der Minenkrieg iſt inzwiſchen erfolgreich weiter⸗ gegangen. U. a. läuft am 27. 10. das engliſche Linienſchiff„Audacious“ auf Winen des Hilfskreuzers „Berlin“. Dagegen war ein Verſuch, die engliſchen Truppentransporte nach Frankreich zu hindern, unterblieben. Nachdem die Flandernküſte erobert iſt, wird ſie alsbald ſtark befeſtigt. Nach Oſtende und Seebrügge werden u. a. U⸗Boote überführt. Die Geſamtverteidigung der belgiſchen Seefront übernimmt das Marinekorps. 3. 11. Am 3.11. erfolgt ein erſter Vorſtoß deutſcher Kreuzer gegen die engliſche Küſte(bei Varmouth). Es iſt ſeit 1667 das erſtemal, daß engliſche Häfen unter Feuer liegen! 16. 12. Am 16. 12. wird ein noch erfolgreicherer auf Hartlepool, Whitby und Scarborough unternommen. Einem großangelegten engliſchen Gegenſtoß bleibt der Erfolg verſagt. 31. 12. U 24 verſenkt das engliſche Linienſchiff„Formidable“ In der Oſtſee vermögen die ſchwachen deutſchen Streitkräfte die weit überlegenen Ruſſen in Schach zu halten. Die wichtige Erzzufuhr aus Schweden kann ſtändig aufrechterhalten werden. Von der vor dem Kriege von der Entente erwogenen ruſſiſchen Landung in Pommern iſt keine Rede! Augsburg' und„Magdeburg“ vor Libau. 5. 8. 2.8. Schon am 2. 8. erſcheinen die Kreuzer„2 Später verlieren die Ruſſen den Kreuzer„Pallada“ durch Torpedoſchuß von U 26. Im Mittelmeer beſchießen„Goeben“ und„Breslau“ ſofort nach Kriegsausbruch die algeriſchen Häfen Philippeville und Bona und laufen dann in Meſſina zum Kohlen ein. In kühner Fahrt durchbrechen ſie darauf die engliſchen Abſperrungskräfte. Am 7. 8. treffen ſie in Konſtantinopel ein und werden in die türkiſche Flotte eingereiht. Schon Ende Oktober wird von ihnen der Seekrieg im Schwarzen Meer eröffnet. Vom Kreuzergeſchwader lagen bei Kriegsausbruch die Großen Kreuzer„Scharnhorſt“ und „Gneiſenau“ vor Ponape. Bald trat zu ihnen noch der Kleine Kreuzer„Nürnberg“.— Für den Geſchwaderchef, Vizeadmiral Graf Spee, konnte nach der Kriegserklärung Japans zunächſt nur ein Aus weichen gegen die ſüdamerikaniſche Küſte in Frage kommen, das Weitere richtete ſich nach der Lage. So durchfährt das Geſchwader, gut unterſtützt von deutſchen Kohlendampfern und unter mancherlei Schädigung der Gegner, langſam die Südſee. Der Gegner vermag es nicht zu ſtellen. Im Oktober können ſich, Leipzig“ und, Dresden“, die von den amerikaniſchen Stationen kommen, mit ihm vereinigen. 7. 8. An der ſüdamerikaniſchen Weſtküſte ſtehen die Schiffe des Admirals Cradock, ſie ſollen den erwarteten Durchbruch unſerer Kreuzer in den Atlantiſchen Ozean verhindern. 1. 11. Am 1. 11. ſtoßen Deutſche und Briten bei Coronel an der chileniſchen Küſte zuſammen. Die Engländer werden völlig geſchlagen und verlieren zwei ſtarke Kreuzer. 4. 11. Nun will Graf Spee um Kap Horn herum nach der Heimat durchbrechen. Vorher wird noch Valparaiſo angelaufen und ab 4.11. die Weiterfahrt angetreten. Die Engländer haben aber nach der Niederlage von Coronel ihre Maßnahmen, unſer Geſchwader abzufangen, verſtärkt. Bei den Falklandinſein ſtoßen die beiden uns weit überlegenen Schlachtkreuzer„Invincible“ und„In⸗ flexible“ zu ſchon vorher zuſammengezogenen ſtarken Kräften. 8. 12. Ohne zu wiſſen, daß ein weit überlegener Feind im Hafen liegt, ſteuert Graf Spee Falkland an. Als er die wahre Lage erkennt, ſucht er auszuweichen. Das gelingt nicht.„Scharnhorſt“ mit dem Admiral,„Gneiſenau“,„Nürnberg“ und„Leipzig“ ſinken nach erbittertem Kampf mit wehender Flagge. Nur„Dresden“ entkommt, wird aber, beſchädigt und faſt ohne Kohlen, ſchließlich am 14. 3. 15 von drei engliſchen Kreuzern in chileniſchen Hoheitsgewäſſern angegriffen und nach kurzem Kampf vom eigenen Kommandanten verſenkt. Von unſeren einzeln operierenden Schiffen iſt am erfolgreichſten die„Emden“ unter Fregatten⸗ kapitän von Müller. In dreimonatiger Kreuzfahrt, erſt in Oſtaſien, dann im Indiſchen Ozean, führt 9. 11. das Schiff die kühnſten Handſtreiche aus und bringt 24 Handelsſchiffe mit 70000 t auf. Am 9. 11. findet es nach Kampf mit der weit ſtärkeren„Sydney“ ein ruhmvolles Ende. „Karlsruhe“ kann 16 Schiffe verſenken, ehe ſie infolge einer Exploſion an Bord untergeht., Königs⸗ berg“ vernichtet vor Sanſtbar den engliſchen KreuzerPegaſus“ und wehrt ſich dann in der Rufidji⸗ Mündung heldenmütig gegen gewaltige Ubermacht. Nach Sprengung des Schiffes(11.7. 15) bringen ſeine Beſatzung und Artillerie in Oſtafrika ſtarke Hilfe. Auch unſere Hilfskreuzer haben manchen ſchönen Erfolg zu verzeichnen. Aber Ende 1914 iſt die deutſche Kriegsflagge von den Weltmeeren verſchwunden. 1915. England beherrſcht die Weltmeere wieder vollkommen. Zur Blockade Deutſchlands genügte wie bisher die Sperrung des Raumes Schottland—Norwegen. Auch die rückwärtigen Verbindungen der Armee in Frankreich durften als geſichert gelten. So lag für England auch weiterhin kein Anlaß zu offenſivem Einſatz ſtärkerer Kräfte vor. Anders war die Lage für Deutſchland. Wir mußten uns Luft ſchaffen, ſonſt führte die Blockade in ab⸗ ſehbarer Zeit zu unſerer Niederlage. Aber die Stimmen, die einen ſtärkeren Einſatz unſerer Streit⸗ kräfte befürworten, dringen nicht durch. Wenn auch den Führern der Flotte für ihre Naßnahmen nun etwas größerer Spielraum gelaſſen wurde, an der grundſätzlichen Zurückhaltung wird nichts geändert. 4.2.15. Indeſſen wird jetzt der Entſchluß gefaßt, als Gegenmaßregel gegen die Blockade auch die U⸗Boote zum Handelskrieg zu verwenden. 24. 1. Im Rahmen der eng begrenzten Zugeſtändniſſe für größere Angriffe will Admiral Hipper mit 15. ſeinen Kreuzern engliſche Vorpoſten an der Doggerbank überraſchend angreifen. Aber dem Feind/ der ſeit langem unſere Funkſprüche abzuhören vermag, gelingt es rechtzeitig, faſt ſeine ganze Flotte konzentriſch gegen Hipper anzuſetzen. Es glückt ihm zwar nicht, unſere Kreuzer abzuſchneiden, aber wir erleiden in dem ſich entſpinnenden ſchweren Kampfe, in welchem auch die Engländer erhebliche Einbuße zu verzeichnen haben, einen herben Verluſt durch den Untergang des ſich bis zum letzten Augenblick heldenhaft wehrenden„Blücher“. 25. u. Von den Ul⸗Booten haben im Jahre 1915 militäriſche Erfolge namentlich die im Wittelmeer ein⸗ 27. 5. geſetzten. Im Seekampf um die Dardanellen verſenkt U21(Herſing) die engliſchen Linienſchiffe „Triumph“ und„Majeſtic“. Das Ergebnis des U⸗Boot⸗Handelskrieges iſt anfangs durchaus befriedigend. Die Verſenkungs⸗ ziffern ſteigen von Januar bis Auguſt von 22785 auf 174 500 t·t im Monat. Aber die Proteſte der 7.5. 15. Neutralen, und vor allem die nach Verſenkung der„Luſitania“(31000 t) am 7. 5. 1915 große Erregung in Amerika, geben Anlaß, den Kommandanten immer mehr einſchränkende Beſtimmungen 18. 9. über die Verſenkungen zu geben. Die am 18. 9. erlaſſenen Anordnungen bedeuten dann praktiſch 15. die Einſtellung des U⸗Boot⸗Handelskrieges überhaupt. Inzwiſchen ſind die Abwehrmaßnahmen der Engländer gegen die„U⸗Boot⸗Peſt“ immer um⸗ faſſender und zweckmäßiger geworden. Wir erleiden ſchwere Verluſte. Der gegen England geführte Kleinkrieg, in dem der Minenkampf eine immer größere Rolle ſpielt, wird ergänzt durch Luftſchiffangriffe gegen London und engliſche Induſtriegebiete. Zum mindeſten der moraliſche Erfolg iſt ſehr groß, aber die engliſche Abwehr, die freilich ſtarke Kräfte bindet, wird bald überlegen. In der Oſt ſee bleibt die Lage unverändert. Unſere Seeſtreitkräfte können den Vormarſch der deut⸗ ſchen Truppen im Baltikum unterſtützen. Verluſte an eigenen Schiffen bleiben auch 1915 nicht aus. 1 — 24. 1. Am 24. 1. 1916 übernimmt Vizeadmiral Scheer das Kommando der Hochſeeflotte. Er betrachtet 1916. es als ſeine Aufgabe, die Engländer zur Schlacht zu zwingen. Das Wagnis eines Entſcheidungs⸗ kampfes iſt nun aber durch das Anwachſen der feindlichen Uberlegenheit und die gewaltigen beider⸗ ſeitigen Minenſperren noch größer geworden.— Alsbald beginnen die Vorſtöße, welche Teile des Gegners hervorlocken ſollen, die Scheer dann mit vereinten Kräften ſchlagen will, ehe die ganze eng⸗ liſche Flotte in das Gefecht eingreifen kann. Torpedobootsvorſtöße wechſeln mit Luftſchiffangriffen, Jan. b. beide haben aber nicht den gewünſchten Erfolg. Im Wärz findet in Verbindung mit einem Luft⸗ April. angriff der erſte Vorſtoß mit der Maſſe der Großkampfſchiffe ſtatt. Im April folgen zwei weitere. Auch ihnen bleibt ein unmittelbarer Erfolg verſagt. Aber der Druck der durch die Bombardements Londons und der Häfen erbitterten öffentlichen Meinung zwingt nun die engliſche Flottenleitung doch, den Angriffen der Deutſchen energiſcher entgegenzutreten. Im Mai entſchließt ſich der feindliche Flottenchef, Admiral Jellicoe, zu einem Vorſtoß durch Skagerrak und Kattegat bis zu den nördlichen Ausgängen des Sunds und Großen Belts. Er will damit die deutſche Flotte nach Norden locken, ſie dann mit ſeinen Hauptkräften von ihren Heimathäfen ab⸗ ſchneiden und ſchließlich mit vereinten Kräften ſchlagen. Um dieſelbe Zeit hat aber auch Scheer einen neuen Angriff vor. Umfaſſende U⸗Boots⸗Unterneh⸗ mungen ſollen ihn unterſtützen. Verſchiedene Umſtände veranlaſſen ihn ſchließlich, die Offenſive nicht, wie urſprünglich geplant, durch einen Vorſtoß gegen Sunderland einzuleiten, ſondern ebenfalls — mit 21 Großkampfſchiffen, 6 älteren Linienſchiffen, 11 Kleinen Kreuzern und 61 Torpedo⸗ booten— nach dem Skagerrak zu gehen. 31. 5. Am 31. 5., noch vor Tagesanbruch, beginnt die Flotte auszulaufen. Am Nachmittag treffen unſere vorausdampfenden Schlachtkreuzer unter Hipper auf die gegen die Oſtſeeausgänge entſandten britiſchen Kreuzer unter Beatty. Um 5 Uhr beginnt die Schlacht. Zwei engliſche Schlachtkreuzer (Indefatigable“ und„Queen Mary“) werden vernichtet. Aber auch die deutſchen Kreuzer kommen in ſchwere Bedrängnis, als Beatty die beſten Linienſchiffe Englands zu Hilfe eilen. Das Erſcheinen des deutſchen Gros um 5.30 Uhr ſchafft Luft. Schon dreht Beatty zum Rückzug. Da aber erreicht Jellicoe mit der Maſſe der engliſchen Streitkräfte den Kampfplatz. Insgeſamt ſind jetzt auf britiſcher Seite 33 Großkampfſchiffe, 34 Kreuzer und 79 Zerſtörer ins Gefecht getreten. Bis in die Nacht hin⸗ ein währt nun das wechſelvolle Ringen der beiderſeitigen Geſamtkräfte. Es bleibt, bei größeren Ver⸗ luſten auf engliſcher Seite, unentſchieden. Nach Einbruch der Dunkelheit geht die Fühlung verloren. Nacht Scheer will über Hornsriff den Rückmarſch in die Deutſche Bucht antreten. Die Engländer nehmen 31. 5. etwa den gleichen Kurs. So kommt es während der ganzen Nacht zum 1.6. zu weiteren Zuſammen⸗ b. 1. 6. ſtößen, die beiden Parteien ſchwere Verluſte bringen. Im Laufe des 1. Juni laufen Deutſche und Engländer in ihre Heimathäfen ein. Nach den Verluſten beurteilt, war die Schlacht am Skagerrak ein deutſcher Sieg. Während die Engländer 3 Großkampfſchiffe, 3 Panzerkreuzer und 8 Zerſtörer mit zuſammen 115000 Tonnen ver⸗ loren, ſtellte ſich unſere Einbuße auf 1 Schlachtkreuzer, 1 älteres Linienſchiff, 4 Kleine Kreuzer und 5 Torpedoboote, im ganzen auf 61000 Tonnen. Die engliſchen Mannſchaftsverluſte betrugen 7945, unſere nur 3058 Köpfe. An der Geſamtlage änderte aber der große Kampf, die gewaltigſte Seeſchlacht aller Zeiten, nichts. Wenn auch Englands Preſtige einen ſchweren Stoß erhalten hatte, an ſeiner Seeherrſchaft ver⸗ mochte er nicht zu rütteln. Bald nach der Schlacht trifft England ein zweiter Schlag. Sein Kriegsminiſter, Feldmarſchall Lord Kitchener, geht auf der Reiſe nach Rußland mit dem Kreuzer„ Hampſhire“ unter, der bei den Orkney⸗ Inſeln auf deutſche Minen läuft. August. Im Auguſt iſt die deutſche Flotte wieder kampfbereit und ſtößt gegen Sunderland vor. Aber der Feind läßt ſich nicht herauslocken. Wir müſſen erkennen, daß wir England mit der Schlachtflotte kaum niederzuringen vermögen. Das iſt wohl nur noch durch U-Boote möglich. 29. 1. Am 29. 1. 16 war die Arbeit der U⸗Boote wieder etwas erleichtert worden, indem eine Verſenkung von Frachtdampfern im Sperrgebiet nun wieder ohne Warnung erfolgen durfte, während Paſſagier⸗ dampfer immer noch zu warnen waren. Die Auswirkung der neuen Anordnungen iſt gut: im März werden 207000, im April 225000 Tonnen verſenkt. Aber mit den Erfolgen wachſen die außen⸗ politiſchen Schwierigkeiten, namentlich mit den Vereinigten Staaten, wieder ſehr ſtark. Als dieſe mit dem Abbruch der Beziehungen drohen, weicht die Reichsregierung ein zweites Mal zurück: Der U⸗Boot⸗Krieg muß wieder nach der„Priſen“⸗-Ordnung geführt werden, die genügende Wirkung ausſchließt. Großadmiral von Tirpitz tritt zurück. Immerhin wurden im Jahre 1916 doch im ganzen 2000000 Tonnen verſenkt. Beſonders die U⸗Boote im Wittelmeer machen große Beute. Auch die Verbindung der Weſtmächte mit Rußland um das Nordkap iſt jetzt durch unſere Boote ſchwer gefährdet. Schon gelangen Boote auch bis zur amerikaniſchen Küſte, darunter das Handelsboot„Deutſchland“.— Auf den fernen Seeſtraßen erjagen unſere Hilfskreuzer„Möwe“,„Wolf“ und„Seeadler“ ungeheure Beute. In der Oſt ſee können wir die Erzzufuhr aus Skandinavien gegen Ruſſen und Engländer weiter ſichern. Mai 5. 6. 1917. Nach der Ubernahme des Oberbefehls durch Hindenburg und Ludendorff waren die Verhandlungen über eine Wiederaufnahme des„unbeſchränkten U-Boot⸗Krieges“ alsbald wieder in Fluß gekommen. Die Blockade drückte immer ſchwerer, die hemmungsloſe Munitionszufuhr nach Frankreich wurde unerträglich. Als die Leitung der Marine nun auch noch auf Grund von Berechnungen der Uber⸗ zeugung Ausdruck gibt, daß der unbeſchränkte U⸗Boot⸗Krieg England in ganz kurzer Zeit zu Boden zwingen werde, gibt, trotz der großen Sorge vor einem aktiven Eingreifen Amerikas, die Reichs⸗ regierung nach. Am 1.2. 17 ſoll die Verſenkung ohne Warnung in den Sperrgebieten wieder beginnen. Wie befürchtet, bricht Amerika ſofort die Beziehungen ab und erklärt uns zum 6.4. 17 den Krieg. Aber die Erfolge der U⸗Boote werden alsbald wieder gewaltig. Von April bis Februar ſteigen die Ver⸗ ſenkungen von 700000 auf 1000000 Tonnen monatlich und halten ſich dann ein volles Jahr lang auf der durchſchnittlichen Höhe von 700000 Tonnen. Freilich, auch unſere Verluſte ſind ſchwer, aber es gelingt nicht nur, Erſatz bereitzuſtellen, ſondern die Zahl der verwendungsfähigen Boote von 103 bei Beginn des unbeſchränkten U⸗Boot⸗Krieges bis zum Sommer 18 auf 120- 130 zu ſteigern.— Hauptaufgabe der Uberwaſſer⸗Streitkräfte in der Nordſee iſt nun die Unterſtützung des U⸗Boot⸗ Krieges geworden. Minenſuchverbände müſſen die Ausfahrtswege frei halten, leichte Steitkräfte die auslaufenden U⸗Boote in die freie See begleiten, ſtärkere Schiffe ſtändig bereitliegen, um notfalls die Minen⸗ und Geleitformationen zu unterſtützen.— Daneben werden die Angriffe gegen die Blockadefahrzeuge und die engliſche Küſte fortgeſetzt, u. a. April. dringen im April Torpedoboote bis Dover, Calais und Dünkirchen vor. Oktober. Im Oktober vernichten die Kreuzer„Brummer“ und„Bremſe“ zwiſchen Bergen und Lerwick einen Geleitzug ſamt Bedeckung. November. Im November kommt es in der weſtlichen Nordſee beim Schutz von Winenſuchverbänden zu einem erfolgreichen Kreuzergefecht. Auch die Luftſchiffe ſetzen ihre Angriffe fort. Es zeigt ſich aber, daß ſie der Abwehr nicht mehr gewachſen ſind. Schwer ſind auch ihre Verluſte durch ſchlechtes Wetter. Die Waſſe unſerer großen Schiffe iſt bis zum Herbſt kaum beſchäftigt. Kein Wunder, daß ſich auf der Hochſeeflotte im Auguſt und September die erſten Unbotmäßigkeiten zeigen, die leider nicht mit der gebotenen Rückſichtsloſigkeit unterdrückt werden. Es iſt gut, daß ſich auch den ſchweren Kräften im Oktober bei den Unternehmungen gegen die Inſeln vor dem Rigaiſchen Meerbuſen endlich wieder einmal Gelegenheit zu kriegeriſcher Betätigung bietet: Nach der Eroberung von Riga galt es, die errungenen Erfolge durch Wegnahme der noch im Beſitz 9. 10. der Ruſſen befindlichen Inſeln Oſel, Dagö und Moon zu ſichern und zu erweitern. Am 9. 10. laufen die von der Flotte geſicherten Truppentransportdampfer von Libau aus. Am 12. erſcheinen ſie vor Oſel. Nachdem die Küſtenbatterien niedergekämpft ſind, werden die Truppen unter dem Schutz 18.bis gelandeter Matroſen ausgeſchifft. Am 18. iſt Oſel nach hartnäckigen Kämpfen in unſerer Hand, ſo 21. 10. daß jetzt auch die anderen Inſeln genommen werden können. Auch bei ihrer Eroberung hilft die Flotte. Das tapfere ruſſiſche Linienſchiff„Slawa“! wird zum Wrack geſchoſſen, die gefährlichen Minenſperren werden geräumt. April 1918. Auch das Jahr 1918 ſteht im Zeichen des unbeſchränkten U⸗Boot⸗Krieges. Dieſer bringt die erhoffte ſchnelle Wirkung nicht. Die Abwehrmaßnahmen, beſonders auch die Zuſammenfaſſung wichtiger Transporte in ſtark geſicherte Geleitzüge, führen zu einem ſtarken Sinken der Verſenkungs⸗ zahlen. Es gelingt auch nicht, die amerikaniſchen Truppentransporte nennenswert zu ſchädigen. 22. bis Zur Zerſtörung unſerer U⸗Boot⸗Häfen machen die Engländer in der Nacht vom 22. zum 23. 4. Borſtöße 23. 4. gegen Oſtende und Zeebrügge. Während der Angriff auf Oſtende ſcheitert, können die Engländer die Hafeneinfahrt von Zeebrügge wenigſtens vorübergehend ſperren.— Ein zweiter Angriff auf Oſtende 10. 5. am 10. 5. wird abgewehrt. Anfang April können Teile der Flotte unſer Unternehmen in Finnland unterſtützen. Im gleichen Monat unternommene Verſuche, die Engländer nochmals zum Kampf zu ſtellen, mißglücken. Dann kommen von Uberwaſſerſchiffen nur noch Torpedoboote an den Feind. Daneben läuft die ſchwere, opfervolle Tätigkeit der Minenſuchboote weiter. Die Luftſchiffe ſetzen ihre Vorſtöße zunächſt ebenfalls noch fort. Aber die Verluſte, auch durch engliſche Gegenangriffe und durch Sabotage, werden zu groß. Am 5. 8. findet die letzte große Zeppelinfahrt ſtatt. Sie koſtet uns den hervor⸗ ragenden Führer der Luftſchiffe, Korvettenkapitän Straſſer. Inzwiſchen ſind neben die Zeppelin⸗ angriffe ſolche von Flugzeugen getreten. Anf. Anfang Oktober müſſen angeſichts der Ereigniſſe zu Lande die U⸗Boot⸗Stützpunkte in Flandern Okt. geräumt werden. 21. 10. Auf Drängen Wilſons wird dieſem in der Note vom 21. 10. mitgeteilt,„daß die U⸗Boot⸗ Kommandanten Befehle erhalten hätten, die eine Torpedierung von Paſſagierſchiffen ausſchlöſſen“. Damit iſt der U⸗Boot⸗Krieg gegen die feindlichen Zufuhren praktiſch aufgegeben. Admiral Scheer, der ſeit Auguſt die geſamte Seekriegsleitung in der Hand hat, ruft alle U-Boote aus dem Handels⸗ krieg zurück. Auf der Rückfahrt hat„U§B 50“ noch einen ſchönen Erfolg, es kann in der Straße von Gibraltar das engliſche Linienſchiff„Britannia“ verſenken.— Nun ſollen Flotte und U⸗Boote zuſammen noch einen Verſuch machen, dem ſchwer ringenden Heere durch einen großen Angriff zu helfen. 28. 10. Am 28. 10. will der Flottenchef, Admiral Hipper, auslaufen. Aber inzwiſchen iſt in der Hoch— ſeeflotte die Zerſetzung der Diſziplin weit fortgeſchritten. Ein Teil der Beſatzung weigert ſich, in See zu gehen. Das Unternehmen muß aufgegeben werden. Da nicht durchgegriffen wird, macht die Meuterei reißende Fortſchritte. Matroſen der großen Schiffe werden die Vorkämpfer der Revolution, die uns die Waffen zerſchlägt, uns den ſchmählichen Frieden von Verſailles und das Ende der alten Marine in Scapa Flow bringt. 1. 2. 6. 4. 5. 8. ——————————————————————.———————————— 63 FCC eeeeeee eee. 3 8 Eer 25 1 ee n 0 Reee ugzeuge und mitt fmittel tigte Minenboje wird in der Nordſee ausge⸗ die geſamte Verteidi legt. Die Nordſee war See, dem Warinekorps unter⸗ 2 8 Minenfeldern durchzogen. ſtanden. bald von gewaltigen Belgiens gegen Angriff r ie engliſchen dienten der Blockade, unſere dem Schutz der Deutſchen Bucht. Wollten U⸗Boote mit ſte r andere Schiffe ins freie Meer auslaufen, mußten ſie von Räumflottillen begleitet werden. Minenfreies Fahr⸗ wa 2 2 b 8 245 übernahme einer Dampferbeſatzung. Im Such u in die mit ihr U⸗N— f trauten Schiffe 0 To 0 boote armier Ief. N. 44 Sinkendes Mine dampfer und eigens gebaute forderungen und brachte ſchu achdienſt in der Oſtſee. In der O erſtützte Flotte die Unternehmungen delskrieg war oft eine ſchwier 2 e He 8 hen ſollte. We irg n ſie auf s durch bald einem neutralen 6 der ließ ih e Auflaufen auf Minen, h er dꝛ Vorſtöße— ſich ſelbſt zu bergen des Feindes, d uchte. man ſie einſtweilen 46 w res d balt Prov andung rigaiſcher land. Ebenſo wichtig wurde nicht möglich, bindungen nach Skandinavien, die auf dem engen U⸗Bo ö b f. unſerer? den ganzen Krief vom Feind nicht geſtört werden konnten. ——— Der Krieg in den Kolonien Für den Schutz unſerer Kolonien gegen einen Angriff europäiſcher Mächte war wenig geſchehen. Deutſchland war der Anſicht, daß das Schickſal ſeiner Schutzgebiete letzten Endes durch den Ausgang der Kämpfe in Europa entſchieden werde. Die afrikaniſchen Beſitzungen durfte man durch die Kongo⸗Akte, welche auch ſie im Falle eines Krieges neutraliſierte, einſtweilen als geſchützt betrachten, zumal man erwarten konnte, daß unſere Gegner den für das allgemeine europäiſche Anſehen ſo außerordentlich gefährlichen Kampf Weißer gegen Weiße und Farbiger im Solde Weißer gegen Weiße vor den Augen Schwarzer zu vermeiden ſuchen würden. Schließlich hatte bei der Bereitſtellung von militäriſchen Machtmitteln bei uns auch der Wunſch, die Kolonialausgaben in erſter Linie der friedlichen Entwicklung der Schutzgebiete zuzuwenden, eine große Rolle geſpielt. Außerdem trugen wir Bedenken, daß ſtarke Kolonialtruppen unſeren Gegnern Anlaß geben könnten, uns ſelbſt überſeeiſcher Angriffsgelüſte zu zeihen. Stärke und Ausrüſtung unſerer Schutz und Polizeitruppen waren demnach lediglich auf die Abwehr von Aufſtänden zugeſchnitten worden. Kiautſchou. Karolinen. Südſee-Beſitzungen. Japan, welches unſer Eingreifen bei den Friedensſchlüſſen von Shimonoſeki(1895) und Portsmouth (1905) nicht verziehen hatte, benutzte ſeinen Vertrag mit England als Vorwand, ſich unſerer blühenden Kolonie Kiautſchou und der für ihn wirtſchaftlich, aber noch viel mehr militäriſch(für einen etwaigen ſpäteren Kampf mit den Vereinigten Staaten) wichtigen Marianen, Karolinen und Marſhall-Inſeln zu bemächtigen. 15. 8. Am 15. 8. ſtellt es ein bis zum 23. 8. befriſtetes Ultimatum zur Räumung von Kiautſchou. Es wird nicht beantwortet. Gouverneur Meyer-Waldeck ſetzt Tſingtau in Verteidigungszuſtand. Nur 3000 Mann, wenige kleine Schiffe und ein Flugzeug ſtehen ihm zur Verfügung. 27. 8. Eine ſtarke japaniſche Flotte ſchließt den Hafen ab. 2. 9. Bald beginnt der Feind mit der Landung ſtarker Truppen und zahlreicher ſchwerer Artillerie auf neutralem chineſiſchem Gebiet. Allmählich wächſt die Belagerungsarmee, zu der auch 1000 Engländer treten, auf 63000 Mann an. Ihr Vormarſch geht aber durch ſchlechtes Wetter nur langſam voran. 17. 9. Erſt am 17. 9. kommen die Japaner in Gefechtsberührung mit unſeren Vorfeldbeſatzungen. Dieſe können ſich, unterſtützt durch Feuer der im Hafen liegenden Schiffe, darunter der öſterreichiſche Kreuzer„Kaiſerin Eliſabeth“, noch eine Woche vor den Feſtungswerken halten. 28. 9. Am 28. 9. beginnt die Beſchießung der Feſtung mit Schiffsartillerie. Unſere Batterien bekämpfen den Aufmarſch der Belagerer mit beſtem Erfolg. Er wird auch immer wieder durch Ausfälle geſtört. Anfang Olktober. Ein erſter Sturmverſuch der Japaner ſcheitert mit einem Verluſt von 2000 Mann. Einer ihrer Kreuzer wird von„S 90“ durch Torpedoſchuß vernichtet. 31. 10. Am 31. 10. eröffnet die Belagerungsartillerie des Gegners auch an Land das Feuer. Werke, Stadt und Hafen leiden ſchwer. Die eigene Artilleriemunition beginnt knapp zu werden. 2. 11. Ein zweiter Sturm der Japaner wird im letzten Augenblick abgeſchlagen. Die Lage wird aber bedrohlich. Unſere Kriegsſchiffe werden nach Erſchöpfung ihrer Munition verſenkt. 5. 11. Ein dritter Sturm wird abgeſchlagen, aber die Artilleriemunition iſt nun auch an Land völlig verbraucht. So iſt die Beſatzung einem vierten Sturm nicht mehr gewachſen. Die Japaner brechen 7. 11. durch, ein Teil der Werke wird von ihnen genommen. Weiterer Widerſtand unſererſeits hätte nur noch zu unnützem Blutvergießen geführt. So werden Kapitulationsverhandlungen eingeleitet. Die Feſtung wird übergeben. Die Beſatzung kommt in Kriegsgefangenſchaft. Auf den Marianen uſw. konnten wir den Japanern keinen Widerſtand leiſten, weil militäriſche Kräfte nicht vorhanden waren. Die Inſeln kommen mühelos in ihren Beſitz. Auch unſere von Auſtralien und Neuſeeland angegriffenen Beſitzungen in der Südſee fallen ſchnell in Feindeshand. To go. Unſere kleine Kolonie Togo verfügte nur über eine ganz ſchwache Polizeitruppe von gegen 700 mili⸗ täriſch mangelhaft ausgebildeten Farbigen. So war gegen die von allen Seiten alsbald ins Land 8. 8. fallenden Franzoſen und Engländer nur ein ganz kurzer Widerſtand möglich. Schon am 8. 8. wird die Hauptſtadt Lome beſetzt. Durch den Ausfall der Togo-Großfunkſtation Kamina(21. 8.) wird der Nachrichtenverkehr zu den übrigen deutſchen Kolonien in Afrika faſt völlig unmöglich. Kamerun. In Kamerun vermochten wir unſere Streitkräfte, eine Schutz- und eine Polizeitruppe in einer Geſamtſtärke von 235 Europäern und 3300 Farbigen, bis zu einem Höchſtſtand von 575 Weißen und 5900 Schwarzen zu verſtärken. Ihnen gegenüber ſtellten Engländer, Franzoſen und Belgier in ihren rund um das Schutzgebiet liegenden Kolonien allmählich 18000 Mann ins Feld. Die ſtarke Ulber⸗ legenheit der Gegner zwang von vornherein zur Verteidigung. Auch dieſe war im Frieden kaum vorbereitet worden, insbeſondere war die gebotene Befeſtigung des Einfallstores in die Kolonie, des Hafens von Duala, unterlaſſen worden. Der Kampf ſoll im Innern auf dem Hochland von Ngaundere unter dem Geſichtspunkt geführt werden, den Kern der Kolonie möglichſt bis zum Friedensſchluß zu halten unter Sicherung einer Verbindung zum neutralen Gebiet von Spaniſch-Muni. Die Truppe wird in Gruppen geteilt, die entſprechend den mutmaßlichen Anmarſchrichtungen des Gegners aufgeſtellt werden.— Die Eng⸗ länder wollen zunächſt die Küſte mit Häfen und Funkſtationen in die Hand bekommen, die Franzoſen das erſt in den Marokkoverträgen an Deutſchland abgetretene Neukamerun wiedererobern. 1914 August-September. Die drei von Norden einfallenden feindlichen Kolonnen werden ſämtlich geſchlagen, dagegen gelingt es den vom Kongo kommenden Franzoſen verhältnismäßig leicht, die 27. 9. beiden„Schnäbel“ in Beſitz zu nehmen. Am 27. 9. muß Duala aufgegeben werden. Die nahe der Küſte ſtehenden Kräfte müſſen gegen Jaunde weichen, das allmählich zum Mittelpunkt der deutſchen Verteidigung wird. 1915 Januar. Im Januar 1915, als nach einer längeren Pauſe die Operationen wieder beginnen, ſteht die Schutztruppe an den Rändern des für die Hauptverteidigung vorgeſehenen Gebietes in einem Raume, den etwa Edea, Dſchang, Garua, der Kadaifluß, Molundu und die Südgrenze bezeichnen. 5. 1. Am gefährlichſten erſcheint die Bedrohung von der Küſte. Daher tritt der Kommandeur der Schutz⸗ truppe, Oberſtl. ßimmermann, am 5. 1. zum Gegenſtoß Richtung Duala an. Das vom Feind befeſtigte Lager von Edea gebietet zwar ſeinem Vormarſch Einhalt, aber die Wirkung des Angriffs iſt doch ſo groß, daß der Gegner— hier Engländer und Franzoſen— teilweiſe zurückweicht und von der Küſte her ein volles Jahr nicht mehr vorgeht. Dagegen gelingt es dem Gegner im Norden, Juni. uns im Juni Garua und Ngaundere zu entreißen. Nur der ſüdlich des Tſchadſees im äußerſten Norden des Schutzgebiets liegende Poſten Mora, 3. Kompanie, Hauptmann von Raben, hält ſich bis zum Ende der Kämpfe gegen weit überlegene Belagerer. Auch die von Süden und Südoſten angreifenden Franzoſen können nur langſam vorwärts kommen. Der Feind verſtärkt ſich aber un⸗ Ok- ausgeſetzt. Im Oktober 1915 ſchreitet ſeine Hauptmacht, über 10000 Mann, unterſtützt durch von tober. Norden, Südoſten und Süden vordringende ſchwächere Kolonnen, von der Küſte her zu neuem Angriff auf Jaunde. Unſere Lage iſt inzwiſchen durch Munitionsmangel ernſt geworden. Die Patronen reichen kaum mehr für die Verteidigung, geſchweige für einen Gegenangriff. 29. 12. So muß am 29. 12. Jaunde geräumt und der MWarſch in Richtung auf das ſpaniſche Gebiet ange⸗ 1916. treten werden. Trotzdem der Feind die Schutztruppe von allen Seiten anfällt, wird der Rückzug planmäßig durchgeführt. 15. 2. Am 15. 2. 1916 ſind die letzten der Verteidiger Kameruns unbeſiegt auf ſpaniſches Gebiet über⸗ getreten. Die Farbigen werden auf der Inſel Fernando Poo, die Offiziere in Spanien interniert. Uber 18 Monate hatte die Schutztruppe mit ihren ausgezeichneten, treuen ſchwarzen Soldaten den ungleichen Kampf geführt, den ſie erſt aufgab, als faſt die letzte Patrone verſchoſſen war. Deutſch-Südweſtafrika. Südweſtafrika hatte eine im weſentlichen aus Weißen beſtehende und berittene Schutztruppe, die vor dem Kriege aber nur noch rund 1600 Mann ſtark war. Sie konnte auch durch Einbeziehung der Landespolizei und Aufgebot der wehrfähigen Bevölkerung auf nicht mehr als 6000 Mann gebracht werden. Mit dieſen geringen Kräften, ohne genügende Artillerie, faſt ohne Kraftwagen und mit nur zwei Flugzeugen mußte ein Gebiet faſt doppelt ſo groß wie Deutſchland gedeckt werden. Die Hoffnung, daß ein großer Burenaufſtand im Britiſchen Südafrika unſeren Widerſtand ſtark unterſtützen würde, erfüllt ſich nicht. Nur wenige Burenführer treten auf unſere Seite. Ihre Truppe ficht z. T. von vornherein nur mit halbem Herzen, und ihre Maſſe läßt uns ſehr bald durch die Kapitulation von Upington(31. 1. 15) im Stich. Dagegen ſtellt die englandfreundliche Unions⸗ regierung Louis Botha zur Eroberung der Kolonie ein mit allen Hilfsmitteln ausgerüſtetes Heer auf, das ſchließlich auf 60000 Mann mit 12000 Kraftwagen anwächſt. ——U—— errrne u — Eine Sicherung aller Grenzen iſt natürlich unmöglich. Da der Angriff von der Unionsgrenze her am wahrſcheinlichſten iſt, werden hinter ſchwachen Sicherungen gegen die Küſte und den Oranje⸗ fluß die Hauptkräfte der Schutztruppe im Süden der Kolonie verſammelt. 19. 9. Nachdem ſie ſchon am 19. 9. Lüderitzbucht beſetzt hatten, überſchreiten am 26. 9. die Unions⸗ 26. 9. truppen die Südgrenze, holen ſich aber alsbald bei Sandfontein eine ſchwere Schlappe. Die Ermordung eines deutſchen Bezirksamtmanns im portugieſiſchen Fort Naulila am 19. 10. 25. 10. macht eine Strafexpedition nach Angola nötig. Naulila wird am 18. Dezember genommen, worauf b. Anf. die Hauptkräfte alsbald wieder nach Süden marſchieren, während kleinere Unternehmungen gegen Fbh. 15. die Portugieſen noch bis Anfang Februar 1915 fortgehen. 9. 11. Der Kommandeur der Schutztruppe, Oberſtleutnant von Heydebreck, fällt einem Unglücksfall zum Opfer. Den Befehl übernimmt nun Oberſtleutnant Franke. Bis Januar 1915 ſind alle Häfen in engliſcher Hand. Ihre Verteidigung war von vornherein als ausſichtslos aufgegeben worden. 1915. Nun beginnen die Engländer von Walfiſch-Bucht gegen Windhuk und von Lüderitzbucht auf Keet⸗ manshoop vorzurücken. Vor allem die Bedrohung unſerer Flanke durch das Vorgehen des Gegners 27. 3. von Walfiſch⸗Bucht aus, zwingt uns, ab 27. 3. allmählich den Süden des Schutzgebiets zu räumen, wo inzwiſchen Aus der Wittelpunkt der Verteidigung geworden war. Ein Aufſtand der Rehoboth⸗ Baſtards erhöht noch die Schwierigkeiten einer Abwehr der gewaltigen feindlichen Ubermacht. 12. 5. Am 12. 5. muß auch Windhuk geräumt werden. Die Schutztruppe weicht in Richtung Waterberg⸗ Es ſoll nun verſucht werden, im Norden— bei Otavifontein— in befeſtigter Stellung erneut Widerſtand zu leiſten. Aber noch ehe die Stellungen ausgebaut ſind, greift der Gegner wieder mit ſtarker Ubermacht an und wirft uns gegen Tſumeb und in das unfruchtbare Sandfeld. Die Kräfte der um Korab an der Otavibahn zuſammengedrängten Truppe ſind erſchöpft. Ver⸗ pflegungsmöglichkeit für Mann und Pferd iſt nun nicht mehr vorhanden. Gouverneur Seitz muß 9. 7. ſich zur Ubergabe der noch etwa 3600 Mann ſtarken Schutztruppe und des Schutzgebiets entſchließen. Die aktive Truppe wird interniert. Die zum Kriegsdienſt eingezogenen Siedler dürfen ihren bürgerlichen Berufen wieder nachgehen. Deutſch-Oſtafrika. Oſtafrika, zweimal ſo groß wie das Reich 1914, beſaß zu Kriegsbeginn eine Schutztruppe von 246 Weißen und 2540 Askaris(Sfarbige Krieger), dazu eine Polizei von 45 Weißen und 2140 Askaris. Die Bewaffnung dieſer Streitkräfte war zum größten Teil veraltet, Artillerie ſo gut wie gar nicht vorhanden. Im Kriege fanden im ganzen 3000 Europäer und 12000 Askaris kriegeriſche Berwendung. Gegen ſie hat der Feind rund 300000 Mann eingeſetzt. 1914. Da Gouverneur Dr. Schnee einen Kampf um die Küſtenſtädte vermieden wiſſen will und auch dem vom Kommandeur der Schutztruppe, Oberſtleutnant v. Lettow-Vorbeck, für richtig gehaltenen Vor⸗ ſtoß aus der Gegend des Kilimandſcharogebirges nach Uganda nicht beipflichten zu können glaubt, wird die Maſſe der Streitkräfte weſtlich Daresſalam verſammelt. Schwächere Abteilungen bleiben an den Grenzen. 8.8. Die Engländer beſchießen den Funkturm von Daresſalam. Am eheſten bedroht müſſen unſere Siedlungs⸗ und Pflanzungsgebiete zwiſchen dem Kilimandſcharo und der Küſte bei Tanga erſcheinen, und es gelingt dem Kommando der Schutztruppe nun, vom Gouverneur die Erlaubnis einer Truppenverſchiebung nach Norden zu erhalten. 15. 8. Am 15. 8. wird das am Kilimandſcharogebirge gelegene engliſche Taveta genommen und zum Wittel⸗ punkt der neuen Verſammlung gemacht. Die Uſambarabahn ermöglicht ſchnelle Verſchiebungen an der ganzen Nordgrenze der Kolonie bis zur Küſte. Außer mit einem Einbruch am Kilimandſcharo muß auch mit einem Landungsverſuch der Engländer gerechnet werden. 2. 11. Am 2. 11. erſcheinen dieſe dann auch mit 14 durch Kreuzer geſchützten Transportdampfern vor Tanga und ſetzen zunächſt 2000 Mann an Land. 5S. 11. Am 5. 11. iſt aber das engliſch⸗indiſche Expeditionskorps von insgeſamt 8000 Mann nach ſchwerem Kampf völlig geſchlagen und muß abfahren. Eine gewaltige Beute erlaubt uns, mit einer neuzeit⸗ lichen Ausrüſtung der Truppe zu beginnen. Ein gleichzeitiger Angriff des Feindes am Kilimandſcharogebirge wird ebenfalls abgewieſen. 1915. 18. u. 19. 1. Anfang Januar verſucht der Gegner, nun an der Küſte von Norden her vorgehend, abermals Tanga zu nehmen. Er wird bei Jaſſini geſchlagen. Das erste Halbjahr vergeht dann an der Nordgrenze der Kolonie unter erfolgreichen Patrouillen⸗ gefechten. Im April gelingt es einem deutſchen Hilfsſchiff, bei Tanga die Blockade zu brechen. Seine Ladung— vor allem die Munition— wird mühſam geborgen. Im übrigen geſchieht nun alles nur Mögliche, um das Schutzgebiet von der Zufuhr unabhängig zu machen. Mitte Juli. Unſer Kreuzer„Königsberg“ hatte in der Rufidjimündung Schutz ſuchen müſſen. Er muß nach langem Kampf mit engliſchen Schiffen geſprengt werden. Die Beſatzung kommt zur Schutz— truppe. Durch die geborgenen Geſchütze erhält dieſe nun auch ſchwere Arttillerie. Zweites Halbjahr. Anfang Juli iſt bekannt, daß demnächſt ſtarke Truppen der Südafrikaniſchen Union eintreffen werden. Die Engländer greifen indeſſen vorläufig weiter nur mit verſtärkten eigenen Kräften an. Die Hauptkämpfe ſpielen ſich am Kilimandſcharo ab. Wir können den ſtark überlegenen Feind mehrfach ſchlagen und ihm auch durch Störung. des Betriebs der Ugandabahn ſchweren Schaden zufügen. Außerdem fällt uns weiter erhebliche Beute zu. Ende des Jahres. Aber Ende des Jahres wird es offenſichtlich, daß nun der Großangriff der Engländer mit Hilfe der Südafrikaner bald einſetzen wird, vor dem das Nordgebiet der Kolonie nicht gehalten werden kann. Seine Räumung wird vorbereitet.— Ein zweites Hilfsſchiff hatte inzwiſchen im äußerſten Süden der Kolonie weiteres Kriegsmaterial gelandet, das nun ſo ſchnell wie möglich nach Norden geſchafft wird. 1916. Anfang 1916 wird der Gegner von unſeren 4000 Mann im Kilimandſcharogebiet noch blutig abgewieſen. Die Uberlegenheit des Feindes iſt aber inzwiſchen auf 7:1 angewachſen. Der Norden muß aufgegeben werden. Die Schutztruppe weicht langſam gegen die Wittellandbahn. Mai. Das Gros der Schutztruppe ſichert nun bei Kondoa-Irangi. Abteilung Kraut bleibt noch an der Juni. Nordbahn. Im Juni dringen dann auch vom Victoriaſee, aus Belgiſch-Kongo ſowie aus der Lücke zwiſchen Tanganjika⸗ und Njaſſaſee feindliche Kolonnen in die Kolonie ein und drängen unſere an den Seen ſtehenden Sicherungen auf Tabora und Iringa zurück. Kraut hat allmählich in Gegend nördlich Morogoro weichen müſſen. 31.7. Am 31. 7. 16 erreicht der Feind die Zentralbahn bei Dodoma. Vor ihm ſind die Truppen von Kondea im Rückzug auf Kiloſſa. Nun müſſen auch die von gewaltiger Ubermacht bedrängten 4 Kompanien Kraut auf den Wami⸗ Fluß zurückgenommen werden, hinter dem ſie den Gegner Witte Auguſt abweiſen. Angeſichts der bedrohlichen Lage werden nun alle erreichbaren Kräfte der Schutztruppe bei Moro⸗ goro verſammelt, von wo aus allmählich nach Süden ausgewichen wird. Anfang September. Anfang September erleidet der Feind, welcher ſich bemüht, uns den Rückzug abzuſchneiden, bei Kiſſaki an den Ulugurubergen einige ſchwere Schlappen. Winter 16/17. Lettow kann ſich dann noch den Winter 1916/17 über nördlich des Rufidji halten und die reiche Flußgegend zur Proviantierung ausnutzen. Ein Umfaſſungsverſuch von der Küſte bei Kilwa her wird zum Stehen gebracht. Der Gegner iſt anſcheinend am Ende ſeiner Kräfte. So bleibt die Lage bis zum Frühjahr 1917 noch durchaus günſtig. 1917. Erſt dann beginnt der Gegner wieder mit Großangriffen von allen Seiten. Am gefährlichſten ſind Früh-zunächſt die von der Küſte her(von Kilwa und Lindi) geführten. Der Ring um unſere Truppen jahr. wird immer enger. Der Feind erleidet zwar durch Gegenangriffe ſchwerſte Verluſte, aber Lettow wird doch im Verlaufe von Sommer und Herbſt immer mehr nach Süden gedrückt. 18.10. Am 18. 10. erleidet der Gegner bei Mahiwa und Lukuledi ſüdweſtlich Lindi noch einmal eine ganz ſchwere Niederlage. Schließlich muß ſich Lettow aber doch entſchließen, auf portugieſiſches Gebiet auszuweichen. Die Truppe wird vorher, da für die bisherige Stärke Verpflegung, Patronen 25.11. und Arznei(Chinin) nicht reichen, auf 300 Deutſche und 1700 Farbige vermindert. Am 25. 11. wird der Rowuma überſchritten. Eine ſtarke, aus dem Innern der Kolonie zurückgehende Ab⸗ teilung hatte leider vorher noch kapituliert.„L Z 59“, der im Herbſt der Schutztruppe Vorräte zuführen ſollte, wurde nach 7000 km Fahrt in der Gegend ſüdlich Karthum auf die falſche Nachricht hin zurückgerufen, daß Lettow ſelbſt zur Ubergabe gezwungen worden ſei. 1918. Erstes Halbjahr. Dieſer treibt nun aber in Wirklichkeit im erſten Halbjahr 1918 in einem einzigen Siegeszug die Portugieſen bis faſt an die Sambeſi-Mündung. Angriffe von allen Seiten werden immer wieder unter ſchweren Verluſten der Gegner abgeſchüttelt. Waffen, Munition und Verpflegung„liefert“ der Feind immer wieder reichlich. Gekrönt wird der kühne Zug durch den An- Sieg bei Nhamacurri, der dem Feind ſchwerſte Verluſte und uns beſonders große Beute bringt. fang- Leider iſt die Gefahr, eingekreiſt zu werden, nun aber wieder ſehr groß. Lettow entzieht ſich ihr durch Juli. Kehrtmachen und Marſch nach Norden. Trotzdem Krankheiten an den Kräften der Truppe ſtark zehren, erleiden Portugieſen und Engländer Schlappe auf Schlappe und müſſen weiter reichlich Vaterial abtreten. 30.9. Am 30. 9. 18 wird wieder deutſches Gebiet betreten und längs des Njaſſaſees nach Norden marſchiert. Ein langes Verweilen in der Kolonie würde aber wohl ſchnelle Einkreiſung der Truppe und große Verpflegungs⸗ und Wunitionsſchwierigkeiten bringen. So beſchließt Lettow, den Krieg nach Britiſch⸗Rhodeſien zu tragen. Zwiſchen Njaſſa- und Tangan⸗ jikaſee wird die Grenze überſchritten und nach Südweſten weitermarſchiert. 13.11. Am 13. 11. erhält General v. Lettow ſüdweſtlich Kaſama Nachricht, daß am 11. November Waffenſtillſtand geſchloſſen worden iſt. Nun bleibt ihm nichts anderes übrig, als ebenfalls die Waffen zu ſtrecken. Die Schutztruppe, nun noch 150 Europäer und 1200 Askaris, hatte 4½ Jahre einer am Schluß wohl hundertfachen Überzahl getrotzt. Dieſer Widerſtand wäre auch der glänzenden Führung Lettows nicht gelungen, wenn nicht ſeine ſchwarzen Soldaten ihm die Treue gehalten hätten, eine Treue, die wie kein anderes Beweismittel geeignet iſt, die Lügen unſerer Feinde über unſere koloniale Unfähigkeit zu zerſtören. 5 rr 247 Askaris beim Ausmarſch piſchen Kolonien beſte M ppen aus 9 nen. Sie haben In Oſtafrika kor ſich General von Kriegsende mit ein paar tauſend Askaris nacht zeitw mel 0⁰⁰ 250 Japaniſche Artilleriebeobachtung vor Tfingtau. Nach Ablehnung des ÜUbergabe⸗ Ultimatums vom 15. 8. 1914 landeten die Japaner unter ihrer Flotte über 50000 Mann vor unſerer ung, die nur von 3000 Mann und ein paar kleinen Schiffen ve digt werden konnte. Nach helden⸗ haftem Widerſtand mußte die Beſatzung am 7. 11. 1914 251 248 Reiter in Südweſtafrika. Unſere Schutz⸗ truppe in Südweſtafrika war beritten und be⸗ ganz aus Weißen. Am 9. 7. 1915 mußte ſie bei pitulleren. 60000 Mann hatte die Südafrika n einſetzen müſſen, um unſere 6000 Reiter in einjährigem Kampfe zu überwinde lebte im dadurch checkig Oſtafrika. Gefangene Engländer. Nach ſeinen Siegen bei Tanga und Jaſſini(4. 11. 1914 und 18. 1. 1915 E 252 Am Lagerfeuer in Südweſt. Der Angriff blieb Oberſtleutnant von Lettow bis Januar 1916 Herr in jjeflu konnte er ſich trotz gewaltige 7 von der Ubermacht des Feindes noch i r mie behaupten. 1918 kämpfte er Waffenſti neiſt auf portugieſiſchem Gebiet und ſtand and bereit, in Britiſch⸗Rhodeſien einzufa auf Südweſt begann vor egann vo aus oge r elgie 255 8 erſaglieri B 254 ie Jnfanter fiſche 2 5 3 Franzõ Montenegriner 258 chotte und Ire S 257 69 Senegalneger 2 6 3 Aufſtraliſcher Ureinwohner 2 6 2 2 64 Sikh und Brahmane 2 69 Kanadier und Amerikaner „N Zemzs! CDο ο 8 PaunO—— Nn 5 R 2 0 28 8 ö D— Y f O5⁰ V 7 UAAng Jfονννν ν Jabora Lete 2 rigd fabani 4 7 .1 5 N— 232— Oſtaabe, un 4 Jeene, Se. 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